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Full text of "Briefe der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans"

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BIBLIOTHEK 



DES 



LITTERARISCHEN VEREINS 



IN STUTTGART. 



CXLIX. 



TÜBINGEN 

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES L1TTBEABI8CHEH VZBEXM8 

1880. 



PROTECTOR 

DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART: 

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG. 



VERWALTUNG : 

Präsident: 
Dr A. v. K e 1 1 e r, ordentlicher professor an der k. Universität in Tübingen. 

Kassier: 
Kanzleirath Roller, universitäts-actuar in Tübingen. 

Agent: 
Fues, büchhändler in Tübingen. 



GESELLSCHAFTSAUSSCHUSS : 

Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. universitäts- und 
landeebibliothek in Straßbarg. 

Geheimer hofrath drBartsch, ordentlicher professor an der g. Univer- 
sität in Heidelberg. 

K. Gotta freiherr v. Cottendorf in Stuttgart 

Hofrath dr Hemsen, Vorsteher der k. handbibliothek in Stuttgart. 

Dr Holland, professor an der k. Universität in Tübingen. 

Dr Klüpfel, bibliothekar an der k. Universität in Tübingen. 

Director dr 0. v. Klump p in Stuttgart. 

DrlLv. Maurer, ordentlicher professor an der k. Universität in München* 

Dr Vollmer in Stuttgart. 

Geheimer regierungsrath dr Waitz, ordentlicher professor an der k. 
Universität in Berlin. 

Dr Wattenbach, ordentlicher professor an der k. Universität in 
Berlin. 

1l 6heimer hofrath dr Zarncke, ordentlicher professor an der k. uni- 
rertität in Leipzig. 



HAIS SACHS 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



A. v. KELLER und E. GOETZE. 



DREIZEHNTER BAND. 



THE 

HUDEBEANÜ 

LIBBABT. 



GEDRUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART 

■ACH BMCHLUM DM AUSSCHUSSES VOM JULI 1807 

TÜBINGEN 1880. 




R. "* isia~j. 



DBÜOK VON H. LAUPP IN TÜBINGEN. 



[AB3,2,i5i.K3,2,3i3] Comedia, mit 18 personen zu 

spilen, von Hugo Schapler, dem streitbarn helden in Franck- 

reych, and hat 7 actus. 

Der ehrnholdt trit ein und spricht: 

6 Heil sey den edlen, ehrenvestcn, 
Erbarn und ausserwelten gesten, 
Auch züchting frawen und Jungfrauen! 
Zu euch kommen wir auß vertrawen, 
Eine schöne comedi zu halten, 
40 Welche histori bey den alten 
[C3, 2, 114] Ist gschrieben frantzosischer sprach, 
Die ein grävin verteutscht hernach, 
Die war Elisabet genandt 
Von Lotring, gräfin zu Widmandt, 
15 Auß frantzosischer cronica, 
Und helt in die historia 

• 

1 Handschriftlich findet sich diese comoedie in des diohters 10 spraehbuohe 
(Leipsig) bl. 208' bis 233'. Die lesarten der von Hans Sachs eigenhändig ge- 
schriebenen spruchbücher werden mit S bezeichnet. *B bedeutet die iweite 
Nürnberger ausgäbe von 1577, darch Johan Koler gedruckt, wie die erste im 
rerlage Georg Willers; sie schließt sich fast buchstabengetreu an die erste an 
and bessert sehr selten einen druok fehler. Wir führen sie nnr an, wenn sie 
ron A abweicht. C bedeutet die dritte ausgäbe von 1588. Den stoff fand der 
dichter in dem volksbuche: ein lieplichs lesen und ein warb äfft ige Hystorij wie 
einer (der da hieß Hug schapler, und was metigers geschlecht) ein gewaltiger künig 
ia Franekrieh ward. Straßburg 1508. Dies war von »Elyiabeth ron Lottringen, 
greffin in widmont« aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und von 
Conrat Heidörffer Überarbeitet worden. S. Qrässe, lehrbuch einer allgemeinen literär- 
gesch. 2, 3, 1, 346 ff. 2 8 ichreibt überall hüeg; die quelle hat Hug. 4 BCK 
ein, neigt sich und. 11 S francosischer. A frantiosicher. BK frantsttsisoher. 

12 SB verteutscht. A yerteuscht. CK verdeutscht. 12 S was. 15 wie 11. 

Haos8acb#. XIII. \ 



Von einem held gar weit erkand, 

Welcher war Hugo Schapler genand, 

Der denn von metzger-gschlecht ist worn 

Seiner muter halben gcborn, 
5 Sein vatter, herr Gernier mit nam. 

Aber von gutem, edlen stam, 

Und hilt ehrlichen ritter stad, 

War küng Ludwigs diener und raht. ■ 

Groß reichthumb uberkummen het, 
10 Das doch nach seim todt verzeret 

Hugo, sein son, kün und unverzagt, 

Ein held, der groß gferligkeit wagt. 

Halff auch der ktingin in dem krieg 

In Franckreich erhalten groß sieg, 
15 Die feind vor Paris er bezwang, 

Fing und zu ergebung hart trang. 

Die künigin im zu dauck uud rum 

Schenckt Orlientz, das hertzogthumb, 

Im darnach auch ir tochter gab. 
20 Bald aber fielen von im ab 

Graft Fridrich, im sein gmahel numb, 

Auch wolt in mördisch bringen umb 

Der hertzog Anßhelm von Burgund; 

Doch rath bey seim hoffmaister fund, 
25 Das er dem graven auft hochzeit kam 

Und sein gemahel wider nam, 

Ließ den hertzog und graven fahen 

Und in baidcn die köpft abschlahen. 

Wie sich das alles hat verloffen, 

4 

• 

2 CK gnant. 3 CK vom. 5 SK gernier. A ganier. 6 S war aber 

von guet edlem stam. 8 Kling, wie A hier und an manchen andern 

stellen , i. b. 2 , 88 druckt , wird von H. Sachs immer geschrieben , ebenso 
in den volleren formen und Zusammensetzungen : künig, künigin, künioklioh, 
künigroieh, künigtum u. ä. 10 S seinem dot verthet. 11 Nicht die form 

son, die in A hier und noch oft sich findet, sondern nur sun f plural die stien, 
ist von H. Sachs in seinen manusoripten gebraucht. Sie begegnet hie und da 
durch den reim erhalten, s. b. 2, 418, 10 oder unten s. 3, 9. und] fehlt K. 
15 S vor. ACK von. 16 hart trang] S pezwang. 21 B Friderioh. 25 SCK 
auft. A auff. 28 SCK absohlahen. AB abschlagen; SBCK köpff. A 

kopff. 



Wirt euch hie alles klar und offen. 
Seit stil mit Worten und gebert, 
Auff das keiner verirret wert! 
Das wirt freundtlich von euch begert. 

Der ehrenhold gehet ab. Simon, der reich, gehet ein und 

spricht : 

Mein vetter, herr Gernier, ist thot. 

Seiner seel wöl genaden gott ! 

Der hat verlassen ein sun; 
10 Der hat mir gester botschafft thun, 

Wie er wöll zu mir kummen gwiß 

Heut in der künckling stat Pariß. 

Was er begert, ist mir un wissen. 

Iedoch so wil ich sein gefliessen, 
15 Zu helffen im gar unerlegen 

Von seins herrlichen vatters wegen, 

Welcher war hie diener und ratb, 

Bey küuigklicher mayestat, 
[K 3, 2, 314) Künig Ludwig; sehr wol gehalten 
«o War dieser ritter bey den alten. 

Dort kumbt gleich ein Jüngling herein. 

Dieser soll wol mein vetter sein. 

Er ists, hat gleich seins vatters gstalt. 

Ich wil im gelin entgegen baldt. 

Hugo Schapler kumbt, neigt sich, beut im die hend und spricht : 

Ach, mein herr vetter, gros euch gott! 
Ich kumb her auß getrungner noth 
Zu euch baide umb hilft und rath, 
Die weil mein sach bawfellig Stadt, 
so Weiß sonst, nicht, wer mir helffen sol. 

Simon, der reich : 

Ja, mein vetter, es dunckt mich wol, 
Du haltest nit deins vaters stand. 
Der hilt sich brechtig in dem Land, 

9 SCK ainen. 1 2 S die. 1 5 S gans. 20 bey den alten] S wolge- 

halten. 22 B Vatter. 24 im] S ix. 26 S gnies. A gras. BCK grüß. 28 K 
beyd. 30 wer mir helffen] S wo iohs olagen. 33 6 hallst nit deines. 



Reit mit zwölff oder zehen pferden. 
Du beht nit so höflich geberden, 
Seit du mit einiger person 
Allbie zu mir bist kummen ohn. 
5 Nit weiß ich, wie dein glück tbut walten. 

Hugo Schapler: 

Ich hab mich nur zu brechtig ghalten 
Mit jagen, spilen und banckatbieren, 
Mit bulen, stechen und turniern, 
10 Und hab mit solchem bracht verthan, 
Was mein herr vatter ye gewan, 
Groß schuld gemacht mit solchem stand, 
Das ich nit bleiben kan im landt. 
Hab muth zu dienen einem fttrsten. 

15 Simon, der reich: 

Laß dich nach höfligkeit nit dürsten, 
Sunder thu hie bey mir beleiben! 
Lern metzgen und kauffhendel treiben, 
Wie deiner mutter vatter hat than ! 
so Du bist ein junger, starcker man; 
Magst wol wider zu narung kummen. 

[AB 3, 2, 152] Hugo Schapler : 

Ich hab ein bessers fürgenummen. 
Ich kan ein fürsten wapnen und ziren, 

25 Kan rennen, stechen und thurnieren; 
Jagen und baissen ich auch kan, 
Was küunen sol ein höflich mann. 
Wil lieber dienen fürsten und herrn, 
Den hören küe und kelber blern 

30 Oder mit pfeffer-sccken umb gehn. 

Simon, der reich: 



2 SCK heltst. S höfflich. BCK höflich. A hoflich. 8 CK panoketiern. 
16 SCK nach. A noch. 17 8 und er, sundern steht in der handschrift immer; 

niemals die an anderen stellen von A aufgenommene form sondern, welche ron B 
an die gewöhnliche ist. Nirgends hat H. Sachs silnder geschrieben, wie A 
manohmal liest. S pleiben. 19 B gethan. 



Mein vetter, so thu ich versteht] : 
Dieb mag ertragen nit mein hauß. 
So reiß hin nach eim herrn auß! 
Da hast du drey hundert gnlden zu stewr, 
5 Nach zu kummen der abenthewr. 
Eins mals so wirt dir aber mehr. 
Halt dich, das wir dein haben ehr, 
Wo du dienst bey fürsten und herrn! 

Hugo Schapler: 

10 Habt danck, herr vetter! Nit von ferrn, 
Zu Berga in dem Henegaw, 
Da weiß ich ein edle junckfraw. 
Von der hab ich gehöret viel, 
Welcher zu dienst ich reiten will. 

* 

15 Da wirt auch ein grosser thurnier, 
Darinn ich ir zu dienst boffier, 
Ob ich ir buld möchte erlangen. 
Der lieb hat mir mein hertz umbfangen, 
Nit lenger ich hie bleiben mag. 

so Simon, der reich: 

Mein vetter, thu, wie ich dir sag! 
[K 3, 2, 315] Halt gott vor äugen vor allen dingen, 
So wirt dir gar nit misselingen. 
Halt dich redlich, dapffer und wol! 
& Mein gut dir alles werden sol, 
Weil ich kein nehern erben hab. 

Hugo Schapler: 

Ade! ich scheid mit wissen ab. 
Ich wil mich halten recht und wol. 
so Gott ewer ein weil walten sol! 

Hugo Schapler gehet ab. Simon, der reich, redt mit ihm selb 

und spricht: 

Mein vetter Hugo hat ein groß hertz, 
Nach hohen sacben tracht auff-wertz, 

3 SCK herreo. 4 CK gülden. 11 SCK henegaw. A henagaw. 17 S 
haelde mooht. 28 S aide. 



Ritterschafft ztreiben und darbey 

Schlemmen, spilen und bulerey, 

Wie denn die freche jugendt thut. 

Tracht nit nach reichthumb oder gut, 
5 Wie ich mein lebtag hab gethon, 

Sünder wirt nur das selbig ohn. 

Er döcht mir gar nit in mein hauß. 

Fro bin ich, das er ist hinauß. 

Ich wil wol ind Schreibstuben gabn, 
10 Das verschenckt gelt auch schreiben an. 

Simon, der reich, gehet ab. Hugo Schapler geht ein, redt mit 

im selb und spricht: 

Nun lieg ich hie im Henegaw, 

Hab erworben die schön junokfraw, 
15 Des ritters tochter, der in zorn 

Ist mein bulerey innen worn. 

Ich bin gewarnt, er stelt mir nach, 

Das er mich erwürg oder fach. 

Iedoch so laß ich nit darvon, 
so Wann on sie ich kein ruh nit hon. 

Derhalb ich all gefahr schlag auß. 

Ich wil ietzund gehn in ir hauß, 

Dahin sie hat gezielet mir, 

Wunu und freud zu haben mit ir. 
25 Dort kumbt der ritter, ir vatter, her. 

Las schawen, ob er mich anreden wer! 

Greifft er mich an, so fleuch ich nit, 

Wiewol er daher geht selb drit. 

Der ritter kumbt mit zweien knechten und spricht: 

so Hugo, du bößwicht, hast mir betrogen 
Mein tochter, in schant und laster zogen. 
Des must du mir dein schendlichs leben 
Itzund auff diesem blon auffgeben. 



8 B erst ist. 13 S im. ACK zum. 16 S meinr. 17 S stel. 20 
Statt wann schreibt K immer dann. 22 Bei S findet sieh nur izund, is, nie 
jettund, jetzt. 27 S grewft. Vgl. 12, 572 in 11, 457, 18. S ich fleweh 
in nit. 28 S Wiewol. A wiewol. 30 CK mich. 32 8 sobentliohs. CK 

schendlichs. A schändliche. 33 CK plan. 



Der rltter zeucht sambt zweien knechten von leder, schlagen 
auffHugo, wert sich, schlecht den ritter nider, die knecht 

fliehen. Hugo Schapler spricht: 

Nun muß ich Hencgaw, das landt. 
5 Räumen, weil ich mit meiner hand 

Den ritter alhie hab erschlagen. 

Die aller liebst thu ich mehr klagen, 

Die ich muß hinter mir verlassen, 

Nun wil ich eilen hin mein Strassen 
10 Zu könig Hugwan in Frißland, 

Da selben bin ich unbekandt, 

Auf! das ich nicht umb das iuort-stück 

Etwan kumb in ein Unglück, 

Wiewol ich mich hab müsen wem, 
15 Het fliehen uit mügen mit ehm. 

[K 3, 2, 316] Hugo Schapler geht allein ab. [G 3, 2, 115] Die knecht 

kummen, tragen den ritter ab. König Hugwan geht ein mit 

seim herolt und zweien knechten, spricht: 

Es ist ein frembder Jüngling kummen, 
so Heist Hugo, den hab ich autf genummen, 

Zu dinen ins frawenzimmer erkorn. 

Der selb in Franckreich ist geborn; 

Der hat mir dienet kurtze zeit 

Schmaichelhafftig mit höffligkeit. 
s5 Dem ich hab alles gut vertraut. 

Der ist entwicht au har und hautlt, 

Wann er hat mein nifftel beschaffen. 

Den wil ich an seim leben straffen 

Von wegen der schmach, das er hat 
30 Glestert königklich mayestat. 

Geht, ir trabanten, facht in bald 

Und fürt in zu mir mit gewalt, 

Das er verurteilt wert zum todt, 

Im zu ewiger schand und spodt ! 

4 SBCK henegaw. A hanegaw. 7 mehr] S nur. 9 eilen] S raissen. 

13 S vngelüeck. K komme in vngeluck. 21 S dienor. 23 8 dienet. A diene. 

26 K bab ich. 27 S Wan. A Wenn. K Dann. 30 S Üe[ljoütert. K Gelestert. 



8 

Die trabanten gehen hin, bringen Hugo gebunden für den 

konig, der spricht: 

Du bößwicht, hast mein nifftl gsclimecht. 
Drumb über dich ich das streng recht 
5 Anschrey, auch selb das urteil gib, 
Das mann dich als ein ehrn-dieb 
Sol zwischen himel und erden hencken 
Und am galgen dich lassen schwencken, 
Biß dir daran dein seel außgeh. 

10 Hugo Sohapler spricht: 

Durchleuchtiger könig, ich besteh, 

Das ich hab ewer nifftel lieb. 

Bin doch derhalb kein ehren- dieb, 

Wann ich hab sie gar nit noth-zwungen, 
15 Auch nit mit einer falschen zungen 

Beredt oder bezaubert sunst; 

Sunder auß hitziger inbrunst 

Gar baider hertzen und gemüth, 

Aus rechter liebe, trew und gut 
20 Hab wir einander tragen huld. 

Hab drumb den galgen nit verschuld 

Mit recht und schrey vor jung uud alt: 

Zetter, zetter über gewalt 

Und über ewer strengs gericht. 

[AB 3, 2, 153] Der künig zuckt sein dolch , würfft nach im 

und spricht: 

So must sunst sterben, du bößwicht! 

Hugo reist sich vonn trabanten, laufft darvon, der künig schreit: 

Wolauff und facht diesen bößwicht, 
so Auff das er uns entrinne nicht, 
Sunder wert mit dem sträng gericht! 

* 

1 Sachs gebraucht in seiner niedersohrift für die 3 plural. ausschließlich 
die mhd. form gent, so ebenfalls thunt und Stent, welchen wir auch oft in den 
gedruckten aufgaben begegnen. 3 CK nifftel. 4 S ich ueber dich. 6 

8CK erendieb. 9 8 die. 15 8 schmaiohelhafter. 16 Wie hier durch den reim 
erhalten sunst, so schreibt II. Sachs überall. 18 gar] fehlt 8. 21 8 streng. 
25 8 dollig. 31 B wer. 



Die trabanten lauften naon. Der künig geht auch ab. 

Actus 2. 

Hugo Schapler geht ein und spricht: 

Ich bin eim heissen Bad entrannen. 
5 Nach dem aber bin ich besannen, 
[K 3, 2, 317] Wil fort der bulschafft müssig gehn, 

Drob mir vil anrät s zu ist stehn, 

Wann ich hab mich auch in Braband 

Zwölff drob erweret mit der hand. 
10 Ich wil wider reisen gen Paris, 

Raisen zu meim vetter gewiß. 

Das ich in trewen in rath-frag, 

Wie ich forthin meine junge tag 

Anlegen sol, das ich besteh. 
15 Ich hab je aber kein gelt meh. 

Hör! hör! ich hör, wie ich vernimb, 

Von eim weibßbild ein kleglich stimb. 

Dort kummen frecher bößwicht zwen, 

Bey welchen ist ein junckfraw stehn, 
20 Die wöllens irer ehr berauben. 

Der wil Ich ie bey stehn auff glauben. 

Ir bößwicht, last die jungfraw gehn! 

Wehrt euch und thut doch stiller stehn! 

Sie schlagen einander, biß die swen entlauffen. Hugo spricht 
» zu der jungfrawen: 

Ach, zarte jungfraw, saget mir! 
Wie kumbt in diese wildnus ir 
Mit diesen heilos losen leuten? 

Die jungfraw spricht: 

so Ritter, das wil ich euch bedeuten. 
Der wilde graff mein vatter ist; 

i S laufen btteg nach. ab] 8 hinaoh. 2 S actus 2. AG actus 6. 

3 ipricht] 8 ret mit im. 10 8CK widerumb. 13 8CK mein. 19 SCK 
welchen. A welchem. 20 die w.] S der wollens. B die wöllent Ire ehr. 
22 8 potwieht. 23 K stille. 



10 

Als der raitt an das jaide (wist!) 

Ließ er mich in dem schloß allein, 

Da diese zwen bößwieht unrein 

Hinein stiegen und darinn namen 
5 Von kleinoten, was sie ankamen, 

Mich auch darinnen fingen bald 

Und mich herbrachten in den wald, 

Mich zu berauben meiner ehr. 

Wo nicht durch reiner frawen-er 
10 Ir mich erret het, küner ritter. 

Vor angst ich noch bidem und zitter. 

Gott sey lob und ewer werden band. 

Die mich beschützt vor sünd und schand! 

Euch danck ich, küner ritter frumb! 
ift Nun wil ich kereu widerumb 

Heimwert z zu meines vatter schloß. 

Hugo Schapler: 

Jungfraw, der wald unsicher groß 
Ist ersch rock lieh. Jungfrcwlich bild, 
20 Ich wil euch durch die wüsten wild 
Das gleid an ewer gwar geben. 

Die jungfraw spricht : 

0, dort kumbt mein herr vatter eben, 
Der mich hatgsucht mitgrosen sebmertzen. 

25 Der wild graf kumbt: 

tochter, mit betrübtem hertzen 
Hab ich dich gsucht oben und unden, 
Weil ich dich hab dabeim nicht fumlen. 
Sag, wie du in den waldt bist kummen? 

so Die jungfraw: 

Herr vatter, mich haben gfangen guumen, 
Zwen bößwicht, so in das schlos kamen, 
Mich und sunst andre kleiuat namen, 

1 S Als der aus an das jaide (wist) Rait lies mich in dem schlos allain. 9 
reinor] S aller. 12 S worden. A werde. 16 8 haimweitt. A heimwart. BCK vatters. 
19 8 junckfrewling. 21 SC gwar. A war. Bgwaraam. Kgware. 31 SCK habn. 



11 

Fürten mich in den walt, gelaubt, 
Hetten mich auch meiner ehr beraubt, 
Wer mir der ritter zn hiiff nit kummen, 
In trewcn sich mein angenumraen! 
5 Der hat mich crret in der noht. 
Dem danckt, herr vatter, vorab gott, 
Der ihn hat her gefürt an gfer! 

Der wild graff beudt im die hand, spricht : 

Euch sey danck, strenger ritter her! 
[K 3, 2, 318] Es ist an euch mein hertzlich bitt, 
Ir wollet jetzundt raisen mit 
Mir heim und rasten auff sechs tag. 
Ich theil euch mit, was ich vermag, 
Silber und goldt umb der gutthat, 
15 Die ihr meinr tochter bewiseu hat. 

Hugo Schapler spricht : 

Gnediger herr, auff ewer bitt 
So wii ich geren raisen mit, 
Außruen ein tag oder drey. 
so Da wöll wir reden allerley. 

Sie. gehen alle drey ab. Simon, der reich, gehet ein und spricht : 

Wo ist mein vetter Hugo so lang? 

Ich hab von im seit von anfang 

Gehöret weder böß noch gut. 
25 Es ist ein junges freidigs blut. 

Doch sol er leben, als ich vernimb, 

Hoff ich, es werd ein mann auß im, 

Des wir noch alle haben ehr. 

Wer kumbt dort mit hämisch und wehr? 
30 Es wirt fürwar mein vetter sein, 

Es trieg mich denn die sine mein. 

Hugo Schapler geht ein, neigt sich. Simon, der reich , ent- 

pfecht in: 

* 

2 aneh] fehlt S. CK meinr. 6 8 vnd vorab got. 7 8 bergesent. 

11 8 wöllent. 12 S rasten. A raisen. BCK bleiben. 14 S umb die. H 

8 meinr. A meirn. 25 8 Er. 28 8CK haben alle. 



12 

Sey mir zu tausendtmal wilknmb 
In das franckreichisch künigthumb ! 
Mein vetter Hngo, dn bist nun menlich 
Worn, deim vatter gleich und ehnlicb. 
5 Wo hast dein zeit als her vertrieben? 

4 

Hugo Schapler: 

Bin ein zeit lang im Henegaw blieben, 

Nach dem gereiset in Brabandt, 

Nach dem auch kummen in Frißlandt. 
10 Da ich in oberzelten landen 

Hab vil gefehrligkeit erstanden, 

Auch manigen unfal erlitten, 

Doch alle, mit ehren erstritten, 

Darvon gar lang zu sagen wer. 
15 Nun kumb ich wider zu euch her, 

Mein herr vetter, umb hilff und raht. 

Simon, der reyoh: 

Weil dich gott her gefüget hat, 

Raht ich dir, du wölst hie beleiben, 
20 Zu hoff dein zeit ein weil vertreiben. 

Da wil ich dir behilflich sein; 

Da kanst du auch ehr legen ein, 

Weil der könig hat geendt sein leben 

Man sagt, zu Metz sey im vergeben 
25 Worn vom graffen Savari 

Von Schampania, welcher ye 
[AB 3,2, 154] Des königs tochter haben wil, 

Hat umb sie gworben in der stil, 

Das die alt küngin hat abgschlagen. 
[C 3, 2, 1 16J Man ist aber zu hoff thon sagen : 

Er, graf Fridrich, sein brnder, und 

Auch der hertzog von hoch Burgund 

Haben in endlich furgenummen, 

Sie wollen her gen Paris kummen 
55 Und wollen werben umb die zarten. 

♦ 

6 als] 8 pi*. 7 8 loh pin ain ieit im CK in. 9 B Frielandt. 11 K 
Hab iob vil gfehrligkeit. 13 S alles. 19 S wollest hie pleiben. 20 ein weil] 
B and w. 25 CK von dem. 26 S Sohamponia welober y. 30 thon] 8 din. 



13 

Noch heut thut man irs zeuges warten, 
Das der künigin gantz wider ist; 
Wann sie bsorgt auffsatz und arglist, 
Er bandel etwas wider recht. 

5 Hugo Schapler spricht: 

Wenn er die tochter zu wegen brecht, 
[K 3, 2, 319] Welche ein erb ist zu dem reich, 
So wirt er mit ir könig gleich 
In Franckreich, ghrad nach dem beschaid, 
io Wer dem parlamendt lieb oder leid. 

Simon, der reich: 
Ich hoff, die küngin werts nicht than. 

Der heroldt kumbt, spricht: 

Die köngin lest euch sagen an, 
15 Ir solt bald kummen auff den sal. 
Es ist kummen mit grosser zal 
Der graff Savari und sein beystender 
Mit tausendt wol gerüster mender. 
Die küngin stedt in sorg und äugst. 

20 Simon, der reich: 

Ich hab das wol besorgt vor langst. 
Meiu vettcr Hugo, kumb auch mit mir 
Und sey du auch beystendig ir. 

Sie gehen alle drey ab. Blanokeflor, die künigin, geht ein mit 

Meria, ir tochter, Connestabel, dem hoffmeister, Simon, Hugo 

Schapler und dem ernhold. Sie spricht: 

Ich bin betrübet biß in todt 
Vor groser sorg, angst und noth, 

* 

2 gants] S ser. 3 S psorg. 4 K etwan. 8 SCK wttrt. 9 ghrad] 

fehlt 8. 10 SK parlament. AC perlamendt, wie 8. 14, 27 und 33. 

18 S inender A menner. 24 8 Blantscheflor (so des diohters quelle) die 
künigin. A künigen. 25 8 Merie. Hans Sachs sehreiht überall die namen 

wie er sie in seiner vorläge fand. Die ausgäbe des Hugo Schapler von 1537 
schreibt Maria. 27 SCK ich pin petraebt pis in den dot. 28 8 sorge. 

CK vnde. 



14 

Das last euch allen klaget, sein. 
Es wil haben die tochter mein 
Graff Savari, der doch eben 
Dem könig, meim herrn, hat vergeben. 
6 Das kan und mag ich ye nit thon, 
Drumb bit ich euch mir bey zu st hon. 

Graff Savari, graff Fridrich, sein bruder, und hertzog von Bur- 
gund Gummen. Qraff Savari spricht: 

Durchleuchtige küngin, vor kurtzen tagen 
10 Hab ich ein Werbung für lassn tragen 

Umb das frcwlein, das ie forthan • 

Dem küngreich selb sol vorsthan. 

Darzu darff sie ein gmahel schier, 

Der das gantz küngreich regier 
i& Mit einer gewaltigen band. 

Derhalb hab ich an euch gesaud, 

Mir das frewlein ehlich zu geben. 

Kainer im reich wer ir so eben 

Au reichthumb, gwalt, geschlecht unnd stamen, 
20 Zu tragen königlichen namen, 

Denn ich; bin darum b kummen her, 

Ein freundlich antwort des beger, 

Verhoff, ir kündt mirs nit abschlagen. 

Blanckeflor, die künigin: 

25 Ich kan euch für mich nichts zu-sageu; 

Wann es stedt nicht in meiner händt, 

Sunder im gantzeu parlamendt. 

Das selb hat macht, ein könig zu wein 

Und mein tochter im zu zu stelln. 
so Drumb ligts an mir gantz und gar nicht. 

Graff Fridrich von Schampania spricht: 

Ey, fraw köngin, nembt bessern bliricht: 
Secht ihr nit, wie im narlament 



9 CK knrtm. 11 S ie. A ir. CK sie. 12 CK kümgreich; selb] S ie. 

22 S des. ACK das. 23 SK ir. AC ye. 27 im] 8 am. 28 CK köng. 

30 A drnmb. 32 S poricht. 



15 

Fürsten und herrn ihm bey-stent 
Und all auf? seiner seitten sein? 
Wer meint ihr, der euch redet drein? 
Fraw königin, seit des ingedechtig, 
f> Welch fürst im reich ist sonst so mechtig, 
[K 3, 2, 320] Das er mit so gwaltiger handt 
Beschützen künt leut unde land, 
Als eben der herr bruder mein. 
Derhalb so gebt euch willig drein 
in Sambt der küniglichen junckfrawen. 

Meria, der königin dochter : 

Ich mag mich ehlich nit vertrawen 
Dem, der meim herr vatter sein leben 
Nam, und zu Metz ihm hatt vergeben. 
15 Wie künd und möcht ich dem hold sein! 

Qraff Savarie : 

künigliche junckfraw fein, 
Ich bin unschuldig solcher that, 
Almal gewest diener und raht 
20 Bey dem künig on unterscheid, 
Sein todt ist mir ein trewlichs leid 
Des glaubet nit den falschen zungen! 
Gros lieb hat mich zu euch bezwungen; 
Ich bit, bewilligt zu den Sachen. 

25 Der herzog von Burgund: 

Was dörft ir hie vil dading machen? 
Wil man sie euch nit geren geben 
Und mit vil wort teil widerstreben, 
So nembt das frewlein mit gewalt, 
so Fürt sie mit euch und sie behalt ! 
Ir dar ff sich niemand Deinen an; 
Denn erlangt ir mit gwalt die krön, 
Das ir wert künig in Franckreich. 
Darzu helft wir euch all geleich. 

4 seit de*] S seyot. 7 vnde] S vnd auob. 11 S Moria. A Maria. 

C Moria; vrgl. *. 13, 25. 22 CK das. 26 S dllerft. S daydings ; sieh 

Schmeller, bayer. wörterb. I*, 685. 28 mit] B dem. 



16 



Hugo Seh ap ler spricht: 

Der unbild mag ich nicht mehr hörn. 

Ir habt den künig tbun erraörn 

Und wölt auch darnach euch nicht Schemen, 
5 Das frewlein uns mit gwalt zu nemen? 

Er ist solcher heyrat nit werd, 

Mit arglisten ist er beschwert, 

Ist von einem boßhafften gschlecht. 

Viel billicher im wer und recht, 
10 An einem dürren bäum zu hangen, 

Denn das künigreich zu erlangen. 

Die ritt erschafft wirts nit zu geben, 

Der gleich der adel, auch darneben 

Gibt es die burgerschafft nit zu. 

15 Graff Savari, stohst in und spricht: 

Du junger laur, sag an du, 
Was geht dich diese handlung an? 
Thu ein weil in ein winckel stan. 
» Schweig, eh dir wirt dein maul zerschlagen. 

so Hugo Schapler zeucht von leder und spricht: 

Von gmeins nutz wegen wil ichs wagen 
Und wil den rechtschuldigen treffen, 
Das er uns sol nit weiter effen. 

Hugo schlecht den graffen Savari nider, sie zucken all; doch 
nach dem schlagen entlauflft graff Fridrich unnd hertzog von 

Burgund. Simon, der reich, spricht: 

Ir trabanten, nun tragt hinub, 
[AB 3, 2, 155] Das man die todten leich begrab. 
Er hat im das selb zu gericht, 
so Im wer das sunst geschehen nicht. 



4 8 euch darnach auch. A sehemnn. 8 S aim poshaftigen. 9 S Vil pilliger 
et wer vnd reehi Im an aim dnerren paumb xw hangen. 14 S geit. S schreibt 
nnr diese form, nie gibt. 16 SCK lawer. 18 S ain ecken. 21 S Von gmaios 
naei wegen wil iohs wagen. A Von gemeins nutx willen so wil ichs wagen. 
OK willn wil. 23 S rnrpas nit sol effen. 24 S xueken. ACK fallen. 



17 



Die künigin spricht: 

Der ritterschafft groß danck ich sag 
Und bargerschafft, die auff den tag * 
Mich und mein tochter hat erledigt, 
[K 3, 2, 321] Ist gleich der graff worden beschedigt. 
Da ligt aber gar nichtsen an; 
Wil sein freundschafft das rechen than, 
So mnss sie so vil setzen dran. 

Man tregt den todten ab. Sie gehent alle nach ab. 



io Actus 3. 

Connestabel, Hugo Sohapler gehen ein mit der künigin, die 

spricht : 

Lob sey gott, der mich bracht zu rw 
Vor graff Savari und darzu 
15 Vor seinem bruder graff Fridrich, 
Die ye wolten begwelting mich 
Und die küniglichen tochter mein. 

Connestabel, der hoffmeister: 

durchleuchtige künigein, 
so Graff Fridrich rüst sich zu dem krieg, 

Und wenn er auch gewint den sieg, 

So hat er auch in grimmen zorn 

Zu gott ein harten ayd geschworm 

Gewinn er Paris, er wöls zertrennen 
25 Und die künigin mit fewr verbrennen. 

Des wir ein gwise kundschafft han, 

Das er hat hundert tausent mann, 

Gerüst baide zu roß und fuß. 

Derhalb sich auch bewerben muß, 
so Fraw künigin, bey ewer freund tschafit, 

Auff das euch helff mit heres-krafft 

* 

6 aber] S eben. 15 S vor. ACK von. 16 8 vergwelting. IT S 

kQniolieh. 19 SCK künigein. A künigin. 22 auch] CK euch. 23 8 
berten. 26 8 Den wir gewisse. 

H&nt 8Mcbß. XI IL <& 



18 

Der könig Benedic von Hungern, 
Ir vetter, wirt sie lassen ungern, 
Auch hertzog Drogne zu Venedig, 
Eb und das sie der feind beschedig, 
5 Auch ander fürsten und herrn im land. 

Die künigin spricht : 

Ich bit durch gott, nembt unterhandt 
Die kriegßhandlung, ist noch mein bitt; 
Wann ich kan ye gar nicht darmit. 
10 Geht int Schatzkammer, nemet gelt, 
Bestelt all ding, das nichtsen feit, 
Habt auch in der sach vollen gwalt ! 

Hugo Schapler spricht: 

Nun so mustert jung unde alt 
16 In der Stadt, und besetzt die wacht, 
[0 3, 2, 117] Weil sich der feind schon zuher macht 
Mit also vil und groser menig. 

Blanckefior, die künigin : 

Unser ist gegn in vil zu wenig, 
so Dazu mich noch eins hart betrübet: 
Unser burger sindt ungeflbet 
Zum krieg, drum thut uns weittheit noht. 

Moria, der künigin toehter: 

Fraw mutter, wir wöln an-rüffen gott, 
25 In sanct Dionisi kirchen gehen, 
Gott bitten, uns auch bey zu stehen. 

Die künigin und ir toehter gehen ab. Der ernholdt kumbt 

eilends : 

Ir herrn, der feindt zeucht schon daher, 
so Fecht an zu schlagen sein leger 
An dreyen orten umb die Stadt. 



7 S vntert band. 9 8 niohj. 11 SB feit. A mit. 13 S spricht snm 
oonstabel. 19 S gen in. 20 S <Unv. 23 S Meri. B Maria. 24 OK 

muttr. 



19 



Hugo Sohapler spricht: 

Wie wenn wir liinauß fielen spat 
Und mit in ein Scharmützel hetten, 
[K 3, 2, 322] Eh sich die feind vergraben tbetten 
6 Und sich verschantzten in dem feld! 

Simon, der reich : 

Ich rath auch, wie mein vetter meldt: 
Im ersten huy möcht wirs erschrecken 
Und unserm feindt ein forcht einstecken, 
10 Wenn man in au ff die nasen schlug, 
Das er ohn nutz wider abzttg. 

Connestabel, der hofrmeister: 

Geh, heiß auffblassen, so wöll wir nauß, 
Mit dem feind halten einen stranß. 

Sie machen ein ler man, die feindt kummen, schlagen einander, 
Hugo feoht den graven von Estempe, die andern fliehen. Hugo 

Schapler spricht: 

Graff von Estemp, ir seit gefangen, 
Ir inüst mir für die künigin orangen, 
so Der ir habt grossen schaden than 
Und seit doch ir landtsessig mann. 
Seh, Ernhold, in der künigin bring 
Von mir zu einem beudpfenning. 

• 

Der ernholdt fürt den graven hin. Connestabel, der hoffmey- 
25 ster, spricht: 

Hugo, wir hetten an dem Scharmützel 
Gewunnen weder vil noch lützel, 
Sünder eingelegt spot und schandt, 
Wer nicht gwest ewre thewre handt 
so Die allein aufhilt den feind lang, 
Mit der Streitaxt fürs stadtbor sprang, 
Darmit ir manchem ein hiernschnallen 
Gabt, das er an den ruck must fallen. 

* 

11 ohn nots] S vnents. 18 K Edtempe. 29 S eur. BCK ©wer. 30 

8 aafhilt den. AC anhelt dem. K anhielt. 



20 



Der heroldt bringt ein verdeckten pfaben, gibt in dem Hugo 

Sohapler unnd spricht: 

Hier schickt mein fraw künigin ein pfaben. 

Darmit so thut sie euch begaben 
5 Als iren aller künsten ritter, 

Welcher dem feind bat herb und bitter 

Zu-gsetzt, ir ein beutpfenning gschickt, 

Darmit ir trawrig hertz erquickt. 

Diu alles sol euch sein ohn schad, 
10 Erbeut euch mit ir buld und gnad. 

Hugo Sohapler empfecht den pfaben und spricht: 

Erst wag ich dapffer meinen leib, 
Weil mir das künigkliche weib 
Mir thut ein solche grosse ehr: 
15 Wil allein in der feinde beer 
Und einen rumb begen darinn. 
Danckt mir der werden künigin, 
Und auch dem frewlein hochgeborn, 
Mein dienst in ewig sey geschworn ! 

Sie gehent alle ab. Künig Hugwan auß Prißlandt geht mit 

aweyen trabanten ein und spricht: 

Leget mir meinen hämisch an! 
Wir wollen heut ein feldschlacht than. 
Die Pariser fallen stäth raus, 
25 Sie machen mir gleich einen grauß. 
Wer ist jener, der vor dem zeit 
Umb geht und sich gegn uns nit meldt? 

[AB 3,2, 156. E 3, 2, 323] Hugo Schapler geht hin und wider und 

redt wider sich selb: 

Nun bin ich in der feinde leger; 



10 S Entpowt. 11 S entpfeoht. 14 8 Thuet an ain solioh grose er. 
CK Anthut. 15 8 Wil allain in der feinde her Vnd ainen nun pegen darin. 
ACE Weil allein in der feinde beer loh einen ramb beging darinn. 19 S in. 

ACE ir. 20 8 Hugwan, wie an aUen andern stellen des stücke«. A Hogwen. 
22 B Legt 23 wollen] 8 solen. 



Dort steht ein zeit, an dem steht weger 
Ein weiser low in rotem schild, 
Darob ein krön von gold gebild; 
Gewißlich in dem zelte want 
5 Künig Hugwan auß Frißland, 

Der mich vor zeit wolt hencken lasBcn, 
Den wil ich zalen auch der massen. 

Hugo Bohapler drit hinzu und spricht: 

Wist ir, herr ktlnig, das ich euch hon 
10 Gedint, und mir wiirt da zulon, 

Das ir mich urteilt zu dem sträng, 

Warfft auch nach mir ein dolich lang 

Und seit ietzundt auch kummen her 

Meiner fraw kflnigin zu gefehr. 
n Des wil ich euch geben den lohn, 

Das irs fort hin wert nicht mehr thou. 

Hugo zeucht von leder, schlecht den künig nider. Die tra- 
banten fahen in, füren in hin. Der ein trabandt spricht: 

Da bößwicht, itzt bist du gefangen, 
» Du must an einem banm noch hangen, 
Wo es dir anderBt wirt so gut, 
Du hast vergossen kllnigklich blut. 

Sie füren ihn hienauB, kummen wider, trogen den thotten 
künig ab. Graff Friderieh geht ein mit dem hertnog von hoch 
« Burgund und spricht: 

Soll ich euch nit groll jamraer klagen? 

Den kOnig auli Frißland hat erschlagen 

In seinem eigen zeit ein mann, 

Der allein vor seim zelte stahn, 
i« Den doch sein knecht haben gefangen. 

So ich ihn letzt wil lassen hangen, 

Ist er heimlich darvon entrunneD. 

So ich mich ietxt recht hab besnnneu, 

So ista Hugo gewesen, wie man tbut sagen, 



15 S DM. ACK Da«. IS fUrsn in hin] fehlt S. 20 noch] folill S. 

[aen. 31 8 in i>. 33 CK Alu. 34 So] fehlt CJi. 6 hui( 



22 

Der mir mein bruder hat erschlagen. 
Und soll ich mich an im nit rechen, 
So wirt mein hertz vor leid zu-brechen. 

Der hertzog von Burgund: 

6 Wir ligen lang vor Paris, der ßtadt, 

Und thnn wenig berümbter that; 

Wir haben gantz und gar kein glück, 

Es schlecht uns fäll in allem stück. 

Ich wolt ein botschafft hienein senden 
10 Der künigin, diesen krieg zn enden, 

Wenn sie euch wolt ir tochter geben 

Und auch Hugo Schapler darneben, 

Der uns hat so viel schaden than, 

Das ir euch rechen mügt daran; 
15 So wolten wir denn zihen ab. 

Solichs ich außgesunnen hab: 

So kern wir zu fried sambt der Stadt. 

Graff Ff iderich : 

Ja, das ist sehr ein guter rath, 
20 Ich will euch folgen au ff den tag, 
Ein botschafft senden, sobald ich mag. 

Sie gehen beide ab. Con liest ab el geth ein mit Hugo Schapler 

und spricht: 

Mein Hugo, man sagt, ir thet euch wagen 
[K 3, 2, 324] In der feind leger und habt erschlagen 
Aus Frißland den künig Hugwan, 
Und seid worden ein gfangner mann. 
Sagt, sind solliche ding geschehen? 

Hugo Schapler: 

so Ja, ja, die warheit muß ich jenen, 
Ich het mein leben schier verlorn. 

Connestabel, der hoffmeister: 
Sagt, wie seidt ir denn ledig wordn ? 

b 8 lign. 13 6 schaden». 14 SK roöoht. 21 sobald] S pald. 

fc het. ACE thut. 



23 



Hugo Schapler: 

Od als gefehr der wilde graff 
In der feindt läger mich antraff, 
Dem ich sein tochter bah erledigt 
6 Von den nothzwingern ungeschedigt, 
Der halff mit listen mir dar von, 
Das ich auß der feind hand entron. 

Die künigin geht ein mit ir tochter, Simon, dem reichen, und 

herold, spricht: 

10 Graflf Fridrich hat empoten rein, 

Zu geben im die tochter mein 

Zu eim gemahel, sol im darneben 

Euch strengen kempffer übergeben, 

Das er euch richte zu dem todt. 
15 Dem ich wider hinauß entboth: 

Seinr beger kains geschehen soll, 

Er lieg da gleich, als lang er wöll; 

Meinr tochter ich im gar nit gieb; 

Der gleich sey mir der ritter lieb, 
[C 3, 2, 1 18] Der in mein dienst trewlich thut gebn 

Sein gut und blut, leib und auch lebn. 

Das ir aber je lenger mehr 

Ein-leget ritterliche ehr, 

So wollen wir euch Ionen eben 
äs Und in ewr hende übergeben 

Orliens, das gantz hertzogthumb, 

Und allen ewrn erbn. Darumb 

Mügt ir nun haltn hertzog-standt ; 

Das hat verdint ewr werde handt. 
so Nach dem krieg mügt ir wohn da selbn; 

Neinbt brieff und sigel, schild und beim 

Itzund in gnaden von mir hin ! 

Hugo Schapler entpfecht brieff, schild und heim unnd neigt 

sich, beut ir die hand, spricht: 

* 
5 SB notiwingern. A nothswinngern. 9 S dem herolt. 10 S entpo- 
ten. 16 8 kaine gfloheheo. 20 CK meitn. 21 8 pluet er vnd sein 

Ubn. A loben, leib] feblt B. 24 S lonon. ACK lernen. 25 S ewor hent. 

27 SCK »11 ewrn erben. B alle ewrn Erbn. 



24 

durch] euchtige künigin, 
Ich bin der hohen gab ait werd 
Und hah ir auch noch Die begert. 
Das ich auch nit verdienet hab, 
Ich entpfach doch die herrlich gab, 
Wil die noch verdien«, wo ich mag 
In ewrem dienst mein lebent tag 
Und euch ewig verbunden sein. 

Die künicin spricht: 

■ Hugo, ausserwelter diener mein. 
Nun habet ir fürstliche ehr, 
Zu dem will ich euch lassen mehr 
Auff cwr groümOtig zu-sagen 
An tT den tag ritter lassen schlugen 
In sanet Dionisius tempel, 
Anderm adel zu eim exempel, 
Das sie auch wagen leib und leben 
Fürs yiui erlaud in gfar zu geben. 
Wolauff das mau nach kummen tim 

■ Unserni verheissen on all ruh! 
Alle ding sind bereitet zn. 

Sie gen hl alle ab. 

[K 3, 2, 325] Actus 4. 

Connestabe) geht ein mit Simon, dem reichen, und spricht! 
16 Herr Simon, habt ir auch vernumen. 
Das in die stadt Paris sind kummen 
LAB3.2,157jWol zeheu brtlder, küne heldt, 

Die Hugo Schapler, der ausscrwcldt, 
Gezewget hat hin unde her 
so Im l.ni'l. wolche sind angefehr 
Zusammen klimmen nnerkandt, 
Haben sich durch kundschafte ermaudt, 



9 noch | S gar. 6 B empf«1 

nll ding j -■>:-.!. i l -.- e lint d»MW. 
i S gsiawget. A geuigst. 



25 

Das Hugo Schapler ir vatter sey, 
Und haben sich auch alle frey 
In ein färb kleid, and sindt vor allen 
Graff Fridrich in sein leger gefallen 
5 Und im sehr grosen schaden thon. 

Simon, der reich: 

Ja wander ich gehöret hon, 

Wie das es sindt so freidig leut; 

Darumb so wollen wirs auch hent 
10 Hienein für die künigin füren, 

Ein schenck wirt in von ir gebürn. 

Ir vatter hat sie selb nit kendt, 

Dero sie zu fus gefallen send, , 

Haben sich im zu kennen geben. # 

15 Der ist in hohen frewden leben, 

Das er hat solcher zehen sühn, 

So fraidig, frech, jung, starck und kün, 

All frisch und gsund, schön, frey und ledig. 

Die wirt der bertzog von Venedig 
so Heindt alle zehen zu ritter schlagen. 

Connestabel, der hoffmeister : 

Fro bin ich, das uns vor zwölff tagen 

Hertzog Trogne zu hilff ist kummen, 

Hat künig Benedic mit genummen 
25 Von Ungern, die uns baid bracht han 

Dreyssig tausent gerüster mann. 

Nun hoff ich ye und traw zu gott, 

Es hab umb Paris mehr kein noth, 

Wir wollen allen feinden im landt 
so Nun wol thun ainen widerstandt. 

Der herold kumbt, spricht: 

Ir herrn, rüst euch, es ist zeit; 

Wann man blest gleich auff zu dem streit. 

Sie sehen alle ab. Graff Fridrich kumbt mit hertzog von Bur- 
gund unnd zwayen trabanten und spricht: 

4 leger] 8 Mit 6 B grosser. 17 S fraidig. A fraid. 



26 

Wir haben durch ain post vernommen, 
Drogne and könig Benedic kommen 
Mit irem raissing zeuge allen, 
Wolln uns im leger überfallen. 
5 Darumb raht ich, wir wollen rücken 
Zway tausent starck, und in die brücken 
Einnemen, und mit gwalt iu-halten, 
Das sie uns nit kunnen vergwalten. 
Meim anschlag man nach-eyllen soll! 

10 Hertzoff von Burgund: 

Dieser anschlag gfelt mir gantz wol. 
Zu dieser schlacht wil mir gebüren, 
Das ich soll das haubt-paner füren. 
% Last die sach weißlich greiffen an, 
iö Das wir kein blosen legen than. 

Die künigin hat sich tröstlich gesterekt. 

Graff Fridrich: 

Das hab ich wol an ir gemerekt, 
Da sie mir widerum entbot 
[K 3, 2, 326] Bey meiner botschafft hon und spot. 
Sie verlest sich auff irn bey-standt: 
Hugo Schapler ist freidiger handt, 
Hat seins geleichen zehen sühn, 
Verwegen, freydig, starck und kün, 
25 Die es gar dückisch hienein setzen. 
Kündt wir in sanibt sein sünen letzen, 
So wer der sach wol halb geraten. 

Der hertzog von Burgund: 

Da muß wir schawen an den thaten, 
so Das wir in und sein söhn umbringen 



4 S Wolln. ACK welch. 5 BCK wollen. 8 B künnen. 9 8 

Meim ansehlag man nach. A Meinnem anschlag nach. 18 6 hauptponer, 

wie s. 27,18 und 21. US Last. ACK Laß; S grewffen. 15 thon] 8 

dron. 16 tröstlich] 8 trefflich. 19 S Da. ACK Das. 22 CK fraydigr. 

24 S starck, fraidig. 27 halb] K baß. 29 anj S in. 30 S Das wir 

in rnd sein allen rmbringen Mit volck, vnd in der schlacht vmbpringen. 



27 

# 

Mit volck, sie in der schlacht umbbringen. 

Darmit kumb wir ir aller ab. 

•• 
Oraff Fridrich : 

Auff das ich lang gesunnen hab. 
5 Schawt, scbawt ! die feindt gegen uns rucken. 
Sie sind schon kummen ubert brücken. 

Hertzog von Burgund schreit: 

Lerman, Lerman ! dran, dran, dran, dran ! 
Die feindt greiffen in dem spietz an. 

Hugo Schapler, Connestabel und Simon kummen unnd schreyen: 

Her, her, her, her! wer ligt der ligt! 
Wer weitlich drauff schlecht, der gesiegt! 

Sie schlagen einander, Hugo nimbt dem hertzog den fannen» 
und jagen den feinden nach, kummen wider, Hugo Schapler 
15 spricht: 

Erst wird dem feind das hertz entpfallen, 
Weil wir in haben gwunen allen 
Ir hanbtpaner mit dem gülden löwen; 
Das wollen wir auffstecken eben 
«o Auff den thorturn, dem feindt zu schrecken, 
Wenn sie ir paner sehen stecken, 
Das sie dest eh werden verzaget. 

Der heroldt bringt ain schildt mit 3 gülden lügen unnd spricht: 

Unser fraw ktingin hat gesaget: 
*5 Euch thut in der nechst schlacht gebürn, 
Das franckreiebisch wapen zu fürn, 
Das man noch gar auffrech t sech stöhn 
In Franckreich wappen, cepter und krön. 

Hugo Schapler entpfecht den schildt, spricht: 

so Weil mein fraw kttngin mir das schafft, 

* 

1 A nmb ringen. 6 S vbert. A rber. 8 8 lerman. A lermen, wie 
«. 28, 10. 9 S Die feint greuffen schon voren an. 12 8 waidlich. 

B weydlieh. 16 8 Erst ACK Er. 17 S gnumen. K genommen. 18 

A löwben. 8 leben. 23 8 3 gülden lügen. A dem gülden lebon. 25 der] 

8 die. 17 8 Das man doeb seeh noch aufrecht ston. 



28 

So für Ich in ganz unzaghafffc, 
Wil in dem wappen sieg erwerben 
Oder im feld ritterlich sterben. 

Connestabel, der hofftneister, kumbt: 

5 Herr Hugo, die fein dt kummen mit macht, 
Wider mit ans zu than ein Schlacht. 
Sie sindt schon raus für ire zeit, 
Halten auff uns im freyen feld. 

Die feindt kummen, sohreyen: 

10 Lerman, lerman! her, her, her, her! 
Last sehen, wer dem andern scher! 

Sie schlagen lang an einander , biß graff Pridrich feit , Hugo 
fecht in, die andern fliehen all, Hugo Schapler spricht: 

Wolt ir erretten ewr leben, 
15 So müst ir euch gefangen geben! 

Graff Pridrich spricht: 

Weil es ye mag nit änderst sein, 
[K 3, 2, 327] Gib ich mich in gefencknuß ein. 

Hugo bindt in, spricht: 

so Also wil ich dich füren hin, 
Gebunden zu der künigin. 

Hugo fürt in ab. Die künigin gehet ein mit ir tochter, setat 

sioh nider, spricht: 

Fröliche mär hab ich vernummen: 
25 Unser beer wirt mit victoria kummen; 
[AB 3, 2, 158] Wann sie haben gewunnen die schlacht, 

Erleget gar der feinde macht 

Und bringen graff Fridrich gefangen ; 

Nun wir ein stetten fried erlangen. 
[C3, 2, 119] Gott sey lob in dem höchsten tron, 

Der uns so gnedig hilff hat thon 

Durch Hugo, den edlen künen ritter. 



8 in freyem. 17 S nit mag. K mag je nioht. 26 S heer. A herr. 



29 



Meria, der künigin tochter: 

Yor liebe ich bidera and zitter 
Ob Hugo, dem erenfesten wie stahel. 
Fraw matter, gebt mir den zam gmahel, 
5 Welcher dann die frankreichisch krön 
Mit thewrer hand beschützen kon. 
Keins andern mans mein hertz begert. 

Die künigin: 

Ja, er ist dein wirdig and wert; 
10 Ich wils an die räth lassen langen. 
Dort kumbt er and bringt den gefangen, 
Der ans hat bracht in angst and noht, 
letzt steht er selb in schand and spodt. 

Hugo Scbapler kumbt, bringt graff Pridrich unnd spricht: 

15 dufichleucntige künigin, 
Nemet diesen gefangen hin, 
Den abergib ich each in gewalt, 
Mit dem handelt wie euch gefalt. 

Graff Fridrioh feit der küngin zun füsen und spricht: 
so Durchleuchtige küngin, ich bit urab gnad. 

Die küngin spricht: 

Weil ist geschehen groser schad, 
Das da mutwillig zu hast gricht, 
Soll dir von rechtes wegen nicht 
iß Genad werden getheilet mit. 

Hugo Sohapler neigt sich, spricht: 

Gnedige fraw küngin, ich bitt, 
Wolt im verschonen seinem leben 
Und in frey, quid, ledig außgeben, 
so Doch das er schwer zu gott ein ayd, 
Das er weder umb lieb noch leid 
Sein lebenlang nit mehr wol thon 

* 

16 8 künigin. A küngin. 19 8 iv. 23 S haut *v gericht. 31 S 
lUb Tnd noch lud. 



30 

Wider die franckreichischen krön, 
Sünder ir wolfart helffen meren. 

Die küngin spricht: 

Herr Hugo, euch zu gfallen und ehren 
5 So sol graff Fridrich ledig sein 
Sambt all ander gfangen gemein. 
Die sol man stellen für gericht, 
Das sie schweren und thun urgicht. 

Der heroldt löst graff Fridrich auff, der spricht: 

Lob, preiß, gelück, zier, rum und ehr 
Sey euch ewig und immer mehr, 
Fraw küngin, der ewren güet, 
Die gott ietzt und ewig behüt. 

Der ehrenhold fürt in ab. Die küngin spricht: 

15 Ir lieben getrewen, nun hab wir fried. 

Gott sey lob, nach des g raffen abschied, 

Das alle zwitracht hat ein end. 

Nun bedurff wir im regiment 

Ains königs, der gcrechtigkeit 
20 Krheld, für das land keinpff und streidt. 

Nun raht, wer tüglich sey darzu. 

Connestabel, der hoffmeister: 

Kain wirdigem ich finden thu, 
Denn eben Hugo, den künen heldt. 
«ä Wenn der zu könig würt erweit, 
Der kündt beschützen leut und laudt. 

Simon, der reych: 

Ja, ich sag auch nach meim verstandt, 
Das man kein bessern finden möcht, 
30 Der zu dem regiment bas döcht; 
Fürsten und adl ist im als holdt. 

Hugo Schapler spricht: 

'.> A herholdt. 10 S Lob preis vnd rurab gelüeck vnd er. 18 SCK 

peduorff. 20 S Erhalt; SCK für. A vns; A kamff. 23 SCK wirdigem. 

A wirdi^er. 



31 

Ir edlen herrn, sagt wie solt 

Ich tragen küniglichen naraen, 

Ich kamb von einem nidern stammen, 

Sonder war von der matter geboru. 

6 Die künigin: 

Hugo, wir haben euch außerkorn, 
Zu sitzen auf königlichem thron 
Und Meria, mein tochter schon, 
Wil ich euch zum gemahel geben. 
10 Wölt irs? Anzeigt uns das darneben. 

Hugo Sohapler neigt sich, spricht: 

Wer künd solche hohe gab abschlagen! 
Des glucks ich mich bey all mein tagen 
Nit het versehen noch begert, 
15 Des ich nie wirdig war noch werdt. 
Doch nimb ich an zu hohem danck 
Die gnad, wil drumb mein lebenlang 
Nach ewrem willen thun und leben. 

Die künigin Blanckeflor spricht: 
20 Iloffmeister, thu sie zusammen geben. 

Connestabel gibt sie zusammen, spricht: 

Nun gib ich euch in gottes namen 
In den ehlichen standt zusammen. 
Darzu geb euch gott heil und glück 
25 Und aller Seligkeit ein stück. 

Die künigin spricht: 

Nun kumbt, so wol wir beratschlagen, 
Wie wir nach vier und zweintzig tagen 
Wollen ein königlich hochzeit halten 
so Mit forsten, adel, jung und alten, 
Und aller wunn und freuden walten. 

Sie gehen alle ab. 

4 S Sonder war. war] fehlt A. CK Sonderlich. 6 S außer körn. A außer 

koren. 7 S Sitten. ACK setten. 10 S anzeiget vns da* eben. 14 nit] 

8 nie. 1& SCK Des. A da«. 28 swainsig heißt die form ausschließlich 
in 8. 



32 



Actus 5. 

Hugo Schapler gehet ein gesüffelt und gesport sambt dem fra- 

wenzimmer, neigt sich unnd spricht: 

Genedige fraw künigin, 
6 Die weil wir nun befridet sinn 

Und auch (iie bochzeit ist verrictit, 

Sunders haben zu schaffen nicht, 

So wolt ich ietzt Orliens, mein 

Hertzogthumb selber nemen ein, 
10 Das mir das volck huldet und schwur, 

So es mir von euch vergünt wür. 

[K 3, 2, 329] Die künigin : 

Warumb nicht, mein hertz-lieber ayden? 
Wem wolt ir uns den alle baiden 
15 Dieweil in trew befelhen thon, 
Der uns in schütz und huet sol hon, 
Biß ir von Orliens kumbt wider? 

Hugo Schapler spricht: 

Das sol thon Connestabel, der bider. 
20 Die küngin und die gmahel mein 
Laß dir die weil befolhen sein. 

Connestabel, der hoffmeister: 

Durchleuchtiger köuig, das wil ich thon, 
Dieweil ich leib und leben hon, 
25 Getreulichen in allem stück. 

Der könig beut im die hand, spricht: 

[AB 3,2,159] Nun auff die fart wünsch ich euch glück! 
Ich bitt, kummet herwider baldt. 

Sein gmahel umbfecht in: 

so Gott euch in seinem schütz erhaldt, 

* 

L So 8. AC fehlt diese Überschrift. HS Sos mir von euch vergüenet wtter. 
14 8 ftUen paiden. 






Das ir mit freuden kumbt zu landt. 
Hugo Sohapler: 

Nun gott halt euch in seiner Landt! 
Nun bleibet hie in der haubtstadl, 
6 Biß ich einem das lande trat. 
Ich wil izund geleicb auf sein 
Mit allen gereisigen mein. 

Hugo Behapler geht ab. Die jung kiinigin spricht r 
Mir ist mein hertz nuff sein im i schwer, 
m Wolt gott, das sie volendet wehr; 
Wann die weit ist wol so untrew. 

Sie alt künigin: 

Doch zweier ding ich mich er/rew, 

Das er ist fflrsichtig und weis 
is Und all sein ding handelt mit fleiß, 

Hat nach ein unverzagten muht,. 

Das als erschouset im zu gut. 

Kumb, laß uns iu die Kirchen gern 

Und gott von bertzen rüffen ohn, 
w Das er unseru hemi tünig bider 

Mit freuden bald helft* zu uns wider. 

i gehen alle ab. Graff Frldrieh gebet ein sambt dem ber- 

taogen von Burgund und spricht: 

Herr von Bnrgund, uns hat das glück 
i In diesem krieg gewemlt den rück, 

Das unser gwalt gar ist zubrochen; 

Doch ließ ich das nit ungeroeben, 

Wenn ich nur west, wenn oder wie 

Die sach wer au zu greiffen hie, 
i Ich wolt kein müh noch unkost snani. 

Hertzog von Burgund: 
Ich hab durch gwiß kundtschafTt erfarn, 



4 S PUibl bil in nrlieni dir hnoptntit. B FebK ACK. N»oh T fU| 

C «in : liuff wiM bnl.l wider b«y «noh Bein. 1 1 S wol. A ml. K «t rol <tntr 
r kUnlf. 21 S imliT pald. 26 S terprochtn. SS 6 wo oilsr • 



34 

Das der könig Hugo ist verritten 

Gen Orliens nach alten sitten, 

Die selben landtschafft ein zunemen. 

Wenn ir ench thet des listes remen 
5 Und versamlet ein zeug verborgen 

Und rucket mit frwe auff ein morgen 

Für die stat, und hielt im wald darfor, 
[C 3,2, 120] Und bald man öffnet das stadthor. 
[K 3, 2, 330] Das ir eindrünget mit gewalt, 
10 Erschlüget darinn jung und alt 

Und nembt die jung küngin gefangen, 

Füret sie mit euch. Dardurch erlangen 

Kündt ir die krön über Fr anck reich. 

So wolt ich dahin dergeleich 
15 Dem könig Hugon auch nach- stellen, 

In sambt seira reysing zeug zu feilen, 

Weil er mir solichs nit trawet zu. 

Graff Fridrich von Schampania spricht : 

Der rath setzet mein hertz zu ruh. 
20 Mein herr ohaim, ich volg euch eben, 

Dem trcwen ratb, den ir habt geben; 

Doch muß es gar heimlich geschehen. 

Wo wir uns ins spil liesen sehen, 

Von landt und leut würdt wir vertriben, 
25 In weiter weit nit sicher blieben. 

Geredt uns aber diese schantz, 

So sindt wir unerritten gantz. 

Kumb ich hinter das künigkreich, 

Ir müst mit mir regieren gleich, 
so Darauff wöl wir von hertzen-grund 

Zu sammen schweren einen bund. 

Sie gebn beid die hend einander. Graff Fridrich: 

Morgen ich Orliens einnimb, 
Weil Hugo all raissig hat bey im, 
S5 Denn für ich die künigin mit mir. 

* 

2 Gen] S Aus; 8 altem. 3 S Die landschaft darurab. 7 Für die ata t 
und] 8 Gen Orliens. CK Für dstatt vnd. 1 2 S FUert. CK Fuhrt. 14 dahin] 

8 daheim. 1 5 S hUegen. 24 8 wlirt. A wart. 27 8 So sein. 30 von] 8 ans. 



35 

-Dieweil thnt auch nit feiren ir, 
Den könig Hugo umb zubringen. 
Gschwind griff brauchet zu allen dingen, 
Weil er maß reisen durch ewr landt. 

5 Hertzog von Burgund: 

Ja, er muß sterben von meiner handt; 
Ich wil im wol ein Inder stein, 
Das ich in liderlich wil fein. 
Darmit der bnndt beschlossen sey! 
10 Glück zu, glück zn auff unser partey! 

Sie gehen beid ab. Die küngin gehet ein mit dem hoffmeiater 
und ir tochter, unnd spricht der hoffmeister: 

Fraw küngin, ich hör, graff Fridrich 
Der selbig rüst sich heimelich 
15 Und bringet zu samb volckes vil. 
Nit wais ich, was er handien wil, 
Im ist dennoch nit zuvertrawen. 

Die alt küngin: 

Mir thnt anch heimlich vor im grawen; 
to Wir müsen halten dest besser hut. 
Graff Fridrich war nie frumb noch gut. 

Der heroldt kumbt unhd spricht: 

Fraw künigin, flicht schnei und bhendt! 
Graff Fridrich hat die Stadt abgrendt. 

15 Connestabel, der hoffmeister: 

last uns lenger nicht vorziehen, 
Uns in den stareken turn fliehen, 
Eh das uns die zeit zu kurtz werdt 
Und alle kummen in gefehrdt. 

Sie gehen eilend t ab. Graff Fridrich kumbt mit hertzog von 
Bnrgnnd, die trabanten füren die alten künigin gfangen. Graff 

Fridrich spricht: 

[K3,2,331]Wo ist ewr tochter, die jung küngin? 

* 

S 8 httegen. 3 8 Arglist prauchen in allen dingen. 10 8 vnsr. 1 5 S vnd 
Dring irf»men. 20 SCK dest. A des. 27 S thuren. 28 da»] fehlt S. 



36 
Die wolt ich mit mir ftren hin. 

Die alt tfinigin : 

Sie ist im starcken tarn verwart; 
Ir werdt sie hermaß bringen hart; 
s Bleibt wol sicher tot euch darinn. 

GraJT Fridrieh spricht nun trabanten : 

Geh. laaf bald Ar den turn hin, 
Sag. wo sie sich mit wöll ergeben, 
So koste der alten ktngin leben, 
w Die wil ich tot dem turn verbrennen, 
Dtrhey sie maß mein ernst erkennen. 

trabaadft lauft ab. Dar ernholdt kumbt und spricht : 

HOct n der jangen kangin mnth : 
WOJt ir ir fristen leib, ehr und gut, 
u So wü sie heraaß gehn zn euch. 

Qrail Fridrieh: 

Ja» heiß sie heraaß gebn ohn scheuch, 
Ir «4 widermren kein leid, 
Sol haben frer und sicher gleid. 

D*r •rmhoWt gehet ab. fkh 3, 2, 160] Die jung küngin geht her 
atit daam ernholdt. OranT Fridrieh feit sie an und spricht : 

Edle ktngin, ir seidt gefangen. 

Die jung künigin: 

Was nntrew habt ir hie begangen? 
» Abo thüt ir nit fürstlich wandeln, 
Sonder glekh einem bößwicht handeln, 
Zwimchen aidt thnt ir hie brechen. 

OranT Fridrieh: 

Man miß sich an den feinden rechen, 
» Wie man mag, ind nit wie mau wil ; 
SiUt aiC fort mit nnd schweiget stil! 

4 * *** ACK ir» IS tk«r** U $ wftll. 15 S *v. A tun. 30 und] 



37 

Es wirt umb euch bald besser wem. 

Die jung kungln spricht weinet: 

Erst muß ich aller frewd embern. 

Weh meins adels and weiblicher ehr! 
5 Hugo, nun siehst mich nimmer mehr, 

Weil ich bin in des wütrichs handt, 

Der mir vor hat verderbt das landt. 

Itzt geht es auch an leib und ehr, 

Nun wirt ich frölich nimmer mer. 
10 Hertz-liebe mutter, gsegn dich gott! 

Wolt gott, ich wer gestorben todt, 

So het ein end mein angst und noht. 

Sie beudt der mutter die handt, geht wainet mit in allen ab. 

Actus 6, 

Der hertsog von Burgund geht ein mit seinen trabanten und 

spricht : 

Wir haben heut gehabt ein gast, 
Der bey uns hat gehabt sein rast. 
Der muß mir sein nachtsei, bey gott! 
so Zalen mit eim blutigen todt. 

Hugo, den bauren-köng zu Franckreych, 
Den solt ir im wald haimeleich 
Verwarten und zu todt in schlagen, 
Weil er mir auch vor kurtzen tagen 
[K 3, 2, 332] Erschlug den lieben herr vetter mein. 
Das wil ich im gleich troncken ein, 
Es ist ietzt eben rechte zeit, 
Das mirn das glQck in die hendt geit. 

Die «wen trabanten gehen ab. König Hugo kumbt und spricht: 

so Gott geb euch ainen guten tag, 
Ewr reichen herberg ich danck sag. 

* 

1 umb] mit K. 2 S wainent. Ebenso i. 13. 3 8 entpern. 5 8 
gtfebitw rieh nit mer. 25 8 rater. Ebenso s. 38, 20. 28 8 Das mirn 
ghMak. A mir. 8 hende. 



38 



Der hertzog von Burg und: 
Herr könig, habt ir geschlaffen wol? 

Konig Hugo spricht: 

Nain, ich die warheit sagen sol. 
5 Mir traumbt, ein schm eiche lbafftig band 

Mir leidlich lecket meinen mandt; 

Nach dem daucht mich, wie er sich eben 

Verwandelt in ain grimen löwen, 

Wolt mich zerreisen, mich erschrecket, 
10 Das ich wurdt auß dem schlaff gewecket 

Was der träum deut, das weiß ich nicht. 

Zn gott hab ich mein Zuversicht. 

Ich wil auff sein, bleib lenger nit. 

Hertzog von Burgund: 

15 Herr köuig, wir wollen reiten mit, 

Euch das gleid durch den wald naus geben. 

Konig Hugo spricht: 

Ja wol, wir sind beraitet eben. 
Wölt ir mit, wil ich geren sehen. 
20 Wer sind jehn reuter, die uns nehen? 
Wir wollen über die brück nab ziehen. 

Hertzog von Burgund: 

Herr künig, wolt ir die reising fliehen? 
Ich het gemeindt, ir werdt unverzagt! 
25 Ir habts doch newlich dückisch gwagt 
Und mir mein herr vetter erschlagen! 
Das mort solt ir nit lenger tragen. 

Der hertzog zuokt von leder. Der könig Hugo spricht: 

Wolt ir mich selb des lebens berauben? 
30 Das ist nit ghalten traw noch glauben; 
Solches sindt lauter morders-stück. 
Ich befilch mich gott und dem glück. 

6 8 Mir lindiolioh leckt. 21 8 wölo. 23 S kUog. 24 SCK gmaint. 
38 8 leuoht. 29 S phrawben. CK brauben. 31 8 mordentueok. 



39 



Sie schlagen zam; die trabanten kummen, schlagen auch zum 
konig, der fleucht endtlich. Der hertsog schreit : 

Bald eilet nach dem losen mann! 
Last in nit lebendig darvon! 

Sie lauften alle naoh auß. Der einsidel kumbt mit dem Pater 

noster, stab unnd buch unnd spricht: 

Ich thu da in dem wald umb-tretten 
[C 3, 2, 121] Und sol mein sieben tagzeit beten. 
Dort sich ich lauffen in dem waldt 
10 Ein mann gegen mir schnei unnd bald, 
Wii gleich still sthan und warten sein, 
Weil er eilet and begert mein. 

Konig Hugo kumbt, spricht: 

Ach steh and wart, mein lieber bruder, 
15 Auß grossen nöten kumb ich zu der; 
Ich bitt dich, zeuch dein kleider ab, 
Darfür mein gute kleider hab. 

Der einsidel spricht: 
Mein herr, ich merck, ir spottet mein. 

[K 3, 2, 333] »o Konig Hugo spricht : 

Ach nein, ich hab vil feindt allein, 
Wo du mir nit leichst deine kleider, 
Mag ich in nit entrinnen leider. 
Ich bitt durch gott, erhör mein bit. 

15 Der einsidel: 

Wenn ich euch denn kan helffen mit, 
So wil ichs hertzen-geren thon. 
Kumbt in mein zelln, und leget an 
Mein rock, mantel, liut und hentzschuch, 
so Nembt Pater noster, stab und buch. 

Sie gehen beide ab. Konig Hugo kumbt wider in des ainsidels 

kleid unnd spricht: 

* 

3 S nach. A noch. 12 8 eilt vnd pegeret. 22 8 wo. A wi. 27 S 
will ich. 29 S Mein rock, kappen vnd puntschuech. A hentuuoh. K bcndsohuob. 



40 ♦ 

Nun wil ich gen Orliens kern. 

Da mich entpfangen wirt mit ern 

Mein liebe gmahel, die kttngin. 

So ist mein schmach und schaden hin, 
5 Den der falsch hertzog hat bewisen. 

Ich wil lencken aber die wisen; 

Von ferr sich ich dort einen rennen, 

Mich dünckt aber, ich sol in kennen: 

Es wirt warhafft Connestabel sein, 
10 Der alier-treust hoffmeister mein, 

Wil mich doch nit zu kennen geben, 

Sonder vor wol erforschen eben, 

Was sein gschefft sey, wo er hin wöl. 

Niemandt zu weit vertrawen soll. 

[AB 3, 2, 161] Connestabel, der hoffmeister, kumbt und spricht 

Waldtbruder, sag mir in der frist, 
Weist nit, wo Hugo, der könig, ist? 

Künig Hugo, der einsidel: 

Ich hab von einem hören sagen, 
20 Er sey in Burgund worn erschlagen, 
Als im der hertzog gleit hab geben, 
Verretterlich gnumen sein leben. 

Connestabel schlecht sein hendt ob dem kopff «am und sprioht 

gott, das laß erbarmen dich! 
25 Hat den das glQck verkeret sich 
Mit diesem heldt in allem stück? 

Ainsidel Hugo: 
Was reit in denn sunst vor Unglück? 

Connestabel, der hoffmeister: 

so Graff Fridrich ist gen Orliens kommen 
Hat die jung künigin gefangen gnummen 
Und sie mit im gefüret hin. 



3 S Heber. 4 So] S Da. 5 S Den mir der. S pwissen. 9 Con- 
stabeL 21 hab] hat 8. 31 SOE gfangen. 



[ konig Bchlecht aein handt ob dem kopff hu eamb, Bpricht; 
Ach gott, der elend ts mensch ich bin. 
Wolt gott, das ich nie wer geborn 1 
Hab ich mein küngin verlorn, 
t Mit ir kuin1.it mir auch auQ der hendt 
Das küniglicbe regimeut. 

Conneetabel beudt ihm die hendt: 
Großmechtiger kötiig, seiilt getrost! 
Ich hoff zu "gott, ir wert erlöst 
10 Sambt der küngin auli aller nobt. 

König Hugo spricht: 
Wie möcbt das sein? zeig an durch gott, 

Conneetabel, der hofftneietei* : 
Geht in der kleidung unerkandt 
[K 3, 2, 334] Gen Paria zu Simon genandt, 

Zu ewBBffl vetter, und halt euch still. 
Zu graff Fridrich ich eylen will, 
Erkundtsch äfften, durch was weg wol 
Die königin man wider hol. 
xo Das selb ich euch denn wissen laß. 

Der könig spricht-: 
Far hin, gott beliUt dich auff strasl 

i gehen beide ab. Graff Fridrich gehet e 
spricht: 

H Nun hab ich mich redlich gerochen: 
König Hugo ist worden erstochen 
Im wald von burguudiscken knechten, 
Wie man mir hat cntpoten nechten. 

Conneetabel kumbt, feit im zu fuQ, spricht: 
30 Gnediger herr, ich kumb zu euch, 
Fort zu dienen olin alle scheuch, 



, redt mit im selb. 



I S Dti fcllaig Ibaot die kapen ab, schlecht. 2 B olonlit. 16 8 (am, 

du i«lb ich. A dmolbig. 23 SCK gol phüet dich »uf der »Irin, 



42 

Weil ir nun wert künig in Franckreych, 
Die weil ir habt die adeleich 
Jung küngin, and der könig ist todt. 
Nun wert ir könig an alle noth. 

5 Graff Fridrich: 

Connestabel, du sagst wol darvon. 
Mein wil aber kein gnade hon 
Die küngin, ist mir gar abholt. 

Connestabel, der hoffmeister: 

10 Wenn ewr gnad mir trawen wolt, 
Ich wolt die küngin wol bereden 
Heimlich allein zwischen uns beden,' 
Das sie euch muß gantz freundtlich sein. 

Graff Fridrich: 

15 Connestabel, lieber freunde mein, 

Kundt ir mir das zuwegen bringen, 

Als denn kündt mir nit misselingen; 

Ich wolt künig in Franckreich wem, 

Wolt euch das reichlich wider ehm. 
20 Verzicht au ff diesem saal on scheuch, 

So will ich vorschaffen zu euch 

Die künigin, die beredet ir, 

Das sie etwas wert freundlich mir, 

Und als denn mit ir hochzeit hab. 

** Connestabel: 

Ich wils außrichten, ziecht nur ab. 

Graff Fridrich gehet ab. Connestabel redt wider sich selb : 

Ich rieht ein hochzeit zu dein gnaden, 
Das du bald in deim blut must baden. 

so Die jung künigin kumbt weynet unnd spricht: 

Connestabel, du trewer mann, 
Wie übel thut es uns ietzund gan! 

* 

13 8 euch müßt frenntlioh. 17 S nit mer misltngen. 21 8 ror- 

sohaffen. A verschaffen. 30 S. wayneut. Vgl. a. 37, 2. 32 auf] fehlt 8. 




Mein lieber künig ist todt; 

Ich bin gfangon in angst und noth; 

Sei» raörder ehlich haben soll. 

ConneBtabel, der hoffmeiater : 




. Fraw kOngin, schweigt, die sacli stobt wo], 
König Hugo lebt und ist frisch und gsnnd, 
Hat mich geschickt, das ich erkuud, 
Wie alle sach hie steh umh euch. 
Derhalb so habt kein abscheweh, 

i Seit dem graffen hie an den orten 

Freundtlich mit holdseligen «orten 

!, 335] Und heist ain hoebzeit in anschlagen 

Aul)' den erichtag nach achtagen. 

Als denn wirt euch der könig bald 

ts Widerumb holen mit gewalt 

Und dun bertzogen samht den graffen 
Nach strengem rechten am leih straffen. 
Das sag ich euch bey gantzem trawen. 

Meria, die jung kiinigin : 
so Kein ding mich höher kund erfrewen. 
Gott dem herrn sey ewig lob! 
Nun ich wil stadtlich halten drob, 
Das auff den tag die hochzeit werdt, 
Wie du letzt von mir hast begert. 
:•■. Doch das ich gwili wert erlost. 

Conneataba), der hoffmeieter : 
Zait odel ktlngin, seid getrost! 
Doch thut die sach haimlich verheln. 
Der ansehlag gwißlich sol uit fein, 
■ Ich wU auch hie zu hoff bleiben, 

Dem künig doch all sach verschreiben. 
Der wirt den wol das redlein treiben. 

Sie gehen baide ab. 



1 S her Unig. 3 


K gefangen. 


3 Sein] 8 Den, ( 


und) feblt S 


T K gichjekt. 9 SCK 


habet kein. 


10 SCK t*mbt dem. 


2b CK gewiß 


2t 8 Mb. A feien. 3 


CK böte. 


31 S dem kling doch ■ 


la ding. 



44 



Actus 7. 

König Hugo gehet ein in Beim ainsidel-kleyd, tregt ein brieff, 
redt mit seinem vetter Symon und spricht: 

Vetter Simon, die sach steht wol, 
5 Dieser brieff macht mich frewden vol. 

Connestabel hat verschrieben mir 

Uaimiich, so solt herr vetter ir 

Ein taasent grüster pferd besteilen, 

Darmit wir gen Montmiral wellen. 
[AB 3,2, 162] Da wirt graff Fridrich hochzeit halten, 

Mit nnser küngin freud zu walten. 

Da ist schon angericht all ding, 

Wie man uns heimlich dahin bring, 

Da wir den schändlichen graffen beschemen, 
[G 3, 2, 122] Unser küngin mit gwalt im nemen. 

Drnmb, herr vetter, nembt gelt und gut 

Und die sach auffs erst fordern thut, 

Eh wir dahin knmmen zu spat 

Die sach kein lengern auffzug hat. 

20 . Simon, der reieh: 

Durchleuchtiger könig, ich wil es than, 
Da habet gar kein zweiffei ahn. 

König Hugo spricht: 

Ich wil auch selber reisen mit, 
25 Darff mich noch lassen sehen nit; 
Wann iederman meint, ich sey todt. 
Snnst wens erfür des graffen rott, 
So würd er sich vor uns versehen. , 

Simon, der reyeh: 

so Nun seit on sorg, es sol geschehen, 
Gantz örnlich werden außgericht. 
Seit guter ding und trawret nicht. 

8 8 pefteln: sein. 14 CK gr»fn. 32 trawret] 8 sorget. 



Sie sehen baid ab. Graft" Fridrich gehet ein mit Conneatabel, 
dem hotfmeister, und spricht: 
Es nahet die fürstlich hoch zeit. 
Conneatabel, ist all ding bereit 
s Wie ich euch das vor kurtzcn tagen 
(K 3, 2, 336] Klerlich von stück zu stück tliet sagen? 

Heut wirt der hertzog von Bnrgund kamen 
Mit grosem adl, hab ich vernninen. 
Die müsen vor der su.li haushalten; 
io Doch mügens aller kurtzweil walten 
Mit rennen, stechen und thurmni 
Mit springen, singen und hoffirn. 
Da sind au ffgs cii lagen in das feldt 
Etwa» in dreissig schöner zeit, 
is Diewcil unser Stadt ist zu eng, 
Darinn das volck hat zu getreng. 
Mau tmmet: der hertzog ist nahen, 
Wir müsen nauli und in entpfahen. 

gf'hcn balde ab. Die jung künigin kumbt, redt wider 
m sich selb, spricht: 

Ach gott, beut so wirt die hochzeit. 

Herr gott, gieb mir glückscligkeit. 

Das mein iierr konig mich erlfiß 

Von dem untreuen graflen büß, 
is Der also gar un fürstlich handelt, 

Gleich eim gottlosen türeken wandelt. 

Herr, hilff, das im auch werdt sein lohn 

Kamill den, so im das hclffen thon. 

Hertzog von Burgond kumbt mit dem hreutigam und den ti-u- 
1 bauten und spricht: 

Glück zu, o künigliche hraudt, 

llcut wirt euch graff Fridrich vertraudt. 

Der wirt auch die küniglichen krön 

In kurtz mit encli besitzen thon, 
■ Derbalb schlagt allen trnmut zurück. 




46 



Die jung künigin : 

Dieweil das wandelbar gelttck 
Heudt gibt und nimbt morgen wider, 
Das mich auch hat geschlagen nider, 
5 Das mich wider erhöhen mag. 
Ich leb der hoffnung auff den tag. 

Graft? Fridrich, der breutgam : 

Connestabel, bringt den bischoff her 
In seim ornat, auff das uns er 
10 Zusam geb, mich und die künigin, 
In welcher lieb ich flam und brin. 

Connestabel geth und redt mit ihm selb: 

Ich will gehn, einen bischoff bringen, 
Der muß euch segnen mit der klingen. 

König Hugo, Simon, der reych, und Connestabel kummen. 

Der konig spricht : 

Graff, hast mein küngin mir genummen, 
Ich \yil dir auff die hochzeit kummen. 

Sie ziehen all von leder. Der konig schlecht den graven nieder, 
so der schreit: 

Schondt meins lebens, ich gib mich gfangen, 

Ich hoff noch gnade zu erlangen. 

» 

Hertzog von Burgund würfft sein seh wer dt hin, legt sein handt 

sam, spricht: 

25 Durchleuchtiger könig, schont meinem leben, 
Ich wil mich auff ewr gnad ergeben. 

Konig Hugo spricht: 

Zu gnaden nem ich ewr kein an, 
Dieweil ir seidt zwen trewloß mann. 

Der nachrichter bind sie baide. [K3, 2, 337] Der künig Hugo 

spricht: 

* 
2 K wandelbare glück. 3 S nimet. 



47 

bertzog, du trewloser mann, 

Was leides bab ich dir getban, 

Das da mir gute wort tbest gebn 

Und stelst mir döckiscb nach dem lebn, 
& Mir auch mein diener hast ermördt? 

Solch stück eim scbelmen zu-gehört. 

Und da, graff, gantz trewloser art, 

Warnmb hast mein gemahcl zart, 

Die mir vor aller weit ist lieb, 
10 Gwaltig hingfüret, da ehrendieb, 

Und meins boffgsinds auch vil erschlagen 

Ob der sach, so lengst war vertragen? 

Seit mir zwifach aid brüchig worn, 

Drumb ist all bitt und gnad verlorn. 
15 Nachrichter, für sie baide hin 

An die richtstadt, und stose in 

Ab alle vire mit eim rad. 

Sie fallen im baid zu fuß: 

Herr könig, thut uns die genad, 
so Weil wir ye baid müssen verderben, 
Last eins ritterling todtz uns sterben 
Mit dem schwerd, wöl wir leidn gern. 

Simon, der reich: 

Herr könig, das thut sie gewern, 
25 Das selb ist auch für sie mein bit. 

Kon ig Hugo spricht: 

Nun euch, herr vetter, versag iclis nit. 
Geh, züchtiger, für sie hinab, 
Schlag in baidn die kopff herab. 

so Connestabel spricht: 

0, das ist lang verdienter Ion. 

Graff Fridrich : 

Connestabel, du untrewer mann, 

* 

6 8 tehelmen. A schelman. 9 S Tflr alle. 10 S htngfuert. 17 S 
rire. A Tier. 21 A rterbn. 22 CK loyden. 27 SCK iohs. A ich. 29 

B k&pff. CK beyden die kflpffe ab. 



48 



Do bringst mich hendt ufr neos kvem 
Da hast mich aaff die rtrrrhhi u i 
Durch falsch pratie schmekaieat 
Mich in des kdaigs netz geramL 
Scbad ist, das da edl hol getan. 



Conneetmbei, der 

[AB3,2,D&JIcb hin meinem hem häng 
Sein nutz za fordern allen 
iJargegen sein schaden za 
14 Das selb hab ich getzewfich than. 
* Dir ich gar nicht geschworen 



I>#r hemker füret sie bald* hin. König Harnn nnUnni hl die 

kfinigin, spricht: 

Hey gegrast, meines hertzen tzmt. 
i» Nun sind wir naß schmenzes: erlöst! 

Da wärest elendt and geasgez. 

Drorob hat mich solch hertzkid 

Jja* mich Terdroß das leben 

San wällen wir gott danekhar «ii 
t* ffmb sein wanderbar gütlich gnaden. 

Der uns half auf» TerderWing -rfrndnp 

i'nA um wider zusammen bracht. 

Die küngin spricht: 

I>/b sej seiner göttlichen macht! 
** J/;b bin erfrendt im bertzea-£Tm>it. 
M\ erlebt kein fcftlieher stoad 
Auf! dittur erd, denn so ich dich 
ffeb nider g«ond and lebendig. 
D<rifl bet ich mich gentzlkh Tenre^en. 

Vt König Hago Hrhnpler spricht: 

Hott durch sein gnadenreicäea seyen. 

'X % ;i '<',%'' \\)kx kan alle ding schicken woL 
Dem nun allein danetogen aoi. 



I #* pfefttt. * § ffct «iL :?!« ktafc. li S rsUeekt. 



49 

Wir wöln gen Orliens raisen hin, 
Der alten edlen künigin 
Unser frewd auch theilhafftig machen, 
Die noch nichts weis von diesen Sachen. 
5 Die wirt sich mit uns freuen sehr, 
Mit der wöl wir frewd hahen mehr, 
Gott sagen rumh, lob, preiß und ehr. 

.Sie gehen alle in Ordnung ab. Der ernholt kumbt wider» be- 
schleust: 

So habt ir die geschieht vernummen, 
10 Auß der drey schöner lehr uns kummen: 

Erstlich bey Hugo Schapler, dem heldt, 

Ton nidrem gschlecht wart erweldt 

Durch sein ritterlich tugendt gleich 

Zu einem könig in Franckreich. 
is Drumb wer noch tugentlichen lebt, 

Sein leib wagt und nach ehren strebt, 

Yon wegen der gerechtigkeit, 

Das gott dem ehr und reichthumb geit 

Und einen lobwirdigen namen 
[C3, 2, 123] Und adelt sein geschlecht und stammen, 

Gedechtnus wirdiglich erhaben, 

Mündtlichen und auch in buchstaben. 

Zum andern bey der künigin 

Und ir tochter, welcher erschien 
25 Vil creutz und widerwertigkeit, 

Die doch betten zu aller zeit 

Allein hoffnung und trost zu gott, 

Der in auch halft auß aller noth. 

Also wer noch auff gott thut bawen, 
»o Von hertzen hoffen und vertrawen, 

Den lesset gott ein Zeitlang sincken, 

Idoch aber uit gar ertrincken; 

Wann gott ie nit verlassen kan 

Die, so ir hoffnung zu im han, 
S5 Sein mittel schickt er rechter zeit 

In creutz und widerwertigkeit, 

* 

1 B wollen. 7 S Got sagen pro», rumb, lob vnd eer. 12 S gschlecbt 
doch. 20 8 adelt. ACK adel. 318 Den leit got ein seit lang wol tkakfta. 
Bmbb Sacht. XIII. 4 



50 

Und alle ding zum besten wendt, 
Wann es steht als in seiner hendt. 
Zum dritten bey den zweien fürsten, 
Die nach Ungerechtigkeit war dürsten, 

5 Füssen sich ungetrewer stück, 
Die riet endtlich als ungelück. 
Also wer noch auff untrew dicht, 
Vil lueg, list und betrug anrieht, 
Die unschuldigen zu bezwingen, 

10 On recht mit gwalt sich ein-zu-dringen, 
Das wert ein weil und doch nit lang, 
So nemens iren Untergang 
Und gehn zu drümmern an dem end 
Sambt tyrannischem regiment, 

15 Wie das Sprichwort sagt von fern: 
Untrew trifft iren aigen herrn. 
Derhalb, mensch, laß vom bösen ab, 
Zu gott dein trost und hoffnung hab, 
Das heil und glück dir aufferwachs 

20 Und ein gut gerücht, wünscht H. Sachs. 

Die person in die comedi: 

1. Ernholdt. 

2. Hugo Schapler, könig in Franckreich. 

3. Blanckeflor, die alt künigin. 
25 4. Meria, die jung küoigin. 

5. Simon, der reich, raht und diener. 

6. Connestabel, graff zu Dantmerin, hoft'meiater. 

7. Anßhelm, hertzog zu hoch Burgund. 

8. Savari, 

30 D. Fridrich, 2 graffen von Schampania. 
10. Der wild graff. 
[K3, 2, 339] 11. Affra, sein tochter. 

12. Graff Estern pe, der gefangen. 

13. Ritter im Henegaw, der erschlagen. 
35 14. Hugwao, könig in Frißlandt. 

15. Ainsidel. 



4 SCK vnghrochtikcit. f> S dio entlich riet. 8 betrug] S pratiok. 

15 SK saget. 16 S treff. 17 S von posem. 24 A Blanckaflor. B Blancke- 
flor. 27 Quelle: Dampinartin. 33 A Eütembte. 36 A Hugwen. 



51 

16. Der erst, 

17. Der ander, 2 trabanten. 

18. Der hencker. 

Anno 1556 jar, am 2 tag Junii. 



4 SC Am 11 tag jung. S 1310 rers. 



52 



Comedia, mit 12 personen zu spilen, Ton dem 

marschalck mit seinem söhn, unnd hat fünff actus. 

Der ehrnholdt trit ein und spricht: 

Gelück und heil wünsch ich euch allen! 
5 Auß Sünder gunst euch zu gefallen, 

Sey wir beraffen zu euch kummen 

Ein comedi uns für-genummen : 

Wie keyser Vespasianus 

Ein marschalck het, der hieß Sophus; 
io Als derselb enden wolt sein leben, 

Thet er drey 1er seim sone geben. 

Die erst: wenn er nach seinem endt, 

Wür marschalck, körn ins regimendt 

Das er für keinen bitten solt 
15 Verurteilt, den man hencken wolt. 

Die ander lehr: das er auß gnaden 

Kein mechtigern zu gast solt laden, 

Den er selb wer, über sein standt. 

Die dritten lehr macht im bekandt, 
20 Das er seiner ehlichen frawen 

Sein heimligkeit nit solt vertrawen, 

Da im leg etwas dapffers an. 

Als nun starb der alt weise mann, 

Veracht der son die lehr hernach 

* 

1 Handschriftlich im 10 spruchbuche bl. 236' bis 252'. Quelle noch 
unbekannt. Zu vergleichen A. Mussafia, Über eine altframösisohe handsohrift 
der Universitätsbibliothek zu Pavia, Wien 1870, e. 68 bis 71 (= Sitzungsbericht 
der philologisch-historischen clas*e der Wiener akademie, b. LXIV, 8. 612 ff.) und 
Reinh. Köhler in den Göttingischen gelehrten anzeigen 1871, s. 124 ff. 3 fehlt 
8. 4 ich] S wir. 6 SCK Sein. 7 SCK comedi vns. ans] fehlt A. 
8 iane. CK sone. A son. 13 CK Würd. 23 8 nun. ACE im. 



53 

Und aine nach der andern brach, 

Die ihm all drey reichten zu schadn. 

Mit sorg und angst wtirdt er beladn, 
[AB 3,2, 16 4] Das er verurteilt würt zum todt 

s An galgen; auß der scband und spodt 

Wurt er doch durch weißheit erledigt 

Und kam darvon frey unbeschedigt. 

In alten schrillten mann das list. 

Wie solichs als ergangen ist, 
10 Wert ir nach leng hören und sehen, 
« Mit worten und der that verjehen, 

Wie solichs alles ist geschehen. 

Der herolt geht ab. Sophus, der alt marschalck, geht ein mit 
seinem son, setzt sieh nider und spricht: 

15 Nun hör zu, lieber sone fein, 

Es nahet sehr dem ende mein. 

Die doctor der artzney gegründt 

Haben mir mein leben abkündt. 

Derhalb liab ich vor meinem endt 
so Schon verfertigt mein testamendt, 

Dich zu meim erben eingesetzt. 

Nach meim todt wirstu auch zu letzt 
. Marschalck wem an meiner stat, 

Wie mir das zugesagct hat 
86 Der keyser. Darumb halt dich wol, 

Als denn ein frummer marschalck sol, 
[K 3, 2, 340J Als ich auch lang zeit hab gethon, 

Zu Rom bey keyserlicber krön. 

So verlaß ich dir gut und ehr, 
so Wil geben dir darzu drey lehr; 

Folgst du den mit hertz, hand und mund, • 

So bhelt dein ehr und gut ein grund. 

Pamphilos, der son, spricht: 
Herr vatter, zeig an die lere dein, 



1 SCK «ine. A ain. 3 B wir dt. CK ward. S aeberladen. 4 S 
Wan. B wirdt. 6 S Wart. ACK Wirt. 9 S solichs. A solchs. CK alles. 
12 8 foliohf. CK solohes. A solchs. 15 fein] S mein. 34 CK vattr. 



54 

So wil ich dir gehorsam sein, 
Dieweil und ich das leben ban. 

Sophus, der alt marschalck: 

Mein erste lehr zeig ich dir an: 
5 Schaw, das die gar nit werdt versambt! 
Wenn du tritzt in das marschalck-ambt, 
Darinn da hast frei h ei t und Bitten, 
Umb ein verurteilten dieb zu bitten, 
Den man außfüret in zu hencken, 

10 So thu du an mein lehr gedencken 
Und bitt für kein, er sey wer er wöll, 
Das man in ledig lassen soll, 
Sonder las dem urteil sein gang, 
Das man in richte an den sträng. 

15 Schaw, son, das ist mein erste lehr. 

Pamphilos, der son, spricht: 

Mein berr vatter, nun zeig mir mehr 
Die ander: wenn, wo und wie. 

Sophus, der alt marschalck, spricht: 

20 Mein lieber son, merck, das ist die: 
Halt dich nit brechtig uberauß, 
Und lad kein zu gast in dein hauß, 
Der noch mechtiger ist, wan du, 
Der über dein stand ist darzu 

sr, An reichthumb, adel, wirdt und stam. 
Das ist die ander lehr mit nam, 
Die selb, mein son, behalt du wol! 

Pamphilos, der son, spricht: 

Ich folg dir, als ich billich sol, 
»o Herr vatter, erzel auch die drit. 



2 das] S mein. 5 S versambt. A versanmbt. Vgl. s. 56,2. 6 B tritt. CK 
tritst. 7 S freyheit hast nach. 9 S wil in hencken. 11 SCK er nach 
kein fehlt, wer] K wie. 14 S mit dem sträng. 18 S Die ander wort« 
wo was vnd wie. und] CK oder. 25 S wird, adol. B würdt. 27 S Die 
ler pebalt aaeh wol mein sun. 29 S Mein herr vater das wil ioh thnn Zaig 
an die drit, das ist mein pit. 



55 



Der alt marschalck spricht: 

Mein lieber son, die merck hiemit: 

Das du forthin dein heimlikeit, 

Daran dir etwas dapffers leit, 
5 Gar mit nichte solest vertrawen 

Zu eröffnen deiner ehfrawen, 

Wilt änderst das es heimlich bleib. 

Diese drey lehr, mein son, die schreyb 

Mit fleiß in dein gemüht und hertz, 
10 Wilt änderst mit sorg, angst und schmertz, 

Sambt schänden, spodt, trübsal und schaden 

Forthin bleiben unüberladen. 

Mein lieber son, nun für mich hin 

Zu beht; wann ich abkrefftig bin, 
15 Wann ich mag ihe nit sitzen mehr. 

Schaw und halt mit fleiß die drey lehr! 

Der son fürt ihn ab, und in dem gehn spricht er: 

Herr vatter, ich bedanck mich sehr 
Deinr vetterlichen threwen lehr, 
20 Die wil ich halten, weil ich leb, 
Und den nimmer mer wider-streb. 

8ie gehen baide auß. Der keyser geht ein mit seim hoffgsind, 

setzt sich unnd spricht: 

Mein Pamphile, dein vatter ist todt, 
25 Dem gnad gott, aller götter gott! 

Der selb uns wol gedienet hat; 

Vor seinem endt er uns erbat, 

Wenn er verschied in allen sacheu, 
[C 3,2, 124] Dich marschalck an sein Stadt zu machen;. 
[K3, 2, 341] Das bab wir im gesaget zu. 

Derhalb so sey nun marschalck du, 

In aller wirt gesetzet ein, 

Sophus, des liebsten vatters dein. 

* 

2 8 Mein lieber sun, so merck die drit. 5 K nichten. S göltest. 1 
ßC mit. A nit. 15 S Wan. A Wenn. 17 S im hingen. 21 S den. ACK 
dam. 28 in allen Sachen] S so wir pesoholn. 29 tu machen] S erweln. 
30 8 Des. 32 B würt. 33 S lieben. 



56 

Helst du also dein marschalck-ambt 
Mit fleiß, das gar nicht wirt versambt, 
Ein gneding keyser du an uns finst. 
Das gelob uns in getrewen dienst! 

5 Pamphilos globt dem keyser an, spricht: 

aller-groß-mechtigster keyser, 
Des römischen reichs sighaffter reiscr, 
Ich wil mit hertzen, wort und tbat 
Der keyserlicben mayestadt 
10 Mit aller-hochsten trew in allen 
Dienen zu höchstem wolgefallen, 
Wie auch 'mein vatter hat gethan. 

Philippus, der raht, spricht: 

Herr keyser, es ist zeit zu gan, 
15 Das man ietzt sigcl das mandat, 
Das keyserliche mayestadt 
Aussenden wil ins römisch reich 
Von wegen der Schätzung geleich. 

Sie gehen alle auß. Dibolt geht allein ein, redt mit im, spricht 

20 Ich geh umb wie ein irres schaff, 
Ich hab verachtet zucht und straff 
Erstlich in meinr kindtlichen jugendt, 
Bin auffgewachsen in untugendt, 
In unzucht, spil, böse geselschaft 

25 Hat mich verfürt gantz lasterhafft 
In mutwillcn, wolt nichtsen lern, 
Darmit ich mich auch möcht ernern 
Kan nichts, den schlaffen, essen und trincken, 
Vor faulkeit möcht ich schier erstincken; 

so Hab mein vetterlich erb verthon, 
Mag int arbeiten, was sol ich thon? 
Des betteln thu ich mich auch Schemen, 
Hab nichts, wo sol ich zu essen nemenV 



1 8 heltstw. CK holtst du. 2 S niebs. CK nichts. K werd. A versaumbt. 
4 S Des glob vns an getrewen dinst. 10 B höchster. CK höchsten trew. 24 S 
«wer gselscbaft. 25 verfürt] S gemacht. 32 SB Das. 33 su essen] SCK sessen. 



57 

Heb ich denn an etwan zu stellen, 
So henckt man mich den umb die kelen. 
Nun ich wil stelen fahen an! 
Ist umb ein böse stundt zu than, 
5 Das ich mein hardtsel uberwindt, 
Darin ich gleich bin gar erblindt, 
Bin weder der erst noch der letzt. 
[AB 3,2,165]Nurdt äugen zu! frisch drein gesetzt! 

Dort dretten gleich zwen junckhern her, 
10 Wil schawen, ob ich ongefehr 
Ir einem mtig räumen die daschen, 
Das ich den wider hab zu naschen. 

Pamphilos geht ein mit des keysers son Tito, der beud im die 

handt und spricht: 

15 Mein Pamphile, ich wünsch dir glück, 

Die götter wolln dir halten rück 

Bey disem deim herrlichen ambt! 

Das du nu marschalck bist benambt 

In dem gantzen römischen reich, 
so In wirt und ehr deim vatter gleich, 
• Das gün ich dir von hertzen wol. 

Pamphilos neigt sieh, spricht: 

Das wil ich, als ich billich sol, 

Verdinen mit meim armen dienst. 
25 In allem du mich willig finst, 

In aller trew mit höchstem fleiß, 

Wie wir von jugendt auff kindtweiß 

Erzogen sindt worden beydesander 

Allmal gcselcklich mit einander, 
so Das solch geselcklich lieb und trew 

Sich zwischen uns teglich vernew, 
[K 3, 2, 342] Das wollen die götter schickn und geben, 

Dieweil wir beid auff erden leben! 



1 8 etwan an. 9 8 Da. 11 S ranmen möcht. 16 SBCK wölln. 
17 8 dein. 18 SBCK nun. 20 B würt. 8 dem. 24 B verdienst. 27 8 

kindsweie. 28 SCK paideandor. 29 S geselcklich. ACK goscltlicb. B gesel- 
Hgklieh. 30 S geselcklich. B gselligklioh. CK gesell tl ich. 32 SCK wollen. 



58 



Des keysers son heoht ein ketten auß dem wetzger, der dieb 
schleicht zu, zeucht imbs gemach herauß, laufFthin. Des keysers 

son schreit: 

Dibio, dibio, den dieb facht! 
5 Und in bald in die eisen schlacbt! 

Die trabanten fallen ihn an, Marus spricht: 

Sich, du unflat, wolst du mausen, 
So must du nun am galgcn hausen, 
Dich auff eim henffen gaul verdreen 
10 Und traben, wenn der windt thut wehen. 

Phedrus, der ander trabandt, spricht: 

Schaw, weil du mausest also gern, 
Wirst abt bein dürren brüdern wern, 
Den segen geben mit den füsen, 
i6 Da wir dir all zusehen müsen. 

Sie füren ihn ab, des keysers son Titus geht auch mit ab. Der 

jung marschalck: 

Wie ein schön gerade person! # 

Wie hat er im so übel thon! 
20 Schad ist umb in, das er sol hangen. 

Ich wil im gehn gnad erlangen 

Beym keyser durch mein herrlich ambt, 

Wenn er schon wirt zum todt verdambt. 

Itzunder aber feit mir ein, 
23 Das mich leret der vatter mein, 

Ich solt für kein dieb thun kein bitt. 

Nun hoff ich yc, ich thu darmit 

Kein übel, sonder ein guthat. 

Der jung ein gut ansehen hat, 
30 Vileicht möcht er es nimmer than, 

Aus im werden ein biderman, 

Wenn ich in erlöst auß den gferden. 

* 

1 wetsger] S pewtel. CK wetsohger. 4 S diebigo, diebigo. K dieben. 7 CK 
wollest. 11 S Phedrus. AC Phedrius. 13 A woren. 21 S genad. CK wil 
gehen ihm gnad. 28 S woltat. 30 S nit mer thon. 32 S Wen ich 
in löst aus dodes gferden. 



59 



Er würd mir solichs dancken werden, * 

Dieweil er lebet bie auff erden. 

Pamphilus, der jung marschalck, geht ab. 



Actus 2. 

5 Man fürt den dieb daher, der heneker. spricht: 

Nun geb fort an und seum dich nicht! 
Der weg ist weit nauß zum gcricht. 
Befilch dein seel gott! es muß sein. 

c 

Diboldt, der dieb, spricht: 

10 Herr gott, wil sich denn niemandt mein 
Als eines verurtbeilten armen 
Durch ein trewe fürbit erbarmen ? 

Der jung marschalck kumbt, spricht: 

Gehab dich wol, du bist erbeten, 
15 Ich bin selb für den keyser tretten, 
Hab das leben erworben dir, 
In mein ambt bist ergeben mir. 
* Löß auff die bandt ! laß lcdig in ! 
Solchs sey dir ein witzung forthin, 
so Zu dreiben so diebische stück 
Und der geleichen böse duck. 
Du bist ein fein gerad person, 
Etwan nem dich ein herre on, 
Dem dien mit fleiß trewlich in ehrn, 
IK 3, 2, 343] Oder thu dich mit arbeit nehm, 

Wie ander leut, ohn all abscheuch. 

Der dieb feit auff die knie, spricht: 

Ach, edler herr, weil ich durch euch 
Erlanget hab das leben mein, 
so Wil ich ewer leib-eigen sein, 
Euch dienen was ir schaffet mir. 

* 

6 S smomb. HS verurteilt!). 17 CK meim. 19 S fUrhin. 2 t 

8 poto. }% fein] B fer. gerad] S vnd schön. 



60 

Weil in den grösten nöten ir 
Mir erworben habt mein leben, 
Mein leib und gut sey euch ergeben. 
Schafft und gebiet mir wie eim knecht! 

5 Der jung marschalck spricht : 

Wo thu mir dienst trewlich und recht, 
Laß ichs nit unbelonet dir. 
Meins leibs hengst solt du warten mir, 
Was sunst noht ist zu richten auß. 
10 Nun kumb, so wöll wir heim zu hauß. 

en beid ab. Floria geht ein mit irem gmahel Famphile, 

der spricht: 

Hertz-lieber gmahel, frew dich mit mir, 

Groß ehr und reicbthumb haben wir, 
13 Die götter wollen mir ye wol, 

Ich hab was ein fürst haben sol: 

An reichthumb im römischen reich 

Ist mir ietzundt kein fürst geleich, 

Ich gleich mit köstlichem baußraht 
so Vast keyserlicher mayestadt, 

Hab auch des keysers gnad und gunst 

Zu bof für ander alle sunst. 

Darzu Titas, des keysers sun, 

Der helt mich auff das freuntlichst nun, 
25 Gleich als ob ich sein bruder wer. 

Derhalb, mein gmahel, ich beger, 

Sie beid zu gast laden einmal 

Auff unsern newen köstlichn sal, 

Da ichs auffs köstlichst wolt tracktieren, 
so Kein unkost mich dran lasen irren. 

Mein Floria, was rätst darzu? 

Floria spricht: 



Euch mein erparmbt rett mir mein, leben Sey euch mein leib rnd gaet 
8 8 leibhengst. 9 noht] S mer. * 14 reiohthnmb] S gaet so. 

reiohtum ist kain frierst mir gleich Isund in dem römischen reich, 
r andren alle. 26 S ist mein peger. 28 S köstling. 20 kost Hobst] 
ist. S tractirn. 30 S Kein vnkost solt mich daran im. 31 CKrathst da. 



Mein Pamphile, Jas selbig thu. 
Itzt hast du sein gleich eben fueg: 
Wir haben frisch wilpredt genug, 
Auch liab wir feist vögel und tisch, 
-■ Darzu liab wir wol autV zwölfF tiscli 
Güldene schewren und pocal 
Und auch der silbern ane zal. 
[C3, 2, 125] In summa ein solich credeutz, 
|AB3,2,166]Des wir groß ehr und merentz 

m Dem keyser und seim son beweisen, 
Sambt im sein gantzcs liotfgsind speisen. 
Soleh gastung wirt uns fhrlicb sein. 

PamphiloB, der jung marschalck: 

Mein Floria, mir feit ietzt ein, 
is Das mir mein vattcr verbot sclir vast, 
Das ich kein laden solt zu gast, 
Der noch mechtiger wer, dann ich. 
Dasselbig binder-heltet mich. 
Das ich den keyser nit wil laden. 

iu Floria, »ein hauGfraw: 

Was meinst du wo], das es künn schaden. 
Wann du den keyser und sein sun 
Titum au ff lieuting abend t nun 
In freuntschafft wfirst zum nacbimal laden? 

is Sag, was hat dir auch bracht für schaden, 
Da du auch brachst ilcins vatters gebot, 
Da du erbatest von dem todt 
Diboil, unseru trewen kriecht, 
[K 3, 2, 344]Der uns dienet su wol und recht. 

so Ist das selb uns kummen zu gut, 

»Noch weniger uns schaden Mint, 
Das du den keyser ledtst zu baus. 
Sinnier du wirst mit uberanß 
lr heider lieb, gunst uud gnad mern, 




62 

Darmit erbeben dicb in ehrn 
Vor allem adl in Rom, der Stadt. 

Pamphilos, der jung marschalck : 

Nun, ich wil folgen deinem rath, 
5 Gebn den keyser laden zu gast 

Auff heudt. Schaw, das du auff das bast 
Und köstlichst zu-richst als du magst. 

Floria, die gemahel, spricht: 

Mein gmahel, ich thu wie du sagst, 
10 Ich wil gehn auff der fart hinnauß 
Und all ding ornlich richten auß, 
Und gentzlich keinen unkost sparen; 
Das solt du in der that erfaren. 

Floria geht ab. Pamphilos spricht: 

15 Ich wil gleich gehn, es ist ietzt zeit, 

Der keyser auß den rädten reit, 

In laden und auch seinen son, 

Er wirt es nit abschlagen thon, 

Ich bin bey im in grosen gnaden. 
20 Wil neben im zu hauß auch laden 

Den adei und des keysers rath, 

Das sie mit mir heindt abendt spadt 

Essen ein herrliches nacht mal. 

Der werden zwölff tisch an der zal. 

Pamphilos, der jung marschalck, geht ab. Dibolt, der knecbt, 

kumbt, spricht: 

Was sich all menschen frewen schier, 
Das reicht alles zu nachteil mir. 
Mein herr wirt grosse gastung halten, 
so Den keyser, sein son und die alten 
lläth, und allen adel zu Rom. 

Die gastung mir zu nachteil kom. 

« 

6 8 Vnd. 6 S Auf heint, schaw zw suoht [?] auf das paat. Vnd köst- 
lichst als dw kanst vnd magst. 10 8 auf der fort. 118 Vnd ganz vnd gar 
kain ynkost sparn Das wirstw in der that erfarn. 16 8 E der kaiser in 
die ret reit. 18 S absehlahn. 20 hauß] CK gast. 21. 22 S rot: 

spet. 23 S Wollen essen das nacht mal. 24 B Da. 28 S raiohet als. 

29 wirtj 8 will. 32 S Der. nachteil] 8 schaden. 



63 



Ich bab mich schier zu todt geloffen, 
In der Stadt hin und wider gschloffen, 
Itzund umb Jens, denn umb das, 
Hab auch den tag an unterlaß 

5 Müssen wasser und holtz zu-tragen, 

Wird bain und ruck drey tag nocli klagen, 
Ich hab der arbeit nit gewonet, 
Mein als ein kindtpetrin verschonet. 
Ich hab kein hasen nie erloffen, 

10 Mich hat wol alles unglück troffen, 
Das ich bin kunimen in das hauß. 
Wer ich mit ehren wider drauß, 
Wie ich mit ehren darein kam. 
Ich wil gleich hinlegen die schäm 

15 Und ffiln auch mein hungrich backen; 
Wo ich nur etwas kan erzwacken 
Von guten bißlen, nem ich an 
Auff laugen, sam habs ein katz gethan. 
Wo ich erwisch ein flaschen mit wein, 

20 Wil ich mein schnabel hencken drein, 
Das ich meins schades ein müg kummen. 
Hör, hör, ich hör die hertrummen: 
Der keyser kumbt mit groser zai 
Zu dem keyserlichen abentmal, 

25 Muß gehn zu helffen auff dem sal. 

Dipoldt seht ab. 



Actus 3. 

Die zwen trabanten gehen ein, und Mar üb, der trabant, spricht: 

Ich hab gedienet lange jar 
[K 3, 2, 345] Bey grafen, fürsten hin und dar, 

Auch keyscrlicher mayeslat vorab, • 

Bey der keim doch gesehen hab 

* 

3 8 jonef. 5 S hole tragen. 8 S einr. 14 dio] 8 mein. 17 
S pislein. B bißlein. 18 ein] S die. 19 flaschen] S kandl. 21 S Schadens. 
(2 S Hörr, hörr, ich hör die hertrumen. 24 S Kein sw meins herren nachtmal. 
(1 8 kaiserlichr. 32 S Pey der kaim doch. ACK doch kein. 



So uberschwencklich köstligkeit, 

Mit allen dingen zu-bereit. 

Es ist bebangen der gantz sal 

Mit gülden tüchern uberal, 
5 Die icb auff tausendt crona scbetz. 

Das pflaster bestrewet mit goldkretz. 

Mein hertz und gantzen leib durch-kreücb 

Von spetzerey der süessest reüch, 

Als wer icb in dem paradeis. 
10 Ich schweig hie der vergalten speis, 

Auffs aller-köstlichst and der viel. 

Hast die mnsick und seitenspiel 

Gehört, so gantz lieblicher art? 

Phedrus, der ander trabandt: 

15 Mein Mare, ich bin gleich ernart 

Ob disem köstlichen pancket, 

Auffs zierlichest an aller stedt, 

So ordenlich und wol besunnen. 

Mich wundert des gülden spring-brunen, 
20 Der gieng mit rotem und weisen wein, 

Der sprang ider in die schalen sein. 

Schussel, deller und gißfaß, 

Alles von weisem silber was, 

Alle trinckschir von klarem goldt. 
25 Wenn ich die warheit sagen solt, 

Ist mir wie dir, mag ich wol jehen, 

Kein köstlicher nachtmal hab ich gschen 

Vorhin in keinem künigreich 

In aller köstligkeit dem gleich. 
50 Stil, stil! weich auß! der keyser kumbt 

Und wider sich selb heimlich prumbt. 

Dertkeyser kumbt und spricht: 

Wir sindt zu Rom ein keyser mechtig, 

Der mar8chalck ist wol noch so brechtig: 
- * 

4 CK gülden. 5 CK oronen. 6 SCK pestrewt. 7 S ganzen. ACK 
gantxer. S durohkrueoh: rlieoh. 12 S die. A du. 18 S Als so ornlieh. 10 
CK gülden. 20 gieng] S get. SCK miW rot vnd weisem. 21 B Da. S Ider 
springt in. 22 BCK Schussel. 24 CK trinokgschirr. 26 ioh] S auch. 32 
S kumbt, sie neigen sich, der k aiser spricht. 



65 

Er hat der güldenen pocal 

Und schewren so gar ane zal, 

Yast all seine gefes sindt goldt. 

Solch köstlikeit nit haben solt 
5 Ein ambtman, der nur ist ein knecht, 

Sonder es solt haben mit recht 

Der keyser ein solche credentz. 

Ir trabanten, geht hin eylentz 

Und nembt all güldene pocal 
10 Von allen dischen in dem sal 

Und thuts in mein palatium tragen 

An alles weiter nach-sagen. 

£r geht mit den trabanten auß. [AB 3, 2, 167] Pamphilos geht ein 

mit Beim gmahel, die spricht: 

15 lieber gmahel, wie sol wir than? 

Die trabanten tragen darvan 

All gülden schewren und pocal 

Und ander gülden gfes zumal, 

Und lassen uns da stehn allein 
so Die silber-gschier, leicht und auch klein, 

Sagen, keyserlich mayestadt 

In solches befolhen hat. 

Sag an, wirt er uns zalen das? 

Pamphilos, der marschalck: 

25 Ich förcht, es gschech auß neid unnd haß. 

Ich hab der sach zu viel gethan, 

All sach zu reichlich griffen an, 

Mit der credentz in uberstochen; 

Das thut er nun mit gwalt mich pochen, 
so Solchs sol mir fort ein witzung sein. 

Geh du bald in den sal hienein, 

Das übrig silber-gschier verwar. 

[K 3, 2, 346] Floria geht ab, er redt mit im selb: 

1 S guelden. CR güldenen. 2 8 Vnd sehe wer so vil schir an zal. CK 
Sd gar. A sie gar. 3 S Vast all gfess die siut von golt. 6 S haben solt. 
7 S solich. 9 SCK güeldene. A gülden. 12 S naohfragen. 22 8 In 

dM ernstlieh pefoloben. CK solliches. 23 er] 8 man. 25 S fUeroht. 29 

S Des. 

Hans 8acbs. XIII. b 



66 



An dieser that wirt offenbar 
Meins lieben Tatters trewe lehr. 
Xon wil ich je Terracnen mehr 
Und sein driette lehr auch brechen, 

5 Sehen, wer doch das scib wöll rechen. 
Ich hab erdacht ein fantasej. 
Sam groee gfer darhinder sey. 
Ich wil was sagen meiner frawen, 
Ir das verbieten, and wil schawea, 

x« Ob sie das selb verschweigen thn. 
Da kmnbt gleich der rechl dann. 

Des keyaers son kumbt und spricht: 

Pamphüe. dein schad ist mir leid. 

Du daurest mich anff meinen aidt. 

i5 Doch hoff ich, du werst sein ergetzt. 



Der jung marschalck : 

Ich hab es dem glück heimgesetzt, 
Es rieht mich eben nichsen an. 
Mein Tite, aber dir ich han 
*> Ein grose heimligkeit zu sagen. 
Es ist etwa vor kurtzen tagen 
Ein weib \om adel hochgeborn 
In lieb gehn dir entzündet worn, 
Welche begert so hertzlich dein. 
-3 Wo du ir wirst abschlagen sein 
[C 3,2, 126] Dein lieb, sie stürb vor hertzen-laid. 

Des keysers son: 

Mein Pamphilc, mich ains beschaid, 
Wer ist dann dise edle fraw? 

an Der jung marschalck: 

Des graffeii tocliter von Andalaw, 

Das adelichst und schönest weih, 

* 

2 SCK trewe. A trewor. 4 S verprechon. 7 SCK gfar. 11 CK 

geloich. 14 S Uawerst urich }»cy meinem aid. 18 nichsen] S niohfl mer. 

IU S thitc. A tito. Ebenso s. 67, 13. 20 groso heimligkeit] S froliche 

poMohaft. 21 S etwas«. 22 S von. 23 BCK ontzUndet. 19 S Wer ist 

>m adole fraw. 31 SU andelaw. 



67 

So ie gebar einer frawen leib. 
Die hat dich gesehen mit sieg 
Reisen auß dem jodischen krieg, 
Ist worn mit solcher lieb besessen: 
5 Mag weder schlaffen, trincken, noch essen, 
Biß sie dein huld und Hebe hat. 

Titus, des keysers son: 

Wo kündt es haben fug und Stadt, 
Da icli denn kämmen möchte schier, 
10 Das ich möcht heimlich gehn zu ir 
Ein und auß ein mal oder drey? 

Pamphilos, der jung marschalck, spricht: 

Mein Tite f vertraw du mir frey. 

Ich hab der zartn bestandn ein hauß, 
i.i Da niemandt sonst geht ein noch auß, 

Da wart sie ainig und ir maid. 

Du wolst irm adl nit thun zu leid, 

Bey ir ein-zu-gehn und auch auß, 

Ein böß geschrey kumbt ihr darauß. 
20 Sonder du wolst bey ir eingehn, 

Bey ir bleibn ein tag oder zwen, 

Oder als lang euch baiden gfelt. * 

Thitus, des keysers sun: 

Nun weil du solichs hast bestelt, 
t& Deim guten willen sag ich danck; 
Bit, du wolst mit mir thun ein ganck 
Zum hauß, da ich die liebsten find. 

Pamphilos, der jung marschalck, spricht : 

• 

Schaff von dir all dein hoffgesind, 
so Das gar niemandt wiß, wa du seist, 

So erfrew ich dein seel und geist. 

* 

1 SK ein. C einr. S Das ich den kamen raöcht iv ir Haimlioben ain 

mal oder iwir Ans rnd olngon ir wonen pey. 14 S zarten pstnndn. 15 S Da 
rangt get nimant ein noch ans. 16 S Da wart sie ainig rnd ir maid. CK 
Da bitt. A wiri sfe auch vnd ire. 17 8 l'it wOlot. 18 8 iv gen ein. 19 8 kern. 
20 bej] 8 st. 21 bleibn J K sein. 22 S Oder es längs. 24 8 soliehs. 

CK solches. A solch«. 26 S wülst. 30 SCK wo. Z\ m\\ & \«ta. 



68 

Sie gehen baid ab. [E 3, 2, 347] Pamphilos kumbt, redt mit im 

selb unnd spricht: 

Ich liab der sach ein anfang gemacht 

Und mit list den Titum bracht 
5 Zu einr gmainen mctzen hinab, 

Die ich schon auff-gemutzet hab 

Mit schöm gwandt, kettn und ringen, 

Sie Unterricht mit allen dingen, 

Wie züchtig sie sich haltn soll, 
io Sam sey sie hoch geadelt wol. 

Bey ir bleibt er auffs wengst drey tag. 

Dieweil mein sach ich enden mag, 

Wie ich mir denn hab auß thun trachten: 

Ich wil gehn und ein kelblein schlachten 
15 Und meiner frawen zeign an, 

Sam hab ich einen mort gethan. 

Lass schawen, ob sies verschweigen wert, 

Mich nit bringn in todts-gefert. 

Der jung marschalck geht ab. Floria kumbt mit Dipoldt und 
20 spricht : 

Wo geht nur heut mein gmahel umb? 
Ich hab in gesucht umbadumb. 
Geh, Dipolt, schaw, ist er zu hoff. 

Dipoldt, der knecht, spricht: 

25 Mit des keysers son er heudt loff. 
Wo sie hin kommen, weis ich nit; 
Sie giengen allein, niemandt mit. 

Dipoldt geht ab. Pamphilos kumbt, tregt das blutige kalb 

im sack unnd spricht: 

so weh mir, weh, o liebes weih, 
Förcht, es kost mir meinen leib: 
Des keysers son hab ich erstochen, 

Ich furcht, es bleib nit ungerochen. 

* 

3 SCK graacht. 4 S listen. CK liste. 5 S ainer. 6 S gar schön 

geschmuecket hab. 7 schöm] S kostling. CK schönem. S sie sich lüoch- 

tig. 13 SCK tun austrachten. 15 «CK zeigen. 18 S pringn nit. 22 

SCK ich hab in. in] fehlt A. CK vmb vnd vmb. 26 SCK kamen. 28 

tregt] 8 pringt das kalb im plutigen. 31 S Ich fueroht. CK Ich förcht. 



69 

Zeucht das blutig schwerdt auß. Floria spricht: 
Ach, warumb hast du das gethan? 

« 

Pamphilos spricht: 

Mit schmach-worten dast er mich an, 
5 Schlug mich darzu in mein angsicht, 

Das kund ich lenger leiden nicht, 

Weil er auch zu mir haw und stach, 

Zeit war, das ich mich an im räch. 

Ach hilff mim unden in kellr graben, 
10 Auff das wir nur ruh vor im haben. 

laß die sach bleiben bey dir, 

Es wais es sunst niemandt dann wir, 

Es kostet warlich sunst mein leben. 

Floria spricht: 

[AB3,2,168]Mein gmahel, meinst, ich wöl dich geben 
Auff die fleischbanck ? drumb thu nit sorgen, 
Ich wil dirs helffen halten verborgen. 
Kumb, wöln unden graben ins hauß, 
Itzt ist gleich unser gsind als auß. 

so Sie gehen baide auß. Dipolt kumbt, spricht: 

Ich wolt ietzt gern zu mittag fressen, 
Mich hat der hunger gar besessen. 
Das hauß wenig fressens, vil lauffens geit, 
Gleich wie auf einer hundshochzeit. 

2& Floria, die fraw, kumbt, spricht: 

Dipoldt, was ist das gschrey zu hoff? 

[K3, 2,348] . Dipolt, der kriecht, spricht: 

Als ich ietzt auß der thürnitz loff, 
War zu hoff uberal die sag, 
so Des keysers son, der wer zwen tag 

* 

1 8 Er lest sie die pluetig wer sehn. 7 haw] 8 hieb. 8 A Pamphi- 
los spricht: Zeit n. s. w. CK Pamphilos spricht weiter: Zeitu. s.w. 9 SCK mim. 
A mir. 10 8 Weil wir nimaot im haus is haben. 12 niemandt] 8 kain 
mensch. 13 sunst mein] S mir das. 16 S flaischpenck. 17 SK haltn. 

18 8 wollen. 19 S Das dis mort nit auf dioh kumb aus. 23 SCK weng. 



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Bald der L*rr t=nb:. >■:■ "*:■! "sir f-ssiet. 



Dipddt geht ab. Floria »etxt sieb, spricht: 

Ers: bis :l£ boi-em Irii :± isessex. 

Dm? ich Tor pt.--. tiv sriier Tfrzag. 
iv Ich iireit. das nori: Jraisb ar. des tat: 

IcL kiii aeis ;az.er s:: emager. 

Ich TriU ZtLl iLtriseT frr^dis klirrr 

Heimlich is ir zetTeve* lertz. 

Au5 i&? mir der jaxer ulI >riin?rz 
:: Ein wesig toh dem h-rrz*:: ksiLb. 

Sie ist T€rscLwiz€s. :rtw tid fromb. 

Die asch zu mir ha: ir rangen:. 

In zJAen mich a*ieh heimzefneht. 

D*r wil ich klaren dies* daL; 
*■■ Und her ir suchen tros: nsd nih. 

Ich weiG. sie hilft mir des verschweigen. 

Als wer das hertzeste: i ir eigen. 

Da kumbt sie gleich selber zu mir. 

Babella, ein gm* hei Philippi, kumbt und spricht: 

» Mein Floria. was zebiieht dir. 
Das du sitzt also sehre betrübet? 

Floria spricht: 

Mein Sabella, wiG. das mich obet 
Darzn die grosen angst und sorgen. 
3* Wiewol es noch als ist verborgen. 

8a bell* spricht: 

Was i*t es dann? thn mir das sagen: 

6 5 woll. SS Em pia mit herüaid ich pesetse». 12 SCK gm 

seiner freendin. A meinen freunden. 21 SB da«. 24 S febreibt überall 

PMtipP»««, demgemäß hier Pbilippiei. 26 ritit] K bist, mIu* 1 S gar. CK 
•ehr. 32 daoD* 5 den. 



71 

Dein hertzenleid hilff ich dir tragen, 
Als ob es wer gantz eigen mein. 

Floria spricht: 

Nun in dein trewes hertz hienein 
5 Clag ich, das mein hertz-lieber mann 
Hat ein heimliches mordt gethan. 

Sabella spricht : 
Ey, ey, wen hat er mören tliun? 

Floria spricht: 

10 Titum, unsers herr keysers sun. 

Wirt mann das in, es kost sein leben. 

Sabella spricht: 
Ey, ey, wie hat sich das begeben? 

Floria spricht: 

15 Ach, er hat mein herrn vernicht, 

In auch gschlagen ins angesicht 

Und aber in zacket mit rumorn. 

Des ist mein herr ergrimmet worn, 

Hat in erstochen an der Stadt, 
«o Nach dem er in vergraben hat 

In einem sack unden im hauß, 

Dieweil mein gsind war alles auß. 

Von solchem mort so weiß warlich 

Kein mensch sonst nit, denn er und ich 
25 Und ietzund, mein Sabella, da. 

Ich bitt dich aber, schweig darzu. 

Sabella spricht: 

Mein Floria, thu gar nit sorgen ; 
Kumb, wir wollen gehen verborgen, 
[K 3, 2, 349] Am marck uns in dem volck verschlagen 

Und hören, was man darvon thut sagen. 

* 

8 CK morden. 10 SCK rnsers her k aiser«. A keyser. 13 S Wie 

lat lieh der vnrat pogeben. 15 CK herren. 17 S ueber in raeokt. CK 

nickt. 21 CK ins. 26 aber] S freuntlioh. 29 S hin gen. 30 CK 

in. 31 SCK hörn. S tbw. 



72 

Gings gschrcy auf in , so kanst in warnen, 
Das er sich bald heb auß den garnen. 

[G 3, 2, 127] Floria spricht: 

Ja, das ist gar ein weiser sin, 

5 So gscheid ich nit gewesen bin. 

So gehn wir mit einander hin. 

Sie gehen bald ab. 



Actus 4. 

Philippus, des keysers rath, geht ein und spricht: 
10 Sabella! Sabella! 

Sabella kumbt und spricht: 

Mein lieber herr, was wollet ir, 
Das ir also schreyet nach mir?* 

Philippus spricht: 

15 Sol ich dir nit vou wunder sagen? 
Es ist nun wol in dreyen tagen 
Unsers herr keysers son worn 
Zu hon" gentzlich und gar verlorn: 
Kein mensch weiß, wo er hin ist kommen. 

20 Sabella spricht: 

Ach, ach, es dauret mich der frommen, 
Er aber daurot mich gar nicht, 
Er hat ims selber zugericht, 
Derhalb ist im nit unrecht gschehen. 

85 Philippus spricht: 

Mein Sabella, thu mir verjehen, 
Weist du etwas vons keysers son? 

Sabella spricht: 

* 
1 S kttnst. CK ktindit. 2 S hüeb. 17 CK hemm. 21. 22 S dawert. 



73 

Ich mein, ich mein, ich wiß darvon, 
Ich sag aber darvon nit viel. 

Philippua spricht: 

Kein wort ich davon nit sagen wil: 
5 Mein Sabella, sag, wo er sey. 

Sabella spricht: 

Wann du mir wilt verheisen frey, 
Niemandt kein wort zu sagen darvan, 
So wil ich dir das zeigen an. 

10 Philippus spricht: 

Sag her, mein gmahcl, es hat kein noht. 

Sabella spricht: 
So wis, des keysers son ist todt. 

Philippus spricht: 

[AB3,2,169]Ey, Ey, das wölten die götter nicht! 
Ich bit dich, weiter mich bericht, 
Durch was kranckeit ist er verdorben? 

Sabella spricht: 
Ach, er ist an dem sphwert gestorben. 

20 Philippus spricht: 

Durch wen und wie? sag klar und laut. 

Sabella spricht: 

Ey, der handel ist mir vertraut, 
Ich darff es niemandt offenwarn. 

25 Philippus spricht: 

Niemandt sol nichts darumb widerfarn, 
Sag her, sag her an allen schaden ! 

[E 3, 2, 350] Sabella spricht : 

4 S Kain wort darfon ich sagen wil. nit] fehlt BGK. 7 S Wen. dai] 
Sin. 13 S des. ACK das. 15 S wolln. CK wollen. 16 S weiter. 

A vetter. CK besser. 17 S Wie oder wo. 26 SCK drumb. 



Der jung marscbalck hat in geladen ; 
Da er mit im ist uneins worn, 
Hat in erstochen in eim zorn 
Und hat in in seim hanß eingraben, 
5 Thu ich ein gründlich wissen haben 
Von seinem weib, die mich das bescheid. 

Philippus spricht: 

Nun solichs muß ich bey meim eidt 
Dem keyser selber zeigen an. 

10 Sabella spricht: 

Hast du mir doch auch glübt gethan, 
Du wölst solchs behalten bey dir. 

PhilippuB spricht: 

Des keysers aid vil mehr gilt mir, 
15 Denn das ich dir gelobet han. 

Sabella spricht: 

So wil ich gehn und warnen than 
Pamphilum, das er geb die flucht, 
Eh er zum todte werdt gesucht. 

Sabella geht ab und Philippus. Pamphilos geht ein mit seim 

weyb, spricht: 

Mein Floria, es ist noch stil; 
Zu hoff sagt man wol darvon fiel, 
Des keysers son der sey verlorn, . 
95 Doch ist es noch nit laudtbrecht worn, 
Das er todt lieg in unserm hauß. 

Floria spricht: 

Ach, wie möcht solichs kommen auß, 
Weils niemandt weiß, denn ich und du? 



2 8 Da ist er mit im. 4 BCK sein. 6 S seim. 8 mirs olaft in UkU 
8 8 Nun das mm ich pey meinem aid. 11 auch glübt gethan] S verhaisen 
than. 12 8 wolst. 14 8 Vil mer des kaisera aid. 15 han] 8 an. 
19 8 E er werd iv dem dot gesuecht. 20 S Sabella get ab vndPhili: A Sa- 
bella geht ab. 22 8 ist es. 26 8 vnsrem, 



75 

Phamphilos spricht: 

Wer klopffet an? schaw doch darza. 

• 

Floii^ geht, thut aufll Die trabanten kuramen, nemen ihn 
gefangen. Der trabandt Marus spricht: 

5 Pamphile, genad herre mein, 
Ir raüst des keysers gfangner sein. 

Famphilos spricht: 
Weßhalben? mich des auch bcricht. 

Marus spricht: 
10 Wie und warumb, das wiß wir nicht. 

8ie füren in hin. Floria hebt ihr hendt auff, spricht: 

Ir götter, wie sol mir geschehen! 
Nun wirt ich lebendt nicht mehr sehen 
Mein Heben herrn, wil ietzt nach-gehn, 
15 Vmbfahen und gesegnen den. 

Sie gehet nach ab. Der keyser geht ein mit Fhilippo und dem 

heroldt, setzt sich, spricht: 

Ir lieben getrewen, nnn schaudt! 

Wer hat des mordes zu-getraudt 
so Dem marschalck, der ans hat erstochen 

Unsern son? vileicht mit gerochen, 

Das ich sein gülden credentz im nam? 

Des muß er an dem galgen dran 

Hangen noch heut auff diesen tag, 
15 Das uns niemandt abbitten mag. 

[K 3, 2, 341 statt 351] Die trabanten bringen Pamphilum. Der 

keyser spricht: 

Ach, du (nordischer bößwicht, 
Heitest du also dein aid und pflicht, 
so Unsern frummen zu fürdern thon, 
Und du ermörst uns unsern son? 

Wie künst uns thon ein grösern schaden? 

* 

5 S gnad. 6 S gfangn. 8 auch] S ror. 22 CK gülden. 23 
SCK Dai. A da*. 28 S beltstw. K helfet du. 31 CK ermordet. 32 
S groaen). 



76 



Pamphilos feit dem keyaer an fa» and spricht: 

Ich hoff, ir werdt mich noch begnaden, 
So ich mein Unschuld zeige an; 
Wann obn ursach hab ichs nit than. 
5 Drnmb steh ich dieses mordt ohn mögen. 

Der keyaer spricht: 

Fürt in bald hin von meinen angen 
Und leget in ein den tiefen tharm, 
Darinn laufft mancher böser wurm, 
10 Biß wir ein nachrichter bekommen, 
Das er mit thodt wert hingenommen. 



füren in ab. Der keyaer spricht: 

Geh, ernholdt, in der Stadt Rom wider 
In allen gassen anff und nider. 
15 Laß vor drometen und auGschrey, 
Ob indert einr verbanden sey, 
Der den schentling marschalck woi hencken 
Wöll wir hundert ducaten schencken. 

Der ernholdt geht ab. Der keyser spricht: 

20 Ach, was sollen wir furbas thun, 

So wir unsern hertz- lieben son 

Durch diesen boßwicht haben verlorn, 

Den wir zn keyser hetten erkorn 

Nach unserm todt, weil er alzeit 
25 Lieb het warheit und gerechtigkeit. 

Philippus, der raht, spricht: 

Er hielt sich adelich und woi; 
Schad ist es, das er faulen sol. 
Er wer eur mayestadt woren gleich, 
ao Ein nutzer keyser römischem reich. 

Doch duncket mich stetigs, bey gott, 

♦ 

5 8 Doch. 8 morti. 7 meinen] 8 vnsern. 8 S legt in in den wüesten türm. 

A thnrn. 9 8 poser. 13 8 Ernholt ge in die stat rom nider In allen 

bin md wider. 16 indert] CK irgend. 22 8 poewioht habn. 23 

29 S Er wer enr mayeatat woren gleich. A Ehr ewr mayertat 

1 8 romifehem. A römischen. 31 8 duonckt. 



77 

Der jung herr leb und sey nicht todt. 
Derbalb seh lacht ewren unmuht auß! 
Trawren, schrecken auß diesem hauß! 
Last ans in Jovis tempel gohn, 
5 Der als zum besten wenden kon. 

8ie gehen alle ab. Diboldt geht ein, redt mit ihm unnd spricht 

Der herolt hat geschrien auß 

In der Stadt Rom von haus zu haus: 

Wer mein herrn, den marschalck, wöll hencken 
10 Wöl man hundert ducaten schencken. 
[C 3, 2, 128] Wie, wenn ich die verdienen thet? 

Lang ich darvon zu brassen het. 

Es helt doch niemancU nichts auff mich, 

Weil an galgn war verurteilt ich. 
[AB 3, 2, 170] Man saget: art laß nit von art. 

Das beken ich, wo nit so hart 

Mein herr im zaumb mich reiten thet, 

Lengst ich wider zn-griffen het. 

Faulkeit und nasch, der hanckt mir an, 
to Das ich mich nit erweren kan. 

Wil gleich hundert ducaten nemen, 

Des hencker-ambt mich gar nit Schemen, 

Mein herrn an galgen hencken spadt, 
[K 3, 2, 352] Darvon er mich erbet ten hat, 

ss Und wil im darfür lohnen schlecht, 

Gleich wie der teuffei seinem knecht. 

Er hat mich auch offt angeschnart, 

Mir allzeit ghalten widerbart, 

Thet mir offt gar hönisch zu- sprechen, 
so Das wil ich mit fueg an im rechen 

Und in ietzundt hencken zu lohn; 

Wil den nechsten zum herolt gohn, 

Mich für ein hencker zeigen an. 

* 

Er geht ab. 

% 

sä Actus 5. 

7 8 geschriren. 9 S Wer den marschalck, mein hern, wol henoken. 

19 hanokt] 8 hecht. 26 SCK seinem. A seinen. 30 S Das kan ich izund 
an im rechen. 32 herolt] S marschalck. 33 S Mich ew aim h. 



78 



Der keyser seht ein mit Philippo , heroldt and den trabanten, 

spricht: 

Ir trabanten. bringt den marschalck. 
Den anendtlichen laster-balck ! 

5 Die trabanten gehen ab. Der keyaer spricht: 

Heroldt. wen hast da besteh. 
Zu einem nachrichter erweldt ? 

Herolt spricht: 

Ich hab in Rom anGschreien than: 
io Das ambt wolt niemandt nemen an 
Weder nnter reichen, noch armen: 
Man thet sich des marschalcks erbarmen, 
Hab zn letzt fanden kaum ein mann. 
Der sich des ampts hat gnnmmen an. 

is Man bringt den marschalck. Der keyser spricht: 

Nachrichter, trit herfuer, greiff an 
Diesen schedlich, mördischen man! 
Bind in, das er gehencket werdt 
An galgn. st erb zwischen himel and erdt! 

Dipoldt drit hin, wil sein herrn binden. Der marschalck spricht : 

Dein böse art, die sey verflucht. 
Du bist verstocket and verrucht. 
Ich hab erhalten dich beim leben, 
Wilt du ietzundt den lohn mir geben? 
25 Weil iederman verschonet mein. 
So wiltu selber hencker sein. 
Das ich wert von deinr hamlt gethödt? 

Dipoldt spricht: 

Sag, wer hat dich darzu genöht, 
30 Weil das urtl über mich war gangen? 
Wes list mich nit an galgen hangen? 

So wer ich kummen in mein ruh. 

* 

4 8 Den er trewlofen. 13 »S Hab iv lez fanden «einen knecht Der wil 

""oUihen das utreng recht. 16 S vnd growff nn. 17 S raordischen. 18 

thangen. 21 ö ßose. 



7» 

Keines Ions hast zu warten da, 
Weil du vom galgcn erbatest mich, 
Das an mein Stadt wil hencken dich. 

Dipoldt bindt den marechalck, spricht: 

5 hertzen-lieber vattor mein, 

Erst ich der dreyer lere dein 

Denck, das ich für kein bitten solt, 

Den man an galgen hencken wolt, 

Das ich doch verbrach nach seim endt. 
io Der schad geht mir ietzt in die hendt. 

Zum andern lert er mich auß gnaden: 

Ich solt keinen mechtigern laden, 

Denn ich wer, zn gast in mein hauß. 

D4 ich das brach, volgt mir darauß, 
i& Das ich kam umb all mein credentz. 

Zum dritten er mit reverentz 

Mich leret, ich solt meiner frawen ' 

Gentzlich kein heimligkeit vertrawen, 
[K 3, 2, 353 j Daran mir etwas dapffers lag. 
20 Dem hab ich nach-gsun vil tag, 

Zu versuchen das dritte stück, 

Ob es auch bringen wolt unglttck, 

Wie ich das ietzt erfaren hau. 

großmechtiger keyser fran, 
ts Ewr son lebet und ist nit thodt, 

Ist frisch und gsund an alle noht 

Beim tempel Jovis im nechsten hauß. 

Ir trabanten, geht holt in rauß! 

Wiewol ich zu meim weib hab gsprochen, 
si Ich hab ewrn Heben son erstochen 

Und in eim sack in graben ein, 

Bat, sie solt des verschwigen sein, 

Das sie doch nit verschwigen hat, 

Wie das offenwart diese that. 

• 

1 S De§ Ions hast nun sv war ton dir. 3 S Dm ich an mein etat honcke 
dich. 4 S Der marschalck sieht gon himel vnd sprich. 6 S Kr. 15 

8 kam. A kamb. B katnh. 18 S haiinlikeit. 19 dapffers] S groses. 20 CK 
Baebgrannen. 21 8 Aach svferprechen das drit stueck. 23 8 hon: fron. 

26 8 Baer «in lebt. 29 8 Ich aber bab sv meim weib gesprochen Ich hab 
•nr majMtat tun erstochen. 



80 

Darmit hab ich erfaren mehr 
Gwiß und warhafft diese drey lehr, 
Die mir der liebe vatter mein 
Zu letzt gab vor dem ende sein, 
5 Das sie sindt gründlich, gwiß und war, 
Die ich fort behalt all mein jar. 

Des keysers son kumbt unnd spricht: 

Gelück und heil, auch langes leben 
Wollen dir alle götter geben! 

Der key8er steht auff unnd umbfeoht sein son, spricht: 

son, zeig an warhafftiglich, 

Wo hast so lang verhalten dich, 

Das du gar nit gen hoff bist kämmen? . 

Thitus, des keysers sun: 

15 Ich hab die höchst frewd eingenummen. 
Herr vatter, wenn ichs sagen sol, 
So ist mir gewessen so wo! 
Innerhalb diesen dreyen tagen, 
Bas denn vor nie, das mag ich sagen. 

Der marsohalck feit dem keyser zu faß unnd spricht: 

Herr keyser, mein unterthenig bit, 
Wölt mir die that verargen nit, 
Die ich im besten hab gethan; 
Wann es sol ie ein junger man 
25 Erforschen und erfaren vil, 
Wie er zu eren kummen wil. 

Der keyser spricht: 

Steh auff, marschalck, du bist der mein, 
Es sol dir als verziegen seiu, 
so Weil dus an als arg hast gethan. 
Du hast war, es sol ein jung man 
Durch weißheit mancherley erfarn, 

5 gwiß] S guet. 7 S mit den trabanten naigt sich e. 8 auch] S 

vnd. 1 7 S gewest pas vnd wol. 1 S Den mein leb tag, das _ mag iob 

igen. 24 6 Wan. A Wenn. 26 S Wo. 



81 

Auff das er in den alten jarn 

Gar viel versteh, kttnn unde waiß. 

Dazu ich wil und dir verheiß, 

Forthin zu thun auch alles gut, 
5 Und nimb in dein freundtschafft and hat 

XTnsern lieben son alle zeit, 

Das er auch nach-tracht der weißheit. 

Für und für solst mein marschalck sein. 

Ir trabanten, nembt an allein 
10 Den trewlosen dieb, thut in binden, 

Welcher sich hie thet unterwinden, 

Seinen eigen herrn zu thöten, 

Der im doch half auß todts-nöten 

Und in seim hauß in kleidt und nert 
[AB3,2,171]Und als ein son züchtigt and lert, 

Und thut in nans an galgen hangen 

Nach seim arteil, vorhin ergangen! 

Die trabanten füren den dieb ab. Der keyser spricht : 

Nun wöll wir hienein auff den sal, 
[K 3, 2, 354] Mit frewden essen das frümal, 
Von sachen weiter reden wollen 
Und dir, marschalck, als baldt zu-stellen 
Dein credentz, welche man dir nam. 
Nach dem wollen wir alle samb 
25 Hin in den tempel Jovis gehn, 
Mit eim opffer verehren den, 
Der alle ding weiß und erkendt, 
Unser trawrigkeit hat gewendt 
' Zu einem gutseligen endt. 

so Sie gehen alle in Ordnung auß. Der ernholdt beschleust : 

Auß der coraedi mag man lern, 
Die drey lehr zu halten in ern, 
Die der alt marschalck lert sein sun. 
Die erst: niemandt sol bitten thun 

85 Für einen dieb, welicher frey 

* 

1 8 knn, merok rnd wai*. CK rnd. 4 S Wider sv i teilen all dein guet. 
5 8 nem. 8 8 folt. 11 S thet. A thut. 13 8 dodes. B todtes. 15 ein] 
8 fein. 16 8 thaet. A thu. 18 S pinden den dieb, frieren in ab. 19 
8 wol. 30 8 drit ein rnd. 31 mag] S sol. 33 lert lein] 8 gab seim. 
35 8CK welieher. A welcher. 

HanfSaehf. XHJ. ^ 



82 

Zu dem galgen verurteilt sey; 

Wann ob man in abbittet schon, 

Lest er doch darnach nit dar von; * 

Wie sehr er sich drück und schmück, 
5 Bleiben doch in im sein böß duck, 

Und wenn er denn hat fug und Stadt, 

Sein böse duck er sehen lat; 

Wann das alt Sprichwort feiet hart, 

Das saget: art laß nit von art. 
10 Auch sagt ein ander Sprichwort war: 

Wo ist entwicht haut unde har. 

Da wirt kein guter peltz nit auß. 

Darnmb nur fort mit im hienauß. 

Zum andern ist zu mercken wol, 
15 Das keiner zu gast laden sol 

Ein man, der viel mechtiger sey, 

G waltiger und reicher darbey: 

Tregt ers schlecht auff, er wirt veracht; 

Tregt ers denn auff mit grosem bracht, 
20 Lest sich mit grosem unkost sehen, 
[C 3, 2, 129] Der reich thut ims zu gut nit jehen, 

Sunder thut in heimlich drumb hassen 

Und thut ein grollen auff in fassen, 

Das er sich mit bracht tliue vergleichen 
26 Mit den mechtig, gwaltigen reichen. 

Des sagt Salomon, weißlieit-vol: 

Gleich frew sich mit seins gleichen wol 

Und nem ein teil in trewen muht 

Mit dem andern vor-lieb und gut. 
so Die drit lehr, das man keiner frawen 

Grose heimligkcit sol vertravven, 

Weil sie sindt plöder natur alzeit, 

Böß bhalterin der heimligkeit; 

Derhalb die frawen tragen leider 

35 Kin kurtzen muht und lange kleider. 

Vorauß wens der zoren begreufft, 

* 

2 S Was. A Wann. S erpitet. 4 S sich gleich düeok vnd sohmüeck. 
7 duck] S art. 8 S feilet. 10 S anders. 1 1 SCK entwicht ist. 12 8 werd. 17 
S Gweltiger. 19 S Dregt ers den küstlich auf mit pracht. 24 S thw. B thu. 
25 S g wältig, mechtigen. 20 S Salomon. A Salaman. 20 S trewem. 

34 Vgl.^b. 12, 340, 12. 



83 

Als denn sie unverschondt auff-pfeufft 

Und sagt an hinder-huet auß trutz, 

Es bring gleich schaden oder nutz. 

Aach vexirt sie wol der fürwitz 
5 Auß-zabreiten ienes and ditz. 

Manche hat binden entpfangn ein schlag, 

Das sie forn nichts verschweigen mag, 

Wiewol manch weib baß schweigen kan 

Die heiraligkeit, denn mancher man. 
10 Der aber ist an massen wenig 

Gegen der andern grosen menig, 

Die alles klappern, das sie wissen. 

Wer der dreier lehr ist gefliessen, 

Entgeht dardorch vil ungemachs. 
i& Ein gut selig jar wünscht Hans Sachs. 

Die person inn die comedi: 

1. Heroldt. 

2. Kayser Vespasianus. 

3. Thitas, Bein sun. 

w 4. Sophus, der alt marschalck. 
[K 3, 2, 355] 5. • Pamphilas, der jung marschalck. 

6. Floria, sein gmahel. 

7. Philippuß, des keysers raht. 

8. Sabella, sein gmahel. 
ss 9. Marus, 

10. Phedros, 2 trabanten. 

11. Diboldt, der dieb. 

12. Der hencker. 

Anno 1556 jar, am 4 tag Julii. 

1 S Ynfersehant. 2 an binder-biiet] S ynpaohawt herauf, außj B rnd. 
§ ort] 8 noeh. 11 8 andren. 30 8 860 Yen. 



V 



84 



Comedia, mit 5 personen zu agierns Die schön 

Marina mit dem doctor Dagmano unnd hat 3 actus. 

Der ehrnholdt tritt ein, neigt sich unnd spricht: 

Hail sey den erbern herren und frawen! 
5 Hie wert ir gegenwertig scbawen 

Ein artlich, poetisch gedieht, 

Coinedi-weiß kurtz zu-gericht, 

Wie ein kauffman, Aranus genandt, 

Mechtig an gut, want in Welschlandt, 
10 In der meerstadt zu Genua, 

Der wolt in Alexandria 

Umb kauffman-schatz bin über meer; 

Da gab er seinem weib die lehr 

Und sprach: sie würdt so lange zeit 
15 Nicht halten ebliche keusebeit; 

Wenn sie ye nimmer keusch kündt leben, 

So solt sie sich in lieb begeben 

* 

1 Handschriftlich im 10 spruchbuche bl. 271 bis 283. Die fabel eraahlt naoh 
einem lateinischen, noch unbekannten original Albrecht von Eyb in dem 2 theile 
seines buches : ob einem manne sey tiü nemen ein eelioh weyb oder nit. (Nürn- 
berg 1472.) Der titel der geschiente, naoh welcher H. Saobs gearbeitet: Wie 
sich ein frow halten sol inn abwesen irs mans. Abgedruckt von Ton der Hagen 
in seiner Germania IX, 239 ff. als urbild der göthischen ©Mahlung vom klugen 
proeurator. (Qöthes werke, 16 theil (Hempel), s. 65 bis 81, dasu s. 12 f.) Den- 
selben etoff behandelt, wie Liebreoht zu Dunlop s. 500, anm. 376 bemerkt, die 
lOOste der Cent Nouvelles Nou volles. 2 8 Dagmano. A Dagmane. S 3. 

A funff. 4 SC herrn. 8 S Aronus ; später wechselt diese form mit Aranus. 
Die quelle schwankt ebenfalls. 9 S want im. A wart in. 12 In der vor- 
läge steht kauffmanschafft d. i. verkäufliche waare nach Seh melier, bayer. wör- 
terb. I b , sp. 1227. Vgl s. 98, 20. S Ueber. 13 die] S ein. 15 S 

weipliohe. 16 S nit mer. 



85 

Gen eim Jüngling, frumb und auffrichtig, 

Stil, erber, züchtig and fürsichtig, 
. Der ehr lieb het, und schandt thet fliehen ; 

Der würt sein bulerey einziehen, 
5 Das sonst niemandt würt innen mehr. 

Dardurch möcht sie ir weiblich ehr 

Beschützen vor bösem gerücht, 

Vor falscher zun gen böß gezücht. 

Als er nun hin für über meer, 
10 Da folgt sie ires herren lehr, 
[AB 3,2, 172] Als sie die brunst der liebe quelet; 

Ein jungen doctor sie erwelet, 

Dem öffnet sie ir brünstig lieb, 

Den doch sein erber gemüht trieb, 
16 Das er anam der lieb anfanck 

Und doch der frawen durch ein ranck 

Abhalff solch unörnlicher lieb, 

Das 8i e bey zucht und ehren blieb. . 

Nun hört, wie sich das glück umbrieb. 

Der herolt get ab. Marina, die burgerin, dritt ein unnd ret 

mit ihr selb unnd spricht: 

Hoch lob und danck sey dir, o glück! 

Wie hast du mich in allem stück 

So reich und miltigklich versehen, 
95 Das mir gar kein trawm mag nehen! 

Ich hab wol klein reichtumb gehabt, 

Hast mich mit schöner gstalt begabt, 

Mit gsundtheit und bittender jugendt, 

Mit löblichen sitten und tugendt. 
so Durch die so hab ich uberkummen, 

Das mich zu gmahel hat genummen 

Der reichest burger Aranus, 

Der mich ewiglich frewen muß, 

Von dem ich hab frewd, ehr und gut, 
85 Der mich gantz freundtlich halten thut, 



5 würt] CK wird. 11 liebe] S ynkewsoh. 17 8 mornlioher. 10 

CK vmbtrieb. 20 Der herolt get ab] So SC. A fehlt diei. 25 SK trawm. 
27 8 Hast mioh aber mit lohOn pegabt. 



Von dem ich alles bin gewerdt, 
Was nur mein hertz von im begert. 
Ich hab mit im gewont ein jar, 
Mich aber dünckt gcntzlich und gar, 

• Es scy kaum ein monat verscbienen. 
Solch gutheit, die vil ich verdienen 
An meim bertz-all er- liebsten gmabel, 
An dem wil ich so fest wie stahel 
Halten mein eblicli lieb und trew; 

' Hab jb sunst nichs, das mich erfrew. 
Da kumbt mein lieber ginahel her. 
Hertz-lieber man, was ist. dein ger? 

Arnuua, der burger kumbt, spricht: 

Marina, mein iiertz-liebes weib, 
, Das liebst auff erd in seel nnd leib, 

Dich allein hab ich ausserwelt. 

Die mir für alle ding gefeit. 

Sey frölicb und erschrickt nit, 

Zu dir, mein weib, hab ich ein bit, 
i Der selben wirst du mich gewern. 
Marina spricht: 

Hertz-lieber gmaliel, von hcrtzen gern, 

Du darffst nit bitten, sonder geheut; 

Als was du thust mich hoch erfrewt; 
i Wann du bist in mein hertz gebilt, 

Das ich Uro alles was du wilt. 

Aach erl'reudt mich sunst nichts auff erdt, 

Wenn zu thun, was dein hertz begert. 

Derbalb, mein lieber gmahel und berr, 
i Zeig mir an, was ist dein beger? 

Arn n us, der berr, spriobt: 

Wiß, mein hertz-liebe Marina, 
leb wil gen Alexandria 
Schiffen wider nach kauffmanB-war; 
> Mit dem handel ich lange jar 




B p(or. 19 ß Zw dir b»t 



t B D«D. 



87 

Gewannen hab fast all mein gut, 
Darbey wir ietzt in frewd und mafat 
Mögen gar gerüglich wol leben. 
Drumb wolst dein willen darein geben, 
5 Dir solche mein reiß lassen gfallen. 

Marina spricht: 

Mein Arane, sag mir vor allen, 
Wie lang wirst du denn aussen sein? 

Aranu8 spricht: 

10 Wis, hertz-lieber gmahel mein, 
Ich kumb herwider nit fflrwar. 
Biß etwa in das dritte jar, 
Wenn mir gott schon gnt glück geit. 

Marina, die fraw: 

i5 Ach gott t das ist ein lange zeit! 

Mein herr, was ist des reissens noth, 

Weil dir doch unser herr und gott 

Vorhin so groß gut hat beschert, 

Das sich auch noch teglichen mert? 
so Bey dem wol magest bleiben du 

Da heim bey mir in stiller ruh 

Und alle gferligkeit vermeiden. 

A ran us spricht: 

Mein Marina, zu gut uns beiden 
25 So wil ich diese reiß noch thon. 
Nach dem ich lassen wil darvon 
Der schiffart und zu ruh mich setzen, 
Mit dir alles unmuths ergetzen 
Forthin, die weil wir baide leben. 

so Marina spricht: 

Nun ich thu mich gleich drein ergeben, 

Weil es ye nit mag änderst sein. 

* 

1 S hab ser groses gnet. 2 in] S mit. S S gertieglioben. CK ge- 
rüblioh. 4 S wölst 8 S warst*. 10 8 hersliebe gemahel. 12 8 etwas. SO 
CK magst beleiben. 26 S wil ioh lasten. 37 8 Dem handel. 32 nit 
mag] 8 kan nit. 



88 

So geschech gleich der wille dein, 
Wie wols mir ist von hertzen schwer. 

[K 8, 2, 857] Aranus spricht : 

Mein gmahel, schlag auß all gefehr, 
5 Sey frölich, kummer dich nit hart, 

So wirt mir auch mein uberfart 

Dest leichter und geringer sein. 

Du weist, uns ist baiden gemein 

Alle ding, baide ehr und gut, 
10 Der gleich schandt, laster und unmut, 

Was eins hat, das hat auch das ander. 

Weil ich ietzt nun weit von dir wander, 

Zimbt mir auch zu verbergen nicht 

Ein ding, das mich heimlich anficht, 
15 Dir, Marina, zu öffnen das. 

[C 8, 2, 130] Marina spricht: 

Sag an, lieber gemahel, was 

Ficht dich an? Sag, was thut dich krencken? 

Aranus spricht: 

20 Mein Marina, ich thu bedenckcn, 

Du bist ein jung gerades weib, 

Zart glidtmasirt und schön von leyb, 

Gar gsundt, guter complexion, 

Gantz hitziger natur vor an. 
äs Derhalb wirt dir unmüglich sein, 

Dich so lang zu halten keusch und rein, 

An einen andern mann zu leben. 

Marina weindt und spricht: 

0, erst merck ich gar wol und eben, 
so Das du wenig thust auff mich bawen, 
Weil du mir solichs thust zu-trawen, 
In bulerey mich zu begeben. 
Wiß, eh wolt ich lassen mein leben, 

1 S gscfceoh geleiob. 6 S kuemer. 22 8 sohon. 23 8 Orant vnd. 
24 Toran] S darfon. 25 8 So wirt es dir. 29 8 Am den Worten io merck 
eben. 31 8 iv thnoat. 



89 
Eh ich an dir mein trew wolt brechen. 

Aranua spricht: 

Mein Marina, ich kan wol rechen, 
Das starck und vest ist dein gemüht, 

5 Gen mir in lieb und trewe blttt 
Itzund mit hitzigen gedancken 
An allen zweiffei und abwancken, 
Wie du den allmal hast gethan; 
Da hab ich gar kein zweiffei an. 

10 So bit ich, thu wie du hie sagst, 

Wölst keusch bleiben, so lang du magst. 
Ich wil dir setzen keinen hüter 
Weder über dein leib noch guter, 
Sonder solst selb dein hüter sein, 

i6 In deinem hauß bleiben allein; 
Wann es ist ye die beste hut, 
Welche ein mensch im selber thut; 
Wann frembde hut die ist verlorn. 

[AB 3, 2, 173] Marina spricht: 

so Nun hab ich mir ye außerkorn 

Mein lebenlang ehr, schäm und zucht 
Und hab auch nit änderst gesucht, 
Denn was eim weibßbild wol steht an. 
Dergleich wil ich auch forthin than, 

«5 Niemandt änderst erfaren sol. 

Aranua spricht: 

Ja, du sagst war, ich weiß das wol, 
Das du von anfang deiner jugendt 
Erzogen bist in aller tugendt. 
so Ich sag aber, so dein geblüet 
Erhitzigt wirt, dobet und wüt, 
So ich auß bin in mitler zeit, 
Die natur dein gemüht bestreit 



7 S abanoken. 8 S Wie dir auch rormals. 9 gar kein] 8 kainen. 
1« ye] K hie. 18 die ist] 8 ist gar. 20 ye] K hie. 21 83 schäm, 
er. 26 8 nie. K änderst nioht. 32 In mitler] 8 10 lange. 33 K bestreut 






Und in unkeusch flammet und brint 

Und dich dein bcgier uberwindt, 

Kaust lenger dich keusch halten nit, 

So ist an dich mein hertzlich bitt: 
& \v..]-i in der sach handien vernunfftig, 

Anff das mir und dir denn zukünftig 
[K3,2,358jDarauß nit erwachß ewig schandt, 

So das den lenten würL bekandt. 

Derhnlb so folg meira treweu raht: 
< Es sindt in Genua, der stat, 

Viel schöner jilngling; anu den allen 

Erwel dir ein mir zu gefallen, 

Der sthil, weiß und filrsichtig ist 

Und heimlich helt zu aller frist 
i Die bulerey, als wol als du. 

Wann wo du dich gesellest zn 

Eim jüngling, frech, wanckel und thum, 

Leichtfertig, bübisch und unfrum, 

Lautreisaig, der wirt nit verblilmen 
i Sein bulen, sunder sich dein rumen. 

Darmit kombat du unter die leut; 

Darvon wirt all mein frewd zerstrewt 

Und wirt verletzt deiu weiblich ehr, 

Das du abwischest nimmer mer. 
i Derhalb volg, es ist nicht mein schertz. 

Marina spricht : 
Vor engsten zittert mir das hertz; 

Dein wort tliun mein gemüht erschrecken, 

Seufftzen, trawren in mir erwecken 
i Und Ihun mir all mein freid zu-trümmern 

Und tlmnt mich inigklich bekümmeru, 

Weil du sprichst, du wist wol, das ich 

In deim abwessen nit ktlune mich 

Keusch halten. Daranfl" ich dir zusag: 
, Gott laß mich erleben nit den tag, 

s et io vnkewacli flamht rnd print. 6 B wnisi. 7 S «wij. 

■ S wirt. 13 I,«u (reinig] S Rmnroltig der -litt. 31 S ktHuitw. 
Urt. 27 6 »ngitan. 29 5 thunt. 30 6 than. A Ihut, 

icilr. 31 £ Ihupt. A tbul. 33 3 iibellB. 31 innig] S Big 



91 



Das ich mein trew an dir thu brechen, 
Bit gott, das selb wöll an mir rechen, 
Wil auch erwarten in keuscheit, 
Ob gott wil, deiner zu-kunfft zeit. 

5 Ob aber solichs körn herbey, 
Das du besorgst, da gott vor sey, 
Wie du das hie anzeigest mir, 
So wil ich entlich volgen dir; 
Wie du begerst, so sols geschehen. 

10 Das solst du dich zu mir versehen, 
Zu pfandt hab dir mein trewe da. 

Aranus spricht: 

Mein aller-liebste Marina, 

Ich danck dir, das du meinem rath 

15 In deinem hertzen gibest stad, 

Folg und besteht den in deim hertzen. 
Darmit nimbst mir sorg, angst und schmertzen 
Auff meiner reiß, die ich vorhab. 
Morgen so wirt ich faren ab. 

20 Gott sey mit dir, halt dich in hut, 
Ich hoff, es wirt noch alles gut, 
Wo du mir folgst in allem stück. 

Marina umbfecht in, spricht: 

Nun geb dir gott heil und geluck, 
85 Gott wöll mit frewden helffen dir, 
Frisch und gesnnd helffen zu mir, 
Da denn in frewden leben wir. 

Sie gehen baide ab. 



Actus 2. 



Dagmanus, der jung dootor, geht ein, redt mit im selb: 



2 S Pit got wölt das selb. 10 8 soltw. 11 S trew alda. 19 

faren] 8 schiffen. 21 8 werd. 22 allem] S diesem. 27 8 Da dan. 



92 

Nun so bin ich gen Genua 

Her kämmen von Bononia, 

Alda ich vier jar hab studirt, 

Biß das ich da hab docteriert. 
s Nun thu ich aber alhie schawen 

Sehr vil holdtselig schöner frawen 

Und sehr geneigt zu bulerey, 

Das selb ein gmain laster hie sey, 

Wie das geschray ist durch gantz Welschlandt. 
10 Aber solich laster und dant 
[K 3, 2, 359] Mich warlich nit verfüren soll, 

Gott mich darfür behüten wöll, 

Weil frawen-lieb, bulschafft und gunst 

Acht weder weißheit oder kunst, 
15 Welches doch ist mein höchster schätz; 

Drumb hat bulerey bey mir kein platz. 

Unkeuscheit ist ein bitter gall, 

Schedlich für ander laster all. 

Wer sie versucht, den reitzet sie, 
20 Wer sich drein gibt, den würgt sie hie, 

Schadet dem gsicht, schwecht die Vernunft 

Und kürtzt das leben in zukunfft, 

Den gutten leumunt sie versert, 

Ehr und reichtumb sie verzert. 
25 Krenckt den leib, bringt die seel in noht, 

Erfrewdt den teuffei, erzürnet gott. 

Derhalben ich ir müssig geh, 

Biß ich einmal kumb in die eh, 

Da lieb billich und ehrlich ist, 
so Wie man beim philosophum list. 

Wil ietzt gehn in mein Studium 

Und lesen den Salustium. 

Dagmanus geht ab. Marina gehet ein mit Silpha, irer magdt, 

und spricht: 

95 Nun ist mein lieber herr dahin, 

* 

1 so] 8 ii. 4 dootorirt, wie s. 100, 8. 10 8 laster ist ein dant. 13 
8 holtschaft. 14 8 Aobt weder er, Weisheit nooh kunst. 10 8 Wer. A 
Wen. 20 S den dotet die. 23 8 leumunt. A leumut. CK leymut. 24 
8 auch versert. 30 nein philosophen. 32 Salustium] 8 Aeursium. 33 
8 Dagmanus. A — os. 33 magdt] 8 maid. So überall in dieser oomoedie. 







93 




Seinr zukunfft ich erst hoffen bin 




Etwas biß in das dritte jar; 




Mitler zeit halt ich mich fürwar 




Still und einmütig in dein liauß. 




s Ich sclmw za keinem fenster nuG, 




Wil nach außgehn zu keim wol-leben, 




Mich kleidn wie ein wilfraw eben, 




Wil einspern ketten, schmuck und ring 




Und mich einziehen aller ding. 




10 Hiß mein lieher hc-rr wider kuinb. 




Denn wirt ich frölich widerumb; 




Dieweil mag ich kein freud mehr haben. 




Bilpha, die magdt, spricht: 




Wolt ir sein lebendig begraben 




i& Und haben gar kein guten mutb'f 




Wolt ir in ewrem jungen blut 




Also verderben und ersticken, 




Euch selber fangen und verstricken, 




Verlieren ewr beste zeit 




k An lost und freud in trawrigkeit, 




Die niclit zu wider bringen ist? 




Muri im spricht : 




Gar unzticfalig und grob du bist. 




1 A lukuinfi. 2 CK eiwen. IS in m«im. 5 S Wil gcbawsn 




iw kaim. 11 S Erit wirt ich frolteh. 13 Aaf bl. 330' des 10 tpraoh- 




buohes b*t II. Kuli folgende! eingemorieben: -Dieie n iah folgende reimen ge- 




hören in die oomedi Murin», im 271 plat angofungont Jockle ainem narren 




oberal ningeniengot an "tat der mnid Silun, die fortbin nit wer geprnuchet tvirt 




in der oomedi auoh ellioh wenig reimen darnnder der doator dagmani wie fol- 




get.. Die veno stimmen lUtneiit mit den im leit gegebenen ufaereiu and be- 




•tttlfM mehrere and erungan. Wo Abweichungen sioh linden, fügen wir die 1m- 




arl dos nachtraget mit der baieichnung 6' bei. Zur verglaicbung mögen die 




ersten veno vollständig hier flehen. >Joek!enarr: Will« »ein lebentig vergraben 




Vnd beben gar kain gneten mnetT Wiltw in deinem jungen pluet Also verderben 




rnd ersticken. Dich »albert fahon vnd verstricken Vnd verlieren dein petto Mit 




On luest vnd fieud in IrnwrikoitT I< vnd driook vnd frulioh sej! J-o bab ich mein 




dait auch dsrrwjr Vnd achlcm aueb mit iv aller tritt. 4 14 8 Wolt. 1« 




«■r] UCK mm. 





m sir Harn, wirxfs 




Ztat ?ir sei iiiTinT : anrö ihtct 
Tul »2 acx BTTia lmt 



Cll IST Ar fcumi kumbt» spricht: 









J«r ttest nir jhmsic £iai£xc iai äcki 
* Sau e*k xä sui $*üii Är $*rä&t~ 

Ar t\i\mm 9*** Ä 3tifeft*~ ** 3n^p2K. <«kt ein, redt mit ir, 



7a* «eil Attsr Mir 2* «im ürta^cu 




•$ SS 4 5an «int 
Ufc *rfl wol 

30 SS' 
gar Bit vi« Torhin. 






Das frawen tragen lange kleider. 
Darbey ein kurtieu muht kider. 
Sie tliut eich wider scbmuckii uud »wen 
Und scliwaifft autt hin uml her spazieren, 

; Siebt auch uml) nach den jungen gselbti, 
Die sich ir zu lieb teglich Stilen 
Und naclils hoffieren an der gassen, 
Die sie erstlich tiiet flüchtig hassen 
Und bey ir bellen gar kein Stern. 

10 Ich hoff, es sol bald besser wem; 
Wil i ii 11 ii. samb thu iclts nit verschon. 
Ich iitulj gehn in mein kuchen gohu. 
magdt geth ab. Marina humbt und redt mit i 
spricht : 

is Mein berr der ist atiß gar zu lang, 
-Mii - ist gleich worden angst und bang; 
leb het nit glaubt, das an den alten 
So lanckweilig wer hauß zu halten 
In dem hauU, der magdt und uns beden. 

io Der potster wil nit mit mir reden, 
So gibt mir auch wenig frewd die inaidt. 
Erst denck ich an meins tnuns abseheidt, 
Das unmöglich sej- die keuscheit 
l-'iin weib zu halten so lange zeit, 

*s Die jung und schön scy von gestaldt. 
Derhalb hat mich auch mit gewählt 
Die briimet lieb überwunden, 
Gentzlich gefangen und gebunden, 
ledoch so weiß ich noch nit wol, 

3u Welichen äussernden sol 

Unter den Jüngling allen sanden, 
Der weiß, fürsichtig und verstanden. 
Der solche liebe kündt verschweigen. 





1 SS' 
■. SS, 


34. 


A langen. 
S 8' lirn. 1 


2 8 Vnd 


darpej. 


8' Vnd. 
'chivimcireii 


. a' vi 


OK d 


.ullie. 


Vgl. 


»uli | 8 • 


uob. 8 i 


iMi 


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■ „..!„., 


Diirn. b 68' 


gtelo. 


6 88' 


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«lein. 


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6 mit mit Bit. 


31 9CK weug. 


24 8 F. 


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Ein. 


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8 pnooaot. 


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i.cbe. SO .- 


Weichet 


1 lob. 


33 6 Öoliobo mai 


o liab 


ÜUJll. 




Mich dunckt, mein hertz das Um sich neigen 

Zu Dagtnano, dem jüngeling; 

Er aber lest sich keiner ding 

Mercken, das er gunst zu mir trag. 
b Was ich mich eignet etlicb tag 

Gehti im mit freundtling angen- blicken, 

Mit liebe in auch zuverstricken, 

So wendt er mir ab sein gesiebt 

Und gieng sein straß, thet der gleich nicht, 
in Sani er mich serlt, schambafft und züchtig, 

Derhalb uirt er sein wert und dllclitig 

Der lieb für all Jüngling der stadt 

Nach meines lieben mannea ralit, 

Mein lieb er zu dem besten kert; 
:;, Denn er ist weiß and wulgelert, 

Doctor der recht, ein fein jung mann, 

Der wol reden und schweigen kan. 

Ich wil gleich mein maid nach im senden, 

Meinen l'ursdilag bey im zu enden, 
to Silpha! Silpba! vor allem ding 

Dagraano, den jungen doctor, bring! 
[K 3, 2,361 1 Sprich, ich darff sein nötiger such 

Und bring in her in mein gemach. 

Sie gehn beide ab. Doctor Dagmanus gellt ein, redt in ein buch 
•) mit ihm selb unnd spricht : 

Ich boI da in juris studieren, 

In eim liandel eim advociren, 

Der igt zwar in dem grundt uit gat. 

Der müh mich gleich verdriesen t-hat; 
w Ich liab zwar meinr bartey tbun sagen, 

Sie solt sicli gütlich vertragen 

Zurecht mit irem widerbart. 

Das recht werdt sie gewinnen hart; 

Weil sie mir nun nit folgen Hüllen, 
ss Der schlappen sie gewarten sollen. 

& 8 »igen. 8 S Went N »1 mal ab »ein gewebt. II 8 Dar wirt 

ia>D. 12 S Meinr lieb. S jUngling. A jungling. 18 fein] 6 «obOn. 

II S Umii »na ber den doctor pring. 23 ö ich duerff. 14 CK eim. SO 

mein.. 31 B wie. CK null«. 32 S On recht mit irai wider- 

H 8 wol; HL 



97 

Unschuldig bin ich an dem endt 
Und wasch wie Pilatus mein hendt. 

Silpha, die magt, kumbt, sprioht: 

Herr doctor, mein fraw schickt mich her 
5 Zu euch, und es ist ir beger, 
Ir solt ein gang hin thun zu ir. 

Dagmanus, der doctor, sprioht: 

Mein liebe köchin, saget mir, 

Wer ist dein fraw? wo sol ich hin? 

10 Silpha, die magt: 

Marina, die schön burgerin, 
Die aller-reichcst dieser Stadt. 

Dagmanus sprioht: 
Gehin, ich folg deiner fußpfadt. 

Die magt geht ab. Der doctor redt mit im selb, sprioht: 

Was wil mein die zart frawe jung? 
Hat etwan ein rechtfertigung ? 
Vor ghricht muß ich ir thun beystandt, 
Wiewol sie mir nit ist verwandt, 
so Begert sie änderst was an mich: 
Als bulerey, so wil auch ich 



2 mein] CK die. 8 saget] OK sag da. dein] S eur. 14 S' 

Sag mir wo sie ir wonnng hat. Joekle: Das neohst haus neben irm naoh- 
pawern. Der doctor: Ey, sag mir das reeht aUers lawern. Wo stet irs naoh- 
paur haus sag mir ach. Joekle: Ge nur den neohsten der nasen nach, So 
kompetw ge'rad in ir haus. Der doctor: Ey lieber sag mirs dewtseh heraus. 
Joekle narr: Wie pist so vnweg weis als mans Waist nit die kirehen sant j oh ans Da 
stet ein groses hoohes haus Mit qwader pawet gar durch ans Vnd hat dartw 
sin rote thtter Da selb ge hin klopff an der thUer Da selb mein fraw ir wo- 
nnig bat. 18 ioh] fehlt B. 20 S Pegert aber anders an mich. 

Hans Sachs. XIII. 7 



98 



Mich gehn ir wol und ehrlich halten, 
Mit lieb sols mich gar nit vergwalten, 
Ich wils als lassen glückes walten. 

Der doctor geht ab. 



6 Actus 3. 

Marina geht ein allein unnd spricht: 

Dort kumbt der, des mein hertz begert, 
Der alier-liebst anf dieser erdt. 
Ich hoff ye, mein beger und bitt 
10 Werdt er mir gar abschlagen nit. 

Dagmanus, der doctor, geht ein, beudt ir die handtunnd spricht; 

Fraw, ich wünsch euch glück und heil 
Und aller Seligkeit ein theil! 
Warumb habt ir mich beschieden her? 

15 [AB 8, 2, 175] Marina spricht : 

Mein Dagmane, das mein beger 

Mit kurtzen Worten enteck ich dir: 

Aranus, mein herr, ist von mir 

Gereist gen Alexandria 
so Nach kauflmanschafft, und ist nu da 

Von mir auß in das dritte jar. 

Der als ein weiser mann für war 

Mein natur und complex erkendt, 

Weiblich blödigkeit. An dem endt 
25 Seins abschiede saget er allein, 

Wie es mir wirt unmüglich sein, 

Keuscheit zu halten an ein mann; 

Hat mich darauff gebeten schan, 

Ich sol au ff das lengst halten mich 
3» In zucht und keuscheit, biß das ich 

Mich gar nit lenger müg erhalten, 



3 S loh wil gen das gl ueek lassen walten. 12 SK gelUeok. 1 4 8 psohieden. 
S worin. 20 du da] S alda. 25 S absohaid. 26 S wuerd. 29 S eolt. 



99 

Das mich die brnnst thu gar vergwalten 

Der lieb; dann sol ich mir erwelen 

Ein jüngling, mich dem za-gesellen, 

Der still, züchtig and ehrlich sey, 
5 Weiß, fürsichtig auch darbey, 

Der schandt and laster auch furcht sehr, 

Der selb bewar mein weiblich ehr, 

Auff das es innen werdt niemandt, 

Das ich nit kumb in offne schandt. 
10 Nun hab ich dich nach seinem raht 

Erweit in Genua, der Stadt, 

Auß den andern jüngling allen. 

Derhalb laß mich dir auch gefallen, 

Mein Dagmane, zu eim bulen schon, 
15 Da magst verwesen meinen mon 

In aller still gar heimlich. 

Wo du aber verschmehest mich 

Und thest mein angesicht beschemen, 

So wirt ein endt mein leben nemen 
20 Mit ewigen trawren und klag. 

Dagmanus, der doctor, sprioht: 

0, mir ist kein frölicher tag 

Erschienen, weil*ich lebt auff erdt 

Des tags hab ich von hertzen gert, 
25 Wie selig bin ich durch das stück, 

Wie uberhoch hebt mich das glück! 

Du alier-schönste Marina, 

Heut hast mich selig gmachet da, 

Weil wir viel fröliche tag auff erden 
so* Baldt mit einander haben werden, 

Das niemandt weiß ir heimligkeit. 

Nichts irt mich, denn ein kurtze zeit, 

Die wir beid erwarten müssen, 

Uuser inbrünstig lieb zu büsen. 

1 B thut. 2 Der] K In. 2 8 er wein: geseln. 5 S weis vnd f. CK 

fürsichtig vnd auch. 7 S Der wert powaren mir mein er. S das] fehlt 8. 1 2 
SCK anderen. 16 SCK bajmelicb. 18 K thetest mein angsioht. 19 8 
wuert. 20 8 Mit ewiger trawriger elag. CK traweren. 25 das] 8 dis. 
27 SCK Da. A Die. 29 8 frölicher. K frölehe. 31 8 Ganz still in 
alter haimlikeit. 33 8 Der wir paide erwarten mUtsen. CK beide. 



100 

Marina spricht: 
Wie lang wirt weren solche zeit? 

Der doctor spricht: 

Ich offne dir mein beimligkeit, 
6 Mein all er- schönste Marina. 

Als ich stund zu Bononia 
[C 3, 2, 132] Und auff der hohen schul studirt, 

Die wochen eh ich docterirt, 

Da wart ein auflauft in der Stadt. 
10 Von wegen solcher übel tliat 

Wurt ich mit vil Studenten gfangen. 

Da drohet man uns alle zu hangen. 

In solchem jamer hoch betrübt 

Da thet ich gott ein gros gelabt: 
15 Wo er mich brecht auß dieser gfencknus, 

An nachteil der grewlichen zwencknus, 

So wolt ich .mich ein gantzes jar 

Keuschhalten, und darzu verwar 

Fasten das jar mit wasser und brodt. 
20 Nun hab ich ghalten die gebot 

Das jar auß biß auff sechtzig tag; 

Doch ich die selbing theilan mag, 

Das ein mensch fasten mag die dreyssig. 

Darumb hertzlieb bit ich dich fleissig, 
25 Wölst du nemen dreyssig tag auff dich, 

Mir helffen fasten heimelich 

Mit wassr und brodt, auff das denn wir 

Nach unsers hertzen lust und begier 

Möchten baide in frewden sein. 

so [E 3, 2, 363] Marina spricht: 

Dagmane, ausserwelter mein, 
Des fastcns ich gantz willig bin; 

4 SCK öffne. 8 S dootorirt. Vgl. s. 02, 4. 11 vil] S aoht. 12 S drot 
CK all. 14 gros] S solch. 15 S der gefenoknus. 18 S vurwar. CK 

fürwar. 10 S wassr. 20 die] S dis. 25 S Wolst die dreisg dag nemen auf 
dieh. 27 S Mit wassr vnd prot auf das wir Naoh vnsers herzen luest pegir 
Pald möohten pey ein ander sein. B wasser. 



101 

Dreissig tag die gendt gar bald hin, 
Das wir erreichen gesetztes zil. 
Heudt des tags ich anfahen wil, 
Darfür solt gar nit sorgen da. 

Dagmanus, der doctor, beudt ihr die handt und spricht: 

Nun so geh dir gott glück darzu 
Und rieht das auß, als ich dir traw. 
Bewar dich gott, du schönste fraw, 
Doch mitler zeit ich widerumb 
10 Oft zu dir, dich zu trösten kumb. 

Marina gibt im den Schlüssel und sprioht: 

Das thu, geh, das dich niemandt spür, 
Auß und ein durch die hinter thür, 
Da dich niemandt kan sehen gar, 
15 Darmit dein und mein ehr bewar. 
Nun geh hin und bewar dich gottl 

Dagmanus beudt ir die handt unnd spricht: 

Dich auch vor trübsal, angst und noht. 
Las mich dir fort befolhen seinl 

so Marina sprioht: 

Und mich dir auch, mein hertzigs ein. 

Der doctor geht ab. Marina sprioht: 

Nun wol, das ich ein bulen han, 
Ein stil, zuchtig und weissen man,„ 
25 Gantz wolgestalt, jung und gerad, 
Der meiner lieb hat groß genad, 
Der uns verwaret baider ehr; 
Nun wirt ich trawrig nimmer mer. 

Silpha, die magdt, kumbt und spricht: 
so Fraw, was sol ich zu essen kochen? 

1 S tage die gent pald h. CK dahin. 2 8 gsestes. 8 schönste] 
S larte. 12 S So ge aus das dich nimant spUer. 23 8 Wol mir daa 

ioh. A iok. 29 S' Jockle: Frawlein mich sohiokt die raaid iv dir Dw solst 
durch mich pe eichen ir, Was sie dir heint *▼ nacht toi kochen. 



102 

Marina sprioht: 

Ich wirt in den nechsten vier wochen 
Teglich vasten zu wasser and brodt, 
Also hab ichs verlobet gott, 
5 Biß das gesundt kam auß der ferr 
Wider mein lieber alter herr. 
Derhalb so koch dir, was da wilt, 
Das dir dfin hunger werdt gestilt. 
Doch sag niemandt von meinem fasten. 

10 Die magdt spricht: 

Fraw, ir werdt nicht sehr darvon mästen, 
lr werdt wenig schmers gwinnen darfon. 

Marina spricht: 

Schweig, kumb lass ans gen, kircben gohn. 
15 Man hat geleutet zu dem ambt, 

Auff das nichts werdt an ans versambt. 

Sie gehen beid ab. Doctor Dagmanus drit ein , redt mit im 

selb, spricht: 

Ich maß gen, mein baischafft beschawen, 
20 Ob sie auch halt glauben und trawen 

Und noch fast mit wasser und brodt. 

Thut sie das, so hat es kein noht: 

Ir wirt erleschn der unkeusch fewr, 

Damit kämmen zu hilff and stewr 
[AB3,2,176]Forthin irer weibliphen ehr, 

Das sie die selb forthin nit mehr 
[K 3, 2, 364] Also leichtfertig schlag in wint, 

Weil das fewr Veneris brint 

Allein von gutem essen and trincken; 
so Wo das nit ist, thut es hin-sincken, 

3 8 AI tag. 5 8 Auf das aus fremden landen ferr Gsund wider kumb 
mein alter herr. 10 8' Jookle : Frewlein dw wirst darfon nit mästen Wan dw 

siohst ie wol das die sew In der stat vnd auch auf dem gew Gewinnen gar 
weng schmer darfon. Rieht mit dem grosen löffel on Gnet faist rotseok vnd 
ktttel wamppen, Das wir waidlich haben tv sohlamppen; Da halt ich werüoh 
mer darfon. 15 8 geleut sv dem tag ambt. 16 8 versambt. A versaumbt. 
23 B vnkeusohheit. 27 8 So leichtfertig schlag in den wint. 28 SBfewer. 

20 8 essn. 30 8 thnet es hinsincken. A so thut hin sinoken. 



103 

Die unkeusch begir thut erkalten, 
All unornlich lieb wirt gespalten. 
Nun ick wil gehn, sie trösten bas, 
Das sie vom fasten nit ablas. 

Marina gehet ein, setzt sioh und schreidt: 
Silpha, Silpha, kumb einher ! 

Silpha, die magdt, kumbt, spricht: 
Mein fraw, was ist ewer beger? 

Marina spricht: 

10 Bring mir die rauhen schawben rein, 
Das ich mich hüllen mag darein 
Und heitz die stuben bas, als eh: 
Der frost thut mir so grawsam weh; 
Mir sebawret gleich die haudt drüber; 

15 Deck mir das unter-deckpeht über, 
Ob das selbig dest basser kleck, 
Und thu hinweck die seiden deck, 
Darunter bin ich schier erstart. 

Silpha, die magt: 

20 Ey fraw, ir legt euchs gar zu hart 
Mit ewrem teglichen schweren fasten. 

Marina spridht: 

Es bekumbt mir wol nit am basten, 
Noch wil ichs volendt bringen naus. 
25 Schaw, wer geht binden in das haus. 



3 S sie gen. 6 SCK einher. A eiher. 7 8' Jookle : frewlein was 

ist dein peger? Sol man dir sieden ain rosel wuerst? Oder bastw etwan ain 
dnnt? Sol ich dir pringen ain maluasier? Der selbig vil pas schmecket dir, 
Den vnser wasser aus dem prunnen. 11 S müg. 14 die] S mein h. da- 

rtteber. CK sohaweret. 15 vnter] S winter. 19 S 1 Jookle: Frewlein dw 

legst dirs gar xw hart Sag warzv ist dein rasten nues loh pin sein selb schon 
vrdenie* Mus auob nur essen stippen vn>l prey Gleioh sam es in der fasten sey 
Vor lebt ich auoh pas an moitn disob Da wurt mir auch ie ain stüeok flach. 
Liebs frewlein hör auf mit de im fasten. 21 S teglioh. 23 8 mir ja nioht 

naohm pasten. 



104 



Die magdt geht ab. Dootor kumbt, beut ihr die handt und 

spricht : 

Mein holdtseligs lieb, sey gegrüset, 
Du bist, die mir mein senen püset; 
5 Dein bleicher mundt und angesicht 
Die geit mir tröstlich Unterricht, 
Das da helst meiner lieb gebot, 
Fast all tag mit wasser and brodt; 
Mein schöns lieb, wie gehabst da dich? 

10 Marina spricht: 

Mein einigs lieb, es schwechet mich 
Das fasten, ich hct nicht gmeint eh, 
Das fasten thet dem leib so weh, 
Eh ich michs unterwunden hab. 
15 Ich nimb an allen krefften ab, 

Mein füs wöln mich schier nit mehr tragen. 

Dagmanus, der doctor, sprioht: 

Ach mein hertz-lieb, thu nit verzagen, 

Laß nit ab, als lieb ich dir bin. 
20 Ein tag geht nach dem andern hin, 

Heut haben wir in nnserm streit 

Gleich aberwanden halbe zeit, 

Ist noch umb fünfftze tag zu thun. 

Denn wöll wir haben frewd und wunn. 
25 -Drumb trag die kurtz zeit noch geduldt, 

Tregst da mir änderst lieb and haldt, 

Wie ich das auch kein zweiffei hab. 

Marina spricht: 

Ja, ich wil ye nit lassen ab, 
so Und solt ich gleich mein junges leben 
Dir zu lieb ob dem fastn auffgeben, 
Des hab dir auch darob mein drew. 

Der doetor spricht: 



7 8 holst. A helsts. CK heltst. 12 bot] S hab. 20 6 andren. 

21 8 ynarem. 27 8 Des ich auch kain. 





105 






Deins stetten willen ich mich frcw, 




[K 3, 2, 


365] Halt dich nnr fest mit! sey getrost, 
Bald werden wir baide erlöst 
Auß nnserm senen, angst und noht, 
r, In deim fürsatz besteht dich gott. 




Ei- beudl ibr die lioiidt, gehen baide ab. Die magdt kumbt 




und spricht: 






Meinr frawen das holen solt vergehn, 






Sie kan kaumb nun den füssen stehn, 






io Vast dem doetor zu lieb dreyssig tag, 






Vor bunger sie nit schlaffen mag, 






Hat zn nacht im bebt ein groß gemern, 






Ein nebitzen vnd lautes wemmern; 






Wasser und brodt das thut ir andt, 






io Sie hat nur guter bißlein gwandt, 






Als wilbredt, fogel und guet visch, 






Gnt schlecker-bißleiu an irem tisch 






Und wolgescbmackleu guten wein. 






Bey dem kündt sie wol frölieb sein, 






tu Ir wang von roseu-roteu färben. 






So sie ietzt thut das selbig darben, 






Ist sie erblichen umb den Schnabel, 






Wie wols mir macht ein ander fabel, 






Wie das sie hab verlobet gott, 






.■■-. Zu fastn dreisg tag zu wassr und brodt, 






Auff das gsundt kunib ir alter herr 






Wider heim auß den landen ferr. 






Solt sie gott also fasteu tluxii. 






Sie het*lengst gelassen darvau. 






so leb hab ir und des doctors wort 




4. 8CB nurem. A TDi«ro. tO 8 dreiig. 11 nlt] SS' kaum 


schlaffen] S' 


fel.wa. 


2 S' Hut iw nuht oft im j.et ein weraom Ein scbiion 


aewfion vnJ 


gemorn. 


10 SS' fogel. CKvägel. IT S All. 8 irm. S' Alla goeto 


giobleok an 


iroin dlicb. IS guten] SS' itarokon. 21 SS' duet de« selben. A 


tbunt. 23 


BS' andre 


11 SS' Sie hab dreiig dng verlobet got. Zw falte 


n mit woeiet 


tnd prot 


Auf Jus widoruinb nun der ferr Qeauat heim kumb ir 


iltor horr. S' 


fögl noch bei; Jaintoi war, so wil loh lucckon Vnd fsacu gleich 


ein hant Toi 


»necken. 


Fat dreck, lab heb keine erdabt, He t iah noeh so r-ch 


wind durnaon 


(«hnabt. 


26 SS' .1» soll sie got dm falten thon. 30 BS' in. 


S' knockten. 


SS'B war 


. A wor. 





IM 

Hamifich in der kacken gehört, 

5och thn Feh stets, am merck khs nit. 

Wie es seh doch wöl enden mit. 

[C3.il33T Marin« knabt, acta* sieh kroeUidi raff den seasel 



Stink*, wie lim ick so madt! 

Dos festen mkk zn-geriekt bat. 

Kr ist Tersckwwade» all mein kraft, 

Hak kein* sekier die kalb nacht zankiafft. 



8Upka spricht: 
w Was nökt enck, das ir also fast? 

Marina spricht: 

Ick glaube dn wol gemereket hast, 
Wie k*b in liebe wardt entzttndt 
Gen dem doctor, der mir vergündt 
n Sein Heb. wenn kk fast drejssig tag. 
Hab glast, das ich die handt kaum trag, 
Das fewr der lieb ist gar erloschen, 
Mein begir die bat gar anßdroschen, 
Hab kein Inst mer zn balerey. 

** 8Upha, die magdt, sprioht: 

Ja« fraw, kk glanb gentzlichen frey, 
IVr doctor als ein weiser man 
Hab solkbs alles darnmb than, 
Ua$ er envk mit dem fasten trieb, 
t* A*o*9tt-le$chen die inbrünstig lieb, 

Anff das ir rein nnd keusch mttgt bleiben 
Mtt Andern frnmb erbarn weiben; 

Solkhes andt mich ganta und gar. 

* 

\ v^| y^ifs ^ Haittlieh hinter dem offen ghort. 3 CK Wie sie es 

w**kx 4 SOK w«t« A «et*. 1 6 not. S' Wer not dich , das dw also 

**»*< I? 9 M*U frnr* 18 die hat] S hat auch. 22 weiser] S' listig 

|$ 5**YK *We* A aUtr. 24 mit] S' it. 25 die] S' dein. SS' pruost 

Wl» M*V *f S* Attt das dw forthin frnmb tbest pleiben. 27 SS' Gleioh 

w** Mitnn wtJben. BCK weiben. A weibern. 28 S' Drumb is vnd 

jttlaa tt*»t» Dw siehst, das fasten thnet kain gnet, Vnd las das fastn 

£a* tifjttt als aia listig mon Preeht dioh wol rmb dein leben gar. 



107 

Marina spricht: 

Silpha, Silpha, da hast war, 
Es dünckt mich auch im hertzen mein, 
Es wirdt auch gwiß nit änderst sein, 
5 Da kumbt der erofest daher; 
Laß schawen, was er fort beger. 

Der dootor kumbt, beut ihr die handt und sprioht: 

Mein Marina, wie ghabst da dich? 
[K3, 2, 366] Ich kamb za trösten dich and mich 
10 In warer lieb obn alle scbew, 

Marina spricht: 

Dagmane, ich erken dein trew, 

Erbare und züchtige lieb, 
[AB3,2,177]Die nit auß unornlichem trieb, 
15 Wie ich mir fürgenummen het. 

Nun wil ich dich an dieser stedt. 

Erst recht lieb habn in keuscher lieb, 

Weil da mit der messigkeit trieb 

Mir hast verwaret mein keascheit, 
20 Weiblich schäm, zucht and erbarkeit, 

Hast ans trewlich verwaret mehr: 

Mir und meim herren unser ehr. 

0, wie wol and recht hab ich than, 

Das ich. gefolgt hab meinem man, 
25 Ein weissen bulen hab erweldt, 

Der durch weißheit hat abgesteldt 

Von uns groß laster, sündt and scbandt. 

Uns ist nit müglich allesandt, 

Mein freundtschafft, mir und meinem man, 
so Dir gnagsam zu dancksagen than. 

Du aller-weissester doctor, 

Dein zucht und trew schwebt hoch empor, 

Geh in mit fried und gesundthcit, 

Wünsch dir ewige Seligkeit 
33 Für diese deine trewe wolthat, 

5 S erenfest. 14 S vnörnliehem. 17 BK haben. 28 S allensant. 
20 8 Meinr. 33 S freud. 35 SCK dein« 



108 

Dagmanus, der doctor: 

Weil nun mein lehr und weiser raht 
Dich thet vor scbandt und laster schützen, 
So thue solch ertzney fürbas nützen, 
5 Nemlich die edel messigkeit 
Für die brunst geiler unkeuscheit, 
Biß dein herr wider kam zu lant. 

Marina spricht: 

Darauf! hab dir mein trew zu pfandt, 
10 Ich bitt, vergib mir mein thorheit. 
Fort wil ich meines lebens zeit 
Nimmer mer handien wider ehr, 
Sander volgen deiner trewen lehr, 
Deine trew vergessen nimmer mer. 

15 Sie gehen ab. Der ernholdt beschleust: 

So habt ir hören abersammen 
Die comedi, darinn vernammen 
Wirt aaff das aller-kürtzt gelert, 
Wie anornlich lieb wirt gemert 

90 Durch übrig schlaffen aller weiß 
Mit starckem tranck, köstlicher speiß; 
Darvon unkeusch in fleisch and blat 
Gwaltig wüeten und toben thut, 
Das mans denn kan gewalting kaum, 

25 Sie nimmet der vernunfft den zaumb, 
Wirt endtlich doli und unbesint, 
Geht darnach an, als sey sie blint, 
Und sturtzet sich in sündt and schandt. 
Wer leschen wil der unkeusch brandt, 

so Maß im anfang zu rechter zeit 
Brauchen die edlen messigkeit 
Und thu bestendig darmit kempffen, 
So mag man drucken und ab-dempffen, 



2 weiser] S trewer. 4 S thw solch artney almal. 6 S vnkewacher gail- 
heit. 13 deiner trewen] S der deinen. CK deinr. 14 S Deinr. CR Dein. 

14 8 hören. B hörren. A herren. 20 schlaffen] S guet tag. 24 8 gewelting. 
28 8 stuerset. BCK stürtiet. 33 8 Darmit mag man drueeken ynd dempfen. 



109 

Das unornlich lieb nit auff-wachs 

Mit schant und schaden. Spricht H. Sachs. 

Die person inn die comedi: 

1. Der ernholdt. 
5 2. Aranus, der reich kauffman. 
3 S Dagmanus, der jung doctor. 

4. Marina, das weib Arani. 

5. Silpha, ir magd. 

Anno 1556 jar, am 1 tag Septembris. 
8 Unter dem datum: 688 [Ten]; im register steht die tahl 684. 



110 



[K3,2,367]Comedia, mit 9 personen zu agiern: Ju- 
lianns, der kayser, im badt und hat 5 actus. 

Der ehrnholdt tritt ein, neigt sioh unnd spricht: 

Hail, gnad und friedt, so sey euch allen! 
6 Euch zu freundtschafft und wolgefallen 

Sein wir gebeten hieher kämmen, 

Pin histori uns fttrgenummen 

Comedi-weiß zn recidirn, 

In tendtscher sprach zu eloquirn 
10 Yon eim kayser in Oriendt, 

Der war Julianus genendt, 

Regieret als man zelen war 

Drey hundert drey und secbtzig jar, 

War hochgelert, gar weiß und klug, 
15 Glückhafft. Derhalben sich zu-trug, 

Das er sich erhub über gott 

Und trieb auß Christo seinen spodt, 

Verfolget auch die Christenheit, 

Verlaugnet den tauff zu der zeit 
so Und viel gar von dem glauben ab. 

Nach dem sich auff ein zeit begab, 

Das er reit hetzen in ein walt, 

Badet sich in eim wasser kalt; 

* 

1 Im 10 spruchbuch bl. 302 bis 318. Vgl. GOdeke, dich tungen von Hans Sache I, 
Leipiig 1870 8. 275. Zn berichtigen tat nur, dass in der deutschen ubersetiang 
der Geata Koinanorum die ersählang vorkommt. Sieh H. Österley, Gesta Ro- 
manorum s. 243, n. 47. Was die Verbreitung des Stoffes anlangt, so verweisen 
wir auf Reinhold Köhlers bemerkungen im Jahrbuch für romanlsohe and eng- 
lische literatur XII, s. 407 f. IS Ein Comedi oder tragedi mit personen 
iw reoedirn. A 6 personen. 8 reoidirn] S reeedirn. HS Julianus war. 
14 gar w. u. kl.] S weis vnde olueg. 19 S Verspotet. 



111 

Da sandt gott einen engel dar, 

Der im gar gleich von person war. 

Der leget an die klaider sein 

Und rait mit dem hoffgsind hieaein, 
5 In maß sam er der keyser wer. 

Als aber nun außbadet der, 

War hin roß, kleider und hoffgsindt; 

Der kayser lieft nacket geschwindt 

Hin und wider an manig endt, 
10 Iedoch in gar kein mensch nit kendt, 

Gott hat verendert sein gestalt. 

Derbalben so war er mit gwalt 

Zu hoff und überall auß-jagt, 

Verspodt, geschlagen und geplagt, 
15 Biß er demütigt, gantz ellendt 

Sein hoffart wider gott bekendt, 

Und wider kam zum kayserthumb. 

Solichs wirt man in einer sum 

Mit wort und that alhie veriehen, 
20 Das ir es hören wert und sehen, 

Wie solichs alles ist geschehen. 

Der ernholdt geht ab. Der kayser geht ein mit all seinem hoflf- 

gesindt, setzt sieh und spricht: 

Ir lieben getrewen all gemein, 
25 Uns ist verkundtschafft ein wild schwein, 

Das im landt grosen schaden thut, 

Gantz fraisam zu vergiesen blut, 

Beschedigt bald, jeger und hundt, 

Und hawet die garen zu grundt, 
so Thuet auf der straß die lcut auch letzen. 

Das selbig het wir muet zu hetzen, 

Weil eä uns in den forst ist kummen, 

Weil viech und leut hat schaden gnummen 

Von im her gar ein lange zeit. 
55 Derhalben geht, euch zu-bereidt, 

Nembt rüeden, staiber und die winden, 

I S sent. 2 von person] S rnd enlich. 8 8 loff nackat. 11 8 hat. 
18 8 Solich gschicht wirt. 20 SCK wert hören. 21 S g ©Jonen. 24 8 
liebn. 25 SCK vorkunUohaft. A vork. 33 hat] 8 habn. 36 CK steuber. 



112 

Leidthund, das wilde schwein zu finden, 
Das wir es hetzen und auch feilen. 
Last baldt die jeger-hörner schellen, 
[K 3, 2, 368] Aoff das sich alles hoffgesindt 

5 Als baldt zu dieser schweinhetz findt. 

[AB 3, 2, 178] Der hoffhieister spricht: 

großmechtiger herr nnd kayser, 
Des orientischen reichs durch-raiser, 
Was kayserliche mayestadt 

10 An ans, die sein, begeret hat, 
Das wöll wir gehorsam und willig 
Volenden, wie es den ist billig. 
Was kayserlich mayestadt begert 
[C 3, 2, 134] Sols an außzug werden gewert, 

i5 Und ob wir gleich eins teils das leben 
Ob dieser schweinhetz soltn auffgeben. 
Wann man sagt, kain fraysamer schwein 
Sol in Orient gesehen sein 
An sterck, von leib, an hoch und groß. 

so Bald es hört der hörner gedöß, 
Lauff es den jeger selbert an 
Und haadt zu hanffen roß und man; 
Es reibt sich an dem bäum anffwartz, 
Sein haut wie hörn wirt von hartz, 

S5 Das darauf hofften kan kein spieß; 
Auch mit seim eber-zan gewiß 
Thut es im waldt groß bäum verhawen. 

Hertzog Gottfried spricht: 

Ey, vor dem schwein sol mir nit grawen, 
so Weil kayserliche mayestadt 
Sollichs von uns begeret hat. 
Und wer der eber noch so wildt, 
Zu eren kayserlicher mildt 
Wil ich mein leben in mein hendt stellen 



8 S Des. A Der. 12 S Laisten wie das ist recht vnd pillig. 15 S 
ains tail. 19 S Von leib, an sterck, höoh vnd an gros. 21 SB Lauft. SB selber. 
23 S Reimpt sieh an die paumb aufwar«. 24 S Sein hawt wie hören macht 
mit har*. K hören. 26 S sein eber ten. 27 CK bäum. 34 SK lebn. 



113 

Und in mit eigen henden feilen, 
Bald wir in finden in seim leger. 

Ein jeger spricht: 

Gnediger herr, ich bin ein jeger, 
5 Zu hoff ein geringe person; 

Den eber last mich treten an, 

Schondt ewr selb und ewer gnaden. 

Wo aber ich armer nem schaden, 

So kreet doch kain han nach mir. 
10 Es frewet meins hertzen begir, 

Wenn ich am wilden schwein verdtirb. 

Mir preiß bey dem keyser erwürb, 

Der sein hoffgsind helt lieb und werdt 

Vor alle könig der gantzen erdt. 

15 Julianus, der kayser, spricht: 

Nun last au ff- blasen, es ist zeit! 
Der weg zum forst ist etwas weit. 
Samlet das hoffgesind zu hauff, 
Eh sich das schwein im holtz verlauff. 

)as hoffgesindt geht alles ab. Der kayser redt wider sich selb 

unnd spricht: 

Unser hoffgsind ist willig als, 

letzund geleich wie auch vormals, 

Ging von unsern wegen in todt, 
25 Sie ehren uns als iren gott, 

Darzu all fürsten in dem reich. 

Und ander könig der geleich 

Gehorsamlich sich gehn uns naigen, 

Gantz untcrthenig sich erzeigen; 
30 Wann wir haben mit gwalt erleget 

All feindt, was sich wider uns reget. 

Des sitz wir in gwalt, guet und ehr, 

Das uns auff erdt gleicht keiner mehr; 

Auch gleicht uns gott im himel nicht, 

7 6 euer selb. 8 S nöm. B ein sohaden. 14 S Vor. 17 «um] 

in. 24 CK vnsemt wegen. 27 S andre. 28 S Gehorsam! ich sich, 
loh] fehlt ACK. CK gegen. 

Hans Sachs. XIII. 8 



114 

Von dem man viel sagt und spricht, 

Wie das er gar allmechtig sey. 

Wir sehen aber wol darbey, 
[K 3, 2,369]Das sehr viel leiden seine Christen, 
5 Vor nnglück kan er sie nit fristen; 

Ich selb verfolg und sie verjag, 

Beraub, verspodt und sie wol plag. 

Derhalb ist er eiu schwacher gott, 

Der sein diener in solcher noht 
10 Lest stecken und in nit helffen wil. 

Allein verheist er in nur vil, 

Das geht alles in Worten hin. 

Viel ein gwaltiger gott ich bin; 

[Den der Galileer auff erdt 
15 Leit mit seim diener viel gefert;] 

Setz mein dienr in gwalt, ehr und gut, 

Das der gott im himel nit thut. 

Der heroldt kumbt, neigt sich und spricht: 

Auff kayserliche mayestadt 
20 Wart als hoffgsindt, ghrüst zu der that, 
In dem vorhoff des newen schloß, 
Wenn sie kumb und sitz auff zu ros, 
Auß-zu-reiten an die schweinhetz 
Und aller frewd sich mit ergetz. 

Der kayser gehet mit dem heroldt ab. Der engel kumbt und 

spricht : 

Gott hat dem kavser in seim leben 

Groß ehr, gewalt und reichtumb geben 

Und auch groß gelück in dem krieg, 
•m An allen seinen feinden sieg, 

Weil er lebt in dem kaysertlminb 

Im anfang gotfürchtig und frumb 

Und det den Christen alles guts, 

Handthabet trewlich gmainen nutz. 
35 Nun aber er mit hoffart, bracht 

* 

1 S man wol fiel. CK saget. 5 S Von. 10 in? A im. fehlt S. 

11 8 in wol. A im nur. 14 und 15 fohlen 6. 15 sein dienern? 33 

S det. CK thet. A der. 



115 

Gott in dem himel selb veracht 

Und treibet auß im seinen spodt, 

Sam sey er gar ein schwacher gott, 

Verlestert auch sein heilig wort, 
5 Durch- echt die Christen durch vil ort, 

Erhebt sich in seim regiment, 

Sam hab er mit gwaltiger hent 

Durch sein vernunfft, sinn und weißheit 

Und menschliche geschicklikeit 
10 Erobert alles was er hab, 

Danckt gott nit seiner reichen gab, 

Würfft sich auff selbert für ein gott. 

Des ist im künftig angst und noht. 

Gott hat mich, sein engel, gesant t 
15 Das ich in mach zu spot und schant, 

Im nemen reichthumb, ehr und gwalt. 

Ich wil an nemen sein gestalt, 

Als ob ich selber kayser sey, 

Sein angsicht im verkeren frey, 
20 Das in kein mensch mehr kennen sol, 

Biß er werdt gedemütigt wo], 

Auff das er brttffe weit und ferr, 

Das gott allein sey gott und herr. 

In des einigen gwalt und hendt 
25 Auff erdt stendt alle regimendt, 

Der die hoffertigen kan stürtzen 

Von ihren stüln, den gwalt abkürtzen, 

Das auch noch sol in kurtzer stundt 

Dem stoltzen kayser werden kundt, 
3«) Das er ein elender mensch sey 

Und gar kein gott, durch heuchlercy 

Durch sein hoffgsind beredet frey. 

Der engel geht ab. 

LK3,2,370] Actus 2. 

* 
2 seinen] S hon vnd. 4 K Vnd lestert. 1 3 SCK Des. A Das. 1 6 

S Im nem herlikeit. 21 S demütiget. 32 R Wio in sein hoffgsind 

erret frey. 



8 



* 



116 



Julianus, der kayser, kumbt mit seinem hoffgeeindt jegerisch, 

und spricht: 

Wir seien nach der jeger Sitten 

Dem schwein nach in den forst geritten; 

5 Nun sticht die sunn so uberheiß, 

Durch unsern leib rindt ab der schweiß, 
Auß den thunstlöchlein thut außwülen. 
Wo wir uns nit sollen küelen 
In cim wasser, so muß wir sterben, 

10 Vor groser hitz elendt verderben. 

[AB 3, 2,179] Der hofimeister spricht: 

Großmechtiger herr, unuberwindtlich, 

Seidt ir der hitz so schwer entpfindtlich? 

Dort niden ein klares wasser neust, 
15 Das sich auß einem birg ergeust; 

Darin n mag ewr mayestadt wol baden, 

Erküelen sich an allen schaden. 

Allhie laß kayserlich mayestadt 

Ir geschmuck, kleider und kleinat; 
so Bey den wöl wir bleiben in rhu, 

Biß das sich wol erkülen thu 

Ewer kayserlich mayestadt. 

Julianus, der kayser, spricht: 

Nun wöll wir volgen deinem raht; 
25 Nun helffet uns baldt zihen ab, 
• So wöll wir ans wasser hinab, 

Erküelen uns nach hertzen-begir. 
Wardt, biß wir wider kumtnen schier! 

Er zeucht ketten unnd schauben ab und hut. Sie geben im ein 
badtmantel umb, und er geht ab. Hertzog Gotfried spricht: 

Hab offt gehört von ertzten ditz: 
Kelt sey nit gut auff grose hitz; 

Wenn nur den zertling kayser fran 

* 

4 S veritten. 7 S Von. S auswüeln: abküeln. 8 CK erkülen. 12 

BCK vnüberw. 14 S nidn. 15 S eim gepirg. 16 S Darin mag eur 

maiestat on schaden Erküelen sich vnd darin paden. 20 S Pey den. ACK 
der. 26 S ins. 33 sertling] S gotling. 



117 

Nicht etwan sties ein fieber an. 

Der hoffmeister spricht: 

Der kayser hat gar manig feit 
Sein tag gewonet hitz nnd kelt, 
5 Im krieg erlitten hunger und kummer, 
Zu feld gelegen winter und summer. 
Ein klein Unglück kan im nit schaden, 
Ob er gleich thuet im wasser baden, 
Wenn er im nur nicht thet zu vil. 

10 Hertzog Gotfriedt spricht: 

Er kumbt schon wider. Stil, Stil, stil! 

Der en gel kumbt im badtlach, wie der kayser abgangen ist, 

unnd spricht: 

Wir haben uns erkület wol, 
15 Uns man wider anlegen so], 
Das wir dem wilden eber-schwein 
Nachjagen biß in den waldt hienein. 
Gwili wir den wilden eber finden 
Tieft in dem finstern waldt dort hinden. 

Sie legen dem engel des kaysers gwandt unnd geschmuck an, 

gehen mit im ab. [G 3, 2, 135] Julianus , der kayser, kumbt im 

badtlach, sieht sich weit umb und spricht: 

Wo ist nur unser hoffgesindt? 
Weder roß noch gwandt man mer findt; 
[K 3, 2, 371]Sind^ ye bey diesem bäum gestanden; 
Ist ir ye keiner mehr verhanden. 
Vermeinen sie uns mit zu effen? 
Wir wollens ernstlich wider treffen 
Mit harter straff, das sie unser macht 
so Entpfinden und haben besser acht 
Anflf uns: halb nacket wir hie standt. 
Ey, ist das nit ein spodt und schandt ? 
Sie sindt leicht etwa änderst wa. 



9 8 thuet. 11 S Es kumpt der herr, stiel, stiel, stiel, stil! 17 
den] S fehlt. 24 mer] S hie. 26 S ie ir. 29 sie] fehlt 8. 318 na- 
kat. 8 hat immer diese form. Vgl. s. 111, 8. 33 8 etwan andm«*. 



118 

Wir wöllens suchen, sie sindt nit da. 

Vielleicht sie sich verborgen handt, 

Doch hab wir schertzeus nit gewandt. 

Wil schreyen dem hoffmaister do: 
5 Hoscha! Hoscha! wo bist Leo? 

Sich rüert niemandt. Was sol ich thanV 

Wir wollen zu herr Gotfridt gan, 

Zu aller nechst, so nacket blos, 

Und anklopffen an seinem schlos, 
10 Das er mir leich ein pferdt und kleidt, 

Uns gen Constantinopel beleidt. 

Der kayser geht ab. Hertzog Gotfrid kumbt, redt mit sein 

knechten. 

Nun haben wir von dem gejaid 
15 Dem kayser geben das gelaid 

Gen Constantinopel, in die Stadt. 

Die sun steht auff dem mittag-gradt, 

Ist gleich hienuber tretten schan. 

Geh heiß den koch uns richten an! 
20 Geht hin und decket uns die tisch! 

Traget auff wein, gut, küel und frisch, 

Und was man zu dem tisch sol han. 

Der ein knecht spricht: 

Gnediger herr, das wöl wir than; 
25 Der mag hebt mir gleich an zu prummen. 
Es ist iemandt an pforten kummen, 
Ich wil gehn schawen, wer das ist. 
Wer klopfft so laut? sag, wer du bist? 

Julianus klopfft an und spricht: 

ao Halt dein maul! thu baldt auff, gehin! 
Du wirst bald sehen, wer ich «bin. 

Der kayser wil eintretten, der knecht stöst in hinder sich 

und spricht: 

* 

1 S Wo wirs sueohen, sie eint nit da. 4 S Wöln. 5 S Iloha hoya. 

6 CK soll wir tban ? 8 S nackat. 1 1 SB Constantinopel. A Canst. CK 

bleyd. 18 gleich] S schon. 24 SCK Gnediger herr. herr] fehlt A. 26 

BCK an dPforten. 33 und] BCK Der keyser. 



119 

Du schalck, warumb stöst mich auß hin? 
Siehst nit, das ich der keyser bin? 
Laß mich zu deinem herrn ein, 
Maß klagen im den unfal mein. 

5 Der ander knecht: 

Bleib für der pforten, du stocknar, 
Biß ich wider kumb, die weil har; 
Dich zaig meins herren gnaden an. 

Der knecht kumbt zum hertzogen: 

10 Gnediger herr, daus steht ein man, 
Halb nacket, sagt, er sey der kayser; 
Ist ein seltzamer brillen-raiser, 
Der wil herauff zu ewr gnaden. 

Heitzog Gotfried spricht: 

15 Laß in herauff, es ist ohn schaden. 
Was er doch für ein dantman sey. 

Der knecht geht zu der pforten und spricht: 

Großmechtiger kayser, tret herbey! 
Vieleicht so wirt dir hie zu lohn 
20 Ein narr-kappen für dein krön. 

Julianus geht ein, hertzog Gotfriedt spricht: 
Sag, was ist dein beger und bitt? 

[K 3, 2, 372] Julianus spricht: 

Mein Gotfrid, kenst du mich denn nit? 

25 Hertzog Gotfried spricht: 

Ich kenn dich nit. Sag, wer du seist. 

Julianus spricht: 

Julianus mein namen heist, 
Das keyserthumb in Oriendt 

* 

2 fehlt S. 3 CK herren. ein] B nein. 8 A heerren. 13 BCK 

ewer. 15 S laßt. 16 er] 3 es. 20 S Ein narren kappen für ain krön. 

CK narrenkappen. 

1 



120 

Das steht ietzundt in meiner hendt. 

Hertzog Gotfried: 

Dn abenthewrer, wie mag das sein? 
Ich bin erst mit dem herren mein 
5 Yom jaid haimwartz dem hoff geritten. 
Du gest daher nach betlers sitten. 
Wirst ein elender kayser sein. 

[AB 3, 2, 180] Julianus spricht : 

Hab wir dich nit gesetzet ein 
10 Und dich gemacht diener und raht 
Der kayserlichen mayestadt, 
Dir verliehen das hertzogthumb 
Vor dreien jaren? Und darumb 
Schertz nit lang mit uns durch gespödt, 
15 Weil wir ietzt sunst stendt in schambröht. 
Leich uns ein roß und kleider bald, 
Uns sindt an der hetz in dem wald 
Roß, schmuck und kleider worn genumen, 
Eh wir sind auß dem wasser kamen, 
20 Darin n wir uns erkület han. 
Auch ist das boffgsind als darvan; 
Das wollen wir gar ernstlich straffen. 

Hertzog Gotfried spricht: 

Gesel, beudt hast zu lang geschlaffen, 
.25 Da haben dir getraumbt die ding; 
Back dich nur bald, eh man dir sing 
Den lumpen hausen mit ineim gesind. 
Wilt mich gesehendt machen blindt? 
Flux, drol dich auß mit solchen schwencken ! 

30 Julianus, der kayser, spricht: 

Gotfried, wenn ich dir das thu schencken, 



1 meiner] S vnser. 5 S Vom jaid baim vom seim hoff goriten. 15 
in] S mit. 17 A Vua. S hes. ACK bitz. 18 S worden gnumen. 22 
S wollen. 26 SK man. AC wann. 27 S Den lumpbansen mit dem boff- 
gsind. CK lumpbansen. 28 mioh] S vns. 30 A Juliauus. 



121 

Wenn du kumbst gen Constantinopel, 
Wil ich die schmach vergelten doppel. 
Das sey dir bey aid zugesagt. 

Hertzog Gtotfried spricht: 

5 Wol her! den narren-kayser schlagt! 
Bert im mit stecken seine lent, 
Das in botz marter schendt und blendt. 
Sol er uns also reden zu? 

Die baid knecht schlagen ihn. Der kayser spricht: 

10 Trett ab, ir schelck, last uns mit ruh! 
Kumb wir heim, wir lassn euch auf dräuen 
Allen dreyen die kopff abhawen; 
Das schwer wir euch bey unser krön. 

Hertzog G-otfried spricht: 

15 Ey zundt uns keinen weyer anl 

Fetz dich! kumbst wider alles götzeu, 
Ich laß dich ins narren-heußlein setzen, 
Darnach mit hunden dich aufhetzen! 

Sie schlagen ihn hienauß, der hertzog geht auch mit ab. 



20 Actus 3. 



Julianus, der kayser, kumbt: 

Glaub, das keim kayser in vil jaren 
Ein solch schmaheit sey widerfaren. 
|K 3, 2, 373] Glaub, das sie in dem schloß gemein 
25 Alle unsinnig worden sein. 

Gotfried thut, sam ken er uns nicht, 
Auch zu schlagen sein knecht anrieht. 

* 

1 6 Kumbstw iner gen C. 2 S Wil dir die schmach. 6 S Pert im 
mit stocken seine lent. CK seine. A seinen. HA enoh. 12 BCK köpff. 
16 SCK Fetach. SCK allers gesen. 19 mit] S naeh. 22 SCK kaim. A 

kein. 6 jarn. 23 S sohmaoheit. BC sehmaobheit. S farn. 24 S sie im 

sehlos all gemein. 25 S Doli vnd ynsinnig. 27 S Zw schla^xv toa %*&*.. 



122 

Das wöl wir streng und ernstlich rechen, 

Gott tliu uns dann das leben brechen. 

Gotfried und baid knecht müsen sterben, 

Kein mensch sol in gnad erwerben. 
5 Es ist nun auff den tag vast spadt; 

Wir wollen lauffen in die Stadt, 

Rechtferting all unser hoffgsind, 

Weil sie von uns vorritten sindt, 

Haben uns hin kleider und roß, 
10 Bringen uns in den unfal groß, 

Das wir waren verspodt und geschlagen. 

Wollen das unserm gemahel klagen. 

Julianus geht trützig ab. Der engel geht ein in gstaldt des 
kaysers mit dem hoffgesindt und der kayserin und spricht: 

15 Fraw kayserin, wöll wir spacirn, 

Hienauß in den garten mayirn 

Auff unser "köstlich summerhauß 

Und durch die gitter sehen auß, 

Wie die hinden, rech und hirschen, 
so Hin und her durch die Stauden pirschen 

Und sehen, wie auff grünen wasen 

Das wildt, schwein, fflchs und auch die hasen, 

Wie auch nach dem raub lauschen gern 

Die löwen und grimmigen bern, 
«5 Welche sich doch nit richten thüren 

An das freidige aingehüreu. 

Vom leobart schön sprung werdt sehen, 

Wie auch im gebirg in der nehen 

Die gcmseu steigen auff und nider, 
so Auch im thiergarten hin und wider 

Von vil färben die künglein 

In ir höll schlieffen auß und ein, 

Wie mit springen sich auch nit säumen 

Die aicuorn auff den hohen bäumen, 

* 

2 S den das. 4 SCK genad. 5 rast] S gar. 10 den rnfal] S dio 

■ohmaehoU. 11 waren] S wern. CK gsohlagen. 12 S Wöln das vnser. 

CK gm ahoi. 15 8 wir wötln. 1« S in diergarten. SCK mayirn. A mayern. 

19 8 vnd die hirsen: pirsen. 21 S grünem. 23 gern] S wern. 25 S thüern: 

»•huern. 27 werdt] S sv. 29 SB steigen. A steigein. 31 S küniglein. 

Wie aooh m. spr. s. nit. 34 8 Die. A Di. 



123 

Auch sehen meerkatzen und äffen; 
Sie gott so wunderbar hat bschaffen, 
Ein jedes thier nach seiner art. 
Darumb, o edle kaysrin zart, 
5 Macht euch auff, wolt ir änderst mit. 

Die kayserin spricht : 

Ach, mein herr keyser, warumb nit? 

Was ir wölt und begert in allen, 

Das laß ich mir hertz-wolgefallen. 
[C 3, 2, 136] Auch so het nach-gelassen itz 

Der sunnen uber-grose hitz. 

Des wil ich mit meim frawen-zimmer 

Mich auff die fart bald rüsten immer, 

Das wir in den thiergarten kummen, 
15 Machen auß rosen, feyhel und blumen 

Die schönen krentz, wolriechendt schmecken, 

Die wol ein schwaches hertz erwecken, 

Wellen machen ein singenden reyen 

Und alles was ein hertz mag erfrewen, 
»o Zu ehren ewr mayestadt 

Da bleiben biß zu abendt- spadt. 

Der engel-kayser spricht : 

Hildebrandt, geh lauff eylendt du, 

Heis die wegen bereiten zu, 
25 Darinn man die key serin immer 

Für, sambt dem gantzen frawenzimmer 

Und heiß auch satteln alle pferdt, 

Das wir mit unserm adel werdt 

Hienauß reisen in den thiergarten. 
so Eil, wir wollen hie darauff warten. 

Hildebrandt, der kriecht, geht ab. [E 3, % 374] Der nacket kayser 
kumbt, klopfft an. Der thorwardt spricht: 

.Wer bist, der so gwaltig klopfft an? 
Der nacket kayser spricht: 

2 8 Wye wundorpar got hat pesch äffen. 4 S küogin. 9 8 herilich gefallen. 
15 8 feyl. 18 S Wollen. BC Wollen. 19 8 als. 8 erfrayen. 20 S Zv orn 
kaiserlicher mayestat. BCK ewer. 24 8 Hall die kam«r**%vfc i^MtVcu th% 



124 

Was fragst? kanst du nit auff-than? 
Siehst da ietzander, wer ich bin? 

Der thorwardt spricht? 

Ich glaub, du seist beraubt der sinn; 
5 Ich ken dich nit; wer bist zeig an, 
Ich laß dich sonst nit herein gähn. 

Der naoket kayser spricht: 

Kenst mich nit? ist ein wunder zwar, 
Und hast mir nun dint auff fünff jar; 
10 Hab dich an das ambt gesetzt hin. 
Siehst nit, das ich der keyser bin? 
Drit beseitz und laß mich herein. 

Der thorwardt spricht: 

[AB3,2, 181]Du magst wol ein freyhertz-bub sein, 
15 Ein schlüffel und ein loser man. 
Du zeigst dich vor den kayser an 
Und ist mein herr doben im sal, 
Ruest sich und wil nach dem nachtmal 
In den thi ergarten faren hin 
»o Sambt der edelen kayserin. 

Darurab fetsch dich baldt von der porten! 

Der nacket kayser spricht: 

Ich bit dich, wölst mit kurtzen Worten 

Uns der kayserin zeigen an. 
25 Wir sein ir gemahel und man, 

Julianus, der sie fürwar 

Hab ehlich gehabt siben jar. 

Zu warzeichen hab sie mit lust 

Uns geben auff die lincken brüst 
so Heindt die nacht ein freundtlichen kuß, 

Wie sie uns das bekennen muß. 

Sag ir, das sie uns kleider sendt, 

Das wir uns kleiden an dem endt, 

* 

6 S hinein. 13 8B thorwart. A Thorwort; so auch an den späteren stellen. 
14 S freihirte. CK freyharts. 15 ein loser] S verlogner. 16 SCK für. 

doben im] S dooh indem. CK droben. 21 SK pforten. 23 dich] CK 
S wobt. 25 S sint. 26 A Jnlianus. 



125 

Hienein zu treten in den sal, 
Straffen das hoffgsind als zumal, 
Das sie uns die schmach haben than. 

Der thorwardt spricht: 

5 Bleib da, ich wil irs zeigen an. 
Du wirst aber nit viel dran gwinnen, 
Mit schänden wirst trieben von hinnen. 

Der portner trit für den kayser und spricht: 

Großmechtiger kayser, vorm hoffthor 

10 Stet ein halbnackater man vor; 
Der sagt, wie er der kayser sey, 
Lest zu warzeichen sagen frey, 
Die kay serin sey sein ehlich weib, 
Zu warzeichen hab sie seim leib 

15 Ein kuß heindt geben nach hertzen-lust 
Gleich mitten auf sein lincke brüst; 
Lest ir anzeigen gleich in zorn, 
Er hab roß und kleider verlorn, 
Als er badet im wasser kalt, 

20 Sie sol im kleider schicken balt, 
Das er herein tredt auff den sal 
Und straff sein hoffgsind all zumal 
Die hin namen kleider und roß. 

Die kayserin spricht: 

25 Herr kayser, das ist ein wunder groß, 
Das der verloffen bub kan sagen, 
Was sich die nacht heint zu hat tragen 
Zwyschen mir und ewr mayestat. 
Mit zawberey der lawr umbgat, 

30 Den teufel wirt er können beschwern, 
Der ihn solch heimligkeyt thut lern; 
[K 3, 2, 375] Ich möcht den schwartzkünstner wol sehen. 

Der engel-kayser: 



1 S dem. 4 A thorwerdt. 9 8 vor dem. 1 S naokat man darfor. 

15 S gebe. 23 hin] S im. 28 SB Zwischen. 30 S künden ptohwern. 
32 6CK sohwarskünstner. A schwartskönstner. 



Fror kTCerin, te sol geseheaeB. 
Gek. heft «in larren-krcer k*r. 
Was er treit» ftr wort nnd geber. 



geht hin und spricht 

s D» iwkiirr kajser gekia, 

Cid reo? selb Bit der karseria. 



Der naekct haysei kumbt, spricht: 

Mein gnakeL wie lest mkk so Uag stoa, 
Eh aas die pfcrdc im aaif getkon? 
w Waramb schickest dm ans Eit die kleider? 



Die kayaerin spricht: 

lieber man. kh kab dick laider 
Mein leben lang dock nie gesehen, 

Der nacket kayser spricht: 

is Hein gmahel. wie magst da das jehen? 
Ick bin dock heiod; bev dir gelegen, 
Groß firewd und inst mit dir gepflegen. 
lut thnst dn gleich, samb kenst mich nicht. 

Die kayserin deckt ir angesicht vor schäm. Der engel-keyser 
w spricht : 

Sag an. wer bist denn, dn böGwicht, 
l*as tkn so frevenlich an sinn 
ßeschenibst die edlen keyserin 
Mit worten« also nnverschembt V 

*> Der naeket kayser spricht : 

Uas aller-gröst wunder mich nembt, 
lr tbat all. samb ir mich uit kendt. 

Der eaiel-kayser spricht: 
Sajs, wer du bist und wie genendt? 

Der aaeket kayser spricht: 



Hl4 U S Mtkkttw» 0*1 fehlt CK. 13 K lebentag. 27 S thüet. 



127 

Ich bin Julianus, der kayser, 
Ein glückhafftig siger und rayser 
Über das gantze Oriendt, 
Aller gwalt steht in meiner hendt. 

5 Der engel-kayser spricht: 

Nun schawdt an, alles hoffgesindt, 
Der lauer wil uns all machen blindt; 
Zaigt an bey pflicht und aiden frey, 
Ob ich oder er kayser sey! 

10 Das hoffgsindt neigt sich als und spricht: 

Ir seidt unser kayser und herr, 
In Orient gantz weit und ferr. 

Der hoffmeister spricht: 

Ir seidt unser kayser, großmechtig, 
15 In ewren henden stedt gantz brechtig 

Da5 orientisch kayserthumb, 

Das ir habt in lob, ehr und rum 

Regiert vast in das siebendt jar, 

Gemeret und gehaufft fürwar 
?o Durch krieges sieg und an der letz 

Durch gute Ordnung und gesetz 

Erhalten habt biß auff den tag. 

Das aber dieser unsinnig sag 

Auß frevel, gleich in einem trutz, 
25 Auß stoltz, hoffertigen hochmuetz, 

Er sey kayser, so unbescheiden, 

Das ist ewer mayestadt nit zu leiden; 

Wann er möcht durch solche unfuer 

Im folck baldt machen ein auffrhner, 
so Das sunst zu auffrhuer ist geneigt, 
. Und das er unverschembt anzeigt 

Solch schmach der edlen kayserin, 
[K 3, 2,876] Solch trützig freffel und unsinn 

Ist am hüben zu straffen hart, 

2 rigor vnd] S aigbafler. 4 meiner] 6 vnser. 7 CK laur. all] fehlt 8. 
9 er] 8 der. 19 gehaufft] S geaufft. 25 S hoebmuetigem. 27 K ewr. 29 8 
folek. ACK fleck. 30 S Daa. ACK Die. 8 genüget: anwuget. 





128 

Auff das er ein andere fart 

Mit solcher lesterung bleib daasen; 
Wann narren so! man mit kolben lausen. 

Der engel-kayser spricht: 
■■ So •■■iil.!. !:i in 1 1 i - 1 : l i ; ! _- durch die pforten, 

Yerpiet im das landt allen orten 

Des orientischen ka.rsert liumb. 

Und wenn er mehr henvider kumb 

Mit solchen auffrUrischn schwencken, 
in Wüi man in au ein bäum bencken. 

thorwardt unnd trabarid BClilagen den kayaar hienauO. 
Der heroldt kumbt und spricht; 

Durchlauchtiger kayser und kayser in, 
All ding schon verordnet sinn, 
iö Zu reiten und faren in tbiergarten, 
Thut vor der pforten auff euch warten. 

,2,182] Der eagel-kayaer spricht: 
Nun kumbt,. so wöl wir sitzen auff, 
Da wirl der gantz adcl zu hauff 
»o Sambt cwrero frawen-sei minor kummen 



129 

Verfluchet sey der tag verlorn, 

Darinn ich armer wardt gehofn, 

Das mich alles mein hoffgesindt 

Und darzu weder weib noch kindt 
5 Mich wollen wissen noch erkennen, 

Mich alle einen thoren nennen. 

Ich glaub, das ich durch zauberey 

Fraw Circe gar verkeret sey. 

Gester war mein das regiment, 
10 Heudt geh ich umb trostloß, elendt, 

Mir hat gautz und gar kert den rück 

Gewalt, ehr, gut, wolfart und gelück. 

Derhalb wil ich mein angst und noht 

Enden, und mir selb thun den todt 
15 Und das hartselig leben kurtzen, 

Mich über einen felß abstürtzen, 

Oder mich in dem meer ertrencken, 

Oder an einen bäum hencken, 

Da tindt ich gleich darzu ein strick. 
20 Ach nein, in diesem augenblick 

Ist mir ietzundt gefallen ein 

Der einsidel, der beichtvatter mein, 

Welcher weis all mein hairaligkeit, 

Der haußhelt in dem walde weit. 
25 Zu dem so wil ich eilendt rennen, 

Ich weiß, der selbig wirt mich kennen, 

Wil im all mein noht zeigen an. 

Er ist ein frumb heiliger man, 

Wirt mir mit-t hauen trewen raht 
30 In dieser unglückhafften that. 

D er nacket kayser geht ab. [K 3, 2, 377] Der einsidel geht ein 
an eim stecken, dregt ein pater noster unnd behtbuch, und 

spricht: 

Für mich und das gantz kayserthumb 

35 Und den kayser Julianum. 

* 

l SK Verfluecht. S tag vnd verlorn. 5 Mioh] Nicht? S Wollen nit haben 
noch erkennen. 8 S Verwandelt vnd verkeret sey. 12 S Owalt, er vnd 

guet. SCK glueck. 18 S paumon. CK bäume. 22 S ainsidl. 8 peiobfater. 
26 weiß] S hoff. K derselb w. m. erkennen. S werd. 27 all] S gon. 31 
SCK ein. A fehlt dies. 32 S dregt ein. ACK fehlt dies. 
Hans Sachs. XIII. 9 



130 

Wtlicher die Christen durch-echt, 

Das den gott wider bring zu recht, 

Wii ich hie sprechen mein gebet 

Und darnaeh essen, es ist spedt, 
» Ktlich wurtzel, krenter und frucht, 

Die ich mir zur speiß hab gsucht 

Und einbehalten in meim thünlein 

Und gewaschen anß meinem brünlein, 

Darmit mein nachtmal zuverzeren, 
it Und gott denn sagen danck zu ehren, 

Mich darnach legen an mein rhu 

Auff stro, mit gflecht mich decken zu, 

Auff das ich meinen leib castey, 

Das fleisch und blut gehorsam sey 
15 Dem geist, das mich nit uberwindt 

Die süudt, mich darnach fach und bindt, 

Mich bring zu ewigem verdammen, 

In ewig pein, klag und grißgrammen, 

Zu allen teuffein ungehewer, 
so Ins unableßlich hellisch fewer, 

Von dem uns gott wöl retten than. 

Wer da, wer da? wer klopffet an? 

Julianus, der nacket keyser, klopfft und spricht: 

/ Thu auff, ich bin Julianus, 

j& Der dich hie rat es fragen muß. 

Der einsidel thut das fenster auff, schlecht das wider au und 

spricht : 

Du bist nicht der. den du dich neust, 
Sonder der teuffei und ein gspenst ! 
»o Durch das creutz-zeichen weich ab von mir! 
Ich hab nichts /u schaffen mit dir. 

Der kayser feit auff sein knie, spricht mit auffcehaben hen den : 

O herro gott, erst erkenn ich. 
Das ich hab hart verbündet mich, 

l 8 Weleher tUn ori«t»u thuet jnw not P** den wider pekere got. 6 

4*»u»*ht. y S v«rt«rn: mit eru. 13 SCK meinen. A mein. 19 

•wr: fewr. SO J> luv A0 Nit. K Mit. S rnabtochlioh. 21 
93 K htrr« K erktnut, B b«k«nn. 



131 

Das ich durch gewalt, guet und ehr, 

Gelück und ander gaben mehr, 

Die du mir gabst von himel rab, 

In hoffart mich erhaben hab, 
6 Dir nit danckt deiner muten güet, 

Sonder erhaben mein gemüet, 

Als ob ich selb sey gott und herr. 

Darumb hast mich Verstössen verr 

Von meira reich , hast mich leut und landt 
10 Gemacht unmehr und unbekandt. 

Ich wil da wider klopffen an 

Und mein sOnd im bekennen than, 

Im offenwaren meinen schaden, 

Ob mich gott wider wolt begnaden. 

15 Julianus klopfft wider an. Der einsidel spricht: 
Geh weck, du teuffelisch gespenst. 

Julianus, der kayser, spricht: 

Thu auff, ich waiß, das du mich kenst, 
Zu dir thut mich hertzlich verlangen 
20 Durch Christum, der am creutz ist ghangen. 
Daran er hat sein blut geflöst, 
Darmit all arm Sünder erlöst. 

Der einsidel spricht: 

Weil du christum, den herrn, bekenst, 
25 So kanst du sein kein böß gespenst. 
Nun sag an, was wilt sagen mir, 
Ich wil mit fleiß zu-hören dir. 

[K 3, 2, 378] Der nacket kayser spricht : 

vatter, ich bekenn, ich hab 
so Gott nit gedancket seiner gab, 
Sonder ich hab in seinen gaben 
Mich selb für ainen gott erhaben, 
In schnöden hochmuht und hoffart, 
Gantz schendtlich teuffelischer art, 

7 8 Sam ich selber sey got vnd herr. 24 8 heran nenst. 30 S 
gedanekt *o reicher gab. 33 8 aobnedem. 



132 

In auch verspottet mit arglisten, 
Auch übel gbandelt seine Christen, 
Bin auch ung weltig gestanden bey 
Arrianischer ketzerey. 
5 Das ist mir leidt und rewet mich, 
Vatter, von hertzen beger ich, 
Du wölst für mich thun dein gebet 
Zu gott, eh es mir werdt zu spedt, 
Umb Verzeihung, eh ichverderb, 
10 Verzweiffeit in mein Sünden sterb. 

Der ein siedel thut das fenster auff unnd spricht: 

kayser, ietz erkenn ich dich, 
Kumb baldt licrein, berichte mich, 
"Wie hat sich dein unraht begeben? 

15 Der kayser gebt ain, spricht: 

[AB,3,2,183]Nach dieser meiner hoffart eben 

Raidt ich mit meim hoffgsindt zu hetzen, 
Mich frewd und kurtzweil zu ergetzeu, 
Da wurdt mir am gejaidt so haiß, 

20 Das über mein leib ran der schweiß. 
Nach dem zeigt man mir in dem waldt 
Ein fliesendt wasser, klar und kaldt, 
Da zog ich meine kl cid er ab, 
Die meim hoffgsindt zu bhalten gab, 

2 r » Und ging in das wasser hienein. 
Als ich pueset die hitze mein 
Und wider auff die malst adt kam, 
War hin mein hoffgsindt alles samb 
Und betten mit genummen laider 

30 Mein pferdt, geschmuck und all mein klcider, 
Stundt also bloß, wie ich hie steh. 
Der spodt und schmach thet mir sehr weh, 
Loff hin zu Gotfried auff sein schloß, 
Das er mir klaider und ein roß 



3 und 4 fehlen S. 13 SCK herein. A herin. U vnraht] S handel. 

26 S pueset. A brilfet. 27 S walstat. 32 sohmaoh] S hon. 33 SCK 



£ A La ff. A biu. 



133 

Liech, das ich möcht gen hoff nein rennen. 

Da wolt kein mensch im schloß mich kennen, 

Hielten mich all für einen thoren 

Und gegen mir entrüstet woren, 
5 Mit stecken man mich hienauß schlug, 

Des ich grosen Unwillen trug; 

Kam darnach bienein in die Stadt 

Gehn hoff, da mich dergleichen hat 

Niemand t kendt auß meim hoffgesindt, 
10 Auch darzu weder weib noch kindt, 

Wurdt auch verspodt und au ßge schlagen, 

Wolt gleich verzweiffein und verzagen, 

Wolt mir selb haben than den todt. 

Iedoch gab mir in sinn noch gott, 
15 Das ich vor lauffen thet zu dir, 

Ob du gnad möchst erwerben mir. 

Also hat sich all diug verloffen. 

Der einsiede! spricht: 

Mein son, nun thu glauben und hoffen, 
20 Weil du dein sündt bekennest eben, 

Sindts dir verzigen und vergeben. 

Und solch dein trübsal, angst und zwencknuß 

Ist kommen auß gottes verhencknuß, 

Das er dich durch solch kummernuß 
25 Laitet zu würeken rechte büß. 

Sonst werst in hoffart du verdorben, 

Baide an seel und leib gestorben. 

Leg an mein rock, setz auff mein hut, 

Danck gott, steh auff, sey wolgemuht 
so Und thu hienein gen hoffe gähn, 

letzt wirt dich kennen iederman. 
[K 3, 2, 379] Du aber laß niemandt entgelten 

Sein schlauen, schinehen oder schelten, 

Was man dir thet zu widerdrieß: 
35 Es was von gott verornt gewiß. 

3 S thorn: worn. 4 gegen mir] S veber mich. 7 darnach] 8 nach 

dem. 13 S Wolt mir gleich selb habn than den dot. 15 thet] S solt. 

24 8 kuemernus. 25 S Laitet tv reohter rew vnd pues. 27 S leib vnd 
sei. 35 S Es ist von got verornet gwies. 



134 

Laß aach die Christen unbeschwerdt, j 

Das dein letztes nit erger werdt. 

Dar kayaai legt den einsiedelrock an, setzt sein hnet auff, beadt 

im die bandt nnnd spricht: 

» Nun danck dir gott, heiliger vatter, 

Heodt bist du meiner seel wolthater. 

Ietzonder dttncket mich selb frey, 

Wie ich ein ander mensch sey. 

Nun wil ich frölich gehn gen hoff, 
it Von dem ich erst trostloß entloff; 

Hoff nun, ich sey in gottes gnaden. 
[C d, 2, 138] Er wer mich heben auß dem schaden 

Widernmb in mein regünendt, 

Das ich als kayser werdt erkendt, 
is Demütig wil ich bleiben städt. 

Der einsidel spricht: 

Für dich wil ich thnn mein gebet 
Weil dich gott also thet beschemen. 
Das er dich wider thnt anffnemen 
» Und durch sein milt, gnadreichen segen 
Belaid dich in all deinen wegen 
Und wöl deins reichs gelücklich pflegen. 

8ie gehen baide ab. 



Actus 5. 



Dar engel-kayaer geht ein mit der kayserin unnd allem hoffge- 

sindt« Die kayserin spricht: 

Nun klimmen wir auG dein thiergarten 
Und haben da auß allen arten 
KurUweil gesehen der wilden thier, 
w Auch von den blnmen schmack und zier. 



I OK t«U*«, H OK *mUr«r. S ai*ft»ch*« IS S wert. CK werd. 
*t 8 U** II 8 Uwh (ot in all J«i*. St dtaj S d«r. 



135 

Die junckfrawen haben gesungen, 
Das hoffgsind gsprongen und gerungen, 
Stein gstossen und den pallen gschlagen, 
Der paer geloffen, Stangen tragen, 
5 Haben gehabt ein guten rauet, 
Wie man denn in dem mayen thut, 
Wir wollen nun öffter darein. 

Der engel-keyser spricht: 

Ja, hertz-liebe gemahel mein, 
10 Wir wollen solch kurtzweil nit sparen, 
Morgen abendts wider drein faren. 

Der hoffmeister zu hertzog Gotfried spricht: 

So wollen wir auff morgen spadt, 
Zu ehrn kayserlich mayestadt 
15 Und auch der edlen kayserin, 
Ich und du im thiergarten din 
Zway ritterliche sper zerbrechen. 

Hertzog Gotfriedt beudt im die handt und spricht: 

Leo, das wil ich dir versprechen, 
20 Wir wollen uns baidt rüsten weyß, 
Zu erlangen rum, ehr unnd preyß 
Vor dem edelen frawenzimmer, 
Der diener bin ich ie und immer, 
Was ich in kan zu lieb gethon. 

85 Die kayserin spricht: 

Dem besten wirt ein krantz zu lohn 
Mit einem ring und gülden schnür. 
Kein ritterspiel mir lieber wur, 
Denn rennen, stechen und thurnieren, 
so Das auch ein ritter wol thut zieren, 
Welcher das adelichen kan. 

[K 3, 2, 380J Der engel-keyser spricht: 

Portner, schaw zu, wer klopffet an? 

2 A gperungen. 3 S Den stain gestosen, den. 4 paer] S parr. CK par. 
Stangen tragen] S des mag ich sagen. 5 S Wir habn. 16 CK drinn. 19 wil] S 
thw. 20 8 wollen. 24 lieb] 8 dienst. 83 8 an? Der portner get it der thtter. 



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137 

Nimb war, du edle kayserin, 
Dieser ist warhafft dein gemahel, 
An dem halt dein trew fest wie stahel. 
Und ir, als hoffgsindt weit und ferr, 
5 Der ist ewr natürlicher herr, 
Dem solt ir fort sein unterthon. 
Wiewol ich ietzt trag kaysers krön, 
Ist doch das regimendt nicht mein: 
Ich bin Sarel, der engel dein, 

10 Zu dir herab gesandt von gott, 

Dich zu bringen in schandt und spodt, 

Weil du auß den göttlichen gaben 

In solche hoffart wurst erhaben, 

Sani werst selb gott, durch solchen bracht 

15 Wart gott von dir hönisch veracht. 
Verfolgest auch an manchem ort 
Sein Christen und sein heiligs wort; 
Derhalb nam ich an dein gestalt, 
Da du badest im wasser kaldt 

20 Und leget deine kleider an, 
Sas auff dein roß und reit darvan 
Mit deim hoffgsindt an deiner Stadt 
Und ließ dich in solchem unraht, 
Das dich kein mensch zu hoffthet kennen; 

äs Was warzeichen du in thest nennen, 
Warst du doch schmelich abgescheucht, 
Auff das du merekest": bald abzeucht 
Gott von eim menschen seiner gnad heut, 
Das er wirt düerftig und elendt. 

30 So erfuerst durch schleg, schmach unud spot, 
Das du ein mensch werst und nit got, 
Und dardurch fein demütig wierest, 
[K 3. 2, 381] Forthin mit gottes forcht regierest, 
Wie du im anfang hast gethan. 

35 Kumb, zeuch dein kleider wider an ; 
Gott wöl dich und dein reich bewarn! 



5 S Das ist euer. 7 S septer vnd krön. 9 S sein. lt spodt] 

S not. 13 B solober. S warst. CK wardst. 20 S Vnd iob leget 

dein. 26 K Wardst. 28 S mensohn sein gnedig hent. CK seinr. 29 S 
düerftig. ACK düerstig. 33 mit] 6 in. 36 S woll. 



138 

Ich wil wider gehn himel farn 
Au ff zu göttlicher mayestadt, 
Der mich zu dir gesendet hat. 

Der engel geht schnei ab mit dem kayser. Der hoffineister 
5 spricht : 

Ist das nit wunder über wunder? 

Wer hat ye gehöret, das under 

Der sunnen das geschehen sey, 

Das ein engel von himel frey 
lo Sich hat gesetzt frtl oder spadt 

Leibhaftig an eins menschen Stadt? 

Furcht, der kayser wehr an uns rechen, 

Das wir in schlugen, theten übel sprechen. 

Drumb wöl wir sambt dem hoffgsind allen 
15 Das abbitten und zu füssen fallen. 

Der kayser legt sein kleider an, kumbt wider, hebt sein hendt 

auff und spricht: 

Ach, herr gott in dem höchsten tron, 

Erst ich warhafft erkennen kon 
20 Dein vetterlich lieb, trew und guet 

Und auch dein milt, gnad und langmuet, 

Das du mich auß so schwerer sünd 

Gezogen hast und mir vergündt, 

Das mich mein engel durch den schaden 
n Widerumb bracht zu dein genaden. 

Die kayserin kniet zu sein füssen unnd spricht: 

Ach, durchleutiger herre mein, 

Ich bitt durch gott, den herren dein, 

Da wölst mein schuld mir lassen ab, 
so Weil ich dich ye nit kennet hab 

Und wölst ablassen deinen zorn, 

Was schmach dir ist bewisen worn 
* Von meint wegen, hertzlieber gmahel. 



S Der] 8 Di«. 4 Der hoffmeister] fehlt S. 5 bis 15 fehlt S. 8 das] fehlt CK. 
II OK thetn vM. 16 8 Der kaiser kompt wider in feinem kaiserlichen ornat, 
Mt Min heut auf a. 19 8 erkennet hon. 27 8BCK darohleuohtiger. Vgl. b. 
IS, 306, l. 29 8 wollt. 31 8 Wolst es nit aufnemen in sorn. 



139 

Der kayaer hebt sie auff und spricht: 

DeiD weiblich trew, hart wie der stahel, 
Hab ich. mein gemahe), gespürt, 
Dest als eim biderweib gebart, 
5 Die weil da mich hast kennet nit. 

Das hoflfesind feit ihm als zu faß mit autffeehaben henden, der 

hofrmeister spricht? 

Großmechtiger herr, unser bitt 
Demütig ist. wölst uns verleien 
10 Dein gnad und uns allen verzeien 
Was ubels mit dir tbeten handeln, 
Weil du so ellendt tbest amb-wandeln, 
Mit straichen, schmach, gespödt and hon. 

Der kayser deüdt ihm aufisustehen und spricht: 

15 Es ist alles verzigen schon. 

Weil mir gott hat verzigen eben, 

Warumb solt ich euch nit vergeben, 

Weil ir das habt unwissendt thau! 

Mutwillig ich gesundet han, 
20 Noch tbet sich gott über mich armen 

So gnedig und miltreich erbarmen, 
[C 3, 2, 139] Das er mir meinen engel sendt, 

Der mich durch trübsal und elendt 

Mir niderlegt mein schnöd hoffart, 
25 Darza mein tyrannische art. 

Und wo ich darinn wer gestorben, 

Wer ich mit seel und leib verdorben. • 

Nun kumbt mit mir allesamen, 
[K 3, 2, 382] Helfft mir preysen des herru namen 
30 In Sophia, dem hcrlichn tempel. 

Darinn wil ich zu eim cxempel 

Die gschicht lasen malen und schreiben, 

Sol zu einer gedechtnuß bleiben 

Allen kaysern, könig und fürsten, 

4 S Dest. A Dm. 9 S wölst rns veneyen Vnd dein gnad tm 

allen verleyen Ob allem was wir detten handeln Mit dir, weil dw elent dest 
wandeln. 14 BCK ihn. 28 S Stet auf, mit mir kumbt allesamen. 29 

8 herren. 30 S herling. 









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141 

Biß in gott auch demütigen was, 

Das er sach, das die regimendt 

Allein stunden in gottes hendt, 

Das er die geb, welchem er wöl. 
f» Hierauß ein herschaft leren söl, 

Gott alzeit für äugen zu haben, 

Auch int mißbrauchen seiner gaben. 

Und nicht allein die obrigkeit, 

Sundr Jedermann in der zeit 
iü Sol sein gab, die im gott hat geben, 

Alhic brauchen in seinem leben 

Gott zu ehr und dem nechsten sein 

Zu liebe, als denn im allein 

Hie zeitlich wolfart darauß erwachs, 
i:> Dort ewig frewdt. Das wünscht Hans Sachs. 

Die person inn die comedi: 

1. Der ernholdt. 

2. Julianus, der kayser in Orient. 

3. T3eatrix, die kay serin. 
20 4. Leo, der hoffmaister. 

5. Hertzog Gotfried, raht und diener. 
(). Sarel, der engel. 

7. Hugo, der einsidel. 

8. Hiltebrandt, der trabandt und jeger. 
vr» 9. Palandt, der thorwardt. 

Anno 1556 jar, am 29 tag Septembris. 

* 
1 S demueting. 7 S Vnd nit. 8 S Aach nicht. 9 SB Sunder. 

14 CK drauß. erwachs] S wachs. 27 S 884 [ver*]. 



142 



[K 3, 2, 383] Tragedia, mit Upersonen zu agiern: Das 

k&en weib Aretapkila mit den zweyen ty rannen, nnnd hat 

5 actus« 

Der ehrnholdt tritt ein, neigt sich unnd spricht: 

5 Glück unnd heil sey den erenfesten, 

Achtbarn und erentreichen gesten, 

Den züchting frawen und jungfrawen 
« Und all den, so hie wollen schawen 

Ein wäre histori agiren, 
10 Tragedi-weiß rememoriren, 

Welche gschicht schreibet Plutarchus, 

Der weiß Istoriographus, 

Im buch von den durch leuehting frawen, 

Werß lesen wil, der mag da schawen. 
15 Wie Nicocrates, der tyranu, 

Ein uberauß blutdürstig man, 

Zu Girena hat geregiert 

Und sehr grawsam tyrannisiert; 

Bracht viel redlicher burger umb, 
so Nam darnach zu im ir reichthumb, 

Auch etlich ins elendt verwieß, 

Mit weib und kinden sie außstieß; 

Würgt auch also den Phedimum 

1 Handschriftlich im 1 1 spraohbuohe bl. 7 Ibis 84'. Quelle: Plutarohs yvvaixCbv 
OQEXal, oap. XIX. Es soheint, als ob H. Sachs die eppen dörfische übersettung 
(1535) benattt habe, t S Ein Tragedi. ACK Comedia. Darnach tu oorrigieren 
b. 10, 11,4. 2 S Aretaphila, wie in Eppondorfs übersetiung s. 11, 4. ACK 
Arethophila. 8 SCK so hie wollen, hie] fehlt A. 9 CK war. S histori agiren. 
A histori zu agiren. 12 S Der war h istoriographus. 13 den] fehlt S. 14 
S mag s. 23 SCK den. A dem. AC Phedinum. B Phedium. 



143 

Und sein weib znm geroahel numb, 

Arethaphila; der thet andt 

Der schaden und darzu die schandt, 

Wolt im heimlich mit gifft vergeben, 
5 Ir vatterlandt zu freyen eben 

Von thyranney. Das innen wardt 

Sein mutter und sehr peinigt hart 

Das weib, das doch bekennet nicht; 

Nach dem ir tochter sie anrieht, 
10 Die des tyrapjien fyrmier numb, 

Der selb brdcotf den' tyrannen umb. 

Als d^r, daff i^ikm*1JÄ&\< • 

Fieng "eV zu tyrannisieren '--an. 

Die fraw AnaWim baldt bewegt, 
15 Den forsten, das er die Stadt umbiegt, 

Als gesprechs-weiß nauß zu im gieng 

Der tyrann, allda er in fieng 

Und in ein lidern sack in stieß 

Und in das meer in werffen hieß; 
20 Des wütrichs mutter Calviam, 

Welche die Arethaphilam 

Gemartert het so ungehewr, 

Verurteilt er auch zu dem fewr. 

Nun seidt fein stil, sehet und hört 
25 Die gschicht erzelen mit werck und wort 

Mit fleyß von anfang biß zu ordt! 

Der ernholdt geht ab. Nicocrates, der tyrann, geht ein mit 
Leander, seinem bruder, unnd den trabanten, setst sich, spricht: 

Nun hab ich in gewaltig frey 
so Die königklichen fyranney 

Cirena, der königklichen Stadt, 

Boy der gemein und einem raht, 

Das ich thu alles was ich wil. 

Ich laß würgen der burger viel, 
35 Welche dadeln mein regimendt, 

* 

2 A Arethophila. 6 Das] S Des. 7 sehr] S sie. 12 S Palt. 14 

S peweget: vmbloget. 18 S lidren. 19 S lies. 20 8 Caluiam. A Caluian. 
21 A Arethaphilam. 22 S vngohewor. 2.3 S Verurteilt der frierst in das feuer. 
25 S erteln. 31 königklichen] CK meohtigen. 



144 

Aufrhur zu machen an dem endt, 
Darnmb habt gut aciit, ir trabanten, 
Losset bcy t'rembden um! belianten, 
2, 384] Wo man etwa» redt wider mich; 
t Das traget mir zu haimolich, 

Auff das ich würg und straff mit gwalt, 
Au ff das mich fürchten jung und alt, 
Mir bleiben ejiorsam, untertlion. 
Darbey habt ir sehr reichen lohn. 

lA Niaon. der erat trabandt, spricht; 

Großmtsclitiger herr, zu aller zeit 
Sey wir mit höchstem fteili bereidt, 
Dein meebtig herrligkeit zu warnen 
Vor der burger heimlichen garneu, 

is Wehste begeren deines bluetz." 

Piboh, der ander trabatidt, Bprioht: 
Wir wiillen halten trewen schütz 
'Ob dir als unserm guediug herrn; 
Wo wir in nahet oder lerrn 
irn, das wider dein niayestadt aey, 



145 



Leander, des tyrannen bruder, spricht: 

Mein herr bruder, warumb das nicht? 
Ich wil mein brüderliche pflicht 
Halten ob dir; wann ich merck eben: 
5 Dein leben, das ist auch mein leben, 
Dein todt, der wer auch gwiß mein todt, 
Wo sich der bürgerliche roht 
Mit auffrhur etwan würt entbörn. 
Drumb was ich merck oder thu hörn, 
10 Das deim regiment sey entgegen, 
Das wil ich an den tag dir legen. 
[C 3, 2, 140] Daran thu keinen zweiffei hab. 

Nicocrates, der tyrann, spricht: 

Nun auff dis mal wöl wir hinab 
15 Gen int cantzley und haben acht, 

Was mein kundtschaffter haben bracht 

Wider mich heudt für newe mehr 

Unter den burgern hin und her, 

Die mir sindt haimlich spiunen-feindt, 
«o Wie auß iren Worten erscheindt. 

Sie gehen alle ab. Phedimus, der burger, geht ein mit seiner 

gmahel Arethaphila, die spricht: 

Phedime, hertz-lieber man, 
Erst hebt sich noth und jamer an, 
25 Weil Nicocrates herr ist worn 
Zu Cirena, dem wir geschworn 
Sindt, der uns alle dringet frey 
Mit ungehörter tyranney, 
Das gleich meins lebens mich verdreust. 

so Phedimus spricht: 

Ein böß stück auß dem andern fleust 
Ie lenger mehr ubr gmain und rath: 
Das etlich burger auß der Stadt 

7 der] 8 die. 8 SCK würt. A wirt. 9 thu] S wirt. 15 SO int. 
A io. K in die. 18 8 Von den pur gern hin mde her. 22 A Arethaph. 80 K 
die spricht, die] fehlt A. 26 S Cirena. A Cirene. 27 8 drüoket; oorrigiert 
sau dringet. 28 8 Mit seiner schweren tiranney. 

Hans Sachs. XIII. 10 



146 

Mit hab und guet haimlichen ziehen, 

Der tyranney mit zu entpfliehen, 

Das aber der tyrann unbscheiden 

Nicht mehr vergünen wil noch leiden. 
|K 8, 2,886] letzt darff kein burger Cur kein tor, 

Er hat ein starcke wach darvor, 

Die rechtfertigen yederman, 

Wer do ein oder auß wil gohn. 

Also sindt wir gleich all gefangen, 
io Handelt mit uns nach seim verlangen. 

Die thoten auch nit sicher sein: 

Wenn mans tregt auß der Stadt allein, 

Thut man sie mit seh werten durch-stechen 

Oder mit glüenden eisn durch-brechen, 
i6 Das keiner lebendt auß der schar 

Hienauß kum au ff der thoten-par. 

Aretaphila spricht: 

Auch rieht er an viel schinterey, 
Erhelt das als mit tiranney; 
so Und wer darwider redt ein wort, 
Der muß von im erdulden mort, 
Nimbt im darnach sein hab und gut, 
Offt ring ursacli erfinden thut. 

Phedimuß, ihr mann, spricht: 

2ü Hat auch erwürgt Menalippum, 

Den priester Apolinis frumb, 

Mit aigner handt, der in an-redt, 

Mit gueten worten straffen thet: 

Solt nicht so streng tyrannisch sein, 
so Sunder regieren Stadt und gmein 

Mit güetiger liehe inbrünstig, 

So wirt im iederman günstig; 

So het Rein regimendt bestandt 

Lang zeit über lout unde landt; 

I HCK halmllohon. A haimHoh. 2 S Dem thirannen. 4 SCK rer- 

KUnimn. A vergün. 5 koln tor] 8 da« thor. 7 S rechtfertiget. 21 S Der 
inmi ihlwMön (»ein vml mort. 23 erfinden] S vurwenden. 25 S Menelappam. 
NO «Uitl| H rat. 31 U lieb. 32 S wUrd. K jedermanig. S gam günstig. 



147 

Wann wen vil fürchten, Seneca wil, 

Der selbig muß auch fürchten vil 

Und maß auch sein in grosen sorgen 

Seins lebens halber tag und morgen. 
6 Schaw, umb die red er in erstach 

Und nach der unmenschlichen räch 

Hat er auch angenummen baldt 

Das priesterthumb mit trutz und gwalt. 

Derhalb nimbt sein tyranney zu 
10 Ie lenger mehr ohn alle rw, 

Dieweil der tyrann lebt auff erdt, 

Derhalb seins lebens niemandt gerdt. 

Hoff zu den göttern, es kumb die stundt, 

Das erwürget werdt der bluthundt. 

Die zwen trabanten kummen, haben geloset. Nison spricht: 

Phedime, thu must sein gefangen, 
Unser herr hat von dir empfangen 
Viel lester-wort, die mit unfuer 
Im dienen zu ainer auffrhuer. 

20 Aretaphila spricht : 

Mein herr, der ist etwan versagt, 
Mit ungrundt worden angeklagt! 
Im bey-zu-stehn wil ich auch mit. 

Pison, der ander trabandt, spricht: 

25 Fraw, bleibt da, man darff ewer nit; 
Wir haben selbr von im gehört 
Viel auffrürischer böser wort.' 

Sie füren in hin. Arethaphila spricht: 

Ir götter, schützt unter ewrn fannen 
so Meinen gniahel vor dem tyrannen 

Und seim tyrannischen regiment, 

* 

L 8 fürchtn, wie Seneca wil. A Senecoa. 3 8 Vnd onus auoh stetige sten in 
sorgen, aaob] CK gleich. 8 SCK gwalt. A gewalt. 14 S wert erwürget. B 
bluthundt. A blnhtnndt. 1 5 S Die swen trabanten losen an der thüer, kamen 
hinein, falen in an, Nfron. 16 8 Phedime. A Phedome. 19 8 aufruer. B auff- 
ruhr. A au (Früher. 22 B Mit vngegrünten Worten verklagt. 26 S selb. CK selbt. 
A selber. 28 S wint ir hent. 29 8 eurem. 318 Vnd seiner tiranischen henr. 



148 

Ich wil nachfolgen gar ellent, 
Wie es werdt nemen doch ein endt. 

Sie geht auch ab. 



lK3,a,SS«] Actus 2. 

* Bald trabanden gehen ein, Pison spricht: 

Nun haben aber wir hoffgesindt 
Ein henckers-geltlich baid verdiendt, 
Das wir Phedimnm haben gfangen, 
Den unser fürst hat lassen hangen, 
10 Der gar ein reicher burger was. 

Nison, der ander trabandt, spricht: 

Mein Pison, wie gefeit dir, das 
Unser fürst gnummen hat sein weib? 

Pison, der trabandt, spricht: 

16 Das macht allein, das sie von leib 
Die schönest in der gantzen Stadt, 
Die tugendthafft mit wort und that, 
Fürsichtig, wolberedt und weiß. 

Nison, der trabandt, spricht: 

*o 0, er hat zu ir grosen fleiß 

Und helt die frawen lieb und werdt, 

Der doch sunU all menschen beschwerdt 

Mit tyrannischer grawsamkeit, 

Ir ist er freundtlich alle zeit; 
»5 Was sie wil, lest er nach besunder, 

Das mich von im gleich niemet wunder, 

Das er sich also zemen lat 

Pison, der trabandt, spricht: 

t 8 Wie m dooh nem mit Im ein eat. 6 8 Nun sab wir ata wie hoff- 
gestad. A 8 Das wir haben ▼•raten Tnd gfangen Phedimnm, den man hat 
|th*ajen, AOK PhedUm. IS CK hat gnommea. 16 S Die schönst ist diser 
tu IUI« 16 altmetj 8 atmet CK aimmet 




149 

[AB3,2,I87lIr wort sindt also stieß und gladt; 
Ir adelich geberdt und gstalt 
Hat in gefangen mit genalt. 
Glaub, er hab nur gehangen iren man, 
i Das ers zu ainem weib müeg han. 
Mein Nison, nun laß uns all zweil 
AulV den dienet warten und gen hoff gelin. 

s gehen baidt ab. Aretbaphila geht ein mit ihrer tochter Bea- 
trix, setzt sich und spricht: 
10 0, ir götter, last euch erbarmen 
Mein, ainer armen aller armen. 
Das ich muß des gemahel sein. 
Der mir den liebsten herren mein 
An schuld an galgen hat gehangen, 
i5 Durch sein tyranney gefangen. 
Ich het mir thon den todt allein, 
Verschondt ich nit, mein tochter, dein, 
Von meinem ersten man geborn, 
Auff das du nit auch wirst, verlorn, 
so Des tyrannen lieb mir bringet schmertzen, 
Mir weint mein hertz ob seinem schertzen, 
Muß freundtlich mich stellen gelin im 
Und bergen meinen zoren grim. 

Beatrix, die tochter, spricht: 

ts Fraw matter, es ist mir auch schwer, 

Das ichn muß heissen herr vatter, 

Der mir mein vatter hat umbbracht; 

Mein hertz gebn im in rachsel tracht. 

Aretbaphila spricht: 

so Mich bekümmert auch nit allein, 
Das ich muß sein gemahel sein, 
Sonder mich bekümmert viel mehr, 
Das er wider gott, recht und ehr 

1 also slleO] 8 hoDfgsDM. 4 SCK gbangen im man. iSDun ei« iw 
aim W. B. 2» A Aretoph. IS ß S'i puld »ntl man in hat geringen. IT S 
Het loh nit nreohonl, doobtor, dein Von mein) ersten man hab geporn. 18 

S enob qü wer)!. 30 6 gopirl mir. 21 S Mu> doch lein freunllioh gegtn 

Im. 38 S raehial waoht. 



150 

Mein hertzen-liebes vatterlandt 
Verwüst mit tyrannischer handt. 
Durch in viel burger sindt urabkummen, 
Hat in das hertz so gar genommen, 
ö Das sich keiner gehn im darff regen. 
Das thut im hertzen mich bewegen, 
[K 3, 2, 387] Das ich mich darein wil begeben 
Und darob wagen leib und leben, 
Frey zu machen mein vatterlandt 
10 Auü seiner tyrapniscben handt. 

Beatrix, die tochter, spricht: 
Fraw mutter, wie kündt das geschehen? 

Arethaphila spricht: 

Mein tochter, ich hab mich versehen 
i& Mit diesem aller-lierbsten gifft, 

Darinit wirt im der todt gestifft, 

So* bald und ichs geschicken kan. 

Iedoch keim menschen sag darvan, 

Das ich dem wütrich wil vergeben: 
so Ks kostet uns baiden das leben. 

Kumb, laß uns gehn ins frawen-zimmer, 

Der sach weiter nach-trachten immer. 

Hlo gent paide ab. Der tyrann geht ein, setat sich unnd spricht : 

Dio götter haben mir besehe rdt 
v& Min schön weih, das mich hoch verehrdt, 
Die mich helt werdt und hertzlich lieb, 
Der ich mich auch gentzlich ergieb. 
Was sie thuet, das ist wolgethan, 
Au der ich auch kein zweiffei han. 

\(U\, 'J, Ml | Oalvia, sein mutter, kumbt unnd spricht: 

Hon, ich hab erfaren da, 
1>hh drin weib Arethaphila 
Hut heimlich gifft bereitet zu, 

« H hm Unit »v raohsa) inloh pewegen. 8 8 daran seien. 12 8 
IV I« MiOoltt da« g«««h«h«iiY 19. 32 A Aretoph, 23 8 Sie gent paide ab. 
r«Ml 4Ua. IH H Ut al« wolgeihon. 



151 

Darmit sie dich umbbringen thu; 
Derhalb nimb sie gefencklich an. 

Der tyrann spricht: 

Fraw matter, sie wirt das nit than; 
5 Warm sie hat mich so lieb und werdt 
Für alle menschen auff der erdt. 
Wer saget solich ding von ir? 

Calvia zaigt ihm das glaß unnd spricht: 

Hie bring ich wäre zeugnuß dir, 
10 Nemblich das gifft in diesem glas, 

Das heudt bey ir gefunden was 

Von meinr hoff-jungfraw, die etlich wort 

Von ir auch hat dergleichen ghort. 

Derhalb geb mir sie in mein gwalt, 
15 Ich will sie darzu bringen balt, 

Das sie die warheit mir bekenn. 

Der tyrann spricht: 

So niemb sie hin! klem, streck und brenn 
Mein weib, würff sie auch an die wag, 
20 Fulter sie mit peinlicher frag! 
Sie sol gar sein in deiner hendt; 
Und bald solch untrew sie bekeudt, 
Sol sie eins harten todes sterben, 
Sambt ir tochter elend t verderben. 

Sie gehen alle ab. Die zwen trabanten kummen, Nison spricht : 

Wie düncket dich umb unser frawen, 
Der unser fürst so wol thet trawen 
Und der ir lob so hoch thet sprechen? 
Hat iren gmahel wollen rechen, 
so Den ir unser fürst hat gefangen, 
An galgn vor drey tagen gehangen. 
Die hat im haimlich wöln vergeben. 



13 S der gleich gehört. 14 S geb. ACK gebt. 16 die warheit] S 

solch rblUt. 23 S dodes. CK todes. A todts. 28 bis 31 fehlen S. 
32 8 Hat im dooh haiinlioh. 



152 



Pison, der ander trabandt, spricht: 

Man saget aber gleich wol eben, 
Unschuldig sie erfanden sey 
[K 3, 2, 388] Bey seiner matter, die mancberley 
5 Marter sie angeleget hab; 
Hat von ir müessen lassen ab 
Und sie sey widerumb in gnaden; 
Der fürst hab sie zu tisch geladen. 
Eumb, laß uns warten alle zwen, 
10 Der fürst will in den tempel gehn. 

» 

Die trabanten gehen ab. Arethaphila geht ein und spricht: 

leb wolt than am tyrannen räch, 
So wardt mein leiden mir zwifach, 
Schafft sein matter, der alte hundt, 
15 Die mich doch nit vermögen kundt 

Mit irem klemmen, strecken und brennen, 
Das ich die warheit thet bekennen. 
Derhalb ich nun bin von ir frey 
Und ir neidigen tbyranney. 

20 Nicooratea. der tyrann, kumbt und spricht: 

Mein Arethaphila, sag an, 
Was hast mit dem gifft wollen than, 
Das man doch bey dir hat gefanden, 
Weil da bist blieben unüberwunden 
25 Von meiner mutter irer bezick? 

Arethaphila spricht: 

mein gemahel, ich erschrick, 
Das du mir solch ubl trawest zu! 
Warhafftig sollest wissen du, 
so Das ich mit diesem meinem gifft 
Kain mordt wolt haben an dir gestifft, 
Sunder wolt darauß dir zu danck 

* 

2 S Man sagt aber gleioh wol md eben. 11. 21. 26 A Aretoph. 12 
S thon. CK thun. 13 S Des wnrt. US der alt kettenhnnd. 16 S 
streckn nooh. 17 tbei] 8 wolt. 18 SCK von ir pin. 23 S Das man ie 
bat pey dir. 24 SC pliebn. 26 SCK ir pesiok. 31 S habn. C gstifft 



153 

[AB3,2,188]Geraachet haben ein bueldrank; 

Wann ich hab stetigs sorg, dein lieb 
Hab nit ein solchen starckcn trieb 
Gen mir, ah mein lieb gegen dir; 

.1 Het sorg, ihi würst abgunstig mir, 

Mich von dir stossen und mich beschemen, 
Ein ander gmahel lür mich nemen. 
Schaw, sollichs zu schätz meinen ehren, 
Dein lieb und gunst gen mir zu mehren, 

id Hab ich mit dem gifft wollen anrichten. 

Der tyrann spricht: 
Mein Arethaphila, mit nichten 
Bsorg dich eins solchen gegen mir; 
Wann ich bin gantz ergeben dir 

u Mit solcher lieb, standtbafft und starck, 
Die mir durchdringt hertz, bain unnd marck. 
Derbnlb bit ich, vergib mir, das 
Ich wider dich entrüstet was. 
Welches machet die mutter mein. 

*o Sol mir ewig ein witzung sein, 
Das ich forthin, die weil ich leb, 
Keinr falschen zungen glauben geh, 
Die dich versaget wider mich. 
Nimb hin die ketten! darmit wil ich 

» Dich verbinden zn meiner lieb. 

Arethaphila spricht - 

Mein gemahel, dir ich vergib, 

Ich befilch mich dir nit allein, 

Sonder darzu die tochter mein 

i Gentzlich auch unter dein schütz. 

Nicoorates, der tyrann, spricht: 
Fort wil ich dir tliun alles gnts 




7 6 »ndro. CR aniior 



reift daj ich w 
dich Verpinder 



154 

Und dergleichn auch der tochter dein, 
Die soll nnn auch mein tochter sein. 
Kumb, laß uns auff den sal hienein. 

Sie Rehen baide ab. 



5 [K 3, 2, 389] Actus 3. 

Arethaphila geht ein, redt mit ihr selb und spricht: 

Erst hat mein hertz kein rast noch ruh; 

Die tyranney nimbt immer zu; 

Der tyrann hat erst lieindt zu nacht 
io Hort frummer burger zwen umbbracht 

Und in genummen all ir gut. 

Weil er ie nit nach-lassen thut, 

Hab ich erfunden einen sin, 

Den tyrannen zu richten hin 
in Mit frembder handt, das widerumb 

Die Stadt zu irer freyheyt kumb. 

Da kumbt die, welche kan und sol 

Mir zu den Sachen helffen wol. 

Beatrix, die tochter, kumbt; Arethaphila spricht: 

s> Mein Beatrix, ich muß dich fragen, 
Thu mir die gründlich warbeit sagen. 
Wie dunckt dich, wenn du und Leander, 
Des fttrsten bruder, nembt einander? 
Möchst in haben zu einem man? 

üa Beatrix spricht: 

Kr hat mich selb gesprochen an 

Umb freundtlich lieb, doch ohn die eh. 

Arethaphila spricht: 

MHn liebe tochter, so versteh: 
»<> Do wil ich die heirat an-tragen, 
Nach dem so wil ich dir wol sagen, 

" « Ua tm «ob auf den «»1 hinein. 6. 19. 28 A Aretoph. 11 8 
) gtritubot. 18 8 dingen. 30 S So. 



155 

Was du von im begeren solt. 
Durch dich und in ich helffen wolt 
. Der burgerschafft zu ir freyheyt. 

Beatrix, die toohter, spricht: 

5 Fraw mutter, wis, ich bin bereit, 
Zu thun als was dein hertz begert, 
Wo ich der heirat würd gewert. 

Arethaphila spricht: 

Nun auffdas schönst dich schmück und zier 
10 Und auff das freund t liehst im hoffier 

Mit sehr holdtseligen augenblieken, N 

Auff das du thust bas verstricken, 

Mit lieb in baß anzünden meh; 

Denn wöll wir handeln von der eh. 
15 Geh im zu äugen, lad in immer, 

Wo er geht, für das frawen-zimmer, 

Das er kurtz weilen kumb herein. 

Beatrix spricht: 

Mutter, ich volg der lere dein. 
20 Dort geht auß dem sal Leander, 
Kumb, wölln im nach-gehn allsander. 

Sie gehen baide ab. Die zwen trabanten kummen, Xftson 

spricht: 

Pison, was sagst für gute mehr? 

«» Pison spricht: 

Nichs, denn morgen wert wir nit lär, 
Wenn Leander wirt hochzeit haben, 
Die mit ir tochter thut begaben 
Arethaphila, des herrn weib. 
so Die braudt ist auch gar schon von leib 

4 bis 7 fehlen 8. 18 bis 21 stehen vor 8 in S. 8. 29 A Aretoph. 

11 SK holiseling. C boldselign. 12 8 das dw in pas thnest. CK da nur 

thnst. 13 S Mit liebe in antündest me. 17 8 Das er kuriweilen ge hinein 
Frew dien er sol pald werden dein. 19 8 dein alteit (reimt auf freyheyt) 
20 8 Dort get heraus. 21 8 Der sioht vns ser an pal de »ander. 20 8 Niohs. 
A Nichsts. BCK Nichts. 28 Den? 8 det. 29 herrn] 8 Kirsten. K tatwu 



156 

Für all ander junckfrawen zart, 
Geboren anch von edler art, 
Von Phedimus, dem thewren man, 
Den unser fürst anch ab ließ than. 

& [K 3, 2, 390]Nison, der trabandt, spricht : 

So wöll wir baid schlemmen and demmen, 
Den wein nach der banß zu uns nemen; 
Wann uns wirt anch nit mehr darvan, 
Denn essen, trincken umb und an, 
10 Wie denn allmal zu hoff ist sit: 

Dienst auß, so lauft schabab auch mit. 
Nun laß uns auff den sal hienein 
[C 3, 2, 142] Und warten auff den dienst allein. 

Sie gehen baide ab. Beatrix, die tochter, geht ein unnd «etat 
15 eich aamb trawrig, spricht: 

Ir götter, nun verleicht mir glück 
Und hilf in diesem schweren stück, 
Das ich volenden müg die that, 
Wie mich mein matter geleret hat. 

Leander, des tyrannen bruder, geht ein und spricht : 

Mein Beatrix, wie sie ich dich 
So bekümmert und trawriglich? 

Beatrix spricht: 

Ach, solt ich nit bekümmert sein? 
85 Wann es antet das hertze mein, 
Ich werdt nit lange sein bey dir. 

Leander spricht: 
Durch was ursach, das sage mir. 

Beatrix spricht: 

so Hertz-lieber gmahel, du waist allein, 
Nicocrates, der bruder dein, 

3 S Phedimo. 4 auoh] S neohat. CK ließ ab. 5 CK der ander t. 

11 8 auoh sohabab. 17 8 helft. 19 OK glehret. 21 8CK sioh. B sihe. 
24 A bekümmert. 26 lange] S lang mer. 28 tage] S sag dw. 




157 

Treibet so grosse tyranney, 
Dem niemand! ist zu lieb darbey, 
Mein herr vatter umbbringen ließ 
Und auch mein mutter martern hiet, 
-. Die doch ist sein ehlieher gmahel 
[AB3,2,189]Und bell trew ob im vest wie staliel. 
Auß der ursacb steh ich in sorgen, 
Dein bruder werdt beudt oder morgen 
Sein haß werffen auf! mich oder dich, 
10 Uns würgen laß unschuldigklich. 
Derhalb die weil er ist bey leben, 
Wirt ich nit frölich; daß merck eben. 

Leander spricht i 
Ich hab auch offt gedacht daran, 
>i Das er ist ein blutdürstig man, 
Das niemand t sicher vor im ist. 
Wie must man brauchen einen list, 
Das man liomb meines bruders ab? 

Beatrix spricht: 
m Der sach ich nach gesunnen bab: 
Wenn er eins nials spazieren geht, 
Die trabanten nit bey im bet, 
Das du in selber griffest an. 
Du waist, es bast in iederman, 
i6 Und wenn du in schlugest zu (odt, 
Ich weiß, dich würdt der burger raht 
An sein Stadt auff-werffn zu eim fflrsten. 
Derbalb lab dich nach ehren dürsten 
Zu ehren deinem vattcrtandt, 
an Würg den wütiich mit deiner handt, 
Dardurch crlangstu preiß und lob. 

Leander spricht : 
Du, mein Beatrix, merck, und ob 





158 

Ich gleich wolt folgen deinem raht, 
So weiß ich doch ein solche tbat 
Nit zu volbringen in dem landt: 
[K 3, 2, 391] Mein bruder ist werlicher handt, 
.-, Dörfft in allein nit greiffen an. 

Beatrix spricht: 

Der sach ich nach gesannen han: 
Nimb zu hilff dein frenndt Daphnitem, 
Der thut es geren, welichem 
io Dein bruder sein vatter nmbracht. 

Leander spricht : 

Ja, an den hab ich nit gedacht. 
Nun schweig und laß dich mercken nicht, 
Die sach auffs heimlichst ich au Bricht. 
15 Steh auff, gehin, sey guter ding, 
Die sach ich bald zu ende bring. 

Sie geht ab. Daphnites geht ein, Leander spricht 

Hör, Daphnites, du freunde mein, 
Mein bruder hat den vatter dein 
20 Unschuldiglich umb lassen bringen; 
Begerst kein räch ob diesen dingen? 

Daphnites spricht: 

Wo es in meiner macht thet sthon, 
Wolt ich auff erdt nit liebers thon, 

25 Weil der tyrann mein vatter thötet 
Umb unschuldt, und darzu mich nöhtet, 
Das ich mein vatter must thöten sehen, 
Wie man martert. Als das war gschehen, 
Nam er mit gwalt mein halbes gut. 

so Drumb wolt ich wagen leib und blut, 
Solich sein tyranney zu rechen. 

Leander spricht: 



2 S west. 3 8 ferpringen. 6 S grewffen. Vgl. tu 8. 6, 27. 8 6 
daphnitem, auch später daphnites. A daphintem. 12 S nie. 17 S Sie gent 
jMude ab. Von Daphnites bis s. 159, 14 fehlen S. 17 und immer A daphintes. 



159 

Thu mir boy ayd solichs versprechen 
Zu thun, baide mit handt und nuindt. 

Daphnitea spricht: 

Zwischen mir und dir sey ein bundt, 
ü Mein leben bey dir zu wagen. 
Tbu mir nur zeit und stat ansagen. 

Leander spricht: 

Merck, heindt wirt der tyrann allein 
Eingehn in die schlaffkammer sein, 
iü So trit kienein und greiff in an, 
Darzu will ich dir beystandt tban. 

Daphnitea spricht: 

Nun, mein freundt, das sol gwiß geschehen,: 
Ein künen helt solts du mich sehen. 

Der tyrann geht allein ein, tregt ein langen zettel, setzt sich 

unnd spricht: 

Da hab ich bschrieben an dem zetdel 
Die burger, edel und unedel, 
Die ich hab lassen bringen umb. 
20 Ir ist eben ein grosse sumb. 
Also muß man koppen die waiden, 
Die mein herrschafTt nit wollen leiden. 

Er kert den zettel umb und spricht: 

Die auff der Seiten müssen noch sterben, 
25 Durch meinen gwalt elendt verderben, 
Weil sie dadeln mein regimendt 
Und heimlich gar auff-sessig sendt. 

Daphnitea gehet ein mit zucktem schwerdt auff den tyrannen 

und spricht: 

so Heudt nimbt ein ent dein unrecht gwalt; 

Du tyrann, weil dn jung und alt 

* 

5 CK leben auch bey. 11 beystandt] CK helffen. 17 8 Da Stent 

geschrieben an dem cedel. 21 die] K wie. 22 fehlt 8. 27 8 Vnd 

haimlioh mir nachstellen sent. 28 8 mit sogem seh wert. 30 8 Hewt nembt 
ent dein rnreohter gwalt Die weil dw mir mein Tater alt. 



160 

[K 3, 2, 392] Unschuldig lest teglich umbbringen, 

Mast auch sterben an Schwertes klingen. 

Leander kumbt auch. Der tyrann spricht: 

Da böß wicht, was wiltu hie thon? 
6 Leander, hilff, thu mir bey stöhn! 

Sie sohlahen all baidt auff ihn, biß der tyrann feit. Daphnites 

spricht: 

Nun bist thu gangen auch zu grandt, 
Da arger blutdürstiger hundt, 
10 Und liegest hie, and bist auch thot, 
Der du brachst manchen man in noht, 
Unschaldt, ohn recht, auß tyranney. 
Das ist man ietzundt vor dir frey. 

Der ernholdt kumbt, bringt im zepter unnd krön, nnnd spricht: 

16 Leander, nun solt da allein 
Ein herr für deinen bruder sein 
Über Girena, die groß Stadt. 
Darzu dich ausserwelet hat 
Die gmein and auch der gantze raht. 

Die trabanten kummen, tragen den todten ab» gehnt also ab. 



Actus 4. 

Leander kumbt, setzt sich unnd spricht: 

Nun hab ich inn das regimendt 
Gewaltiglich in meiner hendt 
25 In Girena, der gantzen Stadt, 
Hab ich erworben durch die that, 
Das ich mein bruder hab erschlagen 
Gleich nach meiner gmahel zusagen. 

Arethaphila kumbt, peut im die handt und spricht: 

so Leander, mein hertz lieber-ayden, 

* 

1 8 Vnschuldiclichen Hat vmbringen Must sterben auoh von Schwertes dingen. 
12 S On sohneld. 13 S Des. 19 S ein ganser. Nach 19: S er nembt 
MepUr rnä krön. 29 A Aretoph. S peut. BOE beut. A baidt. 



161 

[AB3,2,190]Bitt, wülst regieren gar beschämen, 
Im regimendt sein milt und gütig, 
Gantz freuntlich, trewlick und sanftmütig, 
So wirst dem volck lioldt, lieb und werdt, 
■ lederman dein lang lebens gert. 
Bleibt dir ghorsam und unterthenig, 
In k:iiin:ii Sachen widerspenig, 
Und wo es auch von nuten thnt, 
Setzt es für dich leib, gut und blut; 
Ki Denn fürst ein löblich regimendt 
Und wirst in ehren weit erkendi, 
Wirst auch gwaltig, reich unnd mechtig. 

Leander spricht : 
Deim raht wil ich sein nach-gedechtig, 

ia Fraw schwiger, wil auch nach deim rat 
Sunst auch regieren frD und spadt 
Als einr fürsichtig, weissen frawen, 
Der ich tbu alles gnlen tränen 
Surnl) Beatrix, deinr tochter schon, 

■ia Von der ich gwalt nnd ehre hon. 
Darum b sey der sach halb an sorgen. 
Kumb und iß mit mir auff den morgen, 

Sie gehen alle ab. [C 3, 2, 143] Die trabanten kuuimon i 
Niaon spricht : 
Bey Hercnle, uns hat das glück 
I Warhafftig keret gar den rück, 
[K3, 2, 393] Weil ieUt Leander, unser herr, 

Wil tretten anß dem weg gar ferr, 
Nicht haußhalten gleich wie sein bruder; 
Da lag wir tag und nacht im Inder; 
m Würgt manchen burger, reich und weiß, 
Und gab uns denn sein gut zu preiß; 
Da het wir denn zu schlemmen von. 
WU aber Leander fahen ohn 
Und hatten in seim regimendt 
35 Gerechtigkeit biß an sein endt, 
3 8 Oarmbt, wtrhaft, irow vc.l aanftmOcttg. ■:, 8 daint. 13 
niab nembl tw gwaltig vod mecMlg. C j(ew»llig. 20 8 Von den, 

Müh. 23 8 Er fllerl sio sb. M 6 l'ey dem wir lngon 

31 8 mm ff 8 luftiuia i>i-- : 



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162 

So muß wir schmale pfenwart essen. 

Pison, der ander trabandt: 

Ey, er ist noch nit lang gesessen 

Im reich, darumb man dencken sol: 
5 Die newen pesen keren wol; 

Wann er nun den gasthnet abzeucht, 

Sich vor den bargern nit mehr scheucht, 

Mein Nison, so sorg da gar nicht, 

Wie ich in fein saaber abricht, 
10 Wie ich seim bruder hab gethan, 

Im manchen barger zeiget an, 

Der ohn gfer hat ein wort geredt 

Wider in, das ich denn bessern thet 

Und gab im ein rösch pfeffer-körnlein, 
in Stach auff dem teuffl darmit zwey hörnlein. 

Des war ich im ein guter knecht. 

Nison spricht: 

Mein Pison, da sagst eben recht. 
Lieber, rieht in auch also ab, 
so Sonst müst wir an den bettel-stab. 
Von frumkeit und gerechtigkeit 
Essen wir übel diese zeit 
Und gwinnen dhün backen darvon. 
Schweig, schweig ! der fürst der thut cin-gon. 

25 Leander geht ein: 

Nison, geh hin, dem richter an-sag, 
Das er merck auff antwort und klag 
Und keinen urteil feilen sol, 
Er hab sich denn erfaren wol 
30 Und urteil nach gerechtigkeit, 
Armen und reichen zu der zeit. 

Pison, der trabandt, spricht: 
Gnediger herr, ir seit zu gütig, 

4 S Wen er das gasthnetlein. 7 S nit mer vor den purgern. 8 gar 
nioht] S mit niohten. 9 S Wie ich in sauber ab wil richten. 10 hab 

gethan] 8 auch hab thon. 12 8 het. 13 S Das selb ich im den pessern thet. 
)4 rösch] 8 res. 24 A thnt. 26 hin] fehlt SCK. 28 S kainem. 



168 

Gar zu frumb und auch zu sanfft mutig. 

Dardurch werdt ir endtlich veracht, 

Wenn ir euch gar zu freundtlich macht. 

Ir last dem volck zu weiten räum; 
r> Ihr solt sie bas halten im zaumb 

Mit harter straff durch vorig preuch, 

So hat man grösser sorg auf euch. 

Unser burger in der statmaurn 

Und der gleichen auch die nachpaurn 
10 Würden forchtsam ob ewrem tratz, 

Auch würd sich mehren ewer Schatz, 

Wie bei eurm bruder immerdar. 

Leander spricht: 

Warlich, Pison, du sagest war. 
15 Ich wil das rauch nun fürher kern, 

Darmit der burger forcht zu mern. 

Ich wil gleich ietzund fahen an. 

Geht und facht Menandrum, den man. 

Derselbig mich gester zu nacht 
20 Geschmehet hat und gar veracht, 

Hat mich geheissen ein alt weib; 

Das sol ihn kosten seinen leib. 

Geht, tliut in seinem hauß ihn fangen 

Und heist ihn an ein palcken hangen. 
25 Wen er verzabelt den in Jammer, 

So pringt sein barschafft in mein kamer, 

So habt ihr ewren theil darbei. 

[K 3, 2, 894] Die trabanten gehen ab. Leander , der thiran, 

spricht : 

so Ich mus mit gleicher thirannei 
Meinem reimen t halten rück, 
Meim bruder gleich in allem stück. 
Ich inerck, es wil nit änderst sein. 
Zu erhalten das hoffgsind mein. 

.■* 

1 8 Gar sw geiecht, frumb vnd senftmuetig. 7 S groser. 8 S stat- 

mauern. 9 S Vnd der geleich. S nachtpawern. 10 S tra«: nohn*. ACK 

truti: schuti. 17 ietiundl S auff heut. 21 S genennet. 22 S im. 
24 heist] S thuet. 25 S in dem. 

w 



164 

Das ist der thiranney gewonet, 
Weder frommen, noch pösen schonet. 
Dort mein Beatrix geht herrein. 
Was wilt, liebe gemahel mein? 

s Beatrix kumbt, neigt sich und spricht: 

Ach, ich pitt dich für Menandrum, 
Ein mann, warhafft, gerecht und fram, 
Hat sein schwenck getrieben mit dir. 

Leander, der tyrann, spricht: 

10 Er sol haben ein löwen an mir 

Und kein alt weib, das merck gleich eben. 
Darob er lassen sol sein leben. 
Darumb geh ab, und wardt des dein, 
Er soll nnaberbeten sein. 

Beatrix geht ab und weindt. Leander, der tyrann, spricht: 

Wenn ich mich an dich und dein mntter 

Keret, so wer ich wol ein guter 

Dantman und würdt gar veracht, 

Von iederman ghöndt und verlacht. 
20 Nein, ich wil nun mein regimendt 

Viel scherpffer nemen in mein hendt 

Und auch brauchen die tyranney. 

Wil gehn schawen, ob kummen sey 

Menanders gelt in mein gewalt, 
25 Darmit mein hoffgsindt werdt bezalt. 

Er geht ab. Arethaphila geht ein, redt mit ihr selb und spricht: 

Wie thut mich so hertzlich erbarmen 
Der unsern burger, reich und armen, 
So leiden grosse tyranney 
so Am leib, an gut groß schinterey. 
Solichs meim aiden ich abbaht, 
Der nit lang folget meinem raht. 

Er ist änderst worden geleret, 

* 

1 B Tyrannen. 3 S Dort drit mein B. herein. 8 8 Der sein schwände 
trieben hat mit dir. 10 8 lebn. 13 SGK de*. A das. 14 SCK sol. A 

sali. S vnabgepetten. 18 S wUrt wol gar. 21 mein] S die. 24 FB 

MeoAnders. ACK Menandres. 26 A Aretopb. 



165 



Von seim hoffgsindt worden verkeret, 
Drit in seines braders fußpfadt. 
Gestcr man erst gerichtet hat 
[AB3,2,191]Zwen erlich burger umb unschüldt, 

5 Allein das sie nit tragen huldt 
Und lobeten sein thiranney. 
Nun hoff ich, ye zu machen frey 
Die Stadt von dem tyrannen eben 
Oder darob lassen mein leben. 

10 Die götter wölln gnad dazu geben. 

Sie geht ab. 



Actus 5. 



Arethaphila geht ein, spricht: 

Nun bin gelegen ich die nacht 
15 Und einen sinn mir auß-erdacht. 

Weil ich im nit kan kummen zu, 

Weil er ist verwart spadt und fru 

Mit sein trabanten, wo er hin geht, 

Dergleichen zu nachtes in dem peht, 
yo Drumb hab ich Anabum geschrieben, 

Dem Libier fttrsten, dem lieben, 

Das er soll eines abendts spadt 

Rucken für Cirena, die Stadt, 
[K 3, 2, 395] Mit einem gewapneten heer 

26 Und die stadt umblegeren mehr, 

Sol herumb verwüsten das landt, 

Baide mit gefencknuß, raub und brandt, 

Sol den Leandrum an ein gsprech 

Fordern für das thor in der nech 
30 An sein trabanten, bloß allein, 

Mit im zu machen ein verein; 

2 8CK seines. A seins. Ö 8 Seiner grewliohen tiranney. CK sein. 

A dein. 13 A Aretopb. 14 S ioh gelegen. 17 S yerwart ist. 18 

hin] fehlt S. 19 S Dergleich. 8 an dem. K im. 21 S Dem faersten der 
liebier meim lieben. 23 S Cirena. A Cirene. 27 S Paide mit raube rnd 
mit prant. 30 und 31 fehlen 8. 



166 

Sol ihn denn fangen oder erschlagen. 
Darumb hab ich im zu thun sagen 
Ein thnnna golt zu schenck und gab, 
Das man kurab des t) rannen ab, 
5 Das mein geliebtes vatterlandt 
Werdt wider frey von seiner handt. 

Arethaphila geht ab. Leander geht ein mit sein trabanten, ge- 

rüst, unnd spricht: 

Anabns, der fürst, ist uns starck 
10 Gefallen heindt in die landtmarck, 

Unser landtschafft beraubet hat, 

Darzu berennet unser Stadt. 

Baldt haist sich rüsten iederman, 

Das wir hie einen außfal than, 
15 Ob wir die feinde möchten schlagen 

Und wider von der Stadt abjagen, 

Weil sie bloß sindt, eh sie sich haben 

Im veldt verschantzet und vergraben. 

Die feindt kummen selb! Tran, trän, trän! 
20 Stecht todt, stecht todt, last kein darvan! 

Die Libier kummen, schlagen einander, biß die Liebier fliehen. 
Arethaphila und der heroldt kummen, der spricht: 

Anabus, der Libier-ftirst, 
Lest sagen dir, und wo dich dürst 
25 Nach friden, sol tu in der nech 
Vor dem thor halten ein gesprech 
Mit im in glaidt nach krieges sit, 
Doch kein trabanten nemen mit. 

Leander, der tyrann, spricht: 

30 Geh, sag wider, ich wil nit nauß, 
Sunder bleiben hin zu hauß. 

Arethaphila spricht: 

Ach warumb, lieber aiden mein, 
Wolstu so gar verzaget sein 

* 

1 oder] B vnd. 3 CK thunnen. 6 S Kumb wider tv eim freyon stant. 
7. 22. 32 A Aretoph. 22 S der sprioht. AC sprechen. 31 SC peleiben. 



167 

Und wolst also des feindes kandt 
Verderben lassen das vatterlandt, 
Weil der feindt doch durch mittel-sachen 
Gert fried oder anstandt zu machen? 

5 Leander, der tyrann, spricht: 

Da furcht ich sehr, des feindes duck 
[C3, 2, 144] Wer mir machen ein böses stück; 
Dem feinde ich zu weit nit traw. 

Arethaphila spricht: 

10 Schaw, mein aiden, ich bin ein fraw, 
Wil mit dir nauß zum feinde gan 
Und in dem gesprech bey dir stan. 

Leander, der tyrann, spricht: 

Wilt thu hienauß, so wil ich mit; 
i& An dich so knmb ich hienauß nit. 

Sie gehen alle auß. Anabus, der fürst, geht ein mit seim hoflf- 

gesindt unnd spricht: 

IK 3, 2, 396] Ein Sprichwort saget man vor langen 

Jaren, wenn man ein fuchß wolt fangen, 
20 So muß man ein fürt lucken stellen, 
Auf das man füchß mit füchß müg feilen ; 
Also stendt wir auch in der lauß. 
Stil, still! der tyrann geht herauß. 

Arethaphila fürt den tyrannen unnd zeucht in bey der handt, 
85 weil er sich ärsen wil. Anabus spricht: 

Leander, du must gefangen sein. 

Leander, der tyrann, spricht: 
Ist das verheißne trewe dein? 

Anabus spricht: 
30 Ich halt dir, wie du hast gehalten 

2 S Laan verderben. 3 8 doch der feint. 4 OK Begert fried odr. 

7 S Wer machen mir. CK Werd. 8 su] 8 so. 9. 24 A Aretoph. 11 

6 gen: sten. 19 S wöll. 20 S Mus man ain fuohs fürt luecken fielen. 

21 müg] S thw. 22 in] S auf. 26 SC gfangen. 



168 

Dein trew an jungen and an alten, 

Den du dein trew auch hast gelobet 

Und doch nach irem blut getobet 

Stost den tyrannen in ein sack 
5 Und bindt in zam ob seinem nack 

Und werfft den bluthundt in das meer, 

Weil er hat weder trew noch ehr 

Gehalten ob seiner burgerschafft, 

Auff das sein bludturst wert gestrafft! 
10 Auch des tyrannen mutter facht, 

Galvia, die auff erden bracht 

Zwen tyrannen so ungehewr 

Und verbrendt sie mit heissem fewr, 

Weil sie auch hat das redlich weib 
15 Gemartert hart an irem leib. 

Arethaphila spricht: 

Anabe, laß hernach ein zwen 
Mit mir hinein in die Stadt gehn. 
Bey den so wil ich dir das gelt 
20 Schicken, wie ich dir liab vermeldt. 

Leander, der tyrann, spricht: • 

Bey dem, du falsches weib, ich denck, 
Du habst mich geben auff die fleischbenck 
Durch dein verreterische handt. 

ft> Arethaphila spricht : 

Zu hilff und trost dem vatterlandt 
So hab ich dich durch solche sitten 
Als ein vergifftes glied abgschnitten, 
Eh das der gantze leib Verderb, 
so Besser ist, das ein tyrann sterb. 

Man tregt den tyrann im saek ab. Der ernholdt kumbt unnd 

bringt den zepter und krön, spricht: 

Arethaphila, du künes weib, 

Geboren ie von frawen-leib, 

* 

4 ein] S den. 8 ob] fehlt S. 14 da«] 8 dls. 16. 25. 33 A Are- 

17 ein] S auch. 18 in die fltadt] S die State. 23 S auft. 

So wart geporn von. 



[AB 3, 2,1 92J Der du nun zway mal hast verschafft, 

Das die tyrannen wem gestrafft, 
Dir schickt die burgerschafft zu lohn 
Hie baide: zentcr und die krön. 
Du soll fnrbas ir kllngin sein, 
Dir wil raht und die gantz gemein 
Geliorsam sein zu aller zeit. 

Arethaphila spricht: 
Ich danck in der guetwilligkeit, 
Ich heger nit solch hohe ehr, 
Sonder ich frew mich noch viel mehr 
Der freyheit meines vatterlandts, 
Daa sich nun bürgerlichen standts 
Halt, treib auß alle tbyranney, 
[K 3, 2,397]Halt guet statudt und policey, 
Halt ob einander trewen schütz, 
Daran ß auffnecbst gemainer nutz. 
Ich aber wil ins frawen-z immer, 
Ein witfraw bleiben je und immer, 
10 Weltlicher hendel braueben nimmer. 

Sie Höhen alle in Ordnung ab. Der heroldt beschleust: 
) endet sich die tragedi. 

Auß der mag man erkennen hie: 
> obrigkeit 
■a Regiret hie in dieser zeit, 

Hochmütig lieh verachtet gott, 

Sein heilig wort uud sein gebot 

Durch ihr hoffschmeicbler Ihut regieren 

Und fecht an zu tyrannisieren, 
so Mit viel gelt-stricken und auff setzen 

Landt und leudt, zu schinden und schelzen, 

Und darzu auch unschuldig hluet 

Ohn recht mit gwalt vergiesen thuet 

Und treibt viel hochiuutz und auffrhur : 
m Denn wirt mit bewegt zu anfuhr 

<■ S Dir. AOK Du. 8 A Aretopb, 10 wloh höh«] S kilniokliflhe. 

U .-icb] K ich. S fiurg«rliob«i. 1B 8 Hall ob. ACK Hallen. 17 6 

12 <liie. CK eomedi. 14 SCK Wo. A Wie. 34 

S Treibt lach. S »ufrur] S tafaer. 35 unfobr] S »afraer. 



170 

Jung unde alt, fraweu und man. 

Das kan in die leng nit besthan 

Ein solch tyrannisch regiment, 

Es nimbt zu letz ein blutig ent, 
5 Wie den tyrannen ist geschehen. 

Darbey aber ist auch zu sehen, 

Wo ein christliche oberkeyt 

Erkennet hie in dieser zeit, 

Das sie gottes dienerin ist, 
in Wie Paulus sagt, der in der frist 

Das schwerdt ist geben in die hendt, 

Das sie in irem regimendt 

Sol straffen die verruchten und pössen, 

Auch die frummen darmit zu lössen 
15 Vor allem gewalt und unrecht, 

Erkendt sich nur ein gottes-knecht, 

Helt ob gottes gebot und wort 

Mit höchstem fleiß an allem ort 

Und ist in irer herrschung gütig, 
20 Gerecht, standthafftig, weiß, großmütig, 

Thuet iren unterthan als gutz, 

Helt trewlich ob gemainem nutz: 

Den bleibet der gemeine man 

Willig, ghorsam und unterthan; 
25 So nemet zu leut unde landt; 

Ein solch obrigkeyt hat bestandt, 

Und wirt in ehren weit erkendt 

Ir löblich gutes regimendt. 

Das im römischen reich auffwachs 
so Gut regimendt, das wünscht H. Sachs. 

Die person inn die tragedi: 

1. Erenholdt. 

2. Nicocratres, der tyrann, 

3. Leander, der tyrann, 2 brüder. 
35 4. Calvia, der tyrannen mutter. 

5. Phedimus, der herrlich burger. 

6. Arethaphila, sein gemahel. 

* 

2 S Des. 6 S Hieraus ist aber auch. 13 und] fehlt S. 14 S 

rgleioh die frumen mit erlösen. 20 S Gerecht, warhaftig vnd grosmüetig. 

Der. BC denn. 35 S Da. B nemen. 29 SK im. A in. 37 A Arethophila. 



171 

7. Beatrix, ir baider tochter. 

8. Daphnidee, ein burger. 

9. Anabus, der Libier-fürst. 

10. Nison, 

11. Pieon, 2 trabanten. 

Anno 1556 jar, am 8 tag Octobris. 



2 S Daphnites. A Daphindes. 6 S Anno salutis 1556. 7 S 770 

ren. Das stück steht nach der tragödie Hagwartus mit 8igne vom 30 Norember 

1556 (s. unten) and vor der komödio Elisa mit der witwe Tom 18 Deeembtr 
deeselben Jahres. Vgl. b. 10, s. 429 bis 443. 



172 



[K 3, 2, 398] Tragedia, mit 16 personenzu agiern: Die 

vier unglückhafften liebhabenden personen, unnd hat 7 actus. 

Der ernholdt tritt ein, neigt sieh unnd spricht: - 

Heil sey den erbarn und ehrenfesten, 
5 Fürnemen unnd achtbarn gesten, 

Den zuchting frawen and jangfrawen 

Und all den, so hier wollen schawen 

Tragedi-weiß ein schön gedieht, 

Anzaigendt ein kleglich geschieht: 
10 Wie zwen jung ritter adeleich 

Kamen von Paris auß Franckreich 

Anß königs hoff in Engellandt, 

Da sie baldt wurden wolbekandt 

Mit adelichem ritterspiel, 
15 Da Gabriotto wol gefiel 

Philomena, der junckfraw klar, 

Welche des königs Schwester war. 

Reinhart, den andern, lieb- gewohn 

Auch eines graven tochter schon, 
so Die Rosimunda war genendt. 

Was die vier person biß zu endt 

Von frewd und leidt haben erlieden 

In irer lieb, wirt hie beschieden, 

Und wie in war das neidig glück 

25 Widerwertig in manchem stück 

« 

In des diohters 11 spruohbuohe bl. 37' bis 56'. Quelle: Jörg Wiokrams 
roman »Gabriotto und Reinhart« (Straßburg 1551 and Öfter). Vgl. Gödeke, 
grundriss iur gesohiohte der deutschen diohtung s. 370. n. 9. Über den roman 
handeln F. Bobertag, Gesohiohte des Romans I, 240 ff. und W. Soherer, Die 
\nffenge des deutschen Prosaromans s. 44 ff. 4 S erbern. 5 SO acht- 

eren. 15 SAG Gabrioto. B Gabriotto. 18 CK die ander. 



173 

Mit klafferey, senen und meiden 
Durch auffsätz, senen und abscheiden, 
Biß sie in solcher lieb verdürben, 
Durch hertzleid alle viere stürben 
5 Und zusam kamen in ein grab. 
Wie sich diß als verloffen hab, 
Wirt euch offenbart an dem ort, 
Baide mit thaten und mit wort. 
Nun seidt still und auffmercket vort! 

Der ernholdt geht ab. Bitter Gernier geht ein, setzt sieh traw- 

rig und spricht: 

Mich dawren sehr die armen leut, 
Die so viel müssen leiden heudt 
[C 3, 2, 145] Gewaltz und ungerechtigkeyt 
i5 Von dem könig zu aller zeyt, 
Weil er also tyrannisiert 
Und gar nicht senfftmütig regiert. 

Landolfus, der könig in Franckjeich, geht ein mit seinem mar- 

schalck und spricht: 

w Herr ritter Gernier vom Hag, 
[AB 3, 2, 193] Was siehst so sawer? uns ansag! 
Hast mangel an provision? 

Gernier, der ritter, spricht: 

Herr könig, mir ligt sunst etwas ohn, 
85 Das mich im hertzen sehr betrübet. 

König in Frankreich spricht: 

Sag an, was dich zu trawren übet, 
Und uns daran gar nichs verhalt! 

Bitter Gernier spricht: 

so Herr könig, das ir fart mit gewalt 
* Und treibt das ye lenger und meh, 

Das thut mir in dem hertzen weh. 

[K3, 2,399] König Landolfus spricht zornig: 

* 

2 flenon] S vntrew. 8 thaten und mit] S daten werok vnd. 25. 27 

S petrilebt : uebt. 28 S niobs. A niobtt. BC niohts. 



1T4 

Was bab wir denn mit gewalt gethan? 

Bitter (stornier spricht: 

Das ewer raayestadt den armen man, 
Der auß neidt gester wardt verklagt 
5 Mit lügen, and so hart versagt, 
Verurteilt haben zu dem todt, 
Doch anverhört an alle noht. 
Soichs gehört keinem könig zu. 

König inn Frankreich spricht: 

10 Ich merck, das uns vergleichest dn 

Zu eim tyrannen durch die that, 

Verlesterst königlich mayestadt, 

Das ans aaff dich verdriessen that 

Derhalb so räum mit leib und gut 
15 Uns in einem monat geleich 

Franckreich, das gantze königreich, 

Sambt deinem son. Fetsch dich on laugen 

Und kumb uns nit mehr anter äugen! 

Der könig unnd marschalck gent ab. Qabriotto, des ritters 
so söhn, kumbt und spricht: 

Wie geht der könig so zornig ab? 

Bitter Gernier spricht: 

Mein lieber son, schaw an, ich hab 

Zimlich gestrafft sein tyranney, 
tb Wie er zu streng gefaren sey, 

Nemblich mit dem unschulding man, 

Den man hat gestcr abgethan. 

Das den könig vertrossen hat, 

Darauff mir gab sein streng mandat, 
so Mit leib und gut Franckreich zu räumen. 

Derhalb so ist uns nicht zu säumen. 

Raht zu, mein son, wo wöll wir hin? 

öabriotto, der jung ritter, spricht: 

1 SCK gwalt. 3 ewer] S cur. CK ewr. 4 Der] S Welcher. 1 1 

S aitn. CK eim. A einem. 12 PK kUnglich. 13 S vertiessen. 15 SCK 

monat. A mono* J9 8gent. AC geht. 29 sein] 6 ein. 31 Perhalb] S Darnmb. 



175 

Der that icb mich verwundern bin. 

Herr vatter, ist das des königs lohn, 

Dem wir kain args nie haben thon. 

Sander gedient mit gantzen trewen, 
r> Zu hoff, so thut mich niebssen rewen 

Den nur mein trewer gsel Reinhardt, 

Der mir trew war zu aller fart, 

Das ich von dem abscheiden sol. 

Da kumbt er, ich wil unverhol 
10 Im anzeigen unsern abschiedt. 

Reinhardt, der jung edelman, geht ein unnd spricht: 

Ich wünsch euch gesundtheit und friedt! 
Wie so gar trawrig auff den morgen? 

Gabriotto, der son, spricht: 

15 Mein Reinhart, so wiß unverborgen, 
Uns hat der könig baiden gleich 
Gebotten zu räumen Franckrcich 
Mit grossem trowen und Ungnaden. 

Reinhardt, der jung edelman, spricht: 

20 Vielleicht wirt es euch sein on schaden. 
So faret hin in Engelland t; 
An dem hoff bin ich wol bekandt, 
So wil ich auch reissen mit dir. 

Gabriotto spricht: 

25 Ach, mein Reinhardt, wilstu mit mir? 
Erst sol mir sein mein abschaidt ring. 

Gernier, der alt ritter, spricht: 

Nun so rüstet euch aller ding! 
[K 3, 2, 400] Ich will verkauften mein farende Lab, 
so Auff das erst mit euch faren ab 
Hin in das königreich Engellandt, 
Da ich zu hoff auch bin bekandt. 
Da wir wol dienst bekommen wollen 

7 S war trew. K ward. 13 gar] fehlt S. 18 S grosen troen Tod 

YDgenadcn. 25 S wolst dw. 26 mein abschaidt] S die rais gar. 29 

S verkawffn. 30 6 est. 33 S wölln. 



176 

Beim könig; darumb wir nit sorgen sollen. 

Sie gehen alle drey ab. Der könig auß Franckreich geht ein 

mit Seim marschalck und spricht: 

Marschalck, rflff und beiß zii uns kumraen 
5 Ritter Gernier, den hört frummen, 
Mit dem ich was zu reden hab. 

Der marschalck spricht: 

Er ist gester gefaren ab 
Auff dem meer hin in Engellandt 
10 Mit seim son, Gabriotto gnandt, 
Und mit dem edelman Reinhardt. 

Der konig spricht: 

Ey, ey, das er nit hat gewart, 
Biß das uns vergangen wer der zorn. 
i6 Die besten drey hab wir verlorn 
Zu schimpff und ernst an unserm hoff. 
Die sach sich in ainr jech verloff, 
Das nicht zu wider-bringen ist. 
Das nns wirt rewen lange frist. 

Sie gehen ab. Bitter Gernier geht ein mit den zwaien Jüng- 
lingen unnd spricht: 

Nun seien wir in Engellandt. 

Nun macht ans unser wirt bekandt, 

Auff heudt den tag wirt zu-bereit 
25 Zu hoff ein edele hochzeit, 

Drauff wirt man kempffen und thurnirn. 

Nun wollen wir drey uns auch ziern 

In den thurnier in lauter grün, 

Und vor dem frawen-zimmer schün, 
so Auch reitten in das gsellen-stechen, 

Etlich sper ritterlich zu-brechen 

Mit anderm adl in Engellandt, 

Machen zu freundt und wol bekandt. 

Eumbt, lat uns eilendt rüsten zu! 

1 S drumb. S söln. ft dem] S im. 14 das] fehlt SCK. 16 8vnsrem. 
17 S geoh. 24 8 wert. CK werd. 26 8 wert. S thurniren. 27 8 

■Iren. 28 CK dem. 34 lat] SCK last. 



177 

Wer weiß, ob glück uns beystandt thu. 

Sie gehen alle drey ab. König Heinrich geht ein mit seinem 

marschalck unnd spricht: 

Marschalck, wer warn die drey in grün, 
5 Gestaffiert adelicb und schün, 
Die sich so ritterlicher zier 
Heirdt bey uns hielten im thurnier? 

[AB 3, 2, 194] Marschalck Pridrich spricht: 

Es sindt drey frembde edelleudt, 
10 Die gehn Landen sindt kämmen headt 
Von dem könig her auß Franckreich, 
Begeren dienst all drey geleich 
Bey ewren königlichen gnaden. 

Konig Heinrich zu Engellandt spricht: 

i5 Geh, thu sie bald gen hoff her laden, 

Mit uns zu essn vor allen sachen. 

Wollen wir kundtschafft mit in machen, 

In königlichen dienst zusagen; 

Nach dem so wöll wir sie auch fragen, 
20 Ob sie nach mittag kempffen wollen, 

Sie auch zu-glassen werden sollen. 

Sie gehen ab. [K 3, 2, 401] Der könig gehet ein mit dem frawen- 

zimmer unnd den sechs kempffern. Der heroldt heist die trome- 

ter auffblasen, darnach schreit der heroldt: 

85 Der könig lest gebieten allem adel, 
Das sie hie sollen kempffen ahn dadel, 
An neidt und haß, auß lieb und gunst, 
Auß ritterlicher trew und kunst. 

Der marschalck tridt auff den plan unnd spricht : 

so Welch ritter mit mir kempffen wöll, 
Der selb zu mir her tretten soll ! 
Mit dem kempff ich der braudt zu ehren, 
Frewd und fröligkeit mit zu mehren. 

4 SB warn. A waren. 16 6 ossn. A essen. 18 königliohen] S riterlichen. 
20 S wöln: söln. 26 S eolln kempff. CK kempffo. 32 8 ern: [mjern. 
Hans Sachs. XIII. 12 



178 



Ritter Gernier tridt zu ihm unnd spricht: 

Nun so wil ich kempffen mit dir, 
Traff heodt auch mit dir im thurnier. 

Das par kempfft mit einander. Nach dem tridt herr Eberhardt 
6 herfür unnd spricht: 

So einer mit mir kempffen wil, 
Der heudt auch mit im ritterspiel 
Thurniret hat, der tredt auch her, 
Das ich mit kampff in auch bewer! 

10 Gabriotto tridt zu ihm unnd spricht: 

Hab dich heudt im thurnier bestanden, 
[C 3, 2, 146] Will auch mit ritterlichen handen 

Hie vor den künigklichen jungfrawen 
Dich meine kampffstück lassen schawen. 

Das par kempft auch. Bitter Orbin tridt herfür unnd spricht : 

Welch ritter ist in dem palast, 
Er say inhaimisch oder gast, 
Der kempffen wöll, der tredt zu mir! 
Zwecbt er mir, ich im wider schier! 

20 Reinhardt tridt zu im, spricht: 

Frisch auff zu mir! keck, unverzagt! 
Ich hab heudt auch ein dapffers gwagt 
Von wegen aller edlen frawen, 
Der dienst ich all mal wil erbawen. 

Das par kempfft auch. Nach dem spricht der konig: 

Du mein Schwester Philomena, 
Welcher unter dem adel da, 
So hie hat kempfft unter in allen, 
Hat dir am aller-pesten gfallen? 

so Philomena, des königs Schwester, spricht: 
Mir hat gefallen aller-past 

8 SCK Thurniret. A Thurniert. 15 S kompft. ACE kumbt. 21 ß keok 
^fersagt. 22 SBCK gwagt. A gewagt. 28 hie] S da. 29 S pasten. 



179 

Dort der fremb ritter, unser gast, 

Der newlich ist auß Franckreich kummen. 

Der könig Heinrich spricht: 

Ja, das selb hab ich auch vernurameu; 
5 Dem ritter must du gebn den krantz 
Heindt und mit im den ersten tantz 
Haben, mit im den reien füren, 
[K3, 2, 402] Wie denn zu ehren thut gebüren. 
Nun last uns zihen auff den sal 
10 Und einnemen das abendtmal 
Mit allem adel uberal. 

Sie gehen alle ab. 



Actus 2. 



Philomena geht ein mit Rosimunda, des graffen toohter, unnd 
15 spricht: 

Mein Rosimunda, wie ist mein hertz 

Verwundet mit der liebe schmertz, 

Mit dem ritter, dem ich den krantz 

Nechten hab gebn am abendtantz, 
20 Der denn das beste hat voran 

Im thurnier und im kämpft gcthan. 

Als mich derselbig umbefieng, 

Die liebe gleich mein hertz durch-gicng; 

Ich hab heindt gar nit mügen schlaffen. 
25 Mein hertz das schreiet immer waffen; 

Wann kein ritter im königreich 

Ist im an gstalt und tugendt gleich. 

Wie gern möcht ich zwischen uns beden 

Mir allein gnug mit im reden, 
so Muß aber allein mit augnblicken 

Mein senendt hertz in lieb erquicken. 

1 8CK frembd. 5 SCK gebn. A geben. 7 S füern: gepUern. 9 

[ lat. 19 8 gebn. A geben. 20 denn] 8 dan. 22 S Als. ACK Auch. 
19 S genug. 30 8 abr. 8 augenplioken. BK augenblioken. 

12* 



180 

Bosiaurada, des griffen toehter, spricht: 

Ach ktiiigiicks frewlein, hat euch zu standen 

Di« band« lieb schon überwanden 

6eha einem frembden ritter, secht, 
* Und ir seitft toh kOnigklichem gschlecht. 

tr wl tue Beb bringt weh and ach, 

WW aacfc Btaacefora gschach 

IE* mm keftifieb Florio; 

Ir iin aacfc, was erlied Thito 
w Xft Km* deich der lieb gwalt. 

St wirf ir aacfc, wie fraw Isalt 

>ül Trfetraodt kam in todes weh, 

lVt$t*kfc wie auch jungfraw Thisweh 

$«*b4 Firamo kam umb das leben. 
** We s*eÄ lieb bittern lohn thut geben; 

IVrfcalb brecht euch in liebe ab. 

Htitoeaeatia, dee k&nigs Schwester, spricht: 

Aafc dein worten ich nrkandt hab, 

Ua» da kein lieb nie hast erkendt. 
*> Wük da» mein herti in liebe brendt, 

IH» solche heb ich nit kan meiden. 

AUeiw hriagt nur nur heimlich leiden, 

IHM ich tut waiß, ob mich also 

Wider Heb hab Gabriotto, 
** IVr jaug adelich* strenge ritter. 

Yoa gaaUea* hertien ich ertitter, 

Weau Wh aar iKVr sein namen nennen. 

ttv*tauuda* dee treffen toehter, spricht: 

Na* **** ich aach warhaflt bekennen, 
v Mvi* IHtiKtmeua* das auch mir 

\\*V**tti£lich ist gleich wie dir 

\M* dm jaagcti ritter Reinhardt. 
I VM.M^U^ Wh aacfc ritterlicher art 

****** w* tharaier aad gseht-steehen 
** Hacfc ***** **arv*<* nvr verbrechen, 

* **V ******* A*»h**. T **<* ¥*****«* A BuucOr». Vgl. b .8 * 
U* M* * ** *** U *** ***** A ****v Vgt küi. 141 Sgde. 14 
* tymaw« V ***** ******** AU(k *| $*e* **k4*. A toBel». 29 t W . 



181 

Darnach auch kempffen in dem kampff, 
Das im der thunst und auch der darapff 
Au ß -brach zu des heims visier. 
Als er hernach auch tantzt mit mir 
6 Und so freundtlich umbfienge mich, 
[K 3, 2, 403] Daucht, mich ein senffter wind durchschlich : 
Mein hertz in liebe wart verwunt. 
Wolt gott, im wehr in hertzen-grundt 
Wie mir! nit mehr ich auch begert. 

10 Philomena, des königs Schwester, spricht: 

Ir baider lieb wirt bald erfert, 

Dieweil sie doch zu allen tagen 

Den pallen mit dem hoffgsindt schlagen 

Hinden im garten am frawen-zimmer, 
15 Da wir den auch zusehen immer. 

Alda wen unser iedo aim 

Ein schmecken nab würffen in khaim! 

Nemen sies an mit danck dergleichen, 

So ist es ein gewiß warzeichen, 
so Das sie auch sindt mit lieb umbfangen; 

Denn werden sie wol an uns langen, 

Eröffnen uns ir baider hertz. 

Bosimunda, des graffen toohter, spricht: 

Ja, so wollen wir gehn einwertz 
25 Und zu den fürgenummen Sachen 

Schmecken und grüne krentzlein machen. 

Sie gehen baide ab. Grabriotto kumbt mit Reinhardt unnd 

spricht: 

so Reinhardt, uns wil wol das gelück 

In Engelandt in allem stück. 

Des königs Schwester wil mir wol, 

Hat mich lieb, wenn ichs reden sol, 

Dergleich des graffon tochter dich, 
35 Weil sie uns gester warffn heimlich 

Zum fenster rab mit schmecken und krentzen. 

2 S Da. 3 SK helmes flsir. 11 S würt. 14 8 am garten im. 

10 8 wen. ACK von. 21 C würden. K wurden. 20 8 Sohmeoken. ACE 
Schmale. 35 8 warffen geater. 30 8 sohmeckn. 



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20 
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183 



Sie gehen alle drey ab. [E 3, 2, 404] Die zwo jungfrawen gehen 
ein, tragen die ausgeschnitten pallen und brieff. Pliilomena 

spricht : 

Nun bin ich meiner lieb gewiß 
5 Bey Gabriotto, ohn verdrieß 
Entbeut mir sein lieb, dienst und trew 
All stundt und augenblick gar new. 
Allein dunckt in, mein adl und stam 
Zu hoch sey ritterlichem nam. 
10 Was für schrifft findstu in dem pallen? 

Rosimunda, des graffen toehter, spricht: 

Ach, er schreibt mir, wie ich ob allen 
Ewig sol bleiben sein höchster schätz. 
Nun hab ich sorg, des klaffers schwatz 
15 Werdt unser lieb unruig machen, 
Wo man merekt der geleichen sachen, 
Uns baide mit in reden sech. 

Fhilomena spricht : 

Mein Rosimunda, das geschech; 
[C 3, 2, 147] Derhalb ist uns not ainr person, 

Verschwigen, trew, durch die wir hon 
Schutz, das wir zu den thailen beden 
Offt freund tlicher- weiß möchten reden, 
Iedoch allein in zucht und ehr, 
25 Weiter beger ich nichtssen mehr. 

Rosimunda spricht: 

So glaub ich auch von hertzen gar, 
Das der ritter keiner fürwar 
Weiter beger, und änderst mehr, 
30 Denn uns zu liebn in zucht und ehr. 
Das uns zeiget in allem handel 



S dinst lieb. 10 S deim. LI toehter] S soh weiter. 13 8 sein. 

AOK mein. 15 S Werd. 10 CK meroket. 8 geleiehen. A gleichen. 17 
8 Vnd ms paid mit. 20 S ms. A fehlt dies. 8 not. A rank OK einer. 
21 8BCK Verschwiegen. A Vorsohwigen. 25 8 niohsen. 29 8 andere. 

30 8 tm. ACK was. 31 8 Das saiget an in allem handel. 



184 

fcr ia?kt isd tn*entlicrjer wandel. 
Ittnadt feil mir in seinen an 
Lwrecx deuTtreve ertxtin, 
Pw wrter willig zu dienst unns beden. 

5 PfeHaaMsa spricht: 

£k ja. Bit ir wü ich heindt reden, 
Sie ist *etrew % still and rerschwigen, 
B& ir dienst gentziich anverziegen. 

CNcomt« d#r alt ritter, kumbt unnd spricht: 

w Wv> ist Lanreta* die ertztin? 

Wiiia sie solt eilendt mit mir hin, 
Mein son ein ertzney ein zn geben, 
Ob sie in erhielt bev dem leben. 

Phltomena, das königs Schwester, spricht: 
t* Was ist denn ewrem son geschehen? 

Gernier, der alt ritter, spricht: 

Aeh % wer hat groser nnglQck gsehen? 
Mein son ist am jaidt vor ihn allen 
Mit seim gaul in ein graben gfallen, 
w l>»s uian in hat umbzogen für todt, 
IKvh hat gemacht auß hilf von gott. 
lVn hat man ietzt bracht in die Stadt, 
Uerhalb such ich Laureta spadt. 

MlM^r CWrnUr geht ab« Philomena, des königs Schwester, 
* spricht : 

Herr gott, trvVt in im hertien-leid ! 
Mein Kvvauiunda* uach meinem beschaidt 
$** nimb hin diesen gülden ring 
Tua) iu dem krancken ritter bring, 
v m* er in bald ansteck allein. 
( AN9tMW|S*ff % d*riun *ey ein edler stein, 

tVr im trvib das blut von dem hertzen 

| *WK *♦*** A *#fc»**u $ 8 «rtttau 4 S nur. CK wer. 6CK 

A fcttU* * $ t*N ** $ m»*T. 17 SBC grosser. 21 S Doch 

fl |**A W* *>*» tX SCK «Mio». $ ps«hsJd. 29 SK in dem. 



185 

Und werdt im ringern pein und schraertzen. 
Sag im auch darbey in der stillen, 
[K 3, 2, 405] Das er den trag umb meinen willen. 
Sein berberg ist zum gülden schwein; 
5 Zu nechst geh bey der thurnitz ein. 

Rosimunda nimbt den ring, geht ab. Philomena, des königs 

sohwester, spricht: 

Ich wil gehn zu Laureta gen 

Und ir fleissig befehlen den 
10 Ritter mit irer artzeney 

Und ir offenbaren darbey 

Mein lieb, die ich dem ritter trag, 

Dieweil ich an Laureta mag 

Nit haimlich zu dem ritter kummen, 
i5 Der mir mein hertz hat gfangen gnummen 

Durch sein schön adelich geber. 

Dort geht sie gleich von weiten her. 

Philomena geht ab. Bitter Orbin, der neidig, geht ain und 

redt mit im selb und spricht: 

20 Ich hab gar lang dint mit hoffirn 

Mit kempffen, stechen und thurnirn 

Der jungfrawen Rosimunda, 

Doch hat sie ir lieb anders wa; 

Wann ietz stundt bey der jungfraw zart 
25 Der frembde jung ritter Reinhardt, 

Mit dem hat sie ir heimlich gsprech, 

Doch thet ich, samb ich ir nit sech. 

Er stelt des graffen tochter nach. 

Nun wil ich im zu hon und schmach 
30 Hienauff gehn in de» königs sal, 

Da hecht ein papigey nach wal, 

Den wil ich lernen schwetzen wol, 

Das er soll sagen unverhol, 

Rosimunda, die jungfraw zart, 

35 Die bul mit dem ritter Reinhart. 

* 

l S werd. 3 SB meinent. 5 8 tbüernii. 8 8 gen. A gohn. CK 
gähn. 9 S den. A thon. CK than. 10 K Denn ritter. 22 A jnng- 

fraweiL 20 S het. SC gspreoh. A gespreob. 27 ir] K ihn. 31 8B 
pappagey. 33 er] 8 der. 36 8 puelt. 



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^^kt* :• <*♦* *sa N > i«RMC vsi. ol S WöUd. 



187 

Sonder mit steinstossen and ringen, 
Den pallen schlagn, lauffen und springen. 
Wenn wir aber hieltn ob einander, 
Wolt wirs baldt dauben allesander 
5 Und in dückisch ein aug verhalten 
Baiden: jungen und auch dem alten. 
Herr Eberhardt, wie meinestu? 

Herr Eberhardt von der Lügen spricht: 

Meins teils bilff ich gar nit darzu, 
10 Sunder laß ieden mit verstandt 
Brauchen sein ritterliche handt, 
Was sein sterck und manheit vermag. 
Handleten wir nach deiner sag, 
Das wer nit adelich und ehrlich. 

15 Der mar8chalck spricht: 

Ja wol, rüst euch nur alle herrlich, 
Wir werden nach gwonheit der alten 
Ainen thurnier zu fuessen halten, 
Darin n brauch keiner kein gefehr. 
so Sünst kömb in ungenaden ehr 
Bey königklicher mayestadt. 
Nun last uns rüsten, es ist spadt. 

Sie gehen alle drey ab. Laureta, die ertztin, geht ein, redt mit 

ihr selb, unnd spricht: 

25 Ich hab mich von jungfrawen beden 

Eins handeis lassen überreden, 

Hab mich des willig angenummen, 

Künd paldt dardurch in unglück kummen, 

Das ich hülff zu ir bulerey. 
so Ich hauß und hoff sie auch darbey 

Sambt den jungen ritteren beden. 

Wiewol sie nichs unzüchtigs reden, 

Doch wo es würt der könig innen, 

So raüst ich von dem landt entrinnen 



3 SCK hiltn. A hielten. 14 und] 8 noch. 20 SCK vngenaden. 

A yngnaden. 28 paldt] S wol. 32 8 nichs. A niohsta. BO nichts. 34 
Undt] 8 hoff. 



188 

Oder ein schwere straff besthan. 

Itzt klopfft man. Wer wil zu mir gähn? 

Die awo jungfrawen kummen. Philomena spricht: 

Mein Laareta, ein guten tag 
5 Geb dir gott, der all ding vermag ! 

Heudt wirt nach ritterlicher zier 

Vom adel zu fuß ein thurnier 

Dem kflncklichen erben zu ehrn, 

Frewdt and frölikeit mit zu mern. 
10 Nun ist mein ritter worden gsand, 

Des frew ich mich von hertzen-grund. 

Der selbig wirt auch mit tharnieren, 

Dem will ich seinen heim zieren, 

Mit dem fliegenden hertz durch-schönet, 
i6 Mit einer gülden krön gekrönet. 

Bit, das kleinat im haimlich bring. 

Sie gibt ir das ^leinadt. Rosimunda spricht: 

Anch bit ich dich geleicher ding, 

Den gstickten rosenstock mit fleiß 
20 Mit lichten rosen, roht und weiß, 

Den bring da meim ritter Reinhardt, 

Das er in auch nach beides art 

Auff seinen helem setzen thu. 

Sag auch, ich wünsch im glücke zu 
25 Seim adelichen ritterspiel. 

Laureta, die ertztin, spricht: 

Auffs heimlichst ich aaßrichten wil 
Die ding, es ist schon hohe zeit; 
Macht euch naaff in die zinnen weit, 
[AB 3,2, 197. K 3, 2,407] Das ir mit sambt dem frawen-zimmer 
Dem ritterspiel zu-schawet immer. 

Sie gehen alle ab. Der könig Heinrich geht ein mit dem fra- 
wen-zimmer und den sechs gerüsten kempffern; der trometer 

blest auff. [C 3, 2, 148] Der heroldt sohreidt : 

* 

1 S pesten : gen. 6 OK Heut so wirt ritterl. S nach riterlioher. A 

ritterliche. 12 8 thurniern: xirn. 17 SCK ir. A im. 23 8 helbm. 24 SCK 

wünsch. 25 Seim] 8 Dem. 29 in] 8 an. 30 S ir mit sampt. mit] 
fehlt A. CK ihr anoh sambt. 



189 

Die königliche mayesthdt 
Die thurnierer all pitten Iaht, 
Wollen freundtlich thurniron mehr 
Von wegen aller frawen ehr; 
6 Welcher den preiß erlanget gantz, 
Der wirt verehrt mit einem krantz! 

Der könlg spricht: 

Nun, ir thurnirer, fahet an 
Und forder ieder einen man, 
10 Doch hranch hie keiner kein nei dt- stück, 
Das er nit knmb in nngelück. 

Der marschalck tridt herfür, spricht: 

Nun, ritter Gernier, tridt her, 
Zu einem thurnirer ich dein gehr 
i5 Von wegen aller edlen frawen, 
Welche diesem thumier zu-schawen. 

Ritter Gernier trit au im, spricht: 

Herr marschalck, das sey anversagt, 
Hab mein tag offt ein dapffers gwagt, 
*o Erlietten viel in frawen-dienst, 
Darzu du mich hie willig finst. 

Die zwen thurnieren. Herr Eberhardt von der Lilgen trit nach 

dem herfür und spricht: 

Gabriotto, du junger ritter, 
25 In lieb und gunst so wil ich miter 
Thurnieren von deins bulen wegen, 
Hoff, du werst des sein unerlegen. 

Gabriotto, der ritter, trit zu im, und spricht: 

Herr Ebrhardt, ich bin willig bereit 
so In irem dienst zu lieb und leidt, 
Groß frewd ich in meim hertzen trag, 
Als trawrn in den lufft ich schlag. 

US vngelüeck. BCK in ein Tn glück. A rnglttok. 16 SBCK diesem. 
A diesen. 18 *ey unvenagt] 8 gsohech vnferiagt. 20 S im. 26 CK 

mit dir. 27 SCK des. A das. 29 SB Eberhart. 



190 



Bitter Orbin, nach dem sie kempffen, trit auff nnnd spricht: 

Da stoltzer ritter, trit zu mir, 
So wil ich thurnieren mit dir, 
Mit meim stampfen pesen abkern 
5 Von wegen aller frawen ern. 

Reinhardt, der ritter, trit au ihm herfür und spricht: 

Nor frisch her, und gar anverzagt! 

Hab vor manch ritterspiel gewagt; 

Wann so gott wil das aim gelingt, 

10 Der may im schöne rößlein bringt 

Nach dem sie alle sechs kempffet haben, so spricht der konig: 

Schwester Philomena, sag an, 

Wer hat das best im thurnier than? 

Philomena, sein Schwester, spricht: 

iö Nach meim verstandt, herr bruder mein, 
So hat das best gethan allein 
[K3,2, 408] Gabriotto, der ritter jung, 

Weil er sie also zu-rück drung. 

Der könig spricht: 

so Schwester, da hast gearteilt recht; 
Geh, setz im auff das krentzlein schlecht. 

Philomena geht, setzt im das krentzlein auff, spricht: 

Strenger ritter, nembt hin die zier 
Des krantz, weil ir in dem tharnier 
96 Habt auff den tag das best gethan; 
Rumb, preiß and ehr habt ir zu lahn. 

Der konig spricht: 

Kon kämmet heraaff in den sal, 
Nembt ein das königlich nachtmal. 
so Darnach man auch mit frewden gantz 
Wirt anheben den abendtantz. 

8 8 Hab vor mer ain riteropiel gwagt. 21 SK sei. AC setst. 25 8 
£9thon: Ion. 



191 



Sie gehen alle ab. Philomena geht ein mit Rosimunda und 

spricht : 

Mein Rosimunda, wol mir und dir, 

Das uns haben erwelet wir 
5 So thewrer, edler ritter zwen, 

Die so ehrlich und wol besthen 

Zu hoff in allem ritterspiel, 

Die umb ir mennlich thaten viel 

Unser herr könig vor kurtzen tagen 
10 Hat alle baidt zu ritter gschlagen. 

Wie kündt uns baidcn paß gesein? 

Rosimunda, des graven tochter, spricht: 

Ja, künigliche jnnckfraw fein, 

Glaub, das von frawen-leibe worn 
15 Nicht sind zwo jungfrawen geporn 

So glückhafFtig und hoch geehret, 

Den solch zwen pulen sindt bescheret. 

Drumb thet wirs nit unpillig wagen, 

Das wir in haben dargeschlagen 
20 Die eh, das sie fort baid allein 

Unser ewigklich eigen sein. 

Das sol uns frewen ye und immer. 

Philomena, des königs Schwester, spricht: 

Nun wöll wir nein ins frawenziemmer 
35 Und uns auff den abendt hernach 

Machen in fraw Laureta gmach; 

Da wem baid ritter zu uns kommen, 

Hab ich von Laureta vernummen, 

Das wir denn unser hertz erquicken 
»o Ein klein mit freundtlichn augenblicken, 

Mit sues und holdtseligen worten. 

Hör, hör, wer klopffet an der pforten? 

Rosimunda thut auff. Laureta spricht: 

Kumbt baldt, die ritter sind schon dorten. 

4 8 Das babn auserwelet wir. 8 8 maalieh. 14 K liebe. 15 8 junok- 
frawn. 16 S geert: peschert. 26 SBC gmaob. A gemaeh. SO S 

freuntliog. CK augnblicken. A freundtlichen. 




- ivdfc mit Ihm 



im seta: 



ST. ^^» *T^ 




3*IK **> Mli Hit ii £*frfc «ta mit seinem Reinhardt 



feuuttc**» mt fflt tonn trOticher standt 
iü» >&*, ü* »cä in ImtK&Hpnuidt 
>* iMi xthsouk ais Ja wir baidt 
V*aM« 3i woer wut «ni fradt 
*4c« *ir »am jaogfrawii beiden. 



«♦ *cr*<awm**m *sir wr jJL «ia leiden, 
3i*> xa h*t wu tag«* tagen 
>^ä >***** and »not tafe fingen. 
Vto W ^a «KOtr sraifter sterben, 
x»5 **r *1 *»& tltfftfl* «ererben 

^ %. — — k iiiifiTi 1+ $ fctta- 13 S poiteln. B 

V jmM^ $t $ t»fl *■* $ Vim. S jwMkfrmwn. A jung- 

^ v ^_ ^^ ^qt «t «N«f $ «Ah«. 1t «warben] 8 verderben. 



19S 



Gabriotto spricht: 
Wer klopfft an thür? geh, schaw darzu. 

Reinhardt geht zu der thür. Herr Eberhardt geht ein, spricht: 

Ein guten abendt euch allen bedenl 
5 In trewen muß ich dich anreden, 

Mein Reinhardt, du bist hart verzicket 

Beim könig, sam seist mit lieb verstricket 

Zus graffen tochter Rosimunda, / 

Lest dir zu hoff und anders wa 
io Nach-lauren haimlich frü und spadt. 

Ergreifft man dich an warer tbat, 

Furcht ich, es würdt dir nit wol gohn. 

Das nimb zu deiner Warnung ohn. 

Herr Eberhardt geht ab. Reinhardt, der jung ritter, spricht: 

15 Erst fecht sich noht und Jammer an. 
Mein Gabriotto, was sol ich than? 
All wunn und frewd ein ende hat. 

Gabriotto spricht: 

Nun weiß ich keinen bessern raht, 
20 Denn nemb Urlaub vom könig gleich 

Und fahr ein Zeitlang in Franckreich, 

Darmit du kumbst auß dem argwon. 

So wil ich auch mit dir darvon; 

Wann forscht der könig so hart nach dir 
25 Von der grävin wegen, wie würt er mir 

Mit-faren mit meiner pulerey, 

Würt ers inn mit seiner Schwester frey! 

Er solt mir nemen wol mein leben. 

Da kummet gleich der könig eben. 

so Der könig geht ein, Bie neigen sich, er spricht: 
Was berahtschlagt ir jungen herrn? 

Gabriotto, der ritter, spricht: 

2 CK ant. 118 Ergrewft. 12 8 Ich foroht. 13 deiner] 8 trewer. 
17 SCK AU. A Als. 20 8 gleich. ACE reioh. 24 8CK naoh. A noch. 
26 8 fara. 27 8 seinr. 28 S wol nemen. 31 CK ihr, ir. 
Hans 8achs. XIII. 13 



IM 

Wir jittBL ein gnedi£ nrianb tob fern, 
über zu 5ra in Fnackrekk. 
Da weü vir ein jarL&ag geiekh 
EBnmsodm den inncfcrekmisefcen adeL 



s jl & % l&[ Der k«% sprieht: 

W» übe nr an mn hoff fix xadel? 



ntter, spricht: 

akas; «Li» vir beide wollen 

ritter-gsellen: 
u 2n dan steat mmer mäht and sinn. 



kosüg; aprieht: 

5u «in järmag gebt baidt dahin. 
JK 3L 2. 4»i Fart km. galt geh each gjtck dann 



Amt Witten vir sein sorgen frw, 
W«Ä vir «in gnedig arianb haben. 



köaig spricht: 
Knmtbc» ka will each all baid begaben, 
Weil ir evea habt so wol gebalten. 
Btry na$ bhah vir ein weil den alten 
KStttr Garnier nach dem abschaid, 
B& Ir fctrsider kambt all 



***** att» ahw läaavsta. die ertatm, knmbt, redt mit ir 

id 



* JUa firtt* d&e nre* siadi hin gemren; 
tott ihre a*fr« «*r v*l sie bevaren 
F*r tttgttcfc anf dem vüdea meer! 
Jtfcr ä$* eeftf&ifct** iw* and ehr 

t^t «Vit ** dea jaagäravta ibalten 

* $**** rfc*c iWraer. de« ahen; 
tVat ****** s* t»*fc Wtseaaft thao, 
$*& *** st c^Jöav-tow*'* kämmen an. 

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Hfc 11.Q ,jj|*VaiYl» v* IlMilMiiibirilfi A frackreieehen. 6 an nnierm] 
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fljtfl* jtfc* A, *$ $ *** A heil*. 18 CK befohlen. 



195 

Wie hart aber sitzen betrübet 
Baid jungfrawen! darzu sie übet 
Die hinfart irer baider ritter, 
Die mir auch ist im hertzen pitter. 
5 Ich wii sie gehn trösten hienein; 

Wenn sie thun nur seufftzen nnd wein. 

Laureta geht ab. Ritter Gernier kumbt unnd spricht: 

Böse zeitung gehn hoff sindt kämmen: 

Die zwen ritter habn schaden gnummen 
10 In eim Schiffbruch vor kurtzer stundt; 

Wann zwen groß engelische hundt, 

Die sie mit haben gfürt geleich, 

Das sies dem könig in Franckreich 

Zur Verehrung habn wollen schencken, 
15 Darbey ist sollichs zu gedencken: 

Die hund sind auß dem schifpruch gschwummen 

Und also naß gen hoff herkummen; 

Da ist gewiß zu mercken bey, 

Der ritter keiner bey lebn sey. 
20 Solch groß hertzenleid thut mich quelen, 

Wil gehn das Laureta erzelen, 

Das sies zaig baidn jungfrawen an, 

Die kleglich new zeitung ich han. 

Gernier geht trawrig ab. Gabriotto geht ein mit Reinhardt 
25 unnd spricht: 

Reinhardt, mein getrewer ritter, 
Wie schier het uns das ungewitter 
Auff dem meer bracht umb unser leben, 
Het uns gott die genad nit geben, 
30 Das wir wern auff zwo taffei kummen 
Und ans gstadt weren auß-geschwummen. 
Im meer uns gangen sindt zu grundt 
Unser zwen engelische hundt, 

Auch der watsack und unser kleider. 

* 

6 Wenn] 8 Wan. nur] S wao. 9 8 habn. A haben. 8 gnnmon. A 
genommen. 13 Das] CK Weleh. 8 sis. A sie. 14 S habn. A haben. 

16 A gschwmmen. 20 S qaeln: erteln. 22 8 paidn. CK beydn. A 

baiden. 23 SCK new. A newe. 30 8BCK «wo. A iwu. 33 8CK engelische. 
A englische. 34 8 die watseek. 8 vnsre. 

w 




hören? 



todt 



«rOte k«kM vsfcr-ahr! 



ritter, spricht: 

LStftVSs* ^wä Pin forvmr, 

Sk «oüä mir geh* hof eingehn, 
» tact fei <fcr mlimg selber stehn. 

Btimkurdt spricht: 
*> sönsX vir s oll e* im im gohn. 

Qsbriotto spricht: 
$D> fcmmV so volles wir es thon. 

sA* sjsifc ¥lr*mefcxoieh steht de mit seinem msnchalck 

*j&*d spricht: 

$¥i* vft^mtk ir getrewea lieben! 
Wo 1)1 ritter Gersier stieben? 

Qebriotto spricht: 

* |* B*£t«j*«t i« hof er war* 

&*£ «mt M«ler v*ta&rt 
Wo **$or **** £**1 bogert 
t* &****> *» soft ör so» gewertt 

K<Mt I* gtsj s e te e l oh spricht: 

* J* |^ ** smwmm*. steh die gest 

^SIMt»««^ tOiS»|SSK 



Und tractier sie auffs aller-best. 

Der marschalak spricht; 
Ja kummet mit uns auf! den sali 
Itzt blest man gleich zu dem nachtmal. 

Sie gehen alle ab. Reinhardt geht ein, tregt ein verdorte roaen, 

setzt sich tra wr ig nider, hat sein haubt in der handt. G&briotto 

kumbt, spricht: 

Mein Reinhardt, wie sitzt so betrübet? 

Hab dich laug gsucht; sag was dich übet 

10 Zu trawrigcr seh wenn ütigkeit? 

Reinhardt ep rieht: 

bruder, gester umb die zeit 

Gieng ich her zu der rosen-hecken, 

Die also wuniglich thut schmecken, 
tt Da ich dieses rößlein ansach, 

Das es gar mancher doren stach. 

Derhalb sein vnrb im war erblichen 

Und all Bein schön von im gewichen. 

So ich nun beudt herwider kumb, 
k So ist das rößlein umbadnmb 

Blatloß und gentztich gar verdorben. 

Darbey inerck ich und das gestorben 

Vor leidt ist mein Roßmunda guet. 

GabrlottO spricht: 
*j Ey nimb dir nit in deinen muet, 
Daa diese dein verdorbne roß 
Deut deiner jungfraw nngltlck groß. 
Ea ist ein lauter melancoley. 

Reinhardt, der ritter, spricht : 
so Noch eins gibt mir des zeugnaß frey, 
Ein trnnmb, den ich lieindt het zu nacht, 
Wie dein vatter Goruier bracht 
Unsern jungfrawen zwo eißren ketten, 
Die va3t waineo und klagen theten, 

8 8 petrlleblr nobl. 15 S dl»a. ACE diaiar. 18 S muish«r. A( 
then. 31 6 PUtloi geailieh nid. 'J6 SCK deiuen. A dotonui. 






198 

Und stach sie in das bertz todt-wmndt 
Und sie baid mit den ketten bundt 
Und sprach: niemandt mag euch erlösen, 
Denn Gabriotto, von dem bösen, 
b Und legt zu huet unser baid hundt, 
Darmit ich aufferwachen kandt 
Mainst, der kleglich träum sey umb sonst? 

[K 3, 2, 412] Gabriotto, der ritter, spricht: 

Ach sey ohn sorg, falsch ist die kunst; 
10 ttöß dreumb deaten offfc gut gelflck. 
Daramb schlag alle sorg za-rück, 
Nimb solichs nit in sinne dein. 
Kamb, wollen in die dnrnitz nein 
Und mit dem adel frölich sein! 

1& Sie gehen baide ab. 



Actus 5. 

lg in Franckreich geht ein, Bpricht zu seinem marsohalok : 

Wie gfallen dir die jungen ritter? 
Da wolten wir rathschlagen mit dir, 
20 Wie wirs möchten in Franckreich bhalten, 
Weil sie manch schöner kurtzweil walten 
Vor allem adl in ritterspiel. 

Der marschalck spricht: 

Ein rath ich darzu geben wil: 
t6 Wenn irs mit zwei edlen jungfrawen 
Erlich and elich thet vertrawen, 
So blieben sie baid in Franckreich. 

Der könig spricht: 

Ich» liab das schon versucht dergleich, 
w Sie habens aber abgeschlagen. 



f] H wlrt. IS 8 damit. 19 mit dir] 8 mittr. Vgl s. 189, 26. 
f, A iwtlto. SO abtr abgetehlagen] 8 alt abgtelÜAgeB. 



199 

Der marsohalck spricht: 

So raüst man aber ein haimlichs wagen 
Und einen schwinden list erdencken, 
Weiber in an den hals zu hencken: 
5 Zu-trincken ein trüncklein aber macht. 

Der konig spricht : # 

Wir habn nns schon eins list bedacht: 
Dn hast ein Schwester zart und schön, 
Die ich ober all jnngfraw krön. 
10 Kumb, wir wölln rahtschlagn ob den dingen, 
Wie man in bring an hals die schlingen. 

Sie gehen baide ab. [G 3, 2, 150] Gabriotto geht ein mit Rein- 
hardt und spricht: 

Bruder Reinhardt, es ist das jar, 
15 Unsers elends herumb fürwar. 
Was mügen unser baischafft thon? 

Reinhardt spricht: 

Dieweil wir in verschrieben hon, 
Das wir baid gsundt sindt and in leben 
so Und in auch geschicket darneben 
Klainat zu einem newen jar, 
Hoff ich, es hab kein noht fürwar. 

Blanokeflor, des marschalcks Schwester, geht ein unnd spricht : 

Ir baidt ritter seidt heindt geladen 
85 Zu gast auß liebe and genaden. 

Ich hoff, ir werdt mirs nit abschlagen. 

Gabriotto spricht: 

Edle jungfraw, wer kündts versagen? 
Zu jungfraw-dienst bin ich bereit) 
so Willig and geren allezeit 

Gabriotto umbfecht die jungfraw. Der marsohalck kumbt mit 
rumor selb dritt. [K 8, 2, 413] Gabriotto spricht: 

1 8 eins lUti erdacht. 9 über all jungfraw] 8 vor alln jtraokfrawn. 

19 in] 8CK im. 23 8 soh wester. A toehter. Ebenao s. 200, 9. 24 S 
paide. 28 8 ktlndß. CK könda. A kündt. 



200 

Herr marschalck, was verraeindt ir mit, 
Das ir hieber kämmet selb dritt 
Mit gwerter handt, samb ans zu fahen 
Oder muhtwillig mit uns zuschlahen? 

5 Der marschalok spricht: 

[AB3,2,200]Gabriotto, hör, zeig mir an, 

Wie ich die sach hier sol verstan. 
In was gstalt bistu kämmen rein 
Zu Blanckefior, der Schwester mein? 
10 Wo du ir nit begerst zu ehrn, 
So must dich unser aller wem. 

Gabriotto spricht: 

Zu schänden ich ir nit beger; 
Ich steh bey ir ohn all gefehr. 
15 Wo aber ainr mutwillen wolt, 
Eain zagn an uns er haben solt. 

Sie schlagen einander, biß der marachalck feit. Die swen flie- 
hen, Blanckefior weint und Bpricht: 

Das sey dir klaget, lieber gott, 
20 Mein herr prueder ist 4aider todt. 

Gabriotto spricht: 

Reinhardt, mein bruder, mach dich auf 
Mit mir ans meeres pforten lauff, 
Ob wir ein schiff fanden zu handt, 
25 Das baldt abfüer in Engeliandt. 

Den marschalck haben wir erschlagen; 
Entrinn wir nit in kurtzen tagen, 
So werden wir all baid gefangen 
Und schmelich an ein galgen ghangen. 

Sie lauffen baldt ab. Konig von Franokreich geht ein und 

spricht : 

Wo sindt die zwen? thut in nach-jagen, 

4 mathwillig] 8 m örtlich. 6 teig] 8 lag. 16 8 tagn er an vns. A tagen 
an uns er. 18 vnd sprioht] fügt 8 in. 20 8 prueder. A Vatter. 24 

ein schiff] 8 ein gallo. 26 Das] 8 Die. 29 8 sohmechlich. SCK ghangen. 

A hangen. 30 baldt] K beyd. 32 8 nachfragen. 



201 

Die mein marschalck haben erschlagen, 
Das sie von meinen henden sterben; 
Kain mensch sol in genad erwerben. 

Der ernholdt spricht: 

5 Ein schiffknecht hat uns heudt bekandt, 
Sie sindt abgfarn in Engellandt; 
Nur halben thail thet er auch sagen. 

Der könig auß Franckreioh sprieht: 

So thut baldt den marschalck abtragen, 
10 Auff das man in ehrlich begrab. 
Gar waisse rät er allmal gab, 
Ungern ich in verloren hab. 

Sie tragen in ab. 



Actus 6. 

Der könig in Engellandt geht ein mit Beim hofltgeBindt unnd 

spricht: 

Ir lieben getrewen, ich hab vernommen, 
Unser zwen ritter sindt anknmmen 
Wider ins pfort zu Engellandt. 
20 Da kämmen sie gleich baidesandt. 
Seit uns wilkumb gar löbeleich! 
Was bringet ir gnts auß Franckreich? 

Der könig beudt in die hendt, sieht den ring bey Gabriotto, 

spricht : 

[K 3, 2, 414] Nun ir seidt müt und madt darzn. 
Geht zu herberg, legt euch zu rw! 
Ir thüt in das geleidt hin geben, 
Bespracht euch auch mit in darneben. 

Das hoffgesint geht mit den zweien ab. Der könig redt mit 

so im selb:. 

* 

1 S habn. 3 Kain inensoh] 8 Nimant 6 sindt] S «eint. 1 CK Nor. SA Nun. 
9 baldt] S nun. 11 K allieit. 19 S pfort io. 21 gar löb«Uioh] 8 all paid geleioh. 



202 

Ich hab gsehen warhaffter ding 

An Gabriotto einen ring; 

Der wirt im warbafft geben sein 

Von Philoraena, der Schwester mein. 
5 Wo ich die sach nit untersteh, 

Wirt er sie nemen zu der eh. 

Das wer uns ein ewige schandt, 

Das ein ritter in Engellandt 

Eins königs Schwester zur eh solt haben. 
10 Ich muß die ding heimlich abgraben. 

Wo ich anff rechte kundtschafft kamb, 

Laß ich in heimlich bringen umb, 

Wil in der sach nit lenger harren. 

Ich weiß an eim ort ein schalcks-narren, 
15 Den wil ich gar heimlich bestellen, 

Das er sich maß zu im gesellen; 

Dieweil er in nit kennet vor, 

Meindt, er sey ein geborner thor 

Mit seiner nerrischen abweiß, 
»o Dem ich ein grose schenck verheiß, 

Das er mir heimlich trage zu, 

Was der ritter redt oder thu 

Mit meinr Schwester Philomena. 

Wil gehn die sach anrichten da. 

Der konig geht ab. Gabriotto, Reinhardt unnd Jeokle, der 
sehalcks-narr, kommen. Gabriotto spricht: 

Ey, lieber, der narr ist abentewrisch, 
Ist gar einfeltig and sehr bearisch. 
Ich hab in nechten zu abendt spadt 
so Mit mir bey fraw Laureta ghat, 
Der er so seltzam schnacken macht, 
Wir hetten uns schier zu ploß gelacht. 
Philomena war auch darbey. 

Reinhardt spricht: 

35 Schaw, das er nit ein schalcks-narr sey, 
Die offt auch groß verreter sindt. 

1 S gsehen. A gesehen. 19 6 abeis. 23 S meinr. A meiner. 31 
SCK Da. 35 S Schaw iv das nit. 



20S 

Gtabriotto spricht: 

Er ist einfeltig wie ein kindt! 

Ich hab gentzlich kein schew.vor im. 

Reinhardt spricht: 

5 Man blest gen hoff, als ich verniro. 
Komb, laß uns gehn, es ist hoch zeit. 

Der narr spricht: 

Ja wol, mein bauch ist mir auch weit 
Und hebt mir heimlich an zu brummen, 
10 Ich will auff der ferdt nach hin kumwen. 

Die zwen gehn ab. Der könig in Engellandt kumbt unnd 

spricht: 

Sag mir baldt an, wie steht die sach ? 
Des ritten halb mir offen mach. 

15 Jeokle, der aohalcks-narr, spricht: 

Der ritter thut ewr Schwester lieben, 
Hat ir auch ein buelbrieff geschrieben, 
Ist ncchten zu Lawreta gangen, 
Hat mit ir ghredt und sie umbfangen. 
so Glaub auch nit änderst, mir vertrawt, 
Denn sie wert kurtzer zeit sein brawt. 

[E 3, 2, 415] Der könig spricht: 

Nun morgn werden ein jaidt wir haben, 

Wil ich in stelin an enden-graben, 
*5 Das er da mit dir wart allein 

An der hitzigen sunnen schein. 

Da rieht ein apffel zu mit gifft, 

Gib im den, wenn der duerst in trifft. 

Baldt er den ißt, so wirt er sterben, 
so Durch diese that solPdu erwerben 

Tausendt ducaten bey meinem aydt. 



16 8 eur. A ewer. 23 8 morgn. * A morgen. 24 8 stein. A 

stellen. 27 Da] S So. 28 8 wen in der dnnt petrift. 29 8 Wen. 

8 wirt er den itetben. 



204 

Jeckle, der sohalcks-narr, spricht: 

Herr könig, nach ewrera beschaidt 
Wil ich den apffel richten zo, 
Darmit ich im vergeben thn. 

Die zwen gehn ab. [AB 3, 2, 201] Gabriotto geht ein mit An- 

toni, seinem knecht, und spricht: 

In der durnitz gab man beschaidt, 
Der könig wttrdt haben ein jaidt, 
Und ich sol meinen standt dort haben 
10 Im waldt, dauß an dem enden-graben 
Mit Jeckle, meinem lieben narren, 
Auff welchen ich ietz da wil harren. 

Anthoni, sein knecht, spricht: 

kttner ritter, ich ench bitt, 
15 Vertrawet dem schalcks-narren nit, 
Ir werdet sonst von im ermördt. 
Wann ich hab von dem könig gehördt, 
In eim winckel ich stnndt verborgen 
[C8, 2, 151] Und hört, das er befalch, am morgen 
* so Solt in eim apffel ench vergeben, 

Am jaidt euch nemen ewer leben. 

Gabriotto spricht: 

Mein Anthoni, schweig zu den dingen 
Und thn mir meinen watsack bringen 
85 Haimlich an des meeres schiffport, 
Und darmit wart du auff mich dort. 

Anthoni, sein knecht, geht ab. Gabriotto spricht: 

Weil ich in todt verraten bin, 
So will ich eyllent gehn dahin 
so Und von der liebsten urlaub nemen. 
Mein abschiedt wirt Äfe hertzlich gremen; 
Wils auch anzeigen dem vatter mein 
Und Reinhardt, meim gsellen, allein. 

6 C Sie gehen beyde ab. K Die iwen gehn ab. SA fehlt dies. 7 8 
tboernfc. 8 rni ptehaid. 8 8 gejaid. 9 8 solt. dort] fehlt 8. 12 8 U ich. 
90 8 Mit eim ipfel eolt er euch rergeben. 29 8 ejUent.» ACE allein. 



205 



Gabriotto geht ab. Der schalcks-narr kumbt unnd spricht: 

Meim janckherrn auff sein dienst ich wart, 
Wirt aber wider-kummen hart. 

Gabriotto kumbt und spricht: 

5 Da stel wir uns nach dem beschaidt, 
Biß der könig kumbt mit dem jaidt. 

Sie stehen da'. Der narr spricht: 

Die sann die brendt, die sann die sticht, 
Junckherlein, sag an, dürst dich nicht? 

10 Gabriotto spricht: 

Ja vor durst wirt mein hertz gleich sincken. 
Mein Jecklein, hastu nit zu trincken? 

Der narr gibt im den apffel unnd spricht: 

So iß das süsse epffelein, 
i6 Der schmeckt dir wie der süesse wein. 

[E 3, 2,416] Gabriotto setzt imbs sohwerdt ans hertz unnd spricht 

zorniglich : 

Du verreter, wie bist so gelb,, 
Friß den vergifften apffel selb, 
20 Oder du raust am seh wer dt verderben, 
Als ein verreter elendt sterben. 

Der narr beißt inn apffel, feit nider. Gabriotto der ritter, 

spricht : 

Nun hast da auch verdienten lohn; 
*5 Nun mach ich mich eilendt darvon 
Zu dem Portugaieser port. 
Ich sich mein knecht, der hclt schon dort; 
Mit dem will ich abfaren fort. 

Er geht eilendt ab. 

Actus 7. 

6 S gejaid. 15 sohmeekt dir] S tohmeoket. 26 SCK portugaieser. 

B Portugallöser. Ebenso die quelle des diohters. A portugallösert* 



206 



Gabriotto geht ein mit seinem kriecht Antoni nnnd spricht: 

Nun sein wir gfarn an dritten tag; 

Erst hebt sich an mein rew and klag. 

Philomena, gsegn dich gott, 
5 Ich verlaß dich in angst und noht, 

In argwon deiner zucht und ehr, 

Wir sehen einander nimmer mehr. 

Mein abschiedt, der thut mich bekrencken, 

Das ich nicns kan, den seufftzen sencken. 
io Ohn trost in aller trawrigkeit 

Muß ich verzeren nun mein zeit. 

du untrewes, falsches glück, 

Wie offt beweist du mir dein duck! 

Warumb würgst du mich nit so ball, 
i5 Da ich thet mit dem gaul den fall, 

Oder ertrenkest mich im meer 

In dem Schiffbruch, oder mit ehr, 

Das ich wer für den marschalck todt? 

Du hast mich gspart zu grosser noht, 
to Das ich vor hertzenleidt muß sterben, 

In elendt und Jammer verderben. 

Mein Antoni, du bey mir bleib. 

Wenn mein seel abscheidt von dem leib, 

So schneidt auß meinem leib das hertz, 
as Das palsamier in-und außwertz; 

Und zeuch von meiner handt den ring; 

Bschleuß in ein ledlein diese ding, 

Und fahr wider in Engellandt, 

Antwort das selber in die handt 
ao Philomena, das sie darbey 

Gwiß wiß, das ich gestorben sey, 

Auff das sie nit mehr wardt auff mich. 

Ach herr gott, nun befilh ich 

Mein arme seel in deine hendt; 
35 Wann es nahet mein letztes endt. 

Gabriotto sincket ernider. Anthoni, der kneoht, spricht: 

2 S sey. 3 3CK rnd. A an. OS nichs. A niehst«. 13 CK dein. SA mein. 

14 S wUergesi. 19 8 grtfeer. J* da] S da. 27 SBCK Pschlews. A Beschleuß. 

31 S Wis gwi$. 33 8 berre. 34 S sele in dein hent 36 8 hernider. K nider. 



Nun gnad dir gott, du frummer ritter ! 
Wie bist verscbiedn so streng und bitter, 
Nun icii auff dein beger und bacheidt 
Das hertz auß deinem leibe scbneidt 
b Und zeuch das riugleiu von deinr haudt; 
Das wil ich fürn in Engellandt, 
Philomena heimlich und still 
In das kestlein ichs legen will. 
Helfft mir mein ritter tragen ab, 
10 Das man üiiit berlichst in begrab, 
Darnach dem edlen ritter werdt 
Zum grab auf-ht'iick sein schilt und scbwcrt. 

Kau tregt den todten ritter ab. [K 3, 2, 417] Philomenn geht 
ein mit Roeimunda unud spricht: 
15 Ach, wie ist mir mein lierlz so schwer; 

Wenn nur meim rilter niehtssen webr, 

Der fluchtig lert ins ellendt hin. 

Heindt er mir in dem schlaff erschin 

In einem gar sehneweissen klcidt 
so Und sach mich trawrig au in leidt, 

Ein scbwern seufftzu ich senckeu thet, 

Schied also von mir ungeret, 

Ich aber im sehnlich nachschrien 

Hertzlieb, kehr umb, und bleib bey mir! 
« Ich schrie bo laut, das ich erwacht. 

Von dem tranmb wurt ich gantz geschwächt 

All meiner k refft, hertz, muet und sin. 

Bosimunda, des graffen tochter, spricht; 

Hertzlich ich auch betrübet bin 
io Umb deinen ritter auberkorn. 

Mein Reinhardt ist nie frölich worn, 

Seit Gabriotto ist gewichen, 

Er ist erschluchUet und erblichen, 
(AB3,2,202]Hat im beudt, so baldt es wolt tagen, 
»j Zwo aderu selbe« lassen schlagen. 

GnU der herr geb im gluck darzu, 




208 

So hab wir wenig frewd and rw 
In unser lieb, biß es gott wendt 
Glücklich zu einem guten endt. 

Anthoni, der kneeht, geht ein, feit auff die knie, reicht ili 
6 das ledlein und spricht: 

Aller-gnedigste jangfraw, ich bitt, 
Das ir mir wölt verargen nit 
Mein kleglich botschafft, die ich bring. 
Hierait werdt ir erfarn die ding, 
10 Wieß ritter Oabriotto geht, 
Der mir die ding befelhen thet. 

Philomena, des königs Schwester, spricht: 

Sag an, Anthoni, mir durch gott, 
Ist er lebendig oder todt? 

ia Anthoni, der kneeht, spricht: 

Er hat erduldet todtes schmertz 
Und hat euch geschicket sein hertz 
Sambt dem ringlein an diesem ort. 
Seins endts waren die letzten wort: 
io Nun frew dich, liebe seele mein, 
Wirst baldt bey Philomena sein. 

Phllomtna thut das ledlein auff, küat das herts und spricht 

Ach, du freundtlich, wunsames hertz, 

Hast du erlieden todes schmertz. 
16 Erst merck ich dein groß lieb und trew, 

Die denn zu aller stundt wardt new. 

Kumbit du nach deinem endt zu mir, 

Billig so fahr ich auch mit dir 

Auß der betrübten weit elendt. 
»o Dein geist wart auff mich an dem endt, 

Dm« motu soel dir das gleidt sol geben 

Autt dieser weit in ienes leben, 

Darin« wir blclbn ewig ungschiden. 

Kar liiu mein seel und sey zu-friden ! 

I k UlW i dt») f •!»• • ** 0K • rf * rn - A «rfaren. 10 S Wie ei. 2 
l WiHt A Witt. >V * |*trutbUn. UCK betrübten. 33 6 pleibn. A bleibe 



209 



Fhilomena sincket nider. Rosimunda spricht: 

Ach, edle jangfraw, tröst dich gott, 
Der steh dir bey in aller noht. 
Anthoni, lauff du eilendt hin 
5 Und hol Laureta, die ertztin. 

[E 3, 2, 418] Anthoni laufft, kert wider und spricht : 

Da kommet Laureta, gleich selb, 
Erschrocken, trawrig, bleich und gelb. 

Lawreta kumbt, schlecht ihr hendt ob dem kopff zusamb unnd 
10 spricht : 

Rosimunda, klag über klag! 
Baldt gebn hoff kummen ist die sag, 
Gabriotto gestorben sey, 
Ist Reinhardt gestanden darbey, 
i5 Erschrocken, hat kein wort gesprochen 
Und sindt im baid ädern auffbrochen, 
Hat sich verbluet und ist verschieden. 

[G 3, 2, 152] Rosimunda sohlecht ir hendt ob dem haubt au 

samb unnd spricht: 

so Hat mein Reinhardt den todt erlieden 

Von wegen seins gesellen eben, 

Nun so mag ich auch nit mehr leben. 

Fahr auß, du mein betrübte seel, 

Auß allem ungelück und quel, 
25 Darinn du hast kein ruh noch rast, 

Weil du ein solche gselschafft hast, 

Die hie mit dir gelebet hat 

In trewer liebe frw und spadt. 

Mit den fahr hie auß dieser zeit, 
so Leb dort mit in in ewigkeyt. 

Rosimunda sincket nider. Laureta schlecht ihr hendt susamb 

unnd spricht: 

Ach edle jungfraw, seit getrost, 
Gott lebet noch, der euch erlöst. 

15 8 Enehrockn vnd. 21 SCK gesellen. A gsellen. 28 8CK liebe. 
A lieb. 30 in in] S im in. 

Hans Sachs. XIII. 14 



pmdtt mit xr\wt mit stettem hoffen, 
Sa ssenr ies aimets ranr euch offen. 



IFwim i t -MiaaihL mit sollfewfesJbcsi hmrien unnd spricht : 

;irwr otü aö ailer mär. 
:- 3t5t in sein Hebst« sdhwester todt? 

W<st tut. im* rai in deiner Beb 

So Tiüi irpist mid «ntrew trieb 

um in mun arr**Mi thet Terharren! 

Cmi *oit ja» durch mein «chaickes-narre& 
st Dam tmma ntter uaba ergeben, 

Düt: iiucn ist krnnmea smb sein leben 

Tun s*uen und hertzärfiem leiden, 

Jls *r s*tn Heb bat messen meiden, 

Der ir »loch itar vi ebren gert. 
:* Ir auch *ul w wxrdfch tad wert 

£* *im *ra&h*L Erst rewet sieb 

Stein amrvw immer ewigkfieh- 

Was witt riteer dreier sagen. 

Snit *a*Ctjr. wenn er nach den tagen 
» Wtitommb Staunen wirt zn landt? 

Xtfüt merttw wtrt im than gar andt. 

INir fc<Hfc*r **** »en an Boaimunda, spricht: 

Wlw? tut Stasaumds* aach todt 
V^r DKÄ and rrew in solcher noht 
s- >»*tf tr fibrntnardt jech ist terschieden 
lud hat «Kit grmin*»a todt erßeden. 
A*& «fr ttsvonttk aatb seinen gsellen,- 
l>* :m Jas bfofc kaodt nieaotandt stellen. 
Kwrr £KU ich würt nit wol besthan. 

* >»Vmt fwmfr «lettt graffea sajeet an, 
(^ xSi bah JS* *wer hertxen lieben 
Vk* *fctrvh «totrew lang ambgetrieben, 

t* *«£*&** gftffc herUe-leide, 
t\v**tt «ml st* **tn *M* bei«ie 

* tr h*w *ttVi* in weh* «ad ehr 
V ^ \ 4 1» ? t>t**«n *h* att« arges »ehr. 

*> im* WK nrtV t# £ k*b«* A haWn. 13 Als] S Dm. 

l> $ wfrflfr w«tv tt $ iawr t*I »wklieh. 27 S rmb eein 



211 

Wiewol ich darzu wardt gezwangen 

Von den untrewen falschen zungen. 

Nun weil es aber ist geschehen, 

So muß man das best darzu jehen. 
5 Dieweil nun diese vier person 

In ehrlich, trewer liebe hon 

Im leben zam gehalten fein, 

Sollens auch ungeschieden sein. 

Gott wöl ir aller seel begnaden. 
10 So leget sie auß gunst ohn schaden 

Die drey person zam in ein grab, 

Das ich mir selb bereitet hab; 

Legt auch darzu das todte hertz. 

Nun hebt aufF, traget sie auswertz 
15 Gehn kirchen in der procession 

Der priesterschafft und glockenthon ; 

Auch sol aller adel mit-gohn. 

Man tregt die todten ab und geht in Ordnung gar ab. Der 

ernholdt kumbt unnd beschleust: 

20 So habt ir gehört die geschieht, 

Zu ainer warnung zu-gericht 

Voran ß allen jungen gesellen, 

So auch der lieb heimlich nach-stellen. 
[AB 3, 2,203] Dergleichen frawen und jungfrawen, 
25 Das sie sich fleissig für thun schawen 

Vor der brinn enden lieb anfanck, 

Welche ist gar ein gifftig tranck, 

Darvon gemüet und hertz erblindt, 

Wirt gleich halb dhol und unbesindt, 
so Schlecht seel, leib, ehr und gut ind schantz 

Von wegen kurtzer frewden gantz, 

Die doch all stundt verbittert wirt, 

Teglich mit schmertzen tribuliert. 

Derhalb Petrarcha von der lieb, 
35 Der hoch durchleuchtig poet, schrieb: 

Die lieb sey ein verborgen fewer, 

Antzundt das hertz gar ungehewer; 

* 

9 S genaden. 14 S traget sie aasweri. A tragt sie auffirerts. 15 
in] S mit. 16 S Mit der. 20 die] S das. 27 A Weloke. 29 halb] 

S satn. 35 S dorohlewobtig hoch. 

14* V 



212 

Aach sey lieb ein angneme wand, 

Ein willige gefencknuß und 

Darzu ein wolgeschmaches gifft, 

Wo sie des menschen hertz betrifft; 
6 8ey auch ein süesse bittrikeit 

Und ein ergötzliche kranckheit, 

Ein nnrwige ruh mit scbmertzen, 

Entlich ein sQesser thot dem hertzen. 

Wie ir denn ietzt habt ghört und gsehen, 
10 Wie denn vier person ist geschehen, 

Wo sie ein vierteil stundt freudt hetten, 

Ein monat lang zotrawren thetten* 

Wann eh ein nnfal het ein endt, 

War schon ein ander vor der hendt, 
16 Biß sie endtlich in lieb verdarben 

Und vor leid alle viere starben. 

Das lasset euch ein spigel sein 

Und fliehet die lieb all gemein, 

Biß das ir kummet in die eh, 
to Denn habt ein lieb, sonst keine meh. 

Die selbig lieb, die ist mit ehren, 

Die sich in warer trew thut mehren. 

Das lieb durch lieb in lieb auffwachs 

Im eling staut, das wünscht H. Sachs. 

15 Die person inn die tragedi: 

1. Heroldt. 

2. Landolfus, könig in Franckreich. 

3. Sein marachalck. 

4. Pianokeflor, sein Schwester. 
so 5. Gernier, der ritter vom Hag. 

(K tt, 2, 420] 6. Gabriotto, sein son, ein ritter. 

7. Reinhardt, ein ritter, sein geschworner bruder. 

8. Hainrich, könig in Engelland. 

9. Fridrich, sein marschalck. 

b.i 10. Herr Eberhart von der Lügen. 

11. Orbin, der neidig ritter. 

12. i'hilomena, des königs schwester. 
ltt. Hosimunda, des graffen tochter. 

A 8 ■oUiiuoktuftlftf. C wolgesobmackei. K wolgeschmaoktei. IS in] 
M wul. 10 funit ktlne weh] 8 rnd kaine (me). 



213 

14. Lawreta, die ertztin. 

15. Antoni, der knecht. 

16. Jeckle, der schalcks-narr. 

Anno 1556 jar, am 12 tag Novembris. 
6 8 1100 rers. 



au 



Tragedia, mit 16 personen zu agiern: Von zwey 

liebhabenden, Hagwartns mit Signe, des königs tochter anß 

Dennmarck, und bat 5 actus. 

Der er n hold t tritt ein, neigt sich unnd spricht: 

5 Den grüß wünsch wir euch allzumal, 

Versamlet hie auff diesem sal, 

Den herrn, frawen und jungfrawen, 

Sarabt allen, die hie wollen schawen 

Ein klegliche tragedi halten, 
10 Warhafftig gscbehen bey den alten 

In Dennmarck, wie Albertos Erantz 

Schreibt in der Schweden-cronica gantz, 

Im ersten buch nach leng ohn mittel 

Im sechs nnd viertzigsten capitel: 
i5 Wie Sigaras, könig in Dennmarck, 

Het au seim hoff freidig and starck 

Drej* junger edelmeuner auß Schweden. 

Hagwartns, der jüngst dieser bedeu, 

Gwan lieb des königs tochter Signe, 
so Verhiessen einander die eh. 

Nun facht sie auch in liebe an 

Hainrich, ein teutscher edelman. 

1 Von dem dichter selbst geschrieben in seinem 11 sprnchbache bl. 56' bis 
7 1 . Quelle : Swedische Chronik Alberti Krant&y , durch Heinrich ron Eppen- 
doiff YortoUtscht (Straßbarg 1545), 1 bach 46 eapüel, ».71 flgde. Auch als 
tm-tstergesang am 31 mai 1546 im grünen Frawenlob: Di« trew lieb pts in 
den dot, t. liodeke, Pichtungen ron H. Sachs, 1,207. Spatere dramatisch« be- 
ti.imllutigcn des**Iben Stoff«: Jobann Messenins, Signill och Habor. A. G. Oblen- 
iiotil.ig*r, kUgbarth und Signe. S Ein clegüche tragedL 2 S Hagwartns. A 
llagwarlt. Hei Kranit heißt er Hagbartas. 3 S denmarck. CK lVennmarck. A 
der Marek. 5 Pen grüß; S v D)as bau. 6 S Vertameh, 7 S berreo. 8 
8 »He so- 10 SCK geohehen. A geschehen. 17 S edelmeader. 



215 



AU sie aber sein lieb abschlug, 

Bald er das merckt, er mit betrug 

Des Königes zweu sön verhetzet, 

Auff das Hagvvartus ivurt verletzet, 
a In eim unwilln thet sich zu-trageu, 

Das baid k5nig-sön wurdn ersehlagen : 

Der gleich in diesem ummadumb 

Kamen auch die zwen Schwede!) unib; 

Hagwartiis aber gab die Murin, 
w In Hiebeniia sein rettung sucht, 

Iedoch ln'i er kein rast nach rw 

Vor seiner lieb spudt oder l'nv, 

Die im will.-! in hertz, beiu und marck, 

Kam in weibs-kleidcru in Denn marck 
■a Und dem könig ein sundtbrieff bracht 

Und beschlieff die selbigen nacht 

Signe, des künigs tochler zart, 

Und gleich bej ir ergriffen wardt; 

Derhalb in der künig lii ß Iiencken. 

io Das thet Signe so liardt bekrencken, 

, 153] Mocht aucli nit mehr leben auü' trawen, 

Henckt sich mit all iren jungfrawen 

An ire Schleyer, und bstelt ein man, 

Der ziiudt das frawen-zimmer au, 
a Das sambt den todten kürjiet'ii verbrau, 

Ob dem der könig ijruti liertzltid gwan. 

Hacco, Hngwarti bruder, liernach 

Sein diey brüder am künig racli, 

Das er wardt in einr Schlacht erschlagen, 
so Nu schweigt und liürt ! nach meim zusagen 

Wirt maus mit haut und muud fUrtragen. 

Der ernholdt geht ab. Helwinus, Awundus und Hagwartua, 
die drey schwedischen edelmenner genht ein. Hei winua spricht : 



imb »nd ymb. 12 S Vor «einer lieb spat vnde frwe. BK leinor, AC »irr. 
II B Dia lo im »uetat also «Unk. 19 S der klloig in lief. SS S Die 

ilgno det an hart. II S Mooht langet leben nit auf Uawen. 2S & Terprunn: 
gwunn. !B 8 wart. 30 & anaagen. 91 B mund vr„l baut. 32 8 Amundui 
Überall. A Amandus an allen Hollen, nur t. 219, 1« Amnndui. Kbenao H. d>g 
■ ueb », 216, 12 Atm.ndos bietet. Die quelle bat Amundus. 33 S edlmendcr. 



216 

Ir lieben brüder! es helt das glück 
Noch trewlich ob uns dreyen rück, 
Ob mir und dergleich ob euch beden, 
Ob wir gleich nit mehr sindt in Schweden, 
[AB3,2,204JSonder im königreich Dennmarck, 
Da wir es auch nit haben arck 
Ans königs hoff bey andrem adel 
In gleich gehalten, und ohn dadel : 
Mit in wir jagen und burschieren, 
10 Kempffen, rennen und thurnieren, 
Sindt auch dem könig lieb und werdt. 

Amundus, der ander brüder, spricht: 

Ir brüder, mich ein ding beschwerdt: 

Mich dflncket ie, des königs zwen sün 
16 Gantz uberwenisch ob uns thün, 

Dergleich ein teuscher edelman, 

Der feindet uns auch alle drey an. 

Ist ye der Scharmützel vertragen, 

Den wir mit in vor kurtzen tagen 
»0 Gehalten haben auff der see, 

Des zu gedencken nimmer mee. 

Nun thun wir in alle mehr 

Ietzundt ir reverentz und ehr, 

Wie ander dennmerckischer adel: 
25 So leb wir ietz zu hoff on dadel. 

Was sie ursacht, das weiß ich nicht. 

Hagwartus, der dritt bruder, spricht: 

Der ursach ich euch Unterricht, 
Doch hie geredt unter der rosen: 
so Sie haben wargnummen der grosen 
Lieb, die mirs königs tochter treget, 
Srgne, das selbig sie beweget 
Zu solchem grossen neidt und haß. 

4 8 seint. 7 bey andrem adel] S haben kain ladel. 8 8 Mit andrem 
denmerckischem adel Jagen, beten vnd pursohirn. 11 dem] S peim. 16 

ein teuscher] S der deutsche. BCK teutsoher. 17 S Sioht vns all drey 

aaoh iawer on. CK all. 18 S Nun ist ie. 21 S Das. 22 S in ie 

alle mer. 23 8 Idem sein reuereni. 25 ieti] 8 ie. 27 dritt] 8 jüngst. 



■ 



Darzu sie auch verraitzet haß 
Hainrich, der jung teutsch edelman, 
Des die jungfraw kein gnadt wil lian; 
Bey ir sein lieb gantz schabab ist. 

Hei wi ims spricht: 
Auß dem, ir lieben brürter, wist. 
So n. nb wir all drey in gemein 
Alzeit bey unser warnung sein 
Und uns teglieb zu sammen halten, 
) Utid es dann als glück lassen wallen, 
Uns ir feindtschafft nit irren lassen. 
Wol auff! man tliut /.n tisch blasen. 



Sie gehen alle ab. Des königs z 



i kommen mit Hainrich, 



ichen edelman, Sibaldus, dee königs eoi 
Ich bab beudt die lausing drey Schweden 
Lang sehen mit einander reden 
Und gar sehr fechten mit den heuden. 
Icli glaub wol, das sie an den enden 
]K 3, 2, 422] Einer den andern auff uns stereket; 
» Wann sie haben gar wol gemereket, 
Das wir sie sawer sehen an. 

Haraldua, der ander könig-sou, spricht: 
Die Schweden wol vordienet lian, 
Das man sie gar vom hoff vertrieb, 
m Weil Hagwartus, der ein, hat lieb 
Das kttnigüch frewlein Signe, 
Unser Schwester, wie ich versteh 
Von Hainrieb, Sag an, isU nit war? 

Hainrich, der teutaoh edelman, spricht : 
so Ja, ich hab gemerekt immerdar, 
Ir königlichen jüngeling, 
Das Hagwartus stell aller ding 
Nach dem kilnglicben frewlein; 
Und wo ir euch nit legt darein, 



5BK Warnung, iß warong. 1 1 8 ir*. IS OK tiich». 13 B Uta. 
') 8 Lange. 2S SB kilniglich. C tauglich«. A königliche. 33 OK frawoltin. 



itr vs als 



4»r iwa« abl 



:* Xmi w üh^h» jü *eui bereis 
Swaiitik mifc nmietii m*£ mit vefcr: 
Wa «dt *c»sa bugiebet nafcr 
C*i ob vir nassen aaf tmaoftfer« 
Wtl vbs iam&m JÜe sanier 



W3t w im im ton auf sk «de** 
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>fe«t «r iwm^ ** r*& Mtk lern, 
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SfcWt&sw <*** k&*S** «n. «probt: 

IN* Mittt ♦et ?*&**? uxtatr s*n: 
v $i**» v gtv*t «*tat w $W*clt *U drey rein. 
*W* ***i &*> *w 4* fc*& fteagt. 

•Vftferkfc f«fc% UBKi »^riefet : 

Uj* \nttt kfc to* f»r «»miagt. 

**•* * »UM Uli t X *«*W* U S teU St S <UmlMb. BCK 



219 

Heinrich stößt Hagwartum, der spricht: 

Was stößt? ist dir der weg nit weit? 

Hainrioh spricht: 

Schwed, halt dein maul, es ist groß zeyt! 
5 Mainst, wolst ans in Dennroarck regiern? 
Du wirst dein steren baldt verliern. 

Helwinus spricht: 

Heinrich, laß unseru bruder gähn, 
Weil er dir hat kein übel than! 

10 8ibaldu8 stößt ihn hinder sich und spricht: 

Was nimbst dich deines bnidcrs on? 
So wirt dir auch darumb dein lohn. 

[E 3, 2, 423] Haraldus, des königs son, spricht: 

Dein bruder unser Schwester nach-stelt, 
15 Das sie an ehren werdt gefeit. 

Amundu8, Hagwarti bruder, spricht: 

Ir jungen herrn, wir edel knecht 
Bitten uns für den könig zu recht. 
Da sol Hagwartus antwort geben. 

ifaraldus, des königs son, zuckt von leder unnd spricht: 
Ey werdt euch und reht ewer leben! 

Da schlagens einander, biß des königs sün baid fallen ; Hainrioh 

fleucht. Hagwar tus spricht: 

[AB3,2,205]Ir bruder, nun last uns fliehen da 
25 Auß Dennmarck in Hibernia, 
Alda wir alle drey gemein 
Vor den Dennmerckern sicher sein. 

Amundus krüpfft sich und spricht: 

1 dor] fügt S bei. D Hagwartum rnd eprioht. CK Heinrich stöet, Hogwartui 
spricht. 2 8 Was stttst mich? hast* hie nit weH? 6 6 den steren. A item. 
1 U A Sibaldus der könig. CK der jnng könig. IIS nombst dich deines. 

]J deines. C nimbst du dieh dein«. A deins. ' 20 Ton leder] fugt 8 bei. 
A sprioht vnnd sackt. 21 B wehrt. SB reit. 24 nan] S peJd. 



220 

bruder, ich bin tödtlich wundt. 

Helwinua spricht: 

Und ich erleb auch kaum die stundt. 

Für uns nur auß, auff das wir sterben, 

& Drauß auff eim grün wassen verderben; 

Wann unsere lebens ist nicht mehr. 

Du fleuch! bewar dein leib und ehr! 

i 

Er fort sie krencklich auß. 8igarus, der könig, geht ein» schlecht 

sein hendt ausam unnd spricht: 

10 Ach, jammer groß ob aller noht! 

Sint denn mein söno all baid todt 

Von den Schweden worden erschlagen? 

Ir trabanten, thut in nachjagen 

Auff der see und auch auff dem landt, 
15 Bringt sie gefencklich allesandt, 

Auff das man sie all drey mit harter, 

Herber und unmenschlicher marter 

Würg, weil sie vergossen königlich blut. 

Nun tragt sie allbaid in unmut 
so Gehn kirchen von dem sal herab, 

Das man sie königklich begrab. 

Fort ich kein frewdt auff erdt mehr hab. 

Man tregt sie ab. Der könig vol^t nach. 



[C 3, 2, 154] Actus 2. 



8igne, des königs tochter, geht ein mit 8iringa, ihr hofQung- 

fraw, und spricht: 

Ach glück, wie bist so wandelbar! 
Wie hast du mich erhebt so gar 
Mit königklichem gschlecht und adel 

so Und mit zweien brüdern ohn dadel, 

• 

2 A Helbinas. 4 nur auß] 8 nur nana. CK nauß. 5 8 grünen. S sterben. 
7 S leib. A leben. CK lebn. 8 8 ein mit dem ernholt. 118 8eint. 

13 S Haii die trabanten pald naoh jagen. 15 8 Gfenoklioh st pringen sie 

alsant. 22 K auff erd kein frewd. 27 Aoh] 8 0. 



221 

Noch über das mit frewdt und gunst 

Hagwarti in hitziger brunst, 

Welcher mich doch eiirewet baß 

Und gar lioch ober alles dos. 
6 Ehr, wierdt und adl, so ich entpfing, 

Benetzt ich als gehu der liebe ring. 

Nun ist es ietzundt dann kummen. 

Das du mir das hast als genuiiiueu. 

Das zum tlieil hat gerichtet an 

in lliiiünr.li. der teutsche edelmnn, 

3, 2, 424] Dem ich sein werhendt lieb abschlug, 

Der darnach mit lisl und betrug 

Mein hrtlder auft' Hagwnrlum hetzt, 

Dag geschach dieser scliad zu letzt, 
i6 Das mein bnul brüder todt sindt blieben, 

D&rdurch ich auch mein herlzen-lieben 

Hagwart um auch verloren hon. 

Der mit der flucht auch ist darvon. 

Den ich vielleicht sich nimmer mehr. 
io Auch kümmert mich im herUen sehr 

Sein zwen brüder, die auch verdorben 

Todt-wuud dauli sindt im feldt gestorben. 

Ach, wie küudt ich denn frölich sein! 

Eudt hat ah glück und irewde mein. 

» Siringa, die hoflFjungfriiw, spricht: 

Ach, königliches frewlein yut, 

Schlacht null solchen grossen unmut! 

Thuct den dingen nit nach-gedencken, 

Kuch fürbaß hart mit '/.a hekreucken. 
an Kein besser kunst ist, denn wenn mnn 

Ein ding nit wider bringen kan, 

Denn das man das schlag aull dem sinn. 

Signe, des künig doohter, Bprieht; 
Im bertzcnleid ich iiam und brinn 

1 frewdt) S 1 ioti. 3 8 Welch« gegen"*rt mich freute p u> fl g g en , 

B gefn 8 S uIb hart, i:: CK iTii-ir. 8 heil. X verWit. 14 B Du. 

,utth ist J S lieh macht. 22 im fel.lt j S sm *e. J4 8 
Ulmelt h«t terkert <iio frowde mein, all] B .],.. 27 8 «ollen. 33 8 des 

Inig dnehter. A die kungi». 34 S In henlaid ie)i erlieiu vnd prin. 



Zhxsi vdö Hiurvactam sucfc nei mehr. 



Jmt aind jöA immer, ev« mn. 
i Am nritncr aber warn mir fen*. 



Meni insflmHL wota?» n tnrft schlagen. 

6tje tfcac a» ab*r «brob bfcacex 



:■! 



Akü. » aonT kb* üe reitlkh straff 
Wert Kunricfc aavfe nie aassen bleiben, 
Eter sauen nmriaVfr an half treiben. 
Xnn fca& vis *eba ins fraven-iimmer. 
I*« teufet kaa kb vergessen nimmer. 



a Sfcw f*fc*a bald» ah* Hagwr&rtoa ***** ein, spricht: 

Xut ba sefc m BiberaianK 

Ibabm nit *Kfe kb eilest kam. 

Aber da bac mein bem kein rmb, 

S*a*ier es sent sieb inner im 
*» Xaeb Sgae« 4er jnwrfraw enrelt, 

I*je nur Ar alle weit gefeit, 

IVr kaa icb ie cit gar amfgeben: 

leb will eb vagen leib and leben, 

£& ir ein re& tbon in Dennmarek. 
» Itjuram dringt mkb dk lieb so sUrek. 

leb bin gelege n beinJt die naebt 

l nd bab ein tkt nur aaberdaebt: 

leb vü weiN^kleiier legen an, 

Uareia kb mkb to! sebnttcken kan, 
a> Tnd *U dem k&nig in den dingen 

Ria Yvrsigelten brieff bringen 

Yvm baaptmaa aa6 Hiberaia. 

Wenn er den wirf entpfoben da, 

Seb&ft er mkb gwifc ins frawenzimmer, 
*» 2a warten einer antvort immer, 

lehnen icb mkb darnacb eben 

I CK tofebit b*?4* * S war». A wart». 8 SCK Gott dei nie. A 
* tb»t «wv l* triltitb) S c«t&>a, 19 S £aader. A Sander. Vrgl. 
Uv l atbM^ tl lHe] • Va* alle] S all du. 31 CK briefe. 
aja| 9 |*14" *• $ P a t fa ea. A Dariaa. CK gar eben. 



223 

Haimlich wil zu erkennen geben 
Signe, der alier-liebsten mein, 
Bev der kan ich- wol heimlich sein 
In frewd und wune an dem endt, 
5 Von allen menschen unerkendt. 
Wer wolt von solchen frewden eben 
Nit willig wagen leib und leben? 
Will auff das erst mich richten zu, 
Das ich die reiß in Dennmarck ihu. 

Hagwartus get ab. [K 3, 2, 425] 8igne geht ein mit ihr hoflP- 

jungfraw und spricht: 

Siringa, ein wunder-traum 

Het ich die nacht, den ich dir kaum 

Erzelen kan: es dauchte mich, 
15 Hagwartum sech ich sichtiklich 

Kummen in gstalt eins weissen seh wannen, 

Und er wolt weichen nit von dannen, 

Biß das er mit dem könig redt, 

Der in freundtlich entpfangen thet; 
so Nach dem er sich auch schwung zu mir, 

Da groß wunn und frewdt betten wir. 

Nach dem dünckt mich, ein schwartzer rab 

Uns baide da beschrieben hab. 

Zu handt vor mir gebunden lag 
ib. Der schwan mit seufftzen und mit klag, 

Gesegnet mich und trawret sehr, 

Sprach: Signe, du gsichst mich nit mehr, 

Schwang sich von mir, das es erkracht. 

Im augenblick ich aufferwacht. 
so^Der träum macht mich gleich traurigleich. 

[AB 3, 2, 206] Siringa, die hofiQungfraw, spricht: 

So hat mir auch getraumbt der gleich, 
Wie ein sehne weisser hirs forchtsam 
Her in Dennmarck geloffen kam; 
35 Der het an ein güldes halßbandt, 

4 SCK wune. A wann. 6 6 vmb volch frewd wegen oben. 7 S willig. 
ACK wollen. 10 Hagwartus get ab] fugt S bei. CK Er geht ab. 17 8 Er 
wolt auch. 22 S Jaucht. 23 S peschriren. 25 und mit] 6 tehwere. 30 
gleich traurigleich (A trauiiglich)] S ichwermQetieleieh. 



224 

Der machet sich mit euch bekandt, 

Legt sich freundtlich in ewer schoß 

In wollust, wann and frewden groß. 

Aber das werdt ein kurtze standt, 
5 Das in verjagten die jaghandt, 

Die aaff in abgehetzet warn : 

Sie jageten in in das garn, 

Mit dem hörn bhing er in dem netz. 

Ir aber tradt hinzu zu-letz 
10 Mit allem ewrem frawen-zimmer, 

Den hirschen zu erleding immer. 

Aber in dem traura mir erschien, 

Wie wir behingen all darin. 

In dem verschwundt auch das gesiebt. 
15 Was das bedeot, das weiß ich nicht. 

Signe, des konigs tochter, spricht: 

Weil er liet ein fröling anfang, 
Aber ein kleglichen aaßgang, 
Gleich eben als wol als mein träum, 
so So kan ich es aaß-sinnen kaum, 

Was solch baid treum bedeuten thandt. 
Gott wöll mir behüten ietzandt 
Meinen Hagwardt zu aller stundt. 

Sie gehen baide ab. 



« Actus 3. 



Hagwartus kumbt inn den frawenkleydern , tregt ein brieff 

unnd redt mit im, spricht: 

Nun bin ich in Dennmarck anknmmen, 
Mit glück zu schaffen meinen frommen 
so Mit meiner alier-liebsten Signe, 

2 SCK euer. A ewr. 3 frewden] fehlt S. 5 verjagten] S vmbgaben. 7 

S Die. 8 8 Mit den hörn phing er im nes. 11 8 hirsen. 15 B Was 

es. 17 S Weil dein traumb het froling. 10 CK so irol. 22 S pehueten 
mir. 23 8 Mein hagwart vnd iw. 



225 

Mir gschech gleich drob wol oder weh. 
Wil gehn hoff schawen, das ich findt 
Den könig mit all seim hoffgsindt. 

Er geht ab. Der könig geht ein mit seim hoffgesindt, setzt sieh 
5 unnd spricht: 

Kein botschafft het wir lange zeit 
Auß Hibernia, der botschafft weit, 
[K 3, 2, 426]Wie es mit krieg darinnen steh, 

Auch wie es meinem hauptman geh, 
10 Dem treffenlichen starcken heldt, 
Welichen auch hab ausserweldt 
Zu eim hauptman dem here mein. 
Ernholdt, scbaw, wer wil herein. 

Der ernholdt geht und spricht: 

15 Herr könig, es ist ein frembdes weib, 
Gar zart, doch mit schwangerem leib, 
Begert für königlich mayestat, 
Die etlich sendtbrieff an euch hat. 

Der könig spricht: 
20 Laß sie herein auff ir beger. 

Hagwartus kumbt und spricht: 

großmechtiger könig her, 
Ich bin eilendt gereisset da 
Auß dem lande Hibernia, 
25 Bring königlicher mayestat 

Ein brieff, welchen geschrieben hat 
Zu euch der treffenlich hauptman, 
Den wölt in gnaden nemen an. 

Der könig entpfecht den brieff, list den unnd spricht: 

so Ja, er schreibt mir, die sach steh wol, 
Morgen man wider schreiben sol; 

2 das] S wo. 6 S Kain potsohaft hat mir lange leit Aus hipernia 

der pfleger weit. 7 botschafft] CK landsehafft. 8 S Geschioht, wie es 
darinen ste. 9 S Wie es auch. 10 K trefliohen. starcken] 8 streitparn. 

1 1 SCK Welchen ich auoh hab. 1 2 A höre. D beere. 1 6 SK schwangerem. 
18 etlich] 8 ainen. 27 S Der lantpfleger der dreffenlioh inon. K treffentlioh. 
Hans 8acht. XIII. 15 



IjdswsI ums Jr 




«nrftrtfcfc &rt das wwzb ab. Der könig spricht: 

Xna last uns refai ta <fie cantrieT. 

Dem baoptocu wider schreiben frer. 

f« er soi Bjssen oder taan : 
C3Li I3$TWxi im darum aaen zeigen 
ai Wie mir Hagwmrtvs knruei 

Ebb mein zwen kooigfkh sön ersddagen. 

W<> der in Hiöentxa komb. 

Du» er in cefenckHch anömb 

Und schick den mörder zu mir her, 
t* Das selb sey endtlieh mein beger. 

C*r käsig gehe« ab mit seian hoflfcailidU 8igne geht ein mit 

ihr hoJQiuigfraw iuuhI sprieht: 

Hernie ich stet* anser tremmb gedenck, 
Darob manichen seofftzen senck. 
*) Mein Hagwartns ligt mir im sinn, 
in seiner lieb ich nam und britin. 

D#r eraholdt kumbt mit dem weib und spricht: 

Venedigs freu lein, königlich marestadt 
Das rrewleia ench befolhen hat 
** IHe a*& Hibernia, dem landt. 
Mit brtenVn worden ist gesandt. 
Die versehet mit tranok und speiß, 
We nacht herbergt geleicher weiß. 

|>»r ♦ruIwMt g*ht ab. Hagwartus beudt ir die handt, spricht 
*» gmaoh: 

Kens! du mich nit, mein hertzen-lieb? 
Ut der fcwrtgen tianunen trieb, 
HerUtteb« erloschen gar bey dir? 

st 5* XMWlk * 4** *♦*•] ^ fcagwartan. 7 hauptman] 6 pfleger. 

\ tth* 19 $ »»litt» CK mannfeheB. A manohen. 22 mit dam 

h hl**^ ** $ *Ha Araaan. 2T SBCK traoek vnd speis. 
H CK htttogta. B flalebar. 



227 



8igne sprioht: 

Wer bist, die also redt mit mir? 
[K3, 2, 427]Siringe, geh auß von uns beden, 

Hab was heimlichs mit ir zu reden. 

s 8iringa geht ab. Signe sieht im unter äugen: 

Sie, mein Hag warte, bist du hie? 

Kein mensch gesah ich lieber nie. 

Mein schätz, mein trost, mein wann and frewd, 

Wie hab ich seidt in hertzen-leid 

10 Mein zeit verzert in angst und noht! 
West nit, warst lebeudt oder todt, 
Als du mein zwen brüder erschlugst 
Unwissendt mein von hinnen zuchst, 
Hab doch seidt her zu keiner stundt 

15 Vergessen dein im hertzen-grundt 
Mit manchem tiefen seufftzen-sencken. 

Hagwartu8 sprioht: 

Demselben hab ich thun nachdencken 
Und hab darob auch unverzagt 

20 Ehr, gut, leib und leben gewagt, 
Mein hertzen-lieb, zu trösten dich. 
Wie wirts gehn, wenn der könig mich 
ErgrieffV meinst du nit, ich müst sterben, 
Eines grawsamen todts verderben? 

25 Wolstu auch ob mir halten vest 
Eliche trew auffs aller-best, 
Gedenckcn mein nach meinem todtV 



2 S die. ACK der. 6 S Schaw. CK Sib. 6 und] SK mein. 

21 dich] K mich. Bei Albert Krantz beißt es: lob müsse hye die wort des 

Hagbarti, so der Uistorienschreiber Saxo beschreibet, anseygen Hagbartas: 
Ob mich ergriff dein vatter, sag, Vnd mich tum todt wttrd fertgen ab, Wol- 
test an mir auch halten vest Eeliobe trew vnd bits vffs letst Gedeneken mein 
nach meinem todt? Sygne: Hertslyebster mein, in soloher not Wo dn sohst 
sterben ee dann ich Als bald starb ieh aaeh sicherlich Mit dir on allen wände 
▼ff stund. Damit wir beyd in gleiohem Bond In Lyeb vnd Leyd verknüpft 
seind harrt AbfUren hyn in einer fart. 22 S wUers. 26 8 Dein euch. 

B Etliche 

15» 



"X • _ 



229 

Nun ist der brieff verfertigt wol, 
[K3, 2, 428] Den man der frawen geben sol. 

Geh, such sie in dem frawen-zimmer. 

Beudt den brieff dem heroldt. Heinrich, der teutsch e dl man, 
5 spricht : 

Durchleuchtiger könig, mich düncket immer, 
Das weib geh umb mit trigerej, 
Ich glaub, das sie Hagwartus sey, 
Der hat erschlagen ewer baidt sön 
10 Und die nacht ewer tochter schön 
Auch bracht umb ir jungfrewlich ehr. 
Solichs sagen viel ander mehr. 

Der könig spricht: 
Ey mainst, er wolt sich hieher wagen? 

is Hainrich, der teusoh edel man, spricht: 

Es ist gewiß, was ich tbu sagen, 
Ich hab des sichere kuhdtschafft; 
Baldt anzunemen in verschafft, 
Hab in selb kendt an augn und nasen. 

so Der konig spricht: 

So wöl wir nach im greiffen lassen. 

Feist du, so wirt ich dein nit fein. 

Ir trabanten, thut euch verheln 

Hin für des frawen-zimmer thür; 
25 Und wenn die frembd fraw geht herfür, 

So falt sie an und fürt sie her, 

Auff das ich sie selber erfer, 

Darmit den rechten grundt erfar, 

Wiewol michs dünckt unschuldig gar, 
so Weil' sie so zart und weiblich war. 

Sie gehen alle ab. 

4 SBCE edeiman. 6 S es dttnoki mioh imer. B dünekt. 9 8 paid 
euer stten. 12 S Solobs sagt st hoff noch mancher mer. B Solches. 16 

was] S das. 17 sichere] S warhafte. 19 S aogn. A äugen. 22 8CK fein. 
A feien. B fehlen. 23 B verholen. 24 SCK des. A das. 27 erfer] S 
pewer. 30 Nun gent wir in das riehthaas dar. 



Acte 4. 



es* tremuat m 
*** ücpi«; An« acra&efin leü 

Tiss äw ix keiL s»c&. snnflr est 
CWkc sc seihte 3aciva& 
Yäi ihctä sniäx fr* nr mnt unk. 
& emfs nur:«, aoä*** s&c^wtr.. 
•« slfnr wisset. «iL hl mtic emte . 



t^äasrä^gts' klaue. && icincen inr 
I\ss jnranKat voi* nie-ber n ür. 

*>*nc vflt S^pöf. oer ^uncfnkv klar, 

\V;r i»e:r«r soe xrfsebei xdmmer. 
Wer äf *&£ rt öäb: ükt* eKtnamen. 



&\fc {ndft ir n b**u£u 3«r *Wt <is>nTi. er reist ihr den 
*K da sfceht säe* i** Hsrsrmit». I>er konig spricht: 

d» »K\rieT nwt etows45«K 

\\>il d* » MF «es: wtn urd lieh, 
*> 1** iefe äkfe r.ie helikto bat.. 

WAnunb his: tib> ä*> brnrieid thin, 

l>m> du mir b*sft tot kwrtxes T*$*n 

Meiner Heb» sta *wn ersrkUgtn 
139 $uu 429' Und nun *»ci mein t.v&ier ge>chendt 
** l>arv4i schwinde Es* *n diesem endt* 

Ha* trurtus feit «off seine knie, spricht : 



jvto«*. A Vifec«». 4 S ftrfHt «a» gr*§ nk«us«B. lt SCK 
k fM^L I* S £%•*. ACE SfMk 17 S hintern. BCK lrinden». 

MM k*fwaitm* «U. 5* SCK ptfcütigt. A bel»»*ig*u 2$ S Zwen 
i stau St S »♦»» äoefcter Mcb. Z% wo winde lirt S dein p*rag. 

ftjt 8 sei* 



231 

Groß-mechtiger könig, ich bitt dich, 
Wölst mich anhören gnedigklich. 
Das ich dein söne schlug zu todt, 
Must ich mich wehren leibes noht, 
5 Weil sie erstlich von leder zugen 
Und mir auch zwen brüder erschlugen; 
Das ich aber die tochter dein 
Liebhab, da ist sie ehlich mein, 
Zu der mich die brinnende lieb 
10 In Dennmarck auß Hibernia trieb, 
Derhalb thu ich in gnad mich geben, 
Wölt mir verschonen meinem leben. 

Der könig spricht zornig: 

Geht, baldt in die eissen in Schlacht 
i5 Und haltet bey im gute wacht, 
Biß das wir berahtsch lagen wol, 
Mit was todtes er sterben sol. 

8ie füren in ab. Der könig spricht: 

Ir liebn getrewen, saget an, 
[C 3, 2, 15G] Mit was todt man in ab sol thau, 
Der hat vergossen königlich blut, 
Auch königs tochter sehenden thut, 
Das solch groß ubl gerochen werdt. 

Cristern, der ein raht, spricht: 

25 Man sol in richten mit dem seh werdt, 
Weil er ist gwest ein küner man, 
Der deine feindt grieff freidig an 
Und leget offt ein grosse ehr. 
Des laß in ietzt gemessen mehr, 
[AB 3, 2, 208] Das er nit gar ellendt verderb, 
Eines schendtlichen todtes sterb, 
Sunder mit eim ritterlichen todt. 

Hainrich, der teusch edelman, spricht: 

9 die brinnende lieb] S wäre trew rnd lieb. 12 SCK meinem. A mein. 

14 8 in ein die eysen. 19 8 liebn. A Heben. 20 S sol man den abihon. 

23 K ybel groeben. 27 SB deine. A deinr. 29 SB Das. 32 S 
Sunder. A Sonder. 33 Ebenso wie s. 218, 20. 



232 

Ein solche straff wer ie ein spodt 

Zu solchem übel, das er hat than 

Der verzweiffeit erlose man 

Der hat vergossen königlich blnt, 
5 Aachs königs tochter schwechen thut. 

Derhafb mit so schecdtlicher tadt 

Ein schendtlich todt verschuldet hat, 

Nemblich das er gehencket werdt 

Zwischen himel nnd zwischen erdt 
10 An lichten galgen an eim strick, 

Daran er erworg nnd erstick. 

Das sprich ich zu dem urteil mein. 

Der könig bricht den atab und spricht: 

Ja, ich volg aucli dem urteil dein, 
15 Man sol in richten mit dem sträng 
Und an den lichten galgen hang 
Zu spodt nnd schandt vor ie denn an, 
Das sich ein ander stos daran. 

Sie stendt auff, gehen alle ab. Signe, des königs tochter, geht 
so allein ein: 

wie ein holdtselige nacht 
Hat mir das glück mit frewden bracht 
Mit Hagwarto, dem gmahel mein! 
Nun warten wir des glucks allein, 
25 Das uns wider zusammen bring, 
Das unser keinem misseling. 

[K 3, 2, 430] Siringa, die hoflöungfraw, kumbt und spricht : 
kuniglichs frewlein, böse mehr! 

Signe, des königs tochter, spricht: 
so was ist das? sag mir baldt her! 

Siringa spricht: 

Ach, als die frembde frawe for 

* 

3 SCK erlose. A erltfser. B ehrloser. 10 S an ain. 18 S ain ander 
stos. A einander stost. CK stoß. 23 S Hagwarto. A Hag warte. Ebenso 
m. 242, 1. SCK gmahel. A gemahel. 32 SBCK frawe. A fraw. 



233 

Wolt darvon durch das hinter thor, 
Da habens die trabanten gfangen; 
Aach ist das gschrey, man werd sie hangen ; 
Wann sie sey Hagwartus gewesen. 
5 Das arteil hat man schon gelesen, 
Das von den raten ist gesprochen. 
Der könig hat den stab gebrochen 
Ueber in in dem richthauß, 
Itzandt wirt man in füren auß. 

10 Signe, des königs tochter, spricht kläglich: 

Ach, was sagst du? ist er zum todt 
Verurteilt? muß erbarmen gott, 
In dem gestanden ist mein leben, 
So wil ich im das gleidt geben. 
15 Mein Siringa, wilt auch mit mir? 

Siringa, die hofiQungfraw, spricht: 

küniglichs frewlein, hinter dir 
Beleih ich nit, wo du hingehst. 

Signe spricht: 

so Das du mein hertz klerlich verstehst, 
Ich wil auch mit dem Jüngling sterben, 
Mit im in gleichem todt verderben. 
Siringa, wilt du das auch than? 

Siringa spricht: 

25 Ja, ich wil dirs geloben an, 

Weil ich dir ie war lieb und werdt 
Zu hoff für ander unbeschwert; 
Mit was todt stirbst, so stirb auch ich, 
Will das thun hertzen- williglich. 

so Signe, des königs toohter, spricht: 

Kum, laß uns an die zinnen stehn 
Und vor sehen außfüren, den 

* 

3 SCK werd. A wer. 4 8 Wie wens hagwartus wer gewesen Man 

hat das vrteil schon gelesen. 7 S stab schon prochen. 13 S An. 14 

CK gleyde. 26 S was. 29 8 Dein pleib ich dot nid ltbentich. 



234 

Mein seel lieb hat, den ich auff erdt 

Forthin nimmer mehr sehen werdt, 

Dort aber wollen wir mit frieden 

Ob gott wil ewig sein angschieden. 
5 Nach dem wöl wir vor allen dingen 

An unser schleyrlein machen schlingen, 

Uns im frawen-zimmer knüpften an 

Und wollen auff fuGschemel stan, 

Und wenn man mein hertzlieb thut hencken, 
10 So wöl wir denn mit seufftzen-sencken 

Die schemel umbstossen mit den fassen, 

Das wir als denn ersticken müssen 

Mit gleichem todt wie obgemelt, 

Auff das auß der betrübten weit 
15 Mein seel mit seiner seel schaid ab, 

Wie ich im das verheissen hab. 

Doch wil ich vor befelhen wol 

Dem einheitzer, und das er sol 

Anzünden des frawen-zimmers sal, 
so Uns todt verbrennen all zumal. 

Sie gehen baide ab. Der heniker fort Hagwartum daher. Hag- 

wartus spricht: 

Nun geh ich dahin in den todt. 
|K3, 2, 431] Mein Signe, nun gesegne dich gott! 

25 Mein bort, mein trost, mein höchster schätz, 

In laidt bringt uns des klaffers schwatz, 

Der unser lieb uns wolte wem, 

Welche doch war allein mit ern. 

Wolt gott, du hest mich nie gesehen! 
so Wie sol nach meim todt dir geschehen? 

Der hencker spricht: 

Nun ge fort! was wilt du lang sthon? 
Zum ghricht hab wir noch weit zu gohn. 

Hagwartus spricht: 

* 

4 S owig sein rngtohieden. ACE ewig vngeschieden. 9 wenn] S pald. 
12 ersticken] 8 erwergen. 20 S Vns so dot verprenn alswmal. 22 S Hag- 
wartus. A vnd. CK der. 26 S In dot pringt mich. 27 8 weren. 28 
a Welche doch elloh war mit eren. 



235 

Meister thn gm ach! laß dir der weil! 

Der lag ist mein, und mich nit eil, 

Das ich meins lebensein klein noch branch. 

ich sich dert auff-gehn den rauch, 
, Das flBHWi illWni brindt. hoch und glo. 

Darbey kau ich abneraen do, 

Das Signe, die aller-liebst mein, 

Wirt auch mit todt verschiden sain. 

Der seel auch wöl genaden gott, 

Die mich auch hat biß in den todt 

Liebgehabt in hertzlichen trewen. 

Dcrhalb sol mich mein todt nit rewen. 

Weil du mir helt.est dein zusag. 

Ferst vor mir hin mit spurTtzen-klag, 
. Gibst i.'inlt doim leben, bist beraidt 

Mit gleichem todt, mir gibst das gterdt. 

Der liebe bund bsteht fest an dir. 

selig hin ich, das auch mir 

Kin solch gferdt wirt zu meim abscheidt, 
■ Mit dem ich far in ewigkeit. 

Maister, nun laß uns eilendt gon 

Und hilft' mir anff das erst darvon. 

Das ich zu der kumb an die stel, 

Welche lieb hat mein hertz und sei. 

■ hencker fürt in hin. Der könig geht ein, aprieht kläglich : 
Weh Jammer über altes klag, 
Das ich erlebt so trawring tag! 



8 Albert Kranit schreib): Sud der hislorien Schreiber halt ein kläglich ge- 
dacht gemacht von 'lern llugbarlo, »la ob er das «eiber goiagl hotte, du er bat 
seilen sterben. Nämlich .ließe? : Ir jungen Uselkn , noinent wer, Wie schnell 
Ich in dem luBt »ff tu. Bin Init i,ti mir, liaruljeuHo mein, Vif dich au 
iterben bald dahyn. Das (eur ajh ich. der daoher klang, Dein lyeb ioli prüf 
In solchem drang. Dm du mir ballest dein ifisng Vnd fUrst vor mir dein 
ernstlich klag, Im leben vnd im todt bereyt, Mit gleichem end gibst mir d*i 
Uleydi Der Lycbo bund bsleot reit an dir. Ü selig blnn leb, da« aueb mir 
Bin euloher gfort hje worden ist. Mit dem ich sterben toll oo Ijel. DetDbelb 
Meyeter, hylff mir .Urion Vnd sey diu straff mein Kieler '«•• ' CS eller- 

it*. II S hat in herging. 12 8 Nn |al mieb mein dot gnr nit ..-*r,.. 
II S senken vnd dag. 1(1 8 gibst mir. )« wirt] fugt » bei. CK kotopt. 

1 «st. SO 8 O jmner lieber alle elag, 27 n»ifr1ug| S «dient. 



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L* trväirkiik xsl iö äan. r^snän 

Ait vgl fest ü«tr "lai -au«: leöisL, 
k W*Jl cwr nr«i äe teseaisi 



Da v*ir. se Kr ab ktifc -fei rack 
Und Ttreirva&dt is 4rn aearex'fcöck- 



IK a, 2, 432] Bri*h, der ander trmbeadt, spricht: 

** Wigo, ick Lab gar oft atd dick 
lJa§ gfpeiKt gesekea. wem ich wacht» 
Ztt Sttnderbarg. Vast alle nacht 
Sab Ich «e sitzen bey dem fewr 

SftVadferiMliafcpMtlMt ueb4«k» 3 8 t« edlea. CK tob 

«Um. 11 8 geeber, VgL f. 240, 29. 16 8 In travern aagft mnet iek 

Dmi wttrd* «od« de« 14 YertM puikt stehen. 19 S Suderparg. 

barg. miUroMht. 20 SCK feuer. A fewr. 21 S streun. 

29 fit] 8 t«. 32 8 Süderparg. 33 sie] 8 du. 



ü 



237 

Wainen und klagen also tewr 
Sich selb und iren Hagwartum, 
Die baid kamen so elendt umb, 
Das mich offt der eilenden armen 
In meinem bertzen thet erbarmen. 
Der könig ist gewest zu jacb, 
Derbalb sorg icb die zeitlich räch, 
Die werdt im baldt folgen hernach. 

Die trabanten gehen ab. 



10 [C3,2, 157] ActllS 5. 



Hacco, Hagwarti bruder, geht ein, gewapnet, mit dem unter- 

hauptman, spricht:. 

Mein Leo, ein new zeitung arck 

Ist mir herkummen auß Dennmarck: 
15 Der könig hab Hagwartum gefangen, 

Mein lieben bruder, und in gehangen 

Von wegen seiner tochter Signe, 

Welch er im het vermehelt ehe. 

Und hat mir auch vor kurtzen tagen 
20 Auch zwen leiblich bruder erschlagen, 

Wie mjr Uagwartus hat geklagt, 

Wie über sie hetten ein pagt 

Des königs sön untrewer massen, 

Wil ich nit ungerocben lassen, 
25 Sonder mit einem here starck 

Wil ich uberziben Dennmarck, 

Mit manchem ritterlichen man, 

Zu landt uud wasser greiffen an 

Und rechen die drey bruder mein. 

* 

2 S ßioh. A Sieh. BCK Sie. 3 S Du sie waren kumen io elent nn. 
6 S gaeb. 7 zeitlich] 8 gotlioh. 11 ein] fugen SCK bei. 13 8 new. 
A newe. 15 S gfangen. 16 CK brndr. 17 SCK wegen. A wegn. 18 
S Welohe er im het vermehelt e. B vermehlet ehe. 10 8 Vnd hat mir vor 
den selben dagen. 22 S Wie. CK Weils. A We^l sie. S paobt. 23 untrewer] 
8 solioher. 25 SCK here. A beer. 



288 

Wilt mir darzu behilflich sein? 

Leo, der unterhauptman, spricht: 

Mein Hacco, weil wir dir sindt worn 
Drey monat gelobt und geschworn, 

5 Wo da wilt, magstw uns hin-füren. 
Wie frommen kriegßleutn thut gebaren, 
Wöl wir uns halten in stürm and streit, 
Wie wir uns auch zu aller zeit 
In Hibernia haben gehalten, 

10 So wöll wirs noch glück lassen walten ! 
Und mit dir auch zihen zu feldt 
In Dennmarck, wie da hast gemeldt, 
Und mit dir wagen all gefahr. ' 

Hacco, der Oberst, spricht: 

15 Nun so wöll wir des heeres schar 
Morgen setzen in dreissig schiff 
Und seglen aber den see tief 
Biß in den halfen gehn Herwick; 
Da wöll wir in eim augenblick 

so Das volck außsetzen und zu faß 
Uns verhalten in der wildtnuß, 
Das volck heimlich ohn alles arck 
Bringen in das köngreich Dennmarck. 
Darinn sol ieder in dem waldt 

25 Im hawen einen wedel baldt 
Und den auffgericht vor im tragen, 
Das niemandt wiß oder kün sagen, 
Wie vil unser, und wer wir seien, 
So man ansieht die grünen mayen. 

so Und wenn uns zeucht der köng entgegen, 
So hoffen wir in zu erlegen. 
Kumb, laß aufblasen an der see, 
Das iederman zu schiffe gee. 



3 SCK gesohworn. A geschworen. 5 S magstw. A magst. 6 S 

krigslentn. A kriegßleuten. 14 Oberst] 8 groß hauptmon. CK oberst. 

~~ 6 segeln. 22 volck] S her. 23 B königreiob. 24 Vgl. Macbeth 5, 4. 
Wie vil vnser ist vnd wir seyen. 30 B könig. 



239 



[K 3, 2, 433] Die zwen gehen ab. König Sigarus geht ein, ge- 

wapnet, mit Heinrich und spricht: 

Seit ir gerüst? ich hab gut kund tsch äfft, 

Das Hacco kumb mit heeres-krafft, 
5 Hagwartum, sein bruder, zu rechen, 

Dergleichen die andern zwen frechen 

Brüder Helwinum und Am und um, 

Mit den er in Dennmarck an-kum. 

Derhalben so ist grosse zeit 
in Zu rüsten, der feindt ist nit weit. 

Heinrich, der teutach edlman, spricht : 

Herr könig, last euch nur nit grawsen, 
Wir wollen den Schweden wol lausen; 
Wann unser sindt wol drey an ein. 
15 Ich selb will ir bestehn allein 

Zwölff Schweden, holten in ein schantz. 

Der könig spricht: 

£y, thu verachten nit so gantz 

Den feindt, so schmelich an den orten, 
20 Du bist gar zu frech mit dein Worten. 

Erst ich an deiner frecheit spürt, 

Hast mich und auch baid sön verfürt 

Und bracht in alles ungelück, 

Das wirt dir waltzen auff den rück. 
25 Da rieht dich nach, es feit dir nicht; 

Wann gott der sitzet am gericht. 

Erich, der trabandt kumbt unnd spricht: 

Der wechter auff dem thurn sagt: 
So baldt und es frü hab getagt, 
so Sey im wald auffgangen ein staub, 
Und sagt, nit anders er gelaub, 
Dann es lieg ein groß beer darinn. 



6 CK Dergleich die anderen. 7 A Amandum. 1 1 BCK edelman. 

15 ir] fehlt S. 16 CK einr. 19 8 sohmechlich. 21 8 An deiner freeh- 
heit wirt gespttert. 27 SCK Eriob, der. A Der Erich. 28 dem Thurn] 

S dhuren. K dem thuren. 29 und es frik] 8 es hewt frUe, 



240 

Das nemet, hcrr könig, zu sinn. 

Wigo, der ander trabandt, kumbt und spricht: 

Herr könig, ich bring böse mehr, 

Auß dem waldt zeucht das heer daher. 
6 Das lest sich ansehen der gstalt, 

Sam ziech daher ein gantzer waldt, 

Und zeucht her eilendts aaff die stat. 

Darumb bald auff-trometen lat, 

Aaff daß gantz heer gerüstet sey. 
10 Die feindt sindt gar nahet herbey. 

[AB 3, 2, 210] Der konig spricht: 

Bald heiß auff-schlagen die heertrummen, 
Das wir dem feindt entgegen kämmen, 
Eh das es uns gar werdt zu spadt 
15 Und er uns einneme die Stadt; 
Wann er ist zu aller-nechst vor 
An-kummen bey unserm stadtor. 

Hacoo kumbt mit den seinen, werffen die mayen hin, Hacco 

schreit : 

so Her, her, her, herl dran, dran, dran, dran! 
Nun last uns dapffer greifen an! 
Helfft mir rechen die brüder mein, 
Die mir elendt entleibet sein! 

Sie schlagen einander, biß der könig unnd Hainrich feit. Die 
25 trabanten flihen. Hacco spricht: 

Sich, könig Sigarus, ligstu todt? 
Deiner seel wöl genaden gott. 
Zu dem Unglück so bracht warlich 
Allein dein jeher zoren dich. 

so Kert sich zu Hainrioh unnd spricht: 

Itzt ligst du auch, must werden faul, 
[K 3, 2, 434] Der du mit deinem bösen maul 

6 S der ganse. 9 CK daß das. CK grüstet. 10 sindt gar] S kuraen. 
nt v nahend. 15 S Vnd e er ras einem. 18 8 Hacco. A fehlt die?. 10 
reien. 22 S Zw reehen die drey prneder mein. 29 6 gooher. Vgl. 
11. 30 8 Er kert. 



Des königes sön hast verhetzt. 

Das sie auch schlugen mir zu-letzt 

Meine bruder, das sie baid starben, 

Doch sie aneb all baid droh verdürben. 
B Das war nit gnng mit diesen tadten: 

Du hast auch Hagwnrtum verraten 

In todt, den lieben bruder mein, 

Und auch des königs tochter fein. 

Ietzundt hast auch verdienten lohn 
10 Als ein schendtüeb, erloser mon. 

Nun last uns blündern gar mit eil. 

Darnach abziehen schneller weil 

Auß Denninarck, ch das landtvolek kumb 

Und uns auch schlage widerumb, 
in Weil der adel hat schaden gmimmen 

Und auch ir kiinig ist umbkummen. 

Aach des fußvoleks ist viel entoeben. 

Nun sindt mein drey brüder gerochen. 

Daran ich ein genügen hab. 
so Wolauff und ziehet eylendt ah, 

Daa man die todt.en all begrab. 

i tregt die todten ab; nach dem man blüadert, geht man 
ab. Der ernholdt kumbt und spricht; 

So hat die tragedi ein ondt, 
ss Dnrnuß mau sieben lehr erketidt; 

Erstlich so lehr hie bey Signe, 

Ein weibßbihlt sich hat deste meh 

Vor der gsellen bey- wonun g und schenek. 

Schmeii'hlerey, kupiere? und reuck; 
so Wann weiblich hertz das wirt bald wunt 

Durch lieb, langsam wider gesunt, 

Biß man nimb! schaden an gruch und ehr. 

Haimlich heirat betrüben sehr 

Die eitern, machen in groß liertz-weh 
k Und werden selten gute eh. 

4 BCK Tardnrben. A rsrJorbco, o S Dir war nit gnueg an dielen 

Hea. II CK »eil. 13 BCK eyl. IT SCK faeefolok». AB fufWolok. 

I 8 Die erst« lehn stohl na meiter «teile, die fünfte dagegen an der ersten. 
>] fehlt B. 27 8 deiter. 28 gsellen) S Jüngling. 32 nimtitj S 

it. 3* CK maohn. groß] fehlt S. 
Dans Bacba. XIII. ^ 



242 

Zum andern bey Hagwarto wol 

Ein jüngeling hie leren sol, 

Das er sich hüt vor solcher lieb; 

Wann sie hat sehr ein starcken trieb, 
ö Das man so gar darin erblindt, 

Macht töricht, doli und unbesindt 

Und wagt alle gefebrligkeit, 

Darauß den folget haß und neit, 

Schandt, schad an seel, leib, ehr und gut. 
10 Zu dem dritten man leren thut 

Bey des königes sönen hart, 

Das man vermeidt stoltz und hoffart. 

Und keiner sein nechsten veracbt 

Durch seinen hochmütigen bracht, 
ir> Das er sich nit bring in geferdt; 

Wann ein mensch ist des andern werdt. 

Zu dem vierdten lert man verstan 

ßey Hainrich, dem teudtschn edelman, 

Das ein mann nit trag neidt und haß 
20 Eim andern, dem es gehet baß, 

Niemand t verdeck auch hinterrück, 

Das in nicht selb treff ein unglück, 

Wie uns das alt Sprichwort thut lern: 

Untrew treff iren aigen herrn. 
*5 Zum fünften bey könig Sigaro 

Sol ein vatter leren also, 

Das er ein tochter halt wol in hut, 

Ziech sie demütig, still und gut, 

Verheiret sie selb rechter zeit, 
30 Töchter sindt obs, das nit lang leit; 

Wo aber was Unrechts geschech, 

Das er mit straff nit sey zu jech 

Und mach zwen schedcn auß eim schaden 

Und mit mehr Unglücks wert beladen. 
35 Die sechst: bey Siringa, der jungfrawen, 

[C3,2, 157 statt 158 K 3,2,435]Lert man auch halten glauben und trawen 

* 

1 S Hagwarto. ACK Hagwarte. Vgl. tu 8. 232, 23. 2 SCK jüngeling. 

A jüngling. 5 S so gar darin. ACK in lieb so gar. 7 S wagt den all. 

13 keiner] S nimant. 18 SCK deutscbn. A teudtschen. 20 8 ge noch 

paa. 21 CK verklegt. 23 uns] S den. 27 CK sein. 32 straff] 8 

orn. S geeh. 36 SCK haltn glaubn. 



248 

Der herrschafft, des hat man preiß and ehr. 
Bey Hacco merckt die siebendt lehr, 
Das man halt brüderliche trew 
In lieb and leidt ohn all absehe w 
5 Bestendiglich biß in den todt, 

Des hat man ehr bey weit und gott. 
Das trew in trew auß trew erwachs 
In allen stenden, wünscht Hans 'Sachs. 

Die person inn die tragedi: 

10 1. Heroldt. 

2. Sigarns, könig in Dennmarck. 

3. Haraldus, 

4. Sibaldus, 2 sön des königs. 

5. Signe, des königs tochter. 
16 6. Hagwartus, ir bul, 

7. Helwinus, 

8. Amundus, 

9. Hacco, der groß hauptman, 4 brüder auß Schweden. 

10. Leo, der unter-hauptman. 
2" 11. Cristern, des königs raht. 

12. Hainrich, der teutsch edelman. 

13. Siringa, die hoffjungfraw. 

14. Wigo, des königs trabandt. 

15. Erich, der ander trabant. 
25 16. Der hencker. 

Anno 1556 jar, am 30 tag Novembris. 



5 S Peystendiclioh. 17 A Admandus. Vgl. «u e. 215, 32. 27 S 

812 vera. 



16 



244 



[ab,3,2,2io statt 2ii]0omedia, mit 10 personenzu agiern: 

Der jungling im kästen, und hat 3 actus. 

Der ernholdt tritt ein, neigt sieh unnd spricht: 

Hort ein wander seltzam geschieht 
5 Coraedi-weiß, die unns bericht 

Herr Johannes Pocatius, 

Wie ein alter artzt Mäzens 

Saß zu Salerno in Welscblandt, 

Der war in künsten weit erkandt. 
io Der het ein schöne junge frawen, 

Die haimlicb thet in schalcksperg hawen 

Mit eim jungling. Als aber der 

In irm hauß unwissendt ohn gfebr 

Ein eingemacht tholm-wasser tranck, 
15 Darvon in hartem schlaff hinsanck 

Und von im alle viere strecket, 

Kundt von ir nit werden gewecket. 

Da meinet die fraw, er wer todt 

Und trug in hin in solcher noht 
20 Zu nacht für eines schreiners thür, 

Legt in in ein kästen darfür. 

Da wtirt der käst sambt im gestoln 

* 

1 Handschriftlich im 11 spruohbuche bl. 115 bis 125'. Am Boccaccios 
Decamerone 4, 10; bl. 171 flgd. der Übersetzung Steinhtiwels (bibliothek des 
litt. Vereins b. 51, s. 299). Denselben stoff behandelt der meistergesang im 
langen Mugling vom 29 Januar 1546: der jungling im sohrein (8 meistergesang- 
bnoh bl. 31). I S 10. ACK 8. 2 BCK Jüngling. 4 CK Hoert. 10 S 
junge schöne 11 S det haimlioh im. 13 S ains nachts on gefer. 14 

6 twalm. H. Sachs schreibt nur diese mhd. form seiner quelle. Nirgends findet 
sich in seinen manuscripten die bair. form dolm, welohe in allen druoken von 
C an su lesen ist. Dagegen b. 11, 341, 2. 15S harten schlaff er. 22 
"» wurt. BCK wurd. 



245 

Von zweien wuchrern und verboln. 

Als der aber nach mittemacht 

In diesem kästen aufferwacht, 

Lag hart, und wolt sich wenden numb, 
> Da viel der kästen mit im umb. 

Der guet gsel west nit, wo er war 

Und schlich in dem hauß hin und dar. 
[K 3, 2, 436] Von den wuchrern wardt er gefangen, 

Verklagt, an den galgen zu hangen. 
io Die fraw durch list ir magdt rieht an, 

Das sie den Jüngling bracht darvan 

Quit ledig, los durch maisterschaft. 

und warn die zwen wuchrer gestrafft. 

Nun schweiget, hört und secht ietzundt, 
15 Wie man nach leng die gschicht gar rundt 

Wirt handien, baid mit hant und mundt. 

Der ernholdt geht ab. Mazeo, der artzet, geht ein, setzt sieh 

nid er unnd spricht: 

Ich wil mich setzen wol besunnen, 
8o Ob man mir brecht etliche brunnen 

Von krancken leuten, die ich besech, 

Was in feiet oder gebrech, 

Den ich durch ertzney hilff möcht thon, 

Das mir darvon zu-stünd ein lohn, 
85 Darvon ich denn möcht reichlich zeren, 

Mein haußgsind, weib und kind erneren. 

Dort kumbt eben ein krancker man, 

Der thut an zweien krucken gan, 

Der wirt mir gleich die handtgifft geben, 
so Er kumbt mir warlich gleich und eben. 

Der paoiendt kumbt an zweien krucken unnd eim zugebunden 

schenckel und spricht :* 

Ein guten morgen, wirdiger herr, 
Ich bin zu euch gewissen ferr. 



1. 8 S wuchrern. A wuchern. 2 K aber der. 5 8BCR fiel. 6 K wer. 
7 SCK schlich. A schlag, dar] R her. 10 S maid. Vgl. su s. 247, 24. 13 S 
wurn. CR waren. CK gstrafft. 16 K Wird halten. 23 SB hilff. CK httlff. 
A hilffl. 20 CK handgrtff. 30 gleioh] SK recht. 33 morgen] S tag. 



246 

Zu euch stobt mein trost allein; 
Wann icli hab sehr ein böses bein, 

Das wutt ii ml dobet immer zu, 
Hab daran lag und naclii kein ru, 
a Ob ir mir heißen kundl daran. 

Mazeo, der artzet, spricht: 
Las mich das sebawen. lieber mau. 
Ob ich dir daran helffen küudt. 

Er sebaudt das bein, spricht: 
10 freundt, dein bein bat sich entzdndt. 
Und sol ich dir li elften. *o mau 
leb dir abnemen deinen fuO; 
Mu*t dich für ein todten man dargeben. 

Der kranck spricht: 
m Auff das mir werdt erret mein leben, 
Mein betr. thtit mit mir was ir wölt 
Ein gnten lohn ir haben sölt, 
Habt euch darauff die sieben taler. 

Der nrtzot spricht: 

üo Ich merek, du bist ein guter zaler. 
Nun riebt dich morgen zu dem leiden, 
So wil icb dir dein inL. abschneideu. 
Da wil ich dir zu diesen Sachen 
Gar ein köstlich tolm-waaser machen, 

i5 Und baldt du des ein drünckiein drückest, 
Iu einen harten schlaff du sinckest, 
Das du nit entplinst grob noch klein, 
Wie ich dir abnimb das böü bein, 
Gehin, kumb morgen, lieber man, 

.i' Zu abeiidt, so wollen wir dran. 

Der kranck geht ab. Der artaet hat ein glaß s 
sprioht: 



1 3 Dsi jlot mein dr< 

b CK Alma. 10 A ■ 

m»ehoo. Vj SCK dm. 



: it euch illai 
.lundt. 21 S dar »in 

l du. A di. 17 ECK 
etlish speolei darein lud. 



■leBel. CK Zu euch 10 itebt. 

ii r ein aUrok twalmtrsnck oin 

pfind«. SB S ab- 



247 

Nun wil ich das tolm-drauck zu-richten, 
Das er des schmertzen entptindt mit nichten 
Und wil in den lufft setzen das 
Für das fenster in diesem glas. 

[K 3, 2,437] Er setzt das glas nider. Die fraw kumbt, er spricht: 
Lisa, thu das hanß wol bewaren. 
Ich muß heudt hin gen Malfi faren 
Zun alier-besten freunden mein, 
Der etlich hart verwundet sein; 
io Der wil ich mich frey unterwinden, 
Sie da hefften,' hailcn und binden. 

Lisa fragt und spricht: 
Gehn Malfi? ir kumbt heindt nit wider? 

Mazeo, der artzet, spricht: 

15 Ja, wart nur mein nit, leg dich nider, 
Ich kumb morgen erst umb mittag, 
So ich änderst so baldt kummen mag. 

Der artzet geht ab. Die fraw redt mit ir selb, sieht im nach, 

und spricht: 

20 Wenn ich die warheit sagen sol, 
Stedt dir dein rock hinden so wol, 
Vil baß den vorn. Nun wil auch ich 
Auff heindt die nacht versehen mich. 

Sie schreidt: Hilla! Hilla! Die magdt kumbt unnd spricht: 
25 Mein fraw, sagt mir, was sol ich thon? 

Lisa, die fraw, spricht: 

Der alt scheisser, der wil darvon 
Gehn Malfi farn, kumbt heindt nit wider, 
So wöl wir faßnacht halten sieder! 
so Gehin und verkttndt diese ding 
Rugire, dem schön jüngeling, 

1 8 twalm. 2 K den sohmertin. 7. 13. 28 S Malfi, wie im Deoa- 

merone. ACK Malsi. 8 CK Zun. AS Zum. 15 S nur mein nit. mein] fehlt A. 
CK lege. 16 S kaum morgen vmb. 17 änderst] S auch. 24 S schreibt Überall 
Hilla. ACK Silla. maid oder mait schreibt H. Saohs, niemals inagt, außer im 
reim, s. b. s. 259, 20; 3, 2, 258% 5. 



248 

[AB 3, 2,2 12] Und für in haimelich herein 

Und schleuß in ein die kammer mein, 
Biß sich dos haußgsind nberal 
Im haaß leg nider all zomal; 
b Als denn wil ich erst zn im kommen. 

Hill* spricht: 

Ja, fraw, ich hab es wol vernommen, 
Ich weiß in ietz zu ündeu wol, 
Aoffs erst ich in herbringen sol. 

w Die magdt gebt ab. Die fraw spricht : 

Nun wil ich auff den abendt spadt 
Uns zu-richteu einen salat, 
Und aiu faisten capaon ans braten, 
Darauf der reinfal mag geraten, 
i5 Auch herfur-suchen goet confeck, 
Zucker and ander goet geschleck, 
Das mein Ragire frölieh werdt 
liaide mit warten and geberdt. 

Lisa, die fraw, geht ab. [C 3, 2, 159] Die magdt bringt den jüng- 
*> ling unnd spricht: 

Juncker, da bleibt and halt ench still, 
UilS es nacht wirt, und als denn will 
Mein fraw zu euch kuramen herein, 
Kssen, trincken und frölieh sein. 

Die magdt geht ab. Rugire, der jüngling, redt mit im selb und 

spricht: 

lotxundt steh ich da aoff der laoß. 
Kein aber itz wider zo haoß 
Der artzt, fttnd mich in seiner kammer, 
öo Kr würt anrichten angst und jammer, 
|K II, U, 4U8| Und ob or mich geleich erstech, 

Kein mensch im das zo übel Sprech, 
Sonder würt sagen iederman, 



3 H In In. K Ihn in. 4 nider] S sohlaffen. 9 erst] S est. 16 

Afl<l»r| H alngin»oht. 21 S Junokher. CK Janokherr. 22 und als denn] 
" «If dts fo. 



249 

Wie er mir gar recht het gethan; 
Wanu neschlein wil ye haben schleg. 
Nun alle forcht zu-ruek ich leg, 
Weil mich Lisa hat hertzen-lieb, 
5 Der ich mich gantz und gar ergib 
In iren schirm, schielte und schütz, 
Die mir thnt und gündt alles gutz. 

Er sitzt ein weil schweiget, darnach spricht er: 
Ey, wil es denn nit finster wem, 
10 Das mir auff-ging mein abendt-stern, 
Der mich gar lieblich trösten kündt, 
Von aller langweil mich entbündt? 

Er spricht weiter: 

Ich hab geschlagen heudt den pallen 
15 Mit den andern Jünglingen allen 

Und bin auch an der heissen sannen 

Außgedorret, schier gar verbrunnen, 

Hab auch heudt gessen gsaltzen würst, 

Darauf! mich also übel dttrst, 
20 Das mir gleich wil das hertz versincken; 

Nun hab ich ie da nichs zu trincken. 

Er sieht sich umb, 

Dort steht mit klarem wassr ein glaß; 
Ich wil halt gehn versuchen das. 

Er nimbt das glaß, versucht das wasser unnd spricht: 

Es ist welsch-tranck, darmit ich wil 
Mein durst wol leschen in der Stil. 

Er drinokt es gar auß, darnach spricht er: 

Mich schleffert also grawsam sehr, 
so Kbn mich des nit enthalten mehr. 

Er feit umb, samb sey er todt. Lisa, die fraw, kumbt und 

spricht : 

2 S Wan. Wann. K Dann. A Wenn. 6 S schilt. CK aehilt rnde. 
16 K Mit andern jüngelingen. 21 S niohs. OK nichts. A nicht. 23 S 
wassr. A wasser. 25 wasser] fügt 8 bei. 26 welsoh-tranek] 8 wolsohmaok. 
30 des] 8 sohlaffs. 



250 

Sie, fetaler, hast dich her gelegt, 
Nach leng in die kammer gestregt? 
Wach auff, hertzlieb, laß uns vermessen 
Frölich sein, drincken unde essen, 
b Und laß ans leben ohn all sorgen! 

Das haaßgsind schleift als biß auff morgen. 

Sie rüttelt ihn unnd spricht: 

Ragire, nan steh auff, liebs lieb, 
Dem schlaff dich nit so gar ergieb. 
10 Schaw an, dein Lisa ist bey dir, 

Ste baldt auff and amb-fang sie schier. 

Sie hebt ihm ein arm auff, lest in fidlen, als sey er todt. Sie 

spricht : 

Mein Ragire, da bist leicht todt 
15 weh der grossen angst and not! 

Hilla, Hilla, thu einher gohn! 

Wie sol wir unsern dingen thon? 

Der jflngeling, der ist verschiden 

Und hat den jehen todt erHeden. 
»«) 0, wo sol ich betrübtes weib 

Nan bin mit seinem todten leib? 

liebe Hilla, hilff und rath ! 

Hilla, die magdt, spricht: 

Fraw, ich sah ietzt am abendt spadt 
26 Stehn einen leren kästen für 

Unsers nachtbaarn, des schreiners, thür, 

Den er fast all nacht lest heraaß 

Stehn, unverspert vor seinem haaß. 

Darein wil ich den todten tragen, 
so Wil im auch vor zwo wanden schlagen 

Mit dem hackmesser. So meint man frey, 

Auff der gassn er erschlagen sey 

Und sey gelegt worn in den kästen. 

* 

1 S Sich. BCE Sih. 2 SBCK gestreckt 4 BK vnd. 5 ohn all] 

S ane. 12. 13 8ie spricht] fügt S bei. BCK fügen bei: vnd spricht. 17 

<1 S woll. 18 SCK jangeling. A Jüngling. 28 A natehbaarn. 29 

'] H jüngling. 30 SBCK iwo. A swa. 32 SC gassn er erschlagen. 

len ersohlagen. K gassen er ersohlagen. 



251 



[E 3, 2, 439] Lisa, die fraw, spricht: 

Dein raht gefeit mir aller-basten ; 

Doch mag ich in nit wandt lan schlagen, 

Sundr thu in also hin- tragen. 
.«) Ich wil die weil stehn auff der spur, 

Ob ieraandt gieng wider und für. 

Der uns mit den traurigen todten 

Möcht sehen und darnach verroten 

In unser grösten angst und nobt. 
io Hilla, meinst ie, er sey recht todt? 

Die magdt helt ihm ein federn für die nasen unnd spricht: 

Ja, er ist todt bey meiner ehr; 

Wann er hat keinen athem mehr. 

Darumb last uns baldt eillen auß 
15 Mit dem todten auß unserm hauß. 

Helfft mir in auff die achsel heben, 

So trag ich in geleich und eben 

Und leg in ein des schreiners kästen, 

Darinnen lassen wir in rasten. 
20 Das kumbt euch zu gut aller-basten. 

Die magt tregt den todten ab. Die fraw geht naoh und weint. 



Actus 2. 

Die zwen Wucherer gehn ein. Fortus spricht: 

Orte, ich west ein guten raht: 
*5 Unser nachbar schreiner, der hat 
[AB 3, 2, 2 13] Vor seim hauß lassen stehn ein kästen; 
Nun dörfft wir sein am aller-basten, 
Das wir die pfandt legten darein, 
Kleinat, Silber, gschmeidt, groß und klein, 
so Die uns die leut setzen zu pfandt, 

* 

2 CK gfelt mir am aller. 7 8 den haimliohen daten. 8 S reraten. 
10 ie] fehlt SB. 14 ans] fehlt 8. 21 S naoh, waint rnd wint ir hent. 29 
gsehmeidt] S gsohirr. 



252 

Den wir gelt leihen auß der handt, 
Da man uns zwölff per cento geit. 
Nnn ist es ietz nechtlicher zeit 
Und stickfinster. Wöl wir hienauß 
5 Und holen vor des Schreiners hauß 
Den kästen, in nnser hauß tragen? 

Oiims, der ander wuchrer, spricht: 

Ey, Forte, was thust du uns sagen ? 
Solt wir des schreiners kästen stelen? 
10 Waist nit, die dieb hecht man an kelen? 
Ey schemb dich solcher dieberey. 

Fortus spricht: 

Was meinstu, das unterschied sey 
Zwischen eim wuchrer und eim dieb? 

15 Sie haben baid des geitzes trieb, 
Denn das es der dieb haimlich thut, 
Der wuchrer öffentlich gwindt sein gut. 
Weil wir uns des Wuchers nit Schemen, 
Müg wir mit ehrn den kosten nehmen, 

90 Kein han fort darnach krehen thut. 

Ortus, der wuchrer, spricht: 

Weil es dich denn dünckt nutz und gut, 

Des gwissens halb dorff wirs nit lassen ; 

Es hat ein solche weite Strassen, 
25 Thut manchem hauß und hoff verschieden, 

So wirts auch freylich nit entpfinden 

Des kastens, wer er noch so groß, 

Das er im gwissn mach ein anstoß. 

Eumb, laß uns gehn. wir wöllens wagen, 
so Den kästen heimlich herein tragen 

In unser hauß, weils finster ist 

Und uns niemaudt sieht in der frist. 

Die wuchrer gehen baid ab. [K 3, 2, 440] Die fraw geht ein 

unnd spricht: 

* 

5 fehlt S. 7 A wuchrer. 9 S stein: kein. 10 C hengt man kelen. 

K hengt man ant kelen. 17 gwindt] S schint. 19 S ern. A ehren. 23 S 

t« halb duerff. G dörff. K dörfft. 32 S sioht nimant. 34 S md 

. lr selb. 



253 

Ach mich dawret der jüngeling, 

Das er also elender ding 

Nechten in unserra hauß ist gstorhen, 

So gelich ist am leib verdorben. 
5 Ach, was mag im nur sein geschehen ? 

Ich hab mein magdt gschickt zu besehen, 

Ob der todt noch im kästen sey, 

Oder was von im sey das gschrey, 

Oder ob sey begraben ehr. 
10 Da geht gel eich mein magdt daher. 

Hilla, sag mir baldt, wie es steh. 

Die magdt windt ir hendt unnd spricht: 

fraw, nichts denn Jammer und weh ! 

Der jüngling ist lebendig worn 
i5 Und ist in unser gassen vorn 

In der zwayer Wucherer hauß 

Die nacht mit rumor und mit Strauß 

Als ein dieb worden gfangen allein 

Und in kercker geleget ein, 
20 Und auff morgen sol man in hangen. 

Lisa, die fraw, spricht: 

Ach gott, wie muß das sein zu-gangen? 

Ach jammer groß ob allem leiden! 

Vileicht hat es getraumbt uns beiden 
25 Nechten zu nacht, samb sey er todt. 

Erst hab ich grosse angst und noht, 

Furcht, mein bulerey kumb an tag. 

Ach, mein Hilla, hör was man sag, 

Ob nit das loß auch fall auff mich, 
so Als ob mit im hab bulet ich. 

[C 3, 2, 160) Hilla, die magdt, spricht: 

Das wil ich auff das fleissigst tbon. 
Ich aber gar kein zweiffei hon, 
Der jüngling sey recht todt gewesen, 
35 Und wie er aber ist genesen, 

4 8 gechling. OK jehling. 10 8 Da get gleiofc mein hilla da her. 24 
8 es getraumbt vns. A vns getraumbt. CK tu» getranmet. 



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255 

Sag, wo hat ir das dranck hin thon? 

[K 3, 2, 441] Lisa, die ertztin, spricht: 

Ich kan dir nichts sagen darvon. 
Ich bit, laß deinen zoren sein 
5 Und distelire wider ein 

Ein anders tolmdranck zu artzney. 
Gott geb. das der gröst schad nur sey, 
Der uns wider-fahr dieses jar. 

Mazeo, der artzt, spricht: 

10 Mein Lisa, du hast eben war. 
Nun wil ich ein anders zu-richten, 
Den schaden rechen gleich für nichten. 

Der artzet geht ab. Die magdt kumbt unnd spricht: 

fraw, groß wunder über wunder, 
15 Was ich ietzt hab gehört besunder. 

Wie ich kam für des schreiners hauß, 

Da fordert in ein man herauß 

Und iu gar zorniglich anredt, 

Warumb er im verkauftet het 
20 Sein kästen, den er im het zalt. 

Der schreiner antwort wider baldt: 

Ich hab ein eng verütes hauß 

Und hab den kästen lassen drauß 

Vor der thür stahn ein nacht odr zwue; 
25 Und als ich heudt frü sach darzwe, 

Da war dein kästen mir gestolen. 

Du leugst, sprach der man unverholen, 

Dein kästen hast verkaufet mir, 

Den wil ich wol anzeigen dir: 
so Stedt dort in der zwey wuchrer hauß, 

Hab selb mit in geredt darauß, 

Sie haben mir das baid bekendt. 

Der schreiner sprach: Auff mein letzt ent! 



I SBCK habt. 5 SCE distilire. 6 8 twalmdranck. 7 nur] S tu. 
12 S gleioh rechen. K rechnen. 19 SBCK im. A in. 22 8 reruettef. 

24 8 oder iwe. BCK oder uro. 26 8 was der kuten. 



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257 

Wil dir kaaffen ein schaubn zu lohn, 
Auff ein zehen ducaten wert. 

Hilla, die magdt, spricht: 

Mein fraw, ich wag alle gefert; 
[K 3, 2, 442]Sagt nor mir, wie ich im sol thon. 

Lisa, die fraw, spricht: 

Thu hin zum kerckermeister gon, 
Erbitt in, das er dich einlaß; 
Wann da hast zu reden etwas 

10 Mit dem armen, den man wöl hencken. 
Thu im diesen ducaten schencken 
Und sage zu Rugire frey, 
Das er sag, deinthalben er sey 
Kummen in unsers artztes hauß 

15 Bey dir zu schlaffn; wie er darauß 
Schlaffendt sey kummen, wiß er nicht. 
Und heindt ich dich auch Unterricht, 
Was du 8olt mit dem richter reden 
Frey öffentlich zwischen euch beden 

90 Morgen, wenn er für gricht ist stahn 
Und in die wuchrer klagen an, 
Damit er lebendt kumb darvon. 

Sie gehen baidt ab. 



Actus 3. 

Der richter geht ein mit eim stab, setst sich unnd spricht: 

Heudt besietz wir das streng gericht. 
Ist iemandt hie und der anspricht 
Rugire, den gfangn jüngeling, 
Der tret her in gerichtes ring. 

so Die zwen Wucherer trotten herfiir, und Portua spricht: 

* 

1 S sehaubn. A sohaaben. K slohn. 5 8 Sagt mir wie nur wie ioh 
im thon sol. K Sagt mir nur. 9 K habet. 12 tage] S sag den. 19 
S offenlioh. 28 S gfannen Jüngling. CK gfangnen Jüngling. 
HansSaohi. X11I. 17 



258 

4 

Herr richter, wir klagen an 
Den vorgemelten gfangen man. 

Der richter spricht: 

Nnn im rechten gezimbt sich wol, 
6 Das man niemandt nrteilen sol, 
Er sey den gegenwart darbey. 
Geh, nachrichter, bring in herbey. 

Der nachrichter bringet Bugire gefangen, bunden, Der richter 

spricht: 

10 Forte, nnn bring her-für dein klag, 
Das ich hör red, antwort nnd frag. 

Fortus, der Wucherer, spricht: 

Herr richter, so vernembt mein klag, 

Das zu nacht an dem fordern tag 
16 Der man ist kommen in unser hauß 

Unser guter zn stelen dranß. 

Wir habn ergriffen in darin 

Und gfencklich lassen füren hin. 

Drnmb rflff wir an das streng gericht 
20 Über den diebischen bößwicht, 

Den wölst mit dem sträng richten dn. 

Der richter äprioht: 

■ 

Rugire, was sagstn darzn? 
BeBtehsta diese malafitz-anklag? 

8& Bugire spricht: 

Herr richter, verhört mein ansag. 
Auff den abendt bin ich gangen auß • 
In Mazeo, des artztes, hauß 
Zu Hilla, dieser schönen maigdt, 
30 Wie sie mich auch zu ir beschaidt. 
Da ich ir lang wartet und stahn, 
Da kam ein grosser durst mich an; 

ISO her. 2 CK gfangnen. 6 B gegenwertig. CK gegenwort. 10 
ier] S hie. 17 S habn. A haben. CK ihn ergriffen. 19 A Drnmb. S rueff. 
51 SBCK Den. A Du. 24 S Pseatw der. 27 bin] S ging. 20 S maid. 



Ein glali mit wasser ich da fand, 

Welches vor einem fernst« stand. 

Und so bald ich das wasser drauck, 

In einen dieffen sehlaff ich sanck, 
5 Das ich nit weiß, wie mir geschach. 

Aber umb mitternacht hernach, 

Erwachet ich auff über das, 
[K 3, 2,443) West aber gar nit, wo ich was, 

Sonder lag in eim kästen eng. 
in Als ich mich darinu rllrt ein weng, 

Wolt wenden auff ein sehen numb, 

Da fiel der kästen mit mir umb. 

Ich trschrack, west nit, wo ich war, 

Schlich hin und her im hauß verwar. 
l» Da ergriffen mich die zwen man 
[C 3, 2, 161] Und sprachen für ein dieb mich an. 

Und ich weiß doch nil. uber-auß, 

Wie ich bin kumraen in ir hauß. 

Hilla, die magdt, spricht: 
io Herr richter, ich bin die selb magdt, 

Vod der der Jüngling hat gesagt. 

Ich mach euch nach leng offenbar 

Den handel, allen lauter klar. 

Der jtlngling kämmen ist zu mir, 
äs Wie von im habt gehöret ir, 

Und ist da in ein schlaff gesuncken 

Vom wasser, duB er hat getruncken. 

Das ist gewesen ein tolm-dranck, 

Das mein herr artzt het gmacht zu danck 
so Eim, dem er wolt ein hein abschneiden, 

Das ers so schlaffe nt möcht erleiden. 

Kurtz als er dieBen tolm aulldranck, 

So in ein dieffen schlaff hinsanuk, 

Dos ich in nit erwecken kundt. 
sä Mit wein and klag ich ob im stundt. 

S B droack: äunolt. 12 nur] B im. US .Suhlich in dam htm her 

hin rud du. BCK fUnor. IS 5 mieh vur nio diub. 2ü K diu. II 

SB dar der. ACK dls der. 22 8BCK niiah [eng. A noob lang. 28 B 

lumlni-truolc. 32 Ö iwnlin. 33 S ein hurten. A eim dieffen. OK 

ein tieften. 

17» 



260 

Vermeindt nit änderst, er wer todt 
Da forcht ich auch gar schandt und spodt, 
Trug in also schlaffendt herfür 
In kästen vor des schreiners thftr 
5 Und leget in samb todt darein, 
Nach dem die wochrer kämmen sein, 
Haben in sambt dem kästen gstollen * 
Und tragen in ir hauß verholen, 
Da sich die sach begäbe spat, 
[AB 3, 2, 21 5] Wie Ragire erzelet hat. 

Dadurch er in das gezicbt ist knmmen, 
Hat die hart gfencknuß eingenommen. 

Ortus, der Wucherer, spricht: 

Da balck, da sparest die warheit! 
15 Wir zwen handien gar weit and breit 

Mit forsten and adel dergleichen, 

Mit burgern, armen and den reichen, 

Den wir farstrecken in der noht. 

Nan wer es ie ein schandt and spodt, 
20 Solt wir ans mit dem kästen pscheissen. 

Die magdt spricht: 

Ich kan euch der ding oberweissen; 

Wann ich bab gester alle wort 

Vom sohreiner and eim man gehört, 
2& Zancksweiß sich schier betten geraafft, 

Sam in der schreiner het verkauft 

Den wuchrern, bey den het ern gsehen. 

Da thet der schreiner wider jehen, 

Die wuchrer betten den gestolen, 
so Und gi engen allbaid anverholen, 

Namen mit zanck und tragen rauß 

Den kästen aoß der wuchrer hauß. 

Des ist Stelen und wider-geben,- 

Wie man spricht, gar ein hartes leben. 

s& Habt ir nit gnug an diesen dingen, 

* 

2 gar] S der. 5 8 in. A im. OS pegeben hat. 10 S Wie der 

Jüngling erseiet spat. HS dies gexttecht. CK glicht. 12 die hart] S 

schmach vnd. 24 S gehört. A gehört. 27 S gsehen. A gesehen. B 
er in gsehen. CK ich in hab gsehen. 



261 

So wil ich gebn den schreiner bringen, 
Der wirt euch sagen in der frist, 
Was mit dem kastn gehandelt ist, 
Darinn er in ir hauß ist kommen. 
5 Derhalb den Jüngling als ein frummen 
Vor dem gericht thut ledig zelen, 
Die zwen wuchrer an sein Stadt stellen! 

Die zwen Wucherer sehen unter sich. [E 3, 2, 444] Der rietiler 

spricht : 

10 Ey, sol ich nit von wunder sagen? 

Die zwen dieb ein frummen verklagen, 

Der gantz frumb und unschuldig ist ! 

Den sprich ich ledig zu der frist 

Von allen ansprüchen, ledig, quit, 
15 Halt mich zu den anklegern mit. 

Ir zwen, schembt euch ins hertz hienein, 

Das ir wolt doch so erber sein, 

So tugenthafft, so frumb und gwiß, 

Rendt teglich mit dem juden-spieß, 
20 Saugt auß das marck reichen, armen 

Ahn als mitleiden und erbarmen, 

Und ir wölt erst maussen darzu, 

Wo ir das findt spodt oder fru? 

Drumb solt ir vor man und vor frawen 
2» Mit rutten werden außgehawen, 

Und ewig meiden unser Stadt, 

Da ewer niemandt nutzung hat, 

Sonder nur schaden leiden muß. 

Sie fallen auff die knie. Portos spricht: 

so Ach berr, gib uns ein ringer büß 
Und straff uns nit am leib so eben. 
Wir wollen eine summa gelts dir geben, 
Wie vil du nur thust begeren. 

Der richter spricht: 

3 8 kastn. A kästen. 5 SCK den. A der. 11 Die] 8 Dm. 14 
ledig] 8 ganz. 17 CK doch wolt. 18 So tugenthafft, so] 8 Oam aufrichtig. 
20 reichen] 8 reiohn rnd. 24 8 Daramb solt ir ror man Tnd frawen. 27 
S ewer. A ewr. 32 8 Wir woln ein suma. 33 A Wie «iL 



262 

Nun, ewer bit wil ich geweren: 
Ieder geb Silbers zwantzig marck, 
Und halt euch fürbaß nit so arck, 
Das ewer letzt nit erger wer, 
5 Das man euch straffe mit gefer. 
Geht baidt, bringt mir das Silber her! 

Sie gehen alle inn Ordnung ab. Der ernholdt kumbt und be- 
• schleust: 

Auß der comedi hört drey lehr! 
10 Die erst: welch weib thut wider ehr 

Und nachhanget der bulerey, 

Wie listig und sie immer sey, 

Das sie ir lieb halt so verborgen, 

So maß sie doch all stand besorgen, 
15 Das ir frembde lieb kumb an tag, 

Das man denn von ir sing and sag; 

Wann sich begibt maniger val, 

Das gar kein list fcilfft uberal. 

Derhalb ein fraw flieh frembde lieb, 
so Das sie nit schandt and spot betrieb. 

Die ander: wo ein junger gsel 

Etwan den ehfrawen nach-stel, 

Des maß er bestan groß gefer 

Und wirt des teaffels martirer, 
86 Unter-worffen dem ungelück, 

Unerzelt in manichem stück, 

Das er teglich gewarten muß 

Und baldt im denn entschlufft ein faß, 

Sagt iedermann, im geschech recht, 
so Er wolt es als außbulen schlecht. 

Derhalb nimb zu der eh ein weib, 

Die hab er lieb als seinen leib, 

Die selbig lieb, die ist mit ehren. 

Zam dritten thut bein wachrern lehren: 

• 

2 8 swainiig. 8 hat immer diese form, A nur an einielnen stellen, wie b. 
2, 408, 16; b. 4, 325, 23; i. 31, 28; 3 foliobd. 2, 287 b 19. 5 S Vnd. 11 
SCK naohhenget. 13 8 Darmit sie halt ir Hab rerporgen. 15 frembde] 8 
falsohe. 17 8 pegiebet manoher. 19 8 flieh. ACE fooh. B kein fraw 

suoh. 21 8 Die ander wo. A Die ander ist wo. 23 6 Das er pesten mos. 
25 dem] 8 Til. 28 8 ensehlenft. BCK entsohlnpfft 31 8 nem. K nemb. 
34 8 pein wuohrern. A beim wuoherar. CK bejm wuohrer. 



263 

Wer mit der nntrew spilen wil, 

Das es bleib* in die leng nit stil, 

Es kämmet mit der zeit an tag, 

Kein unrecht sich verbergen mag. 
5 Wer einem thnt ein graben graben, 

Der muß den spodt zum schaden haben, 

Wenn er entlich feit selber drein. 

Untrew trifft fren herren fein, 

Das im schandt nnnd schad darauß wachs. * 

10 Darvor bhot uns got, wünscht H. Sachs. 

[K 3,2,445] Die person inn die comedi: 

1. Der ernholdt. 

2. Mazeo, der alt artzet. 

3. Lisa, sein weib. 
15 4. Hilla, ir magdt. 

5. Rugire, ir bulschafft. 

6. Fortus, 

7. Ortus, 2 wuechrer. 

8. Der pacient 

so 9. Der nachrichter. 
10. Der richter. 

Anno 1557 jar, am 15 tag Januarü . 

* 

3 A kommet. 7 K Denn. 18 SBCK wneohrer. A weehter. 23 8 
660 Ten. 



264 



Comedia, mit 10 personen zu agiern : Der verloren 

son, den man richten wolt, hat 3 actus. 

Der ernholt tridt ein und spricht: 

Mit euch sey gottes gttet und segen 
& letzander headt and alle wegen! 

Beraffen sindt wir zu euch kummen, 

Ein histori ans für-genummen, 
[AB3,2,216]Comedi-weiß von uns getrieben, 

Die Berowaldus hat beschrieben 
10 Von eim barger, hieß Nicias, 

In Welschlandt zu Genua saß, 

Dem sein weib einen son gebar. 

Als das kneblein wart alt drey jar, 

Warts im von zwen Kriechen gestolen 
15 Eins abents vor seim hauß verholen. 

Brachtens in Achaia das landt 

In Ambena die Stadt genandt 

Verkauft eim herrn, erzogen wart, 

Die sprach lert und gehalten hart, 
20 Im darnach dienet sieben jar 

Als ein erkaufter knecht fürwar. 

Darnach mit der flucht darvon kam, 

Verkeret im selb seinen nam, 

Durch-raist vil landt und königreich, 

25 Dient manchem herren darnach gleich. 

* 

1 Handschriftlich im 11 spruchbuche bl. 141 bis 152. Darnach sn eorri- 
gieren b. 10, 11, 8: Dar verloren son. Quelle: Beroaldus? 2 hat 3 actus] fügen 
6E bei. 5 S Iiunder. 6 sindt] 8 sein. 8 Comediweiß wir wollen treiben 
Die Beroaldus thnet pesehreiben. 13 6 wurt. B war. 14 S iway. 17 8 Am- 
bena. A Abenia. 18 S Verkawftens aim hern von dem es wart Erzogen vnd 
aalten hart. 21 S verkaufter. 22 Darnach] 6 Entlioh. 23 S Vnd verkert. 



- 



265 

In Welscblandt kam gen Genua 

Ulm gfer zirseinem vatter da, 

Er im dient fleissig unerkandt. 

Nun het er ein Schwester, genandt 

Appalonia, die in gwan lieb 

Unornlicker weiß. Doch er blieb 

Trew, wolt ir nicht verivilüng das. 

Da wurt ir lieb verkert in baß, 

Macht ein geschrey von diesen dingen, 
i Als het er sie wollen noht- zwingen. 

Drumb wurt er gfangen mit gefordt 

Uud wart verurteilt zu dem schwenk, 

Wolt doch zu schänden machen nit 

Die jnngfraw und das alles lit. 
i Dem henckr ein pater-n oster achenckt, 

Den im kindtweiß het angebenckt 

Sein mntter. Und ab sie den sack 

An im, so vil erforscht darnach, 
[C 3, 2, 162] Das er war ir verlorner son, 

■o Ob dem sie hetien frewd und won, 

Detten gott lob, ehr und preiß geben, 

Des gut und gnad stllt ist obschweben. 

Seit Stil, schweigt, hört und sehet eben! 

Der ernholdt gebt ah, [K 3,2, 446] Hielas, der alt herr, geht ein 
«5 mit seiner gemahel. Er spricht: 

Ach gott, heut gleich füntftzehen jar 
Uns unser son verloren war. 
Darinu endt sich gleich nnser namen, 
Unser gescblecbt und alter stammen, 
so Wo sich der nit wider findt eben. 

Die nmtter spricht: 

Ach gott, er ist nicht mehr bey leben. 
Ea war noch ein drijerig kindt, 

1 8 Du gfer. 6 CK Appolonia. B gew»n. o 6 FUi«obiieb«r weit idoeb. 
K VnordüeherwaiÜ. 7 terwiUlng] S »erhangen. I! wüliüg. S g«ohr*j in. 
A gsthrey. 15 S icbenehet: nngiiheiioket. IQ S kindsweiß. Nach unKlogia 
*on formen wie knaohttweii «obreiht II. Sachs immer klndswoii, niemals kindtwaii. 
Vgl. iu i. 57, 37; SSI, 36; 184, 18. 17 und] fohlt li. 1« SK tue: was. 
Ift und] loa. S3 S (seil etil, so bflrl vnd neoht ir« eben. 2'J S ■.her. A 
■.Uer. 30 S mit wider. 33 Ö drlerig. UCK drejjarig. 



966 

Sabtüer art, schwach, waich und lindt. • 

Hab sorg, er 6ey des abents spat 
Hinauß-gedorckelt für die Stadt 
Und etwan in das meer gefallen, 
& Darinn verdorben. Von dem allen 
Zu reden mir bringt allmal schmertz ; 
Aach so geht mir ein stich ans hertz, 
Wenn ich des nickelein gedenck. 

Kloiae, der alt herr, spricht: 

10 Wiß, das ich mich des auch bekrenck, 

Und jammert mich im hertzen-grandt, 

Het seit her kein fröliche stnndt, 

Der verlast kürtzet mir mein leben, 

Weil ich stets tha in trawren schweben; 
15 Doch muß wir das befelhen gott. — 

Mein Aretina, ans thet noth, 

Za dingen noch ein starcken knecht, 

Der uns in anserm haaß verbrecht 

All bossel-arbeit, was wer za than! 
so Lax es nit als außrichten kan, 

Weil ich mehr pferdt hab denn vorhin. 

Derhalb ich gentzlich willens bin, 

Za dingen noch ein knecht herein. 

Aretina» die matter» spricht: 

85 Lieber herr and gemahel mein, 

Da weist, was da bedarffst ins haaß, 

Weist das auch wol za richten aaß. 

Ich kümmer mich nichs mit dein knechten. 

Ich wil gehn anser tochter flechten 
so Und anser magdt auch schaffen an, 

Was sie solin in der kachen than 

Und sonst auch uberal im haaß. 

Nioias, der alt herr» spricht: 

1 schwach] 6 lart. 2 8 es sey dei. A er ley das. B des. CK deß. 

7 ans] 8 durchs. 11 S in. 13 Der] 6 Sein. 19 all bossel-arbeit] S 
alle gesoheft. B aU poitel arbeit. 22 wülens] E willig. 24 die mutier] 
S die gemahel. 26 S pedarffst in handel. BCE bedarffst. A bedarffts. 27 

8 Ins haus it dein degliohen wandel. 28 6 niohs. A nioht. 30 8 vnsre 
maid. 31 8 soln in der kutehen. OK soll. A sollen. 



So wil ich ans meerporr hinanß; 
Wann ich hab von Nigro vrrnumraen, 
Es sey nechten ein naue klimmen 
Mit aller kauffm ans- wahr hieher, 
s Wil achawen, was mir dienstlich wehr. 

} gehen baido ab. Nieolaua, der verloren aon, geht ein in 
knechte- gestalt unnd spricht: 

Ich hab durch-reist vi) königreich. 

Grecia, Asia d ergleich, 
10 Moscavia, Ungern nnd Poln, 

Dennmarck nnd Schweden unverholn, 

Engellandt, Spania nnd Franckreych, 

Hab darinn dienet fleissigleich 

Manchem herrn mit mnndt und handt, 
u Bin nun gefaren ina Welschlandt 

In die groß meerstadt Genua, 

Auch ein herrn zu suchen da, 

Dem ich wolt dienen ouff das best 

Mit allem, was ich kündt und weat 
=o Gutwillig, ghorsam untcrthan. 

Nieiaa, der alt herr, spricht: 
Hör zu, gnt gsel, sag du mir an, 
Warmit kanst da eim herren dien? 
Wann eins knecht ich nottürfftig bin. 

« [K3,2,447] Nicolaus, der knecht, spricht: 

Ich kündt einem der pferdi warten, 

Auch arbeiten in dem weingarteu, 

Hundt auch die kinder leren da 

Gramatica and musica, 
w K Li mit auch ein handel helffen treiben ; 

Seeht mein handtschrifft, die ich kan schreiben! 

Kan auch nach der pratica rechen. 

Niciaa, der alt herr, spricht: 

2 Wann] E Dann. 4 »Her] S mancher. 10 8 Moioania. A MeiUnia. 
. Im] & lo. IT SK bBrrsD. 30 A Tsterban. 21 drit m Im lagt S bsi. 
S Hör d*, 23 8 kaust ainem herroa. K harren. A herrn. 36 CK 

tt. 31 8 tJob»wL S hantgichrift. 31 8 durob di« (iralioa, 



268 
Hast niemandt, der für dich thut sprechen? 

Nicolaus, der kneoht, spricht: 

Nein, ich hin frembdt und unbekandt, 
Vor nie mehr kämmen in Welschlandt. 
s Versuchte mit eim monat ohn scheuch! 
Und wirts denn sein vor mich und euch, 
Wöl wir denn ein verschreibung machen. 

Nioias, der alt herr, spricht: 

Ja, du redtst recht von diesen Sachen. 
10 Eumb, so wöll wir es baidesander 
Ein monat versuchen mit einander; 
Die zeit gib mir die trewe dein, 
Das du mir wölst unschedlich sein, 
Meinfrummen fördern, mein schaden wenden. 

Nicolaus, der kneoht, beudt im sein handt unnd spricht: 
Habt euch mein trew, das als zu enden. 

Sie gehen mit einander ab. [AB 3, 2, 217] Der knecht knmbt 

wider unnd spricht: 

Mein herr, der hat ein grosen handel, 
20 In alle landt hat er sein wandel. 

Wo mein herr in Achaya 

Mein innen wirt zu Genua, 

Schrie er über mich an das recht; 

Wann ich bin sein erkaufter knecht, 
25 Dem ich flüchtig entrannen bin. 

Des hat er so ein grimmen sin, 

Er ließ mich richten zu dem todt. 

Derhalb wirt mir sein nutz und noht, 

Das ich umbker den namen mein 
so Nicolaus, nenn mich allein 

Forthin alhie Sualocin, 

Dadurch ich unerkuntschafft bin. 



1 S thw. 5 eim] 8 ein. 6 S Ist den der dinst-für mioh. 8 

SBCK Nioias. A Nieeus. 9 SOK redst. A redts. 11 versuchen] S wagen. 
" a S Mitler seit gieb die trewe dein. 22 8 wart. 23 S Sohrir. K Sehrey. 
würt. 31 alhie] B allein. 32 Damit ich ▼nferkontsehaft pin. 



269 



Er geht ab. Appalonia, des herren tochter, geht ein mit der 

magdt unnd srioht: 

Thessa, hast unsern newen knecht gsehen? 
Ich muß vor grossem wunder jehen, 
& Kein schöner mans-bild ich nie gesach, 
Sein schön bringt mich in ungemach, 
Ich gedenck an in für und für. 

Thessa, die magdt, spricht: 

Ach, edle jungfraw zart, ich spür, 
10 Das ir in lieb entzündet seidt; 

Schlacht von euch solch gedancken weit, 

Last solche lieb nit wurtzeln ein! 

Ir kombt in grosse schandt allein, 

Das euch in grossen nachteil brecht, 
i& Wölt ir lieb haben einen knecht, 

Das auch niemandt weiß, wer er ist. 

Knecht stecken auch vol arger list: 

Wenn er bey euch merckt solche lieb, 

Er hinder-schlich euch wie ein dieb, 
20 Biß das ir im verheist die eh. 

Appalonia, die tochter, spricht: 

mein Thessa, ich gert hit meh, 
Denn das ich werden solt sein weib. 
[E 3, 2, 448] Er macht mich kranck bey gsundem leyb. 
25 Schlaffendt, wachendt ich sein gedenck 
Und gar manch dieffen seufftzen senck. 
Wolt gott, ich het in zu der eh! 

Thessa, die magdt, spricht: 

Erst wtirt sich heben angst und weh. 
30 Was wirt ewr herr vatter sprechen? 
Solch that wirt er gar hefftig rechen, 
Euch baide jagen aus dem hauß. 
Jungfraw, wo wolt ir den hinaus? 

1 6 hier und später, wie i. 265, 5: Apalonia. ACE Appolonia. 2 8 
maid. Sieh zu s. 247, 24. 4 ror grossem] 8 ir einem. 13 SBOE Ir. 

A Ja. 14 in] 6 ein. 17 arger list] 8 hinterUst. 20 SO rerhiest. 30 
SCK wttrt. 31 SCE würt. 32 jagen] 8 sehlagen. 



270 

Ir het dann weder gelt noch gut, 
Als denn in elendt und armnt 
Müst ir ewr junge lag verzeren, 
Derhalb verschondt ewr gut und eren. 
Ich bin ein arme dicnst-maigt, 
Doch müst mir sein im bertzen laidt, 
Das ich soll ein liebhaben, der 
Also frembt her-geloffen wer. 
Derhalb, jungfraw, bedenckt euch baß! 

3 Appalonia, die junckfraw, spricht: 
Mein Thessa, ich bit dich und laß 
Mich unbekümmert und uugslratVt. 
leb bin mit solcher lieb beliafft, 
Das ich mich nit auffstricken kau. 

■.. All diese ding ich vor wo! hau 
Bedacht, und mich in dem gewisse» 
Lang zeit bekümmert und gepissen; 
Doch bat die lieb mich überwunden. 
Also gelangen und gebunden, 

i Gleicbsamb bezaubert und erblindt, 
Schlag ich ehr und gut in den windt. 
Derhalb wil ichs verwegen wagen 
Und mein lieb dem jimgling ansagen, 
Die brunst ich nit lenger tragen kan. 

i Theaea, die magt, spricht: 

Tlmt ewr lieben mutter verschan 
Und last von solcher liebe ab. 
Ir wert sie bringen in ein grab, 
Wenn sie hört die schaudt und unrecht, 

i Wenn ir zu der eh nembt ein kneebt, 
Weil ir wol findet ewers gleich, 
Auch schön, darzu edel und reich. 
Darzu ewr eitern belffen gern, 
Euch das auch nit abschlagen wem, 



Jerbalb Yeraohonet guat vnd era 
13 S Mich der ding halben 
n. IS SCK gewisien. A «n 
L bnknmmcrl. 3t 8 Villi j 

K swar. 88 S wurt. »0 



11 S All Jia gferlikolt 
nit) S mit. ÖBCK po- 



271 



Euch helffen mit grossem heirat-gut, 
[03,2,163] Darmit vor schänden und armut 
Seit ir ewr tag versorget wol. 

Appalonia spricht: 

5 Ja, den eitern man folgen sol; 
Die mir aber vor knrtzen tagen 
Auch ein hayrat haben abgschlagen, 
Wer auch gewessen wol für mich. 
Derhalben so wil itzt auch ich 

10 Versehen mich, ghrat wie es wöl, 
Hoff, mich es nit gerewen söl, 
Zu erfüllen meins hertzen gir. 
Derhalb, Thessa, laß ab von mir, 
Dieweil ich nit kan volgen dir. 

ip Sie gehen baide ab. 



Actus 2. 



Nicolaus, der knecht, geht ein» redt mit im selb unnd spricht : 

Nun wirt ich auch in dem Welschlandt 

Wolgehalten nach meinem standt, 
so Iederman hat mich lieb und wert, 

Mein herr meins dienst lenger begert, 

Hat mich gedingt drey jar zu bleiben, 

Im handel zu rechnen und schreiben, 

Gibt mir hundert ducaten zu lohn, 
25 Daran ich ein gut gnügen hon. 

[E 3, 2,449] Appalonia, die tochter, geht ein unnd spricht: 

Mein Sualocin, mich bescheit, 
Auß welchem land ir bürtig seit. 

Nioolaus, der knecht, spricht: 

3 S ir seit euer. CK ewer. 7 6BCE haben. A babn. 9 S Wer wol 
geweuen auoh. 12 6 herin pegir. 13 8BCK Theua. A Telia. 14 kan] 
6 mag. 1 8 B werd. 20 8 Der meinen hersohaft lieb rnd wert. 24 8 
tteit hundert dnoaten mir ir Ion. 26 8 ich gnet genüegen. 



272 

Zart jungfraw, das weiß ich gar nicht. 
In meiner jugendt mich zwen böß wicht 
Habn gstoln und gfürt in frembde lant, 
Eh ich het vernnnfft und verstant, 
5 Bin seit verlassen and elendt, 

Darch-wandert manich landt und endt 
Eben geleich anderen armen. 

Appalonia, die junokfraw, spricht : 

Snalocin, mich thut erbarmen 
10 Dein elendt, es ist immer schadt. 
Ich hab dein hertzlich gunst and gnad, 
Ich raöcht wol leiden dein wolfart. 

Nicola us, der knecht, spricht: 

Ach habt danck, edle jungfraw zart, 
15 Das ir euch doch erbarmet mein. 

Appalonia spricht: 

Ja, Snalocin, nicht allein 
Gün ich dir gutz, sauder in-wertz 
Ist auch mein sinn, gemüet and hertz 
so Dir günsticklich also geneiget 
Und het dir geren lengst anzeiget 
Ein ding, das ich lang trag verborgen. 

[AB 3, 2, 218] Nicolaus, der knecht, spricht : 

Jungfraw, nun saget her ohn sorgen. 
85 Was ich euch kan zu dienst gethan, 
Da wil kein müh ich sparen an. 
Ich muß baldt gen, nun saget her, 
Was ist von mir ewer beger? 

Appalonia, die junckfraw, spricht: 

so Ich muß, thus doch nit gern verjehen, 
Ich weiß nit, wie mir ist geschehen; 
Wann es ist meines hertzen grundt 

3 S Staln, fnertn mich in frembde lant. 5 und] 6 im. 6 8 manig. 

OK manioh. A manoh. 7 BE geleioh. A gleieh. B gleioh eim andern. 18 
S guez. BOK gute. 20 K geneigt. 21 B gern. K gern lengst angezeigt. 



273 

In strenger lieb gen dir verwandt. 
Da hast mein hertz and ich nit mehr, 
Bit dich durch aller jungfraw ehr, 
Wölst mir dein hertz geben zu kennen, 
6 Ob es auch thu in liebe brennen 
Gegen mir, dein gemut mir sag, 
Mich tröst, eh das ich gar verzag. 

Der knecht schweigt, sieht unter sich. Sie spricht weiter: 

Hertzlieb, wie schweigst? gib antwort mir, 
10 Dieweil sich meins hertzen begir 
Nach dir sent, meins lebens ein hört 

Nicolaus, der knecht, spricht:. 

Jungfraw, mich verwundern die wort; 
Drauff kan nit antwort geben ich, 
15 Ich glaub, ir wolt versuchen mich. 
Oder ist ewer schertz und schimpff. 
Kan antworten mit keinem gliropff. 
Drumb last mich gehn, ich hab zu than. 

Appalonia spricht: 

xo Bey meiner seel, ohn falschen walin, 

So treib ich weder falsch noch schertz. 

Und wiß fOrwar, das mir mein hertz 

Entzundt ist mit der liebe fewr 

So inbrünstig und ungehewr, 
86 Des hab ich tag und nacht kein rw, 

Mag weder essn noch drinckn darzw: 

So ungstum die lieb in mir wuet. 
[K 3, 2, 450] Derhalb so schleuß auff dein gemüet 

Gehn mir, laß fallen forcht und sorgen. 

so Nicolaus spricht: 

Ach gott. solch lieb blieb nit verborgen. 
Drumb, jungfraw, thut euch baß besinnen; 
Solt solchs ewr vatter werden innen, 

So ist er so ein strenger man, 

* 

3 B jnngfrawen. 10 B meines. IIB lehnet. 16 S Odr ist sonst 

euer. E ewer. A ewr. 17 6 Kan antwort geben mit keim glimpff. 23 

SBCK Entiünt 26 6 Das ich hab. 31 B bleibt. 

Hans Sachs. XIII. \Ä 



974 

Solt mir wol an mein leben gan, 
Ir wart mit im versünet baldt. 
Derhalb solcher lieb euch enthalt, 
Schondt ewr jungfrewlichen ehr. 

Appalonia, die jungfraw, hebt «wen flnger auff unnd spricht: 

Mein hertzenlieb, zu gott ich schwer, 
Ich wil alle schnldt mit dir tragen, 
Wir wollen wo! in jar und tagen 
Unser lieb halten wol verborgen. 
10 Drumb leg von dir all forcht und sorgen 
Und sag mir nur dein liebe zu. 

Nicolaus, der knecht, spricht: 

Das selbig ich mit nichten thu. 

Ich bin meim herren globt und gschworn, 
15 Das ich im trewlich hindn und vom 

Den seinen frommen fürdern sol, 

Auch seinen schaden wenden wol. 

Solt ich im denn sein tochter sehenden? 

Das wöl gott nit, solch sünd zu enden* 
ic Ich wil halten gelobte trew. 

Derhalb bit ich, habt ein abschew 

Vor solcher leichtfertiger lieb, 

Kein Stadt, noch räum ich darzu gib, 

Begert nur solchs nit mehr an mich. 

*ft Appalonia spricht: 

Ich bit dich, mein erbarme dieb. 
Lest du mich nit dein huldt erwerben, 
So wiß, das ich vor leid muß sterben; 
Wann an dir steht allein mein leben, 
so Will, so kanst mich erbalten eben. 
Bleib doch Stil stahn an diesem ort! 
Sprich mir zu auch ein freundtlich wort, 
Das ich nit gar drostloG vergeh. 



4 S Sohont mein md danr euer er. CK ewror. 9 wol] 8 gar. K 

fein. 14 BCK herrn. SB gaohworn. A gaohworen. 15 8 hindn. A binden. 
16 8 rtl: wOl. 32 auch] 8 doch. 



276 



Sie helt ihn. Nicolaus, der knecht, spricht: 

Jungfraw, ich sag geleich wie eh; 
Was ich vor saget, sag ich noch. 
Last mich gehn, das bit ich euch hoch, 
s Ich kan nichts zu der liebe schertz. 

Appalonia, die junckfraw, spricht : 

Ach, hast da denn ein eysern hertz? 
Oder ist es ein Adamant? 
Nun wii ich machen dich zu schant: 
10 Weil du verachst die liebe mein, 
Sols gelten dir das leben dein! 
Zetter, waffen! o mördio! 
zetter, waffen, rettigo! 

Der knecht laufft darvon. Sie zerreist ire kleyder, raufft ir 
har, windt ir hendt. Der vatter kumbt geloffen unnd spricht: 

Tochter, tochter, sag mir schlecht, 
Was bat dir gethan unser knecht, 
Das du also barmhertzig schreist, 
Als ob du hart benötigt seist? 
20 Hat er dir auügeraofft dein har 
Und dein gewandt zerrissen gar? 

[K 3, 2, 451] Die mutter kumbt auch unnd spricht: 
liebe tochter, was ist dir? 

Die tochter spricht: 
so schweigt und geht alle von mir. 

Der vatter spricht: 

Tochter, was hat sich da zu-tragen? 
Sag an, hat dich der knecht Reschlagen, 
Geraufft oder mit worten gschent, 
so Oder gescholten an dem ent? 
Oder was gebrichet doch dir? 

Wie schweigst? wiltos nit sagen mir? 

* 

2 B gleioh. 7 8 lUinr. 8 et] 8 das. IS 8 setter, wafen mordio. 
19 CK benotet. 21 8 Dein gwant also it rissen. 28 8 8ag hat dich mser. 
31 8 Sag rns dooh was gepriohet dir? 82 BCK will das. 



276 

Appalonia spricht: 

Acb, 8ol ich denn solch nnehr ban 
Von eim verloffen, lossen man? 

Die matter spricht: 
6 Sag, tochter, wer hat dich geschmecht? 

Appalonia spricht: 
Das hat thon unser newer knecht. 

Die mutter spricht: 

Sag, tochter, was hat er dir than? 
%o Grein nit, liebs kindt, und sag mir an. 
[C 3, 2, 164] Wir wollen den verlaufen knecht 
Zum paren bringen wol mit recht. 

Appalonia spricht: 

[AB 3,2,2 19]0 mutter, schweig nur dieser wort. 
16 Solch übel ist vor nie erhört, 

Das ein knecht sol ein tochter zwingen 
Und sieonit gantzem gwalt sol dringen, 
Das sie thu nach all seinem willen. 

Der alt herr spricht: 

20 Ist das die sach? halt das in stillen. 

Er muß das zalen mit der heudt, 

Und morgen eh man vesperleudt, 

So muß nach kaiserlichem recht 

Dieser verloffen newer knecht 
25 Verlieren sein schalckhafftig haubt, 

Der dich wolt habn der ehr beraubt. 

Darumb schweig stil und wein nit mehr, 

Weil du noch hast jungfrewlich ehr. 

Ich wil den schalck gehn lassen fahen 
so Und in die eissen lassen schlahen 

Und vor dem richter in verklagen, 

S S hergloffen. OK Yerloffnen. 10 lag] 8 utig. 11 8 Yerloffen. B 
verlaoffen. CK Yerloffnen. 1543 gehört. BCK erhört. A erhört. 18 aü 
seinem] 8 leim poten. 24 8 newe. 26 S habn deinr. A haben. 27 8 
9sramb to schweig vnd. 28 SBOK nooh. A nach. 29 K gehn den ichalok. 



Das er im morgn, baldt es thnt tagen, 
Den hencker laß sein kopff abschlagen. 

Sie gehen alle drey auß. 



TheaEö, die mngdt, geht ein, redt mit ir selb uaad Bprlcht: 

Acb gott, wie gebt gewalt für recht! 

Wie hart dawret mich unser knecht, 

Der ietzt ligt auff don todt gefangen. 

Ich denck wol, wie es bat ergangen: 
10 Die jungfraw ist aebr frecb und geil 

Und hat sich im selb betten feil, 

Hat in mit werten zündet an, 

Das er das ubl bat wollen than; 

Er ist ie sunst züchtig und frumb. 
is Wann ich von ir selber vernumb, 

Wie heutig sie sein lieb begert, 

Und het ob mir ein groß beschwert, 

Das ich solch lieb ir weren thet. 

Und wenn ich aolichs von ir redt, 
m Solt mich der teufTel wol bescbeissen. 

Darumb maß ich das in mich beissen, 

Ton den dingen sagen kein wort. 
[K3, 2,452] weh, ich sie den hencker dort 

Sambt dem richter und zweyen schöpften, 
» Ich furcht, man wert den armen köpften. 

Die magdt geht ab. Der richter kumbt mit zweien sehöpffer. 
und dem hencker unnd spricht: 
Ir lieben herrn, heudt muß wir richten 

Nach strengem recht und unsere pflichten 
so Über ein falsch, untre wen knecht, 

1 Im] B Id. S morgn. A morgen, tlmt] 8 ist. C Ihn. 1 S Dam 

••in] S don. 9 ergangen] 8 irgangen. II »ündet] S geralit. 13 ! 

oabl. CK Tbl. A übel. 16 8 leiner. CK aeinr. IS solichs] 6 mlchi ii 

B mlohoi. 23 tla] S lieb. B eoh. CK «ib. 25 SBC köpfen. A kopffan 
18 6DCK harrn. A harren. 



278 

Welcher mit gwalt het geren gschwecht 
Die tocbtr hie eins alten herrn, 
Die sich sein hat kaumb mögn erwern. 
Nachrichter, bring den falschen knecht 
6 Und stel den für das strenge recht. 

Der naohriohter bringt den knecht gebunden. Der riohter 

spricht : 

Nun, wer zu klagen hab der klag 
Über den armen diesen tag? 

10 Nicias, der alt herr, spricht: 

Herr richter und ein erber ghricht, 
Ich beger, wölt nach ewer pflicht 
Den knecht richten auff diesen tag. 

Der richter spricht: 

16 Thnt vor öffentlich ewer klag, 
Vor dieser grossen volckes-meng, 
Als denn urteil ich nach der streng. 

Nicias, der alt herr, spricht: 

Ich wil sagen die gantz warheit: 
20 Den knecht hab ich vor kurtzer zeit 

Gedinget und bracht in mein hauß, 

Mein handel mir zu richten auß. 

Das hat er than mit allem fleyß, 

Ob dem ich nichts zu klagen weiß. 
25 Doch aber das hat der bößwicht 

Sich heimlich an mein tochter ghricht 

Mit schmeichel-wort und falscher list, 

Die noch ein reine jungfraw ist. 

Als sie versagt zu diesen dingen, 
so Da hat er sie wollen nohtzwingen ; 

Als sie aber umb rettung scbrey, 

Kam ich und mein fraw alle zwey 

Geloffen. Da gab der verucht 

1 B gern. OK gwalt geren getohweehi. 6 gsehmecht. 2 eins] 8 aim. 

3 8 mttgn A mögen. CK wehrn. 5 8 Qepnnden stel in hie Yur reoht. 11 

BCK erbar. 12 8 wolt. 16 8 diser. A dieses. 24 Ob dem] 8 Darob. 

8 Mit ■ehmaiohelworten vnd arglist. 29 diesen] 8 solohen. 32 8 weib. 



Knecht anß dem gemach baldt die flucht, 
Der sunst den bösen willen sein 
Verbracht het mit der tochter mein. 
Des rüff ich an das strenge recht 
.■■ Über den nngetrewen knecht. 

Der richter spricht: 
Gesel, nnn hie dein antwort sag 
Ann* deineg herren schwer anklagt 

Der kneoht schweigt und sieht unter Bioh. Der richter spricht: 
10 Was schweigst? warumb antwortst mirnit? 
Ich merck, da gibst dich schuldig mit. 

Der richter spricht : 
Reinhardt, ich frag auff ewer pflicht, 
Die ir habt getban zum ge riebt, 
15 Was straff man diesem zn-erteil. 

Reinhard üb, der aohötf, spricht: 
Ich rnlit. das man die sacb nit eil. 
[K 3, 2, 453]Gese), sag an, hastu das ilian. 

Darumb dein herr dich klaget an? 
so Hast deinr herrschafft tlian solch hertzlaid? 
Hastn vergessen deinen aid. 
Den du zu drewem dienst hast gschworn? 
Bistu den gar ansinnig worn? 
Sag, bist da solichB laster schuldig? 

15 Nicolaus, der kriecht, spricht: 

Herr, ich leidt es alles geduldig; 

Gott, der allr hertzn erforseber ist, 

Der weiß, das ich durch heimlich (ist 

In das falsch gesucht bin kummen, 
» Doch so wil ich gleich eim frummen 

Zu diesen Sachen schweigen stil, 

Niemandt ich verunglimpfen wil, 

1 bnl.it] ß hin. 4 S raaff. 1D S »ntworit. CR antwortit. A aotworti. 
lt gibil] S gas'. 14 8 githon hübt. Ifi S loböpff. 22 S trswsm. ACK 
drawu. 21 B lolohea. S UaMra. IT 6 allr bann, A all« hsrtisn. J'J 
S ditisi sobnOd gaiBecbt. B geMefat. OK gsiioht. SO S Idoob wil lob go- 
Uieb. CK einem. SI A TarnngUnpfen. 



280 

Das es vor schäm sich muß entpferben; 
Eh wil ich alhie willig sterben. 
Iedoch hoff ich auff gott allein, 
Der selb wirt mein erlöser sein 
s Und mein groß Unschuld sehen an, 
Mir frey ledig helffen darvan. 

Galerius, der ander aohöpff, spricht: 

Gesel, sag hie die warheit an. 
Darinn darffstu niemandt verschan, 
10 Auff das da retten magst dein leben, 
Eh wir urteil über dich geben, 
Und eh der richter brech den stab, 
Nach dem hülff weder bitt noch gab. 
Derhalb red, weil du noch hast platz; 
[AB 3, 2, 220] Das leben ist der edelst schätz. 

Sag, was ursach hat dich getrungen, 
Das du sie wolst haben noht-zwungen. 
Sag, hat sie ursach geben dir? 

Kicolaus, der kriecht, spricht: 

so Herr, es gebflrt zu schweigen mir. 
Untrew wil ich mit trew vergelten, 
Niemandt geben ursach zu schelten; 
Eh so wil ich mich lassen richten. 

Nicias, der alt herr, spricht: 

15 Er thut seltsam fabel erdichten, 

Schlim außred, so zur sach nicht dien, 
Darumb feit urtail über in, 
Auff das meinr lieben tochter Schmach 
Vergolten werdt mit scharpffer räch 

so An dem nohtzwenger, falschen knecht, 
Nach strengem kayserlichen recht. 

Der richter feit das urteil, sprioht: 

Nun auff klag-red und wider-red 

Alhie dieser barteyen bed, 

* 

1 8 nraei. CK muß. S 8 Mein hofftmog atet it. 4 8 wart. A 

w IS BCK hilft. 26 S 8c h lim »aared iw der laeh. 30 8 not- 

nv i 



DaraufF das endt-nrteil entpfacb. 
Weil du deim lierren diese geh mach 
An seinr lochter hast wöln verbringen, 
Sol man dich richten mit der klingen; 
& Darnach dich au ff das feldt begrab. 
Ob deim leben brich ich den stab. 

Der kriecht kniet nider, spricht: 
Herr richter, eins thn ich begern 
Umb gotts willen wölt mich gewern. 

10 Der richter spricht: 

Was ist dein bit? wie und von wem? 
Kicolaua, der knecht, spricht: 
Das ich von der weit Urlaub nem 
Und mich meines ellendts beklag, 

i:. Das ich erlieden hab mein tag. 

Der richter spricht: 

Das sol dir hie vergönnet sein. 

[K 3, 2, 454] Der knecht spricht: 
Herr gott, sie an das ellendt mein, 
»o Weil ich noch was ein knab fürwar, 
Etwan kaum in dem dritten jar 

Niciaa, der alt herr. spricht: 
Maister, verbring die arbeit dein 
Und wart int au ff die deiding sein, 
x> Er möchts treiben ein halben lag. 

[C 3, 2, 165] Der henoker spricht : 

Mein lieber herr, nnff die zusag, 
Die im der richter hat gethan 
leb in ie noch nit richten kan, 
no Biß er sein elendt ungefel 
Tor iederman klagweiß erzel. 



,b. IS S liob. B lihe. CK lib. 10 
22 8 feit im io die red tod «jtviW.. 



282 

Nun verbring dein klag, lieber sun. 

Nioolaus spricht: 

Herr gott, laß dich erbarmen thun! 

Weil ich noch war anmündig gar 
5 Anch etwan kaum im dritten jar, 

Da kamen zwen Griechen verhob, 

Habn mich anß einer Stadt gestoln, 

Nit waiß ich, wie die Stadt man nendt, 

Habn mich bracht an ein frembdes endt, 
10 Da ich gar hart erzogen war, 

Hab da selben dient sieben jar 

Gar hart, als ein leib-aigner knecht. 

Nach dem entran ich aber schlecht 

Von dem selben grimmigen heim, 
15 Bin darnach zogen in der fern 

Als ein frembdling in dem elendt, 

Gedient knechtsweiß an manchem endt, 

Hab auch mit wissen, mag ich jenen, 

Vatter und mutter nie gesehen; 
20 Wais darzu anch nit, wo sie sein, 

Anch nit das vatterlande mein. 

Nun, vattr nnd mutter, gsegn euch got! 

Umb unschuldt leidt ich hie den todt, 

Sehen werdt ir mich nimmer mehr. 
25 Seh, maister, hab dir zu verehr 

Den pater-noster, den mit verlangen 

Mein mutter mir hat angehangen, 

Den ich kindtweiß in dem ellendt 

Hab tragen an der rechten hendt. 
so Nun thu was dir befolhen ist! 

Ich beulen mich dir, Jesu Christ! 

Der hencker entpfecht den pater-nostar, zeucht anß. Aretina 

spricht: 

Halt, maister, noch ein kleine weil, 

35 Den armen mir nit übereil. 

* 

1 6 Nun red dw fort, mein lieber sun. 5 S Noch etwas kaum. 9 SCK 

Habn. A Hab. 13 Naoh] 8 Von. 16 A frembling. 20 6 Wais. A Was. 

°& auch darin. 22 S ratr. A ratter. K gsegen. 25 OK tur rerehr. 28 8 

Iwais. Vgh st s. 266, 16. 82 8 lewoht sein sohwert ans. 36 mir] 8 noota. 



283 

Mein hertz-lieber gmahel, schaw doch, 
Den pater-noster kenn ich noch, 
Den ich hieng ant hendt unserm suu, 
Eh denn er wardt verloren nun. 
5 Derhalb, mein herr, schaw, wie wann der 
Unser verlorner sone wer, 
Im alter wer er im gleich eben. 

Nicias, der alt herr, spricht: 

nnser son kan nit mehr leben, 
10 Iedoch gott alle ding vermag. 
Hör dn, die recht warheit ans sag, 
Wie heist mit dem taaffnamen da? 

Der knecht spricht : 

Mein herr, auff glauben sag ich zu, 
i5 Mein tauffnam Nicolaus ist. 

Der alt herr spricht: 

Was hast den braucht für hinterlist, 
[K3,2, 455] Hast dich Sualocin genendt? 

Der kneoht spricht: 

20 Das ist ohn ursach nit volendt; 
Wann ich forcht meinen herren hart, 
Dem ich erstlich verkaufet wart, 
Ich würdt im hie verkundtschafft sein, 
Darumb kert ich umb den namen mein. 

25 Der alt herr spricht: 

Sag an, wie heist der vatter dein? 

Der kneoht spricht: 

Das weiß ich nicht, aber allein 
Waiß ich, .ein Griech mein vatter was 
so Und her von Athen bürtig was. 

S 6 haut. 7 8 Sein alter rergleioht Im faat eben. 11 B roohte war- 
heit lag. 21 8 hart. AO fürt. K fort 82 entlieh] 8 ktndfweie. 8 wart. 
ACE wart. 23 OK wird. 24 8 Dremb Tariert leb den. 26 8 Sa* an 
wie den dein Tater hie«. 28 aber aUeto] 8 waia doch gewies. 29 8 Da« 
nein Tater ein krieche im. A Tatter daa. OK vatter was. 



284 

Aretina, die mutter, spricht: 
Sag, wie was deiner matter nam? 

Der knecht spricht: 

Ach gott, zq baldt ich von ir kam, 
6 Das ich irs namens weiß nicht mehr, 
Sie war ein Wellin von Verer. 

Die matter spricht: 
Sag an, hast du gehabt kein Schwester? 

Der kneoht spricht: 

10 0, das ist mir bewust noch Tester, 
Ich het ein Schwester an dem endt, 
War Appalonia genendt, 
Die war etwas elter, wann ich. 

[AB 3, 2, 221] Der alt herr spricht: 

16 Junger, noch eins berichte mich, 
Wer hat dich den kindtweiß gestoln? 

Nicolaus spricht: 

Hört, herr, zwenEriechn heimlich verholn, 

Die zaigten mir ein pomerantzen, 
so Schmeichleten mir mit vil cramantzen, 

Fürten mich von meins vatters hanß 

An ein port in ein schiff hienauß 

Und brachten mich gen Ambena, 

In ein Stadt in Achaia, 
i5 Zu eim kauffman, der mich auflzog 

Gar hertiglich, mich übel schlag. 

Bey dem lert ich die griechisch sprach; 

Im dient ich sieben jar hernach, 

Darnach nmbzogen im ellendt, 

so Wie ich vor hab nach leng bekendt. 

* 

4 baldt] S jung. 6 8 n»men. 6 S ror. CK Wihlin Ton Ferer. 

9 A ihrioht. 10 0] 8 Ja. 13 etwaa] S »ins j*ra. 16 S kindtweis. VgL 

kl a. 265, 16. K kinderweiß. 18 8 Dm deten «wen kriechen Terholn. AO 

«wen kneoht. SO SCK oramantien. A orooMntton. 22 8 »in merport 

24 8 Bin tut ligt in Aohtvya. 27 SCK dem. A den. 29 8 

f ich md ril rat. 



2S6 

Der alt taerr spricht zu sein«]- gmahel : 
Gott sey ewig lob, ehre nunl 
Das ist unser verlorner sun, 
Der wider kummen ist zu landt. 
Maister, löß im auff seine bandt 
Und laß in quidt, ledig und lob. 

Die mutter schnei dt im den strich ab, unnd spricht dar henaker: 
Erst bin ich erfrewdt hoch und groß, 
Das ich dir lassen sol dein leben, 
10 Dein Unschuld hat dir zeugnus geben. 

r Bteht ftuff ledig. Der alt berr umbfecht in und spricht: 
Hertz -rtller-liebster sone mein, 
Du solt mir gott-wi) kommen sein, 
Zu tausent mal auß dem cllendt, 
is Gott hat all ding zum besten gwendt. 

Die mutter umbfecht In, spricht : 
t, 2, 456JBiß mir zu tausendt mal wilkum, 
Hertzlieber son, getrew und frum, 
Ich meindt, du werest lengest todt, 
to Nun hat dich wunderbarlich gott 
Durch l'rembde weg machen bekandt 
Dein eitern sambt deim valterlandt, 
Das wir einander lebendt sehen. 

Der kriecht spricht: 
ss Gott wil ich lob und danck verjehen, 

Der heißen kau auß dem verderben. 

Verwegen het ich mich zu sterben; 

Wiewol ich war der dat unschuldig, 

Het doch gclicdcn das gedultig, 
so Das ich köinb meiner hardtsel ab, 

Die ich mein tag erlietten hab, 

Darzu auch meines lierren liiiuü 



4 B ist wider kamen. 
11 muhen] S bis glaubt, 
todt. OK todi. 30 S U 



! Erat! 8 Du. 11 Er] 8 Niool.ua. CK lil 

S2 Hmbt] S md. IS S der dat. 

nur kern meinr. 31 6 Vnd dm nuoh. 



286 

Kein schandt and laster kurab darauß. 

Die Schwester kuznbt, feit ihm su fuß und spricht: 

Ach hertzen-lieber bruder mein, 

Durch brüderliche Hebe dein 
b Bit ich, du wölst verzeihen mir, 

Das ich so übel thet an dir. 

Die brinendt lieb hat mich gebunden, 

Gefeit und also überwunden, 

Das ich also verwegen gantz 
10 Leib, ehr und gut schlug in die schantz. 

Als du mir aber abschlugst das, 

Da wart mein lieb verkert in has 

Und gert zu bringen dich in todt. 

Das hat aber gewendet gott 
i6 Zum besten, dardnrch du bekandt 

Bist woren in deim vatterlandt 

Bey der ehrlichen freundtschafft dein. 

Er hebt sie auff unnd spricht: 

Es sol dir als venrigen sein. 
to Lob, ehr und breiß sey gottes gut, 
Der mich so gnedig hat behflt, 
Das lieb mich nit entzündet hat, 
Das ich solch grosse ubelthat. 
Verbracht hab. Dem sey lob und ehr! 

15 Nioiaa, der alt herr, spricht: 

Nun von dem wöll wir reden mehr 
Ein ander mal. Heudt ist dem hauß 
Heil widerfaren uberauß. 
Des wol wir auff den sal hienein, 
so Essen, drincken und frölich sein 
Mit dem verlornen sone mein. 

Sie gehen alle ab. Der eraholdt beschleust: 
Nun habt ir nach der leng vernummen 

1 8 Von mir kein tonende körn herauf. 7 brinendt] 8 dOriehi. 8 

het. 17 8 Pey den erliohen eitern dein. 19 BCK Yeriiehen. 31 Der] 
^ie. 31 8BOK verlornen. A verlorne. 



2S7 

Diese comedi überstimmen, 

Auß der man leren mag zwey stück: 

Erstlich wo ein das uiiKfluvk 

Gleich reitet auch ein lause zeit 
s In solcher widerwertigkeit, 

Das er das nacli des weissen sag, 

Chilonis, unverzaget trag 

Und hab in solcher angst und nobt 

Sein eynige hoffnung zu gottl 
ia Wann der kan helffeil rechter zeyt 

Auli solcher widenvertigkeyt 

Durch weg, vorhin ganlz unbedacht; 

Wann sein aug alzeyt munter wacht 
[C 3, 2, 166] Auff alle die, so auff in schawen, 
is Hoffen, gelanbeu und vertrauen ; 

Ob er die seinen gleich lest stocken. 

Doch lest er sie nil gur erdriueken, 
[K3, 2,457]Wie dem Nicoiao geschieh, 

Der schon den todt vor äugen sach, 
ia Dem gott seiner gefeiicknuß strick 

Verkeret in eim augenblick 

In frewd und wunn, reich tluimb und ehr. 

Auli dem ein unglUckhaffter lehr. 

Das er im ungluck nit verzag. 
i& Zum andern man hie lernen mag: 

Wer in dem höchsten glftck auch da 

Und nach all seinem willen gba, 

Das er sich eben sol fürschawen. 

Mit nicht dem geltick vertrawen, 
so Wie frOlich es im glantzt und scheindt. 

Was es heudt gibt, das nimlit es heindt; 

Ea setzt kain bestendigen fuß. 

Darumb der weyß Cleobolus 

Spricht: Welchem scheindt das gluck milt gQtig, 
si Der wer nit stoltz noch übermütig, 

Dergleich in ungluck nit verzag. 

Sonder beidt thail fein menlich trag. 

- In oreu» vn.-l. f 8 daa. ACK der. 1 1 S Aus arani «nd w 

11 BBCK Tnglueokh.fter. A vnglückhtfte. 10 dl] S «ta. ST S Dami 

Mb] .11 leinem willoo ge. BOK nuh. 2« S Hit alabt dam gluasl 
i ihn rartriwan. B niebta. S& war] CE ward. 



Das im kein nachrew darsaß wachs 
Aiiß glück noch unglttck, wünscht H. S. 



Di 



person in n die ( 



1. Ernholdt. 
i 2. NiciaB, der alt herr. 

3. Aretina, die muttex. 

4. Nicolaus, der verlorn son. 

5. Appalonia, dea herrn tochter. 

6. Theaaa, die niagdt. 
io 7. Der richter. 

8. Reinliardus, der schBpff. 

9. Galerius, der ander schöpff. 

10. Der hencker. 

Anno 1557 jar, am 11 tag MarcL 



| SBCK mehre». A naohrey. 2 B noch. A nun. 8 8 AjuluDii, 

Vgl. m a. lau, i. is b eee no. 



289 



[AB3,2,222] Tragedia, mit 19 personen zu agiern: 

Des königs Ciri gebart, leben and endt, and hat 7 actus. 

Der ernholdt tritt ein, neigt sieh unnd spricht: 

Heil unnd glück sey euch erenfesten 
5 Herrn, dem wirt und seinen gesten, 

Den züchting frawen und jungfrawen 

Und all den, so hie wollen schawen 

Ein tragedi zu recediren. 

Welche histori prescribiren 
io Der gschichtschreiber Justinus 

Und dergleichen Herodotus: 

Wie Astiages warhafftigleich, 

Ein könig in der Medier reich, 

Wie der zwen wunderlich treum het 
i5 Von Mantone, seinr tochter, verstet, 

Die ihm die warsagr thetten erclern: 

Sein dochter würd ein sühn gebern, 

Der würd herr ubr gantz Asia 

* 

1 Im 11 spruohbuche bl. 218' bis 240'. Quellen: Herodot 1, 107 bis ISO 
and Justin. 1, 4. Weitere naoh Weisungen gibt Öaterley ra Kirchhofs Wendun- 
muth 1 , 1 (bibliothek des litterar. Vereins b. 99). Die dort ebenfalls ange- 
logene historia des H. Saohs (b. 2, 88 bis 9 6) ,\ welche denselben Stoff be- 
handelt, hat im 11 spruohbnohe des dichter«, bl. 176 bis 180', das datum 
des 29 Mai 1557. Der stoff der tragedi» ist so ausgedehnt, dass H. S. ihn in 
mehreren meistergesangen behandelte. SABCE 18, in wirkliohkeit sind ei 
19 personen. Vgl. in s. 332, 17. 4 B Glück rnd heiL euch] ß den. 7 
Und] S Sambt. 8 S reeedirn. 9 S presohribirn. BCE presoribiren. A 

presch ribiren. 10 S Herodotus. 11 S Justinus. 12 S Astiages. ACK 

Astiage. 13 S in Media, dem reioh. 14 der] B er. 8 Zwen wunderliehe 
treume het. 15 S Mandone. B seiner. 16 SO warsager thetn. B warsager 
theten. 18 SCK würd. A ward. S üeber. B rber. 

Hanf Sacht. XIII. 19 



290 

Und flm entlieh Tertreiben da. 
Der köoig hieß das kneblein tödten. 
Das doch wunderbar kam an£ nöten. 
Ein hirt aofferzogen hat, 

5 Der legt sein todt kindt an die Stadt, 
Das doch kam endtlich an den tag. » 
Der könig sehn hoftmeister zu blag 
Hat haimlich ertödt seinen son. 
Gab im den kocht zu essen nun. 

i* Der bofnaister die grossen schmach 
[K3 t 2,458] Widemmb an dem könig räch: 
Ciro, des königs tochter son. 
Hat er heimlich Terschrieben mm, 
Ton seim anherrn abzufallen 

15 Mit den Persier heim allen, 
Und solt seinem anhern gleich 
Selb einnemen das medisch reich; 
Darzn wolt er behfllnlich sein. 
Das gschach also. Darmit gar fein 

st So wärt dise warsagnng war. 

Wie auch nach dem köng Giros gar 
Yast gantz Asia hat regiert 
Doch gar hochmütig gnberniert 
Und wolt auch Scithia gewinnen: 

» Thomiris, die kfingin, herscht drinnen. 
Die überwandt er mit betrog. 
Iren son und etlich Tolck erschlag. 
Die kfingin floch mit heres-meng. 
Bracht Cirmn in ein dal gar eng 

at Und in sambt seinem heer erschlag: 
Nach dem sein haobet nam die klag. 
Stieß in ein gfeß mit menschen-blot, 
Sprach: drinck. nach dem dich dürsten thot ! 
So nam könig Ciros sein endt 

S6 Sambt seinem gwaltig regimendt. 



t 8 kfeiWm. 3 8 kmm. 4 8 Du an kirt salfcnik«» IM. CK fcirt 
4*1* S 8 fUi. 9 8CK kocht. A koeekt. B kochet. IS 8 kern». 

t\ 8 kta* C kSog. A kdoig. 24 SBCK SeHkn. A Schithia. SS S Thoairis. 
ACE TbMMitm. 2t 8 Bot. 27 SCK Im. SS SB Xwd m sambt now. 
4CK V»4 mmki fe rmd feiaom. 31 8 Kack dem »am min dot kasht die 

f, 34 ••*■] 8 «te. 36 6 9mm gwmKigwi. B gwaltiag. 



291 

Wie solichs als geschehen sey, 

Hört nur and schweigt, and dret herbey, 

So werdt irs hörn und sehen frey. 

Der ernholdt geht ab. Konig Astiages geht ein mit Harpago, 
seim hoflfmeister , trabanten und beroldt. Setzt sich trawrig 

unnd spricht: 

Ach, wie ein wunder-seltzam träum 
Ist mir erschienen, den ich kaum 
Erzelen kan, der mich erschrecket 
Hat, und aus süessem schlaff erwecket, 
10 Der warlich nit ist umb ein sunst. 
0, wer da het der götter gunst, 
Der kündt mir wol den träum auflegen. 
Er thut im hertzen mich bewegen 
Zu trawren und grosser unrw. 

15 Harpagus, der hoflmeister, spricht: 

Großmechtiger könig, hör zw, 
Beschicke die warsager dein, 
Auch die schwartzkünstner gemein; 
Sag in dein träum, die selben wem 
20 Dir deinen schweren träum erklern. 

Konig Astiages spricht: 

Ja, dieser rath gefeit mir wol. 
Ernholdt geh, die warsager hol! 

Der ernholdt geht ab. Der hoflmeister spricht: 

25 Ich hoff, ewr mayestadt traumb noch heut 
Nur glück, frewd und wolfart bedeut; 
Darumb setzt ewer hertz zu rw. 
Da kummen die warsager darzw. 

Der ernholdt kumbt mit den warsagern, die naigen sich« Me- 
so ron spricht: 

* 

1 B solches. 2 S Schweigt nur md hört drettet b. 4 CK Astiego«. 
ACK Uarpage. 9 B süssen. OK gewecket. 11 dt>] S doch. 12 S mir 
küot diesen träum. 17 S Pesohiok dw. 19 dein) S den. 21 8 Astiages 
überall; nirgends wie ACK Astiagos. 27 S euer. BCK ewer. A ewr. 

28 6 weissen hersw. CK herra. 

19» 



292 

Großmechtiger könig, hie kommen wir 
Als die gehorsamen zu dir. 
Was begerst da? dir wollen geben 
Die götter gsandtheit and lang leben! 

5 Der könig spricht: 

Mir hat getraomet auff die nacht 

Ein traomb, der mich gantz trawrig macht: 
[K 3, 2, 469] Nemlich mir in dem traamb erschein, 

Wie Mandones, die tochter mein, 
10 Härmet ein solchen aberflos, 

Das sie darmit auch nbergos 

Das gantz mechtig landt Asia. 

Der traomb hat mich erschrecket da, 

Derhalb legt mir aoß das gesicht 
15 Und habt darob kein schewen nicht; 

Die gründtlich warheit mir bekent! 

Kiron, der ander warsager, schauet inn das buch unnd spricht: 

Herr könig, in dem traomb benent 

Da zeigen dir die götter on, 
*> Wie Mandones, dein tochter schon, 

Wirt kttrtzlich einen son gebern, 

Der ein gwaltiger könig wirt wern 

über das gantz landt Asia, 

Media und gantz Persia, 
t5 Derselbig wirt vertreiben dich 

Yon deim königreich warhafftiglich. 

Die warsager neigen sich, gent ab. Der konig spricht: 

Ach, erst ist mir betrübt das hertz, 
Dorch-stochen mit inbrünstig schmertz, 
ao Das ich kan nit mehr frölich sein, 
Weil ich von dem enickle mein 
Vertrieben wirt, Tieleicht getödt 



• 



4 8 tag. CK tagt* A laages. 8 8 in dem träum mir. 9. SO 8 Man- 
4**** tnn+Ts ACK lfaad— »• lt »loben nberfloa] 8 ganien waaerSnes. 

-*»*&] 8 t»* ** S aatkgt *fr ***• 1T 8 K^^on. ACE Riron. das] 8 
H B Dmtft *• 8 fewahköeh. 27 B Der wanager neiget. 

4 M*ML tt 8 mprOnsting. 30 8 nit mer kan. 31 8 



** 



293 

Das maß erbarmen alle gött. 

Harpagufl, der hoflmeiflter, spricht: 

Herr könig, seit nit so kleinmütig, 
[AB3,2,223]Die götter sindt gnedig und gütig. 
5 Zu Unterkommen solche that, 
Gib ich euch einen weissen raht. 
Weil ewr tochter ist manbar eben, 
Wolt ich ir zu eim manne geben 
Rain grossen herrn in Medier-landt, 
10 Sonder etwan gar unbekandt 
Ein Persier von schlechtem adel, 
[G 3, 2 167J Ein armen, doch hort-frumb ahn dadel, 
Der sich ein mal sambt seinem sun 
Sich nit dörfft unterwinden thun, 
15 Euch einzunemen ewer reich. 

König Astiages spricht: 

Dein raht ist gut So wil ich gleich 
Mein tochter dem Gambise geben 
In Persia, der ist gleich eben 
20 Von nidrem stam, nit reich an gut, 
Gantz fridsam, ohn allen hochmut. 
Mit dem ist sie versorget wol, 
Weil er ist aller tugendt vol. 
Mit dem wirts freylich kein son gebern, 
.25 Der nach meim reich ist stellen wern; 
Sein vatter wirt nit helfen darzu, 
Des sitz ich wol mit fried und ru. 
Eumb in cantzley, da wöl wir reden 
Von der heyrat zwischen uns beden. 

Sie gehen alle baidt auß. Die awen trabanten kommen, Flaoon 

spricht: 

Hör, Silon, wunder über wunder, 
Das unser her künig heyrat under 
Die Persen mit der tochter sein 

1 8 Der. 7 8 euer. 11 aehleohten. 14 S der*. B dürft. 

15 8 Euoh zt stosen von ewrem reich. 18 8 Cambise. ACE OamMao. 

20 8 Von guetem adl doch arm an guet. 24 S win. 25 !ft] S toL 

33 S her künig. A kungln, CK könig. 



294 

Und gibt sie Cambisi allein, 
Und er fünd wol in Media 
Gwaltig fttrstn und hertzogen da, 
Darmit er auch sein stara in ern 
5 Möcht in ewig gedechtnaß mern. 
Was meinst da, das er daranff habV 

[K3, 2,460] Silon, der ander trabandt, spricht: 

Ich wander mich auch groß darab, 
Das er die edel wol gethan 
io So weit and ferr von im wil than 
In Persia, weliches landt 
Und sprach ir ist gar unbekandt. 
Wie mag er irs nur than za leidt? 

Flaoon, der erst trabandt, spricht: 

i5. Sie rewet mich auff meinen aidt, 

Das sie von könglichen regiment 

Verstössen wirt sambt ins elent, 

Sam sie etwan ein banckart sey 

Und nit ehlich geboren frey, 
20 Oder sam habs thon wider ehr. 

Könglicher heyrat wer sie mehr 

Werdt das wolgeborn frewlein. 

Silon» der ander trabandt, spricht: 

Wirt nit ein kleine ursach sein. 

25 Groß herrn bhalten ir haimlikeyt 
Bey in gar stil za aller zeyt 
Und thundt auch eben recht daran, 
Das nicht darvon blaudr iederman. 
Die fürstlich hochzeit hat ein endt; 

so Wann unser fürsten and graffen sendt 
Auß Persia schon kämmen wider. 
Wolauff and laß ans laaffen nider, 
Auff den dienst warten bey der thür, 



1 S geit. S Gambia. ACE Cambiie. 10 S Oeit ainem schlechten 

-u 11 B welohes. 17 S itm. 18 S panokhart. 27 auch 

itj 8 wol rod weislich. 28 blaudr] S waaoh. B plaader. 30 

Uotherrn. 32 B last. 



895 

Der könig, der geht gleich herfür. 

Sie gehen baide ab. Der konig kumbt mit Harpago und den 

warsagern, setzt sieh und spricht: 

Ir schwartzkttnstner in Media, 
5 Heindt hat mir wider trawmet ja 
Ein träum, den west ich hertzen-gern, 
Den thut mir durch ewr kunst erklern; 
Gar reiche gab schenck ich zu lohn. 

Meron, der erst warsager, spricht: 

10 Groß-mechtiger künig, zaiget ou, 
Wie war ewers traumes gesiebt? 
Darauff geh wir klar Unterricht. 

Astiages, der könig, spricht: 

Mir hat getraummet wundersam, 
15 Wie das auß meiner tochter schäm 
Ein rebstock aufgewachssen sey, 
Hoch, breit und groß, welcher auch frey 
Bedecket gantz Asier-landt. 
Des traumbs däutung macht mir bekant. 

20 Kiron, der ander warsager, spricht: 

Herr könig, der träum zeiget klar 
Gleich wie der erst, das gwiß fürwar 
Dein tochter schwanger worden ist, 
Wirt auch geberen kurtzer frist. 
25 Das kindt wirt ein mechtiger herr 
Über Asia weyt und ferr, 
Von dem wirstu vertrieben wem. 

Astiages» der könig, spricht: 

Weil ir mir thüt den träum erklern, 
so So habt euch das kleinot zu Ion. 

Meron, der warsager, entpfeoht das klainat unnd spricht: 

5 ja] SCK da. 6 B hertilioh. 8 8 Ain oiainat sohenok iah euoh ir 
Ion. K Ein reiohe. 10 8 aufgewachsen. A gewaohssen. 18 8BCK Pedeoket. 
A Bedeneket. 22 8 erst gwif rnd fürwar. 24 8 geperen. A gepenu 

28 8 künig geit in ain ketten. 



i 



296 

Die götter wollen deinen tronn 
Befestigen in dieser zeyt 
Vor Unglücks widerwertigkeyt! 

[K 3, 2, 461] Die wareager gehn ab. Der konig spricht : 

5 Nun so weiß ich, was ich sol thon. 

Wil schickn nach meiner tochter schon, 

Das sie auß Persia kämm her 

Und ir kindtlein alhie geber. 

Denn ich ir kindtlein nemen wil, 
10 Ir das selb haimlich in der stil 

Durch einen diner lassen tödten, 

Darmit ich kumb auß angst und nöten, 

Das mir den mein götter voran 

Durch zwen treflm haben künd gethan. 
15 Ich wil nach ir schicken zwolff man. 

Sie gehen alle ab mit einander. 



Actus 2. 

Die awen trabanten gehen ein, Flacon spricht: 

Silon, ich hab zw hoff vernummen, 
20 Des königs tochter sey herkummen 
Auß Persia vor kurtzen tagen 
Auff eim vergulten kammerwagen 
Und wirt hie ir kindtlein gebern. 

Silon, der ander trabandt, spricht: 

[AB 3, 2,224] Wie wolt ich sie sehen so gern! 
Sie wanet aber itzt zumal 
Im frawen-zimer auff dem sal, 
Darein doch darff kein mansbild gen, 
Sonst ließ der könig straffen den. 

3 B ynglüokes. 5 8 Mir feit ix ein, was. 6 8 meiner. A meinr. 7 
8 kumb. A kommen. BCK komme. 10 8 Vnd ir das haimlich. 12 8 

kumb ich. 13 8 Wie mir das. 16 8 zwolff mon. A zwu frawen. B »wo 

% . OK «wen mann. 19 8 hab zw hoff rernumen. sw hoff] fehlt A. CK 

on, mein gsell, loh hab. 23 8 werd. 26 8 wanet. ACK wainet. 28 

gen. ACK gon. 29 8 las. 8 den« ACE thon. 



297 

Schaw, wie die kammer-jungfraw lauffen, 
Aach die edlen weiber mit hauffen, 
Alle dem frawen-zimmer zu. 
Ich glaub, des königs tochter thu 
5 Kreisten, und wer ir kindlein haben. 

Plaoon spricht: 

Juno wöl sie glücklich begaben 
Mit einer frölichen goburt! 
Der könig des hoch erfreudt wurt. 
10 Kumb, laß uns auff den könig warten, 
Mich dünckt, er geh dort auß dem garten. 

Sie gehen baide ab. Harpagus, der hoflfrneister, geht ein unnd 

spricht : 

Des königs tochter ist genesen 
15 Ein son. Wie wirt so frölich wesen 
Der könig mit der tochter sein 
Ob dem new-geboren kindtlein. 

Der konig kumbt, bringt das kindt -gewickelt, unnd spricht: 

Harpage, du getrewer man, 
20 Ein ernstlich sach die mustu than. 

Nimb hin das kindtlein an der Stadt, 

Das itzt mein tochter geborn hat 

Und würg das kindt in deinem hauß, 

Grabs ein, das kein geschrey wert drauß, 
25 Wo du solichs verlassest eben, 

So würt es kosten dir dein leben. 

Der hofinieister nimbt das kindt nnd spricht: 

Herr könig, ich wil euch gewern; 
Doch thu icbs von hertzen ungern; 
so Wann mich des kindts unschuldig blut 
In meim hertzen erbarmen thut. 

3 B Allein. 5 wer] S wil. CK werd. 9 8 wüert. 11 B geht, 

dort] S her. 12 ACE Harpago. 15 CK Eins ioni. 17 S newgeporn 

kindelein. 18 S dregt das eingewickelt kindlein. 20 8 Ein hainüiohe 

saoh Aus ioh thon. 23 8 kindlein tragt hinaus. 25 8 Wo dw das nit 

ausrichtest oben. 20 CK dir kosten. 28 wil] 8 mttes. 



298 

[ES, 2, 462 1 Der könig spricht: 

Schweig and aaßricht die sach gar eben! 
Des kindts todt, das ist mein leben. 

Der könig geht ab. Harpagus schaudt das kindt, küßt es und 
5 spricht: 

Unser herr könig hat kein weyb, 

Aach kambt kein erb mehr von seim leyb. 

Ich mein, das er sey anbesindt, 

Das er lest würgen dieses kindt, # 

io Das doch ein erb wer zu dem reych. 

Schaw, schaw, wie lacht so innigleich 

Mich das holdtselig kindtlein an. 

Ey, wer möcht solch mort an dir than? 

Weil da ie solt and mast verderben, 
16 Solst ie von mein henden nit sterben. 

Ich mag dir ie bey meinem aidt, 

Dir, unschuldigs kindt, than kein leidt. 

Wie mag der könig an dem ort 

An dem kindt thon ein solich mort, 
20 Das doch ist ie sein fley^ph und blut! 

Wie mag er setzen in unmut 

Die einig liebe tochter sein 

Mit diesem zarten kindelein ! 

Da kambt des königs ochssenhirt, 
86 Der zu dem handel eben wirt. 

Mitritates, des königs hirdt, kumbt. Der hoffineister spricht : 

Hör mich, da königlicher hirt! 
[C 3, 2, 168] Der könig hat dich her-zitirt, 

Das da diß newgeborn kindtlein 
30 Solst tragen in die wildtnuß nein 
Und werfen für die wilden thier, 
Darvon es sein leben verlier. 
Wo da darinn wirst seamig sein, 
So gilt es dir das leben dein. 

35 Mitritates, der hirt, spricht: 

3 SCK kiodes. 4 ACE Harpage. 10 wer] 8 ist 17 Dir] S 

Dw. 19 B solches. 26 S Mitritates; and so immer. ACK Nitrit. 33 

darum] Ö daran. 8 säumig. 



299 

Herr hoffmeister, das wil ich thon 
Als, wie ir mir habt zeyget ohn. 
Es sey das kindt recht wes es wöl, 
Iedoch es von mir sterben söl. 

5 Harpagus, der hoffineister, spricht: 

Ich wir dir eben spehen nach, 
Ob du aaßrichtest diese sach. 

Sie gehen baide ab. Der hirt tregt das kindtlein. Cino, des 
hirten fraw, geht allein ein, redt mit ir selb unnd spricht: 

10 Wo ist nur mein man lieudt so lang? 

Er hat gen hoff thun einen gang, 

Zum hoffmeister beschieden was. 

Hab auff in gewart an unterlaß, 

Auff das ich mein todt kindt begrab, 
15 Welches ich heindt geboren hab. 

Der hirt kumbt. Cino spricht: 
Mein man, wie langsam kumbst zu hauß? 

Der hirt spricht: 

Ach, ich hab was zu richten auß, 

so Das mir der hoffmeister befolhen hat 

Von wegen könglicher mayestadt. 

Cino, die hirtin, spricht: 
Was hast zu thun? thu mir das sagen. 

Mitritates, der hirt, spricht: 

aft Ich muß dieses kindtlein vertragen 
[K 3, 2, 463 J In den waldt für die wilden thier, 
Das es sein lebn von in verlier. 
Wo ichs nit thet, so müst ich sterben, 
Vom köng eins grimmen tods verderben. 

so Cino, die hirtin, spricht: 

* 

3 SCK Es. A Ey. kindt recht] S kindlein. 6 wir] S wil. B werd. CK 
wird, ebenj S lassen. 13 S an. B on. ACE fehlt dies. 16 S gett 

ein mit dem kind. 20 B befolhen. 26 S Aoh ioh mas dii k. 27 es] 
fehlt S. 28 thet] S thw. müst] S mnee. 



300 

Ach, laß mich vor das kindtlein sehen. 

Sie decken das kindt aulT; aie spricht: 

Xnn mag ich bej meiner seel jenen, 
Kain schöner kindtlein sah ich nie, 
s Es ist von grossen eitern hie: 

Sein deck von golden stück and seiden. 
Mein haaßwirt, thn mich doch bescheiden, 
Wo dn das kindtlein habst genommen. 

Der hirt spricht: 

10 Ina hoffmeisters haoß bin ich kommen, 

Darinn all sein gsindt trawrig saß 

Ond nmb das kindt betrübet was. 

Bin doch aoff dem weg innen worn, 

Des köngs tochter hab heindt geborn 
15 Ein kindt bej irem vatter her; 

Wie wens das selbig kindtlein wer! 

Cino, die birtin, spricht: 

Fürwar, fürwar, es feit mir ein, 
Es wirt das selbig kindtle sein, 
m Das er seins lebens lest berauben, 
Thot einem schlechten tranm gelanben. 
Schaw, scbaw, das kindtlein lacht mich an. 

[AB 3, 2, 225] Sie küst das kindt, feit aoff ihre knie und sprioht: 

Ich bitt dich, hertzen-lieber man, 
«5 Do weist, mein kindtlein ist gestorben, 

In der gebart ellendt verdorben, 

So nimb die deck nnd darein bindt 

Unser verstorben, ellendt kindt, 

Und trag es hienanß in den walt, 
so Und leg es hin solcher gestalt. 

Wenn man gleich disem kind nach-specht, 

Findt mans, man meint, es sey das recht. 

So wöll wir das lebendt behalten. 

X 8 Sie nembt das kind deckt es auf vnd s. 5 grosen] S reichen. 8 
dein. B kindtlein. 20 S lest seins lebens. 21 B glauben. 27 
lad. 28 S verdorben. 31 SBCK nach. A noeh. 



801 

Wer weiß, wo glück mit im möcht walten. 
So würt ich meines laidts ergetzt, 
Mit dem kindtlein in frewdt gesetzt, 
Auff-ziehen für unsern todten sun. 

5 Mitritates, der hirdt, spricht: 

Ja, ich wil es gar geren thun; 
Wann er thut mich auch hart erbarmen 
Der todt des unschuldigen armen 
Kindlein. Doch schweig nur darzu gar; 
10 Wann wo solichs würt offenbar, 
So must ich sterben gwiß darumb. 

Cino, die hirtin, spricht: 

Sey ohn sorg, lieber man, und kumb, 
Laß schawn, wo du unsern todten sun 
i5 Hin-legst, das wir in zaigen thun 
Des hoffmeisters knecht, wens hienein 
Gehn in walt, und in graben ein. 

Sie gehen ab mit beiden kinden. Der könig geht ein mit Har- 

pago unnd spricht: 

so Harpage, ist nach meim gebot 
Der meinen tochter kindtlein todt? 

Harpagus, der hoflmeister, spricht: 

Ja, herr könig, das kindtlein baldt 
Verschieden ist dauß in dem waldt, 
25 Das haben mein knecht dauß eingraben. 

[E 3, 2, 464] Der konig spricht: 

Nun wer wir ruh im hertzen haben, 
Weil das kindt hat sein haubt gelegt, 
Das mich zu trawren hat bewegt! 
so Doch trawret hart die tochter mein 
Umb ir newgeboren kindtlein, 

* ♦ 

1 möcht] S thot. 2 S wirk B werd. 7 er] SCK es. 11 S gwif 
sterben. 12 SCK Cino. A Oine. 13 6 rnsorg. 17 und in] 8 in iw. 
19 8 Harpago. AC Harpage. 20 E ist nicht nach. 22 SAGE Harpage. 
B last hier und oft später den namen gani weg. 27 8 Nun wird ioh rw. 

31 8 new geporn kindelein. 



302 

Wiewol ich ir ein trost hab geben, 
Ir kindlein das sey noch bey leben, 
Haimlich ich das aufziehen laß, 
Wiewol sie gar nit glaubet das; 

5 Und ist abgeschieden von hinnen 
Mit betrübten, trostlosen sinnen. 
Darnach frag ich nichts an dem ort, 
Sünder denck an das alt Sprichwort: 
Besser ist, das die kinder grein, 

10 Denn die alten in Jammers bein. 
Das würt mir auch begegnet sein. 

Sie gehen alle ab. 



Actus 3. 

Der hirt seht ein mit der hirtin, die spricht: 

i5 Hör, lieber man, ein grosses wunder 

Von unserm frembden son besunder, 

Der ist itzundt zwölff-järig, 

Aber so adelich geberig, 

Das in der andern hirtenknaben 
20 Für iren könig erwelet haben 

Und in auch alle Cirus nennen, 

Und in für iren könig erkennen, 

Und im alle gehorsam sindt. 

Was wirdt nur werden auß dem kindt? 
26 Er kumbt von königlichem geblüt, 

Hat ein hoch adelich gemüt, 

Wiewol er weiß nit änderst nun, 

Denn er sey unser baider sun. 

Hoff, es sol was groß auß im werden. 

80 Der hirt spricht: 

Ja, sol der knab leben auff erden, 

L Wiewol] K Jedooh. 2 bey] S in. 6 S In persia mit trawring. 1 2 
alle] ti paid. 20 8 Zv irem. K er weh lt. 21 auch alle] S mit namen. 

22 S Vür iren kttnig in erkennen. 29 fehlt S. 31 S auf erden leben 

Was gros wirt am im werden eben Hoff wir woln sein auch noch geniesen. 



803 

Hoff ich, wir wollen sein auch gniessen. 
Ich hab seins lebens kein yertriesen, 
Er redt nnd handelt solcher gstalt, 
So weißlich, sam wer er dreisch jar alt. 
5 Schaw, dort knmbt des königs trabant, 
Welcher der Flacon ist genant. 

Plaoon, der trabandt, knmbt und spricht: 

Mitritates, da and dein san, 
Solt für den könig kämmen than; 
10 Artambares, der hat verklagt 
Dein son, für dem könig versagt. 

Der trabandt geht ab. Der hirt spricht: 

Ge, heiß Cirum von ochssen rein, 
Mit mir zu gehn in Stadt hienein. 
15 Da aber bleib dieweil beim viech, 
Biß wider kämmen ehr and ich. 

Cino, die hirtin, spricht: 

Ist beim könig verklaget er? 
Wenn nur der knab nit in gefehr! 

20 Mitritates, der hirt, spricht: 

Ey nichts, sonder ich eins gedenck, 
. Es treff an der knaben gezenck. 

Sie gehen baide ab. Der konig gehet ein mit sein trabanten 

und spricht: 

25 Hast da mein hirten herzitiert? 

[K 3, 2, 465] Flacon, der trabant, spricht: 
Itzt auff der fart er kämmen wirt. 

Der hirt kumbt mit Ciro. Der könig spricht zornig: 

Da ertzschalck, zeig mir alhie an, 

* 

2 lebens] S wessens. 3 C sollicher. 4 S Weiilioh sam wer er iwainig. 
8 S Mitritates. ACE Nitr. 10 CK Artambaras. 14 in etadt] S gen hoff. 
CK ind statt. 17 ACK Cine. 19 Wenn] S Köm. B Kern. CK Kern nit 
in gfehr. 21 eins] S mir. C eins ioh. K eines ieh. 24 setst sieh] fügt 
S hiniu. 26 8 Flacon, hast mein hirten oitirt. 



304 

Wie darfst so frefflich anterstahn, 
Das du eins landtherrn son list schlagen 
Mit ruten leicht vor dreien tagen 
Und bist doch nur eins hirten sun? 

5 Cirus, der knab, spricht: 

[C 3, 2, 169] Großmechtiger könig, ich hab thun, 

Wie einem jungen zu-gebttrt, 

Der ein könglich regiment fürt; 

Wann mich haben zum könig erweit 
10 Mein gsellen, und in fürgestelt 

In meinem dorff mit gmainer wal, 

Und hab auch bestelt uberal 

Ambtleut und diener außerlessen, 

Die sindt mir all gehorsam gwessen, 
15 Ohn Artambares son allein. 

Der wolt mir ungehorsam sein, 

Den selben hab ich haissen fahen 

Außziehen und mit ruten schlahen. 

Hab ich mißhandelt in dem allen 
20 Setz ich ewrn gnaden zu wolgfallen, 

Zu erkentnuß zu straffen mich, 

Wil leiden das gedultiglich. 

Der konig sieht den knaben fleißig an unnd spricht: 

Auß dir redt keines hirten geist. 
[AB 3, 2,226] Sag mir an, wie dein namen haist 

Cirus, der knab, spricht: 
Cirus, so heist der namen mein. 

Der konig nimbt den hirten auf ein ort und spricht: 

Mitritates, sag mir allein, 
so Wannen her kumbt dir dieser knab? 

Der hirt spricht: 

Elich ich in gezeuget hab 
Daheim mit Cino, meinem weib. 

1 ABC <Urfit. A (UrffU. S frefflich. ACE trefflioh. 7 jungen] S ktta 
1 % fcflftJfkltob, 10 8 Mein hirtengaeln mich vurgestelt. 12 bestelt] 6 
t AOK Cum. 



305 

Der konig spricht: 

Dergleichen wort fort nicht mehr treib! 
Adelich sindt sein wort und geber, 
Er knmbt von keinem hirten her* 
5 Drumb sag die warheit un verhol. 

Der* hirt spricht: 

Es wissen all mein nachtbaarn wol, 
Das in mein weyb geboren hat 
Und aufferzogen an die Stadt, 
10 Der ietzt mir waiden hilft mein viech. 

Der konig spricht: 

Ich muß der warheit nöten dich, 
Weil dus nit wilt gutwillig sagen. 
Baldt thut in ein die eisen schlagen! 

Die trabanten fallen ihn an; der hirt hebt sein hendt auflf, 

spricht: 

Herr könig, so begnadet mich, 
Die gantz warheit wil sagen ich. 
Ewer hoff meist er Harpago 
20 Hat mich zu im beschieden do 
Und thet mir also ernstlich sagen: 
Wie ich solt dieses kindt vertragen 
In waldt, das es stürb hungers todt, 
Solichs wer des königs gebot. 
[K 3, 2, 466] Thet ich das nit, so müst ich sterben 
Und eins grewlichn todtes verderben. 
Als ich nun trug das kindtlein haimb, 
Da het mein weib vorhin in khaim 
Laider ein todtes kindt geborn. 
so Als sie das schön kindt außerkorn 
Ersah, sie mich sehr wainet bäht, 
Das ich ir todts kindt an des Stadt 
Sölt tragen in die wüstcney 
Und solt das lebendt kindtlein bey 

3 8 feine. 8 SB geporen. AC geborn. die] S der. 10 8 waidn. 
A waidnen. CK weyden. 13 SCK dus. A das. 26 8BCK dods. 28 S 
khaim. B ghaim. A ka'tm. 31 S wainent pat. 32 des] 8 der. 33 8BG Solt. 
Ilans Bachs. XIII. 20 



I 



306 

Uns bhalten für unsern todtn sun, 
Das wolten wir auff-zihen thun. 
Da erbarmbt auch das kindtlein mich 
Und volget ir gutwilliglicb, 
6 Ließ das lebendt kindt in dem hauß 
Und trug das todt in waldt hienauß, 
Zug es auff an meins kindes Stadt. 
Also der knab sein ankunfft hat. 

Der könig spricht : 

10 Ernholdt, heiß den hoffmeister rein 
Und sag, ich darff in gschefiten sein. 

Ernholdt bringt den hoflftneister. Der konig sprich 

Harpage, sag und hab gut acht. 
Mit was todt hast das kindt umbracht, 
i6 Das ich dir denn zu tödten gab? 

Harpagus, der hofiftnaister, spricht: 

Großmechtiger könig, ich hab 

Bedacht die sach recht eben wol, 

Wie ich ewr mayestadt willn sol 
so Gnug thun, das ich doch in dem gfer 

Zu keim todtschleger noch mörder wer 

An ewrem kindtskindt und ewrem blut. 

Darumb beschickt ich in unmuht 

Nach dem hirten und sagt: dir hat 
»5 Befolhen königlich mayestat 

Das kindt nauß in den waldt zu tragen, 

Zu legen hin, hungers verzagen, 

Wo du nit außrichst dis gebot, 

Must du das büsen mit dem todt. 
so Nach dem hab ich im nach-gespecht 

Durch meinen gar gehaiinen knecht, 

Der hat das kindtlein todt gefunden 

Und es begraben eingebunden; 

Des todtes ist das kindt verschieden. 

5 das] S dis. 10 S Herolt. HS sprich ich darff. 10 81 

ftf«. 10 S willen. 27 8 Hin st legen. 33 S Vnd das rei 

l B. todU. 



307 
Der könig spricht: 

Nun der sacli bin ich wol stu-fricdeu, 

Deiu red stimbt mit dem hirtn uberein. 

Der knab meiner locliter so» muli sein, 

Der noch in leben ist frisch und gsnudt; 

Wann mich auch sieder manche slundt 

Gerawen hat, das ich gebot, 

Das man das kindt breebl zu dem todt. 

Hnb midi nucb bey mcinr tochter bracht 
) Des kindts halb in grossen verdacht 

Und sie gar hart beleidigt mit: 

Sie ist seidt frülich worden nit. 

Das doch die götter als die frummen 

Genedig haben unterkummen, 

Ist als zu gutem eudt geraten, 

Drumb frew dich mit mir dieser thadten. 

Schick mir dein jungen son uielicr, 

Das er ein oyffer bring und der 

In tempel zu danck nnsern gölten, 
■ Die in beschützten in den nuten; 

Und kumb du lieindt auff meinen sul 

Und iß an meimb lisch das nachtmal 

Und sey du mein einiger gast, 

Weil du weißlich gehandelt hast 
. Mit meimb kindskinü iu diesem stück. 

[K 3,2, 467] Harpagus, der hoffmeiater, spricht; 

Herr könig, ich wünsch euch gelück 

Zu dem erbeu 1 Gott wol im geben 

Sambt euch wolfart und langes leben, 
so Darmit so wil ich beim zu hanß 

Und ewren befclb richten aull. 

Harpagus geht ab. Der könig redt mit iui selb zornig und 
spricht : 

Hast du verachtet mein gebot, 
IS Das kindt selb nit bracht zu dem todt, 






A liirli.ii. 



4 6 



ir. 5 S labe B S Dltiub «ol 

on. A ._ ■ - -■-!-... 13 £ Bitohl •!■ 

i gonedig. 2& S kindikind. ACK 



308 

Sol mir zu straff dein son sein leben 

Für meiner tochter son aufgeben. 

Den wil ich würgen mit meiner hendt, 

Zu stocken hawen an dem endt, 
5 Ains tails in pfeffer machen ein, 

Sam seis von einem wilden seh wein. 

Wann sein vatter zu tisch ist gsessen, 

Mnß er sein eigen sone essen 

Zu straff nnd einer grimmen räch, 
10 Das er meim gebot kam nit nach, 

Das sich ein ander stoß daran, 

Was ich gebent das mans sol than. 

Harpagi son geht ein, neigt sich vor dem könig unnd spricht: 

Oroßmechtiger könig, der vatter mein 
15 Schickt mich zu ewr mayestadt herein, 
Das mit Ciro, ewr tochter sun, 
Im tempel sol ein opffer than, 
Weil im die götter bschützten sein leben 
Durch hilff meins lieben vatters eben. 

20 Der konig spricht: 

Ja, kumb du zu Ciro herein, 
Du wirst selber das opffer sein, 
Bezalen für den vatter dein. 

[AB 3, 2, 227] Der könig greifft ans schwerdt und gehn mit 
25 einander ab. 



Actus 4. 

Die zwen trabanten gehn ein. Flaoon spricht: 

Der könig und der hoffmeister sein, 
Die sitzen über tisch allein 

so Drinnen im königlichen sal 

* 

1 S So mus dein ran xy raoh sein leben. 8 S aignen. 10 A meimb. 
16 S Das ich mit Ciro euer. 19 S meins lieben. CK meines herr vatters. 

\ meines ratters. 22 8 selbert ein. 23 für] S mit. 24 S grewft ans 

hwert ob es ausge vnd. 30 S Din in dem. 



309 

Und essen frölich das nachtmal. 
Nun Jenck ich, vor nie das sein gnaden 
Ein herm hab zu tisch geladen, 
Zu essen über seinen tisch. 

SiloTi, der ander trabandt, spricht: 
Harpagus ist frölich und frieb, 
Im thut so wol die grosse ehr. 
Doch dünckt mich, wie der köng nit sehr 
Frölich sey, snnder siebt gantz grim. 
to Nit weiß ich, was anliget im. 

Flncon, der erat trabandt, spricht: 
Mir sagt des königs muntkoch besunder, 
Des tags würdt ich noch sehen wunder 
Von einer ungehörten geschieht. 
il. Was das wirt sein, das weiß ich nicht. 

Silon, der ander trabandt, spricht: 
F.y hör, lieber geselle mein, 
[C3, 2, 170] Was wirt denn nur das selbig sein? 

Sie stehn gleich au ff, waschen die hendt; 
to Kamb laß uns fliehen an dem endt. 
Mich düncket, wie sie alle zwen 
Her wollen in die thurnitz gehn. 

Die trabanten wollen weichen; [K 3, 2, 468] die zwen klimmen. 
Der könig spricht; 

i.-. Uarpage, weist du so sag mir, 

Wie hat das wilbrelit geschmeckt dir, 
Dos du hast in dem pfeffer gössen, 
Ale du mit mir zu tisch bist gseasen? 

Der hoffmaiater spricht: 
» Herr könig, uberauli vast wol. 
Wenn ich die warheit sagen so!, 

S 8 bot IT gut. 4 S Vnd in geia.it an leinen Jiaoh. 6 6A Ilarpago. 
7 to] S »er. 8 SCK kling. A könig. 13 S Ugi beul. ] ;> S du selb viirt 
■•in wa.ii. IT S Ey (lacon drawt geaolo mein. SD S von dem. 22 B dtlrnil«. 
13 8 vollen weicher, so kumon die iwen. A «ie men. 2i 8 Harpaga (AU 
Ilarpago) ich jiit dion tag mir. 26 8 wilturet. B wildbraht. 30 S uebeiani. 



310 

Hab ich mit solcher lustberkeyt 
Kain speiß gessen in langer zeit. 

Der könig spricht: 

Flacon, die verdeckt blaten bring 
5 Und laß sie verdeckt aller ding, 
Die im sal auf der credentz steht. 

Der trabandt geht ab. Der könig spricht: 

Was mainst, das du für ein wildtbret, 
Das du hast gessen, mich bericht. 

10 Harpagus, der hoffmeister, spricht: 
herr könig, das weiß ich nicht. 

Der trabandt bringt die blaten. Harpagus deckt sie auflf. Der 

konig spricht: 

Schaw, kenst du das wilbredt, mein gast, 
15 Von welchem du ietzt gessen hast? 

Harpagus erseuffet und spricht: 

Ja, ich kenn das wildbredt; ob allen 
Laß ich mirs alles wolgefallen. 
Was königlich mayestadt thut 
20 Das ist alles recht, wol und gut. 
Last mir das übrig von dem knaben, 
Das ich das selbig müg begraben. 

Der könig gnapt im mit dem haupt. Hofftnaister geht mit der 

blaten ab. Der könig spricht: 

85 Geht, heist mir die warsager rein 
Und die schwartzkünstner allgemein. 

Die warsager kommen. Meroxx. spricht: 

Großmecbtiger könig, was ist ewr beger, 
Das ir uns fordern last hieher? 

1 S lustparkeit. BOK lustbarkeit. 4 blaten] S schalen. 8 CK daß 
sey. 10 SACK Harpage. B Harpago. 12 SACK Harpage. 14 ß wiltpret. 
16 S ersewftt. BCK erseuffttt. A erseuffts. 18 CK Laß mirs auch alles. 

19 B Das. 21 S uebrig. 23 S gnabt. 8 hoffmaister. ACK Er. 27 8 
HiUon der Lrabant get^rnd pringt die warsager. 



811 

Der könig spricht: 

Ich het vor zwölf jarn ein gesicht, 

Da war ich von euch Unterricht: 

Mein tochter würt ein son gebern, 
5 Von dem würt ich vertriben wem. 

Derhalb so wer mir gar von nöten, 

Das ich das selbig kindt ließ tödten. 

Als ich auch das verschaffet han, 

Das man das kindtlein ab sol than, 
10 Das ich von im blieb unvertrieben. 

Nun ist der knab bey leben blieben 

Durch wunderliche weyß und weg. 

Nun ich euch als die weyssen freg, 

Wie ich mich mit im halten sol. 

15 Kiron, der warsager, spricht: 

Nach unser warsagung unverbol: 
Wo dieser knab ist noch im leben, 
So muß er auch noch herschen eben 
Über das gantze Asia 
[K 3, 2, 469] Nach bedeutnuß des traumes da;' 
Das wirt im niemandt wenden ab. 

Der könig spricht: 

Doch wisset, das der selbig knab 

Ein liirt haimlich aufzogen hat 
25 Auff eim dorff. Da mit wundertadt 

Er ist von seines gleichen knaben 

Zu eim könig worden erhaben 

Eindtweyß, hat im auch ausserwelt, 

Ordenlich all ambtleut bestelt, 
so Hofmeister, rät, ritter und knecbt, 

Wie ein könig haben sol von recht. 

Was meint ir das bedeuten sey? 

Meron, der ander warsager, spricht: 
Herr könig, das ist erfüllet frey 

2 S jaren ein gsioht. 3 S wart. 4 B wirdt 9 CK ioU abthan. 

29 8 pedentang. 23 den? 26 8BCK aim. A eio. 27 S ainem. 29 
8 Kindwei«. 34 da«] S da. 



312 

Weil er hat als ein könig regiert, 
Bey den knaben frey guberniert, 
So hat die warsagang ein endt 
Und hat volstreckt sein regimendt. 
5 Derhalb königliche mayestadt 
Nit weiter zu besorgen hat 
Vor dieses knaben regiment, 
Das er ench weiter an dem ent 
Vertreiben werdt ron ewrem reich. 

i« Der konig spricht: 

Also urteil ich auch geleich: 
Weil er ein könig gwesen sey, 
So sey erfnlt die prophezey, 
Das ich mich nit mer darff besorgen 
15 Vor dem knaben beut oder morgen, 
Das er tracht nach köngklichem standt 

Kiron, der warsager, spricht: 

Doch wolt ich in anß Mederlandt 
Hinweck schicken in Persia 
Zu vatter and der matter da, 
to So dürfft ir denn aoff diesen knaben 
Weiter kein sorg noch achtang haben, 
[AB3,2,228]Das er von ewrem reich euch treib. 

Der könig spricht: 

Nun bey diesem fürschlag es bleib, 
ts Geht hin and seit Stil zu den dingen. 
Ernholdt, geh thn mir Cirnm bringen. 

Die warsager gehen ab. Der ernholdt bringt Oirum, der neigt 

sich. Der könig spricht: 

Cire, hör du mein lieber son, 
so Wiß, ich hab etwas ubels thon 
An dir von eines traumes wegen, 
Nach dem weiter nichts ist zu fregBn. 

Ich wil dich schicken in Persia 

* 

8 3 und 4 in umgekehrter reihenfolge. 9 von] 8 ans. 12 8 kttng ge- 
wesen. 13 8 er er fallt. 19 S Zv seim Tater vnd mueter da. 2& m] 
8 mit. 29 CK Cire. SA CirL 30 8 rbel. 



SIS 

Zu vatter und zu mutier da, 
Von den du warhafft bist geborn, 
Von gutem adel nußerkorn. 
Dein mutter ist die lochte r mein 
& Und Cambises der vatter dein, 
Die wern von dir erfrewet hoch; 
Wann sie vermain nit änderst noch, 
Denn du seist in deinr kimltheit gstorben, 
Darob mein geheiß elendt verdorben, 
10 Das doch die götter bahn gewendt. 
Nun kttm, so wöl wir au dem endt 
Dir zu-geben etlich vom adel da, 
Die dich belciten in Persia. 

Cirua feit im. au fuß unnd spricht: 
u Herr künig, seit ir mein groß-vatter, 
Wölt auch sein mein höckater wollhater, 
Weil ewr tochter meiu tnutter ist. 
Hab warbafft nie änderst gewist, 
1,2, 470] Denn das der hirt mein vatter sey, 
*o Der mich hat aufferzogen frey. 

Weil ich nun bin auch worn erkendt 
Und kumbn zu eim so guten endt, 
Itetilh ich mich in ewer heudt. 

Sie geben mit einander ab. 



Harpague , der hoffmeiater , geht ein, tregt ein hasen und ein 
briff, spricht: 

Der könig hat vor dreyzeben jarn 
Gar tyrannisch mit mir gefarn, 
so Mir erwürgt mein einigen Bon, 
Hffb den auch müssen essen thon; 



I with.Bl] S slieb. 13 S Diafa iv pelalln. II 8 pin tod s-irh 

erkont. 22 6 Vnd kumn (A fcgmbt. B komb. CK kam.) » uim gu«ton 

23 SB ewer. A awr. SB SC Lang. 29 S gofaiu. A gafaien. 



Hab ascfa nit sawr gsehen dam, 

Saat es nur weh and zorea tha. 

Ich bab ie rechte aevt and fag. 

Das icb midi reeben mag genug; 
s Wann Cm», seiner tochter son. 

Der ist ietzondt erwaefassen nan r 

Ein belt bej fftnff and zwantzig jerig 

Kfia, frech, freydig and wolgeberig. 

Dem bab icb liie geschrieben za, 
i# Das er tich heimlich bewerbn thu 

Bej den Persiern aller sach, 

Sie sehn anberrn abfellig mach. 

So wil icb im medischen reich 

Aach handeln eben dergeleicb, 
15 Das im abfal die berrschafit meer, 

Das Ciros denn mit einem beer 

Seinen anherren nberziech 

Und in erleg gewaltiglich. 

Denn mag er durch die sieges-that 
20 Wol könig werden an sein Stadt, 

Sich darmit auch rechen an im. 

Weil er on schuld in also grim 

In seinr kindtheit schuff nmbzubringen, 

Danron ich im halff anß den dingen 
25 Und auch die götter wunderbar. 

Nun den brieff wil ich schicken dar 

In dem außgeweideten hasen, 

Das er im sicher die weit Strassen 

Zu-kum, das niemandt mag erfarn. 
so Sil on, nimb hin das hasen-garn 

Und diesen hasen, bring in also 

In Persia hin zu Ciro, 

Welcher ein son Cambise ist. 

Eil, bring im den in kurtzer frist, 
[CS, 2, 171] Sag im, das er mit aigner handt 

1 8 Darft »och nit sawer sehen dartr. 3 S Ii hat ieh. 7 jerig] 

8 jareo. 8 8 Frech, kuen, fraidig ynd kriegs erfaren. 9 8BCK Dem. 

A Den. 10 SC pewerbo. A bewerben. 13 8 in modischem. 14 8 eben 

handeln. 24 8 Darmit. 27 SC dem. A den. 8 ansgewaidenten. 29 8 

müg. A raüge. 30 8 er steckt den priff in hassen, nach dem schreit er: 

ßillon, 8411on, aem ein hasen garn. 318 den hassen pring den. 32 in] 8 dem. 



Den bftsen breidl, und sunst niemandt 
Und reit eilent daliin dein straß 
Und dich niemandt abwenden laß. 

Silon entpfecht haeen unnd earn, neigt sich unnd spricht: 
:, Herr hoffmeiäler, so wil icli reiten. 
Den basen bringen kurtzeu Zeiten 
Ciro, dem weidlich, kunen bell, 
Der stets nacb sieg nnd ehren stell. 
Wil ruen weder lag noch nacht, 
im Biß ich den haseu im bab bracht. 

Der kriecht geht ab. Haipsgus, der hoffmeiater, spricht: 
Nim wil ich baimlicb practiciren, 
Mit etlicha herren eunsperiren 
In Media, den auch voran 
is Der könig vil widerdrieß hat ihau. 
Die weren auch haimlicb faln ab, 
Des ich gar gute kundtschafft bab. 

Harpagus geht ab. [K 3, 2, 471] Cirus, der Jüngling, geht ein 
■im vatter Cambise, bat den brieffin der iiant unnd Bprioht: 

*o Herr vatter, Harpagus hat mir gschriben 

Verborgen in diesem hassen blieben, 

Wie Astiages, mein auherr, 

Der könig in Media ferr, 

Hab mir gesielt nach meinem leben 
H Und mich zu tödteu übergeben. 

Und hetln die götter und das glück 

Mir nit verlioltTen in dem stuck, 

So iiiii-t ich lengst erfaulet sein. 

Sagt, ist das war, berr vatter mein? 

SO Cambioea, der vatter Ciri, spricht: 
Ja, es ist war, bertz-lieber son, 
Darmit bat er groß hertzleidt thon 

1 8 h.i-rn pernit- 8 8 im kriog iiub em. IS 6 Uk elling herren 

(A hwrn, B harr.) tonFpiriim. C Mit etlichen berrn. 18 6 wem. 8 fallen. 
IS 8 Canibiae. ACK Cambiso. 30 S Ilarpag*. A Haipago. 21 dieseru| S 
alnea. 22 8 Aitiiges. ACK Aatiagoa. 27 rarholffen] S geholfen. 30 

S Caubiioa dar Taler. AC L'ambiiu dea valier. K Cambiio laüi raler. 



316 

Mir und der lieben matter dein. 
Wir habn nit änderst gwist allein, 
Denn du seist in deinr kindtheit todt. 

Cirus spricht: 

5 Herr vatter, so schwer ich bey gott, 
Solche untrew an im zn rechen, 
Mir wöl den gott mein leben brechen. 
Wil das auch thun in knrtzen tagen. 

Cambises, der vatter, spricht: 

10 der wort thu nimmer mehr sagen, 
Da bist im viel za schwach, mein san. 

Cirus spricht: 

Harpaga8, der wil mir hilff than, 
Sein hoffmeister, dem der nnflat 
15 Sein san heimlich erwürget hat 
Und im den hat geben za essen. 

[AB 8, 2, 229] Cambises spricht: 

Mein san, ich künt auch nit vermessen, 
Warmit er dir möcht hilfflich sein, 
so Weil er ein landherr ist allein; 
Dein anherr ist ein könig mechtig. 

Cirus spricht: 

Derhalb er ist anch stoltz and brechtig 
Gegen sein fürstn and landt-hern allen, 

m Sindt all heimlich von im abgf allen. 
Wenn ich nun kumb mit einem heer, 
So wirt er an der gegen-weer 
Warlich ein grossen feler schiessen. 
Aach haben nit ein klein vertriessen 

so In Persia vast alle stendt 
An meins anherren regimendt, 
Weil er sie drückt za aller zeit 



10 0] 8 Sun. 13 SA Harpage. 16 8 den im. 18 8 künt dooh nit 
ermessen. 23 8 ist er. 24 8 fürstn. A fUrtten. SBCK lanthern. A 

landtherr. 2b 8 Der sint vil ron im abgefallen. 28 grossen] S weiten. 



317 

Mit stewer, frön und dienstbarkeit, 
Das sie all weren helffen mir, 
Das ich in Media regier, 
Auff das sie all werden gefreit 

;, Von solcher schweren dienstbarkeit, 
Haben mir schon hilft' zugesagt. 

Cambises spricht: 

Ist das war, so muß sein gewagt. 
Rust dich gar heimlich mit gefehr, 
ia Eh es dein anherr innen wehr, 
Dir kumb zwischen kagel und zil. 

CirUB spricht: 
AutT beut ich noch aufziehen wil; 
Wann all hauptleut sein schon erweldt, 
15 Kriegßvolck zu roß und fuß besteldt, 
Auff das wir mügen zihen an. 

CambiBSB spricht: 

Ich wil mit euch das beste than. 

81« gehen baide ab. [K 3, 2, 472] König Astiagea geht ein mit 
seim hoffmeiater und trabanten, setzt aiuh und spricht: 

Haruage, lieber hoffmeister mein, 

Pos now zeittung vor äugen sein: 

Cirns, der meinen dochter sun, 

Der batt ein auffrur machen tbun 
n In Persia bein lantherrn allen, 

Die seyen von mir abgefallen, 

Und zeucht daher mit grossem heer. 

Baldt rilst euch zu der gegeniver! 

Schreib aus im gantzen laudt gemein 
ao Den Obersten, die hauptleut sein. 

1 S »teuer. ACK seiner. SB Tron. 1 B llrumb im all Herden. 6 

ochi.ii] 8 fa.it. 8 A rmiU es. ■•] fehlt SK. B CK gefehrd, 10 3 

Du dein »nhorr nit inen wer. CK ward. 14 8 alle hanpllent eint arwelt. 

IS 8 Mein Min, glueelt TT, in wul wir dron ! D mit euch. ACK mit nueb. 
IS S Anläget. A Aetlagoa. SO S trabanten gerUat. S seit. A aeti. 

II 8 llerpage. A Harpago. 17 daher] 6 auf mich. 20 landt gemein] S 
raiebe mein. 30 S Ilaubtrann muat ob dem bore aelji. 



818 

Harpagus geht ab* Der könig spricht : 

Ir trabanten, geht und thut fangen 
Die warsager und thut sie hangen, 
Die mich so schendtlich habn betrogen, 
5 Das Cirus gentzlich hab volzogen 
Sein köngreich in seiner kindtheit, 
Habn mich bracht in diese blindtheit, 
Das ich nit mehr het auff in acht. 
Geht und sie all an galgen hacht. 

Der könig geht ab sambt den trabanten. Cirus kumbt mit 

sein persischen herren und spricht: 

Ihr Persier, herren und kriegsleüt, 

Für ewer freyheyt müst ir heut 

Als ritterliche kriegsleüt streiten. 
15 Gwin wir den sieg auff unser seiten, 

So solt ir all zu herren werden 

Und frey sein, weil ir lebt auff erden 

Von aller knechtschafft und dienstbarkeit 

ltzundt biß zu ewiger zeit 
20 letz ist die zeit, das ir das joch 

Von euch leget und ruet doch, 

Wann menschen und götter gemein 

Wider köng Astiagem sein. 

Darumb muß es frisch sein gewagt. 

25 Rugire, ein ritter, spricht: 

Es ist bey uns kein man verzagt. 

Cire, für uns nur dapffer an, 

Wir wollen wie ein mawer stan 

Und brauchen bogen und das schwort, 
so Weil unser leib und leben wert; 

Wann solten wir die flucht geben, 

Wer nützer uns sterbn, den leben. 

Erst würt beschweret unser joch, 

Das wir nie küuten tragen doch. 
35 So hat der Meder könig unden 

1 SA Ilarpage. & S habn. 10 S mit Cambiae vnd 2 rittern ge- 

wapnet. A per tonischen. BC mit feinem persischen beer. 24 S es sein 

iach gewagt. A frischi. 31 S soltn wir die fluchte. 



S19 

Uns zwangen, drangen and geschunden 
Unser fleisch biß auff das gebein. 

* Alpaster, ein ander Persier-ritter, spricht: 

Derhalb wollen wir all geroein 
5 Den modischen könig außtreiben, 

Und da, Cire, solt könig bleiben 

Über Media and Persia, 

Von uns alln sein erwelet da, 

Darzu dir bey den göttern schweren, 
10 Dein königreich dir helffen mehren. 

Hört, hört, hört, ich hör die hertrummen 

Und darzu die trometen brummen, 

Es kommet der Medier heer. 

Macht Ordnung zu der gegen- wehr! 

i& Harpagus kumbt und schreit: 

Her, her, her, her! greift dapffer an! 

Frisch her, frisch her! dran, dran, dran, dran! 

[K 3, 2, 473] Konig Astiages kumbt mit sein trabanten , Harpa- 
gus trit zun Persiern, schlagen zam, biß die trabanten fliehen* 
Astiages wirt gefangen« Harpagus trit au im und spricht: 

Hör, Astiage, du könig alt, 

Ist dir ietzt dein nachtmal bezalt, 

Darinn ich meinen son must essen? 

Konig Astiages spricht: 

25 Die ding hab ich dir zugemessen! 
Hast das Unglück gerichtet an? 

Harpagus spricht: 
Ja, herr könig, ich hab es than. 

Astiages spricht: 
so Acb, so bist du ein grosser thor, 

1 8 drangen iwnngeo. 8 8 erweit alda. 10 8 helffn vr. HS Wer 
mal hört, K zweimal. 12 dann] 8 Ton weitto. 16 Harpagme] A Har- 

pages. 8 Astiages. 16 8 sobrentt. 16 8 grewft. A greipfft. B greift. 
18 8 Sie grenffen an, harpagus drit. 19. 20. 27 A Harpages. 25 B dir nit in- 
gemessen. 26 8 das. ACK du. B Hast da das. 27 8 Uarpage. 30 to\ 8 a<uu 



820 

Weil da hast gehabt ursach vor, 
Einzunemen das köngreich mein 
Und du hilffst einem andern drein. 

Harpagus, der hoffmeieter, spricht: 
6 Ich bin gewest kein erb darzn. 

Der konig spricht: 

Der nntrewest man bist auch da, 
[C 3, 2, 172] Das dn durch diß eynig nachtmal 
Der Meder anzeliche zal 
10 Und auch dein eigen vatterlandt 
Giebest in der Persier handt, 
Das in maß zinstbar sein fürwar 
Hundert und acht und zwantzig jar. 

Oirus trit au ihm und spricht: 

15 Nun setz mir auff des reiches krön 
Und gelob mir bay aide on, 
Nimmermehr nach dem reych zu stein, 
[AB3,2,230]Sunder mich an dein Stadt zu wein. 

Konig Astiages setzt im die krön auff und spricht : 

20 Nimb hin die krön der Meder zwar, 

Die ich trug fünff und dreyssig jar; 

Lieb und leid drinn hab erlitten. 

Nun dieweil du mich hast uberstritten, 

Die götter mich dir übergaben, 
25 Dasjich wolt unterkummen haben. 

Weil es mag änderst nit gesein, 

So gib ich mich gcdultig drein. 

Doch bit ich, wolst mir alten man, 

Deim anherrn, weiter kein schmach than. 
so Ich wil auß Media, dem reich. 

Cirus spricht: 
Bey allen göttern willigleich 

2 B kOnigreioh. 4 8A Harpage. 7 auoh] fehlt B. 8 8 das ainlg. 
9 8 vnialiohe. 12 in] S nun. 15 Nun] S Pald. 18 A mich hie an. 

hie] fehlt S. 20 awar] S olar. 22 8 lait hab ioh drunter erlitten. 23 
3 Weil dw mich nun. 24 8 dir. A dich. 28 S Holst, alten] B armes. 



S21 

Schwer ich dir, meim anherrn, ein aid, 
Das ich dir vort wil thun kein leid, 
Sonder solst in Hircania sein 
Ein herr, das selb gib ich dir ein. 
Da solst vorthin leben mit ern. 
Nun wöl wir auß dem felde kern, 
Zu hauß die zeit mit frewd verzern. 

Sie gehen alle ab. 



Actus 6. 

Cir/uÄ geht ein mit seim hoffgsindt, setzt sieh unnd spricht: 

Nun haben wir das medisch reych 

In der poseß gewaltigleich, 

Welches geweret hat fürwar 

Biß in die vierdthalb hundert jar, 
iö Haben auch überwanden gleich 

Das grose babilonisch reich, 
[K 3, 2,474] Darzu anch den könig Cresnm, 

Samb dem lidischen königthum, 

Und ander königreich noch mehr 
so Mit krieg and grosser sieges-ehr, 

Des sich meins anherrn trawme zwar 

Und warsag sich gantz onde gar 

Erfült, das ich ein herr solt werden 

Über Asia and die gantz erden. 
25 Nun sol die gantz monarchia 

Verwendt werden in Persia. 

Weil mir nun in solch grosem glück 

Allein feiet das einig stück 

Nemlichen das Scitbier landt, 
so Das wil ich auch mit streitbar handt 

6 8 Dein seit pii an dein ent verlern Nun laft rni haim it lande kern. 
12 S Pif in das neun rnd iwaintigst jar In der teit haben wir rurwar Aach 
aeberwunden der geleieh. 17 8 Oroeewn. 18 S Sambt. 19 S andre. 

21 8 Dai. 22 wanag floh] 8 warsag sehir. CK wanagnag. 2* SBOK 

monarehia. A manarehia. 29 8 Nemliehen dai Seithier; eo Immer. AOK 
Hemlieh dai Sieihier. 30 8BCK itreitpar. A flreibar. 

HansSaehs. X11I. 21 



Kdrtzlich in mein gewall bezwingen. 

CreaiiB. der könig Lirlie, spricht: 
Herr könig, in all diesen dingen 
Betrachtet euch fürsichtig wol; 

i Wann kein menscu zu weit trawen sol 
Dem wanckleu, unsteten gelück. 
Wann es ist wandelbar und flllck, 
Thut sich in oim circltel umbtreiben, 
Lest kein indischen uit sieht beleiben, 

i Noch stehn in dem höchsten gelück. 
Sonder stürtzt sie durch seine duck. 
Des solt ir euch setzen zu rw, 
Das waltzendl glück uit imer zw 
Versuchen. Das selb wer mein ralit. 

i König Cirus spricht: 

Mein kertz sich drein ergeben hat. 
Ich kan nun mehr nit lassen ab, 
Weit ich ein Leer gesamlet hab 
Und bin mit dem volck zogen auß, 

i Wil mit heers-krafft suchen zu hauß 
Tliomiris, die stoltzc küngin, 
Umb welche ich gütlich vorhin 
Hab lassen werben zu eim gmakel; 
Ir bertz aber ist hert wie stahel, 

■ Hat solch heyrat geschlagen ab, 
Hat wol gemereket, das ich hab 
Gesucht der Scitliier königreich. 
Nun wil iehs gwinnen gwaltigleicb 
Und ein brücken schlagen gwiß 
Über das wasser Araxiß 
Und rucken in Scithier landt 
Mit heers-krafft und gwaltiger handt. 



1 8 Oroa>ni der Tertriab 
Mich, vnitottoD glüak. T 
tralban. * Dil] K lang. I) 
■iah. 13 8 Dm (A Des) 

woiter thw. 16 8 darein 
Inigin. S Halt kilnigin. 
|iiueokon eobimgun gowi 



a ItUnig. 4 S enata. A »neb. 6 6 wancklen, 
ann] 8 Weil. B 8 rieb gleiob einem rad nah- 
leiben. 10 Nmb] S Vnd. 11 aie] 6 in. E 

ranckel glUeok uit liner iw. ECK Dm. A Bit 
ibsn hat. IT S nit mor. 31 CK Thamirü, 

IS 8 »fair. 14 S hart. ST ACK Sithlar, 
CK ganli>. Sl A Silier«. CK Slsthier. 



823 

Der kungln herolt kumbt unnd spricht : 

Cire, du könig der Persier, 

Der Scithier küngin schickt mich her, 

Da solt von deim furnemen lassen 
5 Und wider heim-ziehen dein Strassen 

Mit fried, and hersch aber dein reych, 

Und laß die küngin dergeleich 

Aach herschen abr ir landt and leat; 

Nan weist da ie gewiß nit heut, 
10 Ob du gewinnen wirst den sieg. 

Ist dir aber ie wol mit krieg, 
• So wil sie dich mit deinem heer 

Lassen ziehen ohn gegenwehr 

Über das wasser an ir grentz. 
15 Wilt aber das nit thun eilentz, 

So wil sie dich in deinem landt 

Heimsachen mit gwaltiger handt. 

Der dreyer eins dir ausserwehl, 

Das sie dir in dein wilkür stel, 
so Darob so magst da halten raht. 

Harpagua, der hofftneister, spricht: 
Entweich könglicher mayestadt! 

Der heroldt entweicht. Der konig spricht: 

Nun gebet raht, ir mein getrewen, 
85 Zu thun, das uns nit müg gerewen. 

[K 3, 2, 475] Harpagus spricht : 
Ich raht, weil uns Scithier landt 
Unwegsam ist und unbekandt, 
Hat grosse wildtnuß, berg und thal, 
so Das man nit reisen kan allmal; 
Darumb viel gferligkeit erscheindt. 
Drumb besser wer, das uns die feindt 
Bestriten uns in unserm landt, 
Da uns sindt weg und straß bekandt. 

2 SCE CirL A Cire. 3 ACE Sithier. 7 8 konigin der gleich. 8 8 

ybr. A aber. 9 S waistw nit gewia hewt. 14 sn] 8 in. 17 8 ttreitparer. 

18 8 dir eins. B außerwöhlt. 19 B Stent. 27 A Sithiere. CK Sithier. 29 

berg] 8 pirg. 31 8 Derhalb. 32 uns] fehlt OK. 33 8 PeatrKten in 

vnaerem l*nt. 34 8 eint im weg ynd itrai. A stroO. 

21* 



Der könig spricht: 
Crese, was gibst da uns für raht? 

König Cresas auß Lidife spricht: 
Weil ir küngliche mayestadt 
:■ Mit ruh des friedes nit beger, 
Der sicher und am besten wer, 
So raht ich, das man ubert brücken 
Hin thn ins landt Scithia rucken, 
Biß du die feindt wirst sichtig an. 

ia Darnach solt du im also thaui 
Denn tliu wider hinter sich rucken 
Mit deinem heer biß zu der brücken, 
Samb fürchtest du den feindt der maß. 
In dem leger hinter dir laß 

ig Viel achleckerhafft, gekochter speiß, 
Wein und stark getranck aller weiß, 
Sambt den krancken knechten allen, 
Denn wern die Scitbier überfallen 
Dein leger, den essen und trincken, 

io Das sie vor fnel in schlaff hinsinckeu 
Als die todten, weil sie im landt 
Des starcken trancks sindt ungewandt, 
Denn uberfals, denn thustus finden 
Wie die halb todten überwinden. 

15 Cirus, der könig, spricht : 

Ja, dieser raht gefeit mir wol, 
Dem ich auch billig volgen sol. 
[AB3,2,231]Geh, beiß den ernboldt wider rein. 

Der ernboldt trit ein. Der könig spricht: 
m Geh, sag, wir wollen gar baldt sein 
Bey deiner kQngin in dem landt 
Mit heers-krafft und gwaltiger uandt. 



t fl Croua. 3 S OftHiut. 4 ir] S i«. 8 ktioiglloh, T S prUeoken | rtl»ck«n. 
8 ACE Eithl*. 11 Dann) 8 Vnd. U 8 doim. 18 ACK Silhim. 

33 I>«dd] CK Bald. 8 «o wintm Enden. 28 8 Qaii im erenholt. IS 8 
klingln ornhulu 



326 



Der kungln ernholdt geht ab. CiruB, der konig, spricht: 

Nun so rüst euch, so wöl wir racken 
Mit anserm zeag aber die brocken 
Und als baldt unser leger schlagen 
5 Und nach-kummen deinem warsagen. 

Giros kumbt mit den seinen, setzen speiß unnd tranok nider. 

Cirus spricht: 

Kumbt, laß ans auß dem leger fliehen, 
Wenn denn die feindt darein ziehen, 
io Füllen sich mit speiß and tranck allen, 
So wöl wir dann sie aberfallen. 

Sie gehen alle ab. Thomiris, die kungln, kumbt mit irer ritter- 

eohafft und spricht: 

Sargapises, mein lieber san, 
15 Der feindt ist in dem lande nan 
Mit heres-krafft. Nan volg da mir, 
Nimb den drietten theil volcks za dir; 
Wann ich gewise kundtschafft hab, 
Das der feindt ist gewichen ab 
20 Und hat sein geleger verlassen, 
[E 3, 2, 476] Groß gut, and zeacht wider sein Strassen. 
So nemet im das leger ein, 
Das wirt dem feindt erschröcklich sein. 

Sargapises, der künigin sun, spricht: 

85 Ja, fraw matter, das wöl wir than 
[C 3, 2, 173] Und wölln das leger greiffen an 
Und darinn ehr and gat gewinnen 
Und alles rauben, was wir finnen. 

Sie gehen alle ab. Und laufPen herwider mit geschrey, da finden 
so sie speiß und tranok. Sargapises spricht: 

Wie mag der feindt so verzagt sein? 
Secnt, wie er grosse gschier mit wein 

2 S rtteoken: prtteoken. 6 8 deim rat rnd lagen. B deinen. 6 

bis 11 fehlen 8. 14 8 Sargabiaei. B 8arpagiaes, und überall so. 17 8 Nem. 
20 geleger] 8 herleger. 22 im] 8 nun. 26 8 Vnd der feint leger. 27 
8 Darinen er rnd. 28 SBCK Annen. A finden. 



826 

Im leger hinter im hat glasen 
Und köstliche speiß obermassen. 
Da last uns essen and trincken wein, 
Nur gutes mnts und frölich sein. 

Sie essen und trincken, lallen umb und schlaffen. Cirus kumbt 
mit seinen, sehreit: Her, her! schlagendt die schlaffhen, bin da 

der küngin son, der spricht: 

Ey, ey, wie ist uns geschehen? 

Wie grob hab wir das übersehen, 
10 Das uns der wein hat hinter-gangen ? 

Nun sey wir all erschlagn und gfangen. 

Des thu ich mich im hertzen .Schemen, 

Wil selb mein straff darüber nemen. 

Cire, könig, löß mein hendt mir auff! 
15 Sorg nit und das ich dir entlauft"! 

Man lest in auf£ da ersticht er sich» feit umb. Cirus spricht: 

Ey, ey, der Jüngling rewet midi, 
Das er selbert entleibet sich. 
Nun weil wir hie gesieget haben, 
to So thut die todten all begraben 
Und last uns nun eilendt auff sein 
Und dem feindt rucken nach hienein, 
Biß wirs erlegen all gemein. 

Sie tragen die todten ab, gehen darmit auch ab. 



* Actus 7. 

Thomiris, die küngin, geht ein mit irer ritterschafft und spricht: 

Cirus mein son erleget hat, 
Doch nit mit ritterlicher that, 

1 B gelassen. 4 SCK gnetes. A gats. 6 S Sie seien sieh, essen rnd 
trincken, sineken nider rnd schlafen. Cirus kumpt mit den seinen mit sohsehraw [?] 
rnd schlagen sie dot, pinden der küngin son mit stricken, der erwacht rnd spricht. 
7 A kUngn. 8 S ms allen gschehen. 12 S Des. ACK Das. im] 8 Ton. 16 
S lost in auf, er sacket ain dolich, ersticht sieh. BCK löst. 22 S Vnd nach- 
jveekeD dem feint hinein. 20 S Thomiris. AC Thamiri*. K Them. 



32T 

Sonder nur mit betrug und Hst, 

Drumb er auch Bit zu breiseu ist. 

Hat noch erlanget nit das hei], 

Wiewol er mir den dritten theil 
r. Des meinen vokkes hat erschlagen; 

Dennoch ao lat uns nit verzagen! 

Ir werden Scithier, thut das best, 

Voigt, so wöl wir die frembden gest 

Fliehen, und unser flucht verlengen, 
10 Im landt sie hin and wider sprengen 

In die wüsten, durch berg und thal. 

Durch uuweg, biß sie all zumal 

An proviandt und speiß ab-gat 

Und werden hellig, müdt und madt. 
is Denn wöl wirs in ein eng thal bringen, 

Und vorn and bioden sie umbringen 

Und sie denn all schlagen zu todt. 
[K3,2, 477] Und bey der sannen, unseren gott, 

Weil ie denn könglich mnyestadt 
■o Des bluteB nit kan werden sat, 

So wil ich dich in kurtzer stundt 

Mit blut ersetting, du blutliund. 

Nun wolauff, last uns die flucht geben, 

Der feindt wirt uns uacb-setzen eban, 
ab Im selber zu seim ungelück, 

Mein son zu rechen in dem stück. 

Die küngin geht mit irem volek ab. König Cirus kumbt mit 
seim vokk und spricht: 
Wolaufi" und lasset ans nach-zieben! 
so Die küugin thut eileudt fliehen 
Und wil zu keiner schlicht besthen 
Sunder wil mit der flucht ontgehn. 
Wir haben ir das hertz genummen, 
Sie meint mit fliehen von uns kummen. 

b 8 TDloksi. A volakt. I ACK Sithler. HB« 
wardon eni diu foinl PMbbeogen. 11 S pirg. 13 sie f S 
proptaiant. 10 S Sie faindon rnd foron Trabringon. II 

in] 8 mich. 2& 8 Im «elb 1* »igem vngellleok. 38 

39 S l^iiiot. A last. 31 S petloo: eotgeu. ACK bestb*n: od 
34 S Main! mit dar aneebt vo 





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fehlt A. 

m]fl *». 



838 

Das selb sol sie gar helfen nicht, 
Eilt, last sie nit auß dem gesichtl 

Harpagus, der hoffineister, spricht: 

Herr könig, ir solt wol betrachten, 
5 Das man sol keinen feindt verachten 
Und im auch nit zn weit vertrawen, 
Sander fürsichtig aaff in schawen; 
* Wann glück ist wanckel in dem krieg; 
Wann bey den göttern stedt der sieg. 

10 Flacon, der trabandt, kumbt und spricht: 

Herr könig, ich sie der feinde schar 
Hinter ans nnd vor ans fürwar 
[AB 3, 2, 232] Aaff ans ziehen mit groser meng. 
Nan sindt wir in eim thale eng; 
15 Wo sie ans ietzandt greifen an, 
So kemb unser keiner darvan, 
Weil wir ans da nit künnen geregen, 
Dem feindt mit gegen-wehr begegnen. 

Der konig Giros spricht: 

20 Baldt last ans ein Schlachtordnung machen. 

Es ist nit änderst an den Sachen, 

Wir müssen mit den feinden schlagen. 

Seit keck nnd lat ans nit verzagen, 

Weil wir vorhin in allem krieg 
25 Am feindt haben erlangt den sieg. 

Glück wirt ans ietzt auch nit verlassen. 

Silon, der ander trabandt, spricht: 

Ich hör der feindt trometen blasen. 
Secht, wie sie von des berges spitzen 
so Die grösten stein aaff ans rab schützen 
Und lassen grose felsen laaffen 
Mit gro8em brassein in unsern haaffen, 

* 

1 S Das selbig sol sie enden nicht. 11 sie] S sioh. B sihe. OK slh. 
14 8 sey wir. 15 8 griffen. 16 8 körn. 17 da] fehlt 8. 18 C be- 
gegen. 20 8 Palt last ain schmale Ordnung machen. 29 8 der perga. 

1 S Mit soharpfen pfeilen it yns sohmisen. 32 brasaeln] S prawßn. 



829 

Wem uns angreiffen binden and vorn. 
Ich furcht, unser theil hab verlorn. 

Harpagus, hoffmeister, spricht: 
Sie greifen schon hindn and vorn an. 

5 Die Scithier kämmen, schreien: 

Her, her, her, her! dran, dran, dran, dran! 

Sie schlagen einander, biß der konig Cirus mit all seim volok 
feit. Thomirie, die küngin, knmbt mit einer bulgen mit Mut 

unnd spricht: 

10 Lob hab der Scithier ritterschafft, 

Welche mit heldenreicher krafft 

Haben die Persier geschlagen, 

Weliche doch vor kurtzen tagen 
[E 3, 2, 478] Mir meinen lieben son umbracht 
15 Mit list, gar nit mit heldes-macht. 

Itzt sieht man, wer mit thewrer handt 

Erlanget hat breiß oder schandt. 

Grabt ein die todten in die erdt, 

Die ir erlegt mit bogn und schwerdt. 
so Baldt sucht den todten leyb Ciry, 

Des königs auß Persia hy, 

Und schlaget im das hanbet ab, 

Bringt mirs, den leib werft in das grab! 

Bringt auch ein gfeß mit menschen-blut, 
25 Darinn man sein haubt trencken thut 

Ein ritter bringt das haubt Giri unnd spricht : 
Gnedige küngin, da ist sein haabt 

Die küngin Thomiris spricht: 
so Da hast mich meines sons beraubt . 

1 8 Vnd greuffen tob *n hindn rnd forn loh fttroht wir feyen all ver- 
orn. 4 8 sie gTeiffn hindn rnd foren an. B hinden. 5. 10 ACK 

Sithier. 7 BK Cirui. AC Ciris. * 8 ACK Thsmirii. IS 8 Weliohe. 

A Welohe. 14 8 Mir mein liebn son h»bn nnbraeht. 16 mit] 8 

durah. 17 breiß] 8 er. 24. 25 fehlen 8. 27 B kOnigin. 28 A 

Themiri*. CK Tham. 



880 

Darob das gifft des weines mit list, 
Nun weil nach blut dich dürsten ist 
Und kanst des bluts nicht werden sat, 
Nun wie mein mundt versprochen hat, 
5 Ich wü dich füllen, da bluthundt, 

Mit blut, das du begerst all stundt, 

Das du vergössest mit betrug. 

Seh und trinck dir des bluts genug 1 

>st das todt baubt in ein gefeß mit blut» unnd spricht: 

io Ir mein getrewen, schawet an, 
Wie thörlich hat köng Girus than, 
Der war gewaltig, reich und mechtig, 
Lebt in allem wolust hochbrechtig, 
Het in die künckling regiment 
ib Schier in dem gantzen Orient 
Und ließ sich nit daran benügen 
Tuet uns Scithiern krieg zu-fügen 
Aufc lauter hoffart, trotz und trutz 
On redlich ursach, ehr, noht und nutz, 
ao YTeü wir habn weder silber noch golt. 
Derhaib er, als er billig solt 
Darob verlirn herrschafft und leib 
Alhie zu rechnen durch ein weib. 
Des hat er gleich verdienten Ion. 
»5 Nun blündert und macht euch darvon, 
Last uns der sunnen opffer thon. 

• gehen alle in Ordnung ab. Der emholt kumbt unnd be- 

sohleust: 

So hat die tragedi ein endt, 
50 Daraufc fünff lebr zu mercken sendt: 
Erstlich bey könig Astiagi, 
Welcher durch list wolt wenden ye 
Das, welches gott verordnet het, 
Das alles doch nit helffeu thet. 

* 

4 tmpmhia] 8 t***"^ „ B klieren. 23 durch *\n] 8 

«tri» ^»^^TrVir 3*8*. 34SdoohaU~ 



331 

Darauß lert man, was gott orniert, 

Das das nit unterkummen wirt 

Durch menschlicher vernunfft weißheit, 

Es muß geschehen seiner zeit. 
5 Zu dem andern bey Harpago, 

Dem hoffmeister, merckt man also, 

Der trewlich und auffrichtig handelt, 

Welcher noch so trewlich wandelt 

Und unschuldiges blut verschonet, 
10 Ob dem gleich bößlich wirt gelonet, 

Mit arg im wirt bezalt das gut, 
[C 3, 2, 174] Doch in gott selber rechen thut 

An dem, der im seine wolthat 

Mit untrew vor bezalet hat. 
15 Zum dritten bey dem hirten lert, 

Der das kindt auffzog und ernert, 

Das er doch solt getödtet han, 

Das gott gar wol erretten kan 

Durch mittel-weg unschuldig blut, 
[K3, 2, 479] Wie das alt Sprichwort sagen thut: 

Was gott der herr wil erquicken, 

Das selbig kan niemandt vertrücken. 

Zum vierdten bey der warsager hauff 

Lert man, all die sich legen auff 
25 Solche warsagerische kunst, 

Und teuffels-gspenst und bloben dunst, 

Werden durch den teuffei betrogen, 

Geblendt, in vil irthumb gezogen, 

Der in lont, wie man saget schlecht, 
so Gleich wie der teuffei seinem knecht. 

Zum fünfften bey dem könig Cüro, 

Dem gott gab grose herrschafft do, 

* 

1 8 Ana dem. 2 unterkummen] 8 hintertrieben. ' 3 8 mensoUioh 

Yernunft vnd. 4 K anderen. 6 B merck. 7 S Wer. 8 wandelt. 8 
8 In ambten vnd fürsichtig handelt. 9 8 plai. 13 8 der im. ACK da- 
rinn. 15 SCK dem hirten. A dem dritten. 17 8 Also got noch eretten 
kon Vnd schicket ein frume person Die eret das ▼nsohuldig plnet. 21 

8 herre wil erktteoken. 22 8 mag kein mensch. B Dasselb kan niemandt 

▼nterdrüoken. 23 bey] fehlt 8. 24 B Lernt 26 8 Dewffels gespenst. 
Vnd] B Des. 29 8 lant. CK lohnt. A lert. B lernt. 30 SCK seinem, 
A seinen. 32 hersohaft] 8 reiohtom. 



332 

Dann sich doch nit ließ benagen, 

Weichem forsten gott zu ist tilgen 

Groß gewalt, ehr, gut, leut and landt, 

Das er mag halten fürsten-stant, 
» Sich doch auch nit henflgen lat, 

Sonder auß mutwilliger that 

Hit gwalt, ohn recht, mit bösen stocken 

Gert, ander herrschafft zu vertrOcken, 

Greift sie an mit mort, raub and brandt, 
10 Das er endtlich von leut and landt 

Aach wirt in kartier zeit gestartzt 

Sambt dem leben im wirt abkflrtzt. 

Wie man spricht: der zu vil wil han, 

Der bringt zu letz zu wenig darvan. 
15 Daraaß im schandt and spodt erwachs 

Sambt seinem schaden, wünscht EL S. 

Die person inn die tragedi: 

1. Der herolk 

2. Astiages, der könig Media 
IAB3,2,238] 3. Harpagus, sein hoffmeiater. 

4. Ein knab, der son HarpagL 

5. Cirus, der knab. 

6. Camtrises, ein landtherr Persie. 

7. Cirus, der könig Persie. 
»ft 8. Der erst, 

9. Der ander, 2 ritter Persie. 

10. Thomiris, ein künigin in Scithie. 

11. Der küngin heroldt. 

12. Meron, der ein warsager. 
so 18. Kiron, der ander warsager. 

14. Flacon, der ein trabant. 

15. Silon, der ander trabandt. 

16. Mitritatee, der hirt 

17. Cino, die hirtin, 

m 18. Cresas, ein könig Lidie. 

8 8 gewalt. A fwalt 8 raub mort. 13 der] 8 wer. 14 8 Dem 

»irt ir lest iw weng. 16 8 im (ACK nit) spot md eohant. 10 feinem] 

r dem. 17 8 Die 19 perton in die trageöj renaiohent. 20 A Har- 

13 8B0 OambiiM. A Cambiioa. 27 A Themiris. 88 A 

kiM, 84 A Oina. 



383 

19. Sargapises, der küngin son. 

Anno 1557 jar, am 30 tag Junij. 
S Unter dem datnm 1170 rers. 






Tragedia, mit 17 personen: Der hörnen Sewfriedt, 

ein min köiiig Sigmunds im Nidcrlandl, und bat 7 actus. 

Der ernhoklt tridt ein, neigt sich unmi spricht: 
Heil timid glück sey den elirenfeaten, 
s Edlen und außenvdten gesten. 

Den erlern heim und üüchting frawen 
Und all den, so wöln iiürn und scltawen 
Ein wunder-wirdige hialori, 
Wol zn behalten in memori, 
10 Von einem könig im Niderlandt, 
Der könig Sigmundt wur genandt. 
Der het ein son, der hieß Sewfriedt, 
Welcher all höfflikeit venniedt, 
[K3, 2, 480] An silten, tugendt und verstand t. 

is Groß, starck nnd ernstlich mit der Iiaudt; 
Erschlug ein trachen mit der headt 
Tn wildem waldt und in verbrendt. 
Des trachens hörn zersehmaltz darnach. 
Floß auß dem fewer wie ein bach; 
»o Damit schmiert Sewfriedt seine glider, 
Und als das hörn erkaltet wider, 
Von dem sein haudt gar hörnen wardt. 

1 Hand ich riftlioh im II spraohbueba bl. 33B' bis 380. Gedruckt BllMbing, 
Uans Sieb» ernitliohs Traneripielo u. i. w. 2 bnab, Nürnberg 1819, s. 84 bis 13S. 
J. Tut murin, diohtungon v-.n H. Saohs III. Lpsg. 1871, ?. 209 bli 252. Anke 
der oiulfilurig bei lotiterom >. XXVIII f. Tgl. Ub«r die quollon Bruno Philipp, 
Zum Ilo«en garte n , Ullis 1879, >. XXXIV. W. (iriinia , dentaulie holdeiwago*, 
.. XU. S bllurnen. CKSeyfried; «o immer. 2 ein ton bis Niderlandt] fsblt 6. 
BCK Sigmunde. A Sigmundt. 6 K ahrnbarn. 7 S all te wollen. 19 

3 kling. CK kUng. IS flroü] 8 «rob. 17 B In wildem. CK Im wilden. 

A In wilden. IB S leischiaoli. 22 gar] 8 gnm. 



885 

König Giltich het ein tocbter zart 

Zn Wurmbs am Rein, die hieß Crimhildt, 

Die füret hin ein trach gar wildt 

Auff ein gebirg unmen suhl ich hoch. 

Der hörnen Sewfriedt dem nach-zoch, 

Da im ein Zwerglein weisset das, 

Wiewol ein rieß darwider was, 

Don er bestriet zum vierten mal. 

Entlich in rab sturlzt in das thal. 
i Nach dem erat mit dem tranben kenniffet, 

Den er mit noht feilet und deinpffet; 

Die jnngfraw er beim-furen tbet, 

Mit ir ein konglich liochzcyt het. 

Nach dem wart von Crimhilt, der zarten, 
i Geladen in den roscngarteii 

Gehn Wurmbs an Rein Dialrich von Born, 

Der kam daliin willig und gern 

Und kempfft mit dem hörnen Sewfried. 

Erstlich er furcht und schrecken lied, 
) Doch durch list seins maisters Ililbrant 

Mit kampff den Sewfriedt uberwant, 

Den doch Grimhildt vom todt erret, 

Dietrich von Born begütting tliet; 

Doch ir brllder auß neidt unpsunnen 
i Erstachendt scblaffendt bey dem brunnen 

Iren Schwager Sewfriedt darnach, 

Den Crimnilt schwur ein schwere racb. 

Wie diß als gscliacb mit werek und wort, 

Wert ir ornlicli an diesem ort 
i Hören und ächen in dem spiel. 

Darum!) seit feiu ztlclitig uud stiel, 

Ist bietlicli unser aller wiel. 

Der emholdt geht ab. König Sigmund auÜMiderlont gehet e 
mit aweyen rotten, setzt eich tiawrig nidor und spricht: 

»6 Ir liebn getrewen, gebet, raht, 
Gott mir ein son bescheret hat. 



14 SBCK der. 



886 

Welcher Dach mir regieren sol, 
Der sich darzu nit schicket wol, 
Ist gar anadelicher art, 
Helt zucht und tugendt widerbart, 
5 Ist frech, verwegen and mutwillig, 
Starck, rüdisch and handelt anbillig; 
Gar keyn höffligkeyt wil er lern; 
Es steht all sein gmüt and begern 
Allein za grobn, bewrischen dingen, 
10 Za schlahen, lauffen and za ringen 
Und von eim lande zu dem andern 
Eben gleich eim. landtfarer wandern ; 
Auff solch grob «ach legt er sein sin. 

Dietlieb, der erst raht, spricht: 

15 So last ein zeyt in ziehen hin, 

Die landt hin und wider beschawen, 

Das ellendt versuchen and bawen, 

Dieweil er noch ist jung an jaren, 

Ungenietet and unerf&ren. 
so Last in in der frembd etwas nieten, 

Die frembt lert gut tugendt und siten 

Und helt die jugendt in dem zäum, 

Lest in nit all zu weiten räum 

Und thut auch offt die jugendt ziehen, 
26 Das sie unart und laster fliehen 

Baß, denn wenn sie daheimen wem. 

[E 8, 2, 481] Hortlieb, der ander raht, spricht: 

Ja, weil Sewfriedt das thut begern, 

Ewr könglich mayestadt sun, 
so Solt ir in dem im volge thun, 

In etwan schicken in Franckreich 

Oder in Hispania der gleich, 

Da er auch sieht anders hoffhalten, 

Wie man ist der höffligkeit walten 
35 Mit rennen, stechen und thurnieren, 

Mit jagen, hetzen und hoffieren 

8 S gtnüet. OK gmüt. A gemüt. 9 S gTobn. A groben. 20 8 

frembd. A fremb. 21 SBCK frembt. A fremb. 27 S Hortlieb. A 

Eortlieb. 29 8 folgen. K rolgen. 30 B königlich. 32 S Sp*nla, 



337 

Von den rittern und edlen allen; 
Das wirt im denn auch wolgefallen. 
Dardurch von grobheyt er erwacht, 
[AB 3, 2, 234] Wirt denn auch artig und geschlacht, 
6 Als denn gebüert eins königs sun. 

Konig 8igmundt spricht: 

Nun, ewrem raht wil ich volg thun, 
Wil in nauff schickn gehn Wurmbs an Rein, 
An könig Gibichs hoff gemein, 
10 Daselb hab wir in an der handt 
Bey unserm hoff im Niderlandt! 
Da wollen wir in schicken zu. 
Ernholdt, Sewfried, mein son, bring du! 

Der heroldt neigt sich, geht ab, bringt Sewfriedt, des königs 
i& son. Der könig spricht: 

Sewfried, mein alier-liebster sun, 

Wir wollen dich ietz schicken thun 

Hienauff gehn Wurmbs an den Rein, 

Zu könig Gibich, da dich allein 
so Belaiten sohl auff hundert man, 

Alle vom adel wol gethan. 

Darzu gib ich dir kleynat und gelt, 

Das du zu hoff dort obgemclt 

Magst adelich und höfflich leben, 
25 Andern könig-sön gleich und eben. 

Zu der reitt schick dich, lieber sun. 

Sewfried, des königs son, spricht: 

Herr vatter, das wil ich baldt thun; 
[C 3, 2, 175] Darzu darff ich kein gut noch gelt, 
so Wie du ietzunder hast gemelt. 
Ich bin starck und darzu jung, 
Wil mit der handt mir gwinnen gnung. 
So darff ich auch nach deim beschaid 
Kein hoffgesind, das mich beleidt. 

4 8 ertig. 7 S folg. K rolgen. 9 gemein] S allein. 13 S Ern- 
holt aewfrieden pringen thw. 20 S soln. ACK sol. 22 und] fehlt 8. 

25 CK köng. K söhnen. 26 8 Auf die rais. 31 CK noch jung. 33 
A beaohaid. 34 K begleyd. 

Haas Sachi. XIÜ. «Efc 



338 

Möcht wol sehen drey freydig man, 
Die mich nur dornten greiften an. 
Aide, ich zeuch allein dahin, 
Wo mich hin tregt mein thommer sin. 

s Der könig Signum dt spricht: 

Das glaidt wöl wir dir geben nanß 
Für das königliche hoffhauß. 

8ie gehen alle ab. Der aehmiedt nnnd sein knecht gehen ein, 

der achmidt spricht: 

10 Wir sindt hendt zu spot ausgestanden. 

Was wöl wir nemen unterbanden? 

Wollen wir heudt Ton erst den wagen 

Die reder mit schineysen bschlagen, 

Oder wöl wir hufteissen schmiden 
15 Dem mfilner für sein esel niden, 

Oder was wöl wir erstlich machen? 

Der «ehmidtkneeht spricht : 

Maister, so raht ich zu den Sachen, 
Wir wollen erstlich eyssen schroten; 
so Unser pfleger hat rauß entbotten, 
Wir müsen seine roß beschlagen 
Auff heudt, so baldt es nur sey tagen. 

[K 3, 2, 482] Der Schmidt spricht: 

Nun so blaß auff, und haldt baldt ein! 
25 Schaw, wer klopfft, wil zu uns herein? 

Sewfriedt klopfft an. Der schmidtkneoht spricht: 

Ich wil lauffei) und im auff- th an. 
Mayster, es ist ein junger man. 

Sewfriedt geht ein und sprioht: 

so GlQck zu, meyster! versteh mich recht, 
Darffst du nicht hie noch ein schmidknecht? 
Sag an, wilt du mir arbeit geben? 



12 8 dem. 20 SB entboten. A enbotten. 21 roß] S hengft. 31 



339 

Der ßohmidt spricht: 

Ja, da kumbst mir recht and eben, 
Wenn du wolst waidtlich schlagen drein 
Und nicht fürlessig, noch faul sein, 
5 Ich wil ein tag versuchen dich. 

Sewfriedt spricht: 

Gib her ein hamer, versuch mich; 
Bin ich faul, so thu mich außjagen. 

Der Schmidt gibt im ein hamer und sprioht: 

10 Nimb den hamer, thu mir aufschlagen, 
So wollen wir die eissen zainen. 

Sewfriedt, des königs son, spricht: 

Ey, was gibst mir so einen kleinen 
Hamer? ein grösern wil ich füren. 

Der Schmidt gibt im ein grosern hamer. Sewfriedt sprioht: 
Ja, der thut meiner sterck gebüren. 

Sewfriedt thut einen grawsamen schlag auflf den anpoß. Der 

schmied t spricht: 

Ey, das aufschlagen taug gar nicht. 

20 Sewfriedt spricht: 

Ey, hab ir mich vor Unterricht, 

Sol nit faul sein, waidtlich drauff schlagen! 

Das hab ich thon, was thust denn klagen? 

Der kneoht sprioht: 
25 Mich dünckt, du seist nit wol bey sinnen. 

Sewfriedt spricht: 
Halt, halt, das solt du werden innen. 

Er schlecht mit dem hamerstiel maister und knecht hienauß. 
Die zwen kummen wider, der mayster spricht: 

1 8BK schmid. AC sohmidtkneoht. 2 S kämest. 4 S farlessig. 11 
die] S das. 14 S ein grosen. 19 8CK das. A des. E taugt. 21 S 
Habt ir mich doch for vntericht. K Hast mich dooh yor. 23 S thustw olagen« 



340 

Wie wöll wir dieses knechts abkommen? 
Er hat uns schier das leben gnummen, 
Er ist warlich des teuffels knecht. 

Der ßchmiedtknecht sprioht: 

6 Maystcr, ich wil euch raten recht, 

Schickt den knecht in den waldt hienauß, 

Sprecht, darinn halt ein koler hauß; 

Gebt im ein korb und last in holn 

Ein korbvol guter aichen koln. 
10 Baldt er denn hienein kumbt in walt, 

So wird in denn erschmecken baldt 

Per trach, der in der holen leidt, 

Wirt in angreiffen zu der zeit 

Und in mit seinem schwautz verstricken, 
15 Würgen und in sein rächen schlicken; 

So kumb wir sein mit ehren ab. 

Der schmiedt spricht: 
Gleich das ich auch besunnen hab. 

[K 3, 2, 483] Der schmiedt schreidt: 
*o Sewfriedt, kumb rein, mein lieber knecht. 

Sewfriedt tridt ein unnd spricht: 
|AHM,2»-M]Was wilt du mein? das sag mir schlecht. 

Der schmiedt gibt im den korb unnd sprioht: 

Nimb diesen korb und thu uns holen 
M Dort im waldt bey dem köler kolen, 
Der wonet dort in dem gestrauß, 
Unter dem birg in seira gehauß. 
Kumb auff das baldest wider schier, 
Auff das denn suppen essen wir. 

»o Der Sewfriedt sprioht: 

Jlia, wenn ich het adlers gefieder, 
So wolt ich gar schnei kummen wider. 

^tt. 26 SB koler. 26 dem] 8 jem. B Beim. 8 gestrauß. 

itm, 8 gehewi. 28 8 peldest. 



841 



Sewfriedt nimbt den korb, geht ab. Der schmiedt spricht: 

Ob gott wil, wirst nicht wider kommen! 

Es wirt dein leben dir genommen 

In dem waldt von dem giffting trachen. 

5 Der Bohmidtkneoht sprioht: 

Maister, wir wöln ans außhin machen 
Und gar von ferren sehen zu, 
Wie in der trach verschlicken thu, 
Das wir denn vor im haben rhu. 

10 Sie gehen baide ab. 



Actus 2. 



Sewfriedt kumbt mit dem korb, geht hin und wider nnnd 

spricht: 

Ich suech im waldt hin unde her, 
15 Doch sih und findt ich kein koler. 
Ich sich in dem gestreuß dort wol 
Ein finster, tief, staineres hol; 
Vileicht der koler wont darin, 
Zu dem ich hergeschicket bin. 

Sewfried geht zu dem hol, schaut hienein; der trach scheust 
herauß auff in, er schützt sich mit dem korb, darnach mit dem 
sohwerdt, schlagen einander. Der trach gibt die flucht, lauffen 
baidt ab. Seufridt macht daussen ein rauch, samb verbren er 
den trachen, geht darnach wider ein unnd sprioht: 

«s Sol ich nit von grossem glück sagen? 

Ich hab den grossen wurm erschlagen, 

Nach dem mit esten in verbrendt; 

Da ist zerschmoltzen an dem endt 

Sein hörn und znsamb gerunnen, 
so Gleich wie ein bechlein auß eim brunnen. 

Das wundert mich im hertzen mein 

1 CK sohmidkneeht. 7 B ferro. 14 8 eneoh. A sihe. CK aih. vnde] 
B vnd. 17 K steinerne«. 22 schlagen] 3 jagen. 29 S lrsamen. 



343 

Mb 

Und duncket einen frager drein, 

Und als der ist erkaltet worn, 

Da wart mein frager lauter hörn; 

Des frewt ich mich and zog za handt 
s Von meinem leib all mein gewandt 

Und also mntternacket mich 

Mit diesem warmen hörn bestrich. 

Des bin ich gleich hinden und totii 

An meiner handt gantz hörnen worn, 
10 Daraaff kein schwert oit hafften kao. 

Des gleicht mir ietzt anff erdt kein man, 

Des mag ich förbaß weiter nit 

Mein leben füren bey dem Schmidt ; 
[K 3, 2, 484] Wil mich abthon meiner grobn weiß, 
15 Hoffzocht leren mit allem fieiß. 

Ich wil den nechsten anff Warmbs fragen 

Ans königs hoff; wann ich hör sagen, 

Er hab ein tocbter schön and zart, 

Crimhildt, gantz holdtseliger art; 
so Ob ich die selb erwerben kondt, 

Das erfrewt mir meins hertzen grandt. 

ttowfriedt, des königs son, geht ab. Konig Gibich geht 
mit seinem heroldt, setzt sich nider unnd spricht: 

Heroldt, geh ins frawenzimmer nein 
ss Und sag der liebsten tochter mein, 
Crimhilden, das sie knmb hieher, 
Zn sehen itzt ich sie beger. 



Der «rnholdt geht ab. Sewfriedt kumbt und neigt sieh. ,. und 

spricht: 

so ßroßmechtiger köng, ewrn könglich hof 
f C 3, 2, 1 76] Hört breissen ich, so weit ich loff 

In den landen weit hin and her; * 

Derhalb von hertzen ich beger 

Hey ewr könglich mayestadt hoffdienst. 

$r> König Oibieh spricht: 

2 X <f*a«ht mit *t—m~ 4 8CK «og. 6 S saekat. T C bttrith. 

14 K toh. n mMar grob«*. 21 SBCE mir. A mieh. 26 SB Cnmhüdn.. 

4K ^flmhlMI*. 27 H feb ff« is. 32 S laufen hin mdm b«r. 34 B 



848 

Denselbigen da bey mir finst. 
Was hoffweiß bist da anterricht? 

Der hörnen Sewfriedt sprioht: 

Herr könig, ich kan auderst nicht, 
5 Denn in dem krieg reisen and reiten, 
Mit wurmen and mit leuten streiten, 
Da muß alle gfar sein gewagt, 
Kün, verwegen und unverzagt. 

König Gibich sprioht: 
10 Sag, bist da auch von edlem stam? 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Der hörnen Sewfriedt ist mein nam, 
Wiewol ich auch am stamb und adel 
Hab weder mangel oder zadel, 
15 Alhie aber noch unbekandt. 

König Gibich sprioht: 

Nun so gib mir darauff dein handt, 
Das du mir dienen wilt mit trewen. 
Dein dienst sollen dich nit gerewen. 

Der hörnen Sewfriedt beudt im sein handt unnd spricht: 

Mein dienst, so vil ich kan and mag, 
In höchster trew ich euch zusag. 

Der beroldt bringt Crimhilden, des königs toohter, die sprioht: 

Hertzliebster herr and vatter mein, 
15 Waramb berüffstu mich herein? 
Was ist dein wil and dein beger? 

König Gibioh, ihr vatter, spricht: 

Mein tochter, setz dich zu mir her, 
Ich hab zu frewdt und wolust dir 
so Angeschlagen einen thurnier 
Mit allem adel an dem Rein, 



7 8CK alle. A all. B gefahr. 13 8 an. 18 S wollt. 20 8 

hent 23 8 Crimhilden. A Crimhiln. B CrimhiK OK Crimhilt. 



344 

Da wolt ich sclbert anch bey sein, 

Unden auff unser grün hoffwiesen, 
[K 3, 2, 485] Daran der Rein hart tbut binfliessen. 

Du aber bleib in dem schloß hinnen 
5 Und schaw zu öberst an der zinnen, 

Wie der adel thurnieren thw. 

Und du, Sewfriedt, rflst dich auch zw, 

Thu mit anderm adel thurnieren 
[AB3,2,236]In allen ritterlichen ziren, 

io Meiner lieben tochter zu ehrn, 

Ir frewdt und fröligkeit zu mern. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Herr könig, das wil ich willig thon, 
Doch ich keinen thurnier-zeug hon. 
is Schafft mir roß, hämisch, schilt und glennen 
Zum thurnieren, stechen und rennen. 

Konig Gibioh spricht: 

Kumb, mein Sewfrid, auff dein beger 
Schaff ich. dir roß, hämisch und sper. 

Der konig geht mit Sewflrieden ab. Crimhildt, des konigs 
20 tochter, spricht: 

Das ist ein junger, kflner heldt, 
Der meinen äugen wol gefeit 
Gott geb im glück in den thurnier, 
Das er in seiner ritter-zier 
»5 Thu ehr einlegen für ander all, 
Das im der höchst danck heimgefall. 
Da will ich stehn in stiller rw, 
Dein thurnier allein schawen zw. 

In dem fleugt der trach daher. Crimhildt sieht ihn unnd spricht: 

so Herr gott, wie ein grawsamer wurm 
Fleucht daher mit erschröckling furm, 
So groß, schröcklich und ungehewr! 
Auß seinem rächen speit er fewr, 

* 

5 S oben. 9 SCK sieren. A lim. 25 S einlegn. 31 daher] 8 

^r her. 32 S gros vnd grawsam vngehewr. 33 A seimem. 



345 

Er lest sich herab auß dem lufft 
Und schwingt sich zu der erden glufft, 
Zu des schloß zinnen, eilt auff mich — 
Hilff mir, herr gott, das bit ich dich! 

Der trach kumbt, nimbt sie bey der hendt, lauflFt eilendt mit 

ihr ab. Crimjiildt schreit: 

Vatter und mutter, gsegn euch gott! 
Ich fahr hin zu dem bittern todt, 
Lebendt secht ir mich nimmermehr. 
10 Gott gsegn dich, frewdt, reicht humb und ehr, 
Ewr aller ich beraubet bin; 
Ich fahr und weiß doch nit wohin. 

Der trach fürt die jungfraw ab. Der konig Gibich kumbt mit 
dem hörnen Sewfriedt unnd heroldt geloffen , schlecht sein 
16 handt ob dem kopff zusam unnd spricht: 

Ach weh mir, immer ach und weh! 

Nun wirt ich frölich nimmermeh, 

Weil ich mein tochter hab verlorn; 

Auff erdt ist mir nichts Hebers worn. 
»o Itzt ists mir hingfürt durch den t rächen, 

Der sie wirt schlinden in sein rächen. 

Als ichs im lufft hinfüren sach, 

Ir kleglich stimb mein hertz durch-brach, 

Iedoch ich ir nit helfen kundt, 
25 Biß der trach gar mit ir versch wandt. 

Nun sie ichs lebendt nimmer mehr. 

[K 3, 2, 486] Der heroldt spricht : 

Durchleuchtiger könig, bey meiner ehr, 
' Ich glaub, ir geschech nichts am leben; 
so Der trach der fürt sie wol so eben 
Sitlich, gantz höfflich und gemach; 
Flog durch den lufft der grawsam trach 
Hinauffwertz gegen Oriendt, 

Ainr grossen wüsten er zu-lendt. 

* 

2 S grueft. 4 S des. 5 S hant. 7 SC gsegn. A gsengn. B gseng. K ge- 
fegen. 8 in] B in. 9 B Lebende. 10 K gsegen. 11 CK Ewer. 
15 8 hent. 17 B werd. SB me. CK meh. A mehr. 26 S eich. B 
sihe. CK sin. 30 so] CK md. 



846 

So glaub ich warhafft woi, darinnen 
Wert man sie frisch und gesandt finnen 
Sambt dem trachen, wer des dörfft wagen. 

Der konig, ihr ratter, spricht: 

& Mein ernholdt, thu baldt ansagen 
Zu hoft^ welcher sich unterwindt, 
Zu snchen das königlich londt, 
Und wer sie von diesem trachen 
Lebendt nnd gsondt kan ledig machen, 

10 Des sol die liebste tochter mein 
Darnach ehlicher gmahel sein. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Herr könig, last nit weiter fragen, 
Mein leib und leben wil ich wagen 

15 Und selb gegen Oriendt reiten 
In die wüsteney and da streiten 
Mit dem trachen, dem giffting, bösen 
Und die jungfraw von im erlösen, 
Erretten sie von dem verderben, 

10 Oder selb willig darob sterben. 
Ich weiß die gelegenheit wol, 
Da ich den trachen snchen sol, 
Wann er in seinem fing zu-zoch 
In der wüst eim gebirge hoch; 

n Dem selben wil ich eillen zw 
Ohn alle rast, fried oder rw. 
Ich hoff, gott werd mir halten rück. 

König Qibioh spricht: 

Gott geb dir darzu hail nnd glück, 
so Das da den trachen legest nider, 
Und da mit frewden kämmest wider 
Mit meiner tochter frumb and bider. 

Sie gehen alle ab. 



3 des] 8 dis. das. 8 wer] S wo er. 11 K ehrlioher. 18 8 

ikfrawen yon im löten. 



347 



Actus 3. 



Der trach fürt die jungfraw auflf. Sie sitzt, waint, windt ihr 

hendt und spricht: 

Gott, dir sey es im himel klagt, 
5 Das ich, ein künigliche magdt, 

Sol nun all mein junge tagen 

Mein junges lebn mit wain und klagen 

Alhie auff dem gebirg verzern, 

An alle wolust, frewd und ern 
10 Mit dem vergiften trachen schnöd, 

In dieser trawrigen einnöd, 

Da ich sie weder viech noch leut! 

Ach weh mir immer und auch heudti 

Westen mich denn die brüder mein, 
15 Ein ieder wagt das leben sein 

Und macht mich ledig von dem trachen; 

Ich red von unmüglichen Sachen. 

Das ich nit bin mit todt verschieden! 

So leg ich in meim grab mit frieden. 
20 Muß so in forcht und sorgen sein 

All augenblick des lebens mein. 

Der trach spricht: 

Edle jungfraw, gehabt euch wol, 

Kein leidt euch widerfaren sol, 
85 Denn das ir müst gefangen sein 
[K3, 2, 487] Ein kurtze zeit auff diesem stein. 

Doch wil ich euch vor allen dingen 

Gnug zu essen und trincken bringen. 

Biß das verloffen sindt fttnff jar 
so Und ein tag. Als denn ich fürwar 

Wirt wider zu eim jflngeling 

Verwandelt werden gar jehling, 

* 

6 S nun mer pey all meinen t. CK meine. 7 B leben. IS 8K fioh. 
B eihe. C aih. 14 denn] S dooh. 17 S mmügliohen. A königlichen. 

19 meim] S dem. 31 CK Werd. 32 jehling] S gering. 



348 

[AB 3, 2, 237] Wie ich auch vorhin war mit nam 

Gehörn von königlichem st am 

In Griechen- landt, und bin durch zorn 

Von einr haischafft verzaubert worn, 
5 Verflocht mit tenffelischen gspenst 
[C3, 2, 177] Zumb trachen, wie da mich itzt kenst 

Drumb, mein Crimhildt, laß dein nnmut, 

Biß diese zeit verlanffen thut, 

Als denn wil ich dichs als ergetzen, 
10 In gwalt and könglich herrschafft setzen. 

Crimhildt, des königs tochter, spricht: 

Ach, so bit ich durch gott allein, 
Für mich heim zu dem vatter mein, 
Biß dein bestimbte zeit verlaaff. 
15 Als denn wil ich wider herauff 
Zu dir, das schwer ich dir ein aidt. 

Der trach antwort: 

Nain, nain, von dir ich mich nit schaidt; 
Da solt kein mensch aaff erden sehen, 
so Biß das sich die fünff jar hernehen ; 
So wirt ich sein der erste man, 
Den da aaff erdt wirst schawen an. 
Darumb schleuff in die hol hienein; 
Wann da must mein gefangner sein. 

Der trach fürt sie ab. Der hörnen SewfHedt kumbt gewapnet 

unnd redt mit ihm selb, und spricht: 

Nun bin ich ie vier nacht und tag 
Gangen, das ich nie ruens pflag, 
Hab auch nit gössen noch getruncken; 
30 In meinem sinn laß ich mich duncken, 
Wie sich der trach darein war schwingen 
Aaff das gebirg durch diese klingen 
Mit des königes tochter zart. 



4 8 verfluechet. 5 S Peiaubert mit dewfliiohem. 9 CK dich. 10 

niglich. 16 8 des. 21 CK werd. 24 8 Dw maest mein gefangene 
31 war] 8 det. 33 S künigea. CK königet. A königs. 



349 

Gott wöl mir bey-stahn auff der fart! 
Das birg ist gar unmenschlich hoch, 
Und sich hienauff kein wege doch. 
Dort kummet her ein kleiner zwerg, 
5 Der muß mich weissen auff den berg, 
Er treget auff ein reiche krön 
Und hat köstliche kleidung on 
Mit goldt, thut viel der kleinat tragen. 
Ich wil zu im, den weg in fragen. 

10 Ewgelein, der zwerg, kumbt unnd spricht: 

Sey gottwilkumb, hörner Sewfriedt, 
Der all sein tag viel unrahts liedt. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Sag, weil du mich bey namen nenst, 
15 Von wannen her du mich erkenst? 

Ewgelein, der zwerg, spricht: 

Sewfriedt, du bist mir wol bekandt, 

Ains königs son auß Niderlandt; 

Dein vatter heist könig Sigmundt, 
20 Deinr mutter nam ist mir auch kundt, 

Siglinga heist dein mutter schan. 

Du, mein Sewfriedt, sag mir doch an, 

Was suchst du hie in dieser wildt, 

Darinn ich vor nie menschenbildt 
85 In dreyssig jaren hab gesehen? 

Ich raht, thu dem gebirg nit neben, 

Wilt du nit leiden ungemach; 

Wann darauff wont ein grosser trach; 
[K 3, 2, 488] Du bist des todts, baldt er dich spürt, 
so Er hat ein jungfraw hingefürt, 

Ains königs tochter an dem Rein, 

Die wont hoch oben auff dem stein. 

Der hüt er tag und nacht so sehr, 

Die wirt erlöset nimmermehr, 
55 Von hertzen so erbarmbt mich die. 

1 8 pey gten. 3 CK aih. 8 SBC golt. A geldt. K gott. 12 

8 rnfala. 



850 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Von irent wegen bin ich hie; 
Die jungfraw ich erlösen wil. 

Der zwerg spricht: 

6 Da werder heldt, der wort schweig Stil! 
Fleuch, du bist sonst des todtes eigen. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Ich bit, dn mir den weg anzeigen, 
Der auf den trachenstein thut gan, 
10 Ob ich der jungfraw hölff darvan. 

Der zwerg spricht: 

küner heldt, das ist umbsunst 
Dein küner muht und fechtens kunst; 
Der jungfraw auff dem trachen-stain 
i5 Ean niemandt belffn, den gott allein. 
Darum b waich baldt, raht ich in trewen, 
Es müst dein junger leib mich rewen, 
Dein kempffen wehr ein kinderspiel. 

Sewfriedt ergreifft den awerg beim bart, greifft ins schwort 
90 unnd spricht: 

Zaig mir den weg, oder ich wil 
Dir abhawen das haubet dein, 
Das sol dir zugesaget sein. 

Der awerg spricht: 

26 Mein herr Sewfriedt, stil deinen zorn, 

Du küner helde ausserkorn, 

Ich wil dich weissen auff das spor, 

Doch must den Schlüssel holen for 

Bey eim risen, haist Kuperon, 
so Ein grosser, ungefüger mon. 

Mit dem aber must du auch kempffen, 

8 S thw. CK thu. 9 thut] S ist. 10 jungfraw] S maget huelff. 

CK hUlff. 12 das] S es. 13 8 küner. ACE thumer. 21 6 wege. 27 S 

-x>r. (So des diohters quelle). ACK »per. 28 S vor. ACE fer. 29 8 
iperon. A Euperan. 30 S mon. A man. 



[K 3, 2, 489] 






351 

Sein krafft und macht im vorhin dempffen, 
Eh er den schltlssel gibet dir. 
In trewen raht ich, volg da mir, 
Ker umb und rett dein junges leben. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Den scblllssel muß er mir wol geben, 
Er sey so unfüg, als er wüll, 
Mit straichen ich in nöten soll, 
Das er sich mir auff gnad maß geben. 

Der zwerg spricht: 
Ob da gesigst dem risen eben, 
Must du erst kempffen mit dem tracheD, 
Der verschlindt dich in seinen racheD. 
Ich sah nie kein ersck rock 1 ich ern wurm, 

i» Geflügelt mit grawsamen furm, 
Sein zeen, die aindt eysereu gantz, 
Mit einem gifftig, langen schwanlz; 
Auch thut er hellisch fewer speyen, 
Vor im so magstu dich nit freyen, 

(» Du müssest vor im ligen todt. 



Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Zu liilil so wil ich nemen gott, 
Zu überwinden diesen trachen, 
Die schön jungfraw ledig zu machen; 
Wann ich hab vor bey jungen tagen 
Auch einen trachen todt geschlagen, 
Mab auch zwen lebendig gefangen 
Bein achwentzen ubert mawer ghangen. 
Derhalb weiß mich nur zu dem risen, 
Da wil mein leben ich Verliesen 
Oder erlangen sieg und heil. 
Wirt die zart jungfraw mir zu theil, 
So sol sie mein gcmahel sein, 
Dieweil ich hab das leben mein. 



U2 



[AB 

cx ~3*iz mit TKtffK 



Waax kft :ket « ii n-TCxre 



Ich bot es tc£ 
Ftr a:db ic zi des ms« k^L 
i* Ick wü i* dam fcriagea *<J 

Das er »ir tatr agfyfcfessem soL 

Sie geben alle baidt ab. 



Actus 4. 



Der rieß Kuperon tregt ein grimmen Schlüssel, siebt übersieh 
15 sehn hixnel unnd spricht: 

Es ist ein grosser nebel hendt, 

Was er halt wunderlich* bedent? 

Der trach ist gebest nngestümb. 

Er schewst nmb das gebirg herfimb 
to Und thot alle winckel beschatten 

Zo huet und wach seiner jungfrawen, 

Darzu ich doch den Schlüssel hab, 

Den mir sol niemandt nöten ab. 

Der trach der hat mich diese nacht 
15 Unrwig und munter gemacht; 

Wil mich gehn wider legen schlaffen, 

Die weil ich sonst nichs hab za schaffen. 

Der rieß geht ab. Der zwerg unnd Sewfriedt kommen. Sew- 
friedt klopfft mit seiner Streitaxt an. Der zwerg weicht, der 
so rieß spricht: 

6 •■] ß das. 9 — 11 SCK hol, wol, sol. A hol, wdl, söl. 14 CK 

21 SCK seiner. A seinr. 22 doch] K dann. 26 K Wil 

27 8 nichs. A nichsts. 




Wer klopfft an meiner holen an? 
Harr, harr, ich wil baldt zu dir gnn. 



I 



Der rieft springt herauß mit Bei' 
spricht : 
l, Hör zu, da junger, thu mir sagen, 
Wer hat dich in die ivildtnuß tragen? 
Wammb klopffst an meinem gemach? 
Ich mein, du gehest straichen nach, 
Die sollen dir wem bald von mir. 

in Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Schlageus beger ich nit von dir, 
Sünder wülst mir den Schlüssel geben, 
Das ich von dem hartselicb leben 
Die zarten jnngfraw mag erlösen, 

is Von dem trachen, dem uberbösen, 
Der sie wider recht helt gefangen 
Nun etwas bey vier jarn vergangen. 
Da ers küng Gibich hat genummeii. 
Schaw, rieß, danimb hin ich herkommen, 

so Die jnngfraw wider heim zu bringen. 

[C 3, 2, 178] Kuperon, der rieß, spricht : 

Dn junger nach, schweig von den dingen! 
Wilst du dich aolichs untersteh«, 
Deinr hundert müssen zu boden gehn, 
i» Eh du kumbst anS den trachenstein. 
Zeuch ab, mit trewen ich dich mein, 
[K 3, 2, 490] Mich erbarmet dein junges Wut, 

Das seim UDgluck nach-suchen thnt. 
Fleuch, oder ich weiß dir die straß. 

so Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Uör, rieß, von dir ich nit ablaß. 
Biß du her-gibst den Schlüssel mir. 



stehelen Stangen unnd 



3 CK lUhlen. 7 S klopit. E klopfft«. AC klopffu, SCK lob 

dir werdeu. 13 SCK h.rtieüng. 11 OK larte. S2 SCK btoli. A r»eh. 

13 B Wolitw. 24 8 mllesten. 25 S kambit. 



354 

Der rieß Kuperon spricht: 

Beit, beit, ich wil in geben dir, 
Den Schlüssel, daß cfcts rote blut 
Dir aber dein haabt ablaaffen that 

Der rieß schlecht mit der Stangen nach Sewfriedt, springt im 

auß dem streich, zeucht sein schwerdt, kempffen mit einander. 

Dem riessen entpfelt die Stangen, er backt sich, im wirt ein 

streich. Der rieß laufft Sewfridt wider an und spricht: 

Da janger heldt, da mastw sterben, 
10 Von meiner handt elendt yerderben. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Ich hoff, gott werdt mir bey-gestehn, 
Das da selb mast za drämmern gehn, 

Sewfriedt trifft den rissen wider, der lest die Stangen fallen, 
15 laufft darvon. Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Nun kumb herauß and wer dich mein, 
Oder bring mir den Schlüssel dein, 
Das ich kumb za der jangfraw schon 
So wil ich dir kein leidt mehr thon. 

Der rieß kumbt wider mit eim schwort, helmblin und schildt, 

spricht: 

Harr, ich wil dir den Schlüssel geben! 
Da mast enden dein janges leben, 
Ich wil dich selb lebendig fahen 
25 Und dich an einen bawmen nahen, 
Dir zu ewigem hon and spott 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Vor dir wöl mich behüten gott! 
Mit des hilff hoff ich mich mit ehrn 
so Mich dein, des teaffels knecht, za wern, 
Der da beschlossen hast die magdt. 
Derhalb so sey dir widersagt. 



2 8 ii wil ioh geben dir. 5 CK nach ihm, Seyfrid. 9 CK held«. 8 da 
Wtw lUrben. A da must iterben. 24 CK fangen : hangen. 20 mioh] OK noch. 



Sie schlagen einander, biß der rieß niderfelt unnd schreyt: 
helt, verschon dem leben mein, 
So wil ich dein gefangner sein, 
Wil geben dir mein schilt und schwert, 
5 Die sindt wol eines landes wert, 
Ich wil sein dein leib-eigner man. 

■ reckt beidt hende auff. Der hörnen Bewfriedt spricht: 
Ja, rieß, das wil ich geren tban, 
Doch schleuß mir auff die pfort am stein, 
10 Das ich die jnngfraw zart nnd rein 
Dem giffting traehen ungefüg 
Mit dem kampff abgewinnen müg. 

Der rieß Kuperon aprieht: 
Das wil ich than, verbindt mir eh, 
is Dein wunden Ihun mir also weh; 
Darnach so wil ich mit dir gohn. 
Und was einr dem andern hat tbon, 
Das Hol nun als verzigen sein. 

[AB 3,2,239. K 3, 2, 491] Der hörnen Bewfriedt verbindt ihm die 
io wunden mit eim facilet unnd spricht darnach: 

Ja, das ist auch der wille mein. 

Sie bieten die hendt einander, der riofl zeigt ihm ein orht 
unnd spricht: 

Schaw, siehst du diese Stauden dorteu? 
« Da seih ist des gebirges pforten, 

Darein geht ein stiegen warlicb, 

Wol acht Jilaffter dieff untersteh. 

Erst knrnb wir zu der pforten groß. 

Dar vor ein starck oyseren schloß, 
m Das wil ich denn anffsperren dir. 

Ich volg dir, geh du hin vor mir. 

Der hörnen Bewfriedt spricht: 
Erst thu ich mich von hertzen frewen. 



Hieb sol kein rane noch arbeit rew< 
Das ich nur die zarten jungfrawen 
Hit meinen an gen sol anschawen. 

Sewfriedt seht vor an , der riet nach , sackt sein schwerdt, 

schlecht den hörnen Sewfriedt nider. Das zwerglein würfft 

■ein nebel-kappen mff Sewfrid. Der Heß wil in erstechen, kan 

in aber nit sehen, sticht umb. spricht: 

Wie ist mir dieser heifit. versch wanden? 

Ich thet in nber-bardt verwunden, 
in Das er mir für die fuß thet fallen. 

Das ist mir ein wander ob allen. 

Da« ich in nirgendt sehen kan, 

leb wuli in gcren gar abtban. 

Der rieß sucht in hin und wider, der zwerff rieht Sewft-ieden 

null, der würll't. die nebel-kappen von ihm, laufft den rissen 

an, kempffen, biß der rieß nid er- geschlagen wirdt, Sewfriedt 

spricht : 

Do trewloser man, nun inust sterben. 
Kein mensch sol dir gnad erwerben. 

Kupuron, der rieß, reckt baidt hendt nuff, bit unnd spricht: 
Schon meinem leon, du küncr degen, 
Würgst mich, so must du dich verwegen 
Der schönen jungfrawen, glaub mir; 
Ohri mich so kan kein mensch zu ir. 

is Sewtriedt spricht: 

Der jungfraw lieb, die zwinget mich, 
Das ich muß lassen leben dich. 
Batdt geh voran und spor uns anff 
Den tracheiistaiu, das wir hienaüff 
ao Gummen zu der jungfrawen zart. 
So daran ff ligt gefangen hart. 

Der rieß Kuperon steht auff, niembt die Schlüssel unnd spricht : 

Do tugenthafftor junger man. 
Das wil ich willig geren than, 



B hi 10 1 ig hatten, 
'«cht «iob mit im. 



i Wl.] S Wo. 
id. A meiaal 






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357 




Ich raerck, da biß von edlem stammen. 




Nun wollen wir gebn baidesamen 




Und auff-schliessen den trachensteiu, 




Das tini. icb und das Zwerglein klein 




s Zq der jungfrawen geben doch 




Etwas anff dausent Staffel hoch 




In dem holen feig bin and wider, 




[K 3, 2, 492] Biß wir die erentreicben bider 




Erreichen uuff des birges spitz, 




lo Da sie in grosem nnmuht sitz 




Und wartet des grawsamen tracben, 




Der sieb bald zum gebirg wirt machen, 




Der jungfrawen zu-fürt mit fleiß 




In seinen klopern tranck und speiß. 




ig Der hörnen Sewfriedt spricht: 




Nun geh voran mit wenig Worten 




Und entscblenß uns des birges pf orten, 




Das wir baldt klimmen zu der zarten, 




Die ist au ff ir erlossuug warten, 




■o Das sie kuinb zu im eitern schier. 




Des wil ich sein behilSlich ir; 




Parzu wül gott auch beißen mir. 




Sie geben alle drcy ab. 




Actus Ö. 




Die jun^fraw Crimhilt gebt ein, setzt sieh trawrig und spricht : 


Ey, wil sich gott den nit erbarmen 




Über mich gar eilenden armen? 




Muß hie in dieser wildtnnß bleiben, 




Mein junge tag in laid vertreiben 




so Bey dem grenlich, grawsamen trachen, 




Der mein häet tag and nacht mit wachen, 




Vor dem ich abendt und den morgen 




1 S [Jim. OK bilt. 4 B dw. CK dn. fi ß gent idooh. 


7 f.!i] 


B pirg. 10 K lim. 11 S kJ»ppern. 31 SCK Dm. A Du. 




"""" 





858 

Aach meines lebens maß besorgen. 
Wen hör ich heraaff gehn allein 
In des gebirges wendel-stein 
Darain doch kam kein mensch fürwar 
6 Von ietzt an biß ins vierdte jar ? 

Der rieß Kaperon geht ein mit dem hörnen Sewfriedt und dem 
zwerg. Die jungfraw gesegnet sieh und spricht: 

Ach, Sewfriedt, wer bringt euch hieher? 

Ewer leben steht in gefehr 
10 Vor dem grewlichen, grossen trachen. 

Der wirt sich gar bald zuher machen, 

Die sann steht aaff dem mittag grat; 

Daromb flicht baldt, das ist mein raht. 

Solt euch widerfaren ein leit, 
i5 Das rewet mich meins lebens zeit; 

Dromb flicht, sagt vatter and matter mein, 

Ich mües ewig gefangen sein, 

Das man sich mein verwegen sol. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

so Eünckliche magdt, gehabt euch wol, 
[C 3, 2, 179] Ich wil euch von dem grossen trachen 
Mit gottes hilff frey ledig machen, 
Oder wil darob willig sterben. 

Kuperon, der rieß, zeigt im ein sohwerdt an der erden unnd 
«5 spricht: 

Wenn da wilt hie den preiß erwerben, 
So mast da nemen jenes schwerdt; 
Wann kein waffen auff gantzer erdt 
Mag diesen trachen machen wandt, 
80 Denn ienes schwort, tha ich dir kundt. 

[AB 3, 2, 240]Der hörnen Sewfriedt backt sieh, das sohwerdt auff 
zu heben. Kuperon, der rieß, schlecht wider auff ihn. Sewfriedt 

ergreifft das schwerdt unnd spricht: 

Ach da meineidig, trewloß man, 

4t 

4 8 Darain. A Daran. 17 S mües. müsse. K maß. A nmsie. 
6 hie] fehlt 8. OK hie wilt. 30 SCE thw. A thae. 



Kanst du deiner nntrew nit lalra? 
[K3, 2, 493] Nun niust du Hterbeu, es ist zeit, 

Dreymal hast du brocken dein eidt. 

Die jungfraw waindt, windt ir hendt. Sie schlagen einander, 
biß der rleß feit Sewfriedt würfift in uber-ab bey einem beln 
unnd spricht: 
Nun fall über des birges joch 
Auff etlich hundert klaffter hoch 
Und zerfal dich in dausendt stück 
10 Und bab dir alles ungelück! 

Er kert sieb zu der Jungfrauen unnd spricht: 

Ach jungfraw, nun seidt wolgemut, 

Ich hoff, es werdt nun alles gut. 

Verwegen meinen leib ich wag, 
is Ungessen biß an vierdten tag. 

Der awerg gebt ab. Die jungfraw spricht: 
Ach, ewer zukunfft ich mich frew. 
leb danck euch aller lieb und trew, 
Das ir umb mein willen kumbt ber 
so Und gebt euch in todtes gefehr. 

Nun, hilfft mir gott durch euch darvon 
lliiiiu zu landt, so wil ich euch hon 
Für meinen ehlichen gemabel, 
Mein trew euch halten Test wie stahel. 

Der awerg kumbt, bringt ein gülden schalen vol confect und 
spricht: 



_ 

A flllde. OK tdI. 



strenger helt, ich kan ermessen, 
Weil ir so lang nichts habet gessen, 
Wirt euch nun gehn an krefften ab. 
Derbalb ich euch bioher bracht bab 
Krefftig confect, mit thnt euch laben. 
Ir werdt nit lang zu ruen haben, 
Wert kempffen müssen mit dem trachen, 
Der sich baldt wirt dem birg zu machen. 






360 



Der hörnen Sewfriedt isset ein wenig. Die jungfraw feeht an 

und schreit: 

0, ich hör den trachen weit draussen 
Hoch in den lüfften einher saossen 
5 Sehr nngestümb und nngehewer, 
Und speidt auß seinem rächen fewer. 
Darumb fliecht, werder beide, sehr, 
Oder stellet euch zu der wehr. 

Der swerg nimbt die schalen und spricht: 

10 0, kumbt der trach, so bleib ich nicht 1 
Der angst-schweiß mir ob im außbricht, 
Ich bin im vil zu schwach und klein, 
Wil bhalten mich in holen stein. 

Die jungfraw spricht : 

i6 Mein heldt Sewfriedt, nun fliehet auch 
Vor des trachen fewer and rauch 
Und verstecket euch auch mit mir, 
Biß sich der gifftig rauch verlier. 

Da fliehens alle drey. Der trach kumbt 9 speidt fewer, laufit 
hin und her. Wenn er verscheust, laufft ihn Sewfriedt an, der 
trach reist im den schilt vom halß, stost ihn umb, laufft uber- 
hin. Sewfriedt fert wider auff, schlecht auff den trachen, biß 
der feit, den würfft er auch hinab. Sewfriedt feit vor amacht 
umb. Die jungfraw kumbt, legt im sein kopff auff ir schoß, 
25 spricht kleglioh: 

[E 3, 2, 494] Nun muß es gott geklaget sein, 
Ist abgeschieden die sele dein 
Vor müde und grosser amacht! 
Mein lieb dich in den unfal bracht. 

Das Zwerglein kumbt unnd sohawet zu Sewfrieden und spricht : 

Ach jungfraw, der heldt ist nit todt, 
Er ligt in amacht grosser noht. 
Gebt im nur dieser wurtzel ein, 
So kumbt er zu im selber fein. 

* 

*© 8 Palt «r ronohoffen hat. 21. 22 S über in hin. OK ▼berhin. 

Ha. 34 ß So wirt er it im kumen^ftiiL 



Die jungfraw gibt Bim die wurt&el ein. Der hörnen Sewfriedt 
ü'vzi aufl und spricht: 

Wo bin ich, und wie ist mir gscholien? 
Ich kan achier weder hörn noeh sehen. 

Die jungfraw halst und küsset in und spricht: 
Mein Sewfriedt, seyt keck und getrost, 
Ich bin durch ewer bandt erlöst, 
Des habet danck und ewig preiß. 

Der awerg spricht: 

10 Anch habt ir erlöst gleicher weiß 

Mich und mein hoft'gsindt in dem berg. 

Ich biu ein köuig über dansendt zwerg; 

Uns bezwang der ricß Kaperon, 

Das wir im mustn sein unturthon. 
u Nun sindt wir auch ledig und frey, 

Got und euch preiß und ehre sey 1 

Der hörnen Sewfriedt steht auff und spricht : 

Wolauff, su wollen wir auff sein, 

Eitlen gehn Wurmbs an den Kein, 
so Zu ewrem uerr vatter Gibich, 

Der wirt sich frewen hertzi glich. 

Der awerg Ewgeloin spricht: 
Sewfriedt, ich wil das gleidt euch geben 
Und euch die Strassen weissen eben 
rt Anß dieser grossen wüsteney, 
Dieweil sie gar unwegsam sey, 
Wil darnach t'ürlarn in weng tagen, 
Köuig Gibich owr mkunfft sagen. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 
M Nun walt sein gott, so wöl wir frey 
Mit frewdn haimreiten alle drey. 
Dieweil du hast dea gstirn kaust, 



1 S riu. A licht, 
k 31 K gitirns. 



A malten. 18 la] 8 



362 

So sag da mir anß trew und gunst 
Wie es mir gebn boI, nbl oder wol, 
Und wie lang ich auch leben so], 
Aach wie ich nemen werdt ein endt. 

s Der swerg sohawet aufF an das gestirn unnd s 
Das Firmament nichls gata erkent. 
[AB3,2,241]0 kuner heldt, da rewest mich, 
Das gestirn, das zeiget au ff dich, 
Dir werdt die jungfraw zum weih geben, 
id Bey der werst du nur acht j:»r leben. 
Nach dem wirst du im schlaff erstochen, 
Das doch auch endtlich wirt geroeben 
An den antrewen mördern dein. 

Der hörnen Bewfriedt spricht: 
ig Nan, was gott wil, das selb muß sein. 
Wolauff! nit langer wöl wir beitten, 
Gehn Wormbs an den Rein zu reitten, 

Bio gehen alle drey ab, König Gibiah gehet ein mit Beinern he- 

roldt, setzt sich trawrig unnd spricht: 
[K 3, 2, 496] Ach gott, erat bin ich ellendt gar. 

Weil ich hifj in da3 vierdte jar 

Mein tochter Crimhildt hab verlorn, 

Die von eira wurm hingfürt ist worn. 

Die ich vielleicht sie nimmer mehr. 
ab Das kümmert mein gmahel so sehr, 

Das sie auch starb vor hertzen-leidt. 

Also hab iebs verloren baidt. 

Der zwerg Ewgelein kitmbt und spricht: 
Herr könig, nun seiet getrost! 
so Ewr tochter ist vom tracbn erlöst 
Darch Sewfrieden vor kurtzer stundt, 
Die kummet ietzt frisch and gesandt. 



König Gibicli spricht: 



S Ml] fehlt S. R Tb] adr. 4 K Word nei 
T*n. B S aUran. 11 S wsrtt«. 2i SU • 
A gomthal. 19 BCK tojst. B loyt. A »it 



n. S CK) 8AB fehlt di«er 
CK >lb. ^^ S gm>h»L 






3 95 

Diß sindt die aller-liebsten mer, 
Der ich nie hab gebort, bißher 
Mein liebe tochter war geborn. 
Lang mir her stiffel und die sporn, 
Das ich meinr tochter entgegn reit. 

Der awerg spricht: 
Herr könig, nngemtet aeit. 
Sie sindt schon zu nechst vor dem schloß 
Baide abgestandon von roll, 
i Sie kämmen gleich baide zumal 
Heraaff in den küncklicbea sal. 

Sewfriedt fürst Crimhilden ein. Der könig gehet iE 
umbfeoht sein toohter und spricht: 



Biß mir wilkumb, o tocbter mein, 
in Wie unaußsiiruclilicl] grosse pein 

Hat seither mein hertz nmb dich erlieden, 
Das anch dein mutter ist verschieden. 

Der konig peut Bewfrieden die handt and spricht: 



Sewfriedt, da trewer helde mein, 
[C 3, 2, 180] Fürbaß solt du mein aiden sein, 
Wie ich dir denn verbaissen hab, 
Als du zu Wurmbs schiedest ab. 
Sag, wie und wo du habst gefunden 
Mein tochter, und auch überwunden 
» Den trachen, du mein lieber aiden. 

Der hörnen Sewfriedt sprioht: 
Des wü ich euch ornlich bescbaidcn, 
Das ir solt hören grosse wunder. 
Hzt aber Bimlt wir mudt besunder, 
w MQssen auß-ruen. Nach wenig tagen 
Wil ich von stück zu stuck euch sagen, 
Mit was gefebr ich hab gestritten; 



3 OK ladbar. 4 mir] S pald. 
g«f«n. A Bin. IS SCK mau )prsah lieh. 
Det] 8 Dm. IS 8 pwit. CK baut, t 



Aach was ewr toehter hab erlitten 
In den Tier jaren bey dem traeaen, 
Wirt sie ench alles kandtbar machen 

König Oibich spricht: 

5 Nan es ist gut, beindt habet rne 
Morgen wöfl wir rahtschlagen, wne 
Und wenn wir hoehzeit wollen halten 
Und wawigficher frewden walten 
Mit allem adel an dem Rein, 

i« Mit frawen and jongfreweiem. 
Nnn kämmet mm nacbtmal herein. 

8ia gehen alle ab. 



Actos 6. 



Der harnen Sewfiriedt geht ein mit Crim bilden, seiner gemabe], 
15 attaen tarnen, and sie spricht: 



[K 3, 2, 496] Sewfriedt, hertzlieber gmahel mein, 
Nun bist da mein, so bin ich dein, 
Nun scheidt uns niemandt dann der todt. 
Lob sey dem allmechtigen gott, 

so Der dir gab solche macht und krafft 
Und das du wurdest sigenthafft 
Am grasen risen Knperon, 
Den mnst znm rierdten mal beston, 
Aach das da aberwandst den trachen, 

» Dardorch da mich thest ledig machen 
Von meiner eilenden gefencknuß, 
Grewlichen, hardtseligen zwencknnß. 
Sag, von wann kam sterck and künheyt. 

Der hörnen 8ewfried anrieht: 
so Mein Crimhildt, wiß mein heimligkeyt, 



r 8 Hmm pin tob dein, *> pUtw man. 20 6 Mfieh. 21 8 tigthaft. 
A Do». 20 CK na dk. 



36S 

Das ich' hab wol zwClff mannes sterck 
Angeborner art, darnach merck: 
In meiner jugendt sich zu-trug, 
Das ich auch ein trachen erschlug, 

6 Den ich hernach vorbrendt mit fewr. 
Von diesem trachen ungekewr 
Zerschmallz das hörn, tiuli wie ein bach, 
Mit dem schnürt ich mein leib hernach, 
Darvon mein haudt ist hart wie born. 

10 Derhalb ich also fcün bin worn 
Gegen riesen, beiden und würmeu 
Mit kriegen, kempffen und mit stürmen, 
Das meins gleicben nit lebt au ff erdt. 

Crimhildt, die kungln, Bprioht: 

is Sagt man doch von eim beiden werdt, 
Der wohn zn Beren in Welschlandt, 
Der selb herr Dietrich aey genandt, 
Hab auch erschlagen viel der recken, 
Den könig Fasoit und den Ecken, 

so Die Ruetz nnd auch rieft Sigenot. 

Dar hörnen Sewfrledt spricht: 

Ja, das ist war, doch weit ich gott, 
Das her-kenib Dietericb von Bern; 
An dem wolt ich mein knifft bewern, 
js Hoff, er wer mein ehren ahn schaden. 



Crimhildt, die kungln, Bprioht: 
*Vilt du, so wil ich lassen laden 
Hieher gehn Wurmbs an den Rein 
Don Bern er und den meyster sein, 
so Nemblich den alten Hiltcbrandt, 
Der listig ist mit mundt und bandt; 
Der gibt dem Fterner weyfl and lehr, 
Das er mit kampff einleget ehr. 

[AB 3, 2, 24?] Der hörnen Sewfriedt (spricht: 



866 

Ja, ladt in her in rossengarten, • 
Da wil ich sein mit kampff erwarten. 
Schreib im, so wirt er nicht außbleiben; 
Eünheit and hochmaht that in treiben, 
6 Das er sich offt in seinem leben 
In groß gferligkeit hat ergeben. 

Crimhildt, die künigin, spricht: 

Nun so wil ich schicken zn handt 

Zn im den hertzog auß Brabandt, 

10 Der wirt den handl außrichten wol. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 

Mitler zeit man zn-rüsten sol 
Den obernanten rosengarten; 
Mit höffligkeyt nach allen arten 
i5 Sol man kleiden das hoffgesindt, 
Das der Berner geschmücket findt 
Alle ding nach königlicher art. 

Crimhildt» die küngin, spricht: 

[E 3, 2, 497] Nun knmb, so schick wir auff der fart 
20 Mein vettern hertzog anß Brabandt 
Hin gebn Beren in Welschelandt, 
Zu bringen diesen künen heldt, 
Den da za kampff hast aaserweldt. 

Sie gehen baide ab. Konig Qibioh geht ein, setzt sich nider 
86 und spricht: 

Die tochter and der aiden mein 
Haben geschrieben an den Rein 
Herr Dietrich von Beren zn kämmen; 
Waiß nit, ob es in raich za frummen. 
so Nan, ich maß es lassen geschehen 
Und darzu durch die finger sehen. 
Die sach sieht mich nit an für gut, 
Weil nichts guts kumbt auß ubermut. 

Der könig gehet ab. Herr Dietrich von JJern gehet ein mit 
seinem wapenmeister, dem alten Hiltebrandt, unnd spricht: 

5 offt] 8 hat. 6 S Oft in gros gferlikait ergeben. 12 SCK it. A 

Uu 20 8 In. A im. 



867 

Hör zu, mein wapenmeister Hilbrandt: 
Crimhildt, die künigin, hat gesandt 
Von Brabandt den hertzogen her 
In botschafft, und ist ir heger, 
6 Daa ich gebn Wurmbs kumb an Rein 
Und sol alda kempffen allein 
Mit Sewfrieden, der witl mein warten, 
[sin gmahel, in dem rosongarten. 
Wie rädtstu? sol ich dahin reiten? 

io Der alte Hiltebrandt spricht: 

V.r. habt ir doch zn allen Zeiten 

Gefochten nnr nach preiß und ehren, 

Ewren rnm nnd preiß zn mehren! 

Warumb wolt irs ietzt unterlassen? 
is Macht euch forderlich auff die Strassen, 

leb selber wil auch reiten mit. 

Der Berner spricht : 
Rätst dnes, so wil ich» lassen nit. 
So laß uns baldt satlen zway pferdt, 
io Nimb schilt, belmb, hämisch nnddasschwert, 
So wollen wir noch hent auf Bein, 
Reiten gen Wurmbs an den Rein. 

Sie gehen alle baidt ab. Crimhildt gehet ein mit dem hörnen 
Sewfriedt, irm herren, uniid aprioht: 
•ir. All ding verordent ist auffs best. 

Kernen nur baldt die werden gestl 

Wann ich der zeit kaum kan erwarten, 

Wie ir baidt in dem rosen garten 

So ritterlichen werdet kempffen. 
.- Thust dn mit kämpft* den Berner dempffen, 

So wirt dein lob erhöhet werden 

Über all heldt auff gantzor erden. 

Der hörnen Sewfriedt aprioht: 
Ja, ich hoff sollicbs auch zn enden, 

9 w»pro»i«tr, 10 8 hilloprant. 12 B Gafochtn enr rum ind preii 

u. 1t CK will Mlber Mob. 18 S BoUtns. 30 S Nun. 36 
itt. CK Terordnot. 



868 

Doch steht es als in gottes henden; 
Derhalb der sieg steht auff der wal. 
Ich wil gehn in den innern sal. 

Der hörnen Sewfriedt gehet ab. [K 3, 2,498] Der Berner kumbt, 
sieht ihm nach, kert sich zu Crimhilden unnd spricht: 

Fraw küngin, ir habt mir geschrieben, 
Von Bern mich her gen Wurmbs trieben 
Und mir ein kämpft gebotten an 
Mit köng Sewfriden, ewrem man, 
10 Den ich ietznndt kumb zu volenden 
Mit heldenreichen, kflnen henden. 

Crimhildt beudt im die handt unnd spricht: 

Ja, mein edler Dietrich von Bern, 
Durch diesen kampff wil ich pewern, 
16 Ob ir oder mein gmahel werdt 
Der künest heldt sey auff der erdt; 
Dem selben von mir werden maß 
Ein umbefang and süeser kuß 
Und auch ein rosen-krentzelein. 

so Dietrich von Bern spricht: 

Der kampff sol zugesaget sein; 
Sagt in nur ewrem herren an. 

Crimhildt spricht: 
Ja, küner heldt, das wil ich than. 

Die künigin geht ab. [C 3, 2, 181] Der Berner spricht zum Hil- 

tebrandt : 

Itzundt thut mich bey meinen trewen 
Des kampff-zusagen heimlich rewen, 
Dieweil Sewfriedt gäntz hörnen ist, 
so Das ich vorhin nit hab gewist. 
Darumb wolt ich von hertzen gern, 
Ich wehr wider daheim zu Bern. 

Der alte Hiltebrandt spricht: 

Ey, wie ein schendtlich verzagt man, 

* 

6 S gsohrieben. 14 S pewern. A gewern. 




Der Sewfrieden nit wolt bcstnn! 
Wo man das saget in dem landt, 
Des het ir groll laster und schanilL 
Wolt gott, ich liet euch nie gesehen! 

.'■ Dietrich von Bern spricht; 

Wie darffstu mich so schendtlichschmehen? 
Weil du mir sprichst solch spodt nnd hon, 
So gib ich dir auch deinen ton. 

Der Berner zeucht von leder, schlecht Hiltebrandt nider und 

geht zornig ab. [AB 3, 2, 243J Der Hiltebrandt stehet atilF uimd 

spricht: 

Mein herreu ich erzürnet Lab, 
Der ein so harten straich mir gab. 
Ich babs nit ohu ursacb gcthan, 
i» Den kampff er darduicb gwinnen kan. 

Hiltebrandt gehet ab. Crimhildt . die künigin, kummet, setzt 
sich nider unnd spricht: 
Ich wil mich setzen in die roaen, 
Dem kampfl da ansehen und losen. 

König Sewfriedt kämmet gewapnet, gehet auff und nider und 

spricht ; 
Wie lang muß ich im rosengarten 
Auff den Dietrich von Bereu warten V 
leb mein, er sey worden verzagt, 
ts Der vor manchen kämpft" bat gewagt. 

[K 3, 2, 499] Herr Dietrich von Bern kummet gewapnet unnd 
spricht : 

Ich wil dir kummen nucli zu frw; 
Darumb, Sewfriedt, rüst dich darzw. 
*i Mich bat verachtet auch Hilbraudt, 
Hat wol entpfuuden meiner handt, 
Das er vor mir gestrecket lag, 
Das dir auch wol begegnen mag. 

Der hörnen Sewfriedt spricht; 



3 S Dm. A Du. 



in h locht. CK sg biegt. 



icket daa achwerdt, ihn au erstechen. Der alte Hütebrt 
kumbt, fert unter das sehwerdt unnd spricht: 
Mein herr Dietrich, Inst ewren zorn, 
Ich bin wider lebendig worn, 
i Hab mein torlt dir knudt lassen than, 
Darmit dein zoren zündet ahn. 
Das von dir ging fcwer und dampft", 
Dardarch da ablegst in dem kämpft". 

Der Berner womit bioq unnd spricht: 
10 Nun sey gott lob zu dieser stand!, 
Das dn noch lebst frisch and gesundt! 
Fried sey und iederman verzigen, 
Weil ich thet ritterlich gesiegen 
Und den preiß hie erfechten bao. 

(K 3, 2, 500] Er beudt Sewfriden die handt, rieht ihn auff, i 
Sewfriedt spricht: 

Dietrich, du tugenthaffter man, 
Hob danek, das du mir scbeueksl mein leben. 
Dein krafft hab ich erfarn eben, 
*o Hab nun erkeouet auch dein trew, 
Deinr freuntBchafft ich mich buch erfrew. 

Die kungln beudt dem Berner die handt unnd spricht: 
Herr Dietrich, lieber herre mein, 
Nembt hin das rosenkrentzelein, 
i& Darzu mein umbefang und kuli. 

Sie setzt im den krants au ff. umbrecht in, gibt im ein k 
Herr Dietrich von Bern spricht : 

Erst mich mein kämpft' nit rewen muß; 
In frawen-dienat so bin ich gern. 
■ Nun wöl wir wideruinb gehn Bern 
Reiten. Gott geh euch seinen segen 
Itzundt, fortbin nnd alle wegen 
Und laß euch gott mit frewden leben. 

Der hörnen Sewfriedt spricht: 




37'2 

Wir wollen euch das gleidt uanß geben 
Und uns weiter zwischen uns beden 
Mit einander freuudllich bereden, 
Was wir mit kämpft* unser tag erleden. 

Sie geben alle ab. 



Günther, Gernot und Hagen , drey brüder Crimhilden , gehen 
ein, und Günther spricht: 

Hört zu, ir lieben brüder mein, 
10 Wir aindt verachtet gar allein 

Von uuserm scbwager, dem Sewfriedt, 

Er achtet unser aller nit. 

Unser Schwester bat in erweit, 

Mit schmeichlevey er sich auff-helt 
[AB3,2,244]Zu Gibich, unaerm vattar alt. 

Uns sttn veitringet mit gewalt. 

Als was er thut ist wolgethon, 

Uns lest man wie die narren gohn, 

Als ob wir wem nit königs sttn. 

» Qernot, der ander prueder, spricht: 

Ir brüder, sey wir nit so kQn, 

Das wir diesen Sewfriedt anßtreiben, 

Lassen also zu hoff in bleiben 

Mit solchem gwaltigcn anhang? 
s& Es aey gek'ich karte oder lang, 

Stirbt unser herr vatter in den im tu, 

So wirt er genieß kttnig wem; 

Wann er hat sclioii in seiner bendt 

Wol halb das konglich regiraent. 
*o Ralit, wie man dem furknmmen sol. 



i 8 erleden. A «Ueden. T S Üarnol 

■latt llornnt, Ragen die manchfilligaten fulnotae 
beruhen. 14 B iiioh bell. IS guhnj S i 

2S «ej] S sc. 



ein et. ACK bringen 
a, die alle auf losefehlorn 
19 S kUnlg«. A kr„ )s ?. 






Hasen, der ririt bruder, spricht: 
Er ist nit außzutreiben wol, 
Dieweil er unser Schwester hat; 
Ob im helt könglicb wayestadi. 
B Wie, wenn unsr einer an der stcdt 
In ein kämpft" in auff-forden thet, 
Ond das sich denn das glück zu-trüg, 
Das einer in mit kämpft" erschlug? 
So kern wir sein mit ehren ab. 

10 Günter, der elteat bruder, epricht: 
Daran ff ich wol gesunneu hah. 
Welcher aber wil mit im kempffen. 
Der in wiü in dem kampff zu dempffen, 
Dieweil sein baudt ist lauter liorn 

is Unden nnd oben, hindn und vorn. 
[K3, 2, 501] Allein zwischen dem schnlter-blut 

Zwayer span breidt bloli tiaisch er hat, 
Daselb ist er allein zu gwinuen. 

Gernot. der ander bruder, spricht: 
»o Lang hab ich dem anch nach thun sinnen. 
Ir bruder, es ist gwiü die sag, 
Das Sewfriedt ailmal umb mittag 
Hienanß spacieret in den waldt, 
Legt sich zu einem bmnnen knldt 
s6 Ins grall and wolschmeck enden blumen, 
Thnt darinn ein wongschlaffn und scblummen. 
Da mocht man in heimlich erstechen 
Und denn zu hoff mit ehren sprechen, 
Ea nette ns die mörder gethan. 

30 [C3, 2, 182] Hagen, der drit bruder, spricht: 

Bruder, dein für seh lag rem wir an; 
Wir wollen fteissig anff in sehen 
Und bey dem bronnen in außspehen, 



1 8 Hagen. A Üagon. 


8 mit] SK im. 


12 SCK wil aber. 


oß] H waioh. 1US Gsrnot. 


A Oerner. S 


8 ein weng) 8 allaln. 


«] 6 Sam. 31 dein] B de 








Uctd 
Smm bat i 

Der u* Jort oient mehr irrco Üi««. 
San weifen wir za boff uaageK, 
Wir BewWedl mordtlicn sey enebimgen 
Von den mordero bey dem brunnen; 
I>» n*b ein jeger in gefnDnen. 

m «b, dMkon In mit reUeig so. Crimhildt, die käi 
t «In mit dem bsroldt and eim jeger und spricht: 

M*ii bat m boJT «enaget au, 

Wie du mein lieber berr und man 

Teilt lieg bey diesem Iirunucn halt. 



14 H Mj öUiftlioh. K mordiioh. 



Tcli hoff, es hab nicht die gestalt. 

Sie decket dia reiß von im ab, schlecht ir bendt ob dem haubt 
zu in b und spricht; 

Da ligt mein Heber berr, ist todt; 
& Das sey dir klaget, lieber golt! 

[K3, 2, 502] Sie sincket auff in nider , halset unnd küsset ihn 
und spricht: 

Ach du hortz-Iieber gmabel mein, 

Der du auß trew das leben dein 
10 F(lr mich gewagt hast in den todt. 

Das du mich lassest nuli der noht! 

Verfluchet sey der mörder bendt, 

Die dich ermörten an dem endt 

Die dieb im schlaff haben erstochen. 
u Wil gatt, es bleibt nit ungeroeben. 

Sie ersieht den dolch, hebt den auff, besieht ihn unnd spricht: 

Der dolieb noch da liegen Unit, 

Der ist gerot mit seinem blnt; 

Er ist Hagen, des bruders mein, 
w Der wirt meins gmahels mörder sein 

Sambt sein brüdeni, die im ahn maß 

Haben tragen groß mj.lt und bau 

Von wegen tugendt und redligkeit. 

Der er sieb fließ zu aller zeit, 
>& Hielt auch die atraß sauber und rein, 

Straffet das unrecht groß und klein. 

Diß mort wil ich vor meinem endt 

Rechen mit meiner eigen hendt 

An mein brüdern, solt ich drumb sterben, 
an So inüssens auch am sehwerdt verderben. 

Nun tragt den todteu leib hinab, 

Das man in künglicb begrab. 

Nun wil ich fort ainig allein 

Leidtragen nnd ein wittraw sein. 



I 6 du rei«. 5 CK klagt, o Innrer got. 
dl* lourdiiob hast. 13 8 Dts dich «rml 

m «bluff urittHjhan. IT 8 thaliuh. CK d 

A in. 2* fliaD] 8 liill. 



) 8 go. 



376 

_ f^ :ji: «\ »i i.:i :*\h das leben mein. 

.-*r*. .i*- uuJsr-c *b, die küngin geht trawrig hienach 
p-- p-j.hclt kumbt iinnd beschleust: 

^ ...»« .: ».«eheu und gehört 
:iv,v ■; mit dat und wort. 
»>*- :ii <o wil ich euch venuanen 
.,- .:. -remelten pcrsoncn: 
-i-i-: uz: konig Sjgniundt nun: 
■ -v «■■ in unghraten sun 
■• .• ■. •;:: i<t gar \u«h und bans:. 
••»■■ ::;ir im bö*on auftgang. 
- L-iorn ileut Sewfriedt die jngent 
i *: aiter sitten und tugcndt. 
* vr: - -. frech und unverzagt. 
• v.- ;r. M gferligkeit wagt, 
■im --::<? :i zeigt das Zwerglein an 

» . .::c:^::iaTit getrewen man. 
■:.:« -..r.::eL der :i-.-b bedeuten ist 
■ ♦ : *ar.jkj. u:.tr-wer list. 
■': s \-. ?:■ jeii:: r.. der ;rach: 
-rv j.~:, :ie iz aller sach 

•:■ * - : *'.i-:cbto w-_-rdt teraJ:. 

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377 

Ein dücksch gselschaft vol neidt und haß, 

Die anrichtet viel ungern achs. 

Vor der bhüt uns got, wünscht H. Sachs. 

Die person in die tragedi: 

5 1. Der heroldt. 

2. König Sigmundt im Niderlandt. 
[K 3, 2, 503] 3. Der hörnen Sewfriedt, sein son. 

4. Dietlieb, 

5. Hortlieb, 2 forsten, seine rät. 

10 6. König Gibich zu Wurmbs am Rein. 

7. Crimhildt, des königs tochter. 

8. Herr Dietrich von Bern. 

9. Hiltebrandt, sein wapenmeister. 

10. König Ewglein, der zwerg. 
15 11. Kuperon, der groß rieß. 

12. Der fewerspeiendt verkert trach. 

13. Günter, 

14. Gernot, 

15. Hagen, 3 brüder. 
20 16. Der Schmidt. 

17. Der schmidtknecht. 

Anno 1557 jar, am 14 tag Septembris. 

* 

1 S dücksoh. A düokiaoh. CK neidisch. S gselsoh&ft. A gschleoht. 
2 S Die. A Das. 9 8 Hortüeb. A Hertlieb. 23 S 1134 Ten. In 

Wirklichkeit sind es 1142 verse. 



Comedia mit 13 personen : Pontns. eins königs söhn 

anß Gttlicia, mit seiner schauen Sidonia, eins königs tocliter 

zn Britania. onnd hat 7 actus. 

Dar ernholdt tritt ein. neigt «ich unnd spricht: 
r> Glück unnii heil ser den erenvesten, 

Erbarn betreu an od werden gesten. 

Den züchting frawen und jungfrawen 

Mit all den, so wöln hörn and schauen 

Comedi-weili ein schön histori, 
w Wol zu behalten in memori 

Von Ponto, eines königs snn 

Auü Galicia, welcher nun 

Vertriebo wart auü seins vatters reich 

Von dem soldan gewaltigleich, 
■5 Kam an hoff in Rrituniant, 

Da er sich hielt so togentsam, 

Thet ancb viel ritterlicher that 

Und die feindt überwunden hat, 

Derhalb in anch die zart und schon 
*a Sidonia hertzlieb gewon, 

Des königs tochter in dem landt, 

Und Pontnm iren ritter nandt. 

Doch sie das wanckel glück umbtrieb 

In ir ehrlich, züchtigen lieb 
a Durch ein zu hoff, hieß Geutolet, 

Der sich gar frenndtlich zn im thet 



i de« diobters 12 tprnobbueh« bl. St bü IBS'. 
•Mf at de» ToUubscb« Ponlu and Sidoni» entnomman. Vgl- GOitkt, | 
• mi gwehiei.» der dasIscbeD dichlung 1. IIB. BiWehin«; oiln 
i. 189 f. BoberUg, gwebiabte 
m. IS S Vnjagct "Hit *n» 

Uli 



379 

Und in doch versagt binterrück, 

Durch neidt bewill viel falscher duck, 

Das Pontns zweymal vom hof kam, 

Entlieh durch falsch list sich aiiuam 
5 Des kiinigs tochter zwingen zu dem, 

Das sie in selber ehlich nem. 

Und legt den alten könig gfangen, 

Tbet also mit betrug erlangen, 

I >.iL> im zu gmahel zu-gsagt wart. 
10 In dem kam eben auff der l'art 

Pontns, het sein reych wider eingnummen, 

Ist zwischen zil und kngel kummen 

Und diesen Verräter erstach 
[C3, 2, 183] Und sein groß nntrew an im räch, 
is Und nach dem sein Sidoniara 

Zu ainr eblichen gmahel nam. 

Wie das geschehen sey allsandt, 

Wirt euch nach leng mit mnnd und handt 

Frey öffentlich alhie bekandt. 

Der heroldt geht ab. [K 3, 2, 503] König Argillus auO Brltania 

gehet ein mit 8eneaohaI, Beim hoffmeiater . heraog Gotfrid und 

dem heroldt, und spricht: 

Seneschal, lieber hoffmijister meiu, 

Sol es ein gründlich warheit sein, 
«s Das Produs, des soldanes snn, 

Hat im kongreich Galicia thun 

So unerhörte tiranney 

Und blutUrstiger mörderey 

Mit Cnlogna, des königs Stadt? 

so Senesohal, der hofTmeiater, spricht: 
Ja, durchleuchliger könig, es hat 
Der turck Produs zwaiff grosse schiff 
Dahin geschickt auff dem meer tieff 
[AB3,2,246]Mit kauffmaus-war durch hinderüst. 
M Durch die selbigen kauEflent ist 

Zu nacht eingnummen die stat mauern, 

7 UDdJ 8 Kr. 19 S Offanlioh. II h.rMog gqtfriod] fügt H b.i. 19 
S plntilntig«. 3Z lUiok] 8 h*id. S (mw. 33 S («Mhiakt »uf d.U. m*». 




380 



Als die rerreterisdien lauern. 

Kadi dem ist kämmen der gwaltig hanff, 

Dem haben sie geholfen namf 

Die stadtmaoren an diesen orten, 
s Nach dem geöffnet die stadtpforten, 

Da erst der gwaltig hanff eintmng. 

Da wart ermordet alt und jung 

Hin and herwider in der Stadt, 

Wiewol Thibnrt, der könig, hat 
10 Mit seim adel mit kleiner zal 

Lang anffgehaltiu seinen sal, 

Der doch mit allem wardt erschlagen. 

Das wöl wir gott von himel klagen, 

Das so viel cristen-blut vergossen 
15 Ist, das biß in das meer ist gflossen 

Ain gantz blutiger bach von in. 

Der könig spricht: 

Sag an, wo ist denn die küngin? 
Hat sie auch da schaden genommen? 

so Seneschal, der hoffineister, spricht: 

Die künigin ist darvon kommen 
In schlechter kleydnng onerkendt 
Und geflohen trostloß, ellendt, 
Das niemandt weiß zu dieser fr ist, 
25 Wo die küngin hin kommen ist. 

Der könig spricht: 

Mein Seneschal, so sag mir non: 
Ist auch Pontos, des königs son, 
Umbkommen, der schön jüngeling? 

so Seneschal, der hoffmeister, spricht: 

Ich bin bericht warhaffter ding, 
Das er selb viertzehendt gar wöl 

1 S Yereterisohen. BCK verräterischen. A verretrlsohen. 7 S wurt. 

8 BK wider. SB thibnrt. ACK thirburt. 10 S in klainer. 14 8 

">lnei. 15 S mer geflossen. 18 K Sagt wo ist denn die köngin bin. 

königin. 23 OK Ist. 31 SCK perioht. A beriohtet. 32 8 woL 



Versteckt war! in ainr stainer hol. 
All edeler laudtherren son, 
Erzogen ehrlich, wol um! scböu. 
Nach drey tagen aindt sie rauß-gangen 
6 Vor bungers noht und wurden g taugen, 
Da der soldan streng befelch gab 
Kiin ritter, sie zn würgen ab, 
Mit naro Patrises, der doch zwar 
Ein heimlich gaeter christe war; 

10 Derselb sie heimlich all vierzeben 
Setzet im meer auff ein galleen, 
Schickt sie hin, den soldan beredt, 
Wie er sie all ertrencket het. 
Darauff kamen sie all darvan 

i& Ahn dem meer, der wimit schlug sie an 
Biß an das klein Britaniam. 
Da ein groß nngstümb an sie kam. 
Da sie iu dieser wasser-noht 
AU schrien umb hilff auff zu gott, 

so Sich irs lebens verwagen elß, 

Das schiff zerstieß sich an eim felß, 
Das es alles zu trUmmern ging. 
Da schwummen auß die jUngeling 
(K3, 2, 505) Und kamen auff ein hohen herek. 

as Und als ich nach-sucht dem weidtwerck, 
Da bab ich sie obn gferdt gefunden; 
Als sie sich gebu mir eignen künden, 
Hab ich sie all in einer khaim 
Geleich mit mir gefüret haim, 

so Auff meinem schloß sie itzunt sein. 

Der könig spricht: 
Seneschal, lieber hoffmeister mein, 
Du hast löblich und wolgetban. 
König Thiburt war ein frummer mau, 
ss Der im krieg in Hispania 

1 S »in itainer hol. I! uoer tUinern bol. CK steinen. 
Von. 8 K Vuiris. 9 S abritte. A Christen. F. cbriit. 

A Beut. II A Und sehiokt. lindj fehlt 8. 16 8 m«, doch so 
Der «int »in [wo] ki.in priUnninm. 18 SVK dielet. A dieics 
iiolh. 19 E ubriien. K iohrejen. 27 CK gundon. 34 ftuu 



i Des wil ich ia | 



Den soll« geh» boff bringen thun 

Mit sambt andern jungen bndtbera, 

Anff das sie adelich boffzucht lern: 
m Jagen, baiseu, rennen and stechen. 

Fechten, kempffen nnd spietbreeht.ii. 

Dnd der gleich ander ritt erspiel, 

Darm sie noch verlegen wil. 

Heiu lieber Si_-neseb.il. darum 
is ßring mir des königs son Pontnm 

Auffs erst gebn hoff, das ich in sech. 

Senescbal spricht: 
Dnrchleucbtiger könig, das gesebeeb 
Gar baldt auff den heutigen tag 
m Noch kurtztir stundt, so bald ich mag. 

Seneschal geht ab. Der könig spriobt: 
Gottfriedt, hat der soldan eingnnmmen 
Gallicia, wirt er aneb kommen 
In unser reich Britania, 
« Das selbig anzugreiffen da. 

Kai... wie wir nns da halten sollen ! 

Hertiog Gottfriedt spricht: 
Durcbl euebtig er könig, wir wollen 
Uns sein wem anff leib und leben, 
so Uns im nit nnterthenig geben; 

Wann zu gott steht die lioffoung meiu, 
Er wirt verlassen nit die sein. 

Seueochal bringt Pontum und spricht. 
Durchleucbtiger könig, Pontus ist da, 

1 8K m gläubigen. 3 BCK «.ödem. 4 S «och snnit tj 

A Du. 7 8 laltw. A M.tnb BCK selben. 10 S Jap 
Msbj S Mb ii*. 31 S wart Ter.Mien. 



Des königs Boa auß Galicia. 
Pontua feit auff die knie, der könig hebt in ftuff unnd spricht: 
Pontus, du lieber soiie mein, 
Dein zukunfft sol glückselig sein. 
h Gott wöll dir in deim gantzen leben 
GlUck, heil und alle wolfart geben, 
Von gott dureb überflüssig gnaden 
Für den verderblich grossen schaden, 
Der begegnet ist deim herr vattor. 

10 Pontua spricht: 

Durch leuehtiger köng, höchster woltbater, 
Ich bedauck mich so hoher trew 
Und mich von gantzem hertzen frew, 
Das ir, ein könig so groumeebtig, 
is Seit meines eleudts ingedechtig, 
Derhalb wil ich mich euch ergeben 
Zu diensten, weil ich hab mein leben, 
Mit all dem, was ich mag uud kan. 

König spricht: 
*p Mein Pontus, wilt das selbig than, 
So betilb ich doch dir allein, 
[K3,2, 50C]Du sollest mein mundtsebencke sein 
Zu hoff teglich vor meinem tisch. 
Darmnb scy wulgemuht und Irisch ; 
tb Wann bey gott sindt noch vii genaden, 
Der dir dein ellendt ab kan laden 
Uud dich des zwifack kau ergetzeu. 

Pontua, des königs son, spricht: 
Auff den thu ich mein hoffnung setzen, 
so Der nie kein menschen verlaün tuet, 
Der hertzlich hoffnung auff in bot. 

1 SCE Oallloik. A OaUoU. 4 S wftll gelUeokllch. 7 durch] 8 

mit. 10 S naigt .'ich inj aprioht. 12 S dir bolmn. 1.'! 8 Ton grünt 

oieiiifl li.Ti.sn. lo SCK mein«». A mein!. 18 m] 8 u>. 32 8 Du 

ilw solLeit niein ninnlsobenok «ein. K maadiehsookar. H S Der halb. 26 

CK kan ablndnn. 27 S .irilWh, 28 natgt lioa] fugt 8 bei. 2« den] 
8 got. 



Der König spricht: 
[AB 3,2,247]Du Last redit, schlag auß den unfal 
Und laß uns bienein aufl den aal, 
Man hat blassen zu dem nachtmal. 

5 Sie gehen alle ab. 



Sidonia, des königs tochter, geht ein mit Eloina, ir hoffjimp- 
fraw, und spricht: 

Eloisa, ich Lab hörn sagen, 
10 Wie dos kürtzlich vor etlicb tagen 

l'unlus, des königs so«, sey kummcu 

Auß GaÜcia, den hab angnummen 

Mein herr vatter zu eim muudt-scbencken. 

Sein unfal thut mich hertzlicb krencken, 
is Weil er von seim landt ist vertrieben, 

Und sein herr vatter todt ist blieben, 

Und sein mutter ist im ellendt, 

Dem ich doch warhafft an dem ondt 

Hör grosses preiß nnd rum verjehen. 

20 EloiBa, ir jungfraw, spricht : 

Künglichß jungfrcwlejn; ich hab gsehen 

Pontum gantz zart bittender jugeudt, 

Auß seim augsicht so scheindt die tugendt, 

Gantz engelisch geliilinasieret, 
ab Auch mit höffücher zucht gezieret 

Für alle Jüngling an dem hoff. 
[C 3, 2, 184] Ich sah gester, wie er wehtloff, 

Schnei wie ein haß vor andern allen, 

Wie er so büfflieb schlug den pallcn 
3o Mit dem adel in dem hoffgarten. 

3 9 lut. T S Elois»; wie die quelle. A Eleu«; sr> in allen nt eilen. 

S S hom. A hören. IS S ist dot. IT Und] 8 Auob. lg 8 Hör gm lob 
preis. CK grossen. 21 S KUngliohi frewlein icli b»b gehoben. 34 S ge- 

lledmwlrt. 2b 8 aller hofliaeeht gelirt. So B Ftlr allen udel. 28 haß] 

S hu-D. 29 ao] ß auob. 



385 




Sidonia spricht: 




Geli hin gen hoff, dein wil ich warten, 




Zu dem hoffiueister Senesehal, 




Sprich, das er zu mir kumme bal 




5 Ina frawen-zimmer, mit im bring 




Poutum, den klingling jtlngeling, 




Auff das ich in doch auch müg sehen, 




Dem iub so hohes lob hör jehen. 




Die hoffjimgfraw gebet ab. Sidonia redt mit 


ihr aelb und 


10 spricht : 




Es frewet mir mein hertz gar vvol, 




Das ich den Pontum sehen sol, 




Von dem man sagt all ehr und zucht. 




Dort kumbt die küniglicbe fruebt. 




i& Senesehal kumbt mit Fonto unnd spricht: 


küngliches frewlein, ich kam 




Und bring auff ewr beger Pontuin, 




Des königs son autl Galicia, 




Mit euch sich zu besprechen da. 




lo Sidonia spricht : 




Senesehal, bringst du mir Pontum? 




Seit mir zu tausendt mal wil-kum ! 




Ewr hohes lob das bringt eucli her, 




[K 3, 2, 507] Das ich zu sehen euch beger, 




ss Wült mir das nit in argem bau. 




Pontue neigt sich unnd spricht; 




Ich nimb zu grossen gnaden ahn, 




Das ir gehn mir armen so gatig 




Erzeiget also euch so nfft mutig. 




so Gott laß mich des verdienen schir. 




Sidonia spricht: 




Pontus, setzt euch uider zu mir, 




3 bin] S dw. 13 S I>or vol i«t inhaiu. tugent vml lueobt hurt tuuil.l <h 


bar die odul frn«ht. 17 6 m*r. 23 B Euer. 27 S nem. 


CK riiii.lu. J8 


S it güolig. 2ü S Euoh «■■iget ilso douiUetig. 




Hani S.,-ht. ULI. 


25 



k* vü est tiexs weil axt 



Grc6 v&tersckiedt ist rvscfen us bedeo, 
Mir zzMbt im sitzen ait za 



Mein Pontns. setzt evck her ohi 
Wefl «ir doch alle baide sndt 
Geboren rwerer köoig kindt. 



14 Ir seidt eins köoigs tuchter aecbüg. 
An adel hoch, reich, gwaltig. brechtig: 
So bin ich eins köoigs son headt 
Und bab doch weder lant noch lemdt 
Vertrieben, elendt nnd verjagt. 

15 ffidonia spricht: 

Ach, mein Pontes, seidt unverzagt, 
Gott der kan nemen and nach geben. 
Und wo ir bleiben solt bey leben. 
Mögt ir reicher and gwaltiger werden. 
» Denn ewr herr vatter war anff erden. 
Gott wöl, daß das selbig geschech! 
Dnunb sitzt nider, seidt nit so spech. 

Pontus setzt sich an ir nider unnd spricht: 
JuDgfraw. ich gehorch ewrm gebot 

» Sidonia spricht: 

Mein Pootos, sagt ohn allen spot 
Ir seit nun in Britania 
Etliche zeit gewesen da: 
Habt ir kein jungfraw hie gesehen, 
ao Der ir bey trewen habt vergehen, 
Das ir wollet ir ritter sein? 

Pontus spricht: 

% 8 rnUnehaid. SCK iwifcha. A mischen. 4 in] CK bey. 19 

UkH 8. 8 gweltiger. 26 fehlt S. 



Ach künjglicbc jungfraw rein. 
Mich frewt wol schön jungfrcwlich bild 
Und macht mir all mciti Irawrea mild; 
Weil ich abr noch nit ritter bin, 
5 Hab ich auch nie verheissen hin 

Mein dienst, die sindt noch nit so werdt. 

Sidonia spricht: 
Mein Pontns, glaubt, es ist auff erdt 
Kein jungfraw 90 von hohem stam, 

io So edel, schön and tugendtsaro, 
Die ench annerab zum ritler nit. 
Derhalb, Pontus, so ist mein Im . 
Wenn ir einmal seidt ritter worden 
Und entpfacht ritterlichen orden, 

15 Das ir denn wölt mein ritter sein. 
Wo ich denn von euch hör allein, 
Das ir ehrliche that habt thou, 
Wirt ich entpfahen frcwdt dar von, 
Wie icb zu euch verhoffen tlin. 

*> Pontus spricht; 

Acb gott, ich bin zu ghring darzn, 
Das mich die edelst sol bekennen, 
Einmal den iren ritter nennen. 
ledoch so wil ich mich auffs minst 
is Üben in irem werden dienst. 
Die weil ich leb in Heb und laidt. 

[KB, 2, 508] Sidonia spricht; 

Doch verheisset mir vor bey eidt, 
Das ir euch züchtig wölt halten thou, 

m> Als gebürt eines königs son, 

Das ir von zucht nit wo It. abwenckon 
Und nichts args geh» mir wölt gedencken 
Weder mit Worten noch gebär, 
Das mir und euch unehrlich war, 

3t> Sondern allein in znebt und ehr. 



1 6 Aoh kUnigliob« frewlein ft 

22 S 10k. 3« S Idoob > 

rem. 30 6 Ali eleu gtpUerl 



4 8b 
icb miob .hjT du u 



nber. 



Wo icb anders wart merckeu mehr. 
So würt mein lieb gebii euch gespalten, 
Euch nii mehr für mein ritter halten. 

[AB 3, 3,348] Pontus spricht: 
Schöne kOngin, ich vrolte gott, 
Das ich eli stürb mit jebem todt. 
Eh icb wolt anders dencken mehr 
Ewr, den allein in zncht nnd ehr. 
Darauf? habt euch mein ehr and trew. 

i Beudt ihr die handt. Sidonia spricht: 

Nun ewrs zusagens ich mich frew. 

Nembt bin von mir den gülden ring 

Zu gedechtnnß gesehener ding; 

ledoch last Jülichs bleiben sebir 
:, Allein zwischen eneb und auch mir. 

Als icb eacb alles guten traw. 

Pontus nimbt den ring und spricht: 

Ich danck euch, königliche jungfraw, 
Wolt urlaub geben mir dißmal. 

a Der könig ist gleich au ff dem sal 
Mit aller seiner ritte rschafft gantz, 
Und wil beindt haben ein hofftantz, 
Zu dem wil ich mit fremden gähn, 
Weil mich zu dienst bat gnummen ahn 

s Die aller-schönst auff gantzer erdt. 

Sidonia beudt im die handt und spricht.: 
Geht hin, seidt (rölieber geberdt 
Uud bummet oft widernmb her 
Mit Seneschal, ist mein beger. 

o Pontus gehet ab. Sidonia spricht : 

Eloisa, erst glaub ich dir, 
Was du vor hast gesaget mir 



1 l'ctjli CK. 2\ t 

30 T mit Sonoe 



5 S wolt. S Derhulb habt 

15 HB viid mioh. A im oh ni. 

j>. 12 S wil halten aiü »bon- 



389 

Von des königes son Ponto, 

Das findt icli zivifaltig also. 

Nun kiinil). so wollen wir aucb gobn 

Ins i'rawenzimraer und uns au-thou, 

£b mau den Jaul/ thut lallen ohn. 

Sie geben balde ab. 



Der könig gehet ein mit Senesohal, Ponto und dem heroldt 
unnd spricht: 
io Was icb besorget bab Torlangst, 

Das kumbt gleich ietzt mit grosser angst: 
Man sagt uns, nie aucb der soldan 
Mit grossem heer sey kämmen an 
Uritaniam au ff wildem meer, 
ii Mit einem unzeligen beer, 

Und wil cristen -glauben zerstören 
Und all [«anschafft darinu t 



Der haidniaob rittor gehet ein unnd spricht: 

Herr König auli Britauia, 
*o Der soldan dir entbeutet da, 

Wider-aagt dir und dir gebeudt, 

Das du im baide landt und lendt 

Wölst zinßbar in sein liandt ergeben; 

Wilt änderst du retten dein leben, 
« So nemb au des Macbonie/, glauben 

Und thu christen-glauben verlauben. 

Der könig schweigt. Pontus trit herfür unnd spricht : 

[K3, 2, 509]Dieweil niemant antworten wil, 

t 60 twifollig. K iwetfsltlg. 6 8 E du man fub IT Union od. 11 
gloiota] 8 mir. 12 8 Ein pont iat kamen: der soldun. 13 beer] 8 volck. 

16 wilj 8 »öl. 17 Und oll] 8 All«. IS 8 Hör. 2Ü 8 Dar asUUn »ider^mgi 
dir da. Vnd dir pej seiner krön gepewt. 24 S reiten dir. 2S 8E nem. 

j Muhomei. A MMbkmeti. 11 Moohiimoti. OK Miehraeti. S« 



So kan ich ye nit schweigen stil. 
Weil es auirifft die göttlich ehr. 
Du wirst erleben nimmer mehr, 
Das wir christea-glauben auffgeben 
5 Und nach Machometz glauben leben, 
Der vom teuffei hat sein aufsog. 

Der beydt oder türok spricht: 

Das man gwisse kundtschafft erlang, 
Das Machometz glauben sey der recht, 
10 So gebt mir zu zwen edel knecht, 
Das sie mit mir kempffen all zwen; 
Und welcher theil den thut besthen, 
Derselbig glaub der besser sey. 

Pontus spricht: 
15 Ich selb wil allein mit dir frey 
[C 3, 2, 185] Kempffen und bsten mit meiner handt. 

Hab dir mein hendtsebuch drauf zu plant! 

Pontua würfft im die hendtachuch für die fuß; der türok hebt 
sie auf unnd spricht: 

») Nun so kümb naus für das stadthor, 
Auff den grünen anger darvor 
Wil ich dein warten, bey meimb gott! 
Nimb ein zu dir; es thut dir nobt. 

Der heidnisch ritter gehet ab. Der könig spricht: 
« Pontns, wilt du allein bestan 

Den grossen, starekeu, künen man? 
Des trag ich warlich in meint hertzen 
llaimliche sorg und grossen schinertzen, 
Mein lieber son Pontus, für dich. 

so Pontus neigt sich unnd spricht: 

7 S dar htidntah riter .-. 8 8 gewiaen grünt. 13 B Du der «1b 

glaub der rechte soj. 15 S loh >elb wil mit dir kämpfen Jroy, AlUin 

polten mit. IT 6 hsnUohuon. IS die] S dan. 10 iio] S in. IQ 

■not. CK ninll. A liarauli. 21 K dam. 22 S moim. 23 8 Hern 

!« «Utoken kunon] S haiduniiehen. 18 S Für diob eor hmimlieh 

<*a lahuieriBü, Aaah groau sorg md nagst für dich. 



391 

Herr könig, ir dUrfft nit sorgn für mich. 
Dieweil ich kemuff von gott es wegen, 
Befilh ich mich in seinen segen 
Und wil es auff sein guad thun wugen. 
s Bit, wölt mich vor n ritter schlügen, 
Herr konig, mit eigener hendt. 

Der könig spricht: 
Kumb, so wöl wir dich an dein eiidt 
Zu ritter schlagt) vor dem altar, 
10 Dir anlegen den komisch klar, 
Unibgürtn der ritter gurtel werdt 
Und in dein haudt geben das schwerdt. 

Sie geben alle ab. Der beyden ritter kumbt unnd spricht: 
Wo bleibt der kindisch kerupffer heudt? 
is Ich mein, in liah der schimpff gereut. 

Pontus kumbt gerüat; der haidt spricht: 

Wie das du kumbst zu mir allein? 

Gebin und hole dir noch ein! 

Ich wil ench baiden kämpfte gnug geben. 

10 Pontuti spricht: 

An meiner selten steht mir eben 
Mein gott, der selb mein h elfter sey, 
Im kainpff zu überwinden freyl 

Der heydnlsch ritter spricht: 

k So helft mir Machomet, mein gottl 
Nun redt dein leib, es thut dir uobt. 

Sie schlagen einander, biß der türck feit; Pontus hebt seine 
hendt »uff unnd spricht: 
Herr gott, ich sag dir danck allein ! 
30 Der sieg knmbt durch die hielffe dein. 

[AB 3,2,249. K 3, 2, 510] Der könig kumbt mit Seneschal unnd 

üpvii'lit : 

4 tliiitLJ 8 hin. i SBCK it. a im. ll dar] S dir. S guertul. 

CR gUrtol. 12 S gobu. 14 bii 1B foblon S. 11 » künibat. ST 3 
ksrnpfiD mit einander. S tuorek. BCK lurek. A turok. 



392 

Wie ist den sachen nun zu than? 

Pontus spricht: 

Greyfft nur die haiden dapffer an 
Und schlacht mit in in christi namen, 
ö Wöl wir sie erlegen allsamen, 
Wie wol ir ist ein grosses heer, 
Weil wir streitten für gottes ehr. 

Senesohal, der hoffmeyster, spricht: 

Wöl wir das thun, muß wir vor allen 
10 Die hayden bey nacht aberfallen 
Und sie schlagen mit unserm heer, 
Eh sie knmmen zn gegen-wehr. 

Der konig spricht: 

Ja, das wirt gar ein guter sin, 
15 So last uns gemach ziehen hin 
An die hayden bey finster nacht, 
Das wir auffheben ire wacht. 

Sie gehen alle ab. Sidonia kumbt unnd spricht: 

Herr gott, verleich dem christling theil 
so Gehn den hayden gelück und heyl, 
Auff das mein Pontus weiter mehr 
Laß sehen ritterliche ehr. 

Der soldan kumbt mit zweyen hayden unnd spricht: 

Nun sey wir mit dem leger spadt 
25 Für Vannes, der künglichen Stadt, 

Die wöl wir auch bestreiken morgen, 

Zu gwinnen da wöl wir nit sorgen; 

Wann die Christen sindt all erschrocken, 

Wir wölln die zagheit in abpflocken, 
so Mit ruh wöl wir schlaffen die nacht; 

Secht, das versehen sey die wacht! 



3 S haiden. AOK hindern. 6 ir ist] S ist ist. 12 CK wir. 22 

S Einleg soloh riterliohe er. 25 S For fannes. 27 da] S die. 29 S 

Vir wölln in die zeokn abpflooken. 



S93 

Der ein ha yd spricht: 

Es ist verseilt.'» wach und luiet. 
Legt euch ahn alle forcht und ruet; 
1» der stadt rürt sieb nit ein mauß, 
b Ir keiner darff schmecken herauß, 

Der ander türok spricht : 
Doch ist dem feindt nicht zu vertragen. 
Die schiltwacht wird wol daranf schawen, 
Das unser leger sicher sey, 
10 Vor allen feinden quit und frey. 

Sie legen eich nider zu schlaffen. Der König. Pontus unnd Sene- 
schal kmmnen, aehreyen: Her! her! unnd (schlagen die hayden, 
eh sie recht an wehr kummea, man tregt die todten ab. Der 
könig spricht: 
is Mein Pontus, durch dein ralit und that 
Das christlich heer gesieget hat. 
Weil ich nun bin alt, min und schwach, 
Ich dich zu ein» stadtbalter mach 
In britauischcra künigreich. 

so Pontus spricht: 

Der ehr danck ich euch fleissigüch, 
Wiewol ich die jar nit aufl mir hau 
Wil ich das ambt verseben than 
Auffs aller- fleissigst, so ich kau, 

» Sin gehen alle ab. 



(K 3, 2, 5 11] Actus 4. 

Gendolet gebet ein unnd spricht: 
Es steht Ponto zu grosse ehr: 

b S seh in ock 8ii dar(f>. t 8 harlagtr, 10 qnit und] S riabar. 11 

8 aloh in ir rw. 12 ichrejen — lodtou üb] S ichUgeo dts haidau »1 dot. 

II mlH] 8 mit. 20 8 ulgt aieb. IS S Ponto iWt it aar groso or. 



394 

Es feiet nu doch nit weit mehr, 
Er wirt das köngreich oberknmmen. 
Ich glaub, er hab heimlich gemunmen 
Des köngs tochter, odr wert sie Deinen. 
5 Das thnt mich heimlich anff in gremen; 
Ich wil im stossen einen keil 
Und sdiiessen ein vergiften pfefl 
Bey Sidonia, der hoffjungfrawen, 
Wiewol er mirs nit xu ist trawen. 
10 Gib im gute wort morgen als heindt, 
Bin im doch heimlich spinnen-feindt 
Dort knmbt gleich ir hoffjungfraw her, 
Die recht zu dieser botschafft wer. 

Etoisa, die holrjungfraw, knmbt, er spricht: 

15 Eloisa, edle jungfraw zart, 
Ein sach anflehtet mich so hart, 
Trifft das kflnglich jungfrewlein an, 
Sidonia, die wolgethan, 
Die zjmbt mir nit wol zu verschweigen. 

io Eloisa spricht: 

Mein Gendolet, thut mir anzeigen. 
Ich wil ir sollichs sagen fein, 
Itznnder ist sie gleich allein. 

Gendolet, der ritter, spricht: 

25 Ich wiLs thnn, idoch ich euch bit, 

Ir wölt mich gehn ir melden nit. 

Mein herr Pontus dergleichen thnt, 

Als mein er gar mit trewem mnt 

Das königliche frewelein, 
so Als ob er sie lieb hab allein; 

Dardurch die tugenthafft betreagt, 

Mit schmeichel-worten sie beiengt; 

Wann er hat mehr weibs-bilder hie, 

• * 

1 S Es feit nun doling nit weit mer. BCK nun. 2 S kttnokreioh. K 

kön^reioh. A königreioh. 4 S odr. A oder. 13 8 diesen saohen. 16 so] 

1 »er. 17 S Die drift das kunoklioh frewlein od. 21 S Mein junokher 

let mir die anseigen. loh wil solohs aniaigen fein. 24 8 der neidig 

tor. 28 8 trewem. A trewen. 32 beiengt] 8 aufiewoht. 



Die er viel lieber bat denn sie; 
Wann er klopfft un versehe inet ahn 
Und wil alzeit viel bulen baa. 
Derbalben thut das frewlcin warnen 
6 Vor seinen trogenhafften garnen, 
Das er sie nit feil in ain schaudt 
Und geb die flacht denn auß dem landt. 

Eloiaa spricht: 
Junckherr, das selbig wil ich tbon, 
i» Au ff die stundt ir das zeigen ohn. 
Ich bab warlichen selb Ponton) 
Gebalten für trew, gut und frumb. 
So raerck ich wol, es ist als fei, 
Sein lieb ist wanckel, falsch nnd scbel. 

Die hoffjungfraw gehet ab. Gendolet redt mit ihm selb iinwi 
spricht: 
Ich mein, ich w61 durch diese kniist 
Außleschen der jnngfrawen gnnst, 
Der er sieb vor hoch uberhub 
Und het von ir grossen fllrschub. 
in Des wnrt Pontns gar stoltz nnd brechtig. 
Für ander all am hoff zu mechtig, 
Gar hochmütig an diesem ort, 
Schier kainem gab kein gntes wort. 
Nun wirt er demütiger werden 
ss Mit Worten, sitien und geherden. 

Oendolet gehet ab. 9i ionia gehet ein mit ir hoffjungfraw 

und spricht; 
rAB3,2,250]Der untrew het ich nit getrawt, 
[C 3, 2, 186. K 3, 2, 5 12] Die du mir sagest überlaut. 

so Derbalb so ist mein bertz mit zorn 
Und trawrigkeit erfület worn. 
Nun das sol mir ein witzang sein, 
Keim zu öffnen das hertze mein. 

1 liiion] S wut. 3 S Vnd wil ids ram puelsn hon. f> 8 in uin sahant. 
itin| fohlt A. CK felis. 11 S liehaltcn anfriuhtig ind froni. 14 liolij 8 

Iren, .ohel] 6 vel. 18 S Ueberbub. 1U Und] S Er. 20 8 Du pontoi 

wart. 23 8 War gar hocbmlletig an dam ort. 23 8CK Sohler k.inom gab. 
A Schi« kaum gäbe. 2S hat] 8 thet. 



396 

Sie sitat trawrig, hat den kopff inn der handt. Pontus kumbt 
und spricht: 
Zart edles frewlein, 6eidt gegrüst, 
Mit schön und tugendt uber-süst! 
s Ey zeigt mir an, warumb ir ietzt 
So trawrig nnd betrübet sitzt. 

Sie schweigt. Pontus spricht: 
Ach, zart klägliches frewlein, meldt, 
Was euch betrübt in weiter weit. 

is Sidonia spricht; 

Die weit ist selzam zu erkennen. 

Pont na spricht : 
Ich bit. jnngfraw, that mir benennen, 
Aaff wen ir redet diese wort. 

15 Sidonia spricht: ■ 

Ir habt mich wol an diesem ort 
Verstanden, ich hab sein genug. 

Die jungfraw stehet auff, gehet ti-iitzig ab mit ihrer lioffjung- 
fraw. Pontna spricht: 

iu Mein hertz mir nie so seufftzendt schlug, 

Ich morck, das ich verunglimpft, bin 

Bey meiner zarten künigin. 

Derhalb wil ich ein weil verreiten, 

An heimlich ort, doch nit von weiten, 
» Zu nechst bienauß in Unstern waldt 

Zu meim frummen oinsidel alt, 

Biß das ir nnwil ir vergeh; 

Wil auch nit wider-knmmen eh, 

leb hab den ir genad und gnnst; 
so On die wil ich au ß bleiben sunst. 

Pontua gehet auch trawrig ab. Der waldtbruder gehet ein 
mit dem pater-noster und spricht: 



1 



I S ipriobt weiter. 19 B Pontoi sieht Ir naoh vnd > 

nngliuipll. A TorungliicpHl. 27 S ir der viiwii verge. 



397 

Es ist nun auff den tag gar spet, 
leb ml da sprechen mein gebet, 
Wie denn ist die gewonheit mein. 
Wer reit dort durch das waldt herein? 
& Es ist fürwar ritter Pontus. 
Was sncht er in dieser wildtnuß? 
Ich glaub, er hab sich am gejaidt 
Verritten, umb in ist mir leidt. 

Pontus kumbt unnd spricht: 
10 Reinhardt, du mein lieber waldtbroder, 

In allen trewen kum ich zuder 

Und wil ein zeitlang bey dir hausen 

In der wiltnuß in deiner klausen. 

Das sol dir als on schaden sein; 
i.. Ich hab geschickt den heroldt mein. 

Das er berüff der ritter viel 

Hieher zu einem ritterspiel 

A nii gantzem britanischem landt, 

Wil in sein allen nnbekandt, 
xu Derbalb sag niemandt, wer ich Bey, 

Wil heimlich dir bie wonen bey. 

Der waldtbruder spricht: 
Ach gnediger herr, vou hertzen gern 
Wil ich euch solliches gewern. 
u Gebiet nnd thut ala, was ir wölt. 
Ein hertzen-lieber gast ir si.il t 
Mir sein, dieweil ir habt foran 
[K 3, 2, 513] Mir sehr viel gutes habt gethan. 

Kambt and beseebt die klausen mein, 
so Die sol euch alzeit offen sein. 

Sie gehen ab. Der heroldt kumbt und spricht: 

Der schwartz ritter hat mich bestell, 
Das ich den blatz anzeigen sölt, 
Da man wirt haltn das ritterspiel. 
ts In aeioem namen ich hie wil 

: weil ir mir foraa Habt lor ril I 




Xtnr msL nx 73ipvrvr groWiiift. 

2* ÖS* nx 

2k fsranfisi 



3i *m fna 



r. H 0£9E WTÜSI 3UDUK. «Sa. 



21 



l\sr iir: in kfl 

IVr &iii£U rxzer sey »er er wC4. 

Vre ziir «r h*s*j>i*iL wwroen s& 
» W iBL£s: zzLdi S*t in. km-cs 12. 



n> w^: vi 5* 

Per sn des «eavinxi rruer vfl kenpffen 
Czd i3 «i: k>iER keif es dempäoL 
» Wiewol kfc in gar kerne cit. 

Gendolet, der ney-disch, spricht: 

So wil ich selber sein der dric 
Der in im anch versuch sein heiL 
Ob mir hie vftrdt der sie« in deü. 

Der sehwmrta ritter kommet gewmpnet mit dein flmnen. Der 

heroldt spricht: 

Kid welcher ist der erste man, 

«] 8 w4«r, 11 § wfl hM all gemein. 23 6 Der mit 

fest keaseT Ofc fc* in mimb hocamnet dempff. 28 OK 

I *Mkv St nag] S 




Der greyff den schwartzen rftter an. 
Der steht alliie, hat löwen-raut 
Und wart anff seinen kerapfl'er gut. 

Seneschal, der horTmeister, trit au im und Bchlahen aamb; 8e- 
6 neschal feit; der schwartze ritter spricht: 

Herr Seneschal, gebt euch gefangen, 
So mDget ir gen ad erlangen 
Iedocb anff ein weitern beschiedt. 

Seneschal beudt die handt anff unnd spricht: 
10 AutT glauben wil ich halten i'ricill. 
Was ir mich heist, das wil ich thnn. 

Der ernholt gibt im ein weiß Siebteln, stolt in auffein ort unnd 
spricht: 

Welicher ist der ander nun, 
is Der mit xa kemuffen hat crweldt, 
Tret her und wer sich wie ein heldt. 

[AB 3, 2, 251] Gotfriedt trit dar; schlagen einander, biß Gotfriedt 
feit. Der schwarte ritter spricht: 

Herr Gotfriedt, wölt ir euch gfangn geben. 
[K 3, 2,514]So frist ir ewer junges leben. 

Ir solt ein gnedig gfenckauß han. 

Herr Gotfriedt aprioht: 

Ich hah bestanden manchen man, 

Der mich keiner hat überwunden. 

;■■ Allhic hali ich mein meister fanden, 

Des gfangen wil ich willig sein. 

Er globtan, nimbt das weyß steblein vom ernholdt; der spricht: 
Nnn tretie auch der drit herein 
Und kempff auch mit dem schwartzen ritter 
so Gantz unverzagt an allen zilter. 

• 
Gendolet der neidisch tridt au ihm, kempffen, biß er auch, 
feit, der schwarta ritter spricht: 

8 8 ptaohied. CK bcaohid. A baaohaidl. & Secanhil ruert «n. 24 
S hat kninor. 211 S gf»Dgn«r wil ich guron. SO S »IIa. 



400 

Herr Gendolet, gebt euch auff gnad, 
So widerfert euch mehr kein schad. 

Oendolet gelobt an, nimbt den stab und spricht: 

Ewr gnad wil ich mich ergeben, 
s Hoff, es treff weder leyb noch leben. 

Der seh wart* ritter spricht: 

Nun reiftet hin auff ritter-trawen, 
Gebt euch der aller-schönsten frawen 
Gefangen in Britania 
10 Und sagt ir meinen dienst alda. 

Der sehwarts ritter gehet ab mit seim heroldt. Seneschal spricht : 

Wer mag nur der schwartz ritter sein? 
Mir kam im gantzen leben mein 
Kein heldt zu so mit schwern schlegen. 
15 Was ich mich sein weret dargegen, 
Das was als nichts mit meiner handt 

Gotfriedt spricht : 

Wer Pontus nit ins Ungerlandt 
In krieg geritten, so meindt ich doch, 
20 Er wer der schwartze ritter noch. 
Nun last uds raten alle drey, 
Welches die schönste frawe sey, 
Der wir sollen gefangen sein. 

Gendolet spricht: 

25 Ich glaub gentzlich und gar allein, 
[C 3, 2, 187] Die schönest in Britania 
Das sey allein Sidonia, 
Des königs tochter. Wie dünckt dich? 

Hertzog Gotfriedt spricht: 

so Ja eben also dünckt auch mich. 
In setfön so ist ir keine gleich 
In diesem gantzen kunigreich. 

4 S In eur gnad wil ioh mich geben. CK gleich ergeben. 15 8 wäret 
fein. 16 8 Das ergab nichs mit. 28 6 dünoket. 




Senesehal spricht: 
Ja also diiiickt mich auch gleich oben; 

Der wöl wir uns auch gfatign geben. 

Sie gehen alle ilrey ab. Sidonia, des königs tochter, geht ein 
5 mit Elolaa, ihr hofSungfraw, und spricht: 

Ach gott, den ich het außerkorn 
In lieb, bab ich wider verlorn 
Durch mein unbhütsam gehe wort 
Web mir, und das ich an dem ort 
10 Hab sein getrewe lieh verletzt, 
In ein argwan und zweifle! gsetzt. 
Das ich in het, in eint verdacht, 
Das hat den frumb ritter v ersehn nicht. 
Tagen tliclt und zuchtiger sitten, 
i5 Ist darumb auß dem l.imlr geritten. 
[K 3, 2, 515] Des ist betrübt das hertze mein 

Und moebt seidt her nit frölich sein. 

Eloisa, die jungfraw, spricht: 

Ach, küngliclis frewlein, ghabt euch wol, 
m Pontus ist aller tngendt vol, 
Wirt wider kommen mit der zeit, 
Vielleicht ist er von euch nit weit. 

Die drey gefangne kempfler kummen für die jungfraw Sidonia, 

unnd Senesehal spricht: 

js Gneüge fraw, der schwartz ritter 

Mit den weissn zehern schickt uns her, 

Mit dem wir all drey kempffet haben, 

Dem wir uns anff genad ergaben, 

Und wir selten gefangen sein 
so Der aller- schönsten frawen allein, 

So wer in britanisebem landt. 

Darfur so hab wir ench erkandt 

Und uns derhalb ench übergeben 

In ewer genad, leyb und leben; 



8 S TnphnetMin jsha. 1 


1 S >rg«on. IT 8 »all 


nicht nir frollch. 


16 8 ichwiriL-. SS 6 wairan. 


18 B ia«b auf pusii. 


32 BGS DurfUor 


•o h»b. so] fohlt A. B tinbeu. 


31 S euer. A «wr. 





Darncbn euch der scbwartz ritter hat 
Entbottu sein dienst mit wort and tliai. 

Sidonia beudt ihn die handt unnd spricht : 

Ich nimb euch alle auff zu gnaden, 
i. Mein gfencknuß sol euch sein oltn schaden. 

Ich danck euch aber noch viel mehr, 

Das ir mir anlegt so viel ehr, 

Samb ich die schonst sey in dem reich. 

Audi sag ich hoben danck dergleich 
io Dem schwartzn ritter, mir unbekandt, 

Der euch hat mir zu dienst gesandt. 

Geht hin gehn hoff in die thnrnitz, 

Zu tisch bat man geblasen ietz. 

Sie gehen alle drey ab. Sidonia spricht: 

15 Eloisa, liebe frcundin mein, 

Wer mag nur der scbwartz ritter sein? 

Eloisa spricht: 
Wie wenD es ritter Pontus wer? 
Sidonia spricht: 
m Wolt gott, er wers, kemb wider her. 
Ich wolt nimmer mehr sein so gech, 
Mit worten gebn im sein so frech. 
Doch was gott wil, das selb geschecb. 



Oendolet, der neidisch, gehet ein, redt mit im selb unnd spricht: 
Pontus ist wider gebn hoff kummen, 
Des hab ich mit schmertzen vermummen, 
Ist schon ains mit Sidonia. 
so leb muß im warlich anderliwa 
Einhai tze n und im schüren brendt, 






3 8 



403 

Ob ich in auß dem regimendt 
Und :m(i Britania inecht jagen. 
Ich wil in bey dem köng versagen; 
Dort geht eben der könig rein. 

[AB 3, 2, 252] Der könig gehet ein. Gendolet naigt eich unnd 
spricht : 
großme einiger könig mein, 
Ich het euch was in gheim zu sagen. 
Kin such kan ich nit lenger tragen, 
10 Dicweil es ewrn köngliclien gnaden 
[K3, 2,616] Brecht grosse schandt. unehr und schaden. 
Doch das ir mich nit nennen wölt 

Der könig spricht : 
Ungemeldet dn bleiben sölt. 
is Sag, was uns brecht in grosse schwer. 

Qe nd ölet spricht : 
Wist, könig und gnedigur berr, 
Das Pontus heimlich holet da 
Umb ewr toebter Sidonia, 
k Aach ist za besorgen, das er 
Ir auch za Unehren beger. 
Des ist gar bobe zeit, darnmb 
K folglich mayestadt das anter-kumb. 

Der könig spricht: 

is Ist sollicbs war bey deiner pflicht, 
So ist hierin zu teyern nicht. 
Er sol mich lenger nit bethürn, 
Ich wil solliche lieb zusLCrn. 
Mit eim ernst ich das wenden kan. 

ao Gendolet spricht: 

Herr köng, ich hab das mein gethau. 
Gendolet gehet ab. Der könig spricht: 



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Zefz 2=ir e*r rLki est h£z*sl *&x. 
So wil ici ii m: kttLrif SfÄiiz 

Das er i*c «zc ^r&h ai; 2iir mähe 



Itas selbig hu *ar keiz. 



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Mit tiwhij S w*l p»w»tftfi 3 CK t^. 4 S A*f im » iak 

] B «t-fto«r. 11 tJ*rt] K IVr. 12 S Zw scfcawi p ta^i K 

MB 



Thut mir aber zu gott ein aidt, 
Das ir nit zu unehrn begert 
Sidonia, mein tocbter wert. 

Fontus spricht: 
.'. Aide künigs sun nit schweren aol. 
Er sol sunst halten sich so wol. 
Das man im glaub all seiner wort. 
[K3, 2, 517] Weil ewr gnad aber an dem ort 
Mir nit geglaubt meiner unschal dt, 
ii) So merck ich, ich hab kleine huldt 
Bey königlicher mayestadt. 
Derhalb ger ich umb diese daht 
Kiii urlaub, weil mein ist /n vil. 
Zu hoff ich nit mehr bleiben wil. 

Der könig geht in zorn ab. Sidonia kumbt unnd spricht: 
Mein Pontus, sagt was machet ir? 
Man hat warhnfft gesaget mir, 
• Ir habt urlaub und wolt darvon. 

Pontua spricht: 
to Was solt ich langer zu iioff thon? 

Brecht mich und euch in ungelOck. 

Ich bin versagt worn hinterrllck 

Gegen dem konig schwer and sehr, 

Wie ich ench nach-stell auff nnehr. 
is Des mag ich lenger bleiben nicht. 

Sidonia, dee königs tochter, spricht: 

Ach gott, wer ist der falsch boßwicht, 
Der ans gibt gehn dem könig ein? 
Gott weiß, das wir unschuldig sein: 
so Nie hab wir unehrlichs begert. 

Pontus spricht: 
Nun, königliches frewlein wert, 
[C3, 2, 188] Ich wil raisen in Engellandt, 

S 3 Eioh halten aunit. 9 S gelnubt. K glaubst. 

13 Nun] 8 0. 



406 

Da bin ich wol zu hoff Yerwandt 
Da wil ich bleibn, doch ist mein bit, 
Ir wölt dieweil heiraten nit, 
Biß ich kumb nber sieben jar. 

5 8idonia spricht: 

Das ist ein lange zeit ffcrwar. 
Wie wir ich dieweil haben schlecht 
So viel betrübter tag und necht, 
Der ich bißher viel hab erlieden. 

10 Pontus spricht: 

Ich hoff, wir wern sein angeschieden. 
Ich leidt dergleich auch sehnlich schmertz, 
Zu letz so laß ich euch mein hertz, 
Ob ich mit dem leib von euch zeuch. 
15 Das ist warhafft für mich und euch, 
Das wir kommen auß dem verdacht 
Aide zu tausendt guter nacht! 
Morgen wil ich auffs früst auff sein « 

Mit einem knecht einig allein. 

ao 8idonia spricht: 

Gott geb euch auff die reiß geluck 
Und halt euch ewer engel rück, 
Das ir mit frewden kommet wider. 
Kein frewd kumbt in mein hertze sieder. 

Sie gehen baide ab. Gendolet, der untrew verreter, geht ein, 

redt mit im selb nnnd spricht: 
Nun Pontus von dem hoff ist hin, 
Itzundt an seiner Stadt ich bin 
Bey dem könig der innerst rahU 
ao Wer was beim köng zu schaffen hat, 
Der thut mir reverentz und schenck, 
Das ich im besten sein gedenck, 
Dem kan ichs beim könig durch-drücken. 

3 SB hajreten. CK Terne/raten. A heiraten. 7 8 Wie wirt (CK ward) 
ioh. 11 8 werden sein vngsehieden. IS 6 Pey euch so pleibet doeh mein 
her«. 14 8 Oh. A Das. 15 warhafft] S wariieh. 22 SK ewer. A ewr. 
24 A kumbt mir in. mir] fehlt S. BCK herta. 25 S der neidisch. 29 

8CK mneriL A innerste. SO 8CK kling. A könig. 



Mit solchen fi n an t zischen stücken 
[AB 3,2,253. K3, 2,518] Wirt ich ietzunder reich und mechtig, 
Halt mich aach rümretig und brecbtig, 
Hab auch den könig nberredt, 
s Das er sein tochter zusagen tbct 
Dem bertzog von Bourgogna wo], 
We lieb er bandtschlag werden sol 
In den künftig pfingstfe vertagen, 
Hat mir zway tausendt crona tragen. 
10 Ob gleich die heyrat ghret nit wol, 
Wirt doch mein beutel crona vol. 

Genciolet gehet ab. Sidonia gehet ein mit irer hofQungfrawt 
und spricht: 

Eloisa, wie igt mein bertz 
is Umbfangen so mit grossem sckmertz, 

Das ich bertzog von Bourgogne sol hau 

Auff pfingsteu zu einem ehling man. 

Mein Pontus, nun dich gott gesegen, 

Erst muß ich mich dein gantz verwegen ! 
jo Da lioffnung und trost meines hertzen, 

Wie verlest du mich in dem sebmertzen, 

Du adelichster snnst ob allen. 

Der züchtigst, trewst, der mir thet gf allen. 

Dem ich das warhafft zu entbodt. 
« Doch kumbt er nit; furcht, er sey todt, 

Weis, das er sunst nit aussen blieb, 

Sein trewe lieb in zu mir trieb. 

Nun morgen geht der bandtschlag an, 

Wie muß ich all mein dingen tban. 

(u Elois», die hoEQungfraw, spricht: 

Ach, kftnglichs frewlein, last ewr klag, 
Das euch zu nachtei) reichen mag. 
Wo sollichs mereken die hoffleut, 





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Bnurgognu. Qual 


•t Borgogne. A 


Bangoun 


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Sein Irow ben hat in 


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trieben. 


33 8 



knntbt in. 
Gebe war em tranek, sock itnstet , 



Darea goctes «ad aerr Pootas dir. 



Gnedige fraw, trinckt das, eaea gott gsegen, 
Aach tos des ritler Paatas wegen! 

81» trinekt, sieht den ring; nnnd anrieht: 

m Hein freant* sagt wer den ring euch gab, 
Den ich in der sehewrn gfimden heb. 



Wut ir nit, wem ir dea habt gebe»' 



u Ja, ist der selbig noch in leben? 
Y erbalt min nit, das bit ich dich. 

Pontes spricht: 
Ja fraw, er lebet sicherlich. 

SidoTiia spricht: 

m Des sey ewig gelobet gott! 
Gendolet saget, er wer todt 

Pontufl spricht: 

Er lebt Was wölt ir sprechn darzn, 
Wenn ich euch Pontum zaigen thu? 

» Sidonia spricht: 

Ach gott, möcfat er mir zeiget werden, 
Kein grösser frewdt het ich anff erden! 

* 

1 8 Wort. 2 8 in pilgram gstalt. 6 8 in die Mhearen. t 8 Nun 
drineket »ach, d*i euch got gtegen Mit mir Ton riter pontu wegen. 9 8 8k 
drinekt, ficht den ring, thnet in heran« rnd spricht: 11 8 aehenr fände*. 

16 in] ß pey. CK im. 16 du] 8 de«. 



409 

Pontus thut eein kappen unnd hat von dem angesicht; sie 
spricht : 

[K3,2,519]Ir aeidt Pontus! Nichte liebet mir 
Aufl gantzer erdt, denn allein ir. 

s Pontus spricht: 

Gnedige fraw, ich wünsch euch glück 
Zum ehliug stand in allem stück. 

Sidonia spricht: 
Pontus, ich wil kein andern man, 
10 Denn euch. Nichts ich versprochen hau 
Dem hertzog weder mit haut noch rauiult. 

Pontus spricht: 
Gnedige fraw, sagt an, wie knndt 
Ir mich nemen, ein solchen armen, 
iE Dem man gibt almnG atili erbarmen i 1 

Sidonia, spricht: 

Und wert ir gleich der ermbst auff erden, 
Soll ir mir doch der liebest werden 
Für alle kayscr, könig nnd fursten, 
to Hein hertz allein nach euch thut andrsten. 

Pontus spricht: 

Gnedige fraw, weil ich nun spur 

Ewr stete lieb für unde für, 

Hab ich ench billig werdt nnd holdt. 
■5 Wist edelgstain, silber nnd goldt 

Des hab ich sehr ein grosse sumb, 

Mehr denn vermag ein künigthumb, 

Das ick in England! hab überkommen. 

Schweigt zu den sachen gleich eim stummen. 
so Ewr brentgam wirt habn ein tharnier, 

Darein wil ich auch kummen schier 

Und mein manne! t auch lassen sehen. 



Sidonia spricht: 
Ja mein Pontus, das sol geschehen, 
Ich wünsch euch glück tum ritierspiel. 
Darinn ;in ff euch ich sehen wil. 

Sie gehen alle ab. Der heroldt tridt ein mit den thurnieren 

und dem konig. Der brewtigani hat ein krantz auf Beim heim. 

Der heroldt schreit; 

Ir forsten und herrn, wer ir seit, 
Zu dem thurnieren bis bereit, 
i« Morgen aoff der hochzeit handtschlag, 
Wil der breutgam anff heuting tag 
Von seinr breut wegn zu ehrn bestaun 
Wer in zu kempffen mutet ahn. 

Hertzog Gotfriedt sprioht: 
i& Nun zu ehren der künglich brendt 
Wil ich ritterlich kempffen heudt. 

Der breutigam tridt herfür. Sie kempffen mit einander , biß 
Qotfriedt abzeucht. Senesohal tridt herfür unnd spricht: 
Nim der ktinglicheu braudt zu cm 
ao Wil ich die kurtzweil helffen mern. 

Er kenipfTet mit dem breutgam; Seneschal seucht ab. Pontus 
kumbt unnd spricht: 
Der küniglichen braut zu »reiß 
Kempff ich auch ritterlicher weiß. 

[AB 3, 2, 254] Sie kempffen, biß der breutigam feit. Der ern- 
holt echaut in) zum helbm und spricht: 

[K 3, 2, 520] Ach weh, der breutgam der ist todt ! 

Fontua gehet eüendt ab. Der könig sprioht: 

Laß dichs erbarmen, lieber gott, 
sc Wie hat sieb der tiuraht begeben ? 

Wer ist, der im hie nam sein leben? 



4 B iah »iif i 
in«. N»oh 13 fügt S bi 
breutlgim tridt horfür] f* 
■•atigwii. 



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CK > 



13 S mutet A 

inf den plan. IT 

27 SOK preutgum. 



Ist es geschoben m j| gefehr, 
So muß auch daromb sterbui: 



ehr. 



Der heroldt spricht: 
Es bats ein frembder ritter than, 
■ Ist baJdt abzogen von der bau. 
Wer der selb ist, das weiß ich iiif. 
Gferlich hat er nit kompffet mit. 

Der konig spricht: 

Nun «eil das ist ohn gfer geschehen, 
;<';:.::. 189] Ist es dest eh zu übersehen. 

Nun tragt deu todten leibe ab, 
Das man in königlich begrab. 
So ist ariß diesem haadtschlag-tag, 
Daran man freu dt und knrtzweil pflag, 
u Worden ein tag zn nein and klag. 

Man trogt den todten ab. Der könig gehet trawrig bienacL. 



Actus 6. 



Der könig gehet ein mit Seneschal, sehn hoffmeiater, und Got- 
friedt, und spricht: 
w Ir üehn getrewn, weil der unraht 
Sich mit raeim aidn zu-tragen hat, 
Nun wist ir, ich bin ein alt man, 
Und wo ich soll mit todt abgahn, 
Also verlassn die tochter mein 
is In dem reich unverheiret sein, 
So wlirt ir nit wolgschen, dergleich 
ßritania, dem königreich, 
Derhalh gebt raht, ist mein begert, 
Das sie mit heyrat versehn wert. 



V lisben gniniwen 
2b 8 inferhijnt 



SeneBchal neigt eich unnd epricht: 

Großmcchtiger könig und faerr, 

£b ist her anß Engelandt verr 

Kumen Pontus, des königs sun 
r. Auß Galicia, welcher nun 

Ist ein ritter, kun und gestreng. 

Im gibt zeugnuß des volckes meng, 

Wann er in Engellande hat 

Verbracht yil ritterlicher tbat, 
10 Der in dem nechsten krieg vergangen 

Hat den könig ans Irlandt gfangen 

Und im ein grosses volck erschlagen, 

Hat auch darnach in kurtzen tagen 

Überwanden in einer schlecht 
i6 Des Boldans son ; und all sein macht 

Und all sein achefze überkam. 

Hertzos Qotfriedt spricht! 

Derbalb diesem Pontum mit nam 

Der mechtig könig auß Engelandt 
so Sein tochter, Geneve genandt, 

Wolt zu einer gemahel geben, 

Welches er doch abschlug darneben. 

Dieser Ptratus, frumb und beschaidcn, 

Wer ewr mayestadt recht zum aydcn. 
ib Mit dem wer er versorgt, dergleich 

Britania, das königreich, 

Nach ewrem abschicdt unverhol. 

[K 3, 2, 521] Der könig spricht: 
Ewr i>;ii<lcr raht gefeit mir wol. 
»o So thnt als zwen getrewe man 
Und traget diese heyrat an. 
Und wo ir willig findt Pontnm, 
So zeigt mir das au widerum. 
Habt euch in den dingen gewalt. 

4 8 Kamen. A König. 6 8 ktt«i. DOK küa. A ktto. 1« 8 wh« 
Si 8 «Dar. SB 8 Enr p«id«r »t. A Ewr »bt der. 31 tr»«atl 

34 8 toten gen alt. 



ab mit dee königs ring. 
spricht : 
Ernholdt, gehin und bringe baldt 
Sidonia, die lochter mein, 
a Allein in diesen sal herein. 

Der ernholdt gehet ab. Der könig spricht: 
Ich wil mich auch mit ir befragen, 
Was sie za der heyrat wöl sagen. 

Heroldt bringt Sidoniam, sie spricht: 
10 Herr vatter, was ist dein beger? 
Der k ün ig spricht: 
Tochter, sag an, wie gfiel dir der 
Bitter Pontns zu eim gemahel? 

Sidonia spricht: 
i6 Der heldenreicb und vest wie stahel, 
Anß aller ritterscbaft ein blam, 
Dem iedermann gibt |>reiß und nun, 
Der tugenthafft und ehren werdt 
Wer mir der liebst anff gantzer erdt. 

Seneschal und Qotfriodt bringen Fontum, der spricht: 
Herr töiiig, gott geh dir längs leben, 
GelUck und all wolfart darneben, 
Dir und deim gantzen kilnigreich. 
Ich nntergieb mich demütigleicb 
ss Dir and dem gneding willen dein: 
Was da hast begert, das sol sein. 

Der könig spricht: 
Pontns, die einig tochter mein. 
Die sol nun dein gemahel sein, 
so Und nach meim todt sol auch gentzleich 
Dein sein Britania das reich. 



1 8 Dar ktlnlg geit j 
S Sidoniam. b S Allein 
8 Her kling, got gob dir 
14 miohj fehlt 8. 



fein peUohirring, lie naigen iioh 
it mir in ml herein. 8 wol] B t 
mgea leben. 23 BOK kunigieiol 



414 

Das füs soht besitzen an schaden. 

Pontus spricht: 
Ich danck den könglichen genaden. 
Das aber niemandt sprechen kan, 
,s Ir habt ewr tochter geben ein man, 
Welcher ein könig sej genandt 
Und hab doch weder lent noch landt. 
Thu ich gott mit eim giflbt begaben, 
Das ich gar nit wü hochzeit haben. 

** Kh wann ich mit dem schwerst Torhim 
tialkuun wider gewin. 
Mein xatteria&dt mnd kftnigrckh 
Yo» dem soldaa gewalögieäck 
IVsr mein beir wrar tfeet erse&afw 

n V*4 mk& ü>e: ins dtendt mjaf«. 
A*c& Ä*e bmE&etat mmer am. 
IV min tiht. taugst racorfcoi »t 
bi Araa <0«nm: vcc bercae*4»äL 
H» m «nJta $dwcr x& ea jpül. 

* ^ m mir c^n and beutet wäh. 
>^h;f »t?£ hantejon; sind: sc&ix. tefcsfc: 
>r ha> vi anafc hl v/rrain «cbai 
V &. i. ,K££ £*fc »w: *^ kr&p$*~n>niii£iai>. 

It. dinJfor tapx w£ ia. abiaire.. 



\«r w<i]tai *.*r it d\* aaracur' 
* *'iv h«k*J reihst »iv ne"^nr w 
Rtf* M)f «v»ii 7Uvu:;ff; ^ruv-Tnro. 
<>ftv A\ tarnet- *c- a?;n srnnunzmi. 










Gott lob, bin nun ans angst erlöst, 

Eloisa, die jungfraw spricht: 
Ey, bab ich euch liit alzeit tröst, 
Ir Bolt an gott gar du verzagen 
l Und alln unmuht von euch anschlagen, 
Glück wert kumnien zu rechter zeit, 
Wie ewers hertzen wünsch ench geit. 



Bie gehen bald 



Der Bold an kummet mit zweyeu hayden 
und spricht: 
lo Uns sindt kummen nii gnte mehr, 

Es ziech mit grossem volck daher 

Pontus, des königs Thiburt son, 

Und wol wider einnemen thon 

Galicia, sein vatterlamlt, 
i.s Sey mit seim heer schon vor der handt. 

Last auff-blassn, das unter meim fannen 

Mao die feint wider iiolff schiahn dannen, 

Eh das sie uber-handt uns nehmen. 

Der ein haydt spricht: 
so Ey, nnn müsten wir uns doch Schemen, 
Das wir nns, die Macbometisten, 
Liesen vertreibn ein li&ndt vol Christen! 
Wir wollen sie in die flucht schlagen, 
Wie die stnmpffoten hundt heim-jagen. 

;5 Der ander türek spricht: 

Nan Machomet, der herrlich groß, 
Der sol sein anser gscbrey und loB, 
Wann mir an-greiffen der ckristn macht. 
Wir wollen ir kein in der schlacbt 
M Gefangen nemen, in nit trawen, 
Sünder erschiessn oder erhawen, 
Anff das ir kainer kumb darvan, 
Der die botschafft heim-hringcn kan. 



S wiiliiniuitt »olil iqb. IV S dt 
A Mschomstigoban. 11 S o 

S Wen wir. 



B S mit 3 rit.rn. IT 

.'I 8BCK MnclintncJijtn. 
r haidoiioh rltor. 38 




Der soldan spricht: 
Baldt Tust euch in die gegen-WBrl 
Den berg zencbt auff der Christen beer. 



Die Christen fcnmmen , schreien: Her! her! die türcken: Mo- 

ohomot! Hachometl Sie schlagen einander, biß die Türeken 

all erliegen; Pontus Hchreidt: 

Baldt eilt mit dem heer, es ist spadt, 

Einnembt Cologna, die liaubtstadt! 

Sie lauffen ab. Pontus legt sein handt aamb, sieht sehn himel 
iu uruui spricht: 

Herr gott, dir aey mm, preiß und ehr. 

Du bist gewest mit unserm heer 
[K 3, 2, 523] Und selber hauptmaii in dem krieg, 
Uns geben wunderbaren sieg ! 

Die kiinigin, des Pontus mutter, kumbtarmutseligunnd spricht: 
[C 3, 2, 190] Ach, edJer herr, durch diesen sieg, 

Den ir erlangt habt in dem krieg, 

Geht mir armen ein gottes-gab. 

Wenn ich ie nun nichtssen mehr hab, 
io Denck wol, das ich gewesen bin 

In diesem reich ein künigin. 

Pontus ruckt ir den echleir von äugen, beschawet sie, uab- 
fecht sie unnd spricht: 
Ach hertzen-liebe mutter mein, 
w Findt ich dich noch im leben dein ! 
Ich mainet, du werst lengst todt blieben. 

Die mutter spricht: 
Ach son, ich Lab mein zeit vertrieben 
In grosser armut und ellendt 
w Im waldt an einem wßateii endt, 
Da ich all tag in die Stadt Joff 
Und entpfing an des soldans hoff 

t 8 tUrckn erlijjn uder die Baobt geben. H S heul. 15 8 EluBina, 

alt kUnlgio. SCK »rmiiUelig. B »rauelig. A »rmHelig. 19 6 Dichten. 

I rttflkl ir den «hlnjer koot md imfeobi. 30 S id. A in. 




417 

Das almusen, so anerkandt. 
Hetten sie mich erkandt allsandt, 
Sie hettn geuummen mir mein leben. 
So mast ich steht in sorgen schweben. 

Seneechal kumbt mit den andern unnd spricht: 

Herr Pontus, Cologna, die Stadt, 
Sich willigbxh ergeben hat. 
Kiiiitt.ii und ziehet mit uns hionein 
Und last euch schweren die gemein, 
' Weil darinn seit ein herre ir. 

Die mutter spricht: 

Hertzlieber son, nun sag da mir, 
Wo du denn mitler zeit bist blieben. 

Pontus spricht: 

Fraw matter, wo ich Lab vertrieben 

Mein zeit, wöl wir unter uns beden 

Ein ander zeit gnugsam bereden. 

Ttzt fahr mit uns int stadt hienein, 

Alda wil ich dich setzen ein, 
■ Das du mit etlicher herrn rabt 

Regierst ein weil landt und die stat 

Als ein gwaltige kttnigin. 

Nimb krön und betschier von mir hin; 

Ich muß wider in Britania, 

Holen die schön Sidonia, 

Des königs tochter, mein edle braudt, 

Welche mir ehlich ist vertraudt, 

Das ich hie mit ir hochzeit bab. 

Morgen so fahr ich nieder ab; 
p. Nit lenger frist mir mein seh weher gab. 



i ««tat. 13 S Wo dw so Unge isit. IT S and 
1 S lunt »ich md itat. ZS hio] S Jon. 3 1 S -V 
mo hunckcD Tinb Tnd die krau »of, gtal »tso tU« & 



Gendolet gehet e 



, tretet iswen Bendtbrieff, redt mit im selb 
unnd spricht: 

Pontus ist, mit seim heer lang auß, 
r. So bin ich in des königs bauß 

Gewaltig »ml der nächst nach im, 

llab auch von iederrnau die stim, 

Das ich soll billig könig sein 

Und babn za ginahel sein lochter fein, 
|K3, 2, 524] Welche die aller-suhönest ist. 

Nun hab ich erdacht einen list: 

Zwen brieff gschriebn, ir ein, ein dem allen. 

Die denn bald gleich also in-halten. 

Sam sei Pou'us vor kurtzen tagen 
i.'. Sein gant/es heer zu todt geschlagen, 
|AB3,2,25(i|Pontus MJ todt-wimdt und gefangen, 

Laß durch die brieff bitlich anlangen 

Den könig und Sidoniam, 

Das sie nemh Gendolet mit nam, 
sn Daruit sey sie versorget wol, 

Pünti man nit luebr warten sol. 

Die brieff ich verbetschieren wil 

Mit Ponti BbgBtolSB siegü. 

Wenn man mir den die toebter geit, 
js Ob gleich Pontus kumbt nach der zeit. 

So darff er doch nit munvn drumb, 

Weil ich inbab das kuniulhumb. 

Ich wil gehn siegeln und die sehantz wagen, 

Hoff ie, es kun mir nit vel schlagen. 

Oendolet gebet ab. Der könig uniid Sidooia geben ein mit den 
offen briefleii. Der könig spricht: 

T S lUb »ueb p«; dem holigtind. 8 SCK Mit, A «ölte. B B die dochter 
■ein. IIS Nun Imb ich giohrieberj durch 'in Uei Zwen prieff: ir sin, den 
indem dem berm, Sein kumens an« gallicU Ton ferrn. M S ponto. 16 

8 Vnd pontus sey dnt wund gelingen, 2U S verloben. 21 S Pouto. 14 



Sidonla., wie ist das glück 
So wandelbar in allem stück! 
Auff Pontiira baben wir gehofft, 
Der vor gesieget bat so offt, 
Und von seius vatterlandes wegen. 
Er ist sambt seiDem beer erlegen, 
Und er ligt selb todt-wundt gefangen 
Und lest selb sebrifftlich an uns langen, 
Das du den Gendolet solt nenien. 

i Sein unfal tlrot mich hertzlich gremen. 
Was rädst? wilt tbou nach seiner bit? 

Sidouia spricht : 
Herr vatter, ich mag Gendolet nit, 
Wolt eh an giuahel ein begain werden, 

l Kein in. in habn, weil ich lebt auff erden. 
Von hertzeu ich ein seufftzen senuk, 
Sti offt und viel, wann ich gedenck 
An obgenanten Gendolet; 
Weiß doch nit. wie das selb zu-get, 

i Auff in so aiidt mich niehtssen guts. 

Der könig apriobt: 
Nun mein tochter, sey gutes muls. 
Du solst gar ungenutet sein. 
Da kumbt Gendolet selber rein. 

j Oendolet neiget sich und spricht: 

grodmeebtiger könig mein 
Und ir kflngliches freuelein, 
Habt ir gesandte brieff gelessen, 
Wie übel steh herr Ponti wesen, 
i Das er nit mehr wirt wider-kummen? 

Dur könig spricht: 
Ja leider, wir babens v 



Oendolet spricht: 
Tattorlandta. B 6 Iit et d 



420 

Ich hoff, es werdt noch alles gut. • 
Wo ir zu gmahel mir gebn thut 
Sidoniam, so wil auch ich 
Das reich beschützen gwaltiglich. 

5 Der könig spricht: 

Mein guten willen den hastu, 
Wenn sie gibt iren willn darzu. 

Gendolet neiget sieh unnd spricht: 

Genedige fraw künigin, 
10 Ir solt bey mir ietzt und fürhin 
[E 3, 2, 525] Das regimendt im gantzen landt 
Haben gewaltig in ewr handt. 
Ich wil nur ewer diener sein, 
Dieweil ich hab das leben mein. 

15 Sidonia schweigt. Gendolet spricht : 
Ach gebt mir ein genedig wort. 

* Sidonia spricht: 

Ich sag euch kurtz an diesem ort, 
Das ich euch wedr wenig noch vil 
20 Zu eim gemahel haben wil. 

Gendolet spricht: 
Wil es doch ewer vatter hon. 

Sidonia spricht: 

Daseiben liget mir nit ohn, 
25 Doch wil er mich darzu nit nöten. 
Eh wolt ich mich frey lassen tödten, 
Eh ich euch nem, drumb schweigt nur stil. 

Gendolet spricht: 

Darzu ich es wol bringen wil, 
so Das ir mich mttst habn zu der eh, 

* 

4 SCK gwaltiolioh. A gewaltiglioh. 12 S Haben gewaltig in ewer hast. 
A Gewaltiglioh in. 13 S ewer. A ewr. 16 S Aoh antwort ain. 19 SK weder 
weng. C wedr wenig. 22 S her vater. 25 darzu] S zv euch. 29 ea] 8 Tm r h - 



Ea thu euch gleich wol oder web. 
Gendolet gehet ab. Der könig spricht : 
tochter, es dent nichtssen gut?-, 
Das 'hi beudst Gendolet den trotz. 
. leb wil ein weil gehe hoff hienein. 

Der könig gehet ab. Sidonia spricht: 
Pontns, liebster gemahel mein. 
Wie sol mir denn nun geschoben? 
Sol ich dich nimmer mehr ansehen, 
Das mnß ewig erbarmen golt! 



EIoia:i kumbt geloffen, 



schlecht ihr hendt ob dem kopfF eamb 
unnd schreit: 

gnedige fraw, angst nnd noht, 
Gendolet bat den könig gfangen 
i-. Und ligt im thurn, darinn die schlangen 
LanfTcn mit andern bösen wurmen. 
Und wil aneb ewer bauß ietzt stürmen 
Und euch da nennen mit gewalt. 
Seeht zu, wie ir euch des auffbalt. 

Der heroldt kumbt, bringt des königa betschier -ring und 
spricht : 

Gnedige fraw, könglich mayestat 
Ewr herr vatter euch manen lat 
An ltindtlich gehorsam and trew, 
« Ir wolt nemen ohn alle schew 
Gendolet zu eira ehlichn man; 
[C 3, 2, 191] Wann wo ir das selb nit wert than, 
So muß ewr vatter hungers sterben, 
Im thurn bey den wurmen verderben. 

30 Sidonia spricht: 

Ach herr, du almechtiger gott, 



1 SBCK thw. 
gan'iulat. A bnodtj. 
dan. 19 ß ßaehl, I 
S ghonam, lisb md 



) 3 get drutig ab. 1 S Du dir (icwt 

wla ml. CK Aoh wlo. 10 S H-. 18 d»] S 

ih vor im aufhält. 23 8 Eur. A Ewer. 2* 

IT 6 Dan. 8 «olt Uiou. 28 S MaeBt eur 



422 

Lieber »oll leiden ich den todl, 
Denn das ich ncmb den Geodolet. 
Weil aber die sacb also steht, 
Das ich dem lieben vatter mein 
i Erretten kan das leben sein. 
So wil des ehstandts in gewern, 
Wolt doch lieber eh sterben gern. 

Der eraholdt gellet ab. [K 3, 2, 526] Sidonia spricht: 
wie hab ich ein «echscl than ! 
1,1 Für den frniub, tngenthafften mau 
Wirt mir zu eimb man eiu verreter, 
Ein büß wicht, scbalck und nbeltheter. 

Gen d ölet kumbt mit dem kÖnig, spricht: 
künigliches frewlein fein, 
is Itzand so seit ir eigen mein. 
[AB3,2,257]Ich wil ench auch reichlich begaben, 
Wir wollen gar baldt bochzeit haben. 

Er gibt ihr ein ketten an halß, sie spricht: 
Ja, doch mit gar unwilligem hertzcn, 
M Mich frewt weder schenck, schimpff noch schert 
Wolt got, das mein leben endt nem, 
Eh das der tag der hochzeit kern. 

Pontua tridt ein in eim. bawrenkleidt, und thut den huet von 
äugen und spricht: 

u da verretrischer bößwicht, 

Wie viel schelmstück hast zu-gericht? 

Wie hast nur so viel bößwicht- st tick 

Erdenckeu künden durch dein duck 

Gegen mir und der jungfraw, voran 
so Dem kong, der dir viel guts hat thanV 

Des mnst du mir ietzundt ausgehen 

Dein sebendtlich und erloses leben. 



8 8 So »U ioh dor » in gawarn Idooh Tnwitlig »nd vngern. t 8 wia 
lim- loh, |1 S (.inj. 13 B Ein »nflai uebst all TnHetter. 14 S ktiniglichm. 
A kUngliob«!. 1« 5 Tnwilling. 34 S or ttaoet die k. f «ü vom m.uJ t. 

30 HU] fohlt S. 






ä zuckt den tolch, sticht in, das er feit Der könig umb- 
fecht Pontua unnd spricht: 
Pontus, mein aiden, trew und frum, 
Biß mir zu tatisendt-raal wilkum. 
r> Gott ist gesessen am geriebt, 

Das du erstochn hast den böll wicht, 
Der zu hoff viel unrats bat gstifft 
Durch seiner falschen zungen gifft. 
Nun hat er wol verdienten lan. 
i>> Nun tragt den uugetrewen man 

Naiill, bengt in an den lichten galgeu, 
Da vort die raben mit im balgen. 

Sidonia umbfecht Pontum unnd spricht: 
Pontus, ein balbtheil meiner seel, 
id Nun hat endt unser angst und rjnel. 
Wie hat uns dieser falsch hößwieht 
Mit falschu brieffen hertzleid zu-ghriebt, 
Sambt wert ir todtwundt und gefangen. 

Pontus spricht: 
)o Es hat uns, gott lob, wol ergangen; 

Wann ich hab glücklich obgesieget, 

Galicia wider erkrieget 

Und hab des soldans son erschlagen 

Mit all seim beer, mi ! in den tagen 
»i Hab ich gefunden in armut-scliein 

Die alt königlich fraw inuiter mein. 

Wie aller handel sey gangen zu, 

Nach leug hernach ich sagen thu. 

Muß ietz an mein rwe legen mich; 
K Tag und nacht bin geritten ich. 

So baldt mir wardt gezeiget au, 

Was schelmstück Gendolet het than 

An euch, meinen geliebten bedeu. 

Der könig spricht: 



fl S erlegt. 11 S becht. 13 S Du. IS 1 
H BanUId mit den prlffn it gurioht. 20 um] S i 



424 

Nun kumbt, so wöl wir weiter reden 
Von dem und von anderen Sachen, 
Auch wie und wenn wir wollen machen 
Ein königlich, köstlich hochzeit 
[K3,2, 527] Mit aller frewdt und herrligkeit, 
Welche mit bracht sol ohne klag 
Weren gantzer viertzehen tag, 
Gott dancksagen, der durch sein hendt 
Hat so viel nnfals abgewendt 
10 Zu einem gut löblichen endt. 

Sie gehen alle ab. Der ernholt kumbt unnd beschleust: 

So hat die comedi ein endt, 

Auß der werden fftnff lehr erkendt: 

Die erst bey dem wütrich soldan, 
15 Wo sich noch nimbt ein herrschafft an, 

Ohn ursach leut und landt zu zwingen, 

Tyrannisch in sein gwalt zu bringen, 

Gereht ir das gleich ein Zeitlang, 

Nimbt sie doch endtlich Untergang, 
so Zum andern bey köng Agrillo 

Auß Britania, welcher do 

Mit vil anfechtung wirt durch-echt, 

Also: welch herrschafft frum und schlecht 

Regiert die iren underthan, 
n Ob sie gleich ist vil feindtschafft han, 

So steht ir gott doch bilfflich bey, 

Macht sie endtlich von Unglück frey. 

Zum dritten lert man bey Ponto, 

Welch jüngling gottfürchtig also 
so Handelt und sich fleugt aller tugendt, 

Ob im geleich in seiner jugendt 

Zu-steht manch widerwertigkeit, 

Hat doch sein hoffnung alle zeit 

Zu gott, der in des als ergetzt 

8A Endtlich zu ruh und frieden setzt. 

• 

4 H kilnlolloh. A königliohe. 8 der durch sein h.] S des gnedig hent. 
V H vnjtliieoks. 10 lObliohen] S froliohen. 11 S in Ordnung ab. 14 S 

(»«Im Imldiiliohfji loldan. 16 S nembt. 19 S Nembt es. 20 8 andren. 
"I H wurt. 2ft ftindUohaffl] 8 anstos. SO SK fielst. 32 manoh] 8 tu. 



Zum vicrden bey Sidonia: 

Welche juagfraw noch lebet da 

Schamhafft, tugendtlich und /fichtig, 

Von aller nnzucht ist abflüchtig 

In oinr züchtigen, erring lieb, 

Die trew nnd sieht hat irn trieb. 

Derselben gott auch an dem endt 

Einen frumb ehgemabcl seudt. 

Znm fünfften bey dem Gendolet, 
i Der ao untrewKcli handeln thet, 

Das noch all aolich nbeltheter, 

Neidig nnd trew lose v er reter. 

Die frum nnd ehrlich person 

An sciiuldt diehlich verklecken thon, 
. Ein schelraen- gruben grabn allein, 

Fallen doch endtlich selber drein. 

Darhey man augenscheinlich sieht, 

Das gott selber sitzt am ge rieht, 

Stürtzt den bötiwicht zn rechter zeit 
i Und hilfft aus wider- Wertigkeit 

Den frommen, das in aufferwachs 

Frewdt, friodt und ruh. Das wünscht Hans Sachs. 

Die person inn die comedi: 

I. Heroldt. 

> 2. Agrillna, künig in Britania. 

3. Sidonia, sein tochter. 

4. Pontus, des königs son auß Galicia. 

5. Elosina, die alt Yertrieben küngin. 
ti. Eloiaa, die hoüjungfraw. 

> 7. Seneachal, der holhneister. 

8. Hertzog Gotfried. 

9. BroduB, der soldan. 

10. Der erst heidnisch ritter. 

II. Der ander heidnisch ritter. 



4 8 Van »Ulm (Dnk b 8 Hat als gloioh «in in oron lieb In ateter 

trew pstjodig plieb. 8 S Ainen framen geumhol. A Ha, 13 S Die ander 

frumb, erheb person. 16 grabn] fohlt 6. 31 B in. A Im. SB S Eloslnn, 
dio alt kUnigin, sein munter. 31 S Produ*. A Bredua. 33 U.li. 34 Wall, 
2 htidulich riter. 



426 

12. Reinhardt, der waldtbrndcr. 

13. Gendolet, der verreter. 

Anno 1558 jar, am 17 tag Januar^. 
8 Unter dem datum ISS8. Ei find 1251 t«tm. 




[AB3,2,258.K3,2,528]0omedia mit 9 personen: Der 

Perseus mit Andromede, nniid hat 5 actus. 
Der ernholdt tritt ein, neigt sich unnd spricht: 

Glück spy den edlen, crenvesten, 
;, Erbarn und ausserwelten gesten, 

Herrn, frawen und zttchting jungfrawen! 

Zu euch kumb wir auff gutem tränen, 

Ein comedi zu recedini, 

Freu dt und kurtzweil mit recreirn, 
i'i Welch materi beschreiben thet 

Oridius, der hoch poet, 

In seim buch Methamorphosim, 

Und hat diesen iahalt in im: 

Wie Danaes, die tochter hie 
15 Des mechting köng Acrisiy, 

Entpting in einem gülden regen 

Von Jove Persenm, den degeu. 

Welcher auß raht Minerve rein, 

So was die leiblich Schwester sein, 
■■■ Medusa ir ha übet abschlug, 

Darmit er über mere tlug 

Zu dem grossen könig Atlas, 

Den er umb herberg bitten was, 

Der in unwirs außjaget doch. 



1 Vom dichter In leisem IS gprnohbnohe vom 16.1 bis 168 blatt infge- 
-:.r ■■■:.. ■:. 4 A edlen vnl er. rod] fehlt S. SS Erben. o 8 Herrn, 

frawii rtiit junckfruKii. 7 8 giiotcu. K gut Tertrawen. » mit] S it. 10 S 
Weichet gedieht. 15 & kilng Aorieaiy. A könig Aorisj. 16 S Zw Argot 

•j[j(|j|iiiE in lim regen. 19 S Aiuui kilniget doohter foin. BK lieblich. 31 

6 Vad dannlt rhtr mein flueg. 



428 

Derbalb Persens furher zoch, 

Ließ sehen in Meduse haubt, 

Im augenblick wart er beraubt 

Lebens und menschlicher natnr, 
5 Dnd zu eim grossen berge war. 

Der berg noch Atlas ist genandt. 

Nach dem flog er in Morenlandt 

Fund in dem meer an einem stein 

Geschmidet ein jnngfraw allein, 
[G 3, 2, 192] Die könig Cephei tochter war. 

Die stand da in grosser gefahr, 

Ein meerwunder solt sie zu-reissen 

Und sich von irem leibe speissen; 

Das thet Perseom hart erbarmen 
15 Dnd waget sein leib für die armen, 

Erwürget das grewtich meerwunder; 

Die jungfraw gab man im besonder 

Zu einr gmahL Als die hochzeit war, 

Kam Phineos gewapent dar, 
10 Wolt Perseum erwürgen than. 

Mit gwalt nemen die braut darran. 

Perseus sich lang mit im schlug, 

Meduse haubt doch furher zug, 

Erschreckt mit sein feindt all gemein, 
s5 Das sie wurden zu merbelstein. 

Wie solchs geschehen ist auff erdt, 

Ir als hören und sehen wert, 

Baide in worten und gebert. 

Der heroldt geht ab. Perseus tridt ein, redt mit im selb unnd 
30 spricht: 

Ach mich Terdreust im hertzen sehr 
Der grossen schandt, schmach und unehr, 
Die ich ietzundt erdulden muß. 
Mein anher, köng Acrisius, 
sa WH glauben nit, verlaugnet frey, 
Das ich warhafft geboren sey 

3 S wart. 10 S Cephey. A Cophei. 11 S Die erwartet da in ge- 

far Ali» tnerwunder». solt. 12 K lerreissen. 14 Das] 8 Die. 18 S 

ajnr gmahl (A ffnahe^ ab nun. K 7a einer gmahel. ab dhochieit. 19 K 

et, 11 SB nemen. A namen. darran] S hindon. 23 S Meduse. 

*- t J| 8 Wn toUkt 4et frtt «telexl 54 8 kttag. A konig. 




l a 






429 

Von seiner tochter Darmes, 

Wunderbar entpfcncknuß gemeß, 

Von dem höchsten gott Jupiter, 
, 529] Der sich zu ir von oben her 
.-. In einem gülden regen goß 

Zn meiner matter in ir schoß; 

Wann sie von meim anherren liert 

Auff einem thuren war verspert, 

Auli' das kein manßbildt n ir kemb 
ja Und auch keinen gemaliel nemb, 

Weil im vorhin war weißgesagt: 

Wenn ein kindt trüg die selbig magdt, 

Von dem" selben kindt würdt er eben 

Nach der zeit verlieren sein leben. 
is Als baldt mein anherr innen war, 

Und das mein mutter mich gebar, 

Erzürnt er und wolt uns erlrencken; 

Doch iliet er milters sich bedencken 

Und schloß uns beide in ein schrein 
so Und wartT uns auff das meer hienein. 

Da trieb der windt uns baidesain 

An das gstadt in Apuliam. 

Da wurt wir auffgefangen do 

Von dem könig Pilumio. 
is Der mein mutter zu gniahel ium 

Und erzog mich auff gar ersam. 

Des trew thu ich lob und ehr sprechen, 

Dargegen aber wil ich rechen 

An Acrisio, dem anherrn mein, 
3i> Mein seh mach und die groß untrew sein. 

va, die gÖttin der weißheit, schleicht hienein unnd spricht : 
Perseus, will das untersthan, 
So will ich dir ein beystaudt than, 
Die weil Acrisius mit bracht 
as Yü-t alle götter hat veracht. 

Hat Bacho sein tempel zerbrochen. 

E thurn. S wan. IQ S Vnd sie nooh h»in. II 8 forlangit. K wird. 
13 dorn] fehlt B. 18 B n. A *ra. CK mftleri. 31 B An das gsiUL 

Apnllam. 14 B Pilumio. A Piluimo. SS 8 Vnd mioh nueg er auf. 36 

S Bmqo (A linolic) leios thcmjicl prochoB. 



»* 



480 

Auff das solchs an im wirt gerochen, 
Wil ich trewlich helfen darzn. 

Perseus spricht: 

So zeig mir vor an, wer bist dn? 
5 Auff mein trew so kenn ich dein nicht. 

Minerva spricht: 

Mein Persee, so nim bericht, 

Ich bin warhafft die Schwester dein. 

Perseus spricht: 
10 Ach sag, wie mag das selbig sein ? 

Minerva spricht: 

So wiß warhafft, das ich bin worn 
Auß des Jupiters hirn geborn 
Und bin die göttin der weißheit, 
15 Minerva, and wil dir alzeit 

Beystehn, mit weißheit dich begaben, 
Dieweil wir einen vatter haben, 
Des solst da dich za mir versehen. 

Perseus spricht: 

20 Mein Schwester, so thu mir verjehen, 
Wie ich mich an dem gottloß frechen, 
Meinem anherren müg gerechen. 

Minerva spricht: 

Darzn mast habn Meduse haabt, 
«5 Darmit dein anherr wirt beraubt 
Seins lebens und menschlicher natur, 
Welche von mir verfluchet wur. 

Perseus spricht: 

Ach zeig mir an, du edle frucht, 
so Auß was ursach hast du verflucht 



1 S solch 8 an im wert. K ßolohs werd an ihm. A solSohs. 5 dein] 

S dich. 7 6 nem. 10 S Sag mir wie kan. 17 8 Weil wir paide ain 

vater. 18 6 soltw. 25 S Dardaroh. 27 6 Welch* hanbt von. 




Des bönigs tochter Mednsam? 
Minerva spricht: 
[K3,2, &30]Wiß, Ja hat Neptunus an acham 
Dulerey in meim teropel trieben; 
ä Wann er tbut sie ohu massen lieben. 
Wann sie war überzart und schon, 
Sam kern sie auß der götter tron. 
[AB 3, 2,259]Drumb sprang er zu ir auß dem meer, 
Beraubt sie mit gwalt irer ehr. 
10 Von ir ist Pegasius worn 

Das grewücbe meerpferdt geborn, 
Derbalb liab ich verwandelt baldt 
Ir schön in grosse uugestalt: 
Für ir gülden fliegendes har 
is Hah ich ir lassen wacbssen dar 

Ir haubet vol grewlicber schlangen, ' 
Die ir über ir angsicht hangen 
Neben, vornen und auch binden. 

Pereeua spricht: 
.■" Wo sol ich die Medusam linden, 
Das ich ir baubet nem mit gwaltV 

Minerva spricht : 
Geh bienauß in den finstern waldt, 
Da findest Medusam aliein 

u In einem tieffen, holen stein. 

Darbev wirst du stehn finden schier 
Obn zal alierlcy wilde t liier: 
Löwen, bern, wölff, wilde scbwein, 
Die all verwandelt sindt in stein 

■■■ Und sthen vor der hol unbewegt; 
Derbalb geh durch sie unerschreckt, 
Ir keines kan dir schaden thaii. 



. 



Persona spricht: 



i S ihet i«r MeduMtn, B S Weil S «oh flu : trön. 10 S PegMlni. 

Ptguaii. B I'emuii. 13 S Ir urte tchon in vngmtalt. 16 8 giftiger. 

IT 8 Hin Haber ir tngiieht «.bhmgon. IS 8 foren. 20 S M«dus», 31 S gwalt. 
A goümlL. 20 S wiiite Ken aoben. 2B in] 8 iw. 30 8 lUnt. 



432 

Minerva, ich Ht, zeig mir an, 
Wie das die selben thier gemein 
Verwandelt worden sindt in stein? 

Minerva spricht: 

5 Medusa baabt bat die natnr, 
Das all lebende creatnr, 
Wer das anschaudt, groß oder klein, 
Das wirt verwandelt zu eim stein, 
Mensch oder thier, sey was es wöl. 

10 Persona spricht: 

Wenn ich denn mit ir kempffen söl, 
So muß ich sie ie auch ansehen. 
Sag, Minerva, wie sol mir gschehen? 
Wirt ich auch zu eim stein werden? 

15 Minerva spricht: 

Persee, vor solchen geverden 
Nimb hin mein christalinen schildt. 
So baldt du sie angrewffen wilt, 
So hab durch den schilt dein gesicht, 
so So kan ir flach dir schaden nicht. 

Persans spricht: 

Nun so wil ich gehn in den waldt, 
Sie suchen und wil der gestalt 
Mit ir kempffen nach deinem raht 
»5 Und ir auch nemen an der Stadt 
Ir haubt. Denn wirst mir sagen wol, 
Wie ich darnach den brauchen sol 
An meim anherren solichs haubt. 

Minerva spricht: 

so Wenn du sie des haubts hast beraubt, 
Denn leg an das gnugelt fußkleidt, 
Welches Dedalus hat bereidt 



tat 14 K Word. E einem. 16 SCK tot. A tob. IS 

A Mtreffen. 21 6 P. nembt den schilt 27 den] fehlt 8. 



433 

Und schwing dich dartnil uiicr meer 
Getan Argos; alda du ein-ker, 
Thü zu Acrisio eingehn. 
Zu deim auherren und grub den. 

5 Und zu vergelten im sein duck, 
So nein das haubet von deim rück, 
f)31]Thu darnach dem nntrewon alten 
Das augsicht für sein äugen halten. 
Baldt er sieht das angsicht allein, 

10 So wirt er verkert in ein stein. 
Darmit wirst du und alle göt 
Gerochen, und er muß zu gspöt 
Da stehn biß an den jüngsten tag. 
Glück zu! Verriebt nach meiner sag 

I* Das gsckefft, das dir nii fehlen mag. 

Sie gehen buido ab. 



Peraeue gehet ein in Beim geflügelten füßkleidt, trefft das haubt 
Meduse mit den aohlangen unnd spriuht: 

su Nun hab ich gar sighafft beranbt 

Meduse ir ungestalt haubt. 

Dem ich selber darff schalen nicht 

In sein grewliches angesicht, 
(C3, 2, 193] Ich wart sunst selb zu einem stein, 
■j. Muß hinterruck schatten allein. 

Mit dem ich her geflogen kam 

Über das heiß landt Libiam, 

Das haubt aber noch blutig was 

Und tröpflet herab in das graß. 
so Bald das blut thet die erdt erlangen. 

Das würt als zu kröteu nnd schlangen. 

Des wimmelt das landt unziffers vol, 

Das sah ich hoch im lufft gar wol. 

3 ? AerUtio. 
fnßkieid. 2S Und] > 



434 

Nun bab ich die hiwlischen Strassen 
Mit meinem tlug itzundt verlassen. 
Die ich mit dem haabt hab durch-drungen, 
Ilab mich rab auff die erdt geschwungen, 

b Weil sich die sau geoeiget hat 
Und die finster Dacht daher gat, 
So wil ich gleich haben mein rw, 
Bej könig Atlas lenden zu, 
Dem grossen gewalligen man 

10 Und bey im mein naclit-Ji erbrich ban. 

PerBella gehet ab. König Atlas gehet ein und sprict 
Ich bin ein könig. mecbtig nud groß. 
Auff erdt i-t keiner mein genoß, 
leb hab ein köstlichen obßgarten, 

r. Des mir teglich hüten and warten 

Zwen groti, grewlicb, erschröcklicb t rächen 

Die mir in tag und nacht bewachen. 

Auch ist der gart ohn menscheu-hendt 

Mit gebirgen und steinur wendt 
10 Und mit holtz wunderlicher art 

Ringweiß so gwaltig ist bewart, 

Auff das mit' niemanilt steig darein 

Uud mir abbrech die opffel mein, 

Welche all sindt von klarem goldt, 
■ Sinbel und glat, die hab ich holdt. 

Kein könig lebt in Orient 

Dergleichen in Occident, 

Der mir den garten kündt bezalen. 

ledoch so muß ich mich vor allen 
so Fürchten vor eim ainig allein, 

Derselb Jupiters son wirt sein. 

Mich der gnlden opffel berauben. 

Wie mir bat weißgesagt auff glauben 

Themis, die aller-weist göttin, 
:i:. Auff das ich fleissig achten bin. 

Die sunn wil ietzundt gehn zu rast. 



I itiuodt] S 

8 lUiusi "Biii. 

SS. 31 8 op/el. 



Bniliah. 10 S faerberg. 14 S doa kOatliohiUn. IS 

SO 6 gbueli. 21 8 so gewaltig ftwtit. i.t] CK fest, 

opffel. 2b S Sinbel lotunii dio. 27 S web in. 30 8 



435 

Dort necht sieh her ein rrtmbder gast; 
Gfelt es mir, und ist es mir lieb 

Ich im iieindl die nacht herbrieg «ib. 
Wo nit, so jag ich in haldt auu, 
:. Das er mir räum mein liönglich hauü. 

[K 3, 2,532] FereeuH kumbt, neigt sich unnd spricht: 
Großmechtiger köng, es ist mein hit, 
Hoff, du werst mir abschlagen nil. 
Das da mir herberg gebest za, 
10 Bev dir zu haben mein naebtru. 
Morgen wil ich wider darvon, 
Soll gar kein nachteil von mir bon, 
Das schwer ich dir ohn arge list. 

König Atlaß apriaht: 
[AB3,2,26U]So zeig mir vor an, wer du bist, 
Ich nimb nit auff ein ieden gast, 
Mir selb zu einem überlast. 
Sag mir vor an die warheit recht. 
Von was adels, stammen und gscblecbt 
*o Do bist von den eitern geborn. 

Persona Bprioht: 
Danaes ist mein matter worn, 
Kin tochter köng Acrisü, 
Weicher zu Argos wonet ie, 
n Der warbaiftig mein auberr ist. 

König Atlas spricht: 
Sag da mir auch an binterlist, 
Wer ist gewest der vatter deio? 

Ferse üb aprieht : 
m Ach, das iat Jnpiter allein, 

Der höhest gott, gwaliig and mechtig. 

f 8 OafeU. 8 Tod Iit mir liab. 3 S hsrberg. S CK min. 1D 

S Pay dir diu oaobt it h»hn rw. in 8 Dem Ig S Sag mir anab an. 

CK .nhlecht. MS Pw v.T! data (K) altern pim gaporn. 24 8 Argoa. 

A Argei. 36 B Der <elb warbaft mein. 30 8 Asb dar Iat. 31 8 Dar 

hoohat got gewaltig. 



436 

Herr könig, des sey ingedechtig 
Und herberg mich von seinet wegen, 
So wirt dir auch von im der sogen 
Und wirt dich und dein reich begnaden, 
5 Wil dir auch sein ohn allen schaden, 
Hoff, du schlegst mir herberg nit ab. 

Atlas spricht: 

Troll dich von mir! Wiß, das ich hab 

Kein last zu Jupiters geschlecht. 
10 Er ist ein gott, falsch and anghrecht, 

Der den menschen vil Schadens thnt 

Mit sein kinden, und wenig gut. 

Er schaut hagel und ungewitter, 

Sturrawindt, donner und blitzen bitter, 
15 Vil weibßbilder hat er verfürt 

Zu sachen, die keim gott gebttrt 

Des hast du sambt im kleinen rum. 

Persans spricht: 

Sag an, mein herr könig, warum 
20 Redst du so übel meim herr vatter, 
Der aller weit ist ein woltater. 
Furchst du denn nit sein strenge räch? 

Atlas, der könig, spricht: 

Da frag ich eben nichtssen nach. 
25 Ich bin so gwaltig wol als er, 

Weder landt noch leut ich beschwer, 
Wie dein vatter. Darumb weich auß 
Von meinem königlichen hauß. 

Ferseus spricht: 

so Ach, waß zeychst mich? Wo sol ich hin, 
Dieweil ich ietzt benachtet bin? 
Sollen mich in waldes refier 

Zu-reissen heindt die wilden thier? 

* 

2 S seinent wegen. 6 S sohlaohst mir nit herberg. 11 S schaden. 

12 S Mit seinen kindn vnd w. 13 S hagl. 17 S Des (A Das) hast sambt 
Im ain klaineo rum. OK Deß. 20 6 Retstw. A Redt*. 25 S wol so 

twtltig. 33 OK Zerreissen. 



Laß mich nur acht stundt bey dir sein. 
Biß das au ff blickt der sonnen schein. 
Lenger ich selber bleibe nit. 

Atluß stöhnt in und spricht: 
t Weich auß ! weich auß! es bilfft kein bit, 
Mach wenig wort und zeuch dein straß. 

Perseus spricht: 
Weil da mich denn auß neidt and haß 
So nnbarmhertzig jagest auß, 
10 80 wil ich dir in deinem lianli 
[K3, 2, 533]Lassen ein letz so wunderbar. 
Das fiirliiii über tausendt jar 
Den menschen sol vor äugen stan. 
Schaw das angsicht, du grosser man. 

Perseua helt ihm das haubt Medusa für; Atlas fleucht, kuiubt 
wider, ist ein grosser berg. Minen'u kummet und Bpricht: 

Sebawl schaw! Atlas, du grosser rieß, 

Itzundt siehst du war und gewiß 

Durch der mechtigen götter werck 
m Zu einem groß mechtigen berck. 

Dein fleisch, ädern, blut und gab ein 

Ist worden ein sollicber stein. 

Auch ist worden dein hart und bar 

Zu einem waldt von paumen gar, 
n So sindt auch deine augeu baldt 

Worden zu zweyen bruunen kaldt, 

Dein naß und mondt dir ist worn 

Zu zway grossen speluncken vorn. 

Dein baabt and achseln reichen ietz 
so Hienauff biß an des bimels spitz, 

Die wolcken bedecken dein lenrft 

AuS dir rnet das gantz tirmamendt, 

Sann, man and das gestirn fürbaß. 

Dem berg beleibt dein nain Atlas 

1 bey dir] 3 hinein. 1 S Pii dne die mor^enrot erschein. II B 

S fortbin. 1 7 8 dw groier. A dar groiee. II 8 »dem, pluet, fltiseb. 

21 ■ollioher] S galigar. 31 8 Dein uuind rnd niaoo die jlnt (orn. K und 

dein mund. 2b S 'Li iwmjsn groin ipaluDokeu warn. 33 CK un.uni. 



488 

Von ietzt an biß an jüngsten tag. 
Solcfas hab dir von der götter Mag 
Auß einem rechten 



Persona spricht: 

5 Ach mein Minerva, sag doch mir, 
Was ist mir nun zu timn fürbaß? 

Minerva spricht: 

Mein Persee, gehin dein straß 

In seinen köstlichen obßgarten, 
10 Des ietzt tue trachen sollen warten. 

Die ietzundt baidt entschlaffen sendt. 

Brich von den paomen mit deinr hendt 

Der gülden öpffel anff diß mal, 

So ril du ir wilt an der zal, 
15 Die bring zu eira raub mit dir her, 

Anff das sein weissag warhafit wer, 

Weil dein vatter ist Jupiter. 

Sie gehen beide ab. 



Actus 3. 



Persona knnibt mit den gülden öpffeln annd spricht luMinerve: 

Minerva, nun wil ich zu handt 
Mich schwingen hin in Griechenlandt 
Mit dem schätz, den ich hab geraubt 
Wil meim anherrn zeigen das haubt, 
s& So baldt ich in zu Argos findt 

Minerva spricht: 

Es sindt dir ietzt wider die windt, 
Zu fliegen in der Griechen landt. 
Laß liegen zu der lincken handt 

* 

1 jfltat u]Sin. 3 S grtefaUn. 13. 20 S öpfeL A opfftL lf war 
Ufc] 8 im war. 19 S Actm* tereiu». 21 S Minen*. A Minoru. 25 
iiftt. A Argw. 29 lieg««] 8 kriechen. 



439 

Und ker in Morenlandt dein flug. 
Da wirst »eben wundurs genug , 

Bcy dem mechting könig Cepheo. 
Volg mir, fleuch nit hin anders wo! 
,i Daselb wil ich auch bey dir sein. 

Peraens spricht: 
Minerva, liebe seh wester mein, 
Was du mir rätst, des volg ich dir. 
Ich hoff dein gunst, die wem bey mir, 
[C 3, 2, 194] Weil wir rechte gescliwistret sein. 
Von Jnpiter gezeugt allein. 

Sie gehen baide ab. [K 3, 2, 534] PhineiiB kumbt mit dem fürsten 
Ada und spricht kläglich:, 

Acb, weh des grossen Jammers schwer, 
15 Der ietzundt waltzet auff mich her. 
Mein grosse uberschwenc klick l'rewt, 
Die ist mir gar verkeret bent 
In das aller-bitterst hertzleidt. 

[AB ■;, 2, 261] Atis. der füret, spricht: 
in Was feit dir doch? sag mir bescnaidt. 

Es wundert mich, das du auff erden 

Forthin nur magest trawrig werden, 

Dieweil dir konglich mayestadt 

Zu einr gmahcl versprochen hat 
■a Andromeda, die tochter sein, 

Die schönst von leib, so zart und rein, 

Vol zucht, sitten und aller tagend!, 

Die andienst, bittender jugendl, 

Dergleich die sann nie nberschin. 
so Wie kan den dein hertz, mnht nnd sin 

Trawren, wenn du gedenckest au 

Das boldtselig bild, wolgethanV 

Werst du halb lodt auff dieser eru. 

So solst du frisch und gesundt wem, 

3 ittna] 8 finden. 7 8 

11 8 Bruwgt, 16 S «halt. 

S lertronnat. 23 SK dir. 

gleich. 33 S erden: werdon. 




MO 
Wenn da der zarten fchest gedencken. 

Phineue, des konigs bruder, spricht: 

Ja, das thut mir mein hertz bekrencken, 
Das ich ietz muß verlieren die, 
5 Von der dn mir denn sagest hie, 
Die tugenthafft and ehren-werdt, 
Der ich forthin aaff dieser erdt 
Lebendt nit viel wirt sehen mehr. 

Atis, der fürst, spricht: 

10 £y, ey, das mtist mich rewen sehr. 
Von den dingen weiß ich gar nicht. 

Phineus, des konigs bruder, spricht: 

Mein Atis, weist nit die geschieht, 

Das mein geschwey, die künigin, 
15 Auß zoren in lauter ansin 

Geflachet hat dem Jupiter, 

Dem höchsten gott, der bald hieher 

Geschicket hat Mercurium 

Zu meinem bruder Cepheam, 
so Hat im die trowort lassen sagen, 

Er sol kurtz innerhalb drey tagen 

Andromedam, die tochter sein, 

Schmiden im meer an einen stein 

Mit ketten an henden and fassen, 
25 Der iren matter sünd za bflssen. 

Alda sie fressen sol besonder 

Ein schröcklich, grawsam, groß meerwunder, 

Ließ im darneben sagen an: 

Wo er das selbig nit wolt than, 
so So woi er Neptunum bestellen, 

Der selbig maß das meer aufschwellen, 

Sein gantz königreich za ertrencken, 

In grundt verflössen and versencken. 

Ob sollich erschröcklicher that 

1 8 gedenken. A bedenoken. 3 Ja] 6 Gleich. 7 viel] 8 lang. 

6B0K da«. A des. 10 6 Vnd Cepheo, meim prüder fmm Dieee pot- 

IB lauen sagen. 31 8 müei. K mdO. 34 8 solcher. 



411 

Hat der könig gehalten ralit, 

Wil eh sein tochter in Unit gebe», 
Das sunst alles volek bleib bey leben; 
Wann besser sey, das ein mensch sterb, 
s Weder das gantz kongreieb verderb. 
Nun heut ist gleich der dritte tag. 
Das die jungfraw sterb, darumb klag 
Ich dir mein grosses hertzen-leidt. 

Atis Hp rieht; 
io Von dem weiß ich nichts »uff mein aidt, 
Hab zu hoff nit gehört ein wort. 

Pli in buh spricht : 
Ja, man helt es stil an dem ort, 
[K 3, 2, 535] Vermeint die blag zn unterkummen. 

is Man hat tausendt haubt viechs geuumincn 
Und dem Jupiter opffer thon. 
Der es doch nit wolt nemen on, 
Sonder die jangfraw, die muß sterben. 

Atis spricht: 
io Ey schadt ist ie, das sol verderben 

Ein sol lieh adelicbes bildt, 

So hol dt sei ig und tugendt-mildt. 

Ach gott, wie sol die künigin 

Sein also gar trawriger sin, 
aa Weil sie selb schuldig ist daran, 

Phineus, des königs bruder, spricht: 
Ey, kein mensch das außspreeben kau. 
Die alt küngin die ist darummen 
Schier gar von iren sinnen kommen, 
so Wil gar kein trost nit nemen an. 
Sie schaffet von ir iederman 
Und hat verlobt bey aides-pflicht, 
Nit mehr zu-kumb an tage s- licht. 



1 8 Vnd wll »in. 4 S H*lnt, 


p««r. 


7 Wann 


. A Wann. lt 


6 H»h «t hoff dsrfQD ghnrt kiiin wo«. 


30 a . 


ioh»d ist 


»■ io. 31 SBCK 


nioliobe*. A mJtlk'hi. 33 8 komn. 









Dergleichen der brader mein 
Kau vor grossem Jammer nit wein, 

Sonder sitzt da, tlmt sich bekrencken. 
Ein seafftzen auff den andern sencken, 

s Gar baldt wirt er die lochter sein 
Ann" das wildt meer füren hienein 
Und selb scbmiden an einen stein 
Und wirt sie denn lassen allein 
Das wlltendt weerwnnder zn-reissen 

10 Und sieb mit irera Heische speissen. 

Atia, der fürst, spricht: 
Wie wenn der köng zwölff kuner man 
Ließ zn ir au ff den felsen stan, 
Für die schönen juugfraw zu kempffen, 
iä Das grewlich ineerwunder zn dempffen. 
Ich wolt ir selb auch einer sein, 
Wagen das junge leben mein. 
Wer weiß, wo glück mit-teilt sein gnnsL 

Phineua spricht : 
:■.■' Ach, es wer leider als omb snnst. 
Das meerwnnder hab ich gesehen 
Gester dem teils im meere neben, 
Stieg auff den felß herauß dem meer 
Und suchet die jnngfrawen sehr. 
*» Es sah gleich einem wassertracbeu , 
Dag fewr schoß im anß dem rächen. 
War auff seinem rück hörnen gantz, 
Hat wol ein klaffter langen schwante, 
Hat auch zwen flu gel in meers-grufft, 
so Dannit schwingt es sich in die lufft. 
Sehr grawsam scharpff waren sein klaen, 
Ich glaub wol, alle die im nahen, 
Die sindt alle des todtes eigen, 
So grawsam tbet es sich erzeigen. 



S S Nun wirt 
tO S tod iram. 

SO S Ach, 
30 S ob. t 



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443 

Nun laß ans gehn, wann es ist spadt, 
leb wil an des meres gestadt 
Und sehen auff deu feiß hienein 
Sterben die all er- liebsten mein, 
Muli urab sie ewig trawrig sein. 

Sie gehen baide ab. 



Der könig fürt sein tochter ein und spricht; 

Andromeda, liebe tochter mein, 
in So! ich auff heut dein hencker sein, 

Das icb dich selber für zum todt. 

Weh mir, weh mir, der angst und noht! 

Solst du ietznnd werden besnnder 

Ein apeiß dem schrecklieben meerwunder. 
[K 3, 2, 536] Ich Lab selber verwilligt mich 

Zn sterben, mein tochter, für dich: 

Jupiter aber thet mich beschemen, 

Wolt mich zum opffer nit aunemen, 

Sunder dein rein jungfrewlich blut, 
m Auff erdt mein schätz und höchstes gut, 

Mein ewgelwaid, mein frewd, mein wuu. 

Wie sol ich an dich leben nun, 

Der ich ohn dich nit leben kundt 

Auff erdt kein tage oder • ruinlt . 
» Das muß alle götter erbarmen 
fAB3,2,262]Uber mich armen aller armen. 

Ändromeda, des königs tochter, spricht : 
Hertz-lieber vatter, ghab dich wol, 
Weil es nit anders kan und sol 

I 8 gen, ei ist ann (pal. 3 8 mar«. A msan. b ;ie| 8 die. T 8 
»tat qnmrtui. S S kllnlg Cepbetu. 11 6 »elbert fuor in. 13 S Boltw 

i> md. A ietiunder. IS vtrwilligt mlohj B gu williolloh. IS S Mein 

doohter, wollen Horb für dloh. 31 8 ewgelwnid. A eugulwaiil. 2b S 1>bi. 

28 8 gbab. A gebab. 10 6 andera. K ander». A ander. 



444 

Zu-gehn, und ist der götter willen. 
So laß dein hertz die hoffnnng stillen, 
Das ich nach diesem leben fahr 
In das Campo Eliso dar. 
5 Ich will auch willig darumb sterben, 
Weil ich mit meim todt kan erwerben 
Errettung meinem vatterlandt 
Von verderbung des meres handt 
Des wil ich sterben mit gedult. 

10 Der konig Cepheus spricht: 

Tochter, mich dawret dein unschuldt, 
Das du 80lt sterben an dem ort 
Von wegen der unbsnnnen wort, 
Die dein matter samb ohngefehr 
15 Redt wider den gott Jupiter; 
Das solchen worten folget nach 
Ein solche unmenschliche räch, 
Das du Verliesen must dein leben. 

Andromeda spricht: 

so Meinr fraw mutter thu ich vergeben, 
Weil sie das hat unwissendt thon, 
Nit gmaint, das kämmen solt darvon 
Solch übel über mich armen gmein, 
Das auch so rachselig solt sein 

25 Der oberste gott Jupiter. 

Weich baldt, mich dunckt, es kumb dort her 
Das grawsam meerwunder verflucht, 
Das mich da zu verschlicken sucht. 
Gesegn mir die fraw mutter mein 

3o Und laß dir sie befolhen sein. 
Trost sie, das beste ir vorsag, 
Das sie in unmuht nit verzag, 



2 hoffnnng] K götter. 3 S W«H. 4 8 In (Im Campo Eliso. A In 

Campo Eiisiso. C EusUio. K Eusüsiso. 6 8 loh auoh willig geren sterben. 
8 8 meres. A meers. 14 samb ohngefehr] S ansties ongfer. 15 8 Neohst 
wider den. 16 6 Das toloh sohl ©cht worten. A Der solchen- 20 8K Meinr. 
A Meiner. 23 8 Soloh nebl rber mich allein. 26 S Weich pald, es kompt 
foa weitten her. 28 S rertchlueeken. 30 8 sie dir. 



445 

Verzweifle], thu ir selb den todt, 
Weil sie mich bringt in grosse noht 
[C 3, 2, 195) Durch ir unbebütsame znugen, 
Das mir armutseligen jungen 
■ Genummen wirt das leben mein. 

Cepheus schleust ir die hendt in die bandt unnd spricht I 
scbmertzen grob ob aller pein, 
Wie aol mir armen vatter gscheben, 
Das ich dich fort nit mehr sol sehen, 
in Da aller-liu hste tochter mein, 
Welche ich ie einig allein 
Erzng in deinr bittenden jngendt 
Auff aller schön znebt, sitten und tngendt, 
Der dn tregst aller ehren krön. 
t& Nnn weil ich dir nit helffeu kou, 
Mit scbmertzen ich von dir omb-kcln. 
Wirt forthin frölich nimmer mehr. 

Der könig tridt von ir auff ein ort und spricht: 

Hieher ich aaff den felsen steh 

*• Und wil zn-sehen mit hertz-woh, 

Wie es meiner tochter mit dem 

Meerwnnder doch ein ende nein. 

Andromeda sieht gehii hiinel und spricht : 
[K3, 2, 537] Nun so bin ich arme dermassen 

k Von menschen and göttern verlassen, 

Steh da bundeu, und wart mit not 

AutV meinen erbermlichen todt. 

ir götter, last ench erbarmen 

Meiner nnschnldigeu and armen, 
so Last ench erbarmen all ereatur 

Mein todt, was ie erschaffen wur. 

Was lebt nnd schwebt von alle dem 

leb ietz mein letztes urlab nem 

Gesegn dich gott, bertz -lieber vatter 

4 8 Du. A* Dtt. 16 S lirtieMliobe. 11 8 Wolicho. 13 S Auf ■oham vnd 
tueolit. CK aaf all« muht. U S Das dw trägst kowäohor gm sin krön. 

in 8 loh tniob. Ton dir kor. 18 8 auf aioon ort pesundars. 25 K glitte rn vnd 
mtDKben. Sfl 88te (A Stha) da gepanden wart mit not. 33 S trtüVTaR,^ -lAwän. 



446 

Und mntter, mein höchste woltater 
Gesegen dich gott, du köngreich, 
Ehr, frewdt und kurtzweil der geleich, 
Gesegen euch sonn, mon und stern, 

5 Mein äugen euch nit mehr sehn wern, 
Die mit zeher sindt übergössen 
Werden mit grimmen todt beschlossen 
* Und in des meers grundt versencket. 
weh von verren sich herlencket 

io Das gransam meerwunder, dünckt mich wol, 
Das mich eilende fressen sol. 

Perseus kumbt geflogen unnd spricht: 

Nun hab mein gfieder ich geschwungen, 
Darmit den hellen lufft darch-drongen 

is Hin aber berg and tiefe thal 
Von Atlaote der meil ohn sal, 
Hab non erraichet Moren-landt, 
Das mir vorhin war onbekandt 
Ich sieh ein felß dort in dem meer, 

t* Aaff dem so wil ich raen seer. 

Mich danckt, es steh von mermelstein 
Darauf ein bildt gar weiß and rein. 
Ich wil hin schwingen mein geneder, 
Aaff diesen felß midi lassen nider. 

is Pwmui kombt su ihr unnd spricht: 

Zarte jongfraw, berichte midi, 
Wer hat so hart gefangen dich. 
Dir angelegt die cißren bandt 
Und geschmiedt an des febes wandt? 
sr Sag. was da nbeis hast getbon? 

Andronteda spricht: 

Tmh unscbnldt ich gefangen ston 

Tnd wart auf das schrecklich roeerwnnder. 

Das mich verschlickeii wirt ietznnoer. 



K «• «Wim 




Drumb ritter, fleuch, ich warn dich eben, 
So lieb dir ist dein junges leben. 
Sonst iMM-t du auch sterben mit mir. 

Pe reeii b Hp rieht: 
Jungfraw, schlag auli all forcht von dir, 
Sey guter hoffnuug und getrost, 
Jcb hoff, du werst durch mich erlöst, 
Ich wil wagen das leben mein, 
Dardurcli erretten dir das dein. 

j Der könig Cephöus spricht: 

ritter, sag wer bist du doch, 
Der du dich erbeutst also hoch, 
Mit diesem meerwunder zu streiten. 
Wie ich hah das gehört von weiteu. 

5 Von was eiteren kuinbst du her? 

PeraeuB spricht: 
Wiß, das der höchst gott Jupiter 
Der selbige mein vatter ist. 
Von dem bin ich der bilff vergwist. 

d Sambt meiner Schwester Minerva, 
Welche auch ist unsichtig da, 
Wil ich das meenvunder erlegen, 
Doch wo du mir verbeisl dargegen, 
Wenn ich erlöß die tochter dein, 

i Das sie sol mein gemahel sein. 

[K 3, 2, 538] König CepheuB apricht: 
ja von hertzen willig gern, 
So wil ich dich warhafft gewern. 
Wenn du erlöst die tochter mein, 
ii Sols nit allein dein eigen sein, 
Sonder mein gantzes königreich 
Sol nach nieini todt dein sein geleich. 
Ritter, sich zu, des meeres grundt 




448 

That sich auff, es wirt kurtzer stundt 
Herauß steigD das schröcklich meerwunder 
Drümb rttst zu dem kampff dich itzunder. 
Dsrzu so wünsch ich dir gelflck, 
\3^±3C]Dm dir die götter halten rück. 

BW iw« wnnilnr kumbt, speidt fewer auß, eilt auff die jnnjr- 

&**&> g^rssus stiebt und schlecht auff das meerwnnder» steht 

_£ jas*n einander umb, biß das meerwunder feit. Sie losen 

v£* jttogfraw auff, der vatter umbfecht die toehter und spricht: 

x* Nun hat endt all mein angst und klag! 
Ich erlebt nie frölichern tag, 
Bin nun mit höchster frewdt getrost, 
Seit da, mein toehter, bist erlöst 
Ich het mich gar verwegen dein. 

u Er kert sich su Perseo: 

Und du, hertzlieber aiden mein, 
Dir sey lob hendt and immer mehr, 
Das da mit ritterlicher ehr 
Erlöset hast die gmahel dein, 
to Die sol nun gantz dein eigen sein. 

Peraeus spricht: 

Herr schweber, auff dem felß furwar 
Last auff-richten drej schön altar 
Jovi and auch Mercorio, 
s& Aach der göttin Minerve do! 
Opffert ein oebssen, kalb and kw 
Den dreien götteren darzn, 
Die mir haben den sieg gegeben, 
Das ewr toehter bleibet bej leben. 

lo Cepheus, der könig, spricht: 

mein aiden, das wil ich thon, 
Kombt, lat uns baldt gebn hoffe gon, 
Das unser frewdt auch werde in 
Die trawrig, trostlob künigin, 

* • bsvfi* 4kb Iflandtr. CK ruft dich, dich] fehlt A. • S «Ük «sr 

lf dW dotbter mein. 29 S Du «mt »fochter pfaik 33 



Auch wül wir schafft, das man bereit 
Hai dt ein königliche hoch zeit, 
Das endt nem alle trawrigkeit. 

Sie gehen mit einander ab. 



FhLneus, des könige brudep, gehet ein mit Atia, der spricht: 
Phinee, es seueindt dir das glück 
Wunderbariich in diesem stück, 
Das dein Ändromeda ietzunder 
10 Erlöst ist worn von dem meerwunder 
Durch Perseuni, der es ietznnden 
Mit einem kämpft hat überwunden, 
Das die jungfraw bey leben bleibt. 

Phineue spricht; 
iB Das selb mich zu mehr trawren treibt, 

Das ich itz wünschet, und wolt gott. 

Das mein Ändromeda wehr todt 

Und von dem meerwnnder gefressen; 

So würt doch meins trawrens vergessen, 
so So aber hat mein trawrn ellendt, 

Dicweil ich leb, nimmer ein endt 

l.'mb die zarten jungfrawen fein. 

[K 3, 2, 539] Atie, der fürst, spricht: 
Mein Phinee, wie mag d&3 sein? 
a leb kan deiner wort nit verstebn, 
Wo sie änderst von hertzen gebn. 
Wie künst und möcbst trawriger sein, 
Seit das die aller- liebste dein 
Errettet worden ist ir leben. 



a »IL 



3 3 Damit ddI nc 
S worden Tom. 18 8 war gfrem 

SS S mein. CK dar »1leHi«bit«n di 
. Uli. 



Phineus spricht: 

20 CK ul.r. 




450 

Ach, mein herr brnder hat sie geben 

Zu einer gmahel Perseo, 

Welcher sie hat erlösset do 

Mit seiner handt vod dem meerwunder. 

s Siebst du nit, wie man doch ietzunder. 
Bereit die könglicb hoebzeit za, 
Wie man zu hoff als schmucken thu? 
Schaw, wie ist der königlich sal 
Mit depm'uh geziert uberal! 

10 Siehst nit. wie köstlich zir und schmück 
Von ketten uud güldenem stück 
Andromeda sambt im jungfrawen 
Sich ietzt so herrlich lest ansehawen; 
Wie auch der adel sich bereit 

u Zu dem gestevh nun* die hochzeit, 
Wellicbe wirt gewiß anff morgen. 
Schaw, des trag ich heimlich verborgen 
Solch laidt, das ich nit mag au&sprechen. 
Mich dünckt, mein hertz im leib wöl brechen, 

w Das Perseus sol breutgam sein 
[C3, 2, 196] Mit der liebsten gcmahel mein, 

Die mir mein bruder verheissn bat 
Zu einer gspons, doch umb die that 
Mir wider gnummen und im geben; 

«5 Und ich muß darzu schweigen eben. 
Und mit schmertzen zu-sehen muß, 
Das sie mit hinfurt Perseus. 
Solchen verlust, den muß ich tragen 
Und darff weder ariden noch klagen. 

so Meinst, das sey mir ein kleiner suhmertz? 

Alis, der fürst, spricht: 
Phinee, es sagt mir mein hertz, 
Du möchat die sach wol untersthen, 
Das dir dein braut nit solt entgebn, 
ss Sunder das sie beliebe dir. 



• künidi-li. A könglicb. 



5 8 Sichatw. BCK Siebst du. A Sichts d 
10 S Giohat nit nie »ietUcho guiolimllck Von ketten, klein«, gnsldea i 
16 8 Welche hoobjoit «irl gwi.. Mit diesem verie beginn! in S eine neu« 
IS m.g] 6 k>u 2i uinD] CK «oll. 20 E Mit schwellen auch iv lehei 
5 dsrfo. 8 »riJen. A enden. 33 S kUeaat. Si BE beleihe. 



451 

Phineus, des köuigs bruder, spricht: 
Wie kündt das gsclieheh? sag du mir, 
leb volg dir, wo ich mag und kau. 

Atia spricht: 
b Wcno sie morgen die hochzeit hau 
Und zu tisch sitzen in frewdn allen, 
Wolt ich sie gerttst überfallen, 
Den breutgam Pereenm ersehlagen". 
Wer meinst, der sehr nach im würt fragen? 
io Als denn die Androineda blieb 
Dir zum gmahcl, die da hast lieh, 
üarmit het dein trawren ein endt. 

Phineus spricht; 

Sag, wie mücht ich mit, meiner bendt 
i& Ein solche grosse that verbringen ? 

Atis, der fürst, spricht I 

Mein Phiiiee, zu diesen dingen 

Wil ich dir ein gesellen geben, 

Diewetl weret mein leib und laben. 
k> Ich kau wol werffen das scheffliu, 

Des bogens ich ein nie ister bin, 

Auch sol dir bey-stehn Licapos, 

Der mein nahender vetter was. 

Wir drey wollen mit künen benden 
■i- Diese that gar gclücklicli enden, 

Todt zu schlagen den Persenm 

Sambt den, wer im zu helffen kum. 

[£3,2, 540] Phineus, des königs bruder, spricht: 
Mein Atis, weil du das wilt thon, 
sn So schweig und sag niemaudt ovvon. 
Kum dem nach sambt dem vettern dein. 
Bringt ir zu wegn die gmahel mein, 
Das ich auch uberkum das reich, 

2 kilndt] 8 mJMbl. S Und] fehlt 3. ä frewden. BÜCK nuh. A uoob. 
10 S die. A dii. 11 8 Dir miu genubel. A Dir ib einur guiahul. Dir] fehlt 
CK. 11 S Dtrmit dein UiummmMi ent. US Wie wocht iuh mit »inig« 
bist. 26 8 2.1 dot wliUgen. 33 6 wogn. A wogen. SS & &a 'via «al. 






So »ä ts seä aß soä4 ce&äek 



j34c2j»0*s ir s&& fa £s kiograea 
s 5 



Xn so v&k* vir n der efl 



m Eh deu es wirt 



Sie gellen baide ab. I>er kccig Cepfceoa» Andrameda und Per- 



Arf headt dir kwgfiefc bochzeh wirt : 

All ding aifs best ist onüairC 

Itzt werden knmmea forsten ud terra, 

Die ich geladen hab ao& ferrea 

Landen, unser hoehzeit zn ekrn, 

Uns frewdt and froiigkext zu 



Phineus, Atis unnd Tncaha* kommen mit gwerter bandt. Phi- 
9* neos spricht: 

Binder, hast nit die tochter dein 
Zo eim gemahel mir allein 
Mit wol-bedachtem muht Tersprochen? 
Sag an, waramb hast do denn broeben 
25 Dein ehr ond trew an mir darneben 
Und hast sie dem Perseo geben. 
Einem fremb bergelonen man? 
Des kan ich nit nngrochen lan. 
Darnach wist euch alle zu richten. 

»> König Cepheus spricht: 

Bruder, das selbig thu mit nichten! 
Bedenck der billigkeit allein! 
Hab ich dir gebn die tochter mein, 



riefen] 8 w Arieich. 9 SK dieeem. A dieten. 11 A Cephu. 16 
-linden lind anß ferren. IS fehlt S. Die seite in der hs. ist mit 
m ende. 19 SB Lienbmi. A Licaboe. 23 S wol- 

8 Dm. 19 8 Dünnen nraeder wii dich it liebten. 



45S 

Da sie nun stundt in angst und noht. 
Ergeben war dem grimmen todt, 
Warumb standst ir nit liilfflich bey? 
Weil sie nun hat Perseus frey 
.■ Erlöset und erret ir leben, * 
Hab ich imbs zu eim gmahel geben. 
Des soll du im billig dancksagen, 
Und weder hau noch neidt drumb tragen, 
Deinet halben wer sie ietzt todt. 
10 Des wer dein räch ein schandt und spot. 
Dcrhalb laß ab von solcher tbat! 
Wer zu räch dir hat geben raht, 
Hat dich gern einet nit mit trewen. 

Phineua spricht: 
15 Her! her! dich muß die heirat rewen! 
Bey Hercule, dem stareken gott, 
Schlacht und sohlest Perseum zu todt! 

Sie schlagen und sohi essen auff Perseum, treiben in unib. Der 
könig ap rieht: 

an Habt friedt! habt friedt! bey meiner krau! 
Welcher weiter handt leget ahn, 
Der muß eins karten todtes sterben, 
Niemandt sol im genadt erwerben. 

Po rs uns spricht: 
*& Minerva, Schwester steh mir bey, 
Weil an mich atleiu sindt ir drey. 

[K 3,2, 541] Sie jagen ihn omb. Der könig feret unter unnd schaidet. 
Peraeus spricht: 
Weil mir zusetzen meine feint, 
30 Muß ich mich änderst weren heindt. 
Wil zeigen dir Meduse haubt, 
Das du werst deiner sinn beraubt 
Und wirst stekn verwandelt allein 



3 SBCK ,'tundit. A Munal. 8 


in» it ainr gmat 


el. 


i Und] 8 


Aach. 9 8 Uoinlhulben war iio iiund 


dut. 10 H dein 


er raoh. 


A deim. 


CK Dm wer deiner ruh. IG OK dar. 


22 SCK »in« 


A ein. 


3U S 


feint. A freundt. 31 8 deiner ireft. 


33 S weilt. 







454 

Akb ein kalter 



Fersen* saigt im diu haizpt Meduse. TAcsbaa spricht: 

Das haabt wol grawaam ist gestalL 
Darmit sehredot da mich ait so baldt» 
5 Ich wü din hawen aoß den fcendea, 
Darnach mast da dein leben eadea. 

Idcabas seucht sein schwerdt aufls höchst anff und erstard t 
also, wirt an eim stein. Perseua spricht: 

Den einen hab ich zu-bereidt, 
10 Das er mir forthin thnt kein leidt, 
Wü auch zemen den andern wüdt, 
Verkeren in ein Steines bildt 

Perseua kert das naubt gegen dem forsten Atis, der spricht: 

Ich hab anff meinem hörnen bogen 
15 Ein scharpffen stralle aufgezogen; 
Den schick ich dir und deinem haubt, 
Der deines lebens dich beraubt. 

Atis stehet mit aufPgespantexn bogen, erstardt, wirdt zu einem 

stein. Perseufl spricht: 

20 Diese zwen ich gestillet hab, 
Laß von dem dritten auch nit ab, 
Biß er wirt auch zum mermelstein. 

Phineus wirfft sein wehr hin, hebt baidt hendt auff und spricht: 

Persee, thewrer beide mein, 
25 Ich bit, wölst mich lassen genessen, 
Das ich bin wider dich gewesen, 
Wölst mir vergebn, so wü ich dein 
Leib-eigen und gefangen sein. 

Perseus zeigt im das haubt Meduse und spricht: 

so Phinee, dir wirt gleich der lohn, 

* 

1 S merbelstein. 8 Perseus saigt im das haupt medose. A fehlt diese be- 

~«rkung. 6 S Dich darnach deines lebens pfenden. 7 S hooh auf »um 

H erttart also sitrent. 18 SCK stet auch mit aufgespartem. A im 

«taau 22 8 auch wert «um merbelstain. E auch wird. 27 8 Ter- 

iben. 



455 

Dein du anß nntrew thcsl nauh-gohn; 
WU ein subticles gifft dir geben, 
Welches on sclnverdtstreich uimbt dein leben: 
Das du werst zn eim mermelstein 
5 Und stehst bey den zweyen gemein 
All-bie biß an den jüngsten tag, 
Deä euch niemandt abhelffen mag. 

Phineus eretardt unnil bleibet mit auffgeha,ben h enden stellen. 
Persans spricht: 
i. Nun wil ich auch eilendt auff-sein, 

Fliegen zu dem anherren mein, 

Acrisio, hin gebn Argos, 

Der mir zu-zug viel schände gros, 

Mich und die lieben mutter mein 
in Warft auff das wilde meer hienein, 

Baide zukummen umb das leben. 

An dem wil ich mich rechen eben, 

Muß durch das haubt Meduse klein 

Auch werden zu eim mermelstein, 
|K 3, 2, 542] Wil in zwey stunden kummen wider, 

Dest cillender schwingen mein gfider. 

Miller zeit rieht zu auff dem sal 

Das königlich hocbzeit-iiachtmal, 

Das wir in hoben frewden leben. 

M Cepheus, der bönig, spricht: 

Mein aiden, wir wollen dir geben 
[C3, 2, 197] Dos glaidt hienauß, und in der neben 

Dem grossen wunder werck zu-seheo, 
lAB3,2,265]Wie du dich von der erden krufft 

so Mit deim gfider schwingst durch die luft 
Unter dem hohen firmamendt. 
Wenn du die ding nun hast volendt. * 
So ker wider, nit lenger beit, 



1 c 


K theUt, 




2 B 


soptilo*. A i 


ubtielor. 


3 8 


■ahwtrU 




i, 10 S 


niorbcliti 


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T ß Du. A 


Du. 


1t 8 


anberroii. 


A anherra. 


10 S 7.1 


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vn.er leben. 


18 S Mnn dor. 


ih medu«: 


(A Mario») 


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E.idsn l 


lil 


traud 


•Dil frolifc.H. 











Ißm vir mit frew/dt aad frofigfaeit 
Eaden die kdms&fce 



So endt skk de artikfc 
s Darinn werden wir anterricbt 
Gar fü scttaer mociHtbet 



Bej dem kömg Acrisio 

Versieht man au gottlose do, 
h Die gott verachten und sein wort, 

Werden gestrafet an dem ort; 

Danaes, die im golden rege* 

Entpnng. wein gewarnet abregen, 

Das ein weibübüd meidt gab nad sckenck, 
15 Das sie dardnrch ir ehr nit krenck. 

Persens. der heldt, zeiget an 

Ein getrewen, tagentsam man, 

Der sich imterwindt grosser ding, 

Das er lob and ehr danon bring. 
m Minerva, gottin der weißheit 

Wem die bey-wonet in der zeit, 

Wer weißheit volgt anlf seinem theü, 

Der erlanget gleich deg and heil. 

Medusa bedeot ein geil weib, 
*s Die nberaoß ziert iren leib, 

Ob der die mans-büder ernarren, 

Geleich den mermelstein erstarren. 

König Atlas, der grosse rieß, 

Zeigt an ein stoltzen man gewiß, 
so Hoch in knnst, reichthomb oder gwalt, 

Der verachtet jung nnde alt 

Den veracht widenimb die gmein 

Als ein unfruchtbarn berg and stein. 

Andromeda bedent all die, 
55 So unschuldig leiden als hie, 

* 8K rtrtUC A rontafct 14 mkti] S ftiMfc. IT 8 Aim gttrew 

22 8 Yad v«r ir folgt. K volgt. A Talg. 23 8 

gt»Mk vnd hau. 24 g«ü]«S aefcom. 26 8 Ybormas. 

X 28 S Köm«. A Koüg. 32 8 gmn. A «mmib. SS 
Uta* kk K8o TMotakfig. A TMchWfick. 




457 

Die werden doch entlieh getrost, 
Auü unverschülter pein erlöst. 
Cepheus zeigt ein ghrechten man, 
Der billigkeit erkennen kau, 

s Niinmot und gibet seiner zeit, 
Was iedein bftrt nach billigkeit. 
Pbineus zeigt noch an der gstalt, 
Wer noch übet unrechten gwalt, 
Durch auffrhur gert vil zu erwerben, 

w Thut gwiß auch seih darinn verderben. 
Atis zeigt einen heucbler an, 
Der das unrecht billigen kan, 
Dar mit beim herreu gunst erlang, 
Nimbt doch gwüncklieb bdsen anßgang. 

LS Des volg ein mau der guten straft 
Und der argen fußpfadt verlaß, 
Dardurch im lob und ehr erwachs 
Samb glück und heil. Das wünscht H. Sachs. 

Die person hin die comedi: 
tu 1. Ernloldt. 

2. Köniy Atlas, der groß rieö. 

3. König Cepheus in Morenlandt. 
J43] 4. Andromeda, des künigs tocliter. 

5. I '■■'■■ i ■. ein son Jupiter. 
» 6. Minerva, die güttin der weiühoit. 

7. Pbineus, des kßnigs bruder. 

8. Atis, ein fürst 

9. Licabaa, ein fürst. 

Anno 1558 jar, am 22 tag Uarci. 



2 8 mferaoh Heiter. 5 8 Seinot. 9 E* der mit. IS 8 Der rarool 

vol. 13 8 pein hämo. 14 S Nompt. 16 S Des folg »in man. 

Doli. A Der volg ein mang. IT B »ufwuohi. 18 S bau wünscht ii 

24 Jupiter) S Jouii. S Unter dem detnin: 886 [tone]. Bs aind 881). 



468 



Tragedia mit 6 personen: Die Daphne, eins königs 

tochter, nnnd hat 3 actus. 

Der ernholdt tritt ein, neigt sich nnnd spricht: 

Gelflck und heil wünsch wir euch allen! 
5 Herkummen sindt wir, euch zu gfallen, 

Zu öffnen ein poetisch gedieht 

Tragedi-weiß, das zu-gericht 

Hat Ovidius, der poet. 

In seinem ersten buch das stet, 
10 (Von der Verwandlung der gestalt) 

Welches mit kurtz bat den inhalt: 

Wie in dem landt Thessalia 

Ein trach sey aufferwachssen da, 

Piton, dem landt thet grossen schaden, 
i5 Den durch bit Phebus auß genaden, 

Der sunnen gott, erschossen hat. 

Ein triumpff-seuln setzt an die Stadt 

Und fürt ob dem sieg grossen bracht; 

Darob. Cupidinem veracht 
20 Mit seim handtbogen, weil er ein kindt 

War, und darzu an äugen blindt. 

Zu schmach im sein handtbogen numb. 

Cupido zürnet sehr darumb 

Und sich gar meisterlichen räch 
25 An Phebo Verachtung und schmacb, 

* 

1 Handschriftlich im 12 spruohbuche bl. 168 bis 176 extr. Aus Orids mo- 

taroorphosen 1, 452 f. 3 fehlt S. 6 8 Z? halten. 7 8 %w hat ghrioht. 

8 S Ouidius der gros. 10. 11 fehlen S. 15 S Den phebus durch pit. 18 

" Vnd trieb mit dem sieg. 10 S Cupidinem. A Cupidem. CK gar reraoht. 

littioüohen. 25 S An Phebo der pewissen sohmaoh. K Phebeo. 



Scholl in mit einem golden stral, 

Züiil an sein hertz in lieb zumal 

Geba Daphne, einr jungfrawen zart, 

Die auch von im geschossen wardt 
5 Mit einem bleyen fogel-boltz, 

Lescht all ir lieb and macht sie stottz, 

Veracbt Phobnm and in darnach 

Flocb, wo sie in hört oder sach 

Und wart im also streng und hert, 
in Wurt endtlich von göttorn verkert 

In ein lorberpanm durch groß bit, 

Auff das sie nur zu tbeil wurt nit 

Phebo, als er ir tbete neben. 

Nun Bchwcigt, so wert ir hörn und sehen, 
u Wie Bollichs alles ist geschehen. 

Der könig Peneus gehet ein mit Thesealo unnd spricht: 

Man sagt von eim grewlichen wurm, 

Der bab ein erschröcklieben furrn 

Mit langem seb wantz, gleich einem tracheu, 
•m Und spey fewer auß seinem rächen. 

Derselbig bab sein wonung da 

In meinem reich Thesalia 

Und sey etwa umb die refier, 

Würg nnd zerreiß die wilden tbier, 
sä Dergleichen das weidt-viech darbey, 

Kein mensch auch vor im sicher sey. 

Von dem hör ich groß ding verjetien. 

Den eerpendt hab ich uoeb nit gseben, 

Gin davumb kummen in die awen, 
JK 3, 2, 544] Den grewling wnrm auch an zu sebawen, 

Wie erschrücklich sey sein gestalt. 
Thessahis spricht: 

mein berr könig, fliehet baldt; 

Wann wo euch thet der wurm erblicken, 
so So kern er und thet euch verschlicken. 

! 8 jnnckfrawen. A jung!™«. 5 S plejen. A blosaen. B S iri 

16 B Theualo dem paaren. A TbcMule. IT S Thetaale, min sagt Ton ai 
wann. 30 K apeye. S f«wor. A fewr. 33 3 etwan. 35 S «taidfi« 

S Wan tbot d« wurm eueh erplioken. 





460 


In jenem borg, den ir seclit wo], 


Da leit der trach in einem hol, 


Dem darff weder vieü noch lent uehen. 


[AB 3, 2, 266] Peneus, der könlg, spricht : 


b Nun w<i]i ich in ie geren sehen, 


Weil ich so viel nah in den tageu 


Das landtvotek hörn sagn und klagen. 


Vou wann hat der wurm sein an fang? 


Thesüulus spricht: 


to Das landtvolck vermeiudt, seit so lang 


Das das gwesser ist auf? erdn gstanden 


In nnsern tliessalischen landen. 


Weil nun das wasser ist gfallen nider 


Ab der erden und laufft nun wider 


i& Ides nie vor in seinem straui, 


Hab das wasser glassen ein sclilam 


Au IV erdt, ein messigen nnflat, 


Darinn die sann auUbrütet hat 


Mit irer hitz manclierley wurm 


so Klein und groß, vergifft, aller fllrm. 


In solchem schlam sey auch erwaebssen 


Der starck, lang tracb, so ungelachssen. 


König PeneuB spricht: 


Sag, wie das volck den traclien nendt. 


■5 Thüsaahis spricht: 


Piton nendt wir in an dem endt, 


Fürchten in auch so hart dennassen, 


Deocken die gegendt zu verlassen, 


Uns setzen in ein ander landt, 


so Auff das wir nur rhu vor im baudt, 


Eh das er uns alle nmbbring. 


1 8 pirgi <!»«■ ■ S 3 [igt. 10 SCK seit, A loy. u g 


gwoaser ist ob ard gestunden. 13 8 Seit nun das waior ist fi«der. 1 


Auf. 16 SBK leinen. SC lehn*. 16 S Um. 11 8 Auf «rd 


mueigom. 20 aller] 8 mancher. 21 S aohhun. A lOhleim. 1« 


nenu. 30 8 Ton im. 



König Peneus spricht: 
Wie wenn wir solche schwere ding 
UnW- kernen durch mittel-weg, 
Das dieser grawsam trach erleg? 

5 Thesaalus spricht: 

Wie kündt aber geschehen das? 

König l'o u Liis spricht: 
Uli li:ib zum weidtwerck ubennaß 
Laidbund. bracken, rüden und winden. 

io Wenn wir mit garen vorn und binden 
Diesen trachen ringweiß umbilügen, 
Anff in schassen, stechen und schlugen, 
Tödten in, das wir sein abkömen. 

Thessalus spricht: 
is herr, es werden schaden n einen 

Jeger und weidtleut, sarabt den hunden, 
[C 3, 2, 198] Noch blieb der trach ohn überwunden, 

Sein atem ist also vergißt, 

Fewerglastig. Wen er antrifft, 
an Derselbig ist des todts vcrgwist. 

Der vogl im lufft nit sicher ist: 

Fleagt er ob im, so muß er fallen; 

Die felß vor seim attem zerknallen; 

Wo er aucb geht in grünem graß, 
u Im augenblick verdorret das. 

Des ist all menschlich hilft* verlorn, 

Wo nicht die götter außerkorn 

Selber wider den trachen kempffen 

Und darch ir göttlich krafft in dempffen. 
so Die selben mües wir ruften an 

Und in angnerae opffer than, 

Das uns dnrch sie geholffen wcrdt. 

[K 3, 2, 545] König Pauuua spricht: 

2 S SDliah. I 8 Dum» der griwsam, 8 6 Lnldhnnd. A Hand, 
8 giren. A gmrn. 13 A in den den] fehlt S. 15 S Hör 

wurden. IT S rntHberwunden. 18. 13 8 alten. 31 S fogl. 

26 8 Dromb. 30 8 muei. A mUtim. 





i S» fA idb an. «sä. 4$4et naffcpn 

M 
O 



etwas erfcan&et «n goe 
«as n «ich rtmwm sott! 



t* 



Opfern. grc6 k& o4 ehre sagen. 



Herr häng, grofinwchrign 



ts Sehr hoch ein gttüieh bfldt der Biß 
Im «äs herab aaff erden laß. 
Mit Hechte* glantz leicht sein angsicht 
Mich jfap rfct warfieh aoch änderst nicht, 
Ei fej der sonnen gott Pbebns. 

» König Feneos spricht: 

So müssen wir, mein Thessalns, 
Dem gott zu fuß fallen eilientz 
Mit demat grosser rererenu 
In bitten nmb hilff und beystandt. 
ts Zn retten unser ratterlandt, 
Das diesen trachen er erschieß; 
Wann er ist mit seim bogen gwiß. 

Phebufl kumbt mit seinem bogen, köcher und pfeilen. Sie 
fallen im zu fneß. Konig Peneus sprichet mit aufi^ehaben 
so henden : 

Phebe, dn durchleuchtiger gott, 
Zu dir rüff wir in unser noht. 
Wölst unser landtscbafft ledig machen 
Von Piton, dem vergiften trachen. 

4 K rngefögten. 8 S Etwan erpannbt ain groser goL 10 SCK 

ewing. 12 S sieht gen himel. 17 S lewcht. 18 warlich J 8 nid ist. 

1 S fallen auf ir angsieht. 33 S Wolst thesaliam. 34 S dem (K) giftigen 
ken. A den« 




Des wöl wir dir zu ewing lagen 
Herlich opffern tbon nnd daucksagan. 

Fhebua, der sonnen gott, spricht: 

A : i u" erdt thu ich all ding darch-spehen; 
& Ich hab ewer noht leugst gesehen. 

Der halb kumb ich von himel zogen 

Mit meinem starckeu, hürnen bogen 

Und hab in ineim köcber ohn zal 

Gar manchen scharpff, spitzigen stral. 
in Darmit erlegt ich lown und bern, * 

Panterthier, tigerthier ser gern, 

Wüde schwein, wülff, hirschen und binden. 

Was ich moclit in der wiltnuß fiuden. 

Der keins mit aterck mocht wider-sthen, 
ii Nocb mit Schnelligkeit kiuult entglien. 

Darmit wil ich den tracben tödten 

Und i-in: 1 1 helffen autt ewren nuten. 

Wo ist der trach? zeigt mir den an. 

Thessalus spricht: 
xo Phebe, so thu mit uns gan, 

So fOr ich dich in kurtzer stnndt, 

Da wir den traclien finden tuudt 

Tieff in eines berges speluncken 

Hey ander kröten, schlangen und uncken, 
«s Die i'i-v im haben ir geheuß, 

Verwachssen mit hecken gestreuß. 

Der könig; Peneua spricht: 
Ü klarer gott, thu uns beystandt 
Und erlöß unser vatterlandt 
so Von diesem grossen, schädlichen trachen. 
So wöl wir dir zu ehren machen 
In dieser aw einen altar, 
Darauff dir opffern alle jar 

1 S wot. 2 8 Heriicb opfern tbon rnd. A Daramb opffern vn,l. b 

S «war. A ein. 6 ertenaD. 7 S httarneu. 8 8 moiiu. A meinem. 10 

S labu. A li.wan. 11 S >er. A alieit. IS kundt] S mir. 20 um] 8 
mir. 24 S «ablängen, «rotten. 26 S pey im. | A darinnen. £0 hecken] 

S daran. 28 S thnett ™. 2B 8 erlöst. 30 S Von pilon dam aobed- 

lieben. K ichendtioban. 31 S So all iah. 32 S In diae *,« üs. utaen v\\k. 




Die u* dem p^küm ha«. 



Fheboa Jcwnbt mit seinem iian dt bogen onnd tprj 
[AB3,2,267]Nna ist Mar gwifi gezeiget wol, 

Der trach «er in des steinen hol, 

Darinn er ie ond ahmal Ug 
i* und geh heruß «b den mittag, 

Dt er rerreisset lest und siech, 

Darmit er darnach speisäet sich. 

Non ist es von mittag nit weh, 

Wie das der schatten nrknndt geil. 
i5 Wil gleich mich rasten zu dem kampff, 

Mich dünckt. ich seh ein nach und dampf 

Aaffgeho dort auß dem steinen ho), 

Es kumbt der trach. ich sie in wol. 

Dein psensn tmd grewlieh scbarpff gesteht 
to Und fewer-speien furcht ich nichtl 

Dein lange zeo nnd freysam klaen, 

Die mügen mich gar nit gehen! 

Der götter speiß Ambrosiam, 

Das ich im hime! zu mir nam, 
h Und das göttlich getranck Nectar 

Mich hie in diesem kampff bewar. 

Ich wil dir schicken in der eil 
Zu eim aafang den scharpneu pfeil. 

Der trach kumbt, speidt fewr; er achewst auff ihTi ab, treiben 
einander lang umb, biß der trach feit. Phebus spricht: 
Weil ich dich nun erleget hab, 



1* du] 8 mir. 


18 S iicb. B sihe. CK »ib. 


ii sutirockliob goäicbt. 


21 fnjjBam] S whftrpl«,. 


] 6 j'l.i.bu.- 





465 

So trit ich frölich von dir ah 

Und wil auffrichten in der awen 

Ein siegzeichen, dns man mllg schawen 

Das bildt, ouff das dieser geschieht 
'., Ewiglich werdt vergessen nicht; 

Hieher sollen zusammen kummen 

Von ehrlichen, redtlichen, frommen 

Jünglingen in Grichenlandt fürwar, 

Sollen allmal über vier jar 
10 Da lanffen, fechten, kempffen nnd ringen, 

Stein stossen, rennen, schiessn und springen. 

Und welcher denn das beste tliut 

Sol kröndt werden ein kemnffer gut 

Von eim aichpaum mit einem krantz 
1a Zu eim zeichen des aieges gantz. 

Das wirt im den fürbaß ein ehr. 

Weil er auff erden lebet mebr. 

Und 'üli spiel sol in Grichenlandt 

Forthin sein Pithia gcnandl. 
so Bey dem sol meins siegs wem gedacht, 

Den ich auft diß mal hab verbracht, 

Cupido, ein aon Veneria, gehBt daher mit verbunden äugen, 
mit köeher unnd handtbogen. Phebus aprieht: 
Wer bist dn, der trit also her, 

*5 Als obs ein kfloer kempffer wer, 
Mit einem köeher nnd handtbogen. 
Geädert, samb seist da geflogen? 

Cupido spricht: 
So wiß von mir, ich bin gewiß 
w Cupido, der son Veneris. 

Götter, menschen und thier ich sebeuß 
Und die lieb in ir bertzc geuß. 

Phebus spricht: 
Was riehst du auli, da thörichls kindt, 
[E3,2,547JMit bogen, pftU, and bist doch blindt? 

11 B Von »ichem l»nb mit. 
ich an piton ta*b. 32 S Ted 

rienttt -1» aui, Jw doriohl leint. 




466 

Dir zimbt in dein kindtlicben tagen 

Nit bogen, köcher und pfeü zu tragen 

Mir gleich, denn ich erschossen liab 

Piton, den trachen, dem ich gab 
■■- Mit mein pfeilen wol tausend! wnndon. 

Sag an, wo het man ie gefunden 

Bey dir ein solch rumreiche that, 

So dein bamit ausgerichtet bat? 

Allein wnndst du der menschen hertzen 
10 Mit unsichtig, brennenden schmertzen 

Zu unüberwindlichen schaden, 

Thust auch die götter mit beladen. 

Derhalb uinib ich dein bogen dir, 

Der viel besser gezimet niir 
15 Mit auszurichten an der Stadt 

Ein ehrlich, kün und dapffor that. 

Dir, kindt, zimbt viel bab zu dein Zeiten 

Auff einem stecklein utnb zu reiten 

Und habest in den henden dein 
w Zu eiur kurtzweil ein schlötterlein. 
PhebuB wirfft ihm sein bogen hin. Cupido spricht : 

Nun diesen hociimut, schaut und schmacli, 

Den ich ietzundt von dir emiit'ach, 

Der sol gar baldt wider von mir 
t6 Gleicher weift werden zalct dir. 
Fhebus spricht: 

Dein trowort fechten mich nit an, 

Ich wil derhalb kein seufftzer than. 
Phebue gehet ab. Cupido redt mit ihm selb und spricht: 
» Es sollen war halft an dem ort 
[C3, 2, 199] Das nicht allein bleiben trowort, 

Sonder ich bring sie in das werck. 

Ich wil autf Parnassum, den berg, 

Mich schwingen, und kumhst du berein 
M Wider zu dem sigzeichen dein, 



( 8 Pitboo. A Piten, S S d«a ueiuclieD h 

II .- TnUberwintliobom. 13 8 iisid. 

. 16 .UpfforJ S loblieb. 17 in] S in. 
imerkang fehlt CK. 23 8 sntpfmob. 

Loa plois Iroirort. 33 S purouiam. 



14 beiBtr geiim. 
21 8A hin rand ( 



467 

So wil ich mit dem golden stral 

Dbid hertz an-zunden nberal 

Mit solcher lieb, das fürliin da 

Must leben gar an alle rw 
& In bitter seilendem hertzwe 

Geh 11 des künigs tochter Daphne. 

Durmit wil ich mich an dir rechen, 

Das da den sagen must und sprechen, 

Ich sey viel gwaltiger wan da. 
iu Dort schleicht geleich Pliebus herzu. 

FhabuB kumbt und spricht: 

Wo ist ietzuudt Veneria kindt, 
Das mir troet, und ist doch blindt. 
Er darff sich mir gar nit geleichen ; 
u Wann mir geit zeugnuß meia sieg-zeiehen, 
Das ewiglich bleibt unvergessen. 
Des bin mit frewden ich besessen, 

Cupido scheust Phobum, der spricht: 

Ich weili nit, nie mir ist geschehen: 
w Kan da niemand! hören noch sehen. 

ledoch ich hart verwundet bin, 

In dem liertzen ich flam und brin 

Zu Daphne, der zarten jungfrawen. 

das ich ietznndt möcht ansebawen 
*a Das edel königliche kindt, 

Wil suchen sie, biß ich sie tindt. 

Phebus gehet a.b. Cupido spricht ; 

Nun hat Phcbns den seinen theil ; 
[K3, 2, 548|Die wun.lt. wirdt im nicht leicht lieh heil. 
m Daphne wirt ietzt auch Lieber kummen, 
Zu einem krantz da brechen blunieu. 
Der wil ich außleschen mit knifft 
In irem Lertzen alle holdtsebafft 

b SCK lenendem. A »nandsn, » S g welliger »an. A wenn. 

6 Der. 16 6 Wan mir geit. A Wenn mir Qot. CK gibt. SO da] S dix 
31 SCK hart vernruDdet. hart] fohlt A. J2 dsmj S naiu. HSOl 

tob lie ir.uoJ eott BobawBii. 37 A sprich. 31 da] 6 ir. 31 B u 



niiL mL fem ieä 
2t H&mssl jl iiaec terrarrtt. 



s im acjv gsnst avn soL 
jtfrr ncer tibc is gr3«> fcö. 
<«n äüo äe* i£es rotten ofc. 
S«n wiest« tjekfc der suses gia&t. 
i»3L 3nkB£ k& sehen des werde* gast! 



I>r äifci: «x4 Kth ach in mir 
Senn Ftefc.v. fem kl erst trv gust. 



Ä5ci itaek?» wecn er mir ietrt thet neben, 
» fco, iOi rai »fcn: in nit ansehen. 



d*r konig. ir Tstter, kommet annd spricht: 

I>K?fej». liebe tochter mein. 
Was thast du hie einig Allein 
Li der eizäd und wüsten awen? 
* r%ast d« das sieg-zeichen beschawen, 
L»js Ffcebos da hat aoügericht 
Zu iedechtnub der loblich gschicht? 
So^ mir. da liebste tochter mein, 
Machst du nit sein gemahel sein? 

j» Daphne, des königs tochter» spricht: 

nein, mein hertz-lieber herr ratter, 
Mein höchster freunde and wolthater, 
Ich sus Phebum zu keinem man. 



ftgtl aafcv 9 CK tzmgn. Nach 9 8 Diewaü er 

(«Um kaUaBraiehar hast. 29 S flOeh. 31 s 

t; 91 8 Mais kochato freada dw, mein woltalar. 



Penous, der konig, spricht : 
Mein tocliter, da bist manbar schan, 
Kanal obn mcnner nit alweg leben. 
Darumb wil ich dir Phebum geben, 
5 Der wer mir ie lieb für all ander. 

Daphne spricht : 
Ich wil graten ir allersander, 
Eh ich Phebnm nem zu eim mau. 
Kein hi -i noch lieb ich zu im hau ; 

iu So ofFt ich ietzundt sein gedenck, 
Vor webmut ich ein seufftzen sciitk. 
Derhalb, berr vatter, bit ich dich, 
Wöbt in der wildtnuß lassen mich, 
Das ich Diana, der götlin, 

u Hit andern jungfraw dien darin, 
Die ein gOttih des weidtwereks ist. 
Der wil ich an mit jarea-frist, 
Wil r li i seu in waldes-refier, 
Schiessen darinn das wilde tkior; 

■a Wann sie und ir jungfrawen schon 
Leben auch keusch ahn alle mon. 
Bey den wil ich mein zeit verzeren. 

Penous, der könig, spricht: 
Weil du in jnngfrewlichen ehren 
»5 Verzeren will vorthin dein zeit 
Bey Diane, der göttin weit, 
Hab doch acht, das dich an der hetz 
Kein wildes thier am leib verletz, 
a» Iedoch wenn ich dich wiederumb 
| K 3, 2, 549] Berüff nach einem jar, so kumb 
Wiederumb in mein königthumb. 

Sie gehen bey de ab. 



4 B Wilt* leb wil dir. S A Dapna. 

r wil ich in juris fritt. , n ] CK dim. 
Eer. IV 6 dio «ildan. 



470 



Daphne, da kwnigtirhe fracht, 

Ton dein wegen hab ich darthsacht 

In dieser wüdtnmß nbenl 
s Die hohen birg und tiefe UL 

Iedoch kan ich dich nirgend! finden, 

Dein heb die thnt mich überwinden, 

Das ich hab weder rast noch rw 

Tag and nacht, weder spadt noch frw 
l« Und leidt sehnliche angst and nofat. 

Die Beb ist starck, recht wie der todi. 
•Cupida, da schalckhafftigs kindt, 

Wiewol da bist anwissendt blindt, 

Hast dn mich doch hie durch dein macht 
,is In solche müh und mnmh bracht. 

Derhalb bekenn ich zn den stunden, 

Das dn mich frej hast aberwnnden: 

Dein gschoß ist gwaltiger, denn das mein. 

Mich dunckt, wie Daphne dort herein 
to Im holtxe durch ein tiefe klingen 

Gleich einem rech eilendt tha springen, 

So baldt and sie mich hat ersehen. 

So hat sie mir nit wollen nehen, 

Eben sam mich die zarte flieh. 
ts zartes lieb, west du, das ich 

Von himel hieher kommen wer, 

Da warst dirs nit sein lassen schwer, 

Das da dich za mir her thest nahen, 

Mit dein armen mich za umbfahen. 
» Ich hab erfanden das seitenspiel 

Und dergleichen ander kttnste viel 

Und kenn auch aller kreuter krafft. 

Fleuchst da mich, so denck ich warhafit, 

Cnpido mit seim bleien poltz 
» Hab dich geschossen in dem holtz 

Mir za leidt and erlescht in dir 

Alle frewdt, last, lieb und begir, 

ta. 17 S tut frej. 18 S gveltiger w&n das mein. 19 

t 8B0K fawohftw. A Heue»**. 



471 

Welche du mir vor kurtzen tagen 
In deinem bertzen hast gelragen. 
Ich wil ir nach-volgen wie vor 
Tod weitem auff ireni gespor, 
5 Ob mich die zart nem zu geraden, 
Das mir mein sorg wflrt abgeladen. 

Phebus gehet ah. Daphne kumbt, eieht sieh umb unncl s] 

Ach, wo sei ich verbergen mich 

Vor Phebo, der ohn auffbörlicb 
h Mir nach-apnret in diesem waldt. 

Ey wie hat er mich also baldt 

In der wildtnnß mich anßgespecht! 

Er atelt mir nach ohn fug und recht, 

Sein lieb and ganBt ist mir unmehr, 
n Wolt eh, das ich begraben wehr, 

Denn das ich im willig wolt nahen 

Und mit meinen armen umbfahen. 

Wil eh mein lebtag im holtz bleiben, 

Mein zeit mit jegerey vertreiben, 
so Mit den tbiera-heudten bekleidt ich mich, 

Wurtzel und kreuter isse ich. 

Ich hör was durch den waldt her- rauschen; 

Wil ducken mich und alda lauschen. 

Die isf der waldt dick, finster nnd etil, 
u Da ich mich wol verhalten wil. 

Ich hör Phebnm im waldt dort obeu 
[K 3, 2, 550] Dnrch die dorren est ciuher-krobeu. 

Er ist es, ich hab in ersehen, 

Er thnt sieb gleich dem winckel uehon. 
m Ich wil fliehen, er eilt daher. 

Mich zu erhaschen steht sein beger. 

Daphne fleucht. Phebus klimmet unnd spricht: 
Daphne, du aller-schönstes bildt, 
Wart mein, sey gehn mir nit so wildt, 






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24 5 ü* icnleeht ir 

5 f-'cier. 33 S In 






5 fururi. 




Nun gsegn «lieh gott, mein vattcr her, 
Nun siehst mich lebendt nimmer mehr. 

tephne fleneht, kumraei wider und ist ein lorberbaum, steht 
da mit außgebreitan armen. Phebue spricht : 

5 Ach, wie ist mir dein lieb so hert. 

Bist eh in einen paum verkert. 

Eh wann du mich hast tlmn umbfaugen. 

Itzt nmbfach ich dich mit verlangen, 

Wie wol mit gar betrübtem hertzen, 
id Mit inniglich senenden schmertzen. 

Du warst mir herter den der stahel; 

Weil du iiit wilt sein mein gemahel, 

Must aber sein der paume mein 

Und mir ewig geheiligt sein, 
15 Solst auffwaclissen wolschmecket schün, 

Summer und winter bleiben grün, 

Wider-sthen allem tenffel-gspenst, 

Vom donnerblitz du nit verbrenst. 

Wo ich fort in dem waldt lim jagen, 
h Wil ich von deinen zweigen tragen 

Ein kraut/ und zu dir sitzen nider, 

Bey dir singen trawrige lieder 

Zu ehren deinem werden nam. 

Auch som die consnies zn Rom, 
!, 551] Wenn sie heim kummen von dem krieg 

Und triumpbiren ob eim sieg, 

Sollens an ff iren triumpff- wagen 

Von lorberpaum ein krentzlein tragen. 

Auch die poeten uberschöndt 
au Sollen zn ehren werden kröndt 

Mit einem lorberpanramen krantz, 

Welche sindt perfeet, gut und gantz. 

Weil du bist aller ehren krön, 

Ein sollichs sey von mir dein Ion, 



2 S In der gsuit eignet mloh i 



i wilt. 



4 S aaigeetrsoktea. 



11 d.,,] 



meckent. 1B 8 Ton doner, plii. 35 dam] B »im. 38 8 Vad 
phiron mit sieg. 21 8 irem. SS 8 Von lorporp*nmen lerem auf 

29 S Tbcnehonet. 30 S Holen ir kumt h»lb werden krOnl. 32 
34 S Sey ein eoliohi. K «in lohn. 



. 



474 

Darmit icb dich auß lieb verehr. 
Mit schmerizen ich mich von dir kehr 
Ins firmamendt, da ich all tag 

Mit hellem glantz dich sehen mag. 

Phebus gebet ab. Peneua . der köriig, kunibt, sieht sich weit 
umb unnd spricht: 

Ach, man saget, es sey verlorn 

Daphne, mein tochter bochgeborn, 

Sey i' tw au hie um diesen räum 
io Verkert in einem lorberpaum 

Von den göttern durch fleh und bit, 

Das sie Phebo entrOn darmit, 

Steh zu nechst an dem wasserfluß. 

Mit schmertzen ich den suchen muß. 
u Mich dunckt, der paum hab ir gestalt, 

Er ist ie nit an jaren alt. 

O Daphne, liebe tochter mein, 

Muß ich nun fort entberen dein, 

Hot dich wol bracht zu ktlngling ehm. 
io Nun maß ich mein leben verzern 

In meines schweren alters zeit 

In hertzonleid und trawrigkeit. 

Allein tröst mich, das du dein ehr 

Hast höher geschätzt, und vil mohr, 
u Denn dein zart jnngfrewliches leben 

Und hast das williglich auff-geben. 

Zu eim zengunß deiner keusebeit 

Stehst ein lorberpaum anßgebreidt, 

Iedoch ich dein beraubet bin, 
m Mit dir ist all mein frewdt dahin, 

Und ist nun all mein botfnung anß. 

Icb wil mein königliches hauß 

Verlassen sambt dem regiment 

Und forthin gehn in das ellendt 
u An Peneo, dem Wassernuß, 

3 Ei Ana. b 8 gel traurig. J S i» diesem raumb. 10 6 in kineo. 

ll 3 durah groio pit. li S Du sie pbebo (A pbobe) mr dtil wnr nie 

IS S Slo tr neonat md ilc< wuterg Qua. 20 S mein leben iah. 31 S 

Vnd int »uoh »II. A3 8 Ich wil rorluan mein kuncklioh baue Sambt 4*m 

makliehen regunaut. 3b 6 den. 





475 

bebanssnng nun sein muß 

Unter eim grossen holen stein, 

Darinn mein lochten ich bewein 

Da werden mir in diesen tagen 
s All wasserflüß auch helffen klagen 

Dich, alier-liebste tochter mein. 

Ich scheidt von dir und wil hienein, 

Da sotn mein augn mit zehem fliessen 

Gleich zweien bnmnen sich ergiessen, 
10 Wil alda mein leben beschlossen. 

Sie gehen alle Inn Ordnung ab. Der ernholdt kumbt unnd be- 
schleust: 
Auli dem poetischen gedieht 
Werdt wir zweyer lehr Unterricht: 
u Eratlichen bey dem gott Phebo 
Sul man klcrlich leren also: 
Wo es eim mau gelUcklicb geh 
Und in blüonden wesen steh 
All sein tlmn. das sich bey im mehr 
20 Gewalt, reiebtumb, rnm, lob und ebr, 

GeBundtbeit, sterck, schon, kunst, dergleich gaben 
An im samlt weib und kint thu habe» 
Das er gott danck, pn.-ni das zu gut 
[K 3, 2, 552] Und treib darnüt keinen hochmat, 
ss Auch seinen nechsten nit veracht, 

Der nit hat solch reiebtumb und macht, 
Antf das sein Verachtung der maß 
Nit reich zu fei ndtach äfft, neidt und haß 
Von seinem nechsten werdt beladen, 
so Der im darnach zn-ftlg ein schaden 
Durch weg, darauff er nit hat dacht. 
So groß ist kein gwalt oder macht, 
Dem nit der schlechtest menschen sun 
Knnd etwan auch ein schaden thun 
ss An seim leib, ehren oder gut. 

3 & aiui holen mirbelatein. B Db ■lleTllehaten doobler mein. T 

S lob aahniil mit lahmenen <ril hinein, t 8 aaigiaun. IX |Metiiehon] 

8 trmgodi>oben. IS B plueendem. 11» S im. A eim. 38 8 Nit ecweok 

ftiniseliitfi. ig 8 Von laim necbAten mit (nit) nett peUden, 31 tut] H oie. 
ii 8 kuen. 




4T6 



Der der Dapkne fraw 

ftr 



s Und wo an 
ÜTOiUmb Beb 



Teraehc afl kapiere? and sekencfc, 
Dteweü ohn al strick, netz and renck 

tu Der baier en wefl>6bildt tknx Ttrllcn, 
Etwas aa ekren sie za feilen. 
Derkalben sol eia weibtieh bfldt 
Dem baier sein rsaek, kert and wüdt, 
im geben weder stadl aoek 

» CnfreandiKdi wie ein karter 
Damit den bakr sie abtrabt 
Tod ae bey Iren ehren bleibt, 
Li kevsckeit staadtkaft wie der ^H 7 
BäS ir einen eklkben gmakei 
* Ir ehern oder freunde geben. 

Mit dem mag ae den freondtlkk leben 
Im Stands der eit, da ir anffwacks 
EkEch Heb und trew. wünscht H. Sacks. 

Die person inn die tragedi: 

» l. rVr eraholdt, 

£ Ffcnecs. k$nig in Tbeaafia. 

& Riphne. des konigs tockter. 

4> Fketas der sonnen gott. 

K Oipidcv. ein son Veneria. 
^ & Ttaesarm ein bai 



Aaao 1*58 jar, am 29 tag Mazta. 



* $ jwaikww iwi frmw. 

VfwHt^^ 14 aai 1» 
A kiiihic. S ü 



S SCK v*. A 

S. lf 8 »bfetrib 
Sf 8 [tw-]. 



] 8 hol«. 
pWb. 18 




Tragedia mit 21 personell: Von Alexander Magno, 

dem köiiig Macedouie, sein geburt, leben und ■■ndl. unnd bat 
7 actus. 

Der vnihol.il. tritt ein, neigt sich unnd spricht: 
s Heil sey den erbern, ehrenvesten, 
Weissen und hochacht baren gesten. 
Den zuebting frawen und jungfrawen 
Und all den, so bie wollen schauen 
Ein tragedi, so hie beschreiben theten 
i« Benandt gsehichtsch reiber und poeten : 
Plularchus nnd Eusebius, 
Bocatius and Jus! in ob, 
Doch einer änderst denn der ander: 
Neinlich vom grossen Alexander. 
»s Eim könig Macedonie, 
Und küngin Ol im pi ade, 
Idoch in dem ehbruch geborn 
Von konig Nectanabo erkorn, 
[K 3, 2, 553] Den Alexander bernacb nmbbracht. 
*o Nach dem, wie er mit heres-macht 
[C 3, 2, 201] Etwas kaum in zwölff jaren lang 

Gar sebier die gaut/e weit bezwang, 
Als Grecia und Phrigia, 
Egipten nnd gantz Aphrica, 
k Persia nnd gantz India, 
In snmma das gantz Asia. 
Und was er auch in den zwölf? jarn 

1 tUntbohriftlich im 13 »proohbache bl. 66' bia 80' 8 Ein enutliohe trm- 
gsdi vod Alsiaadro magno. 3 S «nl darlo pegrieHbn. IG S V un dar k. 

IV baraubj 6 nachmals. 32 S ganun. 





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** 8 «k. Act« 1. 



479 

Der groß erschröcklich könig da, 
Der selbig mit gewerter handt 
Zeucht ietzundt auff Egypten-landt 
Mit einem unzelicben he er, 
s Mit einr Armada auff dem meer. 
Und wie all ander Sachen stahn, 
Wirt der brieff nach leng zeigen ahn. 

Dar poatpot gehet ab. Der könig list den brieff unnd spricht : 

Mir sindt vor offt solch Warnung knmraen, 
in Darinn ich der gleich hab vernnmmen, 

Das sich doch hernach in der that 

Mit warheit nit erfunden hat. 

Itzt aber klopffet mir mein hertz, 

Diese warnnng, die ist kein schertz, 
ig Derhalb wil ich kein müe nit sparen. 

Die gründtlich warheit zn erfarn. 

Geh, ernholdt, bring mir in den sal 

Ein beck mit regenwasser bal 

Und darzn auch mein palmen-stab, 
io Den ich darzn bereitet hab. 

Der ernholdt gehet ab, [K 3, 2, 554] Der könig redt 
unnd spricht: 

Darmit ich heimlich in der stil 
Die warheit wol erkunden wil 
tb Durch die kunst Nigromantiam, 
[AB,3,2,271]Ob könig Artaxerses mit nam 
Mit solchem here kurab herbey, 
Oder ob es sey fantasey. 

Der ernholdt bringt daa beck mit wasser unnd den stab. König 
*" Neotanabue Bpricht: 

Nun trettet alle von mir ab; 
Allein ich hie zu schaffen hab. 

Daa hoffttealndt tridt ab. Der könig macht ein kreiß mit dem 
Stab, setzt das back mitten darein , und macht viel oaractoree 
»5 darein, unnd spricht: 



Culäs 




•X «es Tim 

fcn sk an ■rariwAr* beer 



» Cw* ja» «dt «■# Egrfcsm. 
Zk miüMm wnd kern 



IVr E*7?cer fötter 

9 C~3i wtftlen «eflb wiiff u seä. 
*ex£C «ü acr nie wwten in. 



KOnigL da wirst der Persen beer 
» Za jiiwi mit deiner gegen-webr. 
LVrtaib so wirst da überwunden, 
Hit «He deim beer liegen anden. 
Mespais* dein baabstadt wirt zerstört, 
Adel «ad bvgersekifft ermördt, 
» I*a aber* ktiaig* wirst genügen. 

D«r könig Heetanabua spricht: 

g*fei» sag weiter mit verlangen, 
l$t toia aüttel hilff oder rabt, 
11*» $oUkbe grosse abeltbat 
H IStva* »riebt unterkommen werden? 



IS 8 sieb. 17 S feinde. A frembde. 

14 8 Sftlitb. 3» 8CK werden. A wenn. 



Der geyet spricht: 
Für solch verderbliche beschwerten 
Ist diese einige ertzney: 
Wenn du, künig, williglick t'rey 
:, Vom königlichen regiment 

Abstündst und gingst in das ellendt, 
Das es nienmndt west hcimmelcicli. 
So blieb unzarstöret das reich. 

König Nectanabus spricht: 

in geyst, auß lieb zum vatlerlandt, 
Das das köugreieh bleib in soim standt, 
So wil ich das willig vorlassen 
Und ins ellendt ziehen mein Strassen, 
Das kein mensch weiß, wo ich hin bin. 

15 Zeig mir nur an, wo sol ich bin? 

[K 3, % 555] Der geyat spricht: 
Zcnch hin in Macedoniam 
An könig Philips hoff mit natu 
Und niinb mit dir dein schwartze kunst, 
20 Dardurch erwirbst da lieb und gunst 
Der küngin Olimpiadis, 
Der alier-schönsten, war und gwiß. 

Der konig spricht: 
Ja, geist, des wil ich volgen dir; 
» Nun fahr hin, hab Urlaub von mir. 
Nun rieht ich mich auff die hinfart, 
Klaidt heimlich mich nach aller art 
Gleich als ein Nigromauticus 
Von der scbaitel biß auff den fuß. 

Der könig Nectanabua gehet ab. Olimpias, die künigin Maoe- 
donie, gehet, ein mit Pausania, dem Jüngling, setzt sieh uidoi', 



b 3 kuniglicheu. AC ktlnigliohem. R Von k> 
A AbilündU. 1» 8 nam. 26 S irlob, 

MtaejLal. 31 6 Msoadoow. A Miuedoni«. 





sHT*a Eub rwrs 



•%e*t» B«r^«t Eub .j»l&cj«l ras netioL. 



va ' WR««* ***** 'jxütat xa bringen. 
- ,a xnd *«r -«in nah * *» «ogm. 

^■ l > - «\r- : ii!hs in uä sem - 



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s i ** f * s j3LD« ***** "** mA ^ 

^^ **-****» bin. 



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*** 



... - \ SötMom. 11 K Rr. IS i»l 



Zeigt an, was ist ewer beger? 
Oliinpias, die künigin, beudt ihm die handt l 
Meister, da setz dich zu mir her. 
Man sagt von grosser weißheit dein: 
& Sag, wie gebt es dem herren mein 
Im krieg, ist er triscli nnd gesundtV 
Des zeig mir ahn warliafften grundt. 



[AB 3, 2, 272] Nectanabua zeucht sein polu» 
unnd apera herfür, achaudt diese ui 



mit viel zirckeln 
nd spricht: 



[K 3, 2, 556]Ewer herr könig in dem krieg, 

Der gwindt manch ehrlichen aieg, 
ledoch vor Methana, der Stadt, 
Der l.i.i"..' ein aug verloren hat. 
Doch gewindt er viel laodt und ient, 
is Sehr grosses gut nnd reiche pent 
Dnd wjrdt so baldt Bit wider kummen. 

Die künigin spricht: 

Meister, ich ltah von dir vernommen 
Zum theil eins böß, das ander gut. 
so Machst mir frewdt und darhey Unmut. 
Meister, gib mir auch zu versthan, 
Warumb siehst mich so fleissig an? 

NeotanaboB spricht.: 

Küngin, das taug zu sagen nicht. 

ss Die künigin spricht: 

Ich bit, sag mir diese geschieht, 

Es sey geleich und was es wöl. 

Nectanabus spricht: 
Die weil ich sagen muß und sol, 
an So wist, das ewr englische schon 
Jovem dort in der gotter tron, 
Den höchsten gott zu lieb beweget, 
Euch gunst ob allen fraiven treget, 



466 

Das ich irs lcibcs lieb und gunst 
Aaif das erst nitlg iheilhafftig werden. 
Mi wil mich wagen in geierden, 
0!> ich mich durch mein kirnst möcht machen 
Und verwandten io einen' trachen, 
Das ich die küngin, hoch geacht, 
Beschaffen mocbt nun' diese nacht. 
Nun wil ich das brohiren frey 
Durch roeinr beacliwcruiig zauberey. 
i Darzu sthendt mir die geister bey. 

rj MectunabuB gehst ab, kumbt bftldt wider v 
trach und gehet herumb unnd wider ab. 



Die künigin tridt ein unnd spricht: 

i du höchster golt Jupiter, 
Ich hab iIimm nach deinem bcger, 
Hab nun eiu son von dir geborn, 
Di^r ist nun achWe-jerig wurn, 
Ein Jüngling, küu und nolgemnt, 

i Den befilh ich dir iu dein hut, 
Als deinen hertzen-lieben sun, 
Dem wülst du hilft" und bcystandt llion, 
Ami das er müg auff ganzer erden 
Ein heiT küiiig und keyser werden 

. Durcli die heb, die du tregest mir. 
Des wil ich nli tag opffcrn dir. 



Sie künigin geh' 



i. Nectanabufl gehet •■in, redt mit ihm 
selb unnd spricht: 

Nun iet mir ie gelungen wol, 
3» Des hin icli pillig frewden vol, 
Weil die küngin ist schwanger worn 
Und hat ein jungen son geborn, 

9 8 meinst jisclmerung. 10 CK «tehend. 14 S drit allnii, 

BC Klvwhi.jarig. 25 5 traeguL 31 S Die kUngin iat noo. 



1 



486 

Der Alexander ist genandt, 

Nach dem der könig kam zu landt, 

Philippas, der hat im erweldt 

Das kindt, und für ein son das helt, 
5 Meint, es sey von Jovi geborn, 

Dieweil er so sinreich ist worn 

letzt in seiner blQenden jagend t, 

In aller ritterlichen togendt 

Mit rennen, kempffen nnd thurniren 
10 Und auch mit fleissigem stadiren 

Von Aristoteli, dem weissen, 

Derhalb in iederman thut breissen 

Und grosse hoffnang zu im han, 

Es werdt auß im ein grosser man. 
15 Das freudt mich, ob ich mein küngreich 

Verloren, hab ich wider gleich 

Eins, das mich mag ergetzen than. 

Dort kambt mein janger herr and san. 

Alexander kommet unnd spricht: 

so Da m eiste r auß Egvpten- landt, 
Du hast des gstirnes ein verstandt 
Kanst du in dem gestirn sehen, 
Was mir zukünftig sol geschehen, 
Auch wie ich nemen sol ein endt? 

25 Nee tan ab us spricht: 

Ja, ich kan an dem tirmamendt 

Das selbig durch mein kunst wol sehen, 

Wil dir das eigendtlich verjehen. 

Nectanabus nimmet sein spera celi, schauet die, darnach schawt 
so er gehn himel und spricht: 

Alexander, du wirst auff erden 
Der aller-gröst geueunet werden, 
Wirst bezwingen Illiricam, 
Peloponesum, Siriam, 
a5 Phrigiam und auch Aphricam, 

8 8 in. A in. 4 S fuer sein sune holt 10 A Arutotoli. 21 K 
kl« 29 8 n*mbt. 34 S Peloponeram. A Penopoleatanu 




Grecia und auch Porsiam, 
liuliain und gantz Oriendt, 
[AB3,2,273]Wirt alles stelin in deiucr liendt. 

Alexander spricht: 

s Sag aber mir, wie wirt ich sterben? 

[E 3, 2, 558] Nectanabus sieht gehn himel unnd spricht: 

In deiner jugendt wirst verderben, 

Da wirt vergeben dir mit gifft,. 

Von deinem hoffgsindt angestifft. 

id Alexander spricht: 

Schaw, zeig mir an dem firmameiult, 
Wie du denn nemen wirst ein endt. 

Beetanabus Bchawdt gehn himel, seufltet unnd spricht: 
Ach, mich wirt leider würgen thun 
u Unwissend! mein leiblicher sun. 

Alexander spricht : 



Sag, meister, ich west ie anch gern, 
Was bedeut jener glantzendt stern? 

Nectanabus schawdt gehn himel. Alexander stöat in nider, da 
;o Bchreidt Nectanabus unnd spricht: 

Ach, Alexander, sag mir elß, 
Warumb stöst du mich von dem felß, 
Das ich da lieg in grosser quel 
Und mir gleich außgehn wil mein sei? 



i A iprioh. 21 S ttöatw. 
iuein| B die. 19 S ptDQoBtlaui 

du «IT srgon. 



488 

mein lieber soo Alexander. 
Als was die götter mit einander 
Beschließen, feit nit nmb ein har: 
[C 3, 2, 203] Das kan niemandt wenden furwar. 
5 Du most in jungen jaren sterben, 

Durch gift von deim hoffgsindt verderben, 
Als war als du, mein lieber son, 

ietzt in todt hast werfen thoc. 



Alexander spricht: 

i« Wie da solt ich dein sone sein? 
Köng Philips ist der ratter mein. 

Beetanabua spricht: 

Son, tha dein matter heimlich fragen, 
Die wirt dir alle ding wol sagen. 
is Laß tragen von dem berge mich 
Und begraben, das bit ich dich; 
Wann meines lebens ist nit meh, 
In todtes-schmertzen ich vergeh. 

Alezander gehet ab. Zwen trabanten kommen unod tragen in 
ab. Konig Philippus gehet ein mit Farmenio, Alexander, Tan- 
sanias und dem heroldt, setzt sich nider und spricht: 

Mein son, mich wandert dein furwar, 

Du bist erst alt achtzehen jar, 

Unterstehst grosser ding auff erdt, 
25 Weil da Bucephalam, das pferdt, 

Das niemandt zeinen knndt noch reiten, 

Das thest da manlich aberschreiten, 

Ritst das so dapffer hin nnd her, 

Als ob es zam and heimlich wer. 
30 Auß dem, o lieber sone mein, 

Merck ich, das dn wirst könig sein 
[K 3, 2, 559] Nach mir; wann ich nun bin betaget, 

Wie mir götter haben weiß-gsaget. 

Drumb solst fort könglich kleider tragen, 

9 In jungen tagen. A knrtien jarn. 6 S gift. A Hst. 7 S ran. 8 B Uran. 
^i. CK todes. A todt«. 20 SB Alexandra, Parmenio» Pawsania 
rioh nider rnd spricht. A Paosanias, dem heroldt, vnd feit 
33 S leehsehen. 26 S knnt lernen. 



Am-Ii Tarn auff eim künglichen wagen. 
Niiob hin den sack mit gmüntztem golt. 

Alexander nimmet den Back, neiget sich unnd spricht: 
Herr vatter, ich het lüst und wolt 
a In Peloponesum bekriegen 

Sirium, den kong, hofft zu gesigen, 
Wenn ich des dein crlaubtiub het. 

Der hönig Fhilippue spricht : 

Nim kriegcs-rüstung an der stedt, 
tu Mein son, ein heer zu roß und fuß 
Und zeuch mit hin on hinternuß. 
Die götter wollen dir glück geben 
Und dir. schützen dein junges leben! 

Alexander neiget eich unnd gehet ab. König Fhilippue spricht: 
ü Olimpiadem, die küngiu, 

Die wil ich von mir treiben hin, 
Weil sie von eim traohen und schlangen 
Den Alexandruni bat enlpfaiigen; 
Im schlaf erschin mir der trach grewlich, 
s» Des weib bey-wohn ist mir abschewlich. 
Drurab wil ichs von mir treiben auß, 
Clcopatram nemen zu hauß, 
Die auch ist von ltöngiichem gschlecht, 
Ob mir die selb ein erben brecht. 

Der könig Philippus stehet null', gehet ab mit den seinen. Die 
künlgin Olimpiaa gehet ein unnd redet mit ihr aelb unnd spricht: 

Ich frew mich hertzlich mit einander, 
Weil mein lieber son Alexander 
Itzt im reych Peloponesum 
Im krieg erlangt siegreichen nun, 
so Zencht Jetzt mit triumph wider heim. 

P&ueanias, der Jüngling, kummet, nsiget sich unnd spricht: 
kUngin, böß pratic in kheim! 

1 H faton. S kUnokUDg. S 8 Nein. 3 S nsnibt. 8 S Neui 10 

S (Ubi. 11 S an hinteniüi. IS junget] S kiltni. 20 8 Do» weih jwj- 

woon, CK Daß n«ib b«jironn. Ä Du, 25 S »nff Tnd get. S2 SB päa, A boD. 




Durch des tückischen mörders hendt. 
He trabanten bringen PaiiHaniam; Parmenio, der fürst, spricht: 
Du bößwicbt hast den köng erstochen; 
Auff das er an dir wert gerochen, 
5 Nembt den mörder ahn alle scheutz 
Und nagelt in hoch an ein creulz, 
Das er unter dem bimel sterb 
Als ein mörder seins herrn verderb, 
Das an seim leib ein speisse haben 
in All feindtselig vögel und raben. 

Sie binden unnd füren ihn ab. Parmenio spricht: 
Ernholdt, hill! mir tragen ah 
Den köng, das man sein leib begrab 
Nach klinglicher wirdt und ehr. 
ig Sein todt daurt mich im hertzen sehr, 
Ich wirt recht frölicu nimmer mehr. 

Sie tragen den todten könig ab. 



.lexander gehet ein, gekröndt, mit Parmenio und Clito, den 
n forsten, und eetat sich und spricht: 

Nun hört zu, kr getrewen mein, 

Weil ich nun bin geaelzet ein 

Zu eim köng an meins vatters Stadt, 

So wil ich auch mit ewrem raht 
n Annemen auch ein krieges-haer, 

Darmit ich mein künigicieb meer, 

Weil mir das glück auch vor lieisthon, 

Das ich gewann zepter und krön 

Am könig Peleponesum 
st Mit triunipff, ehr und grossem nun. 

Darmit so wil ich auch vor allen 







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ZweräÄc* ah alle- ii-2*2- 
» I>k vü kfc dir m s-esrn brissen. 
Eh ciü mocst Ters»?iDe= ihn. 



[03,2,204] Parmenio, der fürst, spricht: 

Dergleicfa wü ich an rast und nr 
Aach beschreiben ein bere ctoG. 



* 6 Slft. A iw. 6S er, rw. II S votp^eehtig. 21 SBC irr*. 

24 S Zr rot »«eh nr in die fanf<U*r*et. 15 S 

▲ ker. 



Beide zu fuß und auch zu roß, 
Das wir anziehen in eitn monat, 
Weil das begert dein mayestadt. 

König Alexander spricht : 
s Ja. es ist mein wil und beger, 

Das auch das lieer gonnBtflrl wehr, 

Allesam mit gewerter hamlt 

Sarabi kriegesrüstung und prol'andt. 

Darzu seit ir erweldt allsffen, 
i» Das der zug baldt von stadt thn gchn. 

Wann ich hoffe, ich wöl noch werden 

Ein konig autf der gantzen erden. 

Wie das von mir ist weiligesagt. 

Derhaih so muß es sein gewagt. 
is Nun geht hin, ich wil mit euch gähn 

Und die BHl dapffer greiften ahn. 

13,2,275] Sie geben alle ab. König: Dariua miß Perais. gehet 
h :■ i 11 mit Muzeo und Feaao, seinen i'iirsten, unnd spricht: 

Es simli uns kuinmen solche mehr, 
*o Wie der köiiig Alexander 

Auli seim landt Macedonia 

Außzieh, lig in Ciiicia, 

Mit seinem hcre sey ankommen 

Und hab in stollz im furgenummen, 
«s Unser küuigreidi IVma 

Und dergleich gantzos Asia 

Zu bekriegen und zn bezwingen 

Unnd mit dem schwerdt imi sein hendt bringen 

Mit also einein Ideinen beer. 
.(■i Nun hau Iflf volcks zeheuinal mehr. 

Denn er, drutnb wöl wir in leicht schlagen, 

Auli Persia, dem laude, jagen 

Mit ntten als ein junges kindt. 

Mazeua, der fürst unnd liaubtmiu, spricht; 
is Herr kOnig, diese feinde sindt 

7 S All» tun. 8 S krigamiutuog vnd prnuiant. Vgl. i. Sil, 34 prai 
14 S tHraiob. It S jung kUng. 23 S bero (A hier) M si-j kamen. 



494 

Warben in keim weg zu verachten. 
Das ist muß dem wol zn betrachten. 
Weil Alexander zu den standen 
Die Tribalos hat aberwanden 
Und aaeb das Griechenland? gezembt. 
Nach dem an eh Aphrica gedembt. 
Hit diesen landen lenger meer 
So stereket er sein krieges-beer, 
Hat Phrigiam auch eingenommen. 

i [K 3, 2. 562] Peesus, der fürst, spricht: 

Aach ist Alexander schon kommen 

Über das wasser Granicom. 

Wjewol das mit einr grossen som 

Persier ist besetzt gewesen, 
, Die kaum aindt mit der flacht genesen. 

Zwaintzg taasendt sind! zn faß rnnb-kummeu. 

Zwaj tauseni renter schaden gnnmmen. 

Darunter der fürst Trisaces 

Und anch der fOrst Spitritates. 
i Aaff Alexander theil erlagen 

Nur vier and dreissig, hört man sagen. 

Nach dem er anch genommen hat 

In I.i'ii.i Sardis, die stadt, 

Capadociam er einnam. 
. Bezwang auch Paphlagoniam. 

Derhalb so ist gar nit zn schertzen. 

Das nimb, berr köntg, wo! zn hertzen 

Und rn-i sich auff das all er- best, 

Veracht gar nit die frembde gest. 

i Darius, der könig, spricht: 

Ey seidt nur keck and on verzaget. 
Am morgen frw hendt, eh es taget. 
Hat mir geiraumbt ein goter tranmb. 
Der mir auch wirdt gefeien kanmb. 
Nein blich, wie das ich in der nech 



1 3 S grmicnm. A granieii 
*l»ri. 11 8 goaonan. 23 E 
IwdocUm. 27 6 diu. 
| bl.lt A. 33 S Am i 



18 S Zwilnig. A Zwanttig. lfl g 
■■ A tibi». 8 h*up«t»t. 34 8 G 
S rüüi iMh and aller. 39 S fnral 

off) morgen hewt frile. BOK Am. 



496 

Alexanders heerleger secli, 

Und von himel ein fcwerflara 

Verbrennet sie gar alle samb, 

Aucli nie Alexander vor leidt 

Mir dienet in ein) schlechten kli-idt. 

Nacli dem ich in dem tempel slnndt, 

Im augenblick das gsiclit verseil wandt. 

Des zweiffei ich itil, in dem krieg 

Werdt wir am feindt erlangen sieg. 
> Dcihalh «öl wir in kurtzen Zeiten 

Uns rüsten, den feiticlt zu bestreilte.it. 

Daruinb, mein trewer freuudt Pessus 

Und du, oberster Mazeus, 

Bringt mir in mein hanbistadt Susa 
s Sechs mal hundert lausendt nlda, 

Beide zu ruQ Und auch zu fuß. 

.Mit den man schnei ausziehen muß 

Alexandro seim heer entgegen 

Und in der eng sie niderlegen. 
i Weil er so lang still lieget da 

Mit seim heer in Ciltcia, 

Dtnckt mich geleich, er furchte sich. 

Das er uns aber uit ent.prlich, 

Heim in Macedouia kor, 
i So last uns eilleu destcr mer. 

Mazeus, der lin.npt.iuan, spricht: 
Herr konig, sorgt nit umb des wegen, 
Alexander ist knock gelegen; 
Derhalb er nit von staten zug. 
i Furcht, er kmnb uns noch frtt genug. 
Nun wil ich schaffen in allen stellen, 
Das man zum krieg blaß die trumeten, 
Das sich das volck versamel spadt 
In Susa, der könglichen Stadt. 

alle ab. Alezander gehet ein mit Parmeniu iitind 
Clito und spricht; 



14 8 kUnokliobnii 



lein. A Sioili*. 3« A 

I! verannolt. Der gun» 
) A I'arineiiii vnml CWdt, 



Eilt! eilt! eb uns entrinne ehr. 

Maaeua, der o berat, spricht: 
Herr köng, es ist verordnet wol 
All ding, nie man angreiften so!. 
5 Da wöl wir halten auff dem platz; 
Der ist eben recht zu dem katz; 
Da haben wir den vorteil innen. 

Peseua, der füret, Bprlcht: 
Blast nuff, midi dünckt in all Bein sinn.ii, 
io Der feindt der greift schon voren an. 
Er ruckt gantz nahet zu dein plan. 
Sein heer ist klein, doch ungeliewr, 
[AB3,2,276]lr hämisch funckelt wie ein fewr, 
Ir spieli die vordem nider-seneken 
16 Und uns an-zu-greiffeu gedeneken. 

Alexander kumbt mit geoehrey der seinen, die schreyen: 

Her! her! her! her! mit keckem muht! 
licindt wöl wir gwinneu ehr und gut. 

Sie seh Iahen einander, biß eilleadt Dariua mit den seynen die 
eu flucht gibt. Alexander schreit: 

Eilt nach! als was ir kundt erlangen 
Schlacht todt, oder nembt sie gefangen 1 

Sie eilen naoh. Clitus unnd Alexander kummen wider. Clitue 
spricht : 
sä Herr küng, wir haben in der flucht 
Die feindt sehr ernstlich heimgesucht: 
Bey jivlil tausendt feinde erlagen. 
Von uns gefangen und erschlagen, 
Auch h.ib wir ir leger eingnuramen, 
.■," Sehr reiche pendle uberkuinmen, 
Des köngs mnttcr und gmald darza 
Und küniglicher töchter zwu, 

10 B Der feint wall foren groiflen (entgegen b. II, ST! tu II. *57, 18) 

mi. 11 CK mbend, 13 fnnoltelt] 8 glelmel. 14 S fordern. 1« S 

1>» «ohlagens aneinander pii enltiob Dariua. 22 P nie. A die. 27 S 
feinde. AC feinden. Sl SK gmahel. 

11*01 SMCht. XIII. ^ 



498 

Die bringt man ietznndt auch hernach. 

König Alexander spricht: 

Clite, ghe, schaw, und das kein schmach 
Dem frawenzimmer wider-fahr 
5 Und halt sie alle ehrlich gar, 
, 564] Versieh sie aaff das aüer-best 
Als werde königliche gest. 

, der fürst, gehet ab. [C3,2,2Q5] Parmenio, der fürst, 

et wider mit den andern. Darios heroldt kumbt, neiget 

10 sich nnnd 



Herr könig. könig Darios 

Entbeadt dir heil und seinen groß 

Und wil dir za einr lössang eben 

Zehen tansendt zentner geben 
i5 Silbers, and dann geben gleich 

Mesopotamia, das reich, 

Für sein gemahel Statiram, 

Sein tochter nnd matter mit nam, 

Und sein eltste tochter darneben 
so Dir zu einer gemahel geben. 

zander schüt den kopflf; Parmenio, der fürst, spricht: 

Wenn ich wer Alexander schon, 
So nemb ich das erbieten on. 

Alezander spricht: 

** Und wenn ich wer Parmenio, 

Nemb ich an die deidang also; 

Weil ich aber Alexander bin, 

So thu ichs nit Darumb reit hin, 

Sag Dario, deim könig. an: 
ao WOl er sich mir ergeben than. 

Das er eigner person knmb her, 

Da im viel gnadt erzeiget wer; 

Wo er aber nit kumbt zu mir, 

I dringt« *. ** AC P»"»«»^ B PArmonio. 13 BK einer. 8 geben. 
15 8 Pilfor*, dervr dir geben gleich. 16 8 Meeopotamia, A 
ltt 8 mutttr red dochter. 21 SB sehnet. CR sehUttelL A 
1 til erpttUta* >• die deidang] S dia geding. 



So wil ich zu im kummcn schier. 
Der heroldt neigt Hich, gehet ab. König Alexander spricht: 
Nun wöi wir nanß zu uiiserm heer. 
Das ich mit acbanekung die verehr, 
& So in der scblacht sicli liielten wol; 
Dillig man die begaben so!; 
Und wölln ehmemn mit gwerter haut 
Die atedt in der Persier landt, 
Die innerhalb tJwphratum liegen, 
iu Die wöl wir ietzt leichtlich erkriegen. 

Sie gehen alle ab. König Darius gehet ein, gerüst, mit den 
seinen unnd spricht: 

Weil Alexander uns schlecht ab 
Mein erbieten und konglich gab, 
15 Der gfangen halb bleib ungewerdt, 
So wil icha -holen mit dem seuwerdt. 
Darzu hab ich gemustert schau 
Zehen mal hundert tausend! man 
, Zu fuli und roß, darmit ich Stil 

«Li Zu der feindt leger rucken wil, 
Ob Oromasoea in uoht 
Wolt bey-athen, der Persier gott. 

MazeUH, der fürst und oberst, spricht: 
Ja, wir wöllens dapffer drein setzen, 
U Voriges Unglücks uns ergetzen, 

Ob uns wolt bey-atehn in dem alück 
Daa umwallzendt und fliegendt glück. 

Passus, der persisch fürst, apricht: 
So wil ich gehn, an IT haisaen blasen, 
[K 3, 2, 565] Unser beer richteu auff die Strassen, 
Das wir den leinde uber-rasten, 
Wenn er sich sieber dunckt am basten. 



3 B jrnnm. 7 S wolln eiaoinn. A wiillen ainneman. 8 B itett« In 

peni«. 9 8 Euphrstet 11 S mit den joinao gerBert. II 8 labon: inoo. 
12 ß per*™. 13 A Mjiwu». 17 S viiiwuluot. UCK vinowiltieod. A 

»nwnkiendl. 31 SCK fluide. A foindi 6 



. Parmonio und Clitus, die fürsten , gehen 
ein. Parmenio spricht: 

Es scblefft der köng in seinem zeit 
Uml ril-i sich doch der feindt ins feldt, 
:■ Macbl Ordnung und wil greiffeo an. 
Ich wil 1 1 oii bunig wecken than. 

Der konig Alexander kummet. Parmenio, der fürst, spricht: 

Wie mag der künig so laug schlaffen. 
Weil in umbgebn der feinde waffen, 
io Der umb uns lieget rings lierumb 
Ein grosse unzeligc sumb. 

König Alexander spricht: 

Ich hab gesehlaffen autf dem morgen 
In guter ruh abn alle sorgen; 
. Nach dem aber als ich auffsthon, 
Hab ich der sonnen ein opffer thon, 
Die bat sieb treulich wol erzeiget 
Der sieg uns gwißlieh ist geaiget. , 

Die Pereier lautFen mitgesehrey an. Alexander hebt ein handi 

20 a ulf u i) ml spricht : 

Jupiter, bin ich dein suh, 

So wollest mir beudt beystandt thun! 

Sie schlagen einander, biß die Peraier fliehen. Die Mazedonier 
eylen ihn olle nach. MazeuB und Peaaua, die Peraier , gehen 
i& eilendt ein. Mazeua spricht: 

Pessu, was ist nun zu than? 

Die Schlacht wir auch verloren ban, 
|AB3*2,277]Bey uns ist weder heil noch gluck, 
Den feinden glingen alle stuck: 
m TUiro, die Stadt, gewannen hat, 
Dergleich auch Susa, die bau bt Stadt, 
Die auch geblündert. und zu endt 
Des küniges palast verbrendt. 



501 

Und unser könig mit der flucht 
Sein leben zu erretten sucht, 
Hill doch Alexandrum veracht, 
In diese noht uu9 alle bracht 
s Sambt seinem gantzen königroteh. 

Pesaus, der persisch fürst, spricht: 
Er hat gehandelt stoltzigleich. 
Verachtet unser beider raht 
Und seinem kopff gefolget bat, 

i« Das wir nun baden in dem blut, 

Sein vi.|.-k bracht umb leib, ehr und gut; 
Des ich im gleich abgünstig bin. 
leb hab mir wol erdacht ein sin, 
Darmit wir, ich und du dergleich, 

i» Wol möchten werden wider reich, 
Mechtig und gwaltig widerumb 
Durch den konig Alexandrum. 

Mäzens, der fürst, spricht: 
Mein Pesse, wie kündt das geschehen? 
*o Passus, der fürst, spricht: 

Moze, das wil ich dir verjeben: 
Unser könig der knmbt hernach 
in der flucht; wenn wir in za räch 
[K 5, 2, 5f)6]Fiugeii und in zu todte schlügen, 
■a Sein haubt Alexandra zu-trügen. 
Meinst nit, es trüg ein gute schenck? 

Mazeus, der fürst, spricht: 

Ey schweig, solcher sach nit gedenck! 
Solt wir unsern könig erschlagen? 
w Ey, was würt man denn von uns sagen? 
Man wttrt uns beidt für büü wicht halten. 





König Dan ob laofft daher unnd schreit: 
i Flicht! dicht ! der feint wirt euch erlangen. 



wirft ihm «in ketten Vi 
konig. gib dich uns 



i goldt an halü unnd t 



sticht von binden auff in. Der könig Dwina feit und 
■pricht : 

»o ir bouwicbt, was habt ir tban ? 
Als gata ich encb vertrawet bau. 

Di* «wen lanfien ab. Alezander kuramet mit seinem geaindt 
und flndt kSnig Darium unnd spricht: 

Ey, dein todt mich erbarmen thnt. 
■ Wer bat vergossen könglicb blnt, 
Den wil ich straffen mit dem todt! 

König Dariua spricht todtech wach : 
Ey, aller trow vergelt dir gott. 
Ach ich schein mich, zu zeigen ahn. 
jo Mein dgen volck hat das getban, 

1 8 dB«. 4 6 Mit roewtrroj imi pomiohi «tilocken. CK bdeen itUckaa. 
11 S I» harlftuflon mit groiem Bobnawilen. 11 ß kllnig. BC könig. Ä köng 
21 A -|.v,.-l,,,i. J« B nii!- 1 .- 



Den ich als guts vertrawet Lab; 

Des BCheidt mein seel mit trawreu ab. 

Alexander decket in mit seinem mantel au unnd spricht: 

Nun wollen wir den leibe sein 
5 Mit bnlsiim-ül dnrch-salben fein 
Und in hin seiner mutter senden, 
Auff das sie in mit iren heudeu 
Nach königlicher wirdt begrab. 
Nun tragt den todten cörper ab. 

Die trnhanten tragen den todten könig ab. Possus, der t 
wichts- fürst, gehet ein, neiget sich unnd spricht: 

Großmecktiger köng Alexander, 
[C3,2,206]Köng Darium hab ich selb-auder 
Erstochen, deinen grossen feindt; 
u Daranß mein lieb und trew erscheindt, 
Die ich trag deiner mayestadt. 

(K 3, 2, 567] König Alexander spricht: 

Nembt au den bößwicht, welcher hat 

Sein eigen herrn und köng ermört! 
an Wer hat solch groß untrew erhört? 

Fürt den bößwicht nauß in den waldt 

Und biegt nieder zwen paumen baldt 

Mit den gipffen, und bindt daran 

Den veruechteu, erlosen man 
25 Mit baiden fösen und den armen. 

Nach dem so last ohn als erbarmen 

Die zwen paumen auff-schnellen wider, 

Das sie dem mörder seine glieder 

Zu trümmern reissen in viel stück, 
3» Zn räch seiner mördischeu duck. 

Und kummen wir den andern ahn, 

So sol man im auch also than, 

Das sie eutpfahen gleichen lahn. 

14 S grittcu. 24 ß Teru*oht«L A Terniebien. Vgl. 



MM 

unnd alte 



Actus 5. 



Alexander gebet ein mit »einen rahten, setaet aien unnd. anrieht: 

s Kon bab vir diesen krieg volendt; 

Persia steht in meiner hendt. 

Xun wöl wir in Hirraniam. 

Nach dem reissen in Paraam. 

So der lender ach keias ergeit, 
\u So wöt wir zwingen sie mit streit, 

Denck aber, sie werdn ach ergeben. 

Das sie mit frieden mögen leben 

Forthin unter der herschung mein. 

Last trometen, das wir anff sein. 



8ie gehen alle ab. Parmenio nnnd Glitoa gehen ein, und Par- 

menio, der fürst, spricht: 

|AB3.2,27*]Mein Clite, was sollen wir than? 

Köng Alexander der fecht ahn. 

Wil mit seim volck thirannisieren, 
*> Diewei! im das glück thnt hoiöeren. 

Hat Pliilotam, mein lieben sun, 

Unschuldig lassen richten nun 
' Allein auff ein blossen argwahn. 

Sauib er sich unterstanden han, 
th Ein bund in seinen todt zu schwern. 

Schaw, darmit thut er mich verehrn. 

Der ich gar hab mit trewem mut 

Zu im gesetzt leib, gut und blut, 

Dar/u auch vor dem vatter sein, 
3o Köng Philippo, dem herren mein, 

II 8 ergeben. 13 SBCK herrchnng. A herschong. 15 8 CHtu. 

A Cttu*. 17 8 Clite. A Clito. 21 8 PhiloUm. A Philetum. 22 

"•dJ 8 thon. 27 8 mit trewem. A mein trewen. 28 8CK geeest. A 

i»ei. 29 8 Da for auch iw dem. 



Dem ich gedient hab lange jar 
Und im auch offt mit luibs-gu-faür. 
Solch trew ist als an im verlorn. 

CHtus, der fiirat, aprioht: 
s Er ist stoltz nnd hochmütig worn, 
Weil er hat sollich groß goluck, 
Veracht er gar in allem stück, 
Sein eigen volck, uns Macedonicr, 
Lest gfalleu im die Persianer, 
ta Tregt ir kleidoug nnd sitten meb, 
Das tlmt. mir heimlicb autf in weh, 
Und das selbig mir nit allein. 
Sonder dem gautzcn heer gemein. 

Der heroldt kiinibt, spricht: 
i$ Parmenio, edler fllrst werdt, 
Köng Alexander ewr begert. 

Sie gehen alle drey ab. Alexander geht ein, redt i 
und aprioht: 

Pliilotam hah ich lassen richten. 
sb Nun tlmi sein vatter darauff dichten, 

Wie er mir mit meutrischen sachcn 

Die fürsten milcht auffrürisch machen. 

Dramb icb Parmeniunem hab 

Geschickt in Mediam hienab, 
!s Darinn wirdt er uinb den verdacht 

Heimlich durch mein gescbefft nmbbracht. 

Clitaa iui nd Hephestion, die zwon füraten, gehen ei: 
dei' aprioht: 
Habt ir hendt gebort von dem jnngen, 
m Wie er ans hat zu tisch gesungen 
Die Sucht von Macedoniern, 
Das hab ich gehört trefflich gern. 
Clite, wie hata gefallen dir? 



B im. CK ihm. 
23 B uufrtlorg. 



£i2C oriffi . 

Asl mai nie iL öc äsxno* mxat 



f Sfc Öfc CUtpffffiUBE 21 



M 



Da* ät Tw iiedi: kabex m kä& 



Er. warmb best 4a vis tcim? 

und k* kab 9tlb ftr £c& gewagt 
u M*u> kbra. ak de sabs* & fiaca* 

\ot em la&dt&errx* der dk& 

Im k& driLlfcalb «tprfb« drey 

Du w€rr« wir. v^i: eueres udea. 

Der gttur Lilf Laib wers: Terfoni. 
r Von des du dich rimes: gebom, 

Uid T^racLst Philippen d«i= vm«r. 

her yt\zA& Tokks war eis wokater. 

Welcher doch bey dir ist Teracht. 

Persen und Meden fura den bracht 
« Leib und pluet hab wir gwagt bey dir, 

Doch sindt bey dir Terachtet wir. 

Alezander spricht zornig: 

Ey, du schendtlich, verfluchter man, 
Darfst uns solchs lassen hören ahn? 
so Wolst Macedonier dargegen 
Mir zu einer auffrhur bewegen; 
Meinst, du handelst itzundt mit trewen? 



4 8 maeedoner. 6 tindt] S sin. 7 K allen. 9 CK das selb 

"MBen. 23 8 Weichet. 25 6 pluet. B blmt. AC g*U 29 8CK Darfst 
Darfst*. 30 SCK Wobt. A Weist. B Welch. 



Solcher wort wirt dich baldt gerewen. 

Hephestion, der fürst, spricht: 
Ey, mein CHte, sag mir, warümb 
Bist mit worten so nngosttlmb ? 
5 Der wein hat dich redet gemacht, 
So zornig und so ungeschlacht. 
Mein CUte, ich bit, schweig doch stil. 

Clitus, der fürst, labt ungeatümb unad spricht: 

Dennoch ich nit stil schweigen wil, 
10 Es dürft leicht hie an diesem ort 

Kein edler mehr reden kein wort. 

Der könig wil nur heuchler hon, 

Die im schmeichlen und luhen thon. 

Die Persier sindt dir gut knecht, 
ii Geben dir aller sachen recht, 
|K 3, 2, 569] Rechnest ein recht getrewen man 

Itznndt nicht thewrer, denn ein han; 

Philo tarn list unschuldig tödten. 

Was ist dir auch gevrest von nilten, 
*o Das du heimlich list bringen nmb 

Parmenionem, sein vatter frumb? 

König Alexander spricht: 
Wie sindt die Griechen so hiinisch spÖtter, 
Thnndt gleich, samb sindt sie halbe götter; 
■a Samb seins bey unvernünftig thieren, 
So thuns mit worten uns stumpffieren. 

Alexander zucket ein tollich, sticht Clitum, der feit nider. 
Alexander thut ein Beufftaer, feit auch zu im nider, umbrecht 
Clitum, spricht kle glich : 
so Clite, du getrewer man. 
Was ubels hab ich an dir than! 
Weh mir, das ich dich bab verlorn! 
Verfluchet sey mein jeher zorn 



adler reden nit » 



608 

Und «ich mein fül und tranckenhcit. 
Die mir bracht die ansinnigkeit, 
Du ich dich also unbedacht 
Hit eigner band! hab umbgebracht, 
s Der dn mir offt erhielt?! mein leben 
Und tbest dein leib fflr mich hergeben. 
Nun wii ich tut mehr lebn ahn dich. 
Mit gleichem todt nmbbringen mich. 

Alexander sockt sein tolich, wil sich erstechen. Sie 
10 darein. CalUtenes spricht: 

Bist da nit kfinig Alexander? 

Er, wolst dn sterben wie ein ander? 

Hast du geleicb Clitum nmbbracht, 

Hast da sein gehabt gute macht, 
is Weil er mit wortn gelesteil bat 

Dein königliche mayestadt. 

Sthe anff. allen nnmtiht anDschlag, 

Weil maus nit wider bringen mag, 

Alexander stehet trawrig anff. Hephestion, der fürat, spricht: 
m Dn nnOberwindtlicher herr, 
Laß dich nit vertmcken so ferr 
[AB3,2,279]Ürau Clito solche trawrigkeit, 
Weil etwas der hohen gottbeit 
In dir wonet. das in dem stock 
*s Vermerckt wirt bey dem grossen glück, 
Menschlicher krafft nnmflglicb ist, 
Derhalb dn etwas göttlich bist. . 

Alexander spricht: 
Ey, darnmli sol man auch, fortban 
[C 3, 2, 207J Mir opfern, und mich beten an 
Geleich als ein irdischen gott. 
Wer das nit Unit, sol sterben todt. 

Hephestion kniet für ihn unnd spricht mit auffgehaben henden 



h»b rmpraeht. 

Jarsin] S in 
len. 25 CK 



Herr liünig. dir geburt viel mehr 
Von allen menschen göttlich ehr. 

r küat dem könig die hendt, stehet wider anff. Caliatenos, 
der philosophus, spricht: 
5 Herr könig, sollicha ist nit recht; 
Bist aber von göttlichem gschlecht, 
Und bist ein gott in dieser zeit, 
So gib uns die unlödtlikeit 
Und thu den menschen alles gut; 
io Bist du aber auch fleisch und blut, 
Ein mensch, so gedcnck in der fräst, 
C3, 2, 570] Das du ein mensch und tödtlich bist, 
Und beraub keim menschen sein leben, 
Welches du im selb nit kanst geben, 

iä Alexander spricht: 

Wie weiß dünckt sich Calistenes, 
Weisser denn Aristoteles! 
Derselbig hat mir gseliicket dich 
Zu dieser reiß, auff das du mich 
■ sa Solt trüstn in Widerwärtigkeit. 
So bist du wider mich allzeit, 
Vergünst mir weder gwalt noch ehr, ■ 

Calistenee, der philosophus, spricht : 

Herr künig, es' ist all mein lehr 
M Auß dem brunnon warer weißheit, 

Die dich sol leiten alle zeit 

Zu recht gnter sitten und tugeudt, 

Der du bedarfst in deiner jugemlt, 

Dich abweissen von ubelthat. 
so Darzu mich dir zu-geben hat 

Dein meister Aristoteles; 

Ob solch lehr gleich ist scIiarpfF und res, 

Seitens dir doch nit sein ahschewlich 



3. IS ß CnliMenti. 
3 8 Catlftensa. A Ci 
1 815CK im. A ratoba. 





l*ta zsuma. iriiffc auf äii mk 
Yuxa öi uns: ihmc ifffän ht 
F^xt mit :ci»&*g ia ist: 

Ui*d &*£&: in. vusl zea. ur-r 
Speit ia is €äx> mA Tare£-kisi 
Uod za im «b freidigt-r biodL 
Der in acfal imd bebe wulox. 

* 

i] CK *Ȁ. 4 5 Hermmlaam. A 

ptkflut. 16 6 CiBHifM. A Calistonas. 



9 SBC 
18 8 Hemm] 



Die trabanten fallen i 



aha, binden i 

spricht : 



Aristoteles, meister mein, 

Da hast wargsagt, es ist büß sein 
6 Bey grossen herrn eim weissen man. 

Der nit benchlen und sc hm eich lou kan. 

Sey bey in gleich eim rechen Pfennig, 

Der ietz gelt viel, denn gelt er wenig, 

Und wenn er meint am höchsten stein), 
in So iiiuli er gar zu drümmern gehn. 

Also mir leider auch geschieht, 

Unschuldiglich wirt ich gerächt. 

Weil ich allein mit Worten gut 

Hab gestrafft des königs liochmut. 

w [E3,2, 571] Alexander »pricht : 

Thnt im sein recht! habt irs gebort? 
Last weiter reden in kein wort. 

Die irsibimten füren ihn ab. Alexander spricht: 

Nun wollen wir in Indiam 
in Und das auch machen gehorsam, 

Iedoch hat mein he er als ietz und er 

Von pendt ein nbergrossen blander. 

Der wirt sie säumen auff der Strassen; 

Drumb müssen sie in dahin dn lassen. 
■ Mit-nemen wil ich in vergilnnen 

Was sie gar nit geraten künnen; 

Wann der weg ist nnmassen weit, 

Ancb gantz voller gefehrligkeit 

Der freysaraeu tbier mancher funn,- 
so Auch der bösen, vergifften wurm. 

Wir müssen durch groß wllsteney, 

Da weder brodt, noch wasser sey. 

Drumb muß wir füren aber landt 

Mit ans selb allcrley provandt. 




1 6 CtllateDei. A CftlistoMi. 3 A Ariitetilel. 4 ist] S tej. 

S ..im. A «in. 8 8 Dar ii. gelt (A b.Ut) ffl, pulJ galt (A gilt) sr w 
10 muß] S thns ,_ 21 B «ion d»hind«n. 



512 

Hephestion, bester freunde mein, 
Heiß anff-blassen dem heer allein! 

Morgen frü wollen wir auff sein. 

« 

Sie gehen alle ab. 



Actus 6. 



König Alezander gehet ein mit dem fürsten Hephestion uz 
Casander, dem fürsten. Hephestion spricht: 

Herr köng, ans wil wol das gelück, 

Überflüssig in allem stück, 
10 Glücklich sindt wir in India kämmen, 

Und auch viel stedt schon eingenummen 

Mit dem schwert, ir viel sich ergaben, 

Auch groß gut wir gewannen haben. 

Noch ligt ans am weg köng Porus, 
i5 Der Hitaspem, den wasserfluß, 

Mit seinem volck starck hat besetzt; 

Mit dem muß wir schlagen zu letzt. 
[AB3,2,280]Wenn wir den überwinden theten, 

Als denn wir vast gesieget hetten 
20 Durch-auß in gantzem India. 

Alexander spricht: 

Ey, das selben verhoff ich ja. 
Nun laß uns nauß zu unserm heer, 
Sie da heissen zu richten meer, 
26 Das wir über das wasser schwemmen, 
Auch den könig Porum zu demmen. 

Sie gehen alle ab. Konig Forus gehet gerüst ein mit den sein 

unnd spricht: 

Ir lieben getrewen, es zeucht daher 
so Der großmechtig Alexander. 

Rüstet die elephanten zu, 

* 

7 S Cafandro. 12 S ir vil sich. A sich ir viel sunst. 14 q p 0I 

A Paros. So überall, außer s. 514, 28. 22 Ey] S Ja. 24 8 Vnd 

haben. 20 S könig. BC könig. A köng. A Parum. 27 A Parat. 



513 

Das maus ans gestadt füren thu, 
Umi thu sie an die spitzen stellen. 
Wenn die feindt überschwemmen wollen. 
Das man mit ganlz gerüstet» heer, 
b Sie abtreib und das selb in weer, 
Unter sie schieß und sie ertrenclt, 
Sie wie die stein zn gründe senck. 
Und ich wil selb eigner person 
Dem feindt in der spitz Widersinn. 
10 Drumb seidt getröstet alle-sandt, 
Streit dapffer für das vatterlandt! 
Die feindt sich schon ins wasser lassen. 
Nun thni baldt einen lerman blassen! 

[K 3, 2, 572] Die feindt klimmen unnd echreyen : 
ü Dran! dran! dran! dran! setzt dapffer nein! 



Keiner sol hie der hinderst s 



n! 



le schlagen einander, biß die lädier die Bucht geben. Da 
ergreifft Hepheetion könig Poritni, spricht: 
Herr könig, gebet euch gefangen, • 

m Fristung des lebens zu erlangen! 

Alexander seucht könig Poro sein krön ab unnd spricht: 

Pore, wie mochst im hertzen hau, 

Das du mir wollest widerst hau? 

Und Tasiles, der meeutig herr, 
ss Ist mir entgegen zogen ferr 

Mit erbictung als guts ila.nicbi.-ii. 

Hat sich mir willig untergeben 

Mit landt und leuten, dem ich hou 

Viel grosser schenck dargegeti thon, 
au Mit miltigkeit in überwunden. 

Was hast dich ziegen zu den stunden, 

Weil mir kein köuigreich noch stadl 

Sich meina gewalts erwehret hat 

Durch auß fast auff der gantzen crdi. 



4 S g um um graaitun. 
jndianor In die flimtil wondeo. 
Sl A Paro. IS A Ptn. Sl 



3 SC loroikn. A lennon. 



514 



König Porus spricht: 

leb wer nit wirdig und nit werdt, 
Das ich solt künigs nainen tragen, 
Wenn ich so baldt solt gar verzagen, 
5 Das ich mein eigen vatterlandt 
Nicht schützen dörfft mit eigner haudt, 
Zu handthabn den gemeinen nutz, 
Mein unterthan auch halten sehnt z, 
Dieweil weret mein leib und leben. 
in Schant wers, solt ichs ohn noht auffgeben. 
[C 3, 2, 208] Derhalben so hab ich gethan, 
Als einem könig wol steht ahn 
Und ist nit zu verargen mir. 

Alexander spricht: 

ir> Wie soll ichs nun halten mit dir. 
Weil ich dich hab in meiner handt, 
Und hast weder leut noch landt? 

Konig Porus spricht: 

Halt mich nach königlichen ehrn! 
20 Darmit tlmst du dein lob selb mehrn. 

Alezander spricht: 

Diß laß mich klerlicher versthan, 
Wie ich dich denn sol halten than. 

Konig Porus 'spricht : 

2r> Du solt mich halten küniglich, 
Darmit erretst du selber dich 
Und wirst gebreist von iederman. 

König Alezander setzt Porum sein krön wider auff und spricht: 

Nimb wider hin dein künglich kran, 
!m> Und nimb wider in deine hendt 
Dein künigtiches regimendt! 

\ A Parui. 3 8 künig. 5 CK mein üebes. 7 8 Vnd hant hat«, 
bandt haben. C pm einen. 10 S Schant wer, polt loh on not 

' 17 8 Vnd dw hast. 18 A Parue. 19 8 eren: meren. 24 A 
; «rsttt. A erredta. 27 S vor iederman. 29 S krön. 



515 

Darzu wil ich dir solienckcn mclir _ 

EtlicLe stedt auch zu verehr; 
Wann ich schätz dich hie sein auff erdt 
Der aller-« ul-wirdigst und werdt, 
.<, Weil du in der gefencknus dein 
Thest dapffer, an ersch rocken sein. 

König Porus neiget sich, beudt Im die li&ridt unnd spricht: 
Ich danck konglicher uiayestadt, 
Hii.' mich so milt (glichen liat 
10 Begäbet künglich nberauß. 

Bit, wulst mein künigliebes haub 

[K3, 2, 537]Sambt meiner künigliohen frawen, 

Hoffgsindt und policey beschawen 

Und dein naehtsel liaben bey mir, 

ig Und nimb all dein Anten mit dir. 

8ie gehen alle ab. Hephoetion unnd CftHander. die füraten, 
gehen ein mit Alexander, dem könig. Hepheation spricht: 
Nun hat köngliche maycstadt 
Alle», das sie begeret bat: 
so In India sich geben tbriiui 

An dich wol bey fünff tausend! steten, 
Darinn fünfftzehen nalion, 
Darüber dn bist hergeben tbnii. 
Golt und silber hast du ohn zal, 
u Nun wirst du bähen ruh ein mal, 
Weil dn hast inn gantz India 
Und bist in gantzem Asia 
Ein könig nnd keyser gciiendt. 
Weil es als steht in deiner bendt. 

3» Alexander spricht: 

Es sindl in India mehr landt 
Noch nii. gar unter meiner handt. 
Die ncin-wartz liegen gar von weilen. 
Die Malloa maß wir auch bestreiten, 

2 CK iur Torabr. 4 B De- allst «ol oirdig .nd wart, <■ S Thue«. 

1 A Pirat. II SBC h Olliali eh ae. A kUnglishei. 12 SBC kunicliobaa. A 

kUngliohoD. 1 7 S AloMDdro, A »nd t|>riobC .nd dem ebrnbcild] fug«» CK 

bai. 18 SC kunoklieha. A königliche. 14 8 tfolt. A Satt, & »\\W»- 



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I**r maß viel Ärdüäi wi-Ienaö: 
üenu wirst miz «crzrs. -i« smbgebei 

* Lad ftHiiöurr d*ia l-ib und leben. 



Mein Cabne, ?a* mir der gleich. 
Wip ich benendie Bog mein reich 
Begiren. das es hab besundu 



8 SC 



*4 D«] 8 Ii 



Das mir abfallen mtig kein Limit. 

iuii:i bringet ein dürre haudt, wüi-fl't. die an die erdt, tridt 
eini ort ciarftuff, so schnallt die haut am andern ort auff; so 
t er ans ander ort, so achnabt das ort auff; au letst steht 
er mitten drauff. so ligt die haudt stil, und er spricht: 

, 2, 574] konig, tha im auch also, 

Bleibt dein küngreich bestendig do. 

Kanin Alexander spricht: 
Der bedentung ich nit verstha. 
10 Ich bit, mir des erklere me. 

Calanua, der weiG, spricht: 

Hör zu, du könig Alexander, 

Da gwinst viel küngreich nach einander 

Mii verderbung viel landt und leut, 
a Ilin nnd her in der weit zerstreut, 

Und da mast auch der gleich nl/rit. 

Mit dem heer bstben viel gfcrligkeit 

Und ze wehst weit amb ahn ruh uud rast, 

Und eh du eins bezwungen host, 
ao Feit dir das ander ividcr ab, 

Wie ich dir das gezeiget hab 

An dieser haadt, sprödt uad verthordt. 

Die knappet auf! an allem ort, 

Biß das ich mitten darauf! stnndt, 
t5 Erst die haudt stiller liegen kundt. 

Also solt da dich aacb dergleicb 

Setzen mitten in dein küngreich, 

So machst du auch an allem endt 

Halten ein triedtlich regimendt. 

so Alexander spricht: 

Sag mir, wo wirt ich sterben da? 

Calanua, der weiß, spricht: 
In der Stadt Babilonia. 



:iii*L ilnrr nd icrdurt. 





■BiilWM 






&19 




Das sie fort keim köuig vergan. 




Das er kurab also ferr und weit 




Mit lieeres-krafft in krieg und streidt. 




Als icli hab tlion zu dieser zeit. 




E Sie gehen alle ab. 


LK3 


2,575] ActtlS 7. 


Mearchua und Perdica, die zwen Macedonier füraten . gehen 




ein, uiind Neavchus spricht : 




Nun sey wir mit seufftzen und winseln 




u Anß üustrin, der feixen insein, 




Wider mit grossein hnnger lintmnen 




Herauli, und grossen schaden giiumraaii. 




Viel kriegiivolck am hnnger verdorben; 


[08 


2, 209] Auch tat Hepliestion gestorben, 




is Der fürst, dem der konig nbermaasen 




Ein köstlich grab bat machen lassei], 




Und ist h er t zl ich nmb in betrübet. 




Perdica, der füret, spricht: 




Darzu in auch tegliclien übet 




:_■■ Mancherlei zeichen und wunderthat, 




Das alles sich ansehen lat,| 




Samb werft der könig kürtzlicli sterben, 




Zu Babilon am gifft verderben. 




Ein esel hat vor kurtzen tagen 




n Ein freidigen löwen erschlagen: 




Das ist dem küng ein böses zeichen. 




NearohUH, der fürst, spricht: 




Ja, mein Perdica, der geleichen, 




Da wir auff Babilonia zngen: 




so Sachst nit. wie in dem lufft her fingen 




Ob uhb ein solcher hauffen raben, 


i 


S vorgon- 9 8 jeyan vir. 10 S dar ferren yoialn. A daa honen 


hMU 


12 SC ; A ganumman. UtM »m. IS SCK 6m. 


A dun 


a. 11 SBCK kUoig. A kttog. 



Welche mit grosses geschrey haben 
Gekemptft und in einander bissen, 
Tödtlichen einander zariasen, 
Das etHch rab-tiln mit einander 
5 Todt für den könig Alexander? 
Des hat er sich trefflich entsetzt 
Cnd besorgt seines endts zu letzt, 
[Aß 3,^ 282] Wie im Calanns weiß thet sagen. 

Perdica, der fürst, spricht: 
i<> Nun hast du im selb vor den tagen 

Gar treulichen gewarnet da, 

Das er in Babilonia 

Nicht ziehen sol. sein selb verschanen. 

Doch half an im gar kein vermaneiL, 
u Hat anch newtkhen opffern thon, 

Das im sein todt anch zeiget ohn; 

Wann des thiers lebern het kein haubt» 

Des ist er aller frewdt beraubt, 

Forchtsam. erschlnchtzet und erschlagen, 
w Thnt an allen göttern verzagen, 

Auch an den besten freunden sein, 

Sindt im all argwönig gemein, 

Uelt sie all in grossem verdacht. 

Nearehns, der fürst, spricht: 

m Weil er so traurig ist gemacht, 

Wöl wir hienein zum könig gehn, 

in frölich machen alle zwen 

Mit trincken, spiel und guten schwencken 

Und unser langen reiß gedencken, 
au Darmit er solche forcht außschlflg 

Im selber! nit sein hertz abnüg, 

In trawrigkeit versflncke nit, 

Das im zum aller-ergsten ghrit 

n baide ab. Casander unnd Jolas, die jungen forsten 
\nd brüder, gehen ein. Casander spricht: 

%«a einander. A an einander. 4 SC fieln. A fielen. & 
16 ? opfer. 17 S het. 19 ÖCK enehlneehset. Ä er- 
B abmtteg. 33 fehlt S. 34 Apposition in A naoh: 



Jole, lieber bruder meiu, 
Gar böß pratick vor äugen sein, 
Der köuig tregt uns ubermaü 
Allen beiden tödtlichen haß, 
5 Trodt, uns zn nemen unser leben. 

[K 3, 2, 516] Jolas, der jung fürst, spricht: 
Bruder, wenn hat sich das begeben? 

Casander, der jung fürst, aprioht: 
Das selbig wil ich dir wol sagen: 

iu Sich hat begebn vor knrtzen tagen, 
Das ein griebiseb fürst an der stedt 
Unsern könig anbeten thet 
Als einen gott, das ich mir lacht. 
Da bet anff mich der könig acht 

15 Und loff grimmiglich anff mich dar 
Und ergriff mich bey meinem bar. 
Stieß mich mit mein) kopff an die wendt 
Mit allen krefften unverschendt, 
Sprach: des lachens müst ir beweinen! 

» Und thet uns brflder baide meinen. 
Rah), bruiier, was ist ans zu than? 

Jolas, der jung fürst, spricht: 
Mein Casander, ich denck erst dran, 
Das er auch newlich unserm lieben 

ss Vatter Antipatcr hat gschriubeu 
Gar befftig und sebarpffe trowort, 
Im and all seim geschlocht das mordt, 
Wiewol und er ist sein Stadthalter, 
In Macedonia Verwalter; 

3u Wann er ist vor dem köng verklagt, 
Mint er rück an schuld ig versagt. 
Derhalb ist uns wol für-zu-schawen, 
Dem könig nit zu weit vertrawen, 
Weil er ohn schuldt mit gwalt und macht 

35 Hat sehr viel guter leut umbbracht. 



reg t. 



J p« g ob 



- ulltiu kru!ii-u (ufgrnhtnt. A u 
30 baiduj 8 »llo. 33 91 



Wolt gott, wir weren beidt darvan ! 

Casander, der jung fürst, spricht : 
Mein lieber bruder, wiß, ich hau 
Sehr grosse forcht von hertzcn-grundt ; 

i Wan wir beid sicher sindt kein stundt 
Vor dem thirannen Alexander, 
Das er ans hinriclit beidesander. 
leb erschrick, so ofFt ich in sich; 
ledoch allein so tröstet mich, 

■ Ich hab den nächsten tag vergangen 
Von unsenn herr vatter empfangen 
Au ff das heimlichst sein handtgeachrifft 
Und auch daB herbest, sterekest gifft. 
Das hat er mir befolhen eben, 
Dem köng im wein zu trincken geben; 
Darmit werdt er baldt hingericht, 
Das wir ans dürffen fürchten nicht, 
Diewoil wir nun credentzer sein, 
KQndt wir das gifft im geben ein 
Heut, weil der köng und sein haubtleudt 
Nearchus und Perdica heudt 
Haben ein friilicbes nancket. 

Jolas spricht: 

bruder, wenn ich das gifft het! 
Wenn ich dem köng ein sol schencken, 
Wolt ich das gifft int schewren sencken. 
Dardurch er sein geist müst. auffgeben 
Und wir erretten unser leben. 
Wo ist das gifft? Hastus bey dir? 




Casander gibt Im das gifft in« et 

spricht : 

Ja, so nimb hin das gifft von mir, 

In dem roßhuff ligt es verborgen. 

Hab daran ff gute liut und sorgen, 

i Daä du verfelst der schewren nit. 

8 W»n. A W«nn. 1 1 S TOiorm liobn hnr. 

t wil. CK !-:■ will. 21 SBC frolioha.. A f 

II hui] S Mbt. 



hörnen bücblilein 



Nun ghe, ich hilft auch zu und mit. 

Sie gehen beyde ab. [ K S, 2, 577] Alexander gehet ein mit Ne- 
archo unnd Perdics, den fürsten, und heroldt. Alexander 
setzet eich unnd spricht: 
i Ich bin in forcht und grosser angst. 
Itzt kumbt, das ich besorgt vor langst, 
Nerablich es werdt nemen ein endt 
Mein königliches regimendt, 
Weil alle zeich eu sich begeben, 
ia Das sich baldt enden werdt mein leben. 

Nearchus, der füret, spricht: 
Du unuberwindtlicber berr. 
Schlag auß deim gemüht weit und ferr 
Seltene sorg und fanthasey, 
ia Bringt nur dir groß melancolcy. 
West da, was mir und deinem beer 
Zuhaudt wer gstossen auff dem inner, 
Uu würst unnützer sorg vergessen. 

Alexander spricht: 
w Mein Nenrcbe, thu mir ermessen, 
Was hast du erfaren beaunder 
Für grewlieh, seltzame meerwunder, 
Auch was für insel, landt nnd stedt? 

Nearchus, der fiirat, lacht und spricht: 
is Herr köng, wenn ich zu trincken hat, 
Ich wolt euch wunderlich ding sagen. 

Alexander spricht: 

Ernboldt, ghe, heiß wein aaff-tragen ! 

Eji-nltijl.lt get, bringet Casandrum unnd Jolaiu, die tragen ein 
sohewren mit wein, die nimbt Alexander und spricht! 
Eh wir anfangen von den dingen, 
Wi! ich vor so viel wein dir bringen. 



1 tmwrig. 13 6 Tniil.erwiot.lieb». 14 SSC Soliohs. A Solflb 

22 6 Krewlioh. A grewliebe. 39 H g*( (fehlt A) Dringt. 



Nearchus neigt sich unnd spricht: 
(AB3,2,283]Das sollen eucb und alle wegen, 
Herr kiing, alle götter (Regnen. 

Der könig trineket den wein auß, stehet anff, riinpfft i 
.'. reibt den leyb mit beiden henden unnd spricht: 

Acb wie scbarpff geht der trnnck hienab. 

Als ob man mir durch schössen hab 

Mein bertz mit einem scharpffen stral. 

Ich bin wandt worden manig mal, 
10 Iedoch mit so keim grimmen schmertzen, 

Wie ich letzt entpfiudt an mein) hertzcn. 

das ich nur ein mcsser bet. 

Den todt ich mir selber an-thot, 

Das ich nur kemb der marter ab. 
u Den grimmen todt ich trancken hab. 

Perdica. der fürst, spricht: 
Ernboldt, bring den artzt herein ! 
Hoff, es werdt nit so hefftig sein, 
Sunder werdt wider frisch nnd gsundt. 

Alexander Betat sich und spricht: 
0, ich hin kranck von hcrtzen-grnndt, 
Dem letzten ende ich mich nech. 

Perdica, der füret, spricht: 
[C3, 2, 210] Herr könig, wenn das selb geschech, 
ss Das all götter verhüten wollen, 

Wen wolt ir dem kltngreich für-stellen, 
Der nach ench solt ein könig sein? 

Alexander spricht : 
Den aller-wirdigsten allein 
[K 3, 2, 578] Den gib ich zu einem nacb-knmmen, 

Wenn ich vom todt werdt hio-genummen. 
0, nach mir wirt warhafftig werden 



Gar viel bluts vergossen auff erden 

Bey euch Maceilonier fursten, 

Die all nach meinem reich ist dursten. 

Alexander hebt den kopff auff und spricht: 
:> Ach, was hör ich für ein gcschrey, 
Als obs in dem heerleger sey? 

Nearchus, der fürat, spricht: 
Ja, mein herr könig, es ist weger 
Erschollen daus in dem heerleger, 
iu Wie der könig tödtlich kranck sey. 
Darum!) ist das gros klag-geschrey 
Von deinem volck im leger dauß. 

Alexander spricht: 
so traget mich baldt hienauß, 

volck noch lebendt sech 
Und ich in auch freund tlich zu-sprech 
Auß lieb vor meinem letzten endt 
Und geb in zu küssen mein heudt, 
Das sie darbey gedencken i 
to Ich wirdt nit lang mehr bey in sein. 

Sie tragen in im aeaael ab. Nearchus, Caaander und Jolas, dio 
füraten, gehen wider sin. Nearchus spricht: 

Ach, wer hat nur dem köng vergeben? 
West maus, es kostet im das leben, 
is Er mflst in grosser marter sterben. 

Caaander, der jung fiirat, spricht: 
Ich glaub, es kumh des köngs verderben 
Auli seinr l'iil und grossen paucketen, 
t tag und nacht weren theten; 
Durmit den raagen nuerscliwembt, 
Das im ietzt hart zum lieri/en stemht. 



B d«i 

SC kling. > 



i. A daa. 

könig. 




lLitur l.Vxraitpr üsr sc rat. 
Zun rat m. oeoisL -sr .iun*t i y 

se £teidi afa £* snne 
I» sc ier äev-±r äbcsc 
In itfearier jmremis mferMi» 
AI» er d«k alt gw st mxwar 
Ein rnaoac drey und drevviE jar. 

* Z^'Vttf ;ar eeaasc daa r*frnu*ndL. 
Nacn seinem rai ifcii er he&tHhU 
Aai* JQ«»ioaia rV'Söf fxrstdii 
Zum r^pzneaiit. die aE-*r-sh.1r*teri. 
~ie JoOec. fort «ein reim in-babea. 

r. Audi v>l man seinen. leib begrab« 
Hin m dem tempel ELimmonis.. 
Des gottea. welcher ist eewifi 
.Sein vaiter Jupiter genandt. 
Derbalb macht euch anff aüesandt 

>. Und kleidet euch alle in sdtwara. 
Das man die todten leicb hinwartz 
Gantz königlich begraben tbu. 
|K 3, 2, 579) Aoff morgen wirt man in der frn 

Dem kriegßrolck aaff-blassen dam. 



% 8 De*. A Dma. 3ßwi. 4 S ix. A ie. SS erwärmt. 
g, 13 8C Kling. A König. .14 er asfieng] S »»«fing. 23 g dÄ 
pfc. 26 Hin] fehlt S. 8 Hjunmonia. A JunoniB. 






Ordnung ab. Der ernholdt kumbt 1 
beschleust : 



Rey der histori merck ein fürst, 
Welchen nach frcmbder herrschafft tliürst 
* Wider ein*, recht und billigkeit. 

Ahn noht nnd ursach kriegt und streidt, 
Allein sein herrschafft zu erweitern, 
Darunter doch offt geht zu scheitern. 
Gemeiner nutz verdirbt, versehwindt 

10 Wol drey mal mehr, wenn er gewindt. 
Ich schweig auch, das offt auff ein stundt 
Sein landt und leut ghen drob zu grünt, 
Kr auch vertrieben wirt zu letz, 
Das heist gfisebt mit eim gülden netz. 

ia /um schaden hat den spodt darzn, 
Weil er wol wehr in guter rhu 
Gesessen in seim vatterlandt, 
Het wol gelialten fürsten-standt. 
Auch setz ich, ob das walzendt glück 

» Eim gleich bey-steht in allem stllck, 
Das er sein nachtbaurn uberweltigt, 
Sein reich weiten und in an ig feit igt. 
Setzt sich mit grossem sieg zu rw. 
So schlecht doch erst Unglück darzw. 

s. r , Wenn er meindt, das er sicher sey, 
So uberfelt in meyterey 
Etwan von seim eigen hoffgsindl, 
Das er wirt hingericht geschwindt 
In auffrhur mit schwerdt oder gifft, 

ao Da in erst der höchst unf.U trifft. 
Denn wirt gerochen iederman. 
Dem er hat gwalt und unrecht tban, 
Mit seinem bluting krieg verderbet. 
Solch hoffarb den kriegs-fursten erbet. 

s.-i Wo solliebs sich auch nit begeit, 
iR3,2,284]So kumbt doch endtlicb mit der zeit 



10 wenn] 8 Jen. 1! 


ä lowt gS 


Im] S Euoh. 24 6 utll erat 


VEl^l.M-k 


ejtorBj. C in dio meutrey. 


30 S du 



Dar in ine ji äe 









Jod immmir. T»fe in ier 



Bffv *n— * 'Tii Mi ii viiisiittc EL 



Di* p*r9äx ra. üi irxxtii: 

i PVfTfnDCfc. kznur in XbiSKCuiffik. 
-JL rimtgnuL «in xomiäüL ne rinwnt. 
4. ^Vtiiwüht Wtunrmit - ir «n. 
5» SenssamLsia. känür 3. Impfen am 
«s i E'mrmff. känur in Fsssl. 
7. Pirat janor in 



& Hifpm?gtäaii> 

» IL Parmas 4 nmscdamach ilnten . 

li. FlTBanfn Aar T Twty*Tit»r ijrwirzs F^tzLigiyam. 
13L Clifiaa. iai flewoL •ascädtc Alecunigr. 

15- Ja***. 2 brnter. loxeöa Jan tinLz Afcrramier. 

* low X110& 

17. Ffruron» 2 Ersten, anxnfai 
t>> CftJsfiBM&. vier päüiraroaas. 



1 $ P*r «dfartdfc&dfc *»i TMrtrimh Joe A «mo;. CK twft. 4 mmdm] 

t $ 1 ■41—1 A i>jiwl IIS ffoc «r. 21 S 



529 

19. Calanus, der weiß von Saba. 

20. Der geist. 

21. Der postpot 

Anno 1558 jar, am 27 tag Septembris. 
8 Unter dem datum: 1410 [rerse]. Im druck sind w 1422. 



Haue Sache. XIII. 



34 



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j imn Juli ilrSCL *nn ä a n g i n 

Die toi: beriznoc *nii irod * ktin. 

Weiche aeT i»«i ie7.i»*n varhaJt 

Wir fin £lc±i ier zmaaeL&hafl. 

Li warer rr^w cesciilij&sen immer. 
:.» E*e wirt nie irem frawen-zimmer. 

Der an ier zal nröfcf sindt mit namen 

Von fatiziich aa»i fürstlichem stammen, 

D» jüer-^etrewestea frawen. 

Weiche ao£ gar höchstem Tertrawen 
ü) Ein ieeifche irem gemahel 

Gana starckmatig and fest wie stahel 



l Haadeehriftfisa im 13 spraehboehe bL 173 bis 181'. 

Die 12 g*»wea haÜeoisehen fraweB im bofton Schillers, gedichtet 1540, 8 nuy 

Ofti V S*' b» S3*), tob welchem auch ein einseldrnek erschienen ist (s, Waller 

^ - Saeha-bibbegr. mr. 7t), behandelt übereinstimmend »cht der trauen, wahrend 

•Miatt der HTpermneitra, Thalia, Euadnc und Panthea einsetzt Orgia, Leer*- 

Fapo und Thkbe. Gedruckt ist da* spiel bei Hopf, Hans Sache, 2 bandohw, 

tf 185«, a. 15* f. Dieses und das folgende stück fehlt K. 2 8 dmiefc- 

; 4 B 61üek md heyl. glück] S gnad. 5 inn] 8 aoX II 



13 B gmalschafft. 
AC fürstlichen. 



16 8 not swoliT. 17 B 




6S1 

Ist bliebn io lieb und trew gantz bstemlig 

Und im gar nie worden abwendig 

In keinr aufechtung, angst und mihi. 

Eins teils auch gar biß in den todi, 
a Wie solche tugeiitbaffte weiber 
[C3, 2, 211] Uns siudt bachrieben durch die gschichtschreiber: 

Durch Valerium Maximum, 

Biutarehum und Bocatinm. 

Den griechischen Xenouhontem 
tu Und durch Ludowicum Vivem, 

Dardurcb die frawen auflerkurn 

Siudt ewig gedecbtnuü-wirdig wem, 

In ehren hoch nud weit erkandt . . . 

Nun mit den frawen ob-genaudt 
l» Wirt Juno vor euch in der nech 

IIa! ten ein Itoldtselig gesprecb, 

Da ir iede wirt zeigen ahn, 

Was grosser trew sie hab gethan 

Irem gemahel in seim leben 
iü Und todt. Schweigt! hört und mereket eben, 

Was iede wirt zu autwort geben! 

Der ernholdt gehet ab. Juno, die göttin, gehet ein mit don 
zwölff frawen, setzet eich ; so stehen die zwölff zu beiden aeiten. 
Juno, die göttin, spricht: 
» Nun ir durchleuuhting, edlen frawen, 
Ich hab euch miß hohem vurtrawen 
An mein hoff versainlet alsamen, 
Doch all auli hey deutschem stammen, 
Die ir vor jaren bey den alten 
ao Ewr eblich trew so steiff habt ghalten 
An ewrn gmaheln, den erling tnonderu, 
Hin und wider in morgen - lend e rn : 
Als in Griechen und Asia, 
Caria nnd Italia, 

1 gani biteodig] S pestondig. 2 3 Von im Die worden abendig, gnr] 

fehlt B, SD keiner, * SB Xenophontem. A Xenephentem. Xenephrmtittn. 
lü SC Ludowieum. A Ludewionni. 13 B ehm. IT 8 jede. BC jede. 

A jeder, IS 8 (aüiem. C »ein. 10 S meroket. A marokt. 36 S dnroh- 

leushtig. 28 SC haidenisohem. A bejdniaohera. 30 S Ewer. B Euer. 31 
S euere gemaheln den werden, ß auem. 34 8 Caria. AC Calla. 

JV 



532 

Da ewer lob noch klingt and dönet, 

Mit lob and ehren seidt gekrönet. 

Nan ist mir kundt worden die zeit, 

Wie ietzt auch in der Christenheit, 
5 Sonderlich in hoch-teadtschen landen 

Aach der geleichen sindt vorhanden: 

Etlich durchleuchtige furstin, 

Begabt durch hoch verstendig sin 

Und auch mit so getrewer that. 
10 Derhalb hab ich herbracht durch raht, 

Diesem fürstlichen hoff zu ehrn, 

Mein frawen-zimmer mit zu mern, 

Das sie auch kommen all zumal 

In meinr durchleuchting frawen zal. 
i6 Derhalben ist an euch mein bit, 

Ir wölt euch gar beschweren nit, 

Antwort zu geben aUesander, 

So ich euch hie werdt nach einander 

Fragen, mit was getrewer that 
«o Iede solch lob erworben hat. 

Arthimesia, die künigin, neiget sich und spricht: 

Durchleuchtige' göttin Juno, 

Wir frewen uns von hertzen do, 

Zu orzelen unser ehlich trew, 
u Ilaben der gantz und gar kein schew, 

Weil es sindt hochrümliche that, 

Auff das auch in unser fußpfadt 
|AU,3,2,28ß]Tretten noch mehr durchleuchting frawen, 

Dio durch sie auch thun aufferbawen 
so In ehren das gantz weiblich gschlecht, 

Das uns besunder frewden brecht. 

Derhalb, du hiemelisches bildt, 

Wir sindt willig; frag was du wildt. 

Juno, die göttin, spricht: 

sa So hob ahn, Arthimesia, 
Du künigin in Caria, 

I Mtr. A ewr. 2 B ern. 5 S Sonderlich. 6 8 Vorhand«. AC 
11 8 tren. IS S meren. 14 S meiner. A frawn. » 
Heb, 19 8 Durah die sie auch ihw auferpawen. 



Cm] sag, was trew du hast gethan 
Mawsolo, deim gemahel fron, 
Baido im todt und auch im leben. 

Arülümeaia. die künigiu, spricht: 

s hohe götlin, so merck eben: 
Ich und mein herre beide-sander 
Lebten so frenndtlich bey einander, 
Heins das ander betrübet nie. 
Als hihi mit todt abschiede hie 
10 Mein herr, Doch blieb mein ehlich trew 
In meinem hertzcn steht und new; 
Und als man in nach seinem endt 
Nach dea landes sitlcn verbrendt 
Und den aschen vergraben solt, 

is Das selb ich nit gestatten wolt, 
Sonder sein aschen ich zu danck 
Braucht in meiner sjieiß und getranck, 
Biß. ich den aschen thet verzereu 
In rneim leib, meim berrn zu ehren; 

so Wann ich vermeindt, kein grab allein 
Mächt sunst seins aschens wirdig sein. 
Doch ich im zu gedechtnus hau 
Lassen anffrichtn ein kunglicli grab, 
Vierecket, drey nnd viertzg schnch lang, 

w Von mermelstein, balieret blaitg, 

Hoeh viertzig schuch und darzu hundert, 
Aiiff sechs und dreissg seiden gesundert. 
Und sollich künstlich mcrmel-steines 
Grab ist der sieben wunder eines 

so Der gantzeu weit, thet das alhamen, 
Das ich meins lieben gmahels nameu 
In ewige gedeebtuuß setzt. 
Also bin ich hernach zu letzt 
Blieben in witfrewlichem s tan dt, 

35 Biß mich der todt auch überwandt. 



2 8 Mawt 



Jim gemahel, A Muuols dem gumliol. B Mumie dem ge- 
im gemahel. 3 8 In dot. T b«j] S mit. 8 8 Du küu 
15 S Da» «elbeu icb nlt gttaton «olt. 2! B leim inuheoa. 
i «einet aaohen. 33 S »ofriohtn. A aufrichten. B konigklich. 24 8 drej 
□d ttnhig Bchuooh. A Tiertiig. 2.i 8 merbelstoin. 27 8 Jriiisg. A drelssig. 
18 S ui erb« Maines. A uierbelstüner. 2B B ünei. A einer. 31 In] 11 mit. 



i pegrab 



ArpsL 74a klngliriicm 

Ein ftiencer böng Adraeti mit 

T!m ms mit karti auch, hie ntoc M|iuu 

Wjg lieb und trew <in hey u*in oassn 

PttimitL iem gmahei dem. 

Erzeigt hart in «fem feben sein. 

Derriekb hernach, in seinem sodL 



in «ötrin. hör: ab in «it*r nobc 

Mein lieber gmahei §oir vor raten 

Mit lern käng Creonti streiten. 

Za hiilf meim mter in dem krieg; 

Ab aber der fexndt gwan den «eg 
ts Und unser beer gxeog aar in gnmdt 

Samte meim berrn. am mir das wartknum* 

Za hanit ieb mick bey eitler nacfet 

Aafi der Stadt an* die waJatadt maefat» 

Am£ meiaem kftaiffieben mL 
* Verachtet alle forcht zn maL 

Wie wol der fein«it verbotten het: 

Wo iemandt hie an dieser stedt 

Ein todten cörper thet begraben. 

Sein leben sott verfallen haben. 
is Inf!* als hieß ich mich irren nicht, 

Kam dar mit eim verborgen Liecnt, 

Da äo ml tansendt todten lagen 

In irem blat, ellendt erschlagen, 

Zn soeben da den herren mein, 
jo Zn bestaten den leibe sein. 

Da ich nmbwendet fiel der wunden, 

Biß endtiieh wart von mir gefanden 

Mein lieber herr, todt and erblichen, 

Sein Iebendt geist von im gewieben, 
36 Den ich da in jammer and quäl 

2 B kawigfrfrrh— K kflngktieh«m. 5 SC dw b«y (Um. A <fir W 
PtftwtL A PolistL C gemahel. S 3 hernach auch in dem doc 
t AC Craaati 14 S gwmn. 16 S wart. A war. 2t S forvht AC I 
w 27 8 dottflr. 29 3 Da it machen. 30 3 

*I 8 



Umbfieng nnd küst wol tausendt mal 
Auß recht ehlicher liebe trewer 
Und richtet zu ein todten-fewer, 
Darinn sein leibe wart verhrendt; 
i Blieb ein witfraw biß an mein enrit 
Auß recht prlinstiger lieb und trew. 
Der that ich mich noch ewig frew. 

Juno, die göttin, spricht: 
Nun zeig auch an, Snlpfcia, 
10 Da edle fürstin auß Roma, 

Was lieb and trew du hast gethau 

Trustelio, «leim thewreu man, 

Zu Rom, dorn erend (reichen fürst en. 

Sulpicia, die römische fürstin, neiget sich unnd spricht: 
15 Ach, das zu sagen that mich thürsten. 

Mein herr war eio anffrichter man, 

Vom pövel grossen neidt gewan. 

Üerhalb unschuldig wart vertrieben 

Ins elleudt, ich war aber blieben 
üo Zu Rom gar in trawrigem mut 

Bey meiner matter in ehr und gut. 

Da mich mein mutter gnaw versport, 

Hält mich in strenger huat gar bert; 

Wann sie west gewißlich, das ich 
■■■■ Mein herrn lieb het inbrünsti glich. 

Sie forcht, ich würt im reissen nach 

In das ellendt, als auch geschach. 

Baldt unverzagt die flucht ich nam 

Zn meim herm in Sidli.nn 
so Und üed mit im schmach, somit und schaut, 

Verließ mein ehrlich vatterlandt 

Sambt meiner fremidtschafft, ehr und gut 

1 A kllit in. in] fehlt 8. C rabfieog, kUit ihn. 3 8 thew«. 3 

C riebt. SC »In. A ein. i C Dirinnsn. S loibc. A leib. fl S 

prUnstigor. A gllnitlger. 11 CenUlla« Crmeellio nach Vnl. Mal. XI, f,I, nnd 
T in den alten dnioken häufig vorwcehsoll, »gl. Iloedeke , diobtnngsn von 
H. Suhl I, ■. tOi anro. and ■. 18 «im. SC deim. A delo. 17 S paff«). 

IS B wtrl, IM 8 «bor ich nt. U 8 Wim. A Wenn. SS S Vnd. 

SM 8 Sujiliam. A Guillain. 



Und bliebe boy im in armut, 
Iu dem vertriebenen ellendt, 
Änß rechter trew biß au mein endt. 

Juno, die göttin, spricht: 

& Hipsicratea, da kUngin zart, 
Ehliclier lieb getrewer art, 
Was lieb und trew gutwilli gleich 
Du hast tban deim gemahel reich, 
Zeig uns hie auff das kürtzeat an. 

Hipsicratea, die künigin in Ponto, neiget sich und spricht: 

Mein trew, die icb geleistet hau 

Meim herren, bekenn ich ahn laugen, 

Doch mit gar zeherenden äugen, 

Weila mir mit untrcw wart bezalt 
ib Von meinem herren manigfalt; 

Wann er fUrt lange zeit groß krieg 

Mit den Römern, verlohr viel sieg, 

Das er seins reicbs wart flüchtig schier. 

Da verließ ich mein weiblich zier, 
hi Doch wider all weibliche art, 

Meim könig ein mit-reuter wardt: 

Ich scbniedt ab mein lang gehlfarb har 

Und reiset mit im immerdar 

Und füret harniscli obn vertriesson 
*) In schlacbt, stürmen und blut-vergieasen, 
[0 3,2,212] Auch uudtlich da mein uerr gar hardt 

Von Pompeyo gefangen wardt, 

Gfencklicb gfürt iu Armeniam, 

Da icb auch gar nie von im kam: 
w Ich tröstet in gar süssigleich 

Und thet im allerley handtreteb. 

Als er nun wider ledig wardt, 

Kam heim, da er untrewsr art 

Mir mein aining son thöten ließ, 
[AB3,2^86]SBr zu neidt, baß und widerdrieß; 



1 B plieb. S iramuBt. 10 S kllnigin in Ponto. AC kllnigin Pol 

II S Meitn herren »in mit-ritUr wart. 22 S wein goltgelbo* hmr. 11 

D» r.iit in]] mit. 34 8 ftinlug. AC eigen. 



Als nan belegert wurt aein schloß, 
Erst erzeigt er sein nnlrew groß 
Und mich mit herbem gifft entleibt, 
Das ich keim andern wurdt verweibt. 
i So ich von im entpfangen han 
Meinr lieb nnd trew untrewen lohn ; 
Jedoch mein ghabt ehlicben trew 
Hab ich gantz und gar kein nachrew. 

Juso, die göttin, spricht: 
> Jpcrmestra, von künglich gschlecut, 
Ein tochter Danay auff recht, 
Zeig uns dein ehlich trew auch ahn, 
Die du an Lino, deinem n 
Begangen hast zu deiner zeit. 

die königliche tochter, neiget sich unnd spricht: 

Auß der götter fürsichtigkeit 

Wart meim herr vatter ein weissag, 

Wie das in über jar und tag 

Sei db bruders süen wurt einer tödten. 
»i Der waren fünfftzig in den nöteu. 

Diß (Lulit. er zu fürkummcn thoti, 

Er het auch fünfzig tochter schon 

Von viel weibern, die maubar warn. 

Auch warn seins bruders -im bey jara; 
äs Derbalb mein vatter uns tochter Bchön 

Zu weibern gab seins bruders süu. 

Wir tochter mustn dem vatter schwere 

Ein harteu ayd bey trew und ern, 

Wenn mau uns zulegt nach den dingen, 
3" lede irn gmahel umb-zu- bringen. 

Das auch thetten die Schwester n 

lüde würgt irn gemahel fein 

Im schlaff und schulet im ab sein kheln. 

Uhu allein ich thete verhelu 
U Linum, mein brentigam und man 

Idouh mainer gahubtan traw. 
nein. AC mein. 10 S sllen. 
;. 26 S sehnen: allen. 2 

33 sbui] 8 die. 36 S ptwtkan 



Uad hilf im irr?, das er 

Warna nricfc tfcet des u»»efealdi£ 

Aaf» reckt eUidwr trei ertersem. 

Frw lobt mem ratter aa der stadi 
s Mein fefcwester ob begaagne that, 

Midi aber legt er mit pezwengnafi 

In ein hart od strenge gefencknaA, 

Darinn xa bieibea an das endt. 

Doch Linas, Bein gmahel bebendt, 
i* Bracht aaff ein zeug und überrag 

Mein ratter, mit eim schwert erschlag 

Und aai> dem kereker midi erlöst, 

Sich recht freandtlich m mir genast, 

Regiert mit mir in Griechenland!. 
15 Da wnrt ich erweit and gesandt 

Dein priesterin and dienet zwar 

In dehn tempd hernach viel jar. 

Juno, die gottin, spricht: 

Thalia, von hoch edlem «Um, 
390 Sambt alln edlen frawen mit nam 
Der jüngling Menie, weit erkandt 
In Lacedemonier landt, 
Was trew habt ir an in begangen? 

Thalia, die edle fraw, spricht: 

ts Merck, schöne göttin: als gefangen 

Hetten die Lacedemonier 

Unser menner in gfencknnß schwer, 

Dieweil sie in an diesem endt 

Hetten gstelt nach dem regimendt 
so Und waren all in solcher noht, 

Schon verurteilet zu dem todt, 

Des nachts der nachrichter solt kommen, 

Das in das leben wnrt genommen, 

* * 

6 8 peiweneknns. A gexwencknuß. 8 8 pis ans ent. 11 eim] S dei 

21 8 Menie, weit. AC meine wort. VgL b. 8, 720 bis 724 die getrewen ©dl 

weiber der jüngling Menie [6 12, 19' bis 22] and den meistergas&ng vom : 

ai 1639 im spiegelton des Erenpoten : die getre wen weiber menie [HO V, 2! 

8C an In. A an im. 24 8 das edel weib. 27 8 inender . 31 

Ttaillet. C rerurtheylet. A verurteilt. 



639 

Da warn wir frawen ahn untcracheidt 

In grosser angst und hertzenleidt. 

Iedocb erfundt wir einen raht, 

Zu volenden ein trewe that: 
5 Giengen spadt zu der gfencknnß-thür 

Und baten die hüter darfirr, 

Uns in den kercker ein-zo-Ian, 

Zn trösten unser sterbent man. 

Weil wir nnn waren edl und reich, 
lo Liesen sie nns ein all geleich. 

Als wir nnn hienein kamen spadt, 

Öffneten wir in unsern raht : 

Wir legten ir mans-kleider ahn 

Und sie unser gwandt, theten gabn 
15 Auß dem kerker, ir köpff verhüln 

Trawriger gstalt mit wein und ruln, 

Sam giengen wir weiber dar van. 

So wnrden ledig auser man 

Und entptlohen dem grimmen tüdt. 
s" Wir gaben uns in angst und nolit, 

Für sie auß rechter trew zu sterben, 

Dnrch das grim urteil zu verderben. 

Doch blieben wir auch unbeschädigt, 

AuG barmhertzigkeit frey erledigt; 
s» Die obrikeit tbet nns au ff- sc h Hessen, 

Ließ nns ehlieher trew geniessen. 

Juno, die gottin, spricht: 
Mein Paulina, ans auch vernew 
Mit worten kurtz dein ehlich trew 
so Mit deim gemabel Senece. 

Faulina, die getrew Römerin, neiget sich unnd spricht: 
Merck, göttin : als von Nerone, 
Dem wlttrich, wart mit ungedult 
Zum todt verurteilt umb unscbaldt 
M Mein gmahel, der in in der jagendt 
Het zogen auff zucht, ehr und tugendt, 





540 


Zn handl mein lieber gmahel sas 


In eim voipadt, drin man im was 


Seine vier haubt-aderen schlagen. 


Da wolt mein hertz vor leidt verzagen, 


s Saß zn im ins voipadt hienein, 


Ließ auch achlagen die ädern mein, 


In rechter txew mit im zn sterben, 


In gleichem todt mit im verderben. 


Solchs wurt Nero, dem wßtrieh, kundt ; 


iu Der schaff baldt, das man mich verbuni.it 


Und mich erhieldt mit gwalt bey leben. 


Doch het ich mich verbintet eben. 


Viel lebens-geist auch von mir weich, 


Das ich forthin blieb alzeit bleich, 


i:. Das zeugnnß gibt meinr ehling trew, 


Der ich mich an mein ende frew. 


Juno, die göttin, spricht : 


Julia, ein krön der ern, 


Ein gmahel Pompey, des herrn 


*> Und großraechtig römischen forsten. 


Sag, durch naß that tliet dich auch thürstcn 


Nach recht ehlicber, trewer lieb? 


Julia, der fürstlich gmahel Pompey, neiget sich uimcl spricht: 


Mit frewden ich des aiitwort gieb. 


■b Als mein gmahel heim kam vom krieg 


Uud het erlangt an feinden sieg 


Und keret in Fortuna tempel, 


Opffert nach heidnischem esempel 


Und das thier schlachtet an der stedt 


so Mit eigner handt, das zabcln thet, 


Wurdt besprenget sein kleidt mit blut 


DeB thiers, derhalb mein lierre gnt 


Schickt heim das kleidt bey einem kiiecht, 


Auff das er im ein anders brecht. 


k Baldt ich ersach das kleidt so blutig, 


Da wart von hertzen ich unmutig 


9 8 Nero. AC n«w, IS S »ran: S beren. III. 23 S Potnpoj. iC 


mnjiuij. 31 S Bug an wu weg w»s dich 'den düorsleu. 27 3 fortliu*. 



541 

Verraeindt, mein hcrr wer worn erstochen. 
Also ahn alle wort gesprochen 
3,2,287]Sanek ick ilarnidor an die erdt 
Und mit sehr kleglidiero gebenlt, 
■■■ Doch gar mit groß schwangerem leib, 
Klagt mein kerrn als ein trew wcib. 
Und also mit geschlossen henden 
In anmacht ich an diesen enden 
Auch mein trawrige seel auff-gab. 
i" Darmit ich gwiß anzeiget hab 
Mein hertzlich, eklick trew und lieb, 
Der ich hiermit gezeagnuß gieb. 

Juno, die göttin, apriuht: 
Ach du, getrewe Porcia, 
is Ein edle burgerin von Roma, 
Ein gmahel Bruti, zeig auch an, 
Was trew du habst (leim gmahel than, 
Du edle tochter Catonis. 

Forcia, die edle Römerin, neiget sich unnd spricht: 

zu Du himlische gültin, su wiß; 

Als sechuig barger schwurn ein bundt 
Wider Jnlium, den bluthnndt. 
Welcher auch wurt von in erstochen. 
Das aber sollichs wurdl gerochen, 

15 Fürt Octavianua ein krieg 
Und het wider Brutuin den sieg 
An im zu nemen grimmen rack; 
Derhalb mein gmahel sich erstach. 
Und als ich sollichs höret eben, 

m Möcbt ich au in auch uit mehr leben. 
Mein muttor aber hütet mein, 
Ließ mich im hanß nit mehr allein, 
Forcht, ich wart mir selb than den todt, 
Het mit mir groß sorg, angat und nokt, 

w» Verbarg all waffen gar verholn. 



3 8 it dar ard. 4 S olagliohsr. 

B mimolit. U. 2» 6 Porci». AC I'reoim. 
ichwuraD. 13 SC in. A im. 27 S 

SC in. A Im. 3b 8 «»ffu rar mir. 



TiC lohwiingsriQ, 
L. 21 S schwurn. 

r&Qb. C grimme. 



542 

Da »erschtund ich glüende koln 
Auff meinem sahl amj dem eamin, 
Damit jagt icli vom leibe hin 
Mein betrübte, trawrige seel 
5 Zn meim gmahel in angst und quel. 
Dnrcb sollicb unerhörte that 
Mein trew sich wol bezeuget bat. 

Juno, die göttin, spricht: 
Mein ausser weite Admete, 
[C3, 2,213] Ein künigin Thesalie, 

Thu dein ehlich trew auch verjehen, 
Welche denn von dir ist geschehen 
An Otte, deim gemabel frumb. 

Admete, die künigin Thesali«, neiget sich unnd spricht: 

u, du göttin aller reicht umb. 

Nach dem Otte, dem gmahel mein, 

Appollo, der groß gott, erschein 

Und verkündet im sein verderben, 

Er mflst in zweintzig tagen sterben ; 
«i Wo er aber in seinem reich 

Ein menschen fflndt, der willigleich 

Sich für in ein den todt wolt geben, 

So wtirt erretet im sein leben. 

Als aber mein herr im gantzen tandt 
S5 Kein so getrewen menschen fandt, 

Der also für in sterben wolt, 

Da war ich im so lieb und hoklt, 

Auß rechier trew erbarm bt ich mich 

Und gab mich in todt williglich 

Und selb für mein gemahel starb, 

Sein leben durch mein todt erwarb. 

Sag, wie kündt ich ein höhers eben 

Für mein gemahel haben geben? 

Juno, die göttin, spricht : 
Euadne, du fürstin getrew, 



23 SC erotet. A errodt. 



Mit deiner gschicht uns auch erfrew. 
Welche du hast bewisen do 
Deim ftirstling gmahel Campaneo 
Auff erdt nach seines lebeus tagen. 

Euadne, ein lurstiii Campanio, neiget eich unnd spricht.: 
Göttin, das erfrewdt mich zu sagen 
Dir und gantz weiblichem ge schlecht 
Mein ehlicb trew, weil mich auff recht 
Mein gmahel mich het hertzlich holdt; 

lo Als was ich begcrt, er auch wolt. 
Als der an eim fieber verdarb 
Und mir vor meinen äugen sturb, 
Daucht mich, mir wolt mein hertz zerbrechen, 
Mein hertzleid kuin.lt ich nit aussprechen. 

: Als man sein leich nach landes brauch 
Verbrendt im todteu-fewer auch 
Mit eim kleglich todten -gesaug, 
Alda ich in das fewer sprang 
Und willig mich mit im verbrendt, 

so Beschloß bey im mein letztes endt 
Und wart sein gferdt von dieser erdt, 
Ahn in nicht lenger lebens gert, 
Kundt im nk-hta höhers opffern eben, 
Denn nur mein junges, trewes leben. 

■■'■ Juno, die göttüt, spricht: 

Panthea, getrew und frura, 

Küngin des volckes Susarum, 

Zeig uns dein weiblich trew auch ahn, 

So du deim köug Ahratathan 
so Gethan hast, als er wnrl erschlagen. 

Panthea, die künigin Susarum, neiget sich unnd spricht: 

göttin, mit weinen und klagen 



1 3 dainr geiehioht, 


7 9 giniom weiblichen giühleobt. 


Jaib. 12 8 sUrb. 1 


B SC uuh. A Dooh. 1« SB fewer. 


1B S fener. A fowr. 10 t 


PO mein. A min. 21 6 wart. AC w 


31 S SuBoruio. 18 8 od 


i« B gmahel AbrwUton. 



544 

So 8ig ich dirs: Als die ftit-ficUicfct 

Köng Giros mit Creso verbracht, 

Darum meio lieber gmahel m>Kfc — t 

Als ich solch trawrig post Ternam, 
s Mein weiblich hertz mit leidt 

Als ich mein lieben gmahel sich 

Nach der Schlacht anff der walstadt todt 

Zerhawen, in seim blute roht, 

Zu dem ich anff die erden saß, 
10 Sein haobt anff mein schoß legen waß, 

Sein blutig angsicht wischen gundt 

Und kflsset sein bleichen mundt, 

Kust auch sein wunden hin und wider, 

Auch seine abgehawen glieder. 
15 Mein trewes hertz thet sich ergeben, 

Bey meimb gmahel zu lassn mein leben, 

Befalch meiner ammen allein: 

Wann ich endet das leben mein, 

Solt mich mit einem kleidt begaben, 
so Mit meim gmahel lassen begraben. 

Die mich für die that hertzlich badt; 

Doch het ir bit bey mir kein Stadt, 

Sonder in solchem hertzenleidt 

Mein kelen ich mir selb abschneidt 
15 Und auff meins herren brüst hin-sanck, 

Abkrefftig, ahnmechtig und kranck, 

Gieng auß die seel mit meinem blut 

Auß rechter trew und stetem mut. 

Als sollichs mein kemmerling Sachen, 
so In trew vor unmuht sich erstachen. 

Als solchs höret der könig mechtig, 

Erfuhr, ließ er herrlich und brechtig 

Ein groß unmessig opffer haben, 

Uns beide küniglich begraben, 
85 Ehlicher trew zu gezeugnuß. 

Mein trew mich ewig frewen muß. 
Die göttin Juno redet zu den durchleuohtigen frawen allen: 



1 8 dirs. AG da*. 11 S kund. 14 S abgehawne. 16 B 

18 8 Wen. 19 S Soli (=tolt sie). 20 S Mich mit S lassn, C 
25 8 herren. A heim. 26 8 ameohtig dot-kranok. 30 8 Ir twy. 3! 
S künlg. A kOng. 33 S gros amehlieh opfer. 



[AB3,2,288]Ir aller-getrewsten küngin 

Und durch! euch ligisten fürst in, 

Ir habt ewig mm, breiß und ebr; 

Ewr ehling trew wirt nimmer mehr 
& Vergessen, die ir habt verbracht 

An ewrn gemaheln, hoch geacht, 

Hoff anch in dem fürstlichen Bai 

Au ff Indult zn mehren ewer zal 

Mit darchleachtig, fürstlichen frawen, 
10 Die anch niiii hertzlichem vertrawen 

Ir gemahel in trewer lieb 

Haben anil recht christlichem trieb. 

Die wöl wir anch bey nns einschreiben 

tn unserm könglich hoff zn bleiben, 
is In diesem löbling frawen-zimmer, 

Gedechtnuß-wirdig ie und immer. 

Sio gehen alle in Ordnung ab. Der ernbolt kumbt unnd be- 

eohleuBt: 

Nun habt ir gehört an dem ort 
fo Baide: getrewe werck und wort 

Von diesen zwölff getrewen frawen, 

Die sol ein bieder weih anschawen 

AU einen erentreichen spiegel, 

Ehliciier lieb und trew ein Siegel, 
25 Weil sie belieben so standlhafft 

Im pandt irer gemalielschafft. 

Darob sie li essen ehr and gut, 

Eins teils auch ir leben und blut, 

Wie wol die nit gar loblich sendt, 
so Die an sich selb legten die liru.lt. 

Vor der weit wars wol ehrlich than, 

Doch wider christlich religion. 

Wol ist dem mann und seinem leib, 

Wem zu theil wirt ein solüch weih, 
ss Die in hat trewlich werdt und holdt, 

Die ist zu Hin nit mit goldt, 

Wie auch köng Saloraon beschreib : 



2 S doiafalenchtiguteB. A durohl« aobtlgitao. 3 B «aar. 6 

gmiheln. IS I) konigllob. 29 SBO irar. A Jörn. 31 S lieb i 



546 

Wer findt ein trew und redtlich weib, 

Die ist edler, den perlein klar, 

Auff sie ir mann sich lassen thar, 

Von ir darf er nit leiden zwang, 
5 Sie thut im goetz sein lebenlang: 

Das ist ein köstlich, edler schätz; 

Allein wem die gott gibt, der hats: 

Die eitern geben hab und gut, 

Ein trewes weib gott geben tbnt, 
10 Die im bey-sthe in aller noht, 

In warer lieb biß in den todt. 

Ein solch weib kan irn man erfrewen, 

In trösten und die lieb vernewen, 

Dardnrch den nachfolgendt anffwachs 
i& Die trew auß trew: das wünscht H. Sachs. 

Die person inn das spiel: 

1. Der ernholdt 

2. Juno, die göttin der gmahelschafft. 
8. Arthimeria, ein künigin anß Caria. 

20 4. Argia, ein künigin und gmahel Poliniti.* 

5. Sulpirid, ein römische fürstin. 

6. Hipsicratea, ein küngin auß Ponto. 

7. Ipermestra, ein tochter könig Danay. 

8. Thalia, edle Lacedemonerin. 
w 9. Paulina, ein gmahel Senece. 

10. Julia, ein gmahel Pompejus, des fürsten. 

11. Porcia, ein gmahel Bruti, des fürsten. 

12. Admete, ein künigin Theealie. 

13. Euadne, ein fürstin Campanie. 
30 14. Panthea, ein künigin Susarum. 

Anno 1559 jar, am 30 tag MarcL 

12 ß im. A iren. 20 8 Polimti. AC PoHntl. 22 8 Ponto. AC PosU. 
26 6 Pompey. 27 8 Poroia. AC Poecia. 28 8 aut Thessalia. J« 

8 Saaorum. 8 Unter dem datam: 524 [vene]. 








Tragedia mit 14 personeil zu agirn: Die frumb 

künigin Arsinoes mit irem tyrannischen bruder, könjg Ptlio- 
lomeo Ceranno, and hat 6 actus. 

Der ernholdt tridt ein, neigt aii'h unnd spricht: 
s Heil unnd gluck wünsch wir gemein 
All den. so hie versandet sein, 

Weliclten wir doch sembtlich allen 

Zu dienst, freandtschafft und wolgefallen 

Sindt auf! diesen blatz liielier kummen, 
10 Ein liistori uns fürgenummen, 

Tragedi-weiß an tag zu geben, 

Welch war geschieht beschrieben eben 

Der geaebiebt-schreiber Justinus, 

Auch Johannes Boeatius, 
is Wie kftnig Lisimachus regieret, 

Macedontam guberuieret, 

Het mit seiner gemabel schön, 

Arsinoes, zwen junger sön. 

Nach dem sich ihet ein krieg zu- tragen, 
*u Darinn der könig wurdt erschlagen; 

Antigonus nam ein das reych; 

Die kunigin doch trawrigleich. 



ruehbuch eingetragen 



1 DU tragedi» hitte Sacbi in 
iat jetlt wis si acbeint rerlaren. 
das etUck folgaoderniagsenan: ptholomoua dar thirann in & actus mit 13 (!) |> 
aonen, hat 1U01 «in. Dia hiitoria tod Ptholoraao Corannn , dem «ULari< 
b. 8 i. 140 bil 145 " U •ptMhbnoh b], US' bla ME' hahnndelt dun geg< 
stand spruohwoi«, wahrend er »abrach ein lieb eis uieistargesmng im 7 (nrlinii 
tneiatergeaangbueh enthalten war hl. 138. Dort begann ein bar im kurion 1 
Wolframs: Ariinoe ein klingln waaa, 3 AC Ptbslomen; bat Überall an ; 

diookL 7 1 Welicheo. A Welchen. C iem beliehen. 

na» 



.clitur 




548 

[C 3, 2, 3141 Mit iren zweien sbnen kam 

Iu die haubtstadt Casandriain. 
Nach dem ir bruder Ptboloraeus, 
Mit seinem tiamen Ceraunus, 
Das kllnigreich Antigonura 
Widerumb mit gewalt eianum 
Biß an Cassandriam, die Stadt. 
Da erdacht er ein schendtlich that: 
Sein scbwester gar nit zu bekriegen, 

i Sonder mit nutrew zu betriegen, 
An 11' das er die Stadt uberkem; 
Schickt ein herrlich botschafft nach dem: 
Das reycb hei er im nit eingnummen, 
Sonder ir und im sön zu fruraoien, 

■ Und ir zu einr gmahel begert, 
Schwur ir ein aydt für all geferdt, 
Zu halten sie kunglich t'ortnhn, 
Baidt situ zu erben nemen ahn. 
Die küngin entsetzt sich darab, 

i Doch sicli endtlich darein ergab. 
Rieht tu ein küuiglich hochzeit 
Mit aller zir und köstligkeit. 
Der thirann meebtig dabin kam, 
Die Stadt und schloß gwallig einuain, 

i Lieü darnach durch die schendtlich frechen 
Der kttugin siin beide erstechen, 
Sein vettern, und auch darnach hieß, 
Seiner scbwester abziehen ließ 
Ir schmuck und königliche wadt 

i Und ließ sie jagen auß der Stadt 
In Traciam, in das ellendt, 
Darinn sie blieb biß an ir endt. 
Der wütrich aber wurt erschlagen 
Von küng Belgio nach den tagen. 

> An seel und leib auch schendtlich sturb, 
Durch gotles räch ewig verdurb. 
Nun seit stil! schweigt, sehet und hört 
Diß gschicht durch werck, gebert und wort 
Von dem anfang biß zu dem ordt! 



G C Antigonuui. A AntigeDnm. 
14 C gn*Wa. 



C gewall. 



S**lt. 13 C 
U C küugin, 



Der ernholrU sehet ab. [AB 3, 2, 289],Könii[ JjisimH.eh.ua in Mac.e- 

donia, gellet ein mit seiner gemahel Arainoe, setzt aich unnd 

spricht : 

Arsinoe, liebe gmabel mein, 
s Wie möcht uns beiden bau geseilt, 

Weil uns das gütig glück bat geben 

So steten friedt bey unserm leben 

In Macedonia, dem reich. 

Übe rsch wen ck lieh reich tum d ergleich. 
10 Grossen gewalt in unser liandt 

Für all könig in Morgenlandt 

Und auch zwen adelicber sfln, 

Die sich so fürstlich halten thün, 

Welchen eins mala nach meinem endt 
ig Ich laß das künglicb regiment. 

Das sie besitzen mit herrligkeit, 

Dardurch wir zu ewiger zeit 

Beide gedechtnutS-wirdig werden 

Den götteru im himel und auff erden 
so Bey allem menschlichen gescblecht, 

Durchleuchtig, ruinreich nnd a affrecht, 

Gantz für- breiü lieh durch alle stück. 

Arsinoea, die künigin, spricht: 

Hertz-lieber gemahel, das gelück 
is Ist aber rundt, walzendt und fliegendt, 

Gar unsteht, wanckel und betrigendt, 

Dem ist nit gentzlich zu vertrawen, 

Noch weniger darauf! zu bawen. 

Wen es erhebt, stürtzt es baldt wider 
u Mit allen seinen gaben nider 

Und bleibet offt ein kurtze zeit. 

Lisiruachua. der könig, spricht : 
Durch vernunfft und geschicklikeit, 
Reichtum und m echt igen gewalt 
36 Wirt Unglücks fall offt manigfalt 
Geweudt, das nicht nimbt überhand! 



1. 3J. BC LUlmubm. 
Haoh. A Kuh. 






1 AC m»D*cb liebem. 



660 

über berrschafft, leut oder landt. 
Wie ans das zeifct manche gechicht. 

Arsinoes, die künigin, spricht: 

endtlich bilfft das alles nicht, 
5 Was ewiglichen ist versehen 

Von göttern, das selb muß geschehen. 
Darfür hilft nichts auff gantzer erdt; 
Des ist mein hertz darob beschwerdt. 

Der postpot knmbt, bringt die absag-brieff unnd spricht: 

10 Herr köng, dir widersaget da 

Der mechtig köng in Asia, 

Mit namen genendt Selencas, 

Welicher schon zu roß and faß 

Dich aberzeucht mit gantzer macht. 
15 Dem solt du baldt lievern ein Schlacht, 

Und welicher in diesem krieg 

Gewint ein gluckhafftigen sieg, 

Der bhalt denn mit gwaltiger handt 

Des andern künigreich und landt. 

König Lisimachus nimbt der feinde brieff und sprieht: 

Nun ich hoff, gewaltiglich zu stillen 
Des königs pochen und mut willen, 
Darmit er mich thut überziehen. 
Sag» wider, ich wöl in nit fliehen, 
2b Hab in kendt. beim köng Alexander 
War wir zwen kriegß-fürsten beidesander, 
Ist nit so kün als er sich macht. 
Sag, ich wöl im livern ein Schlacht. 

Der postpot gehet ab. Lisimachus, der könig, spricht: 

so Ueroldt, baldt beiß auffblassen than, 
Das sich ins feldt rüst iederman, 
Gantz streitbar mit gerüster handt; 
Die feinde sindt schon in dem landt. 

Die künigin spricht: 

* 

6 C getohehea. A gesehen. 10. 11 7 köng. A könig. 18 bhilt 
A toi. 20. 29. A LißmaotuM. 33 feinde. A feindt. 



Ietzundt geht una schon in die handt. 
Welches mein hertz hing hat geandt; 
Wann groß gelUck das hat groß neidt, 
Des die erfarung urknndt geidt. 

Die hiinigin geht trawrig mit dem könig ab. Beleucus, der 
könie auü Aein, gehet gerüst ein mit den seinen unnd spricht: 

Ir haubtleut, eilend t Ordnung macht! 

Anff lieudt wollen wir thon ein schlacht 

Mit Lisimacno, dem köng da 
lo Im köngreicli Macedonia. 

Da solt ir als tewer kriegßleut 

Erheben gar ein reiche beut. 

Nach dem wir gwinnen die feldtschlaeht, 

So wül wir den mit guntzer macht 
iü Einnenien gar gewaltigleich 

Macedonia, dos kuuekreieb. 

Der haubtman und fürst Periander spricht: 

Herr köng, wir wöln einlegen ehr, 

Leib, gut und blnt dran setzen mehr, 
m Dieweil du uns verheiseest heudt 

Zu gwinnen ein grosse peudt. 

Die feindt die sindt schon vor der handt; 

Den wollen wir thon widerstandt, 

Weil unser leib und leben werdt, 
. . Mit zuckten bogen, spieß und schwerdt. 

Der feindt greifft in der spitzen ahn. 

Lerman! lermau! dran', dran! dran! dran! 



pjirtey ein ander, biß könig Liaimachus 
spricht könig Seleucus: 



Da schlagen die zw 
feit, 

so Nun ist unser feindt überwunden. 
Nun blundert und lat uns zu slundon 
Einnenien mit gwalliger handt 
Macedoniam, das gautz landt, 
Eh das sich wider samet mehr 

35 Im landt der gsehlagcn feinde her! 
Aiiiln.iiiiiini. den vettern mein, 



23 ? Den. AC Den 



563 

WD ick ietzudt setzen ob 
Ins kangreieh Macedoniaai 
Und ich wil reisa in Asiam, 
In mein gewaltig kmrigreiek, 
5 Und da bähen gar adetekk 
Em trinmpiT mit dem gantzen beer 
Za gedechtnaß sieghafter ehr. 

8ie plündern, gehn nach dem ab. Arainoea, die küaigin, kam. 
mit den aweien aönen, anrieht kleglich mit anUfceliaben hftn% 



10 Ach weh mir and mein beiden sön, 
Das wir dich todt hie finden thön, 
Lisimache, hertzlieber gmaheL, 
Dein hertz war ehrenfest wie stahel, 
Setzt dein hoffhnng anf macht and gwalt, 

15 Das wer deins reiches anffenthalt, 
Wiewol mich dancht im hertzen mein, 
Das glück wirdt nnbestendig sein. 
Derhalb andt nit viel gutz mein hertz, 
Wie ich das ietzt erfahr mit schmertz, 

so Das dn, funffzehen söne meer, 
Darzn dein gantz gerttstes beer, 
Sambt dir lieg auff den tag erschlagen. 
Der maß ich immer ewig klagen. 

Ijiaimachua» der elter sonn, spricht: 
25 fraw matter, was sol wir than? * 
Mir Ist warhafft gezeiget alin, 
Eöng Seleacus mit starcker handt 
[AB 3, 2, 290] Der Dem ein unser gantzes landt 
Und hab ubergebn Antigonom 
so Unser vetterlich königthum. 

Wo sollen wir die flacht hin geben? 
Es wehr mein rabt, wir flühen eben 
Hin in Cassandriara, die Stadt, 
Welche gut starcke bolwerck hat, 
85 Die barger sindt auch wehrhaffter handt 
Und ist die haubtstadt in dem landt. 
[C 3, 2, 215] Da wöl wir unser zeit vertreiben 

Und für dem feindt wol sicher bleiben. 

* 

8 ? rtim. A reiMB. 20 T fttnffiehen. A fllnffie. 22 C UgL 



Philippua, der jünger son, Bpricht: 
Ach, ist denn todt der vatter mein ? 
Wolt gott, ich solt todt für in sein! 
Er ist gewest. gerecht und frumb, 
5 Hat wo! regiert sein königthnmb. 
0, wie wirt es ans hernach gohn? 

Iiisimaehua, der elter söhn, spricht: 
Nun wir müssen eillen darvon, 
Nemen den königlichen schätz, 
m Uns machen in den festen blatz . . . 
Tragt baldt den todten könig ab, 
Das man in königlich begrab! 
Und eilen auff Cassandriam, 
Eh sie einnem der feinde gram. 

Man tretet den todten könig ab. Ptbolomeus Ceraunus, der 
künigin bruder, gehet ein mit Arraa unnd spricht: 

Lisimacbus, der schwager mein, 

Hat verloren das leben sein 

Vom könig Selenco in der schlackt, 
so Köng Antigonus hat mit macht 

Eingenummen gewaltig! eich 

Macedonia, das küngreich. 

Mein schwestor hat nnr innen da 

Die groß haubtstadt Cassandria 
:■■ Hit ireu jungen sönen beiden, 

Sitzt in Jammer, trubsal und leiden. 

Nun hoff ich mit bertzhaffting sinnen, 

Im das reich wider an za gwinnen. 

Wie rätst dn? meinBt, es sey zu than? 

so Arraa, der hauptman, spricht: 

Großmechtger köng, nnr frischlich dran ! 

letz hast du der bundtsgnossen mehr, 

Ein sehr groü gewaltiges heer, 

Hahn Antigonum griffen ahn 
»■"■ Und ein feldtscbiacht mit im getban. 

16 T mit Arm] fohlt AU. 30 ? AnligonuF. A Antigen!. 29 T HUI. 
A redt». 31 A triOobliah, 



664 

Derbalb laß fort nit ab dein handt, 

Biß du in treibest auß dem landt. 

Auff morgen ist gestellet ohn, 

Noch ein feldtscblacht mit im zu thon. 

Gewinn wir die mit tbewrer hendt, 

So hat sein gegenwehr ein endt, 

So nimbst du ein sein regimendt. 

Sie gehen alle ab. 



Actus 2. 



Arsinoes , die künigin , gehet ein mit iren sweien sönen m 

spricht: 

Ir Heben sön, itzundt wir sendt 
Verlassen waysen and ellendt, 
Die wir vor kartzen tagen gleich 
15 In-hielten ein mechtig kttngreich. 
Itzt sey wir selb eilende gest, 
Wissen nit, wer uns thut das best, 
Zu wem wir uns solin versehn gutz; 
Wann iederman sucht seinen nutz. 

20 Lisimachus, der elter son, spricht: 

Fraw mutter, es sindt kummen her 

Nechten spadt gute newe mehr, 

Wie dein bruder Ptholomeus 

Mit grossem heer zu roß und fuß 
2ö Der hat mit Antigone krieget 

Und im gelücklich angesieget, 

Vertriebn in mit gwaltiger handt 

Und wiederumb das gantze landt 

Macedonia eingenummen hat 
so Biß an Gassandria, die stadt. 

Philippus, der ander son, spricht: 
Fraw mutter, des sindt wir erfreudt, 

28 B0 wiederumb. A wiedemmd. 



Das unser reich uit frembde leudt 
Haben und brauchen iren trutz 
Und uns gönnen gar keines gutz, 
Sonder Ptholomeus mit nam, 
Dein brader, unser Vetter lobsam, 
Hat in das reich, zu dem forthun 
Wir noch unser Zuflucht auch hau 
Als zu unserm vettern allein. 

Arainoea, die künigin, spricht: 

i Ir lieben sön, es feit mir ein, 
Trew hat in freund tschafft «rosse krafft, 
Auß-gcnummen in der herrschafft, 
Da ist die trew offt schmal und klein: 
Ein Jeder theil der sucht das sein, 

, Tbut eigner herrschafft verschonen uit. 
Wehr ir herrschafft mag mehren mit, 
Das ttwan vatter. brilder nnd slln 
Einander veruntreuen Ihun, 
Wie man noch erferdt teglich wol; 

i Der exempel die weit ist vol. 
Des freudt sein lierrschafft mich nit sehr. 
Sonder heimlich betrübet mehr. 

Lisimaehus, der elter aon: 
Weil sich die weit also thut arten, 

, Fraw inutter, wöl wir des uiisern warten 
Und hoffhalten in dieser Stadt, 
Da uns ganiz werdt und ehrlich bat 
Die burgerscliafft ober und under 
Und thut uns alle trew besunder, 

i [.Üb uns ein mal das frölich glück 
Widerumb scheindt in allem stück, 
Das udb die g Otter wollen geben. 
Mitler zeit wöl wir also leben 
In einem nidertrechtig standt, 

. Samb könig-sön ahn lent and landt. 
Fraw multer, sag ich recht darvon? 



556 



prieht: 

gohn 

•S, 

ttoß. 



Arainoee, die künigin. spricht: 
Ja, kämmet baidt. so wol wir 
Widernmb hienein in das schloß, 
Witwen and waysen samb trosttoß. 

Sie gehen alle ab, Ptholomeua Ceraunus, der könig, geht t 
mit Arras, seinem haupttnan, spricht : 

Das glOck hat mir gewölkt wol, 

Dem ich auch billig daockea sol, 

Das ich 30 gar in kurtzen lagen 
:o Köng Antigoonm zwir hab gschlagen, 

Hab endtlich mit siegbaffter handt 

Auß Macedonia dem landt 

Vertriebn in mit all seinem beer, 

Hab auch all seiner znsetz meer 
is Schon geschlagen auß allen stedten, 

Wo sie die eingennmmen betten. 

Des bab ich die stedt alle sandt 

Gewaltiglich in meiner handt 

Biß an Cassandria, die stadl, 
«0 Welliche ietznndt innen bat 

Arsinoes, die Schwester mein, 
[AB3,2,291]Mit zweien iren sön allein. 

Wenn ich die anch brecht in mein l 

So bet ich in das gantze landt! 
vi Nuu gib darzv dein trewen rath. 

Wie ich auch uberknmb die Stadt. 



Arraa, 



1 haubtman, spricht: 



Ich raht, das wir mit heeres-krafft, 
Weil beysam ist die ritterschafft 
< Belegern Cassandriam, die Stadt, 
Die ietznndt kein behilffen hat, 
Weil all ir nachtbaurn in dem landt 
Bezwungen sindt nnter dein handt 
Und noch all vol verlast nnd schrecken 
« Und ivrnmt des kriegBhalber stecken. 
Die werden fro sein Stil zu sitzen; 



? getilffen. 



SS BC kri.gOh»ib«. 



667 

Derhalb mit ringer gfar wir itzen 
Cassandriam, die Stadt, baldt schrecken 
Zn ergebong, die liandt uns recken, 
DaB wir sie an all schwertsclileg gwinnen. 

:■ Ftholomaus, der könig. aprioht: 

Ich Um der sach scherpffer nach-sinnen. 
Die Stadt ist werbafft, starck und vest, 
Auch thut die burgerscbafft das best, 
l'nl wo wir gleich die Stadt obn gferdt 
in Oder gleich gwunnen mit dem schwcrdt, 
Wehr doch der sach geholffen nichL 

ArriiH, der baubtinan, spricht: 
Wie denn? der sach mich klar bericht. 
Anü was nrsacb wer es nit sat, 
ii Wenn wir gewannen die haubtstadt? 
II et ir nit gar innen geleich 
Macedonia, das kunckreicb, 
Und list euch des ein künig nennen? 

Ptbolomeua, der könig, spricht: 
so Den rechten grnndt wil icb bekennen: 
Arsinoes, die königin. 
Mein Schwester, die hat bey ir drin 
Vom alten künig noch zwen siin. 
Weil die selben noch leben thön, 
■ , So kan icb in dem kflnickreich 
Mein tron nit setzen eigentleich. 
Sonder ich müst heudt oder morgen 
Tor den vettern all stnndt besorgen, 
Das sie mich mit dem volcke allen 
so Heimlichen möchten überfallen, 
Mich vertreiben oder ersohlahen. 
Derhalb muß icb ein sinn anfahen, 
Das ich die zwen bring in mein bandt, 
Sonst ists verloren allesandt. 



Arras. der hnubtman. spricht: 
So wolt ich brauchen listig sin 
Und schicken zu der ktinigin 



S58 

Ein herrliche legacion 
Und omb sie lassen werben thon, 
Zu einr gemahel sie begern. 
Das wirt sie nit abschlagen wem. 
& Dannit nber-kambst da den glat 
Gassandriam, die groß haabtstadt, 
Baidt jnng forsten sambt der kttngin. 
[C 3, 2, 216] Mit den machst da leben forthin 
Nach alle deinem wolgefallen. 

io Ptholomeus spricht: 

Mein Arraa, ich hab diesem allen 
Gleich wie da sagest nach-gedacht, 
Wirt auch baldt in das werck gebracht. 
Doch schweig zu allen diesen dingen. 
15 Biß das wir in das werck das bringen. 
Hoff, dnrch den list wert mir das glingen. 

Sie gehen alle ab. 



Actus 3. 

Arsinoes, die künigin, gehet ein mit ihren baiden sonen, setz 
so sich unnd spricht zu ihnen : 

Ir lieben sön, thut euch wol ghaben 
Nembt mit gedult des glückes gaben! 
Weil wir ietzt so kleinen hoff halten, 
Muß wirs die götter lassen walten, 
25 Die es mit glückseligen dingen 
Als wol mögen herwider bringen. 

LisimachuB, der elter söhn, spricht: 
Fraw matter, das es baldt gescbechl 

Fhüippus, der jünger, spricht : 
so Wie geren ich das selb auch sech ! 

Der ernholdt kumbt, neiget sich unnd spricht : 

* 

HC allen. A allem. 16 C glingen. A gelingen. 22 C glüak« 

flfloki. 



Fraw künigin, danseii ist stlion 

Ein herrliche legacioo. 

Die begcret herein zu euch. 



Die künigii 
Geli, laß herein ohn 



spricht: 
scliciti'li ! 



Der ernholdt bniigts. Die königliche botechafft trit dein uniid 
spricht: 

Fraw künigin, Ptlioloroeus 

Der kong entbeudt euch s 
in Genau und brüderliche trew. 

Die er euch tregt im bertzen new, 

Thut zu wissen ewr mayestadt, 

Das er ietzundt austrieben hat 

Küng Antigonum auß dem lam.lt 
is Macedonia mit der handt. 

Das hat er gar nicht gethon itzen, 

Das er das köngreieh «öl besitzen, 

Sonder hat gewagt gut und btut 

Euch und ewren soneo zu gut. 
.:■ Wenn sie denn kuinmen za den jaren, 

Zum regirnendt wereu arfaren. 

Denn wil er ins willig eingehen 

Und begeri auch berlzlich dameben 

Ewr künglicb gnaden m der eh, 
*,-, Wie vor im landt geschieht viel meh. 

Wil denn ewr sön zu erlii-u machen 

Auch seins köngreichs in allen Sachen. 

Sollichs zu lialtn ahn unterseheidt, 

Wil er den güttern schweren ein aydt, 
30 Solchs zu halten sieht alle frist 

Ohn alle betrug und Hinterlist. 

Ihr solt zu im hin-senden than 

Einen fürstlich, vertrawten u 

Das er den aydt von im entpfacb. 
35 Zu halten, was er hie versprach. 

Nembl hin den brieff seiner handlschriu't, 

Darinn all «ach klar ist verbriefet. 



nus gibt ir den brieff, sie liat den heimlich und sprUM 

Lob sey den göttern in dem tron, 

Weil mein herr brnder das wil tbon, 

Mich und mein sönen aull arrnnt 
!■ Erbebeu mit so grossem gut, 

Des ich int het dürfen begern, 

Und wil solliche sein trew bewein 

Mit eim nydt in der götter thron. 

Nun, du herrlicher fürst Diun. 
10 Zeuch mit dem forsten und entpfach 

Den aydt von meim herr bruder nach. 

Denn wöl wir anrichtn die heyrat, 

Wie mein herr bruder begert bat. 

Dum. der fürst, neiget sich, spricht : 
U Fraw künigin, das wil ich thou 
[AB3,2,292]Mit Beiß, da habt kein zweiffei ohn. 

Sie neigen sich unnd gehen beide ab. Die künigin spricht: 
Ir lieben s»)n, wie gleit, euch das, 
Wenn mein herr bruder solcher maß 
in Uns annemb so mit hoben gnaden? 
Da würdt wir als ellendts entladen. 
Solch mein gma hei schafft und bochzeit 
Krhüb euch auch in berrligkeit. 

Liaimachufl, der elter aon, spricht : 
a Fraw mutter, die Werbung ist gat; 

Doch mein hertz immer anden thut, 

Es steck darhinder ein scbalckeit, 

Weil ewer herr bruder allzeit 

Viel böser ducke in im hat, 
an Die offt bewicssen mit der that. 

Er steckt vol arglistiger renck. 

Arainoea, die künigin, apri 
Eben der gleich ich auch wol denck; 
Weil er aber ahn unterschuidt 




561 

Den götter schweren wil ein aydt, 
Das er all sein verheissung schon 
Wöl unterbrochen hallen thon, 
So muß ich dem gelauben geben. 

:. Philippue, der jünger buh, spricht: 

Ja so mehr auch zu furchten eben, 
Wo du die heyrat ab tbest schlagen 
Uud nit gutwillig zu tuest sagen, 
So wttrdt im gar weh thun die schmach 

in Und würdt uns bekriegen hernach, 
Spim gwalt möcht wir nit widersthou. 
Derhalb wenn unser fürst Dion 
Den aydt von im entpfangen hat, 
So beschliest gernelte heyrut; 

is Das ist nutz fllr uns alle drey. 

Arsinoee, die künigin. spricht: 

Ja, lieben •im. da bleib es bey. 
Dion, der fürst, kumbt, neigt sich mind spricht : 

Arsiuoe, du künigin, 
.■' In <leiin dienst ich geritten hin, 

Hat aucli glücklich und wo) ergangen, 

Bin gar ehrlich worden empfangen 

Vom aller-liehsten bruder dein 

Und von dem ganlzen hoffgsindt sein, 
u Der mich nach heidnischem exempel 

Fürt in des gott Jupitters lempel, 

Da alles volck versandet war 

Und legt sein liandt nuff den altar, 

Auffs küs, und schwur ein lierten aydt 
in Allen göttern ahn unterscheidt, 

Das er wolt halten gwiß und war 

Als was er het verheissen klar 

Und kein betrug brauchen darin. 

Nach dem ich von dem künig bin 
ss Gcnedig abgefertigt worn 

Und hat dich, küngin, hochgeboru, 

Zu im in sein reichstadt geladen. 

Da selben wöl er dich auß gnaden 



2b eiaer ktagin krönen da 
ULer gastz Maceionia. 
O du gl&ekfiebre kungln. 
Für eDendt mm berr bruder bin, 
s !>*§ die heirat beschlossen wert. 
Ixtlu Inst die seiigest aaf erdt. 

Armin oc*. die künigin, spricht: 

H*i*t beraiten drej kamerwagen! 
L'ud morgen firo, eh es «in tagen, 
i« Fahr ich zu dem berr bruder Mein 
Mit meimb frmvenzhnmer allein, 
Zo welchem ich warfcafftiglich 
Mich aller trew und guts Teracb. 

Die künigin gebet mit dem fönten ab. IMe 
is Tiisimarhua spricht: 

Und weren die mehr noch so gut, 
Nichts gnts mein hertz doch aoden thut 
Zo der heyrat. Philips zeig an, 
Mein bruder, was heißt dn darron? 

so Philippua, der bruder, spricht: 

Es sindt ja gar zo gute mehr; 

Doch ist mir auch mein hertz gar schwer 

Darza, ich tröst mich der gestalt, 

Es sthe als in der götter gwalt. 

Die bruder gehen auch ab. Ptnolomeus Ceraunus gehet ei 
mit seinem haubtman unnd heroldt, spricht: 

Ich hab frü durch ein post vernommen, 
Arsinoes die werdt heudt kumraen, 
Die kttnigin und Schwester mein, 
so Die hofft, sie wöl hie nemen ein 

Groß gmahelschafft, frewdt, ehr und gut. 
So wirt ir baldt die tieffst armut, 
Trübsal, angst, trawren unde schmertz, 
So ie entpfieng ein mutter-hertz. 

b BC heirat. A heiret. 







5C3 




Lrsinoes, die kiinigin, sehet ein mit dem füraten Dion, neiget 




sieh unnd spricht: 




Die götter gruseu dicli, herr bruder. 




Auff hohen trawen kumb ich zuder, 




i licinr brüderlichen trew zu gniesen, 




Mit dir ein heyrat zu besohliessen 




Nach deinem willen und begereu. 




Ptholomeua, ir bruder, spricht: 




C3, 2, 217J Ja ich wil dich des als gewern, 




10 Setz dich auff den ktlngliclicti thron, * 




Entpfach von mir des reiches krön. 




Da setzt er ir die krön aufl. Der ernholdt aehreidt auß: 




Hört, aller ndel und hoffleut, 




Könglich mayestadt die gebeut: 




is Arsinoes die sebwester sein, 




Sol sein ein kflnigin allein 




In gantz Macedonier-landt 




Mit ihre ii söuen beide- sandt 




Und gibt sein könglich regimendt 




xo Aul! gnaden ir in ire bendt, 




Gar nichts zu lassen noch zn thon, 




Denn was sie wil und zeiget oho. 




Aramoeis, die kiinigin, spricht: 




Nun, herr bruder und breutigaru mein, 




ss Spar ich die trew und liebe dein 




Auu deinen königlichen gnaden. 




Nun sey von hertzen du geladen 




Hin in mein Stadt Cassandria 




Mit grossem bracht zu hallen da 




so Ein herrlich, kQngliehe hoehzeit, 




Die ich rniller zeit zu-bei'eit. 




Der konig, ihr bruder, gibet ir die hendt nnnd apriuht: 




Hertzliebe braudt und Schwester mein, 




Kurtzer zeit wil ich bey d,ir sein 




k Mit einen) wolgesdnnllckteii beer. 




Zu halten nach könglicher ehr 




Hochzeit, des sich all l'reundtschafft mehr. 




36* 





564 
Sie gehen alle ab. 

^B3,2,293] Actus 4. 

Die Bwen brüder gehen ein, Iiisimacl&iis spricht: 

Bruder Philip, ich hab vernumen, 
5 Unser fraw mutter wert hendt kämmen 
Wider von irem brewtigam 
Her in die Stadt Cassandriam. 
Was guter zeitung wirt sie bringen? 

Philippu8, der ander bruder, spricht: 

10 Ich hoff, es sol als wol gelingen; 

Ich hoff, der köng werdt sein aydt halten, 

Welchen er bey dem frommen alten 

Fürsten Dion außerkorn 

Im tempel Jovis hat geschworn. 
i5 Des hab ich gute Zuversicht. 

Iii8imaohus spricht: 

Mein hertz andt gar keins guten nicht, 
Ich bin schwermütig immerzu, 
Kan mein hertz stellen nit zu rw, 
a> Furcht immer tückischer gefehr. 

Philippus spricht: 

Dort kumbt unser fraw mutter her; 
Sie ist frölich und wolgemuht, 
Vielleicht wirt alle sach noch gut. 

25 Arsinoes, die künigin, kummet unnd spricht: 

Ir lieben sön, frewt euch mit mir, 
Das so hoch sindt begnadet wir! 
Bin ein gekrönte künigin 
In Macedonia fürthin, 
so Und es stedt das gantz regimcndt 
In meiner und in ewer hendt. 
Des mag ich uns wol selig sprechen, 
Vorigem ellendt nach zu rechen. 

t. A ewr. 



Was wir mit unsorm herr köng verlorn, 
Ist uns alles wider zwifach worn. 

, Philip pus, der jünger son, spricht: 

Den göttern sey lob, ehr und danck, 
5 Sie geben eo glücklichen allfang! 
Des bin ich hertzlich wol zu muht. 

Lisimachus, der elter aon, spricht: 
bnnler, wenn das cndt wer gut, 
So wehr die betrat lobes wcrdt. 

10 Die künigin spricht: 

son, lab fallen all bescbwerdt; 
Die sacb steht wol, gnediglich und eben. 

Iiisimachue spricht: 
Das wollen alle giltter geben. 
is Arsinoes, die künigin, spricht: 

Uinii, du fürst, was icb dir hab 

Befolhen, darvon laß nit ab, 

Laß !■:■_■. r .-■ ' ■ e : . hetzen und auch jagen, 

Das wir in zukünftigen tagen 
sn Haber, gut vögel und wildtbredt! 

Und last auch vischen noch heindt suedt, 

Das man hab allerley gut viacli 

Zu speiß auff der edelen tisch, 

Auff das die hochzeit wert bereidt 
25 Mit gantz küngücher kdstligkeit, 

Dergleicb wil icb im frawenzimmer 

Auff die hochzeit zu-rilsteu immer. 

Sie gehen alle ab. Der ernholdt geht ein und spricht: 
Ich hab mich gloffeti schier zu todt, 
so Eh ich diesem, denn ihem gebot, 
Was nohl wehr auff zukünftig zeit, 
Auff die ktiuigliche hochzeit. 

Dlon, der fürst, hat ein Bettel inn der handt unnd spricht: 
Ernholdt, hast all ding außgericht 



566 

Und gentzlich kein ding vergessen nicht? 

Ist zum einrieht geseubert worn 

Die Stadt vom mist hinden und vorn? 

Sindt die henser besteckt mit meyen? 
5 Thut man die gaß mit sandt bestreyen? 

Sindt die gaß oben her und hin 

Behangen worden mit fesün? 

Scliaw. das die heuser geschmückt wem, 

Auch die wirtsheuser und tafern 
10 Mit voraht auff das aller-best v v 

Au ff die zukünftig, frembde gest. 

Sag, hast du sollichs als orniert? 

Der ernholdt spricht: 
Jha, es, ist alles wolgeziert, 
15 Wie man mir das verzeichnet hat. 

Dion, der fürst, spricht: 

Sint auch all tempel in der Stadt 

Gezieret mit manchem altar, 

Mit debichen behangen gar? 
20 Sag, hast du auch vergessen nicht 

Den gülden brunnen auffgericbt, 

Der springt mit roht und weissem wein? 

Sag mir auch, ob verschrancket sein 

Und bstreidt die bletz zu rennen und stechen, 
25 Die ritterlichen sper zu brechen. 

Ist auch der sal geschmucket gantz 

Zum küniglichen abendtantz? 

Ist auch das seitenspiel bestelt 

Und auch die spieleut ausserwelt, 
so Zu spielen trawrige tragedi 

Und darauff fröliche comedi? 

Ist auch das hoifgsindt new gekleidt, 

Das es dem köng entgegen reidt 

In sammet, seiden und vorab, 
3?> Wie ich das als geordnet hab? 

Der könig wirt heudt reiten ein. 

Der ernholdt spricht: 
Alle ding sindt geschehen fein, 

18 C Gelieret. A Qesiert. 



Wie ir die habt hefolhen mir. 

Dion, der alt fürst, spricht; 
Nun heiß auffblassen, so wöl wir 
Dem breuligam entgegen reiten, 

5 Er wirt nun nicht mehr sein von weiten, 
Sonder sich nun dem stadthor nahen, 
Mit seim hoffgsindt in zu entufaben, 
Als ein kong uud (lirsteu herrleich 
In das macedonische reich. 

10 Ilelt sich sein könglich inayestadt, 
Wie er bey ajdt versprochen hat. 
So wirdt der edlen künigin 
Und den zwey jungen herrn forthin 
Der stadt, raht und gantzen gemein > 

is Sambt dem gantzen küngreieb wol sein. 

Der ernholdt gehet ab. Arsinoea, die künigin, gehet e 
iren sönen, in schönen krentsen, und spricht: 
Mein lieben sön, es ist groß zeit, 
Sitzt auff, und auch entgegen reidt 
so Gar iiöfflich mit fürstlichem bracht 
Dem kong, und in ehrlich entpfacht, 
Der wirt euch hallen in geuadeu 
Und thut in auch zu banse laden 
Als ewrn herr vatter in die stadt. 

[AB3,2,294]Der wirt euch thun alle wolthat. 
Wie er ein nydt geschworen hat. 

Sie gehen alle ab. 



Ptholomeus Ceraunus gehet ein mit seim he 
30 aindt, und sprioht: 

Nnn seyen wir gleich kummen spat 
Hie für Casandria, die stadt. 



32 C Cuiaodrii 



568 

Merckt, so baldt wir kummen hienein 

So nembt das schloß gewaltig ein! 

Der küngin sön, Lisimachum 

Und seinen bruder Philippum, 
ö Mein beide vettern, stecht zu todt, 

Last zabeln sie im blute rot! 

Ob sich sonst iemandt stelt zu wehr, 

Den stecht todt, fragt nit weiter mehr! 

Nach dem zihet auch ab zu handt 
[C 3, 2, 218] Meiner Schwester ir künglich gwandt ; 

Nembt von irm haubt die künglich krön, 

Ketten und schmuck, was sie ist hon; 

Legt ir ahn ein schwartzes klagkleidt 

Und treibt sie auß im hertzenleidt 
15 In Tracia, in das eH/endt, 

Darinn sie bleib biß an ir endt. 

Darzn hab ich bestelt zwen knecht, 

Die sie dahin füren gantz schlecht. 

Dort kummen mein zwen vettern her 
20 Mit höflich, brenckischer geber. 

Die zwen brüder kummen, neigen sich. Lisimaehus beudt i 

die handt und spricht: 

Großmechtiger köng, herr vatter mein, 
Alle götter wollen mit dir sein 
25 Und deinem gantzen regimendt, 
Wir befelhen uns in dein hendt. 

Der könig neigt im sein haubt. Philippus, der ander brudi 

beudt im die handt unnd spricht: 

Herr vatter, mit lob, preiß und runi 
30 Biß uns zu tausendt mal wil kum 
In Cassandria, unser Stadt, 
Da dein hertzlich begeret hat 
Unser fraw mutter, und auch wir. 

Ptholomeus, der thirann, spricht: 

35 Gar wol, so wert versehen ir 
Allbaidt, ewr mutter der gleich 

* 

18 C fuhren. A furo. 21 C Liaimachus. A LisinuMhi. C im. A * 









Arsinoes, die küngin reich. 

Nun last ans in die Stadt hienein, 

Mit dein beer und dem hoffgsindt mein. 

Sie gehen alle ab mit trotneten. Arsinoee, die künigin, gehet 
■ ein, aetst sieh frölieh nider unnd spricht: 
Itzt kumbt mein hoffnung und trost, 
Der auß dem ellendt mich erlöst 
Und mein sön anch alle baidt ; 
DeB ist mein bertz vol wun und freudt. 

In dem wirdt ein geatöß unnd geachrey vor der thür. Nach 

dem klimmen die «wen aön geloffen unnd ihr zwen mit blossen 

Schwertern. IiisimachuB spricht: 

Fraw mutter, hilft uns von den frechen! 

Die 'Viilij uns mOrn und erstechen. 

Die künigin ferst auff, feit den zweien in die wehr unnd spricht : 
Was facht ir an für ein unraht? 



Der hauptman spricht: 

Der könig uns gebotten bat, 
Wir sollen würgen sie all zwen. 

so Sie hebt ir hendt auff unnd spricht : 
Würgt mich, und last sie lehendt gehn! 
Sie -nili unschuldig zum verderben. 
Würgt mich, wil für sie beide sterben! 

Sie stechen nach ihn, die künigin helt stich und streich auff 

mit kleider und henden, biß sie doch baid darnider gestochen 

werden. Die mörder fliehen, sie schlecht ir hendt ob dem 

kopff samb, spricht: 

weh mir! klag, klag über klag, 

Üas-ich erlebet hab den tag, 
an Das vor mein äugen liegen todt 

Mein sün in irem blute rot. 

Die von feinden blieben im leben 

Und wem von freunden in todt geben, 



t li won. AC w*in. 



1 



370 



▼<Ml 3MSBBSB 

Der jölen fötten 
Er -mtit äs lue 



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Gib «a dir kflngfirm» ü-iac 
» Unit zeaeb ab dam seiden wac 



Dw, matt in Tori». &» Iandt. 
Im eflexuit ven e m <feni Leben. 
Sa hat te käue befefefr geben. 



m 



nt andere sem. 
8*> gib ieb auefc neb wittig drein, 
AwM dm ieb den tzewiosea ann 

Xieht dariF zn eint gemahel hau. 

feit, «oi: midi mit der gsad begaben, 

Mein todte son vor in begraben. 



Nnn immer anG zn dem stadtbor! 
Da warten dein zwen kneebt darror, 
n Die weren dich schleppen baidtsam 
Da bin in Samotrariam. 
Dein sön bleiben wol unbegraben,^ 
Das bnnd nnd raben zn fressen haben. 
Dromb eilendt anß der Stadt dich droit 

so Arsinoea, die künigin, spricht: 

Nun seit ein mal ich muß nnd sol 
An IT hent verlassen ehr nnd gut, 
Mein son thot liegen in dem blnt, 
Unbegraben, mördisch erstochen, 
36 Auff das solchs alles werdt gerochen 
An dem meinaidischen bößwicht 



Mcim bruder, der das liat zugricht, 
Bit ich all hiinlisob götter rein 
Und all hellisch gtitter gemein: 
Wollen grimmiglicb darzu tban, 
',J.29SJDas wert gestrafft der trewloß man. 

Der liauptmtin stÖst sie, spricht: 
Nnr wenig wort! raumb baldt die Stadt, 
Wie der könig gebütten hat! 

ÖBBet die künigin hienttuß unnd füret sie ab. Dion, der 

alt fürst, gehet ein in eim klagkleidt und spricht: 

Acb Jammer groß ob allem leidt, 

Das ich erlebet hab die zeit! 

Die Stadt frewdt sieb dieser verlubtnuß, 

Nun ist sie vol angst und betrubtnuu. 
u Bcid jung berrti sint mördiscb erstochen; 

Die küugin ist mit trutz und bochen 

GeblUudert und ins ellendt trieben, 

Und ir sön unbegraben blieben; 

Uns ist eingnummen schloli and stadt; 
»■i Heudt muß schweren gemein und raht 

Köng Ptholomeo Gerauno, 

Dem inainayding thyrannen do. 

Des ist betrflbt die Iitirgcr6c halft, 

Audi gantz und gar worden zaghaft, 
»s Weil sie ist überleget sehr 

Mit des ty rannen grossem beer. 

Das treibet sehr grossen unfur, 

Es aey denn, das die götter nur 

Heltfen und beystehn dieser Stadt, 
so Der gantzen gmeio und einem raht. 

Sonst es alles zu seh eitlem gaht. 

Üiuii, der alt fürst, gehet ab 



26 C grauem. A gm 



FtholomeuB Ceraunus, der könic , geht ein, 
spricht hochmütig: 

Nun bab ich das gantz regimendt 
Gewaltiglich in meiuer hendt 

t In gantzem Macedoniam, 

Hab auch die stadt Cassandriam, 
Die slarck und ungewinlich ist 
Welche ich denn durch schwinde list 
Hab gantz in mein gewalt gebracht, 

to Danf auch nit mehr fürchten die macht 
In dieser Stadt, der burgerschafft. 
Die mir mit ayden sindt behafft 
Auch nit die jungen vettern mein. 
Die nun mit tudt verschieden sein; 

ib Auch mein sclmester, die küiiigin. 
Ins ellendt ist verjaget bin, 
Die mir anch weiter kein eintrag 
Im königreich auff-bringen mag. 
Des ist mir nun auff erdtereich 

au Kein köng an gwalt und macht geleicb, 
Der mich mit krieg dürff greiffen ahn. 
Des wil ich mich ietzt sehen lahn 
Mit böffligkeit und grossem bracht. 
Das werdt erkendt mein grosse macht, 

.■:, Weil nun auch das holdtselig glück 
ßey mir wonet in allem stock. 

Diou, der fürst, spricht: 

Grolimechtiger köng, böse raelir 
Kummen au Li Iilirien her, 

so Wie die Gallier und Frantzosen 
Haben ein beer zusammen gstosse 
Auff drey mal hundert tausend! man 
Gerüst, und sindt gezogen ahn 
Über Alpen in welsche landt 

si Sehr schrecklich mit mordt, raub unnd brant, 
Haben Rom, die liaubtstat, gewunnen, 
Beraubt, und ist durch sie verbrunneo. 



673 

* Auch eingnummen das Unger-Iandt. 

Ein streidtbar volck mit seiner handt, 
Das sehr viel iandi unter sieb bringet 
Und groß sledt zu ergetmng zwinget. 
5 Vou diesem volcke obgeruelt 
Kauften sieb ab mit grossem gelt 
Viel köng, das sie nu-frieden bleiben, 
Unit mau aulj llliriam schreiben. 

Arras, der hauptman, spricht: 
10 Auch ist die sag, das volck grawsam 
[C 3, 2, 219] Lenck sielt auff Macedoniam, 

Wöl uns auch bringen in gefebr. 

Ptholomeus, der köaig, spricht: 

Ey, last sie immer kummen her, 
16 Wir wollen uns nicht vor iu schmiegen, 
Sonder sie erst recht leren kriegen. 

Der poatpost kumbt, neigt sich und spricht: 
Herr köng, der köng der Tharlarey 
Sambt filrsten und adel darbe/ 

»o Wunsch dir all gelück und heil. 

Den ist kundtschafft worden zum theil, 
Wie du vom volck der Gallier 
Stehst mit landt und leuten in gfebr. 
Weil dein herr vatter in freundtsehafft 

ii War mir vor Zeiten hoch verhallt, 
Des wil er dir behilfflich sein, 
Dir schicken wider die feinde dein, 
Gerüstet zweintzig tausend! man, 
Welche auch sindt gemustert schau. 

30 PtholomeuB spricht: 

Sag widerumb dem könig dein. 
Ich dürft" gar nit der hilffe sein. 
Es wirt gar übel stheri warleich 
Umb das macedoniscb kiingreieb, 

3.i Wenn sie die Tharteni müssen bschützen! 






CM 

ftfefar wad fcMfcr 

Wie äe 4flM itQM 
» 4*vlt wfr «*ft kumea von Robb 

K6 her in Maeedoiria» 

Wk rate ir. da* aaa. ach 4> fcalt? 

*W wir* aaspretfen arit gevah 

Oder v>l arteten smer haoffea. 
tu Jmä kftnig wo uns abzokaaffen. 

Wie urnst fiel köaig haben thon, 

Aof da* wir m zo-frieden lohn. 

Menander, der fürst, *p rieht: 

Ich rabt, das man vom köng beger 
*> Kin »chatznng, mecbtig groß nnd schwer - 
Da» kern unserm beer wol zn Stadt 
Da* »ich gar hart vermOdet hat 
Mit raissen so ein lange zeit, 
Auch mit manchem stürm nnde streidt, 
r, Das wir ein mal kommen zu rhu. 

Bwridanus, der fürst, spricht: 

Herr könig, ich raht auch darzu, 
Das man ein botschafft schick hienan. 



Ö75 

[AB 3, 2,296|Ist denn der köng ein weisser man. 
So wirt er den friede uit abschlagen 
Und unserm begeren zusagen. 
Uns zu schicken der Schätzung sumb. 
s Dardurch so bleib sein kflnigthunib 
Mit friedt und gentzlich unznstört; 
Wo uns aber der köng nichl hört 
Und den friedt nicht wil nemen ahn, 
So ist er ein törichter man, 
10 Den stoltz, kochmuht verfüren thundt, 
Dardorch sein reich wirt gehn zn grunt. 

König Belgius spricht: 
So wollen wir gehn solcher maß, 
Dem könig zu entbieten das. 

Sie gehen alle ab. Konig Ptholomeus kumbt gerüat unnd spricht: 
Nun es sindt die feindt vor der haudt, 
Wollen angreiften unser landt. 
Des weret euch als dapffer leut, 
Als die wollen obsiegen heu dt. 

*o Der pootpost kumbt unnd spricht: 

Hör du, könig Ptholomeus, 

Dir entfernt könig Belgius, 

Ein herr der Gallier beer, 

Ob du wobt lieber streiften mehr 
» Und morgen mit im thuu ein schlacht 

Mit aller deiner heeresmacht, 

Oder Schätzung und ranoion 

Anff dre.v mal hundert tausend! schon 

Gemüntzter stück goldes im geben, 
ju Auff das du mügst mit frieden leben 

Beide mit landen und mit leuten. 

Solchs diu mir klar und gwili ahn-deuten. 

Ptholomeus, der könig, spricht: 
Reit und sag deinem herren zu: 
16 Kein friedt ich mit im machen ihn, 

7 C kOng. A künig. 10 DO Diu. A Dann. 






576 

Er geh mir in mein gwalt den heurit, 
Alt seine fürsten und haubtleut. 
Das sie ablegen all ir webr, 
Darnach mit seinem gantzen beer 

b Abzieh von Macedoniam 

Den weg, darinit er ferr her kam 
Mit. all seinem ziegciner-gsiudt, 
Wo nit, so wjl ich in gesckwindt 
Das leren mit des Schwertes klingen, 

10 In baldt von raeim königreich bringen. 

Der poatpot gehet ab. Dion, der fürat, apri 
Grollmechtigtr köng, ich hets nit Ihon, 
Sonder den friede genuinmen ohn, 
Het im die Schätzung hin-gesandt, 

is Darniit im reich lent unde landt 
Webr gar zu ruh und friede blieben. 
Arms, der haubtman, spricht : 
Dich het die forebt leicht darzu trieben, 
Das du so von eim losen kauffen 

tu Den friede aolst mit gelt erkufln. 
Et, das wehr ie ein spodt und schanött, 
Weil das Macedonier-landt 
Selber kan achwerdt nnd bogen nutzen 

■ Mit freyer bandt sich mag beschützen 

■■ Vor einen solchen losen häufen, 
Ders ahn ursach thut uberlauffen. 
Macht Ordnung! die feindt greiffeti ahn! 

Die feindt klimmen, schreien : 
Lerman! lerman! dran! dran! dran! dran! 

e schlagen einander, biß Ptholomeus , der könic 
gsindt gibet die Sucht. Belgius, der könig ( 
Nan tragt den konig zu dem grab! 
Und hauet im das haabet ab, 
Der im uit trewücb raten ließ, 
h Und stecket das auff einen spieß 
Und tragt es seiner vülcker surab 
Zu einer forcht und schrecken mub 

20 A Laimen\ Iwmwi, 



577 

In dem leger in seiner grentz 
Zu einer straff und penitentz. 

Seinem stoltz und grossem bochmut. 

Nach dem weiter einnemen tbut 
■. Macedoniam, das gantz landt. 

Mit raub, gefencknuli, mordt und brandt! 

Was sich nit geben wil, ersch lacht! 

Die mechtigen landtherren facht! 

Scbetzt sie umb Silber and das goldt, 
10 Weil der könig nichts geben wolt. 

Anff das ir als dapffer kriegllleut 

TJberkummel ein reiche peudt. 

Nun macht each aaff und (Übet ahn 

Und tbut wie ich befolhen hon! 
Rehen alle ab. So kommet der fürst Dion und spricht 
kleglich: 

Weh Macedonia, dem landt! 

Adel und bnrger alle-sandt, 

Wie eilend t werden wir verderbet, 
v> Was wir gwunnen und habn ererbet 

Im landt biü her ein lange zeit, 

Dem Feindt als in dem buesen leit. 

Das als allein der hochmuht macht 

Uusers königs. welcher ve rächt 
i?> Den feindt, meindt, im geraten solt 

Der krieg eben gleich wie er wolt, 

Wie im vor hat geraten new 

Sein falsche, mördisehe untren 1 

An sein freunden nnd unser Stadt, 
so Seiner nnlrew und misset. bat 

Müssen wir all entgelten buch. 

Het wir unser all könig noch, 

Philipp um und Alexandruni . 

Auch unsern küng Lisi in ach um, 
as Aisiuoem und ir jung sunt 

das es wider also -Uni». 

So het noch guten friedt das landt 

Mit trewer, wolbeschtltzter bandt, 

Das ietzt gar in dem aschen leidt, 
m Die gütte r wollen mit der zeit 

le C glaioh eb«n. 34 C tOüg. A könig. 



m 

Uns neben friedt und ein ig keil. 

Sie gehen alle inn Ordnung ab. Der ernholdt 
b«ecbleust: 

Also habt ir vernommen faj 
[C 3, 2, 220] In der trawrigen tragedy. 

FOrnemlidi zri#en zwo persoti 
Darin» zweyerley lent uns ohn. 
Zum ersten köng Piholomens 
Mit dem zunamen Cerannns 

m Uns ein menschen anzeigen thiit 
Voller hoffart, stoltz und hochnmht. 
Untrewer art, vul poch nnd trotz, 
Der tracbt nach gewatt, dir nnd nutz 
Mit recht nnd nnrecbt. wie er mag. 
Und verzerrt all seine tag 
Mit viel bösen, untreren stücken. 
Die im doch itlle tlian gelocken 
Und wir dt zu hohem et an dt erhaben 
Mit des gelncks schwancketen gaben, 

n Konilrt gar mit ander leute schadt 
Zu öherst auff des glflckes radl; 
Meindt, erst kandt es im fehlen nicht; 
Als denn rittet gott am gericht 
Und den gottlosen blölzlicli stanzet, 
[AB3,2,297]Sein gwall. macht, reichtbumh ihmabkorlzet, 
Sambt seinem lästerlichen leben 
Geht als zu grundt. Znm andern eben 
Arsinoes, die Irumh kttngin, 
Der so viel nngelucks ersehin, 

so Zeigt ein menschen fruinb, tu^enthafft, 
Erber, aufrichtig, trew. warhafft, 
Der auff erden in seinem standt 
Genizlicli beschweret gar "niemandt, 
Dem doch alhie in dieser zeit 

S5 Zu-stelil viel widerwertigkeit, 

Gar mancherlei creutz und Anfechtung, 
Verfolgung, trubsal und dnrchechtung 
An freuiidtsc hafft, gmahel nnd an kimlcn. 
Auch tliut sich teglich zu im finden 

tu Falsch, betrug, lllg und arge list 



An ehr und gut im fehrlich ist. 

Audi kranckheit, eilend t und armut 

In teglich untertrucken tliut. 

In summa, es gibt an dem cndt 
v Ein crentz dem anderen die hendt. 

Ein solcher mensch der nemb es ahn. 

Als M'i es von golt, dem herrn, tban 

Zum besten im in eitel jjut 

Darmit zu dempffcn Heisch und blut, 
10 Das er in hochmuht und verlosten 

Sich nlt null" wider gott thu brüsten 

Und in schnöden sQnden verderb 

Und in gottes Ungnaden sterb. 

Des trag er in gedult gantz frey 
f. Das creutz, als seiner seel ertzney, 

Biß das im gott das selbig wendt 

Mit einem gut seligen endt. 

Da im ewige freudt erwachs 

Nacb der trübsal. Das wünsch! il. Sachs. 



■ |HT 



die tr 



edi: 



1. Ernholdt. 

2. LisimachuB, könig in Macedonia. 

3. Arsinoes, die kiinigin, nein gemahel. 

4. Lisimachus, 

» 5. Philippus, 2 irer beider sün. 

6. Beleucua, der künig in Asia. 

7. Periander, sein fürst und hauptnian. 

8. Ptholomeus Ceraunus, der untrew könig. 

9. Arras, sein fürst und hauptman. 
so 10. Dion, der macedonisch fürst. 

11. Belgius, künig der Gallier oder Krantzosen, 

12. Menander, 

13. Euridanufl, 2 seiner Hinten. 

14. Der postpot. 

Anno 1559 jar, am 19 tag Decembris. 
b T nnJeren. AC Badern. — Im druck 8B7 veno. 



580 



[k 3, 2, 580] Ein spiel mit 3 personen: Das gespra 

Alexandri Magni mit dem plnlosopho Diogeni. 

Alexander Magnus gehet ein mit seinem heroldt, der sprich 

Großmechtiger, gwaltiger keyser, 
5 Der weit ein sieghaffter durcb-reyser, 

Du hast bezwungen India 

Und auch das gantze Asia, 

Eist der mechtigst auff erden worn. 

Olimpias hat dich geborn, 
iu Doch Jupiter dein vatter ist, 

Ein könig aller könig bist. 

Nun seyen wir in Grecia, 

In der mechting Stadt Athena, 
^ Welche Stadt ist der weißheit stuel, 
15 Da die philosophi ir schuel 

Halten, und ist in aller weit 

Die höchst und fürtreffligst gemelt, 

Auß der all weißheit kunibt gerunnen 

In die weit, als auß eim quelbrunnen 
so Durch ir philosophische lehr. 

Alexander Magnus spricht: 

Ich wil das gantz gewapnet heer 
Vor der Stadt in dem leger lassen 
Und mich besprechen aller massen 
*5 Mit den weissen philosophi, 
Welche haben ir wonung hie ; 

* 

l Das spiel stimmt in einselnen versen wörtlioh mit b. 7 8# 268 bs & 
Qberein. Im 12 sprach buohe, bl. 118' bis 123' hat der dichter daa gvsft^ 
»ingetragen. Wir benutieu 3, um. einige stellen in benern. 



Wann weißlieit ist ein edler schätz. 

Ernholdt spricht: 
So wöl wir nun gebn anff den blatz, 
Da die philosophi spaciren 
s Mit lesen und mit tlißputk-ren 
Gar artlich von allerley sach. 

Alexander spricht: 
Geh vor an, so folg ich dir nach ! 

Sie geben beide ab. A'exauder «eiet DIogenem und spricht 

io Wer ist, der dort sitzt in der pntten, 
Gleichsam ein thor in eyncr kntten, 
Und leimbt zu-sanib gschrieben papir? 

Ernholdt spricht : 

GroßmecMKer könfg, glaub mir, 
ts Es ist auch ein philosophus 

Und der secten ein cinicus, 

Welche man ist die hlintinch heissen; 

Wann ire wort stechen und beissen, 

Verschonen weder arm noch reich, 
20 Jung und alt, gilt im als gleich: 

Forsten, könig und die götter; 

Wann sie sindt aller lasier Spötter 

Straflens obn alle heuchlerey. 

[K 3, 2, 5811 Alexander spricht: 
ss So kunib, laß uns treuen hinbey; 
Laß boren, was er durch sein sag 
FOr laster an mir straffen mag. 
Oh er vielleicht durch sein weißheit 
Uns besser machet auff die zeit. 

90 Alexander tridt hinzu und spricht: 
Wehr bist du denn? zeig mir das au. 

Diogenes spricht: 
[AB3,2,298]So wiß du, das ich bin ein man, 

Bin auch ein königlicher huudt. 



Waraab ein asobir da* t&t war 
Ha*t da sit avciwcaiitfa* venmuEk * 



> Dm st, das kzt and in lakantft 

fch bei«se die sefeeadtlichea Laster. 

M*in bealn ist ler NSsen etz-pdftster, 

leh kratz in aaf iie •ir&6 «ad bemlem. 

Ich read» tsvi spar die iaster-frale*. 
i* Ledc sie mit meiner «ck&rpffen zm^em 

ledoch die alten sambt den jungen 

Fliehen mich treuen hund all baidc 

Ziehen nicht mit mir anff das jeidt» 

Za Iahen die hoidUeling tagend!. 
i3 Derbalb Terdirbt die blAendt jngendt, 

Weil sie toI begiert und aneckt 

Erblindt, so lesterlichen steckt, 

Und verachten mich trewen hondt. 

Ich bit dich, tba mir nach hie knndt, 
» Wer da seist, tha dich mir aach nennen. 

Alexander spricht: 

Diogene, thnst mich nit kennen? 
Ich bin Alexander Magnus, 
Der könig, mein philosophas. 
» Ich inerck. da bist einer der armen, 
Deines elendts that mich erbarmen. 
Darumb so beger hie an mich, 
bo wil ich dir nberflttssich 
Scheucken ein königliche gab. 

*> Diogenes spricht: 

Mein könig, tridt ein wenig ab. 

Alexander tridt ab unnd spricht: 
Ich mcrck, der weiß wil sich beraten. 

1 <Uf. A das. 3 C m erschliche. A mensehlioh. 8 die] 8 fe- 

to: fewlo 11 «»mbt den] S vnd die. 20 seiet] C bist. St 8 

tob hie pegaben dtah Mit tAnet kAiniclioheo gab. 



Wenn er begert lausendt dncaten, 
So wil ich iinbs frey-willig achencken, 
Daa er mein darhey tiiu gedencken 
Und in geschrien"! erheb mein lob. 

I Einholdt spricht: 

Herr körig, der weiß thut gleich sam ob 
Er dein wert nil hob verstanden. 
Er hat für sich ttodh unterbanden, 
I.eimbt dort zu-samb sein zettel frey 
in Vol ^schrieben seinr philusophey, 

Samb er kein acht mehr auff dich liab. 

Alexander tridt hinzu, spricht: 
!, 221] Diogene, foder ein gab. 

Hast dn dich der noch tiit beraten? 

II Diogenes spricht; 

Lieber geh weck, mach mir kein schatten, 
Auff das ich an der sonne» schein 
Mug trücknen hie die zettel mein. 
Nach deiner gab thu ich nit trachten. 

in Alexander spricht: 

!, 582] Wie thust du denn mein gab verachten, 
Die ich dir als der mechtigst herr 
Der ganUen well, weite und ferr, 
Zu-sthe) und kau reich machen dich. 



> Diogenes spricht: 

du bist viel ermer, wenn ich. 
Das köngreieh Macedonia, 
Welches dir hat verlassen da 
Kfing Pbilippus, der vatler dein, 

i Das kan dir nit genugsam sein 
Und stelst nach andern reich und landet 
Mit krieg und gewaltigen handen. 
Dann it. zeigst grosse annut ohn. 



684 

Alexander spricht : 

Mir zimbt, die königlichen krön 
Stetigs zu hauffen and za mehrn. 

Diogenes spricht: 

5 Ja, wenn es gschech mit recht and ehrn. 
So het solche mehrnng ein bstandt. 
Da aber thnst leut and auch landt 
Ohn nrsach and ohn recht bezwingen 
Mit raub, mordt and brandt darzu dringen 

10 Und packest die ander dein joch. 
Darmit verderbst da aber doch 
Als ein landtzwinger leut und landt. 

Alexander spricht: 

Wenn ich mit helden-reicher handt 
i5 Viel landt and köngreich za mir bring. 
Meinst nicht, es sey ein löblich ding, 
Dardurch mein nam wirt gar antödlich? 

Diogenes spricht: 

könig, es ist aber spötlich, 
20 Das du viel mehr in deinem krieg 
Durch veretrey erlangest sieg 
Mit pratick, bösen schelmen-stücken 
Thust die unschuldigen vertrücken. 
Meinst, man gedenck dir das in ehrn ? 

S5 Alexander spricht: 

Nnn wil ich mein königreich mern, 
Die weil mir wie biß her das glück 
Trewlichen hat gehalten rück, 
Dem ich geleich weiter nach-heng. 

so Diogenes spricht: 

Das glück beleibt nit in die leng ; 
Wann es ist flück und wanckelmütig, 
Ein Zeitlang erzeigt es sich gütig. 



* 



3 8 »äffen. C hftuffen. 10 8 pueokit. 21 ? ▼eretwy. 

terej. 29 geleioh] S ?W%. %\ % gank.* A> gtlQok. bleibt. 



585 

Endtlich wirt es wider dich sein, 

Verleurst daa frembde nnd das dein 

Und etwan auch den leib darzu, 

Weil dich lest nit benügen du, 
■ Begerst noch immer mehr zu gwinnen. 

Dir wirt das gantz erdtrieb zu-rinnen, 

Ie mehr du hast, ie mehr du gerst 

Und schier die gantze weit beschwerst 

Mit deinem blutigen streitfannen, 
10 Solchs zimbt eim wütrich und tyrannen. 

Bist du ein gott, so solt du tban 

Gutes auff erden iederman, 

Schützen nnd schirmen, lii'lffn und sehencken; 

Bist aber ein mensch, so solt gedencken, 
is Das du warlichen auch bist tödtlich. 

Üerhalb ist es Iliörlich und spödtlich, 

Das du nit kaust, seifigen dich. 

Derhalb so bin viel reicher ich. 

Wann ich laß mich an dem benügen, 
» Was mir gott nnd natar Unit fugen, 

Hab mantel, laschen, stab und echw, 

Nit mehr ich auch begeren tbn. 

Derhalb gehr ich nichts deiner sebenck. 

[ K 3, 2, 583] Alexander spricht : 
■6 Mein Diogene, eins bedenck. 

Das ich bab raechtig grossen gwalt, 

Daa erhebt mein hertz roanigfalt 

Und bringt mein nam zn rumb und ehm. 

Diogenes spricht : 

so Dein gwatt tbust du mit gewalt mebrn, 

Wirt endtlich reichen dir zu schaden; 

Wo du aber herrschest mit gnaden 

In landen deine unterthan, 

So blieb gehorsam iederman, 
*6 Zn allen dingen gantz gutwillig. 

Alexander spricht: 

Z P Wlcwrt. S 8 dein lehn. Ib S warhaft antib fclb pitt. 

mtj S Iwt. 36 C mit gallalt. A gnall. 31 T ranhmt. Kß w 



Hersch ich gleich streng, znm t In? i 1 unbillig. 
So straff ich darbe? auch grawsamlicn 
|AH3,2,299]Das iederman muß fürchten mich. 
Damit halt ich das volck im zanm. 

S Diogenes spricht: 

Solch gwalt in die leng kan wern kaum. 
Wenn man den bopi thnt überspannen, 
Wie denn vast gschicht allen tyrannen. 
Wenn du sie gleich straffst hertiglich, 

in Das sie all müssen fürchten dich, 
So furch tens dich als ein allein, 
Du iniist sie fürchten all gemein. 
Derhalhen ist dein standt gefehrlich 
Entgest ir aller auff-satz schwerlich, 

15 So sie dir heimlich sindl abholdt 

Alexander spricht: 
Sag, wer mich nur angreiffen wolt ! 
Ich hab mein quarti und tnbanteo, 
Umb mich mein freundt und wolbekanten, 
»o Die mich venvaren nacht und tag, 
Das mir kein gewnlt gschehen mag 
Weder heimlich noch Öffentlich. 

Diogenes spricht: 

König, das wirt nit holffen dich; 

ts Trewloß sindt der menschen gemüter. 
Man spricht: wer hütet vor dem haier 
Dieweil die aller-neclisten dein 
Gar offt dein ergste feinde sein 
Und dir offt auffs hefftigst zu-setzen, 

so Mit gifft oder dem schwerdt zu-leUen, 
Wie gschehen ist viel köng und forsten. 

Alexander spricht: 
Sag, was du will, so thut mich thürsteu 
Nach gwalt. Bin ich gwaltig und m echt ig, 
ss So halt ich mich köstlich und brechtig. 

T S pogn. A bogen. Bb«rPpiinrmi] S i» b»rt «psnnen. 1 8 \ 

kwdi 



687 

Vor mir hockt landt um! leute sich, 
Mein Diogene, aber dich 
Ehrt niemandt, du mnst dich hie schmiegen, 
In deiner putten ellendt liegen, 
i Veracht in armut immerzu. 

Diogenes spricht: 
Ich hin viel gwaltiger, wenn du, 
Mein köng, darumb vereine mich recht; 
Wenn du bist ein kneclit meiner knecbt. 
10 Derlialben thu nur von mir ghan. 

Alexander spricht: 
Mein Diogene, laß mich vergib an, 
Wo bin ich ein kneclit deiner knecbt? 

Diogenes spricht: 

iE Herr konig und vernimh mich schlecht, 
Durch lieb der weillbeit in meimb leben 
Hab ich alln lüsten Urlaub geben : 
Als hoffart, geitz, neidt, haß und zorn, 
[K 3, 2, n84]UnkenBch. füllerey und rumorn, 
- » Und all solch unomlich begirt, 
Weiche mich vor haben regiert, 
Die hab ich all getreuen unter 
Und hersch über sie selb ietzunder, 
Das sie müssen sein meine knecht 

»s Und hab auch vor in allen schlecht. 
Ein Sicherheit und gute rhu. 
Mein Alexander, aber du 
Bist solchen lästern gar ergeben 
Und dienst in durch dein gantzes leben. 

so Die treiben dich hin unde wider 
Ohn alle rhu auff und auch nider. 
Darumb so sprich ich *ol mit recht, 
Du seiest ein knecht meiner knecht, 
Weil sie all herschen über dich, 

sa Derlialb bist thurstiger, wann ich. 



4 r-yttenl 8 kurScn. 
S rnoraUab. A TnendUioh. 



7 IlUten) S la.-L.rTi. 19 B Vnkswi 

1» C dieneit. S 4m<Ai. kfi> Wo\\ i 



Mit meiner krön und güldero stück; 
Und mich regiert das waltzendt glück, 
Darauff Ueht mein gwalt, macht unl ehr. 
Ich danck dir weiser straff und lehr; 
t Nimb von mir ahn das kleinat mein. 

Alexander gibt im ein ketten. Diogenes würfft imbs wider 
hin unnd spricht: 

Ich wil sein nit, behalt das dein, 

Ich durffs nit; was soll ich mit tlion? 
10 Dieweil ich brodt und Ddp«! hun. 

Wil ich darbe y nit hungers sterben. 

Das kan ich wo! ohu dich erwerben. 

Auch ist das wasser hie nit tewr, 

So darff ich weder boltz noch feur, 
i:. Auch kein behtgwandl, hab da ein hauß, 

Da treibet mich auch niemandt auß. 

Drnmb nimb dein ketn, du darffst ir bau, 

Und mich mit unbekümmert laß. 

Alexander gehet ab uniid spricht: 
io Nun alle götter sindt mit dir. 
Diogenes spricht: 
Sie thetten dir noter, denn mir; 
Wann dn stehst in grosser gefahr. 

. Ernholdt spricht: 

■-■ Großmechtiger kong, hab ich war 
Gesagt von dem philosoplio, 
Der wunder-Bcliarpffen antwort, so 
Er gibt in seiner straff und lehr. 

Alexander spricht: 

sn Bey dem gott Hercule icli schwer, 
Und wo ich nit wehr Alexander, 
Sonder wehr etwan sunst ein ander, 
So west ich ie kein mensch auff erden. 
Das ich lieber wolt sein und werden, 

10 8 ölp«. C Oolbor. 17 A <Urfl"t«. 31 & Ü«. 



[AB3,2.300JIä 
Und 
» En gaatx 

Cd ist 
Derlei 
WB kb 




DarcblemcbtigeT kteg. es ist spadt, 
Wir wöüm aa* Atbea, der Stadt, 
Wider in das feJdüeger reiten. 



Ja es ist lenger Bit n beitem, 
is Das sich im beer keia aaeaterey 
Oder aaAraor deren Yerreterey 
Begeb. Sollirhs als sa farkemmen, 
So laß ans reitten wiederammen. 

8ie geben beide ab. Diogenes sp rieht: 

m Reidt hin. nun seien sicher wir. 

Wenn warlich wer Tertrawet dir. 

Der vertraut eim grimmigen lö*en: 

Derhalben wirst dn gleich und eben. 

Wie da anriehst viel ongemachs, 
ss Ein endt nemmen. Das wünscht EL Sachs, 

Prologras. Diogenes gebet ein unnd spricht 

Hört za, ir barger von Athen, 

Last euch mein redt zu hertzen gebn, 

Alexander Magnus ist hie, 

so Der mich ermanet ye and je 
An ein leben mit seinen docken, 
Der all herrschafft gert za verdrücken 
Mit list and gwalt, and wie er kan. 
Secbt ench für, thut sein massig gähn, 

36 Kert each nit an sein schmeichel-wort. 
Ich wil mich anch an diesem ort 
Widerumb in meAn. ^utt&\t «ctoiü^en^ 



591 

Ob ich möcht sicher vor im liegen. 

Die person inn das spiel: 

1. König Alezander Magnus. 

2. Diogenes, der philosophus. 
6 3. Heroldt. 

Anno 1560 jar, am 80 tag December. 



592 



Anmerkungen. 

Zum 3 bände. 

• 

31, 4 lies: Salomon spricht: Gates viel Wirt weng. 

32, 12 ist punkt am ende zu streichen. 

50, 5. 6 muss gesetzt werden Semikolon nach wil and V^b» 
nach fatzilet. 

51, 13 das ausrufungszeichen gehört nach merck. 

412, 3 Vgl. Attilio Hortis, Studj snlle opere latine del Boccaccio, 
Trieste 1879, s. 705. K. 

Zum 7 bände. 

169 bis 182 steht im 4 spruchbuche bl. 140 bis 147. 

169, 5 8 herren. 23 S thw. 26 S Pejstendig. 

170, 5, 8 in hie in pekem. 6 8 anem. 21 S an. 32 S, wie 
Keller vermuthet, Wie. 

171, 5 S auf in. 8 S geren. 16 S mainst, das. 19 8 dewi 
22 geren] S alzeit. 27 S let seine freunde guet. 28 S Seneca be- 
schreiben thuet. 31 S kostreich. 32 S meren. 33 mit] 8 dran 

173, 2 aber] S pin gar. 5 S schwencklich. 6 Vgl. 9, 338. K. 
12 S anderpuez. 25 S in. 

174, 24 8 Namertes. 34 S eignen. 

175, 2 S darmit er lewgt. 3 S fecht vnd betrewgt. 12 8 aller 
sach. 30 8 Die gar. 31 S schmaichlerej. 32 warer] S newer. 

176, 3 gleich] S dort. 5 S wan her. 24 S part. 25 8 et- 
ling. 32 S Gar nichts, wan als was die gwis verhaist. 

177, 8 8 quitlos. 10 nur] S hie. 13 ich] 8 es. 

178, 15 8 Antoninos. 

179, 22 8 newrung. 

180, 2 8 Clorus. 5 lieb] S gunst. 14 S Glueck. 27 S Den. 

181, 29 S gewinnen, wie Keller vermuthet. 36 S Pey gaistlich, 
weltlichen regenten. 

182, HS Nicesias. 15 S hewchleren, in seim. 
258 bis 267 handschriftlich S 12 bl. 118' bis 123'. 

258, 6 8 Darin er den gefunden hat. 24 S Warnmb ein hundt 

259, 2 S Sprach er, ich peis die schnöden laster Mein peyln ist der 
m ezpflaster. 22 S Deins elends thw ich mich erparmen. 31 
»r küng drat wieder ix ^on fem. 



260, 1 S Dw nembst das dw mir. 29 8 landen. 

261, 4 S Der weis sprach: gschechs mit recht vnd eern, So het 
solch merung ein postant. 13 S Er sprach: wen ich mit küener hant. 

262, 13 S Das dw warhaft auch selb pist dötlich. 15 8 Das dw 
nit lest. 33 S Zv allen dingen gar guetwillig. 35 8 gleich tu pilig. 

268, 22 S offenlich. 35 3 kost.frey vnd prechtig. 

264, 8 8 Sprach er. 15 8 Der weis sprach: kfinig, verste mich 
Bchlecht. 17 S lästern vrlaub geben. 19 8 Vnkewscheit, füelerey. 
31 S On alle rw. (wie Koller vermuthet). 

265, 1 S Zweiffei, pcgirt, seufzen vnd clagung. lö 8 gewalt. 

266, 5 S Mein Diogene, ich wolt dir schencken Ain clainat darpey 
mein zv dencken; Nem hin zv hilft' der armuet dein. 

267, 1 S Der ich wolt. 



, die trewen GeBeilen vnd 
hat sieben Aetna. Nürn- 
GOdeke, grundrias s. 352 
i. 79 n. 171 führen eine 



Zorn 8 bände. 

219 Einzeldruck: Ein schon new Comedi . 
Brüder, zweyer künig Silbn Ülwier vnd Artus 
berg 1S70. 8*. British Museum 11745 a. 
ii. 294 und Weiler, H.- Sachs-bibliographie 
Nürnberger ausgäbe o. j. an. 

219 bis 260 im II spruchbuche bl. 92 bis 113'. 

219, 18 S het. 21 S Waren einander trew vnd holt. 

220, 1 S seins vaters er. 

221, 12 S Daran im mangeln. 14 8 Gleicher gestalt. 12 S FUrsichtig. 

222, 3 S meim prueder. 4 S Wo. 6 8 wem: ern. 10 lies: leben! 
11 S Eur pruedcrlichcr lieb vnd trew. Ausruf ungleichen mnas weg- 
fallen. 13 S dester senfter. 15 8 get ailain ein, sezt sich, refc 
mit ir selb vnd s. 19 8 er ist tbon. 20 S hofflich on. 25 S meine 

223, 5 S prueder. 11 8 lieg »v pet. 
22 8 würden. 24 S aller hohister. 31 
ich gleich. 35 8 das des nimant. 

224, 1 8 Wil geh nemen mit mir ait 
5 S Gar vngnedig. 

225, 6 S Thalbot. 17 8 Wan. 19 8 t 
seligst riter auf ert. 

226, 3 S deinen gang. 24 S erliedest. 
oder geapenst. 

227, 5 8 gwinest. 6 S wölst halber 
Pey trew vnd er ain ayd ich schwer Als wa 
nier, Das sol dir halb« werden. 

228, 1 8 zv aim gemabel gfelt. 2 S der ennest. 6 8 ausrueflen 
recht. 7 S thuemier. 14 8 riterlicher. 15 8 Zv er der jungen, 
kungin aart. 21 B weicht vnd xeucht «h. 1& S UÄ «a»m wswssft. 

tun» a»cbt. im, ^> 



13 S all. 15 S het de«, 
i erweni: ern. 34 S Wil 



i snmb. 4 S Wie grob. 



22 8 Der 



i Dw pist c 



i ich gwin in dem thuer- 



594 

229, 8 S füerstn. 13 S Derhalb soltw nit schonen mein Wan vk 
wil auch nit schonen dein. 30 S Sie stellen sich samb wollen sk 
schlagen. Der künig schickt den erenholt der schreit : 32 S Pej dem 
haubt vnd dem höchsten glied. 

230, 1 S Laider anders geraten vil. 4 S künden. 21 S der 
künig entpfecht den prieff, list den vnd spricht nach dem get der pot 
pot ab. 32 S in yrrlant. 

231, 8 S alhie. 13 S küniclich. 20 S springen an ain dam. 
30 S Kains andren wolt ich nit pegern Wan er ist nicht von nidern 
stam Wie wol er pirgt. 

232, 14 S Ich hör. 

233, 10 S küncklich. 15 S pefelchen. 18 S meim Olwier. 21 
S Wo er vmb weffert in dem lant. 25 S Darauff gewent. 31 S 
In mittag oder occident. 

234, 2 S Wan. 3 S Darfor in. 12 S elich. 18 S Helen. 

236, HS Darin er pües meins vater dot. 30 S Elena. 

237, 20 S wie er. 23 S Vnd den. 31 S scharpff «picigen klaen. 

238, 23 S Dw suchst. 25 S Wan er ligt in yrlant. 26 S Ia 
ainem thurn. 27 S trüebselig. 28 S Nur wasser. 29 S Da hin 
wil ich dich weisen wol Lern wie man in erlosen sol. 34 S aus tars 
vnd pein. 

239, 1 'S Dw. 14 S zv allem. 20 S vil pesser. 23 S Der 
künig aus Engelant get ein mit seiner dochter Helena, vnd s. 28 S 
erfrewt paidesant. 32 S ain vrlob pat. 33 S gewalt. 34 S e 
vnd lob. 

240, 16 S wer. 18 S Wen. 21 S Wen nur der weisse ritte 
körn. 24 S lebn. 

241, 10 S trewloser künig. 11 S heltst. 12 S küng on schneid. 
21 S Die trabanten grewffn nach Arto, der schlecht vnd jagt die tn- 
banten ab, er schlecht den künig nider, fecht in, pint in vnd spricht 

242, 7 S Sey. 10 S Aus der ich hab. 13 S pruederlicher. lo 
S Pald las vns. 17 S stent. 19 S Auf dem weg woll wir »wisch* 
vns peden. 24 bis 29 fehlen S. 

243, 2 S Ich pschawt. 3 S Das schwarz vnd gar petrüebet w*. 
16 S solt. 

244, 3 S Wan. 4 S gleicht 6 S Ey des. 7 S Hast dw mir 
thun die schant vnd spot. 11 S er vnd guet. 17 S neben. 2$ 
S trauren lag. 30 S alles geschos. 31 S vberschwencklimr. £ 
S her käme von sant Jacob wider in Engelant. 

245, 10 S vertorben: gestorben. 26 S Künstw. 28 S den meins» 
33 S dw ferst. 34 S Das dw genessest. 

246, 5 S im gar vil. 9 S der erzte vil. 28 S arzet nim. 

247, 10 S Hueb. 19 S ir kein. 20 S in ein schalen auf fach. 28 
S Ach got, was so! ich aber thun. 33 S Von mein wegen. 36 S Weil 
ich in nun selb. 



248, 8 S vnde. 11 S Er pint den kindern die hent vnd zewcbt 
ein scliarpfif messer. fürt sie ab. 17 S Das. 22 S Olwier kumpt mit 
der schalen mit pluet e. 29 S A. nembt die schaln , drincket. 34 S 
nicha verhalten. 

249, 18 S mochstw. 22 S kinder wem noch iu. 29 8 her?; zappelt 
vor angst. 84 S Wan. 

250, 1 S Wan ich pin gleich doli vnd ernarrt In freud vnd f 
vor laid erstarrt. 18 8 Verlassen engelant geleicb. "28 3 wart. S 
Ich würt mit im dem heneker geben. 32 S sey loh. 

251, 15 S Mit dot sey mir abgangen da. 17 8 Zaig an 
stathalter drin. 18 S auch kürzlich. 19 S Zw farrn. 

252, 9 S rueig. 12 8 Wan. 21 8 ein weil. 

253, 10 S eren. 17 S parschaft gnurnen. 22 8 gwünat. 34 8 

254, 22 S Der halben taii ich gwertig pin. 



256, 3 S hoher. 10 S gmahel ! e vna. 15 i 
f er. nuecht vnd. 28. 35 S er. 

257, 1 und] fehlt 8. 7 8 Mir warnt das her* i 



den mort. 



leib allein. 18 



258, 1 S Wo 2 S würt. 10, 22 B er. 12 S Sünder seit fo 
18 S himelischen. 37 3 gneten gaistes. 

259, 2 8 sey lob preis vnd er. 19 8 er. 20 S An freunder 
paurn, hausgesind. 35, 36 8 es. 

260, 19 8 1222 vers. 



Zum 9 bände. 

332 f. Die sitte ist noch 1880 am königlichen hofe in PariB bekannt 
gewesen. Vgl. Paris ou le livre des cent-et-un , Stuttgart 1832. 



Zum II bände. 

97 bis 131 = 11 spruchbuch bl. 19 bis 37' mit dem datum anno 
salutis 1556 am 30 tag octobris und der verswüd 1064. 9 3 Welche 
in halten diese mm. 13 S grawsame. 25 8 Zw abgötrcy. 27 8 mit 
sein suen. 

98, 5 gericht] S vemicht. 16 S in solcher. 19 8 mit im. 21 8 
almal mit trucg 30 8 als. 33 8 nach. 34 S habet. 

99, 5 8 hat Oberall übereinstimmend mit der bibel Nicanor. 7 8 
die volck. 8 S Gen fremden. 9 8 Hert meulig, veracht al herschaft. 
11 8 deine. 22 8 ern. 24 S bare. 

100, 5 S Antiochus. 18 S Ptholemeum. 

101, 7 8 in idem. 23 S Ja. 2& S üarmit. 



102. J * aauitHmsch«- 4 S wenn. abgot. 9 S kämclichen. 13 SB 
heroit je« 40. W iß auch. -5 S Ich. 2S S SELaa. 33 S grörte. 

LU3. L3 :* kieinac daran* geraubt 29 S Modln» 

:<J4» !•» 5 iebi wirt. 13 5 .Lnchiacho. 23 S Von A^u^» e «m 
taw xn nun. 2± S HiuQiei rnd *Gaet den altnr. 

h)ö. ~» 5 uwr&7 weiber ir kxnd bahn laani puchneiden. 24 S wir 

I0tf. U 5 zrewü 13 ^ * bnni. darrw auch. 18 S gehakt 

s: $b *:t*r* 

107. "» > «ich iwwchleiäiGhiBn. 10 SB Zimet. 16 S mit <*—* h~*km 
:* lernten. J3 5 ^nd -jpretn mich menn^m gehaisch. 

*j><*. L ^ -x anw*c B jett murt. Lt S llament. 15 S Hawet im 

I»>5*. tf 5 Aacuchu». Li £ in leiden. 16. 17 fehlen S* 18 S Red 
i;is viifüx sungen. j* «e AÖtfchnehiexL. 24 S Zt loben, 

I •>. 7 5 jp^miif 22 5 i^w Ghaest. 

1 1 : . t'-' > Hiw dem. wie iw jen hart getan. 13 3 Mit rnaera, £ 
> tw «*k 12 > k'uugiiciien. 

U2. t > er lue. W S *l»g wertL 35 S Dich. 

\lk # 5 Ho"r 

U4» * > *wtn**n. 22 5 Gonriam. 23 S Xicanor. 

I! \ 14 > Aialieiie Liehen. 49 $ Ähriren rnd aof. 

;K>>S im >c. I ? 5 "aast noch nit. 24 S grOete. 

11*. *.*» > a":'t. \ i > iewe 2.*> S ras. 

' x . * > von it.'oi .*rr. IS S Fersepolini. 

I ^. 2 > -Vr .*. > ••iehTcriechi* «nt all meine. 32 S Dieser. 

I.V. 2* > -*r ci" via '?[if seh 'ich 

121. : * > aerwrs, 21 > frembdem. 3$ S Jonatas. 

122. 1- > te*c .i*r l^s^rh'iecen. 29 S Drin. 

12 \ 2'* > des yey ; *. S Den Jiden. fnd in rngelQick. 

124. 2S < ia :i 2V S i ; e. 

12 \ 11 ^ ;c*r rriiJ-«: 2f» S nintnus tos mit. 

I.V. 2 > isu3vt w;c:. 4 S ich die pr 6 S Wan weil Jndas. 11 
5* tttotttt. l x > den. .V > Jo a*i:^5. 

127. 1> > Nicaror: t'or. 27 S Oniad. 29 S himel paide heut 
&> S vtetu. Sl S d** >7 S Oniü. 

125. 4 S Not« *^ < jcv-wc:. 17 S Lhirch. 30 S schreit. 

I '9. S S ju-indcrti. Jonata* int Xicaoor. 25 S Auf den. 34 S 
Diowvil *io. 

IÄ 1 . Ä> s^ Veryweltiart. Tertrueckt Tnd eient 32 S aich «r cot 
^tfkern Äi S ^t erhOrn. 

4M V$l. dea tücistcr^esani: im spie^?lton de« Erenboten Tom 20 
tt*r lM7 k ir^dr. OvVicke. Lichtungen von Hans Sachs L a. *»& 
IW tkt: Bock «utt Beck 




Zum 12 bände. 



Denselben, stoff behandelte Such» am 12 Februar 
istergesang, gedr. Gödekc, Dichtungen von Hans Sachs I, 
zu b. 3, 534, 31). Auch A hat 1554. 
zu 43, 21 S schlag dw. 

zu 270, 23 lies: S Das. 26 und] S zv. zu 271, 8 lies 
i 272, 25 lies: 25 8 löst die puelerey ab. ? vom plal. 35 S 



ruar 1520 als 
s I, s. 57. 



?8 zu 290, 35 S Er is. 
5 am ende f ragezeichen. 

11 zu 444 lies: 34 S mit > 
!3 zu 541 lies : 33 : 



295. 23 S werd vna peygcsten. 



Zum 13 bände. 

Einige abgesprungene Interpunktionszeichen wird jeder leii 
ergänzen. 

1, 4 von unten lies: Heindörffer. Vgl. auch Gödeke, grundriss 1! 

2, 7 lies: erlichen ritter-stad. 

4, 2 von unten lies: sonder und vgl, s. 222, 19. 231, 32. 
9, 8 von unten lies: 10 wider reisen| SCK widerumb. 
21. 31 lies: ietzt in. 

27, 1 von unten lies: Das man das sech, 

32, 26, lies: Die alt kflnigin beut. In die »nmerkimg zu setzen : 
S Die alt kftnigin. A Der könig. 

48, 1 von unten lies : 17 8 vmbfangen. 

54, 4 von unten lies: 18 S Die ander wet 
gwald iirli-; im I. 

55, 2 von unten lies: 28? sol wir peatheln. 

65, 2 von unten lies: pefolhen. 

66, lt lies: kumet. Anmerkung: US kumet. A kumbt. 
93 anmerkung zeile 4 ? Jeckle ; vgl. a. 202, 25. .. 
108, 2 von unten lies: 16 statt 14. 
141 Gedruckt sind 898 verse. 
145, 1 von unten liesi aus. 

147, 2 von unten lies: CKselbr. 

148, 3 von unten lies: veratn. 
160, 30 lies: hertz-lieber ayden, 

170, 1 von unten lies: 

171, 7 Im druck Bind e 

192, 14 am ende komma statt punkt. 
214, 22 ? teutseben. 

243, 27 Im vorliegenden drucke 808 verse. 
263 Die comeedie hat 545 versa 






i unten lies: 25 S 



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599 



Zeittafel. 



1650 Juni 2 (8 Juni 11) Comedia: Von Hugo Sohapler 8. 1. 

1656 Juli 4 Comedia: Von dem marsohalok mit seinem söhn s. 62. 

1660 Sept. 1 Comedia: Die schön Marina mit dem dootor Dagmano s. 84. 

1556 Sept. 29 Comedia: Julianus, der kayser, im badt s. 110. 

1650 Oot. 8 (?) Tragedia: Das ktten weib Aretaphila mit den iweyen tyrannen 

s. 142. 
1560 Not. 12 Tragedia: Die vier nnglUckhafften liebhabenden personen s. 172. 
1550 Not. 30 Tragedia: Von zwey liebhabenden, Hagwartus mit 8igne s. 214. 

1557 Jan. 15 Comedia: Der Jüngling im kästen s. 244. 

1557 Mari 11 Comedia: Der (weltlieh) verloren son s. 204. 

1657 Juni 30 Tragedia: Des königs Ciri gebart, leben and endt s. 280. 
1657 Sept. 14 Tragedia: Der hörnen Sewfriedt s. 334. 

1668 Jan. 17 Comedia: Pontas. mit seiner schönen Sidonia s. 378. 

1558 Man 22 Comedia: Der Perseus mit Andromeda s. 427. 
1558 Man 20 Tragedia: Die Daphne s. 458. 

1558 Sept. 27 Tragedia: Von Alexander Magno s. 477. 
1550 Man 30 Spiel: Die iwölff durohleuohting getrewen frawen s. 530. 
1550 Deoemb. 10 Tragedia: Die frumb kttnigin Arsinoes s. 547. 
1500 Deoemb. 30 Spiel: Das gespreoh Alexandri Magni s. 580. 



Register. 







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AiiaLilf ls4. 21. 





601 


Baisen 382, 10. Vgl. paytzen. 


Campaneus 543. 


Balck 260, 14. 


Cinis geburt, leben und endt, tra- 


Banckart 294, 18. 


gedia 289. 


Befelch 381, 6. 570, 5. 14. 


Comedia. mit 1 8 personen zu apilen : 


Begein 419, 14. 


Von Hugo Schapler, dem streit- 


Begert 411, 28. 


barn helden in Franckreych, und 


BehilBe 556, 31. 


hat 7 actus 1. 


Beilen 354, 2. 362, 16. 455, 33. 


Comedia, mit 12 personen zu apilen: 


590, 14. 


Von dem niarschalck mit seinem 


Bekrencken 440, 3. 


söhn, unnd hat fiinff actus 53. 


Bekrencken, Sich, 221, 29. 266, 10. 


Comedia, mit 5 personen zu agiern: 


442, 3. 


Die schön Marina mit dem doc- 


Belaiten 134, 21. 337, 20. 34. 


torDagmano, unnd hat 3 actus 84. 


Benachtet 436, 31. 


Comedia. mit 9 personen zu agiern: 


Benügen 585, 19. 


Julianus, der kayser, im badt, 


Beren 121, 6. 


und bat 5 actus 110. 


Berg 323, 29. 327, 1 1. 456, 33 u. C. 


Comedia, mit 10 personen zu agiern: 


Bern s. Dietrich. 


Der Jüngling im kästen, und hat 


Beroaldus 264. 


3 actus 244. 


Bescheiden 172. 23. 


Comedia, mit 10 personen zu agiern ; 


Besebreien 223, 23. 


Der verloren son, den man rich- 


Beseitz 124, 12. 


ten wolt, hat 3 actus 264. 


Beaen s. abkehren. 


Comedia mit 13 personen: Pontus, 


Beweren 178, 9. 


eins königs söhn hu 11 Galicia, 


Beulen 582, 7. 


mit seiner schönen Sidonia, eins 


Bezick, Die, 152, 25. 


königs tochter zu Britania, unnd 


Bezwencknus 538, 6. 


hat 7 actus 378. 


Bidmen 10, 11. 29,2. 


Comedia mit 9 personen: Der Per- 


Birg 116, LS. 328, 29. 340, 27 n. Ö. 


seus mit Andromede, unnd hat 


Blenden s. achenden. 


5 actus 427. 


Blosi'n, Einen, legen 26, 15. 


Cramantzen 284, 20. 


Bloß, Zu, lachen 202, 32. 


Creon 534, 12. 


Bocatius 244, 6. 531, 8. 547, 14. 


Crimhilt 335, 2. 


Bolen 182, 2. 


Cruacellio 535. 


Bolte 459, 5. 468, 1, 470, 34. 


Dading 15, 26. Vgl. deiding. 


Bosselarbeit 266, 19. 


Dagmanus 84. 


Bottenbrodt 370, 5. 


Danae 427. 


Bracke 461, 9. 


Dant 92, 10. 


Brenckiach 568, 20. 


Dantman 119, 16. 164, 18. 


Brüllen 115, 22. 132, 26? 


Daphne 458. 


Büren 457, 6. 


Dargeben 246, 13. 


Busen 99, 34. 104, 4. 132,26. 228, 


Darschlagen 191, 19. 


17. SOfi. 29. 440, 25. 


Dauben 187, 4. 


Bulgen, Die, 829, 8. 


Deiding (deidung) 281, 24. 498, 26. 


Burschieren 216, 9. 


Demen 494, 6. 512, 26. 



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fcntvK&t 7 f 2*. *2. 11. 
fcrr*rn Ä27, -M. 
Ertalnänh ?>%:>, %*,. 
Krltnm 131, 11 
Erfaul«* 315 r 2*. 
KrK*z*n 64, I :,. %7, 2*. 1 14. 24. 132, 

1%. 301, 2 a. <5. 
KrMden, 372, 4. 
Krmnytarn 12%. 21. VgL mayirn. 
Ermönm 3*9, 17. 503, 19. 
Krnntlich 334, 15. 
KmchieMen 33, 17. 
Kmchluchtzet 520, 19. 
KntthmeckeD 340, 11. 
Kw^elein 349. 
Kwgelweid 443, 21. 
KtiH^Wu« 477. 
Kadlet 355, 20. 
Kalach, «übst. 273, 21. 
Kurt 128, 1. 
Wildt 365, 19. 






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ri;::o ^r.i Reinhart 172. 



Gir-hur: 1*2. 6. 

Gech 24-.». 2i». VgL jech. 

Gefeor 411. 1. 9. 

Gefeien 4f4. 34. 

Geferhch 411. 7. 

Gegenwart, adj. 2öS, 6. 

Gehlfarb 536, 22. 

Gelück und heil wünsch ich eaA 

allen 52. 
Gelück und heil wünsch wir eock 

allen 458. 
Gelich 253, 4. Vgl. jehling. 
Gelidmasirt 384, 24. 
Geltlich 148, 7. 
Gemern 105, 12. 
Genesen 494, 15. 
Genosen, Sich 538, 13, 
Ger 86, 12. Vgl. gir. 
Geraten 469, 7. 511, 26. 




Ganges, 

Geruch 241, 32. 
Gerüglich 87, 3. 
Geaein 191, 11. 320, 86 484, 15. 

549, 5. 
Geschefft 505, 26. 
Geschicken 150, 17. 
GeBchlacht 337, 4, 
Geachrift 583, 4. 
Geachwey 440, 14. 
Geschwifltret 489, 10. 
Gesigen 351, 11. 371, 13. 489, 6. 

^j2j*|uin^4£G T 23. 

H^4. Vgl. ipor. 
^^ 15. 

,0, 26. 
544, 35. 

260, 11. 279, 29. 



Hail. gnad und friedt, 

allen 110. 
Hail uey den erbern herren 

frawen 84. 
Han, Kein, kreet nach 113, 



aey euch 
reu und 



202, 



1 heil «ey den erenfeaten 
I heil Hey den erenveaten 

en edlen, erenfesten 427. 

0, 23. 
Goltgelb 536, 22. 
Graner 254, 10. 
Gram 553, 14. 
Gremen 394, 5. 
Grolimechtiger, gwaltiger kayser 

580. 
Gönnen 249, 7. 555, 3. 
Gwar 10, 21. 
Hacco 215. 27. 
Bach 353, 22. 
Hachen 318, 0. 
Hagwartua mit Signe, tragedia 214. 



Handt, Über, 415, 18. Vor der, 415. 
15. 551, 22 575, 16. 

Handtgeachriffi. 522, 12. 

Handtgifft 245, 20. 

Härmen 292, 10. 

Hartsei 57, 5. 285, 30, 

Hartseliß 129, 15. 863, 13. 364,27. 

Hauen in schalcksberg 244, IL 

Hauffen 584, 3. 

Häuften und Hoffen 187. 30. 

Heil sey den edlen, ehrenvesten 1. 

Heil aey den crbarn und ehren- 
festen 172. 

Heil sey den erbern ehren vesten 477. 

Heil nnnd glück aey den ehren- 
festen 334. 

Heil '.mini glück aey euch all zu- 
mal 530. 

Heil unnd glück aey euch ehren- 

Heil unnd glück wünsch wir ge- 



i 547. 
Heimfallen 344, 26. 
Heimlich 488, 29. 
Hellig 327, 14. 
Herbrich 434, 10. 435, 3. 
Herodot 289, IL 
Herachnng 170, 19. 504, 13. 
Hill.rii.nl 335, 10. 
Hilfflich 316, 19. 453, 3. 
Hiltebrant 365, 30. 
Hinterbalten 61, 18. 
Hipaicratea 536. 
Hoffarb 527, 34 = Mut. 
Holtachafft 467, 33. 
Hort ein wunde r-eeltsam geschieht 

244, 
Hortfrum 154, 10. 176, 5. 293, 12. 
Hugo Schapler, comedis, 1. 





604 


Holden, Sich, 518, 29. 


Kuperon 350, 29. 


Hasecken 570, B. 


Langen 181, 21. 


Hiiy. Im ersten, 19, 8. 


Lasterfeule 582, 9. 


Indett 76, 16. 


I.audtbrecht 74, 25. 


Ingedechtig 383, 15. 436, 1. 


Lauer 380, 1. 


Inhaimiach 178, 17. 


Lautreisaig 90, 19. 


Inhalten 418, 13. 554, 15. 


Laus 167, 22. 248, 27. 


Ipermeatra 537. 


Lefftzen 5:0, 30. 


Irren 96, 32. 99, 32. 


Leidlich 38, 6. 


\i, izund iu 6, 22. 


Leidthundt 112, 1. 


Jach, jech, jen 237, 6. 240, 29 u. 6. 


Lenden 434. 8. 


Jnghund 224, 5. 


Leti 437, 11. 


Jech, sbst. 176, 17. 


Letzen 26, 26. 111, 30. 


Jehling zu 253, 4. 347, 32. 


Letzt 262, 4. 


Judenspieß, Mit dem, rennen 261 . 1 9. 


Liderlich 35, 8. 


Jungling im kästen, eomedia 144. 


Liebhabenden, Die 4 unglüekhnff- 


Julia, gemahlin den Pompejus 540, 


ten, 172. 


18. 


Ligerstadt 226, 4. 


Julianu» 110. 


Lindiclich zu 38, 6. 


Juno 530. 


Linus 537. 


Jupiter 427. 


Loa, adj. 276, 3. 


Justinua 289, 10. 547, 13. 


Loa, sbst. 415, 27. 


Kamerwagen 562, 8. 


Loasen 144, 3. 147, 15. 369. 19. 


Kauffmanachaft 98, 20. 


Luder 35, 7. 161, 29. 


KanffmanacbatB 84, 12. 


Lücke, fem. 167, 20. 


Kauffraanswahr 267, 4. 379, 3*. 


Lumphansen, Den, singen 120, 27. 


Keil, Einen, stoßen 394, 6. 


Magdt259,20. 347,5. 354,31. 358, 


Khaim, fem. 381, 28. 


20. 429, 12. 


Kindsweiszu 265, 16. aber 311,28. 


Maid zu 247, 24. 92. 33. 95. 21. 


Klaffer !83, 14. 234. 26. 


96, 18 u. ö. 


Klafferey 173, 1. 


Malstadt 132, 27. 


Klecken 103, 16. 


Manheit 409, 32. 


Klemmen 151, 18. 152, 16. 


Manlieh 483, 27. 


Klinge, sbst. 448. 32. 


Marina mit dem doctor Dagmauo, 


Kloper 357, 14. 


comedia 84. 


Krantz, Albertus 214, 11. 


Marxchalck mit seinem söhn, co- 


Kreisten 297, 5. 


media 52. 


Kraben 471, 27. 


Haussen 261, 22. 


Krufft 455, 29. 


Mausolos 533. 


Künglein 122, 31. 


Mayirn 122, 16. 


König zu 2, 8. 


Mazeus 244. 7. 495, 13. 


Küs 561. 29. 


Medusa 427, 30. 


Kugel, Zwischen, und ril 317, 11. 


Meiden 180. 21. 261. 26. 


379, 12. 


Meinen 222, 3. 353, 26. 394. 28 n. 0. 


Kundtbar 384, 3. 

* 


Menie 538. 



- Mern, In den, 872. 26. 




Parr m 135, 4. 


Meulen, Sich, 218, 15. 




Paulina, gemahlin des Seneca 539. 


i Minerva 427, 18. 




Paytzen 565, 18. 


i MiCSgünner 510, 21. 




Peraeus 427. 


Mit euch sey gottea güet 


und se- 


Peaen, Newe. keren wol 162, 5, 


gen 264. 




Petrarca 211, 84. 


I Mörn 569, 14. 




Pfefferaack 4, 30. 


Murren 218, 26. 




Pfenwert 162, 1. 


Müsaig gehn 9, 6. 92, 27. 


590, 34. 


Pfort, Das 201, 19, Vgl. port. 


Müeten 574, 24. 




Pforte 200, '23, 


Mutternacket 342, 6. 




Phedimua 142. 


Mutwillen 200, 15. 




Plutarehue 142. 11. 531, 8. 


1 Nacbtsel 37, 19. 515, U. 




Pocb 578, 12. 


Nahend 451, 28. 




Polinit« 534, 6. 


Nahet 240, 19. 




Porapejus 540. 


1 Nakat eu 117, 31. 126, 5. 




Pontns 378. 


Naue 267, 3. 




Porria 541. 


Nebelkappe 356, 6. 




Port 204, 25. 205, 26. 


Neiden 510. 22. 




PoseO 321, 12. 


Neidatück 180, 10. 




Proviaion 173, 22. 


Nero 539. 




Pseusen 464, 19. 


Nickelein 266, 8. 




Putte 581, 10. 587, 4. 590, 37. 


Nicoerates 142. 




Quarti 586, 18. 


J Niden 116. 14 338, 15. 




Quit 261, 14. 285, 6. 393, 10 u. ö. 


NiiJertrethlig 555, 34. 




Racbael 149, 28. 


Nietnen 148. 26. 

Nieten 3:«, 20. 

' Nifftel 7. 27. 8, 3. 




l.'achselig 444, 2*. 




Ranck 476, 9. 




Range 374. 15. 


Nöten 305, 12. 420, 25. 472, 3. 


Rauch. Das. fürher keren 163, 15. 


Nothzwenger 280, 30. 




Rechtfertigen 122, 7. 146, 7. 


Nottartftig 267, 24. 




Reden «ein gewalt 404, 25. 


Nutz und noth 268, 28. 




Reichen zu frommen 366, 29. au 


Nutzunnr 261, H. 




feindtachafft 475, 28. 


Obgesiegen 423. 21. 




Reinfal 24*, 14. 


Obliegen -171, 8. 




Heinhart 172. 


Obngefehr 444, 14. s. ungefehr. 


Reiaer 56, 7. 127, 2. 


1 Olper 589, 10. 




Remen 34, 4. 


Ort 143, 26. 898. !*■ 302 


7. 389, 


Resch(res) 94, 11 162, 14. 509, 32. 
;.90. 2 


12 o. B. 




Ovid 427. 458. 




Rewen 307. 7. 368, 28. 371, 28. 


Paer laufen 135. 4. 




Ringern 185, 1. 


Pagt 2.i7, aa 




Hosen, Unter der, 216, 29. 


Pancket 64, 16. 522, 22. 


25, 28. 


Rosengarten 366, 13. 


Panthea 543 




Rot, Der 145, 7. 


Paren, Zum, bringen 27G 


12, 


Rüdiacb, 336, 6. 



■ 




606 




Rdln 589, 16. 


Schwer, Die, 403, 15. 




Röwretig 407, 3. 


Seneca 147, 1. 516, 27. 539, 30. 




Rütze 365, 20. 


Sewfriedt, der hörnen. tragedi&334. 




Runde] 218, 11. 


Shakeapeare, Macbeth *u 238, 24. 




Schabab 217, 4. 


Sidonia 378. 




Sohaitel, Die, 481, 29. 


Sieder 247. 29. 307, 6. 




Sclmlek 276, 39. 4S2, 12 


Sigarus 214, 15. 




Schalcksberg a. hauen. 


Sigenot 365, 20. 




Sch&nt« 34, 26. 239, 16. 418, 28. 


Sigenthafft 364. 21. 




Si-Imutn, In die, schlugen 311, 30. 


Siglinga 349, 21. 




•286, 10. 


Sigmund 334, 11. 




Schaube 257, 1. 


Signe 211. 




Scheffltn 451, 20. 


Sinbel 434, 25. 




Bahatmr 84T, 87. 


Sittich 345, 31. 




Scheock und gab 166, 3. 546, 14. 


Son, der verloren, coraedia 264. 




476, 8. 


Spech 386. 22. 




Sehenden und blenden 121, 7. 


Spiel mit 14 peraouen: Die nrölfl 




Scheren 178, 19. 370, 2. 


durchleuchtiug, getrewen fr* wen 




Scheuen 292, 15. 


530. 




Sohewr 408, 11. 522, 26. 35. 523. 


Spiel mit 3 personen : Das yonarech 




30. 


Aleiandri Magni mit dem phi- 




Scheut* HH, ■■■ 


losopho Diogeni 580. 




WbrtHB 169, 81. 574, 17. 577, 9. 


Spinnenfeind 145, 19. 394, 11. 




Schieben 341, 20. 352. 19. 


Spor 350, 27. 




Schimpf 273, 16. 422. 20. 


Spür 251, 5. 




Sehinejwn 338, 13. 


Staffiren 177, 5. 




Schieffern 249, 29. 


Staiber 111. 36. 




Schieramen 161, 32. 


Stehen, der rock binden bnfi den 




Schlemmen und detnmen 15$. 6. 


vorn 247. 22. 




SchUcken 340, 15. 


Stemmen 525. 31. 




Schliefen 122. 32. 348. 23. 


Sterken 217. 19. 




Schlinden 345. 21. 


Stickfimter 252, 4. 




Schlotterlein 466. 20. 


Stral 454. 15. 459. 1 463. 9. 524. & 




Schntacbheit 121. 23. 


Strauß 253. 17. 




Schmück 374. 16. 


Strecken (stregen) 151. 18. 1S£ M. 




Schmecke 181. 17. 26 36. 123. 16. 


250, 2. 




ScUunmeB 373. 26. 


Strelen 236, 21. 




Schmecken 1OT, 14 393. &. 


StampOrt 415. 24- 




ScÄMMgen 573. IS. 5S7.3. 590. 37. 


-: BfikM Uff, M 




Scam..ck«i 228, 23. 


SoJpici» 535. 




Saknackea 202.31. 


San n 2. 11. 




ScWDia 269.6. 468. 11. 4*3.30. 


Sunder. «mdem w 4. 17. 




Senaten 274. 4. 356. 21. 492. 21. 


Sanrt n 8. 16, 




Sekreten BS. 19 


Samt, Umb ein. 291, 1«. 




Scntre* fanndt 4*2, 31. 


Tafern 546, * 



1 


607 


. Tagzeit, Sieben, beten 39, 8. 


Uberhart 356, 9. 


Thalia 586. 


Ubermacben 199, 5. 


Thörlicb 31)0, 11. 


Uberrasten 499, 31. 


Thiir. adj. 526, 23. 


Uberwenisch 216, 15. 


Thürnitz 69, 28, 185, 5. 198. 1 3 u. ö. 


Cberschönen 473, 29, 


Tödtlich 585, 15. 


Umbfang 368, 18. 371. 25. 


Tolm-dranck 254, 15. 27. 


Unaberbeten 164, 14. 


Tragedia , mit 1 1 personen zu a- 


Unbehütuam 401. 8. 445, 3. 


giern: Das küen weib Aretaphila 


Unbekümmert 589, 18. 


mit den zweyea tyramien, uund 


Unbeschwert 233. 27. 


bat 5 actus 142. 


Unbesint 108, 26. 211, 29. 298, 8. 


Tragedia, mit 16 persunen zn a- 


Unbild 16, 2. 


giern : Die vier unglückhafften 


Unerkuntschalt 268. 32. 


liebhabenden personell, unnd hat 


Unerlegen 3, 15. 189, 27. 


7 actus 172. 


Unerpfindtlicb (?) 254. 30. 


Tragedia , mit 16 personell zu a- 


Unerritten 34, 27, 


giern: Von zwey liebhabenden. 


üneraelt 262. 26. 


Hagwartn-s mit Signe, des königa 


Unfal 384, 2. 14. 424, 9. 527, 39. 


toebter aus Dennraarck. unnd 


Unflat 316, 14. 


bat 5 actus 21t, 


Uufuer 127, 28. 147, 18. 169, 35. 


Tragedia, mit 19 personen zu a- 


Unfug 351, 7. 


giern : Des königs Ciri geburt, 


Ungefel 281, 30, 


leben und endt, und hat 7 actus 


Ungefer 265, 2, 411, 9. 


289. 


Ungefüg 350, 80. 355, 11. 


Tragedia mit 17 personen : Der 


Ungelachsen 460, 22. 


hörnen Öewfriedt, ein son künlg 


Ungemilet 363, 7, 


Sigmunds im Niderlandt, und 


Ungenietet 336, 19. 


hat 7 actus. 334. 


UngenÖtet 419, 23. 


Tradedin mit <5 perHonen : Die Daph- 


Ungeret 207, 22. 


ne, eins könig» tochter, unnd hat 


Ungestüm, sbst 381, 17. 


3 actus 458. 


Ungeweltig 132, 3. 


Tragedia mit 21 peraonen : Von 


Ungewerdt 499, 15. 


Alexander Magno , dem künig 


üngewinlich 572, 7. 


Macedonie . sein gehurt , leben 


Unkeuach. Die. 102, 23. 108, 22. 29. 


und endt, und hat 8 actus 477. 


587, 19. 


Traj-'i dia . mit 14 personen zu a- 


Unmaasen M , 27. 


giern: Diet'rumbkönigin Arainoes 


ünmehr 131, 10. 471, 14. 


mit irem tyrannischen bruder 


Unmutig 540, 36. 


künig Ptholomeo Cerauno , und 


UnmHndtlicta 254, 16. 


hat 6 actus 547. 


Unraht 137, 23. 349, 12. 410, 30. 


Trogenbafft 395, 5. 


411, 20. 


Trustelio s. Cruscellio. 


Unruig 183, 15. 


Twalm zu 244, 14. 


Unsichtig 447, 21. 466, 10. 


Üben 173,27. 195,2. 197,9.457,8. 


Untergeben, Sich, 413, 24. 


Uberhant 415, 18. 


Unterbanden 338, 11. 583, 8. 



806 



unterkommen 144, 29. 293, 5n.fi. 
Unterstehen 202, 5. 450, 33. Vgl 

217, 34. 
Unterwinden 247, 10. 
Untödlich 584, 17. 
Untödlichkeit 509, 8. 
Unyerhol 185, 33. 305, 5. 311, 16. 

412, 27. 
Unverholen 267, 11. 
Unverkundschaft zu 268, 32. 
Unyersagt 189, 18. 
Unverechent 521, 18. 
Unverschont 83, 1. 
Unversehend (?) 521, 18. 
Unverxigen 184, 8. 
Unwillen 215, 5. 
Unwirs 427, 24. 
Unwissen 3, 13. 
Unwissendt 227, 13. 
ünziffer 433, 32. 
ürgicht 30, 8. 
Ursachen 216, 26. 
Valerius Maximns 531, 7. 
Verbringen 282, 1. 
Verdriessen 174, 13. 303, 2. 428, 31. 
Verehren 499, 4. 504, 26. 
Verehr 282, 25. 515, 2. 
Vergan 519, 1. 
Vergwissen 447, 19. 461, 20. 
Verhalten 408, 16. 
Verheften 573, 25. 
Verhelen 229, 23. 537, 34. 
Verholen 264, 15. 541, 35. 
Verklecken 242, 21. 425, 14. 
Verkundtschafften 228, 12. 283,23. 
Verlauben 389, 26. 
Verlegen 382, 13. 
Verliesen 351, 30, 444, 18. 
Verlübtnuß 571, 13. 
Vermeiden 334, 13. 
Vermüden 574, 32. 
Vernewen 539, 28. 
Tnichten 71, 15. 

Teizen 217, 1. 

nicht 170, 13. 



Versagen 153, 23. 174, 5. 278, B. 

303, 11. 403, 3. 521, 31. 
Verschlicken 341, 8. 444, 28 n. V 
Verschlinden 252, 25. 351, 13. 
Verschmähen 401, 13. 
Verschonen 231, 12. 270,26. 280,1 

355, 2. 370, 27. 
Verschrancken 566, 23. 
Vertrücken 331, 22. 332, 8. 506,& 

584, 23. 590, 32. 
Verüt 255, 22. 
Verunglimpfen 396, 21. 
Verwegen, Sich 285, 27. 356, £ 

381, 20 u. 5. 
Verwesen 99, 15. 
Versabeln 163, 25. 
Versagen 306, 27. 
Versacken 193, 6. 
Vires, Lud. 531, 10. 
Vorab 566, 34. 
Wach 352, 21. 
Wachen 357, 31. 
Waffen schreien 179, 25. 
Wag, An die, werfen 151, 19. 
Waht 136, 11. 548, 29. 570, 10. 
Wal 368, 2. 
Walstadt 544, 7. 
Waltzen 239, 24. 527, 19 u. ö. 
Warnung 217, 8. 
Wasen 122, 21. 220, 5. 
Watsack 195, 34. 204, 24. 
Wedel 238, 25. 
Weder 441, 5. 
Weger 21, 1. 525, 8. 
Weile 235, 1. 
Weitern 527, 22. 
Weren, Sich, 200, 11. 
Werlich 158, 4. 
Wesen 297, 15. 
Weyer anzünden 111, 15. 
Wetzger 58, 1. 
Widerbart 336, 4. 
Widerdrieß 133, 34. 315, 15. 
Widersagen 354, 32. 389, 21. 550, 

10. 24. 




Widergpeniff 161, 7. 
Widertreffen 117, 28. 
Widerwertig 172, 25. 
Wind 111, 36. 461, 9. 
Witzuug 395, 32. 
Wolge«hmach 212, 3. 
Wuniam 208, 23. 
Xenophon 531, 9. 
Zadel 194, 6. 343, 14. 
Zagheit 392, 29. 
Zainen 339, 11. 



ZankUffen 106, S. 

Zeher 446, 6. 

Zeihen 513, 31. 

Zimlich 174, 24. 

Zukunft 383, 4. 414, 31. 

Znlendea 345, 34. 434, 8. 

Zusatz 556, 14. 

Zwacken 178, 19. 

ZwainEigiu262,2. 542,19. 573, 2 

Zwen dt nun 133, 22. 

Zwit 556, 10. 



M 



2 



I 



i; 



W