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Full text of "Bodeckers Chronik livländischer und rigascher Ereignisse, 1593-1638"

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Bodeckers Chronik 



Livländischer und ßigascher Ereignisse 



1593 - 1638 




Ilerausgegebeii 



von 



der Gesellschaft für Geschichte und Alterthnmskunde 
der Ostseeprovinzen Russlands. 



Bearbeitet 



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J. G. L. Naplepsky. 


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Riga 


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N. Kymmers Buchhandlung 






1890 


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PUBLIC LIBRARY 

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A«TOR. LKNOX A^f» 

TILDLN FOUlsDAlIONS 

R 1©25 1- 



Gedrnckt auf Verfügen der Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde 
der Ostseeprovinzen Busslands. 

Riga, den 7. November 1890. 

H. Baron Bruiniugk 

ftr den Pritidenten. 



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Druck von W. F. H&cker in Riga. 



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Der 



kurlindiscken Gesellschaft für Literatur und Kunst 



zu ihrem 75jälirigen Jubiläum 



23 NoTember 1890 



gewidmet 



voD der Geseliseh&ft für Gesehiehte und Alterthiuoskonde 
der OstseqiroviozeD Rasslands 



Xymmel Nov. 27, 1912'?; 



Inhaltsübersicht 



Einleitnng ^^^ 

1. Der Verfasser der Chronik VII 

2. Die beuatzten Handschriften IX 

3. Inhalt der Handschrift A X 

4. Einige besondere Bestandtheile der Chronik XU 

5. Inhalt der Handschrift B XIV 

Q. Handschriften, die nicht mehr zu ennitteln gewesen XV 

7. Benutzung der Chronik in älterer und neuerer Zeit XVI 

8. Die vorliegende Druckausgabe XVII 

Text der Chronik 1 

Beilag^ii : 

1. Otto Lambstorfs Prophezeiung aus Handschrift B . . . . . 119 

2. Auf Braunschweig und Lübeck bezügliche Aufzeichnungen der 

Handschrift B 121 

3. ProtocoU des Bigascheu Schlossgerichts vom 16. Juni 1617 aus 

Brotzes Bearbeitung der Chronik 123 

4. Acht Briefe des litthauischen Feldherrn Christoph Radziwil an 

den Rigaschen Bath vom Juli und August 1621 125 

5. Belation des Syndicus Johann Ulrich über die am 14. Sept. 1621 

im schwedischen Lager stattgehabten Verhandlungen der 

Bigaschen Deputirten mit König Gustav Adolph .... 133 

Kaehtrag 142 

YerxeichnlBft der in die Chroiiik aufgenommenen Urkunden ... 143 

Personen- und Ortsresrister 146 



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Einleitung. 



1. Der Verfasser der Chronik. 

lieber den Verfasser der unter dem Namen der Bodeckerschen 
Chronik bekannten zeitgeschichtlichen Aufzeichnungen liegen leider 
höchst ungenügende Nachrichten vor. 

Von den für diese Ausgabe benutzten zwei Handschriften (s. unten) 
nennt nur eine den Verfasser, indem sie der üeberschrift (Ver- 
zeichniss etc.) hinzufügt: ,,so vom H. Bodecker kürtzlich aufgezeichnet''. 

J. G. Schwartz bezeichnet in den Nordischen Miscellaneen^) den 
Rigaschen Rathsherrn Johann Bodecker (1597 — 1627) als Verfasser, 
wozu Recke-Napierskys Schriffcsteller-Lexicon *) bemerkt, dass J. C. 
Brotze ihm den Vornamen ^ocklus beilege. Die Autorschaft des 
Rathsherrn Bodecker wurde dann von H. J. Böthfnhr') aus dem 
Grunde bezweifelt, weil die Chronik über dessen Lebenszeit hinaus- 
gehe, was jedoch wenig ins Gewicht fallen dürfte, da es nicht selten 
Torkam, dass Chroniken dieser Art von Anderen durch Anreihung 
späterer Nachrichten fortgesetzt wurden. Schwartz giebt nicht an, 
worauf sich seine Benennung gründet. Sollte ihn der Umstand, dass 
der Verfasser „H(err) Bodecker" benannt wird, zu der Annahme ver- 
anlasst haben, dass der Rathsherr dieses Namens gemeint sei, so wäre 
dagegen zu bemerken, dass das Prädicat „Herr'' in der hier in 
Betracht kommenden Zeit oft auch anderen Personen als den in 
früheren Jahrhunderten damit bezeichneten Rathsgliedem, Geistlichen 
oder Rittern beigelegt wird, mithin keinen irgend sicheren Schluss 
auf den Rathsherrn dieses Namens zulässt. Erwähnt mag noch werden, 
dass der Verfasser der Chronik an zwei Stellen (1612 Mai 7 u. 
1617 Juni 6) den Rathsherrn Johann Bodecker handelnd auftreten 
lässt, ohne sich in der ersten Person (mit oder ohne Beifügung des 



1) Stück 27 u. 28, S. 188. 

8) I, S. 280 a. Forts, des Schriftsteller-Lexicons, I, S. 73. 

8) Big. Bathslinie (2. Aasg.). S. Id9. 



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Namens) in die Erzählung einzufuhren, was der Schreibende ver- 
muthlich nicht unterlassen hätte, wenn er der Rathsherr Bodecker 
gewesen wäre. Was ferner Brotze betrifft, so hat er in der von ihm 
handschriftlich hinterlassenen Bearbeitung der Chronik^) seiner üeber- 
schrift eigenhändig die Randbemerkung beigefugt: „Autor Troclus 
Böddeker oder Bodecker", und scheint der Richtigkeit derselben sehr 
sicher gewesen zu sein, da er, obwohl ihm Schwartz's abweichende 
Ansicht nicht unbekannt gewesen sein kann, in zweien im Druck 
erschienenen Aufsätzen*) Troclus Bodeckers Chronik oder Sammlung 
als seine Quelle nennt und in einem derselben angiebt, dass dieser 
Troclus Bodecker eine unsere Chronik enthaltende Handschrift hinter- 
lassen habe. Brotze schweigt jedoch ebenfalls darüber, woher er den 
Namen des Verfassers genommen, und da in genealogischen Sammlungen 
ein Troclus Bodecker gar nicht zu finden ist, so erscheint der letztere 
Vorname ebensowenig gesichert wie der von Schwartz angeführte'). 

Der Chronik selbst lassen sich nur wenige allgemeine Züge zur 
Charakterisirung des Verfassers entnehmen. Seine Schreibweise ist 
eine so einfache, oft incorrecte, dass ihm eine höhere auf Universitäten 
erlangte Bildung schwerlich beigelegt werden kann, doch ist aus seinen 
vielfachen, nicht blos auf Livland und Kurland, sondern auch auf 
benachbarte Reiche bezüglichen Aufzeichnungen ein Mann zu erkennen, 
der einen offenen Blick für die Ereignisse seiner Zeit besass und 
regen Antheil an denselben nahm. Die besondere Sorgfalt, die er 
auf Verzeichnung der verschiedenartigsten in Riga vorgekommenen 
VorfUUe verwendet, lässt nicht daran zweifeln, dass er ein Einwohner 
Rigas gewesen, als welchen er sich auch dadurch zu erkennen giebt, 
dass er die bei Gelegenheit der Besichtigung eines Holms namhaft 
gemachten Rathsglieder (1612 Aug. 22) „unsere Herren von Riga" 
und an einer anderen Stelle (1618 Jan. 31) die von der Stadt aus- 
gesandten Soldaten „die Unsrigen" benennt. Der Erzählung wichtigerer 
Ereignisse fügt er öfters Urkunden (Briefe) in vollem Wortlaut bei, 
daher zu vermuthen ist, dass er Rathsgliedem oder Beamten des 



1) Stadtbibliothek, Livonica XIV, S. 88. 

8) Kafifkas Nordisches Archiv v. J. 1808 Dec, S. 215, u. Rig. Stadtblätter 
von 1811, S. 54. 

^) Ausser Johann Bodecker ist noch ein Nicolaus Bodecker von 1642 — 1658 
Mitglied des Käthes gewesen (Rathslinie, S. 173), daher vermuthet werden könnte, 
dass der Yomame Troclus durch undeutliches Schreiben und flüchtiges Lesen aus 
Nicolaus oder Niclas hervorgegangen sei, doch kann selbstverständlich hieraus auf 
die Autorschaft dieses Nicolaus Bodecker nicht geschlossen werden, so lange es 
an anderen, für dieselbe sprechenden Momenten mangelt. 



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Rathes, durch welche ihm solche zugänglich waren, nahegestanden 
habe. Durch die häufige Anfuhrung ungewöhnlicher Naturerscheinungen 
(Kometen, Erdbeben, hefdge Gewitter, Blutregen und anderes) giebt 
er sich als einen Anhänger des zu seiner Zeit fast allgemeinen Glaubens 
daran kund, dass derartige Erscheinungen die Vorboten ausserordent- 
licher Ereignisse seien, was öfters durch die Worte „die Deutung ist 
Gott bekannt" angedeutet wird. Als ein guter Patriot erscheint er, 
wenn er anlässlich des Tagens zweier Landtage zu gleicher Zeit 
(1615 Jan. 3) bedauernd ausruft: „So ward des armen Livlands Bestes 
befördert!" Den Jesuiten ist er höchst feindlich gesinnt: er wirft 
ihnen vor, dass ihnen ein Meineid gegen einen Ketzer für erlaubt 
gelte (1617 Juni 6) und äussert seine Befriedigung darüber, dass nach 
Yerkiindigung eines Religionsmandats, an welches die Jesuiten grosse 
Hoffnungen geknüpft. Niemand aus dem Volke ihnen zugefallen sei 
(1619 Sept. 13). Seine Bewunderung der Heldenthaten Gustav Adolphs 
spricht er offen aus (1632), das Interesse an denselben führt ihn dazu, 
seinen Aufzeichnungen auch Schilderungen von Kriegsthaten Gustav 
Adolphs in Preussen, die doch nicht in dem ursprünglichen Rahmen 
seiner Erzählung lagen, einzureihen. 



2. Die benutzten Handschriften« 

~ Bekannt geworden sind bisher zwei Handschriften der Bodeckerschen 
Chronik *) : 

1. In einem der aus dem Archive des Rigaschen Rathes an die 
Stadtbibliothek gelangten Sammelbände (Manuscripta ad historiam 
Livoniae XII, Nr. 2497) befindet sich unter verschiedenen anderen 
Bestandtheilen *) eine Handschrift in Polio von 77 foliirten Blättern. 
Vorgeheftet ist derselben ein Bogen mit der Aufschrift des Archiv- 



^) Ygl. Winkelmanus Bibliotheca Liv. bist. Nr. 5268. Unrichtig ist es, wenn 
Winkehnann die in dem Bande Nr. 25d4 enthaltene Handschrift als ein Fragment 
bis 1601 bezeichnet, denn sie geht bis znm Jahre 1631. 

^) Der Band enthält: 1) eine beträchtliche Anzahl von Urkunden ans der 
Zeit von 1550 — 1562, die theils von F. Bienemann in seinen Briefen mid Urkunden 
zor Geschichte Livlands in den Jahren 1558—1562 abgedrackt, theils von H. Hilde- 
brand für das liv-, est- und knrländische Urknndenbnch copirt worden sind; 
2) eine grosse Anzahl von Actenstücken mit der Aufschrift „Bokußiana Polonica 
de ao. 1606 et 7'*, fast sämmtlich in polnischer Sprache; 3) die Bodeckersche 
Chronik und 4) einen „Eztract aus Michael Zaupens Laefifländischer Historie von 
Ao. 15d8 bis 1621'' (reicht nur bis 1605). 



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4 

aecretiirs Melchior yon Wiedan*): ,,HiBtorica M 36. — Bodeokerg 
Liefflftndieche Historie oder Verzeichniss, was sich in Lieffland nnd 
Riga von Ao. 1593 bis 1638 gedenckwürdig zugetragen.^' Dann folgt 
unter der Ueberschrift : Y ertzeichnüß waß sich in Lieffland und Riga 
von Anno 1698 zugetragen, so vom H. Bodecker kürtzlich auffge- 
zeichnet/' der Text der Chronik (Bl. l — 77), durchweg von einer 
gut lesbaren Hand geschrieben, die der zweiten Hälfte des 17. Jahr- 
hunderts, vielleicht dem Anfange des 18. angehören dürfte. Die Hand* 
Schrift wird hier mit A bezeichnet. 

2. Eine zweite Handschrift — wir bezeichnen sie hier mit B — 
liegt in einem Quartbande der Stadtbibliothek (Rigensia 14, Nr. 2594) 
vor. Geschrieben ist dieselbe von einer zierlichen, wohl der Mitte 
des 17. Jahrhunderts angehörenden Hand. Sie nimmt 59 sehr weit- 
läufig beschriebene Blätter (Bl. 63 — 121) des noch einige andere Stucke*) 
enthaltenden Bandes ein und ist weit weniger reichhaltig als A. 

8. Inhalt der Handschrift A. 

In der zunächst zu betrachtenden Handschrift A wird die Jahrzahl 
vorangestellt (sie ist stets auf den Rand geschrieben) und es folgen 
dann die mit Tages- und Monatsdaten versehenen, in das betreffende 
Jahr gehörigen Aufzeichnungen dessen, was dem Verfasser denkwürdig 
erschien, so dass die Chronik in ihrer Form den schon im 16. Jalir- 
hundert beliebten Diarien ähnelt. Meistentheils werden die Begeben- 
heiten ganz kurz erzählt, zuweilen geht der Verfasser aber auch in 
eine ausfuhrlichere Darstellung ein; sehr sparsam ist er mit dem Aus- 
sprechen seines eigenen ürtheils über das Geschehene. 

Behandelt ist in A der Zeitraum von 1593 — 1638, jedoch keines- 
wegs gleichmässig. Für die Jahre 1595, 96 u. 98, desgleichen für die 
Jahre 1633, 36 u. 37 sind gar keine Au&eichnungen vorhanden und 



1) Melchior von Wiedan wurde 1741 ab Archivseeretair angestellt. S. Big. 
Rathslinie, S. 214. 

*) In dieaeni Bande sind Absehriften des Gorpns privilegiorom König Stephans, 
des Privileginrns desselben vom 14. Jan. 1561 über die unveränderte Religions- 
ansübong Augsburgischer Confession, des Severinschen Gontracts vom J. 1689 
und des Priyilegianis Gustav Adolphs vom 25. Bept 1621 (BL 1—59) der Chronik 
vorangeschiokt, nach derselben aber folgt ein „Extract deO fechften Capittels 
Herrn Doctoris Stopii weilant Medici der Stadt Riga erften Bncheß Liefflandifcher 
Oeeonomi oder Haoßhaltang*', nebst einem immerwahrenden Kalender desselben 
Verfassers (Bl. 122—153). 



was ffir die Zeit von 1693 — 99 und von 1632 — 38 an Nachrichten 
geboten wird, ist dürftig im Vergleich mit dem übrigen Inhalt. Der 
Kern der Chronik ist offenbar in dem zu suchen, was sie über die 
Zeit von 1600 — 1631, in welcher jedes einzelne Jahr mehr oder weniger 
ausführlich bedacht ist, enthält; am Anfang (1593—99) scheint der 
Verfasser herausgegriffen zu haben, was ihm aus handschriftlichen 
Qnellen berücksichtigenswerth dünkte, am Schlüsse aber (1632 — 38) 
mögen Andere Einiges hinzugefügt haben, was auch deshalb zu ver- 
muthen ist, weil der in B vorliegende Auszug (s. unten) nur bis zum 
J. 1631 geht, also wahrscheinlich aus einer mit diesem Jahre schliessenden 
Handschrift geschöpft ist. 

Die chronologische Ordnung des Stoffes bringt es mit sich, dass 
in der Chronik die verschiedenartigsten Begebenheiten — Kriegs- 
ereignisse, Wahlen von Rathsgliedern, Aeltermännem und Bürger- 
hauptleuten, Besetzungen von Aemtern, Mordthaten und andere Ver- 
brechen, Selbstmorde, Hinrichtungen, gerichtliche Verhandlungen 
(besonders mit den Jesuiten), Hochzeiten, TodesßLlle und Beerdigungen 
angesehener Personen, kirchliche Angelegenheiten, Eisgänge der Düna, 
aussergewöhnliche Naturerscheinungen, Häusereinstürze, Feuerschäden, 
Besuche fürstlicher Personen, Händel des Käthes mit den Gilden und 
Verhandlungen der letzteren, Absendung von Gesandten der Stadt zu 
den polnischen Reichstagen, Hungersnoth, Pest, Abhaltung von Land- 
tagen, Handels- und Schifffahrtssachen und vieles Andere — bunt 
durcheinander gemischt vorgeführt werden. Am eingehendsten 
behandelt sind die Vorgänge des derzeitigen schwedisch -polnischen 
Krieges. Eroberungen von Städten und Schlössern, Bewegungen der 
beiderseitigen Truppen und Gefechte werden vielfach verzeichnet und 
wo es sich um wichtigere Kriegsbegebenheiten, namentlich um die 
Unternehmungen Herzog Carls von Südermannland (des nachmaligen 
Königs Carls IX) und seines Peldherrn des Grafen Mannsfeld gegen 
Riga und Dünamünde, die Kriegszüge des berüchtigten Parteigängers 
Wolmar Fahrensbach und die Belagerung Rigas durch Gustav Adolph 
handelt, giebt der Verfasser fortlaufende tagebuchartige Nachrichten, 
die er hin und wieder durch Mittheilungen hingehöriger Urkunden 
anziehender zu machen sucht. — So wenig hiermit der Inhalt der 
Chronik, die auch ofl über auswärtige, namentlich kurländische Ange- 
legenheiten berichtet, irgend erschöpfend angegeben werden kann, so 
dürfte doch so viel einleuchten, dass in derselben ein reiches Material 
für die Kenntniss der Ereignisse, sowie derzeitiger Sitten, Anschauungen 
und Zustände vorliegt. Für die Darstellung des langjährigen schwedisch- 



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polnischen Krieges insbesondere wird die Chronik dem künftigen 
Gechichtschreiber dieser bisher meist sehr verworren behandelten Zeit 
eine durch eine Fülle von Daten ausgezeichnete Quelle abgeben. 

4. Einige besondere Bestandtheile der Clironik:. 

Aufgenommen sind in Bodeckers Chronik einige Aufsätze beson- 
deren Inhalts, nämlich: 

1) „Warhaflftige erschreckliche Geschichte, so sich in Liefflandt, 
mehrentheils aber im Dunaburgischen Gebiete, haben zugetragen, 
Ao. 1602 beschrieben durch den Erwflrdigen H. Pridericum Eungel 
Pastoren zu Ziekall," — in 30 Punkten. Dieses Stück der Chronik 
ist bereits bekannt, doch bedarf der Name des Verfassers, der bisher 
nicht mit Sicherheit festgestellt ist^), einer kleinen Erörterung. Ausser 
den in A und B vorhandenen liegen folgende Texte vor: 

a. der in den Mittheilungen aus der Geschichte Liv-, Est- und 
Kurlands VIII, S. 416 — 420 abgedruckte, Johann Textors Nassauscher 
Chronik entnommene Text, welchen Textor von dem Secretair des 
Grafen Johann von Nassau, Henrich Petri, erhielt. Die niederdeutsche 
Sprache lässt diesen Text als den ältesten erscheinen; er ist correcter 
und stellenweise etwas ausführlicher als A und B, es fehlt ihm jedoch 
der P. 15 der letzteren; 

b. eine von J. Woldemar angefertigte Abschrift aus einem im 
herzoglichen Archiv zu Mitau befindlichen Sammelhefte von Abschriften 
Bigascher Privilegien, Bürgereide, königlicher Resolutionen etc., das 
(nach Woldemars Ausführungen) zwischen den Jahren 1634 und 1655 
angelegt sein muss und im J. 1655 von Luther Dörper dem herzog- 
lichen Obersecretair Gottfried Pabricius überlassen wurde*). Der Text 
stimmt mit A und B fast wörtlich überein, ist aber nicht correct und 
giebt die Orts- und Personennamen stark verstümmelt wieder. — 
Endlich ist hiebei noch zu berücksichtigen 

c. die von Priderich Engelke im J. 1603 zu Königsberg in 
Druck gegebene, in den Scriptores rerum Livonicarum IT, S. 657 — 664 
wieder abgedruckte Schrift: „Newe Zeitung von dem grossen Hunger, 

so sich im 1602. Jar nur allein im Fürstenthumb Semgallen 

zugetragen" etc. Es ist dies zwar eine von der oben angeführten 



1) Ygl. Recke -Napiersky, Schriftsteller -Lexicou I, S. 509 and II, S. 580. 
Fortsetzung desselben I, S. 168 f. n. 345. 

>) Die Mittheilnng der Abschrift verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn 
Oberlehrers H. Diederichs in Mitaa. 



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verschiedene Schrift, doch lassen sich von den 28 Artikeln derselben 
nicht weniger als 18^) als solche nachweisen, die inhaltlich mit der 
obigen Schrift übereinstimmen und auf einem gleichen Material beruhen. 
Offenbar ist der Verfasser beider Schriften ein und derselbe Mann, 
der die zunächst für das Dünaburgsche (Gebiet gesammelten Nach- 
richten mit solchen, die ihm in der Folge zugingen'), verschmolz und 
für den Druck bearbeitete. Die Namen sind in dieser Schrift am 
richtigsten wiedergegeben. — Als Verfasser wird in den unter a und 
c angegebenen, die correctesten Texte bietenden Drucken „Friedrich 
Engel" (Friderich Engelke, gewesener Pfarrer zu Zickeln) genannt, 
dagegen nennen ihn: A „Fridericus Kungel (in P. 7 Kuntzell) Pastor 
zu Ziekall", B „Fridericus Kuegell Pastor zu ZiekoU" und die Wolde- 
marsche Abschrift „Fredericus Eoegell Pastor zu Zickoll". Den 
Namen Euegel hat auch Oadebusch (Livl. Jahrbücher U, 2, S. 315) 
in seiner Handschrift der Bodeckerschen Chronik (der s. g. Kaiserschen 
Sammlung, s. unten) gefunden. Da jedoch alle handschriftlichen Texte 
(wahrscheinlich auch der Oadebuschsche) aus Riga stammen und an 
zahlreichen Namencorruptionen leiden, so unterliegt es wol keinem 
Zweifel, dass der Name Kungel (Kuntzell), Kuegel oder Koegel in 
dieselben aus einer fehlerhaften Rigaschen Handschrift übergegangen, 
der richtige Name des Verfassers aber Friedrich Engel (oder Engelke), 
Pastor zu Sickeln, ist'); 

2) eine mit der Ueberschrift „Wahrhafftiger Bericht von Ihr 
Königl. Maytt. in Schweden üeberzug nach Preußen und waß alda 
furgelauffen'' versehene Beschreibung des Feldzuges Oustav Adolphs 
in Preussen vom Juni bis in den September 1626 (Bl. 65a — 72b). 
Dieselbe enthält eine zusammenhängende Erzählung des Verlaufs dieses 
Feldzuges und unterscheidet sich sowohl in der Form als durch die 



1) Art 1, 2, 4, 6—8, 10, 12, 16, 17, 21—28 des Abdruckes in den SS. rer. Liv. 

*) Am Schlass seiner Vorrede (S. 660 des Abdruckes) fuhrt Engelke, der 
in Folge des Krieges im J. 1602 seine Pfarre hatte aufgeben müssen, selbst an, 
dass seine Quellen theils die Selburgschen und Dünaburgschen Protocolle, theils in 
seinem Exil (also später) ihm gewordene glaubwürdige Mittheilungen gewesen seien. 

3) Hiemach wird auch der in den Beiträgen zur Geschichte der E^irchen und 
Prediger in Livland, H. 3, S. 43, als Verfasser unserer Schrift genannte Pastor 
zu Sissegal Friedrich Kunzel zu streichen sein. Die Notiz Brotzes, auf welche 
sich dieser übrigens schon in den Beiträgen als zweifelhaft bezeichnete Name 
gründet, ist ersichtlich dadurch entstanden, dass die Handschrift A in P. 7 von 
einem Pastor Friedrich Kuntzell im Sissegalschen spricht, das Wort Sissegalschen 
aber, wie die übrigen Texte darthun, auf einem Schreibfehler (statt Sickelnschen) 
beruht. 



xrv 

Veriegaüg des Schaupiatees in ein anderes Land so sehr von dem 
sonstigen Texte der Chronik, dass sie schwerlich von dem Verfasser 
der letzteren herrühren kann, yielmehr wahrscheinlich der Schrift 
eines andern Autors entlehnt ist^); 

3) eine Beschreibung des Treffens zwischen den Schweden und 
Polen bei Strasburg in Preussen (1629 Febr. 2) und auf einem ein- 
gehefteten Blättchen Notizen über den Waffenstillstand zu Strasburg 
(1629 Sept. 26), Gustav Adolphs Ueberfahrt nach Pommern im J. 1630 
und Tilly's Niederlage in der Schlacht bei Breitenfeld am 7. Sept. 
1631 (Bi. 74a u. 75 a). Auch diese Stucke scheinen von einem anderen 
Yerfftöser ids dem der Chronik herzurühren. 

5. Inhalt der Handschrift B. 

Die Bandschrift B ist, wie sich ans der Beifügung eines StüdLes 
auB einem Haushaltungsbuche ergiebt (s. oben S. X, Anm. 2), ohne 
Zweifel im Privatbesitz gewesen. Sie geht bis zum Jahre 1631, hat 
gar keine Aufzeichnungen aus den Jahren 1596, 98, 1620 u. 22 und 
es fehlt ihr sehr Vieles von den in A vorhandenen Nachrichten. Es 
liegt in ihr offenbar ein Auszug vor, und zwar ein recht dürftiger, da 
der Umfang des Textes von B auf nicht mehr als etwa ein Fünftheil 
von A zu veranschlagen ist. Die Kriegsbegebenheiten, auch die 
wichtigsten^ sind in B fast sänuntlich w^gelassen und was vereinzelt 
von solchen vorkommt, erscheint ohne den reichhaltigeren Text von 
A wenig verständlich. Der Verfasser scheint ohne festen Plan ge- 
arbeitet zn haben, wenigstens ist ein solcher in den sonstigen zahl- 
reichen Weglassungen nicht zu erkennen. Immerhin ist die Hand- 
schrift B, da sie zur Vergleichung mit dem nicht fehlerlosen Teste 
von A benutzt werden kann, nicht ohne Interesse. Zu berücksichtigen 
ist auch Einiges, was sie mehr bietet als A. Den ohne üeberschrift 
beginnenden Aufzeichnungen aus den Jahren 1593, 97, 1600 und 1601 
(Bl. 62 a — 66 b) sind zum J. 1600 die Erzählung einer in Braunschweig 
verübten and später in Lübeck gerichteten Mordthat und Notizen 
über den Tod der Lübeckschen Bürgermeister Diderich Bremse und 
Dr. Hermanius Warnebeck eingeschoben. Dann scheint der Schreiber 
sein Werk von Neuem begonnen zu haben. Er giebt ihm den Titel: 



^) Ob dieses Stück dfner bereits ge^lruckteu Quelle entlehnt ist, habe ieh 
nfebt ennitteki können. — Die einzig auf Livland bezügliche Stelle handelt davon, 
dass der König im JuU (?) 1626 das Thnmsche Oorps aus livland erwartet habe 
und dass dieses später eingetroffen sei. 



XV 

,)Unter8cliedtliche geschichten, so sich Anno 1584 biS Anno 1631 zu 
Riga, auch ander Orthere haben begeben unndt zugetragen, welohe(S) 
in diesem Buch seint verzeichnet unndt ausgeschrieben wordenn 
(BL 67 a), worauf „Otto Lambstoi-flfs Prophesiung Anno 1584 in Riga 
geschenn^ (BL 68 a — 69 a) folgt und dann wieder die Chronik mit 
den Jahren 1594, 99 und 1600 ff. bis zum Jahre 1631 fortgef&hrt wird 
(BL 69 b — 121a). Eingestreut sind hier mehrere in A nicht Yorkom- 
mende Nachrichten aus den Jahren 1611—15, 19, 21, 23, 27, 29, 30 
und 31, im G-anzen 29 an der Zahl. 

6. Handschriften, die nicht mehr zn ermitteln gewesen. 

Gegenwärtig kennen wir zwar nur die oben behandalten zwei 
Handschriften der Ctironik, es müssen aber noch mehrere vorhanden 
gewesen sein, wie sich aus Folgendem ergiebt: 

1) Oadebusch in seinen Livländischen Jahrbüchern citirt sehr oft 
die Kaisersche Sammlung^), die er (a. a» O. 11, 2, S. 170) als eine 
geschriebene Chronik bezeichnet. Aus einer Vergleichung der be- 
treffenden Stellen der Jahrbücher geht hervor, dass allen diesen 
Stellen die Bodeckersche Chronik zu Grunde liegt, und zwar sind von 
den 66 mit solchen Citaten versehenen Nachrichten, die ich gefunden, 
64 sowohl in der Handschrift A als in B zu finden, während nur zwei 
wohl in A, aber nicht in B vorhanden sind. Gadebusch (II, 2, S. 569 
Anm. a) bemerkt, es sei seltsam, dass der Urheber der (Kaiserschen) 
Sammlung, welcher ein Bigischer zu sein scheine, mit keinem Wort 
der Belagerung und Eroberung Rigas durch Gustav Adolph gedenke, 
was nur auf unsere Handschrift B passt, die hierüber nichts hat. Bei 
Erzählung der vielen Kriegsereignisse diraer Zeit citirt Gadebusch 
niemals die Kaisersche Sammlung, ohne Zweifel deshalb, weil in ihr 
nichts über dieselben vorhanden war, wie dies auch in B fast durch* 
gängig der Fall ist. Die s. g. Kaisersche Sammlung ist nichts An- 
deres als die Bodeckersche Chronik oder vielmehr ein der Httnd^ 
Schrift B ähnlicher Auszug aus derselben, der den Namen des Autors 
nicht getragen haben kann, da Gadebusch diesen sicherlich erwähnt 
und in seinen Citaten gebraucht hätte. Gadebuschs Nachlass ist nach 



1) YgL livL Jahrbücher II, 2, S. 170 Anra. 286. 814. 315. 834 Anmg. 350. 
868b. d76p. 876q. 877r. s. t v. z. y. 378z. 879a. b. 883k. 895q. 416¥. 417x. 
424 o. 432f. 448q. 457 n. 470t. 474g. h. u. o. 491 r. 494a. 495b. c. 515q. 680 h. L 
k. L 587X. y. s. a. b. 543m. 567t 559a. 582d. e. f. 566a. ;597b. 607 q. 609 a. t 
629 c. 644 V. HI, 1, S. 128. 21 f. 



XVI 

allen vier Weltgegenden verstreut und seiner Kaiserschen Sammlung 
habhaft zu werden, dürfte kaum möglich sein. 

2) Die Bigaschen Stadtblätter enthalten im Jahrgang 1841 S. 19 
verschiedene chronikalische Nachrichten aus der Zeit von 1613 — 1629, 
im Ganzen 18. Als Quelle wird „eine handschriftliche Chronik^ ge- 
nannt, die nichts Anderes als die Bodeckersche Chronik gewesen ist, 
da das daselbst Abgedruckte mit letzterer übereinstimmt. Es muss 
dies aber eine andere Handschrift als A und B gewesen sein, da der 
Abdruck an mehreren Stellen abweichende Lesarten hat. Auch diese 
Handschrift habe ich nicht ermitteln können. 

3) J. C. Schwartz sagt in den Nord. Miscellaneen (St. 27 u. 28, 
S. 188), dass die von Bödecker herrührende Handschrift bis zum J. 1635 
gehe. Ist dies richtig, so muss auch Schwartz eine andere Hand- 
schrift als A oder B gehabt haben, da diese bis 1638, beziehungsweise 
1631 reichen. Doch dürfte Schwartz wol die früher im Rathsarchiv 
befindliche Handschrift benutzt haben und beruht daher vielleicht die 
Jahrzahl 1635 auf einem Druckfehler. 

7. Benatznng der Chronik In älterer und neuerer Zelt 

Eine Bearbeitung der Chronik hat der unermüdliche Brotze in 
einem seiner an die Stadtbibliothek gelangten Manuscriptenbände ^) 
hinterlassen. Brotze bezeichnet sie als einen vollständigen Auszug. 
Weggelassen hat er darin die auf Gustav Adolphs Kriegsthaten in 
Preussen bezüglichen Stücke, sowie manche kleineren Bestandtheile, 
im üebrigen aber den Text sehr wenig verkürzt in etwas moderni- 
sirter Sprache wiedergegeben. 

Ausser Oadebusch, der, wie oben bemerkt, die Chronik für seine 
Livl. Jahrbücher benutzt, aber gerade die wichtigsten Partieen nicht 
gekannt hat, ist die Chronik von H. J. Böthführ für seine Bigasche 
Rathslinie ausgebeutet worden. Die das Jahr 1608 betreffenden Auf- 
zeichnungen sind von Brotze in Eaffkas Nordischem Archiv') mit 
Anmerkungen veröffentlicht. Ausserdem haben die Rig. Stadtblätter 
in einigen Jahrgängen') mehrere kleine Aufsätze fragmentischen Cha- 



1) Livonica 14, Nr. 2276, f. 88a -118 a. 

>) Dec. 1808 S. 215—24. Ganz onverstandlich ist es, wenn es in der Forts, 
des Sdiriftsteller-Lex. I, S. TSheisst: „Die von Brotze mitgetheilten Aoszüge gehen 
bis 1588*' (1) 

S) Stadtblätter von 1810 S. 166 o. 418. 1811 S. 54. 1812 S. 222 f. 223 f. 274 
—78. 346—50. 1840 S. 266. 1841 S. 19 ff. 1876 S. 191. 



xvir 

rakters geliefert, die theils mit, theils ohne Angabe der Quelle aas 
Bodeckers Chronik geschöpft sind. 

In den dieselbe Zeit behandelnden Chroniken (Jürgen Helms 
(handschriftl. Auszug von Brotze), Nienstädt, Hiaern, Kelch) habe ich 
eine directe Benutzung der Bodeckerschen Chronik nicht nachweisen 
können. 

8, Die Yorliegende Drnckansgabe. 

Im Abdruck ist die Handschrift A vollständig und getreu wieder- 
gegeben, mit Beibehaltung aller orthographischen und sonstigen 
Unregelmässigkeiten, die als Eigenthümlichkeiten der Schriften des 
17. Jahrhunderts nicht verwischt werden durften. Die Interpunction 
ist jedoch neu hineingesetzt und die Buchstaben u und v, die in der 
Handschrift ganz willkürlich gebraucht werden, dem heutigen Gebrauch 
entsprechend angewandt. Offenbare Schreibfehler sind zwar zurecht- 
gestellt; doch ist dabei die Lesart der Handschrift stets in der Note 
angegeben. Worte, die durch ein offenbares Versehen ausgelassen 
und zur/ Herstellung des Sinnes in den Text aufgenommen werden 
mussten, sind in eckige Klammern, Worte oder Silben, die zu gleichem 
Zweck delirt werden müssen, in runde Klammern eingeschlossen. 

Aus der Handschrift B sind Varianten, die irgend erheblich 
schienen, in den Noten verzeichnet. Ausserdem sind aus dieser Hand- 
schrift alle Aufzeichnungen, die sich in A nicht finden, der Zeitfolge 
nach in den Text eingereiht, und zwar in Cursivschrift. Alle Auf- 
zeichnungen, die sich gleichmässig in A und B finden, sind am Schluss 
des betreffenden Absatzes mit einem Sternchen (*) bezeichnet. 

Die Anmerkungen beziehen sich sämmtlich auf die Herstellung 
eines richtigen und lesbaren Textes. Sachliche Erläuterungen zu 
geben, hat nicht in der Absicht des Bearbeiters gelegen, was nicht 
befremdlich sein wird, wenn man den beklagenswerthen Mangel einer 
Sichtung und Publication der Geschichts quellen des hier behandelten 
Zeitraums berücksichtigt. 

In dem von den ünthaten während der Hungersnoth des Jahres 
1602 handelnden Aufsatze (S. 8 — 13) sind die Personen- und Orts- 
namen meist dergestalt corrumpirt, dass es nothwendig erschien, die 
übrigen Texte (s. oben S. XTT f.) hinzuzuziehen und in den Noten den 
Wortlaut der in letzteren vorkommenden Namen anzugeben, aus 
welchen der richtige Name meist mit Leichtigkeit zu finden sein wird. 
In den Noten zu diesem Aufsatz bezeichnet: 

M. den Text in den Mittheilungen VHI, S. 416—420. 

2 



xvni 

W. die Woldesiarsche Abschrift des Aufsatzes. 

S. die in den SS. rer. Liv. II, S. 657—664 gedrückte Schrift 
fingelke's. 

Die Gorrespondenz Gustav Adolphs mit der Stadt zur Zeit der 
Belagerung des Jahres 1621 ist neuerdings von Arend Buchbolte in 
den Mittheilungen XIV, S. 389 — 409 veröfiFentlicht worden, und »war 
vollständiger, als sie in Bodeckers Chronik aufgenommen ist^). Was 
davon in die Chronik übergegangen ist (S. 71 ff.)> konnte indess nicht 
weggelassen und durch Verweisung auf jene Publication ersetzt werden, 
weil dadurch der Zusamn^nhang der chronistischen Darstellung in 
unliebsamer Weise gestdrt wordea wÄre. 

Von dem, was die Handschrift B mehr bietet als A (s. oben S, XIV), 
sind zwei Stiicke, nämlich die Prophezeiung Otto Lambstorfe uftd 
einige auf Lübeck bezügliche Aufzeichnungen, als Beilagen 1 und 2 
dem Ganzen beigefugt, weil sie in den Text der Chronik nicht- hineiii- 
passen wollten. Eine dritte Beilage bildet ein ProtocoU des Schloas- 
gerichts vom 16. Juni (n. St.) 1617, welches Brotze seiner Bearbeitung 
der Chronik abschriftlich beigefügt hat. ^ 



Zur Ergänzung der Nachrichten über die Belagerung Rigas im 
J. 1621 sind acht Briefe des Feldherrn Christoph Badziwill an den 
Rigaschen Rath in der 4. Beilage und die Relation des Syndicos 
Johann Ulrich über die am 14. Sept. 1621 im schwedischen Lager 
vor Riga stattgehabten Verhandlungen der Rigaschen Deputirten mit 
König Gustav Adolph in der 5. Beilage abgedruckt worden. Was in 
dem auf Veranlassung des Rigaschen Raths im Jahre 1622 in lateini- 
scher und deutscher Ausgabe erschienenen Werke*) über diese Unter- 
handlung referirt wird, ist ziemlich kurz gehalten und kann dieses 
anschaulich und lebendig geschriebene ausfuhrliche Actenstück nicht 
entbehren lassen. 



^) £b fehlen in der Chronik die von Bnchholtz nntw Nr. 7, 8 und 9 abge- 
drackten Schreiben und von zwei anderen (Nr. 2 u. 3) sind nur Inhaltsanzeigen gegeben. 

*) De ezpngnatione civitatis Rigensis . . . epistolae TTTT , — Von Erobening 
der Hanpt Statt Riga .... vier Schreiben. Es sind von diesem Werke drei Aus- 
leben vorhanden, zwei — eine lateinisch, die andere deutsch — bei Nicoltt«B 
Mollyn in Riga and eine in Wittenberg deutsch gedruckte. Der Text der in Riga 
erschienenen deutschen Ausgabe stimmt mit der in Wittenberg erschienenen im 
Allgemeinen überein, nur sind in der Wittenberger Ausgabe weit mehr lateinische 
Worte gewählt, als in der Rigasehen. Die lateinische Rigasehe Ausgabe hat nieht 
mehr als die deutsche. 



XIX 



Nachschrift. 

Der Herausgeber dieser Chronik, dim. Bathsherr Leonhard 
Napiersky, ist vor Vollendtmg des Druckes am 11. October d. J. 
durch einen raschen, sanften Tod au^ diesem Leben geschieden. Die 
baltische Geschichtsforschung hat mit ihm einen ihrer hervorragend- 
sten Vertreter, die unterzeichnete Gesellschaft einen hochverdienten 
Präsidenten verloren. Beim Ableben des Herausgebers ertvies sich, 
da^s der Text der Chronik und der Beilagen S. 1—143 bereits fertig 
gesetzt und vom Herausgeber selbst corrigirt war %md dass das voll- 
ständige Manuscript des Personen- und Ortsregisters der Druckerei 
zum Setzen bereits übergeben war. Im Nachlasse fand sich vor das 
Manuscript der vollständig redigirten Einleitung. Auf Grund einiger 
vom Herausgeber dem Manuscript der Einleitung beigelegten Notiz- 
blätteTy welche augenscheinlich zur Ergänzung der Einleitimg con- 
cipirt waren, tvurden die beiden letzten Sätze der Einleitung und die 
zu denselben gehörige letzte Anmerkung hinzugefügt 

Riga, im November 1890. 

Das Director/um der Gesellschaft für Beschichte und 
AHerthumskunda der Ostseeprowinzen Russlands. 



Yertzeichnnss ^" 

wass sieh in Lieffluid and Riga Ton Anno 15dS zogetragen, so 

vom H. Bodeek«r kSrtzlieh aaffgezeichnet. 



Anno 1693. 

Den Sonnabend nach Pfingsten alß den 9. Jnnius ward Hans 
Carthausen, gewesener Altermann zu Dorpat, zu Riga aijflF den Marckt 
enthauptet und den folgenden Dinstag zur Erden bestätiget worden * 

Jm selbigen Jahre auf der heyligen Dreyfaltigkeits Tag hat eines 
Bürgers Steffen Höveners Tochter, eine Jungfrau, Peter des Wacht- 
meisters Söhnlein zu sich gefordert in meinung dem Kinde etwas zu 
geben, aber durch antrieb des TeufiFels dem Kinde. die Kehle abge- 
schnitten. Die Jungfrau ist nachmahls in dem Jacobs Dwenger in der 
Morgenstunde mit dem Schwerde gerichtet worden * 

Änno 1594 

hat man angefangen zu Riga der Thumbskirchen Spitze zu bauen, 
kostet Rthlr. 9782*) — 3 Mark Rigisch. Der Han auf des Thurme 
Spitze gewogen 8 L// 4 iST. Der Knopff wieget 8 LiST 10 J«. Die 
Orgel im Thumb kostet Rthaler 5685 — 3 Mark * 

Anno 1597. 

Den 16. Aprilis daß Eyß in der Düna angefangen zu gehen, aber 
nachmahlen biß den 19. Aprilis still gestanden. Jmmittelß hat das Waßer 
nach der Sandpforten, Jacobspforten und der Vorburg seine fahrt 
gehalten, welches dann großen Schaden gethan, 5 Brücken und den 
blauen Jacobs Dwenger in daß waßer geworflPen, viel volck unvermuth- 
lich ersoffen, daß waßer hat bey der Sandtpforten in dem graben biß 
an der Brustwehre gestanden, daß volck | oben auf den dächern geseßen, 1 ^• 
welches dann mit den höhten abgeholet und an die Brustwehre ange- 
setzet worden, viele Kahten von oben herrunter getrieben unnd aufif 
Mönnings Feldt gesetzet worden,* 



1) B 9872. 

Bodeckers Chronik. 



4 1601. 

Denn 27. Martii hat Hertzog Garol daß Städlein Eockenhansen 
eingenommen. 

Den 22. Aprilis schickten die Rigischen 200 Soldaten nach Uxkul. 

Den 12. Maji die Rigischen 300 Mann mit dem H. Obristen herrn 
Doenhoff gesandt, Kockenhausen zu endsetzen. 

Den 13. ditto der Polinische Marschall mit 300 Pohlen zu Riga 
angekommen und von dannen nach dem Pollnischen Feldtlager gezogen. 

Den 21. ditto ist der Schwede mit funffzehen Schiffen für Riga 
auf der Reide gewesen, den 27. Junii wieder weg gesiegelt. 

Den 1. Junii Everst von Karpen eines Bürgers Hauß belegen in 
der Kauffstraßen nach mittage leider abgebrand. 

Den 14. Junii haben die Schweden daß Städlein Kockenhusen 
wiederumb den Pohlen auffgegeben, ist Jhnen zwar quartir von den 
Pohlen zugesaget, aber übel gehalten. 

Den 9. ditto der Schwede mit ezlichen Schiffen und Scherböten 
in den Port gekommen und der Piloten Kahten unter Dünamunde 
abgebrandt. 

Den 10. ditto der Schwede der Stadt Ziegelscheune auf der 
Weyde für Riga abgebrandt. 

Denn 13. ditto Carol Carlson KjiegesheiT für Kockenhausen von 
den Pohlen geschlagen worden, denn es haben die Pohlen mit den 
Schweden für Kockenhusen eine Schlacht gehalten und hat der Woy- 
wode von der Wilde Herrtzog Christoff zum ersten zu den Schweden 
angesetzet und tapffer mit Jhnen gestritten, also daß es ein gahr harter 
stteit gewesen. Da setzet der H. Chotkiewitz noch einmahl an, dehme 
gab Gott victoria zwischen 11 und 12 Uhr Mittag, also daß bey 
2000 Schweden erschlagen wurden, den übrigen thäte der H. Chot- 
kiewitz zwar Gnade und Quartir zusagen , aber des Herrtzogen 
Christoff Kriegesvolck haben die Schweden, so sie überkommen, ohne 
einige Begnadung jämmerlich erschoßen und erschlagen, darüber 
dan der H. Chotwietz sehr unmutig geworden und den Hertzogen 
Christopher tapffer eingeredet, aber nichtes erhalten können. 

Den 24. ditto sandten die Rigischen 200 Soldaten nach Duna- 
munda. 

Den 27. ditto lieffen die übrigen Schwedischen, so noch von der 
Schlacht übrig geblieben, davon. 

4. Julii ward die Stadt Wenden den Schweden von den Pohlen 
wiederumb abgenommem. 

5. ditto sind die Schwedischen Schiffe wiederumb in die Duna 
gekommen. 



1601. 



6. ditto ist Hertzog Friederich auß Kurland mit etzlichen Beutern 
zu Riga angelanget unnd den 8. ditto nach Wenden zu dem PoU- 
nischen Lager gezogen. 

Den 12. ditto ist Jhr Fürstliche Gnaden mit dem H. Wojrwoda 
Willensy und dem H. Ghotkiewitz für Ronneborg gerucket und sich 
dafür gelagert. 

Den 19. Julii ist der Schwede mit 19 Schiffen näher nach Riga 

gerücket. 

Den 20. Augusti ist ein Trompeter zu Riga auß St. Peters Thurm 

zu Tode gefallen. 

Den 5. ditto hat Hertzog Carol an die Stadt Riga geschrieben. 3^* 

Den 6. ditto seindt zu Riga 4 Rigische Soldaten auf dem Marckte 

enthauptet, weil Sie zweyer Herren geldt genommen, alß erstlich von 

der Stadt und zum andern von der Frau Roseschen auflF Mojan und 

Rope. 

Den 9. ditto H. Andreas Spill Konigl. Maytt. in Pohlen Secre- 

tarius zu Riga begraben worden, welcher im lezten Zügen den Cal- 

vinschen errorem revociret. 

Den 11. Augusti ist der Herr Oberster Farensbach mit 1200 Mann 
für Riga angekommen und ist ohne Volck in die Stadt gelaßen. 

Den 14. ditto seind die Rigischen Soldaten mit H. Farensbach 
Soldaten nach den Schwedischen Schiffen, so für kurzen Tagen ange- 
kommen, gezogen. 

Den 15. ditto belagerten die Rigischen die Schwedischen Schiffe 
und schoßen eins zu Grunde. 

Den 19. ditto kam Hertzog Carol in der Nacht umb 1 und 2 Uhr 
mit seinem Volck für Riga bey der Yogelstange^) und hielte mit 
Herren Farensbach und der Rigischen Soldaten Scharmützel. 

Den 21. Hertzog Friederich von Ronnenburg zu Riga angekommen. 

Den 23. ditto seind Herrtzog Christoff und der Chotkiewitz mit 
dem ganzen PoUnischen Lager von Ronneburg für Riga angekommen 
und seind nur allein eingelaßen. 

Den 30. ditto ist Herrtzog Carol in der Morgenstunde umb 
3 Uhren für Riga angekommen und von H. Fahrensbachs Völcker 
Yiele erschlagen, nachdeme sie zuvor tapffer scharmütziret, und ist 
damahls die Vorstadt von den Rigischen angezündet und abgebrandt. 

Den 31. ditto seind 6 Schwedische Schiffe mit ein Hauffen Schär- 
bötte in der Düna für Riga angekommen | unnd sich an des Berendt 4** 
österholdts des Büchsenschützens Holm geleget. 



i) A dem Vogelsange. 



Q 1601. 

Ditto seind die Beume und was noch übrig vom Brande geblieben 
abgehauen und verbrandt. 

Ditto Herrtzog Garol von Riga nach Bergeshoffe mit seinem 
Volcke sich begeben. 

Den 3. fSeptembris] hat H. Fahrensbach und der Stadt Soldaten 
den Schweden ein Schaerboth mit einer Fahnen und Gapitain abge- 
nommen. 

Den 8. und 9. ditto machet der Schwede eine Schantze über der 
Duna auf einen kleinen Holm. 

Den 16. ditto, nachdem der Schwede des Morgens 3 Feuerkugeln 
auß seiner Schantze nach der Stadt geworffen, die aber nicht an der 
Stadt gelanget; besondern in der Duna gefallen, hat Er die Schantze 
wieder verlaßen, und 

den 17. nach dem Mühlgraben gezogen. 

Den 18. ditt9 die Schwedischen Schiffe wieder weggezogen. 

Den 23. ditto ist die Königl. Maytt. in Fohlen und der Groß- 
cantzler Johannes Zamoszkj bey Klinckschernen Hoffe angekommen. 

Den 29. ditto Hans Schueman Alterman, Peter Rasse Alterman 
im Rathe gekoren. 

Den 17. Octobris ist die Duna zugeleget mit Frost. 

Den 19. daß Eyß durch starcken Regen wieder zergangen, daß 
man mit Böhten gefahren. 

Den 20. die Duna abermahl zugefroren. 

21. abermahl durch einen starcken Regen zergangen. 

25. ditto zum drittenmahl die Duna zugeleget. 

27. abermahl durch einen starcken Regen zergangen. 

1. Nov. zum vierdenmahl die Duna zugefrohren unnd biß den 
volgenden Vorjahr zugeblieben. 
4^* 28. ist Sigismundus der Dritte erwehlter König | in Fohlen und 

Schweden mit 1000 Mann von Wolmar für Riga angekommen. Jhro 
Königl. Mtt. hat sich reitende durch die Stadt nach dem Schloße 
begeben und ist damals ein gar großer Frost gewesen. 

I. Decembris ist Jhro K. Mtt. von Riga wiederumb nach Fohlen 
[nach] der Wilda gezogen. 

II. ditto haben die Fohlen daß Städlein WoUmar von den 
Schweden wiederumb erobert und den Carol Garlson und Jacobum 
de la Gardie hat der Großcantzler gefangen bekommen.* 

20. ditto seind die gedachte Schwedische Herren zu Riga einge- 
bracht und in eines Bürgers Cordt Harberts Behausung eingeleget 
worden, biß* 



1601. 



den 28. ditto seind selbige Schwedische Herren von Riga nach 
Fohlen gesand worden. Jmmittels seind Sie zu Riga gantz wohl ge- 
halten, auch Jhnen lustig zu sein in der Herberge nicht verbohten.* 

Unnd ist damahls den Herbst und Winter über in LieflTland, auch 
auflfwerts der Düna, ein erbarndicher zustand und Hungersnoth ge- 
wesen, daß auch viel Volcks Hungers halber gestorben, ja bey HaufiFen 
ist daß arme Volck, sowohl Teutsche als Unteutsche, mit den Kindern 
nach Riga gekommen, sich des Hungers zu erwehren, davon dan 
Viele zum theil vom großen Proste theils von großen Hunger so hart 
benommen, daß, da Sie Speise ins leib bekommen, wie daß Vieh weg- 
gefallen und auf der Gaßen in und außer der Stadt todt beliegen 
blieben, man den täglich zusammen gesuchet, mit wagen hinnauß 
gefuhret und bey St. Jürgen auf einen hohen Sandberge bey der 
Windmühlen gar hauffig begraben worden. Ja Sie haben tode Radzen 
von der Gaßen genommen und sie verberget, damit es keiner sehen 
möchte, ja da ein todter Aaß an Kühen oder Pferden hinnauß ge- 
fuhret, seind Sie häuffig zugefallen, daß todte Aaß getheilet und es 
also ungesotten nach dem Maul gebracht und davon gegeßen, auf der 
einen Seiten (und) die Hunde, auf der andern selten die Menschen. 
Unnd obwohl E. Erb. Rath von Riga eine Ruye draußen bey St. 
Jürgen bauen laßen, da Sie mit warmer Stuben | unnd waimer Speise 6' 
und Tranck möchten und könten erhalten werden, haben Sie doch 
alda nicht bleiben wollen, sondern seind wieder nach der Stadt ge- 
laufFen. Ja. man hat leider Gott in dem Dunaburgischen belebet, daß 
ein Bauer seine eigene Kinder in der Badtstuben gedempjflfet, nach- 
mahls Sie gekochet und gegeßen, seinen Hunger damit zu stillen.* 

Damahls hat zu Riga gegolten die Last Maltz 120, 130 Rth. oder 
ein Last Hering 120—125 Rth., ein LoflF Weitzen 4—4^2 Rth., ein - 
Loff Erbsen 3 — 4 Rth. Gott der Allmächtige laße ja sothanige 
Hungersnoth nicht wiederkommen.* 

Damahls haben die Polnischen Kriegsleuthe in LieflFland die armen 
Bauren übel tractiret, sie geräuchert, gebrand, damit Sie bekennen 
möchten, waß Sie noch hetten, unnd ob Sie schon bey ezlichen nichtes 
gefunden, haben Sie es doch nicht unterlaßen.* 

Jn diesem Herbst und Winter ist viel Volcks zu Riga von Bürgern 
und Gesellen an der Brustseuche gestorben.* 

1 Loff Roggen hat gegolten 2 Rth. auch 2 Rth. 2 Mark. ^)* 



1) B GroscheD. 



8 1601. 1602. 

Den 30. Decembris ist H. Daniel Harmes^), ein gelarter Mann. 
Königl. Secretarius und guter Poet, gestorben. 

Folgen wiu-iiafftige emhreekliche fiesehiehte, so sieh in Liefflandt, 
mehrentheils aber im Dnnabnrgisehen Gebiete, haben zugetragen, 
Ao. 1602 besehrieben dnreh den Erwfirdigen H. Fridericnm KnngeP) 
Pastoren zn Ziekall^). 

1. Jst unter der Frauen Fritz Platerschen im Januario geschehen, 
daß zwo Weiber und [ein] Knabe von funffzehen Jahren mit nahmen 
Zalis funflf*) Personen gefreßen^), diese 3 in einer Badstuben verbrand 
geworden* 

2. Jn derselbigen Herrschaflft in eines Bauren Dune®) Dorffe 
seind 4 Menschen verzehrt, viel Hungers gestorben, viel vom Radt 
und Galgen genommen und so am Wege gelegen und Hungers ge- 
storben eingeholet und verzeret, wie solches der Verwalter Jacob 
Grunewald bezeuget.* 

[3.] Ditto Grunewaldt als Ambtverwalter im Dunaburgischen 

5^- bezeuget, daß drey Personen ein todt Pferd in der Frauen Fritz 

Platerschen Kruge gefreßen; wann auch einer sein Pferd in der 

Weide gehabt, haben die Leuthe Hungers halben solches getödtet, 

damit Sie daß Fleisch bekommen.* 

4. Joachim Fridewald*^) zeuget, daß im Barnschen^) Kruge unter 
Jhr f. Gnaden an der Duna gelegen der Krüger ein Littauer viele 
Menschen gekochet und es den überdünschen Bauren für Schweine- 
fleisch verkauffet.* 

5. Jtem im Koltzischen ^) Gebiete hat Wilhelm Rehebindes Baur 
mit nahmen Andreas Pf eiler stuhl ^^) 9 Menschen eingesaltzen und 
nachmahlen verzehret. Der Junker, wie Er solches erfehret, ist Er 



1) Statt , Harmes" ist ohne Zweifel „Hermanu" zn lesen. Daniel Hermann, 
der bekannte Humanist, starb za Riga am 29. Dec. 1601; vgl. Th. ScMemann in 
der allgemeinen Deutschen Biographie, Bd. XTT, S. 166, u. Recke-Napiersky, Schrift- 
steller-Lexicon, H, S. 257. 

2) B Kuegell. M Engel. W Koegell. S Engelke. Über den richtigen 
Namen s. die Einleitung. 

3) B ZiekoU. 

4) W 15. 

5) A gewesen. B, M n. W gefreßen. 
<») M Dump. W Duine. 

7) W Groenewaldt. 

8) M Bonnschen. W Bomschen. 

9) B u. W Zieckelschen. M Sykelschen. 
10) M u. S Pixstul. W Feiler. 



1801. 1602. 9 

mit seinem Ambtman Paschen und Hart wich Sachsen^) dahin ge- 
zogen und es also befunden. Der Baur hette bekand, Er hette 2 
Menschen umgebracht, daß fleisch eingesaltzen, die Köpffe wegge- 
woriFen. Jst den 19. Märtii in einer Badstuben verbrand worden.* 

6. Hardwich Sachse sein Krüger hat 3 Personen in einer warmen 
Rühe umbgebracht, auffgefreßen, wieder festgenommen und unter daß 
Eyß gestochen und ersoffen ohne gehaltenen Rechte kurtz für fastel- 
abendt.* 

7. Jm Sissegalschen *) ist ein Littauer gewesen, der da der Pastor 
außgereiset, hat Er die Hunde und Katzen verzehret, ja auch einen 
lamen Jungen Jan Stutow^) Schwestersohn, item noch 2 Personen 
und des Pastoren Viehemagdt Anna gefreßen, auch einen Bauren, wel- 
cher, daß Er seines Weibes Schwester getödtet, aufs Radt geleget, 
wie auch viele Diebe vom Galgen genommen und verzehret. Des 
Bauren Kopff Martin genand hat der Pastor daselbst Friedrich Kun- 
tzell*) am Tage Reminiscere in einer Gruben gefunden.* 

8. Des Edlen Oswald Grollen Muller Laurentius Preuss^) genand 
haben des Berens Zaumbrechts ^) Bauren mitsambt seinem Pferde auf- 
gefreßen, solches bezeuget Pauli Rebinder ^ Schneider Hanß Dobe®), 
item der Ambtmann zu Lauch ^) und Viele andere.* 

9. Friestendorffs ^°) Bauren und die LitUuer haben viel Volck, 6*- 
so nach Johan Freitage und Brunaws ^^) Hoffe aufs Jahrmarck gezogen, 
mitsambt Jhren Pferden gefreßen. Geschehen 1601 den 10. Decembris.* 

10. Ein Weib Dorothea Bittelske**) unter Brunaws ^^) wohnend 
hat 3 Jhrer Kinder, wie auch sonst andere Menschen getödtet und 
gefreßen.* 

11. Jm Hoffe Kartke^*) Ditrich von Galen zugehörig hat ein 
Baur Bandelisck *^) drey seiner Söhne auffgefreßen, zwey ertödtet, 



1) S Saflf. 

*) B u. W Ziegelscben. M In der Sycklisch Widme. 

W Stnitau. 

B Koegell. M Engel. W Kegel. 

M Prasse. 

M Lnm brecht. S Lymberchs. 

W Diebeuderß. 

B DobeU. M Dobbel. W Doppel. 

B Laich. W Leich. 

M Freseudorpes. W Frißendorffs. 

W Brangers. 

M Bittelisch. W Littelsche. S Bittelischken. 

B Brammerß. W Braun Jhmers. 

M u. W Kartzen. S Kurtzum. 

B Bandelisick. M Bowdelisch. W Bandelick. S Bandelischk. 



10 

11 

IS 
IS 
14 
15 



IQ , 1601. 1602. 

einer natürlichen Todes gestorben, den Todten grabet der Vater 
wiederumb auff und kochet sein fleisch mit Eohl, worüber Didrich 
und Valentin Hahn^) Brüdere zu Jhm gekommen, den Stank ge- 
rochen und gefraget, waß im TopfiFe wehre unnd übel rohe, and- 
wortete Er, daß Er seinen Sohn aufgegraben, den kochete Er mit 
Kohl. Solches bezeugen Hans Dobel*) und Joan Drost* 

12. Jm andern Hoffe Galen zugehörig hat ein Knabe ungefehr 
von 16 Jahren in ein Dorff [drey Personen*)] dristlich ermordet, in 
Meinunge seiner Mutter die heimzubringen und zu freßen, ist aber 
betroffen, eingezogen und aufs Rad geleget. Bezeuget Laurentius Bro- 
sarius*) Pastor zu Lautzen*) den 8. Febr. 1602.* 

13. Anno 1602 den 2. Octobris nicht weit vom Hoffe Lautzen 
hat eine Magd Dubbelsche*) genandt umb ein Stück Brodtes ein Weib 
mit Jhrem Kinde umbgebracht. Nach solcher that will Sie sich 
wieder erstechen, aber trifft sich nicht recht, indem kombt der Ambt- 
man mit ezlichen Bauren, erfehret die that, findet die Magdt lebendig, 

ist aber wieder aufs Radt geleget worden.* 

14. Zue Claves Grothausen Bauren Putter') genand kombt ein 

6^- Nachtbar Hanschen Noschem®) mit ezlichen an | dem Bauren, denen 
setzet der Putter Rettig, Saltz und Brodt für. Wie sie nun w^- 
gehen, siehet ein Baur, daß der Putter noch etzlich Vieh hat, springet 
der Nachtbar Hensgen zum Fenster hinnein und erscheust den Baur 
am Tische, worüber sein Weib sehr erschrocken und niedergesunken, 
die andern aber nehmen daß Vieh und ziehen über die Duna. Wie 
solches der Juncker Grothausen erfehret, ließ Er den Hanschen ein- 
ziehen und hernacher aufs Radt legen.* 

15. Die Littauer auß dem Städtlein Breslaw^) fallen einem vom 
Adell Gerd Schnitzen in seinem Hoffe, nehmen den Mann vom Bette 
und hengen Jhn an einen Balcken, brennen Jhn, daß man Jhm leber 
und lunge sehen könte, reißen Jhm beyde äugen auß. Nachdem sie 
Jhn nun lange gequelet, ermorden Sie Jhn, nehmen waß Sie finden im 
Hoffe mit seinem eigenen Sohne hinweg.* 



1) W Hoen. 

8) W Doppelt. 

9) Nach M a. S ergänzt. 

4) M Brossavius. 

5) B u. W Lautz. 

6) M Debelsch. S Dubbesche. 

7) M Wasch Putte. W Peter. 

8) B Rascher. W Baßeher. S Rosseen. 

9) W Breflfslaw (vermuthlich Kjesslaw). 



1601. 1602. 



11 



16. Zu Lautzen eines Bauren Hans^) Zuckert^) Weib frist mit 
ihrem Kinde fünflf Menschen auff in Jhrem DorfiFe, so Sie am wege 
gefunden, auch Jhres Nachtbaren Kind getödtet. Jst in Jhrer Be- 
hausung verbrand worden,* 

17. Jn derselben Herrschaft ist ein Weib mit nahmen Bedelich*) 
den 27. Martii 1602 an der Schwartzen Bäche*) gelegen, hat 2 Jhres 
Nachtbaren Kinder getödtet und auffgefreßen, ist weggelauffen, ist 
aber nachmahls am wege todt gefunden. Bezeuget Laurentius Bro- 
sarius^) den 27. Martii daselbst.* 

18. Jm Völckersahmschen Gebiete Kallekur^) hat ein Baur 
8ein(en) Weib mit Knecht, Jungen und Magdt auffgefreßen. Jst von 
einem Pohlen Andrea Middelinsky ^) umbgebracht worden.* 

19. Jochim Bausche®) ein Bauer hat seine Schwester nebens zwo 
Kinder leyder Gott verzehrt.* 

20. Christophorus ®) Weimer^*) Pastor im Seelburgischen | Ambte 
bezeuget, daß im Birsenhamischen ^^) Pastoren^*) H. Abraham Dorff 
sei einer mit nahmen Antonius gewesen, welcher seiner Kinder zwo 
umbgebracht und gegeßen, auch daß eingeweyde rein gemacht, der- 
halben Er im Thurm zu Seelburg gefänglich eingebracht, darin Er 
auch gestorben.* 

21. Gerhard^*) von der True ^*) Dunaburgischer Mannrichter und 
Johann Frinckeman *^) bezeugen, daß Sie ao. 1601 nach Oster zu einem 
Bauren gegen den Abend angekommen, bey welchem Sie zur Nacht 
verharret und gesehen, daß Sie allerley ungezieffer, Katzen, Ratzen, 
allerley Aaß gegeßen haben, darnach auch Menschen angefangen zu 



1) M Janell. 

ä) M Sacken. W Zuebers. 

3) B Bedelitz. M Bedelisch. W Bedeljen. 

*) Statt „Schwartzen Bäche" hat M „Spernebecke" und S „Scherre Beche." 

^) M Brossavias. 

6) B Kallekuw. M Kalkun. W Kallekaw. 

7) M Melensky. W Windelinsky. 

8) B Banschle. W Bunchßte. 

9) B u. W Chrisüanus. 
10) M Weine. W Meyner. 

^) B Bnxtennhanischen. M Boxtehavischen. W Bickstenhenischen. S Büx- 
terhövischen. 

12) B u. W Pastorat. 

18) S Gotthart. 

14) B Taue. M Time. W Tawe. S Chme. — Woldemar bemerkt: »viel- 
leicht Gotthard von der Tinnen, welcher im Jahre 1606 als Dünaburgscher Mann- 
richter vorkommt." 

^) M Finckeuow. W Prinneckman. S Finckenoge. 



J2 1601. 1602. 

essen. Sie sagen, daß in einem Dünaburgischen Dorflfe 14 Menschen 
sind verzehret worden.* 

22. Jn der Frauen Sybarschen^) Guthe ein Baur mit nahmen 
Havel*) hat sieben Personen au%efreßen, unter welchen sein eigen 
Weib und Kind, zu dem ist sein Bruder gekommen, Jhm umb Eßen 
angesprochen, der Baur andwortet: Brod habe Jch nicht, Jch will 
dir fleisch geben. Der Bruder hat davon gegeßen, wie Er aber nach- 
mahlen erfehret, daß das fleisch von seinem Weibe und Kinde ist, 
saget Er wehe, nimbt ein Meßer und schneidet sich selbst die 
Kehle ab.* 

23. H. Johan Engelerus ^) Pastor zu Suboldt^) hat einen Bauren 
unter sich wohnen mit nahmen Jacob Schiwack^), der hat 9 Personen 
aufgefreßen in der fasten.* 

24. Jm Zacharias Kruge sind über 40 Menschen verzehret, ein 
Bettler hat den andern gefreßen, solches bezeuget Johannes 
Engelerus^).* 

25. Jm Städtlein Suboldt^) hat eine Schwester der andern die 
Kehle abgestochen und von Jhrem Blute wurste gemachet, auch von 
Jhrem fleische im Oven gebraten. Solches bezeuget der Edler Juncker 
Gothardt Budbarch^), 1602 umb mitfaßen geschehen.* 

^' 26. Ein Ellerscher Baur Hannß Peddeler^) genand erschlaget 

des Edlen Gothard Budbarchs aufiEzügeling und frist Jhm zusambt dem 
Pferde auff.* 

27. Jn Heinrich Wittings^®) Kruge zu Sussi^') sind unzehliche 
Menschen verzehret worden, der Kjüger, so ein Littauer gewesen und 
Viel im Dorffe ermordet, ist auf ein Radt nachmahls geleget worden. 
Solches bezeuget der Edle Gothard Butberg.* 

28. Anno 1602 kurtz für Himmelfahrt (daß) vier gebrüdere 
Herman, Janes, Thomas**) und Hennecke *^) fraßen auf Jhren DorflFe 



1) B Sybarchschen. M Siberschen. W Sybergschea. 

2) M u. S Janell. W Hoeflfel. 

3) W Angelius. S Pjngler. 

4) M Subbet. W Sibbolt. S Saboth. 

5) B, M, W u. S Spiwack. 

6) M Engel. B u. W Engelerii. 

7) M Subbet. W Sicbolt. S Suboth. 

8) M Butborch. W Butberg. 

9) M Peddel. 

10) B Wintiogks. M Yittinges. W Wintges. S vou Füttunghoff. 

11) M Süssen. W Gußley. S Sussei. 

12) W Tyeß. 

13) M Gercke Pamelen. W Henrich. S Jerke Penneleu. 



1602. 13 

15 Menschen, die Sie zum theil getödtet, zum theil todt an dem wege 
gefunden. Der Ambtman lest sie zu Seelburg gefänglich einziehen, 
mit Ruten hauen, darvon einer gestorben, die andern 3 haben 
3 Wochen gefangen geseßen. Wie Sie wieder loßkommen, tödten zwo 
derer den dritten Bruder Jane auf dem Wege und freßen Jhn. Wie 
sie nun heimkommen und nichts zu Eßen für sich finden, gehen Sie 
nach der Beche Sensey*) Krebse zu fangen, erzürnen sich unter ein- 
ander und schleget der einer den andern todt.* 

29. Ein Weib im Jllerschen^) Ghristina genand hat 3 Jhrer Kinder 
gefreßen, solches bezeuget der Edle Gothard Budberg.* 

30. Zu Zluxischen*) stürbet dem Krüger sein Kind und lest es 
begraben, der Syburgschen Baur gräbets bald hernacher auf, traget 
es in sein hauß, kochet es und bittet funff Personen darauff zu Gaste, 
welche nach dem eßen alle gestorben. Der thätjer bleibet lebendig, 
ziehet mit dem Polnischen Kriegesvolck nach Pohlen.* 

Eß seind auch bey der Mitau, auch sonsten in Churland, hin und 
wieder viel todeß Aeß von Hunden, Katzen und Ratzen, todten Pferden 
und Kühen gefreßen worden, damit die armen Leuthe sich des Hungers 
erwehren möchten, ja da das Aeß außgeführet, haben auf einer selten 
die Menschen, auf der andern Seiten die Hunde von Aeß gefreßen.* 

Den Jammer, so wir haben gesehen am Mann, am Weib und 
Kinder klein, laß o Herr Jesu nicht wiederkommen umb deines 
theuren Bluts willen. Gieb unß, o Herr Jesu Christe, bußfertige 
Hertzen. Amen.* 

Anno 1602. 8^- 

Denn 1. Februarii hat sich ein Weinschänker Geselle bey dem 
H. Burgermeister Caspar vom Hoffe selber in einer schweren Kranck- 
heit umb daß lebend gebracht, ist dennoch den 5. ditto ohne Cere- 
monien zur Erden bestätiget worden.* 

Den 5. dito ein Schiff von Königsberg zu Riga angekommen. 

Den 11. und 12. ditto drey Schiffe mit Roggen von Dantzig ge- 
kommen, unnd ist diesen Winter große theurung des lieben Korns, 
auch andere Victualien, gewesen. 

Den 12. seind die Lübschen und Hollandischen Schiffe, so alhier 
gelegen, zur See gegangen, aber mehrentheils im Eyse geblieben, 
theils mit großen Schaden für Riga wieder angekommen. 



1) M Suseiu W Sensy. Statt »nach der Beche Sensey* hat S „in das 
Sässeasche Fließ. '^ 

2) B, M ü. W Ellerschen. 

3) M Zur Sluxschen. W Jhm Zluxischen gebiet. — Wahrscheinlich ist hier 
von JUoxt die Rede. 



14 



1602. 



8 



b. 



Den 2. Martii hat der Großcantzler daß Hauß Adsel den Schwe- 
den wieder abgenommen. 

Den 6. Maji ist der Erb. ^) und Wolgeborner H. George Farens- 
bach, indem Er hat mit Sturm lauffen wollen, für Vellin erschoßen 
und den 8. Maji in Gott verstorben. Der Cörper ist Ao. 1604 den 
18. Martii auß dem Schloße für Riga gefuhret, die Schuler und Herr- 
paucken neben den Trompetten vorher, biß in die Stadt fiir daß Gaat- 
hauß in der Sandstraßen gebracht, daselbst von dem Wagen auf der 
Bohre gesetzet und von vornehmen Bürgern in der Thumbkirchen 
getragen, nach gehaltener Leichpredigt von H. M. Laurentio Lemb- 
chen gehalten in daß Chor in einen zinnern Sark gezetzet. Der H. 
Chotkiewitz hat Jhme gefolget, hernacher ist daß Trauermahl auf der 
großen Güldestuben in Gegenwart des H. Chotkiewitz, wie auch eines 
gantzen Raths zu Riga, auch vieler von Adell und Biirger, gehalten 
worden.* 

Den 8. ditto ist daß Schloß Vellin von den Pohlen wieder erobert 
und den Schweden abgenommen. 

• Denn 17. Martii ward zu Wilda in der Teutschen Kirchen ein 

m 

Königl. Mandat angeschlagen, umb den neuen Calender anzunehmen, 
darauf auch nicht lange nach gehaltenem Rath mit den benachbarten 
Religionsgenoßen der Calender ist angenommen. 

Den 2. Julii hat die alte Hertzogen in Churland die weldt gesegent. 

Ditto ist der Großcantzler Zamaski für Weißenstein gerucket. 

Denn 15. Julii nachdem viele Pohlen nach dem Lager gezogen, 
haben 300 Mann in dem aufziehen einen Hoff, so nicht weit von Riga 
gelegen und den Rigischen zugehörig, auß muth willen angezündety 
darauf drey Rotten der Rigischen Soldaten gelegen, derselben, unan- 
gesehen Sie sich wohl und tapffer gewehret, etzliche erschoßen, auch 
jämmerlich zerhacket und ezliche verbrand, davon nur 9 zum Theil 
verwundet zu Riga angekommen. Nachdem aber die Rigischen sol- 
chen frevel und gewald erfahren, sind insonderheit die Bürger und 
Soldaten sehr entrüstet und zornig geworden, begehrende mit einem 
Außfall solchen muthwillen zu rechnen, daß dann E. Erb. Rath auf 
Jhr hartes anhalten endlich bewilliget, seind also diejenigen Gesellen 
und Soldaten zusambt etzlichen Bürgern umb 12 Uhr in der Nacht 
außgelaßen, welche dann die Pohlen bei der Neuen Mühlen ange- 
troffen, unnd obwohl die Pohlen hatten eine Wagenburg geschlagen, 
haben Sie dennoch tapffer zu Jhnen angesetzet und mit Peldtstücken 



i) B Erleuchter. 



1603. 



15 



herraußgelocket, mit Jbnen scharmütziret, also daß von den Pohlen 
200 zum theil erschlagen und in das waßer gejaget, da Sie dann er- 
soffen, haben die wagen zum theil geplündert, die übrigen begnadet 
hat man Jhres weges ziehen laßen, unnd seind also die Pohlen von 
den Teutschen und Unteutschen damahls redlich tractiret worden 
unnd haben also Jhres freveis büße thun müßen. Von den Rigischen 
Soldaten seind 9 mit Tode umbgekommen, von Bürgern und Gesellen 9*- 
Gottlob keiner beschediget. 

Denn 17. Septembris ist daß Schloß Weißenstein von den Pohlen 
erobert und den Schweden abgenommen. 

Den 26. ditto seind in Rath gekohren Frantz Schrader ein Eisen- 
krämer , Jochim Rigeman. 

Jn diesem Herbst ist zu Riga und in Lyffland, Littauen die Pest 
angegangen, seind also die Straffen über Riga und Lieffland von Gott 
verhenget worden, Krieg, theure zeit und die Pest, unnd also die 
Pohlen damahls auß dem feldö für Weissenstein weggezogen. 

Anno 1603. 

Den 29. Martii eines Tischlers zu Riga hinterlaßene wittibe Jhr 
eigenes Söhnlein von sieben Jahren durch des Teuffels anreitzung die 
Kehle abgeschnitten, unnd ist Sie drauff den 2. Aprilis zu Riga auf 
dem Marckte enthauptet.* 

Den 1. Aprilis ist ein alter Bürger Arend Travest auf dem Rath- 
hauße zu Riga mit Verlierung seiner Sprache eylich kranck geworden, 
vom Rathhause nach seinem hause gebracht, alda ist Er zur Stund 
umb Mittag in Gott entschlaffen.* 

Den 1. Martii schickten die Rigischen 150 Soldaten' den Pohlen 
zu Hülffe nach Dorpat. 

Den 3. Aprilis ist die Stadt Dorpt von den Pohlen erobert und 
den Schweden abgenommen. 

Den 24. ditto kamen die Rigischen Soldaten wiederumb von Dorpat. 

Den 3. Julii haben die Schweden daß Städlein Windau in Chur- 
landt nebst dem Schloße eingenommen und waß an Bahrschafft alda 
gewesen, mit sich weggeführet. 

Den 25. Septembris seind zu Riga im Rath gekohren Hans Rins- 9^* 
bergh, Reinhold Priederich ein Gesell.* 

Den 4. und 5. Octobris ist zu Riga ein großer Sturm gewesen, 
daß etzliche Strusen bey dem BoUwercke in der Düna zu Grunde 
gegangen und ezliche Schiffe die Masten für der Stadt haben hauen 
müßen.* 



16 



16M. 



10 



a. 



Den 30. Octobris haben die Hamburger den König in Denne- 
marck gehuldiget. 

Anno 1604. 

Denn 22. Januarii hat H. Hinrich Uhlenbrock Königl. BurggraflF 
und Burgermeister der Stadt mit H. Johann Friedrichs eines Raths- 
herrn Tochter Hochzeit gehalten und ist auf derselbigen Hochzeit Jhr 
furstl. Gnaden auß Churland mitsambt seiner Gemahlin, welche den 
vorigen Tag angekommen, zujegen gewesen. Jhr furstl. Gn. haben 
den Bräutigam in die Thumbskirche und auß der Kirchen nach der 
großen Güldestuben in eigener Person begleitet und ist selbige Hoch- 
zeit mit großer Solennität verrichtet worden.* 

Den 25. ditto zog Jhr furstl. Gnaden*) wiederumb weg.* 

Den 26. ditto aufm Abend umb 8 Uhr ist ein Kauflfgeselle Warner 
Hillebrand von einen andern Gesellen Jacob Kroger erstochen binnen 
walleß»).* 

AufiF Pastnacht Evert Otting zum Älterman der großen Guide 
erkohren, auß der Gemeine und nicht auß den Eltesten ^).* 

Den 6.46. Aprilis ist die Sache mit E. E. Rath und der Gemeine 
verglichen, also daß der Severinsche Contract gehoben und der Stadt 
Einkünffte in einen Kasten fließen sollen. 

Den 29. Septembris*) hat der Unterhauptman zu Wenden sich 
unversehener weise gesprenget, daß der große schöne Saal aufm 
Schloße nebenst anderen gewelbeten Gemächern in die lufft geflohen.* 

Den 7. Martii ist H. Chotkiewitz sambt seiner Gemahlin zu Riga 
angekommen und aufm Schloß gelosiret^).* 

Den 15, Martii ist Jhr Gnaden der H. Chotkiewitz von der Ge- 
meine aufi' der großen Güldestuben zu Jhrer Versamlung erbethen, 
daselbsten die Gemeine Jhre gi^avamina wider E. Erb. Rath furgebracht.* 

Den 31. ditto ^) ist Jhre fiirstl. Gnaden Herrtzog Friederich auß 
Churland sambt seiner Gemahlin und dem Hertzogen auß Pommern zu 
Riga angekommen und ist im Gasthauße große G«asterey in praesentie 
des H. Chotkiewitz angestellet worden.* 

Jra Majo seind Lübsche mondirte Schiflfe angekommen, welche mit 
den Holländern in einer Flotte im Junio von hier gesiegelt, weiln 



^) B fügt hinzu „znsamb dero Gemahlin". 
*) A Waldes. 

3) Die Worte ,auß der Gemeine etc.** fehlen in B. 

4) B Febraario. 
*) B sich lociret. 
ß) B Mayus. 



1Ö05. 27 

damahls die Schwedischen Schiffe in der See alle Schiffe, so von Riga 
kamen, feindlich angefallen. 

Den 18. Junii haben die Schwedische Schiffe die von Riga kom- 
mende Schiffe, alß Hollanders und Lübschen, auch andere, in der See 
angetroffen. Die Lübschen haben sich theils zur Gegenwehr gesetzet, 
die Hollander aber nicht, haben also, wie man saget, 18 Schiffe be- 
kommen, aber keine Lübsche. Der Lübsche Admiral Hinrich Timme 
nam die flucht von der Lübschen Flotte, aber der Unter-Ammiral 
Cordt Havekast, wie auch andere, hielten fest bey einander, also daß 
der Schwede an Jhnen nichts hefften könte. 

Den 4. Septembris ist H. Caspar zum Berge gewesener Burger- 
meister zu Riga in Gott verstorben, seines alters 73 Jahr, im Burger- 
meisterstande 27 Jahr, mit seiner Ehefrauen gezeuget 19 Kinder. Jst 
der erste Burggraff zu Riga gewesen, ward den 9. Septembris zur 
Erden bestätiget. H. Chotkiewitz Sohn und H. Leneck haben der leiche 
gefolget, den Tag hat es sehr geregnet^).* 

Den 15. Septembris der H. Feldtherr H. Chotkiewitz mit den 
Schweden ein treffen gethan zwischen Weißenstein und Oberpahlen, 
unnd haben die Fohlen | victorisiret, auch etzlich fahnen erhalten. 10^- 

29. ditto wurden 21 Schwedische fahnen durch die Stadt nach 
dem Schloße getragen. 

16. Novembris ist Jhr furstl. Gn. der Feldtherr H. Chotkiewitz 
von Dorpat nach Riga gekommen. 

1605. 

Den 17. Februarii hat ein Weib zu Riga, welche bey eines Bött- 
gers wittibe zur Herberge gewesen, dieselbe Frau mit einem Beßmer 
ermordet und ist daß Weib gerädert worden.* 

Den 21. ditto hat eine Magdt die Schandsteine getragen, weiln 
Sie eine Jungfrauen an Jhrer Ehren angegriffen, Jhr aber nichtes un- 
ehrliches erweisen können.* 

Den 24. Maji ist der Großcantzler Johannes Samossky in Fohlen 
gestorben. 

Den 1. Augusti seind Hertzog Carols auß Schweden 40 Schiffe, 
große. und kleine, nebenst vielen Scheerbothen zu Riga in den Port 
angekommen, in meinunge 13 Hollandische Schiffe (:so zu Riga eine 
Zeitlang auf dem winde gelegen und auß furcht der Schweden sich 
nicht außgeben dürffen:) von der Duna zu holen, welche aber den 



1) B geweyhett. 

Bodeckers Chronik. 



18 ^^ 

vorigen Tag alß den 31. Julii von Riga weggesiegelt und Gottlob 
durchgekommen. Die Schwedischen SchiflFe haben viel Kriegesvölcker 
sowohl Beuter alß Fußvölcker mitgebracht, darüber zum Krieges- 
obersten gewesen H. Graff von Mansfeldt Joachim Friederich, und 
zum Ammiral Axel Reuningh. 

Den 2. ditto hat vorgedachter Graflf sein Volck aus den Schiffen 
ans land setzen, die sich hin und wieder für der Stadt haben sehen 
laßen. Wie solches in der Stadt lautbar geworden, seind von Hinrich 
von Schwindern Rittmeisters Reutern etzliche auß der Stadt gefallen, 
welche von den Schwedischen einen Teutschen gefangen bekommen, so 
da bekand, daß Sie in alles nur 3500 starck wehren, umb acht Tage aber 
wehren Sie Hertzog Carol mit großem Volcke persönlich vermuthen. 
11'- Den 3. Augusti seind die Schwedischen näher für Riga ange- 

kommen und sich hauffig für der Stadt sehen laßen. Wie die in der 
Stadt solches vernommen, haben Sie alsofort die Trummel rühren 
laßen und die Bürgerschafft nebest Gesellen ein jeglicher mit sein 
Gewehr auf den Wällen in die Quartieren begeben und Jhre Sachen 
in guter Acht genommen, ümb Mittag sandte vorgedachter Graff 
zwene Trompetter mit Brieffen an die Stadt, denen die, so auf dem 
Sandrundehl gewesen, gewincket anhero zu kommen. Wie Sie aber 
gar nahe angelanget, haben die Rigischen etzlichen befohlen auf 
selbige looßzubrennen, welches dann geschehen, so daß Sie getroffen 
und davon auch sollen gestorben sein. Wie solches der Graff von 
Mansfeldt vernommen, ist er ergrimmet und befohlen, von Stunden an 
umb die Stadt zu brennen^), da dann 4 Windmühlen, St. Gerdruth 
Kirche, der Vogelbaum, item der Armen zu St. Georg Jhre Ryge, 
darinnen der armen Korn gelegen, welches dan kein feindt dem andern 
pflegt zu thun, angezündet und verbrand, nachmahlß eines Bürgers 
Benedicti Hintzen und viel andere Hoffe mehr, ist also den Bürgern 
groß schade zugefuget worden. Auch haben Sie deßelbigen Tages 
der Armen von St. Georgen Jhren Speisemeister Caspar Francken 
gefänglich weggefiÜLret. Dato ein Rigischer Geselle Heinrich Beiner 
mit 9 Schotten vom Schloße außgefallen, die dann einen Gefangenen 
eingebracht, welcher eben zu wercke gewesen einen Hoff vor der 
Stadt anzuzünden. 

Den 4. Augusti nachmittage umb 4 Uhren seind etzliche Rigische 
Soldaten, wie auch Kauffgesellen, abermahl auß der Stadt gefallen, iu 
meinung mit den Schwedischen zu scharmütziren, da Sie dann auff 



1) A bereunen. 



1605. 



19 



jenseit des Vagelbaums selbige angetroffen und 7 erschoßen, aufif der 
Rigischen seite aber wehre Caspar von Tiesenhausen schier von den 
Schweden gefangen, wann nicht zwene Edelleute alß Otto von | Meheden 11^- 
und Priederich von Buhren Jhme entsetzett, darüber dann dem Otto von 
Meheden sein Pferdt unterm leibe erschoßen, welches 300 fl. gekostet. 

Den 6. Augusti hat der Schwede auf Bereut Osterhofs, Thewes 
Wevers und Hinrich Kleinschmidts Holme die Herberge und Hauser 
abgebrand. 

Den 8. ditto ist daß Schwedische Eriegesvolck nach dem Babit 
gezogen, allda gebrand und viel Viehe geraubet und weggetrieben. 
Ditto seind auch etzliche Schwedische Schiffe weggesiegelt, die übrigen 
haben sich in der Boldera mit Jhi'en Scherböthen geleget. 

Den 9. ditto haben die Schweden in Bickem und beim Mühl- 
graben gebrandt. 

Den 10. ditto ist eine Jungfrau Anna Bamekow, indehme die 
Bürgere und Gesellen den Abend von der Wacht abgezogen, bey dem 
heyligen Geiste im Elende durch daß fenster beym Tische in der 
Stuben unversehends erschoßen worden, den thäter wüste man nicht. 

Den 12. ditto ist Hertzog Priederich auß Churland mit 200 Reuter 
und 100 zu Fuß über der Duna für Riga angekommen und alda biß 
den 28. dito verharret, da seindt sie wieder nach Churlandt gezogen. 

Den 13. ditto hat der Graff von Mansfeldt seinen Trompeter in 
einen Scheerbotte mit 2 Schweden, so im Bothe gewesen, mit Brieffen 
an die Stadt gesandt, welche für der Schallpfoiten angekommen, und 
ist der Trompeter mit den Schweden mit gedeckten Gesichte an daß 
Rathhauß gefuhret, die Brieffe von ihm abgenommen und verlesen. Jm- 
mittels hat man Sie mit Wein und Methe wohl tractiret. Nach em- 
pfangener Andwort seind Sie mit gedeckten Gesichte wiederum nach 
dem Scheerbott gebracht und über das Scheerbott 3 stücke von den 
Wällen gelöset. Einhalt und überschrifft des Brieffes: 

Joachim Friederich Graff und Herr zu Mannfeldt, Edler Herr 12 *• 
zu Heldrunge etc. Königl. Maytt. und des Reichs Schweden 
Obrister. 

Unsern Gruß, Ersahme Liebe Jnsondere, Wihr fügen Euch 

hiermit gnädig zu wißen, daß der Durchleuchtigster Großmächtigster 

und Hochgeborner Fürst und Herr, der Reiche Schweden, Gothen 

und Wenden König und Erb -Fürst, Herrtzog zu Suderman- 

landt, Nercke und Wermelandt, Unser Gnädigster Herr, unß mit 

einer Armade sambt einem Anzahl Eriegesvolck nach Liefflandt 

2* 



20 "«^• 

und zuforderst an Euch mit gnädigsten befehlicb abgesandt, Euch an 
Jhr Maytt. zu ergeben und Schutz auffzunehmen, welches wir dann 
hiermit an Euch gnädig wollen gesinnet haben, nicht zweiffeiende, in 
Betrachtung Euer, Eur Bürger und Unterthanen, ja auch der lieben 
Posterität Heyl, Glück und Wohlfahrt, wie dann darentjegen, daß biß 
anhero von Euch selbst verursachter und großerlittener Schade und 
Unheil, und noch nicht wißen zu waß ende gereichender, Euch darin 
nicht sperren noch difficultiren, sondern unsäumlich und ohne Verzug 
zu Jhr Eönigl. Maytt. gnädigen anerbottenen Schutz ergeben und ein- 
laßen werdet. Unnd wolle die Stadt Biga und Jhre Senatores, 
Bürgere und Gremeine selbst in Jhr Gewißen greiffen, mit reiffen ge- 
dancken und unter andern mit heilsamen Rath ponderiren und be- 
trachten, wie Sie bey Jhr Eönigl. Maytt. in Schweden allerseits in 
allen Gnaden gestanden, dabey erhalten und geschützet worden, sich 

12^- aber in ander Mißverständnüß und zweytrachten, derer Sie sich bil|lich 
hetten sollen und mögen eußern, mit eingemenget, Jhr Maytt. Gnaden 
priviret und entsetzet, da sie die Stadt Riga also halßstarrich wolten 
in Jhren anfang und Vorsatz fortfahren, nicht consideriren und be- 
trachten Jhre Bürger und Posterität nahrung und wohlfart, wie Sie 
die zur Seewerts mit außländischen Völckern handtieren und werben 
müßen, unnd daß Sie dabey von Königl. Maytt. der Reiche Schweden 
alleine könten defendiret, geschützet und mit leichter Unkosten be- 
freyet, daren^egen der König in Pohlen, durch waß wege und intent 
es immer sein möchte, nicht verhindern, auch mit allen seinen «untreg- 
lichen Unkosten nichts wehren, noch die Stadt Riga bey einiger Prey- 
heit unversehrter Handlung und Negotiation beschirmen mag. So 
auch der König in Pohlen sich etwas zu intendiren oder zu unter- 
winden mit Sperrunge der See, welches Jhme unmüglich, oder freyer 
Landtstraßen durch Krieg oder Streiff für die Hand nehmen oder 
unterstehen möchte, kann und solte die Stadt Riga nicht allein mit 
ihren pertinentien und angehörigen Gütern, besondern auch die Pro- 
vintia Liefflandt von Jhr Königl. Maytt. der Reiche Schweden ge- 
schützet und in gnädigster defension und Acht wohl gehalten werden, 
unnd da gleich der König in Pohlen ein Jahr etwann mit Glück ob- 
gesieget und victoriam erhalten, seind doch Jhr Königl. Maytt. in 
Schweden gnädigst gesinnet und affectioniret, die Stadt Riga zu Jhrer 
vorigen Freyheit wieder zu bringen und dabei gnädigst zu schützen, 
der Hülffe Gottes getröstende, durch deßen allmächtigen Segen, den 
Gott weiter fristen [wolle], mit den König in Pohlen den Krieg auß- 

13^- zuführen und außzuhaltcn. 1 Dieses und alles waß in der Kürtze nicht 



1606. 21 

mag recensiret und admoniret werden, wolle der Stadt Riga Jhre 
Senatores und Bürger wegen eingepflantzeter natürlicher liebe der 
Posterität nicht in Yergeßung nehmen, unnd daß durch dieses von 
Euch verursachete Unheil nicht alleine vornehme Handelsleute aufi 
Teutschlandt, besondem auch auß andern hohen Provintien seind ge- 
stürzet und fast zum Bettelstab seind gerahten. Wofern nun die Stadt 
Riga sich zu Jhrem Heil nicht wolte finden laßen und in Jhrer Königl. 
Maytt. der Reiche Schweden Schutz und Protection zu geben, sinc^ 
Jhr Königl. Maytt. mit gebührenden ernst gesonnen, sie dahin zu 
zwingen, waß Sie sonsten in der Güte, auch mit mehren und stadt- 
liehen Privilegien, hetten erhalten mögen, dann Jhr Königl. Maytt. 
seind gänzlich dahin bedacht, die Stadt Riga und die Provincia Lieff- 
landt in Jhren Schutz und protection zu haben, .welche^ wir hiermit 
euch andeuten sollen. Erwarten darauff von Euch eine schleunige 
andwort, mit Verwarnung Unß von der Güte zu andern Sachen nicht 
zu verursachen. Seindt Euch sonsten mit gutem willen wohl gewogen. 
Datum den 3. Augusti Anno 1605. 

Eönigl. Maytt. des Reichs Schweden bestalter 
Oberster unnd deßen Reichs Admiral 

Joachim Priederich. 

Axel Reuning. 
Post scripta. 13*- 

Demnach Unß gantz frembd und seltzsam fürkombt, wie Jhr auflf 
Befehlich Königl. Maytt. abgefertigte Brieflfe nicht annehmen wollen, 
besondem dieselben wieder üblichen Krieges Gebrauch, welchen Jhr 
etwan nicht verstehet oder verstehen wollet, abgewiesen, also haben 
wir über vorige treuhertzige Vermahnung euch mit zum Überfluß Über- 
sendung der BrieflFe hiermit lezlichen erinnern wollen. Euer Heil auch 
Unheil in guter acht zu nehmen, und werdet also in der Sachen Wich- 
tigkeit unß Eure endliche meinunge durch schleunige andwort zu 
wißen thun, dann wir mit willen viele arme leuthe zu machen nicht 
gemeinet, besondem in aller gute, so zu Euren besten müglich, mit 
Euch die Sache zu entscheiden. 

Aufschrifft: 

Denn Ehrbahren allen und jeden insondern 
Unsem günstigen Bürgern der Stadt Riga. 
13. Augusti per hostilem tubicinem^) redditae. 

1) A Lubecinem. 



22 löoo. 

Denn 15. Aug. umb mitternacht hat sich der Schwede mit etzlichen 
gahr heimlich in die Duna begeben, in meinung der Bigischen Galley, 
so bey St. Georgens HoflFe aufm Strohm gelegen, mächtig zu werden, 
haben aber nichts verrichtet, weiln die auf der Galleyen solches erfahren. 
Den 17. Aug. in der nacht zwischen 1 und 2 Uhr hat der Schwede 
hinter dem Vogelbaum fiir Riga in einer Schlachtordnung gehalten, in 
meinunge im finstern die Stadtpforten zu sprengen. Es hatten aber 
die Bigischen 5 Botten «Ihrer Soldaten gahr spete auß der Stadt ge- 
laßen, welche Jhre Schildtwacht bey St. Gertrudt angestellet, von wel- 

14* eher Schiltwacht ein Bigischer Soldat vermercket, daß da Volck | an- 
kombt. Er siehet aber, weiln es gahr finster gewesen, keinen Menschen, 
thut nichtsdestoweniger solches seinen Bottgesellen kundt, welche zu 
den ankommenden Schweden gesonnen anzusetzen, in dem Aufifzage 
gehet einem von den Bigischen Soldaten sein Bohr loß, dadurch die 
Schweden zurücke gezogen. Die Bigischen Soldaten haben dennoch 
sich zu den Schweden begeben, zu Jhnen angesetzet, mit Jhnen ge- 
scharmütziret von 2 Uhr an biß umb halbwege 4. Da solches in der 
Stadt kund geworden, ist von Stunden am Alarm geblasen, dadurch 
die Bürgere und Gesellen verursachet sich mit Jhrem Gewehr auflF die 
wälle zu verfügen. Eß sind auch dazumahl die Schweden die Bigischen 
Soldaten zu umbringen Vorhabens gewesen und über die Teuffelsbrücke 
zu ziehen, weiln aber selbige brücke abgeworffen gewesen, ist Jhnen 
Jhr Vorhaben mißlungen. Die Bigischen Soldaten haben dazumahl 
zween Schwedische gefangen bekommen, ein Jeglicher ein Säcklein 
mit Pulver tragende, welche einhellig bekand, daß der Graff von 
Mansfeldt, welcher in eigener Person bey den Schwedischen Soldaten 
gewesen, willens sey gewesen, dieselbige Nacht Petarden an die 
Sandtpforten anzubringen und die zu sprengen, der ursach hette Er 
einen blinden Alarm bey der Galley gemacht, in meinung, da Sie in 
der Stadt hauffig nach der Galleyen lauffen und sehen würden, die 
Petarde der Pforte anzuhengen. Jst aber Jhr Vornehmen mißlungen. 
Den 19. ditto hat der Schwede für Dunamunda zwo Schantzen 
geschlagen, die eine auf Magnusholm, die ander beym Mühlgraben. 

14^' Den 20. ditto Morgens umb 10 Uhr haben Sie an gefangen daß 

Schloß Dunamünde zu beschießen biß umb 1 Uhr nachmittag, aber 
nichts beschafft. Zu dieser zeit ist viell Volcks von dem Schwedischen 
lager in Biga gelauffen kommen, sind aber von den Bigischen nicht 
angenommen, besondern wieder zurück gesandt. Es haben auch dieser 
zeit die Schweden viel Viehe auß Churlandt raubende in Jhr lager 
gebracht. 



1605. 23 

Den 26. ditto umb 4 Uhr seind zwo Reuter und Soldaten zu Riga 
auff dem Marckt mit dem Scbwerde gerichtet, darunter einer vom 
Adell mit nahmen Halßfeldt^) auß Harrigen bürtig, der ander ein 
Schwede. Die Ursache wahr, daß da Sie unter Rittmeister Wahlen 
wahren bestellet, sich zu den Schweden wollen begeben und also 
meineidig*) werden.* 

Dato haben die Schweden in dem Oraben für Dünamünde Sträucher 
heuffig geworffen, in meinunge den Wall anzulaufEen, ist Jhnen aber 
nicht gelungen, sondern Viele darüber erschoBen. 

Den 28. ditto seind die Schweden mit Jhren Scheerböthen nach der 
Flocke') gezogen, auch Tuckum eingenommen, auch forderst von Kli- 
yen Schenckings Hofe und Schlamnen viel Yiehe geraubet und weg- 
getrieben. Dato haben die Schweden bey Dünamünde eine Kuye Heu 
angezündet, in dem Rauche seind die von Dünamünde außgefallen, 
30 erschoßen und zween gefangen bekommen. 

Den 3. Septembris viel Schiffe auß Schweden, auch Herrtzog 
Garol in eigner Person in den Haffen angekommen. 

Den 13. dito Hertzog Carol in eigener Person mit seiner ganzen 
Eriegesmacht für Riga angejkommen und an etlichen Ohrten in der ^^' 
folgenden nacht zu schantzen angefangen. Er hat sein Lager hinter 
St. Gertrudt gehabt und an vielen unterschiedlichen Ohrten Lauff- 
graben auffgeworffen, dann Er hette sein lauffgraben gemacht hinter 
dem Yogelbaum an biß nach Kellerßacker auf beyden selten der 
Kirchen zu St. Gertrudt, nachmahlen in allen Gaßen biß nach der 
Stadt wälle und sich so fest beschantzet, daß Er so leicht nicht könte 
darauß getrieben werden. Auch hat Er eine Schantze in der Armen 
zu St. Georg Hoffe gehabt, imgleichen seinen lauffgraben. Er hat auch 
seine Scherbötte, wie auch zwo seiner Schuten hinter dem steinern 
Gerichte im Graben gehabt, welche mit Stücken, halben Cartaunen, 
auch andern, beladen, damit er Sie desto leichter in sein lager 
bringen möchte, unnd obwohl auß der Stadt gahr starck geschoßen 
worden und viel Volcks zu schaden gebracht, hat man Jhme gleich- 
wohl daß Schantzen und Graben nicht hindern können. Jegen den 
Abend als den 13. Septembris haben die Rigischen die Gebäude und 
Stacketen, so unter der Stadt wallen gestanden, anzünden und ver- 
brennen laßen. Umb diese zeit hat Hertzog Carol auß Schweden 
seinen Trompetter mit Brieffen an die Stadt gesand, welcher far der 



1) B Haßfeldt. 

^ A memeigig. 

3) Mass wol «Slocke" (Schlock) heissen. 



24 



1605. 



Sandpforten eingelaßen und mit zugedecktem Gesichte nach dem 

ßathhause gebracht, die brieffe von Jhm abgenommen und verlesen 

worden. Jmmittelst ist der Trompetter mit Mette und Wein tractiret 

• worden, nach gegebener andwort ist Er reitende nach der Sandpforten 

15^* gefuhret und wieder außgelaßen worden. | Der Brieff lautet wie folget: 

Wir Carolus von Gottes Gnaden der Reiche Schweden, Gothen 
und Wenden erkorner König, Erbfürst, Hertzog zu Südermanlandt, 
Nericke und Wormelandt, laßen Euch Burgermeistere und Rathmanne, 
auch Elterleute große und kleine Guide, auch sämptliche Bürgerschafft 
der Stadt Riga wißen. Nachdem der gantzen Christenheit bekandt 
und offenbahr, weichermaßen die Jesuiten und Bäbstliche Rotte nebst 
etzlichen verrähterlichen Personen unserem Vetter dem König in 
Pohlen dazu vermocht, daß Er sich ohne einige gegebene Ursache 
in daß Königreich Schweden mit einer ziemlichen anzahl Kriegesvolck 
von allerley nationen begeben, zu welchem sich unsere Landesleuthe 
in*) großer anzahl durch geschwinde und listige practiquen der ab- 
gefallenen Schweden, so die Päbstliche abgöttische lehre angenommen, 
gebrauchen laßen, und mit gedachtem Kriegesvolck unserem Vettern 
den König in Pohlen so weit verführet, daß Er aller blutfreundschafft 
vergeßen und seinen Eydt und Pflicht, so Er unß und dem gantzen 
Königreiche geleistet, auch alle billige Vorschläge nichtes geachtet, 
sondern fortgefahren und sich im Sinne genommen, Unß aufs eußerste 
an leib und leben, Weib und Kindern zu verderben und zu verfolgen, 
welches Jhm aber Gottlob dazumahl, wie auch zeithero nicht gelungen, 
besondern die Sache so weit gerahten, daß Er dadurch vom land und 
Königreich gekommen ist und einen blutdurstigen Krieg ohne, einige 
gegebene Ursache zu wege gerichtet zwischen dem Königreich Schwe- 
den, der Cron Pohlen und Großfürstenthumb Littaüen, auch zuge- 
hörigen lendern, welcher albereit 7 Jahr gewehret und manchem 
16"^ tapffern Mann daß lebend gekostet, auch Land und leute dadurch 
verdorben, wie manchen bekand. Nachdem wir nun, wie vorgedacht, 
an diesem Kriege unschuldig und niemahlen mit den geringsten ge- 
dancken darzu Ursach gegeben haben, sondern Unß allewege gegen 
höchstgedachten unsern Vettern erbotten, daß wir für Gott und unsem 
Eydt und Pflicht nach, so wir Jhme mit sein verbunden gewesen, 
wollen wißen zu verandworten, aber solches nicht genießen mögen, 
besondern unß unschuldiger weise nach leib und leben gestanden und 

1) A ein. 



1605. 



25 



aufs höchste verfolget, daß wir nottdringlich haben müßen zur gegen- 
wehr greififen, und daß noch erger ist alß der zeitliche Todt, hat unß 
gedachter unser Vetter an Unser Ehr und redlichen fürstlichen nahmen 
in allen Landen und Königreichen vergeßentlicher weise mit unwahi^- 
heit durch seine Räthe und anstiffter dieses Krieges angreififen laßen^ 
welches unß mehr zu Hertzen gehet alß wan man unß daß lebend ge- 
nommen hette, dann der zeitliche Todt wegen der Sünde nur einmahl 
seine Gewaldt an den Menschen gebrauchen kann, aber ein böser 
oder guter Nähme bleibet, so lange die weldt stehet, unsterblich, wel- 
ches wihr am Meisten haben betrachtet und unß zu Hertzen gehet, 
dann ohne rühm zu reden sindt wihr wohl bekant mit den furnehmsten 
Chur- nnd fürstlichen Haußern Teutscher nation, die unß können 
Zeugnüß geben, daß wihr von Jugend auf Ehr und Redligkeit auch 
fürstliche Tugend haben geliebet und unß deßen laßen angelegen sein 
und niemahls in ünsem gedancken genommen, etwas dawieder zu 
handien, wie solches fälschlich ohne Wahrheit von unsem wiedersachern 
wird außgesprenget, und | wie Wihr niemahls lust gehabt an einiges 16^- 
Menschen Verderb, also seind wir noch des Sinnes und so viel an Unß 
müglich alle Sachen dahin zu richten, daß es zu Gottes Ehren ge- 
reiche und waß alle Menschen zu Gute kommen kan. Unnd dieweil 
Jhr sämbtlich, so in der Stadt Riga wohnet. Euch dieses Krieges 
theilhafftig gemachet und dazu allen Vorschub gethan, alß seind wir 
verursachet gegen Euch unß feindlich zu bezeigen, dann wann Jhr 
Euch der Neuteralität verhalten hettet, gleich wie die Stadt Dantzig, 
und sonsten unsere Gelder, die Jhr uns schuldig seid, unß bezahlet, 
und König Stephanus auch mandiret und befohlen hat unß zu erlegen, 
80 hetten wir keine Ursache gehabt etwas feindseliges gegen Euch 
vorzunehmen, wir auch solches niemahls im Sinne genommen. Weiln 
Jhr aber in den terminis nicht geblieben, haben wir in der Sachen 
thun müßen waß dazu gehörig und seind derohalben in eigner Person 
mit einer sambtlichen anzahl Kriegesvolck hieher gerucket, wie Jhr 
sehen könnet, und gedenken Euch mit Gottes HülflFe noch näher zu 
kommen. Begehren derentgegen, daß wofern Jhr wollet Eure wohl- 
fahrt ansehen, auch Weib und Kind, Habe und Güter verschonet 
haben, daß Jhr unß die Stadt ohne Verzug öffnet und einlaßet. Wo 
solches geschieht, wollen wir Euch bey der Augspurgschen Christ- 
lichen Religion, so in den Propheten und Apostolischen Schrifften 
gegründet, erhalten und alle falsche lehre in Euer Stadt abschaffen 
und daneben bey aller gerechtigkeit und Privilegien erhalten und für 
jedermänniglich schützen und handhaben. Da Jhr aber solches in 



26 



1605. 



den windt schlaget und nicht wollet annehmen, so sollet Jhr in 
kurtzen Tagen mit Gottes gnädiger Hülffe erfahren, waß euch bringen 
wirdt, daß Jhr nicht erkand habet unser gnädigstes anbieten. Dar- 
nach Jhr Buch zu richten. Gegeben in ünsenn Feldtlager für Riga 

den 13. Septembris ao. 1605. 

Carolus. 

Locus Sigilli Regni^) Sueciae. 

1*^* Darauflf ein Erb. ßath und die gantze Gemeine der Stadt Riga 

zur andwort gegeben, Sie hetten dem Konige in Fohlen und Schweden 
einen Eydt gethan Jhnen treu und holdt zu sein, daß weiten sie halten 
und darüber verlieb nehmen, waß der allmächtige Gott über sie ver- 
hangen würde, es wehre Gutes oder böses. 

Den 13. ditto hat der Schwede 3 feurkugeln nach der Stadt ge- 
worflFen, die eine in den Graben für der Sandpforten, die andere im 
walle in der Sandpforten, die dritte zwischen den zingel. Gottlob 
ohne Schaden. 

Den 15. ditto des Morgens umb 9 Uhr ist Herrtzog Carl mit 
seinem Volcke nach Kellers Acker gezogen, alda Munsterey zu halten, 
umb Mittage seind Sie wiederumb in Jhr lager gekommen. Jn dem 
herziehen haben die Rigischen etzliche Reuter erschoßen. Gegen 
Abend haben sich etzliche der Rigischen Soldaten mit einem höhte 
nach H. Johann Friedrichs eines Rathsherrn Holm begeben, dieweil 
etzliche Schweden auf den andern Holm, so gahr nahe gewesen, sich 
gefunden, zu den Schweden angesetzet, 6 derer erschoßen und 4 ge- 
fangen eingebracht. 

Den 16. ditto in der Nacht ungefehr umb 12 Uhr ist Hertzog 
Carol mit seiner gantzen Armade .und Lager für Riga aujBFgebrochen 
in einem regenhafftigen Wetter und §ich nach Kirchholm begeben, 
da dan Jhr Gn. der PoUnische Feldtherr Carol Chotkiewitz mit 
seinem Kriegesvolck gelegen, welchen Hertzog Carol vermeinet un- 
versehends anzutreffen. Aber, nachdeme die Stadt Riga zur stund 
durch etzliche Überlauflfer kundschafift deßen bekommen, hat B. Erb. 
Rath von stunden an eine Post zu Jhr Gnaden dem Herrn Chotkiewitz 
gesand und Jhm solches zu wißen gethan, welcher Post dan ehe dann 
daß Schwediche Volck zu Kirchholm angekommen. Wie solches Jhr 
17^- Gn. der Polinische Feldtherr erfehret, hat Er sich mit seinen gerin|gen 
HauflFen auflf Gottes gnädige HülflFe dazu geschicket und seiner an- 
kunflft erwartet. 



^) A Regnis. 



1605. 27 

Den 17. ditto auff Lamberts Tag des Morgens zwischen 9 nnd 
10 Uhr ist Hertzog Carol auß Schweden mit seinem Kriegesheer für 
Kirchholm angekommen, auf einem Berge haltende. Wie solches die 
Pohlen erfahren, seind Sie etwas zurücke gewichen, den Schweden 
mit seinem Volcke auf daß ebene feldt von dem Berge herrunter 
zu locken. Nachdem nun der Schwede mit seinem Yolck von dem 
berge auf daß ebene feldt sich hieben, ist also damahlen eine Schlacht 
angegangen und ein Treffen zwischen den Schweden und Pohlen ge- 
schehen, unnd hat Herrtzog Carol auß Schweden mit seinem Yolcke 
zuforderst zu den Polnischen Sperreutter tapffer angesetzet, also daß 
Viele der Pohlen erleget und es gahr säur an der PoUnischen selten 
außgesehen; die Pohlen aber einen Stand und muth gefaßet und zu 
den Schweden wiederumb angesetzet, welchen Hertzog Friederich auß 
Churlandt, der durch die Düna reitende mit 300 Reuter auff leibes 
Gefahr angelanget, zu Hülffe kommen und die Schwedische Ordnunge 
getrennet, also daß, da die Schweden loßgeschoßen, dieselbe zur 
wiederladunge nicht haben kommen können, besondern die Pohlen 
haben zar Stund mit niederhauwunge und zertrettunge durch die Pferde 
viel Volcks erleget und Sie verfolget biß nicht ferne von Jungfrauen 
Hoff, unnd obwohl die Schweden zu unterschiedlichen mahlen einen 
Stand gefaßet und auß der Kirchholmschen Kirchen sich tapffer zur 
gegenwehr gesetzet, haben Sie, die Schweden, doch nichts beschaffen 
mögen. Wie solches die andern Schweden vernommen, hat ein jeder 
wer nur könte die flucht genommen, welchen die Pohlen tapffer nach- 
geeilet und waß Sie könten mächtig werden niedergemetzet, also daß 
die I todten Cörper von Kirchholm biß nicht ferne von Jungfrauen 18** 
Hoffe gar hauffig gelegen. Etzliche wenig Reuter haben sich nach 
den Schwedischen Schiffen begeben, etliche nach der Pernau, unter 
welchen der Graff von Mansfeldt. Herrtzog Carol ist in eigner Person 
davon und nach den Schiffen gekommen, und wie sein Pferdt müde 
geworden, hat ein Schwedischer Edelman nahmens Wrede ^) sein Pferd 
verlaßen und daßelbe dem Hertzog Carol übergeben, also daß Er 
davongekommen, der Edelman ist aber niedergehauen worden von 
den Pohlen. Etzliche Schweden haben sich über der Düna schwemmende 
begeben, derer dann viele ersoffen, und ob schon etzliche zu lande 
gekommen, seind doch von den Churländischen Bauren nachmahls 
Viele erschlagen worden. Unter andern ist in dieser Schlacht ge- 
blieben Hertzog Friedrich von Lüneburg und Harburg ein junger 

1) A Rede. 



28 ^^' 

herr, item Andreas Linderson ein Schwedischer Kriegsobrister, welcher 
beyder Herren tode Cörper H. Ghodkiewitz nachmahlen mit nach Riga 
gebracht, unnd ist Hertzogen Friedrichs Cörper dem Herrtzogen Frie- 
drich auß Ghurland von dem H. Ghotkewitz übergeben, der dann den 
21. Septembris nach der Mitau ist gefuhret worden. Des Andres 
Linderson todter Cörper ist von Einem Erb. Rathe zu Riga in der 
Thumbskirchen mit gewöhnlichen Ceremonien den 22. ditto zur Erden 
bestätiget worden. Noch seind in dieser Schlacht umbkommen und 
auf der Schwedischen Seiten geblieben der H. Reisz von Plune, der 
Haubtmann Pilgrim von Magdeburch, der Haubtman von Bockholdt 
und viele andere tapffere Helden. Unnd ist in dieser Schlacht Gottes 
18^' Allmacht scheinbarlich zu ersehen gewesen, wie dann sowohl | die 
Schweden als die Fohlen solches bekennen müßen, dann auf der Polni- 
schen Seiten seind Sie nur über alle 3000 Mann starck gewesen, die 
Schweden aber seind wohl 15000 Mann gewesen. Auff der Schwedi- 
schen Seite seind umbkommen, so man auf dem Platz, da die Schlacht 
gehalten, auch sonsten hin und wieder gefunden und E. Erb. Rath 
von Riga hat nachmahlen zehlen und begraben laßen, acht tausend 
neunhundert und drey und achtzig Persohnen, ohne die man nach- 
mahlen in Morassen und Waßer todt gefunden. 

Deßelbigen Tages den 17. Septembris seind viele Bürger, Ge- 
sellen, Teutsche und Unteutsche, auß der Stadt nach Kirchholm ge- 
gjingen, alda Sie viele Beute bekommen, alß Röhre, Harnische, Pferde 
und Sattel und Zaume, wie sie dan auch des andern Tages viele 
Pferde mit Sattel und Zaume, davon die Reuter entlauffen, bey dem 
Mühlgraben gefunden. 

Den 19. Septembris ist Jhr Gn. der PoUnische Feldtherr Carol 
Chotkewitz mit seinem Exiegesvolck für Riga angekommen unnd ist 
Jhr Gnaden mit freudenschüße entjegengenommen, imgleichen hat E. 
Erb. Rath der Stadt, wie auch viele vom Adell, imgleichen Elterleute 
und Eltesten und viele Bürgere und Gesellen, Jhr Gn. den Feldtherm 
mit großen Triumph nach dem Schloße begleitet. Jhr Gnaden hat 
viele gefangene Lieffländische vom Adell, die Er nachmahlen loß- 
gegeben, zum theil nach Fohlen gesand, wie auch viel ander gefangene 
bey sich gehabt, item 56 Schwedische Fahnen mitgebracht, auch einen 
Maulesel und 9 Schwedische Feldtstücke. Daß Lager hat Jhr Gnaden 
mit seinem Kriegesvolck hinter dem Yagelbaum für Riga auffgeschlagen, 
dahin sich dann Viele auß der Stadt verfuget, die den Fehlen die 
Beuthe abgekauffet. 



1606. 29 

Den 20. ditto hatt Jhr Gnaden mit Einem Rathe von Riga sich 19** 
beredet; auch etzliche Straußen zurichten laßen, vermeinend die Schwe- 
dlBchen Schiffe in Brand zu bringen, aber weiln die Schweden solches 
vernommen, haben Sie Jhre Schiffe für der See gebracht, damit wahr 
daß farnehmen verhindert. 

Den 11. Octobris ist Burgermeister Neustad wieder in den Rath 
gesetzet. 

Den 21. ditto seind die Schwedischen Schiffe mit Hertzog Carol 
und etzlichen Volcke wieder nach Schweden gesiegelt. 

Den 20. Octobris hat Sigismundus Tertius Eonig in Fohlen mit 
des Ertzherrtzogen zu Östereich Caroli Tochter, welche des vorigen 
verstorbenen Gemahls Schwester gewesen, Beylager gehalten. 

1606. 

Den 27. Februarii starb H. Johann Reinßberg Rathsverwandter 
der Stadt Riga zwischen 5 und 6 Uhren eiliges Todes, dann nach- 
dem Er von der Duna gesund zu Hauße gekommen, ist Er am Tische 
zur Erden gestürtzet und gestorben.* 

Den 8. Aug. seind 13 große metalen Stücke zu Riga von Kocken- 
husen gebracht und nachmahls auf die wälle zu Riga gepflantzet worden. 

Den 7. Septembris ist der Graff von Mansfeldt wegen des Schwe- 
den für daß Städlein Wolmar mit 1000 Reuter und 500 Pußvölcker 
gerücket und daß Städlein erobert, nachmahlen die Schloßpforte ge- 
sprenget, daß Schloß eingenommen und den Haubtman darauf gefäng- 
lich gehalten, die übrigen sich schweren laßen. 

Den 8. ditto hat der Schwede daß Hauß Mojan dreymahl an- 
blasen laßen und auffgefodert, aber nichts | beschaffet, sondern den 19^* 
9. ditto wieder abgezogen. 

Den 13. ditto ist Caspar von Tiesenhausen ein Edellman zu Riga 
von E. Erb. Rath und der gantzen Bürgerschafft, zu einem Bürger- 
haubtman und Arend Rademacher von Braunschweich zu einem 
Lieutnant verordnet worden.* 

Dato seindt 34 Schwedische Schiffe abemiahlen mit vielen Scheer- 
botten in der Düna für der Buldera angekommen, darauff Schotten, 
Engeische und Frantzosen, auch Schweden und, wie man saget. 3000 
Mann gewesen. Den folgenden Tag alß auf einen Sontag in der 
nacht haben sich etzliche Pranzen und Engelländer und andere Schwe- 
dische Völcker in einen regenhafften Wetter an daß Hauß Dunamunde 
gewaget, in meinung durch lederne brüggen, so Sie über daß waßer 
geworfen, und Sturmleitern daß vorgedachte Schloß zu besteigen und 



30 ^öo'- 

zu verraschen; weiln aber die lederne Brücken zu kurtz gewesen, 
auch die Soldaten, so auf dem Hauß gewesen, Jhre Scharwacht auf- 
gefuhret und solches erfahren, wiewohl Sie schon zum theil unter die 
Welle gewesen, ist Jhr Vorhaben zurücke gegangen. 

Den 17. ditto seind 32 Frantzen sambt einen Lieutnant, so auff 
den Schwedischen Schiffen gewesen, zu den Rigischen übergelauffen 
gekommen. Die Frantzen seind auf daß Schloß gebracht für Riga, 
der Lieutnant aber in daß Gasthauß zu Riga mit ein Rotte Soldaten 
bewachet worden. 

Den 18. ditto seind abermahl 4 Teutsche Soldaten von den 
Schweden zu Riga angekommen, unter welchen einer genand Mönning- 
hausen, welcher furm Jahre von den Schweden für der Liebau ist ge- 
20** fangen worden, hat berichtet, daß ein | Rigischer Bürger Valentin 
Kreuger^) genand zu den Schweden vor Riga angekommen, hat sein 
Weib und Kinder zu Riga sitzen laßen und den Schweden zugefallen.* 

Den 20. ditto seind die Schwedischen Schiffe wieder weggesiegelt, 
von welchen eins bei Dunamunda an grund gekommen, aber von den 
andern mit Scheerbothen entsetzet und abgeholfifen worden. 

Den 28. ditto seindt zu Rathe gekohren Garsten Zimmermann, 
Cordt Vegesack, Hanß Benckendorff.* 

Den 30. Octobris ist WoUmar den Schweden von den Pohlen 
wieder abgenommen. 

1607. 

Nachdem der Burgermeister H. Niclaus Ecke auß der Stadt zu 
Schloß gewichen, seind seine Güther, beweglich und unbewegliche 
innerhalb und außerhalb der Stadt, Ao. 1606 in den dreyen offenen 
Rechtstagen für Michaelis aufgeboten worden. Nachmahlen ao. 1607 
den 4. Februarii ist durch den H. Cemmeren der Stadt die Jmmission 
darein geschehen unnd sein Holm in der Duna belegen ist dem Caspar 
von Tiesenhausen der Bürgerschaflft Haubtman eingewiesen und über- 
geben worden.* 

Den 16. Februarii ist Michel Zaube *) zum Stadtsalterman auf der 
großen Güldestuben erkohren.* 

Ditto alß Montag in fastnacht ist ein Lübsch Schiff von Lübeck 
wegen des weichen Winters zu Riga mit wahren angekommen, den 
Mittwoch ein Schiff von Rostock und die ander und dritte woche mehr 
Schiffe angekommen.* 



^) B Krüeger. 
^) B Zaape. 



1607. 31 

Den 6. Martii ist H. Simon zum Dahlen zu Riga in St. Peters 
Kirchen zum Prediger erkohren.* 

Denn 15. Martii ist Hertzog Carol zum König in Schweden gemacht. 20^* 

Den 30. Aprilis zwo wohlgemondirte Schiffe der Engeischen für 
Riga angekommen, dieselbe zu besehen ist Jhr furstl. Gnaden Hertzog 
Friedrichs Gemahl zu Riga angelanget.* 

Den 6. Junii seind die Englischen Schiffe mit 16 Hollandischen 
wieder weggesiegelt und nachdem Sie vom Rath zu Riga ein Lübsch 
Schiff gekauffet, welches Schiff E. Erb. Rath von einem Lübschen 
Schiffer Hanß Gerdes gekauffet, weiln es kund geworden, daß ge- 
dachte Schiffe beladen und mit weggefuhret; nachdem es aber nicht 
wohl besiegelt gewesen, hat es der Schwede hinter Lanse-Ort weg- 
genommen, den Schiffer, welcher nachmahlen zu Riga wieder ange- 
langet, sambt den Bohtsleuten zu lande gesetzet. Die Bauren haben 
die armen Bohtsleuthe niedergeschlagen, vermeinende daß [es] Schwe- 
den wehren. 

Den 24. Junii auff Johannis Tag haben die Schweden die statliche 
Vestung Weißenstein wifederumb erobert und eingenommen, worauff viele 
Geschütze der Pohlen gewesen, und ist selbige festung von den Schweden 
überraschet. Wie nun die Pohlen, so darauf gewesen, solches erfahren, 
haben Sie daß Pulver in der ArtoUerey angezündet, davon viel Volcks, 
sowohl Schweden als Pohlen, wie auch ein theil der festunge, gesprenget. 

Den 28. ditto seind etzliche Schwedische Schiffe für Riga auf der 
Reide angekommen und auf dato wieder weggesiegelt. 

Den 30. Julii seind etzliche der Rigischen Gesandten, alß der 
H. Secretarius Christophorus Gaunersdorff, Michael Zaupe und Gossen 
von Eiß Alterleute, welche den 8. Maji legatsweise nach dem Reichs- 
tage in Pohlen gezogen, wieder zu Riga angekommen. Der | H. Burger- 21 '• 
meister Caspar vom Hoffe und Reinholdus Priederichs Rathsverwandter 
seind zu Thorn geblieben, weiln H. Friedrichs auf dem wege krank 
geworden, zu Thorn auch gestorben, alß ist der H. Burgermeister 
nachmahls zu Riga angekommen und der todte Cörper auch alda hin- 
gebracht und begraben worden.* 

Den 17. Augusti umb 4 Uhr nach Mittag ist zur Mitau in eines 
Tischlers Hause leyder Gottes eine große Feyersbrunst entstanden, 
worvon viele Haußer, Buden, wie auch die Apotheke, biß nach dem 
Marckt abgebrand.* 

Den 18. ditto umb 12 Uhr abermahl ein feuer alda entstanden, 
darvon viele Haußer in die Asche geleget, man hat aber nicht ge- 
wust, woher solches gekommen. 



32 



1608. 



Den 13.^) Aug. ist der H. Magnus Nolde in Sachen der außge- 
wichenen, alß des H. Burgermeister Ecken und H. Thomas Ramme, 
zu Riga angekommen unnd ist der H. Nolde auf der großen Guide- 
Stuben, da die ganze Gemeine zusammen gewesen, erschienen unnd 
wolte gern gesehen haben, daß der Zwist zwischen H. Ecken und H. 
Alterleuten und Eltesten, auch der ganzen Gemeine, beygeleget und 
aufgehoben seie, unnd obwohl der H. Burgermeister Ecke durch ob- 
gedachten H. Neiden sich erbieten thete, man solte Jhme, dem H. 
Burgermeistern, laßen in die Stadt kommen, Er wolte sich nun hinführe 
aller Rathschläge begeben und also mit ihren Rathschlägen nicbtes zu 
schaffen haben, nur allein begehrte Er seinen Gottesdienst unge- 
molestiret und seinen Ehrenstand in der Kirchen, und da Er auf den 
Hochzeiten geladen, frey und unangefochten und unbeschwert zu be- 
21** sitzen, hat Er, der H. Burgermei|ster, unangesehen Viele auß dem 
Rathe, Eltesten und der Gemeine solches bewilliget und zufrieden 
wahren, dennoch bey dem grösten theil durch anreitzung des Alterman 
Eberhard Ottings nichtes erlangen können, unnd hat der H. Nolde 
also unverrichteter Sachen wieder wegziehen müßen.* 

Den 22. ditto ist zur Mitau einer von Magdeburg, welcher unter 
dem Schwedischen Yolcke in der Schlacht bey Circholm gefangen, 
todt geschmöchet worden, weiln Er seines Herrn Lorens Fremder zur 
Mitau Hauß hat anstecken wollen.^ 

Den 27. ditto seind zu Rathe gekohren Benedictus Hintze, Albert 
Betecken* 

Den 30. ditto ist ein Gometstern gleich einem Besem in der lufit 
gesehen worden.* 

Den 13. Octobris hat der Schwede Wenden außgeplündert und 
außgebrand unnd ist darvon gezogen.* 

Den 18. Decembris ist des Graffen H. von Manßfelt sein Trom- 
petter von Reval mit Brieffen an die Stadt Riga angelanget. 

Den 19. ditto bat der Hauptman von Yellin denselben Trompetter 
mit sich nach dem H. Ghotkewitz alß Pollnischen Feldtherrn [ge- 
nommen], und ist Er den 28. Januarii 1608 mit Brieflfen wegen des 
Stillstandes an den Graffen von Mansfeldt wiederumb abgefertiget. 

1608. 

Den 31. Maji kamen zu Riga 12 Kauffschiffe an, darunter 2 Eng- 
lische Schiffe, welche sich mit den Schweden in der See geschlagen 
unnd den Schweden ein Schiff mit Korn beladen, welches der 

1) B 17. 



1M8. 33 

Schwede für der Windau hatte weggenommen , wieder abgenommen 
und mitgebracht. 

Den 21. Maji ist Doctor Gonradus Wachman gewesener Inspector 22^* 
der Rigischen Cantzelley abgereiset. 

29. ditto hat der Graff von Mansfeldt einen Trompetter mit Brieffe 
an die Stadt von Dunamünde gesand, die Stadt daselbst zu Gast ge- 
boten. Kurz hernach haben die Fohlen Ihm etzliche Schiffe in Brand 
gestecket unnd ist der Mansfeld weggesiegelt. 

Den 17. Julii seind 70 Schwedische Schiffe groß und klein aber- 
inahls für Riga auf der Reide angekommen. 

Den 18. ditto seind 4 Teutsche Gefangene von den Schweden zu Riga 
eingebracht, welche bekand, daß der Graff von Manßfelt Ihr Oberster 
unnd von Teutschen, Schotten, Engeischen und Franzen 3000 Mann, 
die übrigen Schweden, vermeinten in alles 9000 Mann starck zu sein. 

Den 19. ditto hat der Graff von Mansfeldt daß Yolck an land 
setzen laßen. 

Den 20. ditto hat Er sich nach der Vestung Dunamünde begeben 
und alda eine Schantze für auffgeworfen, auch Schantzkörbe gesetzet. 
Die von Dunamünde haben auf die Schweden geschoßen. 

Ditto seind 5 Frantzösische Reuter mit Pferden zu Riga überge- 
lauffen, sind über die Duua gesetzet und abgeschaff^t. 

Den 21. und 22. hat der Schwede angefangen Dunamünde zu 
beschießen. 

Den 23. ditto zwischen 10 und 11 Uhr auf den Abend der 
Schwede ein blindt Alarm für Dunamünde gemachet, immittels sich 
näher Dunamünde beschantzet. 

Den 24. ditto seind 14 Prantzen, den 25. ditto 24 Teutsche zu 
Riga überlauffen kommen. 

Den 26. ditto hat Beliazor der Polnische Hauptman auf Duna- 
münde daß Schloß Dunamünde dem Schweden übergeben. 

Den 27. ditto seind 11 Frantzösische Reuter zu Riga den Schwe- 22^* 
den entlauffen angekommen, wurden alsobaldt über die Düna gesetzet. 

Den 28. ditto nachdem Baliazor den Schweden Dunamünde über- 
geben, ziehet er jenseit der Duna mit 6 Pferden nach Littauen, welchen 
der Erb. Rath von Riga H. Jochim Rigeman und H. Secretarium 
Christophorum Gaunersdorff mit ezlichen Reutern, umb alle umbstände 
zu vernehmen unnd warumb Er den Schweden die Vestung Dunamünde 
übergeben, nachgeschicket. 

Ditto seind der Stadt Riga und des Hertzogen auß Churland 
Soldaten, so auf Dunamünde gewesen, zu Riga wieder angekommen, 

Bodeeken Chronik. ^ 



34 



ieo8. 



auch eben an diesem 28. Julii der Schwede seinen Trompetter an die 
Stadt Riga gesand, die Stadt auffzugeben. 

Dato ist daß Gewitter za Biga in St. Peters Thurm geschlagen, 
ist aber Gottlob bald mit Milch gelöschet.*^ 

Den 30. ditto hat der Graff von Mansfeldt abermahls einen Trom- 
petter mit Brieffen an die Stadt gesand unnd die Stadt hönisch za 
Gaste geladen. Der Brief lautet also: 

Deß Durchlenchtigsten Großmächtigsten Fürsten und Herrn Herrn 
Caroli des Neunden, der Schweden Gothen und Wenden und Finnen, 
Carolen, Lappen in Nerlanden, Cacohares^) und Ehsten in LieflFland 
König, verordneter Feldtherr, Wir Joachim Friederich Graflf zu Mans- 
felt Edeler Herr zu Heldrungen. Wir zweiffein nicht, daß Ihr nu- 
mehr gnugsam habet verstanden, wie es mit der Vestunge Dünamünde 
abgelaufen, unnd weiln es dahin gekommen, daß wir jezt Nacht- 
bahren mit einander sein, und Ihr selbst wohl abnehmen könnet, waß 
23*- daran gelegen, daß die Sachen numehro möch|ten dirigiret werden, 
daß wir in beßere Verständnüß mit einander leben möchten wie biß 
anhero geschehen, alß ermahnen wir Euch, daß Ihr Euch dahin be- 
quemet, daß Ihr mit Unß alß Euren jezigen Nachbahren in guter ver- 
trauten freundschafft möget gerahten, und wo Ihr deßen gesonnen 
seidt, so wollet Ihr auf jezt vorstehenden bey ünß auf der Vestung 
Dünamünde erscheinen und Unser Gäste sein, unnd wollen wir Euch 
bey Kriegesmannes Treue und Glauben zugesaget haben, daß Euch 
nichtes ergers oder böses soll wiederfahren, besondern es soll Euch 
frey und ungehindert sein Euren Begehren nach zu Euer Stadt wieder 
zu verreisen. Wo sothanes aber über Verhoffen nicht geschieht, so 
möget Ihr Euch gewiß dazu verlaßen, daß es euch in die länge übel 
bekommen wird, und werden solche mittel für die Hand genommen 
werden, die Euch nicht wohl bekommen werden und übel gefallen, 
besondern Euch und Euer Stadt zum endlichen Untergang gereichen. 
Hierauff laßet Unß Eures Gemüthes Meinung zu vernehmen zukommen. 
Gegeben auf der Vestunge Dünamünde den 29. Julii 1608. 

Joachim Friderich 

Locus Sigilli. Graff zu Mansfelt. 

Inscriptio : 
An Burgermeister Rath und Gemeine der Stadt Riga*). 



1) Das Wort „Cacohares" beruht offenbar auf einem Schreibfelkler mxd durfte 
statt desselben „Caianer'* zu lesen sein, wie der Name in dem Erlass Carls IX. 
vom 1. Dec. 1608 (s. unten S. 41) lautet. 

^ Abgedruckt ist obiges Schreiben in Eaffkas Nordischem Archiv Dec. 1808, 
S. 223 ff. u. in den Bigaschen Stadtblättern von 1840, S. 267 f. 



1608. 



35 



Darauff Ihm ein kurtzer Bescheid geworden vonn Einen Erbaren 
Rath von Riga. 

Den 31. ditto hat der Schwede für Riga von der Lastadien viel 23^- 
Viehe genommen nnd weggefuhret. 

Den 1. Augusti haben die Schweden H. Benedicti Hintzen Viehe 
von seinem Hoffe far Riga weggenommen , imgleichen haben Sie zn 
der zeit eines Burgers Hans Krum genand Frauen angetroffen, Ihre 
güldene Ringe und silbern Gürtel abgenommen, aber die Frau loß- 
gelaften. 

Den 5. ditto haben die Schweden, welche sich nach Kocken- 
hausen begeben, bey nächtlicher zeit die Pforten mit Petarden ge- 
sprenget und also daß Schloß Kockenhausen erobert. 

Den 10. ditto seind 14 Personen der Schweden in einem Scheer- 
botten an die Englischen Schiffe, so damahls der Stadt Riga dieneten, 
gekommen, darunter ein Capitain, ein Trompetter und einer Peter 
Schröder genand, werden alß Verrähter in die Stadt gebracht und 
E. Erb. Rathe von den Englischen überandwortet, welcher die 14 Per- 
sohnen Ihr furstl. Gn. dem H. Carole Chotkewitz, nachdem Er den 
22. Aug. für Riga mit seinem Kri^esvolck angekommen und sich 
alda gelagert, den 23. ditto zugesand, aber Ihr fürstl. Gn. haben die 
wieder nach Riga gesand. 

Den 18. ditto hat der Schwede bey Alexander Konings Holm in 
der Düna die Tieffe mit 3 Schiffen gesenket, aber es ist den Vorjahr 
Ao. 1609 wieder loß geworden. 

Den 24. ist der Hertzog Wilhelm auß Ghurland mit Volck über 
der Düna angekommen und sich nach dem Peldtherrn Carol Chot- 
kewitz auf Flügels Holm begeben. 

Den 30. ditto H. Plettenberg mit seinem Volck zu Riga angekommen. 

Den 31. ditto Ihr Gn. H. Carol Chotkewitz mit seinem Volcke 
nach dem Mühlgraben sich begeben. 

Den 1. Septembris ist Ihr furstl. Gn. auß Churland nebst 3 Fahnen 24»- 
PoUnische Reuter und 600 Rigische Soldaten über der Duna nach der 
Schwedischen Schantze, derer Er zwo gehabt seine schiffe zu be- 
schützen, gezogen unnd zwar eine Schantze gegen die Schweden auff- 
geworffen, haben aber nichtes verrichten können, derohalben sie den 
2. ditto wiederumb abgezogen. 

Den 4. ditto ist der Hertzog auß Churland wiederumb weggezogen. 

Den 7. ditto haben sich ezliche Schweden von Dunamunda ab- 
setzen laßen und sich nach dem Mühlgraben übersetzen laßen, in 

meinung die Pohlen zu überraschen, aber da die Pohlen solches ver- 

3* 



36 1«» 

nommen, haben Sie mit Ihnen tapffer scharmütziret, etliche ins waßer 
gejaget, drey Fahnen bekommen und 76 erschlagen. In diesem Schar- 
mützel ist ein Rigischer Bartholomaeus von Schwindern von des 
Plettenbergs Reutern von den Schweden gefangen und nach der 
Pernau gesand, hat nachmahlen, da Er loßgekommen, zu Rantzon sein 
Pferd, Sattel und Rohr geben und daBelbe nach der Sales schicken 
müßen. 

Ein Schreiben des Feldtherrn Carol Ghotkowitz an den 
Graff von Mansfelt auff Dunamnnde. 

Johannes Carolus Ghotkowitz GraflF zu Sklo unnd Bichow, zu 
Missa, Hauptman zu Samaiten und Dorpat, der Eönigl. Maytt. zu 
Pohlen und Schweden und des Großfurstenthumbs Littauen verord- 
neter Peldtherr und Generalcommissarius in LieflFland. Es nimbt mich 
wunder, daß du, GraflF von Mansfeldt, der Schwedischen Commissarien 
und Caroli Hertzogen zu Sudermanland BrieflFe, darinnen wegen des 
Stillstandes, der von dihr anfangs vorgegeben und vonUnß'Uun solte 
beschießen werden, gedacht ist, an mich hastu zu dieser zeit über- 
24^- schicket, zu welcher zeit du alle HoflFnunge deßelben einzujgehen, den 
nu auflfzurichtenden Frieden durch deine leichtfertigkeit oder vielmehr 
durch deine Treulosigkeit selbst genommen und auffgehoben hast^). 
Weiln nun wegen deines Betrugs dem Stilstande nicht zu trauen und 
wie heflTtig du drumb angehalten, so gantz unverschambt s^uch den- 
selben gebrochen hast, so habe ich keine macht ohne Ihr Königl. 
Maytt. meines gnädigen Königes und Herrn Vorwißen und Bewilligung 
hierin ferner etwas furzunehmen. Mann siehet aber, dastu der Er- 
barheit und des Mannßfeldischen Geblüts auch Nahmen gantz ver- 
geßen und nichtes geachtet, indeme du wieder die pacta und aller 
Völcker Recht die Häußer, so wegen des Stillstandes versichert ge- 
wesen, angefallen und, daß Ich es recht sage, bestohlen hast. Aber 
Gott wird die Untreue nicht lange ungestraflft laßen. Waß mich an- 
belanget, so bekeni^e Ich, daß wir an Mord und Blutvergießunge 
keinen Gefallen haben, welches doch die Eurigen, ob Sie gleich 
Gottes Rache zu unterschiedlichen mahlen über sich empfunden, den- 
noch als diejenigen , die Ihres lebens und Blutes so gantz verwegen 
und erböhtig sein, für eine ledige und tob Nuß achten und schätzen. 
So wahren wir auch wohl zu dem Frieden, [welcher] nützlich, unß 

1) A hat. 



1606 



37 



aber rühmlich und nicht betrüglich sein möchte, nicht ungeneiget. 
Wofern du nur daßelbe Gemüthe und Begierde zum stillstandt, wie 
auß deinem Schreiben zu ersehen wahr, noch hast, so gieb wieder die 
Hauser, die du verrähterlicher weise eingenommen und handle mit 
mihr aufrichtig, wie es dem Manßfeldischen Geblüte gebühret. Alß- 
dann soll die zeit und der ohrt zum Eingange unnd Schluße des Still- 
standes von mihr ernen|net werden; dafern aber daß nicht geschieht, 25*- 
gleichwie Ich ohne Eönigl. Maytt. meines gnädigsten Königes und 
Herrn und darnach der Cron" Fohlen und des Großfürstenthumbs 
Littauen Stende Yorbewust hierin nichtes schließen kan, alß werde 
Ich zusehen müßen, wie weit dier, der du schon einmahl keinen 
Glauben gehalten hast, zu trauen sey. Auß dem Lager den 15. Sep- 
tembris Anno 1608. 

(L. S.) Johannes Garolus Chotkewitz*). 

Den 22. Septembris brandten die Schweden über der Dana bey 
Buschmans Hoffe viele Häuser und Bügen ab. 

Den 25. ditto zu Riga im Rath gekohren Ludovicus Hintelmann 
J. ü. D., Pawel Helmes, Bernhard Dolmann.* 

Den 5. Octobris haben die Bigiechen Soldaten ein Schwedisch 
Scheerboth mit 14 Soldaten, darunter ein Capitain gewesen, auch 
4 Falckenotten bekommen und zu Riga gebracht, weiln aber der 
Capitain wegen deß, daß Er mit eii^er Musquete am Munde beschä- 
diget, nicht hat reden können, seind sie alle nach dem Schloße geführet. 

Den 11. ditto umb 7 Uhr nach Mittage haben die Rigischen 6 zu- 
gerichtete Strausen mit ezlichen Soldaten, auch Feurwerk hinnunter 
nach den Schwedischen Schiffen abgehen laßen unnd haben Sie drey 
Schiffe, worunter eines der Elepfandt | genandt, mit vielem Volcke, auch 25**- 
stadtlichen Polnischen Pferden beladen, bey dem Blockhause mit 
Feurwerck in Brand gestecket und zu gründe verbrand, worauf, wie 
etzliche gefangene Schweden bekand, soll viel Yolcks gewesen sein. 
Auf den Elepfandt sollen 250 Mann verbrand sein. Der Capitain, 
ob Er sich wohl hat salviren wollen mit einem Bohte, ist Er doch 
durch überladunge deßelben bohtes mit allen, so bey Ihm gewesen, 
gesuncken und ersoffen. Es sollen 18 stathliche metanen Geschütze 
darauf gewesen sein, item 16 Büchsenmeister. Von den metanen 
Stücken haben die Rigischen 2 Stück durch Ihre Soldaten bekommen 
und nach Riga gebracht. Fünff metanen Stücke haben die Englische 



1) Abdrücke dieses Schreibens s. in Kaffkas Nordischem Archiv Dec. 1808, 
8. 232 ff. n. in den Rigaschen Stadtblpteru von 1840, S. 282 ff. 



38 1^- 

S^cbiffe, derer 3 bey der Stadt in Dienste gewesen, bekommen, auch 
haben noch etzliche Proviant, alB Hering und andere Sachen, bekommen. 

Den 20. ditto siegelten die Schwedischen Schiffe wieder weg und 
dato haben die Rigischen nach Ihrem Abzüge in der großen Schantze 
drunten etzliches Pulver, dabey auch Lunten vergraben gefunden, wie 
auch Fußangeln und etzliche Bretter mit großen Nägeln gahr häufSg 
beschlagen. 

Den 22. ditto seind 4 Schwedische Schiffe mit Proviant für Riga 
angekommen, umb Dunamunde zu entsetzen, worvon eineß der Rigi- 
schen Schiflfscapitain Christopher Burelen genandt bekommen, welches 
mit allerley Proviant, alB Mehl, Butter, Maltzbier, und Brodt, beladen 
gewesen, nach Riga an daß Bolwerck gebracht und alda der Proviant 
26*- außgeladen den Bürgern zum theil verkauflft worden. | Daß Schiff ist 
ungefehr 70 Last groß gewesen, ein Holländer. 

Den 27. ditto haben die Rigischen Soldaten die Schwedische 
Schantze auf Magnusholm wieder von den Schweden erobert und die 
tieffe nach Dunamunde gesencket. 

Den 28. ditto haben die Pohlen die Festunge Kackenhausen von 
den Schweden wiederumb erobert und eingenommen, weiln die Schwe- 
den keinen entsatz bekommen. 

Den 1. Novembris seind die Schweden, so auf Eackenhausen 
waren, angekommen, derer 200 in allen seindt nach den Pollnischen 
Feldtherrn, welcher sein Lager zu Neuermühlen gehabt, zugesand, 
welcher Sie alle nach der Sales gesandt. 

In diesem Monath ist der PoUnische Feldtherr mit seinen lager 
auflfgebrochen und haben sich des H. Rittmeister Wahlen Volck nach 
dem Babet begeben, zwo Fahnen auf daß Schloß für Riga, etzliche 
nach Weimar und Lemsel sich vertheilet. 

Den 26. ditto seind zwo Rigische Soldaten, der eine ein Führer 
Christian Gohr genandt, der ander Jacob Munter ein Fendrich der 
Stadt, so nach Dunamunde gewolt, von den Pohlen gefangen, der 
eine nach dem Schloße, der ander in der Stadt gebracht, haben be- 
kand, daß Sie gesinnet die Stadt zu verrahten, nemblich auf Weyhe- 
nachten nacht weiten Sie bey der Masselpforten die Schlueße mit 
1000 Mann anfallen und den Wall einnehmen, und sagte Christian, 
daß Ihme Jacob Munter dazu gebracht und den anschlag gegeben. 
Den 10. Decembris ist Christian für Riga enthauptet und der Corper 
auf ein Radt geleget, der Kopflf auf ein Pfahl. Den 13. ditto ist 
Jacob Munter in der Fürburg bey dem Schloße eben also hinge- 
richtet worden. 



1606. 



39 



Den 4. Decembris seindt zwo Lfibsche Schiffe, alß Be|rend Frese 26*- 
und Garsten Jacobsen, angekommen auff der Beide und von den 
Schweden eingenommen worden. Eß haben aber die Bigischen zur 
stund etzlicfae Soldaten nach den Schiffen gesand, -welche den 6. ditto, 
nachdeme es die Schweden verlauffen*), Carsten Jacobson sein Schiff 
eingenommen. Da noch an wahren in dem Schiffe verbanden gewesen, 
haben sie solches draus gebracht unnd weiln daß Schiff am gründe 
geseßen, daß es davon nicht konte abgebracht werden, haben es die 
Bigischen den 7. dito in Brand gebracht. Der Schiffer ist zusambt 
etzlichen seiner Bothsleute von den Schweden nach Dunamunde ge- 
fiihret und alda gefänglich eingezogen, etzliche der Botsleute seind 
auf Berend Prosen Schiff gesetz^t. 

Den 5. ditto seind die Schweden mit Bereut Prosen Schiff, wel- 
ches mit Yolck besetzet, auf die Beide gelauffen, in meinung die an- 
dern Lübschen Schiffe, so verbanden gewesen, dadurch zu verraschen, 
weiln es aber ein harter Sturm gewesen und die Schweden das Schiff 
durch außbringung der Güther gahr leicht gemacht, ist es in der See 
umbgesiegelt und, wie man von den Gefangenen auf Dunamunde ver- 
nommen, 30 Mann mitgeblieben, unter welchen ein Gapitain mit nahmen 
Jochim Jarmes ein Lübscher Bürger, welcher den Schweden zugelaufen 
gewesen, auch etzliche Gefreiten, welche Sie nachmahls zum theil 
hinter Dunamunde an dem Strande gefunden und begraben. Zu die- 
sem Schaden der Schiffe hat mehrentheil Berend Prese der Schiffer 
Ursache gegeben, den nachdem Er mit seinem Schiffe in daß Port 
gekommen und der Schweden ankunfft vornommen, hat Er sich zu 
keiner Gegenwehr gesezet, besondern sich mit seinem Volck und 
Schiff zur | stund nach Biga begeben, welches die Schweden auch be- 27 *• 
kand, dann hatte Er Gegenwehr gethan, so betten die Schweden das 
Schiff nicht angefallen, zudeme were auch Garsten Jacobson durch 
seine Gegenwehre gewamet worden zurücke zu lauffen. 

Den 12. 13. 14. dito seind noch 4 Lübsche Schiffe und ein Hol- 
landsch angekommen, welche') in der Depna geloschet und geladen 
unnd den 24. dito unbeschädiget wiederumb weggesiegelt. 

Zu der zeit haben die Schweden ein Dantzker Schiff, welches 
nach Biga gewolt, weggenommen, welches mit Wein, Eysen und Bley 
gelahden, die wahren nach Dunamünda gebracht und nachmahlen daß 
Schiff in Mangel des Holzes zerrißen und nach Dunamunde gefuhret. 



1) Statt „verlanffen* ist wol „verlaßen'' zu lesen. 

2) A welcher. 



1609. 

Den 16. Januarii in der nacht ist Märten Lubbers sein [Greselle] 
in seinem Weinkeller hinter dem Rathhause mit einem Beile im Schlaffe 
erschlagen, daran El» den andern Tag, nachdem Sinne und VernunflPt 
weggewesen, gestorben. Dieser that halber ist ein kleiner Schwedischer 
Junge, ungefehr 12 oder 13 Jahren alt, beschuldiget worden, weiln 
Er allein bey Ihm im Keller gewesen, und darüber geränglich einge- 
zogen, unnd ob Er wohl die that nicht geständig, auch mit ruthen 
etliche mahl gequestet die that zu bekennen, hat man doch nichts 
gewißes von Ihm haben können. Ist endlich den 28. dito mit dem 
Schwerdte auf einen Stuhl gerichtet und der Cörper auf dem Rade 
geleget worden, ist aber unschuldig befunden, wie man den nachmahls 
erfahren, dann den 11. Febr. dieses Jahres ist ein Hollandischer 
Junge mit nahmen Jacob Dolmacker, welcher an dieser that schuldig 
27^- gewesen, gefänglich einjgezogen, welcher die that zur stund bekandt, 
daß Er die nacht bey dem Gesellen in dem Keller geblieben und wie 
Er seine gelegenheit ersehen, die that vollenbracht, daß Geld, daß da 
gewesen, nebenst einem giildnen Ring, so da zu pfände gestanden, 
mit sich genommen und darvon gegangen, durch welchen Ring die 
that an den Tag gekommen. Ist den 25. Pebruarii mit dem Schwerd 
gerichtet und aufs Radt geleget worden^).* 

Den 6. Jan. H. Hinricus Götte und Christophorus GaunersdoriBF 
Secretarius nebenst den Elterleuten in Pohlen nach dem Reichstag 
gezogen. 

Den 9. ditto haben die Pohlen 11 Schwedische Gefangene nach 
dem Schloß für Riga gebracht, unter welchen ein Schloßvogdt, wel- 
cher des andern Tages nach dem Peldtherrn Carole Chotkowitz ist 
gesand worden. 

Den 17. ditto hat E. Erb. Rat von Riga einen Trompetter nach 
Dunamunde mit Brieffen abgefertiget wegen der gefangenen Schiff- 
leuthe, und solches auf anhalten der Lübschen Kauffleuthe, so zu 
Riga wahren. Der Trompetter ist den 19. ditto mit 6 stücker Goldes 
in sein Wambes gebeuget ^ wieder zu Riga angekommen und mit sich 
einen Schwedischen Trompetter gebracht mit Brieffen an die Stadt, 



1) Dieselbe Erzählung, aber nach einer andern Quelle und ausführlicher, s. in 
den Rig. Stadtblättern von 1826, S. 68 f und von 1841, S. 35 ff. 

^) gebeuget, eingenäht oder , eingeflickt. In übertragenem Sinne wird dieses 
Wort in Kelchs livl. Historie (S. 465. Z. 9 v. o.) gebraucht, wo „anbeugen* (Jeman- 
dem etwas) anflicken bedeutet. 



160». 41 

welcher in der Sandstraßen logiret und den 22. ditto wieder abge- 
fertiget worden. 

In diesem Monath komnt ein Schreiben oder Mandat Caroli 
Hertzogs in Schweden von Dantzig« darinnen Er die Schififfahrt nach 
Riga frey giebt. Lautet wie folget: 

Wir CaroluB der Neunde von Gottes Gnaden der Gothen, Wen- 28** 
den, Finnen, Garelen, Lappen und Nordlanden, Gaianer und Ehesten 
in Lieffland König, entbieten allen Eauffleutben, waß Standes oder 
Gondition dieselbigen sein mögen und an welchem Orte und ende 
die zu Hauße gehörig, so Ihre Gewerb und Kauffmanschafft auf die 
Stadt Riga gebrauchet und getrieben haben oder Ihre KauffmanschafiEt 
hinfort zu treiben gedencken. Unsere Gnade und fugen denselben hiermit 
zu wißen. Nachdehm in wehrenden Kriege zwischen dem Königreiche 
Fohlen und Großfiirstenthumb Littauen der handthierende Kauffinan 
von Unß so viel müglich verhindert worden, daß der Stadt Riga kein 
zufuhr geschehen möchte, bevorab weiln auß gedachter Stadt der 
ganze Krieg wieder Unß, unsere Königreiche und länder ist gefiihret 
worden; dieweil wir aber durch Schickung Gottes diesen vergangenen 
Sommer daß Hauß und festung Dunamunda unsern feinden abgenom- 
men und in Unser Gewald gebracht haben, jegen welche wir auch 
hoffen durch Göttliche Verleihung es zu schützen, — also wollen wir 
hemacher dem handthierenden Kauffinann seine handthierung und 
ehrliche Kaufmanschafft nicht verhindern, besondern die Gommercia, 
80 viel an Unß gelegen, vielmehr befordern, und sonderlich wollen 
wir in guter Hoffnung stehen, daß die von Riga sich einsmahls be- 
dencken und unsere angebothene Gnade nicht in den Wind schlagen 
werden, wie bißhero durch Verfuhrung der Jesuiten Rotte zu Ihren 
Verderben geschehen ist. Wollen derohalben allen Kauff- und Handels- 
lenthen hieimit kund und zu wißen gethan haben, daß Ihnen solte| 28^- 
gestattet und zugelaßen sein, Ihre redliche Kauffmanschafft und Hand- 
thierung frey, sicher, in und auß der Stadt Riga zu treiben unnd deß- 
wegen vqu Unsern Admiralen und Schiffscapitainen zur Seewerts keine 
Verhinderung oder gewald geschehen laßen, sondern vielmehr Beför- 
derung geschehen und erzeigen sollen, jedoch mit der Gondition oder 
Vorbehalt, biß auff unsere wiedererlaßung, wie wihr sehen und 
erfahren, daß die Rigischen sich jegenst Unß schicken und verhalten 
wollen. Es soll aber dem handthierenden Kaufiman hiermit gänzlich 
verbohten sein, keine Krieges Munition oder verbottene Gütter in ge- 
dachte Stadt zu bringen, alß da ist Bley, Pulffer, Eysenkugeln, 



42 i^o'- 

Schweflfel, Salpeter, Harnische, Pantzer, kurze und lange Röhre, Ropier 
oder Dolche, Schlachtschwerter, lange Spieße und Heiparten, große 
und kleine Geschütze von Metall oder Eysen. Zum andern sollen 
alle Eauffleuthe verpflichtet sein, unß unsere Gerechtigkeit und Licent 
von allerley wahren, so Sie in oder außerhalb der Stadt fuhren wollen, 
auf unserem Hause Dunamünde nebenst unserem gebührenden Zoll zu 
geben, unnd sollen alle wahren zu Dunamünde angezeichnet werden, 
waß Sie nach dem ersten Einkauff kosten, darnach sollen Sie Licent 
und Zoll geben, alß nemblich 5 von hundert Licent unnd den Zoll 
nach altem Gebrauch und wie zu Riga gebräuchlich erlegen und be- 
zahlen. Im fall sich aber einer oder mehr unterstehen würde, über 
diese unsere Ordnung, wie jezt genandt, nach Riga zu siegeln, sollen 
dieselben, da Sie angetroffen, Schiff und Guth, Leib und lebend ver- 
29^ brechen haben, dafür wir auch einen Jedweden wollen gewarnet | haben. 
Deßen zu Uhrkund und unverbrüchlicher Verhaltung haben wir die- 
sen unseren zulaß, auff die Stadt Riga obgemelter maßen frey zu 
handien, mit unserem eigenen Händen unterschrieben und [mit] un- 
sern königl. Secret wißentlich versiegeln laßen. Gegeben auff Unserm 
Schloß Stockholm Anno 1608 den 1. Decembris. 

Garolus. 

Denn 17. Februarii haben die Schweden Dunamünde mit etzlichen 
' Reutern entsetzet, aber in mangel des futters haben Sie wiederumb 
abziehen müßen und sich den 22. Febr. nach Pernau begeben. 

Den 20. ditto ist ein Hollander mit seinem Schiffe von Dantzig 
nach Riga angekommen, welches, obwohl die Schweden von Duna- 
münde etzliche mahl durch geschoßen, auch vermeinet anzufallen, ist 
es Ihm doch nicht ang^angen, besondern daß Schiff ist zu Riga ge- 
löschet, geladen und wieder nach Lübeck gesiegelt. 

Den 21. ditto haben des H. Lasky Reuter etzliche Schweden 
unter Dunamünde niedergehauen. Dato haben die Schweden bey der 
Vogelstange für Riga etzliche Viehe genommen und Was Zlawing 
einen Unteutschen gefänglich weggeführt. 

Den 24. ditto ist Johann Garolus Ghotkowicz zu Riga mit ezlichen 
Fahnen Reuter angekommen. 

Den 25. ditto nach der Pernaw gezogen. 

Den 4. Martii seind in der Nacht die Schweden bey Hauffen nach 

29^' Dunamünde abgefallen nach | dem voi^edachten Hollandischen Schiffe, 

welches im außlauffen befrohren, in meinung solches in Brand zu 

bringen, ist aber Gottlob mißlungen, weiln die auf dem Schiffe 



1609. 43 

rundt ambber hatten aufgeeiset, zudem es die Rigischen mit Ihren 
Soldaten entsetzet haben. 

Den 6. ditto hat der Polnische Feldtherr Chotkowicz in der Nacht 
umb 12 Uhr der Stadt Pernau Pforten mit Petarden gesprenget und 
es erobert und eingenommen, einen Schwedischen Stadthalter Beute 
Laerson, item einen Liefflander Frantz Struncke und andere mehr 
gefangen bekommen. 

Den 12. ditto hat die Königinne in Pohlen einen jungen Printzen 
zu Krakau gebohren. 

Ditto ist der Feldtherr Chotkowitz mit ezlichem Voicke, auch 
Gefangenen, von der Pernau zu Riga angekommen. Es hat in Er- 
oberung der Pernau der Feldtherr 120 metanen große und kleine 
Stücke bekommen, auch die Pohlen an Silber und Golde stadliche 
Beute erlanget. 

Den 15. Martii des Mittwochen für Oculi 28 Hollandische Schiffe 
mit Saltz, Hering und Wein angekommen. Noch sind in diesem 
Monatb mehr dann 100 Hollandische Schiffe mit Salz, Hering und 
andern wahren zu Riga angekommen, worunter den 4 Lübschen, welche 
wiederumb beladen im April weggesiegelt und unbeschädiget Gottlob 
durchgekommen. 

Den 16. Aprilis ward der junge geborne Printz zu Crackau in 
der Schloßkirchen vom Crakawischen Bischoffe H. Petro Tilesio ge- 
taufft, vom H. Crakowicz und der Princessin zur Tauffe gehalten und 
Johannes Casimirus genandt. 

Im Martio seind 23 Hollandische Schiffe von Riga in einer Flotte 30' 
weggesiegelt, welche von achten Schwedischen in der See angefallen, 
deßen sich die Hollander zum theil zur jegenwehr gesetzet, etliche 
Hollanders, die meisten, davongelauffen, die andern in stiche gelaßen. 
Da solches die Schweden vernommen, haben Sie tapffer zu den Hollän- 
dern angesetzet, eines in grund geschoßen und sieben Schiffe bekom- 
men, daß Volck des Schiffes zum theils über Bordt geschmißen, etzliche 
die äugen außgestochen, ins waßer geworffen, wenig ans land gesetzet. 
Haben statliche Beute an Henff, Korn und andern wahren bekommen, 
davon dan die Hollander mercklichen Schaden empfunden. 

Im Aprilis haben die Rigischen angefangen an dem Mund der 
See nach der Churschen Seiten ein BlockhauB zu bauen und solches 
mit Krieges Munition und Soldaten wohl besetzet, und hat auf der 
Dunamündischen Seiten der Polnische Feldtherr eine Schantze ge- 
bauet und wohl besetzet. 



44 / 1«» 

Den 25. ditto ist der gefangene Schifier Carsten Jacobsen, wie 
auch ein Lübscher Burger Hanß Müller, von den Schweden auif Duna- 
münde wieder loßgegeben, zu Riga angekommen, der Lübsche Schiffer 
aber, weiln er als ein gefangener sehr übel gehalten, ist in eine 
schwere Krankheit gefallen und endlich den 1. Maji zu Riga gestorben.^ 

Den 6. Maji eine Schwedische Schute mit Scherböthen von der 
Pernaw zu Riga auß der See angekommen, vom Polnischen Feldtherm 
abgefertiget. Die von Dunamünde, nachdem Sie dieselbe vernommen, 
haben Sie vermeinet, daß dieselben auß Schweden kämen, haben dar- 
30^- auf die | Schwedische losung geschoßen, die auflF der Schute Ihnen 
geandwortet, wie die Schute aber binnen gekommen und nach Riga 
gesiegelt, haben Sie daß jegentheil vernommen. 

Denn 3. Junii deß Preytages für Pfingsten hat ein Krahmerjunge 
Tonnis Wiltschur^) einen unteutschen Bauren, so im fahren Ihm 
etliche wahren danieder geworflFen, für seiner Buden mit einem Stücke 
Eysen in die seite gestoßen auß zornigen Gemüthe, davon der Baur 
zur stund todt zur Erden gefallen * 

Den 7. ditto seind zwo Lieff ländische Edelleute alß Ringelen und 
Aderkasse, so bey den Schweden auf Dunamünde gewesen, von den 
Polinischen Reutern gefangen worden, dadurch der Peldtherr der 
Schweden zustand auff Dunamünde erfahren. 

Den 20. ditto seind 40 Schwedische Schiffe groß und klein hinter 
Dunamünde angekommen, in meinunge daß Hauß Dunamünde zu ent- 
setzen, haben aber wegen des Blockhaußes und Schantzen sich nicht 
unterstehen wollen einzulauffen, besonder danieder gesetzet, aber zwo 
Ihrer Schiffe einzulauffen abgefertiget, davon eines von den Rigischen 
Galleyen in grundt geschoßen. Wie solches die auf dem andern 
Schiffe vernommen, sind Sie wieder zur See zu den andern gegangen. 

Ditto in der folgenden Nacht zwischen 11 und 12 Uhren haben 
die Pohlen einen, so sich in bloßem Hembde, wie auch in einem leinen 
Hosen und Wams, von den Schwedischen Schiffen hat absetzen laßen 
31*- und auf Händen und Füßen gekrochen, in meinung nach I Dunamünde 
zu kommen, mit nahmen Wilhelm Appelman einen Brabander, gefangen 
bekommen, welcher soll bekand haben, daß Sie in allen an Prantzosen, 
Engeischen und Schotten, auch Schweden, auf den Schiffen 4000 Mann 
starck gewesen, unnd daß der Graff von Mansfeldt in eigener Person 
auff den Schiffen und daß das Schiff, so in Grund geschoßen, voll 
Peurwerck gewesen, welches Sie in die Rigische Schantze zu werfen 
gesonnen und dieselbe, so in der Schantze, damit zu ängstigen. 

1) B Wildtschütz. 



1609. 45 

Den 21. ditto ist gedachter Appellmann zu den Feldtherrn in 
Riga gebracht worden, hat eine güldene Kette auf seinen bloßen leibe 
gehabt, welches die Kriegesleuthe, so Ihm gefangen gehabt, nicht ge- 
wahr worden. Dieser Appellman hatte auch den vorigen Sommer den 
Wall auff Dunamunde abgestochen und den Schweden zum Besten 
fundiret. 

Dato hat der H. Ghotkowitz etzliche Stücke an daß Uffer der 
See bringen und tapffer auf die Schiffe schießen laßen, wie dann auch 
die Rigischen mit Ihren Galleyen, da es stille worden, sich an die 
Schiffe gemacht, also daß Sie zurücke gelauffen und den 22. Junii 
alle weggesiegelt. 

Den 17.*) Junii den Abendt umb 9 Uhr wird H. Secretarius 
Christophorus Gaunersdorff von einem Fohlen Sudofsky meichel- 
mordischer weise auf seinen Holm bey der Spille umb daß lebendt 
gebracht. Der H. Secretarius hatte dem | Fohlen hierzu keine Ur- 31^- 
Sache gegeben, dann der Fohle auf jenseit den Graben gestanden und 
begehrte, daß man Ihm möchte mit einem Bohte übersetzen. Weiln 
aber so bald kein Boht verbanden gewesen, ist er sehr zornig auf 
den H. Secretarium geworden unnd obwohl der H. Secretarius Ihme 
mit guten Worten bejegnet, vermeinend Ihme zufrieden zu sprechen, 
hat der Fohle solches nichtes geachtet, besondern wie Er nachmahlen 
herrüber gekonmien, hat Er den H. Secretarium, welcher den Fohlen 
mit glitten bescheidenen Worten begegnet, mit einem Fallasch in seiner 
Gurgel gehauen, worvon Er zur "stund gestorben.* 

Den 28. ditto» ist des H. Secretarii Leichnam mit großem Wehe- 
klagen zu Riga eingebracht worden, nachmahls balsamiret und in 
einer Capellen im Thumbsgange geleget worden.* 

Den 12. [Julii] ist der H. Christoph Getze, ein Freußscher vom 
Adell, Königl. Maytt. zu Fohlen gewesen Rittmeister, im Follnischen 
Lager unter Dunamunde mit dem Schwerdt gerichtet worden, darumb 
daß Er doppelt Station von den Bauren in Littauen, da Er den vorigen 
Winter sein Quartier*) gehabt, genommen bette. Der Corper ist den 
14. Julii zu Riga in der Thumkirchen zur Erden bestätiget worden.* 

Den 22. seind abermahl Schwedische Schiffe angekommen und 
haben das Yolck zur stund ans land gesetzet. Den 25. ditto seind 
die Schiffe wieder weggesiegelt. 



1) B 27. 

s) B Barglager. 



46 1W9- 

Den 26. 27. 28. ditto seind viele Polnische Reuter bey Riga an- 
gekommen. Den 28. dito hat der Feldtberr sein Lager unter Duna- 
munde geschlagen. 
32*- Denn 19. Augusti seind die Churländische Reuter auf der Spilwe 

angekommen, Ihr Leudnant ist Meheden gewesen. 

Den 20. ditto in der Nacht brechen die Fohlen von Ihrem Lager 
unter Dunamunda auff und kommen zunicke am Mühlgraben. Dato 
laßen die Ghurländer sich von der Spille übersetzen und ziehen nach 
dem PoUnischen Lager. 

Den 5. Septembris fallen die Schweden von Dunamunda in dafi 
Pollnische Lager beim Mühlgraben. 

Den 25. ditto kombt zeitung, daß der Schwede bey der Aha an- 
gekommen und will den Fohlen eine Schlacht lieffern. 

Den 26. ditto nachmittage ist der Schwede angekommen, die 
Festunge Dunamunde zu lande zu entsetzen, weiln aber der Polnische 
Feldtherr mit etzlichen Völckei*n unter Dunamunde an der einen seiien 
gelten, an der andern selten aber die Teutschen, alß der H. Wahlen. 
Tisenhausen und Plettenberch mit Ihrem Yolcke , also daß die 
Schweden nicht vorbey kommen, alß haben Sie an daß Teutsche 
Lager angesetzet und es an einem Ohrte angestecket. Gleichfals 
haben es die Teutschen auf der andern selten angezündet und haben 
die Teutschen zu den Schweden angesetzet und ein treffen mit Ihnen 
gethan, denen die Pohlen zu Hülffe gekommen, also daß die Schweden 
durch Verliehung göttlicher Hülffe niederlage gelitten, indeme viele 
Teutsche Soldaten auf der Schwedischen selten sindt erleget worden. 
,Da solches der Graff von Mansfeldt vernommen, hat Er mit seiner 
32^- Reuterey die Flucht genommen, denen der Polnische Feldtherr j biß 
an der Aha verfolget, unnd seind in dieser Schlacht an Teutschen 
und Schweden geblieben 700 Mann, die übrigen haben sich mit der 
Flucht salvirt. 

Den 27. ditto hat der Pollnische Feldtherr die Festung Duna- 
munda auffordern laßen, darauff die von Dunamunda zur stund Gie- 
selers abgeordnet. 

Den 29. ditto auff Michaelis Tag übergaben die Schweden daß 
Hauß Dunamunda den Pohlen wiederumb und zohen mit 2 Fahnen 
und 2 Trommeln ab zu waßer nach der Salis. Die Pohlen zogen zur 
stund auf bemeltes Hauß und besätzeten es. 

Den I. Octobris zogen die Pohlen auß dem felde unnd ließen 
sich bey der Stadt über der Düna sehen. 

Den 24. ditto hat H. Ghotkowitz im Gasthauße gericht gehalten. 



1610 47 

Den 8. Novembris zog Ihr Gnaden der Feldtherr mit seiner Ge- 
mahlin nach Mitau. 

1610. 

Den 7. Febraarii ward der H. Seeretarias Lanrentias Ecke znm 
Stadtsyndicum erwehlet.^ 

Den 8. ditto zogen H. Bürgermeister Caspar zum Hoffe, H. Lau- 
rentius Eich Syndicus, H. Joachim Bigeman, Tonnies Frolich und 
Hinrich Struborch Mterleute nach Goldingen zu Ihr furstl. Gnaden 
Hertzog Wilhelm * 

Den 19. Maji ') H. Caspar Dreling Gerichtsvogdt gestorben.* 

Den 9. Maji kombt des Königs in Dennemarcken Christian des 
Yierdten Capitain Berend Schwartz mit einem kleinen Schiffe, hatte 
ein Paß und Commiss an alle zu Riga liegende außländische Schiffe, 
sich von hinnen nicht zu begeben, ehe und bevor gedachte königl. 
Maytt. Orlogschiffe ankommen, welche sie von Riga convoyiren sollen.* 

Den 14. ditto ist gedachter Capitain wiederumb weggesiegelt.* 33' 

Den 8. Junii seind 17. Dähnische Schiffe wol mundirt zu Riga 
angekommen, welche etliche Kauffahrer auß dem Sunde anhero con- 
voyiret.* 

Den 31. Maji seind etzliche Schwedische Schiffe auf der Reide 
gesehen worden, welche ab und zu laviret, endlich weggesiegelt.* 

Den 9. Junii seindt der Dänische Admiral sambt den Capitainen 
wohl bekleidet und mit guldeüen Ketten behangen in die Stadt ge- 
kommen unnd vom H. Burgermeister ühlenbrock, dem H. Syndico, 
auch beyden Elterleuten empfangen und auf der Stadt Wälle und 
Festung gefuhret.* 

Den 11. ditto seind Sie nach guter tractation wieder nach Ihren 
Schiffen gefahren und den 13. ditto nebenst den Kauffahrern wieder 
nach dem Sund gesiegelt.* 

Den 21. ditto ist die Stadt Wilda sehr außgebrand durch eine 
erschreckliche Feuersbrunst vom Schloß ab durch die ganze Stadt, 
also daß das feuer fortgeflogen und bey St. Sebastians Kirche am 
Osterbram auffgehcTret.* 

Den 4. August kombt zeitung, daß Schmolensko von den Fohlen 
dem MuBcowiter abgenommen worden.* 

Den 5.*) ditto ward zu Riga in der Kirchen wegen Eroberung 
Smolensko daß Te Deum Laudamus gesungen und vom Rathhause mit 
Trompetten Gott gedancket und von den Rundelen geschoßen.* 



1) B Martii. 
«)B 4. 



48 ""• 

33^- Ditto ist den Willnischen, so Luttherischer Religion | mmd abge- 

brandy wegen Ihres erlittenen Schadens ein umbgang in Riga vergönnet.* 

Den 12. ditto ist die Dähnische Flotte abermahl mit 7 Hollandi- 
schen Kaufffahrers angekommen und haben die Dänen sich unter 
Runo gesetzet und auff die zurückkommende Kauffahrers gewartet, 
Sie zu convoyiren.* 

Den 20. ditto starb H. Burgermeister H. Caspar von Hoffe unnd 
ward den 26. ditto mit brennenden lichten durch die Jungen für der 
leiche furtragende, wie auch mit großer Solennitet, in St. Peters 
Kirchen in der Braudtcapellen in ein gemaurtes Grab, so damahls 
gemacht, begraben.* 

Denn 23. Septembris *) zu Rathe gekohren Hans Schultze, Crot- 
hard Welling.* 

Den 1.^) Octobris H. Gothard Maneken Rathsherr 72 Jahr alt 
eilich gestorben.* 

Den 5. ditto H. Johann Benckendorff zum Ober- unnd H. D. 
Hintelmann zum Untergerichtsvogdt erkohren.'i' 

Den 24. Novembris ist Hertzog Wilhelms Gemahl, nachdem Sie 
eines jungen Herrn genesen, in Gott verschieden. 

Den 10. Octobris ist Hinricus Götte Burgermeister geworden.* 

Den 23. Decembris ist des Hertzogen Wilhelms in Churland junger 
gebohrner Herr auf dem Schloße zu Goldingen dem H. Jesu durch 
die heylige Tauffe einverleibet und Jacobus genandt worden. 

Den 26. dito ist die Fürstinne Frau Sophia Hertzogen Wilhelms 
Gemahl zu Goldingen in der Schloßkirchen zur Erden bestätiget worden. 
34*- Denn 2. Decembris hat ein Pohl über der Duna für Riga einen 

Schneidergesellen, so von Königsberg reisend angekommen und mit 
reverentz seines weges gegangen daß werck der Natur zu verrichten, 
überfallen und erbärmlich umbs leben gebracht. Den 3. ditto ist der 
thäter nebenst den entleibten zu Riga eingebracht, solte den 6. ditto 
wiederumb gerichtet werden, ist aber in der nacht auß dem GefUngnüB 
sich loßbrechend weggekommen und den 16.'*) ditto der entleibte be- 
graben worden.* 

16U. 

Den 15. Martii Anno 1611 ein Predigers Herren Casper Tinnen^) 
sehl. nachgelafiener Sohn, nacMem er luitt ein Pferdt drencken wolleth 



1) A ditto. B Septembris. 
«) B 10. 
3) B 6. 

^) Caspar Timm war Prediger au der St. Jacobskirche; vgl. G. A. Berkholz, 
Beiträge zur Geschichte der Kircheu a. Frediger Rigas (Riga 1867), S. 100. 



1611. 



49 



in der Diina eingebrochen, unter daß Eiß gekommen unndt also leider 
Oottes ersoffenn, dem Gott Onade etc. 

Den 19. Martii Dienstag nach Palmarum ist die große Stadt 
MoBCOw von den Fohlen angezündet und nennmahl hundert tausend 
Haußer außgebrand, 3366 große Klosterkirchen und Capellen, 15856 
große und kleine Glocken, so darin gewesen. Diese Stadt Muscow 
ist eine Fundirstadt zwischen Europa und Asia, denn Sie liegt . . . ^) 
Meile von dem Waßer Arba, welches Asiam und Europam entscheidet. 
In diesem Muscowitischen Kriege seind die Rußen so starck gewesen, 
daß auf jeden Königl. Polinischen Soldaten 380 Reußen gewesen, unnd 
hat doch Qot dem kleinen Hauff victori geben.''*' 

Den 5. April hat Michel Berg, H. Caspar zum Bergen Sohn, den 
Alterman Fröhling auf offenem Marckte überfallen und zur Erden 
geschlagen. 

Den 23. Martii Mittages umb 12 Uhr am Osterabend starb M. 
Laarentius Lemken Pastor der Thumskirchen.^ 

Den 27. dito ein alter unteiUscher Kerll für sehl. Herr Casper 
vom Hoffe hauße niedergestürtzet unnd schleiiningen Todes vorfahren, 

Hinrich Duszborch, nachdem Er sich selber zu Mitau die Gurgel 
abgestochen, ist nach Riga gebracht und nach vielen bitten ist Er 
endlich den 2. Aug. in St. Peters Kirchen begraben.''*' 

Den 7. Maji H. Johannes Meyer zum Obersecretario erwehlet."* 34^- 

Den 12. Junii Johannes Uhlenbrock zum Untersecretario*) erwehlet.''*' 

Den 13. ditto hat R. Sigismundus Smolensko mit Sturm erobert 
und alles mänlich todten laßen. 

Den 28. ditto ist sehligen Johannis Oberhoff Secretarii Cörper von 
der Smolensko mit Strausen nach Riga gebracht und alda begraben.**^ 

Den 13. Septembris ist H. Johannes Ulrich in bestallung gekom- 
men und Inspector Gancellariae intituliret worden. Ao. 1613 den 
10. Febr. Vicesyndicus geworden. 

Den 16. Septembris ist ein Reichstag zu Warschau gehalten unnd 
seind H. Hinricus Götte Burgermeister, H. Jochim Rigeman Raths- 
herr, H. Johan Ulrich Vicesyndicus, Eberhard Otting und Heinrich 
Hövel Elterleute alß Gesandten von Riga gezogen.''*' 

Den 10./20. Octobris ist ein solcher Sturm entstanden, daß die 
Beume auß der Erden, die Helffte des Blockhauses umbgerißen und 
sonsten großen Schaden gethan. 



1) Die MeUenzahl fehlt in A q. B. 
^ B Secretarins. 



Bodeeken Clironik. 



50 i«2- 

Den 7. Novembris Jacob der Zeugewarter, nachdem Hr von etir 
lieben Büchsenmeistern auf 'dem Marckte überfallen, hat Er sich zar 
jegenwehre gesetzet und darüber ein Büchsenmeister Petter Hessen 
erstochen. Der Zeugwarter ist nach Fehlen gezogen und alda Yon 
Ihr Maytt. zum Zengwärter angenommen.* 

1612. 

Den 6. Januario M. Johannes zum DaUnn gewesener Pastor an 
S. Peter Kirchen in Oott verstarben. 

Den 15. Martii Diderich von Geldren schleuninges Todes ge* 
storbenn. 

Den 29. Martii ißt beym SySgange so groß wafier gewesen, das 
die Elahten überschwemmet, und großen schaden gethan. 

Den 8. Aprilis seind unsere Gesandten auß Fohlen von dem 
Reichstage zurüeke gekommen, nachdem Sie den process mit H. Barger- 
meister Ecken und H. Thomaß Rammen abgeiwartet. Everhardt Otting 
Alterman der großen Guide blieb zurück zur Mitau im exilio vermöge 
Königl. Decrets.* 

Den 23. Aprilis ist H. Burgermeister Ecke unndt H* Thomaß 
Ramme ^) wieder in die Stadt gekommen.* 
35»- Den 7. Maji seindt H. Burgermeister Ecke, H. Thomaß Ramme, 

H. Rö^erdt zur Horst wieder in Ihren Bhrenstandt auff dem Rath- 
hause zu Riga vermöge Königl. Decrets gesetzet worden. H. Barger- 
meister Ecke von H. Johan Böddecker, H. Rotgerd zur Horst von 
H. D. Hintelmann, H. Thomaß Ram vom H. Fawel Helmess zu Rathe 
gebracht.* 

Dato Hertzog Friedrichs Gemahl nebst Hertzog Henrich von 
Sachsen zu Riga angekommen und bey Michel Schnitzen logiret.* 

Den 12. ditto ist die Hertzogin wieder nach der Mitau gezogen. 
Hertzog Hinrich hat Sie biß den halben w^ begleitet und wieder 
nach die Stadt gekommen. 

Den 18. ditto ist Berend Elandt vermöge Königl. Decrets gefangen 
eingezogen.* 

Den 20. ditto ist der H. Hinricus Götte seiner Burgermeisterstelle 
entsetzet.* 

Dito hat Hinrich Gemer^) ein Kaufgeselle einen unteutachen Kerl 
erstochen und ist den 13. Junii in der Morgenstunde wieder enthauptet.* 



1) B fügt hinzu „Herr Botgerdt zur Horst'', 
s) B Hemer. 



Ben 2. Junii ist Jürgen Bendorff Köaigl. Mtt. Wachtmeiater in 
der nacht in seinem bette von einem Sehottea Zander Zandersen auf 
dem Schlofie zu Neuermühlen erbärmlicher weise mit 12 wunden 
erstochen worden * 

Den 15.^) Julii hat ein Lübscher Sehiffer Hinrich Tideman auf 
seinem Schiffe ein Stück abgehen laßen, welches zersprungen und den 
Sohiffier, wie auch den Oonstabel und Wilcken Ridder, zur Stund 
erschlagen, endlichen einen Rigiseben Büi^er Claus Bolte also jäm- 
merlich zerquet|schet, daß er in kurz^ zeit hemacher gestorben. Ist 35^ 
geschehen den abend zwischen 7 und 8 Uhr.^ 

Den 22.') ditto haben die Königl. H. Commissarien, alß der H. 
Holtschur und H. Maidel, auf dem Rathhause zu Riga den H. Burger- 
meister Ecken und seinen Tochtermann ^) mit E. Erb. Rathe verglichen 
und vertragen.* 

Den 28. August! ist Gommission zwischen der Stadt und den 
Jesuiten zu Schloß gehalten. 

Den 1. Septembris kombt zeitunge auß Preußen, daß der Chur- 
furst von Brandenburg in Preußen auf freyer Straßen überfallen und 
durch den arm geschoßen. 

Den 3. 4. 5. werden Gommissiones mit den Jesuiten im Gollegio 
gehalten. 

Den 22. ditto unsere Herren von Riga, alß H. Hinricus Uhlen- 
brock, H. Graff, H. D. Hintelman und der H. Secretarius Johannes 
Meyer sambt den Elterleuten, nach den streitigen Holm gezogen und 
ihn besichtiget. 

Decembris. Umb diese zeit, wie auch biß anhero den ganzen 
Herbst ist gahr ein unbeständiger Winter gewesen, sowohl für Weyhe- 
nachten alß nach Weyhenachten, besondern da es ein Tag zwo oder 3 
gefrohren, auch die Düna etzliche mahl zugeleget, ist daß Eyß doch 
zu unterschiedlichen mahlen wieder weggegangen, weiln es mehren- 
theils geregnet. 

Den 9. ditto ein Hollandisch Schiff für der See, worin viel Span- 
nisch Wein gewesen, gestrandet und die Völcker alle davongelauffen 
und keinen drauff gelaßen. Wie solches die Piloten erfahren , haben 
sie sich etzliche dahin verfuget und tapffer von dem Wein gesoffen, 
also daß sich zwo unter Ihnen zu Tode gesoffen. Den übrigen wehre 



1) B 12. 

2) B 12. 

3) B Beine Thochtermenner. 

4* 



52 



1618. 



es auch also ergangen, wan nicht der Capitain, so auf der Rigischen 
Qalleyen gewesen, es hatte gewehret.* 

36a. 1618. 

Den 5. Januarii ist ein Lübsch Schiff mit 12 Boetlingen^) auB 
Schweden angekommen, gleichfalß ist den 9. ditto eine Struse mit 
Pferden auß Reußland nnd den 11. dito abermahl eine Struse mit 
Pferden und Brandwein angekommen. 

Den 23. Jan. hat es erst angefangen zu frühren. 

Den 4.^) Martii hat ein Heyducke vom Schloße einen unteutschen 
Eerl auf seinem Pferde reitende muthwilliger weise erschoßen, nach- 
mahls das Rohr geladen und das Pferd geschoßen, indes kombt ein 
klein Jung eineß Schneiders Söhnlein unnd will darnach sehen, den 
scheußet der Bube auch durch den Eopff, also daß der Enape zur 
Stund darnieder feit. Der thäter ist den 6. Martii wieder enthauptet 
worden.* 

Den 7. ditto ist ein unteutsch Weib mit zweyen Kindern leider 
Gottes auf der Gänßeweide verbrandt.* 

Den 13. Junii zwo unteiitsche Zimmerleuthe in den Strohm im 
harten Wetter bey dem Kalckoffen vorsoffen. Denselben tagk noch 
6 wntexitschen bey der Stadt vortrtmcJcenn, 

Den 80, Jimii zwo unteutsche Kerls unndt ein Teutscher Junge 
a/n der Dilna in storm ersoffen. 

Den 4. Julii ein Schneidersgeselle über der Düna von einem 
Kirschbehren Baum gefallen, davon den todt genommen. 

Den 8. Septembris hat ein unteutsch Weib ein ander Weib er- 
stochen, welche mit ihrem Kerl zuhielte.* 

Den 8. Septembris, Ein Schniederß Gesell tmvorsehens von un- 
seren Soldaten, da sie auff dem Wall nach der Schive schoesen, durch 
den Kopff erschoßen ivordenn. So gesehen den 13. Martii. 

Den 8. Septembris, Helmer Töeß ein Kauffgesell in daß Jcaldte 
badt versoffen. Der Seelen Qott gnedich, ist ohne Schulers begrabenn. 
So gesehen den 31, Julii in diesem Jahre, 

Den 12. Septembris seind 3 frembde unbekante Vögel auf dem 
Rathhause gesehen worden, die Bedeutung ist Oot bekand.* 

Den 27. ditto seind zwene Mörders geredert worden, welche selb- 
dritte den 18.') Septembris gefangen und den 19. ditto darvon einer 



^) Boetling, ein Wallach. 
8J A 14. B 4. 
«) B 8. 



1618. 53 

loBgebrochen. Der Einer, so zu Riga gerädert, ist ein Heße gewesen 
mit nahmen Daniel N. ein Tuchmacher, derselbe da Er schon 2 mahl 
von dem Hencker mit dem Rade gestoßen und umbgewand worden, 
hat Er noch geredet, deßen man sich verwundert, unnd hat sich zwey- 
mahl in die Höhe gehoben, der ander Mörder Daniel Hoefihagel ge- 
nandt, eines Pastoren Sohn von Neuenbuckow. Der dritte entlauffen 
ist nachmahls zu Tucknm gerichtet worden.*^ 

Den 6. Octobris ist H. Cai'ol Carlson, welcher biß anhero in 
Pohlen gefangen gewesen, jegen des frie|dens tractaten zur außbeut 36^* 
anhero gebracht und mit Heiducken verwahret. 

Den 8. ditto ist H. Hinrich Götte, nachdem er vorsetzlicher weise 
fast ein gantz^ Jahr zu Bette gelegen und umb des degradirens sich 
bemühet^), zu Rathhause gekommen und hat in Gonsessu gesaget. Er 
hette wohl viel zu proponiren, aber Er wolte es Gott und der zeit 
befehlen, ist damit wieder abgegangen und nichtes eßen wollen. 
Bürgermeister Ecke ist damahls nicht oben gewesen.'^ 

Den 13. dito kahm Sigismundus Marggraff zu Brandenburg uner- 
kanterweise in die Stadt, herbergete bey Caspar zum Bergen.* 

Den 14. ditto erfehret es E. Erb. Rath, gratuliren Ihr furstl. 
Gnaden unnd senden Ihr Gnaden den Ehrenwein.* 

Den 15. ditto wahr E. Erb. Rath bey dem Marggraflfen zu Gaste.* 

Den 16. ditto zog der Marggraff wieder weg.* 

Den 20. dito kam Hertzog Philip Julius auß Pommern nebst der 
Hertzogin auß Ghurlandt Bruder und seinem Gemahl zu Riga, wurden 
prächtig empfangen.* 

Den 23. dito fuhren die Fürsten nach Kirchholm, dem Schlacht- 
platz zu besehen, deßelben*) Tages besahen beyde Fürstinnen daß 
Rathhauß und Neu Hauß zu Riga.* 

Den 24. Novembris ist H. Sisinsky alß ein Commissarius in 
Schwedischen Sachen zur Friedenshandlung anhero kommen. 

Den 27. hat Gotthardt Johann von Tiesenhausen H. Carol Carlson 
nach Pemau gefuhret. 

Den 8. Octobris zwo Frantzösische Capitains, worunter einer 
Labard, zu Pferde einer den andern auß|gefordert, die Pistohlen zu 37 •• 
Pferde gewechselt und Labarde sein Pferdt oben auf den Creutz- 
knochen verwundet, davon es gestorben, unnd ist Er selber mit 
5 wunden verwundet, der ander aber mit zwey Stichen im leibe ver- 



1) B gemüyet. 

2) A deßeu. 



54 1*1^- 

wandet, sind aber alle bede genesen und haben sich zur stundt an 
vertragen.* 

Den 14. December ein Eddelman KnrfieU in der Träider Ahe 
versoffenn. 

Den 17. December ist ein Orobschmidts Junge von einem Klein- 
schmits Jungen erschofien. 

Den 29. Decembris ist von Hans Enrchens ^) Hause in der Sand- 
straßen der Giebel abgefallen. Gottlob ohne Schade.''^ 

Den 31. dito ist Zborowsky und Koritzki, so in Schweden ge- 
fangen gewesen, zu Riga angekommen, seind gegen H. Garol Carlson 
außgebeutet worden. 

1614. 

Den 31. Januarii ist das untentsche Weib, welches das ander 
weib den 8. Septembris 1613 erstach, wiederumb enthauptet worden.* 

Den 9. Pebruarii ist H. Hinrich Götte gestorben.* 

Den 12. ditto ist der undeutsche Kerl, welcher mit dem andern 
Weibe gehalten, enthauptet worden.* 

Den 17. Febrtiarii ist Frante Harvest eines Weinschenken Musch- 
kofviters Junge in einer liallye, darin Waßer gewesen, so er hat 
schopffen loollen, darein gefallerm unndt ersoffenn. 

Den 14. April is hat ein kleines Megden, so bey der Gantorschen 
gewesen, sich selber in die Düna gestnrzet und erseufiFet* 

Den gantzen Monath Majo') ist es sehr unlustig kalt und über 
natural gewesen, also daß man dergleichen nicht gedencket.* 

Den 5. Junii ist Ihr Gnaden Garol Ghotkewitz der Polinische 
Feldtherr zu Riga angekommen und indem Ihr Gnaden die Ehren- 
schoße geschehen, ist auff dem Marstal Rondel ein geschütz zer- 
sprungen und einen Büchsenmeister Hans von Rostock den Kopff 
abgeschlagen.* 
37^' Den 25. ditto ist ein Littauer, so man sagt ein Edelmann ge- 

wesen, zu Riga gahr frühe enthauptet.* 

Den 8. Julii söhleget daß Wetter in ein Schiff an der Duna und 
zerspaltet den Mastbaum.* 

Den 7. ditto ließ Wolmar Fahrensbach einen jungen Kerl, der 
Ihm Brieffe gebracht, erschießen.* 



1) B Eiirckenß. 

*) Statt i,Den gantzen Monath Majo* liat B „Den 7. Mayuß, aoeh die gantse 
JZeit übef in diesem Monath.* 



1«16. 



55 



Den 11. S^tembris Arendt Mobach ein Bastler Hochzeit gehalten, 
mit sehL Herr Peter JRafien eines Bathsherren Tochter Qerdrut auf 
den großen Oildstuben, in 8. Peters Kirchen geechtiget wordenn. 

Den 25. Septembris wurden zu R£(.the gekohren Gasparus Drei- 
ling, Jürgen Hecke.* 

Den 4. Octobris seind zwo Zauberinnen zu Riga verbrandt, die 
eine Schmäok^) Anna, die ander Kuse Katze, die dritte G^isee ßagge 
hat der Teuffei den Halß in der Oef&ngnüß umbgedrehet.* 

Den 7, Novembria zwischen 9 und 10 Uhr umb Mittag hat es 
sehr gehagelt und darauf eilends 3 mahl geblitzet und drauff ein 
starcker Donnerschlag erfolget. Dieß ist ein sonderliches und umb 
die zeit ein unerhörtes, muß eine sonderliche gottliche Deutung sein. 
Dieser Donnerschlag hat in der Thumbsspitzen in einen baloken ge- 
schlagen.* 

Den 27. ditto ist ein Teutsch Mägden bey sehligen Heinrich 
Hövelß Witwen oben auf dem bohden in der winde hangende todt 
gefunden, der Hacke ist Ihr in der Gurgel gegangen.* 

Den 29. ditto ist Rittmeister Creutz mit seinem Volcke durch 
die Stadt Riga über der Duna nach Smolensko gezogen. 

Decembris*) ist daß Eyß mit großem auffwaßer in der Düna ge- 
rucket und unterm Schloße sich gejstauet, worvon sich groß waßer 38 
erhoben, daß es über der Düna großen schaden gethan, und ist des 
andern Tages mit großem froste befrohren, gleich alß wen die Stadt 
Tom waßer belagert wehre.* 

Den 31. ditto hat es die gantze Nacht geregnet und ein gantz 
Dauwetter gewesen, daß alle gaßen voll waßer gewesen.* 

1615. 

Deo 3. Januarii hat die Liefflandische Landscha'fft; aufin Schloß 
zu Riga Ihren Landtag gehalten, denselben der Wendische Bischoff 
und der Oberste Doenhoff alfi Königl. Gesandten beygewohnet. Der 
Fahrensbache und andere yom Adell Polnischer nation halten einen 
andern separat Landtag zu Wenden, reiten also in zwo Hauffien. Also 
ward des armen Liefflandes beste befordert. 

Den 2. ditto die Ghur- und Semgalsche Landschaffi halten hier 
in Riga eine gemeine zusammenkunffi contra antiquum morem curiae 
Principis et Populum eorum. 



1) B Snarick. 

s) B Den 29. Decembris. 



56 



1615. 



Den 18. Januario eine Maget ihr eigen Kindt ummegebracht 
undt enthauptet worden. 

Den 28. Martii rückete daß Eyß io der Düna zwischen 10 und 
11 Uhr Mittages und blieb bey dem Buchsenschießers Holm bestehen 
biß den dritten Tag, dadurch groß waßer entstanden und seinen gang 
bey dem Marstalldwenger in der Bising binnen walles*) nach der 
Sandpforten und nach dem Schloße und Vorburg genommen. 3 tage 
ist das Eyß stille gestanden, hat viel unteutsche Katen, wie auch 
Menschen, so vertruncken, mit weggenommen.* 

Den 31. ditto beginte das Eyß zu rucken und daß waßer zu fallen, 
und ist daß waßer im Thumbsgange biß fast in die Kirche gekommen. 
Mann hat für Wahrheit berichtet, daß oben bey Kirchholm daß waßer 
wunderbarlicher weise durchgerißen und in die Jägel eingefloßen, 
38^ sonsten hette | die Stadt in waßer müßen untergehen. Den 1. April 
daß Eyß Gottlob fortgegangen.* 

Den 1. Maji ist Evert Lentzing, nachdem der Wagen umbge- 
stürtzet und Er den Halß zerbrochen, zu Riga todt eingebracht.* 

Den 17. Junii*) seind etzliche falsche Münzer ^) eingebracht und 
ein Teutscher Stützel genand, von Dorpat bürtig.* 

Den 23. ditto einer davon in der Vorburg gerichtet worden.* 

Den 26. ditto ist Hans Heisman mit seiner Braut, Wilhelm 
Salins eines Hollanders Tochter, nach der Eckow gezogen unnd sich 
alda echtigen laßen, weiln die Prediger zu Riga Ihm nicht haben 
echtigen wollen, weiln Er umb des Weibes willen ein Mummeluck ^) 
alß Calvinisch geworden.* 

Den 11. Äug. seind die zwene Brüder alß Magnus und Gothard 
Nolden zur Mitau erschlagen^), durch einen Prantzösischen Gapitain 
auß Ihrer Herberge in bloßen Hembden vom bette geholet und unter 
der Güldestuben zur Mitau niedergehauen worden.* 

Den 26. Septembris kamen beyde Pursten Hertzog Priedrich undt 
Wilhelm auß Ghurland an, umb mit der Stadt die streitigen puncten 
zu schließen. Den 28. ditto kahm des Hertzog Priedrichs Gemahl 
auch an. 



1) A Waldes. 
8) B Maji. 

^) B fügt hinzu „3 Frantzoßenn.*' 
*) B Mammeinck. 

^) In B fehlen die nun folgenden Einzelheiten über die Ermordung der Ge- 
brüder Nolde. 



1615. 57 

Den 30. ditto umb 7 Uhr Morgens seind die Tractaten in beysein 
Ihr farstl. 6n. Hertzog Wilhelms in der Herberge bey Jacob Fried- 
richs angefangen. 

Den 11. Octobris hat E. Erb. Rath sambt Elterleuten und Eltesten 
die bede Fürsten ^) nebst der Hertzoginne auf der großen Oüldestuben 
zu Gaste gehabt.* 

Den 21. Octobris hat die Stadt sich mit beyden Fürsten vertragen 
und contrahiret.* 

Den 23. ditto ist Hertzog Friederich mit seiner Gemahl wieder 
weggezogen, Hertzog Wilhelm aber zu Riga geblieben. 

Den 24. hatt Ihr Fürstl. Gn. Hertzog Wilhelm E. Erb. Rath, wie 39* 
auch Elterleute und Eltesten, in Fricken Hause zu Gaste. 

Den 26. ditto ist Hertzog Wilhelm in großen Sturm über der 
Düna weggezogen. 

Den 3. Novembris ist die ganze Gemeine zur Gildestuben gewesen, 

dann nachdem des söhligen Doctoris Wellings Erben einen neuen 

Leichstein in der Thumbskirchen hatten legen wollen aufiF Ihres des 

Vatem D. Wellings begräbnuße und darauf nachfolgende ferßlein 

hetten hauen laßen: 

Innocuus perii sie plebe jubente, 

Supremum testor*), ad cujus provoco Judicium. 

Solches hat die Gemeine nicht gefallen wollen, besondern beschießen, 
es solte gantz cassiret werden, alß haben die vorgedachte Erben 
den 8. ditto es gutwillig cassirt.* 

Den 5. ditto hat der H. Pastor Andreas Bauman zum erstenmahl 
die neue Gantzel zu St. Peter im Nahmen Gottes betreten und mit 
seiner Predigt eingeweihet, den Text genommen auß dem buche 
Neh^emiae Capit. 8 vers 4, mit dem Gesänge Korn Gott heyliger Geist.* 

Obwol die Duna den 27. Octobris mit starcken frost und Eyße 
zageleget, ist dannoch nach kurzen Tagen weich Wetter darauf erfolget 
unnd haben sich den 11. Novembris 21 Hollandische und Lübsche 
Schiffe in der Duna durch den weg, da die vorige Schiffe sich hatten 
anßeysen laßen, an daß Bolwerck eysen laßen. 

Den 22. ditto ist das Eyß auß der Düna wieder weggegangen 
und die Schiffe nochmaln beladen weggesiegelt. 

Den 27. ditto daß Eyß wieder weggegangen. 

Den 30. ditto ist die Duna zum dritten mahl zugefrohren. 



^) B fägt hiiizü: „anß Cahrlaiidt, so denn 28. Septembris seint zu Riga ge- 
kommen, alß Hertzogh Friederich nnnd Ihr furstl. 6. Hertzog Wilhelm**. 

^) In A ist hier das wol nicht hingehörige Wörtchen „et** übergeschrieben. 



58 wi«. 

39^- 1616. 

Hat dieser Januarius mit einer gahr starcken Kälte angefangen 
und fast 15 Tage gewehret, sogahr daß viele Menschen todt gefrohren 
nnnd einen solchen winter fast nicht gedacht.''^ 

Den 16. Januarii ist sehl. Philip ühlenbrochs Sohn, welcher 
zwischen Riga und der Wilda ermordet, zu Riga eingebracht * 

Den 1. Febr. wurden der Herren Nolden erschlagene Oörper 
durch den H. Königl. Gommissarien , alß den H. Bischoff Sdhenking 
et Consortes und viele vom Adell zu Riga eingebracht und in der Thum- 
kirche auf ferner Recht in einer Capellen hingesetzet. E. Erb. Bath 
und die Gemeine hat Ihnen das Geleite gegeben und ist in gegenwart 
der Gommissarien ein Scrutinium in der Vogtey gehalten worden^).* 

Den 30. Martii das Eyß gerückt und den 31. außgegangen. 

Den 21. Martii hat sich die gemeine mit dem Rathe wegen des 
Deputats verglichen. 

Den 16. Aprilis ein Reichstag zur Warschau und wurden H. 
Thomaß Ram, Johannes Ulrich, Nicolaus Barnecken abgesandt. 

Den 28. Junii hat es bey der Neupfordten in der Nacht blöt ge- 
regnet, auch von der Wacht auf der neuen Brücke ein getümmel 
großes Kriegesvolcks gehöret, auch ist diese woche in Ghurland 
nach dem Bauske ein groß Erdbebend gehöret worden * 

Den 28. ditto ist M. Warnerus Depenbrock zum Prediger erwehlet 
worden in St. Peters Kirchen.* 

Den 17. Julii seind die Rigischen obgedachte Gesandten auB 
Fohlen zu Hause kommen. 

Im Attgusto ist eine Commission zu Schloße gehalten zwischen 
der Stad und den Jesuiten. Viele von den Geistlichen sind adjungiret, 
so da nicht seind deputiret gewesen unnd seind in dieser Commission 
mirabilia furgelauffen. Gott helfe. 
40 •• Den 10. Septem bris hatte der Jesuiten Actoratus ein ende. Die 

Pollnische Gommissarii renunciiren Ihr ofücium unnd wollen, die 
Stadt soll nur vor die Teutschen agiren. 

Den 12. ditto wollen die Fohlen abermahls bey der Stad acto- 
>raten nicht sitzen, die Jesuiten excipiren forum, wollen fürm Pabst, 
derohalben die Sache an Ihr Königl. Maytt. vemittiret, innerhidb 
8 Wochen zu prosequiren. 

Den 26. ist UxkuU und Kirohholm vom H. Bischoff Sehenking 
der Stadt eingeräumet.* 



1) ,and ist in gegenwart etc/ fehlt in B. 



iei7. 



59 



Den 21. Novembris 'hielt die Bitter und Landschafit aller dreyen 
Nation einen Landtag aufm Schloße in Riga und willigten zwo Pa- 
borren zum Unterhalt des Eriegsvolcks in Liefflandt. 

Ditto nahmen die Jesuiten ohne beysein E. Erb. Raths Deputirten 
den Kellersacker f&r Riga ein, laßen den Teutschen große Freyheit 
außmffen. 

Den 24. ditto ist der H. Cantor Joachinras a Hadersleben unver- 
sehendts von Hanss Ibing mit einem RohrachuB todtlich verwundet, 
stirbt den 25. Noverabris Morgens umb 5 ühr.* 

Deßelben Tages des Morgens umb 8 Uhr starb der H. Pastor 
Andreas Bauman. 

Diesen gantzen Herbst hat es mehrentheils geregnet und ist es 
auf dem felde grün gewesen, wie im Sommer, so daß daß Vieh im 
Graße gegangen, unnd hat die gantze Weinachtzeit, auch länger, ge- 
wehret. 

1617. 

Hat den gantzen Januario der Südosten Wind continue gewehet, auch 
regenhafftig Wetter gewesen, Rreuter und Bluhmen im Garten sich be- 
zeuget, auch die Kirschenbeume geblü|het und kein Schnee gewesen.* 40^- 

Den 12. Februarii seind 5 Gurische Bothe mit drögen fischen 
und andern Yictualien angekommen. 

Den 22. Jan. ist der Terminus Commissionis gewesen. 

Den 24. Febr. ist die Duna zugefrohren, daß man drüber hat 
gehen können, aber nicht lange gestanden. Eß ist in diesem 1617. 
Jahre ganz kein Winter oder Schlittenweg gewesen dann nur im Febr. 
IVs Wochen, A^n immer unbeständig wetter gewesen, unnd ob es 
woU etzliche mahl jegenst den abend angefangen zu frieren bis in 
die nacht, so hat es doch keinen bestand gehabt, besondem gegen 
den Morgen es angefangen wiederumb zu regnen, also daß man der- 
gleichen Winter nicht gedacht und belebet. 

Den 1. Martii ist ein Rostocker Schiffer mit Bier und andern 
wahren angekommen. 

Den 17. Maji ward ein kleiner heller Stern am hellen Mittage 
gesegon jegen Orient, etliche sagen, er sey auß Norden gekommen.* - 

Den 9. dijo ist H. Johan Ulrich zum Obersyndico constituirt. 

Den 26. ditto werden die Friedenstractaten von der Cron Pohlen 
mit den Schwedischen Commissarien zu Oberpahlen fnrgenommen. 

Den 30. ditto ist ein starker Hagel einer bohnen groß gefallen, 
dazu es sehr geregx^t^).* 



1) B geweyet. 



60 1«"- 

Den 6. Junii haben Pater Rector und Pater Hieronymus und noch 
ein Jesuit zu Schloße für dem Vicario den im Königl. Decreten auf- 
erlegten Eydt des Sixtenholmes halber geleistet. Item der Stadt halber 
H. BurggraflF ühlenbrock, Burgermeister Ecke, H. Johan Bodecker 
41 •• und H. Hintelman der Reperbahn halber imgleichen geschehen^). | Wie 
rechtfertig die Jesuiten, so Ihr lebelang hiervon nicht wißen, auch 
hir nicht lange gewesen, auf Ihrer Seiten geschworen, daß wird Gott 
in kurtzen richten und an den Tag konmien laßen. Ihre Confession 
ist: Wieder die Ketzer kann man schweren. 

Den 9. Junii kombt Traurpost von den Schwedischen tractaten, 
ist unfruchtbar abgegangen. 

Im Sommer hat der König von Schweden Gustavus Adolphas 
seine Gommissarios gesand auf die Vestung Dunamunda, welcher^ ge- 
dachten Könige Dunamunda eingegeben unnd wie ein Verräther auflf- 
getragen, selbigen Commissarien auch geschworen, da Er doch mit 
Eyde dem Könige und Cron Pohlen verwand. Es hat auch der 
König in Schweden den Fahrensbach zu SchiflFe viel Kriegesvolck zu- 
gesand, mit welchem Yolcke Er der Rigischen Schantze beneden aufm 
Hacken vor der See eingenommen unnd die Pernau, welche Vestung 
er all mit Schwedischer Besatzung besetzet, hat sich auch an Hertzog 
Wilhelmum in Ghurland gemachet. Ihm dazu nebst andern des frommen 
Fürsten Räthen dahin persuadiret, daß Er seine Gesandten an den 
König in Schweden gesand, ist auch selber außm lande weggezogen, 
weiln Ihn die vom Adell sehr verfolgeten und hart beym Könige in 
Pohlen angegeben und 2 gebrödere der Nolden erschlagen laßen. Der 
Fahrensbach ist auff Goldingen Gommendant gewest, hat den Ohur- 
landischen Adell weitlich getummelt und gedrillet, wahr nicht recht 
41^- PoUnisch auch nicht recht Schwedisch. | Hernacher hat der Fürst 
Nicolaus Radziwil Herrtzog von Niesswiss und Dubinsky mit Hülffe 
der Rigischen solche Schantze auffm Hacken vor der See (rwelche 
der Butler verlauflFen und ohne noth auffgegeben:) mit Gewaldt wieder 
eingenommen, da sich dan theils Rigische Bürger und Gesellen freudig 
mit gehalten, ist auch die Rigische Bürgerfahne mit alda öffentlich 
im Felde gewest. Wie nun die Schantze erobert, hat des Fahrens- 



1) Das Protocoll des Schlossgerichts über diese Eidesleistungen s. in der 
Beilage 3. 

2) Vor .welcher" fehlen offenbar einige Worte, in denen von Wolmar Farens- 
bach die Bede gewesen sein muss, was auch in der Handschrift dadurch ange- 
deutet ist, dass von anderer Hand „W. Farensbach* zwischen die Zeilen ge- 
schrieben ist. 



1617. 61 

bach einer seiner getreusten Diener Nahmens Conradt Neustedt, Ver- 
walter aufiF Dünamunde, der sich auch wohl auf eine Verrätherey ver- 
standen, die Polnische lösung von der Yestung Dunamund geschoßen 
nnnd die Vestung in des PoUnischen Peldtherrn Hand, alB des ge- 
dachten H. Radziwils, übergeben. Daßmahl wahr Pahrensbach selber 
in Churland unnd sähe dem Spiel von ferne zu. 

Den 9. Junii kombt ein Schwedisch Schiff mit Volck auff der 42*- 
Beide. 

Den 10. ditto helt Wolmar Pahrensbach Lösung und Gesprech 
mit den Schwedischen.* 

Den 11. dilto hatte Pahrensbach die Schweden auff Dünamunde 
zu Gast.* 

Den 12. ditto schreibet Parensbach an die Stadt, daß Er Ihr 
freundt sey.* 

Den 17. ditto ziehet Parensbach mit dem Schwedischen Volck 
nach Churlandt.* 

Ditto ist der Rundel bey der Jacobspfordten beschlossen. 

Den 14. Julii hat der Schwede die Stadt Pernau verraschen 
wollen, aber Gottlob nichts beschaffet. 

Den 9. ditto haben 2 Kauffgesellen einen unteutschen Weber zu 
Tode geschlagen.* 

Den 22. ditto ist Pahrensbach mit 40 Reutern auß Churland zum 
Bullen angekommen. 

Dato wurden 18 Schwedische Schiffe in der See gesehen, welche 
auf den Abend angekommen unnd daß Volck an land setzen laßen. 

Den 23. ditto hatt Pahrensbach daß Rigische Blockhauß umb 
2 ühr nachmittag ohne einigen wiederstand eingenommen, welches 
Ihm der Oberste Butler, nachdehm Er drauß gelauffen, übergeben.* 

Den 24. ditto schrieb Pahrensbach an die Stadt, daß Er sich an 
frembden Potentaten geschlagen unnd der Stadt Schantze eingenommen.* 

Dato der Rittmeister Wahlen daß Hauß Treiden, so Pahrensbach 
eingenommen, wieder erobert und 50 Schweden gefangen genommen. 

Dito seind etzliche Rigische Soldaten, so von den Schweden loß- 
gegeben, von der Schantze | angekommen nebenst den Befehlighabern. 42^- 

Dito ist Neuermühlen von den Schweden gantz außgebrand.* 

Den 26. ditto ist der Oberster Butler wegen des, daß Er die 
Schantze so liederlich vorlaßen, zu Rathhauße gefordert unnd alda 
gefänglich behalten.* 

Den 29. ditto ist Pahrensbach mit den Schiffen nach der Pernau 
gesiegelt.* 



62 ""• 

Den 7. Aug. hat Fahrensbach die Pernau mit dem Sohwedisohen 
Kriegesvolck eingenommen.^ 

Den 11. ditto ist der Feldtherr Badziwil mit Kriegesvolck ange- 
kommen und sein Lager auf dem Steinholm geschlagen. 

Den 19. Augusti ist Johan Fahrenbach mit ezlichen Pollnischen 
Kriegesleuthen in der Nacht nach Dunamünda gerucket und auf den 
Magnusholm alte Käthen abgebrand, auch die Schweden, so er da an- 
getroffen, erschlagen. 

Den 20. ditto hat der Schwede längst der Düna nach der Schantze 
hinunter angefangen zu brennen. 

Den 21. dito munsterte der Feldtherr Christoff Badziwill sein 
Kriegesvolck in der Nacht, ziehet eine fahne Rigischer Soldaten nach 
Neuermühlen. Den 22. ditto zog noch eine fahne Bigische Soldaten 
nach Neuermühlen. Dato ziehet der Feldtherr nach Neuermuhlea. 

Dato ist Wollmar Fahrensbach mit einigem Yolck auff Duna- 
munde gekommen. 

Den 25. ditto sandte Wollmar Fahrensbach einen Trompetter und 
Trommelschlager an den H. Feldtherrn, umb die gefangene aufiza- 
43^ tauschen, unnd hat Ihr fürstl. Gnaden | der Feldtherr mundlich ge- 
andwortet, Er achte Ihn alß einen Meineydigen nicht werth einer 
schrifftlichen andwort, wehren andere ehrliche Haubtleutbe, wann Er 
dieselben an Sr. fürstl. Gnaden würde gelangen laßen, so wolle Sr. 
fürstl. Gnaden andworten. 

Den 31. ditto brach der Feldtherr mit seinem Lager auff und 
lagerte sich bey Stuppen^). 

Dato zogen die Bigischen Soldaten mit H. Jochim Bigeman und 
Gotthard Welling nebenst beyden Elterleuten Matthias Kocke und 
Hinrich Struberg mit Kriegesmunition und Feuerwercke hinnunter 
nach der Schantze. Kegen den Abend schantzten sich die Bigischen 
Soldaten dißeits der Ahe, in der Nacht fahrten Sie zwo halbe Gar- 
taunen in Ihre Schantze und machen 2 Batterien. Die Schwedischen *) 
lauffen nach der See."^ 

Den 1. Septembris schoßen die Bigischen gahr frühe auß Ihrer 
Schantzen nach dem Blockhause, baldt darauff die Galleyen und andere 
Stadtaböthe auch Loddigen an die Badstube gesetzet. Im anfange') 
wird der Capitain Ghristoff Bureken in Arm geschoBen und zwo 
Soldaten schamffiret, die Schweden zünden die Badstube an und lauffen 



1) Stabbensee? 

>) B fögt MiMsii ,,Sehiire.'' 

S) B ansetzeD. 



1617. 03 

nach dem Blockhause. Umb Mittag ward daO Blookhauß. angeblasen, 
gegen aben bieten Sie tractaten und GeiSlers an.^ 

Den 2. ditto ward daß Blocfchauß van den Schweden wiedernrnb 
überleben.* 

Den 3. ditto hat der Feldtherr dafi Blockhauß der Stadt wieder 
übergeben.* 

Dito ward Dunamnuda angeblasen. 

Den 7. ditto zog der Feldtherr mit dem Krii^esTolok nach 43^- 
Churlandt. 

10. ditto kamen 4 Schwedische Schiffe mit geldt und andere 
Sachen an nnd setzeten auff die Beide, wie Sie aber Yonnercketen> 
dafi die Bigischen daß Blockhauß wiederumb eingenommen, lieffen 
Sie den andern Tag wiederumb nach der See^ 

Den 13. kahmen des Fahrensbaohs Kriegesleuthe beym Thurm 
über der Duna an. 

Den 14. ward daß Blockhauß von den Bigisohen weggebrand 
und zerstöret. 

Den 20. ditto umb 5 Uhr aufm Abend hat es etzliche mahl nach 
einander gedonnert. 

Den 25. ditto kahmen zeitung, daß Wolmar Fahrensbach alle 
Haußer und Ämbter in Ghurland dem Feldherrn Ghristoff Eadziwil 
übergeben, der Fahrensbach selber der Gron Fohlen geschworen unnd 
beehret 3 Ambter in Ghurland, imgleichen Dunamünde zur Donation; 
soll vorgeben. Er habe Gustavum den Schweden auf daß. Syfi leiten 
wollen. 

Den 13. Octobris seind Fahrensbach Yölcker, so Er nach der 
Windau und Goldingen von den Schweden gehabt, nach der Stadt 
Riga gekommen und sich gelagert beim Thurm auf dem Holm« 

Den 23. dito ist Fahrensbach mit den Frantzosen im Kruge bey 
dem Thurm angekommen. 

Den 24. ditto sandte Fabrensbach einen Trompetter mit Bri^ffen 
an die Stadt umb außandwortung des Gapitain Fischers, welches Ihme 
ist abgeschlagen. 

Den 21. Aug. Henning Folbergs Haußfrauen Gatharina Schleper 
von einem Mitauschen Bürger Glaus | Borrentrich unversehend leider 44»* 
Gott geschoßen worden. 

Den 2. Novembris ward in den Kirchen zu Riga daß Jube^,ahr 
Bolenniter mit Dancksagung zu dem lieben Gott gehalten, weiln es 
100 Jahr, daß Gott sein heyliges Wort durch H. D. Luther rein 
wieder herfürgebracht. 



g4 1^18- 

Den 8. ditto übergab Fahrensbach dem Feldtherrn Badziwil die 
Festung Dunamunde unnd seind die Stadtsoldaten nebenst den Feldt- 
herrn dahin gezogen. Farensbachs Völcker logirten sich in der Vor- 
stadt, Er selber mit dem Frantzosen jenseit der Duna geblieben. 

Den 22. ditto gieng daß Eyß wiederumb auß der Düna und kahmen 
die Schiffe am Boilwerck. 

Den 24. ditto wolte Wolmar Fahrensbach nicht schweren, setzete 
sich über die Duna und weiten nach Auzen in Churland. Die Rigi- 
sehen Soldaten verfolgeten Ihn biß nach den Bullen, Er kombt davon. 

Den 25. ditto ist Hector Pohlman mit seiner Frauen zugleich be- 
graben. 

Den 26. ditto wurden die Teutsche Soldaten, welche unter Fahrens- 
bach gewesen, nach Wenden in daß Burglager überschicket. 

Den 29. ditto zog der Feldtherr nach Wenden. 

Den 30. dito ist die Düna zum andern mahl mit Eyß befroren. 

Den 10. Decembris kam der Feldtherr wiederumb von Wenden 
nach Biga unnd zog den 11. dito wieder nach Birsen. 

1618. 

Den 31. Januarii zogen der Stadt Abgesandten H. Johannes Ulrich 

Syndicus und H. Casparus Dreling nach Warschaw auf den Reichstag. 

44^- Dato wurden von der Stadt 500 Mann mit fliehenden Fahnen 

nach der Autze begleitet in harter kälten und ist damahls die Autze 

von den ünsrigen belagert worden. 

Den 10. Februarii wurden Königliche Citationes wieder Fahrens- 
bach an daß Rigische Schloßthor angeschlagen. 

Den 20. ditto kahmen der Bigischen Soldaten wieder von der 
Autze zurück unnd ist selbiges Tages ein Gesell nahmens Berend von 
Mallen auf dem Marckt erschoßen worden. 

Den 21. Martii hat daß Eyß des Morgens umb 4 Uhr begonnen 
zu rücken und bestehen blieben, daher der gantze Kellersacker und 
Graben voll waßer geworden, worauflF ein harter Frost erfolget, (auch) 
da es zuvor von H. Friedrichs HoflFe bis ungefehr bey der Sünder- 
pforte klar waßer gewesen. 

Den 29. ditto rückete daß Eyß des Morgens umb 4 Uhr auß der 
Düna von Kemmeragge die Stadt vorbey biß an Buchsenschießers 
Holm und ist auf beyden selten des Ufifers auf^) der Duna Eyß, 
mitten aber klahr waßer, von Buchsenschießers Holm aber jenseit biß 

1) A alß. 



1618. 



65 



nach der See ist es gahr fest mit Eyß beleget gewesen, und ist nicht 
zu gedenken, daß das Eyß in der Dana für der Baldera solte gerücket 
sein gleich wie dieses Jahr, den jährlichen bey der alten Menschen 
gedenken hat das Eyß in der Buldera 9 oder 10 Tage für der Düna 
Ihren abgang genommen. Ein alter Banr sagete, es bedeute einen 
neuen Regenten im Lande. 

Den 31. ditto ward die Duna vom Eyse rein. 

Den 8. Aprilis kamen die Bigischen Gesandten vom Reichstage. 

Den 11. dito^) ist ein lebendiger Wolff in der Sandstraßen bey 
St. Gertrud gelauffen kommen, welcher | einen unteutschen Kerl ge- 45«- 
waltig gebißen, der Kerl aber ist endlich seiner mächtig geworden 
und Ihn getödtet.* 

In diesem Monath ward Burchard von Saldren zum Obristen der 
Stadt erwehlet.* 

Den 10. Maji ist der Königl. Secretarius Remegius Zalesky an- 
gekommen, daß Schloß Dunamünde und daß Schloß zu Riga zu re- 
vidiren. 

Den 19. ditto ist H. Thomaß Ram und H. Syndicus Johan Ulrichs 
nach der Mitau auf einen Landtag gesandt und den 23. wiedergekommen. 

Junius. Kam zu Riga zeitung, daß im Dunaburgischen sich nach- 
folgendes zugetragen habe. Es haben sich etzliche Soldaten zusammen 
gefuget in einer Zeche unnd tapffer herumb gezechet und gesoffen. 
Wie nun ein Donnerwetter sich gahr hart hören laßen, haben Sie 
Ihren Spot getrieben und gesaget: daß ist eine Gartawe, der ander 
eine Feldtschlange, und so fort hin. Aber der allmächtige Gott hat 
Sie in seinem Zorn gestrafifet, also daß fünff vom Donner zu Tode 
geschlagen, ein Lieutnant, ein Fendrich und noch drey andere, einer 
adelichen Jungfrauen ein Bein abgeschlagen, daran Sie gestorben. 
Nachmahls hat das Wetter in einer Küsten geschlagen, darinnen etz- 
lieh Silberzeug und Kleider gewesen, die Kleider hat es verbrand, 
daß Silber verschmolzen und die Küste ganz geblieben. Ist geschehen 
den 24. Junii.* 

Den 28. Julii ist Hertzog Christoph Radziwil mit seiner Gemahl 
zu Riga angekommen. 

Den 31. ditto ist Hertzog Friedrich mit seiner Gemahl zu Riga 
angekommen und den 4. Augusti wieder weggezogen. 

Den 6. Aug. zog Ihr furstl. Gnaden Radziwil*) in LiefiFland zu 45^. 
den Kriegsleuten. 



1) B 1. Apriüs. 

2) A ZadziwU. 

Bodeeken Chronik. 



66 *"8- 

Dito ist der Jesaiter imd Eönigl. Secretarius Remigius zu Biga 
angekommen. 

Den 7. ditto hat Er als ein Revisor zu Schloß alleine daß Ge- 
richt geheget. 

Den 8. ditto nebst H. Gothard Johan Tisenhausen zu Schloße 
daß Gericht gehalten. 

Den 10. Aug. wiederumb geseßen. 

Den 11. ditto der ander Revisor Eliassewitz angekommen. 

Den 12. ditto ziehen die Herren Eonigl. Revisores nebst der 
Stadt Deputirten nach der Grenze, wie auch den 13. ditto. 

Den 15. dito fuhren die Herren Revisores umb den Eellersacker 
herumb. 

Den 17. ditto nach der Holtzung. 

Den 18. et 19. haben die Herren Revisores die Zeugen wegen 
des Kellersacker im Coll^o verhöret. 

Den 20. ditto ist des Ediots halber in Religionsfrieden ^) f&r die 
Herren Revisores disputiret worden. 

Den 21. ditto hat die Revision sich geendet und haben die 
Herren Revisores einen friedlichen Vertrag angeboten. 

Den 10. Septembris ist der Feldtherr Radziwil auß dem Lieff- 
landischen Lager nach Riga kommen. 

Den 19. ditto zog Ihr furstl. Gnaden auf den Schwedischen und 
Muscowitischen Tractaten. 

Den 26. dito zogen wegen der Stad auf dieselbe tractaten H. Tho- 
mas Ram und D. Hintelman, kahmen den 19. Novembris wieder. 

Den 17; Octobris ist ein Bürger von Bauske, Jürgen Benkendorff 
genandt, welcher nach Riga gewolt, hinter der Mühlen über der Düna 
in die Gurgel gestochen unnd mit einem Rohr vorwandet todt ge- 
funden. Ist nach der Stadt gebracht und alda begraben, den thäter 
hat man nicht erfahren.^ 
46^ Den 19. Novembris ist ein Commet mit einem schrecklichen Biesem- 

schwantz auß Orient nach Teutschland sich streckend gesehen worden.^ 

Den 22. dito zogen der Rigischen Gesandten nach Warschau 
aufm Reichstage, alß der H. Burgermeister Henricus Uhlenbrock, 
Johannes Ulrich Syndicus, Gotthard Welling Rathsherr, Hanß Witte 
und Hinrich Struborch Elterleute. H. Uhlenbrock ist über der Düna 
im Graben eingebrochen und ein Pferd versoffen und die Kleider 
naß geworden.* 



1) Statt »Religionsfrieden'' ist wol ^^B^ligionssachen" za lesen. 



1619. 



67 



Den 23. ditto ist H. Evert Hausman gewesener Gerichtsvogdt 
zu Biga, ist 41 Jahr zu rathe unnd 95 Jahr alt, todes verblichen.^ 

1619. 

• 

In diesem Jahre im Monat Martio^ April, Majo und Junio seind 
in Littauen, sonderlich zur Wilda, und zu Churland die Hauser an 
etsdichen hohen Orten, da man so schleunig nicht hat zukommen 
können, mit wunderbarlichen Gharacteren bezeichnet befunden, im- 
gleichen die Leute an den Stirnen bezeichnet gesehen worden, welche 
man nicht außleschen mögen, unnd wiewohl sich ezliche Leute unter- 
standen, die Gharacteren von den Thürschwellen außzuwischen, haben 
Sie es alleine nicht gekont, besondem es sind Ihnen sonderliche 
zeichen deßwegen an den Armen gesehen worden. Diese Deutung 
ist Oott allein bekand.'^ 

Februario. In diesem Monath ward auß Warschau geschrieben, 
daß der Römische Kayser gestorben, und seind also innerhalb 3 Monat 
erstlich Maximilianus, hernacher die Kayserinne unnd nun der Kayser 
selber todes verblichen. Fatum divinum. 

Den 27. Martii verbünd sich die Stadt mit Hertzog | Ghristoff 46^- 
Radziwil wieder Pahrensbach und deßen Helffershelffern für einen 
Mann zu stehen.* 

Den 17. Aprilis hat Gerd Volbarchs eines Bürgers Haußfraue 
Anna Müllers genandt aus irrung des Haubts Ihrer kleinen Töchterlein 
ungefehr von 4 Jahren die Kehle abgeschnitten unnd sich selber nach* 
mahls 3 wunden im leibe gestochen.* 

Aprilliß. In diesem Monatt hat immer wegen des NordennWin- 
des unnd harter Kelte daß Eyß fuhr der Sehe stehende die anktmfft 
der Schiffe gehindert 

Primo Mayus zum ersten Schiffe angekommen, 

Majo. Ist in diesem Monath zu Schrunden in Ghurlandt am Son- 
tage umb Mittag die Kirche mit Feur, welches man nicht gewust wo- 
her es gekommen, angegangen und weggebrand. 

In diesem Monath hat man wegen der harten anhaltenden Kälte 
die Pfingsten über noch die Stuben anhitzen müßen.* 

Den 21. Augusti hat Wolmar Farensbach von Wenden, da der 

H. Garol Ghotkowitz Judicium Gommissoriale geseßen, sich mit seinen 

Teutschen Völckern bey Jungfrauen HoflFe übersetzen laßen und über 

die Duna bey dem Thurm sein Kriegesvolck losiret. Den 22. dato 

zog Farensbach weg und that allenthalben großen schaden. 

5* 



68 i«2o- 

Den 28. ditto ist Ihr Gnaden der Feldtherr Carol Ghotkewitz zn 
Riga angekommen ) ward mit Freudengeschoße empfangen, worüber 
eine halbe Schlange zersprungen unnd einem Mahler der lincke Arm 
abgeschlagen, davon Er gestorben. 

Den 1. Septembris zog der Feldtherr Ghotkewitz wieder nach 
Littauen. 

Den 14. dito seind die Eönigl. Gommissarien, alß H. Beliaser 
unnd der H. Secretarius Lode in Sachen der Jesuiten mit der Stadt 
zu richten angekommen. 

Den 18. ditto ward den Jesuiten Eellersacker eingewiesen. 
47 •• Den 13.^) ditto ward laut Königl. Decrets Libertas Religionis 

Gatholicae Romanae') angeschlagen, darauff die Jesuiten hart ge- 
drungen, yerhoffende es würde Ihnen daß Yolck hauffenweise zufallen, 
aber es hat sich Gottlob Keiner dazu gefunden. Gott erhalte unß 
weiter bey seinem heyligen Wort.* 

Den 25. ditto seindt zu Rathe gekohren Nicolaus Bamecke, 
Johannes Schröder, Laurentius Zimmerman.^ 

Den 28. ditto wurden von Bolswingsche die Reußischen Kauff- 
leuthen überfallen und beraubet. 

Den 11. Novembris kam ein Bürger von Bauske Simon Krause 
für Riga nach zugeschloßenen Fortten und starb an der Duna eyliges 
Todes. 

Den 25. Decembris ist der neue Gommet zum ersten mahl in 
Osten gesehen worden. 

1620. 

Den 2. Februarii zog der Ram und der H. Syndicus nach der 
Wilda zu Ihro Königl. Mtt., item nach Newgardten auf den von 
Farensbach praetendirten Vertrag. Den 27. dito kamen sie wieder 
zu Hause. 

Den 24. ditto ward Holtschur begraben. 

Den 25. dito starb Gastellan Bartram. 

Den 17. Maji zogen abermahl die Rigischen Gesanten auf Farens- 
bachs Vertrag. 

Den 19. Octobris zogen der H. Syndicus Ulrichs unnd Nicolaus 
Barnecken nach Warschau auf den Reichstag. Den 27. Decembris 
kamen Sie wieder. 



1) B 23. 

>) B fügt hinzu „daß ist die Freyheit die Bepstliche Religion einem Jeden 
anzunehmen". 



1621. 



69 



Den 30. Novembris schwuren die Jesuiter zu Schloß | wegen der 47*- 
ReperbahU; nehmen auch H. Johan Priederichs und Märten Luben 
Oarten ein. 

Von den 25. Novembris biß den 31. Decembris ist gahr ein be- 
ständiger frost gewesen. 

Den 5.. Decembris ist der König Sigismundus von einem Musco- 
witischen Edelman in der Johanniskirche iiberfallen. 

1621. 

Dieser Monath Januarius hat mit gar starker Kälte außgehalten. 

Den 12. Februarii ist Hanß Witte zum Älterman der großen und 
Gideon Bidder zum Alterman der kleinen Güldestuben erwelet. 

Den 4. Aprilis hat daß Eyß in der Duna gerucket, nachmahls 
biß den 5. ditto bestehen blieben, ditto ist daß Eyß gerucket biß an 
der Kütterpfordten. Daß Eyß ist fast IV2 Elle dick gewesen unnd 
weiln es für der See noch fest gewesen, ist es bestehen geblieben 
unnd hat sich das waßer nach dem Kellersacker und neuen Sandpforten 
begeben, dadurch groß waßer verursachet, also daß die Haußer außer 
der Stadt voll gestanden, unnd hat man damahlen mit großer mühe 
und arbeit die Schleuße für der Sandpfordten zugedempflFet. Den 
6. dito hat es sehr geschneyet, den 7. 8. und 9. ist wegen des waßers 
große ungelegenheit besorget. Endlich hat der allmächtige Gott durch 
seine Gnade verschaflFet, daß den 10. Aprilis daß Eyß in der Duna 
unter dem andern Eise weggegangen, da dan daß Waßer gefallen und 
eine herrliche Tiefe im Port geworden. 

Den 4. 5> 6. Maji hat es noch hart gefrohren und in 3 wochen 
nicht geregnet. 

Den 11. Mayuß ein sehr große fensterntis der Sonnen am hellen 
Mittage von halbwege nev/n an hiß 11 uhr vonn Manniglichen gesehen 
worden. 

Den 12. dito hat es zum erstenmahl angefangen zu regnen, aber 
noch immer mit Kälte angehalten, also daß man noch immer die 
Stuben hat müßen einhitzen, wie es dann den 20. Maji, war der 
Pfingsttag, so kalt gewesen, daß man die stube hat einhitzen müßen. 

Den 3. Junii hat der Königl. Legat H. Hinrich Doenhoff zu Riga 48"^* 
daß Portorium revidiret. 

Den 10. ditto, ich sage den 10. Junii, sehl, Jacob Elers Sohn im 
kaltem Bade ersoffen. 

Den 29. ditto hat ein Bürger Hans Witte seinen Jungen Hans 
Fricken geschlagen, daß Er nachmahls davon gestorben.^ 



70 ^«'• 

Julius. Umb diese zeit hat E. Erb. Bäth, wie auch daß Ehrw. 
Ministerium zu Riga, geschloßen, daß die sontägliche Hochzeiten sot- 
ten abgeschaffet werden, und auf einen andern Werektage zu halten 
angeordnet, darauff dann den 10. Julii Joachimus Ciocoyius ein 
Advocat zum erstenmahl auf einen Dienstag auf der kleinen Gülde- 
stuben Hochzeit gehalten, unnd ist in der Thumbskirchen getrauet 
und nachmahlen von E. Erb. Rathe nach der Güldestuben begleitet 
worden.* 

Den 4. Julii ist durch den Königl. Polnischen Secretarium Christo- 
phorum Loden Uxkul und Kirchholm vermöge des Reichstages Con- 
stitution der Stadt Riga auf 20 Jahr eingewiesen worden.* 

Den 1. Augusti ist ein regenhafftig ungestümb Wetter gewesen 
und ist in diesem Wetter die Schwedische Armade von 100 große und 
kleine Schiffe für Riga auf der Reide angekommen. 

Den 4. dito rücketen die Schwedischen Schiffe nach den Mühlen- 
graben, schlugen einen Kreyß von Böhten umb die Schiffe, damit man 
Ihnen mit feur nicht beykommen möchte. 

Dato hat sich der Schwede bey dem Mühlgraben beschantzet und 
den 7. ditto etzliche Reuter an daß Landt gesetzet, welche etzliche 
Bauren gefangen genommen unnd einen Betler erschoßen und sich 
reitende nach Kirchholm begeben. 

Den 8. ditto ist Ceredey nebst der Stadt Soldaten nach der 

48^- Schweden lager gefallen unnd zwo gefan]gen gebracht, unnd haben sich 

die Schweden deßelben Tages auff Büchsenschießers Holm beschantzet. 

Den 9. ditto ist Gustavus Adolphus König in Schweden mit 
seinem Herrn Bruder Carole Philip unnd mit dem Peldtherrn Jacobe 
de la Gardie mit anderm Volck und Reuter von der Pernaw bey den 
Mühlgraben ins Lager angekommen. 

Den 10. ditto hat der Schwede sein Volck gemustert. 

Den 11. dito hat^) König Gustavus mit vielen Fahnen Reutern 
und Pußvolck für der Stadt herrumb die gegend beschauet, bey der 
Yogelstangen mit den außgefallenen Rigischen scharmütziret. AuS 
der Stadt haben Sie von dem Sandthurm und Rundel tapffer geschoßen. 

Den 12. Augusti hat der Schwedische Trompetter drey Schreiben 
an die Stadt Riga gebracht, welche in offener Rathsversamlung in 
beysein der Elterleute und Eltisten beyder Güldestuben öffentlich ver- 
lesen, folgendes Einhalts: 

1) A ist. 



1621, 71 

Wir GuBtaff Adolph von Gottes Gnaden der Schweden, Gothen 
und Wenden König, GroßfurBt in Finlandt, Hertzog zu Ehesten unnd 
Carelen, Herr zu Ingermanland. Unsern Gruß zuvor, Ehrbare und 
Wohlweise Tnsondere. Männiglich und insonderheit Euch Selbsten ist 
onyerborgen, wie wir zu jederzeit geneigt gewesen, mit unsern feinden 
den Pohlen friedeshandlung ^zu tractiren, damit femer Blutrergießung 
hindenangesetzet werden mögen, habens aber dahin biß dahero nicht 
bringen können. Wann unnß dan wißend, daß der Pohl unserm 
Reiche durch | Bure Stadt diese zeit hero nicht wenig mit allerley 49*- 
Krieges praeparation incommodiret, alß haben wir Unß mit Unser 
Krieges Armade, unß unseren Stath dadurch zu versicheren, anhero 
für dißmahl verfugen sollen. Nun ist Unß wißend, daß Ihr wie eine 
freje Teutsche Stadt zu den Pohlen getretten, wihr auch mit Euch in 
einerley Religion begriffen; alß wollen wir ungern, daß durch diese 
unsere Kriegesmacht Euer Stadt ruiniret werden solte, nur daß wir 
von Euch vergewißert, wie wir hinfort zu beßerer Correspondentz mit 
Euch gerahten unnd wir und unser Stath ferner nicht dergestalt ver- 
unruhet werden mögen. Begehren derowegen, daß Ihr zu Unß in 
Unserem Lager die Eurigen gestracks abfertiget unnd dadurch mit 
Unß tractiret^), wie ferner Blutvergießen möchte verhütet und abge- 
wendet werden. Sein auch biß dahero geneiget, keine Stücke für 
Eure Stadt zu rühren, sofern Ihr mit aller thätligkeit imgleichen ein- 
halten werdet, hettens auch gleichergestalt anfangs gethan, wann Ihr 
nicht auß Eurer Stadt zu Unß außgebrandt. Sollet Ihr aber dieses 
Unser gnädiges Wohlmeinen hindansetzen. unnd wir dahero gedrungen 
werden, unser bestes gegen Euch und Eure Stadt zu gebrauchen, 
wollen wir für Gott und Männiglich entschuldiget sein. Deßfals wihr 
von Euch hierauff schleunigst bey Zeigern Bescheid abwarten thun. 
Datum in Unserm Feldtlager beim Mühlengraben den 12. Aug. 1621. 

Gustavus Adolphus. 
Den Erbahren und Wohlweisen Unsern lieben besondern 49^- 
BurggraflFen, Bürgermeistern, Stadt und Landtvögdten, 
Cämmemherrn und sämbtlichen Rathmännern der Stadt 
Riga sambt unndt besonders^). 

Daß ander Schreibend an Elterleute und Eltisten beyder Gülde- 
stuben begrieffen in sich eine ermahnung, die Abschickung gewißer 
Personen in daß Feldtlager zu befördern'). 



1) A tractiren. 

^ Nach einer gleichzeitigen Copie ist dieses Schreiben abgedruckt in den 
Mitth. XIV, S. 395 f. 

s) Nach dem Original abgednickt in Mitth. XIY, S. 396 f. 



72 



ie2i. 



Daß dritte Schreibend lautet an Elterleute und Eltesten der 
Schwartzen Haubter, sowohl fremde SchiflFer als Handelsleuthe, da- 
rinnen Erklährunge geschieht, daß Sie nicht feindlich gemeinet unnd 
daß Sie derowegen ermahnet werden, mit Ihrem Haab und Guthe 
vorn abzuziehen, mit angehefFteter Assecuration, daß wan Sie solches 
thun und den Zoll ablegen, Sie frey ab und an passiren mögen'). 

Auff diese Brieffe hat E. Erb. Bath nach gehaltener Beredung 
mit Elterleuten und Eltisten diesen folgenden Bescheidt ertheilet, daß 
Sie, wie auch alle andere Stände der Stadt biß dato nichtes gethan 
noch gelaßen, waß Sie als geschworne und getreue ünterthanen der 
Königl. Maytt. und Cron Fohlen, wie auch Großfurstenthumbs Littauen, 
Ihren Eyden, Pflichten und Ehren nach nicht schuldig und verbunden 
gewesen, ohne daß auch diese Stadt keinem Menschen in dem König- 
reich Schweden einigerley weise gefehret oder beleidiget unnd waß 
etwa hieselbsten in vorigen Jahren geschehen, in terminis legitimae 
50 •• defensionis passiret [und] vorgegangen, deßen Sie bey Gott sämbtlich 
ein gutt Gewißen und verhoflFentlich auch bey Mänlichen in der Weldt 
mehr ehre dan verweiß haben. Darumb diese gute Stadt gahr un- 
fuglich und ohne rechtmäßige Ursache beschuldiget will werden. Daß 
aber E. Erb. Rath sambt Elterleute uild Eltesten die Ihrigen gestracks 
ins feldtlager abschicken sollen, umb zu tractiren zu besser*) Cor- 
respondence zu gerahten, ist ein solch Dink, daß ohne Vorwißen und 
willen der Königl. Maytt. und der Cron Pohlen, wie auch des Groß- 
furstenthumbs Littauen, denen diese Stadt einmahl subjiciret worden, 
mit nichten geschehen kan. Derowegen kan in diesem Gesuch E. Erb. 
Rath sambt Elterleute und Eltesten nicht verwilligen, so lieb Ihnen 
ist bey Gott Ihr Gewißen und bey aller Weldt Ihre Ehre zu bewahren, 
wißen auch keinen Menschen in der ganzen Biirgerschafft, der anders 
gesinnet sein solte, unnd haben diese Potentaten, so ein anders per- 
suadiren und dieselben auflFwiegeln, so sehr weit gefehlet, solte auch 
solches der billigkeit nach nicht der Stadt angemuthet werden. Sie 
wollen aber gestracks solche Brieffe an die höchstgedachte Königl. 
Mtt. und Ständen (so) auf jetzigen Reichstage, der aufs fleißigste be- 
arbeiten der Herren Königl. Gommissarien dieser seit durch die Herren 
Senatoren bey der Königl. Mtt. erhalten und den 23. dieses stylo novo 
angehet und darauf in specie laut der außgeschickten Universalen 



1) Nach dem Original abgedruckt in Mitth. XIV, S. 397 f. 

2) A deßen. 



ie2i. 



73 



von Schwedischen Hendlen tractiret werden soll, auff schleunige Post 
gelangen laßen und darüber resolution erwarten, | sehen auch Ihres- 50^* 
theils nichts liebers, dan daß der langwierige betrübte blutige Krieg 
zwischen so nahe verwandte Potentaten, darzu Sie Ihrestheils kein 
Ursach geben, dermahleins durch bequeme mittel möchte niedergeleget 
werden. Solte nun über daß und diesen allen ungeachtet diese un- 
gchnldige ReligionsYerwandte Stadt mit Wehr und Waffen bedrenget 
werden, so will sich dieselbe auf den Schutz des gerechten Gottes, 
den Sie allewege zum Richter und Schutzherrn gesetzet unnd deßen 
Sie hochgenoßen empfunden, ferner verlaßen und demselben den Auß- 
gang (zu) befehlen, auch unparteysche Verständige der Weldt darüber 
urtheilen laßen. Uhrkundlich haben wir Unser Secretsiegel unterzu- 
drücken befohlen. Riga, den 12. Aug. ao. 162P). 

Den 12. Aug. starb H. Johan Priederichs Burgermeister. 

Den 13. ditto hat sich der Schwede mit etzlichen Scheerbothen 
unnd Galleyen nach dem Holm gegen dem Schloß begeben, daselbst 
schantzen wollen, auch Fahnen bereits außgestecket, aber ist durch 
vielfältigen Schießen von der Stadt und dem Schloße, hernacher auch 
mit der Unsrigen Außfall abgetrieben. Die beyden Galleyen seindt 
von den Unsrigen erobert und weiln die eine, so prächtig vergüldet 
gewesen, von den Unsrigen sehr durchschoßen, also daß Sie nicht 
könte weggebracht werden, ist nach abnehmung der fahnen und waß 
sonsten drauf gewesen angestecket und verbrandt, die andere aber 
mit 4 metalen Stücken, fUhnlein und allen Zubehör nach der Stadt 
gebracht. Daß Schiff Jupiter ist auf diese zeit durch | und durch 51*^ 
gesclioßen, also daß es sich auf der einen Seiten gelencket und zu 
den andern Schiffen sich reteriret. Nach diesem hat der Schwede 
seine gantze Eriegesmacht zu lande nach der Stadt gebracht, bey der 
Yogelstange und fast herrumb sich gelagert, auch hinter dem Sand- 
berge (: da Ao. 1605 Hertzog Carl Landgraben gemacht :) stücke ein- 
gerichtet und ezliche mahl auf den Sandthurm, der Ihm am schäd- 
lichsten gewesen, loßgebrand. Ihme ist auß der Stadt mit Schießen 
Bescheid gethan, derogestalt, wie hernacher die Gefangene berichtet, 
daß etzliche an des Königes und an des Printzen Seiten seind er- 
Bchoßen worden. Immittelst haben die Rigischen den Ealckofen und 
waß dabey angebauet gewesen, auch Ratten auf den Holmen und über 
der Düna, anstecken und verbrennen laßen. 



1) Nach eiDem gleichzeitigen Referat abgedrückt in Mitth. XFV, S. 399 f. 



74 lö^i- 

« 

Den 14. ditto hat der Schwede in der Nacht bey der Windmühle 
eine Batterey nebens Fundirung eines Lagers hinter dem berge ge- 
macht. Wie nun die auß der Stadt stark darauf geschoßen, hat Er 
daßelbe mit Schantzkärben hart besetzet. Auch haben sich die 
Schweden gegen der Fohlen einfall umb daß Lager stark zu befestigen 
angefangen und ein groß unglaublich werck aujEFwerts von der Dnna 
ab jenseit der Lastade, da der Ealckofen stehet, biß nach den Müll- 
graben, welches über eine große halbe meile lang, in geschwinder 
eile voUenfuhret , der vielfUltigen reduten auf allen Sandbergen 
herrumb, wie auch der Graben und Brustwehren, so ringst umb die 
lager gezogen, zu geschweigen, unnd obwohl die Bigischen hefiti^ 
Yon dem Sandthurm und Rundelen darnach geschoßen, haben Sie 
doch nichtes wehren können. 
5P* Den 15. ditto frühe in der Demmerunge ist auß der Stadt ein 

außfall zu Roß und zu Fuße geschehen biß an des Schweden neuen 
Schantze bey St. Jürgens Hoffe, haben starck gegen einander schar- 
mütziret. Indehme kombt ein Fohle auß dem^) Schwedischen Lager 
nach Riga, referiret, daß der PoUnische Feldtherr verbanden, auch 
kombt derselbigen zeit Wilhelm Barbewitz der Goßaken Obrister von 
den Feldtherrn Radziwil in die Stadt und verkündiget des Peldtherm 
anzug, darüber sich die Rigischen erfreuet, hoffent Sie würden entsatz 
bekommen. 

Ditto hat man starck auß der Stadt gefeuret und geschoßen und ist 
biß dahero noch keiner von den Rigischen, unangesehen der Schwede 
gahr starck mit groben Geschütze und Musquetten auf die Stadt ge- 
schoßen, beschädiget worden, alß ein Bürger nahmens Hinrich Benne- 
man, welcher da Er geschlaffen, mit einer Kugel, so im wiederauflT- 
springen auf Ihm gefallen, (und) todt geschlagen. Dato ist noch ein 
junger Kerl von einer Musquetenkugel am Leibgürtel getroffen und 
am leib etwas braun zu sehen gewesen, Er aber hat die Kugel auf- 
genommen und gezeiget. 

Den 16. ditto hat der Schwede auß vielen Battereyen die Stadt, 
insonderheit den Sandthurm, angefangen zu beschießen, auß der Stadt 
ist auch wieder geandwortet. 

Dato hat der Schwede bey dem Thurm über der Duna sich be- 

schantzet. Die Rigischen Soldaten fielen zwar auß, aber weiln Sie 

zu schwach, kahmen Sie unverrichteter Sachen wieder nach Riga, 

52^ unnd | ist dato das große Geschütz der Moer*) genandt auf den 



1) A des. 

*) vielleicht „Moev" zu lesen. 



IMl. 



75 



Masselmndel zersprungen. Dato kombt zeitung, daS der Schweden 
oberster Büchsenmeifiter nebenst andern von der Stadt erschoßen, unnd 
ist selbigen Tages auch eine Kugel durch der Thumbkirchen Gewelb 
geschlagen. Dato ein Schreibend von Ihr furstl. Gnaden Badziwil an 
die Stadt gekommen und zur Stund beandwortet. Dato hat auch der 
Schwede eine neue Schantze bey des Rammen Garten geschlagen. 

Den 18. ditto bat der Schwede wenig geschoSen unnd seind die 
Bigischen in der nacht außgefallen, aber zurück getrieben worden, 
unnd hat der Schwede auß der Schantze über der Duna bey dem Thurm 
mit groben Stücken in der Stadt Pfordten geschoßen. An* diesem 
Tage haben die Rigischen ein Schreibend an den Pollnischen Feldt- 
herrn Radziwill durch den H. Buring und Wessel umb entsatz gesandt. 

Den 19. ditto ist der Schwede naher der Stadt zugerücket und 
bey der Sand und Jacobs Rundel biß an den Stadtsgraben gekommen, 
also daß die Schweden mit den Rigischen auf den Wällen spräche 
gehalten. 

Den 20. ditto hat Er auß der überdunschen Schantzen viel ge- 
schoßen und die Galleyen, welche der Stadt Soldaten den Schweden 
abgenommen, mit durchgeschoßen worden, imgleichen der Stadt Gal- 
leyen sehr schamffiret, als daß man bey nacht die Stücke davon hat 
bringen müßen, und ist die eine Galley gesunken, die andere in die 
Rüsing gebracht und nachmahls abgebrochen worden. 

Den 21. ditto hat der Schwede mit vielem Schießen viele Dächer 52^* 
an den Haußern in der Stadt durchgeschoßen. 

Den 22. ditto hat Er mit ganzen und halben Gartawen gar tapffer 
auf die Stadt geschoßen und hat zwo Schantzen, die eine auf Fried- 
richs Holm, die ander auf der Jesuiten Holm in der Duna gemacht, 
welches man Ihm nicht hat wehren können. 

Den 23. ditto hat Er abermahl auß dreyen Battereyen zugleich 
nach der Sand und Jacobs Pforten gewaltig geschoßen. Die Kugeln 
seind 25, 50, 60 und 64 X schwer gewesen, der Sandthurm durch 
und durch geschoßen worden, imgleichen die Streich und Brustwehren 
auf den Neuen und Neupforten Rondel gantz weggeschoßen, dadurch 
viel Yolcks, insonderheit von den ünteutschen, erschoßen seind, unnd 
seind der Schöße auß den groben Stücken bey 100 in einer Stunde 
gezehlet worden unnd hat solch schießen von 6 Uhr Morgens biß an 
6 Uhr des Abendts continue gewehret. Auß der einen Battereyen bey 
der Sandmühlen seind vier, auß der andern Batterey drey und auß 
der dritten Batterey zwo Schöße zugleich abgangen. Auch hat dato 
der Schwede daß Hauß Dahlen eingenommen. 



76 i«2i- 

Den 24. ditto abermahl mit groben Stücken sehr geschoßen und 
ist eine Kugel durchs Rathhaußthurm gepflogen und über Cord Rige- 
maus Eammerfenster am Marckte an die Maur geschlagen. 

Den 25. ditto kahmen 6 Schwedische Jungens gelauffen, imgleichen 

ein Teutscher Soldat, berichten unter andern, daß inn Lager und 

Schantzen 2 halbe Cartawen gesprungen sein, imgleichen sey der 

53^ Büchsenmeister Hannß Schmer mit einer | Musquetenkugel auß der 

Stadt erschoßen. 

Den 26. ditto kam in der Nacht ein Schreibend vom H. Radziwil, 
darin Er sich verspricht, mit ansehnlichem Volck die Stadt zu ent- 
setzen, unnd hat damahls der Schwede auß allen Battereyen gahr 
hart geschoßen, dadurch die Streichwehren der Stadt fast zerrißen. 

Den 27. und 28. ditto hatt der Schwede abermahlen des Morgens 
gahr frühe angefangen zu schießen, die Saudpfordte sambt der Mine 
gefeilet, auch glüende Kugeln geworffen. Es sind in einer Stunde, 
wie man solches observiret, mit halben und ganzen Cartauen bey 
hundert Schöße abgegangen, die Kugeln seind 25, 30, 50, 100, 120 S 
schwer gewesen. 

Den 29. ditto hat der Schwede gahr hart in die Katze für der 
Sandtpforten geschoßen, wodurch viele Soldaten der Rigischen er- 
schoßen, imgleichen ein Bürger mit Nahmen Benedictus Steinkuhle, 
ein Kleinschmidt, auf dem Walle mit einer Musquettenkugel erschoßen. 
Gleichfals hat Er Peur und sprengkugeln in die Stadt geworffen, 
welche aber keinen Schaden gethan. 

Den 30. ditto hat der Schwede wenig geschoßen. Umb 5 Uhr des 
nachmittages kombt der Polinische Peldtherr Radziwil mit Krieges- 
volck jenseit der Düna an, dadurch die Rigischen sehr erfreuet wurden. 
Hat tapffer.auf die Schweden anfänglich zugesetzet, weiln aber sich 
die Schweden wohl vergraben und verschanzet, -hat Er an Ihnen nichts 
beschaffen können, ist den 31. ditto mit seinem Kriegesvolck wieder 
abgezogen, unnd haben die Schweden abermahl gewaltig geschoßen 
53^- und viel Volck | in der Stadt beschädiget. Ist auch dato ein greu- 
licher Sturm und regen gewesen. 

Den 1. Septembris hat König Gustavus auß Schweden auß 9 Batte- 
reyen gahr hart geschoßen, auch mit glü enden Kugeln tapffer nach 
der Stadt geworffen. 

Den 2. ditto hat Er des Morgens gahr frühe wieder angefangen 
gahr starck zu schießen unnd ist eine Kugel in St. Johannis Kirchen 
gefallen, und unter der Vesper ist in St. Peters Kirchen auff dem 
Gewelbe über daß Gohr eine glüende Kugel gefallen, also daß es 



leai. 77 

auch hat ^) angefangen zu brennen, ist aber gelöschet worden. Deßel- 
bigen Tages ist umb 4 Uhr nachmittage ein Schwedischer Trompetter 
mit Brieffen von dem Könige in Schweden an die Stadt gesand, wel- 
chen die Bigischen eingebracht und die Brieffe gelesen. Immittelst 
wird von den Schweden geschoßen und Sturm gelauffen, die Bigischen 
aber haben den Sturm abgetrieben; der Trompetter ist auffgehalten 
worden. 

Den 3. ditto hat der Schwede abermahl hart geschoßen und gegen 
abend in den halben Mond für der Sandpforten graben wollen, ist 
Ihm aber auß der Stadt gewehret worden. 

Dato kombt ein Schreibend von dem Pollnischen Feldtherrn an die 
Stadt und hat E. Erb. Bath solches den 4. dito beandwortet. 

Obgedachter Königlicher Schwedischer Brief, so den andern dito 
von einem Schwedischen Trompetter eingebracht, ist in oflFener Ver- 
samlung E. Erb. Baths, wie auch Alterleute und Eltesten, verlesen 
worden und lautet also: 

Wihr Gustaff Adolff von Gottes Gnaden der Schweden, Gothen 54 •• 
und Wenden König, Großfürst in Finland, Hertzog in Ehesten und 
Carelen, Herr zu Ingermanlandt etc. Unsern grüß nach gelegenheit 
zuvor. Ehrbare Besondere. Weil Ihr für wenig tagen für äugen ge. 
sehen, wie Euer Polnischer Sucurs davon gelauffen und numehr wahr 
geworden, waß wir in Unserm vorigen Schreiben Euch angedeutet 
daß Ihr nemblich keinen entsatz zu hoffen, alß haben wir Euch zuvor 
in Euer Gegengewehr diese zeit hero hinspielen laßen. Ob nun da. 
hero unnd [ohne] daß woU der allmächtige Gott euch in unsere Hände 
g^eben, so sehen wir dannoch Gottes Befehl nach wie ein Christ- 
licher Potentat lieber wegen des allgemeinen Glaubenß Verwandnüß, 
daß Euer Stadt erhalten und nicht gänzlich ruiniret werden solle. 
Wollen derowegen nochmahlen aus Christlichem wohlmeinen euch 
ermahnet haben, daß Ihr gestracks die Eurigen zu ünß herraus in 
unser Lager schicket'), mit ünnß «u untergebung zu tractiren, auff 
solchen fall zweifelsohne dergleichen mittel berahmet werden könten, 
wie Ihr bey Euren Privilegiis und freyheiten zu erhalten seidt. Sollet 
Ihr aber bey Euer Halßstarrigkeit verharren, in meinung daß ex- 
tremum belli zu erwarten, unnd Euer Stadt, ja Weib und Kinder, den 
soldatischen Einfall und darauff unwandelbares | Unglück überkommen 541»- 
laßen, alß habet Ihr Euch von nun an nichts mehr zu erwarten, alß 



1) A hart. 
*) A schicken. 



78 *«"'• 

waß der Krieg in solchen fällen allezeit mit sich eintragen pfleget, 
Wihr aber wollen in allen för Gott und der Weldt numehr ent- 
schuldiget sein. Datum in Unserm Feldtlager für Riga den 2. Sep- 

tembris Anno 1621. 

Gustavus Adolphus. 

Inscriptio. 

Den Ehrbahren unsern besondern Burggrafifen, Bürgermeistern, 

Stadt- und Landvögdten, Cämmerherrn und allen R&thsver- 

wandten in Riga sambt und sonders^). 

Auff obengedachtes Schreibendt ist E. Erb. Rath sich alßbaldt zu 
resolviren bedacht gewesen, wann nicht stracks nach der Insinuation 
eben bey Verlesung und drüber angestalter nothwendiger deliberation 
über dem vielfältigen unmäßigen Schießen der glüenden Kugeln auch 
ein feindlicher gefährlicher Anfall an der Stadt Vestung und Mauren 
geschehen, unnd obwohl E. Erb. Rath dahero befugt, mit den Trom- 
petter oder Brieflftragern anders zu procediren, so haben Sie dennoch 
des gelindesten weges gehen und das zugesagte Quartier redlich 
halten, auch folgenden auff Gewißen, Ehr, Recht und billigkeit ge- 
gründeten Bescheid unnd andwort krafft dieses für sich selbst und im 
Nahmen der obengenandten Elterleute und Eltesten beyder Gülden, 
55»- ja der gantzen ] Bürgerschafft, außgeben laßen wollen, daß, obwohl 
öffentlich am Tage, daß der feind der schrifftlichen andeutung nach 
^ es bißhero in allen und jeden feindlichen gefährlichen Beginnen, 
fürnehmen und thaten, mit Berenneh, Graben, Schantzen, SchieBen, 
Feurwercken, Minen und Anlauffen an Ihm nichts mangeln laßen, 
sondern alles daß ungesparten fleißes jedesmahl fürgenommen, waß 
zum Verderb und Bezwingung dieser Stadt Ihm fürträglich bedaucht, 
dennoch') das alles yom Erbar Rath, Elterleute und Eltesten und der 
gantzen Bürgerschafft so weit nicht empfunden und angesehen werden 
können, daß Sie dahero und umb deßen willen für Gottes und der 
Weldt Gerichte entschuldiget und einerley weise geneiget oder ge- 
meint sein selten, Ihre der Königl. Maytt. und löblichen Polnischen 
Reipublicae einmahl mit guten Rath und wohlbedacht gethanen und 
mit anruffung und Bezeugung des hochgeehrten Nahmens Gottes 
mehrmahlig befestigte und verbundene Treue und Hulde, eydbrüchig 
zu schweren'), der Lutterschen Christlichen Religion und Teutscher 



1) Nach dem Original abgedruckt in Mitth. XIV, S. 400 f. 
s) A demnach. 
') 1. Bchwechen. 



lesa. 



79 



werthen Nation bey allen andern Religionen und Nation Verwandten 
onablöSlichen mackel und Schandflecken anzuhengen und alle andre 
Religion und Nation Verwandten gefehrlicli zu ergem und praegra- 
Yiren. Eönnenß auch nicht dafür halten, daß Gott der Herr, der 
einen Grauwen an unrechten Kriegen und bluthvergießen hat; ein 
solch Decretum der Übergebung und unterläge , wie | in diesen 55^* 
schreiben angezeiget und gerühmet wird, über sie beschloßen und ver- 
hengt haben solle. Demnach mag E. Erb. Rath, die Elterleute und 
Eltesten, wie auch die gantze Bürgerschafft, so lieb Ihnen Ihr Ge- 
wißen und Ehre ist, solch Begehren, wann auch kein einiger Mensch 
w^en der Königl. Maytt. Ihres gnedigsten Herrn und der Reipublique 
sie entsetzen solte, nicht yerwilligen, besondern müßen und wollen 
sambt und besonders nach den Uhrkunden unndt Gründen des offen- 
bahren willen Gottes in den Schrancken Ihres Beruffes und der Königl. 
Maytt. und der Cron Fohlen, so auch Großfurstenthumbs Littauen, 
schuldige Treue und Hulde biß an daß ende beständig verbleiben und 
de caetero die Gerechtigkeit und den willen Gottes in dieser Sachen, 
darin sie die Gron Fohlen und sich allerdings unschuldig wißen, 
regieren und walten laßen unnd waß darüber der allmächtige Gott 
nach seiner Frovidentz erfolgen lest, mit guten Gewißen erwarten 
und außtauren. Uhrkundlich hat E. Erb. Rath diesen Bescheidt mit 
der Stadt Insiegel zu beglaubigen befohlen. Actum Riga den 4. Sep- 
tembris Anno 1621^). 

Den 4. ditto hat der König abermahl gahr hart geschoßen, hat 
auch eine Galley verfertiget, umb*) dieselbe über den Stadtgraben 
beym Jacobs Rundel zu schieben, ist aber gewehret worden. 

Dato ist Hanß Kempen sein Diener Caspar Deters auff dem wall 
erschoßen worden. 

Den 5. ditto ist Davidt von Linten ein Bürger und Jochim ein 56'* 
Geselle bey Levin Nummers auff den walle erschoßen. 

Ditto hat der Schwede die gedachte Gallerey übergesetzet, auff 
welche die Rigischen tapffer geschoßen, so daß Sie in der Mitt ge- 
brochen und in daß waßer gesuncken. Diese Gallerey ist auf beyden 
Seiten mit blendung von Leinwand und oben mit Brettern bedecket 
gewesen. 



^) Nach einem gleichzeitigen Referat abgedruckt in Mitth. XIV, S. 401 ff. 
«) A und. 



80 ^«2»- 

Dato ist der Schwedische Trompetter, welcher den 2. Septembris 
eingebracht, umb 4 Uhr nachmittag mit andwortschreiben wieder nach 
dem Schwedischen Lager abgesandt. 

Den 6. ditto hat man die Gallerey in Brand bringen wollen, hat 
aber nicht brennen wollen, nnnd hat der Schwede zu miniren sehr 
starck fortgefahren. 

Den 7. dito hat Er nicht viel geschoßen, besondern zu miniren 
immer fortgefahren, jenseit der Düna über die Graben brücken ge- 
macht, also daß Er von einer Schantze zu der andern hat gehen 
können. 

Den 8. ditto vor Mittag wenig geschoßen, aber mit dem Grabende 
nach dem Sand Rundel und Voßebrede^) starck fortgefahren, und 
haben die Bigischen Ihme entgegen gegraben. Wie Er solches ver- 
nonmien, hat Er stille gehalten, aber nach Mittage mit feldtsteinen 
und Kugeln gahr hart zu schießen angefangen, unnd damahls Jochim 
Uhlenbrock, Tonnies NiehofF, Warner Domsleger, alle 3 gesellen, item 
Hannß Kappe ein Schneider erschoßen Worden. Rötgerdt Plönnies 
einem Bürger seind beyde Hende abgeschoßen, welcher des andern 
Tages todes verblichen. 
56^- Den 9. ditto hat Er wiederumb mit Steinen und glüenden Kugeln 

gewaltig geschoßen und unter dem halben Mondt eine Miene ^ ge- 
sprenget, zu zwo unterschiedlichen mahlen daß Sand Bündel zu Sturm 
angelauffen, worüber Gonradt Knoep ein Sadtler und Matthaeus Gröne- 
wald erschoßen worden, auch ist ein Schwedischer Fendrich im An- 
lauffen erschoßen worden, seind aber von den Bigischen vom Walle 
abgetrieben. Dato ist Jürgen Bennekamp, welcher den 5. ditto auf 
dem walle durch ein Geschoß verwundet, in Gott verstorben. 

Den 10. und 11. ditto hat der Schwede wenig geschoßen, aber 
mit dem Graben unter dem Sand Bündel unnd Walle starck fort- 
gefahren. 

Den 12. ditto hat Er wiederumb mit glüenden Kugeln gahr hart 
geschoßen. Umb 3 Uhr nachmittag kombt ein Schwedischer Trom- 
petter mit Brieffen abermahl an die Stadt. Es ist Ihm aber zur stund 
schrifftlich geandwortet worden unnd umb 7 Uhr abendts wieder ab- 
gefertiget, der Stadt Trompetter ist umb bescheidt zu holen mitge- 
sand, unnd lautet E. Erb. Bath brieffes einhält folgendes: 



1) Yon Brotze an den Rand geschrieben «Faussebraye*', worunter ein niederer 
Wall vor dem Haaptwall zu verstehen ist. 

S) A MieL 



1681, 81 

Der gestrigen and heutigen Erklärung zufolge hat E. Erb. Bath 
dieser Stadt heutiges tages keinen fleiS gespahret, mit den Ständen 
und andern in gestrigen Bescheide benandten Persohnen (:mit denen 
diese Stadt dermaßen verbunden, daB einer ohne den andern nichtes 
schließen kau:) getreulich und fleißig über den einhält des eodem 
unter dem Eönigl. Schwedischen titul, Handzeichen unnd Siegel ein- 
geschicktes dritten Schreiben zu communiciren unnd sich einer ge- - 
wißen meinung | zu vereinigen, allein zu dehm ende, damit femer bluth- 57^ 
stürtzung unter Beligionsverwandte Christen verhüttet und ai];)ge8chaffet 
werde. Eß ist aber E. Erb. Rath unmüglich gefallen, wie gern die- 
selbe aucji gewollt, solche wichtige deliberation in der engen zeit zu 
schließen. Hierumb abermahl ein Erb. Rath bestes fleißes angesuchet 
haben will, auß eben dehnen im selbigen Schreiben angezogenen christ- 
lichen hohen Motiven und Ursachen, die gegebene frist noch auff 
24 stunden und also biß Morgen auf den Abendt umb 5 Uhr zu ex- 
tendiren und mitlerweil löblichen Kriegesgebrauch nach in solcher 
maße aufifrichten Quartier halten zu laßen, daß nicht allein ab armis 
cessiret, sondern auch der Stadt festung in wehrenden stillstände nicht 
zu nahe getretten, noch auch die Graben gefullet. Brücken überschlagen 
oder Bonsten jeniger Yortheil eingenommen werde, unnd ist E. Erb. 
Rath auff den fall da solches bewilliget wird, redlich zu correspon- 
diren und immittelst eine einmuhtige^) richtige Resolution einzuschicken 
bedacht und erböhtig. Es erachtet aber E. Erb. Rath für hochnöthig 
zu sein, daß zu desto sicherer fortsetzung der tractaten üblichen ge- 
brauch nach zu beyden theilen Gieselers gegeben und eingeschicket 
werden. Wann nun darzu verwilliget und wer anhero eingeschicket 
werden soll, sambt der zeit und stelle der permutation specificiret wird, 
will E. Erb. Rath gleicherweise die seinigen auß allen Ständen nehmen 
und anordnen unnd sich reciproce') zu aller gebührlichen Sicherheit 
obligiret und verbunden haben, eines schrifFtlichen Bescheides hier- 
über I erwartende. Uhrkundlich ist dieses mit der Stadt Insiegel zu 57^- 
befestigen befohlen. Datum Riga den 13. Septembris Anno 1621^). 

Gustavi Adolphi Königl. Maytt. in Schweden Respons. 

Eß haben Ihr Königl. Maytt. in Schweden Eines Erb. Raths der 
Stadt Riga Schreibend empfangen unnd darauß verstanden, daß die- 
selbe zur ferner Deliberation noch 24 stunden Quartier zu halten be- 



^) A aomuthige. 

*) A rigeroBe. 

^) Nach einer gleiehzeltigen Gopie abgedruckt in Mitth. XIV, S. 407 f. 

g 

BodMk«» Chronik. 



82 i«2'- 

gehren. Wann aber Ihr Eönigl. Matt, darin keinesweges verwilligen 
können noch wollen, alß begehren Ihr Königl. Maytt., daß E. Erb. 
Rath morgendes Tages, wird sein der 14. Septembris, umb 12 Uhr 
Ihre Gieseler, einen Burgermeister, Thomas Rammen einen Raths- 
yerwandten oder Ihren Syndicum und dann der großen und kleinen 
Oüldestuben Elterleuthe ins Lacker schicken, mit Ihr Eönigl. Maytt. 
gestraoks zu tractiren, alßdann dieselbe stracks hinwiederumb Ihren 
Hoffmarschaln, die Grestrengen Edlen und Yesten Swento Bannier 
auflF Duersholm und Ekenies, Ihren Obersten und Qubernatorn in 
Ingennanlandt Hinrich Fleming au£f Lochten erbgeseßen und Ihren 
Secretarium Paulum Spandikaw zu Gieselers in die Stadt zu schicken 
und gleiohfals daselbst zu tractiren geneigt sein', auff Gondition wie 
unter beiden Seiten alßdann behandelt werden kau, da dann hoffent- 
Mck sich finden wird, daß kein femer aufschub wird von nöhten sein, 
58 •• unnd kann hierzu der Ohrt bey Euer Marstal|pfordten zu der unsrigen 
ankunfft gesetzet werden. Immittelst da die Stadt mit Befesten und 
arbeiten wird einhalten wollen, solches gleichefgestalt Ihr Königl. 
Mtt. durch die Ihrigen unterlaßen, wo nicht, da gleichwohl der eine 
dem andern zur arbeit und jegenfertigung reciproce^) verursachen 
solte, soll dennoch daß Quartier vpn beden theilen unverbrüchlich 
gehalten werden. Signatum unter Ihrer Königl. Mtt. Handzeichen 
unnd Insiegel im Peldtlager für Riga den 13. Septembris Anno 1621. 

Gustavus Adolphus^J. (L. S.) 

Eines Erb. Raths der Stadt Riga Respons. 

Ein Erbahr Rath der Königlichen Stadt Riga erklähret sich hier- 
mit nach empfahung und Verlesung der eingebrachten Schreibens zu 
bestende, daß Er löblichen Kriegsgebrauch nach Quartir halten, die 
Sache mit den sämbtlichen Ständen und andre angehörigen deliberiren 
und jegen den Abend darauff resolution zukonunen laßen will, ühr- 
kundlich. Datum Riga den 13. Septembris Anno 1621^). 

Ihr Königl. Maytt. andwort. 

Die Königl. Maytt. in Schweden bewilliget mit der Stadt Riga, 
so sich ebenmäßig in Schrifften darzu anerbieten thut, biß auf den 
Abend um 5 Uhr Quartier zu halten, doch dergestalt, daß alßdann 
E. Erb. Rath und Bürgerschafft Ihre Deputirte herraußer in daß Lager 



^) A rigerose. 

2) Nach einer gleichzeitigen Copie abgedruckt in Mitth. XIV, S. 409. 

4 Nach einer gleichzeitigen Gopie abgedruckt in Mitth. XIV, S. 406. 



1621. 



83 



»chicken, (und) mit Ihr Königl. Maytt, | zu tractiren, welchen von Ihr 58^- 

Königl. Mtt. frey sicher geleite ab und zu krafft dieses versprochen 

wird, allermaßen auff allen fall mit Ihr Königl. Mtt. abgefertigte es 

gleichergestalt von E. Erb. Rath soll gehalten werden. Da nun 

hierin dieselben zu willigen bedacht, so wird E. Erb. Rath der Stadt 

zeitlich Ihr Königl. Maytt. solches wißen laßen, auff daß dieselbe 

auch Ihre Sachen darnach richten und die abgefertigten der Stadt 

gebührlich empfahen mögen. Signatum unter Ihr Königl. Maytt. 

Handzeichen und Insiegel im Feldtlager für Riga den 13. Septembris 

Anno 1621. 

Gustavus Adolphus^). (L. S.) 

Den 13. Septembris umb 8 Uhr des Morgens kam der Stadt 
Trompetter mit vorgedachten BrieflFen an die Stadt wiederumb zurücke, 
ist aber umb quartier zu halten mit einem BrieflF, wie vor zu sehen, 
wieder abgeschicket, darauff vorhergehendes Schreibend vom Könige 
Gnstavo an die Stadt eingekonmien, nebenst Gaution sicherst geleites 
der Stadt abgefertiget, auch dilation biß den andern'Tag umb 12 Uhr 
nachgegeben und Gieselers außzusenden bewilliget. 

Den 14. ditto seind der Stadt Deputirten, alß Burgermeister 
Henrich von ühlenbrock, Johannes Ulrichs Syndicus, Hannß Witte der 
gi-oßen und Gideon Ridder der kleinen Güldestuben Elterleute, nach 
dem Königl. Lager abgesandt, hierentgegen die Gieselers des Königes, 
alß H. Swanto Bannier Königlicher Hoffmarschall, H. | Heinrich 59». 
Fleming Oberster und Gubernator in Ingermanlandt, Paulus Spanne- 
kow Königlicher Secretarius, mit zwo Cornet Reuter bey dem Kalck- 
offen gehalten, die Stadtabgefertigte vom Marstaldwenger biß an die 
Aschewracke zu fuß gegangen unnd daselbst von den Schwedischen 
empfangen worden, unnd nach gehaltener Unterredung die Königl. 
Giselers nach der Stadt, der Stadt Gesandten aber nach dem Königl. 
Lager begleitet worden, unnd haben der Stadt Gesandten vom Könige 
Quartier biß auf den andern Tag umb 2 Uhr bekommen und waß 
alda furgefallen ad referendum genommen^). Seind also dato die 
Königl. Gieselers wieder nach dem Königl. Lager und die Stadtge- 
sandten wohlgetractiret wieder nach der Stadt gekommen. 



^) Nach dem Original abgedruckt in Mitth. XIV, S. 407. Die obigen sämmt- 
lich vom 13. Sept. datirten vier Urkunden sind in unserer Chronik offenbar nicht 
in der richtigen Reihenfolge locirt. Die beiden letzten sind den zwei ersten vor- 
anzustellen, wie in den Mitth. XIV, S. 406—409 geschehen. 

') Die von den Deputirten über ihre Verrichtungen abgestattete Relation s. 
in der Beil. 5. 

6* 



g4 1^1- 

Den 15. ditto ist die gantze Bürgerechafft der Stadt zur Gülde- 
stuben gefordert, derselben des Königes Gnstavi willen entdecket, 
worauf E. Erb. Rath sambt der gantzen Bürgerschafft einhellig ge- 
schlossen; dem König Gustavo die Stadt auffzugeben, worauff die 
Stadtabgesandte mit solcher Resolution zu Ihr Königl. Maytt. ins 
Lager unnd die Königl. Gieselers wieder in die Stadt gekommen, biß 
an den Abend, da dan der Stadt Gesandten wieder nach der Stadt 
und die Königl. Giselers wieder nach den Königl. Lager gezogen. 

Den 16. ditto umb 3 Uhr nachmittag ist Ihr Königl. Mtt. in 
Schweden Gustavus Adolphus mit seinem H. Bruder Carole Philippe, 
wie auch mit 3 Fahnen Reuter und 4 Regimenter zu fuß, in die Stadt 
gekommen. Ihr Königl. Mtt. hat durch die Schallpfordten über daß 
Marckt nach St. Peters Kirchen zum erstenmahl geritten, der Cantor | 
59^- hat zu musiciren angefangen, darnach der H. Pastor M. Hermannas 
Sarosonius eine Predige gehalten. Nach gehaltener Predigt hat man 
gesungen: Herr Gott dich loben wir, Herr Gott dir dancken wir, unnd 
hernach der Gantor gemusiciret. Ihr Königl. Maytt. ist nebenst seinem 
Herren Bruder nach seiner Herberge bey Michael Schultzen in der 
Marstallstraßen begleitet worden. 

Den 17. ditto ist Ihr Königl. Maytt. nach der Jesuiten Kirchen 
St. Jacob genandt geritten, dieselbe aufschließen und alda auf Schwe- 
disch daß Te Deum Laudamus singen, darnach eine Schwedische 
Predigt halten laßen. Ihr Königl. Maytt. hat in seiner eigenen Person 
den Gottesdienst beygewohnet. Nach geendigter Predigt hat Ihr 
Königl. Maytt. die Patres zu sich fordern laßen und Ihnen ireyge- 
geben, daß Sie sicher wegziehen möchten. Deßelben tages ritten 
Ihr Königl. Maytt. mit seinem H. Bruder Carole umb die Stadt und 
besichtigten die Stadtswälle. 

Den 19. ditto zog der Königl. Schwedische Feldtmarschall nach 
Dunamunde. 

Den 20. ditto ergaben sich die auf Dunamunde mit accord, über- 
geben daß Hauß an Ihr Königl. Maytt. in Schweden und zogen davon. 

Den 21. ditto hat der PoUnische Rittmeister Schwartzhoff mit der 
Dunamundischen Guarnison im Lager stillgehalten und den 22. ditto 
mit selbigem Yolcke über der Duna nach Littauen gezogen. 

Den 23. und 24. dito hat Ihr Königl. Maytt. mit E. Erb. Rathe, 
Elterleute und Eltesten wegen der Stadtsprivilegien sich verglichen 
und vertragen. 

Den 25. ditto hat H. Mag. Hermannus Samsonius eine Huldi- 
gO^ gungspredigt gehalten, nach der gehal|tenen Predigt hat E. Erb. Rath 



r 



I6S2. 



85 



nebenst der gantzen Bürgerscbalft Ihr Eönigl. Mtt. auf einem Theatro 
aaf dem Marckte aufgebauet unter dem bloßen Himmel gehuldiget und 
geschworen. Die SchlüBel der Stadtpforte in einem seidenem Tuche 
eingewickelt hat der elteste Burgermeister H. Nicolaus Ecke Ihr 
Eönigl. Maytt. überandwortet, Ihr Eönigl. Mtt. hat Sie dem gedachten 
H. Burgermeister wiederumb überlieffert. 

Dato sind der Stadt Privilegia von Ihr Eönigl. Maytt. confirmiret, 
wie lib. . . . pag. ... zu ersehen und zu finden. 

Den 26. ditto ließ Ihr Eönigl. Maytt. daß Eriegesvolk über die 
Duna setzen, jegen den Abend zog Ihr Eönigl. Maytt. zu den Erieges- 
Yolck ins Lager. 

Den 27. ditto ist Ihr Eönigl. Maytt. mit dem EjriegesTolck durch 
den Babit^) nach Mitau gezogen. 

Den 30. hat Herrtzog Christopher Badziwil einen Trompetter mit 
Briefien an die Stadt gesand/ einen Brieff an den Bath zu Riga, den 
andern an den Schwedischen Feldtherrn Jacobum de la Gardie unnd 
einen an Michel Schulzen. Die Brieffe sind Ihr Eönigl. Maytt. zuge- 
sand worden. 

Den 3. Octobris hat Ihr Eönigl. Maytt. in Schweden daß Städt- 
lein und daß Schloß Mitau erobert. 

Den 7. ditto seindt zu Rath erkohren Matthias Eocke, Jacob 
Carstens. 

Den 9. ditto haben die Fohlen einen einfall in die Vorstadt für 
Riga gethan und Jacobi de la Gardie Lager angezündet, viel Yolcks 
alt und jung in der eil daniedergehauen, unter welchen der Stadt 
Baumeister gewesen, auch ezliche gefangen genommen, alß Heinrich 
Friedrichs einen Bürger und etzliche junge Gesellen. 

Den 19. ditto ist H. Thomas Ramme zum Burgermeister erkohren. 60^* 

Den 13. Decembris ist die Duna mit Eiß zugel^et, im strohm 
aber ist es von der Sünderpfordten biß nach dem Euthause mitten 
offen geblieben und ob es wohl sehr hart gefrohren, ist es dennoch 
nicht zugefrohren, besondem biß 3 wochen klahr gestanden. 

Den 18. ditto ist eine Jungfrau Frans Hachs Tochter von einem 
Schwedischen Reuter unyersehends erschoßen. 

1622. 

Den 28. Januarii ist Hertzog Wilhelm des Fürsten in Churland 
gewesener Hoffschneider zu Riga begraben worden, seines Alters 
107 Jahr, sein Nähme ist Wilhelm gewesen. 

1) A Babel. 



86 



1022. 



Den 8. Junii haben die vergangene nacht 7 Fahnen Reuter und 
3 Fahnen Fußvolck der Fohlen die Mühle über der Düna angefallen, 
in meinung dieselbe zu erobern und in Brand zu stecken. Es seind 
aber nur 15 Rigische Soldaten in gedachter Mühlen gewesen, welche 
sich durch Gottes HülflFe tapflfer gewehret, etliche der Fohlen er- 
schoßen, also daß Sie unverrichteter Sachen haben müßen abziehen. 
Den andern Morgen hat man zwo todte Cörper der Fohlen bey der 
Mühlen gefunden, die man begraben, imgleich auch gehirn anderer 
erschlagen[en], so die Fohlen mit weggefuhret. 

Den 13. ditto ist Ihre Königl. Maytt. nebenst unseren Gesandten, 
alß Johannes Ulrichs, Gotthard Welling unnd Henrich Lademacher, 
welche den 7. Februarii dieses Jahres nach dem Reichstag in Schwe- 
den von Riga abgesand, mit 44 Schiffen auf der Reide für Riga an- 
gekommen. 

Den 31. ditto ist ein Stillstand zwischen den Fohlen und Thr 
Königl. Maytt. in Schweden biß den 1. Junii ao. 1623 in Lieffland 
gemachet worden, also daß die Commercia nach Riga frey gewesen. 
61 *• Denn 19. Septembris ist ein junger Bürger Hans Bölekow, welcher 

nur fiir 8 Tagen Hochzeit gehalten, von einem Schwedischen Reuter 
unversehendts erschoßen worden. Der thäter zum Tode verdammet 
ist den 23. ditto zu Riga auf den Marckt geführet, daß Er wieder mit 
dem Schwerdt solte gerichtet werden, ist aber von des Sehligen Witwe 
begnadet. 

Den 22. ditto zu Rathe gekohren Hans Witte, Hans Dreiling, 
Johannes Benckendorff. 

Den 4. Octobris ist Johannes Ulrichs gewesener Syndicus zum 
Burgermeister und H. Bereut Dolman zum Obervogdt erwehlet. 

Bß seind vom 1. Aug. 1621 biß Ao. 1622 den 1. Maji viele Bürger 
und Gesellen zu Riga an einer hitzigen Krankheit und sonsten in der 
Belagerung umbgekommen, wie folget. 

Bürger der großen Güldestuben ao. 1621 im Aug. theils natürlichen 
todes gestorben theils in der Belagerung erschoßen: 

H. Burgermeister Johan Friedrichs gestorben. 
Gerd Alberts gestorben. 
Henrich Benneman erschoßen. 
Godert Kramer gestorben. 
Von der kleinen Güldestuben: 

Märten Auderentz auf dem Walle zu tode gefallen. 
Bendix Steinkuhl erschoßen. 



16S1. 



87 



Im September von der großen GHUde: . 

David von Linten ein Kauffman erschoßen. 

Jürgen Rennekamp. 

Dirich Friedrichs. 

Rötgerd Plönnies. 

Hans Koppe ein Schneider. 

Conradt Koppe ein Satler^)» 
Kauffgesellen: 

Märten Wibers. 

Jochim von ühlenbrook. 

Warner Domschleger. 

Jeronymus Backe. 

Tonnis Niehoff. 

Mattis Orönwaldt. 

Jochim Levin Nummers sein Qesell. 

Caspar Deters Hans Kempen Diener. | 

Jürgen Rohthausen. 



Diese seind in der 

Belagerung umbge- 

kommen. 



61 



b. 



Thomas zur Mühlen. 

Hinrich Harmens. 

Berend Hecke. 

Bartholdt der Haußschließer. 
Im October von der großen Guide: 

Tilman Borrentin. 

Johan Wolders. 
Von der kleinen: 

Erdtman der Muller. 

Michel Brauer. 

David Beerman. 

Johan ein Apothecker. 
November. Von der großen Guide: 
1. ditto. Thomas Vegesack.. 



Kauffleuthe^ ge- 
storbecL 



Gesellen. 



3. 
9. 

10. 

13. 



w 



17 



}) 



>7 



Steffen Blohme. 

David Schopman. 

Hinrich Drewes Küster anm Thumb. 

Cord Beldt und 

Hans zum Brincke. 

Gerd Wagenfeldt. 

Andres Kreutz. 



1) Bei letzteren zwei Nameu ist an den Rand geschrieben „der kleinen 
Gülden». 



88 i«»i- 

14. ditto. Bartholdt Wieck. 



62 



15. 


17 


Joachimus Petersen Organist. 


20. 


71 


Adrian Barlinghoff. 


22. 


77 


Hans Mehrpoel. 


28. 


» 


Jacob Hoffelinck. 


27. 


)) 


Hans Wallenrodt. 




Von der kleinen Guide: 


3. 


Nov. 


Ludewich ein Lademacher. 


4. 


)f 


Hans Baschschröder ein Schneider. 


6. 


» 


Bemt Rüster ein Schneider. 


16. 


>) 


Johan Grothansen ein Schuster. 


17; 


» 


Hans Wewer ein Senenscherer*). 


18. 


7) 


Peter Unkel ein Satler. 




Gesellen : 


1. 


Nov. 


Johan von Löhden. 


19. 


» 


Henrich Seelman. 


18. 


» 


Carsten Pakle. 


22. 


7) 


Andreas Puls. 


24. 


»7 


Henrich Spurck. 


27. 


n 


des Baumeisters Sohn. 


29. 


» 


Jürgen Strick. 




Tm December. Von der großen Guide: 


1. 


Dec. 


Jordan Götte. 


6. 


7» 


Peter Holler. 


11. 


«« 


Thomas Elincke und 



Balzer Dreling. 
24. „ Everd Meding. 

Johan von Lingen. 

14. ;, Frantz Lemben und 

Berend Schulenberg. 

15. „ Balzer Bomeman. 
17. „ Henrich Bayer. 
20. ,, Hans Otting. 

23. ,j Matthias Eocke Rathsherr. 
26. ,y Everd von Earpen und 
Henrich Tinne. 

28. f, Hans Harmes. 

29. ,, Melchior Euse. 



^) Welches Gewerbe betrieb ein „Senenscherer" 7 



1683. 89 



31. 


Dec. 


Johannes Mint und 
Evert Hasse. 




Von der kleinen Guide: 


1. 


Dec. 


Tewes der Becker und sein Bruder. 


6. 


>» 


Marien Pensken ein Bödger. 


14. 


9} 


Hans Grevemeyr ein Schuster. 


17. 


V 


Hinrich Gödelman ein Schneider und 
Hans Körte ein Hutstaffir. 


20. 


i) 


Jacob Bruns ein Knochenhauer. 
Melcher Duel furstl. Fischer. 
Hans der Steinhauer. 
Tewes der Uhrmacher. 




Gesellen: 






Clawes von Stade. 






Hans Böddeker. 






Caspar Boye von Lübek. 






Hans Schmidt. 






Jeronymus ein Spielman. 




Gesellen von der kleinen Guide: 


23. 


Dec. 


Peter Berens ein Hutstafir. 
Andres ein Kirschner. 
Malus der Maurer. 
Michel der Müller. 


28. 


jj 


Lorens der Bödecker. 


29. 


71 


Peter der Müller. 

1622. 




Im Januario. Von der großen Guide: 


2. 


Jan. 


Tonnis Jasperson. 


3. 




Gerd Ibing. 


4. 




Henrich Niehoff. 


7. 




Joachim Pfluus Advocat. 


8. 




der alte Brinckener vom Adel. 


10. 




Diedrich Bust und Simon Lufft. 


11. 




Hinrich Brockhoff und 
Henrich Falckenhusen. 


14. 




Hinrich Bremer. 


15. 




Lambert Goldensted. 


16. 




Hans Gise und Herman Dolman. 


23. 




Valentin Zinnau. 


24. 




Dierich Niehoff. 



90 «»• 

24. Jan. Jürgen Schröder. 

26. ,, Jochim Gantzkow und Giesebrecht zum Brincke. 

H. David Renicke GoUega der Lateinischen Schulen. 

27. „ Brufi Hanfeld. 

Michael zum Bergen. 
29. „ Tonnis Meyer. 
Hans Elsing. 
Hubbert BuscL 
Henrich Schaeff. 
Von der kleinen Guide: 

1. Jan. Hans Wunderlich ein Schuster. 

> 

4. „ Luthe Biswinckel ein Schneider. 
Moritz Munzenbaur ein Becker. 

7. „ Hans Schröder ein Schneider. 

8. j, Tonnis Tiele ein Eno(^nhauer. 
11. j, Claes Haermes ein Schneider. 

13. f, Hans Boitke ein Schneider. 

14. „ Peter ein Becker. 

22. ,j Hans Nieman ein Schuster. 
24. jf Henrich Beling Alterman. 

28. „ Tonnis Wulff. i ^ ^ , 

eir, TT. . T_ T> } Knochenhauer. 

29. „ Hmrich Brams. ) 

31. „ Jeronjmus Hahn ein Bödker. 
^2 • Steffen ein Rathsdiener. 

Lorens Jordan Diener. 
Hinrich Hinniges ein Tischler. 
Gaspar ein Buchbinder. 

Hans Bodker ein Schneider und Bücbsenmeister. 
Hans Meyer ein Tischler. 
Caspar ein Strohschneider. 
Gesellen: 

■ Valentin Lützaw. 
Hinrich Tideman. 
Jeron3nnus Kleinsohmidt. 
Johannes der Apothekergesell. 
Jürgen der Instrumentist. 
Gerd Blome. 
Arend. Doese. 
Hans Probsting. 
David Johansen. 



wan, gj. 



Theodorus Elers I^rocurator. 
Tilman Kroess. 

Elias und Märten 2 Schneidergesellen. 
Albert ßudde. 
Im Febr. Von der großen Guide: 
1. Febr. Engelbrecht Freundt. 



2. 


j, Thomas Becker. 


3. 


„ Eappo Bohne. 




Hans Eempe. 


8. 

1 


„ Jürgen von Dam. 


10. 


„ Henrich NiehoflF. 


16. 


„ Hans Bissewinckel. 


18. 


„ Herman Eiert. 


23. 


„ Peter Scheidemacher. 


24. 


„ H. Rödger zur Horst Gerichtsvogd. 




Harman Bruus. 




Hinrich Ludzow. 


27. 


„ Hans von Mallen. 




Von der kleinen Guide: 


1. 


Febr. Caspar Wordeman Fleischer. 




Hans Rademacher. 




Hans Weer ein Satler. 




Hinrich Bawer. i tt- o 

TT n. 1 1 / Kurßners. 

Hans Schröder, f 




Osewold Henne ein Kleinschmid. 




HanB Owrin ein Bödker. 




Gesellen: 




Barthold Grewe. 




DettloflF Tibbeke. 




Cordt Hecker. 




Claes Kettelhuth. 




Hans Wulff. 




Baltzer Dassow. 




Albert Betken. 




Cord Kaele, 




Harman Lange ein Schneider. 




Im Martio. Von der großen Guide: 


3. Martii. Herman Poele. 


4. 


,, Harman Murtel. 


6. 


„ Caspar Schnitze. 



92 



I6S1 



6. Mart. Hans Wibers. 



63 



7. 


,, Pawel Thoele. 


10. 


„ Oerd Manecken. 


11. 


,, Uenrich Giging. 


12. 


ff Carsten Schmidt. 


14. 


„ Henrich Doese. 




Henrich Johanson. 


15. 


„ Henrich Drost. 


19. 


„ Pawel Thöne. 


20. 


yj Hans Roeseken. 


21. 


,, Hans Knse. 


23. 


„ Hans Poeck. 


26. 


„ Andres Petrig. 


29. 


„ Jeronymus Grote. 


30. 


„ Hinrich Helmes. 




Von der kleinen Güldestuben, auch sonsten Handwerksleate: 




Gerd Hubens ein Schuster. 




Hans Deszand Schneider. 




Pawel Boeter ein Schneider. 




Andres ein Leineweber. 




Hans. Wibelitz Becker. 




Hinrich Dickman Scdiuster. 




Hans von Brunswig der Stadsoldaten Lieutnant. 




Herman Blune Schneider. 




Andreas ein Grobschmid. 




Adam Bawest ein Kürßner. 




Hans von Hamburg ein KürOner. 




Elias Torgow ein Schuster. 




Gesellen: 




Berend Falcke. 




Johan Beike Sneidergesell. 




Frans Wick. 




Bötgerd Ecke. 




EUas Stade. 




Paul Timmerman Schneider. 




Caspar Meyer Kupferschmidt. 




Im April. Von der großen Guide: 


1. 


Apr. Hans Bigeman. 


3. 


,, Hans Grote. 


11. 


„ Gerd Hogenpoete. 



1628. 93 

24. Apr. Casparus zum Berge Procurator. 

25. „ Bubbert Beneken. 
30. „ Jacob Bawer. 

Von der kleinen Gildestuben: 

Herman Brinckman Cordewanmacher. 

Jürgen Hase Becker. 

Jürgen Closterman Becker. 

Hinrich Rüde Becker. 

Gerd von Bargen Leuchtenmacher. 
Gesellen: 

Henrich Gerken. 

Jochim Wiburg. 

, Hans Holste ein Schuster. 

Claes Tideman. i ^i i -^ 
_, . , j Schneidere. 

Thimothaeus. ^ 

Clawes Witte. 

Claes Harmens. 

Hans AvendorflF. 
Auch seind in dieser vorbenandten zeit viele Bürgerfrauen, Jung- 
frauen, wie auch viele Mittausche Bürger und Gesellen an der ge- 
dachten hitzigen Krankheit gestorben. 

1623. 

Den 18. Januarii ist zu Riga ein Schwedischer Soldat außgefuhret, 
daß Er seiner Mißhandlung halber solte gehencket werden. Da nun 
der Henker den Mißthäter den Strick umb den halß legen will, giebt 
Er dem Henker eine Ohrfeige, also daß der Heijcker stürtzet, 
sprechend: Du bist ein Schelm, ein Leinenweber, du hast das Hand- 
werck nicht redlich gelernet, laß eines Meisters Sohn herkommen, der 
dieß Handwerck redlich kan, darauf Er wieder nach der Stad bey 
dem Profoss gebracht, aber nachmals als den 20. dito wieder außge- 
fähret und gehencket worden.* 

Den 10. Martii ein tmteutscher Junge ermordet wordenn hinter 
dem vogelhtangen vonn einen V unnd ihm sein Pferdt weggenommen, 
der Theter den 17, Martii endthauptett unnd der Cörper aufs Bath 
gelegt, der Kopff auff dem Bade obenn angenagelt wordenn. 

1623 ist Ihr Königl. Maytt. auß Schweden mit 23 großen SchiflFen 
zu Dantzig auf der Reide angekommen, zu welcher zeit auch der König 



1) Im Texte fehlt hier ein Wort, das sich nicht ergänzen lasst 



94 



1«M. 



in Pohlen mit seiner Gemahlin nnd den jungen Printzen Yladislao 
zu Dantzig eingekommen ist, welchen die Dantzker mit großen Pracht 
eingeholet und statlich empfangen, nnnd ist zu der zeit durch beder 
Könige Gommissarien gehandelt, daß der vorige getroffene Stillstandt 
noch biß auf den folgenden May 1624fiten Jahres gehalten werden soll. 

Den 5. Aug. hat die Peste zu Biga leider Gott wieder ange- 
fangen und ist ein Bürger Märten Boene zum ersten daran gestorbea, 
hat gewehret biß Weyhenachten * 

Den 28. ditto ist H. Nicolaus Ecke Bürgermeister seines alters 
84 Jahr gestorben.* 

Den 11. Septembris ist Jochim Berends Königl. Schwedischer 
Stadthalter an der Pest gestorben.* 

Den 1. Novembris ist H. Johan Witte Rathsherr an der ^est 
gestorben.* 

Den 15. ditto H. Johan Becker Pastor an der Pest gestorben.* 

63b. 1624. 

Den 8. Aprilis ist Peter Bornholdt ein Baibier des Armenhaußes 
zu St. Georgen von einem Schwedischen Pendrich in seinem Hause 
jammerlich erstochen worden, der thäter ist davon gekommen.* 

Den 11. Maji umb Mittag zwischen 10 und 11 Uhr ist ein groß 
theil vom Kloster bey der Gildestubengaßen , doch Gottlob ohne 
Schaden, herunter gefallen. 

Den 24. ditto hat ein Schwedischer Penrich Hochzeit gehalten, 
nachdem Er sich aber mit seiner Braut auf der Hochzeit verunwilliget 
und Sie Ihm eine Ohrfeige gegeben, hat Er sich dato selber erstochen.* 

Den 11. Julii*) hat eines Hempffschlägers Weib mit Hülffe eines 
andern Undeutschen Kerles Ihren eigenen Kerl im Schlaffe ermordet 
unnd ist das weib den 17. mit glüenden Zangen gezogen, nachmaln 
aufs Radt gelegt, der Unteutsche Kerl aber, weiln Er sehr truncken 
gewesen, ist wieder in der Stadt gebracht, nachmahlen alß den 10. 
ditto*) gerädert worden.* 

Den 16. Septembris ist die Pest zu Riga abermahl angegangen und 
zum ersten in Gorris Laternicks eines Bürgers Hause eine Unteutsche 
Magdt, nachmahlen ein Kauffgeselle im selben Hause gestorben*. 

Den 4. Novembris hat ein alter Unteutscher Bettler einen andern 
Unteutschen Bettler auf seine bitte und anhalten lebendig auf den 
Kellersacker begraben.* 



1) ß Junii. 
s) B 19. Julii. 



162». 



95 



Den 29. ditto ist derselbe Bettler wieder mit dem Sckwerd ge- 
richtet.* 

Den 30. ditto ist daß Armenhaaß zu St. Georgen mit allen Gre- 
mächern leider abgebrandt.* 

Den & Decembris solte ein Schwedischer Renter unter des 
Obersten Asserson Gompagnie zu Biga auf dem Marckt mit dem 
Schwerdt gerichtet werden. Weiln aber der Scharffrichter zum ersten- 
mahl den Hieb nicht voUenfuhret unnd daß Scbwerd nicht durch- 
gegangen, ist dem Reuter geholffen. daß Er au£fgestanden, wovon der 
Scharff{ricfater sehr besturtzet, unnd obwohl derselbe Mensch sich 64^ 
¥rieder niedergesetzet und zwo unterschiedliche mahl bey dem Scharff- 
richter bittentlich angehalten Ihm sein Recht zu thun und seiner Peine 
abzuhelffen, hat doch der Schar£Frichter nicht anwollen. Wie solches 
etliche seiner Mitgesellen gesehen, haben Sie Ihm davon gefuhret, 
hat sich' nachmahln von des Feldtherrn Baibier wiederumb heilen 
laßen und ist also beim lebend erhalten, auch nachmahls zum Ambt- 
mann geworden.* 

1625. 

Den 6. Januarii haben die Schwedischen Soldaten einen armen 
Baursmann mit zuschließung der Pfordten den Kopff zwischen der 
Schalpfordten zerknirschet und also zu tode geschlagen.* 

Den 20. ditto hat Mag. Johannes Dolman ein Prediger und In- 
spector der Schulen zu Riga zum ersten mahl auff der großen Gülde- 
stuben wieder in jegenwart des Schwedischen Feldtherrn Jacobi de la 
Gardie Hochzeit gehalten.* 

Den 25. ditto ist Wilhelm Baker sein Unteutscher Junge von 
einem Soldaten mutbwillig erstochen worden, der thäter ist den 29. 
ditto wieder enthauptet.* 

Den 28. Pebruarii haben die Bürger zu Riga Ihre Vastelabend 
trinke gehalten und auff der großen Güldestuben zu Ihrem Elterman 
erkohren Dir ich Dreling. 

Den 2. Maji ist der Hauptman von der Sales zu Riga nahmens 
Claus Muller auf dem Marckte enthauptet worden.* 

Den 28. Junii ist die neue Wage zu Riga auff dem Marckte ge- 
bauet worden.* 

Im Julio hat leyder Gott die Pest zu Riga wieder angefangen 
unnd des H. Doctoris Henrici Dahlen zwo Söhne davon gestorben. 

Im Julio ist Ihr Königl. Maytt. abermahl mit großem Yolck neben Gla- 
dem Reichscantzler zu Riga angekommen, weiln aber die Pest zu Riga 



,96 i«a«. 

grassirt, ist Ihr Eönigl. Maytt. mit etzliche tausend Mann zu Roß und 
Fuß durch Riga marchiret, die Düna hinnauf gezogen, Kackenhausen 
und mehr Haußer eingenommen. 

Den 6. Aug. ist Ihr Gnaden der Feldtherr Jacobus de la Gardie 
mit H. Gustavo Hörn für Dörpt gerücket, den 21. angefangen zu be- 
schießen und in kurzen erobert. 

Den 15. Julii ist die Yestung Kackenhausen von Ihr Maytt. in 
Schweden erobert.* 

Den 18. ditto ist Seelburg erobert von selbigem Könige.* 

Den 17. Aug. ist H. Johan Dreling Rathsherr an der Pest ge- 
storben. 

Den 23. dito ist Dorpat von dem Gantzier in Schweden einge- 
nommen. 

Den 24. ditto ist Birsen in Littauen von Ihr Königl. Maytt. in 
Schweden erobert.* 

Den 25. Septembris seindt zu Rathe gekohren Hermannus Meiners 
Secretarius, Dirich Dreling, Prantz Grave. 

Den 30. ditto ist B. Rötgerus Neinert mit 3 Kinder an der Pöste 
zugleich gestorben.* 

Den 14. Octobris ist das Städlein Mitau fast auf daß dritte theil 
abgebrandt.* 

Im December hat die Pöste Gottlob aufgehöret.* 

t626. 

Den 7. Januarii hat Ihro Königl. Maytt. bey dem Wallhoffe 
2000 Mann der Pohlen erleget. 

Den 14. ditto ^) hat ein Kauffgeselle Christo ffer Schopman durch 
eingebung des leidigen Teuffels mit einem Geschoß sich selber tödteu 
wollen, hat es aber Gottlob nicht voUenbracht, doch ist Er in wahrer 
Erkändnuß seiner Sünden seelig in Gott verstorben.* 
65*- Den 20. Aprilis ist ein Rigischer Bürger Peter Wend, so in 
seinem Bothe sich über der Düna hat setzen laßen, in einen großen 
Sturm, da daß Both umbgeschlagen, leider Gottes ersoffen, die andern 
aber, so mit im Bothe gewesen, seind errettet worden.* 

Den 30. Maji ist zu Riga ein großer Sturm gewesen, darüber 
vielen Schiffen in der Duna schaden geschehen, so daß ein Schiff auff 
Lutzaus Holm getrieben, 2 Gaileyen nach dem Kupfferschmides Holm 
gegens Kattelkaln getrieben, daß BoUwerck bey dem Schloßwalle 
weggerißen worden unnd sonsten großen schaden gethan.* 



1) B December. 



1696. 97 

Den 1. Junii ist H. Cordt Vegesack Bathsherr gestorben.* 

Den 10. ditto ist ein Eanffmann zu Riga Hans Keler den Morgen 
todt auf dem Bette gefanden.* 

Den 22. Aug. ist H. M. Herbertus übrichs zum Prediger in der 
Thumbskirchen vom H. M. Samsonio ordiniret worden.* 

Den 28. ditto hat Otto Kippe mit Margreta Petersen auff einen 
Montag nach der neuen Ordnung mit einem Kirchgange zum ersten- 
mahl Hochzeit auff der großen Guide gehalten.* 

Den 24, Novembris hat der Schwedische Feldtherr Jacobus de la 
Gardie bey Wenden bey 400 Pohlen erschlagen und den PoUnischen 
Bittmeister Donawey, wie auch viele vom Adell, gefangen bekommen.* 

Wakrkaiftiger Berickt f m Ar ESiigL laytt. in Schweden Überzog 
laek Prenfsei ud wafs alda fiirgelaiirei. 

1626 im Junio ist Gustavus Adolphus Konig in Schweden mit der 
Schiffs Armade in 200 starck und 18000 in daß Königsbergische Tieffe 
angekommen, alda ein Orlogschiff gelegen mit 300 Soldaten, so eine 
Schantze auffgejworffen umb den Port zu verthädigen, wie Sie aber 65^' 
gesehen, daß etzliche Schwedische Troupen anß land gekommen, unnd 
Sie sich nicht mächtig genug befunden die Schantze zu verthädigen, 
haben Sie dieselbe Schantze ohne einigen Schwerdtschlag gutwillig über- 
geben. Nachdeme nun der König die Fortification und Besatzung 
ordinirt, ist Er mit seiner Armade nach Braunsberg gerücket, welche 
mit 500 Teutsche Soldaten und 800 Beuter besetzet gewesen, welche 
sich zuvorderst tapffer für der Stadt zur jegenwehr gestellet, doch 
endlich die flucht nach der Stadt genommen. Wie aber daß Schwe- 
dische Yolck die Pforten derselbigen Stadt angefallen, seind die ge- 
dachte Soldaten und Reuter auf der andern Seiten auß der Stadt 
gewichen. Wie solches der König in Schweden erfahren, hat Er zur 
stund Ihnen mit 4 Gompagnien Reuter nachsetzen laßen, welche die 
gedachte Soldaten eingeholet, 300 davon niedergehauen, die übrigen 
seind mit der flucht davongekonmien. 

Von dannen ist Ihr Königl. Maytt. nach Frauenburg gezogen, die 
Stadt und den Thumhoff eingenommen, den 3. Julii nach Elbing sich 
begeben. Wie Ihr Königl. Maytt. daran gekommen, ist Ihme die- 
selbige Stadt den andern Tag nach seiner ankunfit ohne einigen Schuß 
oder Schwerdschlag übergeben worden. 

Nach wenig Tagen ist Ihr Königl. Maytt. nach Marienburg, so 
eine schöne festung und Stadt ist, gezogen, darinnen viel Pohlen ge- 
lten, welche sich anf^glich tapffer gewehret, Er aber hat zur stund 

7 

Bod«ckns Chronik. 



98 *** 

den 7. Julii die Stadt erobert und eingeaonimeii. Die Pohlen haben 
auch endlich den andern Tag alfi den 8. Julii die festnng Ihr Königl. 
Maytt. übergeben. Wie nun der König die Orter, so Sk* eingenommen^ 
mit der Guamiaon wol reraehen, zi<Aet der König mit seiner Armada 
nach Dirschaw, so an der Weitzel lieget, da dann der König eine 

66^* Zeitlang gele|gen> dafl Teutsohe Begiememt auB Lieffland abzuwarten, 
wie auch dafi Finsohe Regiement. Iinmittelß hat der Kdnig stauche 
Wacht bestellet, die zufuhr auB Pohlen Ihnen sni benehmen and zu 
behindern. Ea hat auch diese zeit die Stadt Königsberg mit Ihr 
KönigL Maytt. die Neuteralität geschloBen. EbenmäBig soite auch 
Dantzig damit gemeinet sein^ wie man aber zam SohluB schreite 
solte, haben die Dantziger den Tractat damit eludiret, daB Sie es in 
Schweden haben gemeinet mit Ihr Maytt. zu halten unnd nicht in 
PreuBen, unnd weiln der König eine Schantze bey dafi Haubt auff- 
werffen lieft, vermeinten Sie, daB er Ihnen an der selten nahen wolte, 
schicketen derohalben 900 zu fuB und 80 Beuter nach Ihrem Hause 
Orobin ^), umb den Konig den Post abzuschneiden. Wie aber solches 
die Schweden erfahren, schicken Sie den Abend gahr späte ezliche 
Schwedische troupen auB, welche des Morgens früh daBelbe HauB 
Grobin mit denen darinnen liegenden Dantziger Soldaten und Reutern 
berennet. Wie sie nun mit einander gefochten, haben die Schweden 
Sie alle gefangen bekommen unnd in bloBen Hembden nach Dirschaw 
gef&hret. 

Über obbenandte Städte hat der König nachfolgende in Preufien 
auch einbekommen, alB Mehlsack, Wormbdis, Oustadt, Tolck, Newen- 
dick, Schöneck, Stargard, Stum. 

In dieser zeit marsirte der König auB Pohlen mit den jungen 
Printzen in eigner Person aecompagniret und einen groBen Hauffen 
Pohlen uud Edelleuten, schlug mit seiner Armade sein Lager bey 
Graudentz, daselbst Er sich fortificiret unnd passirte also über die 
Revier Neuburg. Von dannen ist Er gezogen nach der Mewe und 
den 7. Septembris die Stadt Meva belagert, welche an der Wiseel | 

66^- gelegen. Diese Stadt hat ein Castel mit alten Mauren umbgeben und 
wahr die Stadt vier meil von des Königes von Schweden Lager, de- 
fendirt und besezt mit 160 Schwedische Soldaten zu fhß und 60 Bürger. 
Die Pohlen, so Ihr Lager nach der Wester Seit^ geschlagen, be- 
mächtigen sich eines hohen Berges^ worbey ein groB Dorff, und ver- 



1) Wird in Israel Hoppes öhroidk (Pf eassiiielie Oesehiehtschteibet' des 16. ti. 
17. Jahrhunderts Bd. Y, 8. 94) »Grebin*' geaannt. 



ItK. 



99 



sehantKten akh daselbst, msonderheit an dem ohrt, da die P^a88agen 
ndajreBtheils ofiEien wahren, nnnd fingen also an mit Huren Stacken 
aof die Stadt zu spiehlen. Hieraoff bat der König von Schweden 
angesehan, wie unbeqnem dieser Ohrt bey einem klugen nnd resoluten 
feinde lange zu resistiren, keine andere gedancken, alfl daß, weiln 
Ihm die zeit zu kurz fiel mit gewaldt den feind von der Belagerung 
zu treiben, die Stadt sich baldt ergeben wurde. Des Königes Hoff- 
nung wahr zwar daneben, der feind würde baldt mangel an Proviant 
bekommen, nnnd wann die Belagerte sich mänUch hielten, möchte sol- 
diß6 auch Hoffnung geben, daß die Belägerang desto länger wehren 
Bolte. Damit aber die Belagert^ unangeseben Sie sich ritterlich 
hielten, nicht überwunden würden nnd der feind nicht gedencken 
Bftehte, daB der König in Schweden auB furcht zurücke blieb, hat Er 
sich resolvirt mit seinem Lager au&nbrechen und dem feind für der 
Stadt näher zu kommen. 

Den 11. Septembris ist der König in Schweden aufgebrochen unnd 
hat sein Lager 3 meil höher bey Falckenow geschlagen, daselbst sich 
repariret nnd vermeinet, der feind würde Ihme ursach zu fechten 
geben, aber Er hat sich den Tag auß seinem Quartier nicht machen 
wollen, sondern schickte nur 8 Troppen Soldaten, Gosacken, so daß 
flache feldt bey Falckenow überrenneten und rasirten den Tag nur 
mit ezlichen leichten Scharmützeln gegen den Obersten | H. Johann 67 '^ 
Bannier, welcher die Wacht hatte, auff die Spitze der Insell oder 
Eylandes, da sich die Wissel und Nagot von einander scheiden. Der 
Ohrt, da der König von Schweden sein Lager geschlagen hat, wahr 
zwischen der Waissel und einer großen Banck oder Dieck, artig ge- 
macht die hohe waßer abzuhalten, dadurch die Baursleuthe, die dar 
umbher wohnen, sonsten im frühling großen Schaden gelitten. Der 
König von Schweden brauchete sich dieses hohen Teiches anstat 
dner Schantze und ließ vom euß^rsten ende einen andern Dieck gegen 
der Bevier aufwerffen, sein Lager damit zu stärcken. ' 

Den andern Tag alß den 12. Septembris, nachdem der Konig in 
Schweden zu beratsclilagung gezogen, die besten mittel an die Hand 
zu nehmen die Stadt zu entsetzen, hat [er] für gut geachtet einen 
Ohrt einzunehmen, da Er mit Yortheil möchte daß völlige Gesichte 
von alles haben, ist also mit 2000 za fnße und 1000 Pferden außge- 
zogen umiid sich selbst in Ai^eeicht des feindes präsentirt, unnd hat 
die Wissel auf der Linoken nnd den hohen Dieck auff der Rechten 
Hand gehabt« Endlich alß Er eine halbe Stande fortgerücket, sähe 
Er den feind nach den Schantzen, so auf den bergen lagen, fortziehen. 

7» 






100 *«^ 

Daselbst weil da ein flach feldt zwischen beyden lager wahr, fieng die 
Reuterey an mit einander zu scharmütziren. Nicht weit von dannen 
wahr eine Holtzang, so sich biß an den Berg und Reyir, da der feind 
lag, streckete. Der König in Schweden wahr begierig die HoltzuBg 
zu besehen und zu versuchen; ob man nicht dadurch eine passagie 
erlangen könte nach dem Berge und Castel zu kommen, und gab be- 
fehl 500 Musquetirs und 100 Dragoners außzuschicken. Der König 

67^' folgete selber nach | mit 300 Beuter und vermeinte, der feind w&rde 
auch mit großer macht gegen den Berg marchiren, schickete also 
nach dem Obersten Muskamp und commendirte, daß Er mit 300 Mus- 
quetirs solte bey dem Wege bleiben und in acht nehmen, ob wor der 
feind vom Berge herrunter fallen wurde. Immittelß sand der feind 
etzliche Musquetirers und 5 Troppen Lanciers und Oosacken von dem 
berge herrab, so mit dem Muskamp scharmntzirten , aber endlich re- 
teriret, ob es auß furcht geschehen oder daß Schwedische Volck in 
eine Hinterhalt außzulocken ist unbewust. Daß Schwedische Yolck 
folgete ein wenig weit hernach, also daß Sie von der Polnischen 
Reuterey in Unordnung gebracht und viel erschlagen, unnd wan der 
Konig nicht mit den Soldaten sie entsetzet, wehren Sie alle umbkom- 
men, dann Ihr Maytt. mit eigner Hand einen Polnischen erleget, der 
auf einen Schwedischen hart zugesetzet, dadurch das Schwedische Yolck 
sehr muhtig worden, also daß Sie dem feind biß unten an dem berge 
nachgejaget und die Holzung verlaßen. Wie Sie nun im treffen 
wahren, blieb der Oberste Muskamp mit seinem Yolcke so lange unten 
am berge und verhinderte, daß der feind nicht in daß Quartir fallen 
könte. Der König von Schweden ließ den Rest seiner Armade kom- 
men und befahl daß große Geschütze an daß holz zu bringen. Da 
der feind daß vormerckete, daß der König seinen weg nach dem Holze 
zu nahm, schickte Er seine meiste Infanterie durch einen andern weg 
vom berge herrunter, in meinung den weg zu verhauen, schickete auch 
20 Troppen Lanciers und Gosacken zwischen dem Diecke und berge 
in offenem felde, in meinung den Schweden zu umbringen und Sie 
anzufallen, welche der Pohle vermeinete nicht gahr starck zu sein 

68^ unnd (:wie Er sich einbiljdete:) durch solchen mittel möchte der Ejri^ 
in kurzen zum ende kommen. Daß feindes Infanterie haben sich wohl 
gehalten und mit den Schweden gahr tapffer umb den Dieck gestritten; 
die Pollnische Reuterey ließ sich in offenem felde sehen unnd dieweil 
etzlich die Passagie über den Dieck nicht beschwerlich befunden, sind 
Sie mit Ihren Pferden über den Dieck gesetzet. Immittelß stellet der 
König von Schweden seine Arm^ in Ordnung und ordiniret die Stücke 



16M. 101 

in dafi holtz an dem Ohrte da die Benme am dinnesten wahren, com- 
loendirte anch 3 Troppen Reuterey, zu warten Tom an nahe bey der 
Schantzen die feinde zu empfahen, so auß dem Qnartir außfallen 
würden. Nachdem hetten sich 4 Troupen Lanciers in ein Squadrnm 
zusammen gezogen, umb ein Treffen zu thun, wie Sie aber die Schwe- 
dische Caralerey gewar wurden bey der Schantzen, seind Sie znröcke 
gewichen und den Dick verlaßen. Man hatte viel deliberirung, ob es 
nöhtig den Platz zu mainteniren und ob die gantze Arm^e dahin solte 
gebracht werden, aber wann die Schwedische Arm^e, dieweil die nicht 
so Btarck als der feindt, solte separiret werden, wie auch die Soldaten 
und Reuterey mit keinem proviant noch futter für Ihre Pferde ver- 
sorget wahren, ist concludiret, den vorigen [Stand] nicht zu alteriren 
oder zu verendern, besondem daß die Troppen, so man da emploiret 
hatte, solte wieder zurücke nach Ihren alten Quartir marchiren, umb 
die Belagerte zu entsetzen, weiln es doch beschlossen den feind durch 
Gottes Hülffe von der Belagerung abzuschlagen, unangesehen der feind 
den weg nach der Stadt gahr starck besetzet hatte. Der König com- 
mendirte den Feldtmarschall Härmen Wrangel mit 4 Gompagnie zu 
fuße und 2 feldtstücken des feindes Schantze anzufallen. Wie Sie 
mit Stücken geschoßen, | reterirte die PoUnische Reuterey und daß 68^ 
fuBvolck nach dem berge, verlaßen den Dieck unnd kommen mit Ihrem 
Volcke, worunter Gapitain Dönhoff mit ezlichen vornehmen Personen, 
wieder in Ihr lager ohne jenige wieder attentirung. Auf der Schwe- 
dischen Seiten seind 20 geblieben und etzliche verwundet. 

Den anden^ Tag giebt sich der König von Schweden die Eylande 
bey dem R-evier Wiessei zu besehende, wo Er am fuglichsten könte 
an die Stadt kommen unnd den feind entweder abtreiben oder sein 
Vornehmen vorhindern, macht sich selber an den fuß des berges, ver- 
ordnet 400 Musquetirs nach dem Dieck, der Graff von Thurn mit 
600 Musquetirs und der Obrister Muskamp mit 500 zu fuße, der eine 
au der Rechten, der ander an der Lincken Hand, ordiniret an die 
Höhe des berges sich zu begeben, damit Sie für dem Schießen möch- 
ten versichert sein, und ohne weiter bescheidt von dar nicht zu 
weichen. Die Pohlen lagen auf der Seiten des berges und da wahren 
viele abgehauene beime, da sie sich hinten reteriren könten unnd 
hetten Ihren weg zwischen den Obristen Muskamp und Graff von 
Thurn. Der Muskamp wird commendirt des feindes vornehmen zu 
erkundigen unnd durch waß mittel man den feindt vom Berge ab- 
schlagen könte. Im Aufziehende aber wird der Oberster Muskamp 
von den Teutschen Reutern zurückgetrieben, kam in großen noht unnd 



102 

wie seine MnsquetirB hart andrangen Ihn zu entsetzen, wurden derer 
etzliche erschlagen, etliche gefangen, der Oberste mit den andern 
zurück reterirt an seinen vorigen ohrt. Wie er nun die gelegenheit 
des berges erfahren, hat Er sich sambt dem Graffen von Thum theils 
bey dem Berge hinnauf gedrungen, theils den berg hinan gestiegen, 
die Spitze des berges eingenommen. Die Fohlen setzen wieder mit 
69** macht an die Schweden vom Berge her|ab zu treiben. Der König 
in Fohlen hat solches mit den jungen Frintzen alles angesehen. Dar- 
nach stoßen beyde Theile zusammen zu fechten, die Fohlen aber, ob 
Sie wohl auf den Obersten Muskamp hart zugesetzet, sind dennoch 
mit großem Verlust zurücke getrieben, unnd obwohl die Fohlen mit 
Ihren Stücken gahr hart auf die Schsmtzen der Schweden geschoSen, 
hat dennoch der König in Schweden sein fümehmen in effect zu 
bringen keinen fleiß gespahret. Da sie nun fast zwo stunden mit ein- 
ander gefochten unnd die Fohlen unterläge gelitten, setzen etzliche 
Troupen der Fohlen, Lanciers, Oosacken und Teutsche durch einander 

(:weiln Ihnen große recompans verheißen:) in großer Unordnung und 

• 

Furie auf den Graffen von Thurn zu. Da Er solches vernommen, ließ 
Er alle seine Musquetirs auf die Knie fallen, daß man nicht mehr den 
Ihre bloße Haupter sehen konte, wodurch dann des feindes intent be- 
nommen. Die Schweden haben aber tapffer auf die Fohlen geschoßen 
und großen Schaden gethan, dadurch die Fohleoi bewogen die flucht 
zu nehmen. In solcher flucht drungeü die lezten Troppen auff die 
Ersten mit großer furie zu, dadurch die Ordnung getrennet und Viele 
erschlagen und also viele tode Menschen und Fferde auf dem Berge 
danieder lagen. Imgleichen der Oberste Muskamp, der auff einer 
Seiten lag, thete mit seinen Musquetirern großen schaden, also daß 
Sie die Lanzen auf die Erde fallen, ließen auch 3 Ihrer Oomette 
hinter sich im stiche. 

Eß verließen auch durch solche Unordnung die Infanterien Ihre 
Schantzen fiir der Stadt unnd dieweil daß man sähe, daß der König 
in Schweden sich sehr hart auf den Dick verschantzet und von seinem 
69^* vornehmen | nicht abtretten würde, woll gedencken könte, daß der 
Fohle den Berg und die Scfaantze mit seinem Lager defraidiren könte, 
verließ Er Sie. 

Den 14. Septembris kahmen 3 Begienenter ftißvolck des Grafen 
von Thums auß Liefflandt bey dem Könige an. Wie nun mit die- 
sem Voicke die Arm^e gestercket, auch ein Regiment SdiwediBcher 
Soldaten unter dem Obristen Badewin ankam, wurd eine Brügge über 
der Wissel nicht weit vom Lager gesdiiagen und eine starcke Schantze 



106 

gahr wohl besetset, dabey dea PaB naeh dem Eigrlande zu versidiern 
und daß der Proviant, der hinten wahr, nicht möchte weggenommen 
werden. 

Den 19. ditto rneket der König in Schweden mit seinem Quartir 
300 fichrit nach dem Qhrt^ da eich der feind zuvor zwischen beyden 
Lagern starck verBchantzet hatte, gedachte, Er hette Bein Lager genug 
in Defens gebracht, dafi man über den Dieck nicht kommen könte 
und daß der feind Ihn in der Eyl nicht aberiailen wfirde, dadurch Er 
sein Yolck in Sicherheit behalten und eein Vorhaben g^gen dem feinde 
fortsetzen könte. Der Sjönig commendirte den Oraifen von Thurn 
anß dem Ohrt des Dieckes sich zn impatroniren von dem Lager biß 
an den Berg, den zu verwachten. Der Oberstar Mnskamp ward mit 
300 Mann nach der Stadt Onnmhoff^), welche gegen dem Lager &faer 
in flaehen feldt 1j^, dieselbe zu defendiren gesand. Wie nun solches 
die Pohlen vernommen, kamen Sie hanffig mit stücken auf dem Berg, 
schießen anff die Schweden, aber umbsonst, dann Sie schoßen end- 
weder zu hoch oder zu niedrig, unnd obwohl der | Fohle ein Hauffen 70 '^ 
Laneiers, Cosacken, Teutsche Reuter und Infanterie vom Berge herab 
sandte, in meinnng den Graffen von Thurn und den Obersten Muskamp 
von Grumhoff abzutreiben, wahr doch alles umbsonst, sintemahl auß 
den Stücken, so nahe bey der Schants» stunden, die Schweden gahr 
hart geschoßen, dadurch viele Menschen und Yiehe beschädiget, wor^ 
dureh die Pohlen verursachet worden sieh nach Ihrer Schantze, so auf 
dem berge wahr, zu begeben. Den andern Tag li^en bede lager 
still, der König in Schweden aber, nachdem Er hette 5 Schantzen 
aufwerffen laßen und des Dieckee und des Feldes mächtig, prae- 
parirete Br den Paß nach dem berge, da der feindt verschanzet lag, 
Ihme den abfall zu verhindern und sein lager zu molestiren. Der 
Pohle ließ gleichfals zwo Schanzen aufwerffen, die eine auf der lincken, 
die aAder auf der rechten seiAen, des Schweden vornehmen zu ver- 
hindern, ließ auch in einer Schantze 3 große Stücke, in der andern 
etzliche kleine Stücke bringen, des Sinniges von Schweden ankunfPt 
zu verhindern. 

Den 21. ditto hielt der König in Schweden Rath, den feind vom 
beige abzuschlagen und einen fr^en Paß nach der Stadt zu bdtom- 
men, umd weiln Er sähe, daß Er starck genug wahr des feindes an- 



1) Statt «Gnumboff'' und weiter cmteii «Grninlioff*' ist ohne Zweifel ,,Orün- 
hof za lesen, woranter das in Israel Hoppes Chronik (a. a. 0. S. 102 o. 107) bei 
dieser Gelegenheit roilcomniende .Yorwerck der gräne Hof genannt" zu ver- 
st^en ist. 



104 *««• 

fall zu defendiren nnnd daß der Paß nach dem lager nicht sehr ge- 
fehrlich, nam Er den Feldtmarschall in sein lager, marsirte in eigener 
Person mit anderthalb Regimentern zu fuß und etzlicben Reutern und 
100 außerlesene Musquetir nach dem holtze und nam es ein, legie 
sein Yolck in Ambuskade, damit Sie für des feindes Schießen möchten 
sichelt sein, hielt die höhe und lenge des berges, ließ Schantzen auff- 
werffen, Stücke darein bringen, den feind zu empfahen. Da der Pohle 
70^' solches vemam, ließ Er seine | Stücke abfuhren und daß dorff bey dem 
Berge, da Er seine Schantze hatte, anzünden, die Schweden aber 
nahmen die Schantze zur Stundt wieder inne unnd weiln die Fohlen 
in groß Unordnung sich also reterirten, hette der König in Schweden 
auff Sie gerne etwas attendiret, weiln aber die Päße zu enge wahren, 
könte es nicht geschehen. Es hat auch der Pohle die Schantze und 
den berg mit 3 Gornet besazt. Wie der König von Schweden nun 
sähe, daß das Gastel und die Stadt Meva entsetzet unnd der weg Ihm 
frey wahr, den feind von der Belagerung abzuschlagen, wann Er da 
etwas bleiben würde, sähe Ihr Königl. Maytt. derowegen nicht für gut 
an (: weiln Ihm der Paß zwischen dem Lager und der Schantze nicht 
YoUend bewust:) eine gewiße Victoria auf einen ungewießen Sieg in 
Gefahr zu stellen. Der feind war in seinem lager in großer Angst 
und wahr Ihm kein ander mittel dan die flucht, ließ derohalben sein 
Yolck in der nacht in Bataille stellen unnd wie Er seine Pagagie- 
wagen schon hatte vorhin gesandt, zog Er davon. Der König in 
Pohlen des Morgens in der stille ohne jenigen Trompetter auch da- 
von gezogen, welches die Schweden, so auff dem Kloster eine halbe 
Meile vom Lager wahren, angesehen. Eß ließ aber der Pohle etzliche 
Cosacken hinter sich, zu vernehmen, ob der König in Schweden Ihm 
würde nachsetzen, unnd wann Sie erfuhren, daß der Schwede in seinem 
Lager etwas attendiren solte, Sie alle ihre Quartier anstecken und 
davon ziehen. Dieß ist also der Außgang der bel^erung und des 
Entsatzes der Stadt Meva. 
71^ Alß nun Ihr Maytt. des Pohlen Abzug erfahren, begab Er sich 

in die Stadt und ließ einen Bettag anstellen, Gott dem Allmächtigen 
für die Victoria zu dancken, rühmete der Bürger und Soldaten stand- 
hafftigkeit mit guter recompans. Hernacher besazte er die Stadt und 
das Schloß mit einer neuen Guamison, versähe Sie mit Proviant und 
Munition, blieb auch dar, biß Er erfuhr des feindes attent. 

In diesen Tagen haben die Schweden mit den Pohlen schar- 
mütziret unnd, wie die Pohlen berichten, so gefangen, sollen der Pohlen 
500 geblieben sein, auch viel gefangen. Es hatte auch der feind eine 



im 105 

Bracke eine halbe Meile oben der Stadt Meva von Kähnen machen und 
über die Wissel schlagen laßen, umb den Paß nach der Landschafft 
für Stum ^) und Marienbnrg frey zu haben unnd daß die Fohlen sicher 
zum Pollnischen Lager kommen könten. Diese Brügge wahr gemacht 
von Eaanen, da man daß Eorn mit herrunter fuhrete. Wie die Be- 
satzung den abzng der Fohlen für Meva vernommen; haben Sie die 
brü^e gleichfals verlaßen und seind davon gezogen, Ihr Maytt. zu 
Schweden aber haben zur Stund einen Gapitain mit etzlichen Soldaten 
dahin gesand und hat die Kähnen mit allen so dabei gewesen nach 
seinem Lager bringen laßen. Nach diesem allen hat der König in 
Fohlen für gut angesehen, einen frieden traclat mit dem König in 
Schweden anzustellen unnd seind von den Fohlen folgende Gommis- 
sarii deputiret worden, der Großcantzler Zamossus, der Feidtmarschall 
in Littauen, Magnus Ernst Döenhoff Secretarius*); auff der Schweden 
Seiten H. Axel Oxenstem Reichscantzler, H. Dirich von Palckenbergk 
Harschall, H. Axel Bannier Reichsstallmeister und | Doct. Salvius 71 
Königl. Secretarius. Diese Gommissarii seind zu zwo unterschiedenen 
mahlen zusammen gewesen unnd ist zum ersten mahl viel glück- 
wünschung furgegangen unnd wie man frieden machen könte, unnd 
haben die Fohlen eine Generalissima fnrgeschlagen, daß Justitia solte 
gehalten werden unnd einer dem andern geben waß Ihme gebührte. 
Die Schweden haben proponiret, daß man Ihren Stand frey erkennen 
[solle] für alle des Königes Sigismundi praetension. Alß Sie nun 
etzliche stunde hievon disputiret und beyderseits Sachen fürgefallen, 
80 beyden theilen entjegen gewesen, haben Sie alles ad referendum 
genommen. Hernacher wie die Commissarien wieder zusammen kamen, 
fangen die Fohlen an zu reden wie folget: Nachdem wir jüngst solche 
mittel vorgeschlagen, so nicht mittel seind friede zu machen, besondern 
zwo Extremitäten weit von einander, unnd daß man solche extrema 
nicht conciliiren könte ohn einiges medium, alß betten sie nun macht 
von Ihren extremitäten etwas zu remittiren, vermeinten die Schweden 
solches thun würden, damit Sie übereinkommen möchten. 

Hierauf haben die Schweden geandwortet, Ihre Sachen wahren also 
beschaffen, daß Sie auß Ihren Vorschlag nichtes nehmen könten, dann 



1) A Sium. 

^) Die NameD der polnisoheo Abgeordneten sind hier weder vollständig noch 
richtig angegeben. Nach Israel Hoppes Chronik (a. a. 0. S. 111) wurden von 
polnischer Seite depntlrt: Wenceslaus Leszcynsky M. regni Canc, Petras Za- 
moisky palatinns Kyoyiensis, Johannes Wiesolowsky marscall. cur. Lith., Magnus 
EmestoB Dönhoff cast. Parnav. und ein Secretarius. 



106 »««■ 

I 

wan Sie solches betten thun wollen, hetten Sie schon far 28 Jahr 
friede gehabt, unnd weiln die Fohlen meinten, daß Sie Ihren König 
nicht selten dahin indaciren, daß Er totaliter seine praetension solte 
rennncüren, alß schlügen die Schweden für, daß man einen stillstand 
machen solte, so lange König Sigismundus lebete, hernacher bette 
man beßer mittel iriede zu stifffeen. 

Die Fohlen aber haben nachfolgende Conditiones fargeschlagen: 

72*- 1. Weiln Ihr Königl. Maytt. in Schweden ein junger militärischer 

Herr wehre, der König in Fohlen aber ein alter Herr, alß cedirte 

[er] an Ihr Königl. Maytt. in Schweden daß Königreich Schweden 

seines lebendts zeit. 

2. Aber nach seinem tödtlichen Abgange, daß Qoit lange ver- 
hüten wolle, sollten Sigismundi Söhne wieder zum Reiche Schweden 
kommen. 

3. Wann Ihr Königl. Maytt. in Schweden mit männlichen Erben 
immittelß yon Gott gesegnet würde, sollen Sie nur Duces Süder- 
manniae sein. 

4. Immittelst solte Sigismundus den Schwedischen Titul fuhren. 

5. Der König in Schweden solte a dato dem König in Fohlen 
jährliches 1 Tonne Schatzes contribuiren. 

6. Den Frintzen in Fohlen soll frey sein mit seinem Yolck in 
Schweden zu ziehen an was ohrt Sie weiten. 

8. Daß allen Follnischen und Schwedischen ünterthanen soll 
frey sein, in Fohlen und Schweden zu dienen wor Sie wollen. 

9. Alle Apteyen zu restituiren. 

10. Alle gefangene loßzugeben. 

11. Alle Conditiones mit Eydt, Schrieben und Pacta zu confirmiren. 
Auff diese Conditiones haben die Schwedischen Commissarii ge- 

and wertet, wan Sie nur das geringste davon acceptiren selten, moste 
nothwendig folgen endweder Ihres Standes perversion oder Egression, 
unnd wan Sie solches hetten thun wollen, wehre sothanes, wie vor- 
gedacht, für 28 Jahren geschehen. Seind also die Harren Com- 
missarien ohne fruchtbarliche Verrichtung von einander gezogen. 
72^' Hernacher ist der Schwedische Secretarius den Tag für Ihr Maytt 

nach Schweden Abzug in daß Follnische Lager gekommen unnd haben 
die Fohlen Ihme andere mittel zu tractiren vorgeschlagen, nemblichen 
weiln es dem Untersaßen zu schwer wehre in Ihres Königes Sachen 
zu urtheileu; alß sahen Sie für gut an, der König solte eine vertraute 
Fersen außschicken, so mit dem König mündlich reden solte, worzu 
Ihr Königl. Maytt. wohl geneiget, aber wegen Ihr Maytt. schnellen 



«168T. 1688. 107 

ftbasngs nadi Sdiireden ist es nacfageblieben. HierauS kan ein Jeder 
afanebmen^ daß es den Fohlen friede zu machen keyn rechter wahr- 
haflFüger ernst gewesen sey. 

1627. 

Den 13. Februarii hat E. Erb« Bath von Riga den Feldtherrn 
Jacobum de la Oardie, wie auch den H. Oubematorem Swento Bannier, 
in jegenwart vieler des Ehrwürdigen Ministerii, wie auch vieler Bürger 
und Gesellen, auff der großen Oüldestuben zu Gaste gehabt.* 

Den 24. ditto hat ein Soldat einen unteutschenn Kerll für der 
Sandtpfortenn (aufi) muthmlliger weise erstochen. Der Theter ist 
denn S. Aprilis mit dem Schwerdt hingerichtet worden. 

Den 8. Aprilis ist Carsten Meeimann ein Bigischer Bürger ge- 
storben und weiln Er Calvinisch gewesen, hat das Ministerium nicht 
zolaßen wollen, daß der Cörper zu Riga in der Kirchen solte be- 
graben werden, besondern auf dem Eirchhoffe, darein dan seine Freunde 
nicht haben willigen wollen; ist derowegen sein Cörper den 14. Aprilis 
mit einem Hollandischen Schiffe nach Amsterdam gefuhret und alda 
bestätiget worden.* 

Den 29. Septembris auff Michaelis Tag bat der Schwe|dische 73< 
Feldtherr Jacobus de la Gardie die Yestung Dunabnrg erobert und 
eingenommen, 300 niedergehauen, 200 gefangen, wie auch etzliche 
metanen Stücke bekommen, welche Er nachmahlen nach Schweden 
Ihr Eön%l. Maytt. zugesandt. 

Den 30. ditto haben die Fohlen daß Schloß Dahlen für Riga ein- 
genommen und alles waß darauff gewesen niedergehauen, ohne den 
Lieutnant, der den Fohlen geschworen. 

Den 2. Octobris hat der Fohle bey Neuermühlen die Mühle ab- 
gebrandt, worinnen viel Korn, so theils den Bürgern von Riga ge- 
hörig, mit verbrandt. 

Den 4. ditto haben Sie des Müntzmeisters Märten Wulffs Hoff 
mit der Mühlen, wie auch Caspar Josten Ruye abgebrandt. 

Den 30. ditto haben Sie Caspar Josten ziegelscheune, auch andre 
Käthen abgebrandt. 

Den 1. Novembris haben die Fohlen abermahlen über der Duna 
bey St. Jürgens Hoffe, wie auch auff der Babit, viele Katen und etz- 
liche Kuyen Heues verbrandt. 

1628. 

Im angehenden winter haben die Fohlen auß angebung des Feldt- 
herrn Chanzowsky ein Lager bey Kirchholm geschlagen, dadurch die 



108 >*»• 

Gommercia nach Riga seind verhindert worden, welches einen elenden 
zustand yernrsachet, also daß fast kein Frembder hat können zur 
Stadt kommen. 

Den 28. Februarii seind bey Arcel in Lyffland 3 Fahnen Pohlen 
erschlagen, auch viel gefangen worden. 
73^* Den 1. Martii hat Gustavus Hörn der Feldtmarschall abermahlen 

3 Fahnen der Fohlen erschlagen und viele gefangen bekommen. 

Den 3. ditto seind bey Lemsal viel Pohlen erschlagen, die Fahnen 
seind nachmahlen Ihr Königl. Mtt. nach Schweden gesandt. 

Den 1. Aprilis ist der H. Oubemator Swento Bannier in Oott 
entschlaffen ^) und ist den 30. ditto nachmittag mit großen process 
nach dem Schiffe, welches oben mit Schwartzlacken bedecket gewesen, 
begleitet und nach Schweden gefuhret worden.* 

Diesen Monath hat Oonzewsky daß Lager mit seinen Fohlen 
verlaßen. 

Den 28. Septembris zu Rathe gekohren nenricus Uhlenbrock 
gewesener Alterman, Frans Hudde, Joachim Haieken. 

74^ 1629. 

l^enH t Fekrnirii hat Ihr loiiigl. lajftt. in Schwedra bey Stras- 
burg in Preassea eine Meile anlT dieser sriten mit den Pohlei ein 
fietrelTen gethan, wie folget 

Nachdem des Königreichs Schweden Reichscantzler Herr Axel 
Oxenstiern auß der täglichen erfahrung gesehen, daß den Pohlen kein 
rechter ernst zum Friedens tractaten sey, alß hat derselbe krafit 
habender Königlichen Plenipotentz dem H. Marschall Wrangeil daß 
völlige Gommando geben, um^) auß dehnen Schantzen und Guarnisonen 
etzliche wohl versuchete Soldaten zu Boß und Fuß zu nehmen, einen 
Capum zu formiren und sein Heyl an den Pohlen zu versuchen. Alß 
nun solches den Pohlen avisiret worden, haben Sie ungesäumet Ihr 
bestes Hussaren, Gosacken und Teutsch geworbenes Kriegesvolck, 
ohngefehr auff 5 oder 6000 Mann starck, mehrentheils zu Roß, auß 
Ihren Quartiren gesamlet, in guter Schlachtordnung im freyen felde 
sich praesentiret und Ihrer feinde mit unerschrockenen Muthe bey zwo 
Stunden lang gewartet. 

Der Schwedische Feldtmarschall aber, nachdem Er deßen Kund- 
schafft eingezogen, hat Er seine Reuterey ohngefehr 45 Compagnien 



1) B. fügt hinza: «ist von 1. Aprilis biß den 8. diesea von 12 biß 1 Uhr 
allewege ein Stunde mit allen Glocken gelentett worden*. 
S) A ondt 



i«»- 109 

starck unter dehren Obristen, alß Streiffen, Plessen, Hinicke, Bein- 
graffen und andere Rittmeistere, in etzliche Squadronen, die Infanterey 
aber unter H. Maximilian Teuffein Ereyherrn etc., so mit seinem 
B^iement blauwe Röcke in einem Walde halten müßen, und den 
H. Obersten Glitzing gleichergestalt in schöner Schlachtordnung ge- 
theilet, darauff den Fohlen | unter äugen gezogen, erstlich auf ein- 74^* 
ander mit Stucken gespielet, folgende den angriff gethan, in welchem 
die Hussaren^) gantz hertzhafft auf den H. Feldttaiarschall, wie auch 
Obristen Streiffen und des H. Teuffels blau Röcke, die Cosacken und 
die 9 Oompagnien Teutsche Reuterey auf die andern Schwedischen 
Obristen getroffen, darunter die Hussaren (:wie Ihnen die Schwedischen 
selber daß lob geben:) mit Ihren Copyen^) und Sebeln der Schwedi- 
schen Infanteria ziemlichen Schaden zugefuget. Alß nun daß Treffen 
am härtesten angegangen und beiderseits nicht wenig auf der Wahl- 
stat gelegen, brach der Reingraff mit seinen Archibusirer und etz- 
liche Curassirern auff den lincken flügel der Hussaren, des Obristen 
Streiffen (:an welchen 3 Kopeyen zerbrochen:) und Baudis Reuterey 
auf den rechten flügel der Cosacken, lähreten viele Sättel, zertrenneten 
sowohl der Hussaren, Cosacken alß auch Ihre Teutsche Reuterey, 
darauff Sie sich mit der flucht salvirten, ließen Ihr Teutsches ge- 
worbenes Reglement, so nicht getroffen, im stiche, und wer ein gut 
Pferdt hatte, der kam davon. Die Schwedischen satzten den Pflich- 
tigen Fohlen starck nach, bekahmen viele schöne Beuthe, Fferde mit 
silbern und vergüldeten Gezeuge, eroberten bey 200 Kaleschen, 100 
pagagiwagen, Ihr proviant, munition und 5 Stück Geschütze, wie auch 
daß Teutsche geworbene Reglement, welches mit niederlegung Ihrer 
Gewehr umb Quartier gebethen, welches Sie auch erlanget unnd her- 
nacher unter die Schwedische Infanterie getheilet und gestecket worden. 
Nach I dieser herrlichen erhaltenen Yictory seind die Schwedischen 75 ^^ 
in voriger Ordnung mit Ihren Beuten auff Strasburg zugezogen, da- 
selbsten etzliche Tage außgeruhet, die Beuten unter einander getheilet, 
daß Städtlein mit aller notthurfft aufs beste versehen und alsobaldt 
von dar ezliche Personen nach Eibingen an den H. Reichscantzlern, 
demselben den Yerlauff zu erzehlen, abgefertiget. 

Den 8. Maji seind die Fliegen, so die Kinder Gottes Fferde 
nennen, gahr heuffig auß dem Nordwesten nach Südosten fliegende 
gezogen drey Tage nach einander, die Bedeutung ist Gott bekandt. 



1) A HassureD. 

^) Copye, eine Pike oder Lanze. 



HO !«»• 

Den 80. ditto ist HöveDera HauS im SiaSt nach dem Bisehoflb 
Hoffe niedergefallen zwischen 7 und 8 Uhr der Morgenstunde, hat 
aber Oottlob keinen Menschen Schaden getban. 

Den 11. Junii ist ein Holländisch Schiff für der Sünderpfordten 
in der Dnna nml^eschlagen.'^ 

Den 34. ditto ist Hinrich Doese ein Eauffgeselle Ton Hau 
Spaersam einen Mittauschen Eaa£^g;<e8ellen für Hans Fahrenhorst 
seinjBr thür (:da sie beide trimcken gewesen:) in der Knterstraßen 
den Morgen umb 10 und 11 Uhr erstochen worden. Der thäter hat 
»uff Verbitte den 31. Julii in St. Peters Eirohen eine öffentliche 
Söhnung und Buße gethan«^ 

Den 2. JuMi hat ein MüUerkneeht über der Dii/na Berendt 
KUhoen einefi Schipff'ers von Lübeck ßohnn f^taeken, daß er darvon 
deß tmdem tages gettorben. 

Den 7. Angusii Ooedert Stegelingß eines Bürgers sohnu^ weldier 
mit dem Pferde hat in der Düna schwemmen tvoUen, daß Pferdi 
ihm aber abgewcrffemi, ist in der Düna ersoffenn. 

Den 14. Augusti hat das Gewitter in der Thumbshirchen den 
Zeiger schamffirt und auf der Orgel in den blaflbalck geschlagen.* 

Den 26. Septembris haben die Gesandte Ludovici des 13. Einiges 
Ton Franckreich Hercules Carolus de Chamesse und der G^andter 
Garoli des Eöniges von Engelland Thomas Rey Eques Auratus durch 
Gottes gnädiger Hülffe mit den Gesandten Ihr Mtt. zu Schweden 
H. Axel Oxenstern des Reichs Cantzler, H. Herman Wrangel Feld- 
marschall und wegen des Eöniges von Fohlen Jacobus Zadzick der 
Croncantzler, Jacobus Sobiesky insessor Regni^X Georgius Ostrowskj^) 
Comes de Tenerin, Magnus Ernst Doenhoff Woywoda Ton Dörpt, zu 
Strasburg^) einen Stillstand gemacht und beschloSen auf 6 Jahr von 
Anno 1629 den 26. Septembris biß Ao. 16ä5 den 11. Julii, auf daB 
unterdeßen unter beyden Cronen ein längerer Stillstand oder ewiger 
friede könte gemachet werden« 

Den 4. Octobris ist ein hart Donner und Blixenwetter zwischen 
11 und 12 Uhr in der Nacht entstanden, Gottlob ohne Sehaden. 

Den 6. Novembris ist zu Riga ein Eau%eselle nahmens Bartholdt 
Wildtfeur, welcher in söhligen Hans Wackenraths eines Wandschneiders 



^) ätotl ^insessor RegQi'' 1. Incbror Regni*, wie Sobiesky in Hoppes Gkromk 
(a. a. O. S. 661) bezeichnet ivird. 

^) Nach Hoppes Chronik a. a. 0. nicht Ostrowsky, sondern ^^Ossolinsky". 

3) Nicht za Strasburg, sondern zn Altmark wurde der sechfljiUirige Waffen- 
stillstand, von welchem die Rede ist, geschlossen. 



1680. 111 

waiidbii|deii gedienet und den 21. Maji Diebstals halber gefänglich 75^* 
eingezogen, und weiln Er seiner bekändnufi nach dem Sterbhause 
mit Nachschlnßeln, auch Yerfelschunge d^ Bechnongen unnd da£ er 
viel wandlacken auß der buhden gestohlen, welches bey Ihme in seiner 
Kisten gefhnden, großen schaden gethan, ist Er in obengesezeten dato 
von den Yonn&ndem peinlich angeklaget und den 7. Norembris von 
E. Erb. Rathe zum Gralgen yerdammet worden, weiln aber nachmahlen 
viel furbitte für Ihm geschehen, ist Er von E. Erb. Rathe begnadet 
unnd den 9. Novembris auß der Sladt bey St. Gertrud mit dem Schwerd 
gerichtet und nachmahlen durch den Scharfirichter begraben worden. Er 
hat mit überflüfligen Bancketiren, auch prächtigen Kleidern groß geld 
verzehret, ist aber von Gott andern zum Exempel also gestraffet worden.^ 

Den 1. Decembris seind flößen mit Holz vor die Stadt gekommen 
und haben noch Bauren umb die zeit gepflüget. 

Den 12. Decembris ist Thomas Hönerjäger ein Bürger zu Riga, 
nachdem Er etzlich gestohlen Gut an sich gekaufit, auff daß Rathhauß 
gefänglich gesetzet worden.^ 

1680. 

Anno 1630 hat Ihr Königl. Mtt. von Schweden G. A. sich zu 
Schifie begeben, und über daß Baltische Meer gefahren, an St. Johannis 
Baptistae tage in Pommern angelanget, innerhalb 2 Jahren gahr nahe 
gantz Teutschland über alle Menschen gedanken unter dero Devotion 
gebracht, Teutschland von des Kaysers Tyranney errettet. 

Den 17. Januario Doctons Zuthalenn^) Witbe Wohnhatiß für 
der Sehalepforten leider Oodt abgebrandt 

Im Majo und Junio ist es mehrentheils kalt, windig und regen- 
hafftig Wetter gewesen. 

Den 6. Julii ist die Pest leider Gott eingefallen, daran dann 
zum ersten ein Kürßner Hans Handt gestorben, wie auch sein Kind 
und Dienstjungen.* 

Den 9, Julii M. Johannes Stntborg zum Professorem Philo- 
9ophiae in dem CHmnasio zu Riga erwehlet wordenn. 

Den 4. Augusti ein u/nteutsche Weib eine Zauberinne, so ge- 
fenghlich eingebogen unndt gepeiniget worden, hat sich kurts dahr^ 
nach selber erhenckt 

Diesen Äbendt den 4. dieses frischen 10 und 11 uhr ist Christian 
deß Buchbinders Haufi unnd Ha/ns Noltings des Schnieders Hauß 
in der Kramergaßenn eingefallenn. 



1) Zum Dalen? 



Den 30. Octobris ist eis Tischler Dirich KarchmaBD genand, 
welcher den 28. Octobris Peter Wibers eines Seidenkramers buden 
gebrochen, ezliche seiden Gewand und Geldt darauS genommen, ge- 
fenglich eingezogen und nachmahlen, da solches bey Ihm gefunden 
worden, den 13. Novembris an den Galgen gehencket worden.* 
76*^' Den 16. Februarii hat fl. Bürgermeister Ramm sein Ambt resig- 

niret, weiln Er Yicepraesident zu Dörpt gewesen. 

1681. 

Im Januario eine alte Frau s. Hans Helms Witbe den Morgenn 
umb acht uhren vom schlage gerurett, sp'ochloß auß der Kirchen nach 
Hauß gebracht, imb 8 uhr nach Mittag totes verblichenn. 

Den 22. Februarii ist den Goldtschmieden die BrüderschafiFt auff 
der großen Güldestuben zu gewinnen nachgegeben worden, welches 
zuvor nicht gewesen, unnd seind dazumahlen die Goldtschmiede, so 
zu der zeit gelebet, Brüder geworden.* 

• Den 83. Martii daß Biß auß der Düna gegangenn. 

Denn 30. Martii etdiche Straußen mit Komn auß Beußlandt 
Oott sey Danck angekommen, davon eine Strauße von dem Driffeiße 
durchgeschnidtenn für der Maßellpforten untergangen. 

Den 10. Mayus ist die herliche weitberümbte Statt Magedeburgh 
von Johan Tilly deß Keysers Ferdinandi Kriegeßoberstenn mit Stür- 
mer Handt leider Gotteß erobert, die Stadt biß auff weinnich Heußer 
unnd den Thuem in die Aßche gelegt unnd vorbrandt, dar dan viell 
volckeß, insonderheit Frauen unnd Jungfrauenn, wie auch Kinder 
mit Vorbrandt, viele der Bürgerschafft, une auch Weibeßpersohnen 
unnd Kinder niedergemachett wordenn. 

Den 23. Maji ist H. Burgermeisters Hinrich von ühlenbrochs 
Hauß bey der Pferdegaßen leider Gottes abgebrandt, welches seine 
gewesene Dienstmagdt angestecket, unnd ist die Magdt den 18. Junii 
geschmächet worden.* 

In diesem Sommer, insonderheit im Junio und Julio, ist solche 
große Hitze zu Riga gewesen, daß dadurch viel feuer hin und wieder 
im Walde entstanden und großer Schaden durch Brand geschehen.* 

Den 7. Septembris GrafiF Tilli bey Breiterfeldt eine Meile von 
Leipzig in offener feldtschlacht erleget^), viele gefangene und große 
beute bekommen. 



1) „erlegen *' wird hier und weiter unten in der Bedeutung von besiegen, eine 
Niederlage beibringen, gebraucht. 



1688. 1684. 



113 



Den 7. Octobris ist H. Nicolaus Barnecken zum Burgermeister 
erwehlet in des H. Thomas Ramm stelle, welcher den 16. Martii dieses 
Jahres (:weiln Er zum Königl. Assessoren zu Dorpat im Gerichte er- 
kohren:) seinen Burgermeisterstand aufgekündiget^).^ 

1632«). 

Den 6. Novembris haben Ihr Königl. Maytt. von Schweden den 
Hertzog von Friedland Albertus Dux Friedlandiae bey dem Städlein 
Lützen 2 meil von Leibzig in öffentlicher Feldtschlacht erleget, in 
welchen treffen der theure Heldt Selber geblieben, welches hoch zu 
beklagen. Da Er zu Wittenberg eingebracht und in die Kirche nieder- 
gesetzet, hat sichs getroffen, dass die träger (: wiewohl unversehens:) 
Ihr Maytt. Cörper gerade auf des sehl. H. Lutheri Grab niederge- 
setzet^ worvon dan von vielen Leuten artige Discursen gewesen. Hier- 
von ließ in dem gedruckten tractat etc. 

1634 76' 

hat E. Erb. Rath zu Riga decretiret, dass hinfuro kein Saltz 
mehr auB den Schiffen soll gewogen werden, weil zu großer unter- 
schleiff darunter gemacht wird, sondern soll mit Tonnen gemessen 
werden, welche Tonnen Sie von Königsberg 2 haben holen laßen. 
Eine ist mit Ringen, damit auß den Schiffen gemeßen wirdt, die 
andere mit Handgrieffen, wormit außm Keller gemeßen wirdt. 'Ob 
nun allen deren Vorfahren dieses nicht verweißlich ist, also daß Sie 
nicht richtig gehandelt, mag ein jeder judiciren. Die Bürgerschafft 
hatte für deme, da daß Saltz gewogen ward, auch zu genießen, daß 
Sie auff jeglicher Last eine Gerichte*), ist etwa IV« S-^, nicht dörfften 
freymachen, welches Ihnen auch abgeschnitten. Zu dieser zeit wahr 
Wetteherr H. Dietrich Dreling, welcher es dahin bearbeitete, daß 
kein Saltz außm Keller möchte verkauffet werden, es wurde dan in 
Tonnen gepacket, insonderheit weiln die Dreilinge mehrentheils den 
ganzen Holtz und Aschenhandel an sich gebracht und von den Wracken 



1) Thomas RamTu warde (Dach der Rig. Bathslinie 8. 162) am 18. Febr. 1630 
lam VicepräBidentea des Hofgerichts zu Dorpat ernannt and starb am 16. Febr. 
1631. Es kann hiernach die Angabe, dass er am 16. März 1631 sein Bürger- 
meisteramt niedergelegt habe, nicht richtig sein, vielmehr wird diese Amtsniederlegung 
schon im J. 1630, und zwar am 16. Febr., wie unter dem J. 1630 erzählt worden 
(nach der Bathslinie am 16. März d. J.), stattgefunden haben. 

2) In A ist der folgenden Aufzeichnung die Jahrzahl 1634 beigesetzt, die als 
offenbar unrichtig durch 1632 ersetzt worden. 

') „Grerichte" scheint eine besondere Benennung für das beim Wägen des 
Salzes von der Freimachung aasgenommene Quantum gewesen zu sein. 

Bodecken Chronik. 8 



J]4 168S. 16» 

weidlieh Tonnen ließen machen, die andern Borger aber keine Tonnen 
könten zu Kauff bekommen, die Dreiinge auch keine Tonnen wohen 
verkauffen, man mnßte dan bej Ihnen daß Saltz dazn nehmen. Also 
hat mancher Bnrgersman Saltz gehabt, aber keine macht zu yerkaaffen. 
Es hat auch gedachter H. Dreling es so ferne gebracht, daß der 
Rußische Handel ist von E. Erb. Rath gemein und frey gesprochen, 
daß er an ein Reuße, so einem Bürger schuldig, den Bürger seine 
Schuldt bezahlete, möchte handeln mit welchem Er wolte, ungeachtet 
77*- daß der Bürgersmann seine Armuth bey Ihm aufgesetzet und eben- 
theuret. Also giengen damahlen die Hollandischen Gelder durch 
ganz Reußlandt unnd wahr bey den Rigischen Bürgern ein groß Wehe- 
klagen. Da man nun manchen Bürgersmann seinen Kauffmann und 
nahrung abgezogen (rwie dann die Practiquen der Dreiinge dahin ge- 
richtet gewesen, daß Sie die besten Leuthe und den Handell könten 
an sich bringen :) unndt alles wieder die Wettordnung und Baursprache, 
auch daß es nicht könte gehalten werden, hat Gott der Allmächtige 
dennoch etliche Herren des Rathes erwecket, welche solch groß 
Unheil abgeschaffet und die alte Wettordnung wieder angerichtet. 

1636. 

Im Herbst ist der Fohle in Liefflandt wieder eingefallen, eine 
Brücke über der Duna gemacht und sein Lager bey BandemershofF 
geschlagen und die unsrigen dan auch zu Felde gezogen, viele Schar- 
mützeln mit einander gehalten, darinnen allezeit die Fohlen den 
Kürzern gezogen, da dann den 2. Septembris durch Gottes Gnade zu 
StumsdorflF in Freußen ein Stillstand gemachet zwischen Ihre Königl. 
Maytt. Cron Schweden Christina und Wladislao König in Fohlen auff 
26 Jahr von selbigen Dato; endiget sich den 1. Julii stylo veteri 
Anno 1661. Die Articula seind in gedruckten Büchern zu ersehen, 
welches man nachlesen kan. Gott erhalte es beständig. 

[168».] 

Den 19. Januarii 1638 hat Ein Erbahrer Rath nebst Elterleute 
und Eltesten und der gantzen Gemeine hie zu Riga vor die Kauffleute 
eine Compagnie auffgerichtet, laut deren Fundation, so hiernach folget, 
auff 5 Jahr, unndt haben selbiger Compagnie auBm Stadtskasten auff 
Interesse darzu[ge]geben 60000 Rthlr. Auch waß sonst die Directores 
von andern auf Interesse genommen, davor hat E. Erb. Rath caviret, 
daß also manchen redlichen Bürgersmann damit geholffen, der etwa 
eine Farthey Henff hatte und nicht verkauffen können, könte Er bey 



f 



1«88. 115 

der Gompagnie geldt bekommen unnd gab monatlich vor jedes Schiffi^ 
t Henff Interesse } vom Bthlr. Der sonsten bey Winterszeiten Geldt 
■ bedorfPte, könte alda contrahiren, also wann eines Bürgers Beufie 
gegen daß Vorjahr zu Abfuhrung oder Herrunterbringung seiner wahren 
geldt bedorffte, contrahirte Er mit der Gompagnie auf so viel er geldt 
empfing, jeglich Sch^ i, l Bthlr. unter daß Beusische Marckt zu 
lieffern. Die erste Directores seind gewesen H. Johannes Kocke, 
Dietrich Zimmerman Eltermann, Peter Schieyelbein Elster, Cordt 
Struckmann und Gisbrecht von Damm. 



8* 



Beilagen, 



• j>ii^ > 



J 



119 

!Deila.gr6 l* 

Otto Lambstarfs Propheeeixing. Au8 der Handschrift B Bl. 68^ — 69"- 0- 

Otto LambstorffeB Prophesiung . 
Anno 1584 in Riga geschenn*). 

Ich bekemke für Kajfier, Kiudng, Fürsten unnd Herren, bey meiner 
Seelen Seligkeit. Anno 1584 bin ich in Matthiaß Godtschalokes Haut 
gekommen die Kloeke ein aufT Marrien Abend in der Stadt Riga, dan 
ich bin beladen mit dem Heilligen Geiste unnd habe gelesen im Augen* 
blicke, da solt meinen Fekktobersten gebieten, der Tüitcksche Keyser 
soll verjaget werden, sobald einerley Lehre werden wirdt, dan will 
ich kommen unnd ruffenn über die gantze Weldt, mit Krieg, Pestilentz 
unnd theuer Zeitt will ich die Weldt straffen unnd außrodtenn, ruffe 
Wehe über Riga unndt gantz Lifilandt. 

Die Rigeschen Herren haben nichteß gutes im sinne, Auffruhr 
in Riga. 

Stephanus der Köning in Fohlen hatt nichts gutes im sinne, Er 
will mein Wordt außrotten, ehe er die Stadt Riga belageren wirdt, 
soll er eines schmelichen Todes sterbenn. 

Deß Eöningeß Sohn in Schweden soll ein Köning in Fohlen 
werden. Er wird einen großen Herren gefangen bekommen, wird 
wieder sein Yadterlandt kriegen, aber nichtes gewinnen. 

Der fromme Fürst Hertzog Caroll wird deß Köningeß Sohn über- 
winden alß ein [un]uberwindlicher Herr zu Waßer unnd zu Lande. 

Große Kriege gesehen in üngeren unnd Niederlandt. 

Der Spannier yorlohr ein großen Kriegh. 

Auffruhr geschehen. 

Der Schwede vorlohr all seinKriegsvolck, kam armer gestaldtdarvon. 

Alsobaldt ein Gesichte gesehenn, daß der Schwede mit einem 
Hauffen volck gekommen unnd über daß Liefflandt zwomahll vor- 
schwundenn. 

Alsobaldt ein gesiebte gesehen, daß der Schwede gewan die 
erste Schlacht. 



1) Abgedrockt ist dieses Schriftstück in den Big. Stadtblättern v. J. 1840 
8. 333 nach einer anderen Quelle (einer alten schriftlichen Sammlung), in welcher 
vom Abschreiber bemerkt worden, dass die Prophezeiung aus dem J. 1558 stamme 
and der Prophet ein livländer von Adel gewesen sein solle. 

s) Von anderer Hand ist dem Namen Lambstorfs ^ Herrn ^ vorgesetzt und 
zwischen den Zeilen hinzugeschrieben: ,,da er uff des Neuen Hanseß trepffe gegen dem 
Eathause und Marckte gestanden und ein bloseß tichwerdt in seiner Handt gehabt**. 



120 ^*"*»« ^• 

Der Schwede wirdt groß Glück haben zu Waßer unnd zu Lande. 

Dan wirdt der Schwede den Deinen überwinden zu Waßer unnd 
zu Lande. 

Dan wirdt der Schwede widerkommen unnd den Pohlen auß LieflF- 
landt jagen unnd ewigenn Frieden wiederbringenn. 

Dan wirdt der Schwede in Littawen fallenn, morden unnd brennen. 

Dan wirdt der Schwede unnd Mußkowitter kommen unnd daß 
Römische Reich entsetzenn. 

Der Turcke wirdt kommen sehr mechtigk durch Hochpohlen in 
Schleßerlandt, wirdt morden unnd brennen. 

Darumb habe ich drey Wochen zu Riga gefengklich geseßen, ge- 
prediget unndt geprophiciet. 

Deß Herren Christi Peldtoberster 
Otto Lambstorff. 



121 



Beilcigre »• 

Auf Braunschweig und Lübeck bezügliche Aufzeichnungen 

der Handschrift B Bl. 64^ — 6&' • 

Anno 1600 den 15. Augusti ist za BraunSwick ein erbärmlicher 
Mordt geschehen, dergestaldt dan ein Bürger mit Nahmenn Hinrich 
Oerdeß ist von einem Soldaten Ludwig genandt auf anstifftung seiner 
eigenen Hanßfrawen, welche sich mit dem Soldatenn gehalten, in 
seinem Hauße ermordet unnd umb daß Lebend gebracht worden, dazu 
dan auch ein reisiger Junge unnd zwo Megde geholpffen. Nach be- 
sehener Thatt haben sie den todten Gorper in ein Mummefaß gepacket 
auß der Stadt durch einen Bauren jfuhren laßen in ein Holtz nicht 
ferne von der Stadt gelegen unnd es alda niederlegen laßen. Inmid- 
tels hat sich die Fraw mit dem Soldaten unnd beiden Megden auff 
einen gedingtenn fragen nach Luneborch unnd folgendts nach Lübeck 
hieben, vormeinende sodanß nicht solte außkommen. Aber der ge- 
rechter Gott, der daß gotlose wesen haßet, wolte solche ubelthat 
nicht laßen vorborgen bleiben, derhalben es auch deßelben tages durch 
den Bauren außgebrochen, der daß vaß gefnhret; dan da er daß faß 
im Holtze ablegen muste, hatt er dennoch sehen wollen, wo der reißige 
Junge damit hin wolte, derenthalben sich hinten einenn Baum vonn 
fernen begebenn, solcheß abzuwarten. Der reißige Junge hatt sich 
zuvor hin unnd wiederumb gesehen, ob auch Jemandt vorhanden. 
Wie er nun keinen Menschen vernommen, hatt Er vonn Stunden an 
die Bände an dem faß enzwey gehauen, da dan daß Faß von einander 
gefallenn. Nachmalen ein Grube gemacht mit der spaden, so mit in 
dem Faß gewesen, unnd den toten Görper darein gelecht unndt be- 
graben. Wie solches der Bauer angesehenn, hat er sodanß einen 
erbahr Rath in der Stadt Braunßweich angemeldet, darauff dan einn 
ehrbahr Rath von Braunßweich den Boten Dirich nach Lübeck gesandt 
unnd da er den Theter, wie auch die Fraw unnd die Megde, alda 
angetroffen, hat Er zur Stundt durch einen erb. Rath von Lübeck in 
die Hafft ziehen laßen. Nach kurtzer Zeit hatt ein erb. Rath vonn 
Braunßweich dieselben für einem erb. Rath von Lübeck anklagen 
laßenn, wohrauff der Soldate gepeiniget, der die That zur stundt be- 
kandt, die Fraw aber hatt so baldt nicht bekennen woUenn. Ao. 1601 
den 17. Februario iß endtlich der Soldat für Lübeck auff ein Radt 
gelecht, die Frawe endthäuptet, daß Haubt auff ein Radt angenageldt, 
der Gorper unter daß Radt begraben wordenn. 



122 ^•*^*»« "• 

Den 16. Angasti [1600] hatt ein Burgermeister Yonn Lübeck 
Diderich Bremse genandt durch Anregung deß Teuffels sich mit einen 
kleinen Meßer in den Gurgell geschnidten, soll aber biß in denn dritten 
Tagk noch gelebet haben, unnd den 18. Augasti gestorben. Ist fol- 
gendts den 21. August! mit stadtlichen Ceremonien unnd einem gül- 
denn Stucke zur Erden bestetiget unnd in S. Otilien Eirchenn be- 
graben wordenn. 

Den 19. Augusti noch ein Bürgermeister mit Nahmen Doctor 
HermamsB Warnebeok zu Lübeck natürlicheB todes v^bliohen. 



123 



Beilng-e 3* 

Ptoiocoll des Rigaschen Schlossgerichts vom 16. Juni (n, St.) 1617, 
betreffend Eidesleistungen in Sachen der Jesuiten gegen die Stadt Riga. 

Nach einer Abschrift Brotzes, die er seiner Bearbeitung der Bodecker- 
Bchen Chronik beigefügt hat. Stadtbibliothek, Livonica 14 Nr. 2276, 
BL 118^. 

Actum in arce Rigensi anno 1617 
die 16. Junii. 

Comparentes personaliter coram officio castrensi Rigensi Reve- 
rendus Pater Andreas Leomannus Bector CoUegii Rigensis Societatis 
Jesu, Hieronymus Eierstein, Andreas Livo, juraverunt de insnla con- 
troYersa, cujus juramenti rota talis fuit: 

Ego Andr. Leomannus Rector Coli. Rig. Soc. Jesu, Hieron. 
Kiersztein, And. Livo juramus, quod insula controversa jure proprie- 
tatis ad Monasterium S. Mar. Magdalenae, cujus nos ad praesens 
Tigere priyilegii Stephani Regis possessores sumus, pertineat et quod 
Moniales Antecessores nostri in possessione ipsius fuerint, sie nos 
Deus adjuvet et sancta Jesu Christi passio. 

Eodem quoque tempore supra praefato iidem praedicti patres 
coram officio castrensi Rigensi personaliter comparentes secundo jura- 
Terunt, videlicet de scapha retique redditis, cujus juramenti rota talis fuit: 

Ego A. L. etc. juramus, quod scapha et retia ista Actoribus re- 
cepta restituta sint, sie nos Deus adjuvet et sancta J. C. passio. 

Actum in arce Rigensi anno Domini 
1617 die 16. Junü. 

Comparentes personaliter coram officio Castrensi Rigensi specta- 
biles ac famati Rigenses Nicolaus Eckius, Benedictus Hincz, Joannes 
Becker^) juraverunt de area funiculari, cujus juramenti rota talis fuit: 

Ego Nicolaus Eckius, Benedictus Hincz, Johannes Becker juramus, 
quod praefata area seu platea funicularis ad agrum Cellarium antea 
non pertinuerit et capitulum Rigense nunquam in illius possessione 
fuerit. Sic nos Deus adjuvet et Sancta Jesu Christi passio. 



^) Statt Becker ist Bodecker zn lesen, da ein Becker damals nicht Mitglied 
des Bathes gewesen ist, wohl aber Johann Bodecker, der auch in der Chronik 
(1617 Juni 6) unter den Eidleistenden angeführt wird. 



n 



124 Beilage 8. 

Eodem quoque tempore supra posito personaliter comparens spec- 
tabilis ac famatus Andreas Ulenbrock^) Burggrabius Bigensis juravit 
de mulctis, cujns juramenti rota talis fuit: 

Ego Andreas Ulenbrock Burggrabius Rigensis juro, me nullas 
mulctaa ab hortulanis agri cellarii, quam diu officio Burgrabii functus 
sum, percepisse. Sic uos Dens adjuvet et Sancta Jesu Christi passio. 



^) Ein Andreas ulenbrock ist nicht Mitglied des Rathes gewesen, es kann 
daher hier nur Hinrich v. Ulenbrock (Rathslinie S. 154 f.) gemeint sein, der 1609 
Bürgermeister wurde und Öfters als Burggraf vorkommt. 



125 



Beilage 4L« 

Acht Briefe des Utihauischen Feldherrn Christoph Radziwil an 

den Bigaschen Bath: 

L Wilna, 1621 Juli 14./4. Es sei unmöglich zu jetziger Zeit 
die geeigneten Streitkräfte aufzubringen, doch werde er sich Mühe 
geben schleunigst mit einem Heere nach Livlcmd zu eilen. Zur Ver- 
stärkung der Besatzungen der Schlösser Riga und Dünamünde seien 
Befehle erlassen. 

Riga Stadtarchiv, PriDcipnm Nicolai et GhristophoriJUdziwili Literae 
ad Senatam civitatis Rigensis. Original mit briefschliessendem Siegel. 
Adresse: Magnificis et Spectabilibns Dominis Proconsnlibns, Consn- 
libas totiqae Senatni Regiae Civitatis Rigensis, Amicis et vicinis 
nostris observandis. Darunter der Vermerk: Lectae 9. Jalii A. 1621, 
itemm in publico consilio 11. Jnlii. 

Magnifici et Spectabiles Domini, Amici honorandi. Si quis tem- 
poris illius, ex quo nobis belli Livonici apparatus a S. B. Majestate 
domino nostro clementissimo (:cui a coinmisBariis sive privata aliqua 
malignitate, prout praeter! ti temporis memoria testatur, ductis sive 
Snetico astu et calliditate delusis persuasiim erat, nihil minus quam 
arma hostilia timenda, nostras yero et Civitatis Rigensis obtestationes, 
quae eo nomine crebrae ad R. Majestatem deferebantur, puerili terrori, 
quin imo animo bellorum aestu gaudenti ascribendas esse:) demandatus 
est, singulos dies, singulas insuper horas computaverit, eum nobis ae- 
quam judicem futurum et tarditatis culpam ne minima quidem suspi- 
eione ad nos pertinere arbitratururo, certo confidimus. Non' modo 
enim difficile sed prorsus impossibile est, hoc tempore, quo Respublica 
viris et armis destituitur, tarn celeriter non dicam justum exercitum 
sed manum aliquam militum conscribi posse. Sed utut est, impedi- 
mentis et difficultatibus istis nequaquam cedemus. Dominationes Yestrae 
bono sint animo nee quicquam de suppetiis dubitent. Daturi enim 
sumus Deo juvante operam, ut omnium expectationem antevenire et 
quam celerrime cum exercitu in Livoniam advolare possimus. Axcis 
Dunaemundensis nuditati vexillo equitum Szwarchoffianorum prospe- 
ximuR, qui noctes diesque consumens illuc contendit. Cum autem 
nobis constet, Geridonem et Labarum aut plena jam signa habere aut 
ipsis parum deesse, mittimus ad utrumque mandatorias, ut alternier 
cum suo equitatu Arcem Rigensem ingrediatur securitatique ejus pro- 
spiciat, donec peditatus (:quod brevi futurum est:) a nobis submittatur. 



126 ^^^'^^ *• 

Committlmus itaque judicio Dominationum Yestrarum, utrum ex eis 
et an utrumque vocare voluerint, ei literas nostras transmittere non 
graventur. Quod superest DoiniBationibus Vestris perspectam fortunam 
ex animo optamuS; nostra vero studia eisdem o£ferimu8. Datae Wilnae 
d. 14. Julii A. 1621. 

DolxlinatioDHm Yestrarum benerolus amicus 

Christophorus Radziwil D. G. Dux Birzarum 
et Dubincorum, S. Rom. Imp. Princeps, 
Exercituum M. D. Litt. Dux Campestris. 

Gh. Radziwil m. p. 

2. WilnUy 1681 Juli 20.110. Der Bath könne die Mannschaft 
des Capitäns Donavey bis zur Ankunft des königlichen Heeres zur 
Besatzung der Stadt vertuenden. Wegen Ablassung von Geschützen 
aus den Schlössern zu Riga und Dünamünde an die Stadt seien 
Anordnungen getroffen, auch könne die Stadt einige Geschütze aus 
Wolmar nach Riga bringen lassen. 

Ebend. Original mit briefschliessendem Siegel. Adresse wie oben 
ad Nr. 1. Darunter der Vermerk: Lectae 18. Julii A. 1621. 

Magnifici et Spectabiles Domini, Amici honorandi. Ago gratias, 
qnod ad me Dominationes Yestrae perscripserint id quod de hoste 
ipsis eonstat. Idem ut in posterum non segniter praestent, non mea 
saltem cum civitate necessitudo requirit, sed etiam rerum Liyonicarnm, 
Dominationum Yestrarum Status postulat. Multum enim in eo momenti 
situm est, ut per viros fideles et industrios hostium consilia mature ex- 
plorata habeamus. Arci Dunaemundensi et Rigensi quomodo sit pro- 
spectum, ex superioribus literis Dominationes Yestrae intellexemnt 
nee dubito, quin uterque Capitaneus officio suo satisfecerit. Milite 
Gapitanei Donavai potemnt Dominationes Yestrae pro praesidio Civi- 
tatis (:prout ab ipsis petitur:) usque ad adventum exereitus R^i uti, 
quod ne Donavai impediat serio ipsi mandatur. Quod Yicecapitaneus 
Rigensis consilium Dominationum Yestrarum respuat et concrediti 
fortalicii praemunitionem subterfugiat, probari nuUo modo debet. 
Non possum quidem de re ignota (:quae prius propriis ocnlis bene 
lustranda «sset:) Judicium ferre, at cum optime sim persuasus, nihil 
a Dominationibus Yestris proficisd^ quod debitae fidei in S. R. M. et 
Rempublicam repugnet, ideo dictum Yicecapitaneum per literas ad- 
moneOy ut consilium Dominationum Yestrarum admittat et concordi 



• 4. 127 

eum ciyitate animo seeuritati arcis ecmsulat. Petierant Doninationes 
Vestrae tormenta quaedam ex Arce Bigensi et DuBaemandensi sum- 
ptibus Civitatis reficienda pro usu Civitatis concedi, interposui dili- 
genter operam apnd S. R. Majestatem efiecique, ut R. Majestas super 
hac re consenserit, ut ex paragrapho ex literis Regiis excerpto patet. 
Dedi itaqne in mandatis servitori meo Nobili Paulo Bazarevio, literis 
ad servitorem Domini Thesaurarii et ad Dominum Capitaneum Dunae- 
mundensera ac Yicecapitaneum Rigensem instructo, ut sine mora vohin- 
tatis Regiae executionem urgeat, accepta ratione restitutionis suffi- 
cienti cautione. Aliquot tormenta aenea tarn operae quam impensae 
non exiguae Yolmariae asservantur. Hujus arcis nuditas facit ut me- 
tuamus, ne tormenta ista in manus hostis veniant, nisi alio transfe- 
rantnr. Si itaque Dominationes Vestrae et Reipublicae et sibi hoc 
in passu consulere voluerint, poterint inire rationem de asportandis 
istis tormentis, quod a Praefecto loci minime ipsis denegabitnr, literis 
nostris, quas mittimus, exhibitis. Quod superest Dominationibus Vestris 
benedictionem divinam eum omnium fortunarum incremento precamur 
et nos amori earundem commendamus. Datae Yilnae d. 20. Julii A. 1621. 

Dominationum Yestrarum benevolus amicus 

Christophorus Radzivil D. 6. Dux Birzarum 
et Dubincormn, S. Rom. Imp. Princeps, exer- 
cituum M. D. Litt. Dux Campestris 

Ch. Radziwil m. p. 

(Beilage.) 

Paragraph z Kstu Je® Ero. Msci 
pod dat^ z Warszawy dnia XI Msca Lipca. 

Za podaniem Yprz. W. pozwalamy Ryzanom zazyc Dzi^, ktore 
s^ na zamkach Diamentskim j Ryskim, tych osobliwie ktore s^ bez 
koi y nienaprawne, wezmiesz iednak Yprz. W. od nich assecurati^, 
isz ie powinni b^d^ wrocic, kiedy o to requirowani bQd{(. 

Radziwil Hetman Polny . . . 

3. Vieuniy 1621 Aug. 13./3. In der nächsten Woche werde er 
ins Lager rücken und lAvland zu Hilfe eilen. Den in grosser Zahl 
in die Stadt geströmten Adligen rathe er einen bewährten Mann 
vorzusetzen, um den Feind mit vereinigten Kräften abzutreiben. 



128 ^•"»«* *• 

Bittet dem an Allem Mangel leidenden Schloss Dünamilnde mit den 
nothwendigen Gegenständen Beistand m leisten, 

Ebend. Original mit Spuren des briefschliessenden Siegels. Adresse 
wie oben ad Nr. I. Darunter der Vermerk: Bedditae 6. Aug. A. 1621, 
lectae in publico Gonsilio 7. Angusti. 

Magnifici et Spectabiles Domini, Amici observandi. Qui hostiles 
de pace tractatus magis suspectos haberet, qui curam Livoniae a R^a 
Majestate et Republica ardentioribus precibus exoraret, praeter me 
et Givitatem Rigensem certe nemo fuit, ac vice versa cui plus odii 
et suspicionis inde accresceret, praeter me et civitatem nemo conqueri 
debet. Ita enim nostra solicitudo a malevolis accipiebatur, ac si nullo 
periculo ingruente Rempublicam sumptibus enervaremus et privata 
emolumenta ex isto belle aucuparemur. Sed quandoquidem istos osores 
et iniquos alieni candoris aestimatores tempus ipsum redarguit, nos 
interea quod bono Reipublicae videmus aggrediamur. Nimirum hoste 
ingruente non minus virilem animum quam machinas et alia belli re- 
quisita ad deffensionem praeparemus nee quicquam de prospero eventu 
dubitemus. Ego Deo juvante sequenti hebdomada infallibiliter qua- 
cunque militum manu coacta in castra moturus ac Livoniae, praecipue 
vero Civitati Rigensi et arcibus periclitantibus, suppetias laturus sum. 
Audio ingentem nobilitatis concursum in Givitatem fieri, suaderem, ut 
iis, qui recipiuntur, vir aliquis in militia versatus ac perspectae in R. 
Majestatem et Rempublicam fidei (: quod utrumque Domino Capitaneo 
Treidanensi competit :) praeficiatur, ut conjuncta manu hostis a Civi- 
tate rejici et propulsari queat. Arx Dunaemundensis summa rerum 
omnium egestate premitur, per fidem itaque Reipublicae rogo et ob- 
testor, ut ipsi a Dominationibus Yestris in tanta temporis angustia 
rebus necessariis subveniatur. Sciunt enim Dominationes Yestrae, 
periculum istius arcis civitatem Rigensem ac vicina loca in discrimen 
tracturum esse. Quicquid a Dominationibus Vestris erogatum fuerit, 
omni gratitudine a R. Majestate et *Republica accipietur et non diffi- 
cilem impensarum praestabit refusionem. Quod superest animum in 
istis procellis infractum ac successum in deffensione patriae felicis- 
simum Dominationibus Vestris precor meque harum favori commendo. 
Datae Vizunis d. 13. Augusti 1621. 

Dominationum Vestrarum benevolus amicus 

Christophorus Radziwil D. 6. Dux Birzarum 
et Dubincorum, S. R. I. Princeps, M. D. L. 
Dux Campestris. 

Ch. Radziwil m. p. 



Beilage 4. 129 

4. Wüuni, IßJ^l Aug. 16 J6. In dieser Woche werde er ohne Zweifel 
in Kurland an der Düna ein Lager beziehen 'md dort werde eich 
ergeben, was weiter zu thun sei. 

Bbend. Or^nal mit Sparen des briefBchüeBsenden Siegels. Adresse 
wie oben ad Nr. 1. Darunter der YermeriE: Le«tae 10. Angnsti A. 1621. 

Magnifici et Spectablles Domini, Amici observandi. Divinae cle- 
mentiae acceptum ferimus, quod bostem e latibulis maris prodeuntem 
adversa fortuna in ipso limine ezceperit, et quominus bellici navigii 
vela contra innoxios S. R. Majestatis subditos extendere posset im- 
pedierit. Non dubitamus, Deum justum rerum arbitrum non minus in 
olteriori progressu suam benedictionem justis ac necessariis conatibus 
nostris largiturum qnam hostis molimina in propriam ipsius perniciem 
conversorum. Gaptirus iste licet simplicior anima videatur quam ut 
desiderio nostro in aperiendis viribus et consiliis Sueticis satisfacere 
queat, gratias tamen agimus Dominationibus Yestris, quod eum trans- 
miserint. Nos hac septimana omni dubio procul prima castra ad 
Dunam in Gurlandia ponemus. Ibi dies docebit, quid facto opus sit. 
Quantulaecunque vires nobiscum confluent, diligentia et dexteritate 
easdem supplebimus et hostilem numerum optima spe et animo in 
justa causa infracto adaequabimus. Interim Dominationes Yestrae 
omnia, quae ad comparandum laudis et gratitudinis apud Rempublicam 
nostram decus et ad inurendam hostibus ignominiam pertinent, sedulo 
agant suumque erga nos favorem commendamus tueantur. Datae Wisunis 
d. 16. Aug. 1621. 

Dominationum Yestrarum benevolus amicus 

Cbristophorus Radziwil D. G. Dux Birzarum 
et Dubincorum, S. R. Imp. Princeps, exerci- 
tuum M. D. Lit. Dux Gampestris. 

Gh. Radziwil m. pr. 

5. Birsen, 1621 Aug. 2L/1L Meldet seinen am Montag be- 
vorstehenden Aufbruch ins Lager und erbietet sich zur Sendung von 
200 Fusssoldaten. 

Riga Stadtbibliothek, Mss. ad bist. Liv. V. Original mit Spuren des 
briefschliessenden Siegels. Adresse wie oben ad Nr. 1. Darunter 
der Vermerk: Bedditae 18. Augusti A. 1621. 

Magnifici et Spectabiles Domini observandi. Gum fides atque 
constantia MagAific^^om Spectabilitatum Yestrarum jam antiquitus 

Bodeekers Chronik. ^ 



1 QQ Beilsge i. 

nobis perspectissima sit, haud intermittendum dnximus, quin nostmm 
adventum in hanc viciniam Magnificis Spectabilitatibus Yestris signi- 
ficaremus, easdem officiose rogantes, at nos de omnibus quae in prae- 
sens tempus aguntur literis suis certiores reddant. Nos quod- attinet 
Studium et operam nostram ex qua consuevimus affectione poUicemur. 
Porro si Magnificae Spectabilitates Vestrae pro majore, custodia opus 
habuerint gra^ario milite, libenter ex nunc ducentos pedites mittemus, 
saltem informationem desideramus, quomodo eo tuto transmitti potu- 
erint. Nos taudem Deo feliciter annuente die Lunae ad castra per- 
gemus. Hinc Magnificas Spectabilitates Yestras feliciter valere cupi- 
mus. Birsis 21. Aug. 1621. 

Dominationum Yestrarum benevolus amicus 

Ghristophorus Radziwil D. G. Dux Birsarom 
et Dubincorum S. Rom. Imp. Princeps, exer- 
cituum Magni Ducatus Littuaniae Dux Gam- 
pestris. 

Gh. Badziwil m. p. 



6. Badivilia, 1621 Atig. 23./ 13. Creditiv für den Abgesandten 
Wilhelm Barberitis. 

Ebend. Original mit Spuren des briefschliessenden Siegels. Adresse 
wie oben ad Nr. 1. Darunter der Vermerk: Lectae 15. Aug. A. 1621. 

Magnifici et Spectabiles Domini, Amici observandi. Mittimus 
praesentium exhibitorem Nobilem Dominum Wilhelmum Barberium ad 
Magnificas Spectabilitates Yestras in quibusdam certis n^otiis, officiose 
rogantes, ut eundem fayore(m) suo complectendum suscipiant et in om- 
nibus plenariam fidem adhibeant. Quod de Magnificis Spectabilitatibus 
Yestris simili studio promereri conabimur. Hisce Magnificas Specta- 
bilitates Yestras recte valere desideramus. Badiviliae d. 23. Aug. 1621. 

Dominationum Yestrarum benevolus amicus 

Ghristophorus Badziwil Dei Gratia Dux Bir- 
zarum et Dubincorum s. Rom. Imp. Princeps, 
exercituum M. D. Littuaniae Dux Gampestris. 

Gh. Badziwil m. p. 



Beilage 4. Jß]^ 

I 

7. Im Feldlager, 1621 Sept 5. / Äug, 24, Verheisst die baldige 
Ankunft der EntsaUtruppen u/nd mahnt zu tapferer Abwehr des Feindes. 

Ebend. Original auf einem sehr vergilbten Blatt mit briefschliessendem 
Siegel. Adresse : Magnifico Amplissimae Civitatis Rigensis Senatui etc. 
AmicissimlB singolariter observandis. Darunter der Vermerk : 26. August! 
A. 1621 noctu per Bigenses msticos. 

Magoifici Domini Rigenses, Amiei observandi. Incuria quorondam 
fecit, quominuB responsoriae lineae Dominationibas Yestris redditae 
fuerint. Hac in parte praefectus Dalensis culpa non vacat: is in se 
negotium transmittendarum susceperat, postea Suecos in Arce huma- 
niter tractavit, literas meas in castra remisit ac tandem brevi Arce 
per hostem exutus est. Licet me multa impediunt, moveo tarnen nee 
in hunc diem suppetias distulissem, nisi excitata ex hac parte Dunae 
ad veterem Turrim propugnacula justiorem exercitum expectare sua- 
sissent: quem cum jam nacti sumus, Deo praeeunte brevi nos tarn 
Civitati quam hosti conspiciendos praebebimus. Non saltem enim ratio 
officii, sed etiam arctissima amicitia id exigit, ut Dominationibus Vestris 
opem feram, quarum dignitas et salus ita mihi est cordi, ut pro illa 
poblicas supplicationes in modernis Begni Oomitiis (:certa spe obti- 
nendae gratitudinis:) susceperim, hanc vero proprii capitis mei peri- 
colo redimere non dubitem. Quantum in utroque praefecturus sim, 
mox divina ostendet benignitas. Dominationes Vestrae partam fidei 
et constantiae laudem conservent et hostem fortiter repellant. De 
bono eventu in causa optima nequicquam dubitent. Meum adventum 
tom sentient cum praevios ignes sub Arce Talensi viderint. Divinae 
interea protectioni Dominationes Vestras cum amplissima ac integer- 
rima eorundem civitate commendo. Datum in castris d. 3. Sept. 1621. 

Amicus sincerus 

Gh. Radziwil m. p. 

Ad literas privatas non respondeo, nam tempus prohibuit. Gapi- 
taneos Ceridonem et Labarem nomine meo conmionefaciant, ut se 
strenue gerant, meae expectationi satisfaciant, lateramenta oblocutorum 
▼irtutis se ut . . . rent et suppetias exercitus Regii in firma fiducia 
expectent. 

8. Im Lager zu Scaden, 1621 Sept. 10. 1 Aug. 31. Macht Mit- 
theilungen über Zweck und Erfolg des am gestrigen Tage stattgehabten 
Gefechts, über das baldige Eintreffen grösserer Streitkräfte und über 
Vorgänge im schwedischen Lager. 

Ebend. Original in stark verblassten Schriftzügeni mit Spuren des 
briefschliessenden Siegels. Adresse: Magnifico Civitatis Rigensis 

9* 



132 ^^•«* *• 

Seoatoi, Amicis olMervandie etq. Doninter der Vennerk: Redditae 
3. Sept., lectae 4 Sept. A. 1621. 

Magnifici et Spectabiles Domini, Amici observandi. Hesterna 
velitatio eo consilio facta, ut omnem diffidentiam civibus adimerem, 
ut loca aditus et latibula hostis explorarem, ut quid facto opus sit re 
praevisa deoernere possem. Non infeliciter Dei gratia irruptio nostra 
oeBsit et nisi militum nimia alacritas, quam ne quidem capitis mei 
discrimine sistere potui, impediisset, plus darani eo die hostis retQÜaset. 
Tenetur apud me captivns Abramus Isaaci Bosenkrano Capitanens 
cum Yicario Nicolai .... Andreae et cam aliis mnltiB Sneeia. inter 
quoB Yicarius Wilhebni Jenson e vulneribns expiravit. Cozn vero per 
sesquidiem hostis expectatns in campam non prodiret, retrocessi in 
castra ad reliquam partem exercitos. Hodie ad cnriam Soaden per- 
nocto, nam colloqnio cnm Duce Gurlandiae hio locus et dies constt- 
tutus est. Vires snas nobiscum junget. Singulis diebus majores copiae 
ex Lituania superveniunt. Cras quinque yexillis ero auctior. NobiUtas 
Lithuanioa ex vicinis territoriis non oontemnendum robur secnm affert 
neo jam procul abest. Nee dies nee uUa hora in otio nobis labetur. 
ütut hostis eristas erigat, brevi, Deo a justicia stante, deponet easdem. 
Modo civitati sit idem animus, idem vigor, spectabit ruinaxn oppu- 
gnantis. Qui moenia ipsius pulsant, dies tioctesque a nobis polsabuntur. 
Caetera papyro committere nefas. Dominationes Vestrae faoient quod 
patriae eorum salus, quod dignitas, quod exempla aliarum eivitatum 
immortalitati oonsecrata facere jubant. Si tentamenta ista viderint, 
in perpetuum hostis animum lacessendae dritatis abjiciet. Palma 
yero conAisionis ^us penes Dominationes Yestras ma&ebit. Deo ooa- 
mendo Dominatiomes Yestras cum fortissima earum ciYitate. Datae 
in castris ad Scaden d. 10. Sept. 1621. 

Amicus sincerus 

Ch. Badziwü m. p. 

Princeps Onstavus totus est animo in Suecia, festinat ad conjugem 
puerperam. Puer cujusdam civis an militis frequenter ex civitate in 
castra hostis furtim penetrat. Jacobus de la Garda globo in manum 
ex moeniis percussus. Gontagio et Ines quaedam in exercitu Suetico 
serpere incipit. Gobron Coloaellus laesus est vehementer disruptione 
tormenti. Singulis diebus multi cadunt Sueci in fossis, quas Princeps 
Oustavus non raro invisere solet. Aliquot grandiores naves Sueciam 
repetierunt. Omnes rationes quaerent, ut saepissime conferre invicem 
queamus. De Dunaemunda et Eokenhausio non sum solicitus, stat 
utraque arx nee quidquam potentiam hostis formidat. 



133 

BeÜAgre fit» 

Relation [des Syndicus Johann Ulrich] über die am 14, 8ept 1621 
im schwedischen Lager stattgehabten Verhandinngen der RigascJien 

DepuUrten mit König Chistav Adolph. 

Riga Stadtbibliothek, Mss. ad bist. Liv. V. — Sehr flüchtig geschrie- 
benes und mehrfach corrigirtes Goncept anf 10 Blattern in Folio. 
Archivaufachrift: Relation waß im Schwedischen Lager den 14. Sep< 
tembris passirt. 

Richtige relation was gestern den 14« Septembris 
im Schwedischen lager fürgelauffen. 

Nachdem den 13. Septembris £. E. Rath dnrch Ire Abgeordnete 
auf der Güldestuben Elterlenten and Eltisten sambtvder gantzen burger- 
sehaSk das Schwedische eingeschickte dritte schreiben, drin die er- 
gebung der Stadt entlich gefodertt nnd wo dieselbe nicht inner 6 
standen geschehe, dafi eusserste angedrohet unnd alles quartier abge- 
sagt wird, vorlesen und den zastandt und bescha£fenheitt der Stadt 
allerdings anzeigen und yermelden lassen, drauff dan daselbst für gutt 
angesehen und von E. E. Rath sambt Elterleuten und Eltisten ge- 
schlossen, das man Giseler fodern und gewisse personen hinaus ins 
lager schicken solle, umb zu versuchen, ob man nicht*^ in so hoher 
gefehrligkeitt die sache Was vorziehen und aufhalten konte, biß der 
Tertrostete entsatz keme, — hatt E. E. Rath schriftliche antwort- 
scbreiben in voriger form ins lager jeschickt, drin er umb erstreckung 
des quartiers auf 24 stunden angehalten und die Oiseler, so einge- 
schickt werden sollen, sambt der stelle zu specifeciren begeret. Drauff 
stracks am walle, ehe den der trombter wiederkommen, vom Grafen 
Philip Mansfelt wegen des feindes angeze^, das das quartier lenger 
nicht dan biß umb glocke 10 des folgenden tages geben, die Qiseler 
benant und gleicher weise der Stadt die Irigen auch zu nennen ange- 
mutett. Balt drauff ist der trombter kommen und hatt ein schreiben 
bracht, das das quartier biß glocke 12 ejusdem erstreckett und die 
Oiseler gegen einander umb die glocke 12 furm Marstalrundell ge- 
wechselt und angenommen werden sollen. Hirauff folgendes tages im 
Rath beiseins Elterleute und Eltisten, so der Gemeine guttduncken 
einbracht, geschlossen, das man abschicken solle, welches zum Über- 
fluß den Mterleuten und Eltisten der bui^erschafft zur Güldestuben, 
so viel dero bey der band gewesen, abermal referiret und dieselben 
sich gefallen lassen, und seindt drauff h. Burgermeister Heinrich von 
Ulenbruch, h. Syndicus Johan Ulrich und die beide Elterleute Hans 
Witte der grossen und Gideon Ritter der kleinen Gülden deputiret 



]^3^ Beilage 5. 

und verordnett. Nachdem aber die herren hernacli in der Cemmerei 
sich beredett, was ungefehr anfenglich daselbst furgeben werden solle, 
war der obgedachter h. burgermeister und syndicus sambt beiden 
Elterleuten auff Glock 12 in dem bestimbten ort erschienen und da 
die Geiseler zur stad gefahren, vom Feltmarschalck Uxkel empfangen, 
mitt 7 Compagnien Beuter durch die leger, ^o alle in der Ordnung g€%* 
standen, biß ans Königliche lager gefurett. Ist der Graff von Mansfelt 
denen ausser dem lager zu fusse entgegen gesandt und hatt ihnen 
vermeldet, das sein Koningk und herr des begehrens wer, das die 
Deputirten ihm folgen selten, drein sie verwilliget. Als sein dieselbe 
durch die Ordnung der Eriegsleuthe und HofFvolcks, welches gantz 
dicke gestanden, bifi ins Königliche zeit gefurett, do dan der Koningk 
unterm himmel gesessen, Printz Carl zue einer, Carl Carlson, Jacobns 
de Legarda und andere vorneme hern zur andern handt gestanden 
und das gantze gezelt der obristen Gapiteinen, Befelighaber und 
Obristen vol gestanden und viel unser burger, jungen gesellen und 
diener, so ^it hinauß gezogen, mitt eingetreten. Hatt der Koningk 
den gesanten einem nach dem andern, darnach auch vielen auß dem 
Comitat, die hand gebotten. Nachdem hatt der Syndicus angefangen 
mit mehrem zu proponiren, das E. E. Rath sambt den Stenden der 
stad unvergessen, was, seitt er mitt seiner Kriegsmacht für die stad 
geruckett, zu beiden theilen furgelauffen und welcher gestalt die stad 
dreimal durch underschiedene brieffe aufgefodertt, insonderheit aber 
was im letzten schreiben bey gegebenem quartier auf 6 stunden ange- 
drohet, wie E. E. Rath drauff drey tage frist zur deliberation begehret 
und was von wechslung der Geiseler entlich verabscheidet, und das 
sie nu zu dem ende von allen stenden der stad abgeschickett. Zuvor 
und ehe den andre tractaten angefangen wiirden, hatt er fleißig an- 
gehalten, nicht allein zeitt wehrender tractaten das quartier aufrichtig 
zu halten, sondern auch, dafem dieselbe unfinichtbar abgiengen, das- 
selbe auff 10 stunden nach geendigtem tractat zu erstrecken, damitt 
unterm schein der tractaten kein teil meuchling gefehret würde. 

Drauff der Koningk selbst angefangen mitt diesen werten: Das 
quartier kan balt ein ende haben, sagt, wollet ihr die Stadt übergeben? 
Drauff vom h. Syndico respondiret, es were billig, das vorher vom 
quartier geredet und drüber geschlossen würde, das ander würde sich 
in progressu causae finden. Es hatt aber der Koningk in richtige 
antwort gedrungen und cathegorischen bescheit zu wissen begehret, 
ob sie wegen Übergebung der stad zu handien befehligt, darumb der 
Syndicus das patent vom Erbaren Rath zu legitimirung der abge- 



schickten personen übergeben, so er, der Koningk, selbst gelesen und 
wie er an den titeil kommen, mit diesen werten unmutig heraus ge- 
brochen: Wie kombt ihr dazu, das Ir mir meinen Königlichen titui, 
den Ich von Gott habe und alle potentaten mir tribuiren, entziehet 
und mich einen printzen nennett, so doch die Dantzker und andere 
dem Eoninge und der Ghron zu Polen nicht weiniger als Lr mit eiden 
und pflichten verbundene mir denselben titul geben? Hatt der Syndicus 
drauf geantwortett. Er wolle sich drüber nicht commoviren, den weil 
sie in den pflichten des Eonings in Polen weren, so weiten sie wieder 
denselben respect nicht gern mitt werten oder thaten handeln, er 
wolte in gedultt den fernem procedur abwarten. Als ist er drauf 
stracks stille worden und hatt das patent It Jacobe de Legarda zu- 
gestellett und lachend gesagt: Es gehe hin, sagt nur, wolt Ir die stad 
geben? Drauff der Syndicus weiter fortgefaren und die uneinigkeitt 
und Streitigkeit zwischen die beide nahe verwante potentaten hoch 
beklagett, aber die unschult dieser guten Stadt, die darzu keine ur- 
sach geben und gleichwoU allewege die haut dazu leihen müssen, an- 
gezogen und beklagett, so doch diese stad nichts gethan als was in 
terminis merae defensionis passiret und ihr eides halber jure subjec- 
tionis geburet, — mitt femer deduction und ausforung, was es für 
einen zustand umb Eid, ehr und namng der gantzen stad habe und 
das diese Stad, die allein auf Eaufmanschafft gegründett und aus der 
Chron Polen ihre namng hette, von derselben nicht getrennet werden 
könne, welches alles breiter und specialiter vom situ und gelegenheit 
der stad, von derselben natur, eigenschaffi und namng erklerett worden. 
Darumb pillig diese Stadt der Eon. M. und Ghron zu Polen Ire trewe 
und glauben mith bestendigkeitt erwiesen. Den das principium stunde 
fest, insonderheitt bei allen potentaten, als das einige fundament des 
gemeinen beste, das der Eid und die Pflicht sich aufs eusserste, ja 
auf die zusetzung leibes und lebens erstrecken, so wie auch nach dem 
gewissen billig die ehr und ezistimation für der weit in acht zu 
nehmen, und ohne das müste auff der stete namng und einkommen, 
ohne welche dieselbe sich oder ihrem Oberhem nicht nützlich, ge- 
sehen werden. Über das hette man die gefahr, so auf diese begehrte 
mutation unvermeidlich folgen müste, zu sehen, den die Machtt der 
Chron zu Polen were uns allen bekant und legen wir unter dero 
fassen. Eonte nicht lang wehren, sie würden das land nicht stecken 
lassen, sondern mitt Eriegesmacht wieder angrei£fen, alles verwüsten 
und zemichtigen. Ob nun woU im, dem Eoningk, seiner intention 
nach damitt, das Riga übergeben würde, gedienett, so befunde doch die 



136 '^•**^ *• 

stad nicht, das es das Ire damit gedienet oder das es bestand haben 
konte, sondern sehen so viel, das inen anstat dieser itzigen gefahr 
der langwirige beschwerliche Eriegk würde aoffgeladen werden, nnd 
das sie doch iren nun und alle narung nnd zeitliche wolfarth verliren, 
entlich doch verterben und untergehen müsten. 

Diese deduction ist dem Koninge was langweilig und beschwerlich 
fur[gekommen], hatt dieselbe etzliche mal intterrumpiret and gesagt: 
Herr Syndice, Ir gebrauchet weitleuftigkeit, Sagt wolt ihr die stad 
geben? Den ihr soUett wissen, das Ich mich so nicht werde mit 
werten abweisen lassen. Ich habe Euch durch Gottes gnade so weit 
in meine hende, das wofern Ir euch nicht acommodiret, Ir eur hal- 
starrigkeit mit eurem eussersten verterb beklagen werdett. Ich habe 
diesen kriegk (:Oott wird mirs zeugen:) nicht leichfertig, sondern auß 
dringender noth für meine mir von Gott yerliehene underthanen auf 
mich genommen, weil Ich von dem Eoninge in Polen durch alle erliche 
billige mittel keinen frieden oder stillstand erlangen können. Ich 
habe Pemau restituiren wollen und nur umb einen stillestand ohne 
jeniges praejudicium beiderseits rechtenß in der haubtsachen ange- 
halten und gleichsamb drumb gebettelt, aber denselben nicht haben 
können. Was habe Ich den anders thun können, den das Ich mitt 
wehr und waffen, die Ich gern eingestellet hette, denselben suchen 
muß? Were noch Gommission vorhanden gewesen, hie für Riga weite 
Ich tractiret haben. Und obwol war ist, das Ir Rigschen angezogner 
massen für eure person dran unschuldig, so wisset ir doch woU, das 
Ich vermuge aller Yolcker recht euch als underthanen meines feindes 
mitt guten gewissen habe angreifen können. Ich habe euch die Neu- 
trautet angebotten, wie Dantzigk, aber Ihr habet hochmütig geant- 
wortett, das Ir bei der Chron Polen leben und sterben woUett, drauf 
Ich nach Eriegsgebrauch procediret und euch durch Gottes gnaden, 
der Ich dancke, so weit bracht, das Ir mir nicht entstehen soUett. 
Ich betrachte aber als ein Christlicher potentat billig, das Ir sonst 
für euch selbst unschuldig und meiner religion verwant seidt, das 
Ir auch als politische leuthe bei guter teutschen Ordnung und sitten 
lebet, und wolte euch. Eure stad, weiber und kinder nicht gern ver- 
terben, habe euch derowegen angebotten und biete euch noch in 
gegenwart an, das Ich euch bei euren privÜQgien, rechten und sitten, 
drin ihr bißher gelebt, lassen und kein recht mehr an euch haben 
will, als das bißher der Eoningk von Polen an euch gehabt. Wollet 
Ir euch darauff guttwillig geben, so habt ihr Gott für guten rath zu 
dancken; wo nicht, so hatt Gott ein große straffe über euch verhengett 



B«üi«6 5. 137 

I 

und mir thuts leyd, das Ich dieselbe exequiren soll. Den ich werde 
es kurtz machen und hab bei mir ein grosse anzahl gater gesellen, 
die alle die helse dran strecken werden. In solchem znstandt werdet 
ihr nach diesem kein qnartier haben und wen Ich auch selbst euch. 
Eure weiber und kinder gern gerettett sehge, so werde Ichs doch nicht 
thun können, weill der Soldat alsdan nicht zu stillen. Derowegen 
erkleret euch und sagt her, was Ir thun woUett. Das Ir aber anziehet, 
wie viel underthanen Iren hem schuldig sein, das leugne Ich nicht* 
Ir habt euch aber bißher so gehalten, das Ich wünschen wil, daß 
alle meine underthanen aufif solchen fall sich so bezeugen, den Ir 
mehr gethan und ausgestanden alß Ir nach kriegsrecht schuldig. 

Der Syndicus hatt gebeten, die Gontinuationem der Yorigen deduc- 
tion mit gedult femer in dieser hochwichtigen sach anzuhören, und 
weiter angezogen: Obwol der Eoningk anrure, das sie bifiher sich woll 
gehalten und so gestalten Sachen nach im gewissen und Ehm ent- 
schuldigtt, so würde ihnen der rühm für dißmal vom Eoninge zu 
seinem eigenen vortel und ihrem grossen schaden zugelegt und ge^ 
geben, Sie aber konten noch zur zeit in conscientia nicht desfals ge- 
sichert sein, weil es Gott lob mit Inen zu dem stände nicht kommen. 
Den es solte der Eoningk sie nicht pro victis aut desperantibus achten, 
sie befanden sich weit in besserer condition oonstituirett und getra- 
weten sich seiner Macht durch Gottes gnade und beistendigkeit zu 
erwehren. Aber nach seiner eignen erklerung und vertewrung zu 
Verhütung ferner blutstürtzung weiten sie sich gern accommodiren und 
demnach sich zur neutralitet offeriret und erbotten, auch diese bevor- 
stehende fernere gefahr ungeachtett ihres vorhin von seinem hem 
vater durch die langwierige kriegskosten und zu lande und waßer, 
auch in den vorsteten, empfangenen Schadens und vilfeltigen verterbs 
nach Irer mugligkeit mitt einem ansehnlichen stucke geldes, solten sie 
auch Iren weibem und kindem silber und golt vom halse und leibe 
reissen, abzulenen sich anerbotten haben. So hette er seinen Scopum 
erreichet, konte auch cum reputatione wehr und waffen abwenden. 
Er hatt aber hirauf geantwortett, das numehr solches nicht sein konte, 
sondern er müste die stad in seiner devotion haben, den dieselbe were 
allewege domus belli gewesen, drauß tanquam ex equo Trojane alle 
expeditiones wieder ihn und seinen h. vater sowol das Eonigkreich 
Schweden gestafierett und unterhalten und aller schade und nachteil 
da entstanden. Wie konte er der neutralitet trawen? Der Syndicus 
geantwortett: Auf gute aufrichtige Gompactaten, so mit dem hogsten 
Vinculo des Eides confirmiret und bestetigt wurden. Er dagegen re- 



138 ^•"•«« ^• 

pliciret, das ers drauf allein nicht setzen konte, sintemall er solcher- 
gestalt sich nicht Inen zu vertrawen. Der Syndicus dupliciret: Wan 
solche neutralitet gewilligt, verbriefet und mittm Eide versichert, so 
konte er auch allein sich woll der Stad, die treu und glauben zu 
halten gewohnett, vertrawen. Drauff er mitt lachenden munde gesagt: 
H. Syndice, Ir müget woll gute leuthe sein und glauben halten, aber 
solchergestalt werde Ich euch mein heil nicht vertrawen, und weiter 
abrumpiret und von der subjection rund und schließlich zu sagen 
begehrett. Der Syndicus aber mehrmalig diese petition erwiedertt 
undt in dieselbe zu wiUigen mit vielen bew^lichen werten angehalten, 
insonderheit in betrachtung, das weil unser Eoningk und herr das 
gethan, was eine Obrigkeit thun soll und geburenden entsatz ange- 
ordnett, der Felther auch sich praesentiret und ob er etwa was zu- 
nicke gezogen, balt wieder zu erscheinen und entsatz zu thun sich 
erklerett, so konte und vermöchte die stad, unerwartett solchs entsatz, 
mit guten gewissen und ehm nicht zur tractation treten. Wolte dem- 
nach gebeten haben, nach vielen exempeln in dergleichen kriegsfellen, 
so auch zum teil specifice angezogen, certum terminum zu concediren, 
mitt dem erbieten, das wofern in dem termino die stad nicht ent- 
setzett würde, sie auf unvorweißliche Gonditiones tractiren wolten. 
Er hatt aber gesagt, das Im das ungelegen, den es were nu so weit 
kommen, das er der stad durch andere wege konte mechtig werden. 
So were es auch unnötig und vergeblich länger zu warten, den hett 
der Pole entsetzen wollen, so solt ers gethan haben, do er hir gewesen. 
Er were aber mitt einer geringen anzal erschienen und flüchtig wieder 
davon gezogen, hette sich sieder in Gurland herumb geschleppett und 
daselbst Sterken oder den Fürsten die Mittau einnehmen lassen wollen. 
Es weren alhie gefangene, die uns berichten konten, wie stark er 
were. Er wolte wünschen, das er nur zu finden stunde, den er were 
Im an allen orten Got lob gewachsen. Würde aber der Pole mitt 
10 oder 20000 Man komen, so were er doch so an allen enden vo^ 
wäret, das er in woll solte sitzen lassen, den er were nie der nerri- 
sehen meinung gewesen, das wen der Pole im zu starck were, er mitt 
im schlagen wolte. Sonsten hette er mehr reuterei mit sich nehmen 
können, dero er doch für dißmal genugk hette. Der Syndicus ge- 
antwortett: Weil der Eoningk seiner Macht auf alle feile trawete, 
so konte er so viel leichter in dis billige gesuch, dadurch der stad 
gewissen und ehr, insonderheitt bei frombder Nation und Religion 
verwanten, gefreihet und versichert würde, consentiren, würde auch 
auf allen fall im die victoria gloriosior sein und mehr ehr und ansehn 



Beilage 6. Jgg 

bei aller weit geben. Er hat auf diese rede mit lachenden munde 
geantwortett, das er so ehrgeitzig nicht were, konte die zeit so nicht 
verfliessen lassen, wüste auß vielen historieU; das solche dilationes in 
medio cursu victoriae schedlich und in einer stunden das zu yerseumen, 
was nicht im halben jhar, ja wol nimmer zu restituiren. Er wolte 
lieber auf den wellen der stad Riga stehen und die polnische Fahne 
fliegen sehen, muste numehr eine herberge in der stad haben, den 
es im daselbst nicht lenger bequem were. 

Schließlich hatt der Syndicus mit repetirung der vorigen beiden 
puncten, dero sie sich nicht begeben haben wolten, angehalten sich 
zu erkleren, was den der subjection halber seine entliche meinung 
were, den er konte ja die stad nicht entlich schützen noch in Irer 
nahrung und wolfarth erhalten und defendiren. 

Drauff er sich resolviret: Er begerte die stad anders nicht den 
in dem statu, wie sie von alters und bißhero verfast gewesen, zu 
haben, nur allein, das er biß sie Iren glauben bewiesen, seine Garnison 
drin haben müste. Aber mit ein oder 2 Jaren, wen er das Schlos 
fortificiret, wolte er sie wol der Garnison gar entheben, wie Revell. 
Die Garnison aber müste itzo drin sein umb seiner Sicherheit und der 
stad defension wegen. 

Es ist abermal vom Syndico repliciret worden, das sowoU der 
Koningk als die stad nicht auf die gegenwertige zeit, sondern waß 
weiter sehen müsten, den es stünden woU lande und Stete zu gewinnen 
und einzunemen, es were aber nicht eine geringe tugend dieselbe zu 
erhalten. In den Regimenten trügen sich vilfeltige Abwechßlungen 
des glucks und der feile zu. Man solle besehen eben die gegenwertige 
zeit. Itz do Ire M. und die Chron zu Polen, die so mechtig were 
und dero Riga unter den fussen lege, mitt einem schweren Turcken 
Kriegk beladen und nicht entsetzen und retten konte, solte ihnen so 
eine stad abgedrungen werden. Derogleichen feile konten sich mit 
dem Eoninge und seinem reich auch zutragen, und alsdon wie auch 
sonsten müste Riga doch untergehen, den nicht alle jhar eine solche 
armada und Kriegsmunition wie diese ausm Reich Schweden Lieffland 
zu gute würde ausgerüstett werden. Es wolte auch das arme land, 
das vertorben und femer würde vertorben werden, solchen Unkosten 
nicht tragen. Auf solche feile were die stad umb all das ihrige, und 
das post vulneratam causam publicam et privatam. So were ja besser 
itzo als do extrema zu leiden und solte der Koningk es dahin halten, 
den Er, der Syndicus, und seine CoUegen, wie auch viele redliche 
leuthe in der stad Über Ir blut stürtzen, den mitt schmach undt ver- 



140 *»«!•«» 5. 

weiß leta mitgehen würden. Über das sehen sie woll, das er nur zur 
sidierung des Schwedenreichs die stad affectirte. Wen künftig per 
tractatus die' stad wieder an die Polen kerne, wie sie den kommeo 
müste, so wehre Ir statns in viele wege deteriorirett. 

Drauf der Eoningk geantwortett: Wens dazu komen solte, wolle 
er darob sein, das die stad mit den rechten und freiheiten an die 
Eron Polen übergeben werden solte^ wie er sie empfangen, und er 
wolte, wie er itz seinen hals gewagett, also denselben sambt dem 
gantzen Eonigreich Schweden bei der stad dieselbe zu defendiren 
auffsetzen und auf sein gewissen und ehr das nicht leiden, das die 
stad untergebracht werden solte, den er liebe Stete und bnrgerschaff- 
ten, als drin zucht und ehre wohnete, und gebe ihnen gerne freiheiten. 

Der Syndicus nochmaln die vorige beide petitiones erwiedertt. 
Drauf der Eoningk gesagt: Es könne nicht sein, sie selten ihn und 
sich nicht aufhalten, sondern Ir heil und wolfarth wol bedencken und 
Ir verterb nicht über sich fhüren. Sie hetten keine Soldaten. Drauf 
der Syndicus eingeredett: Es wer Gott lob dran kein mangel, sie 
hetten dero eine gute anzahl. So were auch die burgerschafit frisch 
und mutig gnugk. Er drauff respondirett: Er wüste woll, wie mitt 
burgern, die der wehr und waffen nicht gewohnet, Eriege zu fhüren 
stünden, so lang sie binnen wals wehren, gienge es hin, slber wen die 
wehr und wafifen ein einander in die äugen zu setzen, so gienge es 
übel fortt. Er hette woU gesehen, das man frisch gnugk bißher ge- 
wesen und der Sachen mehr den zu viel gethan, muste auch bekennen, 
das es ohne schaden der seinigen nicht abgangen, aber die lenge wurde 
es abnehmen und gethan sein. Der Syndicus drauf gesagt, das man 
Eid und ehm halber anders nicht thun sollen und das er zweifelsohn 
das und ein mehreres von seinen underthanen gewertig were, darumb 
er solchs an diese stad nicht tadeln würde. Hatt gesagt: Er rühme 
es, das die stad mehr gethan, als sie kriegsgebrauch nach schuldig 
und das sie auch ohn ihren Untergang lenger nicht austauren konte, 
den ehr unter und auf ihrem rundel dreymal gewesen und were da- 
selbst so beschaffen, das es nicht lang weren konte. Solte drüber 
bei ihm volck fallen, das würde die stad mehr als in treffen. Er 
begehrete entliche resolution, und damitt sie Ir eigen verborgen Un- 
glück wissen muchten, het er ihnen frei gegeben, sie biß in die Minen 
zu füren, umb dieselbe zu besehen und Ihren eussersten unfall besser 
zu berathschlagen und denselben zu verhüten. 

Entlich haben die h. deputirten fürgeschlagen, das quartier auf 
24 stunden zu erstrecken, damitt sie E. E. Rath Elterleuten und 



Beilage 5w ]^41 

Eltisten von dem was fürgelanffen referiren konten. Damitt der 
Eoningk abel zufrieden gewesen und vermeinet, das nur betrieglich 
diese Anstalten fürgenommen worden. Es solle der Syndicus ad refe- 
rendum nach der Stad ziehen, die andere aber da bleiben, den er 
müste morgen in der stad sein, wo nicht durch den wegk der gute, 
gewiß, wil Oott, durch die gewalt. 

Alß die gesanten angezeigt, das sie nicht weiter instruiret undt 
heftig umb dilation ad referendum angehalten, dabei dan dociret und 
ausgefurett, das es in dieser wichtigen sach und nach unserm Statu 
anders nicht sein möchte, sein sie ins gezelt abgewiesen und durch 
den Graf von Mansfelt begleitett worden, den sich der Eoningk hir- 
über mit den seinigen bereden wollen, do an confect und weinen auf- 
gesetzet gewesen, den gesanten gebotten und vom Grafen, Feltmar- 
Bchalck üxkel und andern mitt denselben colloquiret worden, biß 
h. Carl Garlson und der h. Legar in dasselbe zeit kommen und aber- 
mal wegen des Eonings angezeigt, das er gar übel zufrieden, das die 
Gesanten mit so kalter Instruction zu Im herauß kommen, die Im 
mehr zum schimpf den zum ernst gerichtett^ indem man Im furschlüge 
Neutralitet oder dilatiönes, von Übergebung aber der stad nichts uberal 
[in] befehl hetten. Sehe darauß, das es nur alles zum betrugk ge- 
richtet, begehrte noch, der Sjrndicus solle ad referendum hinein ziehen, 
die andern aber do bleiben. Hirauff ist abermal wie vorhin geant- 
wortett und begehrett worden. DrauflF die wolgemelte herm wieder 
abgetreten und sich mit dem Eoninge beredet. Seind entlich nach 
langen aussenbleiben wieder kommen, haben begehret, die gesanten 
selten zusagen zu befodem, daß die Stadt dem Eoninge übergeben 
würde, damit er des blutstürtzens und die Stad des verterbs und 
Untergangs verschonet würde. Ist zum bescheide geben, das Inen das 
nicht anstende und gebüre, sondern bloß von dem was fürgelanffen 
zu referiren. Entlich seind sie gegen den Abend erlassen und mit 
so viel compagnien Reuterei wieder biß anß thor b^leitet, die Schwe- 
dische Geiseler aber am selben ortt auß der stad konmien und ein 
gegen den andern abgewechselt worden. 

Die Nacht, über ist dies pro memoria aufgesetzett und den morgen 
hora sexta in Senatu praesentibus Tribunis et senioribus, hora 8. auff 
der Güldestuben in Corona civium ex scripto recitiret und in an- 
merkung der uberauß großen noth die fernere ausschickung mit ad- 
jungirung des h. Rammen und Secretarii Meyern außm Rath und 20 
auß den Elterleuten und Eltisten so der gemeinen burgerschafft beider 
Gülden gesterckett worden. 

» . ♦ ^ { i j ^ » < 



I 

142 



Nachtrag:. 



Auf Seite 67 ist dem Absatz: ^Febniario Fat am divinum*, 

folgende Anmerkimg hinzazafägen: 

Die Meldung von dem im Februar erfolgten Tode des römischen EaiBn« 
ist eine unrichtige. Kaiser Matthias starb am 10. /20. März 1619, nachdem 
wenige Monate vor ihm der Erzherzog Maximilian und die Kaiserin Anna 
mit Tode abgegangen waren. 



Virziiebiiss icr ii iie Cbroiil aifieioMCin Irkiidei. 



Seite 

1. Graf Mansfeld und Admiral Reuning fordern die Stadt auf, sich in den 
Schutz des Königs von Schweden ku begeben. 1605 Aog. 3 19 

2. Carl IX. König von Schweden an Bath nnd Bärgerschaft Rigas. Ver- 
langt OeShnng der Thore and Einlass in die Stadt. Im Feldlager von 
Riga, ie06 Sept. 13 24 

.3. Graf Mansfeld ladet Rath nnd Bürgerschaft in höhnischer Weise zu Gast 
Festung Dünamdnde, 1606 Jnli 29 34 

4. Chodkiemtz an den Grafen Mansfeld. Wirft ihm betrüglichen Brach des 
Wafifenstillstandes vor. Im Lager, 1608 Sept. 15 36 

5. Carl IX. giebt allen Eaafleaten die Schififahrt nach Riga gegen Erlegang 
des Zolls in Dünamünde frei. Stockholm, 1608 Dec 1 41 

6. König Gustav Adolph an den Rigaschen Rath. Fordert Abfertigang 
von Deputirten zu Unterhandlungen. Feldlager beim Mühlgraben, 1621 
Aug. 12 71 

7. Antwort des Rathes. Riga, 1621 Aug. 12 72 

8. Gustav Adolph an den Rath. Fordert nochmals die Abschickung von 
Deputirten. Feldlager vor Riga, 1621 Sept 2 77 

9. Antwort des Rathes. Riga, 1621 Sept. 4 78 

10. Der Rath an Gustav Adolph. Sucht um Yerlaog^rnng des Waffenstill- 
standes an und erklärt sich zu Unterhandlungen bereit, falls beiderseits 
Geissein gestellt würden. Riga, 1621 Sept. 13 81 

11. Gustav Adolph an den Rath. Verlängert den Waffenstillstand bis zum 
14. Sept. 12 Uhr und willigt in die Stellung von Geissein. Feldlager 
vor Riga, 1621 Sept. 13 81 

12. Der Rath nimmt das vom König gebotene Quartier an. Riga, 1621 
Sept. 13 82 

13. Gustav Adolph bewilligt den Waffenstillstand bis zum 13. Sept. nachmit- 
tags 5 Uhr. Feldlager vor Riga, 1621 Sept. 13 82 



PertoKi- ni Orttreibtir. 



Die der Seitenzahl nach einem Komma folgende kleinere Zahl bezeichnet, daas 
der betreffende Name mehrmals und wie viel mal namentlich auf derselben Seite 

vorkommt. 



A. 

Abraham, Pastor 11. 
Adel, knrlandischer 60. 
Aderkasse, livl. Edelmann 44. 
Ad sei, SchloBs 14. S. auch Arcel. 
Ager ce Ilarias s. Kellersacker. 
Ahe (Aha, Traider Ahe), Flnss 3,9. 

46,a. 54. 
Ahe (karische?) 62. 
Albert 8, Gerd, Burger gr. G. 86. 
Altermänner und Älteste beider 

GUden 24. 28. 32,8. 57,2. 70. 71. 

72,8. 77. 78,8. 79. 82. 84. 114. 

133,4. 140. 141,8. 
Ältermänner und Älteste der 

Schwarzhäapter 72. 

Altmark 110. 

Amsterdam, Stadt 107. 

Andreae, Nicolaas 132. 

Andreas ein Grobschmidt d2. 

Andres ein Kürschner 89. 

Andres ein Leineweber 92. 

Angelius s. Engelerus. 

Anna, Kaiserin 67. 142. 

Anna, Viehmagd 9. 

Antonius 11. 

Appelman, Wilhelm, ein Brabanter 
44. 45,9. 

Arba, Wasser zwischen Europa und 

Asien 49. 
Arcel (Adsel?) 108. 
Area (platea) funicularis s. Beper- 

bahn. 
Aschewrake 83. 

Bodeeken Chronik. 



Asserson, Obrist 95. 
Ander entz, Märten, Bfirger kl. G. 86. 
Auzen (Aotze) 64,4. 
Avendorff, Hans, Gesell 93. 

B. 

Babit (Babet) 19. 38. 85. 107. 

Backe, Jeronymus, Kaufgesell 87. 

Baker, Wilhelm 95. 

Balia'zor s. Beliazor. 

Bandelisck, Bauer 9. 

Bandemershoff 114. 

B an n i e r, Axel, Beichsstallmeister 105. 

— , Johann, Obrist 99. 

—, Swento (Swanto), Hofmarschall 
82. 83. Gubemator 107. 108. 
Barbewitz (Barberins), Wilhelm, 

Kosaken-Obrist 74. 130. 
Bargen, Gerd von, Leuchtenmacher 93. 
Bar lingh ff, Adrian, Bürger gr. G. 88. 
Barn ecke, Nicolaus 58. Bathsherr 

68,9. Bürgermeister 113. 
Barnekow, Anna 19. 
Barnscher (Bornscher) Krug 8. 
Bartholdt der Hausschliesser 87. 
Bartram, Gastellan 68. 
Baudis, Obrist 109. 
Bau man, Andreas, Pastor 57. 59. 
Bausche, Jochim, Bauer 11. 
Baaske 58. 66. 68. 
Bawer, Hinrich, Kürschner 91. 

— , Jacob, Bürger gr. G. 93. 
Bawest, Adam, Kürschner 92. 
Bayer, Henrich, Burger gr. G. 88. 
Bazarevius, Paulus 127. 

10 



146 



Personen- and Ortsregieter. 



Becker, Johan, Pastor 94. 

—, Thomas, Bärger gr. 6. 91. 

Bedelieh, ein Weib 11. 

Beerman, David, Gesell 87. 

Bein er, Heinrich, Gesell 18. 

Beldt, Cord, Bärger gr. Gilde 87. 

Beliaser, kön. Goramissarios 68. 

Beliazor (Baliazor), poln. Haupt- 
mann 33,2. 

Beling, Henrich, Ältermann 90. 
B e n c k e n d r f f, Hans (Johann), Baths- 
herr 30. Obergerichtsvogt 48. 
— , Johannes, Bathsherr 86. 

Bendorf f, Jörgen, Wachtmeister 51. 
Beneken, Rabbert, Bürger gr. G. 98. 

Benkendorff, Järgen, Bärger von 

Bauske 66. 
Benneman, Hinrich,Burger gr.G.74.86. 

Berends, Jochim, schwed. Statt- 
halter 94. 

Berens, Peter, Hntstaffir 89. 

Berge (Berg), Caspar znm, Bärger- 
meister 17. 49. 

— , Caspar znm, 53. Procurator 93. 

— , Michel (zum), 49. Bürger gr.G. 90. 

Bergeshof 6. 

Betecken, Albert, Bathsherr 32. 

Betken, Albert, Gesell 91. 

Bickern 19. 

Binnen Walles, Stadttheil in Riga 
2. 16. 56. 

Birsen 64. 96. 130. 

Birsenhamisches (Boxtehavisches, 

Büxterhövisches) Dorf 11. 
Bischofshof 110. 
Bissewinckel, Hans,Bärgergr.G. 91. 
Biswinckel, Lnthe, Schneider 90. 
Bittelske, Dorothea 9. 
Blome, Gerd, Gesell 90. 

— , Steffen, Bürger gr. G. 87. 
Blune, Herman, Schneider 92. 
Bockholdt, von, Hauptmann 28. 
Bodecker (Böddecker) 1. 

— , Hans, Gesell 89. 

— , Johan, Bathsherr 50. 60. 128,8. 
B o d k e r , Hans, Schneider u. Büchsen- 
meister 90. 



Bohne (Boene), Kappo, Bürger gr. 

G. 91. 
~, Märten, Bürger 94. 
Boitke, Hans, Schneider 90. 
Boldera (Buldera) 19. 29. 65,s. 
Bölekow, Hans, Bürger 86. 
Bolswingsche 68. 
Bolte, Clans, Bürger 51. 
Borneman, Balzer, Bürger gr. G' 88. 
Bornhol dt, Peter, Barbier 94. 
Bornscher Krug s. Bamscher Krag. 
Borrentin, Tilman, Bärger gr. G. 87. 
Borrentrich, Claus, Mitauscher 

Bürger 63. 
Boye, Caspar, Gesell aus Lübeck 89. 
Brams, Hinrich, Knochenhauer 90. 
Brauer, Michel, Gesell 87. 
Braunsberg, Stadt 97. 
Braunswick, Stadt 121. 
Breiterfeldt . (Breitenfeld) bei 

Leipzig 112. 
Bremer, Hinrich, Bürger gr. G. 89. 
Breslaw (Kresslaw), Städtchen 10. 
Brincke, Gisebrecht zum, Bürger gr. 

G. 90. 
— , Haus zum, Bürger gr. G. 87. 

Brinckener, der alte, vom Adel 89. 

Briuckman, Herman, Corduan- 

macher 93. 
Brockhoff, Hinrich, Bürger gr. G. 89. 
Broms e, Diderich, Bürgermeister io 

Lübeck 122. 
Brosarius (Brossavius), Lanrentios, 

Pastor 10. 11. 
Brunaws Hof 9,2. 
Bruns, Harman, Bürger gr. G. 91. 

— , Jacob, Knochenhauer 89. 
Brunswig, Hans von, Leutenant der 

Stadtsoldaten 92. 
Buchsenschiessers Holm 56. 64,s. 

70. S. auch österholdt. 
Budbarch (Butberg), Gothard, 

Adliger 12,8. 13. 
Budde, Albert» Gesell 91. 
Buldera s. Boldera. 
Bullen 61. 64. 
Burchen, Christof, Capitan 62. 



Peraonen- und Ortsregist«r. 



147 



Borelen, Ghristopher, Big. SehifiB- 

eapitän 38. S. aaeh Bureken. 
Bahren (Bnring) 75. 
— , Friederieh (von) 2. 19. 

Bürgermeister und Rathmänner 
B. Bath. 

Bürgerschaft s. Gemeine. 

Bosch, Hnbbert, Bürger gr. Q. 90. 

BoBchmans Hof 87. 

BoBchschröder, Hans, Schneider 88 

I 

Bntberg s. Bndbarch. 

Botler, Obrist 60. 61,s. 

Boitehavisches (Büzterhövi- 
ach es) Dorf s. Birsenhamisches D. 

C. Ch. 

Chanzowsky s. Oonzewsky. 

Capitnlnm Bigense 123. 

Carls on, Carol (Gnllenhielm, natür- 
licher Sohn Herzog Oarls), Kriegs- 
herr 4. 6. 53,s. 54. 134. 141. 

Charnesse, Hercnles Garolns de, 
franz. Gesandter 110. 

Garolns, König von England 110. 

Garolns, Erzherzog in Österreich, 
dessen Tochter 29. 

Garolos (Carol), Herzog in Schweden 
2,8. 3,2. 4. 5,3. 6. 17. 18. 23,8. 26,8. 
27,4. 29. 36. 41. 73. 119. König 
19. 24. 26. 31. 34. 41. 42. 

Carolas Philippns (Prinz Carl), Gu- 
stav Adolphs Bruder 70. 84,2. 134. 

Carstens. Jacob, Bathsherr 85. 

Carthansen, Hans, gewesener Älter- 
mann zn Dorpat 1. 

Caspar ein Buchbinder 90. 

Caspar ein Strohschneider 90. 

Ceredey (Ceridon) 70. 125. 131. 

Clocovins, Joachimus, Advocat 70. 

Closterman, Jürgen, Bäcker 93. 

Cobron, Obrist 132. 

Corona Civium s. Gemeine. 

Chotkiewitz (Chodkewitz, Chot- 
kowitz, Chotwietz) 4,8. 5,». 14,a. 
16,8. 17,2. Carol (Johannes Carolus), 
Feldherr 26,a. 28,2. 32. 35,8. 36,2. 
37. 40. 42. 43,«. 45. 46. 47. 54. 
67. 68,2. 



Crakowicz 43. 
Crentz, Bittmeister 55. 
Christian der Buchbinder 111. 
Christian lY., Königin Dänemark 47. 
Christina, Königin von Schweden 114. 
Christina, ein Weib 13. 
Christof, Herzog, Wilnascher Woje- 
wode 4,8. 5,2. Ygl. Badziwil. 

D. 

Dahlen, Dr. Henricns 95. S. auch 
Znthaien. 

— , M. Johannes, Pastor 50. 

— , Simon zum, Prediger 31. 

— , Schloss 75. 107. 181. 
Dam, Gisbrecht von, 116. 

— , Jürgen von, Bürger gr. G. 91. 
Danzig, Stadt 13. 25. 41. 42. 93. 94. 

98. 136. 
Danziger Haupt 98. 
Dassow, Baltzer, Gesell 91. 
Dembinsky, polu. Befehlshaber 3. 

Depenbrock, M. Waruerus, Pre- 
diger 58. 

Depna, Flnss 39. 

Deszand, Hans, Schneider 92. 

Deters, Caspar, Diener 79. 87. 

Dick man, Hiurich, Schuster 92. 

Dirich ein Bote 121. 

Dirschaw, Stadt 98,2. 

Dobe (Dobel), Hans, Schneider 9. 10. 

Dolmacker, Jacob, holländ. Junge 40. 

Dolman, Bernhard, Bathsherr 37, Ober- 
vogt 86. 

— , Herman, Bürger gr. G. 89. 
— , M. Johannes, Prediger und In- 
spector der Schulen 95. 

Domkapitel s. Capitulum Bigense. 
Domkirche s. Thumbskirche. 
Domschleger, Warner, Kaufgesell 

80. 87. 
Donawey (Donavai), poln. Ritt- 
meister 97. 126,2. 
Dönhoff, Obrist 4. 55. 
— , Capitän 101. 
-, Hinrich, köu. Legat 69. 

10* 



148 



Penonra- und OrlnrtffiiUr. 



Dönhoff, Magnus Emestns, Gastellan 
Ton Peman 105. Woiwode von 
Dorpat 110. 
Dorpat, Stadt 1. 3.15,8.17.56. %,s. 112. 
Doese, Arend, Gesell 90. 

— , Henrich, Bürger gr. G. 92. 

— , Hinrich, Eanfgesell 110. 
Dreling(Dreiling),Fammell3. 114,8. 

— , Baiser, Bürger gr. G. 88. 

— , Caspar, Gerichtsvogt 47. 

— , Gasparos, Rathsherr 55. 64. 

— , Dirich, Ältermann gr. G. 95. 
Rathsherr %. WeUherr 113. 

— , Hans (Johan), Bathsherr 86. 96. 
D r e w e s , Hinrich, Küster am Dom 87. 
Drost, Joan 10. 

— , Henrich, Bürger gr. G. 92. 
Dabbelsche, Magd 10. 
Dnel, Melcher, forsü. Fischer 89. 
Dump (Dane), Bauer 8. 
Düna, Flass 1. 4. 5. 6,6. 7. 8. 10. 15. 17. 

19. 22. 27,9. 29,s. 30. 33,8. 35,s. 37. 

46. 48. 51. 52,8. 54,8. 55,8. 56. 57,8. 

59. 60. 62 63. 64,6. 65,8. 66. 67. 

68. 69,8. 73. 74,8. 75,8. 76. 80. 84. 

85,8. 86. %,3. 107. 110,4. 112. 114. 

129. 131. 

Dünaburg, Festong 107. 
Dünaburgisches Gebiet 7. 8,8. 65. 
Dänamünde(Dunamanda), Schloss, 

Festung 4,8. 22,8. 23,8. 29. 80. 33,io. 

34,8. 35. 36. 38,8. 39,8. 40. 41. 42,5. 

44,7. 45,8. 46,8. 60,8. 61,8. 62,8. 63,8. 

64. 65. 84,8. 125. 126.127,8. 128.132. 
Daszborch, Hinrich, 49. 

E. 

E c k e (E i c h), Laorentius, Syndicas 47,8 . 
Ecke, Nicolans, Bürgermeister 30. 32,8. 

50,4. 51. 53. 60. 85. 94. 123,8. 

Dessen Holm 30. 
-, Rötgerd, Gesell 92. 
Eckow 56. 
Eich s. Ecke. 

Eiß, Gossen von, Ältermann kl. G. 31. 
Elbing, Stadt 97. 109. 
Elend beim heiligen Geist 19. 



Elers, Jacob 69. 

— , Theodoras, Procorator 91. 
Eiert, Herman, Bürger gr. G. 91. 
Elias ein Schneidergesell 91. 
Eliassewitz, Revisor 66. 
Ellers ch es Gebiet s. Hlerachefl 

Gebiet 
Elsing, Hans, Bürger gr. G. 90. 
Engel (Kungel, Kantzel, Koegel), 

Fridericns, Pastor 8. 9. 
Engelerns (Angelius), Johan, 

Pastor 12^. 
Erdtman der Müller 87. 

F. 

Fahrenhorst, Hans 110. 
Fahrensbach 55. 
— , George, Uvl. Präsident^ Obrist 2. 

5,4. 6.' 14. 
— , Johan 62. 

-, Wolmar 54, 60,8. 61,io. 62,8.63,8. 
64,8. 67,8. 68,8. 
Falcke, Berend, Gesell 92. 
Falckenbergk, Dirich von, Mar- 
schall 105. 
Falckenhasen, Henrich, Bürger gr. 
G. 89. 

Falcke now (in Prenssen) 99,8. 
Ferdinandus, Kaiser 112. 
Finckenow s. Frinckeman. 
Fischer, Gapitan 63. 
Fleming, Hinrich, Obrist a. Gnber- 

nator von Ingermanland 82. 83. 
Fl int, Johannes, Bürger gr. G. 89. 
Flocke s. Slocke. 
Flügels Holm 35. 
Folberg, Henning 63. 
Francke, Gaspar, Speisemeister der 

Armen za St. Georg 18. 
Franenbarg (in Prenssen) 97. 
Freitag, Johan, dessen Hof 9. 
Fremder, Lorens 32. 
F r e s e , Berend, Lübischer Schiffer 39,4 
Fresendorp s. Friestendorff. 
F r e n n d t. Engelbrecht, Bürgrer gr.G. 91. 
Fricke 57. 
— , Hans 69. 



i 



Pttnonev- «nd Ortarerittor. 



149 



Fridewald, Joachim 8. 

Friederich, Herzog in Kurland 5,s. 
16,4. 19. 27. 28. 56. 57. 65. Dessen 
Gemahlin 16,8. 31. 50,2.53. 56. 57.65. 

Friederich (Friederiehs), Rein- 
hold, Rathsherr 15, 31, s. 

Friedland, Albertos HerEOg von, 113. 

Friedrich, Herzog von Länebmrg u. 
Harburg 27. 28. 

Friedrich (Friedrichs), Johann, 
Bathsherr 16. 69. Bürgermeister 
73. 86. Dessen Holm 26. 

Friedrichs Hof 64. 

Friedrichs Holm 75. 

Friedrichs, Dirich, Bürger gpr. G. 87. 
- , Heinrich, Bürger 85. 
— , Jacob 57. 

Friestendorff (Fresendorp) 9. 

Frinckeman (Finckenow), Johann 
11. 

Frolich (Fröling), Tonnies, Älter- 
mann gr. G. 47. 49. 

Füttunghoff 8. Witting. 

e. 

Galen 10. 
— , Ditrich von, 9. 

Gänseweide 52. 

Gantzk ow, Jochim, Bürger gr. G. 90. 

Gar die (Garda), Jacobas de la, 6. 
Feldherr 70. 85,«. 95. %. 97. 107,«. 
132. 134. 135. 141. 

Gasthaus (in der Sandstrasse) 14. 16. 
30. 46. 

Gannersdorff, Christophorus, Se- 
cretarius 31. 33. 40. 45. » Dessen 
Holm 45. 

Geisse Bagge, Zauberin 55. 

Geldren, Diderich von, 50. 

Gemeine (ganze Gemeine, Bür- 
gerschaft, Corona civium)16,s. 
18. 20. 21,2. 24. 26. 29. 32,8. 34. 
57,8. 58,2. 78,2. 79. 82. 84,2. 86. 95. 
113. 114. 133,2. 141,2. 

Gemer (Hemer), Hinrich , Kauf- 
gesell 50. 

St. Georgen s. St. Jürgen. 

Gerd es, Hans, Lübischer Schiffer 31. 



Ger des, Hinrich, Bürger in Braun- 
schweig 121. 

St. Gerdruthkirche 18. 22. 23,2. 
65. 111. 

Gerken, Henrich, Gesell 93. 

G e t z e, Christoph, gewesener poln. Ritt- 
meister, Adliger aus Preussen 45. 

Giging, Henrich, Bürger gr.G.92. 

Gilden s, Ältermänner und Älteste. 

Gildestnbe (in Mitau) 56. 

Gildestube, grosse, 2. 14. 16,2. 
30. 32. 55. 57,2. 84. 86. 95,8. 97. 
107. 112. 

Gildestube, kleine, 70,2. 

Gildestubengasse 94. 

Gise, Hans, Bürger gr. G. 89. 

Glitzing, Obrist 109. 

Gnumho'ff s. Grünhof. 

Göde.lman, Hinrich, Schneider 89. 

Godtschalck, Matthias 119. 

Gohr, Christian, Rig. Soldat 38,8. 

Goldenste d, Lambert,Bürger gr .G.89. 

Goldingen, Schloss 47, 48,2. 60. 63. 
Schlosskirche 48. 

Goldschmiede 112,2. 

Gonzewsky (Chanzowsky), Feld- 
herr 107. 108. 

Götte, Hinricus, Rathsherr 40. Bür- 
germeister 48. 49. 50. 53. 54. 

— , Jordan, Bürger gr. G. 88. 
Gottleben, Meister Märten, Scharf- 
richter 3. 

Graff, Rathsherr 51. 
Graudentz, Stadt 98. 
Grave, Frantz, Rathsherr %. 
Grebin s. Grobin. 
Grevemeyr, Hans, Schuster 89. 
Grewe, Barthold, Gesell 91. 
Grobin (Grebin), Schloss (in 

Preusen) 98,2. 
Grolle, Oswald, Adliger 9. 

Grönewald, Matthaeus (Mattis), 

Kaufgesell 80. 87. 
Grote, Hans, Bürger gr. G. 92. 

— , JeronymuB, Bürger g. G. 92. 
Grothausen, Claus, 10,2. 

— , Johan, Schuster 88. 



150 



Personen- and Octsregister. 



Grunewald, Jacob, Verwalter 8,8. 
Grünhof (Gnumhoff, Grumhoff) 

103,8. 
Gudemaunus, Jacobas, beider Rechte 

Doctor u. SyndicQS 3. 
Gülle nhielm s. Garlson. 
GuBtadt, Stadt 98. 
Gnstavus Adolphne, König von 

Schweden 60, 63, 70,8. 71,8. 76. 77. 

78. 81. 82. 83,8. 84,8. 97. 111. 132,8. 

Hach, Franz 85. 

Hacken vor der See 60,8. 

Hadersleben, Joachimns a, Cantor 59. 

Haermes, Glaes, Schneider 90. 

Hafen s. Port. 

Hagen an, Jeronymns 2. 

Hahn (Ho en), Didrich 10. 

— , JeronymuB, Böttcher 90. 

— , Valentin 10. 
Halekeu, Joachim, Rathsherr 108. 
Halßfeldt (Haßfeldt), Adliger 
ans Harrien 23. 

Hamburg, Hans von, Kürschner 92. 

Handt, Hans, Kürschner 111. 

Hanfeld, Brun, Bürger gr. G. 90. 

Hans der Steinhaner 89. 

Harbert, Cordt, Bürger 6. 

Harmens, Glaes, Gesell 93. 
— , Hinrich, Kaufmann 87. 

Harmes (Hermann), Daniel, kön. 
Secretar a. Poet 8. 

Harmes, Hans, Bürger gr. G. 88. 

Harvest, Frantz, Weinschenk 54. 

Hase, Jörgen, Bäcker 93. 

Hasse, Eyert, Bürger gr. G. 89. ' 

Haßfeldt s. Halßfeldt. 

Haasman, Evert, gewesener Ge- 
richtsvogt 67. 

Havekast, Cordt, Lübischer Unter- 

admiral 17. 
Havel, Bauer 12. 
Hecke, Berend, Kaufmann 87. 

— , Jürgen, Kathsherr 55. 
Heck er, Cordt, Gesell 91. 



Heiliger Geist 19. 
Heisman, Hans 56. 
Helmes, Hinrich, Bürger gr. 6. 92. 

-, Pawel, Rathsherr 37. 50. 
Helms, Hans 112. 
Hemer s. Gemer. 
Henne, Osewold, Kleinschmidt 91. 
Henrich, Herzog von Sachsen 50,8. 
Hermann s. Harmes. 
Herzogin in Kurland, die alte, 14. 
Hesse, Peter, Büchsenmeister 50. 
Hieronymus, Jesuitenpater s. Kier- 

stein. 
Hilchen, David, gewesener Syn- 

dicuB 3,4. 
Hillebrand, Werner, Kaufgesell 16. 
Hinicke, Obrist 109. 
Hünniges, Hinrich, Tischler 90. 
H intelmann, Ludovicus, J. ü. D., 

Rathsherr 37. 50. 51. 60. 66. Untei^ 

gerichtsvogt 48. 
Hintze, Benedict us, Rathsherr 32. 

35. 123,8. Dessen Hof 18. 35. 
Hoeffnagel, Daniel, aus Neuen- 

buckow 53. 
Hoen s. Hahn. 
Hoffe, Caspar vom (zum), Bürgeiv 

meister 13. 31. 47. 48. 49. 

Hoffelinck, Jacob, Bürger gr. G. 8a 
Hogenpoete, Gerd, Bürger gr. G. 92. 
Holler, Peter, Bürger gr. G. 88. 
Holste, Hans, Schuster 93. 
Holtsc hur 68. Kön. Commis8arius51. 
Hön erjag er, Thomas, Bürger 111. 
Hörn, (rustavus 96. Feldmarschall 108. 
Horst, Rötgerdt zur, Rathsherr 503- 

Gerichtsvogt 91. 
Hövel, Heinrich, Ältermann kL G. 

49. 55. 
HÖvener 110. 

— , Steffen, Bürger 1. 
Hubens, Gerd, Schuster 92. 
Hudde, Frans, Rathsherr 108. 

I. J. 

Jacob der Zeugewärter 50. 

Jacobs-Dwenger 1. 



Personen- und Ortsregiätor. 



151 



Jaeobsen, Carsten, Läbüeher Schiffer 

St. Jacobskirche 84. 

Jacobspforte 1. 75. 

Jacobs-Rundel 61. 75. 79. 

JacobuB, Heraog Wilhebna von Kur- 
land Sohn 48. 

Jägel, Flnss 56. 

J arm es, Jochim, Lübiseher Bürger 89. 

Jasperson, Tounis, Bürger gr. G. 89. 

Ibing, Gerd, Bürger gr. G. 89. 
— , Hans 59. 

Jenson, Wilhelmus 132. 

Jeronymus ein Spielmann 89. 

Jesuiten (die Patres) 24. 41. 51,2. 
58,8. 59. 60. 68,3. 69. 84. 

Jesuiten-Holm 75. 

lUersches (Eller sches) Gebiet 13. 

Illuxt 8. Zluzischen. 
Jochim, Kaufgesell 79. 87. 
Johan ein Apotheker 87. 
Johannes der Apothekergesell 90. 
St. Johannes- Brücke 2. 
Johannes Casimirus, neugebomer 

Prinz 43. 
St. Johanniskirche 76. 
Johanniskirche (in Warschau) 69. 
Johan son, David, Gesell 90. 
Johan son, Henrich, Bürger gr. G. 92. 
Jordan, Lorens, Diener 90. 
Jost, Caspar 107,«. 
Jungfrauen-Hof 27,2. 67. 
Jürgen der Instrumentist 90. 
St. Jürgen (Georgen), Armenhaus 

7,2. 18,2. 23. 74. 94. 95. 
St. Jürgens-Hof (jenseit der Düna) 

22. 107. 

K. 

Kacken hausen s. Kockenhusen. 

Kaele, Cord, Gesell 91. 

Kalkofen 52. 73. 74. 83. 

Kallekur s. Völckersahmsches Ge- 
biet K. 

Kappe (Koppe), Hans, Schneider 
80. 87. 

Karchmann, Dirich, Tischler 112. 



Karpen, Bvert van, Bürger 4, 88. 
Kartke(Kartzen,Kurtzum),Hof9. 

Kattelkaln 96. 
Kaufstrasse 4. 
Keler, Hans, Kaufmann 97. 
Kellersacker (ager ceilarius) 23. 
26. 59. 64. 66,2. 68. 69.94. 123. 124. 
Kemmeragge 64. 
K em pe, Hans, Bürger gr. G. 79. 87. 91. 
Kettelhuth, Olaes, Gesell 91. 
Kierstein, Hieronymus, Jesuit 60. 

123,2. 
Kippe, Otto 97. 
Kirchholm 26,2. 27,2. 28. 32. 53. 56. 

58. 70,2. 107. 
Kirchholmsche Kirche 27. 
Kl an dt, Berend 50. 
Klein Schmidt, Hinrich, dessen 

Holm 19. 
— , Jeronymus, Gesell 90. 
Klincke, Thomas, Bürger gr. G. 88. 
Klinckschernen Hof 6. 
Kliven, Schenldngs Hof 23. 
Kloster bei der Gildestubengasse 94, 
Klüwe, Berendt, SchifiFer aus Lü- 
beck 110. 
Knoep, Conradt, Sattler 80. 
Kocke, Johannes, Bathsherr 115. 
— , Matthias, Ältermann gr. G. 62. 

Rathsherr 85. 8& 
Kockenhusen (Kackenhaus en), 

Stadtchen, Schloss 4,$. 29. 35,2. 

38,2. %,2. 132. 
Koegel 8. Engel. 
Koltzen 2. 
Koltzisches Gebiet s. Sickelnsches 

Gebiet. 
König von Dänemark 16. 
Königsberg, Stadt 3. 13. 48.98, 113. 

Königsbergsches Tief 97. 

Konin g, Alexander, dessen Holm 35. 

Koppe s. Kappe. 

Koppe, Conradt, Sattler 87. 

Koritzki 54. 

Körte, Hans, Hutstaffir 89. 

Krakau, Stadt 43,2. Schlosskirche 43. 

Kram er, Godert, Bürger gr. G. 86. 



152 



PeraonAii- und Ortore^ster. 



Eramergasse 111. 
Krause, Simon, Bürger v. Banske 68. 
Eres 8 law b. Breslaw. 
Kreuger (Krüeger), Bürger 30. 
Erentz, Andres, Bürger gr. G. 87. 
Eroess, Tilman, Gesell 91. 
ErÖger, Jacob, Gesell 16. 
Erüeger s. Erenger. 
Erager, Valentin 2. 
Er am, Hans, Bürger 35. 
Enngel (Enntzel) s. Engel. 
Eapfferschmides Holm 96. 
Enrchen (Enrcken), Hans 54. 
Eorfürst von Brandenburg 51. 

Eurland 13. 15. 19. 22. 58. 61,8. 63,s. 

67,2. 129. 138. 
Eurßell, Edelmann 54. 
Eurtzum s. Eartke. 
Euse, Hans, Bürger gr. G. 92. 

— , Melchior, Bürger gr. G. 88. 
Euse Eatze, Zauberin 55. 
Eüterp'forte 69. 
Eüterstrasse 110. 
Euthaus 85. 

L. 

Labarde (Labarus), Gapitän 53,s. 
125. 131. 

Ladem'acher, Henrich 86. 
L a e r s n , Beute, seh wed.Statthalter 43. 
Lambstorff, Otto, Prophet 119. 120. 
Landschaft, kur- u. semgallensche 55. 

~, livländische 55. 59. 
Lange, Harman, Schneider 91. 
Lause -Ort 31. 
Lasky, Reiterführer 42. 
Lastadie 35. 74. 
Laternick, Gorris, Bürger 94. 
Lauch (Laich) 9. 
Lautzen (Lautz), Hof 10,2. 11. 
Leipzig, Stadt 113. 
Lemben, Frantz, Bürger gr. G. 88. 
Lembsal, Stadt 2. 38. 108. 
Lemken (Lembken, Lembchen), 
M. Laurentius, Prediger 2,2. 14. 49. 
Leneck 17. 
Lentzing, Evert 56. 



Leomannus, Andreas, Bector des 
Jesuitencollegiums 123,8. 

Leszcynsky, Weuceslaus, Gross- 
kanzler 105. 

Liebau, Stadt 30. 

Linderson, Andreas, schwed. Eriegs- 
oberster 28,2. 

Lingen, Johan von, Bürger gr. G. 88. 

Linten, David von, Bürger gr.G. 79.87. 

Litthauen 15. 33. 45. 67. 68. 84. 96. 
120. 132. 

Livland 1. 2. 7,2. 8. 15,2. 19. 20. 21. 
55. 59. 86. 98. 102. 108. 114. 119,«. 
120. 125. 128,2. 139. 

Livo, Andreas, Jesuit 123,2. 

Lode, Ohristophorus, Secretarius, kön. 
Commissarius 68. 70. 

Löhden, Johan von, Gesell 88. 

Lorens der Böttcher 89. 

Lubbers, Märten 40. 

Lübeck, Stadt 30. 42. 110. 121,8. 122,«. 

Luben, Märten 69. 

Lude wich ein Lademacher 88. 

LudowicuB XUL, Eönig von Frank- 
reich 110. 

Ludwig ein Soldat 121. 

Ludzow, Hinrich, Bürger gr. G. 91. 

Lufft, Simon, Bürger gr. G. 89. 

Lumbrecht s. Zaumbrecht. 

Luneborch, Stadt 121. 

Luther, (Dr. Martin) 63. 113. 

Lutheraner in Wilna 48. 

Lutzaus Holm 96. 

Lützaw, Valentin, Gesell 90. 

Lützen, Städtchen 113. 

M. 

Magdeburg, Stadt 32, 112. 
Magnusholm 22. 38. 62. 
Maidel, kön. Commissarius 51. 
Mallen, Berend von, Gesell 64. 

— , Hans von, Bürger gr. G. 91. 
Man ecken, Gerd, Bürger gr. G.92. 

— , Gothard, Bathsherr 48. 
M a n s f e 1 d t, Joachim Friederich Graf v., 
Eriegsoberster 18,4, 19,2. 21. 22. 
27. 29. 32,2. 33,4. 34,s. 36,2. 44. 46. 



Peraonen- und Ortinregüt«r. 



153 



Man s fei dt. Graf Philip 133. 134. 141. 

Marieubnrg, Festung und Stadt (in 
Preussen) 97. 105. 

Marien-Magdalenenkloster 123. 
Markt (in Riga) 1. 5. 15. 23. 49. 50. 

64. 76. 84. 85. 86. 95,s. 119. 
Marstalldwenger 56. 83. 

Marstalpforte (Masselpforte) 38. 

82. 112. 
Marstal- Rondel (Masselrundel) 

54. 75 133. 

Marstalistrasse 84. 
Märten ein Schneidergesell 91. 
Martin, Bauer 9. 
Matthias, Kaiser 67. 142. 
Mattis der Manrer 89. 
Maximilianns, Erzherzog 67. 142. 
Meding, Everd, Bürger gr. G. 88. 
Meermann, Carsten, Bürger 107. 
Meheden, Lentenant knrländischer 
Reiter 46. 

— , Otto von, Edelmann 19,8. 
Mehlsack, Stadt 98. 
Mehrpoel, Hans, Bürger gr. G. 88. 
Meiners, Hermannas, Rathsherr 96. 
Mewe (Meva), Stadt n. Festang 98,2. 

104,2. 105,2. 
Meyer, Caspar, Eapferschmidt 92. 

— , Hans, Tischler 90. 

— , Johannes, Obersecretarias 49, 
51. 141. 

— , Tonnis, Bürger gr. G. 90. 

Meyner s. Weimer. 

Michel der Müller 89. 

Middelinsky, Andreas, ein Pole 11. 

Ministerium 70. 107,2. 

Mitaa, Stadt, Schloss 13. 28. 31. 32,2. 

47. 49. 50,2. 56,2. 65. 86,2. 96. 138. 
Mob ach, Arendt, Bastler 55. 
Mo Jan, Schloss 5. 29. 
Mönninghausen, schwed. Soldat 30. 
Mönnings Feld 1. 
Moscow (Muscow), Stadt 49,2. 
Mühlen, Thomas zur, Kaufmann 87. 
Mühlgraben 6. 19. 22. 28. 35,2.46,2. 

70,3. 71. 74. 
Müller, Claus, Hauptmann von Salis 95. 



Müller, Hans, Lübischer Bürger 44. 

Müllers, Anna 67. 

Munter, Jacob, Fähnrich 38,2. 

Munzenbaur, Moritz, Bäcker 90. 

Murtel, Harman, Bürger gr. G. 91. 

Muscow s. Moscow. 

Muskamp, Obrist 100,8. 101,4. 102,2. 
103,8. 

N., Daniel, Tuchmacher aus Hessen 53. 

Nagot, Fluss 99. 

Neinert, Rötgerus 96. 

Neuburg, Revier 98. 

Neue Brücke 58. 

Nenermühlen, Schloss 38. 51. 61. 

62,8. 107. 
Neues Haus (Schwarzhäupterhaus) 

53. 119. 
Neupforte 58. 
Neupforten-Rondel 75. 
Neustad (Nyensted), Bürger- 
meister 29. 
Neustedt, Couradt, Verwalter auf 

Dünamünde 61. 
Newendick 98. 
Newgardten 68. 
Niehoff, Dierich, Bürger gr. G. 89. 

—, Henrich, Bürger gr. G. 89. 

— , Henrich, Büi^er gr. G. 91. 

— , Tonnies, Kaufgesell 80. 87. 
Nie man, Hans, Schuster 90. 
Nolde, Gothard 56. 58. 60. 

— , Magnus 32,4. 56. 58. 60. 
Nolting, Hans, Schneider 111. 
Nordhausen, Hans 2. 
Noschern (Rascher), Häuschen 10,8. 
Nummers, Levin 79. 87. 
Nyensted s. Neustad. 

0. 

Ob erhoff, Johannes, Secretarius 49. 

Oberpahlen 17. 59. 

Ossolinsky s. Ostrowsky. 

Osterbram (in Wilna) 47. 

Osterhof, Bereut, dessen Holm 19. 
S. auch österholdt. 



154 



Personen- and OrUregieter. 



österholdt, Berent, der Büchseo- 
schötze, dessen Holm 5. 

Ostrowsky (Ossoliusky), Comes de 
Teueriu 110. 

St. Otilieiikirche (iii Lübeck) 122. 
Otting, Evert (Eberhard), Ältermann 
gr. Q. 16. 32. 49. &0. 
~, Hans, Bürger gr. G. 88. 
öttings Hof 3. 
Owrin, Hans, Böttcher 91. 

Ozenstiern, Axel, Beichskansler 105. 
108. 110. 

P. 

Pakle, Carsten, Gesell 88. 

Pamelen (Pennelen), Herman^Janes, 
Thomas n. Hennecke Gebrüder 12. 

Pasche, Amtmann 9. 

Patres s. Jesuiten. 

P e d d e 1 e r , Hans, EUerscher Bauer 12. 

Pennelen s. Pamelen. 

Pensken, Märten, Böttcher 89. 

Pernau, Stadt, Festung 2. 27. 36. 42,2. 
43,3. 44. 63. 60. 61,2. 62. 70. 136. 

Peter ein Bäcker 90. 

— der Muller 89. 

— der Wachtmeister 1. 
Petersen, Joachimus, Organist 88. 

— , Margreta 97. 

St. Peterskirche 2,2. 5. 31. 34. 48. 

49. 60. 55. 67. 58. 76. 84. 110. 
Petrig, Andres, Bürger gr. G. 92. 

Pfeilerstnhl (Pixtnl), Andreas, 
Bauer 8. 

Pferdegasse 112. 
Pfluus, Joachim, Advocat 89. 
Philip Julius, Herzogin Pommern 53. 
Pilgrim, Hauptmann, aus Magde- 
burg 28. 

Piloten 4. 51. 
Piztul B. Pfeilerstuhl. 
Platersche, Frau Fritz 8,2. 
Plesse, Obrist 109. 
Plettenberg 35. 36. 46. 
Plön nies, Rötgerdt,Bürgergr.G.80.87. 
Po eck, Hans, Bürger gr. G. 92. 
Poele, Herman, Bürger gr.G. 91. 



Pohl man, Hector 64. 
Port (Hafen) 4. 17. 23. 39. 69. 
PreusB, Lauren tiuB, Müller 9. 
Probst ing, Hans, Gesell 90. 
Puls, Andreas, Gesell 88. 
Putter, Bauer 10,s. 



Rade mach er, Arend, aus Braun- 

Bchweig, Leutenant der Stadt- 
soldaten 29. 
— , Hans, Bürger kl. G. 91. 
Badewin, Obrist 102. 
Radivilia 130. 
Radziwil, Christoph, Feldherr 62,t. 

63. 64. 65,2. 66. 67. 74. 75,2. 76,«. 

85. 126. 127,2. 128. 129. 130,2. 131. 

Dessen Gemahlin 65. — S. auch 

Christof, Herzog, Wilnascher 

Wojewode. 
— , Fürst Nicolaus, Feldherr 60. 61. 
Ramm 75. 

— , Thomas, Rathsherr 32. 50,4. 58. 

65. 66. 68. 82. 141. Bürgermeister 

85. Yicepräsideut des Hofgerichts 

in Dorpat 112. 113. 
Rascher s. Koscheru. 
Rasse, Peter, Rathsherr 6. 55. 

— , Gerdrut 55. 
Rath zu Braunschweig 121,9. 
Rath zu Lübeck 121,2. 
Rath (Bürgermeister u. Rath- 

männer, Seuatores, Seuatus) 

zu Riga 2. 3. 6. 7. 14,2. 15,2. 16,2. 

20. 21. 24. 26,2. 28,3. 29,s. 30. 31,2. 

32,2. 33. 34. 35,2. .37. 40 48. 50. 51. 

53,2 55. 57,2. 58,2. 59. 68. 70,«. 71. 

72,8. 77,2. 78,4. 79,2. 80. 81,7. 82,4. 

83,2. 84,3. 85. 96. 107. 108. 111,2. 

113. 114,3. 133,8. 134,8. 140. 141,i. 
Rathhaus 3. 15,2. 19. 24. 40.47. 60. 

6L 52. 53,2. 61. 76. 111. 119. 
Rehebinde (Rebinder), Paul 9. 

-, Wühelm 8. 
Reike, Johan, Schneidergesell 92. 
Reingraff, Obrist 109,2. 
Reinsberg s. Rinsbergh. 
Reisz von Plune 28. 



Peraonen- and OrtRegist«r. 



155 



Bemigias s. Zalesky. 

Renicke, David, Collega der lateini- 
schen Schnle 90. 

Beunekarap, Jürgen, Bürger gr. G. 

80. 87. 

Beperbahn (Area s. platea fnni- 

cnlaris) 60. 69. 123,8. 
Beaning, Axel, Admiral 18. 21. 
Beval, Stadt 32. 139. 
Bey, Thomas, englischer Gesandter 110. 
Bhede vor der Dünamündang 4. 

31. 33. 39,2. 47. 61. 63. 70. 93. 

Bidder (Bitter), Gideon, Ältermann 
kl. G. 69. 83. 133. 

-, Wilcke 51. 

Biga, Schloss 6. 14. 16. 17. 18. 28. 

30.2. 37. 38,3. 40. 51. 52. 55,2. 56. 
58. 59. 60. 64. 65. 66,2. 69. 73,2. 
123,2. 125. 126. 127,2. 139. 

Biga, Stadt 1,3. 2. 3,7. 4,s. 5,i2. 6,8. 

7,6, 13,2. 14,2. 15,7. 16,2. 17,8. 18,2. 

19. 20,3. 21,4. 22,2. 23,2 24. 25. 26,3. 

28.3. 29,3. 30,5. 31,8. 32,3. 33,7. 34,2. 
35,6. 37,8. 38,4. 39,2. 40,8. 41,6. 42,7. 
43,3. 44,4. 45,8. 46. 47,4. 48,8. 49,8. 
50,2. 51,2. 53,8. 54,8. 55,8. 56,2. 57. 
58,8. 59,2. 63,2. 64. 65,4. 66,8. 67. 
68,2. 69. 70,4. 73. 74,2. 78. 79. 81. 
82,8. 83. 85,2. 86,5. 93. 94,2. 95,8. 
96,2. 97. 107,2. 108. 110. 111,2. 112. 
114. 119,4. 120. 128,3. 135.136.139,8. 

Bigeman, Cord 76. 

— , Hans, Bürger gr. G. 92. 

— , Jochim, Bathsherr 15. 33. 47. 
49. 62. 
Bingelen, livl. Edelmann 44. 

Binsbergh (Beinsberg), Hans, 
Bathsherr 15. 29. 

Bising (Büsing) 56. 75. 

Bitter s. Bidder. 

Bitter- n. Landschaft s. Land- 
schaft. 

Bodenpois 2. 

Boeseken, Hans, Bürger gr. G. 92. 

Boeter, Pawel, Schneider 92. 

Bohthaasen, Jörgen, Kanfmann 87. 

Bonne barg 5,8. 

Bope 5. 



Bösen kr an c, Abramns Isaad, Ca- 

pitän 132. 
Bosesche, Fran, auf Moj au u. Bope 5. 
B o s t o ck, Hans von, Büchsenmeister 54. 
Bostock, Stadt 30. 
Bude, Hinrich, Bäcker 93. 
Buno, Insel 48. 
Büsing s. Bising. 
Bust, Diedrich, Bürger gr. G. 89. 
Bnster, Bemt, Schneider 88. 

S. 
Sachse, Hartwich 9,s. 
Saldren, Barchard von, Obiist der 

Stadt 65. 
Sales (Salis) 36. 38. 46. 95. 
Salin, Wilhelm, ein Holländer 56. 
Salvias, Doctor, kön. Secretarios 105. 
Samossky s. Zaraoszky. 
Samsonias, M. Hennannas, Pastor 

84,2. 97. 
Sandmühle 75. 
Sandpforte 1,2. 22. 24,2. 26,2. 56. 75. 

76,2. 77. 107. Nene Sandpforte 69,2. 

Sandrandel 18. 70. 75. 80,8. 
Sandstrasse (in der Stadt) 2. 14. 41. 

54. Bei der St. Gertrudkirche) 65. 
Sandthurm 70. 73. 74,2. 75. 
Scaden, Hof 132,2. 
Schaeff, Henrich, Bürger gr. G. 90. 
Schalp forte 19. 84. 95. 111. 
Scheidemacher, Peter, Bürger gr. 

G. 91. 
Schenkin g, Bischof, kön. Comrois- 

sarius 58,2. 
Scharre Becke s. Schwartze Bäche. 
Schievelbein, Peter, Ältester 115. 
Schiwack(Spiwack),Jacob,Baaerl2. 
Schlamnen 23. 
Schleper, Catharina 63. 
S c h m ä c k Anna, Zaaberin 55. 
Schmer, Hans, Büchsenmeister 76. 
Schmidt, Carsten, Burger gr. G. 92. 

— , Hans, Gesell 89. 
Schöneck 98. 
Schopman, Christoffer, Kaafge- 

sell 96. 



156 



Penonan- nnd OrtsrefIflUr. 



Scbopman, David, Bürger gr. G. 87. 

Schrader, Frantz, Bathsherr 15. 

Schröder, Hans, Kürschner 91. 
— , Jürgen, Bürger gr. G. 90. 

Schröder, Haus, Schneider 90. 
— , Johannes, Bathsherr 68. 
— , Peter 85. 

Schrunden 67. 

Schueman, Hans, Bathsherr 6. 

Schalenberg, Berend, Bürger gr. 
G. 88. 

Schnitze, Caspar, Bürger gr. G. 91 
— , Gerd, Adliger 10. 
— , Hans, Bathsherr 48. 
-, Michael 50. 84. 85. 

Schwartz, Berend, dänischer Ca- 
pitän 47. 

Schwartze Bäche (Spernebecke, 
Scherre Beche) 11. 

Schwartz hoff, poln. Bittmeister 84. 

Schwär z h an pt er s. Ältermänner n. 
Älteste. 

Schwindern, Bartholomaens von, 3 6. 
— , Hinrich von, Bittmeister 18. 

St. Sebastianskirche (in Wilna)47. 

Seelbnrg 11. 18. %. 

Soelbnrgisches Amt 11. 

See Im an, Henrich, Gesell 88. 

Senatores (Senatns) s. Bath. 

Sensei (Süssensches Fliess), 
Bach 18. 

Sickeln (Zieknll), Pastorat 8. 

Sickelsches (Koltzisches, Sisse- 
galsches) Gebiet 8. 9. 

Sigismnnd III., König von Polen 
6,8. 29. 49. 69. 106,8. 

SigismDndns, Markgraf zn Branden- 
burg 53,8. 

Sisinsky, Gommissarias 53. 

Sissegalsches Gebiet s. Sickel- 
sches Gebiet. 

Siztenholm 60. 

S locke (Flocke) 23. 

Smolensko, Stadt 47,s. 49,s. 55. 

Sobiesky, Jacobns, Incisor regni 1 10. 

Sophia, Herzog Wilhelms von Kar- 
land Gemahlin 48,s. 



Spaersam, Hans, Mitanscher Kanf- 

gesell 110. 
Spandikaw (Spannekow), Paulas, 

kön. Secretarins 82. 83. 
Spernebecke s. Schwartze Bäche. 
Spill, Andreas, kön. Secretarins 5. 
Spille (Spilwe) 45. 46,2. 
Spiwack s. Schiwack. 
Spnrck, Henrich, Gesell 88. 
Stade, Glawes von. Gesell 89. 

-, Elias, Gesell 92. 
Stargar d 98. 

Steffen ein Bathsdiener 90. 
Ste geling, Goedert, Bürger 110. 
Steinernes Gericht 28. 
Steinholm 62. 
Steinknhle, Benedictas (Bendix), 

Kleinschmidt 76. 86. 
Stephanas, König von Polen 25. 

119. 123. 
Stift, das, 110. 
Stockholm, Stadt 42. 
S trasb ar g (in Preassen) 108. 109. 110. 
Streiff, Obrist 109,8. 
Strick, Jürgen, Gesell 88. 
Strnborch (Struberg), Hinrich, 

Ältermann M. G. 47. 62. 66. 
— , M. Johannes, Professor philo- 

sophiae am Gymnasium 111. 

Struck mann, Cordt 115. 

Struncke, Frantz, Livländer 43. 

Stubbensee s. Stuppen. 

Stum, Stadt 98. 105. 

Stumsdorf 114. 

Stuppen (Stubbensee?) 62. 

Stutow, Jan, 9. 

Stütz el, Deutscher aus Dorpat 56. 

Suboldt (Subbet), Städtchen 12,s. 

Sudofsky ein Pole 45. 

Sund, der, 47,t. 

Sünderpforte 64. 85. 110. 

Süssensches Fliess s. Sensei. 

Sussi (Süsse!) 12. 

Syburgsche (Sybergsche, Sybar- 
sche), deren Gut 12. 13. 



Pefsonen- nnd Ortsref ister. 



157 



T. 

Teaffel, Maximilian, Obrist 109,t. 
Teaffelsbrücke 22. 
Tewes der Bäcker 89. 
— der Uhrmacher 89. 
Thimothaens ein Schneider 93. 
Thoele, Pawel, Bürger gr. G. 92. 
Thöne, Pawel, Bürger gr. G. 92. 
Thorn, Stadt 31,t. 
Thnmbsgang 45. 56. 

Thnmbskirche (Domkirche) 1. 2. 
14. 16. 28. 45. 49. 55. 57. 68. 70. 
75. 97. 110. 

Thnrn, Graf 7on, 101,s. 102,8. 103,8. 

Tibbeke, Dettloff, Gesell 91. 

Tide man, Claes, Schneider 93. 

— , Hiniicb, Gesell 90. 

— , Hinrich, Lübischer Schiffer 51. 

Tiele, Tonids, Enochenhaner 90. 

Tiesenhansen 46. 

— , Caspar von, 19. Bürgerhauptmann 
29. 30. 

— , Gotthard Johann Yon, 53. 66. 
Tilesius, Fetros, Erakanscher Bi- 
schof 43. 

Tilly, Johan, des Kaisers Kriegs- 
oberster 112,s. 
Timm s. Tinne. 

Timme, Hinrich, Lübischer Admiral 17. 
Timm ermann, Fanl, Schneider 92. 
Tinne (Timm), Gasper, Prediger 48. 

— , Henrich, Bürger gr. G. 88. 
Tinnen s. Tme. 
Töess, Helmer, Kaufgesell 52. 
Tolck, Stadt 98. 
Torgow, Elias, Schaster 92. 
Travest, Arend, Bürger 15. 
Treiden, Schloss 61. 
Tribnni et Seniores s. Ältermänner 
n. Älteste. 

Trne (Tinnen), Gerhard (Gotthard) 
von der, Dünabargscher Mann- 
richter 11. 

Tnckum 23. 53. 

ü, 

Uhlenbrock (Ulenbrnch), Henricus, 
Rathsherr 108. 



uhlenbrock, Hinrich, Burggraf, Bür- 
germeister 16. 47. 51. 60. 66,2. 83. 
112. 124,8. 133. 

— , Jochim von. Gesell 80. 87. 
— , Johannes, Untersecretarins 49. 
— PhiUp 58. 

Ulrich (Ulrichs), M. Herbertus, Pre- 
diger 97. 

— , Johannes,^.Inspector Cancellariae, 
Yieesyndicns 49,8. 58. Syndicns 
59. 64. 65. 66. 68,8. 83. 86. 133. 
Bürgermeister 86. 

Unkel, Peter, Sattler 88. 

Uzkel, Feldmarschall 134. 141. 

Uxknl, Gut 4. 58. 70. 

V. 

Yegesack, Cordt, Rathsherr 30. 97. 

—, Thomas, Bürger gr. G. 87. 
Vellin, Schloss 14,8. 
Yizani s. Wizoni. 

Yladislaas, poln. Prinz 94. König 

in Polen 114. 
Yogelstange (Yogelbanm) 3.5. 18. 

19. 22. 23. 28. 42. 70. 73. 93. 

Yolbarch, Gerd, Bürger 67. 

Yölckersahmsches Gebiet Kalle- 
knr 11. 

Yorbnrg 1. 38. 56,8. 

Yorstadt 5. 64. 

W. 

Wach mau, Dr. Conradus, gewesener 
Inspector der Bigaschen Canzlei 33. 

Wackenrath, Hans, Wandschneider 
110. 

Wage, neue 95. 

Wagenfeldt, Gerd, Bürger gr. G. 87. 

Wahlen, Rittmeister 23. 38. 46. 61. 

Waissel s. Weitzel. 

Wallenrodt, Hans, Bürger gr. G. 88. 

Wallen stein s. Friedland. 

Wallhoff 96. 

Warnebeck, Dr. Herma,pius, Bürger^ 
meister in Lübeck 122. 

Warschau, Stadt 49. 58. 64. 66. 67. 
68. 127. 



158 



Penonen- and' OrUregister. 



Weer, Hdlis, Sattler 91. 

Weide, die 4. 

Weigern, Ernst, poln. Befehlshabers. 

Weimer (Meyner), Christophorus 

(Chrisrtianns), Pastor 11. 
Weissenstein, Schloss (Festung) 14. 

15,2. 17. 81. 

Weitzel (Wissel, Waissel), Flass 
96,9. 99,8. 102. 105. 

Welling, Doctor, dessen Erben 57,s. 
— , Gotthard, Rathsherr 48. 62. 66.86. 

Wend, Peter, /Bürger 96. 

Wenden, Städtchen, Schloss 3,2. 4. 
5. 16. 32. 38. 55. 64,8. 67. 97. 

Wessel 75. 

Wewer, Hana, Senenscherer 88. 
— , Thewes, dessen Holm 19. 

Wibelitz, Hans, Bäcker 92. 

Wibers, Hans, Borger gr. G. 92. 
— , Märten, Kanfgesell 87. 
— , Peter, Seidenkräraer 112. 

Wibnrg, Jochim, Gesell 93. 

Wick, Frans, Gesell 92. 

Wieck, Bartholdt, Bürger gr. G. 88. 

Wiesolowsky, Johannes, litth. Hof- 
marschall 105. 

Wiessel, Revier 101. 

Wilda (Wilna), Stadt 6. 14. 47. 58. 
67. 68. 126. 127. 

Wilda, deatsche Kirche 14. Schloss 47. 

Wildtfear, Bartholdt, Kanfge- 
sell 110. 

Wiidtschütz s. Wiltschar. 

Wilhelm, Hersog in Karland 85,8. 
47. 48,8. 56. 57,4. 60. 85. 

Wilhelm, Herzog Wilhelms Hof- 
schneider 85. 

Wilna s. Wilda. 

Wiltschar (Wiidtschütz), Tomüs, 
Krämerjange 44. 

Wind an, Städtchen, Schloss 15. 
33. 63. 

Windmühlen 7. 18. 74. 

Wissel s. Weitzel. 

Witte, Glawes, Gesell 98. 
— , Hans, Bürger 69. 



Witte, Hans (Johan), Ältermann gr. 
G. 66. 69. 83. 133. Rathsherr 86. 94. 

Wittenberg, Stadt 113. 

Witting (Füt tanghoff), Heinrich 12. 

Wizani 128. 129. 

Wolders, Johan, Bürger gr. G. 87. 

Wolmar, Schloss, Städtchen 3. 6,ii. 

29. 30. 127. 
W ordern an, Caspar, Fleischer 91. 
Wormbdis, Stadt 98. 
Wraugel, Hannen (Herman), Feld- 

marschaU 101. 108. 110. 
Wrede, schwed. Edelmann 27. 
Wulff, Hans, Gesell 91. 
— , Märten, Münzmeister, dessen 

Hof 107. 
— , Tonnis, Sjiochenhaner 90. 
Wunderlich, Hans, Schaster 90. 

Z. 

Zacharias Krag 12. 
Zadzick, Jacobas, Kronkanzler 110. 
Zalesky, Reme^as, Jesait, köu. Se- 
cretarias a. Revident 65. 66. 

Zalis, Bauer 8. 

Zamoisky, Petras, Palatiu von Kiew 

105. 
Zamoszky (Zamaski, Samossky), 

Johannes, Grosskanzler 6,a. 14. 17. 
Zandersen, Zander, ein Schotte 51. 
Zaambrecht(Lambrecht),Beren8 9. 
Zaupe (Zaube), Michael, Ältermann 

gr. G. 30. 31. 

Zborowsky 54. 
Ziegelscheane der Stadt 4. 
Ziegelmeister (Ziegleras), M. 

Georgias, Prediger 2,8. 3. 
Ziekall s. Sickeln. 
Zimmerman, Carsten, Rathsherr 30. 

— , Dietrich, Altermann 115. 

— , Laorentins, Rathsherr 68. 
Zinn au, Valentin, Bürger gr. G. 89. 
Zlawiug, Was, ein Undeatscher 42. 
Zluzischeu (Illuxt) 13. 
Zuckett, Hans, Bauer 11. 
Zuthalen (zum Dalen?), Doctor 111. 



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