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Full text of "Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts"

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Biographisch - Bibh'ographisches 

Quellen-Lexikon 

der 

Musiker und Musikgelehrten 

der 

chrisüiclien Zeitrechnung 

bis zur 

Mitte des neunzehnten Jahrhunderts 



von 



Rob. Eitner. 

9. Band. 

Schein — Tzwiefel. 



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Leipzig, 

Breitkopf & Haertel 
1903. 



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Schein. 



Schein, Johann Hermann, 

auch unter den Namen Jonah 
Heischermann, Jacchus Heremias 
Silvauus und Menalca Silvanus 
(1623) schickt er seine Werke in 
den ersten Jahren seiner Kompo- 
sitionsthätigkeit in die Welt, geb. 
20. Januar 1586 zu Grünhain in 
Sachsen, gest. 19. Nov. 1630 zu 
Leipzig. Sein Yater war Prediger, 
starb aber schon 1593 und die 
Mutter zog nach Dresden. Hier 
wurde Seh. als Knabensänger in 
die kurf. Kapelle aufgenommen und 
hatte Roger Michael zum Lehrer. 
Am 18. Mai 1603 wurde er nach 
Schulpforta aufs Gymnasium ge- 
schickt, kehrte am 26. April 1607 
nach Dresden zurück und bezog 
1608 die Universität Leipzig, um 
Jura zu studieren. Nach vier 
Jahren Studium nahm er mehrere 
Hauslehrerstellen an, wo er zu- 
gleich Hausmusikdirektor war, so 
in Weifsenfeis beim Hauptmann 
Gottfried von Wolffersdorf. Von 
hier aus erhielt er in Weimar die 
Kapellmeisterstelle, die er am 21. 
Mai 1615 antrat. Am 12. Febr. 
1616 heiratete er die Tochter des 
Rentsekretärs Hösel in Dresden 
und zeugte mit ihr 5 Kinder. In 
einer 2ten 1625 geschlossenen Ehe 
wurden ihm noch 4 Kinder ge- 
schenkt. Als 1615 Calvisius starb, 
meldete sich Seh. zu dem erledig- 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikoii. Bd. 9. 



teu Kantorposten an der Thomas- 
schule in Leipzig, erhielt ihn und 
trat ihn im September 1616 an 
(das genaue Datum ist nicht mehr 
zu ermitteln). Bis zum Jahre 1617 
führte er nur die Titel Musicus 
und Cantor, erst 1618 wurde ihm 
der Titel Musikdirektor verliehen. 
Das Leumundszeugnis, welches ihm 
der Weimarer Hof ausstellte, als 
er sich in Leipzig meldete, ist im 
Leipziger Tageblatt und in Less- 
mann's Musikzeitung 1889 p. 257 
abgedruckt. Es trägt das Datum: 
11. Sept. 1616. (Leichenpredigt ab- 
gedruckt in M. f. M. 3, 26. Winter- 
feld 2, 231 über seine Bedeutung 
als Komponist von Kirchenmelo- 
dien. Zahn Bd. 5, 414. In Sch.'s 
Venus Kran tzl ein 1609 sein Por- 
trät in schlechtem Holzschnitt. In 
Viertel]'. 5, 286 das Abgangszeug- 
nis von Roger Michael. Arthur 
Prüfer, Biogr. u. Bibliogr. Disser- 
tationsschrift. Lpz. 1895 Br. & H. 
gr. 8*^. Der Verfasser besitzt eine 
reichhaltige Samlg. seiner Werke 
in hds. Part, die im Druck er- 
scheinen sollen. Dr. Riemann in 
M. f, M. 26, 83 über seine Suiten- 
sätze im Banchetto musicale. M. 
f. M. 30, 141 über die Familie 
Schein v. Prüfer). Eine ausführ- 
liche Beschreibung der folgenden 
Druckwerke giebt A. Prüfer in 
ehr onolog. Ordnung. 



Schein. 



Schein. 



Geistliche Kompositio'nen : 
1615. Cymbalum Sionium sive Can- 
tiones sacvae, 5. 6. 8. 10. et 12. vocum, 
Auetore . . . Lips. 1615 Abrah. Laniberg. 

8 Stb. 40. 31 Gesge. [B. B. B. Brdbg. 
B.Hbg. Musüfr. Wien: B. 6a. 7a. br. 
Mus. 

1618 a. Das Te Deum Laudamus mit 
24. Stimmen, in 4. Chor vnd 2. Capellen 
ausgetheilet, sampt dem Generalb. . . Dem 
. . Herrn Joh. Chr. Braun . . in Lpz. den 
2. Nov. 1618 . . in die Music gesetzt . . . 
Gedr. durch Joh. Glück. 25 Stirn, a 2 S. 
in fol. [B. Br. 

1618b. Opella nova, geistlicher Con- 
certen, mit 3. 4. vnd 5 Stim. zusampt 
d. Generalb., auff Italiänische Invention, 
comp. . . Dieser Zeit bestalten Musico 
vnd Cantore zu Leipzigk. In Verlegg. 
des Autoris, gedr. bey L. Kober 1618. 
5 Stb. 40. 31 Nrn. [B. B. B. Br. 
B. P. Stb. ? Stockholm, br. Mus. 

— 1627. 1. Tbl. Lpz., Selbstverlag. 
2. Aufl. 5 Stb. 30 Nrn. [B. B. B. D. 
Nr. 79, 40: C 1. 2. B. K. B. Lpz. Stb. ? 
B.P. Stb.? B. N. Musikfr.Wien. Kopen- 
hagen: Gl. T. B. Hof b. Wien. 

— Ander Theil mit 3. 4. 5. vnd 6. 
Stim. 1626. Freybergk, Hoffmann. 5 Stb. 
32 Nrn. [B. Br. B. D: C 1. 2. B. Kgsbg: 
C1.2. T. B. B.N. B.P. B. K. B. M. 
Musikfr.Wien. Stockholm Stb.? Hofb. 
Wien 5 Stb. br. Mus. 

1620. Musica divina. Der 150. Psalm. 
Mit 8, 16 oder 24 Stimmen. Nach Ein- 
leitung des Textes auf Drommeten vnd 
Paucken gerichtet, sampt dem Geueral- 
Bass ... 24. Oct. . . Lpz. 1620 Glück. 

9 Stbll. 4". AlJeluja, lobet den Herrn. 
[B. B. fehlt C 2. 

1623. Pontana d'Israel, Israels Brün- 
lein Auserlesener Krafft Sprüchlein altes 
vnd newen Testaments von 5. vnd 6. Stim. 
sambt dem Generalb., auf eine sonderbar 
anmutige Italian Maclrigalische Manier . . 
In Vorlegung des Autoris. Am Ende: 
gedr. bey Joh. Glück 1623. 6 Stb. 4». 
26 Nrn. [B. B: C 1. 2. T. B. Bc, Alt 
fehlt. B.Br. B. Hbg:A. B. Lpz.? B. 
Brdbg: C. B. M: Gl. 2. A. Musikfr. 
Wien. Stockholm? Hofb. Wien. 

— Ausg. in Lpz. bey Schuster 1651/52. 
[B. B. Westeras 5 Stb. br. Mus. fehlt G 1. 

1626. Lamentatio ecclesiast. et con- 
solat. mit 9 bis 14 Stim. Ratswahl Kan- 
tate. Lpz. 1626 Lanckisch. fol. 11 Bll. 
[B. Wagen er. 

1627. Gantional, oder Gesangbuch 
Augspurgischer Confossion, in welchem 
des Herrn D. Mart. Lutheri, vnd anderer 



frommen Christen, auch des Autoris eigene 
Lieder vnd Psalmen, sampt etlichen Hyni- 
nis vnd Gebetlein, etc. so in Ghur- vnd 
Fürsteuthümen Sachsen, insonderheit . . 
allhier zu Leipzig gebräuchlich . . . mit 
4. 5. vnd 6. Stim. comp. In verlegg. des 
Autoris . . . 1627. 1 vol. 8°. 513 BU. 
268 Gesge. [B.Br. B.Hbg. B. Kgsbg.' 
B. Lpz. Strafsburg. Werniger. Brüssel 
1369. 

— 1645 Leipz. bey Jac. Schuster, gedr. 
bey Thim. Eitzsch. 8". 592 S. mit 27 
fünfstim. Chorälen vermehx-t. [B. Hbg. 
Stuttgart. B. Wagener in Part, im Ms. 
br. Mus. 

Von Schein selbst befinden sich 43 
eigene Dichtungen und 55 eigene Melo- 
dien im mehrstim. Satze. Becker und 
BiUroth gaben sie in Part, heraus, Lpz. 
1831 Tauchuitz, 8"^. 8 u. 80 Seit. (Eitner 
2, 5). — Zahn 6, 142. 163 teilt sämtl. 
Schein'sche Melodien mit. 

Oelegenheitsgesänge : 

1617. Threnus ä 6. voci co'l Bc. Dem 
. . . Herrn Johan- Ernsten, dem Jüngern, 
Hertzog zu Sachsen . . den 18. Juhi 1617 
selighch entschlaffen . . . Jena 1617 Joh. 
Beithmann. 12 Bll. 4«. [Wolfenb. 

1617. Manes piae denatae lUustr. & 
Christianiss. Dominae . . Doretheae Mariae, 
Ducissae Saxouiae . . . Jenae 1617 ib. 
12 ßU. 40. [Wolfenb. 

1618 a. Lucnim verae pietatis, mit 

8 Stim. zusampt dem Generalb. Dem 
Herrn Chr. Piuckern, als er seinen Hoch- 
zeitl. Ehrentag gehalten, den 23. Nov. 
Gedr. durch Joh. Glück. 1618. 9 Stbll: 
Sihe, also wird gesegnet. [B. Br. 

1618 b. Eesidenza d'amore 6 v. c. Bc. 
Lpz. 1618 Kober. [B. B: G 2. T 2. B. 
Bc. fol. 

1618 c. Echo zu Joh. Webers Hoch- 
zeit. Lpz. 1618 Glück. 10 Bll. in fol. 
[B. Wag'ener. Bibl. Bohn in Breslau. 

1619. Villanellischer Holtzgang, des 
Hirten MirtiUi, bey dem hochzeitlichen 
Ehren Fest des . . Joh. Winters . . 14. Juni 
1619. Lpz. 1619 Kober. 1 Bl. fol, 2 G. 
Bc. Mirtillo gut in einem Wald. [B. B. 

1620 a. Lyra Davidica, in nuptiis . . . 
Höpneri. 8 v. c. Bg. Lips. 1620 Glück. 

9 Stbll., 1 Gesg. [B.Br. B. B: 8 StbU. 

1620 b. Musica divina 8, 16, 24 v. 
Lpz. 1620 Glück. [B. B: 8 Stb. (G2 fehlt). 

1620 c. Ewige Himelsfreud 5 voc. Lpz. 
1620 Glück. [B. B. 5 Stb. 

1620 d. Ballette pastorale 3 v. gez. 
Jonah Heischermann. Lpz. 1620 Glück. 
[B. B: CM. B. 



Scheia. 



Schein. 



1621a. Voüim pro pace, Frieden- 
Wunsch ii 9 overo 14 con il sno Bc. . . 
denen Bürgei-meister . . Friedr. Mayer in 
Lpz. . . Lpz. 1621 Laüibergianis. 10 Stb. 
fol. Verley uns Frieden. [B. Kgsbg. 
fehlen 3 Stb., die Jahresz. 1611 ist ein 
Di-uckfehler im Kat. Müller's. 

1621b. Stipendium peccati, Süuden- 
sold, Ex. Genes. 3 Cap. vber das christ- 
selige Ahleiben der Frauen Euphrosynen 
Gramer . . 20. Nov. Lpz. 1621 Glück. 
1 BI. fol. Eva durch ihi- begangne Schuld 
östini. [B. B. 

(1622 a.) Sterhe-Liedleiu auf Agnes 
Beyer, 5 v. Lpz., Mamitzsch. [B. B. 
ö Stb. B. Wagener. 

1622 b. Specchio damore Liehes Spiegel 
. . . mit 5 musikal. Farben . . nachco})ii-t 
und dem Herrn Wolfg. Götzeidt . . . offe- 
rirt. 28. Jan. 1622 (Lpz.) Glück. 6 Stbll. 
fol. In Filii schönen Engelein. [B. B; 
C2. B. Bc. 

1622 c. Letztes Schwanen- oder A'alet- 
Liedlein 5 v. Lpz. 1622 Glück. [B. B. 
5 Sth. 

1622 d. Der 116. Ps. Dav. 5 v. Lpz. 
1622 Glück. [B. B. 5 Stb. 

1622 e. "Wasser-Fuhr 5 v. c. Bc. Lpz. 

1622 Glück. [B. B: C 2. B. Bc. 

16221 Der 90. Ps. 5 v. Lpz. 1622 
Glück. [B.B: 5 Sth. 

1622 g. Jocus nupt. 1 v. uff 1 Tiorb, 
Lpz. 1622 Lanck. [B. B. 1 vol. 

1623 a. Kindliches Valet-Külslein (5 v.). 
(Lpz.) 1623 Glück. [B. B. 1 Bl. in fol. 

1623 b. Eegulae vitae zu Ehren dem 
Herrn Schmucken. 5 St. Gedr. bey 
Lanckisch. 6 Stbll. fol. 1 Gesg. [B. Br. 

1623 c. Angst-Seufftzer (.5 v.). (Lpz.) 

1623 Glück. [B. B. 1 Bl. fol. 

1623d. Der 25. Ps. Dav. (4 v.). (Lpz.) 
1623 Glück. [B.B: 1 BL fol. 

1623 e. Der 88. Ps. (3 v. u. Bc.) Lpz. 
1623 Glück. [B.B: 1 Bl. in fol. 

16231 Pastura divina Ps. 23. (4 v.) 
Lpz. 1623 Glück. [B. B. 1 Bl. fol. 

1623g. Vendetta d'aniore 3 v. (Lpz.) 
1623 Glück. [B. B. 1 Bl. fol. 

1623 h. Gardinetto d'amore 3 v. (Lpz.) 
1623 Glück. [B. B. 1 Bl. fol. 

16231. Villanellische Glückwündschung 
des Hirten Mirtilli . . . bey hochzeitl. Ehren- 
frewden des Herrn Georg Lochners, 11. 
Febr. auff einem dreistim. Hümmelchen 
gepfiffen von Menalca Svlvano . . Anno 
1623. Lpz., Glück. 1 Bl. fol. 2 St. u. 
Bc. [B. B. 

1623 k. Madrigale ä 5 con il suo Basso 
cont. auff die Hochzeit des Herrn Gerh. 
Beckers. 26. Maij 1623. (Lpz.) Glück. 



[B.B: Gl. B. Bc. Ama- 



Lpz. 1624 
Lpz. 1624 



6 Stbll. fol. 
rilH zart. 

1024a. Cauzonetta dolorosa 4 V. Lpz. 
1624 Lanckisch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1624 b. Eegula vitae (4 v.) 
Lanckisch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1624 c. Ultimae lachrimae 
Glück. [B. B. 1 Bl. fol. 3 Stirn, u. Bc. 

1624d. Der 13. Ps. Dav. 4 v. Lpz. 
1624 SchedÜer. [B. B. 1 Bl. fol. 

1624e. Applausus musicus per con- 
certo ä 3 voci con Bc. in honorem . . . 
Putschen. Lips. 1624 Eitzsch. 4 Stb. in 
fol. 1 Gesg. [B. Br. 

16241 Ana ä 3 v. Lpz. 1624 Glück. 
[B. B: 1 Bl. fol. (1 Stim. 1 V. Fag. Bc.) 

1624g. Der 30. Ps. vber den Chiist- 
seligen Hintritt, Herrn Dav. Wuilfpfeunigs 
mit 4 Stim. 11. Aug. 1624. Lpz., Glück. 
1 Bl. fol. [B. B. 

1625 a. Vilanella a 3. Auff hochzeit- 
hche Ehrenfrewde des Zach. Schürers. 
1. März 1625. Lpz., Lanckisch. 1 Bl. 
fol. 2 Sopr. Bc. [B. B. 

1625 b. Questione di Coridone contra 
filli, gerichthcher Liebes- Handel .. die 
Nupt. 6. Sept. 1625. (Lpz.) Eitzsch. 
1 Bl. fol. [B. B. 

1625 c. Cui-a d'Amore Liebes -Cur ä 
3 voci, Seb. Eothen. 26. Sept. 1625. 
(Lpz.) Eitzsch. 1 Bl. fol. [B. B. 

1625 d. 23. Psalm zu Mostel's Hochzeit. 
Lpz., Eitzsch. fol. 13 Bll. [B. Wagener. 

1625 e. Letztes Schwanen-Liedl. 5 v. 
(Lpz.) 1625 Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

16251 SchmertzHche Liebes-Preis 5 v. 
(Lpz.) 1625 Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1625 g. Gupressus luctus acerbioris 
gratiss. virtutuni odoris . . . Pro capulo 
Annae Mariae pueUulae 
vini, 4. Apr. 1625. s. ] 
4 st: Herr dein Ohren 
[B. Zw. 

1625 h. Ana 3 v. Lpz. 1625 Eitzsch. 
[B. B. 1 Bl. fol. 

1625 i. Aria 3 v. Lpz. 1625 Lanckisch. 
[B. B. 1 Bl. fol. 

1626a. Schmertzl. Trauer- Klage 5 v. 
Lpz., Lanckisch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1626 b. Ghrist- Seliger Abschied 4 v. 
Lpz., Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1626o. Grab - Liedlein 4 v. Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1626 d. Christi seligen Abschied . . 
Joh. Eothcäupts . . 23. Mai 1626. Lpz., 
Fr. Lanckisch. 1 Bl. gr. fol. P. 5 st. 
Ich hah mein Lauft vollendet, [ß. Zw. 

1626 e. Der 112. Psalm auff das ade- 
hche .. Leichen -Begengnis .. Otto von 
Dilskaw . . . und Frau Elisab. Pflügin. 



Andreae Cor- 

2 Bll. m P., 

zu mir neige. 



Schein. 



Sclieia. 



7. Febr. 1626. Lpz., Lancldsch. 1 Bl. 
gr. fol. P. 5stim. wie wol ist dem. 
[B. Zw. 

(1626?) f. Christliches Trostliedlein bey 
des selig Verstorbenen letzten Ehren Be- 
gangnüs in der Kirchea zu St. Johannis 
... s. 1. 3 Bll. 40. P. 5 Stirn: Ciagen, 
trawern, weynen. [B. Zw. 

1626g. Commendatio concordiae . . zu 
hochz. Ehren . . Herrn Schwendörffern 
vnd Jungfraw Concordiae Göluitz. 1626. 
Lips., Ritzsch. 1 Bl. gr. fol. Concordia 
zu jeder Zeit, 3stim. [B. Zw. 

1627 a. Patiens impatieutia (5 V.). Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 5 Stbll. 

1627 b. Scherzo niusicale 3 v. Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1627 c. Villanella ä 3 auff die hoch- 
zeitl. Ehrenfr. des David Morliai, 7. Mai 
1627. (Lpz.) Eitzsch. 1 Bl. gr. f ol. [B. B. 

1628a. Nozze pastorali (5 v.). Lpz., 
Eitzsch. [B. B: C 2. B. Bc. 

1628b. Trauer Klage (5 v.). Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1628c. Trost -Liedlein (5 v.). Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1628 d. Christliche Trostl-Liedl. 5 v. 
Lpz., Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1628 e. Letzte Ehr 5 v. Lpz., Eitzsch. 
[B. B. 1 BL fol. 

1628f. Symbolum oder tägl. Trost- 
spruch, Ps. 73 vers 28, mit 5 Stirn, vnd 
Bc. [Musikfr. Wien nur 1. Pars. 

1628 g. Grabe - Liedlein 4 y. Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1629 a. Consolatio animae Seelen Trost 
an . . weyland Zachar. Schürer, 22. Jan. 
1629. [B. Göttingen: C 1. 2. A. T. Bc. 
Zwing dich, liebe Seele. 

1629 b. Selige Hinfarth 5 v. Lpz., 
Lanckisch. [B. ß. 1 Bl. fol. 

1629 c. Himmlische Ehren-Kron 5 v. 
Lpz., Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1629 d. Christi. Abschied. Lpz., Eitzsch. 
[B. B. 1 Bl. fol. 

1630 a. Precalio ecclesiae pro pace 
mit 10 St. u. Gb. zur Eaths-Wahl. Lpz., 
Eitzsch. 1 Mot. in fol. [B. Kgsbg. B. 
"Wagener. 

1630b. Creutz-Ruthe (5 v.). Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

1630 c. Confect der Liebe 3 v. per 
conc. Lpz., Eitzsch. [B. B: Bc. 

1630d. Coucerto amoroso 3 v. Lpz., 
Eitzsch. [B. B: Bc. 

1630 e. Concertinn nuptialis 2 V. Lpz., 
Eitzsch. [B. B. 1 Bl. fol. 

s. afi. Palma ecclesiae Christianae. Lpz., 
Lanckisch. fol. „Gott der du." 5 — 16 St. 
[B. Kgsbg. 



s. ab. Votum uuptiale ä 14 overo 
20 voc. Lips. 15 Stb. [B. Bohn in Br. 

Choralgesänge im Casp. Cranier 1641. 

— 8 geistl. Gesge. im Gothaer Cant. 1646, 
nur 6 in der 2. Aufl. 11 Nrn. im 2. Thl. 
1655. 11 Nrn. im 3. Thl. 1657. — In 
Job. Francken's Geistl. Sion 1674, 1 Gesg. 

— Gesänge in Erhardi's Gesgb. 1659. — 
In Vulpius Gesangb. 1682: 98 Choräle. 

— In Peter Sohr's Musical. Vorschmack 
1683. — In Zelle's H. Ein feste bürg ist 
uns. got (M. f. M. 27, 72). 

Weltliche Lieder und Gesänge: 
1609. Venus Kräntzlein, mit allerley 
liebhchen vnd schönen Blumen gezieret 
vnd gewunden. Oder newe weltl. Lieder 
mit 5. Stim. Neben etzlichen Inti'aden, 
Gagliarden vnd Canzoneu, gemacht vnd 
comp, von ... In Acad. Lips. pro tem- 
pore. L. L. Studioso. Wittemberg 1609 
Thom. Schürers Buchf. gedr. durch Job. 
Gormau. 5 Stb. 4". 25 Lieder, mit 
seinem Porträt. [B. B. Darmst. B. Hbg. 
Hannov. Wolfenb. B. Zw: B. br. Mus. 
1621. Musica boscareccia, Wald Lie- 
derlein, auff italian-Villanellische Inven- 
tion, beydes für sich allein mit lebendiger 
Stim., oder in ein Clavicimbel, Spinet, 
Tiorba, Lauten etc. Wie auch auff musi- 
calischen Instrumenten anmuhtig vnd lieb- 
lich zu spielen, fingirt vnd comp, von . . . 
In Verlegung des Autoris. Ao. 1621. 
3 Stb. 4". 16 Gesge. [B. M: C 1. B. 
B. L: C2. V. Winterfeld besafs die Ausg. 
kompl. u. Frz. Commer setzte sie in Part., 
die sich in seiner verkauften Bibl. befand. 

— Editio sec. correctior, mit der Dedic. 
von 1621, 30. Mai. Ib. 1627. 3 Stb. 
40. 16 Gesge. 

— Ander Theil der Musica boscareccia 
... In Verlegg. des Autoris 1626. 3 Stb. 
40. 16 Gesge, Am Ende: gedr. bey Fr. 
Lanckisch. 

— Dritter TheU der ... Ib. 1628. 
3 Stb. 40. 18 Lieder. 

[Alle 3 Theile von 1626, 1627 u. 1628 
in B. B. kompl. B. Liegnitz. Helmstedt 
Stefanskirche: C. 1. 

— Eine Ausg. aller 3 Teile Strafsburg 
1628 bei Ledertz. [B. B: C 2. B. Han- 
nover: Cl. fehlt der 3. Teil. 

— Eine Ausg. aller 3 Teile. Selbst- 
verlag 1631. 4''. 3 Stb. [B. B: C2. 

— Der 1. Teil erschien ferner: 1632 
in Strafsburg bey Ledertz. [B. B: C 1. 
B. G. 3 Stb.] 1643 in Leipzig bei Schuster. 
3 Stb. 4". [B. G: B. ß. Dresd: B. 
Darmst: B.] 1644 in Erfurt, Spangen- 
berg. [B. ß: C. 1. 



Schein. 



Scheinpflugk, Peter. 



— Der 2. Teil erschien ferner: 1632 
in Strafsburg bey Ledertz. [B. G.] — 
1641 bei Schuster iu Leipzig. [B. G: B. 
B. B: Gl. B. B. Dresd: B. Darmst: B. 

— Der 3. Teil erschien ferner: 1632 
bei Ledertz in Strafshg. [B. (}.] — 1643 
Lpz. Schuster. [B.G: B. B.B: Gl. B. 
B. Dresd: B. Darmst: B. 

— Alle 3 Teile 1651 in Erfurt bei 
Dedekind. [B. B. Gotha. 

— Eine geistliche Umdichtung erschien 
unter dem Titel : Erster Theil der Musica- 
bosc. Sacra: Das ist . . . mit geistl. Texten 
gezieret . . Erffurdt 1644 Martha Spangen- 
bergin, Witben. 3Stb. 40. [B.B: Gl. 

1624. Diletti pastorali, Hirten Lust 
von 5 Stim. zusampt dem Gb. auf Madri- 
gal-manier. Lpz. 1624 Selbstverlag. 6 Stb. 
40. 15 Nrn. [B. B. 0. Bc. B. Brdbg. 
C 1. Stockholm 6 Stb. Hannover C 1. 
B. Bohu in Breslau, fehlt B. Ms. 

— 1650. Lpz., Schuster-Könen. [B.B: 
C 1. 2. defekt. 

1626. Stndenten-Schmaufs ä 5. Einer 
löbl. Compagui de la Vino-biera, praesen- 
tirt von . . . Lpz. 1626 Selbstverlg. 5 Sth. 
40. 5 Gesge. [B. B: C2. A. T. B. 
Brdbg: Gl. 

— Leipzig 1634 Schuster. [B.B: Gl. 

Instrumentahverke : 

1617. Banchetto musicale, newer an- 
muhtiger Padoaueu, Gagliarden ... mit 
5 Instrum. Lpz. 1617 Lamberg. 5 Stb. 
40. [B. K. Doubl. B. B: 5 a. 

In David Oberndorffer's Allegrezza mus. 
1620, Paduanen u. a. Nr. 25—28 von 
Seh. [B.B: G. 

Manuscripte : 
In B. B. Z 55 eine moderne Kopie des 
Gantional (siehe 1627) Part. 149 S. — 
Zahlreiche Gesänge in Mss. ZllO u. 111 
von Peitsch. Ms. Z 38 in einem Zwickauer 
Gesgb. — Z40 Nr. 22. — Z 42 Nr. 9 
und 18. — W53: 10 Ghoralgesge. zu 4 
u. 5 St. Nr. 1320. 21 geistl. Gesge. zu 
4 St., dito in ^^ 96 Nr. 1318. — W 101 
Nr. 1614 vier geistl. Gesge. u. Nr. 1623: 
23 geistl. Gesge. — T 107 Ghoralgesge. 
aus Vopelius 1682. T 50 andere Gesge. 

— Ms. 151 in K. Ghoräle aus 1627 in P. 

— Ms. 152 in K. Hymnus, 1 Bl. P. 

In B. Br. 3 lat. u. 43 deutsche Gesge. 

In B. Dresd. B 1266,5: Gott ist mein 
rechter ernst 8 voc. Stb. 

Lobe den Herrn meine Seele, 8 voc. 
9 Stbll. 2 Trombetta im Ritornell, dat. 
29/10 1655. Ms. [B. Kgsbg. Ebendort 
noch in Mss: Nu lob mein Seel den 



Heeren, 6 voc. mit 2 Clareten u. 4 Po- 
saunen, gez. 4. Aug. 1651. — Nun dancket 
aUe Gott, 7 Stbll. 4». 

13 Motetten und 6 figuiirte Ghoräle 
zu 5 Stim, P. Ms. 288—89. — 11 geistl. 
Goncerte f. 2 u. 3 St. P. in 4». Ms. 53. 
[B. Lpz. 

Die Gerechten werden ewig leben, 
5 stim. Ms. 51, 42 in B.Zw. 

In B.L: 12 geistl. Lieder und 2 Mo- 
tetten zu 4 u. 5 St. in Stb. 



In alten Samlwk. 7 Nrn. (Eitner 1). 
In neuen Ausg. 119 Nrn. (Eitner 2). In 
Gottfr. Wegener's geistl. Oden von 1682, 
4. Thl. eine Ode. Eine Gesamtausgabe 
in 8 Bden. bereitet 1901 Dr. Arthur 
Prüfer bei Br. & H. vor. 

Scheines Sohn, Joh. Samuel., der am 
24. Mai 1619 in Halle getauft wurde, er- 
hielt eine Organistenstelle in Halle, mel- 
dete sich 1657 zu der Organistenstelle an 
St. Nicolai in Leipzig, erhielt sie aber 
nicht, auch 1758 bewarb er sich um die 
Kantorei an der Thomasschule (Prüfer's 
Biogr. Schein's p. 113/114 und Eatsakten). 

Scheinpflu^, Christian Oott- 
lielf, geb. 1722 in Sachsen, gest. 
1770 zu Rudolstadt, im 48. Lebens- 
jahre. Er trat als Tenorist in die 
Fürstl. Rudolstädter Kapelle ein u. 
wurde nach Gebel's Tode Kapell- 
meister. Er genoss als Komponist 
einen guten Ruf (Marpurg 3, 77. 
6, 105 ein Brief an Seh. — Ger- 
ber 1. 2. Lpz. Ztg. 13, 249. 251). 
Yon seinen Kompositionen lassen 
sich nachweisen in 

B. B., Ms. 11990 die Kantate: Heiligt 
euch, der Tag ist da, 4 stim. mit Instr. P. 

In Schwerin F. 1. Ana f. Tenor aus 
der Oper Giuseppe riconosciuto, c. istrom. 
Ms Sth. — 2. 11 pastore alla caccia, Par- 
thia in D, a 2 Gor. 2 Fl. 2 V. Va. Bc. 
Stb. — 3. Sinfonia in D jj a 2 V. 2 Ob. 
2 Fl. nell'Andante, 2 Glarini, 2 Gor. Va. 
e B. Stb. 

In Brüssel Gons: Gantate zu 4 Stim. 
u. Instram. Ms. 897 Stb: Dein Wort, 
Gott, ist unsers Fufses Leuchte. Im Kat. 
fälschl. mit G. G. gez. 

Scheinpflugk (Scheunpflug), Pe- 
ter, um 1573 ff. Tenorist u. Kan- 
toreiknaben-Praeceptor an der Hof- 
kapelle in Dresden mit 94 Gld. 



Scheipflug. 



6 



Schelle, Johann. 



9 gr. 51/2 Pf. Gehalt (sächs. Staats- 
arch. Fürstenau 3, 201). 
Schei pflüg, R. P. 

unter diesem Namen verz. der Kat. 
der Musikfr. in AVien eine Kaatate für 
Chor und Orch. mit 1787 gez: Froh- 
lockung des Fiiedens und der Einheit 
Ms. in Stb. 

Scheitfus, Samuel, s. Scheiclt. 
Schejansky, P . . . W . . ., 

bekannt durch Sechs Fugen für die 
Orgel oder Pfte. op. 6. Wien, Kk. che- 
mische Druckerei. 13 S. [B. "NV agener. 

Seheker, Anton. 

• Die Bihl. der Musikfr. in Wien besitzt 

von ihm: Variationen für Violoncell und 
Guitarre. 

Scheich, J . . . J . . . 

In Amsterdam befinden sich ,,Deux 
Senates pour le pfte. av. acc. d'uu V. obl. 
oe. 8. La Haye, Letter & Co. qu4'*. 
2 Stb. Muss an der Wende des 18. Jhs. 
gelebt haben. 

Schele, Ernst. Anno 1619. 

Einstiger Besitzer oder Schreiber (Ver- 
fasser) eines Lautenbuches (Ms. 3238 in 
B. Hbg.) betitelt: Tabulatur Buch. Musica 
et vinum laetificant cor hominis etc. (ist 
der Deukspruch Johann Ott's). Eücks. 
des Deckels: Systeme pour accorder le 
luth. 154 S. Lauteupiecen, als Praeambl. 
Praelud. Fautas. Pavan. Corant. Sarab. 
Toccat. etc. Ein Komponist ist nicht ge- 
nannt. 

Schelhamer, Christoph, ge- 
krönter Poet, Vorsänger an St. 
Jakob in Hamburg u. Schulkollege 
a/d. Johannis-Schule, aufserdem ein 
guter Musiker, starb den 23. j^J"ov. 
1637, 63 Jahr alt (Mattheson 1, 
827. 328). 

Der von Gerber 1 erwähnte Dr. 
Günther Christoph Schelhammer 
war Arzt, 1649 zu Jena geb., und 
soll über die menschliche Stimme 
geschrieben haben. 

Schelhorn, Johann (reorg, ein 

Dichter geistlicher Lieder, geb. 1694 
zu Memmingen, gest. 1773 ebd. 
Siehe Rheineck^ Christoph. 

Schelius, Jacobus, Kantor zu 
liiisfeld in Franken im Anfange 



des 17. Jhs. Gerber 2 führt von 
ihm an 

Christlicher Wunsch und Segen aus 
dem 121. Ps. genommen und mit 6. Stim- 
men komp. Eifsfeld 1618. 40. 

Schell, Joseph Ludwig, 

bekannt durch 6 Lieder mit GuitaiTe, 
s. 1. op. 1. 18 S. [B. M. 

Auserlesene Lieder, Romanzen, Balla- 
den ernsten und heitern Inhalts, s, 1. 4 
Bände in 9 Heften. [B. M. 

Schell, Sebastian, 1608 Bas- 
sist an der Hofkapelle in Stuttgart 
(Sittard 2, 39). 

Schelle, G-eorg, Cornettist, trat 
am 9. Mai 1665 in herzogl. braun- 
schweigsche Dienste (Chrysander 1, 
183). 

Schelle, Johann, geb. 6. Sept. 
1648 zu Geisingen (Meifsen), gest. 
10. März 1701 zu Leipzig. Er 
war 2 Jahre an der Wolfenbüttler 
Hofkapelie Knabeusäuger, auch in 
Dresden w-ar er vielleicht nach 
dieser Zeit a/d. Hofkapelle Alum- 
nus, denn er studierte nach dem 
Besuche eines Gymnasiums auf der 
Leipziger Universität, avo er bei 
dem damaligen Organisten Ger- 
hard Preis Wohnung und Kost u. 
wohl auch Belehrung in musikali- 
schen Sachen fand. Von hier kam 
er als Kantor nach Eilenburg und 
1677 wurde er zum Kantor a/d. 
Thomasschuie gewählt und am 
19. März 1677 eingeführt (M. f. M. 
27, 45. 34, 8). Die Nachrichten 
über sein Leben sind äufserst spar- 
sam und erhält erst durch das 
Funeralprogramm in M. f. M. 34, 
8 einen sicheren Verlauf (siehe 
Stallbaum, Dörffel 1, 3. 121. v. 
Winterfeld 2, 555. 3, XHI. Viertel]. 
6, 162. Fritzsch' Musik. Wochen- 
blatt 1, 462 u. 494, die nur Brocken 
mitteilen. Am redseligsten ist von 
Wiuterfeld). 

Gedruckt sind nur einige Lieder in 
Liedersammlungen. 1. in Feller's Andäch- 
tigen Student von 1682. 1697 uud 1718 



Schelle, Johann. 



Schelte. 



einige 30 Melod. mit B. (nur in der 
1. Ausg. sind die Komponisten Schelle u. 
Petzhold genannt). 2. in Vopelius Gesgb. 
1682: Mein Lehen war ein Streit (eine 
Partit. des Gesgb. in Ms. T 107 der B. B). 
— Dagegen besitzt die B. B. folgende 
Manuscripte gröfserer "Werke: 

19780. Cantaten f. 2—5 Singst, und 
Instr. in P. 

1. Also hat Gott die Welt geliebet. 

2. Aus der Tiefe rafe ich zu dir. 

3. Christus der ist mein Leben. 

4. Die Liebe Gottes. 

5. Der Segen des Herrn. 

6. Der Abgrund thut sich auf. 

7. Das ist mir lieb. 

8. Die auf den Herrn hoffen. 

9. Es ist genug mein matter Sinn. 

10. Gesegnet ist der Mann. 

11. Gott sey mir gnädig. 

12. Gott sandte dein Licht. 

13. Gott segTie dies vertraute Paar. 

19 781 dito für 1—10 St. mit Instr. 
in P. 

1. Herr deine Augen. 

2. Hemmt eure Thränenflufh. 

3. In dich hab ich gehoffet. 

4. Ich hielte mich nicht dafür'. 

5. Nun giebst du Gott. 

6. Nun dantet alle Gott. 

7. Uns ist ein Kind geboren. 

8. Vom Himmel kam. 

9. Wohl dem der den H. fürchtet. 

10. Lobe den Herrn meine Seele. 

11. Schaffe in mir Gott. 

12. Wohl dem der den H. fürchtet. 
Christus ist des Gesetzes Ende, 8 st. 

Trauermusik mit Bc. 1684 Ms. 690. [B. 
Zw. 

Scheller, Jakob, geb. 12. Mai 
1750 zu Scbettal bei Rackonitz in 
Böbmen, nach Pougin starb er um 
1800 in einem Dorfe in Friesland. 
Schüler von Abt Yogier in Mann- 
heim, wo er im Orchester angestellt 
war, später eine Zeitlang herzogl. 
Württembergischer Konzertmeister 
zu Mömpelgard. Ein virtuoser 
Geiger, besonders angestaunt durch 
sein Flageolett und Doppelgriffe, 
dabei ein durch und durch lüder- 
liches Subjekt. Vortrefflich ge- 
schildert im Eochlitz 2, 356. Auf 
S. 225 schreibt er „ein verkom- 
menes heruntergekommenes Genie 
ohne Anleitung und Studien". Er 



selbst sagte von sich ,,Ein Gott — 
ein Scheller"! Wo er sein Ende 
fand, ist fi'aglich (Lpz. Ztg. 3, 705 
Urteil). 

Schelte, Abraham Wolf gang, 

ein Musikverleger in Amsterdam 
Ende des 17. Jhs., gab 12 Bände 
Opern heraus, im Besitze der B. 
Wagener in Giefsen. Der Haupt- 
titel lautet: 

Eecueil des Opera, reppresentes par 
l'Academie royale de musique. 

1. Tom. 1712. Les fetes de Tamouret 
de Bachus. Psiche. Cadmus et Hermione. 
Alceste. Theseus. Atys. 

2. T. 1712. Isis. Bellerophon. Pro- 
serpine. Triomphe de l'amour. Peisee. 
Phaeton. 

3. T. 1701. Amadis. Roland. Armide. 
Temple de la paix. Balet des Jeuuesse. 
Acis et Galates. Achill. 

4. T. 1693. Zephire et Elore. Palais 
de Flore. Thetis et Pelee. Orphee. 
Eneas et Laviuie. Coronin. Astraea. 

5. T. 1700. Aleide. Dido. Medea. 
Circe. Cephalus et Procris. Theagenes 
et Charidea. Jason, 

6. T. 1700. Les amours de Momus. 
4 Saisons. Aricia. L'Europe galante. 
Balet de ViUe neuve St. George. La 
naissance de Venus. 

7. T. 1700. Meduse. Venus et Adonis,- 
Isse. Le Triomphe de la Raison sur 
ramonr. Apollo et Dafne. MirtiU et 
Mehcertes. Cameval Mascarade. Amadis 
de Greco. Carneval de Venise. 

8. T. 1700. Marthe.sia. Les fetes ga- 
lantes. Triomph des arts. Hesione. Are- 
thusa. Scylla. Omphale. 

9. T. 1706. Pomone. Peines et plai- 
sirs d'araours. Idylle sur la paix. Canente. 
Medus. Fragment de Lully. Les Muses. 
Le Carneval la folie. 

10. T. 1708. Tancrede. Ulysse. Iphi- 
genie en Tauride. Telemaque. Alcine. 
Philomele. Alcione. Cassandra. 

11. T. 1701. Polixene et Pirchus. 
Bradamente. Hippodamia. Semele. Mele- 
agre. Diomede. Fetes venetiennes. Manto 
tafee. 

12. T. 1718. Idomene. Amours de 
Venus. Callitioe. Medee et Jason. The- 
lephe. Theonor. 



Der älteste der Verleger obigen 
Samlwks. ist Abraham "Wolfgang Schelte 
1693. T. 4. 



Scheits. 



8 



Schenk. 



Antoine Schelte Heritiers, 1700 : T. 5. 
6. 7. 

Henri Schelte 1700—1712. T. 1. 2. 
8-11. 

Tome 12 ist im Haag hei Giiill. de 
Voys gedruckt. 

Sehelts , H . . . E . . . Zuyd- 

plein, Maitre de musique ä Delft 
zeichnet er sich und ist bekannt 
durch 

Marche favorite de Madlle. Gallo, variee 
p. le pfte. ä 4 ms. Rotterdam, L. Platt- 
ner. 4P. Plattner verlegte im Anfange 
des 19. Jhs. [Amst. 

ScheMiis, s. Sceltttiis, Joan. 

Scliemellus, Georg Christian, 

der Yater, geb. in Herzberg, kam 
am 30/3 1695 auf die Thomas - 
schule im Alter von 15 Jahren, 
war also c. 1678 geb. Er wurde 
Schlosskantor zu Zeitz, nachdem 
er vorher wahrscheinlich in Treuen- 
britzen angestellt war. Sein Sohn: 

Christian Friedrich Seh., geb. 
30/10. 1713 inTreuenbritzen (daher 
die Mutmafsung, dass der Vater 
dort vor Zeitz angestellt gewesen 
sein muss) kam am 5/5 1731 auf 
die Thomas -Schule nach Secunda 
und nennt seinen Vater „Cantor 
aulicus". Der Rektor der Schule 
bemerkt bei ihm am 17/8 1734 
„üiscedere maluit, quam aequa 
lege parere". Er trat später in 
das Amt seines Vaters (Akten der 
Thomas-Schule. Spitta, Bach 2, 
590). 

Vom Vater Oeorg Christimi besitzen 
wir ein Gesangbuch mit Melodien und 
Bass, betitelt: 

Musicalisches Gesaug-ßuch , darinnen 
954 geistreiche, sowohl alte als neue 
Lieder und Arien, mit wohlgesetzten Melo- 
dien, in Discaut \md BaTs, . . . heraus- 
gegeben von . . . Schlofs-Cautore (zu Zeitz 
. . . Lpz. 1736 Bernh. Chrstph. Breitkopf. 
8». 22 Bll. 654 Seit. 69 und 21 Melodien). 
Das Buch hat noch einen besonderen 
"W'ert, indem die Bässe teils von Seb. 
Bach verbessert, teils neu hinzugefügt, 
auch ist eine Melodie mit seinem Namen 
gez., während bei noch 21 Melodien Bach 
als Erfinder gut. Siehe ausführlichen 



Bericht, nebst genauer Inhaltsangabe bei 
Zahn 6, 315 Nr. 913. [B. B. B. M. B. 
W. B.Lpz. B. Wagener. Hofb. Wien, 
br. Mus. 

— C. F. Becker gab 1832 die 69 Me- 
lodien heraus: Choräle mit bez. B. von 
Joh. Seb. Bach . . . Lpz. Br. & H. qu40. 
[B. Lpz. 

Sclicmenaiier, Franz, in Mün- 
chen geboren, wird 1790 als Vio- 
linist an der Hofkapelle in Mün- 
chen angestellt. 1794 und 1799 
erhält er Gehaltszulage (Kreisarch.). 

Sclienek, . . . aus Strafsburg, 
wurde am 28. Juli 1685 zum Or- 
ganisten an St. Thomas zu Strafs- 
burg i/Els. ernannt und wegen 
Unfähigkeit am 20. Dez. wieder 
entlassen, worauf er die Stadt ver- 
liefs (Lobstein 60). 

ScLencker, . . . nach einer An- 
nonce im Avant-Coureur vom 17/5 
1762 war er Mitglied im Orchester 
de La Poupliniere zu Paris. An- 
gezeigt wird sein opus 1, ä Paris, 
chez Moria. Eine spätere Annonce 
vom 16. Juni 1766 bez. ihn als 
Musiker in der Kapelle des Prinzen 
von Conti (Brenet, Les concerts en 
France 1900 p. 268). Gerber 1 
zeigt Sonaten für Harfe, Violine 
u. Bass 1775 an, ebenso im gleichen 
Jahre im Breitkopf'schen Ver- 
zeichnis. 

Sclienckh, Augustin, 1608 u. 
1610 Altist an der Hofkapelle in 
Stuttgart (Sittard 2, 39). 

Sclienius, Joachim Franciscus 
Baren, siehe Bareneliein. 

Sclienk, Johann L, ein älterer 
Komponist als der Singspielkom- 
ponist in AVien, wird auf den 12 
Sonaten für die Gambe „Kammer- 
rat des Prinzen Joseph. . . du Rhyn" 
genannt. Walter 69 bezeichnet 
ihn näher als Gambisten an der 
pfälzischen Hofkapelle in Düssel- 
dorf, der gegen das Ende des 
17. Jhs. dort diente und am Aa- 



Schenk, Johann I. 



9 



Schenk, Johann II. 



fange des 18. Jhs. unter Herzog 
Job. Wilhelm Düsseldorf verliefs 
und nach Amsterdam ging. Die 
BouATst. 1, 99 beschreiben ein 
Porträt von Seh., worauf man als 
Unterschrift liest „apud Amstelae- 
damenses Musicus famigeratissi- 
mus". Ein alter Auktionskatalog 
verz. op. 2 — 10 Gambenpiecen u. a., 
auch die unten verz. Scherzi op. 6 
und Les Fantaisies op. 10. Bekannt 
sind von seinen Kompositionen: 

Zangwyze uitbreiding over't Hooglied 
van Salomon. Op zaugniaat gestelt met een 
Cantus en B. door Joan Schenk. Amst. 
1724. 4P. Gedichte von Matth. Gargou. 
[Amst. 

Koninklyke Harpliederen, versierd met 
150 niemve airen. Nevens een kunstig 
prae- en posthidium. Gecomp. door den 
mucicyn Joaa Schenk op. 4 a. Geschikt 
om te kunnen zingen of speien, met een 
of twee stemmen, als ook met of zonder 
Violen en Bc. In 5 partyen. Amsterd. 
qu4'^. Die Gedichte von C. van Ecke. 
[Amst. 

Les Fantaisies hisarres de la goutte. 
Cont. 12 Senates p. 1 Viele de Gambe seul 
av. la Bc. ou av. 1 autre Viole de Gambe 
ou theorbe. Amst., Roger & Le Cene. 
[B.B: Bc. 40. 

Scherzi musicali per la Viola di Gamba 
c. Bc. op. 6. Amst., Eoger. 2 Stb. im 
Stich. [Sondershausen. B. Wagener. 
Rostock. 

Schenk, Johann II., geb. 
30. Nov. 1761 zu Wiener-Neustadt 
in Unterösterreich, gest. am 29. Dez. 
1836 in Wien. Von armen Eltern 
gebürtig, nahm sich seiner Antonio 
Tomaselli an, durch die schöne 
Stimme des Knaben aufmerksam 
gemacht, und brachte ihn in den 
Kurort Baden bei Wien als Chor- 
knabe an, wo er auch Unterricht 
in Wissenschaften und Musik er- 
hielt und fast auf allen Instru- 
menten sich üben musste. 1773 
kam er nach Wien zu dem Dom- 
prediger Schneller, der ihn 1774 
dem Hofkapellmeister Wagenseil 
als Schüler übergab. Hier trieb 



er sehr ernste Musikstudien an 
Fux, Palestrina und Seb. Bach, u. 
es war nicht Schuld seiner Lehrer, 
dass ein in der klassischen Rich- 
tung Erzogener ein Volkssänger 
wurde. Seine letzte Arbeit bei 
Wagenseil war eine Messe, die 
sein väterlicher Freund Schneller 
1778 bei einer festlichen Gelegen- 
heit in der Kirche zur Aufführung 
brachte. Sie fand selbst bei Jos. 
Haydn Anerkennung und es folg- 
ten derselben andere Kirchenwerke. 
Aufgefordert zu dem Trauerspiel 
„Erwina von Steinheim" die 
Zwischenaktmusik zu schreiben, 
machte er seine erste Bekannt- 
schaft mit dem Theater und der 
rauschende Beifall, den seine 
Musik erzielte, berauschte ihn in 
einem solchen Grade, dass er der 
Kirchenmusik entsagte und Sing- 
spielkomponist wurde. Er trat 
aber zuerst anonym auf u. brachte 
1785 auf dem Leopoldstädter The- 
ater „Die Weinleise", 1786 ,,Die 
Weihnacht auf dem Lande" zur 
Aufführung. Beide Opern waren 
so echte Volksstücke und erlebten 
noch bis ins 19. Jh. hinein Auf- 
führung an Aufführung. 1787 
schrieb er für das Hoftheater die 
Operette „Im Finstern ist nicht gut 
tappen" und gab von da ab seine 
Anonymität auf. 1794 erhielt er 
eine Einladung des Fürsten Karl 
von Auersperg auf seine Güter u. 
wirkte er dort teils als Musik- 
direktor, teils als Opernkomponist. 
Wann er wieder nach Wien zurück- 
kehrte lässt sich nur aus der Auf- 
führung der Oper „Achmet und 
Almanzine schliefsen, die am 
17. Juli 1795 auf dem Hoftheater 
in Wien gegeben wurde, sowie aus 
dem am 7. Nov. 1796 ebendort 
aufgeführten Dorfbarbier, beide im 
Auftrage der Hofbühne geschrieben. 



Schenk, Johann II. 



10 



Schenk, Johann 11. 



Hier sei auch erwähnt, dass er 
eine Zeitlang der heimliche Lehrer 
Beethoven 's war, dem er seine 
Aufgaben^ die er von Haydn er- 
hielt, korrigierte und ihn in den 
strengen Kontrapunkt einführte 
(Thayer 1, 262). Seh. selbst be- 
kam zeitweise Gewissenbisse über 
sein leichtsinniges Musiktreiben u. 
versuchte mehrfach wieder im 
strengen Stil zu schreiben, doch 
die Bestellungen der Theaterunter- 
nehmer und die leichte glückliche 
Naturanlage zum Volkstümlichen 
war stärker als sein Wille. Auch 
als Gluck mit seinen Opern alle 
Welt begeisterte, versuchte er 
etwas Aehnliches zu schaffen und 
da es ihm nicht glückte, versank 
er in Schwermut und ein Nerven- 
fieber warf ihn aufs Krankenlager. 
1819 schuf er für den grofsen 
Musikverein zwei Kantaten: „die 
Huldigung" und „der Mai" und 
schloss damit seine Kompositions- 
thätigkeit. Da man zu seiner Zeit 
die segensreiche Einrichtung der 
Tantiemen noch nicht kannte und 
der Komponist vom bestellenden 
Theater eine lumpige Summe er- 
hielt, so musste Seh. sich mit 
Unterrichten kümmerlich ernähren, 
während die Theater sich an seinen 
Schöpfungen mästeten (Biogr. von 
Seyfried nach sicheren Quellen in 
Schilling's Lex. Lpz. Ztg. 39, 165 
Nekrol. Biogr. von Ed. von Bauern- 
feld. Wien 1837 [Musikfr. Wien]. 

Verxeiehnis seiner Werke. 

(an Singspielen werden viele Theater- 
archive, besonders die in "Wien, noch 
Manches besitzen, was hier nicht auf- 
geführt ist). 

Kyrie, Gloria, Credo 4 voc. 2 V. 2 
Clar. Org. Autogr. in B. B., aus Fuchs 
Saailg. 

Litania, Ms. P. [Klosterneuburg. 

Achmet und Alraanziue, in 2 Akten 
1795. Ms. P. [Musikfr. Wien. 



Der Dorfbarbier, komisches Singspiel 
in 1 Akt. Autogr. 1796. P. u. Kl.-A. 
[Musikfr. Wien. Dresd. Ms. P. Münch. 
Oper in 2 Akten. Darmst. Dresdner 
Opernarchiv. 

— Autogr. aus dem Dorfbarbier. [B. 
B., Grasn. B. B. Ms. 19800 in 1 Akt. P. 

— Kl.-A. in 2 Akten. Lpz. 1856 Re- 
clam jun. 4". [B. B. Musikfr. Wien. 

— neue Ausg. mit Dialog im Kl.-A. 
Lpz., Senff 1890. [B. B. etc. 

Die falsche Catalani, Siugsp. in 2 Akt. 
Ms. P. [Münchener Oper. 

Der Fassbinder, Singsp. Ms. P. [Mu- 
sikfr. Wien. Ms. 16 156, P. Hofb. Wien. 

Im Finstern ist nicht gut tappen. Sing- 
spiel. Ms. P. [ib. und Ms. 16149. P. 
Hofb. Wien. 

Pantomime f. Ks. Franz componirt, zur 
Feier des Namenfestes der Kaiserin Maria 
Theresia, aufgef. zu Laxemburg am 15/8 
1798. P. Autogr. vollendet 7/8 1798. 
[Musikfr. Wien. 

Der Schatzgräber, Singsp. Ms. P. [ib. 

Das Singspiel ohne Titel, Operette in 
3 Akt. P. 1790. [ib. und Hofb. Wien, 
Ms. 10480, P. im Autogr. 

Das unvermutete Seefest, Singsp. Ms. 
P. 1789. [Musikfr. Wien. 

Die Weihnacht auf dem Lande, Singsp. 
in 3 Aufz. Ms. P. [Musikfr. Wien, sämt- 
liche Singsp. in der genannten Bibl. sind 
aus dem Nachlasse Sch.'s erworben. 

Dieselbe Bibliothek besitzt noch fol- 
gende Lieder und Gesänge: 

Aufmunterung zum Trinken f. S. T. B. 
Autogr. Juni 1805. 

Lyda, Lied von Graf zu Stollberg f. 
1 Sgst. V. Va. Vcl. u. Pfte. Autogr. von 
183L 

Die Erscheinung, eine Arie. Autogr. 
von 1779. 

Glückwunsch 4 st. mit Orch. Autogr. 
von 10/8 1798. 

Maigesang, 4 st. Autogr. Juni 1805, 
umgearb. April 1818. 

Blumengesang 2 T. B. u. Kl. Autogr. 
in 2 Bearbtg. von 1825 u. 1829. 

Cavatine : Vergiss mein nicht. Autogr. 
6/9 1826. 

13 Canons nebst Coda für 3 St. auf 
Burger's Zechliod. Autogr. 1812 P. 

Cidli, oder das Rosenband von Klop- 
stock f. 1 Singst, und Kl. 2 Bearbtgen. 
im Autogr. von 1805 u. 1831. 

Lied: Des Tages Kufs erglüht, Autogr. 
vom 27/5 1833. 

Das Veilchen v. Goethe für 1 St. 2 
Clarinetten, 2 Hörn. Fag. u. Kl. P. Autogr. 
Mai 1832. 



Schenk, Johann II. 



11 



Scherer. 



Denispnich, Schweig, meid, leid, zu 

2 S. 2 A. 2 Ob. 2 Clarin. P. Autogr. 
Juli 1819. 

AiiTserdem TKotturui f. Gesg. u. Orch., 
1 Duett mit Bc, Ein Spinulied, Wien, 
Torricella. 

Einzelgesge. aus seinen Opei'n in P. 
oder Kl.-A. 

Der Mai. Cantate für Soli, Chor u. 
Orch. P. 

Huldigung. Cant. v. Hölty (tnaku- 
liert). 

Die Schäferstunde, Cant. f. 3 Soli und 
Instr. P. Autogr. von 1779. 

Das traute Stündchen der Liehe. Cant. 

3 Soli u. lustr. P. Autogr. von 1779. 

2 Canoni f. 3 S. u. Klav. 



Eondo aus Sultan Amet, in Arien und 
Duetten K.-A. u. Orchesterstim. In 13040 
Nr. 2. [B. B. Dasselbe verlegt von Joh. 
Andre. 8 Hefte, ib. 

2 Vocalgesänge (sie?) Autogr. in B. B., 
Grasn. Terzetto aus der Weinlese. Lise, i 
der Graf und Kaspar. Ms. 16157. P. 
[Hofb. Wien. 

11 Sinfonien f. Orch in P. im Autogr., 
einige mit den Jahreszahlen 1786 u. 1791 
gez. [Musikfr. Wien, wie alle folgenden, 
ebenfalls aus dem Nachlasse Sch.'s er- 
worben -. 

Ouvertüre und Eutr'acts zum Trauer- 
spiel: Erwine von Steinheim f. Orch. P. 
in Autogr. ao. 1780. 

Concertante in Es f. Clarin. V.n;mit 2 
Violen, 2 Hörn. Vcl. u. B. P. Autogr. 

4 Konzerte für die Pedalharfe im 
Autogr. gez. mit den Jahren 1784—1788. 

AUegro und Andante zu einem Wald- 
hornkonz. mit Orch. P. Autogr. 

Andante zu einem Clarinettenconc. P. 
März 1784 Autogr. 

Quartette in F. f. Fl. 2 engl. Hörner 
u. Fag. P. Autogr. 

5 Quartetti f. 2 V. Va. Vcl. 

6 Trios f. 2 V. u. Vcl. P. Autogr. 1776. 
Pezzi diversi per il Cembalo, 27/3 1764 

dedic. Joseph IL Ms. 16598. [Hofb. 
Wien. 

Caprice pro cla\ichord. 21/5 1823. 
Autogr. Ms. 18390. [ib. 

Im Samlwk. Künstlerverein, Var. über 
ein Thema von Diabelli f. Pfte. 1 v. Seh. 

Grundsätze des Generalbasses durch 
Beyspiele erläutert. Ms. Autogr. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Schenk, Jolianii Cornelius, 

ist in der Bibl. der Musikfr. Wien mit 
folgenden Autographen vertreten: 1. Li- 



tania de B. V. 4 voc. c. orch. 1778. P. 
2. Stabat mater, ebenso, ao. 1779. 3. 
Benedictus, ebenso, ao. 1831. Ueber sein 
Leben weifs ich nichts zu berichten. 

Schenliirz, Fat. Augiistin, geb. 
1736 in BöhDien, st. 1797 im 
Kloster Emaus in Prag, in welches 
er 1764 eintrat und Chorregent 
wurde. Er galt für einen guten 
Komponisten (Kornmüller 1, 232). 

Die Musikfr. in Wien besitzen von ihm : 
Se cousistant adversum me castra, 4 voc. 
et instrum. P. 

Sehenncr, . . . trat 1781 in Lon- 
don als Violinvirtuose auf (Pohl 2, 
370). 

Schepp, H . . . Gr . . ., gab heraus: 

Serenade für Klavier. Breslau 1804. 
[Berlin K. H. 

Scheppers, Oeleyn, bekannt 
durch 

Vlaemsche Vrede-feeste, besonder- 
lick ghehouden ende vertoont door die 
van Brugghe ... in de trioraphelicke Vie- 
ringhe en Vreughtslof op Mars sterf-dach, 
mits de publicatie van den pays . . . 
tusscheu Spaignen en Vrankryck . . . ghe- 
componeert by . . . Brugghe 1660 Lucas 
vanden Kerchove. 4". 12 BU. (mit 
Musik). [Straeten 3, 22 nebst Mitteilung 
einer Ballade, Istim. 

Sclierbaum, Joseph, ein Böhme 
und Servitermönch, soll sich nach 
Gerber 2 als kunstfertiger Kompo- 
nist gezeigt und besonders in An- 
fertigung von Kanons eine grofse 
Gewandtheit besessen haben. 

Scherer, ohne Yornamen, wahr- 
scheinlich Flötist, und Kammer- 
musikus am Kasseler Hofe, den 
Gerber 1 Scheerer und Gerber 2 
als Verbesserung Johann Scherer 
nennt. Er war eigentlich Oboist, 
spielte aber auch die Flöte u. um 
1768 die Bratsche in der Kapelle. 
Da Flötenpiecen gesuchter als Oboe- 
piecen waren, so kennt man nur 
Flötenkompositioneu von ihm, und 

zwar 

3 Sonate ä 3 Flauti ö 3 V. da . . . Amst. 
Joh. Fr. Gronemann. 3 Stb. [B.Hbg. 



Scherer, N . . . 



12 



Scherffer. 



Ms. 6652 in B. B: 5 Duette zu 2 Fl. 
trav. 2 Stb. Beide Werke ohne Vor- 
namen. 

1 Sonata per Flauto trav. e B. Ms. P. 
inkompl., nur 2 Seiten in fol. vorh. [Ber- 
lin Th. 

Seilerei* (Scherrer, Scheerer), 
N . . . Gerber 1 glaubt fälschlich, 
dass er in Genua lebte, doch er- 
schienen seine Werke sämtlich in 
Geneve, das ist nicht Genua, son- 
dern Genf in der Schweiz. Die 
Fürstenbibl. in Schwerin besitzt 
von ihm ein Dedikations-Exemplar 
an den Prinzen Friedrich Franz 
von Mecklenburg-Schwerin, da letz- 
terer erst 1785 zur Eegierung ge- 
langte und damals erst Erbprinz 
war, so giebt dies zugleich einen 
Anhaltepunkt für seine Lebenszeit. 
Er bezeichnet dies Werk als sein 
erstes, was er in den Druck giebt. 
Obige Bibl. besitzt von ihm fol- 
gende Werke: 

Six Senates mises en Trio pour le 
Clavecin, Violon e Vcil. Dediees ä Son 
Altesse . . le Prince Frederic Frau(,;ois de 
Mecklenbourg- Schwerin. Geneve, chez 
l'auteur, op. 1. 3 Stb. fol. (auch in Brüssel 
Cons. und in Rostock). 

3 Senates p. le Clav. av. acc. de V. 
obl. op. 3. Geneve, l'auteur. 2 Stb. fol. 

3 Sonates (ebenso) op. 4. Ib. 2 Stb. fol. 

6 Senat, p. le Yioloncel av. acc. de B. 
op. 5. Ib. 2 Stb. fol. 

Six Simphonies k huit parties obl. op. 
6. Ib. 8 Stb. fol. 

3 Sonat. p. le Clav, et V. obl. op. 8. Ib. 

6 Sonat. p. le Vcl. et B. op. 9. Ib. 

Symphonie periodici^ue, No. 1. ä 8 par- 
ties obl. Ib. 8 Stb. fol. 

Sechs Sonaten f. d. Pfte. . . Ms. (gleich 
op. 1). 

Seherer, ßegiiiald, Frater sacri 
ordinis Praedicatorum sacerdote, 
lebte im Kloster in der Steiermark 
nach der Dedications-Unterschrift 
vom 21. Dez. 1643. Er ist be- 
kannt durch 

Vespertina omnium solemuitatum Psal- 
modia cum 8 Magnif . sec. 8 eccles. tonos 
ä 4 vocib., una cum B. pro org. Auetore 
(wie oben mitgeteilt). Lucernae Helvet. 



1644 David Hautt, Bibliopolae Viennensis, 
ac typogr. Lucernensis. 5 Stb. 4". [B. 
Frkft. 

Sclierer, Sebastian Anton, 

aus Ulm, lebte dort in der 2ten 
Hälfte des 17. Jhs. als Yiceorganist 
(Titel) u. wurde nach Lobstein 60 am 
4. Nov. 1684 zum Organisten an 
St. Thomas in Strafsburg i/Els. u. 
zum Aufseher über die Musikalien 
und Instrumente der Kirche er- 
nannt. Man kennt von ihm: 

Musica Sacra, h. e. Missae, Psalmi et 
Motetti, ä 3. 4. 5. vocibus cum iustrum., 
quarum 1. Caut. prim. — 5. BalTus. 2. 
Cant secundus — 6. Violin. 1. 3. Altus. 
— 7. Violin. 2. 4. Tenor. — 8. Violin. 
& pars pro organo. Opus 1. editum. S. 

A. Seh. Musico Ulmensi. Ulmae, typis 
& impensis Balth. Kühnen, Reipubl. Typogr. 
1657. Dedic, im Bc. gez. 24/4 1656. 
Nur der Bc. hat obigen Titel, während 
den anderen Stimmen die ersten 4 Worte 
fehlen und beginnen mit Missae, Psalmi 
... 9 Stb. 2 Mess. 7 Ps. u. 3 Mot. [B. 
Kgsbg: Gl. 2. A. T. B. 2 V. Violone u. 
Organum. Berlin Kircheninstitut: Cl. 

B. 2 V. Violone, Org. Musikfr. Wien. 
Paris Nat. Stockholm: C 1. Lübeck 
Stb.? 

Sebast. Ant. Schereri vicae organistae 
Ulmensis Operum musicorum seeundum, 
distiuctum in libros duos: Tabulaturam 
in cynibab et organo iutonationum bre- 
vium per octo tonos, et partituram toc- 
catarum usui aptam cum vel sine pedali, 
ad modernam suavitatem concinnatum . . . 
Ulmae 1664 typis Balth. Kühn, im Stich, 
vom Komponisten selbst gestochen (Ger- 
ber 2). [Lüneburg. Paris Nat. 

Sonatae a 3. due Violini e Viel da 
Gamba vel Fagotto e Bc. op. 3. Ulmae 
1680 ib.? 3 Stb. fol. 14 Sonat. [Up- 
sala. Paris Nat. 

Mss. in Upsala: Jubilate Deo, 3 voc. 
3 V. e Va. sive Fag. c. Bc. Stb. 4". — 
quam mirabilis, 3 voc. 4 Viole et Org. 
Stb. 40. 

Im Ritter 2 Orgelsätze Nr. 89/90. 

Scherffer, Wenzeslaus(Wenzel), 

von Scherfenstein, ein schlesischer 
Dichter zur Zeit Opitz', war Orga- 
nist in der fürstl. Schlosskirche zu 
Brieg um. 1636 ff. und wurde am 
2. Sept. 1674 beerdigt (Titel und 
M. f. M. 21, 107). Man kennt 



Scherle. 



13 



Schetky, Cluistoph. 



von ihm eiuige Gelegenheitsgesänge, 
die sich in der Stadtbibl. Breslau's 
befinden: 

1. Psalraus 133. Siehe wie fein und 
lieblich ist: &c zue Ehien Herrn Mart. 
Schmieden . . mit 3 Stirn, sambt dem 
Generalb. concertweise gesetzet . . . Gedr. 
zum Brieg 1636 Aug. Gründer. 4 Stbll. fol. 

2. Braut Lied . . zu Ehren . . defs Herrn 
Matth. Apellis von Löwenstern zu Bern- 
stadt Äo. 1637, mit 3 Stim. u. Gb. Ibid. 
4 StbU. fol. Ich bin eine Blume Sarons. 

3. Concertus mit 8. Stimmen, dem . . 
Herzog Georg zu Liegnitz vnd Brieg . . 
28/2 1688. Ibid. 9 Stbll. fol. Seelig 
ist der gepreiset. 

In seinen 1652 erschienenen Gedichten 
befindet sich im 11. Buche ein Gedicht 
„Der Musik Lob". 

Scherle (Scher]), Ambrosius, 
um 1621 Karainermusikus, Violinist 
an der Hofkapelle in Berlin mit 
300 Thlr. Gehalt, wird 1651 vom 
Kurfürsten nach Cleve befohlen 
(Schneider 35. 42). Am 20. April 
1666 trat er in herzogl. Braun- 
schweigsche Dienste mit 200 Thlr. 
Gehalt. Schon 1661 wurde er zar 
Aushülfe von Celle aus verschrieben, 
muss demnach nach 1651 in Celle 
gedient haben (Chrysander 1, 182. 
183). 

Scherley, Joseph, 

ist in Thom. Simpson's Taffei Cousort 
1621 mit einem Instrumentalsatze ver- 
treten. 

Seherli, Leopoldo Maria, Ka- 
pellmeister an der Oper in Brescia 
um 1770 (Burney 1, 82). 

Sclierlitz, Johann Talentin, 

geb. zu Gössel im Gothaischen, 
starb 1793 zu Gotha, 61 Jahr alt. 
Schüler von Peter Kellner zu 
Gräfenrode. Mit 19 Jahren wurde 
er Organist im Hessischen, dann 
Direktor des Oboistenchors des 
Fürst von Hohenlohe, wo er noch 
Unterricht bei Georg Benda nahm, 
der in Gotha angestellt war. Hier 
erhielt er bald darauf eine Stelle 
als Yiolinist und später die Hof- 
organistenstelle. 



Nach Schilling war er auch als Kom- 
ponist beJiaunt, doch kann ich nur Einiges 
im Samlwk. Canzonette f. Klavier 1781 an 
Variationen nachweisen, sowie in Ettiuger's 
Samlwk. Variationen von 1781. — In 
Dresd. Mus. im Ms. ein Menuetto con 
Variaz. per il Cembalo. 

Schermer, Anton, geb. um 
1760 zu Beilengries (Mittelfranken), 
studierte zu Amberg Theologie, trat 
zu Eichstätt in den Priesterstand 
und wurde im Domstifte Chor- 
direktor. Er bekleidete noch 1814 
die Stellung. Lipowsky erwähnt 
ihn als Komponist von Operetten, 
Oratorien, Messen u. a. Werken, 
ohne Näheres mitzuteilen. Loren% 
Sch.^ ein Bruder, war Tenorist u. 
später Kapellmeister am Dome ebd. 
Ein zweiter Bruder Franx Xaver 
Seh. Violinist an der fürstbischöfl. 
Kapelle ebd., wurde aber später 
Brauverwalter in Hirschberg (Li- 
powsky). 

Sehers, . . . bekannt durch 

Sei Sonate per il Fl. trav. solo o Vio- 
line e Bc. del Signor Sehers Libro primo 
. . . Paris, chez Boivin. Stich in fol. aus 
dem 1. Drittel des 18. Jhs. [Kaiisruhe. 
C. F. mit 1741 gez. 

Seherzer, . . . Organist an der 
Domkirche zu Merseburg, „ver- 
fertigt auch sehr schöne wohl- 
klingende Claviere'' (Magazin 1780). 

In der B. B. befindet sich eine Motette 
mit Scherxer gez., Ms. 19230, 4. Stück: 
Quidquid vivitur sub sole, 4 voc. 2 Instr. 
et Org. Möglich, dass es von obigem her- 
rührt. 

Ein Q . . . Seherzer ist in B. Darmst. 
mit Instrumentalkomp. vertreten: 

Concerto pour Clarinette avec. äcc. de 
l'orch. Ms. P. 

Varie con Eondo p. Clarinette princip. 
avec acc. de 2 V. Fl. etc. Ms. P. 

Schetky (Schettky, Schedtky), 
Christoph, auch mit J. Cr. C. als 

Vornamen gez., um 1740 in Darm- 
stadt geboren, gest. um 1773 in 
Edinburgh, doch ist die Jahreszahl 
nur mutmafslich aufgestellt. Schüler 
seines Vaters, der Kammersekretär 



Schetky, Cliristoph. 



14 



Scheuenstuhl. 



und Tenorist au der Hofkirche in 
Darmstadt war. Er bildete sich 
besonders zum Yioloucellisteu aus 
und wird seine enorme Fertigkeit 
darauf gerühmt mit der er öffent- 
lich gläuzte. Sein erster Ausfkig 
in Begleitung der ganzen Familie 
ging 1761 nach Hamburg, wo er 
nebst seiner Familie konzertierte. 
Der Aufenthalt währte ein halbes 
Jahr. Nach der Rückkehr wurde 
er au der Hofmusik angestellt. 
Thoma S. 5 sagt zwar, dass er 
schon 1758 a/d. Hofkapelle Mit- 
glied war. 1 768 befand er sich 
wieder in Hamburg und trat vom 
11. Juni ab bis Oktober 1769 
sechsmal in Konzerten auf; auch 
ein Bruder von ihm liefs sich am 
20/3 1769 als Flötist hören. Von 
hier ging er nach London, dann 
nach Edinburgh, wo er eine reiche 
Partie machte (Gerber 2. Lpz. Ztg. 
2, 35. 81. Sittard 1, 177). Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar: 

Die verschiuachtende Verspottung des 
zum Tode verurtheilten Heylandes. Üs. P. 
[Darmst. 

Aria: Conservati fidele pensa, per Sopr. 
c. Ycllo. solo ed arclii. Ms. Stb. [Rostock. 

3 Sinfonie in Cd. Dd. Dd. Ms. Stb. 
[Darmst. Ebendort noch ein Trio in C. 
a Fi. trav. V. et ß. Ms. Stb. Die Themen 
der 3 Sinfonien die nur mit Schetkv gez. 
sind befinden sich in M. f. M. 32, "87/88 
Anmkg. 

6 Senates pour Vcl. av. Bc. op. 1. 
Paris, Sieber, 2 Stb. [Brüssel Cons. 

6 Trios for 2 V. & a Vcl. op. 1. 
London. 3 Stb. fol. [br. Mus. 

6 Trios p. harpe ou Clav., Y. et Vcl. 
op. 3. London, Bremner. Stb. [Biüss. 
Cons. 

6 Solos for the Vcl. op. 4. London, 
fol. [br. Mus., ebd. noch eine 2. Ausg. 

6 Duets for 2 germ. flutes. op. 5. 
Lond. c. 1770. fol. [ib. 

6 Quartettes for 2 V. T. and Vcl. op. 
6. London 0. 1777 (sie?), fol. [ib. Mu- 
sikfr. Wien, in einer deutschen Ausg. 

12 Duetts for 2 Vcl. op. 7. London, 
fol. [br. Mus. 



6 Sonatas for the harps. "with a V. 
op. 8. Lond. fol. [ib. 

6 Solo for a Vcl. and B. op. 13. Lon- 
don, fol. [ib. Musikfi-. Wien. 

Practical and progressive Lessons for 
the Vcl. Lond. fol. [br. Mus. Dort 
noch mehrere Gesge. in Einzeldrucken. 

6 Solos a Vcl. e B. Ms. P. [Schwe- 
rin F. 

Sonata in D per Vcl. solo e B. Ms. 
in Mailand Cons. 

Ms. 19810 Nr. 1—4: 4 Konzerte fürs 
Vcl. mit Orch. in Stb. [B. B. 

Ms. Berlin K. H: Sonata in A. a Vcl. 
solo e B. 

Schetky (Schetzky), Ernst (xott- 

lieb, um 1745 Sekretär und 
I Kammermusiker in Darmstadt, 
dessen Frau a/d. Hofkapelle mit 
900 Gld. als Sängerin angestellt 
war und um 1767 als Verstorbener 
bezeichnet wird (M. f. M. 32, 65 ff.), 
dort werden noch genannt: Georg 
Carl Jacob Schctki/, ein Sohn des 
obigen 1767 a/d. Hofmusik an- 
gestellt (ib. 87). In der Hofb. in 
Darmstadt unter Carl Schetky vom 
Jahre 1765 (Autogr.) ein Trio für 
Flaute trav., V. e Basso (Mus. 3438). 

Scheuenstuhl, Michael, geb. 
den 3. März 1705 zu Guttenstetten 
im Bayreuthischen (Baiern), wurde 
1722 Organist in Wilhelmsdorf 
(Hohenlohische Kesideuz) u. 1729 
Stadtorganist in Hof (Baiern). Mit 
letzterem Amte sind auch seine 
Drucke gez., von denen ich kenne 

Concerto auf das Ciavier comp, von . . . 
zu finden 'bej Barth. Schmidt in Nrnbg. 
qufol. 7 S. (nur für Klav. allein, meist 
im 2stim. Satze in GmoLL: AUegro, Largo, 
Vivace, Menuet. Der 1. Satz zeigt eine 
gewisse Frische, doch sonst unbedeutend. 
Spitta 2, 631 setzt es ins Jahr 1738). 
[B. B. B. M. besitzt 2 Conc. zu 6 u. 7 S. 

Gemüths und Ohr ergötzende Kavier 
Übung, bestehend in VI leichten . . . Par- 
thien. Thl. 1. verbesserte Aufl. Nrubg., 
Haifner. 18 S. [ß. Wagener. Fürstl. 
Fürstenberg. Bibl. 

Gerber 1 (Mattheson 1, 316) verz. von 
letzterem Werke 3 Teile. 

Die beschäftigte Muse Clio oder zum 
Vergnügen der Seele u. Ohr eingerichtete 



Scheuerwegh. 



15 



Schiatti. 



III. Galanterie-Suiten auf das Ciavier . . . 
Neuer Theil. In Verlag J. Ulr. Haffner. 
[Fürstl. Fürstenberg. Bibl. 

In B. Zw. Ms. 3S0, 1 Parthie f. Klav. 

Scheuerwegh, . . . um 1772 
Organist an der Abtei St. Bernard 
bei Antwerpen (Straeten 4, 366). 

Scheuiiiiaiiii, Pat. FlaTius, geb. 
1744 zu Luhe im Eegenkreise, 
trat 1762 in den Franzikanerorden 
und zeichnete sich als Organist u. 
Komponist von geistlichen Gesängen 
aus (Lipowsky). 

Schew, Greorg, ein Lautenstück 
im Fuhrmann 1615. 

Scheycheiisperger, Benedict, 
Tenorist a/d. Hofkapelle in Wien 
mit 8 GId. monatl. vom 15. Okt. 
1582—1597 (Köchel 1). 

Scheyermaiiii, Greorges, geb. 
um 1767 zu Verrerie de Montherme 
(Ardennes) von Eltern aus der 
Schweiz, gest. 29. Juni 1827 zu 
Nantes. Mit 15 Jahren wurde er 
schon Organist in der Abtei Fon- 
carmont in der Normandie, nach 
3 Jahren ging er nach Paris und 
wurde Schüler MehuFs und Sejan's. 
1789 erhielt er die Organistenstelle 
zu Rochelle und dirigierte auch 
die Konzerte. 1801 kehrte er nach 
Paris zurück, fand aber keine An- 
stellung und ging nach Nantes. 

Fetis verz. von ihm eine Oper „Le 
couronnement de Numa Pompilius'' für 
Nantes gesckrieben, Kantaten, Sinfonien. 
Sonaten u. a., doch fehlt ein Fundort. 
Nachweisen lässt sich: Deux Senates pour 
le piano dediees a Mehul. [Mailand Cons. 
wahrsch. Ms. 

Scheyrer, P. F. Bernardus, 

„des Ordens der Mindern Brüder 
S. Francisci der reformierten Pries- 
ter" heilst es auf dem Titel Anno 
1663. Fetis fügt dem hinzu: in 
der Yorstadt Au iDei München. Er 
gab heraus: 

Mvsica choralis Theoro-pratica, Das ist 
Ein nutzliche Underweisung, ^vie man 
das Choral Gesang dui'ch leichtes specu- 
lieren odei Nachdencken auch würcklich 



in kurtzer Zeit ergreiffen möge. Auss 
vnderschidlicheu, sowol lateinisch: als 
teutschen Authoribus etc. Durch . . . Ge- 
druckt zu München 1663 durch Joh. Jcäck- 
liu, kurf. Hoff-ßuchtrucker. kl. 4«. 3 
Ell. 92 S. 1 Stirn. Beisp. [B. B. B. A. 
Gotha. B. M. Proske. B. Wagener. 
Musikfr. Wien. br. Mus. Glasgow. Briis- 
sel. Freising. B. Lpz. 

Manche Kataloge schreiben „Schi-eyer". 

Schiappacasse, Francesco, ein 

römischer Priester, 

schrieb um 1801 die „Missaangelorum" 
8 voc. für die päiistUche Kapelle. 1 vol. 
fol. 40 BU. [Cap. sistina im Ms. P. 

Schiassi, Gaetaiio Maria, Bo- 

lognese, bez. sich auf den Concerti 
op. 1 mit „Sonatore di Yiolino e 
filarmonico" (zu Bologna). Man 
kennnt von ihm 

Pastorale per il SSi^o Natide di nostro 
Jesu, k4:2 V.Va.Vcl, Ms. fol. [üpsala. 

Demofoonte, opera in 3 atti, Metas- 
tasio. Yen. 1735. Ms. 2355. P. [Brüs- 
sel Cons. 

Arie: Sporosi, che la speranza, ä Sopr. 
c. orch. u. Mio ben ricordati, ä Sopr. c. orch. 
Ms. 1150 P. auf Ol. [Dresd. xMus., dort 
noch in Ms. 756 zwei Arien für Alt und 
Instr. P. quf ol. und 3 Concerti a V. con 
V. Ya. e B. Ms. Cx. 855/58, in Stb. 

Concerti a 1 Violine principale, 2 V. 
Alto Ya. Ycl. o Cemb. Üp. 1. Lib. 1 
et 2. Amsterd., Mich. C. Le Cene. In 
jedem Buche 6 Konzerte. [Paris Nat. 
B. Wagener. 

Fetis verz. 5 Opern von ihm. Von 
der Oper II Demetrio, Milano 1732 das 
Textb. in Rom Cecilia. 

Schiatti, Gliaciiito, nach op. 1 
war er im 18. Jh. Direktor des 
Konzerts des Prinzen von Baden 
Durlach. Nach Gerber 1 ging er 
von hier 1717 nach Petersburg u. 
wurde Mitglied der Ksl. Kapelle 
als Violinist. Schubart 170 schreibt 
über ihn, dass er nur ein ganz 
mitte huäfsiger Komponist aber guter 
Dirigent war und seit etwa 1780 
oder 85 ein Verstorbener sei. Er 
schrieb: 

Sei Sonate ä 3. 2 V. et Bc. op. 1. 
Amst., Hummel. 3 Stb. fol. [B. Wagener. 

In der Hofb. zu Karlsruhe in Mss: 
870. 871. 887: 3 Concerti ä Fl. trav. con 



Schiava. 



16 



Schicht. 



2 V. Va. e Vcl. (Allegr., Adag. Allgr. in 
gleicher und auch wechselnder Tonart, 
das 3. defekt), Stb. 869. 873—889: 17 
Trii ä Fl. trav. Viol. col B., oder für 

2 V. u. B., 3 sätzig, wie oben, Stb. 890 
ohne Namen, daher fraglich: Solo c. B. 

In Schwerin F. ein Trio ä Oboe, V. et 
B. Ms. Stb. in Gd. 

In Darmst. im Ms: Sonata a 2 V. e 
B. Nr. 1—4 m Gd. Fd. Dd. Cd. 3 Stb. 
— Trio, 2 V. e Vcl. ex B. Ni. 2 ex Ad. 

3 Stb. 

Schiava di Lucca, 

hekaunt durch eine Sonata da organo 
im Samlwk. 1700 s. d. Nr. 6 (Eituer 1). 
Die B. Zw. besitzt unter Nr. 691 mit 
Schiava gez. eine Arie: Dove vada 
sventurato für Sopr. mit Instr. Ms. 9 
Stbll. fol. 

Scliiavetto, D. M. (xiiilio, lebte 
1563 zu Treuta im Dienste des 
Monsignore Girolamo Savorguano 
Yesco di Sibenico und gab dort 
sein 1. Buch Motetten zu 5 Stirn, 
heraus. Ob es überhaupt sein 
erstes Werk war, lässt sich aus 
dem Wortlaute der Dedic. nicht 
ersehen, doch es war das 1. Werk, 
welches er im Dienste (sua casa) 
obigen Herrens komponierte (Druck- 
werk von 1563). Er wendet in 
den Motetten vielfach den Canon 
in 2 St. an. Manche der Motetten 
ist von grofsem Wohlklange. Man 
kennt von ihm 

Motetti a 5 voci et a 6 voci. Lib. 
Vineggia 1563 Scotto, 5 Stb. qu40. 
[Celle, hds. Part, im Besitze des Herrn 
Eeinbrecht in Verden (Hannover). 

... Li Madrigali a 4 et 5 voci. Nuou- 
amente composti. Vinegia 1563 Scotto. 
Stb.? qu40. 30 Madr. [Verona S. f: C. 
A. T. 

In alten Samlwk. 2 Gesge. (Eituer 1) 
und in Blessi's 1. lib. delle Greghesche 
1564: Giathi tanda fantiga 4 yoc. u. Deh 
non far 5 voci. 

Fetis schreibt fälschlich SchiaveUi. 

Schicht, Johann Gottfried, 

geb. 29. Sept. 1753 zu Reichenau 
bei Zittau (nach Stallbaum), gest. 
16. Febr. 1823 zu Leipzig (nach 
Dorf fei 1, 121). Sein Vater war 
Leinweber u. nalim ihn ein Onkel, 



Chrstph. Apelt, frühzeitig zu sich 
um ihn zu erziehen, was er bis 
zum 18. Jahre Sch.'s redlich er- 
füllte. Seine musikalischen Anlagen 
bildete er schon auf dem Gym- 
nasium in Zittau beim Organisten 
Joh. Trier aus und als er nach 
Leipzig ging, um Jura zu studieren, 
fand er an Hiller einen treuen 
Helfer, dem er sich ganz anschloss 
und ihm stets zur Hand war. 
Trat in sein Orchester als Violinist 
und spielte öfter Klavierkonzerte. 
1785 legte Hiller die Direktion der 
Gewandhauskonzerte nieder und 
übertrug dieselbe Seh., doch be- 
schnitt ihm der Stadtrat den Ge- 
halt von 400 Thlr. auf 300. Er 
behielt die Direktion bis 1810, in 
welchem Jahre er Kantor an der 
Thomasschule wurde. 1798 hatte 
er noch den Organistendienst a/d. 
Neuen Kirche erhalten u. grlmdete 
zur selben Zeit mit dem Baumeister 
Limburger eine Singakademie, deren 
Direktion er 1807 an Wilh. Eriedr. 
Riem abgab. 1810 gab er alle 
Nebenämter ab und widmete sich 
ganz den Pflichten eines Kantors 
und Musikdirektors an St. Thomas 
(Dörffel 2, 24. Gerber 2 eine 
Selbstbiogr. Döi'ffel 1, 3. 6. 49. 
121. Ein Brief in La Mara 1, 
311. Urteile in Berliner Ztg. 1, 
417. 3, 194. Lpz. Ztg. 14, 403. 
20, 601. Nekrol. 25, 132. Anderes 
40, 656. Winterfeld 3, 483 über 
seine Kirchen-Melodien. Zahn 5, 
464 mit Angabe von 298 geistl. 
Melodien und 6, 395). Verzeichnis 

seiner Werke: 

Grundregeln der Harmonie nach dem 
Verwechsluugs- System entworfen und mit 
Beispielen erläutert von J. G. Schicht. 
Leipzig, 1812 Breitkopf u. Härtel. fol. 
[B. B. Dresd. Dresd. Mus. B. Lpz. 
Brüssel, br. Mus. in 3 Ausg. Musikfr. Wien. 

Das Ende des Gerechten. Passions- 
Orat. v. Eochlitz. Lpz., Fr. Hofmeister. 
Pai't. qufol. 255 S. [B. B. Leipz. 



Schicht. 



17 



Schicht. 



Thom. Berlin Singak. B. Lpz. Dresd. 
Mus. Schwerin F. Amst. Musikfr.Wieu 
im Kl.-A. Hofb. Wien P. br. Mus. P. 

Die Feier der Christen auf Golgatha. 
Orator. von Rost, in 2 Abtlg. f. Soli, 
Chor u. Orch. im Kl.-A. Lpz. 1785 F. 
Böhme. [B. B. Darmst. Dresd. Mus. 
B. Lpz. Leipz. Thom. B. Kgsbg. Rostock. 
Wolfenb. Musikfr. Wien. br. Mus. 

Oratorium , Die letzten Stunden des 
Erlösers, im Autogr. [B. Lpz. 

Missae in Cd. Em. [Lpz. Thom. im 
Ms. P. 

Missa a 8 voc. Ms. P. [B. Lpz. 

Messa a 4 voc. c. ström. Lpz. 1819. 
P. Ms. 345 Autogr. [Dresd. Mus. 

1 Messe, siehe Martin v Solar 1785. 

Missa in C. 8 voc. P. fol. Ms. 2G2, 31. 
[Dresd. 

Te Deum laudamus. Hymnus Ambro- 
sianus in usum 4 vocum et chori comit. 
Omnibus instram. musicis. Lips., Hof- 
meister. P. Dd. qufol. [B. B. Lpz. 
Thom. Darmst. B. Kgsbg. Musikfr. 
AVieu. 

— Im Ms. ein Te Deum in Ed. (1818). 
P. [Lpz. Thom. Dresd. Mus. Ms. 346, 
fraglich welches, 2 Ex. 

Te Deum laudamus composto in occa- 
sione del giubbileo acaderaico di Lipsia. 
P. [B. M. 

De Teum f. 4 Männerst. Ms. 225 f. 
[Dresd. 

Motetto Veni sancte sp. heiliger Quell 
der ewigen Seligkeit, f. 4 Singst, ä capella. 
Part. HS. Lpz., Kühnel. [B. B. Darmst. 
Berl. Singak. Regensbg. Dombibl. Dresd. 
Musikfr. Wien. 

— Lpz. , Peters. P. [B. Wagener. 
Dresd. Mus. 

Motetten, Heft 1—7, für Sopr., Alt, 
T. u. B. Part. Lpz., Br. & H. 12 Nrn. 
[Schwerin F. Lübeck, br. Mus: Heft 9. 
10. 11. 

13 Mot. zu 4 St. Ms. 1232. [Dresd. 

11 Motetten f. Solo und Chor, eine mit 
Posaunen. P. [Musikfr. Wien. 

9 Motetten im Ms. P. 290—292. [B.Lpz. 

Hymne: Ertöne Jubelgesang 1817. Ms. 
P. [Lpz. Thom. 

Friedenskautate 1794. Autogr. P. 
I B.Lpz. 

Cantate, Gelobet sei Gott. Ms. P. 
[Lpz. Thom. 

Gott! du giebst dem Könige langes 
Leben. Ps. 61, Vers 7—9. Motette. 
Ms. P. 347. [Dresd. Mus. 

Grofs ist der Herr, Motette. P. 5. Heft 
des obigen Druckes bei Br. & H. fol. 
[B. B. Dresd. im Ms. P. 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Ich will dich erhöhen, 4stim. Ms. P. 
[Berl. Singak. 

Psalm 100: Jauchzet dem Herrn alle 
Welt, Motetto in zwey Chören . . . Part. 
Lpz., Br. & H. fol. Bd. [Schwerin F. 
Darmst. Dresd. Mus. B. Marienberg in 
Sachs. Elbing Nr. 302. B. Lpz. B. B. 
im Ms. 19820. P. Dresd. Ms. br. Mus. 
Jesus meine Zuversicht, Motette. Lpz., 
Br. (fc H. 2. Heft obiger Ausg. von Br. 
& H. [Dresd. Mus. B. Lpz. B. M. 

Lied von Geliert, Auf Gott und nicht 
auf meinen Rath, 4stim. Ms. 1234, 1. P. 
[Dresd. 

Lied von Klopstock f. 4 St. Ms. 1234, 2. 
P. [Dresd. 

Lobet den Herrn, 8stim. P. [Berlin 
Singak. 

Meine Lebenszeit verstreicht, Motette. 
Nr. 3 in Ausg. Br. & H. [B. Lpz. Dresd. 
Mus. 

Schwingt euch, frohlockende, 4 st. mit 
Posaunen. P. [Berl. Singak. 

Nach einer Prüfung kurzer Tage, 4 st. 
Nr. 1 der Motetten in obiger Ausg. Br. 
& H. [Dresd. Mus. B. Wagener s. 1. 
Dresd. B. Lpz. 

Das Vater unser und die Worte des 
Abendmahles, f. 1 Singst, mit Orgel. Lpz. 
(1805) Kühnel. P. [B.Lpz. Musikfr. 
Wien. Brüssel Cant. 

Wie lieblich, Motette. Ms. P. [Lpz. Thom. 
Cantate zur Teschener Friedensfeier. 
Ms. 888. P. qu40. [Dresd. Mus. im Autogr. 
Allgemeines Choralbuch für Kirchen, 
Schulen, Gesangvereine, Orgel- und Pfte.- 
Spieler vierstim. gesetzt von ... 1. Thl. 
Bey Br. & H. in Lpz. (1819). qu4". 
Ausführliche Angaben nebst Liederverz. 
im Zahn 6, 395, sowie Abdruck der Melo- 
dien. — 2. Thl., 3. Thl. mit 1285 Lieder 
auf 547 S., dabei 306 Melodien von Schicht 
erfunden. [B. B. Dresd. B.Lpz. B. 
Wagener. Hofb. W^ieu. Musikfr. Wien. 
B. Zw. 

64 Choräle, Ms. [B. Lpz. 
43 Choralmelodien f. 2 Sopr. u. 2 Alt, 
gesammelt von . . . Lpz., Peters, qufol. 
[Dresd. 

Drey- und vierstim. Choralmelodien f. 
2 Sopr. und 2 Contr'alte zum Gebrauch 
f. Gymnasien . . . Lpz. (1808) A. Kühnel. 
qufol. 19 S. 32 Choräle. [B. Lpz. B. M. 
bei Peters. Musikfr. Wien. B. Kgsbg. 

br. Mus. 

Coro nell'opera L'Asilo d'amore di 
Metastasio. 1789. P. Autogr. qufol. 
[Dresd. Mus. 

Coro ä 4 V. c. ström. Ho composto 
nel'mese d'Apiile. Kl.-A. Ms. P. — Reci- 

2 



Schicht. 



18 



Schickhaxd. 



tativo ä Sopr. e Coro c. ström. P. 1790. 
qufol. [Dresd. Mus. 

Amynts Freuden über die Wiederkehr 
der Lalage, ein Singstück für den Diskant 
od. Tenorstimme. Klav.-Ausz. als auch 
mit Begl: 2 Waldhörner, 2 Oboen, 2 Flöten, 
2 Fagotts, 2 Violinen, 2 Bratschen u. Bafs. 
Leipzig 1778 Junius. qufol. Klav. u. Stb. 
Presd. Mus. Schwerin F. nur Kl. - A. 
Musikfr. Wien. br. Mus. inkompl. Brüs- 
sel Cons. 

Der Preis der Poesie, Cautate. [C. P. 

Dies ist der Tag, Lied. Autogi'. nebst 
seinem Portr. [B. B., Grasn. 

Sechs Gesänge von Matth. Claudius, 
Matthison und von Salis für 4 u. mehrere 
Stimmen. Lpz., Hofmeister. P. fol. 
17 S. [B. Kgsbg. Schwerin F. B. Wa- 
gener. Musikfi'. Wien. 

Preis der Dichtkunst. Gedicht von 
Nostitz. Lpz. P. [Darmst. br. Mus. Kl.-A. 

Variationen p. le Clavec. Ms. 1106, 8m. 
[Dresd. 

Orgelstücke in C. F. Becker's Caecilia. 
Lpz. 

Seh. ist als Komponist nicht bedeutend 
und erhebt sich nur selten über die da- 
mals gebräuchliche Ausdnicksweise ; seine 
Themen sind schwach und der Kontra- 
punkt spielt eine sehr untergeordnete 
Rolle. Am längsten hat sich seine Mo- 
tettensamlg. erhalten, die besonders für 
Schülerchöre, durch ihre leichte Ausführ- 
barkeit gepaart mit Wohlklang, sich ganz 
besonders eignen. Im Eitner 2 nebst 
anderen neuen Ausg. verz. 

Schick, Ernst, Ehemann der 
Sängerin Schick, geb. Hamel, geb. 
im Okt. 1756 im Haag, gest. 10. 
Dez. 1815 zu Berlin (Becker 3, 
139 schreibt ISU). Sein Vater 
war Tanzlehrer in Amsterdam und 
bestimmte den Sohn zu demselben 
Fache. Seine glückliche musika- 
lische Veranlagung zeigte sich 
schon früh bei Erlernung des Vio- 
linspiels, so dass sich der Konzert- 
meister Kreusser vom Vater aus- 
bat ihn auszubilden. 1770 hörte 
er die Virtuosen Esser und Lolli 
und nahm sich besonders letzteren 
zum Vorbilde. 1774 kam er als 
Viohnist an die kurf. Kapelle in 
Mainz und hatte daselbst später 
auch die Opern zu dirigieren, wie 



Eeichard 1791, 221 mitteilt. 1779 
unternahm er Konzertreisen, spielte 
am .5/11 in Frankfurt a/M.; 1780 
am 9/4 dirigierte er das Konzert 
der Madame Steffani und spielte 
selbst im Konzert. 1783 unter- 
nahm er mit dem Violoncellisten 
Tricklir eine Kunstreise und rich- 
tete mit demselben nebst Benda 
und Hoffmann in Berlin Quartett- 
Soireen ein, in denen er ganz 
besonders Joseph Haydn pflegte 
(Sittard 1, 130). 1793 wurde er 
Kammermusikus au der Kgl. Ka- 
pelle in Berlin und rückte 1813 
zum Konzertmeister herauf, er- 
richtete auch 1804 mit Bohrer 
Abonnementskonzerte (Gramer 1, 
749. 764. Gerber 1. 2. Ledebur. 
Israel 69. 72). Ledebur und Ger- 
ber führen 6 Konzerte von ihm an. 
Nachweisbar sind nur: 

Concerto poui* Violon avec acc. de 2 V. 
A. B. 2 Hautb. et 2 Cors. Ms. Stb. in Fd. 
[Briissel Cons. Ledebur fühi't es als op. 1 
bei Hummel in Berlin erschienen an. 

Concert p. le V. principale av. 2 V. 
A. B. 2 Hautb. & Corui. Oe. 5. Berhn 
(1783) Hummel, fol. [br. Mus. 

Li G. C. Grosheim's Melodien m. Klav. 
ist er auch vertreten. 

In Ambrosch Freymaurer Lied. 3. Thl. 
1 Lied. 

Li Böheim's Maurerlieder 1798, 1. Thl. 
Nr. 65. Warum sind der Thränen. Nr. 73 
Fühlt, Maurer, des Lebens erhab'nen Werth. 
Nr. 74, Wenn einst vom Staube losge- 
rissen. 

Cramer 1, 755 führt noch einen Jo- 
Immi Andreas Schick an, der 1783 Kon- 
zertmeister in Gotha war. 

Gerber verz. C . . . G . . . Schick^ der 
1798 ein Andantino p. le Clav. av. 8 Variat. 
in Augsbg. herausgab. 

vSchickliard (Schickhart), Jo- 
liaim Christian, aus Braun- 
schweig, ist am 18. Nov. 1745 
als Musicus an der Universität zu 
Levden mit Schickhart eingeschrie- 
ben (Bouwst. 3, 7). In seinen 
Drucken liest man Schickhard und 
Schickhardt. Er ist bekannt durch: 



Schickliard. 



19 



Schiedermayr. 



Senates a une flute et ime basse cont. 
. . . opera 1. Amst, P. Mortier. [B. 
Wolfen b. 

Senates pour uu hautbois, ou V. et 
Bc, Oeuvre 2. Amst., Roger. [Paris Nat. 
Wolfenb: P. Mortier. 

6 Senates pour 1 flute & B. oeuv. 3, 

ed. 2. augment. d'une Sonate. Ib. 2 Stb. 
40. [B. B. Wolfenb: P. Mortier. 

Senates p. la charabre ä 2 flütes et Bc. 

ee. 4. Ib. Nr. 37. 3 Stb. [B. Wagener. 
br. Mus. 

6 Senates ä 1 FI. 2 Hautb. 1 Ya. de 
Gambe & B. ee. 5. Amst.. ib. [br. Mus. 

12 Sonatas er Solos fer a Fl. with a 
Th. B. for the harps. er Bass Viol. op. 7. 
London, fol. [br. Mus. 

6 Concerts ä 4 Flütes & B. cont. ded. 
de Brandt. Amst. oeuv. 9. [Linköping 
Fl. 1. 2. 4. Bc. 

6 Cenceits pour ? oeuv. 13. Ib. [Paris 
Nat. 

6 Senates ä une flute trav., uu Hautb. 
ou Vielen & Bc. Liv. 1. oeuv. 20. Ib. 
Nr. 359. 19 S. [B. Wagener. 

6 Senates ä une flute trav., un Hautb. 
eu "Violen & Bc. oeuv. 20, liv. 2. Amst., 
Le Cene Nr. 480. 22 S. [B. Wagener. 

— Solos for a germ. flute ... op. 20. 
London, fol. [br. Mus. 

L' Alphabet de la musif^ue cont. 24 Se- 
nates -Solos p. la flute trav. ou p. le V. 
av. Bc. oeuv. 30. London, qufol. [br. 
Mus. 

12 Senates p. 2 flütes et Bc. Amst., 
Roger. 3 Stb. [Briissel Cons. 

6 Sonatas fer 1 Fl. & 2 Hob. er 2 V. 
with a Yiol Bass & Th. B. London, fol. 
[br. Mus. 

Mss. in B.Rostock: Sonate f. Y. u. B. 
Stb. — Sonate f. Fl. u. B. Stb. — G So- 
naten f. Fl. ä bec mit B. Stb. 

Mss. in Upsala: Concerto ä 9: 2 V. 
2 Ob. Fl. Va. Vcl. cencert. Bc. Basse rip. 
fol. — Concerto ä 9: V. coucert., 2 V. 
2 Ob. Fl. Alte, Ycl. Bc. B. rip. fol. 

Es werden auch eine Flötenschule 
op. 12 und eine für die Oboe, Amst., 
Roger angezeigt. 

In Schwerin F: Trio ä 2 flütes et B. 
Ms. Stb. 

In Wolfeub. Ms. 298: IG Flötensoli. 

Sclückbardt, siehe Sclial)hart. 

SchidloiüUa (Schidtloril, Scbit- 
lovita, Schiclloiiit), Johann Sdu- 
neck, von 1571 — 1584 als Bassist 
a/d. Hofkapelle in Dresden in den 
Listen mit wechseLider Namen- 



schreibung verzeichnet. In späterer 
Zeit, 1587 und 1595 tritt er in 
den Listen nur unter dem Namen 
Sdimeck, Sduneccius und Stuneck 
auf. Im Jahre 1587 empfängt er 
eine „Begnadung" von 200 Gld. 
(s. Staatsarchiv. Fürstenau 3, 200 
nennt ihn Schidlouit). 

Schiebel, Johann Gfeorg, geb. 
18. Juni 1656 zu Dresden, gest. 
2. Mai 1684 zu Radeburg. War 
Magister der Philosophie, 1679 
wurde er zum ksl. gekrönten Poeten 
ernannt und erhielt das Schul- 
rektorat in Radeburg {Leichen- 
sermon in M. f. M. 8, 3). 

In Ahle's Herbstgespräch wird eine 
Abhdlg. erwähnt, die aber mit Musik 
nichts gemein hat, von Gerber 1 aber au- 
geführt wird: Curieuseste Wunderwerke 
der Natur, so sie durch den einstimmen- 
den Klang au Menschen, Yieh und aUen 
Creaturen ausübet. 

Sehieck, Johann Andreas, aus 

Goldbach bei Gotha, Violinist an 
der Hof kapeile in Gotha um 1754 
(Marpurg L 270). Forkel 1, 140 
verz. ihn 1781 als Konzertmeister 
an der Coburg -Gothaischen Hof- 
kapelie. 

Schiecke, Johann, geb. zu 
Grimma i/S., studierte in Leipzig 
auf der Universität und gab am 
22. Dez. 1693 die Dissertationen 

heraus : 

Organum musicum, historice extructum 
. . . placide probaudum offeii. Lips. 1693 
Georg. 4P. [B. B. Brüssel. 

Meo Jesu mitissime succurrente. Lips. 
1693 ib. 40. [B. B. 

Schiedermayr (Schiedermaier), 
Johann Baptist, geb. 23. Juni 
1779 zu Pfaffenmünster bei Strau- 
bing in Baiern, gest. 6. Jan. 1840 
zu Linz. War Domorganist in Linz 
(im Wurzbach Bd. 29 ausführliche 
Biogr.). Er war ein sehr frucht- 
barer Komponist und reichen die 
Opuszahlen seiner Druckwerke 
über 100 und zwar beschränken 

2* 



Schiedermayr. 



20 



Schieferdecker, Job. Chrstn. 



sie sich fast nur auf kirchliche 

Gesänge : 

Choral -Messe, riebst Tautuni ergo et 
genitori zum Gebrauch für ordinäre 
Aemter, auch wohl für Advent . . . für 1 
und mehrere Männerstini. in unisono mit 
. . . Orgel. Linz (1830) Cajetan Haslinger. 
kl. qufol. P. 6 Bll. [Hofb. Wien. 

Die Praefatiouen f. die Sonn- und Fest- 
tage ... mit Orgel. Ib. (1830). 11 S. 
in qufol. [ib. 

In Kremsmünster einige Messen. 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
zahlreiche 'S^'erke, bei denen eine kurze 
Angabe genügen wird: 13 Messen op. 18. 
31. 32. 33. 34. 36. 66. 72. 94. 101 und 
3 ohne opus. — 3 Requiem, op. 29. 46. 

— 2 Te Deuin op. 40. — Vesper op. 42. 

— Litania op. 41. — Asperges. — 3 Tan- 
tum ergo. — Fange lingua. — 6 Offer- 
torien op. 68. 74. (op. 109 u. 110 f. Solo 
n. Instr.) — 2 Gradualion op. 67. 73. — 
Evangelien (Lauda Sion). Sämtliche Ge- 
sänge für Cbor, Solo u. Orch. meistens 
nur in Stb. gedruckt, 

6 Orgel -Stücke (Praeludien) für die 
hlge. Weihnachtzeit, op. 76. Wien, Has- 
linger. 15 S. [B. Wagener. Musikfr. 
Wien. Brüssel. 

Der Antiquar Leo Liepra. besafs einst: 
Litaney f. 4 Singst. 2 V. 2 Clarin. 2 Tromp. 
Pauken, Contrabass u. Orgel op. 41. Wien, 
Haslinger. Stb. — Messa nebst Graduale 
u. Offeicorium ebenso. Wien, Steiner. Stb. 

— Requiem in Fmoll 4stim. 2 V. Ya. obl. 
2 Corni c. org. Linz, C. Haslinger. Stb. 



Seliiefertlecker 



Cliristiaii, 



Vater des Johann Christian, aus 
Zeitz gebürtig, ein Bruder des 
Weifsenf eiser Superintendenten, 
wurde 1676 Kantor und Organist 
in Teuchern, 1678 Substitut des 
alten Rektors Andreas Crusius 
und 1679 dessen Nachfolger in 
Teuchern, 1684 Musikdirektor und 
Prof. am Gymnasium zu Weifsen- 
fels, 1701 nebenbei auch Stadt- 
organist daselbst und starb 1711 
(Viertel]. 6, 160). 

Seliiefertlecker, Johann Chri- 
stoph und Wilhelm Christian 
sein Vater. Letzterer war 1720 
bereits verstorben und Stadtorganist, 
sowie Kantor am Gymnasium zu 
Weifsenfeis gewesen. Sein ältester 



Sohn, Joh. Chrstph.^ war Hofkantor 
in Weifsenfeis und heiratete 1720 
(J. 0. Opel's Liste der Weifsen- 
fels-Querfurter Hofmusiker). 

Schieferdecker, Johann Chri- 
stian, geb. zu Zeitz, denn er bez. 
sich mit „Cizensi", die Viertel]. 6, 
160 sagt zwar: geb. 10. Nov. 1679 
zu Teuchern, besuchte 1692 — 1697 
die Leipziger Thomasschule, gest. 
1732 in Lübeck, war vor 1707 
Cembalist am Hamburger Opern- 
theater, wo auch die Opern Alarich 

1702, Victor Regnerus 1702 und 

1703, Justinus 1706 von ihm auf- 
geführt wurden (Lindner, Hbg. 
Oper S. 182 Nr. 96. 98. 99. 114 
Nr. 99 Berenice ist aber von Bron- 
ner. Siehe Allg. mus. Ztg. Lpz. 
1877, 219). Am 23. Juni 1707 
erwählte ihn der Stadtrat zu Lü- 
beck zum Organisten an St. Marien 
(Stiehl,Lexikon, Jimmerthal's B uxte- 
hude p. 7. Mattheson u. Walther 
erwähnen ihn auch). In Lübeck 
veranstaltete er die gebräuchlichen 
Abendmusiken und schrieb dazu 
von 1707—1729 geistliche Kan- 
taten und Oratorien, doch haben 
sich auf der Stadtb. zu Lübeck 
nur die Textbücher zu 22 Abend- 
musiken erhalten. Nachweisbar an 
Kompositionen sind folgende: 

Pbilureischer Nacbklang, dem . . Herrn 
Joh. Severino Weissen, Cizensi, alfs ihm 
der . . Lorbeerkrantz zu Leipzig den 26. 
Jan. 1660 überreichet wurde . . Lpz., gedr. 
bey Jahn. 1 Bl. gr. fol. Part: Sollen 
denn die Pierinnen, 5 Str. 2stii'n. [B. Zw. 

Hochzeitslied vom Jahre 1707. Lübeck, 
Jäger und ein 2tes vom 28. Nov. 1707 
ib. in der Stadtb. Lübeck. 

In Mss. der Kgl. B. B. 12261 (ohne 
Vornam.) Stü(;k 13: Heilig ist der Herr, 
4stim. 4 Instr. u. Bc. P. — Ms. 444, 
16. Stück mit Vornamen J. C. Kyrie et 
(rloria 4 voc. .5 Instr. et Bc. P. — Ms. 
1100, Stück 20: In te Dne. speravi, f. 
Tenor, V. u. Cent. P. 

3 Kantaten: 1. Auf, auf, mein Herz. 

2. Weicht ihr schwarzen Trauer-Wolken. 

3. Triumph! Belial ist nun erleget, für 



Schieferdecker, Job. Dav. 



21 



Schiffelholz. 



Bass und Violinen. Ms. 899—901. P. 
[Biiissel Cons. 

12 Musicalische Coucerte bestehend 
ans etlichen Ouvertüren und Suiten. Ham- 
burg 1715 Phil. Hertel. 3 Y. 3 Ob. B. 
u. Bc. [B. Wagener. 

Schiefcrdeeker, D. Johann 
David, Dr. u. Prof. der Theologie; 
am 9. Nov. 1672 zu Weifsenfeis 
geb., gest. 11. Juni 1721 ebd., gab 
ein Gesaugbuch mit Melodie und 

Bass heraus: 

Hoch-fürsthches Sachsen-"Weirsenfelsi- 
sches Gesang- und Kirchenbuch . . in 
2 Tbl. verfasset. Weifenfels 1714 Job. 
Chr. Brühl. 4«. 816 S. mit 150 Ps. u. 
217 Lied. Siehe Zahn 6, 293. [B. Lpz. 
Stuttgart. 

ScliiefPerlein (Schieferlein), . . . 

Die Bibl. des Consei'v. zu Briissel be- 
sitzt von ihm 3 Sonate a Viohno e Vio- 
loncello concertato e Bc. Ms. Stb. 18. Jh. 

Schiefholz, siebe Schiffelholz. 

Schiele, Ämbrose, wird am 
24. Oktober 164-1 Violinist und 
Kammermusikus an der Hofkapelle 
zu Berlin; 1646 erhöht sich sein 
Gehalt auf 150 Thlr. jährl. (Schnei- 
der 41). 

Schiele, Johann, bekannt durch 
drei Hochzeitslieder: 

Als . . . Herr Peter von der Linde 1674 
sein hochzeitlichen Tag . . feierte. Lpz. 
1 Bog. fol. [Bibl. Bohn in Bresl. 

Vetterliche Schuldigkeit, welche an 
dem . . Ehe-Feste, des . . Herrn Job. von 
Gutts-muths . . den 18. Nov. 1675 . . in 
geringen Zeilen und Thönen . . aufs Leip- 
zig überschickt Job. Seh.. Lpz. 1675 
Chr. Uhmann. 2 Bll. fol. 2 Arien: Ach 
mir fehlet gixter Muth mit Eitornell und 
Nun eilt mein ganzer Sinn, beide f. 1 St. 
mit Ritornell f. 2 V. u. Orgel. [B. Br. 

Schiere, . . . (Fürstenau im Kat. 
der Dresd. Musikaliensamlg. ver- 
mutet darunter Schüre, er meint 
aber wohl Schürer, denn ein 
Schuere lebte im 16. Jh.) 

In obiger Bibl. befindet sich im Ms. 
769 eine Cantata per Alto con ström, von 
1753 in P. f[ufol. 

Schierrentinger, Nikolas, 

bekannt durch einen Psalm in 2 Teil. 
zu 4 St. im Petrejus 1539 m (Eitner 1). 



Schiesl, Jonas, 

im Samlwk. 1624b eine Motette f. 2 C. 
u. Bc. (Eitner 1). Ein Jonas Schiefst^ 
der wohl derselbe ist, steht um 1635 und 
1640 in baierschen Diensten mit 300 Gld. 
Später wird er als Sänger mit nur 140 Gld. 
Gehalt bez. (Kreisarchiv). Siehe auch 
Schüefsl^ Johann. 

Schieti (Schietti), Cesare, Ka- 
nonikus zu Urbino am Ende des 
16. Jh. Er gab das Sammelwerk 

heraus: 

Motetti et Salmi, a 8 voci, coraposti 
da Otto eccell. autori, con la parte de i 
Bassi per poter sonarli nell'organo. Ven. 
1599 Vincenti. 8 Stb.? (9 Stb.) _ 4». 
15 Gesge., darunter 5 von Schietus, siehe 
Eitner 1. [B. B. B. D. Proske nur 4 Stb. 

In alten Samlwken. ist er von 1562 
bis 1599 mit 10 Gesgen. vertreten (Eit- 
ner 1). Dazu kommen nach Vogel noch 
in Bonagionta's Corona 1568: Virtü che 
la pocchi, c. 2. p. 5 voci. Siehe dort 
auch die verschiedenen Ausg. obiger 
Samlwke. 

Schiff, Christian, um 1694 
Musikdirektor in Lauben in Baiern. 
Mattheson 1, 317, der auch seine 

Schrift und vernuuftmaefsiges Lob der 
in Gottes "Wort wohlbegründeten Vocal- 
und Instrumental-Kirchenmusik . . . Lau- 
ben 1694. S^. 21 Bll. anzeigt und be- 
schreibt. Sie befand sich einst in seinem 
Besitze. Gerber 1 zeigt auch eine Trauer- 
Ode für 5 Stmi., Görlitz 1679, 1 Bg. fol. 
an. Die Lexika schreiben alle für Lauben: 
Lauhan in Schlesien und da die Trauer- 
Ode in Görlitz erschien, so könnte wohl 
Lauhan richtiger als Lauben sein. 

Schiffelholz (Schieflholz), Jo- 
hann Paul, war nach Gerber 1 
um 1727 Musikdirektor an der 
Pfarr- und üniversitätskirche zur 
lieben Frauen in Ingolstadt und 
fügt dem noch bei, dass ihn Wal- 
ther Scheiffelholz nennt (im ge- 
druckten Lexikon fehlt der Name, 
doch besafs Gerber sein Hand- 
exempl. mit vielfachen Zusätzen). 

Er soll 1727 in Augsburg 8 Violin- 
konzerte herausgegeben haben, betitelt: 
Thesaunim reconditus, quem, qui qua erit, 
inveniet. 

In der Kgl. Musikalien-Samlg. in Dres- 
den befinden sich eine Anzahl Komposi- 



Schiffl. 



22 



Schildt, Anton. 



tionen unter demselben Namen, doch. | 
scheint es mir zweifelhaft, ob es derselbe j 
obige Autor ist. Er wendet in denselben i 
ein' Instrument „Gallichoua" an, welches | 
wohl eigene Erfindung und Benennung 
sein muss, da es sonst nirgends weiter 
genannt wird. Sämtliche Tonsätze im 
Ms. i;nd zwar 

Parthia ä 2 Gallichone, 2 V. c. Vcl. 
qufol. G Trio ä 2 Gallichone, 2 V. e Vcl. 
qufol. — 5 Trio k 3 instrum. Gallichona 
e V. 1., Gallich, o V. 2. con Vcl. — 6 Trio 
a V. e Vcl. — 6 Duetti a Gallich, e Vcl. 
concertante. 2 Stb. qufol. 

Schiffl, Georg-, Altist an der 
Hofkapelle in Wien mit 12 Gld. 
monatl. vom 1. Nov. 1583 — 84 
(Köchel 1). 

Schikaiieder, Emaimel, geb. 
1751 zu Eegensburg, gest. 21. Sept. 
1812 in Wien in der Alservorstadt 
im Irrsinn, nach dem Verlust seines 
ganzen Vermögens. Er zog in der 
Jugend in den Schulferien mit 
Kollegen als Geiger in Baiern um- 
her, kam auf seinen Wanderungen 
nach Augsburg, wurde Schauspieler, 
bald darauf des Theaterdirektors 
Schwiegersohn, dann Direktor der 
Truppe selbst, für die er nun Lust- 
spiele und Singspiele schrieb. Nach 
mancherlei Irrfahrten kam er nach 
Wien. Die Zauberflöte von Mozart 

— die übrigens nicht von Seh. 
herrührt (der eigentliche Verfasser 
war der Schauspieler Ludw. Gie- 
seke ; Schikaneder änderte nur nach 
Belieben und setzte Papageno u. 
Papagena hinzu, doch bildet Gie- 
seke's Buch die Grundlage. Siehe 
Jahn's Mozart, 3. Aufl. Bd. 2, 586) 

— machte ihn zum reichen Manne. 
1800 erhielt er die Konzession zur 
Erbauung des Theaters auf der 
Wiedeu und eröffnete es 1801, 
zog sich aber schon 1802 zurück, 
doch übernahm er noch zweimal 
die Direktion. 1807 erbaute er 
in Brunn eine grandiose Arena, 
worin er glänzende Vorstellungen 
gab. Der Krieg von 1809 und 



seine verschwenderische Lebens- 
weise brachten ihn schliefslich an 
den Bettelstab und in den Irrsinn 
(Brummer). Seine theatralischen . 
Werke erschienen in einer Ge- 
samtausgabe in Wien und Leipzig 
1792. Brummer giebt das Inhalts- 
verz., sowie ein Verz. seiner separat 
erschienenen Lustspiele und Ope- 
retten. 

Die Musikfr. in Wien besitzen an Kom- 
jjositionen von ihm: 

Die lustigen Bauern vom Land, aus 
der Oper „Der wohlthätige Derwisch", 
ein Duett iu Stb. 

Sieg der London und Coburg, 1 Lied. 

7 Terzette f. S. T. B. oder 2 T. u. B. 

Scliilclia, Anton, gest. 1795 
als Schulrektor zu Brzezno in 
Böhmen. Vordem Organist in 
Jungbunzlau. Auf dem Kirchen- 
chore zu Eaudnitz befindet sich 
nach Dlabacz eine Litanei von ihm. 

Schild, . . . Gerber 2 verz. 
einen Komponisten des 18. Jhs., 
der um 1790 in London Instru- 
mentalpiecen herausgab , glaubt 
aber, dass es William Shield sei, 
siehe diesen. 

Schild, J . . . T . . ., bezeichnet 
sich auf op. 2 mit „of Vienna". 
Er muss in London im 18. Jh. 
gelebt haben, wie seine Druck- 
werke andeuten. Bekannt sind 
davon: 

Three Sonatas for the Pfte. or Harps. 
with a V. op. 1. Loud., John Kerpen. 
2 Stb. fol. [B.B. 

Three Sonatas (wie oben) op. 2. Ib. 
2 Stb. fol. [B.B. 

Schildt, Anton, aus Hannover, 
wo er an der Marktkirche (SS. Ja- 
cobi u. Georgii) von 1593 — 1621 
und von 1626 —1629 Organist war. 
Seinen letzten Gehalt erhielt er 
am Osterquartal mit 20 Gld. aus- 
gezahlt. Sein Nachfolger war Mel- 
chior Schildt. 1596 befand er 
sich in der Prüfungskommission 
der neu erbauten Orgel in Grü- 



Schildt, Gerdt. 



23 



Schildt, Melchior. 



uingon (Werckmeister's Organ. 
Gruningense redivivura § 11). Mau 
könnte vermuten, dass er der 
Vater des Melchior sei (Viertel]. 7, 
221 ff.). 

Schildt, (xerdt (Kurt), stammt 
wohl aus derselben Hannover- 
schen Familie und bekleidete bis 
zu seinem Tode 1569 den Orga- 
nistenposten an der Aegidienkirche 
zu Hannover (Viertel]. 7, 226). 

Schildt, Ludolph, ein Bruder 
des Melchior, von 1621—1626 Or- 
ganist an der Marktkirche (8S. Ja- 
cob! und Georgii) in Hannover, 
folgte dann 1626 als Organist an 
der Hauptkirche ß. M. V. in Wol- 
fenbüttel seinem Bruder; 1630 er- 
hielt Delphin Strunck das Amt 
und von 1632 — 1637 wurde Lud. 
Schildt zum zweiten Male gewählt 
(M. f. M. 23, 127. Viertel]. 7, 221). 

Schildt (Schild), Melchior, nach 
einer Aeufserung Strunck's in 
einer Urkunde von. 1660 muss er 
1592 geb. sein, gest. 22. Mai 1667 
zu Hannover. Da er Hannover 
ein Legat vermachte, nimmt man 
Hannover als seine Geburtsstadt 
an, doch bedachte er die Stadt 
Lübeck weit reichlicher; vielleicht 
war aber seine erste Frau eine 
Lübeckerin und rührte der Haupt- 
bestandteil des Vermögens von ihr 
her. Uebrigens giebt er 1660 sein 
Vermögen mit 6322 Thlr. an, für 
damalige Zeiten schon eine hohe 
Summe. Er war ein Schüler Swee- 
linck's und wohl der begabteste, 
der sich die guten Seiten seines 
Meisters aneignete und die ge- 
ringeren zu vermeiden suchte. 
Dies zeigt sich besonders in der 
mafsvollen Form seiner Tonsätze, 
die Sweelinck u. Scheidt so selten 
zu finden verstanden. Seine Har- 
monie und Figuration ist wohl- 
klingend und geschmackvoll, nur 



' hin und wieder erinnert er an die 
Unbehilflichkeit seiner Zeit. 1623 

I wurde er Nachfolger Christph. 
Seile's als Organist an der Haupt- 
kirche B. M.V. zu Wolfenbüttel. 
Im Sommer 1626 berief ihn König 
Christian IV. von Dänemark als 
Organist nach Kopenhagen mit 
300 Thlr. Gehalt und 1629 folgte 
er dem Anton Schildt (seinem 
Vater?) als Organist a/d. Markt- 
kirche (SS. Jacobi u. Georgii) zu 
Hannover. Da Anton seinen letz- 

! ten Gehalt am Osterquartal mit 
20 Gld. ausgezahlt erhielt, so muss 

I er vor Johanni schon eingetreten 

I sein, denn am Johannisquartal er- 
hielt Melchior schon den Gehalt, 
der auf 45 Gld. erhöht wurde. 
Ein Beweis für den Ruf, den er 
bereits genoss. Am 26. Nov. 1646 
verheiratet er sich mit Margarete 
Cassel, einer Wittwe, die ihm wohl 
reiche Geldmittel zubrachte, denn 
beide, da sie ohne Kinder waren, 
errichteten reiche Stiftungen. Seine 
Frau starb 1653. Erst am 12. Juli 
1655 verheiratete er sich mit Mar- 
garete Scher (Scheer) und zwar aus 
dem Grunde, weil ihm bei seinem 
podagraischen Leiden die rechte 
Hilfe fehlte (!). Er zeugte mit ihr 
trotz Podagra von 1656 — 1664 vier 
Kinder (M. f. M. 23, 127. Viertel]*. 
7, 220 auf Dokumente begründet. 
Die Eutlassungsurkunde aus dä- 
nischem Dienste in Viertelj. 9, 80). 
A^on seinen Kompositionen sind bis 
heute erst folgende bekannt: 

Ms. B. Upsala, Cantate: Ach mein 
hertzliehstes Jesulein, 4 voc. c. Bc. 1657. 

Ms. B. Kopenhagen, angebunden an 
Voigtländer's deutsche Oden und Lieder 
von 1642 mehrere Klavier- und Orgel- 
stücke in Tabulatur, dabei 2 Orgeisätze 
von Seh. abgedr. in M. f. M. 20 p. 35 : 
Variationen über „Gleich wie das feuwr" 
und „Paduana Lagrima". 

Ms. Stadtb. Lüneburg, Tabulaturbuch, 
2 Orgelstücke, verz. im Junghans p. 33, 



Schilling, Christoph. 



24 



Schimpke. 



Nr. 41. .58: ,,Herzlich lieb hab ich dich. 
Allein Gott in der Höh sey Ehr. Das 
erste re abgedr. in Viertel]. 7, 252. 

Ms. aus Gerber's Bibl. in Musikfr.Wien, 
2 Choralbearbeitungeu 1. Christ, der du 
bist der helle Tag. 2. Vater, allmäch- 
tiger Gott 1. 2. und 3. Vers. 

Schilling, Christoph, aus Fiei- 
berg wird 1593 an Trinitatis Kan- 
tor in Sonnenwalde (Kr. Luckau) 
bis 1598 (M. f. M. 6, 125). 

Ein späterer C . . . Schilling ist 
in der B. Darinst. mit Choral-Melo- 
dien aJs Waldborn-Duette, Leipzig, 
2 Stb., vertreten. 

Schilling, F . . . W . . ., lebte 
am Ende des 18. Jhs. und ist 

in Eellstab's Sanilwk. Melodie und 
Harmonie 1788 mit einer Gesangspiece 
vertreten. 

Schilling, Johann Baptist, 

diente als Flötist in der Hofkapelle 
in München und ist 1765 in den 
Listen mit 475 Gld. Gehalt verz., 
1770 mit 500 Gld., 1777 wieder 
mit 475. Am 6/8 1778 tritt er 
in Pension und am 8/2 1792 wird 
dem Kurfürsten sein Tod gemeldet. 

Schilling, Johann Ferdinand, 

Instrumentist an der Hofkapelle in 
"Wien mit 20 Gld. monatl. vum 
16. Nov. 1675 bis f im Februar 
1684 (Köchel 1). 

Schillingk, Joachim, Lautenist, 
Ratsmusikant in Hamburg von 1524 
bis 31, 1533 pensioniert (Sittard 
1, 16). 

Schilson, . . . der Name ist 
wohl verstümmelt. Craraer 1, 532 
zeigt 6 deutsche Tänze ä 5 p., 
AVien 1783, an. 

Schlitz, . . . bekannt durch den 
Druck : 

Le Decameron des jeunes Cornetistes, 
20 petites Fantaisies pour Cornet ä piston 
seul (arranges) par Schütz. Paris, Alph. 
Leduc. 2 Hefte ä 11 S. [B. M. 

Schim, Hendrik, gab heraus: 

Gezangen op de iuwijding van 't Maess- 
luische orgel. Delft 1782. 80. [Amst. 



Schiman, Christian Franz, 

aus dem Brandeuburgischen ge- 
bürtig; unter Kaiser Joseph I. als 
Sängerknabe an der Hofkapelle an- 
gestellt, wurde 1712 entlassen. 
Hält sich in Wien auf und bittet 
1723 um eine Unterstützung (Köchel 
2, 398). 

Schiniert, Peter, Schüler Seb. 
Bach's; 1750—1780 Organist in 
Hermannstadt (Lpz. Ztg. 16, 784). 

Schimf, Christoph, s. Schimpf. 

Schimmel Pfennig, Dorico. 

Bekannt durch ein Ms. in B. Kassel. 
Der Autorname ist soweit weggeschnitten, 
dass man ihn, wie Israel S. 74 sagt, nur 
erraten kann. Dort befindet sich der Ge- 
sang, betitelt: La buona e felice mano 
Per la Serenissima Piiucipessa e Signora 
Sig. Elisabetha Landgrauia d'Hassia Signora 
mia graciosissima. Tolte (Volte '?) dalle 
gentilissime rime di sua Altezza e per 
me in musica humilis simamente com- 
posta . . . Seruitore ... kl. fol. in Sanimet 
gebunden. 12 Gesänge f. Tenor u. Bc. 
Die Kompositionen scheinen dem 17. Jh. 
anzugehören. 

Schimmer, Johann, lebte im 
17.-18. Jh. 

In der B. B., Ms. 19230. Part. 5. Stück: 
Unser waudel ist im Himmel 4 voc. 4 iu- 
strum. et Org. 

Schimperlin, Christian, nach 
Draudius war er zu Ochsenhausen 
geb. und gab heraus: 

4 Missen von 8 Stimmen. Augsburg 
KjlG. 4". 

Schimpf, Christoph; Fetis verz. 
ihn mit Schimf und nennt ihn 
einen Priester und Kapellmeister 
an der Kathedrale zu Eichstaett 
in Baiern. Folgender Titel be- 
stätigt das Amt, er lautet: 

Augustissimae Virginis Mariae Anti- 
phonae et Lytauiae a 2. 3. 4. 5. vocibus, 
e 2. Violinis decantatae a R. D. M. . . . 
Oeniponti 16.58 Mich. 'Wagner. 5 Stb. 
40. [B. B: Yox 1. 3. 4. Bc. 

Schimpke, Christoph, in Tet- 
schen in Böhmen geb., war zuerst 
Fagottist, dann Komponist und 
Kapellmeister beim Grafen von 



Schindelar. 



25 



Schinu. 



Thun, später zn Jobannisberg in 
Scblesien. Er wurde als Kom- 
ponist seiner Zeit (18. Jh.) ge- 
schätzt (Diabacz). Gerber 2 führt 
nach Traeg's Hds.-Kat. Sinfonien 
und Konzerte an. Er starb 1789. 

ScLindelar, Wenzeslar, ein 
Komponist des 18. Jhs., 

von dem die B. B. im Ms. 19830 
Nr. 1. 2. zwei Coneerte f. Violoncell mit 
2 V. Violetta u. B. in Stb. besitzt. 

Schindele, Joliann Viktor, 

bekannt durch ,, Kleine Liedersammlung 
in Musik gesetzt von . . . Kempten 1789." 
13 Lieder. [B. M. Einsiedeln. 

Schindler, senior und junior, 
beide um 1733 Hornisten an der 
Hofkapelle in Dresden mit je 
300 Thlr. Gehalt (Fürstenau 1, 134). 
Eeichard 1776, 2-41 führt einen 
Schindler als Musikdirektor an der 
Döbbelinschen Truppe in Berlin an. 

Schindler. C . . . Gr . . ., geb. 
3. Sept. 1779 in Dresden, 1810 
Organist an der Sophienkirche in 
Dresden (Leipz. Ztg. 37, 71). 

Schindler (Schindeler), Christian 
Paul, s. Paul Christian Schindler. 

Schindler, Johann Chr . . . 
Oottlieb, um 1783 Violoncellist 
und Lautenist an der Hofkapelle 
des Kurfürsten von Mainz, gab im 
Jahre 1768 Kompositionen für 
Violoncell und Klavier heraus 
(Gerber 1). 

Schindler, Johann (r . . ., Fa- 
gottist an der Hofkapelle in Wien 
mit 500 Gld. jährl. vom 1. Mai 
1722 bis t 15. März 1725, 55 J. 
alt (Köchel 1). 

Schindler, Paul Christian, 
geb. 16-18 zu Kopenhagen, gest. 
92 jährig ebd., begraben am 21. Okt. 
1740. Er war Mitglied der Kgl. 
Kapelle in Kopenhagen seit dem 
Regierungsantritte Christian V., 
wurde im Herbst 1670 nach Dres- 
den geschickt (Empfehlungsschrei- 
ben vom 6. Sept.) und komponierte 



1689 die Barchard'sche Oper „Der 
Götter Streit'', bei deren Auffüh- 
rung das Schloss Amalienborg in 
Brand geriet und viele Personen, 
darunter auch Schindler's Frau 
und Tochter, ums Leben kamen. 
Auf einem Stammbuchbl. von 1674 
bez. er sich als Violdigambist 
(Viertelj. 8, 502). 

Schindlöcker (Schindlecker), 
Philipp, geb. 25. Okt. 1753 zu 
Mons im Hennegau, gest. 16. April 
1827 zu Wien; bildete sich in 
Wien unter Himmelbauer zum 
Violoncellisten aus, wurde Mitglied 
an mehreren Wiener Kapellen und 
erhielt endlich am 1. Juli 1806 
a/d. Hofkapelle Stellung (Köchel 1. 
Fetis). 

Die Musikfr. in Wien besitzen 1 Rondo 
für Vcl. u. B. und 1 Solo für Tel. u. B. 
— In 3 Sonates p. 2 Vcl. par differents 
auteurs clioisiees par Pleyel. Offenb., 
Andre. 2 Stb. sind enthalten: Boccherini, 
Schlich und Seh. [Schwerin F. B. Wa- 
gener. 

Sein Neffe. Wolf gang Seh., gehört dem 
19. Jh. an; er war ebenfalls Violoncellist. 

Schinetti, L . . . Gerber 2 verz. 
von ihm: 

Concerto pour une Clarinette principale 
avec acc. Paris 1787 Bignon. 

Schinge (Schönge), . . , Violinist 
der Mannheimer Hofkapelle, zu- 
gleich Kepetitor, erhält 130 Gld. 
Gehalt und extra 125. 1778 
siedelt er mit der Kapelle nach 
München über, erhält am 29/7 
1779 eine Zulage und ist bis 1799 
zu verfolgen (Kreisarchiv). 

Schinn, Georg- (Johann Georg), 
geb. 14. Sept. 1768 in Sinzig 
(Niederbaiern), gest. 18. Februar 
1833 zu München. Erhielt seine 
Erziehung im Kloster Priefling 
(Baiern), dann im Seminar zu 
Neuburg a/d. Donau, besuchte die 
Universität zu Dillingen und stu- 
dierte Philosophie u. Rechtskunde. 
Nebenbei betrieb er mit Vorliebe 



Schinn. 



26 



Schii-m, Lieiihard. 



Musik, übte Yioline, Flöte und 
Fagott. Auf einer Reise wurde 
er von Studiengenossen in Eich- 
staett festgehalten und bestimmten 
ihn, mit in die fürstbiscliöfl. Ka- 
pelle daselbst als Flötist einzutreten; 
studierte unter ßachschmidt, dann 
auf Kosten des Fürstbischofs bei 
Mich. Hajdn Theorie. 1808 den 
2. Sept. wurde er an der Hof- 
kapelle zu München als Bratschist 
angestellt und blieb daselbst bis 
zu seinem Lebensende (Lipowsky. 
Lpz. Ztg. 35, 507. Kornmüller 1, 
203). Von seinen Kompositionen 
sind bekannt: 

Rec[iüera 4 voc. Ms. P. [Proste-M. 

2 Offertorien und 1 Tenebrae für 3 
Männerst. Ms. P. [B. M. 

Tenebrae factae sunt 3 voc. c. org. 
im Autogr. (wahrsch. dasselbe wie B. M.) 
in Ms. 19083, 3. Ed. letztes Stück. [Hofb. 
"Wien. 

4 Graduale u. Offertor. f. Chor u. Instr. 
Ms. P. [München alte Hofkap. 

Gebet um Frieden (Summe Dens) f. 
Chor u. Orchester. P. im Autogr. 1796 
komp. [B. M. 

— München, Sidler. P. oe. 13. [B. B. 
B. M. 

— ib. im Kl.-A. [B. M. 

6 deutsche Gesänge mit Ciavier. Augs- 
burg, Gombart. (Seh. ist mit Kgl. baiersch. 
Hofmusikus gez. [B. B. 

2 Gesäuge mit Ciavier, op. 10. Mün- 
chen, Sidler. qufol. [Drescl. 

2 deutsche Gesänge mit Klav. und 
esca viatorum 4 voc. c. instrum. P. 1819, 
beide im Ms. [B. M., dort auch noch 
2 Lieder. 

Nationalhvmue der Bayern, 4stim. 
[Miisikfr. Wien. 

Ein Gesang zu 4 Mst. (Er flieht, und 
kömmt nicht mehr zurück). Dedic. seinem 
Lehrer Mich. Haydn am 21. Juli 1802. 
P. Autogr. Ms. 18406. [Hofb. Wien. 

Das Patrocinium 4 voc. Ms. 18542 
P. [ib. 

Der Musikdirektor, musikal. Schwank 
für Bass u. Instr. Ms. P. [B. M. 

Wiegenlied in Berlin K. H. Ms. ? 

In den Melodien zu den Ehapsodien 
aus den Norischen Alpen, Landshut 1805, 
Lieder von ihm. — In Musikalischer 
Jugendfi-eund, 1. Heft 1814 Nr. 48 ein 
Lied, [beide Saralwke. in B. Kgsbg. 



Schiörring, Niels, ein Däne 

des 18. Jhs., Schüler von Em. 
Bach in Hamburg, wurde Kgl. 
Kammermusikus in Kopenhagen 
und war eifriger Büchersammler, 
gest. zu Kopenhagen 1800. Seine 
Samlg. verbrannte leider. Er gab 
ein dänisches Gesangbuch heraus, 
betitelt: 

Chorals d'eglise ä 4 voix. Kiöbenh. 
1781 Hallager. [Brüssel Cons. Der Titel- 
wortlaut wird wohl dänisch sein. Der 
Katalog von Wotquenne verz. das Werk 
nicht, auch der Kopenhagener Katalog 
der Kgl. Bibl. enthält das Werk nicht. 
Er gab auch Em. Baeh's 2 Litaneyen in 
Kopenhagen 1786 heraus [Brässel Cons.]. 
(Schilling Biogr. Siehe auch Cramer 2, 
121 sein eigener Bericht. Gerber 2.) 

Scliipfl, Anton, von 1769 bis 
1780 Chorvikar und Praefekt am 
Kapellinstitute in Salzburg (Pere- 
grinus 167). 

Schippen, TTilliam, Theoretiker 
des 16. Jhs., war Professor der 
Musik in London (Gerbert 5, 324), 
Gerber 1 führt noch Eduard und 
Robert an; der letztere war der 
9. Prof. am Gresham-Kollegium zu 
London und der erstere der 10. Prof. 
ebd. für Musik. 

Sehirer, Joseph, wird von Fetis 
als Operukomponist angeführt, der 
in Rom bei Jannaconi Kontrapunkt 
studiert hatte und dann nach Ne- 
apel ging, wo er 1776 die Oper 
Didone, Creso in Media 1779 und 
Amor e Psiche 1781 zur Auf- 
führung braclite. Die Partituren 
sollen sich in der Bibl. des Kon- 
servatoriums zu Neapel befinden, 
sowie ein 6stim. Gloria patri im 
Palestrina- Stile. — Im C. P. die 
Oper „Galatea". 

Schirm (Schirmer), Lienhard, 
um 1509 Männeraltist an der Hof- 
kapelle in Stuttgart unter Herzog 
Ulrich, mit Schirmer gez.^ 1510 
wird er unter Schirm angeführt 
(Sittard 2, 6. 8). 



Schirm, S . . . 



27 



Schlegel, Joseph. 



Schirm, S . . ., ein Musiker des 
18. Jhs., ist in der B. Upsala mit 
folgenden Mss. vertreten: 

Capriccio, Gigue et Gavotta, ex E [?. — 
Ballette per camera. — Zoppa, Gavotta 
ex Gl?: 3 Y. 3 Yiole. 

Scilirmer, siehe Philipp Stolle, 
1654. 

Scilirmer, David, fährte 1650 
zu Dresden das Ballet „von dem 
Paris und der Helena" auf und 
1670 ebendaselbst „Der triura- 
pliirende Amor" (die Quelle habe 
ich versäumt anzugeben). 

Schitlovita, siehe Scliidlouilla. 

Schitz, siehe Schüz. 

Schlacke. Kaspar, ein Musiker 
des 17. oder 18. Jhs., ist bekannt 
durch die Motette: 

Tribularer si nescirem, 5 voc. c. 3 Viel, 
et Bc. Ms. fol. [B. Upsala. 

Schläger, C . . . 1) . . .. nur durch 
Anzeigen erfährt mau von seinen 
Kompositionen, die von c. 1795 
bis ins 19. Jh. hinein erschienen, 
als Yerlagsort Hannover u. Braun- 
schweig nennen und aus Liedern 
und Klavierpiecen bestehen. 

Schlaeger, Slatthäiis, Lebens- 
zeit unbekannt. 

Die Bibl. der Musikfr. in "\\^eu besitzt : 
Der unter dem Schutze Christi sich 

bekehrende Siinder. Ein Oratorium f. 

Chor, Soli, 2 V. Ya. u. Org., Ms. in Stb. 

Nach der einfachen Instrumentalbesetzung 

könnte man auf die erste Hälfte des 

18. Jhs. schliefsen. 

Schlahinhaiiffen (Schlachin- 
hauffen), Wolfgaiig, diente schon 
1550 unter dem Herzoge Ulrich 
in Stuttgart und wird von 1554 
bis 1561 als Tenorist u. Pusauner 
an der Hofkapelle mit jährlich 
20 Gld. Gehalt angeführt. Die 
freie Wohnung und Kost nebst 
ein bis zwei Kleider ergänzten zu 
damaliger Zeit den geringen Ge- 
halt. Bezog doch selbst der Ka- 
pellmeister Sigm. Hemel zur selben 
Zeit nur 50 Gld. baar (Sittard 2, 



; 14. M. f. M. 31, 2. 10). Ein Wolf 
Schlagenhanffcr diente um 1672 
als Instrumentist und Trompeter 

: an der Hofkapelle in München 
mit 450 Gld. Gehalt (Kreisarch.). 

j Schlecht, Franz, um 1780 

I Kapeilmeister am fürstbischöflichen 
Hofe in Eichstätt in Baiern (Raim. 
Schlecht, Gesch. der Kirchenmus. 
Regensbg. 1871 p. 141). Gerber 1 

; erwähnt ihn als Komponisten, ohne 
Näheres anzugeben. 

In der B. M. befinden sich im Ms. 
2 Trios f. 2 Y. u. B. in Stb. nur mit 
Schlecht gez. Yielleicht gehören sie 
obigem an. 1 Gesang in neuer Ausg. 
(Eitner 2). 

Schlechta, . . . nach Reichard's 
! Gothaer Kalender 1793 p. 151 war 
i er Klaviermeister (d. h. ein Pianist) 
! und Korrepetitor am Theater in 
Linz seit 1791. Dlabacz verz. drei 
Böhmen Schlechta: 1. Andreas, 
Schulrektor f 1742, wird als her- 
: vorragender Orgelspieler erwähnt. 
2. Johann^ Bruder des Ludwig, 
ans Böhmisch Krummau geb., lebte 
1796 zu Linz, das wird der oben 
erwähnte sein und 3. Ludwig, ein 
Cisterzienser im Stifte Wilhering 
in Oberösterreich, unweit Linz, 
f 1785; zeichnete sich als Orgel- 
spieler aus und soll zahlreiche 
Orgelkompositionen geschrieben 
haben. 

Schlegel, Franz Anton (nicht 
Friedrich), gab heraus: 

Gründliche Anleitung die Flöte zu 
spielen nach Quanzen's Anweisune:. Graz 
1788 J. G. ^Yeingand und Fr. Fefstl. 8". 
166 S. mit Tafehi. [Freising. Musikfr. 
Wien. 

Schlegel, Johann Ad . . ., 

bekannt durch: Sammlung geistlicher 
Gesänge. 3. Thl. Leipz. 1766—72. S". 
[Amst. 

Schlegel, Joseph, Kantor in 
Freiburg (Titel), ein Komponist des 
16. Jhs., 

von dem sich in der B. Löbaus (jetzt 
in Dresd.) Nr. 7, angebunden an Wan- 



ScUegel, Peter. 



28 



Schlett, Joseph. 



ningus Seiitentiae 1584, als 5. Ms. die 
Motette: Doniine dirige gressus meos, 
6 voc. befindet. Stb. — Ferner im Samlwk. 
1568 ein 4 st. Te Deum mit deutschem Text 
(Eitner 1). — In G. Engelmann's Quod- 
libetum 1620 ein Satz. — In Joh. Rüh- 
ling's Orgelbuch von 1583 ein Orgelsatz. 

Schlegel, Peter, von Wilstroff, 
wird am 8. Juli 1588 mit 160 Gld. 
als Musiker und Tenorist an der 
Dresdner Hofkapelle angestellt (s. 
Staatsarchiv). 

Schlegel, Valentin, s. Slegelius. 

Sehleger, Franz, Violinist an 
der Hof kapeile in Wien (Köchel 
verz. ihn nicht), gab 1770 zu Paris 
6 Violintrios, oeuvre 1, heraus 
(Gerber 1). 

Schlehiiher , 3Iichael , seit 
Pfingsten 1602 als Tenorist mit 
100 Gld. an der Hofkapelle in 
München angestellt. 1604 erhält 
er 125 Gld. Gehalt (Kreisarchiv). 

Schleicher, PaL Maiiriis, geb. 
10. Sept. 1753 in Schwäbisch 
Gemünd, gest. 30. Mai 1822 in 
Eaufbeuern. Trat 1772 ins Kloster 
Irsee in Baiern und wurde Chor- 
regent; nach der Säcularisation 
des Klosters zog er sich nach 
Kaufbeuern zurück. Die gesamte 
Bibliothek wurde als Staatsei2:en- 
tum erklärt, doch ging ein Teil 
der Musikwerke in die Hände des 
nachmaligen Stiftspropstes Mich. 
Hauber über (Kornmüller 1, 233). | 

Schleiler, Wolfgaiig, 1525 
Kantor an der Katharinenkirche 
in Zwickau, kam 1529 an die St. 
Marienkirche und starb den 18. 
März 1557 als Oberpfarrer zu [ 
Penig. Martin Agricola widmet 
ihm die Motette: Domine non est 
exaltatum 5 voc. (Kat. ]S!"r. 388 
der B. Zw. Vollhardt, die Kantoren 
in Sachsen 1899, 365). 

Schlemmer, (xeorg Michel, 
Sopranist an der Hof kapeile in 
Wien von 1772—1799 (Köchel 1). 



Schlemmer, Peter, seit 1572 
Bassist an der kurf. Kapelle zu 
Berlin (Friedländer). 

Unter Schlemmer befindet sich in 
B. M. im Ms., 10 Stb.. eine Solenne Messe 
f. 4 Stim. u. Orch., die aber einem Kom- 
ponisten des 18. Jhs. angehört. 

Schlend, Mag. Johann, Orga- 
nist in Zabern (Elsass), wie er im 
Ms. 23 (F X. 1.— 4) der B. Basel 
bez. wird. 

Dort unter Nr. 21 das 4 stim. Lied: 
Ich stond an einem morgen. 

Schlesinger, Martin, geb. um 
1751 zu Wildenschwert in Böhmen, 
gest. 12. Aug. 1818 in Wien. Lebte 
zuerst in Königgrätz, wurde um 
1771 Violinist in der Kapelle in 
Pressburg, später daselbst Musik- 
direktor, ging darauf nach Wien 
und trat um 1808 in den Dienst 
des Grafen Erdödv (Becker 3. 
Pohl 4, 53. Thayer 3, 47. Fetis). 
Man verz. von ihm mehrere Vio- 
linpiecen, die in Leipzig und Wien 
erschienen sind. 

Schlete, Johann, war von 1640 
bis Michaelis 1641 in der Vakanz 
nach dem Tode Peter Hasse's und 
der Anstellung Tunder's an der 
Marienkirche zu Lübeck Organist 
und wurde in letzterem Jahre an 
der St. Aegidienkirche daselbst 
mit 352 M. 12 sh. augestellt (M. f. 
M. 18, 122). Stiehl im Lex. von 
Lübeck führt ihn als Organisten 
an St. Jakobi um 1657 an. 

Schlett, Joseph, geb. zu Was- 
serburg a/Inn um 1763, gest. 26. 
Dez. 1836 in München. Er verlor 
noch in jungen Jahren seine Eltern 
und wurde Chorknabe, vertrat auch 
den Organisten, besuchte dann die 
Universität zu Ingolstadt und liefs 
sich als Musiklehrer in München 
nieder, wurde Organist an der 
Hofkirche zum hlg. Michael und 
Lehrer am Seminar, später am 
Kgl. Edelknabenhause (lipowsky. 



Schlett, Joseph. 



29 



Schlick, Amolt. 



Lpz. Ztg. 39, 227 Nekrol. Eben- 
dort 7, 673 u. a. Bde. Urteile). 
Von seinen Arbeiten sind bekannt: 

J. J. Rousseau's Brief über die Musik. 
Ein Wort noch gültig für unsere Zeit. 
Neu bearbeitet und mit Anmerkg. be- 
gleitet von Professor . . . Sulzbach 1822 
J. E. von Seidel, kl. 8«. 80 S. [Frei- 
sing. Musikfr. AYien. Brüssel. 

Kyrie, Credo, 4 voc. c. instrura. Ms. 
P. — Magnificat. — Eegina coeli. Mss. 
P. [B. M. 

Offertorium: Scapulis suis, 4 voc. c. 
org. Autogr. P. Ms. 18398. [Hofb. 
Wien. 

2 Sonaten f. Pfte., die in Gismoll ist 
mit 1788 gez. Mss. [B. M. 

Deux Senates pour i'Harmonica com- 
pos. par . . . Leips. chez Br. & H. Nr. 281. 
qufol. 10 S. [B. Kgsbg. 

In der Hofb. AVien, Ms. 16698. P. in 
gr. fol. 285 BU. aus dem 19. Jh., enthält 
als vorletzte Nr. 2 Gesge. mit G[iuseppe?] 
Schlett gez. 1. Scapulis suis. 2. Kyrie, 
beide zu 4 Stim. mit Orgel und der 2te 
mit Instr. 

Nach Schafhäutl's Biogr. Abt Yogler's 
war er 1791 Organist an der Michaelis- 
kirche und zugleich Lehrer am Kadetten- 
corps, hatte sich an einer Preisaufgabe, 
einem Magnificat, beteiligt und den Preis 
gewonnen. Abt Vogler war der Preis- 
richter und verbesserte eine Stelle in 
seinem m Frankfurt a/M. erschienenen 
„Erste musik. Preisaustheilung" 1791. 

Schlett, W . . . 

Die B. M. besitzt von ihm: Cautate zu 
3 St. u. Orch., komp. 1819, Ms. P. Missa 
(mit deutschem Text) f. 4 Singst, u. Orch. 
1819. Ms. P. und ,,Stimmt an im ächten 
Baversinn", für 4 Stim. u. Orch. 1819. 
Ms'. P. 

Schlettuer, Matteo, bekannt 
dnrch das 

Oratorio „Gedeone da Dio scelto per 
liberazione del popolo Ebreo, da Madianiti, 
e da altre infedeli Nazioni. Componi- 
mento sagro. Per musica di . . ." In- 
troduzione für 2 Corni, 2 Fl. 2 Ob. 2 V. 
Va. e B. Ms. A 348 in Dresd. Mus. qufol. 
P. starker Bd. Die Komposition lässt 
sich an die Grenzscheide des 18. — 19. Jhs. 
ansetzen ; der Bass ist nicht mehr beziff. 

Schleusingk, Joliaim Yaleii- 
tin, gab heraus: 

Musices choralis practicae meduUa. 
Colouiae Agrip. 1657 Metternich. 8". 
[B. B. 



Schleycl (Schlevden), Hans, ge- 
nannt „der blinde Hans von Zabern", 
daselbst von 1519 — 1552 Organist 
(Stadtarchiv Zabern), 

Scliliclit, Leviii Johann, geb. 
26. Okt. 1681 zu Calba (Kalbe in 
der Mark), gest. 7. Jan. 1723 zu 
Berlin, wo er Prediger an der St. 
Georgenkirche war. 

Winterfeld 3, 14 teilt das geistl. Lied 
„Ach mein Jesu sieh' ich trete'S 1710, 
1 voc. c. Bc, mit. 

Schlicht, Liulolf Ernst, geb. 
4. Nov. 1714 zu Brandenburg, gest. 
4. März 1769 in Herrnhut. Ein 
protestantischer Prediger, trat unter 
die Herrnhuter und zog im Lande 
umher. 

Er ist der Komponist der Melodie zu 
dem geistl. Liede: Dem heihgen Blut des 
Herrn (Zahn 5, 449, Abdruck der Melodie 
Nr. 2046). 

Schlick, Arnolt, ein blinder 
Organist an der Hofkapelle des 
Pfalzgrafen in Heidelberg um 
1511, soll nach Dlabacz ein Böhme 
sein. Ornitoparchus widmet ihm 
1517 das 4. Buch seines Mirologus 
und Yirdung greift ihn in seiner 
Musica getutscht 1511 in scharfer 
Weise wegen der Anwendung des 
Ausdruckes ^,per fictam miisicam 
spilen" au (siehe M. f. M. 1, 123). 
Schlick hat sowohl im Theoretischen 
als Praktischen zwei Werke her- 
ausgegeben, die ihn als tüchtigen 
Musiker kennzeichnen. In seinem 
Spiegel der Orgelmacher giebt er 
eine genaue Anleitung, wie eine 
Orgel zu bauen und einzurichten 
ist, spricht über das Material, die 
Aufstellung, über die Stimmung 
und viele andere technische und 
theoretische Gegenstände. In seiner 
Tabulatur auf Orgeln und Lauten 
zeigt er sich, besonders in den 
Orgelsätzen, als ein gediegener, 
kenntnisreicher und künstlerisch 
gebildeter Komponist. Wenn es 



Schlick, Arnolt. 



30 



ScHick, Joh. Konr. 



auch keine frei erfundenen Orgel- 
kompositionen sind, sondern für 
Orgel bearbeitete geistliche Ge- 
sangssätze, die er melodisch aus- 
schmückt und mit Verzierungen 
versieht, so zeigt sich in den 
Sätzen ein so edles Streben nach 
einem reinen Stile, verbunden mit 
geschmackvoller Kontrapunktik, 
dass er zu den Besten seiner Zeit 
gezählt werden kann. Sehr treffend 
und eingehend spricht sich A. G. 
Elfter in seiner Geschichte des 
Orgelspiels S. 97 aus. Beide oben 
erwähnten alten Drucke befinden 
sich im Neudruck in den M. f. M. 1. 
lieber den Spiegel der Orgelmacher 
finden sich umfangreiche Kom- 
mentare u. Yerbesserungen eben- 
dort Bd. 1, 205. 2, 165. 3, 117. 
8, 112. Siehe auch Bd. 26, 26. — 
Sein Sohn, mit gleichem Namen, 
den wir in den Tabulaturen kennen 
lernen, der auch Musiker gewesen 
zu sein scheint und im Vorworte 
einen Brief an den Vater richtet, 
ist bis jetzt nicht weiter bekannt. 
Das theoretische Werk, welches 
sich im Ms. (Mus. theoret. 4^. 57) 
auf der Kgl. Bibl. zu Berlin be- 
findet, wird ihm ohne jeglichen 
triftigen Beweis zugeschrieben 
(siehe M. f. M. 21, 192). Titel der 
beiden alten Drucke des Vaters 
Arnolt Schlick: 

Spiegel der Orgelmacher vfi Organisten 
. . . mit Titelbild. 40. Dem einzig be- 
kannten Exempl. fehlt am Ende das Bl. 
mit der Yeilagsfirma. Da das Privilegium 
auch das ^"erk von 1512 jnit inbegreift, 
so muss es auch von P. Schöffer verlegt 
sein. Da Virdung das Buch 1511 schon 
nennt, so ist 1511 die späteste Erschei- 
nungszeit desselben. [B. Wagener. 

Tabulaturen Etlicher Lobgesang vnd 
lidleia vff die orgeln vfi lauten . . . Ge- 
truckt zu Mentz durch Peter Schöffern. 
Uff sant Matheis abent. Ao. 1512. qu.4P. 
(Firma am Ende.) [B. B. B. Leipz. (In 
der Neuausgabe streiche man bei Nennung 
des Autors die Worte „des Jüngeren"). 



Im Bitter 1 Orgelsatz aus den Tabula- 
turen Nr. 59. 

Schlick, Franz Heinrich, Graf 
Ton, lebte zur Zeit der Kaiserin 
Elisabeth Christine (in Wien?), der 
er folgende Komposition widmete: 

Dialogo pastorale h 5 voci, da cantarsi 
nel giomo del . . . imperatrice regnante. 
Ms. 17 628. P. [Hofb.Wien. In Ms. 
17 624 eine Aria. In Dresd. Mus. 2 Arien 
(Ms. 756) f. Sopr. u. Alt mit Instr. P. 
qufol. 

Schlick, Johann Konrad, geb. 
um 1759 in Münster, gest. gegen 
1825 in Gotha. Beide Daten ohne 
Gewähr. Ein Violoncell -Virtuose, 
zuerst an der bischöfl. Kapelle in 
Münster, dann an der herzogl. in 
Gotha um 1776 angestellt. Er 
befand sich viel auf Konzertreisen 
und genoss einen grofsen Ruf. 
1785 verheiratete er sich mit 
der Violinvirtuosin Regina Strina 
Sacchi^ die 1764 in Mantua ge- 
boren, im Conservatorio della Pietä 
in Venedig ausgebildet war und 
nun mit ihr gemeinsame Konzert- 
reisen unternahm. Nur über die 
in den Jahren 1793—1800 ver- 
anstalteten Konzerte in Leipzig 
sind wir durch Dörffel's Geschichte 
der Gewaudhauskonzerte genauer 
unterrichtet (s. 194 ff.). Sie geben 
auch Kunde, dass Frau Regina 
auch eine gute Guitarrspielerin war. 
Die letzte Nachricht, welche die 
Lpz. Ztg. bringt, beti'ifft ein Kon- 
zert in Rom im Jahre 1809 (Ger- 
ber 1. 2). Von seinen Komposi- 
tionen sind nachweisbar: 

Trois Quatuors p. 2 V. A. et Ycl. 
oeuv. 2, hv. 1. 2. Gotha et St. Peters- 
bourg, Gerstenberg et Dittmar, in je 
4 Stb.' [B. Wagener. 

7 Sonaten f. Vcl. u. B. in Stb. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Sonata f. Mandoline u. B. nur- mit 
Schuck gez. [ib. 

1 Sonate für 2 Violonc. in Pleye^s 
Saralwk. Offenb., Andre. 

In B. B. ein Autogr. in P. 19 Bll: 
Concert f. Ycl. u. Orch. 



Schlick, Rudolph. 



31 



Schlupper. 



Iq Schwerin F: 2 Sonate in G. et in 
F. ä Violoncello c. Basso. Ms. 

Im Conserv. zu Mailand 8 u. 4 Sonate 
a YcUo. solo e B. Mss. 

Schlick, Rudolph, ein Medi- 
ziner, geb. in MeiTsen, Verfasser 
von: 

Exercitatio, qua musices origo prima, 
cultus antiquissimus, dignitas maxima, et 
emohmienta . . . Spirae 1588 typis B. 
Albiui. SO. 48 S. [B. B. Dresd. B. 
Wagener. Brüssel. Kopenhagen. "NVol- 
fenb. Oxford Bodl. 

Schlimhacli (Schlimmbach), GrC- 
org Christian Friedrich, geb. um 
1760 zu Ohrdruff, Schüler von dem 
dortigen Organisten Job. Bernhard 
Bach, verliefs aber 1782 seinen 
Geburtsort, wurde darauf Kantor 
und Organist in Prenzlau (Ü./M.j 
und ging Anfang des 1 9. Jhs. nach 
Berlin, wo er 1805 eine Schule 
für Gesang, Klavier u. Harmonie- 
lehre errichtete (Gerber 2. Lede- 
bur). Man kennt von ihm 

Ueber die Structur, Erhaltung und 
Stimmung der Orgel, nebst einer Dis- 
position derselben. Lpz. 1801 Br. & H. 
8". 40 und 300 S. 5 Taf. fB. B. Dresd. 
B. Lpz. B. M. Musikfr. Wien. Brüssel. 

— 2. Aufl. Ib. 1825. 80. 284 S. 
34 S. Vorwort, 5 Taf. 1 Bl. Noten. [B. 
Dresd. B. Lpz. 

— Neue Aufl. von C. E. Becker. Lpz. 
1843 ib. [ß. Lpz. 

Ueber des Abt Vogler's Umschaffung 
der Mai'ienorgel in Berlin. In der Ber- 
liner musikal. Ztg. 1805 Nr. 97. 99. 102. 

Ideen und Vorschläge zur Verbesse- 
rung des Kirchenmusikwesens. In ßei- 
chardfs musikal. Ztg. 1805 Nr. 59—103. 
— Einige Briefe über den Unterricht in 
der Musik, ebd. 1805 Nr. 13 — 17. — 
Luthers Denkmal, ebd. Nr. 67. — Be- 
merkungen über musikal. Kunstausdrücke, 
ebd. Nr. 68. — Auch im Jahrg. 1806 
finden sich noch mehrfach Artikel, die 
Ledebur einzeln aufzählt. 

Schlingiuann, Greorg, von 1693 
bis f 1725 Organist am Dome zu 
Hamburg (Ratsakten). 

Schlobas (Sclobas), Arnold, von 
1662 — 1681 Sangmeister an St. 
Walburge zu Audenarde; vorher 



an der Kirche St. Julien zu Ath 
(Dokumente im Straeten 1, 215), 
In der Kirche St. Walburge be- 
fanden sich 1734 noch Komposi- 
tionen von ihm. 

SchlÖ8-el[ius], Joseph, lebte im 
16. Jh. und befinden sich unter 
den defekten Mss. des Archivs der 
Pfarrkirche in Glashütte (Sachsen) 
einige Passionsmusiken von ilim. 

Schlöger,3Iathaeus, Hofklavier- 
meister am Ksl. Hofe in "Wien, 
t 1766 (Pohl 4, 111). 

Die Musikfr. in Wien besitzen ein Trio 
für 2 V. u. B. — In B. Darmst. 2 Sin- 
fonien in Cd. u. Gd. Ms. Stb. 

Schlözer, Karl von, geb. 28. 
Dez. 1780 zu Göttingen, gest. 13. 
Febr. 1859 zu Lübeck als Ksl. 
russischer Generalkonsul daselbst. 
Er trat auch als Komponist auf 
und führt Stiehl in seinem Lexikon 
Lieder, Gesänge und Klavierpiecen 
an. Nachweisbar sind: 

8 Oden von Klopstock f. 1 Singstimme 
mit Pfte. op. 9. Hbg., A. Crauz. [B. B. 

Schlosser, Xavier, gab 1760 
sein opus 1 heraus: 3 Klavier- 
partien. Xürnberg (Gerber 1). 

Schlüiuhach, Johann Julius, 

Organist an der Hauptkirche zu 
Windsheim. Er gab 1756 zu 
Nürnberg 3 Klaviersonaten und 
6 Mourki heraus und lebte noch 
1771 (Gerber 1). 

Schlüssing", . . . nach einer Sub- 
scriptiousiiste von 1783 Organist 
in Ebstorf im Lüneburgischen. 

Schlütter , F . . . (^ . . . , gab 
1792 heraus: 

Lieder mit Melodien nebst einigen 
Tänzen fürs Klavier (Gerber 2). 

Schlupper, Johann Heinrich 
Friedrich, geb. 3. Sept. 1764 ver- 
mutlich in "Wunsiedel, gest. 25. 
März 1813 ebd., Avar Stadtkantor 
und Lehrer am Lyceum in Wun- 
siedel (Zahn 5, 468). 

Derselbe spricht dort auch von einem 



Schmaltzing. 



32 



Schmelz, Simpertus. 



4stira. Choralbuche für den Chor der 
Stadt „Wonsiedel", welches er im März 
1805 schrieb. In demselben befinden sich 
lO'^vou ihm erfundene Melodien. Eine 
davon teilt Zahn unter 6034 mit. Bd. 6 
S. 560 teilt er den Titel des Ms., in 
seinem Besitze befindlich, mit: 213 Seiten 
in qu-l" mit 172 Gesängen. Aulserdem 
kennt man von ihm: 

20 Lieder zum Singen bei dem Ciavier 
oder Fortepiano. Leipzig c. 1793. qufol. 
jbr. Mus. Berlin K. H. 

Schmaltzin!^, Theophiliis, Kit- 

thingensis Fr.[ater], ist bekannt 
durch den Gelegenlieitsgesang: 

Proteleios Euehe . . . Witbergae 1566. 
5 Stbll. Text: Ut late serpunt 5 voc. 
[B. Bohn in Br. 

Schmalz, Jobaiiii Daniel, geb. 
um 1734, gest. 20. Febr. 1822 zu 
Berlin. Anfangs Klavierspieler in 
der Kapelle des Markgrafen Hein- 
rich in Berlin, wurde 1762 nach 
dessen Tode Organist an der fran- 
zösischen Kirche auf dem Gens- 
darmmarkte zu Berlin und 1772 
an der Garnisonkirche, 1818 pen- 
sioniert. Man nannte ihn all- 
gemein „den alten Schmalz". Er 
wurde 88 Jahr alt (Ledebur). 

Schmalz, Leopold Christian, 
gest. um 1771 in Berlin, war seit 
1748 Organist an der Garnison- 
kirche zu Berlin und auch ein 
tüchtiger Orgelbauer, der die Orgel 
in der französischen Kirche auf 
dem Gensdarmmarkte in Berlin 
vor 1757 gebaut haben soll (Le- 
debur). 

Schmasdehurg, Johann Anton, 
wird am 8. Nov. 1748 zum Kam- 
mermusikus an der kurf. Kapelle 
in Bonn ernannt (Thayer 1, 28). 

Schmeinberger, Anton, war 
um 1697 lustrumentist a/d. Hof- 
kapelle in Dresden mit 266 Thlr. 
Gehalt (Fürstenau 1, 111). 

Schmeltzel, Wolfgang, Samm- 
ler und Herausgeber der Quodlibets 
von 1544, geb. in Kemnat in der 
Oberpfalz im Anfange des 16. Jhs., 



war dann protestantischer Kantor 
in Amberg und verheiratet, ging 
heimlich von dannen, liefs seine 
Familie im Stich, verleugnete Frau 
und Kinder und wurde „papistischer 
Pf äff". Um 1540 war er Schul- 
meister bei den Schotten in Wien 
und führte daselbst Dramen, wahr- 
scheinlich mit Schlusschören, auf 
(Leipz. Ztg. 24, 236), machte dann 
den Feldzug gegen die Türken, 
wahrscheinlich als Kaplan, mit und 
war um 1556 Pfarrherr bei St. 
Lorenz auf dem Stein feld in Oester- 
reich (M. f. M. 13, 164. Metten- 
leiter 2, 155, der auch seine Werke 
verz.). An Kompositionen ist nichts 
von ihm bekannt, doch ist sein 
Verdienst die alten Quodlibets und 
einige alte deutsche Lieder ge- 
sammelt zu haben für uns Nach- 
kommen von grofsem Werte. Das 
Samlwk. ist in Eitner 1 genau be- 
schrieben und führt den Titel: 

Guter seltzamer vnd kunstreicher teut- 
scher Gesang, sonderlich etliche künst- 
liche QuodHbet, Schlacht (bei Pavia) vnd 
dergleicheu mit 4 oder 5 stimmen . . . 
1544. Am Ende: Nürnberg, durch Jo. 
Petreium. 1544. 4 Stb. qu4". 25 Ge- 
sänge, dabei 12 Quodlibets. [B. B. B. M. 
B. Jena C. def. A. B. Proske: C br. 
Mus. Basel 4 Stb. 

Das Vorwort abgedr. in M. f. M. 3, 201 
und der gröfste Teil der Tonsätze in Part, 
in Eitner: Deutsches Lied B. 1. Schmeltzel 
bez. sich dort als Bürger in AVien. 

Schmelz, Philipp, ein am Ende 
des 18. Jhs. lebender Komponist, 
gab nach Gerber 2 heraus: 

Krämers hundert neue Schulgesänge, 
nebst einigen Bemerkungen über den 
Schulgesang und einem Anhange. Mit 
Melodien versehen von . . . Salzburg 1800. 
8''. — In den Melodien zu den Rhapsodien 
aus den Norischen Alpen, Landshut 1805, 
ist er auch vertreten. [B. Kgsbg. Nr. 360. 

Schmelz, E. P. Simpertus, gab 

heraus : 

Fundamenta musica cantus artificialis, 
das ist, musicalisch Regulär gestelltes, 
zwey theilig- figural- und choralkünst- 



Schmelzer, Ant. Andr. 



33 



Schmelzer. Joh. Heinr. 



liches Sing-Fuadament: für alle 4 stimmen, 
Disc. A. T. u. B. . . Herausgeg. von . . . 
Yrrsee 1752 freves Keichs-Stifft und 
Gottes -Haitis. qii40. 4 Bll. u. 56 Seit, 
mit zahlreichen Istini. Beisp. Einige Aus- 
züge in M. f. M. 11, 85. [B. B. Proske. 
MÜsikfr. Wien. Brüssel, br. Mus. Ein- 
siedeln. 

Schmelzer(Schmeltzer)abEhren- 
rueff, Anton Andreas (auch um- 
gekehrt gestellt), Sohn des Joh. 
Heinrich, war Violinist an der Ksl. 
Hofkapelle in Wien vom 1. Jan. 
1671 bis zu seinem Tode im Dez. 
1700 mit 45 Gld. jährlich (?) Ge- 
halt. Er schrieb zu den Opern, 
die auf der Hofbühne gegeben 
wurden, wie sein Vater einstmals, 
zahlreiche Balletmusik, besonders 
zu den seit 1681 aufgeführten Opern 
Draghi's (Koch ei 1. Köchel 2 giebt 
im Opernverz. nähere Angaben). 

Vieles davon befindet sich im Ms. in 
der Hofb. Wien und zwar in den Mss. 16588: 
Arien zue den Baletten, welche a/d. K. K. 
Maj. Leopoldi des 1. Hoff, vom 15. Nov. 
1680 bis auf den Fasching 1685 gehalten 
worden. 1. Buch. — Ms. 16028 die Tänze 
zu Draghi's La Eosaura. — Ms. 16036 zu 
dessen La patienza. Ebenso Ms. 16845. 
16849. 16853. 16862 u. 63. 18835 bis 
18944, siehe den Kat. 

Schmelzer(Schmeltzer) abEhren- 
ruelf, Johann Heinrich, geb. um 
1630, gest. im Juni 1680 in Wien. 
Instrumentist a/d. Ksl. Hofkapelle 
in Wien vom 1. Okt. 1649—1670 
mit 50 Gld. Gehalt; begleitete den 
Kaiser als Hofmusikus nach Prag 
und zur Kröning nach Frankfurt 
a/M. Am 1. Jan. 1671 wurde er 
Vice-Kapellmeister mit 1080 Gld. 
und den 1. Okt. 1679 Kapellmeister. 
Er schrieb von 1672 ab bis zu 
seinem Tode die Balletmusik zu 
den auf der Hofbühue aufgeführ- 
ten Opern, besonders zu denen 
von Draghi (siehe im Köchel 2 das 
Opernverz. Im Köchel 1 obige 
Daten). An Druckwerken sind fol- 
gende bekannt: 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Sacro - prof anus concentus musicus fi- 
dium aliorumquo instrumentoram . . . 
Noribg. 1662 Mich. Endter. 9 Stb. kl. 
fol., enthält 13 Sonaten. [Hofb. Wien 
fehlt pars IV. Paris Nat. Upsala: 2 V. 
4 Viole, 2 Trombe, Org. 

Sonatae unarum fidium, seu a Violino 
solo; (c. Bc. pro Clavic.) Norimbergae 
(1663/64) Mich. Endter. qufol. 40 S. 
[B. Wagener. Hofb. Wien. 

Duodena selectarum Sonatarum appli- 
cata ad usum tarn honesti fori quam de- 
voti chori. Ab aufhöre . . . Norimbg. 
1669 ib. 4 Stb. fol. [B. Kassel. 

Arie per il Balletto U Cavallo nella 
festa . . . Leopoldo I. Vienna 1667 Matteo 
Cosmerovio. P. fol. 6 Bll. (siehe La 
Contesa von Sbarra). Enth. 1 sechsstim. 
Corrente, 1 siebenstini. Giga, 1 sechsst. 
Follia, 1 fünf st. Allem ande und 1 sechsst. 
Sarabanda für 2 Clarini e Violini, oder 
Trompeten und Paucken in P. [B. Br. 
B. M. Wolfeub. B. Zw. Salzburg. Hofb. 
Wien. B. Hbg. Florenz inlcoinpl. br. 
Mus. Bologna. 

Ifi Manuscriptcn. 

In der Hofb. Wien in Mss. 17329: 
Vesperae bre\issimae de beatissima Vir- 
gine ... 4 V. 2 V. 2 Tromboni in conc. 
und Eipieninstr. Enth. 8 Psalmen, 1 Cau- 
ticum und 1 Magnific. 1742—1744 gez. 

— Ms. 17 328: Compieta a 4 voci, 2 V. 
2 Tromb. u. Eiepienstim. 7 Gesge. — 
Ms. 16915: Le meniorie dolorosa, 1678 
gez. mit 2 Gesgen. von Kaiser Leopold I. 

— Ms. 16913: Serenata, Le veglie osse- 
quiose, 1679. — Ms. 16583: Arien zu 
den Balletten, die in Wien vom 16/2 1665 
bis 23/2 1667 gesungen wurden. 2 voll. 

— Ms. 16883: Stärcke der Lieb. Bey dem 
big. Grab in Ihrer Mayestätt Frauen 
Frauen Maria Antonia . . . 1677 und Ms. 
18572, 2. — Ms. 18898: Die fsieben Alter 
stimben zu fsamben anwintschent dem 
geburtlstag Ihro Durclüeicht der Ertz- 
herzogin Maria Antonia in einem vorbilt 
der fsonnen. 1680 18/1. Opus dramati- 
cum. P. Die übrigen im Kat. verz. Nrn. 
sind Balletmusik zu Opern von Draghi u. a. 

Sonata a 5. Ms. [B. K. 
In B. Upsala: 3 Motetten f. Singst, u. 
Instr. in Tabulaturpart. und Stb. und 

— 13 Souate a 2 stroin. Viol. Viol. di 
Gamba, Bc. 8. Juli 1672. Fol. 

— 19 Sonate ä 2, ebenso. 1677. 

— Sonate ä 7. — ä 5. — ä 4. — ä 2, 
zusammen 14 Stück. 

— Harmonia a 5. 

— 4 Sonatine ä 2 und k 4, Violini e 
Bc. 40. 



Schmelzer, Peter Clemens. 



34 



Schmidli. 



— Sonata ä 7: 2 Cor. 2 Clariui, 3 
Tromboni. Tabulatur-Part. 

— Intrata con Trez a Yiennese (Nr. 9) 
ä 4 Instr. 4«. 

— Sarab. vai'iata. V. solo c. B. o 
Cemb. 40. 

— Sonata, Allem. Cour, a V.solo c. 
Bc. 40. 

— Aria, Gique, La Galline, Gique, Y. 
solo, Bc. 40. 

— Sonata ä 4 Yiole c. Bc. 1667. 4". 

Schmelzer, Peter Clemens, 

Violinist an der Hofkapelle in 
AYien vom 1. Aug. 1692 bis zuüi 
30. Juni 1740, wird pensioniert 
und St. 20. Sept. 1746, 74 Jahr 
alt. Von 1712 ab betrug sein Ge- 
halt jührl. 540 Gld. (Köchel 1). 

Sclimerl>aiicli, Gottlob Heiu- 
ricli, geb. 12. Febr. 1715 zu Gom- 
mern (Magdeburg), gest. 22. Juni 
1782 zu Luckau, wo er seit 1753 
Rektor an der Schule war. 

Gerber 2 verz. von ihm die Einladungs- 
schrift: Proiusio I. de organis und Pro- 
lusio U. de organis hydraulicis, gedr. 1770. 

Schmertzliaffter 

Lieb und Creutz-Weeg | Welchen Auf! 
Erden zum Eud seines Lebens | . . . Nem- 
lich I der Aufs Lieb der Menschheit ein- 
verleibte Gott Christus Jesus, | Als Er 
durch ein liägliohen Todt, auff dem | 
Calvari-Berg am Creutz erwöblet | zu- 
sterbeu. | Glatz, druckts Audreas Pega 
1682. kl. 8". 671 S. mit Melod. u. Bc. 
Die Melodien sind recht innig, [besafs 
einst Dr. 0. Lindner in Berlin. 

Sclimetzer, Georg, geb. zu 
Augsburg, gest. 1701 oder 1702 
ebd. Schüler Kriegsdorf er's, ging 
darauf auf Reisen und war dann 
von 1676 oder 1677 — 1697 Kantor 
und Praeceptor an der Schule St. 
Anna in Augsburg (Ratsakten). 
Mattheson 1, 235 giebt obiges 
Todesdatum (Gerber 1). Von seinen 
Kompositionen sind bekannt: 

Motetae seu Cantiones 2, 3, 4, 5, 6, 
7, 8 et 9 voc. c. Bc. Aug. Yind. 1671 
Andreas Erfurt. 20 Mot. [B.B: C 1. 2. 
A. T. Yiol. 1. 2. Bc. 

Sacri concent. latin.-german. 5 — 17 
vocum. op. 2. Aug. Yind. 1689 Kopp- 
maier. 18 Stb. [B. B. 



Fahr hin du Schatten dieser Zeit, 4stira. 
Part. 2 Bll. Ein Trauergesang auf Frau 
Jacobina Hentschlin. Gedruckt zu Augs- 
purg bei Schöuigk. (Zusammen mit Joh. 
Fischer.) [B. Zw. 

Ms. 2964 in B. B. Bl. 15, Part, von 
Pölchau: Magnus est Dominus. 

Ms. in Upsala: 5 Motetten, 1 Messe, 
1 Miserere f. Singst, und Instrum., teils 
in Tabulaturpart., teils in Stb. 

Ms. in Paris Nat. 16 Motetten aus 
obigem Diiicke von 1671 in P. 

Scliuiid, Schmied^ Schmidt, 
Schmit und Schmitt stehen alle 
uutcr Schmidt, alphabetisch nach 
den A^oruaraen geordnet. 

Schmidbauer, Franz Anton, 
Gambist an der Hofkapelle in AVien 
mit 60 Gld. monatl. vom 1. Jan. 
1707 bis t 1. Dez. 1737, 48 Jahr 
alt (Köchel 1). 

Sclimidbaur, Johann Georg;, 
1715 Kautor an der Hofkapelle in 
Stuttgart mit Summa 257 Gld. Ge- 
halt. 1725 wird er Choralist ge- 
nannt (Sittard 2, 91. 120). 

Im Archiv zu Göttweih befindet sich 
ein Ave regina im Ms. P. Welchem Seh. 
dies angehört, ist zweifelhaft. 

Schmidbauer, Karl, Garabist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
45 Gld. monatl. von 1682 bis 1. 
Okt. 1711; wird pensioniert und 
t 29. März 1714, 53 Jahr alt 
(Köchel 1). 

Schmideke, siel.e Schmidlein. 

Schmidg-eu, ... Violinist in 
Diensten des Grafen Amade in 
Wien um 1808 (Thajer 3, 47). 

Schmidlein (Schmideke), Cajus, 
wird 1585 an der neuen grofsen 
Orgel der Marienkirche in Danzig 
als Organist angestellt und f 1611 
(Döring 200). 

Schmidli, ... um 1701 Pastor 
zu Stallikon (Schweiz), gab in 
diesem Jahre die Psalmen Lob- 
wasser's in der Lesart des Pastor 
Hardmeyer's mit mehrstimmigen 
Tonsätzen heraus (G. Becker 1, 
140). 



Schmidliu, Joliacu I. 



35 



Schmidliu, Jobannes IL 



Sclimidliii, Joh.aiin I., um 

1605 Instrumentist an der Hof- 
kapelle in Stuttgart (Sittard 2, 33). 
Das Dienerbuch verz. p. 210 einen 
SchmidUn als Hof Organisten in 
Stuttgart, der eines Predigers Sohn 
war und Dr. der Medizin. Er 
starb 1691. 

Schmidliu (Schraidli), Jolianiies 
II., geb. 22. Mai 1722 zu Zürich, 
gest. 5. Nov. 1772 zu Wetzikon. 
1736 wurde er Alumnus, trat 1743 
ins geistliche Ministerium, wurde 
1744 Tikar, um 1752 Pfarr-Yikar 
in Dietlikou und 1754 Pfarrer zu 
AYetzikon. Er war geistlicher 
Liederdichter und Komponist, der 
in der Schweiz ein grofses An- 
sehen genoss (Musikal. Neujahrs- 
geschenke, Zürich 1857, S. 14. 
Koch 6, 115 fügt noch hinzu, dass 
er auch neben Wetzikon in der Ge- 
meinde Seegräben amtierte. Georg 
Becker 1, 136). Seine AYerke sind 
sehr zahlreich, teils gesammelte, 
teils eigen gedichtete und kom- 
ponierte. Nachweisbar sind fol- 
gende (in Zürich wird sich Vieles 
vorfinden, doch konnte ich kein 
Verz. erlangen): 

Singendes und Spielendes Vergnügen 
reiner Andaclit, oder geistreiche Gesänge, 
nach der "Walil des Besten gesammelt . . . 
Zürich 1752 BürgkH. 8^. 608 S. mit 
203 Nrn., meist dreistimmig gesetzt, da- 
bei auch einstim. mit Bc, siehe Näheres 
bei Zahn 6, 338. Diese erste Ausg. be- 
sitzt Zahn und einst der Antifjuar Rosen- 
thal in München. 

— 2. Aufl. Ib. 1758. SO, vermehrt 
auf 259 Lieder. [B. Zahn. Musil^fr.Wieu. 

— Dazu erschienen „Geistliche Lieder 
als Anhang zu dem Singenden u. Spiel. 
Vergnüg.'^ Zürich 1758. 8». 85 Melo- 
dien zu 3 u. 4 Stirn, und 59 einstim. 
[ br. Mus. 

— 3. AufL Ib. 1767. 8». 944 S. 
stimmt mit der 2ten überein. [B. M. 
br. Mus. 

— 4. Aufl. Ib. 1777. 80. 221 und 
259 Lied, [besafs einst Dr. 0. Lindner. 
EinsiedeLa, 



— Eine 5. von 1792 ib. gr. S". 3 Ell. 
941 S. 488 Lied. [B. Lpz. 

Hymni oder Lob -Gesänge auf Gott. 
Zu 3 u. 4 St. . . samt einem Gb. Zürich 
1758 David Gefsner. 5 Stb. gr. fol. [B. M. 
Hofb. Wien. br. Mus. (Siehe auch 1761 
Hymnus, viell. dasselbe Werk.) 

Musical.-Wöcheutl. Vergnügungen, be- 
stehend in geistlichen Gedichten zu 2 Cant.- 
Stim. u. Generalb. mit untermengten Soli. 

1. Jahr-Theil 1758. 52 Stück 215 S. 

2. Jahr-Theil 1759. 52 Stück 211 S. 

3. u. letzter Jahr-Theil 1760. 52 Nrn. 
Zürich, Bürgkli. gr. 4". [B. B. ß. M. 
Hofb. Wien 1. u. 2. Jahrg. Einsiedeln 
1—3. br.Mus.? 

— 2. verbesserte Aufl. Ib. 1762. 
3 voll. 4*^. Stimmen gegen- und unter- 
einander. [B. B. 

Herrn Prof. Gellerts geistliche Oden 
und Lieder in Music gesetzt von . . . 
Zürich 1761 Bürgkh. 4". 162 S. mit 
mehrstim. Gesgeu. [B. B. B. Wagener. 
Hofb. Wien. br. Mus. Bologna. 

Hymnus od. Lobgesg. auf die Allmacht 
. . . Gottes. Part. Zürich 1761 Bürgkli. 
40. [B. B. Einsiedehi. br. Mus. (Vergl. 
Hymni 1750.) 

Die Tages - Zeiten in 4 Cantaten v. 
Zachariae. Part. ib. 1762. 4«. [B. B. 
Einsiedeln, br. Mus. 

100 geistl. Lieder (f. 2 C. u. bez. B.). 
Zürich 1764 Bürgkli. 8". 324 S. [B. M. 
br. Mus. Einsiedeln. 

Herrn Hofprediger Cramers geistl. Oden 
u. Lieder ... ib. 1767. 4". [B. B. 
Schwerin F. br. Mus. 

Schweizerlieder mit Melodieen. Bern 
1769 Abr. Wagner. Veriegts Lud. Walt- 
hard. 4''. Vorbericht von Schm. datiert: 
Wezikon 2/3 1769. 79 S. 2 u. 3 st. 
Lied., die Texte von Lavater. [B. B. B. 
Kgsbg. mit 1770 gez. B. M. ebenfalls 
von 1770. 40, ohne Autornamen. br. 
Mus. s. a. 

— Zürich 1786 Bürkli, 3. verra. Aufl. 
[B. B.] 4. verm. Aufl. Ib. 1796. [br. Mus. 

Musikalisch- wöchentl.Ergetzungeu, best, 
in geistl. Liedern zu 2 Cantstim. u. einem 
Generalbass. Zürich 1773 Bürgkli. 4". 
[B. B. br. Mus. 

Die B. B. besitzt noch einen Druck 
von 1806, betitelt: Geistl. Lieder mit Choral- 
melodieu zum allgemeinen Gebraucb, Zü- 
rich, Bürkli. dp. Obgleich dasselbe obigen 
Namen trägt, bedarf es doch der Unter- 
suchung, ob Schm. auch der Verfasser ist. 

In Christmann und Knecht's Choral- 
melodien zum Orgelspielen 1799, 1 Melod. 
von Seh. 

3* 



Schmidt. 



36 



Scliniid, Bernhard. 



Schmidt (Schmicl,Schmit,Schmitt, 
Schraiedt) sind nach den Yornamen 
alphabetisch geordnet. 

Schmidt, Alexander, Vokal- 
imd Instrumental-Musikus, trat am 
26. Jan. 1663 in herzgl. Braun- 
schweigsche Dienste mit 100 Thh\ 
Gehalt, 15 Thlr. Miethe und freiem 
Tisch (Chrysander 1, 183). 

Schmid, Andre, 

bekannt durch 6 Lieder mit Begleitung 
des Pfte. Augsbg., Andr. Böhm. 15 S. 
[ß. M. 

Schmid, Andreas, in Nores- 
heim Cav. (?), 

bekannt durch Variationen für Kla\aer. 
[B. M. 

Schmid, Anton I., war im 

18. Jh. zu Dillmgen Stadtpfarr- 
Organist u. Musiklehrer am Gym- 
nasium wie Seminar und gab 
heraus : 

Scala-Partitura. Ein kurzer und leicht- 
faislicher Unterricht die Partitur richtig 
zu spielen, von . . . Augsburg, Andr. 
Böhm. 4". 51 S-, Porträt, Text und 
Musik im Stich. [B. B. 

Schmid, Anton II., ein ge- 
borener Baier, wurde 1772 Chor- 
direktor an der Frauenkirche in 
München. Er zeichnete sich auch 
als Sänger und Gesanglehrer aus. 

Fetis verz. von ihm 3 Messen, 1 Offer- 
torium, 1 Dies irae, 1 Requiem und 1 
Trauergesang für Chor und Orch., die 
alle in Augsburg bei Böhm erschienen 
sein soUeu. 

Schmidt, Balthasar, Organist 
an der Hospitalkirche in Nürnberg, 
begann um 1726 seine eigenen 
Kompositionen nebst denen ande- 
rer in Kupfer zu stechen und im 
eigenen Verlage herauszugeben nnd 
zu vertreiben. Da seine Wittwe 
schon 1750 das Geschäft leitete 
und sich als Firma zeichnet, so 
ist die Angabe Gerber 1, dass er 
noch 1773 lebte, falsch. Gerber 1 
verz. eine Anzahl eigener Kompo- 
sitionen. Nachweisbar sind 

Ein Dutzend auf das Ciavier gesetzte 



Menuetten. Nürnbg. (1728 nach Ger- 
ber 1) B. Schmidt. [B. Lpz. 

Menuet et Sarabande p. clavec. Nurem- 
berg chez l'auteur. [Brüssel Cons. 

Ciavier Uebung, bestehend in einem 
Andante, Allegro, Siciliana, Menuet, Trio. 
Nürnbg. qufol. 5 BlI. [B. Wagener. 
In B. Lpz. eine Ausg. 1.— 6. Heft 1783. 

— In Schwerin F. ein Exempl. des 
2. Heftes mit dem Titel: Clavier-Uebuug, 
best, in einer Capriccio, Saraband, Me- 
nuett, herausgeg. von B. Seh ... in Nürn- 
berg Anno 1735 Nr. 2. qufol. 

Nürnbergische alte und neue Kirchen- 
Lieder, welche für das Ciavier nach ihren 
gewöhnlichen Melodien mit bezieforte Bafs, 
zum Gebrauch . . . von Balth. Seh . . . Or- 
ganisten in Nrnbg. 1748. quS». 208 S. 
170 Choräle. [Strafsbg. i/Els. B. Wage- 
ner. Bibl. Zahn. br. Mus. 

— 2. vermehrte Aufl. Nürnbg. 1773 
J. Mich. Schmidt. qu40. 234 u. 16 S. 
[B. M. br. Mus. 

Zwölff Menuetten mit Abwechselungen, 
welche nach der leichtesten und neuesten 
Art in Berlin vors Ciavier gesezet und in 
Nürnberg von Balthasar Schmidts seelig. 
Wittib gedruckt xxxx. [besafs einst 
Schletterer. 

Sinfonie in Dd. f. 2 V. A. B. 2 Fl. 
2 Ob. 2 Hörn. Ms. in Stb. [Brüssel Cons. 

In B. Lübeck im Ms. Samlbd. von Ge- 
sangs- und Klavierstücken. 

Schmidt, Bartholomaeiis, um 

1756 Bassist an der Hofkapelle in 
Wien, mit monatl. 12 Gld. Gehalt 
(Köchel 1). 

Schmid, Bernhard (der Aeltere), 
war nach Aufhebung des Interims 
in Strafsburg i/Els. der erste Or- 
ganist an der Thomaskirche von 
1560—1564 (Lobstein 59). Fetis 
fügt dem bei, dass er dann an den 
Strafsburger Münster als Organist 
kam. Auf den Titeln seiner bei- 
den Orgel tabu! aturen von 1577 
nennt er sich Bürger und Organist 
zu Strafsburg. Fotis schreibt das 
Orgelbuch von 1607 ihm fälsch- 
lich zu, während es von seinem 
Sohne ist, der ebenso hiefs wie 
der Yater. Obige Angabe von 
Fetis, dass der Vater von der 
Thomaskirche nach dem Münster 



Schmid, Bernhard. 



37 



Schmid, Chrstff. Nik. 



kam, bestätigt sein Sohn in der 
Dedicat. zu seinem Orgelbuche 
nebst der Angabe, dass er 1607 
ein Verstorbener ist. Dies muss 
in der Zeit um 1592 geschehen 
sein, da Lobstein den Sohn bis 
„c. 1592'' an St. Tiiomas verz. und 
von da ab am ilünster. In der 
Strafsburger Chronik von Künast 
S. 377 (Bull. Non. bist. T. XVI) 
ist die Unterschrift zu Schmid 's 
Porträt mitgeteilt, weiche lautet: 
„Bin H. Bernhard Schmiden, vor- 
maligen Organisten und E. E. Raths 
alten beysitzers" . . . Unter seinem 
Wappen steht geschrieben: „Qui 
non amat musicara | Plag S. Veits- 
tanz und podagram.'' Adelung 
(Forts. Jöcher's Gelehrten Lex.), 
Gerber 2 und alle späteren führen 
ihn unter dem Namen Bernliard 
Fabricius an und sein Orgelbuch 
mit lateinischem Titel 1577 und 
1677. Nach Grandidier's Alsat. 
litt. p. 459 wird sein Tod 1592 
in Strafsburg angezeigt. Der Titel 
zu seinen Orgelbüchern lautet: 

Zwey Bücher einer neuen künstlichen 
Tahulatur auff Orgeln vnd Instrumenten 
(d. h. Klavierinstrum.), deren das Erste 
aufserlesene Moteteu vnd Stuck zu sechs, 
fünft vnd vier Stimmen, aufs den kunst- 
reichsten vnd weitberürabtesten Musicis 
vnd Componisten diser vnser zeit ab- 
gesetzt. Dan ander allerley schöne 
teutsche, italienische, frantzösische, geist- 
liche vnd weltliche Lieder mit füuff vnd 
vier Stimmen, Passamezzo, Galliardo vnd 
Täntze in sich begreifft . . . Gedr. zu 
StraJsburg 1577 bei Beruh. Jobin. fol. 
4 BU. 23^2 Bog. mit dem Portr.; das 
1. Buch besteht aus 52 Bll. und das 2te 
aus 46 Bll. Beide Bücher enthalten 13 
Autornamen, die im Wolfenbüttler Kata- 
loge S. 223 verz. sind. [B. B. B. Lpz. 
B. M. B. Wagener. Proske. Wolfenb. 
Paris ilazarin. Stadtbibl. Grenoble. In 
der Dombibl. zu Magdeburg eine hds. 
Part, in moderner Notenschrift von A. G. 
Bitter hergestellt. 

lu neuen Ausg. mehi'ere Piecen (Eit- 
ner 2) und im Ritter ein Orgelsatz 
Nr. 65. 



Schmid, Beriiliarcl der Jüngere, 
Sohn des Aelteren, wie er selbst 
angiebt, folgte seinem Vater 1564 
als Organist an St. Thomas in 
Strafsburg i/Els. bis 1592 und kam 
dann als Organist an den Strafs- 
burger Münster. Auch er nennt 
sich Bürger von Strafsburg. Lob- 
stein 59 bestätigt nur die erstere 
Anstellung, die 2te das folgende 
Druckwerk: 

Tabulatur Buch von allerhand auss- 
erlesenen, schönen, liebliehen Praeludijs, 
Toccaten, Motteten, Canzonetten, Madri- 
galien vnnd Fugen von 4. 5. vnd 6. Stim- 
men : dessgleichen künstlichen Passomezen 
vnd Gagliarden. So von den bertihmbte- 
sten vnd besten Componisten vnd Orga- 
nisten, deutsch vnd welscher Landen 
componirt worden. Auff Orgeln vnd In- 
strumenten (Klavierinstrum.) zugebrauchen 
. . . Strafsburg 1607 in Verlegg. Lazari 
Zetzners. fol. 6 Bll. u. 114 Bll. 28 Kom- 
ponisten sind genannt, siehe Kat. TVolfen- 
büttel p. 224. [B. B. B. M. Heilbronn. 
Strafsburg i/Els. "Wolfenb. B. Wagener. 
Prag. Paris Nat. 

Eine Gagliarde in neuer Ausg. (Eitner 2) 

Sclimid, Bernhard, ein Musiker 
des 18. Jhs., von dem die Kgl. Musi- 
kalien -Samlg. in Dresden besitzt: 

6 Senates pour le Clavecin avec acc. 
d'un V. oeuv. 3. A la Haye, chez B. 
Hummel, fol. 

Schmidt, Bernhard, s. Smith, 

genannt Father Smith. 

Schmid, Christian Ernst, ein 

Magister und zuletzt Superinten- 
dent, geb. 14. Mai 1715 zu Ra- 
ben au bei Dresden, starb Anfang 
1787 zu Merseburg, wo er seit 
1771 Superintendent war (Gerber 
2, der ihn aber Schmidt schreibt). 
Er gab heraus: 

De ritu cantandi per noctes dienim 
festorum apud Hebraeos, ad Jes. XXX, 
29. Lipsiae 1738. 40. 16 S. [B. Lpz. 

Schmidt, Christian Heinrich, 

Chronologie des deutschen Theaters. 
1776. S**. Näheres mir unbekannt. [Dresd. 
Mus. 

Schmid, Christoff Nikolaus, 

um 1671 Violdigambist in Eise- 



Schmitt, E . . . J 



38 



Schmidt, Jakob. 



nach, nach einem Stammbuchbl. 
(Yiertelj. 8, 501). 

Schmitt, E . . . J . . ., starb um 
1819 zu Frankfurt a/M., wo er 
seit 1811 Kapellmeister am Theater 
war (Leipz. Ztg. 13, 354. 21, 26). 

Schmidt, Ferdinand, gest. 11. 
Aug. 1756, 62 Jahr alt in Wien. 
Er war anfänglich Chordirektor 
(Eegens-Chori) an St. Dorothee und 
bei den Augustinern in Wien rait 
24 Gld. Gehalt (monatlich?) und 
wurde später Kapellmeister am 
Dome (Stephanskirche). Auf seinem 
Eequiem liest man: Kapelhneister 
„della Madonna di S. Steffano". 
Er war ein fruchtbarer Kirchen- 
komponist und sollen sich viele 
seiner Kompositionen in geistl. 
Stiften in Oesterreich erhalten 
haben (Pohl 3, 49). 

Nachweisbar sind in Mss. in der Bibl. 
der Musikfr. in Wien: 1 Eequiem, 3 Li- 
taniae lauretanae 4 voc. c. instnini. Stb. 

Im Stifte Göttweih mehrere Eequiem. 

Im Stifte Klosterneuburg: 2 Salve re- 
giua, 2 Alma und 5 Eegina coeli. 

In Hof b. Wien, Ms. 19278: Litania 
lauretana del ... 4 voc. c. ström. P. 

Schmidt, F . . . L . . ., gab heraus : 

Älmanach fürs Theater. Hamburg 
1809. [B. B. 

Schmidt, Franz, geb. 20. Dez. 
1766 zu Dresden, gest. 18. Mai 
1842 ebd., Schüler des Fagottisten 
Braun, seit 1785 an der Hofkapelle 
in Dresden angestellt. 1813 be- 
trug sein Gehalt 600 Thlr. (Für- 
stenau 1, 171. 178). 

Schmid, Georg, lebte 1641/43 
zu Eedwitz und ist der Schreiber des 

Ms. Z97 der B. B., welches allerlei 
geistliche Lieder von verschiedeneu Kom- 
ponisten enthält. Der Pai-titurband in 4" 
von 718 Seit, umfasst 200 mehrstim. Ge- 
sänge. Einige ohne Autorbez., bei man- 
chen ist der Dichter genannt, das vor- 
handene Eegister ist sehr sorgsam an- 
gefertigt. Enthalten sind Melch. Vulpius' 
Geistl. Gesangbuch von Nr. 8—153. Dar- 
auf folgt Melch. Franck's Christi. Gesäug, 



Nr. 154 — 164, dann dessen Andächtige 
Betrachtung des bittern Leydens u. Ster- 
bens . . ., 2 Nrn., hierauf 1 Satz von 
Dilliger, sowie Nr. 168—179 von Dil- 
liger und 1 von Jacobi Finetti. Von 
Nr. 180 — 200 geistl. Lieder, einige von 
Calvisius, Dilliger u. Melch. Franck, die 
übrigen anonym. Georg Schmid war ent- 
weder selbst Musiker oder ein musik- 
gebildeter Dilettant. 

Schmidt, Oeorg, 

bekannt durch 3 Fugen für das Pfte., 
op. 3. AYien, Cappi. qufol. 8 S. [Hofb. 
Wien. 

Schmid, Giovanni (Roma), liest 
man im Kat. Otto Kade's der Grofs- 
herzgl. Schweriner Fürstenbibl. 

Dort ist eine Sinfonia F J{ (Fdur) ä 2 V. 
2 Ob. 2 Cor. Va. e B. Ms. Stb. angezeigt. 

Schmidt, Hans, dient von 1585 
an der kurf. Kapelle zu Berlin als 
Sänger (Friedländer). Schneider 21 
verz. um 1603 einen Sänger 
gleichen Namens in Berlin mit 
131 Thlr. Gehalt. Fürstenau 1, 39 
verz. um 1606 einen Instrumen- 
tisten gleichen Namens mit 150 
Gld. Gehalt. Ob dies derselbe ist, 
bedarf noch des Beweises, den 
Jahreszahlen nach würde es passen, 
und dass aus einem Sänger ein 
Insti'umentist wird ist nichts Un- 
gewöhnliches. 

Schmidt, Hendrik Carel, trat 
1781 als Adjunkt des Organisten- 
postens an der Hofkapelle im Haag 
und bekleidete ihn dann von 1783 
bis 1796 in fester Anstellung 
(Bouwst. 2, 165). 

Sehmied, Hermann, von 1634 
bis 1640 Organist an St. Blasius 
in Miihlhausen i/Th. (Spitta 1, 331). 

Schmidt, Jakob; Döring 45 u. 
78 kennt ein Gelegenheitsgedicht, 
in dem er „Musicus aus der Waag" 
genannt wird; seine Geburtsstadt 
bez. er mit Elbing, wo er auch 
nach 1642 starb, dass er aber in 
der herzgl. Kapelle um 1622 in 
Königsberg diente, ist aus Winter- 
feid 2, 103 entnommen und bis 



Schmidt, Jakob. 



39 



Schmidt, Joh. Chrstph. 



7 I 



jetzt nicht zu beweisen. Nach 
einer Eingabe an den Kurfürsten 
Ton Brandenburg vom Jahre 1621, 
diente er demselben schon seit 
20 Jahren, er muss demnach 1601 
in Berlin Hofmusikus geworden 
sein. Noch 1620 nennt er sich auf 
Zaugius' nachgelassenen „Lustige 
deutsche Lieder", die er heraus- 
gab, „kurf. brandenburg. Musicus". 
Li der Zwischenzeit nach Zaugius' 
Tode und "Wilh. Brade's Anstellung 
als Kapellmeister war er inter- 
mistischer Direktor der Kapelle 
und als Ende 1620 Brade starb 
wurde er zum Kapellmeister er 
nannt, doch betrug sein Gehalt 
nur 200 Thlr., während Brade 500 
erhalten hatte. Er petitionierte 
beim Kurfürsten und verlangte 
900 Thlr., da ihm die nicht ge- 
währt wurden, ging er ab. Fried- 
länder sagt: 1621 Kapellmeister, 
hat die Stadt verlassen, und Döring 
schreibt, bald darauf ging er in 
seine Vaterstadt Elbing. Da Win- 
terfeld und Döring das Jahr 1622 
nennen, in dem er Kapellmeister 
in Königsberg gewesen sein soll, 
so wäre doch diese Angabe nicht 
ganz von der Hand zu weisen. 
Noch sei erwähnt, dass ihn Schnei- 
der p. 29 im Jahre 1612 u. 1618 
als Falsetisten mit 192 Thlr. Ge- 
halt bez. (Aufser den genannten 
Quellen finden sich noch Notizen 
im Schneider p. 30. 33. 37 und M. 
f. M. 11, 184, die aber nach obiger 
Darstellung zu verbessern sind.) 

Schmidt, Johauii I., Mitglied 
der "Warschauer Hofkapelle um 
1643. Li Scacchi's Cribrum 1643 
S. 220 ein Kanon. 

Schmidt, Johann II., bez. sich 
1710 mit „Org. Lell. S. plasii Anno 
1710", das kann nur heifsen, 1710 
Organist an St. Blasii zu Lellen- 
feld in Baiern. 



Man kennt bis heute nur ein ITs. der 
Bibl. des Instituts f. Xirehenmusik in 
Berlin, 1 vol. in qufol. von 11 Bll. in 
goldbedrucktem Einbände. Enthalt den 
CXXI Psalm. Dd: Paul: Gerhard: fol. 
643. Ich erhebe Herr zu dir, meiner 
beyden Augen Liecht etc. de Compose. . . . 
Darauf folg-t die Melodie. Rucks. „Nota: 
Maniere" (folgt eine Seite Erklärungen der 
Zeichen, resp. der Verzierungen). Darauf 

Prelude ex Gr^, dann 17 Partita. 

Schmidt, Johann III. 

In ßöheim's Maurerliederu ist er mit 
einem Liede vertreten. Ob er derselbe 
ist, den Gerber 2 erwähnt, ein Sohn eines 
Kommerzienrats in Königsberg i/Pr., der 
1796 ein Vorspiel mit Arien und Chören 
für die Schuch'sche Truppe schrieb, bedai"f 
noch des Beweises. 

Schmit, Johann lY., ein Tanz- 

kompouist aus dem Anfange des 
19. Jhs., der 1805 op. 4—6 her- 
ausgab (Anzeige). 
Schmidt, Johann Adam, um 

1764 Flötist an der Hofkapelle in 
Dresden mit 300 Thlr. Gehalt 
(Fürstenau 1, 156). 

Unter Oio. A. Sclimid befinden sich 
in der Egl. Musikaliensamlg. zu Dresden 
6 Rondo per Cembalo o Pfte. Venezia, 
A. Zatta e figli. qufol. Zatta di-uckte 
zur selben Zeit, wie oben angegeben, 
doch bleibt es immer fraglich, ob es ein 
und derselbe Autor ist. Dieselben 6 Ron- 
dos for the harps. London, fol. mit G. A. 
Schmid gez. im brit. Museum. 

Schmidt, J . . . B . . ., Virtuose 
auf dem Klaviere und der Harfe, 
aus Wien, gab um 1768 zu Paris 

6 Clavierquatuors mit 2 V. u. B. und. 
zu Amsterdam 1 Sonate periodique Nr. 1 
heraus. Er soll sich um diese Zeit im 
Haag aufgehalten haben (Gerber 1). 

Schmidt, Joh. Christoph, siehe 
Smith, John Christoph er I. , aus 
Ansbach, HändeFs Factotum. Sein 
Sohn ebendort unter Smith IL 

Von einem Joh. Christ. Schmidt be- 
sitzt die Egl. Musikalien -Samlg. Ms. Cx. 
849—851 drei Ouvertm-e a V. Va. Ob. 
Fag. e B. in Fd. 14 Stb. Em. 26 Stb. 
Fd. 14 Stb. 

Schmidt, Johann Christoph, 

geb. um 1664 zu Hohenstein, gest. 
13. April 1728 zu Dresden. Trat 



Schmidt, Joli. Chrstph. 



40 



Schaiidt, Joli. Mich. 11. 



1676 in die Dresdner Hofkapelie 
als Chorknabe ein und wurde 
später Instrumentist. Da er gute 
Anlagen zur Musik zeigte und ein 
fleissiger und gewissenhafter Mann 
war, stieg er von Stufe zu Stufe. 
1687 wurde er Praeceptor der 
Chorknaben, erhielt 1692 noch die 
zweite Hoforganistenstelle u. 1694 
die Erlaubnis nach Italien zu 
gehen, wozu ihm der Kurfürst 
100 Thlr. Eeisegeld aufser seinem 
fortlaufenden Gehalte auszahlen 
liefs. Wer damals nicht einige 
Zeit in Italien zugebracht hatte 
und das Zeugnis irgend eines 
italienischen Meisters aufweisen 
konnte, dem waren alle höheren 
Aemter im Musikfache verschlos- 
sen. Schon kurze Zeit darauf am 
31. März 1696 erhielt er den Vice- 
kapellmeisterposten mit einem Ge- 
halt von 600 Gld. u. nach Strungk's 
Pensionierung am 19/7 1698 den 
Eapellmeisterposten; zugleich wurde 
ihm die ganze Verwaltung der Ka- 
pelle übergeben mit einer Summe 
von 12 000 Thlr. 1717 erhielt er 
den Titel Oberkapellmeister und 
hatte somit die höchste Stufe er- 
reicht, die einem Musiker offen 
stand. 1720 wurde das Amt eines 
Komponisten Louis Andre über- 
geben, da die Arbeitskraft Sch.'s 
bereits begann zu erlahmen (Für- 
stenau 1, 109. 112. 129. — 2 a, 
264. — 2 b, 14. 33. 50). J. A. 
Hiller spricht sich über ihn aus,: 
dass er zwar etwas gelernt habe 
und den Kontrapunkt wohl ver- 
stehe, aber ein trockener und un- 
fruchtbarer Kopf sei. Da Seb. 
Bach seine Motette: Auf Gott 
hoffe ich, kopierte, so scheint 
Hiller's Urteil unbegründet zu 
sein, da sich nicht voraussetzen 
lässt, dass Bach eine schwächliche 
Komposition kopiert haben sollte. 



1 Brief vom 28/7 1715 an Mat- 
theson (Mattheson 3, 266). 

Die B. Dresd. Mus. besitzt, wie es 
scheint im Druck das Intermezzo: Les 
quatres saisons, Divertissement de musique 
et de dance. 1719. P. fol. und im Ms. 
Nr. 760: Ans de Divertissement de mu- 
sique 1719 im Ell.-A. qufol. Ferner 3 
Suiten f. 2 V. 2 Ob. Va. u. B. 

In B. Joach. Nr. 398 Motetta: Auf 
Gott hoffe ich ä 4 Trombe, Tvmp. 2 Fl. 
allem. 2 V. 2 Viole, Vcl. Fag. u. 4 Singst, 
nebst Organo. P. 25 S. im Ms. — Im 
Ms. 26, 1: Missa, Kyr. Glor. a 2 Ob. 

2 V. 2 Viole 2 Sopr. A. T. B. et Org. 
P. 16 S. die lustr. fehlen. 

In B. B. Ms. 19230. Part. Stück 6 bis 
11: Bonum est confiteri, A. solo, 2 V. 
Fag. et Org. Am Ende gez. mit 20. Dec. 
1696. — "\Vo ist solch ein Gott wie du 
bist, 10 voc. 4 Instr. et Cent. Am Ende : 
Anno 1701 nebst Namen. Beide Mss. 
scheinen Autogr. zu sein. — Sie ist fest 
gegründet auf den hlg. Bergen, 8 voc. 
2 Trombe, 2 V. 2 Viole, 2 Corn. 2 Trom- 
boni et Org. 14 Bll. — Mein Herz ist 
bereit, Tenor solo, 2 V. 2 Ob. Fag. et 
Org. — Labe mich durch deines Mundes 
kuss, S. solo, 2 V. 2 Viole, Fag. et Org. 
— Ms. 172 u. 23100: Kyrie et Gloria 
5 voc. Bc. P. — Ms. 1620, Missa 6 voc. 
P. — Ms. 187 Auf Gott hoffe ich, die- 
selbe Motette wie in ß. Joach. Nr. 398 
hier aber in einer Kopie von Joh. Seb. 
Bach. — Ms. 19920. Latona in Delo, 
Opera seria, P. 79 Bll. 

Ms. Strafsburg in St. Thomas: 1. Gott, 
du bleibest doch mein Gott. 2. Schmng 
dich auf zu deinem Gott. 3. Lobe den 
Heirn meine Seele, Cantaten zu 4 u. 5 St. 
mit Instr. 

ScUinidt, Jolianu Eusebius, 

seit 1692 Prediger zu Siebleben 
(Gotha), wo er noch 1745 lebte. 

Winterfeld 3, 31 bringt unter Nr. 12 
ein geistl. Lied für 1 Stim. u. Bc. 

Schmitt, Johann 3Iichael I., 

aus Prag, Kapellmeister am Dome 
zu Augsburg, wurde 1742 an der 
kurf. Mainzer Hofkapelie Kapell- 
meister und starb gegen 1780 
(Forkel 1, 127. Gramer 1, 748. 
Gerber 1. 2). 

Schmidt, Mag. Johann Michael 
II., geb. 1728 zu Meiningen, gest. 
1799 zu Marktbreit (Baiern), stu- 



Schmidt, Joh. Mich. HL 



41 



Schmidt, Joh. Phil. Sam. 



dierte seit dem 12. März 1749 auf 
der Leipziger Universität, und 
wurde darauf Magister und Ad- 
junkt im Ministerium zu Markt- 
breit (Adlung 2, 48. Gerber 1. 2. 
Spitta 2, 740). Er schrieb: 

Musieo-theologia, oder erbauliche An- 
wendung musicalischer Wahrheiten, ent- 
worfen von . . . Bavreuth u. Hof 1754 
Vierling. kl. 8'\ 312 S. U S. [Brüssel. 
B. Lpz. Musikfr. Wien. B. B. B. Hhg. 
Glasgow. Amsterd. 

— ... of stigtelj^ke toepassing van 
niuzikaale waarheden . . . A^ertaald door 
Jac. Wilh. Lustig. Amst. (1756) Olofsen. 
120. [Brüssel. 

Schmidt. Johann Michael III., 

Kupferstecher, Musikverleger und 

Buchhändler in Nürnberg um 1780 

u. f. Jahre. Er gab auch 2 Sam- 

mehverke heraus, betitelt: 

Sammlung verschiedener Lieder von 
guten Dichtern und Tonkünstlern. 1. Thl. 
Ao. 1780. fol. 20 Lieder von Joh. Andre, 
G. Benda, E. C. Drefsler, F. G. Fleischer, 
Disma Hattasch, Hiller, König, Eeichardt, 
J. Phil. Schönfeld und D. Weis. [B. Lpz. 
Sammlung vermischter Ciavierstücke 
von verschiedenen Tonkünstlern 1. Thl. 
1782. — 2. Thl. 1783, herausgeg. von 
J. F. M. 48 S. kl. qufol. [B. Wagener. 
Der Inhalt ist mir nicht bekannt. 

Schmidt, Johann Philipp Sa- 
muel, auf seinen Kompositionen 
meistens nur mit J. P. Schmidt 
gez., geb. 8. Sept. 1779 zu Königs- 
berg i/Pr., gest. 9. Mai 1853 in 
Berlin. Studierte Jura, ging 1798 
auf Eeisen und betrieb mehr Musik 
als die Juristerei, nahm bei Nau- 
mann in Dresden und mehreren 
anderen Unterricht und schrieb 
Operetten, Lieder und Instriimen- 
tahverke. Auf Zureden seiner 
Eltern versprach er die Künstler- 
laufbahn zu verlassen und trat am 
17. Mai 1801 als Keferendar in 
die Domänenkammer in Berlin 
ein, 1804 machte er das Assessor- 
Examen, dabei wurde aber der 
Musik nicht vergessen und ihr 
jede freie Zeit gewidmet. Der 



Krieg von 1806 raubte allen 
preufsischen Beamten den Gehalt 
und Seh. sah sich genötigt Klavier- 
unterricht zu erteilen und lebte 
ganz der Kunst; in diese Zeit 
werden auch seine zahlreichen 
Arrangements der klassischen Sin- 
fonien, Quartette u. Opern fallen. 
Erst 1811 erhielt er an der Kgl. 
Seehandlung eine Anstellung und 
1819 wurde ihm der Hofratstitel 
verliehen. 1845 wurde er als Be- 
amter pensioniert. Für die Spe- 
ner'sche Berliner Ztg. war er stän- 
diger Recensent der Musikauffüh- 
rungen und wird besonders seine 
Milde im Urteil gerühmt, auch in 
der Leipziger und Berliner Musik- 
ztg., sowie in Schott's Caecilia be- 
finden sich zahlreiche Artikel. An 
Klavier-Auszügen sind allein 38 
"Werke erschienen (Schilling sehr 
ausführlich. Ledebur. Berliner 
Echo 1853, 156 ein Nachruf von 
Ed. Grell). An Kompositionen 
haben sich bis heute erhalten: 

1. Gesangsmusik: 

Der, den alle Himmel 4 voc. Ms. P. 
1814. [Berlin Singak., nebst 1 Briefe an 
Zelter. 

Dich preifst Allmächtiger 4 voc. Lpz., 
Peters. P. [ib. 

Der Engel auf dem Schlachtfelde. Ber- 
lin, Schlesinger. [B. B. 

Heiliges Lied von Matthisson f. 4 Stirn, 
u. Pfte. Lpz., Peters. [B. B., im Ms. 
19940 die Partitur für Chor u. Orch. mit 
der Bemerkung: aufgeführt 1821 u. 1827. 

Der Herr ist erhöhet f. 4 Singst, mit 
Orgel. Berlin, Trautwein. P. [B. B. 
Berlin Singak. 

Hinunter in der Erde Schofs, 4stim. 
Ms. P. [Berlin Singak. 

Jesu dulcis memoria 4 voc. c. instnun. 
P. Autogr. nebst mehreren Motetten. [B. B. 

2 Messen, Mss. P., gez. J. P. Schmid 
von Berlin. [Dresd. liath. Kirche. 

7 Passions - Motetten, 4stim. Ms. P. 
[Berlin Singak. 

Motetten in Samlg. 91 Ms. \ß. Kgsbg. 

Gesangs-Quartett. Ms. B 908. [Dresd. 

Lobgesang, 4stim. P. Ms. B 1232. 
[Dresd. 



Schmidt, Joh. Phil. Sam. 



42 



Schmitt, Pet. Jos. I. 



Schalle, klagender Laut, 4stim. mit 
Harmonika. Ms. P. [Berlin Siugak. 
Wenn ich rufe zu Dir, 4stim. Ms. P. [ib. 

Fest -Gesang dem 3. Aug. gewidmet. 
Berlin, Kupfer. [B. B. 

Preulsens Huldigungslied , 4 Männer- 
stim. Berlin, Schlesinger. P. [B. B. 
und im Ms, 19955 im Kl.-A. 

Hoffnung von Schiller. Berl., Gröben- 
schütz & Seiler. [Berlin K. H. 

Hj^mne bei Gelegenheit der Huldigungs- 
Feierhchkeit zu Königsberg i/Pr. als Sere- 
nade am 8. Juni 1798 aufgeführt. Kl.-A. 
vom Komponisten. Berlin, Starke. 

Lied au die Hoffnung, 1. Heft. Ber- 
lin. [Berlin Singak. 

Monolog der Jung-frau von Orleans von 
Schiller Act 4, Sc. 1 in Musik gesetzt von 
. . . (Berlin, gestoch. von Günther, qufol. 
20 S. mit Pfte. 1802 erschienen.) [B. B. 
B. Kgsbg. Berlin K. H. 

Preis der Liebe, 2 Hymnen f. 4 Stirn. 
u. Pfte. Ms. 166. P. [B. B. 

Rinaldo, Cantate von Goethe f. Alt u. 
Chor. Ms. P. [Berlin Singak. 

Trost von Mahlmann, Lied mit Pfte. 
Ms. unter den Autogr., Kopie. [B. B. 

Volkslied am Einzugstage des Königs 
in Berlin zu singen, 1814. Ms. [Ber- 
Hn K. H. 

"Würde der Frauen von Schiller. Ms. [ib. 



Ein Abend in Madrid oder das ver- 
borgene Fenster, Singspiel in 3 Akten. 
Ms. P. [B. B., Ms.' 19951. Dresden 
Opernarchiv. 

Alfred der Grofse, Oper in 2 Abthlg. 
von Körner. Ms. 19952. P. [B. B. 

Die Alpenhütte, Oper in 1 Akt von 
Kotzebue. Ms. 19948. P. [B. B. Dresd. 
Oper. 

Der blinde Gärtner, oder die blühende 
Aloe. Liederspiel in 1 Akt von Kotzebue. 
Berlin 14. Jiüi 1813 aufgef. Ms. 19947. 
P. [B. B. 

Feodore, Singspiel in 1 Akt von A. von 
Kotzebue in Mus. gesetzt und Herrn B. 
A. Weber gewidmet von . . . Vollst. Kl.-A. 
Lpz. u. Berlin, Kunst- u. ludustrie-Compt. 
qufol. [B. B. B. Kgsbg. B. Lpz. Musikfr. 
Wien. 

— Die Partitiu- in Ms. 19946, 1813 
aufgef. [B. B. 

Das Fischermädchen oder Hass und 
Liebe, lyrisches Drama in 1 Act. Clav.- 
Ausz. vom Comp. Berlin, Christiani. 
[B. B. Dresd. Mus. br. Mus. 

— Die Partitur in Ms. 19950, Text 
von Körner. [B. B. 



Der Kyfhäuser Berg. Singsp. in 1 Akt. 
von Kotzebue. Ms. 19949. P. [B. B. 

Das verborgene Fenster, siehe Ein 
Abend in Madrid. 

Instrumentalwerlce : 

Sinfonia: 2 V. 2 Fl. 2 Cor. Va. e B. 
Gd. 3 Sätze. 8 Stb. Ms. [Wolfenb. 

Sonatine f. Pfte. Im Musik. Wochenbl. 
f. Pfte. Berlin, Kupfer. [B. B. 

Variationen f. d. Pianof. auf die Ro- 
manze: Mir bot mit innigem Verlangen 
etc. a. d. Oper: ,,Das Waisenhaus'-. Ber- 
lin, Schlesinger, qufol. [Dresd. Mus. 

In Sammelwerken : 

Theomele. Auswahl classischer Arien 
... 3. Bd. Gütersloh, Bertelsmann, 1 Nr, 

In Sander's Cäcilia 1818, 3 geistl. Ge- 
sänge. 

In J. G. Hientzsch Samlg. 3- u. 4stim. 
Gesge. Züllichau 1822. [B. Kgsbg. Nr. 53, 
1 Gesg. 

In Freimaurer Lieder, Berlin s. a. 
3 Gesge. 

In der Lpz. Ztg. 8 Beiige. zu Nr. 48 
das Lied: Laue Lüfte. In 7, 180 ein 
Lied aus der Oper: Der Onkel. 

Ledebur führt noch zahlreiche Werke 
an. Dr. 0. Lindner besafs im Autogr. 
neben Bekanntem: 

6 Motetten oder Besponsorien f. die 
Hedwigskirche zu Berlin, komponiert 1832 
u. 33. 

Sclimidt, Johann Wolfgang, 

um 1711 Organist und Notist an 
der Hütkapelle in Dresden mit 
200 Thlr. Gehalt, der 1733 auf 
300 erhöht wurde (Fürstenau 1, 
113. 134). 

Schmitt, Pater Joseph I., ein 
Cisterciensermönch in der Abtei 
Eberbach im Rheingau, ein tüch- 
tiger Violinist, verliels vor 1780 
das Kloster und ging nach Amster- 
dam, wo er sich verheiratete. In 
beiden Lexika Gerber's sind zahl- 
reiche Instrumentahverke verz., die 
alle in Amsterdam erschienen und 
die er durch seine Notenstecherei, 
die er angelegt hatte, selbst stechen 
liefs und vertrieb. Ich fand Drucke 
von ihm, w'elche die Jahreszahl 
1780—85 tragen. Durch die Revo- 
lution vertrieben, tauchte er 1803 



Schmitt, Jos. I. 



43 



Schmidt, Ludwig. 



in Frankfurt a/M. wieder auf und 
wurde Musikdirektor am Theater. 
Fotis bez. seinen Tod mit der Zeit 
um 1808. Nachweisbar sind von 
seinen "Werken: 

Symphonie a gr. orch. . . . lib. 1. Ches 
J. J. Hummel a Berlin . . . Amsterd. 
11 Stb. fol. [Wolfenb. 

Six Symphonies, oe. (5, ib. Stb. [Ber- 
lin K. H. nur 1 Fl. vorhanden. 

Sinfonie periodique ä 2 V. Taille et B., 
Fl. ou Hautb. et Cornes de chasse. Amst. 
chez l'auteur. Stb. Dd. [Schwerin F., 
dort noch eine 2. Sinf. period. in Dd., 
besetzt wie oben, ib. Stb. 

6 Quatuors ä 2 V. A. B. (beziffert), 
oeuv. ö. Amsterd., Hummel. 4 Stb. [B. 
Wagener. br. Mus. in 2 Ausg. 

3 Quatuors pour le Clavecin, Fl. trav. 
V. et Vcl. oe. 9. Amsterd. chez l'auteur. 
4 Stb. fol. [B. B. 

6 Quatuors ä 1 Fl. V. A. et Vcl. oe. 10. 
Amst. 4 Stb. fol. Tbr. Mus. 

6 Trios per 2 V. et Vcl. obl. Paris, 
Madme. Berault. 3 Stb. fol. [B. M. 

6 Trios ä 2 V. ou Fl. et Vcl. oe. 7. 
Amst. 3 Stb. [br. Mus. Paris Nat. 

G Trios, oeuv. 11. Amst., J. J. Hum- 
mel. 3 Stb. fol. [Berlin K. H. 

6 Trios pour la Fl. V. et Vcl. oe. 13. 
Amst. 3 Stb. [br.Mus. 

6 Senates ä 3 pour le 2 V. et Vcl. 
oe. 4. Amst. [üpsala. 3 Stb. fol. Paris 
Nat. 

2 Senates pour le Clavecin. Vienne, 
Eder. 23 S., mit Joseph Schmid gez., 
daher fraglich. [B. M. 

Siehe AVendling(J. B.): 6 Duos, arrang. 
par J. Seh. fol. [br. Mus. 

In der Stadtbibl. Leipzig befindet sich 
unter J. Schmitt ein Te Daum 4 voc. c. 
Strom, im Ms. 296, Part. Fraglich, ob 
es dem obigen angehört. 

In Musikfr. Wien unter Joseph Schmid 

I Trio per Clav. V. e Vcl. op. 36. — 

II Sonatinen f. Klav. — 2 Sonate (in B. 
u. G.) per Clav, e V. op. 3. 4. — 8 Variat. 
sur ime Theme de Mozart, per Clav, e V. 
op. 5. — 6 Eondos p. Clav, e V. op. 57. 

— 3 Rondos nach Eossiui'schen Themen 
(dies kann unmöglich von obigem sein). 

— 13 Variationswerke op. 5. 6. 19. 22. 
26. 28. 30. 37. 38. 44. 49. 51. 54. (Einiges 
mag von obigem sein, doch bedarf es 
näherer Untersuchung, da man einst die 
Autornamen zu ungenau schrieb.) 

Sclimid, Joseph 11., gab in 

Wien in den Jahren 1798 u. 99 



mehrere Klavierpiecen heraus (Ger- 
ber 2). Dlabacx sagt: geb. zu 
Niemes in Böhmen, wurde 1803 
Accessist des zweiten Schulpreises. 
Ob dies derselbe ist, den Gerber 
meint, ist sehr fraglich, da letz- 
terer bedeutend jünger sein muss. 
Fetis steckt sie allerdings in einen 
Artikel zusammen. Richtiger trennt 
die beiden Joseph Schmid Schilling 
in seinem Lexikon. Von dem 
Wiener Musiker führt er eine Reihe 
Kompositionen nach den Katalogen 
an und sagt dann: zu gleicher Zeit 
(sie?) lebte in Prag ein Klavier- 
spieler, Schüler Segert's, Musik- 
direktor an der Stephans- und 
Ignazkirche. 

Schmidt, Josei)h Adam, lebte 
am Ende des 18. Jhs. und gab 

1788 sein op. 1, 6 Duos p. 2 Fl. in 
Offenbach, 1 Concert p. le Clav. av. acc. 
op. 2, ib. und 1798 6 Praeludien in Würz- 
burg bei Eöl heraus (Gerber 2). 

Schmitt, Lorenz, geb. 27. April 
1731 zu Obertheres (Würzburg), 
gest. im Juni 1796 zu Würzburg. 
Einer der bedeutendsten Violinisten 
seiner Zeit, Schüler von Enderle 
und Tartini. Der Fürst Adam 
Friedrich von Würzburg nahm ihn 
1755 in seine Dienste und blieb 
er sein Leben lang daselbst. Ger- 
ber 2 ausführliche Biogr. 

Schmidt, Ludwig, Tenorist, 
Violinist, Komponist und Direktor 
der Markgräfl. Ansbach-Ba3^reuth- 
schen Hofschauspieler-Gesellschaft; 
befand sich dann um 1782 als 
Mitglied des gräfl. Nostitz'schen 
Opern-Theaters in Prag und über- 
nahm 1784 die Direktion des 
Theaters, die von Gerber 1 als 
vorzüglich geschildert wird. Auch 
kamen mehrere Operetten von ihm 
zur Aufführung, wie ,,Das gräf- 
liche Fräulein". 

Im Stifte Klosterneuburg befinden sich 
im Ms. 1 Salve imd 4 Regina coeli, mit 



Schmidt, Martin. 



44 



Sclimiedt, Siegfried. 



L. ScJunid gez.; es ist fraglich, voq -n^em 
sie herrühren. 

Schmidt, Martin, gab 1782 zu 
Paris 6 Violiuquatuors, op. 1, her- 
aus (Gerber 1). 

Xach einer Anzeige kam im selben 
Jahre op. 5, 3 Sonaten f. Klav. u. Y. in 
Paris heraus, mit Martin Schmit gez. 

Schmidt, Mathias. 

Fetis verz. eine Sonate f. Klavier, op. 1, 
die 1796 in Gotha u. Petersburg bei Ger- 
stenberg u. Dittmar erschien. Näheres 
unbekannt. 

Sclimidt, Melchior, ein be- 
rühmter Lautenist und Theorbist 
zu Nürnberg, geb. daselbst 1608, 
von dem sich aber nur sein Por- 
trät erhalten hat (Gerber 1). 

Schmied, Michael, um 1651 
Bassist und Instrumentist an der 
kurprinzlichen Privatkapelle in 
Dresden, trat später in die kurf. 
Hofkapelle als lustrumentist ein 
und empfing 1668 zu seiner Hoch- 
zeit vom Kurfürsten 2 vergoldete 
Becher (Fürsteuau 1, 70. Sachs. 
Staatsarchiv). 

In Dresden Mus. Ms. 649 eine Cantata 
ä Sopr. c. Strom. Text von der Eur- 
fürstin Maria Antonia. P. qufol., mit 
Michel Selimid' gez. Da obige Kurfürstin 
erst 1724 geb. ist, so ist der Komponist 
der Kantate ein späterer als der obige. 

Schmitt, Nikolaus; da seine 
Kompositionen zum gröfsten Teile 
fürs Fagott geschrieben sind, so 
wird wohl dies sein Instrument 
gewesen sein, worauf er konzer- 
tierte. 

Gerber 2 führt in den Jahren 1788 
bis 1793 sechs Drucke an, die in Paris 
erschienen. Petis berichtet über ihn, dass 
er seit 1779 in Paris lebte und Chef des 
Garde-Musikchores war. Er blies die Flöte, 
Klarinette und Fagott. Fetis lernte ihn 
1802 kennen, als er Fag'ottist am Theater 
Montansier wai'. Darauf verz. Fetis 11 
Pariser Drucke von Kompositionen für 
Blasinstrumente. 

Schmidt, Philipp Jakob, 1750 
bis 52 Organist an der St. Aure- 
Henkirche in Strafsburg i/Els. (Lob- 
stein 92). 



Schmid, Samuel, bekannt durch 

die Dissertation: Samuel Schmid mo- 
deraus. E. A. Gözze & David Martin, 
Illustri Quedleo vale dicturi. Musicologia 
s. oratt. quibus musica collaudabitur. 
Quedliüburgae 1691. 40. [B. Hbg. 

Schmiedt, Siegfried, geb. zu 
Suhl um 1756, gest. 1799 ebd., 
war seit 1786 Korrektor in der 
Breitkopf'schen Offizin in Leipzig 
und zeichnete sich dabei auch als 
Komponist und Arrangeur aus, er- 
richtete darauf 1796 mit Eau in 
Leipzig eine Musikalienhandlung, 
gab das Geschäft aber nach einigen 
Jahren wieder auf, ging nach Suhl 
und heiratete die Wittwe eines 
Eisenhändlers, starb aber bald dar- 
auf (Gerber 2). Yon seinen Kom- 
positionen sind bekannt: 

Die Feier des 18. Jhs. Melodrama von 
C. F. Schlenkert. Lpz. P. [Darmst. 
br. Mus. 

Pfingst-Cantate, mit S. Schmidt gez. 
[Gotha. 

Hvnine an die Tonkunst von Schubart. 
Lpz.,- Breitkopf. fol. [B. B. 

Auswahl aus Langbeias Gedichten. In 
Musik ges. von ... (f. 1 St. mit Pfte.) 
Lpz. (1790). ciufol. 2 BU. 24 S. [B. 
Kgsbg. B. B. 

Fröhliche und gefühlvolle Lieder am 
Klavier zu singen. Lpz. (1794) Breitk. 
qufol. [br. Mus. 

Lied der Schwermuth von Matthisson, 
für 4 Stim. u. Instr. Ms. 19970. P. 
22 Bog. [B. B. 

Er nennt sich hier „Corrector in der 
Breitk. Notenstecherei''. 

Trinklied in optima forma: Es lebe 
Freund Bachus, für Solo und Tutti mit 
Ciavier. Lpz., Breitk. [Dresd. 

Ciavier- und Singstücke. 1. Samlg. 
Lpz. 1786. [B.Lpz. 

Drey Sonaten auf das Ciavier oder 
Fortep. Herrn Capellm. Hiller gev;. Leipz. 
1787 J. G. J. Breitk. qufol. 2 BU. 19 S. 
[B. Wagener. 

6 kleine und leichte Sonaten fürs Cla- 
\'ier oder Pfte. Lpz. 1788 Breitkopf, 
qufol. [Dresd. Mus. B. B. 

Die Klavierauszüge von HiUefs Singsp. 
besitzt die B. Kgsbg., auTserdem machte 
er noch Kl.-A. von Dittersdorf's Sing- 
spielen. 

Eine Piece im Samlwk. Breitkopf 6. 



Schmidt, Siegmund. 



45 



Schmiedeknecht. 



Sclimidt, Siegiimnd, um 1606 
Sänger an der Hof kapeile in Dres- 
den mit 120 Gld. Gehalt (Fürste- 
nau 1, 38). Nach dem s. Staats- 
archiv ist nachzutragen, dass er 
1612 ein Geschenk von 12 Gld. 
erhielt und in demselben Jahre 
ein Tenorist genannt wird, der 
nach Trier geht. Einmal ist er 
mit Siegmund Schmid, das andere 
Mal mit Sigra. Schmidt gez. 

Sebmid. Theodor. Im 18. Jh. 
in Paris geb., lebte noch 1783. 
Er war Violinist am Theater de 
Beaujolais und Komponist (Fetis). 
Als letzterer ist er bekannt durch: 

Six Sonatas for the Harps. ^vith ou 
acc. for a V. & Ycl. obl. Dedic. G. Pitt. 
s. 1. op. 1. 3 Stb. [B.Wageuer. 

— In der B. Kgsbg. unter Tbeodor 
Schmith scheint sich ein Arrangement 
obiger Sonaten zu befinden, betitelt: Trois 
Senates en Duo f\\\i peuvent etre executes 
par deux Pei'sonnes sur un Clavecin ou 
Pfte. comp, par ... oe. 1. Ms. fol. 8 BlI. 

In der Natioualbibl. zu Pai'is befinden 
sich: 

op. 1. 6 Sinfonie a 8. Paris, au bureau 
musical. 

op. 2. 6 Duos pour V. et Vcl. ib. 

op. 3. 6 Senates ä 3. ib. 

Schmid, T . . . B . . ., bekannt 
durch : 

6 Sonates de Clavecin avec acc. ad 
Hb. de 2 Ycl. et Bc. Gravee pour le 

Compte de l'Autheur. fol. [Dresd. Mus. 

Schmid, Viiiceiiz Ton, 1741 
bis April 1755 Stiftsorganist in 
Kremsmünster, ging als fürstl. 
Kapellmeister ins Hochstift in 
Passau (Hueraer 34). 

Die Bibl. in Xremsmünster besitzt von 
ihm G Messen, 3 Offertorien, 1 lauret. 
Litanei, 2 Sub tuum, 1 Regina coeli u. 
1 Salve reg. im Ms. 

Schmidt ohne Vornamen. 

Schmidt^ um 1G66 Violinist au der 
Hüfkapelle in Dresden mit 400 Thli-. Ge- 
halt; wurde löSO verabschiedet (Fürstenau 
1, 93). 

Schmidt^ Kapelldirektor (in Dresden ?j, 
lässt sich am 12/6 1698 mit Ruck in 
einem Konzert in Warschau hören (s. 
Staatsarch.). 



Schmidt^ 1719 Organist in Zella am 
Thüringei'walde (Spitta 2, 464). 

Schmidt, tritt am 18/4 und 14/9 1777 
als Hornist in Frankfurt a, M. auf (Israel 
62. 63). 

Schmidt, ein Schreiben an Mattheson, 
abgedr. in seiner Critica musica p. 7, 
S. 266. 

Schmidt, 3 Messen und 1 Litanei im 
Ms. P. [Klosterneuburg. 

Schmid, 17/18. Jh. Ms. 19230 in B. B. 
Part. Stück 6, Der Herr ist mein Hirte, 
4 voc. 2 Clarini, 2 V. et Oboi, 2 Violette 
et ürg. in C t|. 13 BU. 

Schmidt (vielleicht Joh. Phil. Samuel?): 
La Laitiere et les deux chasseurs, opera 
bouffon. Canto cou fondam. Ms. Stb. 
[Darmst. 

Der Schutzgeist. Ballet. Ms. P. [Darmst. 

Schmitt. Lied der Schwermuth. P. 
Ms. 25. [B. Lpz. 

Schyjiitt. Siofonia (Esdur 74) ii Stb. 
In Ms. 1Ö300: 6 Simphonieu. [B. B. 

Schmidt. Ms. 19855 in K. B. B. Sin- 
fonia a 3. Viola d'amore, Violine e B. 
3 Stb. 

Schmid. Ms. 391 br. Mus. Samlwk. 
mit Orgelkompos. 

Schmitt, in J. J. Hummel's Samhvk. 7 
eine Sinfonie. 

Schmidtbauer, s. Schmittbaur. 
Schmidtchen, M. Christoph 

Benjamin, gab heraus: 

Kurzgefasste Anfangsgründe auf das 
Ciavier . . . von einem Liebhaber der 
Musik . . . Lpz. 1781 Schwickert. [B. B. 
Dresd. Musikfr. Wien. Brässel. 

Schmidthaimer, Sigmund, um 

1546 Kapellsäuger ad. Hofkapelle 
in Wien mit 10 Gld. monatl. Ge- 
hah (Köchel 1). 

Schmiedeknecht, Johann Mat- 
thes. geb. in Brume, einem Dorfe 
nahe bei Gotha, gest. 1727 in 
Gotha, wo er seit 16S6 Kantor ge- 
wesen war. Man kennt von ihm: 

Tyrociniuui musices, d. i. erster An- 
fang zur Singe -Kunst ... Gotha, zum 
Viertenmahl gedruckt durch Reyhern 171Ü. 
8«. 11 Bog. [Musikfr. "Wien^ aus Ger- 
bers Bibl.. der in seinem Lexikon 2 
Näheres mitteilt. Ferner sind an Kom- 
positionen nachweisbar: 

Leichen-Arie mit 4 Stim. Gotha 1688. 
[B. Lpz. 

Da pacem Dne. 8 voc. Bl. 47 in 
Ms. 28, 13 in B. Joach. 



Schmiedel. 



46 



Schmittbaur, Joseph. Alois. 



Sclimiedel, A . . ., 

bekannt durch 2 Sinfonien in Gd. u. 
Dd. Ms. n. Part. [Dresd. Mus. und eben- 
dort Ms. U. eine Ouvertüre in P. qufol. 

Vielleicht ist es derselbe, der in Viertel]. 
10, 366 als Schüler Christn. Ehregott 
"Weinlig genannt wird. 

Schmieden, Johann, führt 
Mattheson 1, 339 als Kantor in 
Buttstädt um 1675 an. 

Schmieder, Dr. Heinrich Grott- 

lieh, ein Jurist, lebte zuerst in 
Erfurt, wurde 1786 Premierleut- 
nant und Quartiermeister im Kü- 
rassierregiment zu Düben, ging 
1788 ab und wurde Theaterdichter 
zu Mainz, dann in Mannheim; 1797 
befindet er sich in Hamburg und 
1800 in Altena, wo er Direktor 
des Nationaltheaters war. 

Er ist der Dichter und Uebersetzer 
zahlreicher Operetten, Herausgeber von 
Theaterkaleudern , Theaterjournalen u. a. 
Genaueres im Geiber 2. Auch als Kom- 
ponist versuchte er sich. Die Egl. Musik.- 
Samlg. in Dresden besitzt von ihm: Auf 
dem Borsberg bei PilUiitz, f. 2 Singstim. 
mit Pfte.-Begieitg. Lpz. 1783 Breitkopf. 
4**. — Die Musikfr. in Wien besitzen ein 
Taschenbuch fürs Theater auf das Jahi' 
1798—99. Mamz. 

Ein L . . . Schmieder "wird als Kasseler 
Hofmusikus und Komponist des Singspiels 
„Die beiden Savoyarden", c. 1785, an- 
geführt. In B.Dresden, Ms. B712, 5v. 
u. 5 z befinden sich die beiden Singspiele 

1. Die beiden Savoyarden. 2. Der rei- 
sende Student. Part. 

Schmiedichen, Christian, ein 

Violinvirtuose, geb. 1775, gest. 24. 
April 1812 zu Wien (Becker 3, 53). 
Er ist jedenfalls derselbe, den die 
Leipz. Ztg. in den Jahrgängen 9 
bis 15 unter H. C. Schmiedigen 
anzeigt als Violinisten aus Olden- 
burg, der am 20. Okt. 1807 im 
Gewandhause zu Leipzig mit einem 
eigenen Konzerte auftrat (Dörffel 

2, 199 Nr. 163 zeigt ihn unter 
denselben Namen an); in dem- 
selben Jahre trat er auch in Dres- 
den auf, 1812 in Wien, wo ihn 



der Tod ereilte. Im Bd. 15 wer- 
den Variationen seiner Komposi- 
tionen besprochen. 
Schmittbaur, Joseph Alois, 

da er am 24. Okt. 1809 in Karls- 
ruhe 91 Jahre alt starb, so muss 
er um 1718 geb. sein (Oscar Paul 
schreibt in seinem Tonkünstier- 
Lex, geb. den 8. Nov. 1718 in 
Bamberg, giebt aber keine Quelle 
an). Bossler nennt ihn Pater Jo- 
seph und auf einem Drucke, der 
erst 1820 erschien, wird er sogar 
Joseph Seh . . . Pfarrer genannt, 
doch wie Zahn 5, 464 nachweist, 
ist dies sein Sohn, der Ludwig 
Joseph Seh . . . hiefs. Da obiger 
auf seinen Kompositionen sehr oft 
nur Joseph Seh . . . genannt wird, 
so ist bei der Feststellung seiner 
Werke Vorsicht zu gebrauchen. 
Gerber 1 berichtet über ihn, dass 
er ein Schüler Jommelli's in Stutt- 
gart gewesen ist. Da JommeUi 
aber erst 1754 nach Stuttgart kam 
und Seh. zur Zeit bereits 36 Jahr 
alt war, so ist die Schülerschaft 
sehr fraglich und kann sich nur 
auf Katschläge und eigenes Stu- 
dium der AVerke desselben be- 
schränkt haben. Von Stuttgart aus 
ging er nach Rastatt und 1772 
nach Karlsruhe. Forkel in seiner 
musik. krit. Bibl. 1, 316 bez. ihn 
1777 als Kapellmeister in Köln, 
während Gerber ihn schon 1772 
Kapellmeister in Karlsruhe nennt 
und nur 1776 bei einer Festlich- 
keit als Dirigenten in Köln vor- 
übergehend wirken lässt. Später 
wurde er am Kaiisruher Hofe Ober- 
kapellmeister des Grofsherzogs von 
Baden. Auf den mir bekannten 
Druckwerken wird er mehrfach 
Markgräfl. Badensischer Kapell- 
meister genannt oder Kapeil meister 
beim Markgrafen von Baden-Baden. 
Auch eine Anzeige von 1783 nennt 



Schmittbaur, Joseph Alois. 



47 



Schmittbaur, Joseph. 



ihn Kapellm. in Baden. Schubart 
S. 170 sagt über ihn: Er gehört 
unter die vorzüglichsten Kompo- 
nisten unseres Vaterlandes und 
erst jetzt sieht man, was die Welt 
schon hängst au ihm hatte. Seine 
zu Köln aufgeführten Kirchen- 
stücke sind voll Verstand und 
Kunsteinsicht. Er bearbeitet die 
Fuge gründlich, nur künstelt er 
zu sehr in seinen Modulationen. 
Seine Kammermusik ist nicht her- 
vorstechend, vielleicht liegt die Ur- 
sache darin, dass er auf keinem 
Instrumente Meister war. Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar : 

Die Freunde am Grabe des Erlösers. 
Ms. P. u. Stb. Textb. von Tode, Schwe- 
rin 1787. [Schwerin F. 

Missa in D. Spirae. Stb. [Darmst. 

Missa solemnis 4 voc. c. instnim. Ms. 

16 Stb. Er wird hier Gius. Luise Seh 

Kapellm. beim Markgr. von Baden-Baden 
genannt. [B. M. 

4 Messen f. Chor u. Orgel. [Musikfr. 
Wien. 

Missa in D. für Chor u. Orch. Ms. P. 
fol. [Einsiedehi. Hofb. Wien Ms. 19338 
eine Missa. 

Cantata Die Ur-Eltern im ersten Ge- 
witter (Schreckliche Pracht, wenn der 
Donner seinen Gebieter verherrlicht). 
Ms. 902. P. [Brüssel Cons. 

Die Selbstverläugnung, Cantate von 
Heinr. Jul. Tode, Prediger zu Pritzier . . . 

1783. Ms. P. u. Stb. nebst Textb. von 

1784. [Schwerin F. 

1806. Friedensfeier in der kurf. Schloss- 
kirche mit einem Yorgesang, 1 Chor, 1 
Duett u. Te Deum von Joseph Aloys Seh. 
Ms. Part. [Karlsi-uhe. 

Cantate f. Sopr. u. Orch. Ms. P. 
[Briissel Cons. 

Lindor und Ismene, Operette. (Karls- 
ruhe). Ms. P. [Darmst. 

In Bossler's Bibl. der Grazien, Juli, 
eine Introduz. ed Arie aas dem Grab in 
Arcadien im Kl.-A. [B. B. 

Bossler bringt in seinen Samlwerken. 
6. 7. 8—11. 13. 14 zahlreiche Komposi- 
tionen. Dass er ihn manchmal Pater 
Joseph nennt, ist wohl eine Verwechse- 
lung. 

Symphonie ä plusieui-s Instruments, 



oe. 2. Berlin, Hummel. Stb. fol. [hr. 
Mus. Schweiin F: Lib. IL op. 2. (Dm.) 
Ib. Stb. fol. 

2 Sinfonien in Cd. u. Fd. Ms. Stb. 
und 1 Quadro per il Fl. V. Ya. e B. 
Ms. Stb. [Darmst. 

Sinfonie f. Orch. Cm. Ms. P. [Brüssel 
Cons. 

Symphonie ä plusieuis instruments. 
Lib. I. chez Hummel h Berlin. (BmoU.) 
[Schwerin F. 

Divertimento Cdur ä Clarino, 2 Clari- 
netti, 2 Ob. 2 Cor. e 2 Fag. Ms. Stb. 
[Schwerin F. 

Diveiümenti per usirsi aUa Tavola, 
Ms. 891 in Stb: 2 Ob. 2 Fl. 2 Fl. pic- 
coU, 2 Cor. 2 Fag. 8 Nrn., alle Sätze in 
Fd. [Karlsruhe. 

Concerto Fagotto con Comi, 2 V. 2 Fl. 
Alto Viola, B. ^ Ms. P. EmoU. [Schwe- 
rin F. 

Six Quatuors pour une Flute, d'une 
Yiolon e Violoncello. Ded. Charles Fre- 
deric de Baden, Composes par M. Jos. . . . 
Maitre de Chapelle, ou Service du meme 
Souverain. Oeuvre I. A Mannheim chez 
le Sr. Götz . . ., Carlsruhe chez Fauteur, 
ä Offenbach chez J. Andrö. Stich, fol. 
4 Stb. 1 Fl. 2 V. Vcl. [Karisnihe. 

3 Quartetts pour le Clavecin avec Y. 
Fl. & B. op. 1. Spire, ches la societe. 
4 Stb. [B. M. 

4 Quatuors p. Clavec. Fl. Y. et Vcl. 
op. 1. Berlin, Hummel. Stb. [Brüssel 
Conserv. 

Wie es scheint, sind die beiden letzten 
Werke nur Nachdrucke der Six Quatuors. 

3 Quatuors, oe. 3. Yienne. 4 Stb. 
fol. [br. Mus. 

24 Vor- und Nachspiele für Orgel, ge- 
stochen von Amon in Heilbronn, qufol. 
30 S., 1797 erschienen. Der Titel zeigt 
ihn als Badensischen Kapellm. an. [B. B. 
B. Kgsbg. 

Preludium in Dd. Ms. 150 in K. p. 5, 
nur mit Schmittbauer gez. [B. B. 

In Ms. B 1086, 1 der B. Dresden, aller- 
lei Klavierstücke. 

Selimittbaur. Ludwig Joseph, 
Sohn des Jos. Alois, geb. gegen 
1755 zu Rastatt, gest. zu Karls- 
ruhe 1829. War Geistlicher im 
Kloster zu Gengenbach, später 
Pfarrer in Dundenheim, dann in 
Daxlanden; pensioniert ging er 
nach Karlsruhe (Zahn 5, 464. Im 
Baden- Durlachischen Choralbuche 



Schmitte. 



48 



Schmuzer. 



1787 befindet sich eiue Melodie, 
die Zahn Nr. 1990 mitteilt). 

In der Grofslierzgl. Bibl. iu Kaiismhe 
befindet sich folgendes Druckwerk von ihm : 

Neue Kirchen -Melodieen mit unter- 
leg-tem deutscheu Text für den kathol. 
Gottesdienst von Joseph Seh. Pfarrer. 
Caaisruhe 1820 bei Müller. Enth. 4 Messen, 
2 Seelenämter, 4 Antiph. 2 Ave Maria. 

Schmitte, Ulrich, „ordinario di 

capello di Mayence JProfessore del 

Cembalo" heilst es auf folgendem 

Werke : 

Concei-tino I. per il Cembalo o Pfte. 

a piii stromenti. Paris, Tarade. 7 Stb. 

fol. [B. B. Gehört dem 18. Jh. an. 

Schmoll, Friedrich, gestorben 
1792 zu Kirchheimbolanden (Pfalz); 
war zuerst Organist in Grünstadt 
(Pfalz, Baiern) und dann in Kirch- 
heimbolanden, wie es auch auf 
folgendem Ms. 196 der B. B. heilst, 
ein Samlbd., dessen 10. Nr. von Seh. 

herrührt: 

6 Lieder- Vorspiele auf eine Orgel mit 
2 Ciavieren und Pedal. — Gerber 1 führt 
noch opus 1—3 an , 3 Werke Klavier- 
sonaten mit 1 Violine, gedr. in Offen- 
bach 1780 und Speyer 1789. Op. 1 be- 
sitzt Dresd. Mus., betitelt: 

6 Sonate per il Cembalo obl. coji V. e 
Vcl. ad lib. Op. 1. Offenbach, Andre, 
fol. 3 Stb. 

In der Bibl. Glasgow ein Werk ohne 
Titelbl, der Katalog zeigt es au: Musical 
illustrationes of Fux „Gradus ad parnas- 
sum". qu4". 

Schmtigel, Johann Christoph, 

geb. 1726, gest. am 21. Okt. 1798 
auf der Orgelbank seiner Kirche 
in MöUen (Lauenburg), wo er seit 
lange Organist war. Junghans 
S. 36 berichtet: Schraügel kam als 
Mitbewerber um die erledigte Or- 
ganistenstelle in Lüneburg 1754 
aus Hamburg, löste die gestellten 
Aufgaben in meisterhafter Weise, 
Avurde aber nicht gewählt. Fetis' 
Angaben sind wertlos und falsch 
aus Gerber übersetzt (Gerber 1. 2). 
Gegen obige Angabe Junghans' 
spricht übrigens der Titel zu den 



Sing- und Spieloden von 1762, 
denn hier nennt er sich „Haupt- 
Orgauist zu Lüneburg". Auf Ms. 
19990 der B. B. wird er „Org. zu 
Mölln" genannt. Von seinen Kom- 
positionen lassen sich nachweisen: 

Friedens -Cantate, 1763. Poesie von 
Ebeling (Ihr Könige auf Erden, um alle 
Leute). Ms. 903. P. [Brässel Cons. 

Segne Gott mit frischem Leben, Chor 
zu 3 Stim. mit '2 Tromp. 2 V. Va. et Bc. 
Ms. autogr. datiert: Lüneburg 22/4 1760. 
P. [Ibid. 

Du schämst dich nicht, o Gottes Sohn, 
Cantate für 1 Stim. mit 2 V. Va. Bc. 
Ms. P. [Ibid. 

Feyerlicher Weihnachts- Gesang, Can- 
tate f. 2 Stim. mit 2 Hörn. 2 Tromp. 2 V. 
Va. Bc. 1768. Ms. P. [Ibid. 

Sing- und Spieloden vor musikalische 
Freunde. Lpz. 1762 Breitkopf. 31 Lied. 
[B. B. Brüssel Cons. 

4 Choräle in Joh. Chrstph. Kübnau's 
Choralgesänge 1786. 

6 Sinfonie da chiesa e 4 stromenti. 
Ms. P. [B. Lpz. 

Divertimento in B. f. Fl. 2 V. A. u. 
Vcl. Ms. iu Stb. [Brüss. Cons. 

Quatuor (in B.) p. 2 V. A. et Vcl. 
Paris, Chevardiere. Stb. [Brüss. Cons. 

Quatuor in C. f. Fl. V. Va. u. Vcl. 
Ms. Stb. [Brüss. Cons. 

Trio in D. f. 3 Flöt. Ms. Stb. [Brüss. 
Cons. 

Preludes, Fugues, et autres pieces pour 
l'orgue. Oe. 1. Chez J. J. Hummel ä 
Berlin et Amst. 19 S. [Kloster Gries 
bei Botzen, Tirol. B. B., auch im Ms. 
19990. B. Wageuer. Briissel Cons. br. 
Mus. 

24 Orgel-Praelud. 1784. Ms. [B. Lpz. 

Ein Lied in neuer Ausg. (Eitner 2). 

Schmutz, Andreas, Alumnus 
im Wilhelmitanerstifte in Strafs- 
burg i/Els., war vom 17. Juli 1694 
bis c. 1698 Organist an St. Thomas 
ebd. Erbat sich im letzten Jahre 
seine Entlassung (Lobstein 60). 

In der Bibl. des Konservat. zu Brüssel, 
nur mit Schmutz gez: Symphonie (Fd.) 
pour Claveciü 2 V. A. et B. Offenb., 
Andre. 4 Stb. 

Schmuzer, Fritlerich, wird 
1586 vor Michaelis Kantor in 
Sonnenwalde, Kreis Luckau (M. f, 
M. 6, 125). 



Schnabel, Jos. Ign. 



49 



Schnabel, Jos. Ign. 



Schnabel, Joseph Igiiaz, geb. 
24. Mai 1767 zu Naumburg a/d. 
Queis, wo sein Vater Joseph Scli. 
Kantor an der katholischen Kirche 
war (st. zu Breslau 3. Dez. 1809). 
Sein Sohn starb den 16. Juni 1831 
zu Breslau. Chorknabe an der 
Vincenzkirche in Breslau, besuchte 
dann das Seminar und wurde im 
Dorfe Paritz Sclnümeister. Doch 
schon hier regte sich sein musi- 
kalisches Organisationstalent, in- 
dem er seine Schuljugend so weit 
gesauglich bildete, dass ihre Lei- 
stungen weit uud breit bekannt 
wurden. Der Kautor Scholz in 
Hoheustein gab ihm nun Unter- 
richt in der Musiktheorie und 
durch weitere Empfehlungen kam 
er am 5/3 1797 nach Breslau als 
Organist an St. Klara und Yioli- 
linist an der Vincenzkirche. Förster 
übernahm seine Aveitere Ausbil- 
dung uud schon 1799 erschienen 
3 Messen von ihm und in der 
Maria-Magdalenenkirche wurde ein 
Oratorium von ihm aufgeführt. Bei 
seinen ersten Kirchenkompositionen 
beging er den Betrug, sie für Mo- 
zart'sche Kompositionen auszugeben 
und waren sie ihnen in betreff der 
melodischen leiciiteu Erfindung u. 
der opernhaften Ausputzung nahe 
verwandt. Bald darauf kam er ins 
Theaterorchester als 1. Geiger, der 
auch den Kapellmeister zu ver- 
treten hatte. Am 1. April 1805 
wurde er zum Domkapollmeistor 
gewählt, worauf er alle anderen 
Aemter abgab. Er hatte einen 
regen und unternehmenden Geist 
und was er in seiner Jugend schon 
mit der Dorfjugend unternahm, 
setzte er hier im Grofsen fort. 
Ohne Sch.'s Mitwirkung war kein 
j\Iusikunternehmen in Breslau 
denkbar. 1800 führte er zum 
ersten Male am grüueu Donuers- 

Eob. Eitnor's Quellen-Leslkon. Bd. 9. 



tage Haydn's Schöpfung auf und 
diese Einrichtung hat sich bis 
heute erhalten. Ueberhaupt war 
es stets sein Bemühen, Haydn und 
Mozart den Breslauern bekannt zu 
machen. Auch an der Gründung 
des Instituts für Kirchenmusik war 
er lebhaft beteiligt; am kathol. 
Seminar wirkte er als Musikiehrer 
und übte dadurch auf die ganze 
Provinz einen wohlthätigen Ein- 
fluss aus. Als Kirchenkomponist 
wurde er von den Zeitgenossen 
und noch bis in die 60 er Jahre 
sehr geschätzt. Seine Musik ist 
wohlklingend und f liefsend, aber 
von einer entsetzlichen Charakter- 
losigkeit. (Hoffmann. Kosmaly und 
Carlo's Schlesisches Tonk.-Lexikon. 
Allg. deut. Biogr. Leipz. Ztg. 1831 
Sp. 465 vom Prof. Aug. Kahlert. 
Eine Biogr. von Friedrich Meh- 
wald, Breslau 1831 Leuckart. 8». 

32 S. [Brüssel.]) 

Mit seinen Kompositionen miiss die 
Dombibl. in Breslau reichlich versehen 
sein, einen Katalog kenne ich aber nicht. 
Ebenso reich war sie einst mit den Wer- 
ken des 16. Jahrhunderts ausgestattet, doch 
wurden dieselben um 1820 in 2 grofsen 
Fracht wagen als Makulatur fortgeschafft. 
Jetzt wären sie viele 1000 M wert. Nach- 
weisbar sind von seinen Kompositionen: 

8 Messen für Chor, Soli u. Orch. im 
Drack. Breslau, Förster. Breslau, Leu- 
ckart. [B. B. B. Kgsbg. Proske-M. Mu- 
sikfr. Wien. 

In Mss. 7 Messen. [B. B. Lpz. Thor 
mas. Dresd. Mus. Auch in Kremsmünster 
einige Messen. 

Offertorien f. Chor u. Oi'cb. l'.reslau, 
Leuckart. [B. B. Di'esd. Mus. 

10 Gradualien. Br., Leuck. Stb. [D. B. 
Klosterneuburg. 

Vesperae solemnes. Br., Förster. Stl). 
[ß. B. Dresd. Mus. 

Salve regina f. 4 St. 2 V. Va. 2 Ob. 
2 Hörn. u. Orgel. Br., Förster. [Dresd. 
Mus. 

2 Vespern bei Leuckart. [B. B. 

3 Litaniae, eine deutsche Litanei, 4 
Hvmnen, Kegina coeli, i'salm. Br., Leuck 
[B. B. 

6 Hymni facil. Br., Förster. [B. B. 

4 



Schnabel, Liidwig. 



50 



Schneegafs. 



Stationes. Br., Weinhold. P. [B. B. 
UDcl andere im Ms. 20010. 

Canon als Graduale u. Offertorium. 
Augsbg., Böhm. Stb. [B. B. 

Hvmnus: Veni creator. Br., Leuck. 
[B. B. 

Trauer-Ode 1811. Br., Cranz. P. [B. B. 

Eeligiöser Gesang: Mein Gott. Br., 
Cranz. P. [B. B. 

Kachgelasseue Kirchen Compos. P. 
Br., Gleis. Nr. 1. 2. [B. B. 

Pange üngua, 4 voe. c. orch. P. iui 
Autogr. [B. B. Grasn. 



Hallelujah von Klopstock (4 Mst). 
Leuckart. 

Morgengesang 4 Mst. Förster. Stb. 
2. Aufl. Leuckart. P. [B. B. 

2 Lieder zu Ehren Nepomuk. Leuck. 
P. [ib. 

Wann der Abend kühl, Mst. Förster. 
— 3 Gesge. f. Mst. Leuck. — Mäuner- 
chöre. Leuck. P. [ib. 

Samlg. mehrstimmiger Gesänge ohne 
Begleitung. Br., Förster. 4 Stb. [B. B. 
B. Xgsbg. 

3 Gesge. f. 4 Stirn. Br., Leuckart. 
4 Stb. [ß. B. 

Zum Emdtefest „Du öffnest". Chorst. 
u. Orgel. [Elbing Nr. 92. 

Das Veilchen, Lied. 2. Aufl. Förster. 
[B.B. 

Ms. T 40 in B. B., Gesge. in Pai-t. 

In der Abtlg. Proske- Mettenleiter in 
Regensburg zahlreiche Werke. 

Teschner gab 6 Mäuuergesänge 1860 
bei Leuckart in P. u. Stb. neu heraus. 

Männergesänge in Ms. B225b, 1244, 
64k. [Dresd. 

Scliiiabel, Ludwig-, ein Augu- 
stiner-Mönch, wurde am 1/1 1601 
als Musikus an der Hofkapelle in 
München mit 100 Gld. Gehalt an- 
gestellt (Kreisarchiv). 

Scliiiautz, Anton, Violoncellist 
an der Hofkapelle in Wien von 
1710 bis 30. Juni 1740 mit 40 Gld. 
mouatl. Gehalt. Von 1721 ab ist 
er unter den Contrabassisten mit 
480 Gld. und von 1741 ab mit 
700 Gld. Gehalt verz. Er starb 
2. Febr. 1756, 67 J. alt (Köchel 1). 

Mit gleichem Zunamen an derselben 
Xapelle sind noch angestellt: 

— Fnmx. Peter, Violoncellist vom 1. 
Jan. 1722 mit 45 Gld. mouatl. Gehalt, 
dann als Contrabassist mit 540 Gld., 



t 18. Juni 1755, 54 J. alt (Köchel varürt 
mit der Altersangabe). 

— Johann, Contrabassist von 1752 bis 
zu seinem Tode am 24. Apiü 1768, 44 J. 
alt (Köchel 1). 

— Anna Rogenhofer, geb. Schnautz, 
Sängerin ebd. von 1726 — 1740, wird mit 
1000 Gld. pensioniert (Köchel 1). 

In Viertel]. 8, 184 steht fälschlich 
Schmautz, dagegen S. 192 Schnauz. 

Schneegafs (Snegasius), M. Cy- 
riakus, geb. 5. Okt. 1546 zu Buf- 
leben bei Gotha, gest. 23. Okt. 1597 
in Friedrichsroda im Gothaischen. 
Besuchte die Schule in Gotha unter 
Lindemann, studierte Theologie in 
Jena, wirkte eine Zeitlang als Kan- 
tor und Schulkollege, der Ort ist 
nicht bekannt, und wurde 1573 
Pfarrer zu Friedrichsroda, wo er 
sich mit einer Grofsnichte Luther's 
verheiratete (Brummer. Zahn). Er 
muss eine gründliche musikalische 
Bildung besessen imd die Musik 
sein Leben lang eifrig gepflegt 
haben, so dass er selbst als Kom- 
ponist auftreten konnte. Man 
kennt von ihm: 

Nova et exquisita Monochordi dimensio. 
Erphordiae 1590. 8". 32 S. Seinem 
Schwager dem Kantor Joh. Liudemann 
in Gotha gewidm. [ß. B. br. Mus. 

Isagüges musicae . . . inethodus, libri II. 
Erphordiae 1591 Baumann. 8*^. O'/j Bog. 
[B.B. br.Mus. 

— Isagoges musicae Mbro duo. Tarn 
theoricae quam practicae studiosis in ser- 
vire jussi ... Ib. 1596. kl. 8«. 16 ßll. 
Vorrede, 11 Bogen Text mit \-ielen Bei- 
spielen, Fugen u. a. vom Autor. Bog. I 6 
ist eine Fiiga mit Joh. Steuerlin gez. 
[B. Heilbroun. B. Wagener. Brüssel. 

Deutsche Musica für die Kinder vnd 
andere, so nicht sonderlich Latein ver- 
stehen ... In Frag vnd Autwort . . . mit 
Exempelu. 1592. Am Ende: Erffordt 
1592 Baumann. kl. 8«. 22 ßll. [B. G. 
B. D. 

Bei den folgenden Gesangswerken tritt 
er nur ausnahmsweise als Komponist auf, 
während die Gedichte von ihm sind. Einige 
Melodien zu deaselben sind nach Zahn 
5, 405 neu und entweder eigene Erfin- 
dung oder von seinem Schwager Linde- 
mann. Zahn teilt 3 Melodien mit. 



Schneidei, 



51 



Schneider, Georg Abraham. 



XV Psalmi graduum, das ist: die XV 
Lieder im höhern Chor. Sainpt andern 
zweien l'salmeu vnd sonst dreyeu Lie- 
dern. Eheiin vnd Gesangweise durch 
M. Cyricum Seh . . . Und mit 4 Stimmen 
künst: vnd lieblicher art, in mancherly 
Modis abgesetzt, Durch Joachiiniün ä 
Burck ... Am Ende: Eiifurdt 1595 G. 
Baumann. 4 Stb. in 8". 20 Lieder. 
[Gotha: Tenor, br. Mus: B. 

Zwey vnd Zwanzig christliche vierstim. 
Bete vnd Trost- Gesänglei u. In jetziger 
fehrlichen Zeit, sonderlich wider den Erb- 
feindt, den Türeken . . . Zusanieu getragen, 
durch . . . L597. Am Ende wie oben. 
4 Stb. 8". 3 Bog. 22 Tousätze. Texte 
von Schueegafs, Helmbold u. a. Tonsätze 
von Burck 7, Gallu.s Dressler, A. Onm- 
peltx heimer 2, Joh. Josejjh, Dav. Palla- 
dius, (hi. Lassiis., Sehneegafs 2, Steiier- 
lin 3, Dar. Thusius 1. [Gotha leider 
auch nur der Tenor. 

Leo Liepm. besafs 1894 einen Brief 
an Calvisius von 1594 aus Fridrichsroda 
im Autogr. 



Schneider. 



Kantor an der 



Predigerkirche in Strafsburg i/EIs. 
von 1688 bis c. 1727 {Lobstein 
46). 

Schneider, . . . bekannt durch 
ein Concerto ä 5. Oboe concertino, 2 V. 
Va. col Bc. Ms. Stb. Ddur. Gehört 
sicher dem 18. Jh. an. [Schwerin F. 

Schneider, Franz, geb. 1737 
zu Pulkau in ünterösterreich, gest. 
5. Febr. 1812 im Stifte Molk. Ent- 



wickelte frühzeitig seine musika- 
lische Begabung, so dass ihn der 
Kantor des Ortes im Violin-, Kla- 
vier- und Orgelspiel unterrichtete. 
Von armen Eltern, verdiente er 
früh sein Brot, kam 1757 durch 
Albrechtsberger's Fürsprache als 
Supplent und Pfarrorganist nach 
dem Stifte Molk und erhielt zu- 
gleich Unterricht vou demselben, 
■wurde dann dessen Nachfolger, als 
Albreciitsb erger nach Wien ging 
und 1768 Schulrektor. Als die 
Schule nach St. Pulten verlogt 
wurde, leitete er in Mülk auch 
den Kirchenchor (Biogr. Lpz. Ztg. 
31, 446. Wiener Zeitg. 2, 366. 



Schilling. Kat. der Hofb. Wien, 

Ms. 15 977). 

Von seinen Kompositionen besitzt die 
B. B., Ms. 20020 ein Miserere 4 voc. c. 
orch. in P. und im Autogr. Grasn. ein 
Graduale 4 voc. c. instrum. 

Schneider, Franz Joseph, 

Stadtmusikus in Liegnitz um 1723 
(Mattheson 1, 415). 
Schneider, F... X..., 

bekannt durch ein Salve regiua 4 voc. 
Ms. 128 p. 57, P. in B. B. 

Schneider, Creorg; Abraham, 

geb. 9. April 1770 zu Darmstadt, 
gest. 19. Jan. 1889 zu Berlin. Als 
Lehrling eines Stadtmusikanten be- 
gann er seine musikalische Lauf- 
bahn. Hier zeichnete er sich bald 
als Virtuose auf dem Waldhorn 
aus, nahm theoretischen Musik- 
unterricht bei dem Kantor Port- 
mann, seinem späteren Schwieger- 
vater, trat darauf als Oboist in 
ein hessisches Regiment und wurde 
dann zum Kammermusiker an der 
Hofkapelle in Darmstadt ernannt, 
stets in Anerkennung seiner Vir- 
tuosität auf dem Waldhorne. 1790 
berief ihn der Prinz Heinrich von 
Preufsen nach Rheinsberg in seine 
Kapelle. Hier hatte er Zeit und 
Gelegenheit sein Talent nnter 
Kuustgenossen zu entwickeln und 
zeigte nicht nur als Komponist 
eine grofse Thätigkeit, sondern gab 
auch in Berlin mit seinen Genossen 
sowohl im AVinter wie Sommer 
Abonnemeutskonzcrtc, die sich 
grofser Beliebtheit erfreuten. Als 
1802, nach dem Tode des Prinzen, 
die Kapelle aufgelöst wurde, fan- 
den die Mitglieder Aufnahme in 
der Kgl. Kapelle zu Berlin. 1812 
(oder 1814?) erhielt er Urlaub, um 
die Musikdirektorstelle am Theater 
in Reval zu übernehmen, ging dann 
mit seinen Kindern auf Kunst- 
reisen und kehrte 1816 in sein 
Dienstverhältnis am Opernorchester 

4* 



Schneider, Georg Abraham. 



52 



Schneider, Georg Abraham. 



in Berlin zurück, wurde hier 1820 
zum Musikdirektor und 1825 zum 
Kapellmeister und zum Direktor 
sämtlicher Garde -Musikchöre er- 
nannt. Seh. besafs eine umfassende 
Kenntnis aller Orchester- und Mili- 
tär-Instrumente und die Kunst, 
sie Avirkungsvoll zu verwenden, so 
dass er darin als Autorität galt 
und sowohl von Spontini als dem 
Fürsten Eadziwil bei der Instru- 
mentation ihrer Werke als Berater 
und Helfer herangezogen wurde. 
Yon seinen zahlreichen Instrumen- 
talkompositionen ist nur ein kleiner 
Teil gedruckt und nur Weniges 
davon erhalten. (Siehe das Yer- 
zeichnis nach den alten Verlags- 
katalogen im Ledebur. Nekrolog: 
Lpz. Ztg. 41, 124 und aufserdem 
zahlreiche Urteile.) Seine nach- 
weisbaren Kompositionen sind fol- 
gende: 

Oratorium Die Pilgrime auf Golgatha 
von Zachariä. Autogr. P. [B. B. 

Christi Gehurt. Orator. 1813. Ms. P. 
PDarmst. 

In B. B. im Autograph: 

1. Messe Nr. 2, Cd. Chor u. Orch. P. 

2. Messe in Bd. 3/5 1809. P. 

3. Magnificat Cd. 4 v. mit Begl. d. Vio- 
line. P. 

4. Magnific. Cd. 4 St. m. Orch. 

5. 4 Chöre, geistl, ä ca|)ella. 
Nachtfeier nach der Einholung der 

Leiche der Königin (Louise). Eine Can- 
tate V. Arnim. Berlin (1810). Kl.-A. 
qufol. [B. B. Darmst. in P. Drcsd. Mus. 
In B. B. im Autograph: 

1. Vermählungs-Cuntate, Ged. v. För- 
ster, 4 St. u. Orch. P. 

2. Fest-Cantate, Berl. 1830. P. 

3. Feier-Cantate, 1836. 

4. Der Stralauer Festzug. Ein Volks- 
fest v. Yoss. P. 

Ms. 200G9. Cantate zu Vermählung 
des Prinzen Friedrichs der Niederlande. 
Beriin 1825. P. (Scli. bez. sich als 
Ka])ellmeister.) [B. B. 

Ms. 20070. Cautate zur Vermählung 
des Prinzen Karl von Preulsen. 1827. 
P. (B.B. 

.Jubel -Cantate zum Feste der öOjähr. 
Vermählung des Grofsherzogs Ludwig von 



Hessen mit Luise, gedichtet von D. G. G. 
Mehring. Ms. P. 1836. [Darrast. 



Die Alpenhütte. Oper. Autogr. P. [B. B. 

Aucassin und Nicolette, oder die Liebe 
aus den guten alten Zeiten. Oper in 
4 Akt. 231 1820 im Autogr. und Kopie. 
20075. P. [B. B. 

Das entschlossene Mädchen, in 2 Akt. 
Autogr. P. [B.B. 

Er amüsirt sich doch. Vaudeville in 
1 Akt. Ms. 20081. P. [B.B. 

Das Heirathsgesuch , eine Berliner 
Lokalposse mit Gesang in 2 Akt. Ms. 
20080. P. [B.B. Dresd. Opernarch. 

Hero, ein Ivrisches Monodrama von 
Herklots. Autogr. P. [B. B. Darmst. 
Kopie. 

Die Hottentottin oder Hass Deutsch- 
lands Schönen. Vaudeville in 1 Akt. 
Ms. 20076. P. [B.B. 

Luzie, Kriegs-Scene mit Gesg. in 3 Ab- 
thlg. Autogr. P. [B.B. 

Der Onkel, Singspiel in 1 Akt von 
Herklots. Autogr. P. [B.B. 

Der Orakelspiiich von Contessa. Ber- 
lin 13/5 1813. Autogr. P. [B. B. 

Das preufsische Feldlager. Ms. o. Sign. 
P. [B. B. 

Der Traum, romantische Oper in 3 Aufz. 
Autogr. P. [B.B. 

Die ungebetenen Gäste. Singsp. in 
1 Akte von Voss. Ms. 20079, 2 P. [B. B. 

Verheirathet und Begraben. Vaudev.- 
Burleske in 1 Akt von L. Schneider. 
Autogr. P. 20078. [B. B. 

Die Verschworenen. Oper in 1 Akt 
von Castelli. Ms. 20077. P. (Derselbe 
Te.xt wie ,.Der häusliche Krieg" von 
Schubert komp.) [B. B. 

Der Währwolf. 0[ier in 2 Akt. Autogr. 
P. [B. B. 

4 Akte aus unbekannten Opern im 
Autogr. P. [B. B. 

Grande Symphonie (Dd.) ä plusieurs 
iusti'um. oe. 9. Augsbg., Gombart & Co. 
13 Stb. [B.M. Darmst. im Ms. P. u. 
Stb. 

Sinfonie pour gr. orch. Esd. Ms. P. 
[Darmst. 

G Entreacts und 1 Sym]jhonie in Dd. 
Ms. Stb. [Darmst., ohne Vornamen. 

G Entre Actes ä moyen orch. op. 77. 
Lpz., Fr. Hofmeister. Stb. fol. [Schwe- 
rin F. 

Ouvertüre concertant a gr. orch. ä 14 
iustruni. obliges; oe. 60. Leips., Breitk. 
& H. 14 Stb. [B. M. 

Concert concertant pour V. et Alto 



Sclineider, Georg Abraham. 



53 



Scliaeider, Lorenz. 



principale av. acc. de 2 Y. etc. Dd. 
Augsburg. Stb. [Darmst., auch in Kopie. 

Concert j). Fl. priuc. av. 2 V. 2 A. 
2 Fl. 2 Cors et B. oe. 12. Augsbg., 
Gombai-t & Co. 9 Stb. [B. M. 

Concerto p. 2 Fl. av. acc. Augsbg., 
Gombart & Co. Stb. [B.B. 

Coucerto p. la FI. av. orch. oe. 63. 
Lps. et Berlin, Bureau. [B. B. 

Gr. Conc. p. la Clarinette av. orch. 
Lps. et Berl, Bureau. [B. B. Darmst. 

Concerto p. le Hautbois av. acc. d'orch. 
oe. 102. Bonn, Simrock. Stb. [Darrast. 

Gr. Conc. p. le basson av. orch. Lps. 
et Berl., Bureau. [B. B. 

Coucerto ä Cornu principale av. acc. 
2 V. 2 Viele e B. 2 Cor. 2 Fl. Ms. P. 
[Dai-mst. 

5 Concerti (oder Concertant) pour 2 
Cors av. instnim. in Ed. u. Fd. Ms. P. 
[Darrast. 

3 Conceiti (oder Concertant) p. 3 Cors 
av. instrum., in Ed. Ms. P. [Darmst. 

Concerto pour 4 Cors av. instrum. 
Ms. P. [Darmst. 

In B. B. im Autoüraph: 1 Violinkonzert, 
1 Concert f. Horu, TConc. f. Flöte. 1 Cou- 
certante. 12 Harmonien f. 2 Fl. 2 Clan- 
netten, 2 Hörner u. 2 Fag. 36 Zwischen- 
Akt-Musiken. Mehrere Ouvertüren f. Har- 
monie-Musik arrangiert. Alle in Partit. 
Ferner 6 Sextetten, 7 Quintetten f. Blas- 
instrura. 1 Quintett f. 2 V. Ya. Flöte u. 
Bc. — 9 Quartette f. Fl. V. Va. Vcl. — 
12 Quartette f. Fag. V. Va. Vcl. — 1 
Quai-t. f. Hörn, V. Vcl. u. Klav. 5 Quar- 
tette f. 2 V. Va. Vcl. AUe in P. 

Trois Quintuors p. 2 V. 2 Viele et Vcl. 
oe. 3 (nennt sich Musiker des Prinzen 
Heinrich von PreuTsen, dedic. den Manen 
Mozarts). Augsbg., Gombart & Co. 5 Stb. 
FR R 

Quintuor p. Fl. V. 2 A. Vcl. oe. 37. 
Berün, A. Kuntze. .5 Stb. fol. [Dresd. 
Mus. 

Quintette per Fi. V. 2 Viole e Vcl. 
op. 54. Offenb., Andre. 5 Stb. fol. [ib. 

3 Quatuors p. 2 V. A. et Vcl. op. 20. 
Bonn, Simrock. Stb. [Darrast. 

3 Quatuors (dito). Augsbg., Gombart 
& Co. oe. 14. 4 Stb. [B. M. 

Quatuor p. Basson, V. A. et Vcl. 
oe. 43. Offenb., Andre. 4 Stb. [B. B. 

6 Quatuors p. Fl. V. A. Vcl. oe. 62, 
liv. 1. 2. Lps. et Berl., Bureau, je 4 Stb. 
[B.B. 

3 Quatuors p. 2 V. Va. Vcl. oe. 65. 
ib. [B. B. 

3 gr. Quatuors p. 2 V. Va. Vcl. oe. 68, 
ib. [B. B. 



3 Quatuors p. Fl. V. Va. Vcl. oe. 69, 
ib. [B. B. 

3 Quatuors p. Claiin. V. Va. Vcl. ib. 
[B.B. 

3 Quatuors p. 4 Fl. Hbg.', Böhme. 
4 Stb. [B.B. B. Kgsbg. br. Mus: Lon- 
don. 4 Stb. fol. und 3 gr. Quart, concert. 
for 4 Fl. London. 

3 Quatuors p. 2 V. A. et Vcl. Augsbg. 
Stb. [Darmst. 

Gr. Trios concert. for 3 Fl. sets 1. 2. 
Lond. 3 Stb. fol. [br.Mus. 

18 Trios p. 3 Cors, compos. . . par 
.J. (?) A. Schneider. Lpz., Br. & H. Stb. 
[Schwerin F. 

3 Duos p. 2 Fl. oe. 21. Bonn, Sim- 
rock. 2 Stb. [br. Mus. 

3 Duos p. 2 Fl. op. 23. London, fol. 
[br. Mus. Dort noch op. 24 u. 28, Lon- 
don, 2 Stb. 

3 Duos concert. p. V. et A. oe. 25. 
Gombart h Augsbg. 2 Stb. [B.B. 

3 Duos p. 2 Fl. oe. 36. Ib. [B.B. 
br. Mus : Berlin, Bureau. 

3 Duos pour V. et Alto. oe. 44. Liv. 2. 
in C. F. G. Offenbach, Andre. Stb. 
[Lübeck. 

3 Duos p. 2 Fl. oe. 56. Lps. 2 Stb. 
[br. Mus. 

3 Duos p. 2 FI. oe. Ol. Gomb. & Co. 
ä Augsbg. [B. B. 

Etüde de Flute en 3 Duos concert. 
oe. 28 und oe. 55. Lps. fol. [br. Mus. 

Variations avec tous les coups de langue 
pour la Flute, oe. 44. Augsbg., Gombart 
& Co. [B. M. 

8cliiiei(ler, Oeorg Friedricli, 

Musiker in Regensburg um 1788. 
In der Autographen - Saralg. Grasnick's 
Nr. 30 in B. B. em Brief mit Bestel- 
lungen von Notenwerken von Kauer, 
Martin, Pleyel, WanhaU u. Zimmermann. 

Schneider, Cleorg Lorenz, geb. 
1765 zu Burgpreppach (Baiern), 
kam in den Knabenchor zu Regens- 
burg und besuchte darauf in Nürn- 
berg die Schule, 1778 wurde er 
bereits bei der Fürstin von Hohen- 
lohe-IngelfingenMusikdirektor,1782 
in Hildburghausen u. endlich 1792 
am herzogl. Hofe in Koburg. Er 
schrieb dort mehrere Opern und 
Instrumentalmusik, von denen Ger- 
ber die Titel mitteilt. Die Leipz. 
Ztg. bringt mehrfach Nachrichten 
und Besprechungen seiner Kern- 



Schneider, Johann. 



54 



Schneider, Martin. 



Positionen, nach ihr lebte er in 
Koburg noch 1841, war aber seit 
1837 pensioniert (39, 394. 43, 84). 
Bekannt ist von ihm: 

Lieder zum Singen am Ciavier und 
Eortepiano. Mannheim, Götz. 23 S. [B. M. 

Abschiedslied. Yergiss mein nicht, 
Avenn dir die Freude -wiutet. Braun- 
schweig, Magazin. qufol. 6 S. unter 
Mozart's Namen erschienen, Seh. erklärt 
aber selbst in Schott's Cäcilia 1829 p. 157, 
dass er der Komponist des Liedes sei. 

Sinfonie ä grande orch. . . Hildburg- 
hause chez Tauteur. 12 Stb. fol. ["S^'olfeub. 

3 Senates pour le Pfte. ä differents 
accomp. ad lib., la I. Sonate av. 1 Y. et 
Ycl., la n. av. A. et VcL, la IlL av. 1 Y. 
et 2 Cors. Oeuv. 5. Augsbg., Gombart 
& Co. qufol. [Dresd. Mus. 

Zahn teilt eine Kirchen-Melodie aus An- 
ding's Choralbuch von 1868 mit (Nr. 8591). 

Schneider, Johann, geb. 17. 
Juli 1702 in Lander bei Koburg, 
ein Schüler Seb. Bach's um 1717, 
erhielt 1721 zu Saalfeid die Stelle 
eines Hof Organisten und ersten 
Geigers, trat 1726 in die Weimar- 
sche Hofkapelle und wurde 1729 
zum Organisten an der Nikolai- 
kirche in Leipzig gewählt; in den 
Jahren 1743 — 56 (mutmafslich, 
sicher in den Jahren 1746 — 48), 
dirigierte er vom Flügel aus das 
grofse Konzert in Leipzig, wurde 
1766 als Organist pensioniert und 
starb 1788 in Leipzig (Gerber 2. 
Spitta 2, 92. 723. Monatshefte i. 
M. 26, 14). Er war ein tüchtiger 
Orgel-, Klavier- und Violinspieler. 
Von seinen Kompositionen sind 
bekannt: 

Fantasie und Fuge f. Orgel. Lpz. 
[B. Lpz. 

12 leichte Orgelstücke. Meifscn. [B.Lpz. 

Thema mit Yariat. f. Orgel. Ms. 149 
in K. [B.B. 

Eeligiöse Chorgesänge für 3 Sopran- 
stim. Ms. Nr. 286. [Elbing. Fraglich, ob 
dieselben etwa einem späteren angehören. 
Siehe Joh. Gottl. Schneider. 

Schneider, Johann Oottloh, 

geb. 1. Aug. 1753 zu Alt- Walters- 
dorf b. Zittau, St. 3. Mai 1840 in 



Gersdorf in der Lausitz als Schul- 
lehrer und Organist, Schüler vom 
Organisten Trier (Biogr. Leipz. Ztg. 
42, 495). Bekannt ist von ihm 

Eeligiöse Chor -Gesaenge f. 3 Sopran- 
stim, oder 2 T. u. B. mit obl. Orgelbegltg., 
i gedichtet von Hohlfeld ... 2 tes Werk. 
Lpz., Br. & H. qufol. 81 S. 8 Gesge. 
[B. Kgsbg. 

Schneider, Karl August Ton, 

j Kgl. baierscher Hof- und Kapell- 
sänger in München, f 23. Nov. 
1833 (Kat. der B. München), gab 

■ heraus: 

1 Erinnerungen an Aigen, Lied mit Gui- 
tarre. s. 1. 2 BIl. [B. M. 

6 Gesänge. München, Falter &■ Sohn. 

j [B. M. 

j Samlg. einstim. Gesge. mit Guitarre. 
Ib. 7 Lfg. [B. M. 

Sachsens Jubeltag zum 13. Juni 1829. 
Ein Yolksgesang (4stim. mit Pfte.). qufol. 
s. 1. [Dresd. Mus. 

Schneider, Konrad ]IIichael. 

In einem Briefe Bümler's an Mat- 
theson (2, 11) wird er 1722 Musik- 
direktor in Ulm genannt; auch 
Majer erwähnt ihn 1732. Sein 
Y^ater lebte in Onoltzbach als Stadt- 
organist. Bekannt ist vom Sohne: 

Cla^^e^-TJebuug. Augsbg., J. F. Fride- 
rich. [Brüssel Cons. Bannst: Erste 
Parthie, bestehend in Allemanden, Cou- 
ranten, Sarabanden etc. Ms. 

Du Friedensfürst zu 4 Stim. 2 Y. Ya. 
B. u. Org. Ms. Strafsliurg in St. Thomas. 
Wird mit Schneider aus Ulm bez. 

Schneider, Lorenz, siehe Oe- 
org Lorenz Sehn. 

Schneider, Martin, ein Instru- 
mentist in Hirschberg, der seine 
geistlichen Lieder dem Magisti-at 
von Hirschberg widmete und als 
sein erstes "Werk bez., betitelt: 

Erster Theil: Neuer geistl. Lieder. 
Ariaetten, Canto solo, cum Sonatella ä 5. 
Yiolin. 2 Yiolini. 2 Yiola di braccio e 
Yiolono c. Bc Compou. von ... In 
verleg, des Authoris, druckts zur Lieguitz, 
Zach! Schneider 16(37. Stb. 4". 40 Lied. 
Zahn druckt 10 Mal. ab. [B. Br: C. Alto 
Yiola. B.Grimma: Bc. Löbau 8 Stb. 
Upsala: C. 2 Y. Alto Yiola, Ten. Yiola, 
Yioloue, Organo. 



Schneider, M , 



G... A. 



55 



Schnittelbacii. 



Sclmeidor. M... 0... A..., 

bekannt duixli 3 Duos concert. p. V. 
et A. op. 23. Liv. 1. Mavence, Ziüehuer 
Nr. 135. 2 Stb. [B. Hbg.] — 3 Duos (dito). 
Liv. 1. op. 44. Offenb., Andre, 2749. 
2 Stb. [B. Hbg.] — 3 Duos (dito). Alten- 
burg. [B. Lpz.] Seine Lebenszeit scheint 
mehr dem 19. Jh. anzugehören. 

Schiieidewin, Johann, nennt 
sich „Juris C." In Ms. 15, 50 
B. L. eine Passion. 

Schnell, . . . 

ist in der Bibl. Darmstadts mit 2 Con- 
certi ä Violine principalo con 2 V. Va. 
e B. Ad. und Dm. Mss. in Stb. vertreten. 
Ferner mit 2 Trios ä Flute trav. c. V. e 
B. Nr. 1 in Dd. Nr. 2 in Ad. Mss. Stb. 
— Sonata (Dd.) ä 2 V. e B. Mss. Stb. 
Möglich, dass sie von Johann Jakob her- 
luhren, doch gehört der obige wohl dem 
Ende des 18. Jhs. an, wälirend der fol- 
gende im Anfange des 18. Jhs. lebte. 

Schnell, Johann Jakoh, lebte 
im Anfange des 18. Jlis. imd ist 
nicht der Pariser lustriimenten- 
macher, den Gerber 2 anführt, 
sondern wie uns folgendes Druck- 
werk belehrt, um 1736 hochfürstl. 
Bamberg. Kammer- a. Hofmusikus. 
Man kennt von ihm: 

Vesperae breves, 2 de Dominica ... 
4 voc. 2 V. 2 Cor. vel Clarini . . . Bam- 
berg 1736 sumpt. autoris. 10 Stb. [B. M. 

VI. Neue Ernst- und schertzhafte Par- 
thien, deren Erste mit 2 Viol. und B., 
dan 2 Clarinen und Paucken ad Hb. Die 
anderen 5 aber mit 2 V. u. B., dann 2 
Comibus vel Clarinis non obligatis. Op. 9. 
(Firma u. Jahr steht wohl nur auf dem 
Bc, der aber fehlt.) [B. B: Bassus, 2 V. 
2 Tromp. oder Hörner. 

Schnell, Louis. 

Im Ms. 20120 der B.B: Das Schnee- 
glöckchen am Grabe der hochseligen 
Königin Louise von Preufsen, für Gesg. 
u. Pfte. (die Königin st. 1810). 

Schnell, Thaddaeus. 

Im Ms. 505 der Bibl. Proske's ein 
Magnificat 4 voc. In B. M., Ms. 256 ein 
6stim. Magnif. u. ein 5stim. Lied. 

Schnelllnser (Snellinger), Ya- 
lentin (Veyt; im Schmeltzel: N. 
Schnellinger), ein Liederkomponist 
aus der 1. Hälfte des 16. Jhs., der 

im Schmeltzel 1544 e 2 Quodlibets u. 



1 Nachtwächterlied veröffentlichte. Ein 
geistliches 4 st. Lied im Kugelmann und 

1 Motette 5 voc. 1545 im Ulhard. Mög- 
lich, dass er in Nürnberg lebte (Eituer, 
Bibliogr.). In neuen Ausg. im 1. Bd. 
deutsches Lied von Eitner, Beilage zu 
M. f. M. Jahrg. 8 u. f. S. 26. 38. 136, 
ein Quodlibet u. 2 vierst. Lieder. 

Sehnei)f, Joseph, kam als 

ScäDgerknabe von Freistadt nach 
Kremsmünster, besuchte die latei- 
nische Schule, trat aber dann zum 
Kanzleidienst über. Später ging 
er als Sänger zum Theater in Prag, 
verliefs es aber wieder und wid- 
mete sich der Musik (Huemer 68 
giebt keine Daten, doch fällt seine 
Lebenszeit ans Ende des 18, und 
Anfang des 19. Jhs.). 

In Kremsmüuster befinden sich im 
Archiv: 4 Messen, 3 Gradualien, 6 Off er- 
tönen, 2 Vespern, 2 Veni sancte Spiritus, 

2 Kirchenalien, 3 Lieder für 3 Singst., 
Pfte. u. Flöte u. 1 Canon zu 4 Stim. — 
In Dresd. Mus: Mailied von J. Chr. Haug 
für S. A. T. B. u. Pfte. Prag, Karl Haas, 
qufol. 

Schnevogl, Albert, 

im Ms. 121 eine Samlg. lat. u. deutsche 
geistl. Lieder mit Bc. aus dem 17. und 
18. Jh., enthcält unter Nr. 68 und 73 zwei 
Gesänge. [B. M. 

Schnips, Moses, ein Pseudo- 
nym. Auf folgendem Druckwerke 
ist auch der Yerlagsort und Ver- 
leger fingiert, doch scheint Letz- 
terer ein Hamburger zu sein. Der 
Druck ist betitelt: 

Ebs Rores, Oder: Samlg. auserlesener 
Stücke zum Scherz u. Schäkern auf Harfe 
u. Ciavier, theils gesammelt, theils in 
Musik gesetzt von . . ., Dilettant, Cantor 
u. Organist in Bethlehem. 1. Heft. Jem- 
salem bei Levi Abram, Buchhdler. auf der 
Hamburger Strafse. 1789. qu4''. [Dresd. 
Mus. B. Wagener. Brüssel Cons. 

Schnittelbach (Snittelbach), Xa- 
tan, geb. 16. Juni 1633 zu Dan- 
zig, gest. 16. Nov. 1667 zu Lübeck, 
ein bedeutender Violinist u. Rats- 
musikus zu Lübeck, Schwiegersohn 
des Ratsmusikus Nikol. Bleyer, 
Lehrer Strunck's. 



Schnitz. 



56 



Schnüffis. 



Die Bibl. der Michaelisscliiüe in Lüne- 
burg besafs einst von ihm: Magnificat 
a 7. 2 V. & 5 voc. in G jj (Mattheson 1, 
353. Fürstenau 2 a, 299.' Stiehl, Lex.). 

In Upsala, Mss: Preludiuin, Alleniande, 
Courante, Sarabande ä 4 ex E. 4". — 
Pavana, Oalliarda, Allem, a 4 Yiolis. 40. 

Scliiiitz, Anton Wilhelm, lebte 
in der Mitte des 18. Jhs. Das 
br. Mus. besitzt von ihm 

6 Sinfonie con 2 V. A. e Vcl. o Bc. 
op. 3. La flaye. 5 Stb. fol. 

6 Sonatas for 2 V. with a Th. B. 
London, fol. 

Selinitzer, Pater Franz, geb. 
13. Dez. 1740 zu Wurzach, gest. 
9. Mai 1785 im Kloster Ottobeureu; 
trat 1760 in dasselbe ein, Avar ein 
fleifsiger Komponist und guter Or- 
ganist. 

Das Stift Ottobeuren besitzt Kirchen- 
liompositionen, 15 Theaterstücke, 3 Con- 
certmessen, 6 Sonaten von 1784 u. a. 
(Kornmiiller 1). In anderen Bibl. finden 
sich: 

Alma redemptoris 4 voc, 2 V. Cornu 
solo et org. Ms., gez. mit „ordmis S. 
Benedict, a monaster. Ottobaraeno". [B. M. 

Octotonium Ottob. Titel fehlt. 4 Stb. 
in 4P in Kapsel. 8 Magnificat in den 
8 Tönen zu 4 Stirn. 1768/69. [Freising. 

Missa 4 voc. c. org. mit Fr. Schuizer 
gez. Mss. 19082, Nr. 1. P. [Hofb.Wien. 

2 Antiphonae: Mandatum novum de 
vobis, 4 voc. — De mandato fratrum 
(Ubi charitas) 4 voc. Ms. 16 220. P. 
[Hofb. Wien. 

Sei Sonate per il Cembalo ed organo. 
s. 1. op. ]. 32 S. [B.Wagener. 

Sclinitzkius (Schnitzky), Crregor, 
ein Danziger und um 1607 u. f. 
Jahre Schulkollege an St. Maria 
zu Danzig. Ist bekannt durch: 

Sacrarum cantionum. Quatuor, 5. 6. 
7. 8. 10. & 12 Vocum. Quibus addita 
est Missa super perche non debbo, 8 voc. 
A . . . 1607 Dantisci ap. Mart. Rhodum. 
Stb.? 40. 18 Gesge. 5 Seit. Dedic. 
[B. Br: C. A. T. 5a. 6a. 

Sacrorum Modulorum 3 voc. Pars I. 
Dantisc. 1612 Ehode. — Pars IL Ib. 
1618 Andream Hunefeld. — Pars III. 
Eostock 1625 Sachse. [B. D. kompl. 

Musices praecepta maxime necessaria 
latino germanica pro iucipientibus Ulius 
artis coUecta h . . . Dantisci 1619 Andr. 



Hünefeld. 8", in 6 Teile geteilt mit Beisp. 
[B. Zw. 

Ms. Z 39, 12 Stb. von 1628 in B. B. 
Unter Nr. 35: Beati omnes 8 voc. — 
In B. Br. unter Schuitzkius und Schnitzger 
(Gregor) 1 Missa sup. Tibi laus, tibi gioria 
u. 4 Motetten. 

In Ms. B 1274, 3 Stb. fiu40. [B. Dresd.] 
unter Georg (sie?) Schmtxky Nr. 9 u. 
10: Jubilate Deo u. Domine Dmis. noster. 
Die Gesge. sind mutmafsHch aus obigem 
Drucke von 1612 und daher der Vorname 
Georg falsch. 

Sclinizer, P . . . F . . . 

In Traeg's ' hds. Kat. von 1799 sind 
6 Senates pour le Clavecm angezeigt. 

Sclmöckcr, Anton, bekannt 

durch 

3 Fugen f. die Orgel oder das Pfte. 
nach Albrechtsberger's kontrapunct. Fugen- 
satz komponiert, op. 1. Wien, Ascher, 
fol. 8 S. [Hofb. Wien. 

Selmoor, H . . . C . . ., ein Dilet- 
tant, Sekretär beim Prinzen von 
Koburg, ging 1796 nach Hamburg, 
dann nach Altena und nahm dar- 
auf eine Stellung beim Kaufmann 
Bauermann in Gretsjl in Ostfries- 
land an. Musik betrieb er neben- 
bei, von der Gerber 2 sagt „mit 
Wissenschaft und Kunst, nicht 
ohne Talent". Er führt 5 Werke 
an. Nachweisbar sind nur ein 

Erinnerungslied für Fortep. u. Guitarre. 
Hbg., Rudolphus. 1 Bog. [B. B. 

Lieder von Heidenreich, Baron v. Schlip- 
penbach und Shakespear, in Musik ge- 
setzt von ... 1. Heft. Lpz., Voss und 
Leo. qi;4o. [Brüssel Cons. 

Forkel 4, 91 nennt ihn Schnoer und 
zeigt 1788 ein Heft Lieder in Hamburg an. 

SclinoiT, Heinrich Theodor 
Ludwig-, 

bekannt durch „Lieder für frohen 
Lebensgenuss am Ciavier zu singen". 
Braunschweig, Magazin auf der Höhe. 
[B. B. 

Singstücke f. Klavier. Braunschweig. 
[Stadtb. Augsburg. 

Lieder f. 2 Stimmen und Pfte. Lpz., 
Voss. [Brüssel Cons. 

Fötis und Abschreiber verwecheln ihn 
mit Schuoor. 

Schnüffis, siehe Laiu'entius. 



Sclinyder, 



57 



Schobert. 



Schnyder, P. Aegid, geb. zu 
Sursee, gest. 1710 im Kloster 
Muri (Schweiz), war ein berühm- 
ter Sänger von grolsem Stimm- 
umfange (man sagt, er hatte den 
Umfang von allen 4 Stimmsorten) 
u. hinterliefs viele Kompositionen, 
die grofse Verbreitung fanden 
(Kornmüller 1, 434). 

Sclio.irsbacli, . . . lebte im 18. Jh. 
und ist bekannt durch 

Sei Quaitetti a 2 V. A. e B., composte 
dal Signor . . . Paris, de la Clievardiere. 
4 Stb. [Brüssel Cons. 

6 Quatuors ä 2 V. A. et B. Ms. Stb. [ib. 

Gerber 1 erwähnt ihn auch, glaubt aber, 
dass sein Name verstümmelt ist. Das 
zweimalige Vorkommen desselben beweist 
wohl, dass er wirMich so hiefs. 

Schob aclier, C . . . P . . . 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
ein Oratorium von ihm „Der Tod Jesu'", 
op. 7, für Soli, Cbor und Orch. in Stb. 
Ferner: Deutsche Vesper, Sstim. mit In- 
stmm. Stb. 

Schob as, Arnold, Sangmeister 
an St. Walburge in Audenarde von 
1664—81 (Audenarde 15). 

Schober, 3Iatthias, Sopranist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
30 Gld. monatl. vom 1. Okt. 1677 
bis 1693 (Köchel 1). 

Schobert, ... zu Strafsburg i/Els. 
geb. und erzogen, bildete sich zum 
Klavierspieler aus, ging um 1760 
nach Paris, wo er in Dienste des 
Prinzen Conti trat, wie ihn auch 
Haffner im Oeuvre melee bez. 
1768 vergiftete er sich an selbst 
im "Walde gesammelten Pilzen. 
Jahn 1, 50 berichtet: Als der 
Knabe Mozart 1763 in Paris auf- 
trat, liefs er seiner Eifersucht 
gegen ihn so öffentlich freien 
Lauf, dass er sich zum Gespött 
machte. (lieber ihn siehe Hiller, 
wöchentl. Nachricht 1, 135. Junker, 
20 Kompon. 89.) Die kurze Zeit 
seines Lebens hat er redUch be- 
nützt und noch lange nach seinem 



Tode waren seine Klavierpiecen 
allgemein verbreitet und besonders 
gesucht. Schubart S. 230 äufsert 
sich über ihn in anerkennender 
Weise, doch sagt er: das Adagio 
gelang ihm als Klavierspieler nicht. 
Da er sehr darauf bedacht war, 
aus seinem Können Geld heraus- 
zuschlagen, so schrieb er sehr viel 
Modesachen, die wenig Wert haben. 
Sein Bruder lebte noch 1784 als 
Fagottist in Paris. Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

3 Sinfonies p. le Clavecin, av. acc. 
d'une V. et 2 Cors de chasse ad üb. 
oe. 5. (;\ 2 Cembali). Amst. , Hummel. 
fol. [Dresd. Mus. 

3 Sinfonies (dito) oe. 6. (ä 2 Cembali). 
Ib. fol. [ib., beide Hefte Sinfonien auch 
im Ms. III in Stb. 

Sinfonies pour le Clavec. avec de Y. 
ad üb. Paris. Oe. 9. [B. B. br. Mus. 

Sinfonies p. le Clav, seul, qui peuvent 
de jouer av. acc. de Y. et cors de chasse. 
oe. 10. Paris, l'auteur. [B. B. nur Pfte. 
Schweiin F. kompl. br. Mus: London, 
Bremner. 

2 Sinfonien in Bd. u. Dd. f. Clav., V. 
u. 2 Hörner. Ms. Stb. [Brüssel Cons. 

Concerto pour le Clavecin av. Tacc. 
des 2 V. A. & B. 2 Cors ad lib. Liv. 1. 
2. 3. 4. h. 6. Amst., Hummel. Stb. fol. 
[Dresden Mus., auch im Arrangem. f. 2 
Klav. B. Wagener, je 7 Stb. B.B: 
hv. IV. 7 Stb. B. M. liv. 5. 6. 7 Stb. 
Stadtb. Breslau lib. 2. 7 Stb. 

Concertos pour le clavecin, oe. 11. 12. 
13. 15. Paris, Venier. [Paris Nat. br. 
Mus. und op. 12 als Concerto H. av. orch. 
Paris, l'auteur. Viol. Et. 

Concert in F. p. Clav. av. Face. 2 V. 
A. et B. Ms. P. [Brüssel Cons. 

Quatuor pour le Clav. av. Face, des 
2 Y. et B. oe. 2. Amst., Hummel. 4 Stb. 
fol. [Dresd. Mus. 

Sonates en Quatuor p. le Clav. av. 2 Y. 
et B. oe. 7. Paris, l'auteur. [B.B: Pfte. 

— 3 Quatuors p. . . London, Bremner. 
4 Stb. [Brüssel Cons. br. Mus. 

Sonata 3. per il Cembalo c. Y. e 2 
Cornu. Ms. 2 Stb. fol. [Stadtb. Breslau. 

3 Sonates pour le Clav. av. Y. et Ycl. 
oe. 1. Amst., Hummel. 3 Stb. fol. 
[B. B. Dresd. Mus. 

4 Sonates (dito), oe. 3. Amst, Hum- 
mel. 3 Stb. [Dresd. Mus. Schwerin F. 



Schobert. 



58 



Schoeffer, Peter. 



Sonates en Trio p. le Clav. av. V. et 
B. oe. 6. Paris, l'auteur (Claveciniste 
de Prince de Conti). 1 vol. [B. B. 
Schwerin F. 

Sonates p. le clav., qui peuvent se 
jouer av. acc. de V. oe. 1. 2. 3. Paris, 
Venier. [Paris Nat. 

Six Sonates p. le clav. av. V. par 
Sr. ... oe. 4. Amst. , Hummel. 2 Stb. 
[B. B. Dresd. Mus. 

4 Sonates p. le Clav. av. V. oe. 7, 
ib. [Dresd. Mus. Musikfr. Wien. 

4 Sonates p. le clav. av. V. oe. 8. 
ib. [Dresd. Mus. 

— Journal de Sonates p. le Clav. av. 
V. oe. 8. Paris, l'auteur. [B.B: Pfte. 

1 Sonate in Dd. p. le clav. av. V. 
[Musildr. Wien. 

2 Sonate per il Cemb. coH'acc. di V. 
qufol. Ms. Stb. [Dresd. Mus. 

Divertimento per il Clavi Cembalo et 
V. Ms. Stb. fol. [Stadtb. Bresl. 

Siehe in Leonzi Honauer's 4. Samlg. 
Sonaten f. Kl. u. V., 1 S. von Schobert. 

Sonaten f. V. u. B. op. 3. Ms. 550. 
[br. Mus. 

3 Sonaten f. Klav. [Musikfr. Wien. 

1 Sonate im Haffuer, oe. melee, part. 
12. [B. B., um 1760 erschienen. 

Deux Sonates p. le pfte. Lond., Har- 
rison & Co. 22 S. [B. Wagener. 

Two Sonatas for the pfte. Lond., ib. 
24 S. [B. Wagener. 

Ein sonderbares Musical. Stück, wel- 
ches auf dem Ciavier, der Violin u. dem 
B. u. zwar auf verschiedene Art kann 
gespielt werden. 1 Bl. in querfol. o. 0. 
u. Veri. [B. Wagener. B. ß. im Ms. 148 
in K. Er nennt sich hier: Musicus der 
Princessiu Conti. 

In London druckte man nach seinem 
Tode seine Kompositionen zahlreich nach, 
wovon das br. Mus. in Kürze besitzt: 
2 Sonatas op. 1. — 2 Son. op, 2. — 
6 Son. op. 2. — 2 Son. op. 3. op. 4. 5. 
— 8 Son. op. 6.-2 Son. op. 8. — 
2 Senat, op. 19. Amst. chez Hummel, 
qufol. — 3 Senat, op. 20, London u. a. 

In neuen Ausg. 4 Piecen (Eitner 2). 

Sehoeber , David Grottfried, 

ein zu Gera lebender Bürgermeister 
(Gerber 2), der herausgab: 

Beytrag zur Liederhistorie betreffend 
die evangelischeu Gesang-Bücher, welche 
bey Lebzeiten Lutheri zum Druck be- 
fördert worden; aufgesetzt von D. G. S, 
Lpz. 1759, 1. Tbl. — 1760, 2. Thl. 8». 
128 u. 160 S. Unterm Vorberichte sein 
Name ausgeschrieben. [B.B, 



Schockier (Schögkler), Gleorg. 

Im Ms. 4 von 1534, 6 Stb. in qu40. 
[B. Zw.] Nr. 61 : Deus venemnt gentes 
(Adjuva nos deus) 5 voc. Nr. 17 im 
Original gez. — Derselbe Satz in B. Dres- 
den, Ms. B 1270, 28. 

Seliöifer, Johann, junior, um 
1617 Organist in Regensburg (Mu- 
sica Sacra v. Witt, 1880 p. 63). 

Schoeifer, Peter, ein Musik- 
drucker, der neben Oeglin am 
nächsten den Petrucci 'sehen Noten- 
druck in Deutschland einführte. 
Er war in Gernsheim geb., ver- 
band sich anfänglich mit Joh. Faust 
in Mainz, trennte sich aber von 
ihm und druckte 1512 Arnold 
Schlick's Orgeltabu] atur, 1513 das 
erste vierstim. Liederbuch. Von 
Mainz zog er nach Worms, das 
Jahr ist unbekannt. 1536 findet 
man ihn in Strafsburg sociiert mit 
Mathias Apiarius, der bald darauf 
nach Bern in der Schweiz über- 
siedelte. 1539 druckte Schoeffer 
wieder allein in Strafsburg (Nähe- 
res in der Allg. deutsch. Biogr.). 
Man kennt von ihm selbst ge- 
sammelte drei Musiksammelwerke, 
die in meiner Bibliographie genau 
beschrieben sind , es sind fol- 
gende: 

1513. Liederbuch in Mainz gedruckt. 

4 Stb. in kl. qu80. TitelbU. nur der 
Namen der Stimme mit Abbildungen um- 
geben. 62 Lieder von verschiedenen 
Autoren. [B. M. B. B. eine moderne 
Part. Dr. Bohn in Breslau ebenso. Eit- 
ner eine Stimmenkopie. 

(153Ü.) 65 teutscher Lieder. Argen- 
torati ap. P. Schoeffer. Et Math. Apiarium, 
s. a. Nach dem Berliner Exemplare vor 
dem 20. Dez. 1536 erschienen. 5 Stb. 
kl. qü8P. 65 Lieder von Verschiedenen. 
[B. M. B. Zw. B.B. fehlt 5 a. Partitur 
hds. in Bibl. Bohn in Breslau. 

1539. Cantiones 5 vocum selectissimae, 
a primarijs . . . Mutetarum lib. I. Argen- 
torati ap. P. Seh. Mense Aug. anno 1539. 

5 Stb. qu4". 28 Gesge. von Verschie- 
denen. Dedic. von Schoeffer, abgedr. in 
M. f. M. 3, 206. [B. A. Jena. Heil- 
bronn : T. 5 a. B. M. B. B : 5 a. Bi-üssel: 



Schön, 



59 



Schöndorff. 



C. T. B- Verona S. f. 5 Stb. Bologna, 
Kat. 2, 358. 

Ein 4. Sainlwk: Viginti Cantiunculae 
gallicae 4 voc. excusae Argeutorati 1530, 
ist bis jetzt noch, nicht wieder aufgefun- 
den und wird nur in älteren Verz. er- 
wähnt. 

Schön, . . . Gerber 1 erwähnt 

1. einen Hornisten Schon, der 
1782 in Diensten des Erbprinzen 
von Darmstadt stand und vordem 
Kgl. Kammermusikus in Paris war, 
auch vieles komponiert haben soll. 

2. einen Kapellmeister Schön des 
Neugebauer 'sehen Infanterie-Regi- 
ments in Innsbruck, der dann als 
Civilversorguug 1793 Landschafts- 
bote in Innsbruck wurde. Eeichard 
im Goth. Kalend. 1788, 127 und 
1793, 116 bestätigt es. 

Er schrieb die Singspiele: Der Irrwisch 
1787 i;nd Gesänge zum Mädchen im 
Eichthal. 

In St. Einsiedeln eine Parthia a 5: 
2 Oboi, 2 Corni, 1 Fag. im Ms. qu4<'. 
Pait. mit Schön gez. 

Schön, LiidTvig-, Oboist an der 
Hofkapelle in Wien mit 21 Gld. 
40 Kr. mouatl. Gehalt, später mit 
500 Gld. jährl. vom 1. Aug. 1711 
bis 30. Juni 1740; wird pensioniert 
und t 13. April 1763, 68 J. alt 
(Köchel 1). Dlabacz schreibt ihm 
zur Krönung Ks. Karl YI. zu Prag 
die Oper zu : Constanza et Fortezza. 

Schön, Salomon, Lubenensis 
Lusatus, d. i. Lübben im Spree- 
thal (Brandenburg), geb. 1593, 
gest. 8. Sept. 1633 zu Breslau; 
seit 1631 Kantor und Schulkollege 
am Maria-Magdalenen-Gvmuasium 
zu Breslau (Kat. Breslau, Hds. 
S. 364). 

In B. Br. in Mss: 1 latein. Mot. und 
21 deutsche geistl. Lieder. Zwei davon 
(Dies ist der tag und Wie heblich sind 
deine "Wohnungen 6stim.) auch in B. L. 

Schönbeek, Karl Siegmund, 

geb. 26. Okt. 1758 zu Lübben, 
bildete sich zum Stadtmusikus aus 
und später besonders zum Violon- 



cellisten; als er dann an verschie- 
denenPrivatkapellen Mitglied wurde, 
kam er auch nach Königsberg i/Pr. 
und erhielt die Organistenstelle an 
der Löbenichtschen Kirche, kaufte 
dann bei Lübben eine Landwirt- 
schaft und zog um 1800 nach 
Lübben als Musiklehrer. Gerber 2 
teilt die Autobiogr. mit und ein 
Verz. seiner Kompositionen. Nach- 
weisbar sind davon: 

3 Duos pour 2 Volles, oe. 5. Hummel 
a Berhn. 2 Stb. [B. B.] — 3 Duos con- 
cert. p. le VcUes. oe. 12. Lpz., Hoff- 
meister und Kühnel. [B. B.] — Concert 
in G. f. Fl. mit Orch. Ms. Stb. [Brüssel 
Cons.] — In Mailand Cons: 3 Duos con- 
cert. pour 2 Volles, a l'usage des ama- 
teurs et des commen(,-ants, op. 12. Lpz., 
Hoffmeister & Kühnel. 

Schönberger, Johann Ulrich, 

geb. in Weiden (Oberpfalz), war 
blind. Ein Theoretiker und Kom- 
ponist, st. zu Königsberg i/Pr. am 
1. Mai 1649, 47 Jahr u. 5 Monate 
alt (Printz, Kling-Kunst, Abdruck 
im Mettenleiter 2, 219). 

Schönenherger, Philipp, seit 
1572 (bis c. 1580) Kapellmeister 
an der Marienkirche in Danzig 
(Döring 23). 

Schoenche, TV . . . 

6 deutsche Tänze, einen Ecossaise und 
einen Monferiue. München, Sidler. 8 S. 
[B.M. 

Schöncy, Salomon, 

bekannt durch eine Missa super Wirff 
dein anliegen auff den Herren, 8 voc. in 
Ms. 23 (600), ein Tabulaturbuch von 1643 
in B. Joach. Seite 408. Der Name ist 
fraglich. 

Schöndorff (Schöndorfer, auch 
Schöndorff), Philipp Jakob, letz- 
terer Vorname nur in den Listen 
der Wiener Hofkapelle. Er bez. 
sich auf seinem Samiwk. mit „Leo- 
dius (Lüttich), S. C. M. Musicus", 
d. h. Sr. Ksl. Majestät Musicus. 
Letzteres wird bestätigt durch 
Köchel 1, wo er als Instrumentist 
der Ksl. Hofkapelle in Wien vom 



Schöner. 



60 



Schönfeld, Tobias. 



1. Juli 1655—1662 verz. ist mit 
monatl. 20 Gld. Er gab heraus: 

Odae suavissimae in gratiam et liouo- 
rem admodum Rev. ac Illustris Dni. D. 
Jacobi Chimarrhaei Euremuadani . . . a 
diversis excellent. musicis partim 5, par- 
tim 6 voc. s. 1. et a., im Kupferstich, 
4P. 2 Bll. Dedic. von Seh. 32 S. und 
nochmals 6 Seit, mit 38 Gesg. von Ver- 
schiedenen, darunter auch 2 von Seh. 
5 Stb. 40. Eitner 1 unter 1610 a, was 
aber richtiger in c. IGCO zu verbessern 
sein wird, da Seh. erst 1655 Kgl. Musikus 
wm-de. [Proske: A. B. 5"«. Wolfenb: 
T. mit dem Porträt Chimarrhaeus. 

In B.B. Ms. T186 ein Magnificat 4 voc, 
wahrsch. dasselbe, welches sich in Yinc. 
Neriti da Salo's Magnific. Yen. 1593 [B. K.] 
befindet und sehr fraglich ist, ob dasselbe 
bei der friiheu Jahreszahl ihm zuzuschrei- 
ben sein wird. Es ist allerdings mit Ph, 
Schöndoiif gez. 

Noch sind in Samlwk. aus dem Jahre 
1600 drei geistl. Gesänge zu finden, dar- 
unter auch ein Mag-nific. VI. toni 5 voc, 
welches sich auch im Ms. in B. Br. be- 
findet. Es gut hierbei dieselbe Frage wie 
bei dem zuerst genannten Magnificat. — 
Veni sancte Spiritus 5 voc Nr. 38. in Ms. 
mus. qSQa— f. [B. D.] Missa 6 voc. in 
B. Lorenzkirche in Nürnberg, Cod. 148. 

In Frz. Commer's Musica Sacra Bd. 27 
eine Motette zu 5 Stim. 

Schöner, . . . wird von Burney 
im 4. Bd. 's. 682 seiner Musik- 
gesch. als Yioliuist erwähnt, der 
1788 bis etwa 1802 in London 
lebte (Gerber 2, Zusatz). 

Schönfeld, Heinrich, 

bekannt durch ein Salvum fac regem, 
Ms. 558 P. in Dresd. Mus. 

Schönfeld, Johann Ferdinand, 
Edler Ton, Hofbuchdrucker in 
Prag, gab heraus (anonym): 

Jahrbuch der Tonkunst von "Wien und 
Prag. Prag 1796. 8". [B.B. B. M. 
Musikf r. Wien. 

Es enthält besonders kurz gehaltene 
Biographien. 

Schoenfeld, Johann Philipp, 

geb. 1742 zu Strafsburg i/Els., gest. 
5. Jan. 1790 ebd. Studierte Theo- 
logie, war seit 1772 Hofmeister 
beim Herrn von Münchhausen in 
Braunschweig (Em. Bach stand in 



der Zeit mit ihm im Verkehr, doch 
muss dies nicht erst 1772 gewesen 
sein, denn 1770 erschien Bach's 
Yielerle}^ in dem sich ein Gesaug 
von Seh. befindet und ihn Bach 
„Schönfeld in Braunschweig" nennt). 
1777 erhielt er den Kapellmeister- 
posteu an der Prediger- oder Neuen 
Kirche in Strafsburg. 1779 ging 
er zur weiteren Ausbildung nach 
Italien, wozu ihm der Stadtrat 
150 Gld. bewilligte. Nach der 
Rückkehr ernannte ihn der Rat 
am 28/4 1781 auf 6 Jahre zum 
städtischen Konzertdirektor. 

Er schrieb Opern. Kirchenmusik u. a. 
(Lobstein 48. 118). Schubart S. 232 bez. 
seinen „Geschmack als hart und sein Kolo- 
rit zu glühend (?); der Ausdnick seiner 
Empfindmigen oft zu erkünstelt" (Wider- 
spiiiche!). 

An Kompositionen lassen sich nach- 
weisen : 

Das Milchmädchen und die zween 
Jäger, komische Operette. Darin eine 
Arie von Pacini imd Vieles von H. Dimy. 
Ms. 20150 P. [B.B. 

Recueil de quelques pieces pour le 
chant acc. du Clavecin par uu Amateur. 
Grave par Winterschmidt ä Nüi'nberg. 
24 S. Dies muss in seine Braunschweiger 
Zeit fallen. [B. Wagener. 

Lieder aus der Iris und 1 Arie mit 
Begleitung einer Violine zum Singen beym 
Ciavier verfasset von . . . Berlin 1778 
Haude & Spener. 17 Lieder in 4». [B. B. 
Dresd. Mus. B. Lpz. Brüssel Cons. 

Neue Lieder auf das Ciavier, in die 
Music gesetzt von . . . Verfasser des Re- 
cueil compose par un Amateur. 1. Tbl. 
Am Ende: Braunschwg. in Commission 
der fürstl. Waisenhaus - Buchhdlg. Ham- 
bui-g, gedr. bey Mich. Chr. Bock. 4». 
26 S. 10 Lieder. Fällt noch in seine 
Braunschweiger Zeit. [B. Lpz. B. Wa- 
gener. Brüssel Cons. 

Lieder mit 2, 3 und 4 Stim. mit Begl. 
des Clav. Ms. [Brüssel Cons. nach dem 
alten Kataloge. 

In Samlwk. ist er veiireten bei Bossler 
9. 10. 11. — In Em. Bacii's Musikal. 
Vielerley 1770 eine Nr. — In Samlg. 
verschied. Lieder, 1. Tbl. 1780 bei Joh. 
Mich. Schmidt m Nürnberg. 

Schönfeld, Tobias, 

Kopist und Sammler des Ms. Nr. 18 



Schönfelder. 



61 



Schol. 



der B. Liegcitz. 6 Stb. mit deu Jahres- 
zahlen 1(513—1635. 

Schönfelder, Jörg (Georg), ein 
Komponist aus dem Ende des 15. 
und Anfange des 16. Jhs., 

der im Samlwk. Schoeffer's von 1513 
mit 6 Liedern vertreten ist (Eitner 1. 
M. f. M. 26, 1). An letzterem Orte Ab- 
druck von 3 Liedern: Da ich mein lieb 
von erst ansach. — Ich "weifs ein hübschen 
pawren kuecht. — wee der zeit, die 
mir an leit, 4stimmig. — In Ms. W9t) 
Nr. 1241 der B. B. in P. „Von edler art^' 
4stim. — In B. M.. Ms. 207, 19 „Von 
edler art'-. 

Seböufeldt, Jakob. 

In Chr. Schwartz's Musae teutonicae 1705 
[B. Kgsbg.] 1 Lied mit bez. Bass. ^Slr. 134. 

Scilölilierr, (xottlob Friedrich, 

geb. um 1763, Avie die Lpz. Ztg. 
2, 280 angiebt, zu Freiberg i/S., 
gest. 5. Febr. 1807 zu Jever (nicht 
Jauer wie Fetis schreibt) als Opfer 
eines kärglichen Einkommens (nach 
Gerber 2). Nach seinem Tode 
wurde ihm auf Subscriptiou eine 
Trauermusikfeierlichkeit veranstal- 
tet. Er bekleidete in Jever das 
Kantorat, den Organistenposten, 
war Lehrer der 3. Klasse und 
leitete die Kirchenmusik. 1799 
gab er auf eigene Kosten in Jever 



Gesänge 



heraus (Ger- 



ein Heft 
ber 2). 

Schönsleder, Wolf, auch Wolf- 
gang. Sein Name, der von 1568 
bis 1608 als Tenorist und Musikus 
der kurf. Kapelle in München in 
den Listen genannt Avird, variiert 
anfänglich in ganz mannigfacher 
Weise, bis er sich endlich in obigen 
entpuppt. Anfänglich schreibt ihn 
der Sekretär Schönswötter, dann 
Schönswetter, Schoensletter, Schen- 
fletter, erst 1575 kommt der rich- 
tige Name zu Tage. Sein Gehalt 
betrug anfänglich 144 Gld., der 
später bis auf 335 Gld. stieg. Nach 
1008 verseil windet er aus den 
Listen (Kreisarch.). Der als Schrift- 
steller bekannte Woifg. Schönsleder 



ist ein anderer und lebte etwas 
später (s. d.). 
Schöpperlin, Oeorg Wilhelm, 

Organist in Nördlingen um 1671, 
bekannt durch: 

Die frey gesinte Schäffeiün Fillis inn 
einem schoenen Ballett mit artigen und 
kunst-zierUchen Eutreen . . . von der hoeli- 
gräfl. Hohen Balderischen Hoffstatt aus- 
gefiihret ... den 20/10 April 1671. (4st.) 
Ms. [B. M., aber nur 1 V. u. 2 Viele 
vorhanden. Enthält allerlei Tcänze und 
7 Lieder. 

Schöps, . . . 

machte sich um 1780 durch Sinfonien, 
Klavierkonzerte, Trios u. a. seiner Kom- 
position bekannt (Gerber 1). Im hds. 
Verz. von Breitkopf 1780 p. 22 wird er 
mit einer Sinfonie f. kleines Orchester 
angeführt. 

Schoerö, Jan, aus Leyden, ist 
am 15. Juni 1778 als Musikus an 
der Universität in Leyden ein- 
geschrieben (Bouwst. 3, 10). 

Schöttel, Johann Philipp, war 
von 1738 — 41 Organist an der St. 
Aurelienkirche in Strafsburg i/Els. 
und vom 17/6 1741 ab an der 
Thomaskirche. Am 27. Nov. 1756 
wurde er zum Chordirektor an 
St. Thomas gewählt und starb am 
16. Nov. 1774 zu Strafsburg (Lob- 
stein 60, wo er aber den 2. Okt. 
1756 angiebt, an dem er Chor- 
direktor wurde. Ferner S. 71. 
84. 92). 

Schotter, ChristianlmmanucI, 
geb. 6. Dez. 1760 oder 1762 zu 
Gebesee in Thüringen, studierte 
Theologie, wurde am 27. Sept. 1804 
Kautor in Schwerin, 1829 pensio- 
niert und st. 12. März 1838 (Chry- 
sander 3, 39). 

Schol, Cornelis, war um 1675 
Organist an der Hofkapolle im Haag 
(Bouwst. 2, 165). Ein Hmibertiis 
Cornelis Scholl war Organist und 
Giockenist au der Neuen Kirche 
zu Helft von 1727 bis zu seinem 
Tode am 12. Juni 1741 (Gregoir, 
Pauth. 5, 21 das Epitaph). Nach 



Scholl, C . . . 



62 



Schollenberger. 



den ßouwst. 3, 22 war er der Solm 
des Dirk und der Nachfolger seines 
Vaters im Amte. Gregoir bez. ihn 
fälschlich als Sohn des Cornelis 
Schol. Die Bouwst. 1, 99 rühmen 
ihn auch als Alolaspieler u. geben 
die französische Kirche zu Delft 
an, wo er zuerst Organist war. 

Ein dritter Schol, Peter mit Vor- 
namen, war im 17. Jh. Sangmeister 
zu Amsterdam (Bouwst. 1, 100). 

Seholl, C . . . 

Die B. B. besitzt von ilim ] . Mechanica 
hidraulico pneumatica. Herbipoli 1G57. 
(De organi hydr. aliisque instruiu. barm.). 
2. Organum matheniaticum. Herbipoli 
1668. 

Sclioll, Dirk, geb. um 1641, 
gest. 21. März 1727 zu Delft. War 
anfänglich zu Arnhem Organist und 
Glockenist und seit 1665 zu Delft 
an der Neuen Kirche. Nachrichten 
auf seinem Porträt und dem Epi- 
taph (Bouwst. 3, 22. 1, 99. Gre- 
goir, Panth. 5, 21. Straeten 4, 
280 ff. In der Tijdschrift 2, 220 
wird ein Dokument mitgeteilt, worin 
es heilst: Dirck Scholl van den 
Briel, organist te Delft, met sijn 
Taeler Jan Schol am 3. Juni 1665). 
Seh. genoss einst eines guten Rufes 
als Orgelspieler, Glockenist und 
Komponist. Leider kann ich nur 
ein Spottgedicht von ihm nach- 
weisen : 

Weergalm op het onderste gedeelte 
van de quint essense des Nouvelles van 
14 Maart IGO"). No 21. 2 den dr. Delft. 
Piano, mit D. Schol gez. [Amst. 

Straeten verz. und beschreibt nebst 
Auszügen drei Drucke, deren Fundort er 
aber verschweigi, so dass er seiner Mit- 
teilung jeglichen ^Yert benimmt. Man 
findet sie in Bd. 4, 281 u. 282 verz. und 
sind in Kürze folgende: 

D'onuaspeurlyke naspeuriug, bestaande 
in vraag, antwoord en toesaug, door T. 
Van der WUt. Op muzvk gebragt . . . 
Delft 1717 Kloeting. fol. 3 Sätze in 
Sonatcuform. 

Troust in ouderdom, door d'Hr. A. 
Alewyn. En Tegenzang voor de jonkheyt, 



door . . . Wilt. Op muzyk gebragt vor 
1 stem en Grond-geluyd ... Ib. 1717. 

Rou'^-en liefde-Trauen mitgestort over 
de smartelyke dood van de . . . Maria 
Stuart, koniuginne ... ib. 1717. Yierde 
druk. Straeten bringt den Tonsatz im 
Abdrucke 4, 282 nebst seinem Porträt. 

Ein alter Auktionskatalog verz. Koning- 
lijke airs a 2, een Hand-Fiool met een 
Eiool di gamba en Bc. op. 8. 

Kermiswerk, bestaende in Gigen, Pal- 
leten en Sarabanden voor en Viool en 

1 Bass, op. 9. 

Scholl, Karl, geb. 8. Jan. 1778 
zu Quolkiew in Polen, ein seiner 
Zeit berühmter Flötist, wurde am 
1. Mai 1797 ins Orchester des Hof- 
theaters in Wien aufgenommen, 
schrieb zahlreiche Flötenpiecen u. a. 
n. erzog manchen tüchtigen Schüler 
(Schilling). 

Die Musikfr. in Wien besitzen ein 
Quartett f. den Czakan, V. Va. u. Vcl., 
6 A^ar. f. Fl. u. Guit., 8 Werke für- Flöte 
mit Begltg. op. 20—29 und Flöten-Scala. 
Wien, Cappi & Diabelli. 

Scholl, Petrus, Singmeister u. 
Vorsänger der hochdeutschen refor- 
mierten Gemeinde in Amsterdam 
1646. Gab die Psalmen Lejeune's 
heraus (s. d.). 

Schollenberger, Kaspar, Ka- 
nonikus regularis zu Ulm, lebte im 
Anfange des 18. Jhs. Abt Gerbert 
in seiner Geschichte der Kirchen- 
musik Bd. 2, 341 behauptet, dass 
er der erste war, der Instrumente 
zur Kirchenmusik gebrauchte, dass 
dies ein Irrtum ist, bedarf kaum 
der Widerlegung, denn schon Prae- 
torius wendet sie an und als Er- 
satz für fehlende Singstimmen ver- 
wandte man sie schon im 16. Jh. 
(Gerber 1). Man kennt von seinen 
Kompositionen, auf denen er sich 
mit „Canonicus et Decanus" bez: 

Psalmodia ariosa tripaiiita, complectens 
integras 3 ariosas Vesperas ... 4 voc. 

2 V. Violoue et organo . . . Aug. Vind. 
1713 Schlüter etHappach. 14 Stb. [B. M. 

Gaudia et luctus in uuum concinnata; 
sive Missae 6 ariosae, solemuis una 4 pri- 
vatae lugubris defunctorum . . ;i 4 voc. 



Sclioltz, Gottfried. 



63 



Scliop, Albei-t. 



2 Y. 2 Violone, org. ac 2 Clarini ... I 
Op. 3. Ib. 1718. ISStb. [B. M. fehlen 
V. 1 rip., V. 2 concert. et rip., 2 Clarini. 
B. B. nur 11 Stb. in 4». 

Tliyiniama arioso-eccles. complectens 
Offeitoria festiva ... 4 voc. 2 V. . . . 
Ulmae 171S Job. Chrph. Bäurlein. fol. 
12 Stb. [B. M. 

Scholtz, Gottfried, geb. 1667, 
wurde 1697 Organist au St. Bem- 
harclin in Breslau und starb ebd. 
29. Nov. 1739 (Hoffraann). 

Unter Ootfrid Sci/olx befinden sich 
im Samlwk. 1622 b 3 Paduanen, 1 Cou- 
rante xmd 1 Galliarde für 4 Instrnm. 
(Eituer 1). 

Von einem Johann Scholx. befindet 
sich ebd. eine Intiade für 4 Instr. 

Scholtz, Joachim, war von 

1564 bis zu seinem am 12. Jan. 
1567 erfolgten Tode Organist an 
St. Bernhardin in Breslau (Hoff- 
manu). 

Sclioltz, Johann Christian; 

in der Schweiiner F.-Bibl. befindet 
sich ,,Une Douzaine de Tierces musicales 
a la flute trav. et ä la Viole av. la ß., 
composees et gravees pai' Jean . . . ä Ham- 
burg, Anno 1736. 3 Stb. 

Scholz, Leonhard, Organist an 
St. Sebald in Nürnberg um 1783 
(Gramer 1, 649). 

Gerber 2 zeigt von einem Scholz aus 
derselben Zeit 6 Ideine Klaviersouaten, 
Breslau 1788, und Lieder am Klavier, 
Berlin 1792, an. 

Scliomhag, siehe Koesfelt, L. 

Z. van. 
Schomler, Bartholomäus, ist 

nur durch Draudius Bibl. german. 
bekannt, der dort verz: 

Ethche Psalmen vnd geistl. Lieder, aufs 
dem geraeinen Psalmenbuch in ihrer ge- 
wöhnlichen Melodev auff 4 Stim. comp. 
Herbom 1608. 12". 

Schondorf, siehe Schöndorff. 

Schone, Matz, Lautenist in 
Hamburg, Ratsmusikant von 1524 
bis 29, pensioniert 1530 (Sittard 
1, 16). 

Schonsledcr, Woltgau;^, nennt 
sich in lateinischer üebersetzung 
Volupi/is Decorm, ein Jesuit und 



Sänger zu München, geb. daselbst 
1750, gest. 17. Dez. 1651 za Halle 
in Schwaben, gab heraus: 

Architectouice universalis, ex qua Melo- 
poeara per universa et solida fundamenta 
musicorum, proprio marte condiscere pos- 
sis. Autore ... Ingolstadii 1631 W.Eder. 
4". 2 Teile, der 2te mit Musikbeisp. 
235 S. [B. B. B. G. B. M. Mainz. 
Proske. Glasgow. 

— andere Ausg. Ingoist. 1684 Mae- 
nardus Zeller. 4". 235 S. [B. M. . 

Schoockius, Martin, geb. um 
1614 zu Utrecht, gest. um 1669 
zu Frankfurt a/0. ; zuerst Professor 
zu Deventer, dann zu Groningen 
und zuletzt in Frankfurt. 

Er schrieb Dissertationes variae. Utrecht 
1663. Die 30. handelt von der Kirchen- 
musik (Fetis "Weiteres, auch C. F. Becker 
1, 123. 227). 

SchoonhOTen (Scoonhovio), Cor- 
nelis, war um 1600 Organist an 
der alten Kirche in Delft (Doku- 
mente in Bouwst. 1, 34/35). 

Ein Gesaug im Samlwk. 1605 a (Eit- 
ner 1); ein anderer in Phalese's II HeU- 
cone 1616: Donna ch'ornata. 

— Sein Sohn Jati wurde sein Nach- 
folger, das Jahr ist unbekannt (l. c). 

Schoonwald, Samnel, 

gab 1725 Neander's Geistreiche Glaub-, 
Liebes- und Bundes-Lieder in vermehrter 
Ausgabe heraus (siehe Neander). 

Schop (Schope), Albert, der 
Sohn des Johann, ist um 1654 bis 
1660 nach Mattheson 1, 396 Or- 
ganist in Güstrow. 1667 nennt er 
sich fürstl. Mecklenburgischer Hof- 
organist (Niederrh. Ztg. 3, 364/65, 
ebenso auf dem Drucke von 1667): 

1666. 1. Theil musicalischer Audachteu. 
Rostock 1666. 1 vol. A— P. 1 st. Gesge. 
mit Bc. [B. Bohn in Breslau. 

1667. Exercitia Yocis, oder Theils 
Deutsche, Theils Lateinische Concerteu 
mit einer Stimme und bej"gefugtem Basso 
continuo gesetzt von . . . Hbg. 1667 Job. 
Naumann. 1 Bd. in gr. 4". 6 S. Vor- 
wort. 1. Abtlg. 56 S. 2. Abtlg. 50 S. 
Part, mit 22 Nrn. 10 Psalmen von Seh. 
u. 12 von Mali. Cokrits. [B. B. B. Becker 
in Lancy, Beschrbg. in M. f. 31. 10, 161. 
Klingenthal. Paris Nat. von 1677? 



Schop, Johann. 



64 



Schop, Johann. 



Ms. Bibl. Upsala: Cantemus omnes et 
jubilemus, 3 voc. c. Bc. fol. 

In Dr. Schuppius Passion und Bufs- 
Lieder, Hbg. 165.5, sieben Gesge. von ilim. 

In Jakola Schwieger's Liebes Grillen 
21 Melodien mit Bc. 

Schop (Scbopp, Schoope), Jo- 
liauu, eiu ,,kimdiger" Instrumen- 
tist auf der Violine (Discantgeige), 
Laute, Posaune und dem Zinken, 
trat am 27. Febr. 1615 in die Hof- 
kapelie in Wolfen büttel und erbielt 
in allem 220 Tblr. jäbrl. Gebalt 
(Cbrysander 1, 155, der binzu- 
fügt, dass er ein sehr bewegtes 
und von langer Dauer wahrendes 
Leben geführt, „über welches ich 
gelegentlich Mitteilungen machen 
werde"; ob und wo dies geschehen 
ist, habe ich nicht in Erfahrung 
bringen können). Nach einem 
Aktenstücke im sächs. Staatsarchiv 
Gunter Ambr. Götze) war er um 

1618 in dänischen Diensten als 
Violinist und genoss eines weit- 
verbreiteten Rufes, so dass Schüler 
aus allen Gegenden seinen Unter- 
richt suchten. Li Viertel]. 9, 76 
wird sein Aufenthalt in Dänemark 
vom 1. Nov. 1615 bis 17. März 

1619 augegeben und wäre dem- 
nach seine Stellung in Wolfen- 
büttel von sehr kurzer Dauer ge- 
wesen. Mattheson nennt ihn in 
der Ehrenpforte einen Künstler, 
dessen Gleichen so leicht nicht in 
kgl. und fürstl. Kapellen gefunden 
wird. Die Niederrheinische Musik- 
zoituug berichtet im 3. Bde. p. 365, 
dass er sich auch eine Zeitlang 
in Paris aufgehalten habe. Gegen 
1621 ti'at er in hamburgische 
Dienste und wurde Direktor der 
ßatsmusik mit 800 M Gehalt. Job. 
Rist bezeichnet ihn im Parnass 
p. 76 um 1649 als Organisten an 
St. Jakob in Hamburg und in den 
,,Himlischer Lieder'' von 1644 wird 
er der Stadt Hamburg Capell- 



meister genannt. In Georg Neu- 
mark's fortgepflanzten poetischem 
Lustwalde wird er und Scheide- 
mann, nachdem sie sich in einem 
Konzerte haben hören lassen, in 
überschwenglicher Weise gepriesen. 
Nach Sittard 1, 19, der ihn aber 
fälschlich Paul nennt, empfängt er 
1633 eine Verehrung von 100 
Rchsthl. und sein Tod wird mit 
dem Jahre 1664 oder 65 bezeich- 
net. Ueber seine Kompositionen 
siehe das Urteil in der Allg. deutsch. 
Biogr. 

Von Yiolinkompositionen sind bisher 
nur 3 Piecen aufgefunden, desto mehr 
aber von Gesangswerken. Ich führe zu- 
erst diejenigen "W^erke an, die er selb- 
ständig herausgab und diesen folgen dann 
diejenigen in Liederbüchern von Rist u. a. 

1630 a. Ehren Wunsch vnd Gesang 
bev hochzeitlichen Fremden Fest. Dess 
. . \ Barth. Müller . . . Hbg. 26. April 1630 
Rebeulein. 7 Stbll. „Steh auf meine 
Freundin." [B. Hbg. 

1630 b (?). Ehrn: vnd Frewden Liedt 
auff hochz. Ehrenbg. dess Hen-n Erasm. 
Sartorii. Mit 6 Stim. Hbg. 1630 L. 
Pfeiffer (Jahreszahl abgeschnitten). 4°. 
„Nun kompt der winter." [B. Hbg. 

1635. Ehren "Wunsch u. Gesang bei 
hochz. Frewdenfest dess . . . Job. MüUer 
. . . mit 8 St. u. Bc. Hbg. 17. Aug. 1635 
Eebenlein. (Mein Freund komme in seinen 
Garten.) [B. Hbg. 

1636 a. Hochzeitl. Frewden Gesang 
dem . . . Job. Schlebusch . . . mit 8 Stim. 
u. Bc. 15. Febr. 1636 ib. „Danket dem 
Herren denn er ist freundlich." [B. Hbg. 

1636 b. Hochzeitl. Lobgesang . . . dem 
Job. Koel ... zu 8 St. u. Bc. 29. Febr. 
1636. ib. „Wol dem der den Herrn 
fürchtet". [B. Hlig. 

1637. Frölicher Ehrenscheiiz bey hoch- 
zeitlichem Ehren Tag, defs . . . Erasmi 
Sartorii beriihmbten Cantoris in Hamburg 
. . . mit 2 Stim. nebens einem Bc. ge- 
setzet. Hbg. 1637 Rebenlein. [Lübeck: Bc. 

1643. Erster Theil Geistlicher Con- 
certen. Mit 1. 2. 3. 4. und 8. Stim. 
Sambt bevgefügten Bc. vor die Orgel. 
Hbg. 1643 1644 Rebenlein. 5 Stb. 4». 
30 Nrn. [Musikfr. Wieu. Stuckholm 1. 
u. 2. Tbl. AVulfenb. 1. Tbl. 

1655. Der Flüchtigen flüchtige Feld- 
rosen; lu unterschiedlichen Lust-Gesängen 



Schop, Jobann. 



65 



SchoiTinaier. 



vorgestellet. Gezieret mit allerhand köst- 
lichen, neuen, noch unbekannten Melo- 
deyen, deren etzlicbe von dem vortreff- 
lichen Componisteu J. S., die andern aber 
von unterschiedlichen guhten Freunden 
in der Sing- u. Orgelkunst wolerfahrnen 
verfertiget. Hbg. 1655 J. Carstens. 16" 
für C. u. B. [Strafsburg. B. Lpz. B. 
Wagener. 

Lieder in den Rist'schen Gedicht- 
Santnilungen. 

1641. Himmlische Lieder mit sehr an- 
muthigen, niebrentheils von J. S. in Hbg. 
gesetzten Melodeyen. Das erste bis fiinfto 
Zehen. Lüneburg 1641/42 bei Stern. 8«. 
50 Lieder. [B. B. B. Hbg. Lüneburg. 

— 1643 ib. [B.B. B. Zw. 

— 1644 ib. (das 2te Zehen mit 1647 
gez.) [B. M. 

— 1648 u. 1650 ib. [B. W. im 3. Zehn 
Nr. 7 von Mich. Jacobi. B. Kgsbg. von 1 648. 

— 1651'. ib. Dedic. von 1652. 13 u. 
351 S. [B. Br. Hofb. Wien. B. Hbg. 
B.B. Karlsruhe. B. Lpz. B. Kgsbg. 

— 1658 ib. kl. 80. 14 Bll. u. 351 S. 
[B. Lpz. B. Hbg. (auch von 1657). Bx-üs- 
sel. br. Mus. 

1642. Der edlen Dafnis Galathea einige 
Lieder (s. Rist). 

1654. Frommer und gottseliger Christen 
alltägliche Hausmusik oder musicalische 
Andachten, bestehend in neuen geistlichen 
Liedern mit Job. Schoopen Melodej'en. 
ib. 1654. 80. 70 L. mit 48 Mel. von 
Schop und 22 von M. Jacobi. [B. M. 
B. Br. B. Lpz. B.B. B.Hbg. B.W. 
B. Wageuer. 

Die B. in Kopenhagen besitzt im Ms. 
unter Eist 98 Lieder zu Eistschen Texten 
von 1644—57. 

Ferner finden sich Liedkompositionen 
in folgenden Liedersammlungen: 1642 in 
Grummer's Daphnis. In Zesen's Jugend- 
flammen 1651 pag. 99, in dessen Liebes- 
flammen 1653, in Saloraonis hohem Liedo 
1657 und 4 Lieder in dessen Kosen- u. 
Lilienthal. In Öchupp's Passions -Lieder 
1655 zwei Gesge. In Erhard's Gesgb. 1659. 

In der New-vermehrte christl. Seelen- 
harpf . . . Onoltzbach 1664 65 bei Job. 
Hornung. 38 Melod. von Schop. (Heidel- 
berg Univers., siehe Zahn 6, 224.) 

In Joh. Francken's geistl. Sion 1674. 
In Saubert's geistl. Liedern 1676 sechs 
Nrn. In Vopelius' Gesgb. 1682 drei Lieder. 
In F. Sohren's Music. Vorscliinack 1683. 
In Matthyl'z Samlwk. 1646 IStücke für 
3 Violen. 

Ms. B. W^agener Orgeltaliulaturen von 
1689 im 2. Bde. (siehe Heiur. Sclieidemanu). 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Ms. B. B. T 1Ü7 Choralgesänge aus 
Vopelius in Part. 

Isis,. 52 in B. Br. Tabulaturpart. u. Stb. 
12 geistl. Gesänge zu 4 — 8 Stim. 

Zahn teilt eine Anzahl Melodien mit, 
von denen auch einige in den Kirchen- 
gesang übergegangen sind, wie 3687. 5741. 
5813. 5817. 5819. Siehe Bd. 5, 416. 

In Jak. Schwieger's Liebes GriUen von 
1656 ist im 1. Buche Nr. 9 ein Lied mit 
/. Schop der Junge gez. und muss dies 
neben Albeii Schop ein zweiter Sohn des 
Johann sein. 

10 Gesge. in neuen Ausg. (Eitner 2). 

Schope, J . . . A . . . 

In Chrstn. Schwartzen's Musae teu- 
touicae, Kgsbg. 1705 unter Nr. 132. 136. 
138. 144: 4 Melodien mit bez. B. über 
geistl. Lieder. [B. Kgsbg. p. 30 u. 322. 

Scliormaiiii , Stephan , lebte 
1590 in München, wo er die 
Dedicat. zu folgendem Samlwke. 
unterschrieb : 

Suavissimorum modulorum selectissimae 
Cantiones sacrae, ex praestantissimis qui- 
busdam musicis collectae, 4, 5, 6 et 8 
vocum . . . Monachii 1590 Ad. Berg. 
6 Stb. qu40. 30 Gesge. ohne Angabe 
eines Autors, siehe Eitner 1, 216. [B. A. 
Proske. 

Sehorii, Johann Paul, ein in 

erzbischöfl. Diensten zu Salzburg 
stellender Musiker, von dem Ger- 
ber 1 verz. 

Duodenarium harnioniae selectae deü- 
cium, vario instnimentorum genere ordi- 
uatum. Aug. Vindel. 1724. Schon Wal- 
ther zeigt dasselbe Wei'k an und Ger- 
ber 2 fügt noch die Angabe der Instra- 
mente hinzu: 2 V. 2 Ob. u. B., oder für 
2 V. 2 Vcl. u. B., auch für 2 V. 2 Hörn, 
u. B. Es sind Partien für Instrumente. 
Walther zieht dasselbe aus Lotter's Ver- 
lagskataloge. 

Schornhurg, Heinrieh, bekannt 
durch die Schrift 

Elemeuta musica . . . qualia nuuquam 
antehac ordine, brevitate, perspicuitate et 
firmitate visa; cum vera monocordi de- 
scriptione, hactenus desiderata, Instni- 
menta musica fabricare volentibus ante 
onmia cognita necessaria . . . Coloniae 
Agrip. 1582 Nicol. Grapheus. 4". 20 Bll. 
(Edit. I.) [B.M. 

SchoiTinaier, Pater Wollgang-, 
geb. 1676 zu Augsburg, gest. 5. Mai 

5 



Schott, Bernhard. 



66 



Schott, Kaspar. 



1720 im Kloster S. Ulrich u. Afra 
in Augsburg. Trat 1694 in das- 
selbe und wurde Chordirektor. 

Es werden zwei geistliche Schauspiele 
von ihm erwähnt, die 1712 zur Auffüh- 
rung gelangten (Kornmüller 1, 217). 

Schott, Bernhard, der Gründer 
des heutigen Musikverlagsgeschäfts 
B. Schott's Söhne in Mainz. Be- 
gann als l^otenstecher, errichtete 
dann eine Verlagshandlung und 
wurde 1780 kurfürstl. Hofmusik- 
händler. Der älteste Druck, den 
ich bis jetzt von ihm fand, trägt 
das Datum 1770, auf dem er sich 
nennt: B. Schott in Mainz, Kupfer- 
stecher. 1817 starb er und ging 
das Geschäft auf seine Söhne An- 
dreas (geb.1781, f 1840) und Joh. 
Joseph (geb. 1782, f 1855) über 
(siehe Näheres in Allg. deutsche 
Biogr.). Ein vom Gründer in der 
ersten Zeit seiner Thätigkeit her- 
ausgegebenes Samlwk. trägt den 
Titel: 

Eecueil d'Ariettes et Romances choisies 
des operettes les plus belle p. 1 Fl. Liv. 3. ' 
No. 273. 14 Nrn. defekt. [Schwerin F. 

Seine Nachfolger gaben die Bibliotheque 
de mus. d'eglise u. a. heraus (siehe Eit- 
ner 2). 

Schott, Oeori» Balthasar, seit 
Juli 1719 Organist an der Neuen 
Kirche in Leipzig, meldet sich 
1722 zum erledigten Kantorat an 
der Thomasschule, erhält es aber 
nicht, sondern Seb. Bach; dagegen 
wird er am Collegium musicale, 
von Tolemann gegründet, Direktor 
und zugleich Musikdirektor am 
Theater in Leipzig. 1729 beruft 
man ihn als Kantor nach Gotha 
(Dörffel 2, 3. Spitta 2, 5. 50). 

Schott, Johann (icorg-, widmete 
sich der Poesie und Musik, lebte 
1590 zu Erbach im Utlenwald, 
dann beim Grafen von Nassau zu 
Ottweiler und bez. sich 1603 als 
Ksl. Notar und Stadtschreiber zu 



Butzbach in Oberhessen. Er gab 
heraus : 

Psalmen vnd Gesangbuch. Darinn die 
Geistliche Lieder D. Mart. Luheri ... zu 
4 Stirn, cootrapuncts weifs ordentlich col- 
ligiort vnd zusammengesetzet durch . . . 
Franckf. a/M. 1603 Sigism. Latomus. 12». 
Stirn, gegenüber. 196 vierst. Tonsätze. 
[B. Stuttgart. Darmst. 

Zahn teilt 11 Melodieu mit. 

Dies ist das Gesangbuch, welches Ger- 
ber 2 und Fetis unter dem kuriosen Titel 
mitteilen. 

lu Darmstadt, Hofbibl., Ms. 2901, be- 
findet sich ein Gelegenheitsgesang, auf 
dem er sich Ksl. Notar und Musikdirektor 
zu Butzbach nennt. Es trägt den Titel: 
Paraphrasis brevis ps. 45 In solemnitatem 
nuptialem dui. Fhilippi Laudgr. Hassiae. 
Butisbach 29. Juli 1610. Wahrscheinlich 
Autograph. 

In Zelle's II. Schulprogramm: Ein feste 
bürg ist unser got (M. f. M. 28, 72). In 
neuen Ausg. 11 Gesge. (Eitner 2). 

Schott, P. Kaspar, ein Jesuit, 
geb. um 1608 zu Königshofen bei 
Würzburg, gest. 22. Mai 1666 zu 
Würzburg, lebte lange in Italien 
und ging erst am Ende seines 
Lebens nach Würzburg, wo er 
seine Werke redigierte (Fetis). 
Unter denselben befindet sich 
auch eins, welches sich vielfach 
mit Musik beschäftigt und selbst 
theoretische Regeln giebt (siehe 
Gerber 1); es ist betitelt: 

Organum Mathematicum hbris IX. ex- 
plicatum ä P. G. Schotte e societate Jesu, 
quo per paucas ac facillime parabiles Ta- 
beilas, intra cistnlam ad modum organi 
pneumatici constructam reconditas, jjle- 
raequo Mathematicae discipliuae, modo 
novo ac facili traduntur. Opus posthumum. 
lIorbii»oli 1668 Jo. Andr. Eudtor et Wolfg. 
junior haeiedum. Excudebat Jobus Hertz 
tvpogr. 40. 2 Portr. 31, 858 u. 8 Seit. 
[B. B. C. P. Brüssel. B. Lpz. 

Magia universalis naturae (.'t artis sive 
recondita. Pars I. — III. llerbipoli et 
Bamberg. (Die mir vorliegenden Titel- 
Iciipion variiren in den Jahreszahlen, Leo 
Lie|ini. besal's eine Ausg. 1657 — 59. Rosen- 
thal eine von 1672—74 und die Musdifr. 
in AVien eine von 1677). Im 2. Bde. 
über Musik. 

Die B. B. besitzt noch einen Druck: 



Schottelius. 



67 



Schramm, Melchior. 



Mechanicahydraulica-pneuraatica. Francof. 
1657 Schönwetter. 

Schottelius , Justiis Georg, 

der Dichter des Neu erfundenen 
Freuden-Spiel 1648. Musik von 
der Prinzessin Sophie Elisabeth, 
Herzogin von Braunschweig. [B. 
Br. (siehe den Artikel Sophie 
Elisabeth). 

Schotteiiberger, Kaspar, aus 
Klein Wenge bei Ulm (Titel), gab 

heraus : 

Psahnodia curiosa tripartita ... (3 
Vesperae), op. 1. August. Viud. 1724 
Schlütter et Happach. 4P. [Einsiedeln 
fehlt C 1. ripien. 

ScliOiiw, (xeorg-, aus Kopen- 
hagen, ist am 29/2 1780 an der 
Universität zu Leyden als Musicus 
eingeschrieben (Bouwst. 3, 10). 

Scliow, Pt., 

bekannt durch eine Dissertatio de usu 
et ahusu rausices. Havniae 1737. 40. 
8 Seit. [Kopenhagen. 

Sclu'aderiis, Joannes, bekannt 

durch 

New verbessert . . . Kirchen Formular, 
allerhand Chiistlicher Wort und Cere- 
monien . . . Franckft. u. Lpz. 1G70 Chrstn. 
Gerlach u. Simon ßeckenstein, gedruckt 
in Helmstadt bey Henning Müller. 4". 
[br.Mus: 3 pt.? 

Schräg, ... 1G95-98 Organist 
. an der St. Aurelienkirche in Strafs- 
burg (Lobstein 92). 

Schrainb, Melchior, aus Offen- 
burg, erhält 1607 vom Kurf. von 
Baiern für übersendete Komposi- 
tionen ein Geschenk von 12 Gld. 
(Kreisarchiv). 

Schramh, Joseph, Violinist an 
der Hof kapeile in Wien vom 13. 
Juli 1796 bis f 10. Jan. 1816, 61 J. 
alt (Köchel 1). 

Schraiueck, J... J..., 

bekannt durch das historische Singsjiiel: 
Die Hütte bei Moskwa oder der Czar und 
der Bauer. Ms. P. Parmst. 

Schramm, Christoph Gottlob, 

Kantor in Hederslebuu, dann Kau- 
tor und Organist a/d. St. Georgen- 



kirche und 1. Lehrer a/d. Bürger- 
schule der Parochie Glaucha zu 
Halle (Titel). Ist bekannt durch: 

Alte und neuere Choral-Melodieen der 
evangelischen Kirche für Bürger- und 
Landschulen 2- und 3stim. bearbeitet von 
. . . Lpz. (1801) Br. & Haertel. quiP. 
130 Chorcäle. [B. Lpz. B. B. 

Vermischte Tänze, als 12 Ecossoisen. 
Halle 1804 in Com. bei Schimmelpfenning. 
[B.B. 

Von einem J. C. Schräm tn besitzt das 
Conserv. zu Brüssel, Ms. 907 : Herr, mich 
verlaugt nach deinem Heil, Cantate zu 
4 Stim., Solo und 2 Hörn. 2 V. Va. Bc. 
fol. P. 

Scliramm, Melchior, ein Schle- 
sier, nach Walther aus Münster- 
berg gebürtig, woraus die neueren 
Lexika einen Organisten in Mün- 
sterberg gemacht haben. Er kam 
1574 als Musikus in den Dienst 
des Grafen Karl von Hohenzollern 
in Sigmaringeu, wie er in der 
Dedication zu den Sacrae^ cantiones 
von 1576 selbst sagt und bezeich- 
net dieselben als sein erstes Werk. 
(Die Sacrae Cantiones von 1572, 
die in allen Lexika angezeigt sind 
und auch irrtümlich im Kasseler 
Kataloge p. 61 stehen, sind daher 
die von 1576). In den Cantiones von 
1606 nennt er sich auf dem Titel- 
blatt: Bürger zu Olfenburg, Orga- 
nist und Musicus. Fetis sagt, er 
trat den Posten um 1595 an. Dies 
ist nur eine angenommene Jahres- 
zahl. Von seinen Kompositionen 
ist noch keine in neuerer Partitur 
crschieuen, dass er aber ein tüch- 
tiger und hochgeachteter Meister 
war, beweist das in der Hofbibl. 
in Wien befindliche Ms. mit den 
3 Hochzeitsgesängen von Lassus, 
Kerle und Sehramm. Wer sich in 
solcher Gesollschaft befindet, muss 
ihrer auch wert sein. Erschienen 
sind von ihm: 

1. Sacrae cantiones 5 et 6 voc. Noribg., 
Katharina Gerlachius et haeredes Job. 
Montanus. 157G. 5 Stb. in qu40. 25 Nrn. 

5* 



Schrammen. 



68 



Schreiber, Friedr. Gust. 



[B.A. B.K. B.B: B. B. M. 6 Stb. ? 
Kopenhagen. Lüneburg. Hofb. Wien 
6 Stb. br.Mus: C. A. T. B. 

— Einzelne Stb. tragen die Jahreszahl 
1577. 

2. Neuwe aufzerlesene Teutsche Ge- 
sang, auff ein besondere art vnd manier 
mit 4 St. Comp. Frkft. a/M., in verleg. 
Sig. Feyerabends 1579. 4 Stb. kl. qu40. 
9 Nrn. weltliche Lieder. [B. B. B. M. 

3. Cantiones selectae quas vulgo mo- 
tectas appelant, quinis, 6 et 8 v. Francf., 
AVolfg. Richter, impensis Nie. Stein. 1(306. 
6 Stb. 29 Nrn. [B. B. B. K. nur 4 Stb. 
Darmst. fehlt A. T. 

4. Ms. Hofb. Wien : Officium nuptiale 
Octavio IL Fuggero. 1 Gesang: Deus 
patram nostr. 2 andere von Lassus u. 
Kerle. Ferner in I, 51 (alte Signatur): 
Domine Deus patrum 6 voc. 

5. Mss. B.Proske: 986, 38 Ein edler jäger 
wolgemuth, in 4 Tl. 5 st. — 26 Gesänge 
in alten Mss. (s. Kat. A IV.) — Motetten 
zu 5 u. 6 St. in 807 (Ms. von 1577). 
821—823. 862, 11. 887 aUerlei Gesge. 

6. In B. L. Ms. 7 ein Ave Maria 6 voc. 
— In B. Br. Ms. 12, 94 Da nobis auxi- 
lium 6 voc. in Stb. In Brieg ein Laudate 
pueri, 6 v. IVIs. def. 

Im Gothaer Cant. 2. Thl. 1655 ein 
geistl. Gesg. — 2 Gesänge in alten Samlwk. 
(Eitner 1). In Kargel's Lautenb. 1586 
eine arrang. Piece. 

Sclirammen, Jakob, ein Lau- 
teüist im Dienste der Hofkapelle 
in München, wird in den Akten 
nur 1554 erwähnt (Kreisarchiv). 

Scliratteiibach, J . . ., 

gab in Wien seit 1785 mehrere Hefte 
Lieder und Divertissements pour l'harpe, 
2 V. et B. bei Artaria heraus (Gerber 
1. 2). 

Schraub, Franz, ein Wiener 
Musiker, der um 179Ü bei Koze- 
luch in Wien herausgab: 

3 Senates pour le Clavecin, op. 1 
(Gerber 2). Die Hofb. in Wien besitzt 
Ms. 18701: Missa ex B. und Missa III. 
ex Es für Chor u. kl. Orch. in V. 

Schreiben an die Tonkünstler 
in Berlin, siehe Wenkel. 

Schreiber, Andreas, geb. 18. 
Mai 1593 zu Friedrichroda, gest. 
G. Juli 1660 zu Schmal kalden, 
Schüler Vulpius' in Weimar, ging 
1618 nach Gotha, 1614 als Orga- 



nist nach Friedrichroda, 1616 
Schullehrer u. Organist in Kalten- 
Nordheim (Henneberg), 1635 in 
gleichen Aemtern in Schmalkal- 
den. Er wird als Liederdichter 
und tüchtiger Orgelspieler gerühmt 
(Leicheusermon in M. f. M. 8, 3). 

Schreiber, Christian, Konsi- 
storialrat und Superintendent zu 
Lengsfeld bei Gotha, lebte um 
1803 zu Eisenach und zeichnete 
sich als Dichter u. Komponist aus. 

In der Lpz. Ztg. 8, 259 das Lied: 
Meine Ruh ist dahin. Auch Bd. 5, Bei- 
lage 25 ein Lied, ebenso in Bd. 6. Auch 
Artikel lieferte er für die Zeitung und 
anderes wurde dort besprochen (siehe das 
Generalregister). 

In der 13. Kgsbg. befinden sich: 16 Lie- 
der von Goethe, Mahlmann, Matthesius . . . 
mit Begltg. des Bfte. Lpz. (1804) Br. & 
H. qufol. 28 S. 

Folgende Drucke sind wahrscheinlich 
auch von ihm: 

12 Balladen und Lieder für Gesang mit 
Pfte. op. 3. Lpz., Br. & H. qu4o. [B. B. 
mit D. Chri.stian Schreiber gez. 

Sehnsucht von ... in Musik gesetzt 
von . . . Mainz, B. Schott, fol. [B. B. 

Gesänge mit Pfte. 2. Samlg. Lpz., 
Br. & H. qufol. [B. B. 

C. Schreiber, F. W. Carove, Winkler, 
K. Schmidt, Anonymus. (5 Lieder f. 1 St. 
mit Pfte.) s. 1. qufol. [B. B. 

Die letzten 3 Drucke sind mit Chr. 
Schreiber gez. Da er auch zum Teil als 
Dichter sich nennt, so kann nuxu sicher 
seine Autorschaft derselben annehmen. 

Sclireiber, Christoph, aus Dres- 
den, w^ar von 1622 — 1634 Organist 
an St. Petri in Freiberg i/S., ging 
1634 kurz vor Weihnachten nach 
Zittau in der Lausitz und st. dort 
1639 (Freiberger Chronik von Andr. 
Moller 1653 p. 269). 

Ms. Bibl. Freiberg: Königh Davidts 
Seuffzerleiu aus dem 90. Psalm mit 6 Stim. 
e. ](;22, in fol. 7 Dil. 

Schreiber, F . . . A . . ., Hofrat 
und Advokat zu Leipzig, gab 1792 
heraus: Harfenstücke, 1. Samlg. 
(Gerber 2). 

Schreiber, Frietlricli Oiistav. 

Die B. Kgsbg. besitzt im Ms. 3 Lieder, 



Schreiber, Georg Heinr. 



69 



Schleyer, Gregor. 



op. 1. in qufol. 8 S. Suchst du den Frie- 
den. — Die schlafende Laura v. Lessing. 
— Sehnsucht des Schweizers v. Jueh, mit 
Pfte. Er scheint noch dem 18. .Ih. an- 
zugehören. 

Schreiber, Grcorsi IleinricL, 

bez. sich mit „der hoch -Edlen 
Teutsclien Dicht-Kunst Liebhaber" 

und gab heraus: 

Neu aiifsgesclilagene Liebes- und Fräh- 
lings Knospen, das ist keuscher Ehren- 
uud Liebes-Lieder Erstlinge: ]\Iit schönen, 
anmutigen, mehren theils neu und unbe- 
kandten Melodeyen angefeuchtet, und zu 
sondern Ehren ... des lieb- und lob- 
würdigsten Frauenzimmers ans Licht ge- 
geben von . . . Franckft. a/M. 1664 gedi'. 
bey Joh. Görlin, in Verleg. Joost Kölers 
jun. Bremens, kl. 8". 190 S. 26 Melod. 
mit Bass. [B. Wagener. 

Der Autiq. Butsch besafs noch ange- 
bunden: Nachschösslinge mit anmuthigen 
Melodien. Ib. kl. 8". 

Die Melodien sind mit C. H. gez. 

Schreiber, Fat. Joh.iiines Evan- 
gelist, geb. 1716 zu Arth (Schweiz), 
st. 1800 im Kloster S. Urban, in 
welchem er 1738 das Ordensgelübde 
ablegte. Er war ein fleifsiger Kom- 
ponist (Schubiger 2, 49. G. Becker 
1, 140). Bekannt sind an Werken: 

Fasciculus Ariarum 24 gloriosae vir- 
gini ... 12 Duetti, 12 Soli a diversis 
vocibus, 2 V. Va. . . . op. 1. Friburgi 
Nuithonum (1747) H. J. N. Hautt. 7 Stb. 
s. a. 18. Jh. [B. M. Einsiedeln. 

Missale Cisterciense musicum complec- 
tum 6 Missas . . . cum 2 Eeriuiem a 4 
vocibus (c. instrum.), op. 2. Friburgi 
Helvet 1749 Hautt. 11 Stb. [B. M. Ein- 
siedeln. 

Adoratio Dei per XV Offertorio (4 voc. 
c. orch.). op. 3. St. GaUi, Monast. 1754. 
Stb. fol. [Einsiedeln, br. Mus. 8 Stb. 

Schreier, Joseph, Organist an 
der Kirche zu Indersdorf, gab heraus : 

Missae YI una cum 6 Offertoriis pro 
divini cultus ä 4 vocibus, 2 V. et Org., 
2 Corn. et Vcl. Op. 3. Aug. Vind. 1798 
Lotter. 8 Stb, fol. [Antiquar Eosenthai, 
Kat. 49. 

Schreiter, . . . Kantor in Alten- 
burg um 1739. Nach Mattheson 
1, 420 ein tüchtiger Kirchen- 
komponist. 



Schrem, J..., lebte am An- 
fange des 16. Jhs. und befindet sich 

im Ms. FX. 1—4 Nr. 61 in B.Basel 
das 4 Stirn. Lied: Ich seufftz vnd klag. 

Schreyber, siehe Orammateiis. 
Schreyer, Christian Heinrich, 

geb. 24. Dez. 1751 zu Dresden, 
ein Kandidat der Theologie, der 
sich aber mehr mit Musik be- 
schäftigte und zahlreiche Werke 
veröffentlichte. Gerber 2 widmet 
ihm einen langen Artikel. 1771 
zog er nach Wittenberg auf die 
Universitcät, 1776 nach Dresden 
als Hauslehrer. Bis 1795 hatte er 
es noch nicht zu einer Pfarrstelle 
gebracht und lebte daher ganz der 
Musik. Nach dem Ms. 17 910 der 
Hofb. Wien war er um 1815 Pastor 
u. Adjunct zu Ortrand bei Grofsen- 
hain. Von seinen im Gerber an- 
geführten Kompositionen sind mir 
nur eine theoretische Schrift und 
einige Kompositionen bekannt: 

Neue Generalbass- Schule oder Geist 
vereinfachter Grundsätze des General- 
basses, mit 100 Beispielen nebst einem 
Anhange über das Accompagn. der Gene- 
ralbassstimme bei Kirchenmusiken . . . 
Meifsen (1821) Gödsche. 4». 34 S. [B. 
Lpz. Musikfr. Wien. 

Neue Melodie des Herr Gott dich loben 
wir. Meifsen (1820) Goedsche. 4«. [B. Lpz. 

Vorspiele für Orgel. Lpz., Hofmeister. 
[Dresd. 

Motetten ohne Text in Ms. 91 B. Kgsbg. 
Samlwk. 

Empfindnngen der Freunde des ster- 
benden Jesu. Passions-Kantate. Gedichtet 
u. komp. von . . . Pastor und Adjunct . . . 
1815. Part. Ms. 17 910. [Hofb. Wien. 

Schreyer, F... 

In der Schweriner Fürstenbibl. befindet 
sich im Ms: Ciavier -Buch, bestehet aus 
12 Concerten und ein kleiner Anhang aus 
unter Schiedlicher Stücke vohr dass Cia- 
vier nebst 7 Sonaten auf der Violin und 
Clavicembalo. fol. 

Die von Gerber 1 unter Schreier, . . . 
angeführten 3 Sonaten sind nach Ger- 
ber 2 von Christian Heinrich Schreyer, 
dalier die Angabe in Kade's Katalog falsch. 

Schreyer, Pat. (jrregor, geb. zu 
Kirchenpingarten (Oberpfalz), gest. 



Schrej'fogel. 



70 



Schi'öder, Job. Adam. 



6. Jimi 1767 im Kloster Andechs 
(Baiern). Er trat in das Bene- 
diktinerkloster Andechs 1740 ein 
(Kornmüller schreibt 1670 sie?) 
und wurde später daselbst Chor- 
direktor. Nach Mettenleiter 1, 141 
befand er sich 1751 an St. Emme- 
ram in Regensburg, jedenfalls nur 
zeitweise (Kornmiiller 2, 213). Li- 
po wsky giebt ein Verz. seiner 
Werke. Er zeichnet seine Werke 
mit „P. 0. S. B. Andechs". Be- 
kannt sind mir: 

Sacrificiura ... 8 Missae (f. Chor u. 
lustr.). Aug. Vind. 1756 Eieger. Stb. 
[Einsiedeln. 

Sacrifieium matutiuum seu Missae sex 
hreves, a 4 voc. 2 V. . . op. 2. Anno 
1673. Aug. Vind. 10 Stb. fol. [Salz- 
burg. Einsiedeln. 

Sacrifieium vespertinum seu Vesperae 
4 . . . a 4 voc. (c. iustr.). op. 3. Aug. 
Yind. 1766 Mattb. Eieger et filii. 11 Stb. 
[B. M: Org. fehlt. 

Schreyfogel, Johann Fr . . . 

Die Kgi. Musikalien-Samlg. in Dresden 
besitzt von ihm im Ms. Cx. 871 — 878: 
3 Concerti a V. concert. c. V. Va. e B. 
in Part. Ms. Cx. 875, eine Sonata a V. 
e B. EmoU. Part. Ms. 874, ein Solo a 
V. e B. Dmoll. in 4". 

Sehreyrer, P. F. Bernhard, 

Ordensbruder der Mindern Brü- 
der S. Francisci der reformierten 
Priester, lebte in München im 
Konvent des Hlg. Antonius von 
Padua um 1662 (Titel). Er gab 
heraus: 

Musica choralis theoro- practica, d. i. 
Ein nützliche Vnderweisung, wie man 
das Choral -Gesang durch leichtes specu- 
Heren oder Nachdenken ... in kurtzer 
Zeit ergreiffen möge . . . München 1663 
J. Jäcklin. 4". 15 Kap. 92 S. [B. A. 

Schriwaneck, Jean, geb. gegen 
1770 in Yalschim (Böhmen), gest. 
zu Paris gegen 1830; diente eine 
Zeitlang als Oboist an der Oper in 
Antwerpen (Gregoir Pauth. 6, 49). 

Schröclel, Friedrich Ludwig, 
Violoncellist, geb. 4. Febr. 1754 
zu Baruth, gest. 16. Jan. 1800 zu 



Ballenstedt, wo er in der fürstl. 
Kapelle seit etwa 1770 als Violon- 
cellist angestellt w^ar und sich öfter 
als Solist hören liefs (Gerber 2 aus- 
führlich). 1800 erschienen Duos f. 
Violoncell und Bass. Dulon er- 
wähnt ihn schon 1784 als Violon- 
cell -Virtuosen. 



Schröder. 



giebt am 3/9 1780 



in Frankfurt a/M. mit seiner Fa- 
milie ein Konzert und bez. sich 
mit Kgl. polnischen kurfürstl. sächs. 
u. Hessen-Hanauischen Hofmusiker 
(Israel 72). 

Schröder, Daniel I., Sohn des 
Lorenz, geb. in Kopenhagen, war 
Organist an der Marienkirche zu 
Stralsund und st. daselbst am 9. 
Jan. 1682 (Mattheson 1, 319, der 
seine Kompositionen, besonders 
seine wohlfliefsenden Melodien 
aufserordentlich lobt). An Kom- 
positionen ist auf Bibliotheken 
nichts mehr zu finden. 

Schröder, Daniel II., lebte zur 
selben Zeit wie Daniel L, jedoch 
bez. er sich als einen Lünebiirger 
und 1669 als „beyder Rechte Be- 
flissener". Er war also noch Stu- 
dent und scheint zur Zeit in Jena 
studiert zu haben, worauf folgen- 
der Gelegenheitsgesang deutet: 

Wunsch- und Ehren -Ode, welche . . 
Herrn Phil. Mullero . . ßector . . wie auch 
Herr Adamus Heinr. Jollenhoff aus Lübeck, 
Magister . . . sätzte Daniel Schröder . . . 
Jena 1669 Sam. Müller. [B. Zw. 

Schröder, Johann, um 1665 
Kgl. dänischer Kammerorganist u. 
Organist an der St. Peterkirche in 
Kopenhagen (Mattheson 1, 147). 

In B. Upsala, im Ms: Adesto virtutum 
choi-us, 4 Yoci c. 2 V. e suoi ripieni, et 
Org. in Tabulaturpart. 

Schröder, Johann Adam, geb. 
zu Sondershausen um 1712, gest. 
zu Schwerin um 1770. Flötist und 
Fagottist an der Schwerin-Mecklen- 
burger Hofkapelle (Gerber 1). 



Schröder, Joh. Heinr. 



71 



Schröter, Chi-stph. Gottl. 



Schröder, Johann Heinrieh, 

aus dem Calenbergischen, um 1696 
Pfarrer zu .Uersebert;' (Magdeburg), 
bekannt durch das geistl. Lied: 

Eius ist uoth (AYiiiterfeld 8, 30 und 
Beilage Nr. 27 der Toiisatz). 

Sehröder, Laurenz, der Yater 
Daniel's I., geb. zu Kopenhagen und 
Organist an der Hlg. Geistkirche 
daselbst (Mattlieson 1, 320. Ger- 
ber 1). 

Mau keunt von ihm die Abhandlung: 
Ein nützüch Tractatlein vom Lobe Gottes, 
oder der hertzerfreuenden Musica, worin 
kürtzlich und einfältig gezeiget wird, wie 
die iJusica samt ihrer Comodität und Nutz- 
barkeit, einig und allein zur Ehre Gottes 
soll gerichtet seyn . . . Kopenhagen 1639 
Melch. Mai-tzan. 8°. 226 S. [Kopen- 
hagen. B. G. 

Mattheson u. Gerber 1 geben Auszüge. 

In Freimaurer Lieder s. a. kommt ein 
F. L. Schröder vor. 

Sehröter, Cliristoph Gottlieb, 

geb. 10. Aug. 1699 zu Hohenstein 
i/Sachs., gest. im Nov. 1782 zu 
Nordhausen. Kam als Knaben- 
sänger an die Hofkapelle in Dres- 
den und dann 1711, 20. Nov. als 
Alumnus an die Kreuzschule da- 
selbst (Viertel]'. 10, 319), studierte 
1 7 1 7 in Leipzig Theologie, schw enkte 
dann zur Musik um, kam nach 
Dresden zurück und studierte unter 
dem Kapellmeister Schmidt. Wurde 
von einem vornehmen Herrn als 
Sekretär und musikalischer Gesell- 
schafter angenommen und begleitete 
ihn auf seinen Reisen. 1724 liefs 
er sich in Jena nieder und hielt 
an der Universität öffentliche Vor- 
lesungen, bis er 1726 einen Ruf 
als Organist nach Minden und 1732 
nach Nordhausen erhielt (Selbst- 
biographie im Gramer 2, 96; Mar- 
purg 7, 456 eine 2te Selbstbiogr., 
Gerber 1 abgedruckt; Ferkel 3, 
203). Gerber's Bemerkung, dass 
er entgegen Seb. Bach's Art auf 
der Orgel stets staccato statt legato 
spielte, lässt sich wohl auf die 



ältere Art die Orgel zu beliandeln 
durchweg beziehen. Sein in Mar- 
purg's kritischen Briefen, Bd. 2, 
139. Brief abgedruckter Schrei der 
Entrüstung über die ihm gestoh- 
lene Erfindung der Hammermecha- 
nik am Klavier, dem Pianoforte, 
hat viel Staub aufgewirbelt und 
ist erst durch die Beweise, Ab- 
bildungen und Dokumente in den 
M. f. M. 5, Nr. 2/3 geklärt worden. 
Ohne Sch.'s Aussage in Zweifel 
zu ziehen, kam er doch nach 
eigener Aussage mit seiner Er- 
findung 6 Jahre später als Cristo- 
fori zu Stande, zeigte sie erst 
nach 27 Jahren das erste Mal in 
Mizler's music. Bibliothek (3, 474) 
an und nach 42 Jahren bean- 
sprucht er als der alleinige Er- 
finder anerkannt zu werden, ob- 
gleich er weiter nichts aufzuweisen 
hat als ein ganz kleines Modell, 
welches in der unentwickeltesten 
Weise eine Hammermechanik dar- 
stellt (die Abbildg. in M. f. M. o, 
Nr. 2/3). Von seinen Arbeiten 
sind nachweisbar: 

Deutliche Anweisung zum General- 
Bass, in beständiger Veränderung des uns 
angebohrnen harmonischen Dreyklanges, 
mit zulänglichen Exempeln; wobey ein 
umständlicher Vorbericht der vornehmsten 
vom General -Basse handelnden Schriften 
dieses Jahrhunderts; von . . . Halberstadt 
1772 H. Gross. XXIV u. 200 S. [B. B. 
Dresd. B. M. Musikfr. Wien. Brüssel 
br. Mus. B. Lpz. Brüssel Cons. 

Chr. G . . . Sch.'s letzte Beschäftigung 
mit musicaUscheu Dingen , nebst sechs 
Temperatur-Plänen und einer Noten-Tafel. 
Nordhausen 1782 (o. Verleg.). 4P. 52 S. 
[B. B. Dresd. B. M. Brüssel, br. Mus. 
B.Lpz. 

Streitschriften .1 Schriften in Zeit- 
schriften u. a. : 

Sendschreiben an . . . Herrn M. Lor. 
Mizler. Nordhausen 1738. 8». [B. B. 

Christliche Beurtheilung des von Herrn 
M. Bidermann . . . im Monat Mai des 
1749. Jahres edirten Programmatis de 
vita musica. 1749. 4". 4 S, ohne Na- 
men, ist von Seb. Bach zum Druck be- 



Schröter, Corona. 



72 



Schröter, Joh. Heinr. 



fördert. Siehe Näheres Spitta 2, 738 ff. 
[B. Lpz. 

UmstäDdliche Beschreibung seines neu- 
erfundenen Clavierinstruraents, auf wel- 
chem man in verschiedenen Graden stai"k 
und schwach, so leicht als auf einem 
Clavichord spielen kann, nebst 2 Rissen. 
Um das Jahr 1763. In Mizler's mus. 
Bibl. 3, 461 und S. 5 in obiger Schrift 
„letzte Beschäftigung'-. 

Der musikalischen Intervallen Anzahl 
und Sitz. Handelt 1. von der Veranlas- 
sung und Absiebt dieser Abhandlung, 
2. 3. 4. ... In Mizler's mus. Bibl. 3, 
605—713. 

Vollständiger Plan der pythagorischen 
gleichschwebenden Temperatur, welche 
durch die Verhältnisse der gröfsern Quinte 
^/g und kleinern Quarte ^4 entdeckt ist. 
In Mizler's 1. c. 3, 580. 

Ein Sendschreiben über Temperatur- 
Berechnung, im Marpurg 7, 417. S. 448 
über den Streit zwischen Marpui'g und 
Sorge. 

Siehe auch G. Andr. Sorge's Gründ- 
liche Untersuchung von 1754. 

Choralbuch nebst Vorspiel und Fugen. 
Ms. 20190, 41 S. [B.B. 

Schi'öter, Corona Elisabeth 
Wilhelmine, geb. um 1748 in 
Warschau, gest. 1803 in Ilmenau 
bei Weimar. Zog mit Vater und 
Brüdern in den Städten umher 
und gaben Konzerte (ich halte 
den Schröder^ . . . der sich Kgl. 
polnischer Hofmusikus nennt, für 
den Vater). Als sie nach Leipzig 
Yor 1764 kamen, lernte sie Adam 
Hiller kennen und bewog den 
Vater, dass er dieselbe ihm als 
Schülerin und Zögling überlasse. 
Er gab ihr Wohnung, Kost und 
Unterricht und bewirkte, dass sie 
1764 am grofsen Konzert, später 
am Gewandhause mit 400 Thlr. 
angestellt Avurde. Reichardt in 
seiner Selbstbiographie lernte sie 
1772 in Leipzig kennen und be- 
richtet über sie, dass sie nur un- 
gern bei den Konzerten mitwirkte 
und nur des Gehaltes halber aus- 
hielt und aushalten musste. Im 
Jahre 1778 trat sie in herzogl. 



Weimarsche Dienste und wurde 
von Goethe ganz besonders ge- 
schätzt (siehe seine Dichtung und 
Wahrheit), trotzdem treffen wir sie 
von 1782 — 84 wieder als Konzert- 
sängerin in Leipzig am Gewand- 
hause mit nur 250 Thlr. Gehalt, 
während ihre Nachfolgerin Made- 
moiselle Starke 400 Thlr. erhielt 
(Dörffel 2, 23). Auch als Schau- 
spielerin war sie bedeutend und 
in Goethe's Iphigenia soll sie un- 
übertrefflich gewesen sein. Auch 
als Komponistin trat sie auf und 
zeigt im Gramer 2, 692, 1785 ein 
Heft Lieder in hübscher Weise 
an (Koch, Weimars Glanzzeit S. 33). 

Bekannt sind: 

25 Lieder. In Musik gesetzt von . . . 
Weimar 1786 Hoff mann. 4°. [B. B. 
br. Mus. 

Gesänge mit Begltg. des Pfte. 2. Samig. 
Weimar 1794 Industiie-Comptoir. qufol. 
[B. B. Dresd. 

Schröter, Johann Heinrich. 

Gerber 1 bez. ihn als Bruder der 
Corona Schröter, geb. um 1762 zu 
Warschau, bildete sich zum Vio- 
linisten aus und trat schon mit 
7 Jahren im grofsen Konzert in 
Leipzig mit einem Konzerte von 
Dittersdorf auf (Dörffel 2 verz. ihn 
aber nicht). 1782 begab er sich 
auf Reisen und soll auch London 
berührt haben, wo er 6 Duette f. 
V. herausgab. Die Existenz des- 
selben ist so wenig geklärt, dass 
man überhaupt Zweifel an der- 
selben haben kann. Geschwister, 
die Musik betrieben, hatte der 
ältere Bruder Joh. Samuel aller- 
dings und zog der Vater mit ihnen 
in Europa herum, doch werden 
sie nirgends uiit Namen genannt 
(siehe Schröder, . . .). 

Fetis führt 2 Hefte Duos f. 2 V. u. 
V. u. Vcl. an, die er 1782 in London 
herausgegeben haben soU. Später lebte 
er in Paris und gab dort Duos und Trios 
heraus. Belege führt Felis nicht an. 



Schröter, Joh. Sam. 



73 



Schröter, Joh. Sam. 



Sis Trios for a V., a Tenor and a "Vcl. 
ohlig. Op. 3. (Lond.) W. Forster. 3 Stb. 
fol. [hr. Mus. 

Schröter (Schixkler), Johann 
Samuel, ein Bruder der Corona 
Schröter, geb. um 1750 zu "War- 
schau, gest. 1. Nov. 1788 in Lon- 
don (Pimlico) nach Pohl 2, 217. 
1765 war er Knabensänger im 
Chore des gi'ofsen Konzerts in 
Leipzig, neben seinem Vater und 
Schwester. Bildete sich zum Kla- 
vierspieler aus und trat 1767 in 
Leipzig öffentlich auf. ]S[achdem 
soll er mit seinem Vater Holland 
bereist haben. 1772 kam er nach 
London, trat im Mai als Virtuose 
und Komponist auf, in dem auch 
seine beiden jüngeren Geschwister 
mitwirkten. Er nahm darauf eine 
Organistenstelle an der deutschen 
Kirche an, um sein Leben zu 
fi'isten, und erhielt nach Christ. 
Bach's Tode am 7. Jan. 1782 die 
Musikmeisterstelle bei der Königin 
von England. Nachdem er eine 
reiche Heirat gemacht hatte, zog 
er sich vom öffentlichen Leben 
zurück, doch wie Gerber 2 be- 
richtet, wurde ihm das Leben von 
den Anverwandten seiner Frau in 
jeglicher Hinsicht verbittert (Ger- 
ber 1. 2. Pohl 1. c. u. 1, 162. 
Brown). Von seinen Komposi- 
tionen sind nachweisbar: 

6 Concertos for the harps. with an 
acc. for 2 V. & a B. op. 3. London, 
Napier. 4 Stb. fol. [B. B. br. Mus. 
Paris Nat. Ausg: Paris, Boyer. 

3 Concerts pour le Clavecin ou le Pfte. 
av. acc. 2 Y. Ya. et B. op. 4. Berlin, 
Hummel. [Dresd. Mus. 

3 Concerts p. le Clav. . . 2 Y. et B. 
op. 5. Ib. [Dresd. Mus. B. Wagener: 
Amst., Hummel. 

— 6 Concertos for the harps. ... op. 5. 
London, Napier. 4 Stb. fol. [br. Mus. 

6 Conceitos pour le Pfte. av. 2 Y, et 
B. oe. 6. Paris, Bover. [Paris Nat. 

3 Concerts p. le Clav. av. 2 Y. T. et 
B. op. 7. Hummel ä Berlin. 5 Stb. 
fol. [B. B. 



3 Concerts (wie vorher) op. 8. Ib. 
5 Stb. fol. [B.B. Dresd. Mus., dort 
auch 12 Conc. im Arrangem. f. 2 Klav. 

Concerto in Cdur per il Clavic. 2 Y. 
2 Corni e B. Ms. in Stb. [B. Br., mit 
Schröter gez. 

4 Concerts p. le Clav, ou le Pfte. av. 
l'acc. des 2 Y. et B., in Dd. Gd. Fd. Cd., 
die beiden letzten mit Oeuv. 4 gez. Ms. 
Stb. [Wolfenb. Ebd. ein 5. Konzert mit 
ßegltg. von 2 Y. Ya. B. in Cd. 

Ein 4e Concerto mit Schröter gez. be- 
findet sich in Mereaux Samlwk. (siehe 
Eitner 2, Nachü'cäge). Da es um 1780 ge- 
schrieben ist, kann es nur von obigem sein. 

3 Qiüntetti pour le Clavecin, avec Fl. 
Y. Alto et Ycl. in op. 1 von Gaet. Pug- 
nani: 3 Quintetti. Nr. 1 u. 3 von Schrö- 
der, Nr. 2 von Pugnani. Offeubach, Andre. 

5 Stb. fol. [B. B. B. Wagener. B. 
Dresd. Mus. und auch im Arrangem. f. 

2 Klaviere. Musikfr. AYien. 

6 Senates p. le Clavecin ou le Pianof. 
av. acc. 1 Yiol. et YcUe. Op. 2. Amster- 
dam, Hummel. 3 Stb. [Dresd. Mus. 
Schwerin F. br. Mus. 

6 Trios concertans ... oe. 3. Paris, 
Boyer. [Paris Nat. 

6 Senates pour Clav., Flute ou Y. op. 4. 
[Musikfi-.Wien. br. Mus. englischer Druck. 

3 Sonatas for the harps. Y. & Ycl. 
op. 6. London, Birchall, set 1. and 2. 

3 Stb. [br.Mus. 

3 Sonatas (yrie vorher) oeuv. 8. Schott, 
graveur ä Mainz. 3 Stb. [B. B. 

3 Senates (wie vorher), oe. 9. Schott, 
graveur ä Mainz. 3 Stb. fol. [B. B. 

1 Sonate f. Cemb. Y. u. Ycl. Ms. 
[B. M. nur mit Schröter gez. 

Sonate I. a Clavi-Cembalo, Y. et Ycl. 
Dd. Ms. 128, IS in B. B. nur Klav. vorh., 
Yomame fehlt. 

6 Senates p. le Clavecin ou le Pianof. 
av. racc. 1 Yiol. ou Flute, oe. 6. A la 
Haye, B. Hummel, fol. 2 Stb. [Dresd. 
Mus. B. Wagener. 

3 Sonatas for the hai-ps. with Y. op. 7. 
Edinburgh. 2 Stb. fol. [br.Mus. 

2 Senates p. le Clav. av. Y. in Dd. u. 
Gd. Ms. Stb. [Wolfenb. 

Ms. 1210. B. ß. G Senates p. le clav. 
ou le pfte. av. Y. ou Fl. (fehlt). 

Divei-timento per il Clavic. et Y. Bd. 
Ms. Stb. hochfol. [Stadtb.Br. 

Petits airs d'une execution facile ar- 
ranges p. le Clav. av. Y. ou flute. (Schot- 
tische Yolkslied.) Paris, Mms. Le Menü 

6 Boyer. 2 Stb. fol. [B. B. 

6 Senates p. le Clav. op. 1. Amst., 
Hummel, fol. [Dresd. Mus. 



Schröter, Kaspar. 



74 



Schi'öter, Leonliart. 



— London, fol. [br. Mils. Paris Nat: 
Ausg. Paris, Boyer. 

6 Souate* p. le Clav. oe. 2, oe. 4 und 
oe. 11. Paris, Boyer. [Paris Nat. 

2 Sonate per ü Cembalo und Sonata 
per ü Cemb. Mss. LXV u. 59 a in Dresd. 
Mus. 

The field of battle for the Pfte. Lon- 
don, Harrison & Co. 14 S. [B. Wagener. 

The Conquest of Beigrade, a Sonata 
for the harps. London, fol. [br. Mus. 

Letztere Bibl. besitzt noch 1 Trauer- 
gesang und Arrangements im Drack. 

Schröter, Kaspar, Organist an 
der Pfarrkirche in Brieg um 1700 
(Mattheson 1, 189). 

Schröter, Leonhart, aus Tor- 
gau gebürtig, war seit etwa 1572 
an der altstädtischen Lateinschule 
in Magdeburg Kantor und 4. Schul- 
kollege. Friedr. Weifsensee wurde 
1600 sein Nachfolger und kann 
man dies oder das Jahr vorher als 
sein Todesjahr bez. "Weifsensee 
giebt ihm im Opus melicum von 
1602 grofses Lob. 1587 widmet 
er dem Kurfürsten Christian I. von 
Sachsen ein Symbolum und erhält 
10 Thlr. zur Verehrung (s. Staats- 
archiv). Seh. 's Satz ist einfach 
und kraftvoll und bildet zum ita- 
lienischen Tonsatze seiner Zeit das 
volle Gegenteil; besonders seine 
mehrstim. Choralsätze zeichnen sich 
in der Weise aus. Von seinen 
Werken ist bekannt: 

1562. (55 geistüche Lieder.) "Witten- 
berg 1562 Georg Rhau. 5 Stb. qu40. 
Titelbl. fehlt. [B. Bohn in Br. 

1576 a. Cantiones suavissimae quatuor 
vocum ante hac in Germania nunq; editae. 
Tomus I. Tenor. 4 Stb. in kl. qu40. 
Dedic. den Räten von Erfurt von Leon- 
hartus Schroter Torgensis. 1575. 28. Oct. 
Am Ende: Erfurdiae, Georg Bawmann ex- 
cudebat Anno 76. Nr. 1. Pectoribus re- 
cedat. Nr. 25. Dulcis quies brevisque. 
Die Texte sind von Lud. Helmbold. [B. 
Elbing. B. M. 

— Cantiones . . . Tomus secundus. 
Erpfordiae, Georgius Bavmann excudebat 
1580. 4 Stb. kl. qu40. Dedic. an die 
Senatoren von Vinariensis, gez. von L. 
Schroterus in Magdeburg 1580. Nr. 1. 



Quicquid est ubique rerum. Nr. 25. Cre- 
didit Abraham. [B. Elbing. 

1576b. Der schöne Lobgesang Te Deum 
Laudamus durch D. Mart. Luth. verdeutscht, 
jtzo mit 8 Stirn, vff zween Chor compo- 
niret, durch .. . Magdebg. 1576 Kirchner. 

4 Stb. qu40. [Heilbr. Löbau: C. A. T. 

5 a. B. Bohn in Br. 

1576 c. Der zwölfte und 124. Psalm 
Davids, sarapt dem schönen christUchen 
Kinderiied, D. Mart. Lutheri, Erhalt uns 
Herr bey deinem "Wort . . . Magdebg. 
1576 W. Kirchner. 4 Stb. qu40. 4 bis 
8stim. [Heilbr. B. B. br. Mus: Diso. 

1576 d. Ein Hochzeit-Gesang zu Ehren 
des Herrn Galli Dressleri, Predigers zu 
Zerbst mit 5 Stirn. Magdeburg 1576 
Kirchner. 5 Stbll. qu4''. [Löbau. 

1577. Ein Hochzeitgesang. Magde- 
burg 1577 ib. 5 Stbll. qu4". [Löbau. 

1584. Canticum sanctorum Ambrosii 
et Augustini Te Deum . . . Magdeburg. 
15S4. [br. Mus. fehlt T. 

1586. Newe "Weihnacht Liedlein mit 
4 und 8 Stirn. . . Helmstadt 1586/87 Jac. 
Lucius. 4 Stb. qu40. 16 Gesge. [B. B., 
auch im Ms. T 64 in P. von Teschuer. 
B. D. B. Zvr. fehlt T. 

1587 a. Hymni sacri, quorum in eccle- 
sia per festa maxime solennia usus est, 
ad harmoniam musicam applicati ä . . . 
Erphordiae 1587 G. Baumaun. 6 Stb. 
qu40. 28 Hymnen. [B. B. B. Br. B. Br. 
B.L. fehlt 6 a. B. M. 

1587 b. Epithalamü cantilena, de sacro 
sancto conjugii foedere, ex XES. capite 
Matthaei. hi honorem nuptiarum , . . 
Melch. Papae . . et -sargiuis Mariae . . . 
10 vocum harmonia compos. ä . . . Magde- 
burg! 1587 Andr. Gena. 3 StbU. qu40. 
Stim. gegenüber, inkompl. „Accesserunt 
ad Jesum Pharisaei". [B. Zw. 

In Mcmuscripten. 

In B.B., "W34, 364—371: 8 Motetten 
in P. Ms. "W97, 1363—1369: 7 Choral- 
gesänge 4—8 Stim. Ms. T60. 106. 141 
Deutsche geistl. Lieder in P. — Ohne 
Sign. 5 defekte Stb. 4». 16. Jh. Nr. 3: 
lux beata 6 voc. ist aus 1587 a. 

Passion nach dem Ev. Johannis, deutsch, 
4 st. [B. K. fol. 49, so weit beschnitten, 
dass man nur noch Leonhart liest. 

In B. Zw. 696, 6 Bll. fol. in parätur- 
mäfsiger Einrichtung, vielleicht Autogr. „Te 
Deum laudamus'' 8 voc. i^octo auff zwen). 
1571. Ferner 1 Motette: „Freue dich des 
"Weibes" 5 v. inkompl. und „Wo der Herr 
nicht das Haus bauet" 8 voc. kompl. 

In Löbau (Dresd.) „Homo quidam erat 
dives" 5 voc. c 2. p. 



Schröter, Michael. 



75 



Schuback. 



In B. Dresd. Ms. B 1240 moderne Part. 
Nr. 9: Freut euch ihr lieben Christen u. 
Nr. 44: Ein Kiudelein so löbelich, 4 voc. 
B 1244, 64 s fälschl. mit C. G. als Vor- 
namen: Weihnachtslied von 1587, 6 voc. 
in Stb. tl. 40. 

Tu Musikf r.Wien : Freut euch ihr lieben 
Christen, 4stim. Stb. 

19 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 2). 
In Rühling's Orgelbuch 1583 ein Tonsatz. 
In Zelle's U. Ein feste bürg ist unser 
got (M. f. M. 26, 72). Im Ambros 5. Bd. 
S. 465 ein Te Deum laudamus von 1571, 
8 voc. in P., \ierieicht dasselbe wie 1576 b. 
Siehe auch B. Zw. 

Sehröter, Miehael, Kantor zu 
Liebenwalde, f 1592 (Taubert 2, 
19). 

SeliroU, Franz, Organist an 
unserer lieben Frauen in Breslau 
um 1740 (Mattheson 1, 414). 

Sehrotenbaeh, Johann Adam, 

um 1756 Primarius Organist an 
St. Peter in Wien (Marpurg 3, 68). 

Sehrj^er (Schrijver), Reniigius, 
Organist zu Middelburg, wo er zu- 
gleich Musik-, Kunsthändler und 
Buchdrucker war, st. den 11. Febr. 
1681 (Bouwst. 1, 36. 2, 127. 3, 76 
ein Schreiben von ihm). Er gab 
heraus : 

Utbreyding over het boek der Psalmen, 
in verscheyde dichtmaat (von Joachim 
Oudaan). Op musijk gebracht, met 1 en 
2 stem., en 1 en 2 Violen ; benevens een 
bas cont. in partituer. Door . . . Rotter- 
dam 1680/81 P. Terwout. kl. 8°. 1 vol. 
[Amst. 

Schnhaek, Jakob, geb. um 1726 
zu Hamburg, gest. ebd. 15. Mai 
1784, studierte Jura, wurde Licen- 
ciat und Syndicus der Stadt Ham- 
burg. Musik betrieb er nebenbei, 
doch so gründlich, dass Schubart 
S. 181 über ihn sagt: er ist ein 
Universalkopf, spielt nicht nur das 
Klavier als Meister, sondern setzt 
auch ganz vortrefflich (Forkel 4, 
105. Gramer 2, 241. Gerber 1 
nach Gramer). Seine nachweis- 
baren Werke sind folgende: 



Im Druck: 

Von der musicalischen Declamation 
(anonym). Göttingen 1775 Vandenhoecks 
AVittwe. kl. 80. 48 S. [B. B. B.M. 
Dresden. Lübeck. Brüssel. 

In Forkel's Musik.-krit. Bibl. 3, 226 
ein Auszug. 

Nachricht von dem Siege Institut bey 
der Rumbanmschen Armen Schiüe in Ham- 
burg. Hambg. 1780. [B. Hbg. 

Dieses Siuginstitut soll durch seine Be- 
mühungen ins Leben gerufen sein. 

Die Jünger von Emaus (anonym, doch 
erkennt man ihn aus dem Vorbericht). 
1. u. 2. Tbl. Hambg. 1778/79 Bock. P. 
fol, f. Chor u. Orch. [B. B. B. G. B. 
Wagener. Schwerin F. Musikfr. Wien. 
Rostock. Berlin Singakad. R. C. of Mus. 

— In B. B. das Autogr. von 1778. 
Text anch von ihm. Wurde am 12. April 
1778 unter seiner Direktion in Hamburg 
aufgeführt (Sittavd 1, 113). 

Vierstimmig gesetzte Kirchenchoräle, 
biblische Sprüche, auch geistliche und 
moralische Lieder zur Singe -Uebung für 
die Rumbaumsche Armenschiüe. Hbg. 
1779/1780/81 Mich. Chrstn. Bock. 1. bis 
3. Stück, [ß. B. B. Hbg. 1. 2. St. Schwe- 
rin F. ebenso. Anonym, gez. mit Syndi- 
cus in Hbg. 

In Manuscripten : 

La Betulia liberata, Orator. P. 176 
u. 165 S. Ms. 20210. [B. B. 

La passione di G. Cr. Orator. P. 152 
u. 109 S. [B. B. Ms. 20212. Darmst. 
Rostock. 

Passions-Oratorium. Der für die Sünde 
der Welt ... P. 64 S. Ms. 20213; an- 
gehängt 1 Fuge 4 voc. c. instr. Ferner: 
„Cantabo Dno." 2 voc. c. Bc. „Ich will 
dem Herrn singen," Canon. [B. B. 

Oster-Cantate : Auf, heiliger Jubel, f. 
Solo, Chor u. Orch. Ms. P. u. Stb. 
[Schwerin F. 

Herzlich lieb hab ich dich, Lied f. T. 
u. B. mit Oboe, 2 V. Va. Bc. Ms. P. 
[Schwerin F. 

Ich will den Namen des Herrn preisen, 
Cantate zur Einführang des Predigers 
Schuhmacher in Hbg. f. Chor u. Orch. 
Ms. P. 348. Autogr. 1771 nebst Em. Bach. 
[B. B. 

Lobet den Herrn alle Himmel. — 
Haupt voU Blut und Wunden, 2 Cantaten 
f. Chor u. Orch. Ms. 20218. P. [B. B. 
Schwerin F. die 2te im Ms. P. u. Stb. 

Nach einer Prüfung kurzer Tage, Choral 
f. Chor u. Orch. Ms. P. [Schwerin F. 

Der 14. Ps. mit untermischten Cho- 
rälen: Die Thoren sprechen, f. Chor u. 



Schubaii, Andreas, 



76 Schubart, Chrstn. Friedr. Dan. 



Instr. P. 77 S. Autogr. [B. B., und 
Kopie Ms. 20215. Schwerin F. P. u. Stb. 

Psabnus 33 und 67 f. Chor u. Orch. 
Mss. P. [Darmst. 

Salnio 42 di Mattei: Come le limpide, 
4 V. c. Strom. P. 28 S. Ms. 20216. 
[B. B. 

Psalm 90. HeiT Gott, der du bist, 
4stim. mit Instr. P. 99 S. Ms. 20217. 
[B.B. Schwerin F. mit 1765 gez. P. u. 
Stb. 

"Wacht auf, ruft uns die Stimme, Chor 
u. Orch. P. 67 S. Ms. 20219. [B. B. 
Schwerin F. Ms. P. (in den Stimmen 
heilst es „der Wächter"). 

Canon zu 3 Stirn, im Autogr. und Sey 
getreu f. 4 Stirn, u. Instr. — Ein Recitat. 
und Arie u. a. im Autogr. [B. B. 

Die Grofsmuth des Scipio, Drama von 
Schiebeier. Ms. 20222 P. 190 S. [B. B. 

Gioas, Oper. Ms. P. [Darmst. 

Cantate: Die Schönheit des göttlichen 
Mannes, f. Chor u. Instr. Ms. 20224. P. 
40 BU. [B. B. 

Cantata La tempesta: No non turbati. 
Ms. 20225. P. 64 S. [B.B. 

Cantata: Nice e Tirsi von Metastasio. 
Ms. 20226. P. 40B11. [B.B. 'Schwerin F. 

In B. Rostock 2 Arien und 1 Duett 
in Stb. 

3 Sinfonien in Ed. Bd. Dd. 1. 2 V. 
Va. Ob. 2 Hörn. Bass. 2. 2 V. Ya. B. 
3. 2 V. Va. obl. 2 Hörn. Ob. Tromp. 
Paucke u. B. 1. 2. in P., 3. in Stb. im 
Ms. [B. Upsala. 

Schubart, Andreas, 1572/73 
Bassist an der kurf. Kapelle zu 
Berlin (Friedländer), 

Schiibart, Christian Friedrich 
Daniel, Dichter, Komponist und 
Virtuose, geb. am 26. März 1739 
zu Obersontheim (Limburg), gest. 
10. Okt. 1791 in Stuttgart, Seine 
Selbstbiographie „Schubart's Leben 
und Gesinnungen. Von ihm selbst 
im Kerker aufgesetzt. 2 Theile" 
erschien in Stuttgart bei Mäutler 
1791/93. Der 2. Thl. ist von seinem 
Sohne herausgegeben. [B. B.] Sch.'s 
Vater war sehr musikalisch und 
in seinem Hause spielte die Musik 
eine grofse Kolle. Daniel, der Sohn, 
zeichnete sich schon mit 8 Jahren 
als musikbegabt aus, komponierte 
auch schon mit 9 Jahren kleine 



Stücke. In JSTördlingen besuchte er 
die Schule, wo er wenig Gelegen- 
heit fand Musik zu treiben, dennoch 
geriet er in die Gesellschaft lieder- 
licher Fiedler, die, wie er selbst 
sagt, ihm seine Sitten verdarben. 
1756 kam er nach Kürnberg, dort 
erhielt er vom Stadtkapellmeister 
Gruber Unterricht im Generalbass 
und Komposition, lernte die Werke 
Sebastian Bach's kennen, die er 
zeitlebens als höchste Leistungen 
in der Kunst schätzte und in Zeit- 
schriften darauf aufmerksam machte. 
Der Unterricht bei Gruber scheint 
die einzige Anweisung gewesen zu 
sein, die er in der Musik erhalten 
hat und es ist bei seinem Naturell 
sehr fraglich, wie weit derselbe 
anhaltend war. ISToch Schüler, er- 
hielt er schon eine Stelle als Früh- 
messer, gab Klavierunterricht und 
spielte oft in Familienkreisen, 
Einige Lieder auf durchziehende 
preufsische Husaren gedichtet und 
komponiert fallen in diese Zeit, 
sie flogen in alle Welt, wurden 
in Schwabach gedruckt und vom 
Volke gesungen, ohne den Kom- 
ponisten zu nennen oder zu kennen. 
Das gleiche Treiben setzte er in 
Erlangen als Student fort. Von 
hier kam er mit ziemlich wüstem 
Kopfe nach Hause und führte ein 
Bummelleben in Aalen, wesentlich 
durch Musik ausgefüllt. Er organi- 
sierte eine Stadtmusik, eine Art 
Orchesterverein, worin auch der 
Handwerker Aufnahme fand, kom- 
ponierte Kirchenstücke, Sinfonien, 
Sonaten, Arien und andere Kleinig- 
keiten in Menge, die später unter 
seinem und fremden Namen in 
alle Welt ausflogen. Nach einer 
planlosen Streiferei im Limpurgi- 
schen trat Seh. die Stelle eines 
Präzeptors und Organisten in Geis- 
lingen an. Wo er — um wenig 



Schubart, Cbrsfu. Fiiedr. Dan. 



77 



Schubart, Chrstn. Friedr. Dan. 



Geld — neben der Schule noch 
die städtische Musik nebst dem 
Organistenamte zu versehen hatte. 
In dieser elenden Stellung- heiratete 
er eine jener hausbackenen deut- 
schen Frauen. Ein Besuch in 
Ludwigsburg reifte den Entschluss, 
Geislingen mit Ludwigsburg ^ der 
pächtigen Eesidenzstadt, zu ver- 
tauschen. Hier schwamm er mit 
Wonne so ganz in seinem Element. 
Die Hofkapelle unter Jomelli's 
Leitung bestand zur Zeit aus aus- 
gezeichneten Musikern, denen er 
teils vorspielte, teils von ihnen 
lernte. Bald war er in den höchsten 
Kreisen der gesuchteste Musik- 
lehrer. Eine Liebesaffäre brachte 
ihn ins Gefängnis und dann wurde 
er Landes verwiesen. Auf dem 
nun folgenden Wanderleben war 
die Musik allein die Ernährerin. 
In Mannheim hätte er fast an Kur- 
fürst Karl Theodor's Hofe eine An- 
stellung erhalten, doch sein „loses 
Maul" brachte ihn darum. Er ging 
nach Augsburg und wurde Zeitungs- 
schreiber. Hier fand er eine sess- 
hafte bürgerliche Existenz und ver- 
lebte die glücklichste Zeit seines 
unruhigen Lebens. Er gründete 
1774 die „Deutsche Chronik'', ein 
politisches Blatt mit zahlreichen 
Kritiken von Musikwerken, Kon- 
zerten und anderen Kunstwerken, 
welches sich bald einen weiten 
Leserkreis erwarb und Schubart 
gute Geldeinnahmen verschaffte, 
doch die freimütigen religiösen 
Ansichten schufen ihm viel Feinde, 
die den Kurfürsten zu bestimmen 
wussten. Seh. das Land zu ver- 
bieten. Er ging nach Ulm, setzte 
die Herausgabe der Deutschen 
Chronik fort, liefs seine Familie 
nachkommen, bis ihn auch hier 
seine Feinde stürzten, ihn am 
22. Januar 1777 nach Blaubeuren 



lockten, wo der Arglose festge- 
nommen und nach der Feste 
Hohenasperg transportiert wurde. 
Erst in einem düsteren Felsen- 
loche eingesperrt, wo er 377 Tage 
schmachtete, dann erst in ein 
freundliches Zimmer im Komman- 
dantenbau gebracht; doch erst 
1782 wurde ihm eine humanere 
Behandlung zu teil. Für die Fa- 
milie sorgte der Herzog. Am 11. 
März 1787 schlug seine Erlösungs- 
stunde und der Herzog kündigte 
ihm selbst sein Freilassung an, er- 
nannte ihn zum Direktor der Hof- 
musik und zum Theaterdichter in 
Stuttgart, damit er im Lande bleibe 
und nicht etwa im Auslande seine 
gerechten Anklagen laut werden 
lasse. Ferner erhielt er die Er- 
laubnis, seine Zeitung unter dem 
Titel ,,Vaterlands- Chronik" fort- 
führen zu dürfen, die auch von 
1787 — 1791, seinem Todesjahr, er- 
schien. Geistig und körperlich ge- 
brochen, lebte er nur noch vier 
Jahre. 

Verzeichnis seiner noch nachweisbaren 
Werke: 

Chr. Fr. Dan. Schubart's Leben und 
Gesinnungen. 2 Thle. Stuttgard 1791 
bis 1793. [B.B. Salzburg. Musikfr. 
Wien. 

Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst. 
Herausgeg. von Ludwig Schubart, Kgl. 
preuss. Legationsrath. Wien, J. V. Degen 
1806. 8". X, 382 S. [B. B. und auf 
allen gröfseren Bibl. 

— Neue Aug. 1840 in der Gesamt- 
ausg. seiner Schriften, ed. von Ludw. 
Schubart. 5. Bd. Stuttgart bei Scheible. 
160. 

Musicalische Rhapsodien. 1. — 3. Heft. 
Stuttgart 1786, Xarlsschule, herzgl. Buchdr. 
4*^. 64 S. mit literarischen und Musik- 
beiträgen. 1. Heft 3 Nrn. 2. Heft über 
Orgelspiel u. 10 Nm. 3. Heft an Beeke, 
ein Katalog, Klaviei-piecen, Cautate „Die 
Macht der Tonkunst" und „Die Katzen". 
[B. M. B. B. nur 1. Heft. Karlsruhe 
1. Heft. 

Das Vonvort ist im Jenner auf Hohen- 
asperg gez. 



Scliubart, Chrstn. Friedr. Dan. 



78 



Schubaur. 



— Die Macht der Tonkunst (1 Stirn, 
u. Pfte). Spira, Bossler. G BU. [B. Wa- 
gener. 

Salve regina, Part, mit Portr. [B. B. 
Autogr. Grasn. Hofb. Wien, Ms. 16 842 
mit deutschem Text f. Solo u. Instr. auf 
Hohenasperg komp. Autogr. 

Der Bauer im Winter. Ein Ged. v. 
Schubart f. Foitep. Chez B. Schott ä 
Maieuce. qufol. [B. B. Scheinbar ist 
auch Seh. der Komponist. 

Klaggesang an mein Klavier auf die 
Nachricht von Minettens Tod. Herausg. 
von Chr. F. W. Nopitsch, Musikdir. in 
Nördliugen. Augsbg. 1783 Conr. H. Stage. 
[Bv M. 

Lied einer Mutter, für 1 Stim. mit 
Guit. in G. Schinn's beliebte Lieder. [B. M. 

Treize Yariations p. le Clav, ou Pfte. 
(Bd.) Spiro, chez Bossler Conseiller. fol. 

5 Bll. [Dresd.Mus. B. Wagen er. 

2 Piecen in Bossler's ßlumenlese 1. Tbl. 
1782, nur Seh . . rt gez. 3 Piecen im 
2. Tlü. 1782. 2 P. im 2. Tbl. 1783. 3 P. 
im 1. Tbl. 1783. 2 P. im 1. Tbl. Neue 
Blumenlese 1784 (s. Bossler 6. 7. 8. 9. 
10. 12). 

1 Lied im Samlwk. Klavierstücke 2, 
1784. — In Freimaurer Lieder s. a. 

Ende 1899 erschien im Staatsanzeiger 
für Württemberg von Ernst Hoher ein 
Artikel „Schubartiana" (auch im Separat- 
abzuge), der sich ausführlich über Schu- 
bail's Leistungen und sein Leben ver- 
breitet, auch auf der Stadtbibliothek in 
Zürich einige ümcke fand, die in Zürich 
erschienen waren. Es sind 4 Sonaten für 
Klavier u. a. Die genauen Titel teilt der 
Verfasser nicht mit. Im Jahre 1902 er- 
.schien eine zweite ., Schubartstudie" von 
demselben, mit einem Bilde Sch.'s, Verz. 
seiner Werke, Gedichte und Musikbeilageu 
in Ulm, Druck von Gebr. Nübling im 
Separatabzuge, ursprünglich in der Ulm er 
Yereinspublikation erschienen. Dort wer- 
den noch folgende Biographien citiert: 
Stranff;, Chr. F. D. Schubart's Leben in 
seinen Briefen, 2 Bde. 1849. Pfarrer 
Hauff, Biographie 1885, 400 Ö. E. Naegele, 
Aus Sch.'s Leben und Wirken, Stuttgart 
1888 Kohlhammer. R. Krcmfs, Seh. als 
Stuttgarter Tlieaterdirektor, in Württemb. 
Vierteljalirsbeft f. Landesgeschichte. Neue 
Folge X. 1901 S. 2.52—80. 

Schubaii's Karakter von seinem Sohne 
Ludwig . . . Erlangen 1798 der Verfasser. 
8"^ [Bi-üssel. 

Die von Hölzer veröffentliche 2. Schu- 
bertstudie von 1902 bringt als Beilage 

6 Lieder und 3 Klavierpiecen, die aber 



keineswegs geeignet sind, von Schubart's 
Kompositionstalent ein günstiges Urteil 
hervorzurufen. 

Schubart, Johann Martin, geb. 
8. Mär^ 1690 iu Gehra bei Ilme- 
nau, gest. 2. April 1721 in Wei- 
mar, ein Schüler Seb. Bach's in 
Weimar, wurde 1717 sein Nach- 
folger als Organist u. Chordirektor 
daselbst (Niederrh. Ztg. 6, 324. 
Spitta 1, 839. Gregoir, Panth. 5, 
118 teilt die Grabschrift mit, ohne 
Daten). 

Schubarth, Johann Kaspar, 

geb. 1. Aug. 1756 zu Kodach 
(Koburg), 1781 Kantor in Regens- 
burg, 1802 Inspektor der Alumnen 
ebendort, st. daselbst 19. (?) April 
1810 (Biogr. u. Bibliogr. Metten- 
leiter 1, 226. Gerber 2). 

Er gab 1786 Jos. Eiepers Bassschlüssel 
in Regensburg heraus (siehe Riepel). 

Von einem Schubarth in Ms. B 910 in 
B. Dresden : Lieder. A''ielleicht ist aber 
Chr. Fr. Daniel Schubart gemeint. 

Schubaur (Schuhbauer), Lukas, 
geb. 25. Dez. 1753 zu Lechfeld 
(Baiern), studierte Medizin, wurde 
ein vielgesuchter Arzt, 1791 Medi- 
zinalrat und Hofarzt in München. 
Schon als Knabe betrieb er fleilsig 
Musik und setzte dies bis zu seinem 
Lebensende fort (Lipowsky ausführ- 
lich). Man kennt von ihm mehrere 
Kompositionen : 

II Sacrifizio, Cantate der Kui-fürstin 
Maria Anna, Wittwe von Bavern gew. 
Ms. P. [B. M. 

In monte oliveti (in 3 Sätzen) 4 voc. 
c. org. Ms. P. [B. M. ß. B. Ms. 20240. 

Die Dorfdeinitierten nach Goldoni, ein 
Singspiel in 2 Aufzg. c. 1784. Ms. P. 
[München Oper. B. B. Autogr. Grasn. 
4 Bll. Darmst. 

— Im Kl.-A. München, Selbstverlag. 
Mannheim bei Götz. 82 S. [B. B. B. M. 
Dresd. Mus. 

— Arie aus denselben. Ms. P. [B. M. 
Darmst. 

Die treuen Köhler, ein Singspiel. Mauuh. 
u. München, K1.-A. [Dresden. 

Tamaro. Singsp. Ms. P. [Proske-M. 



Schubert, Anton. 



79 



Schubert, Joseph. 



Arie. Sollt ich mich durcli Undank. 
Ms. P. [B.M. 

Reichard 1783 und 1788 führt noch 
einen zweiten Sehubav£r an, der sich aber 
vordem Schubert nannte und die Sing- 
spiele schrieb: Rosaha. — Der Gasthof 
von Genua. — Die Landplagen oder das 
blaue Ungeheuer. (Siehe Joseph Schubert.) 

Schul)ert, Anton, Bruder des 
Franz Anton, geb. 28. Juni 176(3 
zu Dresden, wurde 1790 als Contra- 
bassist an der Hofkapelle angestellt 
und 1844 pensioniert (Fürstenau 
1, 170). 

Ein anderer Anton Seh . . war 
1817 Hoforganist ebd. mit 460 Tlilr. 
Gehalt (ib. 190). 

Schubert, Balthasar, um 1701 
Oboist an der "Weifsenfeis - Quer- 
furter Hofkapelle (J. 0. Opel). 

Schubert, Franz Anton, geb. 
20. Juli 1763 zu Dresden, gest. 
ebd. 5. März 1824. Violinvirtuose (?) 
und Komponist, Avurde 1790 an der 
kurfürstl. Kapelle angestellt. Für- 
stenau 1, 170 sagt als Contrabassist, 
setzt auch das Geburtsdatum mit 
20. Juli 1768 'an. Auch Gerber 2 
bez. ihn als Contrabassisten und 
zeigt ein Streichquartett op. 4 an. 
1807 wurde er Musikmeister mit 
500 Thlr. Gehalt. 1817 bezog er 
1200 Thlr. Er zeichnete sich be- 
sonders als Komponist aus (C. F. 
Becker 3, 31. Fürstenau 1, 170. 
175. 187). Bekannt sind: 

RalvG regina 4 voc. concert. c. instnun. 
IVLs. 48.8. P. von 1821. [Dresd. Musik., 
Ms. 482 ein anderes Salve. In Ms. 384 
ein Offertorium in P. Ms. 92 a von 181.5 
enthält „Kleine Dienst Regeln über den 
Kirchendienst". 

Schubert, Johann Friedrich, 

geb. 17. Dez. 1770 zu Kudolstadt. 
gest. im Okt. 1811 zu Mühlheim 
bei Köln a/Rh. Erlernte die Musik 
handwerkmäfsig beim Stadtmusikus 
Hesse zu Frankenhausen, dann in 
Sondershausen, zeichnete sich be- 
sonders als VioKnist aus, ging dann 



auf die Wanderschaft und wird 
1777 von Reichard als 2. Violinist 
im Orchester der Döbbelinschen 
Truppe in Berlin verz. und 1798 
als Musikdirektor bei derselben 
Truppe, die auch in Stettin und 
Frankfurt a/0. spielte. 1801 war 
er Musikdirektor in Glogau und 
seit 1804 in Ballenstedt am Theater 
(Gerber 2, der auch eine Reihe 
Kompositionen und Schriften an- 
zeigt). Bekannt ist nur 

Neue Singschule oder griindliche und 
vollständige Anweisung zur Singkuust in 
3 Abtlg. Lpz. (1804) Er. & H. 8 u. 
146 S. [B. ß. Musikfr. Wien. 

Concei-to per Clavic. 2 V. 2 Fl. 2 Clarin. 
2 Corni, Fag. Va. e B. Stb. [Musikfr. 
Wien. 

Schubert, Johann Josei)h, be- 
kannt durch: 

Die Zeitalter, ein pantomimischer Tanz 
f. Pfte. qufol. Ms. 19. [Dresd. Mus. 
Ohne Zeitbestimmung. 

Schubert, Joseph, geb. um 
1757 in "Warnsdorf in Böhmen, 
gest. 28. Juli 1833 zu Dresden. 
Erlernte bei seinem Vater, einem 
Kantor, die Anfangsgründe, be- 
suchte dann die lateinische Schule 
in Prag und erhielt vom Abt 
Fischer Unterricht in der Musik. 
1778 ging er nach Berlin, wo er 
sich beim Kammermusikus Kohn 
als Violinist ausbildete. Von hier 
kam er als Hofmusikus an die Ka- 
pelle des Markgrafen von Schwedt, 
wo in den Jahren 1780 — 81 vier 
komische Opern von ihm zur Auf- 
führung gelangten (Rosalia; Der 
Gasthof von Genua; Die Landplage 
oder das blaue Ungeheuer und 1781 
Die Entzauberung). 1788 wurde 
er Kammerjuusikus (Bratschist) an 
der Hofkapelle in Dresden. Sein 
Gehalt betrug 1813: 400 Thlr. Er 
war einer der fruchtbarsten Kom- 
ponisten seiner Zeit; in allen For- 
men und für alle Instrumente hat 
er massenhaft produziert, Gerber 2 



Schubert, Joseph. 



80 



Schuck. 



äufsert sich sehr günstig über seine 
Werke und liebt den Reichtum an 
schönen Melodien, seine harmo- 
nische, modulatorische und instru- 
mentale Gewandtheit hervor. Nach 
dem heutigen Urteile war er ein 
Kind seiner Zeit und schrieb in 
dem damals gebräuchlichen und 
vom Publikum beliebten Stile, der 
durch die drei Heroen Wiens der 
Vergessenheit anheim gefallen ist. 
Nur Weniges hat sich im Verhält- 
nis zu seiner Vielschreiberei er- 
halten (Gerber 1. 2. Fürstenau 1, 
168 und in Mendel -Eeifsmann's 
Lexik.). Nachweisbar sind an Kom- 
positionen : 

Missa Sacra ä 4 voci c. ström. (Fd.) 
Ms. 353 im Autogr. P. [Dresd. Mus. 

— Ebd. noch 2 Missae sacrae a 4 v. 
c. ström. (Emoll im Autogr. — Cd. iüi 
Autogr.) 

2 Missae sacrae in Dm. und Hm. im 
Ms. P. [B.Kgsbg. 

Missa ä 4 v. c. ström. (Gd.) Dresdae 
1819. Ms. 3.Ö5. P. [Dresd. Mus. 

— Ebd. noch 2 Missae in obiger Be- 
setzung in Esd. u. Adur. Ms. 356/57. 

Missa cantata ad sanctum — Antonium 
de Padua, a 4 v. c. ström. Dresd. 1758, 
Titel vom Komponisten. Ms. 358 P. [ib. 

In Dresden kathol. Kirche: 13 Messen 
in obiger Besetzung. 

2 Arien f. Sopr. mit Klav. Ms. 1036 
im Autogr. [Dresd. Mus. 

Concerto per il organo ö Pfte. Ms. 22, 
P. u. Orgelst, qufol. im Autogr. [ib. 

2 Concei-ti per Viola princip., 2 V. 
Va. 2 Fl. 2 Ob. 2 Corni e B. Ms. IV. 
Stb. [ib. 

12 deutsche Tänze f. Orch. Ms. I. 
Stb. [ib. 

Nach Gerber 1. 2. sind von ihm die 
Singspiele, die am Ende des Artikels 
Lukas Schubaur nach Eeichard angeführt 
und bereits erwähnt sind. 

Schubert, ohne Vornamen, sind 
noch folgende Kompositionen zu 
verzeichnen : 

Pamela Nubile, eine Oper in Stb. 
Ms. LXV. [Dresd. Mus. 

Die beiden Galeei'ensklaven, ein Melo- 
drama in 3 Akten. Ms. 20320. P. [B. B. I 
Schilling schreibt es Franz zu. 

Concert pour le Vcl. princip. av. acc. 



orch. oeuv. 7. Bronsvic, ä la Höhe. 
9 Stb. [B. B. 

Sinfonia I. ä 11. 2 V. 2 Viola, 2 Ob. 
Fl. 2 Clarini, Tymp. e B. Stb. im Ms. 
[Schwei-in F. 

Im Samlwk. Künstlerverein, Variat. 
über ein Diabelli'sches Thema. 

Scliuberth, Grottlob, geb. 11. 
Aug. 1778, gest. um 1846 zu Ham- 
burg. Oboevirtuose, lebte zu Magde- 
burg und seit 1833 in Hamburg. 
Er befand sich oft auf Konzert- 
reisen (Schilling und Fetis), letz- 
terer verz. aus Verlagskatalogen 
eine Anzahl erschienene Kompo- 
sitionen für Klavier. 

Schubhardus, Christoph, 

ist in der B. Kassel mit Canzonetten 
zu 3 Stirn, in 3 Stb. im Ms. vertreten 
(40. 59). 

Schuchard, Theodor, Kantor 
zu Eisenach in der Mitte des 17. 
Jhs., gab nach Gerber 2 heraus: 

Christlich Gespräch eines betiübten 
Vaters mit seinem abgelebten Söhulein, 
in dem mit 4 Stiin. komponirten Liede: 
Ach Gott wie ist mein Hertz betrübt. 
Gotha 1656. — Im Ms. o. Sign. B. B., 
8 Stb. von Gräffenhain von 1643 Nr. 184: 
Nun dancket alle Gott, 8 voc. 

Schuchart, ... war um 1680 
zu Leipzig ein beliebter Lautenist 
(siehe Walther, Artikel Kropff- 
ganfs). 

Schuchart, M... J... Gr... 
n . . . , nach einer Subscriptions- 
liste von 1783 Organist zu Wiburg 
in Finnland. 

Schuchbaiier, . . . Gerber 1 
nennt ihn einen Mönch in Nieder- 
altap (?), der 1781 in den Abhand- 
lungen der baierischeu Akademie, 
Bd. 1, über die Singspiele schrieb. 
Ob damit der Komponist folgender 
Fiecen gemeint ist, bleibt fraglich. 

Die Kgl. Musikalieu-Samlg. in Dresden 
besitzt in Ms. Cx. 861 u. 62 zwei Trios 
a Viola d'amore, FI. e B. in Stb. und für 
2 Vidle d'amore e B. in Stb. 

Schuck, Johann Daniel, aus 

Würzburg, ist am 27. Febr. 1744 
und den 17. Mai 1746 als Musikus 



Schübe. 



81 



Schiirer. 



an der Universität zu Leyden ein- 
geschrieben (Bouwst. 3, 7). 

Sehübe, siehe Freimaurer-Lieder 
1749. 
Sehübler, Christian Ludwig, 

gegen 1755 zu Heilbrouu geb., 
gest. 14. April 1820 ebd., ein 
Mathematiker und Akustiker, 

veröffentlichte in Bossler's nmsik. Cor- 
respondenz 1791 Nr. 23. 24. 3(3. 37 und 
in 1792 Nr. 51 u. 52 eine Abhandlung 
über eine Stelle von Leibniz zur Theorie 
der Musik und Ueber die Verschiedenheit 
der Tonleitern bei blasenden und bei 
Saiten-Instrumenten. 

Sehübler, Johann (xeorg-, lebte 
in der 2ten Hälfte des 18. Jhs. 
Im Ms. 194 der B. B. ein Trio f. 
Orgel in Dd. 

Sehiieehpaur, Franz Simon, 
seit c. 1699 im Dienste der kurf. 
Kapelle in München, anfänglich 
mit 300 Gld., 1726 mit 500 Gld. 
Gehalt. Während der österreichi- 
schen Besetzung Baiern's erhielt 
er nur 100 Gld. 1706 heilst es 
in der Personalbeschreibung: ist 
noch nicht lange im Dienst (Kreis- 
archiv). 

Sehüler, Anton, Organist an 
St. Katharina zu Braunschweig von 
1632 — 1640. A^on einem J.. Schüler. 
der aber später lebte, sind bekannt 

10 Variat. für das Pfte. Augsburg, 
Gombaii & Co. (18. Jh.) [B. M. 

Schüler, Friedrich, Oboist an 
der kurf, Kapelle zu Berlin um 
1711 mit 100 Thlr. Gehalt (Schnei- 
der H 35). Dort noch ein Haits 
Michael mit 130 Thlr. Gehalt, incl. 
Kleidergeld. In der Beilage S. 55 
sind im Jahre 1712 ein Senior, 
Fagottist und ein Junior, Oboist 
verz., beide mit 150 Thlr. Gehalt. 
Jedenfalls sind es die beiden obigen, 
von denen Friedrich der junior sein 
wird. 

Schüler, U . . ., Klarinettist und 
Komponist an der Hofkapelle zu 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Darmstadt, seit etwa 1780. 1782 
bezog er 48 Gld. jährl. 1804 aber 
580 Gld. Gehalt. Er starb 1814 
(Thomas 22. 28. 37. 68. 84). Dr. 
Xagel verz. ihn in M. f. M. 32 nicht, 
dagegen einen E... Chr... Schüler, 
der 1759 Hof-, und 1760 Kammer- 
musiker in Darmstadt wurde. 1760 
wird ein Violinist J. P. Schüler 
als Hofmusikus genannt, 1758 ein 
Accessist ebendort, dann wieder 
ein Senior und Junior, ferner ein 
Pauker Johann Schüler. Ueber 
den Ersteren erfährt man S. 86, 
dass er kurz vor dem 21. März 
1766 starb (siehe Seite 94 das 
Register). 

Schüller, E . . . E . . ., ein Flötist 
und Klarinettist, der am 17/11 1769 
ein Konzert in Frankfurt a/M. giebt 
(Israel 51). 

Schuere, D'oude (der Alte), ein 
Komponist des 16. Jhs., der im 
Ms. 124 Nr. 27 zu Cambrai (1542) 
mit der Chanson: 

De tous Mens plaine 4 part. vertreten 
ist. Im Coussemaker 6 Beilage S. 9 Ab- 
druck. 

Schür er, Johann Greorg, wie 

er sich selbst schreibt und Ädani, 
wie ihn die Lexika nennen, aulser 
Mendel -Eeifsmann. Letzterer Ar- 
tikel rührt von Fürstenau her, der 
ihn aus Raudnitz in Böhmen als 
gebürtig bezeichnet. Dlabacz sagt 
nämlich, dass er ein Böhme sei 
und in der Stadtkirche in Raud- 
nitz 1786 ein Offertorium von ihm 
fand. Das ist die einzige Nach- 
richt, die Dlabacz giebt und daraus 
schmiedet Fürstenau den Geburts- 
ort. 1746 finden wir ihn in Dres- 
den als Opernkomponist bis 1748 
genannt. In letzterem Jahre Avurde 
er zum Kircheukomponisten an der- 
selben Hof kapeile mit 500 Thlr. 
Gehalt ernannt, der gegen 1764 
auf 700 Thlr. erhöht wurde. Man 

6 



Schürer. 



82 



ScMirmann. 



warf ihm stets vor, dass er nie 
Italien besucht habe und seinen 
Kompositionen daher auch der 
wahre Ausdruck fehle. Trotzdem, 
dass allein das Kapellarchiv der 
katholischen lürche in Dresden an 
615 Partit. hds. besitzt, sind seine 
Werke heute völlig unbekannt und 
es bleibt einer künftigen Zeit über- 
lassen festzustellen, worauf sich 
obiges Urteil stützt. Yielleicht 
schrieb er für den damaligen Ge- 
schmack zu ernst und gediegen, 
welches ihm dies absprechende 
Urteil zuzog. 1780 trat er in den 
Ruhestand und starb am 16. Febr. 
1786 zu Dresden (Fürstenau 1, 155. 
165 ff. 2 b, 2-44). 

Mss. im Archiv der kath. Kirche in 
Dresden, Schrank IV, P. u. Stb. (die Noten 
sind dermafsen verstaubt, dass eine dicke 
schwarze Lage auf ihnen liegt). Der in 
der B. B. Ms. 34 Eol. befindliche auto- 
graphische Katalog trägt genaue Daten, 
die von 1742—1770 reichen; die mittlere 
Zeit ist am stärksten vertreten. Er ent- 
hält: 

40 Messen von 1748 ab. 21 Ad Mis- 
sam offertoria. 17 Hymni zu verschie- 
denen Festen, alle für Chor, Soli u. Orch. 
18 andere Gesänge. 10 Motetten f. Soli 
u. Orch. 3 Ad Missam Eerjuiem. 4 Mo- 
tetti ad Missam. 1 Te Deum laudamus. 
3 Litaniae Lauretanae. 9 Alma redemp- 
toiis. 9 Ave regina. 10 Regina coeli. 
23 Salve regina. 2 Litaniae Xaverianae. 
6 Miserere. 85 Psalmi ad Vesperas, da- 
bei die Magnificat. 54 andere Psalmen 
und Magnificat. 3 Magnificat. 7 Com- 
plectorium. 2 Oratorien: II figliuol Pro- 
digo 1747. — Isacco figura del Eedentore 
1748. 

Mss. in B. B: Gloria 4 v. c. orch. Dd. 
P. im Autogr. u. Kopie, Ms. 187. 

— Christus natus est, 4 v. c. instr. P. 
33 Bl. Ms. 20340. 

— Missa 4 V. c. instr. Dd. P. Ms. 20341. 
Mss. in Dresd. Mus. Ope7-n: 

Astrea placata, Dramma per musica. 
Ms. 764. P. qufol. 

Calandro, Comedia p. mus. Der Titel 
vom Komponisten. Ms. 765. P. qufol. 

L"Ercole sul Termodonte. Ms. 767. P. 
[auch in Neapel Turch. 

La Galatea, opera in 2 atti. Ms. 768. 



P. [auch Brüssel Cons. und in Neapel 
Turch. 

Doiis. Ein Singspiel. Ms. 766. P. 
qufol. [auch in Neapel Turch. mit deut- 
schem Text. 

Kantaten : 

Pastorali di Nice, Dorisbe e Fitti, a 
3 voci Nel felicissimo giorno del gloriose. 
Ms. 768 a. P. 

Disgrazia accaduta al Nicolino ä Sedlitz, 
ä Alto solo c. Strom. P. 

3 andere Kantaten f. Alt u. Instr. ohne 
Titel, Ms. 769, die mittlere mit Dresda 
1753 gez. 

2 Arien im Autogr. f. Sopr. u. Instr, 
P. 1759. Ms. 769 a. 

Litaniae Xaverauniae, Ms. 24. P. 

In Hofb. ^4en, Ms. 18344: Regina 
coeli laetare, 1759. Autogr. Part. 

Ein Wolfgang Schürer ist um 1575 
als Musikus und Kopist an der sächs. 
Hofkapelle augestellt (sächs. Staatsarclüv, 
Cop. 407. 103 b). 

Scliürmaiiii, Georg Kaspar, 

das von Fotis verzeichnete Ge- 
burtsjahr 1665 ist eine willkür- 
liche Annahme, ebensowenig sind 
wir über das Todesdatum benach- 
richtigt. Nur aus Walther's Lexi- 
kon wissen wir, dass er ein Sohn 
eines Pfarrers aus dem Hannove- 
rischen war, sich früh der Musik 
widmete und zum Sänger aus- 
bildete. 1693 kam er nach Ham- 
burg und trat an Kirche und 
Theater als Männer- Altist (Falset- 
tist) auf. 1697 berief ihn der 
Herzog von Braunschwg. an seinen 
Hof. Auf der Reise dorthin, die 
er in Gemeinschaft von Schau- 
spielern machte, geriet er mit 
einem Mitreisenden in Streit und 
erstach ihn im Zweikampf. Seine 
Yerteidigungsschrift in M. f. M, 
22, 3. Auf Kosten des Herzogs 
besuchte er Italien, stand von 1702 
bis 1707 mit Erlaubnis des Her- 
zogs in Meiningschen Diensten 
und von da ab lebte er, wie es 
scheint, bis zu seinem Tode am 
ßraunschweigscheu Hofe, denn von 
1708 ab folgt Oper auf Oper, die 



Schürinanii. 



83 



Schürmann. 



er für Braimsclivveig komponierte, 
wo er anfänglich auch die Kapell- 
meisterstelle interimistisch verwal- 
tete, dabei aber stets seine Rolle 
auf der Bühne sang, bis er dann 
thatsächlich zum Kapellmeister er- 
nannt wurde. Yon 1731 — 35 war 
ihm und dem Kapeil direkter (In- 
tendanten) die ganze Verwaltung 
der Oper selbständig übergeben, 
doch von 1735 tritt er wieder in 
das alte Dienstverhältnis, wohl aus 
dem Grunde, weil die Einnahmen 
die Ausgaben nicht deckten und 
der Herzog mit seiner Kasse doch 
immer wieder anshelfen musste. 
1731, vielleicht schon 1730, erhielt 
er K. H. Graun zum Vicekapell- 
meister, möglich dass er ihn selbst 
anstellte, da es in die Zeit seiner 
Verwaltung fällt. Aus dem Jahre 
1735 erhalten wir Kunde über 
seine Gehaltsverhältnisse, demnach 
empfing er 500 Thlr. festen Ge- 
halt, 12 Thlr. für Papier und an 
jeder (Markt-) Messe aus der Kasse 
des Herzogs noch 100 Thlr. (Chrj- 
sander 1, 254. 260. 279. 284). 
Mizler führt ihn im Jahre 1741 
im 2. Bd. 3. Tbl. p. 174 der Mu- 
sikal. Bibliothek noch als Kapell- 
meister an. Mattheson 2, 231 be- 
richtet, dass er von einer Messe 
(Markttag) zur anderen 3 Opern 
schreiben und dabei noch die 
Kirchen- und Kammermusik be- 
sorgen musste. 1722 komponierte 
er die Oper Rudolphus I. Habs- 
burgensis. Seh. kann man als 
Komponisten ohne Bedenken sei- 
nen grofsen Zeitgenossen Bach und 
Händel als Dritten anreihen. Er 
besitzt alle die Eigenschaften, die 
wir an den beiden obigen Meistern 
so hoch schätzen. Seine Erfindungs- 
kraft ist bedeutend und stets dem 
Hohen und Erhabenen zugewandt, 
seine Gewandtheit in Form und 



Kontrapunkt ist der Händel's völlig 
gleich. Er ist in der Darstellung 
des Tragisch -dramatischen ebenso 
bedeutend wie im Komischen und 
seine geistlichen Kompositionen 
atmen Tiefe und Innigkeit. Die 
Instrumentation ist belebt und be- 
teiligt sich mit Geschick an den 
Ideen der Komposition. Dass er 
so ganz vergessen werden konnte, 
lag an seiner Stellung an einem 
kleinen Fürstenhofe und wohl auch 
daran, dass er selbst zu wenig 
darauf achtete, in weiteren Kreisen 
bekannt zu werden. Nur in Ham- 
burg gab man einige seiner Opern; 
gedruckt ist nichts von ihm. Was 
sich aber von ihm hds. erhalten 
hat, stammt zum gröfsten Teile 
aus dem Nachlasse des Hamburger 
Theaters, während in Braunschweig 
alles vernichtet ist (M. f. M. 14, 
48 über die Oper Ludwig der 
Fromme u. 26, 142). 

Verzeichnis seiner Opern u. a., teils 
nach Textbüchern , teils nach den vor- 
handenen Partituren: 

1700. Endimione, Favola per musica, 
in 3 atti. Seh. nennt dies ün Vorworte 
zum Textbuche [Wolfenb.] seine Erstlings- 
oper. 1720 wieder gegeben. 

1703. Ixion, in einem Singspiel von 
Gottlieb Fiedlern, in 3 Aufz. Textb. in 
Wolfenb. In B. B. Ms. 23 101 S. 125 die 
Ouvertüre, darauf 2 Akte mit Arien. 

1708. Der erfreuten Ocker-Schäfer an- 
gestelltes Fest über Ihrer Majestät der 
Kgin. Elisabeth Christiua iu Hispauieu . . . 
Textb. in Wolfenbüttel. 

1715. Regnerus und Olaus, mutmafs- 
lich. Dedic. des Textbuches vom 2. Febr. 
Titel des Buches fehlt. (Chrys. 1, 265.) 

1716. Die Pleiades. (1735 neu aufgef.) 
Textb. [Wolfenb. 

1717. Atis, oder der stumme Ver- 
liebte, 3 Akte. Dedic. von Seh. 6. Febr. 
gez., mutmafslich auch von ihm komp. 
Textb. [ib. 

1717. Telemachus und Calypso, 3 Akte. 
Den Komponisten erfähi't mau erst aus 
dem Textbuche. Hbg. 1721. Textb. iu 
Wolfenb. u. B. Hbg. In Ms. 21206 der 
B. B., Stück 17, Arien aus der Oper Tele- 
machus und Calypso : Verhasste Liebes- 

6* 



Schürmanu. 



84 



Schütz, Heinrich. 



lust. 'Wehrte Hoffnung. Es schertzen 
die Hertzen, Duett und Deiue Schönheit. 
8 Bll. Part. 

1718. Heinrich der Yogier in 3 Akten. 
Textb. in Wolfenb. Ein Fragm. der P. 
in demselben obigen Ms., Stück 18, be- 
titelt: Henricus Auceps. Ao. 1718. 8 Arien 
in P. 

1718. Doppia festa d'Hiraeneo. 12. Sept. 
Dedic. von Seh., der wohl auch der Komp. 
ist. Textb. Wolfenb. 

1719. Die getreue Alceste. 3 A. nach 
Mattheson von Schürniann. Textbuch in 
Wolfenb. — In B. B., Ms. 20360: Alceste, 
eine deutsche Oper. Hbg. 1719. P. 1.54 BU. 

1720. Tiridate oder die tyrannische 
Liebe. Dedic. von Seh. [Wolfenb. Textb. 

1721. Heinrich der Yogier, 2. Thl. in 
3 Akten. Textb. Wolfenb. 

1722. Orlando furioso, opera in 3 atti. 
Textb. Wolfenb. u. B. B. die Pai-tit., von 
der nur ein Teil von Seh. ist, das übrige 
von Italienern. Die Tänze von Mr. Jahnen. 

1722. Das eroberte Jerusalem, oder 
Armida und Rinaldo. Schürm. sang selbst 
den Einaldo. (1727 \\ieder aufgeführt.) 
Textb. \Yolfenb. 

1722. Das von Jason eroberte giildene 
Flüfs, 3 A. Textb. AYolfenb. 

1723. Eudolphus Habspurgicus, 3 A. 
Textb. Wolfenb. 

1726. Ludovicus Pius, 3 A. Wieder- 
holt 1727 u. 1734, ohne Autor. Part, im 
Ms. im Besitze Dr. Hans Sommers in Braun- 
schweig. Ausgabe in Publikation Bd. 17. 

1730. Clelia, eine deutsche Oper. 
Textb. in "Wolfenb., Part, in Berlin, Ms. 
20361. 175 S. 

1734. Procris und Cephalus, Textb. 
ohne Namen in Wolfenb., in B. B. Ms. 
21206, 8. Stück, Alien und Tänze aus 
der Oper . . . 1734. 3 Seiten. 

Troja, opera. Ms. 23 101 in B. B. S. 69. 
Arien u. Duette, ohne Instrumentalstücke 
120 S. Auf S. 157 noch eine Arie. 

Ms. 11500. Stück 48: Schönste Wangen, 
eure Pracht. Sopr. solo et Cont. e. Ritor- 
nellen k 4 iustr. P. [B. B. 

Ms. 20600, Stück 17: Es wird ein 
Stern aus Jacob aufgehen, 4 voc. c. istrom. 
et Org. ex G ^, Cantata. P. [B. B. 

Ebd. Stück 18: Pflüget ein Neues u. 
säet nicht. Motetto 4 voc. c. Instr. et 
Org. Abgedr. in M. f. M. Beilage zu Bd. 17 
p. 89. 

Ferner: Gott ist unsere Zuversicht. 
Siehe eine Jungfrau. Auf! jauchzet, lob- 
singet. Komm, Tröster. Aber über das 
Haus Davids. Gnädig und barmherzig ist 
der Herr. Siehe, siehe, ich wil meiner 



heerde mich selbst annehmen. Diese Ge- 
sänge sind zwar nicht mit seinem Namen 
gez., aber von derselben Hand kopiert 
und schliefsen sich an die obigen an. Der 
Kopist zeichnet: Meiningen 27. Mai 1705. 

Aus der Oper Henricus auceps die Arie 
,, Deine Krone samt dem Throne", f. Sopr. 
u. Instr., abgedr. M. f. M. 17 p. 148. 

Franz Commer besafs im Autogr. kl. qu4°, 
3 Seiten, eine Cantate a 2 voc. „Andacht 
und Gebeth". 

Schüefsl, Joliami, wird am 
21/8 1607 als Musicus und Instrii- 
mentist an der Hofkapelle in Mün- 
chen mit 100 Gld. ane:enommen, 
die 1608 auf 127 Gld. 54 Kr. 5 Pf. 
erhöht wurden (Kreisarch.) 

Schütz, Georg Grabriel, geb. 
1. Febr. 1633 zu Lübeck, gest. 
1711 in Nürnberg. Schüler des 
Ratsmusikus Mk. Bleyer, ging dann 
nach Hamburg, 1655 nach Nürn- 
berg, erhielt von der Stadt 1659 
ein Stipendium und wird 1666 
Eatsmusikus. Als Virtuose auf der 
Gambe und Cornet begiebt er sich 
öfter auf Konzertreisen (Mattheson 
1, 321). 

In Heinr. Müüer's Erquickstunden 1691 
ist er mit 2 Liedern mit Bass unter den 
Buchstaben G. G. S. und G. S. vertreten. 

Schütz (Sagittarius), Heinrich, 
geb. 8. Okt. 1585 in Koesteritz im 
Vogthmde (ei selbst schreibt zwar 
am Tage Burkhardi, d. i. der 11., 
da er aber nach dem Kirchen- 
buche am 9. getauft ist, so ist der 
8., wie ihn die Grabrede bez., 
allein richtig), gest. 6. Nov. 1672 
in Dresden. Sängerkuabe in der 
Hofkapelle zu Kassel, nach Lyncker 
p. 245 im Jahre 1599. Nachdem 
er mutierte, besuchte er um 1607 
die Universität Marbarg's, um die 
Rechte zu studiereu, wurde aber 
1609 gegen den "Willen der Eltern 
voDi Landgrafen von Kassel nach 
Italien zu Giov. Gabriel! geschickt, 
um sich als Komponist auszubilden. 
1613 kehrte er nach Deutschland 
zurück und wurde in Kassel als 



Schütz, Heiurich. 



85 



Schütz, Heinrich. 



Organist angestellt. Am 25. April 
1615 findet sich ein Schreiben 
des Kurfürsten Joliann Georg an 
den Landgrafen Moritz vor, in dem 
er demselben seinen Dank aus- 
spricht, dass er ihm seinen Orga- 
nisten auf einige Jahre abgetreten 
habe. 161G verlaugt der Landgraf 
aber Schütz wieder zurück und 
entspinnt sich eine längere Kor- 
respondenz zwischen den Fürsten, 
die Fürstenau 1, 54 auszugsweise 
mitteilt. Schliefslich willigt der 
Landgraf am 16. Jan. 1617 in die 
gänzliche Uebersiedlung Schütz" 
nach Dresden. Seine erste Be- 
rufung nach Dresden geschah 
wegen der Festlichkeit einer Kind- 
taufe am kurf. Hofe (La Mara 1, 
77. Fürstenau 1, 49 ff.). 1619 
verheiratet er sich mit Magdalene 
Wildecke. Text zur Hochzeitsode 
in B. Dresd. im Druck. Die Kriegs- 
zeiten, in denen Sachsen sehr zu 
leiden hatte, trieben Schütz mehr- 
fach ins Ausland, so 1628 nach 
Italien, dann nach Kopenhagen, wo 
ihn der König sehr hoch schätzte 
und alles daran setzte, ihn zu 
fesseln. Die Yiertelj. 9, 82 be- 
richtet darüber nach den Akten: 
Schütz war dreimal in Kopen- 
hagen als Kapellmeister besuchs- 
weise zu besonderen Festlichkeiten 
vom König von Dänemark ein- 
geladen. Das erste Mal vom 10/12 
1633 ab mit einem Gehalt von 
800 Thlrn. Im Mai 1635 geht er 
wieder nach Dresden. Der Pass 
datiert vom 25. Mai 1635. Das 
2te Mal muss 1637 gewesen sein, 
da er am 1. Febr. beim Kurfürsten 
um Urlaub eiukommt. 1638 ist 
er in Wolfeubüttel u. um Pfingsten 
1639 wieder in Dresden. Das 
3. Mal ist er den 3. Mai 1642 in 
Kopenhagen wieder mit 800 Thlr. 
Gehalt. Am 30. April 1644 wird 



ihm der letzte Gehalt ausgezahlt, 
doch erst 1645 trifft er wieder 
in Dresden ein. Siehe auch das 
Generah'eg. Sein Gehalt in Dres- 
den betrug 1666 auch nur 800 
Rthh\, während Bontempi, Albrici 
und die übrigen Italiener 1200 
Rthlr. erhielten. Schon 1645 ver- 
langte er seinen Abschied, da ihn 
die Verpflichtungen gegen den 
König von Dänemark seine Dres- 
dener Stellung sehr erschwerte, 
doch erhielt er ihn nicht. Bis 
1655 war er oft im Auslande, von 
da ab unterliefs er die Reisen. 
Amtliche Schreiben und Briefe 
sind abgedruckt im Chrysander 
1, 159—172. Auch mit Braun- 
schweig stand er in dienstlichen 
Verhältnissen, so 1655. Chrys. 1, 
164. Winterfeld 2, 207. 5, 168. 
M. f. M. 10, 148 ein Bericht, 1, 
171 der Leichensermon. Fürstenau 
2 a, 23. 36 ff. amtliche Schreiben, 
La Mara 1, 68 Briefe von 1624. 
1632. 1641. 1651, letzterer mit 
seiner Selbstbiogr. Spitta, Gesamt- 
ausgabe seiner Werke. Bibliogr. 
M. f. M. 18, 48 ff. Beurteilung 
ib. 20, 53. ib. 15, 91 ein Gedicht 
an Schütz v. Kaldeubach. Zahn 
5, 414 teilt Näheres über die Psal- 
men Ton 1628 nebst einigen Melo- 
dien von Seh. mit. Da bei Breit- 
kopf &Haertel seit 1885 die Werke 
Sch.'s in einer Gesamtausg. in P. 
in 15 Bd. erschienen sind, kann ich 
mich mit dem Verz. seiner Werke 
kurz fassen, welches aufserdem 
schon in M. f. M. 1886 erschie- 
nen ist. 

1611. II 1. lib. de Madr. Yen., Ang. 
Gai-dano e frat. 6 Stb. 19 Nrn. [ß. K. 
Wolfenb. T. B. 5a. 

1618a. Conceii; mit 11 Stirn. Drefsd., 
G. Bergen. 12 Stb. [B. Kgsbg. 

1618 b. Die Worie Jesus Sj'rach: Wol 
dem der ein tugends. Weib. Dresd. 1 vol. 
[B. K. 



Schütz, Heinrich. 



86 



Schütz, Heinrich. 



1618 c. Concei^t mit 2 St. Dresd. 
1 vol. [B. K. 

1619 a. Psalmen Davids sauipt etlichen 
Muteten u. Concerten mit 8 u. mehr St. 
Dresd., Bergen. 13 Stb. 26 Nrn. [B. B. 
B. Br. Brandenburg. B. K. Brüssel. 
Musitfr. AYien. Proske. B. Kgsbg. hds. 
Kamenz. Pirna. Güstrow. 

1619 b. Der 183. Psalm Siehe wie 
fein n. lieblich ists. 8stim. Lpz., L. Kober. 
9 Stb. [B. Kgsbg. 

1621. Syncharnia niusicum tribus 
choris adornatmn . . . Vratislav. , Bau- 
mann. 13 Stb. „En novus Elysiis." 
[B. Br. B. K. 

1623 a. Historia der frolichen n. sieg- 
reichen Aufferstehung . . . Dresd., Bergen. 
7 Stb. [B. B. Grimma. Kamenz ohne 
I. IL B. Kgsbg. hds. 

1623 b. Kläglicher Abschied . . . Freibg., 
Hoff mann. 1 Bl. in fol. [Kat. Mai in Berlin. 

1625 a. Cantiones sacrae 4 voc. c. B. 
ad org. Fribg., Hoffmann. 5 Stb. 41 Nrn. 
[B. B. B. Br. 0. Bg. B. K. dito. C. P. 
dito. "\S"olfenbütt. B. Hbg: A. Löbau. 
B. L: C. A. Stockholm 5 Stb. 

1625 b. De vitae fugacitate Aria 5 voc. 
Ich hab mein Sach Gott heiragestellt. Ib. 
6 Stb. ediert von Kr-üger. [B. B. 

1628. Psalmen Davids, . . . durch Corn. 
Becker mit 103 eigenen Melodeyen, dar- 
unter 92 neue u. 11 alte nach gemeiner 
Contrapuncts art in 4 Stim. Ib. 1 vol. 
in kl. 8". 609 S. u. Reg. [B. B. B. Br. 
B. Lpz. B. Kgsbg. B.Hbg. Wolfenb. 
"Wernigerode. Amst. 

— 1640. Güstrow, Jägers Erben. 1 vol. 
in 40. 708 S. u. Eeg. [B. B. 

— 1661 verraehii. Dresd., Seyffert. 
1 vol. in fol. 171 (172) S. u. Reg. [B. 
Lpz. B. Gotha. Lüneburg. B. G. B. 
Kgsbg. Wolfenb. B. B. Dresd. B. Zw. 
br. Mus. 

— 1676. Geistreiches Gesangbuch. 
Dresd., Hamann. 1 vol. in 4'*, ed. von 
Bernhardi, nur für Diso. u. G. B. 371 S. 
[ß. 'V. B. L. Gotha. Biüssel. Commer 
in Berlin. 

— 1712. Hoch -fürstl.- Sachsen -"U^eis- 
senfelsisches vollst. Gesang- u. Kirchen- 
Buch . . . Weissenf., Brühl. 1 vol. in 
gr. 40. 816 S. [B. Lpz. 

1629. Symphoniae sacrae a 3 — 6 voc. 
Opus eccles. 2. Ven., Bai-t. Magni. 6 Stb. 
20 Xrn. [B. B. B. Br. Wolfenb. Ber- 
lin Kircheninst. 

1631. Verba D. Paiüi: Das ist je 
gewisslich war, 6 voc. Manibus Dn. Jo. 
Herm. Scheinii. Dresd., Sevfferl. 7 Stb. 
[B. Kgsbg. B. Br. B. Joach. hds. Part. 



1636 a. Erster Theil kl. geistl. Ck)n- 
certen mit 1 — 5 St. u. Bc. Lpz., Grofe. 
Gedr. bei Ritzsch. 4 Stb. 17 Nrn. [B.B. 
B. Frkft. Musikfr. Wien. B. K. 2 Stb. 
B. N. 3 Stb. 1. 2. 3. Wolfenb. Stockholm. 

1636 b. Musical. Exequien bey Leichen- 
bestattung des Herrn Heinrichen . . , 
Eeiifeen mit 6, 8 und mehr St. Dresd., 
Seyffei-t. 8 Stb. 3 Nrn. [B. Kgsbg. 

1639. Anderer Theil kl. geistl. Con- 
certen mit 1 — 5 St. sambt G. B. Dresd., 
Bergen. 5 Stb. 31 Nrn. [B.B. B. Br. 
Brandenbg. Grimma. Biäissel. Musikfr. 
Wien 4 Stb. B. Kgsbg. II. Elbing. 
Wolfenb. B. M. 

1647 a. Symphonianim sacrar. 2. pars 
. . . deutsche Concerten mit 3 — 5 St. u. 
Bc. op. 10. ib. , in Verlegung Joh. 
Klemmeus u. Alex. Hering. 7 Stb. 27 
Nrn. [B. B. BerMn Kircheninst. B. Br. 
Grimma. B. K. br. Mus. Elbing. B. 
Dresd. Wolfenb. Löbau mit Seh. 's hds. 
Widmung. Pirna und B. M. ohne Bc. 
Proske fehlt 1 Stb. 

1647b. Danck-Lied für die hoch- 
erwiesene fürstl. Gnade in Wevmar. Vom 
7. lih zum 13. Hornungs-Tag 1647. 2 BU. 
fol. Part. Am Ende: Gotha, J. M. SchaU. 
für T. Bc. u. Ritorn. [B. Zw. 

1648. Musicalia ad Chonim. sacrum, 
d. i. geistl. Chormusik mit 5 — 7 St. ib. 
7 Stb. 29 Nrn. [B. B. Grimma. B. K. 
Elbing. Pirna. B. Dresd. Wolfenb. u. 
B. M. ohne Bc. B. Kgsbg. ohne VI. et 
VII. vox. 

1650. Symphoniarum sacrarum 3. pars 
. . . deutsche Concei-ten mit 5 — 8 St. u. 
Bc. op. 12. Dresd., Bergen. 12 Stb. 
21 Nm. [B.B. B. Br. B. Dresd. Mu- 
sik-fr. Wien. B. M. Hofb.Wien. B. Lpz, 
Pirna. Wolfenbüttel iukompl. B. K. nur 
9 Stb. Proske: 3a. Lübeck inkompl. 
br. Mus. 6 Stb. 

1657 a. Canticum B. Simeonis: Herr, 
nun lassest du deinen Diener in Friede 
fahren, mit 6 St. Dresd., Seyffert. 7 Stb. 
in fol. 2 Nrn. [B. Lpz. ohne C I. 

1657 b. 12 geistl. Gesänge mit 4 St. 
m. Bc. ed. von Christoph Kittel, op. 13. 
Dresd., Seyffert. 5 Stb. 12 Nm. [B.B. 
Wolfenb. Pirna ohne T. br. Mus:C. A. 
T. Bc. 

1664. Historia, der Freuden u. Gnaden- 
reichen Geburth Gottes u. Marien Sohnes 
. . . mit 10 Concerten. Dresd., Seyffert. 
1 vol. in 4". 2 Bog. [B. B. 

Die Ms. sind in M. f. M. 18 nach den 
Textanfängen aiphabet, geordnet, doch 
fehlen die aus Breslau und Dresd. Hier 
lühi-e ich nur kurz die Bibl. mit Ms. an. 



Schütz, Heinrich. 



87 



Schuhbauer, Thoni. Joach. 



In B. B. Ms. W 39. 52. 95. 96 in P. 

mit zahlreichen geistl. Liedern zu 2 bis 
13 Stirn, lateiu. Psalmen u. a. — Ms. T CO. 
141. 153, Gesge. in P. 

— Ms. 110 Peitsch, Part. Ms. Gräffen- 
hain 8 Stb. oline Signatur Nr. 143. 

Das ist je ge\Yisslich wahr, ü voc. c. 
Bc. Ms. P. u. Stb. [Berlin Kircheninst. 

"Wer will uns scheiden, 4 v. Bc. Ms. 
P. u. Stb. [Berhn Kircheninst. 

In B. Br. Mss. 1 Messe HaUeluja, lobet 
den Herrn. En novus Elysiis u. 34 deutsche 
Gesge. (siehe Bohu's Kat. S. 364). 

In Berlin Kircheniustitid, siehe M. f. 
M. 18, 65, Nr. 15 u. 79. 

In B. Dresd. 8 deutsche Gesge. (s. Kat.). 

• B.Kassel. B.Kgsbg. ß. Liegnitz. Dresd. 

Mus. B.Lpx. B. Löbau: Auferstehung, Ms., 

in Löbau angehängt an "Wolfg. Figulus 

Cantionura sacrae 1575. 6 Stb. 

Jesu süfs, wer Dein gedencket. 2 C. 
2 T. c. 2 V. fol. 59, q. [B. K. im Kata- 
loge Seit. 29 unter OrancU gestellt. 

In B. Joach. 399. Reinschrift, P. Mo- 
tette auf J. H. Schein's Absterben 1631: 
Das ist je gewisslich wahr, 6 voc. et org. 

B. Upsala unter Sagittaiius : Erbarme 
dich mein, C. solo c. 5 Viele et Bc. — 
Magnif. 4 v. 5 instr. ad plac. 2 capeUae, 
Bc. und 4 Motetten. 

B. Proske. Ms. 968 u. 1014, 3 Gesge. 

In Job. Hildebrandt's Geistl. Zeit-Ver- 
ti-eiber 1656 Nr. 25. Mehrstim. Gesge. 
in Casp. Cramer's Animae 1641. Geistl. 
Lieder in Vopelius Gesgb. 1682. 2 geistl. 
Gesge. im Gothaer Cant. 1646, 3 in der 
2. Aufl. 1651, 6 im 2. Tbl. 1655. 

In alten Samlwk. 7 Gesge. (Eitner 1). 

In neuen Ausg. aufser der Gesamt- 
ausg. noch zahlreich vertreten (Eitner 2). 
In Zelle's Ein feste bui'g ist unser got 
im n. Bde. (M. f. M. 28, 72). Frz. Wüll- 
ner gab bei Rieter-Biedermann 1882 drei 
Psalmen mit Vortragszeichen heraus. 

Schütz, Jakol) Balthasar, geb. 
5. Jan. 1661 iu Nürnberg, Sohn 
des Gabriel, gest. 22. Jan. 1700 
ebd. Anfänglich Diskantist, trat 
als solcher mehrfach in Opern auf, 
unter anderen auch iu Ansbach, 
bildete sich dann zum Violinisten 
und Gambisten aus und wurde 
1686 in Nürnberg Ratsmusikus 
(Mattheson 1, 323). 

Von ihm befindet sich ein Lied mit B. 
unter den Buchstaben J. B. S. in Müller's 
Erquickst unden 1691. 



Schütz (Sagittarius) , Johann, 
ein Komponist aus dem Anfange 
des 17. Jhs., der 

im Samlwk. von 1624 b mit 3 Motetten 
f. 2 C. B. u. Bc. vertreten ist. In der 
Hofb. Wien Ms. 16218 und 16240 die- 
selben Mot. in P. 

Schütz, 3Iatthias, wird am 
23. Nov. 1623 zum Organisten an 
der Barfüfserkirche (jetzigen Pauls- 
kirche) in Frankfurt a/M. gewählt, 
unter Matthias Sagittarius geschrie- 
ben (Chronik von Frkft. a/M.). 

Ein Schüfjc kommt auch im 
Liederbuche Erato und Euterpe; 
Hbg. 1789, vor. 

Schütze , Christiernus , aus 
Bamberg, war von 1570 — 1575 
Organist an der Stadtkirche in 
Torgau (Taubert 2, 17). 

Schütze, Dr. Stephan, geb. 1. 
Nov. 1770 zu Olvenstädt (Magde- 
burg), gest. 19. März 1839 zu Wei- 
mar, wo er als Schriftsteller lebte 
und den Titel Hofrat führte. Er 
war ein grofser Musikliebhaber 

und veröffentlichte 

in Schott's Cäcilia Bd. 9, 137: Ueber 
Bestimmtheit in der Musik. Bd. 12, 237: 
lieber Gefühl und Ausdruck. Bd. 16, 197 : 
Ueber das Verhältnis der Komik zur Musik. 
Käferstein brachte S. 245 eine Erwiede- 
nmg (Lpz. Ztg. 41, 490 und Becker 1). 

Schütze von Wientzig, siehe 
Teucher. 

Schüz (Schitz), Hans (Johann) 
Christoph, um 1608 bis 1625 
Männer-Altist an der HofkapeJle 
in Stuttgart (Sittard 2, 34. 46). 

Schuhbauer, Lukas, siehe Schu- 
baur, wie er auf allen Drucken 
und Mss. heilst. 

Schuhbauer, Thomas Joachim, 

ein Benediktiner im Kloster Nieder- 
Altach in Baiern, gest. 17. Dez. 
1812. Gerber 2 verwechselt ihn 
mit Lukas Schubaur. 

Er veröffentlichte in den Schriften der 
Akademie in München eine Abhandlung 
über Opern und in den akademischen 



Schnijt. 



88 



Schulthesius, Joli. Paul. 



Schriften in Passau, betitelt: Entwurf zu 
der öffentl. Vorlesung über die Aesthetik, 
Passau 1786. Wieland gab in seinem 
Merkur 1801, April Nr. 3 Auszüge (Fetis 
und Gerber 2). 

Schuijt, siehe Scliiiyt. 
Scliukueclit, JohaunChristian, 

geb. in Tbüriiigeu um 1745, gest. 
17. Febr. 1803^ ein Mathematiker 
im Kloster Rossleben in Sachsen, 
wird auch citiert als Komponist 
von „Min netto, Pollacca e Rondo 
per il Cembalo". Lips. c. 1781 
(Fotis. Gerber 1. 2). 

Sclmlflng, Johann Adam, um 
1781 Lehrer an der Solitude bei 
Stuttgart (Forkel 1, 134). Nach 
Sittard 3, 148 hiefs er Schulfinck 
und war 1773 Bratschist an der 
Stuttgarter Hofkapelle. 

Schul grafft, ... war 1773 Contra- 
bassist a/d. Stuttgarter Hofkapelle 
(Sittard 3, 148). 

Schuliz, . . . 

Wohl dem den keine Thräne. Nürn- 
berg 1798. qufol. 2 Ell. [B. Wagener. 

Schulte, Jakol), lebte in der 
Mitte des 16. Jhs. als Schreiber 
und Organist an S. Jacobi zu Ham- 
burg, so liest man auf einer Kom- 
position in der B. Kopenhagens, 

betitelt: 

Cantilena sacra a 1554 scripta per 
Jacob Schulte, Scribam et Orgauistam in 
templo S. Jacobi (Hamburgi) est eanim 
usus foret in organis. Ms. Wenn nicht 
alles täuscht, ist dies der Vater des Hie- 
ronymus Praetorius. Siehe Jakob Prae- 
torius U. 

Schulten, ... ein Vikar an der 
Andreaskirche in Köln, hat nach 
Gerber 1 daselbst 1749 heraus- 
gegeben : 

Cantus choralis gregoriauus, d. i. Der 
Chor-Singekunst leicht und kurtzgefasster 
Unterricht ... 2 Bog. in 8". 

Schultes, Jakob, ein Dr. beider 
Rechte, wie er sich auf folgenden 
Drucken bez. 

Ein Hochzeitgespräch des Herrn Gottfr. 
Grofsen, Buchh. zu Leipzig mit seiner 
Braut . . . gesangweise in 4 Stim. mit 



einem Bc. gestellet . . . Lpz. 1618 Lor. 
Kober. Stbll. in fol. „Gott hat durch 
seine Güte." [B. Kgsbg: 2. B. u. Bc. 

Frewden Gesang damit bey den hoch- 
zeitl. Ehren des Herrn Michael Thomae 
und Jungfr. Annen Schiütessen. In 7 Stim. 
gesetzt durch den Braut Vater. Lpz. 1618 
Lor. Kober. Stbll. Fol. [B. Kgsbg: Bc. 

Schultesius, J. C, ist Johann 
Christoph Schultze in Berlin. 
Schultezius, Hilarius, 

ein Lied, Serenata überschrieben, in 
Rellstab's Clav.-Mag. 2. Viertel]. S. 94. 

Schulthes, Benedict, in Lieder- 
büchern und den Lexika wird er 
SchuUheifs genannt, Organist an 
St. Egidien zu Nürnberg, gest. am 
1. März 1693 (Gerber 2). Man 

kennt von ihm 

Muth und Geist ermunternder Clavier- 
Lust Erster Theil. Nrnbg. 1679 Endter. 
([ui^. Enthält Praearabel, Allemanden 
u. a. [B. B. In der B. Wagener der 
erste und ander Theil ohne Titelbll. 39 
und 46 Seit. Pranckfurt (1680j Job. Phil. 
Gerhardt. 

2 Lieder in Sigm. von Birken's Sonn- 
tags -Wandel 1712 mit Ben. Schultheife 
gez. — 13 Lieder in Heinr. MüUer's Er- 
quickstundeu 1673 u. 1691 mit B. S. gez. 
— 11 geistl. Arien in Defsler's Liederbuch 
von 1692 mit B. S. gez. 

Schulthesius, Johann Paul, 

geb. 14. Sept. 1748 zu Fechheim 
(Coburg), gest. 18. April 1816 zu 
Livorno (Italien), studierte Theo- 
logie und nebenbei sehr eifrig 
Musik, so dass er sich Zeit seines 
Lebens neben seinem Prediger- 
amte als Klavierspieler und Kom- 
ponist auszeichnete. Um 1773 
wurde er in Livorno an der prote- 
stantischen deutschen und hollän- 
dischen Gemeinde Prediger und 
wirkte dort sein Leben lang. In 
seiner „Sulla musica'" bez. er sich 
mit ,,Segretario della IV classe 
neH'accademia di scienze, lettere 
ed arti di Livorno". Von seinen 
Kompositionen lassen sich folgende 
nachweisen (Urteile finden sich 
zahlreich in der Lpz. Ztg. von 



Schultseu. 



89 



Schulz, Christian. 



Bd. 3 ab. Biogr. im Fetis, Ger- 
ber 1, Gervasoni 68). 

Sulla niiisica da chiesa. Memoria. 
Livorno 1810 Masi e Co. #. [Florenz. 

3 Sonate per il Cembalo o Tfte. c. 
l'acc. d'un V. obl. op. 1. Livorno 1780. 
qufol. [B. B. B. AVagener in 2. Ausg: 
Livorno, R. Corboncini. 26 S. 

Sonata a solo per il Cemb. o Pfte. 
op. 2. Livorno, R. Carboncini. qufol. 
5 S. [B. B. B. Wagener. 

Otto Yariazioui facili. Sopra un Andan- 
tino per Cimbalo, o Pfte. con acc. di Y. 
Va. e Vcl. obblig. composte, e dedicate 
. . . Giacomina Maddelena de Schwarz da 
. . . op. 4. Livorno presse Rauieri Car- 
boncini Librajo (auch zu findeo in Lon- 
don). Stich von Gius. Poggiali in Firenze. 
qufol. 4 Stb. [B. B. 

Allegretto avec 12 Yar. p. le Clavec. 
ou Pfte. op. 6. Augsbg. , Gombart. 
[Stadtb. Augsbg. 

Andante graziöse de Pleyel varie p. le 
Clavecin ou Pfte. , Y. et Ycl. op. 6. 
Basel, Gombaii;. [Stadtb. Augsbg. 

— Ausg. in Augsburg bei Gombart 
mit op. 7 gez. [Dresd. Mus., der Kat. 
zeigt noch an: a 2 Cembali (im Arrange- 
ment). 

7 Vaiiat. p. le Fortep. ded. Ferkel. 
06. 9. Augsbg. (1797) Gombart & Co. 
[B.B. B. Kgsbg. 

Sonata pour le Clav, d'un Y. 2 Stb. 
im Ms. [B. M. 

Schultseu, A..., lebte um 1720 
und gab 

nach Gerber 2 bei Roger in Amster- 
dam 2 Hefte mit je 6 Sonaten für Flöte 
oder Oboe mit Bc. heraus. 

Schultz, Scliultxe und Schulz^ 
Schuhe sind nicht getrennt, son- 
dern alphabetisch nach den Yor- 
namen geordnet. Siehe auch den 
Namen Praetorius. 

Schultz, . . . 

Die Kgl. Musikalien-Samlg. in Dresden 
besitzt im Ms. Cx. 852. 853. 865 drei 
Concerti a Y. concert. c. YV. Ya. e B. 
Dd. in Stb. 4". 

Schulze, A . . . 

bekannt durch eine Hymne im Ms, 
[B. Gotha. Dort noch unter Schulze ein 
Choral im Ms. 

Schulz, Andreas I., aus Riesen- 
burg, wurde um 1550 auf Kosten 
des Herzogs Albrecht von Preufsen 



vom brandenburgischen Hoforga- 
nisten Job. Hornburg aasgebildet, 
wozu er 5 Jahre bedurfte (M. f. M. 
8, 66). 

Schulz, Andreas II., ist jeden- 
falls ein anderer als der vorher- 
gehende, da Traeg im letzten Vier- 
tel des 18. Jhs. verlegte. 

Die B. M. besitzt: 6 Yariaz. con finale 
. . . per la Chitarra. Yienna, Traeg. 

Schulze, A . . . B . . . 

kommt in Böheim's Maurerliedern vor. 
Gerber 2 führt noch an: Die Stationen 
des Lebens fürs Klavier, 1796. In J. A. 
Boehme's An die Freude von Schiller ist 
er auch vertreten. 

Schultz, Andreas Heinrich, 

geb. 4. Febr. 1681 zu Braun- 
schweig, gest. 12. Okt. 1742 zu 
Hildesheim, wo er seit 1706 Or- 
ganist an der Lambertuskirche 
war und sich als Kirchenkompo- 
nist auszeichnete. Er war mit 
Stephan Bach verschwägert, der 
auch sein Gesanglehrer gewesen 
war (Spitta 1, 13. Gerber 1. 2. 
der auch 6 Konzerte für Klavier 
allein im Ms. von ihm besafs). 

Bekannt ist in der B. B., Ms. 198 eine 
Kantate: Lobet den Herren ihr Berge, 
f. Chor, 2 Y. 2 Ob. 2 Hörn. Bc. P. 

Schulz, Anton, Hofmusikus in 
Dresden, macht 1574 im Nov. 
Hochzeit (s. Staatsarch.). 

Schultz, Barthold, aus Marien- 
burg, war 1617 kurfstl. Branden- 
burgischer Musicus und Instrumen- 
tist und lebte wahrscheinlich zu 
Königsberg, wo folgender Gelegen- 
heitsgesang erschien: 

Hochzeitliedlein zu Ehren . . dem Peter 
MicheLu dem Jüngern . . . mit 4 Stim. 
compon. von . . . Königsbg. 6. Nov. 1617 
durch Joh. Schmidt. Kein gröfser Frewd 
alss wo zwey gleiche Hertzeu. 4 voc. 
qu4''. 4 Stbll. [B. Kgsbg. 

(Siehe auch M. f. M. 4, 230.) 

Schulz, Christian, ist 1570 
Hofmusicus in Dresden (s. Staats- 
archiv). 



Schulze, Chrstn. Andr. 



90 



Schultz, Friedr. WOh. 



Seliiilze, Christian Andreas, 

um 1680 Domkantor in Meifsen. 

Gerber besafs von ihm die Motette im 
Ms : Habe deine Lust an dem Herrn, für 
Bass solo, 2 V. 3 Yiole und Bc. In der 
B. B. befinden sich folgende Kantaten: 

Ms. 19230, Samlbd. Part. 

Stück 12. Das ist meine Freude, 3 v. 
6 Instr. et Org. 

St. 13. Das Blut Jesu Christi, C. A. 
c. 3 Instr. et Org. 

St. 14. Bessre dich Jerusalem, 5 voc. 

4 Instr. et Org. 

St. 15. Wie der Hirsch schi-eit, Basso 
solo, c. 4 Instr. et Org. 

unter demselben Namen, jedoch 
Schultz geschrieben, Kantor in 
Meifsen, besitzt die St Thomas- 
kirche in Strafsburg: 

1. Missa a la breve, 5 voc. 2 Y. 2 
Zinken, 2 Violen, Fag., B. u. Org. 

2. Te Deum laud. 5 voc. 2 V. 2 Tromp. 
3 Posaun. Fag. Pauk. u. Org. 

3. Cantata: Veni sancte spiiitus, 6 voc. 

2 V. etc. 

4. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, 
10 voc. mit Instr. 

5. Ich schreye mit meiner Stimme zu 
Gott, 5 st. u. Instr. 

6. Der Gott Abraham, Hochzeitsgesang 
zu 5 St. 2 V. 2 Violen, 2 Quai-t-Zinken, 

3 Posaun. B. u. 0. 

7. Ach Gott und Herr wie grofs und 
schwer, 7 Solo- u. 6 Chorst. mit 2 V. 
2 Violen 4 Posaun. Fag. u. B. 

8. Wanmi sollt ich mich dann grämen, 

5 st. u. Instr. 

Schnitze , Christian Angnst, 

geb. 1. Apr. 1759 zu Klingen thal 
im Sachs. Voigtlande. In Nürnberg 
besuchte er die Schule und war 
stets bemüht sich musikalisch aus- 
zubilden. 1779 studierte er in 
Altdorf Theologie, 1783 erhielt er 
in Nürnberg eine Hauslehrerstelle. 
Gerber 2 bringt seine Selbstbio- 
graphie, die hiermit abschliefst. 
Weiteres ist über ihn nicht be- 
kannt, als dass Gerber bis zum 
Jahre 1803 

vier Kantaten seiner Komposition auf- 
führt; 12 Tänze erschienen in Speyer bei 
Bossler 1792 und in Bossler's musikal. 
Ztg. einige Abhandlungen über die Hai'- 
monika. Nachweisbar ist nur ein Trio in 



Cm. f. 2 Fl. u. B. Ms. Stb. [Bmssel 
Cons. 

Schultz, Christoif, geb. zu 
Sorau, war um 1647 Kantor in 
Sorau und um 1659 zu Dölitzsch 
(Delitzsch). Er komponierte einen 
Teil der Lieder von Benjamin 
Praetorius: 

Jauchtzendes Libanon, darauff die an- 
dächtige Seele dem Allerhöchsten für seine 
Wöhlthaten ihr demütiges Danck-Opffer 
überreichet . . an 80 geisti. Liedern . . 
mit so wol sonst bekanten, als gantz 
neuen Herrn Christoff Schultzens . . . wol- 
gefügten Melodeyen vermehret . . . Leipz. 
1659 Chr. Kirchner, gedr. Joh. Erich Hahn. 
8". 197 S. 80 Lieder. 11 Lieder von 
Schultz, 7 mit J. A. (Inceiii auct.), 3 ohne 
Chiffer. Zahn 6, 212 teUt 8 Mel. mit. 
[B. B. Dresd. B. W. B. Stuttgart. 
Kai'lsnihe. 

In Benjamin Praetorius Spielende Myr- 
ten Aue von Gott, Engel u. Menschen, 
als Gedritter Heiligen . . . vermittelst 
150 Stück geisti. Gedichte . . . in . . neuen, 
Herrn Chi'istoff Schultzens aumuthigen 
Melodeyen, eröffnet dui'ch M . . . Lpz. 
1664 Joh. Wittigauu. 8". 20 Melod. von 
Öch. 181 S. [B. G. Merseburg Regie- 
rungsbibl. Im Zahn 6, 222 Beschrbg. 

CoUegium musicura delitii Charitativum 
Das ist Zehen geistliche Leibspräclilein, 
dem ohn längst neuauffgerichteteu Collegio 
Musico in Delitzsch zu Eiiren, auff itzige 
Madrigalen art mit 5 Stini., sammt einem 
General Bals comp, von ... In Verlegg. 
des Autoris. Gedr. zu Lpz. 1647 Friedr. 
Lanckisch seel. Erben. 6 Stb. 4». 10 
geisti. Gesge. [B. B: C 1. 

Das bittere Leiden und Sterben unsers 
Herrn nach Lucas ä 4 voc. Lpz. 1653 
Lanckisch Erben. 1 vol. P. 20 S. [B. 
Wagener. Hochschule f. Mus. in Berlin, 
Abtlg. Spitta. 

Ms. Samlwk. 73 c. 1656 in einer Mo- 
tetten-Samlg. der B. Kgsbg. nur C. vor- 
handen, ist er aach genannt. 

Schulz, C . . . F . . ., ist einer 
der Komponisten in J. A. Boehme's 
14 Kompositionen zu Schiller's Ode 
An die Freude. 

Schultz, Friedrich Wilhelm, 
geb. um 1766, gest. 10. Mai 1799 
zu Berlin. Er war Hofmusikus 
der Königin -Mutter von Preufsen 
und gab Lieder am Ciavier heraus. 



Schulze, Georg. 



91 



Schulz, Joh. Abr. Peter. 



Ledebur glaubt, dass es derselbe 
sei, den Gerber 2 unter Gottfried 
Schultze anführt. 

In Böheim's Maurerlieder 2 Nrn. gez. 
W. F. Schulz und W. T. (sie?) Schulz. 
Gerber 2 fiUui ihn auch unter W. F. 
Schulz an und sagt, dass sich auch iu 
Rellstab's AVinterbluineu ein Lied befindet. 
— In G. C. Grosheim's Melodien mit 
Klavier ist er mit W. F. Schulz gez., 
ebenso in Ambrosch Freymäurer Liedern. 

Schulze, Greorg-,' erhält 1588 
das Kantorat an der Fürstenschule 
in Meifsen (M. f. M. 9, 127). 

Schnitz, Jakob L, Musicns um 
1572 am brandeuburg. Hofe zu 
Berlin mit 6 Thlr. 1 Sgr. 1 Pf. 
Gehalt und 6 Thlr. 8 Sgr. Kost- 
geld (Schneider 6). Ebendort ist 
1572 ein Hans SchulU, Trompeter, 
verz., der noch 1585 genannt wird 
(ib. 6. 20). 

Schulze, Jakob II., um 1663 
Instrumentist an der Hofkapelle in 
Dresden (Fürstenan 2 a, 136). 

Schultze, Jakob, s. Praetorius. 

Schultz (Scultetus) , Johann, 
aus Lüneburg gebürtig und fürstl. 
Braunschweig- Lüneburgischer Or- 
ganist zu Dannenberg (jetzt im 
Hannoverschen). Man kennt von 
ihm : 

40 neuwe ausserlesene schöne liebliche 
Paduanen, Intraden, vnd Galliard mit 

4 Stirn. .. Hamburg 1617 H. Carstens. 
40. 4 Stb. 40 Nrn., dabei Variat. über 
1 Passamezzo zu 8 Stirn. fWolfenb 
B.B: C. B.K: B. u. 6a. 

Thesauras musicus continens cantiones 
sacras 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 12. 16. vocum 
. . . Lunebg. 1621 excudeb. Andr. Michae- 
lis, sumpt. H. Meieri. 8 Stb. 4». 62 Ge- 
sänge. [Wolfenb. Lüneburg. B. Hbg. 
Musikfr. "Wien. 

Mu>sicalischer Lüstgarte darinnen neun 
vnnd funfftzig schone newe Moteten, 
Madrigalien, Fugen, Phantasien. Cantzonen, 
Paduanen, Intraden ... Mit latein. vnd 
teutsch. geist- vnd weltl. Texten .. mit 
2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Stirn. Lüneburg 1622 
gedr. Michaelsen, in Verleg, des Auctoris. 

5 Stb. 40. f\\'olfenb. 
Epithalamium musicum in honorem 

nuptiarum ... Dn. Joh. u Dassel . . . 



8 vocib. Lunebg. 1028 typis Michaelis. 
8 Stbll. 40. [Wolfenb. 

Glückselig Fried vnd Freudenreich 
rausicahsch New Jahres Wunsch dem 
Hertzog August zu Braunschweig . . . 
Hamburg 1645 Rebenlein. 8 Stb. 4°. 
7 Gesänge zu 4, 5 u. 8 Stirn. ["Wolfenb. 

Schnitze, Johannes, der Keffe 
des Lorentz und Stadtschul-Eektor 
in Gardelegeu (Titel), ist bekannt 
durch den Gelegenheitsgesang: 

Als der Wohl Ehrenfeste . . Lorentz 
Schultze in Hamburg . . bei einem Gast- 
mahl . . hat absingen lassen . . Hainbg. 
1680 G. Rebenlein. 1 Bog. in fol. Gesg. 
f. 2 Alt mit Bc. [Wolfenb. 

Sehulz,JohannAbrahaniPeter, 

geb. 30. März 1747 in Lüneburg 
(nach Keichardt's Biogr. in der 
Lpz. Ztg. 3, 153 ff.), gest. 10. Juni 
1800 zu Schwedt. Schüler von 
Kirnberger und später dessen hilf- 
reicher Sekretär bei Abfassung der 
theoretischen Werke, da Kirnberger 
einen ungeschickten Stil schrieb. 
Seit 1770 war er Reisebegleiter 
der Fürstin Sapieha. Bei einem 
Besuche in Esterhaz lernte er 
Haydn kennen (Pohl 4, 27). 1774 
war er wieder in Berlin uud wurde 
von Sulzer beauftragt für sein Lexi- 
kon die Buchstaben S — Z im Fache 
der Musik auszuarbeiten. 1776 bis 
78 war er Musikdirektor am fran- 
zösischen Theater, 1780 trat er 
beim Prinzen Heinrich von Preu- 
fsen in Rheinsberg die Konzert- 
meisterstelle resp. das Dirigentenamt 
an SteUe Salomon's an und be- 
vorzugte geradeso wie sein Yor- 
gänger die süddeutschen Kompo- 
nisten (Haydn und Gluck) zum 
grofsen Missvergnügen seines Leh- 
rers Kirnberger. 1787 w^urde er 
Kapellmeister in Kopenhagen, nahm 
wegen Kränklichkeit 1795 den Ab- 
schied und lebte zeitweise in Ber- 
lin, Rheinsberg und zuletzt in 
Schwedt, wo er Heilung für seine 
Blutungen erhoffte (Gerber 2). 



Schulz, Joli. Abr. Peter. 



92 



Schulz, Joh. Ahr. Peter. 



Eeicbardt 1. c. und Gerber geben 
recht ausführliche stückweise Le- 
benssclülderuugen, doch eine voll- 
ständig umfassende Biographie 
fehlt noch. Am besten |ist die 
von Ledebur in seinem Lexikon. 
Seh alz schickte seine Athalia der 
Prinzessin Amalia von Preufsen, 
Schwester Friedrich des Grofsen, 
die ihm am 31/1 1785 einen sehr 
charakteristisch ablehnenden Brief 
schrieb (siehe Echo, Musikzeitung, 
Berlin, Schlesinger 1857 p. 74 und 
wieder abgedruckt im Jahn 3, 367. 
Ein Brief von Seh. aus Kheinsberg 
1797 in La Mara 1, 276. Lpz. 
Ztg. 1 [1798] berichtet, dass Seh. 
sich in Stettin befindet und sehr 
leidend ist. Ein Brief an Wevse 
vom 22/4 1800 abgedr. in Bock's 
Berliner Musikztg. 1884, 50. S. 58 
ein zweiter au seinen Pflegesohn. 
In Weyse's Biographie von Möller, 
ebd. im Auszge. mitgeteilt, findet 
sich auch Einiges über Seh. Im 
Hosäus p. 73 ein Brief au Rust 
vom 28/10 1785). Durch seine 
Lieder im Yolkston hat er sich 
ganz besonders ausgezeichnet und 
dadurch der Liedkomposition eine 
ganz neue Richtung gegeben. Er 
selbst spricht sich im Vorwort zu 
den Liedern darüber aus und auch 
Reichardt in seinem Kunstmagazin 
1, 3. Siehe auch Viertel]". Gene- 
ralregister. 

VerTieichnis seiner ncichweisbaren Werke : 
Entwurf einer neuen und leichtver- 
stÜEdHchen Musiktabulatur, ... nebst einem 
Probeexempel von . . . Berlin (1786) EeU- 
f Stab. 8". 58 S. [B. B. Dresd. Musikfr. 
Wien. B. Wagener. Briissel. 

Gedanken über den Eiufluss der Musik 
auf die Bildung eines Volks, und über 
deren Einführung in den Schulen der 
Kgl. dänischen Staaten . . . Kopenhagen j 
1790Proft. 80. [B. B. B. Hbg. Musikfr. ' 
Wien. B. Lpz. 

Ueber den Choral und die ältere Lite- 
ratur desselben. Neuer Abdrack. Eii., 
Weingart 1872. [B.B, 



Geistliche Qemngsiverke : 

Christi Tod, Passion von Baggesen. 
Ms. 20402. P. 161 S. [B.B. 

Denk ich Gott an deine Güte. Cantate 
f. 4 Stirn, mit Orch. Musik von Haydn, 
arrang. f. Yocalmusik von ... P. Lpz., 
Br. & H. fol. [B. B. 

Des Erlösers letzte Stunden, Oratorium 
nach dem Dänischen. Ms. 20400. P. 
72 S. [B. B. 

Maria und Johannes, Passion von 
Ewald. 2 Theile. Ms. 20401. P. 40 BU. 
u. 84 Seit. [B. B. im Autogi-. u. Kopie. 
Lübeck. Brüssel Cons. Berlin Singak. 
Hofb. AVien 17 533. 

— Part, in Chiffern von Maria u. Jo- 
hannes. Mit einem Yorbericht. Kopen- 
hagen 1791 S. Sönnichsen. 60 S. [B. M. 
br. Mus. Amst. B. Lpz. 

— Dasselbe in dänischer Sprache. Ib. 
P. [B.B. 

— Kl.-A. von Craraer. Ib. 1789. 30 S. 
[B.B. B. M. Brüssel Cons. B.Wagener. 
Dresd. Mus. Lübeck, br. Mus. 

— Im Autogr. Kl.-A. 11 Bog. [B. B. 
Das Lob Gotttes, Oratorium. Ms. 17 534. 

P. [Hofb. Wien. 

Hymne. Gott Jehova sey hoch ge- 
preiset! Text von Thaarup, übersetzt von 
Voss. Ms. 20404. P. f. Chor u. Orch. 
25 Bog. [B. B. Schwerin F.. auch das 
Textb. von 1794. ßeriiu Singak. 

— Kl.-A. Kopenhagen, Sönnichsen. 
aufol. [B.B. B. G. Amst. B. Lpz. 

Hymne af Edvard Storni og Lovsang 
af Prof. Baggesen (Vi love dig God). 
Ms. 20406. P. 71 BU. [B.B. 

— Kl.-A. Kopenhagen, Sönnichsen. 
qufol. [B. B. B. M. 

Guid! du es stör. Hymne f. 4 St. u. 
lustr. Ms. 20403. P. 96 S. [B. B. 

Lvsenes Vader. Hymnus v. Frimann. 
Ms. 20405. P. 74 S. [B.B. 

Hymnus: Te splendor et virtus patris; 
in vespere S. Michaelis. Cl. 2. 3. A. c. 
instr. Ms. 15925. P. [Hofb. Wien. 

Psahnus : Laudate Dnum. omnes gentes, 
4 V. c. mstr. Ms. 15 021. P. [Hofb. Wien. 

Hymne: Unendlicher Geist, der die 
Welt erschuf. Ms. P. u. Stb. [Lübeck. 

Vater, bester Vater, lebe. Cantate. 
Autogr. P. 8 Bog. [B. B. 

Der Versöhnungstod, Cantate, bearbeitet 
nach 6 Adagios von Jos. Haydn. P. [B. B. 
Musikfr. Wien. 

Vor dir, o Ewiger, Motette 4 voc. 
Ms. B 1232 u. B 1278. [Dresd., dort noch 
eine 4 st. Mot. u. ein Tischlied im Ms. 
Elbing Nr. 83 die 1. Motette sowie in 
B. Lpz. und Berlin Singak. 



Schulz, Joh. Äbr. Peter. 



93 



Schulz, Joh. Abr. Peter. 



Zu Zions Höhen, 4st. P. [Berlin 
Singak. 

2 Chöre zu 4 Stiiu. Ms. 652. P. 
[B.B. Berlin Singakad. 

Eeligiöse Oden u. Lieder aus den 
besten deutscheu Dichtern mit Melodien 
bey dem Clav. Hbg. 1786 Herold. 50 S. 
qufol. [^Yolfeub. B.B. B. M. B. Kgsbg. 
B. D. 62. B. Hbg. Musikfr. Wien. Brüs- 
sel Cons. Proske-M. Hofb. Wien. 

— 2. Aufl. Berlin, Rellstab. 58 S. 
[B. Wagener. 

Weltliche Gesangsicerke : 
Aliue, Reine de Golcoude, opera in 
3 actes. Ms. 20410 P. in 3 voll. [B.B. 

— Kl.-A. von Cramer. Kopenhag. 
1790 J. Sönnichsen. fol. [B. B. ß. M. 
Musikfr. AVieu. br. Mus. 

Athalia. Trauerspiel mit Melodien und 
Chören in 5 Akt. P., das Orchester von 
Aigner vermehrt. [Musikfr. Wien. 

— Polyhymnia. Chöre u. Gesänge zur 
Athalie von Racine. Herausgegeben mit 
beygefügter Uebersetzung von C. F. Cra- 
mer. Hbg. u. Kiel 1786 Hof mann. P. 
120 S. [Hofb. Wien. B. Lpz. B. M. 
Brüssel Cons. B. Wageuer. br. Mus. 
E. C. of Mus. 

— Kl.-A. im Ms. 22407. [B. B. 
Lübeck. 

— Kl.-A. Hbg. u. Kiel 1786 Hof- 
manu. 43 S. [B. M. B. B. in 3 Ex., 
das eine mit hds. Zusätzen. Wolfenb. in 
2 voll, zu 38 u, 43 S. qufol. Lübeck. 
Dresd. Mus. B. Kgsbg. 

— Kl.-A. von Klage. Lpz., Br. & H. 
[Berlin K. H. 

La Fee Urgele oder was den Damen 
gefällt. Operette in 4 Aufz. Kl.-A. 
Ms. 20411c. [B. B. 

Hoest-Gildet. Et Syngespil i een Act 
Ted Thaarup. Kop., Sönnichsen. Kl.-A. 
qufol. [B. B. br. Mus. 

Musique de Flmpromptu. Commedie 
an 1 act eu vers melee d'Ariettes. Ms. 
116 Bll. zmn Teil Autogr. 1779. [B. 
Wagener. Berlin K. H. Kopie. 

Peters Bnilup. Et SyngespU. Kl.-A. 
Kiobeuhavn 1791. [B. Lpz. 

Das Lob der Harmouie, Cantate. Ms. 
P. u. Stb. [Lübeck. 

Aria a S. e Cemb. 2 V. 2 Ob. 2 Cor. 
Va. e B. ,,Moi seule au temple de me- 
moire." Ms. 15955. P. [Hofb. Wien. 

— Im Druck: Rellstab h Berlin: Aria 
di bravura. [B. B. 

4 Arien im Ms. 15630, 14. [B. B. 
Ah, que l'amour est chose johe! Sopr. 
e. istrom. Ms. 18561. P. [Hofb. Wien. 



Eundgesaug „Freund, ich achte nicht 
des Mahles" . . . Hbg., J. A. Bölime. 
[B. M. 

21 mehrstim. Gesge. Ms. 19059. P. 
[Hofb. Wien. 

Gesänge am Ciavier (Italien., französ. 
u. deutsche Texte). Berlin u. Lpz. 1779 
G. J. Decker. 4". 56 S. 25 Lied. [B. B. 
B. Lpz., auch im Ms. B. M. Dresd. Mus. 
B. Wagener. 

Joh. Peter Uzens lyrische Gedichte 
religiösen Innhalts. nebst einigen andern 
Gedichten gleichen Gegenstandes von 
pp. Kleist, Cronegk, Schmid u. Escheu- 
burg, mit Melodien zum Singen bey dem 
Claviere, von . . . Kapellm. des Pr. Hein- 
rich von Preufsen . . . Hbg. 1784 Herold, 
qufol. 5 Bll. Yora^ort in Hambg. gez. 
46 S. Musik in qufol. [B. B. B. M. B. 
Hbg. B. Wagener. B. Lpz. Musikfr. 
Wien. Dresd. Wolfenb. Hofb. Wien. 
B. B. auch im Ms. 546. 

— 2. Aufl. Berlin, Rellstab. 58 S. 
kl. qufol. [Stadtb. Breslau. B. Wagener. 

Au die Freude von Schiller, f. 4 Stim. 
Ms. 18449,3. [Hofb. Wien. 

Lieder im Volkston bey dem Klav. zu 
singen. Berlin 1782 Decker. Vorrede 
über Voss' Lieder. [Lübeck. B. M. ß. 
Wagener. Musikfr. Wien. 

— 1. Thl. 2. Aufl. Ib. 1785. [Dresd. 
B. G. B. M. B. B. B. Kgsbg. B. Lpz. 

— 2. Thl. Ib. 1785. [B. B. B. M. 
B. Kgsbg. B. G. Hannover. Berlin 
Kircheninstit. Musikfr. Wien. B. Lpz. 

— 3. Thl. Beriin 1790 Heinr. Aug. 
Rottmann. 27 Lied. [B.B. B. M. Han- 
nover. B. G. Lübeck. Schwerin F. mit 
Reg. im Kat. ohne Titel. Berlin Kirchen- 
instit. Musikfr. Wien. B. Lpz. Stadtb. 
Augsbg. 

. . . Ode an die Freude von Schiller. 
Berlin, Rellstab. qu40, wird ihm fälsch- 
lich zugeschrieben, wie er selbst am 13, 
April 1791 in der Musical. Korresp. der 
teutsch. Füarm. Gesellschaft erklärt. 

In iSammeliccrkoi : 

Musikal. Blumenstraufs. Berliner Musik- 
hdlg. Freimaurer-Lieder 1788 und s. a. 
In Marzius Samlwk. 1784. 51 L. in Voss' 
Musenalmanach 1781—96. [B. M.] 5 L. 
im Götting. Musenalmanach 1802. [B. M.] 
In Theomele 1. Bd. Gütersloh qu40. In 
Böheim's Maurerlieder. In Ambrosch Frey- 
mäurer L. 1 L. 

In Samlg. vierstim. Gesänge von ver- 
schied. Comp. Lief. 2. Bremen, Stock, 
auch Seh. vertreten [Lübeck]. Im Samlbd. 
vom Jahi-e 1776 auch Seh. vertreten 



Schulz, Joh. Abr. Peter. 



94 



Schnitze, Joh. Nik. Wilh. 



[Lübeck, Kat. S. 18]. In Rellstab's Ciavier- 
Magazin 2. Viertel], kl. fol. „In deinen 
Thälern" S. 72. S. 75 ein anderes. In 
The german Erato und The german Song- 
ster mehrere L. Verleger Nauck. In Erato 
u. Euterpe, Hbg. 1789. 

In Chr. Gottlieb Hilscher's Auswahl 
von Arien. 

In Auswahl maui'erischer Gesge., s. 1. 
(1802). 

In Joh. Fr. Eeichardt's Lieder geselliger 
Freude 1796, 1. Thl., und Neue Lieder 
geselliger Freude 1. Heft, 1799. 

Lied zum Andenken der Bauernfreiheit 
in Dänemark (Umkränzt mit Eichenlaube) 
in V. Schmidt's Gedichte. Brnschwg. 1794 
p. 47. [B. M. 

32 Lieder m. Klav. im Ms. Davon 
einige gedr. im Götting. Musenalmanach 
1802 u. in Voss' Mus. 1781—96. [B. M. 

In Kellstab's Frohe und gesellige Lie- 
der, 4stim. op. 320. [B. Kgsbg. Nr. 389. 
B. B. 

Cherubin's Lied aus Figaro's Hochzt. 
in Lieder u. Gesge. beym Ciavier. Kop., 
Sönniclisen. [B. B. 

Mss. in B. Kgsbg: Laut durch die 
Welten tönt, f. Chor u. Instr. 28 Stb. 
(auch in Berüu Singak.) — Samlg. 402 
zwei Lied. — Samlg. 83 religiöser L. 1787. 

Instrumcntalwerke : 

Entr'actes p. 2 V. A. B. et 2 Fag. 
Ms. P. [ßrüss. Cons. 

Sonate fürs Ciavier mit einer Violine. 
Dd. Ms. 194. [B. B. 

Sonata per il Clavic. solo, op. 2. (Esd.) 
Berlin. Hummel, fol. [B. B. B. M. 

— Berhn, Trautwein. 16 S. [B. Wa- 
gener. 

6 diverses pieces pour le Clavecin ou 
le Pfte. oe. 1. Beriin, Amst., Hummel, 
fol. 17 S. [B. B. B. Wagener. Dresd. 
Mus. B. M. 

In neuen Ausg. 39 Gesge. (Eitner 2). 

In Rellstab's Ciavier - Magazin 1. Vier- 
tel]'. S. 19 Naiver Scherz und 1 Lied im 
2. Viertel]. 

3 Allegri f. Pfte. siehe Weisse. In 
Theomele im 1. Bd. 10 Lieder, im 4. Bd. 
2 Lieder. 

Schnitze, Johann Christ . . ., 

bez. sich 1729 mit Kammermusikus 
des Herzogs von Württemberg und 
Oels und gab heraus: 

Sonate ;i 2 fl. trav. senza basso, cou 
una Ciacconna tramischiata di 2 Canoni 
nella medesima nascosti. Hamburg Ao. 
1729. 2 Stb. in qufol. [B. B. 



Sehnlze (Schultze) , Johann 
Christian, von 1708—1712 zwei- 
ter Violinist an der Hof kapeile in 
Berlin mit 100 Tlilr. Gehalt. 1713 
wurde er entlassen (Schneider H 35 
u. Beilage 55. Ledebur). 

Schultze, Johann Christoph, 

geb. um 1733, gest. 22. Aug. 1813 
zu Berlin, war seit 1768 Musik- 
direktor u. Yorgeiger am Orchester 
des Döbbeliu 'sehen Theaters in 
Berlin (Ledebur. Lpz. Ztg. 15, 
757). Man kennt von ihm: 

Drama per musica. Unterschiedene 
gründliche Nachrichten, od: Einleitung, 
was eigentlich zur Musik gehöret und ver- 
langet wird, aus einigen Schriften ent- 
lehnt, theils selbst verfertigt und in Kürze 
verfasst und mit einigen Compositionen 
als Beispiele. Ms. 4'^. 45. 1768 gez. als 
Musikdir. beim teutschen Theater in Ber- 
lin. 52 Bll. [B. B. 

Musikalische Magie pour Clavecin (dar- 
unter ein 4stim. Chor, der auch räck- 
wärts gesungen und gelesen werden kann) 
comp, di J. C. Schidtesius. [B. B. im Ms. 
Zelter hat darauf geschrieben: „Die gute 
Seele hiels Schultz. Er hat mich eine 
Zeitlang auf der Violine unterrichtet und 
ist bis an seinen Tod mein Freund ge- 
blieben." 

Wer wollte sich mit Grillen plagen, 
von Hölty, Ariette, kann auch vor- und 
rückwärts gesungen werden. [B. B. 

Ledebur zeigt noch die Drucke an: 
Musikalische Belustigung oder Badinage 
(enth. Tänze). Berlin 1788 Hummel. — 
Musikalischer Luftballon für Ciavier, ib. 
1791. 

In Schwerin F. Mss. in Stb. 1 Concerto 
a 5 ä Fl. a bec concert., 6 Ouvertüren 
für 2 Fl. u. B. und ein Drackbl. mit 
Musikalische Badinage f. Klav. qufol. 

Schulze, Johann Gfeorg, wird 
am 4/7 1(501 zum Hof Organisten 
in Dresden ernannt (s. Staatsarch.). 

Schultze , Johann Nikolaus 
Wilhelm, geb. zu ßostock, stu- 
dierte Philosophie und Theologie 
zu Rostock und gab die Disser- 
tation heraus: 

De usu musices in ecclesia christiana, 
sub auspiciis divinis et consensu summe 
Eev. Theol. facultatis . . . Rostock 1729 



Schulz, Christian. 



95 



Schulz, Karl. 



Schwiegerow. 8^. 124 S. Gerber 2 zeigt 
den Inhalt au. [B. B. B. T41Z. Musikfr. 
Wien. br. Mus. 

Schulz, Johann Philipp Cliri- 
stiaii (in Drucken nur C. oder 
Chr. gez.), geb. 24. Sept. 1773 zu 
Langensalza, gest. 30. Jan. 1827 
in Leipzig. Besuchte 1783 die 
Thomasschule in Leipzig und stu- 
dierte darauf Theologie, entsagte 
aber letzterer und bildete sich 
unter Engel und Schicht zum 
Musiker aus. 1787 trat er bereits 
als „Discantist" in Konzerten auf 
und zeichnete sich durch seine 
schöne Stimme und seelenvollen 
Vortrag auj. 1795 wurde er als 
Musikdirektor au der Sekonda'schen 
Theatergesellsciiaft angestellt. Als 
Schicht das Kantorat an der Tho- 
masschule übernahm, trat er einen 
Teil der Direktion der Gewaud- 
hauskouzerte ab und Schulz wurde 
am 31. Juli 1810 zum Direktor 
gewählt. Er leitete die weltlichen 
Konzerte der Gesellschaft. In 
einer Eingabe an den Magistrat 
beklagt er sich, dass Sorgen um 
das tägliche Brot und das Unter- 
richterteilen ihn bisher verhindert 
hätten, sich durch gröfsere Kom- 
positionen bekannt zu machen. 
Sein Gehalt betrug 200 Thlr. und 
90 Thlr. für Stellung der Chor- 
sänger. Als er dann 1817 die 
Direktion allein übernahm, erhielt 
er 300 Thlr. ohne für den Chor 
sorgen zu müssen. Schulz grün- 
dete etwa um 1810 eine zweite 
Singakademie, die erste und ältere 
war durch Limburger und unter 
Direktion Schicht's, Riem's und 
Schneider's begründet und als 
Schulz gegen 1820 zum Direktor 
der älteren gewählt Avurde, ging 
seine eigene ein. Auch muss er 
Dirigent der Liedertafel für Männer- 
gesang gewesen sein, denn dieselbe 



errichtete ihm auf seinem Grabe 
ein Denkmal. Nach Schicht's Tode 
meldete er sich zum Kantorat an 
der Thomasschule^ wurde aber 
nicht gewählt (sächs. Staatsarchiv). 
Gerber 2 rühmt seinen Komposi- 
tionen nach, „dass sie vorzüglich 
durch eine ganz eigene Lieblich- 
keit sich auszeichnen, die unmittel- 
bar zum Herzen spreche; sein Satz 
sei rein und verständig, seine Me- 
lodie schlicht und empfunden, seine 
Instrumentierung erfahren, einfach, 
auch wo sie prächtig werde, wie 
dies in seinen Chören und Ouver- 
türen oft der Fall sei" (Dörffel 2, 
45. Gerber). Von seinen Kom- 
positionen ist nur Einiges be- 
kannt: 

Salvura fac regem (4stim. mit Blas- 
instrumenten, zur 25 jährigen Eegierungs- 
Feier des Königs von Sachsen Friedrich 
August). Lpz., Peters. P. qufol. [ß. B. 
Dresd. Mus. Lpz. Thomas. Schwerin F. 
im Druck u. Ms. 

Monolog aus Schiller's Jungfrau von 
Orleans im Kl.-A. Lpz., Eichter. [B. B. 

12 vierstim. Lieder mit Begltg. des 
Pfte. 14. Werk. Lpz., Hofmeister. [B. 
Kgsbg. inkompl. 

8 vierstim. Lieder mit willkührlicher 
Begltg. des Pfte. Bey Br. & H. in Lpz. 
qu40. 5 Stb. [B. Kgsbg. 

6 Volkslieder mit Begltg. des Pfte. 
rCarl Schulz gew.) op. 5. Lpz., Br. & 
H. [B. Kgsbg. 

6 deutsche Lieder von Schiller . . . für 
1 Singst, mit Pfte. Lpz. qufol. [br. Mus. 

Ouvertüre k gr. orch. h la Tragödie 
Faust par M. Klmgeraann, ded. Eochlitz. 
Oeuv. 8. Lips., Hofmeister. 16 Stb. fol. 
[B. B. 

Er gab auch von Mozart heimis: Opern- 
gesänge, welche zu seinen bekannten Opern 
nicht gehören, sondei'n von ihm einzeln 
geschrieben worden sind. Im Kl.-A. 2 
Hefte. Lpz., Br. & H. qufol. 12 Arien, 
[ß. Kgsbg. im Kat. der Inhalt verz. 

Siehe J. H. C. Bornhardt's Canzonetten 
und Eomanzen. 

Schulz, Karl, Tenorist und Ge- 
sanglehrer am Dome zu Salzburg 
von 1769—1779 und 1783—1787 
(Peregrinus 168). 



Schultz, Lebrecht. 



96 



Schumann, Friedr. Theod. 



Schnitz, Lebreclit, ein Musiker 
des 18. Jhs. ist in der Grofsherzgl. 
Hofbibl. in Karlsruhe mit folgen- 
den Mss. vertreten: 

Ms. 893. Concerto ä Fl. trav., 2 V. 
Viola, Contrahasso e Violoncello. Stb. 
Allg. Adag. Tempo giusto, Gd. Cd. Gd. 

Ms. 894-896. 3 Soli a Fl. trav. e Vcl. 
in Part. Satzordnung in älterer u. neuerer 
Form in gleicher Tonart. 

Ms. 897. 898. 2 Sonate ä 2 Fl. trav. 
(ö Fl. Viol.) Vcl. e Fag. zu 4 Sätzen: 
Alig. And. Menuet, Presto in wechselnder 
Tonart. 

Mit L. Schulz gez: 7 Sinfonien im 
Ms. Stb. [Darmst. 

Schulz, L . . . J . . ., bekannt 

durch 

6 Quatuor ä Cembalo obl. Flute, V. 
et B. ad lib. Amst., Hummel. Stb. 
[Dresden Mus. In B. Br. im Ms. Stb. 
1 Quart, in Dd. 

Auch in Bossler's Samlwk. 6 eine Nr. 

Schulz, Ludwig, Oboist an der 
Hofkapelle in "Wien mit 600 Gld. 
jährl. von 1721 bis f 28. Febr. 
1740, 55 J. alt (Köchel 1). 

Schulz , Sebastian Ludwig, 

1663 Instrumentist an der Hof- 
kapelle in Dresden (Fürstenau 2 a, 
136). 

Schulze (Schulciades), Yalentin, 
aus Kadan in Böhmen gebürtig, 
war anfänglich Kantor in Lom- 
matzsch, dann 8 Jahre lang Lehrer 
in Oschaz, am 27. Aug. 1596 Kan- 
tor ebendort und den 21. Aug. 
1602 Kantor an der Fürstenschule 
in Meifsen. Starb dort im Dez. 
1615 pL f. M. 9, 196). 

Schultz, Wilhelm, ist bekannt 
durch 

Canzonette italiane composte e dedic. 
. . . Doornii. Hummel ä Amst., f. 1 Stim. 
mit Bc. [Schwerin F. Dresd. Mus. 

Au die Freude von Schiller in J. A. 
ßoehme's Samlwk. mit W. Schulz gez. 

Schulz, W. F., siebe Schultz, 
Friedrich Wilhelm. 

Schulz, ohne Vornamen. Einige 
liefsen sich als dem Job. Abraham 



Peter angehörig feststellen. Die 
übrigen sind: 

Schuh. Ms. 10803. B. B. Auf, alle 
mit Danken, Cantate f. B. mit 2 V. u. 
Bc, datiert 1738. 

Schulze. In Bossler's Samlwk. 6. 10. 

Schulz. Neujahrshed : Des Jahi'es letzte 
Stunde. In Hilschers Auswahl der neue- 
sten Singestucke. Heft 1, Nr. 5. Schwe- 
rin F. 

Schulz. Tout Tunivers est plein. Chor 
mit Orchester. Ms. P. u. Stb. Dd. 
[Schwerin F. 

Schulz. Der politische Zinugiefser. 
Musik -QuodUbet. Ms. P. Stb. [Darmst. 

Schuh. Freude, schöner Götterfunken, 
von Schiller, f. Chor u. Orch. 15 Stb. 
Ms. [B. Zw. 702. 

In Freimaurer Lieder 1788 a ein Schuh. 

In Freimaurer Lieder s.^a. Berhn ein 
Sehultze. 

Schulz. In K. W. Justi's Gedichte mit 
musikal. Beilagen, 2. Aufl. Siegen 1810. 
8". [besafs Antiq. Butsch. 

Schultxe. Siiifouia in G. Ms. Stb. 
[Berlin K. H. 

Schuhe. Smfonia in G. Ms. Stb. [ib. 

SekuUz. 3 Concerte ä Fl. trav. 2 V. 
Va. e B. in je 3 Sätzen. Ms. 900—902. 
Stb. [Karlsmhe. 

Schulz. 1 Concerto ä Fl. 2 V. e B. 
in 3 Sätzen. Ms. 899. [ib. 

Schulz. Trio es Ad. Fl. trav. Vcl, et 
B. Ms. Stb. [Dai-mst. 

Schulz. In Klavierstücke 1. 1794. 

Schultz. Sonata ä 5. 2 Fl. 2 Ob. c. 
Bassono. Ms. fol. 18. Jh. [B. Upsala, 

Schuh. 2 Märsche f. die Flöte. Ms. 
fol. [Schwerin F. 

Schumacher, A . . . Gl . . ., lebte 
an der Grenze des 18. Jhs. bis 
ins 19. hinein und ist bekannt 
durch 

Sechs deutsche Lieder mit Begltg. des 
Klaviers von ... Berhn 1801 G. Fr. 
Starke. qu4o. [B. Kgsbg. 

Tischlied von Härtung und Schumacher 
..Ergreifet die Gläser-, 4 st. P. 3 S. 
s. I. [ib. 

Schuman, Arnold, aus Braun- 
schweia:, ist am 29. Mai 1726 als 
„Musices Magister" an der Univer- 
sität zu Leyden eingeschrieben 

(BoLiwst. 3, 5). 

Schumanu, FriedrichTheodor, 

lebte im 18. Jh. u. ist bekannt durch 



Schumann, Georg Heinr. 



97 



Schunte. 



3 Sonatas for the harpsichord "n-itli 
acc. for a V. or germ. fl. & Vcl. op. 3. 
2. ed. London . Lougman , Luckev . . . 
3 Stb. fol. [B. B. 

Six Sonatas, tliree for a Y. and 2 Ycl. 
Three for a germ. fl. and V., or 2 V. 
and Vcl. op. 8. London, Wm. Napier. 
3 Stb. [ß. Wagener. 

6 Sonates pour le Clavecin ou Fortep. 
av. 1 V. oe. 9. Amst., Marckordt. 2 Stb. 
[B. B. 

Gerber 1. 2. führt noch Hehreres an, 
dass er aber in London gelebt haben soll, 
weil einige Drucke dort erschienen, ist 
kein Beweis. In England druckte man, 
wie in Amsterdam, sehr fieifsig auf Eaub. 

Scliumanii, Oeorg Heiuricli, 

eia Musiker des 16/17. Jh., von 
dem sich im 

Ms. 732 der B. Proske Nr. 86 der fünf- 
stim. Satz: Allein Gott in der Höh be- 
findet. 

Scliumanu, Jobaiiii, Kantor in 

Halle a/S., wie Fetis angiebt, der 

ans dem Yerlagsorte des folgenden 

Druckes obigen Schkiss zieht: 

Musicae compendium latino-gennanicum 
M. Henrici Fabri per Melchior Vulpium, 
Vinareusium Cantorem. Adjecta est in 
fine Compendium musices, gerraanice Jo. 
Schiunanni. Halae 1620. 8'^. Die Ausg. 
ist mir unbekannt und eine Quelle giebt 
Fetis nicht an. Siehe Vulpius. 

Schumann, Johann Greorg, 

geb. 12. Okt. 1698 zu Meifsen, 
gest. 4. Nov. 1777 zu Lüneburg. 
Besuchte 1717 das Gymnasium in 
Gera, geht 1721 nach Lüneburg, 
beendigt dort seine .Studien und 
erwirbt sich den Lebensunterhalt 
durch Unterrichten, wird dann 
1727 Kantor am Johanneum und 
der Johanniskirche daselbst und 
wirkt dort bis an sein Lebensende. 
Zu seinem Amtsjubiläum hielt 
Chrstn. Friedr. Oldecop eine Rede, 
die im Druck erschien (Forkel 4, 
374 nebst der Rede des Jubel- 
festes. Junghans 8. 9. 23. 24). 

Ein Johann Gottlob Schumann richtete 
Kospoth's Serenate „Um Mitternacht" für 
Gesang und Klavier ein, Ms. gez. Lübeck 
2. April 1798. [Lübeck. 

Eob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Schumann, JustusAntonPeter, 

geb. 20. Mai 1740 zu Hildburg- 
hausen, Schüler von Meisch, wurde 
herzgl. Kammermusikus und Stadt- 
organist zu Hildburghausen. Ger- 
ber 2 verz. von ihm eine Passion 
und Das Lamm Gottes in sieben 
Fasten-Stücken. 

Cantate auf das Dankfest wegen der 
Vermählung Friedrichs Herzogs von Sach- 
sen. Ms. P. mit J. P. A. Seh . . . gez. 
[Darmst. (man könnte versucht sein dar- 
unter an J. P. A. Schulz zu denken). 

Schumarius, DanieL „Sunthe- 

mio M. P. J. G." (?), 
I gab ein Hochzeitslied in nuptüs claris- 
I simi . . viri Jos. Hettleri . . et Annam 

Eüsabeth . . Böringeri, celebratis 23. Apr. 

1594 . . Tubingae ap. G. Gruppenbach. 
j 6 Ell. 40 heraus. „Im Paradeiis hat Gott 

mit fleifs.^' 4 voc. fB. Zw. 

Schumier, Barthol omaeus, ein 

Komponist aus dem Anfange des 
17. Jhs., gab nach Draudius und 
Fetis heraus: 

Etliche Psalmen und geistliche Lieder 
aus dem gemeinen Psalmenbuche mit ihrer 
gewöhnlichen Melodev auff vier Stimmen. 
Herborn 1603. 12».^ 

Nachweisbar sind: 

Geistliche ßeuterheder. Gestellet durch 
Pliilipsen Freiherrn zu Winuenberg und 
ReUielstein. Itzuud mit 4 Stirn, zu singen 
zugerichtet durch B . . . Seh . . . Gedr. zu 
Herborn 1619. [Halle, Waisenhaus 54 I. 
28. 80. 

Schummcl, Johann G ottlieb, 

Dr. phii., Prorektor am Elisabeth- 
Gymnasium zu Breslau, geb. 8. Mai 
1748, gest. 23. Dez. 1813 in Bres- 
lau. Hoffmann in seinem schlesi- 
schen Lexikon verz: 

Reise durch Schlesien und Breslauer 
Abnanach. Br. 1801 Grafs & Bai'th, in 
denen sich Notizen über schlesische Mu- 
siker befinden. 

Schummer, Johann, Obeikantor 
in Rostock an St. Marien, starb um 
1682 (Mattheson 1, 144). 

Schunke, Eine weitverzweigte 
Hornisten- Familie, deren Stamm- 
vater in der Mitte des 18. Jhs. 
Bäckermeister in Schkortleben bei 



Schunke, Gottfried. 



98 



Schuppanzigli. 



Weilsenfels au der Saale war und 
neben seinem Handwerke durch 
musicieren manchen Nebenver- 
dienst erwarb. Obgleich er seine 
sieben Söhne fleifsig zur Musik 
anhielt, so wünschte er doch, dass 
sie das Bäckerhand werk als Haupt- 
erwerb wählen sollten, doch keiner 
derselben blieb ihm treu, obgleich 
sie alle es erlernen mussten. 

Grottfried S., der älteste Sohn, 
geb. 3. Jan. 1777, lebte noch 1837, 
wurde in Halle, wo er bei dem 
Stadtmusikus in die Lehre ge- 
gangen war, durch Türk zu einer 
höhereu Auffassung der Musik 
herangezogen, kam dann 1798 als 
Waldhornist an das Stadttheater 
in Magdeburg, 1800 nach Berlin, 
wo er durch Lebrun's Vorbild die 
letzte Feile an seine Virtuosität 
anlegte. 1806 ging er in Ko- 
burgische Dienste, trat 1807 eine 
Kunstreise bis Paris an und be- 
gründete seinen Ruf als Virtuose. 
1809 wurde er Mitglied der Ka- 
pelle in Kassel unter Jerome's 
Regiment. Als die Herrlichkeit zu 
Ende war, begab er sich mit seinem 
Bruder Michael nach London und 
konzertierte, durchzog bis ins Jahr 
1815 Europa kreuz und quer und 
liefs sich endlich in Stuttgart häus- 
lich nieder, wo er Kammermusiker 
an der Hofkapelle wurde. 

Michael S., der zweite Sohn, 
trat in des Bruders Fufstapfen und 
lebte von 1809 ab mit ihm zu- 
sammen, sowohl als angestellter 
Musiker in Kassel, dann in Stutt- 
gart, wie auch als Reisegefährte 
auf den Kunstzügen durch Europa. 
Ihr Duett auf 2 Waldhörnern war 
seiner Zeit w^eltberühmt. Er st. 
in Stuttgart 1821. Man stellte 
Michael noch höher als Gottfried, 
sowohl im Tone als in der Vir- 
tuosität, 



Andreas S., der dritte Sohn, 
1778 geb., machte dieselben Wand- 
j lungen vom Bäckergesellen zum 
Virtuosen auf dem Waldhorue 
durch. Er kam nach Berlin uud 
wurde 1812 Kgl. Kammermusikus 
und der Stammvater der Berliner 
Waldhornistenfamilie Seh. 1834 
trat er in den Ruhestand und st. 
26. Aug. 1849. 

Christopli S., 1796 geb., wairde 
Waldhornist an der Hofkapeile in 
Karlsruhe. 

Oottliilf S., 1799 geb., Wald- 
hornist an der Kgl. Kapelle in 
Stockholm (Schilling, v. Ledebur. 
Lpz. Ztg. 23, 822).' 

Au Ivompositioneu der älteren Brüder 
fand ich nur in der B. des Conserv. zu 
Brüssel eine Sinfonie in G. für 2 V. 2 Fi. 
u. B. im Ms. Stb. (nach dem Kataloge 
von Lamperen. AYotquenne verz. nur ein 
Autograph von Charles Schunke 6205: 
Divertissement brillant sur TEclair op. 52, 
für Klavier). 

Sclmpliens, Rev. P..., Kapell- 
meister an der Kirciie in Lierre; 
nahm am l.'5/r2 1741 seinen Ab- 
schied (Grregoir, Galerie p. 113). 

Scliupp (oder Schuppe? nennt 
sich stets Sc]mppms\ Dr. Joliaiiii 
Baltliasar, Dr. der Theologie, Uni- 
versitätslehrer und Prediger, geb. 
1. März 1610 zu Giefsen, gest. 26. 
Okt. 1661 in Hamburg, gab Lieder- 
bücher mit Melodie u. Bass heraus: 

1. Morgen- und Abendlieder mit neuen 
Melodien geziert von Peter Mcijcr. Hbg. 
1655 Mich. Pfeiffer. 12». 66 1511. [Hofb. 
Wien. 

2. Doctoris Schuppii Passion und Bues, 
auch Trost- Bitt- und Dank-Lieder. Mit 
neuen Melodeyen geziert von unter- 
schiedenen vornehmen Musicis in Ham- 
burg. Hbg. 1655 M. Pfeiffer. 8«^. sig. 
A— D. 12 Mel. mit B. von Peter Meier 
B, Ä. Schop 7, Joh. Schop 2. [B. W. 
Hofb. Wien. 

Zahn teilt 2 Mel. mit. Die Biogr. 
Seh. 's im Brummer. 

Scliuppauzigli, Ignaz, geb. 1776 
in Wien, Sohn eines Professors an 



Schuppauzigh. 



99 



Schuster, Tguaz. 



der Eealsclmle daselbst, starb 1830 
ebd., betrieb anfangs die Musik 
nur als Dilettant und spielte vor- 
trefflicii Bratsche, Gegen 1792 
vertauschte er dieselbe mit der 
Violine und machte die Musik zu 
seinem Lebensberufe, leitete auch 
mit Geschick Orchesteraufführungen 
nnd genoss, noch ehe er das 21. Jahr 
erreicht hatte, in dieser Thätigkeit 
einen gewissen Ruf, obgleich Hans- 
lick an anderer Stelle sagt: er war 
wieder ein grofser Virtuose, noch 
guter Dirigent. Seine Stärke lag 
im Quartettspiel. Beethoven fand 
an ihm einen vortrefflichen 1. Geiger 
seiner Streichquartette und wusste 
dies auch zu schätzen, obgleich er 
oft seinen Spott über seine Falstaff- 
Figur mit ihm trieb. Schon im 
Ms. brachte Beethoven ihm die- 
selben und wurden so lange pro- 
biert bis sie gingen. Dass Seh. 
die damals so schwer verständ- 
lichen und von jedermann ver- 
achteten Quartette stets und über- 
all wo er spielte vortrug, giebt ein 
treffliches Zeugnis seines künst- 
lerischen Begriffsvermögens und 
seiner Urteilskraft. 1795 diri- 
gierte er die Augartenkonzerte bis 
1813, in welchem Jahre er auf 
einige Zeit Wien verliefs. Im 
Herbst 1808 trat er als Quartett- 
spieler in den Dienst des russi- 
schen Gesandten in Wien, Fürsten 
Rasoumowsky auf Lebenszeit und 
konnte [sich den Bratschisten und 
Violoncellisten selbst aussuchen. 
Der erstere war anfänglich Weifs 
und der andere Linke. Von 1827 
bis 1830 war er Violinist an der 
Hof kapeile in Wien (Hanslick 71. 
Thayer 3. 48. Köchel 1. Lpz. Ztg. 
18, 423. 32, 618). 

Von seinen Kompositionen lässt sicla nur 
nachweisen: Solo pourle V. con acc. Quart. 
Wien, Diabelli & Co. [Musikfr. Wien. 



Im Hofmeister bind uocli Variationen 
für Quart, angez. 

Sehiirer, Wolfgaiig-, aus Anna- 
berg, anfänglich Schreiber beim 
Grafen Albrecht von Hohenlohe, 
wird 1575 vom Herzog August 
von Sachsen an Joachim Ernst 
von Anhalt als Musiker empfohlen 
(s. Staatsarchiv). 



Seliassi, 



ein Musiker des 



17. oder 18. Jhs., der in der ^ 

B. Upsala mit einer Cantate: „Ahra 
vare gud i hojden,'^ 4 voc. c. 4 Instr. Ms. 
P. u. Stb. vertreten ist. 

Schuster, August; des Leip- 
ziger Konzertsängers Wirksamkeit 
fällt in die Jahre 1827—1832, er 
kann daher nicht der Autor des 
folgenden Druckes sein: 

Lob der Musik, Cantate von Meisner. 
Leipz. 1784 gedr. bei Breitkopf im Ki.-A. 
72 S. [ß.M. 

Schuster, Christian Detlev, 

lebte im 18. Jh. als Musiklehrer 
in Hamburg und gab heraus: 

Ciavierstunden für Kinder. 2 Bde. 
Hbg. 1799/1800 Günther & Böhme. [B. B. 
B.Lpz. Ausg. Oldenbg. 1804. 8°. 

3 Lieder, 2. Lfg. Braunschwg., Musi- 
kaüeuverlag. [Dresd. 

8 Variationen fürs Klavier. Lpz., Hof- 
meister, nur mit C. Schuster gez., daher 
fraglich. [Musikfr. Wien. 

Schuster, Iguaz, geb. 1777 in 
Wien, Bassist an der Hofkapelle 
in Wien, trat am 1. April 1812 
ein und muss dann Hofkapellmeister 
geworden sein, wie er sich auf 
den 6 Gesängen bez. Er starb 
am 6. Nov. 1835, 58 J. alt (Köchel 
1, der ihn aber nur als Bassist 
verz.). Schilling schreibt: geb. 20. 
Juli 1770 in Wien, Sängerknabe 
bei den Schotten, später Choralist, 
ging dann zur Bühne und glänzte 
besonders in humoristischen Rollen. 
Als Sänger an der Hofkapelle nahm 
er am 14. Okt. 1835 seinen Ab- 
schied. Man kennt von ihm: 

Die falsche Primadonna, eine Posse mit 
Gesang in 3 Aufz. von Ad. Bäuerle. Musik 



Schustei', Joseph. 



100 



Scliuster, Joseph. 



von Ign. Schuster und Sclineider. Ms. 
20450. P. [B.B. 

6 Gesänge komischen und ernsten In- 
halts (für Männerst. u. Klav.). AVien, 
Ascher. Stb. [B. B. 

Ms. T94. 110. 153 in B.B. Gesänge 
in P. Autogr. Grasn. 1 Lied mit Orch. 
u. sein Porträt. 

2 Arien in B. Dresd. Ms. B 712, 6. 7. 

Schuster, Joseph, geb. 11. Aug. 
1748 zu Dresden, gest. 24. Juli 
1812 ebd. Sohn eines Bassisten 
an der Hofkapelle in Dresden, 
empfing Scbürer's ünterricbt und 
war wahrscheinlich Knabensänger 
an der Hofkapelle, in die er nach 
der Mutation 1664 (mit 16 Jahren!) 
als Bassist eintrat (Fürstenau 1, 
155). 1765 begleitete er und sein 
Altersgenosse und Freund Fr. Ign. 
Seydelmann Naumann nach Italien, 
zurückgekehrt, wetteiferten sie beide 
im Komponieren und wurden vom 
Kurfürst reichlich dafür belohnt. 
25. April 1772 erhielten sie beide 
die Anstellung als Kirchenkompo- 
nisten und am 17. Febr. 1787 
wurden sie wieder gemeinsam zum 
Kapellmeisterposten befördert. In 
den Jahren 1774—76 und 1778 
bis 82 hielt sich Seh. in Italien 
auf, teils um beim Pater Martini 
in Bologna zu studieren, teils für 
italienische Bülmen bei ihm be- 
stellte Opern aufzuführen. In ISTe- 
apel genoss er ein solches An- 
sehen, dass ihn der König von 
Neapel zum Titular- Kapellmeister 
ernannte. Trotz seiner scheinbar 
fleilsigen kontrapuuktischen Studien 
war seine Natur nichts weniger als 
dazu veranlagt. Eine leichte Er- 
findungsgabe mit einem geschick- 
ten Gestaltungstalent verschaffte 
ihm beim damaligen Publikum 
einen stets sicheren Erfolg, mochte 
es eine Oper oder eine Messe sein. 
Wie bei allen seinen Zeitgenossen 
gehörte Notenschreiben zum täg- 
lichen Bedürfnis und so schuf er 



massenhaft in seiner Kunst, sowohl 
für die Bühne, die Kirche, als für 
Haus- oder Kammermusik. Ge- 
druckt ist nur sehr Weniges von 
ihm. Es ist gerade, als wenn sie 
sich gar nicht Zeit liefsen, das 
schnell Geschaffene länger als für 
das nächste Bedürfnis aufzubewah- 
ren und zu schätzen. Er teilt 
diese Eigenschaft mit den meisten 
seiner Zeitgenossen. Scb. war auch 
Lehrer der kurf. Kinder (Fürstenau 
1, 164. 176. Biogr. Lpz. Ztg. 1812 
Sp. 685 u. Bd. 15 Beilage 7 sein 
Porträt. Yiertelj. Generalreg.). 

Verzeichnis seifier Kompositionen: 

La Betulia liherata, Oratorium 1796. 
Ms. Autogi.P. [B.B. Dresd. Mus. Kopie. 

Gioas. Ee di Guida. Orator. 1803. 
Ms. P. [Dresd. Mus. 

Mose ricouosciuto. Orator. Ms. P. 
[Dresd. Mus. 

La Passione di Gesü Cristo. 1778. 
Autogr. P. 100 Bg. [B. B. Dresd. Mus. 
in Kopie. B. Proske Bd. 12 Hauser. 
Musikfr. Wien. 

2 Messe piena in Gd. u. Dm. 4 st. Chor 
u. Orch. Autogr. P. [B. B., dort noch 
ein Credo u. 2 Sauctus im Autogr. 

2 Misse piena in Am. u. Bd. 4stim. 
Chor u. Orch. Ms. 20460/61 zu 96 Bll. 
u. 134 Seit. [B. B. 

5 Messen in Dresd. Mus., zwei in Em. 
u. Bd. f. Chor u. Orch. Ms. 369 von 
1768 u. 370 von 1777. 

Missae für Chor u. Orch. Mss. P. 
[Musikfr. Wien. 

Missa in Fd. zu 8 Stim. mit Orch. 
Ms. Stb. [Mailand Cons. 

19 Messen, 2 Oratorien im Ms. P. u. 
Stb. in Dresd. kath. Kirche. 

Messenteile in Ms. 1451 und 20462 
B. B. Ms. 372 in Dresd. Mus. B. Lpz. 
Hofb. Wien, Ms. 15758. Musikfr. Wien. 

Laudate pueri 4 voc. c. instr. Ms. 
Autogr. P. nebst s. Porträt. [B. B. Grasn. 

Litania u. 3 Offertorien in Musikfr. 
Wien. In Hofb. Wien Ms. 18348 Litauiae 
4 voc. c. Strom. P. Autogr. 1773. 

Magnificat f. Chor u. kleines Orch. 
[B. Kgsbg. Lpz. Thomas. Dresd. Mus. 

2 Miserere in C. u. Dm. im Kl.-A. 
xUs. [B. Lpz. 1 in P. Dresd. Mus. Ms. 375. 

Salve regina 4 v. c. instr. Autogr. 
1793. P. [ß. B. Dresd. Mus. Ms. 376 a. 

Stabat mater in Cm. f. Chor u. Orch. 



Schuster, Joseph. 



101 



Schuster, Joseph. 



Ms.P. 66 S. [Bologna. B.B. Ms.20 463/64. 
16 u. 22 Ell. 

Stabat mater a 4 v. c. instr. 1782. 
Ms. 376. P. [Dresd. Mus. Musikfr.Wien. 

Te Deura, f. Chor u. Ürch. P. Stb. 
im Ms. [Schwerin F. 

Veni sancte Spiritus a 4 v. concertati 
c. Strom. Ms. 72. P. [Dresd. Mus. 

In B. Dresd. Mss. B 262 Et iucai-natus 
est. Kyrie a 4. im Autogr. 2 Messen in 
A u. Es. Miserere im Autogr. Offer- 
torium. Pange lingua 2 Sopr. c. instr. 
2 Salve reg. 1 Tauti;m ergo f. Alt u. Instr. 

Die kathol. Kirche in Dresden besitzt 
aufser obigen 19 Messen, noch 21 Offer- 
torien, 2 Vespern, 4 Ijtaneien, 59 Psal- 
men, 1 Hymnus, 2 Miserere, 2 Versetti, 
1 Complettorium , 13 Magnif. , 1 Stabat 
mater, 4 Alma redempt., 8 Salve reg., 
4 Regina coeli, 3 Ave reg., 1 Te Deum. 
alle für Chor, Solo und Orchester in Part, 
u. Stb. 

Musikalisehe Todtenfeyer den Manen 
Leopold's des "Weisen geheiligt. Kl-A. 
Lpz., Baumgärtner (1792j. qufol. [Dresd. 
Mus. B. Lpz. 

Weltheke Gesanyswerke : 

Der Alchymist, eine komische Oper 
von Meifsner in 1 Act. Ms. P. [Hofb. 
Wien 16161. Dai'mst. Dresd. Mus. 
B. B. Part. 113 S. B. Proske Bd. 12, 
Hauser im Autogr. 

— Im Kl.-A. im Ms. [B. M. 

L'amore artigiano, opera in 2 atti. 
(Yen. c. 1776.) Ms. P. [Brüssel Cons. 

Amor e Psiche, Dramraa per musica. 
Ms. 772. P. Napoü 1780. [Dresd. Mus. 
Neapel Turch. 

Gli avari in Trappola. Dramnia gio- 
cosa. Ms. 773. 2 voll. P. [Dresd. Mus. 

Creso in Media. Dram. p. mus. Na- 
poli 1779. P. im Autogr. [Dresd. Mus. 
Neapel Turch. 

Demofoonte, Dram. p. mus. 1776. 3 voll. 
P. [Dresd. Mus. C. P. 

La Didone abbandonata. Dram. ]). mus. 
Napoli 1776. P. 3 voll. [Dresd. Mus. 
Neapel Turch. 

Doctor Muraer oder die Einwilligung aus 
Trotz, kom. Singsp. Ms. P. [Darmst. 

Die falsche Catalani. Posse mit Ge- 
sang. Ms. P. [Darmst. 

La fedelta in amore. Azzione comica 
per mus. Dresda 1773. 2 voll. P. [Dres- 
den Mus. 

11 giorno natalizio. Dram. per mus. 
Ms. P. 2 voll. [Dresd. Mus. 

Der gleichgültige Ehemann. Singsp. 
Ms. 20471. 2 voll. P. [B. B, 



L'Idolo cinese. Dram. giocoso. Ms. P. 
3 voll. [Dresd. Mus. 

U marito indolente. Dram. giocoso p. 
mus. Ms. P. 2 voll, (siehe der gleich- 
gültige Ehemann). [Dresd. Mus. 2. Akt 
Finale in B. Kgsbg. 

Osmano, Dey d'Algeii. Dram. gioc. 
Ms. P. 2 voll, presd. Mus. 

H pazzo per forza. Opera. Ms. B 646. 
2 voll. [Dresd. Dresd. Mus. 

II ritorno del sole. Allegoria. Ms. P. 
[B. Lpz. 

Rübenzahl osia il vero amore. Dram. 
giocoso. Ms. P. 2 voU. [Dresd. Mus. 
Musikfr. Wien im Kl.-A. 

Der Schauspieldirector. Singsp. Ms. 
P. [Darmst. 

La schiava liberata. Dram. serio comico. 
1777. P. 3 voll. u. Kl.-A. [Dresd. Mus. 

II servo padroue ossia l'amor perfetto. 
Dram. gioc. Ms. P. 2 voll. [Dresd. Mus. 

Li spirito di contradizione, Dr. giocoso. 
Ms. P. 2 voll. [ib. 

La sorpi'esa, einmal als Cantata und in 
den Stb. mit Dramma bez. Ms. 788 und 
83. P. [ib. 

Die wüste Insel, Singsp. in 1 Akt. 
Ms. 16158. P. [Hofb. AVien. 

Amor prigioniero. Cautata a 2 voci 
c. Strom. 1769. Ms. P. [Dresd. Mus. Im 
Ms. 790 eine Kantate von 1807 ohne Titel. 

n nome . . . Cantata im Autogr., Schluss 
fehlt. Ms. 791. P. [ib. 

Per il felice ritorno di Carlsbad. Cau- 
tata. Ms. 793 a. P. [ib. 

II ritorno del solo nell'orizzonte. Ms. 
793. P. 1808. [ib. 

La tempesta. Cant. a voce sola c. 
ström. Autogr. 792. [ib. 

Gesang zur Feyer des Friedens und 
der sächsisch. Königswürde (f. T. u. B.). 
Kl.-A. Lpz.. Br. & H. [Dresd. Musikfr. 
Wien. 

Lob der Musik. Cantate von Meisner 
(f. Solo, Chor u. Orch. P. im Ms. [Dresd. 
Mus. Berlin K. H. Schweriu F. 

— Im Kl.-A. Lpz., Breitk. 1784. [Dresd. 
Mus. B. B. Dresd. B. Lpz. Darmst. 
Berlin Singak. Musikfr. Wien. Arast., 
Utrecht 1806, hoUänd. Text. 



Operngesänge mit Pfte. herausgeg. von 
Rup. Becker. Dresd. u. Lpz., Richter. 
[B. B. 

Arie mit Pfte: Pria che in lang. s. 1. 
rpifol. [B. B. 

Rondo: Ecci nii (Arie in Recueil d'airs. 
Nr. 13). [B. B. 

Ms. 121 u. 134, B. B., 3 Sopranarien, 
eine 1779 f. Venedig kom. [B. B. 



Schuster, Joseph. 



102 



Schuyt, Cornelis. 



Arie, Wonne meines Lebens. Ms. P. 
[Darmst. 

10 Arien u. Recitative, Ms. 648. 650. 
[Dresd. 

Arie aus der wüsten Insel. [B. Kgsbg. 
und noch 3 andere im Ms. 

In Lübeck Samlbd. von Gesang- u. 
Klavierst. von 1.776. 

3 italien. Arien im Ms. Samlbd. 807 
in P., 308 im Kl.-A. [Wolfenb. 

In Mnsikfr. Wien: Ariette aus der Oper 
Othello in Wien. — Quodlibet (Um Mitter- 
nacht) ;f. ] St. u. Klav. — Tyrolerlied aus 
Die Stimme der Natur. — Polonese (Le 
donne han tanti inganni) f. Sopr. u. Bc. 
— Aria (Ah, non lasciarmi) f. A. u. Orch. 
in Stb. 

3 Arien mit Orch. Ms. P. [Anist. 

Arie e Duetti, Samlbd. Ms. 2624 in 
B. Brüssel. 

Aria: Son regina e sono amante, per 
S. c. orch. Venez. 1779. Ms. P. [Bo- 
logna. 

3 Rec. u. Arien u. 1 Duett aus Opern. 
Ms. P. [Mailand Cons. 

Lieder am Ciavier, siehe Kriegel. 

Lieder im Samlwk. Freimaurer Lieder 
von 1782. — Andere im Böheim. 

2 Arien in Joh. Andre's Samlwk. 1. 
Arien in C. A. Wagner's Thalia 1790. 
In Reichardfs Lieder geselliger Freude 

1796, 2. Tbl. 

In Joh. Ad. Hiller's 2. Samlg. Arien 
u. Duette 1776; dito 3. Samlg. 4. Samlg. 
5. Samlg. 6. Samlg. 2 Lieder. In Theo- 
mele 1. Bd. 1 Lied. 

Es währt der Liebe Glück. — Fern 
von dir, du Auserwählte, 2 Lieder in 
Florian's Novellen, deutsch von Meilsner. 
Lpz. 1786 Göschen. 8«. [Hof b. Wien. 

3 Sinfonien von 1788. Ms. P. [Darmst. 
10 Sinfonien (zum Teil Ouvertüren zu 

Opern) f. Orch. in P. u. Stb. [Dresd. Mus. 

1 Sinfonie ä 11 in Cd. Ms. Stb. 
[Schwerin F. 

2 Sinfonien in Dd. f. 2 Y. Ya. B. Fl. 
trav. 2 Ob. 2 Cor. 2 Fag. 2 Tromp. Pauk. 
Ms. Stb. [B. Wolfenb. 

2 Sinfonien in Dd. f. Orchester. Stb. 
Ms. [B. Zw. 

1 Sinfonie in Dd. f. Orch. Ms. P. 
[Musikfr. Wien. 

4 Sinfonien, resp. Ouvertüren in Stb., 
eine in P. Mss. [Mailand Cons. 

3 Concerti per il Cembalo c. ström. 
Ms. P. und 1 Conc. ä 2 Cembali c. ström, 
in Stb. [Dresd. Mus. 

Concerto per 2 Cembali et Orch. Ms. 
Stb. [Schwerin F. 



Ouartetto in Cd. per istrum. d'arco 
(1780). [Padua. 

Trio a V. e B. Ms. P. [Dresd. Mus. 

Sonata per il Clavic. et Y. Ms. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Sonata in sol per cembalo c. acc. di 
Y. Ms. [Mailand Cons. 

Sonate di Comb, col Y. Ms. [Neapel 
Turch. 

8 Divertimenti per il Cemb. e Y. Ms. 
[Dresd. Mus. 

Duetto per il Clavic. e Y. 2 Stb. Ms. 
[B. M. 

6 Sonate per il Cerab. dell'opera „Rüben- 
zahl". 1791. Ms. 101. aufol. [Dresd. 
Mus-, dort noch Ms. 102. 103. LXY. 
4 Divertimenti per il Cemb. Andante 
sosten. per il Cemb. 

Recueil des petites pieces pour le Clav, 
ou Fortep. ä 4 ms. I. partie. Dresden, 
Hilscher. qufol. [B. B. Dresd. Mus. 

lü Dresd. Mus. noch 7 Piecen im Ar- 
rangem. f. 2 Klaviere und 6 Pieces ä 
2 Clavecins im Ms. 

In neuer Ausg. ein Lied (Eituer 2). 

Schuster, Vincenz, bekannt 
durch 

Anleitung zur Erlernung des Stauffer- 
schen Guitarre-Yioloncells. Wien. — Pot- 
pourri p. Clav, et Guit. oe. 14. Yienne. 
[Beide in Musikfr. Wien. Zeit unbekannt. 

Schutte, Rutger, ein Holländer, 
W. L. Krieger schrieb ihm vor 
1785 einen Nachruf, betitelt: 

Gedachten by 't verneemen van den 
dood van R . . S . . 2 de druk. Amst. 
1785. 8«. [Amst.] Die B. zu Amst. 
besitzt: 

Zwangwyzen voor stichtelyke gezangen, 
by verseheidene gelegenheden gedieht. 
Naar den besten Ital. smaak in musiek 
gebragi, voor de sang, clavecimbaal en 
Bc. 3 dln. Amst. 8". [Amst. Dort 
noch 3 Werke mit ähnlichen Titeln in 
mehreren Ausg. von 1762 — 1787. Bei 
den zuletzt angezeigten Zangwysen, Amst. 
s. a., sind als Komponisten genannt: L. 
Frisckmuth und J. Colixzi. 

Schutteubach, Leonhard, Rats- 
musikant in Hamburg von 1600 
bis 1012 (Sittard 1, 19). 

Schuyt (Scutius), Cornelis, geb. 
um 1557 zu Leyden, Sohn des Or- 
ganisten Floris Cornelisz. Schuyt, 
begraben am 12. Juni 1616. Auf 
Kosten der Stadt wird er zu seiner 



Scluiyt, Cornelis. 



103 



Schwaiger. 



weiteren Ausbildims: nach Italien 
geschickt. Zurückgekehrt verheira- 
tet er sich am 18. Juli 1593 mit 
Cecilia Pietersdr. van Uytgeest, 
nachdem er am 2. April dieses 
Jahres Organist im Bagynhof in 
Leyden mit 300 Gld. Gehalt und 
freier \Yohnung geworden war. 
Am 9. Jan. 1599 Avurde der Ge- 
halt auf 400 Gld. erhöht und am 
25. Aug. 1611 auf 450 Gld. (Biogr. 
mit zahlreichen Aktenstücken und 
Auszügen aus Kirchenbüchern in 
Bouwst. 2, 128 ff. und Tijdschrift 
5, 244). Von seinen Werken sind 
nachweisbar 

II priino libro de Madrigali a 5 voci 
di . . . Hollandese Orgauista delle fomosa 
citta di Leyda. In Leyda, del Plautino, 
appr. Cliristph. Rafalengio. cio. lo. c. 
(1600.) 5 Stb. in 4P. 21 Nrn., dem 
Senat v. Leyden am 1. Jan. 1600 dedic. 
[B. Hbg. B. D. Kassel. Oxford Bodl. 
Libr. 

2. Hymeneo, overo Madrigali nuptiali, 
et altri amorosi a 6 voci i Con un echo 
doppio a 12. ib. 1611. [Paris Nat. einst 
auch in B. Becker in Lancy: Ä. T. 5 a. 
iu 4". 

3. Dodeci Padoane altre tante Gagliarde 
composte nelli dodeci modi. Con 2 Cau- 
zone fatte alla Francese yer souare k sei: 
Di . . . ib. 1611. [Paris Nat. eiust auch 
in B.Becker: A. T. 5a iu 40. Befand 
sich auch in der Dandelen'schen Bibl. 

Die Bouwst. führen noch Gelegenheits- 
gesänge nebst der dafür empfangenen Be- 
lohnung aus den Akten an, die aber nicht 
bekannt sind. 

Draudius verz. noch: Hollandsche Madri- 
galen, met 5, 6 ende 8 stemmen. Leyden 
1603 by Com. Nicolay. 

Ein Gesang im Samlwk. 1605 a (Eit- 
ner 1). Ein arrangierter Gesg. f. Laute 
in Hove's Florida 1601. 

Ms. B. B., T 168 ein Madrig. in P. — 
Domine, fiant anima mea, 6 voc. von 
einem Einzelbl. mit Abbildungen, Kopie 
in P. in B. Amsterdam. 

3 Madrigale in neuer Ausg. (Eitner 2). 
Ein Canon „Bewaert Heer Hollandt'S 
4stim. P. in zweifacher Lesung, in Tijd- 
schrift 5, 258. 

Schuyt, Floris Coriielisz.,Vater 

des Cornelis, geb. 1526, gest. 1601 



zu Leyden; verheiratete sich 1550 
und das zweitemal 1585 und war 
von 1559 — 1585 Organist an der 
Waalschen Kirche und von 1585 
bis 1601 an der Hanptkirche zu 
Leyden. Am 30. Okt. 1560 wird 
er auch nnter den städtischen 
Spielleuten angeführt (Bouwst. 2, 
133. 134. 168." 169. 208). 

Scliwab, Frater Felicianus, siehe 
SueTus. 

8chwal)(e), Jakob, Kantor an 
der Liebfrauenkirche in Liegnitz 
um 1737 (Mattheson 1, 417). 

Die Liebfrauenkirche besafs noch 1694 
von einem Schwab 13 Offertorien cum 
Sonata. 

Schwaelihofeii, vier Brüder um 
1727 in Diensten des Kurf. von 
Mainz. Der älteste war Konzert- 
meister, der zweite Violoncellist 
(Mattheson 1, 115). In Mizler's 
Mus. Bibl. 2. Bd. 4. T. p. 123 
werden sie Schwachhofer genannt, 
Ignax der Konzertmeister, Joseph 
der Violoncellist, die anderen zwei: 
Andreas und Anton waren Violi- 
nisten. Gerber 1 zeigt vom Violon- 
cellisten an: 15 Duo ä 2 Volles, 
pour les commen^ans oe. 1. Paris. 

Scliwachhofer, Fr. . ., Kammer- 
musikus u. Violinist an der Kgl. 
Kapelle zu Berlin, geb. um 1780 
in Mainz, wurde 1804 angestellt, 

1845 pensioniert und st. 3. März 

1846 in Berlin (v. Ledebur, gehört 
wahrscheinlich zur FamilieSch wach- 
hofen. 

Schwaiberger, Franz, ein in 
Zürich in der 2ten Hälfte des 
18. Jhs. lebender Musiker, der 
herausgab : 

Lieder zum Gesänge mit Begleitung 
des Fortepiano. Zürich 1785. qu4" (G. 
Becker 1, 141). 

Schwaiger, Oeorg, Aquibur- 
gensi Tibicine Monacensi (Wasser- 
burg?). Nach der Dedic. zu 1588 
scheint er in einem Benediktiner- 



Schwallen. 



104 



Schwanenberger. 



kloster Baierns gelebt zu haben. 
Man verzeichnet von ihm 

Cantiones sacrarum 5 voc. 1. Pars. 
Monach. 1570 Ad. Berg. 5 Stb. Ciu40. 
[Bis heute unbekannt. 

Fasciculus selectiorum aliquot cantionum 
sacraram 5 voc: II. pars. Monach. 1579 
Ad. Berg. 5 Stb. qui». 21 Nrn. [B. B. 

Eegii Prophetae Davidis Septem Psalmi 
poenitentiales sacratissimi, 5 vocibus . . . 
Monachii 158S (Adam Berg, der auch die 
Dedic. schrieb). 5 Stb. qui». [B. A. B. 
M. Proske. 

Mss. in B. Prosl-e: Coeuantibus Ulis 
c. 2. p. 4 voc. Ms. 833 von 1572. 2 andere 
Motetten in Ms. 837 u. 867 Nr. 11. Im 
Samlwk. 1587 im hds. Anhange ein fünf- 
stim. geistl. Lied. — In Mss. der B. M. 132 
defekt. 159 in Tabulaturpart. — In Ber- 
lin Singak. ein Miserere 5 voc. aus 1588. 
Ms. P. u. Stb. — Mss. in B. Br. 7 lat. 
Gesge. in Stb. — Chorbuch Cod. 96 der 
B. Lorenzkirche in Nürnberg 2 Mot. 5 voc. 

Scliwalleii, Dcrck toii, Bürger 
und Organist an St. Peter und 
Pauli iu Danzig, wurde nach 
12 jährigem Dienste an St. Elisa- 
beth versetzt und diente dort 1633 
seit 19 Jahren. Demnach erhielt 
er 1602 seine erste Anstellung u. 
1614 die zweite (Viertel]. 7, 417). 

Schwanenberg, Joseph Franz. 
Gerber 2 sagt, wahrscheinlich ein 
Harfenist in Wien, was Fetis als 
sicher hinstellt. Nach seinen be- 
kannten Kompositionen aber schrieb 
er für Gesang, Klavier und nur 
einmal ist die Harfe begleitend 
benützt. Er lebte am Ende des 
18. Jhs. Die Schrift: 

Gründliche Abhandlung über die Un- 
nütz- und ünschickUchkeit des H im musi- 
kalischen Alphabete, nebst einer Anmer- 
kung die künstlichen Töne betreffend. 
Mit 1 Taf. Wien bei Wappler u. Hocben- 
leitter und Leipzig 1797 bei Br. & H. kl. 
8°. 140 S. ist nicht von Seh., sondern vou 
seinem Schüler Anton Wolf von Wolfenau, 
doch von Seh. herausgegeben und mit 
einem Nachtrage versehen. Siehe Wolf 
von Wolfenau. 

Die Musikfr. in Wien besitzen an 
Kompositionen: Krönungsfeyer zu Pres- 
burg. Fantasie f. Klav. — Wiens Dank- 
barkeit bey Eröffnung dos Volksgartens- 



Amphionada f. Klav. — Yariat. op. 10. 11 f. 
Klav. — Portefeuille f. Gesang, Pfte. u. 
Harfe, op. 53. — 1 Arie op. 25 — Oester- 
reichs Frohlocken op. 56 f. Gesang. — 6 
Chansons f. 1 Stim. op. 9. Dass Seh. 
ein Wiener ist, ersieht man aus den 
obigen Titeln. 

Im Conserv. zu Brüssel ,, Sonate pour 
clavecin". Ms. 

2 Menuts iu Farrenc's Tresor, 2. liv. 
Die Musikfr. iu Wien besitzen einen 
Druck, gez. m\t Jos. Franz Ignax. Schioanen- 
berg., betitelt: Die versprochenen rothen 
und blauen Krebsen, eine Belohnung durch 
Verwandlung, dem Taleute selcher Zög- 
linge zum Andenken. (Ein Klavierstück zu 
4 Ed., rot und blau gedruckt.) Kann nur 
vou obigem sein. 

Sehwaiieiiberger (Schwanen- 
berg, Schwanberger, Schwanberg), 
Johann Grottlried, geb. in AVolfen- 
büttel, gest. 5. April 1804 ebd. 
oder in Braunschweig; diente schon 
1735 als Violinist in der Hof- 
kapelle in Wolfenbüttel mit 200 
Thlr. Gehalt, ging später einige 
Jahre nach Italien, um sich im 
Opernfache zu vervollkommnen und 
wurde nach seiner Rückkehr Hof- 
kapellmeister. Das Jahr ist nicht 
bekannt. Auf seinen Drucken 
nennt er sich schon 1762 Kapell- 
meister. Reichardt erwähnt ihn 
in seiner Selbstbiogr. 1775 als 
Hofkapellmeister, Burney 3, 256 
lernt ihn 1772 in Braunschweig 
kennen. Gramer 1, 350 erwähnt 
ihn 1783. Schubart 159 tadelt das 
Unmelodische in seinen Opern. 
„Bei dem Grübeln verduftet zu 
viel Geist.'' Auch seine Kammer- 
musik bedeutet nicht viel. Als 
Refrain kommt dann: Er stammt 
aus der Berliner Schule (Gerb. 1. 
2. Chrysander 1, 285. Necrol. Lpz. 
Ztg. 6, 529. Spitta, Bach 2, 717 
nennt ihn fälschlich Georg Heinr. 
Ludw.). Auf seinen Drucken bez. 
er sich stets als Hofkapellmeister 
des Herzog von Braunschweig, 
Lüneburg. Von seinen Kompo- 



Schwanenberger. 



105 



Schwartbauk. 



sitionen sind nachweisbar und 
zwar unter den oben genannten 
4 Lesarten: 

Vesper imminis, Mot. ä Sopr. solo c. 
2 V. Va. Ob. Ürg. Ms. T. u. Stb. [Dres- 
den katli. Kirche. 

Erliebets ihr Andachts vollen Chöre, 
Kircheukautate für Chor, Solo und 2 Ob. 
2 V. Va. Bc. Ms. P. [Brüssel Cons. 908. 

Trauercantate zur Beerdigung der Her- 
zogin Antouia Amalia von Braunschweig 
(Des Lebens Gewinn ist der Tod. 4stim. 
mit Instr.) 2 Teile zu 53 u. 101 S. Ms. 
20490. P. [ß.B. Brüssel Cons. 



Adriane, opera. Ms. P. [B. Lpz. 
Autigono, Oper. Ms. Stb. [Berlin K. H'. 
Didone abbandonata, Oper. Ms. P. [ib. 
Ezio, Oper. Ms. P. [ib. 
Le isole fortunate, festa teatrale per 
musica. Ms. P. u. Stb. [ib. 
Issipile, opera. Ms. P. [ib. 

Romeo e Giuüa. Dramma per musica 
in 2 atti di Sanseverino. Autogr. P. 1776 
in 2 voU. [B. B. 22 a. b. hier ist der 
Name Johann Schwaubeig geschrieben. 
In Ms. 20496 in Kopie. Darmst. Brüs- 
sel Cons. in Kopie. Berlin K. H. von 1782. 
2 voll. P. 

Solimanno, opera, atto I. Ms. 20495. 
P. [B. B. nebst Textbuch von 1762. Hier 
ist er Schwanenberg geschrieben. Ber- 
Uu K. H. 

Talestri, regina delle Amazoni, opera. 
Ms. Stb. [Berlin K. H. 

Zenobia, opera. Ms. P. [ib. 

2 Cantate 4 voci c. ström. Mss. P. 
[Brüssel Cons. 

7 Arien m Ms. 112. 124. 134, in P. 
Ms. ohne Sign, aus Sehicht's Bibl. „Cara 
pace" per Sopr. c. ström. [B. B. 

Ana: Luci amorose, aus Issipili. Kl.-A. 
Druck s. 1. au40. [ß. jj. 

2 Arien aus Solimanno. Ms. Stb. 
[Brüssel Cons. 

Aria: Dal cor dell'Idol mio. Ms. 654. 
[B. Dresd. 

Mss. in Schwerin F (im Kat. sind die 
Daten falsch): 3 Duetti, 4 Arien und ] 
Canon zu 3 Stim. teils in P., teils in Stb. 

In B. Rostock im Ms. 6 Arien aus 
Opern in P. u. 4 Sinfonien f. Orch. 2 V. 
Va. B. 2 Ob. 2 Cor. in Stb. 

In Cramer's Flora 1. Samlg. 1787 
einige Nrn. — In 24. Samlg. kl. Clavier- 
u. Singstücke p. 179 : Wohlthat des Lebens, 
mächtige Liebe. [B. Kgsbg.]. 

6 Sinfonie ä piü stromenti, op. 1. 



Paris, Venier. 8 Stb. fol. Job. Schwan- 
berger, Kapellm. b. Herzg. von Braun- 
schweig gez. [B. B. 

2 Sinfonien zu Adriano und Zenobia 
(Opern) Ms. 20497. P. [B. B. 

2 Sinfonien in G. und D. für 2 V. 
Va. B. 2 Ob. und 2 Hörn. Ms. Stb. 
[Brüssel Cons. 

Die B. Wolfenbüttel besitzt in Mss: 
Siufonia: 2 V. 2 Ob. 2 Cor. Va. et B. 
Cd. in 2 Sätzen, 8 Stb. auch im Kl.-A. 

— 2 Sinfonien f. Orch. zu den Opern 
Adriano u. L'Olimpiade in 8 Stb. — 20 
Sinfonien zu den Opern Adriano, Ezio, 
Solimano, Talestris, Didone, Zenobia, Issi- 
pile, Antigono, die übrigen gez. mit Sin- 
fonie per Camera. Alle im Kl.-A. 

— AUegro vivace u. Coro aus II trionfo 
della Costanza f. Kl. u. V. 

— Balli deU'opera Solimano. Kl.-A. 

— Balli dell'opera Zenobia. Kl.-A. 

— BaUo e Marcia Dd. f. Klav. 

— Concerto per il Cemb. 2 V. 2 Cor. 
2 Clarinetti, V. e B. Cd. 2 Sätze. 9 Stb. 

— Arien aus der Oper Talestri. 

— Marche dell'opera Ezio für Klav. 
Ms. 310, 11. 

— Sonata Cd. f. Klav. Ms. 310, 20. 

— 4 Sinfonien, 1 Marsch und 7 Siof. 
f. Klav. Ms. 311, 1—4. 8. 11—18. Noch 

2 Sinf. in 312, 5 und 313, 14. 

Sonate (3) a 2 V. e Vcl. Brunsvic 
1767 libreria della oase degli Orfanelli. 

3 Stb. fol. [Stadtb. Augsbg. B. Wagener. 

8 Sonate per il Cembalo. Ms. 20498. 
[B.B. 

2 Sonate und 6 Sonate per il Cemb. 
in 7 Heften. Mss. [Dresd. Mus. B. Wage- 
ner die 6 Sonaten in Kopie. 

1 Marsch im C. F. Cramer. qufol. 
[B. B. Nr. 1840. 

In Mss. der B. Schwerin F: 4 Sinfonien 
ä 10 u. ä 8. 3 Sonaten f. Klav. in Cd. 
Bd. Gd. 

In Berlin K. H. die Sinfonien (resp. 
Ouvertur.) zu den dort vorhandenen Opern 
in Stb. auch einige im Arrangement von 
Hesse. 

In Darmst. Sinfonia in Dd. Ms. P. — 
Sonata Nr. 4 per Clavi-Cemb. Ms. 

Sonaten f. Klavier, Ms. B 1107, 18. 
[B. Dresd. 

Schwaner, . . . 

Giocondo, Operette. Ms. Stb. Zeit un- 
bekannt. [Darmst. Ebendort eine Ouver- 
türe f. gr. Orch. Ms. Stb. 

Schwartback, . . . 

ist in der Kgl. Musikalien-Samlg., jetzt 
Kgl. Bibl. in Dresden, mit 4 Suites des 



Schwartz, Andreas Francus. 



106 



Schwartzkopff. 



petits airs pour 2 Y. Ä. et B. oe. 2. 
Paris chez Borelly in r[u4° veiireten. 

Schwartz, Audreas Francus, 

Fetis sagt: Jebte in Würzburg, 
doch giebt er keinen Beweis an, 
weit eher könnte man Nürnberg 
annehmen, da er einen Hochzeits- 
gesang für den Patrizier Christoph 
Hagen in jSTümberg schrieb. Aller- 
dings -wissen wir von seinen beiden 
Mitarbeitern Jakob Mailand und 
Schwartz Scotas nicht, dass sie in 
Nürnberg zur Zeit lebten. Seine 
Lebenszeit fällt in die Mitte des 
16. Jhs. 

Seioe Kompositionen befinden sich nur 
in Sarnlwk. (siehe Eitner 1, 17 Gesänge), 
dazu kommen nocli 2 Gesänge nur mit 
Andreas Schwartz gez. in der Bassstimme, 
die in M. f. M. 8, 12 beschrieben ist und 
auf den Tod Kaspar Othmayer's kompo- 
niert sind, siehe Nr. 5 u. 7. Ferner in 
Luthers Kinderlied von 1565 : Erhalt uns 
Herr bei deinem wort 6 voc. (s. Artikel 
Serranus). 

In Mss. der B. B: W 94, 1109/10: 
Wolauf mit reinem Schalle. Dein soll 
sein das Herze mein, 2 voc. P. — In B. 
Proske, Ms. 794. 840. 881: 7 Gesge. — 
In B. Br. 2 lat. Gesge. in mehrfachen 
Exempl. 

Schwartz, Andreas, Scotus, ein 
Komponist des 16. Jhs., der im 
Samlwk. um 1550 (s. a.) mit dem 
Gesänge „Dulcia conjugii paradisi'' 
4 voc. im Berg und Neuber fo. 4 
vertreten ist (Eitner 1, die dortigen 
Angaben sind nach obigen zu ver- 
bessern). Das Wort Scotus könnte 
man vielleicht mit Schotte über- 
setzen, sein Geburtsland, sowie der 
andere Andreas Schwartz sich mit 
Francus bez. 

Schwartz, Christian, Dichter 
geistlicher Lieder, geb. 1652 zu 
Neuhausen i/Pr., gest. als Hausvogt 
in Memel den 25. April 1709. Er 
gab heraus: 

. . . Musae teutonicae, oder der geist- 
lichen Lieder als des ersten Theils seiner 
poetischen Wercke erstes Buch : Von ge- 
wissen preüswüi'digen Musicis in Melo- 



deyen gebracht. Königsberg 1705 Reus- 
ners Erben. qa4<'. 4 BU. 147 Bll. An 
Komponisten sind genannt: A. M. ISLieder, 
Job. Fraucken 2, C. Haagk 6, Rubach, 
Jacob Schönfeldt, J. A. Schope 4. (M. f. 
il. 2, 53. Zahn 6, 286 sagt „wertlose 
Gedichte mit arienhaften Melodien"). 
[B. Kgsbg. 

Schwartz, Esaia, Bregensis 
(Brieg), diente als Musiker beim 
Herzog Karl von Münsterberg, 
Oels etc. und ist bekannt durch 
eine 

Missa 8 vocum sup. percussit Said 
miUe. Ms. [ß. Brieg nur C 1. vorhanden. 

1 sechstim. Gesang im Autogr. Grasn. 
B.B. 

Schwartz (Swartz, Niger), Ste- 
X)hau, aus Sitten in Wallis (Schweiz), 
wird von Schubiger 2, 33 als Kom- 
ponist des 15. Jhs. genannt. 

Tschudi's Ms. Nr. 403 qu40, inkoraflet 
in der Stiftsbibl. St. Gallen, enthält 2 Ge- 
sänge: Puer natus est 4 voc. u. Viderunt 
omnes fines 4 voc, hier mit Stefanus 
niger Sedunensis Yalesianus bez. 

Schwartzbach und Schwarz- 
bach 

werden im Magazin 1780 mit op. 4, 
Arien und Sonate f. Fortep. oder Clader 
und op. 5 6 Duos k 2 V. in Paris 1792 
angezeigt. 

Schwartzbaiier, Nicola, Musi- 
cus an St. Stephan zu Wien. Eine 
Quittung vom 29/7 1697 in B. B., 
Autogr. Grasn. 

Schwartzkopff, Theodor, kam 
1678 als Musiker in die Stuttgarter 
Hof kapeile, wurde 1686 Yice- 
kapellmeister und am 24. März 1690 
nach Magg's Abgang Kapellmeister. 
1700 wurde Cousser als Ober- 
kapellmeister angestellt. Sch.'s Be- 
streben ging von nun an darauf 
hin, Cousser zu Falle zu bringen, 
was ihm auch gelang und Cousser 
im Jahre 1704 seinen Abschied 
nahm ; doch sah sich Seh. getäuscht, 
denn nun setzte der Herzog Störl 
an den Posten und Seh. musste 
ihm sogar seine Wohnung ein- 
räumen. Von nun an ging Schw. 



Schwartzkopff. 



10< 



Schwarz, Dominicus. 



nur darauf aus, Störl beim Her- 
zoge anzuschwärzen. Auch 1706 
wurde er übergangen als Joh. Chr. 
Pez an Störl's Stelle rückte. Näh. 
im Sittard 2 von S. 81 ab, sonst 
noch S. 68. 119. 

S. 241 ff. führt er aus dem Jahre 1684 
das Ballet ,,Le rendez-vous de plaisirs", 
l(i86 das Schauspiel mit Entreen von 
Balletten „Paridis Urthel" und 1688 das 
Singspiel .,Endymion" seiner Komposition 
an. Die Oper ^.Amalthea'' von 1697 kann 
ihm nur mutmafslich zugeschrieben werden. 
Die Musik ist verloren, nur Textbücher 
finden sich in der Stuttgarter Hofbibl. 
Von seinen Druckwerken ist bekannt: 

Fuga melancholiae harmouica, id est, 
Concentus sacn, missas, psalmos et hym- 
nos continentes, a 4 vocibus necessariis 
et 5 instrumentis ad libitum. Stuttgart 
1684 T\^eyrich. 11 Stb. 40. [B. B. 

2 Motetten 1. Herr, wenn ich dich nur 
habe, ä 9. 4 voci et 2 V. Va. Vcl. B. 
Ms. P. 2. Jesu du mein liebstes Leben. 
4 voci e 2 V. 2 Yiole et Org. Ms. P. 
[Schwerin F. 

Magnificat 7 voci 2 Ob. und 5 andere 
Instr. Ms. Stb. [Darmst. 

In Strafsburg, St. Thomas : Siehe meine 
Freundin du bist schön, 4stim. mit 2 Y. 
2 Violen, Fag. B. u. Org. Ms. 

In B. Eostock im Ms, 2 Ouvertüren f. 
Orch. 4 Konzerte f. Ob. mit kl. Orch. 
1 Sonate und Pieces ä ti'e f. Gambe, V. 
u. Cemb. 2 Parthien f. 1 u. 2 Gamb. u. 
Klav. 1 Sonate f. V. Vcl. u. Klav. 1 
Konzert f. 4 Fl. trav. 2 V. B. u. Klav. 
1 Sonate f. 2 Fl. allem, u. Klav. 1 Par- 
tie f. Gambe vel V. solo e Cemb. 2 So- 
naten ä 3: 2 V. Violen u. Cemb. Sonata 
alla imitatione del ßossignuolo e del Cucco 
ä 5 per il 2 V. 2 Va. Violon e Cemb. 

Gerber 2 führt noch ein 2 tes aber un- 
bekanntes Druckwerk an: Harmonia sacra 
hoc est Psalmi a 1 — 6 voc. et instmm. 
Stuttg. 1697. Seh. lebte noch 1725. 

Schwarz, ... wurde am 29/7 
1779 als Yioloncellist an der Hof- 
kapelle in München angestellt und 
diente bis dahin in der Mann- 
heimer Kapelle mit 370 Gld., 1789 
betrug sein Gehalt in München 
800 Gld. (Kreisarchiv). Fetis nennt 
ihn Anton ScJurarx, geb. 10. Juni 
1753 zu Mannheim, Schüler von 
Innocenz Danzi, trat schon mit 



13 Jahren als Violoncellist Tor 
dem Herzoge der Pfalz auf. 1776 
spielte er in Paris im Concert 
spirituel. 1817 lebte er noch in 
München. Fctis erwähnt ein Vio- 
loncell-Konzert im Ms. 
Schwarz, Amhrosius. 

Die Löbauer Ratsbibl. , jetzt in Kgl. 
B. Dresd., besitzt ein Chorbuch im Ms. 
fol. mit Lamentationes von 1578. 

Schwarz, Andreas Gottlob, 

trat 1782 in London als Fagottist 
auf (Pohl 2, 373). Er ist wahr- 
scheinlich derselbe, der als Fagot- 
tist in Brandenburg - Onolzbach- 
schen Diensten stand und am 24/9 
und 1/10 1775 sowie 10/4 1777 
in Frankfurt a/M. konzertierte 
(Israel 57. 61). Gerber 1. 2. be- 
richtet: geb. 1743 zu Leipzig, gest. 
26. Dez. 1804 in Ansbach (Becker 
3), Schüler von Müller in Karls- 
ruhe, machte als Oboist die Feld- 
züge des siebenjährigen Krieges 
mit, kam 1770 in die Hofkapelle 
in Stuttgart (Sittard 3, 73 verz. ihn 
schon 1763), seit 1772 Mitglied 
der Ansbachschen Kapelle. 

— Christoph Oottlob, sein Sohn, 
trat 1784 nebst dem Yater als 
Fagottist in London auf (Pohl 2, 
373). ^'ach Gerber 2: geb. 12. 
Sept. 1768 zu Ludwigsburg bei 
Stuttgart. Bei seinem Aufenthalte 
in London engagierte ihn der 
Prinz von Wales und als die Ka- 
pelle 1787 aufgelöst wurde, kam 
er nach Deutschland zurück und 
trat in die Berliner Hofkapelle ein, 
wurde 1826 pensioniert und starb 
1829 zu Berlin (Ledebur). 

In der Schweriner Fürsten -Bibl. be- 
findet sich unter Gottlob Sclttcarx ein 
Fagott-Konzert im Ms. P. in Fd., welches 
der Hofmusikus Brandt am 31. Okt. 1804 
in Ludwigslust vortnig. Es ist zweifel- 
haft, ob es vom Vater oder Sohn herrührt. 

Schwarz, Dominicus, um 1510 
.,Singer'' an der HofkapeLle in Stutt- 
gart (Sittard 2, 8). 



Schwarz, Eberh. Friedr. 



108 



Schweinberger. 



SehTvarz, Eberhard Friedrich, 

jüngerer Sohn des Andreas Gott- 
Job, geb. 1775 zu Ansbach, wurde 
Violinist, ging 1795 auf Konzert- 
reisen, liefs sich in Berlin vor dem 
Könige hören und wurde Mitglied 
der Hofkapelle. 1835 pensioniert, 
muss bald darauf gestorben sein. 
Er zeichnete sich auch als Klavier- 
spieler aus und wirkte viel zur 
Verbreitung von Mozart nnd Beet- 
hoven (Ledebur). 

Schwarz, Fr . . ., wird von Ger- 
ber 2 als dänischer Komponist des 
18. Jhs. angeführt, der herausgab: 

Lommebog for Skuespelyndere 1785 
und 1786, 2 Hefte in 80. 

Schwarz, Johann, um 1546 
Kapellmeister an der Hofkapelle in 
Stuttgart, empfängt für Unter- 
weisung der Sänserknaben 10 Gld. 
(Sittard 2, 12). 

Schwarz, Johann Georg Abra- 
ham, geb. 1778, gest. 25. Nov. 
1825, 47 Jahr alt, war Organist 
an der Hauptkirche in Wolfen- 
büttel (M. f. M. 23, 127). 

Schwarz, Karl (rottfried Wil- 
helm, nach Türkei 1, 135, der 
zwar J. Gottfried W. schreibt, war 
um 1781 Musiker in der Hessen- 
Darm.städter Hofkapelle. 

Die Bibl. Berlin Ms. 20520 besitzt von 
ihm die komische O^Derette in 1 Akt: Der 
Käficht oder AVer Andern eine Grube 
gräbt . . . P. 

An die Geliebte, Gedicht von C A. 
WoLEf. in Musik gesetzt von ... op. 12 
Nr. 2.' Berün, Wolff. 3 S. qufol. [B. 
Egsbg. 

Zwei Lieder von Carl Lindow. in Mus. 
ges. Berlin, C. A. AN^olff & Co. 3 S. 
qufol. [ib. 

Schwarz, Polykarp, um 1716 
Kantor an der Kirche und Schule 
zu Pirna i. S. (M. f. M. 28, 150). 

Schwarzmann , Fr ... , ein 

Oesterreicher, von dessen Kompo- 
sitionen Gerber 2 5 Violintrios in 
Traeg's Katalog anzeigt. 



Schwedler, Johann Christian, 

geb. 1710 zu Zielenzig, um 1754 
Violinist in Diensten des Prinzen 
Karl in Berlin (Marpurg 1, 159). 

Schwegler, P. Johann, von 

Altdorf, St. 1612 als Klosterbruder 
zu Weingarten in Württemberg, 
ein als Bassist ausgezeichneter 
Sänger (M. f. M. 3, 102). 

Schwegler, Johann Darid, geb. 
7. Jan. 1759 zu Endersbach (Würt- 
temberg), Schüler der Karlsschule, 
ti-at als Oboist und Komponist in 
die Hofkapelle und zeichnete sich 
besonders in Kompositionen für 
Blasinstrumente aus, von denen 
Gerber 1 eine Anzahl verz. Auch 
seinen jüngeren Bruder Friedrich 
erwähnt Gerber 2 als talentvollen 
Künstler. 

Seh weher, Christoph; da der 
Name auf dem einzigen bekannten 
Drucke fehlt, so ist man gezwungen, 
dem Bibliotheks-Kataloge allein zu 
vertrauen. Der Titel lautet: 

Bassus VeteiTim ac piamm cantionum 
de praecipuis Anni festis. Noribergae 
1561 (wahrsch. bei Berg u. Neuber er- 
schienen). qu40. 63 1at. Gesge. [B. B:B. 

Schweigl, Ignaz, lebte um 
1783 in Wien als Violinist und 
gab 1786 eine VioHnschule heraus 
(Hanslick 114. Gerber 2). Die 
B. M. besitzt die 1. Ausg., betitelt: 

Verbesserte Grundlehre der Violin zur 
Erleichterung der Lehrer ... 2 Thle. 
Wien 1786 beim Verfasser. 4«. 48 S. 
— 2. ThI. mit dem Titel: Grundlehre der 
Violine ... 50 S. [besitzt auch Dresd. 
und B. Lpz. 

Die Musikfr. Wiens besitzen aus Ger- 
ber's Bibl. die 2. Auü. derselben, die 
Gerber ausführlich beschreibt, betitelt: 

Grundlehre der Violin, zur Erleichte- 
rung der Lehrer und zum Vortheil der 
Schüler . . . Wien 1794 Selbstverlag. 
7 Bogen in qu4", davon 6 Bg. Noten- 
beispiele. 

Schweinherffer, Oottfried, Bal- 
letgeiger a/d. Hofkapelle in Wien 
mit 360 Gld. jährl. Gehalt, vom 



Schweiuitz. 



109 



Schweitzer, Anton. 



1. Jan. 1727 bis 1740; wird pens. 
und t 14. Okt. 1763, 82 J. alt 
(Köcliel 1). 

Sehweinitz, wahrscheinlich An- 
dreas, von dem Marpurg 1, 432 
berichtet, dass er um 1720 Orga- 
nist in Treuenbrietzen war. 

Im Conserv. zu Brüssel befinden sich 
iu j\Iss. Part: 

1. Jauchzet Dn- Völker, der Eeiland ist 
kommen. 

2. Ich bin der Erste und der Letzte. 

3. V>'^er ist der, der so von Edom 
kömmt. 

4. Auf Christi Himmelfahrt allein. 

0. Das Keich Gottes ist nicht Essen 
und Trinken. 

6. Schaffe io mir Gott ein reines Herz. 

7. Gott der Vater wohn uns hey. 

8. Er hat seinen Engeln befohlen. 
Kirchen -Kantaten für 4stim. Chor, Soli 
und kleines Orchester. 

9. Kantate ,.auf die Raths Predigi: 
Auf, redliche Bürger, ermuntert die Her- 
zen," 4stim. Chor, Solo und 2 Tromp., 
Pauck., 2 V. Va. Bc. 

In B. Darmst. unter SchweiniX' ein 
Trio ex F ä Cembalo obl. et V. Ms. Stb. 

Seliweltzelsi)erger , Kaspar, 

lebte um 1720 und gab nach Ger- 
ber 2 heraus: 

6 Ouvertures ä 2 V. A. et B. Augsbg. 
bey Lotter. fol. Die Antiquariatshand- 
lung von Rosenthal besals : Opera, genannt 
die romantische Lucretia. In einem Sing- 
spiel 1715 aufgeführt auf dem Durch- 
lachischen Schauplatz. Gedruckt im Jahre 
1715. Ms. P. in qufol. 5 voll., schreibt 
aber im Kat. 2G Sclnceixelsterg^ Cas.^ 
jedenfalls ein Druckfehler. 

Schweitzer (Schweizer), Anton, 
geb. 1737 zu Koburg, gest. 23. Nov. 
1787 zu Ootha (Forkel 4, 105 
schreibt den 21. Nov.). Nach Dit- 
tersdorf Selbstbiogr. war er beim 
Prinzen von Hildburghausen Sänger- 
knabe u. dann Bratschist, da aber 
Dittersdorf die Jahreszahl 1758 
angiebt, so war er aus den Kna- 
benjahren heraus. Nach Gerber 1 
wurde er auf Kosten des Herzogs 
von Koburg erzogen, der ihn za 
Kleinknecht nach Bayreuth schickte, 
darauf kam er nach Hildburghausen 



und wurde zum Musikdirektor bei 
der Seiler'schen Trappe und Ka- 
pellmeister bei der Hofmusik er- 
nannt, auch sandte ihn der Prinz 
auf seine Kosten 31/2 Jahr nach 
Italien. Von Hildburghausen ging 
er dann 1772 als Musikdirektor 
des herzgl. Theaterorchester nach 
"Weimar. Nachdem ein Feuer 1774 
das Theater vernichtet hatte, ging 
er nach Gotha und wurde herzogl. 
Kapellmeister als Nachfolger Ben- 
da's, der im Frühjahr 1780 seinen 
Abschied nahm (Hosaeus 60/61). 
Der Kurfürst der Pfalz beauftragte 
im Sommer 1776 Wieland eine 
Oper für Schw. zu schreiben. 1777 
machte er sich an die Arbeit und 
am 4. April beendigte er sie (Brief 
an Merck), am 24. Mai 1777 hatte 
Schw. schon 3 Akte komponiert. 
Auf das absprechende Urteil Merck's 
und Goethe's entschloss sich Wie- 
land, der sie anfänglich ganz zu- 
rückziehen wollte, sie umzuarbeiten 
und tröstete sich mit der Ausrede, 
dass es bei einer Oper auf den 
Text weniger ankomme (sie?). 
Durch den Tod des Kurfürsten 
wurde die Aufführung der Oper 
Eosamutide, die am 11/1 1778 
stattfinden sollte, bis zum Jahre 
1780 verschoben. Die Zeitgenossen 
Schw. 's waren so wenig im Stande, 
in die Tiefen des musikalischen 
Ausdrucks zu dringen, dass sie 
Schw. für einen gröfseren Kom- 
ponisten als Gluck hielten. Wie- 
land z. B. spricht sich über Schw. 
ebenso entzückt aus, wie Schubart 
110, der nur bedauert, dass Schw. 
aus Bequemlichkeit so selten ein 
Werk liefert. Mozart dagegen lässt 
seinen ganzen Spott über Schw.'s 
Schreiberei los. Er nennt z. B. 
seine Alceste „die traurige Alceste" 
und ein anderes Mal sagt er von 
ihm: er ist trocken und glatt wie 



Schweitzer, Aoton. 



110 



Schweizer, Hans. 



unser Haydn (Michael), nur class 
die Sprache feiner ist. Ueber die 
Rosamunde schrieb ein Anonymus 
die Recension: Schweizer's Musik 
zu Wielaud's Rosamunde, in Mann- 
heim aufgeführt. Frankf. u. Lpz. 
1781. 80. 48 S. [B. B.] Jaim 
giebt sehr ausführliche Berichte 
in 1, 432. 2, 135. 139. 142. 143. 
3, 42. Fr. Walter 295. 

Verzeichnis seiner nachweisbaren Kom- 
positionen : 

Missa Cd. 4 voc. c. instr. Als. 20540. 
P. 44 BIl. [B. B. 

Oster-Cantate nach der Poesie Sr. herzgl. 
Durchl. Herrn Ernst Friedrich Karl von 
Hildburghausen. Halleluja! Heil und Ki'aft. 
Ms. P. 40 Ell. [B. B. Ms. 20542. B. 
Kgsbg. mit dem Anhange des Chorals 
„Herr Jesu du allein", 8 Bll. 

Musick aufs Osterfest. Auch auf 
Himmelffihrt, f. Chor und Orch. Ms. P. 
u. 18 Stb. [B. Kgsbg. 

Grabgesang (Text von H. A. 0. Eei- 
chard), Gotha 1783. 4». In Keichard's 
Gedichtsamlg. [B. B. br. Mus. 

Cantata A sua Altezza Sereniss. il Prin- 
cipe Giuseppe Federico, duca di Sassonia, 
Hildburghausen 10. Aprile 1769. Ms. 
qufol. Autogr. „Furibonde tempeste, irati 
venti. MineiTa und Marte." P. 105 S. 
[B. Kgsbg. 

Alceste. grofse Oper von Wieland in 
ö Akten. Mannheim 1773. Ms. 20549. 
P. u. Stb. [B. B. Dresd. Mus. Ms. 797 c. 
Darmst. Musikfr. Wien. Dresd. Brachst, 
im Ms. B656. P. Hofb. Wien 16152 P. 
260 Bll. B. Lpz. C. P. 

— In E. Clirstph. Dressler's Theater- 
schule 1777. S. 169 besprochen. 

— H.-A. Leipzig 1774 Schwickert. 
4 Akte teils Kl.-A., teils Part. 154 S. 
[B. Kgsbg. Lübeck. Hofb.Wien. Dresd. 
Mus, Brüssel Cons. B. B. B. M. 
Darmst. Musikfr. Wien. Eiusiedeln. 

— Kl.-A. Berlin u. Libau 1786 Selbst- 
verlag in Commission bey Logardt u. Fried- 
rich, qufol. 123 S. [B. B. Hofb.Wien. 

Apollo unter den Hirten, ein Vorspiel 
mit Arien. Ms. P. 39 Bll. [B. Kgsbg. 

Aurora, Oper. Ms. P. 1772. [ß. Lpz. 

Die DorfgaUa, eine komische Operette 
von Herrn Gotter in 2 Akt. P. im Ms. 
20548. [B.B. Dresd. Mus. Dresd. Oper. 

— Kl.-A. Lpz. 1777 Schwickert. qufol. 
08 S. [B. B. B. Kgsbg. Dresd. Mus. 
Musikfr. Wien. Dresd. B. M. B. Lpz. 



EHsium, ein musikalisches Drama. Ms. 
P. 1773. [Darmst. B. Lpz. R. C. of Mus. 

— Kl.-A. Königsberg 1774 Haltung. 
36 S, [B. B. B. Kgsbg. B. Bbg. Dresd. 
Mus. B. Lpz. B. M. Dresd., auch Ms. 
B 1488, 14 m. Brüssel Cons. 

Polyxena, ein lyrisches Monodrama von 
F. J. Bertuch und Schw. Weimar. Indu- 
strie Compt. (1793). P. 56 S. fol'. Vor- 
wort von Bertuch. fB. Kgsbg. B. B. 
B. M. Einsiedeln 1. Akt im Kl.-Auszg. 

Rosamunde, Oper von Wieland in 5 
Akten. 1780 in Mannheim aufgefühii. 
Ms. P. [Darmst. B. B. Ms. 20547 in 
4 voll. resp. 4 Akten. B. Kgsbg. einige 
Scenen und Arien im Ms. P. 

Die Wahl des Hercules. Singspiel. 
Ms. 20545. P. 212 S. [B. B. 

In Schwerin F. 3 Arien aus der Al- 
ceste in Stb. 

Lieder im Ms. B 910. [Dresd. 

Sinfonia in Esd. Ms. Stb. [Schwerin F. 

Im Saralwk. Rondo, Lpz. 1784 ein Satz. 

In Ettingers Canzonetten f. Klavier 
1781, Variationen von Schw. 

Als Schw. bei der SeUer'schen Truppe 
Musikdirektor wai', schrieb er für dieselbe 
eine Anzahl Singspiele, dieselben verz. 
Reichard 1776, 191. Riemann in seinem 
Opernhaudbuch verz. sie bis auf die Musik 
zur Komödie „Philemon und Baucis". 

Schweitzer, Clemens, um 1577 

Schüler des Organisten Christoph 
Walter (s. Staatsarchiv). 

Schweitzer, Friedrich, be- 
kannt durch 

Christliches Danck- und Denck-Mahl 
zu schuldigsten Ehren dem Gecreutzigten 
und Aufferstandenen Jesu von Nazareth, 
aus derpffenbarung Johannis auffgerichtet. 
In Reymen abgefasset von Simon Dach, 
vnd zu singen gesetzet von ... a 6. 
Königsberg 1658 gedr. durch J. Reusner. 
7 Stb. qu40. Bc. in fol. „Ich hörte, 
spricht Johannes, ein Geschrey", 6stim. 
mit Bc. [B. Kgsbg. 

Schweitzer, We. (Wenceslaus?) 
gab heraus: 

Tre Trios per 2 V. e Vcl. op. 2. 
Vienna, G. Eder. 8 Stb. fol. [B. B. B. 
Wagener.] 18. Jh. Die Musikfr. in Wien 
besitzen unter W. Schweitzer op. 4. 5. 
8 — 10: 7 Sonaten f. Klav. u. V., oder 
Klav. u. FL, oder Pfte. u. Vcl. 

Schweizer, Ant., s. Schweitzer. 

Schweizer, Hans, seit etwa 

1554 Posaunist an der HofkapeUe 



Schweizer, Leopold. 



111 



Scliwemmer. 



iu Miinchen mit 100 Gld. Gehalt 
(Kreisarcb.). 1554 heifst es in den 
Akten: dem Hannseu Posauner 20 
Gld. Erst 1557 liest man Hann- 
sen Schweitzer Pusauner ist be- 
zahlt 100 Gld. 

Schweizer, Leopold, geb. zu 
Nenarad im Bannat, lebte in Wien 
und war Violinist im Orchester 
der St. Stephanskirche um 1799. 

Gerber 2 verz. Variat. f. Klav. Die 
Musikfr. in Wien besitzen Differents 
pieces p. clavecin, oe. 1, Vienne, Eder. 
— Variat. f. Pfte. im Autogr. [B. B., 
Grasü. 

Sehwelingv siehe Sweeliiick. 

Sehwemmer, Heinrieli, geb. 
28. März 1621 zu Gubertshausen 
bei Hallburg in Unterfranken, gest. 
26. Mai 1696 in Nürnberg. Krieg 
oder Pest vertrieb ihn aus der 
Heimat und kam er auf seinen 
Wanderungen nach Weimar, Ko- 
burg und um 1641 nach iSTürnberg; 
wird dort Schüler Kindermann \s, 
1650 Adjunkt an der Lorenz- 
Schule, 1656 Kantor an St. Sebald, 
gemeinsam mit Paul Heinlein, 
nach dessen Tode allein, später 
Kapellmeister an St. Marien, 1693 
Schul kollege an der Sebalder 
Schule und Organist an St. Sebald 
(Gerber 1. Drucktitel. Winter- 
feld 2, 456. Zahn 5, 428). Er 
war der Lehrer Joh. Krieger's, Jak. 
Balth. Schütz', Pachelbel's und 
anderer. Von seinen Kompositionen 
sind bekannt: 

Ms. 2964 in B. B. BI. 51: Surgite 
populi, in Orgeltabulatur. In Stimmen 
Ms. 75, 1. Abtlg. 

Trauergesang f. 4 Stim. Nürnbg. 1655. 
[B. Lpz. Wahrsch. derselbe Gesaug den 
Dr. Bohn in Breslau ohne Titelbl. in 1 vol. 
besitzt. 

Mss. in Upsala: Santella vel pusilla? 
ä 5 voc. et 5 instr. — Dominus in nomine 
tuo, a 5 voci 2 Yiole, 2 Corni, 3 Trom- 
boni et Org. (et accomodata a piii instrum. 
d. Gustav Duben) 1664 e Tabulatura. 2 
Ex, in 40. — Halleluja. Christus natus 



est, ä 5 voci et 8 Instr. c. Bc. fol. — 
Der Gerechten Seelen ä 5 voci e 4 Yiole 
c. Bc. 40. 

In B. Zw. Drucke ohne Ort und Ver- 
leger in einzelnen Bll, teils P., teils in 
Stb. (siehe Katalog Ö. 248) : 

1. Trauer- Lied, über den fnihzeitigen 
Todt des seeligen Kindleius Thom. Ant. 
Besserers . . 14. März 1661. 1 Bl. in 
4«. P. 

2. Siehe der Gerechte kommt, Begräb- 
nislied f. 2 St. u. Instr. 

3. Müh u. Arbeit ist das Leben. 

4. Meine Stunde ist kommen. 2 Be- 
gräbnislieder f. 1 St. u. Instr. 

5. "Was ist das Leben doch, 4 st. Part. 

6. Erkenne dich, betrübte Seele, f. Disk. 
u. bez. B. 

7. Nun ists gethan. — So soll es sein. 

— Fleug meine Seele f. Cant. u. Bc. 

8. Trauergesaug f. 4 st. Chor. Part. 

9. Die hohe Ceder ist gefällt, 4 st. P. 

10. Erkenne dich, Ist. mit Bc. 

11. Nun ists gethan. — So soll es denn 
sein, Ist. mit Bc. 

12. So ist es nun einmal gethan, Ist. 
mit Bc. 

13. Herr, du lassest mich erfahren. — 
Edler Herr, gute Nacht, Ist. mit Instr. 

14. So fahr ich hin. — Nun ist alles 
überstanden, 1 st. mit Bc. 

15. Nunmehr ist mir gar wohl ge- 
schehen. — Was müht ihr die Aerzte 
viel. — Nun ich scheide aus dem Leide, 
4 St. 

16. Ein gefangenes Kerkerleben, Grab- 
gesang f. 1 A. mit Instr. 

17. Die erste Trauzeit in der "Welt, 
Hochzeitsgesg. f. 2 St. mit Instr. P. 

18. Unter Nr. 359 Trauer Gesänger ä 
4 voc. So dem Seelig Verstorbenen zu 
Ehren componiert ;ind musiciert werden. 
1 : Nun es kann nicht anders sein. 3 Bll. 
iu 4^*. Stim. gegenüber gedruckt, s. 1. 
Nr. 1 mit H. S. gez. Nr. 2 mit C. O. 
W(ecker). 

In geistUchen Liedeibüchern mit Ge- 
sängen für 1 Stim. u. Bc: 15 Lieder im 
Aruschwanger 1659. — Im Nürnberger 
Gesgb. 1676, 8 Melodien, siehe Saubert. 

— In Arnschwanger's heiligen Psalmen 
1680, 28 Melod. - In Müllers (Heinr.) 
Erquickstunden 1675 und 1691, nur mit 
H. S. gez., 2 Arien. — Im Zahn Abdrack 
einiger Melodien, die mutmafslich seine 
Erfindung sind. 

In B. Joachimsthal unter H. S. ein 
Orgelstück: Fautasia, im Ms. 

Ein geistl. Lied im Winterfeld (Eit- 
ner 2). 



Scliwemmter. 



112 Schwenke, Chrstn. Friedr. Gottl. 



Scliwemmtiicr, Johann, war 

Kantor in Oldenburgischen Diensten, 
wahrscheinlich im 17. Jh: 

Das Haus- und Centralarchiv zu Olden- 
burg besitzt vou ihm „Gott der Vater 
steh' uns bei'' 7 Stirn. 

Schwencke, C. F. G., siehe 
Schwenke. 
Schwenckcnhecher, Oünther, 

geb. 26. Nov. 1651 zu Mulda bei 
Jena, gest. 9. März 1714 zu Königs- 
berg i/Pr. Betrieb Musik unter 
dem Kantor Job. Hofmann und 
David Funck in Eudolstadt, bezog 
dann 1672 die Universität Jena, 
um Jura zu studieren, ging darauf 
auf Eeisen und kam nach Königs- 
berg i/Pr., wo er im Hause des 
Stadtsekretär Stellung fand ; erhielt 
1676 das Sackheimische Kantorat 
und 1682 die Musikdirektorstelle 
am Kneiphofe nach Ludw. Ditt- 
mar's Tode. 1702 wurde ihm vom 
Rat noch das Amt eines Haus- 
halters am Armenhause übergeben 
(Mattheson 1, 334 aus der Leichen- 
predigt. Gerber 1). Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar 

Braut-Tantz-Liedchen auff . . Herren 
Balth. Fischers . . u. Annen ßegineu Bred- 
loen . . 7. May 1686 . . Hochzeit Fest . . 
Egsbg., Eeusners Erben. Auf zum Tantze, 
was bey Küssen, ä 3, 2 V. & Violone. 
fol. 2 ßU. [B. Kgsbg. 

Braut -Tantz bey.. Hochzeit.. Herr 
E. 0. Böse und Frau Justine Dorothea 
Feyerabends Wittib den 16. April 1693. 
Ib. Auserlesn' hochwerthe Gäste ä 2 Ob. 
et Fag. fol. 2 Bll. [ib. 

Ermunterung der Jugend . . bey Hoch- 
zeit-Feyer Herrn Bartschen und Anna 
Maria von Derschauea . . . Königsbg. (1603) 
Reusners Erben. 2 Bll. fol. Auff zum 
Tantz ihr jungen Leut 4 voc. [ib. 

Andere Gelegenheitsgesänge erwähnt 
Döring inM. f. M. 1 p. 149 ff., sie werden 
in obiger Bibl. in Abtlg. Wallrodt's oder 
im geh. Archiv sich befinden. Es sind 
folgende : 

Letzter Ehrendienst beim Leichen- 
begängniss Christ. Drejer's 1688. Aria 
a 5: Was kann ich dir Herr Zebaoth. — 
ßrauttanz f. Joh. Melhorn. Auff ihr 



freien Freudengeister. — Aufmunterung 
zur Freude und zum Tantze zur Vermäh- 
lung des Dr. Krügers, 1700. — Brauttanz 
f. d. Pfarrer im Löbenicht Mat. Bohns: 
Wo bei keuschen Liebesflammen. Am 
Schlüsse 2 Serra's, — Psalm 22. V. 1.^, 
16, welcher bei des sei. Chr. Löfflers 
Loichenbegängniss ist musiciert worden 
(Chor und Solo. 1713). 

In B. B. Ms. 19230 P. letzte Nr. ein 
Maguificat 5 voc. 2 V. 2 Ob. 2 Viele, 
Fag. et Org. 10 Bll. um 1680. 

Schwendt (Schvendt) ; 

in B. Upsala im Ms. 12 Sonate ä 2: 
2 Violini. fol. Gerber 1 verz. einen 
Herrn von Sehivend, Ksl. Kgl. Hof Sekretär 
in Wien, der 1790 das Melodrama in 
Musik setzte: Iramis, das Opfer aus Liebe. 
Fraglich ob es der obige ist. Eeichard 
erwähnt ihn schon 1789 p. 124. 

Schwenke, Anton, Aroltzio- 
Waldekkius (Arolsen in Waldeck), 
ist am 4. Juni 1751 als Magister 
Musices an der Universität zu 
Leydeneingeschrieben(Bouwst.3,8). 

Schwenke (Schwencke), Chri- 
stian Friedrich Grottlieh, geb. 30. 
Aug. 1767 zu Wachenhausen i/H., 
gest. 28. Okt. 1822 zu Hamburg. 
Zeigte schon als Knabe bedeutende 
musikalische Aulagen u. trat am 18/3 
1779 in Hamburg in einem Kon- 
zerte seines Vaters (Johann Gott- 
lieb) als Klavierspieler auf. Em. 
Bach wurde hier auf ihn aufmerk- 
sam und nahm ihn unter seine 
Fürsorge. Er wurde Diskantist im 
Kirchenchore und 1781 Clavi- 
cembalist bei der Kirchenmusik. 
Er zeichnete sich besonders durch 
den Yortrag Seb. Bach'scher Fugen 
aus. 1782 sandte ihn der Vater 
nach Berlin und er fand an der 
Prinzessin Amalia, der strengen 
Kunstrichterin, und an Kirnberger 
freundlich gesinnte Helfer. Von 
hier aus ging er auf Kunstreisen, 
meldete sich 1783 zu der Orga- 
nistenstelle in Hamburg, wurde 
aber übergangen, trotzdem Bach 
der Examinator war. Er wandte 



Schwenke, Chrstu. Friedr. Gottl. 113 Schwenke, Clirstn. Friedr. Gottl. 



daher Hamburg wieder den Rücken, 
trat als Virtuose auf und besuchte 

1787 und 1788 die Universitäten 
zu Leipzig; und Halle. Als Bach 

1788 in Hamburg gestorben war, 
stritten sich Stadt- und Kirchen- 
räte lange um die Frage, ob über- 
haupt noch die Kirchenmusik zu 
erhalten sei, bis man sich endlich 
dahin einigte, ihr durch eine ge- 
ringe Bezahlung nach und nach 
das Leben zu unterbinden. Man 
wählte am 1. Okt. 1789 Schwenke 
zum Kantor u. Musikdirektor mit 
dem Gehalte wie ihn Telemann 
erhalten hatte, nämlich 600 M u. 
versprach ihm ein jährliches Ge- 
schenk von 300 M. Die Stellung 
sollte ihm nur Enttäuschung und 
Ärger bringen, denn bei den mehr 
als um die Hälfte verringerten 
Geldmitteln war an eine Anstellung 
von tüchtigen Kräften nicht zu 
denken. Alle Eingaben Sch.'s 
waren vergeblich und die Musik 
wurde ihm so gleichgültig, dass er 
sich eine Zeitlang mit Lösung 
mathematischer Fragen beschäftigte 
und einen starken Quartband mit 
Logarithmen ausarbeitete. Erst als 
die Franzosen Hamburg besetzten, 
sein Schwager Paris das franzö- 
sische Theaterorchester dirigierte 
u. der Fremdenzufluss ein starker 
wurde, nahm Seh. wieder teil an 
denöffentlichenMusikbestrebungen. 
Auch mit Klopstock verkehrte er 
viel, der ihn zu bestimmen wusste 
seine Dichtungen nach seinen Vor- 
schriften zu komponieren, die darauf 
hinaus liefen, den Text in seinem 
Zusammenhange und seiner Rhyth- 
mik nicht zu stören, sondern im 
Gegenteil das Versmafs musikalisch 
wiederzugeben. Ähnliche Versuche 
hatte er bereits mit Gluck, Em. 
Bach und später mit Reichardt 
gemacht. Sie hatten das Gute, dass 

Rob. Etoer's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



der unsinnigen Behandlung des 
Textes von selten der Komponisten 
ein Ende gemacht wurde und sie 
sinngemäfser den Text zur Geltung 
zu bringen suchten. Schw. kom- 
ponierte von Klopstock „das Vater 
unser" und „Der Frohsinn". Seh. 
war übrigens mehr Theoretiker und 
Kritiker als hervorragender Kom- 
ponist, da ihm eine ursprüngliche 
Erfindungskraft abging. Sein Wis- 
sen stand höher als sein Können. 
Die Lpz. Ztg. bringt treffliche Ar- 
tikel über Musik von ihm (siehe 
die Register). (Quellen: Sittard 1, 
51. 118. — Lpz. Ztg. Necrolog 24, 
756. Aufserdem vielfache Recen- 
sionen. — Koller, Klopstockstudien 
48. — AUg. d. Biogr.j. 

Verzeichnis seiner nachweisbaren Kom- 
positionen : 

Autogr. in B. B; Lobgesang auf die 
Harmonie v. Ebeling f. 5 St. m. Instr. 
P. 1789, auch in Kopie Ms. 20564, 62 
Ell. P. 

Passions - Cantate : Der Du in bangen 
Nächten. P. 17 Bog. 

Ostercautate : Dich sahen wir. 

Cantate 4 Stirn, init Bc. Autogr. 
Grasnick in B. B. 

Das Vater unser von Klopstock zu 4 
Stirn, u. Instr. Ms. 20562. P. 27 BU. 
[B. B. Strafsburg Wilhehuitanerstift. 
B. Lpz. Schwerin F. 

— KI.-A. Lpz., Er. & H. 14 S. aufol. 
[B. B. E. Wagener. 

Des Wahns u. Irrthums Nacht. Weih- 
nachtscantate f. Choru. Orch. Ms. 20560. 
P. 56 Ell. [B. B. 

Wechselgesang und Terzett (Sey ge- 
trost, zage nicht). Ki.-A. Hamburg 1792. 
qufol. [B. B. 

March and War Song of the German 
Patriots composed & dedicated to the Hans- 
catie Legion. London, Ciementi & Co. 

4 Lieder in Voss'Musenahnanach 1792/93. 
[B.M. 

Lied: Voller Gefühl des Jünglings, in 
Lpz. Ztg. 1, Big. 16. 

Hoboe-Concert Cd. Ms. 3680, Autogr. 
mit 1803 gez. P. [E. Hbg. 

VI Fugen für die Orgel zum Studium 
canonischer Sätze. Lpz., Er. & H. 24 S. 
[B. B. E. Wagener. 

3 Senates pour le clavec. avec V. 

8 



Schwenke, H . . 



114 



Schwieger. 



oe. 3. Berlin et Hamburg. 2 Stb. fol. 
[besals 1894 Leo Liepra. 

Drey Sonaten für das Klavier, dem 
CoUeg der Scholarchen in Hamburg ge- 
widmet. Halle 1789 Selbstverlag (Hendel). 
4 EU. 23 S. [B. B. B. Wagener. Brüs- 
sel Cons. 

Die jMusikfr. in Wien besitzen von 
ihm: 6 Fugen zur Erlernung des Contra- 
punctes für Orgel. — 2 Sonaten op. 10. 
— 1 Sonatine op. 11, beide für Klav. — 
12 Divertissements in 2 Heften op. 12. 
3 Amusemens a 4 ras. op. 14. — 3 Pieces, 
op. 15, Hummel dedic. — 3 petits Eon- 
deaux ä 4 ms. op. 56. — Var. über 
Gestern Abend war Vetter Michel. 

In Eeichardt's Lieder geseUiger Freude 
1. Bd. 1796. 

In B. Biüssel 5176 befindet sich der 
gedr. Kat. seiner Bibl., die am 25. Aug. 
1823 in Hbg. verkauft wurde, fälschlich 
mit C. F. T. gez. 

Die Lpz. Ztg. 3, 250 beuiieüt auch eine 
1800 erscliienene Oper. 

Sein Sohn Johann Friedrich wird von 
Gerber 1 mit dem Tater verwechselt. Er 
gehört dem 19. Jh. an imd wurde 1792 
in Hamburg geb. 

Schwenke, H . . . 

15630, 23 in B. B. die Cantate: Un- 
nennbar glücklich. P. (im Druckwerk 
Arien, angehäng-t). In Dresd. Kgl. Ka- 
pelle von einem Schivenk eine Serenade. 

Schwenke, Johann Grottliel), 

geb. 11. Aug. 1744 zu Breitenau 
im Sachs. Erzgebirge^ gest. 7. Dez. 
1823 iD Hamburg, stand anfäng- 
lich in kurf. sächs. Diensten, 1767 
war er Oboist bei den Dragonern 
in Hannover. Hier fand sein Fa- 
gottspiel viel Anerkennung. 1776 
liefs er sich in Hamburg nieder 
und wurde zum Ratsmusikus ge- 
wählt, wirkte dabei als Klavier- 
lehrer, Komponist, im Orchester ' 
bei allen öffentlichen Aufführungen 
und als Virtuose auf dem Fagott 
in eigenen Konzerten. Später 
wurde er Musikdirektor. Sein Sohn 
ist der bekannte Christian Fried- 
rich Gottlieb (Sittard 1, 2.3. 128). 
Schwenninger, Heinrich, seit 
1554 Altist an der Hofkapelle in 
München und Knaben -Praeceptor 



mit 100 Gld. Gehalt. 1560 fehlt 
er in den Listen. Die Akten von 
1559 sind verloren gegangen 
(Kreisarchiv). 

Schwertner, Joseph, 

bekannt durch ein Salve regina 4 voc. 
et orch. Ms. Stb. und ein Vos fideHs, 
Aria per B. solo et orch. Ms. Stb. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Schweser, Johann Friedrich, 

Studiosus politicus zu Hamburg, 
trat auch als Komponist auf. Be- 
kannt sind 

1. Der Venus Poppen Krahn oder 
Hochzeitlich Schertz Gedicht (an Cornel 
de Hertoges und Ehsabeth de Greve) 
4. Jan. 1636. Hamburg, Jac. Eebenlein. 
kl. 4". Am Ende: Lied für Diso, und 
Bass : Unmuth, Melancholey. [B. Hbg. 

Angebunden ein 2tes Hochzeitshed füi- 
Job. Koel und Anna Catharina von Eitzen 
füi- Disc. und Ba.ss, 1636: „Nechst als 
meine Laute mir'". 

Schwickhardt, Johann Chr . . ., 

gab 1758 zu Amsterdam 12 Trios füi- 
2 Ob. oder V. mit B. op. 8 heraus (Ger- 
ber 1). 

Schwieger, Jakob, in seinen 
Werken Filidor der borferer ge- 
nannt, geb. 1624 zu Altona, sein 
Todesjahr unbekannt, 1667 er- 
schien seine letzte Schrift in Ko- 
penhagen. Studierte um 1650 in 
Wittenberg wahrscheinlich Theo- 
logie, da er später in Stade als 
Prediger auftrat. 1654 ging er 
nach Hamburg und liefs sich in 
die von Eist und Zesen gestifte- 
ten literarischen Gesellschaften auf- 
nehmen, in denen er obigen an- 
genommenen Namen führte. 1657 
nahm er Dienste im Heere des 
Königs von Dänemark, 1658 kehrte 
er nach Hamburg zurück. Seine 
späteren Schicksale sind unbekannt. 
Er zeichnete sich als Dichter und 
Komponist seiner Gedichte aus. 
Seine Lieder sind recht melodisch, 
gut deklamiert und zeigen oft 
einen guten Periodenbau (Biogr. 
im Brummer), Im Vorworte zur 



Scliwieger. 



115 



Schwilge. 



geharnischten Yenus sagt er über 
seine Kompositionen zu den Lie- 
dern ,,wems nicht gefällt der lasse 
sie weg, die andern sind von be- 
rühmten Tonkünsticrn". Er zeigt 
sie, so wie seinen eigenen Namen 
mit J. S., nur mit den Anfangs- 
buchstaben an, die sich zum Teil 
auflösen lassen. Folgende Samm- 
lungen enthalten Melodien mit B: 

1. Des Flüchtigen flüchtige Feldrosen 
in unterschiedlichen Lustgängen vorge- 
stellet. Geziert mit Melodien von Joh. 
Schopen u. a. Hambg. I(j55 Rebenlein. 
120. ey^ Bog. [B. Wagener. 

2. Liebesgrillen das ist Lust- unnd 
Liebes Schertz- Ehr- und Sitten - Lieder. 
Wiederum von neuem durch gesehen von 
Autore selbsten und an vielen Orten merk- 
lichen verbessert: zugleich auch mit dem 
andern Theil vermehret; unnd bestehet 
also das gautze Werklein in vier Büchern. 
Auf Begehren hervorgehoben von Jacobo 
Schwiegeru A. H. Hambg. 1656 Chrstu. 
Guht. 120. 1. Buch 30 L. 2. Buch 30 L. 
3. Buch (2. Teil) 20 L. 4. Buch 20 L. 
f. Cantus u. B. sig. A— F. u. A.-M 12. 
[B. Lpz. Strafsburg. B.Zw. Hofb.Wien. 

An Komponisten sind genannt: Hans 
Hake, J. K? P. H. (Paul Heinlein der 
Junge), H. Pape der Alte, Albert Schop, 
Joh. Sehop der Junge, H. Strathmann 
u. M. z:i 

1654 erschien der 1. Teil in 1. Ausg. 

3. Waudlungslust, welche in allerhand 
Anbindungs- Hochzeit . . . Schäfereien be- 
steht . . . Mit gantz neuen und wohl- 
klingenden Weisen (von Hans Haken). 
Hbg. 16.56 Pfeiffer (Carsten). 12«. 81 BU. 
27 Melod. mit B. [B. B. StraTsburg. 
Hofb. Wien. B. Lpz. B. Wagener. B. 
Wernigerode. Wolfenb. 

4. Verlachte Yenus, aus Liebe der 
Tugend und teutsch gesinnten Geraüthem 
zur ergetzung. Glückstad 1659 M. Koch. 
120. 2>/, Bg. Am Ende 5 L. f. Cant. u. 
bez. B., jedenfalls von Schwieger selbst, 
da er keinen Komponisten nennt. [B. B. 

5. Die geharnischte Yenus oder Liebes- 
Lieder im Kriege gedichtet mit neuen ; 
Gesang- Weisen zu singen . . . von Filidor 
dem Dorfferer. Hbg. 1660 Mich. Pfeiffer. 
(Guht) Vorwort in Hambg. gez. 12°. 
288 S. mit Anhang. 7 mal 10 Lieder 
für C. u. B. Die Komponisten nur mit 
den Anfangsbuchstaben gez. J. S. ist 
Schwieger. — C. B. wahi-sch. Crato Büt- 



ner. — M. C. = M. Campanus. — J. M. 
R. vielleicht Joh. Martin Rubert. — C. S. 
viell. Chi'istian Stephani. — J. K. ist nicht 
zu deuten, derselbe ist schon in Nr. 2 
tjenannt. [B. B. B. Lpz. B. Wagener. 
Hofb. Wien. 

Die B. Leipzig besitzt noch den Druck: 
6. Gedichte von FiHdor (H. C. L. Senf). 
Lpz. 1788 Georg Joachim Göschen. Am 
Ende Lieder mit Melodien und Klavier 
von A. T. Orahl., J. G. Wifthaiier und 
Sterkel. 

Ich glaube nicht, dass der obige Fili- 
dor gemeint ist, sondern der eingeklam- 
merte Name H. C. L. Senf., über den ich 
allerdings nichts zu sagen weifs, doch 
schon die Komponisten-Namen deuten auf 
ein Werk des 18. Jhs. 

Scliwietzer, Johann Wolf, um 

1727 Organist am Dome zu Ham- 
burg (Ratsakten). 

Scliwiger (Schwieger), Gleorg, 
lebte im Anfange des 17. Jhs. und 
ist im 

Ms. 26 Nr. 202 der B. Liegnitz mit 
dem Gesänge Dens qui Susauua, 4 voc. 
in Tabulaturpaiütur vertreten. 

Scliwilge, Andreas, etwa um 
1608/9 in Thann i/EIs. geb., be- 
erdigt am 19. Aug. 1688 zu Ulm. 
In Colmar besuchte er die Schule, 
studierte dann in "Würzburg Philo- 
sophie und trat in den Barfüfser- 
Orden als Novize in Luzern ein, 
etwa 20 J. alt. Bald darauf stu- 
diert er aber weiter in Freiburg, 
dann 4 Jahre lang in Wien Theo- 
logie. Gegen 1636 verliefs er 
Wien, ging nach Rom und Mai- 
land, 1639 war er in Zürich und 
trat zur evangelischen Kirche über, 
wurde einige Zeit später als Vor- 
schreiber und Sänger an der Schule 
angestellt. 1640 verheiratete er 
sich. Sein Gehalt betrug 84 Gld. 
nebst Naturalien. 1652 wurde er 
PfaiTer an der Spanweid in Zürich, 
gab aber die Stelle sehr bald wie- 
der auf und ging nach Ulm. Hier 
trat er zur lutherischen Kirche 
über und wurde Praeceptor der 
3. Klasse u. Kantor an der Latein- 



Scliwind. 



116 



Schwindl. 



schule. 1681 trat er in Pension. 
Neben seinen Schulpflichten leitete 
er auch die öffentlichen Konzerte 
(M. f. M. 24, 121 ff.). 

Von seinen Kompositionen sind nur 
die mehrstimmigen geistlichen Lieder in 
Simler's Gedieh tsamlg., Zürich 1648 be- 
kannt. Siehe Simler, Job. AVilh. und M. 
f. M. 1. c. Zahn teilt 2 Melod. mit Nr. 3326 
u. 7015. Siehe 16G3 im 6. Bde. Im 
Vorworte von Simler wird Schw. ein 
Sänger, Kirchen- und Schiüdiener in 
Zürich genannt. 

Ein Sohn von ihm, Johann Kaspar^ 
trat in die Fulstapfen des Täters, geb. 
1642, gest. 1722, studierte in Tübingen 
imd wurde 1676 Organist an der Drei- 
faltigkeitskirche zu Ulm. — Ein zweiter 
Sohn, Oeorg Andreas, folgte dem Vater 
im Amte von 1699 — 1713. — Ein Sc/itcügi, 
Theodor Sigmund, geb. 1680 in Ulm, 
studierte in Strafsburg und wurde 1718 
Praeceptor und Organist in Kaufbeuren 
(M. f. M. 24, 126). 

Scliwind, . . . 

Imbault in Paris druckte 6 Duos f. 
2 V. (Anzeige). 

Schwinde et Lamot, 

bekannt durch Six Senates ä V. et B. 
Paris, Sieber (c. 1780). fol. [besafs Leo 
Liepm. 

Schwindl (Schwindel in den 
Lexika), Friedrich, gest. 10. Aug. 
1786 zu Karlsruhe, ein Virtuose 
auf der Violine, Flöte und Klavier, 
führte ein unstetes Leben und 
wechselte sehr oft den Aufenthalt 
und die Stellung, so dass er ein- 
mal in Deutschland, dann in Hol- 
land, der Schweiz und anderen 
Ländern anzutreffen ist. Dabei 
ein vielbegabter Künstler, über 
dessen Leistungen jedoch selbst 
Gerber nicht unterrichtet war. Auf 
op. 1 nennt er sich Konzertdirek- 
tor des Grafen von Wiedt Kun- 
quell und auf op. 10: Maitre de 
Concert de S. A. S. Mj. le Margr^'' 
de Bade Durlach. Eeichard bez. 
ihn 1779 als Stifter und Direktor 
eines Liebhaberkonzerts zu Mühl- 
hausen in der Schweiz, der ferner 
die Singspiele: Das Liebesgrab, 



Die drei Pachter und 4 französ. 
Operetten komponiert hat. Bur- 
nej 2, 102 und 3, 248 lernte ihn 
im Haag kennen u. berichtet über 
ihn. Schubart schreibt S. 231: ein 
beliebter und durch ganz Deutsch- 
land berühmter Violinkomponist. 
Er setzt nicht schwer und daher 
desto anziehender für Dilettanten. 
Sein Vortrag ist fliefsend und sein 
Geist zur süfsen Schwermuth ge- 
neigt, daher wurde er ein Lieb- 
lingskomponist für die Sekte der 
Empfindsamen (Gerber 1. 2). Von 
seinen Kompositionen sind be- 
kannt : 

Im "Wilhelmitanerstift in Strafsburg 
i/Els. ein Chor aus einer Messe: Gehör 
den Bittenden. Ferner mehrere Opern 
und Operetten (nach Lobstein 53). 

Im Cons. zu Mailand: Messe en Mi 
bem. a 4 voix av. orch. Ms. Stb. 

Six Simphonies Ouvertures ä 2 V., 
TaiUe et B. Clavecin et Violons, 2 Hautb. 
et 2 Cornes de chasse ad lib. Oeuv. 1. 
Amsterd., Hummel. 11 Stb. fol. Alle 
6 mit Ouvert. bez. [Berlin Th. B. AVa- 
gener 8 Stb. Upsala 8 Stb. br. Mus. in 
englischer Ausg., fehlt Oboe 1. 

6 Simphouien, ebenso, op. 2, ib. [Up- 
sala in 8 Stb. 

3 Simphonies pour 2 V. Va. 2 Fl. 
2 Cor. et B. oe. 9. La Have, Hummel. 
Stb. fol. [Kat. Eeeves 1882. 

3 Syjnphonies ä gr. orch: 2 V. Va. et 
B. 2 Hautb. ou Fl. et 2 Cors de chasse, 
ad lib. La I. avec Trompettes et Tymp. 
ad libit. oe. 10. A la Haye et ä Amst., 
Hummel et fils. 16 Stb. [Karlsruhe. 
Wolfenb. Schwerin F., dort noch im Ms. 
in Stb. 3 Sinfonien in Dd. und Ed., Be- 
setzung wie oben. 

6 Sinfonien wie oben besetzt in Bd. 
Esd. Gd. Dd. Fd. Dd. zu je 3 Sätzen. In 
je 8 Stb. im Ms. [B. Zw. 

Sinfonie iu Dd. wie oben. Ms. Stb. 
[Brüssel Cons. 

The periodical Overture in 8 parts. 
London, Bremuer. 9 Stb. fol. [B. B., 
ebendort iu Ms. 14995 in K. eine „Over- 
ture". Auch in B. Lpz. eine Ouvertüre 
in 8 Stb. in London gediiickt, vielleicht 
eine der vorhergehenden. 

6 Quatuor a 2 V. T. et B. oe. 7. 
La Haye, B. Hummel. 4 Stb. [B. M. 

12 Duos pour 2 V. a l'usage des com- 



Schwinghammer. 



117 



Scolari. 



men(;'an.s, oe. 4. "Worms. G. Kreitner. 
2 Stb. [B. M. B. Wagener in Ausg. 
Mayence chez Schott fils. Biüssel Cous. 
6 Senates ä 2 Fl. et Bc. oe. 3. Amst., 
Hummel. 3 Stb. fol. [Stadtb. Breslau 
fehlt der Bc. 

Schwiiighaiiiiuer, Joh. Franz, 

lebte um 1743. 

Die B. Rostock besitzt „Pioces des 
galanteries p. de lute" (Tabulatur). Ms. 

Schwiiik, Fat. iinselm, geb. zu 
Aisliugen b. DiJiingen 1. Okt. 1725, 
gest. 4. April 1793 im Kloster Ir- 
see in Baiern. 17-43 trat er in 
dasselbe ein, war 25 Jahre daselbst 
Chorregeut, dann 12 Jahre Pfarrer 
u. zuletzt Subprior. Ein guter Or- 
ganist, der auch mehrere Kirchen- 
kompositionen herausgab (Korn- 
müller 1, 233). 

Scialla, Alessandro, bez. sich 
mit Gentilhuomo ed Academico di 
Tropea. Er gab heraus: 

Primo libro de'MadrigaU a 5 voci; del 
Signor . . . Napoli 1610 0. G. Carlino e 
Costantino Vitale. Scipione Barone gab 
das Werk heraus imd nennt es des Au- 
tors erste Arbeit. 5 Stb. 4". 24 Gesge. 
[Kassel. 

Scilders, Mathys, war 1385 
Kantor an der Liebfraueu-Bruder- 
schaft zu Herzogenbusch (Bouwst. 
2, 211). , 

Scio, Etienne, geb. um 1766 
zu Bourdeaux, gest. 21, Febr. 1796 
zu Paris. Violinist und Komponist, 
zuerst am Theater zu Toulouse an- 
gestellt, dann 1788 erster Violinist 
am Theaterorchester zu Marseille, 
wo er mehrere Ballets und Diver- 
tissements schrieb. Heiratete die 
berühmte Sängerin Crocy, wurde 

1791 in Paris als Orchesterdirektor 
am Theater Moliere angestellt und 
schrieb für dasselbe mehrere Opern. 

1792 ging er ans Theater Feydeau. 
Fetis verz. seine Opern. Nach- 
weisbar ist keine. 

Scipione Calabrese, 

ist in Aucina's Tempio amionico 1599 
mit den 3stim. Canzonen: Hor'eccoti pre- 



sente anima mia und Ben scorgi di lou- 
tano vertreten. — In Arascione's Nuove 
Laudi ariose 1600, 1 Gesg. pag. 33. Cala- 
brese ist sein Geburtsland, nicht sein 
Eigenname. 

Sciroli, Oregorio, geb. gegen 
1725, machte seine Musikstudien 

j im Conservatorio della Pietä de' 
Turchini in Neapel (von Florirao 
nicht verz.), wurde dann Lehrer 

, der Harmonie u. des Accompagne- 
ments am Conservatorio de'figliuoli 

j dispersi zu Palermo. Der Breit- 
kopfsche Katalog von 1770 nennt 
ihn Kapellmeister zu Neapel, Ex 

: Maestro de real Conservatorio zu 

' Palermo. 

1749 gab man seine Oper ,,TJlisse 
errante", 1751 „Achille in Sciro" in 3 
Akten und später „Merope" in Neapel. 
1770 erschienen zu Paris 6 Trios f. 2 V. 
u. B. (Fetis). In der Stiftsbibl. zu Ein- 
siedeln befindet sich im Ms. der Psalm: 
DLxit a 4 e 5 voci, 2 Trombe, 2 Ob. 2 V. 
Vcl. c. org. Part. 64 S. — Im br. Mus. 
ist er im Ms. 329 u. 357 mit geistl. Ge- 
sängen, Kantaten und Arien vertreten. 
In der Bibl. des Conserv. Turchini in 
Neapel die Oper ., Merope", Milano 1761. 
Ms. P. 

Im Conserv. zu Mailand in Mss. 1. 
Cantata per il S. Natale „Oh! come in 
te" per Sopr. c. Bc. P. — 2. Arien mit 
kl. Orch. P. 3. Ouvertüre in Dd. für 
kl. Orch. Stb. 

In Bologna ein Credo in Cd. ä 4 voci 

breve con istrom. Ms. P. 14 Bll. Der 

Katalog 2, 138 druckt fälschlich Scivoli. 

Florinio verz. im 4. Bde. 6 Opern, 

siehe Reg. 

Im Cons. Paris 1 vol. mit Scenen und 
Arien. 

Sciictre, Pierre, Sänger in 
Valladolid an der Kapelle Philipp 
des Schönen 1506 (Straeten VII, 
165). 

Sclobas, siehe Schlobas. 

Seobedo, Bart., s. Escobedo. 

Scola, . . . trat 1776 als Viola- 
spieler in London auf und 1784 
als Violoncellist (Pohl 2, 371). 

Scolari, Oiiiseppe, geb. gegen 
1720 zu Vicenza, gest. 1770 (sie?), 
zeichnete sich als Opernkomponist 



Scolari. 



118 



Scot. 



aus (Gasparella 34. Florimo 1, 138). 
Bekannt sind von ihm 

Cajo Mario, Milano 1765. Ms. P. 
[Neapel Turcli. 

La Cassina, opera in 3 atti. 1756. 
Ms. P. [C. P. Hofb.^len 17852. 

La Famigiia in scompiglia, Dramma 
giocoso. Ms. 799 P. 3 voll. [Dresd. 
Mus. 

La conversazione, opera giocosa in 3 
atti. Ms. 18042. P. [Hofb. Wien. 

Giullia Manmiea, op. in 3 atti. Ms. P. 
[C.P. 

II Tamerlano, Milano 1764. Ms. P. 
[Neapel Turch. 

Chi tutto abbraccia uulla striuge, Dram. 
gioc. per musica. Ms. 798 P. (Dresden 
1766), 3 voll, qufol. [Dresd. Mus. 

Viaggiatore ridiculo, opera. Ms. P. 
[C.P. 

Canzonetta nuova e geniale (Sopr. col 
B.). Ms. 756. P. 1785 aufol. [Dresd. 
Mus. 

2 Arie ä Sopr. c. ström. Ms. 375 P. 
[Dresd. Mus., obige Opern auch in Stb. 

Aria: Si mora Faudace per Ten. c. orch. 
Ms. P. [Schwerin F. 

Aria ,,Se al labbro mio non credi" per 
Contralto 1758. Ms. jPadua Aut. 

Aria: Giil la moi-te, Ms. B 660, 1. 
[Dresd. 

Petis zeigt 16 Opern an. 

Ouvertüre (in D) f. 2 V. Ya. B. 2 Ob. 
2 Hörn. Ms. Stb. [Brüssel Cons. 

Im Breitkopf'scheu Verz. befand sich 

1 Sinfonie und 1 Konzeii f. Violine mit 
Orch. 

In Berlin K. H. 1 Sinfonia, Ms. Stb. 

Scolly, Vestira y, ein spani- 
scher Lautenist des 16 Jhs., der 

im Ms. Z 32 der B. B. in einem 
Lautenbuche mit 2 Lautenpiecen S. 12 u. 
14 vertreten ist. 

Scomparin, . . . 

Die Bibl. Dresd. Mus. besitzt im Ms. 
A 470, P. 25 Bll. Eesponsorj a 4 voci 
con Concerti ed Assoluzioni per Pontefici 
Vescovi Cardinali . . ao. 1670. (Sub venite 
sancti, 5 Sätze). 

- Ms. A 471. P. 13 Bll: Messa di 
Refpüem a 3 voci. 

In der Kgl. Bibl. zu Berlin sind be- 
findlich Ms. 20580 obige Missa 3 voci ä 

2 T. 1 B.. noch einmal in Ms. T 92 und 
ein Te Deum 3 voc. (2 T. 1 B.), alle in P. 

Seoiicertato, Lo. Der Kat. 3, 
24 von Bologna führt den Namen 



als Autor in einem Ms. des 17. Jhs. 
an, betitelt: 

Eaccolta di arie a voce sola, e madri- 
gali a piü voci. Obiger Name steht 
über einem 2stim. Gesänge, 

Seorpione, Fra Domenico, di 

Rossano, sein Geburtsort (Calabrien). 
Nach den Titeln seiner Werke war 
er um 1672 Kapellmeister im 
Minoriterkloster S. Francesco zu 
Bologna, 1675 an der Basilika der 
12 Apostel in Rom und 1701 
wieder in seinem Kloster zu Bo- 
logna, 1702 fügt er aufserdem 
noch hinzu „e del Canto nel Sagro 
Seminario di Benevento." Yon 
seinen Werken sind nachweisbar: 

Eiflessioni armoniche divise in due 
Hbri, Nel primo de'quali si tratta dello 
stato della musica in tutte l'etä del mondo, 
e di materie spettanti al musico speco- 
lativo . . . (Titel im Kat. Bologna 2, 256 
nebst Vorwort u. Auszüge). Napoli 1701 
De Bonis. fol. 8 Bll. 219 S. [B. B. 
Bologna. Musikf r. Wien. Neapel Tui'ch. 
Brässel. br. Mus. 

Istruzioni corali non meno utili che 
necessarie ä chiunque desidera essere 
vero Professore del Canto Piano . . . Op. 7. 
Benevento 1702 stamp. Arcivescovo. 4°. 
162 S. [B. B. Bologna, siehe S. 257. 
Neapel Turch. Brässel. Mailand Cons. 

Sacra Modulamina binis, ternisque 
vocib. concinenda, una c. Litanijs B. M. 
V . . . Op. 1. Bononiae 1672 Jac. Mouti. 
4". 12 Mot. 1 Lit. [Bologna. Angabe 
der Stb. fehlt im Kat. 2, 496. 

Compieta da Capeila con le quattro 
Antifone, e Litanie . . ä 5 voci, col Bc. . . 
Op. 2. Bologna 1672 Monti. 6 Stb. 40. 
[Bologna. Paris Nat. 

Mottetti a 2, 3, e 4 con una Messa 
concertata a 5 voci . . . Op. 3. Roma 1675 
G. A. Mutij. 6 Stb. mit Bc. 4». 8 Nrn. 
[Bologna. Capella Julia in Eom 6 Stb. 

Scorziito, Griorauni Maria, 

städtischer Kapellmeister u. Orga- 
nist zu Asolo Trevigiana, wie er 
im Samlwk. 1625 a u. der 2. Ausg. 
von 1636, siehe Simonetti, bez. 
wird. Dort 2 Gesänge f. 1 Stim. 
u. Bc. (Eitner 1, 1625 a). 

Scot, Joliiisoii, gab heraus: 

Musical Museimi 4 voll, enthält 400 



Scotch sons;s. 



119 



Scotto, Ottavio. 



Gesge. mit Bass. Edinburgh 1787—92. 
80. [Kat. Eeeves 1882. 

Scotch songs 

(A collection of original), vrith a Tho- 
rough bass to each song for the barpsicli. 
Loud., Walsh. fol.- [K. C. ofMus. 

Scots songs, A Collection of, adapted 
for a voice & harps. Edinburgh (1782) 
Neil Stewart, fol. [br. Mus. 

Thirty Scots songs, adapted (wie vor- 
her). The words by A. Ramsey. Book 

1. 2. Ib. fol. [br. Mus. 

Scotlaiid. 

Select Melodies of Scotland united to 
the songs of Rob. Burns, Allan Ramsay 
etc. with symphonies and an accomp. for 
the Pfte. by Haydn, Pleyel, Kotzeluch etc. 
London, Jones. [Lübeck u. a. Bibl. 

— T. Preston gab 1803 zwei Bde. mit 
100 Schott. Liedern heraus. 

— R. Martin in Edinburgh gab 1810 
2 Bde. Schott., engl. u. irische Melodien 
heraus. Beide Samlg. besafs Sir John 
Stainer in London. 

Bei Beethoven, Haydn, Pleyel u. a. 
sind auch Ausg. verz. 

Scotland, Jolui. 

Im Catch -Club 3 (Sibbald in Edinb.) 
befindet sich im 3. Bd. ein Gesang. In 
John Bland's Samlwk. 4 ebenfalls mit 
J. Scotland gez. 

Scoto, Jolianiies, ein Gallier 
und Theoretiker des 9. Jhs., wurde 
von König Alfred nach Oxford be- 
rufen (Gerbert 4, 282. Fabricius 

2, 419). 

Scott, Joliii, geb. um 1776 in 
England^ gest. 1815 in Jaraaica. 
Chorknabe an der St. George -Ka- 
pelle in Windsor und am Eton- 
College, studierte dann unter "Will. 
Sexton und wurde Vertreter Dr. 
Arnold's an der Westminsterabtei, 
später Chordirektor und Cembalist 
an Sadler's Wells. Ging nach 
Jamaica, errichtete dort das erste 
Orgelwerk und wurde auch Orga- 
nist an der Kirche. 

Man kennt von ihm das Anthem: 
„Praise the Lord, o Jerusalem" (Grove). 

Scott (Scotus), Paulus mit dem 
Zusätze Ccaifus et Verha, d. h. er 
ist der Dichter und Komponist der 
Gesänge. Petrucci verzeichnet üin 



in seinen Samlwken. nur mit P. 

S. Cant et Yerba, oder Paul Scot. 

Cant. etc. 

5 weltliche 4stim. Gesänge im Petrucci 
(Eitner 1). Im 5. Bd. Ambros' Gesch. d. 
Mus. p. 535: Fallace speranza 4 v. in P. 

Scotto. Eine Drucker- und 
Musikverleger-Familie in Venedig, 
von denen der Jüngste Girolaino 
auch als Komponist sich auszeich- 
nete. Die älteren Brüder waren 
Brandino u. Oitavio. Von Otta- 
tIo berichtet Ant. Schmid im Pe- 
trucci 122, dass er aus Monza in 
der Lombardei geb. war und sich 
in Venedig niederliefs. Er druckte 
und verlegte zahlreiche wissen- 
schaftliche Werke, während die 
Musikdrucke erst in die 30 er Jahre 
des 16. Jhs. fallen. Siehe Verde- 
lotto, Adrian Willaert, Giov. de 
Lage. Dennoch ist er einer der 
ersten, der Choralnoten mit Metall- 
typen druckte und zwar in kleinem 
zierlichen Format. Der erste dieser 
Drucke erschien am 29. Dez. 1481 
zu Venedig. Siehe M. f. M. 28, 
167. Umdruck einer Seite in C. 
G. Röder's Jubelschrift 1896. 1587 
war er mit Andrea Antiyo da Mon- 
tona vereint, der sich als Noten- 
drucker bez. und Ottavio als Ver- 
leger. Sie gaben das Samlwk. 
heraus : 

Belli Madrigali a 3 voci, Am Ende die 
Firma. Nur der Bassus in Bologna be- 
kannt (siehe Vogel 2, 380: 15373). 

In demselben Jahre verlegte er mit 
Autigo das 2te und 3te Buch Madrigali 
von Yerdelotto, worin sich auch andere 
Ivomponisten befinden. Exemplar kompl. 
in 4 Stb. in B. M. (siehe Eitner 1, 38. 
39: 1537 a. b.). 

1539 lautet die Firma: Brandino et 
Ottavio Scotto ad instautium Andreas 
Autiqui (Willaert). 

1540 bei Giov. del Lago heilst sie: Ex 
praelo Brandini & Octa\dani Scoti fratrum 
habentur excussae Yenetiis. 

Nur mutmafslich kann ihui das Samlwk. 
1535 zugeschrieben werden (Vogel 2, 379). 



Scotto, Girolamo. 



120 



Scotto, Girolamo. 



Ottavio's Bruder Oirolamo (nicht 
sein Sohn, wie man bisher an- 
nahm, siehe M. f. M. 19, 139, Werk 
von Archadelt 1539 c) war einer 
der fleifsigsteu Musikdrucker des 
16. Jhs. Die Zeit seiner Thätig- 
keit umfasst die Jahre 1539 bis 
1573. Im Sept. des letzteren 
Jahres zeichnen die Erben und 
lassen sich dieselben bis c. 1607 
verfolgen. Wie bereits gesagt, 
hatte Girolamo Musik studiert und 
trat als Komponist und Heraus- 
geber zahlreicher Samlwke. auf, 
die er mit Geschmack und Um- 
sicht zusammenstellte. Sein Nach- 
folger unterz. die Dedic. mehrfach 
mit Melchior Scotto, doch stellte 
er die Samlwke. nicht mehr selbst 
zusammen, sondern beauftragte da- 
mit Musiker. Von Girolamo's eige- 
nen Kompositionen sind bekannt: 

Madrigali a 4 voci di . . . con alcime 
a la uiisura breve, et altri a voce pari. 
Ven. 1542 apud ipsum Authoreüi. 4 Stb. 
qu40. 37 Nrn., davon 4 von WiJlaert. 
[B. Jena. Hofb. Wien. Brüssel. Bo- 
logna: C. 

... I Madrigali a 3 voci con alcuni 
alla misura breve . . . Ven. 1541. 3 Stb. 
qu4'^. 57 Gesge. [Jena. Celle. 

I Madrigali a 3 voci . . . Ven. 1549. 
3 Stb. qu40. [br. Mus. 

n 2. lib. delle Muse, a 3 voci ... 
ristampati. Ven. 1562. 3 Stb. qu40. 
23 Madr., 1 von La Martoretta. [Celle. 
B. B: B. 

Madrigali a 3 voci di . . . Vinegia 1570. 
3 Stb. 40. 21 Nra. [AVolfenb. 

Corona, il 2. lib. delle Canzoni alla 
Napolitana ä 3 voci . . . Vineg. 1571. 
3 Stb. 8". 21 Nru. [B. M. Hofb. Wien. 
B. Zw: T. Bologna: B. Florenz B. L: C. 

Corona, il 3. lib. delle Canz. alla Nap. 
a 3 voci. Vineg. 1571. 3 Stb. 8". 23 
Nrn., 2 von Oiov. Bassano. [B. M. Hofb. 
Wien. B. Zw:C. T. Bologna: B. Flo- 
renz: C. Vened. Marco: B. Saaz, Kapu- 
ziner-Konvent: C. B. 

... II 1. lib. de i Madrigali a 2 voci 
. . . Venet. 1541. 2 Stb. qu40. 40 Madr. 
und 4 Motetten. [Jena. Celle, T. defekt. 

— Et da lui proprio con nuoua giunta 



amplati . . Ven. 1551. 2 Stb. 4». 37 
Madr. und einige Mot. [Bologna. 

— ristamp. Ven. 1558 wie 1551. [Bo- 
logna. 

— Ven. 1562, nur 31 Madr. von S. 1 
bis 31 der Ausg. von 1551. [Celle. 

— rist. Vineg. 1572, nur die Madr. 
1 — 23 aus 1551. [Bologna. 

... II 2. lib. delli Madrigali a 2 voci . . . 
Vinegia 1559. 2 Stb. qu40. 33 Nrn. [Celle. 

II 3. lib. dein Madrigali a 2 voci . . . 
ristamp. Vinegia 1562. 2 Stb. qu4<'. 
9 Madr. , 6 Mot. , 6 Instrumentalstücke. 
[Celle. 

Sämtliche Drucke von Scotto selb.st 
verlegt. 

In Gombert's Musica 4 voc. lib. 1. 
1541 zwei Motetten. — In der Bicinia 
1545 e n. 4 Motetten, 2 voc. 

An Smnmehverken gab er heraus (siehe 
Eitner 1; 1. Abteilung; bei den italieni- 
schen weltlichen Gesängen tritt noch 
Vogels Bibliothek hinzu): 

Fraglich ist 1538 k: De i Madr. di Ver- 
delotto et de altri eccelL autori a 5 voci, 
ohne Ort und Verleger, entweder von 
Ottavio oder Girolamo Scotto verlegt. [B. M. 

1539 p. Del 3. lib. de i Madrigah di 
Archadelt, et di altri eccell. authori . . 
4 voc. Ven. 1539. 4 Stb. qu40. 48 
Nrn. von Archadelt u. Festa. [B. M. 

1540. Quiuque Missae Moralis ac 
Jacheti . . . Venet. 1540. 5 Stb. qu40. 
2 von Morales u. Jachet, 1 von Berchem. 
[Jena. B. M. München ünivers: C. A. 6 a. 

1540 a. Excellentissimi musici Mora- 
lis, Gomberti, ac Jacheti c. 4 vocib. Lib. 1. 
Ven. 1540. 4 Stb. qu4<*, enthält 5 Messen. 
[Jena. br. Mus: C. A. B. 

15401. Di Verdelotto tutti li Madrigali 
del I. et IL lib. a 4 voci . . . 1540. In- 
halt in Eitner 1, 65. [B. M. Wolfenb. 

1540 k. Le dotte et ecceUente compo- 
sitioni de i Madrigali a 5 voci da diuersi 
musici . . . 1540. 5 Stb. qu40. Inhalt 
Eitner 1 u. Vogel unter Verdelotto 6 a. 
[B. B. B. M. Wolfenb. Bologna. C.P. 

15401. Madrigali a 4 voci di Messer 
Claudio Veggio . . . Ven. 1540. 4 Stb. 
qu4". Inhalt Eitner 1. Vogel unter Veggio 
2,287. [B.M. Hofb. Wien. B.B:B. 
Bologna: C. 

1541. Gomberti . . . Musica 4 vocum 
(vulgo Motecta uuncupatur) additis etiam 
nonnuUis excell. Morales . . . Lib. 1. Ven. 
1541. 4 Stb. qu40. 24 Mot. Siehe M. 
f. M. 1878 S. 65. [Dr. Mettenheim in 
Schwerin i/M. Celle. Jena. B. M. 

1541a. Nie. Gomberti ... Pentaph- 
thongos harmonia, que 5 vocum Motetta 



Scotto, Girolamo. 



121 



Scotto, Girolamo. 



... Lib. 1. Yen. 1541. 5 Stb. qu40. 
26 Mot. von Verschiedenen. [Berlin gr. 
Kloster. Jena. Proske. Hofb. Wien. 
München Universit. br. Mus : 2 Stb. 

— Ausg. 1550. [B. B. 

1542. Missarum sex Gombert et Jacheti. 
Yen. 1542. 5 Stb. qu40. [B. M. Jena. 
Verona S. f : C. A. T. 

1542 a. Missae cum 4 vocib. paribus. 
decantandae. Moralis . . ac aliomm . . 
Ven. 1542. 4 Stb. quA^. 6 Messen von 
Versch. [Jena. 

(1542 b.) Missae cum 4 vocibus. Ven. 
s. a. 4 Stb. qu40. Nach dem mir vor- 
liegenden Register ist es ein anderes 
Sainhvk. als das vorhergehende und enth. 
von Morales 1, Jachet 3 und Gombert 
1 Messe. Verona S. f : A. T. B. 

1542 c. Magnificat Moralis Hispani 
alioramque authoiaim. Lib. 1. Ven. 1542. 
Derselbe Inhalt wie 1544 b bis fol. 23 
(Eitner 1). 4 Stb. qu4". [Jena. Verona 
S. f : A. T. B. 

1543. Quinque Missarum harmonia 
diapente id est 5 voces referens . . . Ven. 
1543. 5 Stb. qu40. [B. B. Proske. 

— Antiquar Rosenthal besafs den Altus 
einer Ausg. von 1563. 

1543 d. Musica 5 vocum: Motteta ma- 
terna lingua vocata, ab optimis & varijs 
authoribus . . . paribus vocib. . . Ven. 

1543. 5 Stb. qu4"^, ohne Autoruamen. 
[B. Kgsbg. fehlt 5 a. Jena. Verona S. f. 
ohne Altus, der Kat. schreibt es Gom- 
bert zu. 

1544. Liber 1. Missarum quinque, cum 
4 vocibus, ex diversis authoiibus . . . Ven. 

1544. 4 Stb. qu4'\ [B. B. Musikfr. 
Wien. Bologna. B. reale zu Neapel, 
br. Mus: T. 

154<Sc. Madrigal! de la fama a 4 voci 
. . . Ven. 1548. 4 Stb. qu4". [B. M. 

Gardano und Scotto wetteiferten in 
gegenseitigem Nachdruck. 

1548 d. Madrigal! a 5 e 3 voci, Can- 
zoni francese, Motetti etc. Accommodati 
per sonare di Liuto. Vinegia 1548. Enth. 
einige Pieceu von Nie. Vincentino. [Hofb. 
"Wien (mir nicht genauer bekannt). 

1549 e. Excellentis. autorum diverse 
modulationes qua sub titulo fructus . . . 
Lib. 1. c. 5 vocib. Ven. 1549. 5 Stb. 
qu4'', gab Gardano schon 1538 d heraus. 
[B. Kgsbg. ohne C. 

1549 f. II 1. lib. de Motetti a 6 voci, 
da diversi eocell. musici . . . Ven. 1549. 
6 Stb. qu40. [B. Upsala. B. B. fehlt 6 a. 

1549 g. Musica 4 vocum, que materna 
lingua Moteta vocantur . . . Ven. 1549. 
4 Stb. qu4". [B. M: T. fehlt. Bologna. 



1549. Primo libro de'Motetti a 5 voci 
da diversi eccell. musici composti & non 
piu stampati ... 1549. 4". [Bologna: B. 
Enth. Andrea de Silva, Carchillion, Clau- 
din. Bald. Donato, Jacquet 3, Jehan du 
Billon, Josquin Baston, Morales, Pierrisson, 
Cipr. Rore 4, Francesco (della) Viola, Zer- 
linus 2. 

1549. Lib. 3. de D. Autori eccell. Li 
Madrigal! a 4 voce a notte negre . . . 
Vineggia 1549. 4 Stb. qu40. 33 Madr. 
siehe Vogel 2, 390. [Vened. Marco: C 
T. B. Verona S. f: C. A. B. 

1550. II 1. lib. de Madrigal! a 4 voci 
de diuersi autori a notte negre, con la 
sua giunta . . ristamp. Ven. 1550. 4 Stb. 
qu4°. Nachdruck von Gardauo's 1548 mit 
kleinen Varianten in den Autoren. Siehe 
Vogel 2, 391. [Musikfr. Wien. 

— Ausg. 1552^ siehe Vogel 2, 392. 
[Bologna: C. T. B. 

1554n. Motetti del Laberinto, a 4 voci. 
Lib. 2. Sacrarum cantionum siue Motet- 
toi-um Thomae Ciidiuillon . . . Ven. 1554. 
4 Stb. qu40. [Hofb. Wien. Musikfr. 
Wien. 

1554 wie vorher, Lib. 3. Ven. 1554. 
4 Stb. qu4ü. [ib. 

1554p wie vorher, Lib. 4. Ven. 1554. 
4 Stb. qu4o. [ib. und Proske, fehlt A. 

1556. Villancicos de diuersos Autores, 
a dos, y a tres, y a quatro, y a cinco 
Bozes, agora nuevameute corregidos. A 
y mas ocho tonos de Canto Uano . . . 
Ven. 1656 Scotto. Disc, 64 BU. in 4^ 
zu 2—5 Stirn. Teste oft vollständig in 
spanischer Sprache. Autoreu nur Bl. 45 v. 
N. Gombei-t genannt: „Dezilde al Caual- 
lero que non se quexe", 5 voc. Cant. 2 
steht rechts. [Upsala: C. Org. 

1559. Madrigal! a 3 voci di diversi 
eccell. auttori ... Lib. 1. Vinegia 1559. 
Siehe Vogel 2, 397 unten. [Bologna: B. 

1560. De divers! auttori il 1. lib. de 
Madrigal! a 4 voci: a notte negre . . . 
Vinegia 1560. 4 Stb. qu40. Nachdruck. 
Siehe Vogel 2, 398. [Oxford Ch. Ch. 

1560 e. II 1. lib. de Villotte alla Pa- 
doana. Con alcune Napolitane a 4 voci, 
intitolate Villotte del fiore . . ristamp. 
A^euegia 1560. 4 Stb. qu40. Siehe Az- 
zaiolo 1557, sowie das 2. Buch von 1564. 
[B. M. 

1561\ 11 1. lib. de le Muse a 5 voci, 
composto da diuersi eccell. musici . . . 
ristamp. . . Veneg. 1561. 5 Stb. qu4'', 
siehe Vogel 2, 399. [Oxford Ch. Ch. 
fehlt 5 a. 

156P. H 2. lib. de le Muse a 5 voci 
... Veneg. 1561. 5 Stb. qu40, siehe 



Scotto, Girolamo. 



122 



Scotto, Girolamo. 



Vogel ib. [Oxford Ch. Ch. fehlt 5 a. Flo- 
renz B. Rice: C. öa. 

1562. II 3. lib. delle Muse a 3 voci. 
Di Canzon francese di Adrian Willaert. 
Novamente con alcune d'altii autore in- 
sienie ristampati. Yen. 1562. 3 Stb. 
qu4". Enthält: Claudin, Josijuin, Jo. Mou- 
ton, N. Renez u. Willaert 19. [CeUe. 

1562. I dolci et hai'moniosi concenti 
fatti da diversi eccell. musici sopra varii 
soggetti, a 5 voci, Lib. 1. Yineg. 1562. 
5 Stb. qu40. [B. A. ß. M. 

1562 a. I dolci et harmoniosi . . . Lib. 2. 
Yineg. 1562. 5 Stb. ciu4». [B. A. B. M. 

1562 b. n 1. lib. delle Muse a 3 voci. 
Madrigali de div. autori . . . Yineg. 1562. 
3 Stb. kl. hoch S«. [Celle. B. B: B. 
Florenz: C. 

1562 (siehe 1539 f, Nachdruck): Motetti 
del frutto a 4 voci lib. 1 ... Yinegia 
1562. 4 Stb. fiu4'>. 21 Mot. ohne die 
pai-s 2. [B. M. 

1563. Musica spirituale lib. 1. di Can- 
zon et Madrigali a 5 voci . . raccolta dal 
Eeverendo messer Giovanni dal beue nobil 
veronese . . . Yineg. 1563. 5 Stb. qu40, 
siehe Yogel 2, 403. [Bologna: B. Ye- 
rona S. f: C. A. T. 

1564 Nachtrag-, 2. lib. siehe 1560 e von 
Azzaiolo. 

1565. Li 4 libri delle Yillotte alla 
Napolitana a 3 voci. De diuersi eccell. 
auttori, con 2 Moresche . . ristamp. . . 
Yineg. 1565. 3 Stb. 8» ohne Autoren, 
siehe Yogel 2, 406. [ Hof b. Wien. Bo- 
logna: T. Florenz B. L: C. 

1566 e. Musica lib. 1 a3 voci di Adrian 
Wigliar, Cipriano di Rore ... Et altri 
Madrigali a 3 voci de div. auttori . . Yen. 
1566. 3 Stb. 40. Ein teilweiser Nach- 
druck von 1561a Gardano's. [B. M. "NYol- 
fenb. 

1566*. ^. 2 Bücher Canzon napolitane 
a 3 voci von Nicolo Roiccerandet Borgog- 
none gesammelt. Yogel 2, 407/8. [Bo- 
logna. Hofb. AYien. Yenedig Mai'co: B. 
br.Mus: B. B.Zw: C. T. 

ISöö'^. Yillotte alla Napoletana a 3 voci, 
. . Yineg. 1566. 3 Stb. 8«. Nachdrack. 
Vogel 2, 409. [Bologna. br. Mus: B. 
Florenz B. L: C. 

1567. H 1. lib. de Madrigali de div. 
autori a notte negre a 4 voci . . ristamp. 
Yineg. 1567. 4 Stb. 4«. Nachdruck 
von 1542 Gardane. Siehe Yogel 2, 410. 
[Wolfeub. 

1567. II 2. lib. de Madrigali (wie vor- 
her). Yogel ib. 4 Stb. 4". [Wolfenb. 

1569. Musica de'virtuosi, siehe Trojano, 
Massimo. 



1570b. H 2. lib. deUe flamme Madri- 
gali a 5 et 6 voci de diversi eccell. musici 
. . . rist. Yineg. 1570. 5 Stb. 4«. Bona- 
gionta gab das Samlwk. 1567 heraus, siehe 
diesen. [B. A. B. B. B. M. B. K. 

1570. Prima SteDa de Madrigali a 
5 voci. Di Orlando Lasso, di G. Nascho 
. . . Yineg. 1570. 5 Stb. 4'' siehe Yogel 
2, 416. [br.Mus: A. Leo Liepm. 1893 
den Bassus. 

1570c. II 1. hb. de Canzone Napolit. 
a 3 voci. Di Jo. Leon. Primavera con 
alcune Napolit. di Jo. Leon, di L'arpa . . . 
Yineg. 1570. 3 Stb. 8«. 30 Canz. [B. M. 

Yogel verz. unter Primavera Ausgaben 
von 1565. 1566 u. 1570, siehe Primavera. 

1570^. Corona delle Napolit. a 3 et a 
4 voci. Di diversi eccell. musici. Yineg. 
1570. 3 Stb. 8». [Hofb. Wien. Yenedig 
Marco: B. br.Mus: C (Yogel 2, 417 
u. 597.) 

— Ausg. 1572 ib. 3 Stb. 8». [B. M. 
B.Zw: CT. Hofb. Wien. Bologna. 
Yened. Marco: B. Saaz Kapuzinercon- 
vent: C. B. 

1570^. II 1. Hb. delle Justiniane a 3 
voci di div. eccell. musici . . . Yineg. 
1570. 3 Stb. 80. Yogel 2, 418. [Bo- 
logna: B. Florenz B. L: C. (?). 

— Ausg. 1572. Fehlt 1 Gesg., dafür 
1 von B. Donato. Siehe Yogel S. 597. 
[Saaz Kapuzinerconvent: C. B. 

— Ausg. 1578^ Yen. l'herede di G. 
Scotto. Dedic. gez. von Melchior Scotto. 
[Bologna: C. T. Yenedig Marco: B. 

— Ausg. 1586^. Yen. ib. Dedic. von 
Melchior Scotto. [George Becker besals 
einst den Cantiis. 

1570'. II 1. lib. della raccolta di Na- 
poHt. a 3 voci . . . Yineg. 1570. 3 Stb. 
8". Yogel 2, 418. [Bologna. Florenz 
B. L: C. br.Mus: C. 

Vom Tode Girolamo's ab sind es nur 
noch einige Samlwke., die vom Nachfolger 
Melchior Scotto herausgegeben weiden, 
alle übrigen sind von beauftragten Mu- 
sikern gesammelt und die Dedic. von 
ihnen unterschrieben, wie Massaini, Botte- 
gari, Mosto u. a., siehe Eitner 1 u. Yogel 
Bd. 2. 

1582. Dolci affetti. Madrigali a 5 voci 
. . . Yineg. 1582 l'herede . . Dedic. in 
Rom mit l'Accademico Anomato unterz. 
5 Stb. 40. [B. A. ß. M. Modena. 
Padua B. d. S: C T. B. 

— Ausg. von 1585 ib. [B. D. fehlt 5a. 
br. Mus: 5a. Bologna. Rom Ceciiia. 
London Westm inster Abtei. 

— Ausg. 1590 ib. [Briissel. Bo- 
logna: A. 



Scotto, Melchior. 



123 



Scutius. 



1585". Spoglia amoroso Madrig. a 5 
voci di diversi . . . Ven. 1585 l'lierede . . 
5 Stb. 40. Dedic. von Franc. Landono 
unterz. Vogel 2, 439. [Rom Cecilia. 
br. Mus. fehlt C. von 1584. Vened. Marco : 
5 a. Padua B. d. S: C. T. B. 

— Ausg. 1588 e ib. [B. A. Proske. 
B. D. fehlt 5 a. London Westminster. 
br. Mus : B. Bologna. Ferrara B. c. 

— Ausg. 1590« ib. [Bologna: T. B. 5a. 

— Ausg. 16021 ib. [Neapel B. n: A. 
br. Mus: T. B. 5a. 

— Ausg. 1607 1 ib. [Florenz B. n. Ne- 
apel Cons: C. T. B. 

Gardano druckte dieselbe mit Varianten 
1592 in 3 Aufl. bis 1600 nach, siehe 
Vogel 2, 439. 

1586 b. Armoniadi scelti authoria 6 voci 
sopra altra perfettissima armonia di Bel- 
lezze d'una gentil donna Senese . . . Ven. 
1586 l'herede ... 6 Stb. qu40. [B. D. 
und Proste fehlt die 5 a. Florenz B. 
L: 5a. 

1586 c. II Gaudio piimo libro de Madrig. 
de diversi eccell. musici a 3 voci . . . 
ristamp. Ven. 1586 l'herede ... 3 Stb. 
40 ohne Dedic. [B. B. Bologna: B. 

Der späteste Druck ist demnach 1607, 
siehe 1585, 9. 

Scotto, Melchior, der N^ach- 
folger von Girolamo, zeichnet seit 
Ende 1573 mit „l'herede di G. 
Scotto". In den Saralwk. Scotto's 
zeichnet er 1578 und 1586 die 
Dedication. Im Jahre 1590 zeich- 
net die Dedic. zudi Samlwk. 1590 
(Ausg. von 1585: Spoglia amorosa) 
ein Ottavio Scotto. 
Scotiis, Paulus, siehe Scott. 
Scouler, Alexander, gab her- 
aus: 

6 Sonatas for the harps. mth a V. 
op. 2. London, c. 1788. fol. [br. Mus. 
Scozzese, Agostino, aus Leccio, 
wie es auf dem Titel heifst. Ob 
dies Lecce im Neapolitanischen, 
oder Lecco in der Lombardei sein 
soll, bedarf noch der Untersuchung. 
Ein Amt geben die Titel nicht an 
und die Dedic. sind einmal in 
Leccio das andere Mal in Bitonte 
unterz. Bekannt sind die Drucke: 
II 1. Hb di Canzoni alla Napolitana a 

3 a 4 & 5 voci . . Ven. 1579 Gardano. 

4 Stb. qu80. 28 Gesge. [B. M. 



II 1. lib. de Madrigali a 5 voci, di 
Don. . . Ven. 1584 Viucenzi & Amadino. 
5 Stb. 40. 29 Gesge. [Upsala. 

Screvere (Sclirever), Fraiicois, 
Sänger in der Kapelle Karl Y. von 
1525—1531 gez. (Straeten 7, 309). 

Scribano (Scrivano), Joannes, 
war von 1507 — 1539 päpstlicher 
Sänger in Eom und starb nach 
dem Diarium 1558. Am 7. Okt. 
wurden in der spanischen National- 
kirche S. Giacomo zu Rom die 
Exsequien gehalten. 1535 wird 
er mit Decanus bez. (Viertel]'. 3, 
248. 265). 

Die Cap. sistina besitzt im Cod. 44 ein 
Magnificat 4 voc. und Cod. 46: Paradisi 
porta 5 (6) voc. In dem 10. Buche Frot- 
tole, ein Exemplar ist bis heute noch un- 
bekannt, befindet sich nach Bottrigaii's 
Angabe 1 Gesg. (Canal 23). 

Im Samlwk. 1510 unter Jo. Scriuano 
2 Canzonen (Eitner 1 u. Vogel). 

Scrieck, Mag. ßumoldus, ein 

Tenorist, am 1. Jan. 1571 an der 
Kirche St. Rombaud in Mecheln 
mit 64 liv. 10 s. Gehalt angestellt 
(Straeten 1, 3). 

Scuderus, Martin, Kleriker aus 
Augsburg (Caesar augustanum), ist 
1499 päpstl. Sänger (Yiertelj. 3, 
247. Haberl giebt ihm den Namen 
Sehender). 

Scnfi. Cornelio, 

ist im Ms. L 200, 3. Stück, in B. B. 
mit der Antiphona S. Ceciliae Virginis et 
mart. Auetore . . . : Domine fiat anima 6 
voc. P. mit Org. vertreten. 

Scultetns, Jakob, aus Elbing, 
wie er sich selbst bez., studierte 
auf der Universität zu Wittenberg 
und gab heraus: 

Newe vnd lustige weltliche deutsche 
Liedlein mit 4 vnd 5 stimmen, so gantz 
lieblich . . . Wittembergk 1590 Welack. 
5 Stb. qu4ü. 14 Lieder. [Brieg. E. Bohu 
in Breslau. 

Scnitetus, s. Schultz, Johann. 

Scutiferus, Petrus, päpstlicher 
Sänger vom April 1425 — 1427 
(Viertel]. 1, 454). 

Scutius, s. Scliuyt, Cornel 



Scyndel. 



124 



Sebastian, Johann. 



ScjTidel, Arnoldus yan, war 

1850 Organist an der Liebfrauen 
Brudersciiaft zu Herzogenbusch 
(Bouwst. 2, 211). 

Sdiineck (Sduneccius, Stuneck), 
Johann, siehe Scliicllouilla. 

Seagar, Francis, gab 1553 
neunzehn Psalms heraus, dabei 2 
zu 4 Stimmen (Grove IV, 753). 
Exemplar im Emanuelkollege in 
Cambridge. 

Seam, siehe Walther. 

Searle, H..., gab heraus: 

A set of psalm and hymn tunes, coni- 
posed and figured for the organ, pfte. . . 
by . . . London, J. Hart. 4". James Hart 
verlegte im 18. Jh., doch die Bez. „pfte." 
gehört erst dem Ende des 18. an. 

Sebastian, Pater a S. Yin- 
centio, ist bekannt durch den 
Druck: 

Melodeyen des "Weynächtlichen Seelen- 
Jubel. Im Jabr 1657. Gedr. zu Wien 
bei Mattbäo Cosraerovio, K. M. Hofbuch- 
druckerei. In Kopie 4". 58 Mel. mit 
Orgel. [Proske. B. M. Hofb. Wien im 
Druck und in Freising. 

Sebastiani, Claudius, aus Metz, 
wo er auch einen Organistenposten 
bekleidete, gab heraus: 

Bellum musicale, inter plani et uien- 
suraUs cantus reges, de principatu in 
musicae Pro\incia obtinendo, contendentes 
... 1 vol. in 4". 5 S. Dedic, dann Bog. 
A— E 1, darauf 36 Kap., siehe Forkel 8 p. 
470. AufX3 die Firma: Argent. in offi- 
cina Pauli Machaeropei Anno 1563 (1553 
ist durch einen Druckfehler bei Forkel 8 
entstanden, dessen Exemplar auf der B. B. 
obige Jahreszahl 1563 trägt). — Deutsch 
von Schlecht in Hermes'dorffs Caeciha 
1875 — 77. Auch im Einzelabzug Trier 
1876. kl. 8". [ß. B. B. Br. B. G. B. 
M. Dresd. Hannover. B. N. br. Mus. 
C. P. B. Donai. Stadtb. Eouen. Glasgow. 
Kopenhagen. 

Sebastiani, Johann, geb. 30. 
Sept. 1622 zu Weimar, sein letztes 
bekanntes Werk trägt das Jahr 
1682, doch scheint er schon 1679 
pensioniert oder gestorben zu sein 
(siehe unten). Er studierte in 
Italien Musik und kam 1650 nach 



Königsberg i/Pr., wo er 1663 als 
Nachfolger Kaspar Case's den Ka- 
pellmeisterposten erhielt. Er bez. 
sich als churf. Brandenb. Pr. Ca- 
pelimeister, Druck von 1663 ab. 
Vordem erscheint sein Name ohne 
den Titel. Zahn 5, 429 sagt: 1661 
wurde er Kantor im Kneiphofe u. 
1663 Kapellm. 1672 verheiratet 
er sich. Das Aktenstück, was 
Schneider p. 47 mitteilt und eine 
Restzahlung für die Wittwe des 
verstorbenen Kapellmeisters am 
2. Mai 1664 befiehlt, kann sich 
nur auf die Wittwe Case's be- 
ziehen. 1672 erhält Seb. die 
restierende Besoldung ausgezahlt. 
1679 wird Samuel Sydoiv Direktor 
der Hofmusik und damit ist wohl 
der Zeitpunkt Seb. 's Ablebens be- 
stimmt. Döring widmet seinen 
Kompositionen von S. 119 ab einen 
breiten Raum, weifs aber Bio- 
graphisches nur dürftig mitzuteilen. 
S. schrieb zahlreiche Gelegenheits- 
gesänge, aus denen Zahn 2 Melodien 
mitteilt, ferner aus der Passion von 
1672 und 10 aus dem Preufs. Ge- 
sangbuche von 1675. Aufser Ge- 
legenheitsgesgn. sind bekannt: 

Das Leyden und Sterben unsers Herrn 
und Heylandes J. Chr., nach dem heiligen 
Mattbaeo. In eine recitirende Harmoni 
von 5 singenden und 6 spielenden Stim- 
men, nebst dem Bc. gesetzt (mit Ein- 
fügung von Kirchenliedern). Kgsbg. 1672 
Reusner. 12 Stb. 4". Winterfeld 2 pag. 
XVin u. Döring 1. c. [B. Kgsbg. Strais- 
burg i/Els. 

Kurtze Nachricht, wie die Passion 
am Char- Freytage zu Schlots, wie auch 
in denen dreien Städten, und auff Chur- 
fürstl. Freyheiten, in einer recitirenden 
Harmonie abgehandelt, Und nebst denen 
darin befindlichen Liedern gesungen wird 
. . . woraus sie selbsten mit lesen und 
singen kan. Wobey mit angefüget ein 
Dancksagungs - Liedchen (Was soll ich 
liebster Jesu mein, für Disc. u. Bass). 
Königsberg 1686 Reusner's Erben, 8°. 
2 Bog. hds. Handl's Ecce riuomodo ein- 
gelegt. [B. Kgsbg. 



Sebastiaui, Johann. 



125 



Secanilla. 



Erster Theil der Parnafs- Blumen, oder 
Geist- und ^'eltl. Lieder, welche bey 
müssiger Abend Weile abgebrochen Ger- 
traudt Mülleiin, geb. Eiffleiin, und in 
Melodeyen übersetzet von. . . llanibg. 1672 
Job. Naumann u. G. AVolff. fol. 2 Ell. 
u. Bogen A— T 2. (jO Lied. 

— Ander Theil... Ib. 1675. fol. 2 Bll. 
u. A-U 2. 67 Lieder. [B. Kgsbg. Up- 
sala. Hofb. "^"ien. 

Tanzen ist der Liebe Schul, Braut-Tanz 
auff das erfreuliche Myrten -Fest Herrn 
M. K. V. . . den 29. Aug. 1678. Königs- 
berg, gedr. bei den Eeussnerschen Erben. 
80. [br. Mus. 

In Mss. B. B. 20600 Samlbd. Nr. 1, 
Promite laetifico, 8 voc. c. 8 instr. 12 Bll. 
Nr. 2, Nun danket alle Gott, Cantate zu 
12 Stirn, u. kl. Orch. 10 Bll. P. 

In B. Egsbg. 1. Hymnus ä 9 voci de 
extremo judicis ,,Dies irae, dies illa". 
Scriptum die 10 Nov. 1668. 2. Motette 
dominica 14 p. Trinit. 10 et 15 voc. 
„Und es begab sich". 1671. 3. Motetto 
dominica Septuagesima a 5, 10 o 15 voci 
„Dafs Himmelreich ist gleich einem Haus- 
halter" 1680. 4. Im hds. Samhvk. 72 von 
Joh. Crone geschrieben, eine Samlg. Mo- 
tetten, defekt. 

Mss. in Upsala: Omnes sumus debi- 
tores, Concerto a 5 voci e 6 ström, con 
la capella a 5 ed Org. 4''. — Ad sacram 
mensem properate. 5 voc. 2 V. con rip. 
e Bc. 4P. — Christliches Sterblied, 5 voc. 
4 Viole et Bc. 4». 

40 Gelegenheitsgesänge zu Hochzeiten 
und Begräbnissen von 1653 — 1673 siehe 
Miüler's Kat. von Kgsbg. S. 336 dazu ein 
Textregister. Davon befinden sich in 
Elbing Nr. 2 im Ms. Nr. 11 im Druck, 
sowie Nr. 39 mit der Jahresz. 1666, Kat. 
353. Nr. 40 mit der Jahresz. 1602, Kat. 
353. Derselbe Samlbd. enthält noch 6 
Gelegenheits-Eompositionen: 1. Brauttanz 
1663, 5 Stirn, von Eöling u. Sebastiaui 2. 
Nachklang. 3. Hochzeitlicher Ehrentanz 
1666 mit Nach Tantz. 4. Psalm 16. 5. 
Brauttanz 5stim. 1662. 6. Nachklang zu 
2 Stirn. 

In Stadtb. Breslau noch : Geringes . . 
Schertz-Liedchen über die . . Eh Verbin- 
dung des . . Dan. Sommerfelds . . 31. Maji 
1668. Königsbg., Reusner. 2 ßU. fol. 
2 Täntze für C 3 Violen u. Violoue. 

Sebastiano de Kavetta 1499 u. 
1500 Sänger am St. Peter in Kom 
(Viertel]'. 3, 240). 



Sebastiano. 



Agostino . 



ein 



italieni .scher Musiker, der im Kreis- 
archiv in München 1668 erwähnt 
wird. 

Sebastiauo, Fabriano, Mönch 
des Camaldulenser Ordens von dem 

Fetis verz. 

Librum Missaram quinis et seuis voci- 
bus. Ven. 1593. 

Sebastiaiius, Tenorist, 1545 am 
St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 277). 

Sebastiaiius, Frater k S. Vin- 
centio, ein Barfüfser Augustiner 
(Titel), siehe Sebastian. 

Sebastieii, Felstiuensis, siehe 
Felsztyn. 

Sebeiiico, OiOTaniii, ein Teno- 
rist, geb. zu Venedig, Schüler Le- 
grenzi's, war am San Marco an- 
gestellt, saug eine Zeitlaug in Lon- 
don und erhielt dann die Kapell- 
meisterstelle in Cividale (Friuli). 
1692 wurde seine Oper L'opresso 
sollevato in Venedig gegeben. 
Textbuch in Privathand (Caffi. 
Fetis). Nach Nagel 1, 59 ist er 
1668 schon 2 Jahre in London u. 
petitioniert um Anstellung als 
Meister der italienischen Musik für 
Kammer und Kabinet an der Ka- 
pelle der Königin von England 
(Petition vom 29. April), was ihm 
auch endlich gewährt wurde, allein 
mit der Bezahlung stand es damals 
schlecht. Jahre lang erhielten die 
Kapellmitglieder keinen Gehalt. 

Secanilla D. P'rancisco, geb. 
4. Juni 1775 zu Corollera (Sara- 
gossa), gest. 26. Dez. 1832. Säuger- 
knabe an der Hauptkirche Pilar 
in Saragossa, Schüler von Jose 
Gil de Palomas u. Xavier Garcia, 
erhielt 1797 den Kapellmeister- 
posten a/d. Kathedrale zu Alfano, 
1800 zu Calahorra, 1823 erhielt 
er ein Kanonikat. 

Er schrieb geistliche und ■weltliche 
Gesangsmusik. Fetis sagt, dass sich eine 
Messe in Eslava's Lii'a-sacro-Hispana im 



Secchi, Anacleto. 



126 



Seebach. 



2. Bde befindet. Meines Wissens nach 
ist dies ein Irrtum. Ferner verz. er 10 
theoretische Abhandlungen, die sich im 
Ms. befinden sollen, ohne Fundort, daher 
•svertlos. 

Secchi (Fetis unter Sicci, Kat. 
Bologna unter Secchi, wie auch 
auf dem 2. Titel; Gerber 2 u. in 
des Autors 1. Buche: Siccus), 
Anacleto, aus Cremona, regulierter 
Kleriker an S. Paul (Titel), dazu 
fügt Fetis noch hinzu „in Bologna"; 
er gab heraus: 

1. De ecclesiastica Hynmodia, libri tres, 
in quibus de praestantia, effectibus et 
modo rite psallendi in choro copiose agi- 
tur. Auetore A. Sicco . . . Bononiae 1629 
Clem. Ferronus. kl. #. 381 S. [Bologna. 

— Edit. altera auctior. Antv. 1634 
Plautin. ßalth. Moreti. 8". [Brüssel. 

2. Della Hinnodia ecclesiastica, libri 
tre, nei quali della nobUita, de gli effetti, 
6 del modo di bene e regolatamente can- 
tare i Salmi in choro, copiosamente si 
tratta: composti giä da R. P. D. Anacleto 
Secchi della Congregat. de'Chierioi rego- 
lari di S. Paolo, et hora recasi fedelmente 
di Latino iu volgare dal P. D. Donato 
Benzoni sacerdote . . Milano 1643 G. P. 
Cardi. 8». [Bologna. 

Secchi, Antonio, geb. 1761 zu 
Concorezzo (Mailand), studierte in 
Neapel, gab in Mailand Gesang- 
unterricht und wurde 1808 Prof. 
am Conservatoriiim, 1831 pensio- 
niert, St. 1833 (Leipz. Ztg. 40, 227). 

In Musikfr. "Wien ein Duett: Mia spe- 
ranza ä 2 Sopr. c. B, 

Secchi, Grioseffo, Oboist a/d. 
Hofkapelle in München, um 1770 
mit 1000 Gld. Gehalt, ging 1776 
ab und wurde a/d. Hofkapelle in 
Turin mit 1100 Lire Gehalt ange- 
stellt (Münchner Kreisarchiv und 
Ricordi, Gazzetta 1891, 457. Ger- 
ber 2). 

Seckendorf [f], Karl Siegmimd, 
Freiherr Ton, Kgl. preufsischer 
Gesandter an den fürstl. Höfen des 
fränkischen Kreises in Ansbach, 
geb. 26. Nov. 1744 zu Erlangen, 
gest. 6. Mai 1809; studierte Jura, 



trat in österreichische Dienste, 
1 764 als Hauptmann in sardinische, 
avancierte bis zum Oberstleutnant, 
ging 1775 als Kammerherr nach 
Weimar und erhielt 1784 obigen 
Posten (Brummer). Er zeichnete 
sich als Dichter und Komponist 
aus, von dem man folgende Kom- 
positionen kennt: 

La foire de village. Ballet comique 
1776. Ms. Stb. [Darmst. 

Proserpina. Monodrama. Ms. B. [ib. 

Darthufa's Grabgesang. Ms. [Berlin 
K. H. 

Volks- und andere Lieder, mit Beglei- 
tung des Fortep. In Musik gesetzt von 
. . Weimar 1779 K. L. Hoff mann. Dedic. 
Reichardt. 29 S. 

— 2. Samlg. ib. 1779. 25 S. 

— 3. Samlg. Dessau 1782. 31 S. [B. B. 
B. "Wagner 1. 2. Samlg. B. Kgsbg. 1. u. 
2. S. in Kopie. Darrast. br. Mus. 

Nachtmusik (f. 1 Stirn, mit Instr.) 
Part. s. 1. ] Bl. in 4». [B. B. 

3 Divertimenti per il Clavic. & Y. (u. 
Va. Vcl.) s. 1. in Stb. [B. M. 

6 Quartetti op. 3. Ms. Stb., ebenso 
op. .5. [Berlin K. H. 

Seclin, siehe ßichehe, Jacques. 
Second, J., bekannt durch 

New Bath Dances, twelve Country 
Dances & two Minuets, with proper Fi- 
gures adapted for the Harp, harps. & 
Violin. London, Fentum. qu4". (18. Jh.) 
[br. Mus. 

Sedelmaier, . . . lebte im 17/18. 
Jh. und befindet sich 

in der B. ß., Ms. 444, 18. Stück, ein 
Magnificat 4 voc. c. 2 instr. et Org. in P. 

Sedler, Joseph Georg, Violinist 
an der Hofkapelle in Wien vom 
8. Mai 1793 bis f 27. Juli 1829, 
79 J. alt (Köchel 1). 

Sedlmayr, Mathias, war um 
1730 Stadtmusikus in München 
(Kreisarch.). 

Seebacli, Andreas, geb. 14. 
Jan. 1777 zu Tiefenthal bei Erfurt, 
gest. 28. Juli 1823 zu Magdeburg. 
Orgelschüler von Kittel, dann beim 
Stadtmusikus Kose in Rouneburg. 
1796 trat er als Hornist ins Theater- 
orchester zu Magdeburg, wurde 



Seeber. 



127 



Seel. 



1799 Organist und Seminarlelirer 
am Gymnasium des Klosters Berge 
bei Magdeburg und 1813 Organist 
an der ülrichskirche in Magde- 
burg. Er gründete dort einen Ge- 
sangverein und übte grofsen Ein- 
fluss auf die Orchesterkonzerte aus 
(Lpz. Ztg. 26, 109). Von seinen 
Werken ist nur bekannt: 

Der leidende und sterbende Jesus . . 
in einem Oratorio und in geistlichen Lie- 
dern zur Erweckung heiliger Andacht ans 
Licht gesteUet. Gotha 1714. S«. Text- 
buch, Musik nicht bekannt. [B. Wer- 
nigerode. 

Spitta 2, 325 sagt, dass er der Schwieger- 
sohn Erlebach's war. 

Seeber, Nikolaus, geb. um 
1680 zn Hajna bei Landau, gest. 
im April 1739 zu Römbild; bildete 
sich zum Orgelspieler und Orgel- 
bauer aus, wurde 1705 Organist ! 
zu Themar, dann Hofmusikus und 

' I 

Stadtorganist zu Römhild. Ger- | 
ber 1 schreibt ihm 56 erbaute ! 



Orgelwerke 



zu, aufserdem 132 



Musikschüler und als Komponist 
zwei Jahrgänge Kirchenmusik. 

SeegT (Seeger, Seegert, Segert, 
Säger, Zegert, Zekert), Joseph, 
geb. um 1716 zu Bzewju in Böh- 
men, gest. 22. April 1782 zu Prag, 
66 Jahr alt. Schüler von Czerno- 
horsky in Prag, erhielt um 1750 
an mehreren Kirchen Prags den Or- 
ganistenposten, erlangte als Orgel- 
spieler einen bedeutenden Euf, 
selbst Seb. Bach empfahl ihn als 
Musiklehrer, und bildete zahh-eiche 
Schüler. Dagegen sind Brixi, 
Dussek und Wittassek nie seine 
Schüler gewesen, die öfter als 
solche angeführt werden. Lauren- 
cin hat in der Neuen Zeitschrift 
für Mus. 1864 Nr. U eine Bio- 
graphie veröffentlicht, in der er 
auch S. als Orgelkomponist feiert, 
doch geht er zu weit, wenn er 
ihn Seb. Bach gleichstellt. S. bat 



weder die Erfindungskraft Bach's 
noch seine kontrapunktische Kunst- 
fertigkeit, ganz abgesehen von 
Bach's tiefernster Auffassung der 
Kunst. Burney 3, 7 lernte ihn 
1772 als Organisten bei den Kreuz- 
herrn in Prag kennen. Siehe auch 
Dlabacz und Prochazka's Arpeg- 
gien 1897, 48. Zu S.'s Lebzeiten 
ist nur Weniges von ihm gedruckt, 
erst spätere Verehrer haben seine 
zerstreuten Orgelkompositionen ge- 
sammelt und in neuerer Zeit her- 
ausgegeben. C. F. Pitsch gab her- 
aus: 

Bezifferte Bässe in zwei Noten-Syste- 
men vierst. u. mit Beziehung auf hanuo- 
nische Zergliedemng durch Angabe der 
Hauptklänge bearbeitet von C. F. Pitsch. 
Prag-, Berra. kl. fol. Heft 1—6, 95 S. 
mit 51 Nrn. (1834.) [Hofb. Wien. Mu- 
sikfr. "Wien. 

Museum f. Orgelspieler. Prag bei 
Marco Berra 3 Bde: 40 Praeludieu imd 
Fugen. 7 stehen auch in Führer's Fugen 
u. Praeludien. Prag- 1832. [B. B. B. Lpz. 
B. Wagener. 

Ferner erschienen schon früher: 

8 Toccaten und Fugen für die Orgel, 
mit einer Vorrede von Türk in Halle. 
Lpz. 1793 Breitkopf. 2 Bll. 28 S. in 
fol. Er wird hier Organist der Haupt- 
kirche in Prag genannt, [ß. B. B. Wa- 
gener. Dresd. Brüssel. B. Lpz. Mu- 
sikfr. Wien. Amst. 

Ms. 125 p. 1. 90. 112 in B. B. enthält 
Praeludien u. Fugen. Ebd. Ms. 23 520 u. 
Ms. 190 Prael. u. Fug. — In B. Wagener 
48, 104 u. 73 Bll. Mss. von allerlei Orgel- 
piecen. — In Hofb. Wien 18425 eine be- 
zifferte Orgelstimme ün Autogr. 

In Körner's Neues Orgeljournal 1 Fuge 
(Eitner 2). E. von AVei'ra gab 1887 und 
1894 2 Orgelbücher heraus, in denen sich 
einige Orgelst. Seeger's, aus obigem Mu- 
seum entnommen, befinden. Siehe die 
Monatshefte f. M. 26, 22. _ 

Unter Christian Bach ist ein Samlwk. 
Fugen, Toccaten, Sonaten etc. vej'z,, worin 
sich auch S. befindet. [Musikfr. Wien. 

In B. Lpz. im Ms. 148 Fugen, Praelud. 
u. Fantasien f. Orgel. 

In Breitkopfs Samlwk. 14: 2 Orgel- 
piecen. 

Seel, Jakob, Pfarrer zu Unter- 
neubrunn im Grunde, 



Seelen. 



128 



Segni. 



gab auf die Hochzeit des Superinten- 
denten Kessler zu Eisfeld den 4. Psalm 
mit 8 Stirn. Coburg 1631. 4P heraus (Ger- 
ber 2). Bekannt ist von ihm: 

Ein andächtiger Seufftzer um ein gliick- 
Mches Jahr 5 voc. Coburg 1625 Forckel. 
[B. B: T. 

Seelen, Johann Heinrich Ton, 

geb. 8. Aug. 1688 zu Asel in Ost- 
friesland, gest. 21. Okt. 17G2 zu 
Lübeck. Er war 1713 Konrektor 
in Flensburg, 1716 in Stade, 24. 
Febr. 1718 wurde er Kektor am 
Katharineum zu Lübeck. Seine 
Schriften über Musik sind folgende: 

Q. D. B. V. Principem musicum ex 
Sacra et profana historia exhibet et exi- 
mios juveues Olaum Mollerum, Flensburg, 
de eniditis musicis, ac Petrmn Cramerum, 
Flensburg, de historia . . . deceuter rogat 
. . . conrector. Flensburg! 1715 Vogelianis. 
4". [B. B. B. Hbg. Brüssel. 

De patribus edoctis musicum eccles. 
XLIV. 5. collaudatis exercitatio philologico- 
historica, praemissa a . . . Lubecae 1737 
Greenius. 4^. [ib. 

Musarum ac musicae felix conjunctio 
illustri exemplo Augustini, antistitis Hip- 
pouensis, declarata. Promulsis actus publici, 
quo D. XXI. Mai A. 1756. Cantor divi- 
nis auspiciis iuaugurabitur. Auetore . . . 
Lubecae typ. Greenii. 4P. [B. B. Brüssel. 

In der B. der Musikfr. in Wien ist 
noch ein Werk mit „Miscellanea" Lübeck 
1734 verz. Der Inhalt ist mir nicht be- 
kannt. 

Seelen-3Iusic, Geistliche 1712 

etc. siehe Hochreiitiner, Lorenz. 

Seeley, L . . . B . . ., gab heraus: 

Devotional harmonj-, cont. Psalms and 
Hymns, selected from various authors. 
2 voll. London 1806. qu4". Näheres 
mir unbekannt, [br. Mus. 

Seemann, Friedrieh, war um 

1745 Hofkantor in Stuttgart und 
wurde dann gegen 1772 Hof Orga- 
nist, wie er noch von ßurney und 
Forkel 1, 133 bis 1781 verz. wird. 
Schubart widmet ihm, als seinem 
Lehrer, S. 155 einen dankbaren 
Nachruf. Er war ein Schüler 
Jommelli's, hat nur wenig kompo- 
niert, da er zu sagen pflegte: Eine 
Kerze figurirt nicht bei der Sonne, 



zeichnete sich aber als Begleiter, 
Greneralbassspieler in hohem Mafse 
aus. Er starb schon im 30. Jahre 
seines Lebens. Seine Frau war 
die Sängerin Cemri (Urteil ib. 156). 

Seerieder (Seherieder, Seeried 
sogar Seetriber geschrieben), Jakoh, 
Bassist a/d. kurf. Kapelle in Mün- 
chen, wurde 1697 vom Kurf. nach 
Brüssel befohlen, wo sein Gehalt 
1699 sich auf 800 Gld. belief. 
Noch 1726 ist er als Mitglied verz. 
(Kreisarchiv). 

Sega, Horatio. Musicus, In- 
strumentist an der Hofkapelle in 
München, diente seit dem 20/11 
1590 und wurde am 12/2 1591 
mit 199 Gld. 46 Kr. fest angestellt. 
1592 auf 300 Gld. und 1596 auf 
450 Gld. erhöht. Nach 1597 fehlt 
er in den Listen (Kreisarchiv). 
Um 1619 ist er in den Listen der 
Ksl. Hof kapeile in Wien mit 216 
Gld. Gehalt verz. (Köchel 1). 

Segert, siehe Seegr. 

Seg-hi, Francesco, ein Kompo- 
nist, der um 1699 lebte und im 

Ms. L 297 der Bibl. Berlin, 1 vol. in 
8", mit Orgelstücken vertreten ist, betitelt : 
Questo libro e di Fr. Seghi 1699. Es 
enthält Versetten, Toccaten, Fugen etc. 

Segmüller, . . . 

ein Tunsatz im Bossler 10 von 1784 
Neue Blumenlese. 

Segni (oder dal Segnal), Griulio, 
auch OiuUo da Modeiia genannt, 
nach seinem Geburtsorte. Schüler 
von Lusitauo. Am 10. Nov. 1530 
wurde er zweiter Organist am S. 
Marco in Venedig. 1533 im Febr. 
ging er nach Rom in den Dienst 
des Kardinals Santa Flora. 1550 
war er wieder in Venedig, um 
sein Buch Ricercari für Orgel 
drucken zu lassen, kehrte aber 
nach Rom in seine Stellung zu- 
rück und starb dort im Juli 1561, 
63 J. alt. Der Kardinal liefs ihm 
in der Kirche San Biasio deUa 



Segovia. 



129 



Seidel, Friedr. Ludw. 



Strada Giulia ein Denkmal setzen. 
Obige Ricercari citiert auch Doni 
in den Libreria p. 66 (Caffi 1, 54. 
104. Valdnghi 12, Suppl. 8. Fctis). 

Seg'ovia, Diego de, um 1490 
Kapellan und Sänger am Hofe der 
Köniciu Isabella zu Sevilla (Strae- 
ten Vn, 104). 

Sehliiig, Joseph Auton, aus 
Teisiug in Böhmen geb., gest. 19. 
Sept. 1756 zu Prag in sehr hohem 
Alter. Er studierte Musik in Prag, 
war 1739 beim Grafen Wenzel von 
Morzin Hofmusikus u. Chordirektor 
an der Kirche der Barnabiten, später 
Vertreter des Kapellmeisters an der 
Kirche St. Veit zu Prag. Er schrieb 
zahlreiche Kirchenmusik, auch 2 
Opern führt Dlabacz an. 

In der Bibl. der Musikfr. in Wien be- 
findet sich eine Motette: Ecce nos 4 voc. 
c. instr. Ms. P. mit Sehling aus Dresden 
t gez., ob dies ein anderer oder der obige 
ist, lässt sich, nicht entscheiden. 

Seibert (Seybert), ... um 1770 
Kapellmeister in Frankfurt a/M., 
führte mit dem Organisten Hau- 
eisen am 17/4 1772 Graun's Pas- 
sionsmusik auf (Israel 52 — 54). 

Seibold, . . . 

gab nach Gerber 1 im Jahre 1780 in 
Pai'is 6 Harfensonaten mit Violine als 
op. 2 heraus. 

Seiboldt, Wolfgaiig-, Stadtpfeifer 
in Augsburg, 1599 und 1615 ge- 
nannt, in letzterem Jahre wird er 
mit 50 Jahr alt bez. (M. f. M. 30, 
81. 83). 

Seiche (Seichert), Lorenz, gest. 
28. Juni 1765 zu Prag. AVar um 
1712 Sänger an St. Niklas in Prag, 
bildete sich zum VioUnisten aus 
und trat als Konzertist auf. Dla- 
bacz sagt, dass er viele Konzerte 
für Violine schrieb und zahlreiche 
Schüler bildete. 

Seidel, . . . 

im Ms. 90 i der Karlsruher Hofb: Con- 
certo ä Fl. trav. 2 V. e B. in Stb. besteht 
aus Allgr. And. Alleg. in Dd. Gd. Dd. — 

Bob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Ms. 903 Sonata ä Fl. trav. 6 V. con V. 
e B. 4 Sätze mit Menuet. 2 Expl. in 
Stb. 18. Jh. 

Seidel, Ferdinand, geb. in 
Falkenberg i/Schl. , bildete sich 
unter Rosetti in Wien zum Vio- 
linisten aus und diente nebst 
seinem Bruder Karl 1732 beim 
Grafen Zierotin, der auch für ihre 



Ausbildung Sorge 



trug. 



1757 



wurde Ferd. Hofkomponist beim 
Erzbischof zu Salzburg, wo er auch 
abwechselnd mit Eberlin, Cristelli 
und Leopold Mozart die Direktion 
der Aufführungen zu leiten hatte 
(Walther. Gerber 1). 

Er soll Sinfonien u. Konzerte geschrie- 
ben haben, bekannt ist aber nur: 12 Me- 
nuetten f. die Laute von . . . samt einer 
Fantasie von Herrn Baron, Kgl. preufs. 
Lautenisten. Als eine Probe eines neuen 
Drucks von musikaUschen Caractereu für 
die Laute. Leipz. 1757 Breitkopf. 11 S. 
Vorrede, qufol. [B. B. 

Seidel, F . . . C . . . 

Im Samlbd. Ms. B 1232 [Dresd.] be- 
findet sich unter Werken des 18. Jhs. 
auch „Der 8. Psalm'-' von obigem, der 
daher wohl auch demselben Jh. augehöii;. 

Seidel, Friedrich Ludwig, geb. 
1. Juni 1765 zu Treuenbriezen, wo 
sein Vater Schuhmacher war, gest. 
5. Mai 1831 zu Charlottenburg bei 
Berlin (die Lpz. Ztg. schreibt den 
7. Mai. Bd. 33, 411. Ledebur ver- 
bessert dies in 5. Mai). Auf Ver- 
wendung seines Bruders bei Rei- 
chardt nahm sich dieser 1776 
dessen an und gab ihm Wohnung 
und Unterhalt, doch den Unter- 
richt erhielt er von Benda. Als 
Reichardt 1785 nach Frankreich 
reiste, nahm er S. mit. Nach der 
Rückkehr erhielt er noch bei Possin 
und Kirnberger Unterricht. Er zog 
nun von Reichardt fort zu seinem 
Bruder und erwarb sich durch 
Unterrichten den Lebensunterhalt. 
1792 erhielt er die Organisten- 
stelle an der Marienkirche zu Ber- 
lin, schrieb für ein Privattheater 

9 



Seidel, Friedr. Ludw. 



130 



Seide], Friedr. Ludw. 



das Singspiel Claudine von Villa- 
bella, die B. A. Weber auf ihn 
aufmerksam machte und ihn zu 
seinem Gehülfen in der Direktion 
der Oper am Nationaltheater (jetzige 
Schauspielhaus) machte. 1808 ward 
er Musikdirektor der Kgl. Kapelle 
und 1822 zum Kapellmeister er- 
nannt, 1830 pensioniert und zog 
nach dem damaligen idyllischen 
Dorfe Charlottenburg (Ledebur, der 
auch Oratorien, Messen u. a., Opern, 
Musik zu Schauspielen, ßallets, Ge- 
sänge, Lieder und Instrumental- 
werke in grofser Anzahl verz.). 
Nachweisbar sind auf der Kgl. Bibl. 
Berlin : 

Alhnächtiger, wer ist dir gleich, Can- 
tate im Autogr. P. 19 Bg. 

Auf! preiset den Herrn, 4 voc. P. 
[nur in Berlin Singak. 

In tiefer heiliger Stille, 4 voc. P. [nur 
in Berlin Singak. 

Lob Gottes für Chor und Orch. Ms. 
20640. P. [auch Dresd. Mus. 

Hymnus auf Gott von Friedr. von 
Kopien. Ms. P. nebst Textb. von 1798. 
[nur in Schwerin F. und Berlin K. H. 

Lob der Gottheit, Hymne von Ewald 
von Kleist. Ms. P. [nur in Schweiin F. 
u. Darmst. 

Salve redemptor 4 v. P. [nur in Ber- 
lin Singak. 

Missa de profunctis 4 v. col org. Ms. 
381. P. [nur in Dresd. Mus. und Berlin 
Singak. 

Requiem, Ms. P. [nur in Lpz. Thom. 

Requiescet a labore (Gesang der He- 
loise und ihrer Nonnen am Grabe Abelards). 
Autogr. P. [nur Berlin Singak. 

3 Motetten in Sander's Cäcilia 1. Abtlg. 
Nr. .57. 2. Abtlg. Xr. 15. 19. Nr. 15 
auch in Hientzsch's Neue Samig. leichter 
Chöre Heft 1. [ß. Kgsbg. Samlg. 52. 54. 

Lila. Schauspiel mit Gesg. u. Tanz von 
Goethe. 1818. Ms. 20643. P. 

Chor zum Ti-auerspiel ; Die Almfrau. 
Ms. P. u. Stb., nur mit Seidel gez., daher 
fraglich. [Darmst. 

Hexensceneii aus Macbeth. Ms. 20 642. 
Part. 

Die Sehnsucht von Schiller f. Sopr. u. 
Instr. Ms. 20645. P. 8 BU. (1805.) 
[auch in Berlin K. H. 

Kirchgang aus Götz von ßerlichingen 
f. 4 Stirn. [Lpz. Ztg. Beilage zu Bd. 8 



Nr. 1, dort auch der Chor: Introibunt in 
domura. Ebd. Nr. 16 Abdruck einer Scene. 
Urteil über eine Oper 16, 275. 

4 Gesänge mit Pfte. und ein Recitativ. 
[nur in Berlin Singak. 

1 Aria im Autogr. Grasn. in B. B. 

Gesellschaftslied von Gubitz. Berlin, 
Gubitz. [auch im Ms. B. Kgsbg. unter 
Gumpelzhaimer 2. 

Chor zum Trauerspiel die Parias. Ber- 
lin, Schlesinger. 

Mein Genius, Lied f. 1 St. u. Kl. in 
Karl Müchler s Gedichte, 2. Aufl. Berl. 
1802, 2. Bd. (fraglich). [Hofb. Wien. 

Sängers Lied am 10. März f. 1 Singst. 
mit Pfte. Berl., Comptoir. 

Aura, Lied von Kuhn. Berl., Compt. 

Todtenopfer, Lied mit Pfte. Ms. [Ber- 
lin K. H. 

8 Lieder f. Guitarre, arrang. von A. 
Härder. Berlin, Compt. 

Lied aus Baiboa, 1805. [Berlin K. H. 

Lieder, 1. Heft (der Jüngling am Bach 
etc.). Lied aus dem Lustspiel: die Post- 
kutsche. [Beide in Musikfr. "Wien. 

Erinnerung und "Weihe, Jubilaeum der 
Quelle in Freienwalde 12/7 1809. Ms. 
[Berlin K. H. 

4 Gesge. mit Begl. von Oswald. Ber- 
lin, Bureau. 

Empfindungen am schönsten Tage. 
Berl., Duncker & Humblot. 23. Dez. 1809. 

Hero u. Leander von Schiller. Ms. 
[Darmst. 

Arietta: In questa tomba (Ist. mit Pfte. 
in dem Samlwk. von Mollo in "Wien). 

Sehnsucht von SchiUer f. 1 St. m. 
Pfte. Berl., Concha. 

Drittes Blättchen des 48 er und Elfer 
Kleeblattes m. Pfte. Ib. 

Sehnsucht von Mablmann. Berlin, 
Comptoir. 

Lieder mit Begl. des Pfte. 1.-8. Heft. Ib. 

Gesänge am Claviere. "V^ou . . . Organist 
an der Marienkirche zu Berlin. Berlin, 
in der Franke'schen Buchhaudlg. , dedic. 
seinem Lehrer dem Kgl. Capellm. Rei- 
chardt. qu4". 4 BU. 59 S. [besals einst 
Dr. 0. Lindner in Berlin. 

24 Lieder verschiedener Ari zum 
Singen beim Pfte. in Musik gesetzt von 
... Berlin, Rellstab. 4". 38 S. [nur 
in B. Kgsbg. 

Worte an die Wohlthätigkeit (24/10 
181.S) von Oswald. Berl., Schlesinger. 

An den König am Tage des grofsen 
Siegesfestes den 24/10 1813. Berlin, 
Sohlesinger. 

Kriegs-Gesang des Hochlöbl, von York- 
schen Corps. Ib. 



Seidel, Isaac. 



131 



Seidler, Karl August. 



Abendlied eines Mädchens. Mit der 
Sonne letztem Funken f. Pfte. mit Ver- 
änderungen f. die Siugstimme von Am- 
brosch. Ber]., Couclia & Co. rjufol. [B. B. 

In Samlwken. teihveis niu' mit Seidel 
gez., die ihm aber sicher zuzuschreiben 
sind : 

Im MusikaJ. Blumenstrauls zum Neu- 
jahr. 8°. — In Böheim's Maurerlieder. — 
In Keichardt's Lieder geselliger Freude, 
1. Abtlg. 1796 Nr. 6. 21. 2. Abtlg. Nr. 53. 
80. — In Boehme's 14 Composit. zu 
Schiller's an die Freude. — In Reichardt's 
Blumenkranz 1803. — In L. W. Wer- 
ner's Euphrosyne. — In Eellstab's ^Yiu- 
terblumen. — In Theomele ohne Vor- 
namen. 



Ouvertüren u. a. von 1823. Ms. 
20646. P. 

Ouvertüre im Kl.-A. vom Kompou. Ms. 
[Berlin X. H. 

Thema mit Variat. f. Orch. Ms. 20648. P. 

Sestetto per le Glavic. Fl. Ob. Fag. et 
2 Comi. Berol., Hummel. Stb. [auch 
in Brüssel Cons. 

Drey Siegesmärsche der Schlesischen 
Armee. Kl.-A. Berl., Schlesinger. 

Drey Trauermärsche auf den Tod 
Moräus. Ib. 

3 Variations- Werke. Berl., Bureau. 

Blücher's Heimkehr. Gr. Fantasie f. 
Pfte. Berl., Schlesinger. 

In Klavierstücke 1. 1794. 

Alle nicht gez. Pieceu in der B. B. 

Seidel (Sevdel, Seidien), Isaac, 
war seit etwa 1715 als Organist 
an der Hofkapelle in Stuttgart resp. 
Liidwigsborg mit 300 Gld. Gehalt 
angestellt und ist in den Rech- 
nungen bis 1731 genannt (Sittard 
3, 91. 120. 123). 

Seidel, Samuel, Kantor in Glas- 
hütte i/Sachs., ist bekannt durch: 

Suspira musicalia cordis ardentissima 
ex Septem PsaJmis poenitentialibus ex- 
cerpta. Una, et duabus vocibus cum 2 
Instrum. & gemino B. gen. pro Orgauo 
composita ä . . . Freibergae 1650 typis 
G. Beutheri. 5 Stb. 40. 7 Gesge. [B. B. 
Augustenburg. B. Kgsbg. B. Zw. besitzt : 
In Str. 2. u. Bc. 

Corona gloriae, geistliche Ehrenkränz- 
lein von 12 schönen Eöslein zu 5 und 
6 Stirn. Freiberg 1657 Beuther. 6 Stb. 
40. [B. B. Augusteuburg. B. Lpz: 2 C. 
A. B. Org. 

Geistliches Seelen-Paradies- und Lust- 



Gärtlein, voll himmlischer und hertz- 
erquickender Lebens - Früchte , aus hlg. 
göttl. Schrifft erleseneu Krafft-Sprüchlein, 
so auff den hlg. Lauff uusers . . Erlösers 
. . . gepflanzet . . Mit 5. u. 6. Stim. voU 
Chörig, sambt dem B. pro org. Frey- 
bergk in Meifsen 1658 ib. 4». Stb!? 
[B. Kgsbg: C. A. T. B. 

Seideliuaiiii, Franz, s. Seydel- 
mniiii. 
Seidenschwanz, Leonliardus, 

um 1555 Tenorist an der Hof- 
kapelle in Dresden mit 29 Gld. 
Gehalt (Fürstenau 1, 25). 

Seidl, Pater Alherieus, geb. 
1759 zu Hainfeld, gest. 17. Juli 
1828 in Josephberg. 1783 trat er 
ins Kloster Lilienfeld in Nieder- 
österreich und wurde Seelsorger 
in Türnitz, dann 1816/17 Chor- 
direktor in seinem Kloster und 
darauf Pfarrer in Josephberg. 

Er komponierte Messen und andere 
Kirchenmusik, die sich im Ms. teils in 
Türnitz, teils in Lilienfeld befinden (Korn- 
müller). 

Seidl (Seydl, Seydel, Sedelius 
etc.), Wolfg-ang, geb. 1491 zu 
Maurkirchen (Niederbaiern), gest. 
11. Juni 1562 im Kloster zu Tegern- 
see, trat ins Benediktinerkloster zu 
Tegernsee und legte am 29/6 1517 
das Gelübde ab. Er machte sich 
als Dichter bekannt, schrieb auch 
eine Abhandlung über den Choral 
und eine Anleitung, wie man 
Musikinstrumente auf akustischen 
Gesetzen beruhend anfertigen soll. 
Besonders wird er uns wert durch 
die Hochschätzung Senf 1 's, die ihm 
derselbe entgegenbrachte und ihm 
für sein Kloster eine Messe über- 
sandte (Musica Sacra von Haberl 
189-4, 134 auf Dokumente gestützt). 

Seidien, Isaac, siehe Seidel. 

Seidler, ... ein Guitarrist, 

bearbeitete die 6 Canoni 11 3 von G. G. 
Ferrari (s. d.). 

Seidler, Karl August (Gerber 2 
nennt ihn Ferdin. Aug.), geb. 13. 

9* 



Seidler. 



132 



Seivert. 



Sept. 1778 zu Berlin, gest. ebd. 
27. Febr. 1840, bildete sich zum 
Violinvirtuosen aus und trat schon 
im Alter von 6 Jahren öffentlich 
auf. 1793 wurde er an der Kgl. 
Kapelle angestellt. 1806 ging er 
auf Konzertreisen, besonders nach 
Eussland und Wien, wo er sich 
1812 mit der Sängerin Karoline 
Wranitzki verheiratete. 1816 
wurde er als Konzertmeister an 
der Kgl. Kapelle in Berlin au- 
gestellt; ein Schlaganfall setzte 
allen weiteren Unternehmungen 
ein Ziel (Ledebur). Von seinen 
Kompositionen ist nur bekannt: 

Thecla's Geisterstimme „Wo ich sitz 
und ^Yo mich" . . . von Schiller, mit Pfte. 
oder Guit. (Berlin, Lischke.) 1 Bl. qufol. 
ohne Yornamen. [B. "Wagener. 

Seidler, siehe Sicller, Jos. Bern- 
hard. 

Seifartli, Job. Gabriel, siehe 
Seyffarth. 

Seifert (auch Seyfert, wie ihn 
Haffner und Gerber 1 schreiben. 
Er selbst schreibt sich Seifert), 
Joliaim Crottfried, soll der Sohn 
Job. Kaspar Seyferfs sein, wie 
Gerber sagt, geb. 11. Mai 1731 in 
Augsburg, gest. 12. Dez. 1772 ebd. 
Schüler seines Vaters, ging 1747 
nach Bayreuth zu Leitdorf, be- 
suchte nach dreijährigem Kursus 
Leipzig, Dresden und Berhn. Hier 
genoss er noch Em. Bach's Unter- 
richt, fand aber an Graun's Musik 
so grofsen Gefallen, dass er ihn 
nur allzusehr nachahmte. 1753 
kehrte er nach Augsburg zurück 
und wurde 1766 Kantor u. Schul- 
kollege an St. Anna (Akten). Haff- 
ner nennt ihn in den oeuv. melees: 
Vicedirektor der Musik an den 
Prostanti in Augsburg (Gramer 3, 
letztes Stück S. 96. Schubart 
S. 212 stellt ihn unter die treff- 
lichsten Musiker seines Jahrhun- 
derts. Er schrieb Opern, Oratorien, 



Messen, Sinfonien, Klavierstücke 
u. a. die von Schubart besprochen 
werden. Von seinen Kompositionen 
sind nachweisbar: 

Cantate: Der Herr hat die Erde. Ms. 
P. [ß. Lpz. unter J. G. Seyfert. 

Ballets delFopera Artaserse „del Graun. 
Ms. Stb. [Rostock. Angehängt „BaUets 
de la Comedie''. 

6 Sonate a 3, per il Cembalo obl. V. 
ÖFI. trav. e Ycl. Augusta, Lotter. ,3 Stb. 
[B. B. Er nennt sich hier Job. Gottfr. 
Seifert in Augsburg. 

Haffner teilt im 5. Teile Nr. 5 eine 
Klaviersonate mit (Eitner 2). 

In B. B., Ms. .023 unter Seifert 1 
Concerto per il Cembalo. Dd. 2 Stb. 

Im Breitkopf 'sehen Verz. von 1763 
sind 6 Sonaten f. 3 Flöten oder 2 Y. u. 
Bass angezeigt. 

Seifert, J. . . S. . . (?)• 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
1 Sonata a 3 für 2 Y. u. B. Yielleicht ist 
Joh. Gottfr. S. der Yerfasser. 

Seiff, J. .. (G.?) 

Die B. M. besitzt unter beiden Vor- 
namen Hof-Ball-Tänze f. Pfte. München 
1816 Falter & S. nebst anderen Tänzen. 
In Berlin K. H. 36 Tänze für Orch. und 
f. Pfte. im Ms. aus den Jahren 1821—23. 

SeifiPartli, siehe Seyffarth. 
Seiiitomer,Pliilii)i),l 598 Sänger 

a/d. Hofkapelle Philipp HI. von 
Spanien (Straeteu 8, 400). 
Seip, J. . . H. . ., 

schrieb zu Ernst Müller's hohem Liede 
Salomouis (Lpz. 1662 Yulpius) 8 Melo- 
dien. In B. Darnist. unter Johann Hein- 
rich Seifp: Trauergesang auf den Tod 
der Frau Grolsherzogin Louise von Hessen. 
Darmst. s. a. [Darmst. 

Er muss demnach in Darm,st. angestellt 
gewesen sein. 

Seits, Jaeol) Franz, um 1727 
Ratsmusikus in Hamburg (Sittard 
1, 23). 

Seitz, Johannes, Bürger und 
Lautenist um 1625/1626 zu Augs- 
burg, wird als Stadtmusikus ange- 
stellt (Aktenstück in M. f. M. 25, 
29. 30, 84. [1625J). 

Seivert, Oeorg-, stand 1638 in 
Diensten des Fürsten von Jülich 
und Cleve (M. 1 M. 28, 94). 



Seixas. 



133 



Selich. 



Seixas, Jos6 Antonio Carlos 

de, geb. 11. Juni 170-4 zu Coim- 

bra, gest. 25. August 1742 als 

Chevalier des Christusordens und 

Contador des Militärordens von S. 

Thingo. 

Komponist von Messen, Motetten, Orgel- 
stücken u. a. Siehe Näheres bei Vas- 
concelios. Nachweisbar ist keine Kora- 
posilion. 

Sejan, Nicolas, geb. 19. März 
1745 zu Paris, gest. ebd. 16. März 
1819. Schüler von Bordier, bildete 
sich besonders zum Orgelvirtuosen 
aus und erreichte darin eine ge- 
wisse Berühmtheit. Schon 1760 
erhielt er den Organistenposten an 
St. -Andre- des -arts und 1772 am 
ISTotre-Dame neben Daquiu, Cou- 
perin und Balbästre. 1789 w^urde 
er zum Kgl. Kapellorganisten und 
Lehrer a/d. Ecole royale de chant 
et de declamation ernannt. Die 
Revolution vernichtete alle Stel- 
lungen und erst 1807 wurde er 
Organist am Invalidendome und 
1814 wieder Egl. Kapellorganist. 
Guil. Lasceux bez. ihn in der Dedic. 
zu seinen Suiten als Organisten am 
Invalidendome; eine Jahreszahl 
fehlt. Felis verz. von ihm 4 In- 
strumentalwerke, darunter auch 
Fugen f. Orgel. Nachweisbar sind 

6 Senates pour Fortep. av. acc. de V. 
Paris, Bailleux. [Paris Arsenal. 

Senates pour Fortep. [C P. 

In Gregoir's Panth. 5, 107 ein Lob- 
gedicht von Delille auf ihn. 

Selby, . . . Organist um 1767 
an der Kirche St. Sepulchre in 
London (Pohl 2, 212). 

In Roberts' Clio and Euterpe 1758 eine 
Nr., auch in J. Alcock's The harmony of 
Jen;salem 1801. 

Morley in seiner Introductiou 1597 er- 
wähnt einen Selby, der vor ihm gelebt 
hat. Davey hält den Namen Selby und 
William Sl/clbye für denselben, giebt aber 
nirgends eine Lebenszeit des Letzteren 
an. Von "Wm. Shelbye führt er im Ms. 
Mulliner [br. Mus.] ein „Felix namque" 



und ein „Miserere" au. (Siehe M. f. M, 
1902, 64 u. 65, 37 u. 47.) 

Seldert (Seiders), Nikolaus, 
vom 1. Juni 1567 bis Aug. 1596 
Diskantist a/d. Hofkapelle in Wien 
mit 6 Gld. später 10 Gld. monatl. 
Gehalt (Köchel 1). 

Seleet musicall ayres & dialo- 
gues, siehe Airs 1652 a. 1659. 

Seleneccer, siehe Selneceer. 

Selenio de Croci negri. 

Die B. M. besitzt im Ms. 56 einen 
Caiitus aus dem 17. oder 18. Jh. mit 44 
Introitus und 56 Gradualien zu 4 Stim. 

Selesses, Jacopinus, Ein Kom- 
ponist des 14./15. Jhs., 

von dem sich in der Bibl. palatiua zu 
Modena Nr. 568, kl. Pergamentcodex, be- 
schrieben von Cappelli p. 6. Kompositionen 
befinden. 

Seletti, . . . 

Bekannt durch eine Sinfonia für Or- 
chester in Fdur. Ms. Cx. 865, 18 Stb. 
in fol. [Dresd. Mus.] Ob er vielleicht 
derselbe wie Sellitti ist bedarf der Prüfung. 

Selicli (Selichius), Daniel, unterz. 
sich in einem Briefe mit Selichius 
Witteb. (La Mara 100), er muss 
daher in Wittenberg geboren sein. 
Da er seinen Vorgänger als Ka- 
pellmeister in Wolfenbüttel mit 
Michael Praetorius bez., so muss 
er das Amt um 1621 angetreten 
haben. Gewissheit giebt die Dedic, 
zu 1625 „Opus novum", worin er 
sagt, dass er „bereits bei des Her- 
zogs (von Braunschwg.) Vater, 
Philipp Sigissmund, in die fünff 
Jahr vor einen Capellm. unter- 
thänig auffgewartet". 1624 über- 
sendet er dem Kurf. von Sachsen 
einige Kompositionen und bez. 
sich in dem Begleitschreiben eben- 
falls mit obigem Amte. Chrj- 
sander 1, 8 fand ihn in den Akten 
zu Wolfenbüttel erst 1625 genannt. 
Auch auf dem Gelegenheitsgesange 
von 1623 fügt er seinem Namen 
dasselbe Amt bei. Man kennt 
von ihm; 



Seiich. 



134 



Seile, Thomas. 



Christlicher Wundsch aus dem 85. 
Psalm . . . Friedrich Ulrichen Hertzogen 
zu Braunschwg. vnd Lünebg. . . offeriret 
.. Wolffenb. 1623 El. Holwein. 9 Stb: 
4 Gesangs- u. .5 lustrumental-Stim. fol. 
fWolfenb. B. Kgsbg. 

Opus novuni, geistlicher lateinisch vnd 
teutscher Concerten vnd Psalmen Davids, 
mit 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 11. 12. &c. Stirn, 
nebenst dem Bc. vor die Orgel, Lauten, 

Chitaron , etc Hambg. 1625 Mich. 

Hering. 9 Stb. 4". 24 Gesge. Teil- 
weises Register im Frkft. Kat. Einige 
Exerapl. mit 1624 gez. [B. B. B. Br. 
B.Brdbg. B. Gr. B. Frkft. B. Elbing. 
B. Wagener. B. P. Proske 2 Ex. Ber- 
lin Nikolaikirche. Musikfr. Wien. Lund 
fehlt 6 a u. Bc. br. Mus. Paris Mazarin. 

Im Ms. Gräften hain in B. B., 8 Stb. o. 
Sign, von 1643 Nr. 192: Der Herr er- 
höre dich, 9 voc. Nr. 195: Ich freu mich 
dess 8 voc. 

In B. Kfjsbg. Motetto ä 2 voc. Herr 
wie lang wiltu mein so gar vergessen. 
3 Stb. 40. Im Ms. G8 neun Gesänge, 
einige mit D. S. W. gez. Schon bei der 
obigen Motette wird seinem Namen 
Wolf enb. hinzugefügt, doch kann obiges W. 
sich auch aiif seinen Geburtsort Witten- 
berg beziehen. — In B. Br. Ms. 24 zwei 
geistl. Gesge. zu 8 u. 12 Stim. 

In Hofb. Wien Ms. 19242 Nr. 131: 
Wer unter dem Schirm des Höchsten 
sitzt, 2 voc. c. org. P. 

Seliprandi, Dou Carlo, 1669 
Musiker a/d. Kapelle der Kaiserin 
Eleonora, einer Prinzessin von 
Mantua. 1671 schreibt der Kaiser 
Leopold selbst: „Selibrandi" dient 
an meinem Hofe länger als 20 Jahre 
in der Musik (nella musica). Er 
war ein Priester. Bertolotti S. 111 
teilt aulser obigem noch einen 
Brief der Kaiserin von 1683 mit, 
worin sie S. erwähnt. 

Selins, . . . 

bekannt durch ein Concerto ä 5 : Flauto 
traversiere solo, 2 Y. Va. e Cemb. Ms. 
Stb. 4 ö [Schwerin F. 

Sellbel, . . . 

Im Ms. der B. Upsala eine Ouvertüre 
in D U ä 4. 2 V. Viola e B. fol. 18. Jh. 

Seile, Christoph, von 1603 bis 
1623 Organist a/d. Hauptk. B. M. 
V. in Wolfenbüttel. Melch. Schildt 



wird sein Nachfolger (Viertel]'. 7, 
221. M. f. M. 23, 127). 

Seile, Thomas, geb. 23. März 
1599 in Zörbig (Sachsen). Auf 
dem Drucke von 1624 liest man 
„Cervicca-Saxone, auch Zervicca, 
gest. 2. JuU 1663 zu Hamburg. 
Er war zuerst zu Weslingsbüren 
(Wesselburen) im Dithmarschen 
und seit 1624 zu Heide Schul- 
Kollege (1624 heifst es: Scholae 
Heidanae p. t. CoUega); 1632 heifst 
es auf dem Titel: „Cervica-Saxone 
Scholae Wesseliboreae p. te Rectore.''' 
1636 wurde er Kantor in Itzhoe 
in Holstein, 1637 Kantor am 
Johanneum zu Hamburg und 1641 
Stadtkantor, Canouicus minor und 
Musikdirektor am Dome. 1649 
nennt ihn Rist im Parnass S. 76 
Organist a/d. St. Katharinenkirche, 
ob mit Recht ist unerwiesen 
(Mattheson 1, 336. 398. Sittard 1, 
30. — Winterfeld 2, 387 ff. Allg. 
d. Biogr.). Von seinen Werken 
sind nachweisbar: 

1624 a. Concertatio Castalidum, h. e. 
Musicalischer streit, welchen die neun 
Göttinnen bey dem Parnasso concertations 
weise vntereinauder eingesteUet . . .ä 3 voc. 
nach jetziger newen Manier comp. Hbg. 
1624 M. Hering. 3 Stb. in 4», 10 Lieder. 
[B. Br. B. Hbg. B. Wagener. Hannov: 
C. br. Mus. 

1624b. DeUciae pastorum Arcadiae, 
h. e. Arcadische Hirten-Frewd, darinnen 
10 newe weltliche mit lustigen Amo- 
reusischen Textlein gezierte Pastorellen 
begriffen a 3 voc. ib. 1624. 3 Stb. 40. 
[B. Br. B. Hbg. Doubl. B. Wagener. 
Hannov: C. br. Mus. 

1627. Hagio-Deca-Melydrion h. e. 10 
geistl. Concertlein mit 1. 2. 3. u. 4 Stim. 
zusampt dem Bc. auff jetzo hin u. wieder 
gebraeuchliche italiänische Invention. Hbg. 
1627 Lor. Pfeiffer, Verl, des Aut. 4 Stb. 
[B. M: 2. u. 4. vox fehlt. B. Hbg. 4 Stb. 

1630 a. Monomachia h. e. concerti 
ecclesiastici binis vocibus c. Bc. Hbg. 1630. 
3 Stb. [B. Hbg., auch im Ms. B. D. 

1630 b. Ritornelloram quinis et senis 
vocibus. Hbg. 1630. 5 Stb. [B. Hbg. 

1631. Geistliches Brautlied zu Ehren 



Seile, Thomas. 



135 



Sellitfi. 



Vincent Nannen über den 45. Ps. mit 2 
bis 12 St. Hbg. 1G31. [B. Hbg. G Stb. 

1632. Einstim. Hochzeit -Concertlein 
ad Bc. . . dem Du. H. Rosenbomio, Buch- 
händler . . . compou. Hbg. 1632 Jac. 
Rebenlein. 2 Stb. 40. [Upsala: Bc. 

1634a. Coucertus binis voc. Hbg, 1634. 
[B. Hbg. kompl. 

1634 b. Deliciae juveniles bivocales. 
Hbg. 1634. [B. Hbg. kompl. 

1634 c. Monophouia harmonico . . . lat. 
una tantum voce human, ad Bc. Hbg. 

1634. [B. Hbg. kompl. 

1635 a. Amores musicalcs, zu 3 St. 
1. Tbl. Hbg. 1635. [B. Hbg. Hanuov. 

1635 b. Concentus musicus honori 
nupt. . . . Herrn Pincieri. Hbg. 1635. 
[B. Hbg. 

1635 c. Concertuum latino - sacroram 

2 et 4 voc. ad Bc. Hbg. 1635. [B. Hbg. 
kompl. 

1635d. Conceitus 3 vocales . . . Hbg. 

1635. [B. Hbg. kompl. 

1636. ilouophonetica . . . Hbg. 1636. 
[B. Hbg. kompJ. 

1637. 3 Hochzeitsgesänge 1. dem 
Herrn Hardens. 2. Herrn Jürgens. 3. 
Melch. Schumacher. Hbg. 1637. [B. Hbg. 

1639. Trostlied dem Herrn Crasio 
Pastori Exuli. Wittebg. 1639. [B. Hbg. 

1640. 2 Hochzeitslieder 1. des Herrn 
Langii. 2. Herrn Sal. Walter. Hbg. 1640. 
[B. Hbg. 

1641. Naenia manibus . . . J. Fabricius. 
5 voc. Hbg. 1641 Eebenlein. 6 Stb. 
[B. B. B. Hbg. 

1646. Concertuum lat.-sacrar. 2, 4 et 
5 voc. ad Bc. Lib. 1. Eostoch. 1646 
J. Eichel. 6 Stb. 9 Psalmen u. 1 Messe. 
[B.:Frkft. B. Hbg. Musikfr. Wieu. Kopen- 
hagen inkompl. Paris Nat. 

1649. Der 130. Psalm zu 5 Stim. 
Hbg. 1649 Eebenlein. [B. B. 6 Stb. 

1651a. Sabbathische Seelenlust, das 
ist: Lehr -Trost -Vermahnung- und War- 
nungsreiche Lieder . . . von Joh. Bist, 
Lünebg. Joh. u. Heiniich Stern. 8", mit 
Eist's Portr., 356 pag., 58 Lieder mit 
Melod. u. B. [Hofb. Wien. B. W. B. 
Kgsbg. B. Lpz. br. Mus. B. Br. 

1651b. Der LXV. Psalm Davids. Mit 

3 Vocal- und 2 Instrumental - Stimmen 
sampt zugehörigen! Bc. vor die Orgel . . . 
Hbg. 1651 Mich. Pfeiffer. 6 Stb. fol. 
[B. B. br. Mus. 

1652 a. 4 stim. Concertlein c. Bc. Hbg. 
1652 Eebenlein. 5 Stb. [B. B. 

1652b. Trauer - Gesang a. d. 57. Ps. 
mit 5 Stim. ib. 6 Stb. [B. ß. 



1653. Herrlicher göttlicher Trost mit 
8 St. ib. 1653. 9 Stb. [B. B. 

1655a. Neue musikalische Fest- An- 
dachten, bestehend m Lehr -Trost- Ver- 
mahnungs- und Warnungsreichen Liedern, 
über alle Evangelien und sonderbahre 
Texte . . . mit wohlgesetzten Melodyon 
können gespielet und gesmigen werden 
. . . von Joh. Bist. Lüneburg 1655 Joh. 
u. Heinr. Stern. 8''. 347 S. mit 52 Liedern 
mit B. [B. Kgsbg. B. Lpz. B. \V. br. 
Mus. 

1655 b. Motetta 6 voc. Hbg. 1655 
Pfeiffer. 7 Stb. [B. B. 

Mss. B. B. 18885. Part. Stück 2: Jube 
Domine k 2 cori c. foudam. 6 Bll. — Ms. 
W96: 5 geistl. Lieder f. 1 St. und B. 
W 102. 20 geistl. Lieder ebenso. 

Ms. 100 a. B. Hbg. 3 voll, in Tabulatur- 
Partit. 1. Concertuum latino sacrorum 
Lib. 1—4. — 2. 1. Tbl. teutscher geist- 
licher Coucei-ten; dito 2. u. 3. Tbl. 

Ms. B. Hbg. Tabulatur teutsch. geistl. 
Coucerten. Vol. 1 — 3. — Dieselben in 
Stimmen zu 2, 4 und 5 Stim. mit Bc. 
betitelt: Opera musica, auch: Concertuum 
latino-sacrorum. 

Ms. B. Hbg. 1 vol. enth. 1. Decla- 
ratio monochordi. — 2. Kui'ze Anleitg. 
zur Singekunst. 

Ms. B. Hbg. 26 Gelegenheitsgesänge 
von 1623 — 1655. Jede einzeln mit Titel. 

Ms. B. Hbg. Geistliche Gesänge mit 
4/5 St. 

Ms. B. Hbg. Pro capella fidicinia ad 
Musicophilum. 

Ms. B. Hbg. Chorus fidicinius etlichen 
Kirchen-Psalm, mit 3, 4, 5, 6 u. 7 St. 
u. Bc. 

Ms. B. Hbg. Contrapimctus simplex 
componirt in Hbg. 

In B. Kgsbg. eine Violinstim. zu einer 
Passio sec. Matthaeum. 

5 geistl. Lieder mit B. in P. Sohr's 
Musical. Vorschmack 16S0. 

4 geistl. L. im Winterfeld 2 '^Eitn. 2). 

Zahn dnxckt aus Eist's Liedern 22 Me- 
lodien ab, siebe 5, 417. 

Sellitti (Selitti, SelUte, Seletti 
u. a. Varianten), (xioseffo; Ger- 
ber 1 sagt, dass er in Eom geb. 
ist und 1733 seine erste Oper Ni- 
tocri daselbst zur Aufführung ge- 
langte. In der Hofb. Wien Ms. 
17 566 wird er Maestro di capella, 
Napolitano genannt. Da seine 
Werke in Deutscliland und Eng- 



Sellitti. 



136 



Selneccer. 



land mehrfach verbreitet sind, 
muss er sich wohl später in diesen 
beiden Ländern hauptsächlich auf- 
gehalten haben. Man kennt von 
ihm: 

Sesostri, re d'Egitto, Opera 1742. Ms. 
P. [Kremsmüüster. 

L'Orazio, an opera, composed, ,,nel 
Carnevale 1746". 3 voll, im Ms. P. qu4P. 
[R. C. of Mus. 

11 Cinese rimpatriato , Intermezzo in 
un'atto, repres. ä Paris 19/6 1753. Ms. 
P. [Paris Topera. 

Nitocri, Dramma per musica, 3 atti del 
Zeno. 3 voll. Ms. 20720. P. [B. B. 
Dresd. Mus. 3 voll. Ms. 800. 

Cantata „lo che terror del mondo" per 
Sopr. ed orch. In occasione delli Spon- 
sali tra L'ltlmi. Sig. Marchesi Gius. Mac- 
carani, e Maddalena Gabrielli. Ms. 134. 
P. [Cambridge FAV. 

Aria: Dammi sol l'estremo. Ms. 123. 
P. [B. B. 

1 Duetto ä 2 Sopr. und 1 Aria ä Sopr. 
Ms. 108 u. 756 c. ström. P. [Dresd. Mus. 

In Karlsruhe im Ms. 905: Aria: Se 
per me sentite amore ä Alto, 2 V. Vio- 
letta e Cemb. Stb. — Ms. 908 mit Silliti 
gez. Concerto a Fl. trav. 2 V. e B. in 
Stb. Gd. 3 Sätze: AUg., Aud. Em., Presto. 

In Schwerin F. befinden sich im Ms. 
4 Arien in P. u. Stb. von denen drei den 
Ort Capränica 1742 (röm. Pro\dnz) tragen, 
ferner 1 Siufonia a 2 V. Va. e B. u. im 
Druck: Sinfonie h 4 parties en 2 cors ad 
lib. Paris, Mr. Bayard. Stb. 

In Musikfr. Wien: Cantata a voce sola 
(Sopr. c. B.) Ms. P. 

Im br. Mus., Ms. 346, Samlwk. von 
Arien u. Duette. 

In Mailand Cons. 3 Arie per Sopr. c. 
Strom., die 3. von 1740. 

In Padua, Cap. Antouiana 2 Arien mit 
Instr. 

In Hofb. Wien, Ms. 17 566 P. qufol. 
8 Arie con ström. Nel Carnevale 1733 
(wahrscheinlich aus obiger Oper Nitocri). 

Sclmer, Heinrich Christoph, 

geb. 1725 zu Güstrow, gest. 1770 
zu Ludwigslust. Bildete sich zum 
Oboevirtuosen aus, trat in die Stre- 
litzer Hofkapello, dann 17-48 in 
die Berliner, darauf in die Schwe- 
riner, musste aber wegen Über- 
anstrengung die Musik aufgeben, 
wurde als Sekretär bei der Her- 



zogin von Mecklenbg.-Schwerin an- 
gestellt und erhielt den Titel Hof- 
rat (Gramer 1, 980. Gerber 1). 

Selneccer (Seleneccer), Niko- 
laus, geb. 6. Dez. 1528 zu Hers- 
bruck bei Nürnberg, gest. 24. Mai 
1592 zu Leipzig. Sohn eines 
Protouators, versah schon als zwölf- 
jähriger Knabe den Orgauisten- 
dienst in der Burgkapeile in Nürn- 
berg, kam 1549 nach Wittenberg, 
studierte Theologie und übernahm 
den seit Jahren unbesetzten Orga- 
nistenposten. In der 1581 er- 
schienenen Verteidigung gegen die 
Schmähschrift von Josua Lagus 
sagt er, dass er sich stets in wohl- 
habenden Verhältnissen befunden 
und sich als junger Mann nie um 
einen Dienst beworben habe (sie?). 
Als aber das Organistenamt in 
Wittenberg seit vielen Jahren un- 
besetzt gewesen sei, habe er sich 
auf Bitten seiner Freunde bewegen 
lassen dasselbe 1557 (sie?) zu 
übernehmen. Man habe aber einen 
Monat später Hennami Finck „von 
Hof aus" verschrieben. Dies 
scheiüt S. sehr gekränkt zu haben, 
so dass er auf Finck seinen ganzen 
Hass warf. Da Finck aber schon 
1554 dahin berufen wurde, so ist 
obige Jahreszahl falsch (siehe M, 
f. M. 11, 63/64 und Koch 2, 191). 
1554 wurde S. Magister, 1557 
Hofprediger und Prinzenerzieher 
in Dresden, muss aber 1561 als 
Philippist sein Amt verlassen und 
geht als Professor nach Jena, 1568 
von den Flacianern vertrieben, 
geht er als Professor und Supe- 
rintendent nach Leipzig, wird dann 
1570 Hofprediger, Konsistorialrat 
und Generalsuperintendent in 
Wolfenbüttel, legt den Grund zur 
Universität Helmstadt, geht 1574 
nach Lei]Dzig zurück, wird 1588 
durch die Kryptocalvinisten seiner 



Selneccer. 



137 



Selvaggi. 



Ämter entsetzt und des Landes 
verwiesen, darauf wird er Super- 
intendent in Hildesheira, nach 
dem Tode des Kurf. Christian von 
Sachsen aber in seine Ämter in 
Leipzig wieder eingesetzt. Man 
sieht aus obiger Biographie wie 
unsicher durch die Religions- 
streitigkeiten im 16. Jh. jede Lebens- 
stellung war und das gepriesene 
Jh. gar Manchem grofses Leid ge- 
bracht hat. S. war ein fruchtbarer 
Schriftsteller, Dichter geistlicher 
Lieder und Komponist derselben. 
Sein Tonsatz lässt den wohlgebil- 
deten Musiker erkennen. Er legt 
in den Choralscätzen die Melodie 
in die Oberstimme. Urteil im 
Winterfeld 1, 404. Zahn 5, 403. 
Yen seinen Werken sind nach- 
weisbar: 

Christliche Psalmen, Lieder, vnd 
Kirchengesenge, in welchen die christ- 
liche Lehre zusam gefasset vnd erkleret 
wird . . . Lpz. 1587 Joh. Beyer. 4". 
598 S. mit 4stim. Liedern. Selneccer's 
Tonsätze sind mit N. S. gez. Siehe 
Näheres bei Zahn 6, 74, der auch Ton- 
sätze und Melodien mitteilt. [Gotha. 
B.M. B. G. B.K. B. Zw. B. Frkft. 
B. B. br. Mus. 

Aufgenommen sind von seinen Ton- 
sätzen in den Hymnen von Clauderus, in 
Vopelius Gesgb. 1682, in Joh. Chr. Küh- 
nau's Choralgesge. 2. Tbl. In Joh. Geo. 
Ebeling's geistl. Andachten von Ger- 
hard 1667. 

In Praetorius (Mich.) 8. Teil der Musae 
Sioniae 1610 Nr. 273 mit Selneccer gez., 
im Text aber ist Joachimus Magdeburgus 
genannt. — In "Wolfg. Ammonius' Libri 
tres Odarura 1579 folgen am Ende des 
3. Buches Odeu von S. (siehe Bohn's 
Kat. S. 196, 1579). 

Im Winterfeld 1, Nr. 106, ein Tonsatz. 
3 in neuen Ausgaben (Eitner 2). 

Seiner. Drei Musiker dieses 
Namens standen in Braunschwei- 
gischen Diensten. Christoph ist 
1606 auf Urlaub, Daniel war um 
1614 auf Urlaub in dänischen 
Diensten u. wird in Braunschweig 
erwartet. Gabriel wird 1606 er- 



wähnt und beträgt sein Geh. 270 
Gld. (Chrysander 1, 150). Letzterer 
wird bereits 1584 vom Kurf. von 
Sachsen dem Kurf. von Brandenbg. 
empfohlen, bis dahin stand er in 
Sachs. Diensten (s. Staatsarchiv). 

Seiner (Sülner), Johannes, geb. 
um 1525 zu Neuburg i/d. Pfalz, 
gest. Ende Nov. 1583 zu Leubnitz 
b. Dresden; studierte zu Witten- 
berg Theologie (eingeschrieben den 
16. Juni 1550), versah die Kantor- 
stelle in Wittenberg und wurde 
1553 zum Kreuzkantorat in Dres- 
den berufen, führte aber das Amt 
nicht zur Zufriedenheit. Endlich 
sah er seinen Hauptwunsch einer 
geistlichen Stelle erfüllt, die er 
am Anfange 1560 als Pfarrer in 
Leubnitz b. Dresden erhielt. 1577 
uuterz. er die Coucordienformel. 

In einem alten Verzeichnis von Noten- 
bestäuden (Archiv des Landeskonsistoriums 
in Dresden und im Ratsarchiv) werden 
5 Bände Kompos. von S. angeführt (Vier- 
tel]. 10, 255). 

Selva, Griovanni Elia, Abbate; 

in der B. M. befinden sich 6 Trios für 
2 V. u. Vcl. im Ms. 

Selvaggi, Gaspare, geb. 13. Jan. 
1763 zu Neapel, gest. ebd. um 
1847. Florimo nennt ihn mehr- 
fach einen Dilettanten, ohne Nähe- 
res mitzuteilen. Fetis schreibt: Er 
genoss seine Erziehung im Priester- 
Seminar, machte unter Zingarelli 
Kompositions-Studien, dann unter 
Aless. Speranza. 1794 ging er 
nach Paris und gab Gesangs- und 
theoretischen Unterricht, publizierte 
auch 2 Sammlungen Romanzen bei 
Nadermann. Von hier ging er 
gegen 1811 nach London, kehrte 
aber nach 6 Monaten nach Neapel 
zurück, von der Königin Murat 
zum Vorleser ernannt, dabei er- 
füllte er auch wieder seine Pflich- 
ten als Priester und wurde Mit- 
glied der Akademie in der Ab- 



Selvaggio. 



138 



Senaille. 



teilung für Arclieologie. Seine 
literarischen Arbeiten bestehen 
aus einem philosophischen Werke, 
einer üebersetzung der Tragödien 
Eiiripides und einer theoretischen 
Musik-Abhandlung, betitelt : 

Trattato di armouia ordiuato con miovo 
metodo, e corredato di tavole a dicliiara- 
zione delle cose in esso esposte. Napoli 
1823 Eaff. Miianda. Auf dem Titel fehlt 
der Autorname. 8". 169 S. 33 Tafeln 
mit Musikbeisp. [Bologna. Brüssel. B. B. 
Mailand Cons. 

6 ßomances Italiens avec acc. de Pfte. 
Oll Harpe et V. oe. 4. Paris, Mlles. 
Erard. Part. [B. AVagener. 

Cavatina „Che fa il mio bene" per 
Sopr. c. Quartette. Ms. P. [Mailand Cons. 

Selvaggio, siehe Eusliii, Simon. 
Sembucci, Micliaele, 

ist in Beruh. Schmid's IL Orgelbucho 
von 1607 mit 1 Tonsatze vertreten. 

Semilli, Richard de, ein Trou- 
badour des 13. Jhs., von dem die 
Nationalb. zu Paris 14 Chansons 
besitzt. 

Seiniiiiati, Santino, bez. sich 
1619 u. 1620 als Organist an der 
Kathedrale zu Ceneda (bei Treviso). 
Er gab heraus: 

Compieta a 8 voci con il Bc. di . . . 
Yen. 1619 Vincenti. 9 Stb. 4«. [Bo- 
logna: A 1. B. 1. T. 2 Bc. 

Salmi in Coneerto facili et commodi 
da cautarsi a 6 voci con la parte grave 
contiuuata per l'organo di . . . Op. 3. 
Ven. 1620 ib. 7 Stb. 4^. [Bologna nur 
1 Stb. mit C bez., Abdr. der Dedic. Kat. 
2, 310. 

Seniler, Franz Xaver, geb 

8. März 1772 (zu Berlin?), gest. 
27. Febr. 1857 zu Berlin. Ein 
Bratschist, der zuerst in der Ka- 
pelle des Markgrafen von Schwedt 
diente, 1790 in die Kgl. Kapelle 
zu Berlin eintrat u. die Bratschen- 
stimme im Quartett König Friedr. 
Wilh. IL spielte. Seit 1802 trat 
er sogar in Konzerten als Bratschist 
auf. 1841 wurde er pensioniert 
und erreichte das hohe Alter von 
84 Jahren (Ledebur). 



Semmler, Christoph, geb. 2. 
Okt. 1669 zu Halle, starb ebd. um 
1740. Er gilt als der Erfinder 
eines Metronoms, der jedoch nicht 
praktisch verwertet wurde. In 
seiner Schrift: 

Jüdische Antiquitäten der hlg. Schrift, 
Halle 1708 in 12«, handelt das 15. und 
16. Ka|)itel über die Musik der Le\'iten, 
die Mizler in seiner Bibl. Bd. 2 p. 71 ab- 
druckte. — Im Conserv. zu Brüssel be- 
finden sich Cantaten zu 4 Stim. mit 2 V. 
Va. u. B. Ms. Stb. nur mit Semmler gez. 
1. Ein Kindelein so löbelich, mit 1729 
gez., nebst einem 2. variirenden Exem- 
plare. 2. Erstaunet ihr Himmel, s. a. 

Seiiaill6 (Senallio), Jean-Bap- 
tiste, gewöhnlich ohne Vornamen 
mit le ßs bez., geb. 23. Nov. 1687 
zu Paris, gest. ebd. 29. April 1730. 
Violinschüler von Queversin, einer 
der 24 Geiger der Kgl. Kapelle 
Louis XIV. Castil-Blaze S. 146 
bez. ihn als Haute-Contre de Vio- 
lon. Wurde darauf Vorsteher 
(prevOt) beim Tauzmeister Bonne- 
fons. ging dann zu seiner Vervoll- 
kommnung nach Italien und hielt 
sich längere Zeit in Modena auf. 
Valdrighi 12, 79 verz. ihn bis 
1719 als Violinisten in Modena. 
1719 kehrte er zurück und trat 
in den Dienst des Herzogs von 
Orleans (Fotis). Er bez. sich auf 
seinen Drucken mit „ordinaire de 
la musique du Roi". Man kennt 
von ihm: 

Senates ä V. seul avec la Bc. Paris 
chez l'auteur, Boivin, Foucault. fol. 

Liv. 1. 1710. 10 Sonaten 44 S. 
„ 2. 1712. 10 „ 51 S. 



3. 


1716. 


10 , 


47 S 


4. 


1721. 


10 , 


59 S 


5. 


1727. 


10 , 


53 S 



[B. B. Liv. 1—4. B. Wagener Liv. 1—5. 
Paris Nat. liv. 1. 2. Paris Arsenal 1. 2. 
Stadtb. Besauvon liv. 1. Hofb.Wien 1—4. 
Die Musikfr. Wien besitzen auch den 
Druck, doch sagt der Kat. nicht welcher 
liv., ebenso der Kat. des Cons. zu Paris. 
In B. Rostock liv. 1.— 4. Dresd. Mus. liv.2. 
In Maupetit's Menuets einige Nrn. mit 
Senalier gez. In Deldevez' neuer Ausg. 



Senal. 



139 



Senfl. 



(Eitner 2) 1 Sonate. In Moffat's Meister- 
schule (Simrock) 1 Fiece. 

Senal (Senel), ... ein Böhme, 
Virtuose auf der Nagel- oder Stift- 
liarmonika, lebte in Wien, begab 
sich um 1783 mit seinen beiden 
Nichten auf Konzertreisen und 
liefs sich in Ludwigsburg mit Trios 
hören (Gerber 1). 

Seiidel, . . . lebte an der Grenze 
des 18. Jhs. und zeigt Gerber 2 
eine Kantate: die Harmonie, im 

Ms. an. 

Ein Scndelius wird im Verz. der Musi- 
kalien der Kantoreigesellschaft zu Pirna 
vom Jahre 165-4 mit dem Werke Suspiria 
musicalia genannt. 

Seiieca, . . . 

Die B. K. Ms. fol. 61 besitzt in einer 
Sanilg. Tänze ein Bransle a 4, gez. mit 
le 20. Oct. 1668. Wahrscheinlich ist da- 
mit Aut. Senece gemeint. 

Senece (Sene(;'ai), Antoine Bau- 
derou Sieur de, geb. 13. Okt. 1643 
zu Ma^on, gest. 1. Jan. 1737. 1673 
wurde er Kammerdiener der Kö- 
nigin Marie -Therese, Frau Louis 
XIV., dann bei der Herzogin von 
Angouleme. Nach deren Tode zog 
er sich zurück. Fetis sagt nicht 
wohin. Er war als Dichter und 
Schriftsteller bekannt und hatte 
für Lully mehrere Texte geschrie- 
ben. Nach LuUy's Tode gab er 
anonym eine kleine Schrift heraus: 

Lettre de Clement Marot ä M. de ***, 
touchant ce qui s'est passe a Tarrivee de 
Jean-Baptiste de Lully aux Champs-Ely- 
sees. A Cologne 1688 P. Marteau. 12^ 
119 S. Beschreibung in Wockerlin's Kata- 
log. [C. P. Biüssel. 

— Neue Ausg. Lyon 1825. 8". 59 S. 
[B. B. Brüssel. 

Eine deutsche Uebersetzung in Mar- 
purg's bist. Beiträgen Bd. 3, S. 387 und 
im Auszuge in HiUer's wöchentl. Nach- 
richten 1767 S. 234, der auch den Namen 
des Verfassers bekannt giebt. 

Senel, . . . trat 1756 als Lauten- 
spieler in London auf (Pohl 2, 374). 
S6neschal, siehe Le Senesclial, 

Giles. 



Senf, H . . . C . . . L . . ., Pfarrer 
in Chursachseu Ende des 18. Jhs., 
schrieb für das Göttinger Musen- 
almanach Gedichte mit Melodien 
und gab dieselben dann gesammelt 
unter dem Titel heraus: Gedichte 
von Filidor mit Musik. Lpz. 1788. 
[B. Lpz. 

Senif, Johann, um 1621 Altist 
an der Hofkapelle in Halle. Scheidt 
widmet ihm u. a. seine Sammlung 
Paduanen. 

Senfl (Sennffl, Senfel, Senffei), 
Ludwig, der Schweizer, wie er 
sich unterschreibt, ist am Ende 
des 15. Jhs. in Zürich geboren 
und da ihn David Köler in seinen 
Psalmen am 1. Juni 1554 als 
einen noch Lebenden und Forster 
am 31. Jan. 1556 als Verstorbenen 
bez., so wird das Jahr 1555 als 
das Zutretfenste seines Heimganges 
sein. Er soll ein Schüler Isaac's 
gewesen sein, dessen Posten er 
nach Isaac's Abreise nach Florenz 
am Ksl. Hofe in Innsbruck 1515 
erhalten haben soll, er wird im 
Wiener Status des Hofgesindes 
1519 unter den Altisten verz. (La 
Mara 5). Als Ks. Karl V. 1520 auf 
den Thron kam, wurde S. mit einer 
Provision von 50 Gld. rhein. auf 
Engelhartszell angewiesen u. ent- 
lassen, gez. 19. Febr. 1520 in 
Augsburg. S. muss eine Zeitlang 
in Augsburg gelebt haben, denn 
er hatte das im Jahre 1520 er- 
schienene Samlwk. Liber selectarum 
cantionum (Eitner 1, 1520) auf 
Konrad Peutinger's Wunsch zu- 
sammengestellt und redigiert, wohl 
auch die Korrektur überwacht oder 
selbst gemacht. 1526 berief ihn 
der Herzog Wilhelm von Baiern 
an seinen Hof (wie die Quinque 
salutationes uns belehren). Seine 
Briefe unterz. er mit „Ludwig 
Sennffl fürstlicher Componist zu 



Senfl. 



140 



Senfl. 



München" (4. Bd. der Publikation, 
8°. S. 67. Die dort mitgeteilte 
Biogr. bedarf mannigfacher Yer- 
besserungen, doch die Briefe und 
Bibliographie sind beachtenswert. 
Nachschrift. Obige Biographie ist 
zum Teil überholt durch die in den 
bayerischen Denkmälern 3. Jahrg. 
von den Herren Dr. lliürUngs und 
Dr. Kroijer umfangreichen biogra- 
phischen Untersuchungen, die mir 
zu spät bekannt wurden, aber im 
Auszuge sich in den M. f. M. 1 903 
befinden. Der Biographie schliefst 
sich die Partitur der Magnificat 
octo tonorum 1537 an, denen 
sämtliche "Werke folgen sollen, 
Senffs geistliche Kompositionen 
sind noch ganz in der damals 
niederländischen strengen Satz- 
weise geschrieben und zeigen ihn 
als einen tüchtigen Kontrapunktiker 
von grofser Tiefe bei oft herber 
Ausdrucksweise, während er im 
deutschen mehrstimmigen Liede 
den Kontrapunktiker nicht ver- 
leugnet, doch aber sanftere Töne 
anschlägt. Mit ihm stirbt das alte 
deutsche Lied ans und wird von 
Ausländern verdrängt, erhebt sich 
aber durch Hassler in moderner 
Verjüngung. Senfl 's bekannte 
Druckwerke sind folgende: 

Varia carminum genera, quibus tum 
Horatius tum alii . . . Norimbg. 1534 Form- 
schneider. 4 Stb. qu40. 31 Nrn. Das 
Vor-wort an B. Schrenck übersetzt im 
Winterfeld 1. 169 ff. Abdruck der 4stim. 
Oden in P. in Viertelj. 3, 50 ff. fB. M. 

B. B: Media vox. Jena: Disc. Glasgow 
4 Stb. 

In den Hoffhaimer'schen Horaz. Oden 
von 1539 befinden sich am Ende auch 9 
von Senfl, in Viertelj. ib. S. 26 abgedruckt. 

Quinque salutationes D. N. Jesu Christi 
ex illustrissimi Priucipis et Domiui Wil- 
helm! . . . Noribg. 1526. fol. Wird von 

C. F. Becker p. 119 und Proske Musica 
divina IV. Vorwort erwähnt. Im Ms. 
ohne Jahr mit obigem Titel s. 1. et a be- 
sitzt es die B. M., Ms. 89 und die B. 



Brüssel im Ms. 1808, fds. Fetis, in einer 
Kopie in P. von Ferne, letztes Stück. Es 
enthält 5 Gesänge, siehe Maief s Hds. Kat. 
Im Kat. des C. P. ist es auch verz. ohne 
Angabe ob Druck oder Ms. 

Magnificat 8 toni (4/5 voc.) Noribg. 
1537 Formschneider. 4 Stb. qu40. [B.B. 
B. M. B. K. 4 Stb. defekt. Dresd. Drei- 
königskirche : C A. T. Hofb. Wien. 

Canon 4 voc. Einzeldruck, Bl. in fol. 
[B.M. 

In M. f. M. 24, 157 wird ein geduick- 
tes Chorbuch der Kgl. Landesb. in Wies- 
baden beschiieben auf dessen 2. Bl. Lu- 
douicus Senffl 1558 steht und darauf 1 
Messe folgt, nach dieser kommen noch 
6 andere Messen. Eine Druckfirma fehlt. 

Mss. in B. B. 20 740. Part, von neuerer 
Hd. Die sieben letzten Worte des Er- 
lösers am Kreutz, 9 Sätze zu 4 St. 

— Ms. Z 24. Chorb. von Soph. Pa- 
minger 1599 geschrieben enth. neben 
Isaac's Choralbuch: Addita quaedam von 
L. S. 

— Ms. Z 13. Chorb. des 16. Jh. fol. 
134: Missa sup. Psalm: Nisi dominus 4 
voc. — fol. 182: De profundis clamavi, 
c. 2. p. 5 voc. — fol. 196 : Nisi dominus, 
c. 2. p. 4 voc. 

— Ms. 147 in K. Magnific. 8 tonorum. 
Stb. Kopie. — Ms. 232 in K. 1. Discu- 
buit. 2. Beati omnes. 3. Usquequo, in 
Stb. — Ms. 233 in K: Canon, ciux 
ave. — Ms. Z 26, Orgelb. von Kleber 1520, 
fol. 149: Ich stund an einem morgen, f. 
Orgel bearbeitet. 

— Ms. W34 in P. 1. Veni sancte 
Spiritus 4 v. 2. Genuit puerpera regem 
5 V. 3. Ecce Maria genuit 4 v. 4. Na- 
tivitas tua Dei fili 4 v. — W 94 in P. 
3 deutsche weltliche Lieder 4 v. — AV 96 
in P. 4 deutsche weltl. u. 2 geistl. Lie- 
der 4—6 Stim. W 99 in P. Christ ist 
erstanden 6 voc. 

In Joh. Walther's Gesangbüchlein von 
1525, 5 Stb. am Ende augehängte hds. 
Gesänge von S. [B. B. 

Mss. in B. M. Ms. 9 Chorb. Missa 
domiuicalis 4 voc. Ms. 10 Chorb. Missa 
paschalis 5 voc, und in Part. Missa Sig- 
num crucis 4 voc. 1573 kopiei-t. Ms. 60 
Chorb. 4 Messen 4 voc. Aufserdem zahl- 
reiche Hymnen und Sequenzen, Messen- 
officien (Introit. Gradual. etc.), Motetten, 
Psalmodie. In Ms. 43 fol. 107 ein Salve 
regina 4 voc. in 8 part. wird als Auto- 
graph bezeichnet. Siehe Maier's Kat. der 
Hds. Einiges auch in moderner P., die 
im Kat. fehleu. 



Senfl. 



141 



Senger, . 



Mss. in B. Br. 5 lat. Gesänge. ,,Vita 
in ligno'' in 5 Teilen, bisher nur in 3 
Teilen bekannt in 4 Mss. vorhanden. 1. 
Da Jacob das Kleid ansach 5 voc. im 
Druck nur zu 4 Stirn. Ms. 10. 

Mss. in B. Proske. Missa paschalis, 
Part. Also heilig ist der tag 6 voc. Christ 
der ist erstanden u. a. t)er Kat. A IV. 
verz. 33 lat. u. deutsche Gesänge in alten 
Mss. — Im Cod. Pernner befinden sich: 
In Gotes namen faren wir 5 v. Maria 
zai't 4 V. Discubuit Jesus. Ecce Maria. 
boue Jesu. Pauge liugua und noch 
14 Gesänge. 

— In der Abtlg. Butsch, 5 Stb. qu40. 
von 1538 (Kat. 211) mit L. Senfel u. L. 
S. gez: 

Pater peccavi, in 3 Teile zu 4 u. .5 St. 
Da pacem 4 voc. Onines gentes c. 2. p. 
5 voc. Tota pulchra es in 3 Teil. 5 voc. 
Grates nunc, c. 2. p. 5 voc. Christe qui 
lux 4 voc. Sum tuus in vita 4 v. Sau- 
lus autem, c. 2. p. 5 voc. lllurainare 
Hierusalem 4 voc. Nescens mater 4 v. 
Media vita c. 2. p. 5 v. 

— Im Ms. 940 zwei Gesge. 

In B. Kassel, Ms. 4» 24, 4 Stb. von 
1535-1550, mit L. S. gez. Nr. 12 (De 
profundis), Nr. G3 (Omues gentes), Nr. 74 
(Ecce quam bonum), Nr. 94 (Usque quo). 

Mss. in B. Dresd. 4 lat. Mot. und 1 
Canon im Druck. 

Mss. in B. Zw.^ der gedr. Kat. verz. 
S. 296 43 lat. und deutsche Gesge. 

Mss. in Basel F. X. 1—4 enthält 38 
deutsche Lieder u. lat. Ge.sge. meist unter 
den Buchstaben L. S. In F. X. 5 — 9 
Nr. 27 De profundis clamavi c. 2. p. 5 voc. 

Hofb. Wien, Ms. 18810, 5 Stb. von c. 
1530: Alles regetz, 4 voc. fo. 3 a. — 3 
Carmen 4 voc. ohne Text, fo. 4. 5. 6. — 
Die priinleiu die da fliefsen 6 voc. fo. 45. 
— Es taget vor dem walde, 5 voc. — 
Im Tenor die Melodie zu: M. dein bin 
ich. — Helena desiderio plena, 5 voc. 
fo. 44 mit der Ueberschiift 28. Sept. 1533, 
im Tenor: Fortuna. — Jetzt schayden 
pringt mir schwer, 4 voc. fol. 10 = Ott 
1544, 74. — Ich stund an einem morgen 
5 voc. fo. 44, Tenor: Fortuna. — Ich sag 
und clag 4 voc. 3 Str. fo. 49. — Kain 
sach mir nye auff erden, 5 voc. 3 Str. 
fo. 40. — K. dein bin ich 5 voc. 3 Str. 
fo. 48 b 4 mal die Melodie mit anderen 
Texten bearbeitet. — Lust hab ich gehabt 
zur Musica, 4 voc. 12 Str. fo. 36, das 
Gedicht soll auch von S. sein, abgedr. in 
Cäcilia von Schott Bd. 25, 120. — M. 
dein bin ich, 5 voc. fo. 50 b u. fol. 51b. 



— Lamentatio 4 voc. fo. 4 b. — Nasci 
pati mori, 5 voc. Ten: Fortuna, im Disc. 
21. Sept. 33. Text vollst. — Ob glück 
hat ueyd, 4 voc. fo. 11. — Unseglich 
schmertz entfindt mein hertz, 4 v. 3 Str. 

— Virgo prudentissima, 5 voc. Ten: For- 
tuna, 5 voc. fo. 45 überschrieb. 1. Oct. 
1533. — Warhafftig mag ich sprechen 
wol, 4 v. 3 Str. fo. 47 = Ott 1.534 Nr. 83. 

— On allen schertz 4 voc. 3 Str. fo. 52. 

— Dem ewigen got, 4 voc. fo. 53 b. — 
AI brecht mii-s schwer und gros leid, 4 
voc. fo. 51b. — In lieb und freid, hab 
ich mein bescheid, 4 voc. fo. 55 b. — Ich 
armer man, 5 voc. fo. 56 a, in der 5 a. 
Ach Gott wem soll ichs klagen und Con- 
tratenor: Mein herz ist alles traurens vol. 

In der Universit.-ßibl. in München, 4 
Stb. im Ms., beschrieben in M. f. M. 32, 
Nr. 6, befinden sich 24 Lieder, siehe das 
Eegister in den Monatsheften. 

B. Brüssel fds. Felis Ms. 1810 Nr. 15. 
Ps. 50, 5 voc. Miserere. P. 

Ein Eätzelkauon mit Auflösung in M. 
f. M. 14, 94 und Verbesserung S. 190. 

Im Gothaer Cantionum ecclesiasticus 
lib. Ms. in gr. fol. eine Missa fol. 302. 

1 Tousatz in Gallus Dressler's Practica 
modoium 1561. 

Laudate Dominum 6stim. sechsfacher 
Kanon in Nicol. ßoggius' Musicae practi- 
cae 1566. — In' Dilliger 1622 c Non 
moriar 3stim. bearbeitet. 

In alten Samlwk. 189 deutsche Lieder 
und 76 lateinische Messen, Motetten u. a. 
(Eitner 1). 

In neuen Ausg. 94 Gesge. (Eitner 2). 
In Ambros' 5. Bd. Musikgesch. S. 385 bis 
403: Ave rosa sine spinis 5 v. c. 2. p. 

— Wol kumpt der Mai 4 voc. — Im 
Maien, im Maien (1534). — Ueber den 
GesaDg „Non moriar" M. f. M. 22, 64. 

Seiift, Luigi, 1795 Klarinettist 

am Kgl. Tiieater zu Florenz (Text- 

bucli zu Portoga llo 's Lo stratt- 

gemma. B. B.). Ob das folgende 

Werk von iliin ist, bleibt fraglich: 

Concerto in D f. Ciavier zu 4 Hd. mit 
2 V. Va. u. B. Ms. Stb. [Brüssel Cons., 
ohne Yoi'uameu. Ebenso in B. Schwe- 
rin F. unter Senfft, ohne Viola. Ms. Stb. 

— Gerber 1 verz. ihn 1780; im Breit- 
kopfschen Verz. ist er schon 1770 mit 
obigem Konz. angezeigt. 

Seliger, ... um 1779 Organist 
an St. Jakob in Prag, gab öfter 
Orgelkonzerte (Gjrowetz, Selbst- 



Senger, Job. Friedr. 



142 



Serafini. 



biogr. Ich vermute^ dass er da- 
mit Seegr meint). 

Senger (nicht Serger wie Forkel 
1, 133 schreibt), Joliaim Fried- 
rich, war um 1773 neben Fried- 
rich Seemann Hoforganist an der 
Hofkapelle in Stuttgart (Sittard 3, 
149). 



Senolier, 



ein französischer 



Komponist des 18. Jhs., der 

im Ms. 6208, einem Samlwk. der Kgl. 
Hausbibl. zu Berlin, mit einer Sonate 
„ä basse de Yiole avec accomp." vertreten 
ist (Basse de Viole ist die Gambe). 

Sens, Iml)ert, ein Virtuose auf 
dem Serpent in Paris um 1780, 
gab eine 

Nouvelle meÜiode, ou principes raison- 
nes du plain-chant, dans sa perfection, 
tires des Elemens de la musique, cont. 
aussi une Methode de Serpent . . . Paris 
1780 la veuve Ballard. l2o. 268 S. her- 
aus (Gerber 2). 

Seiiserre, siehe Sanserre. 
SensiHo, . . . 

In B. M., Ms. P. ein Ave regina 4 voc. 

Senter, . . . 

gab um 1783 zu Paris 6 Violinduos 
op. 1 heraus (Gerber 1). 1796 erschien 
op. 2, 6 Duette (Gerber 2). 

Seiiterre, Pierre, siehe Sanserre. 

Senus, Adrian, Praeceptor der 
Chorknaben an der Hofkapelle in 
Wien um 1543 (Köchel 1). 

Sepp, Pater lldephons(Alphons), 
geb. 6. Okt. 1653, gest. 13. März 
1713 im Kloster Mariaberg in Tirol, 
in welches er 1672 eintrat. Er 
wird als Komponist gerühmt (Kom- 
müller 1, 419). 

Sepp, Karl, diente in der kurf. 
Kapelle zuerst in Manniieira, dann 
von 1778 ab in München; einmal 
verz. ihn die Akten als Violinisten, 
dann wieder als Bratschisten. Auch 
als Sepp junior wird er schon 
1776 in Mannheim mit 220 Gld. 
Gehalt als 2. Violinist angeführt. 
1780 petitioniert er immer noch 
um Ersatz der Reisekosten von 



Mannheim nach München. Seinen 
Tod fand ich im Totenregister der 
Frauenkirche verz., doch wird das 
Datum den Begräbnistag bezeich- 
nen: 9. März 1798, 44 J. alt. Am 
26. wird er erst dem Kurf. ge- 
meldet. 

Williehn Sepp war auch kurf. Hof- 
mubilvus und starb nach dem Totenregister 
am 20. April 1791, 76 Jahr alt. Dem- 
nach wäre dies der Senior. 

Fr. Walter verz. Karl als Violinsten 
in Mannheim von 1771 — 78 und Wilhelm 
von 1747 ab als Violinisten und von 1759 
ab als Bratschisten bis 1778, womit Wal- 
ter's Darstellung abbricht. Demnach ist 
der Bratschist nicht Karl. 

Sepp (Seppi), Paul, Altist an 
der HofkapeLle in Dresden, Jässt 
1675 seine Familie aus Regens- 
burg nachkommen (s. Staatsarch.), 
nach Fürstenau 1, 93 — 98, der ihn 
Seppi nennt, diente er von 1666 
bis c. 1680 mit 600 Thlr. Gehalt. 

Die B. B. besitzt im Ms. 20600, P. 
Stück 3, ein Kyrie et Gloria 4 voc. c. 3 
instrum. et Bc. 8 Bll. aus dem 17. Jh. 
mit R. P. Sepp gez. Fraglich ob es von 
obigem ist. — In der Bibl. der kathol. 
Kirche in Dresden unter Paolo Seppi ein 
Beatus vir a 4 voc. a capella. 

Septiesme livre des chansons 
ä 4 parties, siehe Phalese 1560 d. 

Sepulveda, . . . 

ist durch Lautenpiecen in Valderavauo's 
Musis dicatum 1547 bekannt. 

Seracini, Claudio, zu Siena 
geb., gab 1624 heraus: 

Seste musiche, aus dem Burney 3, 528 
eine Passage für Gesang wegen ihrer Ge- 
schmacklosigkeit mitteilt. Wo das Werk 
selbst sich befindet ist mir nicht bekannt. 

Serafleo, siehe Nardö Benedetto 
Serafico di. 

Serafin, Antonio, war um 

1765 Priester und Bassist am S. 
Marco in Venedig (Caffi 2, 48). 

Serafini, Seraflno, da Salu- 
deccio, Kapellmeister am Dome zu 
Sinigaglia (Titel), gab heraus: 

Tl 1. IIb. delle Canzoni capricciose a 
4 voci . . . Ven. 1584 Ang. Gardan o. 
4 Stb. qu40. 21 Ganz. [B. D. 



Serafino. 



I 



143 



Serini, Giov. Batt. 



Seratino, siebe Cantone. 
Seraglio. irercole, aus Ferrara, 

ist im Samhvk. Viiiceuti's Giartlino de 
musici 1591 mit dem Gesänge Occlii vaghi 
5 voci vertreten. 

Serapliino, Francisco, Heraus- 
geber folgenden Samlwkes: 

Fior de Motetti e Canzone noui com- 
posti da diversi eccell. musici. S. 1. et a. 
(1526.) Stb.? 40. [Hofb. ^'ien: Sup. 
A. T. Fii'ma wahrscheinlich im fehlen- 
den Bass. 

Die 14 Nin. sind von Claude^ L'Heri- 
tier, Jo. Lebrung. Lanrus Patavus, Fr. 
Seraphin 2 und Verde! ot (siehe Eitner 1, 
1526c sine dato). 

Im Vatican, Ms. Cod. 5318 von einem 
Fra Serafino eine „Epistola musicae'^ 
Anfang des 16. Jhs. 

Florenz verz. im Kat: Serafino del 
Monte Beate: Candido . . . Tenore deUe 
Mascherate musicale. 

Im Domkapitel in Verona, Codex cart. 
16. Jh. Titel: Motetti, ein Veni sponsa, 
gez. mit Franc. Seraphin. 

Serassi, Griuseppe, geb. im Nov. 
1750 zu Bergamo, gest. um 1817 
ebd. Ein seiner Zeit berühmter 
Orgelbauer, über den Fetis genauer 
berichtet. Er gab folgende Schrif- 
ten heraus: 

Descrizioue ed osservazioni pel nuovo 
organo nella chiesa posto del SS. Croci- 
fisso dell'Anuunziata di Como. Como 
1808 Pasquale Ostinelü vicino al Liceo. 
12". 3 Bll. XI u. 33 S. [B. B. B. M. 
Bologna, Kat. 1. 147 Auszüge. Eiusiedeln. 

Sugli Organi, lettere a Gio. Simone 
Mayr, P. Bonfichi e C. Bigatti. Bergamo 
1816 nella stamp. Natali. 8". 75 S. [Bo- 
logna. Angebunden: Catalogo degli orgtuii 
fabbricati da 'Serassi di Bergamo, 20 S. 
Mailand Cons. 

Pougin berichtet über einen älteren 
Gitis. Serassi, il vecchio genannt, der 
1694 geb. und 1760 starb und sich als 
Orgelbauer auszeichnete , wahi-scheinlich 
ist es der Vater des obigen, da er in 
Bergamo lebte, wo obiger geb. ist. 

Ferner über einen Oiovanni Battista 
Serassi, Sohn des S. vecchio, geb. 9. Mai 
1727 zu Bergamo, gest. 13. Mai 1808 ebd. 
Ein Geistlicher imd Ordensbruder, der 
sich nicht nur als Orgelvirtuose auszeich- 
nete, sondern auch als Komponist von 
einer Anzahl Sonaten und Vokalwerken. 
Auch eine Schwester erwähnt er, Maria 



Catarina^ die eine ausgezeichnete Sänge- 
rin war, doch schon mit 33 Jahren 1756 
starb. 

Seratelli, ... vor 1771 Kapell- 
meister beim Herzoge in Venedig 
(das ist der Doge). 

Serces, James, Vikar zu Applebj, 
schwor am 25/7 1737 als Sänger 
an der Kgl. französischen Kapelle 
im St. James Palast zu London, 
als Naclif olger des verstorbenen 
Philipp Menard (Rimbault 52 u. 
232). 

Sere, siehe Serr6, Jean. 

Sergeant, Pierre, 1563 Bassist 
an der Kirche St. Martin zu Ypres 
(Straeten 2, 25-4). 

Serger, s. Senger, Job. Friedr. 

Sergiers, Paul. 

Der Katalog der Kirchenbibl. von St. 
Walburge zu Audenarde verz. von „Ser- 
giers" 1 Mot. f. 1 St. u. 3 Insu-. Er war 
nach Straeten 1, 223 um 1716 Sänger- 
meister au der Kathedrale zu Antwerpen. 
Im 3. Bde. S. 6 verz. er ihn von 1715 
bis c. 1718. 

Sergius, Martin, Tauch[a bei 
Leipzig? als Geburtsort]. 

Ist bekannt durch einen Gelegenheits- 
gesang der 21 Leipziger Männern gewid- 
met ist, betitelt: Harmonia ex Syr. 6. In 
honorem humaniss. nee non doctiss. viro- 
rum-juvenum (folgen die 21 Namen) cum 
iis in celeberr. Academia Lipsiensi Magi- 
steiii dignitas 30. Jan. ab inclytä facult. 
philosoph. ritu solenni decerneretur . . . 
Lips. 1617 haered. Valentini. 16 Bll. 4". 
A juventute tua elige doctriuam 8 voc. 
[B. Zw. 

Serigsclie Buchhandlung in Leip- 
zig, gab die Samlg. heraus: 

Auswahl deutscher Lieder mit ein- und 
mehrstimmigen Weisen. 9. verbesserte 
Auflage. Lpz. s. a. 12«. 608 S. [B. 
Wageuer. 

Serini, triovanni Battista, aus 

Cremona, wie ihn Haffner bez. 
Wahrscheinlich ist er derselbe, 
den Bitter 2, 132 als Komponisten 
am Schaumburg- Lippe'schen Hofe 
verz. mit 480 Thlr. Gehalt, der am 
14. April 1756 entlassen wurde. 
Auf dem Ms. 137 der B. B. wird 



Seiini, Giuseffo. 



144 



Sermisy. 



er mit ,.Music. di Camera a Bücke- 
burgo" bez. Man kennt von ihm 
nur einige Sonaten für Klavier, 
die in Haffner's Raccolta Bd. 2 
u. 4 sich befinden. In obigem 
Ms. 137 der B. B. stehen p. 12 u. 
16 eine Sonata 4 a et Sonata 5 a 
per il Cembalo. 

Serini, Oiuseffo, lebte ein Jahr- 
hundert früher als der obige und 
soll nach Gerber 2 und Fetis auch 
in Cremona geb. sein. In Wien 
wurde 1680 das Oratorium „II 
genio deluso, Oratorio per St. Omo- 
bono", Text von Eumaschi auf- 
geführt, P. im Ms. in Hofb. Wien. 
Fetis erwähnt das zu Venedig ge- 
druckte Textbuch von 1680. 

Der Kat. der Hofb. Wien verz. aber 
unter Ms. 17 908 nur eine Serenate: Jl 
concerto de dei e delle Muse, 8. Settemb. 
1685. — Die B. B. besitzt im Ms. W 56 
Nr. 795, Motette: Sum in medio, ä Sopr. 
c. 2 V. Va. e B. P. — Im Samlwk. C J. 
Latrobe's, London 1806, 6 voll., befindet 
sich dieselbe Motette und die Arie: 
fallaces. 

Sermer, siehe Ceruier. 

Sennes, Franyois, le Sieure de, 
Mersenne's Beiname. 

Sermisy, Claude (Claudin, 
Claudio), nur selten mit dem Zu- 
namen versehen, doch ist unter 
Claude, Claudin in der ersten 
Hälfte des 16. Jh. nie ein anderer 
als der obige gemeint. Die älteste 
Nachricht über ihn erfahren wir 
durch das Begräbnis König 
Louis XII. von Frankreich, wo er 
1514/1515 unter den Sängern der 
Kgl. Kapelle genannt wird und 
zwar auch nur mit Claudin (Thoi- 
nan 91). Fetis berichtet über fol- 
gende Aktenstücke, die er schon 
früher in der Revue musicale XII, 
1832 veröffentlichte: 1532 wird er 
als ünterkapellmeister genannt — 
auch auf dem Drucke von 1542 
heilst es noch: „regii sacelli sub- 



magister". Er hatte auch die 6 
Knabensänger in Verpflegung und 
Unterricht und bezog einen Geh. 
von 1080 livres. Unter König 
Heinrich II, 1547, wurde er erster 
Kapellmeister. Die verschiedenen 
Titel auf Drucken seiner Werke 
lauten: 1549 Regis Galliarum Sa- 
celli Magister. 1556, regii Sym- 
phoniacorum ordinis praefectus et 
in regali parisiensis palatij Sacel- 
lus Canonicus. Herr Michel Brenet 
fand in den Akten der Ste. Cha- 
pelle zu Paris folgende Eintra- 
gungen: 1508 Kleriker u. Sänger 
a/d. Ste. Chapelle. Vor 1515 an 
der Kgl. Kapelle. Am 20. Sept. 
1533 wurde er Kanonikus an der- 
selben St. Kapelle und Unterkapell- 
meister an der Kgl. Kapelle. Er 
starb zu Paris 1562. Seine nach- 
weisbaren Werke sind folgende: 

Nova et piima niotettorum editio 6. 
5. 4. et 3 voc. Cum iudice XXVIII 
Motectorum. lib. 1. 2. 3. Paris 1542 
Attaignant et Juillet. 4 Stb. qu4''. [Cap. 
Sistina in Rom. Hofb. Wien. 

Missa cum 4 vocibus, ad imitationem 
moduli „Ab initio", condita . . . Parisiis 
25. Apr. 1556 Nie. du Chemin. Chorb. 
gr. fol. [B. Kgsbg. Bologna. Eiusiedeln. 

Missa 0. 4 voc. . . . „Voulant honneur", 
condita. Paris 1556, 9. Maji. Ib. Chorb. 
gr. fol. [ib. u. Hofb. Wien. 

Missa c. 4 voc. . . „Tota pulchra es", 
condita. Pails 1556, 22. Maij. Ib. Chorb. 
gr. fol. [ib. und Wien. 

Missa 0. 5 voc. . . „Quare fremerunt 
gentes", condita. Paris 1556. Ib. Chorb. 
gr. fol. [ib. ohne Hofb. Wien. 

Missae tres Claudio de Sermisy Regij 
Sacelli Magistro, praestantissimo Musico 
Auetore . . . cum 4 vocibus ... IX Lectio- 
num fol. 2. Philomeua praevia fol. 13. 
Domini est terra fol. 23. Lutetiae 1558 
apud Adrianum le Roy et Rob. Ballard. 
Chorb. gr. fol. [B. B. B. Kgsbg. Kra- 
kau. San Pietro in Rom. Modena. Ein- 
siedeln von 1568? 

— Ibidem 1583. Chorb. gr. fol. [B. B. 

Missa 4 voc. . . . Plurimoium modulo- 
i-um. Lutetiae 1558 Le Roy et R. Bal- 
lard. Chorb. gr. fol. [besafs 1825 der 
Hofprediger Hauber in München. 



Sermisy. 



145 



Serra, Paolo. 



Die Samlwke., auf deren Titel er ge- 
nannt ist, siehe Eitner 1: 1532, 1534a, 
1540 b, 1557 c und 1558. 

In Sauilwk. ist er überhaupt mit 208 
Gesg. vert]-eten (Eitner 1). Aufserdem 
noch in Granjon's Trophee liv. 2., 1559 
jnit 1 Chanson. In Scotto's 3. lib. delle 
Muse ä 3 V. 1562: On en dire ce qu'on. 
— Eine Motette in Scotto's 1. lib. de' 
Motetti 5 voci 1549. In Gardane's 1549 a 
2 Motetten. 

In Mss. in B. M. Ms. 69 Chorb. fol. 1 : 
Inclina Dne. aurera 8 voc. — Ms. 92 
Chorb. f. 28: Cougratulamini mihi oranes 
4 V. u. eine defekte in Ms. 132. Chan- 
sons sind in Ms. 202 drei Ch. Ms. 204 
sieben Ch. Ms. 205 zwei fragliche. Ms. 
207 elf Chans. — Magnific. 8 toni 4 voc. 
in P. 

In B. Proske, 5 Stb. von 1538 mehrere 
Gesänge. 

In Cap. sistina Cod. 155: Missa sup. 
Domiüi est terra 4 v. — Cod. 17: Missa 
Philomene praevia 4 v. — Cod. 76: Do- 
mini est terra 4 v. 

In B. Cambrai von 1542 Ms. 124 
Nr. 21 : Viens tost despiteux 4 voix. 
Amour passion increable. Jamais un 
coeur qui d'amour. Les yeulx bandes de 
trite cognoisauce 4 voix und ein Motette 
Nisi Dnus. aedificavit. 

In B. Kassel Ms. 4". 24 von 1550 in 
4 Stb. Nr. 41 : Dens in adjutorium nieum. 
In B. B. in neuerer P. W 87 u. 97 
drei Chans. Langiür me fais. Dont vient 
cela belle. 11 me souffit 4 voix. Alle 
in neuer Ausg. von Commer. 

In B. Dresden, Ms. B 1270, 5: Laudate 
dnum. 6 voc. 

Im Domkajntel in Verona, Cod. cart. 
16. Jh. betitelt: Motetti. Unter Claudius 
ein Aspice dnus. und Si bona suscepimus. 
In B. Modena, Chorb. des 16. Jhs. zu 
4_5 Stirn. 1 Missa. In Bologna, Kat. 2, 
342, Samlwk. im Ms. Nr. 15: Impetum 
iuimicorum 4 voc. 

In neuen Ausg. 3 Gesge. (Eitner 2). 
In Expert's Maitres musiciens, Paris, 
Leduc, Samlwk. 1529 mit 11 Chansons 
(M. f. M. 30, 9). In PnbUkation Bd. 23 : 
3 vierstim. Chans, auf Seite 54—56 in P. 

Serpeiit, 

Tablature ou gamme fac. p. apprendre 
ä jouer du Serpent. Paris, Boyer. 18. Jh. 
[B. B.] Vielleicht die Schule von Imbert 

Sens. 

Serperio (Serpieri), Fraucesco, 

gab heraus: 

Fr. . Serperii Romani Missa et Vesper- 

Kob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



tinum officium dominicale 4 vocib. concin. 
c. B. ad org. Romae 1631 Roblettus. 
5 Stb. 4". [Bologna fehl. C T. Abdr. 
der Dedic. Kat. 2, 139. 
Serpilla e Baiocco, 

overo il marito giocatore e lu moglie 
Bacchettona, Intermezzi coraici musicali, 
da rappres. in Brusselle nell'opera di 
Lucio Papirio il 1728. Ms. in fol. ohne 
Autor. [Brüssel Cons. Kat. 2372 mit aus- 
führlicher Beschreibung. 

Serra, Antonio; der Kapell- 
meister Ignazio Donalo zu Ferrara 
widmete ihm 1618 seine Concerti 
ecclesiastici. Er war ein Schüler 
desselben und nahm 1625 in eine 
spcätere Auflage obigen Werkes 
die Motette: maguum misterium 
a voce sola von ihm auf. 

Serra, Michel Angelo, aus 
Mantua, ein Priester. Fctis bez. 
ihn als Kapellmeister a/d. Kirche 
del Yado zu Ferrara. In seinen 
Drucken wird er 1618 mit „Ca- 
nonicus regulari D. Salvatoris beim 
Erzbischofe Petrus Aldobrandini in 
Ravenna" als Kapellmeister bez. 
Auch 1628 bez. er sich ebenso. 
Er gab heraus: 

Missae 4 voc. item Missa pro defunct. 
Clenientis non Papae. Antverp. 1608 
Phalesius. 4 Messen. [B. Habeii inkompl., 
Titel fehlt. 

Missae quattuor vocibus decantandae 
una cum B. pro org. Auetore D . . . 
Lib. 2. Ven. 1615 A'incentius. 5 Stb. 
4^^. 4 Messen, 1 Te Deum. [Bologna 
fehlt Bc. 

Gli Alleluja in contrapunto ä 4 voc. 
co'Bc. Ven. 1628 '^incentius. [B. Habeii 
inkompl. 

In Phalese's Corona sacra 1626 ein 
Gesg. unter Michaelis Serra. 

In Bologna, Ms. Samlbd. in 8». 4 Psal- 
men zu 8 Stim., mit Sarra gez. 

Serra, Don Paolo, da Novi, 
sein Geburtsort, deren es aber 
fünf Orte giebt. Er war 1753 
überzähliger Sänger an der päpstl. 
Kapelle (Kat. 1, 258 von Bologna) 
und ist bekannt durch: 

Introduzione armonica sopra la nuova 
Serie de'suoni modulati oggidi e modo di 

10 



Serranus. 



146 



Serta, Johann. 



rettamente, e piü facilnieute intuonaria 
di . . . Roma 1768 nella stainp. di S. 
Michele a Ripa, per il Giunchi erede del 
Bizzarrini. 4". 230 S. Kapitelanzeige 1. c. 
[ßoloo-na. Brässel. 

Serranus. Johann Baptist, aus 

Onoltzbach in Franken (Ansbach), 
lebte um 1565 und ist bekannt 
durch 

Das chiistlich. Kinderlied D. Maii. Lu- 
theri: Erhalt vns Herr etc. Itziger zeit 
nütz vnd nötig zu singen. In 6 Stim. ge- 
setzt, vnd gedr. zu Witteberg. 1565. 
6 Stb. r|u4°. 2 Gesge. von Serranus und 
1 von Andr. Schwartz Francus. [B. B. 
B. Br. fehlt T 2. Brieg, zum Teil auch 
im Ms. 10 Nr. 18, 2—5. Proske. 

In ß. Rostock eine Ausg. von 1568 (?). 
Siehe Joh. Walther. 

Cautio Epithalamii, in nuptiis . . . Joan. 
Leopoldi Cygoaei et virg. Helenae Eberi 
. . . Witeberg. 1566. 5 Stb. ä 4 BU. mit 
1 Gesg. in 2 Teü. von Serran. u. 1 von 
Hertfelder. [Biieg. 

In B. Bohn in Breslau ein Epithalaraion 
(Dextera jam dextera). Witebg. 1567. 
4 StbU. riu4o. 

In B. Br. im Ms. 2 deutsche geistl. 
Lieder: Erhalt uns Herr b. d. Wort. Herr 
Gott, himml. Vater. Beide aus Das christl. 
Kinderlied. 

1 Bl. in gr. fol. Das Gebet Josaphat: 
II. Paral. XX. Wenn wir in höchsten 
nöten sein, 7 Stroph. f. 5 Stim. Paulus 
Eberus fac. 1566 . . . Witebergae 1567 
Joh. Schwertel. [B. B. in 6 StbU. B. Br. 
in gr. fol. 

Serrati, . . . aus Castiglione, war 
um 1627 Kanonikus und ist 

in Marco Ghirlandi's Madrigaletti mit 
einem Gesauge vei"treten (siehe Vogel 1, 
290). 

Serre, Jacques la, s. Laserre. 

Serre, Jean, de Rieux, sein 
Geburtsort in der Haute -Garonne, 
gegen Ende des 17. Jhs. Er 
schrieb das Gedicht: 

Les Dons des enfans de Latone. La 
masique, et la chasse du cerf Poemes 
dedios au Roy. Paris 17.34 P. Prault. 8». 
330 S. u. 32 S. mit einem Verz. von 
Opern von 1645 bis 1733. [Brüssel. Bo- 
logna. Bibl. des Herrn Scheurleer eine 
Ausg. von La Haye 1737. 12^*. Näheres 
bei Fetis. 

Serre, Jean-Adam, Maler und 
Musiker zu Genf, geb. um 1704 



daselbst, lebte um 1751 zu Paris 
und kehrte später wieder nach 
Genf zurück. Er beteiligte sich 
lebhaft an den damals musik-theo- 
retischen und akustischen Fragen 
und schrieb aufser einigen Artikeln 
in Zeitschriften: 

1. Essais sur les principes de l'har- 
monie, oü l'on traite de la theorie de 
rharmonie en general, des droits respectifs 
de i'harmonie et de la melodie, de la 
hasse fondaraentale, et de Torigine du 
mode mineur. Par Mr. Serre. Paris, 
Prault fils 1753. S". 159 S. [Brüssel. 
Bologna. B. B. B. Dresden. Musikfr. 
Wien. br. Mus. Glasgow. 

Einige Exemplare tragen nach Fetis 
den Druckort „Geneve". (Ist wohl eine 
Verwechselung mit dem nächsten Drucke.) 

2. Observations sur les principes de 
I'harmonie, occasionnees par quelques 
ecrits modernes sur ce sujet, et paili- 
culierement par larticle fondamental de 
M. d'Alembert dans TEncyclopedie , le 
traite de theorie musicale de M. Tartini, 
et le Guide harmonique de M. Oeminiani. 
Par J. A. Serre. Geneve, H. A. Gosse 
et J. Gosse 1763. 8". 206 S. [Brüssel. 
Stadtbibl. Genf. B. B. B.Dresden, br. 
Mus. Bologna. Glasgow. 

Eine Beurteilung nebst Auszügen in 
Hiiler's wöchentl. Nachricht 1767 S. 49 ff. 

Fetis weist noch auf verschiedene 
bibliogr. Irrtümer hin, die in früheren 
Biogr. begangen sind. 

Im Mercure de France 1742 p. 160 
befindet sich noch der Artikel : Reflexions 
sur la supposition d'un troisieme mode 
en musique. 

Ein il/. Serre ist in Stef. Bernardi IL 
Missae quinque 1619 mit einer Messe 
vertreten. 

Serta, (xiovanni Oitro, 

bekannt durch Coucerto ä 5. Violino 
princip., 2 V. Va. et Cembahle dy (!) Mons. . 
per scbripficirt (?) P. F. E. Fick. Ms. 
Stb. [Schwerin F. 

Serta, Johann, von 1710 bis 
1729 Violinist und Lehrer am 
Domstift zu Salzburg, später wird 
er Konzertmeister betitelt (Pere- 
grinus 93. 169). 

Von einem Serta befindet sich in 
einem Ms. der Studienbibl. zu Salburg 
ein Samlwk., betitelt: „Musica. Partieen 
pro liutho, Violino, Basso ... 45 Piecen 



Sertorij. 



147 



Sessi. 



auf 53 Ell. in fol. Wahrscheinlich rührt 
dasselbe von obigem her. 

Sertorij, siehe Sartorio, Ant. 
SerTÜlas (Servillias), s. Hörault. 

Seryilliers, de, nennt sich 
einen Liebhaber und gab 1780 zu 
Paris 6 Arien mit Guitarre heraus 
(Magazin). 

Serviu (Servinus), Jeau, geb. 
zu Orleans gegen 1530, lebte um 
1572 in Lyon, wie Fetis sagt. Er 
schliefst dies aus dem Verlagsorte 
seiner Werke. Man kennt von ihm 

Les Cent ciur^uante Pseauuies de David, 
composez ä 3 pai-ties, dont l'une est le 
chant conimnn, separez par cinquantaines, 
ä la fin desquelles, y a prieres devant et 
apres le repas, imprimes en 3 volumes et 
mis en musique par J. Seiiiyu, pour ser- 
vir ä la gloire de Dieu. Orleans 1565 
Loys Eabier. 3 Hefte zu je 50 Psalmen, 
doch nur 1 Stb. vorhanden, "welches ist 
nicht gesagt, besafs 1871 Herr Lutteroth 
(siehe M. f. M. 3, 195). 

Psalini Davidis ä G. Buchanauo versi- 
bus expressi nunc primum modulis 4. 5. 
6. 7 et 8 voc. . . Lugduni 1579 Carolus 
Pesnot. 5 Stb. qui^. [B. M. 

Premier (Second) livre de Chansons 
a 4, 5, ö, 7 et 8 parties, par Jean Ser- 
vin. Lyon 1578 Pesnot. 4 Stb. qu4<'. 
[B. K. B. M. 

Meslange de Chansons nouvelles ii 4 part. 
par . . . Lyon 1578 Pesnot. 4 Stb. qu4''. 
[B. E. B. M. 

In B. M, Ms. 132, 5 Stb. defekt, 4 Mo- 
tetten zu 6 — 8 Stim. 

Seryj, siehe Antonio und Oia- 

como de Servj. 

Sese y Beitran, D. BLasio, geb. 
um 1636 zu Saragossa, wurde Or- 
ganist bei den Karmelitern in 
Madrid. Er soll Orgelkomposi- 
tionen hinterlassen haben. Ueber 
die spanischen Bibliotheken, die 
aufserordentlich reichhaltig sein 
sollen, ist man aber noch gar nicht 
unterrichtet. Bisher scheiterten 
alle Versuche, dieselben zu kata- 
logisieren, an dem AViderstande 
der Bibliotheksvorstände, die durch- 
aus keinen Einblick in die Bibl. 



gestatteten. Sie mögen wohl ihren 
Grund haben. 

Sese, Don Juan, Organist an 
der Kgl. Kapelle zu Madrid im 
18. Jh. Fetis zeigt von ihm an: 

Verses de organo para el cantico del 
Magnificat y demos Psalmos de la Iglesia. 
Madrid 1774 Miguel Copin. — Six fugues 
pour l'orgue ou le pfte. Ib. 1774. 

Sess, . . . war um 1789 Vio- 
linist an der Hofkapelle in Mün- 
chen (Kreisarch.). 

Sessa d'Aranda, ein italienischer 
Mönch, wie Fetis sagt, dem Prae- 
torius in Syntagma 3, 243 grofses 
Lob spendet. Mau kennt von ihm 
nur eine einzige Samlg. Madrigale 
in 4 Auflagen: 

Canto I Del Sessa d'Aranda. II 1. libro 
de Madr. a 4 v. Nouam. composti & dati 
in luce. Lib. 1. Yen. appr. li figliuoli 
di Ant. Gardauo 1571. 4 Stb. in 4». 
24 Nrn. Dedic. an Don Pompeo della 
Noia, gez. v. Komp. o. Dat. p. 22,23 zwei 
Madr. von Cedraro^ der sich nennt: „Dis- 
cipolo del Sessa." [B. M. E. C. of Mus. 

— ib. 1583. 4 Stb. [B. D. Kathedr. 
in Pistoja. Register in der Bibliogr. der 
Samlwk. 1583 g. 

— Elmstadt 1605. 4 Stb. 26 Nrn. 
mit 1 Weelkes. [Proske. 

— Elmstadt 1619 Luzius. Ebenso. 
[B. L: C. 

2 Madrig. 4 voc. in Samlwken. 15901 
imd 1641. 

Sessa, Donna Claudia. 

Im Samlwk. Patto's: Canoro piauto 
1613 befinden sich die Gesge: Occhi io 
vissi di voi und Vattene pur lasciva, 
1 voc. c. B. 

Sessa, Giovanni Battista, ein 

Buchdrucker um 1495 zu Venedig, 
gab heraus: 

Tractatus musices. Am Ende: Explicit 
musices non inutile compendium: ad 
Saluatoris honorem piimorumq. Impres- 
sum Yenetiis per ... 4", 8 Bll. [br. 
Mus. Bologna (Kat. 1, 262 Beschreibg.). 

Sessi, Marianne, verehelichte 
Freiin ron Xaforp^ geb. um 1771 
zu Bom, gest. 10. März 1847 zu 
Wien, 76 Jahr alt. 

Eine berühmte Sängerin, die auch 
Einiges komponierte. Fetis fülnt 3 Drucke 

10* 



Sesth alier. 



148 



Severi. 



an, bekannt ist mir ni;r ein Gesang für 

1 Singstimnie mit Klavierbegitg. in der 
B. der Musitfr. Wien. 

Sestlialier, . . . wurde um 1526 
am Dome zu Salzburg als Organist 
angestellt (Peregrinus 37). 

Sesti, Viiieenzo. 

Die Kgl. Musikal.-Samlg. in Dresden 
besitzt von iJim: Robert u. Klaerchen. 
Ballade von Tiedge, mit Pfte. Braun- 
sch-n-eig, Mus. Comptoir. riufol. 

Scstiiii, Francesco, aus Bib- 
biena (Toscana), diente um 1608 
als Musiker am Hofe zu Florenz. 
Brief von Gagliano vom 12. Aug. 
160S (Viertelj. 5, 554). 

Setia, Marco de, Contraltist 
um 1468 am St. Peter in Rom 
(Viertelj. 3, 237). 

Settiaiii, Carlo, aus Neapel. 

In Padua, Cap. Antoniana, eine Motette 
religioso per B. con orcli. im Ms. 

Settimia, Signor. 

In einer Samlg. Arie e Madrigali in 
Bologna im Ms. (Kat. 3, 24) befindet sich 
ein Gesang. 

Setzkorn, . . . Virtuose auf der 
Laute, giebt mit Enderle, einem 
Violin -Virtuosen, in Frankf. a/M. 
am 16. und 23. Mai 1749 Kon- 
zerte (Israel 36. 42). 

Seiiberlich, Daniel, pseudonjm 
für Fr. ISHcolai^ der den feinen 
Almanach 1777 herausgab. 

Seiibert, Johann Friedrich, 
ein A'iolinist um 1773 an der Hof- 
kapelle in Stuttgart. Forkel 1, 134 
verz. ihn nocii 1781 (Sittard 3, 148). 

Seuche, . . . ein süddeutscher 

unbekannter Komponist, von dem 

sich 

im Ms. P. in Göttweih viele Messen 
und in Klosterneuburg 3 Messen und 

2 Litaneien befinden. 

Senfs, Zacharias, um 1594 
Violist am VTeimarer Hofe (M. f. 
M. 29, 140). 

Sentier, Simon, 

ein Lautenist, der in Phaleso's Hortus 
Musarum 1552 mit 5 Fantasien ver- 
treten ist. 



Sevelinges, Charles-Louis de, 

Chevalier de St.-Louis, geb. um 
1768 zu Amiens, widmete sich 
der Militärkarriere, floh beim Aus- 
bruch der Revolution und kehrte 
erst 1802 zurück. 

AVähreud der Zeit hatte er sich der 
Literatur zugewendet, schrieb Zeitungs- 
artikel, auch Brochüren das Theater be- 
treffend und eine kleine Biographie über 
Mozart. Auch an Michaud's Biogr. uni- 
verselle war er beteiligt (Näheres bei 
Fetis). In Fetis' Bibl., B. Brüssel, Nr. 
3839 die Schiift: Le rideau leve, ou petite 
revue des grands theatres (anonym). Paris 
1818 Maradan. B«. 

Severdonck , Henricus , ein 

Niederländer aus deui 16. Jh., ist 

im Ms. 11883, Samibd. Nr. 11, Chorb., 
mit der Missa super Waer ist die aller- 
liefste mein, 4 voc. vei-treteu. [B. B. 

Severi, Francesco, aus Perugia, 
vs^urde am 31. Dez. 1613 Sänger 
(Sopranist) an der päpstl. Kapelle 
zu Rom (Titel). In der Dedio. zu 
den Psahuen nennt er Ottavio 
Catalani seinen Lehrer. Er starb 
am 25. Dez. 1630 zu Rom und 
ward beerdigt in der Kirche Santa 
Maria dltria (Fetis nach Baini. 
Haberl im röm. Kat. S. 70 verz. 
ilm unter Sererus als Sopranisten 
bis 1630). Von seinen Kompo- 
sitionen kennt man: 

Sahni passaggiati per tutte le voci 
nelhi mauiera cire si cantano in Borna 
sopra i Falsi Bordoni di tutti i tuoni eo- 
cles. da cantarsi ne i Vespri della Do- 
menica e delli giorni festivi di tutto Tanno 
Con alcuni Versi di Miserere sopra il 
Falso Bordone del Dentice composti da . . . 
Paolo V. Libro 1. Roma 1G15 Nie. Bor- 
boui. 1 vol. in qu8* im Kupferstich. 
[B. B. B. M. Bologna, br. Mus. R. C. 
ofMus. Brüssel. Paris Nat. Mailand Cons. 
Rom CeciHa. Florenz Istituto mus. 

Arie di . . . a una, 2, et 3 voci da 
cantarsi, nel Chitarrone Clauicemb. . . Con 
alcune Arie con FAlfabeto per la Chitarra 
alla spagnola. Lib. 1. Op. 2. Roma 
1(326 P. Masotti. 1 vol. in fol. 97 S. 
71 Gesge. [besitzt Dr. 0. Chilesott's in 
Bassano-Yeueto. 

Im Sanilwk. 1 Mot. (Eitner 1) und in 
Robletti's Vezzosetti fiori 1622: di 



Severino. 



149 



Seydelmanu, Franz. 



raggi 1 voc. c. B. — Im La Fage 1 Faux 
Bordon (Eitner 2). 

Severino, (xinlio. 

In Vinci's Madrig. 5 voci lib. 1, 15GG 
p. 16/'17 ein Madrigal. — Im Sanilwk. 
1568 i ein Madr. (Eitner 1). In Molina- 
ro 's Intavolatura 1599 eine Fantasie. Im 
Ms. Z 32. B. B. Lautenb. des 16. Jhs. 

5. 3 eine Canzone fraucese und S. 117 
Da poi che nidr(?). 

Sevcriiake (Scuernake?), John, 
Ministrel, spielte die Rebecke und 
ist seit Okt. 1518 bis 1558 an der 
Kgl. Kapelle in London angestellt. 
Sein Gehalt betrug ^ 24. 6. 8. 
(Nagel 1, 14 ff. bis 24). Burney 

6, 5 nennt ihn John Severniche. 
ScA'ero, Antonio, da Lucca, 

von dem das Oratorium II raartirio 
di S. Erasmo 1700 zu Rom auf- 
geführt Tvird (Gerber 2). 

Ferner besitzt die B. B. im Ms. 181 
die Kantate Lidia e Fileno, per 2 Sopr. 
c. istrom. P. — \i\ B M: i Cantate per 
voce sola c. Bc. Ms. P. — In Drescl. Mus. 
unter Severo de Luca, Ms. B 7.13 : Scene 
buffe del Creoute. Tiranno di Teba (Ten. 
e B. c. istrom). P. 4". — In Paris Nat : 
Serenata a 5 v. 1701. Ms. mit spanischem 
Texte. Severo di Luca gez. — In B. 
Wagencr 2 Cantate in Kopie. — In Ox- 
ford Ch. Ch. 5 Cantate a voce sola. — 
In Bologna (Kat. 3, 198 unter De Luca) 
Cantata per Sopr.: Stravaganza d'amore 
aroade, Ms. DD 50. — In Modena, 2 Can- 
tate im Ms. — In B. Brüssel Cons. im Ms. 
702 von 1700, Samlwk. Nr. 4: lo sfido 
Cupido. Cautata con 3 V., mit Severo 
da Luca gez., qnA^. 

Severo, Giovanni, aus Venedig, 
wird um 1651 a/d. kurprinzl. 
Privatkapelle in Dresden als In- 
struraentist mit 600 Thlr. angestellt 
und ist noch 1663 verz. (Fürste- 
nau 1, 69). 

Sewe, Ignaz, nach Reichard 
1780, 252 war er Orchesterdirigent 
u. Korrepetitor am Theater in 
Pressburg 1779. 

Sewslii, Anton, bekannt durch: 

Traite elementaire d'harmonie pratique 

ä l'usage des enfans. Paris, fol. [Glasgow. 

Sexton, Thomas, diente von 



1716—1745 als Sänger in der Kgl. 
Kapelle in London (Viertel]. 8, 516). 

Sextula, Oirolamo, Lautenist 
in Mantua um 1491 bis 1517 
(Davari 15). 

Seyhold, J . . ., lebte am Ende 
des 18. Jhs. 

Man kennt von ihm eine Sammlung 
neuer Orgelstücke 2 Hefte ä 19 S. Worms, 
Kreituer. [B. B. B. Wagner. 

Seydel, . . . (vielleicht Fr. Ludw. 
Seidel?): 

Der alte Robert Gray. Lied f. 1 Singst, 
mit Klav. in K. Müchler's Gedichte. 2. 
Aufl. Berlin 1802. Bd. 2. [Hof b. Wien. 

Seydel, Isaac, siehe Seidel u. 
Seidl, Wolf gang. 

Seydelniann(Seidelmaun),Frauz, 
geb. 8. Okt. 1748 in Dresden, gest. 
ebd. 27. Okt. 1806. Schüler vom 
polnischen Kapellmeister Weber 
und Naumann. 1765 begleitete er 
und Schuster Naumann auf Kosten 
des Kurfürsten durch Italien, wo 
er sich als Komponist u. Tenorist 
vervollkommnete. Nach der Rück- 
kehr wurde er am 25. April 1772 
als Kirchenkomponist angestellt u. 
hatte neben Naumann u. Schuster 
wöchentlich abwechselnd die Kir- 
chen- und Opernmusik zu leiten 
und für neue Kompositionen zu 
sorgen. Am 17. April 1787 wurde 
er zum Kapellmeister ernannt mit 
800 Thlr., die später auf 1000 er- 
höht wurden. Gemeinsam mit 
Joseph Schuster machte er sämt- 
liche Stellungen durch u. blieben 
unzertrennliche Freunde (Gerb. 1. 
Fürstenau 1, 164. 175. Lpz. Ztg. 9, 
94 Biogr. Ein themat. Verz. seiner 
Kompos. im Ms. in B. B.). Bekannt 
sind davon: 

Mss. inB. B., im Autogr: Gloriau. Credo 
4 voc. et orch. 1802. P. — Kyrie, Gloria, 
Credo 4 voc. et orch. 1806. P. 

— Ms. 20760 in Kopie-Part., Oratorio: 
La Betiüia liberata. 102 Bg. [auch in 
Berlin K. H. Ms. 5173. 

— Ms. 20762. Missa Dm. 4 v. c. 
instr. P. 57 BU. 



Seydeluiann, Fracz. 



150 



Seydelmann, Franz. 



— Ms. 20764. Stabat mater Cm. 4 v. 
c. instr. P. 40 Ell. 

Mss. Leipz. Thom. P. 1. Missa Dd. 
2. 2 Missae trevis Cm. u. Bd. 3. Magnific. 
4. Salve redemptor f. Chor u. Oroli. 

Mss. iü Dresd. Mus. La Morte d'Äbel. 
Oratorio. P. Dresd. 1801. 

— La Betidia liberata, Orat. P. Dresd. 
1774. 

— Gioas, Ee di Guida, Orat. P. 
Dresd. 1776 (auch in Stb.). 

— 2 Missae in Bd. und Gm. 4 v. c. 
instr. 

— 2 Agnus Dei 1. della Litania de 
Santi, per 1 voce c. Clavic. 2. ä 4 con- 
cert. coll'orch. P. 

— Salve regina ä 4 coneert. coirorch. P. 

— An den Schöpfer, Gesg. f. Sopr. 
mit B. qufol. 

Mss. in der tathol. Kirche Dresden's 
nach dem Kat: 36 Messen, 1 Eequiem, 
37 Offerier., 15 Vesp., 12 Litaneien, 32 
Antiplion., 40 Psalm., 2 Hymn., 4 Mise- 
rere, 4 Yersetti, 1 Completorium und 1 
Motette. AUe für Chor, Soli und kleines 
Orch. in P. u. Stb. 

In B. Lpz. Ms. 300, Magnificat a 4 v. 
c. Strom. Ms. P. 

In B. Kgsbg. 3 Magnificat in C. Es. 
B. f. Chor u. Orch. Ms. P. 

Hofb. Wien, Autogr. eines Fragments 
1 Missa 4 v. c. strom.^1798 im Ms. 18342. 



Amor per oro. Dramma giocoso. 
Dresda 1790 Ms. P. 2 voll. [Dresd. Mus. 

Arsene. Singspiel nach Favart von A. 
G. Meilsner. Dresden 1779. Ms. P. 4 
voll. [Dresd. Mus. 

— Klavier- Auszug in 1 Aufz. Leipz. 
1779 Breitk. qufol. 84 S. [B. B. Dresd. 
Dresd. Mus. Musikfr. Wien. Brüssel 
Cons. B. Kgsbg. br. Mus. 

II Capriccio corretto. Dram. giocoso 
permusica. Dresda 1783. Ms. P. 2 voll. 
[Dresd. Mus. Brüssel Cons: Dresd. 1774. 

— Kl.-A. im Ms. 2 voll. [Dresd. Mus. 

— ßondo e Cavatine per il Cembalo. 
Dresda, Hilscher. qufol. 12 S. [Dresd. 
Mus. B. M. Brüssel Cons. Schwerin F., 
dort noch ein 2tes Rondo e Cavatina. Ib. 

— 1 Chor aus der Oper . . . Ms. P. 
[Darmst. 

La Pinta filosofa, opera, Ms. Stb. 
[Dresd. Mus. 

II mostro ossa da gratitudiue amore. 
Dram. giocoso. Dresda 1786. Ms. P. 
2 voll. [Dresd. Mus. 

La serva scaltra, Dram. gioc. Dresda 
1792. Ms. P. 3 voll. [ib. 



II Turco in Italia. Dram. gioc. Dresda 
1788. Ms. P. 2 voll. [ib. 

La Villanella di Misnia. Dram. gioc. 
Dresda 1784. Ms. P. 2 voll. [ib. 

— Eondo, Coro, Duetto e Cavatina 
neU'opera . . . Das Landmädchen zu Mei- 
fsen. Dresda, Hilscher. Kl.-A. [Schwerin P. 

Cantate: Sie kömmt, die vielgeliebte 
Mutter; f. Soli, Chor u. Orch. von Seydel- 
mann und Lang (der Dichter?) Ms. P. 
[Musikfr. Wien. 

II primo amore, Cantata a voce sola 
c. Strom. Ms. P. [Dresd. Mus. 

Circe, Cantata. Ms. P. ib. ■ — Licenza. 
P. [ib. 

2 Eondo mit Klav. und Instr. — 12 
Duetti per 2 Sopr. c. ström. P. — Duetti 
ä 2 Sopr. col B. P. [ib. 

Lob des dritten August's. Ein Gesang 
S. C. D. zu Sachsen an Höchst dero 
Namensfest ge'^'idmet (Sopr. mit Bc.) 
qufol. [ib. 

Ms. in Wolfenbüttel 308 und 313 ein 
ital. Duett ixnd eine Arie im Kl.-A. 

Lieder und Gesänge in Saml/cken. 

6 Lieder aus Almauachen. Ausschnitt 
[B.M. 

Im Joh. Andre 1. Samlwk. Arien. 

Im Bossler Nr. 14. Arie aus dem 
Türk in Italien (Märzheft). 

Freimaurer Lieder 1782. 1788b. 

Gesänge f. Maurer. Dresden. [B. M. 

In Hiller's 5. u. 6. Saralg. Alien und 
Duette, von S. 4. 

In Hilscher's Auswahl von Arien. 

In Kriegel's Lieder am Ciavier 1790/'91. 

In Böheim's Maurerliedern. 

In Reichardt's Lieder geselliger Freude 
1796, I. IL 

2 Sinfonien in D. Ms. P. [Berlin K. H. 

3 Senates pour le Clavecin ou Pfte. 
avec acc. d'un V. oe. 3. Dresd. Hilscher. 
[Dresd. Mus. br. Mus. 

3 Senates p. le Clavecin av. l'acc. 
d'une Fl. trav. Dresde, Hilscher (1787). 
[Schwerin F. 

6 Sonate a Cemb. e Flauto. Ms. 
Dresd. Mus. Ebeudort noch 2 Sonate per 
il Cemb. c. V. im Ms. 6 Sonate per il 
Cemb. solo. 2 Sonate, Ms. 

6 Sonaten für 2 Personen auf Einem 
Ciavier . . . Lpz. 1781 Breitk. qufol. 
69 S. [B. Kgsbg. Dresd. Mus. B. Wa- 
gener. 

Sonate ä 4 ms. per Cemb. Ms. [Dresd. 
Mus. 

Sonata a 2 Cembali. Ms. [Dresd. Mus. 

Allegretto del Capriccio Coretto cosa 
serve avec uu coi'e & con Yariazioni per 



Seydelraann, Franz Ignaz. 



151 



Seyffert, Martin. 



il Cembalo. Dresda, TTilsclior. r|ufol. 
(1700). [Dresd. Mus. B. Lpz. 

Im Sainlwk. Kundo, Lpz. 1784 ein Satz. 

Seydelmauii , Franz Tgiiaz, 

lim 1764 Männer- Aitist a/d. Hof- 
kapclle in Dresden mit 292 Thlr. 
Gebalt (Fürstenau 1, 155). 

Seydeuek, IJaltliasar, seit etwa 
1663 Violinist a/d. Hofkapelle in 
Dresden mit 400 Rthlr. Gehalt; 
wird 16S0 verabschiedet (Fürste- 
nau 1, 93). 

Seydl, Ferdinand, aus Faiken- 
berg in Schlesien, von 1745 — 1774 
Violinist und Konzertmeister a/d. 
Hofkapelle in Salzburg (Peregri- 
nus 93). Marpurg 3, 186 nennt 
ihn Hofkomponist. 

Seyebade, Hermann, Sohn des 
Hofpredigers in Eraunschweig, 
wurde 1589 zum Organisten an St. 
Lamberti in Lüneburg gewcählt u. 
St. 24. Dez. 1591 (Junghans 19. 36). 

Seyer, Johann Heinrich, 1664 
Kantor au der Sackheimer Kirche 
in Königsberg, 

gab zwei Traiiergesänge zu 1 St. mit 
3 Gainbeu und zu 5 Stirn, mit einer 5 st. 
Sinfonia in Königsberg 1664 bei Reusner 
heraus. [B. Kgsbg. 

Seyfahrt, ... In einer Sub- 
scriptionsliste von 1783 nennt er 
sich Organist in Bremen. 

Seyfart, Johann, 1646 Orga- 
nist an St. Bernhardin zu Breslau, 
wurde 1649 Stadtpfeifer daselbst 
(M. f. M. 32, 199). 

Sevfarth, Joh. Gabr., s. Seyf- 
farth. 

Seyfert, Joh. Gottfr., s. Seifert. 

Scyfert, Joliann Kaspar, geb. 
1697 zu Augsburg, gest. ebd. 26. Mai 
1767 im 71. Lebensjahre. Schüler 
von Kräuter in Augsburg, erhielt 
darauf vom evangel. Scholarchat 
von Augsburg ein Stipendium um 
zu reisen und sich in der Musik 
zu vervollkommnen, wurde Schüler 
Pisendel's in Dresden und erhielt 



1743 nach Kräuter's Tode die 
Kantor- u. Musikdirektorstelle des 
evangel. Musikchors in Augsburg. 
Er soll auch ein tüchtiger Laiite- 
nist gewesen sein. 

Gerber 1 erwähnt noch seine zahl- 
reichen Kircheukompositionen ,,u. andere 
Musiken", ohne genauere Angaben (Gra- 
mer 3, letztes Stück S. 101 bez. ihn als 
einen wenig veranlagten Komponisten. 
Siehe auch Marpurg 1, 78). 

Seyffart, Friedrich, Oboist von 
1710—11 a/d. Weifsenfols-Quer- 
furter Hofkapelle (J. 0. Opel). 

Seyffarth, Johann trahriel, 

geb. um 1711 zu Reisdorf im Wei- 
marschen, gest. 9. April 1796 zu 
Berlin. Schüler Joh. Gottfr. Wal- 
ther's in Weimar, ging dann nach 
Zerbst zu Höckh und Fasch und 
bildete sich zum Violinisten und 
Komponisten aus, kam dann an 
die Kapelle des Markgrafen Hein- 
rich zu Berlin und 1740 an die 
Kgl. Kapelle, wo er auch die Ballet- 
musik zu schreiben hatte. Er 
schrieb aufserdem Sinfonien, Kon- 
zerte für Violine, Trios u. a. (Ger- 
ber 1. Ledebur. Bitter 1, 26 
nennt ihn Seifarth u. giebt seinen 
Gehalt mit 300 Thlr. an). 

In Upsala befindet sich im Ms. eine 
Sinfonia ä 4 in Fj{ für 2 V. Va. u. B., 
gez. mit Seiffarth. In Brüssel Cons. die- 
selbe in Stb. — In den geistl. Oden in 
Melodien gesetzt von einigen Tonkünstleru 
in Berhn, 1758 bei Voss erschienen [B. 
Lpz.], befindet sich auch eine Ode mit 
J. G. Seyfarth gez. In Breitkopf's Sainlwk. 
2 von 1759 ein Lied, ebenso in Birnstiel 
1760b. In Ms. P 295 in B. B. eine Ga- 
votte und 2 Menuette f. Klav. mit Sey- 
fart gez. 

Seyffert (Seifert), Martin, um 
1717 bis etwa 1733 Oboist an der 
Hofkapelle in Dresden mit 220 
Rthlr. Gehalt (Fürstenau 1, 124). 

In der Kgl. Musikalien-Samlg. in Dres- 
den befinden sich unter Seyffert ohne 
Vornamen 3 Concerti a Oboi e Fagotti con- 
certato c. V. Va. e B. Ms. Cx. 868, 6 Stb. 
und ä 2 Violini concertat. c. V. Fl. Ob. 



Seyffert, "Wolfgang. 



152 



Seyfried, Ignaz von. 



e B. Ms. 866 in Part. Ferner Concerto 
a V. coucert. c. V. Va. Ob. e B. in 7 Stb. 
Ms. 867. Walu-scheiulich sind dieselben 
von obigem. 

Seyffert, Wolfgang, zeichnet 
auch nur „sumptibus Seyffertinis", 
ein Musik-, Buchdrucker und Ver- 
leger, der von c. 1625 — 1666 in 
Dresden verlegte. Er gab das 
Samlwk. heraus: 

Varii varioruni tarn in Italia quam 
Germania excellentiss. Musicorum concer- 
tus, ab 1 — 4 vocib. . . Dresdae 1643. 4 
Stb. 40. 25 Nr. Siebe Eitner 1 S. 283. 
[B. B. B. Brdbg. Löbau nebst einem Bc. 
Paris Nat. B. Kgsbg : ßc. Kopenhagen, 
inkompl. 

Seyfried, Ignaz Xaver Ritter 
YOn, geb. 15. A.ug. 1776 zu Wien, 
gest. ebd. 26. Aug. 1841 (Lpz. Ztg. 
43, 717). Sein Yater, Hofrat beim 
Fürsten von Hohenlohe-Schilliugs- 
fürst, bestimmte ihn zum Juristen- 
fache, trotz seiner Vorliebe zur 
Musik, die er nebenbei fleifsig be- 
trieb und unter Mozart's u. Koze- 
luch's, später unter Haydn's u. Al- 
brech tsb erger 's Leitung in allen 
Fächern der Kunst wohl bewandert 
war. 1792 bezog er die Frager 
Universität und setzte dann in 
Wien die juristischen Studien fort. 
Als Winter in Wien seine Opern 
aufführte, wurde er dessen steter 
Begleiter und derselbe erlangte 
auch das Zugeständnis des Vaters, 
dass S. sich der Musik widmen 
dürfe. Am 1. März 1797 wurde 
er Kapellmeister am Schickaneder- 
schen Theater. Es folgte nun Oper 
auf Oper, die er für das Theater 
schrieb, doch fanden sie wenig 
Beifall, wie die Lpz. Ztg. 3, 346 
berichtet. 1827 zog er sich vom 
Theater zurück u. lebte als wohl- 
liabender Mann ganz sich und der 
Kunst, schrieb zahlreiche Zeitungs- 
Artikel, gab Albrechtsberger's theo- 
retische Werke in einer Gesamt- 
ausgabe heraus, sowie Preindl's 



Wiener Tonschule und Beethoven's 
Studien. Ueber letztere schreibt 
Thayer 3, 80, dass sie ein Betrug 
sind. Beethoven hatte 1808 aus 
Em. Bach, Türk, Kirnberger, Fux 
und Albrechtsberger Auszüge ge- 
macht, um sie bei dem Unterrichte 
des Erzherzogs Eudolph zu ver- 
wenden, während Seyfried sie für 
Studien ausgiebt, die er selbst bei 
Haydn und Albrechtsberger ge- 
macht habe (Schilling's Lex. Zahl- 
reiche Urteile in der Wiener 
Musikztg., der Berliner Musikztg. 
und der Lpz. Ztg.). Von seinen 
zahlreichen Werken sind folgende 
nachweisbar: 

Ludwig van Beethoven's Studien im 
Generalbasse, Contrapuncte und in der 
Compositions-Lehre . . . Wien (1832) Tob. 
Haslinger. 8°. 22 und 352 S. 2 Taf. 
144 S. biogr. Notizen. 

— 2te revidierte im Text vervollstän- 
digte Ausg. von Henry Hugh Pierson. 
Prof. der Tonkunst zu Edinburgh. Lpz. 
1853 Schuberth & Co. 8». 14, 328, 
118 S. u. 7 Taf. [Proske. (Davon er- 
schien auch ebd. eine Ausg. in engUscb. 
Sprache). 

— 2 te (?) rev. und im Texte . . . von 
Edgar Mansfeldt Pierson. Lpz. 1856 ib. 
8". 446 S. 

— 1876 erschien ebd. eine billge Ausg. 
zu 2 M von 450 S. 

[Alle gröfseren Bibl. besitzen die eine 
u. a. Ausgabe. 

In der Cäcilia von Schott, Heft 8 S. 70: 
Mozart der Opernkomponist. — Im 10. 
Bde. der Ztschrft. befindet sich S. 278 
ein Register, worin 16 Artikel S.'s verz. 
sind. Auch in dem folgenden Bd. finden 
sich noch Artikel, z. B. in Bd. 13 Selbst- 
erfahiiingen. 

Messe für 4 Singst, u. Orch. Wien, 
Haslinger. 16 Stb. [B. M. Schwerin F. 
Darmst. mi Ms. P. 

Missa Nr. 3 f. 4 Singst, u. Orch. Roch- 
litz gew. Lpz., Hofmeister. P. [B. B. 
Leipz. Thom. Schwerin F. 

Messe Nr. 1. u. 2. in 20. u. 27. Lifg. 
von S. A. Steiner's Kirchen -Musikalien. 
[Schwerin F. 

4. Messe, Cm. Wien, Haslinger. P. 
[Darmst. B. B. 



Seyfried, Ignaz vou. 



153 



Sej'fried, Ignaz von. 



2 Messen f. Chor u. Oreh. P. [Mu- 
sikfr. Wien. 

In Kremsmünster einige Messen, 2 
Eequiem. 

Rei|uiem f. 4 Chorst. u. Orch. Münch. 
Falter. Stb. [ß. B. Amst. 

Requiem f. 4 Männersolostimmen und 
Chor mit Begltg. von 3 Vol. u. Central)., 
2 Tromp. mit Sordinen, Pauken u. Orgel, 
den Manen L. vou (?) Beethovens ge- 
weiht. Wien, Haslinger. Part. u. Stb. 
im Ms. [Schwerin F. 

— Trauergesang beyBeethovens Leichen- 
begängnis in Wien den 29. März 1827, 
4 Stirn. Männerchor, mit willkührl. Begltg. 
von 4 Posaunen oder Pfte. Aus Beetho- 
vens Ms. . . . mit Text eingerichtet von 
... Ib. P. Miserere mei. [Schwerin F. 
MusLkfr. Wien, mit dem Texte : Im Lenz 
in heitrer Abendstunde, 4 Männerst. u. 
Klav. Bannst. 

Chor alla capella zur priesterlichen 
Benediction. Tantum ergo. s. 1. P. [B. B. 

Domiue Dominus noster, 4 voc. Ms. 
P. [B. M. nur mit Seifried gez. 

Fest -Chor (Hymnus) f. 4 Singst, mit 
Orch. Salvmn fac Imperatorem nostium 
(Wien 26 11 1829). Autogr. P. Ms. 
16808. [Hofb. Wien. Schwerin F. Stb. 

Fest-Chor, Domine Judicium tuum Im- 
peratori da. 4 voc. c. orch. Wien, Has- 
linger. P. n. Stb. im Ms. [Schwerin F. 

2 geiätl. Gesge. f. Chor u. Orch. in 
Hashnger's Musica sacia. 

Graduale Nr. 2. Wien, Haslinger. 
[B. B. 

Graduale 4 voc. 2 V. Ya. . . Wien, 
Nr. 2. [Darmst. Stb. 

Graduale. 149. Psalm: Cantate Dno. 
cantic. f. Tenor Chor und Orch. in S. A. 
Steiner's28. Lfg. Kirchenmus. [Schwerin F. 

4 Graduale : Hora dies vita fugit, für 
Solo, Chor u. Orch. Wien, Haslinger. P. 
[Schwerin F. Musikf r. Wien : 3 Graduale. 

In Kremsmüuster Gradualien und 
Offei'tor. 

Halleluja, 4 st. Chor mit Orch. Bres- 
lau, AVeinhold. P. [Schwerin F. B. B. 
Musikfr. Wien. 

Hymnus: Ueber den Sternen, f. 4 St. 
u. Orch. Ms. P. [B. B. Musikfr. Wien: 
2 Hymnen f. Soli, Chor u. Orch. P. 

Libera me 4 voc. c. instr. Autogr. P. 
Ms. 16810. [Hofb. Wien. 

Libera, zu Mozart's Requiem, c. Corni 
di Bassetto, Fag. 3 Pos. Tron^.p. Pauken, 
Violine ed org. Wien, Haslinger. P. 
[Schwerin F. B. B. Kremsmünster und 
ein 2tes zu Beethovens Begräbn. Musikfr. 
Wien, ebenso für Mänuerstim. Darmst. 



Motette nach David's 46. Ps. „Tönet 
ihr Lobgesänge". In Mus. ges. f. Tenor- 
Solo, 4 st. Chor und Orch. Wien, Has- 
linger (1838). P. 19 S. kl. fol. [B. B. 
Hofb. Wien. 

Drev Motetten für Singchöre mit Orch. 
Lpz. Br. & H. Samlg. 1. 2. P. [Darmst. 
B. B. Lpz. Thomas. Musikfr. Wien. 
Schwerin F. 

— Im Autogr. Ms. 386a. [Dresd. Mus. 

Motette. Ps. 23. Der Herr ist mein 
Hirte, f. Chor u. Blasinstrum. Ms. Stb. 
[Schwerin F. 

Offertorium: 64. Ps. Te decet Hym- 
nus, f. B., Chor u. Orch. Steiners 29. 
liefg. [Schwerin F. 

Offertorium 4 voc. 2 V. Va. . . Wien, 
Steiner. Nr. 2. [Darmst. Stb. 

4. Offertorium. Wien, Haslinger. P. 
[B. B. Musikfr. Wien : 2 Offertor. f. Chor, 
Soli u. Orch. 

Salve regiua 4 voc. c. instr., Fink ge- 
widm. Lpz., Br. & H. P. [B. B. 

Salvum fac, 4 voc. c. orch. P. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Te Deum zu dem in Berlin gefeierten 
Reformatiousfeste. Ms. 20820. P. [B. B. 

In Lpz. Thomas, Mss. in P. u. Stb. 
1. Psalm 149: Cantate Dno. 2. Ps. 65: 
Te decet für Chor u. Orch. 

In Amsterdam noch ein Magnificat. 
Motette nach Ps. 46. 5. Graduale. 5. Offer- 
torium. Hallelujah. 



Alamor der Maure, Oper. Ms. P. 
[Darmst. 

Cyrus. Heroische Oper. Ms. P. [Darmst. 

— Cyrus. Ouveri. u. ausgewählte Stücke 
aus der Oper ... im Kl.-A. Wien, Compt. 
[Musikfr. Wien. B. B. nur die Ouvert. 

Drei Treppen hoch, Posse mit Gesg. in 

1 Akt. Ms. P. [München Oper. 

Er hält wahrhaftig Wort. Singsp. in 

2 Akt. Ms. P. [Brüssel Cons. 

Faust. Dramatische Legende. Ms. P. 
[Darmst. nebst besonderer Ouvertüre. 

Feodore. Singspiel 1812. Ms. P. 
[Darmst. 

Das Haus Barcelona. Ms. P. [Darmst. 

Holga, die Königin der Krystallen- 
gebirge. Zauberposse in 3 Aufz. Ms. 
20831. P. [B. B. 

Der Hund des Aubri de Montdidier 
oder der Wald bey Bondy, in 3 Akt. 
Ms. 20832. P. [B. B. 

Julius Caesar. Trauerspiel. Ms. P. 
[Darmst. 

Das lebendige Weinfass. Liederspiel 
in 3 Aufz. Kl.-A. [Musikfr. Wien. 



Seyfried, Ignaz von. 



154 



Seytz. 



Moses, Oper in 5 Akt. Ms. P. [Mün- 
chen Opernarchiv. Darmst. 

Noah. Ouvertüre. Ms. Stb. [Darmst. 

Oberen, Roi des Elfes. Ballet im Kl.-A. 
[Mnsikfr. Wien. 

Die Ochseumeuiiette. Singsp. in 1 Akt 
aus Havdn'schen Werken gezogen. Ms. 
9928. "2 Part. [B. B. Dresd. Oper. 
B. M. Darmst. 

— K1.-A. Berhn, Trautwein. [B. B. 
Dresd. Mus. Musiklr. Wien. 

Eichard Löwenherz, Oper. Ms. P. 
[Dresd. Oper. 

Rochus Pumpernickel. Wien. Kl.-A. 
41 S. [Hofb. Wien. 

Roderich und Kunigunde, Parodie in 

2 Akt. Ms. P. [München Oper. Darmst. 

Die rothe und weilse Rose. Oper. 
Ms. P. [Darmst. 

Saul, König in Israel. Melodrama in 

3 Akt. (Wien 18/4 1823.) Ms. P. [Mün- 
chen Oper. Musikfr. Wien im Kl.-A. 
Darmst. P. 

Ugolino oder der Hmigerthurm, Melo- 
drama in 5 Akten, (Wien 26/9 1821.) 
Ms. P. [Biiissei Cons. 

Die Waise imd der Mörder. Jtelodrama 
in 3 Akt. Ms. 20833. P. [B. B. Mün- 
chen Oper. Dresd. Oper. Darmst. 

Zum goldnen Löwen, komisch. Sing- 
spiel in 1 Akte von Sonuleithner. Ms. 
20823. P. [B. B. Dresd. Oper. Musikfr. 
Wien. 

Die Harmonie. Ein Gedicht für (12 st.) 
Männerchor. op. 104. Berlin, Schle- 
singer. Stb. [B. B. Musikfr. Wien. 
Darmst. 

Mänuerchöre in Ms. B 1573s. [Dresd. 

Ahasverus. Räuberlied f. 4 Männerst. 
u. 2 Höm. Abendfeyer von Matthison. 
Tagesfeyer des AViener Aufgebotes am 
17/4 1800. 4 Notturni a 4 voc. (Männerst. 
2 Hefte ä 4 Nrn.). Oesterreichs Ehren- 
tag f. 4 Mänuerstim. Der Löwenbrunn. 
Der arme Toms. Alpenlied, Kuhreihen 
und Bauerntanz. Der Ruf ins Thal f. 
1 St. u. Klav. Cavatine f. Demoiselle 
Milder. Lebewohl für 1 Stirn, u. Klav. 
Arietten, Terzetten und Einzelnes aus 
Opern. [Musikfr. Wien. 

Im 3. Hefte der Siona von Weiuhold 
in Breslau Einiges. 



Ouvertüre zu Faust zu 4 Hd. Wien, 
Haslinger. [B. B. 

Ouvertüre zu Alemar der Maure. 

Kl.-A. Wien, chejnische Druck. [B. B. 

6 beliebte Märsche aus Saul, Kg. in 
Israel f. Pfte. Wien. [B. B. 



12 Menuetten . . . aufgeführt den 23/11 
1800 u. 21/11 1819. P. Ms. 15650. 
[Hofb. Wien. 

Seyfried, Johann Christoph, 

Gräfl. Schwartzburg'. Hoforganist zu 
ßudolstadt: 

Erster Theil Neuer BaUetten, Alle- 
manten, Arien, Couranten u. Sai'abauden, 
Mit 2 V. und einem geduppelten General- 
Bafs. Joh. Birckner in Erfurt, druckts 
S. Krebs in Jehna 1656. 4*^. 50 Nrn. 
[B. B: Bc. br. Mus: V 2. Bc. 

Zweyter Theil neuer Paduanen . . . mit 
2 V. und einem General-Bafs. Ib. 1659. 
40. 60 Nrn. [Upsala: V 1. 

In einem Ms. der B. B. unter Z ohne 
Signal. 10 Tänze in 2 Stb. Disc. u. B., 
ein Samlbd., siehe die Nrn. 153 — 159. 
162. 163. 169, mit J. C Seyfrid gez. 

Seyler, Joseph Anton, geb. 
um 1778 zu Lauterbacli in Böh- 
men, wurde anfänglich Musikdirek- 
tor eines Militär -Musikchores in 
Oesterreich und 1808 Chordirektor 
an einer der Kirchen Ofen's in 
Ungarn. 1841 zog er sich zurück 
und lebte noch anfangs 1860 (Fetis). 

Im Klosterueuburg 1 Messe u. 1 Gra- 
duale im Ms. P., nur- mit Seyler gez.. es 
ist daher unsicher, ob von ihm oder seinem 
Sohne Karl, der dem 19. Jh. angehört. 

Bologna besitzt von einem Giuseppe 
Seyler eine Messa solenne a 4 voci con- 
certata con orch. Vienne, Cappi e Dia- 
beUi. Stb. 

Seylinus, Philipp Jakoh; in 

dem unten verz. Drama ist der Dich- 
ter mit J. J. P. gez. Die Studien- 
bibl. in Salzburg besitzt von ihm: 
Amor admirabilis quo Deus horainem 
complectitur. Ein geistl. Drama von J. J. 
P. Auno 1649. Autograph. 109 mehr- 
stim. Gesänge mit Insti-umeutal-Begltg. 

Seytz, Johann,, aus Irrsee in 
Baiern, um 1615 Frater im Kloster 

zu Irrsee. 

In der Stadtbibl. zu Augsburg befindet 
sich eine Psalmodia Vespertina im Ms. 
von 1615, deren Verfasser er ist und sich 
dort nennt: F. Joh. Seytzius ürsinensis 
Monasterij Coenobitam. (Kat. Augsburg 
Nr. 15). In Ms. Nr. 40 ebd. befindet sich 
ein ,,Contubernii seu Concentus Benedictini 
in Monasterio Chiistiferae \'irginis ürsi- 
neusi ad R. P. Joannem Seytz Viceprio- 



Seyve. 



155 



Shedlock. 



rem honi. oper. scriptorem acclamatio". 
Er starb 15. Aug. 1619 (siehe Aiigs- 
burger Kat.). 

SejTe, Erasmus de, s. SajTe. 

Sfondriiio, Griovaniii Battista, 

ein Guitarrist des 17. Jus., von 
dem man anzeigt: 

Tratteuimeuto virtuoso, disposto iü 
leggiadrissime Sonate per la chitarra. 
Milano 1637 (Pouginj. 

Sgabazzi, Domen. Maria, siehe 
Seabazzi. 
Sgargi, Francesco Antonio, 

aus Miuerbio (in der Nähe Bo- 
logna's), gab heraus: 

Sopra la Viola da sei, o sette corde. 
Bologna 1747 Tom. Colli. 4«. 27 S. 
[Bologna. 

Sgnri, Greorgius, von 1-451 bis 
1455 päpstlicher Sänger (Haberl 
1, 226). 

Sguropulus , (jfeorgius , ein 

griechischer Musiker des 15. (?) 
Jhs., der 

im Ms. 118 (Aruud. Mss. 5-7) des br. 
Mus. mit einigen Hymnen vertreten ist. 

Sharole (Sharold), Jolin, wird 
1685 in der Liste der Miuistrels 
an der Kgl. Kapelle in London 
verzeichnet u. f 5/8 1687 (Rim- 
bault). 

Sharp, Abraham, eiu Geist- 
licher, gest. 1736. Er scheint 
derselbe zu sein, der unter dem 
Namen Sharp 1726 als Sänger in 
die Kgl. Kapelle in London ein- 
trat (Viertel]. 8, 523). 

Sharp, C . . . 

Im Samhvk. Catch Cluh 2, 18. Jh., 
befinden sich Catches von ihm. 

Sharp, Francis, bekannt durch 

Six Sonatas for the harps. or Pfte., 
three with an acc. for the Violin etc. 
London. Belcker. qufol. 18. Jh. [br. Mus. 

Six Sonatas for the Pfte. or haii)S., 
with acc. for the V. (or Fl.) & Vcl. opera 
the fifth. London, printed for the author. 
[br. Mus. fehlt V. u. Vcl. 

Sharp, Richard, geb. im 18. Jh. 
in England, ist der Autor von 

New guida di niusica, being a complete 
bock of instructions for beginners of the 



Pfte. London 1794. 4*'. Brown erwähnt 
noch Sonaten etc. Fetis bez. ihn als 
Contrabassisten und Klavierlehrer in Lon- 
don, der 1784 Sonaten herausgab. 

Ein Sharp trat 1779 als Oboevirtuose 
in London auf (Pohl 2, 372). 

Sharpe, Crue (Crew), schwor 
am 9/11 1580 als (ientleman an 
der Kgl. Kapolle in London, f 21/12 
1626 '(Rimbault). 

Sharpe, Thomas, war bis 1602 
Gentleman an der Kgl. Kapelle in 
London (Rimbault). 

In Phocion Henley's Divine harmony, 
London 1798, befinden sich von einem 
T. Sliarp 4 Psalmenbearheitungen. 

Shaw, Oliver, ein amerikanischer 
Komponist, geb. 1778, gest. im Dez. 
1 848 in Providence R. I. Er schrieb : 

Instruction book for the pfte., auch 
Songs imd Hymnen sind bekannt (Brown). 

Shaw, Thomas, ein Violin- 
virtuose in London, der 1781 
öffentlich auftrat (Pohl 2, 370). 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar : 

An Anthem on the death of the Prin- 
cess Chaiiotte. London 1817. fol. [br. 
Mus. 

An Singspielen u. Operetten schi'ieb er: 

Cvmon. Overture, Songs and March. 
1798'. [R. C. of Mus. 

Island of St. Marguerita. The oveiiure, 
songs ... in the comic opera called the 
... (Kl.-A.) Lond. (1789). qufol. [br. 
Mus. E. C. of Mus. 

The Merchaut of Venice (Duett). Lond. 
[R. C. of Mus. 

The Strangers. Music in the opera . . . 
Lond. 1798. [R. C. ofMus. 

A Concerto for the V. with orch. 
Lond. Stb. [R. C. of Mus. 

A Trio for 2 V. and Vcl. Lond. [br. 
Mus. 

3 Sonatas for the pfte. Lond. [br. 
Mus. 

A Solo for the flute, op. 12. Lond. [ib. 

3 Sonatas for the pfte., op. 13. Lond. 
[ib. Ebendort dort noch 1 Song, 1 Duett, 
1 Glee. 

Shedlock, E . . . L . . ., ein Eng- 
länder, Lebenszeit unbekannt, von 
dem der Antiq. Reeves 1882 den 
Druck besafs: 

A trip to Music-Land: a fairy tale 



Sheeles. 



156 



Sheppai'd. 



forming au expositiou of the elements of 
masic. London, 4*^. 1 11 S. (nach Davey 
gehört er dem 19. Jh. an. 

Sheeles, John, ein tüchtiger 
Klavierspieler au.s der ersten Hälfte 
des 18. Jhs., von dem bekannt 
sind: 

The Skylark. A collectiou of all the 
Divine Ödes and Hymns. Taken oiit of 
the Speetators . . . (Words hy A. Pope, 
J. Addison, and R. Tickell). London, 
printed for the authors by TVm. Smith. 
8". [br. Mus. 

Suites of Lessous for the harps. or 
Spiunett. London, printed for Wm. Smith 
. . . M. Rawlins . . . and J. Barret. rßifol. 
[br. Mus. 

Im Samlwk. von Watts 1731 (Mus. 
Misoell.) ist er mit 35 Gesgen. vei treten. 

Ein Sheeles kommt auch in Thomas 
Moore I. The Psalm Singers, 2. edit. vor. 

Sheffield, Edmund, ein Kom- 
ponist in England aus dem 15. 
bis 16. Jh., erwähnt von Morley 
(Hawkins 2, 533). 

Sheffield, Greorg-e, von Diirham, 
schwor am 6/2 1G09 als Gentleman 
an der Kgl. Kapelle in London und 
lebte noch 1641 (Eimbault). 

Shelhye, Wm., siehe Selby. 

Shell, Thomas, Lebenszeit nicht 
bekannt. Im R. C. of Mus. befin- 
den sich: 

Twenty Psalms, composed by . . . Lon- 
don. P. iu fol. Im br. Mus. befindet 
sich ein Thomas Shoel (s. d.), von dem 
mau glauben könnte, dass es derselbe wie 
der obige sei, besonders noch durch das 
Verz. seiner Werke bestärkt, siehe Shoel. 



Shenal, 



Imbault in Paris 



verlegte Klavierstücke von ihm. 



Shenstone, 



lebte am Ende 



des 18. Jhs. iu England und gab 
bei Preston 1795 Songs heraus 
(Gerber 2). 

Er wird wohl derselbe sein, den 
Brown unter 

Shenton, Rev. Robert, verz., 
gest. 1798 zu Dublin. 1750 wurde 
er }zu Oxford Baccalaureus, 1757 
zu Cambridge Mag. artium, dann 
Vicar-Choralist zu Hereford, Deau's 



Vicar an der Christ-Kirche, Vicar 
an St. Patrick's Kathedrale zu 
Dublin, zuletzt üean's Vicar ebd. 
1783. Er komponierte Anthems, 
Service u. a. Kirchenmusik. 

Shepherd, William, ein schot- 
tischer Violinist, st. 19. Jan. 1812 
zu Edinburgh. Er war daselbst 
Musiklehrer und gab heraus: 

A collection of Strathspey Peels . . . 
with a Bass for the Vol. or Harpsich. 
Edinburgh, fol. [br. Mus. Berlin K. H. 

Brown führt noch eine ,,S6Cond col- 
lection" for the pfte. Violin and Vcl. ib. an. 

Im Einzeldruck im br. Mus. noch 1 Song. 

Sheppard (Shephard, Shepheard, 
Shepherd), John, geb. in der 1. 
Hälfte des 16. Jhs., war Chorknabe 
an St. Paul in London unter Tho- 
mas Mulliner. 1542 wurde er 
Lehrer und Organist am Magdalen 
College zu Oxford, trat 1543 zurück, 
wurde aber 1545 wieder gewählt 
und bekleidete die Posten bis 1547. 
Von 1549 — 1551 war er Mitglied 
des College. Er erwarb sich auch 
in Oxford den Grad eines Bacca- 
laureus. Nach Burney 6, 6 und 
Hawkins war er auch von 1551 
ab Gentleman an der Kgl. Kapelle 
und zwar ist er als 27. verz. 1554 
supplicierte er um den Doctor- 
Titei, ob er ihn erhielt ist nicht 
bekannt. 1555 erhielt er wegen 
roher Behandlung eines Chor- 
knabens einen öffentlichen Ver- 
weis (Grove. Stephen). An Kom- 
positionen sind nachweisbar in Mss. 

In Fore.st-IIeyther's Collection 1 Messe 
super Cantate. 6 Stb. 1530 geschrieben. 
[Oxford Bodl. 

In Mulliner's Ms. (br.Mus. Addit. 30513) 
befinden sich Instrumentalpieceu. (M. f. 
M. 1902, 64/65.) 

— Ms. 624, 4 Stb., fehlen einige Stb., 
Messen, Mot. u. Madr. zu 3—8 Stirn., 
Samlbd. — Ms. 574, 4 Stb. 16. Jh. mit 
Messen und Motetten, davon 18 von Sh. 
— Ms. 140 Samlwk. von Songs u. Lauten- 
piecen. — Ms. 226 in ßurney's Samlbd. 
fol. 1 1 b Esurientes implevit Mot. 5 voc. 
(aus Oxford Ch. Ch.) iu P. 



Öherard. 



157 



Shield. 



Nach Grove's Angaben befinden sich 
in den Mss. Add. lälGG. 29289. 30480: 
2 Moniiug und Eveniug Sernces, 2 Te 
Daum und Magnificat, 2 Credo u. 7 An- 
thems. Mss. 4900. 29246 euth. 4 Piecen 
mit Lauteubegitg. Add. 17 802—17 805 
4 Missae super 1. The western wyude. 
2. The french Masse. 3. Be not afraide. 
4. Playn song, Mass for a Meue. Ferner 
4 Alleluja u. 10 lat. Mot. alle zu 4 Stirn. 

— In Tudway's Sauilwk. in P. Bd. 4 
das Anthem : Haste thee, o God. Ms. 98 
des br. Mus. (Harl. Mss. 7337—7342). 

Im R. C. of Mus. Ms. 1642 in 7 Stb. 
in Barnard's Sainiwk. 1 Service. Ms. 1737 
4 Stb. 16. Jh: Siugularis privilegii, 2 mal. 
Esto pater. IlJustrissüua. 

Oxford Ch. Cb. 2 Samlwke. von 1581 
mit geistlichen Tousätzen. Im Ganzen be- 
sitzt die Bibl. nach Davey S. 149: 39 Mo- 
tetten, aufserdem eine Antiphone und 
1 Pavane. 

In Baldwin's Ms. im Buckingham-Palast 
zahlreich vertreten. 

In gednickten Samlwken: 

In "johu Day's Morning and Evening 
prayer 1560. 1565 einige Gesänge. In 
Day's Whole Psalms in 4 p. 1563, 2 Ge- 
sänge. In Barnard's SamlM-k. 1641, 2 Ge- 
sänge. In John Baldwin's hds. Samlg. 
einige Motetten. 

In neueren Ausg. 3 Gesge. (Eituer 2), 
der letzte Gesang in P. in der B. der 
Musikfr. in Wien. Der 2. ist aus Mul- 
liner's Ms., Hawkius bez. ihn mit ,,A 
Poyute". 

Sherard, James, nennt sich auf 
seinen Drucken mit italieuisclien 
Titeln: „rnacomo Sherard Filar- 
monico''. Er war ein Apotheker 
in London am Ende des 17. Jhs. 
und soll ein ausgezeichneter Vio- 
linist gewesen sein, der sich auch 
als Komponist hervorthat. Er gab 

heraus : 

Sonate (12) a tre, 2 V. e Violone col 
B. per Torg. op. 1. Amsterdam, Roger. 
4 Stb. 4^. [B. Wagener. br. Mus. 
Wolfenb. 

Sonate a 3, doi V. Vcl. e Bc. op. 2. 
Amst., Roger. 4 Stb. 4**. [B. Wagener. 
br. Mus. 

Shei'by, . . . 

In Oxford Ch. Ch. im Ms. 1 Pavane 

und 1 Galliarde für Laute. 

Shergold, Edmund, schwor am 
1/1 1603 als Gentleman an der 



Kgl. Kapelle in London, f 19/1 
1607 (Rimbault). 

Shelley, Joseph, s. Scherley. 

Slieryiig'liam, ... ein englischer 

Komponist aus dem Endo des 

15. Jhs., 

von dem sich in dem sogenannten 
Fayrfax'schen Ms., 1 vol. vor 1504 ge- 
schrieben, Ms. 203 (Add. 5465) des br. 
Mus. fol. 9 b : My wof ull hail in paynf ule 
weryness, 2 voc. (im Burney 5, 544 in P. 
mitgeteilt) und foL 80 b: A! gentill Jhesu 
4 voc. befinden. Schon Morley erwähnt 
ihn als bedeutenden Komponisten. In 
Smith's Musica antiq. 1 vierstim. Gesg. 

Shield, William, der Sohn 
eines Singmeisters, geb. uui 1748 
zu Swaliwell, Durham, gest. 25. 
Jan. 1829 zu London. 1772 war 
er 2. V^iolinist am Opernorchester, 
1773 Bratschist. 1778 trat er mit 
seiner ersten dramatischen Arbeit 
auf, der zahlreiche andere folgten. 
Seine Musik war beim Publikum 
sehr beliebt. 1791 besuchte er 
Frankreich und Italien. 1792 als 
Komponist am Covent Garden 
Theater angestellt (bis 1797). Fetis, 
Brown und Grove ausführlicher. 
Grove giebt ein langes Yerz. seiner 
Theaterstücke, ebenso Stephen. 
Opern kann man die englischen 
Erzeugnisse dieser Zeit kaum 
nennen, da sie nur aus Ouvertüre, 
einigen Arien, Duetten u. Chören 
bestehen. Das deutsche Singspiel 
dagegen ist reicher an Piecen, 
wenn es auch durch den ge- 
sprocheneu Dialog ebenso zerrissen 
wurde wie das englische. Von 
seinen Werken sind nachweisbar: 

An Introduction to harmony. London 
(1799) Robinson. 40. 125 S. [R. C. of 
Mus. Cambridge FW. Brüssel. Glasgow. 

Rudiments of thorough bass, . . . being 
an appeudix to an Introduction to har- 
mouv. Lond. (c. 1814) Robinson. 2 voll. 
gr. 40. [br. Mus. Cambridge FW. Briis- 
sel. Glasgow. 

— 2. ed. Ib. s. a. 4°. [br. Mus. 

Operetten und Verwandtes. 

Abroad & at home. A comic opera 



Shield. 



158 



Shield. 



comp, by Grettry, Giornovichi . . . Lond. 
1796. qufol. [br. Mus. R. C. of Mus. 

The Choleric Fathers. A coniic opera. 
London 1785. qufol. [ib. 

The Crusade. The songs, dialogues, 
duetts, trio & marches in the historical 
romance. ib. fol. [br. Mus. E. C. of Mus. 

The deaf lover, opera 1793. Lond. 
qufol. [E. C. of Mus. 

The Enchanted Castle. The pantom. 
of . . . London 1787. fol. [br. Mus. 

Two faces under a hood, op. com. in 
3 acts. Lond. 1807. [R. C. ofMus. br. 
Mus. Glasgow. 

The Farmer, a comic op. Kl.-A. Lon- 
don 1787. qufol. [br.Mus. E. C. ofMus. 

The flitcJi of Bacon, 1778. Lond. [R. 
C. of Mus. 

Fontainbleau, or Our way in France. 
A comic op. written by O'Keefe. (Kl.-A.) 
Lond. (1784) Lougman & Broderip. [ß. ß. 
br. Mus. R. C. of Mus. 

Friar ßacon, or Harlequiu Rambler, 
pantom. (Kl.-A.) ib. fol. [br. Mus. 

Harlequiu's Museum. The overt., songs, 
dances ... in the pantom. comp, by ... 
the rest compiled by T. Goodwin. Lond. 
1792. qufol. [br.Mus. R. C. of Mus. 

Hartford Bridge or The Skirts of a 
Camp, au operatic farce selected . . . 
Kl.-A. Lond. 1792. qufol. — neue Ausg. 
1856. fol. [ib. 

The Higbland Reel. A musical ro- 
mance, select. & com]). . . Lond. 1788. 
qufol. [ib. 

— The Highland reel. Bound along 
witli the songs &c. in the historical ro- 
mance of the „Crusade" & the „Sprigs of 
laurel", ä comic opera. Lond. qufol. 
[Glasgow. 

The Lock & Key, a mus. farce. ib. 
1796. qufol. [br.Mus. E.C. ofMus. 

Lord Mayor's Day. The Overt., songs, 
duett, glees ... in the pantom. ib. 1782. 
fol. [br. Mus. 

Love in a Camp, or Patrick iu Russia, 
a Comic opera. (Kl.-A.) ib. 1785. qufol. 
[br. Mus. R. C. of Mus. 

The magic Caveru. An entertainement. 
(L. 1784.) fol. [br.Mus. R.C ofMus. 

The Maid of Lodi. L. fol. [br.Mus. 

Marian, an opera. (Kl.-A.) L. 1788. 
[br. Mus. R. C. of Mus. 

The miduight Wanderers, a com. opera. 
KL-A. L. 1793. qufol. [ib. 

The Mysteriös of the Castle. A drama- 
tic Tale. L. 1795. qufol. [ib. 

Netley Abbey; a com. opera, comp, 
by Baumgarten, Parke, Paisiello, Howar- 
dand & Sh. L. 1794. qufol. [ib. 



The Noble peasant. A com. op. (Kl.-A.) 
L. 1784. qufol. [ib. 

The Nuuuery, a com. op. L. 1785. 
qufol. [ib. 

Omai; or, a Trip round the world, 
a pantom. set to music ... L. 1785. 
qufol. [ib. 

The picture of Paris. The songs, duetts 
... in the . . . (zum Teil aus Naumann's 
Amphiou entlehnt). L. 1790. qufol. [ib. 

The poor Soldier, a comic opera . . . 
Lond. (1783) Bland, qufol. [B. B. br. 
Mus. R. C. of Mus. 

The prophet, an op., comp, by Sacchini, 
Purcell, Giordani, Inwich, Cimarosa, Salieri 
u. W. Sh. (Kl.-A.) L. 1788. qufol. 
[br. Mus. R. C. of Mus. 

Richard Coeur de Liou, op. 1786. 
Lond. [R. C. of Mus. 

Robin Hood or Sherwood Forest, a 
com. op. (Kl.-A.) L. 1784. qufol. [br. 
Mus. R. C. of Mus. 

Rosina, a com. op. (Kl.-A.) L. 1784. 
qufol. [br. Mus, 

Shakspear's Duel & Loadstars, set to 
music. L. fol. [br.Mus. R.C. ofMus. 

ShaJvSpeare's Poor Barbara, set to mus. 
L. fol. [br. Mus. 

The Siege of Gibraltar. An entertain. 
L. 1780. qufol. [br. xMus. 

Sprigs of Laurel, a com. op., consistg. 
of German, Scotch, Irish & Engl, airs, 
one by a Nobleman & others by Handel^ 
Anfossi & Sit. (Kl.-A.) Lond. 1793. [ib. 

— Erhielt später den Titel ,,The Rival 
Soldiers". 

The Travellers in Switzerlaud, a com. 
opera. L. 1794. qufol. (Kl.-A.) [ib. 

The Wicklow mountains. Com. op. 
L. 1798. qufol. (Hiefs früher „The Lady 
of the hills.'' oder „AVicklow Gold Mines".) 
[br. Mus. 

The woodman. A com. opera. L. 1791. 
qufol. [br. Mus. R. C. of Mus. 

A collection of songs, sung at A'"aux- 
hall . . . to which is added „Johnny and 
Mary', a Ballad . . and ,,Oxfordshire 
Nancy', written by . . D. Garrick . . . 
Lond., W. Napier. fol. [br. Mus. 

A cento, cousistiug of ballads, rounds, 
glees & aroundelay; cavatinas, canzouet- 
tas, duettinos, terzettos & a quartettino. 
Lond. 1809. P. fol. [Glasgow, br. Mus. 
R. C. of Mus. 

A collection of Canzouetts & an Elegy. 
London. P. foL [br.Mus. R.C. ofMus. 

A collection of favourite songs. To 
which is added a Duet for 2 V. book 1 st. 
P. London, fol. [R. C. of Mus. C. P. 



Shiveiiein. 



159 



Sibelli. 



Six trios for V. T. & Vcl. Lond. 1796. 
3 Stb. fol. [Glasgow, br. Mus. 

6 Duettos, five for 2 V. & 1 for 2 
gerni. fl. op. 1. Loudou. fol. [br. Mus. 

6 Duets for 2 V. op. 2. ib. [br. Mus. 

3 Duets dito. [ib. 

Six Minuets in Ms. 9GS. [R. C. of Mus. 

(The Relief of Wiliiainstadt.) Great 
Britain still her charter boasts. L. 1793. 
fol. [br. xMus. 

8 Einzelgesänge im Druck, Lond. fol. 
[R. C. of Mus. Nr. 1357. In 1922 I. Whilst 
witli village raaids, Air, Rosina. 

Im br. Mus. ia Einzeldrucken: 42 Songs, 
9 Balladen, 4 Duette, 2 Glees, 1 Cauzone. 

5 Arien im Hyde I. [B. B.j 1 Glee 
in Bishop's Collect, of Glee. In Stewart's 
30 Scots sougs, Edinbgh. [Bologna]. In 
Corri's Select collection Bd. 2, 3 Gesge. 
p. 9. 11. 12. — Ein Gesg. in neuer Ausg. 
(Eitner 2). 

SliiYerleiii, . . . 

In der B. Schwerin F. ein Concerto 
ä 5. Violoncello obl. 2 V. Va. de braccio, 
Cemb. Ms. Stb. 

Shmett, C . . . vaii, 

kommt in Playford's Division Violin 
1685 mit einer Piece vor. 

Sliocl, Thomas, bekannt durch 

24 Psalm tunes, 2 hymns etc. Lond. 
0. 1801. qu40. 

3. book of Psalm tunes hymns & an- 
thems. London 1802. qufol. 

S.'s 6. book. Thirty tunes comp, by . . . 
Lond. '[\ii^. u. 1 Gesangsduett im Einzel- 
druck. Sämtlich im br. Mus. Siehe auch 
Thomas Shell. 

Shorc (Showers), John, der Sohn 
des Matthias Shore, Serjant-Trom- 
peter 1692 in London, berühmt als 
Bläser. John wird schon 1708 als 
Lautenist an der Kgl. Kapelle verz., 
während Rimbault erst den 8/8 
1715 nennt. Er soll der Erfinder 
der Stimmgabel sein und starb am 
20/11 1752, nahe an 90 Jahre alt. 
In den Listen von 1700 wird auch 
ein JoJm Shore unter den Musikern 
genannt, ob Säuger oder Instru- 
mentist ist fraglich. Aufserdem 
kommt noch in den Jahren 1691 ff. 
ein Trompeter Williaiu Sliore vor, 
für den Purcell die Trompeten- 
piecen schrieb (Nagel 1, 63 — 67. 
Viertel] . 8, 515 ff.). 



Short, . . . Burney 7, 664 bez. 
ihn als den ,,alten Short'', der 1744 
Organist an St. Sepulchre's church 
u. Klavierspieler am Covent Gar- 
den war. 

Short, Daniel, ist in den Jahren 
1694 u. f. Musiker a/d. Kgl. Kapelle 
in London (Nagel 1, 65. 67). 

Shram, Christopher, trat 1792 
in London als Violoncellist auf 
(Pohl 2, 371). 

Shuttleworth, Obadiah, Orga- 
nist an St. Michael, Combi 11 in 
London, dann an der Tempelkirche. 
Er war ein guter Violinspieler und 
wirkte als erster Geiger im Kon- 
zert zum Swan in Cornhill mit. 
Er starb 1735 (Grove aus Hawkins 
5, 181, der noch Mehreres über 
ihn und den Vater sagt. Letzterer 
lebte in Spitalfields, dem ärmsten 
Stadtteile Londons,meistvon\Vebern 
bewohnt. Er beschäftigte sich gern 
mit Musik und hatte seine Kinder 
so weit gebracht, dass er ein Trio 
für Klavier, Violine und Gambe, 
die er selbst spielte, mit ihnen aus- 
führen konnte). Der Sohn spielte 
im Swan von Gründung derselben 
an bis zu seinem Tode. 

Er soll im Ms. 12 Konzerte hinter- 
lassen haben und 2 im Druck, die sich 
den Corelli'schen in der Form genau an- 
schliefsen. 

Sianesi, bekannt durch 

Metode per Clarinetto-Coruo a machino- 
Corno segnale-Tromba etc. Milano. Mög- 
lich, dass er dem 19. Jh. angehört. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Sibe, Andre, um 1635 lustru- 
mentist an der Hofkapelle in Mün- 
chen mit 300 Gld. Gehalt (Kreis- 
arch.). 

Sibelli (Sivelli), (riovanni An- 
tonio, ein Opernkomponist des 
17. Jhs. 

In Bologna gab man die Opern „I di- 
porti d'amore" 1(J81 und ,,Elimaura fuggi- 
tiva" 1684 (Gerber 1). 



Siber, Georg. 



160 



Sicher. 



Siber, Greorj?, bekannt durch 

Die sieben Buss- Psalmen Davids in 
teutsche Reimen gerichtet . . . Item Eine 
Tischzucht im Haushalten . . mit etlichen 
Gesänglein. Nürnbg. 1591, mit 4stim. 

Gesg. [besafs einst der Antiq. Eosenthai. 

Siber Michael. 

Ich will dem HeiTn singen, in 2 Teil., 
5stim. In B. Zw. nur der B. vorhanden. 

Siberer, Andreas, Regens chori 
im Kloster Admout (Steiermark) 
von 1744— t 1778. Ein guter 
Komponist, von dem einEequiem ge- 
nannt wird (Kornmüller 1, 211). 

Sibin, Andre, 

Die Kgl. Musikalien-Samlg. in Dresd. 
besitzt 3 Senates p. la Harpe av. ou saus 
pedule ou le pfte. av. l'acc. d'une Fliite 
et Taille tous deux tres obligees. Ms. P. 
qufol. — Gerb. 1 nennt ihn einen Bruder 
des Gregor, der 1784 in Frankfurt 3 Quar- 
tette f. Klav. V. Fl. u. Vcl. herausgab. 

Sibiu, Oregor, ein Geistlicher 
im Kloster Amorbach in Baiern 
um 1784, gab in Frankfurt 

3 Sonaten f. Harfe oder Klav. mit Fl. 
und Bratsche als op. 1 heraus und La 
chasse für Klav. mit 1 Y. Flöte u. Vcl. 
(Gerber 1). 

Sibire, L'abbe Antoine, geb. 
zu Paris um 1757, machte seine 
Studien im Seminar St. Sulpice, 
trat dann ins Missionshaus und 
wurde Missionär in Loango (Gui- 
nea). Gegen 1787 kehrte er nach 
Paris zurück und lebte als Eccle- 
siastiker in der Parochie St. Louis 
du Marais (Fetis). 

Er schrieb: La chelonomie, ou le par- 
fait luthier. Paris 18Ö6 Millet. S». X 
u. 288 S. [B. Wagener. Brüssel. 

Er bez. sich auf dem Titelbl. mit .,Conc. 
Cure de traue. d'Assisi'-. 

— Leo Liepmau besafs eine Ausg.: 
Brüssel 1820 in 120. 

— Ausg. von J. Gallay. Les luthiers 
Italiens au XVIIe et XVIIle siecles. Nouv. 
ed. du Parfait luthier de l'Abbe Sibire, 
suine de notes sur les maitres des diver- 
ses ecoles. Paris 18(39 Academie des 
bibliophiles. 12o. 260 S. [Brüssel. Bo- 
logna. E. C. of Mus. 

Sicard, Laurent (der Kat. des 
br. Mus. schreibt J. . .)? ii^c'i Fetis 



war er an der Sainte-Chapelle zu 
Paris im 17. Jh. angestellt. 

Er gab 17 Bücher ,,Airs serieux et ä 
boire" ä 2, et ä 3 parties avec la Bc. 
Paris, Rob. (Chr.) Ballard. 3 Stb. fiul20 
heraus. Fetis verz. nur 8 livres von 1662 
bis 1668. Im br. Mus. befinden sich zum 
Teil inkomplett folgende Bücher: 

1. livre Paris 1666 Rob. Ballard. 



1667 



und 



sus 


1666. 










3. 






1668 


91 


11 


4. 






1669 


M 


11 


5. 






1670 


»> 


T 


6. 






1671 


Chr. 


Ballard. 


7. 






1673 


ji 


11 


8. 






1674 


it 


11 


9. 






1675 


11 


,} 


10. 






1676 


11 


i' 


11. 






1677 


11 


>, 


12. 






1678 


11 


11 



13. ., „ 1679 „ 

In der Pariser Kationalbibl. befindet 
sich 1 Exemplar: livres 1 — 8, 1666 — 1674. 
Ein 2tes: livres 1—16, von 1666—1683, 
in der Stadtb. Besannen, ein Vorname 
fehlt. — In Bmssel 2329 Hv. 1—4. 6 
bis 17 von 1666—1683 nur das Stb. Des- 
sus. Wolfenb. nur vom 5. B. der Bass. 

Sicca, Fr..., um 1706 Musicus 
an St. Martin in Amberg (Metten- 
leiter 2, 98). 

Siccus, Anacletus, siehe Secclii. 

Sicliardt, ... um 1703 Musicus 
an St. Martin in Amberg (Metten- 
leiter 2, 98). 

Sichart, Lorenz, war Organist 
an der Marienkirche in Nürnberg 
um 1720 und gab heraus: 

Sonata e Fuga per il Cembalo. 2 Bg. 
in fol. (Gerber 2). Bekannt ist dagegen: 

Sonata per l'organo composta da Lo- 
renzo Sichart, Organista del Coro dei 
Musici nella Chiesa di Sta. Maria a 
Norimberga (Adur). [Schwerin F. 

Siclier, Fridolin, geb. 5. März 
1490 zu Bischofszell, wurde mit 
13 Jahren dem Organisten Meister 
Martin Vogclmeier in Konstanz in 
die Lehre gegeben; als letzterer 
1504 in Baden im Aargau während 
eines Besuches starb und Hcnis 
Bnclmer den Posten in Konstanz 
erhielt, ging Sicher 1512/13 zur 



Sicher. 



161 



Sidler. 



weiteren Ausbildimg- zu ihm, nach- 
dem er bereits von tlcn Chorherren 
zn St. Pehigins in Bischofszeli mit 
der Kaplans-Pfründe zu St. Agnes 
belelmt worden war und am Sonn- 
tage nach Ostern seine erste Xesse 
gesungen hatte. Mit der Pfründe 
war das Organistenamt verbunden. 
Als in St. Gallen im Münster 1515 
ein neues Orgelwerk aufgestellt 
worden war, verdross Sicher das 
schlechte Orgelwerk in Bischofs- 
zeil und ging als Organist nach 
St. Galleu, überliefs aber den Chor- 
herren an St. Pelagius den Ertrag 
seiner Pfründe, um davon ein neues 
Orgelwerk hei^zustellen. Gegen 
1520 war dasselbe fertig u. Sicher 
versah abwechselnd beide Aemter 
in St. Gallen und in Bischofszeil. 
1531 hatte er sich in Eusisheim 
i/Els. auf ein Beneficiura investie- 
ren lassen. Nach der Restauration 
des Stiftes Pelagius gab ihm der 
Abt von St. Gallen noch die Kap- 
lanei zu St. Jakob vor der Stadt, 
eine Belohnung nicht nur für seine 
langjährigen Organistendienste, son- 
dern auch für seine durch alle Stürme 
der Zeit imerschütterte Treue zur 
römisch-katholischen Religion (Dr. 
Ad. Thürlings schweizerische Ton- 
meister 1903, siehe M. f. M. 1903 
Nr. 8). Als Komponist ist er nur 
in der Bibl. Basel's, Ms. Fx 21 
Nr. 52, einer Tenorstimme, mit 
dem Liede: „Mich hatt das gluck 
ein zyt," 3 Strophen, vertreten. 
Schubiger 2, 24 führt zwar eine 
Sammlung vierstimmiger Gesänge 
älterer und gleichzeitiger Komposi- 
tionen in der Stiftsbibl. zu St. Gallen, 
Codex 161 — 164 an, doch ist die- 
selbe nach Thürlings nicht von 
Sicher, sondern vom Magister Jo- 
hmines Heer angelegt u. geschrieben. 
Sichizzelli, Grins eppe, aus Mo- 
dena, bekannt durch 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



2 Sonate per V. e B. [Musikfr.Wien. 
Eine Siufouia in D. Ms. Stb. [Ber- 
lin K. H. 

Sichtbare und unsichtbare Son- 
nen- und Mondfinsternisse, die sich zwar 
im musikalischen Handbuch oder Musik- 
almanach fürs Jahr 1782 befinden, aber 
nicht augezeigt sind (Vign.). Ebenfalls 
zu Alethinopel. B». 16 S. [B. B. 

Beschrieben mit Auszügen in M. f. M. 
12, 148, wurde Junker zugeschrieben, ob 
mit Recht, ist sehr zweifelhaft, da er 
selbst sehr schlecht wegkommt und Forkel 
gelobt wird. 

Sieiliaui, Filippo, päpstlicher 
Sänger um 1788 (Haberl, Kat. 70). 

In der Münchener alten Hofkapelle 
eine Missa 8 voc. Ms. P. nur mit Sici- 
Uani gez. — In B. B. L 261 Messa super 
Omnium sanctorum 8 voc. P. — T 75 
Missa a 3 voc. P. — Cap. sistina Cod. 259 
Missa Omnium sanctorum 8 voc. 1788. 
Siehe Haberl's Kat. S. 60 Anmkg. 

8iculiis, Petrus. 

In der B. L. Ms. 7, 1 ein Salve regina 
5 vücuni. 

Sitlel, M. Ambrosius, Pfarrer 
zu Aroldisshausen , Wertrischer 
Herrschaft (Titel), gab heraus: 

Geistlicher Lieder, so in den Lutheri- 
schen Kirchen zu singen gebreuchlich, 
mit vier, auch ethche mit füuff vnnd 
sechs Stimmen, also, dass der Choral 
durch kurtze liebliche Fugen, so viel 
mügUch, in allen Stimmen hindurch ge- 
fiihret wird. Gesetzt vnd in druck ver- 
fertiget durch ... 1. Thl. Erffurdt 1619 
Phil. Wittel, Drucker. Stb.V 4P. 20 Lie- 
der. [B. B: T. 

Sidel, Johann, Kollab orator an 
der Schule zu Kölleda (Merse- 
burg), 

komponierte zur Hochzeit seines Schwie- 
gervaters die Motette : Ein freundlich Weib 
. . . für 8 Stirn. Erfurt 1614 (Gerber 2). 
Derselbe besals von einem späteren Joh. 
Skid eine Kantate im Ms. „Komm mein 
Freund" a 2 voci e ström, (die Musikfr. 
Wien verz. dieselbe ni(;ht im Kat.). 

Sidler (Seidler), Joseph Bern- 
liard, von Zug, war um 1789 
Organist in dieser Stadt und gab 
heraus: 

Ouvertüre p. le clav., nommee prince 
de Cobourg. 1789. qirfol. 

Quatre pieces.de preludes ou caprices 

11 



Sidney. 



162 



Siebenhaar. 



in D, B, A, und EmoU, pour les commen- 
9ants de clav. un peu avances. qufol. 

Serenade pour le clav. devant l'Jiotel 
du baron de Loudon, gencial feldmarechal 
de l'empereur, ä Beigrade. 1789. qufol. 

(G. Becker 1, 135.) 

Nachweisbar sind: 

Phantasia per il Cembalo. Tugio, dell' 
autore. (Jos. Clausner sculpsit.) 10 S. 
[B. M. B. Wagener. Briissel Cons. 

Er bez. auf dem Titel seine Gebuiis- 
stadt mit di Tugio Scizzero. 

12 Münchener Redout- Ländler 1813. 
München, Falter & Sohn. [B. M. Dort 
noch Walzer ib. 1825. Nur mit Joseph 
Sidler gez. 

In der B. B. befindet sich ein Druck 
für Klavier oder Orgel, der mit Capitaine 
Sidler gez. ist und fast denselben Wort- 
laut hat wie das zweite oben verz. Werk. 
Der Titel lautet: 

4 Piece de Preludes ou Caprices pour 
le Clavecin ou Orgue. Munich, Goetz. 
kl. qufol. 

Gerber 2 schreibt über letzteren „-ffff- 
jnfain Siedler des Kantons Zug in der 
Schweiz"-, ein Dilettant, gab heraus, und 
nun verz. er obige Ouvertüre u. Serenate 
und nennt sie „Dilettanten -Geklimper". I 
Auch Bossler in seinem Samlwke. 15 teilt 
einen Tonsatz von Siedler mit. 

Sidney, Sir ßol)ert, 

setzte Galliarden von J. Dowlaud für 
Laute und gab sie zum Druck in Eob. 
Dowland's A musicaU. Banquet 1610. 

Sidon, Samuel Peter, s. Sidow. 

Sidow, . . . wurde 1736 vom 
König- Friedrich Wilhelm I. von 
Preufsen auf Vorschlag des Ge- 
sandten in London nach Berlin, 
resp. Potsdam berufen, um die 
Musikschule für das Militär -Wai- 
senhaus einzurichten. In London 
zeichnete er sich als Opern- und 
Pantomimen -Komponist aus. Er 
soll auch der Erfinder des Murky 
sein. Er f um 1754 (Ledebur). 

Sidow, Samuel Peter, wurde 
am 10. Juni 1679 an der kurf. 
Kapelle in Berlin als Kapellmeister 
angestellt, ging dann, als Kurfürst 
Friedrich IE. den Thron bestieg, 
nach London und soll sich als 
Komponist bekannt geniacht haben. 



Gerber 1 verz. einen Samuel Peter 
von Siclon^ der von Rist und Mat- 
theson (1, 75) erwähnt wird und 
sich als Violinist von 1661 — 1666 
in Hamburg aufhielt. Eist stellt 
ihn noch über Joh. Schop. Sittard 
1, 20 u. 22 schreibt: wurde 1665 
der Nachfolger Joh. Schopp's als 
Direktor der Ratsmusiker. Es ist 
immerhin möglich, dass dies ein 
und dieselbe Person ist. 

Von Samuel Peter Sidon befindet sich 
in Upsala eine Sonata con Allemande, 
Courante, Sarabande ä Viollno solo con 
Basse. Ms. fol. 

Siel), Johannes, um 1510 
„Singer" an der Hofkapelle in 
Stuttgart (Sittard 2, 8). 

Siebeek, Joliann Heinrieh, 

Violinist am Gewandhauskonzerte 
in Leipzig 1781 (Döiffel 2, 22. 37). 
Siebenhaar der Siebenfältige, 
Malachias, so gez. im Zesen, zu 
dessen Liebesflammen er 1651 die 
Musik zu 11 Liedern schrieb, zu 
dem Rosen- und Lilienthal 1670 
25 Melodien mit Bass und zu 
dessen Andächtige Lehr -Gesänge 
1675 alle Sangweisen. 3 Lieder 
noch in Zesen's Reinw^eisse Hertzo- 
gin 1668 und dessen Schöne Ham- 
burgerin [Wolfenb. br. Mus.] Ger- 
ber 1 berichtet über ihn, dass er 
1 644 von Tangermünde nach Magde- 
burg als Kantor, Musikdirektor und 
Schulkollege berufen wurde und 
später das Diakonat an St. Ulrich 

erhielt. 

Im brit. Museum in London befinden 
sich unter Malachias Sieben haar folgende 
Drucke : 

HiniDilische . . Liebesflammen . . 8 st. 
Concert. Magdeburg 1659. fol. 

Gängel- Wagen der Jugend u. Stab des 
Alters. Genommen aus dem 17. u. 18. 
Versiculn des 71. Ps. und . . in ein 6 st. 
Epithal. mit u. ohne lustr. . . . übersetzt. 
Magdebg. (1661) J. Müller, fol. 

Der Kii'chen Jesu köstl. Seelen-Schmuck 
. . ein 8 st. Concert mit Tromp. u. Paucken 
... ib. 1661. fol. 



Siebenkäs, Jeremias Paulus 



163 



Siebert. 



Schiüdige Pflicht und treu -meinender 
Unterricht . . . unt 8 St. ib. 16(32. fol. 

Himmlisch-lechtzendes Hirschen-Hortz, 
welches sich . . nach dorn theüren An- 
schauen Christi Jesu sehnet . . in eine 
8 st. Motect übers, ib. (166.3). fol. 

Himmelsteigendes Danckopfer der Uhr- 
Alten Stadt Magdeburg ... 10 st. Coucert 
. . . mit Bc. ib. 1065. fol. 

Svaaviloquium Dei . . 9 st. Concert mit 
Tromp. u. Pauck. ib. 1667. fol. 

Siebeiikäs, Jeremias Paulus, 

nach 1735 in Kürnbero- e;eb., Sohn 
des Johann, war Organist an der 
Marienkapelle in Nürnberg (BiogT. 
31). Gramer 1, 649 erwähnt ihn 
noch im Jahre 1783. 

Siebenkäs, Johann, geb. 23. 
Dez. 171-4 zu Nürnberg, gest. 22. 
Jan. 1781 ebd., bildete sich unter 
Förtsch zum Klaviervirtuosen aus, 
ging darauf nach Dresden und 
wurde Schüler Heinichen's, kehrte 
vor 1735 nach Nürnberg zurück 
und war gezwungen, die Bäckeroi 
seines Vaters zu übernehmen, 
wurde aber später Organist an 
der "Walburgiskirche, dann an der 
Marienkapelle, 1764 Organist an 
St. Lorenz und dann an St. Sebald 
(Gerber 1. Biogr. 27). 

In der B. B. im Ms. 208.50 befindet 
sich die Kantate Kommt herzu, f. 4 Stim. 
mit Instrum. P. 73 S. 

Siebens, Pierre, geb. um 1774 
zu Mechehi, begraben am 3. April 
1846 ebd. Dirigierte an 40 Jahre 
die Musikvereine seiner Vaterstadt 
und erwarb sich durch Hebung 
des Geschmacks grofse Verdienste. 
Von seinen Kompositionen werden 
nur einige Klavierwerke genannt 
(Gregoir, Galerie). 

Sieber, Oeor^es - Jean (oder 
umgekehrt), der spätere Musik- 
verleger, geb. um 1734 in Franken, 
gest. zu Paris um 1815, 81 Jahr 
alt. Er bildete sich zum Hornisten 
aus, trat in den Musikchor der Garde 
und darauf 1765 ins Orchester der 



grofseu Oper als erster Hornist 
Auf den Rat Christian Bach's, den 
er auf einer Reise nach London 
kennen lernte, legte er eine Musi- 
kalien- und Verlagshandluug in 
Paris an und begann 1770 seine 
Thätigkeit uiit Haydn's Sinfonien, 
denen Mozart'sche u. a. folgten. 

Brenet in les Conceils en France 1900 
p. 369 zeigt 1772 die Oper von ihm an: 
Deucalion et Pyrrha. 

Sieber, treorges- Jules, Sohn 
des Georges- Jean, geb. um 1775 zu 
Paris, gest. ebd. 1834. Schüler 
von Nicodami, trat darauf ins Con- 
servatoire unter Bertou's Direktion 
(Fetis). Von seinen Kompositionen 
sind nachweisbar (möglich, dass 
Einiges auch von seinem Vater 
herrührt, da die Vornamen fehlen 
oder nur G. J. zu lesen ist): 

Air de vive Henry lY varie pour le 
Fortep. par G. J. Siber. 3. liv. variat. 
Paris, Tauteur. [ß. B. 

Hymne des H . • . Grades avec choeur, 
pai'oles du Ch . • . Martin av. aoc. de 2 V. 
A. B. et Cors ou Fortep., ded. au . . J. 
Koechlin . . par le F . • . Sieber. Paris, 
Tauteur. 8°. P. [Brüssel Cons. 

La rose et la croix, chant Ma^onique 
mis en mus. av. acc. de 2 V. A. B. et 
2 Cors ad lib. ou Fortep., precede d'une 
Invocation ded. . du Point Parfait, vallee 
de Paris, par le F . • . Sieber. Ib. 8'^. 
P. lib. 

Sieber, Joliann, wird von Joh. 
Rist unter dessen Porti-ät, ge- 
stochen von Haeckner, in Versen 
gefeiert. Gregoir, Fanth. 5, 103 
fügt hinzu: f um 1667. Walther 
führt einen sich zu seiner Zeit in 
Rom aufhaltenden Komponisten 
Sieber an, der 6 Sonaten f. Flöte 
u. Bass in Amsterdam herausgab. 

Siebert. Die berliner kurf. Hof- 
kapelle besafs 3 Säuger resp. Kam- 
mermusici dieses Namens: Gregor^ 
Hans u. Peter, die in den Jahren 
1585 und Peter 1572 verz. wer- 
den (Schneider 6. 20. Friedländer 
Dokumente). 

11* 



Siebigk. 



164 



Siefert. 



Siebigk. Man führt zwei Au- 
toren dieses Namens an 1. Chri- 
stian. Albrecht, 2. Ludwig Anton 
Leopold und giebt beiden die- 
selben Daten u. dieselben Aemter. 
Nach meinen bibliographischen 
Untersuchuugen sind es zwei ver- 
schiedene Autoren, der Erste ist 
der Verfasser des biographischen 
Werkes: Museum berühmter Ton- 
künstler und der Zweite ist der 
Komponist der Klavierpiecen. Zwei- 
felhaft wird man dagegen wieder 
durch Hoffmann's Anzeigen von 
Aufsätzen in den schlesischen Pro- 
vinzialblL, die er dem Zweiten zu- 
schreibt, während er das Museum 
nicht erwähnt. Hoffmann schreibt 
über den Ljudwig Anton Leopold 
Siebiqk: geb. 26. März 1775 in 
Dessau, gest. ebd. 12. April 1807 
im väterlichen Hause, 1797 wurde 
er Inspektor u. Lehrer a/d. evangel. 
Friedrichschule in Breslau, erhielt 
1802 den Titel eines Professors, 
wurde 1803 adjungierter Prediger 
an der Breslauer reformierten 
Kirche und kam 1806 als Dom- 
prediger nach Halle. 

Er gab heraus: Douze Variations .sur 
Uli thenie couuu pour le Claveciu, oe. 1. 
Breslau 1797. qufol. Op. 2 mit gleichem 
Titel 1799. Ohne op: 25 Var. uud 1 
Marsch (Hoffmann). 

An praktischen "Werken lassen sich 
noch nachweisen: 12 Variations pour le 
Pfte. par L. A. L. Stchigk. Op. 5. Lps., 
Br. & H. (72). qufol. 8 S. [ß. Kgsbg.] 
und 12 Variations pour le Clavessiu, oe. 
6 par L. A. L. S. . . Breslau 1798. [B. 
Lpz. Berlin K. H. 

Aulserdem ist aber noch das literarische 
Werk bekannt, welches den Titel trägt: 

Museum berülimter Tonkünstler in 
Kupfern und schriftlichen Abrissen vom 
Professor C. A. Siebigk. (Mit dem 2. 
Titelblatt: Oder Museum deutscher Ge- 
lehrten und Künstler 2ter Band). Bres- 
lau 1801 Schall, kl. 8». Enthält die Bio- 
graphien nebst Porträt von Seh. BacJi 20 
Seit, Jos. Haydn 32 S., Mozart 70 S., 
Zumsteeg 29 S., Clementi 19 S., Fr. W. 



Rust 29 Seit. [11 B. B. Lpz. B. Wage- 
ner. Musikfr. Wien. Brüssel. 

In den schlesischen Proviuzialbll. fin- 
den sich Artikel in Bd. 26. 28. 29. .31. 
36. Die Leipz. Ztg. in Bd. 6 enthält 
Briefe über Breslau, gez. mit L. A. L. 
Siebigk und die Variationen op. 5 u. 6 
bespricht sie in Bd. 4 u. 5, unter den 
Buchstaben L. A. C. S. . . Vielleicht 
glückt einem Anderen eine bessere Lösung. 

Siebolcl, Johann Barthel Ton, 

ein Arzt, Prof. der Chirurgie zu 
Würzburg, ein geborener Würz- 
burger am Ende des 18. Jhs., über- 
nahm 1807 die Redaktion der 
Fränkischen Chronik und brachte 
darin über 30 Biographien von 
Musikern, ebenso in den Neuen 
artistisch literarischen Blättern von 
und für Frauken 1808. Gerber 
hat die Biographien für sein Lexi- 
kon benützt, wie er selbst sagt. 

Siefert(latinisiertSyfertus),Paul, 
nach seinem Porträt 1586 in Danzig 
geboren, gest. 6. Mai 1666 ebd., 
begraben 10. Mai. Nach eige- 
ner Aussage war er ein Schü- 
ler SweeHnck's, kam dann in die 
Dienste der Hofkapelle in War- 
schau und wie er selbst sagt unter 
König Sigismund III. (regierte von 
1587—1632} wahrscheinlich als Or- 
ganist. Schon hier lag er stets im 
Hader mit dem Kapellmeister, der 
seiner Meinung nach die Aufführung 
seiner Kompositionen verpfuschte. 
Im Jahre 1620 kurz vor Ostern 
trat er in Danzig auf, doch waren 
alle Aemter besetzt u. erst 1623, 
als Mich. Weyda starb, Avurde er 
Organist an St. Marien. Als Kom- 
ponist war er sehr thätig und 
seine Kompositionen wurden fleifsig 
aufgeführt, doch ihm nie zu Dank, 
so dass er mit dem jeweiligen Ka- 
pellmeister stets in Zank und 
Streit lag. Die verschiedenen 
Klageschriften, in der Yiertelj. 7 
abgedruckt, lassen einen heftigen 
und leidenschaftlichen Charakter 



Siofert. 



165 



Siegel, Michael. 



durchblicken, der sich durch Zu- 
rücksetzung zum Aeufsersteu ge- 
reizt fühlt (ricrtelj. 7, 897 mit 
Portr.). Der Angriff Marco Scacchi's, 
der jedenfalls durch den Kapell- 
meister Kasp. Förster veranlasst 
wurde und die Schrift Cribrum 
musicum ad triticum Svferticum 
. . . Yen. 1643 erzeugte, worin 
Scacchi Siefert's 16-40 erschienene 
Psalmen kritisiert u. scharf tadelt, 
veranlasste Siefert zu der Gegen- 
schrift: 

Auticribratio rausica, ad avenam Schachi- 
anam (?), li. e. ocularis demoustratio cras- 
sissimoruiu errorum, quos Marcus Scha- 
chius, Author libri, an. 1643. Venetijs 
editi quem Cribrum musicum ad triticum 
Svferticum baptizavit, jmssim in eo coui- 
misit, cum aunexa Siferti justii defensioue 
honoris ac bonae famae, adversus am- 
l^ullas et falsitates Schachianas. In usum 
studiosorum Musices et defensionem iuno- 
centiae Authoris Publicae luci commissa. 
Impressa Gedaui impensis Authoris. Dan- 
tisci 1645 Georg ßhetius. foi. 16 Bll. 
[br. Mus. 2 Exempl. Bologna, im Druck 
u. Kopie. Cap. Julia in Eom. 

Näheres in Viertel]. 7, 421. 

Die 1640 u. 16.51 erschienenen Psal- 
menbftarbeitongen sind betitelt: 

Psalmen Davids, nach francösischer 
Melodey oder AVeise in Music componirt, 
Vüterschiedliche Theil mit 4. vnd 5. Stim- 
men zu singen, vnd mit allerhand Instiu- 
menten zu gebrauchen, nebenst einem 
General - Bals Von P . . S . . Dantiscano, 
Vor Zeiten iu Kgl. Capelle Königs in Polen 
Sigismundi III. Sei. Hoch!. Gedächtuüls. 
itziger zeit der Pfarrkirchen zu Dautzigk 
bestalten Organisten. 1. Thl. Gedruckt 
zu Dautzigk 1640 Georg Rheten, in Ver- 
legung des Authoris. 6 Stb. qu4''. Nr. 1 
bis 12 Psalm, dann 2 Concerti mit deut- 
schem u. latein. Text. [Stadtb. Danzig 
Nr. 41. 

— Psalmorimi Davidicorum, ad Galli- 
cam melodiam arte compositorum musi- 
cah, quid diversis sistuntur partibus, ä 4. 
5. 6. 7. 8. Vocibus decantaudi, cum prae- 
viis Symphoniis sonandis, ut & Germanicis 
Latinisqj Textibus metrice luppofitis cum 
Baffo Generali. Pars Secunda . . . (wie 
oben, nur lateinisch). Dantisci 1651 Rhe- 
tianus, sumptib. Authoris. 9 Stb. qu40. 
In der I. vox die Dedic. an Joan. Casi- 



miro regi Poloniae ac Sueciae. 28 Gesge. 
deutscher u. lat. Text. Den Schluss bildet 
eine Canzone für 8 Instruni., darauf sein 
Porträt mit einem Kanon in der Hand 
und ein danmter stehendes Gedicht bez. 
ihn als Schüler Sweeliuck's. [B. D. Brieg 
(fehlt im gedr. Kat., wie übei'haupt die 
Verwaltung in Brieg das Seltenste nicht 
nach Breslau gesendet hat). Upsala soU 
eine Ausg. von 1659 besitzen, wie der 
Kat. aussagt, fehlt der Altus. Eine mo- 
derne Part, besitzt zum Teil aus beiden 
Teilen die B. Elbing Nr. 347—349. 

Canticmn seu Synibolum divi Ambrosii 
et Augustini Te Deum laudamus, compos. 
a 1. 2. 3. 4. 5. voc, vivis et iustrum. c. 
Bg. Dantisci 1642 Rhetius. Stb. kompl. 
qu4". [br. Mus. 

Orgelstücke in einem starken hds. Folio- 
bande im Minoriten-Convent in Wien mit 
Paiü Sivert gez. 

Der Herr herrscheu thut 5 voc. Ms. 20 
iu B. Br. 

Siegel, Daniel Siegmiiiid, geb. 
17. Sept. 1774 zu Satzung i/Sachs. 
(Zwickau), wurde 1798 Organist 
in Annaberg und feierte 1848 das 
50 jährige Amtsjubiläum. Er schrieb 
an 46 "Werke Variationen und 4 
Samlg. Lieder (Fotis. Yollhardt in 
seinen Cantoren und Organisten 
Sachsens schreibt S. 7 gebürtig aus 
Bärenstein). 

Siegel, Gregor und Ludwig, 
siehe Sigell. 
Siegel (Sigillus), 3Iieliael, aus 

Thum im Meifsenschen, bez. sich 
1622 als Studiosus Musicae, war 
seit 1623 Kantor in Hayn und 
von 1626 bis 16B2 Lehrer und 
Kantor an der Pfarrkirche und 
Lateinschule zu Torgau. Wurde 
in letzterem Jahre wegen an- 
stöfsigem Lebenswandel entlassen 
(Taubert 1, 17). 

Im Gothaer Cantional 3. Thl. 1648 der 
fünfstim. Gesang: Sag, was hilft alle 
Welt. Derselbe in P. in Ms. W 101 
Nr. 1619 der B. B. Ein 5stim. Tonsatz 
unter Sigillus in neuer Aiisg. (Eitner 2). 
— Die B. B. besitzt mehrere Gelegen- 
heitsgesänge von je 1 Bog. in fol., Stim. 
unter einander, doch nicht in Part. Sie 
sind betitelt; 



Siegfried, Cornelius. 



166 



Sieve. 



1. Jubilum natalitium, 5 voc. Lips. 
(1621) Job. Glück. 

2. Angeloruüi fimctio, 5 voc. Ib. 1622. 

3. Benedictio et valet dictio, 5 voc. 
Ib. 1623. 

In B. Proske Ms. 372 Nr. 121 ein 
deutscbes Lied zu 5 Stirn. 

Siegfried, Cornelius, um 1600 
Prediger zu Ebertzheim (Leiningen). 

Ein 4stizn. Gloria in excelsis mit dem 
Laudamus und ein Kyrie in neuen Ausg. 
(Eitner 2). 

Siegfried, Joliaiiu, Superinten- 
dent zu Schleitz im Voigtlande 
um 1620, geb. zu Borna, gab nach 
"Waltlier heraus: Es erhub sich 
ein Streit für 6 Stirn., Motette aufs 
Michaelis-Fest. 

Siegl, . . . AYaldhornist aus "Wien, 
kam 1772 an die Hofkapelle in 
Kassel, ging aber 1773 wieder 
zurück nach Wien (Apell). 

Siegm.iier (Siegmever, Sieg- 
majer), Joliaim G^ottlieb, geb. 
12/13. Nov. 1778 zu Peritzsch bei 
Eilenburg i/Sachs., war General- 
postaratsekretär zu Berlin und be- 
trieb als Dilettant Musik. Er gab 
heraus : 

Fundament des General -Basses von 
AVolfg. Amad. Mozai-t . . . Beriin 1822 
Wilb. Logier. kl. 40. 50 S. [B. B. 
Musikfr. "Wien. Brüssel. Freisiug. 

Theorie der Tousetzkunst mit Bezug- 
nahme auf die Theorie von W. A. Mozart. 
Berün 1822 ^Y. Logier, kl. 4». 8 u. 
2.02 S. [B.B. Bi-üssel. 

— 2. verbess. u. vermehrte Aufl. Ib. 
1834. 40. 10 u. 252 S. [B. B. Musikfr. 
Wien. 

Ueber den Ritter Gluck und seine 
Werke. Briefe von ihm und anderen 
benihmten Männern seiner Zeit. Eine 
historisch -kritische ßeui-theilung seiner 
Opern -Musik. Aus dem Französischen. 
Beriin 1823 Voss. 8". 384 S. [B. B. 
Musikfr. Wien. B. Lpz. Hofb. Wien. 

— 2. Ausg. Ib. 1837. (Nur neue 
Titelausg.) [B. B. B. Wagener. 

Becker 2 schreibt: Der Verfasser des 
Originalwerkes ist Abbe Gaspard Michel 
(Lehlond.) Gluck's Freund und Bibliothe- 
kar am College Mazarin und lautet der 
Originaltitel: Memoires pour servir ä 



l'histoire de la revolution . . . Paris 1781. 
8° (siehe Becker 1, 158). 

üeber das 1. Werk von Mozart siehe 
Jahn's Biogr. 3. Aufl. 1. Teil 812. 

Sieg-mimd, ... um 1585 Mit- 
glied der kurf. Kapelle in Berlin 
(Friedländer). 

Siegmimd, Grottfried, um 1680 
Altist an der Hofkapelle in Dres- 
den mit 100 Thlr. Gehalt (Fürste- 
nau 1, 98). 

Sieraliowski, AbbeTVenceslans, 
Kanonikus und Propst a/d. Kathe- 
drale zu Krakau, geb. um 1741, 
trat als Musikschriftsteller u. Kom- 
ponist auf. Näheres bei Sowinski. 

Siersleben, Nikolaus, um 1618 
Instrumentist an der Hofkapelle in 
Berlin mit 300 Thlr. Gehalt (Schnei- 
der 28). 

Siefs (Sies), Jolianiies, aus 
Oesterreich. 1512 erhält er vom 
Herzoge von Württemberg, in des- 
sen Diensten er als Sänger stand, 
den Auftrag, in Strafsburg Sänger 
für die Kapelle anzuwerben und 
erhielt als Beisegeld 49 Gld. 1519 
wird er als Kapellmeister bez. 
Während der Verbannung seines 
Herrn, des Herzogs Ulrich, durch 
die Oesterreicher (1519 — 1534) 
mag er eine nicht allzugute Zeit 
verlebt haben, obgleich dem Propst 
Martin von Denkendorf anbefohlen 
wird, dem Kapellmeister Johann 
Si eisen seinen (behalt und was ihm 
zum Unterhalt nötig ist, zu reichen 
(Sittard 2, 9—11). 

Im Peter Schoeffer, Liederbuch von 
1513, befinden sich 4 deutsche vierstim. 
Lieder, von denen zwei in Monatsb. f. M. 
25, 201. 203 in P. mitgeteilt sind (Eit- 
ner 1). 

Ein im 17. Jh. lebender Icjnax Sies 
war Alunmus an S, Gregorius. Er ist 
der Schreiber der Mss. in B. M. Nr. 111 
bis 113. 

Sieve, Gilles de, um 1615 
Sänger an der Kgl. Kapelle in 
Brüssel (Straeten 5, 155). 



Sievers, Georg Ludwig Peter. 



167 



Sigefridus. 



Sicrers, Dr. Oeorg Ludwig 
Peter, Sohn des Job. Friedr. Lud- 
wig, geb. um 1775 in Magdeburg, 
lebte seit 182-4 in Rum, wo er 
aucb starb, das Datum ist uicbt 
bekannt. Der Vater uuterricbtete 
ibn in der Musik, docb betrat er 
die Literaten -Karriere und zwar 
als Journalist über Kunst, zumeist 
über Musik und Musiker. Seinen 
Aufenthaltsort wechselte er sehr 
oft. Zuerst lebte er 1807 in 
Braunschweig, um 1808 in Kassel, 
wo er eine Zeitschrift redigierte 
und Romane schrieb, dann in 
Altenburg, wo er Mitarbeiter des 
Brockhaus'schen Konversationslexi- 
kons war, dann in Wien, gegen 
1810 in Paris als Korrespondent 
deutscher Zeitungen und endlich 
seit c. 1824 in Rom. 

Artikel über Musik findet man in den 
Eegistern der Allg. mus. Lpz. Ztg. von 
Bd. 9 ab und in Scliott's Cäcilia, verz. in 
Bd. 10, S. 279. Er schrieb über Alles 
und Jedes. In der Lpz. Ztg. 32, 551 
findet mau Urteile über seine Sclirift- 
stellerei. In Buchform erschienen: 

Ueber Madame Catalani-Valabregue als 
Sängerin, Schauspielerin . . . Lpz. u. Alten- 
biu'g 1816 Brockhaus. 8''. Einzeldruck 
aus der Zeitschrift: Zeitgenossen. [Mu- 
sikfr. Wien. Dresden. Brüssel. 

Mozart und Süfsmaver, ein neues Pla- 
giat. Mainz 1829 Schott. [B. B. B. M. 
Musikfr. Wien. Brüssel. 

Einen kleinen Teil seiner Zeitungs- 
artikel zeigt Becker 1. 2. an. 

Sieyers, Johann Friedricli 
Ludwig, geb. 26. Jan. 1742 zu 
Oegle im Hannoverschen, gest. 
28. Juni 1806 zu Magdeburg (nach 
Hoffmanu von Fallersleben). War 
anfänglich Organist an der An- 
dreaskirche zu Braunschweig und 
erhielt darauf 1770 die Organisten- 
stelle nebst einem Yicariat an der 
hohen Stiftskirche zu Magdeburg, er- 
richtete daselbst auch ein wöchent- 
liches Konzert, welches noch im 
Jahre 1784 seinen guten Fortgang 



hatte, wie Gerber 1 sagt. Die 
Titel seines letzten Amtes liest 
man auf seinen : 

Oden und Lieder aus der Geschichte 
des Siegwart (für 1 Stimme mit Klav.). 
Magdebg. 1779. qufol. Hier findet man 
auch die einsbnals beliebte Romanze: Es 
war einmal ein Gärtner. 12 Lieder. 
[Stadtb. Breslau. B. B. B. G. Musik-fr. 
Wien. 

Gramer 1, 479 lobt die Lieder. 

3 Senates pour le Claveciu . . . oeuv. 1. 
Beriin (1782) Hummel, fol. [Dresd. Mus. 
Schwerin E. 

Miserere 4 voci 2 V. 1 Va. Fag-. Tel. 
et Contra- Violon di Sievers ,,Thomorganist 
in Magdeburg". Ms. Stb. [Schwerin F. 

Sifaee (Sif accio), GrioTanni Fran- 
cesco Gri'ossi, detto, ein bedeuten- 
der Sopranist (Kastrat) des 17. Jhs., 
geb. um 1666 zu Pescia in Tos- 
cana, ermordet in Italien um 1699. 
Schüler von Redi, soll zuerst um 
1675 in der päpstl. Kapelle an- 



gestellt gewesen 



sein 



sang 



dann 



in der Oper, lebte um 1686 — 87 

in England und stand im Dienste 

des Königs James IL, ging dann 

wieder nach Italien zurück (Brown 

u. Fetis). 

Die Bibl. in Cambridge FW. besitzt 
von ihm im Ms. 44 fol. 82 eine Motette 
„Tantum ergo" f. Sopr. mit Bc. und 
Ms. 120 Nr. IGS ,,Why are my eyes". 

Sigebertus Gemblacensis, starb 
1112 und lebte im Kloster zu 
Gemblours in Brabant (Fabricius 
1, 221). 

Sein Tractat ,,Sententia cuiusdam de 
ratione tonorum" mit dem Aufauge „Qiün- 
que sunt consonantiae musicae" besitzen 
die Hofb. in München, Cod. 14663. Die 
Hofb. in Wien, Cod. 55 aus dem 10. (?) Jh. 
und Kgl. B. Brüssel Codex 10078—95. 
Die Abhandlung ist dieselbe wie der 
Anonymus in Gerbert's Scriptores 1, 338 
(Viertel] . 1, 173). 

Sigefridus, Cornelius, Prediger 
zu Ebertsheim (Baiern, Pfalz) und 
Martesheim, gab heraus: 

Kirchen - Gesang, Psalmen vnd Geyst- 
liche Lieder, welche . . . mit 4 Stimmen 
. . . componirt vnd gestellt durch . , . 



Sigelius. 



168 



Sigismondo d'India. 



Strafsbm-g 1605 Aiit. Bertram. 120. 122 
Gesge. [B. Göttingen. 

Sigelius, P. Riifinus (keinen- 
falls derselbe v.-ie Sigillus), gab 
1630 zu Ingolstadt, gedr. von Greg. 

Haenlinus, heraus: 

Alveus sacer in cellas varias distinctus, 
melle et nectare sononis. Quam in cel- 
lula sua ut coelo affinior esset, finxit 
Eeligiosa apis . . . Monachus Benedictinus 
monasterii Seonensis (in Oberbaiern) ad 
S. Lambertum Professus. Die Dedic. ist 
an dem Abt Franeiscum zu Weingarten 
gerichtet (Kornmüller 1, 209). Der In- 
halt besteht aus 21 Gesängen zu 1 bis 
4 Stirn.; ein Exempl. in B. Proske. 

Siffell (Siegel), Grregor und 
Ludwig, beide Instrumentisten an 
der Hofkapelle in Stuttgart von 
1605 bis c. 1634. In letzterem 
Jahre werden sie als Posaunisten 
und Yiolisten bez. (Sittard 2, 33. 49). 

Siger, Paul, aus Herleben (Fetis 
schreibt: Herrenthal). Er lebte in 
Köln im 17. Jh. Draudius verz. 

Pauli Sigeri Herelberani Flandri, Bür- 
gers zu Colin, Psalmodia Davidica, Davids 
teutsche Psalmen mit 5 vnd weniger Stim. 
zugericht. Colin 1590. #. Ritter und 
Grässe verz. keinen Ort obigen Namens. 

Sigfrid, Johauii, städtischer 
Kantor in Zwickau (Cantor Cicen- 
sis?), ist bekannt durch 

Ms. Z 60, B. B., 8 Stb. des 17. Jhs. 
Nr. 12: Ascendo ad patrem 5 voc. — In 
B. Proske, Ms. 732 Nr. 15 ein 4 st. lat. 
Gesg. — In B. Zwickau 710 eine 12 stim. 
Motette „Wem ein ti;gendsam Weib be- 
scheret ist^S fehlen C 3, T 1, B2. Ms. in 
fol. — In Lübeck, Ms. Cantional 4 Stb. 
inkompl. Nr. 74: Es erhub sich ein Streit 
0. 2. p. h 6 V. eine spätere Eintragung, 
mit der Bemerkung: aus Borne bei Magde- 
burg gebürtig. Dieselbe Motette zu 7 Stirn, 
(sie?), in B. Löbau, Ms. an Weissensee 
Nr. 107, fehlt T., A. u. B. defekt. Auch 
hier \^'ird er gebürtig aus Borna bez. 

Sigliicelli, eine Musikerfamilie 
in Modena, die sich als Violinisten 
auszeichneten und an der Hof- 
kapelle in Modena augestellt waren. 
Der Stammvater ist 

FiUppo^ geb. um 1686 zu San 
Cesario im Modenaschen, gest. 14. 



April 1773. Seit 1760 erster Vio- 
linist a/d. Hofkapelle. Sein Sohn 

Oioseffo^ geb. um 1737 zu Mo- 
dena, gest. ebd. 8. Nov. 1826, seit 
1777 erster Violinist. Ein Sohn 
des Gioseffo 

Carolo, geb. um 1772 zu Mo- 
dena, gest. ebd. 7. April 1806. 
Seit etwa 1796 erster Violinist. 
Antonio und Viticenxo gehören 
dem 19. Jh. au (Fetis nach Doku- 
menten). 

Von dem 2., Gioseffo oder Giuseppe, 
befinden sich im Konservat. zu Mailand: 

Sonata in F. per V. e B., Ms. 

Divertimento in G. per V. e Vcl. (o 
2 V.). Ms. 

Duetto in C. per 2 V., Ms. 

Sigillus, siehe Siegel, Michael. 

Sigismondo da Jeime, Padre, 
bekannt durch: 

Magnificat in Si bem. a tre voci, due 
tenori e basso, con organo. Ms. P. [Mai- 
land Cons. 

Sigismondo d'India aus Pa- 
lermo geb., er bez. sich mit Cava- 
liero und diente als Musikdirektor 
der Kammermusik beim Herzoge 
von Savoyen ; später war er Kapell- 
meister beim Kardinale Moritz von 
Savoyen und Piemont. Obige Stel- 
lungen bekleidete er nach den 
Titeln seiner Druckwerke seit 1612. 
1627 wird der Kardinal Sabandia 
von Savoyen genannt. Sein Wohn- 
ort war Turin, wie auch Fil. Al- 
bini in der Vorrede zu seinen 
Musicali concenti 1623 bezeugt. 
Fetis nimmt die Städte der Dedi- 
kations- Unterschriften für seinen 
jeweiligen Wohnort an, doch wis- 
sen wir heute, dass der Komponist 
damaliger Zeit, sobald er nur ab- 
kommen konnte, stets die Ueber- 
wachung des Druckes am Druck- 
orte selbst besorgte und dort auch 
die Dedic. schrieb. Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

Novi Concentus ecclesiastici binis, ter- 
uis vocibus concinendi . . . Yen. 1610 



Sigismondo d'India. 



109 



Sigismand. 



Ang. Gardainis. 4 Stb. mit Bc. 4". 
23 Mot. Hier führt er noch keinen Titel. 
Die Dedic. ist an den Kardinal Sabandia 
gerichtet und unterz. Piacenza 12 1610. 
Dies kann man als seinen AVohnort bez. 
[Bologna, br. Mus : B. Bc. 

Lib. 2. sacrorum Concentuum . . . Nobi- 
lis Panormitani, ternis, quateruis, 5, 6que 
Tocib. concin. Ven. 1610 Gard. & fratres. 
6 Stb. 40. 20 Mot. [B. ai. Bologna 
fehlt Bc. 

Lib. 1. Motectoram 4 vocibus auctore 
. . . Divi Itarci Aequitu . . . Yen. 1627 
Alex. Vincentius. 5 Stb. 40. 22 Mot. 
[B. Br. Bologna: B. Bc. in beiden Ivat. 
Abdr. der Dedic. 



Lib. 1. de iladiigali a 5 voci, di . . . 
MUano 1606 Ag. Ti-adate. 5 Stb. 4^. 
21 Madr. [br. Mus: B. 5a. 

— Ven. 1607 Aug. Gardano. 5 Stb. 
40. 21 Madr. [Bologna. 

— ristamp. Yen. 1610 Gardano & fra- 
telli. [Rom B. C: C. B. 5a. Oxford Ch. 
Ch. br.Mus: B. 

Lib. 2. de Madr. a 5 v. . . Yen. 1611 
Gard. & fratelli. 5 Stb. 4». 21 Madr. 
[Rom B. C: C. B. 5 a. Oxford Ch. Ch. 
br.Mus: B. 

... II 3. lib. de Madr. a 5 v. con il 
suo Bc. da sonar coa diversi instromenti 
da corpo ä beneplacito; ma necessaria- 
mente per gli otto ultimi. Yen. 1615 
B. Magni. 6 Stb. 40. 21 Madr. [Bibl. 
•wie vorher, im br. Mus. noch der Bc. 

II 4. lib. de Madr. a 5 v. . . Capo della 
musica di Camera del Sereniss. & Invitiss. 
Duca di Savoia . . . Yen. 1616 Amadino. 
5 Stb. 4". 20 Madr. [Oxford Ch. Ch. 
Rom B. C: C B. 5 a. 

II 5. lib. de Madr. a 5 v. . . Yen. 
1616 Amadino. 5 Stb. [Bibl. wie vorher. 

IJ 7. lib. de Madr. a 5 v. . . Roma 
1624 G. B. Robletti. 5 Stb. 4P. 21 Madr. 
[Rom wie oben. Bologna C. T. B. 

8. Libro de Madr. con il Bc. del Cava- 
lier ... Roma 1624 Robletti. 6 Stb. 4«. 
12 Madr. [Bologna. Rom wie oben. 

La Musiche e Balli a 4 voci con il Bc. 
del . . . composte nelle reggie nozze del 
Sereniss. Prencipe di Savoia Yittorio Ama- 
deo, Madamma Chi'istiana, Kuovamente 
comp. . . Yen. 1621 Ale&s. Yincenti. 5 Stb. 
40. 33 Gesge. [Oxford Ch. Ch. 

Yillanelle alla Xapolitana a 3 voci di 
. . . Lib. 1 . Yen. 1610 Ang. Gardano & 
fratelli. 3 Stb. 4«. 19 Gesge. [Bo- 
logna. Oxford Ch. Ch. B. B:C1. br. 
Mus. 3 Stb. 

Lib. 2. delle YiUaneUe alla XapoUt. a 



3. 4. & 5. Yoci. Di . . . Yen. 1612 
berede Ang. Gardano. 3 Stb. 4». 23 Ge- 
.sänge. [Bologna: Cl. 2. br.Mus: B. 

Le Musiche di . . . da cantar solo uel 
Clavicordo Chitarone Arpa doppia et altri 
istromenti simili. Milano 1609 l'herede 
di Simon Tini & Eil. Loraazzo compagni. 
1 vol. 67 S. 53 Gesge. [Brässel. Paris 
Nat. Genua U. B. Yenedig B. M. 

Le Musiche a 2 voci di . . . Yen. 1615 
Amadino. 1 vol. fol. 41 S. Dedic. in 
Turin gez. 28 Gesge. [Oxford Ch. Ch. 
C. P. Turin B. n. Bibl. Bohn in Breslau. 

Le Musiche del ... Lib. 3. a una e 
due voci. Milano 1618 Fil. Lomazzo. 
1 vol. fol. 31 S. 19 Gesge. Yogel 1, 
327 einen Teil der Dedic. [Bologna. 
Paris Xat. 

Le Musiche del . . . a 1 et 2 voci da 
cantarsi nel Chitarrone . . . con alcuue 
Arie, con l'Alfabetto per la Chitara aUa 
spagnola. Lib. 4. Yen. 1621 Aless. Ym- 
centi. 1 vol. fol. 33 S. 16 Gesge. mit 
Angabe der Dichter. [Oxford Ch. Ch. 

Le Mu.siche del ... da cantarsi (wie 
vorher). Lib. 5. Yen. 1623 ib. 1 vol. 
fol. 25 S. 14 Gesge. Die Gedichte zum 
Teil vom Autor. [Oxford Ch. Ch. 

In alten Samlwk. 2 Motetten (Eitner 1). 

Sigismondo, Griuseppe, geb. 
13. Xov. 1739 zu Neapel, gest. 
10. Mai 1826 ebd. Studierte Jura 
und betrieb Musik nur nebenbei, 
widmete sich aber später ganz der 
Kunst und trat als Komponist auf; 
auch als Gesanglehrer hatte er 
einen guten Ruf und nannte aus 
den höchsten Kreisen seine Schüler. 
Als unter der Regierung Murat's 
das Konservatorium reorganisiert 
wurde, wählte man ihn zum Biblio- 
thekar an der sehr reichhaltigen 
Bibl., dort findet man auch Einiges 
von seinen Kompositionen im Ms. 
(siehe Fetis. Florimo nennt ihn 
nur beiläufig). 

In der B. B. unter den Mss. theoret. 
befinden sich 4 Bde., fol. 30—33. mit 
Materialien zu einer Geschichte der Musik 
! der neapolitanischen Schule. — Das Con- 
seiv. zu Mailand besitzt: Scuola di can- 
tare e Solfeggi per Sopr. c. B. d'accomp., 
im Autograph. 

Sigismimd, Polonos, siehe Po- 
loiios. 



Sigl, Franc. A . . . M . 



170 



Signorini, Carlo. 



Sigl, Franciscus A . . . M . . ., 

ist in der Hofb. in Karlsruhe mit 
folgenden Werken im Ms. ver- 
treten : 

90Ü. Missa triumphalis , ünomastica 
pro festo St. Ludovici Confessoris 4 v., 
V.. Clarinis, Com. Alto Viola, Tymp. et 
Organo. Autogr. in Stb. 

907. Musikalische Serenata die in 
Lieb und Treue Bestehende Dankbarkeit 
als das . . . Nahmens-Fest des . . . Herren 
Ludo\ici Georgii Simperti, Regierenden 
Herren Marggrafen zu Baaden Baaden. 
Unwürdigster Client und Schutzunterthan 
. . . Autogr. in Stirn. 

Sigi, Griovaiini (xiorgio, 

8 Sonate per il Cembalo, in qufol. 
Ms. 106 der Bibl. Dresd. Musikalien-Samlg. 

Signac, Sieur, ein Komponist 
aus dem Anfange des 17. Jhs., 
der durch folgende Drucke be- 
kannt ist: 

50 pseaumes de Da^-id, mis en vers 
fran^ais par Th. Desportes et mis en 
musique ä 4 et 5 parties par le sieur 
Signac. Pai'is 1630 BaUard. [Stadtb. 
Amiens. 

Airs a quatre Paiües Du Sieur . . . 
A Paris 1622 Pierre Ballard. 4 Stb. 
kl. 8°. ä 40 Bll. [besals G. Becker in 
Lancy den Dessus. 

10 Airs im Samlwk. Airs 1618. 

Signorelli, Pietro, Kapoli, geb. 
28. Sept. 1731 zu Neapel, gest. 
1. April 1815 ebd. Ein Schrift- 
steller, der auch Einiges übers 
Theater schrieb. Er führte ein 
vielbewegtes Leben, war zweimal 
in Spanien und bekleidete amt- 
liche Stellen, kehrte aber immer 
wieder nach Neapel zurück, be- 
teiligte sich 1798 an der Kevolu- 
tion, zog sich dann nach Mailand 
zurück, wurde dort Lehrer am 
Lyceum, ging dann nach Pavia 
und Bologna und lebte seit 1806 
wieder in Neapel (Fetis). Seine 
hierher gehörigen Werke sind: 

Storia critica de'Teatri antichi e mo- 
derni libri 3. Napoli 1777 stamp. Simo- 
niana. 8". [B. B. 

— Ausg. Napoli 1787, 6 voll, in 8» 
und Napoli 1813 in 10 voU. [Glasgow. 
Bologna u. Bibl. Scheurleer. 



— Addizioni alla storia critica de'teatri. 
Napoü 1798. [B. B. 

Fetis verz. noch: Lettera sullo spetta- 
colo musicale del 1803. Nap. 1804. 8». 

Signoretti, Rev. D. Aurelio, 
aus Reggio, wo er auch um 1615 
an der Kathedrale Kapellmeister 
war (Titel). Fetis bez. seinen Tod 
mit 1635. Man kennt von ihm: 

II 1. üb. de Motetti a 2, 3, 4, 5, 6, & 
8 voci. Con il B. per sonar nell'org. . . 
Yen. 1615 G. Yincenti. 5 Stb. l". [Bo- 
logna. B.B: C. B. Bc. 

Yespertinae omnium solemnitatum Psal- 
modiae quinis, seu novenis vocibus concin. 
una c. B. ad org. . . Yen. 1629 Aless. 
Yincentius. 10 Stb. 40. 23 Gesge. [B. 
Frkft. im Kat. das ßeg. Bologna. 

In Z. Zanetti's Sacrae et divinae can- 
tiones 1619: Ducite fideles Christi 3 voci. 
In Seraphin Patta"s Sacra cantica 1611 
eine Motette. 

Fetis schreibt, dass sich im Archiv der 
Kathedrale zu Reggio Magnificat und 
Messen bis zu 16 Stirn, befinden. Letz- 
tere tragen das Datum 1626. 

Signoretti, Joseph, ein Vio- 
linist, Schüler von Tartini, liefs 
sich gegen 1770 in Paris nieder 
und gab dort Streichquartette her- 
aus (Fetis). 

Im Kat. Leo Liepm. ist ein P. Signo- 
retti mit dem Dmcke : Methode contenant 
les principes de la musique et du Yiolon. 
La Haye 1777 Williams. 3 Teile in 1 Bde. 
in 4P vertreten. Allen Anzeichen nach 
ist es derselbe Autor und das P. ein 
Di-uckfehler. 

Sigiiorile, Nicolo, Sopranist an 
der Hofkapelle in Wien, wird von 
1721 ab als Altist verz., diente- 
mit 1000 Gld. (von 1740 ab nur 
mit 500) vom 1. Mcärz 1721 bis 
1. Aug. 1719, wird dann pensio- 
niert und stirbt am 2. April 1759, 
76 J. alt (Köchel 1). 

In der B B., Ms. 17 108 eine Messa 
a 4 voci alla Palestrina. P. — In Musikfr. 
Wien: 3 Missae a 4 voc. P. — Duetto: 
Come lasciar per 2 Sopr. col Bc. — In 
Hofb. Wien, Ms. 15 756/57 : 2 Missae alla 
breve, 4 voc. P. 

Signorini, Carlo, stand um 
1639" als Musiker in städtischen 



Signorini, Giov. Batt. 



171 



Silbermaain. 



Diensten zu Bologna, nach dem 
Ms. B 300 des Liceo daselbst. 

Sis;uoriiii, (xiOYaniii Battista, 

beteiligte sich 1615 an der Kom- 
position der Oper „Guerra d'Amore'', 
zu Florenz aufgeführt (Viertel]". 5, 
515). 

Signorini, Pier 3Iaria, um 

1683 Kapellmeister zu Siena, 

ist in Caifabri's Salmi 1683 mit Beati 
omnes 4 voc. c. Bc. vertreten. In B. B., 
L303, Ms: Solfeggi ä 2 voci. 

Signorucci, Ponipeo, aus Borge 
San SepoJcro (Toscana, Arezzo), wo 
er Kapellmeister und Organist um 
1594 war. Um 1608 ist er Ka- 
pellmeister am Dome zu Pisa und 
bez. sich aufserdem mit Accade- 
mico Unisono di Perugia. Nach 
Banchieri's Lettera armen. Bl. 142 
"wird er Kapellmeister zu Siena 
genannt (Titel). Man kennt von 
ihm: 

Concerti ecclesiastici ä 8 voci. Con ü 
ßc. Lib. 1. Yen. 1602 Vinceuti. 8 Stb. 
40. 13 Nrn. [Hofb.Wien: Cl. 

Salmi, Falsibordoni, e Motetti a 3 voci 
commodiss. per cantare & concertare nell' 
organo, con ogni sorte di strumento: con 

2 Magnif -. uno intiero l'altro a versi spez- 
zati, di . . . E con il Bc. Op. 6. Yen. 
1603 Viücenti. 4 Stb. 4«. [Bologna, 
Kat. 2, 311 Abdr. der Dedic. u. a. 

Messe a 8 voci di . . . con un Magni- 
ficat nel fine del 8. tuono. Lib. 1. Con 
il Bc. per commoditä de gl'Organisti. 
Op. 7. Yen. 1603 Yincenti. 9 Stb. 4^. 

3 Mess. 1 Magn. [B. Br. 

II 2. lib. de'Concerti ecclesiastici a 8 
voci di . . . Cioe'Salmi, Magnif., Motetti, 
& una Messa deU'S. tono ... Et con il 
Bc. . . Op. 11. Yen. 1608 Yincenti. 
9 Stb. 40. 13 Gesge. [B. Br. 

In B. L. im Ms. 10 Mot. 2 Magn. 
1 Messe zu 2—8 Stirn, (s. Kat.). — In 
B. Br. im Ms. 1 Missa octavi toni und 
Yidi conjunctos. 

Madrigal! a 5 voci con nn Ecco a 8. 
Di . . . Lib. 1 . . . Yen. 1602 Yincenti. 
5 Stb. 40. 17 Madr. [Yerona S. f. 

In alten Samlwk. 2 Motett. (Eitner 1). 
Ferner in G. Torelli's 2. lib. Canzon. 1594 
S. 6: Cnidel s"el mio 3 voci. Hier ist er 
nur als Organist bezeichnet. 



Sigo, Musiker des 11. Jhs., lebte 
nach Mabillon als Abt des Klosters 
S. Florentii Salmurensis, nach Ger- 
bert als Magister Scholae und Kan- 
tor der Kirche Carnutensis (Ger- 
bert 4, 285 u. 5, 36). Gregoir, 
Panth. 5, 114 teilt aus Mabillon 

folgende Verse mit: 
Karitate Sigo noster plenus atque gratia, 
Multa praebens ore, manu, advenis solatia 
Singularis organali regnabat in musica. 

Sigonio, Cfandolfo, 

schrieb eine Abhandlung über das 
Madrigal, die in Hercole Bottrigaro's II 
Melone 1602 abgedruckt ist. 

Sigora, siehe Eulenstein. 

Sikkel, Lanrens, wird am 22. 
Juni 1744 als Organist in Zalt- 
Bommel angestellt (Bouwst. 2, 172). 

Silao da Lucca, siehe Caseu- 
tini, Silao. 

Silber, Magister Euchariiis, 
I alias Franck, Buchdrucker in Rom 
1493, gab ein Drama heraus: 

,,Historia Boetica" in fol. ohne Autor, 
an dessen Ende sich 2 Lieder und 2 Chöre 
befinden, die nach Rimbault's Angabe mit 
beweglichen Typen gedruckt sind. Exem- 
plar in Oxford Ch. Ch. Obiges Y^erk ist 
in Riemann's Abhdig. nicht angeführt 
(M. f. M. 28, 166). 

Silbermann, eine Orgel- und 
Instrumentenbau - Familie , deren 
Stammvater Andreas 1678 in 
Strafsburg lebte. Siehe Näheres 
im Lobstein 106 ff., der sie bis 
Johann Heinrich einzeln anführt 
und ihre Orgelwerke verzeichnet. 
Siehe auch Fetis und über Gott- 
fried in M. f. M. 2, 129. 149. 4, 
149. 5, 17. 37. 165. 

Einige Mitglieder der Familie 
bekleideten auch Organistenstellen 
und traten als Komponisten auf: 

— Friedrich Theodor^ ein Sohn Job. 
Andreas', gest. 5. Juni 1816 zu Paris (?), 
war Yioloncellist und auf dem Konser- 
vatorium zu Paris ausgebildet (Lobstein 
107). 

— Johann Daniel, ein anderer als der 
um 1764 ernanute sächsische Hof-Orgel- 
bauer (Fürstenau 1, 157), war auch Orgel- 



Silesius. 



172 



Silva, Andreas de. 



bauer, wurde aber am 20. April 1746 
Adjunctus des Organisten an der Prediger- 
oder Neuen Kirche zu Strafsburg i/Els. 
Im Ms. 131 fol. 12 der B. B. der Tonsatz 
„Le Moulinet" f. Klaxier von 1757. Der- 
selbe Satz auch im Ms. 4221 ib. von 
Marpurg's Hd., der ihn auch in seine 
Eaccolta von 1756/57 aufnahm (Lob- 
stein 45). 

— Johann Friedrich^ Sohn des Joh. 
Heinrich, starb im Alter von 42 Jahren 
am 9. März 1805 an den Folgen einer 
Geisteszerrüttung. Er war von 1782 bis 
Anfang 1804 Organist an St. Thomas in 
Strafsburg, Komponist und Klaviermaeher. 
Lobstein 61 führt von ihm Kla%'ier- und 
Gesangstücke an, darunter eine 4 st. Hj'mne 
„ä la paix". 

Silesius, J. A., siehe Seheffler. 

Silietri, ... Lebenszeit unbe- 
kannt. 

Im Conservat. zu Mailand befinden sich 
Sei Trii per flaute, violino e basso. Ms. 
in Stb. 

Silleari, Armondo, Sammler 
und Herausgeber des Samhvkes: 

Sacri Concerti a 2, a 3 voci raccolti 
da diuersi eccellenti compositori, e dati 
in luce ä publico comodo da persona, che 
H costodina. Dedicati . . Card. Cerri Ves- 
covo di Ferrara. Bologna 1675 G. Monti. 
4 Stb. 40. Enthält an Autoren: Franc. 
Alessi, Oraz. Benevoli, Yinc. de Grandis, 
Giov. Batt. Giansetti, Girol. Guiducci 3, 
Paolo Lorenzani, Gio. Mantomoli 4, Aless. 
Melani 2, Pere Vaunarelli 2. [Bologna, 
Eeg. im Kat. 2, 360. 

Sillobod, A. R. D. Michael, 

parochi in Martinszka Vesz. (?), 
bekannt durch die Abhandlung: 

Fundamentum cantus gregoriani, seu 
choralis pro captu tyronis discipuli, ex 
probatis authoribus coUectum, et brevi, 
ac facili dialogica methodo in lucem ex- 
positum opera, ac studio A. E. D . . . 
Zagrabiae 1760 typis Cajetani Francisci 
Häri. 40. 72 S. [Bologna. 

SilTa, Alberto Giuseppe de, 

zeichnet sich mit „Comes da Lis- 
bona M. d. Mus." Die Abkürzungen 
bedeuten wohl Musikdirektor oder 
Maestro di musica. Er ist be- 
kannt durch 

Sei Sonate per Cembalo. Kupferstich 
ohne Ort und Verleger. 26 S. [B. Wa- 
gener. 



Gerber 1 und nach üim VasconceUos 
verz. einen Games Silva, von dem auch 
Sonaten für Klavier angezeigt werden, 
aber bis heute nicht bekannt sind. 

Unter GomeX' de Silva erschien das 
schon im Buchstaben G. angezeigte theo- 
retische Werk (Bd. 4 p. 304), welches nach 
dem Kataloge des br. Mus. dem obigen 
angehört und nach Felis eingeordnet 
wurde. VasconceUos dagegen schreibt es 
einem anderen ohne Vornamen zu, wie 
es unter G. verzeichnet ist. Leo Liepm. 
besafs den Dnick im Jahre 1900 und 
verz. ihn unter Silva (Alberto Joseph 
Gomex, da) : Eegras da acompanhar . . . 
1758. 40. 48 Seit. 

Silva (Sylva), Andreas de, von 

1519/20 ab Sänger in der päpstl. 
Privatkapelle Papst Leo X., erhielt 
vom Januar ab monatl. 8 Duk. 
Die Akten bez. ihn als „Cappelle 
nostre cantori et compositori no- 
stero" (Yiertelj. 3, 255. 257). In 
den Akten der Kapelle in Mantua 
ist er am 17/12 1522 gez. und 
empfängt vom Marchese 21 Duc. 
21 braccia di daraasco (? Berto- 

lotti 34). 

In alten Samlwk. finden sich 14 Ge- 
sänge (Eitner 1). Aulserdem in Verde- 
lot's 1. lib. Madr. 1537: Madonnio sol 
vorrei 4 v. und in einer Tenorst. s. a. 
(M. f. M. 23, 141) eine Missa, Thema dort 
verz. — In Scotto's 1. üb. de'Motetti 
5 voci 1549 eine Motette. In Mss: 

Cap. sLstma, Cod. 45 Missa 0. Titel 

4 voc. mit Andreas gez. 

— Cod. 55 Missa Tu es pastor 7 voc. 
— fol. 135: lilumina c. 2. et 3. p. 6 voc. 

— Cod. 46: Ave Maria, 2. p. Gaude 
gloriosa, 5 voc. — foL 69: Laetatus sum, 
2. p. Fiat pax 3 voc. 

— Cod. 38: Crux clavis 5 (6) voc. — 
fol. 92: In te Dne., 2. p. Quoniam for- 
titudo 5 voc. 

— Cod. 24: Omnis pulchritudo, c. 2. p. 

5 voc. — fol. 34 Surrexit pastor c. 2. p. 
5 voc. 

B. B. Ms. Z91. Chorbuch, Anfg. des 
16. Jh.s. fo. 57: Missa 4 voc. (Diso: d d 
d d d e. d c h d c). 

Ms. B. B. Landsbg. 321: Virtute magna 
reddebant, 4 v. — regem coeli 4 v. — 
Natus est, 4 voc. P. Letzteres im Ms. 
21 590 noch einmal. 

In Bologna im Ms. in 4 Stb. Te Deum 
laudamus. In einer Altstimme ohne Titel 



Silva, Giovanni. 



178 



Silvani, Gius. Ant. 



(Kat. 2, 344) 2 Gesge. Kat. 3, 4, Ms. in 
kl. fol. von 1518: Tors seulenient 4 v. In 
ülo tempore 4 v. Judica me Deus 4 voc. 

In B. M., Ms. 252 Nr. 23 eine f. Laute 
arrang. Motette. 

In neuer Ausg. 1 Gesg. (Eitner 2). 

SilTa, (xiovanni, ein Neapoli- 
taner des 18. Jhs., der herausgab; 

Elogio di Pasquale Caffaro, detto Caf- 
farelli. Napoli 1788 (Fetis). 

SÜTa, Herciiiia, ein Benedik- 
tiner-Mönch, bekannt durch 

Alauda coelestis seu coucentus sacri, 
singulis, binis, 3, öque vocib., unä cum 
duobus Violinis necessarijs, & aliis Instru- 
mentis passim ad üb. addeudis, adornati 
a Camoenis Monasterij S. Georgij . . . 
Opus 1 . . . Ulmae 1Ö82 suaipt. Dan 
Goerlini, literis Mat. Wagneri. 5 Singst. 
2 Y. 2 Viole Yiolone et Bg. in 4o. 32 
Gesge. [B. B. 

Alauda coelestis . . . Op. 2. Ib. 1695. 
6 Gesangstim. 2 V. 2 Violen u. Bg. 30 
Gesge. [B. B. fehlen 2 V. u. Bg. 

Silya, Prospero, geb. den 5. 
Dez. 1762 zu Regeio aus edlem 
Geschlechte, gest. ^ebd. 29. Okt. 
1834. Er war Violinist, städti- 
scher Musikdirektor zu Reggio, 
Direktor der Musikschule und Vio- 
linist beim Herzoge Francesco IV. 
Er erzog viele Schüler, unter ihnen 
auch seine spätere Frau Rosalindc 
Grossi (Valdrighi 14, 27). 

Silva, TristSo da, Kapellmeister 
König Alfonso V. von Portugal im 
15. Jh., schrieb den Tractat: 

Amables de musica, der sich einst in 
der vernichteten Lissaboner Bibl. befand. 
Vasconcellos citiert noch einen 2. Tractat, 
betitelt: De la realidad y expeiiencia de 
la musica. 

SilTa Leite, Antonio da (nach 
dem Kataloge des br. Mus.), ist be- 
kannt durch 

Estudo de Guitarra . . . dividido em 
duas partes. A primeira contem a.s prin- 
cipas regra.s da musica, e do accompanha- 
mento, a segunda as da Guitarra; a que 
se ajunta hmua Collec9ao de Minuetes, 
Marchas, Allegros, Contradamjas e outras 
Pe9as . . . com acc. de segunda Guitarra 
. . . Porto 1795 A. A. Ribeiro. 2 Teile, 
fol. [br. Mus. 



Silva. In Portugal lebten eine 
Reihe Musiker dieses Namens, die 
Vasconcellos einzeln anführt: 

— Alberto Jose Ooines du, lebte im 
18. Jh. und gab 1758 heraus: Regras de 
acompanhar para Cravo ou Orgao . . . 
Lisbao. 4°. 8 u. 39 S. Fundort wie ge- 
wöhnlich fehlt (s. S. 172, 1. Spalte unten). 

— Antonio da, Organist und Kompo- 
nist an der Kgl. Kapelle zu Ajuda, schrieb 
1778 ein Oratorium: Gioas, Re di Guidäu. a. 

— Ayres Antonio da, geb. 15. April 
1700 zu Lissabon, trat in den Orden 
Christo und komponierte Messen u. a. 
geistl. Musik. 

— Francisco da Costa e, gest. 11. Mai 
1727 zu Lissabon, war Kapellmeister an 
der Kathedrale daselbst und komponierte 
viele geistliche Musik. 

— Joäo Cordeiro da, geb. zu Lissa- 
bon, komponierte in den Jahren 1778 bis 
1789 zahlreiche Opern. 

— Fr. Jose Marques de Santa Rita e, 
geb. zu Alemtejo, gest. um 1837, war 
Kapellmeister zu Bemposta und hinterhefs 
zahlreiche geistl. Gesänge. 

— P. Mannet Nunes da, ein Jesuit, 
geb. um 1678, lebte zu Lissabon als 
Kapellmeister an S. Catharina und gab 
1685 ('? 1678 geb.?) das theoretische Werk 
heraus: Arte minima que com Semibreve 
prolaram tratta ein tempo breve . . . Lis- 
bao 16S5 Joam Galram. 4°. 44, 52 u. 136 S. 

— Policarpo Jose Antonio da, ein be- 
rühmter Tenorist um 1788, trat auch als 
Komponist auf mit: A Primavera, em 
novo nocturuos musicaes sobre versos de 
Metastasio. 1787. [Kgl. B. zu Ajuda. 

Silvani, Gioseffo Antonio, aus 

Bologna, Ende des 17. Jhs. geb., 
war um 1702 Kapellmeister an S. 
Stefano zu Bologna und lässt sich 
bis 1725 verfolgen. Aus dem Ver- 
lage seiner Druckwerke von 1720 
ab ersieht man, dass er der Erbe 
des Verlagsgeschäft von Marino 
Silvani war und wahrscheinlich 
ein Bruder desselben, denn schon 
17 13 zeichneu die Brüder des 
Marino (fratelli Silvani). 1727 oder 
kurz vorher rauss er gestorben 
sein, denn es erschien in diesem 
Jahre „Indice delPopere in musica 
sin'ora stampate in Bologna, e si 
fanno vendere dalli eredi di Giu- 



Silvani, Gios. Ant. 



174 



Silvani, Mariuo. 



Seppe Antonio Silvani in capo al 
Pavaglione. Bologna 1727 CJ. M. 
Sassi". 1 Bog. in kl. 4«. [Brüs- 
sel 5168.]. Man kennt von seinen 
Kompositionen: 

1702 a. Litanie concertate ä 4. voci 
con Violini. e senza, e suoi ripieni ä be- 
neplacito consecrate . . Fil. Xeri . . . Op. 1. 
Bologna 1702 per Mariuo Siluaui. 12 Stb. 
(8 f. Gesaug. 2 V. Violone od. Tiorbe u. 
Org.). 4P. [Bologna. 

1702 b. Inni sacri per tutto l'anuo a 
voce sola, con Yiolini ä beneplacito, cou- 
secrati al . . B. Calvi . . . Op. 2. Bo- 
logna 1702 Mariuo Silvaui. 1 Singst. 2 
V. Bc. -u. Org. 6 Stb. 4«. [Bologna. 
br. Mus : Org. 

1704. Sacri Eespousorii per li tre 
giorni della settimaua santa, cioe Mercordi, 
Giovedi. e Yenerdi, ä 4 voci pieni, da 
cantarsi con Torgano, e senza . . . Op. 3. 
Bologna 1704 ib. 5 Stb. 4». [B. M. im 
Druck u. Kopie. Bologna. C. P. Dresd. 
Mus. im Druck u. hds. Part. 

1705. Inni sacri per tutto Tanno ä 4 
voci pieni, da cantarsi con l'org. e senza 
. . . Op. 4. Bologna 1 705 ib. 5 Stb. [Bo- 
logna. Dresd. im Ms. in 5 Stb. Ms. 1224. 
br. Mus: C. A. T. Org. 

1707. Cautate moraü, e spirituali a 
1. 2. e 3. voci con V. e senza . . . Op. 5. 
Bol. 1707 ib. 7 Stb. (3 Singst. 2 V. Vio- 
lone, Bc.) 4». [Bologna, br. Mus: V 2. 
Violone. 

1708. Stabat mater, Benedictus, Mise- 
rere, li 3. Alleluia, con il Tratte del Sa- 
bato Santo ä 8 voci pieni . . . Op. 6. Bol. 
1708 ib. 10 Stb. 4». [Bologna fehlt B 1. 

1711a. Messe brevi concertate a 4 
voci con V. e ripieni . . . Op. 7. Bol. 1711 
ib. 8 Singst. 2 V. Violone u. Org. 12 Stb. 
4P. [im Besitze des Padre Corista della 
SS. Nuuziata in Boiog. 

1711b. Motetti a 8 voci pieni con il 
Eesponsorio di S. Antonio di Padoua. Da 
cantarsi con l'org. e senza . . . Op. 8. Bo- 
logna 1711 per gli Eredi del Silvaui. 9 
Stb. 40. [Bologna, br. Mus: 9 Stb. 

1713. Motetti con le quatro Antifone 
della B. Vergine a voce sola . . . Op. 9. 
Bologna 1713 per li fratelli Silvani. 2 Stb. 
qu4". [Bologna. 

1716. Motetti a 2. e 3. voci c. Vio- 
lini, e senza ... Op. 10. Bol. 1716 ib. 
7 Stb. 4«. [Bologna. Dresd. Mus. 

1720. Messe brevi a 4 voci piene di 
... Op. 11. Bologna 1720 per Giuseppe 
Antonio Silvani sotto le scuole all'Insegna 
del Violino. 6 Stb. (4 Singst. Violone ed 



org.) 40. 4 Messen. [Bologna. Dresden: 
Bassus. Padua Ant. 

1724. Versi della turba per li pasij 
della domenica delle palme, e venerdi 
Santo, con il pueri hebraeorum &c. per la 
Processione deirUlivo; il Vexilla regis 
prodeunt &c. per quella del venerabile 
nel Venerdi Santo, con il versetto Ado- 
ramus te Christe &c. A 4 voci da cantarsi 
con l'org. e senza... Op. 12. Bol. 1724 
ib. 6 Stb. (mit Violone u. Org.) 4". [B. 
M. Privatbibl. des Padre Corista, siebe 
1711a. C. P. 

1725. Sacre Lamentazioni della setti- 
maua Santa ä voce sola . . , Op. 13. Bol. 
1725 ib. 1 vol. qu4P. [Dresd. Mus. 
Bologna. 

1725. U 2. lib. delle Litanie della B. 
V. a 4 voci concertate c. V., e ripieni . . . 
Op. 14. Bolog. 1725 Gius. Ant. Silvani. 
12 Stb. (8 Singst. 2 V. Violone Tiorba 
e Org. 4". [Bologna, auch in hds. Parti- 
tur von G. Busi. 

Im Ms. 187, B. B. Missa brevis 4 
voc. c. Bc. Part., in F. — Ms. 20870 
dieselbe Messe in P. — Ms. 167 Missa 
brevis 4 voc. c. sü'om. in Em. und eine 
2te in Gm. ohue lustr. in P. 

In Modena, Ms. 2 Cantate a voce sola 
c. Bc. 

Silyaiü, Marino, ein Verleger 

in Bologna seit c. 1665, Sammler 

und Herausgeber von folgenden 

Samlwken: 

1668. Sacri Concerto overo Motetti a 
2, e tre voci di diuersi eccellentiss. autori; 
raccolti, e dati in luce da Marino Siluani, 
e coüsacrati al Molt'IUustre Signor Giac. 
Maria Mai-chesini. Bologna 1668 G. Monti. 
4 Stb. 40. Enthält au Autoren: Mauriz. 
Cazzati, Franc. CavaUi 2, Giov. Paolo Co- 
lonua, Carlo Donato Cossonio, Agost. Fi- 
lippucci, Xatale Monferrato, Giov. fiovetta. 
Oraz. Tarditi, Egidio Trabatone, Gio. Batt. 
Volpe detto Rovetto, Pietro Andr. Ziani. 
[Bologna, Kat. 2, 360 das Reg. 

1670a. Nuova raccolta di Motetti sacri 
a voce sola di diuersi eccell. autori mo- 
dern!. Dati in luce da Mar. Siluani, e 
dal medesirao dedicati . . G. Batt. Parisi . . 
di Bologna. Bologna 1670 G. Monti. 1 
vol. fiu40. 90 Bll. Enthält au Autoren: 
Mario Agatea Agostiuiauo, demente Cel- 
lini, Seb. Cherici, G. Paolo Colonna, Agost. 
Filippucci, Nat. Monferrato, Carlo Palavi- 
cino, Franc. Petrobelli, G. Batt. Quaglia, 
Oraz. Tarditi. [Bologna, Reg. im Kat. 2, 
360. 

1670 b. Canzonette per camera a voce 



Silvanus, Andreas. 



175 



Simler. 



sola di div. aiit., dati in luce da M. S., 
e dal medesiino dod. ... G. P. Culomia . . . 
Bologna 1670 Mouti. 1 vol. iu qu4". 
74 S. 15 Gesänge von Mario Agateo, 
Genari 2, Vinc. Grandis 2, G. Legrenzi, 
Atto Melani, Carlo Pallaviciuo 3, Gio. Batt. 
Pellicani 2, Carlo Saioni u. 2 Anon. [Bo- 
logna. 

1685. Mclpomene coronata da felsina 
Cantate musicali ä. voce sola, date ia luce 
da Signori Compositori Bolognesi . . . Bo- 
logna 1685 Giac. Monti ... Si vendono da 
Marino Silvani. 1 vol. in qu4''. 171 S. 
die Dedic. von Silvani gez. Enthält an 
Komponisten P. Albergato, G. Ces. Arresti, 
G. P. Colonna, An. Frabetti, Dom. Gabrieli, 
Ein. Gherardini, Nie. Giovanardi, Bart. 
Monari, Franc. Passarini, Dr. G. B. Sa- 
nuti Pellicani, Giac. Parti, Gius. Tosi je 
1 Gesg. [Hofb. AVien. Bologna. R. C 
of Mus. Ferrara. B. Wagener. Brüssel. 

Ergab auch 1673 G. G. Gastoldi's Salmi 
heraus nebst anderen Autoren, siehe das 
Eeg. im Kat. 2 von Bologna. 

Silyamis (Sjlvanus). Andreas, 
jedeufalls ein anderer als Andreas 
Silva, war 1511 mit Seb. Virdimg 
befreundet und 

kommt mit Kompositionen im Glai'ean 
und Egeuolf's Liederbuch von 1535 vor, 
doch ist letztere Komposition im Forster 
unter Joh. Wenck's Namen gedruckt (Eit- 
ner 1. Siehe auch M. f. M. 26, 47). — 
In B. Proske, Ms. 940 Nr. 258 unter 
Audr. Sylvanus das Lied: Mein gmuet 
und bluet, 4 voc. 

Silvanus, Jacehus Heremias, 

nennt sich J. Herrn. Schein auf 
dem Druck von 1619. 

Silvanus, Meualca, ist eben- 
falls Schein. 

Silvestari, Florimondo, aus 
Cremona, wird von Fetis ange- 
führt mit: 

Cantiones sacrae 2, 3 et 4 vocum. 
Yen. 1649 Aless. Yincentius. 4°. 

Silvester, John, wurde 1521 
Baccalaureus der Musik und als 
Musiker sehr geschätzt (Hawkins 
3, 422). 

Silvostri, Henrieus, Kleriker 
und 11.31 päpstl. Sänger (Viertel]. 
1, 498. 514). 

Silvestrino, Francesco, ge- 
nannt Chechin. 



Iu "Willaert's Canzone Villancsche 4 voc. 
von 1545 befinden sich 3 Nrn. von ihm, 
Ausgabe 1548 u. 1553 nur 1 Nr. (Eitnei' 1 
u. JI. f. M. 19 p. 100). 

Silvestris, siehe Florido. 

Silvcstro, siehe Andrea. 

Silvestro dal Fontego, siehe 
Cranassi. 

Silvestro de'Ferrari, aus Mai- 
land, lebte 1490 als Lautenist in 
Genua (Motta 44). 

Ein Silvestro ist in Bologna, Kat. 2, 
313 mit einem Magnificat ä 9 concertato 
del Sigr. . . iu Ms. P. qufol. vertreten. 
Möglich, dass damit Silvestro Durante ge- 
meint ist. 

Silvestrueci , Latantio, um 

1668 Organist am Dome zu Or- 
vieto. Vannarelli widmet ihm 
1668 ein Ave regina coelorum. 

Silvius, Camillus, aus Kessel, 
ist am 24/4 1719 als Musicus in 
der Universit. zu Levden einge- 
schrieben (ßouwst. 3, 5). 

Sime, D..., aus Edinburgh, 
gab heraus: 

The Edinburgh musical miscellany; a 
coUection of the tnost approved Scotch, 
Euglish & Insh Songs, set to music . . . 
Edinburgh 1792 W. Gordon. 8». XU u. 
360 S. mit 147 Lied. [B. B. B. Kgsbg. 
B. M. Musikfr.Wien. br. Mus. in 2 voll., 
der 2te von 1793. 

Siniili, Vincenzo, aus Faenza, 
gab heraus: 

Canzonette a 3 voci . . . Lib. 1. Fer- 
rara 1610 Vitt. Baldini. Vom Verleger 
die Dedic. an Giac. Spinola gerichtet. 
[Bologna: A. br. Mus: C. B. 

Simler, Joliann Wilhelm, Sohn 
des Eudolphi, geb. um 1605 in 
Zürich, war Dichter und Musiker, 
1629 Prediger zu Uticken und 
1631 zu Herliberg (Schweiz), später 
Inspektor am Collegium Alunmo- 
rum zu Zürich, starb am 14. März 
1672 daselbst (Jöcher. G. Becker 

1, 87). Er gab heraus: 

Teutsche Getichte darinnen: 1. Haupt 
begriffliche Inhalte der Psalmen Davids; 

2. Unterschiedliche auf Zeiten und An- 
lässe gerichtete Gesänge; 3. Allerhand er- 
bauliche Ueberschilften . . . enthaltend 



Simler. 



176 



Simon, . . 



sein. Zürich 1648 Job. Jac. Bodmer. 8". 
216 S. mit 50 Lieder, davon 36 im 4stim. 
Toüsatze von Andreas Schwilge. [B. B. 
B. M. Einsiedeln. 

— 2. Ausg. Zürich 1653. Hier ist ein 
Komponist mit H. H. gez. (siehe Nälieres 
bei Schwilge). [br. Mus. Einsiedehi. 

— Teutscber Getichte die 3. von Ibme 
Selbsten um ein Drittheil verjnehrte und 
verbesserte Aussfertigung: 1. Aller Psal- 
men Haubtbegriff in 150 V^ergedichten. 
2. Fest- und Unterweisungs-Gesänge. 3. 
Unterschiedene auf Zeiten und Anlässe ge- 
richtete Gesänge und Loblieder. 4. Neu- 
aufgesetzte mit geistl. neuen Texten unter- 
legte Musikstücke. 5. . . Zürich 1663 
Joh. Wilh. Simler. 104 Gesg. zu 4 Stirn. 
von D. F. = Daniel Friderici. C. D. = 
Kaspar Dietbold. A. S. = A. Steigleder. 
(Die Auflösung der Monogramme in der 
4. Aufl. Dr. Nagel sagt aber in M. f. M. 
24, 121 statt A. S: Ä. T. und setzt noch 
ein A. B. hinzu. Zahn jedoch liest aucli 
A. S., also ist wohl A. T. ein Irrtum, 
[br. Mus. 

— Eine 4. Aufl. erschien in Züricli 
1688 ebendaselbst. Ein A. B. wird als 
Musik-Refei-ent genannt, der die Diebold- 
schen Beiträge durch eigene ersetzt, [ß. 
Wagener. B. Lpz. Einsiedeln, br. Mus. 

Ich glaube nicht zu irren, wenn ich 
die romanische Ausgabe für eine Ueber- 
setzung der Teutschen Getichte halte. Die 
älteste mir vorgekommene Ausgabe ist 
von 1684: 

Philomela quai ais canzuns spirituales 
drizadas a plü part a 4 vuschs in la me- 
lodias dal cudesch musical dal'revd Sgr. 
Joh. Vilhelm Simler. Stampii a Tschliu 
in Engadina bassa. 1684. 12. [br. Mus. 

— Eine Ausg. von 1702 besafs 1873 
der Antiq. Mai, betitelt: Philomela quai 
es Canzuns spirituales sun divers temps 
& occasiuns in part dauoev componidas 
in part our da autras linguas vertidas, 
drizadas quasi totas ä 4. vuschs in las 
melodias darcudesch musical dal'Rev. . . . 
Tras Joh. Martinum ex Martinis Minister 
de la Baselgia da Remuosch. La 2. edi- 
tium. Revisa dal Authur cun auctium 
da anno 47. novas Canzuns & 60. novas 
Melodias la plü part our dal'Geistlich 
Seelen-Music dal'Sigr. Jacob Hochreiäiner 
da Sant-Gallen. Stampa in Turi tras John 
Rodolph Simler . . . 1702. kl. 8». 432 S. 
[br. Mus. 

— 1747 mit gleichem Titel besafs der- 
selbe Antiquar. Ebenso eine 3. Ausg. 
mit wenig verändertem Titel, 1751 eben- 
falls von Martinus herausgegeben nebst 



Hochreutiner's Seelen-Music. [Letztere 
von 1751 auch in B. Brüssel. br. Mus., 
dort noch eine Ausg. „Coira 1797". kl. 8".] 
Ferner erschien: Tras Johannem Jaco- 
bum Yitalium, Minister dala Baslegia da 
Sent et stampa in Schuol tras Jac. N. Ga- 
diua. M. 80. 472 S. 4stim. Tonsätze, 
Psalmen u. geistl. Lieder. 

Simmardus (Symardus), Mar- 
cus, wurde 1529 päpstl. Sänger 
in Rom und st. daselbst im Jan. 
1535 (Viertel]. 3, 262 u. p. 122 
im Keg. der Bausteine 3 von 
Haberl). 

Simmeren, Joannes Tan, Ha- 
giensis, ist am 8/3 1695 als Musi- 
cus an der Univers, zu Leyden 
eingeschrieben (Bouwst. 3, 3). 

Siuims, . . . 

In J. Alcock's The harmony of Jeru- 
salejn 1801 ein Gesang. 

Simon, siehe Synion. 

Simon, . . . Organist um 1496 
au der Liebfrauen-Bruderschaft zu 
Herzogenbusch (Bouwst. 2, 211). 

Simon, Magister. 

In der B. zu Cambrai (Coussemaker 6) 
befindet sich im Ms. 458 das Frag-ment 
einer theoretischen Abhandlung: Dicta 
Magistri Simonis de semitonio I^latonico. 
Nach Coussemaker aus dem 12. Jh. S. 151 
ein Abdmck derselben. Der Wortaus- 
druck leidet oft an Unklarheit. 

Simon (Symon), Maitre von 
Ypres um 1313, Chef der Mini- 
strels der Stadt, errichtete dort 
eine Musikschule nach den Re- 
gistern des Archivs zu Tpres (Fotis). 

Simon, ... ein Jude, wie ihn 
seine Frau bez. und auch G-er- 
ber 1 (Kade, Kat. 2, 235 ver- 
wechselt ihn mit Joh. Gottfr.), lebte 
in der 2ten Hälfte des 18. Jhs. 
und stand als Violinist vor dem 
30. Okt. 1776 in herzgl. Mecklen- 
burg. Dieusten in Ludwigslust; er 
muss diese Stellung vor dem 20. 
Sept. 1785 verlassen haben, denn 
seine Frau, Friederica Simon, geb. 
Behrensen aus Schwerin, richtet 
aus Harburg ein Bittgesuch an 



Simon, 



177 



Simon, M. 



den Herzoff um eine Unterstützuns; 



&5 



da „ihr Mann, der Jude, sie ver- 
lassen habe'' (geh. Staatsarchiv in 
Schwerin). Die Schweriner F. Bibl. 
besitzt von ihm 

Sonate a Clavicemb. et Violino obl. 
dedic. an . . Prinz Friedrich Franz (I.) zu 
Mecklenburg. Ms. Stb. 

Zehn Menuet altemat. für 2 V., Ob. 
Clarino, Flaute, Basson. Ms. kop. 1770. 

Simon, ... ein Violoncellist in 
Mannheim a/d. Hofkapelle. 1776 
beträgt sein Gehalt 250 Gld., 177S 
aber 400 Gid. — Ein Simon junior 
ist 1778 als 2ter Violinist mit 
50 Gld. verz. (Kreisarch. in Mün- 
chen). 

Simon Ferrariensis. 

In Schoeffer's Samlwk. 15.39 e eine 
5 Stirn. Motette (Eituer 1). Im Ms. kl. fol. 
von 1518 [Bologna, Kat. 3, 4) unter Sy- 
mon Ferrariensis: Maria ergo unxit pedes 
a 4. Bl. 39. — Nisi quia Duus. erat in 
nobis a 4. Bl. 129. 

Simon de Oandavo, war 1350 
Sänger in Herzogenbusch an der 
Liebfrauen - Bruderschaft (Bouwst. 
2, 211). 

Simon de lusiila, 15. Jh. 

Im Cod. 88 des Domkapitelarchivs zu 
Trient (jetzt in Wien) Bl. 304b: Et in 
terra. — Patrem. — Sauctus mit dem 
Tenor „0 admirabile". 

Simo. Pa., vielleicht Simone 
Patavino^ ist im Samlwk. 1515 a 
mit 2 Gesg. vertreten (Eituer 1). 

Simon Perusinus, päpstlicher 
Sänger, wird 1565 pensioniert 
(Straeten 6, 376). 

Von einem Simon in B. Br. Ms. 2 
u. 5 die Motette: Surrexit pastor bonus 
5 voc, 2te Hälfte des 16. Jhs. in Kopie. 

Simon yon ßliom (Eom ?), war 
von 1568 bis 1572 Tenorist an 
der kurf. Kapelle in München und 
hatte 2 Knaben in Kost, wofür 
er Summa 252 Gld. jährl. erhielt 
(Kreisarch.). 

Simon de Sacalia, ein sonst 
unbekannter Komponist aus der 
zweiten Hallte des 12. Jhs., Zeit- 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



genösse des Johannes de Garlandia 
(Coussemaker Script. I, 311). 

Oswald Koller. 

Simon , Johann Grottfried, 

gest. 1790 in Dresden, wo er an- 
fänglich Oboist der Leibgarde des 
Kurfürsten war und 1764 Brat- 
schist a/d. Hofkapelle wurde. 

Er komponierte zahlreiche Militärmusik 
(Fürstenau 1, 169). 18 Duos für 2 V. 
verlegte 1780 Breitkopf in Lpz. ohne 
Yornamen, können daher auch einem 
anderen Simon angehören, 

Simon, Johann Kaspar, um 

1750 Organist, Musikdirektor und 
Lehrer der 4ten Klasse an der 
lateinischen Schule zu Nördlingen, 
verstand den Satz gründlich, wie 
Schubart S. 232 sagt, machte aber 
eine grofse Erbschaft u. liefs Amt 
und Musik im Stich (auch Gerb. 1). 
Von seinen Kompositionen ist be- 
kannt: 

Gemüthsvergnügende musicalische Ne- 
benstunden, bestehend in aiiserlesenen 
Galanterie-Stücken aufs Ciavier nach heu- 
tigem Gusto gesetzt. Augsburg (1750) 
Lotters sei. Erben, qufol. 23 S. [B. B. 
B. "Wagener. 

— Anderer Theil. Ib. (1752). aufol. 
[B.B. B.Lpz. 

Musicalisches A. B. C. in kleinen und 
leichten Fugetten auf der Orgel. Augs- 
burg 1749 Lotter's sei. Erben. 24 S. in 
4". Hier bez. er sieh als Organist und 
Praeceptor der IV. classis in Nördliugen. 
[B.B. B. Wagener (mit 1754 gez.?). 

Leichte Praeludien und Fugen durch 
die Töne CD... Bdur, für . . . Orgel oder 
Clavicordio. 1. 2. Thl. Augsburg (1700,51) 
Lotters sei. Erben, fol. je 14 S. [B. Lpz. 
B. M. B. Wagener. Im Ritter S. 167 ein 
Tonsatz. 

Yanirte und fugirie Choräle auf der 
Orgel. Nürnberg (1754). [B.Lpz. 

Die in B. Zw. (712. CX, 1.) in 5 Stbll. 
in fol. (2 V. 2 Fl. u. B.) im Ms. befind- 
liche Partia in Cdur in 4 Sätzen nur 
mit Simon gez., scheint von einem älteren 
Komponisten oder überhaupt von einem 
anderen S. zu sein. 

Simon, 31. 18. Jh. Im Ar- 

naud (Baculard d') 2 Romanzen 

12 



Simon, Martin. 



178 



Simouelli, Matteo. 



mit Melodien: 1. Araour, laisse-moi. 
2. Lasse-moi goiiter. 

Simon, Martin, Stadt- n. XJni- 
versitäts-Musikus in Frankfurt a/0. 
um 1715; lebte noch 1740 (Mat- 
theson 1, 415). 

Simon, P. . ., s. Symon, 16. Jh. 

Simon, P. . ., bekannt durch 

Etat actuel de la musique de la chara- 
bre du roi, et des trois spectacles de 
Paris. Contenaut les Noras et Deraeures 
. . . Le Catalogue des Pieces. Paris 1760, 
s. nom. kl. 8". 144 S. [B. Rhg. Dresd. 
1768. B. B: 1774. 1777. R. C. of Mus. 
1772. Brüssel 4567: 1760.1767—78, 13 
voll. Der Verleger ist in letzteren Jahrg. 
„Vente". Glasgow 1768. 

Der Almanacli wird in den BibUotheks- 
Katalogen als von geringem AVerte be- 
zeichnet: Ich habe den von 1760 genauer 
durchgegangen und finde ihn in betreff 
der zur Zeit Angestellten an der Oper u. 
anderen Pariser Theatern als ein sehr 
brauchbares Hilfsbuch. Er teilt sogar 
die jeweilige Wohnung der Personen mit, 
muss also doch auf authentischen Quellen 
beruhen. Ebenso werden die Stücke an- 
geführt, die gegeben worden sind. Es 
lässt sich durch die Almanache manches 
Datum verbessern, auch sind die Gehälter 
öfters verz. 

Simon, Pierre, bekannt durch 
die Kantate „Gia'l sonno per Sopr. 
0. B." Ms. fol. 84 in B. Kassel. 

Simon, Ilaphael, 

in der B. M. eine Missa 6 voc. c. Org. 
1646. Ms. P. und ein Magnificat 6 voc. 
c. Bc. 1686. Ms. P. 

Simon, Simon, geb. gegen 
1720 zu Vaux-de-Cernay, bei 
Rambouillet, Schüler von Dau- 
vergne zu Paris. 3 Bücher für 
Klavier machten ihn bekannt und 
erwarben ihm den Titel Maitre de 
Clavecin des enfants de France. 
Louis XY. engagierte ihn als Lehrer 
der Königin und der Comtesse 
von Artois (Gerber 1. Fetis). 

Simon, Victor, 

gab 1780 zu Paris eine Samlg. Anet- 
ten heraus und 1782 ein Konzert für 
Violine (Magazin). 

Simone, . . . wurde am 18. Ok- 
tober 1434 nach Mantua als Pif- 



fero berufen und findet sich noch 
1446 dort (Bertolotti 7). 

Simone, Griovanni, um 1599 
Kapellmeister am Florentiner Hofe 
(Nerici 387). 

Simone, P. . ., ein Piarist zu 
Nikolsburg in Mähren ist durch 

ein Motette pro festo S. Caeciliae, f. 
Chor u. lustrura. in P. bekannt. [Mu- 
sikfr. "Wien. 

Simone, Pietro. 

In Oxford Ch. Ch. im Ms. 1 Cantate 
a voce sola. 

Simonelli, Angelo, 

durch ein Patrem omnipotentem 8 voc. 
ex Missa: Egressae sunt 1612 bekannt 
(Eitner 1). 

Simonelli, Carlo Ferdinando, 

Organist a/d. Hofkapelle in Wien 
mit 50 Gld. monatl. vom 1. Jan. 
1640—1653 (Köchel 1). 

Simonelli, Matteo, geb. zu 
Rom, Schüler von Greg. AUegri u. 
Or. Benevoli, bildete sich nach 
Palestrina's \Yerken, die er in 
einer Weise nachzuahmen suchte, 
dass man ihn den Palestrina des 
17. Jhs. nannte. Er ist in den 
Jahren um 1684 pcäpstl. Sänger. 
Nach Baini schon seit dem 15. Dez. 
1662. 1688 ist er noch im Amte 
(Fetis. Haberl Kat. 31. 33. 70. 
Im Hawkin's sein Porträt, Bd. 4, 
285). Von seinen Kompositionen 
sind nachweisbar in gedruckten 
Samlwken : 

1655 in Florido's Alias Cantiones sa- 
cras und Aufl. 1668: Haec est quae nes- 
civit (1668 als päpstl. Sänger bez.). — 
In Caifahri's Samlwk. 1683: Laudate 
pueri 4 voc. c. Bo. 

In Mss. B. B., L262, Sequenza: Vic- 
time paschali 4 v. — Cautemus Duo. 6 v. 
— Ecce sacei'dos magnus 6 v. in P. — 
Victime auch in W 1, 15a u. 163, 1. — 
In T 58 Gesänge in P. - 535 Bd. 2 Al- 
fieri's Hds: Ecce sacerdos 6 v. S. 83, 
Ms. 164: Loquebautur. — Pulchra es. — 
Agnus redemit. — Sederunt. Motetten 
zu 4 u. 5 Stim. in P. 

Mss. Cap. sistina, Cod. 87 : Missa „Buda 
ex puguata'' fusis ad Deum precibus Id- 
noceutii XL 1686 geschrieben (5 voc). 



Simonelli, Michel Angelo. 



179 



Simons-Cancleille. 



— Cod. 98: Cantemus Dno. c. 2. p. Dnus. 
quasi 6 voc. — fol. 16: Fundamenta ejus, 
8 voc. — Cod. 111 : Missa s. noni. 6 voci- 
bus. — Cod. 191 u. 199: Miserere 8 v. 
(Gmoli). 

Ms. Berlin Siugakad. Yictimae paschali 
4 voc. P., auch Hofb. Wien, Ms. 15755. 

Ms. Bologna, Kat. 2, 313: Pulchra es 
und eine Antifone zu 2 u. 4 St. mit Bc. 
P. kl. 40. 6 Bll. 

Simonelli, Michel Angelo, 

in Dresden Mus., Ms. 815 eine Cautata 
ä 3 voci con stromenti. qufol. 

Simones, William. 

In Oxford im Ms. 1 Fantasies a 4 for 
Organ. 

Simonet, Fran^ois, Sohn eines 
Choristen der Kgl. Kapelle zu 
Paris, diente als Oboist in der 
französischen Garde nnd wurde 
um 1793 als Hornist am Theater 
fran(,'ais angestellt. Fetis verz. von 
ihm 5 Werke für Hörn u. a. In- | 
Strumen te. 

Simonetti, ... um 1717 Kon- 
zertmeister in Darmstadt (Marpurg 
3, 50). 

In Dresd. Mus. Ms. Cx. 857 ein Con- 
certo a Violine concertato con V. Va. e 
B. GmolL 5 Stb. fol. Vielleicht ist es 
von obigem. 

Simonetti, Leonardo (Lunardo), 
nennt sich auf 1619 und später 
Cantore nella capella di S. Marco 
in Venetia. Er gab aufser Aless. 
Grandi's Concerte, 5. Buch 1619 
nebst anderen Werken (siehe den 
Kat. Bologna's 2 im Reg.) noch 
einige Samlwke. heraus: 

1625 a. Gliirlanda sacra scielta da 
diuersi eccellent. compositori de varij 
Motetti ä voce sola. Lib. 1. Op. 2. per 
Leonardo S. . . Musico (wie oben gesagt). 
Ven. 1625. Stampa Gardano. P. und 
Singst. 2 Stb. ([u4ö. [Bologna, Reg. 
Kat. 2, 365 u. 366. 

— Ausg. Ven. 1636 B. Magni. 2 Stb. 
kl. f[u4". [B. Br. Bologna, br. Mus. 

Von den 45 Motetten sind 12, hds. 
P., in meinem Besitze. 

Ich finde noch die Notiz ohne Angabe 
des Fundortes, dass Bertis Giov. Pietro, 
,,Dodici Motetti estratto delle ,,GhirIanda 
Sacra. Ven. 1625 Gardano", herausgab. 



Einst besafs auch eine Bibl. in Breslau 
zu von Winterfeld's Zeit eine „Raccolta 
di Messe e Salmi 16.32". 

Simonitlis, Oeorg, diente um 
1643 in der Hofkapelle zu War- 
schau. 

In Scacchi's Cribrum 1643 S. 218 ein 
Kanon. 

Simonis, Ferdinando, geb. um 
1773 zu Parma, gest. ebd. um 
1837, bildete sich unter Rolla, 
Lanfranchi, Ghirelli und Fortunati 
zum Musiker aus, wurde dann 
Accompagneur beim Theater zu 
Parma und später Musikdirektor. 
Er sch]ieb Ballets, Messen u. a. 
Gesangsmusik sowie Instrumental- 
werke (Fetis). 

Siniono, D. . . 

De GL Psalmen Davids, benev. veele 
andere stigtelyke lof-gedigten voor de 
Viool, flutoos en hobo'is-instrumenten ge- 
transportert . . . Amst., A. Olofseu. 4". 
18. Jh. [Amst. 

Simons - Candeille , Amelie- 
Julie, heiratete zum zweiten Male 
einen Peri^, geb. 31. Juli 1767 zu 
Paris, gest. 4. Febr. 1834 ebd., bil- 
dete sich unter ihrem Vater, Pierre- 
Joseph Candeille, zur Sängerin, 
Harfenistin, Pianistin und Kompo- 
nistin aus. Schon in ihrem 13. 
Jahre trat sie im Concert spirituel 
auf, ging 1782 zur Oper über u. 
trat in der Rolle der Iphigenie von 
Aulis auf, wurde darauf am Thea- 
ter fran9ais Schauspielerin, heiratete 
1798 den Wagenbauer Simons in 
Brüssel, der aber 1802 bankerott 
wurde, lebte dann als geschiedene 
Frau in Paris als Musiklehrerin u. 
heiratete 1821 den Maler Perie. 
1792 brachte sie ein Singspiel 
„La belle fermiere" im Theater 
fran(,*ais zur Aufführung, das sie 
gedichtet und komponiert hatte; 
sie spielte darin die Titelrolle, sang 
und begleitete sich am Klavier u. 
mit der Harfe. 1807 brachte sie 
die komische Oper „Ida, l'orpheliue 

12* 



Simons, Henry. 



180 



Simpson, Christoplier. 



de Berlin" auf die Bühne, fiel 
aber damit durch (Fetis ausführ- 
lich). Von ihren Kompositionen 
sind nachweisbar: 

3 Senates poiu' clavecin av. acc. de V. 
et Volle, oe. 1. Paris, Leduc. 

Concerto pour le forte piano ou cla- 
vecin, a grand orchestre, oe. 2. Paris, 
I'auteur. 

Deux grands sonates p. clav. oe. 8. 
Paris, i^adermann. 

[Sämtlicli in Paris Nat. 

Duo (in A) p. 2 pfte. Paris, Boyer. 
Stb. [Brüssel Cons. 

1 Romanze u. 1 Chansonett im Einzel- 
drack in Paris, [br. Mus. 

Simons, Henry, lebte am An- 
fange des 18. Jhs. und ist 

im R. C. of Mus. Xr. 1591 durch Zwei 
sets of Ayres, London, qufol. 4 Stb. ver- 
treten. 

Simper, Andreas, um 1621 
Organist a/d. Hofkapelle in Halle. 
Scheidt widmet ihm u. a. seine 
Paduanen. 

Simpson, . . . trat 1750 als 
Oboevirtuose in London auf (Pohl 
2, 372). 

Simpson (Sympson), Cliristo- 

l)her, ein englischer Violaspieler, 
geb. in Yorkshire. gest. zwischen 
dem 5. Mai und' 29. Juli 1669 
(nach dem Testament). Er war 
Katholik, diente als Soldat unter 
Kg. Charles I. ; während der Eevo- 
lutionszeit war er ein Schützling 
Sir Robert BolJes auf Leicester- 
shire, darauf lebte er einige Jahre 
in Turnstille (Holborn) und be- 
endigte dort sein Leben. Das 
biograph. Material beruht auf der 
Darstellung "Wood's, die Hawkins 
Bd. 4, 381 mitteilt und Seite 398 
sein Porträt bringt. Siehe auch 
Stephen. Von seinen AVerken ist 
nachweisbar : 

1658. A brief of introduction (in John 
Playford's An introduction) Londou 1658 
u. spätere Ausg. [br. Mus. Brüssel 5352 
in 8. Ausg. 1679. 

— A Compendium, or Introduction to 
practica! Music . . . The Ninth Edition 



with . . Additions. Lond., Longman, 
Luckey and Co. r[u8'\ fbr. Mus. 

1659. The Division-Violist: or, an in- 
troduction to the playing upon a ground: 
Divided into bxo parts. The first, Di- 
recting the band, ^^^th other preparative 
instructions. The 2., laying open the 
Männer and Method of playing Es -tem- 
pore, or composing dinsious to a ground. 
To which is added some divisions made 
upon grounds for the practice of Learners. 
London 1659 W. Godbid. fol. [R. C. of 
Mus. Brüssel 6211. br. Mus. Oxford 
Bodl. 

• — 2. Ausg. mit verändertem Titel: 
Chelys, minuritionum artificio exomata: 
sive, Minuritioues ad Basin, etiam extem- 
pore modulandi ratio. The division Viol, 
or the art of playing . . . upon a ground. 
(Lat. u. engl.) ed. 2. Lond. 1665, mit 
Portr. fol. 67 S. [br. Mus. B. B. von 
1667 by "^". Godbid, for Henry Brome. — 
Ebenso in C. P., siehe Weclcerlin's Kai 
490. Ebenso in Paris Nat., Glasgow und 
Bologna. 

— ed. 3. London 1712 Pearson. fol. 
61 S. Text u. 14 S. mit 2 Sonaten f. Viola, 
[br. Mus. R. C. of Mus. B. "Wagener. 
Glasgow. 

1665. The principles of practica! mu- 
sic ... either in singing or playing upon 
instram. Lond. 1665. 8^. [br. Mus. 

1667. A compendium of practica! mu- 
sick, in five parts : Teaching, by a new 
and easie Method, 1. The mdimeuts of 
song; 2. The principles of composition; 
3. The use of discords; 4. The form of 
figurata descant; 5. The contrivance of 
Canon (2. ed., die erste soU das vorher- 
gehende "Werk von 1665 sein; bedai'f der 
Untersuchung). Lundou 1667 W. Godbid 
for H. Brome. 8». [br. Mus. R. C of 
Mus. Briissel. Glasgow. Cambridge 
Universit. 

— 3. ed. London 1678 Brome. 8''. 
[br. Mus. R. C. of Mus. Bologna. 

— 4. ed. Lond. 1706 J. Cullen for 
W. Pearson. 8". [B. B. 
Mus. Bologna. 

— 5. ed. Lond. 1714. 

— 6. ed. Lond. 1722 
Mus. Glasgow. 

— 7. ed. L. 1727. 
R. C. of Mus. 

— 8. ed. L. 1732 W. Pearson. kl. 8°. 
6 Bll. 144 S. mit Portr. [B. Vagener. 
Brässel. br. Mus, R. C. of Mus. 

— 9. ed. L. s. a. qu8". mit Portr. 
[R. C. of Mus. Glasgow. 

Hawkins 4, 399 giebt Auszüge aus 



Biüssel. br. 

80. [br. Mus. 
8». [R. C. of 

8°. [br. Mus. 



Simpson, Henry Purver. 



181 



Simpson, Thojnas. 



Chelys minuritionimi, auch einen Satz f. 

1 Viola, überschrieben: Division on a 
Ground., aus 1G65. Die Schlüssel wechseln 
zwischen Discant, Alt u. Bass (4, 404). 

ürove teilt noch mit, dass sich in Th. 
Campion's Art of setting or composing of 
Mus. 2. Ausg. 1664 einige Piecen f. Viola 
befinden. 

Ms. 3193 B. Hbg. Consorts of parts 

2 B. 2 Trebles with a Bc. Hds. von 1ÜS3, 
153 Piecen, davon Nr. 1 — 20 von S., 
4 Stb. das ö. fehlt. 

la Playford's Catch that catch, siehe 
Hilton, Ausg. 1672/73 einige Nrn. In 
desselben Division Violin 1685 eine Piece. 

Im br.Mus., Ms. 142 Pegeln zur Theorie. 

In Oxford Ch. Ch. im Ms. Fancies u. a. 

Viele Fancies und Divisions im br. Mus. 
Ms. 31436 und Oxford Bodl. 

Simpson, Henry PurYer, ein 

englischer Komponist , bekannt 
durcli 

An Anthem . . . dedic. to all the socie- 
ties. London 1792. fol. [br. Mus. 

Simpson, Jolin, war Organist 
in Newcastel upon Tyne und Musik- 
verleger im 18. Jh. in London. 
Er tritt bei folgenden Drucken als 
Sammler und Verleger auf. 

Thesaurus musicus a coUection of 2, 
3, & 4 part songs several of them never 
before printed, to which are added some 
choice Dialogues set to musick by the 
most eminent masters Viz. Aldr. Bedford, 
John Blow, Carey, Cook, Corelli, John 
Eccles 5. Gillier, Dr. Green 2, Handel 
(Händel) 2, Haydn (Jos.), Henly, Leve- 
ridge 3, Marshall, Morgan, Dan. Purcell, 
Henry Purcell 16, John Weldon u. Mich. 
Wise. London ... 77 S. in fol. P. [R. 
C. of Mus. Nr. 1385. Bibl. Chrysander in 
Bergedorf (Chrys. 1, 381 ff. mit Abdr. 
von ,,God save our Lord". Er setzt den 
Druck ins Jahr 1744). B.^agener. B. M. 
fehlen am Schluss 3 Seit. br. Mus. 

— Vol. n. Ib. gleicher Titel, fol. 80 S., 
wahrscheinlich 1746 erschienen, enthält 
Dr. Blow, Corte, Dr. Croft, Eccles, Gra- 
ves, Hicks, Lock (Locke), Morly (Morley), 
H. Purcell und Travers. [B. Wagener. br. 
Mus. und beide Teile in anderer Ausgabe 
mit Aenderungen. R. C. of Mus. 1385 u. 
Glasgow beide Teile. 

6 Solos for 2 Vcl. compos'd by ... & 
other emin. authors. Loud., print. J. 
Simpson, fol. P. 6 Sonaten noch in 
alter Form. 24 S. An Autoren sind ge- 
nannt: 1 Yon Bononcini, Pasqualini, St. 



Martini, Caporale, Spourni, Porta, [br. 
Mus. B. AVagener. 

12 Voluntaries 7 of them composed, 
the others selected and adapted for the 
organ or pfte. Printed by Goiüding Phipps 
d'Almaine. 29 S. Enthält nur eigene 
Kompositionen. [B. Wagener. 

The Delightful Pocket Companion for 
the German flute, cont. a choice coUection 
of . . . Italiim, English & Scotch tunes, 
curiously adapted to that instniment. 
(c. 1740.) 8». 6 Teile ä 36 Nm. für 1 
und 2 Flöten mit Generalbass von Ariosti 
(Attüio), Arne, Auretti, Baston, Bau- 
stetter, Bononcini, Boromeo, Boyce, ßri- 
vio, Burges, Carey, Caporale, Castracci, 
Chilcot, Corelli, Corfe, Count, Crookenden, 
Cuuee, Cutteuham, Gius. Dalmiadoro, 
Defesch, Dubourg, Dünn, Dupar, F. E. S., 
Fausan, Festing, GalMard, Geminiani, Giz- 
zielo, Gladwin, Grano und Grauem, Green, 
Gronemann, Handel, Hasse, Hodson und 
Hudson, Holcombe, Hornik, Howard, 
Lampe, Lully, San Martini, Messing, Os- 
wald, Pescetti, Petsold, Pepusch, Powell, 
Prelleur, ßavenscroft, Russell, Saint-Ger- 
main, Snow, Spourni, Stanley, J. Strolger, 
Telemann, Tessarini, Travers, Vinci, C. 
Wisemann und Worgan. [br. ilus. in 
2 Ausg. Bibl. W. Tappert in Berlin. 

Simpson, Thomas, ein Eng- 
länder, Yiolaspieler, ging nach 
Deutschland und ist nach seinen 
Druckwerken 1610 Churf. Pfaltz- 
gräfl. Yiolist und Musicus und 
1617 bis 1621 fürstl. Holstein- 
Schaumburgischer A^iolist. Yon 
hier scheint er bald darauf nach 
Kopenhagen in die Kgl. Kapelle 
gekommen zu sein, doch fehlt eine 
Jahresangabe (Yiertelj. 9, 78). Er 
gab heraus: 

Opusculum Neuwer Pauanen, Galliarden, 
Couranten vnd Volten . . . Auff aller- 
hand musical. Insti-umenten , souderhch 
auff Violen zu gebrauchen. Frankfurt 
a, M. 1610 Nie. Stein. 5 Stb. 50 Nrn., 
davon 24 von S . . ., 3 von J. Dowland, 
2 von Joh. Fai-mer, 1 von Th. Tomkins. 
[B.B: B. B. Hbg. 6 Stb.? B. N. 

Opus Newer Paduanen, GaUiarden, 
Intraden, Canzoneu, Ricercaren, Fantasien, 
Ballettea, Ahmanden, Couranten, Volten 
vnnd Passamezen, auff allerhand Instru- 
menten . . . mit 5 Stim. Hambg. 1617 
H. Carstens, Verlag v. Hering. 5 Stb. 



Simrock, Heinrich. 



182 



Singer, Johann. 



22 Nrn. [B. B: A. B. B.Kassel 5 Sth. 
B. Hbg. 6 Stb. Wolfenb. 5 Stb. 

Taffei Consort, Erster Theil, von aller- 
hand Xewen lustigen musicalischen Sachen, 
mit 4 Stimmen, neben einem General- 
Bass, mit sonderlichem fleiTs zusammen 
getragen, verfertiget vnd publicirt durch ; 
. . . Engelländer . . . Hambg. 1621 P. 
Lange, Verlag Mich. Hering. 5 Stb. 4". 
Dedic. in Buckenburg den 1/11 1620 gez. 
50 Instrumentalpiecen, von Simps. 7, Nie. 
Bleyer 6, Rob. Bateman, Alex. Chezani, 
Joh. Douland 5, Chrstn. Engelmann 2, 
Alionso Ferabosco, Joh. Grabbe 3, Edw. 
•und Rob. Johnson, Joh. Erosch 3, P. Phi- 
lippi, Jos. Scherley, Chrstn. Töpffer 5, 
Moritz Webster 4 u. 8 Inceiü. [Wolfen- 
büttel felilt Bc. br.Mus: Bc. 

1 Paduane 4 voc. in Hagius' Samlwk. 
von 1617. — In Dav. Oberndorier's Alle- 
grezza 1620 ein Tonsatz Nr. 38. 

Folgendes Werk ist zwar mit T. Simp- 
son gez., gehört aber einer späteren 
Zeit an: 

The Norma virium or musical accen- 
tuator. A disrpisitory essav on the ob- 
structions students meet with in becomiug 
good timeists . . . London, 4^. [Glasgow, 

Simrock, Heiurieli, Bruder des 
Nikolaus, geb. um 1760 in Bonn, 
bildete sich zum Violinisten aus, 
trat in die kurf. Kapelle in Bonn, 
ging dann nach Paris, wo er am 
Theaterorchester Montansier ange- 
stellt war, hielt ein Lager Musika- 
lien, die bei seinem Bruder in 
Bonn erschienen waren und kehrte 
später wieder nach Bonn zurück. 
Fotis kannte ihn in Paris noch 
1807. Er gab Mehreres heraus, 
bekannt ist nur 

Trois Duos ponr V. et Yiola, oe. 5. 
Bonn, N. Simrock. 2 Stb. [B. Wagener. 

Variationen f. Ciavier oder Harfe. Ib. 
[Musikfr. Wien. 

Simrock, Nikolaus, geb. 1752 
in Mainz, gest. 1834 in Bonn, 
bildete sich zum Hornisten aus, 
diente an 9 Jahre in einer fran- 
zösischen Militärkapelle, wurde 
1774 zweiter AValdhornist an der 
kurf. Kapelle in Bonn mit jährl. 
400 Gld. und 1789 erster Wald- 
homist, handelte seit 1790 neben- 



bei mit geschriebenen Musikalien, 
gab dann nach 1794 die Kapell- 
stelle auf, vergröfserte sein Ge- 
schäft, legte auch in Köln ein 
Zweiggeschäft an und wurde ein 
angesehener Musik Verleger, der 
auch mit musikalischem Verständ- 
nis seinen Verlag vermehrte. 1834 
wurde Peter Joseph S. sein Nach- 
folger, der 1868 starb und Fried- 
rich ihm folgte, der in den 70er 
Jahren das Geschäft nach Berlin 
verlegte (Thayer 1, 104. 150). Niko- 
laus war selbst Komponist fürs 
Waldhorn und verlegte eine An- 
zahl Werke in eigenem Geschäfte. 
Siehe Handbuch von Whistling 
1828/29. 

Siiiapius, Wilhelm, Tenorist 
an der Hofkapelle in Wien von 
1553_58 mit 10 Gld. monatl. 
(Köchel 1). 

Siutle, X . . . 

Im Ms. 402 der B. Kgsbg., Samlg. von 
Arien u. Liedern, befinden sich S. 12 u. 
16 zwei Arien: Mein Mädchen ist für 
mich. Schön ist es auf Gottes Welt. 

Sinfonien (Symphonien). 

Siehe die Samlwk. des 18. Jhs. nnter 
Breitkopf 5 ff., J. J. Hummel Samlwk. 6 
u. 8. — Im Schweriner F. Kataloge von 
Kade 1, 159 ein Yerz. anonymer Sin- 
fonien. Sämtl. gröfsere Bibl. sind im Be- 
sitze anonymer Sinfonien. Aeltere Sym- 
phoniae sind Motetten. 

Im br. Mus : A coUection of several 
Simphonies and Airs in three parts; com- 
posed for Vs. Flutes and Hoe-boys, piin- 
ted for all Lovers of Musick. s. 1. Wm. 
Nott (in London) 1688. 3 Stb. : 2 Dessus 
u. B. in 40. 

Singer, Bartliolomaeus , ein 

Komponist aus der ersten Hälfte 
des 16. Jhs., der 

im Ms. 18810, 5 Stb. von c. 1530 der 
Hofb. Wien mit dem Liede „Ain dierleia 
zart/- 3 voc. fol. 2 a vertreten ist. [Hofb, 
Wien, in Ms. 19183 in Part. 

Singer. Johann, ein Magister 
zu Nürnberg in der ersten Hälfte 
des 16. Jhs., gab heraus: 

Ein kurtzer Ausszug der Music, den 



Singer, Mathias. 



183 



Sipurtini. 



jungen die singen und auff den lustrii- 
lueiiten lernen wollen gantz nützlich . . . 
Nürmberg 1531 Friedr. Pryssens. 8". 
[Glasgow.^ (Titel nach Fetis.) 

Singer, Jlathias, von Cilla, 
Bassist an der Hofkapelle in Wien 
vom 1. Sept. 1567 — 1580, mit 
12 Girl, monatl., wurde dann Rggs. 
(Regier imgs-) Thürliüter (Köchel 1, 
127. 2]0\md S. 123). 

Singe- I Spiel- | 

und I General -Bass.- ] Übungen. | Ge- 
stochen in Versalien. 4°. 49 Bll. ein- 
seitig bedruckt mit 48 Musikuunimern. 
Die Dichter sind genannt, doch kein Kom- 
ponist. 18. Jh. [besafs 1871 der Autiq. 
Mai in Berlin. 

Singspiele siehe Kat. Augsburg Nr. 174 
bis 178. Auch im Ms. im National-Mu- 
seum in Nürnberg. 

Sinibaldi, Anna de, Tochter 
des Kapellmeisters Giovanni S., 
diente als Sängerin und Instru- 
mentistin der Kaiserin Maria, 
Frau des Kaisers Maximilian ET. 
und Schwester Philipp IL von Spa- 
nien (Lucchini 11). 

Sinibaldi, Manrizio, aus Cre- 
mona, Geiger an der Hofkapelle 
in Wien vom 1. Nov. 1566 bis 
t 16. Juli 1591, mit 12 Gld. 
monatl. (Köchel 1). 

Sinn, Cliristopli Albert, Sohn 
eines Lohgerbers in Wernigerode, 
gegen 1680 oder 1682 geb., be- 
sachte 1691 die Oberschule und 
trat 1698 in das HandAverk seines 
Täters ein. Die Liebe zur Wis- 
senschaft trieb ihn 1702 abermals 
in die Schule. 1703 ging er nach 
Clausthal, um sich als Mathema- 
tiker und Feldmesser auszubilden, 
siedelt sich d^mn um 1706 in 
Wernigerode an und heiratete. 
1717 bez. er sich als hochfürstl. 
Braunschweig -Lüneburgischer . . . 
Geometer. Sein Todesjahr ist nicht 
bekannt (Viertel]. 5, 570 nebst Be- 
schreibung und Auszügen aus fol- 
gendem Werke): 



Die aus mathematischen Gründen rich- 
tig gestellte musicalische Temperatura 
practica, d. i. gnmdrichtige Vergleichung 
der 12 Semitoniorum in der Octave, wie 
dieselbe nach Anweisung der Arithmetik 
und Geometrie ad praxin fürnenilich in 

' die Orgelwerke können gebraucht werden, 

I nebst den dazu gehörigen Figuren . . . 

! Mit einer Vorrede Hrn. Caspar. Calvoers. 

' Wernigerode (1717) StiTick. kl. 40. 22 BU. 
136 S. 2 Taf. 110 imd 132 Seit. [B. B. 
B. Wernigerode. B. Wagener. Musikfr. 
Wien. 

Sintram, . . . Kopist im Kloster 
St. Galleu im 9. Jh. (Schubiger 
1, 78). 

Sinzig, Oeorg Ludwig, ein 

Cistercienser-Mönch, Kapellmeister 
im Frei-Reichskloster Kaisersheira 
(Neuburg a/d. Donau), gab heraus: 
Melpomene hymnisona, producens hym- 
nos de Dominicis ... a 1 — 4 voc. 2 Y. 
2 Viohs, Fag. et Bc. op. 1. Aug. Vindel. 
1702 (nach Gerber 1). 

Sion, . . . gab bei Imbault in 
Paris Konzerte für Klav. heraus. 
Sipintini, . . . 

ein Trio in C. von 1779. Ms. in Stb. 
[Berlin E. H. 

Yergl. auch Sipurtini. 

Sipontius , Albertus , Contra- 
bassist (Sänger) am St. Peter in 
Rom um 1492 (Yiertelj. 3, 289). 

Sippel, C . . . H . . ., gab heraus : 

Zwölf Lieder mit einer leichten Be- 

gleitujig der Guitarre von . . . Brnschwg., 

Musikal. Magazin auf der Höhe (489). 

ciufol. 13 S. [B. Kgsbg. 

Sipurtini, Emmanuel, der Sohn 
jüdischer Eltern aus Holland, ein 
bedeutender Virtuose auf dem 
Violoncell, liefs sich in London 
nieder. Jahn 1, 6 berichtet, dass 
sich Leopold Mozart bei seiner 
Anwesenheit in London 1764 viel 
Mühe gab, ihn zum Katholicismus 
zu bekehren. Sowohl Gerber 1 
wie Jahn schreiben seinen Namen 
falsch, Gerber schreibt Sipratini 
und Jahn Siprimtini., den Vor- 
namen kennen beide nicht. Pohl 
1, 55 schreibt: Siprutini gab am 



Sirede. 



184 



Sirmen, Maddalena Laura. 



3. Mai 1764 ein Konzert im Hick- 
ford's room in London, trat auch 
in den 70er Jahren noch öfter 
auf. S. 109: er hatte Italien und 
Spanien durchreist und befand sich 
seit 1758 in London, wo er am 
27. Febr. zum erstenmale auftrat. 
Man kennt von ihm: 

6 Solos for a Vcl. or a V. with a Th. 
B. op. 1. London, fol. [br. Mus. 

6 Duets for a Violin and a Violoncelle, 
or 2 V. op. 2. London c. 1775. fol. 
25 S. [br. Mus. B. Wagener. 

Six Solos for a Vcl. with a Tli. B. for 
the harpsichord. Op. 3. London, Wor- 
man. [B. Wagener. C. P. 

6 Solo dito op. 5, dito op. 7, dito ohne 
opus. London, fol. [br. Mus. 

Six Solos for a Tel. with a Th. B. for 
the hai'ps. Op. 6. London, Worman. 
25 S. [B. Wagener. 

Vielleicht soll der Name Sipintini (s. d.) 
auch Sijmrtini heifsen. 

Sirede, siehe Direde. 

Sireua (Syrena), Gfaleazzo, aus 

Cremona, wo er um 1626 Kapell- 
meister an der Kathedrale war 
(Titel). Man kennt von ihm 

. . . Misse duae quateruis vocibus, cum 
omniuiu partium diuisioue duae octonis, 
cum grauiorum partitione organo accomo- 
date . . . Lib. 1. Sub signo Gardani 
Venetiis 1626 apud B. Magni. fol. [Bo- 
logna nur die Partitura. Upsala 8 Stb. 
in 2 Chören in #. 

In Bonometti's Parnassus musicus 1615 
1 Motette zu 2 Stim. 

Sirenes Partheniae, 

sive Hj'mni, filio Virginis, Christo Jesu 
... Herbipoli 1649 Elias Mich. Zinck. 
8^. Melod. mit Bass. 12". 136 S. [B. M. 
Einsiedeln. B. Kgsbg. S. 133. 

Sirenes (Sacrae) . . . Missae 1671, siehe 
Rudolph Dreher, ein Samlwk. 

Siret, . . . bekannt durch 

Pieces de claveciu, dediees a M. Cou- 
perin . . . Paris, Chrstph. Ballard. [Paris 
Nat. Stadtbibl. Troyes. 

SM, (xiacomo, gegen 1770 in 
Genua geb., lebte noch 1841. In 
Turin machte er seine Musikstudien 
und legte sich dann aufs Opernfach. 

1791 kam auf dem Theater San Carlo 
in Neapel die Oper: Naples Recimero in 
2 Aiteu zur Aufführung, dann schrieb er 



für das Theater Del Fondo die Opera 
buffa: La Caccia interrotta u. s. f. Siehe 
Fetis u. Clement. Nachweisen kann ich 
keine. 

Sirini, GriOTanni, aus Cremona, 
war um 1680 Kapellmeister am 
Hofe zu Florenz (Lucchini 19). 

Sirmen, Ludovico, ein Violi- 
nist und Kapellmeister an S. Maria- 
Maddalena zu Bergamo im 18. Jh. 
Er ist der Gemahl der Maddalena 
Lombardini mit der er gemein- 
schaftlich herausgab: 

6 Quartetti ä 2 V. A. e B. oe. 3. 
Paris (1769) Berault. 4 Stb. fol. [br. Mus. 
B. Wagener. 

Das Conservatorium in Mailand besitzt 
im Ms. eine Ouvertüre in Em. für Oboe, 
2 Hörner und Streichquart, in Stb, 

Sirmen (Syrmen), Maddalena 
Laura, Lombardini (den Vor- 
namen Laura fand ich nur im 
Kat. des br. Museums u. B. Wa- 
gener, sonst fehlt er), Frau des 
Ludovico, geb. zu Venedig gegen 
1735, erzogen im Conservatorio di 
Mendicanti und wie man auf den 
6 Sonaten für 2 Violinen liest: 
Schülerin Tartini's zu Padua; trat 
als Violinistin öffentlich auf, z. B. 
in Paris im Concert spirituel, 1768 
ebenfalls in einem Konzert mit 
ihrem Manne. Pohl 1, 161 
schreibt: sie war nicht nur Violi- 
nistin, sondern auch Sängerin und 
Klavierspielerin. 1771 trat sie in 
London in den Oratorien im Con- 
vent Garden mit einem Violin- 
konzert eigener Komposition auf. 
Im April desselben Jahres gab sie 
ein Benefizkonzert in dem sie auch 
ein Klavierkonzert vortrug. 1772 
spielte sie im Concert spirituel ein 
Violinkonzert von Cirri und am 
1. Juni trat sie im Kingstheater 
als Sängerin in Piccinni's Buona 
figliuola auf. Ihr Lehrer Tartini 
hmterliefs ihr bekanntlich die Ab- 
handlung über das Violinspiel in 
Briefform (soweit im Pohl). Von 



Siroli. 



185 



Sivol. 



ihren Kompositionen sind nach- 
weisbar : 

Obige 6 Quartetti . . . op. 3, die sie in 
Paris 1769 mit ihrem Manne Ludovico 
gemeinschaftlich, herausgab, [br. Mus. B. 
Wagener. 

Ferner 

6 Concertos for the harpsicliord (ein- 
gerichtet von Giordani). London, fol. 
[br. Mus. 

6 Concertos pour Violine av. 2 V. A. 
B. 2 Hautb. et 2 Cors. oe. 2. Amsterd., 
Hummel. Stb. [Brüssel Cons. Upsala 
nur 3 Concertos, ebenso in B. Wagener, 
6 Stb.? 

3 Concertos (dito), oe. 3. Amst., Hum- 
mel. Stb. [Brüssel Cons. 

Six Trios k 2 V. et Vcl. oe. 1. Lon- 
don, Welcker. 3 Stb. [B. Wagener. br. 
Mus. Berlin K. H. im Ms. Stb., fraglich 
ob dieselben. 

6 Senates ä 2 V. (ohne Opus) Amst., 
Hummel, [besafs einst Th. Böttcher in 
Cannstadt. Im br. Mus: 6 Duetts for 2 
Viol. London, fol. 2 Bücher (wahrschein- 
lich dieselben). 

6 Senates ä 2 V. oe. 4. La flaye, 
Hummel. 2 Stb. fol. [B.B., mit dem 
Porträt der Verfasserin. 

Siroli, . . . 

Latrobe veröffentlicht in seinem Samlwlr. 
in Pai't., 1806—2.5 erschienen, ein „Praise 
the Lord", Duetto. 

Sirotti, Francesco, aus Reggio, 
ein Opernkomponist, der 1783 bis 
1811 mit Opern auf italienischen 
Bühnen zu verfolgen ist (Fetis. 
Clement). 

Sirvela, Pedro de, Sänger am 
Hofe der Königin Isabella zu Se- 
villa um 1490 (Straeten VU, 104). 

Sismut, . . . 

In Ms. 535, HL in B. B. ein Quis as- 
cendet, 5 voc. c. Bc. P. 8 BU. mit 
obigem Namen überschrieben. 

Sistiiius, Teodorus, aus Monza 
(Lombardei), war um 1608 Orga- 
nist a/d. Kirche „D. Virginis'' zu 
Kopenhagen (nach dem Titel des 
folgenden Werkes). Er gab heraus: 

Cantiones 3 voc. Hamburg! 1608 
typis Ohr, impensis Samuel Jauch. Dedic. 
dem Xönige von Dänemark. 3 Stb. 4P. 
22 italienische Gesänge. [B. Proske. B. 
D. br. Mus. 

AYie mir Herr Hagen in Kopenhagen 



mitteilt, war sein dänischer Name 2rioid 
Aagesen. 

Sisto, Graetano, 

bekannt durch ein Divertimento per 
Giütarre. [Musikfr. Wien. 

Sitter, Andreas Paul, gegen 
1750 geb. ging mit dem Baron 
von Bagge nach Paris als dessen 
Sekretär, trat 1792 als Bratschist 
ins Opernorchester und verblieb 
daselbst bis 1817. Er starb wenige 
Jahre darauf zu Passy bei Paris. 

Man verz. mehrere Hefte Duos, von 
denen nur bekannt ist: 

3 Duos pour 2 Violons, oe. 4, liv. 1. 
Offenbach bei Andre. 2 Stb. [B. B. 

Sitter, Daniel Henrich Kitt, 

ist in Joh. Val. Meder's Stamm- 
buch am 14. Juni 1698 als Musik- 
direktor an St. Maria in Königs- 
berg gez. (Viertel]. 8, 504). 

Sivers, Hinrich, geb. 23. Juni 
1674 zu Lübeck, gest. 6. Novbr. 
1736 ebd., Avurde am 10. März 
1706 zum Kantor am Katharineum 
gewählt und am 22. April einge- 
führt. Ein Ehreugedächtnis liefs 
Heinrich von Seelen in Lübeck 
1736 in Fol. drucken (Stiehl, Lex.). 

Sivers, Heinrich Jakoh, des 
vorigen Sohn, in Lübeck geboren, 
wurde Magister u. in Wismar an- 
gestellt. Er schrieb: 

Dissertatio ex historia litteraria sistens 
cantorum eruditorum decades duas, quam 
praeses . . . Rostoch. 1729. 4". Ist seine 
Doctor-Dissertation in Rostock. [Dresd. 
B. Hbg. 

— ... Gelehrter Kantor in zwanzig 
aus den Geschichten der Gelehrsamkeit 
ausgesuchten Exempeln, aus dem Latei- 
nischen übersetzt und mit Anmerkungen 

Hambg. 1730 



[B. B. Dresd. 



versehen von Matthcson. 
Wiering. 40. 33 Seit. 
B. Hbg. Brüssel. 

Gerber 2 zeigt noch eine zweite Sclu'ift 
an, die sich im Besitze des Herrn Schiör- 
riug befand, betitelt: Specimen primum sis- 
tens Lapidis musicalis . . . Lubecae 1732. 8''. 

Sivol, . . . 

bekannt durch Airs avec Fortepiano 
im Samlwk. Choix de musique 1784 Nr. 
32. [B. M. 



Sixt, Giovanni. 



186 



Skeats. 



Sixt, Griovanni, 

bekannt durch 2 Sonate per il Cem- 
balo e Violino. Una Sonata per 2 Cem- 
bali concertati, op. 1. Lyon, chez Guera. 
[Dresd. Mus. 

Sixt, Johannes, aus Lerchen- 
fels (a Lerchenfelsensis), in Prag 
geb., gest. 3. Nov. 1629 zu Leit- 
meritz (nach dem Denkmale, dessen 
Inschrift Dlabacz mitteilt). Er 
diente um 1584 ff. in der Hof- 
kapelle Kaiser Eudolph 11. als 
Sänger, dann als Chorregens a/d. 
Jesuitenkirche zu Olmütz, wo er 
1597 die Magister würde erlangte 
und erhielt vom Kaiser mehrere 
Eanonikate zu Bautzen, AI tb unzlau 
etc., zuletzt war er Probst zu Leit- 
meritz. Die Musik pflegte er auch 
ferner und gab heraus: 

Ciiorus musicus Caesareus XII vocum. 
In praestautem ac eniditum iuveuem D. 
Joannen! Sixtum Boemum Pragensem, 
Sac; Caes: Maies: chori musici olim pue- 
rum musicum: nunc vero cliori musici 
in teiuplo Societatis Olom: praefectum, 
et philosophiae licentiatum, cum anno M. 
D. XCVII . . . (siehe Kat. Brässel 2210). 
Pragae 1597 V. M. ä Genczicz. 1 vol. 
4P. [Biiissel. 

Im Kat. der B. Hbg. wii-d ein schein- 
bar ähnliches Werk, o. Jahr, verzeichnet 
mit: „Pragensis Chori Musici in templo 
societatis Jesu ß. Olomutii Rector." 

Leo Liepmaunssohu besafs einst: Meli- 
cum poema D. Joanni Sixto . . . munici- 
palis musicae ergo decantatum ä Fr. Möl- 
lere Vienuensi (Musicus musico congra- 
tulatur et musicum melos modulatur). 
Olomutii 1597. kl. 4°. 6 Bll. mit Holz- 
schnitt. 

Deo Opt: Max: trino et uni laus... 
Triumphus et Victoria . . . Am Ende : Lito- 
mericii, typis Domesticis, D. Praepositi 
coUegiatae ecclesiae S. Stephani . . . 1G26. 
8. Sept. 1 vol. gr. fol. 47 Bll. Bl. 5 
der Titel: Cantate Domino et Benedicite 
nomini ejus ... 5 Gesäuge, Stim. gegen- 
über, geistlich und weltlich. Siehe Ge- 
naueres im Kat. Zwickau. [B. Zw. C. P. 

Sixt, Johann A[ugust, nach 
Fetis], geb. zu Geifslingen, war im 
18. Jh. Organist in Strafsburg i/Els. 
Gerber 2 tadelt in seinen Kompo- 



sitionen die chromatischen Gänge 
und „geschärften Vorschläge", im 
Uebrigen hält er ihn für einen 
Nachahmer Mozart's. Er führt 
von ihm Sonaten f. Klav. V. u. B., 
Duette für 2 Fl. u. a. an. Bekannt 
sind: 

12 Lieder beim Ciavier zu singen. 
Augsburg, Gombart. [Stadtb. Augsburg. 

Unter G. A. Sixt: Sonate, pour le 
Clavecin ou Pfte. Offenbach, Andre. 
[Berlin E. H. 

Sixt, Wilhelm, bekannt durch 

Symphoniae nuptiales zu . . Ehren . . 
Johauni Allbrechten . . unnd . . Margare- 
thae . . Bruuuers . . mit G Stim. Coburgk 
1614 Just. Hauck. 6 Stbll. 4«. [br. Mus : 
Tenor. 

Skal, Gr. . . B. . ., gab 1794 in 
Wien bei Artaria Variazioni per 
il Cembalo heraus. 

Skalde -Stycken satte i Musik. 
Stockholm, Kgl. Not Tryck. 1795. 
4 voll. 80. [B. B. 

Skarratt, ß. T., s. Cyclopedia. 

Skegg'S, ... trat 1751 in Lond. 
als Waldhornist auf fPohl 2, 373). 

Skeats, Highmore. Es giebt 
zwei Musiker dieses Namens, Vater 
und Sohn, und ist daher eine Ver- 
wechslung sehr leicht möglich, 
wenn nicht die Jahreszahl den 
älteren von dem jüngeren unter- 
scheidet. Nach West war der 
Vater 1760 geboren, Chorknabe 
in Exeter, 1778—1803 Organist 
zu Ely, von 1803 — 31 zu Canter- 
bury. Der Sohn war von 1804 
bis 1830 Organist zu Ely als Nach- 
folger seines Vaters und wurde 
dann Organist an der Kgl. Kapelle 
zu Windsor. Er war 1786 ge- 
boren und st. den 24. Febr. 1835, 
Vom Vater ist bekannt: 

A coUection of songs. London 1784. 
fol. [br. Mus. Glasgow. 

Im br. Mus. in Einzeldrucken 1 Glee, 
2 Songs und das Anthem „The righteons 
Söuls". 

Sicher ist er auch der Herausgeber von 
J. Stephens Cathedral Music 1805. 



Skillern. 



187 



SluTster. 



Skillern, Isaae, of Abingdon, 
bekannt durch 

Six Anthems and twelve Psalm tunes 
for 4 voic. coniposed . . . London, Long- 
man & Broderip. fol. [Sch-sverin F. 

Skiiiiier, Benjamin, bekannt 
durch 

Six Solos for a German Flute Yiolin 
or Harpsichord, to which are added some 
pieces designed as Lessons for the Harps. 
Lond., printed for Richard Bride, qufol. 
18. Jh. [br. Mus. 

Skolioff, Peter, ein russischer 
Opernkoraponist, der zu Neapel 
1788 die Oper Rinaido auf die 
Bühne brachte (Gerber 2). 

Skydänek, Joseph, aus Melnik 
in Böhmen, Schüler von Seegr, 
wurde in Melnik, dann in Laun 
Chorregent u. zeichnete sich auch 
als Orgel- und Klavierspieler vor- 
teilhaft aus. Dlabacz nennt nur 
das Jahr 177.^ in dem er bereits 
als Komponist auftrat und kennt 
6 Sonaten und eine Serenade. 
Fetis schreibt den Namen falsch. 
Gerber 2 giebt ein zu frühes Todes- 
jahr an. 

Slapp, William, ein englischer 
Musiker um 1800. 

Das br. Mus. besitzt von ihm 7 Dnick- 
werke: Songs, Balladen und Variationen 
für Ffte. 

Slatkonia oder Slakony, Oeorg, 

nach Cuspinian Kapellmeister am 
kaiserl. Hofe und Bischof an der 
Stephanskirche in "Wien, geb. 1456 
zu Crain, st. 26. April 1522 (Ger- 
ber 1, 526). 

Auf der Abbildung von Albr. Dürer 
und Hans Burgkmair: Triumphzug Kaiser 
Maximilian I. wird er Jörg Slakany 
(Bischof Slatkonia) genannt. Im Besitze 
des Herrn Ad. Holzhausen in "Wien 1891, 
Ausstellungs-Kat. S. 3. Siehe auch M. f. 
M. 29 Beilage, Waldner's Nachrichten 
S. 43, Anmkg. 46, 13 vom Jahre 1509. 

Slatter, Georg Maximilian, 

gab heraus: 

6 Chansons et Trio av. Ffte. Lond., 
Lavenu. [Brüssel Cons. 



Slatyer, William, in folgendem 
Drucke nur mit TF. S. gez., be- 
titelt: 

The Fsalmes of David in 4 languages 
[i. e. Greek, Hebrew, English and Latin] 
and in 4 parts. Set to ye Tunes of our 
Church by W. S. London 1643 printed 
by Tho. Harper, for George Tho. Mason 
& Octauian Füllen. 12». Enthält Kom- 
positionen von R. Allison, J. Bennet, E. 
Blancks, T. Carapion, W. Cobbold, AVm. 
Cranford, J. Dowlaud, D. Kirbye, J. Mu- 
ten, T. Ravenscroft u. S. Stubbs. [br. Mus. 

Slaiiter (Slater), Edmund, Bas- 
sist aus Windsor, kam 13/10 1669 
auf Wartezeit an die Kgl. Kapelle 
in London und schwor kurze Zeit 
darauf, f 10/9 1670 (Rimbault). 

Sl^, . . . 

bekannt durch Sonate a V. e B. Dedic. 
dem Herzoge von Modena Ms. F. [Mo- 
dena. 

81eclitenliort(Slichtenhorst,Sleg- 
tenhorst), lebte zu Utrecht 1668 
als Glockenist, wird dann 1677 
als Bassuscontinuus-Spieler im Col- 
legium musicum verzeichnet und 
erhält 1678 einen Organistenposten 
zu Leyden; f 1688 (Bouwst. 2, 
168. 171). 

Slegclius, Valentin, aus Wal- 
hausen, Kr. Heiligenstadt, ist be- 
kannt durch: 

Duodecim cantilenae ex sacrosancta 
Scriptura desumptae ac musices numeris, 
quam jucundissime, per . . . verbi divini 
Miuistrum redditae. Mulhusii 1578 G. 
Hautzsch. Die Dedic. ist mit Forwoldae 
4. Nonas Septemb. 1578 Valent. Slege- 
lius Walhusanus unterz. Näheres über 
den Druck ist mir unbekannt. [B. M. 

Slegtenliorst, s. Sleclitenliort. 
Siellein, Melchior. 

Die Liebfrauenkirche in Würzburg be- 
safs 1694 noch 21 Fsalmen von ihm. 

Slöpke, Mauritius, 17. Jh. 

Die B. üpsala besitzt im Ms: Ich 
preise dich a 3 voci e 4 ström, c. Bc. 
fol. — Nun kom der Heyden Heyland a 
5 voci e Bc. 

Slufsler, Kaspar, Ende des 
15. Jhs. Kantor an St. Stephan in 
Wien (Pohl 3, 33). 



Smalle. 



188 



Smegergill. 



Smalle, Aegiduis, 18. Jh. 

Six Senates a 2 fl. trav. ou 2 V. par 
... oe. 2. Paris, Le Clerc. Boivin. 
[Karlsruhe Nr. 56, IT. 

Smart, Oeorge, lebte an der 
"Wende des 18. Jhs. und ist be- 
kannt durch 

The Vocal Pocket Companion, being a 
collection of . . . Catches, Glees & Duetts 
for 2 and 3 voices. London, c. 1800. 
[br. Mus. 

Smart, Sir Greorge Thomas, 

Sohn des Musikhändlers, geb. 10. Mai 
1776 zu London, gest. 23. Febr. 
1867 ebd. Sängerknabe a/d. Kgl. 
Kapelle St. James, studierte Musik 
unter Dr. Ayrton, dann bei Dr. 
Arnold; bei Dr. Dupuis im Orgel- 
spiel, der ihn zu seinem Substitut 
ernannte u. bei Gramer in Klavier- 
spiel. 1791 wurde er Organist an 
der St. James-Kapelle, Harapstead 
Road und trat als Violinist ins 
Orchester der Salomon- Konzerte. 
1811 dirigierte er in Dublin eine 
Anzahl Konzerte und dort erhielt 
er durch Verwendung des Herzogs 
von Richraond die Ritterwürde. 
Schon im Jahre 1794 trat er als 
Klaviervirtuose auf. Am 1. April 
1822 erhielt er che Organistenstelle 
a/d. Kgl. Kapelle. K. Maria von 
Weber wohnte bei ihm und starb 
auch in seiner Wohnung. 1823 
bis 1840 leitete er die Musikfeste 
in Liverpool, Norwich, Bath u. a. 
Städten. Grove schreibt: Er war 
lange Zeit durch die Erlebnisse 
seines Vaters die lebendige Ver- 
mittelung zwischen der Tradition 
von Händel's Musikaufführimgen 
mit denen der Gegenwart u. übte 
dadurch einen grofsen Einfluss auf 
Sänger und Orchester aus (Grove. 
Pohl 2, 266. 368). Er schrieb 
zahlreiche geistliche und weltliche 
Gesänge. Nachweisbar sind: 

Music for the Service at the Chapel 
loyal, Whitehall, on Maundy Thursday. .. 
s. 1. fol. [br. Mus. 



A collection of sacred music. London 
1863. vol. 1. [br. Mus. 

A collection of Glees and Canons. P. 
Lond. fol. [R. C. of Mus. 

An Einzeldrucken im br. Mus: 1 An- 
them, 1 Hymne, 2 Songs, 1 Canzonette, 
5 Glees, 1 Tanz und Klavierstücke. 

Zu J. Calkin's Catalogue of the library 
belonging to the Philharmonie Society 
schrieb er Noten und Zusätze (1823). 8". 
[br. Mus. 

AuTserdem verz. der Kat. des br. Mus. 
unter TJiomas Stnart mit der Notiz: um 
1780: Songs, ] Glee, 1 Trio, 6 Variations- 
werke f. Pfte. in Londoner Einzeldiiicken. 
Damit ist ein älterer Smart gemeint. 

Smart, Henry, Bruder des Sir 
George Thomas, geb. um 1778 in 
London, gest. 23. Nov. 1823 zu 
Dublin. Schüler von Wilh. Gramer 
als Violinist, wurde Orchester- 
dirigent der Philii armenischen Ge- 
sellschaft, des englischen Opern- 
hauses und anderer Theater. 1820 
errichtete er eine Pianoforte-Fabrik. 
Um das Aufti'eten einer Schülerin 
in Dublin zu unterstützen reiste 
er mit ihr nach Dublin, erlag aber 
dort dem Typhus. Alle Kompo- 
sitionen unter obigem Namen ge- 
hören seinem Sohne an, der 1813 
geb. ist. 

Im br. Mus. unter Smart, ohne Vor- 
namen, befinden sich 1 Song c. 1765 im 
Einzeldruck, London bei R. Falkener. fol. 

Countiy Dances von 1795 u. 1798, 
Balladen u. a. 

Smeaton, Mark, Musiker der 
Königin Anna Boleyn und Diener 
in ihren Zimmern, wurde den 
12. Mai 1536 hingerichtet (Bur- 
n.QY 5, 575). 

Smedecke, Andreas, Meister; 
zwischen 1500 und 1521 Organist 
am Dome in Hamburg (Ratsakten). 

Smeducci, siehe Bartolommei, 
Girolamo. 

Smeekirs, 3Iiclia. 

Li der B. Leiden im Ms.. 6 Chor- 
büther, E 68 ein luviolata iutegra 4 voc. 

Smegergill alias Caesar, Wil- 
liam, ein Engländer des 17. Jhs., 
der 



Smert. 



189 



Smith, Am and Wilhelm. 



in Hilton's Catch that catch can 1652, 
auch in Ausg. 1667, 2. Teil von Playford 
und in 1720 und 1726, 10. Aufl. von 
Johnson vertreten ist. Vielleicht sind 
auch einige Catches von ihm die unter 
Dr. Julius Caesar verz. sind (s. d.). 

Smert, Richard, ein englischer 
Musiker, Lebenszeit unbestimmt. 

Im Ms. 204, einem Samlwk. von Hym- 
nen und Gesängen aus dem 15. und 16. 
Jh., ist obiger Autor bei 11 Gesgen gez. 
[br. Mus. 

Smet, Tan, mit der Bezeichnung 
„Procureur", so zu lesen in einem 
Kataloge von 1734 der Bibliothek 
in der Kirche St. Walburge in 
Audenarde, wo er mehrfach als 
Komponist verz. ist. Noch klarer 
tritt Name und Amt in einer Liste 
von 1752 hervor, wo es heifst 
,,een werk van Smet, procureur'' 
(Straeten 1, 226, auch 216—224). 

Ein de Smet ist in einer Sub- 
scriptionsliste von 1749 als Orga- 
nist in Tirlemont verz. 

Smet, Artus, um 1610 Orga- 
nist an der Kgl. Kapelle in Brüs- 
sel (Straeten 5, 155). 

Smet, Fraiicois- Joseph de, 
aus Brüssel, ist als Musicus am 
23/10 1722 in der Universit. zu 
Leydeneingeschriebeu(Bouwst.3,5). 

Smetaiia, . . . 

gab im Jahre 1786 zu Amsterdani sein 
opus 1 heraus: 2 Quatuors pour Clavecin 
av. 2 V. et Vcl. (Gerber 1). Im Ger- 
ber 2 wird ein Concert p. le Clav. oe. 2. 
Amsterd., chez Schmitt 1793 angezeig-t. 

Smethergell, William (Fetis 
fälschlich J. . .), ein Musiker der 
2teu Hälfte des 18. Jhs., war Or- 
ganist an St. Margaret on the Hill, 
Southwark & AUhallows, Barking 
in London (Grove), von dem man 
kennt: 

6 Overtm-es in 8 parts. London. 
[B. Lpz. 

6 Overtui'es in 8 pts. 2. sett, op. 5. 
London, fol. [br. Mus. 

6 Concertos for the harjDsichord, with 
2 V. and Vcl. London c. 1785. fol. 
[br. Mus. 



Eules for Thorough Bass . . . annexed 

3 Sonatas for the harps. with V. op. 7. 
London, fol. [br. Mus. 

6 Duettos for 2 Yiolins, op. 12. Lon- 
don, fol. [ib. 

6 lessons for the harps. op. 1. Lon- 
don, qufol. [ib. 

6 easy lessons for a Y. with a figured 
Bass for a harpsich. Lond. fol. [ib. 

Im br. Mus. im Einzeldruck 1 Song. 

Die theoretische Abhandlung: A trea- 
tise on thorough Bass, Lond. 1794 habe 
ich auf keiner mir bekannten Bibl. ge- 
funden. 

Mr. "William Smegergill, alias Caesar 
lebte im 17. Jh. u. darf jnit obigem nicht 
verwechselt werden. 

Smezer, Georg. 

Das Musikkollegium in Groningen be- 
sals einst: 

,,Motettae sive cant. sacrae 2—9 voc. 
Aug. Vindel. 1671. 8 Stb." 

„Sacri concentus tam vocib. quam instr. 
op. alterum. Aug. Yiud. 1G89. 19 Stb.'^ 

Smidh, Loiiis Edmoml, be- 
kannt durch ein 

Quatuor pour 2 Y. A. et Ycl. Oe. 1. 
(Dm.) Yienne, Thade Weigl (Nr. 1154). 

4 Stb. fol. [B. B. 

Ein zweites op. 7 ebd. [B. ß. 

Smidts, Jacob, siehe Le Feyre, 
Jacques, im 17. Jh. Der Faber 
Stapulensis, der auch Jacques Le 
Febrre genannt wird, siehe Bd. 5 
im Nachtrage unter Faber. 

Smitli, ... trat 1784 in Lon- 
don als Violoncellist auf (Pohl 2, 
371). 

Smith, Adam; 

im br. Mus. 2 Songs im Einzeldruck 
bei Longman u. Lukey (nur L. L. gez.). 

Smith, Alexander, lebte in der 
2ten Hälfte des 18. Jh. und gab 
herans : 

The musical Miscellany; a select col- 
lection of . , . Scots, English and Irish 
Song. Perth 1786 J. Brown. 8°. [br. 
Mus. 

Smith, Amaiid Wilhelm, ein 

Arzt zu Berlin gegen 1780, lebte 
später in "Wien, dann in Ungarn 
und gab heraus: 

. . . Philosophische Fragmente über die 
praktische Musik. ~\Yien 1787 Taub- 
stummen-Institus-Buchdrackerei. 8°, 164 



Smith. B . . . 



190 



Smith, John Christopher I. 



Seit., sine nomine. [B. B. B. Lpz. Brüs- 
sel. Musikfr. Wien. 

Smith, B. . ., gab mit Peter 
Prellew heraus: 

The Harmouious Companion, or the 
Psalm Singer's Magazine; being a diffe- 
rent tune to each Psalm in four parts. 
Collected from Mr. Thomas Ravcnscroft, 
and others. With several Tunes never 
before puUish'd. Also several Hymns 
and Anthems. London 1732. 8°. Part. 
[R. C. of Mus. 

Smith, Bernhard, eigentlich 
Schmidt^ war nach London nm 
1680 gekommen und bekleidete 
bis zum Jahre 1708 den Orga- 
nistenposten an St. Margaret in 
Westminster zu London. Man 
nannte ihn kurzweg Father SmWi. 
Besonders war er als Orgelbauer 
berühmt (Hawkins 5, 101. Bur- 
ney 6, 436/37. Gerber 2 aus 
Hawkins). 

Smith, Charles, diente um 1710 
in der Kgl. Kapelle in London als 
Sänger u. ging 1726 ab (Viertel]. 5, 
515/16). 

Smith, Clement, lebte am 
Ende des 18. Jhs. u. schrieb aller- 
lei kleinere Kompositionen für den 
Tagesgebranch. 

Das br. Mus. besitzt 7 Drucke von 
ihm, eine Sonata cappriciosa, Songs, 
Variat. u. a. in Londoner Ausgaben. Ln 
Kat. von Cambridge FW. wird er Mus. 
Dr. genannt und befinden sich daselbst 

2 Gesge. von ihm: London by Lavenu. 

Smith, Edward Woodley, 

geb. 23. Mai 1775, gest. 17. Juni 
1849. Anfänglich Chorsänger an 
St. Paul, sp. Laienvikar an der St. 
George Kapelle zu Windsor von 
1795 bis zu seinem Tode. Seine 

3 Söhne: George Toivnsliend, Mon- 
tem und Samuel zeichneten sich 
im 19. Jh. als Musiker aus (Grove). 

Im br. Mus. befindet sich unter E. W. 
Smith, Ms. 419 in P. eine Oper: „Dido 
and Eneas", fraglich ob von obigem. 

Smith, Henry, wurde Anfang 
1666 als Gentleman an der Kgl. 



Kapelle in London angestellt und 
starb am 23. Mai 1688 (Rimbault). 
In Hilton's Catch that catch can von 
1658, 2. Ausg., ein Gesang. 

Smith, Isaac, lebte um 1770 
und ist bekannt durch: 

A collection of Psalm tunes in 3 pts. . . 
London , sold by Mrs. Davenhill & Mr. 
Buckland. quS». Enth. 18 Tunes, 2 An- 
thems und 1 Sanctus von Orl. Oibbons. 
Dem Exemplare sind hds. angehängt 
Psalmen von C Burney, M. P. King, 
J. Lucas^ J. Stanley^ Wainivright und 
Winter. Das br. Mus. besitzt noch die 
5. Ausg. mit Additions by S. Major. Lon- 
don, S. Major, ({w^^. [br. Mus. 

In. Charles Sraith's Ancient Psalmody 
1843 einige Gesge. in P. mit Orgel. In 
S. Major's Sacred Melody befinden sich 
Kompositionen von I. S. 

Smith, John, ein Komponist 
des 17. Jhs., der in 

Hilton's Catch that catch can 1652 und 
Ausg. 1G67 von Playford, sowie in A. B. 
Synopsis KJSO mit Gesängen vertreten ist. 

Im br. Mus. ein John Smith., Opern- 
komponist im Anfange des 18. Jh., ist 
dort vertreten mit der Oper: Musick in 
the opera call'd Tho Kingdom of the 
Birds. s. 1. 1705. An Stb. vorhanden: 
1. 2. Treble, Ten. Bass. 

Ein dritter John Smith aus der 2. Hälfte 
des 18. Jhs. mit der Bezeichnung „of 
Market Lavington" ist ebd. vertreten mit; 
A Set of Services, Anthems & Psalm 
Tunes . . all intirely new (Book the Second, 
cont. 12 Anth. u. 12 Psalm). London c. 
1760 Selbstverlag-, fol. — A3. Set of Ser- 
vices, Anthems and Psalm Tunes . . . Lond., 
printed for John Johnson, fol. 

Smith, John Christopher I., 

hiefs eigentlich Joh. Christoph 
Schmidt und war in Ansbach geb., 
begleitete Händel aus Zuneigung 
1716 nach London u. wurde bald 
dessen Factotum. Auch auf der 
letzten Reise nach Italien beglei- 
tete er Händel. Wenige Jahre 
vor H.'s Tode entzweiten sie sich, 
trotzdem vermachte ihm H. testa- 
mentarisch 2400 £. Sein Sohn 
ist der bekannte John Christopher IL 
Smith, der das Buch über H. 
schrieb: Anecdotes of . . . (Pohl 1, 
178). 



Smith, Johann Christ ophei U. 191 Smith, Johann Christopher II. 



Smith, Johann Christoi)hei'II., 

hiefs eigentlich Schmidt. Sein 
Vater war das Factotum Hiindel's. 
Ob er noch in Ansbach oder Lon- 
don geboren, ist nicht sicher an- 
zugeben. Wenn der Vater erst 
1716 nach England ging und der 
Sohn, wie die Lexika angeben, 1712 
geb., dann ist er allerdings in 
Deutschland geboren, doch fehlen 
die Beweise, gest. 3. Okt. 1795 zu 
Bath. In London wurde er Hän- 
deFs Schüler, dann Pepusch' und 
Roseingrave's. 1732 (1731) schrieb 
er die Oper Teraminta, 1733 Ulysses, 
1738 das Oratorium David's lamen- 
tation over Saul and Jonathan. 
1745 bereiste er den Coutinent. 
1750 Organist am Findlings -Hos- 
pital. Als Händel erblindete dik- 
tierte er demselben seine Kompo- 
sitionen. 1752 war Smith in 
Fi'ankreich. Händel, der immer 
leidender wurde, liefs ihn auffor- 
dern statt seiner die Oratorien in 
London zu dirigieren. 1754 brachte 
er wieder mehrere Opern auf die 
Bühne. 1774 zog er sich nach 
Bath zurück. Händel hatte ihm 
testamentarisch alle seine Werke 
im Ms. vermacht, sein Klavier, 
sein von Denner 1736 gemaltes 
Porträt und seine Büste von ßou- 
billiac. Smith befand sich bis zum 
Tode der Prinzessin von Wales, 
Wittwe, Mutter Georg IIL, im 
Dienste derselben, von der er eine 
Pension von 200 ^ erhielt. Nach 
deren Tode liefs der König aus 
seiner Privatschatulle die Pension 
fortbezahlen. Aus Dankbarkeit ver- 
ehrte er dem Könige alle Häudel'- 
schen Partitur-Autographe, dessen 
Klavier und Büste und behielt nur 
das Ölbild, was sich dann in der 
Sacr. härm. Society und jetzt im 
Royal College of Music in London 
befindet. Die Partituren befinden 



sich heute im Buckingham Palast 
und bilden eine Samlg. von 87 
Bänden. S. kopierte vieles von 
Händel und befinden sich die 
Kopien heute in der Stadtb. Ham- 
burgs. Von 1753 ab dirigierte 
er die Oratorien - Aufführungen 
(Grove. Pohl 1, 178). Von seinen 
Werken sind nachweisbar: 

Anecdotes of G. Fr. Handel and John 
Chr. Smith. With select pieces of inusic 
composed by J. C. Smith. Never before 
pubUshed. London 1799 Bulmer & Co. 
8». 64 S. Text, 34 S. Musili mit den 
Porträts von Händel und Smith. [B. B. 
auch im Ms. Mus. theoret. 51. B. Wage- 
ner. R. C. of Mus. Biüssel. br. Mus. 
Cambridge FW. Glasgow. 

Von den Oratorien kenne ich: 

Paradise Lost, an oratorio (the overture 
and songs). London 1758. P. fol. [br. 
Mus. ß. C. of Mus. Glasgow im Ms. 

Rebecca, an oratorio (the overture & 
songs). London (1761). P. [R. C. ofMus. 
Glasgow im Ms. 

Burney führt noch 7, 666 an: 

Davids Lamentation over Saul and 
Jonathan 1740. Nabal, 1764. 

Von seinen englischen Opem sind 
nachweisbar: 

The Enchanter, a musical entertainnient 
(written by David Garrick) London (1760) 
P. fol. [br.Mus. R. C.ofMus. Glas- 
gow. 

The fairies, au opera. London (1755). 
P. fol. [ib. und Musikfr. Wien. 

The Tempest, an opera. London 1756. 
P. fol. [br.Mus. R. C.ofMus. 

Teraminta, an opera, by Heniy Carey. 
Ms. P. 40 (um 1732). [R. C. of Mus. 

In Thalia. A collection of songs, comp, 
by Dr. Boyce . . . 1767. fol. Einige Songs 
von S. [br. Mus. R. C. of. Mus. 982. 

Suites de pieces pour le clavecin, comp, 
par J. C. Smith. Premier vol. London, 
by the author. qu40. 59 S. im Stich. 
Dedic. Lady Walpole. 

— Second. vol. qu40. 82 S. Lond., 
Walsh. [C. P. B. Wagener. br. Mus. 
B.B: 2. vol. 

6 Suites of lessons for the harpsichord, 
op. 3. Lond., Walsh. qufol. 41 S. [br. 
Mus. B. Wagener. Cambridge FW. 

— A collection of Lessons (6) for the 
harps. Op. 3. Composed by Mr. Smith, 
author of the opera call'd „The Fairies". 
Lond., Walsh. [Cambridge FW. 



Smith, John Spencer. 



192 



Smith, John Stafford. 



Select pieces of music . . . never before 
published. Lond. fol. [br. Mus. 

12 Sonata« for the Harps. op. 5. Lond., 
Walsh. fol. 75 S. [B. Wagener. 

9 Suites de pieces de Clav, in Farrenc's 
Tresor, Bd. 11. [B. M. etc. 

Der Antiquar Eeeves besaTs noch op. 4: 
Six lessons for the Harps. Lond., Walsh. 
qufol. 

In Karl Fr. Äbel's 6 fav. Overtures 
1760 mit 2 Ouvert. vertreten. 

Otto Kade schreibt ihm eine Anzahl 
"Werke in der Bibl. der Schweriner F. zu, 
die nur mit John Smith gez. sind, der 
bekanntlich weit später als der obige lebte. 

Smith, John Spencer, geb. 
11. Sept. 1769 in London, gest. 
5. Juni 1845 zu Caen (Xormandie). 
Dr. der Eechte a/d. Universität zu 
Oxford, ging später nach Frank- 
reich u. liefs sich in Caen nieder. 

In den Schriften der dortigen Aka- 
demie befindet sich im Bande 1825 — 1828 
eine Abhandlung, die er am 10. Nov. 1826 
daselbst las, betitelt: Memoire siu' la cul- 
ture de la musique dans la ville de Caen 
et dans rancienneBasse-Normandie (Fetis). 
Die B. B. besitzt obige Schilft in einer 
Separatausgabe von 1827. 

Smith, John StaflPord, Sohn 
des Martin, eines Organisten a/d. 
Kathedrale in Gloucester von 1743 
bis 1782, geb. um 1750 zu Glou- 
cester, gest. 20. (21.) Sept. 1836 in 
London. Schüler seines Yaters u. 
James ^"ares als Chorsänger a./d. 
Kgl. Kapelle in London. 1784 
wurde er Gentleman an der Kgl. 
Kapelle, 1794 Laien- Yicar an der 
"\Yestminster-Abtei, 1802 Organist 
a/d. Kgl. Kapelle und 1805—1817 
Direktor und Lehrer der Chor- 
knaben a/d. Kgl. Kapelle. Gewann ' 
mehrfach Preise auf Glees. Für 
Hawkins besorgte er die Partituren 
alter Gesänge für dessen Geschichte 
der Musik (Stephens. Brown). S. 
besafs eine bedeutende Bibliothek, 
die nach seinem Tode versteigert 
wurde. Von seinen Werken sind 
nachweisbar: 

An Introduction to the art of compo- 



sing Music. Im Autograph. q}i4P. [R. 
C. of Mus. 

A musical common-place book, contai- 
ning a few compositions and many memo- 
randa in bis handwritiug, together with 
several on detached slips of paper, amongst 
the latter is a rough draft of the notes 
on the compositions in his published 
work, ..Musica Antiqua". Ms. kl. fol. 
[R. C. of.' Mus. 

Anthems, composed for the Choir Ser- 
vice of the Church of England. London 
1793. P. mit Notizen vom Komponisten. 
[R. C. of Mus. br. Mus. Glasgow. 

2 Anthems in Londoner Einzeldmcken. 
[br. Mus. 

Ode on the first of Apiil, commencing, 
„While rumour from his brazen lungs" 
. . . Ms. Stb., die Gesangstim. fehlen. 
[R. C. of Mus. 

A coilection of Glees, for 3, 4, 5 & 
6 V. Lond. qufol. [br. Mus. Glasgow. 
R. C. of Mus. 

A select coUection of Catches, Canons 
& Glees ... for 3 & 4 v. Lond. qufol, 
[br. Mus. R. C. of Mus. 

A MisceUaneous coUection of new 
Songs, Catches & Glees. Lond. (1780) 
qufol. [br. Mus. R. C. of Mus. 

A 5. book of Canzonets, Catches, Ca- 
nons & Glees sprightly & plaintive. Lond. 
qufol. [br. Mus. R. C. of Mus. 

12 Chants . . . Lond., Preston. qn4P. 
[br. Mus. 

A coUection of songs of various kinds and 
for different voices. Lond. qufol. [R. 
C. of Mus. 

Series of progr. studies, Bd. 11, 1882. 
80. [br. Mus.]. 

Im br. Mus im Einzeldruck: 5 mehrst. 
Glees, 6 Songs und 1 BaUad. 

In Samlwk. 1 Round in Hullah's 
Singer iibrary Xr. 65. 1859. — In Wm. 
Horsley's Vocal Harmony 5 Gesge. — 3 
Glees in Bishop's Collect, of Glees. — 1 
Praelud. u. Fuge im Pittman. — Catches 
und Glees in Amüsement 1791. — In 
Longman's CoUection of Catches 8 Catches 
u. Glees zu 3 u. 4 Stim. — Im Catch 
Club 3 (Sibbald in Edinbg.) 2 Catches. 

6 Gesge. in neuen Ausg. (Eitner 2). 

Samlwke. von älteren Kompcsitionen : 

A coUection of English songs in score, 
for 3 and 4 voic, compos. about the year 
1500, taken from Mss. of the same age. 
Revised and digested . . . London (1779). 
fol. (Die Samlg. ist aus dem Fairfax-Ms. 
spartiert mit Ausnahme des Agincourt- 
liedes. [B. B. br. Mus. Glasgow. R. C. 
of Mus., nebst dem Ms. Cambridge FW. 



Smith, John Stafford. 



193 



Smith, Eobert Archibald. 



Musica antif[ua. Selection of music 
of this and other Countries, froin the 
Commencement of the 12. to the begin- 
ning of the 18. Century; Comprising 
some of the earliest & most curious Mo- 
tetts, Madiigals, Hymns, Anthems, Songs, 
Lessons & Dances tunes some of them 
now first puhlished from Ms. and printed 
. . . Selected and Arranged by . . . London 
(1812) printed & sold bv Preston. 2 voll. 
gr. fol. 9 Yorbll. 2i2 S. Musik, [br. 
Mus. E. C. of Mus. Eoyal Academy. 

Enth. bis S. 13 anonyme Gesge. und 
Tänze aus den frühesten Jh., dann folgen 
Troubadour -Gesge. des 13. Jhs., darauf 
geistl. Gesge. des 15. Jhs. zu 2 u. 3 St., 
genannt ist Joh?i Cole, dann Gesge. des 
16. Jhs. von Heath, S. 38—43 "allerlei 
Tänze bis ins 17. Jh., dann Gesge. und 
Instrumentalp. von Byrd, Obrecht^ Fran- 
cJiitms, Jolinson^ Fr.Pilkingfon, Coprario^ 
Math. Locke, Talus, Od. Gibbons, Dr. 
BitU. Hiighe Aston., Josquin Desprcs, 
Wülaert, Okec/hem., Jac. Wert, Clemens 
n. p., Clir. Murales, Jeh. de Latre, Richa- 
fort, P. Certon, Zarlino, Or. Vecchi, 
Jhan Gero, Dr. W. Child, Bob. Jones, 
Tib. Massaino, John Douiand, George 
j\[aso7i and John Earsden., Sim. Iccs, 
J. Jenkins, Pelh. Humplireij ., Dr. Stag- 
gins, Benj. Rogers, Math. Locke, Handel, 
Bloiv, Dan. Pnrcell, Henry Pureell, Rob. 
Jones, Weelkes, W. Laices und Gemi- 
niani. 129 Nrn. NB. Obige unsinnige 
Aufeinanderfolge der Autoren stellt die 
Ordnung in der Saralg. dar. 

Smith, Robert, geb. um 1689 
zu Cambridge, gest. um 1768. Ein 
Physiker und Astronom, zeichnete 
sich mit „D. D., F. K. S. and Master 
of Trinity College in the Univer- 
sity of Cambridge" und gab her- 
aus: 

Haimonics, or the phüosophy of musi- 
cal Sounds, by . . . Cambridice 1749 J. 
Bentham for W. Thurlbourn & T. Merrill. 
8». 292 S. [B.B. Brü.ssel. br. Mus. 
Glasgow. E. C. of Mus. Musikfr. Wien. 

— The second edition, much improved 
and augraented. London 1759 T. and 
T. MerriU. 8«. 280 S. 28 Taf. [B. B. 
Brüssel. Glasgow. 

A PostScript to Dr. Smith's upon the 
changeable harpsichord, a perfect Instru- 
ment. London 1762. 8". [Glasgow, br. 
Mus. B. B. 

Eine deutsche Uebersetzung der Har- 
monik oder die Philosophie harmonischer 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Klänge. Nach der Ausgabe von 1769 
(sie?) ins Deutsche übersetzt von Fr. W. 
Riedt. Berlin 1771. 337 u. 11 S. Ms. 
theor. 4». 118. [B. B. 

Er gab auch 1722 Eoger Cotesius' Har- 
monia heraus. Selbst als Komponist hat 
mau Proben: Im Ms. 118 der B. Cam- 
bridge FW. Nr. 63: From friends all in- 
spired und Songs und Duets in Henry 
Playford's Harmonia sacra und in dessen 
The Pleasant Companion, s. Hilton's Cat- 
ches, 1. T. 1686. 

Smith, Rohort Arcliihald, geb. 
16. Nov. 1780 zu Reading, Berks, 
gest. 3. Jan. 1829 zu Edinburgh, be- 
erdigt in St. Cuthbert's churchyard. 
Sein Tat er, ein Seiden wirker, be- 
stimmte ihn zu seinem Nachfolger. 
Er wurde Lehrling und kam dann 
1800 nach Paisley, wo er Gelegen- 
heit fand seine musikalischen An- 
lagen auszubiklen. 1802 verheira- 
tete er sich mit Mary MacNicol, 
wurde Musiklohrer und 1807 Di- 
rektor an der Abteikirche zu Pais- 
ley, 1823 Musikdirektor an St. 
George's zu Edinburgh. Er hat 
sich dort besonders verdient ge- 
macht um den Kirchengesang und 
zum behufe dessen zahlreiche Werke 
herausgegeben (Brown, der auch 
seine Druckwerke verz., spendet 
ihm grolses Lob und sagt unter 
anderem, dass S. einer der ver- 
diensteten Musiker Schottlands ge- 
wesen ist). Auf öffentl. Bib]. fand 
ich folgende Werke: 

The Scotish minstrel, a selection from 
the vocal melodies of Scotland ancient 
and modern arranged for the pfte., by 
E. A. Smith. Edinburgh 1824 Pardie. 
6 Bde. in 3 voll. gr. 8». [Bi-üssel. E. 
C. of Mus. Glasgow. 

The Irish minstrel, a selection (wie 
vorher). Edinburgh (1825). gr. 8». [Glas- 
gow. Privatb. Sir John Stainer. 

A volume of Songs, fol. [Glasgow. 

Flowers of Scottish song. Glasgow, 
fol. [ib. 

Devotional music. Edit. bv John Tum- 
buU. 4. ed. Glasgow. 8°. "[ib. 

An introduction to singing, comprising 
various examples, with scales, exercises, 

13 



Smith, Theodore. 



194 



Snedorf. 



& songs, in all the major & minor keys 
in general use. Edinburgh, fol. [ib. 

Yen einem älteren Bohert Smith be- 
finden sich in Locke's Samlwk. 1673 drei 
Couranten für Ela\'ier (Eitner 1). Viel- 
leicht ist auch die Violinpiece in John 
Playfoid"s Division Yiolin von 1685 mit 
E. Smith gez. von demselben. 

Smith, Theodore, über ihn 
fehlen alle ISTachrichten. Gerber 1 
erwähnt ihn als einen gefälligen 
Komponisten, der um 1780 in 
Berlin Mehreres herausgab. Es 
scheint, dass er sich eine Zeitlang 
in Deutschland aufgehalten hat, 
denn Bossler und Hummel ver- 
legten Kompositionen von ihm, 
doch ebenso erschienen sie in 
London. Bekannt sind folgende: 

8 Tunes, selected, composed for and 
adapted to the selection of Psalms, Hymns, 
and Anthems of Ebury Chapel. London, 
E. Goulding. qufol. [br. Mus. 

Alfred, Opera. Ms. P. 1796. [R. C. 
of Mus. 

6 Concerts pour le Clavecin ou le Pfte. 
l'acc. de 2 V. et B. Op. 4. Berlin, 
Hummel. 4 Stb. [Dresd. Mus. Dieselben 
auch für- 2 Klav. gesetzt, br. Mus. defekt. 

3 Sonates ä 4 ms. op. 1. Liv. 1. In 
Liv. 2 abermals 3 Sonaten. Ms. [Dresd. Mus. 

3 Sonates a 4 ms. op. 3. [ib. 

3 Sonates en Duo, qui peuvent etre 
executes par 2 personnes sur un Clavecin 
ou Pfte... Oeuv. 4. Berl., Hummel, 
fol. [br. Mus. Dresd. Mus. im Ms. 

3 Duos p. harpe ou Pfte. Lond., Long- 
man. [Biüssel Cons. 

Im br. Mus. 26 englische Drucke von 
allerlei Klavierstücken, Arrangements mit 
u. ohne Begltg., auch Sonaten f. Klavier 
op. 5, 6 u. 36. ö Songs und 1 Ballade 
in Einzeldiiicken. 

Der Antiquar Reeves in London besafs 
6 Sonaten f. Fi. V. u. Ycl., The celebrated 
music which is on the organ at Mr. Coxe's 
Museum Spring Garden, adapted for the 
harpsich. Lond. 

Im Bossler, Samlwk. 11, einige Xrn. 
— In John Corri"s Collection of the Songs 
1788, Bd. 3 p. 27. 

Smith, Thomas, diente von c. 
1710—1726 an der Kgl. Kapelle 
in London mit 40 ^ Gehalt und 
16 ^ Kleidung (Viertelj. 5, 515/16). 

Smith, William. Brown führt 



zwar einen Musiker obigen Namens 
an: geb. 1754 in Schottland, ging 
i 1783 nach Amerika und st. den 
6. April 1821 in New York, doch 
findet sich das folgende Werk 
nicht unter den bei Brown au- 
i geführten, so dass dasselbe wohl 
: von einem anderen sein kann: 
' Sacred harmony, containing an Essay 
introduction to the art of siuging ... in 
the Methodist General Hymn book . . . 
Dublin 1810. [br. Mus. 
j Smith, ohne Vornamen in 
Samlwken: 

Che and Euterpe, London 1758. 8". 

: 4 Gesge. — In Oxford Ch. Ch. im Ms. 

1 Dialogue ä 3, 2 chants, Airs, Fancies etc. 

Smits, Eduard, bekannt durch 
eine Elegie pour Sopr. av. Pfte. 
Ms. [Brüssel Cons.] Lebenszeit 
j nicht bekannt. 

Smits, Wilhelm, Lebenszeit 

unbekannt. 

I In Bologna findet man eine Missa 

j 3 vocibus humanis comitante organo, 

auctore "Wmo Smits. Amstelod. apud 

Thuone et Socios. P. fol. 43 S. 

Smolz, M° (Maestro), bekannt 
durch 

3 Duetti per Clavieimbalo e Yiolino. 
[Musikfr. Wien.] In Einsiedeln von Smolz 
ein Lauda Jerusalem a 4 voci c. org. Ms. 

Smorto, Bernardo, ein Theor- 
bist an der grolsen Oper zu Paris 
um 1707 (Campardon). 

Smout, Adriaan Joriszon, siehe 
unter Thysiiis. 

Smyth, Charles John, ein Eng- 
länder des 18. Jhs., von dem das 
br. Mus. besitzt: 

Chants, Single and Double, with a 
Sanctus for the use of choirs, arranged 
also for the orgau . . . London, Preston. 
qu40. 

— William S. war Organist an der 
Kathedrale zu Durham von 1.594^99 und 
dessen Sohn Edicard S. von 1609 — 11. 
Das Archiv obiger Kirche besitzt von beiden 
einige Kircheukorapositionen (West). 

Snedorf, Frederik, ein däni- 
scher Gelehrter, st. um 1792 zu 
Kopenhagen und gab heraus: 



Sneeu. 



195 



Sobinger. 



De hymnis vetemm Graecomm scripsit 
Fridericus Snedorf. Accedunt tres hymni 
Dionysio adscripti. Hafniae et Lipsiae 
1786 Proftius. 8». 72 S. [Brüssel. 

Sneeii, Y. B., 18. JIi., siehe 
Swaeii, G. de. 

Siiegasius, siehe SeLueegafs. 

Siieiliiiger, siehe Schnelliiiger. 

Siiep, Jan, aus Zierikzee in 
Holland, lebte im Anfange des 
18. Jhs., gab Lieder und Sonaten 
für Gambe heraus, "wie sich aus 
alten Katalogen ergiebt. 

Snittelbaeli, Nataniel, siehe 
Sclmittelbaeh. 

Siiodham, siehe Este, Thomas. 

Siiocck, F... J... J..., geb. 
um 1773 zu Brüssel, gest. 15. Juli 
1845 ebd., war gegen 40 Jahre 
Lehrer des Gesanges in Brüssel 
und gab heraus: 

Je n'en sais plus; j'en sais toujours 
Melodie p. . . . Bnixelles, Terry et l'auteur 
(Gregoir, Pauth. 3, 87. Die dort einge- 
fügte Jalii-eszahl 1810 ist falsch, siehe 
Eoucourt, denn letzterer wird bez. mit 
„ancien directeur de lecole royale de 
musique". Er konnte aber erst nach 
1830 das Amt bekleiden). 

Siioeck, Henri, um 1783 zwei- 
ter Violinist an der Kgl. Kapelle 
zu Brüssel mit 250 Gld. Gehalt 
(Straeten 5, 172). 

— J/ö;-c[k], ein Lautenist und 
Instrumentenmacher seit etwa 1742, 
gest. zwischen dem 27. u. 31. März 
1762. Seit 1722 war er an der Kgl. 
Kapelle in Brüssel angestellt (Strae- 
ten 5, 181 ff.). 

— Sein Sohn : Henri Äugustin, 
wurde als Lautenist ebd. am 19. 
April 1762 fest angestellt. .Seit 
dem 7/4 1760 diente er schon als 
Supernumerarius. 4 Jahre später 
wurde er 1. Violinist (ib. 5, 186). 

SnOTT, J . . ., bekannt durch: 
Fickle Chloe. Sung by Master Heny- 

man at Sadlers "Wells. . . s. 1. fol. [br. 

Mus. Einzeldi-uck.] In Henry Playford's 

The Theatre 1685 ein Tonsatz. 

Snow, Moses, schwor am 17/12 



I 1689 als Gentleman an der Kgl. 

{ Kapelle in London, wurde aber 

I erst am 8/4 1692 fest angestellt. 
Am 24/2 1693 wurde er Epistier 
und t 20/12 1702. 

Eimbault sagt noch, dass er in den 

; Jahren 1685 — 93 in Samlwken. als Kom- 
ponist anzutreffen ist, giebt aber nichts 
Näheres an. Nachweisbar sind in Play- 
ford's Banquet of Musick 1688 sieben 
Songs, im 2. Buche 3 Songs, im 4. Buche 
des Samlwkes. The Theatre 1687 stehen 
4 Gesge. 

Snow, Valentine, wahrsch. der 
i Sohn des Moses. Einer der besten 
Trompeter seiner Zeit, für den 
Händel die obligaten Trompeter- 
stellen zu seinem Messias, Samson, 
Dettinger Te Deura, Judas Macca- 
baeus u, a. schrieb. Im Jan. 1753 
wurde er Nachfolger des John 
Shore als Sergeant -Trompeter des 
Königs, nachdem er schon 1748 
in die Kgl. Kapelle eingetreten 
war und behielt die Stelle bis zu 
seinem im Dez. 1770 erfolgten 
Tode (Grove. Viertel]. 8, 519). 
Unter Snow in John Simpson 's 
Pocket Companion 1 Piece. 

Soaper, »Jolin, geb. 1743, gest. 
5. Juni 1794 zu London. Chor- 
sänger an St. Paul unter W. Sa- 
vage, wurde 1764 Gentleman an 
der Kgl. Kapelle und Vicar Cho- 
ralist an St. Paul, starb in Sion 
Garden, Aldermanbury (Stephens). 
In der Kirche Ely eine Litaney; der 
dortige Katalog bez. ihn um 1779 als 
Chorsäuger an der "Westminster-Abtei. 

Soares (nicht Soaves), P. Manoel, 
geb. zu Lissabon im 17. Jh. Er 
war ein Presbyter an S. Pedro 
und starb am 4. Juli 1756 zu 
Lissabon. Vasconcellos führt von 
ihm 5 geistl. Kompositionen an. 

Sobinger (Soubinger), Augustin, 
Lautenspieler und Cornettist um 
1504 — 6 im Dienste Philipp des 
Schönen (Straeten 7, 149. Doku- 
mente S. 170 ff. 172). 

13* 



Soderino, Agostino. 



196 



Soerensen. 



Soderino, Agostino, um 1608 
Organist an der Kirche di N. S. 
della Rosa zu Mailand (Titel), ist 

bekannt durch: 

Sacrarura cautionum 8 et 9 voc. Lib. 1. 
cum 3 aliis canticis voc. et instrum. alter- 
natim Mediolani 1598 Aug. Tradatus. 
SSth. 40. [B. M. B. B: C2. Part. def. 

Canzoni ä 4. & 8. voci, di . . . Lib. 1, 
Op. 2. Milano 1608 per l'herede di Simon 
Tiüi & Fü. Lomazzo. 4 Stb. 4P. Ohue 
Text, daher für Instrum. [Bologna. 

In B. M., Ms. 264, 5 flu.- Orgel be- 
arbeitete Motetten. 

Soderino, (xioYanni, auch Joan. 
Soder geschrieben, ist 

in Ms. q78, 6 Stb., fehlen 6 a und 7 a, 
mit 2 Motetten vertreten. [B. Dauzig. 

Sodi (Sodj), Carlo und Pietro, 

zwei Brüder zu Eom, im Anfange 
des 18. Jhs. geb., liefsen sich in 
Paris nieder. Carlo war Mando- 
linenspieler und trat gegen 1749 
ins Orchester der Comodie italienue. 
Er starb im Sept. 1788. Fetis 
führt einige Operetten und Diver- 
tissement an, die in den Jahren 
1753_1760 in obigem Theater ge- 
geben wurden. 

In der Kgl. Musikaliensamlg. in Dres- 
den befindet sich im Ms. 313 eine Missa 
zu 4 Stim. u. Instrum. P. qufol, die mit 
Carlo Lodi (?) gez. ist. Ob damit obiger 
gemeint ist, bedarf noch des Beweises. — 
Sein Bruder Pietro war Harfenist und 
Komponist. Er lebte seit 1743 zu Paris, 
trat ins Opernorchester und starb 1764. 
Er schrieb Pantomimen und gab 1760 
Chansons heraus (Fetis). 

Im Cons. zu Paris eine Operette von 
Sodij: Bajocco et Serpilla 1753. Auch in 
Schwerin F. vorhanden in P. mit dem 
Titel: Parodie fran^oise du Joueur. Dediee 
ä Mad. la Marquise de Champcenetz par 
Mr. Sody. Amst., J. J. Hummel, qufol. 

Soel, . . . 

bekannt durch 12 Senates per il Cem- 
balo. [Dresd. Mus. ohne Signat. 

Sölder (Sölderer), Franz Xaver, 

diente im Jahre 1706 seit 14 Jahren 
am kurf. Hofe zu München als 
Kammermusikus. Sein Gehalt be- 
trug 300 Gld., doch schon seit dem 
30/3 1700 erhält er nur 150 Gld. 



und während der österreichischen 
Besetzung Baierns (1702-1713) 
nur 100 Gld. (Kreisarchiv). 

Sölker, . . • war um 1796 Musik- 
direktor am Theater zu Keval (Rei- 
chard 1797, 325). 

Sölner, Joh., siehe Seiner. 

Söltl, Michael, Präfekt und 
Chorregent zu Neuburg und seit 
1738 Domkapellmeister in Regens- 
burg (Mettenleiter 1, 121). 

— Wolfgamj, war 1730 eben- 
dort Vikar imd Kapellmeister (ib. ■ 
121). S. 134 zeigt er seine Kom- 
positionen an, die vielleicht in 
Regensburg liegen. 

Die doi-tigen Seminare besitzen fast 
durchweg reiche BibL, aber ungeordnet, 
die ßüclier und Noten haufenweis auf- 
geschichtet (1890). 

Soenius, Glottfried, aus Amster- 
dam, gab in Harlem heraus: 

Mengelzangeu. . . . Arietteu, Alieman- 
des, Sarabandes, Gavottes en Gigues voor 
het Clavecimbaal en de Stern, Violoncello, 
Violino, Flauto &c. Gedr. voor den 
Autheur. Te Haarlem 1724 Hulkenroi. 
1 vol. 40. Klaviersatz 2 st. 47 S. Text 
rechts stehend. Nur Lieder vorhanden. 
Der Name Soenius findet sich nur auf 
dem Vorblatte unter einer Abbildung. 
[Amsterd. Bibl. des Herrn Prof. Fr. Zelle 
in Berün 1889. 

Melodie per camera c'io e XII Concer- 
tini mescolati d'Ariette novelle a due: 3, 
4, 5, 6, 7 strumenti ad libit. Possono 
aucora toccarsi a voce sola: col Vcl. 
Cimbalo. Gedr. voor den Autheur. Haar- 
lem 1725. 4". [Amsterd. 

Ein alter Auktiouskat. zeigt noch au: 
Concerti seriosi, of ernstige gezangen met 
een, 2, 3 en 4 stem. 

Sönniclisen, J . . ., ein Musik- 
verleger in Kopenhagen um 1789 
und folgende Jahre, gab eine 
Samig. Gesänge unter dem Titel 

heraus: 

Apollo. Et musikalste Maanedskrivt for 
Sang or Klaveer af forskieUige Compo- 
nister. Forste Aargang. qufoL. [Brüssel 
Cons. besitzt den 1. und 3. Jahrg. unter 
Nr. 474/75. 

Soerensen, Joliann, geb. 18. 
Mai 1767 zu Glückstadt (Holstein), 



Soerensen. 



197 



Sohier, Mathias. 



gest. um 1824 zu Ebersdorf. Stu- 
dierte Medicin und liefs sich als 
Arzt 1802 in Ebersdorf bei Loben- 
stein nieder. In der Jugend hatte 
er guten Musik - Unterricht em- 
pfangen, zuletzt noch von J. A. P. 
Schulz und betrieb zeitlebens die 
Musik als Nebenbeschäftigung, trat 
auch als Komponist mit Glück auf. 
Gerber 2 beurteilt zwei Fugen für 
Chor sehr günstig. Bekannt sind 
von seinen Kompositionen, die Ger- 
ber ausführlich verz. 

19 Lieder in Musik gesetzt von Job. 
Sörensen, Dr. Med. Leipzig (1803 P. G. 
Kummer), qufol. 2 Ell. 27 S. [B. 
Egsbg. 

?. Gesänge von Matthisson ... op. 9. 
Lpz., Ivülinel. [B. B. 

Geistl. Gesänge, Oden und Lieder. 
2. verm. Aufl. Eudolstadt, Hofbuchdr. 
3 Abtlgen. in gr. 4" zu 32, 30 u. 28 S. 
[Hofb. Wien. B. Kgsbg. nur 2 Abtlg. 
(Samlg. 50). Ein Samlwk., genannt sind 
Klose Q Nrn., 1 von iV. . ., 1 von St...? 

Neue Samlg. geistlicher Lieder mit 
Melodien . lierausgegeben von . . 2 Ab- 
tlgen. Eudolstadt, Hofbuchdr. 40. 1805 
die Vorrede. Die Lieder sind meistens 
von seinem Freunde St. . . Es sollen 
7 Abtlg. erschienen sein. [B. Kgsbg. 1. 
2. Abtlg. (Samlg. 51). 

Neue Samlg. geistlicher Gesänge, Mo- 
tetten, Oden und Lieder. Herausgeg. 
von . . . 2. Tbl. Oschatz 1812 Oldecop. 
[Wernigerode, ist die 6. Abtlg. der geistl. 
Oden und Lieder. 

Soest (Sust), Johannes von, 

war um 1483 Sängermeister des 

Pfalzgrafen Philipp (M. f. M. 14, 

108, dort auch die Singeordnung). 

Die Heidelberger Universitäts-Bibl. be- 
sitzt von ihm die Handschrift einer 1470 
vollendeten Reimchronik, welche die Schick- 
sale der Markgräfin Margaretha von Lim- 
burg und ihres Bruders Heinrich behan- 
delt. Auf dem Buche ist Sust selbst ab- 
gebildet, wie er dieselbe dem Pfalzgrafen 
überreicht. 

Soeterijk, Pieter, ist am 23. 
April 1770 als Musicus an der 
Universität zu Leyden eingeschrie- 
ben (Bouwst. 8, 9). 



Soffi, Abate Pasquale, geb. 
um 1732 zu Lucca, f c. 1810 
ebd. Er war Kapellmeister am 
Seminar de'Ss. Giovanni e Eepa- 
rata und Direktor des Theaters. 

Er schrieb viel Kirchenmusik u. a., 
auch das Oratorium S. Tommaso Apostolo, 
1766 aufgefülirt. Die Archive von Puc- 
ciui und Quilici in Lucca, ebenso das 
Seminar S. Michele bewahren Messen, 
Vespern, Motetten, Responsorien, 1 Bene- 
dictus, Miserere, Fugen und eine Regole 
per imparare ad accompagnare im Ms. 
auf. Auch als Lehrer geuoss er einen 
ausgebreiteten Ruf. 1777 wurde in Lucca 
die Oper Marco Manlio aufgef. (Nerici 
313. 334). 

Sogabria, Francesco, um 1590 
Instrumentist an der Hofkapelle in 
Dresden mit 228 Gld. 12 gr. Ge- 
halt; ist noch 1606 im Dienst 
(Fürstenau 1, 3G). 

Sog'ner, Tomaso, geb. zu Ne- 
apel in der Mitte des 18. Jhs., 
besuchte das Conservatorio della 
Pietä de'Turchini in Neapel, liefs 
sich dann in Livorno nieder, schrieb 
für Rom u. a. Städte Opern, gab 
Musikunterricht und starb um 
1821. 

In Bologna Filarmonia, Autogr. von 
Masseangeli, ein Brief: Livorno 9. Juli 
1821. Er gab Sonaten für Klavier her- 
aus, schrieb Kirchenkompositionen, ein 
Oratorium, Streichquartette u. a. (Fetis. 
Masseangeli's Kat.). 

Sohier, Oerard, 1448/49 Kopist 
von Notenbüchern an der Kathe- 
drale in Cambrai. 

Sohier, siehe Jehan Fede. 

Sohier, Mathias (Mathieu), ein 
französischer Musiker aus dem 
Anfange des 16. Jhs., war unter 
König Franz I. Lehrer der Chor- 
knaben an der Kathedrale zu Paris 
und seit 1549 Kapellmeister (Fetis). 
1556 nennt ihn aber der Druck- 
titel: Puerorum Symphon. eccles. 
Parisiensis praefectus. Danach ist 
Fetis' letzte obige Angabe zu ver- 
bessern, da S. noch 1556 dem 



Sohier, M 



198 



Sohr. 



Knabenchore vorstand. Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar : 

Missa cum 5 vocibus. Ad iraitationeai 
moduli: Vidi speciosam, condita. Xuuc 
primum in lucem edita. Die 24. mensis 
Jullij 1556. Parisiis, du Chemin. Cliorb. 
in gr. fol. 16 Ell. [B. Kgsbg. Ein- 
siedeln. Bologna. Hofb. Wien. 

In alten Samlwk. 14 Gesge , darunter 
eine Messe von 1534 (Eitner 1). Man 
füge dort zu Regina eoeli noch, ein zwei- 
tes auf fol. 3/4 hinzu. — In Expert's 
Neuausgaben in Paris tei Leduc erschien 
1898 das Samlwk. Chansons von Artaing- 
nant 1529, welches 1 Chans, von ihm 
enthält. 

Soliier, M. . . l'aino, lebte im 
18. Jh. und ist bekannt durch 

6 Senates a 2 Y. oe. 4. Paris, Le 
Clerc. fol. [br. Mus. 

Sohier (Sohyer), Valentin, ein 

Franzose aus der 1. Hälfte des 16. 

Jhs., der 

in alten Samlwk. mit 4 Chansons zu 
4 Stim. vertreten ist (Eitner 1). Femer 
in Michel Eezandat's 1. et 2. liv. de Psal- 
mes et Cantiques 1553/56: Eesiouy toy 
Vierge Marie, 1. liv. fol. 3. — Salut en 
toy, 1. liv. fol. 12. — grand bonte, 
1. liv. fol. 23. Helas mon Dieu tu me 
fais, 2. üv. fol. 5. 

In B. M., Ms. 205 Nr. 58 mit Sohier 
gez : Un meuager viellart recreu d'enhan, 
4 part. (der Autor ist unsicher). 

Soliinn, . . . gab 1800 Lieder 
heraus (Anzeige). 

Sohl- (Sohren?), Peter. Zahn 5, 
427 stellt die Vermutung auf, 
dass er der Sohn des Daniel Sohren 
sei, der 1655/56 Prediger in Len- 
zen bei Elbing war. P. ist in El- 
bing geb. und nach Döring 1692 
oder 93 in Elbing gest. Bis 1674 
Kantor der Kirche zum hlg. Leich- 
nam in Elbing, dann Lehrer der 
deutschen Klasse, 1675 Kantor in 
Dirschau, später wieder in seiner 
ersten Stellung in Elbing. In 
seinen Druckwerken bez. er sich 
von 1668—1676 als „bestalter 
Schul- und Rechenmeister der 
christl. Gemeine zum H. Leich- 
nam" in Elbing. In dem von 



1683 als Kantor u. Organist der 
H. Leichnamskirche. Hiemach 
wären Zahn's Nachrichten zu ver- 
bessern. Er hat sich besonders 
durch Erfindung von Kirchen- 
melüdien verdient gemacht, die in 
Elbing u. a. 0. eine Zeitlang im 
kirchlichen Gebrauche sich hielten. 
1738 wurden noch 12 Melodien 
in Elbing gesungen (Döring 46. 
Zahn 5, 427 nach Privatnachrichten. 
Winterfeld 2, 535). 

Von 1668 ab gab er Joh. Crüger's 
Praxis pietatis melica in vermehrter imd 
teilweise umgearbeiteten Ausgaben heraus, 
betitelt . . . Das ist: Übung der Gottselig- 
keit . . . mit etlichen hundert schönen 
trostreichen Gesängen vermehret u. ver- 
bessert von Peter Sohren . . . Drucks und 
Verlags Balth. Chrstph. Wust's, in 
Franckf. a/M. 80. 1280 S. mit 888 Liedern 
f. Melod. und B. 191 davon sind von 
Sohr, 46 von Crüger, 22 von Schop, 8 
von Scheidemann, 6 von Weichviann, 5 
V. Stobäus, 4 V. Eccard, 4 v. Selle^ 5 v. 
H. Albert, 3 v. Hammersckmid, andere 
ohne Autor (siehe Näheres bei Zahn 6, 
196/97, dort auch ein Verz. der Lieder 
von Sohr). [B. Elbing 126 a. B. B. 
Darmst. 

— Ausg. ebd. 1674. Bei Zahn 1. c. 
die Aenderungen. [In Zahu"s Bibl. 

— Ausg. ebd. 1676 mit bedeutenden 
Aenderungen. S. Zahn S. 199. [Darmst. 
Univ. Bibl. Erlangen. Hofb. Wien. El- 
bing Nr. 126b von 1675? 

— Ausg. ebd. 1679 nur im Auszuge, 
488 Lied. [Stadtb. Nördlingen. 

— Ausg. ebd. 1680, wie die von 1674. 
[B.B. 

— Ausg. ebd. 1683 im Auszuge. 208 
Lieder. [B. Hbg. 

— Ausg. ebd. 1693 in vielfacher Ver- 
änderung, Zahn 1. c. 200. In seinem 
Besitze. 

— Ausg. ebd. 1700 mit Vermehi'ung, 
1225 Lied., siehe ZaJin. [B. Lpz. 

— Zahn kennt noch ein Titelbl, mit 
der Jahreszahl 1713 (Zahn 6, 201). 

Sohr gab auch ein eigenes Gesangbuch 
heraus: Musicalischer Vorschmack der 
Jauchtzenden Seelen im ewigen Leben... 
Gesang-Buch . . . über 1100 Texte f. Dis- 
cant und Bafs. Hamburg 1683 Heiur. 
Völcker. Eatzeburg, gedr. bev Nie. Nis- 
sen. 8". 1444 S. mit 1117 Ued., folgt 
das Gebetbuch. Zahn 6, 253 Angabe der 



Soika. 



199 



Solchup. 



Autoren, 242 Lied, sind von Sohr. Zahn 
teilt die Melodien mit, [Dresden. B. Br. 
B. Ilbg. B.Kgsbg. Wernigerode. B. 
Wagen er. 

Soika und Sogka, s. Sojka. 
Soir Valeiitiims. 

In Proske's Bibl, Ms. 840 Nr. 7, Clior- 
buch von c. 1570 in fol. Nr. 7 die Mo- 
tette: In principio 4 voc. Dieselbe auch 
im Ms. 855, 7. Ebendort noch 5 andere 
Motetten. Obige Motette auch im Samlwk. 
1554 e (Eitner 1) u. im Ms. 3 der B. Br. 

Sojka (Soyka), Mattliaeiis, geb. 
1733 zu Willimow im Czaslauer 
Kreise, gest. gegen 1820 ebd. 1743 
bis 1748 besuchte er die Thomas- 
schule in Leipzig und genoss als 
Chorknabe die Unterweisung Seb. 
Bach's. Bach schickte ihn später 
mit einem sehr günstigen Zeug- 
nisse an Seegert in Prag. Dieses 
Empfehlungsschreiben besafs noch 
1832 der letzte Schüler Seegert's, 
der Organist Kucharz. Sojka ging 
auf den Wunsch seines Wohl- 
thäters des Grafen Millesimo als 
Küchenmeister in dessen Dienste 
(in seinen Geburtsort) u. verlebte 
in angenehmer nur der Kunst ge- 
widmeten Thätigkeit seine Tage. 

Er hiuterliefs gegen 300 Kircheu- 
kompositionen. daninter 40 Messen, meist 
a capella, 8 Lilaueien, 2 Seelenmessen, 
2 Te Deum, über 100 kleiue lürchen- 
gesänge, aufserdem Orgelpräludien, Fugen, 
Toccata u. a. Nichts ist gedruckt. In 
"Willimow liegen nur 5 Messen. Lanrcn- 
cin in seiner Biogr. S.'s (N. Z. f. M. GO, 
137) fand in böhmischen Dörfern auf den 
Kirchenchören noch ein und die andere 
Komposition von ihm, die er sammelte. 
Laurencin stellt ihn gleich neben Bach u. 
sag-t: die geistige Verwandtschaft tritt be- 
sonders in seineu Fugen oft täuschend zu 
Tage. — Im Stifte Einsiedeln eine Messe 
zu 4 Stim. mit Orch. im Ms. P. — In 
B B Autogr. Grasn. eine Litania 4 voc. 
c. Bc. — In Hofb. Wien, Ms. 19 144 Part.- 
Äutogr: Missa in C ä 4 voc. 2 V. Ya. 2 
Clarin. 2 Com. 2 Tromp. Tymp. c. Org. 

Sola, Jakob, aus Ostende, wird 
am 2. Okt. 1730 zum Phonascus 
an St. Sauveur in Brügge gewählt 



und nimmt am 29. April 1737 
seinen Abschied (Straeten la, 57). 
Sola, Josquino de la. 

In MeUe's Lib. 3. Motettorum 158o 
eine Motette. 

Solamliio, . . 17/18. Jh. 

Eine Salve regina zu 2 St. u. 4 Instr. 
besafs einst die Bibl. v. St. Walburge zu 
Audenarde (Straeten 1, 224). 

Solaiido, Sigiior, bekannt durch 

3 Concerti da camera a 4 Decacorte 
(ist eine 10 saitige Harfe) humauo e Corno 
di caccia e Violone. Ms. [Rostock. 

Solano, Francisco Ignacio, 

um 1727 in Lissabon geb., lebte 
noch 1793. Besser kennt man seine 
theoretischen Werke als seine 
Lebensumstände, betitelt: 

Nova instruc(,'äo musical, ou theoria 
pratica da musica lythmica, com a quel 
se forma, e ordena sobre os mais solides 
fundamentos hum novo methodo, e ver- 
dadeiro svstema . . . Lisboa 1764 Mig. Man. 
da Costa," impressor. 4». 30 Bll. 340 S. 
lind Anhang 47 S. [Bologna. Brüssel. 
B. B. B. Wagener. 

Exame instructivo sobre a musica 
multiforme, metrica, e rythmica, no qual 
se pergunta, e da resposta de muitas cou- 
sas interessantes para o solfejo, contra- 
ponto e composi^äo . . . Lisboa 1790 na 
regia officina typografica. kl. 8«. [Brassel. 

Yasconcellos teilt ein Schreiben Sola- 
no's und eins von David Perez mit, aufser- 
dem noch die Titel von 

Nova arte e breve compendio de mu- 
sica para ligäo dos priucipiantes, extra- 
hida do livro que se intitula: Nova in- 
straccäo musical . . . Lisboa 1768 da Costa 
[besafs 1900 Leo Liepm. und eine 2te 
Ausg: Lisboa 1794 Simäo Thad. Ferreira. 

40. 16 S. 

Novo tratado de musica metrica, e 
rythmica, quäl ensina a acompauhar no 
Cravo, Orgäo, ou outro qualquer Instru- 
mento . . . Lisboa 17 < 9 regia officina ty- 
pogr. 40. XVI, 301 S. [Leo Liepm. 1900. 

'üissertaväo sobre a caracter, qualida- 
des e antiguidades da musica . . . Lisboa 
1780 ib. '4'^. 27 S. [Rom Cecilia im 
Ms. Leo Liepm. 1900 im Druck. 

Vindicio do tono. Exame das^ regras 
do canto ecclesiastico. Lisboa 1793 ib. 
4". 50 S. Einen Fundort giebt er 
nicht an. 

Solchup, Graf A.. ., unbekannter 
Komponist, von dem die Musikfr. 



SoMo. 



200 



SoHe. 



in Wien besitzen: 6 Divertimenti 
p. 2 V. e B. 
Soldo, Antonio, 

gab 1611 Stef. Bernardi's 1. üb. di 
Madrigali k 3 voci heraus uud bez. sich 
in der Dedic. als Sänger an der Kirche 
della Madonna de'i Monti. 

Sole, Francesco, siehe Säle. 
Solör, El Padre Fray Antonio, 

Mönch des Ordens St. Hieronymus, 
Organist und Kapelhneister im 
Kloster S. Lorenzo des Escurials 
bei Madrid (Titel). Er gab heraus: 

Llave de la Modulacion, y Autigue- 
dades de la musica, en que se trata del 
fundamento necessario para saber Modu- 
lax: Theorica, y Practica para el mas 
claro conocimiento de qualquier especie 
de Figuras, desde el tiempo de Juan de 
Muris, hasta hoy, con algiinos Canones 
enigmaticos, y sus Resoluciones . . . Madrid 
1762 Joachim Ibarra. 4°. 272 S. nebst 
Taf. [C. P. Bologna. Glasgow, br. Mus. 

Satisfaccion a los Reparos precisos 
hechos por D. Antonio Roel del Rio, a 
la Llave de la modulacion . . . Madrid 1765 
Ant. Marin. 4». 67 S. Siehe Roel. 
[Bologna, br. Mus. 

L'Eventail Sonata (Pfte). Lond. fol. 
[br. Mus. 

27 Sonatas para Clave. London, Rob. 
BirchaU. 91 S. [B. Hbg. B. Wagener. 
br.Mus. Cambridge FW. 

1 Canon zu 4 Stim im Ms. [B. M. 

Eslava veröffentlichte von einem An- 
tonio Fargas y Soler einen lutroitus u. 
1 Offeriorium zu 8 Stim. (Eitner 2). 

Soler, Francisco, ein Spanier 
aus dem Anfange des 18. Jhs. 

2 Gesänge, 1 Motette und eine Messe 
zu 10 Stim. mit Bc. im Ms. Ripolles. [B. 
"Wagener. 

Soler, GrioTanni, diente um 
1451 in der Hofkapelle zu Neapel 
(Valdrighi, Mera. Acc. Modena 1884 
p. 242. 420). 

Solare, Etienne, geb. 4. April 
1753 zu Mont-Louis, gest. um 1817 
zu Paris, ein berühmter Klarinet- 
tist, der anfänglich Militärmusiker 
war, dann im Dienste des Her- 
zogs von Orleans stand, darauf an 
die Kgl. Kapelle kam, Lehrer am 
Konservatorium wurde und endlich 



ans Orchester der grofsen Oper 
kam. Fetis verz. von ihm Sinfo- 
nien, Konzerte f. Klarinette, Duos 
u. a. 

Solfeges 

— d'ltalie avec la basse chiffree, com- 
poses par Leo, Durante, Searlatti, Hasse, 
Porpo?-a, Maxxoni, Caffaro^ David Perex . . . 
Paris chez Porro. 4. edition in 4 voU. 
[B. M., ebendort noch die 5. ed. Heraus- 
geber sind P. Levesque et L. Beelie. 
B. B. Bologna. 

Nouveaux Solfeges d'ltalie, siehe Bail- 
leux. 

Solfeges pour servir ä l'etude dans le 
Conservatoire de Musique par les Cytoiens 
Agus, Catel^ Cheruhini^ Oossec, Langte, 
Lesueur^ MartinJ, Mehul et Bey. II. Par- 
tie. Graves par M^e le Roy. A Paris etc. 
An X. (1801) fol. [Dresd. Mus. br. Mus. 

Methode de Chant du Conservatoire 
de Musique contenant. Les Piincipes du 
Chant, des Exercices pour la Voix, des 
Solfeges tirees des meilleurs Ouvxages 
Auciens et Modernes, et des Airs dans 
tous les mouvemens et les Differenz 
Caracteres. Gravee par M^e Le Rov. A 
Paris. An XII (1803j fol. [Dresd. Mus. 

Pezzi di Musica vocale Obhgati al So- 
prano. Concertanti con altre voci et Ac- 
compagnati dal Pianof. tutti Scelti dalle 
migliori Opere de Maestri Italiani. Ent- 
hält Gesänge von Rossini^ Generali, 
Waigl^ Portogallo, Recita, Pacini. fol. 
[Dresd. Mus. 

Gesanglehrc des Conservatoriums der 
Musik in Paris. Enthaltend die Grund- 
regeln des Gesanges, Uebungen für die 
Stimme, Solfeggien aus den besten älteren 
u. neueren Werken u. Arien in jeder Art 
von Bewegung uud Character. Verfafst 
von Bernardo J\Iengozxi, Cherubini, Ga- 
rat, Gossec^ Mehul, Richter, Gingitene, 
LüJiglc^ Plantade u. Guichard. Leipzig, 
Ambrosius Kühuel. fol. [Dresd. Mus: 
br. Mus. in 2 voll. 

Solfleiscli, Kaspar, 

in Andreas Berger's Harmoniae von 
, 1606 ein 8 stim. Gesang. 

Solle, Jean -Pierre, geb. um 
1755 zu Nimes, gest. 6. Aug. 1812 
zu Paris. Sohn eines Violon- 
cellisten, wurde Chorknabe, bildete 
sich zum Violoncellisten aus, ging 
aber 1778 als Tenorist auf die 
I Bühne in Avignon, dann in Nancy, 



Solie. 



201 



Solniz. 



auch in Paris an die Comedie 
italienne, doch mit wenig Glück, 
so dass er wieder nacli Kancy 
zurücklvchrte, dann uacli Lyon 
ging. Seine Stimme bildete sich 
während dessen zum Bariton aus, 
ein in der komischeu Oper bis 
dahin ganz imbekannte Stimmart. 
Nun schrieben die Komponisten 
ausdrücklich Rollen für ihn u. er 
war der Held des Tages. 1787 
wurde er an der Opera -comique 
in Paris angestellt. 1790 trat er 
auch als Opernkomponist auf und 
schrieb bis 1811 gegen 25 komische 
Opern (Fetis, der auch ein Yerz. 
der Operetten giebt). 

Nacli-u-eisbar sind von seinen Kompo- 
sitionen : 

Anna, ou ies deux Cliaumieres, come- 
die en 1 acte. Paris (1808). P. fol. 
[br. Mus. C. P. 

Le chapitre second, opera comique en 
1 acte (Paris 29. Prairial Tan 7e: 17/6 
1799). Grave. Paris, Imbault. P. 109 S. 
[Darmst. Briissel Cons. B. B. Ms. P. 
mit deutschem Test. C. P. br. Mus. 
Schwerin F: Hbg., chez Mees. P. Musitfr. 
Wien, Ms. in Stb. 

— Deutsch im Kl.-A. Wien, Hof- 
theater Musikverlag. [B. B. Dresd. Mus. 

Le diable ä quatre, ou la Femme acca- 
riatre (sie?) op.-com. en 3 a. (Paris 
1806) Paris, Md. Massen. P. [Brüssel 
Cons. 

L'epoux genereux, op.-com. eu 1 a. 
(Paris 7/2 1804) Paris, Md. Massen. P. 
[Briissel Cons. C. P. 

L'incertitude maternelle, ou le Chois 
impossible, op.-com. en 1 a. (Paris 6, 8 1803) 
Paris, l'auteur. [Brüss. Cons. C. P. 

Jean et Genevieve, op.-com. en i a. 
(Paris c. 1792) Paiis, l'imprim. du Con- 
seiT. P. [Briiss. Cons. C. P. 

Le Jockey, op.-com. en 1 a. (Paris 6/1 
1795) Paris, Imbault. P. [Brüssel Cons. 
br. Mus. C. P. 

Louise, ou la malade par amoui-, op.- 
com. en 1 a. (16/4 1804) Paris, l'auteur. 
P. [Brüss. Cons. C. P. 

Mademoiselle de Guise, op.-com. eu 
3 a. (17/3 1808) Paris, l'auteur (Masson). 
P. [B.B. Brüss. Cons. br.Mus. C. P. 
Dai'mst. 

L'Opera au ViUage, Piece de circon- 
stauce a roccasion de la Paix et du retour 



de l'Empereur, paroles de Sewrin. . . 
(30/7 1807). Ms. P. fol. [Brüss. Cons. 
Nr. 1973. 

Le secret, op.-com. en 1 a. (Paris 20/4 
1796) Ms. in Stb. [Bmssel Cons. C. P. 

— Hamburg chez J. Mees. P. [Schwe- 
rin F. 

— Paris, Imbault. P. [B. M. Brüss. 
Cons. br. Mus. 

— Paris, Leblanc. P. [B. B. 

— Kl.-A. Bonn, Simrock. [B. Kgsbg. 
B. B. nur Ouvertiu'e. 

— Deutsch. Ms. P. Das Geheimniss. 
[Dresd. Oper. München Oper. Dai'mst. 

1 Arie im Archiv de musique, Chan- 
son patriotique p. Gueroult. (Solo u. Chor) 
(Paris) Magasin. [B. B. 

Air du petit Jockev „II faut quitter". 
Paris, le Blanc. [B.B. 

2 Gesge. f. 1 St. u. Pfte. Bari., Compt. 
[B.B. 

1 Chanson in Chansons Nr. 10, 

Im br. Mus. einige Arien im Einzel- 

dn;ck. 

Solieri, Jofiiines, 1514 Sänger 

in der Capella Julia an St. Peter 

in Rom (Viertel]. 3, 258). 

Soli^ny, . . . verz. Gerber 2 als 
seinen Zeitgenossen, der herausgab : 

Le passe -temps de societe. Liv. 1. 
Berlin 1788 Hummel. Gesänge mit Kla- 
vier. — Eoniances p. le chant et clavecin. 
Liv. 2. Ib. 1797. — In der B. Schwe- 
rin F. befinden sich obige „Les Passe- 
Tems de Societe ou Recueil de Romances 
et Petits Rondeaux. Mis en musique et 
arrange pour le Clavecin ou Pfte., par 
Mr. Soligny, Acteur du College Drama- 
tique, Berlin, J. J. Hummel, fol. 

Soliiü , (^uiiitio , Kachfolger 
Tavolaccio's an San Maria del 
Popolo in Rom als Organist und 
Lehrer Pietro della Yalle's (Yier- 
telj. 8, 356). 

Solitaire second, Lyon 1555, 
siehe Tliiard, Pontus de. 

Soller, . . . 

bekannt durch ein Coucerto pour une 
Ciarinette principale. Paris. Stb., ge- 
stochen und im Ms. [Darmst. 

Solniz (Solnitz, Sollnitz), Anton 
"Wilhelm, ein Komponist zu 
Amsterdam, der um 1758 im 
36. Lebensjahre starb, am 12. Juni 
1743 die Universität zu Leyden 



Solnstri. 



202 



Sommer, Chiistoph. 



besuchte (Bouwst. 1, 100) und von 
dem Gerber 1 sagt: ein starker 
Meister in der Komposition, der 
aber nie eher setzte, bis er be- 
trunken war, oder ihn die Not 
dazu zwang. Darauf führt er 
12 Sinfonien, Partien und 6 Trios 
an. Bekannt sind 

Sbc Souatas for 2 V. witli a Tb. B. 
for tlie harpsich. or Vcl. London, "Walsli. 
3 Stb. [ß. Wagener. 

Sonata a 4: 2 V. Va. B. fol. — 3 So- 
natas ä 4 ebenso. Mss. in Upsala (Sol- 
nitz eingeklammert, also fraglicb). 

Im Ms. in Darmstadt: 3 Sinfonien, 
12 Senates a 2 Y. e Cembalo und 1 Trio 
a 2 V. et B. in Gd. in Stb. — In Schwe- 
rin F: 2 Sinf. Ms. Stb. 

Ein alter Auktionskatalog enthält: op. 2 
u. 3 je 6 Sonatas for 2 germ. fl. or Y. 
with a B. — Divertimento per il Cem- 
balo. — 2 Sonate a 3, 2 fl. e B. — 3 
Sinfonie a 4, 2 Y. A. e B. — Concerto 
a 5, Yd. ob]. 2 Y. A. e B. 

Solnstri, Carlo, Lebenszeit un- 
bestimmt, ist bekannt durch: 

Messe a 3 voci, 2 Ten. e B. con Org. 
obig. Ms. P. 19 Bll. [Bologna. 

Letanie delle B. Y. a 3 c. Pfte. Ms. 
T 76 in B. B. fol. 1. 

Someiizi, Corona, Tochter des 
Senators Agostino in Cremona, trat 
ins Kloster Maggiore zu Mailand 
und st. 12. April 1609. Sie zeich- 
nete sich als Komponistin aus 
(Lucchini 7). 

Somis, GrioTaniü Battista (nicht 
Lorenzo), geb. 1676 im Piemonte- 
sischen, gest. 14. Aug. 1763 zu 
Turin, Schüler der Violinisten Vi- 
valdi und Corelli, gründete die 
Piemontesische Schule, liefs sich 
in Turin nieder, wurde an der 
Hofkapelle Solo-Violinist und Or- 
chesterdirektor. Nach Wasielewski 
1, 48 (91) sind seine Komposi- 
tionen unbedeutend (Regli, Storio 
del Violino, Turino 1863). Von 
seinen Werken sind nachweisbar: 

Concerto a Yiolino concertato con Y. 
Ya. e B. Ddur. Ms. Cx. 869, 5 Stb. 
[Dresd, Mus. 



Senates pour Yiolon et Ycl. ou Clav. 
Oeuvre 4. grave Paris 1726. [Paris Nat. 

Sonate (12) da camera a Y. e Ycl. o 
Cembalo, op. 6. Paris 1734 ä veuve 
Boiviu. 71 S. [B. "Wagener. Paris Nat. 
Dresd. Mus. im Ms. Cx. 870, 1 Sonata in 
DmoU gez. mit Turin 1723. 

— Eeeves besafe eine Ausg: Amst, Le 
Cene. Leo Liepm. eine Ausg: Amst, 
Roger. 

In B. Karisruhe. Ms. 909 Sonata ä Y. 
eB. inP. (Gd. Cd. Gd.: Allg., Largo, Allgr.). 

Eine Sonate für Gambe mit Begltg. im 
Ms. 6208 der Kgl. Hausbibl. Beriin. 

In Musikfr. Wien: 8 Sonate per Y. e B. 

In Händel's Solo Sonaten f. Fl. u. B. 
von 1725 b. — In Mich. Corrette's L'art 
de Y. 1 Piece. 

Eine Sonate op. 1 in neuer Ausg., 
fälschlich mit Lorenzo, wie Fetis, gez. 
(Eitner 2). 

Einige Menuets in Maupetit's Samlwk. 
Menuets. — In Alfr. Moffat's Meister 
Schule (Berl., Simrock) 1 Piece. 

Sein Bruder Lorenxo Somis war eben- 
falls Violinist, doch ist über sein Leben 
nichts bekannt. Das Liceo musicale in 
Bologna besitzt die Porträts beider Brü- 
der, 1765 von einem 3. Bruder Igiiazio 
gemalt. 

Somma, Francesco, lebte im 
17/18. Jh. 

Im Ms. 910, B. Karlsruhe, Concerto ä 
Fl. trav. solo c. 2 Y. Yioletta e Fonda- 
mento, Stb. Cd. 3 Sätze : Allg. And. Allg. 

Sommain, Jelian de, um 1576 
Tenorist an der Kgl. niederlän- 
dischen Kapelle (Straeten 3, 820). 
Nach einer Zahlungsliste von 1573 
bezog er nach einer Dienstzeit von 
408 Tagen, den Tag zu 9 Placas 
gerechnet: 4432 PI. als Musiker zu 
Brüssel unter Herzog Alba (Vier- 
tel]. 9, 398). 

Sommer, Christoph, aus Bres- 
lau, ein Theologe (SS. Theol. Cult), 

schrieb : 

Glückwünschende Freude bey Hoch- 
zeitlichen Ehren des ... Job. Schmidt, 
.1. U. D. 19/29 Sept. 1665 ... Mit 2. Yio- 
lineu u. 1 Singst, neben dem Gb. zum 
Fundament. Gesendet . . aus Jena von . . . 
Jena, gedr. bey Joh. Jac. Bauhof fern. 
2 Bll. fol. Was, hilff Himmel! seh ich 
hier? f. C. B. u. 2 Y., eine Sinfonie ä 3 
I als Einleitung. [B. Br. 



Sommer, Fiiedr. Ant. 



203 



Songs. 



Sommer , Friedrich Anton, 

lebte am Anfange des 19. Jhs. 
und ist bekannt durch: 

Greise Sonate f. das Pfte. auf 4 Hd. 
Erzherzog Rudolph v. Oesterreich gew. 
Wien, Cappi u. Diabelli. fol. [B. B. 
Musikfr. Wien. 

Sommer, Fat. Jacob, ordinis 
St. Bernardi in Salem, ist bekannt 
durch das Ms. in der B. M: 

Missa solen. in B., 4 voc. 2 V. Va. 
2 Fl. 2 Clarinetti, 2 Comi, 2 Clarini et 
Org. 17 Stb. 18. Jh. 

Sommer, Johann, ein Instru- 
mentist, nach Fetis in Holstein 
geb. imd gegen 1623 Direktor der 
Kapelle des Herzogs von Holstein, 

gab heraus: 

Der fröhlichen Sommerzeit erster Theil 
aus neuen Concerten zu singen und zu 
spielen bestehend. Oldenburg 1623. 4". 
(Fetis). In den Samlwk. 1607 u. 1609 
ist er mit Instrumentalkompositionen ver- 
treten (Eitner 1). In der B. Danzig be- 
findet sich im Ms. der 8. Psalm zu 
12 Stirn, von 1611. In B. B. Ms. ohne 
Sig. 3 Stb. in 4«: 2 C. u. B. Hds. um 
1619, befinden sich am Ende Tänze zu 
5 Stim., daiTinter ist auch S. genannt. 

Sommario della 

dottrina Christiaua per la citta et dio- 
cese di Genova (mit 4 st. Gesg.). Genova 
1589. 120. j^br. i]:^g. 

Sommereys, Nicolas, Hofmusi- 
kus an der kui'f. Kapelle in Bonn, 
am 20. Juli 1725 angestellt (Thayer 
1, 23). 

Sonate da organo di varii autori 
Dedic. Ant. Vidraan, ohne Ort u. Jahr, 
c. 1700. Enth. 18 Sonaten im Stich in 
gr. qufol. von Aresti di Bolorjmi 3, Bas- 
sani di Ferrara, Che>ii, Colomifi di Bo- 
logna 2, Mich. OnistiniaHi, Monari 3, 
N. N. di Eoma 3, -ZV. N. di Piacenza, 
Pollaroli, Schiava u. Ziani. [B, B. B. 
Wagener. B. M. Bologna. 

Eine engl. Ausg: 

— Yoluntarj' & fugiies made on par- 
pose for the organ or harps. by Ziani . . . 
Lond., Walsh & Eandall & Hare. 12 Son. 
28 S. [B. Wagener. br. Mus. 

Eine dritte Ausgabe, betitelt: 

— XYII Sonate da organo o Cimbalo 
del Sig. Ziani, Pollaroli, Bassani e altri 
amosi autorij. 2. edit. A Amst., Eoger. 



[Paris Nat. Cambridge FW. br. Mus. 
unter Ziani. 

Sonate per camera a Yiolino e Violon- 
cello di vari avtori (in Arabesken), 24 ein- 
zelne Bll. in qufol., die Noten stehen in 
Abbildmigen, die mehr Raum als die 
Noten selbst einnehmen, geheftet Violine 
u. Vcl. hmtereinander, enth. 12 Sonaten 
aus 2 — 3 Sätzen bestehend. Siehe Nähe- 
res im Eitner 1, 1700a, S. 294. [B. B. 
B. Wagener nur 2—10 u. 12. Sonate vor- 
handen. 

Sonatas (6) on Duets for 2 germ. flutes 
or V. . . by G. Aggrell, F. Aurelli, L. Vinci. 
London, fol. [br. Mus. 

Ms. fol. 60 in B. Kassel, allerlei So- 
naten aus dem 17. Jh. 

Im Augsburger Kat. siehe Nr. 234. 
244. 379. 

Sonate ä 3, siehe Chinzer. 

Sonatas for a V. and B., siehe Elisab. 
Hare. 

SoJiatas for 2 V. & B., siehe Har- 
tnonia mundi. 

Sonaten und Fugen, siehe Wever. 

Senates (3) p. le Clavecin, siehe Win- 
terschmidt. 

Sonate ä 3 di vari autori (Aldrovan- 
dini, Torelli, Stradella, Gabrieli, Jachini). 
Bol. s. a. [Bologna. 

Soucino, F. F. Vinceuzo, dell' 
ordine di Predicatori cantore del 
Convento di D. Domenico in Bo- 
logna (Titel), gab heraus: 

12 Credo in Canto fermo. Ven. 1624 
Magni. fol. [Rom Cecilia. 

Songs. 

(1523) Tyme to pas with goodly sport. 
(Lond.) [br. M. 

Songs 1530. Das brit. Mus. besitzt den 
Bassus mit dem Titel „In this boke ar 
cöteynyd. XX. söges. IX. of IUI. ptes., 
and \ XL of thre ptes." | Darunter das 
Register u. unten „Anno dni. M. ccccc. 
XXX. Decimo die mensio Octobris." 1 vol. 
in qu40. Enthält an Autoren 

AshweU, Cornysh 4, Cowper 3, Fayr- 
fax 2, Gwynneth, Jones, Pygot, Tauernar 
3 u. Anonym. 

1672. Thrice illustrious famous city 
London, s. sh. Lond. [br. Mus. 

1680. Three new songs. Lond. [br. M. 

1683. The newest . . . of the choicest 
Songs. Lond. [br. Mus. 

1684. Several New Songs. By Tho. 
D'Urfey, Gent. Set to as many New 
Tunes by the best Masters in Music (ohne 
Autoren). Lond. 1684. kl. fol. [R. C 
of Mus. 1366. 



Songs. 



204 



Sonnenkalb. 



1684. Choice of new songs. Siehe 
D' Urfeij. 

1685 a. A third collection of new 
songs. Siehe D'ürfey. 

1685 b. A choice collection of 180 
loyal songs. Lond. 1685. 120. [Glasgow. 

1687. Comes Amoris; or the Com- 
panion of Love. Being a choice collection 
of the newest Songs now in use. Books 
1. 2. 4. Lond. 1687—94. kl. fol. [R. C. 
of Mus. 1368. br. Mus. book? 

1687. Vinculum societatis; or the Tie 
of Good Company. Being a choice collect. 
of the newest Songs now in use. books 1. 2. 
Lond. 1687—88. kl. fol. [R. C. ofMus. 

1693. Thesaurus musicus. Beiug a 
collection of the newest songs periorm'd 
at their Maj. Theatres; and at the Con- 
sorts in Viller -Street, in York buildings 
and in Charles -Street, Covent Garden. 
5 books. Lond. 1693-96. [R. C. of Mus. 
1384. 

1694. A collect, of loyal songs. vide 
Thompson, [br. M. 

1697. Songs in the new opera called 
The World in the Moon. Lond. [br. M. 

1698. The first song in the Imposture 
defeated. (Lond. 1698.) |br. M. 

1699. Songs (12 new) with a Thorow- 
Bass to each song, figur'd for the org., 
harps. or theorbo. Chiefly to encoui'age 
Will. Pcarson's new London cliaracter. 
Coraposed by Dr. Blow, Dr. Turner, Mr. 
Nicola (Matteis), Balph Courtwill, Sam. 
Akeroyde, John Eccles, Dan. Purcell, John 
Barrett, Mr. Williams, John Church, & 
Will. Orofts, with 2 new dialogues, sett 
by Jer. Clark, sung in the last revived 
play . . . Lond. 1699. kl. fol. [R. C. of 
Mus. 1370. 

1719. Songs compleat, siehe Dr. Blow. 

1729. The music. miscellany, collect, 
of songs. 1729-31. Watts. [B. Kgbg. 55. 

c. 1744. Thesaurus musices, siehe John 
Simpson. 

1788. The London Songster, containing 
544 Songs, Catches & most favorits. Lond. 
1788. [Musikfr. Wien. 

1794. Seotish Songs in 2 voll. Lond., 
J. Johnson & J. Egerton 1794. [B. M. 

1797. The german Erato 1797. Ber- 
lin, Nauck. [B. Kgbg. 357. 

1798. The german Songster 1798. 
Berlin, Nauck. [B. Kgsbg. 358. 

Siehe beide Samlwke. unter Erato. 

150 Scotch Songs, music & words. 
Lond., Davidson. [B. M. 

Songs in the new opera, call'd Clotilda; 
the songs done in italian and english as 
they are perform'd at the Queens theatre, 



the whole carefully corrected. Lond., 
Walsh. fol. [Brüssel 2857. 

Thii-ty Scots songs for a voice and 
harps. The music taken from the most 
genuine sets extant; the words from 
Allan Ranisay. Edinburgh. R. Bremner. 
40. [Brüssel 2478. 

Eine reichhaltige Samlg. Songs in der 
Bibl. des verstorbenen Sir John Stainer, 
Kat. S. 77 ff. Ebenso im br. Mus. im 
Ms. u. Druck. 

The Songster Companion, con- 

tain. an collection of Songs, Cantatas . . . 
Lond. 1760. 8». [B. Lpz. 

Soimabeiit, Martin, um 1621 
Instrumentist an der Hofkapelle in 
Halle. Sclieidt widmet ihm u. a. 
seine Paduana. 

Sonnema, Tjaert: 

Basuin-klauk vervat. eemge uitgelesen 
Psalmen Davids, lof- en feest-gezangen 
. . . Amst. 1662 P. Matthyz. 12" mit 
2stim. Liedern. [Amst. 

— 2. Ausg. Amst. 1705 Weduwe G. 
de Groot. 12*'. [Amst. 

Sonnen- und Mondfinsternisse, 
Almanach für 1782, s. M. f. M. 12, 
148. [B. B. 

Sonnenfels, Joseph, geb. um 
1733 zu Nickelsburg in Mähren, 
gest. 26. April 1817 zu Wien. 
Sekretär der Maler-Akademie, Rat 
für Niederösterreich, schrieb 

Brief über die Wienerische Schau- 
bühnen. Wien 1768, 4 voll. 8». Darin 
eine Abhandig. über Gluck's Alceste, die 
wieder abgedrnckt ist in Hiller's Wöchentl. 
Nachrichten (nach Fetis). 

Sonnenlialb, Johann Friedrich 
Willielm, wird von Marpurg 2, 
287. 574 u. 3, 465 und C. K 
Becker 1 als Organist in Herzberg 
um 1756 und 1760 und dann als 
Kantor u. Musikdirektor zu Dahme 
bez. mit der Bemerkung: „kann 
nicht mehr so jung sein". Er gab 
heraus : 

Kurze Entscheidung der Frage: Wie 
sollen die Praeludia eines Organisten beym 
Gottesdienst beschaffen sein. Torgau 1756 
J. G. Petersell. 4". 28 S. [B. B. 

In Marpurg's kritischen Beytr. 3, 465 
bis 486: Unpartbeyische Gedanken über 
. . . den Generalbass des Herrn Daube. 



Sonnet. 



205 



Sophie Elisabeth. 



Sonnet auf das von Ihrer Kgl. 
Hoheit der Churpriuzessin zu Sachsen 
selbst yerfertigte ... H Trionfo della 
fedelta . . . Leipzig 1755 Magazin von 
. . . Breitkopf. [C P. Kat. p. 478. 

Sonnotte , Giovanni Giacomo. 
Pseudonym für Ange (xOiidar. 
Sonnevelt, Jan Janszoon, von 

1615—1624 t Organist zu Leyden 
(Bomvst. 2, 168). 

Sonnleithner, Christoph, geb. 
28. Mai 1734 zu Szegediu (Ungarn), 
gest. 25. Dez. 1786 zu Wien. Dr. 
der Rechte, Hof- und Gerichts- 
advokat, auch Dekan der juristi- 
schen Fakultät zu Wien, betrieb 
nebenbei Musik wie ein ausüben- 
der Künstler und zeichnete sich 
besonders als Kirchenkompouist 
aus, dessen Werke vielfach zur 
Aufführung gelaugten (Gerber 2. 
Fütis. Biogr. in der Wiener Musik- 
ztg. 1, 277 u. Lpz. Ztg. 30, 70). 
Yon seinen Kompositionen sind 

nachweisbar: 

6 Messen, 1 Te Deum, Ms. P. [Gött- 
weih. 

2 Messen, Ms. P. [Klosterneuburg. 

5 Messen f. Chor u. Orch. Ms. P. u. 
Stb. — 5 Motetten f. Chor, Solo u. Orch., 
auch für 1 Stirn, u. Orch. — Coelites! 
gaudete, Motetta — und 3 Messen in Stb. 
[Musikf r. Wien. 

16 Symphonien in P. zum Teil im 
Autogr. — 3 Quai-tette f. 2 V. Ya. u. B. 
op. posth. — 9 Quartette, ebenso, im 
Autogr. — 3 Trios f. 2 V. u. B. - 
2 Divertissement f. 2 V. u. B. [Musikfr. 
Wien. 

3 Quatuors p. 2 V. A. et Vcl. oe. 
posth. 1. Vienne, Bureau. 4 Stb. [ß. B. 

Sonate f. Streichquartett, mit Porträt, 
Autogr. Grasn. B. B. 

Sonnleithner, Joseph Ferdi- 
nand, Sohn des Christoph, geb. 
um 1765 zu Wien, gest. ebd. in 
der Christnacht 1835. Er war 
zuerst Kreiskommissar, dann Con- 
cipist, Hoftheater- Sekretär, K. K. 
Hofagent, Regierungsrat, dabei ein 
tüchtiger Musikkenner u. eifiiger 
Sammler; gab in den Jahren 1794 



bis 96 drei Theater Almanache f. 
Wien heraus über deren luhalt 
Gerber 2 genau berichtet und die 
zahlreiche " Biographien von Zeit- 
genossen enthalten. Nachweisbar 
ist mir keins derselben, es müssten 
gerade im Artikel „Almanache" 
sich ein und das andere darunter 
befinden. S. ist auch einer der 
Hauptbegründer des adeligen 
Frauenvereins, der Gesellschaft der 
Musikfreunde und des Konser- 
vatoriums, an denen er ständiger 
Sekretär war. Ferner sammelte er 
alte und neuere Tonsätze und be- 
absichtigte eine viel teilige Neu- 
ausgabe alter Werke zu veranstal- 
ten. Der 1. Bd. war bereits in 
Leipzig fertig gestochen u. Probe- 
abzüge gemacht, als die Franzosen 
nach der Schlacht bei Jena auch 
in Leipzig eindrangen und die fer- 
tigen Platten mit Beschlag belegten 
und einschmolzen. Nur ein ein- 
ziges Druckexemplar, was Forkel 
besafs, befindet sich heute im Be- 
sitze der Kgl. Bibl. zu Berlin. S. 
den Artikel Forkel. 

Er schrieb auch und übersetzte Opern- 
texte, wovon die Hofb. in Wien im Ms. 
Einiges besitzt. 

Ferner besitzen die Musikfr. in Wien 
im Autograph: Collectaneen zum Behufe 
des Studiums der Musik und ihrer Ge- 
schichte. Ms. von 1815—35. — Ebendort 
befindet sich auch eine Biographie über 
Walther. Wien 1835. 

Sonnoys, Andr^, geb. gegen 
1540 zu Mussy-l'Eveque in der 
Champagne, gewann im Concourse 
Evreux 1577 den Preis der sil- 
bernen Flöte für die Chanson: 
J'ai un joli courtant (verger). 
(Fetis.) 

Sophie Elisabeth, Gemahün 
des Herzogs August von Braun- 
schweig-Wolfenbüttel, Tochter Jo- 
hann Albrechts von Mecklenburg- 
Güstrow (Chrysander 1, 159-173 
Briefe von H. Schütz an die 



Sophie Elisabeth. 



206 



Sorge. 



Fürstin. — Wiuterfeld 2, 446. 
484). Sie war eine eifrige Musik- 
freundin und besafs die nötige 
Vorbildung um selbst schaffend 
aufzutreten. Ihre geistlichen Lied- 
kompositionen erschienen anonym: 

Yinetum evaugelicum. Evangelischer 
"Weinberg. Gott zu Ehren, u. der Musik 
Liebhabern zu Wolgefallen von der 
Durchlauchtigen Befreyenden mit schönen 
anmuhtigen JMelodeyen kunstreich aus- 
gezieret . . . Joach. h Glasenapp (Siehe 
Näheres im Artikel Qlasenapp). 

Neu erfundenes Freuden Spiel genandt 
Friedens Sieg. In gegenwart vieler 
Chur- und Fürstlicher . . . Personen, in 
dem Fiirstl: Burg Saal zu Braunsweig, 
im Jahr 1642 von lauter kleinen Knaben 
vorgestellet. . . Verlegt durch Conrad Buno 
in Wolffenbüttel 1648. 12 Bg. in quS». 
Dedic. von Justus Georgius Schottelius 
in Wolfenbüttel 20/7 1648 unterz. 10 S. 
Musik, Gesge. u. Instrumentalsätze in P. 
[ß. Br. 

Glückwünschende Freude ndarstellimg 
Dem . . . Herrn Augusten, Hertzogen zu 
Brunschwig . . . dargestellet, den 10. Apri- 
lis An. 1652. Lüneburg, gedr. durch Job. 
u. Heinr. Gebrädere die Sterne. 1 vol. 
fol. 16 S. Part., besteht aus einer 
östim. Sinfonie, 5 einstim. Gesgen. mit 
Bc. und einem 4stim. Schlusschore. 
[Wolfenb., nebst einer Ausg. von 1655 
mit Hinweglassung von Nr. 2. 

Cbj-istfürstliches Davids-Harpfen Spiel: 
zum Spiegel u. Fürbild himmel-flammen- 
der Andacht mit ihren Arien oder Sing- 
weisen, hervorgegeben, Nürnberg 1667 
Chr. Gerhard, kl. 8«. 14 Bll. 265 S. u. 
2 Bll. 63 Lied. [B. Lpz. Winterfeld 2, 
482 kannte eine 2. Ausg. von 1670, 
Wolfenbüttel. Die Texte sind vom Her- 
zoge Anton Ulrich von Braunschweig. Lii 
Winterfeld 2, Nr. 175—179: 5 Lieder aus 
obigen Drucken (Eitner 2). 

Sophie, Gr. 

Die B. B. besitzt im Ms. 6850 die 
Operette: Die beiden Eifersüchtigen, in 
1 Akt. P. 

Sor, Ferdinand, geb. 14. Febr. 
1778 zu Madrid. Becker 1 Terz, 
von ihm eine Methode pour la 
Guitarre. Bonn, Simrock. Auch 
schrieb er die Oper Telemacho, auf- 
geführt den 19. Mai 1798 zu Bar- 
celona (Pougin). Nachweisbar sind 



Cendrillon, Ballet -feerie en 3 actes, 
repres. Paris 3/3 1823. Ms. P. [Paris 
l'opera. 

Le Souvenir, Nocturne ä 2 vois. av. 
acc. de Pfte. Paris, Pacini. [Mailand 
Cons. 

Ariette italiane f. 1 Stirn, mit Klav. u. 
3 Duetti c. Pfte. [Musikfr. Wien. 

12 Etudes pour Guitarre, oe. 6. Bonn 
et Cologne, Simrock. fol. [B. B. 

Sorag'Ona, Ottario, um 1608 
Bassist am Dome zu Pavia, bittet 
um ein Benefiz (Bertolotti 87). 

Soranzo, Griovanni, 

ist in der Bibl. der Kapelle Antoniana 
in Padua mit hds. Kompositionen ver- 
treten: 3 Messen 3 voci c. strum., oder 
f. Chor u. Solo. 1 Requiem 3 v. o. str. 
Messenteüe, Psalmen, Magnificat, Lita- 
neien, Offertorien, noch eine Messa VII., 
alle zu 3 Stirn, mit Orch. und eines reli- 
giösen Marsches f. Orchester, Summa 30 
Kompositionen. Lebenszeit unbekannt. 

Sordella, ... ein italienischer 
Opernkomponist des 18. Jh., von 
dem 

das Opernarchiv zu Turin eine 1745 
aufgefühiie Oper „La conquista del VeUo 
d'oro" im Textbuche besitzt. 

Sore, Martin, siehe Agricola. 

Soret, . . . 

Einige Menutte in Maupetit's Samlwk. 
Menuets, siehe Menuet. 

Sorge, Greorge Andreas, geb. 
30. März 1703 in Mellenbach im 
Schwarzburgischen, gest. 4. April 
1778 zu Lobenstein. Erhielt nur 
mangelhaften Musikunterricht, zu- 
letzt bei Kasp. Fischer in Schney 
(Frauken), ebenso machte er seine 
wissenschaftlichen Studien nur bei 
einem Kandidaten der Theologie 
ab. In seinem 19. Jahre erhielt 
er schon den Ruf als Hoforganist in 
Lobenstein und behielt denselben 
bis zu seinem Tode 56 Jahre hin- 
durch. Als Komponist war er 
nicht hervorragend, doch als Theo- 
retiker zeigt er sich als ein scharfer 
und glücklicher Beobachter, nur 
litt er an dem Fehler, dass er 
allein alles wissen wollte und ge- 



Soi-gc. 



207 



Sorge. 



riet dadurch mit seinen Zeitgenossen 
in heftigen Streit. Quantz charak- 
terisiert ihn einmal sehr treffend, 
er schreibt in Briefform an Em. 
Bach (Marpurg's krit. Briefe ISTr. 4 
S. 25): „Sie müssen bedenken, 
dass der Herr Sorge der einzige 
Mann in der Welt zu sein glaubt, 
der weifs, dass 2X2 nicht 5, und 
eine Terz keine Quarte ist. Er 
hält sich aus diesem Grunde alleine 
berechtigt von der Musik zu 
schreiben, und wehe dem, der ihm 
auf dem Wege begegnet." Aehn- 
lich äufsert er sich im 8. Briefe 
an Joh. Georg Hoffmann. S. stand 
anfänglich im Verkehr mit Mar- 
purg und hatte ihm zum 4. Bde. 
S. 1 (zu den histor.-kri tisch. Bey- 
trägen) einen Artikel über „Herrn 
Quanzens H D und \> E Klappe der 
Querflöte" eingesandt, der auch 
zum Abdruck gelangte. 1745 bis 
1747 gab S. auf eigene Kosten u. 
eigenen Yertrieb sein „Yorgemach 
der musicalischen Composition" 
heraus. Als nun Marpurg 1757 
seine Anfangsgründe der theoreti- 
schen Musik herausgab und S. da- 
durch Abbruch am Vertrieb seines 
Vorgemaches zu erleiden glaubte, 
begann er Marpurg in grober und 
verletzender Weise anzugreifen 
(Marpurg selbst erklärt dies im 
18. Briefe, wo er S. in gleicher 
Weise angreift). Der Streit zieht 
sich Jahrzehnte hin u. dreht sich 
stets um theoretische Meinungs- 
verschiedenheiten. Es war die 
Zeit der Entwickelung des Har- 
moniesystems, welches von Rameau 
angeregt und von den Deutschen 
in bekannter Gründlichkeit weiter 
geführt wird. S. baute sein System 
auf Terzen auf und leitete alle 
Akkorde davon ab. Marpurg nahm 
Rameau's System an und baute es 
auf die sogenannte Sympathie auf, 



es beruht auf dem Mitklingen der 
8ve^ 5t, grofsen 3 u. s. f. Also 
eigentlich auch auf dem Terzen- 
System. Es würde zu weit führen 
den verschiedenen Lehren dama- 
liger Zeit nachzugehen; die ein- 
schlägigen AVerke S.'s und Mar- 
purg's liefern das nötige Material 
für Spezialforschung. Als darauf 
Sorge 1760 sein Compendium har- 
monicum oder kurzer Begriff der 
Lehre von der Harmonie heraus- 
gab, liefs Marpurg das ganze AVerk 
nochmals abdrucken mit seinen 
Bemerkungan u. 52 beistimmenden 
Urteilen von damals lebenden 
Theoretikern, wie Mattheson, Quantz, 
Riedt, Albrecht, Em. Bach, Schrö- 
ter, Gramer u. a., die er in den 
hist. krit. Beytr. Bd. 5, 100 ab- 
druckt (siehe Marpurg: Herrn G. 
A. Sorgens Anleitung zum General- 
bass und zur Composition, Berlin 
1760). Sorge ist im Ausdrucke 
sehr umständlich und ungenau, so 
dass man nur mit Mühe seine 
Meinung erkennt. Dies giebt 
natürlich den Gegnern eine Hand- 
habe zum Angriff, den sie auch 
redlich benützen. Das Stärkste 
leistet er in seiner Genealogia alle- 
gorica 1741, worin er durch An- 
merkungen sich gezwungen sieht 
die Schwabelei im Texte zu er- 
klären. Es ist ganz unglaublich in 
wie wegwerfender Weise sich die 
beiden gegenseitig befeinden und 
dabei doch an einem Strange ziehen 
(Biogr. nach hds. Mitteilungen in 
Mattheson's Ehrenpforte. Gerb. 1 
danach). Von seinen Werken sind 
nachweisbar (die meist sehr langen 
umständlichen Titel gebe ich nur 
nach dem Anfangs- Wortlaute wieder 
und verweise auf C. F. Becker 1. 
2., der sie ausführlich mitteilt): 

Schriften (alphabetisch nach dem Stich- 
worte) : 



Sorge. 



208 



Sorge. 



Anleitung zur Fantasie oder zu der 
schönen Kunst das Ciavier ... zu spielen. 
Lobenstein 17ü7 Selbstverlag. 4°. SOS. 
17 Taf. (Becker 1, 471). [B. B. Dresd. 
B. M. B. Wagener. B. Lpz. Briissel. 

Herrn G. A. Sorgens Anleitung zum 
Generalbass imd zur Composition mit An- 
merkungen herausgegeben von Marpurg. 
Berlin 1760 Lange. 40. 152 S. 4 Taf. 
(siehe Sorgens Compendium. Becker 1, 
404). [B. B. Dresd. B. M. B. Wagener. 
B. Lpz. Brässel. 

. . . Zuvei'lässige Amceistmg Claviere 
und Orgeln zu temperireu und zu stim- 
men . . . Leipzig und Lobenstein 1758 G-. 
Fr. Authenrieth. 4°. 28 Seit. [B. B. 
Dresd. B. Lpz. B. M. Musikfr. Wien. 

Ausführliche und deutliche Amceisung 
zur Eationalrechnung. und der damit ver- 
knüpften Ausmessung und Abtheilung des 
Monochords . . . Lobeusteiu 1749. 8°. 
308 Seit. (Becker 1, 236). [B. B. B. M. 
Brüssel. Kopenh. Musikfr. Wien. 

Amceisung zur Stimmung und Tempe- 
ratur sowohl der Orgelwerke, als auch 
anderer Instrumente, sonderlich aber des 
Claviers. In einem Gespräche zwischen 
einem Musico theoretico u. seinem Scho- 
laren. Mit nöthigen mathematischen Be- 
weisthümern . . . Hambg. 1744 gedr. mit 
Piscators Schriften, kl. 8». 56 S. [B. B. 
B. Lpz. B. M. Kopenhag. 

Ausführliche, siehe Anweisung. 

Ausiveichungs -IdheWen; in welchen 
auf vierfache Art gezeiget wird wie eine 
iede Tonart in ihre Nebeu-Tonarten aus- 
weichen könne, entworfen von . . . Verlag 
Haffners in Nmbg. fol, Xupferstich 
11 S. [B.B., auch im Ms. theor. fol. 79. 
Brüssel. 

Cornpeiidiuin harmonicum oder kurzer 
Begriff der Lehre von der Harmonie, 
vor diejenigen, welche den Generalbass 
und die Composition studieren . . . Loben- 
stein 1760 b. Verfasser. 4°. 8 Bll. 121 S. 
24 Taf. (Becker 404.) Liefs Marpurg 
mit Bemerkungen nochmals abdrucken, 
siehe Anleitung zum Generalbass. [B. B. 
Dresd. B. M. B. Wagener. Brüssel. 
Lübeck. Musikfr. AVien. 

Kurze Erklärung des canonis harmo- 
nici. s. 1. et a. (Lobenst. 1763). fol. 4S. 
Handelt von der gleichschwebenden Tem- 
peratur. [B. B. B. Lpz. 

Qetiealogia allegorica intervallorum 
octavae diatono - chromaticae, d. i. Ge- 
schlechtsregister der Intervallen nach An- 
leitung der Klänge des greisen Waldhorn. 
Franckfurt (1741). Hof, gedr. bey Joh. 
Ernst Schnitzen. Selbstverlag, kl. 8''. 



4 BU. 44 S. u. 2 Bll. Ist im symboli- 
schen Stile abgefasst, indem er die Töne 
als Prinzen u. Prinzessinnen aufführt u. 
ihre Verwandtschaft mit den Tönen ver- 
gleicht. In Anmerkungen sieht er sich 
gezwungen, was er oben in allegorischer 
Weise gesagt hat in einfache Worte zu 
kleiden. [B. B. B. Hbg. B. B. 

Gespräch zwischen einem Musico theo- 
retico und einem Studioso Musices von 
der Praetorianischen, Printzischen, Werck- 
meisterischen, Neidthardtischen und Sil- 
bermannischen Temperatur . . . Loben- 
stein 1748. 80. 86 S. (Becker 238.) 
[B. B. B.Hbg. B. M. B. Wagener. 
Brüssel. Musikfr. Wien. 

Der in der Rechen- und Messkunst 
wohlerfahrene Orgelbaumeister . . . (Lo- 
benstein) 1773 Selbstverlag. 40. 68 S. 
(Becker 248.) [B. B. Dresd. B. Wa- 
gener. Brüssel. Musikfr. Wien. 

Giündliche Untersuchung, ob die im 
3. Theile des 3. Bdes. der Mizlerischen 
musikal. Bibl. Seite 457 und 580 befind- 
liche Scbröterische Ciavier -Temperaturen 
für gleichschwebend passiren können oder 
nicht. Aus Liebe zur Wahrheit ange- 
stellet von . . . Gräfl. Keufs-Plauischen 
Hof- u. Stadt -Organisten zu Lobenstein. 
Im Jahre 1754. kl. 8". 38 S. ohne 
Drucker. [B. B. B. M. B. Wagen er. 

Vorgemach der musicalischen Compo- 
sition ... 1. 2. 3. Thl. Lobenst. 1745 
bis 1747 Selbstveriag. 4«. 432 S. u. Reg. 
nebst 22 u. 40 S. Notenbeispiele. (Becker 
415.) [B. B. Dresd. B. Lpz. B. Wa- 
gener. Brüssel. Musikfr. Wien. Kloster 
Beuron in HohenzoUern. 

Zuverlässige Anweisung, siehe An- 
tveisung. 

Becker 251 schreibt ihm noch zu: 

Bei der Einweihung des durch den . . 
Orgelbaumeister . . Fr. Heidenreich, zu 
Gerolsgrün . . . erbauten neuen Orgel- 
werks ... Hof (1771) Hetschel. 4P. 
4 S. [B. Lpz. 

Alitophilos Schreiben an den Herrn 
Johann Georg Hofmann (enthaltend eine 
Verteidigung von Sorgen's Comjjendium 
1760, unterz. Alitophilos). Lobeustein 
1759. 4P. Ist jedenfalls von Sorge selbst 
abgefasst. [Dresden. 

J. A. J. Ludwig sehrieb: Eine helle 
Brille ... s. 1. et a., worin er den Streit 
zwischen Sorge und Marpurg bespricht. 

Die Melodie aus der Harmonie her- 
geleitet. Ms. [Musikfr. Wien. 

S.'s Anmerkungen zu Quanzens Dis 
und Es Klappe auf der Querflöte (im 
Marpuig 4, 1). 



Sorge. 



209 



Soriano. 



Ueber S.'s Lehre vou der Entstehung 
der dissonierenden Töne (Marpurg 5, 131, 
der ihm sehr scharf in breiter, damals 
beliebter, öfter in recht unlogischer "Weise 
zu Leibe rückt). 

Instrumentalwerice. 

Ciavier Übung in sich haltend das I. 
und II. halbe Dutzend Von 24. melo- 
dieusen vollstimmigen u. nach modernem 
Gustu durch den gantzen Circulum Mo- 
dorum musiconim gesetzten Praeludiis 
welche sich so wohl auf der Orgel als 
. . . Clavicymbel u. Clavicordio . . . Ver- 
legts Balth. Schmidt, Org. u. Kupfer- 
stecher in Nrnbg. Nr. 7. nufol. 24 S. 
[B.M. B.B. 

— Das III. und IV. halbe Dutzend 
(wie vorher). Ib. Nr. 13. 24 S. in fol. 
[B. B. B. M. B. Wagener. 



Im 2. Praeludium kommt folgende 
Bassfigur vor: 




und 80 noch 6 Takte. 

Ciavier Übung, bestehend in 6 nach 
italienischem Gusto gesetzten Sonatinen. 
1. Thl. Nrnbg., B. Schmid Nr. 6. — 2tes 
halbes Dutzend Sonatinen. Ib. Nr. 12. — 
3tes halbes Dutzend vors Ciavier . . . 
Dem . , . Herrn Joh. Seb. Bach dediciit. 
Ib. Nr. 22. fol. je 12 Seiten. Sonaten 
sind nur einsätzig. Die Dedic. an Seb. 
Bach abgedr. in K. f. M. 11, 65. [B. B. 
B. M. Dresd. Mus. im Ms. A493, Samlbd. 
von 1711 in qu40. 9 BU. nur 1. Teil. 

Dass Sorge ein tüchtiger Harmoniker 
war, beweist folgende Stelle: 



Pi| 




SEL=i3Et3=^H 



con 8va. 



Dagegen ist ihm eine kontrapunktische 
Fühmng der Stimmen eine scheinbar un- 
bekannte Fertigkeit, obgleich er in seinen 
11 Trios und den Kanons beweist, dass 
er in der Kontrapunktik kein Fremd- 
ling ist. 

24 kurtze Prcäludia . . . kleiner Clavier- 
schüler. Nürubg.. Schmid, Nr. 16. 12 Bll. 
[B. B. B. Hbg. B. M. B. Wagener. 

1. Liefg. von XII. Sonaten vor die 
Orgel und das Ciavier im neuern Stvl 
gesetzet. Ib. Nr. 29. 10 Bll. mit 3 So- 
naten. [B. M. Berlin Th. 

Sonatinen, Fantasien, Toccatinen und 
Sinfonien vors Ciavier im neuern Style 
gesetzet. 1. Herausgabe. Nürnbg., B. 
Schmids Erben, fol. [B. M. B. Lpz. im 
Druck u. Ms. 

_ Im Ms. 110 (17858) hochfol. 6 Sonaten, 
einsätzig in dreiteiliger Form. Nur 1 So- 
nate komplet, die 2te defekt. Folgen 
noch 1 Toccata u. eine def., die wahrsch. 
auch von S. sind. [B. B. Ebendort Ms. 
199 c. Nr. 9: Toccata per omnes modos. 

Zweyter Theil der Vorspiele vor be- 
kannten Choral - Gesang in 3stim. . . . 
Selbstverlag 1754. qufol. [B. B. 

Wohlgewürtzte Klangspeisen vor musi- 
calische Gemüther, 6 Clavierparthien. 
Nrnbg., Haffner Nr. 8. 18 S. [B. Wa- 
gener. 

Kob. Eitner's Quellen-Lesikon. Bd. 9. 



^--J 



Preludes p. l'org. Nürembg., Schmitt. 
[Bräss. Cons. 

Orgel-Sonate. Ms. [Musikfr. Wien. 

Herr Ernst von Werra in Constanz 
besitzt (1887) eine Anzahl Kompositionen 
in Kopie. 

In B. Brüssel, Ms. 2013, Samlwk. mit 
Orgelpiecen, darunter auch S. 

Toccata per omnem circulum. Ms. 
[B. Lpz. 

11 Trios (im 3 st. Klaviersatze, nicht 
unbedeutend und kontrapunktisch öfter 
recht geschickt und wohlklingend gearbei- 
tet, wenn auch ohne tiefere Empfindung^. 
Ms. 2013. [Brüssel fds. Fetis. 

In neuen Ausg. 3 Fiigen (Eitner 2). 

Soriano (Surianus), Francesco, 
in Soriano um 1549 geb., sein 
Tod ist um 1621 anzusetzen, be- 
erdigt in der Kirche S. Maria Mag- 
giore in Koni. Knabensänger an 
S. Giovanni di Laterano unter An- 
nibale Zoilo und dann unter Bartol. 
Koy; nach der Mutation Schüler 
G. B. Montanari's, G. Maria Na- 
nini's und zuletzt Palestrina's, was 
in einem Briefe bestätigt wird. 
1581 ist er Kapellmeister an S. 

14 



Soriano. 



210 



Soriano. 



Luigi in Rom (auf dem Titel der 
1581 erschienenen Madrigale nennt 
er sich einen Eömer). Gegen 1583 
scheint er am Hofe zu Mantua 
gelebt zu haben, Haberl, Jahrb. 
1886, 45 sagt, man kann anneh- 
men, dass er dort von c. 1581 bis 
1585 Direktor der Kapelle wai'. 
Im Jan. 1586 knüpfte der Herzog 
mit Oiacomeiti Verhandlungen zur 
Uebernahme der Stelle an. Soriano 
bezog einen Gehalt von 100 Du- 
katen nebst Naturalien. Auch Emil 
Vogel bestätigt obiges in Yiertelj. 
3, 320. 1587 wurde er Kapell- 
meister an S. Maria Maggiore zu 
Rom mit monatl. 20 Scudi Gehalt, 
1599 Kapellmeister an S. Giov. di 
Laterano, ging aber bald darauf 
wieder zurück an die Kirche S. 
Maria Maggiore und von hier 1603 
an St. Peter in Rom, wo er am 
23. Juni 1620 als TOjähriger Mann 
in den Ruhestand trat. S. war 
auch Priester und an S. Maria 
Maggiore Benefiziant imd später 
Dekan (Biogr. Haberl, Jahrb. 1895, 
95. Canal 35. Titel). 

Geistliche Kompositionen : 

. . . Motectoruin quae octo vocibus con- 
cinuntur (Lib. 1). Eomae 1597 Nie. Mu- 
tius. 8 Stb. 40. 9 Motetten, 1 Litau. 
[B. B. Bologna AI. B 1. Bora Barbe- 
rina. Proske in hds. Part. 

. . . Missarum lib. 1. Romae 1609 J. 
B. Robblettus. Chorb. in gr. fol. Enthält 
2 Messen zu 4 Stirn., 3 zu 5, 2 zu 6, 
1 zu 8 Stirn. [B. B. Cap. Laterano Nr. 
22 — 24, 3 Exempl. Cap. sistina. B. zu 
Assissi. Rom S. Pietro. Bologna, br. 
Mus. Proske hds. Paii. 

Psalmi et Motecta quae octo, duodecim 
et sexdecim voc. Lib. 2. Yen. 1616 
J. Yincentius. 13 Stb. 4". 20 Xrn. 
[C. P. 13 Stb. Cap. JuHa (S. Pietro) 
10 Stb. Rom Chiesa nuova. 

. . . Passio D. N. Jesu Christi secun- 
dum quatuor Euangelistas. Maguificat sex- 
decim. Sequentia fideUuni defunctorum, 
Tina cum Responsoria. aliaq; non nulla 
ecclesiastica 4 vocib. . . . Romae 1619 
Soldus. Chorb. gr. fol. Dedic. im Kat. 



Bologna 2, 140. Auf dem dabei befind- 
lichen Porträt nennt er sich einen sieben- 
zigjährigen. [Bologna. Rom S. Pietro. 
Rom Cecilia. Cap. Laterano. 

Haberl, Jahrb. 1895 teilt sie in Part. mit. 

Canoni, et Oblighi di cento, et dieci 
Sorte, sopra l'Ave Maris Stella, Di . . . 
a 3, 4, 5, 6, 7, et 8 voci. Roma 1610 
Robletti. fol. 1 vol. 76 BU. Abdr. der 
Dedic. im Kat. Bologna 1, 325, siehe auch 
Haberl, Jahrb. 1895, 99 u. 103. [B. B. 
B. Wagener. Cap. Julia. Florenz. Bo- 
logna, auch im Ms. in Partitur in Auf- 
lösung der Canons. Rom Cecilia im Druck. 

In Mss. in B. B. Ms. 535 Bd. 1 S. 155: 
Alma redemptor 4 voc. in P. — Ms. 37 : 
Maguificat 12 v. (dasselbe auch im Ms. 5). 
— In dedicatioue 12 v. — Nunc dimittis 
8 voc. in P. — Ms. 20910: Benedictus 
8 voc. 1610, in 2 Kopien, P. — Ms. 32: 
Ecce sacerdos 8 v. P. 

In B. L. Adorna thalamum 8 voc. 
Ms. 16. 

In B. M. 2 Messen im Ms. P. zu 6 u. 
4 Stim. in Samlwken. 

In Bologna, Kat. 2, 313: Magnificat 
4. toni, 2 voc. Magnif. 7. toni 4 voc. P. 

In Dresd. Ms. 262, 44: Missa super 
voces musicales 6 voc. in P. 

In Eofb. Wien, Ms. 16221 in P. „Cre- 
didi propter quod locutus sum", 8 v. c. org. 

Weltliche Gesänge : 

... II 1. lib. de MadrigaU ä 5 voci . . . 
Ven. 1581 Ang. Gardano. 5 Stb. 4°. 
21 Gesge., bez. er als .seine ersten im 
Druck erschienenen Kompositionen. [Bo- 
logna. Modena. 

II 1. lib. de Madr. a 5 voc, ristamp. 
Ven. 1588 G. Vincenti. 5 Stb. 40. 21 Nrn. 
[Bologna. Köln: C. A. 5a. 

... II 2. lib. de Madr. a 5 voci . . . 
Roma 1592 ad instanza di Ascanio & Gii'ol. 
Douangeli. Per Franc. Coattini. 5 Stb. 
40. 21 Gesge. [Bologna, A. def. br. 
Mus: CT. 

... H 1. lib. de Madr. a 4 voci, con 
dui ä 5 in Prosa & dui ä 6 nel fine . . . 
Roma 1601 heredi di Nie. Mutij. Stb.? 
40. 21 Gesge. [Bologna: B. 

Nunc dimittis serv. tuum 4 v. c. org. 
Ms. P. Bd. 116. [K. Br. und Bd. 117: 
In dedicatione tempü 12 voc. (lib. 2. 
1626). Ms. P. 

Im Ms. Oxford Ch. Ch. 1 Canzone ä 3 v. 

In alten Samlwk. 17 Gesge. (Eitner 1), 
dazu kommen noch in T. L. de Yictoria's 
Motecta festorum 1585 a eine Mot., in 



Sorlisi. 



211 



Soto, Andrea de. 



Palestrina's Missa Papae MarccUi am 
Ende 1 Messe, auch bei Schott's Söhnen 
1850 in P. erschienen und nach Vogel: 
Caddi al primo apparir 5 voci in Gar- 
dauo's 4. lib. delle Muse 1574, — Ohirae 
Tantica fiauiraa 5 v. in Fei. Anerio's Le 
gioie Madr. 1589. — Vedo ogni selva und 
Ameni coUi vaghi 3 v. in G. Vincenti's 
Canzonette 1591. — Lasso non e il morir 
5 V. in G. Vincenti's Nuova spogha 1593. 

— Alta armonia gentile 3 v. in Ancina's 
Tempio armonico 1599. — Vedo ogni 
selva 3 v. in Phalese's Canzonette 1607. 

— Ninfa, la falsa und Mestissimi con- 
centi 5 v. in desselben II Helicone 1616. 
Im Samlwk. Contrapunto 2 stehen 3 Ton- 
sätze und emer von einem Vecchio So- 
riano (?). 

29 Gesge. in neuen Ausg. (Eitner 2). 

Ferner in Commefs 25. Bd. Musica 
Sacra: Ecce sacerdos niagnus 8 voc. Nr. 3. 

Sorlisi, Bartolomeo, ein Kastrat, 
gest. 3. März 1672 in Dresden, 
diente um 1651 in der baierschen 
Hofkapelle nnd wurde um 1666 
durch Bandini für die Dresdner 
Hofkapelle gewonnen. Sein Ge- 
halt betrug in Baiern um 1657: 
432 Gld., in Dresden dagegen 
800 Rthlr. Er wurde ein Günst- 
ling des Kurfürsten, der neben der 
vSingerei noch allerlei einträgliche 
Aemter erhielt. Trotz der Kastri- 
rung verheiratete er sich mit einer 
geb. Lichtwer in Dresden (Kreis- 
archiv in München. Fürstenau 1, 
92. 95. M. f. M. 28, 87). 

Sorosiiia, Pietro Nicolö, nach 
dem Ms. 19163 der Hofb. A¥ien 
war er im 17. Jh. Organist der 
Kaiserin Eleonore von Oesterreich 
zu Wien und ist bekannt durch 

Madrigale zu 2 und 4 Stirn, mit Bc. 
und 1 Serenata f. 2 Öopr. und Tenor mit 
Instrumenten. Ms. P. u. Stb. Ferner 
7 Sonate e Sinfonie a 2 V. c. B. org., 
oder V. Va. e Bc. — Arie e Canzonetta 
etc. [Modena im Ms.] In der Hofb. 
Wien, Ms. 19163 das Oratorium: Adamo 
et Eva, in 2 pari P. Ms. 19242: La 
caduta del primo uomo (Orator.) P. 

Sorte, Bartolomeo, aus Padua, 
wo er auch in den 70 er bis 90 er 
Jahren des 16. Jhs. lebte und 



Sänger an der Kathedrale war 
(Dedic. und Katalog Bologna 2, 
140). Er gab heraus: 

Vespertina omnium solemnitatum Psal- 
modia, duoque cantica B. V. et Hymnus 
Diui Ambrosij & Augustini. 8 vocib. Ven. 
1593 Gardanus. 21 Gesge. 8 Stb. 4". 
[Proske fehlen T2. B2. AVestminster Abt. 
in London 8 Stb, 

. . . Missarum hber 1 cum 4, 5, «fe 8 
vocibus nunc primuin in lucem aeditus. 
Additisq; Psaimis ad tertiam spectantibus 
octonis voc. . . . Ven. 1596 Ang. Gar- 
danus. 6 Stb. 40. [Bologna. 

... II 1. lib. de Madrigali a 4, 5 et 
6 voci, con doi Dialoghi a sette . . . Ven. 
1573 figliuoli di Ant. Gardano. 5 Stb. 
qu40. 29 Madr. [Bologna, Kat. 3, 171 
Abdr. der Dedic. 

... II 2. lib. de Madrig. a 5 voci . . . 
Ven. 1579 Ang. Gardano. 5 Stb. qu40. 
21 Madr. [B. L. 

Im Samlwk. 1598 ein zweiteiliges Madri- 
gal (Eitner 1). 

Sosieperdecker, . . . verz. der 
ältere allerdings sehr fehlerhafte 
Katalog des Conservatoir zu Brüs- 
sel: Serenade f. 4 St. u. Orch. Ms. 
in Stb. Wotquenne hat ihn nicht. 

Sosson, ... ein Priester, wurde 
1775 oder 1780 Musikdirektor 
(Sangmeister) an der Kirche St- 
Pierre zu Caeu; 1793 am 9. Okt. 
wählte man ihn zum Maire der 
Stadt und streifte er den Priester 
und den Musikdirektor ab. 

Man erwähnt von seiner Komposition 
eine Messe, ein Maguificat, ein Dominus 
und ein Te Deum (Pougin). 

Sotelo, Juan Gonzales de, 

1614 Sänger an der Kgl. Kapelle 
in Brüssel (Straeten 5, 155). 

— Jehan, um 1620 Instrumen- 
tist ebd. (ib. 156). 

Sotliin, Joannes, diente im 
letzten Drittel des 15. Jhs. in der 
Hofkapelle in Neapel (Straeten 4, 
28. 29). 

Soto (Sotos), Andrea de, geb. 
in Estramadura, ein Guitarrist im 
18. Jh., bekannt durch die Schule: 

Arte para aprender com facilidad y sin 
maestro a templar y tarier rasgado la 

14* 



Soto, Francisco. 



212 



Soutlibrook. 



guitarra di cinco ordenes, o chordas, y 
tambien la de quatro, o seis ordenes, 
Uamadas guitarra espaüola, banduria y 
vandola; y tambien el tiple . . . Madrid 
1764. 12". 63 S. [B. B. 

Soto (Sotto), Francisco, geb. 
um 1534 zu Lauga, Diöcese Osma 
in Spanien, gest. 25. Sept. 1619 
zu Rom, 85 Jahr alt. Er ging 
schon in seiner Jugend nach Rom 
und wurde Priester, trat am 8. Juni 
1562 als Sänger (Sopranist) in die 
päpstl. Kapelle und diente dort 
noch im Jahre 1617 (!). 1590/91 
versah er den Kapellmeisterdienst. 
Er dirigierte auch die Aufführungen 
im Oratorio und gründete in Rom 
das erste Karmeliterkloster. Er 
gab 1588 u. 89 das 3. u. 4. Buch 
der Laudi spirituali a 3 e 4 voci 
heraus, die im Oratorienvereine 
gesungen wurden (siehe Titel bei 
Aless. Gardano und füge den Bibl. 
noch hinzu: Brüssel Cons. das 

4. Buch). Adami da Bolsena bringt 

5. 176 in seinen Osservazioni sein 
Porträt (Fotis. Haberl Kat. Cod. 
25 u. 29. Straeten 6, 455 mit 
Dokum.). 

In Ancina's Tempio armonico 1599 
13 dreist. Gesänge. — lu Arascione's 
Nuove Laudi 1600 10 vierstim. Qesge. 

In B. Brüssel, fds. Fetis 1826 ein 
neuerer Druck in Part, des Sauilwkes. 
Diletto spirituali, Verovio 1586 li u. 1590, 
1892 veranstaltet von E. Frober, gedr. in 
Paris bei N. Legouix. #, enthält auch 
einen Gesang von Soto, der aber im Ve- 
rovio nicht stellt. 

Soto, Jose, Priester und Orga- 
nist an der Kathedrale zu Barce- 
lona, wo er auch gegen Mitte des 
15. Jhs. geboren ist. Er ist der Ver- 
fasser eines Tratado de Canto llano. 
Barcelona 1512. 4» (Fetis). 

Sotteau, Antoiiie- Joseph, um 
1780 Organist an St. Germain zu 
Mons, bescheinigt die Güte der 
Fortepiano des Sr. Ermel pere et 
fils (Straeten 2, 125). 

Sougueiiet, Louys, 1559 Sänger 



a/d. spanischen Hofkapelle, wurde 
Kapellan und stand noch 1584 
im Dienst (Straeten 8, 31. 52. 79. 
111). 

Souliaitty, P. Jean -Jacques, 
ein Priester und Mönch im Kloster 
St. Fran9ois zu Paris in der Mitte 
des 17. Jhs. Er gab heraus: 

Nouveaux elements du chant ou l'essai 
d'une nouvelle decouverte qu'on a faite 
dans l'art de chanter (Titel im Fetis). 
Paris 1677 Pierre le Petit. 4". 56 S. 
[Bibl. zu Paris Geneve. 

Fetis bez. die 1. Ausg. mit 1665 und 
ein 2. Werk mit: Essai du chant de 
l'eglise par la nouvelle methode des nom- 
bres . . . Paris 1679 Thom. Jolly. 8». 
50 S. Text und 40 S. chifferierte Choräle. 
Näheres bei Fetis. 

Soule, V. . . 

Im Conservat. zu Paris befinden sich 
angebunden au .1. B. de Boismortier's Les 
Titans: 6 Motetten. 

Souliaert (Souliart, Swillart), 
Carolus, ein Niederländer der 
1. Hälfte des 16. Jhs., 

der in alten Samlwk. mit 7 vierstim. 
meist niederdeutschen Liedern vertreten 
ist. In der B. Proske's Ms. 848 Nr. 6 
die Motette Panis quem ego c. 2. p. 4 voc. 
und in Ms. 867 vier andere (Eitner 1). 

Souman, Antonie, 1529 päpstl. 
Sänger mit 8 Duk. monatl. Gehalt 
(Viertel j. 3, 261). 

Sousa Yillalobos, Mathias de, 

Baccalaureus juris an der Univer- 
sität zu Coimbra, Kapellmeister zu 
Elvas in Portugal. Gab heraus: 

Arte de Cantochäo, offerecida ao lUu- 
striss. . . Joam de Mello. Coimbra 1688 
officiua Kodrigues de Almeyda. 4^. 16 
u. 214 S. [br. Mus. 

Inchiridion des Missas solemnes . . . 
Ib. 1691. gr. fol. 241 S. (Fetis und 
Vasconcellos unter Yillalobos). 

Souter-liedekens, siehe Susato. 
Soutlibrook, W . . . E . . ., ein 

englischer Komponist vom Ende 
des 18. Jhs., ist bekannt durch: 

6 Sonnets and 6 Sonatines, with a 
froutispiece by Zoffany. Lond. 1797. 

Second set of dito. Lond. fol. [br. 
Mus. Ebendort im Einzeldruck 1 Glee 
für 3 Stim. und 1 Gesang von 1802. 



Soutliertoa. 



213 



Spadi, Giov. Batt. 



Southertoii, . . . 

In John Day's Psalmenbuch von 1563 
befinden sich 5 vierstim. Psalmen. 

South well, F... W..., ein 

englischer Musiker am Ende des 
18. Jlis., bekannt durch 

A Concerto for the pfte. with 2 V. 
2 FI. 2 Hoi-n. T. & Vcl. op. 4. Dublin 
c. 1790. fol. [br. Mus. Dort noch im 
Einzeldnick 3 Songs und 2 Klavierst. 
niederen Ranges. 

Souue (Souve), Oerard, ein 
französischer Instruraentist, wurde 
am 28/10 1685 an der Hofkapelle 
in München angestellt, nachdem 
er schon auf Probe einige Zeit 
gedient hatte. 1701 diente er beim 
vertriebenen Kurfürsten in Brüssel 
mit 300 Gld. Gehalt (Kreisarchiv). 

Souvrin, üeiidrik, lebte um 
1750 zu Middelburg und ist be- 
kannt durch die Hds: 

Alle de 150 Psalmen Davids in de 
gewoone zangwysen niet musikaale tus- 
schenloopen verrykt door verschyde lief- 
hebbers, waar agter en Aeuhangsel van 
eeniege (sie) Psalmen gecomponeerdt door 
. . . qu40. [Amst. 

Sowerby, . . . trat 1781 in Lon- 
don als Flötist auf (Pohl 2, 372). 
Soyez, Fraiicois Hubert de, 

wird am 15/4 1737 zum Phonas- 
cus an St. Donatien zu Brügge 
gewählt (Straeten la, 37). 

vSoyka, Matth., siehe Sojka. 

Sozzi, Francesco, geb. gegen 
1765 zu Florenz, Schüler Nardini's 
als Violinist, trat in die Kapelle 
des Herzogs von Toscana, ging 
dann nach Deutschland und lebte 
um 1801 in Augsburg, machte 
Konzertreisen und traf 1811 wie- 
der in Augsburg ein. Sein weite- 
res Leben ist unbekannt. 

Fetis verz. 3 Werke : Variationen, Quar- 
tette und Trios für Streichinstrumente. 
Die Leipz. Ztg. 4, 701 beurteilt Einiges. 
— Im Cons. zu Mailand: Quaranta Ca- 
pricci ossiano Studi in tutti i toni a tre 
Cadenze per Violine (composti in Fuligno 
1817). Op. post. Milauo, Kicordi. 



Sozzi, movanni Micliele, 1795 
Oboist am Scalatheater in Mailand 
(Textbuch zur Oper Fra i due li 
tiganti von Sarti. B. B.). 

Spaarbach, Nicolaus, bekannt 

durch : 

Salz zur Brunnenkur . . . Denksprüche, 
Fabeln und Erzählungen. Nebst einigen 
Ciavierstücken. s. 1. 1769. IV BU. 
143 S. in 8». [B. Wagener. 

Spada, Prete (xiacoino Filippo, 

trat am 6. Sept. 1673 als Bassist 
in die herzgl. Kapelle am S. Marco 
in Venedig mit 100 Dukaten Ge- 
halt ein, wurde am 16. Jan. 1678 
zweiter Organist ebd., am 6. Aug. 
1690 erster und starb 1704. Er 
war ein Schüler Volpe's (Caffi 1, 
56. 57. 310). 

Spada, Vinceuzo, aus Faeuza, 
nach Artusi's Discorso 1608, be- 
kannt durch 

II 1. lib. delle Villanelle di . . . a 3 voci. 
Ven. 1589. 12o. [br. Mus: B. 

II 1. lib. delle Canzoni a 6 voci, di 
M . . . Ven. 1592 Amadino. 6 Stb. 4P. 
22 Nrn. Ediert von Paolo Vasto, der 
den Verfasser einen jungen Mann nennt. 
[Kas.sel. Bologna: B. 

Im Samlwk. 1604c 2 Gesge. zu 6 Stirn, 
aus obiger Samlg. von 1592 (Eitner 1). 

Spadario, (xiovanni, aus Bo- 
logna, Schüler Pareia's, welcher 
1482 zu Bologna lehrte, schrieb 
gegen Burzio's Angriffe seines 
Lehrers wegen dessen musika- 
lischen Tractats (Gerber 2). 

Im br. Mus., Ms. 152 (Add. 4920): 
Utile et breve regule di canto, composite 
per Maestro Zoanue (= Giovanni) di 
Spadari. da Bologna. Anfang: Nel canto 
figurato overo mensurato. 1510 gez. kl. 4". 

Spadi, Uiovaimi Battista, aus 

Faenza, Schüler von Giulio Belli, 

bekannt durch 

Passaggi ascendenti & descendenti di 
grado per grado ed ancor di terza. Con 
altie Cadenze & Madrigali diminuiti per 
sonare . . . ä 1 voci. Eistampati. Ven. 
1609 G. Vincenti. 23 Nrn. am Schluss 
2 Gesge. von C. di Pore. [Proske. B. B : C 

Im Kat. 2, 37 letzter Satz der ß. Bo- 
logna liest man, dass sich im liceo eine 



Spadina. 



214 



Spahn, Job. Ernst. 



Ausgabe von 1624 befindet, docb feblt 
das Werk im Kataloge; auch Busi 1, 289 
verz. die Ausg. Yon 1624 in derselben Bibl. 

Spadina, Stefano N., detto, 
bez. sich mit Edelmann in Dal- 
matien. Man kennt von ihm 

Sei Sonate a due V., composte da 
Stefano N. detto Spadina, Gentiluomo 
Dalmatiuo. Op. 6. Amsteld., Hummel. 
2 Stb. fol. [br. Mus. 

Leo Liepm. besafs: 6 Sonate a V. e 
B. e in fiue un capricio, op. 3. Paris, 
Bayard. fol. — Im Kat des Cons. zu 
Mailand wird er Spadino geschrieben luit: 
Twelwe italian Menuets for two Yiolins 
and a Bass. London, Thorowgood & 
Hörne. P. 

Spaeth, Joliann Adam, geb. 
9. Dez. 1742 zu Ausbach, gest. 
29. Sept. 1794 ebd., war Stadt- 
kantor u. Mitglied der Hofkapelle 
in Ansbach und als Liederkompo- 
nist allgemein behebt. Einige 
davon drangen bis in die niederen 
Volkskreise. Gerber 1. u. 2 halten 
ihn für denselben, der sich als 
Orgel- und Klavierbauer auszeich- 
nete. Letzterer hiefs aber Franx 
Joseph Späth und lebte in Regens- 
burg um 1770. Seine Elaviere 
hatten einen guten Ruf u. waren 
weit verbreitet. Felis nennt ihn auch 
Job. Adam, giebt aber fälschlich 
Regensburg an. Schubart S. 231 
erwähnt einen Späth, der Lolli's 
Lehrer gewesen sein soU und um 
1784 ein bereits bejahrter Mann 
war. Er wirft ihm vor, dass er 
sich zu sehr einem cynischen 
Leben hingegeben habe und von 
Ort zu Ort gewandert sei. Seine 
Kompositionen haben für unsere 
Zeit eine etwas altväterliche Miene 
und werden mithin nicht sonder- 
lich gesucht. Wen Schubart damit 
meint, ist heute wohl nicht mehr 
festzustellen. 

Die Musikfr. in "^^ien besitzen von 
einem Franx, Karl Späth eine Fantaisie 
avec Variations pour Clavecin, der sonst 
nicht weiter bekannt ist. 



Von A. Spaeth besitzt die Kgl. Haas- 
bibl. zu Berlin eine "W^'eihnachts-Cantate 
im Ms. P. Man hält sie für ein Autogr. 

Ln Kataloge des Conserv. zu Brüssel 
ist ein Andreas Spaeth mit französischen 
Titehi angeführt, trotzdem sie Autographe 
sind; ohne eigene Prüfung sind alle Mut- 
mafsungeu vergeblich. Der Kat. verz. 

1. Messe a quatre voix mixtes, avec 
orchestre par Aiidre Spaeth, op. 55. Ms. 
Autogr. qufol. 

2. Agnus Dei ä 4 voix d'hommes, av. 
orch. par .4. Spaeth. Ms. Autogr. qufol. 

3. Introit de la messe des defunts (Re- 
quiem aeternum), ä 4 voix d'hommes, 
av. orch. Ms. Autogr. qufol. ebenfalls nur 
mit A. Spaeth gez. 

4. Das Lutschiff (! Luftschiff?), melo- 
dramatisches Tongemälde mit Deklamation, 
Sologesang und Chören, Dichtung von 
F. W. KawaczynsM, Musik von Andre 
Spaeth. Ms. Autogr. qufol. 

Späth, Joliann Friedrieh, gest. 
am 27. April 1759 in Strafsburg 
i/Els., wo er seit dem 6. Nov. 1754 
Kantor an der Predigerkirche und 
Gesanglehrer am Gymnasium war. 
Er diente schon vorher als Adjunkt 
in diesen Stellungen (Lobstein 46). 

Spagnoletti, P. . ., aus Cre- 
mona, wurde 1761 als Viohnist 
am Theater in Bologna angestellt 
(Dittersdorf Selbstbiogr. 108 nennt ' 
ihn ohne Vornamen Spagnolette 
und fügt obige Nachricht bei). 

Im br. Mus. befinden sich unter obi- 
gem Namen 10 Londoner Drucke von 
Canzonen f. Gesg. u. Klav., Variat. für 
Violine mit Klav., Tänze und Gesänge. 

Spahn, Christian, aus Stettin, 
von 1693 — 1702 Organist an der 
Marienkirche in Danzig (Döring 200). 

Spahn (Span), Johann Ernst 

(Gerber 2 : Joaehim statt Johann). 
Ln Ms. Z40 der B. B., 9 Stb. des 
17. Jh., befindet sich luiter Nr. 110 ein 
Kyrie et Gloria 8 voc c Bc. Dieselbe 
Messe in Ms. 20600, 4. Stück in P. in 
Z 40 ■närd er mit Musikdirektor u. Kantor 
in Freiberg (Sachsen?) bez. Auch Ger- 
ber 1 bez. ihn so. In Gerber's Bibl. be- 
fand sich im Ms. der Choral: Was mein 
Gott ^vill, in Contrap. alla breve f. 4 St. 
u. Bc. In der Bibl. der Musikfr. in 
"Wien müsste er noch vorhanden sein. 



Spalenza, Hortensie. 



215 



Spangenberg, Johann. 



Spalenza, Hortensio, 

ist in Aucina's Tempio armouico 1599 
mit 3 italienischen dreistim. geistlichen 
Canzonen vertreten. 

Spalenza, Pietr'Autonio, aus 

Brescia, um 1574 Domkapcllmeister 
in Treviso, bekannt durch den 
Druck: 

11 1. lib. di Madrigali a quattro voci, 
di . . . Ven. 1574 figliuoli di Ant. Gardano. 
4 Stb. qu-l". 25 Madi'., dananter 2 von 
Ä. Barhet und 2 von Fr. Maffon (Kat. 
Bologna schreibt Massen,' Vogel Maffon). 
[Bologna. 

Spalletti, ßatfaele, ein Neapoli- 
taner, Schüler von Sala. Florimo 
erwähnt ihn nur in 3, 84 beiläufig 
als Schüler des Conservatorio della 
Pietä dei Turchini in Neapel im 
Jahre 1798, als er seine Probe- 
arbeit machte. 

Fetis schreibt, im Konservatorium be- 
findet sich ein Oratorium: Caino ed 
Abele und die Lamentazioni del giovedi 
Santo per Soprano, Viele, Vcl. e B. 

Span,... Kantor in Liegnitz; 
Ende des Jahres 1676 legte er diePrü- 
fung in Leipzig zum Kantorat a/d. 
Thomasschule ab, erhielt es aber 
nicht, sondern Schelle (M. f. M. 
27, 45). 

Span, H. . ., um 1781 Violinist 
beim Fürst von Taxis in Regens- 
burg (Mettenleiter 1, 144). 

Spandan, . . . trat 1773 in Lon- 
don als Waldhomist mit einem 
Konzertstücke für 3 Hörner auf 
(Pohl 2, 373). Gerber 1 berichtet, 
dass er beim Erbstatthalter im 
Haag angestellt war. Im Mss.- 
Kat. von Traeg sind Concerti 1788 
und Terzetti a Corno, Oboe e B. 
angezeigt. Schubart S. 231 rühmt 
die Zartheit seines Tones. 

Spangenberg, Cyriakns, sein 
Geburtsdatum wird ganz verschie- 
den angegeben: den 7. Juni, den 
14. Juni, 17. Juni, 17. Jan. 1528 
zu Nordhausen, gest. 10. (18.) Febr. 
1604 zu Strafsburg. Sohn des 



Johannes, ist am 2. Jan. 1542 ins 
Matrikelbuch der Universität zu 
Wittenberg eingeschrieben und ist 
Luther's Hausgenosse; 1546 Rektor 
der Schule zu Eisleben, 1550 Pre- 
diger daselbst, wird arg angefeindet 
und wecliselt deshalb sehr oft die 
Stellungen, 1595 nimmt sich seiner 
der Graf Ernst von Mansfeld in 
Strafsburg an und giebt ihm Woh- 
nung und Kost (Zahn 5, 403. 
Koch 2, 258). Er gab heraus: 

Von der edlen hochbeiaihmten Kunst 
der Musica, und deren Ankunft, Lob, 
Nutzen und Wirkung, -nie auch vom Auf- 
kommen der Meistersänger, zu Ehi-en der 
löblichen . . . Gesellschaft der Meistersänger 
in der freyen Eeichsstadt Strafsburg im 
Jahr 1Ö98 verfertiget. Ms. in der 1870 
verbrannten StraTsburger Bibliothek. 1861 
von Ad. von Keller in der Bibl. des lit- 
terar. Vereins in Stuttgart aus obigem 
Ms. abgediiickt in Bd. 62. 

Aufserdem gab er 1568 das Eislebener 
Gesangbüchlein mit 118 Melodien, sowie 
1582 den Psalter lieraus. Aus ersterem 
druckt Zahn 7 Melodien ab. Zahn 1. c. 

Ueber seine Schuldramen in Viertel]'. 6, 
312. 338. 343. 

Spangenberg, G. . . C. . ., ein 

Musiker des 18. Jh. von dem nach- 
weisbar sind: 

1 Sinfonie in J. J. Hummel's Samlwk. 9. 
(Forkel 4, 99. Gerber 1 und Breitkopf's 
Verz. zeigen 1761 Kompositionen von ihm 
au). 

Die Kgl. Hausbibl. zu Berlin besitzt 
von einem F. (?) . . C. . . Spangenberg eine 
Sinfonie in F. Ms. Stb. 

Spangenberg, Johann, geb. 
30. März 1484 zu Hardegsen (Han- 
nover), gest. 13. Juni 1550 zu Eis- 
leben, studierte 1501 in Einbeck 
Philosophie, Theologie und Musik, 
wird Rektor der Stiftsschule zu 
Gandersheim, bezieht die Universi- 
tät Erfurt, wird Magister, Rektor 
und Pfarrer in Stolberg, 1521 
erster evangel. Pastor in Hardeg- 
sen, 1524 Prediger an St. Blasien 
in Nordhausen, 1546 Superintendent 
zu Eisleben (Zahn. Winterfeld 1, 



Spangenberg, Johann. 



216 



Spaiiheim. 



306). Yon seinen Werken ge- 
hören hierher: 

Questiones musicae in usum scholae 
Northusianae per Joh. Spang. collectae. 
Am Ende: Impressum Vitebergae apud 
Georg. Ehau. Dedic. an Rhau, gez. 1536 
in Nordhausen. 5 Bog. in kl. S''. [B. Br. 
B. M. 

— Ausg. Lipsiae 1.540 Mich. Blum, am 
Ende 1541. [Darmst. B. Lpz. Upsala. 

— Au,sg. 1542 ibid. 40 Bll. [B. G. 

B. Br. Mainz. B. M. mit 154.3 gez.? 

— Ausg. sine anno: Noribergae, Joh. 
Petreius. Vorwort wie in 1536. [B. B. 

C. P. Paris Nat. 

— Ausg. sine anno: Yitebg., Rhau. 
kl. 8". 40 ßU. [B. Wagener. 

— Ausg. recogu. Lips. 1547 Blum. 
[B.B. 

— Ausg. Lips. 1554 Hantzsch. [B.B. 

— Ausg. Lipsiae 1560. 8". [ITpsala. 

1544 gab er das Gesangbuch „Alte u. 
Newe Geistliche Lieder vnd Lobgesenge 
. . . Eiifurdt 1544 Melcher Sachsseu", 
heraus. 16 Bll. mit 7 Melodien (siehe 
Zahn 6, 24). [B.W. 

Zwöitf christliche Lobgesenge vnd 
Leifsen . . . Wittern berg 1545 Khau. 8°. 
[Hofb. Wien. br. Mus. 

1545 das gröfsere Liederbuch: Cantiones 
ecclesiasticae latinae simul acsynceriores 
quaedam praeculae . . . Kirchengesenge 
deutsch, auff die Sontage vnnd fürnem- 
liche Feste . . . Magdeburg 1545 Mich. 
Lotther. fol. 165 Bll. Siehe Becker 4, 
76 mit Reg. der deutschen Lieder. [B. B. 
B. Kgsbg. B. Lpz. Kassel. B. Hbg. B. 
Zw. Strafsburg i; Eis. Hermesdorf. Pirna. 
W^ernigerode. Brilssel. Paris Nat. br. 
Mus. (Zahn dnickt 3 Melod. ab: 6, 26). 

Da er sich in seinen Drucken öfter 
nur in der Abkürzung ,,Spci>ig.'-'- zeichnet, 
so ist auch folgender Dnick von ihm: 

Prosodia in usum juventutis Nort- 
husianae, congesta per Joan. Spang. 1538. 
Am Ende: Excusum Vitebg. 1533 (sie?) 
G. Ehau. kl. 8". 28 Bll. Regeln über 
die Prosodie mit 4 vierst. Gesängen. 
[B. Zw. 

Auch in folgenden Druken befinden 
sich 4 lat. Oden zu 4 Stim., betitelt: 

Grammaticae latinae partes . . . denuo 
per authorem recoguitae & auctae. 
Norimbg. 1546 Joh. Petreius. kl. 8". 
15 Bog. [B. Br. 

Im Ms. 5273 in B. Briissel fds. Fetis 
in einem Samlbde. eine theoretische 
Abhdlg. 

Spangler, Greorg, 2. Sohn des 



Joh. Michael, geb. 22. März 1752 
in Wien, gest. 2. Nov. 1802 ebd. 
Tenorist an der St. Michaelkirche. 
Nach des Vaters Tode wurde er 
daselbst Chorregent. Am 3. Dez. 
1798 titulierter Kapellmeister-Sub- 
stitut a/d. Hofkapelle, 1799 pensio- 
niert. Nach Umlaufs Tode über- 
gab man ihm auch das Hofmusik- 
Archiv und die acht Hofsänger- 
knaben in Kost und Unterricht 
(Pohl 3, 119. Köchel 1). Auf 
einem Autogr. der B. B. nennt er 
sich Kaplan. 

In der Hofb. Wien, 16484 Autogr. 
Part. Motetto S. Aloysii: Expectate rosas 
Candida lilia 4 voc. c. instrum. Ao. 1780. 

In B. B. Autogr. um 1780: Salve 
regina 4 voc. c. 2 V. Va. et Org. P. 

In Musikfr. Wien: 1. Cantata, Salve 
numinis amator, a 4 voci soü et 2 Y. Va. 
B. Part. 

2. Cantate f. Clior u. Orch. P. 

3. Graduale: Alleluja, ebenso, im 
Autogr. P. 

4. Dixit Dominus 4 voc. c. org. und 
1 Motette für Sopr. und Instr. in P. 
Autogr. Grasn. B. B. 

Spaiigler. Ignaz, 3. Sohn des 
Joh. Michael, geb. 31. Okt. 1757 
zu Wien, diente als Tenorist an 
der Hofkapelle vom 21. Dez. 1800 
bis t 5. Dez. 1811. Zugleich war 
er Magistratsbeamter (Köchel 1). 

Spaiigler, Joliaim Michael, 

geb. um 1721, gest. 4. Juni 1794 

in Wien. Tenorist, Chorist an der 

Hofkirche St. Michael, seit 1775 

\ ebd. Chorregent; als Kirchenkom- 

; ponist geschätzt. Er hat für uns 

noch die besondere Beachtung, da 

i er derjenige war, der Haydn zu 

j sich aufnahm, als er von Keutter 

! als Chorknabe 1749 entlassen 

} wurde und hilflos die November- 

! nacht auf der Strafse zubrachte 

I (Pohl 3, 118). 

I Spanlieim, Ezecliiel, geb. 7. 
: Dez. 1629 zu Genf, gest. 7. Nov. 
I 1710 zu London. Ein Philologe 



Spano, Donat' Antonio. 



217 



Spataro. 



und Diplomat abwechselnd im 
Dienste von Holland, England, 
Frankreich u. Preufsen. In seinen 
Schriften, die 1697 zu Utrecht ge- 
sammelt erschienen, befindet sich 
auch eine Abhandlung über die 
Musikinstrumente der Alten (Wal- 
ther. Fetis). 

Spano, Doiiat' Antonio, Schüler 
des Griov. de Macque zu Neapel, 
woselbst er im Anfange des 17. Jhs. 
lebte. Sein erstes Werk enthält 
nach eigener Erklärung die unter 
Macque's Anleitung komponierten 
Gesänge, betitelt: 

... II 1. üb. de Madrigaletti ariosi, & 
Villaiielle ä 4 voci, Napoli 1607 stampa 
di Q. B. Sottile, per Scipione Bonino. 
4 Stb. 40. 21 Nrn. [Neapel B. n: A. 

... II 1. üb. de Madrigaü ä 5 voci. 
Napoü 1608 Ib. 5 Stb. 4P. 21 Nrn. 
Ein Amt bekleidet der Autor nicht. [Bo- 
logna. 

Im Samlwk. von 1609 ein 5stim. Ma- 
drigal (Eituer 1). 

Spano, Grasparo, lebte im 18. Jh. 

In Upsala befindet sich im Ms. in Stb. 
fol. ein Trio con accompagnamento: Per 
esser mi infide (La Face 1738). 

Im br. Mus., Ms. 345, Samlwk. von 
Kantaten, Arien u, Duette, dabei ein Sp. 

Sparacciari (Fetis fälschlich 
Sparaccioni), Grioranni (xiorgio, 
da Monte Cosaro, Flecken in der 
römischen Provinz, sein Geburts- 
ort. Nach den folgenden Druck- 
werken war er 1625 Organist an 
St. Nicolai zu Ravenna, 1628 Or- 
ganist an St. Euphemia zu Verona, 
ebenso 1630. Er ist bekannt durch: 

Da^-idici Concentus, per ... 5 vocum 
modulatione cum fundamentali parte dis- 
positi . . . Ven. 1625 Alex. Vincentius. 
6 Stb. 40. 8 Psalmen u. 2 Magnif. [B. 
Frkft. Bologna. 

Lyra sacrorum Davidis concentuum, 
per . . . tribus cum B. ad org. . . Ven. 
1628 ib. 2 C. B. Bc. 4 Stb. 4«. 11 
Psaün., 1 Magnif. [B. Br. B. Frkft. Bo- 
logna fehlt B. Upsala: C2. 

Breve corso di concerti musicaü a 1, 
2, 3, et 4 voci. Con la parte per l'organo. 
Di . . . Opera 3 nouain. comp. . . Ven. 
1680 ib. 4 Stb. 4*^ wie vorher. [Bologna. 



Sparano (Fetis fälschlich Spa- 
rouo), Francesco, aus Palermo, 
lebte in der 2. Hälfte des 18. Jhs. 
und schrieb fürs Theater Fenice 
in Neapel die Färsen: Una notte 
in carnevale in 1 Akt, 1830, Lo 
stipo maggico in 2 Akt, L'amma- 
lata per apprensione in 1 Akt 
(Masseangeli). Florimo 4 verz. ihn 
als Opernsänger 1813 am Theater 
Fiorentini in Neapel und 1837 am 

Theater Nuovo. 

Unter den Autographen Masseangeli's 
in Bologna Philharmonia ein Offertorium 
ad Virginia per 2 Sopr. Ten. e B. con 
orch. Part. 

Sparrow, Stephen, ein eng- 
lischer Musiker an der Wende des 
18. Jhs., bekannt durch: 

A coUection of sacred music for the 
use of Cathoüc chapels. London c, 1800. 
fol. [br. Mus. 

Sparry, Franz, geb. 28. April 
1715 zu Graz in Steyermark, gest. 
5. April 1767 im Kloster Krems- 
münster in esterreich, in welches 
er 1736 eintrat, 1740 auf Kosten 
des Klosters nach Italien zur Aus- 
bildung in der Musik gesendet, 
und nach der Rückkehr Chorregent 
wurde (1747—1767). Ueber seine 
Rückreise fasste er einen Bericht 
ab, den Huemer S. 45 abdruckt. 
In Italien nahm er Unterricht bei 
Leo u. Chiti in Rom und Philo- 
sophie hatte er in Salzburg studiert 
(Lpz. Ztg. 31, 459. Huemer S. 44). 

In Kremsmünster befinden sich hds. 
zahlreiche meist kirchüche Kompositionen. 

Spataro (Spadaro, Spadarius), 
Griovanni, ein Theoretiker des 15. 
bis 16. Jhs., geb. gegen 1460 zu 
Bologna; Fetis sagt, dass er an- 
fänglich Degenfutterale fabrizierte 
und durch den Umgang mit Gafor 
auf musiktheoretische Fragen auf- 
merksam wurde und sich ganz 
dieser Wissenschaft hingab. 1482 
soll er Schüler des Ramis de Pa- 
reja gewesen sein. 1491 erwähnt 



Spataro. 



218 



Spazier. 



ihn schon IS'ic. Burzio (Burtius). 
1512 war er an S. Petronio in 
Bologna Kapelhneister (Gaspari 2, 
6—8). Fetis geht auf seine Schrif- 
ten näher ein). Bekannt sind von 
denselben: 

Ad Reverendissimum in Xpo patrem 
et D. d. Antonium Galeax. de Bentiuolis 
Sedis apostolicae protlionotarium B. M. 
Johannis spadaiii in rausica liumüimi pro- 
fessoris eiusdem musices ac Bartolomei 
Rami parcie eins preceptoris honesta 
defensio In Xicolai Burtii parmensis 
opusculum. Am Ende: Bologna 1491 
per nii Plato de Benedicti Eegnate . . et 
illustre. Signor. S. Zohäne di Betiuogli . . . 
16. März. kl. 4». Bog. A— F. [Bologna 
Kat. 1, 95 mit Auszug, und einer Kopie 
zur Zeit Pat. Maiüni's. 

Errori de Franchino GafuHo da. Lodi: 
Da Maestro Joäne Spatario Musico Bo- 
lognese: i sua deffensione: et del suo 
preceptore Maestro Bart. Ramis Hispauo. 
Subtilemente demonstrati. Am Ende: 
Impressum Bononiae per Benedict. Hec- 
toris anno dem. 1521. die. 12. Jan. 4°. 
52 BU. [Bologna, Kat. 1, 96 Auszüge. 
Florenz, br. Mus. 

Tractato di niusica di . . . nel quäle si 
tracta de la perfectione da la sesqualtera 
producta in la musica mensurata exerci- 
tate. Am Ende : Impressa in Vinegia 
per maestro Bernardino de Yitali . . . 
8. Oct. 1531. fol. Bog. A— i. [B. B. 
B. "Wagener. B. M. Brüssel. Bologna. 
Florenz. Rom Cecilia. br. Mus, Ox- 
ford Bodl. 

Ms. 152 (Add. 4920) ütüe et breve 
regule di canto, composite per Maestro 
Zoanne di Spadari, da Bologna. Anfang: 
Nel canto figurato overo mensurato. 
kl. 40. [br.Mus. 

Missa super In ülo tempore niissus 
est, Codex cart. 16. Jh. [Mailand Dom. 

Ms. Cod. 5318 im Yatican zu Rom: 
Eine Epistola. 

Ein Brief vom 25/1 1529 in Ricordi's 
Gazzetta MUano 1853, 81. 

Siehe auch Glafor's Apologia, die gegen 
Sp. sich richtet (1520). Siehe Viertel]. 1, 
407. 4, 276. 6, 45 ff. Reg. 

Späth, siehe Spaeth, J. Ad. 
Spatz, Albert, 

2 inkomplete Lieder in B. Brieg Nr. 52 
(D. T. B. beschädigt) unter Nr. 31: Wir 
wollen trawren lassen 5 voc. Nr. 32: Das 
thuen die Studenten 5 v. (nur 5 a vorh.). 



Spaul, 



von 1787—1794 Yio- 



loncellist an der Egl. Oper zu 
Brüssel (Gregoir, Panth. 6, 154). 

Sparenta, Seipione, de Sermo- 
neta Canonici Veliterni (Velletri); 
bekannt durch: 

Musica, qua canticum B. M. V. 4, 5 
et 6 vocib. canitur . . . Yen. 1608 J. Yin- 
centius. 4 Stb. 4". [Rom Ceciha. 

I sogni pastorali primo libro a 4 voci 
di (wie oben mitgeteilt), du lui posti in 
rausica, & nuouain. . . Yen. 1608 G. Yin- 
centi. 4 Stb. 40. 21 Gesge. [Bologna, 
Kat. 3, 171 Abdr. der Dedic. 

Im Samlwk. 1613 zwei Madrigale 6 v. 
(Eitner 1). 

Spaziano, Francesco. Gerber 
1 berichtet über eine Samlg. von 
Volksgesängen zur Karnevalszeit in 
Florenz im Anfange des 16. Jhs. 
auf der Strafse mehrstimmig ge- 
sungen, die Sp. 1559 zu Florenz 
unter dem Titel herausgab: 

Canti camascialeschi. Ein Exemplar 
ist unbekannt. Fetis schreibt fälschlich 
1529 statt 1559. 

Spazier, Karl (Johann Karl 
Gottlieb), geb. 20. Aprü 1761 zu 
Berlin, gest. 19. Jan. 1805 zu 
Leipzig. Als Knabe war er ein 
tüchtiger Diskantist und trat selbst 
beim Prinzen Heinrich in Rheins- 
berg in Opern auf, studierte dann 
in Halle, wurde Lehrer und Auf- 
seher im Phylanthropin zu Halle, 
ging darauf als Begleiter des Vio- 
linvirtuosen Baron von Mengden 
auf Konzertreisen, liefs sich dann 
in Halle als Privatgelehrter nieder 
und trat als Schriftsteller über 
mancherlei philosophische Themen 
auf; erhielt darauf einen Ruf an 
die Universität in Giefsen, wurde 
aber in einer Weise angefeindet, 
die ihn bewog die Stellung auf- 
zugeben, unternahm Reisen durch 
Deutschland, Holland, Dänemark, 
1 Schweiz und Italien und wurde 
I darauf nach ^"euwied am Rh. als 
' Professor und Hofrat berufen, 
I gründete daselbst eine Handlungs- 



Spazier. 



219 



Spech. 



akademie, gab aber die Leitimg 
nach 2 Jahren ab, ging nach Ber- 
lin, dann nach Dessau, wurde dort 
Mitdirektor der Olivier'schen Er- 
ziehungsanstalt, übernahm darauf 
die Redaktion der Zeitung für die 
elegante Welt und zog zum Behufe 
dessen 1800 nach Leipzig. Musik 
betrieb er nur als Dilettant und 
bedauert in seiner Selbstbiographie, 
die leider arm an Jahreszahlen ist, 
dass er nie einen regelmäfsigen 
gründlichen Unterricht genossen 
habe und sein Wissen nur aus 
eigenen Studien hervorgegangen sei 
(Gerber 2. Lpz. Ztg. 7, 306. Ferkel 
4, 33 ein Urteil. Ledebur). Seine 
hierher gehörigen AVerke sind fol- 
gende: 

Freymüthige Gedanken über die Gottes- 
verehrung der Protestanten. Gotha 1788 
Ettinger. S». Handelt S. 274 über Kir- 
chengesang und Kirchenmusik. [B. B. 
Brüssel. Musikfr. Wien. 

BerUnische musicalische Zeitung . . . 
mit 50 Musikstücken von verschiedenen 
Meistern. BerHn 1794 (1793—94 nur 
1 Jahrg., ist eine Fortsetzg. von Reichardt's 
Studien für Tonkünstler). 4". 210 Seit. 
[B. B. B. Lpz. B. M. B. W. Brüssel. 
Musikfr. "Wien. 

Etwas über Gluckische Musik und die 
Oper Iphigenia in Tauris auf dem Ber- 
linischen Nationaltheater. Berlin (1795) 
Hummel (sine nom.). 8". [B. B. 

UeberdenYolksgesang. Lpz. Ztg. 3, 78 ff. 

Rechtfertigxmg Marpurg's und Erinne- 
ning an seine Verdienste. Auf Veranlas- 
sung eines Aufsatzes des Herrn Schulz. 
Lpz. Ztg. 2, 553 ff. 

Karl Pilgers Eöman seines Lebens, 
von ihm selbst geschrieben. Berlin 1792 
bis 1796. 3 voll. 8^, ist seine eigene 
Biographie mit teilweiser Dichtung. [B. B. 
Hauptbibl. 

Gretiy's Versuche über die Musik. Im 
Auszuge imd mit kritischen und histo- 
rischen Zusätzen herausgegeben von Dr. 
Karl Spazier. Lpz. 1800 Br. & H. 8». 
XVI u. 446 S. [B. Wagener. Brüssel. 
Musikfr. Wien. Brüssel Cons. 

Er gab auch 1801 ebd. Karl von Dit- 
tersdorf's Lebensbeschi-eibung, seinem 
Sohne in die Feder diktiei-t heraus; siehe 
Ditters. 



Zwanzig vierstimmige Cliöre, im 
philantropinischen Betsale gesungen. In 
Musik gesetzt und in Partitur mit unter- 
legtem Klavierauszuge herausgeg. von 
K . . . Sp . . . Lpz. 1785 S. L. Crusius. 
fol. 3 BU. 62 S. Letzter Chor ist von 
Gluck. [B. B. B. Kgsbg. B. Wagener. 
EinsiedeLn. 

Rosaliens Klagen, eine Kantate. Hbg. 
& Lpz. 1785 B. G. Hoff manu. [Stadtb. 
Augsburg. Brüssel Cons. 

Lieder und andere Gesaenge für Freunde 
einfacher Natur . . . Lpz. 1792 Breitkopf 
& Haertel. [Musikfr. Wien. 

Einfache Ciavierlieder, der Herzogin 
von York zugeeignet. Berlin (1790 u. 
1794) Neue Berliner Musikhdlg. 2 Hefte. 
[besaTs einst Schletterer. 

Melodien zu Hartung's Lieder. Berlin 
1794. [Stadtb. Augsburg. (Siehe auch 
Viertel]. 10, 77. 236.) 

Lieder am Klavier. Lpz., Br. & H. 
s. a. [B. M. 

Zwei Lieder in Nehrlich's Gesang- 
Schule 1844. 

Lieder einsamer und gesellschaftlicher 
Freude. Wien, Artaria. 20 S. [B. M. 

Lieder und Oden und Lieder von Voss. 
Düsseldorf 1851. [B. M. 

Im Samlwk. Blumenstrauis (Musikal.) 
z. Neujahr. Berlin. S''. 1 Lied von Sp. 
— Im Samlwk. Klavierstücke 1. 1794 
eins von Sp. — 1 Lied in Reichardt's 
Lieder geselliger Freude 1796. — In 
Theomele 1. Bd. 1 Lied. 

Spech, Joliann, geb. 6. Juli 
1768 zu Pressburg, lebte noch 
1834 zu Wien. In Wien empfing 
er seine Ausbildung, liefs sich 
dann in Pest nieder (1804) und 
trat darauf in den Dienst des 
Baron von Podmaniczky in Pest. 
1816 besuchte er Paris, gab dort 
mehrere Kompositionen heraus u. 
siedelte sich dann in Wien als 
Musiklehrer an (Schilling). Ton 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar: 

Cantate f. Sopr. u. Orch. Hbg. 1785 
Hoffmann. P. [Brüssel Cons. 

Die Ideale von Schiller in Musik ges. 
f. 1 Singst, mit Pfte. Wien, Pennauer. 
qufol. [Antiq. Rosenthal. 

Trois Quatuor p. 2 V. A. Vcl. oe. 2. 
Vienue, Bureau des arts. 4 Stb. [B. B. 
B. Wagener. 



Spechtshart. 



220 



Speelbaeh. 



Quatuor (Bd.) p. 2 V. Va. et Vcl. oe. 22. 
Vienne, Mechetti. 4 Stb. [B. "Wagener. 

3 Fugues p. 2 V. A. et Vcl. oe. 3. 
Vienne, Bureau des arts. 4 Stb. [B. B. 
B. Kgsbg. B. Wagener. 

Sonata per Pfte. e V. op. 17. Vienna 
nel Contojo d'Industria. 2 Stb. [B. "Wa- 
gener. 

Drey Fugen f. Pfte. zu 4 Hd. op. 39. 
"Wien, Diabelli & Co. 16 S. [B. B. B. 
"\\''agener. 

2 rhapsodische AUegri zu 4 Hd. op. 43. 
Ib. [B. B. 

Die Gesellschaft der Musikfr. in Wien 
ist mit seinen Kompositionen imgemein 
reich vertreten. Ich zähle 36 Werke bis 
op. 43, darunter die oben angezeigten, 
ferner 3 Missae op. 17, 1807 erschienen, 
3 Quartetts op. 11, 1 Hymne, 3 Trauer- 
Kantaten (1812), 1 Einweihungsmusik f. 
Chor u. Orch. P. (Geschenk des Autors), 
viele Liederhefte op. 21. 23. 30. 33. 34. 
35. 37. 42. u. ohne Opus, 6 Canoui ä 3 
voci, Romanzen, 4 Ouvertüren, eine zur 
Oper Felizia f. gr. Orch., die 3te im 
Autogr. Sonaten f. Klav. op. 4. 5. 6. 16. 
17. 20. Variat. u. a. Der Kat. ist so 
dürftig abgefasst, dass sich nicht ersehen 
lässt ob im Druck oder Ms. 

Speehtzliart, siehe Hugo von 
Reutlingen. 

Speci, siehe Speuy, Hendrik. 

Speck, Johann Wilhelm Gün- 
ther, geb. 6. Juli 1751 zu Son- 
dershausen, gest. ebd. 8. Dez. 1797. 
Kammerregistrator, Regierungs-Ad- 
vokat und Mitglied der fürstl. Hof- 
musik zu Sondershausen, ein fleifsi- 
ger Büchersammler und Helfer 
Gerber's bei Abfassung seiner bei- 
den Lexika. Gerber 1. 2. widmet 
ihm einen dankbaren und aner- 
kennenden Nachruf. 

Speckhun, Christian, 

gab nach Gerber 2 1678 zu Jena her- 
aus: Concentuuni sacrorum 1, 2, 3, 4 et 
5 Toc. c. iustiTiment. 

Spectacle de Brüssel, ou calen- 
drier historique et chronologique du theätre, 
pour l'annees 1767 et 1768. Bruxelles, 
Boucherie. 12». [Brüssel 4563. 

*S)j., Les, de Paris, ou suite du calen- 
drier historique et chronologique des 
theätres. Paris, Duchesne 1754—1791. 
12». [Briissel 4566. 



Sp.^ Les, de Paris et de toute la France, 
ou calendrier (wie vorher). Paris, Veuve 
Duchesne 1792—1794. 120. [Brüssel 
4566. B. B. von 1777. Leo Liepm. be- 
safs sie von 1774—1794. 

Spee, Friedrich (von), aus dem 
adligen Geschlechte von Langen- 
feld, geb. 1591 zu Kaiserswert 
am Rh., gest. 7. Aug. 1635 zu 
Trier, Jesuit u. geistlicher Lieder- 
dichter (Biogr. im Brummer. Koch 
4, 185). Da ein Komponist in 
seinen Liederbüchern nicht ge- 
nannt ist (so weit ich dieselben 
kenne), so kann man ihn wohl als 
den Tonsetzer betrachten. Er gab 
heraus : 

Güldenes Tugendbuch d. i. Werck und 
üebuDg der göttlichen Tugenden des 
Glaubens . . . CöUen, 1649. 12o. 28 Ge- 
sänge, [besafs der Antiq. Eosenthai, so- 
wie eine Ausg. von 1656 ib. 

Trutz Nachtigal, oder geistlichs-poetisch 
Lustwäldlein, defsgleichen noch nie zuvor 
in Teutscher Sprach gesehen. Durch den 
Ehrw. P. . . . Priestern der Gesellschaft 
Jesu. Jetzo, nach vieler wünsch vnd 
langem anhalten, zum erstenmahl in Truck 
verfertiget . . . Collen 1 649 W. Friessem. 
12». 6 Bll. 341 S. 51 Lied. f. Mel. u. 

B. [B. Lpz. B. Wagener. 

— Ausg. ib. 1654. 12». 258 S. 24 Bll. 
mit Musik. [Glasgow. Hofb. Wien. 

— Ausg. ib. 1660. [B. Br. Proske. 

— eine böhmische Ausg: Zdoro-Slawj- 
cek. Prag 1665. 157, Bog- !-"• [ß- Br. 

— deutsche Ausg. ib. 1672. [Antiq. 
Eosenthai. 

— Ausg. ib. 1683. [B. Br. 

— neue Ausg. von P. L. WiUmes. 
Köln 1812. [Antiq. Eosenthai. 

— Ausg. Berlin 1817. 120. [zeigt 

C. F. Becker 4, 13 an. 

— Ausg. von C. Föliner, nach der 
1. Ausg. ed. von B. Hüppe und W. Junk- 
mann. Coesfeld 1841. 12". 311 S. 
29 S. Melod. [Antiq. Eosenthai. 

— Ausg. herausg. von Fr. X. Weninger. 
Innsbi-uck 1844 Wagner. 8». 440 S. mit 
3 Musikbig. [zeigt Becker 4, 13 an. 

Speelbaeh, Philii)pe, wird am 

11/9 1508 Organist an St. Sauveur 
in Brügge und noch am 19/12 

1558 erwähnt. Er st. am 14. Sept. 

1559 (Straeten la, 58). 



Speer, Daniel. 



221 



Speidel. 



Speer, Daniel, geb. zwischen 
1620—1625 zu Breslau, wird 1675 
Stadtpfeifer in Göppingen, 1680 
Kautor und Kollaborator au der 
Lateinschule in Göppingen, 1688 
und 1689 wegen einer politischen 
Schrift gefangen gesetzt und 1692 
nach Waibliugen als Kantor und 
Kollaborator versetzt. Gestorben 
daselbst 1693 oder 94. Er fügt 
seinem Namen das Wort „Uratis." 
bei = Vratislavia (Zahn u. Titel). 
Von seinen Werken sind bekannt: 

Grand -richtiger, kurtz, leicht und 
nöthiger Unterricht der musicalischen 
Kunst, wie man füglich und in kurtzer 
Zeit Choral und Figural singen, den 
Generalbass tractiren und componiren 
lernen soll . . . Ulm 1687 Eühne. S». 
144 S. [B. B. B. M. B. Wagener. Brüs- 
sel. Stuttgart. 

— Grund-richtiger, kurtz-, leicht- und 
nöthiger, jetzt wohl -vermehrter Unter- 
richt . . . (Titel bei Becker 1, 289). Ulm 
1697 Kühne. 4». 289 S. [B. B. B. Lpz. 
B. M. B.W. Brüssel. Paris Nat. 

Evangelische Seeleu-Gedancken, in lieb- 
lichen Arien bestehend Zur Ehre Gottes, 
auff alle Fest-, Sonn- vnd Feyertägliche 
Evangelia . . . mit 2 Discänten vnd einem 
doppelten General-Bass . . . (nebst) 2 Vio- 
linen . . wie auch Alt , Ten. vnd B. . . 
Stuttgart 1Ü81 Paul Trew. 9 Stb. 4". 
41 Gesge. [B. Frkft. B. B. 1. Viol. 

— Ander vnd letzter Theil . . . von 
Trinitatis bifs Advent. Ulm 1682 Matth. 
Wagner. 9 Stb. 4». 55 Gesge. [ib. 

Philomela angelica cantionum sacra- 
rum, quas Romae virgo quaedam deo di- 
cata ordinis S. Clarae, Voce sola c. Bc. 
. . . cum Violae quataor additae ... A 
tribus vocibus A. T. B. cum 2 V. et Bc. 
Authore ^^vayQa^^ax'iyiw? denominato: Res 
plena dei. Ven. 1688. 4«. 6 Stb. 24 
Gesge. Im Altus der Autorname auf- 
gelöst. [B. Frkft. Im Kat. ausführlicher 
Titel, Dedic. u. Register. Paris Nat. 

Jubilum coelest. Himlischer Jubelschall 
. . . mit 2 Stirn. 5 Violinen u. Bc. Stutt- 
gart 1692 Lorber. 8 Stb. 4». [B. B: 
C 1. 2. Viol. 1. 2. Va. 1. 2. 2 Bc. Strafs- 
burg i/Els. Wilhelmitauerstift. 

Choral Gesang -Buch, Auff das Clavir 
oder Orgel, Worinnen aller brauchbaren 
Kirchen- und Haufs-Gesängen eigene Melo- 
dien, in Koten-Satz mit 2 Stim., als: Disc. 



und B. untereinander: Neben einem An- 
hang vieler auserlesener Arien, und Neu 
eingefülu'ter schöner geistreichen Lieder 
. . . heraufs gegeben von D . . Speeren, 

Uratis zu Waiblingen. Stuttgart 1692 

Lorber. ciu40. 3 S. 119 S. mit 315 Cho- 
rälen u. Arien. Siehe Zahn 6, 264, der 
auch 32 Melod. mitteilt. [B. Stuttgart. 
Darmst. B. M. B. Wernigerode. 

In Paris Nat. noch das Werk (Titel 
nach Fetis) : Recens fabricatus labor, oder 
die lustige Tafel-Musik, mit 3 Vocal- und 
4 Instrumental-Stimmen. Franckfurt 1685 
(nicht 1686). fol. 

Speer, Johann Geor^, geb. in 
Zerbst, wurde 1741 als Kammer- 
musikus in die Berliner Hofkapelle 
mit 300 Thlr. Gehalt aufgenommen 
(Bitter 1, 26. Ledebur). Marpurg 
1, 78 verz. ihn 1754 als Violon- 
cellisten ebd. 

Spehi', Johann Peter, der Ver- 
leger und Besitzer der Musikalien- 
handlung auf der Höhe in Braun- 
schweig, seit etwa 1794. Er war 
mit der Erste, der Mozart's Werke 
verbreitete. In einer Anzeige wer- 
den im Jahre 1800 Harfenpiecen 
von Sp. angekündigt, er war also 
auch ausübender Musiker. Das 
Geschäft bestand noch 1854. Auch 
in Hamburg befand sich 1800 eine 
Musikalien-Verlagshdlg. Spehrdb Co. 
Ob dies derselbe ist, bedarf des 
Beweises. 

Sp. gab auch die Samlg. heraus: Eo- 
jnanzen und Oden mit Begltg. der Gui- 
tarre. Braunschwg., Auf der Höhe. Euth. 
Ambrosch, Fleischmann und Walter, fol. 
[Dresd. 

Speidel , Johann Christoph, 

Pastor u. Superintendent zu Waib- 
lingen (Württemberg), gab ein 
Werk heraus, welches Gerber 1 
näher beschreibt, betitelt: 

Unvenverfiiche Spuren von der alten 
Davidischen Sing -Kunst ... Stuttgart 
1740 Metzger & Erhardt. 40. III u. 48 S. 
[B. B. B. Wagener. Musikfr. Wien. 
Basel. 

Von einem Kaspar Speier besitzt die 
B. Grimma im Ms. 49/50, 8 Stb. in 4». 
Nr. 95: Veni in hortum meum, 6 voc. 



Speilier. 



222 



Speranza. 



Speilier, Petrus. 

Die Kgi. Musikalien-Samlg. in Dresden 
besitzt im Ms. Da 48 S. 118 in P: Chri- 
stus natus est 4 voc. c. 2. p. Derselbe 
Satz im Ms. B. Br. und in Joanellus' 
Samlwk. 1568b. Dort noch ein 2ter Satz: 
Spiritus sanctus c. 2. p. 4 voc. Es scheint, 
als wenn der latinisierte Name ,,Speula- 
nus'-\ von dem Waelrant 1556 b den Ton- 
satz : Sanctus Wilhehnus bringt, denselben 
Autor bezeichnet (Eitner 1). 

Speiser (Speisser), Kaspar, Thu- 
ringus, Musicus, war im Anfange 
des 17. Jhs. Kantor in Halber- 
stadt. Man kennt von ihm: 

Harraonia lugubris 8. vocum ad modum 
Hypophrygium in obitura Repentinum tarn 
piae quam honestae Matronae Annae, cla- 
lissimi viri . . . Christiani Eggerstorphii . . . 
composita ä . . . Magdeburg. 1616 typis 
Andr. Bezelij. 4 BU. in 4". Text: Nu 
praeter lachrymas. [B. B. 

In B. Br. und Brieg, Kat. S. 23 Nr. 27 
die Motette: Veni in hortum meum, 6 voc. 
In B. Zw. Nr. 714 die Motette: Faciat 
Dominus haue muliei'um, 8 voc. Ms. 
fehlen T 1. B 1. 2. In Stockholm an Viü- 
pius Pars I. cant. sacr. 1602 im Ms. in 
Stb. obige Motette in B. Br. 

Spencer, Joliii L, geb. um 
1630 zu Bocton (Kent), gest. 27. 
Mai 1695 zu Cambridge. Studierte 
zu Cambridge Theologie, wurde 
Rektor zu Lundbeach, dann Archi- 
diakonus zu Sudbury und endlich 
Diakonus zu Ely (Fetis). Von 
seinen Werken, die hierher ge- 
hören, kennt man: 

De legibus Hebraeorum ritualibus et 
earum rationibus libri tres . . . Cambridge 
1685. 2 voll. 4". 

— Ausg. La Haye 1686. 

— Ausg. Lipsiae 1705. 

— Ausg. Tubingae 1732. fol. [Antiq. 
Eosenthai. 

Das 3. Kap. des 4. Buches (?) handelt 
von dem: „Usus musicae in sacris cele- 
brandis" und wurde auch in Ugolinus' 
Thesaurus antiq. T. 32 p. 556 aufge- 
nommen. 

Spencer, John II., ein eng- 
lischer Musiker aus dem Ende 
des 18. und Anfange des 19. Jhs., 
von dem das br. Mus. besitzt: 

Urania, or the ülumine . . . Musical 



entertainment in 2 acts. London (1802) 
fol. (von Sp. und Mich. Kelly). 

A Christmas Carol. Lond. c. 1800. fol. 
— In Dupuis Cathedral Music . . . Lond. 
fol. _ 2 Glees für 3 u. 4 Stirn, und 
2 Songs im Eiuzeldruck. 

Spengler, Lazarus, geb. 13. 
März 1479 zu Nürnberg, gest. ebd. 
7. Sept. 1534. Studierte in Leip- 
zig 1494 die Rechte, wurde 1507 
Ratsschreiber in Nürnberg, dabei 
ein eifriger Beförderer des Refor- 
mationswesens. 1520 mit dem 
Banne belegt, nahm die Stadt nur 
wenig Notiz davon und sandte ihn 
sogar 1521 auf den Reichstag in 
Worms. Er schrieb geistliche 
Streitschriften und zeichnete sich 
auch als geistlicher Liederdichter 
aus (Haufsdorf's Lebensbeschrbg. 
Sp.'s. Spengleriana, gesammelt von 
M. M. Mayer. Nürnbg. 1830). Auch 
als Komponist ist er bekannt. 

Peter Schoeffer nahm 1536 a das 
deutsche 4stim. Lied: ,,üieweil umbsonst 
jetzt alle kunst" auf (Eitner 1). Dasselbe 
Lied im Ms. 940, 262 der B. Proske. Im 
Neudruck: M. f. M. 26, 72. 

Ein L. Spengler gab auf eigene Kosten 
die auf der Löwenburg bei Kassel in 
einen Tisch eingedruckten (!) Musiknoten, 
angebüch vom Landgraf Moritz von Hessen 
komponiert, in Partitur heraus. Kassel, 
L. Spengler (19. Jh.?). Die 2 Gescänge 
beginnen mit 1. Musica cum Musis com- 
mercia mutua tractant. 2. Die Music 
gönnt uns Gott zur Freud, für 6 Stimmen. 
[Schwerin F., in Kade's Kat. 2, 240 die 
Notenanfänge aller Stimmen mitgeteilt. 
ß. Kassel. 

Speraindio , siehe Bertoldo 
Sper'inDio. 

Speranza, Sacerdote D. Ales- 
sandro, geb. 1728 in Palma bei 
Nola, gest. 17. Nov. 1797 zu Ne- 
apel, besuchte das Konservatorium 
Sant'Onofrio zu Neapel, wurde dar- 
auf Priester und liefs sich in Ne- 
apel als Gesang- und theoretischer 
Lehrer nieder. Unter seinen Schü- 
lern befinden sich Zingarelli und 
Gasp. Selvaggi, auch leitete er die 



Speranza. 



223 



Sporger, Johann. 



Mnsikauffübruugen in religiösen 
Häusern. Im Archive des PP. del 
Oratorio zu Neapel sollen sich 
Kompositionen befinden (Fetis. 
Florimo 2, 349). 

Das Archiv des Real Colleg. zu Neapel 
(Conservatorio) besitzt von ihm: 

Christus e Miserere a voce sola dl 
Sopr. e 2 cori col Bc. — Ein anderes zu 

3 Stirn, u. Bc. 

Turba del Passio di San Matteo per 

4 voci c. Bc. — Passio di S. Giovanni, 
ebenso. 

3 Lezioni pel Sabato Santo per Sopr, 
c. Bc. 

Lamentazione seconda pel Sabato Santo, 
ebenso. 

Solfeggio per Sopr. col B. 

Alle im Ms. 

1 Messe für 2 Ten. u. Bc. (für Orgel) 
in Nie. Corsari's Istituzioni 1806. 

Im Conservatorio di Milano ist er reich- 
lich mit Mss. vertreten: 3 Messen zu 2 
und 3 Stirn, mit Bc. — Christo eleison 
4 V. c. V. e Bc. — Christus in Gm. per 
Sopr. e Coro a 3 voci di Sopr. Contralto 
e T. c. V. Va. e Bc. im Autogr. — 3 
Christus e Miserere a 2, a 3 v. c. org. 
— Miserere in Dm. ä 2 cori c. org. — 
3 Lamentazioni et oratio Jeremiae Pro- 
phetae, die 3. mit den Lezioni 1. 2. 3. 
Notturno, per Sopr. c. org. — Litanie a 
3 V. c. ripieno ed org. — Punti della 
Turba per la Domenica delle Palme e per 
il Venerdi Santo a 3 v., 2 Sopr. e B. c. 
org. — Eecordare Domine in Pm. a 4 v. 
c. V. ed org. — Regina coelo in Cd. a 
3 v: 2 Sopr. e B. (auch in Stb.). — Fuga 
in Cm. per Cembalo. Alle in Part. u. Ms. 

In der Hofb. Wien, Ms. 19 109 moderne 
Part. -Kopie: Litaniae lauret. ä 6 voci 
concei-t. c. ström, del Sig. Sperandio Na- 
poletano, c. 1750. 

Sperati, ... trat 1787 in Lon- 
don als Violoncellist auf (Pohl 2, 
371). 

Speratus, Paulus, aus dem Ge- 
schlechte der von Spretten, geb. 
13. Dez. 1484 wahrscheinlich zu 
Rottweil, gest. 12. Aug. 1551 in 
Königsberg i/Pr., studierte Theo- 
logie, neigte sich der Reformation 
zu, wurde evangelischer Prediger 
und musste sehr oft Amt u. Wohn- 
sitz wegen Yerfolgung wechseln, 



bis er beim Herzog Albrecht in 
Preufsen ein sicheres Asyl fand 
(Biogr. von Wigand, Kgsbg. 1823, 
von Cosack nebst seinen geist- 
lichen Liederdichtungen, Braun- 
schweig 1861). Von seinen Druck- 
werken gehören hierher: 

Der xxxvij psalm czu trost allen die 
gewalth vnd vnrecht leyden. Item eyn 
dancksagung nach der predig. Pau. Spera. 
(Königsbg. 1527). Die Melodien sind hds. 
eingeschrieben (Wackernagel 1 Nr. 30). 
[B. Kgsbg. 

Etüch gesang dadurch Got ynn der 
gebenedeiten muter Christi vnd opfferng. 
der weysen Heyden, Auch ym Symeone, 
allen heyigen vn. Engeln gelobt wirt, 
AUes auTs gnindt götli(;her schritt etc. Am 
Ende: Gedr. czu Königfsberg ynn Preuflen 
(1527 mutmafslich). 18 Bll. in 8» (siehe 
AVackernagel 1, Nr. 28. Doeriug S. 68 
schreibt es Sp. zu, "VVackernagel bestreitet 
es. 2 hds. eingetragene Melod. [ib. 

Etliche newe verdeutschte vnnd ge- 
raachte ynn göttlicher schrifft gegründte 
Christliche Hymnus vn. geseng . . . Am 
Ende wie vorher 1527. 8^. 12 Melodien 
in gedr. Notenlinien hds. eingetragen, die 
letzte Melodie soll von Sp. sein (siehe 
Wackernagel u. Doering 1. c). [ib. 

Sperger, Johann, Contrabassist, 
bildete sich in Wien aus, ging 
dann in die Kapelle des Kardinals 
Batthyanyi, 1780 in die des Fürsten 
Esterhazy unter Haydn's Direktion 
und 1787 in die herzgl. Mecklen- 
burgsche Hofkapelle in Ludwigs- 
lust, wo er am 13. Mai 1812 starb 
(Nekrol. Lpz. Ztg. 13, 432, welche 
den 14. Mai nennt. Kade im 
Schweriner Kat. 2, 240 nach dem 
Diarium. Dort auch sein Namens- 
zug von 1766, wo er sich Johannes 
Mathias Sperger schreibt). Georg 
Thouret schreibt im Kataloge der 
Kgl. Hausbibl. zu Berlin S. 220 
über die dort zahlreich vorhande- 
nen Sinfonien, dass sie sich durch 
Klarheit auszeichnen, einzelne sind 
gehaltreich, keine ganz wertlos. 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 



Sperger, Johann. 



224 



Sperling, Johann Peter. 



Jesus in Banden, Cantate von Tode 
1782. Ms. P. [Schwerin F. 

Chor zur Naraensfeyer 1784 mit Orch. 
Ms. P. [ib. 

Cantate. P. u. Stb. im Ms. [ib. 

Chor mit Orchesterbgltg. P. [ib. 

Ms. 16222, Hofb.Wien, in Part: Christus 
et Miserere 3 v. c. org: Christus f actus 
est. Miserere mei Deus. 

8 Arien mit Orch. Ms. P. u. Stb. 
[Schwerin F. 

2 Duette mit Orch., dito. [ib. 

Tantum ergo in C. ä 4 voci, dito. [ib. 

Offertoriura a Canto solo, V. unisono 
et org. Ms. Stb. [ib. 

Erhöre guter Himmel unser heilses 
Flehn, Eec. u. Arie im Kl.-A. [ib. 

Sinfonie in Esd. f. 2 V. A. B. 2 Clai'. 
2 Hörner. Ms. Stb. [Brüssel Cons. 

28 Sinfonien in Mss., Part. u. Stb., 
die letzten tragen die Jahreszahl 1797. 
[Berün K. H. 

Concerto per Corno ed orch. Ms. P. 
[Musikfr. Wien. 

Concerto per il Vcl. Autogr. [ib. 

6 Quartett! per il Clavicemb., V. Va. 
e Vcl. Ms. Stb. [Dresd. Mus. 

Trois Quatuors, oe. 1. Berlin, J. J. 
Hummel. 4 Stb. [Berlm K. H. 

Trio in G. f. Fl. V. u. Vcl. Ms. Stb. 
[Brüssel Cons. 

Sonata per il Clavic. Ms. qufol. 
[Dresd. Mus. 

12 Menuetti per il Clavic. 17 v 8. qufol. 
Ms. [ib. 

Die Fürstenbibl. in Schweiin-Mecklenbg. 
besitzt noch im Ms: 

30 Concerti für Orch. meist im Autogr. 
P., zu manchem auch die Stb. — 18 Kon- 
zerte fiir den Contrabass, Nr. 3 von 1778, 
einige in P., andere in Stb. — Concerto 
ä 2 Corni, 2 Ob. 2 V. Va. Fl. trav. con- 
cert, Viola concert., Contrabasso concert. 
e B. Mense JuUj- pro anno 1778. Ms. P. 

— 47 Sinfonien f. Orch. zum Teü in P., 
zum T. in Stb., oder in P. u. Stb. im Ms. 

— 10 Cassationen f. Orch. P. u. Stb. — 
Marche ä 2 Corni ex D. f. 2 V. e B. 
1782. P. — 21 Divertimenti f. Orch. — 
Notturno f. 2 Hörn. 2 Viole und Fag. P. 

— Drei Terzetti f. Orch. (?) Stb. — 12 
Menuetti a 2 V. 2 Ob. 2 Fag. 2 Cor. Fl. 
trav. 2 Clarini, Timp. e B. Stb. — Diverse 
Paiihien f. Orch. P. u. Stb. — 22 Quai-- 
tetti für Orchest. (?) Stb. — Quartette, 
17/6 1784. P. — Duette f. 2 Flöten, P. 

— 6 Sonaten f. Xlav. — Sonata per il 
Pfte. — Divertimento per il Clavic. — 
6 Piecen aus 3 Parthien ausgezogen f. 
Pfte. — Fuga ex Fis in G transposita. 



Stb. (?) — "Wegweiser auf die Orgel vor 
mich . . . 1766. Autogr. — 2 Hefte Prae- 
ludieu u. 2 Hefte Praeambulas. — Gradus 
ad Parnassum, oder Anfühnang zur regel- 
mäfsigen Composition. AUe im Ms. 

1 Adagio für 2 Viole. Autogr. Grasn. 
B. B. 

Spergher, Ignaz, bekannt durch 

6 Senates pour organo, op. 1. Venise, 
Antoiue Zatta et fils. qufol. [Dresd. Mus. 

Zatta e figlio druckte und verlegte am 
Ende des 18. Jhs. 

In der Hofb.Wien, Ms. 16556, be- 
finden sich 2 Gesänge nebst Nachrichten 
über sein Leben. Der 1. ist eine Anti- 
fona von Franc, di Sales, wozu er einen 
Bc. setzte. Der 2te ein Laudate pueri 
3 V. concertato, e con Corni da caccia 
obl. vom 28/9 1792 im Autogr. 

In B. B. Autogr. Grasn. Sonata per 
l'organo. — 6 Sonate per Cembalo. 17 BU. 

SperliiDio, siehe Bertoldo. 

Sperling, Andreas, aus Laucha 
in Thüringen, wie er selbst an- 
giebt; ist bekannt durch 

Carmina in Lauream Magistralem Viri 
. . Polycarpi Oderensis Misnici . . Viro . . 
Weckero . . et . . Eeicharto Witteberg. . . 
composita ä fautoribus amicis & commen- 
sahbus. Wittebg. 1626 Gorman. 4 BU. 
4°. Wolan jetzt thut es kom'n heran, 
3 Stroph. 3 Stirn. Die vorangehenden 
Epigramme zeigen noch einen Johann 
und Paul Sperling an. [B. Zw. 

Freundliche Einhadung in den wunder- 
schönen, vberaus frewd- vnd lustreichen 
christlichen Liebsgarten . . . Auff das hoch- 
zeitliche . . Frewdenfest des Balth. Bal- 
duini . . mit 5 Stirn, componiret . . Wit- 
tenbg. 1629 Job Wilh. Fincelius. 5 Stbll. 
40. Mein freund komme in seinen garten. 
[B. Kgsbg. 

Sperling, Johann Peter (Ga- 
briel), ein Magistrats -Sekretär zu 
Bautzen und Chordirektor an der 

Peterskirche, gab heraus: 

Principia musicae, d. i. Gründüche An- 
weisung zur Music, wie ein Music-Scholar 
vom Anfang instruiret und nach der Ord- 
nung . . soll geführet und gewiesen wer- 
den. Vorgestellet von ... Budissin 1705 
Eichter. qu40. 148 S. [ß. B. Dresd. 
Brüssel. Musikfr. Wien. 

Porta musica, d. i: Eingang zur Music, 
oder nothwendigste Gründe, welche einem 
rausicHebenden Discipul. . . beigebracht . . . 
werden müssen, durch Frag und Antwort. 



Spermalogi. 



225 



Speth, Johann. 



Görlitz u. Lpz. 1708 J. G. Laurentius. 
80. 2 Bog. [B.B. Dresden. 

Concentus vespertinus seu Psalmi mi- 
nores per annum 4 voc. c. 2 V., 3 Violis 
seu Trombouis et Bg. Budissin 1700 
Richter, fol. Stb.? [Paris Nat. 

Spermalogi, Gf..., bekannt 
durch eine 

Pastoral - Messe für 4 Singstim. 2 V. 
Ya. 2 Ob. 2 Hörn. Tromp. u. Paiikeu ad 
lib. Contrab. u. Orgel (mehr ist mir nicht 
bekannt, daher fraglich ob Drack oder 
Ms., P. oder Stb. [Prag. 

Speroiii Milanese, sein Geburts- 
ort, bekannt durch eine Galliarde 
in B. Dresden, Ms. 1030, 9. 

Sperontes singende Muse an 
der Pleisse in 2. malil 50 Oden der 
neuesten und besten musicalischen Stücke 
mit den darzu gehörigen Melodien zu be- 
liebter Clavier-Uebung und Gemüths- Er- 
götzung nebst einem Anhange aus /. C. 
Oünthers Gedichten. Leipzig 1736 auf 
Kosten der lustigen Gesellschaft, gr. 8'^ 
wie 40. 55 BU. 

— Sperontes ... 1. Fortsetzung iu 
2. mahl 25 Oden . . . Lpz. 1742. 28 Bll. 
in gr. 8° wie 4*^. 

— 2. Fortsetzung, ib. 1743. 32 Bll. 

— 3. Fortsetzung, ib. 1745. 28 Bll. 

— 1740 erschien eine Aufl. der ersten 
50 Oden in Breslau bei Korn. 

— 1741 ebendort, gednickt von Breit- 
kopf. 

— 1747 erschien der 1. Teil in 4. Axd\. 
Ib. Näheres in Viertel]'. 1, 36 von Spitta 
u. Lindner's deutsches Lied S. 15; ein 
Verfasser ist bis jetzt nicht zu ermitteln. 

Reifsmann, deutsch. Lied 1861 Ö. 82 
ein Lied. 

Exempl. besitzen B.B. 1736. 1741. 1742. 
1743. 1745. 1747. B. G. 1747. B. Hbg. 
1736. 1742. 1743. 1745. 1747. B. Kgsbg. 
1742. 1743. 1745. 1747. Joseph Müller 
in Berhn besafs die Ausg. von 1741 (siehe 
Kat. Kgsbg. S. 56 Nr. 339). Universit. 
Lpz. 1742. B. Wagener 1736 u. 1747. 
1742. 1743. 1745. Strafsburg i/Els. 1741. 
1742. 1743. 1745. Kopenhagen 1741. 
1742. 1743. B. München: 1747. 1742. 
1743.1745. Dresd. Mus: 1736. B. Lpz. 
1741. 1747. 1742. 1743. 1745 (1743 u. 
45 in einer späteren Aufl. ohne Jahres- 
zahl). Amst. 1736. Brüssel Cons. 1741 
bis 1747. 

Unter dem Pseudonym. Sperontes er- 
schienen noch vier Dichtungen (M. f. M. 
22, 225). 

Kob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 9. 



Spetli, Andreas, aus Stollberg, 
nennt sich einen Satrapen = Prae- 
fectus, Chordirektor in Westerburg 
(im Nassauischen oder Oldenburgi- 
schen? dem folgenden Drucke nach 
wohl im Xassauischen). Er gab 
heraus : 

Psalmonim Davidis, Prophetae, regii, 
Paraphrasis metrorhythmica, ad Melodias 
gallicas, et Rhythmos germanicos D. Doct. 
Ambrosü Lobvrasseri . . . exercitium scho- 
lasticae juventuti . . . Cum ... 4 vocum 
symphoniis . . . Apud Mareschallum biblio- 
polam Heidelberg. Anno 1596. 120. 8 Bll. 
36 Bog. [B. Br. B. Hbg. Karlsruhe. 
B. W. Amst. 

— Apud Palthenium in Francofurto 
Venales 1612. 12", wie oben. [B. Br. 
B. Zw. 

Speth, Johann, bez. seinen Ge- 
burtsort mit Spainshardeusi Pala- 
tinatus Superioris, Gerber 2 über- 
setzt dies in Sprinshardt in der 
Oberpfalz, und sein Amt ist Orga- 
nist im „Hohen Dohmstifft zu Augs- 
burg". Er gab folgendes Samlwk. 
heraus, welches aber keinen Kom- 
ponisten nennt. Frz. Commer gab 
10 Toccaten und 8 Magnificat da- 
von heraus und schreibt sie Speth 
selbst zu, w-as aber gegen den 
Wortlaut des Titels verstöfst, in 
dem er sich nur als Sammler bez. 

Ars Magna Consoni et Dissoni in vireto 
hoc Organico- Instrumentali Musico, vere 
& practice ab Oculos posita. Das ist: 
Organisch-Instrumentahscher Kunst- Zier- 
und Lust -Garten: in welchem Erstens, 
Zehen Lehrenreiche, auTserlesene Toccaten, 
oder Musical. Blumen -Felder: Ziveytens^ 
8 Magnific, samt denen darzu gehörigen 
Praeambulis, Versen, Clausulen etc. auf 
die 8 Chor- oder Choral-Thon eingerichtet: 
und so dann Drittens^ unterschiedUche 
Arien, mit vielen schönen Variationen, 
und andern Galanterien, vorgestellt wer- 
den etc. Von so wol Welschen als Teut- 
schen dieser unserer Zeit hochberühmten 
Meistern verfertigt, etc. zum Erstenmal 
aus denen verborgenen Musaeis, in Kupffer 
an das Tag-Liecht geben von Joantie 
Spethen, Spainshardensi Palatinatus Supe- 
rioris, in dem Hohen -Lohm-Stifft zu 
Augsburg Organisten. AUdort in dem 

15 



Speulanus. 



226 



Spiefs, Johann Martin. 



Capell-HauTs, nächst dem Hohen -Dohm- 
Stifft hey der finstem Krepten zu haben 
1693. (Augsburg bey Kroniuger u. Göbels 
Erben). qu40. 3 Ell. 96 S. Noten auf 
2 Notensystemen. Enth. 10 Toccaten, 8 
Magnific. 3 Partite (Thema mit Var.). 
[B. B. B. Wagener. C. P. 

Kömer nahm 4 Nrn. auf (Eitner 2). 
Im Eitter Nr. 94. 

Speulanus, siehe Speilier. 

Speuy, Heiiderik, war 1610 Or- 
ganist in Dordrecht (Titel). Die 
Bouwst. 1, 64 halten Henrick 
Sprmjt für denselben, der 1573 
Organist an der St. Joriskirche in 
Amersfoort mit 20 Gld. Gehalt war. 
Es bedarf jedenfalls besserer Be- 
weise, um diese Annahme zu be- 
stätigen. 

Man kennt von Speuy aus einem Auk- 
tionskataloge sein op. 1: 4 Sonate per 11 
Cembalo, apropriate al Fl. e V. Nach- 
weisbar sind: De Psalmen Davidis, ge- 
stelt op het tabulatuer van het Orghel 
ende Clavercymmel met 2 partyen . . . 
Dordrecht 1610. fol. [br.Mus. Glasgow. 

In Bouwst. 2, 213 ist ein Hendrik 
Spuy (Speci, Speuy) angezeigt, der jeden- 
falls der obige ist. Er war 1621 Organist 
in Dordrecht, gab die Pseaumes de Da^-id 
heraus, von denen sich einst im Haag 
ein Exemplar befand und erhielt 1610 
eine Verehi-ung von 60 Pond von den 
Generalstaaten für überreichte Komposi- 
tionen. 

Spiegier, Matthias, aus Mark- 
dorf in Baden, war um 1624 ff. 
Organist und Musikdirektor an der 
Kathedrale zu Konstanz (Baden). 
Titelangaben. Bekannt durch 

Sancta Maria ora pro nobis (hinter 
jedem Buchstaben ein Punkt) Cantionum 
totidem, f[uot litteras vides, fasciculus 
trium vocum Auetore Matthia . . . Eavens- 
purgi 1624 Joan. Schroterus. 4 Stb. 4^. 
22 Gesge. [B. ßr. üpsala: Bc. Hofb. 
Wien: C2. Bc. 

Olor solymnaeus nascenti Jesv, mori- 
turus ipse, praecinens: sexaginta Modu- 
lationum selectarum choro accinente I. 
II. III. IV. voc: Phonasco R: Dno. Mat- 
thia . . . (hier wird er nicht mehr als Org. 
bez.) Ib. 1631. 6 Stb. gr. 4". 60 Ge- 
sänge (den Schluss bilden Instrumental- 
werke, 4 Nrn.). Die Dedic. in Mai'is- 
burgi 2/2 1631 gez. [B. Br. Proske. 



In B. B., Ms. 18885, Part. 5. Stück: 
Teuebrae factae smit 5 voc. c. Fondam. 
6 Bll. 

Spielmaim, Johann, jur. lic, 
von 1595 — 97 Organist an St. 
Nikiaus in Strafsburg i/Els., dann 
provisorisch an der Thomaskirche 
bis zum 2 10 1599 (Lobstein 60. 84). 

Spierinck, Miguel, um 1586 
Knabensänger an der Hofkapelle 
Philipp n. von Spanien (Straeten 

8, 117). 

Im Trieuter Codex 87 lesen die Her- 
ausgeber desselben unter Nr. 25 (Denk- 
mäler der Touk. Jahrg. 7 S. 31) Spierinck^ 
ein Komponist aus dem Anfange des 
15. Jhs. Haberl in Jahrb. 1897 p. 27 
liest dagegen Piernick, ein Kyrie pas- 
cale 3 voc. Johannes Wolf in I. M. G. 1 
pag. 685 glaubt, dass letztere Lesart die 
richtigere ist, da im Ms. Cod. 684 der 
Universit. zu Padua ein Autor Peniech 
verz. ist. 

Spiefs, Christoph Paul, Studio- 
sus der Theologie, schrieb: 

Der Lehr- und weisheitsbegierige Jüng- 
ling, aus der alten sinnreichen Tafel . . . 
In einer Comoedy von jungen Knaben 
praesentirt. Nrnbg. 1659 Mich. Endter. 
kl. 8^*. 127 S. 5 Gesänge am Ende des 
1. u. 2. Aktes von Paul Reinlein, ein- 
stimmig mit Bass und die 5te dreistim. 
[Hofb. Wien. 

Spiefs, Johann Martin, nach 
G. Becker 1, 141 war er in Bern 

(Schweiz) gelD. und 1745 am Gym- 
nasium zu Heidelberg Musikdirek- 
tor und Organist am St. Peter (Titel), 
später kam er an die Kathedrale 
zu Bern. Er gab heraus: 

Davids Harpffen-Spiel, in hundert und 
funffzig Psalmen auch 342 Lieder- Melo- 
dien (wovon viel zwei- und dreyfach ge- 
setzt) mit sehr vielen aus hohen- und 
niedern- leicht- und schweren Accorden 
gesetzten Transpositionen, über die ... 
Kirchen -Gesänge in Chur-Pfaltz und an- 
deren Orten, mit denen bekannten Ab- 
weichungen, einem aus 1895 Liedern ver- 
fassten Register (siehe den vollständigen 
Titel bei C. F. Becker 4, 187/88). Erster 
Theil. Heydelberg 1745 J. J. Häners. 
gr. 4«. 2 BU. 1 Bl. mit Manieren zu 
Zwischenspielen, 128 S. Melodien mit bez. 
B. [B. Lpz. Dresd. 



Spiels, Joseph. 



227 



Spilner. 



— Geistliche Liebes - Posaune, in 342 
Lieder -Melodien (Titel ilhnhch wie oben, 
siehe 1. c. S. 188). 2. Theil. Ileydelberg, 
gedruckt im Jalir 1745. 4*^. 256 S. 
342 Choralm elod. mit bez. B. Am Ende 
wieder Manieren zu allen vorfallenden 
Accordeu. [B. Lpz. 

Musicalische Bibel-Andachten zu 1 bis 

3 Stim. mit Geueralbass und mit unter- 
mengten Flöten- und Violin-Stücken und 
concertirenden Cantaten. Herausgegeben 
von einer Privat -Music- Gesellschaft zu 
Bern 1762. 4». [B. B. Eiusiedeln. br. 
Mus. 

Spiefs (Spies), Joseph, seit 
etwa 1711 erster Violinist an der 
Hofkapelle zu Berlin mit 150 Thlr. 
Gehalt, die 1712 auf 300 erhöht 
werden (Schneider 55, H. 35). 
1718 findet man ihn als Premier- 
Kammermusikus an der Hofkapelle 
in Köthen unter Bach's Direktion 
(Spitta 2, 985. Hosaeus 7). 

Spiefs, R. P. Meinardus (Mein- 
rad), geb. 24. Aug. 1683 zu Hon- 
solgen bei Kaufbeuren, gest. 12. 
Juni 1761 im Kloster Irsee in 
Baiern, trat in letzteres 1702 ein, 
wurde von der Klosterverwaltung 
1710 nach München zur Ausbil- 
dung in der Musik gesandt, war 
dann 25 Jahre lang Chorregens in 
seinem Kloster, stieg dann zum 
Kapitular und Sub-Piior (Titel von 
1745. Kornmüller 1, 232. Verz. 
seiner Werke in Mizler's musik. 
Bibl. 3. Bd. S. 168 und sein Portr. 
ebd. 4. Teil). Bekannt sind von 
seinen AVerken: 

Tractatus musicus compositorio-practi- 
cus. D. i., Musicalischer Tractat, in wel- 
chem alle gute und sichere Fundamenta 
zur Musicalischen Composition aus denen 
alt- und neuesten besten Autoribus her- 
ausgezogen (folgen noch 12 Zeilen . . .) 
von . . . Opus VIII. Augsbg. 1745 J. J. 
Lotters seel. Erben, fol. 8 BU. 220 S. 

4 Bll. Anhang, 11 S. Kunstwörter. [B. B. 
br. Mus. Brüssel. Es giebt auch Drucke 
mit 1746 gez. in Dresden. B. Joach. 
B. Lpz. Proske. Hier auch ein Verz. 
seiner "Werke. Freising. Musikfr. Wien. 
B. M. beide Ausg. Einsiedeln. 



Cithara Davidis noviter animata, h. est: 
Psalmi vespert. 4 voc. 2 V. 2 Viele. Vio- 



lone , Org. . . op. 



Constantiae 1717 



Leon. Parcus. 11 Stb. [B. M. 

Cultus latreutico - musicus , hoc est: 
Missae 6 breves una cum 2 de Requiem 
(4 voc. c. instr.). Ib. 1719. 14 Stb. 
[B. M. 

Ms. in B. M: 27 Responsorien zu 4 St. 
mit Orgel in Stb. 

Mss. in Ottbeuren 1. Missa quadra- 
gesima ex Emoll in Cpto. et C. A. T. B. 
e Cemb. Viel. 2. Missa ex Cmoll quadra- 
ges. sexta, ebenso besetzt. 

• Ms. in Upsala, Spiefs ohne Vornamen, 
Coucerto ä 5: V. coucert., Viol. ripien. 
V. 2., Violetta, Violone et Bc. fol. 

Offertorium 4 voc. P. [Musikfr.Wien. 

Spiglii, Bartolomeo, da Prato 
(liegt bei Florenz), war um 1641 
Kapeilmeister beim Grofsherzog 
von Toscana in Livorno (Titel). Er 
ist nur bekannt durch: 

Musical Concerto d'Arie, e Canzonette 
a 1, 2, 8 3 voci, per cantare nel Gravi- 
cimbalo, ö Chitarrone. Di . . . Fiorenza 
1641 Zaoobi Pignoni. 3 Stb. fol. 19 Ge- 
sänge. [Crespano B. C. 

Spiller, . . . lebte im 18. Jh. 

Die Bibl. der Thomasschule in Lpz. 
besitzt 2 Messen in Cd. u. Fd. in Stb., 
kopiert 1785. — Die B. Zw. besitzt im 
Ms. 716 unter Joseph Spüler, vielleicht 
derselbe, eine Sinfonie in Dd. in 4 Sätzen 
(3. ein Menuet mit Trio) für 2 V. Va. 
B. 2 Ob. 2 Hörn. Ferner eine 2te Sin- 
fonie in Bd. 4 Sätze, statt 2 Ob. 2 Clari- 
netten und eine Partia in Bd. in 4 Sätzen 
f. 2 Ob. 2 Clarinett. 2 Fag. 2 Hörn. 2 
Tromp., alle in Stb. Ms. 

Spilner (Spillner) , Heinricli, 

aus Magdeburg, diente als Kantor 
zu Geithain (Sachsen) und meldet 
sich 1604 zu dem erledigten Kan- 
torat in Freiberg in Sachsen, doch 
wird üemantius gewählt (Viertelj. 
6, 492, wo aber fälschlich Geithan 
statt Geithain steht), wurde darauf 
von 1608—1611 Kantor an St. 
Katharinen in Zwickau und dann 
in Schneeberg, wo er 1636 starb 
(Kat. Zwickau Nr. 717). 

In B. Zw. 2 Motetten: Quisquis legi- 
time thalami sacra 8 voc. — Christus 
der ist mein Leben, 4 voc, beide aus 

15* 



Spina, von. 



228 



Spinoit. 



einem gröfseren gedruckten Werke in 8 
n. 4 Stbll. in 4". 

Vollhardt in seinen Cantoren Sacbsen's 
1899 führt Seite 171 noch einen Kantor 
Christian Spillner an, der von 1638 bis 
t 1679, 5. April in Kehren (Ephorie Borna) 
angestellt war. 

Spina, von, siehe Steiglecler? 

P. J. von. 

Spina, Anton und Frieclricli, 

wahrscheinlich, nach ihren Werken 
zu urteilen, Wiener Guitarristen 
des 18. bis 19. Jhs., von denen 
die Musikfr. in Wien besitzen: 

Anfangsgiünde für die Giütarre von 
Anton Sp . . . Wien, Artaria. — 5 Varia- 
tionen-Werke für Guitarre op. 17. 27. 28. 
30. 31 von Friedrich Sp . . . Wien. Dia- 
belli & Co. 

Spinacciati, Francesco, päpstl 
Sänger und 1717 Kapellmeister 
(Haberl, Kat. 70). 

Spinaccino, Francesco, Laute- 
nist aus Fossombrone, gab 1507 
bei Petrucci in Venedig 2 Bücher 
in Lauteutabulatar heraus. Es 
sind arrangierte Gesänge, Kicer- 
cari und Tänze darin. Das 1. und 
2. Buch besitzt die Kgl. Bibl. zu 
Berlin, das 4. die Hofb. in Wien, 
das 3. ist unbekannt (Schmid 85). 
Im Vorwort ein Lobgedicht auf 
Sp. von Christophorus Pierius 
Gigas in Forosemprone. Der Titel 
lautet nur 

Intabulatura de Lauto. Libro primo 
(resp. Lib. secondo) in gothischer Letter, 
am Ende die Druckfirma. Das 1. Buch 
enthält 21 arrangierte Sätze und 17 Ricer- 
cari, nur Josquin ist einigemal genannt. 
Das 2. Buch hat 33 Tonsätze und 10 Eicer- 
cari. Hier sind sämtliche Sätze mit Fr. 
Spinaccino gez. Das 4. Buch zählt auf 
dem Titel nach Libro quarto den Inhalt 
auf, ■nie Padoane, Calate (la spagnola und 
la taliana?), Tastar de corde con li soi 
recercar drietro. Frottole. Als letzte Zeile 
liest man den Namen des Komponisten 
Joanamhrosio, ist Dalxa in Mailand, wie 
auf der Rückseite des Titelbl. steht. Die 
Dnickanzeige am Schlüsse zeigt den letz- 
ten Dez. 1508 an. — Im Ms. 18 688 
einem Lautenbuche des 16. Jhs. in der 
Hofb. Wien ein Bassa-Tautz. 



Spindler, Stanislaus Franz 
Xaver, geb. zu Steingaden in 
Baiern, wo sein Vater Wundarzt 
war, gest. 8. Sept. 1819 zu Strafs- 
burg, wurde 1808 Kapellmeister 
am Dome in Strafsburg i/Els. und 
Gesanglehrer an der Normalschule. 
Er schrieb zahlreiche Kirchen- 
gesänge (Lobstein 37. 102. Lpz, 
Ztg. 21, 698. Urteil in Spohr's 
Selbstbiogr. 1, 243, auch Lpz. Ztg. 
41, 892. Siehe auch das General- 
reg. 2. Bd.). Reichard im Gothai- 
schen Kalender 1788, 128 führt 
ihn als Schauspieler in Innsbruck 
an, der folgende Singspiele auf die 
dortige Bühne brachte: 

Kaiu und Abel; Balders Tod; Die Liebe 
in der Ukraine; Pyramus u. Thisbe. Ger- 
ber 2, Schilling und Fetis geben einen 
falschen Geburtsort an und kennen nur 
seine frühere Thätigkeit als Sänger und 
Schauspieler: 1787 war er in Innsbruck 
am Theater, dann in Brunn, 1795 in 
Breslau bei der Wäserschen Trappe, 1797 
in Wien. Aufser obigen Singspielen 
führen sie noch an: Amor und graue 
Haare; Die vier Vormünder; Der Wun- 
dermann; Reue vor der That; Freitag's 
Reisen. Zum Wundermann schrieb er 
auch den Text. Nachweisbar ist nichts 
von seinen Kompositionen. 

Spinelli, Angelo. 

In der Stadtbibl. zu Lucca im Ms. P. 
eine Fuga a Quartette a corda. — Ro- 
manza per Tenor con orchestra. 

Spinelli, Fratre Feiice, diente 
im Jahre 1594 schon längere Zeit 
in der Kapelle Antoniana zu Padua 

(Tebaldini 17). 

Spinelli, (jioTanni Nicolo, 

bekannt durch 12 Cantiones, die sich 
im Donfrid 1622—1627 befinden (Eit- 
ner 1). 

Spinkli, Joseph, um 1705 Or- 
ganist in Köln (Mettenleiter 2, 98). 

Spinoit, Jean, Sänger an der 
Hof kapeile in Brüssel um 1573 
unter Herzog Alba's Regierung, 
erhielt in obigem Jahre den Ge- 
halt von 6291 Placas ausgezahlt. 



Spinola. 



229 



Spoelbergh. 



1576 wird er als Kapellan ge- 
nannt (Viertel]. 9, 396. 402). 

Spinola, Grirolamo, Bassist an 
der Hofkapelle in Wien mit 12 Gld. 
monatl. vom 1. Dez. 1564 — 1567 
(Köchel 1). 

Spinosa, Francisco, Spanier, 
1594 päpstl. Sänger (Straeten 6, 
455). 

— Juan de, Praebendär an der 
Kathedrale zu Toledo und Arci- 
preste (Erzpriester) an Sta. Olalla, 

gab heraus: 

Tratado de principios de musica pra- 
tica y tlieorica. Toledo, Arnold Guill. de 
Brocar 1520. fol. goth. Lettern (Strae- 
ten 6, 226). 

Spiridion a Monte Carmelo, 

so unterz. er die Dedic. zu 1665 
nebst dem Kloster: In nostro Car- 
melo Bambergensi ad S. Theodo- 
rum. Mehr ist von seinem äufseren 
Lebensgange nicht bekannt. Da- 
gegen sind folgende Werke nach- 
weisbar: 

Miisica Theo-Litnrgica mira sua%'itate 
repleta, styloque Eomano elaborata, com- 
plectens quator Missas, 5 vocibus, con- 
certantibus, duobus scilicet Sopr., A. T. ac 
B. decantandas, adjunctis insuper 2 V. ad 
üb. Auetore E. P. F. Spiridione de Monte 
Carmelo, ejusdem ordinis gtrict. obser. 
Provin. AUeman. super, professo Sacer- 
dote . . . Herbipoli 1668 tj-pis Eliae Mich. 
Zinek. 8 Stb. fol. 4 Messen. Näheres 
im Kat. Bohn in Breslau S. 400. [B. Br. 
Paris iSfat. 

R. P. F. Spiridionis a Monte . . . nova 
instructio pro pulsandis organis, spinettis, 
manuchordiis . . . hactenus in scientiarum 
abscondita (folgt ein langer Titelwortlaut, 
siehe Kat. Dresd. u. Brüssel fds. Fetis 
Nr. 2940) Opus in quatuor partes di Vi- 
sum . . . Neue und bis dato unbekannte 
CnteiTveisung, wie man in kurtzer Zeit . . 
Orgel und Instnmient schlagen lernen 
kann . . . Bamberg 1670 (1669—1671) 
Joh. Jac. Immel. 1 vol. fol. im Stich. 
3 BU. Text, 48, 44 und 92 S. Musik für 
Klavier, Tänze u. a. auch Beispiele von 
VerzieiTingsmanieren. [Dresd. Minoriten- 
konvent in Wien. B. Wagener nur den 
2. Teil mit der Druckfirma: Bambergae 
1671 J. G. Seuffeit 



1 Missa 5 voc. et 2 V. in Tabulatur- 
partitur im Ms. in Upsala. 

Er gab auch folgendes bisher unbe- 
kannte Samlwk. heraus: 

Musica I romana | D. D. Foggiae, Cha- 
rissimi Gratiani, | aliorumque excellentiss. 
Authorum, hactenus | tribus duntaxat voci- 
bus decantata, nunc verö . . . duobus in- 
strumentis, vulgo Yiolinis ad lib. exornata 
& aucta per R. P. . . . Bambergae 1665 
Joan. Eliae Hoffling. 6 Stb. fol. (vox 1. 
2. 3. Viol. 1. 2. Org.) Enthält Boemus, 
Chai'issimi (seil. Carissimi), Foggia 5, 
Gratiani 4, Spiridion uud 1 Anonymus, 
Summa 13 Gesge. [Paris Nat, Pirna 
1. 2. voci. 

— Vom Herausgeber ein Salve regina 
3 voc. Nr. 13. 

Si)irli, . . . gest. 1666; war Musik- 
direktor an der Kgl. Kapelle zu 
Paris neben Gobert, Robert und 
Du Mont (Biogr. Nat. beige unter 
Dumont. M. f. M. 21, 126). 

Spirto da Reggio, siehe Prato- 
neri, Gasparo. 

Spitz, Ei-icli Felix, 18. Jh. In 

Haffner's Oeuvre melees pars 8 
Nr. 6 wird er ein „Dilettante di 
Cembalo" genannt und eine Sonate 
für Klavier mitgeteilt. Ob er der- 
selbe ist, den Gerber 2 als jungen 
Violinisten im Orchester zu Ham- 
burg um 1795 anführt, möchte ich 
bezweifeln. 1797 verliefs letzterer 
Hamburg. Obiger Spitz muss 
früher gelebt haben. 

Spitzeder, Franz Anton, Te- 
norist am erzbischöfl. Hofe zu Salz- 
burg und Lehrer am Kapellhause 
in der Mitte des 18. Jhs., starb 
1796 (M. f. M. 5, 43. Peregrinus 
122). 

Spoelbergh, Vicomte Jean- 
Henri de, geb. zu Löwen um 
1767, starb ebd. 25. Febr. 1838, 
71 Jahr alt. Ein kunstverständiger 
Musikliebhaber, der zeitweise die 
Konzerte in Löwen dirigierte und 
Vieles komponierte ; angeführt wer- 
den 1 Missa solemnis u. Motetten 
mit Orchester (Gregoir, Galerie). 



Spörl. 



230 



Spontini. 



SpörPs Liederbuch, Ms. 2856 
in Hofb. Wien, auch Mondseer Hds. 
genannt. Siehe den Artikel unter 
Heinrich von Müglin. 

Spofforth, Reginald, geb. 1768 
zu Southwell (Nottingham), gest. 
8. Sept. 1827 zu Kensington, Lon- 
don, Schüler seines Onkels Thomas, 
der Organist an der Collegiate 
Kirche zu Southwell war, später 
von Dr. Cooke. Er gewann im 
Catch Club zweimal den Preis 
(Grove. Brown). Man kennt von 
ihm: 

6 favorite Canzonets. Lond. c. 1790. 
fol. [br. Mus. 

6 Glees. Book Ist. Part. London, 
qufol. [br. Mus. E. C. of Mus. Im br. 
Mus. noch, eine andere Aufl. 

6 Glees for 3 and 4 voices, ed. by 
Wm. Hawes. P. Lond. r^ufol. [R. C 
of Mus. 

6 Scotch Airs, harmonized as Glees by 
"\V. Hawes. P. Lond. qirfol. [ib. 

Fill high the grape's exiüting stream, 
Glee by E. Sp . . P. Lond. qufol. [ib. 

Mar'k'd you her eye of heavenly blue, 
Glee. Lond. P. [ib. 

A Collection of Glees, compiled from 
the unpublished Ms. of the late E. Sp . . 
carefully collated with the Originals by 
W. Hawes. P. Lond. 1830. fol. [ib. 

5 Glee's im Einzeldruck. London, 
[br. Mus. 

The newest Christmas Box, cont. a 
variety of Bagatelles for 1, 2 and 3 voic. 
op. 2. Lond. fol. — Book 2, ib. [br. Mus. 

Valentines dav. Serenade for 2 voic. 
London (c. 1800). fol. [ib. 

Im br. Mus. noch in Londoner Einzel- 
dnicken 4 Balladen, 3 Cauzonetten, 4 
Duetts und 9 Songs. 

In Lancelott^s Standard editions ein 
Gesg. mit Spofforth gez. — 3 Glees in 
Bishop's coUect. of Glees. 

— Samuel^ sein Bruder, geb. 1780, 
gest. 6. Juni 1864 zu Lichfield. Schüler 
seines Onkels, wurde 1798 Organist an 
der Kathedrale zu Peterborough imd 1807 
zu Lichfield. 

Spoletiiio, Giaiidomenieo, Scän- 
ger (Sopran) im Dienste des Kar- 
dinals von Augsburg in Kom bis 
1565 (Canal 41). 

Spolverato, Fratre Andrea, 



diente 1553 in der Kapelle An- 
toniana zu Padua als Sänger (Te- 
baldini 3). 

Spoiigia und Spoiiza, Fran- 
cesco, ist Usper. 

Spouheiiner, H . . . C . . ., gab 
1803 ein Konzert für Klarinette 
unter op. 8 heraus (Gerber 2). 

Sponsel, Joliann Ulrich, um 
1771 Superintendent und Pastor 
zu Burgbernheim (Baiern), auch 
der lateinischen Gesellschaft zu 
Jena Ehrenmitglied (Anzeige); gab 

heraus: 

. . . Orgelhistorie. Nürnberg 1771 Mo- 
nath. 8^ 167 S. [Stadtb. Augsbg. B. B. 
B. Hbg. Dresd. Lübeck. B. M. B. Lpz. 
Brüssel. Musikfr. "Wien. 

Spontini, Oasparo Luigi Paci- 
fico, geb. 14. Xov. 1774 zu Majo- 
lati (Italien), gest. 14. Jan. 1851 
ebd. Sohn eines armen Schusters, 
sollte Geistlicher werden u. wurde 
zu seinem Onkel dem Propste 
Spontini zu Jesi geschickt, um 
sich für sein Fach vorzubereiten. 
Die Liebe und Begabung für 
Musik brach sich aber trotz allem 
Verbot Bahn und er erhielt den 
Kapellmeister Quintiliaui zum Lehr- 
meister, besuchte 1791 das Con- 
servatorio della Pietä de'Turchini 
in Neapel, wo er unter Paisiello, 
Cimarosa u. Fioravanti zum Opern- 
komponisten herangebildet wurde. 
1796 kam seine erste Oper L'erois- 
mo ridicolo zur Aufführung und 
gefiel, so dass sich die Aiifträge 
bald mehrten. 1799 hatte er schon 
8 Opern auf die Bühne gebracht. 
In letzterem Jahre wurde er Hof- 
komponist Königs Ferdinand von 
Neapel, der vor den Franzosen sich 
nach Palermo geflüchtet hatte. 
Doch schon 1800 musste Sp. heim- 
lich wegen einer Liebe zu einer 
Prinzessin des Hofes fliehen und 
kam nach Rom, schrieb Opern für 
Rom und Venedig, ging dann 1803 



Spontini. 



231 



Spontini. 



nach Paris, liefs sich als Gesang- 
lehrer nieder, hatte jedoch mit 
seinen italienischen Opern daselbst 
kein Glück, trotzdem er es immer 
wieder versuchte, bis er seine 
italienische Kompositionsart auf- 
gab und die Franzosen mit der 
VestaJin überraschte. Er gab das 
italienische Parlando auf und setzte 
dafür das begleitete Recitativ, ver- 
stärkte das Orchester, fügte grofse 
Chöre ein und arbeitete äufserlich 
und musikalisch auf den Effekt 
hin. Seine Erfindungskraft war 
zwar den grofsen Aufgaben in 
keiner Weise gewachsen, doch 
verstand er die Unbedeutendheit 
in der Erfindung durch Orchester- 
lärm und Chormassen zu ver- 
decken. Am 15. Dez. 1807 wurde 
sie zum ersten Male gegeben und 
wurde ausschlaggebend für die 
künftige französische Oper, deren 
Macht erst Eichard Wagner gelang 
zu brechen. N'apoleon war ein 
grofser Verehrer von Spoutiui's 
Musik und vergafs auch nicht Sp. 
zu belohnen. Der Yestalin folgte 

1809 die Oper Ferdinand Cortc^-.. 

1810 wurde er zum Direktor der 
italienischen Oper ernannt und 
unter seiner vorzüglichen Direktion 
leistete dasselbe Aufserordentliches. 
Nach Absetzung Napoleons schrieb 
er einige kleinere Opern im fi'ühe- 
ren Stile und 1819 die Olympia. 
Paris hatte seit Napoleon's Sturze 
jegliche Anziehungkraft für ihn 
verloren und er ging daher sehr 
bereitwillig darauf ein, in Berlin 
die SteUe eines Generalmusik- 
direktors mit 4000 Thlr. Gehalt zu 
übernehmen. Hier schrieb er 1822 
Nurmahal, 1825 Alcidor und ]827 
Agnes von Hohenstaufen, die er 
aber 1837 umarbeitete. Keine 
dieser Opern erreichte nur im 
Entferntesten den Erfolg seiner 



früheren, trotz aller äufseren Pracht 
und Abwechselung. Nicht nur 
nahm die wenige Erfindungskraft 
S.'s merklich ab und das Haschen 
nach äufseren Effekten trat immer 
mehr in den Vordergrund, sondern 
seine mafslose Herrschsucht und 
Eitelkeit, die Unterdrückung We- 
ber's, erregte im Publikum einen 
Sturm der Entrüstung. Ein in der 
eleganten AVeit 1840 Nr. 253/54 
erschienener anonymer Artikel 
stellte die Behauptung auf, dass 
sich Sp. von nun ab den Befehlen 
der General -Intendanz der Kgl, 
Schauspiele zu fügen habe; dar- 
auf antwortete Sp. in französischer 
Sprache in beleidigender Weise, 
die vielleicht durch die deutsche 
Uebersetzung noch verschärft 
Avarde, so dass die Behörde An- 
klage wegen Majestätsbeleidigung 
erhob und ihn zu 9 Monaten 
Festungsarrest bestrafte. Friedrich 
Wilhelm IV. schlug zwar die Strafe 
nieder, doch als Sp. sich am 2. April 
1841 am Dirigentenpult bei Auf- 
führung des Don Juan sehen liefs, 
wurde er mit Pfeifen und Lärmen 
empfangen und als er dennoch 
das Zeichen zum Aufziehen des 
Vorhanges gab, wurde dem nicht 
Folge geleistet, so dass er den 
Platz räumen musste. Am 25. Aug. 
1841 entliefs ihn der König mit 
vollem Gehalt. Sp. ging nach Paris, 
doch als gebrochener Mann. 1848 
wurde er taub und ging nach Italien 
in seine Vaterstadt, wo er sich 
eine Gruft ausmauern Hefs und 
dem Tode entgegensah. 

C Robert, Sp., eine biogr. Skizze, 
Berl. 1S33 W. Latte. S^. — ReUstab, 
Ueber mein Yerhältniss als Eaitiker zu 
Herrn Sp. als Componisten iind General- 
musikdir. .. Lpz. 1827 Whistling. 8«». 7 
u. 149 S. — Sp. in Dei;tschland . . . Lpz. 
1830 Steinacker u. Hartknoch. 8°. — 
Oettinger, E. M: Spontini von . . . Lpz. 



Spontini. 



232 



Spontini. 



1843 Eeclam. 18". - Frz. Poland: Die 
Musik eine Sprache . . . Sp.'s Yestalin. 
Dresd. 1870. — Klagen über den Verfall 
der dramatischen Musik, aus dem Französ. 
Lpz. 1837. [B. B.] — G. Ignaz. Montanari: 
Elogio del . . . letto 26/2 1851 di Majo- 
lati, Ancona 1851 Aurelj e Comp. 8**. — 
Eaoul-Rochette: Notice historique sur la 
vie et les ouvrages de . . . Lue 2/10 1852 
Institut national. Paris, Didot. 4°. — 
(Louis de Lomenie): M. Sp., par un 
homme rien. Paris 1841. 120. — Alcib. 
Moretti: Tita di . . . Imola 1875 Galeati 
&, F. — Ferri, Aless: Eicordo della festa 
Centenario di G. Sp. Jesi 1876 Fiori. 40. 
[B. B.] — Opinion de M. Sp. les change- 
ments . . . angebunden an Projet de regle- 
ment, Paris 1809, Exemplar in B. B. — 
C. F. Müller: Sp. u. Rellstab. Beri. 1833. 

— Berüoz über Sp. von A. Gathy. Bock- 
sche Berliner Musikztg. 1851 Xr. 12 ff. 

— ErinneiTingen an Sp. in der Bock'schen 
Musikztg. Berlin 1869, 45 ff. — Sp. nach 
Mitteilungen von Karoline Bauer und 
Marschner in Allg. mus. Ztg. Lpz. 1879 
Nr. 17—19. [Li B. Berlin, Dresden und 
Brüssel findet man die meisten obiger 
Biogr. 

Verzeichnis seiner "Werke: 

Agnes von Hohenstauf en, Op. in 3 Akten. 
(Neu umgearbeitet.) P. 5 voll. Ms. 21066. 
[B.B. 

Alcidor, opera in 3 atti. Ms. P. [Mu- 
sikfr. Wien. Darmst. ein Chor, ein Krie- 
gerchor u. Marsch. P. u. Stk B. B. 
Ms. 21063, P. 

L'Eroismo ridicolo, Farsa. Eoma 1797. 
Ms. P. [Neapel. 

Fernand Cortez ou la conquete du 
Mexique. Trag, lyric en 3 actes de Jouy 
et Esmenard. Paris, Imbault. P. 1809. 
[B. B. Dresd. Mus. Musikfr. Wien. 
Brässel u. Cons. Bologna. C. P. 

— 1/2 1809. Paris, MUe. Erard. P. 
[B. M. Brüssel, dort noch Ausg. von 
Didot und von Richault 1818. Ebenso in 
Darmst. 

— Ms. P. NapoU 1820. [Neapel. 
München Oper, deutsch in P. u. St. 
Dresd. Oper dito. Paris l'opera. 

— Kl.-A. Wien, Weigl. qufol. 61 Bll. 
[Hofb. Wien. B. B. Darmst. 

— Kl.-A. Lpz., Hofmeister. [B. M, 
Dresd. Musik. Musikfr. Wien nach der 
2. Bearbeitung von 1817. Bologna. 

La finta filosofo. Dramma giocoso per 
musica. Ms. 818. 2 voU. P. qufol. 
[Dresd. Mus. 

Julie ou le pot de fleurs. Op. en 
1 acte de Jars. Paris 1805 Erard. P. 



148 S. [B. B. B. M. München Oper. 
Musikfr. Wien. Deutsch: Julie oder der 
Blumentopf. Ms. 21050 in B. B. Mai- 
land Cons. C. P. Brüssel Cons. 

Lalla Eückh. Festspiel mit Tänzen und 
Märschen. Kl.-A. Berün, Schlesinger. 
[B.B. B. Joach. Musikfr. Wien. Darmst. 

Müton. opera en 1 acte (27/11 1804 
in Paris). Paris, Erard. P. 209 S. [B.B. 
B. M. Dresd. Mus. B. Lpz. Musikfr. 
Wien. C. P. Biüssel. Brüssel Cons. 
München Oper im Ms. Darmst. deutsch, 
Ms. 21055 in B. B. 

Nurmahal oder das Eosenfest con Casch- 
mir. L^'risches Drama in 2 Abthlgen. 
K1.-A. Berlin (1824) Schlesinger. [B.B. 
Dresd. Mus. Musikfr. Wien. 

— Ms. P. [München Opernarchiv. 
Darmst. 

Olimpie. Tragedie Iviic en 3 act. de 
Dieulaföc et Brifant. Eepres. 27/2 1826. 
Paris, Erard. P. 3 voU. fol. [B. B. 
B. M. Brässel Cons: 12/12 1819. Pai'is, 
Delahaute. Darmst. 

— Ms. P. [Dresd. Oper. Neapel. 
München Oper. Paris l'opera. Darmst. 

— Kl.-A. von Leidesdorf. Wien, 
Steiner & Co. [Dresd. Mus. Musikfr. 
Wien. 

— Kl.-A. Beri., Schlesing. [B.B. 
B. M. Dresd. Mus. u. Einzelnes. Darmst. 

— Kl.-A. Paris, Brandus et Dufour. 
[Paris l'opera. 

— Autogr. des Finale in der ursprüng- 
lichen Fassung. [B. M. 

Belage ou le roi de la paix, op. en 
2 act. de Jouy. [Autogr. in Neapel; 
Pelagio, 1814. Paris l'opera. P. Ms. 

— Im Kl.-A. Paris, Erard, gez. 1814 
als Kapellmeister des Conservat. zu Ne- 
apel. [B. B. Darmst. 

I Puntigli delle donne, Farsa. Eoma 
1796. [Autogr. in Neapel. 

La Vestale, Tragedie en 3 act. (Paris 
15/12 1807.) Paris, Erard. P. 2 voll. 
[B.B. B.M. Musikfr. Wien. Dresd. Mus. 
Brüssel u. Cons. Bologna. Darmst. Mai- 
land Cons. E. C. of Mus. C. P. 

— Bologna Part, bei Imbault und bei 
Richault. Brüssel Cons. bei Eichault und 
bei Guidi in Florenz 1876, 2 voU. 

— Ms. P. 3 voll. [Bologna. Mün- 
chen Oper. Neapel (1809 aufgef.). Pai-is 
l'opera. Hofb. Wien 16165. Deutsch, 
Ms. 21058, P. in B. B. 

— Kl.-A. von Zulehner. Eltville, Georg 
Zulehner. [B.B. B.M. Darmst. 

— Kl.-A. von Leidesdorf. Wien, Steiner 
& Co. [Dresd. Mus. 

— K1.-A. Berlin, Comptoir. [Dresd. Mus. 



Spoutini. 



233 



Spontoni, Alessandro. 



— Kl.-A. Lpz., Hofmeister. [Bologna. 
Schwerin F. 

— Kl.-A. C. F. Peters. [B. B. B. 
Kgsbg. Mailand Cons. Dresd. Mus. zu 
4 Hd. von Ebers. 

— Kl.-A. Braunsckweig, Meyer jr. 
[B. Kgsbg. Einsiedeln. 

Les Dieux rivaux ou les fetes de 
Cythere, op.-ballet en 1 acte 21 6 1816 
Paris, ist Sp. mit Persuis, Berten und 
Kreutzer beteiligt. [Paris Fopera. Darmst. 
ein Teil davon. Musikfr. Wien ein Trio. 

— Arrang. pour harmonie par E. Ge- 
bauer. Paris, Erard. in Stb. [B. B. 

Aria buffa in Negri's (M. A.) Raccolta. 

Arietta u. Romanze. Berlin, Sclüe- 
singer. [B. B. 

Borussia. Preuls. Volksgesang f. Orch. 
Part. Schlesinger. [B. B. Schwerin F. 
Musikfr. Wien. 

— Kl.-A. ib. [B. B. B. Kgsbg. 

— 4hdg. ib. [B. B. 

— Ricordi. [B. B. Neapel im Ms. 

Cavatina „Oh ciel! piü non e", nell 
opera Fernando Coitez. Kl.-A. Müano, 
Ricordi. [Dresd. Mus. 

Cavatina: Se le donne mi, u. 2 Arien. 
[Berlin Singak. 

Die Cimbern. Kriegsgesg. f. 3 Mst. 
mit Pfte. Schlesinger. [B. B. 

Concorso pel posto di quarto maestrino 
nel Consei-vat. della Pietä de'Turchini. 
[Ms. B. Neapel. 1795. 

3 Duos Italiens. Klav. -Ausz. Paris, 
Auguste le Duc et Co. fol. [Dresd. Mus. 

Hymne, Milton f. Tenor, in P. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Duetto ,.Lo sposo che vo'scegliere", 
per Sopr. e B. nell'opera L'Eroismo ridi- 
colo. Ms. P. [Maüaud Cons. 

Scena ed Aria „Sentimi, o padre amato", 
per Sopr. nell'opera Sofronia ed Olindo. 
Ms. P. [Mailand Cons. 

Spontiui's Lebewohl an seine Freunde 
in Berlin, Gedicht u. Musik von . . . Berl., 
Trautwein & Co. [B. B. 

Motette pleno. Ms. Stb. [Neapel Tur- 
chini. 

La peche de l'ambre, chant de Prasse 
Orientale. Duett 1832. Autogr. [Ber- 
Hn K. H. 

Preufsisoher Kriegergesang, f. T. mit 
Chor u. Pfte. Beri., Crantz. [Dresd. 

Le Pleurs da Bearnais. Romance sur 
la Mort par Delagarde. Paris, Erard. foL 
[Dresd. Mus. Musikfr. Wien. Darmst. 

A quinze ans, de Gayrai'd. Berl., Stern 
& Co. [B. B. 

4 Romances, 3 a 1 voix et 1 noct. 



a 2 voix av. Pfte. Berl., Schlesinger. 
[B. B. 1—3. B. M. 1—4. 

Tout Deuil. Romance sur la Mort de 
S. A. R. Mons^ le Duc de Berry. Paris, 
Erard. fol. [Dresd. Mus. Musikfr. Wien. 
Darmst. 

Stances sur la Mort de S. A. R. Mon- 
seigner le Duo de Berry par Desaugiers. 
Paiis, Erard. fol. [Dresd. Mus. Darmst. 

Sensations douces, melancolique et . . . 
Paris, auteur. fol. (nennt sich KapeUm. 
des Conserv. zu Neapel). [B. B. 

La Nouvelle Valentine. Stances ele- 
giaques sur la Mort par Mad. P. Paris, 
Erard. fol. [Dresd. Mus. Darmst. 

Voici le roi, fran9. fidele. Paris, Erard. 
[B. B. 

Zephir und die Träume, Gesg. m. Pfte. 
Schlesinger. [B. B. 

Bacchanale ä gr, orch. Ms. 23 Stb. 
[Liege. 

Gr. Bacchanale en harmonie milit. 
Paris, Boieldieu. [B. B. 

4 Fackeltänze von 1822. 23. 25. 29 f. 
Pfte. ges. Schlesinger. [B. B. Dresd. 
Musik 1 Takelt. B. M. der von 1823. 

Mai'cia dell'Opera: La Vestale ä 2 
Trombe, 2 Cors, 2 Ob. 2 Clar. 2 Fl. 2 Fag. 
e Basso, etc. Ms. fol. P. [Dresd. Mus. 

Grofser Sieges- u. Festmarsch f. Orch. 
Schlesinger. Part. [B. B. Musikfr.Wien. 
Einsiedeln. 

— f. Pfte. ib. [B. B. Musikfr.Wien. 

— ä 4 ms. ib. [B. B. 
Siegesmarsch f. Orchester u. 1 Brief 

von 1843 im Autogr. [B. B: Landsberg. 

Allegretto marziale, Autogr. B.B.,Grasn. 

Ballo marziale, evoluzioni militari e 
Preludio ai combattimenti ed alla Vittoria 
sul campo di Marte. Ms. P. [Mailand 
Cons. 

Les Charmes d'une fete, divertissement 
pour le Pfte. Vienne, Pennauer. Mai- 
land Cons. 

Ein Brief im Autogr. 12 4 1845 aus 
Paris. [R. C. of Mus.] In Ernst Rudorffs 
Briefe von Weber (M. f. M. 32, 210) 
1 Brief. 

Spontoiie, II, ist Bartolomeo 
Si)Oiitoni. 

Si>ontoiii (Spontone), Alessan- 
dro, Br Lider des Bartolomeo, geb. 
zu Bologna, um 1585 Kapellmeister 
am Dome zu Forli (Titel. Vogel 
2, 218 Anmkg.). 

... n 1. lib. de Madrigali a 5 voci, 
insieme doi ä sei . . . Ven. 1585 Gar- 
dano. 5 Stb. 4«. 23 Madr. [B. D. 



Spontoni, Bartolomeo. 



234 



Sporer. 



Hofb. "Wien: C T. 5a. Bologna. Rom 
Cecilia. Bologna Petronio. 

In Piocioni's 3. lib. Canzoni 1582 : Di 
mille fiori und Orsa gentil, 5 voci und 
in dessen 4° libro 1582: Vaghi fioretti 
5 voci. — In Franc. Lucino's Gemme 
Madrig. 1590 ein Madrigal. — Aus obigen i 
Madrigalen von 1585 drei Nrn. in Paii., 
Ms. T 167 in B. B. 

Spontoni (Spontone), Bartolo- 
meo, aus Bologna gebürtig, starb 
nach 1588. Schüler des Nicolo 
Mantovano; war Kapellmeister an 
der Kathedrale zu Verona (Titel. 
Vogel 2, 218 Anmkg. 3. Näheres 
in Gaspari's Memorie risguardanti 
la storia dell'arte musicale in Bo- 
logna al 16 secolo; Pougin im 
Auszuge). Von seinen Komposi- 
tionen kennt man: 

. . . Missarum quinis, senis et octoais 
vocibus, üb. 1 . . . Ven. 1588 Amadinus. 
8 Stb. 40. 4 Messen. [Hofb.Wien: A. B. 
Bologna kompl.. auch in hds. P. 

In Ms. 15942 Chorb. in Hofb.Wien: 
Pueri hebraeoi-um 5 voc. — Lumen ad 
revelationem 5 v. — Ms. 16703,6: Bene- 
dicite omnia opera, 8 v. — 16708 Chor- 
bücher in fol. zu 4 — 33 Stim., das 3. 
Chorb. fehlt, die Motetten bis 8 Stim. 
sind komplett, enth. von Sp. 8 Psalmen 
und 3 andere Gesge. zum Teil kompl. 

... H 1. Hb. di Madrigali a 4 voci . . . 
Vineg. 1558 Scotto. 4 Stb. qu40. 33 
Madr. [R. C. of Mus. Bologna: A. T. 

... II 1. lib. de Madr. et Canzoni a 
5 voci, con uno Dialogo ä 8 . . . per Ant. 
Gardano stampato & dato in luce . . . 
Yen. 1561 Gard. 5 Stb. qu40. 32 Ge- 
sänge. [Verona S, f : A. T. B. 

... II 2. lib. de Madr. a 5 voci con 
una Canzone (wie vorher). Ib. 1567. 
5 Stb. qu40. 37 Nrn. [Bologna: T. 

Lib. 3. de Madr. a 5 voci di . . . Yen. 
1583 Ang. Gardano. Ediert von seinem 
Sohne Ciro Spontone. 5 Stb. 4P. 27 
Madr. [B. M. B. D. Hof b. Wien: C. 
T. 5a. Bologna: 5a. 

In alten Samlwken. 14 Gesge. (Eitner 1). 
Dazu kommen noch 2 Gesg. in Blessi's 
Samlwk. 1564. — In Galilei's Fronimo 
1584: Ben sapero io 5 v. — In Franc. 
Lucino's Gemme Madrig. 1590 zwei Ge- 
sänge. — In Azzaiolo's 1. lib. Yillotte 
1557: La verginella e simile, 4 v. — In 
Com. Antonelü's I dolci frutti 1570: Ove 
che posi c. 2. p. 5 v. — In G. B. Mosto's 



H 1. fiore della Ghirlanda, 1577: B vago 
e lieto aspetto 5 v. — In Yincenti ed 
Amadino's Musica de diversi 1584: Deh 
morte vien 8 v. — In Ang. Gardano's 
Dialoghi musicaü 1590: Alma se stata 7 v. 
Ch'io scriva di costei 7 v. — In Ama- 
dino's Florindo 1593: Beata morte, 5 v. 
Im Ms. 19426 ein Chorb. des 17. Jhs. 
der Hofb. Wien unter Nr. 3 ein Pueri 
Hebraeorum 5 voc. und in Chorb. 19428 
Nr. 19: Lumen ad revelationem gentium, 
5 voc. 

Spontoni, Carlo, aus Bologna, 
lebte in der 2. Hälfte des 18. Jhs. 
Die B. in Bologna besitzt von ihm 

im Ms. 

Chirie 4 voc. concertato c. strum. e 
ripieni, composto nel 1776. P- 15 Bll. 

Te, crudele, invan chiamando, Ana per 
B. c. Orch. P. 12 Bll. 

Belle luci vezzosette, Cavatina p. Ten. 
c. orch. P. von 1790. 

Im Archiv der Kapelle Antoniana zu 
Padua befinden sich auch Kompositionen 
von ihm. 

Spontoni, LodoTico, aus Forli. 
Ein Amt ist nicht bekannt, da- 
gegen folgende Druckwerke: 

Mottetti a 8 voci di L . . S . . Libro 2. 
Nouamente dati in luce. Yen. 1609 Ang. 
Gardano & FrateUi. 9 Stb. 4». 21 Mot. 
Die Dedic. ist vom Neffen Francesco 
Spontoni gez. [Bologna fehlen C 1. 2. 
B. A: 5 Stb. u. Bc. B.Br: 8 Stb. ohne 
Bc. TJpsala, ohne Bc. 

... II 1. lib. de Madrigali ä 5 voci 
nouameute . . . Yen. 1586 Yincenzi. 5 Stb. 
40. 21 Gesge. [B. Hbg. Bologna: C. 
Venedig Mai-co: 5 a. 

— In Bologna eine moderne Partitur. 

Im Ms., B. L., Emendemus 8 voc. 
Respexit Elias 8 voc. — In Paolo Botac- 
cio's 1. lib. delle Canzoni a 4 et 8 v. 
1609 eine von Sp. — Die beiden obigen 
Motetten in B. L. im Samlwk. Schadaeus' 
1611 (Eitner 1). 

Im Ms. B. Br. 8 latein. Motetten. 

Sporek, Franz Anton Graf Ton, 
ein guter Orgelspieler um 1696 
and Beförderer der Kunst und 
ihrer Jünger (Mattheson 1, 413. 
Gerber 1 ausführlich und Forts, 
im Gerber 2). 

Sporer, Thomas, ein berühmter 
Komponist, der um 1534 gestorben 
sein muss. Sixt Dietrich veröffent- 



Spork. 



235 



Springer, Mailin. 



lichte in Strafsburg in diesem 
Jahre einen Epicedion, in dem er 
ihn „musicorum principis'' nennt 
(s. d.). Im Briefe vom 2S/9 1534 
an Amerbach nennt er ihn seinen 
lieben Bruder, dem er das Epice- 
dion gemacht habe. Er scheint in 
Strafsburg gelebt zu haben, da es 
durch einen Hans von Strafsburg 
in den Druck gegeben wurde, wie 
Dietrich sagt (M. f. M. 7, 125). 

8 deutsche Lieder in Samhvk. von 
1535 e und 1536 a (Eituer 1). Das Lied: 
Lassa laufen, 4stim. in P. M. f. M. 26, 48. 

Spork, Johann Wenzel Graf 
TOn, wurde 1764 Hof- u. Kammer- 
musik-Direktor an Graf Durazzo's 
Stelle (in Wien), blieb hier bis 
1775, ging später nach Prag und 
starb dort 1803 (Jahn 1, 92). 

Spotorno, Agostino, von 1740 
bis 1775 Bratschist an der Hof- 
kapelle in Turin mit 950 Lire 
(Ricordi, Gazzetta 1891, 457). 

— Camino, von 1778—1785 
Vcllist. mit 250 L. (ib.) 

— Carlo, von 1775—1782 Oboist 
mit 400 L. Gehalt (ib). 

Spourny (Spourni, vergleiche 
Spurni), Wenceslaus Joseph. Es 
scheint fast, als wenn Spurni und 
Spourny ein und dieselbe Person 
wäre, trotz der verschiedenen Yor- 
namen. Ueber obigen berichtet 
Pougin, dass er im Dienste des 
Prinzen von Carignan stand und 
bei Leclerc in Paris Sonaten für 
2 Violoncells als opus 4, 12, 13 
u. 14 herausgab. Auch Spurni's 
Werke erschienen in Paris und 
London. Mit obigem Namen sind 
folgende Kompositionen gez: 

Divertissement nouvelle conipose de 
6 Symphonies ä 4 parties, oe. 10. Paris, 
[üpsala in Stb. 

3. Concerto pour 3 V. et B. et 3 Sim- 
plionies ä 2 V. et 2 B. Paiis. [ib. 
in Stb. 

Six Sonatas for a german flute a V. 
and Tli. B. Composed in a familiär Stile. 



London, Jolin Simpson. 3 Stb. [B. Wa- 
gener. 

Das letztere "Werk ist entschieden das- 
selbe, was unter Spurni im br. Mus. an- 
gezeigt ist. 

Der Kat. der Uuiv.-Bibl. in Eostock 
schi-eibt : Wenzel Spurni lebte 1770 in Paris 
und besitzt die dortige Bibl. 1. Parthie a 
Liuto obl. e duoi V. e B. Ms. in Tabu- 
latur und Stb. — 2. Parthien für 2 V. 
col Cor de chasse e Vcl. M. Stb. 

In Darmst. unter Spoiu'ni ohue Vor- 
namen: Trios ä 2 V. et B. Ms. Stb. 
5 Nrn. 

In Bononcini's Six Solos for 2 Vcl. 
1 Spourni. In J. Simpson's Pocket Com- 
panion 1 Nr. für Flöte. 

Spremherger, David, 

kommt im Ms. 18828 Nr. 20, eine 
Cantus- Stimme des 17. Jbs. mit „Can- 
torum coctus" 5 voc. vor. [Hofb. Wien. 

Spreng, Johann Jakoh, der 

Dichtkunst u. griechischen Sprache 
öffentlicher Lehrer zu Basel (Titel). 

Er gab heraus: 

Neu verbesserte Uebersetzung der Psal- 
men Davids nach den üblichen Singweisen 
mit 4 Stirn, herausg. von . . . Basel 1(71 
Joh. Jak. Fück. 12«. 468 S. [Hofb. Wien. 

Auserlesene, theils alte, theils neue 
Fest- Nachtmahls- und andere Gesänge 
zum Gebrauch der Kirche zu Mühlhausen. 
Nach den üblichen Singweisen mit 4 Stim. 
. . . Basel 1777 Flick. 120. 168 S. [ib. 

Biographisches teilt Brummer und die 
Konversations-Lexika mit. 

Sprewitz, F . . . H . . . D . . ., 

gab 1797 op. 1 heraus, ein Andante 
mit 8 Variationen für Klavier (Gerber 2). 
Im Konservat. zu Brüssel befinden sich 
von ihm in Petersburger Di-ucken (wo er 
wohl gelebt haben wird) obiges Andante, 
Petersburg, Gebrüder Sprewitz und 2 Quin- 
tettes pour Pfte. 2 V. 2 A. et Vcl. Ibid., 
Bearbeitungen nach Haydn'schen Sin- 
fonien. 

Springer, . . . trat 1791 in Lon- 
don als Waldhornist auf (Pohl 2, 
373). 

Springer, Martin, muss kurz 
vor 1702 in die Hofkapelle in 
München mit 400 Gld. aufgenom- 
men sein, erhielt aber während der 
österreichischen Besetzung Baierns 
(1702—1713) nur 200 Gld. (Kreis- 
archiv). 



Spruyt. 



236 



Stabile, Annibale. 



Spruyt, Henrik, 1573 Organist 
an der St. JoriskircJie zu Amers- 
foort (Bouwst, 1, 64). 

Spuiitoiii, Carlo, aus Rom, ein 
Opernkomponist, der von c. 1784 
bis 1791 mehrere Opern in Italien 
auf die Bühne brachte (Gerber 2 
und Fetis führen sie an). 

Spurni, Christian (die Lexika 
verz. ihn auch unter Spourni). 
Gerber 1 kennt nur seinen Aufent- 
halt in London und Paris, während 
Fetis schreibt: geb. in Mannheim, 
trat als Kontrabassist 1763 ins 
Orchester der italienischen Oper 
in Paris, ging gegen 1770 nach 
London u. wurde am Kgl. Theater 
angestellt. Auf seinen Drucken 
nennt er sich Spurni, aber auf 
denjenigen in Samlwken. wird er 
Spourni geschrieben (siehe auch 
Wenzel Joseph Spourny). 

Im br. Mus. befinden sich unter Chri- 
stian Spurni: 6 Sonatas for a gerra. 
flute, a V. aud a Th. B. for the barps. 
or Vcl. London, c. 1775. fol. 

In folgenden Samlwk. ist er nur mit 
Spourni gez. 1. Ein Solo für 2 Vcl. in 
G. B. Bononcini's Six Solos, Nr. 5. 2. In 
J. Simpson's 6 Solos ein Solo f. 2 Vcl. 

Sittard 2, 124 fand einen Kontra- 
bassisten (Violinisten) Spurni 1731 an 
der Hofkapelle in Ludwigsburg (Stuttgart) 
mit 500 Gld. Gelialt. 

Spuy, siehe Speuy, Hendrik. 
Squarcialupi, Antonio di, aus 

Florenz, wird auch Antonio degli 
organi genannt. Ein berühmter 
Orgelvirtuose des 15. Jhs., von 
dem sich aber bisher keine Kom- 
positionen gefunden haben. Er 
lebte 1450 zu Siena und 1467 in 
Florenz am Hofe der Medici und 
war Organist an der Kathedrale 
Santa Maria. Er starb daselbst 
1475. 

2 Briefe sind abgednickt in M, f. M. 
17, 5, doch irrt der Herausgeber Otto 
Kade, indem er den 100 Jahre älteren 
Eainero auch für den obigen hält. Einer 
der obigen Briefe deutsch in La Mara 1, 1. 



Ambros 2, 487 und Ritter p. 6 schi-eiben 
seinen Namen Sguarcialupi. Sein Bildnis 
in Marmor befindet sich am Eingange 
zum Dome in Florenz. Eine Hds. in 
der Bibl. Laurenziana zu Florenz, sign. 
C. LXXXVII, die sich einst im Besitze 
Sq.'s befand, enthält Kompositionen des 
15. Jhs. Pougin verz. die Namen der 
Komponisten. 

Squire, Pliillip, um 1625 Mit- 
glied der Kapelle Karl L von Eng- 
land (Hawkins 4, 370). 

Sreeve, John, ein englischer 
Musiker des 18. Jhs., von dem 
das br. Mus. besitzt: 

The divine musick scholar's guide, 
belüg a . . . coUection of Psalm Tunes, 
Hymns and Anthems. London 1740. 4". 

The Oxfordshire Harmony: contaming 
a selected number of Hjmins, Anthems 
aud Chants, Canons etc. in 3 and 4 pts. 
for voices & org. vol. 3. London 1741. 
qu40. 

The Oxford Harmony, being an Intro- 
duction to the art of Music. Printed 
from plates, on one side of the leaf only. 
London 1741. quS". [R. C. ofMus. 

Staab, Pater Odo, geb. 23. Juli 
1745 zu Frauenstein im Rheingau, 
wurde Mönch und Professor der 
Tonkunst an der Universität in 
Fulda. 

Er schrieb eine „Anweisung zum ein- 
stimmigen Choralgesange" (Kornmüller 1, 
Fulda). Gerber 2 fügt dem bei, dass die 
Anweisung in Fulda 1779 bey J. Jac. 
Stachel in 8*^ erschienen ist, ferner führt 
er die Kantate „Der Tod Jesu" an. 

Stabile, Annibale, aus Padua 

geb., Schüler Palestrina's, bekleidete 
seit Sept. 1575 den Kapellmeister- 
posten an S. Giovanni di Laterano 
zu Rom und kam von da im Mai 
1576 an das deutsche Kollegium 
(„in alma vrbe coUegii germanici 
musicae magistri" heilst es auf 
den Titeln von 1585 bis 1590). 
Steinhuber in seiner Gesch. des 
Collegium germanicum, Bd. 1, 119, 
verz. ihn als Kapellmeister von 
1578 bis 1590; von da ging er 
an die Kirche San Maria Maggiore 
in Rom. Die Annahme, dass er 



Stabile, Annibale. 



237 



Stabinger. 



1595 gestorben ist, stellt sich als 
Irrtum heraus, denn nach Yin- 
cenzi's Samlwk. Lilio von Musikern 
an der polnischen Hofkapelle zu 
Krakau unter König Sigisnumd III. 
von 1604, wird er als Mitglied der 
Kapelle genannt (Eitner 1, 238: 
1604). Nachweisbar sind von 
seinen Kompositionen: 

. . . Saciarvm Modvlationvm Quae qui- 
nis, 6, & 8 vocibus coucinuntiir. Lib. 2. 
Veo. 1585 ADg. Gardauus. 6 Stb. kl. 40. 
20 Nru. Dedic. in Rom im Jiüi gez. 
[B. D. B. B. fehlt 6 a. 

. . . Sacrarvm Modvlationvm (wie oben). 
Lib. 3. Ib. 1589. 6 Stb. 4". 21 Mot. 
[B. D. rsiehe M. f. M. 2, 91). 

Hymnus 4 vocum, de gloria paradisi: 
Petri Damiani Cardiualis Üstiensis, ex 
dictis D. Angustino. Dilingae 1590 Joan. 
Mayer. 4 sU. 4P. 1 Gesg. in 4 Teilen. 
[ß. B. 

... II 1, lib. de Madrigal! a 5 voci. 
Ven. 1572 le figliuoü di Ant. Gardano. 

5 Stb. qu40. 29 Madr. [B.B: T. 

— II 1. üb. ristampati. Vinegia 1586 
riierede di G. Scotto. 5 Stb. 40. Der 
Inhalt variiert bedeutend, 22 Madr. Vogel 
giebt von beiden Ausg. das Reg. 2, 221. 
[ß. D. Vened. Marco: 5a. 

... II 3. lib. de Madr. a 5 voci . . . 
Vineg. 1585 Therede di G. Scotto. 5 Stb. 
4". 22 Madr. [B. D. B. M. 

Siehe Nauino, Giov. Maria, Madrigali 
a 3 voci 1581 u. 1587. 

Mss. in Bibl. Berlin: W25, 7 Mot. zu 
5—8 St. in P. — T167, 2 Madr. zu 

6 St. in P. — 21000, 18 Madr. aus 1585, 
5 voc. in P. 

In B. Br. im Ms. 4 lat. geistl. Gesge. 

Hymnus 4 voc. De gloria Paradisi, 
aus 1590. 5 Gesge. Ms. P. [Berlin 
Kircheninst. 

In B. L. 7 Gesge. zu 4—8 Stim., 
siehe Kat. 

In B. M. 3 Litaniae 5 et 8 voc, 2 Mo- 
tetta 5 voc. in P. 

In B. Zw : Hodie Christus natus est, 
8 voc. in Stbll. fol. 

In ß. Brieg, Nr. 34, 8 und 53, 8 der 
Tonsatz: Kyrie eleison, Chiiste exaudi, 
8 voc, die sich gegenseitig ergänzen. 

In B. Basel, in Tabulaturjjart: Ili sunt 
qui venerunt 8 voc. Ms. FIX 43 Nr. 22. 

In B. M. Ms. 257, 39 eine Mot. in 
Orgeltabulatur. 

38 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1), 
dazu kommen nach Vogel: In Moscaglia's 



2. lib. Madr. 4 v. 1585: La bella bianca 
mano. — In Pompeo Stabile's 1. üb. 
Madr. 6 v. 1585: Vincono a mezzo di 
secure, c. 2. p. — In Eel. Anerio's Le 
gioie Madr. 5 v. 1589: A questo tuo fa- 
moso. — In Vincenti's Cauzonette 1591: 
Ohime partito. Donna tue chiome. — In 
Amadino's Plorindo 1593: Va inculta par- 
goletta 5 v. — In Vincenti's Nuova spoglia 
1593: La bella bianca mano 4 v. — In 
Phalese's Paradiso 1596: Chiari cristalli. 
II ciel fermossi. A questo tuo famoso 5 v. 
— 4 Tonsätze in Contrapunto 2. 

lu neuer Ausg. 1 Mot. 8 voc. (Eitner 2). 

Stabile, Pompeo; über sein 
Leben ist nichts bekannt. Die 
Dedic. zu folgendem Druckwerke 
unterzeichnet er in Genua am 
27/8 1585. Da er von Annibal 
Stabile zwei Madrigale aufnimmt, 
könnte man schliefsen, dass er mit 
ihm verwandt oder der Bruder 
desselben sei. Der Druck ist be- 
titelt: 

... II 1. lib. de Madrigali a 6 voci 
Nouam. composti ... In Ven. 1585 Gar- 
dano. 6 Stb. qu40. 21 Madr., 2 von 
Annibale St. [B. D. Basel. Rom Cecilia. 
br. Mus: C. 

Im Samlwk. 1591 ein Madr. (Eitner 1) 
und in G. L. Primavero's 7. lib. Madr. 
1585: La ver Aurora, c 2. p. 5 voci. 

Stabinger, Mathias (Stabingber. 
Gerber 2 nennt ihn Staubingerj, 
gegen 1750 geb., gest. zu Yenedig 
gegen 1815. Er lebte um 1775 
zu Paris als Flötist und gab dort 
1776 zwei Bücher Flöteukomposi- 
tionen heraus. Yen da ging er 
nach Mailand und schrieb für das 
Scalatheater die Oper „Calipso 
abbundonata'' und 1779 fürs The- 
ater la Canobbiana das Ballet „La 
Sconfitta delle Amazone" und 
„Avventure dlrcana". Dann für 
Florenz um 1784 „L'Astuzzia di 
Bettina", eine opera buffa, die auch 
in Genua und Dresden zur Auf- 
führung gelangte. Von hier ging 
er nach Neapel und gab ein Jour- 
nal für Musikpiecen heraus, end- 
lich siedelte er sich in Yenedig 



Stackeiberg. 



238 



Staden, Johann. 



an. "Weiteres ist unbekannt. Fetis 
und Gerber 2 verz. nocli eine An- 
zahl Instrumental werke, die in 
Venedig erschienen. Bekannt sind 

mir: 

Astuzie di Bettina, opera com. in 2 atti, 
Fiorenza 1784. Ms. P. [C. P. Das Text- 
buch im Opernarchiv zu Turin. 

Quartette per il Flaute, V. Va. e Vcl. 
in Stb. [Musikfr. Wien. 

Sei Trii per 2 V. e B. Ms. Stb. und 
2 Duetti per 2 Fl. im Ms. [Maild. Cons. 

Trio f. Streichinstr. Duetti f. 2 Flöten 
im Ms. in Padua. 

Stackelberg-, Ch . . . (x . . ., lebte 
am Ende des 18. Jhs. bis ins 19. 
hinein und ist bekannt durch: 

12 Variation pour le Pfte. Vienne, 
Hoffraeister et Co. qufol. [Dresd. Mus. 

Der Kat. der Kgl. Hausbibl. in Berlin 
verz. ein Fräulein von Stackelberg mit 
einer Ecossaise von Himmel 4hdg. ge- 
setzt. Lpz., Kiihnel. Auch für 2 Pfte. 
gesetzt, als oeuvre posthume, bei Schle- 
singer gedruckt. 

Stad (Stady), Franz, kam im 
April 1760 als Violinist nach 
Kassel, verliefs 1761 die Stellung, 
kehrte aber im Sept. 1763 wieder 
zurück und wurde 2. Konzert- 
meister mit 666% Thlr. Gehalt; 
1764 ging er abermals fort. Er 
soll schliefslich ganz herunter ge- 
kommen sein und in Kneipen auf- 
gespielt haben (Apell). Fetis be- 
richtet noch, dass er 1765 sich in 
Paris aufhielt und dort ein Opus 1, 
6 Sonaten f. V. u. B. herausgab, 
dann in Strafsburg ins Theater- 
orchester eintrat. 1782 machte er 
eine Keise nach Wien, wo er 
37 Variationen f. V. herausgab. 
Beide Drucke haben sich erhalten: 

Six Senates pour Y. et B. Paris, 
Sieber. fol. [br. Mus. 

37 Variations pour le V. et B. Yienne, 
Toriceila. 2 Stb. [B. B. br. Mus. 

1 Sonate aus obigen 6 Sou. im Alard, 
5. Serie (Eitner 2). 

In Whistling's Handbuch sind noch 
Exercis p. V. Paris, Sieber angezeigt. 

. Stadelmayer (wie er sich nie 
schreibt, aber in den Lexika so 



genannt wird), siehe Stadlmayr, 
Johann. 

Stadelmayer, Mathias, tritt im 
Jahre 1769 als Violinist in die 
Hofkapelle in Bamberg mit 40 Gld. 
Gehalt ein und st. 3. Okt. 1790 
(Marschalk 26). 

Staden, Adam, ein Sohn des 
Johann, geb. zu Nürnberg, studierte 
in Altdorf Jura und wurde Registra- 
tor in seiner Geburtsstadt, zeich- 
nete sich dabei als Dichter und 
Musiker aus. Als Dissertation beim 
Abgange von der Universität hielt 
er am 25. Jan. 1632 eine Rede 
zum Lobe der Musik, die auch 
gedruckt ist, aber nicht mehr nach- 
weisbar. 

You seinen Kompositionen ist nur 
„Trauer- und Trost-Gedanken", Nürnberg 
1650 [B. Lpz.] nachzuweisen (Gerber 1. 2. 
und Fetis). 

Staden (wie er sich selbst unter- 
schreibt), Johann, geb. um 1579 
zu Nürnberg, nach seinem Porträt, 
gest. 14. Nov. 1634, begraben am 
15. Nov. zu Nürnberg, war um 
1609 beim Markgrafen Christian 
von Baireuth Hoforganist und 
wohnte 1610 in Kulmbach, dann 
in Baireuth. Um 1616 finden wir 
ihn in Nürnberg, anfänglich pri- 
vatisierend, bis er die Organisten- 
steile au St. Lorenz und nach 1618 
die an St. Sebald erhielt (Biogr. u. 
Bibliogr. in M. f. M. 15, 101 ff. 
Ebenso in der Allg. d. Biogr. nebst 
Urteilen). Nach den Aktenstücken, 
die in M. f. M. 29, 55 mitgeteilt 
sind, muss seine Anstellung an 
St. Lorenz 1618 erfolgt sein, da 
ihm die Amtswohnung in dem 
Jahre zugesprochen wird. Joh. Klaj 
u. St. führten in der Hauptkirche 
in Nürnberg öfter geistliche Dramen 
auf, deren Textbücher sich zum 
Teil erhalten haben (siehe Titt- 
mann, Zur deutschen Litter. und 



Staden, Johann. 



239 



Staden, Johann. 



Culturgescb. Götting. 1847 und 
V. Winterfeld, Zur Gesch. lilg. Ton- 
kunst Bd. 1 S. 86). Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

Verzeichnis seiner Werke in chrono- 
logischer Ordnung (die ausführlichen Titel 
in M. f. M. 1. c): 

1606. Xeue teutsche Lieder nach aii 
der Villauellen, beyneben etlicher Balletti 
oder Täntz, Couranten, Galliaiden vnd 
Pavanen, mit drey, 4 vnd 5 Stim. ... 
Isürraberg 1606 Kauf f mann. 4 Stb. 4». 
24 Strophenlieder, Nr. 25 — 42 Tänze ohne 
Test. [B.B: C. A. Wolfenb: A. 

1609 a. Neue teutsche geistl. Lieder 
mit 3. 4. 5. 6. vnd 8. Stim. Nürmberg 
1609 ib. Stb.? 40. 20 Nrn. [B.B:C. 
B. N: A. B. 

1609 b. Neue teutsche Lieder mit poe- 
tischen Texten, samt etlichen Galliarden 
... mit 4 St. ib. 4 Stb. 4°. 23 Lieder, 
bis Nr. 32 Tänze. [B. B: C. B. Hbg. 
4 Stb. 

1610. Venus Kräntzlein. Newer musi- 
cal. Gesang u. Lieder . . . auch Galliai'den 
... mit 4 u. 5 St. ib. 5 Stb. 4«. 18 
Lieder, bis Nr. 32 Tänze. [B. Hbg. B. Br. 
B. L. B. B: C. 

1615. Nobilissimis viris Dnis. Lucae 
Fr. Boheim etc. Nrmbg. , Wagenmann. 
Nur Altus vorh. [B. B.J Text: Gloria 6 v. 

1616. Harmoniae sacrae pro festis 
4 — 8 voc. cum partitura ad Organum. 
Nrbg., Kauffmann. 8 Stb. 40. 27 Nrn. 
einige mit Insti-., die Paiiitur ohne Text. 
[B. B. Proske. B. Hbg: C. A. T. B. VI. 
Basel 8 Stb. 

1618. Neue Pavanen, Galliarden, Cu- 
ranten . . . mit 4 u. 5 St. ib. 5 Stb. 
30 Tänze. [B. B. B. L: Ten. 

1620. ilagnificat oder Lobgesang mit 
8 St. von Staden u. Dretxl. Gedr. bei 
Scherffen, in verl. der Authorum. 8 Stb. 
40. 2 Magnif. deutsch. [Proske. B. B. 
nur Chor 1. br. Mus: C 1. 

1621. Harmoniarum sacrarum conti- 
nuatio, 1 — 12 voc. Noribg., Scherff, apud 
Autor. 8 Stb. 4" u. 1 Partit. 25 Nrn. 
[B.B. B.A. fehlt VL B. Hbg: T. V-VH. 
vox. Proske. 

1622 a. Plausus Noricus, Gustave 
Adolphe, Svec. Goth. Vand. Kegi, Noribg. 
d. Mart. 31. ingnesso ... 9 voc. Noiib. 
1622. 2 Chöre u. B. ad org. teils Sing- 
stim., teils Listr. [Upsala. 

1622 b. Drey christliche Betgesäng 
mit 4 St. Nrnbg., Sariorio. [Bibl. Ber- 
lin: T. u. B. 

1622 c. Harmonicae meditationes ani- 



mae ... 4 voc. ib. 4 Stb, 40. 20 Nrn. 
[Proske. B. B: C. B. Hbg: A. 

1623. Hauls Music geistl. Gesang . . . 
mit 4 St. ib. 4 Stb. 4". 21 Nrn. 
[B. B. B. Wagener. 

— 1634 ib. 4 Stb. 22 Nrn. [B. B: C. 

— 1628. Haufe Music, Ander Theil, ib. 
4 Stb. 40. 27 Nrn. [B.B. B.Kgsbg:B. 

— 1628. HauTs Music, Dritter Theil, 
ib. 3 Stb. 40. 31 Nrn. [B.B. 

— 1628. H. M. 4. und letzter Theil, 
ib. 4 Stb. 40. 30 Gesänge u. 10 Fugen. 
[Berlin gr. Kl. B. B. br. Mus: C. 

— Gesamtausg. aller Teile: 1646 H. M. 
geistl. Gesg. Nrnbg., KüUsner, Sartorio. 
4 Stb. Im Vorwoi-t -wird diese Ausgabe 
bereits als eine 2. Ausg. der Gesamtaus- 
gabe bezeichnet. Enth: 19, 27, 30 u. 
42 L. [B. Frkft. B. B: C. u. B. B. Hbg. 
C. u. A. 

— Als 1. Ausgabe wird wahrsch. der 
1643 von den Erben herausgegebene Aus- 
zug gemeint sein: Davids Earpffe, nach 
welcher etliche desselben Psalmen . . . 
mit 1 St. und Bc. Nrnbg., Sartorio, in 
Verlegung der Erben, fol. 8 Bll. mit 

14 Nrn. [Kat. Mai. 

1625 a. Kirchen Music 1. Theil mit 
2—14 St. Nrnbg., Halbmaver. 13 Stb. 

15 Nrn. [B. Frkft. B. Hbg. 5 Stb. B. B. 
3 Stb. B. Nrbg. 8 Stb. B. Proske fehlt 
C. B. P.? 

— 1626. Ander Theil, zu 1—7 St. mit 
Violen und anderen Instr. und einem Be- 
richt für diejenigen so im Basso ad org. 
unerfahren. Nnibg. , ib. 7 Stb. 4". 
25 Nrn. [B. Frkft. B. Hbg. 4 Stb. B. B: 
C. B. N. 5 Stb. Proske f. 1 a. Halle 2. 

1625 b. Opusculum novum, von Pa- 
vanen, Galliai-den . . . mit 4 St. ib. 4 Stb. 
40. 50 Nrn. [B.B: C. B.L: T. 

1628. Harmoniae novae sacr. cantio- 
num 3—12 v. c. B. ad org. Ib. 9 Stb. 
4". 29 Nrn. [B. B. B. Frkft. B. Hbg. 
fehlt UI. vox. 

1630 a. Musicalischer Freuden- u. An- 
dachtswecker, oder geistl. Gesänglein zu 
4—6 St. Ib. 4 Stb. 4°. 24 Nrn. 
[B. Frkft. Wolfenb. B.B: C. 

1630 b. Hertzen-trosts-Musica, geistl. 
Meditationen mit 1 St. neben d. Bc. Ib. 
1 vol. fol. 12 Nrn. [B. B. 

— Hertzen-trosts-Musica, geistl. Medi- 
tationen mit 1 St. neben d. Bc. Nürnb. 
1636 Sim. Halbraayer. fol. 12 L. [B. M. 

1631. Hertzens Andachten, geistl. Ge- 
sänglein mit 4 St. auch die 7 Bulspsalm, 
mit 1 St. u. Bc. Gedr. bey W. Endter, 
in verl. des Autoris. Stb.? fol. 12 Lied, 
u. 7 Ps. [ß. B; C. u. B. in fol. Proske. 



Staden, Johann. 



240 



Staden, Sigm. Gottl. 



1632. Harmoniae variatae sacr. can- 
tionum 1 — 12 v. c Bc. Noribg., Wolfg. 
Endler. 9 Stb. 4». 29 Nrn. [B. B. 
la vox. B. Hbg. 3a 5a 8a. Bc. Musikfr. 
Wien 4a 6a 7a u. Bc. 

1633. Geibtl. Music- klang, darinnen 
zu dem Bc. die meisten mit 1 St. mit 
2 oder 3 Violen, die übrigen mit 3 St. 
Gedr. bev W. Endter. 2 Stb. fol. 12 Nrn. 
[B. B. Proske. 

1643. Operum musicorum postkumo- 
rum pars I. quae cont. Sonat. Pav. Ganz. 
Symph. etc. ä 3 — 8 voc. Noribg., W. 
Endteri. Sartorio. 6 Stb. 70 Nrn. [B. B: 
fehlt 2. 

Einzeldrucke, B. B: Cantus: 1. Wach 
auf Teutschland, 4 St. 2. Ach bleib bey 
uns, 8 St. 

Ferner 11 Choräle 4 st. in Hassler's 
Kirchengesänge 1637. Ln Gesangb. von 
Dretzel 1731 Choralmelod. mit bez. B. 

Ms. B. B. 0. Sign. 3 Stb. in 4», 2 C. 
u. B. Hds. um 1619 am Ende Tänze. 

Ms. B. B. T45, 40 deutsche u. lat. 
Gesge. zu 4 u. 5 St. in P. — Andere 
in T91. 

Mss. in B. Brieg, siehe Kat., 5 def. 
deutsche Gesge. u. 4 Galliard. 

In Konrad Hagius von Ilagen Newe 
kunstl. musical. Intraden 1617 Nr. 37 
eine 4 st. Coui'ante. 

7 Gesge. in alten Sanilwken. (Eitner 1). 

ChiTsander veröffentlichte in der AUg. 
miLsik. Ztg. Lpz. 1877 in Nr. 7 u. 8 eine 
Anleitung den Bc. zu behandeln aus dem 
Di-ucke von 1626. 

Staden, Johann, Sohn das 
alten Johann und Bruder des 
Sigmund, war zwischen 1624 und 
1628 auf AYartegeld vom Nürn- 
berger Stadtrat gesetzt und erst 
nach der Zeit wurde er als Stadt- 
musikus angestellt (M. f. M. 29. 
58 ff.). 

Staden, Sigmund Grottliel). 

Sohn des Johann; nach dem nach 
seinem Tode gestochenen Porträt 
ist er 1607 geboren (in Nürnberg? 
Sein Vater trat nachweislich um 
1609 den Posten in Kuhnbach anj. 
gest. 30. Juli 1655 in Nürnberg. 
Auf Kosten der Stadt Nürnberg 
wurde er 1620 auf die Petition 
des Vaters nach Augsburg zu 
JaJcob Bamnami in die Lehre auf 



ein Jahr gesandt. 1623 stand er 
in Diensten der Stadt Nürnberg 
als Stadtmusikus, ging aber 1627 
nochmals nach Berlin, um sich 
bei Walter Roice in der Viol 
bastarda auszubilden. Nach dem 
Tode seines Vaters erhielt 1634 
Dretxel den Organisteuposten an 
St. Sebald und den dadurch frei 
gewordenen Posten an St. Lorenz 
Sigmund, den er noch 1648 be- 
kleidete. Mehr ist bis jetzt nicht 
bekannt (Wiuterfeld 2, 377 ff. M. 
f. M. 8, 47. 13, 53. 146, 29, 56 
bis 61. Allg. d. Biogr. Koch 4, 
116). Von seinen Werken kennt 
man: 

. . . Organist bey S. Lorentzen. Rudi- 
mentum musicum; Das ist: Kurtze Unter- 
weisung defs Singens, für die liebe Jugend 
. . . zum drittenmal in Druck verfertigt. 
Nrnbg. 1648 Bey Mich. KüKsner. kl. 8". 
2 Bog. am Ende 9 zweist. Gesge. [B. B. 
mit dem Autogr. des Yerf. B. Wagener. 

Man kann aus dieser theoretischen Ab- 
handlung wohl darauf schliefsen, dass er 
auTserdem an einer Lateinschule in Nürn- 
berg angestellt war. — Fetis verz. die 

I. Ausg. von 1636, die 2te von 1648 
(sie?) und eine 3te von 1663 (?). 

Betrachtung der künfftigen Ewigkeit, 
auss sehnlichem Hertzen, vff dem Siech- 
betth angestellt durch M. Joh. Saubertum. 
(4 voc.) Nürmbg. 1639 Sartorius. 1 vol. 
4". [br. Mus. 

Seelen-Music Erster TheU, Geist- vnd 
Trostreicher Lieder, in allerley Anligen, 
zu Trost vnd Errjuickung der Seelen . . . 
Aufs Herrn Joh. Mich. Dilherrns Andach- 
ten genommen vnd mit 4 Stim. . . neben 
dem Bc. . . gesetzt, von ... In Ver- 
legung Wolfg. Endters, durch J. Fr. Sar- 
torium (in Nürnberg). 1644. 4 Stb. 4*^. 
20 Gesänge. [B. B. B. Br. B. Frkft. 
Elbing. B. W. 

— Seelen-Music Ander Theü ... s. 1. 
1648. [B. Hbg: C. Bc. B.W. (?). 

Himmels- vnd Trostgedanken vnter der 
Person der . . . Frauen Barbara von Wolff- 
stein . . . bey der Leichbestattung den 

II. Juni (1644) mit 4 Stim. 2 Bll. 4". 
P. „Etwas ist's von hohem Blut." Der 
Komponist nur mit S. T. S. gez. [B. Zw. 
365. Ebendort unter 367, 2 der Trauer- 
Gesang: Wer nach meinem Leben fragt, 
für C. u. B. gez. S. T. S. 



Staden, Sigm. Gottl. 



241 



Stadler, Georg. 



Lobgesang aiif Wrangel, f. 1 Singst, 
mit bez. Bass u. Eitornellen ä 3. Nrnbg. 
1648 Pilleuhofer. 1 Bl. fol. Part. [B. 
Zw. 720. 

Das geistliche Waldgedioht oder Freu- 
denspiel, genant Seeleicig. Gesangweis auf 
Italianisehe Art gesetzt. Im 4. Teile von 
Harsdörffer's Frauenzimmer - Gesprechs- 
spiele. Nürnberg 1644. — Neue Ausg. 
mit ausgesetztem Gb. in M. f. M. 13, 
53 ff. 

In demselben Werke Barsdöi-ffer's be- 
finden sicli im 5. Teile 1645 S. 599: Der 
VII Tugenden, Planeten, Töne oder Stim- 
men. Aufzug. In kunstzierliche Melo- 
deien gesetzet von . . . (M. f. M. 13, 147). 
Im 2. Teile 6 Lieder f. 1 Singst, u. bez. 
B. Im 3. Teile 8 Lieder ebenso, im 
4. Teile 3 Lieder. Näheres 1. c. Seite 146. 

Musikalische Friedens-Gesänge. Erste 
Stimme. Nürnberg 1651 Mich. Endter. 
[B. N: la. 

In Saubert's Nrnbg. Gesangb. 1676 
befinden sich auch einige geistl. Lieder 
mit Bc. Ebenso in Erhardi's Gesgb. von 
1659. 

In Eist's Neuer himlischer Lieder 1651 
zehn Lieder, Melod. u. B. im 1. Teile. — 
Auch zu den geistlichen Dramen von Joh. 
Klaj komponierte er die Musik (nach Koch 
4, 116). 

Ms. B. B., W 96 Nr. 1342 u. W 102 
Nr. 1673 vier geistl. Lieder f. 1 St. mit Bc. 

In neuen Ausg. 5 Gesge. (Eitner 2. 
Der Joh. Gottlieb muss stets in Sigmund 
Gottlieb geändert werden. Der Eat. des 
br. Mus. 1899 nennt aber den Vater fälsch- 
lich Johann Gottlieb. 

Stacler, Johann, um 1612 
zweiter Organist an der Hofkapelle 
in Dresden mit 300 Gld. Gehalt 
(Fürstenau 1, 47). 

Stacllbaiir, Anton (?), 

bekannt durch ein Tantum ergo 4 voc. 
c. Bc. in Musikfr. Wien. 

Stadler. In München waren 
an der Hofkapelle angestellt: 

Anton St... 1726 Hofmusikus 
mit 200 Gld. Gehalt. 

CajetanSt , . war 1791 Accessist- 
Tenorist. 

Franz Anton St. . . 1765 Orga- 
nist mit 380 Gld. Gehalt. Wahr- 
scheinlich ist der Organist Stattler, 
der auch Stadler geschrieben ist 

Rob. Eitner's Quellon-Lexiton. Bd. 9. 



und im Jahre 1777 nur 100 Gld. 
Gehalt hatte, derselbe (Kreisarch.). 
Haffner, in Oeuvres melees, Bd. 9 
bringt von Franz Anton Stadler eine 
Klaviersonate und bez. ihn als Hof- und 
Kamnierorganist in München. 

Stadler, a) Anton, b) Johann, 

beide Klarinettisten an der Hof- 
kapelle in ^Y\en von 1787 ab bis 
zu ihrem Tode mit je 400 Gld. 
Gelialt. 1799 wird a) pensioniert 
und starb 15. Juni 1812, 59 Jahr 
alt, b) st. am 2. Mai 1804, 48 Jahr 
alt (Köchel 1). Anton steht in 
schlechtem Andenken. Jahn 3, 
248 schreibt: ein ausgezeichneter 
Klarinettist, dabei voller Possen 
und Späfsen, der sich mit Ge- 
wandtheit in die Gunst anderer 
einzuschmeicheln wusste, dabei 
ehrlos und frech. Er hatte sich 
bei Mozart so eingeschmeichelt, 
dass letzterer ihn häufig zu Tisch 
einlud und für ihn komponierte, 
ihm Geld und AYertsachen borgte, 
aber nie etwas wieder erhielt. 

Die Musikfr. in Wien besitzen von 
ihm: 3 Caprices pour Clarinette. Ter- 
zetten für 3 Bassethörner, in Stb. — In 
B. B: 6 Duettinos p. 2 Csäkans ou Czäkan 
et Violon. Vienne, Magasin. 2 Stb. — • 
3 Caprices p. Csäkan ou Flute double. 
Vienne, ehem. Druck. 

Dittersdorf in seiner Selbstbiogr. S. 127 
erwähnt einen Stadler, der um 1764 
Oboist an der bischöfl. Kapelle in Press- 
burg gewesen ist. 

Stadler, C . . ., von Luzern. 

Im Stifte Einsiedeln befinden sich von 
c. 1780 im Ms. „Ciavier -Sonaten" in 
qufoL, zusammengebunden mit Houauer. 

Stadler, Oeorg-, wird am 6/8 
1778 als Hoforganist in München 
mit 100 Grld. Gehalt erwähnt, der 
in Pension tritt und 6 Kinder hat. 
1803 erhält seine "Witwe Pension 
(Kreisarchiv). Die Lpz. Ztg. 8, 313 
erwähnt einen Hoforganisten in 
München im Jahre 1806 unter 
obigem Namen. 

Sein Sohn Xaver erreichte im 

16 



Stadler, Joh. Wilh. 



242 



Stadler, Maximilian. 



3. Quartal 1780 sein 18. Jahr und 
wird als Mitglied angestellt. Ein 
anderer Sohn Thomas wird 1786 
18 Jahr. 1789 wird ein Hof- 
organist Georg mit 285 Gld. verz. 
(Kreisarchiv), 

Stadler, Johann Wilhelm, war 
1786 Stadtkantor in Baireuth, kom- 
ponierte viele Singstücke, wie Ger- 
ber 1 sagt, und besafs eine reich- 
haltige Musikbibliothek. In einer 
Subscriptionsliste ist er Stadtler 
geschrieben. 

Stadler, Josei)h, Bassist an 
der Hofkapelle in Wien von 1772 
bis t 6- Jan- 1777, 52 Jahr alt 
(Köchel 1), Man kennt von ihm 

eine Fantasie f. Streichquartett im 
Äutogr. B. B. Grasn. und eine Violin- 
schule, Fragment. In Hofb. Wien, Ms. 
18458 im Autogr. das 4stim. Lied „Vom 
Weinberg" (Ist ein Weinberg dir ge- 
geben) in Part. 

Stadler, 3Iathlas, Violinist in 
Salzburg, ist von 1787 bis 1803 
Lehrer am Kapellinstitute und 
wird noch 1807 als Violinist an 
der Domkapelle erwähnt (Pere- 
grinus 117). 

Stadler, Abt 31aximilian, geb, 

4. Aug. 1748 zu Melk (Oesterreich), 
gest. 8. Nov. 1833 in Wien. Kam 
als Sängerknabe nach Lilienfeld, 
trat 1767 ins Kloster Melk ein, 
nachdem er bei den Jesuiten seine 
theologischen Studien gemacht 
hatte. Als Kaiser Joseph H. 1786 
die Klöster aufhob, wurde er zum 
Comandatar-Abt in Lilienfeld er- 
nannt. Vom 28, Mai 1789 bis 
zum 22. Nov. 1790 lebte er im 
Stifte Kremsmünster, teils als Seel- 
sorger, teils als Lehrer, Von 1791 
bis 1803 als Privatmann in Wien, 
Seine aufserordentiiche Technik 
als Orgelspieler und auch als Kom- 
ponist öffneten ihm alle Musik- 
kreise. 1803 — 16 war er Pfarrer 
in der Vorstadt Alt-Lerchenfeld 



und dann in Böhmisch Krug. Die 
letzten Jahre seines Lebens ver- 
lebte er wieder in Wien. Ein 
Verehrer Haydn's und Mozart's 
konnte er sich mit Beethoven's 
Kompositionen nicht befreunden 
und blieb ihnen stets fern. St, 
stand bei der Mitwelt in hoher 
Achtung, sowohl seines Wissens 
und Könnens, besonders in der 
Musik, als auch seines ehrenwerten 
Charakters halber (Kornmüller 1, 
430. Nekrolog u. Bibliogr. in Lpz. 
Ztg. 36, 133. In früheren Bden, 
zahlreiche Urteile, wie in der 
Wiener Musikztg. 1 u. f., beson- 
ders in Bd. 7. Schilling ausführ- 
liche Biogr., Fetis in der Ueber- 
setzung. Ignaz Mosel schrieb einen 
Nekrolog, erschien erst 1864, siehe 
Mosel. In Genee's Mitteilg. f. d. 
Mozart-Gemeinde in Berlin, 9, Heft). 

Verzeichnis seiner Werke. 

Vertheidigiiug der Echtheit des Mo- 
zartischen Requiem. Allen Verehrern 
Mozart's gewidmet von . . . Wien 1825 
Tendier. 8". 30 S. — 2. Ausg. ib. 1826. 
30 S. — Erster und Zweiter Nachtrag. 
Wien 1827 Mansberger. 51 S. [B. B, 
B. Lpz. von 1826 und 1827. ß. M. 
Brüssel. Musikfr. Wien. 

Gottfried Weber hatte in Schott's Cae- 
cilia, Bd. 3 Seite 205 gerade diejenigen 
Sätze des Requiems als unecht bezeichnet, 
die von Mozart selbst herrührten. Es 
entspann sich darüber ein jahrelanger 
Streit, an dem sich auch Sievers 1829 und 
von Mosel 1839 beteihgten, bis man das 
Autograph fand und der Streit endlich 
geschlichtet wurde. Siehe Bagge's Deutsche 
Musikztg. Wien 2, 380. In obiger Cae- 
cilia sind auch in den folgenden Bden. 
noch Artikel über das Requiem zu finden. 

Die Befreyuug von Jerusalem. Grofses 
Oratorium in 2 Abthlg. Wien, S. A. Steiner 
& Co. P. 353 S. [B. B. Dresd. Mus. 
Darmst. auch im Ms. B. M. Proske. 
Kremsmünster. Musikfr. Wien. R. C. of 
Mus. Hofb. Wien. ß. Kgsbg. 3 Nrn. im 
Ms. Einsiedeln in P. u. Kl.-A. 

— El.-A. Ib. [B. B. Dresd. Mus. 
Musikfr. Wien. 

Missa (in G. Nr. 1) f. 4 Singst. 2 V. 
2 Hörn. Contrab. u. Orgel. Wiea, Has- 



Stadler, Maximilian. 



243 



Stadler, Maximilian. 



linger. Stb. [B. M. Kremsmünster. 
besitzt mehrere Messen nebst vielen an- 
deren Werken von ihm. Hofb. "Wien 
1 Messe im Ms. 15 911. 

3 Missae c. orch. Ms. P. [Kloster- 
neiiburg. 

Requiem f. 4 Singst, u. Orch. Wien, 
Steiner & Co. 10 Stb. [ß. B. Leipz. 
Thom. im Ms. (Fd.) B. Egsbg. in 10 Stb. 
B. B., Ms. 21 100 in P. Hofb. Wien Ms. 

Ecce sacerdos, 4 voc. Ms. 262, 40. 
P. in Dresden. Auch in Regensburg, 
Dombibl. 

— Wien bei Steiner & Co. 4 Stirn. 
u. Orgel. P. [Hofb. Wien. 

Libera me Dne. f. 4 S. u. Orgel. Wien, 
Steiner & Co. 5 Stb. [B. Egsbg. B. M. 
Eegensburg Dom. Hofb. Wien. 

3 geistliche Gesänge: Asperges. Tan- 
tum ergo. Libera me. Ib. [B. B. 

Gott. Eine Hymne (von Gersternberg) 
f. Chor u. Orch. Ms. 17097. P. [Hofb. 
Wien. Musikfr. Wien. 

Offertorium: Magna et mirabilia 4 v. 
0. orch. P. Autogr. [Hofb.Wieu 16436. 

Deutsches Salve regina f. 1 Singst, mit 
Elav. [Musikfr. Wien. 

Zwölf Psalmen David's nach Mendels- 
sohn's Uebersetzung, für eine und mehr 
Singst, mit Begltg. des Pfte. . . Wien, 
P. Mechetti qm. Carlo, qufol. 8 Hefte 
je 12 S. zusammen 24 Ps. [B. B. Darmst. 
B. M. Schwerin F. Hofb. Wien in 6 Hef- 
ten 18 Ps. Musikfr, Wien 12 Ps. 

10 Psalmi vesp. 4 voc. c. org. [Regens- 
burg Dom. 

Der 23. Psalm Davides: Dominus regit 
me, f. 1 Singst, mit Pfte. Ms. [Schwe- 
rin F. 

Der 24. Psalm f. Chor, Solo u. Orch. 
in P. gedruckt. [Musikfr. Wien. 

29. Ps. Herr, du Messest mich genesen, 
f. Sopr. u. Chor. P. Autogr. 30/12 1832. 
[Musikfr. AVien. 

Psalmi vesper. 4 voc. c. org. Ms. 19081. 
P. [Hofb. AVien. 

Psalm 24. 63. 94 und 5 andere Ps. in 
gleicher Besetzung, im Autogr. P. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Der 50. Ps. Miserere f. 4 Singst. Wien, 
Steiner & Co. P. 5 S. [B. M. Hofb. 
AVien. Berlin Singak. 

Der 50. u. 148. Ps. nach Mendelss.'s 
Uebersetzg. f. 4 Stirn. Autogr. in B. B. 

2 Pange lingua 4 voc. [Regensbg. Dom. 

Graduale : Salvum fac. . . Part. Wien, 
Diabelli & Co. P. [Proske. 

Tantum ergo 4 v. c. org. Ms. P. 
[B. M. 



4stim. Trauergesänge mit Orgel. Wien 
u. Triest 1805 Geistinger. 40. P. 16 S. 
[B. B. Hofb. Wien. Musikfr. Wien. 

\^di aquam 4 voc. c. org. [Regensbg. 
Dom. 

An die Versöhnung (v. Kuffnerj f. 4 St. 
Wien, Steiner & Co. P. [B. B. 

12 Lieder von Geliert f. 1 Singst, mit 
Klav. [Musikfr. Wien. 

Die Musikfr. in Wien besitzen für 
Chor, Solo und Orch: 2 Messen. 2 Re- 
quiem. 80 Psalmen. Magnific. und 11 
andere geistl. Gesge., alle in Stb. 

Im Samlwk. Ecclesiasticon, Wien, Stei- 
ner, sind die Nrn. 22. 23. 35. 36 von ihm. 

Urania. — An die Versöhnung, für 
Chor und Orch. P. [Musikfr. Wien. 

Hoch du mein Vaterland, 4stim. mit 
Harmouiemusik. Stb. [Musikfr. Wien. 

Die Frählingfeyer von Klopstock. Can- 
tate in P. 1798. [Musikfr. AVien. Hofb. 
AA'ien, Ms. 19136 in Kopie. 

Kassandra, 2. u. 3. Auftritt der 2. Ab- 
theilung der Polixena von CoUiu. [Musikfr. 
Wien. 

Glaube, Hoffnung und Liebe von Ch. 
Kuffner, f. 4 St. Wien, Steiner & Co. 
Part. [B. B. Hofb. Wien. Stadtb. Bres- 
lau. Musikfr. Wien. Berlin Singak. 

5 Chöre zu dem Trauerspiel Polyxem 
von Heinr. von Colliu, mit Orch. Ms. 
15978. P. [Hofb. AA^ien. Musikfr. Wien. 

Der stumme Peter, Singspiel in 1 Aufz. 
von Stadler, ohne Vornamen. [München 
Opernarch. 

Recit. ed Aria: Non fernere, amato per 
Sopr. c. orch. Ms. 16524,5. P. [Hofb. 
Wien. 

Lied, die Liebe von Stoliberg. [Musikfr. 
Wien. 

In J. G. Hientzsch' Neue Samlg. leich- 
ter Chöre . . . Breslau 1828. Nr. 10 u. 
22 von St. [B. Kgsbg. Samlwk. 54. 

1 Lied in Voss' Musenalmanach 1782 
p. 159. [B. M.] In Theomele 2. Bd. 
1 Lied, im 4. Bde. 2 Nrn. 

2 Senates suivies d'une fugue pour le 
Pfte. Composees par l'Abbe ... A Zuric 
chez J. G. Naigueii. qufol. 34 S. [B. B. 
B. M. B. AVagener. Musikfr. Wien. 

Tre Fughe per Forgano o Pfte. A^ienna, 
Sauer & Leidesdorf. 9 S. [B. B. B. 
AVagener. Schwerin F. EinsiedeLn. 

Fuga in F. Thema sopra A. B. C. D. 
E. F. G. H. s. 1. [B. B. 

Fuge (mit einem Vorspiele) f. d. Pfte. 
Wien, Steiner & Co. qufol. 16 S. [B. B. 
B. AVagener. Hofb. Wien. 

Canon (Hin ist alle meine Kraft) zu 
Haydn's letztem Quartett für 2 V. Va. u. 

16* 



Stadler, Michael. 



244 



Stadlmayr. 



Ycl. bearbeitet. Wien, F. Glöggl. 4 Stb. 
[B. Wagener. 

Sonate in F. — 1 Sonate und 6 Sona- 
tinen. [Musikfr. Wien. 

3 Fugen op. 1. — Fnge über den 
Namen Frz. Schubert f. Klav. oder Orgel. 
[Musikfr. Wien. 

Tabelle, aus welcher man Menueten 
und Trio herauswürfeln kann. Wien 1781. 
[Musikfr. Wien. 

Stadler's Ana c. 36 Var. In Steiuer's 
Musee musical des Claveciu. [B. B. 

Im Samlwk. Künsll erverein mit Varia- 
tionen vertreten f. Pfte. 

In neuen Ausg. 3 Gesge. (Eitner 1). 

Autographe in B. B., Grasu. : 

1 Trio f. Clav. Y. Ycl. von Mozart, 
ergänzt von Stadler. — 8 Praeambulen 
f. Orgel. — Beschreibung der Fragmente 
aus Mozart's Xachlass. — Dei 130. Psalm 
f. 1 Singst, mit Xlav. — Allegro f. Klav. 
1772. — Fragm., Fugen u. a. ohne Yor- 
namen. 

Die Hofb. Wien besitzt in Mss. 18621 
den Schluss vom Credo ab einer Messe 
von G. Benda. 18985 den 94 Psalm 
nach Mendelsohn's üeberstzg. 6,8 1831 
im Antogr. P. 4 voc. 18993 obige Messe 
im Autogr. vom Credo ab. 19057 Mo- 
zart's Requiem so weit es Mozart ge- 
schrieben hat in Kopie von St. 19081, 
9 Psalmen in Part. 

Stadler, 3Iicliael, 1678 Kapell- 
meister am Dome zu Wien (Pohl 
3, 33). 

Stadliii, Greorg Joseph, von 

Zug (Schweiz), war Vikar zu Ober- 
wyl und starb um 1756 in Zug. 
Er war als Komponist von Ge- 
sangs- und Instrumentalsachen be- 
kannt (Schubiger 2, 51. G. Becker 
1, 142). 

Stadlmaim, Ignaz, war von 
1734—1741 Hofscholar im Yiolin- 
spiel an der Ksl. Kapelle in Wien 
(Köchel 2, 230. 446. 448 wechselt 
mit dem Xamen zwischen obigem 
und Stadimai)-, so dass es zweifel- 
haft ist, wie er eigentlich hiefs. 
In 1 Nr. 939 u. 1081 verz. er 
einen Ignaz Stadimann, der vom 
1. Jan. 1736 bis f 24. Febr. 1753, 
39 Jahr alt, als Violinist an der 
Hofkapelle angestellt war; ob das 



der obige ist, bedarf noch der 
Untersuchung). Sein Gehalt be- 
trug 400 Gld. 

Stadlmauii, ^lichael, Contra- 
bassist an der Hofkapelle in Wien 
von 1799-1813 (Köchel 1). 

Stadlmayr, Johann, in Frei- 
sing geb. Fetis (unter Stadelmayer, 
wie er sich aber nirgends schreibt, 
aufser in 1610 Stadelmayr), setzt 
sein Geburtsjahr c. 1560, was wohl 
zu früh ist, da er erst 1603 be- 
gmnt seine Werke herauszugeben, 
die bis 1645 reichen. Er starb 
nach dem Sterbebuche der Pfarre 
Innsbruck am 12. Juli 1648 da- 
selbst und wird Eofkapellmeister 
genannt. Er soll zuerst in Diensten 
des Erzherzogs Maximilian von 
Oesterreich in Graetz gestanden 
haben, wurde dann Kapellmeister 
des Kaisers Kudolph in Prag, 
welchen Platz er noch 1612 be- 
safs (Köchel 1 verz. ihn nicht) und 
trat dann in den Dienst der Erz- 
herzogin Claudia von Toscana, die 
in Innsbruck residierte, wo er noch 
1642 lebte (Fetis). Leider stehen 
mir nur wenige Titel Wortlaute 
seiner Werke in genauer Kopie 
zu Gebote, die obige Angaben be- 
stätigen oder widerlegen, doch 
werden folgende Titelangaben ge- 
nügen: Im Jahre 1603 bez. er sich 
als Musicus des Erzbischofs von 
Salzburg und fügt seinem Xamen 
den Geburtsort bei. Die Stellung 
beim Kaiser Eudolph ist sehr fi'ag- 
lich und kann nur auf einer Ver- 
wechselung mit dem Erzherzoge 
Leopold beruhen. 1608 erschienen 
die Magnificat in Passau und ist 
er noch in gleicher Stellung in 
Salzburg, 1610 ist er Kapellmeister 
beim Erzherzog Maximilian von 
Oesterreich, ebenso noch 1614 und 
1618; die Dedic. sind ohne Ort 
gez., die Werke erschienen aber 



Stadlmayr. 



245 



Stadlmayr. 



zum Teil in Innsbruck. 1625 aber 
dient er als Kapellmeister beim 
Erzherzoge Leopold von Oester- 
reicü in Innsbruck. Erst von 1636 
ab zeichnet er sich als Musik- 
direktor der Erzherzogin Claudia 
in Innsbruck, wo er bis 1615 
zu verfolgen ist. Hupfauf, J. P., 
schrieb in der Scilzburger Zeitg. 
einen Artikel über St., der aber 
biogr. nur wenig Sicherheit bietet. 

Chronologisches Yerzeiclinis seiner 
nachweisbaren "W'erke: 

1603. Sacnmi beatiss. Yirginis Mariae 
canticiim quod quinis, 6, 7 et 8 voc. 
concinatui'. Monach. 1603 excud. A. Berg 
et Nicol. Heinricus. 10 Magnif. Dedic. 
gez. vom Autor: Musicus des Erzbisch. 
v. Salzbm-g. 1603. 8 Stb. 40. [B. B. 
Proske. Brüssel. 

1608. Magnificat 4 voc. super 8 tono- 
rum. Patarä 1608 Neuningerus. 13 Ge- 
sänge zu 4 — 8 Stim. [Proske. 

1610. Missae 8 vocum. Cum duplici 
Basso ad org. . . August. Vind. 1610 Jo. 
Praetorius. 9 Stb. 4«. 5 Mess. [B. B. 
B. Br. fehlt C 1. B. M. fehlt B 2. Dan- 
zig Kathar: A 2. B. A: fehlen AI. Bc. 
Kremsmünster, deren Besitztum mir nur 
zum Teil bekannt ist und gerade von St. 
sehr zahlreich sein soll, doch teilweise 
inkompl. 

1614. Super magnae matris divino 
carmiue. Magnificat. Symphoniae vaiiae, 
secundum varios modos musicos, aliae 
octonis, una 12 vocib. . . . c. Bc. . . Oeni- 
ponti 1614 Dan. Agricola. 9 Stb. 4». 
9 Magn. [B. B. B. Br. 

1616. Missae 12 voc. cum triplici Bc. 
üb. 2. Vien. 1616 Tvpogr. Fonnicana. 
13 Stb. 40. [B.M. Kremsmünster kompl. 

1618. Cantici Mariani septies variati 
lib. 4. cum 12 vocib. c. triplici Bass. org. 
Op. 6. Oenip. 1618 Agricola. 13 Stb. 
4". 7 Magnific. [B. M. Kremsmünster. 
Proske fehlt AI. T 2. 

1625. Musica super cantura gregoria- 
nura in duas partes divisa. Quanim 
pars I. Missarum dominicalium Introitus 
complectitur. Pars 11. Festomm & tarn 
de proprio, quam comrauni sanctorum, 
toti anno ... 5 vocib. etiam c. Bc. ad 
lib. . . Ravenspurgi 1625 Jo. Schroterus. 
Dedic. am 21/9 1625 in Innsbruck gez. 
6 Stb. ? 40. 1. Teü 52 Introitus. 2. TeU 
50 Introitus. [Paris Nat, Stb. ? Krems- 



münster soll mit 1626 gez. sem, Stb. ? 
Upsala: C. T. 5a. Bc. B. Br: A. defeki:. 

— Musicae super Cantum gregorianura 
pars II. Ravenspui'gi 1626 Joa. Schröter. 
[Göttweih Bc. 

1628. Hymni totius anni 4 voc. Oeni- 
ponti, Gachius. 4 Stb. 4*^. [Krems- 
münster. Neue Part.-Ausg. in Denkmäler 
der Tonk. in Oesterreich 3. Bd. fol. 

1629. Moduli Symphoniaci, in Augustiss. 
Christi nati ... 5, 6, 7 & pluribus vocib. 
(siehe Titel bei Eitner 1 S. 278). Oenip. 
1629 Jo. Gächius. Stb.? 4«. Enth. 
aufser St. noch Luythou, Regnart u. Via- 
dana. Vom Verleger zusammengestellt. 
[B. M: A. 2 B. 6a Bc. Proske: Bc. 
Kremsmünster: A. T. B. 

1631. Missae concertatae a 6 adjuncto 
choro secundo sive ripieni . . . Oenip. 
1631 Gächius. 13 Stb. 4°. [B.M. B. B: 
C 2. A. Kremsmünster. 

1636. Antiphonae vespeitinae : Alma 
redemptor 2 — 8 vocib. et Bc. Oenip. 
1636 ib. Stb.? 4». 35 Nrn. [B. B. 6 a. 
B. M: T. Kremsmünster. 

1038. Odae sacrae Jesu Christo Sal- 
vatori hominum nato et resurgenti can- 
tatae a 5 v. et totidem instr. üenip. 
1638 Gächius. 11 Stb. 4», 5 Singst. 2 V. 
Va. Altus, Va.Tenor, Va. Bassus, Org. 
Enth. einige Gesge. von Anibr. Reiner. 
[B.M: 2 C. Org. Proske kompl. hds. an- 
gebunden anonyme deutsche Gesänge. 
B. B: Org. Brüssel kompl. 

1640 a. PsaJmi vespertini omnes c. 
2 Magnif. conc. ... 6 voc. et Bc Oenip. 
1640 Wagner. Stb. ? 4°. [B. M: 2 C 
Bc. B. B: Bc. 

1640 b. Salmi a 2 et 3 v. c. 2 V. 
Cornetti . . . Inspruch. 1640 Mich. "Wagner. 
7 Stb: 2 C. B. 2 V. 1 Teorba, Bc. [B. M: 
2 C. V2. B. B: Viola Teorba, Bc. 
Brüssel kompl. 

1641a. Missae brevis a 4 v. c. una 
pro defunctis et alia 5 v. Oenip. 1641 
Wagner. 6 Stb. 4«. [B. M. fehl. A. C 2. 
Brüssel 6 Stb. 

— Die Nat.-Bibl. zu Paris besitzt eine 
Ausgabe: Mi.ssa (?) breves (?) 3 cum una 
pro defunctis. 3. edit. 1660 ib. Auch 
Fetis erwähnt sie. 

1641b. Psalmi integri, a 4 vocib. 
concertantibus , quatuor alüs accessoriis 
ad lib. accinendis cum 2. Cornet. sive 
Viohn. comp. . . . Oenip. 1641 Mich. 
AVagner. 12 Stb. (8 Singst. 2 V. oder 
Cor., Violon u. Bc.) 4". 18 Nrn. [B.M: 
2 C. Bc. Brüssel Nr. 1768 kompl. Krems- 
münster? Stockholm C— B. chori 2. V 1. 

1642. Missae concei-tatae a 10. et 



Stadimayr. 



246 



Staes, Ferdinand. 



12. voc. et instrum, cum 4 partib. pro 
secundo choro. Oeniponti 1642 Mich. 
Wagner. 4". 4 Mess. [Proske. B. M: 
2 C. Paris Nat.? Kremsmünster? Ko- 
penhagen: C — 5 a Tox. 

1643. Missae IX voc. piimo choro 
concert. ä 5 v., secundo pleno c. Sym- 
phoniis. Antv., Phales. 1643. 3 Mess. 
[Musikfr. Wien 11 Stb. 

1645. Apparahis musicus sacranira 
cantioDum 6—24 vocib. et instr. Oeuip. 
1645 Wagner. Stb.? 4". 5 Xru. [B. B: 
AI. Tl. C 2. B.M: Pars 1.2. Proske: 
Pars 1. 2. pro Instj-um. Berlin Kirchen- 
inst: Pars 1. u. 6 pro Instr. 

s. a. Psalmi a 4 (Kopftitel) s. 1. et a. 
[B. B: Bc. 

hl Manuscripten. 

Missa dominicalis a 4 voc, org. con 
Contrabasso in Contrapuncto in cautum 
fermum. Ao. 1641. Ms. in fol. [Proske. 
In B.B. T40, Gesge. in P. 
In B. Br. 8 Magnif. und Missa super 
Ingredimini omnes, Missa super Jubilate 
Deo (siehe gedr. Kat.). 

In B. Joach. 2 Missae 8 voc. in P. 
In Kremsraünster L. Bd. A Nr. 3, 
Missa 8 voc. super Ingredimini. Nr. 6, 
Magnif. 8 v. — L. Bd. E. Mehrere Magn. 
5 — 8 v. — Ave Maria 6 v. c. org. in 
L. Bd. 3 p. 168. — 1 Magnif. in Bd. A. 
In B. M., Ms. 38, Missa 8 voc. sup. 
Fuggi pur se sai (gedr. in 1610 Nr. 3). 
— Ms. 85 Magnif. super 8 tonos 4 voc. 
(gedr. in 1608). - Ms. 26, 1 Magnific. 
in Orgeltabulatiu'. — Missa super Ingre- 
dimini 8 voc. in P. (fehlt im gedr. Kat.). 
Ms. alte Sign. I, 40. Hof b. Wien: Missa 
sup. Hör che nel suo bei seno, 12 voc. 
in 3 chori. Ms. 18587: Tantum ergo 
4 voc. c. org., moderne Part. Aus der 
Philomela 1624 1 Tonsatz in Part, ohne 
Text. 

In Musikfr. Wien : Tantum ergo, 4 voc. 
in P. 

In Tpsala: 3 Motetten f. Singst, u. V. 
in Tabulaturpartitur. 

14 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1) 
und in Vinc. Scapitta's Vaghi fiori 1628 
eine Antiphona 4 v. c. Bc. 

Staeckel, . . . 

kommt im Samlwk. Erato mit Lie- 
dern vor. 

Stählin, J... J...- Lebte Ende 
des 18, bis ins 19. Jh. hinein und 
gab heraus: 

Kurzgefasste Guitarrschide nebst 
üebungsstücken und Gesängen. Offen- 
bach, Andre (C. F. Becker). Die B. B. 



besitzt von ihm: Anleitung zum Guitarr- 
spiel. Offenb., Andre. 

Stälilin - Storcksbiirg , Jakob 
YOll, geb. zu Memmingen, gest. zu 
Petersburg den 6. Juli 1785. Er 
war Ksl. russischer Staatsrat, Mit- 
glied und Sekretär der Akademie 
der Wissenschaften zu Petersburg. 
Er schrieb: 

Nachricht von dem Russischen Theater 
in Haigold's Beylagen zu dem Unver- 
änderten Russland, 1. Bd. Auch eine Ge- 
schichte der Tanz- und Tonkunst in Russ- 
land, ebd. 2. Bd. Letztere druckte Hiller 
in seinen Wöchentlichen Nachrichten, 
Jahrg. 4, S. 154 ff. ab (Gerber 1). 

Staelt (Stael), Da. (?), von 1483 
bis 1486 päpstl. Sänger (Viertel]. 
3, 242). 

Stäps, . . . studierte 1767 zu 
gleicher Zeit mit Gerber in Leipzig 
und wurde darauf Kantor in einer 
sächsischen Stadt. 

Gerber 2 fühii von ihm allerlei geistl. 
Kompositionen an. Breitkopf verz. im 
hds. Verz. 1780 p. 22 eine Sinfonie von 
ihm. — Gramer 2, 723 schreibt: Kautor 
und Musikdirektor in Schleusingen um 
1785; noch ein junger Mann, dabei ein 
guter Theoretiker und Komponist. 

Stärck, Peter, bekannt durch: 

Freudenschall ... An S. K. Hoheit 
den Erzherzog Joseph . . . von Ungarn. 
23'8 1801. Wien, C G. Täubel. 13 Stb. 

[b: m. 

Staerek, Philipp TTllhelm, 

Rektor und Organist zu Wrietzen 
a/d. Oder. Gab heraus: 

Organi Wrizensi Viadrini . . . descriptio. 
D. i. Beschreibung der alten abgerissenen 
und neu erbauten Orgel in Writzen a/0. 
Berlin (1729) Müller. 4». 51 S. [B.B. 
B. Lpz. B. Wagener. Brüssel. 

Stärzer, siehe Starzer. 

Staes, Ferdinand (Philipp -Jo- 
seph), geb. 16. Dez. 1748 zu 
Brüssel, gest. ebd. 23. März 1809. 
Schüler von Vitzthumb, besafs um 
1780 den Organisteuposten an der 
Hofkapelle daselbst und war als 
Musiker und Komponist sehr ge- 
schätzt. Von letzterem verz. Strae- 
ten 4, 347 nebst Beschreibung: 



Staes, Godefroid. 



247 



Stahel. 



Oenvre 1, 3 Sonatcs. Oeuvi'e 3, 3 Se- 
nates, oe. 4. 5. je 8 Senates. 1 Concerto 
p. le Clavecin av. orch. oe. 7 Idees de 
campague p. le clav. 1 Sonate im Ms. 
2 Ouvertüren im Arrangement. Obgleich, 
ihm dieselben vorgelegen haben müssen, 
giebt er keine Nachricht vom Fundorte. 
Bekannt sind mir: 

3 Senates pour Clavecin ou le Fortep. 
av. acc. d'un V. et Vcl. oe. 1. BruxeUes, 
A. Vanipen. fol. (Straeten schreibt van 
Ypen. 21 S. in fol.) [Dresd. Musik. 

Sonate p. le Clavec. ou Fortep. av. acc. 
d'un V. 2 Stb. im Ms. [B. M. 

Burney 1, 51 schreibt: Ferdinand Straze 
(soll Staes sein), war um 1772 Organist 
an de la Madelaine zu Brüssel. 

Staes. Gfodefroid. Nach Strae- 
ten 4, 356 gab er heraus: 

2 grandes Walses pour le Fortep. av. 
de flute, . . . Staes, cadet. Paris, Xader- 
mauu. fol. 9 S. Auch soll er mit 
1 Kla\'iersonate in den Werken Ferdi- 
nand's vorkommen (Straeten 4, 355). 

Staes, Gfuillaume I., 2. Orga- 
nist an der Hofkapelle in Brüssel, 
wurde am 17. April 1758 mit 
300 livres Gehalt ernannt und 
1777 zum ersten Organisten mit 
600 Gld. Gehalt. 1785 bescheinigt 
er die Güte der Klavierinstrumente 
von Mathias Bremer (Straeten 2, 
124. 4, 327. 335. 339 ff.). — Sein 
Sohn Ferdinand verti'at seit 1768 
öfter seinen Vater und wird um 
1772 intermistisch an der Hof- 
kapelle verwendet (Straeten 4, 335). 

Gregoir, Panth. 6, 131 verz. einen 
Staes ohne Vornamen, der an der Oper 
um 1767 als Clavicenist angestellt -war. 
In 3, 87 zeigt er von einem OuiUaume 
Staes ein „Concerto p. le clavecin, av. 
acc. de 2 V. A. Ycl. Contreb. 2 Fl. et 
2 Cors, Oeuv. 6. Paris et Bi-uxelles, 
chez Yan Ypen et Mechtler 1779" an. 

Staes, (xiüllaume II., Bruder 
des Ferdinand, geb. um 1751 zu 
Brüssel, liefs sich gegen 1786 in 
Paris nieder und gab bei Sieber 
allerlei Klavierpiecen mit und ohne 
Begleitung heraus (Fetis. Straeten 
4, 346). 

Staes, Joseph, bekannt durch 
(3) Sonates poui" Clavecin avec acc. 



ein englischer 



d'un V. et Vcl. Oeuv. 1. 3. 4. Braxelles. 
[Paris Nat. 

Le plaisirs de la campague, Sonate p. 
le Clavecin. Ms. [ib. 

Staffelberger, Koiirad, Cou- 
ventual im Kloster Admont in 
Steiermark und um 1409 daselbst 
Sangmeister (Kornmüller 1, 210). 

Staifelius, Johann, lebte um 
1645 in Regensburg (Mettenleiter 
1, 232). 

Stafford, .. 
Musiker ist 

im Samlwk. Aires 1678 a mit 3 Gesgen. 
vertreten. Auch in Playford's Choice 
Ayi-es 1675 steht 1 Gesg. 

Stag'gins, Isaac, wurde am 12. 
Dez. 1661 als Violinist an der Ke:l. 
Kapelle in London angestellt. Er 
wird noch 1668 verz. (Nagel 1, 
51 ff.). 

Staggins, Nieholas, ein eng- 
lischer Musiker, der seit etwa 1675 
Mitglied der Kgl. Kapelle in Lon- 
don war, 1682 zum Direktor der 
Privatkapelle des Königs gewählt 
und in demselben Jahre den Doctor- 
titel von Cambridge erhielt. Später 
hielt er Vorlesungen über Musik 
in Cambridge. 1697 gab er im 
Saale York-buildings in London 
ein Konzert von eigenen Kompo- 
sitionen. 1698 wurde Eccles sein 
Nachfolger als Direktor an der 
Kgl. Kapelle und im Jahre 1705 
starb er. Tudway wurde sein 
Nachfolger an der Universität in 
Cambridge (Hawkins 4, 373. 483. 
5, 6. 91. Grove. Nagel 1, 63. 65). 

An Kompositionen sind nachweisbar in 
Playford's Choice Ayres 1675 oder 1679. 
1 Duett „The princely goodness" in Ms. 
118 [Cambridge]. 6 englische Songs in 
Ms. 634 des br. Mus. unter Stagiitgs. 
Ein Dialog „How unhappy", Melod. u. B. 
in Smith's Musica antiqua S. 173. 

Stahel (Stahl, Stoel), Johann, 
ein Komponist aus der 1. Hälfte 
des 16. Jhs., der 

in alten Samlwken. mit 11 deutschen 
und latein. Gesgeu. vertreten ist (Eitner 1). 



StaUmann. 



248 



Stamegna. 



Im "Winterfeld ein Sstim. Tonsatz in P. 
(Eitner 2). Mss. in B. B., W. 94: Ich 
will zu Land ausreiten 2 voc. "WGß: 
Nun lasst uns den Leib begraben 5 v. 
W 99 : Vater unser im Himmelreich. 4 v. 
— 2 lat. Gesge. im Ms. 940 zu 4 und 
5 Stirn, in B. Proske. 

Stahlmann, F . . . J . . ., Lebens- 
zeit imbekannt. 

Das Conservat. zu Brüssel besitzt von 
ihm im Ms. 2 Sonaten für Klavier. 

Stainbacli, Ignaz, 1692 philos. 
Kandidat in Amberg, Komponist 
einiger geistlichen Dramen (Metten- 
leiter 2, 97). 

Staindl, Johann, Chorvikar zu 
Passau (siehe Winterburger 1513). 

Staingaden, R. P. Constanz, 
Kapellmeister an Ord. Min. Prin- 
cipis Francisci Joannis Episcopi 
Constantiensis, nach deoi Drucke 
von 1B66, betitelt: 

Flores Hyemales prompti ex horto ä 
3. et 4. voc. c. 2 Viol., Motettis, Missis, 
Sonatis et Vesperis. Op. 4. Constantiae, 
tipi Episcopal. ap. Jo. Jong. 1666. 19 
Mot., 2 Sonaten, 3 Mess. 
7 Stb. 4". 



[Musikfr.Wien 



Staininger, Christ. . ., Organist 
an St. Martin in Amberg um 1671 
(Mettenleiter 2, 96. 97). 

Stalcler , J . . . Dominicus 
Xaver, geb. 1725 zu Luzern, gest. 
1765 ebd. Entwickelte schon früh- 
zeitig bedeutende musikalische An- 
lagen, so dass ihn seine Vaterstadt 
zur weiteren Ausbildung nach 
Italien sandte. Später ging er 
nach London, von da nach Frank- 
reich und trat in den Dienst des 
Prinzen von Monaco und später 
in den des Prinzen von Conde, 
liefs sich auch mehrfach als Vir- 
tuose in Paris hören. 

Hier veröffentlichte er 24 Sinfonien 
a 2 V. A. et B. und 6 Trios ä 2 V. et B. 
Zurückgekehrt in seine Vaterstadt, wurde 
er Chordirektor und 1762 Organist. Auch 
als Kirchenkomponist leistete er Hervor- 
ragendes und schrieb mehrere Psalmen 
im Oratorienstile, der sieh der Ausdrucks- 
weise Händel's nähern soll. Letztere be- 



finden sich im Ms. im Stifte Engel borg 
und Einsiedeln i/d. Schweiz (Schubiger 2, 
49. G. Becker 1, 142). 

Stalpert (Stalpardus) van der 
Wiele, Johann. J. van Vloten 
schrieb über ihn „Het leven en 
de uitgelezen dichten van . . . met 
inleiding en aant van" . . . Schie- 
dam 1865. kl. S^. [Amsterd.] Das 
Buch ist mir nicht bekannt, so 
dass ich nichts über sein Leben 
mitteilen kann. Er war ein geist- 
licher Liederdichter und Komponist 
und gab heraus: 

Gulde-Jaers feest-dagen of den schat 
der geestelycke Lof-Sangen gemaeckt op 
elcken feest dagh van 't geheele jaer. 
Door den eerw. Heer J. S. V. W. Tot 
Antwerpen, Jan Cnobbaert. 1635. 8^. 3 
u. 1292 Seit, mit Melodien für jeden Tag 
des Jahres von Stalpert selbst komponiert, 
wie er in der Vorrede sagt. Alberdingk 
Thijin druckt in seineu Oude en niew 
Kerstliederen 26 Lieder ab, nennt aber 
das Jahr 1634. [ein Exemplar besals 
Frz. Commer in Berlin; dem Exemplar 
im br. Mus. fehlt ein Teil des Titelblattes. 

Stameg-na (Stamigna), Nicold, 
bez. seinen Geburtsort mit „Hyspel- 
lensis", „Hyspellate" und „Spole- 
tana", was ^,Spoleto" in der römi- 
schen Provinz ist u. nicht „Spello", 
wie Fotis schreibt. Seine Wirkungs- 
zeit fällt in das 17. Jh. und seine 
erste Anstellung ist nach dem 
frühesten bekannten Drucke schon 
1637 an der Kirche in Spoleto. 
Am 31. Jan. 1659 wurde er zum 
Kapellmeister an San Maria Mag- 
giore in Rom ernannt, wie er auch 
in den Drucken von 1664 — 1668 
bez. wird, dann ging er als Kapell- 
meister an die Kirche San Gia- 
como de Spagnuoli zu Rom, wie 
ihn Drucke von 1672 und 1683 
bez. Felis lässt ihn schon 1667 
ein Kanonikat in seiner Geburts- 
stadt antreten. Im Jahre 1670 
bezeichnet er sich selbst als Ka- 
nonikus. Von seinen "Werken 
kennt man; 



Stamitz, Anton. 



249 



Stamitz, Johann. 



Sacraram Modulationum binis, ternis, 
quaternisqiie vocib. D . . . Lib. 1. Romae 
1637 Paulus Masottus. 4 Stb. 4». [Bo- 
logna. 

Das nächste Druckwerk erschien erst 
1665 und diesem schliefsen sich die übrigen 
nahe an, so dass der grofse Zwischenraum 
von 1637 his 1665 auffallend ist. Viel- 
leicht ist die Jahreszahl 1637 im Kat. 
von Bologna falsch, oder die zwischen- 
liegeuden Drucke sind unbekannt. 

Sacrorum Concentuum binis, 3, 4que 
vocib. auctore Canonico N . . St . . Hyspel- 
late . . . Lib. 1 . . . Romae 1670 Jac. 
Fei Andreae filii. Expensis Fed. Fran- 
zini. Stb.? 40. [br. Mus. Bologna: B. 
Mailand Dom, Stb. ? 

Directorium Chori von Guidetti, Ausg. 
von 1665 in Rom herausgegeben von St. 
(Bologna 1, 181.) [B. B. 

Er schrieb auch das Oratorium: S. To- 
niaso d'Aquino, Textbuch von 1678 in B. B. 

In Paris Nat. im Ms. 3 Motetten, dar- 
unter ein Ingredimini (nach Fetis). 

In alten Samlwken. kommt er 1664 in 
Florido's Istas alias sacras Cantiones mit 
der Motette „Et cur non amo, voce sola, 
vor. — In Caifabri's Scelta de'Motetti 
1665 mit „0 charitas" 2 voc, und ,,Bo- 
num mihi diligere'' 3 v. Ebenso in der 
Ausg. 1667. — In Florido's Sacras Can- 
tiones 2 voc. 1672: quam suavis. — 
In Caifabri's Salmi Vespertini 4 v. 1683 : 
ein Magnificat. 

Stamitz, Anton, Sohn des Jo- 
hann (Karl), geb. 1758 zu Mann- 
heim. Violinist und Schüler seines 
Vaters, ging 1770 mit seinem Bru- 
der nach Paris, liefs sich dort 
nieder und ist von 1782—1789 
als „ordinaire de la musique du 
Koi" verzeichnet (Brenet, Les Con- 
certs p. 228 Anmkg.). Fetis verz. 
Instrumentalkompositionen bis op. 
17, die in Paris bei Sieber er- 
schienen. — Im Israel S. 54 wird 
ein Stamitz aufgeführt, der aus 
Paris nach Frankfurt a/M. kam 
und am 12/4 1773 daselbst kon- 
zertierte. An Kompositionen sind 
nachweisbar: 

6 Qaatuors p. 2 V. A. et B. (op. 14). 
Paris, Sieber. 4 Stb. und im Ms. ein 
Concerto p. V. con ström. 10 Stb. [B. M. 

In Berlin Kgl. Hausbibl: 6 Quatuors 
conc. liv. 5. Paris, Sieber. Stb. — 6 dito 



liv. 6. Paris, Lemenu & Boyer. Stb. — 
6 dito liv. 7. Paris, Boiuin. Stb. — 6 dito 
oe. 23. Paris, Durieu. Stb., ferner 4 Quar- 
tette im Ms. Stb. 

In Brüssel Cons. ein Concerto p. V. 
av. 2 V. A. et B. Paris, Sieber. Stb. 

Leo Liepra. besafs von Antoine St. Six 
Senates p. V. et B. Oeuv. 11. Paris, 
Borelli. fol. 

Stamitz, Franz, war um 1762 
Waldhornist in der Kapelle zu 
Esterhaz (Pohl 3, 261). 

Stamitz, Johann (Karl). Ueber 
die verschiedenen Stamitz herrscht 
noch viel Unklarheit und sind alle 
Nachrichten mit Vorsicht aufzu- 
nehmen, da sie durch kein Doku- 
ment unterstützt werden. In 
Deutschbrod in Böhmen geboren, 
wo sein Vater Schulrektor war, 
bildete er sich zum Violinisten 
und Komponisten aus. Der Kur- 
fürst Karl Theodor hatte ihn in 
Frankfurt a/M. kennen gelernt, 
sein virtuoses Violinspiel bewun- 
dert und ihn gleich für seine 
Kapelle gewonnen. Israel führt 
S. 32 einen „berühmten Virtuosen 
Stamitz" an, der am 29. Juni 1742 
in Frankfurt a/M. ein Konzert an- 
kündigt, in dem er sich „auf der 
Violine, der Viola d'amore, dem 
Violoncello und dem Contre-Violon 
wird hören lassen''. Dies kann 
nur der obige sein. Fr. Walter 
verzeichnet ihn von 1743 — 1757 
als Konzertmeister in Mannheim. 
Er war ein genialer Künstler, der 
sowohl als Lehrer, Direktor^ wie 
Komponist Bedeutendes leistete 
und Einrichtungen traf, die von 
wesentlichem Einflüsse auf die 
ganze Musikausführung waren, 
Mozart ist von dem Orchester 
unter St.' Leitung ganz begeistert. 
Er führte das Forte und Piano, 
das Crescendo und Decrescendo 
ein, damals noch fast unbekannte 
Dinge. Man kannte nur ein Tutti 
und Solo, d. h. beim Tutti spielte 



Stamitz, Johann. 



250 



Stamitz, Karl. 



das ganze Orchester, beim Solo 
nur die Sologeiger, während die 
anderen schwiegen. Da Cannabich 
1759 sein Nachfolger wurde, so 
kann man seinen Tod wohl um 
diese Zeit ansetzen, dagegen verz. 
ihn Fr. Walter nur bis zum Jahre 
1757 (Marpurg 2, 567. Gerber 1. 
Burney 2, 72. 73. Dlabacz). 

Die Kompositionen richtig zu trennen 
zwischen Johann Karl, Karl und den- 
jenigen ohne Vornamen, ist fast unmög- 
lich, da sie sich durchweg auf Instru- 
mentalmusik beschrtänken. Ein einiger- 
mafsen sicheres Merkmal beiden Orchester- 
kompositionen bietet die Besetzung. Der 
Vater verwendet nur das Streichquartett, 
selten noch 2 Hörner, während der Sohn 
auch die Blasinstrumente reichlich an- 
wendet, sogar die Klarinette, für die er 
sogar Konzerte schrieb. Mit vollem Na- 
men und nur mit Johann St. sind ge- 
zeichnet: 

Missa in D. P. Ms. vielleicht Autogr. 
[Berlin K. E. 

6 Simphonies ä 4 parties obligees, com- 
posees la 1. 2. 3. par Stamitz, la 4. 5. ü. 
par Beck^ Wagenseil et Richter. Edit. 
par Huberti, op. 5. Paris. [Upsala in Stb. 

6 Simphonies ä 4 p. oe. 8. Paris. 
[Upsala in Stb. 

6 Simphonies, les meilleurs de la comp, 
du Sr. Stamiz. Amst. [Upsala in Stb. 

6 Sinfonies or Overtures in 8 parts 
for Violins, French Horns etc. with a B. 
for the Harpsich. or Vcl. London, Walsh. 
8 Stb. [B. Hbg. 

Im R. C. of Mus. Nr. 1586: Six Sym- 
phonies in Stb. in einem Samlbd. ohne 
Vornamen. 

13 Sinfonien im Ms. Stb. [Berlin K. H. 

Recueil des Symphonies de feu Mes- 
sieurs Stamitz et Filtz. Paris, Chevar- 
diere. Stb. [Berlin K. H. 

Im Archiv der Kapelle Antoniana zu 
Padua befinden sich 5 Trio f. 2 V. u. B., 
2 Sinfonien f. Streichinstr. Ob. u. Hörner 
und 1 Sonate f. 2 V. u. B. im Ms. 

Im Kataloge Schwerin F. sind unter 
Karl Stamitz Nr. 7, 8 u. 9 Sinfonien nur 
f. Streichquartett verz., die jedenfalls Joh. 
angehören. 

Ouvertüre in F. f. kl. Orch. Ms. Stb. 
[Brüssel Cons. 

Die vorhandenen Konzerte schreibe 
ich Karl zu, siehe dort. 

2 Divertissements en 2 p. un Viol. av. 
B. Vienne, Chr. Toricella. [B. B. 



— Paris, l'editeur Huberty. [B. B. 

2 Divertissements, en Duo pour un V. 
seul sans Basse. Vienne, Chr. Toricella. 
10 S. [B. Wageuer. Schwerin F. 

— Divertissement ä 2 pour 1 V. solo. 
Paris, Sieber. [Paris Nat. 

Six Senates (Trios). Paris, Chevardiere. 
Stb. [Beriiu K. H. 

Six grand Orcliestra Trios proper for 
small or great Concerts. Op. 1. Dedic. 
to Lord Pittenweem. Lond., Bremner. 
3 Stb. (zweifelhafte Kompos.) i[B. Hbg. 
B. Wagener. 

6 Sonate a 3: 2 V. B. foL, ohne Vor- 
uamen. [Upsala im Ms. 

Trio in C. f. V. Fl. u. B. Ms. Stb. 
[Brüssel Cons. 

2 Duos f. Bratsche u. V. 8 BU. Ms. 
(zweifelhaft). [B. Wagener. 

6 Sonate da camera a V. solo col B. 
op. 6. Paris, MUe. Castagnerie. fol. 
[Dresd. Mus. 

3 Sonaten f. V. mit B. Ms. [Brüssel 
Cons. 

Sei Sonate da camera a V. solo col B. 
oeuv. 4. Paris, Le Chevardiere. 25 S. 
[B. Wagener. 

Sonate f. Klav. zu 4 Hd. (zweifelhaft). 
[Briissel Cons. 

In neuen Ausg. 4 Instrumentalkompo- 
sitionen (Eitner 2). 

Stamitz, Josei)h, lebte in der 
Zeit von 1719—1779, war in 
Mannheim Konzertmeister und 
zeichnete sich sowohl als Violinist 
wie als Komponist aus (Allg. mus. 
Ztg. Lpz. 1865 p. 669). Ich halte 
obigen Stamitz für eine Verwechse- 
lung mit Johann Karl. Auch Fr. 
Walter kennt ihn nicht. 

Stamitz, Karl, Sohn des Jo- 
hann (Karl), geb. 7. Mai 1746 zu 
Mannheim, gest. 1801 zu Jena. 
Schüler seines Vaters und Canna- 
bich 's, war von 1762—1770 bei 
der 2. Geige an der Hofkapelle in 
Mannheim angestellt. 1770 ging 
er auf Reisen und trat besonders 
als Violaspieler auf. Schubart S. 140 
lobt besonders letzteres. Darauf 
kam er in die Kapelle des Herzogs 
von Noailles, wo er bis 1785 blieb. 
(Siehe den 3. Titel unter den Sin- 
fonien.) Seinen Aufenthalt in Paris 



Stamitz, Karl. 



251 



Stamitz, Karl. 



bestätigt auch Gossec, doch ver- 
wechselt er die Vornamen und 
schreibt Johann statt Karl (M. f. 
M. 32, 182). Während der Zeit 
■war er 1778 auch in London als 
Violinist und Violaspieler aufge- 
treten (Pohl 2, 370). 1787 trat 
er in die Kapelle des Prinzen 
Hohenlohe- Schillingsfürst, machte 
öfter Konzertreisen, dirigierte in 
Kassel im Winter 1789—90 die 
Liebhaber -Konzerte, ging dann 
nach Jena als Direktor der Stu- 
dentenkonzerte, erhielt von Peters- 
burg 1800 eine Einladung, doch 
der Tod verhinderte die Aus- 
führung (zum Teil Gerber 1. 2. 
und Fetis, ohne Gewähr einer 
Sicherheit. Fr. Walter obige Daten 
in Mannheim). Gerber 2 kannte 
ihn persönlich und erzählt ein 
wie eifriger Chemiker er nebenbei 
war, der sich besonders auf das 
damals beliebte Thema der Gold- 
macherei legte und Gerber einen 
langen Vortrag darüber hielt. Was 
nun seine Kompositionen betrifft, 
so ist deren Feststellung ebenso 
unsicher als bei denen seines 
Vaters. Verzeichnen kann ich, 
jedoch ohne Gewähr: 

Scena per un Sopr. „Dunque non v'e 
piü speme" c. 2 V. Fl. Cor. Va. e B. 
Nov. 1789. Ms. Stb. Kopie. Cmoll. 
[Schwerin F. 

2 Siniphonies concertantes ä V 1. 2. 
principale, 2 V. Taille, Vcl. & B. 2 Ob. 
ou Fl. & 2 Cors de chasse ... Oe. 3. 
Chez J. J. Hummel ä Berlin . . . ä Amst. 
10 Stb. [Wolfenb. 

Six Simphonies ä 2 V., A. et B., cors 
et hautbois . . . par C. Stamitz , fils du 
fameux Stamitz, compositeur de M. le 
duc de Noailles , . . . Oeuv. 6. Paris, 
Sieber. [Paris Nat. 

3 Simphonies a gr. Orch. op. 15. Ber- 
lin, Hummel. Stb. [Upsala. Schwerin F. 

3 dito op. 16, ib. [Schwerin F. 

2 Simphonies concertantes per V. e 
Vcl. obig. 2 V. 2 Ob. 2 Cor. A. e B. 
Op. 19. Geneva, Senati. 10 Stb. [B. B. 



3 Simphonies a 2 V. A. et B. 2 Ob. 
ou Fl. 2 Cors et TymbaUes . . Oe. 24. 
La Haye et h Amst., chez B. Hummel et 
fils. 9 Stb. [Wolfenb. 

13 Sinfonien f. Orch. in Stb. Ms. nur 

1 in Part. [Darmst. 

2 Sinfonien ex D. u. G. für Orch. 
9 u. 8 Stb. im Ms. [Wolfenb. 

1.— 11. und 13. Symphonies concer- 
tantes. Paris chez Heyua. — chez Sieber 
etc. [Paris Nat. 

6 Simphonies. Amsterd. [B. Lpz. 

6 Sinfonien f. 2 V. A. B. 2 Ob. (oder 
Fl.) 2 Hörn. Mss. Stb. [Brüssel Cous. 

In Beriin K. H. die Sinfonien Nr. 3—7. 
9—13 im Verlage von Chevardiere. — 
6 S. op. 9 bei Hummel. — 6 S. op. 13 
in London. — 2 S. concert. op. 18. Paris, 
Bailleux. — Dann noch 12 S. im Ms., 
alle in Stb. — Ferner 4 Konzerte f. Vcl. 

— 24 Quatuors oe. 8. 10. 11. 12, Beriin 
bei Hummel. Stb. — 6 Trios op. 14 ibid. 

— 5 Trios im Ms. Stb. — God save the 
Mug 1792 Ms. Stb. f. Orchester. 

In B. Schwerin F. befinden sich im 
Ms. Stb: Nr. 1—6 Sinfonien (7. 8. 9. 
halte ich für Johann's Kompositionen, da 
sie nur für Streichquartett geschrieben 
sind) Nr. 10. 11. Ferner Nr. 12: Sirn- 
phonie concertante. Simph. XVI. Paris, 
Sieber. Dd. Stb. Ferner an Konzerten: 
Nr. 15 f. Alto Viola, op. 1 mit Orch. 
Nr. 16 Concerto in F. für 7 Instr. u. 
Begltg. Nr. 17 für Fiigott u. Begltg. 
Dann ein Sextet f. Gambe, V. Va. 2 
Hörner; 1 Quartett f. Gambe, V. Va. u. 
Vcl., alle im Ms. und in Stb. 

Concerto p. Alto et orch. Paris, Heina. 
Stb. [Brüss. Cons. 

2 Conc. p. V. et orch. op. 12. Paris, 
Bailleux. Stb. [Brüss. Cons. 

3 Concerti in D. und E. f. V. c. 2 V. 

2 Ob. 2 Hörn. Va. u. B. im Ms. in Stb. 
[Mailand Cons. 

Concerto per il Vcl. oblig. con 2 V. 
2 Ob. 2 A. 2 Corni e B. Paris, Bureau. 
Stb. [B. B. 

Concerto (in D) p. Pfte. et Orch. La 
Haye, Hummel. Stb. [Brüss. Cons. 

6 Concertos for the organ, Harpsich. 
or Pfte. with Instrumental parts. Lond., 
Longman & Luckey. 45 S. [B. Wagener, 
Instrumentalst, fehlen. 

Zweifelhaft ist der Autor folgenden 
Werliies, welches nur mit Stamitz gez. ist: 

Concert I. choisie p. le Clavecin av. 
l'acc. des 2 V. T. et B., 2 Hautb. ou Fl. 
et 2 Cors de chasse ad lib. Amsterd., 
Hummel. 9 Stb. fol. Dd. [Beriin Th. 

Concertante p. V. 1. et 2. A. 1. 2. 



Stamitz, Karl. 



252 



Stamitz, Karl. 



et Basso. Mis au jour par Mr. Heina. 
Paris, fol. 5 Stb. [B. B. 

Concerto per Viola et orcli. Ms. Stb. 
[Dresd. Mus. 

2 Concerii p. Viola d'amour, c. 2 V. 
Va 2 Fl. 2 Corni et B. Stb. [Musikfr. 
Wien. 

7 Violinkonzerte mit Orch. Ms. Stb. 
[B. M. 

Concerto f. Clarinette mit Orch. Ms. Stb. 

Concerto p. Clarinetto solo in B. c. 2 V. 
2 Cor. A. Viola et B. Ms. Stb. [Beide 
in Darmst. 

7 Parties ä 2 Ob. 2 Clarinett. 2 Fl. 
trav. 2 Corni, 2 Fag. Stb. fol. Ms. 
[Dresd. Mus. 

Conceiüno in Dis a V. Ob. Cornu, Fag. 
2 V. 2 Corni Va. e B. Ms. P. [Darmst. 

Concerto ä Clarinette et V. principal 
(ou Clarinette), 2 V. A. etc. Paris. Stb. 
inkompl. [Darmst. 

4 Divertissements pour 2 Clarinettes, 
2 Cors et 2 Bassons. La Haye et Amst., 
B. Hummel et fils. 3 Stb. [B. B. 

Divertimento a 2 Chori. Ms. P. [Darmst. 

Variationen f. 2 V. 2 Viele, B. 2 Fl. 
2 Cor. Ms. 21135 a in K. Stb. [B. B. 

Sonata pour la Viele d'amour av. acc. 
1 V. ou 1 Alto Viele. Ms. 21135 in K. 
Stb. [B. B. 

oe. 11. 3 Quintetti concert. Oboe o V. 
e 2 A. Corno ö Vcl. e B. Paris, Heyna. 
5 Stb. mit Charles Stamitz fils gez. [B. B. 

Sei Quartetti per 2 V. Va. e B., i quali 
potranno esse esequirli a grande orchestra, 
... da Carlo Stamitz, figlio del famoso 
Stamitz e Virtuose di musica di S. A. S. 
Elettorale palatina. Op. 1. Paris, au 
bureau d'abonnement musical. Stb. [Paris 
Nat. 

6 Quatuor ä 1 Clarinette. V. A. et Vcl. 
Oeuv. 8. Beriin, Hummel. ' 4 Stb. [B. B. 

6 Quartette f. 2 Viola, Violon e Vio- 
loncelle obliges. op. 10. A la Haye, B. 
Hummel et Füs. fol. [Dresd. Mus. 

6 Quartetti pour 2 V. A. Vcl. oe. 11. 
Berlin, Hummel 4 Stb. [B. B. 

36 Quartette (für Streichinstr.) op. 7, 
9, 11, 15, 30 (je 6 Quai'tette). [Musikfr. 
Wien. 

6 Quatuors ä 2 V. Va. et Vcl. Strasbg. 
chez l'auteur. 4 Stb. |Hofb. Wien. 

Quartette in Dis f. Ob. Hörn, Fag. V. 
und 3 Quartetti concert. f. Clarinette V. 
Va. et B. [Musikfr. Wien. 

6 Quartette f. Streichinstr. Ms. 4 Stb. 
[B. M. 

8 Quartette f. Streichinstr. im Ms. Stb. 
[Mailand Cons. 

Unter Karl Stamitz der Aeltere ; 6 Se- 



nates en Trio p. le Clavecin, V. et B. 
Grave Mdme. Oger. Paris, de la Chevar- 
diere. [B. M. fehlt B. (VieUeicht ist 
damit Johann Karl gemeint.) 

Trio pour 2 V. et B. [Musikfr. Wien. 

3 Trios, ebenso, in Part. u. Stb. im 
Ms. [Darmst. 

Six Duettes ä un V. et A. Viola . . . 
op. 1. Londres, J. Betz. 2 Stb. fol. 
[br. Mus. 

Duos p. 2 V. oe. 8. Paris, Boyer. 
[Paris Nat. 

3 Duos p. V. et Alto. Paris, Louis. 
oe. 19. [Paris Nat. 

Six Duos p. 2 Flütes ou V. et Alto. 
oe. 27. La Haye et ä Amst., B. Hummel 
et fils. 2 Stb. [B. Wagener. 

Duo pour V. et Alto-Viola. Amst., 
J. H. Henning Nr. 44. 2 Stb. [B. Wa- 
gener. 

Grand Duo p. V. et A. Offenh., Andre. 
2 Stb. [ib. 

3 Sonate per V. e B. in Stb. [Musikfr. 
Wien. 

1 Duett f. V. u. Violetta, Ms. [B. M. 

3 Duette f. V. u. Va. Ms. Stb. [Mai- 
land Cons. 

6 Sonate per il Cembalo con Violino 
ad Hbit. Dem Kurfürsten v. Sachsen ge- 
widmet, fol. [Dresd. Mus. 

6 Senates p. le Clavecin ou le Pianof. 
av. acc. d'im V. La Sixieme est pour 
2 Clavecins. oe. 20. A la Haye, B. 
Himimel et fils. fol. [ib. 

Sonata p. le Clavecin ou Pianof. avec 
un Alto Viola oblige. A la Haye, B. 
Hummel et fils. fol. [ib. 

Sonata pour Viola d'amour et B. und 
60 Capriccio für Violine. [Musikfr. Wien. 

Sonata a 4 ms. Amst. , J. Schmitt. 
[B. B. 

Li Marzius' Samlwk. von 1784 ein 
Menuet. 

Reichard 1787, 142 führt das Singspiel 
„Der verliebte Vormund'' an und sagt: 
der Komponist befindet sich jetzt auf 
Konzertreisen. — Sittard 1, 133 teilt ein 
Programm eines Konzertes in Hamburg 
von 1785 mit, welches sehr nach Markt- 
schreier klingt, ähnlich denen von Abt 
Vogler. 

Stantltx. und Stamix ohne Vornamen. 

Sinfonia in Dd. ä 2 V. 2 Ob. 2 Cor. 
Va. et B. 4 Sätze mit Menuet. Mit 
Staimez gez. Ms. 911. Stb. [Karisnihe. 

3 Symphonien op. 1 im Druck (?). — 
1 Svmph. op. 15 in Stb. und 5 Symph. 
im Ms. Stb. [B. Liege. 

1 Sinf. in Fd. f. 2 V. Va. u. B. in 
Stb. [Musikfr. Wien. 



Stamitz, Thaddaeus. 



253 



Stanhope. 



3 Concerti ä Fl. trav. couc. c. 2 V. 
Braccia e Cemb. c. Vcl. Ms. 912—914 
(913 noch mit 2 Hörn.) Je 3 Sätze. Stb. 
[Karlsruhe. 

3 Concerti per il Clavic. 2 V. Ya. e B. 
— oder f. V. Va. mit Orch. Mss. Stb. 
[B. M. 

Concerto Fl. trav. pr. c. 2 V. 2 Ob. 
2 Cor. Va. e B. Ms. Stb. hfol. [B. Br. 

Concerto per il Fl. prineip. c. 2 V. Va. 
e B. Dd. Ms. Stb. hoch! [B. Br. 

6 Trios f. 2 V. u. B. Ms. Stb. [B. M. 

Trio ä 2 V. e B. nur 2. V. vorhanden, 
mit Stamiz gez. Ms. 915. [Karlsruhe. 

Stamitz, Thaddaeus, ein Bru- 
der des Johann Karl, ebenfalls in 
Deiitschbrod um 1721 geboren, 
bildete sich zum Violoncellisten 
in der Jugend aus, wurde in Prag 
Priester und kam als Kaplan in 
seine Vaterstadt; 1750 zum Dechant 
erwählt, ging er dann nach Alt- 
bunzlau und starb dort als Kanoni- 
kus am 23. Aug. 1708. Von den 
Lexika wird er besonders als Mu- 
siker bez., man sieht aber, dass 
Musik bei ihm ganz Nebensache 
war (Dlabacz). 

Stamm, Peter, Lehrer oder 
Rektor am Gymnasium in Stettin 
in der 2. Hälfte des 17. Jhs., 

schrieb eine Leichenrede auf Joh. Georg 
Ebeling. Stettin 1676, siehe Ebeling. 
Fundort nicht bekannt. 

Staiidfurs, J... C..., war um 

1752 Korrepetitor an der Koch- 
schen Schauspielertruppe in Leipzig 
und Balletgeiger, st. 1756 zu Ham- 
burg im Hospitale. Er schrieb die 
Singspiele ,,I)er lustige Schuster", 
„Der Teufel ist los"' und „Die ver- 
wandelten "Weiber". Das erste und 
letzte gab J. A. Hiller verbessert 
und mit Arien vermehrt im Kla- 
vier-Auszuge heraus (siehe J. A. 
Hiller. Gerber 1. Peth, Gesch. 
des Theaters in Mainz, 1879, 19. 
Jahn 1, 124). 

Die Hof b. Wien besitzt im Ms. 15938 
Nr. 1 die Motetten: Der Herr ist mein 
Hirte 4 voc. und Nr. 6, Bleibe bei uns, 
denn es will Abend werden, 5 voc. — 



Gerber 2 zeigt noch die Motette an „Ich 
bin eine Blume zu Saron'', die einst Eell- 
stab in Berlin im Ms. bosafs. 

Staiidish, Frederik, ein eng- 
lischer Komponist des 16. oder 
17. Jhs. 

In der Kirche zu Ely ein Anthem im Ms. 

Ein David Standish war von 1661 — 76 
Organist zu Peterborough und William 
S. von 1677—90. Ihm folgte Boger S. 
von 1690-1713 (West). 

Standley, ... ein Komponist 
des 15. Jhs., 

der im Cod. 88 des Domkapitelarchivs 
zu Trient (jetzt in Wien), Bl. 314b mit 
einer 3stim. vollständigen Messe ver- 
treten ist. 

Standtliartuiig, Johannes To- 
bias. Die Bibl. der Musikfr. in 
Wien besitzt ein 

,,Gesangbü.chlein Anno 1739." Be- 
stehend aus Gesangsiibungen nebst theo- 
retischen Regeln, ferner aus geistlichen 
Gesgen. für 1 Stim. mit Bc. Eerner be- 
sitzt sie ein ,, Schlagbuch auf unterschied- 
liche Preambula eingerichtet''. Ms. von 
1732. (Der Kat. schreibt zuerst ßandt- 
hartinger, verbessei-t sich aber später in 
obigen Namen.) 

Stane, ... 15. Jh., wird als 

Komponist im Florentiner Codex 
des John Hothby erwähnt. Vergi. 
auch Store. 

Stanhope, Charles, Earl, Vis- 
count von Mahon, Baron von El- 
vasten, geb. 3. Aug. 1753 in Genf, 
wo seine Eltern wohnten, gest. 
1. Dez. 1816. Ein gelehrter und 
vielseitig gebildeter Engländer, der 
mathematische, mechanische, bota- 
nische u. a. Abhandlungen schrieb, 
Mitglied des Parlaments und später 
des Oberhauses war. Auch mit 
akustischen Studien beschäftigte er 
sich und schrieb: 

Frinciples of the science of tuning In- 
struments with fixed tones. By . . . Lon- 
don 1806 Millan. 8» (die Lpz. Ztg. 17, 
37 bericlitet über das Buch). [B. B. br. 
Mus. Glasgow. Brüssel. Einsiedeln. 

Dr. Callcott schrieb darüber: Piain 
Statement of Earl St.'s temperament. Lon- 
don 1807 Millan. 8». [Bnissel 7148. 

Biographisches in Pierer's Cons.-Lex. 



Staniczewsb. 



254 



Stannard. 



Staniezewski, Andreas, stand 
um 1604 in der Kapelle König 
Sigismund III. von Polen und 
Schweden in Krakau und ist 

im Samlwk. 1604 mit einer Sstim. 
Motette vertreten (Eituer 1). 

Stanley, John I., ein Theorbist 
des 17. Jhs., steht 1628 im Dienste 
des Kurfürsten von Brandenburg 
zu Berlin und erhält am 18. Okt. 
1631 seinen Abschied, da ihn der 
Landgraf Wilhelm von Hessen zu 
seinem Kammerdiener ernannt hat 
(Schneider 38. 39). 

Stanley, John IL, geb. 17. Jan. 
1713 zu London, gest. 19. Mai 1786 
ebd. Erblindete im Alter von 
2 Jahren, bildete sich unter Kea- 
ding und Dr. Greene zum Musiker, 
besonders als Orgelvirtuose aus, 
erhielt 1724 den Organistenposten 
an All Hallo WS, Breadstreet in 
London, 1726 an St. Andrew's 
Holboru. Erhielt 1729 in Oxford 
den Baccalaureustitel, wurde 1734 
Organist an der Templekirche und 
folgte 1779 Dr. Boyce als Dirigent 
der Kgl. Kapelle. jSTach Händel's 
Tode übernahm er bei den Ora- 
torienaufführungen in der Fasten- 
zeit unter Leitung Smith's die 
Stelle Händel's an der Orgel und 
spielte zwischen den Teilen des 
Oratoriums Orgelkonzerte , sowie 
es Händel seit 1735 gepflogen 
hatte. Seine Kompositionen sollen 
von geringem Wert sein (Fetis. 
Grove. Brown. Pohl 1, 179. Bur- 
ney 3, 232. 6, 621). Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

Zimri, an Oratorio. London. P. (Ouvert. 
u. Gesänge.) [R. C. of Mus. 658. 

The fall of Egypt, an Orat. by Dr. 
Hawkesworth. 3 voll, im Ms. qufol. [R. 
C. of Mus. 

Jephtah, an Orat. by Dr. J. Free. Ms. 
P. [ib. 

Hercules, a Serenata, in P. Ms. 192 
nennt sich am Ende Dr. John Stanley. 
[br, Mus. 



18 Cantatas for a voice and instru- 
menta and 3 Songs (ebenso). London, for 
the author. fol. in 1 Bde. [R. C. of 
Mus. 1379. 

Six Cantatas for a voice and instru- 
ments. London, author. [Antiq. Jak. 
Rosenthal. 

3 Cantatas and 3 Songs for a voice 
and instrum. London, fol. (wie vorher), 
[br. Mus. 

12 Cantatas for the voice, harps. and 
V. London, Harrison & Co. 44 S. [B. 
Wagener. br. Mus., dort noch ein 2. set, ib. 

The Red Breast. A Cantata. Lond. 
1782. fol. [br. Mus. 

Im Einzeldrucke im br. Mus. 6 Songs 
und R. C. of Mus. 1373. 

6 Concertos in 7 parts for 4 V. T. Vcl. 
with a Th. B. for the Harps. op. 2. Lond., 
Walsh. 7 Stb. [B. Hbg. fehlt Ycl. br. 
Mus. kompl. Cambridge FW. B. ß. im 
Ms. 21 140: 6 Conceili grossi in 7 parts. 
in P. 94 S. 

— 6 Concertos set for the harps. or 
organ. London, Walsh. fol. [br. Mus. 
Cambridge FW. 

6 Solos for the germ. flute, V. or Harps. 
taken from the 6 Concertos for V. Lond. 
fol. [br. Mus. 

8 Solos for a germ. flute, V. or harps. 
op. 1. Lond. qufol. [br. Mus. 

6 dito, op. 4. London, qufol. [ib. 

Ten Yoluntarys for the organ or 
harpsich. op. 5. London, Johnson, qufol. 
[B. B. br. Mus. Cambridge FW. 

10 dito, op. 6, ib. 10 dito, op. 7, ib. 
[br. Mus. Cambridge FW. 

In J. Simpson's Companion eine Piece 
f. Fl. u. B. — Gesge. in K. ]^r. Abel's 
The Summer's tale. — In Pittman's Pre- 
ludes and Fugues. 

Stanley, J . . . Gl- . . ., setzte 1668 
Esaias Reufsner s Musicalische Taf- 
fel-Erlustigung in 4 Stimmen für 
1 V. 2 Bracci u. Bc. Brieg. (Siehe 
Reufsner. Ob dies vielleicht der 
John Stanley I. ist, bedarf noch 
des Beweises). Exemplar in üpsala. 

Stanley, Samuel, bekannt durch 

Twenty-four tunes in four parts, adap- 
ted for the Organ or Pfte. . Composed 
chiefly to Dr. Watts' Psalms and Hymns. 
Birmingham, for the Author. qufol. Ende 
des 18. Jhs. [br. Mus. 

Stannard, A . . ., bekannt durch 

The Noi-n-ich March, adapted for the 
V., Germ. Flute and Guittar. Lond., L. 
L. & Co. c. 1770. fol. [br. Mus. 



stanzen. 



255 



Stark, Friedr. Gottl. 



Stanzen, Johann Ludwis, in 

der 2ten Hälfte des 18. Jbs. Or- 
ganist an St. Paul in Hildesheim, 
ist bekannt durch 

Todt, wo ist dein Stachel? Kantate 
zu 4 Stirn., Soli und 3 Tromp. Pauk. 2 V. 
Va. u. Bc. Ms. Autogr. P. fol. [Brüs- 
sel Cons. 

Sonate pour le Clavecin ou Pfte. av. 
acc. d'ua A^. et Vcl. obl. Oeuv. 5 (ä 2 
Cembali arrang.) Bruuswic, Magazin ä la 
Höhe. fol. [Dresd. Mus. 

Sonate pour le Clavecin av. V. et Ycl. 
Oeuv. 10. Ib. 3 Stb. [B. B. (mrd 1805 
angezeigt). 

Sonate f. Klav. zu 4 Hd. [Brüss. Cons. 

In ß. Schwerin F. befinden sich im Ms. 
in Stb. 5 Sinfonien f. Streichinstr. 2 Fl. 
trav. 2 Homer u. B. 

StapeL . . . Organist an der 
Marienkirche zu Rostock, um 1702 
bis nach 1721 (Mattheson 1, 146). 

Stappen, Crispinus, oft nur 

mit Crispinus gez. (Felis schreibt 
Corneille). Er war von 1493 bis 
1507 päpstl. Sänger in Rom und 
starb nach Houday S. 117 u. 244 
im Jahre 1533 als Kanonikus in 
Cambraj. 

Capelli S. 13 glaubt, dass der Codex 
Nr. 1221 in der Bibl. Estense in Modena 
zum grofsen Teile von ihm herrühre und 
in Padua gesch lieben ist. Er schliefst 
dies aus den Schlussversen des Codex, 
worin St. von dem teuren Padua und 
seinen Schülern Abschied nimmt. Sie 
lauten : 

Vale qualunque grande e piccoUno, 

Cnspin si parte, e pigliasi 'i cammino. 
Nur einige Kompositionen dieses Codex 
sind mit Crispinus gez. 

In Petrucci's Samlwk. von 1503 u. 
1505 ist er mit 6 Motetten vertreten 
(Eitner 1). 

Der Katalog der B. in Modena zeigt 
unter Crispinus an: Canzonette madriga- 
leschi a 3 e 4 voci. 15. Jh.? 

Staray, Michel, Comte de (Graf 
von), lebte am Ende des 18. Jhs.; 
op. 7 erschien nach einer Anzeige 
1798. Bekannt sind von ihm: 

6 Polonaises ä 4 ms. p. le Clav, ou 
Pfte., oe. 4. Ms. fol. [Stadtb. Breslau. 

6 Polonaises per le Clavec. av. acc. 
d'un V. et Vcl. Ms. fol. [Dresd. Mus. 



3 Polonoises ä 4 ms. p. le Clav, ou 
Pfte. Op. 2. Yienne, Magazin de mus. 
Nr. 1152. qiifol. [Schwerin F. 

Starck, . . . 

In Darmst. befindet sich eine Sinfonie 
in Dd. im Ms. in Stb. Näheres unbekannt. 

Starek (Starckh) , Christian 
(Crispin), wird von 1750 als Vio- 
linist an der Hofkapelle in Mün- 
chen mit 285 Gld. Gehalt in den 
Akten verz. Sein Tod wird dem 
Kurfürsten am 13/3 1760 gemeidet 
(Kreisarchiv). 

Starck, Laurentius, wird von 
Scacchi 1646 als Musiker angeführt, 
von dem er eine zustimmende Ant- 
wort in betreff des Streites mit 
Paul Siefert erhalten hatte (Vier- 
tel]". 7, 421). 

Staremberg, . . . 

Im Ms. B6a P. Cantata: Pieta Lidio 
pietk, a Sopr. col Bo. fo. 7. [Dresd. Mus. 

Staricius, Johannes, aus Schkeu- 

ditz (Merseburg), stand um 1609 

als Organist an P. Lorenz zu Frank- 

1 fürt a/M. (Titel). Er gab heraus: 

Newer Teutscher Weltlicher Lieder, 
nach Art der welschen Madrigalen, neben 
etzlichen lieblichen Teutschen Tcäutzen . . . 
mit 5 vnd 4 Stim. compon. u. gesetzet 
durch . . . Frkft. a/M. 1609 gedr. bei W. 
Eichter, in Verleg. Nie Steinii. 4 Stb. 
40. 23 Gesge. (Nr. 10 u. 13 derselbe 
Tonsatz. Nr. 2, 7—13 sind von Th. Mor- 
ley nach der Üaufsmann'schen deutschen 
Ausg. Siehe Näheres in Emil Bohn's 
50 histor. Concerte, Bresl. 1893 S. 170. 
Staricius sagt nicht, dass die obigen Nrn. 
von Morley sind, sondern giebt sie als 
eigene Kompositionen aus.) [B. G. B. B. 
B. Hbg. 5 Stb. •? 

Stark, Friedrich Grottlieb, geb. 
29. Aug. 1742 (wo?), gest. 20. Mai 
1807 in Waidenburg in Schlesien, 
wo er Kantor war und sich als 
Orgelspieler und Komponist aus- 
zeichnete. 

Schilling führt mehrere Oratorien an, 
einen Jahi-gang Kirchen -Kantaten, Ge- 
sänge am Klavier, eine Samlg. von 100 
Praeludien und Fugen, von denen Einiges 
auch im Drack erschien. Noch in den 
40 er Jalu-en wurde in Waidenburg alle 



stark, Konrad. 



250 



Starter. 



14 Tage vor der Predigt eine Eirchen- 
nuisik für Chor, Solo und Orcliester auf- 
geführt, zu der die ganze Umgegend ihre 
musikahschen Kräfte zur Verfügung stellte 
(aus eigener Erfahrung). — In Müuchen's 
alter Hofkapelle lieg-t eine Messe zu 8 Stirn. 
im Ms., P. und Stim., sie ist zwar nur 
mit Stark gez., könnte aber wohl von 
Obigem sein. 

Gedanken u. Empfindungen beim Kreuze 
Jesu auf Golgatha f. Soli, Chor u. Orch. 
Kl.-A. mit Friedr. Gottl. Stark gez. [Mu- 
sikfr. "Wien. 

Stark, Konrad, um 1765 als 
Komponist an der kurf. Kapelle in 
Trier angestellt (M. f. M. 24, 37) 
und um 1781 Kapellmeister an 
der Hofiiapeile in Koblenz (Forkel 
1, 152). 

Starke, Friedrich, geb. 1774 
zu Elsterwerda in Sachsen, gest. 
am 18. Dez. 1835 (sie?) zu Döbling 
bei Wien. Bildete sich als Stadt- 
musikant auf allen gebräuchlichen 
Instrumenten aus, machte aber 
nebenbei fleifsig theoretische Stu- 
dien, zuletzt noch in Mannesjahren 
bei Albrechtsberger in Wien; führte 
in der Jugend ein unstetes Reise- 
leben, bald als Kapellmeister bei 
Kunstreitern, bald an stehenden 
Theatern, dann wieder als öster- 
reichischer Militärkapellmeister und 
trat hin und wieder als Virtuose 
auf dem Hörn und der Bassposaune 
auf. Als er sich dann in Wien 
niederliefs, gab ihm Beethoven 
seinen Neffen in Unterricht, trat 
dort als Hornist ins Hofopern- 
theater ein und zog sich dann in 
älteren Jahren nach Döbling zu- 
rück, nur der Komposition sich 
widmend. Im Ms. 10 678 der B. B. 
wird er ein Freund Albrechts- 
berger's genannt (Schilling aus- 
führlich. Im Hamburger Cor- 
respondenten von 1836 Nr. 5 be- 
findet sich die Anzeige, dass 
Friedrich Starke im Anfange des 
Jahres 1836 zu Hamburg gestorben 



ist. Da seine Aemter, die er be- 
kleidet hatte, ebenfalls angezeigt 
werden und mit denen bei Schilling 
angeführten übereinstimmen, so ist 
kein Zweifel, dass damit der obige 
gemeint und Schilling's Angaben 
falsch sind. Er soU sehr Yielerlei 
geschrieben haben. Nachweisbar 
sind: 

2 Messen f. Chor u. Orch. in P. u. Stb. 
— 2 Offertorien. — 1 Graduale f. Alt, 
Hörn solo u. Orch. — Te Deum f. Chor, 
Solo u. Orch. in Stb. — Tantum ergo und 
1 Graduale 4 voc. c. orch. op. 127 in Stb. 
[Musikfr. AVien. 

Cantate zur Unterhaltung geselliger 
Zirkel bei Familienfesten f. Sopr. Chor 
u. Streichquart, oder Pfte. P. [ib. 

2 Sinfonien in D. u. B. f. 2 V. A. u. 
B. Mss. in Stb. [Brüssel Cons. 

Adagio u. Rondo, Weihe des Friedens, 
Gelegenheitssouate, Fürst Esterhazy gew. 
f. Klav. u. V. op. 71. [Musikfr. Wien. 

Die gr. Wachparade in Paris. Charakte- 
ristisches Tongeraälde f. Pfte. u. Hörn, 
op. 105. [ib. 

4 Variations- Werke f. Pfte. u. Fl. oder 
Clarinette. op. 26. 52. 58. 70. [ib. 

Theme et Var. p. Pfte. et Fl. Vienne, 
Hoffmeister. Stb. [Brüss. Cons. B. Kgsbg. 

12 deutsche Tänze nebst Trios und 

1 Coda... f. 2 Flöten. Wien, Trag. 

2 Stb. [B.M. 

Alina, 6 Walzer mit Coda f. Harmonie- 
musik. Ms. Stb. [Mailand Cons. 

Alexander-Favorit-Marsch.f.Pfte. Wien, 
Artaria. [Mailand Cons. 

Wiener Pf te.-Schule in 2 Abthlg. op. 108. 
3. Abthlg. 2. Aufl. Wien 1819 u. sine 
anno. [B. B. 

Canon a 3 voci: Glück, Gesundheit... 
Autogr. geschrieben in Oberdöbliug bei 
Wien im Nov. 1829. [Hofb. Wien, Ms. 
18346. 

Starswolski, Simon, ein pol- 
nischer Historiker im 17. Jh. Er 
war Senior im Kollegium zu Tar- 
now (Galizien). 

Man schreibt ihm das Werk zu: Mu- 
sices practicae Erotemata . . . Cracoviae 
1650 ex officina Francisci Caesarei S. ß. 
M. typogr. B** (Sowinski. Fetis). 

Starter, Jan Jauszoon, ein 

niederländischer Dichter des 17. 
Jhs., der mehrere Liederbücher 



Starter. 



257 



State!] a. 



mit Molodien herausgab, die sich 
grofser Beliebtheit erfreuten. Ob 
er auch der Komponist der Melo- 
dien ist bedarf noch des Beweises. 
Bei dem 2ten Drucke wird Jaq. 
Vredeman als Komponist genannt. 
Betitelt sind sie 

Starters Lnst-hoofken verciert niet vele 
Liedekens, Bruylofts dichten ende coi)ere 
platen. T'Utrecht by Jan Amelissoou in 
het vergulde ABC. kl. quSO. 12 Bog. 
Portr. des Verf. Melodien haben nur 
BI. 11. 12. 19. 20. .36. 37. 70, sonst ist 
nur auf bekannte Melod. verwiesen (nach 
1619 erschienen). [B. Br. 

Friesche Lust -Hof, beplant met ver- 
scheyde slichtelyke Minne-Liedekeus, Ge- 
dichten, ende Boertige Kluchteu. Door 
. . . Met . . kopere figueren vergierd; ende 
by alle onbekende AVyseu, de Noten, of te 
Musycke gevoeght, door Mr. Jaqiies Vrede- 
man . . . Amstelredam 1621 gedr. by 
Paulus van Ravestevn, voor Dirk Pietersz. 
Voscuyl. qu4'J. 178 Seit, und 12 Ell. 
Scheint die erste Ausg. zu sein. [br. Mus. 
Eine 2. Ausg. mit gleichem Titel ebd. von 
201 Seit, und Anhang 16 Bll. 

— Friesche lusthof| beplant met ver- 
scheyden stichtelyke minue-liedekens . . . 
3. druck. Amst. voor de weduwe van 
Dirk P. Voscuyl. qu4". [Brüssel. B. 
Hbg. Proske, Ausg. unbekannt. Bologna. 

— In B. Leipz. 4. (?) Ausg. von 1624. 

— In R. C. of Mus. 4. Ausg. von 1627. 

— In B. Amst. 5. Au,sg. von 1634, 
Amst. by Broer Jansz. (|u8". 

— Bloemlezing uit den Friesche-L . . . 
ediert von AV. Eekhoff. Leeuwarden 1862. 
8«. [Amst. 

Boertigheden, s. 1. et a. 4*'. [B. Hbg., 
ist der Anhang zum vorhergehenden 
Werke. 

Startzel, ... lebte um 1772 in 
Wien (Burney 2, 213). 

Starzer, Joseph, ein tüchtiger 
Violinist und Komponist in Wien, 
besonders bekannt als Balletkora- 
ponist, was ihm viel Geld und 
beim Publikum grofse Beliebtheit 
einbrachte. Er starb den 22. April 
1787 im 62. Lebensjahre; war also 
1726 geb. (Schmid's Gluck p. 53). 
Nach Gerber 1 soll er 1762 nach 
Petersburg befohlen worden sein, 
befand sich aber 1770 wieder in 

4 

Kob. Eitiier's Quellen-Lexikon. Bd. 0. 



Wien. Hanslick 48 berichtet, dass 
er bis an seinen Tod die Privat- 
aufführungen bei Herrn van Swie- 
ten leitete. Reichard 1776, 266 
zählt seine Singspiele auf, nennt 
ihn aber fälschlich Kapellmeister 
der Ksl. Hofkapelle. Es sind dies 
„Die Wildschützen. Adelheid von 
Ponthieu und die Horazier". Als 
Balletkompouist werden besonders 
die Ballette von Noverre erwähnt. 
Gerber 1 sagt, dass er am Wiene- 
rischen Theater angestellt war. 
An Kompositionen sind bekannt: 

Le passione di Gesü Cristo. Orat. in 
2 p. (Metast.) f. Soh, Chor u. Orch. 1778 
in Wien aufgef. P. Ms. [B. B. Ms. 21 160. 
2 voll. Hof b. Wien Ms. 17 296. Musikfr. 
Wien. 

An Balletmusik : Die Schnitter. P. 
34 Bll. Ms. 21165. [B. B. 

Les Horaces, Ballet tragiiiue en 5 act. 
de Noverre, repres. ä Paris 21/1 1777. 
Ms. Autogr. P. [Paris l'opcra. 

Adele de Ponthieu, Ballett. Ms. Stb. 
[Berhn K. H. Hofb. Wien Ms. 18654 
betitelt: Adelheid, Ballo in 5 atti. Part. 

L'amor medico, Ball, (aus Petersburg) 
f. V. u. B. Ms. [ib. 

Le cinque Soltane. Ballo. Ms.Stb. [Darmst. 

Gliorazieglicuriazi. Ballet. Ms.Stb. [ib. 

Das Strafsburger Fest. Ballet, unvollst. 
Ms. Stb. [ib. 

Teseo in Greta. — Ballo del'Amore. — 
Donchischot. — Ballo Ülandose. — Adele 
de Ponthieu. — Gli orazzi e Curiazzi.j — 
Diana ed Endimione. — Roger e Brada- 
mante. Ballets in P. oder im Kl. -A. 
[Musikfr. Wien. 

Concerto en F. a Viol. princip. c. Quar- 
tette. Stb. 2 Trios für V. Va. und B. 
[beide in Musikfr. Wien. 

In Rellstab's Ciavier-Magazin 3. Viertel- 
jahr 1 Tonsatz. 

Ms. 18676 Hofb. Wien 2 Divertimenti 
ä 2 V. Va. B. zu je 3 Sätzen: Allegro, 
Menuette, Adagio. Part. 

State, Franz. 

Eine Sonate f. V. und Vcl. im Ms. der 
B. Wagener. 

Statella, GrioTaniü, bekannt 
durch die Oper: 

L'Achemo imperador della Cina. Pa- 
lermo 1751. Textb. im Besitze des Herrn 
Bouamici in Livorno. 

17 



Statius. 



258 



Stecher, Julius. 



Statins, Peter P . . ., war im 

17. Jh. am Dome und der Hof- 
kapelle in Salzburg angestellt 
(Peregrinus 81). 
Statt, . . . 

ist in der Bibl. der Musikfi'eunde in 
Wien mit einer „Sonata ä 3" vertreten. 

Statter, Georg Maxiiiiiliaii. 

Im Anfange des 19. Jhs. erschie- 
nen von ihm 

Six Canzonets, a trio with a pfte. 
accom. and a glee for three voices, com- 
posed by . . . Lond., Lavenu. [Brüssel 
Cons. 

Stattler, U . . . A . . ., 

bekannt durch 5 Sinfonien für Orch. 
Ms. Stb. [Darrast. Lebenszeit unbekannt. 

Stattmiller, Fat. Beda, lebte 
in der 1. Hälfte des 18. Jhs. als 
Mönch im Ivloster Weingarten in 
Württemberg und schrieb Messen 
u. a. Kirchengesänge (Kornmiiller 
1, 222). 

Stauber, Laureiitiiis, geb. 26. 
Okt. 1483, bezeichnet als Organist 
,,et eqnes auratus". 

Staubiüger, siehe Stabinger. 

Stauch, Christian, Lehrer an 
der Solitude bei Stuttgart um 1781 
(Forkel 1, 134). 

Staudt, Johann Bernhard, 
Kapellmeister am Jesuiten- Gym- 
nasium zu Wien am Ende des 17. 
und Anfange des 18. Jhs., ist be- 
kannt durch 

Virtus non postuIat annos, sive Scipio 
Junior, Romanorum belli imperator. Drama 
historico-morale . . . Aufgeführt am 1. Jan. 
1703 in obigem Gymnasium. Ms. 18508. 
P. [Hofb. Wien. Ebendort Ms. 18_871 
das Drama: Der Blinde am Weg lv02. 
Ms. 18873: Eueharistia, 1697. 18874: 
Patientis Christi memoria, 1685. 18875: 
Ferdinandus V. rex Hispaniae, 1684 u. 
s. w. noch 18 Dramen, siehe Mantuani's 
Hds. Kat. 

Staudenheeht, Johann. 

In B. M., Ms. 122, 2. Tbl., ein Chor- 
buch, geschrieben 1714—16: 7 Anti- 
phonae 4 — 5 voc. 

Staudiuger, Johann (xeorg, 

im letzten Drittel des 18. Jhs. 



Kantor und Musikdirektor in 
Weifsenburg am Nordgau, sagt 
Reichard 1780, xxxvm. 

Verfasser der Singspiele: Die Lyranten. 
Der Jahrmarkt von Gotha. Die Wahl des 
llerkules. Der Monodramen: Polyxena 
und Leonardo und Blandine. Arien zu 
Job. Faust. Eine Sinfonie zu Arno. 

Staupin, Angela, Kammermusi- 
kantin an der Hofkapelle in Wien 
mit 20 Gld. monatl. Gehalt vom 
1. Juli 1617 bis 15. Juli 1618 
(Köchel 1). 

Stazzi, . . . aus Florenz, Oboist, 
befand sich 1744 in Petersburg 
und liefs sich als Solist hören 
(Gerber 1). 

Stebert, Johann Crottlieb, wird 
am 23/3 1672 als Hofkantor in 
München mit 200 Gld. angestellt. 
Sein Sohn Hans Kaspar tritt 1668 
als Sängerknabe (,,Lernjunge") ein 
und 1673 als Kammermusikus 
(Kreisarchiv). 

Stecchi, Gfiovanni Battista e 
Antonio (xiusefto Pagani, Musik- 
drucker und Yerleger in Florenz 
in der Mitte des 18. Jhs., gaben 

heraus : 

Moduli Passionis Dominicae ad quadru- 
plicem Evangehi, textum accomodati. fol. 
[Florenz. Ist im Kat. unter den Musi- 
kalien verz. 

Stechel, Wilhelm, wird 1578 
als Altist an der Hofkapelle in 
München angestellt und 1579 wie- 
der entlassen (Sandberger's Akten- 
Mitteilungen S. 106. 109. HO). 

Stecher, Bartholome, um 1510 
„Singer" an der Hofkapelle in Stutt- 
gart (Sittard 2, 8). 

Stecher, Christoph, um 1617 
Chordirektor in Stettin, 

ist bekannt durch Ms. Z'28 der B. B., 
Part, von 1599 ff. S. 72: Auxilium meum 
8 voc. 

Stecher, Julius, starb 9. Mai 
1666 zu Salzburg, 56 Jahr alt, wo 
er seit c. 1648 Priester und Vice- 
kapellmeister am Dome und der 



Stecher, Marfan. 



259 



Steevens, John. 



erzbischöfl. Hofkapelle war (Aicher's 
Theatrum 1675, P. 3, p. 444—52. 
Peregrinus 80). 

Stecher, Mariaii, geb. gegen 
1760 zu Mannheim, lebte in Mün- 
chen (Gerber 2. Fetis). Er ist 
bekannt durch zahlreiche Fugen 
für Orgel oder Klavier, die in der 
Lpz. Ztg. 1, 220 (1798) selir ge- 
lobt Averden. 

Gran Sonata a 4 maui i)er il Cembalo 
Pfte. Lips., nel Magaz. di niusica di 
Breitkopf. 33 S. [B. Wagener. 

13 Variationi per il Clavic. o Pfte. 
coniposte da . . . Op. 5. Monaco , M. 
Falter (1799.) qufol. [B. Kgsbg. 

6 rughe per l'organo, o Cemb. Lips., 
Br. & H. 12 S. fol. [B. B. B.Wagener. 

8 Fugues p. l'org. ou Pfte. op. 7. 
München, Falter. 20 S. [B. B. B. M. 

— 2. edit. Mayence, Schott fils. 21 S. 
[B. Wagen er. 

6 Fugues p. l'org. ou Pfte. op. 13. 
Munic, Falter & fils. Mayence et Paris, 
Schott fils. 19 S. [B. Wagener. B. Lpz. 

1 Fuge in neuer Ausg. (Eitner 2, lies 
dort Marian, statt Marüu). 

Stechwee, Oeorg W . . . August, 

aus Hannover geb., ist am 10/2 
1731 als Musikstudierender in der 
Universität zu Leyden eingeschrie- 
ben (Bouwst. 3, 5). 

Stecliweij , Adolph (Burney 
nennt ihn Stechwech), am 27. März 
1766 a/d. Westerkirche in Amster- 
dam angestellt (Burney lernte ihn 
1772 kennen, siehe 3, 233. Tijd- 
schrift 1, 46). 

Stechwij, A . . . C . . ., lebte von 
c. 1734—1760 zu Zwolle als Or- 
ganist, Garabist und Komponist 
und gab Sonaten für Fl. V. u. B. 
heraus (Bouwst. 2, 60. Breitkopf's 
Verz. 1761). 

Steehwij, J..., war um 1771 
Organist in Amsterdam (Bouwst. 
2, 60). 

Steckh, Adam, Instrumeutist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
25 Gld. monatl. vom 1. April 1637 
bis Juni 1645 (Köchel 1). 



Steeland (Steenland, Stienland), 
Sänger an der Kapelle Philipp des 
Schönen in Spanien von 1504 bis 
1514 (Straeten 7, 159. 162. 170). 

Steelant, Philippe van, 1653 
Organist bei der Gesellschaft Jesu 
an St. Jacobus zu Antwerpen, ist 
bekannt durch 

Missae et Moteta 5. et 6. vocuin, cum 
instrum. et ripien. auctore ... in ecclesia 
Paroch. D. Jacobi . . . apud Soc. Jesu 
Antuerpiae Organista. Op. L Antv. 1656 
haered. P. Phalesius. Vorwort 1653 gez. 
15 Stb. in 4>J. [Musikfr. Wien. 

Straeten verz. aus alten Katalogen noch 
andere Werke von ihm (1, 55. 213. 218. 
220). 

Steele, Joshua, ein englischer 
Musikschriftsteller des 18. Jhs., 
gab heraus: 

An Essay towards e.stablishing the 
melody & measure of Speech, to be ex- 
pressed and perpetuated by peculiar Sym- 
bols. London 1775 Ahnon. 4«. [R. C. 
of Mus. Brüssel. 

Prosodia rationalis; or, an essay to- 
M-ards establishing . . . Lond. 1779. 4P. 
[Glasgow. 

Leo Liepm. besafs: Account of a mus. 
instrum. . . of Amsterdam. To London 
1774. — London 1775. 

Steetz, Wilhelm, geb. um 1770 

zu Hamburg, liefs sich in England 

nieder und gab heraus: 

A Treatise on the elements of Music 

in a series of letters to a Lady. Tiverton 

1812 T. Smith. 4». [Glasgow. Brüssel. 
(Fetis). 

Steeve, John, gab heraus: 

The Oxford Harniony, beiug an lutro- 
daction to the art of Music. Printed from 
plates, on one side of the leaf onlv. Lon- 
don 1741. qu80. [R. C. of Mxis. Nr. 2279. 

Steevens, s. Stevens, Abraham. 

Steevens (Stephens, Stevens, 
Stephines), John, schwor am 11/8 
1590 als Gentleman an der Kgl. 
Kapelle in London und st. 13. Mai 
1636. 1636 bekleidet er das Amt 
eines Clerke of the Cheque (Rim- 
bault, der ihn im Laufe obiger 
Jahre sehr oft anführt). 

17* 



Stefani, . . 



260 



Stefaniiii. 



Stefani. 



Hoftenorist und 



Singemeister, st. 22. Dez. 1782 zu 
"Würzburg, 42 Jahr alt (Magazin 
1782, 712. Forkel 3, 213). 

Stefani, Grioranni, nach Fotis 
war er im Anfange des 17. Jhs. 
Organist an der Kirche deHa 
Grazia zu Wien. Seinen Druck- 
werken nach muss er auch Guitar- 
rist gewesen sein, denn seine bis- 
her bekannt gewordenen Drucke 
sind arrangierte Gesänge für eine 
Stimme mit Guitarren -Begleitung. 
Es sind Samlwk. von verschiedenen 
Autoren komponiert, doch nennt 
er keinen Autor. Die Titel lauten: 

Affetti amorosi. Canzonette ad una 
voce sola, poste in niusica da diuersi con 
la parte del Basso, & le lottere dell'alfa- 
betto per la Chittarra alla spagnola rac- 
colte da G . . St . . con tre Arie Siciliane, 
& due VillaneUe spagnole. Yen. 1618 
Yincenä. 1 vol. 4"^. 53 S. Die Dedic. 
in Venedig gez. 35 Gesge. [Bologna. 

— in neuer Ausg. in Uebertraguug 
von Dr. 0. Chilesotti: Earitä musicali, 
vol. 3. MUano, Ricordi 1886 (siehe M. f. 
M. 18, 99). 

— Ausg. 1621 ib. [Bologna. 

— Ausg. 1623 ib. [B. Hbg. 

— Ausg. 1626 ib. [Bologna. 
Scherzi amorosi. Canzonette ad una 

voce sola poste in inusica da diuersi e 
raccolte (wie oben). Lib. 2. Nouani. 
Corretti e ristampati. Ven. 1620 Yin- 
centi. 1 vol. in 4°. Gesge. mit Guitarren- 
begltg. [Mailand Cons. 

— in rjuesta 3. impressione ... Ib. 
1622. A\ 31 S. 25 Gesge. [ß. Hbg. 

Concerti amorosi terza parte della Can- 
zonette in musica Eaccolte da . . . Nouam. 
ristampate . . . Yen. 1623 Yincenti. 1 vol. 
4°. 55 S. mit 37 Gesg.; ob dieselben 
ebenso eingerichtet sind wie die obigen 
ist aus dem Titel nicht zu ersehen, lässt 
sich aber vermuten, da er es als den 
3. Teil bez. [Bologna. Mailand Cons. 

Stefani. Jean, siehe Steifani. 

Stefanini (Steffanini), Grioranni 
Battista, aus Modena, war nach 
seinen Druckwerken 1608 Kapell- 
meister an S. Maria della Scala 
chiesa ducale zu Mailand, 1614 
Kapellmeister an Madonna della 



Consolatioue zu Rom. Zwischen 
den Jahren 1608 und 1614 muss 
er zufolge der Dedic. zu 1614 
noch in Turin an der Hauptkirche 
angestellt gewesen sein. 1618 war 
er Kapellmeister am Dome zu Mo- 
dena, ebenso 1626. Von seinen 
Kompositionen sind bekannt: 

Motetti di . . . Lili. 1 . a 2 et 3 voci. 
Milano 1606 Simon Tini et F. Loniazzo. 
4 Stb. (2 C. B. Bc.) 40. [Turin B. Na- 
zional. 

... II 2. lib. de Motetti ä 5, 6, 7, & 
8 voci. Et le Lettanie della B. Y. uell' 
ultimo. Con il B. principale per l'org. 
Nouam. posto in luce . . . Yen. 1608 AI. 
Rauerij. 9 Stb. 4^. [Bologna. Turin 
B. Nazional. 

Concerti ecclesiastici a 8 voci, cioe 
Motetti, Messa, Salmi, Maguificat, con le 
Letanie B. Y. Et il B. per l'org. . . Lib. 3. 
Romae 1614 B. Roblectus. 9 Stb. 4». 
[Bologna fehlt C 1. Abdr. der Dedic. im 
Kat. 2, 498. 

Motetti concertati all'uso di Roma a 8 
et 9 voci, con le Letanie della B. Y. . . . 
con il Bc. Lib. 4, opera 6. Yen. 1618 
Yincenti. 10 Stb. 4°. [B. FrJift. Kat. 
mit Reg. über 15 Gesge. 

Motetti concertati a 2. 3. 4. & 5. Yoci, 
con il B. deH'org. Lib. 1. Op. 7 . . . 
Roma 1626 Andrea Fei. Dedic. dem Kar- 
dinale Mauritius in TurJuo. 6 Stb. 4*^. 
[Bologna fehlt C 1. Kat. 2, 499 Abdr. der 
Dedic, woraus sich abermals ergiebt, dass 
er vordem an der Kathedrale in Turin 
Kapellmeister war. 

In alten Samhvk. 12 Gesge. (Eitner 1), 
dazu kommen 1 Mot. in Eadesca's Armo- 
niosa von 1607. 

Nach Yaldrighi 12, 19. 61. komponierte 
er in Modena gemeinsam mit Capilupi 
eine Mascherata, die am 26. Jan. 1600 
zur Aufführung gelangte. 

6 Motetten zu 5, 6, 7, 8 Stirn, in Mss. 
der B. L. — Eine Arie f. Sopr. mit Instr. 
Ms. 882 in Dresd. Mus. P. — Eine östim. 
Motette in Commers Musica sacra, 15, 19. 

Fetis verz. einen Oior. Battista Stefa- 
nini, der gegen 1660 (angenommenes Ge- 
burtsjahr) in Modena geb. ist, an der 
Kathedrale iu Turin Kapellmeister war 
und herausgab 

„Mottheta D. Job. Bapt. Stephanini 
Mutin. in ecclesia inetropolitaua Tauriensi 
Mag. musicae sex et octo vocibus. Lib. 1. 
Yen. 1694. Idem lib. 2. ibid 1698.'^ 



Stefanis. 



261 



Steffan, Joseph. 



AugeTischeinlich sind die Jahreszahlen 
falsch und gehört das Werk dem obigen 
Komponisten an. 

Stefanis. Padre Gaetaiio, aus 

Chieti, ein Minoritcroiöiicli und 
Kapellmeister au der „Celebre 
Metroi)o]itana di Spalato'' um 1700 
(Titel). Ist bekannt durch. 

Messe a 4 voci dedicate ... dal Padi-e 
Gaetano . . . Opera 1. Yenez. 1700 Glos. 
Sala. 5 Stb. mit Bc. [Bologna. 

Salmi pieni per tutto l'anuo ä 8 voci 
con Yioliui ad üb. breui e facili con 
Litanie della B. V. Opera 3. posta in 
musica. Bologna 1710 Mai\ Silvano. 13 
Stb. 40. [Bologna. Kat. 2, 314 Yorwoit. 
br. Mus: T2 fehlt S. 1—8, 

Stetano l'Argentini, s. Fllippiui. 

Stefano di Bari, ist Stefano 
Felis. 

Stefano da Pesaro, wird von 
Besardus in 1617, 3. Teil, als ehe- 
maliger Musiker des Herzogs von 
Urbino bezeichnet. 

Im 2. Teil 1 Eicercari für Laute. 

Stel^mo, Francesco, bekannt 

durch : 

Eegole di sonare il Cembalo. [Neapel 
Turchini. 

Stefano, Joan. de, Kammer- 
musiker am Hofe zu Neapel um 
1481 (Straeten 4, 31). 

Steffan (Steffani), Joliann Hein- 

ricli, gest. am 4. Mai 1759, 56 Jahr 
alt, zu Frankfurt a/M., bekleidete 
daselbst den Kapellmeisterposten 
an der Barfüfser und Katharinen- 
kirche. Noch 1758 führte er da- 
selbst eine Kantate auf (Israel 
36. 41). 

Steffan (Stephan), Joseph (An- 
ton), bez. sich auf einigen seiner 
"Werke als Ksl. Kgl. Hofklavier- 
meister (1782). Er war am 14. 
März 1726 in Kopidlno in Böhmen 
geb., wurde Schüler von Wagen- 
seil in Wien und liefs sich dann 
als Klavierlehrer nieder. Karoline 
Pichler, die seine Schülerin war, 
schildert ihn als einen liumoristi- 
schen und eigentümlichen Mann, 



der die Schüler durch seine gute 
Laune zu fesseln wusste (Denk- 
würdigkeiten 1, 40). Als Lehrer 
der Ksl. Prinzessinnen hatte er 
grofsen Zulauf, zeichnete sich auch 
als Komponist aus (Forkel 2, 12. 
3, 124. Dlabacz). Seine nach- 
weisbaren Kompositionen sind fol- 
gende : 

Missa soleunis 4 voc. 2 V. 2 Pos. 2 
Tromp. et Tj'mp. Org. Ms. Stb. [Schwe- 
rin F. 

Laudate pueri f. Chor u. Orch. — 
Beatus vir, ebenso. Ms. Stb. [Schwe- 
rin F. 

Stabat mater, nach "Wieland's Ueber- 
setzung (f. 1 St. mit Pfte.). Prag und 
Y»^ien 1782 von Schönfeld, qufol. [B.B. 

Gesang bei dem Beschlüsse der am 

3. Äug. 1780 gehaltenen öffeutl. Prilfi;ng 
von 31 Unteroffizieren und Gemeinen (f. 
1 Stirn.). [Musikfr. Wien. 

Die Musikfr. Wien besitzen unter Stephan 
das Singspiel: Der Doctor Daunderlaun, 
in 2 Aufz. in Stb. 

AmjTit (Sie fliehet fort) f. 1 St. u. 
Klav. [ib. 

Saralg. deutscher Lieder fiu- das Kla- 
vier. Wien, von Kurzböck. 1 Abthlg. 
1778. 2. Abthlg. 1779. 3. Abthlg. 1780. 

4. Abthlg. 1782 (Traberth und Hofmanu 
setzten die Samlg. später fort). [B. B. 1. 
2.4. Musikfr. Wien 1. 2. 4. Proske 1. 
Hofb. Wien 1. 2. 4. enthalten 24. 30 u. 
24 Lieder; ebendort im Ms. 18757: 
26 deutsche Lieder. 

In Darmst. ohne Vornamen 1 Sinfonie 
in Cd. Ms. Stb. — In Schwerin F. 7 Sinf. 
f. kleines Orch. Ms. Stb. 

3 Concerti in F. G. D. per il Clavi- 
cembalo 2 V. e B. Ms. P. qufol. und 
im Arrang. für 2 Klav. [Dresd. Mus. 
unter Stephan. 

2 Concerti p. Clavic. c. 2 V. e B. 
[Musikfr. Wien. 

5 Concerti e 1 Divertimento per il 
Clavic. 2 V. Va. B. Ms. Stb. [Brüssel 
Cons. 

Concertino per Cembalo, Fl. V. 2 Corni 
e B. Ms. Stb. Dd. [Schwerin F. 

2 Harmoniepiecen f. Blasinstrum. Ms. 
Stb. [ib. 

BaUette mis en musique par Mr. TöUer 
tratuit (?) au (?) Clavecin par Mr. . . 1 Bl. 
im Autogr. B. B. Grasn. Ebendort unter 
Jos. Ant. Stephan ein Andante f. Pfte. u. 
sein Poiir. 



Steffaii, Joseph. 



262 



Steffani, Agostino 



Sei Divertimenti da Cimbalo. Vienna, 
Bernardi. 29 S. [B. B. Brüssel Cons. 
Dresd. Mus. im Ms. B. "Wagener im 
Druck, br. Mus. 

VI Divertimenti per il Clav. Ms. 137 
p. 77 ff. [B. B. 

6 Divei-timenti p. il Clav. [Musikfr. 
Wien. 

Sei Sonate da Cimbalo, op. 2. Yienna, 
Ag. Bernardi. 33 S. [B. B. B. M. B. 
Wagen er. 

Sonata I. (II. III.) di Clavicemb. Yienna, 
ib. [B. B. Hofb. Wien n. HI. je HS. 

(Parte prima) coutiuente 3 Sonate da 
Cembalo. Op. 3. Ib. (1770). [B. B. 

Parte seeonda cont: 3 Son. da C. Ib. 
34 S. [B. B. B. M. (Branet sculps.) 

2 Sonaten f. Klav. im Ms. [Brüssel 
Cons. 

20 Sonaten f. Klav. [Musüfr. Wien. 
In Einsiedeln ebenfalls. 

Sonata per il Cembalo. Ms. [Rostock. 

40 Preludi per diversi tuoni. Ib. 21 S. 
[B. B. BiTiss. Cons. Hofb. Wien. br.Mus. 

Parte seeonda continente 90 Cadeuze, 
Permade e Capriccij per il Cembalo o 
Fortep. Vienna 1783 Nobile de Kurz- 
beck. 34 S. [B. B. Hofb. Wien. 

Deutsche Galanterie-Stücke. Ms. 4 BU. 
[Hofb. Wien. 

12 Minuetti a Clane, solo. 4P. Ms. 
[Dresd. Mus. 

25 Yariationi per il Cemb. (Yienna), 
Magazin. [B. B. Musikfr. Wien. 

Marpurg 7, 143 nennt ihn Giuseppe 
Steffani und bespricht seine 6 Diveiii- 
menti und 6 Sonaten f. Klavier, die er 
aber ungünstig beurteilt und ihm haupt- 
sächlich vorwirft, dass er Wagenseil zu 
sehr nachahmt. 

Steffani (Stephan!) , Agostiuo, 
in späterer Zeit tragen seine Kom- 
positionen den Xamen seines Sekre- 
tärs Gregorio Piva. Geb. 25. Juli 
1653 zu Castelfranco bei Venedig 
(er bez. sich auf seineui ersten 
Druckwerke von 1674 mit „Anno 
salutis 1674, aetatis suae 19". sie?), 
gest. auf einer Reise nach Frank- 
furt a/M. 12. Febr. 1728. In ärm- 
lichen Verhältnissen geboren, kam 
er als Sängerknabe an S. Marco in 
Venedig. Seine schöne Stimme, 
sein hübsches Gesicht und der 
ihm angeborene Anstand bewog 
den Grafen von Tatteubach aus 



München bei einem Besuche in 
Venedig den Knaben 1667 mit 
nach München zu nehmen und eine 
gute Erziehung zu geben. Eine 
gleiche Anziehungskraft äufserte 
der Knabe auf den Kurfürsten, so 
dass derselbe selbst die Sorge um 
denselben übernahm und ihn für 
den geistlichen Stand bestimmte 
nebst einer sorgsamen musikali- 
schen Erziehung, so dass er die 
ersten Künstler damaliger Zeit zu 
Lehrern erhielt. 1668 war Joh. 
Kaspar Kerle sein Lehrer, bei dem 
er auch wohnte und der für sein 
geistiges und leibliches Wohl zu 
sorgen hatte. Am 1. Okt. 1671 
kam er in Pflege des Kammer- 
dieners Aug. Sayler, am 15/1 1672 
wurde er als Kammermusikus in 
die kurf. Kapelle aufgenommen und 
erhielt als Gehalt 300 Gld. Er 
bekleidete einen Organistenposten, 
wie der Titel von 1674 zur Psal- 
modia lehrt. Aufserdem wurden 
ihm noch 300 Gld. augewiesen für 
Naturalien und Kleidung. Im Okt. 

1673 ging er auf Kosten des Kur- 
fürsten nach Eom zur weiteren 
Ausbildung. In Venedig erkrankte 
er zwar, doch befand er sich bald 
darauf in Rom und hatte Ercole 
Bernabei zum Lehrer, wie uns die 
Dedication vom 1. Jan. 1674 zu 
seiner Psalmodia, die er dem Kur- 
fürsten widmet, belehrt. Im Juli 

1674 befindet er sich wieder in 
München und trat seinen Dienst 
an mit dem erhöhten Gehalte von 
770 Gld. 20 Kr. Am 1. März 1675 
ernennt ihn der Kurfürst zum Hof- 
organisten. Am 3. Xov. 1680 em- 
pfing er ein Gnadengeschenk von 
1200 Gld., wahrscheinlich um seine 
Schulden zu decken. 1681 schrieb 
er für den Karneval seine erste 
Oper: Marco Aurelio (Textbuch in 
B. M.) und wurde darauf zum 



Steffani, Agostino. 



263 



Steffani, Agostino. 



kurf. Musikdirektor ernannt. 1685 
und 1686 schrieb er die Opern: 
Audacia ö Rispetto, prerogative 
d'Amore und Servio Tullio (Textb. 
in B. M.). ^^ann er den Titel 
Ähhatc erhielt, lässt sich bis jetzt 
nicht nachweisen, dass er aber 
in den Priesterstand aufgenommen 
war, ist bekannt, obgleich man 
nicht weifs, ob er auch ein 
Priesterarat bekleidete. 1686 wird 
er zum Vicekapellmeister ernannt. 
Schon im Jahre 1681 hatte ihn 
der Herzog Ernst August von 
Hannover bei einem Besuche in 
München zu bewegen gesucht, 
Kapellmeister in Hannover zu 
werden, doch erst 1688 führte St. 
dies aus. Offiziell ging er nach 
Italien und erhielt vom Kurfürsten 
auf 3 Jahre im voraus seinen Ge- 
halt von 3382 Gld. ausgezahlt, von 
denen aber eine Summe abgezogen 
wurde, um seine Schulden zu be- 
zahlen. Sein Gehalt betrug zu der 
Zeit 1080 Gld. Statt nach Italien 
zu gehen, blieb er in Hannover, 
doch ist sein dortiger Aufenthalt 
erst im Jahre 1689 nachweisbar, 
durch die Aufführung seiner Oper 
„Henrico Leone". Auch versah er 
in Hannover zeitweise politische 
Verhandlungen, die er mit Glück 
zum Besten seines Herrn aus- 
führte (siehe Chrysander's Händel 
1, 311 ff. 227 ff.). St. blieb bis 
1710 in Hannover. "Während der 
Zeit hatte ilm der Papst zum Prä- 
laten des Bisturas Spiga im spa- 
nischen Westindien ernannt. Mehr 
Ehre als Gewinn, denn das Bistum 
war eines jener, welches der Papst 
nie besessen hat. Händel kam 
1710 nach Hannover und St. er- 
kannte in ihm denjenigen, dem er 
das Kapellmeisterarat anvertrauen 
konnte (Chrysander 1, 311). St. ging 
nun auf Wunsch des enthusiasti- 



schen Musikliebhabers Kurfüst Jo- 
hann Wilhelm von der Pfalz an 
dessen Hof, der ihm sogleich den 
geh. Ratstitel verlieh. 1724 wählte 
ihn die Academy of ancicnt Music, 
als auch in Deutschland sich Zweig- 
vereine bildeten, zum Vorsitzen- 
den, nachdem er schon früher zum 
Ehrenmitgliede ernannt war. 1727 
ging er mit Handel nach Italien. 
Ostern waren sie in Rom. Von 
hier kehrte er nach Hannover zu- 
rück, erhielt den Auftrag einer 
politischen Angelegenheit halber 
nach Frankfurt a/M. zu reisen, er- 
kältete sich daselbst und starb in 
wenigen Tagen. 

(Kreisarchiv in München. Chrysander 
1. c. Allg. deutsche Biogr. Lipowsky. 
Eudhart 72. Memoirs of the life of Ag. St. 
sometimes Master of the Elector. Chapel 
of Hannover and afteiw. Bishop of Spiga. 
qu4*^. 8 S. [B.Wagenei-.] Arihur Neisscr, 
Dissertation: Servio Tiillio von Steffani. 
1902. F. W. Woher in den Yereins- 
schrifteu der Görresgesellschaft 1885, 86. 
Fischer in Opern und Concerte im Hof- 
theater zu Hannover bis 1866 pag. 11 ff. 
— Eine akteumäfsige Darstellung erhält 
man erst aus Dr. Fischer's Musik in Han- 
nover von Seite 28 ff. Ein Auszug in M. 
f. M. 1903, 90. Viertel], siehe General- 
Reg.) 

Verzeichnis seiner nachioeisbaren Werke : 

Psalmodia Yespei-tina volans octo ple- 
nis vocibus conciuenda . . . Romae 1674 
Joh. Ang. Mutius. 9 Stb. 4P. [ß. M. 
nebst hds. P. Bologna, Kat. 2, 314 Abdr. 
der Vorrede. 

Martini nahm daraus ein Sicut erat in 
seine Mustersamlg. „Esemplare" 2, 311. 

Sacer Janus quadrifons 3 vocibus vel 
duabus qualibet praetermissa modulandus 
. . . Monachii 1685 Jaecklinus. 4 Stb. 
(2 C. B. Org.) kl. fol. [Paris Nat. Bo- 
logna, Kat. 2, 499 Abdr. des Vorwortes. 

Mss. in B. B. Ms. AV 6 Nr. 40 Stabat 
mater 6 v. c. V. in P. — W 19. 5 Psalm. 



f. 8 Stirn, u. 1 Magnif. in P. 



AV85 



einige Gesänge. — 2755, Dixit dominus 
8 voc. c. instr. Cd. P. , scheint Autogr. 
zu sein. — 1100, Non plus me ligate, 
Cantata per Sopr. c. 2 V. e Bc. P. 

In B. M. Stabat mater 6 v. et instr. 
[auch im br. Mus. Ms. 169. Darmst. mit 



Steffani, Igoslino. 



264 



Steffani, Agostino. 



2 V. 3 Tenors & Vcl. Es soll seine letzte 
Koniposition sein (Chrys. S. 350). 

In Berlin Singakad. 8 Psalmen 8 voc. P. 

In B. Proske: Estote fortes in belle, 
Mot. 4 V. c. Bc. 5. Bd. in P. 

1 Motette 5 voc. Ms. 401. [br. Mus. 

Im R. C. of Mus. Ms. 1941 eine Motette: 
Gettano i re 5 voc. in P. — 9 andere 
Motetten in Ms. 1745 in 3 Stb. — In 
Ms. 1794 zwölf Mot. zu 3 Stirn, in P. 
fol, andere Kopie 1795. — In 1796 2 Mot. 
zu 3 Stirn, mit Instrum. P. — Ms. 1797: 
Qui diligit Mariam 5 v. P., auch, im 
Ms. 1939. 

Pro Christo affligimus, in John Hindle's 
Samiwk. 

Opern : 

In B. B. 3 vol. Ms. 21 204 in kl. qufol. 
Part, ohne Instrumente und Instramental- 
sätze, Soli und Ensemble nur mit bez. 
Bass, enthalten: 

1. Bd. 1. Enrico, 64 Arien, 1680. 

2. Älcides, 32 Arien, 1689. 

3. Alexander, 70 Arien, 1695. 

2. Bd. 1. Orlando, 66 Arien, 1696. 

2. Atlanta o i Rivali concordi, 65 Arien, 
1698. [in B. M. eine Kopie betitelt: Gli 
Rivali ... In B. B. Ms. 21201 eine 
vollst. P. 

5. Bd. 1. II trionfo de fatto o Didone, 
61 Nrn., 1699. 

2. Alcibiade o la libertä contenta, 1697, 
63 Nrn. 

3. Briseide, 59 Nrn. [auch in Hofb, 
Wien. 

In Dresd. Mus. Ms. B 824 : La Lotta 
d'Alcide con Achelao. Dramma per iL 
Teatro d'Hannover 1689 in 1 atto , 21 
Scenen. P. fol. (Siehe B.B. 21204, 1. Bd. 
Nr. 2: Aleides.) Besitzt auch B. M. und 
B.B. Ms. 21200, dort heilst es aber La 
Lotta d'Hercole con Achelao. 

In Ms. 21206 in B. B. Samlbd. P. 
10 Arien und Duette aus den Opern Ro- 
lande und Atlanta (siehe oben 2. Bd. 
Nr. 2). Darauf 2. Theil, Ouvertüren zu 
Orlando (resp. Rolaudo), Rivali concordi, 
1 Arie, 1 Sarabande und Gique, S. 20 u. f. 
wieder Anen bis S. 25. 

Ms. 21202 B. B. Oper: Tassilone in 
5 Akten. Part. 192 S. [Kopie in B. M. 

Aus obiger Oper Rolando (Ms. 21206) 
ein Auszug: 

Die auserlesenen Arien aus der Oper 
Roland (ohne Namen). Lübeck 1699 
Spiering. — Wiedemann. qufol. Part, 
mit 2 V. Va. Yiolone. [B.B. br. Mus. 

In B. B. das Textbuch: Hertzog Hein- 
rich der Löwe. Ilambg. ohne Autor u. 
Jahr. Pölchau ergänzt den Namen und 



1696. — Ferner: Der hochmüthige Ale- 
xander, Braunschweig 1699 ohne Autor, 
nach Matthesou von Stef. 

In Schwerin F. die vollst. Part. ,,IIen- 
rico Leone, dramma da recitarsi per Tanne 
1689 nel nuovo theatro d'Hannover." 
Heinrich der Löwe . . . auch ein Textb. 
vorh. 79 Bll. (siehe Kade's Kat. 2, 250). 
Ein 2tes Exemplar zum Teil ergänzend. 
Ferner Teile der Opern La Lotta d'Her- 
cole con Achelao 1689, 16 Arien. — La 
Superbia d' Alexandre 1690, 16 Arien. — 
Orlando generöse 1691, 26 Arien. — De 
Rivali concordi 1692, 22 Arien. — Ferner 
im Ms. 22 Duette (Näheres im Kat. von 
Kade). 

In der Hofb. "Wien : 

Alarico in Baltha, opera in 3 atti, 1687. 
Text Orlandi. Ms. 17 708 P., enth. nur 
1 Akt. 

La Briseide. Drama musicum 3 actuum, 
für Hannover geschrieben, Textb. von 
Palraieri. Ms. 17161. P. 

Servio Tulüo, opera in 3 atti, 1685. 
Text Terzago. Ms. 17712 enth. nur 1 Akt. 

Le rivali concordi. Drama per il theatro 
d'Hannover 1692, op. in 3 atti. Text 
Mauro. Ms. 17939. P. 

Die Opern in alphabetischer Ordnung 
nebst Fundorten nach A. Neisser: 

Alarico il Balta. [Schwerin F. Hofb. 
"Wien. 

Alcibiade, siehe Liberia. 

Aleide, siehe Lotta. 

Alessaudro, siehe Superba. 

Arminio. [London, Buckingham Palast. 

Atalanta, siehe Rivale. 

Audacia e rispetto (Torneo). [Verloren. 

Baccanali. [London, Buckingh. Palast. 

Briseide. [Ebendort. B. B. Hofb. 
Wien. 

Enea o Amor vien dal Destino. [Lond. 
Buckingh. Pal. 

Enrico, siehe Henrico. 

Ercole, siehe Lotta. 

Le Glorie, siehe Trionfo. 

Henrico Leone. [Lond. Buckingh. Pal. 
B. B. Schwerin F. 

La liberta contenta (Alcibiade). [Ebend. 

La Lotta d'Alcide (d'Ercole) con Ache- 
lao. [Ebendort und in B. M. Dresden 
Musikal. 

Marco Aurelio. [Lond., Buckingh. Pal. 

Niobe. [Hofb. Wien. Schwerin F. 

Orlando generoso. [br. Mus. Buckingh. 
Pal. B. B. Schwerin F. 

Le rivali concordi (Atalanta). [B. B. 
B. M. Schwerin F. Hofb. Wien. 

Roland, siehe Ojlando. 

Servio Tulüo. [Hofb. Wien. 



Steffani, Agostino. 



265 



Steffani, Agostino. 



Solone. [Part, verloren. 

LaSuperbad'Alessandro. [B.B. Schwe- 
rin F. Loud., Buckingh. Palast. 

Tassiloue. [B.B. B. M.