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Full text of "Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense, aus den jahren 1827 bis 1858 : nebst Auszügen aus Varnhagen's Tagebüchern und Briefen von Varnhagen und andern an Humboldt"

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Presented to the 

LIBRARY of the 

UNIVERSITY OF TORONTO 

by 

Rutherford Library, 
University of Alberta 



35ricfe iiou îKepnber Don |)mn6oIbt 



an 



^arntiagcu uoit ®nfe. 



©ie J^erauiîije6evin iinb tie ikvlagt^fianttung 6ef)a(tcn firf) iaîs 9Jerf)t ber Über^ 
fc^ung in baiS ©uglifrfje, graujöfifcfje unb aiibere ©pracijcn vor. 



93 r i e f e 



»on 



Ileïan&er m ^mMht 



auÄ ^en Satiren 1827 biê 1858. 



9îe6ji 



îtuéàiigen ai\^ Sßaru^ogcu'e îSaocÎJÎidKni/ 



unb 



S5riefcn »on Jßarn^agen unb 5lnbern an ^umbolbt. 



ÎJievte 2tuf(age. 




% 21. 33 V D d b a u 
1860. 



„3(;ï ïe|te^5 mir fe^r et^rentootteë ©d^reiben eutfjielt 
aöorte, bie id; nid;t mi^öerftel;eu tnöd^te. «©ie cjönnen 
fid) îamn ben 33e[iè meiner ^mpietäten. » Über fold; 
(£igentf)nm mögen ©ie nad; meinem balbigen .*£>infd;eiben 
walten nnb fd^alten. ÎOaïjrl^eit ift man im Üelicn mir 
benen fd^nlbig, bie man tief ad;tet, alfo S^nen/' 

^Ifjranbcr tion 'J^umbolbt an l^arnlja^cn. 

(33vief i.^cm 7. Secemî^r 1841.) 



25orü)oit ^ur crftcn 5luf(agc, 



î){e ttorliegenben Briefe ^umbolbt'v enthalten einen 
Seitrag tton unt»ergleic^lid^er 2ßic^tigfeit ju bem ir>aî)ren, 
ià)tin unb nnöerfd; leierten S3ilbe feinet ©eifteê unb (E^a= 
rafterê. 3)a^ fie ber ÖffentUdjfeit nad) feinem Xohe über= 
geben mürben, tdax fein ÏOunfd; nnb îoille, ber and; in 
hçn aU 3)'(otto biefeni Snc^e öorangeftellten SS^orten einen 
entfd)iebenen Sïuêbrud gefunben l;at. Sîirgenbê t)at er fid) 
freier nnb aufrid^tiger an^gefprod^en, aie in ben 9Jiittt)ei= 
lungen an 3?arnt)agen, feinen ineljaîjrigen trenen ^reunb, 
ben er öor allen fc^ä^te nnb liebte. ^^\n fc^enlte er bay 
rüd^altlofefte 3]ertrauen, hei it;m legte er nieber, iraê er, 
ber bie nteiften ber an it)n gerid;teten Briefe gu jerftören 
pflegte, aie bebeutfam beiï»af)rt nnb gerettet trünfd^te. @r 
rechnete baranf, ^af^ 3>arnl;agen, ber jüngere öon beiben, 
i^n überleben tt»ürbe. 

3)o(^ SSarnbagen ftarb guerft, nnb übertrug mir bie 
^flid^t, hk nun eine boppelte geworben, biefe merflüürbigen 
3eugniffe beê ßebenio, ber S^bätigteit nnb heè 3)enfenê 



be^ großen 3)îaniieè t;erau!35iigeben. 53ei ber ©rfilEung 
einer feldjcii ^^fUd;t wax eê cine 3ln[gabe ber ^-Pietät, jebeê 
îoort getren fo fteï;en gu laufen luie ev anfge^eid^net iüor= 
ben, ja, eê I;ätte ge()ei^en, ben 6d;atten i^umbolbt'y be^ 
leibigen, märe id; fo antna[3enb gelücfen, an feinen 2ln0= 
fprnd;en 3lnbernngen t)or§unel;men. 

3d; fonnte bal;er and; auf ben lüoI;Imetnenben SBnnfd; 
ber ^erlag)§t;anblung, foId;e Stnbernngen §n maiden, ebenfo 
iüenig eingel;en, aU id; eigenem Sönnfd;e unb eigenen 
9lüdfid;ten irgenb einen Êinflnf3 babei geftatten burfte. 
§ier galt mir bie ©ine 9tüdfid;t: bie etrige 3BaI;rï;eit, bie 
id; .s^')umbolbt, ber ©efd;id;te nnb ber Siteratnr, nnb bem 
mir l;eiligen Söitten be^^jenigen, ber mir 't)k\en Stnftrag 
l^interla[[en I;at, fc^nlbig bin. 

©0 foil benn gan^ nnb öoUftänbig tiaê 3Sermäd)tnie 
erfd;einen, njeld;e'o in meine .^ä]ut niebergelegt iüorben! 

3n ^nmbolbty 33riefen bilben ©teilen anè S^arn- 
Ï;agen'i3 5t;agebüd;ern eine lebenbige ©rgängnng, inbem fie 
gn ben fd;riftlic^en Sinterungen .^nnibolbt'ê and; bie mnnb= 
lid;en Ijinpfügen. S)on ben Briefen §ßarnt;agen'!a finb 
leiber mir fe(;r iuenige erl)alten ober anfpfinben geluefen. 
S)od; )jrägen fid; fcbon in bem 33Drï)anbenen bie cble 
^-reunbfd;aft, .ber ftet^ rege @eiftei5l)erM;r, bie treue 
©enoffeufd;aft in bem gemeinfamen SÖir!en für 3Biffen= 
fd;aft nnb j^reif;eit, iüeld;e ^^umbolbt unb 33arul;agen fo 
öiele Sol;re öerbanben, l;inreid;enb auè. 



- S)ie Briefe ineïer anberer Berüt;mter iinb aibogejeid^= 
neter ^erfoneu, lüeld;e beigefügt finb, geigen .^pumbolbt in 
feinem tubogebreiteten 3Beltücr!el;r, in feinen mannigfalti; 
gen 33eàiel;nngen gn ©elel;i'ten unb Sct;riftftellern, â^ 
©taat»männern nnb g^ilrften, bie fid; i^m ^ulbigenb nagten. 

Berlin, im g-ebrnar 1860. 

mmiU îtffing. 



35omort jur brittcit ^(ufïûgc. 



3öenn eê burd;aii§ nià)t mein 33eruf fein fann, mid; 
ju irgenb einer Entgegnung anf bie Urtl;eile fjerbeijnlûffen, 
iDeId;e getriffe S3Iätter itber bie üon mir betüirfte §erauê; 
gäbe be'o ^nmbolbt^^^^arnî^agen'fdjen S3riefiüe(j^fel'e ju fäden 
[id; t»eranlaf3t faben, fo füf)le i(^ mid; bagegen §u einer 
tbatfäd;lic^en 2tntiuort auf bie je^t üon ©eiten beê üer^ 
ftorbenen (Generale À^errn üon Lebemann in ben 36itnn= 
gen crfd)ienene SSeröffentUd^nng eines ^rotefte'o Sllejan; 
ber'^ non ^nmbolbt gegen nnbefugte ^ßnblifation feiner 
33riete gebrungen. '^^à) fnl;le mid^ Ijierjn gebrungen, ioeil 
jener ^sroteft nnter fpcjieller ^^iuloeifung auf bie burc^ 
mid; erfolgte ^nblifation, unb fomit jnr (Erregung beê 
g an à It c^ fa If d; en @d;eine^^ t»eröffentlid;t morben ift, 
aU feien and; bie an 3>arnl;agcn gerichteten Briefe in jenen 
^-ßroteft mit eingefd;(offen, ein ^djzin, beffen ^efeitigung 
mir nid;t loeniger ^flic^t ift, loenn fie fid; auû) aibi bem 
jprotefte fel;r leicht öon felbft ergiebt. 

3ti biefem übrigeue nur auf^âugètueife mitgetî)eilten 
5Doïument conftatirt ."pnmbolbt §nnäd;ft, ba^ über 2000 
33riefe üon feiner .«panb jät;rlid; im ^^ublifum circuliren. 



®r fagt bann: „"^ä) beftreite baè t)ermeintlid)e @igen= 
ti)umèxeâ)t fel&ft berer, an bie üertraute 33nefe zufällig 
ober burd} Jîanf ge!ommen finb'', unb üeriüal)rt fid; nun 
gegen hen 2)tud fold)er Briefe anà) naà) feinem Xebe. 

ß» ift gemiB nid;té natürlidjer also bafe »pumbolbt nid;t 
eqnen, bie fid; burd; Äauf nnb @efd;enf in ben 33efi^ bon 
33riefen üon il;in gefegt Ratten, \a, jnnuil bei feinem au'c; 
gebreiteten Sriefiüe(^fel, and) nid)t allen fold)en, an bie. 
er Briefe gerid;tet, ot)ne ai^eitereè ba!§ 'äedjt gnm ©rnd 
berfelben übertragen luollte. 2(llein bie» fd)lief5t fd)on an 
fid;-felbft nid^t anc^ bafe er in einem fpe§iellen ^-all 
anvbrüdlid^ ba-s 9{ed;t bajn übertragen l^aixn fann nnb 
baB eê folgemeifc bann in bicfem 'galle vorbanben ipar. 

®a^ bieê nnn aber eben hîi ben üon it)m an meinen 
Ont'el geridjteten Briefen eintrifft, geigt bemnäd)ft fd)on 
feine toon mir bem Sud;e aie SOiotto t)orgefet.te ^riefftelie 
üom 7. S)ec. 1841, any ber id; t;ier nnr folgenbe SBorte 
ï;eranê^eben toiU: „Über fold) @igentl;nm mögen ©ie 
nad; meinem balbigen A^infc^eibcn loalten nnb 
f(^alten/' 

Siefe a>erDffentlid)nng nnb jener ^^roteft fc^lie^en fid^ 
alfo fd;on an fid; nid;t an^o. — Slber noc^ mel)r! ©ie be= 
ftätigen einanber fogar. 2n bem ^roteft terttjaljrt fid; 
|)nmbolbt auebrüdlid; nnr gegen jeben „3)rnd toon 
Briefen, bie id; ni d;t felbft §nr ^erDffentlid;nng 
beftimmt l)ahe'\ 2lnc> bem ^^U-oteft felbft ergiebt fic^ 
alfo, t^a^ irgenbiüo Briefe ejiftiren tonnen, \a eyi= 
ftiren muffen, bie er felbft jur 3Seröffentlid;ung beftimmt 
t)atte. :3eîter S3rief an 5l^arnl;agen üom 7. S)ec. 1841 §eigt 
crgängenb, luo biefe S3riefe e};iftirten. 



^ener ^roteft imb biefe SSeröffentUc^ung geï;eti alfo, 
ftatt \ià) entgegenguftet;en, mit einanber ^anb in .^anb. 

®ie mit ber genauen ^egreuâitng : auf ben 3::obeêfalI, 
ertïjeilte ©rtanbui^ jnr ^eröffentHd^nng ift in bem 33nefe 
üom 7. 5Dec. 1841 fo beftimmt loie nur mögli^) auè- 
gebrncft. 

^enn man etioa annel;men !önnte, ba^ bei ber @r= 
tljcilung biefer ©rlaubniB .^^umbolbt fid; nielleid^t nid&t 
mel;r genan entfonnen 'i)db^, tneld^e Briefe er in früheren 
3aï;ren meinem Dnfel gefanbt, fo iüu^te |)umbDÏbt bod; 
jebenfallê üon je^t ab bei allen feinen ßnfenbungen an 
53arnt;agen fe^r genan, iueld^c fpegielle 3Intorifation er it)m 
ein für aUemal in ^öejng auf btefelben ertl;eüt I;atte, — 
unb bod; finb grabe iDoï;l alle bie 33riefe, über beren 
SSeroffentlidjnng man fid; um iï;reê 3îtt)altê iuiUen be!lagt, 
t)Dn fpäterem ®atnm aie üom 7. ®ec. 1841. 

3)ie 3lbfic^t biefer S^eröffentlid^ung nad^ ^umbolbt'^ 
S^obe ift übrigen^ gioifd^en htiî>en 3)Mnnern ftetè feft= 
gel;alten iüorben. ^eibe famen, tüie id^ öon ^arnl;agen 
auf ba^o beftimmtefte lüei§, im Sauf ber ^at;re in münb:: 
lid;en Unterrebungen gelegentlid; auf bie^ 3^f)ema au^obvüd= 
lid; jurüd, unb l;in unb föieber bin ic^ felbft bei I;ierauf 
beaüglid;en 2lu^erungen gegentuärtig getoefen. 

Stiemanb î^at ha§ fHed;t eine fcld^e ©rïlarung üon mir 
gu beftreiten. 

llbrigeuio entl;ält für jeben, ber fel;en Jüill unb gu 
fe^en fät;ig ift, ber gefammte ^rieftüed;fel felbft bie Haren 
^öetüeife, ba^ jeber^eit .^umbolbt üon ber Sßoraue^ 
fe|ung aueging, eè würben biefe Briefe nad; feinem Xühe 
publijirt ioerben, ja, ba^ er fid; nid;t nur erlaub enb 



l^iergu oerï;ieït, fonbent felbft ein re g 6(3 ^î^tereffe baran 
itaî)m imb felbft H)ünfrf;te, ha^ bn* lel^rreic^e 3nï;alt 
berfelben naà) feinem 5tobe gnr Äenntni^ bei* 3)îitluelt 
gelangen möge. 

S)iefe Intention §id;t [id^ burc^ baS ganje ^uä) ^n' 
burd^. 3(^ iöilt mid; begnügen anf ioenige ©teilen l^in- 
âumeijen : 

3m 33riefe üom 28. Januar 1856 (©. 310) l)eiBt eê: 
„Sc^ lege 9)iab. be Oui^oir» (— fct;erjl;ûfte Sejeid^ming ber 
gürftin toon Siet^en, [iel)e 33rief 9îo. 169 nnb 172 — ), 
bie id} Ijente erft ber Königin l;abe abforbern fönnen, mein 
ebler 'Ji^eunb, mm aie @igentl;um in Sl;re §änbe." 

2öenn ^nmbolbt in bem ^^rotefte fagt: „^â) beftreite 
ba^^ üermeintlid^e ®igent^um'orec^t felbft berer, an 
bie öertraute 33riefe anfällig ober bnrc^ Äauf gefcmmen 
finb'', nnb bagegen l;ier erflärt, er lege ben Srief „aie 
®igentl)nm'' in ^arnl)agen'^^ .»pänbe, eben fo ime er in 
bem ^rief toom 7. 3)ec. 1841 fagt: .^Über fold^ ©igen^ 
tl)nm mögen ®ie n. f. w/', fo ^eigt fid; l^ieran hoâ) red^t 
bentlid^, ipie Jüenig jener ^roteft fid; aud^ anf bie an 
^arnt)agen gefanbten Briefe bejiel^en foil, t)a e§ ^umbolbt 
bod^ nid}t einfallen fonnte, toon einem t) er m eint lid; en 
®igentf)nmêred;t ba gu fprec^en, njo er ba^5 @igentt)nm 
felbft nnb anebrüdlid; übertragen Ijatte. 

3lm 1. Slpril 1844 fc^reibt .^nmbolbt an 9?arnï)agen 
(@. 140): „^n '^i)ven §änben ift gerettet, iüav id) in 
meinem Übermütige jerftöre." ©o n)ünfc^te ^umbolbt alfo 
felbft bie ®rl)altnng biefer lel)rreid)en ^ohimente ^um 
^Jîu|en ber a)Utn)elt, fanbte fie an S^arnbagen grabe gn 
bem ^\ved, fie gegen ben in g^olge feinet §u umfang^ 



rei(ï)en S^rieflDed^fel-o bei i^m I;errf(^enben ©ebrauc^ fi(^er= 
aufteilen. 

2tm 30. 9Î00. 1856 fc^reibt ^umbolfct (6. 334): ,,^e = 
(galten ©ie ja iiieineê ©d}üler)c ^ricf (e§ ift ein 
^rief ©r. f. §. be-? ©ro^^evâog^o üon Söeimar gemeint), 
au^ bie 9{otij, ha^ man in beu belgifd)en Äanimeru über 
mid} aie einen abgufe^enben a)îaterialiften nnb ^Jlepubli= 
ïaner bisfntirt." 

§umbolbt b rang te ûljo felbft gnr ©rf)altung bief er 
©dbriftftüde , unh fomit, ha ibm feinerfeite antDgrapt)ifd^eê 
Sntereffe feï)r fremb Wax, im ^ntereffe if)reê ^^î^bûltê, 
im Sntereffe beffen — îuie and) ber 3wfammenf)ang mit 
ber 9iDtij über bie belgifd;e Äammerbebatte geigt — , ba§ 
fie aie ein ^Beitrag gnr â^itii^iii^ûfteriftif bleuen fottten, im 
Sntereffe ibrer nad; feinem S^obe uorgunetimenben ^eröf= 
fentlid;ung fomit. 

©ollte bei einem üon ipumbolbi meinem On!el über- 
fanbten ^lief eineê ^Dritten naà) i^nmbolbt'ë äßillen mit 
ber SSeröffentlic^uug nid;t nur bis? ju feinem eignen ^obe, 
fonbern auä) biio gum Slobe beè 33rieffteUerê geiuartet 
iperben, fo bemerft bieè i^umbolbt auebrüdlic^. 
©0 mad^t er bei ber Ûberfenbung beê 53riefe!§ üon âlrago 
9^0. 50 auf bemfelben bie 2tnmer!ung (©. 84): „©einem 
geiftreid^en ^reunbe SSarnbagen uou'fânfe mit ber inmg= 
ften Sitte jebe 33eröffentlid)ung eine§ fold^en 3luto= 
grapï)en üor Strago'è 2^obe gu üerbüten.'' 

2)aB bie ^eröffentlid}ung überbanpt erfolgen foil unb 
iDirb, toarb öon ^umbolbt bartn au'ebrüdlid) nnb aie 
felbftrebenb unterftellt. 9iur ha A^umbolbt üor Strago fter= 
b^n tonnte, ber Srief aber aud; in biefem §aUe iüäbrenb 



Sebjeiten be^o Se^tercu md)t evjdjeiucn foute, iuirb t;ier 
aiilônaïjmèlueife bie fernere 33egreTi5Uug getroffen, ba^ öor 
bem Xo'oe feine-o S^erfaffer'-o bie ^iîeroffentlid^ung ni($t 
erfolgen bürfe. — S3ei ber fonftigen Überfenbung ber Briefe 
britter ^^verfonen, loie ber ^iirftin öon Sieüen, bew ©ro^= 
l^erjog^o üon SBeimar n. f. lu. wirb eine fotcl)e 5ufäciid)e 
©renâbeftinnnung nicî}t getroffen. 

©ollte bagegen ein ^rief eine>o ©ritten feineè^ befom 
beren ^n^altê toegen narf) .*pnmbolbt'e 3:Bilten fogar naà) 
be» i^erfaffer!o /Tobe nid;t oeröffentlid;t werben, fo for= 
bert er be|Bf)alb, eingebend ber ^iHxrnI;agen ertl)eilten ®r; 
lanbni^ , auebrüdlid^ bie ^tiicÊfenbung beffelben. 
©0 ini iörief üoni 4. ;v^ult 1854 (6. 282): ,/^d) lege ^ï)- 
nen nod; einen franfen ^rief be» armen 33unfen bei, ben 
©ie red;t gel)eim Italien, nnb mir gelegentlid; lüie; 
berfd}iden muffen in meine 33erliner 2Öof)nnng/' 

©ben fo jum ^eifpiel in einem Srief üom 9. @ept. 1858 
(6. 397 unb 398), Wo |)umbolbt um bie Slüdgabe „breier 
Curiosa^' — eineè Briefe» ber itönigin S^ictoria u. f. w. 
— bei livrer Überfenbung bittet, unb fo uoc^ an anbern 
©tetteu. — 

@ine flarere unb gefd)loff euere Steige toon ^eweifen, ba^ 
^umbolbt burd} att bie ^ai)x^ ijinhuxà) bie nad) feinem 
SCobe erfolgenbe ^eröffentlid)ung ber oon i^m an 5^arn- 
t;ûgeu gefaubten Briefe aU feinen eigenen Söitteu unb 
feine beftimmte ^'orausöfe^ung feftf)ielt, wirb, jumal ^m- 
fd}en 3}täuneru, bie fid} fo l)äufig münblid; fprad;en, faum 
gebadjt werben t'önuen. 

^ißarum .^umbolbt biefe ^eröffentlid)ung grabe ber 
meinem Onfel gefaubten '43riefe wollte V 



©ein Srief öcm 7. 3)ec. 1841, in ireléem er tion 
fe(bft nnb o(;ne einen t>orI;erget)enben SBunfcb mei= 
neë Onfelê bie ©rlanbni^ §u ber ^ublifation nad^ fei= 
nem Xohe ertf^eilt, f priest \ià) eben )o einfad^ trie flar ^iier:= 
über ûuê: „ïoaï)rf;eit ift man im 2eben mir benen jrfml:: 
big, bie man tief acbtet, alfo ^bnen/" Unb üon felbft 
ergiebt fid; t)ier§n ber ©egenfa^: im S^obe aber 2(Uen — 
unh üor SlEen gelttife feinem SSol!e! 

äöarum ^umbelbt biefe ^eröffentli(^ung moffte? 

man lefe (6. 334) feine 3kcbfc^rift ju bem Briefe 
üom 30. 9îoti. 1856, in iüeld^em er grabe eine ihn nnb 
feine poUtifd;en 9Jîeiunngen betreffenbe lUctij ^arnt)agen 
überfenbet, nnb ju ibrer toolfftänbigen 2{nfbcir)af)rung er-- 
mal^nt. ®r fagt in biefer Siîac^fcbrift: „Über ba^o Mhv^ bie 
3Jienfci^en geglanbt nnb nic^t geglaubt baben, pflegt man 
gen)ö(;nlid; erft nad; bem Stöbe (irenn man offijiell ton 
@t)boir) begraben unb befprod^en iporben ift) sn ftreiten/' 

Unb er Id oll te nic^t, ba^ über feine Überzeugungen 
fotlte geftritten iuerben !önnen. ßr loollte, ba§ fein gei; 
ftigeê 33ilb rein unb uni-terfälfc^t auf bie Dkd^inelt ge^^ 
lange. 

Gin ©eiftec^ï)eroê toon fo unüergleid^lidber 5ßeret)rung 
unb 2tnerfennung in feinem 3]olfe, ha^ bie blo^e S;bat = 
fac^e feiner 2lnfi(^t über gemiffe fragen i^on ber gri)Bten 
unb unberec^enbarften Sßirfung auf fein ^olt" unb beffen 
©ntiüidelung fein fann, iüoUte er eben be^^ioegeu ha)^ allem 
^olfe ber antritt in fein innerfte'o S)enteu eröffnet loerbe. 

Unb er lenkte in ioie treue A^äube er biefen Söunfd) 
nieberlegte, al§ er ha§ 9)knbat meinem Ontel übertrug! — 

S)ie ^Tageblätter meinet Onfel^ anlangenb, fo finb 



XVII 



biefetben gle{d;fa(Iè biird^aiiy nicl^t Don tf)iu aU mii^iôe 
Sti;UUningen atngefa^t iuorbcn. ©ben fo beftimmt ale tt)ieber= 
I;olt l)aU iâ) i{;m baâ ^Berfprcc^en iljxcv ^ublifation ablegen 
luüffcn — luib in line nnirmer, begeifterter, mir unt)er= 
gcfUicl)«- 9lebe äenitaliiite er bann fo oft, fiel) in ©efpräd^en 
über bief en ©egenftanb crgel;enb, bie anf .Soften ber 
':^^\iid)t gegen ^oit unb ©efd;i($tc geübte 9lücl[id;t, bie 
ßinniürfe t)oran^4el;enb , bie man jel^t gegen bie ^erüffent= 
lid;nng erljoben l;at, aber and; it)re geiftigen Ünellen eben 
fo fd;arf al^3 treffenb bejeidjnenb. 

S)ie» ift eê, ioa^ id; sn fagcn l;atte. ^-ür mid; fd;lief5t 
\ià) bie S^rage bamit, ba|3 id; nnr ben ÏOilIen ber beibcn 
großen S)at;ingefd;iebenen öollftredt l;abe. 

Unb and^ in 33e3ug auf bie 35ered;tigung biefe^ äöülen^^ 
unrb man mir geftatten, baf? id; mit allem fd;nlbigen die- 
fpefte ücr jebermann in ^luei fo grof5en niib rnl;mbebedtcn 
9iamen lüie ^nmbolbt nnb S^arn^agen meit beffere 2(nlo= 
ritäten fel;e, al^ in ben Stimmen S)erer, bie [id; gegen 
bie 33erDffentlid;nng anygcfprod;en. 

S)ieê meine erfte nnb let5te (Srflärnng in biefer <Baä)c. 
2lnf polemifd;e Singriffe jn antluorten, luirb man mir nid;t 
5nmutl;en tPoUen. ©in jcber SSerftänbigungSüerfnd; mit 
fold;en ipürbe auâ) um fo tiergeblid;er fein, aU bie 3Ser= 
fd;iebenl;eit ber Meinungen in biefer 'Baä)^ nnr ber nDtl;= 
loenbige unb nnabänberlid;e SluvfluB ber ä5erfd;iebenl;eit 
be» gefammten ©ebanfenftanbpunttey ift, auf n)eld;em ber 
Urtbeilenbe ftel;t. 3d; erfenne gern an, bafj mem bie 
3tüdfid;t auf einjelne, ioenn felbft f)od;geftellte ^erfön^ 
lid;feiten l;Dl;er ftel;t aU bie ^flid;t gegen ba» SSolf unb 
ben feiner (Sutioidlung unb ßin[id;t, ber Scurtf;eilung 



xviii 



feiner toergangenen unb ber ©eftaltnng feiner fünftigen 
©efd;ic^te §u erloeifenben 3îu^en, uiigünftig über bie ^u= 
blüatioii urt(;eilen barf. Wlit fold^em ift fomit 3Serftänbi= 
gung nicf)t jn erzielen. 3Benn aber ©ingelne, bie auf bem 
entgegengefe^ten ©tanbpnnft gu ftetjen glauben, in bieê 
Urtî)eil einftimmen, fo !ann ic^ eè nid^t ale meinen 
33eruf betracl;ten, fie gur Jî(arl;eit über fid; felbft gu bringen, 

S^erlin, hîn K). 9}Mr5 18()0. 



^ n \) ti [ t. 



(Seite 

Grftcr Öricf. J;■>um£'pI^t an SBarnbngeii 1 

Sœcitcr 33ncf. .ÇumbclM an Sarnhagcn - 

îrittcr Ü?ricf. .&nmbp^^t an Üfarnbagcn 3 

SBicrtcr spricf. .^umbultit an SJarnbagen 4 

giinftcr SPricf. ^iimbpfM an 'Sarnbagcn 6 

êcdiétcr î>ricf. ■öurnbofM an SSarnbagcn ' 

«icDcntcr >¥ricf. -^umboltt an ajarn^agcn 8 

21iJ)tcr i&ricf. Sarnb.igen an .^umbDltr iO 

5icuntcr 5?rtcf. .^umbcltt an 'Jiabcl 12 

Bcbntcr 'ïricf. .?>umbplM an 'Sarn&agcn 13 

GIflcr 'Sricf. .eumbtUM an OJabel 15 

Swblftcr ifricf. .&umbo!^t an aSarnbagcu 16 

Jrcijcbntcr S?ricf. .^nmbclM an ajanibagcn l' 

iMerjeônter Sricf, •êumboIM an Satnbagcn 18 

ÎTnnr,cbntcr iPricf. .^nmboltt an SBarnbagcn 19 

Scoijclintcr 3?ncf. .^umbcltt an Sarnbagen 20 

5ifb;cbntcr Srief. ^umboIM an »^arnbagcn 24 

Jl(fit5cbntcr 'Sricf. .ßumbcifM an SSarnbagcn 26 

iilcunicbnrcr 'ïricf. .t-umbrltt ;m Sarnba^cn ■ 27 

^manugftcr 'i^ricf. ■^p>iimbelbt an a?arnba,ien 28 

giunnDîuiQn^igflcr Srief. .f)umbt'ltt an 'iJarnljagcn ... 29 

i^iDcinnö^maniigftcr SBricf. •Ç'unibolbt an SSarnbagen 30 

îrciunBjŒQnîigùcr Sricf. -fiumbcfM an !8arnbagcn 33 

î-icrunS;ujan5ioftcr ifricf. .î)unibr[tt an ißarnbagcn 34 

giinfunDjiDonjigücr ïpricf. .&umboI^t an bie Àûrftin ron i'ûrficr 36 

ScdjSunBjioanjigftcr spricf. ^umbplbt an 2}ainbagcn 37 

cic6emtnci^uian5igiicr îoricf. $umbolM an 'Barnbagen 39 

îlclitiinDjUjan^igftcr S^ricf. >S>umbpItt an 'Barnbagcn 41 

5lcunun9iU)on;ioftcr Sricf. .gtnmbi'Ibt an !8arnbagcn 43 

îrcifiigficr '^ricf. •s>umbo[M an söarnbageu 44 

GinunDDrctpigficr 5?ricf. •t-nmbcIM an Sarnbagcn 46 

3œctnni)orciRigftcr iPricf. •$umbcI^t an Sarnbagcn 47 

îrciunDDrctfiigftcr 'i*ricf. ^umbcIM an Satnbagen 48 

î'icruu&brciBigficr i^ricf. ■'pumbclbt an i'arnbagcn 52 

fÇiinfunDSrcipigftcr îPricf. •êumbprrt an i^arnbagcn 53 

«e^éun&brtiÇipftcr S?rtff. .fiumbrlbi an Sambagen 56 



XX 

(Seite 

Sicücnuttb&rcißinftcr îBricf. .ciimtiolbt an Sarntjagcii 59 

3t(l)tunbiircif)ioftcr Söricf. .öumlnnbt an aSarn^agen 60 

9!cunuubbrcifiioftcr S8ricf. Cmmbolbt an ÏUinitjagcn 61 

SBtcrjioftcr i^ricf. CMiml'oIM nn i«arnt)agcn 63 

(finunboicr^ioftcr S8ricf. -eiunboltt au »Bamfeagen . . . • 64 

3tt)ciiinbüicriiQfter Sßrief. OTctteruiet) an ■^\mio\U 66 

:îrciunbuicr5iflftcr 5ßricf. ^lumbolbt au Samljageu 69 

5^icruiiböicr5iflftcr Sricf. Äihiig r?(ni|tian tcr ?ld)tc von räucmarf an Cnimbplbt 70 

5^iinfunbüicr5igftcr Söricf. jMiml'oIbt an 93arnbagen 72 

©Cdjöunböicrjißftcr SBricf. fiumbolbt an Sarnbagen 74 

©icocnuuböicr^inftcr Söricf. $nmbolDt an SJarnbagcn 75 

3((^tnitbüicr5tgftcr iSricf. |"tiubo(bt an »Baiubagcu 77 

StcuniiubUicr^iOftcr SBricf. ©uijot an fiumbolbt 81 

ÎÇunfjioftcr ïoricf. îltago au ^umbolbt 83 

Cfiitiinbfiinfjinftcr SSricf. ^nmbolbt an iPcttina ron Vlmim 85 

3»ociuubfunf5igffcr serief. fiumbolbt un Sarnbagen 87 

2^rctiinbf«nf5igftcr 5?ricf. .&nmboIbt an Sarnbagen 89 

a<icninbfunf5igftcr SBricf. öumbclbt an Sarnbagcn 90 

Siiufuubfiinfîiflftcr SBricf. ^umboIM an ©infer 93 

©crfic'unbfunfjigftcr 53ricf. .SumbolM an aSarnbagen 94 

Sio6cnunbfuuf5igftcr 53rtcf. ^umbolbt an Sarnbagen 95 

St(()tunbfunf5igftcr örtef. Sönig (fbrifiian bcr 3Ui)te »on ^läucniarf an $nmbiUbt 97 

Slcuiumbfuuf^igfter Sricf. ■finiuf'olbt an Sarntjagcn 99 

©crt)5ioftcr Sövicf. Çnimbolbt an Sarnbageu 101 

(fiiiinibfc(f)5ißftcr Söitcf. fnimbolbt an Snrnbagcn 104 

3wctiinbjc(l)5iflftcr Söricf. -fiumbplbt an Sarnbagen 108 

2>rciunbfc(1nigftcr Sricf. oumboIM an Sarubagen 109 

Sicrnnbfc(t)5igftcr Sricf. JpumboIM an Sarnbagen 111 

8inifitnbfcrt)5igftcr Srtcf. CnmboIM an Sarubagen 116 

ec(l)i^uubfcrf)5tgftcr Sricf. -t^uiubolbt an Sarn(;^igen 117 

Stc(n'nnnbfctl)5inftcr SBricf. ■t;iumbi)Ibt an Sarnbagen 119 

?lrt)tnnbfcrf)5ioftcr Sncf. .\3umboIbt au Sarnbagen 120 

DfciiminbfctÇîigftcr Sgricf. .ijumbolbt an Sarnbagen 125 

Sicfiçtgftcr Sricf. ÇnimboIM an Sarubagen 126 

(finunbficli;tnftcr Sricf. Cmmbclbt an Sarubagen 127 

3U)cinnbficO)igftcr Svicf. -önrnbolbt an Sarubagen 129 

2)vriunbficti?tnftcr Sricf. ôumbolbt an Sarubagen 130 

Sicninbficliiigftcr Sricf. CmmbolM an Sarubagen 132 

f^iinfnubficb5igftcr Srtcf. Oumbribt an Sarubagen 134 

©cdjt^unbficüuflftci' S5ricf. iMimbolbt au Sarubagen 138 

SicDcnnnbficû^îiflftcr Sricf. 3- äß. Î. au .^umbolbt 141 

Sli1)tunbficti;inftcr Sricf. ©er franjöfifclK fijefanbtc ®raf IM-effüu an Cmnibülbt 142 

3icnmtnbfic65inftcr SBricf. Slrago an -Sumbrrct 145 

3(rt)t^inftcr Sricf. Sier ÜMlIetc Sriebrid; SBilbcImà tcî) Sierteu au ■&nmbi>lbt . . 147 

Gtnunönrtjtiigftcr Sricf. Äönig Kbriiliau bcr 31c()te lu'u räncniarf an ;>ninbolbt 150 

3U)ciunbnfbtiigftcr iöricf. 3obu .£ierfd)el an ^umboIM 151 

2!rcinubnd)t?tgftci- Srtcf. î^at^ac an ^inimbolbt 155 

Sicriinbnri)t?igftcr Sricf. Siübcrt >}.'eel an .fmmbolbt 156 

giinfnnbnrtjtîigftcr Sricf. 2)!ettcrnirf) an -üinrnbolbt 157 

Scrt)ininbnrt)t5inftcr S>ricf. *i're^fott an ■f'umbotbt 159 

Sicticuunbnflitiigftcr iHicf. i^rau luni Olc'caniicr an ^umlu'IM 162 

2ld)tinibo(l)tjioftcr Sricf. -Sumbolbt an Sarubagen 163 



XXI 

®cüc 

SîcumtitbotÇtjJgftcr 33ricf. ?o^^'eI^ Wvoftljorjoj lunt îof-ciuui au Auml'oIM . . 164 

Kciitt^iflftcr Sörief. fMiml'olM iiii Snrnhiiacn 166 

(îinunbitcmijioftcr 33ricf. •i^^tllü'oI^t an »Saïuboflcu ... 167 

3U)Ciunbitcun5tflftcr SBricf. t^iiml'clîit an iüavnbagcn . 169 

SirciunbtirunjiQftcr spricf. .Jiumlu'lbt an Sarnîjagcn 171 

aUcntiibitfunjioftcr Sßricf. înunl'ofbt au SSarnl^agen 172 

5^üitfunbiicitiijigf(cr Sßricf. Jj)umt'oll>t an «Barnbagcn 173 

©cftôiinbnciinjtgftcr iPricf. ünimOoItt an Sambagcn 174 

Sicficniinbnciiiijioftcr JBrirf. .&umboIbt au Sarn^agcn 175 

3lf^tunbiicun5igftcr îoricf. OTcttcinicl) an .(Junttpfbt 176 

Slciinuubncunjigftcr sericf. Zniie^ Tsanin an .öunibcrbt 178 

jpunbcrtftcr SBrtcf. .oiimiu'lM an iUirnljagcn 180 

fiuiibtrtcrfter Söricf. .fnimf'oîbt an l^arnbagen 182 

fimibcrtjlDcitcr SBricf. .Cinmluifbt an ^üarnljagcn 185 

^iinbcvtbrittcr S3ricf. C^umboltt an üavnbagen 186 

§iinbcr(Dicrtcv iöricf. finrnbrltt an Siarnbagcn 188 

|»iiiiî>cvtfiiuftcr iöricf. -ftum^1oI^t an 'i<arnl)agen 189 

^iinbcrtfcdji^fcr iBricf. -^umboltt au Sarnbagen 191 

^unbcrtffcbnitcr iöricf. Ciumbottif au ajambagcn 193 

fiiinbcrtnd)fcr Siicf. Cnimbptbt an äiarubagen 194 

^luibcrfncuntcr SBvicf. »Jnmbclbt an ÎJarnbagcn 195 

§iinbcrt,5Cl)ntcr Sricf. .»Jumbclbt an gn■c^rid) SIBubelm ten 93icvten 196 

|)unbci-tclftcr Söricf. ÎH-iffl an ^umbolbt 198 

.Jiunbcrtjmölftcr si'ricf. Victor C^ugo an .i^un^boI^t 205 

^nnbcrtbrcijctjntcr 53ricf. Rricbricî) SHi'idcrt an ^umbolbt 206 

.Çiuubcrtoicrjcbiitcr 'üricf. SUcyaubcr OTanjoui i\n ■fininbülbt 207 

^unbcrtfunfjcbntcr Sörtcf. îbicr« an .^rnimbolîit 210 

^jtnbcrlfciftjcljutcr Söricf. îTic giufliu von Œunino, îuctan sPonavartc'à Sl^ittwc 

au •(^unibolbt 211 

^■(Unbcrtficb,5ef)ntcv SBricf. ■ècrjogin .&elcnc von Ovieané an .*>umbolrt .... 212 

^iinbcrtarijtjc^iitcr ilkicf. ^C>crjtfgin .«jclenc von Drican« an Ciumbolbt .... 213 

Çunbcrfiiniitjcbntcr t^ricf. -ftcripgiu ficfeuc von Drteau« an Jiumbprbt .... 214 

§uiibcrt}U)nn,5igftcr iPrtcf. {nimbolbt au Sarnbagcn 215 

.ÇiinbertcinuiiDjlunujiflftcr Sîricf. '^nmhoIM an i'arubagcu 217 

|iunbcrtjwciunbjuinnjinf(cr il>ricf. TOcttcvnid) an .fiumborbt 218 

.f)unbrrtbrciunb5tDnn,5inftcv iöricf. $umbo(bt an aJavnbagcn 221 

^unbcrtuicriuibjiuanäigftcr Söricf. Cnunbofbt an ïCavnbagen 222 

^iinbcrtfiiufnnbçujnnçigftcr sertcf. (juniboltt au a^arubagen 224 

$unbfvtfc(ï)?iinb^mnn5igftci' ïricf. Cniniboltt an î^arnbagcn 225 

^itnbcrtficbcniinb5U)an:,igftcr SBricf. aiîiguct au >f>umboIît 226 

.Çiitnbcrtnrt)tunb,;Umn5igftcr lîricf. •Smiubolbt an Siaubtn 228 

^■>unbcrtucnnuubiliinu5i(iftcr SBricf. .&un^bLlI^t au sßavubageu . 231 

^lunbcrtbrcifîififtcr SPricf. iPîcttcruid) an ■&unibp[t>t 233 

^iinibcftciniiubörcifjigftcv 'l'ricf. i*rin< îllbcrt au ■{lunibolM 234 

.Ôunbcrt^uiciunbbrcifugftrr '43ricf. -ounibolM an aîarnbagon 235 

.spnnöcrtörcinnbbrcißigftcv *-i?ricf. ■t>uuibo[Dt un SJavnbagcu 236 

|)inibcrtuicrunbbrcifjigflcr *i3vief. .'nuinbolDt an iBavnbagcu 240 

§iinbcrtfiiufunbbrct(jigftci' sßricf. -öninbolbt an SBavnbagen 243 

,Çiuiibcrtîccf)?unobrcifinftcr IHicf. .fnimbolbt an Saïubageu 244 

^uuöcrtflcücniiubbrcifiigftcr î^ricf. OTcttcvnid) an >5nmboIbt 245 

.^itiibcitndttunbbrcifiigftcr ißricf. vnnibolbt an Saïubagcu 246 

§uiibcitiiciinuubbicifjioftcv Söticf. j;>cijogtu -öclcue von Dilcam^ an .&umbolM . 247 



©efte 

liunbertBicrjiflftcr *8iiff. Çiumf'olbt an iBiuiitjaßcn 249 

.$Hnbcrtciitunbulcr5igftcv iöriff. ^umtu'tbt an gsarnfjaijen 251 

.ftuntirrtjroctuitbBicr^igfter Sörtcf. ^umboIî>t an Sarnljagcn 252 

^unDcrtbreiiinböicijigftcr s^ricf. ■6^mt)oI^t an Savnbagcn 253 

.fmnbcrtDicnntbtiicrcioflcr iPricf. •öumbolbt an Söcftina run Slrnim 254 

|)Uiibcrtfiinf«itböicr5ififtcr öricf. $umbüf6t an ffiarnhagcn 256 

$iinbcttfc(ï)?niibOicr5inftcv S3ricf. Jninü'pIM an SBarnbagcn 258 

^unöcrtficbcnunbuierjiflftcr SBricf. .fiunidolbt an $>avnl)aaen 260 

lutnbcrtoi^tunbuicr^tgftcr sörief. C'lumtTlct un »liainljaacn 262 

^iinbertneuitnnbticrjioftcv SBricf. ^onmln'Itt an ißainbaflcn 263 

Jpunöcrtfunf^iflftcr SSricf. vnimboltt an syarnbagen 266 

.ÇiiinbertcinitnbfiinfîiBftcr *-J3i-tcf. .oumbolM an 3}arnhai3fn 268 

§unbcrt5iDciiinbfunf5ioftcr i>ricf, |)uml'ül£)t an Sain^agen 270 

^unbertbrciiinöfunfsioftcv äörtcf. fimnt'olM an Sarnfjagcn 271 

.•fiunDcrtöicninbfunfjigftcr SSricf. .^umliclbt an i^arnhngcn 273 

.fiinibcrtfiinfunbfunfîioftcr S3ricf. v&umbültt an Sainbagcn 276 

fmiibcitfci^^iinbfunfjioftri' *öncf. Cnimbolbt an söainbagen 277 

|)unbcvtrtcficnunbfunf;ißftcr Sörief. 9irai^o an ^nmbolbt 279 

$iinDrrtatl}tuubfnnf?inftcr Öricf. «^mnUu'I&t an "Bambagen 281 

^unircrtiicun«ubfunf5tgftcr SBricf. .'ônnibcibt an Söarnbagcn 282 

.$iiinbcrtfcci)5igffcr sgricf. i8arnbagcn an -Emmbrlbt 286 

jginitbcrtfinnubfc(f)5iflftcr Sßricf. ■5umbül^t an sBarnbaticn 289 

.f)Uiibcrt5U)ciuubfcf65ißftcr Söricf. .^umbolbt an SBcttino uon 9lrnim 291 

|iunbcrtbrciunbfcrt)5ioftcr sgricf. ftumbcISt an Sßambagen 293 

^iinbcrtöicrmibfcrfjjinftcr Söricf. .^umboltt an sBambagcn 294 

.f)unbcrtfitnfunbfcrt)5iflftct Söricf. -SjumbPlbt an Söarnbagcn 295 

.C)iinbcrtfc(i)öiiitbfC(l)5ioftcr sjjricf. sßarnbagcn an CntmbdCt 296 

.fiiinbcrtficbcnmtbfcdjjioftcr !<5ricf. -onnibolbt an Sarnbagcn 297 

$unbcrtn({)tuubfcd)5t9flcr Söricf. fiuniboIDt an i^arnbagcn 299 

.öiinbcrtncuniinbfcc^ciGftcr söricf. -önnibPlM an söarnbagen 304 

.Jiunbcrtfici'jigftcr Söricf. Tic (5iu-|}tn l'ieoen an .ümmbclbt 307 

^■miibcrtci'-i.nibficö^igfter Söricf. Sßarnbagcn an ■ôumbolbt .S09 

.'puubcrt3U'ftnuöficb?igftcr Söricf. -giumbolbt an söarnbagen 310 

.tdtnbcrtbrciulibficbjigftcr SJricf. -^umbolöt ^n Sarnbagcn 312 

.f)unbcrtuicriiubfic65i9ftcr Söricf. Sambagcu an ^nmboIM 313 

.finnbcrtfiinfunbfifb^igftcr Söricf. .fumbolbt an sßarnbagcn 314 

§unbcrtfcrt)£!unbficb5tgftcr söricf. ■$uml>oIt)t an söarnbagen 315 

.fiunïicrtficlicnunbficbîinftcr Söricf. Eov menÊifcbc a.1itniflct<3îl.'l^^ent mm «*erplt 

an Jjnml'cIM 3>6 

.ÇunbcrtnCbtnnbficbjigftcr Söricf. söambagen an ^nmbi'lM 318 

.pmibcrtncununbficbjigftcr Söricf. ■Jmmboict an SKùrnbadcn 320 

|)iuibcrtûcl)t,5igftcr söricf. .^^nniboIM an Söarnbaiicn 321 

.^iiubcrtcinunbodjtjigftcr Söricf. îev ffiioébcrjog flarl îl(cr.l^^^■r mm ©acbien» 

apcimav an •CnimboIM 322 

.Ç>uiibcrt',U)ciunbnd)t5igffcr söricf. sßarnbagcn an -J-mmbolPt 323 

^nnbcrtbrciiinbatf)t'>igflcr Söricf. •önrnboirt an Sarnbagen 325 

.'punbcrtuicrnnbotbtjißftcr söricf. C">nmbi'16t an Söavnbagcn 327 

.f)UuScrtfiinfunbn(l)t5ißftcr Söricf. îiîetterni* an -öurnbotet 329 

$miDcrticd)^iinbn(öt5igftcr Söricf. •^umbolbt an söarnbagcn 331 

.^unbcrtficbcn.inbQdjt^iflftcr Söricf. •5unlbL'l^t an Söavnbagcn 332 

^iinbcrtoifitnnbnifttiißftcr söricf. .fmmbolbt an Söarubagcn 334 



XXIIl 

(Sett« 
^unbcrtneuniinbiiî^tjioftcr iürief. Äarl JiUjanter, ®roHl)crjO(5 ju ®ad)feu=2ßcimar, 

an ^iiim&olM 336 

^iinbcrtncuiijiflfter iöricf. SobiU't au ^pumboltl 338 

Jpmibci-teiiiuitöneunjiflfter îBrief. iBanüjagcu ju C''iI^e6rautlt'g @cmäl;Ite ter 

î^obnutij] .öitnibLilM't^ unS beffeii beigefügtem ©priid) 340 

Jpimucrtjtociuiibneunjigftcr Bvitf. ^umbolbt an aSavnbagen 341 

^itnbcrtbrciuitöncuu^igftcr ?öiicf. fntmbolbt au Siarntjagen 344 

^unbcrlüicrunbitcuuiiflftcr sbticf. Äarl Vlleyanbcr, ©roBbcvjog ju ®aci)fen» 

SBcimar, an J^umboltt 345 

$utibcittiiiifuntiuciiu5inftcr Sricf, •öurnbolbt nu Siatn^agcu 347 

|»iiiibctti"c(l)§unbiicun^ioftcr Sricf. Sarntjagcn an .^uinbolbt 349 

ijuiibfrtjtcdciiunbncmijigftcr Sricf. aJanibagen an -^umbolbt 351 

$iinbcrto(l)rttnbneun5igftcr söricf. ajambageu au ■èumbolbf 354 

^uiibcrtncuiiunbneunjigftcr iöricf. •eumbolbt an 'IJarnbagen 355 

3tt>cil)«nbcrtftcr Sßrief. .oumbolbt an '-öarnbagcn 357 

.Siociftunbcrtcrfter SBrtcf. Äarf ÎKejaubcr. ©rofeberjog oon ®acf)fen<!ffieimar, an 

$umbolbt . , 358 

i^œeitutnbcrtjtodtcr öricf. «arnbagen au -^umbclbt 359 

Suici^unbettbrittcr Sörtef. Saiubagcu an §umbolbt 361 

^StBciljunbci-tüicrtcr SBricf. -»ijumbclbt an îBarubagcu 362 

3lDcif)unbertfüuftcr SSrtcf. ^umbolbt au Sarnbagen 363 

iitoeiljunbcrtfcöjeter SJrief. ^umbolbt au ißambagcu 365 

3toctf)unbcrtfte6cntcr Srief. Marl Slleyanber, ®ro§b«réog ju Sad^feu^aBeimar, 

an Jjunibolbt 366 

3U)cil)unbcrta(6tcr Sricf. ■öumbolbt au iSarubagen 367 

äuict&unbcrtncunfer Sörief. ^umbofbt au îiainbageu 369 

,8löcil)unbcrt5et)ntev sBrief. Äarl SUefanbcv, ©voebcrjog.äu ®acf)|cu = 3Bcnnar, au 

•fiumbolbt 370 

ätuci^unbcrtclftcr Brief. îljieiâ au j;junibolbt 372 

,8U)eif)unbcrtjtDölfter SBricf. ^umbolbt au ÎJainîjageu 373 

i^t»ci()uubfïtbvci;cf)ntcr Sörief. ^umbotbt an äSarnbageu 375 

äujcibuuocrtüicrjcbntcr ©rief. ■öuinbolM nn iUunbagcn 378 

ätücibuHbertfunfjcontcr SBricf. 53avnbagcu au ^umbolbt 380 

„8ujctbunbcrtfctf),;cbutcr SBricf. .ônmbutbt an Sarnbagcu 382 

i^Uicibuubcrtffcbjc^utcr Söricf. $umbo(bt au söavntjagen 384 

3œcil)unbcrtO(ï)t5coittcr SBricf. .öurnbolbt an iBavubagcn 386 

i^lueitjuubcrtncuujcljntcr Söricf. »^riuj 3îapo(ei'u, ©obn Csevoiucsi , an ■^umbolDt 388 

StDCiOunbcrtjiBonjigftcr SBricf. Iiunibolbt an söaiiibageu 390 

3tDci()unbcrtcin«itbjtDonjioftcr SBricf. $unibo(bt an i^arubagcu 391 

3U)cii)unbertäiDeiunbjtt)0itji8ftcr Î5ticf. iiumbolbt an sßarnl;ageu 393 

âœcifjunbcrtbrciunbjffionjigftcr SBricf. ^umboIM an SBarufjageu 395 

äioeiijunbcrtüicrunbjUjanjigftcr SBricf. -öurnbolbt au Söarnbageu 397 

ätocifjunbcrtfiiufiinbjtoanäiBftcr SBricf. ^pumbolbt au öubmiUa îlifing 400 



Berlin, ben 25. ©eiptemtev 1827. 

Sarf id} ^l)]un, mein ^>eret;rtefter, ben bz\kn 2lt»= 
hxnd meiner 2ïbbanbhing*) anbieten, ber mir übricj bleibt? 
Sie legten 3t'il^'« inerben ©ie nad;fid;tiger für bie übrigen 
m ad; en. 

2)ienêtag», 31. t). .Çnmbotbt. 



*) lieber bie Çaupturfac^en ber ïeni^jeratur »33erfcî;iebent)eit auf 
bem (grbför:^er. 



'il. u. -§iunbDtbt'ä '-Siiefi'. 



2. 

^umöolbt on ^Sûrit^agen, 

S3 er nu, ben 1. 5«otoember 1827. 

©ie t;aben inir einmal einige frennblid^e SSorte über 
meine SSerfucf;e gejagt, bie 9]atnr ïeBenbig nnb bo(^ toaîjr 
(b. i. in bev ftrengften Uebereinftimmung mit bem ^e? 
obad^teten) gn fd;ilbevn. S)a^ biefe äöorte mir angenel;me 
©inbriicfe gelaffen, erfennen ©ie an biefem fcf) luad^en %uê' 
brncî meiner ©anfbarfeit, *) 3ci; t;at>e bie ©rlänternn- 
gen faft aïïe nmgeänbert, nnb ben 9î{)Dbifd;en ©eniuê 
jugefetjt, für ben ©d;i(ler einige ^^orliebe geigte. Mit ber 
frennbfc^aftlic^ften ^Dd;ad}tnng 3t;r 2t. ^umbolbt. 

©onberbar, ba§ mir Äoreff nie geatitiüortet auf baê, 
luaij mir t)ier für iî)n getîian! 



*) STnficfjten bev ^atiix. Dîeue ^ruftage. 



3. 

^iimîjolbt nu a^ûriifjagen, 

SSevttn, ben 21. 9îobentI>ev 1827. 

Sa id; ^Ijxe^j îoo^ïiDoïIeuv «nb meiner Dîoten, bie 
iâ) ftveng befolgt, [id;ever aie be^3 S'îacfjfc^reibeny ber ^u- 
l^öreu bin, fo liberfeube id; ^Ijmn ï)ter, mein 3]ereî;rtefter, 
bie ganje fünfte ©tnnbe fammt ber l;entiv3cn Siotapitula-- 
tion. ©ie loerben barin geioi^ feine ûntipf)i(ofDpt)ifd;e 
SBenbung finben. 9Jîad)en @ie jeben beliebigen ©ebrand) 
üon biefen 33lättern, nnr feine 2lbfd;rift gnm S)rnde, 
nnb fenben ©ie fie mir gütigft bi'o ©onnabenb suriicf; 
baB biefe 3îoten nnr für mid; iuaren, ernennen ©ie an§ 
ber SSerir)orrenl;eit ber Sîebaction, aber ber äönnfd; offen 
jn l)anbel)i, fe^t mid; über jebe ^eforgni^, bie mir meine 
©teltcit einflößen lonntc, l;inlüeg. 21. ^nmbolbt. 

(Sie 33(ätter foüteu tem ^rof. §egel mitgetbcilt tnevben, 
bem t)iuterbiad}t iüovten wax-, S^nmxhoM bätte 2ln5ügHd}!eitcn 
gegen bie ^btlofopliie einfließen (äffen.) 



4. 
§iim6oïbt an S5antï|agen, 

ißerltn, ben 15. SfprU 1828. 

2)ürfte id; ©ie ^eute âiutfdjen 2 Ul)v V4 itnb 3 llï)r 
auf einige SlutjeuOïicfe ftören, nub ©ie um einen ïitteva= 
vi)cf;en dlaü) bitten? 3)îein 53ud; foil f)eiBen: 

,,@ntlüuif' einer pï)l;fifd;en ïoeltbefd^reibuutj.'' 
3d) lüün[d;te bie inbiüibuelle SSeranlaffuug ber ^orlefun^ 
gen auf beni Sitel anzugeben, unb bod; fü(;ten laffen, 
ha^ là) niel^r unb etiuajS anberey gebe, aU bie 33orIefun= 
gen. ,,dtaà) (Erinnerungen auè 2>Drïefungen in ben ^al)' 
ren 1827 unb 1828, bearbeitet Don all. i}. ^umbolbt" 
f)at man, tjöre iä), täi^erlid; unb prätentiiU^ gefunben. 
^à) gebe e§ gerne auf; aber „Souvenirs d'im cours de 
Physique du luonde''', „Souvenirs d'un voyage en 
Perse'', fd^ieueu 7nir unf(^äblid;. SBie foil id; hen ^Litel 
einrid;ten. „(Sntlinirf einer pl;i;f. SB. uon 3t. i\ i^. (auf 
3}eranlaffung Don SSortefungen neubearbeitet'', ober: 
„tl;eilJDeife nad; ^Sorlefungcn heaxheitet/')'^ 2tïïeè baê 
fd;eint mir unbet)olfen. 2lbDerbia finb unpaffenb für 3^itel. 
Soie lüenn ic^ mit gang tteinen Settern sufetjen lie^e: 
„(^in 2^(;eit biefer 6d;rift ift ber ©egenftanb Don ^ox- 
lefungen in ben ^^-it^'en 1827 nub 1828 geluefen."? 
Slber baê ift lang, unb bann baè S^erbnm! „Stuf 33er= 
anlaffung" ift DieIIcid)t bod; beffer. ^d; Dcrtraue auf ^i)v 



%aknt. 6{e ttierbeu mir getütjä auê biefem Saln;riutl)e 
ï;erau§^eïfen. 3)îit freimt)fd;aftlid;fter 9(nI;ängU(j^!eit '^1:)x 
gef;or[ainfter 2(. |)umboïbt 

(Hum erf un g non 93 a m {}n g en. 3^^} M^ft ï)atte jenen 
er[ten îitet an ber îafel beê ^^vin^en âtuguft getabett, nnb 
§umbolbt e§ bur(^ îbcut^ mtebererfal^ren.) 



5. 
§«iuî)oïbt an Joarnîjagcn» 



33evïin, beii 3. St^^vil 1829. 



cv 



3cl; iperbe fommeu, ^l)ncn perfonltd} jubaiiîen, mid; 
nuf einige Stitgenblide 3ï)rer 3fludïunft luib ber fd;öncn 
©inbrüdc, n.ield;e ^Ijve neue ©ejd;äftx^tt}ätig!eit überall 
geïa[fou, gii erfreuen, nnb in ben xinglüdlid;en ^crl;ält= 
niffen meiner ^gamilie bie Sierseil;nng ^Ijkï geiftreid^en 
mir eiüig tl;euren ©attin gu crbülen. ®er ilönig lä^t 
[ic| nie (felbft üon ^iirft äöittgenftein nid)t) ein ^uä) 
überreid;en. ©y mnf3 burd; ben geiüüf)nlid;en SBeg ïom= 
men. '^M) i^erbe eS aber 2((bred;t fel;r, feï)r empfcfjlen.*) 
^ü) bin gefodjt, nub reife in ad;t S^agen! 

gvcitag«. 2Ï. ^t 



*) (Silt Sucf; l^cu 9îaufc. 



6. 
.^umôolbt an 25arn^agcit, 

«err in, ben 26. Steril 1830. 

3c^ finbe biefen 2ïugenï)It(ï bon ^otêbam l^e{m!et;renb 
St;re tf;euren 33riefe iinb ^f)r mir fo angeneïjme^ ©e[eî;en!. 
S)er ^ii^âcnborf inirb mid; feï;r, fel;r erfreuen:' e^ ift eine 
tnbiüibuelle ^ï;t;fiognDmie trie Saöater, Êarbanii^. Über 
bie neuere ^tetifterei ©. 22. bie in §alle auêgubred^en 
anfing, l;abe id; geläd^elt. ^I;r ©d;Iu9 beê SBerîê ift 
ooU 3Sürbe unb 3ïnmutï). — ^â) freue mid;, ju ï;Dren 
ba^ <Sie meinen cri de Pétersbourg, eine ^arobie öor 
bem ^ofe geï)aïten, freunblid; bef;alten icoïïen, — ein 
gebrängtCiS 2Ser! gloeier dUà)tè, ein SSerfud; gu jd;meid;eïn 
DÏ;ne ©rnicbrigung, ju fagen luaê fein follte. $Da ©ie 
unb St)re geiftreid)e grau, meine i)ieïiaî;rige gütige ^xemu 
bin, an aïïem 2;{;eil nel;men, voaè mir greunblid;e!â be^ 
gegnct, fü melbe id) ^fjuen, ba^ mid^ ber J^i3nig lüätjrenb 
beê 3fteid;êtag§ gum üaifer f^idt, iDnt;rfd;einlid; reife id) 
§ugïei(^ mit bem Kronprinzen, ber bie Katferin jum 9lens 
begbou^^ in gifd;6ad^ abholt. ^l)X 31. ^t. 

3in5enbDrfy Briefe an ben ."peitanb inaren ioo^l 
leferlid;er! 



7. 
^nmljolbt an ^aniîiûgcn. 

Berlin, ben 9. 3uït.l830. 

9ieï)mert ©ie unb S!)re geiftretc^e treffïid;e ©attin, in 
abermaligem 2Begrei[en meinen inärmften S)an! für ^■^r 
neue^ mir fo angenetimes ©efc^enf.*) S)er Wann, beffen 
®igentî;umlid;feiten ©ie fo [innig enttoicïeln, \vav mir :per: 
fonlid; unbefannt; er gehörte §u hmm, W biird; inbi= 
nibueUe ^erj'önnd)Mt I^eröortreten , im Seben niid)tiger, 
aU burd; i^re @d;riften geworben [inb. ^in 93uinn, ber 
fid; cinbilbet, ha^ feine Erinnerungen bi» in^ erfte ^af)v 
ï;inaufftcigen fbie 3)îarfgrafin red;nete anberê: j'étais un 
enfant très-précoce, à deux ans je savais parler, à 
trois ans je marchais!), ein 3}îann, ber einen ©d^n^geift 
im fd^iyarjen 3}îantel, luie ©arbanuê 'i)at, nüchtern alte 
^nngfern liebt, blofa um fie gur ^ugenb unb Sitteratur 
ju belel;ren ; ^xn 3)îann, bem baS ©c^idfal bentfd;er 
.^rofefforen unter beutfc^en "dürften tragifd;er aie ba?^ ber 
©riedjen erfd;eint, — l;at meine ganje 33e)üunberung aie 
©eltenl^eit. 5)ie Äird;en5eitung linrb i(;n nid)t unter bie 
©laubigen gä^len, unb bie ©d;immelmannô inerben ey 



*) SenïtDÎîrbigfetten beö ^i^tfo[c|){)en unb SïrjteS 3or;ann iBeit* 
jamtn ©r^arb. §erauêgegeBen toon Ä. 2t. ^arn^agen toon (gnfe. 
Stuttgart unb Tübingen, Sotta. 1830. 



9 

3l;ncu, mein 3]erel;rtefter, nicï;t S)an! iinffen, bajs bie 
©cl;vift an bic bäni[cr;4;oIfteinifcI;en 6aturnalien emp[in:= 
beïnber ^Demagogie erinnert! ^§> freut mid; nnenblic^, 
ba^ ©ie fid} mit iparben&erg befd)äftigen iPoUen, eine 
fd)Unerige aber banfbare Stnftjabe, loenn ©ie nur bie 
@pod;en ^u unterfd^eiben ittiffen, unb ber ^arteil;a§ einft 
fc^tüeigen îoirb. 5ïud; für ."pegel fd^eint er enblid; ju mei- 
ner f^^reube in ber 2l!abemie gu fd;iüeigen. SDanfbarft ^Ijv 
j^reitagS. 2Ï. .^umbolbt. 



2Bir finben au§ jener 3eit in SSai-nï)agen'§ SSageblättevn fo^ 
genbe ©teile: „Slteyanber toon ,§umbolbt fagte naâ) bei* ^f^^^i^ 
3îet>oJ[ntion ju ©an§, ber allju ittarme .«rjoffnungen toon ber 
neuen Bîegierung ïjegte: «©tauben 6ie mir, lieber 'g-reunb, 
meine Sßünfcbe ftimmen mit ben '^bun überein, aber meine 
^Öffnungen finb fd)lt>ad}. ©eit toierjig ^d^^'^" W i^ i» ^^a= 
riâ bie ©ettoattl)aber itoed}fetn, immer fallen fie burd) eigne Un: 
tücbtigfeit, immer treten neue 3}crfpred)ungen an bie Stelle, aber 
fie erfüllen ficb nid)t, unb berfclbe @ang be§ 35erberben§ beginnt 
au\'é neue, ^â) Ijahe bie meiften ber 3Jlänner beS Zao,eè gefannt, 
jum 2;i}eU toertraut, e§ iüaren auâgcjeidjnete, roofjlmeinenbe 
barunter, aber fie bielte" i^id}t au§, balb fôaren fie nid}t befjer 
aie ii)xe 23orgänger, oft lüurben fie nod) gröfsere ©d)ufte. ^eine 
Sîegierung l}at bi§ jel^t bem 3]olfe SBort gelialten, leine ihre 
©elbftfuc^t bem ©emeinltooljl untergeorbnet. 60 lange ba§ nicbt 
gefd}iebt, lüirb ïeine dJta&jt in 'Jranïreicb bauernb beftelnm. Sic 
Station ift nod) immer betrogen morben, unb fie mirb inteber 
betrogen. Sann lüirb fie and) mieber ben Sag unb îrug ftrafen, 
benn baju ift fie reif unb ftarf genug.»" 



10 



^arnîjagcn on gumîioïbt 

53 er ï in, ben 23. Samiar 1833. 

freilief; Unu- id; e«, ber Glu. ©ycetteng neulid; im 
<2cunenfcf;ciue ber 2)îtttagC^ftunbe begegnete, unb ©ie gu 
fpät er!annte, icie Don S^nen gu fpät erfannt ipiirbe. 
©ern ioäre irf; ^îjmn na($geeilt, aber fo rafd;e, 311m (Sin- 
ï;olen nöt^ige ©d;ritte iroïïten mir nod; nid;t geziemen! 
3d; I;ätte ©lo. ©yceUenj ein SBort, ^rn. üon SSiilotü in 
Sonbon betreff enb, mitgntï^eilen gelüünfdjt, haè bamalê 
nod; gan§ frifd;, auê fic^erfter Oneïïe, nnb lDa^rf!^einïi(| 
aud; ^l)nm nod; neu ir>ar, eine Sinterung beio iîonigê 
nämticE), lüonad; bie ©efaî)r, in meïc^er jener üeriüegene 
©efanbtc fctjluebte, aie vorübergegangen an5nfeï;en ift. 
©eitbem îiaben Sir». Gyceïïenj "oon aikn Orten ï)er bie 
£unbe längft öernommen, nnb meine 2}iittf)ei(nng ift t)er= 
altet. — 

9lun r;aben iinr ^reu^en ja enbïicî^ and; eine aïïge= 
meine ^olf^öertretung empfangen, ober i'»ielmeï)r, n)ir !^at= 
ten fie lange, nnb tüu^ten^ nnr nid;t. ^r. ^ifd;of @i;lert 
[;at nnê bie Singen geöffnet, er ï;at gnerft 'i)aê gro^e SSort 
ausgefprod;en, ein glüeiter ?3îirabean an Sid;t ber ©eban^ 
fcn unb Äüf;n^eit be:o 3(u!C->brudy ; id; ben!e mir, nid)t nnr 
ber 9litterfaal, fonbern "oae gange ©d^lo^ ergitterte, aïë 
er ben geioaltigen ©prud^ in bie S^erfammlung bonnerte, 
bie 33ertretung beê gangen SSoïfê, atter ©tänbe unb ^n- 



11 

tereffen fei — baê Drbenêfeft! ^cï; beuge tnid^ in @!^r= 
furd^t unb S3eiüunbenmg biefer !oto[faïen 5îur;nî;eit, biefer 
neuen nnerîjorten itombination, loobnrd; bie elenben 3«- 
ftitutiouen, bie biêî;er für S^olfyfertretuncj in ©uropa gel; 
ten bniften, ^Parlamente, Kammern, ©tänbe, ©orteê nnb 
bergleid;en md)X, in if)r nid;tê gefi^lenbert iucrben. Sei; 
l)ah^ ben Sfîebner nur burcf; ben lantlofen a)hinb ber 
©taati^aeitung üernontnten, aber @lü. ©ycettenj nuiren ol^ne 
3lüeifel gegenwärtig, unb geioi^ bebauern @ie mid;, unb 
rufen uiir gu, Waè in alter 3^^t^c)^ S)emoftl;enev l-^orge^ 
lefener 9tebe gefagt tourbe: '^a, toenn 3l;r erft i[;n felbft 
getjört l)cittct! Hub ba§ beifällige £äd;eln, bie gnäbige 
3ufriebenl)eit ber ^örer, bie frol)en ^lide ber @tannen= 
ben mit anjufe^en, uuijj ben ©inbrud nod; mel)r erl;öl;t 
l^aben! — 

D unfre efaiigelifc^en Pfaffen finb auf gutem äöege, 
fie üerfprec^en ben tatl;olif($en, mie fie in i^rer l)Dd;ften 
^faffenblütl)e toareii, nid^t-o nad;§ugeben! ©old; gleif3= 
nevi]d;er ©d^lnarâvod mad;t uuy gum ©efpött non gauj 
©uropa. 33olt'!oöertretnng ^in, SSolfsöertrettmg l)er, mag 
fie gegeben Werben, ober öerfagt bleiben, ha§> ütmmert 
mid; in biefem lugenblide nid;t, aber ba^ ber Jïerl haè 
Drben-cfeft bafür einfd;ieben ioitt, ba;? ift ein Untere 
ftel;en, Worauf baS Soll^auê ober haè Qnàjïijanè ftel;en 
foUte. — 3lber nid;t einmal ein Sieb, ein ©affenl;auer, 
ein @d;erâbilb beftraft fold;e llngebül;r, c§> ift aïïc'? ftiïï! — 

Hub ba e» benu ©d;lafen^?5eit ift, fo Witt id) mid; 
and; nieberlegen, unb ^l)Mn unb mir augenel;me träume 
Wünfd;en. 3i)lit tieffter ."Qod;a(^itung 2c. 2c. 2c. SS. 

(3Sergl. 21. ü. §uinbütbt§ mict an yialjd mn 1. gebr. 1833.) 



12 

9. 
^itmbolbt an 9îûÏjcL 

Berlin, ben 1. Çetruar 1833. 

9Jlein frül;e^ SïntJuorten tft fein gute« 3^i<^6it/ îneitte 
üeret)rte j^reunbin! SBenn in biefem Sanbe etiua;? gu ©tanbe 
fominen foil, fo mu§ ec 14 9}ÎDuate baueru, bann ift 
."poffnnng. S)er S5rief, ben ic^ ©ie ja bitte, nid}t in ber 
Apanb ^f)rer grennbin ^n laffen, fagt alle^. Ttan î)at 
mid) münblid^ nnb fd;riftlid; erft frennblid}ft nnb finnig 
angebört, aber ï;ente früf; famen bie fc^önen, fef)r fc^önen 
3eid)nnngen guriid! 2)aê nnterftrid^ene Söort !önnte mir 
no(^ einige ^offnnng geben, aber ià) täufd^e mid; lieber 
felbft, atê 2lnbere, nnb bie ^eftitnmtljeit bejo S^arafter;! 
öon 53entï), ber ï)ier allein entfd;eibet, öerfperrt bie Sine- 
fid/t. ©a^ id; hzn tl;ätigften Söillen gezeigt, Jt)ie ©ie eê 
löollten, bebarf leiner ©rllärnng. ©a» follte bei ^i)nèn 
ein l^iftorifc^er ©lanbe fein. 3}ÎDd;ten ©ie mir bod; ein 
iröftenbe^o 2Bort über ben tl)enren S^arnbagen fagen, bie 
einzige glänjenbe ©tfi^e nnferer Sitteratur (im ebleren 
©inne be§ 2öort>o) nnferer SSaterlanbev, „in bem, fagt 
ber ^ifd^of mit bem gegndten ©d;lüerte, and; bie 
auêge5eid;netften S^alente, aU fDld;e, leine %n^eià)- 
nnng berbienen. ©^ ift lein SBnnber, ba^ fo ehvaê auë= 
gefagt tuirb, aber \Da§> nieberfc^lagenber ift, fd)eint mir 
bie ©d;lec^tigleit ber ©efellfd;aft, in ber man l;ier lebt, 
nnb bie üon fDld;en nnipürbigen Slenfsernngen anc^ nic^t 
einmal anfgeregt tinrb. 'Bd)omn 'Bie ^eibe 3l)i^ &effere§ 
©ein. 21. ^t. 



13 



10. 
^uinîjolbt an S?arnl)ûgcn. 

S3 e run, ben 3. Çebntar 1833. 

^d; bin iineublirf; banfbar unb gerü[;rt bnrcï) ^^xm 
fd;önen Srief. 2lnmut^ imb 3BoI;lf(ang ber ©prac^e folï^ 
ten fo immer bie Sïnmntl; ber ©itten begleiten. 9Jtein 
S3ruber, ber giuei Xaa,e î)ier wax, aber meift unter bem 
3ÖeUenfd;lage ber ^ringen, hk unt»erbittlid; gn bitten ha^i 
Sîec^t î)aben, trägt mir auf, ^i)mn, üerel^rter ?$reunb, gn 
fagen, lx)ie fel;r er füt)Ie, loaè @d;mei^elf)afteê in bem 
Slnerbieten liege, aber er ift fo fet;r mit bem ^rud feine» 
Cluartbanbe» über bie mit bem ©aui^frit üerlnanbteu aiia- 
tif d;en ©prac^en befd;äftigt, ba§ er nid;t annel;men fana, 
lDa§ er für ettnaê fel)r 2Bi(^tige)§ ^ält. @r luünfcbt für 
ben 9iut)m be» großen Stbgefd;iebenen, ha^ 8ie bie âtrbcit 
übernebmen modalen, ^ä) l;öre mit ©c^mer^, ba^ ©ie 
unb ibre geiftreid^e greunbin nur ©in fleine» <Btndd)èn 
@eiunbf)eit t)ahen, ta§> ©ie fid; l;öf(ic^ft gegenfeitig ah-- 
leil;en — tim 2lrt beê 2Bed)fel- Unterrichte ober 'ä^ai^'- 
fc^er i^ompenfation, über lr»eld;e id) tief traure. ^à) )^ahè 
einen lang,en ^rief von grau üon ßotta. @» fd;eint, aie 
iuerbe fie felbft bie 3lllgemeine S^itnug für fid^ übernebiuen, 
lüieber eine anti^fatifd'e :!iiebeu!§regung. äöie bod; ju ge; 
lüiffen Reiten ein ^rin^ip immer bie ganje SBelt burc^:= 
bringt: ©riuad^en be§ 2(elter^©eglaubten, untteilüüftlid;e 
griebenèluft, 9JtiJ3trauen in jebe 53cfferung, 2^alent=2Öaffer= 



14 

fd;eu, ïîrc^ïic^er Unität^sföang, bi:pÏDmatifcf;e ^rotofoU; 
flicf;t . . . cardines rerum. 2Ï. §t. 

(Stnmerfung t)oti S^arnbagen. ^c^ tiatte im 9uimeu won 
3fîa^el, bie iregen ^ranfl}eit nidit ïonnte, ba§ an fie geri(^tete 
Siüet toom 1. beantmovtet, unb tiad}f(^riftn(^ ben ïBunfd) an§: 
gebriicft, bev 9}tinifter t)on ^^umbolbt mßd}te für bie ^al}rbüd}ev 
bet ^ritiî ben eben ju eriüavtenben tooUenbeten j^auft recenfiren.) 



15 



11. 

SBevrin, beit 9. gebvitar 1833. 

3d; bin nocî; einmal bei S3exit^ geit>efen, um i^m feine 
alte ^reunbfd)aft mit S. inâ ©ebäi^tni^ gu rufen. @r 
meinte: e^-S iuürbe für bie gamilie nnliUd; fein, ba^o rein 
3lrc^iteftonifd;e non bem blo^ \ianbfd;aftlic^en unb ben 
Äupferftic^en ju trennen. 9hir ba§ 2trd;iteïtonifc^e fonne 
feinem ^nftttiilß nu^en, unb n^enn ber gamilie baran 
läge, fo iüurbe er für einige î)nnbert Xijakx (4 — 500 9îtl.?) 
anlaufen lönnen. ©o luenig einlabenb and; biefev SiDr= 
fc'^lag tft, glatibte ic^ boc^, V)erel;rtefte ^^rau, 3l)uen ben^ 
felben mittl;eilen gu bürfen. ^entt) n)nnfd;t bann umnitteU 
bar mit jemanb §u imterl;anbeln, ber it)n in feinem .^anfe 
be^ol)alb befud;en mollte. DJtöge bie ^^^riiljlingefonne ^1;)mn 
33eiben SBärme, .^eiterleit unb Gräfte gen)äl;ren. S)ai3 
bt)âantinifd;e 9îei(^ (allbier) ift fel;r ernfttiaft in âloei ^ar= 
tt)eien be§ ^i^nnfen'fd^en ©cfangbud;^3 unb beê @l^ner'fd)en 
Sieberfd}a|eê getl;eilt. 5Die Kriege = unb Slbiutanten- 
3)îad)t ift für ben Sieberfd;atj. 3*^ bin noc^ unentf($ieben. 

ât. |>t. 

Sonnabenb. 



1.6 



12. 
$umï)oIbt on S5ûrn^a0eiu 

©onnaBenb , ben 9. Mrj 1833. 

(Sinem ©eifte iüie bem ^^rigen, mein ebïer g^reunb, 
ift ©infaïufeit xmb 9îiil^e nött)tg, ©te fd)öpfen nur auè \iâ) 
felbft. S)en!en ©ie, bajs ià) bie ©c(;recîe'ju^nad;rid;t*) erft 
geftern 9îad;t biird; '^üx\t Êarolatï) erl)telt. ©ie iinffen, 
tueld;e iuarme, langgeprüfte, nad;fid;têootte greunbin i^ an 
^i)V, ber 3ierbe ü;re.^3 @efd;Ied;^3, verliere; tnie lieben?; 
îi^iirbig fie noc^ für niid; iuar bei bein fteinen îiiir anüer; 
tränten ©efd)äf te bei^eutï;! ©o tief mit allem ^infaïïigen 
unb Grüben beè SebeniS t»ertrant, unb bod; fo ï;eiter nnb 
fo miïbc! Sei fo öiel ©eift, fo gemutï/lid; nnb fo I^erjlidj! 
Sange mirb '^l)mn bie äödt iJbe erfd;einen, aber bai^ Se^ 
ïun^tfein, bi§ §um letzten ^and;, einer fo fd^onen ©eele 
gegeben §n l;aben, toaë ©eift nnb iperg unb Sïnmutl; ber 
©itten, tüie bie 3l;rige, t^eurer SSarn^ageu, getuatjren 
tonnen, ift bod; ein Salfam für bie 2Bunbe. ©c^onen ©ie, 
\â) befc^lPöre ©ie, ^l^re ©efunbl^ett. 
31. lynmborbt. 



17 



13. 
^umBoïbt an 2?arii^ogen, 

iBcrIin, ben 3. Secemfcer 1833. 

3?erjeibung, taufenbrnal SSer§eit;itng , ba^ iâ) S'^nen fo 
fpat erft bie îlaffifc^en ©tubien t»on g^riebric^ 6(ï;Iegel ^u- 
rü(J[enbe. ^<^ ^abe fie fteijgig fütbirt, utib mid; überzeugt, 
ha^ öiele 2lnfi<^ten be» f)ellenifc^eu 2lltertï;uni§, bie bie 
Steueren fi(^ jiifc^reiben, in Stxiffä^en toon 1795 (eine SDen^ 
ïalionild^e S^orgeit) begraben liegen. Sïud^ ber 2ïngeïu» 
©ilefinê, ben ic^ nun erft l;abe fd;ät^en gelernt, ï)at beibeu 
S3rübern gro^e greube gemadjt. ©» ift eine f^römmig!eit, 
bie einen tuie eine mitbe '^rü^^ti^g'^luft aniret;t, nnb ber 
SSereiüigten mi;fteriöfe ï;ierogli;pï;ifd;e 3}îer!§eic^en machen 
mir 3l;r ©efc^enf boppelt tbeuer. 

©pifer t)at auf eine munberbare äöeife einen ©enitiü 
„aftronomifc^e ^Beobadjtungen SÏIeyanberê üon .^umbolbf' 
für eine Unterfd;rift bei ber ^Injeige üon DItmannê 3:;ob 
gel^alten! Sd; ioerbe e» of;ne ^eri(^tignng fielen laffen. 
SJiit alter 2lnl)änglid^!eit 3^t 

21. ^umbolbt. 



31. ». ^umbotbt'g ^Briefe. 



18 



14. 
§nmooïbt Ott S^ûrn^agen* 

33 er Un, ben 9. 3)eceinter 1833. 

3<^ tl^etle Sïinen, l}od)üere^rter greunb, einige 2ßorte 
ber liebenêtDUrbigen .^ergogin öon S)effau mit. 2tlïeê toaê 
bie Xlnfrige angeiiet)m berü{)rt, tnu^ ^£)rem .^erjen tîjeuer 
fein. 

©onntag. 2t. i). ^umbolbt. 

,,®efjau, ben 1. December 1833. 

— Empfangen «Sie and) meinen beften ©an! für bie 
mitgett)eilten 93üd;er, bie mid) jebeê in feiner 3(rt fe^r in= 
tereffirten. Sie «Otal^el» nidjt perfönlid; gekannt §u Ija^ 
ben, bebaure ic^, gnmal nad^bem mir i[;r ^nnere^o fo !Iar 
gemorben, id; l;ätte gerne bie äußere ®rfd;einnng, nnb toie 
fid^ in bief er ber iîern er!ennen Iie§, beobachtet. — 

grieberife .^ergcgin gu Sln^alf 

9îod; üoU ^etüunbernng über 3^. „baê ^uà) aller 
58ü(^er!'' ®arf iâ) 6ie, uereïirter greunb, nm ^riebrid^ 
©c^legel'ê fammtïid^e 2öerfe etii^a ben britten Jï^eil bitten? 



19 



15. 
gumooïbt an SJarnIagcn, 

^58 er Un, ben 19. Secem^er 1833. 

î)urc^ ha§ langweilige imb lebenbige ^ofleèen a£)ge= 
{)alten mid; nad) ber tî)euren ©efunbl^eit meineê greunbeê 
perföulid^ âu erfunbigen, mu^ id; leiber! fd^riftlid^ bitten, 
mir gütigft ben33rief ber^ergogin öonS)effau, ber freimb= 
lid;e SBorte für bie SSerf tarte entl;ielt, gnriidjufenben. 

S)onnerêtag§. %. t). .^umbolbt. 



2* 



20 



16. 
^umbotbt on S^crn^agcit, 

«Serïin, ben 24. Oftokr 1834. 

^â) fange ben ©rucf meinet SBerïê (beê 9BerB meinet 
Sebenê) an. ^d; ^abe ben tollen Einfall, bie ganse nta= 
terielle 2ßelt, alleè toaê mir l^ente toon ben (grfd;einnngen 
ber ^immelêranme nnb beê ©rbenïebeni, Don ben Sfîebeï- 
fternen Uê §nr @eograpî;ie ber SJÎoofe anf ben @ranit= 
felfen, toiffen, allée in ©inem Söerfe bargnftelïen, nnb in 
einem 2Ber!e, ha§> gugleid^ in lebenbiger ©prad;e anregt 
nnb ba-o ©emntt; ergoßt. 3ebe grojse nnb n»id;tige ^hee, 
bie irgenbiüD anfgeglinnnt, mn§ neben ben Sl;atfac^en l^ier 
t)er5eid;net fein. @ê mn^ eine ß:pod;e ber geiftigen ©nt= 
ioidelung ber 3)îenf(^f)eit (in itèrent 2Biffen »on ber ?îatnr) 
barftelïen. S)ie prolegomena finb meift fertig, ber gan§ 
neu umgearbeitete, t»Dn mir frei gel)altene, aber an bem^ 
felben Silage biftirte Discours d'ouverture, ba§ -j^atnr; 
gemäl;lbe, bie Slnregitngsomittel gum 9îaturftubium im ©elfte 
nnferer 3eit (breierlei: 1) Poésie descriptive nnb leben- 
bige ©d;ilberung ber 9iaturfcenen in mobernen 9teifeberic^= 
ten, 2) ßanbfd;aft!oma!^terei, ©arftellung, finnlid;e, einer 
eyotifd;en D^latur, wann fie entftanbcn, mann fie Sebürfni§ 
nnb l;Dl;e greube gemorben, marum hav leibenfd;aftlid;e 
Slttertbum fie nid;t ^abcn fonnte, 3) ^ftanjungen, ©rup; 
pirung nad^ ^flanjenpljcfiognomü, (nic^t botanifd^e ©arten) ; 
©efdjidjte ber p^t)fifd^en SBeltbefd^reibung, tüte bie Si'ee ber 



21 

2öelt, beê ^ufantmen^angê otter ©rfd^einungen, ben ^öl* 
!ern burd^ ben £anf ber 3<i^r{;nnberte !lar geiDorben ift. 
£)tefe prolegomena finb bte ^auptfad^e, unb enti^alten ben 
generellen Zt)eïi, i^nx folgt ber fpegielle, - bie @injeln= 
Reiten, georbnet, (iâ) lege ^l^nen einen S^^eil eine§ tabel= 
larifc^en 9ïegifterê bei). Söeltranm — bie ganje p^^fifd;e 
Slftronomie — IXnfer fefte ©rbförper, ^itn^resc, Slenfeereê, 
@le!tro = 3)îagnetièmnê beê inneren, ^nlfaniêmnê, b. ^. 
9leaftion be§ Stireren eineê Planeten auf feine Dberf(äd;e. 
©lieberung ber Slîaffen. ©ine ïleine ©eognofie — 3Weer 
— Suftfreiê — Climate — Drganifd^eê — ©eograpî;ie 
ber ^flanjen. ©eograpï)ie ber 2;ï;iere — 3}îenfc^en=9lacen 
unb Sprache — bereu bann pî;t;ftf($e Organifation (2lrti= 
Mation ber S^one) üon ber S^teUigens (bereu ^robuft, 
3Rauifeftation bie Sprache ift) bet;errfd)t loirb. 3« beut 
fpegieHen S^l^etle aile uumerifd;en 9îefultate, bie genauefteu 
tüie in Laplace exposition du système du Monde. 3)a 
biefe @iu3eïnî;eiten nid;t berfelben ïitterarifd^eu S)arfteïïung 
fä^ig finb, aïâ bie allgemeiuen Kombinationen beê $Ratur:= 
loiffenê, fo tnirb baê nur ^^aftifc^e nur in furjen ©äljen 
faft tabellarifd^ georbuet, fo ba^ §. ^. über Mimate, liber 
©rbmagnetiêmuê ber ftei^ige £efer in iüenigen S3tättern 
aïïe 3tefultate gufammengebrängt finben mu^, bie ein 
©tubium üieler 2aî)XQ nur liefern irürbe. S)ie ^ormäl)m 
lid)ïeit (litterarifd;e Uebereiuftimmuug) mit bem aEgemeineu 
^ï)eile ioirb vermittelt burd; ïleine ©inleituugen ^u jebem 
fpeâieïïen Kapitel. Dtfrieb 3}îuller l;at in feiner oortrefflid^ 
gefd^rieï)enen 2(rc^äologie biefelbe 3)letï)obe fel)r gliidlid^ 
befolgt. 

^â) Ijabe getr)ünfd;t, ba^ @ie, l^oc^toere^rter ^reuub, 
einen beutlid^en begriff tion meinem Uuteruel^meu burd^ 
mid^ felbft erhalten möchten, de ift mir nid^t gegllidt, baê 



22 

©anje in ©inen ^anb jufammen^nbrangen, iinb bod^ iuürbe 
e§ in bief er J^ürge ben ' gro^artigften ©inbrucï l^interlaffen 
l^aben. 3^ l^offe, ba^ jiuei ^änbe baê ©an^e faff en. 
Äeine ^lok unter bem S^eyte, aber hinter ben Kapiteln 
9floten, lüeld^e ganj nngelefen bleiben !önnen, bie aber foïibe 
ambition unb mel^r ßinjelnt^eiten entl^alten. S)aê ©an§e 
ift nid^t tüaS man gemeinl)in :pï)i;fi!aUf(^e ©rbbefd^rei^ 
bung nennt, e§ begreift §iinmel unb ©rbe, aïïeê @e= 
fd^affene. 2^ l;atte \)or 15 3«î)ren angefangen, e§> fran= 
göfifd^ 5U fd^reiben, unb nannte eê Essai sur la Physique 
du Monde, ^n Seutfd^Ianb iuoKte id; eê anfange baê 
^ud; toon ber S^îatur nennen, ir»ie man bergleid^en im 
3JiitteIaIter bon 2llbertu^^ 3Jtagnu0 l;at. ^aê ift atteê aber 
unbeftimmt. ^e^t ift mein S^itel: Aoêmoê. ©ntlüurf 
einer p!^t;fifc^en 3öeUbefd;reibung öon 21. ö. ^, 
^aà) erweiterten Umriffen feiner Sßorlefungen in 
hen Sal;ren 1827 unb 1828. ^ei 6otta. ^d^ 
n)ünfd;tc baê äöort ^oêmo§ Ijingujufugen, ja bie 3}îenfc^en 
§u §tDingen baso '^n^ fo §u nennen, um §u öermeiben, ba^ 
man md;t §.'i3 :p^^fifd;e ©rbbefd^reibung fage, n)aê benn 
baê S)ing in bie Jîlaffe ber ÏRitterfad^er'f(^en ©d^riften 
lüerfen iuürbe. 2öeltbefd;reibung (na^ Söettgefd^id^te ge^: 
formt) tüürbe man aU ungebräud;Iid;ee 2Bort immer mit 
6rbbefd;reibung üertoed^feln. 3d^ toeife, ba^ Jîoêmoê fe|)r 
t)ornel;m ift unb nid^t obne eine geipiffe Afféterie, aber 
ber Xitd fagt mit einem ©d^Iagioorte Rimmel unb (Srbe, 
unb fte^t ber ©äa (bem etiüae fd^Ied^ten ©rbbud^e öon 
^rof. 3eune, einer ioal^ren ©rbbefd;reibung) entgegen. 3)îein 
58ruber ift and; für ben ^itel Jîoêmoê, ic^ \)aU lange 
gefd^loan^t. 

9Zun meine ^itte, t^eurer ?^reunb! 3d^ ïann eê nid^t 
über mid^ gewinnen, ben Stnfang meineê Wanu\hipt§ tDeg= 



23 

gufenben, oî;ne ©ie an§ufleï;en, einen fritifd;ett ^lid barauf 
3U it»erfen. ©ie I;aben ein fo gro§eê fiaient ber anmutï;; 
reid^ften @d;rei£iart, ®ie [inb auâ) fo geiftreid^ nnb nnab- 
I;ängig, t)a'^ ©ie ^^orinen be!3 ©d;reibeny nid^t grabel^in 
gurüdfto^en, bie inbiüibuett [inb, nnb toon ben 3ï?ngen 
abiDeid;en. ßefen ®ie geiDogenttid)ft bie 9îebe, nnb legen 
©ie ein ^Iättd;en an, onf lueldjeS 6ie fd^reiben, ganj 
ol^ne ©riinbe an^ngeben: f o . . . pttc id) lieber ftatt fo . . . 
biefe§. S^abeln ©ie aber nid^t, oî)ne mir jn ï;elfen. 2ïnd; 
beruhigen ©ie mid; über ben S^itel 3)îit innigftem ^er; 
trauen ^l)x 

montaiß. 2Ï. ö. ^nmbolbt. 

S)ie ^an)3tgebred;en meines ©tit§ [inb eine nnglüdlid^e 
9îeignng §u attju bid;terifd^en g^ormen, eine lange ^arti= 
gipialï^onftrnftion nnb ein gn grojseê Äongentriren i)iel= 
fad^er 3lnfid)ten, ©efül;le in ßinen ^eriobenban. 3d^ 
glanbe, ita^ biefe nteiner ^nbiinbnalität anl;angenben 9îa; 
bilaUÜbel bnrd; eine baneben beftel^enbe ernfte ©infad^^eit 
nnb ^erallgemeinernng (ein ©d^ipeben über ber ^eobai^- 
tnng, ir»enn ic^ eitel fo fagen bürfte) geminbert loerben. 
©in ^nd; t»on ber 9îatnr mn^ ben ©inbrnd loie bie 9Za= 
tur felbft l;eroorbringen. SBoranf id; aber befonberê inie 
in meinen 2lnfid;ten ber Dîatnr gead;tet, nnb iüorin 
meine 3Jianier öon ^orfter nnb ßl;ateanbrianb gan§ üer; 
fd;ieben ift, id; l;abe gefnd;t, immer mal^r befd^reibenb, 
begeid^nenb, felbft fcientififc^ \vai)v jn fein, ol;ne in bie 
bürre 9tegion beê äöiffenS jn gelangen. 



24 



17. 
§umïiolbt un ^arn^agcm 

.«evïin, fcen 28. OftoBer 1834. 

@ie ^abm mic^ aufgerid^tet unb erfreut burc^ ^l^ren 
liebeneiüürbigen S3rief unb ^i)xe nocj^ liebenétuiirbigere 
Sorgfalt, ©te finb ganj in ben ©eift meineê S3eftrebenè 
eingebnmgen, mir l;at bie Sleu^erung meine» liebenben 
SSertrûuenê (eine 3)îanifeftation ber äßürbignng ^^reê fd;ö= 
nen Talente in ber ^unibolbtifd^en ^amitié) ©ie ^u nad;= 
fidjtig nnb ïoÊenb gemad^t. Sï;re 33emerfxingen fiàben 
einen ©rab ber geint)eit, beS ©efi^mad^o nnb be» ©d;arf= 
finnê, ber mir baë 33erbeffern pm angeneî;mften ©efc^äft 
gema($t. ^c^ ijahe aïïe», faft alle» benn^t, über ^Vzo/ 
einiger ©igenfinn bleibt bem erften Sîebaftenr immer, ^à) 
bitte taufenbmal um ^^erjeii^ung, ba^ id; Ql^nen Blätter 
gefanbt, in benen id; (gegen baê ©nbe ber S^tebe) baê 9ïeu= 
Slngeflebte nic^t burd;gefeï;en. ©inige ^t;rafen maren ganj 
embrouiïlirt. ©ie erlauben mir, baB i^ in biefen S^agen 
3t)nen no^ münblid; ban!en barf. ®ann njerbe ic^ ^l^nen 
bie ißerbefferungen am ©d;luffe ber Stiebe toorïegen. — 
2tu(^ iä) iDurbe mid; glüdlid; gefi^ä^t l;aben, 1)ätii i^ 
ber Unfrigen einige biefer Sîeifebilber toorlegen fönnen. 
S)anfbarft ^Ijx 

21. t>. ^umbolbt. 

äßenn eê boc^ im ©eutfd^en ein fo oortrefflid^eê, gan§ 
unraifonirteê 6t)non^mensSu(^ gäbe, aU t>a§> beiliegenbe. 



25 

tocld^cê ©ie getoiB nid^t fennen, unb bal mir ber 2ï6bé 
3)eli0ïe angeratenen, iDeiï eê einem t»ieï, t)iel 3eit erfpart, 
fôenn man ein af;nïi(^eè Söort fud)t. 9)îan fie^t gleid^, 
auf njeld^em SSege ber ©rfa^ möglich ift. '^â) t)ole baè 
SBnd^ ab. 



26 



18. 
^urnbtbt an SJarnlogciu 

53 er tin, ©onntagê 6 U^r fril^, 
ben 5. Upxïl 1835. 

©ie, mein t^eurer ^arnljagen, ber ©ie ben ©d^merj 
nic^t fürd;ten, iinb ii)m [innig in ber ^iefe ber @efüt)le 
nac^fpüren, 6ie muffen in biefer traneruoïïen 3eit einige 
SBorte bei* Siebe, bie Sî;nen beibe trüber sollen, empfan= 
gen. S)ie ©rlöfnng ift noc^ nid^t erfolgt. 3d; üerlie^ i^n 
geftern Men'i) 11 U^r, nnb eile iüieber ^n. S)er geftrige 
S^ag ïoax iüeniger erfd;iitternb. ßin t;alb foporöfer ^u- 
ftanb, toiel, nidjt feï;r nnrn^iger ©d;Iaf, imb bei jebem ®r= 
load^en SSorte ber Siebe, be» 3:;rofteê, immer nod; bie ^lar* 
î;eit beê großen ©eifte^v ^er aïïeê fa^t nnb fonbert, feinem 
Snftanbe nad;fpäf;t. ®ie Stimme ioar fel;r fd;it)ac^, ran^ 
(f;eifer) nnb ïinblic^ fein, baî;er man iî;m nod; ^Intigel 
anf ben ^el;l!opf fe|te. SSöttige ^efinnnng ! ! „®en!tred^t 
oft an mid;, fagte er öorgeftern, bod^ ja mit ^eiterïeit. 
"^â) Wax fet;r gliidlic^: auà) ï;ente îpar ein fd;öner ^ag 
für mid;: benn bie Siebe ift baê .^öc^fte. ^aïb Jcerbe i^ 
bei ber 2)întter fein, ©infid;t f)aben in eine l^ö^ere SBelt^ 
orbmmg/' . . . Wiv bleibt feine ©pnr toon §offnnng. 
2ä) glaubte nid;t, ba^ meine alten Singen fe öiel X^ränen 
l;ätten. @v banert ad;t Siage. *) 



*) mU)dm toon §umBctbt ftart ben 8. ^px'ü 1835 ju ^eget 
6 U^r StOeubö. 



27 



19. 
^nm&olbt an ^arni^agen. 

S3erïtn, ben 5. max 1835. 2)ienêtag3. 

3d^ Un îeiber! öon ben Helen fürftlid^en j^remben fo 
befeffen, öom Sßetterfd^tag, bem î'aïten unb bod; nid^t ex- 
frifd^enben, fo l^ingeriffen, bafe iä) îanm 3eit finbe, Sî;nen, 
ebler ^reunb, §n banfen für hen SoEmann unb bie ^to= 
grapt)te beê J^ingefd^iebenen, in ber ià) '^ïjven pnfeï wnb 
bie Sfletond^en nid;t üerfannt ï;atte, al§ bie <Staatic3eitung 
in meine ^än'üe fiel. S5on lüid^tigen äRännern foïïte man 
in folc^en blättern ju reben nid;t nnterneïimen; §U)ifd;en 
einer g^amilie, einem Senf or nnb einem eifigen ^nblifum 
ift baè problem fc^ioer §n löfen, befi^t man felbft S^ï^tt 
©eifi! S)er 9^ame 3Jlunbt !^at mic| an einige fe^r mer!; 
lüürbige ©eiten feiner SJlabonna über ben ,§ang ber 
S)entfd;en jn bnmpfen 9îaturgefuI;Ien erinnert. ©5 ift öiel 
SBa^rel in biefen ^Betrachtungen, unb id^ glaubte meine 
eigene 3?erbammni§ barin §u lefen. @o t>iel, t^eurer 
greunb, über bie, une Reiben oeröbete 2ißelt. S)an!barft 

21. §umbolbt. 

@ê fd^mer^t mic^ boc^, ha^ 6ie bie ©ro^ürftin nic^t 
feigen iDotten. 



28 



20. 
^umioîbt un SSûrn^agcm 

SSerlin, ben 6. Tlax 1835. 

^â) fenbe bie iiberfc^itften .^efte juruiï, iceil fie if;rc 
6erieê unterbred^en ïonnten. ^â) ï;abe faft aïïe 3}îenfc^en 
na|)e ^jerfönlid^ geïannt, bie ^öottmann fe^r lebhaft unb 
iüal^r fd^ilbert. Man [ie!^t, toie er felbft fteigt, inbem er 
fort lebt, iîï ipic^tigere S}erl;aïtm[fe tritt, ©in fonberbarer 
ßebenepfab, médecin de sauvetage. 3<^ ^ûbe beffere ©in= 
brücfe nun toon i^m bnrd; ®ie empfangen, benn, otjne 
baB id^ bie redete Urfac^e erratî;en ïonnte, fanb \â) ^oU^ 
mann in Safa^ette'ê gamilie in ben legten ^aï;ren nic^t 
beliebt. — 

St. §t. 



29 



21. 
^umöolbt on âJarnl^ûgcu» 

53 erlitt, ©onnatettb bett 23. 3Jîat 1835. 

SBenn ^ijmn, Ü;eurer greunb, ba-a 9}torgenbIatt öom 
18. Tlai in 'i)k ^änbe faïït, \o irterfen 6ie gutigft ben 
^li(ï auf einen ébQU nic^t angenel^men 2lnffa|: 2Bilf)eïm 
öon linmBoIbt'ê ^egräbnife. 3}lein 33ruber luirb gefc^ilbert 
aie bon feiner ^yamilie üerlaffen fterbenb. 2tber fold^en 
3}îi^beutungen fc^enïe i^ loenig 2ïnfmer!fam!eit ; ïvaê id) 
aber ju ratî;en iüünfd^te, ift ba» S^^^^^/ i^aê mein ^niber 
näd;ft ber Mufi! nid;t tierftanb, imb \va§> man nid;t nennen 
îann. ^\t baê ©ott ober eine Unjnc^t? ^cf; luei^ üon 
feinem ©iïtnm ber 2(rt toon i^m. 6uc^en 6ie, mein 
Sl^eurer, bod; ^n erfpäl;en, iüie man biefen 2luêfprnc^ im 
^pnblüum bentet. S(ud; meinet ^rubere politifc^ey 2tnl= 
fc^eiben i\t fo iüeltbefannt, ba^ eê fonberbar ift, §u fagen, 
man iriffe nic^t, ob er 'i^axan <Sd^ulb fei. ©ie fel;en, ié) 
rufe 3^ren (Sd;arffinn nnb S^re Siebe gern an, um ^u 
ergänzen ina^S mir an erfterm fe^lt. S)anfbarft ^^r 

21. ^umbolbt. 



30 



22. 

iBerün, ben 28. Wdxi 1836. 

©in ©eift tote ber 3^)^96/ e^'t^ï ?^reunb, meijs in fei= 
ner aJîilbe nnb ©tärfe für aEeê eine 9îe(^tfertignng ju 
erfinnen: be^î;aïb fürchte id; au($ nid^t, nad^ fo langer 
S(btüefenl;eit, naâ) einem bnrd; fürftlid;en 2ßeIIenf(^lag nnb 
ge[tlid;feiten gerriff enen SBinter, î;eute SSormittag bittenb 
i)or '^Ijmn §u erf(|einen. «Sie finb in ber tonarmen, geiftig 
öeröbeten ©tabt ber ©ingige, ber ©inn für 3Jlofe im 2lnês 
brud trauriger ©efuîjle unb für Harmonie beê ©tileê 
geigt. S)arf id; ©ie bitten, einen ïritifc^en ^lid auf bie 
beitiegenben ^Blätter gu iuerfen. *) S)ie ^ßariationen auf 
ber bbenben Seier für biergig ^nbiüibuen iuar eine läftige, 
ftiltoerberbenbe 3'îotl;n)enbigfeit. @ê tnar beftimmt, n?er an 
bie gro^e S^afel gelaben iuerben fottte. ^^ heute auâ) 
baranê î)abe ic^ mid;, burd; einige iinbiöibneUe ^egeicj^s 
nnngen unb grabuirten Sobgefang, ni($t gang albern ge^ 
rettet, ^à) bitte ©ie, mir gu erlauben, gegen 11 U^r 
©ie ï;eute befud^en gu bürfen, um bie Blätter, mit benen 
man in ber S)ruderei fel^r eilt, fammt i^ren münblid^en 
Q3emer!ungen absul;DÏen. 3d; änbere, falle eê nött;ig ift, 
sous votre dictée bei 3t;nen felber. @ê toäre menfc^lid^. 



*) löorvebe ju Siï^ettna »on ^untfcoïbt Serf üUx bie Äatoi* 



. 31 

Jüenn ©ie mid; fer 3f)rem ^ette empfangen iPoHten. 
3[Jeref;rungc^öott ^^r 

alîontag. 2[. ^umbolbt. 

3«^ fomme um eilf tlE;r. 



S3arnf)agen fcfirieb ten 11. 2)îai 1836 in fein ^tacjefcud): 
„."oeute ganj frü(} tarn. SHefanber ücn §umbo(bt ju mir unb 
blieb anbevtfjalb Stunden. 2^ er .viauptgegenftanb beS ©efpräd}» 
ïraren bie franjofifcben '^rinjen, bic I}eute bier anfamen. Sie 
33er(egenbeit beê ilönig» ift nid}t cjering, er möcfete ben Jvemben 
bie cjro^ten alrtigfeiten erjeigen, unb babei 3ug(eid), baf? biefe 
2lrttgfeiten in St. $eter§burg a(ê ©vobfjeiten erfc{}ienen. 2)er 
2llinifter 2(nci(Icn l)at fid) nidit c3etraut, bem Ärcnprinsen bie enb: 
lic^e ©ehjifebeit jetteS c^ie^erfommen» niitjutbeilen, er f)at e-3 bem 
3ufaU übertaffen ibn baöon ju iinterridjten. Un)re ^rinjen 
brauften fe|)r auf, unb ft^impften über 'i^en unmidfcmmenen 33e; 
fucb; bie ^H-in^effmnen Slugufte unb 9)îarie, meldte günftig baüon 
fprad)en, befamen îjarte 2Bcrte. dJlan fprac^ baöon, ba^ im 
îfjeater 2ärm entfteben n?ürbe, einige Seute hJürben f(atfd}en 
tt)cllen, f)offentIidj meit mehrere jifctien. ^n 2rier ift fc^on tie 
2;'urd}reife burd} einen S^orfaH fclc^cr 2(rt be3eid}net tüorben. ^m 
be^ ttjevben unfre ^^rinjen, tro^ alle» 2fli^gefüb(§, bocb febr ar= 
tig fein, ba ber 2öit(e be§ ^onigâ bie^über ibnen ju beftimmt 
au§gefprocben lüorben. Sie Königin ber ^îieberlanbe , bie grabe 
bier ift, unb bie man am erbittertften glaubte, Qéi)t mit gutem 
93eifpie( ooran, unb erffdrt, fie n?ürbe bie ^remben bei fid) an= 
nef)men. — 'grüber b<-itten ber ©efanbte ôerr 93reffon unb i^err 
üon §umbotbt bie ^îeife abgerattien. ®a^ fie nun bed) erfolgte, 
f(^eint ein Setrieb be§ dürften non 9)ietternid\ ber in ben orient 
talifd)en 2(ngelegenbeiten 'granfreii^â ßintoivfen bebarf, aber ju- 
gïei^ Dîu^lanb f(^onen moi^te, unb baber ^^reu^en üorfc^iebt, 
naâ) beffen Seifpiel mm bie Slufnabme ber franjofifc^en ^rinjen 



32. 

in SGßten nur cine nottimenbige ^olge iüitb. ®ie Baâjt ift aller: 
bingê ein ©reigni^ unb üon großer 2Birïung auf bie ©efinnungen 
unb 2tnfi(^ten, eine S^atfad^e, bie ju jebermann f priest. Unfer 
§of, ba§ mu^ jeber benïen, ^at entïreber bie ©runbfä^e nid^t, 
bie er bieder ju ^aben fc^ien, ober er ift ju f(^»act), fie be^aup^ 
ten âu fonnen, unb mu^ anbre beu(^etn. 3!» beiben %lx\iin 
fd^Umni ! — " 



33 



23. 
|)umtiotbt nil a^nniîjagcm 

5?'evïiii, ben 31. ^Ux 1836. 

(Über ben 2lrtife( in ber iîdlijemeineu 3eitinu^ gegen 
Dîaumer, üom 9}îajot von ^lîaboiuil^ angebüd) Derfa^t.) 

®ev ^riefftetter mufj luciug liou bcr liujenïjafteii Slibo; 
fage ber ©e[cr;iüäd)ten 511 beforgen ç},el)abt I;aben. Su ber 
aïïgemeiiicn 3(u[icT)t über bie llniicfe iinb i^albigfeit be^ 
grofseu ©cf(Mcï;tciforfd;cr^o bin id; feiner ^Jteiiiuug. 
©aju liefet fid; .^err non ^Haunier „alv luenii man 6tod- 
prügel triegt'', itnb ba^i leibe nnb itergebe id; nie. 



31. u. .ôuniOotbt'é aSrieff. 



34 



24. 
.giimooîbt on S5arn^ogen, 

3«ontagê, ben 24. 5(^rU 1837. 

©0 ift Qùx trcftlicï;, baB Oeibe trüber in biefer im 
telleftueff toeröbcten 6tabt (iüie glänjte fie in 9îaï;crv 
^liit{;eäeit!) in bem 3tnben!en bcê ©in5ic3en leben, bein 
©inn, nnb jarte ©itte nnb Wnmntl; ber 9îebe geblie- 
ben finb. 

nie meine 9tad}forfcl;nngeii nber ben einjelnen 3tbbru(ï 
beê 3lnf[a^e^3 waxen l;eiite üertjeben^, ja id; ijahe nid^t 
einmal ben einzelnen 33anb ber Slfabemie 1822, il)cil ià) 
bamalio in ^aris lebte. S)0(^ in ipenigen 2^agen bringe 
id; 3l;nen biefen, and; geige ic^ ;3l)nen bie Sifte aller l^in= 
terlaff enen Söcrfe meine^o üereiuigten 33rnber'3, bie id; mill;; 
fam angefertigt, nnb bie ©ie Dielletd;t t)ermel;ren, ßotta 
luirb aEe^o brnden, and; bie ad;tl;nnbert ©onette nnb geift; 
lid;e — ebenfattîo nngebrndte — ©ebid;ie an'o ©panien. 
3d; arbeite mit ^ietät an ben (Sinrid;tnngen ju biefer 
Sin;? gäbe, bamit id; bernl;igt üor ber ^otlenbnng l;in= 
fterben lann. 

äöie iüilrbe id; je ben 33erbad;t gegen ©ie l;egen, tljenrer 
^rennb, ba^ ©ie mid; bei ber trefflid;en j^ilrftin eine 
©ontag Joerben (\vk im ©alon ber ^^rtn^effin ^elgio; 
iofo), eine ßyl;ibition mad;en laffen! Sd; njerbe gern lefen 
in einem fleinen 3iï'^cl non giuölf hhi fnnf3el;n ^erfonen. 



35 

ûîiber.§ beftimmt niä)t, toeil Berlin eine fleine, unlittera; 
rifd;e tmb bagu überi;ämij'd;c ©tabt ift, bie e» Iäcl;erlid; 
fhiben tüürbe, iuenn id) nad; jiiici leiber fclf;on fo öffcnt. 
lid; en 6d;anfpielen ein bvittev gäbe. ©lüdlid^eriueife bin 
id; oI;nebie» Mne ©ontag in S3erlin, nnb bie ä^orlej'nncj 
fann baî;er fel;v fücjlid; ein secret de comédie bleiben; 
©ie [ijib ipoï;! ntenfd;Iid; gcmig, in meinem ©inne jn 
reben, nnb mid; nid;t ju tabeln. Wit aUer ^erel;rnng '^i)v 

21. \). §. 



3* 



36 



25. 
.gumîiolbt au bic prfdit bon ^^iirfïcr. 

J'arrive la nuit même de Potsdam et j'accepte 
avec plaisir l'aimable offre de madame la princesse 
pour demain mercredi soir à huit heures précises, car 
le spectacle dure une heure. Je crains de jDrendre 
jeudi, vu l'incertitude des perturbations planétaires. 
Toutes les personnes que vous voulez bien choisir, 
me sont agréables, je prierais seulement madame la 
princesse de ne pas inviter Ranch, Gans, et M. et 
Mad. de Ri'ihle parcec|ue déjà ils ont passé par cet 
ennui. M. de Varnhagen ajoutera qui il voudra. Rien 
ne surpasse le tact qu'il a pour deviner qui pourrait 
avoir quelque indulgence à m'entendre. Mille re- 
spectueux et affe<;tueux hommages. 

Ce mardi 2 Mai 1837. 

Al. Humboldt. 



37 



26, 
* §umöoIbt an S^arnlûoen* 

^â) îam, tï; eurer g^reunb, au^3 jiuei ©runben: 1) Uni 
S^^neil ba§ opus üom 9Jîmifter Äampt^ (casus in terminis, 
§11 25 ©yeni^ïaren cjebrucft) gu bringen, ba§ ©ie ineiïeid;t 
nod; tiidjt gefeiten, unb ba>o ein aubère» fef)r fjeftigeso be^o 
feltg öerb rannten 6treli Ijtf d;en ^Jüniftere üon Derben 
üeraula^t l^at. SBie man jemaub tüei^eu ïami, lefeu Sie 
6. 30. 2). äBoHte id; @te bitten, nid}t über inid; gu lad^eii, 
menu Sie morgen gu einer Seftüre bei bcr g-ürftin einge= 
laben ioerben. ^d) ïami e!o ^fpnen befd;lï>oren, e^5 liegt 
minber ©itelfeit (üon ber id; übrigen^ gar nid;t frei bin), 
aU ©d;lüäd;e be^o Jîarafter^o nnb ©utnuitbigfeit in biefem 
©d;ritt. ^d; glaubte ber g-ürftin biefe ©ati-cfaftion geben 
gu muffen, — bie 3;;od;ter brang and; in mid;, — unb 
fie geigte mir eine l;armlofe Sifte non get)n ^^^erfonen. 
Soden ©ie jemaub ober met;rere üorfd;lagen ober mit= 
bringen, fo ift e-o mir fe[;r augenel;m, nur nid;t Sente, bie 
fd;ou gel;ört l)aben. ^l)U greunbe finb bie meinigen, 
äion bell :v3t;rigen îann id) 9îad;fid;t erloarteu. '^dj he- 
l;aupte, tia^ eö uid;t uuüerbienftlid; ift, U)enu ein îDienfd;, 
ber fein Seben mit 3^l)i^ii u^^b ©leinen gugebrad;t, fid; 
fo oiel l'lrbeit gegeben l;at, beutfd; fd;reiben gu lernen. '^i)v 

m. ^t. 

S)ie l;eftige ©d;rift be» ©trelil5ifd;en 30Ziuiftery, in ber 
iüett mel;r ©eift ift, l;Dffe id; 31)iten and; gu fd;affen. 



38 



3?arn'^agcn bemerït ben 3. Tiaïj 1831 in feinen ^Tageblättern : 
„3tbenbS bei bei* ^üvftin t»on 'i)>ü(!ter bie (ängft befpvodjene 3>dï; 
lefung öon §erm t)on .§umbo(bt. — Sie SSovtefung wax \d]x 
fc^bn, nnb macl}te bcn bcftcn Ginbnid. S'd) fpracb mit bem (3e- 
ncxal üon 9îub(e über §unibolbt'ïi ïocfen; er ftimmte üöUig ein, 
«ioenn ber einmal tobt fein luirb, bann iuirb man erft recbt 
lüiffen, ltia§ man an Ujm gel}abt I}at.» — 

t§crr üon ^umbolbt wax gcftcrn bei mir, nnb bradjte mir 
bie ïleine, nur in fiinfunbjiüanstg Gyemplaven gebrndte ©d}rift 
be§ 2Riniftcrê toon ^ampl^ „ Casus in terminis," tüorin er bie 
frans5fifd)e 2f)ronttcränberung in bag bcfte Siebt ftellt, nnb bie 
medlenburgifd}e .'ôeiratb rcd}tfertigt. So gegen feine fonftigen 
©runbfäge, baf? icb glei(^ fagen fonnte: «c'pätte er fid} nur 
boppelt, fo. fperrte er fid} ©inmat ein!» @egen bie .s)eiratb fel}lt 
e§ nod) immer nid)t an SBibcrfprud}. 2)er i^t^rjog Hart von 
ÏÏJÎedtenburg = 6tretil5 Ijai förmtid} bagegeu iiUrigutrt, unb einen 
33unb in ber medteuburgifd^en unb prcuf;ifd)en S'i^i'tiUe ^n ftiften 
gefuc^t, eine 23erbriiberung nnb 3]erpflid}tnng gegen alle S^iv- 
ratben mit bem Drleang'fc^en §aufe; eê loar fogar t»on einer 
form(id}en ^sroteftation bie ^ebe. 2Ule§ im beftigften SBiberftreite 
gegen ben auSgefprod}encn Sinn be§ Äonig§! 2)er ^erjog ^arl 
ift nun irirflic^ franf; an§: 3?erbruf5 unb Sterger, nic^t blo^ »on 
bief er Sad)e, fonbern ancb t»on aubern." 



39 



27. 
|)iuiibo(bt an Snrnljngeiu 

53 c I- 1 in, ben 10. ïdlai 1837. 

fciiblid;, mein tl;eureL- g-rcuiib, fanu id) ^l)nc\i hen 
Xljeil bet û!abemifd;eu @d;nften fd;iifeu, ber bie lr)id;tige 
2tbl^anblinig über bie ©efd;id;te eutl;ält. ^ä) iuerbe biefen 
erborgten S^^f^eil bdb Stauen mit einem anbern Dertanfd;en, 
hcn ©ie bel;alten f ollen, üv fd;eint, aly l;abe eè nie be- 
fonbere Slbbriide (gegeben. — ©ie üerfd;iüanben fo fd^nell 
nad; bem legten ®d;anfpiele, ba^ id) red;t fürd;te, Sl;r 
Stuêge^en an jenem öerf)ängnif3üoIlen S^agc fei eine blofse 
3tnfopfernng für mid; gen)efen. 3d; fd^tage eioige ^enbel:= 
fd)läge atüifcl;en ^potsSbam nnb Berlin. 3}iorgen fd;on ioie^ 
ber nad; ^otiobam, loo iüir (am IGten) bie lieben!?lr»nrbige 
^rin^cffin*) ermarten, bie baS ganje l;cl(enifd;e Sager ent= 
gioeit I;at, nnb bie man \iä) je^t freuen loirb „bei iueitem 
nid^t fd;ön genug'' §u finben. ^anïbarft ^l)x 

21. ^umbolbt. 

Wlitmod). 

Je savais depuis longtemps que le général Bugeaud 
ne parlait pas français, je vois àprésent que sa véri- 
table langue est le Mongol. 2BeId;e ^imuribeus^ro; 
Hamatiou ber „armée civilisatrice.'' 



*) ^i-'fci'Cf ^^U-injcffin bon 3}Jedfentnivg*®d;mevin, nac^î;eïtge §er* 
jpgtn bon Orleans. 



40 

3)îetne§ 33rwber0 Sïuffa^ geïjort §u 'otm ^oïïenbetftcn 
in ©pradf;e, baê er gejd;neben. „©ott regiert bie SBelt; 
(@. 317) bie @e^d)id}t^^aufgabe ift baê Sluffpüren bief er 
etoigen ge'^eimniBüoIIeri 9latt;fcî;Ui[fc/' baê ift bod; eigent; 
lid^ baê 9te[iiltat, unb über bieiS 9tefultat ^aht iä) Uè-- 
iüeilen mit meinem S3rnber, id; barf nid;t fagen gel^abert, 
fonbern biê!ntirt. ^kè SIefnïtat ift aïïerbingê ben nr; 
älteften, in alkn ©prad;en anègefproc^enen ©efnl;len ber 
3)îenfd;l)eit analog. SOÎeineè SSrnberè 2tb(;anbïnng ift ber 
.Kommentar (ber entlDidelnbe, bentenbe, belobenbe) biefeê 
biim^jfen ©efn[)te§. Slnf eben biefe Strt fd;afft fid) ber 
^-Pïipfiolog fogenannte Sebenètrafte, nm organifd^e (Srfd;ei; 
nuiigon gn erfläreu, toeit feiue Äenntni§ ber pl;i}fifd;en, 
iu ber fogeiiannten tobten Dîatnr iyaltenben Gräfte i(;m 
ni($t an^^reid;en, bie^ ©piel ber lebenben Organismen gu 
erîlaren. ©inb barum Seben^frafte erliefen? 3d; lueifj, 
@ie iuerben mir jüriien, meil ©ie erratl;en, baf? bie ."panpt; 
ibee biefer I)errlid;en 3(bl;anblnug mid; nid;t gauj befriebigt. 



41 



28. 
^lUttfiolbt an 25ant|agcu* 

aiîitteocf;, ben 17. Mai 1837. 

©ie ijaben mir, mein t;ocf;üeveI;rter ^-rexmb, einen fcl^ö^ 
nen ©enu^ bereitet, ^d; l;üffe, bafi bie[e Q3etracl;tnntjen 
über bie 2lrt ber ©efd;i(^t)cf;reibnng einmal einem neuen 
Sï;eile S^rer ü or trefflichen l'teinen ©d;riften beigefügt iüer^ 
ben! ®er ^lid fd;imnbelt aïlerbingê üor ber ^ülle beS 
SJiaterialio , haè nen eröffnete Ünellen f>on alten Golfern 
I;er 5nfü(;ren. ©ie geigen, iric biefer ©tüff bem ©eifte 
itnteriüorfen loerben lann. ©infad;er imrb fic^ atte» im 
Tiäd;ften 3tif)î^tt^iifenb geftalten. S)ay inbiüibnelle 2dKn 
ber Stationen tonnte fid; erï;alten tro^ ber ^eerjnge btird; 
bie ^efte. ©eit ber großen ßpDd;e i^on ßolnmbnS iinb 
©ama, feitbem ein 5t:r;eil, eine ©eite be» Planeten, ber 
anbern fnnb luarb, ijat haè betoeglidje Element, baJ^ 3}îeer, 
gleid;fam bie Slllgegenlüart einer ©attnng ber ßinilifation 
(ber Jr)eftenropäifd;en) möglid; gemad;t. S^on aUen ^on= 
tnren be» ©tarren an§> bringen anbre ©itte, anbrer ©lanbe, 
anberev Seben»bebnrfniJ3 auä) in bie nngegliebertften San; 
bermaffen ein. S)ie ©übfee^^nfeln finb ja fd;on ^rote= 
ftantifdje ^irdjfpiele ; am fd^luimmenbe Batterie, ein ein= 
gige^o ivriegf^fdjiff üeränbert baö ©d;icffal iton ßl)ili.... 

^srinjeffin ^lelene l;at bnrd; il;re l)oIbe 3tnmntl; nnb 
geifttge Überlegent)eit and; geftern mand;en rol;en loiber^ 
ftrebenben ©toff befiegt. @;3 iüar red;t läd;erlid;, spie einige 



42 

^crfottett \iä) giüangen, ernft, iüürbig, iinb — aïbern ju 
crfcl;eiucu. Sie geï;t, luaso inict) befonbeit^ erfreut, mit bcr 
gri3^teu ^eiterMt bem neuen Sanbe entgegen, ^â) iuünfd;te, 
ba^ fie meî;r allein ben 9tt)ein paffirte. S)te alîutter ift 
brat) unb gebilbet, aber fd;üd;tern, unb anbere ©eftalten 
ber Umgebung feilten billig auf bem bieffeitigen Ufer blei^ 
ben. ©lücllid;erlüeife ift man in ber großen franâbfifd;en 
äöelt gauâ üon ber Heinlidjen 3Jloquerie unb Sabelfud;t 
frei, bie in Berlin unb ^otiobam l;errfd;t, iüo man ï)îo= 
nale lang gebanl'enleer an einem felbftgefc^affeneii ^cxï- 
bilbe matter ©inbilbungèfrafl naget. 

3jd^ l)atte ben ©el). Äabineteratl) 3Jtüller, ber ©ie unb 
3t;re ©eiftec^^robufte §u fdjä^en n)eif3, meine grenbe ti;ei= 
len laffen. ©r ift aber, al» ^wi'ift/ ^ud; auf h^n erften 
îBogen No. iJS. (ate^enfion beè ^^roinitâialrecïjt^^ wn ©oc^e) 
abgefdjïueift. 2ßollten ©ie, tl;eurer greunb, mir uidjt, für 
ajiüder, ben Slufang jener Siejeufion fdjiden? ©anfbarft 

21. 1}. c^umbolbt. 



43 



29. 
§umï)olbt nu S^arnl)rtgcu. 

SOîeutag, bcu 30. 2lîai 1837. 

©ic fönnen, mein uereïjrter ^^reuiib, gaitj über ben 
Xl)iil bcr 3lfabeinie bisoponiren, Uè ià) "i^ïjnm ein eigene» 
©yempïar fdjaffe. 2)ie 3}îitt(;eilnng fui* ben geiftreid;en 
&anè ift mir befonber;? angenet)ni. .^cgcrio ge[cf;id;tlid;e 
©tnbien toerben mid; befonber'o inlerejfiren, iueit id; Uè- 
l^er ein loilbe^ 33pnu1{;eil gegen bie 3tnfid;t ï;ege, baf3 bie 1 
SSöIfev, an jebe», etiua^ repräfenticen miiffen; ba^ aïleê 
gefd;ef;en fei, „bamit erfüllet lüerbe'' iuaê ber ^f;ilofcpI; 
tierl;ei§t. 3d; luerbe aufnier!fam lefen, nnb gern öon mei- 
nem ^orurtï;eile ânriidfommcn. 2^)ï 

21. Ü. ^umboïbt. 



44 



30. 
§uiut)oIbt an Söarit^agcn» 

©cunaknb, ben 1. Snli 1837. 

Sltcrgeu $^egel unb SJZontag Slbreife nac^ bem einigen 
Üuell, bei bem mir ber 3ltiblic! be^o ^^-ürften üoii 'Ii>arfd;au 
bie trii&e 6eele nicf;t erï;eiteni luirb — e» ift mir baïjer 
nidjt gegeben, ^ijmn perfcnlid; meinen innigen S)anf bar= 
anbringen. ©Dpl)ie Êî)arlotte nnb .^Qegel'^^ 5pbilofop(;ie ber 
©efd;id;te ïrerben mid; begleiten nnb mir beibe ein greyer 
Öennfe fein. %u§> ©emütl^ ioenbe ià) mid) lieber gu 3f)îten. 
&n -Malh üon ^been ift freilid; für mid; in jenem .^egel, 
bem ©an'c fo meifterbaft ben iîaraftcr feiner grofîen 
."^tibiinbnalität gelaffen l)at, aber für einen 3Jienfd)en, ber, 
lüie id;, infeftenartig an hm 33oben nnb feine Tiatm- 
üerfd;iebenbeit gebannt ift, mirb ein abftrafteè Sebanpten 
reinjalfd;er Sbatfad;en nnb âlnfid;ten über Stmerita unti 
ble inbifd;e äBelt freil;eitraubenb nnb beängftigenb. S)abei 
Derïenne iâ) allée baè ©rojsartige nidjt 

Sn 3t)nen ift aile» tief nnb milbe ^ngleid;, unb ©ie 
befigen ina» jenem fel;lt, bie eluige 2(nmntl; nnb ^ngenb 
ber ©prad^e. 

21. ^umbolbt. 

3Jlein Seben i)abc id; red;t fd;lecl;i eingerid;tei, ïd) tt;ue 
alle;3 nm red;t fml; ftupibe â^ luerben. ^d; tl;äle gern 



45 

„33er§i(^t auf baC^ europätfd;e Sîinbfleifd; /' baê ^egel ©. 77 
fo inel bcffer a^J baê atiievifanifd;e fabelt, iinb lebte neben 
ben fd;iüad;en ïraftlofen (leibev 25 gnfs langen) Aroïobi^ 
len. 6. 442 — 444 l^at nnfer ebïe ^^reunb nitï gemi^ 
munbre($teï gefeilt. — 



46 



31. 
§iimï)oïbt on ^^ttrnîjagcn» 

33 er lin, fcen 4. Oïtobev 1837. 

Sie geben bi'clueilen fo gern S)aner f(iicf;tigen ©rfd^ei; 
nnngen, imb i)eir»al;ven luay bie SBinbe baüontragen, ba^ 
id;, t^enrer grennb, SI;nen bie !leine 9îebe fd;idfe, iueld;e 
bie 3eitnngen fo üerftümmelt mitgctf)eiït Ijaben. S)er ©inn 
luirb 3l;nen gefallen, menn and; ber 3tib5brnd bei üöllig 
mangelnbei" ä^ovbereitnng, gelinil^lter fein tonnte. Saê 
politif($e ^annoüer I;abe id; gefnnben, mie ©ie eè anf= 
gefafjt, nnb ^riüatgefpräd;e mit bem Jïonig ©rnft, bie 
gleid;5eitig ßovn nnb gnrd)t anSbriiden, beftätigen bie 
2(nfid;t. Seift any ©tabe nnb fein fünfftünbiger 3]ortrag 
follen aber nenerbingê toieber fc^meid;elnb gefd;abet t;aben. 

S(. §t. 

©tiegli^, 2Bill;elm§ ältefter grennb, nnb ber il;nt einft 
in ber Seine ba^ Seben beim 33aben rettete (mein 33rnber 
fd;rie il;m gn, mit beifpiellofem ©toici,^3mnê : „3d; fterbe, 
aber e.§ tt;nt nid;t!o!'0/ iuar mir eine crnfte ©efpenfter- 
ßrfd;einnng. ^è ift mir etma^ llnr;eimlid;e^ in feiner 
©eifte^>ir>irhing. 



47 



32. 
Apumfiolbt nit S^arnïjogem 

©oiiuta^, ben 22. OUoUx 1837. 
^aà}të 2 UI;r. 

3<^ fÎTibe naâ.) einem faft ad}ttägigen 2liifentî;aïte in 
^otC'bani, ber mid; fef)r entmntï;igt l;at, 3î;r lieben C'iuiir^ 
bige^o ätnbenfen. (empfangen ©ie, uereîjrter ^^^rcnnb, ncc^ 
bief en 2tbeub meinen linïmiften San!; ©ie Ijah^n an mir 
gelobt, tüonad^ tc^ am meiften ftrebc, nid;! fo[fil jn luer= 
ben, fo lange id; mid; nod; beluege, nnb feft an bem ©lau= 
hen 3U t;aïten, „baf3 bie 9îatnr if;ren ?^lnd; gel;ängt l;at 
an haê ©tilleftel;en.^' S)ie ^ugenb ift baê ©i;mbol be§ 
gortfd; reiten^?, nnb bie, iucld^e je^t regieren, (bie berliner 
3öeUelepl;anten) sont des momies en service extraordi- 
naire, ©nte '^laä)t 

2Ï. ^nmbolbt. 



48 



33. 
§nmïioït)t nu S^avnl^agcu« 

Berlin, Siencitag beit 7, ^îoluniiber 1837. 

3)eï 5tnfaiiti iiteincê 33riofe§ i[t fttittad): ba§ 6nbe 
üeniünftiger. 3(£)er ©ie foüten ben tivaitiatifc^en 
(5ffeît be§ ©anjcn iiid)t iierlitTcn! 

SSûv ©ic forbcni, mein tï;curer g^reuub, tft fcî)v U- 
ben^ocjefcil^vlicr;, beim e^-> ï)aubeït \[d) uicl;t blo^ nm meine 
©efiil;le, fonbevii mirf; um bie einer 'j^amilie, bic ängftUd; 
beutet. Se treffenber uub geiftreid;ev 3î)ïe ©cf;ilbening 
befouberv ©. 10 -15, tft, [„©r ging üou ^beeu am'' ... 
„3öav il;m isieïc ganj abfpred;en'' ...] befto unl)cim= 
lid^er iinrb uiir alkx> in einem fo furjen 2luffa^e, ba hai- 
3Jfitbernbe in ber S)ar[telïung eiuev gaujeu, politifd; uub 
litterarifd; nid;t nuund;tigeu 2dmW liegen U)ürbe. 55)iefe 
DoKftänbigere S)arfteKuug ift ober jeljt unmöglich, bal;er 
mein äönufd; immer ber bleibt, für feineu 9îubm burd; 
^Verbreitung feiner litterarifdjen Slrbeiten ju forgeu. äi3eg= 
laffen, ^eräubern, in biefem fd;önen Sluffatje, unirbe il;m 
Sfïeij unb iîraft nel^meu. ©ie tjaben bav> (êan^e in ber 
ebelfteu ©timmuug gefd;rieben, aber e-J giebt ^nnfta 
(Sîeinele ^ud;^o, bay ^'erl;ältnif5 gn ^rau üon 4'>ii»i^^t'lbt), 
bie befouber^o ieljt ucd; nid;t angenef;m ju berül)ren fiub. 
;î)a ©ie blo[3 iubilnbueïïe ©inbrüde frei luni mir aufge5äl;lt 
toerlajigeu, fo mill id; 3t)uen biefe unebergeben. Oft finb 
e§ blof3 Stveifel 



49 

@. 5: „^remb bent abftraïten ©enïen'". . S)ie Se= 
jeic^nung „mittlere 5)3l;itD[Dpt;{e'' ge'^t n)o^l auf bie Äam 
ttfd;e, ber er am meiften anijimj. @r glaubte gerabe, ba^ 
3)îetapl;t)fif, aber SSor^i^^egelifdje, 'î)a§> ^auptfad; feiner 
Sugenb geluefen fei. ^â) iüünfc^te Wo^ einige fc^ärfere 
SBejeidinnng. 

©. 6. „Sin eigentïid;en ©inné nid;t probuftiü/'? 
^t^iïofop'^ie ber ©prad;e nad; ganj neuen 2(ufid;tcn, ©eift 
beê 2ÏItertî;ximê, 35earbeituug ber ©efd;ic^te, tiefer 6inn 

für ^oefie in allen biefen §äd;ern l)at er bod; nid;tê 

Unbebeutenbe^i probujirt. 

©. 8. „©til lauter ©iè'^; milbern ©ie ttww}. ©ie 
tl;un e» ja felbft ©. 30 luo bay ÏOort „erlüärint". 

©. 13. „©0 ift ber 9tuf balb entfd;ieben, unb ber 
3^ame 3i)îepl;iftopl)eley ober Sfleinele . /' 'Man ipürbe bie 
glüei be5eid;uenben 3tamen lücguniufd)en, ba allée int 
SSorigen in ber glüd'lid;ften Sebl)aftig!eit be^ ©tiB gefagt 
ift. „^Dtepl^ifto^jljelee^' . . . erinnert au ben .^ergog iîarl. 

©. 14. S)ieje ^ragc über ©euiütl; unb ber Stu^fprud; 
S;allei;ranb'ê, ben iä) nid;t launte, unb ber nur einen 
©inn burdj ^lebeubegie^ungen poUtifd;er lîrifd;luffig!eit l;at 
t)abeu ïonnen, finb uid;t angeuel)m. „C'était un des 
hommes d'état dont l'Europe de mon temps n'en a 
pas compté trois ou quatre '', l;at)e iâ) S^^aUeVraub fa= 
gen ^ören. 

©. 15. „2Saê il;m SSiele ganj abfpra($eu'^ . . fel;r 
fd;arffinnig unb fd^on. S)ie alte ^rin^ef] Souife fagte bon 
S^nen: „©ie feien am meiften ju furd;ten, iüenn ©ie 
red;tfertigten/' 

©. 18. 3)tein 33ruber erjal/lte oft, ba§ i^n ©tiegli^ 
gerettet, aber bie ÏOorte, bie in feinem 9)hmbe rul^m^ 
rebig gemefen lüären, l;örte ic^ erft îe|t t»on ©tiegli|. 



50 

©ie [iiib fet;r d;ara!teriftifd; unb W)al)v, Sllfo 511 îr)unf($ett 
bio^ ein eiläuterube^o, aJiijjüerftanb I;iubei*nbe!o 3i3ort. — 

6. 23. Saf3 er dlaijcl uueubticl; beiüunberte, ift \el)x, 
îeî;r iual;r! 

©. 28. „35erfaffimg§gnu!bfä|e." SBenn ©ie je i)on 
bicfen blättern ©ebraucl; inad;en, mein %l)enxcv, fo fd^al; 
ten [ie \a ein: „iücnn er glcid; fpäter in cinbern 2(uffäljcn 
anf ba^ beftininitefte anf bie Dtotl^iuenbicjï'eit einer allge= 
meinen 9îeprafentatit)=58erfa[[ung gebrnngen l)atk/' S)ie 
ßinfd;räufung ift nötf;ig. 3cl; ï)abe felbft feinen ^(an jnr 
äserfaffnng nnb gnm äljaiyimobnv in c^änbcn getrabt, nnb 
er ift in biefen ^been geftorben. 

6. 31. ©tatt „©eij'': gn grofje ©parfamfeit. 



3d; lefe nod; ciiiinaï: mit mel;r @eifte»rnl;e finbe id; 
baê (^aw^è jn bem heften, luaw ©ie je gefd;rieben. ©. G. 
7. 10—12! 13-20. 24—27. 30!! alle^î, faft aUe^3, nnb 
mit nnenblid;er 3i)tilbe Ijab^n ©ie luiebergegeben, roaê ©ie 
l;ier iinb ba etlua^ fd;roffer gn nel;men fd;ienen. 

„ II n'y a rien de maudit , fagte ber grofje 9JtaI;ïer 
©érarb, que de consulter la famille sur la ressemblance 
du défunt. Il y a de quoi se j)rendre, telle est leur 
exigeance! Ils auraient fait bon marché du parent 
vivant.'' ©0 luerbcn ©ie üon mir fagen. ^à) frage 
mid; nnn am ©d;lnffe felbft, ob id; nid;t bem ijon mir 
fo gartïid; nnb f o forgfam geliebten 33rnber einen grof3en 
9lnl;in ent5ieï;e, inenn iâ) ©ie im Gingange baty nid;t gn 
brnden? 

Snierbing^ loiirbc id; i[;m einen 9hiï;m cntjietjen, 
bcnn îoer iuirb je fo eingreifenb loal;r niib fo berebt iiber 



51 

{(;u f einreiben. 3ïIfo itjaê id; mifjiiopfent Un'îufcfje, 511 er- 
fîel;eu toage, ift ja fo iüenicj; Ijei 3^;rev ©elüaiibtl^eit be§ 
©tiB fo leidet 511 äubcrn! (B^ beixd)t fid; auf bic luciiiGen 
3eiïen, bie id; ©. 13 imb 14 Hutcrftvid;en, 9taf;er» llv- 
tl;eil @. 14 nub 15 aber nid;t eingerechnet, [ic ift immer 
milbe, unb gered;t, nnb anmntl;ig. 

^ahm ©ie ben iucirmften, iunigften '3)ant, mein lier= 
e'^rter g^rennb! 3lnt)UDrtcn 6ie mir nii^t. 3d; fomme 
morgen frill; gegen 12 lXl;r jn 34;nen. Sl;r 

21. ^umbolbt. 



52 



34. 
.giimljoîbt mi S^arnïjagcn. 

S3 et lin, ben 9. Sum 1838. 

^d) Un feï;r glilcïlicf;, i)eret;vter ^^reunb, 3t;nen bie 
einzigen bt»l;er erfd;ieneneii S3änbe beS grojiett niPd^en 
Sid;ter» gum ©c[cf;euî barbieten gu fönneu. ©oit td; 
morgen ©onntag 1 llt;r gu ^Ijmn ïomnien, bmnit meine 
Singen bie fd;önen Stngen fel;en, n)eld;e ©ie in ba» fla= 
toifd;e ©pra(j^ïabi;rintt) (§n xmferm litterarif d}en §eil) 
ïjineingejogen 'i)aben'^. 

S3ei §errn Ë. Un id; gioeimal geincfen, ba er nidjt 

§n ^anfe iuar, ïjalte id; it;m iîarten gelaffen; bagn ï;abe 

i^ iî;m einen §ärtlid;en S3rief mit âlnerbietungen für 

^eterôBurg (gnr 9letfe naâ) @enf) ge[d;rieben, — aber feine 

©ilbe feitbem toon iftm geî;ort. (Bin fold;e^3 53eneî;men bei 

einem jnngen îllanne, ber DÏ;ne mid; nod; aie i^ofafens 

fd;reiber in Drenbnrg fi^en iüürbe, lä^t fid; fc^njer cut; 

rätl;feln. S)an!barft ^l)x 

Sonnabend. 

21 ^t. 

Slntiüorten ©ie nid;t, iöenn id; ïommen barf. 



53 



35. 
vgumöolbt ou SBarii^agciu 

93 er Uli, bcn 3. 3(iiöii[t 1838. 

©ie [inb für inirf;, mein ücrcl;rtev ^reunb, inie bev 
9M;ter be^ guten ©efcl;macïe^v fo fiwd; ber 9ltd;ter be^ 
srnftanbe^ nnb öorneT;meu ©itte. ^d; |ak für Gotta'ê 
neue Üuartal^^ß^tlcf^nft S^ï'ci 3lu[fä^e gefcf;vieben (nod; 
ntd;t publiâirte), üon bcneu feine 9iatl;(3eber fef)r ent^iidt 
finb, eine Duatnrbefcfireibnng be$ ''-Platean üon 33DgDta unb 
über (Sd^iuanhintjen ber ©elb^prcbuftion feit bem 9)tittel= 
alter, ßr fd;idt mir bafiir (ex^ [inb t)ier gebrndte 33Dgcu) 
einen 2Sed;fel anf ?5^rege gu fünfzig griebrid;vb'cr, ba§ 
finb über jiDöIf griebrid;x^b'or ber S3Dgen. 3<ï) ï^iiï'c (fo 
fet)r id; @elb brand;e) Suft, bie .*gä(fte gurüdangebcn — 
aber inbem id; ben @ntfd;lu^ anî-.fu(;re, fällt mir ein, 
mid; üorl;er pi erfnnbigen, lüa-S man ntol;! je^t aU Ma- 
ximum be» .^onorar» für ^onrnal=3lnffälje betrachten barf, 
ob fed;», aâ)t ober 5et)n griebrid;i5'bor ©itte ift; bann 
fd;idte id; lüeniger gnrnd. @» !ann mir iDi(^tig loerben 
für bie ^-olge. S^ergeil^en ©ie bie profaifd;e 2(nfrage nub 
fd;reiben Sie mir nad;fid;tviiort in einigen ^agen ein ;paar 
aöorte. ^ä) geï;e ï;ente nad; ber ^n\d. ^t 



3n 3?arntiagen'§ 2;ageb(ättern i^om 9. Sdiguft 1838 befindet 
fic^ gotgenïieS angemerft: „^umbotî't erjäl^tte mir, in einem 



54 



langen SSefnc^, tie u^euigïeiten t>on S^cpül:.. ^ev iîonig fon 
$reu^en unt) i?er Eaifer t>cn Dinf^lant Iiabeu e§ beiberfeitê t»cr= 
niieben, mit cinauber allein ju fein, inbeni jeber nur 3Sev(cgen; 
(leit bat>on befuvcîitetc. S)er Sîaifer fprad} bei met^rcven 3(nläffen 
c;an3 üeräcbtlid} von bcm jct^itjcn franjöfifcljcn 9îcgiernng§luefen 
unt» ncd} fd}Umi)ier von tein iilönigc Sublüig ^$bilipp inSbefontve. 
S)cr 'Jüvft iion 3}îeltcrnid} iuar leid)t unt jerftmit, für tie öegen^ 
niart Heilig obne Sorge, niibrte aber ftety ten tüftern ©etan; 
fen, ta^ mit tem Siotc £iitung ^'bilippâ eine neue SBentung 
beginnen unt ter 5îrieg unDeriueitlid} fein Juürte. St^ill er tieö 
ten Sintern fürerft cinrcten? frage id). Sei 2)ietteruid) nuif; 
man immer juerft prüfen, lüiefern eine 2)îeinung gerate im 2lugen= 
blide für feine ©tellung taugt. — " 



S)en 9. 3lpril 1839 berid)tet 25arnbagen in feinen Stage- 
blättern: „i^umboltt fam unuermutbet, unt mad}te mir tie 
gröfsten (Sntf(^uttigungen , tafî er mid} fo lange nid}t gefo(}en. 
Unt nun fi^üttcte er feinen Sad aiiè , mit taufent Sîeuigfeiten, 
non $ari§, »on ï}ier; IüdI}! jlvei Stunten lang, ©r fiebt tie 
Sad}en in ^yranfreid) für fel;r betenflid) an, unt t;at in tiefem 
Sinne auc^ anleimt an ten 5'i'irften »on DJlettevnic^ tapon ge^ 
fdjrieben; I}eutc nod) fei tie franjöfifc^e iîrifiô ganj eine innere, 
aber morgen fdjon ïonne fie fiâ) nadj aufjen »i«nten, unt mic 
nötljig fei eâ ta, ta^ S)eutfc^lant in fid) befeftigt fteljc, ba^ tic 
ïolnifd)e unb tie I)annöt)erf($e Summïjeit abgetï)an fei! — " 



©en 19. âlpril 1839 crjäbtt 3}arnl)agen in feinen 2^age; 
blättern: „^d) befud)tc .^umboltt, ter mir pieterïei mittl)ei(te, 
and) ein fc^bncê 33iltni^ toon 3(rago jcigte, ta§ mir befonterâ 
luoblgcfiel! Gr fprac^ toieï über tie 33crH)id(ung ruffif(?^er unb 
engUfd)cr SSejügc in Dftintien unt 5perfien, unt crjäl^lte, h)a§ 
er au§ tem 2}lunte te» ruffifd)en ^aiferê felbft îjieruber gef)ört; 



55 

ber ^aifer tvax \dn eiinttert cjcgeit bie Gngtanbev, unb (oi-jte ben 
größten 2Bevt(; barauf, i(;rer .'oenfd}aft iii 5tiicii eutgei^enjuiinr; 
fen. §umbo(bt giebt mir barin ÎHcd}t, ba^ nocf) gute füufr^ig 
^a^re î)ingcï;en fonnten, e(ie ben ßugtänbcrn in Dftinbien tuirf-- 
Ixäie ®efal}r non ben Dinffen brol}te, "oaf, aber 33ci'crgnif; nnb 
6ifcr anâ) obnc 9tot(; fviiber, a(3 ber 3"Min^'-'»[tc>f> i't'tt evfot; 
gen fonnte, einen in (§nropa (len^omifen bürfteu, trietool^l man 
'\xâ) Vion beibcn Seiten geiuif] etiua» befiniien luiirbe, cljc man 
e§ ba{;in triebe! — " 



3)en 25. dTiai 1839 fd)reibt 3>aniljagen in feinen 3:agcb(ät= 
tern: ,,3d} traf §umbo(bt unter ben £inben; luir pti-iiiberten 
lange. Gr erjiibtt mir, ba^ man am .§ofe über ben %o\> won 
Gjany abfdji'iiüd} gefprodjen, mit 2CuynaI;mc be§ iUniig§, ber nie 
von 3:obteu übet [prid}t, unb beâ Älronprinjen , ber fogar ein 
Sßort beê 33ebauernâ gefagt; bie auberu ^^rinjcn I}abeu gefrob- 
todt, bie <5ürftin »on Siegnit^ and) feî;r mijîlDDKenb gefprod)en." 



56 



36. 
^iimïjolbt an ^arutiaflcn» 

33erliu, Wontaa, ben 3. 3uni 1839. 

5)ûi§ 55uc^ lDa§ (Sie mir (jeïieï^eu*), mein t{)eiirer 
^•rennb, ift ein toftticf;e^ 53uc]^, ioie alley îoftiid; genannt 
iüerben mnjj, iua'S bie Snbiüibnalität ber 3)knfd;en hc- 
âeidjnet. SJÎeine» S3rnbery Briefe [inb fel;r fdjon. ©ein 
llrtf;eit nber ben (5taat§!an3Ïer mad;t feinem Aaraïter üiel 
©(;re, nnb in bem 9îad;ia^e, ber bem an^^gefprod;enen 
Sobe ettua§ ^n neï;men fd;eiiit, liegt ein tieferer politifdjer 
©inn tierborgen, ßr bejietjt fid; n)oï;l auf einen anbern 
großartigeren 9tU!ogang, t^cn jene ©ntioidclnng ber Söelt- 
begebenï)eiten t)ätte f;aben föniien. S3efonbery freut mid; 
bie 2tner!ennnng 3^ reo Siiatent», ^l;rer SarfteUnngê- 
iüeife, bie 9(ner!ennnng beê ©eeïenreid;tf)nm§, ber in 
9îaI;er!o Briefen (lyenigcn offenbaret) liegt. Slbam 3)înl= 
ler'ê ariftoîratifd;e 9iüden, nnb bie fo bänrifd; natnr= 
Uc^ berliebte, bud'ttge nnb beßljalb geioifj etloaf^ unjüd;:: 
tige ^rinjeffin**) geiuäl;re)i ben l;errlid;ften Jîontraft beê 
politifd^en nnb menfd;lid;en IXnratl;^. ,,®a^^ 33aterlanb ret^ 
ten, fagt ©enl3en'^^ erfter älienfd;, ljeif3t ben pre:if3ifd;en 2(bel 
lüieber in feine 9îed;te einfe^^cn, iijn nnbefteuret §u laffen, 
bamit er, nac^ einer furjen ^iegogiajion, bem alîonard^en 



*) 3)DrDn>'ö !î)ent){^vtften unb 33vtcfe. S?aub III. 
**) <BDp'i)Xi. Sil^etmine, ^vtnjeffin tpit iBatveatf;. 



57 

fein don gratuit frei barbringett fönne. ^ajii mu^ ber 
Wen\d) imauf{öe>li(i) an bcii 33oben gcfeffeït bleiben/' 2ßie 
bie aiiontmorcnci/iS ber Ufermar! [ici; muffen gefrenet l;aben 
ioaê nn^Io^ in i(;ren armen Seelen lag, in fo fd;nlgered;te 
5Dogmen gegoffen, in fo gebilbeter ©pracl;e toon einem 
talenttiolleii ©cf;riftfteller an^?gebrucît jn fe^en ! 2ln '?fiaum \ 
nnb 3^it ift ^i^f*^^* iîaftengeift nid;t gebnnben. @efpenfter= 
artig icirb er 'iià) brol^enb einft lüieber geigen, toenn id; , 
nid;t meî;r fein iuerbe. 3<^ frflge ntid; oft, ob nnter beîij 
33e!ren3ten, bie (loie bie .^omerifd;en .^^elben) an;3geftredt 
im SBottmarfte anf if;ren Qääm ber 91ul}e pflegen, Slbam 
9}înller nid;t ioieber llnterfd;rif ten fammeln l'önnte? 33en; 
iamin ßonftant l;at biefen unbetüeglid;en @rbtl;eil ber @e- 
fiunung fel;r biibfd; in ber Parabel be« ©d;iffbrnd;.§ anv= 
gebriidt: „Grand Dieu^ je ne suis pas assez indiscret' 
pour vous prier de nous sauver tous. Sauvez -moi 
tout seul/' 

3Benn ©ie einen 3lngenblid 3)înffe liaben, fo ïefen 
©ie blätternb im britten ^anbe meiner ©efd;id;te ber ©eo; 
grapljie beS SJÎitteïalterê, ioaê id; über bie 5Ratnranfid;ten 
nnb ben ©til üon ©l;rift.' ©olnnibuê entioidelt l;abe. ■ 
^. ni. ©. 232. S)en ^Tranm ©. 316. Go loar ber | 
©egenftanb einer Seftlire bei (Sl;ateanbrianb nnb ÏRabame i 
Sîecamier, nnb gefiel, \m ber Stn-cbmc^ be§ @efuï;l!S ge= \ 
fällt 5it)ifd;en hen oben ©teppen minntiöfer ambition. | 
^ä) l;offe balb Sbiten bie erfd;ienenen fünf ^änbe bar^ ' 
bringen gn tonnen. S)ie 9îad;laffigfeit meines ^nd;l;änb= 
lere l^inbert mid; jeüt baran. 2l.~.^t. 



3)en 9. 3'u"i 1839 bemerft 3îarnï)agcn in feinen î'agebldtî 
tern: „^unibolbt beftätigt meine auc^ fi^on öftere auggefproc^ene 



58 



93el}au^tung, ba^ auâ bcm ©(J^mei^en ber Sïutoren nic^t 511 »id 
gefolgert Jüevben biii'fc. dt fiil^vt brei lüid)tige, ganj uu(äug= 
bare 3;[iat[ad}eir an, vou beneu man ba, lüo man e§ am meifteu 
»orauêfe^eu mü^tc, fein ot'"G"if5 fiubet; in beu Strdjiueu von 
^Barcelona feine ©pnr won bem 3:riumpl; - (Sinjug , ben Golumbnô 
bort (}ie(t, in 3Dlarco 'Çofo feine ßriüiibnnng ber ct)inefifd}cn 
3}îaner, in ben 5(rd)ti.HMi ihmi '^sovtugal nicl}ty über bic 9îeifen 
beâ 3tmerigo SSeSpncci in ^icnften biefer .Hrone. (©efcbic^te ber 
©eogr. beS Dkuen Kontinente 3:1;. IV. ©. 160 ff.) — " 



59 



37. 
.^^^niui»oîî)t nu îi^rtiuljaoeii, 

grettag, ben 13. ©e^^tcmber 1839. 

^cïx ^^Macjet ï;at mir einen red^t angettel)nien ©inbnicE 
t;interla[fen. ©r Unirbe inol;! eigentlid; bem Collège fran- 
çais, aly jDi'ofesseur de littérature ou d'histoire, ani 
nüljlidjften fein, aber haS: :pebantifc|e Dberlel;ret:s@yamen 
ftel;t entcje{(en. 3dj ii^crbe aïle^3 bei .^perni i)on 2Bertï;er 
t>erfud;en, iuo freilid; ber ctiua-o nnl{tterarifd;e ©djnanj- 
bart nnb bie langen fd;Iid;ten ©übfee^^aare awaè an^ 
fallen lu erb en. 

3Jtit alter 2lnî;anglid;feit ^l^r 

21. i). «pnnibDlbt. 

SBunberbar gemtg, baj^ bie 9tenfd;ateIIeu 9îatï;e beim 
lîabinette .'»^ci'Hi paget abratï;en, par jalousie de métier? 



60 



38. 
^umbolbt au S8aiuï)0oeiî, 

33 er tin, ben 29. Secemtev 1839. 

(S^ {ft eine fd^öne unb red;! iiienfd; tiefte §anblmig, 
baf5 Sie mir, mein fleurer g-rennb, biefe f leine ©d;rtft*) 
leifjcn, bie mir geioif? entgangen uuire. '^a§> Sob, )üa§ 
6ie i(;r joden, ber ©ie fo lebenbig ein Sebenêbilb gn ent; 
iuerfen, rinb fo anmntt)ig gn üerfd;önern lüiffen, o'^ne bie 
©rnnbgnge jn öeriuifc^en, ift eine gro^e Slntorität. £rie'5 
ge(;ört übrigen^ nnter meine ^ngenbfrennbe. 2Bir befnd}= 
ten gnjammen bei §ei;ne bay ©eminarinm. ^ä) bringe 
3{;nen bie ©d;rift balö lieber. 

3t. ^^nmbolbt. 
^n grever 6i(e. 

*) gr. ^acoW 3u6e(fdn'ift \i\x fiieö in ©Ptf;a. 



61 



39. 
^ïimfioîbt oil S^aruljagcu. 

aJîttttoodf; 9îacf;mtttaci bon 26. getvuav 1840. 

3d; beflage mid), tl;eurei* grexmb, Sie uerfeî;ït 511 
Ijaben. ^d) wax fet;r leibenb am f^njj, an einem elenbcn 
kleinen Suujclgej'djlDür, iinb Wax I;oute nur ju meinem 
9îad)bar Secpolb öon ^ud; (juin erftenmale) gegangen. 
.^erjUd^en '^anï für 6efen(;eim. '^^ ®i^ I;aben )doI;1 
9ted;t geï;abt, bie îleine ©d;rift, bie im ï;Dd;ften ©rabe 
einen beutfd;eu i!arafter I;at nnb ein fo finnige» Sn= 
tercffe burd; ^ï;re S^orrebe geiuinnt, ber asergeffenl)eit gn 
entreißen. ®y Ie6t in bem @d;riftd;en ein fd;öne» ©e^ 
fuî;l für ba^ Waê einem S)eutfd;en in feiner Sitteratur 
lmd;tig nnb ï;eilig bleiben mn§. Ser Wann bnrd;forfd;t 
(Sefent)eim nnb 2)rufenî;eim ipie 3[nbere bie ^roabe. Sie 
(Sigeunaïuen finb ïeiber ireniger :pDetifd;. ^k Stellen 
©. 12 nnb 13 finb uoiï âlnmntf; be;? 6ti(y; bann lyirb 
ber ^t;iloIoge fd^ioerfcittig :ingeiDif3 über ba^, \va§ er 
l^alb erforfd;t, nnfic^er toie über einen alten Gobey, ben 
er gn flüd;tig gelefen. Db ^ricberi.fen^^ Sd;lüeftern, „be^ 
ren man fid; fo gar nid;t an5nnel;men l;at'' ©. 48, ob 
ber !atl;olifd;e ©eiftlid;e, ber fie „jn galle gebrad;t''. 



*) aBaUfarjït naâ) ©efen^etm. 33on 2Iuijup gevbtnaub Dîafc. 
^evauegeijelben l^^on ^. ?t. 33avn^a3en bon (Sni'e. Berlin. 1840. 



62 

îinb bann (nad; anberer £e^3art) auc^ nid^t §u %aüe 
Q^hïaà)t, an bem allen ^reube i)ahen JDerben, entfi^eibe 
icf; nid;t. Über bie ^Iroabe imb ben ©famanbev ift man 
auà) niàjt in'è Sfleine gefonunen, nnb Helena I;at [id; muffen 
mand^en @ned;en'.^Iatfd; gefallen ïaffen. 
mit alter greunbfd^aft banfbarft 3r;r 

21. \), ^bt. 



63 



40; 
.^umljolbt au äJanitjagciu 

montaçi, ben 9. Tl'dx] 1840. 

Ser ilronprlng, bem id; an biefem 9Jtorgen "^Ijt in; 
I)aïtreid;cê Seben-olntd; gcbrad;t, l)at iiiir mif getragen, 
3l;nen, üevel;rter '^mmb, feinen „frennbUd;ften ®cvn!'' 
an'^ânbvMen. @r Ijai [id; babei 3f)ver .„<SopI;ie ß(;arIotte, 
S(;reê ©eyblilj, iinb bei' immer anmntl;igen ©prad;e, ber 
©e)uanbtl;eit fd;tinerige SebeneiV)evl;äItnif[e jn fd;ilbern'' 
erinnert. S)ie freimutl;ige ©telle über ©vimin I;abe id; 
i!^m öorgelefen. ©ie i)at fel;r gefallen nnb ein ©efpräd; 
über ^annoüer l)erbcigefül;rt. (sr l;at fel;r Derftänbige 
äöorte barüber fallen laffen: „S)er Jîonig toon §annor»er 
r)erftel;t nid;t, S)entfd;e gu bel;anbeln: er iuei^ nid;t, luie 
man biefe geiniunt, toenn man ben âlngenblid gemütl;; 
lid;er Slnregung gn bennljen loeifj. Sd; iinlrbe an bem 
S^age, wo bie 9uTd;rid;t ber enblid;en 2Sal;l in ©öttingen 
nad; .'gannotoer ïam, einen ^Ibjntanten ober (EiuiU©taat^5- 
beamteu nad) ©ottingeu gefanbt l;aben, nm ben ^rofef[o= 
ren gn banfen nnb fie jn befragen, ob e^ it;nen angenel;m 
Untre, ba^ er allen fieben ^profefforen bie ©teilen luieber 
gebe." ®av finb äßorte, bie einer ebeln ^îatur entftrö; 
men. S^on 3I)vem Slnffal^ über 9îiebnl;r, mit bem id; 
ganj einüevftanben bin, rebe id; bem -^ron^rinjen nid;t. 

mit alter Stnl;änglid;leit ^l;r 21. ü. .§bt. 



64 



41. 
§uml)olbt au S^arn^cgcn* 

mittïooâ) , ben 18. mixi 1840. 

(^ine gefd^inacEIofe ©treitfd;rift bev Ajiervu ©retfd; gegen 
SJÎelcgunoff uiib getjeii ):)(x^ mir ganj unbekannte 53ud; üon 
^oenig, Doll ©ibirien, ©trangnlation, gel;ciinen ^^onby 
nub rnffij'd;ein ^atriotijcmu:?, ein nnauêfteï;lid;e!o 2)iad}= 
ipcv!! SBolIen ©ie eê lefen, mein !îï;enreï? S)enn ©ie 
allein i3erftel;en e!3 ganj. S)a!3 ^ud; Bnnte mic^ faft mit 
|)errn 9)ieIgunoff tieiioljnen, gegen ben id; fd;on einigen 
^roïï gefaxt. Sd; I;abe jtüar feine Erinnerung üon it;m 
nnb meinem ©efpräd; mit il;m, aber bie ©prad;e, in ber 
id; i\\ il;ni fprad;, mn^ er fonberbar gebeutet unb in bie 
jeine übertragen l;aben, luenn er mid; gegen ben auftreten 
lä^t, 'QtWtw grüfse geiftige %ùhtM unb Stnmutl; be^ ©tilto 
ipie ber ©itten id; überall preife. ïoie ift e» glaublid;, 
baj3 id; gegen ©ie auvbred;en luerbe in ber einzigen Untere 
l;altung, bie id; mit einem 3}îanne r;abe, ber mir mxui 
^rief üon 3l;rer §anb bringt! âiJer fennt mir fo un- 
üor[id;tige Drinoco = ©itten? — 

9Jlart;einet'e l;at and; einen ^elbjug in ben !ritifd;en 
93lättern, mel;r gegen ©aüignl; (xl§> gegen ©tal;l üolI= 
fnl;rt. ©I ift i)iel ©d;ärfe in ber Suft, unb bie ©d;tüar= 
gen finb nid;t fd;onenb. S)a!3 ^n'^è ber ^]](,nïîppiî'^i if^ 
fel;r berebt, im iïtimaj: üon ben 9îatiDnaliften burd; 'BawXi 
§egel gu ©alilei. Seiber finb bie uprl;ergel;enben gtPölf 



65 

«Seiten oï;ne alle "^^axhe unb üon inittelmäBigftoit Stile. 
©örree unb Sd^eUtnc! ipiffen beffer §u färben. 33îid) inter= 
effirt an bem allen nur 'i>a§> S)ramati]^c unb baê S^atent 
tvaê gejeigt ober nic^t gezeigt loirb. ßäfareopapie, Si^erri- 
torialfpftem, ja bie „Slntorität toon beftimmtem pofi^ 
tin en Se^rinl^alte nnb marfirter ^l;t)fiognomie'' bie 
§err âJîar^einefe S. 41 t)erbeitiuinfd;t, finb mir ©räuel 
ober ^arnaöal^^reuben. ^eibe ^artfjeien [inb nur ner^ 
fc^iebene STrten bon ÄDmpreifion^5 = 3)iafd;inen, unb ein 
„pPDfopI)ifd^" begrünbeter (^riftlic^er S)ogmati^mu» üon 
„marürter ^^^fiognomie'' ift öon allen ©i^niirleibern mir 
baê läftigfte. 

Dîaumer (tari) l^at „treu^süge'' herausgegeben, treuj; 
§üge gegen bie ©eognoften; bie Saragenen finb Seopolb 
toon ^nâ) (3^r neu Sefe^rter) unb iä). — 2Ï. ^t. 

Hnb Sinteni» in SRagbeburg, unb ber 9îeufd; atelier 
StaatêratI;, „ber bie Sünbflut!^ I^at oerbieten laffen", 
aïleê 1840. 5Drei Kometen finb nic^t ^inlänglic^. 

^c^ b^be einen ^rief öom 3)îarqui5 ßtanricarbe aus 
St. ^eter»burg toom 5. ÏÏMrj, „man lüiffe feit t)ier bis 
fünf 3ßod;en nic^t^o non ber ßypebition r»on Q[)i\va'', — 
„It is purely an attack upon the Khan whom they 
propose to dethrone and to put his brother in the 
place.'' Sie feigen, i>a^ er fet;r berubigt fc^ieincn iriïï! 
(Sine lämmermitbe ^^olitif! — 



St. «. Jctumbctbt's abriefe. 



66 



42. 
SJÎetteniijij nu ^iimöolbt 

Vienne, ce 29 mars 1840. 
Mon cher Baron! 

JN e mettant point en cloute , que Monsieur le Prince 
royal, auquel j'ai Thonneur de répondre aujourd'hui, 
vous donnera connaissance de ma déclaration, c'est à 
ma lettre à S. A. R. que je m'en rapporte. Vous 
verrez que je me mets à ses ordres, et cela toutefois 
sous la réserve de mon ignorance archéologique. A 
cette ignorance vient se joindre celle des attributions 
de la Présidence. 

Voici en tout cas, ce que je pense d'une position 
individuelle dans son rapport avec une association 
scientifique quelconque. 

Il y a trois espèces d'hommes. Les uns sont de 
véritables savants, et leur nombre est fort restreint. 
D'autres sont amis des sciences en général, ou de 
telle branche des sciences en particulier; leur nombre 
est bien autrement étendu. La troisième classe qui 
est la plus nombreuse, c'est celle des âmes sèches, 
des esprits étroits, des viveurs qui souvent sont de 
très bonnes gens, mais pour lesquels les sciences et 
les arts sont du superflu. 

Je me range dans la seconde de ces catégories. 
Moi et mes confi-ères pouvons servir utilement la cul- 



67 



tiire morale pourvu que nous ne nous en mêlions pas 
trop en detail. Là où je crois pouvoir faire le bien, 
je regarde comme un devoir de m'y vouer; dans la 
présente occasion cependant je n'aurai que de la bonne 
volonté à mettre dans la balance. Comme ma pro- 
fession de foi est renfermée dans mes explications en- 
vers l'auguste Protecteur, c'est à ce que j'ai pris la 
liberté de lui dire, que je prends celle de vous ren- 
voyer. 

Il y a si longtems, mon cher Baron, que vous 
n'êtes venu nous voir, que quand vous vous corri- 
gerez , vous éprouverez plus d'une satisfaction ou bien 
des progrès fort réels, que nous avons faits sur les 
terrains qui vous comptent au nombre des domina- 
teurs. Jaeger dont la perte est très regrettable, 
a été parfaitement remplacé par Endlicher, homme 
d'un génie eminent. Baumgarten et Ettingsliausen 
sont des savants très distingués. L'école polytech- 
nique marche à merveille et forme des savants et des 
ouvriers fort utiles. Rösel est le premier opticien de 
nos tems et le jeune Voigtländer marche sur ses 
traces. L'établissement du Baron Charles Hügel a 
ouvert un nouveau et vaste champ à la botanique. 
Les sciences et les arts marchent ainsi à souhait. Ce 
qui leur manque, c'est un inspecteur tel que vous. 

Vous vous plaignez, mon cher Baron, de vous 
trouver être le plus ancien des étrangers dans l'Insti- 
tut. Ce sort est sans doute triste, parcequ'il est 
inévitable, à moins qu'on ne fasse la sottise de s'en 
aller avant d'autres, mais il est naturel. J'éprouve le 
même sentiment, et cela sur un champ qui certes est 
le plus vaste des champs ! De tous les Rois et chefs 



68 

de cabinet en fonction entre les années 1813 et 1815 
les seuls vivants sont le Roi de Prusse et moi. L'époque 
n'embrasse cependant qu'un quart de siècle, tant il 
est vrai que 25 ans sont toute une époque historique! 
Ne nous décourageons pas pour si peu de chose, et 
allons comme si de rien n'était. 

Mille sincères hommages, mon cher Baron. 

Metternich. 



69 



43. 

S)onnevôta3 ben 9. ^px'xi 1840. 

§ier gioet ©aïamanber. S)er fc^iüarje (jdjiuarâgerau- 
bete) Äönig öon S)änemarf ift niàjt Uo^ ein nürtoegifd)= 
ÏDnftitutioneïïer, auä) ein minemlogifc^er ^önig , ber rec^t 
gute 3)ZemDireê über ben ^efuö gefc^rieben. S)a fein 3Sor= 
ganger ein aftronomifd^er ^önig mar, Kometen = 5preife 
auêge[e|t, großen Scannern, iüie bem ©eneral 3}îuffting 
unb mir, ß^ronometer gefd^enft, auà) an einem Kometen 
(in ber ^a^t ber ©ntbecEung be^ ©alli'fcf;en J^ometen) 
geftorben ift, fo fürd;teten bie bänifd;en Slftronomen für 
iï)r î)immlif(^eê 3:;reiben bei bem irbifc^en (unterirbifd}en) 
Äönig. 3c^ iüurbe anfgeforbert , eine alte SSorliebe für 
mid^ geltenb gu madden, ^d) fud}te bal;er ben SSorloanb, 
\va§> ic^ fonft nie getl^an, M ber X^ronbefteignng ©lud 
ju iüünfd^en. ®a0 ift bie SSerantaffung beê fc^toarâen 
S)rama'0. ©er ^rief ift einfad^ unb t3erftänbig. 

21. |)t. 

Sefen 6ie ^errn üuinet (©teile über ©oet^e unb 
SSettina) unb geben ©ie mir baè ©ift jurüd. 



70 



44. 
tönig (£^riftion bev %f!i)U Don îiauemart au §umï)oïbt. 

Copenhague, ce 13 janvier 1840. 

JMonsieiir le Baron de Humboldt! Parmi les let- 
tres particulières qui me sont parvenues depuis mon 
avènement au trône, aucune ne m'a fait un plus sen- 
sible plaisir que celle que vous m'avez adressée sous 
la date du 17 décembre. Votre souvenir a le plus 
grand prix pour moi, et je me rappelle avec un bien 
grand intérêt les entretiens que j'ai eus avec vous, 
Monsieur le Baron, à Paris, il y a déjà nombre 
d'années, mais depuis vous avez enrichi les sciences 
de nouvelles recherches et la Sibérie exploitée par 
vous, comme jadis l'Amérique, offre aux sciences na- 
turelles des aperçus nouveaux, qui ne sont dus qu'à 
vous. Monsieur le Baron. Oui, je m'estimerais heu- 
reux de m'entretenir un jour avec vous sur ces nou- 
velles recherches. 

Les sciences naturelles offrent toujours des inté- 
rêts nouveaux et je ne négligerai certainement pas de 
concourir à leur avancement autant qu'il dépendra de 
moi. 

Les travaux astronomiques et géodésiques de 
votre célèbre ami Schumacher méritent certainement 
ma protection. Ce savant s'est acquis un nom euro- 
péen et j'apprécie ses rares mérites. — Quand aux 



71 

observations magnétiques d'après la méthode de Gauss 
je m'occupe de les amplifier ici à Copenhague, où 
un observatoire étabh depuis 1834 près de l'école po- 
lytechnique sera placé plus convenablement sur le rem- 
part de la ville et nous y établirons deux différents 
emplacements, l'un pour les observations sur la dé- 
clinaison, l'autre pour l'appareil de l'inclinaison. Le 
célèbre Oersted dirigera cet établissement. 

Je m'estime heureux, Monsieur le Baron, de pou- 
voir vous entretenir de l'avancement des sciences na- 
turelles dans mon pays, vous y puiserez la certitude 
que je ne négligerai aucune occasion pour justifier les 
bonnes idées que vous avez de mon intérêt pour les 
sciences et pour tout ce qui peut tendre à éclairer 
mes sujets et les rendre heureux. 

Je désire. Monsieur le Baron, que vous trouviez 
souvent le loisir de vous entretenir avec moi et je 
m'empresserai de cultiver des relations si agréables 
pour moi. 

La Reine me charge de ses complimens pour vous 
et je saisis l'occasion pour me dire avec la plus haute 
considération, Monsieur le Baron de Humboldt, 

votre 

tout affectionné 
Christian. 



72 



45. 
^umtiolbt an SBarn^cgen. 

©onnabenb ben 11. 'äpx'ü 1840. 

Ser ^ronprinj toünfc^t fel^r Stiren intereffanten SSrtef 
toon ^ürft 9Jîetternic^ feï)en §u bürfen. können «Sie, 
t{)eurer ^reimb, i^n mir trente Sïbenb Mê V2 ad^t llïjr 
îenben? 21. ^t. 



über tiefen 93rief bemerït 35arnt)agen in feinen Sägeblättern 
»ont 2. Stpril 1840: „3u §aufe einen Srief üom ^^ürften öon 
2)îetternid} üorgefunben, einen großen, eigen^änbigen. 6r erftärt 
mein Si(b beê Sßiener Ëongreffeâ für ein üoüfommen treueè, big 
auf lüenigee, baè ju berid)tigen fei. 6r felbft berichtigt um= 
ftäntUc^ bie ©r5ä{}(ung üon bem Eintreffen ber 9la(^ri(^t in 
Sßien, ia^ 9îapo(eon bie ^nfet ©Iba üerlaffen ^abe. Ein iBrief 
ton gef($t(^tUd}em 2Bertt)e! — " 

S)en 5. Stpril 1840 erit>äl}nt 35arn^gen nod) einmal in 
feinen Sageblättern ben 2)îetterni(^'fc^en 33rief. „2)îittag§ ïam 
^umbotbt", f(tireibt er, „er t)atte geftern burc^ SBittgenftein üon 
bem Briefe gebort, SBittgenftein batte baüon aU »on ber merf^ 
»ürbigften <Bad]e gefprod^en, and) bem ©rafen Drbff unb anbern 
gremben. §umbolbt trar aui^ feîjr üeriüunbert unb erfreut, ßr 
gab mir einen 33rief ju lefen, ben ber ^^ürft üon ïftetternicb il;m 
gefd}rieben, über bie ©teßung einiger Sîaturforfdjer in 2öien, 
über bie 5ßräfibentf(^aft ber arcbäo(ogifd)en ©efeUfcfeaft in 9îom. 
— ^umbolbt erjäljlt mir traurige Setreibungen beê rï)einifd^= 



73 

lt)eftpt)äUf(^en Sïbel», benen ber ^ronprinj güuftig ift. ߧ ift 
im '$(an, eine grojîe abtige unb ïatboïifcfje @rjiebung§anfta(t ju 
errichten, eine 3(n[ta(t, in bet fic^ bie 3e[«iten einniften ïcnnen. 
— 3(uf bie 33emcrfiing, ber ^ronprinj fd^eine in ber 3erftrenung 
gar nid}t einmal baran gebac^t jn l^aben, ba^ bie tranf{)eit be§ 
Königs eine it>id}tige 33eränbevung jur 'Jolge ^aben ïpune, n-- 
roiberte ber SRinifter üon 9^D(^Dto: «D fe^r tooljl bat er baran 
gebacbt, unb mancberlei ganj in 33ereitf(^aft gebalten, lüomit et 
gleicb berüDttreten lüotlte, nämli(b in ben 5îir(^enfad}en fold^e 
Slnorbnungen, benen ic^ ftärfftene bätte tüiberfptec^en muffen.»" 



74 



46. 
^iimfioïbt an S^crn^agcn, 

2)en 13. 5(prir 1840. 

2)er ^ronprinj trägt mir auêbrucflid; auf, Seiten, 
tf)eurer greunb, feinen Sanf für eine fo intereffante WliU 
tf}eilung barjnbrtngen. @raf âtloenêteben war gngegen. 
Sïïïe fiahen ben Srief fei^r ef)rent»ott für @ie nnb '^f)xe 
©d^ilbernng be^ Äongreffe», tüie and; feî)r an^>gejeid}net 
bnrc^ eble @infad^(}eit ber @r5aï)lnng einer benfinürbigen 
^ege6ert{)eit gefnnben. „Et tout cela prouve que ma 
fille est muette'', nnb ba§ man ein Suaient toie baê 
S{)rige (Sl^alent beê ^eratï)enê, beS ©arftelïenê, ber er= 
probten 20eltflngï}eit) feiern ïa§t, nm bei ^i)vem ^obe 
einmal, tüie b^i meinem 33ruber, uerinnnbernb ju hetia- 
gen, baB man nid;t frül;er baran gebad;t ©ie §n benu|en. 
Cosi va il mondo. 3(. ^t. 

3d; Un gan^ öerquafert. ÏRiètre^ %v\) nnb SBilliam 
%{lan: fleine ^rebigten in ben ^wci^tl^änfern (hk fd)euê= 
li($ften, bie bie Ünafereffe iDot)l je gefeiten) nnb fleine 
%ïaîtatà)èn gegen bas S3rannttoeintrinfen. ' 



75 



47. 
§muöolbt (Ut Sarnljagcn. 

greitag ben 29. Wdn 1840. 

Ênt[d}eiben ©ie, ber 3J^eifter ber 3ocî/trebenî;eit unb 
beê 2Boî)I!lang§: 

Sd^ ^atte: „@o lueit Humanität (©efittung) 
ben @rbïrei§ umfaßte''; 

Mix gefällt ie|t beffer: 1) „@r ï)at gïeid^ mäd} = 
tig, fo tüett ©efittung itnb ÏOeltberf el;r reid^en, 
auf bte |)errfc[;er iüie auf bie SSölfer geiuirï't^', 
(re id; en, uic^t reid;ten, haè iä) toerabfc^eue,) ober: 
2) „@D lüeit ©efittung unb SBeïtoerïe^r bie 3Jîenfd^ï)eit 
toerebelten'', ober: 3) „5Die 9)îenfd}ï;eit empfang; 
ïid} mad^ten'', ober: 4) S)ie 3)tenfd}t;eit geeinigt.'' 

SBäre dlo. 4 (oaê ïe^te) nic^t baê beffere? SSiettei^t 
l^aben @ie eine ^'nfpiration. ©teden @ie mir bei @täge= 
mann |)eute Slbenb ein 3ettelci^en t»erftoï;Ien in bie ^anb. 
SSielleic^t ift bie alte Se^^art boc^ bie befte. 2Ï. ^t. 

„Humanität" gebe' id; auf jeben %aU auf, nad^bem 
iä) ehen im legten ^anbe öon ©ampe')§ 2ßörterbud; fo 
tiiel 9)Zoquerien barüber lefe. 

„Sed quamquam, primo statim beatissimi saeculi 
ortu, Nerva Caesar res olim dissociabiles mis- 
cuerit, principatum ac libertatem; augeatque quoti- 
die felicitatem imperii Nerva Trajanus. " Tacitus in 



76 

Agricola, cap. 3. — 2lu(^ öon bemfelben alttn (eblen 
unb ïttterarifiï) fel^r gebilbetert) Djerba: „Quod si vita 
suppeditet, principatum divi Nervae, et imperium 
Trajani, uberiorem securioremqiie materiam senectuti 
seposui: rara temporum felicitate, ubi sentire 
quae velis, et quae sentias dicere licet/'' Tacit. 
Hist. I. 1. — S^ tüerbe, um alle §u fpejielïe ^ejteî)ung 
§u üermeiben, natürlich nur bie numerif c^en ßitate geben, 
sie: Tacit, vita Ag. c. 3. Hist. I. 1. ^t. 



77 



48. 
§umboïbt on S5arnï)ogeiu 

«er un, 3)ienfta9 9îac^t ben 27. OîtoUv 1840. 

SBenn iä) fo lange 6ei 3t)iten, ï)or unb naâ) meinem 
norbijd;en gelbguge nià)t erfc^ienen bin, mein tt)eurer t)Od^= 
uereïjrter ^reunb, fo gefc^al^ e^ nnr, toeil eê llnmögli(^= 
feiten beê Sebenê giebt, gegen bie man »ergebene an= 
fämpft. ©leic^ nad^ hen ï;iefigen ^^eften iüollte i^ §u 
^l^nen eilen, aber bie Ungeioipeit ob iâ) nad) ^axiè ginge 
(toaê i^ abfd)lug, tt)eil eè bamalê ioeber bem Äönige nod^ 
mir el)rent}DÏÏ fein ïonnte, njenn ^ren^en ni(|t felbftftan; 
big auftreten fann!), bie nal^e Slbreife Sulom'ê, hk Sln^ 
!unft beê franfen ©eneralê öon Lebemann nnb feiner 
gamilie, lüie ein r^enmatifd^eê ?^ieber, baë mic^ fec^ê 
S^age §u §aufe t;ielt, ijaben alleâ öereitelt. 3i)îorgen frü^, 
nm 8 Xll)r, mn^ i(^ mid^ tüieber nad^ ©anêfonci nber= 
fiebeln; aber iüo{)l nnr (l;offe id^) auf ioenige ^age. ^d^ 
ergreife ba^er je^t bie j^eber, nm irenige tranlid^e SBorte 
mit S^nen jn reben. 3uerft meinen innigen ®an! für 
bie talentooïïe nnb eble ^e^anblung ber jiemlid^ mittel= 
mäßigen „Erinnerungen üon 3)î. Slrnbt"'! 3d; l)atie bie 
Sïnfeinbung gegen ©ie aïïerbingê bemerft. ©er %on 3^rer 
tritif ift bie ebelfte 2ïrt ber ^aä)e, S)er SJÎann, ben iâ) 
nie perfonlic^ gefannt, ift burd; bie großen S3egebenl^eiten, 
nic^t burc^ fid; felbft geï)oben. ©onberbar genug, ba^ 
man i^m, in biefen legten ^agen, am Sïbenb feineê Sebenê 



tpieber eine ^Bid^tigfeit gegeben, bie nid;t an? ber @erei^= 
tigïeitêïielie allein enlftanben ift. 

3)a ©ie allée ^i^biöibnelle lieben, fo iuill iä) ^bre 
^rennblid^feit mit einer anbern febr ïleinen ertoiebern. 3d^ 
fd^enfe '^Ijnm einen S3rief uon ©nijot, ben er mir nad^ 
Ä'onigeberg nid;t ol)ne 2lb[id;t gefd;rieben. ®a§ Hnter- 
ftretd^en gel^iJrt mir, Joie ©ie üon felbft al^nben loiirben: 
ic^ jeigte hen 53rief bem Äi)iiige. ©r inar gef einrieben, aU 
ber Belgier, ^iiloiu unb ©uijot in SSinbfor geiuefen njaren, 
unb ha^ ©efd^äft .'poffnung gab, \me e» biefelbe je^t n)ie= 
ber giebt, ioo Xl)'m§> auf ©inmal fo nad)giebig-fd;ttia.f} 
unb ^almerfton fo bogmatifd^^tro^ig auftreten, ©eben 
<Sie aber 'Den ^rief nid^t auè ben ipänben. 

%nv bie Sfîadjrid^ten über bie ©rimm'sS banfe id; l)erâ= 
lid^. (Be ift mir fel;r Jüid^tig, bie Sage ber ©ad;en genau 
gu t)erfolgen. '^n ben 3}tDnaten, bie id; auf bem „l)iftori= 
fd;er ^ügeP' geioo^nt, t)abe id;, toon ben l^eterogenften 
Elementen abiuecl^felub umgeben, mic^ ununterbrod^en frei 
nub in ©iner 3üd;tung bemegt. SBegen ber ©rimm'ê ^atte 
ber ^tjnig nid;t mir, fonbern âtnbern 3lufträge gegeben: 
ba aber bi§ jur 9tüdtunft toon Äönig^berg nid;tê ge= 
fc^el;eii iuar, fo Ijabe iä) ein ^romemoria an ben iîonig 
gerichtet über haè ioa^ in iîonig^oberg ftänbifd; borgefallen 
njar, me über bie 9îott;iyenbigf eit, in SDingen, Ue aUe 
©emütlier betoegen, mn biefe 5U üerföl^nen, eigenmäd;tig 
aufzutreten, bie beiben ©rirnm, âllbred^t unb ©a^lmann 
5u berufen. %nx S)al)lmann blieb nur ujenig Hoffnung, 
âUbred;t n)urbe berufen, unb nal;m nid;t an, er fd;ü|t 
feine S)an!bar!eit für @ad;fen öor. ©è ioäre für bie ©ieben 
eine @enugt(niung geiüefen, ba^ Hbrec^t ^srofeffor in 33erlin 
n)äre. Söirb ntan bod; iuenigftenë in ^annovier erfal;ren, 
ha^ ber Honig ben ©Ibinger berufen. l;abe Über bie 



79 



©rimm'ê ^at ber Äönig ben feftcn ^lon, 3Jîinifter 
l)oxn folfc iï)nen anï)ieten aU 3t!abemtfer gu fonniieu, er 
folle if;nen beiben, ba [ie tuie alîann xiiib %xan leben, 
eine üon ben ©rimm'ê 'felbft gn forbernbe ^enfion an= 
bieten. S)aB ber ^önicj jüld;c ^erl;äUnii7e ^art bel)ûnbeU 
l)àben luitt, fet;en ©ie au§ ber Stegotiation mit Xkd. 3« 
^ibUotl;et'aren [inb bie t)ortrefflicl;en fiente fe^r nntang- 
lid;, ob ber 2Sill;eïin, ein i^orrefponbent ber âlfabemie, 
lieft ober nid;t lieft, ift and} fel^r gleid;gültig. /Die .^anpt; ■ 
fac^e ift, ba^ man fie befi^t. ^on „©infc^mnggeln'', 
„©rniebrignng", „gn f^ät itérer geben!en'' — dans un 
regne de cent jours — ïaun alfo feine 9îebe fein! S)er 
Sabenbergifc^en âlbminiftration ma(^t eè ipenigfteniS @(;re, 
tia'^ iä) fie ba^in ^tte bringen fönnen, S)at;lmann fetjr 
lobenb förmlid; für bie Uniüerfität ^re^lan, too eine 
^a!an§ toar, öorjnfd^lagen. ^ä) l;abe pflid^tmä^ig äßege 
eröffnet, bie Sluiofüljrnng ift nid;t in meinen ^änben. ®o 
toie id; bon ^^otèbam jnrüdfomme, loerbe id; SOlinifter 
®id)f)orn bebrängen , bie 3(ngelegenl;eit ber ©ebrüber 
©rimni, eine äd;t beutfd;e, üaterlänbifc^e 2lngelegenl;eit, 
unmittelbar nnb gang officieE gn betreiben. ®aê ©in; 
mifc^en Spieler ift in biefen ©ad;en üerberblid;, obgleid; 
bei einem fo natürlid;en ^iitercffe, gn red;tfertigen. 

Ob @ie, t^eurer g^reunb, biefe feilen, beren ©inn 
nntabell;after al'3 bie ©prad;e ift, toerben lefen fönnen 
nnb tüoUen? ©ie ben Diplomaten brand;e ic^ nid;t gu 
befd;n>ören, meinen 53rief nid;t bem „Äinbe''*j 'üox^xu 
lefen, aber bie Sage ber <Bad)C, an ber ic^ nid;t>J Der; 
fänmt, mn^ fie erfal;ren. ät. §t. 



*) ^Bettina. 



80 

ßl ift haê unauêfprec^lii^e Ungïucf torgefaHen , ba§ 
îîteincâ ^reunbeê beè Sïftronomen 53effel einziger fünfunb: 
giüanjigiäl^riger ©o^tt, toon bem au§ge§ei(^netftcn Tnatl^e^ 
Tnatifd;en S^alente (an ber Saufd^ule), geftern üerfd^ieb. 
©in 9îeroenfieber. 

SSopp'ê Diecenfion ift mir eine grofee ^renbe. 



81 



49. 
^iiijot on §mnbolbt. 

Londres, 24 août 1840. 
Monsieur le Baron. 

Vous êtes parfaitement aimable d'avoir pensé à 
m' envoyer les deux nouveaux volumes des oeuvres de 
Monsieur votre frère. Je vous remercie, et du pré- 
sent qui a en lui-même tant de valeur , et du souvenir 
qui en a au moins autant pour moi. J'espère bien 
qu'à travers toutes nos affaires, car ce sont vos af- 
faires comme les miennes, je viendrai à bout de lire 
quelque chose de ce grand travail. Je voudrais em- 
ployer mon tems d'une façon aussi complète et aussi 
variée que vous savez le faire. Gardez-en un peu | 
pour travailler au succès d'une bonne et sage politique. I 
Elle vous doit déjà beaucoup. Elle a encore besoin -i 
de vous. 

J'envie au baron de Biilow le plaisir de vous voir. 
Je regrette infiniment sa société à Londres. La con- 
versation, la vraie conversation, nourrie et libre, est 
fort rare ici. La sienne me manquera beaucoup. Je 
voudrais bien aller quelque jour vous faire une visite 
chez vous, voir de près votre pays, celui de tous où 
l'esprit humain joue le plus grand rôle, et son nou- 
veau. Roi, digne, me dit-on, d'un tel pays. En atten- 
dant, gardez-moi, je vous prie, Monsieur le Baron, 

3L «. J^umtotijt'« «riefe. Q 



82 

toute votre ancienne bienveillance, et croyez à la du- 
rée comme à la sincérité des sentimens que je vous 
porte depuis bien long-tems. 

Guizot. , 



(2ïnmct!unn t>on §umbo(t)t. Reçu à Königsberg 
pendant les fêles. A. von Humboldt.) 



50. 
5îrago m\ §umï)oîbt 

Paris, 12 niai's 1841. 

Je ne dois pns, je ne veux pas croire que tu 
m'aies demandé sérieusement*), si je verrais avec 
plaisir ton voyage à Paris. Est-ce donc que tu doute- 
rais de mon invariable attachement? Saches que je 
regarderais toute incertitude sur ce point comme la 
plus cruelle injure. En dehors de ma famille, tu es, 
sans aucune comparaison, la personne du monde que 
j'aime le plus tendrement. IJ faut aussi te résignei-, 
tu es le seul de mes amis sur qui je compterais dans 
des circonstances difficiles. 

Je suis vraiment heureux de la pensée que je pas- 
serai quelques soirées avec la personne à qui je dois 
mon goût pour la météorologie et la physique du 
globe. Jl y aura pour toi un lit à l'observatoire. 

Le pauvre Savary est dans un état déplorable. Le 
médecin m'assure que sa maladie de poitrine ne j^er- 
met aucun espoir. Quel malheur! 

Tu arriveras à Paris à l'ouverture de mon cours 



*) Sînmerfung öon §unito(bt. Sdf; l)attt gefragt, ot» er 
es für ntbglid^ t;atte, ba§ bie iBerfd;tebenl)eit unfcrer :|)oïtttfd;eii 
S33mifc{;e, (Ärteg mit S5eutfcî;tanb,) unô gegcnfeitig ftören îl}nnteu? 

%. §t. 

G* 



84 

d'astronomie. Mon nouvel amjDhithéâtre est d'un luxe 
scandaleux. 

Je suis charmé de la guérison du pauvre Sheiffer 
(est-ce ainsi?) Ton bon coeur t'a toujours créé une 
nombreuse famille. 

Adieu, mon meilleur ami. Mon attachement pour 
toi ne finira qu'avec ma vie. 

F. Arago. 



(2ïnmerfung toon ."p umbo lb t. ©einem geiltvei(^en (>teunt>e 
3]avn^agen »on 6nfe mit ter innigften 33itte jebe SSeröffentUc^ung 
eines foïd^eii âïutograptien üor Strago'ê S^obe ju üerbüten. 

21. §umbotbt.) 



85 



51. 
^iimbolbt au 23ctttna Don ^itrntm» 

(^n 2(bfd}rift üon $8ani(}ageu'ê ^)anï).) 

©onnaBeitb ben 21. ^fZobemBer 1840. 

äßie fonnten ©ie nur baran âiceifeln, t)ere!^rungê= 
tüertl;e %xau, ba^ id; md;t banfOar fein ioürbe für bie 
9}îittl;eihingen über bie Waljxe Sage ber ebeln 3)îanner, 
benen man, nac^ fo öielen ungered;ten Seiben unb nad^ fo 
langer fd;im:pfli(j^er SScruad;Iäffignng, enblid; eine forgen^ 
freie ©tellnng bereiten inill. 3d; I)abe geglaubt, ba^ gu 
biefer ©tellung in Berlin breitaufenb j:i;aler für beibe 
nott)it)enbig ioären. 3n biefeni ©inne l^abe id) fortgefal;ren 
§u tüirlen. 3)er Jîonig bat ben ©rnnbfa^, in finan^iellen 
fingen nie eine ^eftiunuung üon ficb au^^geben ^u laffen: 
er 1)at, wk aïïe dürften, aud^ gar !ein 9)îa^ für baè, tüae 
(äeUljvk bebürfen. 3)ie großen ©elfter, bie man um fid; 
gu öerfammeln ftrebt, Ijabzn biefelben profaifd^en ^ebürf= 
niffe iüie bie üeinen. äBill man ben 3^^^^^/ fo muf3 man 
aud^ bie 3Jlittel iooUen, unb bieê befonberê in einer 'Baâ)^, 
bie OTer Singen auf fid^ giebt unb mit ber (iljxe beê ßan= 
beê gufammenbängt. 3JJinifter @id;born, bem je^t allein 
bie 33eftimmungen übertragen finb, freut fid; ber Slnlunft 
ber ©rimm. @r b^t fd;on früber mit bem ^afob ©rimm 
in ben freunbfd^aftlidbften 3Serbältniffen geftanben. 2^ tüar 
nod; üor einer ©tunbe bei ibm, um meine 2lnfid^t ju öer^ 



86 

t^eibigen. ©r t>erfid;ert, ba^ er aïïeê aïïmal^ïig gum S3eften 
biti*d;fül;rcn iuerbe, aber man muffe S^ertrauen in i!^n fe^en 
unb xl)n ungeftört î;anbcïn laffen. 

Empfangen ©ie, gnäbige grau, ben 2(u;§bnid meiner 
SSereï;rung unb banfbarften ©efül;le. 

m. .^umbolbt. 



87 



52. 
^umïjoïbt an SJorn^agcn, 

33erïin, beu 22. 2t))rU 1841. 

^l)V SSrief l)at mir unenblid; iuof;ïgctï;an. ^d) fc(;e, 
baf3 wix imê qUï^ nal;e fteî^en, imb ba|3 @ie meine lange, 
mir trübe lln[id;tOar!eit nnr ber 3cïïifîeiiï)cit meiner Sage, 
einer 2ïniDenbnng öon Jïraften, bie naâ) einem mcl;t §n 
erreic^enben 3iete ï;inftre&en, §ngefd;rie&en Ijaben. 2lm 
3lbenb eineê bielbeiuegten nnb bod) nid;t red^t erfüllten Se^ 
Êenâ ift eê ein ©enuß, in ber 2ld;t:ing berer §u bleiben, 
beren pinn unb ©eift nnb 2Bün[d;en man angehört, ^d; 
merbe ^'{)mn !perfönlid; banîen, nnb für §errn S. nod; 
ï;ente 9îad;mittag 6c^ritte bei ber ^rinjeffin non ^renf3en 
tï)nrt, and; bie iîaiferlid;e ^ol^eit anregen baf3 fie, mit 
if;rem ®rnfte, mid; nnterftü^e. 3Jîit alter 35ereï;rnng nnb 
Siebe 2^)x 21. ü. ^nmbolbt, 

^â) ï;atte 33eranlaffnng, in ^pot^bam, ba er eê forberte, 
bem Äönig ©d;eïïing'ê 9tebe über ^atuv nnb iînnft (^l;i= 
lofopl^. @d;riften S^I;Ï. I. 1809) borjnlefen. ®ie ©teilen 
über 9lapï;ael, ßeonarbo ba ^inci nnb bie 3)ïoglid;!eit 
einer ernenerten ^lütl;e ber ^nnft gehören §n bem ätnmns 
tl;igften, \m§> nnfre 6prad^e geiüäl;rt. ®ie SSorlcfnng 
mad;te anf ben Jîonig ben ©inbrnd eine.'o fd;önen ©efangciS. 
®er SSogel ift aber je^t fiebeminbfed;!câig '^al)ï ait, nnb 
ï'ommt an^3 einem golbenen Ääfig in einen anbern. 



88 

33artiï)agen fagt in feinen Tageblättern \w)m 25. Stpriî 1841 : 
„§uml)otbt hm imb blieb über anbertbalb ©tunben, icb fanb ibn 
fcf}limm auêfebenb, aber frifcben, muntern ©cifteê, unb reb= 
feliger al§ je. ßr tobt ben ^önig ir>egen feiner ©efinnung, 
feiner 2lbfict)ten, meint aber, berfelbe fei ïein 2)uinn be§ §an= 
beln§, unb fôo er bnnble, gefd}ebe e§ fto^ireife, obne 3"f<3inmen= 
l^ang unb ^a^. ©ei eê ®üte ober Si^gbeit, genug er »tagt oft 
ntc^t, tüae er am ftärtften lüünfc^t, unb ganj lei(^t tonnte; fo 
»artet er mit Ungebutb, ba^ ber 2Rinifter »on 2öertt)er fi(^ ^u- 
rüdjiebe, unb fragt ^umbolbt, ob berfelbe ibm nicbtê ber 2(rt 
geäußert b^be!" — 

S)en 30. 2tpril 1841 bemerft SSambagen: „§umboIbt b^t 
toiele j^^i^^c unter ben ©elebrten, mie am §ofe. Unaufbörlicb 
wirb üerfud^t, ob man auf ibn f(^impfen fönne; tbut jemanb 
entf(^ieben ben 2Runb ju feinem Sobe auf, fo fi^tneigt ber ïabel 
gïeicb, benn feiten füblt fid) jemanb im ©tanbe ibn burcbju^ 
fübren. 5Reuli(^ fagte mir ein ."perr, er miffe nicbt, ma§ er non 
§umboIbt beuten folle, er tonne mit feinem Urtbeil nicbt auf's 
Sfleine tommen; ic^ eriüieberte: « S)enfen ©ie immer ba§ 93efte 
t»on ibm, trauen ©ie iljm ftetS ba§ 33efte p, unb ©ie merben 
babei ftetS am ficberften fabren!» (Ein anbrer §err äußerte bei 
anbrer ©elegenbeit böbnifcb: «§umbolbt mar ein großer ^Jlann, 
biê er na(^ 95erlin tarn, ba mürbe er ein gemöbnlicber. » S)a 
erinnerte 2Rori^ Dîobevt, ba^ f(bon Oîabel öftere gefagt: «^n 
33erlin b^lt fi(^ nicbt§, allée tommt benmter, mirb ruppig, ja 
menn ber ^abft nacb Berlin ïdme, fo bliebe er niâjt lange 
^abft, er mürbe ma§ Drbinaire§, ein bereiter etma. » S)aS 
SSort Don 9label ift rid;tig, id} erinnere micb beffen, bodb mar 
e§ big je^t nicbt aufgefcbrieben. ^em ©igenfcbaft 93erlin§ aber 
märe tiefer ju erforfd)en, fie beutet auf eine fcbarfe 2Rad}t un= 
entmidelter ©rö^e, unb tann, jum ^ofitiöen entmidelt, 33erlin§ 
büK^ften 9lubm tragen; bleibt fie im 3îegatit»en fteden, fo mirb fie 
freilieb jur ©d^macb ! « Sort lebt ein fo toermegener SRenfcbenfc^lag », 
fagte ©oetbe einmal ; ba§ ift ungefäbr bie nämlicbe Sejeicbnung. — " 



89 



53. 
I^itmïioïbt an S?arn:^(igcn. 

@onnat>enb, ben 24. 2t))vit 1841. 

^in 6(^mer5, 6ie, tï)eurer greunb, nic^t gefunben ju 
^abenl J^orrigiren 6ie mir ben Sitel, ben ià) ioegfenben 
mn^. (gê ift nDtï)it)enbig gu jagen, „baB el nic^t bie '^ov- 
ïefnng üon 1828 iff', mib ben langen @a| ï}a&e ic^ fo 
ap^^oriftifd; in Eeiner 6(^rift anf ben ^itel bringen lüollen. 
@ê mag nngeiuoî)nlic^ fein, nad; bem Sîamen, aber id; 
iroffte, ©ie fönnten eê billigen. ^t. 

@îttn)urf einer ))^t)fifd)en 
SBeltbefc^ïeibuug 

bon 

2Ï. öon |)um6oliit» 



9îad^ Umriffeii t»ou 33or(efungen au§ ben ^tût^re" 1827 

uni) 1828, erttjeitert itnb beric(}tigt biircb bie ^orfdjuttgen 

(Êntbed'ungen?) ber neuften 3eit. 



Naturae vero rerum vis atque majestas in omnibus 
momentis fide caret, si quis modo partes ejus ao non 
totam complectatur animo. Pliii. hist. nat. lib. 7. c. 1. 



Stuttgart. 



90 



54. 
^umtioîbt on S5ornl)flocn. 

SKittmod;, bcu 28. 'ilpï'û 1841. 

©eien ©ie xèà)t frennblid} unb nad;[id;t{g inbem ©te 
mid; ïe[cn. ^à) lPün[d;e, baB 6ie einen red;t Doïlftanbigen 
begriff üon ber iîonpofition nteincc> SSerîea erl;aïten. 3n 
2( t;abe id; öiel üerkffcrt. SBerfen ©ie befonbevio ben ^licf 
anf ©. 37 imb auf bie S^oten. ©d;elling'ê 9îaine ©. 37 
imb 68, §cgel @. 66. S)ie beftimnite ^erfid;enmg ©. 64, 
ba^ id; nid;t ben ©d;öpfer ber ?îatnrpï;ilofopI;ie anüage, 
lüirb i(;m iuo^l meine ä^enbe ©d;ärfe über bie „l^eiteren 
©atiirnalien'', le bal en masque bev tollften '?flaiVixpl)HO'. 
fopl^en, öersei(;Iid;er machen. Il faut avoir le courage 
d'imprimer ce que Fou a dit et écrit depuis trente ans. 
©» ift eine beiammern^^lnürbige ©pDd;e geioefen, in ber 
S)entfd;lanb I;inter (Snglanb unb granfreid; tief ï;eraBge= 
fnnfen ift. ©ine ©l;emie, in ber man fic^ bie §änbe md;t 
na^ mad;te. 

S)er diamant ift ein 511m SSeirn^tfein gekommener 
Jîiefel. ©ranit ift 2lett;er. (Eavuê. 

®ie ber ©rbe 3ngefeT;rte 3)îonbfeite ift öon anberer 
2tnfd;luclliing aie bie abge!el;rte, Urfad;, ber DJionb 
m öd; te bie ïiebenben Sïrme anêftreden, — er Unn 
nid;t, blidt aber bie ©rbe an, unb üerlängert fein 
llntergefid;t. 



91 

®ie ©raiiitblöde a;if ben gelfeit finb ^ucEuncjen 
bcr dlatnt. 

5Die Sßälber finb belfanntUd; bie .^aare be§ @rb; 
tl;icr», bie angefc^tooEene Slequatorialfeite ift bie ^aud)- 
feite bcr 9îatur. 

Slinerifa ift eine îueiGlic[;e ^orm, lang, fd;Iant 
lüäffrig, unb im 48^ ei^Mt. S)ie S3reitengrabe finb 
Saï;re, bie %vau toirb alt mit 48. 

Often ift ©anerftoff , 2öeften| §t;brogen; e§ regnet, 
iüenn bie Dftiüclfcn fid; mit äöeftiüolfcn mifc^en. 
©(Celling. 

^Berfteinernngen in Reifen finb nid;t S^lefte beâ 

cinft £e&cnbcn, eê finb bie erften SSerfnc^e bcr 9Za= 

tnr S^ljiere nnb ^pflan^en gn bilben. (3n Sibirien 

fragen bie ^nnbe ^al)xe lang üon bcm 33erfud;e 

— ein ftinlenbcr (Slcpl^ant an bcr Scna=3}îilnbnng.) 

S)aê finb bie ©atnrnalien! ©d;en"fen ©ie einen befon; 

bern S3lic! en gros "Qm 9îoten, toon benen id; einige A. 

©. 40—49. B. ©. 55—57. beilege. 

^â) iDnnfd;te bay Sßerf fclbft in 2lttgemeinl;eit unb 
©rö^e ber 2tnfid;t, in Sebenbigleit nnb \vo möglich 2ln- 
mutl; be» ©til», Uebertragnng ber ted;nifd;en SlUicbrüde 
in gliidlid; gelüät;lte, bcfd;reibenbe, mal;lenbe Slnèbrnde. 
JÎDrrigiren ©ie frei, mein S^l^enrer! ^â) folge gern, 
wo id) ïann. ^n hie 9îoten iuottte id^ einige nid;t ganj 
gemeine ©rnbition bannen, ©o foUte baê ^nd; bcr Dîeflej: 
meinem ©elbft, meines SebenS, meiner uralten ^erfon fein, 
^ei biefer ?5^rei^eit bcr 53cl;anblnng ïann id; apl;oriftifd; 
r)erfal;ren. (Bè foil mel;r angebentet al§> ergrünbet loerben. 
3Jlanc^eê njirb nur toon benen red^t üerftanben iuerben, bie 
tief ein einâelneS naturl;iftorifd;cê gad; kennen: aber meine 
9îebe, henîe id), ift immer fo gel;alten, ha^ nid^t§> bie ftört. 



92 

bie ioeniger lotffen. ®er etgentlid^e B^oecî ift baê ©c^toe^ 
' ben über ben 5Dtngen, bie intr 1841 njtffen. Mens agitât 
' molem, möge ber ©eift nod; ba fein! 

S)a^ ein folc^eê SSer! nic^t üottenbet ipirb öon ©inem 

auê bem EomeUn-^aljx 17G9 ift fonnenflar. Sie einjel^ 

nen fragmente f ollen fo erf (feinen, in 3)îaffen toon jiüölf 

biè fiinfjeïjn Sogen, ba^ bie, meiere mid^ begraben fel;en, 

in iebem fragmente etmaê 2ïbgef(^loffeneè l^aben. ©o 

foïlen erfd^einen bon ben ^rolegomenen 1 — 4. (9}?ein 

, ; „âtnregungêmitteP', befd;reibenbe ^oefie, bie ©ie noc^ 

|! ntc^t gefel;en, eê ift ein ^anptftüd, anf baê ic^ fe^r rechne); 

— 9^0. 5. S)ie @ef(^ic^te ber 2Beltanf(^aunng, bie iâ) gang 

fertig 'i)ahe, foil ba§ gan§e §n)eite ^eft füllen. 

I ®em Dratorifc^en mn^ baê einfad; nnb toiffenfd^aftlic^ 

Sefi^reibenbe immerfort gemifc^t fein, ©o ift bie Sfîatnr 

felbft. S)ie fnn!elnben ©terne erfreuen nnb begeiftern, 

nnb boc^ freift am ^immelegetüolbe alle^o in matt)ematif(^en 

j^ignren. Sie §auptfac^e ift, ba^ ber âtusbrnd immer 

ebel bleibe, hann fel^lt ber ßinbrud öon ber ©rö^e ber 

Ulatnr nid^t. 

©ie iüerben bod^ nic^t tabeln, ha'^ iä) (C.) in einer 

3tote (alle 9îoten mit feljr fleiner ©d^rift nie unter ber 

©eite, fonbern am @nbe jebeê Stbfc^nitteê) bie mentg he- 

ïannte ©telle ©baffpeare'ê citire? ^à) ^atte gefagt, bafe 

l'S^atnrfenntniB nic^t grabe gum ©enufe notbiüenbig fei, 

iaber benfelben erl;öl)t. 

S3ergeil;ung für bie ßile. 3<^ gs'^ß morgen frü^ auf 
fed^è Uè fieben St^age mit bem Äöuig nad^ ^otèbam. 
3)üt b auf bar er '$reunbfd;aft ^^x unleferlid^er 

21. t). .f^umbolbt. 



93 



55. 
§umi)oïbt an ®^iîer, 

(C.) 

Shakspeare love's labour's lost, act. I. seen. 1. 
33iron fprid^t gum ^önig üoii ^laöarva: 
,,î)en ivb'fc^en 'lßatl)in aïïer §immet«ïtcï)ter, 
3)ie ieben g-tj:fteru aïfotaïb getauft, 
Äommt i^re @Ianjeönarf;t ni^t me£)r ju ©tatten, 
SCÏ« beiieit, bie l^inger;n, uniuiffenb Wtx [ie [tnb! 
3u totefeS Jinffen, beißt ben 9{u^nt mir îennen, 
Unb jebeu fann ein '^atïjt wciji tenenuen. " 
Daignez me renvoyer cette page. Je me sers de 
votre belle traduction dans une note qu'on imprime 
dans mon Kosmos. Vous permettrez que je dise: 
„^Jlaâ) ©pifer'ê Uebertragung." Cela me fera plaisir: 
Aurai-je à encourir la fureur du marquis Auguste de 
Schlegel ou de Tieck Acorombonus? Dites-moi s'ils 
ont aussi traduit ce morceau? Amitiés. 

Ht. 

(âtnmerîung üon 3? am tragen. î^ie Uebevfe^ung Spifer'è 
ift leiber in allem ^etraét fc^tei^t.) 



94 



56. 
^umljoïbt on 25orit^ûgciu 

montai 5^ad;t6, ben 3. mai 1841. 

3«^ kforge, mein tf;eurer ^reiinb, baf3 id; ^onnerêtag 
nod; einmal luerbe nad; ^Dti?bam nnb fort bon ba ben 
10 — 12ten nad; ^huHv ge(;en. 2ln (Sotta foil id; i)orl;er 
9)ift. fc^iden. Sa[[en ©ic mid; nid;t fo lange fd;iüet)en 
5n)ifd;en 6trafgcrid;t nnb 9ïad;fid;t. ^ä) bitte um einige 
ai5orte mit ber ©enbnng. 3t;v 

21. Ö. .^wmbolbt. 



95 



57. 
§iimî)oîbt au ^nniljogciu 

3)ten§ta3 ben 4. 2)îai 1841. 

SBcnn i(^ auâ) a&red;ne, mein tl^eurer greimb, it)a^3 
3t;r SBimfc^ mid) §ii beniï^igen beni XXrtî;eiï ^avk^^ inib 
©anftcê âiujefugt, fo bleibt wir bocï; in 3l;rem I;euti(3eu 
lieben S3riefe überfiel be^ 33eglnc!cnben übrig, ^à) luerbe 
3^nen morgen frül; nad; 11 lXl;r bie Su Be*) aiif legen, 
baB 6ie mid^ anf einige 2lugenblid'e empfangen imb mei^ 
nen San! annel;men follen. 

S)a§ „fd;meid;le mid;'' muB ît)Dl}l toom 2lbfd;reiber 
fein, toenigften^s ift eê gegen mein befteê äßiffen. ©inen 
falfd;en Slccufatiü @. 44 foïïen ©ie mir seigen. ®§ ift 
bod; nid;t „(ginfid;t in ben B^if^^^^^^^^^'-'i^^S"? wan fielet 
ja I; in ein. SDer Spüer foil öerfc^iuinben, i^ a^nbete ba;o 
Söfe, nnb laffe lieber bie gange <SteEe and; englifd; lüeg, 
bie mel^r bie UnïenntniB lobt, aU anbentet, ba^ bai3 Söiffen 
'o^n ©ennB öerme^ren fann. 

Über „©atnrnalien'' fel;e id;, ba^ ©ie mir üolle 
^reil;eit laffen. ©ie fagen, beâ S)änen eriüä^nenb: „3d; 
bemerfe mir, iâ) tl;ne nid;t ©infprnd^.'' 

3d; l;abe ni(^t ©teffenê gebenden iüoUen, fo Diel and; 
er bei feiner gro|3en Seere in aiïer (Srfa;^rnng§n)iffenfd;aft 
nnb bei ftrafbar eiteler ^^anlengerei einen ^J^abel üerbienen 



*) Sev 5. Tlaï, 33uf5tag. 



96 

tDürbe. 3d; nenne ©atnrnalien haè luftige aber furje 
^offenfpiel, toon bem iâ) S^nen neiilid^ einige groben ge- 
geben, bie aber nic^t toon Steffen^, fonbern einige Stufen 
niebriger, toon feinen âlnbetern finb. Söenn ©teffenê ein 
armer, toon ben 3Jîad;tigen bebrü(Jter ©elel)rter toäre, fo 
h)ürbe id; furd;tfatner fein, aber ba 6ie autographa Iie= 
lien, it)ill ià) "^Ijmn eineê üere^ren, au§> bem Sie lernen 
muffen, iDie norbifd^e Jîonige glauben, ba^ e;§ in Berlin 
eine ©teffenê'fc^e ^t)iïofopI;ie! gebe, bie ben ^l^eologen 
t)eilfam ift, et qui n'est pas celle de Hegel!! ©teffenê 
lüirb glauben, er fei mit begriffen unter ben „tieffinnigen 
unb mäd^tigen ©entern, gegen bereu 9îat^ mau get;anbelt/' 
Stud; folgt ber gefäl;rlid;en ^pi^rafe unmittelbar eine ans 
bere: „3}iipraud; iugenbUd;er Jîrafte, benn ernfte, ber 
^l;ilofo:pl^ie unb ber Seobad^tung gleidj^eitig jugelDaubte 
©eifter finb jenen ©aturnatien fremb geblieben." ©old;e 
^^l^rafe ift eine défense, ein fort détaché, unb ©teffenë 
glaubt gelüifi, ba^ er fid; aud^ ber @rfal;rung gugeioanbt 
l;at, tüeil er einft in ^reiberg in eiue ©rube gefal;ren ift. 
^â) iDürbe burd; 3}tinbei"ung allée üerberben, unb man 
mu^ im Schreiben ben 3)îutl; Ijahzn, ben man im ©ipred^en 
geigt, aber beibeS in berfelben leidsten unb IjtiUun 3Jianier. 
^aben «Sie in ©teffenê langiyeiliger Seben-^befd^reibung, 
bie mir in ©anêfouci eingequält toorben ift, aufgefunben, 
U)ie burd; âUuefad;e ^efrud;tungen alter ©ro^eltern, burc^ 
einen ©rgbifc^of unb iîouig, fid^ ^^ieti^^muso uub 2lriftoîra= 
ti$mu^3 in iljm erklären laffen, ce sont des héritages! 

21. ü. ^umbolbt. 



97 



85. 

tönig ^liriftion ber %â}k ton ^unemorï 
an A^nmtiolbt, 

Copenhague, ce 25 mars 1841. 

iVlonsieiir le Baron! C'est à moi de remercier 
doublement le célèbre Conseiller intime Dieffenbach 
de l'attention qu'il a eue de m'envoyer ses ouvrages 
sur l'art de guérir le strabisme et le begayement, 
puisqu'elle m'a valu le plaisir de recevoir votre chère 
lettre du 24 février. Introduit par vous, Monsieur 
le Baron , on est sûr de réussir ; dans ce cas-ci les 
oeuvres et la réputation de l'auteur dispensait d'en 
dire davantage, mais vous rendez pleine justice aux 
services signalés que le Conseiller intime DieJÏenbach 
a rendu à l'humanité et je m'empresse de les recon- 
naître en conférant mon ordre de Danebrog à ce sa- 
vant distingué. Ma lettre à ce sujet lui sera remise 
par mon Envoyé le Comte de Reventlau, et je re- 
commanderai particulièrement au Chevalier Dieffenbach 
les chirurgiens danois qui visiteront Berhn, pour s'ap- 
proprier l'art qu'il vient d'illustrer. — 

Le porteur de cette lettre que j'ose recommander 
à votre ■'protection est le Candidat en théologie Bor- 
nemann, jeune homme doué de talents et de connais- 
sances, que j'envoie à Berlin auprès de mon compa- 
triote Steffens pour étudier la philosophie ; non pré- 

21. w. ^umboltt'3 îoviffe. 7 



98 

cisément celle de Hegel, qui trouve d'autres preneurs 
à notre université, mais celle qui peut contribuer a 
rectifier les idées souvent exagérées de nos philoso- 
phes modernes. — Steffens est retenu a BerUn par 
des liens sacrés, fondés sur la reconnaissance qu'il 
doit au Roi, mais je désire que son génie et ses con- 
naissances ne soient pas perdues pour nous, et que 
ce jeune savant profite de ses lumières, avant qu'elles 
ne cessent de vivifier tout ce qui vient en rapport 
avec mon célèbre compatriote, qui, à mon avis, vaut, 
à lui seul, toute une faculté académique. 

Je suis avec le plus grand intérêt, fondé sur l'a- 
nntié la plus sincère et des rapports (de position) 
que je ne saurais méconnaître, tout ce que votre 
excellent Roi fait et entreprend pour le bonheur de 
ses sujets, pour la nationalité germanique et pour la 
conservation de la paix. Que ses efforts soient bénis 
du Tout-puissant, et ses peuples verront une pros- 
périté affermie et augmentée, ce qui contribuera puis- 
samment au bien-être de leurs voisins. 

Le Roi a eu tant de bonté pour mon fils, je ne 
puis assez le reconnaître. J'envisage, Dieu merci, 
son avenir sous les auspices les plus heureux, fondés 
sur l'union avec l'aimable Duchesse Caroline de 
Mecklemb ourg- Strelitz . 

J'apprécie les voeux que vous m'adressez à ce su- 
jet et je suis avec la plus haute considération. Mon- 
sieur le Baron Humboldt, votre 

tout affectionné 
Christian, R. 



99 



59. 
^umtioîbt ûit S^arnïiageiî. 

SBerlin, ben 17. md 1841. 

(33ei SSarnbagen auf^efdniebeti.) 
(ÏRit bein S^orlnorte ju SBiHiotm üon ^umbolbt'S Schriften.) 

Se ift mir ein grDf3er «Sd^merj, ©ie unter ben ^e- 
brängniffen meiner morgenben Stbreife (erft 5pDt»bam, banit 
Sßaxie Uê Dftober) nic^t toor^er umarmen §u fönnen. ^à) 
ipenbe mic^ iüieber an @ie aie an bie üuelle — biiS 3lu(ïert 
fommt, bie einzige — beê reinen Q)e\à)maâ§, be^S ©prad^= 
\inm^^, beê jarteften ©efül;^3 für ©d}i(flid;feit. Schreiben 
©ie mir red)t nad^fid^t^^öoU, Waè ià) in biefem ^'ormort 
ftreic^en foil, geben ©ie obex and; îfiaU) wo ©ie tabeln. 
Sd; l)abe bie jlüei ©eiten in trüber innerer ©timmung in 
ber 3f?ac^t niebergefd;rieben. ©ie î;aben üielleid;t eine ^u 
fentimental loBenbe S^enbenj. 

Pag. 1. 3eile 2. „9cd($'', iveit id) e» nod; erlebe. 

3eile 10. „®ie tjod/begablen ©eifter'' t)ielleid;t 
Sl;nen mi|fättig; „3Jknfd^en.'''? — 

3Ï. t). ^umbolbt. 



SSarn^agen f(^rieb ben 21. Siouember 1841 folgenbe 33emer= 
ïung über ^umbolbt auf: „^ö^ (a§ beute bie S)epefcben, iüetd}e 
Slteyanber üon §umbolbt im ^al}re 1835 au§ ^ariê an ben 

7* 



100 

Äönig gefc^rieben \)at ©ar nid^t, tok öon 2(leyanber §umbotbt ! 
3leber 2lnbere \)ätk bie aud) [einreiben ïonnen, unb, ttjaâ baê 
6cblimtnfte ift, fein 2lnberer bätte fie anberê fcbreiben fbnnen! 
©0 fmb bie politifd)en ©efcbftfte, fie jerfaUen in ^leinigfeiten, 
bie gar nicbt tüid)tig fmb, aber eg bod) mevben, weil man übet-- 
eingeïommen ift, fie fo ju nebmen. 5)abei bie feftftebenbe §euî 
éjdei »on jÇormen , 35ovauêfe^ungen, Uebertreibungen, ba mu^ bie 
SBabvbeit beftänbig untergeben. Unb id) prüfte mi^, unb ge: 
ftanb mir, ta^ icb , einmal in foli^en ®cf(^äften, aud) nicbt 
beraub !5nnte auâ biefem ©eleife! Unb ba njunbern ficb bie 
Seute , ba^ in (Engtanb unb {^^«"'fteidb bie 3eitungêfcbreiber 
33îinifter werben! Mè iwenn eg nid}t unenb(id) (eiditer märe, ge^ 
mbbnlit^e S)epefcben ju fd)reiben, a(ê auêgejeicbnete 3eitu^9^'' 
artifel! — " 



101 



60. 
^mnboïbt an S5anii^agen. 

Çreitaoi, bcn 3. ®ccem6er 1841. 

Unter bcm, iuaê id) ^^mn öerbaufe, tï;eurer ^^-reunb, 
tft mir ^ormat)r'ê !räftiger Srief am liebftert geioefen. Le 
style est tout l'homme. 2)er [iet;t ben 2)tenfc^cn, bie 
une umgeben, unb Don benen bie beffern \ià) in „9leti: 
jenjen, 3}iilberungen, 2ïnreigungen, §aïbï;eiten'' üerlieren, 
nid;t d^nlid}. ©ein ©ïaube an 3}îuufter*» Siberaliêmuê 
i\t lüol^l nur ^erloec^felung ber 3)ÎDtiue ber ^anblungêiueife. 
3it>eifeBof)ne ^at ©raf 3ïlunfter auf baè ebelfte gur S3es 
freiung öon 5Deutfd;lanb beigetragen, er t1)ai e3> aber Juabi*: 
lic^ uic^t, um ba» Sid;t burd/brec^en §u laffen, ba« man 
I)eute noc| gef^enfterartig fürd^tet. — S)er Sruno [^auer] 
ï)at mid; präabamitifd; be!e^rt gefunben. 3n meiner ^u- 
genb badeten bie ^ofprebiger fo: ic^ luurbe toon einem 
eingefegnet, ber aud; erjaïjlte: ®ie @t»angeliften I;ätten 
fid; man($eê aufgejei($net, n)oraU!§ man fpätev ^iogra= 
p^ieen gebid;tet. 3*^ f(^rieb toor bieten 3aî}ren : „Toutes 
les r'^ligions positives offrent trois parties distinctes; 
un traité de moeurs partout le même et très pur, un 
rêve géologique, et un mythe ou petit roman histo- 
rique, le dernier élément obtient le plus d'impor- 
tance.'' — 3d; lege ^i)nm ben ^aron ©edenborf b^i, 
ber aud^ eine Sîeprafentation lr>itt, nämlid; ben „re puro'', 
in "Jièn fid; "î^aè ^olî incarnirt, alleâ in p^ilofopI;if(^er 



102 

©proche. 3Jlu^ gefallen, benn ^Ijm biefe 2lf)ttbung ptte 
er eê nic^t britcfen ïaffen. ©olc^en Seuten muB man !ei= 
nen ^i^eifel über eigene 3}îeinnngen ïaffen. ^d) ^abe it)m, 
bem SSice^^räfibenten, geanttuortet: „3c£; Jcerbe il;n auf= 
merîfam lefen, fo fe'^r anc^ unfre politifcîien ©runbfä^e 
über öoIBtt)nmltd;e 35erfa[|ungen üon einanber abtüid^en/' 
(B§> ift für mid} àm trübe, fd^tnere 2(benblnft. — 
Wit alter 2lnt;änglid;feit Sl;r 

2Ï. ü. ^nmbolbt. 



S)en 2:ag üor biefem ©riefe, beni2. S)ecetnber 1841, fc^rieb 
93arnbagen in feine Sageblätter: „^unibclbt geftern bei mir. 
drjä^tungen toon 5ßari§. 3ßie er iinfre l^iefigen 6ac^en finbct. 
Gr bcnlt ernfttid) baran, fid) jnrüdjujieben ; er h)ei^ rec^t gut, 
ba^ nur fein 9kme beut Könige nodb 2Bertb l)at, ba^ fein 3Bir; 
ïen toon 2lnbern tüeit überflügelt tüirb. 2:bier§ bat ibni in ^a-- 
ri§ gefagt, man rebe fo üiel t»on bem rebolutionairen f^ranïreicb, 
ibnt fd}eine aber ^reu^en and) bübfd) unrubig ! 3" einem Sriefe 
üon ©uijot an ^umbolbt ftanb üiel ®uteâ für ben ^önig, unb 
aie ^umbotbt e§ biefem geigte, unb baê 2Bort succès »orlam, 
rief ber ^önig: «21^ lieber ©ott, bamit ftebt eâ f(btr>a(b, batoon 
Itjollen mx nun ftill fein!» ^\i ber Stbat finbet .^umbolbt, ba^ 
bie Stimmung fid) \)\a auf erf(^redenbe SSeife üerfi^limmert bat; 
ber £önig bat {$einbe, unb in febv bo^er ©pbäre. 2)er SOÎinifter 
ßic^l}Drn trägt aUgcmcinen .s^iafj, unb fpielt am §of eine bürftige 
gigur. — 6§ fdjeint lein Bli^eifel web^/ fc^i^ 35unfen ©efanbtet 
in (Snglanb toirb. Ser @raf ju 6tolberg ift faft ber einjige, 
ber freimütbig iribcr Sunfen fpricbt. ,§umbolbt fpottet über 
93unfen'ê ßrbauungebüi^lein cbie ftiUe 2Dod)e.))" 

Sen 3. S)ecember 1841 bemerlt Sßarnbagen: „^â) beïomme 
fo eben ein ©latt bon §umbolbt, ber mir eine Schrift be§ $rä= 
fibenten »on ©edenborf fcbidt, iuorin aaud) eine 3îeprafentation 
»erlangt toirb, nämli(^ ber re puro, in ben fid^ baê $8oll in= 



103 



caritirt.» 6i- feht Ijinju: «DOflu^ gefallen; benit oï^nc biefe Silin- 
bung l)ätte er e§ nid}t bruden laffen. » i]iilt'5t jagt er tief fc^iuer^ 
mütl^ig: «Êê ift für mid} eine trübe, fd)mere Slbenbluft. » 6§ 
ift ijaü, §umbolbt ju fein, unb ba§ fagen ju muffen, auf bem 
©ipfel ber ©bien, in ber ^^ütle bcê Dîubmeê! ßr b^t in bet 
Xi)at menig ^^'^eube, unb nur feine fatt}rif(^e 2)îunterïeit macbt 
ibm bag Seben 'i)m nocb etioaâ erträglich." 



104 



61. 
^umljoïbt an SJarn^agen. 

SBcrttn, S^ontag ^aä)t9 ben 7. 2)ecember 1841. 

^ä) ijabt nid^t Wîu^t, 3I;nett, berel;rter ^reunb, für 
3t)re geiftreid}e wnb ï;iftorifd; = gebiegene ©arfteïïnng bon 
©(^toerin'ê Seben fd;riftlic^ gu banfen. Gin tiefeè Gin:= 
bringen in bie ^nbiüibnalität beS grof3en Jîara!terâ belebt 
baê ©anje, iine ^laturlicl^ï'eit immer, im SarfteÏÏen, 
baê eigentlid;e (fitment beê Seben§ ift. (êin mürrifd;er 
diatl) jnm SBegreiten, eim allein geiüonnene 6d;lad;t, 
I}aben bem gelben feine gange Sanfbaï;n nniüegfam gemad^t. 
S)aê ©nbe, mit ber ^aï;ne in ber .^anb, in bem blntigen 
©eme^eï bon brei§eî)ntanfenb tl^eilnaI)mIofen 3}lenf(^en, 
fc^Iie^t red;t mat)lerifc^ baê 2ében beê ©reifet, ber, tüie 
Êolnmbnê, groB nnb prcfaifd; geizig jngleid; iüar. 2oaê 
bier S^rem 3:;aïent aï§ ©efd;ic^tf(^reiber befonberl ©fire 
mad^t nnb öon S?ielen getoi^ nberfeï)en inorben ift, liegt 
in ber ^^id^t^Unterbred^nng ber D^arration bel ©d)la(|t= 
getummelt bnrd; ©d;iDerin'ê Xoh. — 

Sd; iperbe '^l)mn bie „gefammelten 2Ber!e'' feïbft brin^ 
gen, nnb ben jtoeiten X^eïi beê ^orma^r'fc^en ïëftlicben 
^feffertranB erflehen, ^^v le^te^? mir fe'^r e'^renooUeê 
©d)reiben enthielt SBorte, bie ic^ nic^t^ mi^üerftel^en möchte, 
„©ie gönnen fic^ !aum ben ^efi| meiner ^mpietäten." 
Über fold^ @igentl;nni mögen 6ie naà) meinem 



105 

balbigen ^infd^ciben walten unb fcä^alten. 2Bai(>r = 
l^eit ift man im Seben nur benen fc^ulbig, bie 
man tief aâ)tH, alfo S^^nen. 



3)en 18. 2)eceinber 1841 f(^rieb 3Sarnî)agen in feine %aQe- 
blätter: „3l(i^ ^örte l^eute fete abenttieuerlic^e , ganj ^eimtic^ mit^ 
getl}eitte Sage, ber tcnig merbe jiir îaufe be§ ^rinjen »on 
2Ba((i§ nac^ ©nglanb reifen, ba§ tüäre ganj im Stillen untere 
banbclt »ttorben, unb biefe fc^meic^elbafte Eröffnung Ijabe felir 
beigetragen, bie Ernennung $8unfen'§ gum ©efanbten bem bor; 
tigen §o[e annebnibar ju niad}en. ®urd} biefen 3u\a^ lt)irb mir 
bie ganje 9îac^ri(^t tterbäd}tig. So liegen biefe biplomatifc^en 
9]erMltniffe nic^t. — ^ft aber bennocf) bie Sact)e gegrünbet, unb 
au(^ nur im 33orfd)Iage, fo mu^ natiirlid} 58unfen babei bie 
§anb im S^jiele ^abm, unb e? fniipfen fic^ bann gro^e 2)inge 
baran. ^laâ) meinem Urtbeil febr gefabrlic^e S)inge, enger 2tn- 
fcblu^ an dngtanb märe fd}on bebenîtid}; aber innige îîerbinbung 
mit ber angliïanifc^en tftiri^e unb ben 2;orie§, — ein mabreâ 
SBerberben! Unb ganj ^ßreu^en, ganj 2)eutfc^(anb, ganj Eu- 
ropa mürbe feiere 33erbinbung aï§ gemi^ annehmen, auc^ menu 
fie nicbt Statt fänbe; ba§ märe fd}on taufenbfac^er Schaben, ber 
^önig üerlöre in ben ©emütl;ern feiner Untertbanen mebr, al§ 
er je^it nocb Verlieren barf. — 3<^ boffe, bie ganje ©rjäblung 
ift eine %abe{\ — t^umbotbt fagt: bie .•peuttüutb b^ï'^ W^ ftarï 
angenommen, al§ er abgereift fei, beulten Ginige, je^t, nacb fei; 
ner Söieberfebr, Sïlïe. Seine fc^arfen unb mi^igen Semerïungen 
finb eine mabre Grfrifd^ung in unferm geifteêarmen @efeUfcbaft§= 
leben." 



$ßor feiner 2(breife nadb Gnglanb ïam ^umbolbt toon 55arn= 
bogen Slbfdbieb nebmen; biefer fd}rieb barübcr in feinen 2;age= 
blättern ben 14. Januar 1842 : „§umbolbt ïam Sïbfcbieb 



106 



nel^men, et reift morgen Slbenb. Qx toax beim ©rafen t>Dn 
SRal^an, für beffen geben man (»eute lt>enig §offnung bat- 
«6ein Xo'o bringt nn» Gani^ )^ex, nic^t 33ütDlü!» fagt .!pum; 
bo(bt f(agenb. ^àj tröfte ibn bamit, ba^ auâ) Gani^ hjegfaüen 
fann. — « Unb wer foÜ benn ïommen?» — 23unfen. — «2)a§ 
märe bcc^ gar ju arg ! S^ax î)iel}er jurüdbegleiten mirb er ben 
^onig , ba» ift jc^on beftimmt ! « 2luf Sanil^ ift §umbolbt febr 
übel ju fprec^en , unb er begreift nic^t, mie fo ic^ ben nidjt me|)r 
fürchte, ben erj = ariftoïratifc^en , erj^t^eologifc^en — barin aber 
fe^r albernen, ja gerabeju bnmmen — , ben erj = antifranjöfifi^en 
ßani^, ber fatirifd^ ^ämifd) fei, unb barin oft o^ne alle 2öürbe, 
— « jmar Sie finb felber ein %ox\) ! » fügt i^wtt^^olbt l)inju. Sa-- 
mit fielet eê nod) fo fo, ermicbre \â), aber Gani§ ift red)tfc^affen, 
f(^arf unb grabe, tt>irb üielca burcbfe^en, unb im Übrigen mer= 
ben i(;n ©efd^äfte unb 5?er^ältniffe fc^on jügeln!" 



Sflac^ ^umbolbt'ê 5Rüdfet)r fdireibt SSantliagen ben 24. %i-- 
bruar in feinen Sageblättern: „^umbolbt Ijatte mir febr fc^on 
t)on ©nglanb erjäblt. 3lm §ofe bie größte ^rai^t, aber bie £eben§- 
art einfach unb natürlid}, ba§ ©efpräc^ bequem, ber Xon über- 
aus freunblii^ unb gutmütbig, fogar jmif(^en ben §erren unb 
2>amen entgegenfteljenber ^^artljeien. ^eel gefällt if)m nicbt, mie 
er i^m fc^on ebemalê ni(^t gefiel, fielet mie ein ^oüänber au§, 
ift me|)r eitel aie ebrgeijig, l^at ïleine ©efic^têpunfte. Sorb Stber-- 
been ift ein »erftodter ©tillfcblfciger, ber e§ aber buri^ fein 
S($tt»eigen bod) nicbt batiin bringt, bie Seute glauben ju mad}en, 
er fonne üiel Mugec- reben. Sunfen ^t bie größten îaftlofig= 
ïeitcn gemad}t, alte SBelt ift gegen ibn, nur ber Jîijnig met)r al§ 
je für ibn. «Sie ganje 9îeife be§ Könige mar eine ^ntrigue 
öon SBunfen», fagten felbft Englänber. 

„Über unfre biefigen 5(ngelegenbeiten lüirb üiel geratljen, fer: 
mutl^et, öerficbert. ^-ür baâ auSmärtige 2}îinifterium mirb einft^ 
meilen ber fromme Slrnim von 33rüffel tjergerufen; fpäter tuirb 



107 



daniç ernannt werten, — cter Sunfen, fag' i*. @vaf i?cn 
5X(renè[eben i'oü naii 20ien, S'îaticrt'il; bcé t»or(äufig nac^ ^avlè-- 
tufje, bi» bie S3unbeSgefanbtf(^aft frei wirb. 3îc(^ ift oieücid^t 
ber Ttuth nid^t ba, 33unfen ju neî)men, unb 33üIon) roegjut^un, 
ober jeber îlîonat, jeté SBccbe mufe ben iDIutb ftärfen, unb bann 
geféiebt beibe§. — 3(n 2RaItian'§ cPterftellung ift ni^t ju benten, 
bie befferen 2!age machen ftet§ lieber fd^timmeren, bie helleren 
3Xugenblicfe neuer 33erbunfe(ung ^(a§. Gin trauriger 3uftanb." 



108 



62. 

33ernn, WlontaQ, ben 28. gefcruav 1842. 

3<^ tüünfc^te jiüei ^eikn über ^Î)ï mid^ beunvut^igeu: 
be§ 39efinben §xt Ï;a0en, inein ebler j^reunb. ^à) ^abi 
bem fefjr verarmten red;t talentöotten 3)id;ter ^-reiligrat^ 
in S)armftabt, DÏ;ne ade 3]erpflid;tniU3 im %uèla\ùz lebenb, 
eine ^enfion öon breit)nnbert S;i;ûlern (eine elenbe, aber 
öorläufige) öerfd^afft. .können ©ie mir feine @ebidÉ)te 
leil^en ? 

21. .^t. 

îtnmerfung t>on 5ßatnt}agen. S)ienètag§, mit bem j^euitlc; 
ton baè Journal be§ 2)ebat§ , tnorin ^^i(arète (Ef)aê(e§ auf eine 
gemeine 2©eife bte beutfc^e Sitteratur unb bie größten beutfc^en 
6c^riftfteller fd)mät)t unb {jöi)nt, fc^rieb ^umbolbt mir folgenbc 
Söorte : 

tlnb biefer ©lenbe ift unter bem ©nijot'fd^en Tim- 
fterium Professeur des langues du Nord (litt, anglaise, 
allemande) au Collège de France getPOrben. Seî)alten 
©ie nur baê alberne gefc^macïlofe ^ubenftüd. 

2Ï. ^t. 



109 



63. 
§umï)olbt ûu S^nmlirto^n' 

Sexiin, ben 16. 3Äärg 1842. 

Seien Sie fel^r 6eru|)igt über baê 3)îi^gefd;icE. ^er 
Äönig fauft italiänifc^e, aber fdjlec^terbing^o mcf;t franjö-- 
fifc^e Silber, ^ivi ^ilbiii^ üou ßl;erubini ift aUerbiitgi? 
fe^r fd^ön, iinb fo üiet id; niiit) erinnere faï) ic^ eê bei 
ßf)ernbini felbft. S)a bie[er nid;t tobt imb ^ngreê feïir 
reid; ift, fo begreife ic^ nid^t, luie baê portrait §n öer^ 
fanfen fein tann. Sagen ®ie bem geiftreid;en „^inbe'' 
nur, ©ie ptten mir ben j^^euitteton gegeben. 

3m legten gefommenen Journal des Débats fte^t ein 

fd)arfer, feï)r guter Slrtifel über ba-3 f(^eu|li(^e Suben; 

gefe|, baê man anbrol^t, unb über meld^e^ ic^ bereit!3 fe^r 

einbringenbe Söorte l^abe l^ören laffen. 

©anfbarft 3{;r 

21. ^t. 
aïlittiDOc^ê. 

©!§ fottte in bem (Singang be^c ©efe^eê öon bem „2öun=: 
ber ©otteic, bie jübifd^e Station unter anbern 33ö(fern er^ 
ï)alten gn ^^aben, öon bem SBiUen ©otte:3, bie Station ab> 
gefonbert §u erl^alten'", gerebet loerben. ^â) i)ahe barauf 
geantwortet: „Sas ©efe| ift mit allen ^rinjipien einer 
einigenben ©taatéflugt;eit ftreitenb, — eê fei eine gefahr- 
volle 2tnma^ung ber f(^iDad;en 33îenf(^f)eit, bie uralten 
3)efrete ©otteS auelegen ju ioolien; bie ©efd;id^te finfîrer 



110 

^a^r^unberte ïe^re, gu m\â)en Sïbhjegen foïd&e Deutungen 
3Jiut^ ge&en/' 

3d^ lebe unter bem Schein äußern ©lanjeê utib bem 
@enu| p\)anta\meiâ)ex SSorliebe einei* ebleu dürften in 
einer moralifc^en gemiit^Uc^en Sïbgefc^ieben^eit, tcie [te nur 
ber nüchterne ©eelenguftanb biefes get^eilten erubiten îié) 
bei gleichnamigen ^olen abfto^enben, mürrifc^en unb boc^ 
naâ) Oft \iâ) täglii^ niel;r einengenben Sanbel (eineê tDaf}> 
ren ©te^penlanbe§) l;erbeifül)ren îann. 3)tö(^ten ®ie mit 
bem gufrieben fein, ber, einfam, ben '^luïi) feiner Meu 
nungen ^at. 



Ill 



64. 
§nmfioIbt on S.^flrn!^agem 

SB er an, ben 21. mäv^ 1842. 

3Jieiît tl;eui*er, fo glü(Jiid; mir lüiebergegebener greunb! 

©^ {ft luiv eine unenbïic^e ^reube, aul ^Ijmn U\u 
liefen Briefe gu feî)en, baB bie in ber %i)at red;t anmu^ 
t|)ige ©e[ett)d;aft bei ber giirftin ^^mn Uibliâ) unb bei 
meinem [traf baren ïlîateriali^mnê fage ià) barum and) 
geiftig tr)DÏ;lgetl;an 'i)at. ©ine foId}e ©efeßfcf^aft, gröBten= 
tf)eil» aiiio bemfelben etmaio nüd;tevnen berliner ^-Pu^= 
material 5ufammengeiDet)et, gen)innt in bem ^aufe bev 
j^ürftin ^üdter gleid; eine anbere ©eftalt. @» ift tok ber 
©eift, ber in ben ©taat ]^an(^en mn^; baS ^îJîaterial fd^eint 
üerebelt. — 

3l;re d;ri[tlid;e ©lan&enèle^re bei^alte ic^ nod;, ber id; 
mic^ et;einatö fc^on in ^otêbam an bem @tran^ifd;en ^eu 
lanb fel;r ergoßt: man lernt baran'5 nid;t blo^, ïuaè er 
nic^t glaubt, unb luay mir minber neu ift, aU r)ielme(;r, 
Voaè aUzè üon ben fd^toarjen 3Jlännern geglaubt unb ge= 
le§rt Sorben ift, bie ber 3)îenfd;l;eit ie|t iüieber neue 
'^anhe angulegen öerftel;en, ja bie 9tüftung i^rer el)emaligen 
geinbe anlegen. SDie ©teile, 6pino§a betreff enb, iuerbe 
id; mir gern abfd;reiben. Db bie grofee 9îeul;eit beâ gioei^ 
ten S^l;eilè ber ©laubenële^re (1841) nic^t aie ßinmem 



112 

bung öorge&rad^t njerben tt>irb, ba man bel^auptet nad^ 
feï?r alten heften gn lefen? 2Jîir fc^iene eê ftrategifd^er, 
bie nnerprte Uni^ronologte mit einigen Bemerkungen über 
ten neuen ©tauben an ben gan^en roman historique ber 
apoftolifc^en 3Jli;tl^enf ammler ju beröffentlid^en 3ßer fo 
öffentlich le^rt, mu^ fid^ auc^ bie Deffentlic^feit ber 55er= 
tl;eibigung Stnberwbenfenber gefallen laffen. <Bo eine bor= 
läufige münblic^e 3}îittl)eilung im milben %on ber Älage 
mad;te bie fpätere öffentlid^e fc^tüierig, unb bringt nid^t^ 
l^erbor, aU öorne^me-S Säd;eln, Slbläugnen. Tdâ)t ber 
©pinogiftifc^e Unfaïï, nur biefer 3}îipraucl) ber ebelften 
geiftigen Gräfte §um ©ienfte einengenber Sef)ren finftrer 
Saljrl^unberte, ift mir orbentlid^ fc^merglid). S)ie ^erfön^ 
lid^feit bea 2)îanne§ l;atte aïïerbingê nid;t§ Slnjie^enbeâ 
für mi(^, aber ic^ l;atte eine geiüiffe Vorliebe für il;n, 
Jr>ie mid^ allée berfül;rt unb begeiftert, too, ioie in ber 
3flebe über bie Äunft, ber milbe ^aud^ ber ^l;antafie ben 
3öol)lflang ber @:prad^e erioärmenb belebt. ?înn Un iâ) 
getrennt, 3n ber legten ^Jtebe, nid;t über bie Äunft, fonbeni 
im ^acEelfc^ein, ift ja bon SBegge^en ioie üoEbrac^ter 
3Jiufifuöreife (ber bejal^lten) bie 9tebe, — ift n)ol;l nur 
eine fentimentale äßenbung um gurd;t §u erregen. 

^Jlun einige Slntinorten über bie Seben»befd;reibung, 
an bie id^ bod^ mit einigem ©d^reden henh, mâ)t beê 
^^Dlitifd;en lüegen, fonbern auè 3^amilienrüdfid;ten. ^d^ 
redone feft auf ^ïjï 55erfprec^en. S)er SJZann loirb bod^ 
nic^t fü 33iele betrüben lüoEen! — 

9öiU;elm ift in 5)}otèbam geboren, ioeil fein SSater 
Äöniglid^er ^ammer^^err unb gugleid; bienftt^uenber Earn- 
merl;err bei ber ^rinjeffin üon ^^^reu^en ßlifabetl; lüar. 
fix xierliejö ^^ütjcbam, aU bie -^ringeffin nad^ Stettin ge* 
bradât iüurbe. 5Rein 5Sater üerblieb in ber böd;ften ©unft 



113 

beê ^ringen üon ^reuBen, ber if)n regelmäßig alle ^al)u 
in ^egel befuc^te. ®ieâ erflärt '^^mn bie ©teile in ber 
englifd^en S)e^efd^e, ipo eio ^eißt (iâ) glanbe fe^r frül) 
1775? Sflaumer'» Beiträge gur nenern ©efc^id^te, X\)l 5. 
©. 297): „^erperg, ©c^ulenBurg, fönnten ein 3}îinifte= 
rinm bilben, aber bie nteifte 2Bal)rfd^einlid^leit bei3 ©rfol= 
geio Ijdben, obgleid; fie nid;t berfelben 2trt [inb, biejenigen, 
njeld^e aie beso ^ringen ©iinftlinge betrad^tct merben. 
3u ben er ft en nnter il;nen gel;ört ^err toon §umbolbt, 
el)emal^ ein S3eamter beim üerbünbeten .^eere, ein 3Jtann 
toon einfai^em ^erftanbc imb fd;önem iîaralter, §err üon 
§orbt, ein unterne^menber ©eniiiê../' S)aê SBort Se= 
amter ift ein fonberbareê 9)iiBüerftänbni§. 2Rein Später 
(3)laJDr) tüar Slbjutant bex^ .^erjog^ ^erbinanb üon Sraun= 
fd;toeig, nad^bem er lange in bem ^'inlenftein'fd;en ®ra= 
gonerregimente gebient^ er innrbe oft öom ^ler^og an 
gricbrid^ hen 3iueiten ipäbrenb ber bofeften ^eüm beê 
fiebenjäl;rigen ^riege§ gefd;idt, bal;er griebric^ ber ^\M\te 
in Briefen über bie Söebel'fd^e Déconfiture fd^reibt: „'^â) 
l;abe an ^nmbolbt aïïe^ gejagt, Wlv^ man t>on fold^er 
gerne anê jagen fann/' (9Juimiffript=^riefe, bie ber Ëo- 
nig nenerlic^ft in ^renßen gefanft.) 

äReine gamilie ift anw ^interpommern. Wein 33rn= 
ber nnb id; ioaren lauge bie legten nnferê 9^amen§. Tteim 
Tlntkx mar eine ßolomb, Äonfine ber gürftin Slüd;er, 
nnb alfo 9iic^te be» alten ^räfibenten in Slnrid; (Oftfrie^^ 
lanb). ©ie l;atte fid; in erfter @(;e mit einem ^aron toon 
^oltüebe toerl;eiratl;et. 2ln§ biefer @l)e iuar mein @tief= 
bruber .^otoebe, einft im ©enbarmenregimente. 3}îeine 
9)intter bat baê ^'erbienft, anf be;* alten ©ei;. 9ïatbeê 
^nntb eintriebe, un^3 eine nberan-3 forgfältige ©rgie^ung 

%. to. ^umljotbt'« «riefe. 8 



114 

gu gebctt. 2Bil{)elni luarb in ben erften 3ûï;ren toon (Saittipe 
ale unfenn .'»^auioleljrer evjogcn. S)en ©rnnb jn feinen 
tiefen griecï)ifd;en ©tnbien lecjte Söffler, ber ä>evfaffer eineê 
freigefinnten ^nc^eê über ben ^fieu^^latoniiSnmio ber Äir= 
d;enüäter, bmnaB ©enbarmcii-j^elbprebiger, nacf;l;er Dber^ 
Jîonfiftorialratï; in @otl;a. 9täd;ft Söffler nnterrid;tcte 
'g-ifd;eu üoiii ©ranen Jîlofter üiele Saläre lang aöill;elni im 
©ried;ifd;en, ein 3}lann, ber, waè giemlid; nnbelannt ift, - 
neben ber 3Jtatl;emati! öiet ©ried;ifd; iunjite. . S)a^ ßncjel, 
3teitetneier, ^ül;m nnb Klein nnio lange Ä'ottegien gelefen 
über 5pl;ilofopl;ie, ^nrijoprnbenj nnb ©taat!olüiffenfcl;aft, 
ift 3l;nen belannt. 3lnf ber Uniüerfität in granïfnrt (fed;ê 
3}Uniate) mol/nten luir in Söffler'io §anfe, bort ^H-ofeffor. 
3n ©öttingcn frcqnentirten luir beibe (ein '^at)\-) ba^o ^{)\' 
lülogifd;e ©eminartmn üon .^eyne. 

3)telneni 5>atcr geleerte Flegel (ein el;einalige§ Sagb^ - 
fd^lofj be-o grofjen .^htrfnrften, bal)er mir in ßrbpad;t ge; 
nominen, erft 2Öill;elm l;at eê al« 9tittergnt bcfeffen, ba; 
!^er ©d;infel üier ^l)ünne, nm ben einen alten S^bnrin 
anê ber 3eit bei5 großen 5vnrfürften jn erl^altcn) nnb 91in^ 
gennmlbe, bei 6olbin in ber 9îcmnarL Süngeniimlbe l)at 
fpäter mir gel;ört, bann hm ©rafen 9teebe nnb 2ld;im 
3lrnim. 2öill;elni befafs hei feinem 3:;obe Segel, 33urgör= 
ner nnb Stnleben, (bnrd; feine g^ran criyorben, ba ber 
S)ad;eröben'fd;e i^U^n'Jnej-njc anfgcl;oben luarb), ^^aber^Meben 
im 3}tagbebnrgifd;en, nnb baso Sd;lof5 Dttmad;an in 6d;le; 
fien, bie il;m nad) bem tarifer ^rieben gefd;enlte ©otatlon. 

S)àâ ©onett I. 394. bestellt fid; anf ein ^"mdke itinb, 
glanb' id;, ba^o ^ran Don .^nmbolbt in 9tom uerlor. Gine^ 
ift in ^]ian§> begraben. 

Sd; befd;iüörc 6ie, nnr bem 33erfaffer nid)tö aU 
ii^n mir fommenb mit^ntl^eilen. (Sr lunrbe etS in ber S^or^ 



115 

rebe unuermeiblid^ fagett, unb bann luiirbe id; rej'pon[at)el 
für oieïeê toaê iâ) fürd;te. 

3Seraeit}en Sie ben ftercoranartigen gefd^ioä^igen Srei. 

3Ï. ^t. 

(Slnmerfuug üon 2?arul}agen. Gr ï^atte luol}! eben in 
Stvan^'è ©(anben§tel}re üon t»en ©tercovaniftcn gelefen, S)al;ei 
biet baâ Söovt.) 



116 



65. 

2)oimerêtag, ben 31. Tî'dxi 1842. 

3(^ erï;alte ben üoa^Xleu, ber einen ei(jent(;ümlid;en 
5Dnft beê t)Drî)erDbDtifd;en 2lltertt)uiny t)at, in beni 2ïngen; 
blid, in bem id; mit bem iîonig t)on ^otêbam gnrud- 
îomme. ©er ^rief, ber ben d}inefifd;en ^£)ilDfopt)en be; 
gleitet, giebt mir eine trübe ©timmnng. 3d} feï)e, ba§ 
©ie nod; nid;t ben Muti) ^i)xtx ©enefnng Ijah^n^ haè 
©elbftgefür^l ber loieberfebrenben pl;v[ifcben Jîraft. SDaB 
S'^nen bie geiftige nid;t gefd^mälert ift, fagt jeber ^l)vev 
S3riefe. ©^ ift mir boi^ feiner bief er Briefe toerloren ge; 
gangen? Sd} fd;rieb ^i)mn üor irtol;! ad;t klagen einen 
üier ©eiten langen ^rief über ben d;riftli(b bogmatifiren= 
ben ^î)iIofopben nnb bie ^Beanttüortnng ber fragen be^ 
33iDgrapl;en, b er mià) bennrnl;igt mit feiner pietiftifd)en 
9iengier. 33îein S3rief ift bod; in 3î)re «ê^^^^^ gekommen? 
@r entl;ält and; öiel ©efd;iDä^igee über meineê SSrnberê 
erfte Silbnng. ©ie ern)äl;nen meiner @efd;um^ig!eit gar 
nic^t. @ê barf mid; bod; nid^t bennrnt;igcnï 

9)iit ^üloiü ift e^; iim3 geglüdt. ßr ïommt ©onnabenb: 
eê ïonnte ber âlnfang bon etiuaS fein, über baê ©nbe, 
le bouquet, ber ;Bid;teffe!t be» ©d;anfpielê? — 

3d; a^ geftern mit Xljolut nnb ^edeborff in ^pot^^bam. 
©ie ipürben mir fonft moï;l nid;t erfd;ienen fein. 
3Jîit trener Ergebenheit ^^v 

%. §t. 



117 



§ninïioïbt an SSarn^ogcn» 

53 er Un, ben 6. %pïil 1842. 

^a^ bem fo übermütt)ic3 neröffentlid^ten Sîtqwifition^; 
ltrtf)eile beê 53ninD Sauer barf tc^ 3f)ren (Strang too^l 
nic^t länger betoa^ren. 3c^ gebe S^nen baê merftoürbige 
33nc^, ba§ ntic^ ju Tiiancf^em î'îadjbenïen üeranlajst ^at, 
mit ütelem ®an!c jurüd S)ie 3}letl;ob{f bartn ift toor^ 
treffltd;, aiid^ lernt man bie ganje ©Ianbenêgefd;ii^te ber 
3eit fennen, in ber man gelebt, befonberâ bie pfäffifd^e 
ßift, mit ber, nad} ©d;leiermad;er'fd)er Söeife, man ]ia) 
äu^erlic^ §u allen formen ber d}riftlid;en 9Jli;tl;en hehnnt^ 
]id) 2lnber!cbenfenben aneignet, ben „feld; getrnnfen'' in 
Segleitung üon ^ofequipagen toerfd;arren tä§t*), iräl;renb 
jegUd;er 9Kt;tl)e eine fogenannte ^l;ilDfopl()ifd;e ©rïlarung 
untergefd;Dben luirb. äöae mir an ©trau^ gar nid;t ge= 
fatten fiat, ift ber natitrl)iftorifd;e £eid;tfinn, mit bem er 
in @ntftet;ung be;? Drganifd;en au!§ bem IXnorganift^en, ja 
in Silbung boo a)îenfd;en au!o c^albäifc^em lU*fd;lamme 
feine 6d)toiertgleit finbet. S)a^ er üon ben blauen S)in; 
gen jenfeite beë ©rabeê luenig gu Italien fd^eint, öerjei^e 
ic^ i^m leidster, öielleid;t aud^ nur, toeil man, bei tüenig 
gefipannter ©riüartung, fid; um fo lieber unb angenel)mer 
überrafd^en lä|t. %iïï ©ie, ©lüdlid;er, ift eê ifeine Über= 



*) ®cf;Ieiermac^er. 



118 

ra[d;iiug. ^tcl;t fpanifd; nub em^iörcnb ift in ber ï^eutigen 
^nqiiifitioiix^foriiiel mit bcr 3(K.vbrud geiuejeii, ber Si5enir- 
tt;eilte iuerbe „felbft ert'cnneu'^ . .! Neque aliud reges, 
aut qui eadem saevitia usi sunt, iiiri dedecus sibi 
atque illis gloriam peperere. 

^à) fd;icfe '^l)nm einen S)Dn ^uan, §nm ^(;eit fe!^r 
\a)öm formen ber ©prad^e, and; ^l;anta[ie. .^d; bin 
neugierig, une er 6ie anfpred^en iuirb. 

S)er ïonftitntionelïe Roi des Landes*) Ijat geftern, 
i)OV tiicrjig 5)J?enfd;en, Uneber an feinem 3:^ifd;e gefagt: 
bie ©ëttinger ^^rofefforen ï;attcn in einer 5lbref[e iî;m Don 
i^rem ^satrioti^^mn? gefprod^en, „ ^rofcfforen l;aben gar 
îfein SSaterïanb ; ^rofefforen, ^nren (ber S)entïid;f cit Uiegen 
feinte er ïjinsn des putains) nnb SÜänjerinnen !ann man 
iiberaiï fnr ©elb ï;aben, [îe geï;en bal;in, \vo man il;nen 
einige @rcfd;cn uieï;r bietet/' 3Beïd;e ©d;anbe, baê einen 
bentfd;cn giirften jn nentieu! 

Wdt trener In'^angïidjfeit S^r 21. .^t. 



*) Äönig (Smift Sïiicjuft bon §annotocv. 



119 

67. 
.^uiutiolöt au 33ariil)Oöcu. 

5ßcv(iit, belt 7. %pxi\ 1842. 

2)er 1111)3 iiubefûitnte ^reunb ift fel;v Iiebcii§iüiivbig. 
^ä) l^abe alle S^efüvcjuifj verloren, ©ie luiffeii jcbe äBiuibc 
ju I;eilcn. 3cï) tl;ei(e ^Ijmn gern bic 3[0fd;vift ber lueiii^ 
gen ^cil^ii ii^it, bie, iüic ei5 meine 2(bficl;t luar, am am 
bern SJiorgen in be;? iîonig§ ^^ä\ui gelangten. 'M) bfand;te 
bon Uiniüeg, lüeil id; fo freier nnb nngnfriebener fd^reiben 
bnrfte. 2)ie Qaä)^ ift anf befferem Söege, t)ielleid;t aber 
nid;t nnlineberbringlid; anfgegcben. Sd; ninjj ©ie alfo 
inftänbigft bitten, bie QtiUn nid;t 
an^^ ber ."panb §n geben ! 
©ie iuürben nniüieberbriuglid; in bie ^eitnngen nber= 
g et; en, nnb meinem ÎÔirfen in einer ti>id;tigen ^ùà)o 
fel;r fd;äblid; iuerben. S)er ilönig liefj mid; feï;r frill; 
rnfen, nnb e§ gereid;t il;m ^nr ßl;re, baj3 er mir fel;r 
ï;erâlid; für meine freie 2(nf5ernng gebanit \)ai. 

3d; bin I)ente nid;t nad) ^^ot^^baui gegangen, nm bie 
3ßa(;l im ])Ieiio be» talentüotten jllbifc^en ^l;i;fi!er^ 
9lief3 an betreiben, ©ie ift für bie Slfabemie fcl;r cl;ren' 
i)olI an^gefallen, nur brei fd;lüarge Jîngeïn. 

3d; ge(;e morgen bem iïoiiige nad;, biv ©onntag. 3d; 
Uierbe fnd;en etiuaS )r)id;tige^ antograpï;ifd;e:3 ^oetifd;eS 
(yon äÖil[;elm innt ^nmbolbt) fnr ©tnttgart anf^ntreiben. 
aßa§ id; felbft befitje, finb leiber! 2(b[d;riften. -- ©d;onen 
©ie, tt;enrer greunb, 3(;i"e @efnnb(;eit, bie nid;t gan^ 
befeftigt ift. 3l;i' 

©onnerStag 5Rad}t. 21. ü. ^nmbolbt. 



120 



68. 
^umtiotbt an Sßarnliagcii. 

grcitag, ben 24. Sunt 1842. 

3if)r freimbïid;eê 5tTtben!en, mein toere'^rter geiftrei(^er 
f^rennb, ift mir um fo lDof)ltl^ätic3er gemefen, aie ic^ un; 
îDoï)l, îatarr^alifd; untocï;! bon ©anèfouci gurürfgefommen 
bin, in aUen ©räuein beê Umjietjenê ïe&e (in ein ab^e- 
f(^mnd"le§ Üuartier be§ filnrifcfien ©tabtmertel^, ber Dra= 
nienburger <Straf3e!!) unb faum ein ©intenfa^ auf bem 
^ifd}e I;abe. 

, ^ier nur ber Stu^bntd meinel ®an!eê. Steine Siebe 
ju 2Rarï)eine!e ^abe id; il;m felbft bargebrai^t. ©in ^onner= 
tnetter in g-orm einer Äabinetecrbre, in ben Leitungen, 
mit einigen groben beê 6enfur=tlnfinnei§, ipäre erfprie^= 
lieber aie baê unmögliche ^pre^gefe^, unb ein @rDf3inqui; 
fitor jur 35egrünbung ber ^rcf3freif)eit. SBir ptten un» 
fo t)iele§ 5U fagen, unb id; î;Dffe Sie t»or ^i)xex 2ïbreife 
nod^ befud;en ju !önnen. 3)a3U ber beitre 2(nblid tton 
bier trouprin^en unb X[;ronf olgern, einem lenbenlal;men 
blaffen, einem üerf offenen ^'Mänber, einem blinben polis 
lif(^ = iüittl;igen, einem cigenfinnigen geifteijlal;men, — baê 
ift bie !ünftige monard;ifd;e SBelt, ^^t 3Ï. ^t. 

'^â) gebe mit bem Äönig an ben ^^ein. 5)a§ id; für 
?Peterê^burg ïein g-a^nenlappen fein fonnte, üerftel^en ©ie. — 
S)er Rangier ^at bie greube nod; immer rol;en Sefc^ul= 
bigungen bon ©eifen ber Slic^tgelabenen ober üoni S3an= 



121 

quet SSertriebenen auêgefe|t §u fein. SBte ©laêfnopfe, 
^fauenfebern unb Sänber bie 3}îenfd;ett aufregen . . . *) 



(Slnmertung t)on Sarnljagen. ïfîatïjeineïe'S Hiiffa^ über 
bie atigliïanifi^e Äirc^e in ben ^'^î'^bud^ern für »riffenfc^aftUc^e 
^ritif, mit ein paar Œenfurbummï)eiten.) 



33arnbagen f(^reiM ben 26. Suni 1842 in feinen STageblät-- 
tern über ben neuen Drben : „^umbolbt erjä^tt mir augfübr: 
lieb »on ber Stiftung be§ neuen Drbenê, S)er Äönig b^t juj 
erft eine £ifte aufgefeilt, bie Flamen boitte er mit ©anêfritbud^; 
ftaben gef(brieben ; biefe £ifte rtjurbe an .^umbolbt, Êii^boï"/ 
©atoignt), %)jide, jur Seratbung mitgetbeitt, unb bann oft üer= 
änbert, mancber D]ame fam baju unb lieber baüon, fe(bS SBocben 
bauerte ba§ 6d}n)cben. 2(nfangS iüoUte ber Äönig fe(b§unbbier5ig 
93îitgUebcr, fo toiete aie 'griebrii^ ber ©roJ3e DkgierungSjabre 
jäbtte, bie 3«bï 'oi^WQ »erwarf er megen ber ©pöttereien über 
bie Quarante ber franjöfifcben 2lfabemie, enblii^ befitränfte er 
bie ^ai)i auf breif5ig. 3n allem »erfubr ber ^önig febr niac^ 
eignem ©inne. Hrago ift ocm Könige urfprünglii^ genannt 
lüorben. SJîetternicb be§ Könige au§brüd"lid)er unb bebarrlicber 
Sßitle. ^Humobr fiel lüieber it»eg. ©teffenâ, meinte ber Äönig, 
fei bod^ eigentlicb nicbt ftarf genug, ireber al§ ^bi^ofopb tiocb 
al§ 3Raturforf(ber. Siêjt »uar beê lîcnigg entfd}iebene 2ßabl, unb 
leine Giniüenbungen fruchteten, ©pontini foüte ben Orben b^bcn, 
aber ©aüignp unb 5îabinetêratb Müller ïonnten e§ ibm an^- 
reben. ©egen iïRoore fagte man bem Könige, er \}abe ©pott= 
»erfe gegen ^reu^en gema(^t: «SaS gebt mi(^ gar ni(^t§ an!» 
fagte ber Äßnig. ©egen SKelloni iranbte man ein, ba^ er (Ear: 



*) S3egiebt fid^ auf ben neuen Orben pour le mérite. 



122 



bonavo iinb .<r>aiipl einer veüühitioiuäven ^»^unta gctüefen. « 3ft 
mir gaiij gleid}c3üUig , meinte bcïiionig, unb er iinirbe Dconnell 
ernennen, UKun tier fD(d)c anfjeufd}aftlid}e ^ßevbienftc l)ätte. S)er 
5îcnig moUte 9îanmcr'n nnb Dîanïe'n, 6ic^I;Dvn unb ©atoign^ 
nur yîanfe'u, barüber fielen beibe au§. ^m Sßibevfpnid) mit 
obiger 2ïnfid}t (bei SJÎelloni, DJÎoore unb 3(rago) imivbe büd) ber 
.^iftorifer Sd}lüffer lucgen feiner ^artbeinal;me (?) befeitigt. 
9Jîetternid} ï}atte fic^ über ba§ 93i§tl}nm ju Semfateiu fpöttifd} 
geändert, bamit er câ nidjt aud) über bcn Drben tl;äte, folUe er 
2)îitglieb inevben; bieS \)äU .^"»unibolbt für bie gebeime ^^riebfeber. 
Sßegen S)îetterni(^'§ lonrbc Unmroff nid}t genannt, n»ei( bann 
jener nid}t mebr ber cinjige feiner 3(rt gciin'fen linire. ^inf unirbe 
al-i nid}t gemid}tig genug angcfeben.'' 



®en 27. Smü 1842 fügt ÎVn-nbagcn nod} (;inju : „9îacb- 
träglid)e§ Don geftern. ômiibotbt erjäl^lte mir, er babe ben Äonig 
im üorauy benacbrid^tigt , ba^ bie Slfabemie ber 5ßiffenfd}aften 
ben S^Qxm 9iie^, einen ^ut't-'n, aie 30îitglieb aufnel;mcn molle; 
ber iiönig b^be enoiebcrt, er ioürbe bie äl>abl ol}ne alleS 93c: 
beulen beftätigeu. a^'d) l^i-iffe bod) nid}t, fügte er l;inju, baf5 
^Ijï 93ruber bie S)umml;eit begangen unb in bie Statuten gcfel3t 
l;at, c§ bürfe lein ^wbc in ber Sllabemie fein?» 3)er lÖUniftei 
(Sid)l;ovn nnif^te, baf; ber ^öuig fein 93ebenl'en Ijabe, ibm fclbft 
aber rt)ar bie Sad)c unangenel^m, unb er glaubte fie and) Xbiele'n, 
9\od)oir)'n, ©tolbergen unb Stubern mifsfällig, baber lief; er ba» 
©efud} ber Slfabemic um bie ^öniglicbe Scftätigung crft fe(^» 
SGöoc^en liegen, unb fd}rieb bann an bie 3lfabemic, ob fie and) 
gelüufU bnbe, baf; Süefj ein ^^ibe fei? Sie Sllabcmie mar über 
biefe 3(nfvage febr aufgebrad}t, unb antwortete einftimmig, fie 
l}alte fid} an iljre Statuten, l}abc nad} biefen gciiHll}lt, nnb meife 
bie '<s-rage be§ 3)îiniftev§ al§ eine ungel}örige jurüd, ebne fie ju 
beantworten. Siefe ©robbeit ftedte Gid}l}orn ein, unb lief; nun 
ba§ SBeftätigungegefud} an ben M'onig abgel}cn, ber eö and} fo= 



123 



gleich tH'lüiUiijtc. 3)cr Ëonic^ fd)ien einige Unjufriet>enl}eit ju 
empfinben , a(» er iunc waxh, baf; er gclnäljrte, totv5 ^-riebrid) 
ber (Svof;e V>erfat3t l^atte, näm(id) bie 3»li'ffu»u f'^'c^ 3uben jiir 
2l!abemie; ^riebrid) (;attc bic 2önl}l aiîofeS 2)ienbelêfof)n'§ nid}t 
teftätigt, man cjlaubt, an§ 9vüd)"id}t für ilatf^arina taiferin toon 
Sînfîlanb, wddic IDIitçiUeb ber 5tfabeinie toar, nnb üon ber man 
nidjt geiinfî loar, ob il}r foId)e ©enoffenfd^aft nn(^ red}t fein 
»viirbe." 



S)en 30. Sütgnft 1842 bemerft Ssanikigen in feinen 3^ogc= 
blättern: „.^nmbolbt erjäMt mir ßrbärmtid}feiten üon ßid}bcrn. 
SSicI üom Könige, feiner £ieben§it)itrbigïeit, Saune, ©(^crjbaftig^ 
feit. 3Keint aber, feine SiebUngSttorftelhingen gebe er nid}t auf, 
er Ijalte feine SBorljaben feft, and) irenn er fie juritdjujieben 
fd)cine. S)er îîcnig toax mit ©raf SJlortimer ïïîalljan jufriebner, 
als mit irgenb einem anberu feiner DJiinifter, I^atte volle'-j S3er; 
trauen in ibn, traute il;m alle§ jn. — Unterfuc^iing über bie 
Sebeutung beê 2Borte§ «gciftreid}», unb »oiefern man ben .^önig 
fo nennen bürfe. ^umbolbt meint, ber iîouig motte and} nad} 
©rie($enlanb reifen, unb bann ge!}e er gennf; and) nad) ^e^^"' 
falem. (§-§> fei ju befürd}ten, baf; am ßnbe bie ^^faffen i(}n bod} 
nod) bejiuängeu, fein muntre^ 9iaturel( unterfriegten! — .'oumbotbt 
gebt in 5lufträgcn nad) ©u jum M'önige ber ^ranjofen, bann 
i\aà) $ari§; im S)ejember »uill er mieber in 33ertin fein," 



3Sarn(;agen fd)itbert einen 93efud}, ben 4^umbülbt ibnr nad; 
feiner 9{üdEebr von $ari§ madjte, in einem Slageblatt f»om 
18. 2Rärj 1843 lüie foïgt: „^umbolbt befud}te mid) trente; er 
bat fel;r gealtert, feit i(^ i^n nidbt gefef)en, aber fein ©eift unb 
SJlutb finb frifd). Gr loar in ^ari» vergnügt unb I}eiter, Ijier 
bat fid) gleid) eine trübe ©timmung über il^n gelegt; ivaê er 



124 



toorgefunben, ift, trie et fagt erbdrmïid^, ba§ alte beïannte SSefen, 
mit gefätjrlid^en Singen in finbifc^er ^rD^Ud)feit befd^äftigt. 3"' 
bem ttiirb er mit Jllagen unb Slnfprüc^en beftürmt, alle £eute 
lüoEen, er foil für fiefpred)en, feinen (Einfluß für fie toeriüenben. 
«Einfluß!» ruft er au§, — « 3Riemanb l}at ibn! 2lucb Sunfen 
unb Dîabohji^, bie ©ünftlinge be§ Könige, baben leinen, fie 
ïonnen ni(^t§, al§ bie erfpäbten Ginbilbungen unb ©i^tt)ä(^en 
nabren, ibnen bienen unb opfern, unb sollten fie ettoaê, ba§ 
au^erbalb biefer Oîii^tung läge, fo inär' e§ gleid} mit ibnen bor; 
bei. 2)er ^Önig tbut toa§> er grabe irill, hjaê auâ feinen früb= 
befeftigten 3Sorftetlungen fii^ enttoicfelt, unb ber 9îatb, ben er 
allenfallê anbört, gilt ibm nid}t§.)) ßr fpri(ï)t mit SSeradbtung 
öon ßicbborn unb Saüign^, al'? glei^nerifc(}en 3Xugenbienem, bie 
fidb toon 2;bi(e, toon ©erlad}, üon §engftenberg beftimmen laffen. 
— S)er tönig b^t nidity aufgegeben toon feinen biSbengen 3]Dr; 
baben, unb lann jeben Stugenblid neue 3>crfud)e barin madden, 
in 33etreff ber ^uben, ber Sonntagefeier, ber englifd}en 58if(^ofâî 
meibe, ber neuen Hbelaeinricbtungen u. f. 1ü. Gr bcgt ^lane, 
aly follte er bunbert ^a\)x alt n^erben, beult an ungebeure bau- 
ten, ©artenanlagen, tunftauefübrungen, aucb an Steifen, ein 
93efud) in Sltben ift fdjon jur ©tora(^e gelommen, im .§inter= 
grunbe fcblummert gen^ijs eine SBallfabrt nacb ^enifalem! 9îap0î 
ïeonifdbe {^riebenSjüge, naâ) Sonbon, ©t. Petersburg, in ben 
Orient, eroberte ©elebrte unb tünftler, anftatt Sauber! fünft 
unb ^bûttl^fie fliif ï'em Slbrone, fanatifd}e ©aulelei umber, unb 
beud)lerifcber 9Jîi^brau(^ in Spielerei! Unb babei ber D^îenfcb 
tnabrbaft geiftreicb, mabrbaft lieben§rtiürbig , toon beftem Söillen 
befeelt! — Söae n^irb auâ biefen Singen nocb Jtoerben!" — 



125 



69. 

^umfioïbt on SBarn^ogem 

iBevIiu, ben 3. ^i(ix\l 1842. 

SBenn tcf;, mein tfieitrer ^reunb, jo fpät erit für baë 
foftlid^e ©efd;en! ^tjnen meinen iüärmften "^anî barbringe, 
fo ift eê, iDeil id; erft einen 2lnfentî;alt toon ^otÄbam î;abe 
ba§n aniuenben muffen, nm mit ^l)mn ^^x^ Sitsenb p 
burd^Juanbern amb mid; in ben „erweiterten'' Sier'^ältniffen 
beè 2öiener Söeltfongreffe» gn orientiren. ®â ift eine 
glüdlid}e 3^tÖ«''^e, bie 3l;rer frnl;eren Œntnndelung?^; 
gefd)td;te: fold^e ©eifter fieï;t man gern in ber beiücgten 
SBelt auftreten xtnb ijor unfern Singen einiüirfen. SSie 
ungered;t luaren lüir einft in 93enrtl;eitnng ber DJMnner, 
bie im großen iîongreffe ßnrcpa jn fonftitniren toerfud;: 
ten: id; fage: ipie niel mel;r erl;eif(^ten iuir bamalio in 
fold;er Ungered;tig!eit§lanne, inenn ie|t, in SSergleid; mit 
ber ßtenbigfeit, bie nnx^ nmgiebt, bie gu 3Bien 3>erfam= 
melten al§ grDf3e ©taat^männcr fid; in ber (Erinnerung 
barftetten. ®afür Ijahzu luir $ofpl;ilDfop^en, 3)UfftDn0= 
minifterinnen, ^oftï;eolDgen unb Übervafc^ungeprebiger.... 

3)îinifter 53iiÏDlD fïagt, ba^ ©ie and; !ein einjige^nnal 

it;n §n)ifd;en 8 unb 9 Ut;r in feiner gamilie befud;t l;aben. 

©r nimmt morgen ©ienêtag 2lbenb» öffentlich au, unb 

©ie iDürben ein ©d;mnd fcine^S ^i^'^f^ï'? fein. @r labet 

fd;riftlid; uiemanb üon benen ein, bie fo beftimmt Joiffen, 

H^ fie tf)m tî;euer finb. 21. i). ^umbolbt. 

2)îontagê. 



126 



70. 
«guuiljolbt nu SSantïjagciu 

®tenötag, ben 13. 3uiti 1843. 

®er5etï;en ©te, tl;eurcr greunb, ha^i buvd; 9leimer'y 
2lblüe[eur;eit, meine eiüitjeu 3t'i"ftreuungen unb ^enbel^ 
beluegungen, SSor&erettiiugeu 511 einer Heinen diei\e naâ) 
^onintern (13— 22ften), id; gel;inbert luorben bin, Sl;nen 
friil;er bie jnjei nenen 58änbe üon Bilf^elntS îoerïen ju 
bringen. 3d; lüei^, ©ie lieben ben iîonunentar ^^n §er= 
mann nnb 2)orütI;ea nid;t nbermä§ig. ®r iuäre freiüd; 
anmntïjiger in ^uu ©d;rift über bie epifd;e 3)id;tnng im 
Slllgemeinen üerluanbelt iuorben, aber ©ie fel;en felbft im 
iîaJuiî^nd;e, lüie jener gro|3e ©eift immer gern ba;§ 2lïl= 
gemeine an haK> ©pegielle anîjeftete. S)te ©onette finb 
tooff [)oi)cn ©rnfte-S nnb uoiï ^iefe ber ©cfiif)le. Sd; ïomme 
nod;, ©ie jn nmarmen, nnb ©ie §n fragen, auf Jüeld;em 
SBege id; ein ©jemplar an .^errn Sf;oma'§ ©arl^le fidler 
knn gelangen ïaffen. 21. flöfU mir luenig S^ertrauen ein, 
nnb 33itlolü'y '^aMe bürfen nid;t anfd;iüellen. ^^errn ^ax- 
riere luerbe id; üerbinblid;ft banfen. S)er „foffile 3JUni= 
fter'^ iücifj id;, l;at feine Seben^ofraft bnrd; einen liebenê= 
Jpürbigen 33rief an ©ie, benrfnnbet. 3^on mir giebt e» 
and; ein Seben, dims les liioi^raphies rédigées par un 
homme de rien, in ber id; al-o eine gefettfd;aftlid; = mali; 
jiijfe 33eftie gefd;ilDert bin. ©0 ctwa^i tobtet nic|t, beffert 
aber aud; iwenig. 9Jîit alter Sirene St;r 

3Ï. 0. <0t. 



127 



71. 
«^JitmÏJoTbt ûu 2>aniïjitgeit. 

S3 er lin, bin 2G. Sunt 1843. 

3clj bin üOcrjeugt, mein Siekr, ba^ ià) 3ï;nen einige 
^retibe bereite, inbem id; '^l)Mn (allein) ba» fragment 
eine» nenen ^anbe» uon ©d'ennann niittl;eile. îonnber- 
bare Slnbetnng ber ^ugenblraft aU göttlid;e Ünelle bei* 
^robuftiüität (Stnbetnng in einem ©reife): |>ingebnng an 
9iapDleon, ol;ne alle ©törung bnrd^ moralifd;e ^etrad;= 
tnng! ^d; mnj3 6ie inftänbigft bitten, ben ^ogen nid;t 
nnfereiii ilinbe*) §n geigen, and; nid;t mit ^i-odl;anè 
über bie 3Jtittt;eilung gn rebcn, bie mir ©dermann geuiad;t. 
©'•0 tonnte if)m fd;abcn, nnb er ift fd;on nid;t glüdlid;. 
3d) l)Dffe, îi>ill;elmv leiste âluci ^^änbe [inb eublid; bnrc^ 
!^nfd}mann in 3l)re .s)änbe get'ommen. 'S)aä ïoetter l;at 
nnfere ^Jiorbreife fe()r begiinftigt. 6old;e Steifen [inb red;t 
bajn geeignet, bie dürften über ben ßnftanb ber @emntl)er 
gn tänfdjen. 3d; lA^be ,,au^i einem genfter" gn ber 3n= 
genb einige Sôorte über bie geiftigen ^anbe gefprod;en, 
\x>dd)c gleid;5citig nnb ol;ne bnrd; ränmlid;e fântfernnng 
geminbert gu iuerben, ba» ^er[tänbnif3 freier @efül;le, 
banernber ^offnnng i)i allem belebt, waè bie §ürtfd;ritte 
ber 3)îenfd;l;eit el;rt. Sie finben 'î^ie îkim 9î.ebe in ber 
©taat^jeitnng , mie id; fie gleid;, nad;bem id; fie frei ge; 

*) 3?etttnn. 



128 

l^altett, auffd^rleB. D^ne biefe SSorfid^t tüürben meine 
mmer toac^fenben ^^reunbe bie 9îebe öerbre'^t l^aBen. 
Êuftine 'i)aht i^ t^etllretfe bem Äönig üorgelefen. ©r ift 
unenblic^ geiftrei($, unb l^errlid^ gefdjdeben. 3<^ hnm 
nur noi^ jtüei S3änbe, nnb 5ieî)e ben erften t)or, ba er 
eine neue ©rö§e ber tragifc^en Gegebenheiten meifter^aft 
barfteHt. mit Gere^rung ^l)x 

2Ï. ü. ^umbolbt. 
2)Iontag. 
©enben ©ie mir gütigft ben ©cfermann gurüdE. 



129 



72. 
§umftoïbt Ott Sîorn^ageH. 

©tenêtag, ben 27. Sunt 1843. 

'ySâ) erf(^re(ïe üor bem @eban!en, tl^eurer ^reunb, ba§ 
©ie ©onnerêtag naà) Xcqel fahren könnten, um ein Ue- 
res ^anè gii fiiiben. 33üloiD mmmt l;eute Slbfd^ieb öotn 
5?önig, unb I;Dfft mcrcjen, 3)iittlüod), mit feiner %van unb 
ben gtüei älteften 3:;0d;terrt naà) ©d;Iangenbab ju reifen, 
^d^ fd;reibe biei3 in bem gaE, ba§ eë mir (l^eute) nid^t 
glüden foïïte, Sie for ;3{;rer 2ïbreife §n umarmen. 3)er 
gadelgug in ©üffelborf fönnte über mand()eê aufklären. 
3<| lege, ba @ie aïïeê aufgeben tuaê 3^re ^reunbe he- 
trifft, bie f leine 3tebe M. ^\)x 

2Ï. ^t. 



2t. B. Jjuinbolot'ti "-Sriefe. 



130 



73. 
^umbolbt an SÖnniljogcu. 

©anéfouci, ben 27. Stugufl 1843. 

•Sonntag. 

3Sie follte ic^ nid)t ci(eu, mein tl^eurer "Jreunb, '^ijncn 

für 3l;re ïoftiidje ©abe, für ^l)ve UebeöoIIe Erinnerung 

an einen gelftig 3)aï;infcl)fôinbenben gn banfen! 3d; fenne 

nic'^tê 2lniuutt)igereê in ^ompofition (tief gemüt:^lid}er 

3lnffaffnng), in SBofjlïkng ber 6prad;e, nnb |)altung 

be» lanbfc^aftliii^en Kolorite, aU ^^ïz Sebenêbilber, 

als bie ^Beurt{)eilnng beffen, waè in unferer gentcinfani 

verlebten B^it, litterarifdjen äöertt) geï;abt. — 2öie ©ie 

felbft meiner gebadet, fo nnbebentenber. Sßorte, bie id^ ge= 

fprod}en, nenne id; gro§mntt;ig. 33ielfad^ bin id) \à)on 

in ben brei täuben anf früher betretenen, immer neu 

einlabenben 3Begen, 3l;nen nad;geeilt, aber in biefer 

„Sylva Sylvarum^' ift mir niä)t§: lieber geiüefen, al§ 

n)a§ ©ie fo ernft unb lüal;r über ben l;ijîorif(^en 3rrtl;um 

pber „äd^t;germanifd;en'' ©tänbefonbernng gefagt, 11. 

256—272. ©ie fel;en, ha^ meine politifd^e 2önt^ mid; 

nid;t öerläBt, ba^ id; nod; fel;r an bem 3rbifd;e]i l;änge, 

ba, tüie ic^ üon S^nen lerne, iüir, (nad; ^anf'o 3tnv; 

iprud;) mit ber ^ortbauer, nad; ber fogenannten ©nt^ 

feelnng, tbzn nic^t üiel ©taat machen f ollen. ,,^^ai^ 

grünenbe 9fleiê, baê in ber norbifd^en 9leid^e 9laum auf; 

fd^ofe'', (ic^ tüerbe bo^5l;aft), l;at fid; iuenig afflimatifirt. 



131 



uni) sum barren ^abc id) roenig 3^it mei)x, ha iä) mm 
fc^oii breiunbfünfjiij ^al)v ijaxxz. . . ^ie S)eutfd;en iüer= 
bell nod) îuanii^eê Sud; über bie greiï)eit f (^reiben. — 

3)er farteufpieleube a}îaun II. 157 tüirb iu ber 3täl;e 
meine?; „^ügel'?''' luieber einige Sfufregung üerur jad;en. 
3d; glaube aber bod; eine SJtilberung entbedt gu'ïiaben, 
an bie man freilid; nid)t gern erinnert. S)a!c Sßort: „bie= 
fer elenbe 3Kenfd;'' ift, benfe id;, entfd;n)unben. @ie fel;en, 
ha^ ié oie gern lefe, unb bod; nid;t auè bloßer j^urc^t. 

21. ü. ^t. 

2ßir ijaben nod; gar nid;t oon ßuftine'e Sud^ ge= 
fprod;en. S)er erfte 53anb ift ai§> berebte, geiftöoüe 6d;il= 
berung (beè $Dramatifd;en) baê gelungenfte. 9Sie grünb= 
lid; ein foIc^eC^ 53ud; ärgern mu^, felbft bie, föeld^e il^re 
9îed;tfertigung üerabfd;euen! II y a des longueurs de 
déclamations, ein geiinffeè rï)etorifd;eê ©diloarj, haè ex- 
mübet. ^ie SeröffentUcl^ung beë î;l;pertragtfd;en SSriefeè 
(g-ürftin ^rubet^foi) table xâ) fe{)r. Dl;ne bie 9fîei§ung, 
rt)e(d;e biefe ^eröffentlid;ung notîifôenbig erregen mu^, 
\)äüe ia eine neue petition noc^ 9îettung ï;Dffen laffen! 
2Ö0 ift baê 9îe(^t, ein fo geiuagteâ ©piel gu treiben, felbft 
gU morben! ^^erner erfdirecîe id; über bie litterarifd;e 2ln<= 
betung beê ©efd^reibfelê ber 33ïab. be @irarbin unb DJîab. 
®aç. S)iefe 3ïnbetung mar einer f(^önen ©ro|3fürftin 
atlenfaïïë gu t)er5eir;en. 

®a^ ber Saint; ®imoniâmu!§ öon einem preu^i)d;en 
(SJefc^äftemann erfunben ift, ergoßt mic^ unenblid;. Sinnt 
e^j Äönigeberg, mill id; e§ bier üerfcbipeigcn. — 



132 



74. 
«gumbolbt un ben ^rinjen i)on ^rcufem 

«erUn, ben 29. 2)ecem6er 1843. 

Ijeeile i<^ mid; untertl;ämg[t anâugeigen, ba^ baè Jïaftd;en 
bie Unit»erfaU©eftirn Uï}r ber beiben ©rfinber Lieutenant 

S), unb §. t>. 31 entl;altenb mit ben gnäbigen ^e; 

fehlen öon 3^1^^^^/ fi<$tig in meine .^änbe gefommen ift. 

^c^ irevbe natürlich alle» t1:)un, toae in biefer Slngelegen; 

I;eit ßlü. iîoniglid;e §oï;eit angeneï)m fein ïann. Sie 

beiben Ferren Offiziere l)dben mir fc^on in einem Briefe 

anê ^eme^tiar toom 1.3. S)ece)iiber biefec^ 3at;i^ee bie 3tn- 

funft be^ ^ï^ftî^ii^^s^tsâ ^lit ^^^^ î^l;'^ naitoen B^f^^ß gemelbet: 

„ba|3 ià) beiben ©rfinbern üon ©r. 3}Zaieftät bem 

„iîonig, bem 2Belt?3Jlebecin aller Mn'fU nnt) 

„2öi)'|enfd)aften, eine militairifd^e ^Decoration öer= 

„f (Raffen folle." 

®amit üon bem SBeltargte aber folc^e 2ßelt=2lrsnei 

gereid^t lüerbe, muffen biefe Ferren einige QtiUn an 

©e. 3}taieftät felbft rid)ten. S)ie fogenannten Unioerfal; 

©eftirn ll(;ren ijatten großen Stuf im 3)iittelalter, iüerben 

aber in bem bermaligen B^fti^^ibe ber Slftronomie anf M- 

nem Dbferüatorinm, ir>o ber 33cD&ac^ter felbft red^net, be= 

nu^t. @rapî)ifc^e ©rfinbungen ber 2trt finb ba^er nur 

gu einer Selof)nung üoraufc^Iagen, iuenn bie ©infenber 

\iâ) in irgenb einen (Eontact mit bem 3Jlonarc^en fe^en. 



133 

S)iefe Siegeln befolgt bei* Ä'önig fogav bei ^öüc^cni, für 
bie !eine fd;nftlid;e S)antfaguiig erfolgt, wmn [ie nic^t 
mit einem 53 riefe begleitet finb. 

@it>. Ron. §ol;eit ioerben unter biefen SSeii;tältniffen 
îDoî^l ni(^t mipitligejt, ba^ id; bem ^errn Sieutenant §. 

ü. 21 frennblid;ft für 'î)aè mir gefd;en!te SSertranen 

ban!e, iljn aber anrege, nm mir baS 9}iittel §n erleicbtern, 
i^m nnb feinem îyreunbe, nad^ bem 2Snnfd;e nnb ben 
^öefe^len ®Id. Äön. .^o^eit, nü^lic^ ju ioerben, mir einige 
3eilen für ©r. 3)îaieftat ben Äönig (mic^i nennenb) ju 
fenben. ®er @id)erl;eit ioegen Ijabm luoljl (B\v. .^'öniglic^e 
^ol)eit bie @nabe ben nac^ 5tiemeioüar beftimmten 58rief 
an Wn §erru ©efanbten ©eneral öon Sani^ nnter ^I^rem 
Siegel coutoertiren jn laffen, 5[)ie Äifte iperbe id) gemein^ 
fd)afttid; mit bem ^rofeffor @nde auf ber ©tenuoarte er= 
offnen, nnb biefen anfforbern, ttjie in fol(^en gälten ge= 
îDO^nlid^, für ba-o ©eljeime iîabinet einen 5öerid)t §n er= 
flatten. Sa baè SSort fi nnreid^ aud^ bei Sttftrnmenten 
t)ie nid)tè neueé i)ab^n immer angeiuenbet Jüerben fann, 
fo lüerbe ic^ bann fd;on fud)en tim !leine Potion Der 
„allgemeinen SBeltmebicin'' ju erflel)en. 

$3n tieffter (St;rerbietnng t)erl;arre id), 

@ID. Äöniglid)en ^o^eit 

untertl^änigfter 
2t. ü. ^nmbolbt. 



134 



75. 
.èiimbulDt ou Sain^oijen, 

aWontag, ben 1. Sanuav 1844. 

3?on-"ber ^otiobamer ©ifenbal^u tjebrängt, eile iâ) 

3t;nen, tt)eiirer ^rcuiib, trot3 ^l)vev 2(îtDm;mitat ^u fagen, 

ha'^ ber iîonig üor ben ©eifenblnjen, bem Sïeigie^en, 

bem (Eljoxal ber S)Dm = ßngeId;Dre uub bem eintretenben 

Stac^tlüäi^ter, gro^e gro^e greube über baê ïieblid^e ©e^ 

fd^enf gehabt l;at. ©» ift eine ©nippivung üott ©ragte 

Uîib Slnmutî) ber Üompofitioii, ber i^iinmel im Sîefley ber 

irbifd;en Siebe. 5Der £öuig bat fogleid; auf bie jungen 

j^een, Settina'è ©d^tpanenbrut, geratben, unb iüünfd^t 

ban!en gu bürfen. 

31. Ö. ^t. 

^riöatiffime. '^d) I)atte tuegen beio ^ieroglppben, 
ber ben ©d^iüan üon ber ©d;lpanin unterfd;eibet, einige 
3iDeifel, aber ber 5îi3nig meint, id; fei gang arriéré über 
baê, njaê iiaè üunftleben in btr neuen ©l'âiebung uer= 
änbert b^be. 

(2(nmevfuiig won 3]arn^agen. 93ettina won 2trnim 
batte tniv cine javte, lüunbevfcböne 3ei<^»u"3r ei" nadteâ iïJlat)= 
djen unb einen nadten 3ïi"9li"9 ^n einem Saume fteljenb, in 
beffen Krone eine 3fla(^tigaU fingt, mit bem Sluftrage jugeftellt, 
fie anont)m an .§ertn », ipumbolbt ju feinden, bamit er [ie ano= 
npm aB îlenjal^rÇ-gabe bem Sl'ùnÏQC überreid}e. Sie an§brüdUct)e 
9îadtbeit beê Jünglinge îonnte aUerbing» auffallen, bO(ii 95e[ 



135 



ttnen leitet ttetäic^en ioerben. ®a^ ber ßonig aber benfen fotintc, 
bie 3;5(i)tef l)ätten baê 93i(bdKn cjejcii^nct, ift bod) gar ju arg, 
fall? nid}! eine ftrafenbc 5Rederei gecicn 33ettinen in ber gefeeii^ 
dielten Sinnahme ftcden fed!) 



Sen 1. ^Jlprit 1844 fd}rieb ^^arnïjagen in fein îagebud}: 
„9kd) langer 3*-''^ to'ut>ex ein -Sefiti-^ uon ,öumbolbt. (5r fagte 
mir alles, ma» er anf bem .'^erjcn l}at. Œr t^ut it)a§ er ïann, 
aber üiel ïann er nid}t, nnb ber Siernnbfiebjigjäljrige ift bot^ 
einmal üieruiibfiebjigjcil^rig! ©r fclber mieê mit Sebeutnng auf 
fein 2tlter )^\n. ©eine gebäuften ©efdiäfrc brüden ibn , bodj 
wöcbte er fie nic^t miffen; unb .S)of nnb ©efctlfdiaft finb ibm 
trie ein altgemobnteê Stammbäiifel, wo man feinen Slbenb iw- 
jubringen nnb feinen Scbop^en ju trinfon pflegt. — S)er ilonig, 
fagt er, ift mit nidjtg aie mit feinen $.[}antafien bcfcbaftigt, unb 
biefe geben meift auf ©eiftigc», ,^ird)lid}eÄ binauê, ©otteSbienft, 
^irdienbauten, Sötiffionen u. f. m. S)aÄ ^'r^ifdje betümmert ibn 
toenig; ob Souiê ï^bilippe'§ îob eine firife berbeifübren mirb, 
toa§> bei D}îetternid)'è 2tbleben eintreten fann, wie ficb 9iu^(anb 
gegen una üerbält, ba§ alle§ lä^t ibn gleidjgültig, er beult laum 
baran. 2Ber einmal fein ©ünftling ift, unb il)n nad) ^fîeigung 
befc^äftigt, ber bat gemonnen Spiel. SSunfcn, 9fîabomit5 unb 
6ani^, fteben am bödiften bei ibm, ©tolbcrg erft in jmeiter 
Dîeibe. S)abei berrfcbt bie gröf^te 3tH"ftve»''»9 ii"^ 2ld)tlDfigfeit. 
9îudert batte ber Jîonigin ju ibrer ©enefung bübfdje ©ebidjte 
gefanbt, man fanb fxe allerliebft, aber bacbte "id}t baran, ba^ 
auf fol(^e S)arbietung ein SBovt ber (Ermieberung fd}id(id) fei; 
ganj fpät fiel eê bod} ber Jlonigin ein, unb Dîiidert foltte ge= 
rufen merben, allein er irar fdjon feit brei SBocben abgereift! 
6(^eUing fiebt ber Äönig laum Einmal im ^abre; feit er ibn 
bat, beîiimmert er fii^ menig um ibn. 2lud) ©teffenS-, ben er 
bo(^ liebt, lä^t er feiten einlaben. 9îeumont mad}t je^t eine 
Heine SluSnabme, er bat an ber ©ünftUngfd^aft ^unfen'ê unb 



136 



teê ©rafen »on 33rü£)l etiraê 2lnt{)ei(. (2Ran tnac^t ftd^ über * * 
luftig, über fein Standen u. f. m. .^umbolbt fagte, er fei grün, 
menn er nic^t grabe gelb fei, ber ^ßnig eriüieberte, in*** febe 
jebermann fo aix^l) S3unfen bat an 9?erftanb nicbt jugenommen; er 
bat bem Könige »orgefcblagen, Kalifornien ju ïaufen, 3)liffionaire 
bortbin ju fcbiden u. f. it). 2)ie Unternebmungcn ber ^rau üon 
|)elfert begünftigt er nadjbrücElid; , er irollte feinen eignen 6obn 
mit ibr fcbicten, unb jtüolftaufenb 5ßfunb Sterling au§ eignen 
DDfîitteln jur ©rünbung »on STieberlaffungen ):)exQebe\\, »üobei 
benn wieber 2Riffionen bejiüedt iraren, bocb sog er fein 2ln: 
erbieten jurüd, al§ er bie Slbeitnabme be§ Könige unficber fab- 
■Jrau üon geifert bat einftireilen üom Könige nur jebntaufenb 
%\)aUx gef(i)enît befommen, ber 2Jlinifter Dîotber bat ibre Wii- 
teren Stnfd^läge bintertrieben, bocb J>t"ei Hgenten abfd)iden muffen, 
bie über ben 3wft<^nb ber Sefi^ungen ber 'Jrau t>on Gelfert in 
Dftinbien bericbten füllen, 'äudj an ben 3îieberlaffungen in 
îeyaê batte man ben König tüoHen Zi)eH nebmen laffen, immer 
mit ßinfle^tung retigiöfer ^ntereffcn. ^umbotbt b^tte an SBun-- 
fcn eine ftarïe 3Jîabnung gef(^rieben, er möcbte bocb Gicbborn 
warnen, möcbte ben §a^ bebenîen, ben bie ^anblungêroeife bie; 
fe§ 2Jîanne§ erit>ede, unb ben ja ber König mittrage; bier fpra(^ 
er ibm auebrüdlii^ in gleii^em ©inne, unb fübrte ibm alle§ ju 
©emütb; aber SBunfen, ber jwei Stunben eifrigft über Stgt^pten 
mit ibm gefpro^en, ernjieberte bierauf feine Silbe, fonbern 
ftanb auf, unb ging ineg. ^umbolbt i)&U ibn für eitel ge^ 
nug, ein 3Jlinifterium biei^ anjunebmen. 2Jlir fcbeint, §um= 
bolbt lä^t fic^ no(^ üiet ju üiet mit SBunfen ein, unb tbut ju 
freunbfcbaftlicb mit ibm! — Sie Königin, meint §umbotbt, 't)abe 
feine ïatbolifcbe SBorïiebe, fie fei im ©egcntbeil erjproteftantifcb, 
unb glaubenSeifriger nocb , at§ ber König felbft, ben fie nur im: 
mer antreibt in bicfer 9îid^tung ; fie irürbe ftärfer einmirïen, wenn 
f^e bie Sadden mebr üerftänbe. — 

2lbenbê fenbet mir ^nmbolbt mit einem freunblid)en Sdbrei: 
ben taè 95ud): «Russie, Allemagne et France, par Marc 



137 

Fournier, Paris 1844», nebft ac^tjeîjn foftbaren §anbfc^tiften 
»on Slrago, 3Kettermc^, 5ßee(, ©tanïei), iRécamier, 93atjac, 5ßre§^ 
cott, Brunei, ^erfc^el, 93reflon, §elene »on Drteanê, ^er^ogin 
Don 2)ino, unb toier üerttauU(^en , t)eitem SiUetten beê ^bnigâ 
an i^n. din ^vad^tge^enf !" 



138 



76. 
^îuubolbt on 35atnl;ai]cu, 

53erïtu, ben 1. ^pxU 1844. 

od; lüiU üerfud;eu, mein ebler ^reunb, ob \â) neben 
bem rutl;enifc^en (^iftgräuel *) Sf;nen l;ente 2lbenb burd^ 
nnbebeutenbe ©efd;en!e eine ^reube niai^en !ann. 2)a§ 
in ben 33riefen, au^er bem Solinger, id; felbft gefd;mei; 
d)elt lüerbe, I;at mid; nid;t abljalten muffen, S^uen angu^ 
bieten \oa§> ©ie intereffiren !ûnn. 

1) Sorb Stanley, ber je|ige 3)tinifter, bem id^ ben 
fetter unfere^ S)ieffenbad;, SSerfaffer einer üortrefflid^en 
9îeife nad; Sien^^t^elanb, empfoî;ïen. ©er 9îeifenbe it>ar 
in heu frankfurter 2lnfrnî)r implijirt, n}eBt;alb eine 3ln= 
ftettung in ©cutfd;Ianb ncc^ fd;Jüierig ift. ^enn id; reifen 
!önnte, luürbe id; mir feinen anbern ©efäl;rten n)ünfd;en. 

2) ©ie 23ernmt(;ung auè ©oïingen. 

3) ©in merfiDürbiger ^rief Don 33reffon, 6. ^^ebniar 
1839. 

4) ©in feï)r gemütl;lid;er 33rief üon 2lrago/ bem iâ) 
iiaë Examen de Thistoire de la géographie du 15""® 
siècle bebijirt. 3d; iueifi nid;t, ob ic^ S{;nen fc^on etnjal 
t)on Slrago'ê ^^ani> gegeben. 

, 5) ©in ^riefd;en beê Jîonigê gu einer Qdt, iuo er 
f mid^ fcl;r nnterftü^te in ber 33efreiung junger Demagogen. 



*) Russie, Alloniagiie et Franoe, par Marc Fonrnier. Paris. 1844. 



139 

@» ^aubelte \iä) ^ier um beii jungen ^öningl^aue, mit 
bem eê mir aïlerbîngci glücfte. S)er S3rief bev ^ronprin^ 
gen sengt üon eblem UniuiUen gegen JîampI et ilon^ 
forten. 

6) ©in ^rief üon ber ^erjogin bon Drleanê. 

7) ©in S3rief be^ J^önig^ toon Sänemail ^d^ l^atte 
glei(^5eitig mit Strago bem Äönig ben großen Wonh-Meà)- 
net §anfen in @otî;a empfol;len. Unfere 33ttte luarb er; 
füllt, and; 3Irago evljidt einen eigenl)änbigen fel;r frennb^^ 
lid^en ^rief öom Christianus Kex, einft fonftitntionell 
in — Sîcriuegen. 

8) äöieber ein bittet beê Kronprinzen, I;eiter nnb fein. 
@!5 lag il)m inel baran, tia^ 3Jîetterui(^ bie ^räfibcntfd;aft 
annel^me, pour mettre la société en bonne odeur à 
Rome où elle passe pour Bimso- hérétique. 

9) ©in Srief non ber $Du(^effe be S)ino, îe|t S)ud^effe 
be Stalïepranb. ©ie ift aber ^ur ."pergogin bon 6agan 
ernannt. 

10. 11) Söieber jluei Weitere ©riefe beê Jîonigë. Le 
©eel^unb, bie ©mpfeiyinng eineê ettDaê ro^en bänifd;en 
©cftiffiJ'fapitän», ber 9îatnrfori'd;er jeben für 2500 9ltl. 
(etioajo teener) nm bie 3Belt faîjren iüoUte. ©§ ipurbe 
nid^tê barau». Le seigneur Cados, ministre secretaire 
d'état be^ tll;rmad;er^ Duc de Normandie, ber an ben 
Kronprinj fd;rieb nm fid) über bie ungebubrîic^e Slrt ju 
bef lagen, mit ber bie ©taat^^geitnng il;n bet;anbelte. 

12) ©rnnel, b.er ^elb be« S:;nnnel. 

13) ©in Srief non ©ir 3ol)n ^erfc^el t>ott ©c^meid^eïet. 

14) Mr. de Balzac. 

15) ©ir 9îobert ^eel. SJÎan î)atte üon Oyforb an§ 
an miâ) gefd^rieben, ba^ ber erfte ^Sotanifcr toon ©uropa 
Slobert ©ro^n pïo|lic^ in gro&er @elbt)erlegenl;eit tüäre. 



140 

unb ba^ ^eel auf mein @efud^ i^m eine ber toier einzigen 
tleinen ^^enfionen öerfdjaffen tüürbe, bie baê Parlament 
für @elef)rte auêgefe^t. (Eâ ift mir geglüdt. 

16) Mat). Sflccamier. 5ie l^aben gelüife f(^on mehrere 
^Briefe »on i^r. 

17) ©in i)übfc^er 33rief üon giirft aïîetternid^, jn§u= 
fügen §u ber 3Jîaffe, bie @ie öon iî)m befi|en. 

18) ©er gro^e ameri!anifd}e @efc^i(^tf(^reiber ^reêcott. 
Sn ^t)ren Rauben ift gerettet, roae i^ in meinem 

Ûbermutïje gerftore. S<^ befd^iüöre ©ie, t^eurer greunb, 
niemanb ju fagen, 'oa^ iâ) '^ijmn biefe menngleid^ fo uns 
bebeutenben SSittete beè Äönig» gegeben. @ê loürbe mir 
je|t fd^aben. 

3)lit alter 3Seref)rung S^ï 

2t. üon .^umbolbt. 
üßontag 3lbenb. 



141 



77. 
3, 3Ö. X, an ^nmMtiU 

§öfgen t»et @o lin g en ben21.9}îar3 1844. 

(£ip. (SfceUeng luollen mir nid^t ungüticj neïjmen bafe 
id; fo frei bin mid; an 6ie §u menben. S3or einiger Qät 
l)àbe in ber Leitung gelefen 'i^a^ einer au§> Königsberg 
3i^nen über S'îaturgeïjeimmfîe, nämlid^ £id;tbilber in ber 
î^^infterniê ju madden, follte gefd;rieben l;aben, toorans id; 
toermut^e bafe (Slü. ßy^^ellenj ein 9îaturfDrfd;er nnb mit 
grennben heîannt, bie auà) ^^atnrforfd^er [inb. S)a id; 
auâ) n)id;tige ßntbedungen in 3'iaturgel;eimnif[en gemad): 
I;abc, meine je^ige ©efd;äfte eè mir aber nid;t erlauben 
ioeitere gortfd^ritte barin gn machen, fo tr)ünfd;te iä) mi- 
mai mit 3l;nen be»l;ûlben fprec^en gu fonnen, üielleid;t 
îann einer bem anbern nod^ iüobl nü^li^ fein, iä) ioiE 
mir gerne gefatten laffen eine Steife jn ^Ijmn nad) 33erlin 
gu mad;en. ßw. ©yjellenj belieben ntir, wenn ^^mn mein 
^efud^ nic^t jntuiber, bod^ balbigft ju fd;reiben, nm ir)eld;e 
3eit ic^ ©ie in Berlin fpred;en lonnte. Sl)rer gefättigen 
2lnttt»ort entgegen fel;enb, 

grü^t ©lü. ©ïâellenà mit aller ^oc^ac^tnng 
3^r ergebenfter 

S)er iîaufmann ^err ©ottfrieb ^. in ^^erlin lönnte 
3^nen ettnaige 2tuS!unft über meinen ©tanb nnb ßt;arafter 
geben. 

( 2t n m er lung t>on ^umbolbt. Sie 25ermutf)ung, bie i^Ijnen 
feit einiger ^c\t burd} ba§ Sefen eine§ poütifd^en 83lûtteê ent= 
ftanben ift , 'ï)a^ id} ein 9îaturforfd)et fei , ift aUerbingS ge= 
grünbet. ^i) i)aU ba§ Unrecht fd)on feit 1789 einige natur= 
]^iftorif(^e ©d^riften ju publijiren.) 



142 



78. 
2)cr fraujijfifc^c ©cfûitbte ®vûf 33rcffon an §umtioIbt 

Berlin, 6 février 1839. 

Chère Excellence, 

Je suis heureux de pouvoir vous envoyer ;mjourd'- 
hui un article plus digne de vous que celui d'hier. 
Gardez ce numéro des Débats. Je n'en fais pas col- 
lection, 
r La remarque de Mr. M. V. L. — sur le nescio 
quis Plutarchus est puérile. Du reste, son article 
est inspiré par une juste appréciation de votre gloire 
qui est nôtre aussi et que nous revendiquons. 
^- Veuillez, chère Excellence, agréer mes affectueux 
et respectueux hommages. 

Bresson. 

P. S. Je unissais ce billet quand celui que vous 
m'avez écrit ce matin m'a été remis. — Je le conser- 
verai toute ma vie, et parcequ'il est un vrai monu- 
ment historique et pour ce titre précieux d'ami que 
vous daignez me donner. Hélas! oui, nous verrous 
bien des choses, si Dieu nous prête vie, mais qu'il 
fasse que nous ne revoyons plus celles qui ont déjà 
passé sur notre siècle! La coalition y travaille cepen- 
dant de toutes ses forces en sapant le pouvoir royal. 
C'est un accès de démence qui i-appelle 1791. Ce 



143 

sont des Girondins en herbe que nous aurions aimés, 
et ils seraient les premières victimes englouties sous 
l'édifice qu'ils ébranlent. 

Est-il donc nécessaire de faire un grand effort de 
raison pour voir clairement que le Roi est le ciment 
de toutes choses, qu'il nous tient susjoendus sur le 
chaos, et que lui de moins ou lui de plus, la situation 
change de fond en comble? En conscience, le danger 
vient-il de lui aujourd'hui? et un ordre de choses si 
péniblement acquis, si laborieusement établi, sera-t-il 
sacrifié à la rancune de quelques hommes , ou à 
quelques vaines théories inapplicables en France, 
bonnes tout au plus en Angleterre, où elles sont con- 
sacrées par les ages, et, ce qui ne vaut mieux encore, 
administrées par les seules classes éclairées et supé- 
rieures? D. qui est un bon esprit, m'écrit qu'il a 
foi dans l'issue de la crise ministérielle. Mr. Mole 
a modifié sa résolution de ne plus reprendre les af- 
faires; il les reprendra si on lui assure 36 ou 40 voix 
de majorité. La réunion Jacqueminot, qui rend de 
grands services, y travaille. 

Voici les adieux, les derniers, de Mr. de Talley- 
rand à Fontainebleau le 2 juin 1837 : Adieu , mon 
cher Bresson; restez à Berlin aussi longteras que pos- 
sible; vous êtes bien; ne cherchez pas le mieux. Il 
y aura bien du mouvement dans le inonde; vous êtes 
jeune ; vous le A'errez. 

Je vous cite ces paroles parcequ" elles rentrent dans 
l'esprit de votre billet, dont je vous remercie encore 
et qui devient pour moi titre de famille. 

B. 



144 

(Slnmerfung toon §umbolbt. Lettre du Comte Bres- 
son, ministre de France à Berlin. Je Tai conservée à 
cause de quelques mots de Mr. de Talleyrand. J'avais 
écrit à Mr. Bresson que la position en France est des plus 
graves, que je crois encore à la paix, parceque à côté de 
la sagesse des gouvernans, il y a de la médecine expectante, 
de la mollesse, et de la prudence timorée. Que ces choses 
ne peuvent cependant agir que pour un tems limité, et 
que ceux qui sont jeunes, comme lui, verront en action 
ce qui court aujourd'hui comme veUéités nationales à ra- 
oines profondes.) 



145 



79. 
Wrogo nu .^umboïbt, 

Paris, 19 aoiit 1834. 
Mon cher ami. 

Ijes termes me manquent pour te dire combien 
je suis peiné de t' avoir donné un moment d'ennui. 
Persuade-toi donc, une fois pour toutes, que quelque 
puissent être envers toi, mes torts apparents ou réels, 
je n'aurai jamais celui d'oublier combien tu as tou- 
jours été bon pour moi; l'amitié que je t'ai vouée ne 
le cède pas à celle que tu me montres et dont je suis 
à la fois heureux et fier! J'aurais bien voulu, à l'oc- 
casion de ton aimable dédicace t'en donner un té- 
moignage public; mais diverses circonstances de ma 
position actuellement si difficile et si compliquée, y 
ont mis obstacle. Ce n'est, au reste, je l'espère, que 
partie remise. 

J'apprends avec chagrin que tu n'es pas content de 
ta santé. La mienne est détestable et je m'en inquiète 
peu. Tout ce que je vois journellement dans ce bas 
monde, de bassesse, de servilité, d'ignobles passions, 
me fait envisager avec sang froid les évènemens dont 
les hommes se préoccupent le plus. La seule nou- 
velle qui pourrait aujourd'hui me tirer de mon spleen, 
serait celle — de ton voyage à Paris. Pourquoi n'ai-je 

2t. ■0. Jpumèotbt'é «riefe. 10 



146 

pas trouvé dans tes lettres un seul mot d'espoir, même 
pour un avenir éloigné? 

Le monde scientifique est ici dans un calme plat! 
c'est véritablement à s'en désoler. Je pars après- 
demain pour l'Angleterre avec Mr. Pentland. En rap- 
porterai- je des idées plus consolantes? 

Notre observatoire est devenu à la fois élégant et 
très-commode. Le Bureau a décidé qu'il fallait nom- 
mer un directeur. J'ai été choisi à l'unanimité. J'au- 
rai sous mes ordres quatre ou cinq jeunes gens avec 
le titre d'élèves et 2000 francs d'appointement. Sous 
ce rapport nous allons enfin sortir de l'ornière. 

Adieu mon cher , mon excellent ami. Mathieu qui 
n'est pas encore entièrement guéri d'un cruel mal 
d'yeux, me charge, ainsi que sa femme, de le rappeler 
à ton souvenir. 

Tout à toi pour la vie 

F. Arago. 



147 



80. 
SSicr S3ilïctc f^ricbrirf) Sil^clm'ê ttè 23ierten an ^umtioüit. 

I. 

23. Xîc. 36. Stbenb«. 

Tie quasi naiiieulcfe Dtummer ^aî i^ie getinbefte aller 
©trafen ju erirarren, benn ter Spnid; mirö ol;ne 3^^»^^= 
fel, b. 1^. g a 113 geioip auf G 3)lcnate unb ojä^rige Un= 
anfteUungêfat}igfeit gemilbert. Slïfo einigen S^rcft frfiicfen 
©ie aU Œ^riftgefc^en! nad^ bem »ielgetreuen Ärefelb. 53iel= 
ïeid^t!!?!! gelingt mir'x^ bie fi^ïïige 'Segmibigung biefer 
Kategorie l;ert»ei5ufüf;ren. — Gmpcrenb nnb i;crribel aber ift 
tè, ten armen jungen l'c lang im efetn Sod; fd^ma^ten 
§u laffen. — Sei folc^en (ritern. — 2î?enn e? Sparen 
unb ©pißbuben trären, feine gliern, bann irär'c faum 
ju entfc^iulbigen. — ©efjen trir un-i f^eut Stbenb? 



II. 



Cherissime Humboldt, vous connaissez tous les 
prétendants à toutes les couronnes — lisez, de grâce, 
la lettre ci-jointe et faites moi connaître le seigneur 
Cad os, ses père et mère et aïeux, ainsi que ses 

10* 



148 

droits à la couronne de France, q^ue je tâcherai alors 
à lui procurer. 

B. 21 févr. Frédéric Guillaume 

1839. Pr. royal. 



m. 

@ine ©pifobe au§> ^igaro'ê ^oc^jeit. 
Il y manque quelque chose — 
Quoi? — 
Le cachet, 
gil'^lett ©ie bie feine 2ïnfpielung, f^euerfter ?^reunb. 
3^r ©iegeï mii^ mid^ auê faft eben fo großer Verlegern 
ï;eit reiben, aB jeneê bie ©räftn âUmatoiua. ©onft he- 
merft ber ^ixxlt, ba^ iâ) aU bas (S(^meid;eU;afte, Waè ©ie 
leiber! üon mir gefagt ï;aben, geïefen Ijabe. Pour vous 
divertir lege i<^ mein ©d^reiben bei. Vale. 

^. 23. mävi 1840. ^r. 3Ö. 

[33on ^umbDÏbfê ^anb: Autographe du prince- 
royal de Prusse. Le priuce-royal offrait au prince 
Metternich la place de président de l'institut archéolo- 
gique de Rome. J'avais dû donner au prince-royal une 
lettre qu'il voulait inclure, comme elle ^contenait 
quelques éloges il a désiré qu'eUe fut cachetée. 

Humboldt. 

J'ai eu l'honnêteté et la maladresse de ne pas co- 
pier la lettre du roi au prince Metternich.] 



149 
IV. 

Je vous communique la dépêche ci-jointe de Co- 
penhague poiu- vous avertir de la nouvelle eeccatura 
qui vous attend d'un phoque du Sund qui vient vous 
demander conseil et assistance pour tourner autour 
de notre globe. La présente n'étant à d'autres fins, 
je prie Dieu, monsieur le baron de Humboldt qu'il 
vous ait en sa sainte et digne garde. Donné en notre 
château de Potsdam 29. avril 1849 (1843?) vers minuit. 

Sign. 

Frédéric Guillaume. 



(Slnmcrîung »on SSarnl^aLjen. 2t(Ie§ genau fo mie t)ier, 
atê ©d}erj!) 




150 



81. 
tönig ^^riftian bcr %^tt Uon 2)oncmarî an §umbolbt 

Copenhague, ce 3 mai 1843. 

JMonsieur le Baron de Humboldt! La lettre que 
vous m^avez adressée le jour avant votre départ de 
Paris a éveillé mon attention au sujet des tables lu- 
naires qu'on doit aux travaux du Professeur Hansen 
et je me suis adressé à notre célèbre astronome Schu- 
macher pour apprendre ce qui restait encore à faire 
pour compléter cet ouvrage important. Suivant ses 
indices il a été facile de trouver moyen de continuer 
ces travaux, les comparaisons des observations, et 
moyennant les secours nécessaires et alloués Schu- 
macher espère de voir publier ces tables de la lune 
avant le terme de deux années. — On trouvera sans 
doute la récompense des soins qu'on consacre aux 
sciences dans leur avancement même, mais l'appro- 
bation des avants distingués donne une véritable 
satisfaction, dont on jouit doublement lorsque ces 
sufifrages nous viennent d'une voix qui vaut bien 
d'autres. Jaloux de mériter toujours votre appro- 
bation. Monsieur le Baron, je désire être guidé par 
vos lumières et je serai charmé toutefois que vous 
voudrez m'adresser vos observations scientifiques. 

C'est avec la plus haute considération que j'ai le 
plaisir de me dire, Monsieur le Baron de Humboldt 
votre tout affectionné Christian R. 



151 



82. 
2of^n §crf(l)cl au gumbolbt. 

Collingwood, 21. Dec. 1843. 
Hawkhorst. Kent. 

My dear Baron , 

it is now a considerable time since I received 
your valued and most interesting work on Central 
Asia, which I should have long ago acknowledged, 
but that I was unwilling and indeed unable in proper 
terms to thank you for so flattering and pleasing a 
mark of your attention, till I had made myself at 
least in some degree acquainted with the contents. 
This, however, the continued pression of occupations 
which leave me little time and liberty for reading has 
not yet allowed me to do otherwise than partially — 
and, in fact, it is a work of such close research that 
I despair of ever being able fully to master all its 
details. In consequence, I have hitherto limited my- 
self chiefly to the Climatological researches in the 
third volume and especially to the memoir on the 
causes of the flexures of the Isothermal lines which I 
have read with the greatest interest, and which ap- 
pears to me to contain by far the most complete and 
masterly coup-d'oeil ofthat important subject which I 
have ever met with. In reading this and other parts 
of your works on this subject and of the „Physique 
du Globe" in all its departments — that which strikes 



152 

me with astonishment is the perfect famiharity and 
freshness of recollection of every detail which seems 
to confer on you in some degree the attribute of 
ubiquity on the surface of this ovir planet — so 
vividly present does the picture of its various regions 
seem to be in your imagination and so completely 
do you succeed in making it so to that of your 
readers. 

The account of the Auriferous and Platiniferous 
deposits in the Ural and the zone in 56 lat. has also 
very much interested me as well as the curious facts 
respecting the distribution of the Grecian germs in 
those regions. I could not forbear translating and 
sending to the ,, Athenaeum" (the best of our literary 
and scientific periodicals) the singular account of the 
„monstre" of Taschkow Targanka — (citing of course 
your work as the source of the history) — in vol III. 
p. 597. 

The idea of availing ourselves of the information 
contained in the works of Chinese geographers for 
the purpose of improving our geographical knowledge 
of Central Asia, appears to me as happy as it is likely 
to prove fertile — especially now that the literature of 
that singular country is becoming more accessible daily 
by the importation of Chinese books. — What you have 
stated respecting the magnetic chariots and hodometers 
of the Emperor Tching-wang — if you can entirely rely 
on your authority gives a far higher idea of the 
ancient civihsation of China than any other fact which 
has yet been produced. 

In a word, I must congratulate you on the ap- 
pearance of this work as on another great achieve- 



153 

ment — and if — as fame reports — it is only the fore- 
runner of another on the early discovery of America 

— it is only another proof that your funds are inex- 
haustible! May you have many years of health and 
strength granted to you pour them forth — and may 
each succeeding contribution to our knowledge afford 
yourself as much delight in its production as it is sure 
to do your readers in its perusal. 

Miss Gibsone writes word that you have more 
than once enquired of her when my Cape obser- 
vations will appear. No one can regret more than 
myself the delay which has taken place, but it has 
been unavoidable as I have had every part of the 
reduction to execute myself and the constuction of 
the various catalogues, chartes, and minute details of 
every kind consume a world of time quite dispro- 
portioned to their apparent extent. However I have 
great hopes of being able to get a considerable 
portion in the course of the next year, into the 
printer's hands. — Some of the Nebulae are already in 
process of engraving. Perhaps the subject which has 
given me most trouble is that of the photometi'ic 
estimation of the magnitudes of Southern stars and 
their comparison with the Northern ones. — A curious 
fact respecting one of them, 7 Argus, has been com- 
municated to me from a correspondent in India. — 
Mr. Mackay — viz; that it has again made a further, 
great and sudden step forward in the scale of mag- 
nitude (you may perhaps remember that in 1837. 8 
it suddenly increased from 2. 1 m to equal a Centauri) 

— In March 1843, according to Mr. Mackay, it was 
equal to Canopus. „a Crucis", he says „looked 



154 

quite dim beside it." — When I first observed it 
at the Cape it was very decidedly inferior to a 
Cru eis. 

Believe me, my dear Sir, ever yours most truly 

J. F. W. Herschel. 

I must not forget to wish you a „merry Christ- 
mas and many happy retiu-ns of the season" in 
English fashion. 



155 



83. 
fdaliat m ^nmMhU 

Berlin, Hôtel de Russie. 1843. 
Monsieur le Baron. 

!^erais-je assez heureux en allant lundi à Potsdam 
par le train d'onze heures, davoir l'honneur de vous y 
rencontrer, et de vous présenter mes respects ? Je ne 
fais que passer par BerHn, vous me pardonnerez donc 
de prendre la liberté de vous indiquer ainsi le temps 
de ma visite; mais, n'est-ce pas d'ailleurs vous prouver 
à quel point je tiens à ajouter quelques nouveaux sou- 
venirs à ceux du salon de Gérard. 

Si je n'ai pas le bonheur de vous trouver, ce petit 
mot vous dira du moins que je voulais me rappeler 
a vous, autrement que par une carte. Aussi, veuillez. 
Monsieur le baron, agréer l'expression de la respec- 
tueuse admiration d. v. t. h. et t. o. s. 

de Balzac. 



156 

84. 
9îokrt ^eeï on ^umioïbt* 

Whitehall, 4. Sept. 1843. 
Dear Baron de Humboldt. 

1 was most flattered by your kind attention in 
transmitting for my acceptance your most interesting 
work on Central Asia. It will be much prized by me, 
as well on account of its intrinsic value as a token 
of your personal regard and esteem. 

There is no privilege of official power, the exer- 
cise of which gives me greater satisfaction — than 
that of occasionally bestowing a mark of Royal favour 
and public gratitude on men distinguished by scien- 
tific attainments and by services rendered to the cause 
of knowledge. 

From the very limited means which Parliament 
has placed at the disposal of this Court, it has been 
my good fortune to be enabled to recognize the merit 
of Mr. Robert Brown. I have just conveyed to him 
the intimation that Her Majesty has been pleased to 
confer upon him for his hfe a Pension on the CivU 
List of two hundred Pounds per annum, in recogni- 
tion of his eminent acquirements as a Botanist, and 
of the value of his contributions to the store of Bo- 
tanical knowledge. 

Believe me, dear Baron de Humboldt, whith sin- 
cere esteem very faithfully yours 

Robert Peel. 



157 



85. 
Müttmi^ ou §umï>oïbt. 

Vienne, Octobre 1843. 
Mou chei' Baron! 

V ous avez bien voulu m'envoyer un exemplaire de 
votre Asia centrale; je l'appelle la vôtre ear les dé- 
couvertes appartiennent de droit à ceux qui les font et 
qu'être l'auteur d'une découverte vaut souvent mieux 
que d'être le possesseur de l'objet sur lequel elle parte ! 
J'ai commencé la lecture de l'ouvrage que je compte 
au nombre de ceux que je traite, comme des esprits 
autrement faits que le mien traitent les productions 
futiles, à savoir comme une grande ressoiu^ce. Tel 
est en toute vérité le cas; j'ai souvent besoin de me 
distraire des soins de mon travail de fabrique; alors 
je cherche de nouveaux éléments de vie et de force 
dans des productions sérieuses. Un livre comme vous 
savez en faire, est pour moi une source féconde d'é- 
léments pareils; aussi mon but est toujovu'S atteint; 
j'apprends et j'aime à apprendre, — et je ne me dé- 
pite pas par tout ce que vous savez! Ce que dans 
vos ouvrages il y a d'admirable c'est la méthode ; vous 
savez tracer une ligne pour ne plus jamais la perdre 
de vue. Aussi arrivez vous, ce qui n'est pas ré- 
servé à tous ceux qui se mettent en route. 



158 

Vous m'enverrez les volumes complets et je les 
attends avec un vif sentiment de reconnaissance. 

Veuillez agréer, mon cher Baron, l'assurance de 
mes sentiments de considération distinguée et d'atta- 
chement déjà fort ancien. 

Metternich. 



159 



86. 
^reécott on .gumtioïbt 

Boston, Dec. 23. 1843- 
Sir, 

A book on which I have been engaged for some 
years, the History of the Conquest of Mexico, is now 
pubhshed in this country, as it was some few weeks 
since in England; and I have the pleasure to request 
your acceptance of a copy which will be sent by 
way of Hamburg, through the house of Gossler, 
by the first packet, which sails for that port from 
New York in January. Although the main sub- 
ject of the work is the Conquest by the Spaniards, I 
have devoted half a volume to a view of the Aztec 
civilisation; and as in this shadowy field I have been 
very often guided by the light of your researches, I 
feel especially indebted to you, and am most desi- 
rous that the manner in which my own investigation 
is conducted may receive your approbation. It will 
indeed be one of the best and most satisfactory re- 
sults of my labours. 

As I hâve been supplied with a large body of 
unpublished and original documents for the Peruvian 
conquest, I shall occupy myself with this immediately. 
But I feel a great want at the outset of your friendly 
hand to aid me. For although your great work — 
the Atlas Pittoresque sheds much light on scattered 



160 

points, yet as your Voyage aux régions equi- 
no xi ale s stops short of Peru, I shall have to grope 
my way along through the greater part without the 
master's hand which in the Nouvelle Espagne led 
me on so securely. 

The Peruvian subject will I think occujjy less time 
and space than the Mexican, and when it is finished 
I propose to devote myself to a history of the Reign 
of Philip the Second. For this last I have been long 
amassing materials, and a learned Spaniard has ex- 
plored for me the various collections , public and pri- 
vate, in England, Belgium, France and is now at 
work for me in Spain. In Ranke's excellent History : 
,, Fürsten und Völker von Süd -Europa", I find an 
enumeration of several imj)ortant Mss. chiefly Vene- 
tian Relations of which I am very desirous to obtain 
copies. They are for the most part in the Royal li- 
brary of Berlin and some few in that of Gotha. I 
have written to our minister Mr. Wheaton to request 
him to make some arrangements, if he can, for my 
effecting this. The liberal principles on which lite- 
rary institutions are conducted in Prussia, and the 
facilities given to men of letters, together with the 
known courtesy of the German character, lead me 
to anticipate no obstacles to the execution of my de- 
sires. Should there be any, however, you will con- 
fer great favour on me by giving your countenance 
to my applications. 

I trust this will not appear too presumptuous a 
request on my part. Although I have not the honour 
of being personally known to you, yet the kind mes- 
sages I have received from you, and lately through 



161 

Professor Tellkarapf, convince me that my former 
publication was not unwelcome to you, and that you 
may feel an interest in my future historical labours. 

I pray you, my dear Sir, to accept the assuran- 
ces of the very high respect with which I have the 
honour to be your obedient servant 

W"» H. Prescott. 



51. s. Jêumbcifct'ê Söriffe. 11 



162 



87. 
g-rau tjon 9îécomict an ^umbolbt. 

Paris, 28 juillet 1843. 

J e n'ai pas d'expression, monsieur, pour vous dire 
combien je suis touchée de votre lettre, vous m'avez 
épargné le saisissement d'apprendre par les journeaux 
une nouvelle aussi douleureuse qu'imprévue. — Quoi- 
que bien souffrante et bien affligée, je ne veux pas 
perdre un moment pour vous en remercier. — Vous 
savez, monsieiu-, qu'il y avait bien des années que je 
n'avais vu le Prince Auguste, mais je recevais con- 
stamment la preuve de son souvenir. — C'est à l'épo- 
que la plus triste de sa vie que je l'avais connu chez 
Madame de Staël, où il avait rencontré tant de nobles 
sympathies; hélas, de la réunion si brillante et si agi- 
tée du château de Coppet il ne restait que lui; il ne 
me reste plus à présent des souvenirs de ma jeunesse et 
de tout ce passé de ma vie, que le beau tableau de 
Corinne, dont le sentiment le plus noble et le plus 
touchant avait orné ma retraite. Je n'ai pas le cou- 
rage, monsieur, de prolonger cette lettre et de ré- 
pondre aux détails si intéressants qui terminent la 
votre, permettez-moi de ne vous parler aujourd'hui 
que de ma douleur, de ma reconnaissance et de mon 
admiration. J. Récamier. 



163 



<^umboîbt au 35arn|agcii, 

2)en 31. 3tugufî 1844. 

3(^ lege in Sf)re §änbe, tuaê S^^îten angenel^m fein 
loirb: 

a) Bettina in ber 33erfoïgnng. 

b) 3tt)ei ©yeniplare meiner feî;r ïïeinen 3^ebe. 

c) 3iüei Briefe öon ©pontini mit nnt)egreiflid;en 2ln= 
fpielungen anf giirft SBittgenftein, ©raf 9lebern, 
^a§ gegen 3}le9erbeer, nnb eine ernfte 2lntir»ort 
bon mir. 

d) (Sinen Srief toon ©at; Suffac, aie er fo gefä^rlic^ 
bnrd^ eine ©yplofion öerte^t wax. 

e) ©inen red;t menfd;ïic^en S3rief üom @ro^î;ergog t»on 
Xoêcana. 

:3mmer ucreïjrungc-'uDlI 3î)i^ 

21. f. i^nmboïbt. 
Sonnabenb ^aâjt. 



11 



164 



89. 
Sco^olb, dîroperjog öon !ïoêconc on ^umtjolbt 

Florence, ce 20 juillet 1844. 

Très cher Comte. 

±je Professeur de Botanique Philippe Parlatore se 
rend à Berlin. Il m'est impossible de le laisser par- 
tir sans le charger d'une lettre pour vous, cher comte, 
qui exprime mes remercîments pour les recommanda- 
tions que vous m'avez faites pour que le Toscane put 
s'enrichir de plusieurs hommes illustres. Vous le père 
et protecteur de toutes les sciences naturelles con- 
naissiez Monsieur Parlatore et un jugement porté par 
vous suffisait: il est à Florence, dirige le Jardin du 
Musée et préside à l'herbier central qui doit à lui 
son existence. Un autre Physicien nous a été recom- 
mandé par vous, le Professeur Matteucci; il est un 
investigateur de la nature, espion heureux, il mène 
la Science, fabrique les instruments pour l'interroger, 
et est maintenant sur le chemin d'importantes décou- 
vertes, il fait aussi un petit voyage pour se remettre 
d'un travail trop prolongé. Je ne sais s'il sera aussi 
heureux de rencontrer celui pour lequel il conserve 
tant de vénération et de recomiaissance. Notre uni- 
versité de Pise a rassemblé tout ce que l'on pouvait 
trouver en fait de sciences naturelles et on en voit le 



165 

fruit; à Florence les études pratiques de perfection- 
nement dans le grand Hôpital, j'espère, contribuent 
aussi à maintenir la médecine et la chirurgie dans le 
vrai chemin de science naturelle, d'observation et 
d'expérience. Les congrès des amateurs des sciences 
en Italie porteront leur fruit aussi, ces réunions inno- 
centes mettent la science à la connaissance de beau- 
coup de personnes et établissent de relations utiles 
entre beaucoup d'hommes de mérite qui se connais- 
saient à peine. On avait dit une fois que vous aviez 
l'intention de descendre en Italie. Vous auriez mis le 
comble à notre bonheur, vous auriez été acclamé unani- 
mement le vrai protecteur des sciences naturelles. 
Veuillez me croire toujours votre très afiectionné 

Leopold. 



166 



90. 
^JumÎJolbt au SSornïiagcn. 

35en 2. @e:j)tem6er 1844. 

Unb l;ätte ®r. ^ru^ in §alïe in feinem üerpönten 
3)iori| anà) nic^tê gefc^rieben, aie lDa^5 ber 9'îarr @. 40 
öom SSolfe fagt, „bem man gmei Riffen geben fott, bamit 
eê mit bem ©c^lüanje mebelnb fi(^ in feine Mte ^öle 
toerMec^e'^, unb @. 53 bie anrf; poetifd} fd;önen S>erfe 
//3(^ befd;ir>ör' euc^, fünftige 9îegenten", fo begreift man, 
tr>ie baê tnunberbare ©tü(J, in bem SJîorit^ atte ^^^reunbe 
inê SBaffer ftiirgt, um bie greube ju l;aben, îk tobt ober 
lebenbig , auf \e'i)en gaïï fd)nupfenna^, î^erauêgufifd^en, ^at 
anregen fönnen in lediger Qdt 

ßefen 6ie, tl;eurer ^reunb, tiaè SJÎanuffript, aber 
fd^iden ©ie e;? mir morgen Sienêtagê bi§ 2 U^r jiirüd 
S)ie ©(fritte, bie id; tî)ue, locrben übrigen^ üergebene fein. 
3Jîan fönnte mit ber 2tuffuî;ning ©elb geiuinnen für bie 
Überfd^toemmten, fo toäre bie ^olijei eine ^^braulifc^e ober 
gar eine Siirodenmafd^ine. 3t)r 

2t. ^t. 
OWontag. 



1G7 



91. 
.^nmbotbt ou 25ornl)aocti. 

SBerïtn, ben G, @e)3tem6er 1844. 

una) là) begreife, \vk Sie, mein ïi^euxev ^yreunb, bajg 
bie 9lebe feî;r an- unb aufregenb I;at \mthn muffen in 
„unferem 9torbcn'' \vk unter bem trägen ^ole. ©iS ge= 
lingt 3t;ni i^i ßiner 53ilberfpracf;e, bie freilief; et\vaS> alte 
Silber nor bie ©eele fül;rt, aber eine geiuiffe 3'-irtt;eit beê 
2{u!obru(ïeè unb ein fct;öne^ ©efübl für 3Bol;lflang finb 
nid^t §u üerfennen. de ift überl;aupt etiuae^ ßbleso, fo ein 
^ebürfnifs ber freien 9îebe jn Si^aufeiiben be5 '^olhè im- 
mer toon neueui gu füllten, ein ^ebürfnifs ber öffentlid;en 
3)ïittt)eilung. S)ie ©roémutl;, bie „l)ol)^n S)iener'' in ben 
königlichen ^-Purpur fd)ü^cnb ju ï)utten, luirb ioenig er= 
fannt iuerben. S)arf man fid; benn feinblid; auf baso fleine 
„9îad^tgefieber'' luerfen? Hin ©efü[;l, unb ein lue^mütl^i- 
ge», bringt fid; auf, ha^ ein io ï)od;begabter ^ürft, bon 
ben lüoljliüollenbften 2lbfid}ten geleitet, eine grifc^l;eit beê 
©emütp beiüabrenb, bie il;n raftlo» antreibt, in ber 9îid^ = 
tung ber 6taatybetüegung, gegen feinen beften SBiUen, 
getäufd;t Jüirb. 2Ily ^-l^arri; auf bem ©ife mit üielen ©a^ 
moieben=.^unben naà) bem ^ole iüottte, iourben ©erlitten 
unb §unbe immer toorloärte getrieben. 2öie aber bie 
©onne burc^ ben 9îebel brad; unb bie ^oU;öl;e beftimmt 
tüerben fonnte, fanb man, ba^, ol)ne e» ju luiffen, man 
um met;rere ©rabe rü dm arte gekommen toar. ©ine be= 



168 

îoeglid^e, gegen ©üben bnrd^ bie 9Keereeftrßntung fortge^ 
rifjene ©isbanf "max ber Soben, auf bem man ü or lu arte 
eilte. 2)ie 3)îinifter [inb ber bemeglid^e, etfige Soben. 3fl 
bie ©trömnng bie bogmatifirenbe 2Rijfione=^!)ilofopl^ie? 

a. ^t. 

Sm ^Briefe an ©pontini ift lüunberbar »erfd^rieben la 
magie diverse, anftatt la magie divine des sons n'a 
pas d'action sur la prose de la vie. 

6ê ift nun getüi^, 'Da'^ bie Äaiferin nid)t !ommt, ber 
^önig ben 15? in ©anèfouci. 



169 



92. 
^umbolbt an ä^nrnl^oocn« 

«erlitt, ben 13. ©e^stettiber 1844. 

3d^ ntu§ biefen 2lugenbli(ï naâ) ber ©tettincr ®i[cns 
bal^n tüegen ber 2{nfunft beê Könige um 9 Uî)r; bann 
nad^ 6anêfouci auf einige SCage, too id^ leiber! meinen 
75iät)rigen ©eburtêtag erlebe. S<^ fage blo^ leiber! 
loeil id; 1789 glaubte, bie 2Belt tourbe einige ^^ragen 
nie^r gelöft Robert, ^â) tjabe oieleè gefeiten, aber nad^ 
meinen gorberungen bod^ nur toenig. 

3d^ fann Qljnen über ^l^re anmutt)ige 6d^ilberung 
S^reè ^-Parifer 2lufentl;altê 1810 l^eute nidjt fd^reiben. 
3Jlein guter 6inn l^at mid^ gleid^ bal^in geleitet, too ber 
S)uft ^f)rer j^reunbfd^aft mic^ anl^aud^te. ^à) l^abe er; 
fal;ren, ba§ id; für Sob nod^ nid;t abgeftumpft bin. 

2Bie großartig antifcl;tï)ifd; i)at fic^ bie Q3reêlauer Uni= 
üerfität benommen. Soie erfinberifd; mirb ber 3)îenfd^ 
burd^ politifd^en B^^ang, lauter ©tridleitern, Söd^er= 
©d^arrer, SSerfleibungen, um an bie freie Suft ju !ommen, 
unb toenn fie bie freie Suft Ijaben, toerben fie äc^t beutfd^ 
barüber grübeln ob il^nen beffer fei? '^ann toirb eê fein 
toie bei bem 5ßrinjen: Dites-moi, si je m'amuse. ^\)x 

Freitag. 21. ö. ^t. 

SBir fügett t)ter eitt îagebïatt tion SBaru^ageit tjotn 26. ^uiti 
1844 ein, lueld^eê jmei fd^atrfc 2lntlt>ortctt Don ^umbolbt etsûl^lt. 
eê ^ei^t bort: 



170 



„3In ber föniglic^eu Slafel in Sanâfouci lie^ §umboïbt 
filrjtic^ t)ie[e beibeu guten $fei(e üont Sogen fliegen. 

©§ Yoax t>on einer ruffifc^en 2lnorbnung bie ÎRc'^i, unb §ums 
bolbt nannte, inbetn er baüon fprad), met)rma(â ben 2)îini[tec 
beê Äultug; «Sie irren, rief iï)m ber Ä5nig ju, 6ie üeriuedjfeln 
t)ier jtoei öerfi^iebene Sölinifter, ^ier banbelte nic^t ber ÏÏJlinifter 
beg Guttue, fonbern ber ïïîinifter ber Stufflärung, ber ift ein 
anbrer, alâ ber ïïîinifter beâ iîultuâ!» ^umbolbt, otjne fic^ 
ftoren ju (äffen, nabm bie 33eric^tigung an, inbem er feiner 
IRebe eitigft einfi^altete — «alfo nid^t ber 2Rinifter beê ^uituâ 
fonbern beâ @egentl}ei(â » — unb bann in gewohnter Sßeife 
loeiterfprac^. 

2)aâ folgenbe 6tüd ift noc^ fc^oner. Ser ©enerat fiecpolb 
Don ©erlad), ber fein 3Reden ni(^t laffen ïann, unterftanb fid^ 
neulieb, einen Singriff auf §umbolbt ju üerfut^en, unb fagte ju 
ibm: «6jü. ßfjellenj geben je^t irobl re^t oft in bie Äird^e?» 
er t)offte ibn bamit in 33erlegenbeit' ju fe^en. ^umbolbt aber 
antïrortete fogleid): «S)aê Se|t ift ja febr freunblicb üon 
Sbi^ett^ ©ie tüollen mir baburcb ben 2öeg anzeigen, auf bem 
là) meine Sarriere mad}en ïonnte. » 3)er frömmetnbe Sd)äfer 
»erftummte tnie tobtgefcblagen !" 



5locb fd)ärfer fd}ilbert eine fpäteve ©teile üom 26. December 
1845 bie Eingriffe, benen ^umbolbt auêgefel^t mar. S^arnbagen 
f(^reibt: „i^umbolbt bcfud)t mid}, unb bleibt über eine 6tunbe. 
3)lerftDürbige SDÎittbeilungen. 6r t»evfid}ert micb, ot^ne fein §of= 
»erbältnil mürbe er biet ^^d)t leben fbnnen, er lüürbe auège^ 
liefen luerben, fo febr bauten ibn bie Ultra'â unb ^ictiften, e§ 
fei unglaublid} »uie febr man täglii^ ben ^önig gegen ibn ein= 
junebmen fud}e; in ben anberu beutfdien Säubern lüürbe man ibn 
eben fo menig butben, fobalb er ben ©cbut; unb Sd)immer feiner 
Stellung nii^t mebr babe." 



171 



93. 
^iimbolbt on Söornliogcn. 

35 er lin, ben 19. @e)3tem6ct 1844. 

fatten 6ie iro^l ben 2)Zut^, tt;eiirer ^reunb, einige 
SlugenblicEe fid^ über hen ie|igen ßnftanb ber franjöfifc^en 
Sitteratuï §u nntert)alten? ^d) Jüage eê 3t)nen einen jnns 
gen fran^ofifc^en 9tot>eEen = @c^riftfteïïer, c"g)ernt ;3on[feran= 
bot auè ber '^v and) e- dornte, gn empfehlen, ber öiel 53art 
unb freunblic^ = unfd;ulbige Sebenbigfeit l;at. ©ot^n eineê 
reichen Slrjte'c ift er mir au§ ^ari§ empfoî;Ien. S^ergei^en 
@ie bie 3umntl;ung, aber man mu^ baso Ungemad^, fid^ 
biéiueilen befe{;en jn laffen, tl;eilen. 

S)onner§tagê. 2t. Ü. ^umbolbt. 



172 



94, 
«^umbolbt an SSornïiagem 

«erliu, ©ienstog 5Rad^t 1 U^r, 3. Sunt 1845. 

©è ^at \iâ) biefen Stbenb aUcè S^îatl^feltjafte gelöft, mein 
tl^eurer greunb ! Wan f d^icfte mir biefen S^îad^mittag toier= 
§et;n ^afete unter einanber gemengt, ïoaê toon ^artê auè 
burd^ SSerfe^en naà) S3erlin (^December — Mai) an mic^ 
abbreffirt tourbe, unb rvaê 'i)m im auèloartigen 5Departe= 
ment angel^änft lag. 2Bir l^aben fogleid^ S^re ^anb er= 
ïannt, ha^ ^aUt tüax an mid; abbreffirt, unb entl^ielt 
itool^ltoerfiegelt ^^xen tüic^tigen, geiftreid^en politifd^en S3rief 
unb haè ^aht an bie Êomteffe b'Slgoult, baê ià) ^^nen 
l^ier überfenbe. Sd^ bin an bem ganjen SSorfaU ganj un= 
fd;ulbig. 

3n ber 9î^ein= unb 3}iDfeI = Leitung 3*^0. 122 toom 

29, Mai tüerbe id^ beê 3Soltairianiêmu§, Saugnenê aller 

Offenbarung, Komplotte mit 2)îar{}eine!e, Sruno S3auer, 

geuerbad^, ja beê Qn^èè gegen Sugern fd^ulbig erfannt, 

ipsissimis verbis, alïeê inegen ^oêmcê ©. 381. Man 

ï;atte fd^on bem Könige gefagt, baê S3uc^ fei und^riftlid^ 

unb bemagogifd;. dagegen fd;reibt mir ber Äönig, „@r 

!önne nur toie ^l^onä bem Si^affo fagen: ©o l^alt' iâ)'è 

enblid^ benn in meinen .^änben, Unb nenn' eê in ge= 

Ziffern Sinne mein ..." 5Daê ift poetifd^ unb fel^r ^öf= 

lid^. 3Jîit innigem S)anfgefü^l $jl^r 

ä(. to. ^umbolbt. 



173 



95. 
^umbolbt on S^arn^agen« 

Berlin, SRittooc^ ben 4. Suni 1845. 

^â) er!enne leicht an ber Stnmut!^ ber ©prac^e ben 
meine fd^toad^en litterarifd^en ^^eftrebnngen fc^ii^enben 
©eniuâ. ^â) ^atte bag !öftli(^e Slatt, ba» and; ^ean= 
ber'ê ©rflärnngen entï)alt, nic^t gefeï;en. 3n ben legten 
Slugenblicfen beê Stnfbred^enê fage ic^ Sitten nnr üor^ 
länfig meinen innigen ^anî für eine ber tt)i($tigften Sebenê= 
fc^ilbenmgen, bie mir 3^rem aïïeë belebenben ©riffel öer^ 
banfen. 3Jtit ©rnft nnb ©rö^e ^aben 6ie bargeftellt, ma§> 
öol!ictf)nmlid;er ©nt^nfiaêmuê oft anê Übermut^ in bnr= 
leêïe ^rofa t)erabge5ogen. 2)iefer eble Sänternngeprogee 
erfreut. 

SBenn ©ü^mitd^ eê erlaubt, fo toollenbe ic^ ben Ëoè- 
moê; freilid^ [teilen an ben Eingängen üieler S)i?^3iplinen 
(2BeItgefd;ic^te, ©eologie, 2)Ze(^anif beê .^immelso) fd^iDarge 
©eftalten, bie brol;enb I;inbern ipollen, in haè innere jn 
bringen. — 

g^rau üon ^ormapr ift ja eine gar angenel;me (Sr= 
fc^einnng. 

'SRit alter SSereï)rung nnb Siebe "^^x 

21. ^nmbolbt. 



174 



96, 
^umbolbt on 8?ûrni^ûgcn, 

SSerlin, ben 16. Suni 1845. 

^â) Benu^e bie legten Sïiigenblicfe, el^e ià) auf bie 
©ifenbaljTi ge^e, urn 3l;nen, tfieurer ^reunb, für bal Dn= 
ginelle ÄaraÜerbilb, ^anë bon .^eïb, innigft gu banden. 
3<^ ^àbè nur bie eine ^älfte baüon geïefen, unb \)a biefe 
Seftüre auf bie ^l)u§> Slüd;er folgte, fo bin iä) red^t 
natiirlid; ju ber 33eiDunberung angeregt iüorben, n>ie aïïe 
garbentöne bei ^riegêlebeuic unb ber naä) greit)eit ftre; 
benben bürgerlichen SSert;ältniffe ^^nen gleid^mä^ig glüden. 
SDaê fataliftifd^e Söort „glücfen" folttte ï)ier nidjt fielen, 
ba ber ©runb beê ©elingenè tief in ber 9ieinl;eit ber 
SSernunftanfid^t unb ber S^iefe ber ©efül;le gegrünbet ift. 
3n bem „|)elb'' fpiegelt fid^ bie je^ige SBelt ah. 3er= 
boni'io Srief über bie S3reêlauer blutige SSolfèfgene ift fo 
ebel aU erfd;ütternb. Saê fc^redt aber unfre nüd^tern 
fanatifd^en, lr»ei§blütigen ^oUgnac'ê nic^t ah. ©ine erfte 
©eipalttl;at ioerben fie fud^en bnrd; eine metl)obif4)er an- 
gelegte ju befräftigen, unb baê alle;? unter ber 9îegierung 
eineê fold;en Könige. 3"^ bin fe^r gereift unb tief i}er= 
ftimmt. 3Jîit alter 2lnl;änglid;leit Sl;r 

SRontag früf}. 21. X>. ^umbolbt. 

S)a id^ auf ber flüd^tigen 9îeife bod; nià^t 3eit sum 
ßefen finben loerbe, fo IjaU iä) mir haè leljrreid^e S3uc^ 
üon §errn üon S3üloio in ^egel auf einige 2;age entreißen 
laffen. 



175 



97. 
^umïjolbt an S^ornliogcn, 

S3 er lin, Souncrêtag bcn 4. ©e^Jtember 1845. 

3d; bemi|e bie erften Slugenblitfe meiner 9lit(î!e{)r auè 
^otêbam, itm 3ï;nen meine innige grenbe auêjubrntfen 
liber bie giinftige 2Bir!ung 3l;rer 33abeïur. S)er ^ontraft 
beè puêlid^en Ungludè meiner gamilie mit ben nüd^ter- 
nen, beregneten ^offeften in 53ruî;I unb ©tolgenfeïio wav 
für mid^ eine ï)arte Prüfung! ^à) n)erbe ^rau t)on ^itïott) 
morgen »on ^'^xex ï)er§Iid;en 3::t)eilna^me reben. SDie 
gortfc^ritte ber S3e[fernng finb riefenl;aft geinefen. Singer 
einigem ©ebäd;tni|mangel, ber [id; aber tagelang nid;t 
äußert, ift feine intelleftneEe 33eränberung gu fpüren, 
bod; finb Gd^onnng nnb ^folirung unb Sln^e nod^ fel^r 
gu JDünfdjen. S)er SBürbe feinet ^ara!ter!c getreu, gieï^t 
er fid; gurüd. ©ie lüiffen, mein ebler greunb, ba§ er 
fd^on bei ber ^^ftein'fc^en ©etoalttî^at bie ©ntlaffung 
geforbert. S^^t ift bie öffentlid;e Sage ber ©inge noc^ 
um üielee tierfd;Iimmert. Süloto'io 3luètritt ift eine trau= 
rige Segebenl;eit, aber bie Äraft ber S)inge ift ftär!er im 
nörblid;en S)eutfd;lanbe, aU ha'^ burc^ einen ©injelnen 
t>iel öerföt;nt iüerben tonnte. — Sagen 6ie bem ^errn 
^rofeffor '^ià)U, ba^ ic^ §mar fdion ein unlüürbiger 
Doctor Philosophiae Un^ aber mit S)an!gefü^t aïïeâ 
anneï^me, \va§> auè ben geifteijfreien Sßürtemberger ©auen 
mir geboten ir»irb. SiebeüoII 3l;t^ 21. t». ^umbolbt. 

^d; lege 9l;nen bei gnm 2lufbelDal;ren einen fd^önen 
Srief non y^ilrft 3}îetternid;, ben id^ auf hem ^o^^anmè- 
berge befud;t, einen S3rief toon Sorb 6tanlei; bem 9Jîini= 
fter, unb §ir»ei 33riefe üon ^nkè ^anin unb 6pontini. 

Wit einem ^ud^e für bie ^^rau ©räfin ju ©tolberg. 



176 



98. 
^ttkimâ) an ^umïiolbt 

SBien, ben 21. 3uni 1845. 

SOtein lieber Saron! 

@ie erI)aUen in ber Slnlage meinen ©timm^ettel für 
ben !ünftigen ©ottegen. 3cf; t)o|fe ba^ @ie meine Sereit; 
tDittigifeit niä)t au^er bem 58ereid;e meiner Überzeugung 
fud)en iperben. 3^ jenem ber le^teren fte^t eine @mpfeï); 
lung öon 2i)xev ©eite fo ^od;, ba^ ber §ffiunfc^ unb bie 
©rfüttung in einanber laufen. 

Sbren ^ÎOiSmoê l)ahe id; gelefen unb baê 33u(^ in ber 
SBeife be^anbelt toie ià) geioöbnt bin, reid;t)altige ©amm= 
lungen ju benu^en. ®en ©inbrud ben ba§ SBerï auf 
mic^ mad;t, ïann ià) '^ijmn nid;t beffer aie mittelft beê 
©eftanbniffeê !unbgeben, ba§ e» in mir bie fid; befämpfen= 
ben, ober Wenn ©ie lüollen, bie fid; neutralifirenben @e= 
filiale ber Seruî;igung, in ^^olge beê öon mir ©elüu^ten 
unb beê 33ebauernê, beê öielen öon mir nic^t ©eiüu^ten, 
l;ett)orrief. S)iefe @efuî;le uerfinïen in nid;ty, gegenüber 
bem ber ^eiDunberung ^^xeê SSiffenê, toelc^e» baê ©e^ 
lingen beê riefenl;aften Untern el;men^3 aïïein möglid; mad;en 
fonnte. 'Mit bem SBiffen allein luürbe jeboc^ bie Sïufgabe, 
toelc^e ©ie fid; ftellten, nid;t lö»bar geiüefen fein, unb I;ier 
!omme ic^ auf baê luaî;re SSerbienft beê ißerfaffere, — 
auf beffen S)arftellungêgabe unb 3JZet^obil! ©ie 
ï;aben im Soerîe baio alte 9Bort, S)iêciplin, auf bie 



177 

SBiffenfc^aften angemenbet, loieber §u @^ren geBrad^t; ©ott 
gebe, ba^ beffen 33egriff fic^ in ber bürgerlid^en ©efcïl= 
fd^aft feiner ewigen 'Sleà^té ebenfaEiè bemeiftre! 

Sßenn meine ©inbrniJe nur einen geringen SBertl^ t;aben, 
fo fte^t e§ t»erfd;ieben mit benen ber gad^männer. 5Der 
le^teren Urtl^eil fUe^t ^ier in 33en)nnbernng über, nnb id^ 
ftimme mit i^nen in bem Sïuèfprud^e nberein, ba^ ©ie 
allein nnter ben Sebenben bie Stiifgabe gu löfen t)er= 
mod)tm, lüie henn auà) ber Segriff be^^ J?o§mo^3 ber n)al;re 
auf 3I;r Unternebmen paffenbe gemefen ift. ^à) 'i)ahe '^l)mn 
gefagt, ba^ id; ben erften Sanb beâ 2öer!e» gelefen 
Ijdbè. 9^un bin id; mit beffen ©tnbium befi^äftigt nnb 
id^ ban!e ^^nen für bie ipaï;rî;aft feiigen ©tnnben, meldte 
6ie mir eröffnet baben. Mä fold^e begeid^ne iä) biejeni^ 
gen, lüeld;e mir geftatten haè unban!bare ^^elb ber ^çiU 
mirren gegen jeneê ber 9kturlDiffenfd;af ten gu bertaufd;en!; 

©mpfangen ©ie, lieber ^umbolbt, bie erneute 3Ser=' 
fid^erung meiner aufrid^tigen '3t;nen längft be!annten ©e= 
finnungen. 3Ketternid;. 



31. ». Jöumtcfbt'i^ iBriefe. 12 



178 



99. 
3uîeé 3ûnin an .^umboîbt. 

Hotel de l'étoile a Bonn, 
dimanche soir, 10 août 1845. 

Monsieur, 

Je vous prie et je vous supplie de m'accorder une 
chose impossible. Vous êtes le plus bienveillant ami 
des gens de lettres de mon pays, vous avez toujours 
été pour moi le plus indulgent des hommes. Voici 
ma prière, s'il vous plait. 

Il y a huit jours que j'ai quitté Paris, tout exprès 
pour parler au journal des Débats du voyage de 
S. M. la Reine d'Angleterre sur les bords du Ivhin. 
Avant mon départ j'ai eu l'honneur de saluer le Hoi 
à Neuilly, et il a approuvé mon projet. Mr. Guizot 
m'a fort encouragé, disant que cela était hospitalier 
de mettre à la suite de la Reine un honnête écrivain 
tout disposé à célébrer ces merveilleux pèlerinages 
qui tiennent l'Europe attentive et charmée. En même 
temps Mr. Guizot me donnait des lettres et des in- 
structions dont je suis fier, tant de lettres me sont des 
recommandations honorables; tant mes instructions sont 
dignes de l'homme qui me les donnait. 

Maintenant, Monsieur, aidez -moi! Ce que je so- 
hcite, ce n'est pas d'être présenté à S. M. votre Roi, 
c'est de pouvoir mettre un pied dans cette foule Royale. 



179 

On ne me verra pas, je verrai tout, ma mission est 
à remplir, sauf à me montrer digne de cet honneur 
par le récit que j'en saurai faire. Vous le verrez, 
c'est une impérieuse passion , c'est la passion de l'écri- 
vain qui me pousse. 

Je n'ai pas de titres, mais s'u en faut un, dites, que 
je suis lieutenant Colonel d'une Légion, que j'arri- 
verai en bel uniforme et qu'enfin à faire du bien que 
les dignes écrivains que le Roi reçoit à la table et à 
qui il a accordé, en toutes ces circonstances impor- 
tantes tous les honneurs, font des récits du temps pré- 
sent qui servent à l'histoire de l'avenir. 

Je vous écris sous les plus dignes auspices, sous 
Jes auspices de Mr. Meyerbeer. "Vous le rendrez bien 
heureux, j'en suis siïr, et avec lui le journal des Dé- 
bats, où vous êtes si fort aimé, et avec tant de 
monde, moi votre serviteur. 

J'attends bien impatiemment et cependant avec 
la plus parfaite soumission, votre bonne réponse. — 
Je suis bien sûr que dans tous les cas , vous avez fait 
pour m' obtenir cette faveur, tout ce que pouvait se 
faire honorablement. 

Agréez, monsieur le Baron, l'humble hommage de 
mon dévouement et de mon profond respect. 

Jules Janin. 



12* 



180 



100. 
§nm6oïbt mi SSornl^agcn. 

^otöbam, ben 26. @e)Jtemter 1845. 

Seinem tîjeuren '^reunbe bcm 
@. 9Î. üon 5>arnl)agen. 

ftonige unb ^epuUihn. 

Por lo que desio la conservacion de los Reyes 

desio la conservacion de eUos dentro de los limites per- 

mitidos. Un grave consejero dixo al Rey Don Phe- 

lipe II, viendo que iva en diversas ocasiones al po- 

der absolute: Senor, reconoced à Dios en la tierra 

como en el cielo , por que no se canse de las 

monarquias, suave govierno si los Reyes suave- 

mente usan de él. 

Cartas de Antonio Perez, p. 545. 

Lors de Tinsurrection des Pays-Bas on se deman- 
dait déjà ,,si les Rois s'en vont". Je vous traduis le 
passage d'Antonio Pcrez: ,, C'est parceque je dé- 
sire la conservation des Rois que je leur conseille de 
rester dans leurs limites permises. Un prudent con- 
seiller disait au Roi Philippe II voyant qu'en diffé- 
rentes occasions il tendait au pouvoir absolu: «Senor, 
reconnaissez la suprématie de Dieu sur la terre comme 
dans le ciel, afin que Dieu ne se fatigue pas des 



181 



monarchies, genre de gouvernement très-doux, si l'on 
en use avec modération.»" 

El Dios del cielo es delicado mucho en suffrir 
companero en ninguna cosa y se pica del abuso del 
poder humano. Si Dios se cansa de las monarquias, 
dark otra forma al mundo. 

Le Dieu du ciel est trop jaloux pour souflfrir un 
compagnon dans une chose quelconque: il est outré 
de tout abus du pouvoir humain. Si Dieu se lasse 
des monarchies, il donnera au monde (politique) une 
autre forme. A. Humboldt. 



182 



101. 
^umbolbt on ^aniïiogcn, 

^^üt^Sbam, ben 2. Oïtober 1845. 

3(^ ^atte baê iüuuberlid;e SètMà)m mit ber ^rop]^e= 

gei^ung que Dios se causera de los JReyes ütele Xaqe 

auf meinem S^ifc^e in ber 2tbfid;t e» ^t^nen, mein tl;cnrer 

greunb, gu bringen. SBenn ic^ etuu;^ ©innige^ finbe in 

meiner fpäten nnb f)ier im ©tabtfd/(oè red;t einfamen 

3^ac^tarbeit, fo benfe ic^ an 6ie. $Da id; immer burd^ 

Betreibung „be» modus bon 53üloiü'!3 3.^erabfd;iebung" 

geï;inbert luurbe, 6ie, tl;eurer greunb, ju befud^en, fo 

cntfdjlo^ ià) mic^ ba-o 3ettei(^en an Sie gu ïubertiren. 

@ê ï)at in mir bie ^eranlaffung t»on bent attgemeinen ju 

,]^i)d^fter Subignation erregenben 3uftanbe ber ©taateöer^^ 

I l^ältniffe. S^ber ^ag bringt etma-i ©c^limmerec , nnb tno 

j aU^è gu!unftfd()iüer broï)t, l;err)d)t bie gröi3te «Sorglofigfeit. 

^â) fomme üon Segel, too man fic^ fel^r freuen tüirb, 

©ie 5U fel;en. 3Jîan hütet befonberîc, ha^ Sie hen näd;ften 

SSinter ba^o ^auy in Berlin red;t fleißig mit '^l)xem Be- 

fud^e erfreuen mögen. — 

3m Westminster Review fagt in einem langen âlrti; 

M ein ©oftor ßrofj, ber 6til hc§> 5îo»moë fei gebel)nt 

I unb überan» mittelmäJBig, ber l)änfige dlefkx auf bie (^m- 

I pfinbung mürbe toon engïifd^en ©elet)rten für red;t über^^ 

ftüffig get)aïten, 9îeue» entt;alte fo ein Bud^ gar nid^t. 



183 

S)antt folgt bie ©emmciation tee 2ïtï;eî^3nm§, o&gleid; 
üBeratt üon.ber „©d^öpfimtj" unb bem „©efd^affenen" 
im Äo^mo» bie 9tebe ift. 3lud; ^abe id; nod; in ber fran- 
göfifd^en Ûberfe|;mg üor ac^t SÖZonaten mid^ auf^^ beut= 
li(^fte alfo auegebrüdt: 

„C'est cette nécessité des choses, cet enchaîne- 
ment occulte, mais permanent, ce retour périodique 
dans le développement progressif des formes, des 
phénomènes et des événements, qui constituent la 
nature obéissante à une première impulsion donnée. 
La physique, comme l'indique son nom même, se 
borne à expliquer les phénomènes du monde naturel 
par les projDriétés de la matière; le dernier but des 
sciences expérimentales est donc de remonter à l'exi- 
stence des lois et de les généraliser progressivement. 
Tout ce qui est au-delà n'est j^as du domaine de la 
physique du monde et appartient à un autre genre 
des spéculations plus élevées. Immanuel Kant, du 
très petit nombre des philosophes qu'on n'a pas ac- 
cusé d'impiété jusqu'ici, a marqué les limites des ex- 
plications physiques avec une rare sagacité dans son 
célèbre Essai sur la théorie et la construction 
des ci eux, pubhé à Königsberg en 1755." 

S)av Seuel;meit ber ©tabtoerorbnetett ift fe^r ebeï. ©ê 
ift eine ^^reube unb babet ein SBunber, fo Oiel ©emeinfinn 
unter 3Jlenfc^en ber tierfd^iebenartigften ^ilbnng gnfinben. 
S)er §a§ gegen eine 9îid;tung üereint — aber fd^ein^ 
bar nur. 

ß^3 ift allerbing^ ein gro^eê Unrecht üon mir, einem 
fo toortreffüi^en 3Jtann aVi bem ^erfaffer ber „religiöfen 
^ßoefie ber ^uhen in Spanien" noc^ nid^t geanttoortet ju 
^aben. ^d; iüoUte erft lefen, uub ber ©($reden am 



184 

14. September fed^êunbftebengig '^ai)x dit gctoorben ju 
fein, {>ût mid^ bergeftalt in ben Aoêmoê üerfenft, bafe 
barüber mir liebe ^flid^ten unerfüllt geblieben finb. ^c^ 
toerbe §errn ©ad^ê perfönlid^ feigen, unb bitte 6ie, mid^ 
öorl^er bei il)m §u entfc^nlbigen, benn rechtfertigen barf 
ic!^ nic^t jagen, ©anîbarft ^^x 

2Rittii3oc^ 3fîac^t. 21. ö. ^umbolbt. 

S)ie S^otij über ^omta^r, bie aber politifd^ fonberbar 
bei 1808 abbrid^t, ift fe^r intereffant. 2öelc^ eine 3Kaffe 
»on ©d^riften, ^unbert unb fünfzig 33änbe! 



185 



102. 
^umöolbt an ^ßarn^agcn, 

S3 er (in, ben 27. Oîtober 1845. 

3(^ toünf d^te nid^t, mein tl^eurer greunb, ba^ ein 
^reunb bon ^^ierê, mir öon biefem mit großer SBärme 
empfol^len, 33erlin öevlie^e ol^ne ben ©enu§ gel^abt ju 
Ijaben, 6ie ju fe^en. §err Xi)omaè, einer ber 9lebafteure 
ber Revue des deux Mondes, ift ber 33erfaffer eineê fel^r 
Jpid^tigen SBerfê über bie alte ^roüinjial^SSerfaffnng üon 
^ranïreic^ auè Slrd^iöen gejogen. ^à) em^fel^le i^n S^rer 

21. ö. ^umboïbt. 
3" großer ßilc. 



186 



103. 
«gumbolbt on ^arn^agciu 

S3 e run, ben 30. Sfiobemfeer 1845. 

2)ie ©aben lüerben jtriiefadb foftbar, ipemi fie öiird^ 
eine ^anh lote bie 3t)nge gu mir gelangen, mein tl^eurer 
^reunb. Ser ^errlt(^en ©rdfin l^abe id^ unmittelbar ge; 
fd^rieben. ©ie l)aben n)DÏ)l xeâ)t §u fagen, ba^ baê fd^öne 
©ebid^t öon einer tüunberfamen inneren S)ur^bringung 
beê ©egenftanbeê jengt. 

@ê fd;ien mir jarter, an ben ^rei^errn üon §ormapr 
unb nid^t an bie ©emal;lin gn f (^reiben. 5Darf id^ (Sie 
bitten, mein Sriefd^en eingnlegen, menn 6ie e» ber j^crm 
nac^ bittigen. 3)er freie Mann ift feit langer 3^^^ ^i^^ 
©egenftanb meiner Vorliebe: feine litterarifd^e 2ïrbeitfam= 
feit fe^t mic^ in ©rftaunen. |)errn <E>aà)§> Ijabe ià) beute 
bie J-reube ju fe^en: id^ iüerbe fein 33ud^ gern felbft bem 
5^önig geben, e» ift aber eine ©poc^e in ber nid;t§ b^f^et, 
atteê gu Suftgebilben iuirb, bie bod; uer^angni^tott unb 
mi^geftaltet, an früfjere ^b'^ï^t^M'^cen angelnüpft, lr>ieber- 
!e^ren ioerben. Wlan fürd)tet oft bie fpäteren ?^clgen fol^ 
d)er 2lnregungen, mit benen man l^at toollen beffere l;er= 
vorbringen. 

2ßie ber Jîoêmo» fo unerwartet ^at gefallen !önnen? 
Gê liegt loobl in bem lüae bie ïltenfcben fic^ bancben 
beulen unb in ber ^ilbfamfeit unferer beutfd^en ©prad^e, 
bie eê fo leidjt mac^t etmaa ai^'dbaulid; gu macfien, burd; 
2Borte gu mal;len. 



187 

3(j^ toerbe 511 ^^mn ïommen, um S^nen, ebter ^rcunb, 
§u banfen für bie Slrt inie Sie S3oItaire'ê geiftige^ iinb 
îîtoralifd^eio S>erbienft gel^oben t)aben.*) ^ijxe 9leöelatio; 
mn ftnb föftlid;; aber '^unä^ï'%ï^ï)taQ, ber Söerboffijier, 
bie ®(^ilbtDad;e, imb ber î^eitere SSerbac^t beffen, toaè mit 
3)Zabame S)eni)§ näc^tlii^ üerfud^t iDorben, finb utib blei= 
ben fel^r unl^eimlid;. 3Jlit alter 2ln^ängli(^!eit 3^r 

2Ï. ü. §t. 
Sonntag. 

'^â) üergeffe nidit ben Kaufmann ^reul. 

9Jiinifter 53ülDtü l^at fel;r fet;r beflagt, ha'^ «Sie if;n 
i}erfel)ïteîi. Sie iuerben üjm iinb ber grau überaus au= 
genel^m fein jeben Slbenb 1% Viljx U§> 9 Uf)r. 



*) SBoItaire in gvanffurt am 50?am 1753, l^on Ê. %. S3arn^gen 
Don (Snfe. 



188 



104. 
^mntiolbt un SSarn^agem 

3)onnerötag, ben 15. 3anuar 1846. 

^err "Sftilme unb toa^ er über ben Äönig gefagt ]^a= 
ben fann, „who showed him no personal civilities'', 
intereffirt mic^ Weniger, aber eine gro^e Çreube ift eê 
mir, tüenn mein ïecfeê 2luftreten für 5ßru| il^m cnblid^ 
nü^lid^ geiüorben ift. 5Dag ift baê elenb SBenige, baê iâ) 
I in meiner Sage erlange: i^ fterbe aber mit bem ©e^ 
\ miffen^îOIauben, biê an meinen 5lob feinen ber mir 
©leid^gefinnten üerlaffen ju l^aben. 3^r 33eifaïï ift mir 
öon î^ol^em 2Bert^e, mein t^eurer ^rennb! 

3m Quarterly Review lüirb gejagt, i^ l^abe einen 
:proliyen ©til unb nie eine ©eite of vivid expression 
fd^reiben ïonnen. 

3Jlit treuer 2ïnpnglid^!eit 2^x 

2Ï. ü. ^umbolbt. 

SSerjeil^en ©ie p]()ilofo^ï)ifd^ baê abgefc^nittene S3Iatt. 
^â) ^attî mid^ in ber ©ile in ber Sluffd^rift geirrt. 



189 



105. 
$um6oIbt on S5arn^ogcn, 

iBerltn, ben 25. 3anuar 1846. 

9îacl^ einer offijiellen ©peifung ber {^riebenêritter, bereu 
uttiDürbiger ^anjler iä) bin, hdm Äönig, naâ) einigen 
grauenüollen ©tunben bei SBüIon), beffen B^ftanb immer 
'^offnungêlofer tuirb, nad) einem S3aE im ©d^Ioffe, öon 
bem iâ) eben :^eimfel;re, îann ià) boc^ nid^t bie Stulpe 
fud^en, el;e id^ ^l)mn üorläufig S)an! fage für 3ï)re geift^ 
liefen ©aben. ^à) freue mid^ be» MMUiâè in eine bid;- 
terifc^e 3t'itepod;e, bie eine eblere, id^ ^ätte fagen follen 
eine Iebenêfrifd;ere ^erücrgerufen, aber ic^ lüerbe üon ber 
langen „Älagobe", öon ben „blauen unb fc^toargen Slus 
gen" unb 33effer'» luftiger ^errüde mid^ gern ^^xem 
^ingenborf öon neuem gutoenben. ®aê ift ein gro^eê, 
iDD^lgelungeneê Sebenèbilb, eine ©eftalt bie über aïïeC^ 
ï;ert)Drragt, loaê unfre betoegte ßeit nad; anbern 9iid;= 
tungen erlredt. ^l)V 3^i^5^ii'^'^i"f iourbe ftet» aui^ üon 
meinem trüber betrtunbert. 2Sie feî)r ift baè ^utereffe 
nid^t geftiegen burc^ baê n^as ipir fe^en ober toielmebr 
erwarten: aber wo finb in hzn 3}erftonbe»gletf4)ern 
je^iger Qçit bie ^erfönli($feiten, bie fic^ mit ^^â^nborf, 
£at»ater unb ©tiïïing meffen konnten . . . 

©anfbarft S^r 

21. .^umbolbt. 

Sonnabenb SRad^t. 



190 

^â) l^aBe 9tanfe l^eute fe^r îiat mein @ntfe|en geäußert 
über baê toaê er fid^ gegen ^reii^ (eine toiel ï;D^ere unb 
eblere 3^atur aU bie feinige) in einer ©i|nng erlaubt ^at, 
bei ber ià) mö)t gugegen loar. 

SSielIeic^t l^aben fie noä) bie Journale nic^t, in benen 
iä) unmäßig gelobt unb getabelt luerbe. (North British 
Review unb Quarterly Review.) 

Sn ©eutfd^lanb tüirb meine ^ßrofa oft aie ju poetifd; 
getabelt, im Quart. Rev. l^ei^t fie fd)leppenb, ol;ne allée 
Seben: not a vivid description. SBie jebeê 3Sol! anberâ 
fü^lt. 



191 



106. 
^umtioîbt an SBarn^agen, 

55 er lin, beit 7. gebruar 1846. 

Se Wax geftern ä)Uttag bie ©rlöfung beê armen 33iilDtö. 
@r fiel Sonnerêtag 9Zad^tê um 11 U^r Êeim 3w&ettege^en 
bem Imager mie tobt in bie 2lrme. (gin ©d^lagfïu^! ©r üer= 
fd^loB bie Stugen unb öffnete fie nie toieber. ®r ijatU ge= 
gen alîorgen 140 ^ulsSfi^läge. S)er StberlaB toirfte nid^t. 
6ein ^nhe mar, faft mie ba» Ie|te Seben, befinnung^^Oio. 
2)ie gamilie ift tief erfdjüttert. S)er SSorfalI ift aber mo^l^ 
ti)ätig. S)ie î;errlic^e ?^rau märe untergegangen. 2Bir tragen 
i^n S)ien0tag ganj ftifl nad} ber 6äule in Segel, auf ber 
bie i^offnung ftel;t. 3Jîitten unter ben Sorgen, bie mir 
biefer Stob üerurfai^t, mitten unter ben Briefen, bie an 
©uijot, 2}letternid; , Slberbeen §u fd^reiben finb, fann iâ) 
nur mit menigen SBorten auf ben fd;önen gemütl)lid;en 
^rief ber grau t»on 2lrnim antmorten. 3^ ^abe menig 
Hoffnung, ba^ bie alten Siegenten in äöeimar ^ru^ 
ober j^atter^leben berufen mcrben; mir mar frül^er @ul^= 
rauer eingefatten, für ben ©ie gemi§ auà) Vorliebe l;aben. 
2ßie glüdlid; mid^ bie Ernennung öon ^ru^ (j^allerêleben 
fenne id; nic^t perfönlic^) mad;en mürbe, miffen ©ie längft, 
aber ber gan^e, bie äßod;enftube, hen Jîonig unb mid^ 
betreffenbe passus muB umgcänbert merben, er beruht auf 
einem falfd;en @erüd;te. ^ä) t;abe bem Jîonig nk haä 
Sud; gezeigt, bie 9îieberfd^lagung be» ^rojeffeiS gar nid^t 



192 

Bei bem Äönig (ber auf S)r. ^ru| tüegen be§ alten Äuint- 
backer SSetterè jiemïid^ gereigt geblieben ift), fonbern burd; 
3)iinifter Sobelfd^ioingl; betrieben. îDiefem fjatte ^ru^ per; 
fönlid^ einen angenet;men ©inbrnd gelaffen. ®» n»ar mir 
leidet, bief en ©inbrncî §u t»ermet;ren. ^-ßru| iüar nm '^ie- 
berfd^lagung be^ ^rojeffes? (hen er iüoi)l o(;nebem nic^t 
ganj öerloren I;ätte) einge!ommen. 9Jlan glaubte, ba er 
ber 9legierung entgegenfatn, fei e§> rat^fam, ü)n nid;t 
gnrüdauftofsen. S)ie ©teile, „man folle unfern Jîonig be= 
fragen'', mufe ja au^ wegbleiben, ha fie bie ©rD^l)er§Dgin 
beleibigen ipürbe, bie bei jeber (Gelegenheit il;re Unab^ 
l)ängigfeit öon ^reuBen noranfe^t, fogar gang neuerbingê 
ben Äanjler SJiüller ju üertbeibigen geljabt, iüeil man öon 
l)kv auê biplomatifd; bem lt)eimarifd;en ^of öorgetüorfen, 
^an§ler 33Zütter leibe, ha^ eine l)ier üerbotene 3eitf»$^ift 
in einem n)eimarifd;en Sefejirfel geljalten luerbeü 3)er 
n)eimarifd;e §of bat mit SBürbe geantluortet; ba§ er aber 
^ruè ober gaïïerèleben iuä^len foHte, fd;eint mir !aum 
lDa^rf(^einlid;. Credat Judaeus Apella. Serjeiljen 6ie 
an biefem Stiage, tl;eurer greunb, mein üertüorrenee 
6c^reiben! ^^x 

©onnabenb. 21. §t. 



193 



107. 
^umbolbt Uli ^anitittgen. 

S3 erlin, ben 20. geSruav 1846. 

Virratl;en 6ie, mein tî;eurer ^reunb, irer mir biefe 
merf würbige ©c^rift gefeiibet I;at? ©rrat^en ©ie et\X)aS> anè 
bem aöappen unb bem 9îamen auf ber Sïbbreffe ,,Tt~V' 
3ft haè ber S^erfaffer, unb ju ipelc^em journal mag ber 
âlrtifel geî;oren? 3:;ief, üon grower pDlitifd;er 2lnfd;auung 
ift er nid;t. S)ie 6tette ©. 8 ijat ber SSerfaffer fetbft an= 
geftrid;en, unb in il;r Hegt ein SBiberfpruc^ ! ^reu^en foil 
®inï;eit I;aben in einer amerifanifd^en Ä'onföberatiün. S)ie 
fflJorte ©. 3 über griebrid; ben ^i^^îten unb feine SSerïe 
unb „Jîant eine ©uiiïotine'' ©. 5 finb toie fie SJÎinifter 
Zi}xk fc^reiben mürbe. Setbe l^aben mid^ inbignirt. ^er 
^erfaffer !ennt alïe 9îamen, allen iîlatfd; ber ®denftel;er, 
ift gerül;rt über hen Siberaliêmu?^ öon Sobelfc^tcingl; 
<B. 14 ber no^ täglich bie Slu^ineifung ber 33abener 5)e= 
putirten uertî;eibigt. ©r magt nid;t, ©id^ï^orn tabelnb gu 
nennen. 95lo^ bie le^te ^^iU ift großartig unb fd;ön. 
3}tit unt»erbrüd;lid;er 2lnl;änglid;feit 3i)r 
Sreitagg. 2t. Ü. |)Umbolbt. 



'U. ». JsuinbülM'« «tiefe. jg 



194 



108. 
gumtioîbt an 25ûrn^ûnciu 

«erttn, ben 29. m'àxi 1846. 

^d) Ijahe nur fo üiel äliu^e um SIjuen ^u fageu, ba| 
id) geiüi^ im 3wui — ©epteuiber tu ©auèfouci fein 
merbe, unb 3t)nen, ebler greunb, innigft banfe für bie 
liebeüolle SBeife, mit ber ©ie meinc^o Sruber^? 2(gamem; 
nonc^ (jobeufen. %u§ fieb5cl;nï;unbert 58erfen gerabe fecï;âel;n 
gepffig auêsuJDaf;ïen ! ! 3d; i^atte mid; einmal barüber 
betlagt, ba^ man meine-^ ^rubere Überfe^ung in einem 
iÎDniglid;en ©d;lDffe nid;t auffüt;ren luolle! S)a n;in bie 
©taatvâeitung alle 2lbenb bem Jîonig unter bie 9Xugen 
ïommt, fü l;at man geglaubt, e» fei nüpc^, ba su läftern. 
6d;on am folgenben S^age l;abe ic^ in ber ©pener'fd;en 
Leitung geanttuortet, fanft, toeil ber fel;r U-)ol;lunterrid;tete 
unpDetifd;e S^r. j^rau^ je^t eine SSerniel;rung feiner ^^enfion 
fud;t. ^d) l;abe felbft geioad^t, ba^ ber 5?önig meine 2ïnt= 
Wüxt nid)t fal;, iuenigftenè t;at er mir ln§> geftern nie ba= 
t>on gefprod;en. ©d;iden @ie mir ba!o 33lättd;en gurüd. 
3d; arbeite, id; glaube nid^t ol;ne ©lud, am Aoêmoê, 
aber in trüber ©timmung über bie üffentlid;e <Bad)e. ^^xe 
9îad;rid;ten auê ©nglanb finb fel;r intereffant. 2)tit innigfter 
g'reunbfd;aft !v3i;r 

21. ü. ^nmbolbt. 
Somitagsi. 



195 



109. 

«evtiu, ben 30. aJîarj 1846. 

3d; itbeiTetrf;e 3I;nen luieber einige iuenig jüid;tige 
2UitDgmpl;en, 5e(;u au ber 'S(ii)\, i>ou 

SSiUematit, 

a3effet, 

3>ictor ^ugo, 

9îucfert, ben ©ie oft (;aben, ' 

2)tan5oni, t>o(I HieiueiS Sobeê, aber nic^t fi^on im ©til, 

Xtjkïè, 

aSittiDe üon Siiciaii 53ouaparte, 

S)rei 3JîorgeulnUette ber Sudjeffe b'Drleaiu?. 
^à] lege biefeii f(üd;tigen ^^lätterri einen ^rief Don mir 
an ben Äönig bei, 'i^en ià) ©ie iuftänbigft bitte niemanb 
§u â^igen nnb mir morgen jurüdgnjenben, lueil id} 
iï^n brauchen !önnte. ©ie foUen ben 33rief fpäter befit^en. 
@ê gefd;ie]^t bt^toeilen, bafj ber i^önig ftatt eine^5 SJtorgeu:: 
bittety feine Slntmort anf meinen --Brief felbft fc^reibt. S)aê 
gefdjal; geftern. 2)ie 3}tinifter, bie gern fti[Ifd;JDeigenb 
mödjten turnen laffen, iierbäd;tigeu ^^rof. 9)ta^mann, hm 
ber iïouig feï)r liebt unb l)ier be()alteu mill. 3)îeiu ^rief 
mirb '^ijmn Uumigften^o seigen, bafs id; frei fage, luie bajo 
^ofe einbridjt unb man fid; alle äliittel jnm .s^anbeln nimmt. 
iOiit alter 3tnl;anglid;ïeit ,^br 

21. you ôumbolbt. 



13 



196 



110. 
^umïiolbt ûu î^ricbrid) Sittictm ben Sterten« 

3d^ l^abe 'i^èuU 3JtDrgen f(f;on um 8 Hl^r nad^ 
ber Aotï)ener ©tra^e gejd^tcft, um uac^ ben oertrauenê; 
botten 3}îittl;eilungen @iü. 9)îaieftat eine Uuterrebung mit 
^profeffor 2)îaêmann über ba» (Snifd^eibeube in feiner Sage 
gu ï)aben. @r ïjat mid^ ehen üerlaffen, uub er ï)at mir 
n)ieber einen ï;errlid;en ©inbruc! bon ©ebiegenîieit, Mar? 
ï;eit ber 3^een, begeifterter J!raft in 2Bir!ung auf bie 3«= 
genb (baê nnjerftörbare, uralte, fic^ immer erneuernbe 
Snftitut ber 3}t enf d;î)eit) getaffen. 6ic^ fürchten öor jeber 
begeifternben Jîraft, I;ei§t bem 6taatenleben bie nä^renbe, 
er^altenbe Äraft nel;men. ^rofeffor M. £)at ben OJlinifter 
öon S3obelf(^n)ingt) feit gtoei ;3at)ren nic^t gefe^en, aber 
ber 3)îinifter l;at iî;n bamalê feï;r freunblid^ bel;anbelt, unb 
3}ta^mann tr)ünfd;t, DÏ;ne fic^ aufbrängen gu tuoïlen, fe^r 
auf jebe ^rage unbefangen antir» orten gu îomun. S)a iä> 
mir bon bief er Uuterrebung biet berfpred^e, bei bem ebeln 
unb offnen Äarafter beê 3)linifter§ bon ^obelfdplbingt;, fo 
mu^ ià) @tD. J!öniglid;e SJiajeftat untertî;anigft bitten, mir 
fd^reiben ju laffen: ob nad^ Sïiren ertt)eilten Sefe^en ber 
3Jlinifter ben ^rof. M. n)irb rufen laffen, ober ob bief er 
bon felbft gu bem 3Jlinifter gelten foil, unberufen, aber 
burc^ 2leuj3erungen ©lb. SRaieftät beranla^t. 3öie man 
3Jîa^mann'ê SSerbienfte um bie ^oefie ber .'pol;enftaufifd^en 
3eit unb fein Salent beê SSortragê im UniberfitätÄleben 
l^at bergeffen fönnen, ibunbert mic^. ^à) finbe in ©er; 



197 

btnwê ©efd^id^te ber beutfd^en Sttteratitr belobt: 50îa^= 
mann'ê Senfmäler t)eutfd;er Bpvaàje 1828, feine ©ebic^te 
beê gtüölften 3a^ït)Uîtbertê, feine Segenben nnb ritterlid^e 
5poefie. 2Bie follte ein 9JZann ber Sngenb gefä^rli($ fein, 
ben ber Äönig üon ^aiern bei ber ©rgiel^nng feiner ^rin= 
jen angeftellt, öon bem ber Äron^^rin^ \i^ rü^mt, bie 
n)DÎ)Itï;atigften Sïnregnngen jn geiftiger ^rei^eit nnb 3lne= 
übnng ïunftiger 9tegentenpflid;ten empfangen §n l^aben. 
2öir leben ni(ï;t in einer trüben, aber in einer ernften 
3eit. âltteê Söirfen nnb ^anbeln lüirb geî)emmt, toenn 
bnrd} SSerbäd;tignng man fi($ ber beften Gräfte beraubt, 
ßntl^ufiaftifd^ an ^^ve ^erfon, an ben ©lan^ 3t)rer 9les 
giernng, trie an ben 'Siu^m beè S^aterlanbeê gefettet, bes 
trübe ià) mid;, ioenn ^'i)ve ebelften 2lb[id;ten ©efa^r Iei= 
ben üerfannt lüerben ju muffen. @ê giebt freiließ feïjr 
achtbare 3)ienfd;en, bie anè bloßer 2i^b^ für ©)t). Slîaieftat 
aud^ mid; gern fd;on unter ber Säule in Siegel ober tüieber 
jenfeitê beê 9'll;einê fe^en möd^ten. 

3n banfbarfter Ehrerbietung, 

@ID. Äöniglid^en SJlajeftat 

Serïtn, ben 29. mvi allergetreuefter 

1846. 21. ü. ^umbolbt. 

(S)er 5ÎDmg fc^vieb auf baê 3f{üdblatt:) 

^erjlid^ften 3)anf, t:^euerfter .^umbolbt. Wt. ^oheU 
f(^n)tngl; ioirb 3Jîa§mann rufen laffen. ^n aïïer ßile mie 
immerbar, 2'i)X getreuer 

%• 2Ö. 
3lleyanber ö. ^umbolbt. 
I^ier. 



198 



111. 
93cffcl ûit |)Mmt)oïbt. 

Ä'önigobcrg, ben 12. gebvuar 1846. 

Veiber erfafjre id; baf^ (Eiü. (è^^]i^^ ben SSerhift beê 
§errn Don 53ülolr) 511 beflagen (;aben. Obgleid^ id; nid;t 
baè ©Hid geî;abt ijahc, ben 3?creiüit3ten perfönlid; gn fen=: 
nen, fo fannte id; bod; bie ï;erâUd;e Siebe beê Dnfelê §u 
bent 9'Jcffen imb l;Dvte oft üon ber betjeifterten (SrlDiebe= 
rung beffelben fpred^en. g^erner kannte id; ben ^u^m beê 
SSeretoigten, ben 9înî;nt eineê ebeln ïlîanneê, eineio talents 
toollen, fd)arffid;tigen 3)tannex\ ^à) luoUte, iâ) fönnte 
Sßorte be» ^rofte>3 reben, mie id; \k t;örte aie mid; mein 
fd;iüerer ^erluft traf! — aber bie [inb mâ)t jebem ge^ 
geben. S)a^ bie 3fit »^fly 33hiten oon äöunben I;emmt, 
lt)eld;e Slnfangè ifjren S^ifii'^ii'^ 'i^d;t üeränbern gu fönnen 
fd;eincn, l;abe id; felbft erfa(;ren; ha^ ber ^ob nad; 
fur^em Seiben beffer ift aU ber ^ob nac^ langem Sei= 
ben, ift eine 9Sal;rl;eit bie mir oft einlend^tenb gesoor= 
ben ift! *' 

^er .^anjler, .^err oon îoegnern, 'i^at mir am 27. 
t). Tl. ben 33rief- mitgett;ei(t, ben er üon ©lu. ©yjeHen^ 
erhalten t;at. tiefer 33rief entt;ält bie erfte 9îad;rid;t, 
n)eld;e id; feit bem 7. 9îor>. norigen :3a^rex> über ba§ 
33ilb empfangen t;abe, n»obnrd; unfer SlHergnäbigfter 
SJÎonard; ben armen Ar an f en 5U begliiden beabfid;tigte: 
ba{3 er mir anwerft erfreulid; nnb berul;igenb loar, liegt 



199 

in ber 3^atur bev 6ad}e. Seit bent erften ©tral;le biefer 
A^')DJtnunç3, ï)at fie tuicï; uuaufl^ovlid; befd^äftigt; fie ï;at 
fotjar eiuicjeu 3tl)eri3lauben aufgeregt, iiibem id; bamit in 
58evbinbung brad;te, ba^ mein Sefinben lDäf;renb be^^ gan^ 
âen Decembers fo gut Wax, baj3 e» leb(;afte .'poffnuugen 
erregte. S)iefe Stuêfic^t auf .s^erftclïuug , meinte id;, er^^ 
freine mir, bamit ià) mid; nod; längere 3 eit be;? ©lüdee 
freuen möd;te, iueld^ey ba-3 tï;eure 53i(b be:§ |)öd;ftüeret;r= 
ten mir gen)ät;ren toirb! — eine 3(nfid;t, jn JDeId;er mid; 
ju be!ennen id; fonft nid;t beï;aupten faun, ha id; eigene 
unb frembe ®rfa{;rung g leid; oft in Übereinftimmung 
uub im 3Biberfprud;e uiit il;r finbe, unb ba.§ ©rgebni^ 
meines 9lad;ben!eny über biefe bnnfele 3Jcaterie nur ift, bajj 
fie eine ber nn5ät;ligen ift, JDeId;e fid; jenfeits beê ^ox- 
I;angeê befinben, ber uu'o foiüol;! öon hen großen ®e= 
I;eimuiffen über unfere eigene '^ainx trennt, al§ i)on 
benen, toe(d;e bie 3^atur im Slltgemeinen gimfc^en bie 
erften Urfac^en unb bie lDaï;rneï;mbaren ßrfd;einungen ber 
Singe fd;iebt. g^reilid; entfd;ulbigte id; ben fic^ regenben 
Slberglauben burd; bie unbeftreitbare äöal;rl;eit, ba§ leb= 
i^afte, erfrenlid;e SBirfungen auf hcn ©eift ober baS ©e= 
mütl^, fid; burd; ^iüdmirfungen auf ben Äörper ändern; 
aber iüarum I;aben fid; benn bie legieren nic^t bei mir 
erî;alten? — S)em fei inbeffen lüie il;m molle! — t^aU 
fäc^li(^ ift, ba^ baS Silb be§ Könige mir in fc^laflofen 
^äa)tm immer üor hen 3lugen geftanben l)at, ba§ id; an 
jebem %aa,e gel;offt t;abe, er iüerbe mir eine 9Zac^rid;t 
barüber bringen, ^d; begreife ooUfommen, baf3 bie ©orge 
für haè 2Bol;l Xion 3)îillionen, bem ^erjen be'o 3}îonard^en 
gleid; tl;euren Untertl;anen, ben .^errfd^er felbft bel;errf(^t, 
ba^ fie '^Ijn nDtt;igt, bie 2(norbnung ber 9fleil;efolge ber 
gatjllofen, fid; in ,3l;m frengenben Sittereffen bem orange 



200 

beê 3ïugent)li(ïê 5U ilBerlaffen; ic^ begreife aïfo ooUfom^ 
men, ba§ ber iîomg, tt)enn er auà) nidjt 2ÖDt)ltl;aten 
bergi^t, bie er fpenben lu ill, ioie bie er gefpenbet l^at, 
bie mir gu fpenben beabficl)ttgte nic^t an eine beftimtnte 
3eit §n binben bermodjte. ^à) ineiB and; geiüi^, ba'^ id) 
anf einer Wdm ftet)e, tueli^e in jebem SlngenblicÊe anf= 
fliegen fann; baf3 alfo ^ente nid)t über 3)iorgen beftimnit. 
^d) I;ielt bal;er für angeuieffen, bie in mir rege geiüor- 
bene Hoffnung anf ben 33efi| be« tl;ener[ten ber Silber 
ganj in mid; jn üerfd; liefen, felbft gran nnb %öd)Uxn 
nidjtè ha'üon gn üerratl)en, hi§> tueitere Sfîadjricbt toon ber 
luirïlicî)en 2{nnäbernng ber |)Dffnnng meine ©id)erl;eit fo 
lüeit üermel;ren lonrbe, aie ben Umftänben nac^ möglid^ 
ift. $Die än^erfte ©d;en t>or ber S3erbreitnng toon ^ad)- 
rid;ten, beren 2Öal;rI;eit nic^t ber näd;fte 2tngenblid rec^t= 
fertigen lüirb, gegrünbet anf bie traurige (Srfaî;rung, ba§ 
Snge nnb ©ntftcllnng gierig fold^e 9îa(^rid;ten eriuarten; 
ferner bie gnrd;t, bnrd; voreilige SSerbreitnng bem Jîonige 
eine 2ïrt öon B^^ng (sit venia verbo) anf^nerlegen — 
biefe na'^e liegenben Betrachtungen fd;ienen mir nntoers 
brüd;lid;e!3 ©d^lneigen notï;ig gn mad;en. 2llê aber @lü. 
©ïgeïïeng ©d^reiben an §errn toon SBegnern bie dladjxi^t 
oï;ne mein âiitï'Wtt verbreitete, nnb aie bie 9MÎ;e ber @r= 
füllnng meiner Hoffnungen fic^ mir geigte, l^atte and^ ber 
3iDang meinet ©c^lDeigenê fein ßnbe erreid;t unb id) 
'i)ahe, üon bem Slngenblid an, in ber S3orftettung bes5 
n)ir!tid;en S3efi^eê beê Silbeê gefd^lüelgt. ©c^on am 
näd;ften 3:;age, ben 28. Januar, brad;te id) bie S^ererbungê; 
nrlunbe gn Rapier, lüeld;e über iiaè Silb nad^ meinem 
S^obe oerfügt. ^d; betrad;te eê al§ allgemeine» @igen= 
t^nm be^o SSaterlanbe^S toegen be5 il^m gu ©rnnbe Iiegen= 
ben ©ebanïeu'o „bem Äran!en eine grenbe gn bereiten" 



201 

m($t aïïetrt, fonbern nod^ au§> mel;reren anbern ©riinbett. 
S^ l;abe eë alfo ntdjt meiner ^^amilie t)interlûffen toollen, 
fonbern, in §oIge langer nnb forgfältiger Überlegung biê 
sum 27. Januar, meiner 33aterftabt 3)îinben, fo ba^ bie 
I;Dc^ften 3Jtilitair= unb ©iüilbel^örben ber ^roüin^, in 3Ser= 
binbung mit bem Snrgemeifter ber ©tabt, über Ort nnb 
Slrt feiner 2lnfben)al;rnng baê SBeitere gn beftimmen \)alnn 
tüerben. ferner bin id; fd^on am 28. Januar t^ätig ge= 
tüorben in ber 2(n;ofül;rnng anberer, [i^ auf bie geiDaî)rte 
|)offnung bejiel^enber ^läne, U)eld;e mid; in ben legten 
aJZonaten öielfad^ nnterl;alten l;aben: um baê 33ilb beê 
.^ö(|)ftt)erel;rten angemeffen jn empfangen, ift erforberlid^, 
ha^ ic^ h^n Drt, wo id) eê aufbetüal;ren inerbe, in ben 
beften 3uftanb nerfe^e, ben id) I;eröor5ubringen Dermag. 
^d) l^abe alfo über bie je^ige 9}?öblirung unb SSerjierung 
meiner beiben 3^inmer ben ©tab gebrod^en unb eine neue 
beftettt, fo luynriöe uvi> gefd;madüDlI (toerftet^t fid; für 
einen ^rofeffor!) aU i^ fie l)dbe erfinben !önnen. S)ie 
SSorfci^riften §u i^rer 2luefül;rung finb fogleid; abgegangen, 
unb bie Eröffnung ber ©c^iffal;rt im grül;ial;re ioirb mir 
atteê \va§> id) lüünfd;e bringen. 3d; ioitt niemaub tabeln, 
ber mid^ für t{)örid;t pit, inbem ic^ SSerfd^önerungepläne 
meines 2lufentI;aït!corteê oerfolge, tt)äl;renb bie 3Baî;rfd;ein= 
lid;!eit ifju balb §u berlaffen, übertoiegenb gro§ ift; aber 
ttjenn id; fie auffd;ieben iDoIlte, fo ioürbe bie 3luèfid;t auf 
bie âtnïunft be^i Äönigebilbee mic^ beunruhigen, ftatt, mie 
je|t, mic^ freubig über manches ßeiben §u erl;eben. ©e= 
nie^e id; ben Slnblid biefeê S3ilbeê and) nur einen 3;^ag, 
fo iüerbe ic^ burc^ ^inm gluar fd;malen aber fd;Dnen ©renj;: 
ftrid) üon biefem Seben in jeneê ubergeïien! — dlod) 
eine tüill id^ ï;in§ufe^en, eï)e id) aufï;ore @îr>. ©y^ettenj 
mit ber ^Darlegung ber j^olgen gu langioeilen , bie fid^ an 



202 

bie unfd^äpar ertüartete (Balte beê 2lllerl;ö(|ften |)errn 
gefnüpft ^abzn. ^err Äanjler üoii SBegnern ^at ^rofeffor 
©imfoii beauftragt, mir feineu SBxmfd; gu äußern, ba^ 
ic^ öeranlaffen möge, baf3 eine '^a^xiâ)t, baê S3ilb be; 
treffeub, in ben öffentlid;en blättern erfd^eine. 3c^ ï^il^e 
mid; abet bagegen erîlart, gnm 3^ï;eit auê oben angefül;rten 
©rünben; 3:1m 3:;{)eil and}, tueil eine fold;e 9Zad}ric^t fieser 
noc^ geeigneter fein lüirb, toenn fie nad^ bem (empfange 
beil ^ilbeê fommt. 6olIte id} nac^ biefem (Smpfange nid;t 
mef)r fd^veiben fönnen, fo toeiB ©imfon, tüae bie y{ad;rid;t 
meinem SBunfd^e gemä§ entl)a(ten foil. 

3)iöd;te x(^ hoâ) bie fd^öne @rfd;einung einmal fetjen 
fönnen, iüeld;e ber Siela'fd;e l^omet je^t entluidelt t;at! 
— c^ier I;at Sßii^mann am 11. ^annar nidjt^^ baüon be= 
merft, t)ieïïeid;t ober iiml^rfc^einlid; ber bamaligen geringen 
^eiterfeit be» ^immelè luegen; aber am 15. fal^ er beibe 
Jîometenfopfe beutlid;. (Sr befc^rieb mir, %aQ§> barauf, 
ba» ©efe^ene münblid;; aber ii^ erlangte baburd; feine 
reifte SL^orftellnng banon, fonbern meinte, ba§ baê tvaè 
er einen gtüeiten Jîometenfopf nannte, eine 3^tebelant;äufung 
fei, lüie and; anbere Äometen fie, in größerer ober f(ei= 
nerer Entfernung üon bem eigentlid;en .^opfe, fd^on ge= 
geigt I;atten. 3d} forberte i(}n auf, bei bem näd;ften 
2öieberfel;en ber @rfd;einuug, eine mögli($ft treue 3ei<^== 
nung gu entloerfen, unb mir biefe mitgutt^eilen. — S)er 
3uftanb beê §immel^^ unb ber oft niebrige Staub beê 
Kometen toergögerten 3eid}nung unb âJîeffungen biê gum 
26. 3^iiiiar. Seit biefer 3f^t ift nun ber glueite Jîopf 
beê 5îometeu fo aufmerffam aie möglid; Perfolgt iDorben. 
S)ie Ijiefigen Söafjrne^mungen beffelben finb, unter ben 
hiè lel^t befannt geioorbenen, bie frül;eften; ha man aUev- 
orten aufmerffam barauf gelüorbeu ift unb gemeffen 



203 



l^at, fo iDirb, ber Saï;re!oâeit 511m ^ro^e, eine f(^öne, 
^offentlirf; 511 ^olcjenmgen bered^tigenbe, 9îeil;e üou ^e= 
obad;tungen befanut ioerbeu. — 60 iuie bte ©ac^e [id; 
Uè je^t enttoidelt l;at, gUmbe ià), bariii iuieber ein .§er= 
öortreten üon ^^oIarh•äften ernennen gn niüffen. S)er lueitcre 
3>erlanf tmrb aber luol;! gn ntef)i* aU oberfläd;lid;er 3ln-' 
fid;t bere($tigen. — 

S)ie ^eobad^tnngen be^^^ nenen paneten !önnen bier, 
burd^ ba^5 bajn gan^ nnübertreffUd;e , .^eliometer , fo 
au^ge^eic^net betrieben werben, ba^ i(;re @enanig!cil bie 
ber beften ïlieribianbeobb. meit übertrifft, freilid; aber 
nur ganj jn 9tu|en gelangt, iuenn bie ^ergleid;nngê= 
[terne cbm fo genan beftimmt [inb. 2(nf biefe 33e[tim; 
niung nnrb alfo bier bie iîraft ber ÎReribianbeobb. t>er= 
iDanbt, urn ben ^Nlaneten felbft betummert 2)octor 33ufci^, 
anf meinen Mali), [id; nid;t. 3(nd; ©nde unb @d;mnad;er 
l)ahe id) erfnd;t, jnr 58e[timmnng ber «Sterne beijntragen. 
®er er[tere t;at üon î;ier fd;Dn eine 9iei[;e nortrefftid^er 
^eobb., §nr ©rnnblage feiner ^^al;nbeftimmnng, ert;atten, 
nnb loirb in biefen 3::agen anc^ i{;re ^ortfe^nng empfan= 
gen. ©in grc^e^^ ©lud i[t eê, ba^ id; meine ioeitläu; 
[igen UnterfndÇinngen über bie genane 9iebuction ber 
Seobb. mit meinem Heliometer, in Drbmmg gebrad;t, 
nnb in bem erften ^anbe meiner 3l[tr. Unterf. befannt 
gemacht babe. Oijm biefejg nmrbe 2Bid;mann, bei meiner 
jetzigen llnbrand;barfeit, nid;t!o genau rcbnciren können, 
nnb babnrd; bas l^ntereffe ber ^lanetenbeobb. üerlieren, 
UH'ld;eS nur u>äl;renb ber erften ^eriobe ber Seobad;; 
tungen iiDrl;anben ift, alfo nur bei fofortiger 33ered;nung 
ber 93eobb. — 3<j^ l;offe, ba^ (Snäe'ä 3'îed;nungen burd^ 
biefe ©runblage eine @id;erl;eit erl;alten inerben, ioeld^e 



204 

fid^, Bei ber 2Bteb er erf c^ einung beê Planeten biê auf tuenige 

©ecunben beirät^ren ioirb. — 
(^nbltd^ gum @d;luffe! 
^eret)rungêt3DlI, Uè an mein @nbe! 

©U). ©pjellenj getiorfamfter 

g. 2ß. Seffel 



(2tnnter!ung oon ôumbolbt. 1)er toorleçte 95rief, ben 
icf) ï)on bem großen unb ebeln ïïknne ev^tett.) 



205 



112. 
Sßtctor §ngo an ^um^olbt. 

20 mars 1845. 

Vous avez bien voulu, Monsieur le baron, et 
illustre confrère, me promettre que vous accepteriez 
de ma main Notre-Dame de Paris, et être assez bon 
pour vous charger de l'offrir en mon nom à votre 
auguste roi, pour lequel vous connaissez ma sympa- 
thie et mon admiration. Je joins à Notre-Dame de 
Paris mon discours si sérieux à l'académie. Je serais 
heureux que vous eussiez quelque plaisir à accueillir 
cette marque de ma haute et profonde considération. 

Le vôtre Victor Hugo. 



206 

113. 
îÇriebrii^ Üiiirfcrt on ^umboïbt, 

«evlin, Wàxi 1846. 

\jOiit \^ baê Ungliicï glreimal ju öerfe^len, ba id^ !am, 
3f)îten meinen S)anî' für S£)re gro^e ^rennbïi(ï)!eit nnb 
©Ute, nnb ântjletd) ein ï;erglid)e'o SebelDot)! fnr biefen 
©ommer jn fagen, ^(x \^ morgen meiner Sanbeinfamfeit 
gneile. ©ott gebe ^wtx^ red;t niele gute ©tnnben pr 
glü(flid;en S^oïïenbung S^re^ großen äöerfee, bay mir 
gegeniitärtig mei;r am ^ergen liegt, also irgenb ein eigene^. 
S)enn e« ift ba;o Êt)renmaal S)entfc^Ianby, feine S^^ertretung 
öor fânropa, nnb id} bin al^o S)entfd;er ftolj baraxif, ba^ 
©ie'ê nid;t frangöfifd; geid;rieben t;aben. ;3<^ iüoUte ©ie 
and; nm bie ©rlanbni^ bitten, %)\\iVi meinen älteften ©o{)n, 
ber ben ^riüatbocenten in "^txi^x mad;t, oorgnfteïïen ; nun 
mag er felbft fein ©lud bei Sinnen mit biefer 33riefbeftel= 
lung t»erfud;en. ©c^lie^lic^ bitte id; ©ie, mid; ^itx 3l;ren 
3Jiaieftäten, bie id; biefen SBinter nid^t \joSit feigen fetten, 
mit Sl^rer §ürfprad;e ju vertreten; möchte eê mir nod; 
vergönnt fein û\o(x^ %)xt^ unb %)xt^ 35eifatt^^ Sßürbige^ 
ju leiften; aber möd;ten ©ie S\^) bod; and; überzeugen, 
bafe meine ^(x^t nid;t '^(x^o âlnftreten üor einem ^tefibeuâ^ 
ipublünm, fonbern baê einfame 33ilben in ber ©titte be«c 
£anbleben^3 ift, n)ol;in \^) je^t banlbar für bie l;öd;fte 
^WQ^t ©einer 9}iaieftät, nnb mit reinfter SSerel)rung für 
©ie mid; jnrüdgieljen barf. 9îudert. 



207 



114. 
^(ejûiibcr Sl^anjoni on A^umfioïbt. 

Milan, 6 décembre 1844. 
Monsieur le Baron, 

J e n'avais pas hésité à exprimer ma confiance dans 
une auguste et parfaite bonté; mais, au lieu d'une 
juste confiance, c'eût été de ma part une présomption 
impardonnable, que d'oser prévoir sous quelle forme 
ingénieusement aimable cette bonté daignerait se ma- 
nifester. J'ai donc acquis une seconde fois le droit 
précieux (on me ferait j^resque oublier cpie c'est un 
devoir sacré) de prier Votre Excellence de mettre aux 
pieds de votre noble Roi l'humble tribut d'une recon- 
naissance, devenue, s'il est possible, plus vive et plus 
profonde. Et, dussé-je paraître indiscret, je ne puis 
renoncer à saisir cette occasion de renouveler le re- 
spectueux hommage des voeux qvie, comme habitant 
de ce monde, et, à ce titre, nihil hum an i a me 
alienum putans, j'avais, depuis longtemps dans mou 
coeur. Cet hommage cesserait d'être pur, et perdrait 
ainsi son unique prix, s'il entraînait le plus léger sa- 
crifice de ma conscience catholique, c'est à dire, de 
ce qui est l'âme de ma conscience. Mais, grâce à 
Dieu, il n'en est pas ainsi; car, parmi les caractères 
et les signes de la haute destinée, que je salue de 
loin, avec une joie respectueuse, il m'est donné d'ad- 
mirer et d'aimer le développement de l'oeuvre la plus 
excellente de la justice, qui est la liberté du bien. 



^ 208 

Mon admiration pour vous, Monsieur le Baron, 
quand même elle ne se contenterait pas d'être le simple 
écho d'une si grande renommée, ne doit pas vous 
surprendre; car, si, comme j'entends toujours dire, il 
n'y a pas de savant qui n'ait quelque chose à appren- 
dre de vous, il est peu d'ignorants à qui vous n'ayez 
appris quelque chose. A ce propos, et au risque 
d'abuser de votre indulgence, je ne puis vous taire 
mon espérance d'avoir un souvenir de Humboldt, sou- 
venirs moins précieux sans doute que ceux que je dois 
à sa bienveillance , mais qui aura aussi son prix. 
Mon concitoyen, le Comte Alexandre Lito Modignani, 
dans un voyage, qu'il a fait, guidé surtout par vous, 
dans l'Amérique méridionale, a été chercher, sur 
la montagne de Quindia, les magnifiques Céroxylons 
à l'époque de la maturité des fruits, en a fait abattre 
un, et a bien voulu, à son retour, me faire part des 
semences qu'il en avait recueilhes. Mises en terre le 
printemps passé, aucune n'a encore levé; mais les 
ayant visitées dernièrement, je les ai trouvées toutes 
saines , et il y en avait deux où l'on voyait un léger 
renflement à la base. Je serais heureux, et même un 
peu fier de posséder quelque individu, et assez rare, 
je crois, du peuple ancien et nouveau, que vous avez 
conquis à la science. 

C'est avec le plus profond respect, et, permettez- 
moi d'ajouter, avec cette affection qu'on éprouve tou- 
jours pour un grand homme, et qu'on souhaite tant 
de lui exprimer, que j'ai l'honneur d'être de Votre 
Excellence le très humble et très obéissant serviteur 

Alexandre Manzoni. 



209 

(2ïnmer!ung t»on §umboIbt. 2ïn H. ^umbotbt bei ©e« 
tegen^^eit ber Steigerung bie {yriebenêclaffe be§ Drbenâ pour le 
mérite anjunebmen. ^â) |)atte i^m [(^reiben müfyen, feine '^xd-- 
beit bebalte er in Dodent SDla^e, er folle ba§ Äreuj nie tragen, 
aber ein fo großer unb fcböner S'îame niüfie au^ ber £ifte bet 
Sfîitter »erbleiben.) 



5t. ». Jöurntolbf« Söriefc. 14 



210 



115. 

Paris, août 1845. 
Monsieur ! 

Je prends la liberté de vous adresser un jeune 
français, plein de talent, de connaissances et de cu- 
riosité. Il veut connaître l'Allemagne, et Berlin en 
particulier. Je n'ai pas cru pouvoir l'adresser mieux 
qu'au savant illustre qui foit les honneurs de Berlin 
aux étrangers. Permettez - moi de vous le recomman- 
der d'une manière toute spéciale. Mr. Thomas est 
mon ami particulier, et l'ami de tous vos amis de 
Paris. Veuillez agréer d'avance tous mes remercîments 
pour l'acceuil que vous voudrez bien lui faire , et re- 
cevoir l'assurance de mon attachement et de ma haute 
considération. 

A. Thiers. 



211 



116. 

î)tc prftin t»on (lantno, Sucian ^ompùttc^ê Sitttoc 
an ^umboïbt. 

Paris, mai 1845. 

Je VOUS adresse, Monsieur le Baron, un exem- 
plaire de ma réfutation à Mr. Thiers, au svijet des 
paragraphes attentatoires de cet historien à la mémoire 
de mon mari. L'estime que vous lui portiez, ainsi 
que votre cher frère et votre estimable belle -soeur, 
pour moi tous les deux de douce et noble mémoire, 
me fait espérer que vous recevrez avec intérêt ce té- 
moignage de tous les sentiments que je professe pour 
vous, Monsieur le Baron et dans lesquels je vous 
prie de me croire votre affectionnée 

La Princesse de Canino, 
veuve Bonaparte Lucien. 



u- 



212 



117. 
^craooin ^eïene tJon Orlconô on ^umliolbt, 

Gutter ten, ben 12. ÇeBruar 1845. 

ycic^t tätiger wïU ià) baê anvertraute ©ut befôa^ren, 
tueïd^eê mir rei(^en ©enuB toer[c|affte. ©mpfaugen 6ie 
für tiefe 3Jiittl; eilung nod^maïê ben aufrid^tigften S)anï 
unb la[[en ©ie mic^ l^offen, in furjem neuen 6tofy beê 
S)on!eê gu fmben. ©ie fe^en, ber ©goiSmuê l^err[(^t bei 
mir auf eine unöergei^lic^e Söeife üor. 

@iD. ©ïjettenj affectionirte 

^etene. 



213 



118. 
-êcr^ooin ^cîene Don Orlean0 an ^umïJoïbt 

^iViiUt), 12. Tlai 1845. 

muffen- eâ \iâ) fd^on gefallen ïaffen oft ijott tnir in 3ltts 
fprud^ genommen ju merben — l^eute tft eâ aber 
eine groBe ^umntl^ung, iceld^e mic^ jn Qi^nen fiil^rt — 
là) tüünfd;e nämlid; mir nnb meinem SSetter t)on Sßeimar 
hie ^renbe unb S3ete^rnng in ^l)uv ©efellfd^aft SSerfaiUeê 
SU befud^en — unfer ^lan ift biefe ga^rt am 3)onnerêtag 
ju madden — ben Sïbenb labet ber Jîonig 6ic §u einem 
S)iner nnb 2;i; eater in ^trianon ein — l^aben 6ie nnn 
ben 3Jiutl^ mit une bie toeränberte pigerfaî^rt ju unter= 
nel^men, fo bitte id^ ©m. ®'f§ellen§ am S)onnerêtag um 
^alb jvoölf U^r l^ier in SfîeuiU^ ju fein, um une in unfrer 
Söanberfd^aft gu begleiten, ©ottten jiebod^ anbern^eitige 
SSefd^äftigungen Sie gurüd^alten, fo bitte id^ ©ie um ein 
offene^ SSefenutni^. empfangen @m. ©yjeUenj ben 
Sluêbrudf meiner aufrid;tigften ^od^ac^tung. 

Helene. 



214 



119. 
^crjogtn §eïene bon Orïcûnê ûtt «^umïiotbt 

(Sinter 1845.) 

3d; ï)at»e in Trianon nidjt me^r bie ©etiugt£)uung ge= 
l^abt, (SiD. ©ygellenâ mein Sebeipof)! §n fagen unb 3^nen 
meinen 5Danf für 3t;r l^errlid;eè Söecf gn roieberl^olen; 
ïaffen ©ie eê mid; je^t nod^ f(j^riftli(^ f^un, inbem ià) 
3|)nen bie Seiten für meine geliebte Confine fenbe, unb 
empfangen ®ie nodjmalio ben 2ln§brnd be^o innigften 2Bun= 
fc^eê, ©tt). ©ygeïïenâ naà) fnrjer ^rift anf frangöfifd^em 
S3oben îuieber gn begrüben. 

ÏRit anfrid^tigfter §0(^ac^tnng ©tu. ©yjettenj affectionirte 

|)elene. 



215 



120. 
^^umBoîbt on S^arn^ageu. 

«Potêbam, ben 22. %px\l 1846. 

y^i ift mil* eine gro^e ^eru^igung geioefeu Dor 3^ h en 
l^aben lefen gu bürfeit, unb lüenn ià) aud^in bem fo Uh- 
ï)aften al§ Ueben^lDürbigen SluSbruiJe ^^reê Sobe-o feï;r 
t)iet bem ^i^ï^tGt'ful;! gufd^veiben mu^, mit bem man gern 
einem ©reife greube gelDä(;rt, fo bleibt mir boc^ eine 
große S3efriebigung im Innern be-S ©emiit^^e-J übrig. ®ie i 
|)auptfad^e naâ) ber ià) ftrebe ift bie ber ^ompofition, baê 
33el)ei-rfd;en großer mit Sorgfalt luib genauer <Bad)' 
îenntni^ jufammengetriebener SJÎaffen. ®ic ^enu^ung 
unferer ^errïid;en, fd^miegfamen, î;armonifc^en, barftetten- 
ben ©prad;e ift erft ein fefnnbaire§ ©treben. '^d) lüerbe^j 
geiüil ©elegent)eit finben 3f?ven trefflid;en Statti jn be= 
nu^en für ^^lemming nnb SJîab. be ©e\)igné. ^nä) itèn 
etiüae fd;ir»ülftigen ©eneca (Quaest. natnr.) l)ahi iä) miU 
genommen nm iljn §u burd;fud;en. 

9tun !omine id; erft gu bem ^\ved biefer feilen. ®er 
jlönig fagte mir geftern Slbenb beim @(^Iafengel;en: „ßafferi 
Sie bod; ber S3ettina toiffen, ba^ fie fôegen ber ^anpt^ 
perfon*) fid; fel;r berul;igen ïann. @l ift nie baran ge= 
bac^t tüorben, xi)n ben Sfînffcn au^Jâuliefern.'' 3d;. ,,©ie 
foïlten e§ il^r bod^ feïbft and; fd^reiben.'' ©r. „3a, baâ' 



*=) 3)iievoflaiüaft. 



216 

l^offe iâ) an^ gu tl^un/' @r mar ho.M fe^r freunblid^ 
für S3ettinen. 

3Jlit alter SïnpnGlic^îeit ^l)x 

%. Ö. |)um&olbt. 
2Jltttmoc^. 

SDSte traurig ift biefeê adjie attentat! 6onberbar, ba^ 
man fo feiten auf bie SJîiiiifter fd;ie|3t unb auf bie ^a; 
&inetêratï;e! ^Dergleichen S3egebenl;eiten finb urn fo \\n= 
l()eimUd;er, al0 t^r lDal;rfd;einlid;eê ober untua]^rfc^einlid;eê 
2Bieber!el;ren fd^ledjterbingê au^er bem Sereid^ be^ 9lai= 
fonnenteiit^ liegt. — 



217 



121. 

«pptêbam, bcn 18. mai 1846. 

^â) fc^idÊe 3ï)neît, tl;eurer greunb, für ^'i)xe ©amm= 
lung einen fel^jr merïiuurbigen Srief öon %üxf 3)Zetterntd^, 
ber l^alb tïjeoïogifc^ enbigt, tooïï ©eift unb ©d;ii)img ber 
9ïebe mit ein wenig ^nrd^t i?or bem g^ant{;ei§mnê am 
@nbe beè 33riefeê. 

HJÎit alter ^reunbfd^aft ^^r 

31. Ö. -^umboïbt. 
2Rontag§. 



218 



122. 
^tiitxmi) fin §umî)OÏbt. 

Vienne, ce 10. niai 1846. 
Mon cher Baron! 

V ous trouvez ci -joint mon vote.*) Je le donne 
en conscience et vous absous du crime de Tintrigue 
électorale qui court le monde. — Le Roi et son Chan- 
cellier sont des appréciateurs intègres du mérite scien- 
tifique et je sais marquer la place qui m'appartient 
dans les avenues de la science et qui à mon vif regret 
est loin du sanctuaire! 

Ce que je viens de vous dire, mon cher Baron, 
n'est ni de la forfanterie ni un excès de modestie; 
c'est tout bonnement l'histoii-e de ma vie. Vous ne 
la connaissez pas, cette histoire, et je vais vous la 
conter en peu de mots. 

J'ai dans l'âge où la vie prend une direction, 
éprouvé un penchant que je me permettrais de quali- 
fier d'irrésistible pour les sciences exactes et naturelles 
et un dégoût que j'appellerais absolu pour la vie 
d'aÔaires proprement dites, si je n'avais vaincu mon 
dégoût irrésisté à mon jjenchant. C'est le sort qui 
dispose des hommes et leurs qualités comme leurs 
défauts décident de leurs carrières. Le sort m'a éloigné 
de ce que j'aurais voulu, et il m'a engagé dans la 



*) Stnmerfung »on .^umbolbt. Le Prince a voté pour 
Mr. Hermann de Leipzig. 



219 

voie que je n'ai point choisie. Une fois lancé, je nie 
suis soumis sans perdre de vue ce vers quoi portèrent 
mes inclinations et il m'est résulté , cpie ce que j'eusse 
désiré pouvoir regarder comme le but de ma vie in- 
tellectuelle, n'en est devenu que le soulagement. Le 
Roi m'a iaiprimé la marque d'un savant. Je sais à 
quoi m'en tenir à cet égard. S'il s'agit du coeur, le 
Roi ne s'est point mépris. 

Ce que vous me dites de la prochaine apparition 
du second volume du Cosmos, m'en fait attendre l'é- 
tude avec un vif désir; on ne vous lit pas, ou vous 
étudie, et la place d'un écolier me va en plein. Per- 
sonne n'est plus appelle que je le suis, à rendre justice 
à votre remarque relative à l'influence que le christia- 
nisme a exercée sur les sciences naturelles, *) comme 
sur l'humanité entière et dès lors sur toutes les scien- 
ces, car cette remarque s'est depuis longtemps fait 
jour en moi. Elle est d'une complète justesse et sa 
cause génératrice est simple comme le sont toutes les 
vérités, celles apperçues comme celles inapperçues, 
circonstances qui ne changent rien à l'essence d'une 
vérité. Le faux mène au faux, comme le vrai con- 
duit au vrai. Aussi longtemps que l'esprit s'est main- 
tenu dans le faux, dans la sphère la plus élevée que 
l'esprit de l'homme puisse atteindre, les conséquences 
de ce triste état, ont dû réagir dans toutes les direc- 
tions morales, intellectuelles et sociales et apposer k 
leur développement dans la droite voie, un obstacle 



*) 2(nmerïung Oon Jpumbolbt. J'avais dit sur la vivacité 
du sentiment de la nature; j'avais comparé St. Basile a Beninr- 
din de St. Pierre. A. Ht. 



220 

insurmontable. La bonne nouvelle une fois an- 
noncée, la position a du changer. Ce n'est pas en 
divinisant les effets, que ceux-ci ont pu être 
suivis dans les voies de la vérité; leur recherche est 
restée circonscrite dans la spéculation abstraite des 
philosophes et dans la verve des poètes. La cause 
une fois mise à couvert, les coeurs se sont mis en 
repos et les esprits se sont ouverts. Ceux - ci sont 
longtemps encore restés enveloppés dans les brouillards 
de la sceptique païenne quand enfin la philosophie 
scolastique a été débordée par la science expérimen- 
tale. Trouvez -vous mon raisonnement juste ? Si vous 
le trouvez, je ne suis pas en doute que vous ne par- 
tagiez ma crainte, que les progrès scientifiques vé- 
ritables, courent le risque d'être arrêtés par des es- 
prits trop ambitieux, qui veulent remonter des effets 
à la cause, et qui trouvant la route coupée par les 
limites infranchissables que Dieu a posées à l'intelli- 
gence humaine, ne pouvant avancer, se replient sur 
eux-mêmes et retournent à la stupidité du paganisme 
en cherchant la cause dans les effets! 

Le monde, mon cher Baron, est fort dangereuse- 
ment placé. Le corps social est en fermentation 
vous me rendriez un bien grand service, si vous pou- 
viez m'apprendre de quelle espèce est cette fermenta- 
tion, si elle est spiritueuse, acide ou putride? J'ai 
bien peur que le verdict ne tourne vers la dernière 
de ces espèces et ce n'est pas moi qui pourrais vous 
apprendre que ces produits ne sont guère utiles. 

Veuillez recevoir les remercîments des miens pour 
votre aimable souvenir et l'assurance de ma vieille 
amitié. Metternich. 



221 



123. 
§um6oIbt m Sßant^aocn. 

SBerïtu, ben 30. Tîax 1846. 

S5ienei($t, mein t^eurer ^^^reunb, ift eè ^^nen nic^t 
unintereffant, baa ©ebid^t beê Ëxonpxin^en t)on Saiern 
felbft §u befi^en. ^ie ©prac^e ift weniger l^erbe, ale bie 
Sßal^atta;©prad;e, unb einige ©tetten finb red^t gefül^l= 
DoU, n?enn auc^ nrc^t bon bielem poetifd^en ©d^iounge. 

2t. b. .^umbolbt. 

©onnabenb. 



222 



124. 
$umt)oïbt on S8ornï)agcn« 

!pot6bam, beu 14. 3^o»ember 1846. 

^eïd)e glanjüoUe 2lufnat;me, mein tf;eurer ^reunb, 
t)ût ber fünfte SSanb meines Sruber.S bei ^ijmn gefunben! 
^ergeiïjen 6ic nur, baB in ber argen ©efd^aftigïeit ber 
le|ten 5tage auf bem Mteu „{;iftorifd;en ^ügel'' ic^ ^f)mn 
nià)t empfel^ïenbe SBorte bagu gefd;rieben. 2lud; ià) be- 
!lage bie Sluèlaffungen, auf bie ®ie mid^ fo freunblid^ 
aufmerffam mad;eu. ^d; benfe, ha^ man im folgenben 
35anbe nad)ïiefern ïomie! Wlan ^aite bie 33riefe geglaubt 
fo bruden gu rnuffen, aie min 33ruber fie jur ^erauS^ 
gäbe präparirt ï)atte unb ttjie fie gum ^auf angeboten 
njurben. ^à) glaube, ha^ man bei feiner 9îatiou ein ä^n- 
lid;eê gang ber 3beenbereid)erung gemibmeteic 2écn auf= 
finben n)irb. 2öie unenblid; erfreut mid; bie nal)e ^loff-- 
nung, con î^ijvex §anb mieber ein älieiftertüer! f($arf auf= 
gefaxter, lebenbiger unb babei garter ^arfteïïungen gefelliger 
unb biplomatifd;er .5>erl;ältniffe erlüarten gu bürfen! 3Jîit 
unüerbrüd}li(^er Slnpnglidifeit ^l)x banfbarer 

31. ^umbolbt 

Sßenn eä t»on einem t;iftorifd; großen SJ^onard^en nic^t 
gang ttieife getoefen ift bei ben ^ttufionen ber SSerfaiHer 
Sltmofppre ber S^entaticn nic^t miberftanben ju l^aben, 
bem 33arrifaben=2lnben!en ein ©d^aufpiel à la Louis XIV 



223 

fontraftirenb gegenüber §u [teilen, öiel bem ^îûc^fctger ju 
ref (gitteren um fe(;r Unfid^erel gu erlangen, fo ift ^al- 
merfton'ê unb ber Gilberts 3Sictoria 33eneî)nien bod^ aud^ 
tölpifd^ ungefittet. S^^be^ grünben bie nüchternen 3(ngïo; 
2lmerifaner ein lDeftHd6e§, ßtjina'-o ^anbel bebrc^enbeê 
SBeltreid;. 

aJiein iUi'anuifrtpt „über bie Söebereien ber Otiten " 
©. 106 unb 113 fcf;eint anc^ in SBolf« mà)ia^ üerloren 
gegangen ju fein. S)ie Jßirfung ber geiftlid;en ältufif, 
befonber^3 ©. 323 entl;ält üiel fd)ön Slu^lgebrutfte^. 



3(u§ bem :3a^re 1846 finden tt)iv fotgente ^(nmcrtung in 
33atnf)agen'ê ^TacjeHättern: „3)îan fpra* über tie '5äl)igfeiten 
eines ber jungem **fc^en ^Çrinjen, unb meinte, fie feien ge^ 
ring, .gumbofbt miberfprac^ : «S)aê mu^ ic^ beftreiten, fagte er, 
ber junge ^rinj bat ïiirjHcb mit mir gefprocben, er traf mi(^ 
trartenb im 3intmer feiner 93iutter unb fragte: ««SBer finb Sie?»» 
^i). ^à) beifee ^umbctbt. — ««Unb am§ finb Sie?»» 3d?- 
3(b bin ^ammerberr Seiner 9}iajeftät be» Könige. ««SKeiter 
nichts?«;) brac^ ber $rinj furj ab unï) menbete fxcb weiter; bû§ 
jeugt bocb untdugbar t»Dn 5?erftanb ! » " 



224 



125. 
§umfio(bt an ^ûrn^agen» 

ißetrin, ben 28. 9îot>ettiBet 1846. 

^â) ûîitiDorte Sl;nen l;eute ntc^t, mein ebïer greunb, 
über ben l;errlid;en ^anb Sî)rer S)en!mürbig!eiten. 22ie 
S^nen au<^ aïïeê gelingt! §eute empfetjle ic^ 3l;nen einen 
geiftreic^en ^ran^ofen ^errn ©alnêïi, ber ®ent[c^Ianb 
beffer aie mir !ennt, 33erfaffer eineê Sïuffa^eê über 5ï. 2B. 
©d;Iegel. @r bleibt nur wenige 5üage. ^e^alten ©ie ttaê 
Stntograp^ üon tarante.*) 

21. i). ^umbolbt. 
6onnabenb. 



*) SBoburd^ ißarante §evnt ©afuôfi an ^nniBofbt em^jjftel^It. 



225 

126. 
^umöolbt on SJarii^agcn, 

93 err in, ben 6. ©ejemter 1846. 

Sie \e^m i)ielleid^t erft fpät, mein t^eurer ^retmb, 
bie „ciiiq jours de Berlin'', in benen i(^ al<3 ein jient; 
ïid^er anmutl^iger ©d;it)ä^er öon ben Berlinern (benn 
biefe hjerben rebenb eingefnï;rt) moralifc^ aber nid^t gang 
frennblid; beï;anbeït iüerbe. SBenn meinen Sieben ade 
consistance feï){t, fo für(^te ic^ für bie S)anerï)aftig= 
Mt beê 2Beltt3ebäiibe^5, Ao,$moê. ©eiyi^ ï)at ©ie ^err 
S3arriere am 6 ten S;age befnd^t, unb ©ie l^aben i^m baê 
affeê eingeflößt. Über ^renßeng 9lo'ffe nnb M. de Kanitz 
entl^dtt haè Statt !öftlid;e S)inge, Craco^äana. 

^ür S^re Stutograpbeniammlung fd^ide iä) ^ijmn 
einen mid^ lobenben Srief üon SJÎignet nnb einen r>on 
mir 1801 auè bem inbifd)en ©artl)agena gefd;riebenen 
^rief, ein 2Bcnbepun!t meineê Seben§, an Citoyen 
§8anbin, ber mit bem perron bie 9îeife nm bie Sßelt 
machte, §u einer 3sit üon mir gef (^rieben, too in Europa 
ioaî)rfd^einlid; fid^ niemanb me'^r Citoyen nannte. Sanbin 
ioar, ftatt nm baê Rap |)orn ^n fd;iffen unb mid; in Sima 
ab5UÏ;DÏen, um ba§ Cap de bonne espérance nac^ Sluftra* 
lun gegangen. 

mt alter greunbfd^aft ^l)x 

Sl. 0. .^umbolbt. 
©onntag. 

^c^ lege St^^^^it ^^^^^ fd;önen Srief meines S3ruber§ 
an Körner mit bei, ber im Gkn ^an^)^ erfc^einen ipirb. 
©ie muffen mirbiefe 3lbfd;rift tDieberfd;iden. 



21. ». $uml6orbt'« SBriefe. 15 



226 



127. 

Paris, !«'• jouillet 1846. 

M.onsieur le Baron et très illustre confrère. Vous 
n'aurez pas la peine à croire combien j'ai été heureux 
et flatté d'apprendre que le volume sur Antonio 
Perez et Philippe II vous avait intéressé et avait 
obtenu une approbation aussi élevée que celle de votre 
Roi. Le suffrage d'un Prince qui joint tant d'esprit 
à tant de savoir et qui est un des juges littéraires les 
plus ingénieux et les plus sûrs, ne pouvait qu'être du 
plus haut prix pour moi. Afin que le livre qui a été 
honoré de cet auguste suffrage en soit plus digne, me 
serait-il permis de vous prier. Monsieur et très illustre 
confrère, de l'offrir à votre souverain, sous la forme 
nouvelle, à la fois plus complète et plus achevée, 
que je viens de lui donner? C'est im respectueux 
hommage que le Roi de Prusse a encouragé par l'ex- 
pression de son indulgente satisfaction et auquel vos 
bontés pour moi, ménageront, j'en suis sûr, un accueil 
favorable. 

Je prends la liberté de vous adresser aussi, pour 
votre bibliothèque, un exemplaire de cette nouvelle 
édition. Des documents inattendus et fort curieux 
dont j'ai pu faire usage pour exposer, dans toute leur 
vérité, les projets de Don Juan d'Autriche, le meurtre 



227 

d'Escovedo et la disgrâce de Perez, rendent l'édition 
précédente imparfaite. 

Mais j'ai hâte de vous parler du premier volume 
du Cosmos, qui m'a été remis de votre part, et où 
vous avez si admirablement montré, pour me servir 
d'une de vos belles expressions , « l'ordre dans l'univers 
et la magnificence dans l'ordre». Je l'ai lu avec le 
plaisir le plus vif et le plus profitable. C'est une ex- 
position , pleine d'enchaînement et de grandeur, des 
phénomènes et des loix de l'univers, depuis ces loin- 
taines nébuleuses d'où la lumière n'arrive à nous qu'a- 
près deux miUions d'années jusqu'aux révolutions qui 
ont présidé à l'organisation actuelle de notre planète 
et ont permis à l'homme de paraître, de vivre et de 
dominer à sa surface. Pour tracer cet immense tableau 
dans la féconde variété et sa majestueuse harmonie, il 
fallait, comme vous, posséder fortement toutes les 
sciences, avoir vu la nature sous ses aspects les plus 
divers et l'aimer profondément, unir enfin une imagi- 
nation poétique à une intelligence sure et vaste. 
Achevez vite ce bel ouvrage pour votre gloire et notre 
instruction, et agréez, très cher et très iUustre con- 
frère, l'expression de mes remercîments , de mon ad- 
miration et de mon affectueux dévouement. 

Mignet. 



15 = 



228 



128. 
Çumfioîbt an 93aubtn» 



Carthagène des Indes, 
le 12 avril 1801. 



Citoyen, 



Ijorsque je vous embrassais la dernière fois rue 
Helvetius à Paris, et que je comptais partir pour l'A- 
frique et les grandes Indes, il ne me restait qu'un 
faible espoir de vous revoir et de naviguer sous vos 
ordres. Vous êtes instruit sans doute par nos com- 
muns amis les C. C. Jussieu, Desfontaines . . . com- 
bien mon voyage s'est changé, comment les Barba- 
resques m'ont empêché de partir pour l'Egypte, com- 
ment le Roi d'Espagne m'a accordé la permission de 
parcourir ces vastes domaines en Amérique et en Asie, 
d'y ramasser tous les objets qui peuvent être utues 
aux sciences . . . Indépendant et toujours à mes pro- 
pres frais, mon ami Bonpland et moi avons parcouru 
depuis deux ans les pays situés entre la côte, l'Ori- 
noko, le Casiquian, le Rio Negro et l'Amazone. Notre 
santé a résisté aux dangers énormes que présentent 
les rivières. Au milieu de ces bois nous avons parlé 
de vous, de nos visites inutiles chez le C. François 
de Neufchateau, de nos espoirs trompés. Sur le point 
de partir depuis la Havane pour le Mexique et les 
Isles Philippines, il nous est parvenu la nouvelle com- 



229 

ment votre constance a sçu enfin vaincre toutes les 
difficultés. Nous avons fait des combinaisons, nous 
sommes sûrs que vous relâches à Valparaiso , à Lima, 
Guayaquil. Nous avons changé à l'instant nos plans 
et malgré la force des brises impétueuses de cette 
côte, nous sommes partis sur un petit Püotboot pour 
vous chercher dans la Mer du Sud, pour voir si re- 
venant sur nos anciens projets, nous puissions réunir 
nos travaux aux vôtres, si nous pouvions parcourir 
avec vous la Mer du Sud . . . Un malheureux passage 
de 21 jours depuis la Havane à Carthagène nous a 
empêchés de prendre la route de Panama et Guayaquil. 
Nous craignons que la brise ne souffle plus dans la 
mer du Sud et nous entreprenons de poursuivre la 
route de terre par le Rio de la Magdalena, S. Fe, 
Popajan, Quito . . . 

J'espère que nous serons au mois de juin ou com- 
mencement de juillet à la ville de Quito où j'attendrai 
la nouvelle de votre arrivée à Lima. Ayez la grâce 
de m'y écrire deus mots sous l'adresse espagnole al 
Sr. Baron de Humboldt Quito, casa del Sr. Gover- 
nador Bn. de Caroudelet. Mon plan est au cas que 
je n'entende rien de vous, mon respectable ami, de 
visiter le Chimboraço, Losca . . . jusqu'au novembre 
1801 et descendre en décembre ou janvier 1802 avec 
mes instrumens à Lima. 

Vous verrez par cette narration, mon respectable 
ami, que le climat des Tropiques ne m'a pas rendu 
phlegmatique , que je ne connais pas de sacrifices 
lorsqu'il s'agit de suivre des plans utues et hardis. Je 
vous ai parlé avec franchise; je sais que je vous 
demande plus que je vous ofire, je ne puis croire même 



230 

que des circonstances particulières pourraient vous 
empêcher de nous recevoir à votre bord . . . En ce 
cas cette lettre pourrait vous embarrasser, elle vous 
embarasserait d'autant plus que vous nous honorez de 
votre amitié. J'ose vous prier de me parler franche- 
ment, je me réjouirai toujoiu-s d'avoir eu le plaisir de 
vous voir et je ne me plaindrai jamais des événements 
qui nous gouvernent malgré nous. C'est par cette 
franchise que vous me donnerez le signe le plus pré- 
cieux de vos bontés pour moi. Je continuerais alors 
ma propre expédition depuis Lima à Acapulco, Mexico, 
aux Philippines, Surate, Bassora, la Palestine — Mar- 
seille. Mais j'aime mieux croire que je puisse être des 
vôtres. Le C. Bonpland vous présente ses respects. 
Salut et amitié inviolable. 

Alexandre Humboldt. 

©pätere 2(nmerîung t)on §umbolbt. Cette lettre écrite 
au Capitaine Baudin à mon arrivée à Carthagène des 
Indes (en venant de la Havane) m'a été rendue, le Cap. 
Baudin n'ayant pas relâché à Lima. 

A. Humboldt. 
Berlin, en Nov. 1846. 



231 



129. 
^umbotbt on SSarnl^ûgctt» 

«Sonntag, ben 21. Çefcruar 1847. 

— 3c^ toei^ mà)t ob tc!^ ^^mn einen fel^r f(^önen 
SSrief meines trüber» über ©d;ilIer'iS Sob anS 9iom 1805, 
ber erft nenerbingê aufgefunben njorben ift nnb ber im 
näd^ften X^tiU ber SBerfe erfdieint, gegeigt l)dbi. ^â) 
lege S^nen auc^ noc^ aU in biefer äßoc^e empfangen einen 
fel^r liebenetoürbigen 33rief öon j^ürft 3}ietterni(^ unb 
einen fe^r l^ölgern fd^iuad^en öon spring Gilbert hzl 3Jietter= 
nid^ \)at ein ^rad}tn3er! auf feine Soften t)erauêgegeben, 
eine Sef(j^reibung feiner ^Serfteinerung'cfammlung in Äö- 
nigeiüart^. SSieUeit^t liegt barin eine ïleine Jcebenabfid^t, 
bie, ba^ er, nid;t iîololorat, ^räfibent ber nenen 2lfabemte 
ber 2Biffenf(^aften ioerbe. 3l'n ^ring Sllbert ^atte iâ) anf 
feinen 2Bunf(^, aie er in ©toljenfelê loar, ein ©yemplar 
beê Aoêmoê in fein 3i"i"ier legen laffen, er l)atte bie 
^öfli(^!eit, mir nid^t ju banfen. 3e|t t;at i^n ber 
6c^n)arje SSogel ^öflid^ gemacht, ângleid^ haè unb — . 
©r lä§t mid^ „to on freifenben 2id;tmeeren unb üon 
©ternenterraffen^' fpred^en, eine Jîoburgifd^e Variante 
ju meinem Xe^te, quite english auê SBinbfor, voo allée 
öott S^erraffen ift. ^m ^oêmoê fte^t einmal ber 6ternen= 
teppid^ ©. 159 um burd^ Deffnungen bie fternleeren 
î^ledfe gu erflären. S)aê S3ud^ über bie meyifanifd^en 2)lo= 
numente, ^a^ er mir fd^ent't, l;abe id^ mir öor jmei 



232 

Sauren geïauft. ©ine ^màjtan^àbe öon Sorb 35^ron 
tüäre garter geinefen: and) ift es fonberbar ber Königin 
SSictoria gar nid^t ju ertüäfjnen, bie mein S^aturbnd^ öiel= 
lei^t nid^t d^riftUd^ finbet. ©ie fet)en, iâ) rid^te ftreng, 
njenn ^ringen fc^reiben. 

@(^i(ïen ©ie mir gütigft SJletternid) nnb âllbert Balb 
lüieber, benn ià) ^ahe nod^ nic^t geanttüortet; anc^ nm 
SBil^elmê $8rief muB icf; fpäter bitten, el ift bie einzige 
Slbfd^rift, baê original Ijabe id; an ©dilefier gefd^enït, ba 
er fel^nlic^ft etmaê üon be» ^rnberê .^anb erlnünfd^te. 

3ÎRit alter 2lnï)anglid^ïeit ^l)v 

21. t). ^nmbolbt. 



233 

130. 
âJîetternio) an ^iimfioïbt 

(SBien, Çefcruar 1847.) 
' Mon cher Baron! 

Je commencerai cette lettre par vous féliciter de 
la nouvelle marque d'honneur que le Roi vient de 
vous donner. L'Aigle, sous l'ombre des ailes duquel 
— sub umbra alarum — vous avez su tant pro- 
duire se présentera bien sur votre poitrine! Suum 
cuique! 

Voici ce qui me reste à vous dh-e! 

Vous savez que je ne suis pas un savant et que 
je n'ai point la prétention d'en être un; vous savez 
parcontre que je suis ami des sciences, et c'est dans 
cette qualité que j'ai fourni à des savans les moyens 
de mettre au jour l'opuscule dont je vous envoie le 
premier exemplaire. J'espère que vous en trouverez 
l'exécution convenable. Je crois être aujourd'hui en 
possession de la collection la plus comjDlète qui existe 
des monumens d'une époque, dont je n'ai pas la pré- 
tention de fixer la date, dont la Gossau renferme des 
restes sans nombre. L'histoire qu'écrivent les hommes 
embrasse un point imperceptible dans celle dont la 
nature possède les matériaux. Ce n'est pas moi qui 
ai donné mon nom à une Ammonite; ce sont les 
éditeurs de l'opuscule. Ce que je sais, c'est que mon 
nom et même celui d'Ammon, était ignoré quand 
mon filleul était en vie! 

Mille sincères hommages, mon cher Baron. 

Metternich. 



234 

131. 
<Pïin5 Albert an -^umboïbt 

Söinbfov Saftte, 7. geljt. 1847. 

ißere^rter §err 33aron. 

3^ 'i)0■'b^ mid^ beim attîiiaï;Ugen S)urd^lefen beê erften 
33anbeê ^l;re;o Aoêmoê fortit>ä^renb gebrungen geful^ït, 
3ï)tten meinen lüiebertjclten S)anf für ben großen geiftigen 
©emi§ auiojubruden , ben mir bief eè ©tubium gemährt ^at. 
greilic^ üermag id) nic^t, ^ijnen über 3t)r toortreffUd^eê 
2Berf , baê id^ auè 3ï)ren eigenen ^änben emipfangen 'i^abè, 
ein fprud)fä^igee Urtbeil ^ier aie ©egengabe mitgnt^eilen. 
Um aber, in Ermangelung eines folc^en, bem Slnêbrude 
meineê S)anfeê iuenigftenê ein geiüiffe» äu^erlic^ee @eit>id^t 
ju leil)en, überreiche id; S^nen haè beifolgenbe SBerf 
(Catherwood's Views in Central America), ha§> aie ein 
Sîai^trag jn 3l>rem eigenen großen 2öerfe über baê fpa^ 
nifd^e Slmerüa öietteid^t ^Ijve âlnfmerïfamfeit in Slnfprud^ 
nehmen bürfte. S<$ brauche nic^t gu fagen, mit "mk leb; 
bafter ©rloartung id; bem ©rfc^einen beê jtüeiten 53anbeâ 
beê Jïoêmoè entgegenfebe. 

3Jlöge ber Rimmel „beffen ïreifenbe Sid^tmeere unb 
©ternenterraffen^' ©ie fo b^^^^^i«^ befc^reiben, ©ie bem 
SSaterlanbe, ber 3öelt unb bem toêmoê felbft nod^ toiele 
3abre in ungeftörter iîorper= unb ©eifteèfrifd^e erbalten. 
2)ieè ift ber aufrid;tige 2ßunf(^ S^reê 

ganj ergebenen 
2llbert. 



235 



132. 
§umöoIbt on S5orn^ûgen. 

«erïtn, ben 27. geOvuar 1847. 

§ier, mein t^eurer ^reunb, ift enblid; mein banlfenber 
§8rtef an ©arrière, mit brei ioarmen @mpfe|)lungen. 

<Sie ^abtn veà)t geï)ai)t auf mic^ gu fd^elten toegeti ju 
großer Strenge gegen ben Mann ber ©ternterraffen. ^â) 
hin nur ftrenge mit ben 2)M(^tigen, unh biefer äJiann ift 
mir in ©toljenfel'o feî)r nnl;eimli(^ geiuorben. „^d^ \im^, 
©ie nel^men üiel 5CÎ;eil an bem Unglück ber ruffifc^en ^olen, 
leiber! öerbienen bie ^-Polen fo iüenig unfere 2::t;eilna^me 
aie bie ^tlänber.'' Mihi dixit, unb man ift ber 
fc^öne &tma^l ber J^önigin üon ©ro^ritannien! — 

^à) eile l^eute nac^ ^otsbam um alle Manuffripte ju 
Idolen, bie glücllid;eriDeife öon (Erfurt angefommen finb. j^rau 
öon Sülon? fd^reibt, e!o fei eine lange unb fel;r fd^önc 
©teile über unfere 9tal^el barin, unb ©d;meicl}ell;afte!o für ©ie. 

äJiit alter 2tnl)änglid;ifeit 3^r 

21. ö. ^. 
©onnabent). 



236 



133. 
^umtiolbt Ott S^ûrnlûgett. 

53 er ï in, ben 27. m'dxi 1847. 

3*^ Hn tugenbl^after getoefen al§ ©te glauben, nteitt 
tl^eurer greunb. ^à) bin mit bcm erften ^anbe ber 
^Briefe*) (^ï;erefenê @igentl;um) gang fertig. 3<$ ï)abe 
faft nid^tê §u änbern gefunben unb im ©an^en Uum ben 
2Bertl^ üon 3 — 4 ©eiten fn^pvimirt, Qwiebad, ïjanêïic^eè 
Jetait, ein paar 2luefätte ber SDiebe gegen §ergog ^arl 
öon Srannfc^loeig, ber [id; gelpi^ bnrd; Jîalumnien anf 
il^re S^ngenb rächen loürbe. — (gê ift üiel aöunberfd^öne^v 
in @prad;e unb 3been, barin, ein Sebenêbilb üon ber 
feltenften 2trt, eine ^erad}tnng aUeê menfd^Iid^en ©lüde 
unb Unglüde fobalb eê ben :3beenfreiê nid;t verengt, öiel 
S3iblif(^eê unb bogmatifd; ßtjriftlic^e^v tnn ©emifd^ öon 
6toa, SSerac^tung ber äußern äöeltbegebentjeiten unb boc^ 
3art!^eit unb SSeid^e in einem trieft» ed;fel ber biê öier 
S^age öor bem ^obe fortgefe^t inirb, auf Sinien fd^reibenb 
um baê @elbftfd;reiben mit jitternber .<panb moglid) gu 
madden. 'Manchen Siebe^^quälereien, qui m'impatientent, 
bie i(^ aber fteïjen laffe um bem ©itibrud ber mäd^tigen 
^nbibibualität nid;ty ju nel^men. ^d; lüieberl^ole, mag i<i) 
anêgeftrid^en, finb 5—6 QîiUn, \va§ id) Sangiüeiligee, 



*) SU^efm uon ipumbolbt'ö ,, Briefe an eine gremtbtn", »»elc^e 
aie eine ©rbfc^aft »cn ßfjarlotte 3)iebe in ben ^efi^ »on S^erefe 
bon 53ad^erac^t gelangt n^aren. 



237 

Unbebeutenbeê fxt^primirt ber 2Bertl^ bon 3 — 4 gefd^riebe^ 
nen, faum 2 gebrückten Seiten. SBenrt @ie aber in bem 
3)îanuffript oieï, fe^r üiel anbereë alfo anêgeftricî^en fin= 
i^m AAA^iAAAAA, oft l^albc ©eiten, fo ift bieê haê 2ßer! 
ber alten S)ame. SSielleidjt ^at be§ ^farrer)3 S^oc^ter gn 
5£aubenl^eim einige ïran!{)afte âtnfalïe t»on ^ruberie gel^abt. 
S)ie S)inte ioirb S(;nen beiDeifen, ba^ ic^ an biefem 2lnê= 
ftreid^en Mne ©d^nlb Ijabe. ®er erfte ^anb entï;alt eine 
fd^öne <Stette über %l)exe]e nnb öiel Sobenbe» über ben 
^önig t)on S3aiern. ^m gtoeiten Sanb ift eine (Sd;ilbernng 
öon dia^zl, bie ^l)mn ^reube macC;en ioirb. liber ^ettU 
nen fte^t (mie mir ^ran toon 33üIoiö fagt) minber 2(nge= 
nel^meê. ^c^ loerbe tè geiDi^ mobifigiren. 

^d) boffe Sb^en biê ©ienètag ben gangen erften 3:;ï;eiï 
übergeben gn !önnen. ©er gioeite foE batb nachfolgen, 
biefen gtüeiten bringe id; ^'i)nen bann mit flöten nnb ^ac= 
fimiïe'ê, bie man abwürgen mn^, in einem Slec^t'aften mit 
5ßorIegefd}lD^. S)ann baben ©ie ben gangen ©d;a|. Sal- 
vavi animain meam. ©aê ©ange töirb beitïofen unb 
beilbringenben ßärmen madden unb bie entgegengefe|teften 
Hrtbeite üeranlaffen. 

3)iit inniger ^reunbfd^aft ^^v 

21. ö. ^t. 

5t^un ©ie une bie ?^reunbf(^aft babin gu iüirfen, baB 
baê S3u(^ nid^t in S3 erlin gebrudt unb (too möglicb) nid^t 
früber ange!ünbigt ioerbe, aie eiê H)irlli4) erfd;eint. 

3Jleine 33riefe für (S^arriere finb bod^ rid^tig in ^^xe 
§änbe gekommen? 



238 

33arn^agen fc^rieb ben 30. 2Rärj 1847 in feine 2;ageblättet: 
„2Bie icb twieber ju ,t)aufe bin , fommt .^umbolbt unb bringt mir 
ein ^acf ÎRanuffript, bie S3riefe feineê Sruberê an ^^rau 5)iebe. 
r — ^umbolbt fie^t bie biefvgen 6ac^en fo üerjlreifelt an, ale 
ic^, troftet fi(^ aber bamit, ba^ bie gefcbenïten 23erfaffungen Don 
§anê auâ nid}tâ taugen, unb ba^ am 6nbe fc^on etmaa ©uteâ 
ï)ertoorget)en mirb ; er ift auf §eftigïeiten aller ätrt, ^Polijeigrimm, 
S3oll§iüutb , 2;ruppeneintüirfen gefaxt. S)er 5ïonig , meint er, 
abnbet bergleicben nid)t, ift feelenöergnügt, \)at feine Eröffnungen 
rebe fertig, unb bénît nxéit »weiter an ben 11. 2tpril unb feine 
L (folgen. ïïflxt ^umbolbt t)at er über bie Stänbefa(^e nie ein 
2Bort gefproc^en. ^n ber 6ad)e üon SJlicbelet t)at ßi(^^orn ben 
^önig anwerft aufgereiht, bD(^ lüirb 2)'ii(^elet fcbtcerlid^ abgefegt 
merben lönnen, inie eê boc^ ber Üiönig lüill unb ber 2>linifter 
betreibt." 

S)en 31. 2)îarj 1847 fügt SSarnbagen nocb (5o^9e^i>e§ ^inju: 
„§umbolbt fagte mir geftern nocb , ber Äönig glaube feft an 
2)on Sïîiguel, S)on ©arlo§, an ben Sturj ber i^u^i - 2)^naftie, 
unb ba^ er nod) werbe nac^ ^ari§ reifen fönnen, ben recbt^ 
mäßigen §errfcber ju begrüben. — 'gerner: er felber, §umbolbt, 
gelte für einen i^acobiner, ber bie breifarbige gabne in ber îafdje 
fül)re, icb bagegen würbe für ro^aliftifcb gebalten, aber ber Äönig 
babe 3Sorurtt)eile gegen midb; e§ fei unbegreiflicb , ba^ mein alteic 
Çreunb ßani§ bem Uîonige biefe 33orurtbeile nicbt nebme, ba^ 
man bei allem, ma§ je^t üorgelje, micb nicbt ju Oiatbe jiebe, ju 
benu^en benfe; aucb Söittgenftein babe mit §umbolbt oft in bie^ 
fem Sinn gefprocben. iïRan »ergibt babei nur ßin§ : ta^ id) 
nidbt fann unb nid)t will, beibeê in gleicber ßntfcbiebenl^eit. 

2)er 2lbel ift furchtbar aufgeregt; er ift plo^tid) ein anberer 
geworben; ba§ 6elbftgefübl empört ficb mit 2Rad)t. Ser Steufel 
felbft bätte fein wirîfamereë 2Rittel erfinben lönnen, um biefe 
ganje klaffe feinbUcb ju ftimmen , aie biefen mi^geborenen 
§errenftanb ! 

3;raum. ^i) fat) ben Äönig furchtbar weinenb inbem er 



239 



auêrief: «3)at)m alfo ift eê geïommen?! 5Rim, ic^ »reiche! Sa^t 
meinen 93rul)er aueê tibevnet)men, unb mög' eê if)m beffer alS 
mir gelingen! »" 



S)en 3. SDÎai 1847 f(^rieb 23arnl)agen fotgenbeê fcberjtjafte 
Sßort »on ^umbolbt auf: „§umbolbt fd^erjte, ein §err üon 
SJlaffottJ ^abe in ben Stänben bie liberale S)enîart aie eine 93e= 
fc^oltenI)eit aufgefül^rt, bamai^ fei er §umbolbt alfo eine be- 
fd^oltene ^erfon, boppelt fogar, benn ber aJiinifter t»on 33Dbel= 
fd^njingb fel}e auc^ einen Sitteraten für eine folc^e an!" 



S)en 11. 3uli 1847 bemerlt 35arnf)agen : „§eiUe frü^ un= 
ertüartet .^umbolbt bei mir, ganj rüftig unb munter. 6r will 
nid^t eigentlid^ ïranf geh?efen fein, ßr fagt, ber Äönig lebe in 
einem 3;aumel oon Sßergnügen, fei oft au§gelaffen luftig, beule 
nic^t metjr an ben Sanbtag au^er menn er an ibn erinnert 
merbe, bann freilid^ fei er ernft unb finfter. ®ie SRinifter aber 
fmb ^Dc^ft erbittert, befonberê 6at»ignt) unb 6id}^orn, unb am 
meiften Sobelfd)rt3ingl), ber noc^ je^t ben Äönig ju fc^arfen Tlap 
regeln reije, bagegen ßani^ bieêmal milb unb nerföl^nlid) fôirîe. 
Sobelfc^tüingl) fann e§ ben 6tänben nic^t t)er5eil)en, ba^ fie i^n 
um feinen geträumten ©ieg gebrad^t, um feine geträumte 5|>remter= 
minifterfd^aft. §umbolbt ift am legten SBogen feineê jroeiten 
SBanbeê; er ge^t im September nad) ?ßari§." 



240 



134. 
^umöolbt on Sßarnl^oocn, 

Serïtn, ben 18. Januar 1849. 

SBenn id;, mein tï)eurer 33arn^agen, fo fpät erft, unb 
l^eute fo lafonifd; für ^^xe tieben ©efc^enïe unb ^ïjren 
^rief unb 3t)t^ß ©lüdmünfc^e banfe, fo iüerben ©ie eê 
\vo^ feiner 3ïlinbernng meiner trenen SSereî)rung nnb 
^reunbfc^aft gufc^reiben. ^à) l^abe aïïerbingê je^t erft ben 
©enn^ beffen c^^^abt, \va§ Sinnen attein anfteï)t einen 
,,fd^lic^ten SSortrag'' gu nennen. 2Bie l;at [tc^ feitbem 
aUeè fnrd^tbarer nnb auä) ï)offnnngêi)oIIer geftaltet, aber 
ber ©efût)r inei^ man nnr rotie materielle Gräfte entgegen 
gn fe|en, unb bie angebotenen ^rüd;te ioei^ man niä)t §u 
ppden, man ioill fie Slnbern gutüenben. — Sîomualb'^ 
SSofation*) öerbient allerbing§ ^ü^tigung, lüeld; ein Mi^- 
hvanä) beê anêge^eid^neten 5lalente!3! Nous en cause- 
rons fobalb iâ) nur erft ben Drbenêtag, unb ben SBirr^ 
toaïx ber aïabemifc^en SBal^ïen ju meinem Drben ï;inter 
mir l)ühe; la petite pièce, neben bem großen SBeltbrama. 

Wxt alter 2tnl)änglicPeit ^l)x 

%. i). ^t. 

3)er ^önig ift nie ebler gelobt hjorben, aie in „fd;lid^î 
ter SSortrag.'M 



*) Romuald, ou la vocation, par M. de Ciistine. Paris 1848. 4 Vol. 



241 



S)ic Heine Si^rift: „©d}tid)ter SSortrag an bie Seutfdjen über 
bie Slufgabe be§ SageS. Serlin, 1848", ift »on S5arnl}agen 
»erfaßt, liefet* fc^rieb ïtbrigenâ [elbft barüber einige 2)ÎDnate 
fpäter, ben 10. Tlai 1849 in feine 2;ageb(ätter: „3^d) lefe me= 
ber, h)a§ x<i) über ^^riebrid^ 2öil()c(ni ben 3>ierten nod; im 2lu= 
gu[t vorigen i^^-iî^ï^ê bruden laffen, iraS id} naâ) feinem i^ulbi- 
gnngâtag im §erbfte 1840 gefc^rieben — mit meldten (Smpfin= 
bungen je^t! — 2Ba§ iâ) tbun mag, im SBad^en, im Schlaf, 
immer brüdt micb ber 2I(p biefer 2;age§5uftänbe, obfcbon id) rccbt 
gnt lüei^, ba^ e§ eben nur 3wftänbe be§ 2;age§ finb, baj? bie 
^ßergeltung nid)t ausbleibt, unb ba^ bie ^n'^mift reiche g-rüdjte 
bringt. Sïuf, mein 3_ktertanb! auf benn! 'S)urd) 33ürgerfrieg 
mufst bu binburd), fo gebe mutbig beinen 2Bcg, unb alle 
6dbutb be§ ^Biutcy fade auf bie i)äupter, bie bicb auf bie^ 
fen SBeg jiüingen. — ."ôier finb e§ nid}t bie augenblirf= 
lieben Erfolge, fonbern bie DJii^erfotge, me(d)e bie 33ott§fad}e 
f örbern. " 



2ßir b^ben bier nod) einen 93efud) »on ^^umbotbt bei 33arn= 
bagen einjufcbalten, 3)iefer fdjrieb ben 12. "Jebruar 1849 in 
feine 3;ageblätter: „93efud} üon §umbolbt. ®ie SKinifter finbet 
er abfurb, 'oor bie iîammern treten ju tnoUen, fie fänben nid}t 
einmal SDMnner, burd) bie fie ficb uoüjäbiig madden tonnten, 
fogar ein ÏÏRenfd} irie ^übllnetter- ineigre fid). ®a^ id) bie ot^ 
trot}irte 3]erfaffung bto^ für bie bide .^ülfe eineê neuen dietio-^ 
lutionSfeimeg erf'täre, ber ficb entivideln toerbe, erfd^redt ibn 
etlraê, febr aber gefällt ibm, baf? ber Äbnig feit acbt 3<^bi"e» 
im ©treit mit ber £ogif liege, ßr fagt mir, ber ^onig bflbe 
grofse Suft gebabt, 6ani^ lüieber jum 2Rinifter ber aueicärtigen 
Stngelegenbeiten §u ernennen! 6id}born gebe aucb fd}on mieber 
Dîatb, fpred^e — trie bie ©ebeimerätbin *** — üon ber $ietiften= 
partbei, al§ trenn er trie baju gebort bätte. 



242 



2)er ©taatSanjeiger bringt tie öfterreic^ifc^e 3îote in Setreff 
ber beutfc^en ©adfien. Öfterreict) mü nid)t auêfc^eiben, fonbern 
ntitfpred}en, nnb fagt gUnd), n)a§ e§ nid^t leiben inerbe, nämlid) 
feine JBoIfefouüerainität, fein anbre§ Ober()aupt a(§ Öfterreicb. 
@ine Dbrfeige für ^^reu^en, eine Ohrfeige für ^^^nffurt, be- 
fonberê aber für ©agern. 2)a fjabt ibr'§ nnn! 2Öie boi^ aüe§, 
alle? ber 9îepublif in bie ^'»Änbe arbeitet!" 



243 



135. 
^iimooïbt au ii^orit^itgcn. 

^:potöbam, beu Iß. tuguft 1849. 

SBenn id) gern in ber ©elbfttäufd}iing lebe, einige 
feilen niebergefdjrieben ju I;aben, bie meinem Df)ve woijh 
flingen, jo frage id; mid; anà) babei immer, ob fie anâ) 
3(;nen, ebler 'Jrennb, gefallen ipürben? ©ie iuiffen, 
ober üielmel;r, ©ie tuiffen nid;t, t)a^ bie ^^rinjeffin üon 
^^ren^en in bie ©äle, meldte (Soetl^e'n, ©d)iller'n nnb 
iizn i)on ©d)iEer in ben Briefen an ilörner geläfterten 
.^erber xmb SÖielanb geloibmet finb, im ©d;ïo^ su 3öei= 
mar, ein ^rad^talbnm mit öielen 2tntograpl;en nnb gemal)l= 
ten Initialen niebergelegt l;at. '^à) 'i)abe eine 3>orrebe 
bagn fd)reiben muffen, bie ©alnc^fi red;t glüdlic^ über; 
fe^t t)at. 2)ie ©ro^ijergogin uninfd}te eine franjöfifd^e 
Übertragung nm fie in 'oaè 3(lbum ^u legen für bie un- 
beutfdjen 9teifenben. empfangen ©ie mit 9îad;fid)t hk§> 
!leine Seben^ogeid^en it)rci3 ^rennbeio. 3)er blutige ^ori= 
sont mißfällt mir \d)x. 9Jiit alter greunbfd;aft nnb ^ei-= 
e^rnng St)r 2t. ü. ^umbolbt. 

®onner§tag. 



16 



244 



136. 

^ot^bam, ben 15. Dfto^er 1849. 

3d) î)offe, mein ebler greunb, bafj je^t enblic^ meine 
3tnfid;ten ber 9iatur, nermel^rt unb ju gluei S)rittel nmge= 
anbeut, in i^t^reii Rauben [inb! ®urc^ eine uiiglüc!lid}e 
^erlDirrnng, bie in meiner langen Slbmefenfjeit üon Dev- 
lin ü)xen (ârnnb l;at, Ijab^n gerabe 6ie, in beffen ^än- 
tfèn id) gerabe mein Sie bling-oUier! am liebften Juei^, 
eè fo fpät befommeii. ä>ieUeid;t merfen ©ie einen freunb= 
lid^en Mid auf bie fontraftirenben S3ilber non ber näd}t= 
lichen llnrul)e im SÖalbe unb ber ©title am t;o^en yjiittag 
I, 'à'SS unb 337; auf bie golbenen Slraumbilber be^5 jungen 
âlftorpilcD II, 352. 

aJîit aller ;^iebe unb greunbfc^aft '^ijv 

â(. i). ^)umbolbt. 
Sn (gile. 

Segen 6ie ju ^ijven 9lutc»grapr;en einen fel;r anmntî;i; 
gen ^Brief be^> aJîanne-o, ber je^t in 53rii[[el fein foil. SDa^J 
3Bort „votre fortune morale '^ ift mit biel "^^reibeit a\u 
geiuenbet. 3lber bie ^^î^^ii^â^"/ ^^^ ^û^' ^''^^ Slutfleden 
befubelt finb! 9Beld;e» 3al;r, lue aile ÖJefüt;le üermilbern! 



245 



137. 

Richmond, ce l'' sept. 1849. 
Mon cher baron! 

Je viens d'apprendre par les feuilles de ce jour, 
que le 9 septembre 1769 vous a vu naître, et que 
vous venez de célébrer ainsi votre 80'' anniversaire. 
Près de vous je me serais joint à vos amis pour 
vous oflPrir mes voeux; à la distance qui nous sépare, 
je m'avance seul vers vous et vous dirai en peu de 
mots, que je rends grâce à la puissance qui vous a 
donné des facultés qui ont rendu votre nom impé- 
rissable; naître est peu de chose; utiliser la vie est 
beaucoup. Vous comptez parmi les plus riches et 
vous avez fait un bien noble usage de votre fortune 
morale. Que Dieu vous conserve en santé et en vie! 

Recevez, mon cher baron, avec l'expression d'un 
voeu dont vous ne mettez pas en doute la sincérité, 
celle de mes sentiments de dévouement et d'amitié, 
dont la date est ancienne, comme tout ce qui est 
placé entre nous ! 

Metternich. 



246 



138. 
§umt)oIbt nu S5tttnl)agcn, 

^otöbam, ben 29. Oftober 1849. 

SRetn tï)eiirer ^reunb! ßin beutf($er SÖrief ber §er- 
jogin üon Diiean^J, bcr id; feit üielen 3at)reîi meine ©(^rif= 
ten fcl)icîe, für bie fie eine befonbere S^orliebe f;at, fd;reibt 
je^t eine mir fo üerganberte .^anbfd^rift, ba^ id; @ie 
innigft bitte, bei 3l;rer alten biplomatifc^en (gntaifferunge^ 
libnng, bie Seilen nadjjnfd^reiben. ©ie fc^einen einiget 
5politifd}e in entl;alten. S)er ^jn^alt iüirb ©ie felbft in:= 
tereffiren, nnb be&t)alb barf id; leidster anf 3l)re 9tüdfic^t 
red;nen. ^l)v treuer g-rennb 

21. .^umbolbt. 



247 



139. 
^crjogtn Helene bon Drieanê an ^nmïioïbt. 

®ID. (gycelïenj 

bringe ià) h^n geruï;rteftett S)anï" für ben SeiDciê beê 
mir fo ioertïjen 2(iibeniÉen!3 lueld^eê ®ie ben ©tmiben 
unbmen, bie iuir in jüngft vergangener Qeii erlebten, 
inelcfje aber bnrd^ bie ^egebenljeiten fd;on gn ben ante; 
bilnüianifd;en §u gefrören fd;einen. 

3d) fel;e mit freiibiger (Srïenntlid;!eit, ba^ bie mir ftet» 
fo gegeniüärtigen ©efprädje in meinem rotI;en ©alon in 
ben 3:;nilerien, nnb in ©t. ßlonb, ani^ 31;rem @ebäd;t; 
ni^ nic^t fremb geworben finb, unb banfe ©lu. ©ycetten^ 
für biefe Sirene beê ©efül^l;?, iï)eld;e in je^iger Qzit einen 
boppelten îoertî; geloinnt. 

©d;on ï;atte id} bnrd; bie 3)Zittt)cilnng bcr geliebten 
Confine mid; an bem neu erfd;ienenen äßerfe erfrifd;t, 
Vûelà)e§> bie bnrc^ £eben§fd;idfale geprüften ©emüttier unh 
bie burd^ bie ÏOirren ber SBeltücrfiältniffe afficirten ©ei; 
fter aie einen Sabnng^oborn begrüfsen, — and; l;at mein 
©ül;n fc^on mand;e 9ial;rung für feinen Surft nac^ Uu; 
tcrr{d)t barin gefunben. — SBie banfe iâ) eê ^Ijncn bem^ 
xmgead^tet ba^ ©ie mir biefeS ^leinob gefenbet ireldjeê in 
ber 33egleituug 3t;reê 33riefe^ einen neuen Sßertl; erl;ielt. 

îoie @ie mit fo milben unb iua^ri^aft treffenbeu SBor^ 
kn fagen: „5Die 2Renf(i^en arbeiten in biefem 2lugenblid 
an einer fable convenue: ftrebeu tl^eitio naâ) bem Uu= 



248 

auéfii^rbaren, an ioeli^eê [te felbft tti(^t glauben!'' 2ßo 
aber lüirb baè £id;t erfc^einen, iüeld;ee [ie jur Ginfi(^t 
fül;rcii unrb, iinb toelc^e ©reigniffe toerben nod^ erforbert 
icerben, fie üou ber Unbaïtbarïeit ber ipiberfprec^enbften 
gorberungen §u überzeugen? ^k @it>. @?c. eë glauben 
fd^eint aud) mir bie je^ige 9îube eine furje nur §u fein — 
auâ) id) ]ef)e in if;r feine ^^efriebigung, fonbern nur bie 
2(patl;ie unb ©Ieid;güUigfeit, ir>eld;e erjdytaffenb aber nid^t 
über^eugenb iinrft. 3Ser toermag bie âuîunft âu ergrün^ 
ben? @!o bleibt ba-5 9îatbfel beê morgenben STageS toer^ 
borgen — \vk öiel lue^r muffen iuir in fcbmeigenber @e= 
bulb bie Söfungen ber lommenben ^a\)xe erwarten, ^oä) 
ben äliutb unb bie ©rgebung fott une biefeè barren nic^t 
riebmen — e$ foil im ©egentbeil unfre Äraft ftä(;(en. 

S)er Jîonig bat mid) bei meinem ^efud; in ©nglanb 
üiel nad^ ber ©efunbbeü ©lü. (gjcetteng gefragt — and; 
bie Königin erfubr mit großer 3^t)eilnabme bie 9îad)rid;ten 
iyeld;e iâ) i(;r geben fonnte. — (Sie beumbren in freunb= 
lid^em 2lnben!en ^b^^^i b'^ii^f^Ö^^J^ ^efud) in ^ari». — 
SJleine 5ïinber tüünfd;en 3l)i"em ©ebäd;tni^ anempfoblen 
ju loerben, unb id) (;offe ebenfalls oon ä^il â" â^il ii^ 
bemfelben 5U ermadien. 

ajiit aufrid;tigfter a^erel)rung unb ®r£enntlid;!eit ßm. 
dyceUeuâ affeltionirte 

Helene. 

©ifenad} b. 23. Dft. 1849. 



249 



140. 

^^0 to bam, ben 31. Oftober 1849. 

2!aufenb, taufenb ®an! für bie interpretation, mein 
ebter ^^reunb. 2Bie l;aben bie politifä^en ©türme aiià) bie 
fcï^one ober tuenigften^^ einft fo ftare ^anbfd;rift öerlüüftet! 
S)en „geliebten Courier" lefe id; „bie geliebte Äonfine'', 
bie ^rin^effin üon ^reu^en, iueld^e ber ^erjogin bie neuen 
2tnfid;ten gnerft gezeigt. 

©ine Heine 9tebe, bie idj ben t)iefigen ©tabttoerorbneten 
gel;alten, nnb in ber id; ber 2tnfid)ten eineâ fid; frei ent:= 
iöidelnben ©taat^Iebene meinet in ^otiSbam geborenen 
33rnberè ern)cil;nte, I;at bie ©pi!er'fd)e B^itnng üoß SDrud'^ 
fel;ler loiebergegeben. §ier I;aben ©ie fie bon meiner 
§anb, iüie ià) fie gïeid; nieberfc^rieb. @è loäre mir lieb 
geiüefen, it>enn bie Slntmort in ber ÄonftitutioneHen ober 
anbern, iDat;rï;aft liberalen Leitung !orre!t loäre iuieberge^: 
geben. Mit alter 2tnl;änglid;feit unb f5rennbfd;aft ^Ijv 

21. ü. .§t. 
ÎRittiDoc^ 3lai)t 



S3 c i Ï 9 c. 



^â) glaube S^nen, üerel;rungen3ert^efte 3}{itbürger, 
meinen tiefgefül)lten ®an! nid;t lebl;after auebrüden ^u 
ïonnen, aU menu ià) ^Ijnm fage, H^ ©ie mir eben fo 



250 

biel ^reube bereitet, al§ iineriüartete @^re gef($enït î;a'6en. 
Gine fold;e ?^reube wiU id; md;t burc^ bie grage trüben, 
iDoburc^ fönnte id; iim 6ie imb S^re \<^öm ©tabt eine 
jo feltene 2ln§5ei(^nimg öerbienen? 6ie ))aben, S^rer 
iüürbig, neben ber ©orgfalt für haè materielle SBobl, öon 
ï)i)î;eren 2(nfid;ten geleitet, ^\)xt %)j^iïnai)\m nnb 2td;tung 
für bie ^eftrebnngen bargetl;an, bie mit ben gortfd^ritten 
be^o SBiffenê, mit ber 3SolfioerâieI;ung nnb ber allgemeinen 
33ilbnng ber 3}ienfc^en §nfammenl;ängen. 3llê ber So^n 
für einen ^Cl^eil biefer ^eftrebnngen, benen mein gange'o, 
langev, toietbeiregteS ^ehzn geiuibmet getöefen ift, ne^me 
id; mit ©toïâ il;re eï)rentoDÏle ®aU an. ^nrd^ bie ^nlb 
giüeier eblen 9}ÎDnard;en ift mir glüeinnb^tüanjig Sat)re 
lang bie grenbe geiuorben, mit weniger Unterbrechung, 
aly ^l)x 3Jîitburger gn leben nnb in einer anmnt^igen ge= 
fdjiuüdten 9îatnr hk 3lnregnngen gn finben, beren !eine 
lebenbige 9uüurbarftettnng entbehren barf, menn fie fid; 
§n bent SBalten ber J^räfte be§ SSeltatt^ erl;eben mill. 
©anfbar l;abe id; faft jebe meiner neneren ©c^riften mit 
bem I;i[torifd;en 9iamen gefd;müdt, ber mir tl^euer gelüor= 
ben ift, nnb in beffen 3)ianern 1707 mein Srnber geboren 
JDarb, beffen 9îame in bem Slnbenfen berer gefeiert lüirb, 
bei benen fid; für bie grofjeren 3lnfid;ten eine;? fortfd;rei= 
k]ùm, fid; regelmäf3ig entmidflnben 6taatêlebenl ber freie 
©inn erl;alten l;at. 

21. Ö. ^nmbolbt 

bei Empfang be^o @l;renbürgerbriefee öon 

^otêbam. 



251 



141. 
^umïioïbt ou S^aruïjagcn. 

*)3ot§bam, bcn 4. 9^obemfcer 1849. 

SBie gtiicÊlid; î;akn <Sie mid), t(;eurer j^reuttb, biirc^ 
eine fo liebenêlimrbige 2}îittl;eiluîig auê (Sngïaîtb gemad;t! 
2lber eê liegt mir ipegen be§ 3ïnben!enê an meinen 53ni= 
ber nnb nm benen jn antlDorten, bie mein ^^erbteiben an 
biefeiu t'pofe üerlänmben, jet)r baran, meine 3lntn>ort an 
bie ^oticbamer ©tabtüerorbneten in einem liberalen ^jonr^ 
nale ïorreft brnden §n laffen. ^d) modjU fie ber ïonfti- 
tntionellen S^îtnng fd)icfen, bie ber ©acBe nocl; nid;t ©rs 
U-)ät;nung gett)an. ^d) Ijabe aber feine 2lb)d;rift, blo^ baê 
^lättd;en, baâ ic^ 3^nen gefd;idt. ^aben @ie bie j5^rennb= 
fd;aft, ba5 ^lättd;en mir balb lüiebergnfenben. 

2öie lüidjtig [inb bie ^^arifer 9îad;rid;ten! SDer Un== 
i}orfid;tige erlangt inelleid;t ba;o Consulat à Vie (anf tüel= 
(j^eê bie SBorte durée et stabilité anfpiclen), aber er fällt 
büd^, nnb icedt ben fd;lnmmernben Somen. 3)ie 3^reil)eit 
ioirb babei nid;t üerlieren, nnb bie bentf d;en ©taat!omän= 
ner (giebt e§ lDeld;e anfser ^. üon@agern?) ioerbcn bann 
inne werben, ba§ e'3 in 9Jiittelenropa ba-o ^^^ranfreid; üon 
1789 giebt, baffelbe, über beffen S'tnllität man feit einem 
Sal;re fpöttelt. 2)ie 6d;lDerpiinfte üerfetjen fid). 

3)iit inniger ^rennbfd;aft '^l)V 

21. ^t. 
©onntagS. 



252 



142. 
^«mtiolbt Uli S^arn^agen. 

Sevlin, ben 19. SRärj 1850. 

3i(j^ fage ^i)mn, mein t(;eiirer ^reunb, meinen inni= 
gen ®an! für bie lieben S^i^en, bie ©ie ^errn 9lio ge= 
geben, ber mir fd)Dn bnrd; (EornelinS, DIferê, 9ftabotDi| 
nnb ben J^onig felbft iüegen be^o ^uâ)è de l'art chrétien 
geriil^mt wax. 5Die neue Snfarnation etneê âlbgefanbten 
§um Erfurter Parlament nnh beffen Seanffid^tignng im 
3ntereffe beö Prince - Président Wax mir imertoartet, 
aber dlajael felbft ijatk öiele ïlknieren. 

;^'reunbfd;ûftHd;ft nnb erJüartung^öoll ^^x 

21. ö. ^nmbolbt. 
3)tenêtag. 



253 



143. 
^umfiolbt an S5arn|ogen» 

^^Jotöbani, ben 2. SiiH 1850. 

3(^ freue mid; in biefer trüben Sîeaftioitioseit ein fo 
liebeitiolDürbige^? SebeiK-.5eic^en V)on ;3f;rer .^anb, tl;eiirer 
greunb, gn empfangen, ^à) frêne mid; and; 3î;rer 9îeife 
naâ) Mel, nad; ber f leinen 9tegion, tuo beutfd^er 6inn 
fid; anêfprid;t, îonfequent unb frei. S)ie îoeltjnftanbe 
gleichen ber äßafferbouteille, bie b'âllembert fc^nittelte, ha- 
mit ein ©eluebe öerf(^iebenediger 33lafen entftanb. ©r 
fagte bann, um baê bt;brauUfd;e 2Biffen, in bem er bod; 
felbft fo groJ3 unir, gu oerfpotten: „Calculez -moi cela!'' 
©» loirb mand;e ber S3tafen gerpla^en, el;e man biploma= 
tifd^ i^re tranfitorifd^e gorm bered;net. — 

^à) lüerbe §errn t»on ?^roloff meinen innigen ^an! 
anêfprec^en. Sd; rietï; iî;m oergeben^o ah, eine 9}Zaffe oon 
©rflärnngen unb 53ilb)t»erî"e einfc^alten gu looïïen, bie ba!o 
3>erftänbniB erläutern follten. Gr trollte haê rein Un- 
möglid;e, unb fd^ien oon ber gorm ber Äompofition tuenig 
einâufel;en. 3]on bem allen loerbe id; il;m nid;t!o fagen. 
©aê §i;bribe gliidt nie in ber Sitteratnr. 

3^ tüar red^t unlüo^, fogar bettlägerig — jel^t aber 
tro^ ber 3erriffenl;eit bey Sebenè iüol;l, arbeitfam unb nn= 
l^eiter. 3)Ut alter greunbfc^aft 2^v 

%. t). §umbolbt. 



254 



144. 
§umklbt an 23cttiua öon Finnin. 

(r^n 3(bld}rift üon 3]arnl}agcn'ê §anb.) 

33 er (in, ben 7. Sum 1851. 

@ie fonnteii \\)0^ nià)t jïueifeln, tïjeure, gnäbigfte 
Baronin, ba^ id; mit größter 3Särme ^ijun äBünfd^en 
für einen fo gebiegeiieii ^ompofiteiir aU *** entgegen 
fommen luüvbe. îoei ben boicarttgen 3îorurtt)eiten beso 
^Jînfiftjaffev, bte öon meinem trüber angeregt anf mid; 
üom ^önig »ererbt iüorben [inb, ift meine ©timme über 
einen ©egenftanb, toon bem man mir nie fprid;t, freilid; 
and; etlua^ tonloiê, befonber» ioenn öon J^irc^engefang bie 
9îebe ift. 3^i'if<^'^ii äöarfc^an, Dlmü^, rnffifc^eit ©ro^- 
fürften, nnb, nm etioaê ^ö^erc» gn nennen, 9taud}'!o be; 
geifternbem mäd^tigen 2Serfe, \mx bie Xlnmöglid;!eit fid; 
'\d)on (^el;ör ^n i)erfd)affen. 2luf 3Sarfd;an ift nnn ba!3 
fonftitutionette ^annoüer gefolgt, ber 53efuc^ bei Stirem 
unb meinem Jîoniglid;en 5^^!^»*^^! ^^ ^)^^^ unfern 
aJlonard^eu nod; nid;t mieber in ^otsobam gefeiten, bin in 
allen ©räneln ber to^mifd^en Überfiebelung begriffen, 
nicvbe noc^ bie üon 2ßarf($au gnrüdfet)renbe glutl^ (bie 
3tnfd;lDemmuug bataüifd^er unb medlenburgifd;er §oI;eiten) 
abtoarten, mù wenn haè iïlippenmeer bernl;igt ift, fi;fte= 
matifd; agireu, iüie e^ 2l)v l;eiterer geiftreid;er Srief mir 
tufpirirt. ^u biefer trüben 3eit ï>erl;alït aber atte» 3)iünb= 
\ià)e, tpä|>renb ba» 6d;riftlid;e faum bead;tet Jüirb. S)a» 



255 

le^tere ift aber ba-o iinüermeiblid; 9îotî;ir>enbige. Um alfo 
gu einem fo leidet ju erreid^eiiben Qwede ju gelangen, ift 
eine f(^riftlid;e, ganj fnrge, unmittelbar an hcn Äönig 
geri($tete Eingabe nötljig, bie id; marm cmpfol;lcn über: 
gebe, ©er nortrefflid^e Wann bittet ben Äönig rim eine 
ïleine ©elbunterftü^ung gu einer S^ieife iiad; 9Jtiind;en. 
©ine 3al;lenangabe ift nic^t notbtoenbig, vereinfacht aber 
bie ©ac^e. S)a§ eble ß'-'^i'^Ö^fül)! be^^ 9Jiannev loirb fic^ 
nid;t burc^ meinen 3^orfd;tag üerlc^t fn(;len, ba er nid^t 
für fid; forbert, fonbern für einen fd;önen Üunftgiued. 
9Jîit atter 2(nl;ängli(^feit unb banfbarfter ^ereî^rung 
:3f)r geljorfamfter, trenefter 

2t. i). ^iimbolbt. 



256 



145. 
§umï)olbt ou ^orn^ogcn, 

^Dtöbam, ben 1. ^îo^etnljer 1851. 

Sie [;aben mir, mein tl;eurer, ebler greimb, biird; 
^i)xe fo freunblic^e 3wf<i;rift itnenblid; lt)Di)(get(;au. 3d) 
bin tief in 3^rer ©d;ulb, fönnte bnrd; lange ®d)tr)eigfam' 
feit nnb fdieinbare 3>ernad)läffignng jn mand;em ^erbac^t 
ber Mite unb Trennung über 3Jteinnngen 2(nlûf3 gegeben 
Ijahen. S3ei einem fo geiftreid;en SJtenfd^en, ber §nglei(^ 
ein fo iPDl;liDDÏÏenber ift, f)ätte id; nic^t befürd^ten foEen. 
@t;e ià) "^Ijitn mir tt)euern Srief mit 33aaber'ê 33ilbni^ 
erl;ielt, 'max mein SSorfa^, fobalb er erfc^iene, ben mit 
toieler 3Xnftrengung öoHenbeten leiber gang aftronomifc^en 
britten ^anb beê Jîoêmoê (beibe Stbtl^eilnngen sufammen-- 
gebnnben) Qt^nen perfönlid) §n überbringen, ^d) \mx 
eines? frennblid;en Empfange^ geiüi^, nnb 3l;r S3rief üom 
24. Dftober, ber in meinem berliner .^aufe liegen geblie-- 
ben toar, befräftigt meinen Œntfc^Inf3. Dttilie üon ©ûetl;e 
l^at mir frenbige -lîad^ridjten über '^ijxe @efnnbl;eit ge; 
geben; ©ie iuerben toie gelüül;nlic^ ba^^ llrt(;eil beftreiten. 
25>aê mid^ aber in ©rftaxmen gefegt, ift ba^ ber gelüöfjn; 
lia) fo gletfc^erartig falte 3)tinifterpräfibent öon Ottilien 
feï)r entgüd't mar, nnb gang geftimmt ift il;re 3Bnnfd)e 
megen SlnfteUnng äßolfgange bei ber preu^ifd;en ©efattbt= 
fc^aft in 9lom jn erfüllen. 2öar e^^ aber nötljig, nai^bem 
er eine fel;r geiftreid;e !leine ©c^rift über 3^atur nnb Qk- 



257 

fe^gebung herausgegeben, em Sammlung öon ©ebic^ten 
erfd^einen jn laffen, in benen bte (ginbilbungSfraft nur 
'^ie unb ba aufbl{|t ! — ^n alter 3tn^ängUd;feit in trüber 
matter B^il geschrieben 'don 

%. ü. §umbolbt. 



2)en 24. îîouembet 1851 ^âfxkb 'l^amfiagen in feine îagc= 
blatter: „ßinflüfterungen, tie man gegen §unibotbt t»evfud^t. 
S)ie steinen unb ÜRittelmä^igen , bie hjo^t füt;[en, baf, fie gegen 
einen ©ro^en nicï^tâ finb, vereinigen fi(^ gegen tt)n netbifc^ unb 
ge'^dffig, unb glauben baburd) ettt)a§ ju fein. (Einer îommt 
(äc^elnb äum anbevn, vertraut il;m bie Slbneigung, bie er empfin^ 
bet, bie 6ctilüä(^en unb 2)längct, bie er entbecft l^at, fer anbre 
nimmt ba§ freunbtid^ auf, anttüortet in gteid^er SBeife, fie brüden 
fic^ vergnügt bie §änbe, unb finb feftverbunbene ^yreunbe gegen 
ben gelben. 5)ie angebUdj S^reueften geben fi(^ ju foldjen 9tän= 
fen bin« dinjeln bebeuten fie nickte, aber in ber HJîaffe »üirfen 
fie al§ foI(be, bebrüden ben Zaq, bemmen unb verberben iia§> 
®utc, untergraben £uft unb Stimmung. ^Bon foI(bem @ejü(^t 
bat ©oetbe gelitten, leibet §umbolbt. 3»<b tenue bergleid^en auS 
ßrfabrung, an 9îabel b^b' icb bie 'Julie bavon erlebt! ®ie 
Sörüber, bie 9îi(bten, ujie gerne ivaren fie einig mit ben unter= 
georbnetften £euten, ibre vereinigte iïRittelma^igfeit böb^t ju 
ftetlen al§ bie ©eniatität beâ ^erjenl unb ©eifteê, von ber fie 
ficb bO(b ftet§ erbellen unb erivärmen liefen ! §umbolbt'â <B<i}'mä- 
â)m fmb befannt, er tbut niibt gebeim, er lä|t fid) fetjen me 
er ift; aber feine ©rö^e bleibe unangetaftet , bie ©rö^e feine» 
©eifteê, mie bie nicbt minbere feine? §erjenê! Unb adjtjig 
^abr, — mel(b ein 33ollmerl! mer barf eè magen, bamiber an: 
juftürmen ? " 



îr. ». ^umÊotbt'« «riefe. 17 



268 



146. 
^umtiolbi an S5orn^a0etf« 

Serlin, ben 28, Sanuar 1852. 

^ier meiît !leine? foêmijc^eê ©efd[)enï, tl)ewrer ^reunb! 
^d) mottte e» Tiid^t felbft bringen, bawiî eé ni(|t anêfel^e, 
ûlê bürfte id^ fonft nid)î fowmen. äöerfen ©ie einen S3liö 
atif p. 1—25, ben Wlaxë' p. 511 nnb bie <Sd^hièn>orte 
p. 625—630. 

^d) barf bod^ morgen ^onnerêtag nm 1 U^x bei Sinnen 
anfragen? ^^ îomme beftimmt. 

SHit alter Slnpngïid^feit, bie nie erïalten njirb 

2(. t). ^nmbolbt. 
2)iittft?od)i. 

5)Ut gmei gelben ^eflen. Seinem t)ieliût)rigen ^^reunbe 
3!?arnl^agen üon (Safe mit alter $ßere|)rnng nnb alnpng^ 
lid;fett ber SSerf. 



2)en 29. ^amiar 1852 Ijeifsî eê in Sßarnbagen'e Slageblät^ 
tern : „Hm 1 Viljx tarn §«mbolM. SBunberbar rüftig für feine 
^aljre! ^\i empört über ben ©taatêftreicb in ^rantreidb, über 
bie rolje @ett)alttt)at, bie n)iü!ürlid)en Verbannungen, befonberê 
aber über ben IRaub beê SSermogenê ber Drlean«. îî)er Äbnig 
loar anfange üoUer ^ubel, il?m unb bem .^ofe mar bie gegen 
baê 33olï, gegen bie S3olïèuertretung , gegen Dîec^t nnb dib t>er= 
übte i^reüeltljat ïein 2lnfto^, aber ba| ber 3J(bentl)eurer baê aü- 
gemeine 2ßat)lred)t beftel)en lä^t, fid} auf baê SSoU ftü^t, «So^ia^ 



259 

liêmuê aueübt unto noc^ baju Äaifer metben voxU , i)a§ mac^t \\yi 
öerf)afet! ^utnfaolbt finbet, ba^ in bcr 3ebruarre»o(ution bic 
(Sinfe^itng ber ^Jtotoiforifdjen ^Regierung, bie unmittelbar in ganj 
(^anïreid) @et)otfam fanb, nod) ein üiel ftarîereê ©tüd ifî, ûI§ 
h)aâ je^t ber dine, ber boc^ f(ton brei ^d^ix^ ^räfibent xoax 
unb ben großen SRamen fül}rt, auegeübt \)a.\, i^d) fütjrte ibm 
baê 33orparlament unb ben 3'ünf jiger = Sluêf c^u| in ^ranffutt 
am 2Rain an. 6r fiebt in jener 2ßiüigfeit beê (Seborfamé baê 
îîationalgefubi ber (Sinbeit unb beâ 3iifaJ»^^^cngebbrenâ , rt>eld)eè 
bei ben j^^^njofen aûe ^artbeijpaïtung überberrfd)t, §umboli't 
fagt, eê fei unjroeifelbaft, '^(^■'^ Souiê Sonaparte ein ©oï)n beè 
2lbmiralê 3Serbuel fei, fein 33ruber ïïîomij ein Sobn beê ®e= 
neralê e^f^b^ult, ber mit beiben ©cbmeftern — ber Königin oon 
^oUanb unb ber Königin »on 3leapel — gelebt babe. 9Scn 
$erfignç — ^alin be ^erfigni) — fpridjt er mit tieffter 33er; 
a(j^tung, er fei ein rober, ungebobelter llnteroffi5ier, ber fid) 
aber bo^ anmaße, etmaè 3îeueè über bie ^t)ramiben b^ïauêge; 
bracbt ju baben. 3w unfern ©acben übergebenb, betlagtt er bie 
93efd)ränftbeit , bie 2lrmfeligïeit unfrer OJlinifter, ber bümmfte fei 
3flaumer, bumm ;mb grob 'ï><x},x\.; ber lîonig, gereijt unb böfc, 
(aunenbaft, gefalle fid) in ber Sïuèrebe: ei tonne nid)tê, muffe 
ftd^ nacb ben ÎHiniftern ricbten!" 



2)en 30. Januar 1852 fügt 33arnl)agen nod) bi^ju: „^um= 
bolbt nimmt fidb ber Sittwe beê Sßbi^ologen §. lebbaft an; ber= 
feïbe bot gro^e arbeiten für ibn gcmad)t. äluf .^umbolbt'ê 
bringenben SRatb rid)tete fie ein ^-][^enfionêgefu(^ an ben ^Önig, 
unb ^umbolbt unb Sodb fotlten baffelbe empfeblenb mitunter^ 
fcibreiben. Slber 5. mar S)emoürat, jmar fein tbätiger, bod) fein 
öerftedter, unb ber ^önig tonnte baüon gebort bûben. Um bieg 
unfcbäbUcb ju maiden, meinte ^umbolbt, moUten fte bO(^ aucb 
6tabl um feine Unterfcbrift erfudben! 2luf ben eignen ^Ramen 
fe^t er nicbtê mebr beim iîbnige burd)! Sä3eld)e 33erbältmfff, 
Jpumbolbt mu^ ©tabl öorfdbieben ! " 

17* 



260 



147. 
^uittboîbt on SJarn^agcn, 

Söevtin, ben 5. gebïuar 1852. 

^ä) glatibe, mein t^eurer g-reunb, ba^ ber Srief, ben 
ià) fo eben erï^alte, ^l)u 3been über ^ariê fel;r beftcitigen 
njerbe. ©aluêfi, ber lXberfe|er be» jtüeiten Z^tiU beê 
^oêmoê, ift ein ebïer, talenttooïïer, ptiilologifd^ geïet)rter 
3Jlenfi^, aber t»on fe^r mäßiger ^reil^eiMiebe. 3ßa§ er 
t)on feinen erften @inbru(ïen fagt, brückt biefe SJia^igfeit 
jiemlid; nnüerfd^ämt one. @r anâ) )x>av öon nngel^enrer 
^nrc^t beê ^ommenben befallen, ^eine 3Jîeinnng ift öon 
je^er gelüefen, ba^ bie tüilbefte 9lepnblif ben geiftigen 
i^ortfc^ritten ber 3)lenfd^^eit nnb bem ^eton^tfein i^rer 
(g^renred;te nic^t fo tiel nnb fo langbauernb fd^aben !ann, 
aie le régime de mon oncle, le despotisme éclairé, 
dogmatique, milieux, ber, njeld^er aïïe Äünfte ber 3^= 
üilifation antüenbet, nm ben 2Bitten nnb bie Sanne eineê 
einzigen ^errfd^en jn laffen. Sefen 6ie, nm ben Slbfd^en 
t)or fol($er ©rniebrignng, bie rüie eine ^eft fid^ §n t)er= 
breiten bro^t, §n i)ermel;ren, im ^entigen Journal des 
Débats (öom 3. ^ebmar) bie ©rünbe, iueld^e eine 
©mpfe^lnngêlifte ber SBä^lbaren (lant bem Consti- 
tutionnel) notl)tüenbig mad^t. ^n ber geftrigen ©pener'* 
fd^en 3eitnng ipar fc^on ein S^^ferat Don âl;nlid^en ^ov- 
fd^lägen für bie jtoeite Kammer bei nnê! 

3c^ ^offe S'^nen balb bie Histoire de PAcadémie 



261 

(üon 33art^olTneB) ju fc|affen. ^â) ^abe mel üergeblid^ 
für bie Söitttüe be§ ^rof. j^. üerfud^t. ^^r anbänglid^fter 

2Ï, t). ^umbolbt. 



S3 e i l a g e. 
©)3ener'fci)e Leitung. 1852. ^om 4. ^e^r. ?îo. 29. 

— ^ie 33erï)anb(ungen über bie 93i(bung ber erften Äammer 
finb tt)ieberI)o(t ©egenftanb unferer DJÎitt^eilungen geirefen. Söeni^ 
ger beïannt m'èâiic e§ fein, bafe fic^ in t)ö^eren Greifen je^t bie 
2ïufmerffamfeit and) ber ^rage über bie 33ilbung ber jmeiten 
Kammer jiuoenbet. 3)a§ gegenwärtige 2Bat)(gefe^ fteüt baè 
Sßabtrec^t aie ein freimiüigeg Dîecbt ebne eine entf^Jtedienbe 
$flid}t bin. (Sin 3^t-i"g 5"^ SDabl ntö^te ebenfo unjiuedtma^ig, 
aie unausführbar erfdjeinen. ^nbem aber bie SÖ3äbler ficb in 
beliebiger 2ln5al}l ber 3Babl entbalten, geben fie biefelbe in bie 
^änbe einer unbefannten 931iuberbeit , bie b^ufig burcb 33oUjug 
ber Sßabl bewirft, ba^ ftatt ber politifi^en Meinung beè S3abl= 
bejirf§ t!a§> ©egentbeil nertreten lüirb. S)ie ©runbfä^e, bie bei 
ber 9Ieubilbung ber erften 5îammer ma^gebenb fein niöd}ten, 
baben in iljrer ^onfequenj ben 33orfc^lag berüorgerufen,. "ßae 
SSablgefe^ ju ber jmeiten Kammer babin abjuänbern, M^ S. 
SR. ber ^önig in jebem Sßablbejirfe geraume 3eit 
»or ber SBabl burd) bie Dîegierung einen ^anbibaten 
beftimmen lä^t, ber Slbgeorbneter irirb, menn bie 
2)lebrbeit ber SSäbler nicbt einen anberen 2lbgeorb = 
net en ernennt. — 5)ie b'^r geltenb gemacbten ©rünbe voex- 
ben voxx morgen mit ben Ginjelnbeiten beè SSorfdjïagê mittbeilen. 



262 



148. 

^umöolbt ûtt ©ftrnl^agett. 

?3erïtn, ben 12. ^ebriiat 1852. 

Stetteid^t intereffirt eê @ie, mein t^enrer ^reunb, auf 
einem ^Blättc^en aïïeê §ufammen p finben luaê bie Dr= 
leanè'fd^e ^^naftie f)erfu(i^t bem 9laube entgegen ju arbei= 
ten. ^ie ^ergogin toon Orleans fd^icït mir ba§ SBlättd^en 
burc^ bie ^ringeffin üon ^reu^en. 

^ft 3l;nen ein Jîanbibat äöill;elm ©. auê ®re»ben, 
üerpllt unter bem Seamen Söilfrieb öon ber 9îeun, be- 
gannt, ber mic^ mit gugefc^icEten ap^oriftifd^en ©ebonïen 
im a)fianuf!ript quält? ^^r 

31. to. ^, 

@ie fcl^icïen mir gütigft bie Einlage balb iüieber. 



,263 



149. 
.^umöolbt an !öarnl^oöeu» 

^öetliiT, bell 23. mäv^ 1852. 

î)aê 5llter i)at unter Dielen Uiibequemlid^feiten an^ 
bie, baê man SSerfud^eu ber 33e!e^ruttg auègefe|t ift. 
îoolïen (Sie, t^eurer ^reunb, ben fonber&aren, gutmüt^i- 
gen ^rief unter :v5^re pf^c^ologifc^en Curiosa legen! (®er 
îJîann, ber üon ber @elig!eit "öernabotte'ö [o überzeugt 
ift, fagt mir auf Utnn)egen, ba^ ber Satan in meinem 
^erjen ben ^ommanboftab filiere, mie bei ©oet^e, bem 
frommen Äant unb 2Bielanb.) Unb unfer ^^arlament ! ! 
Wlan tüerbe, njenn e^l nöt^ig it)äre, „bie ©täbte üom 
©rbboben vertilgen'' — tDünfcl^t unfer Diplomat am 
îBunbeêtage. 

^D^lit inniger 5Int)änglid^feit '^^x treuer 

31. ^t 

3)ienètat3 in tiefet 

mitt. 



3iu bcm beiücgctitien '•Briefe t>on '^tuguft ®rau uom 
6. "Jebruav 1852 au§ O^io 2Rontgomcri? Sountij ^ei^t e§ : 
„@itt §en*, ber einen großen 3;^eil ber (Srbe bur(^reift l}at, ber 
burc^ bie Verausgabe fo vieler auêgejeic^neter Schriften fic^ im 
(Çetbe ber Literatur unb Söiffenf haften ein fo bauernbeS unb 
gtanjreii^eâ "iSenfmat errichtet Ijat, tann nic^t anber» al§ mit 
ber größten ^od^ac^tung üon jebeni ^eutfc^en genannt njerben; 
wenn bie ^Jîamen großer .Krieger, bie baâ 5)tut i^rer SReben^ 



264 

menfc^en üerfprü|ten auf bem 6d)(ac^tfelbe tnirb »evgeffen fein, 
fo roitb 3l}r Tianu 3af}rl}tmberte iinb ^al^rtaufeube lang in ben 
Stnnalen ber @efd^id)te glänjen. 2(ber fonbevbar ift e§ ju glei= 
^er 3eit ba^ bie größten S^aturforfdjev, 5ßf)ilDfopt)en unb 2lftro= 
nomen, bie ben größten %i)e\l \i)xex Sebenêjeit mit neuen (^x- 
finbuugen unb mit ber Êrforfc^ung bet 9îaturîvafte jugebrac^t 
Ijaben, oft ganj gteicbgültig finb in 33e5iebung auf i^r feligeê 
ober unfeligeê Sc^idfal in ber anbern 2Be(t. ©oetbe, ©(filler, 
SGBielanb unb Äant unb t>ie(e anbere it>aren alle auSgejeic^nete 
6I)araftcre unb glänjenbe 3beale, unb fül)rten mef^r ober tt)eni= 
ger ein fogenannteg moralifd}e§ Seben, fo ba^ fie \iâ} oielleic^t 
beê 5îartenfpielê , ber ^egelbabn , beè ©d}aufpiell)aufe§ unb îanj= 
faaieê entbleiten, aber \^x SBirfungèfreiê ging nicbt in bie ßmig= 
feit l^inein, unb baê Scbictfal ibrer 3îebenmenfcben in ber anbern 
Söelt, iljre ©eligfeit lag fcenfelben nicl}t am |)evjen/' — 9Rac^= 
bem ber 33rieffd)reiber fid^ nun weiter in falbungêooUen Klagen 
erge'^t, ba^ bie fôabrc ©ottfeligfeit fo feiten fei unb aucb bei 
dürften unb Dbevbofprebigern yermi^t »nerbe, fagt er: „Ser 
le^te iîbnig oon ^reu^en unb feine h3at)rl^aft ïoniglicbe £uife 
mußten et»fa§ üon bem Staube ber SS^iebergcburt , fo loie aud) 
ber le^te Monig ocn ©d}tr>ebcn, ber ehemalige franjofifdje 2Rar; 
fd}all 33ernabotte , ^ürft t>on $onte Conto, din armer î^auer 
ïonnte ibm über bie DJtittel jum ©eligioerbcn mebr £icbt geben 
aie einer ocn ben erften 53ifd}öfen ber lutberifcben Äiri^e. SJld}, 
§err ©e'^cimer 9îatl} , fo fcl^r id) 3l)^ew guten moralif(^en Seben, 
^l)rem l)Dben Sbaraftev aie 6taat§mann unb ^b^tm ilenntniffen 
aie ©elebrtec oöllige ©ered}tigïeit miberfabren laffe, unb midb 
freuen muf5 tafy Berlin, ja ia^ ^>reuf5en einen fol(^en ïïflanxi 
aufjuïreifen bat mic ©m. ©naben finb, fo mürbe meine ^-reube 
in ein beiligeS 3"^'ol)'c"^f" au^bredjen, luenn xä) bie ßbre ):)ahen 
follte, in ^):)ner\ einen Joarmen ätnbänger beffen ju feigen, ber 
auf ©olgat^a ftarb. 3(cb, obne 3b" fi"^ ^^^' «Ö^^^^' ^^amnier: 
berr, bod} bei allen unfern Äenntniffen, bei aller unferev bo(^= 
gepriefenen ©elebrfamïeit büx^ft unglüdlid}." — 2ßeiterl?in bei^t 



265 



fê: „®oett)e fagte bei einer gettiffen @e(egenf)eit, ta^ er wäi)' 
renb feiner ganjen £ebenêjeit no&i nid)t toier glüdfUc^e Sßoc^en 
erlebt bätte. S)al voat bie ©prad^e eineê großen ©elebrten. 
SGßenn Sbriftuê feine S^îefibenj unb feine SBobnung nid^t in 
unferem i'perjen aufgefcbtagen Ijat, mer fann anbereê bort fein 
aie ber ©atan? Einer mu^ bod^ bort fein, einer niu^ bod^ 
ben ^'ommanboftab fübren. 2)kn ïann boc^ unmbgli^ ju einer 
unb berfelben ^eit smeien Ferren bienen! Œbler DWann, gnäbi= 
get §err Kammerberr, icb bin üon großer 3icbtung für 6ie unb 
für ^l)xe erbabenen 23erbienfte burcbbrungen, unb liebe unb acbte 
Sie. ^cb bin nidit mertb 3b"en bie ©cbubriemen aufjulöfen, 
ba§ ift bie wabre 6prad)e nteineê ^erjen?, menn icb micb glei(^ 
mit ber Erlernung ber 3infang§grünbe üon fiebjebn »erf^iebenen 
©pracben befcbäftigt b^be, unb bie ©dbriften be§ neuen îefta = 
menteê nod) je^t in fieben üerfcbiebenen Spradl^en lefen fann. 
Slber t>on ber Söabrbeit ber ^rifttidben Oîeligion bin id) fcbon feit 
einunbbrei^ig 3<^bren nid}t nur feft überjeugt, fcnbern id} füble 
bie ßinftüffe be:o b^iligf" ©eifteC- täglid} unb beinabe ftünblicb." 
— ®er ©rief ift unterjeicbnet : „6>t>. ©naben ergebenfter ^k- 
ner unb 33ruber in (Ebrifto, Sluguft @rau." cC^umbolbt bat bie 
Hnmerhtng bii^jugffûgt : „din $ßefebrungeperfu(^ au§ bem 
©taate Obio." 



266 



150. 
§iimBo(bt an ^rtviilagcu. 

33 er tin, ben 13. aJîarj 1853. 

3(^ bin, tl;eurer, \}ietjä(;riger 'Jceunb, bei ben ^ertüirr^ 
niffen tiieineê oben ^^b^nè, in einer mordifd^ fo fd^mac^^ 
öollen 3ßit, in ber ©eifteêtoermirrung unb Ungeim§^eit, 
ob iâ) 3t;îien ^(?tt [iebenten Sanb ber gefammelten ©d^rif- 
ten meine^o 53rnber» \d)on gefanbt l)ab^\ ^â) fiiiyie tiefe 
@cf;am be§{)alb, loei^ aber, ba^ @ie mir noc^ nic^t ju 
5Ürnen gelernt t;aben. ^er 2luffa^ gegen ^îapobiftria^, 
bie J^orbernng ©tra^bnrg abptreten, tönt iöie eine 3^c>w^ 
bey 6d;icÊfaï§ in ^ergleid; nnferer ie|igen Demutt; . , . 

3Jlit alter ßiebe nnb 33eret)rung S^r 

2t. Ü. ^nmbolbt. 

"Der ^Lob Seopolb non ^ncl;'io — ein geiftreic^esS ©e= 
mifd) beè ebelften l;ülfreid;ften ®eniütl;ee, angenblidlid^er 
Seibenfd;aft, einev fleinen !S)eÄpoti^Mn^ ber SWeinnngen; 
ber iuenigen 3}lenfd}en einer, bie eine ^I)l;fiDgnomie IjaUn 
— l)at mic^ tief gefd;merât. Êr t;at feiner äöiffenfd^aft 
eine neue ©eftalt gegeben, er lüar eine ber größten ^Uu- 
ftrationen ber 3eit; ""f^^'^ 'Jreunbfd^aft Ijat 63 ^^ài)Xi 
gebauert — o^ne 5t;rübung, ob iüir gleid} oft benfelben 
S3oben beaderten — ba id; il)n 1791 in 'Jreiberg fanb, 
tüo er fd)on öor mir (obgleich fünf 3al;re iünger) auf 
ber ^ergafabemie tuar. Sein 33egrabniB iüar mir ein 



267 

3Sorfpieï , c'est comme cela que je serai dimanche. 
Unb in tnel^em ßiiftai^i'^ üerlaffe id^ bie 9Belt, ber x^ 
1789 erlebte unb mitfül^tte — aber S^t^ïî^nnberte finb 
6e!unben in bem großen @ntn)icfelung§=^ro§effe ber fort= 
fd^reitenben SJÎenfc^^eit. 2)ie anfteigenbe ©uröe ^at aber 
Heine Einbiegungen, unb e-â ift gar unbequem fid} m 
fol(^em ^^eile be^ Sfîiebergangeè ju befinben. 



268 



151. 
^uïjoïbt an Sarn|ogem 

93 et lin, ben 14. ïïftaxi 1853. 

^erjïtc^en ®anf unb Xroft burc^ bûê fo farûftertftif($e, 
mir unbefannte SBort g-ontenede», aber slüangig ^a^re 
finb üiel §u furg, um 33effereê §u fe^en! ^^r ^üloiü bon 
^ennetuiÇ ift mir eine gro^e xinb frexibige '^aà)nâ)tl — 
3)en 'Bâ)a^ be;* Ieibenfd)aft(ic^en Seopolb non ^uc^ gebe 
id^ guriicf (,in ber Slnlage). ©ottte grtebrid^ ©d^Iegel'ê 
aftronomifc^e SSificn nic^t mit ©efipräc^en gufammen£)ängen, 
bie i^ in Sßien mit iî)m ge(;abt I;atte über bie @elt»i§I)eit, 
bal loir in ©entfc^lanb einft ha§: füblid^e Jîreuj toürben 
nneber aufgeben fe^en, loie eë nnè fc^on in l^iftorifd^er 
3eit ge(en(^tet '^aU 3<^ erinnere ©ie nur an eine 6telïe 
meines iîo^^moê (II. p. 333), bie burd} fefte d^ronolo; 
giflée eingaben für ®ie einigen Sîeij erf;ält: „Sas Äreu§ 
fing im nörblic^en ®entfd)Ianb erft an unfic^tbar jn mer^ 
ben 2900 3ûi)re toor nnferer ^^^trec^nnng. S)aê ©tern= 
bilb Ijatte fid^ gu mel;r aie 10° .*poî)e über hen |)ori5ont 
erl^eben fönnen. Stil es in ben baltifd;en Sänbern am 
^immeBgelüölbe t>erfd;iüanb, ftanb in 3(egi;pten fd^on ein 
Ijalheè ^o^ïtûufenb bie grofee $i;ramibe be^ ©^eop^. ^a§ 
^irtenüol! ber |)i;ffoê machte feinen Einfall 700 3aï)re 
fpäter. 2)ie SSorjeit tritt nnê fd^einbar naïjer, n»enn i^r 
Ttaa^ an ben!h)ürbige ©reigniffe gefnüpft toirb." 

Slrbeiten ©ie ja fleißig an ^^xem 33üIon) toon 'Sienne- 



269 

h)iè, ber mir in ^axiè fe^r tï)euer lüurbc. @c bena'^jm 
fid^, 3Jîitfi! ïiebenb, fe^r freunblid; in Safa^ette'ê ^^amilie, 
in bem 6d;Ioèd^en ßagrange bei ^ariê, Safa^ette's^ Sanb^ 
fi|e, tt)0 ^ülotu jur ©inqnartirnng lag. ^l^r 

2t. Ö. ^nmbolbt. 
Sci^ föerbe ^anb VI felbft bringen. 



(Stnmerfung »on 33arn^agen. 2tl§ îiroft ivegen feiner 
ac^tjiget 3a{)re ^atte ic^ an §umboltit ge[(^rieben: felbft biefe 
ïonnten üer'^ältni^mä^ig lieber eine 2trt ^ugenb werben, tt)ie 
i^ontenelle'» 93eifpiel jeige, ber bw^ïiertiatirig einer S)ante ben 
Ça^er, ben fie Ijaite fallen taffen, aufbeben lüoUte, unb ba er 
e§ nicbt fd)neU genug fonnte, ^ifmexiixé) auSrief: „Que n'ai- 
je plus mes quatre-vingts ans!" — 33on 5"ïie^ïi<^ ©(bieget 
batte ic^ xi)m. mitgetbeilt, berfelbe b^be ^u SreSben furj »or 
feinem îobe gegen 2;iect bie ^ropbeàeil'ung auSgefproc^en, er 
hjiffe ni(bt genau mann, aber gen^ifi in nicbt langer S^ït hjerbe 
am Rimmel eine mäibtige $8eränberung üorgeben, alle großen 
©eftirne mürben il^ren ^^la^ üerlaffen unb in ein gemaltige§ 
Äreuj jufammenrüden.) 



270 



152. 
^umljolbî an S^orn^ûgen* 

«er lin, ben 15. luguft 1853. 

î)iirc^ bie Verlängerung meineê langweiligen Slnfent* 
^ûUê in ^otêbam »on 3^nen getrennt, mein t^eurer geift= 
reid^er ^reunb, ift nteine erfte 2tnnä^ernng eine ^itte, 
©ie, ©ie allein finb mein litterarifd^er 9îat^geber, ber 
S^iefe ber @efül;le mit einem fo mnnberbar ^armonifd^en 
©prad^talente oerbinbet. ^n meinem Uralter nimmt Qaq- 
{)aftig!eit über mic^ fetbft franï^aft p. @ê erfd^eint aie 
ein befonbereè Vänbd^en bie 3(n!?mal?l ber ©onette meineê 
SBruberéi, in 'î)ènm ©toff nnb ^onn nid;t immer in glüdl= 
liebem ©inflang fielen. ^^ flef)e, bafe id^ morgen, S)ienè= 
tagë, um 1 U^r gu ^^nen ïommen barf, um ^ï^nen eine 
mir abgebrungene 33orrebe üorgulefen! ®èhm ©ie mir ja 
nur ein münblid;ee ^a, buret; 'i^m Wiener. 3}iit alter 
unberbrü(|li(^er j^reunbfd^aft ^^x 

1. ü. ^umbolbt. 
2flontag. 



271 



153. 
^umbolbt on S3oriiï)agctt, 

Berlin, ben 31. 5tuguft 1853. 

©0 ift in biefer für meine ©efü^le fo tranricjen S^it, 
)\)o ein beängftigenber ©amnni tiom ^rut^ gum Xajo loe^t, 
mir bod) einmal efmae l)od) @rfreuUd)e!c gciuorben: ^l}re 
9lucfïel)r, [c frennblid;e SBorte tocn 'r^ljncn, ja Q^re er= 
flehte |>iilfe. ^\)x î)errïid;er 33rief trifft mid; bei bem bon 
à tirer einer ïleinen, id) {;offe prätenfionvtcfen ^orrebe 
ju ten ©onetten. S)a eê mir leiber unmöglid; ift, 3ï;nen 
morgen ^jerfönlid; §n banfen (iài) mu^ greitag bem Äönig 
bei feiner Slnfunft mand;ey ^^erfprod;ene in ^otêbam über= 
geben), fo loage ic^ eè 3^?tten nod; biefen 3tbenb meinen 
Ä'orrefturbogen §u fc^iden. 

^â) bitte ©ie inftänbigft bie Blätter, in bie id; ein 
wunberbare? fragment (inie §nr Erläuterung ber ^^t)em 
unb Stimmungen, bie in hen „Briefen an bie g-reunbin" 
fi(^ offenbaren) eingefd;attet t;abe, ftreng ju beî;anbeln, 
unb mir auf einem befonbern 33(ättd;en gu notiren, maê 
iâ) änbern, unb befonber^^ waè id; fubftituiren fou. 
Sonett folge id^ blinblingê. 

©, IV gefällt mir nid;t„f d; ö n errungene |)immellgabe''. 

^a§> fromme ^-ragment ioar r>on eigener |)anb jiem^ 
lid) unleferlid; gefd^rieben, unb in bem ^periobenbau loar 
ettüae ^ier unb ta nad^jul;elfen; fo ©. XI. ^ielleid;t 
^aben ©ie lieber „bei Slnerf ennung ''. ^ie ^l;rafe ift 
fd^tüerfäüig, ûud[) je^t noà). 



272 

@. XIV hjerbett 6ie niä)t tobcln „eben nic^f' ftatt 
„t;aben nie g er ab e^', maê noc^ familiärer ift. 55)ie 
4 B^îlei^ ft^^^i^ ^^6 ^iii gefattener StëroUt^. ©r^alten mufe 
man fie bod^, \à)on aie gro^e ^rei'^eit. 

Ä(3nnten ©ie 6. XIII nnten nid^t etmaè Reifen? ^ft 
3l)nen baê @nbe ber ^^rafe „©timme be§ ©eiuiffenê — 
gelegt l;at'' bentlid^? mir nic|t. Î5ietteic^t inäre burd^ 
einige SBorte ber ©inn ju erläutern. 

9îoma, bie 33erfe an mid) auê âllbano, aile ®l)öre unb 
Pindarica, inerben ein anbereè 33änb(^en bilben. 

a)Ut alter Siebe unb tiefer Slc^tnng y3^x 

2Ï. Ö. ^umbolbt. 

®ie traurigften 9îac^ric^ten auè 3ïrago'ê ^^amilie; ®e- 
fc^tüulft an ^änben unb ^ü^en, ®iabete^ unb faft @r- 
blinbung! Sîierjig ^a^re Seben mit il;m!! — 



273 



154. 
^umiolbt an ^arii^agen. 

«erttn, ben 2. ®e|)tem6er 1853. 

î^aufenb S^erjeitjung, "oa^ iâ) <Bk, hm Seibenben, 'be- 
brängte! '^à) ï]ab^ aïïe§ aufgenommen, bin jebem 2öin!e 
gefolgt, ©ern aber möd;te ià) auä) bie Sßetrai^tnng an- 
bringen, bie Sie bei ©. VI äußern. Söiirben ©ie fol= 
genbe ßinfd;altung billigen: „©in Tanger 2tufentï;aït in 
9tDm, nnb öietteid^t ein Iebï;afte!o Sntereffe für geioiffe 
@pod;en be^ italienifd^en 2)id;terlebenê fc^einen meinem 
Sriiber eine befonbere 58ürliebe für eine Üeine lt;rifd;e 
gorm eingef(ö§t ^n l;aben, bie bem ©ebanfen (foil ber 
äBol;l!lang nic^t anfgeopfert luerben) enge '^effeln anlegt, 
bie er aber mit Setou^tfein unb Slbfic^t frei bet;anbelte.'' 
(Ober iüoEen ©ie „bie er in ^reil^eit mit SSetönfjtfein nnb 
Slbfic^t bef)anbelte'', ober „bie er in beion^ter ^reil;eit 
be^anbelte"?) „9Senn nun ber S)id;ter nad; feiner realen 
©igen^eit nnb Subiüibualität am leb^afteften ba§ 8ebürf= 
nie fül;lte, aïïei3 ioa^ ber ©mpfinbung entquillt, mit ^been 
§n öertüeben.'^ 

®en Iritifc^en 'Bàjai^, '^l)x ^lättd;en, erbitte icb gurüd. 
S)anfbarft ^^v 21. o. ^umbolbt. 

(>-reitagê. 

(3lnmerhing won 3Sarnliagen. ^li) »üäljtte: „®ie ei* aber 
mit belüu^ter 'grei^eit bet)anbelte", lüei( biefe Seâart fid^ am beften 
ju bem 33ilbe ber eben genannten „'geffetn" fd^idt, jeboijf) aud^ 
fonft bie Sai^e beftimmt au§bructt.) 



21. ». J&um6otbt'â aSriefe. 18 



274 



9Sarnî)agen berii^tet ben 9. ©eptember 1853 in feinen Zaa,c- 
btättein: , ^umbclbt batte fi(^ me(ben laffen, cr iam gegen b^tb 
2 lli)x unb blieb biâ nac^ i)aib 3. Gin b(cf5eï 33eiud}, otjne 
©ef^äft(i(^e§; er b^^tte baê Sßebürtni^ ntandierlei auSjufprec^en. 
3uöcrberft erîtavte ev fid) mit bittrem §obn unb Unttiiden über 
(be§ Aonigâ Dîebcn in Gtbing unb in §irfd}berg, über bie gdnj^ 
id}e Sdiiüdcbe, bie fid) in foldien ungecrcmeten Sïufraaltungen 
funb gebe. Sann fprac^ er mit tieffter 3?erad)tung »on bem 
AuUuêminifter »on Diaumer, beffen ^o()t)eit unb g-rec^beit, beffcn 
^a^ gegen alle 2Biffeiifd)aft, beffen untieiboUeâ SBirïen. «5)er 
^önig, fagte .C^umbotbt, baf^t unb üerad)tct aile feine 2)îinifter, 
aber btefen befonbcr§, unb fprii^t non ibm mie »on einem 9îinb= 
fieh, befonberS ärgert iï)n, ba^ &iaumer ftet§ ben 2Bünfd)en beê 
; Äönigg entgegen ift. )> — Unb bel)ält il)n boc^ ? — '( 25?ie 
er alle beïialt, irieil er fie einmal ï)at, unb jebe Seränbe= 
rung eine mübfame Slrbeit ift. — 33eifpie( von bcn 53rübern 
3d)(agintmeit, bie ber ^cnig gern 3U einer 9îeife nad^ bem 
§ima{ai)a unterftü^en moUte, ber iUi(tu-5minifter yerineigerte e§, 
ber ^önig befabt ibi"/ tie ^fteinung §umbolbt'è ju üernebmen, 
bicfe mar bie günftigfte, 9îaumer jebod;» bcbarrte auf feiner 20lei= 
nung, bie burd) ôumbctbt'S 9}ieinung nid^t umgeänbert fei. Sa 
fd)rieb ber iîcnig, bor fid) gegen feinen îDtinifter ohnmäd)tig bc; 
fannte, an 33unfen, bor nahm bie ^aéc in bie fgan'o, unb bie 
©ruber Sd)(agintlüeit erbattcn nun engtifa^e Unterftül5ung.)> — 
Unb berfelbe i^cnig, ber fo eiferfüdnig auf feine 2}îad)t tbut, 
(äfn fie fo bei"d)ränfen ? — «^a er gefällt fid) bi^^meilen in ber 
9ioUe eines fonftituticncllen Äonigs , fpvid)t fid) in mifîucben 2)in= 
gen mit einer :}(rt 3d)abenfreube ron jeber l^erantmortung frei, 
roirft an ihn gemad:>ten g-crberungen bie Sd)>t)ierigfeit entgegen, 
bie Unterfd}rift feiner D^iinifter ju erlangen, ja tbut aie ob ber 
,9]arfer r»on Staat' ettraS ibm ^rembcS wäre, bef^ulbigt fo; 
gar feine ïlîinifter, ba^ fie it)n über bem ,5Hader üon ©taat' 
oft aufeer 3(cbt liefen« u. f. n?. — «^n fleinen ©ummen erfäl}rt 
ber ^cnig oft ben grofiten SBiberftanb, in grc^en fd)lägt er benn 



275 



boc^ burc^; 300 %\)aUt für einen armen ®e(ef)rten ober ^ünftler 
fd)(ä{5t man ifnn ah, 40,000 %haUx für einen Stnfauf barf man 
ihm nid)t üertüeigevn.» — 2Betd}e »eriuorrcnc, un^eilüoKe SBirtf); 
fc^aft! — «S)er Jîonig ift ganj jufrieben, ba^ er in ben îird^* 
Ii(^en 6adben unge(}inbert mantfc^en fann, bie gelten at§ oom 
©taate cjetrennt, ba (}at fein 9}îinifter einjureben.» — S)aê ift mir 
unüerftänblic^ unb and) fo nid)t ridjtig, bie 3}linifter mifc^en fid} 
h)of)( ein. — «S)er fdjtec^tefte ^exl in ber ganjen 9ßtrtl)fc^aft ift 
ber @el}. Diatl) $R., ein nicbriger Sc^(eid}er, Sudmdufer, üdU 
§a^ unb ©ift. Sie ©arcia fann ()ier nic^t fingen, fagte er t^or 
einiger Qäi, 'îiain ift fie ju rotf); alle S^orfteilungen, ta^ ber 
©efang nid}t rôti) fein merbe, »waren nergebenS, id} fagte il}m 
jute^t, nun fo fd}iden 6ie nac^ 33etl}anien, unb laffen bie S)ia:- 
foniffinnen fingen. 6r lüiib gUidlid) fein, mid} unter ber @rbe 
ju feîjen. »" 



Sen 25. September 1853 erjäbtt 3}arnï}agen in feinen Za^e-- 
blättern: „Über bie Hntüefenbeit i)umbolbt'§ üorgeftern im iîir^ 
cbenratl} n)irb gefagt, bie Pfaffen Ratten i(}ren grofjten ®egner, 
ber fie ade ju 6d}anben ma(^e, in i^rer SRitte gehabt, ben 9îa= 
turforfdjer, nor bem aft il}r Sunft unb ^^rug in nid}t§ jerflie^e. 
«Slbällino ift unter eud^!» bätte man rufen fönnen." 



18 



276 



155. 
«gumfioîbt ait SSarnl^ogen» 

«Berlin, ben 12. Sejemïiev 1853. 

©ie t;aben mir, mein ebler gteunb, einmal tüieber 
eine gro^e ^reube gu bereiten gelün^t. Sîad^bem unfre 
Sïbreife öon ^Pot^bam, baê fid; gang su einer t)nbbï;iftifd;en 
„Mten ^oïïe'' geftaïtete, bnrd; Hntool^lfein ber 5îonigitt 
lange gel;inbert luar, bin id; benn enblic^, feit ©onnabenb, 
l;ieî)er iiberfiebelt. ©ie ïjaUn ben ^reuBifd;en 2Baffenrul;m 
wnb, tDa§ mid^ menfd;ïi($er beruï)rt, hm fo öielfeitig ge= 
bilbeten Krieger i)erï)crrlid;t. *) S)ie ©aïïerie 3f;rer Sebenl= 
bilber fte^t einzig gro|3 in unferer beutfd^en Sitteratur. 
3(^ bin fel;r entriiftet, ba^ in hzm legten ©tiid beê 
Quarterly Review (September) mein grennb Slrago fo 
fd^änblic^ beï)ûnbelt ift, anè politifc^er ^artl;eifnd;t, gang 
tüie id; öon bemfelben S^nrnale üiele Sa^re 1810—1818. 
©ine ^lote am ßnbe be» ©eptemberftüde fagt mit feltener 
3art|)eit, ber 2lnffa| fei gefd;rieben, eî)e man feinen 
%o'a \x)U^k, aber in ßonbon luar allgemein beifannt, t}a^ 
er erblinbet unb an 3öafferfnd;t, hk ü)n beängftigte, grän= 
§enlo§ leibenb toarü 

3}tit alter S)anlbar!eit unb Sln^änglid^leit unb ^eiDun= 
berung ^Ijuè S;alent^3 3f;r getreuer 21. ü. ^umbolbt. 

2)îontag§. 

*) Sebeit beê ©eitevaïé ®rafen 33ii{otit bon 2)emteiüt^. SSon Ä, 
21. SJarnl^agen i^on (5nfc. SBevïin. 1853. 



277 



156. 
§timï)o(bt an S^arn^ûgcn« 

^erïin, 3)cnner6tag ^aö)t, — bom 
13. sum 14. %pxiî 1854. 

Smpfangen 6te, ebler grennb, meinen innigften ©anf, 
©ie nnb bie liebenêtuiirbtge SSertrante ,,ber S)ämDnen''. *) 
®er ^önig ift für mic^ fôegen ber geiftli^en ^Drbere{tnn= 
gen je^t unfid^tbar, nnb gel;t. ÏRontag in militairifdjen 
2îngelegenï;eiten naâ) ^otêbam anf 5 — 6 3::age; aber ein 
red^t lüarmer ^rief öon mir ift morgen 8 U^r in ß^ar= 
îottenbnrg in feiner §anb.**) ©o ^abm ioir tuenigftenê 
nnfere 5ßflid}t tren getî;an. ^â) iuerbe gan§ ber refponfaHe 
2}îtnifter ber ^onferöatiöen; benn nor brei ^agen for= 
berte tc^ baê toierte 3)linimnm beê 9îot^en ^ogelê für 
einen Mann, ber 150 ^aï)x fein @rnnbftu(ï fonferöirt 
^at, ben ©ärtner S3onc^é, einen 3lbo:ptitofot;n ***) anè ber 
©Campagne. — @ê ift mir eine gro^e ^^renbe, ba^ '^^mn 
meine Introduction ****), bie nnr baê Sb'erbienft ber freien 
©efinnnng nnb ^rene f)at, and; in ber ^orm gefaden 
l^at. 2llë S)anf fd^icfe ic^ Seiten ein ber 3ß^^iii"ftä^^^^ 
Jüegen — Si^ni 1848 — nid;t nntüid^tige^ S)o!nment für 
^l^re 3tntograpï)enfammlnng. 3^nr bie anbern ^apiere^ 



*) SSetttna. **) Um il^n gu IBenad^rtd^tigen , baf? am 17. ®a*^ 
btgn^'ê goïbne ^oc^jett ift. ***) Subnjtg ton ©erïad) ^atte in ber 
jtoeiten Kammer ben 5ïbgeorbneten ißet£)mann=§DlItoeg einen Slbo^Jtiö* 
fol^n ^reugené genannt. ****) 3« ^ïago'S SBerïen. 



278 

tuelc^e bie irbifd^en Glenbigfeiten be» leiber offentUd^ ge; 
JDorbenen 3^^fte^ *) fcC}ilbern, erbitte id; einft guvud. 
Sitte» ©ble tDirb in @emeinï;eit f)erabgegDgen: xâ) l)abe 
einige feilen anttporten muffen. — 3^ leï'e monoton nnb 
trübe et mourant, avant le principe. 3)lit alter Sln^äng^ 
ïid^feit ^i)x 31. ö. ^umbolbt. 

^â) tnerbe geloi^ 3}îontag mid; ï;od;§eitartig einfinben. 



*) §evr 3)iat^teu batte [ic^ bagegen aufgelel^nt, bag auf bem 2;itet 
gefagt tüirb, §err Sarral fei bom 35erftor6enen jum §evauêgeter 
fceftellt roorben. 



279 



157. 
%xap Ott ^umöolbt 

Paris, ce 3 Juin 1848. 

Mon cher et illustre ami, 

JVlon fils est parti ce jour dernier pour Berlin, en 
qualité de ministre plénipotentiaire. Il est parti animé 
des meilleurs sentiments, d'idées de paix et de con- 
ciliation les plus décidées! Et voilà qu'aujourd'hui 
votre chargé d'affaires s'est rendu chez notre ministre 
des affaires étrangères, pour lui rendre compte des 
inquiétudes que la mission de mon fils a excitées 
dans votre cabinet et parmi la population berlinoise. 
Me voilà bien récompensé, en vérité, des efforts que 
j'ai faits, depuis mon arrivée au jDouvoir, pour main- 
tenir la concorde entre les deux gouvernements, pour 
éloigner tout prétexte de guerre! A qui persuadera- 
t-on, qu'animé des sentiments, dont je fais publique- 
ment profession, j'aurais consenti à laisser investir 
Emmanuel d\me mission diplomatique importante, s'il 
avait été en désaccord avec moi, s'il appartenait à une 
secte socialiste hideuse, au communisme, car, j'ai 
honte de le dire, les accusations ont été jusque là? 
Au reste, j'en appelle à l'avenir: toutes les préven- 
tions disparaîtront lorsque Emmanuel aura fonctionné. 
Votre chargé d'affaires regrettera alors la réclamation 
intempestive qu'il a adressée à Mr. Bastide. 



280 

J'ai reçu, mon cher ami, avec bonheur ton aimable 
lettre. Rien au monde ne peut m'être plus agréable 
que d'apprendre que tu me conserves ton amitié. J'en 
suis digne par le prix que j'y mets. J'ai la confiance 
que ma conduite dans les trois derniers mois (j'ai 
presque dit dans les trois derniers siècles) ne doit 
me rien faire perdre dans ton esprit. 

Tout à toi de coeur et d"ame 

F. Ar ago. 



281 



158. 
^umfioîbt nu S^aritljagcm 

S3erttn, greitag ben 14. 'apùï 1854. 

Sa hex Äönig fd^on ©onnerf^tag feinen Ä{rd;gang ge= 
l^aïten, fo Ijabe iä) ï;eiite nocf; in ©ï^avlottenburg gefpeift 
unb fami ^l;nen une erfrenlid;e 9lad^rid;t geben, ba^ loie 
ber ^önig mir gefagt „er i^on bem @(;rentage geton^t 
(nid)t huvä) llï)ben!!) nnb längft aUe§> baju bereitet l^abe.^' 
^ie ^ttgrebien^ien ber geiftigen ober materiellen ©pcifnng 
liegen freilid; für mid^ in ümm erif d)em S)nnfeï begraben. 
^l)x treuer .<pumbolbt. 

5prin§ üon ^pren^^n \im^ nid;t'3 t»on ber ©niabnng ju 
noce et festin. 



282 



159. 
|)mutJolbt au S3arn^ogciu 

^0 to bam, ben 4. Suit 1854. 

Sa ic^ burc^ meine amerifanifc^en S^erbmbungen in 
bie S)orliebe ber g-riebenvgefettid^aft geratt)en Un, fo tnerbe 
id) üoii berfelben mit tiielen i£;rer @d;riften mtb ^ra!tät= 
à)èn beläftigt. S)ie le^te 9îummer be» Herald of peace 
tft aber fo merfiüürbig biird; bie ^olitifdje ^eicegung ber 
frömmelnben giebenêquaîer, ba^ e§ 6ie, tt;eitrer greunb, 
toieUeid^t einige Stugenblide erl;eitert, felbft bie 3^ii9ii^)T^ 
§u ïefen. â^i'ftoren Sie ba'é Mattl 

S)ie (Beübung foU âugleid; ein 3^^4)6^^ ^^^ 2èhenè, 
b. l). ber innigften treneften greunbid;aft für ©ie in bie= 
fen trüben Reiten ber ©d)iüä(^e nnb be^J Unuerftanbeâ 
fein, ^pn bem neuen „©tal;(=9lanfe'fd)en'' @taatêratï;e 
l;abe id; mid; au» ©rünben, bie nic^t bie be» Stlterê finb, 
befreit, id; bin au»gefd;ieben. 

^d; lege Sî;nen nod; einen fraufen ^rief beê armen 
Sunfen bei, ben ©ie red;t geî;eim ï;alten unb mir ge^ 
tegentUd; iDieberfd;id'en muffen in meine berliner 3Sd(;- 
nung. (Srft ^eibelberg unb bann 33Dnn, immer glpifc^en 
ben anfregenben Erinnerungen an jiuei (i'r5bifd;t)fe. ^ei 
ber gefäI;rUd;en S^enbenj, bie ber eble 3}îann für tt)eDlD; 
gifd;en ©treit unb feine neu erfunbene apoftoUfc^e tird;e 
unter ber gnrma §ippoU;tu» l;at, iinirbe eine 2ïufentt;aït 
in (^-nglanb, nämlic^ auf betn £anbe jföifc^en Sonbon unb 



Dj:forb (ber ^üd^er iüegen) il;m erfpvie^ïid;er fein aie 
S3onn. S)ie angïîfanifd^e freiïid; nubulbfame §od)!ird^e 
ift in einem freien Sanbe niinber nnbequein, alio ein 
minifterieUer .^ird^entag in ^ren^en. S)a3n fürchte id) fel)r 
für (löetjen) ^nnfen'sS nn ff enfd>tf Hidden ^^înf bie brD^)enben 
l;i;potl;efenreid;en @d;riften über Urnöll'er, ägt)ptifd;e, in; 
bifd^e nnb an^njegrabene affi;rifd;c ©emiten, lüie and^ über 
bie Sage beê ^arabiefeê, für ba^^ bei Kiepert eine Aar te 
be ft eilt ift. Sanbf arten über SDÎeinnngen ber 3.^ölfer 
tonnen bon ber fd;iffbinbenben 9Jti;tf)e am 5,lîeer nnb ^^U 
mala^a bi§ gnm Slrarat nnb gn 3lramea Ä'pmboto^o, ja 
bi§ 5nm meyifanifc^en (Soycoy fid; erfteigen, ^l;antafiebil; 
ber, bie and; bie mormonifd;e 33ibel !ennt. (@. bie Seilage.) 

S)ie iueimarifd^en ^l;antafiefpiele finb mel;r l;eiterec 
2lrt; îBet}errfc^ung ber .Climate burd; 5îrl;ftallpalafte, bie 
gugleid^ 2öirtl;^f)änfer finb, 5Rico^3 nnb ajiabera nnnötl;ig 
madf)en, nnb ja nur V/.^ ïltillionen S:i;aler .Kapital er^ 
f orbern, eine Einlage in ber öhcn ^ot^obamer Äaf ernenn 
ftabt. Unb ba» an^Sgebrütet in bem i^irn eine» ïenntni^; 
öollen 9}îanneA, ^roriep. 

Wlit trener grennbfi^aft 3^r 21. .^nmbolbt. 

^otêbam, ben 4. î;uït 1854. 
3m 3ettatter ber Är^ftaU^jaläfte. 

3d^ finbe erft gang oor fnrgem in einem ^Briefe ©neife= 
nan's, 1818, (in ©tein'S geiftloS rebigirtem ßeben Sb. V. 
©. 262) bie üon 3t;nen geioi^ längft bemerfte ©tette: 
„§. ftrebt ipieber nad§ bem 3}iittelpunfte, aber iljm man-- 
gelt 3}ertranen, 2tc^tnng, ^ar after nnb dMÜ)/' ©et;r 
perfönlid;er ^a^ ïann ben eitelen ©neifenan bod; nur oer^ 
anlaßt ïjàhm, fo oeriüerflid^ bon meinem Vorüber §n reben. 
^â) erinnere mic^ freilid^ bon i^m getjort gu 'i)aben, @nei; 
fenan fei hd feiner 3}erabfd;iebnng tl;m feinblic^ getoefen. 



284 

20aê t)on allen ^artf)eien iibrigenê bamalê liber poltttfd^e 
Snftitutionen gefagt tüirb, îommt mir je^t, unb îam mir 
fij^on 1815—1818 öor, aie läfe iâ) ein pî^pfifalifd^eê ^nä) 
beê breijel^nten 3a^rt)unbertê, nur gnrd^t üor ^rDt»in§ial= 
©tänben tuar JU loben, c'est de la bouillie pour les 
chats. — 

über tiefen 33rief betnerït SBarntiagen ben 5. :3uU 1854 in 
feinen Tageblättern: ,,^â) fanb einen großen 95rief »on ^um^ 
bolbt, ber mir ba§ nenefte Stücf üoni Herald of peace, einen 
35rief »on 33unfen — Dier enge D-uartfeiten — unb einen an- 
bem üon SRobert 'groriep anê Söeimar mittbeitte, begleitet üon 
feinen guten 33emerfungen. « 3)ie ©enbung, fagt er, foil ju= 
gleid) ein 3ei(i)eii t'^ê SebenS, b. i). ber innigften treueften 
^-reunbfc^aft für ©ie in biefen trüben Seiten ber 6cb>üäcbe unb 
be§ Unüerftanbce fein.» ferner: «SSon bem neuen 6tal)l' 
9{anfe'f(ben 6taatêratbc babe id) mid} auê ©rünben, bie ni(bt 
bie be§ Sllterê finb, befreit: id) bin au§gefcbieben.» Sann fprid^t 
er t>on ben ^bantafiefpielen {5i-Driep'§, ber einen ba§ ,^lima he- 
berrfcbenben lîriftallpalaft in ber « oben ^afernenftabt « ^otêbam 
grünben, unb baju 1% ^îillion %l)aUt anleiben mötbte! (Snbs 
lid) rügt er ©neifenau'ê DJÎi^urtbeil über Söilbelm t»on c§umbolbt, 
au§gefprod)en in einem 33riefc nom ^ai)x 1818, ben 5ßer^ in 
bem „geiftloâ rebigirten" £cben 6tein'ê mittbeilt; mit 9{ecbt üer; 
tüirft .^umbolbt biefe fc^nöbc iïlîi^eurtbeilung feineâ 33ruber§. 

S)er 93rief »on 33unfcn ift fcbr unorbentlicb gef(brieben, S^um- 
bolbt nennt ibn einen « f rauf en » , maê ibn treffenb bejeicbnet. 
33unfen mü fünftig in 33onn »üobnen, beflagt aber, ba^ bie Uni= 
»erfität fo beruntergeïommcn fei, bcfonbcr?^ in ber tbeologifd)en 
^afultät, man babe 5)orncr unb 9^otbc roeggebiffen, unb bie 
allerbefcbränlteften ober mittelmäfügen Sente , irield)e man in gang 
S)eutfd)lanb auftreiben fonnte, n>ie Sänge unb ©teinmei;)er, feien 
an bereu Stelle getreten; öon §engftenberg'§ ©tubirjimmer au§, 
bunb ©erlad), gebe alle§ auf 5l?crbummung unb SSerfinftemng 



285 

ïoê; man toerbe biefe trübe 3eit t>eê geiftreic^ften ^5nig§ t)C§ 
^a^r^unbevtg noc^ öiel ärger beflagen unb öerurtl^eiten, at§ 
SGBöUner'e; alleS l;abe jugleic^ ben reaftionairen poUtifc^en ^a= 
raïter ber i^unf erpartbel ; nur ^eucbelei unb h)at)rer Unglaube 
njerbe burd) biefeè unselige ©p[tem gepflanjt, unb bie (eibenf(ï)aftî 
Ii(^[te 9îeaïtton vorbereitet; mit ©arben unb $oUjei ïbnne man 
ja politifc^ tt)un maâ man molle, — fo lange eê bauert: allein 
bie ^necbtung be§ @ei[te§ l)abe ber Seutf^e nie ertragen, unb 
fein (Çluc^ folge burd^ alle ^al)rt)unberte benen, bie fie gefuc^t 
l^aben. So fctireibt 33unfen! Slber je^t, al§ gefallener ©iinft; 
ting! Sßie mar unb mirïte er tior|)er? 2ïud^ jur 35erbummung 
unb ^nec^tung. (Sanj ä^nlic^ mit D^labomi^, ber auc^ jule^t 
freifinnig t!^at!" 



286 

160. 
S5arnï)ogcn an ^imMht 

33 er (in, ben 8. 3uU 1854. 

9îîit gerü()rtem ban!6arem ^erjen ^ab' ià) ©uer dp 
jelïeng t^eureê Schreiben emipfangen. ^a ioof)!, ein Se; 
benÄgeic^en, ein ^ziàjen beâ fräftigften, ebeïften Sebené! 
3ßemt je bie ^rage entftef)en könnte, n)ie ©te in bief er 
trüben ^cit gebad;t nnb gefiiïjlt ï;aben, fo lüürbe ein foï= 
c^eê S3latt bie entfd^iebenfte Stnttücrt fein, ba» glanâenbfte 
3eugniB einer ©efinnnng nnb S^f^ätigfeit, bie ftets bie 
gleid}e 9îic^tung ge(;alten nnb fid; nie öerlängnet l)dben. 
5Den Srief auè Sonbon — ba§ i^m gegebene ^eilnort 
„franè'' bejeid^net t^n treffenb in jeber ^Bejiel^ung — 
fenbe id; bem 33efei;l ©ner ©yjetten^ gernä^, ï}iebei ^fli(^t= 
fd)nlbigft ^nrud; luie gern ï;atte id; il)n meinen @amm= 
hingen einverleibt! Gr ift ein merftourbige.^ 3^i<$s^ '^^^ 
gegeninärtigen 2^erl)ältniffe, inand;e Oïnêbriide finb topn 
ber fdyUigenbften 33ebentnng. 3d; wollte nnr, ber ©c^rei; 
ber I;ätte and; früt;er fid; fo geändert, üor ben legten 
perfönlic^en @rfat;riingen! S)er ir)iffenfd;aftlid;e Sînf, ben 
Sie bnrd^ hk broî;enbe Sd;riftenf(utï;, gefä(;rbet glauben, 
fd)eint mir öon 2(nfang anf nnfid;erm ^oben t;anptfäd;lic^ 
bnrd; äujsere Stufen ge(;a(ten iDorben ju fein, nnb mit 
biefen unrettbar fallen §u muffen. 3]ieIIeid;t mirb fid; 
bie politif^e 53abn loieber eröffnen, aber geipi^ nid^t 
burc^ Utterarifc^e .öütfe, aie lDeId;e biefe ^lö^tid^e Ûber= 
ftürgung bod^ Jüot;! mitbeabftd;tigt fd;eint! ©d;tüeigenbe 
9îuf;c trürbe iueit nü^lid;er fein, ^nbe^ barf biefe an bem 



287 

getüäpten Drte jdjioerlid; eriuartet lucrben, luo ber fat[;cs 
lifd;e ^afj bereite rege ift, iinb t>m politifd;cn näf;rt iinb 
t»erftär!t, ber üon l;icr aus uad;f)altig fcrtlüirfen luirb. 

S)er felicje ^-iivft ÏOittgenftein beglüdmünfd)te iiiid; eiuft, 
ba^ id; niât nötijiQ Ijätte im ©taatêratl; gu fi^eii, uiib 
ba§ wax bod; ber alte, in iueld;em anâ) 6uer Grjell'enj 
iüaren! Um lüie üiel meï;r muB id; ©ie becjlüd'iDüufdjen, 
ba^ «Sie bem neuen fid; entjogen l;aben, in lr)eld;em ©ta(;t 
unb 9îanfe finb! 5Dem le^tern lüirb 1üoI;( niemanb iik 
Stoffe ber Iäd;erlic^en ^erfon ftreitig madden, bem erftern 
jebermann ben S^orrang be^ ©opI;iften la[[en. 

S)ie SBorte ©neifenan'^v lüeld;e ^erl^ im Seben ©tein'^ 
(V. 2(32) mittl;eilt, paffen fo gan^ nnb gar nid;t auf äöils 
I;elm ücn ."pumbolbt, baf^ man lH'rfud;t loäre, iiaè ô. bort 
anbery ju beuten, irenn fid; bafür eine ftattf;afte 3ïnua(;me 
finben Iie§e. 3d; l;abe iüoI;l felbft aus ©neifenau'S SJhinbe 
iuBerungen üon Un5nfriebenl;eit gefiört, aber nie fo(d;e, 
i)k fo auvgefd;ir)eift t;ättcn, benen fo leic^^t unb üoffftänbig 
gu nnberfpred;en geiuefen unire! äßa^^ ©neifenau an 3f;rem 
trüber tabelte, lr»ar f;auptfäd;lid;, 'oafi er nie lun'fud;t 
î;abe, burd; fein 3(nfel;n unb feine ©eifteeüberlegenlieit 
bie ©leid^gefinnten gu einer ©emeinfamfeit ju bereinigen, 
mit ber \ià) üiele« ptte untevnel;men unb beiinrfen laffen. 
2)od; biefen SSorlüurf, Wenn eè übert;aupt einer ift, l;at 
©neifenau felbft eben fo üerbient, unb üon ben ©einigen 
reid;lid;ft erfat;ren! SDaê 33ud; i^on 5perl3 tuimmelt non 
Ungered;tigfeiten unb ©(^ieff;eiten, hie ^\üav meift öon 
©tein felbft I;errül;ren, üon ^^er^ aber mit bünber ^ar; 
tl;ei(id;feit befräftigt merben; er, ber affec mittl;eilt, and; 
oft gar nid;t §ur Baàje ©el;örige5, läjit ir)id;tige Sitten; 
ftüde unbebenllid; fort, fobalb fie nicl^t gang jum "^dv- 
t^eil feine§ gelben finb. S^affelbe tüirb ber ^all fein. 



288 

Winn er ©neifenau'ê 33iograp^te fd^reibt, ju ber bod^ öor 
allem eine friegioïunbige .'panb erforberlid; ipare! — 

5Daê fromme Üuderblatt wax mir fd;ou bef'annt; man 
l)ätU folc^e llngel;ener(id;feiten in englijc^er 6pra(^e !aum 
für möglid; l;alten fotten! 3tber unfre 3ßtt ift i-'eiü^ an 
foId;en. 2ln bie 6tette beê 2^ifd;rüdene ift ber ^ftjd^o- 
grapi; gefommen; man toitt mit ©eiualt mir ben ©lanben 
an bie 2llbernl;eit anfbrängen, ià) entfd;nïbige miij^, ba^ 
in meinen ^a^ren man etiüae ^nriidbleibt, id; fei erft beim 
5rifd;rüden, üon bem aber lüiH man nid^ty mel;r !;ören. 
Sei biefem ©egenftanbe fädt mir üwae ein, haè ià) n\ä)t 
nnterbrüden mag! (Bê gefd}ieï;t natürlich fe^r oft, bajs 
Stn^ernngen ©ner ©ygeHeng, befonberjc folc^e, bie an Äönig; 
Iid;er Siafel üorgefommen, in'i3 gro^e ^nbtünm bringen, 
I;ier mit ©ifer lüiebert)olt ioerben, nnb babei bie ablüei- 
d;enbften ©eftalten anne'^men; fo ganj ïiirglid^ mieber 
eine (gntgegnnng an §errn 6enfft öon ^ilfad^, in ber mir 
bie nrfprünglid;e ?3^affung fet)r verloren fd;ien; eê )t)äre 
bod; tüünfd;en^Müert[;, iuenn biefe iebeêmal irgenbn)ie ant^en^ 
tifd; betr)at)rt njürbe! — 

3Jîit iDibert)oltem innigften 2)anf, in trenfter 3}ere^rnng 
nnb @rgebeni)eit Dert)arr' id; nniuanbelbar @ner ©yjettenj 
gang geï;orfamfter 

SSarn^agen öon ©nfe. 

Einige ftar!e, mir fo loittfornmene al^3 nneriöartete, Sïnê^ 
brüde in bem Sonboner Srief erinnern mid;, bajs aud^ 
§err t>on Oîaboim^ in ä^nlid;en fid; ergangen l^at, nnb 
fie fogar ï;at brnden laffen (©efaimnelte 6cE)riften IV. 
210. 256. 281.); in ber mittlem ©teile ge^t er fo n)eit, 
ben 2Bal;lfprnc^ „©egen S)emo!raten l;elfen nnr @olba* 
kn'' in fein @egentl;ei?'umju!el)ren! 



289 

161. 
^iimboïbt nn S?ûrnt)ûgcit. 

SB er lin, ben 9. 3uU 1854. 

3<^ fîttbe, toon t)cm in ©anÄfoiici gefeierten rnffifc^en 
9îamenêtage 5urüdM;renb, ^îjren liebeneiuiirbigen 33rief. 
5Da ic^ 31;nen nid^t^ abfd;Iagen fann, fo lege i^ ben 
|)ippoU;tiiv Bei! 33efriebigen 6ie bafür meine 9îengierbe! 
3d; glaube nie in meinem S,ehen mit t'aérai ©enfft üon 
plfac^ gef:prod;en gu l?aben; id; fönnte il;m auf ber ©tra^e 
ober in ©efellfc^aft begegnen unb ir)ürbe i§n nid^t er!ennen. 
5öei bem allen fann id; iüoI;l bei bem Jîonig mit il;m ge^ 
fpeift l^aben. dlaà) bem, iüa^ id^ t»on il;m gel;ört, füt)le 
id) mid; nid;t gu iî;m ï;ingeneigt. 3)a id; bem iîonige 
^teUi gegenüber fi^e, fo rebe ic^ laut nur §u biefem, aber 
rec^t frei, ineit id; iueifj, ba^ man c§> loieberfagt, freilid; 
gemobelt naà) ber 'Färbung beâ @rgä(;lenben, in einem 
Sanbe ioo baju aïïerï;anb Slnfpielung eine» garten S^abelê, 
bei üöUigem SJiangel ber Stu^bitbung in gefelliger Stebe, 
öerloren gel;t. 

S)a!o llrtt;eit üon ©neifenau betrifft geloi^ meinen Vorü- 
ber. S)a» finb oft augenblidlic^e SlufloaEungen. Sd^iEer 
fd;reibt an iîorner, ali iä) in ^ena an!am, ,,ià) fei um 
üielee geiftreid;er unb begabter aie mein 53ruber'^; fpäter, 
in einer 3'''it al§ er mid; täglich fal; unb mit 3<^'ii*tlid^!eit 
überl;äufte, fd;rieb er an Äörner: „icE) fei ein befd;ränfter 
58erftanbe)?menfc^, ber tro^ atter raftlofen ^^ätigfeit in 
meinem ^aä)e nie ü\m§> ©ro^ey leiften loerbe. .§er- 
ber'ê SBerïe feien Äranf^eiteftoffe, bereu fic^ feine 9tatur 
entlebige.'" (Tlan QÏanU eine ©teile au» QelUx'è Srie= 
fen gu lefcn!) ^n einem Slutograpl^en anè einer ©amm= 

2(. ». Jpumiu'Iit'é Söriefe. j^9 



290 

lung in âlug.êbunj, baê man mir fcyenfeu lüoUtc, nnb baè 
id; jurücfgefd^tcft, fd^reibt mein greunb ^nirft ©. an 
Äoreff: SKe^anber i^. bccgleitct lüieber ben ^önig auf ben 
3tad^enei' £ongrej3 blo^ aU @püvf)unb! So mirb für bie 
gläubige Dtadjtoelt auf ber Sebeuicbü^ne gef:piett. .^aifer 
SUeyauber ()atte bem üorigen Ë'onig erjä^ilt, mein 53ruber 
fei ot)ne allen B^^^^ifel im ÏGiener ilongveB üon ben i^iuben 
um if)nen nül^Iid; gu fein mit @elb beftod^en iDorben, ioie 
^arcn 33ülDiD in ber belgifd;en Slngel eg eut; eit öou ben 
^rau^ofen, laut bem 5îonig ücn ^annoüer. — ^n ed}ö; 
ning'â fefir intereffantem baierifd;em ©rbfolge!rieg, inter= 
effaut burc^ bie J^orrefponbenj mit ^rinj ^einrieb unb 
bie Dîiidfpiegelung aiif bie je^ügen fc&amüotten 3iift<^i'ii^^/ 
ftel;t ®. 294 ein politifd}e^ ^rojel't, haè mir unOclannt 
mar, ber öfterreid;ifd;e SSorfcMag bem &aierifd;en S^axi'ie 
für 3l6tretung üon 33aiern bie 9tieberlanbe aie Äönigreid) 
^urgunb gu geben. 9tad; fo einetn 2::itel £ünig ücn 53ur; 
gunb firebte 1815 i^ergog üon 3)î. fid; aber mit Sd= 
tl)ringen unb ©tfaf? begnügenb. ^tapcleon i)atk auc^ ben 
Principe de la Paz für einen 3tugenblid gum Jîonig i^on 
^Bätica (2lnbalufien unb ©ranaba) au;o ©rinnernng an 
„Télémaque'^, beu ^ön\Q tion ©arbiuieu gum Roi de 
Numidie mad;eu lüoUen, obgleid; ber ©eber über feine 
6paune Sanb in Slfrüa gu biêponiren l^atte. 

9}tit inniger ^reunbfdjaft immer gleid; inlorrelt unb 
unteferUd; ^^v treucfter 

Sonnabenb Tiad-ji. 2t. i\ ."pumbolbt. 

(©c^on 1743 bot Defterreid; bem iîaifer iîarl VII. 
für Saiern bie erft gu ercberuben ßlfa§, Sotl^ringen unb 
^rand)e;©Dmtc aie Üönigreid; an. 6. Mem. de Noailles. 
Tome VI.) 



291 



1G2. 
^«mîioïbt an butina Don 5Crnim, 

(3« 2(bfd^nft yon 5ßarnf)aijen'§ ."ganb.) 

SerUu, ten 8. Suïi 1854. 

3ßaruiu, gnäbigfte ^Baronin, ^at ber ßiütcje au^ bem 
^'uf((i)crn, ba-o er fo fpavfaiu auf unfereii elenben, fiinbitjeu 
©rb&att (eert, ©ie mit geiftûjen (Babcn iinb mit hm nod) 
fd;öiieren ©abeii jarter ©efül;Ie überfd^üttet, lüenn Sie al= 
berncn Sieben „über bie üon beneit id; mid; entferne'' 
trauen! ^aS <Bk i^l^re prop^etifd;en '33ifiDnen nennen, 
fonnte niid) nid;t erfd^reden, ba fold; ein .*r)ellfeî;en mir 
and; gefd;en!t toar! S)er Äönicj ijat feine (Silbe üon^t)rem 
'^ud)e gelefen ober [ic^ lefen ju Uiffen cjeiintnfdjt, iüie id; 
üon Inbern l^öre, ba id; feiten ben Slbenb erfd;eine, unb 
mein S^orlefen feit S'iî^i^en anfgefiört I;at. 2ßie fann id; 
aber, l;od;i-)erebrte g^reunbin, ber id; beim Könige nie bie 
2ßorte ®omfa:pelle, ©d;auf:piell;an)3, ^on^ertfaal 
auwfprec^e, nie ein SBort üon ber ©pift^ns eineê afabe= 
mifd;en ^entval^'^ombau'üextinK: in ^onn ober üon einem 
Wurftaube be» l;iefigen S^ereinê erfal;ren l;abe, in biefer 
(Badje mir ©e^iJr üerfd;affen! Süte» \va§> über fold^e aUer= 
bingc^ n:)ünfd;enair)ertl;e 3)inge münblid; felbft non fDge= 
nannten Ginflu|3reid;en vorgetragen tourbe, bleibt je^t o^ne 
alle S5ead;tung nnb 2Birfuug; e^ fann nur ein ©rfolg ge^ 
f;offt toerben, Wi^nn unmittelbar an ben iîouig ein offizielle» 
Exposé be» SSor^abeuio mit perfönlid;er Unterfi^rift bei* 

19* 



292 

SSorftanbeê unit beftimmten gorberungen einfach gerichtet 
tcirb. ^n ben Ä'abineteöorträgen allein toirb entfd^ieben, 
imb ^h^n be§[;al5 mii^ baS ©e'iuà) beftimmt iinb tooUftäm 
big in einem ©d;reiben an ben .fîonig bargefteUt fein. 3n 
bief er betüegten ßeit, in ber ber 3)ionar(^ mir iüoc^enkng 
in ©anêfouci üermeilt, ift bieê nod^ notl()tüenbiger aU je! 
— SSon 3)îal;Ier 'Siaüi'e Sitian, poIitifcf;en S^erbäd^tignngen! 
unb bon I;oI;en Unbefannten — toon bent alle ï)ore id; aud^ 
§nm erftenmale, nnb luerbe gern bagu beitragen bie SSer^ 
bäd;tignngen nieber5ufd;lagen, njenngleid; bei meiner be^ 
kannten garbling bergleid;en „essais de blanchir'' eine 
feî)r fd)liiad;e .'p'^'^f^ U^^'^- l^itter fo t»ielen fd^merjl^aften 
©inbrüden, bie ©ie in ^l)ux glül;enben fc^onen Siebe gu 
allem 2ßal;ren, ^^reien, ©bien nnb ©nten fo unerf clutter; 
lid) naî;ren, l;aben Sie gu meiner grofsen ^reube, neben 
ben 2:;iirïen[iegen nod; gtoei anbere ©rünbe erï;eiternber 
©enugtl;nnng. — ^^x @oet^e;2}?onument ift gefiebert, unb 
ber ntir t(;eure @n!el heS großen 2)îanneâ t;at bienftlic^e 
2tner!ennnng nnb eine freiere Sage errungen in ber xö- 
mifd;cn ©efanbtfdjaft. 

3}îit unt>erbrüd;li(i^er alter 5ßerel;rung unb j^reunbfd;aft 
S)er 2llte öon hen ^Bergen 
2Ï. ö. ^t. 



293 



163. 
^umtiolbt an S^aruljûgcn, 

Berlin, ben 10. 3uli 1854. 

Sine fo grob „l^interpommerfd^e" birefte SlnttDort 
fonnten 6ie, t^eurer ^yreunb, mir freiließ md;t jutrauen! 
3cf; t)aOe !eiue St^nuiig üon ber ^xaqe über bie S3egeifti= 
guug beê §id;ten^oI§eâ am S;ifd;e beê i^onigê, loo ieber= 
maun baran cjlaubt, ipie an bie perfifc^en ^eerfd;aaren, 
bie man im (Sid)§felb in ber £uft gefetjen îjat. S)a5 
„S)rama'' ber Areuggeitung ï;at inie aïïeê luaè auê bief er 
fd;le(^ten nnb an ©eifteêarmntî; !ranfen ^artl^ei !ommt, 
baê ©epräge feiger 33oêî;eit! ©ie finb nid^t ju besagen, 
ta Sï;nen ein Sc^a^, ba» l^ei^t bie ^raft befeeïenber (Bx- 
innernngen auä einer großen ^eit^ 1813, geluorben ift. 
%nâ) i^ ijahe mic^ immer üor ber mit ©eift unb Sift re= 
bigirten Revue des deux mondes gnrüdge^alten. SBaê 
man gleid)§eitig l]a^t, t;a^t man barum nid^t axbi glei($en 
SRotiüen. 5Die ï)eutigen liberalen bort glanben fic^ ge= 
red)tfertigt, nac^ 33erliner ^nnbejiüang betten, aber nid;t 
beiden jn bürfen, „Hunt oI;ne ben Erretter fie atte luürbcn 
im Slute gefd;lüommen tjaben.^' Credat Judaeus Apella! 

3^r treuer 21. t». §umbolbt. 

2Rontag. äBiefcer eine £eic^e beftattenb. * ) 

Ein mir nnbefannter Slrbeitx^mann rebete mic^ an, 
bei bem Segräbni^ üon Benjamin Confiant: „N'est-ce 
pas, mon bon Monsieur, vous n'avez rien de si beau 
en Prusse, mais ce sera bien plus beau quand nous 
enterrerons M. de La Fayette.'' 



*) ®cS SRafd^inenÉiaiieré Sorfig , tpentge Xag^t früf)er ber Çrau 
îïmaïia SBeer; beiben a^c^ute ber fünfunbac^tgigjä^rtge ®rciê bei. 



294 



164. 
§iiinöolbt ou S5arnî)ûgcn. 

33 er lin, ben 29. Suü 1854. 

3u (Spanien ruft bcr tugenbl;afte „Stnfftanb'' nne bcr 
tucjenbî^afte 3oî;anniter?Drben am 2ÖilI;elmlpla^e : „Gê lebe 
bie .^eufd;l^eit!'^ — viva el xjudor (Qfabeïïa) viva la rnora- 
lidad (bie uneicjcnnü^igc (Eliriftine) , — aber feilten ©ie, 
t^)curer greunb, ev für niöglid; î;alten (^uli 1854!) bafe 
ber c^err £nïtuêminifter, freili(^ biC^f)er vergebene, au^ 
ruft, viva el pudor! 6r l^at ganj officiellement beim 
iîonig angetragen, baJ3 bie unbel^ofeten ©ruppen fon ber 
^rüde auf Äöniglid^en S3efeM irieber iretjgenommcn unb 
im 3eugf)auie infargerirt toerbenfoïïen, oî)ne ^uri^t üor 
ber 5preffe, ba baê neue ^ranffurtcr ^ref3oiüangv=^unbeÄ; 
gefe^ bod; nur ben genialen im 5Dtünd}ener Äri;ftattpalafte 
noà) feî;lenben 33erliner ^unbe^SOîaulïorben gleid^t, bie uni3 
Sitteraten nur ba-3 SSeijsen, nic^t aber ba^^ Seilen tter; 
lüel)rt. ïoie öiel ift nid;t fd;on an biefen §unbe=|Dîaul:= 
fbrben gefünftelt luorben! £er britte 9îuf: ^^va la liber- 
tad! {'it in ber .^albinfel bod; burt^igebrungen tro| allen 
t>ornel)men Slbläugnenso. '^l)x getreuer 

d1aâ)të. 3(. ö. |)umbolbt. 



295 



165. 
I^iimfioîbt an 5I^aruî)agcn. 

55ev(in, ben 31. 3uU 1854. 

Leiber! nein! ^â) ii>ar in beni ^rrtf)nm, baf3 beu %in- 
îawf bec S)en!maï^3 für äi^einiar ganj ttollbracï;t fei, nnr 
baJB bie SSercjröfjerung bex' SDenfmaly, bie nnfere t)errïid;e 
^reunbin gctüünfcfit, aufgegeben fei. 3^^ ben ©pbciren, bie 
là) fenne, ift je^t an ïcinen tl;atigên 2Xnti;eil §n benï'en. — 
®er Stuc^brucf: „S)ie Ännft ift ja fd^on ©eioanb" ift i^on 
grower geinkit nnb <Sd;önI;eit. ©antbarft ^br 

2Ï. t). ."puinbolbt. 
9)îontag, burc!^ (Sifenbal;n gebrängt. 

Sn ben ^bereinigten Staaten ift allerbingS tiiel Siebe 
für mid; ermad^t, aber ba^^ ©ange gemalert mir bort ben 
traurigen Slnblid, baJ3 bie g-reit^eit nur ein SOted^aniêmuë 
im Glemente ber 91ü^lid;feit ift, fôenig bort üerebelnb, baë 
©eiftige unb @emütt;Iid;e anregenb, nwi bod; ber Qw^d 
ber politifd^en greit)eit fein foil. S^aber ©(eid;güItigMt 
gegen ©üaüerei. Slber bie 3?. ©t. finb ein ©artefianifd^er 
SBirbel allec^ fortreij^enb, tangiüeilig niüellirenb. — 



296 



166. 
S3ûrn^ûgcn an -Çumïioîbt. 

iß er Un, ben 8. Sanuar 1855. 

Suer ©ygeÏÏens 
^abe ié) innigft gu ban!en, ba^ 6ie bej freunblii^er 2lu§* 
tf)cUung ^errltd^er ©aöen fid; ftetê auc^ meiner günftig 
erinnern! 2ïn (Sifer beê empfangene, an ©d^ä^nng beê 
Empfangenen, an ^anfbarfeit für 'ozn ebïen ©eber, tüiU 
iâ) t)on niemanben mi^ übertreffen laffen! ©tefeê in fo 
fi^önem Tla^ gehaltene, gebiegene, nnb gugleic^ elegifd^e 
SSormort ift ba§ n^ürbigfte nnb banernbfte Senfmal für 
'am âu frü^ bal;ingef(^iebenen ^ringen, über ben and) bon 
anbrer ©eite mir ^Jîac^rid^ten gnge!ommen finb, bie fein 
SIblcben in ber S3lutï>e ber ^ai)xe tief bebauern laffen. ^â) 
merbe fnd^en, mir fein SBer! ^u toerfc^affen, baê öon @uer 
eyjelïenâ fo treffli^ empfotilen n>irb. — 

S)ie trübe 9^ebelî;uIIe, ipelc^e baê S^ageêlic^t umfd^Ieiert, 
entfprid^t ben geiftigcn Stimmungen, t>on benen iâ) 'me- 
nigften§ mic^ gebrucît fül;te; e» ^at mir in ben legten 
^agen nid^t gelingen sollen, eine ïjeitre ju gewinnen. — 

3Kit ben ^ei^eften 2Bünfd;en für ©ie, in treuer SSer= 
e^rung unb banïbarfter ßrgebent;eit uniuanbeïbar 

©uer ^yjettenj ge^orfamfter 
33arnl^agen toon @nfe. 



297 



167. 
^umöolbt an ^^ûtn^agett« 

33 er lin, ben 26. Stpriî 1855. 

33ere^rter ?3^reunb, 

^in tounberfamer 3)îiffion5uerfu(^, in dm tbçllenartige 
©efpeuftergefd^id^te eingefleibet, poUtifd^ unb feligiöiS, n)un= 
hexbax fd^iüülfticjen „faubren" ©tile, ben ià) ^l)nm miU 
tl^eilen mu^, iDol;! el^er baê 2öerf eîneê 3}îanneê. ^on 
bem „toarmen'^ od^t3eï;niaf)rigen ©eburtêtag, an bem ber 
Siebeêbunb gefd^loffen iüurbe, üerftel^e id^ nid^tê, feigne 
mid^ auc^ nid;t nac^ bem SJZagnetiêmuâ ber .^änbe. — ^d^ 
Italie ew für bequemer gar nid^t ju antlüorten. $Die ©a- 
turtialien beê SDeêpotisctuuS unb ber @d;meic^eïeien, baê 
fred^e geft ber 33ergef[en^eit aU gebe eê !eine ©efd^id^te 
»on 1813 nnb 14 ift nun auêgefpielt, unter bem freien 
.^'nfebolfe, eine 2lrt Sïffenromobie. @ê giebt nur einen 
^roft, ber mid^ aufrichtet, baB auê bem allen ettoaâ eut? 
'ÏU^en Joirb, ïuaa beibe ^T^eile gar nid}t beabfid^tigen. S)aê 
ift le principe, baiS uuê Sllïe überlebt, ^c^ bin fo grau= 
fam ©ie mit einzureiben. 3Jleinem S3ruber 2Bil^elm fd^eint 
ba oben haè Äaffeler ^uä) gute S)ienfte geleiftet gu ^aben. 
3Jîit alter 2lnl)änglid^feit unb 35ereï;rung ^^v getreuer 

SI. ^umbolbt. 
2)littiüo^§. 

3d^ bitte ©ie ja mir bie ©efpenftergefd^id^te jurud^gu: 
fd^icfen. 



298 

âlnmerïung üon Sîarnl^agen. 

3« ^umtioIbt\^ «riefe öont 26. 2t))iil 1855. 

eine „Unbefannte" iinagt eê, „ÎOovte ber 2)îad}t be§ ©eifteâ" 
ju überfenben. „6ie finb ibr gegeben, unb ber Sefebl bobei 
erlaffen, fie lüieberjugeben." 2ßenn §umbotbt antmortet, fo möge 
et ben Srief unter ber Biffer 31. 5ffi. unten im Saben (inf§ üon ber 
§au§tbüre Sinbenftra^e 120 abgeben laften, unb bann tneitere» üer= 
nebmen. ©in 2ßanberer, ber au§rubt, n^irb ge[(^iibert. Ser ©ruber 
Sßitbetm erfdieint bem Sirubcr Sdeyanber, unb mabnt ibn, an baê 
Himmelreich ju beuten, njie berrlicb eê ba oben, luie nebelbaft 
e§ auf ber ßrbe fei. 2l(§ 2ßabr5eid}en erinnert er ibn an „ben 
acbtjebnten Carmen ©eburtêtag", ino fie fid} Siebe getobten, ein 
©cblour, ber über ben S^ob binauêreid)t, unb ben er biermit loft. 
Gin fd)h)ülftigee ©eir)äf(^, in »t»eld)em ba§ SBort „fauber" mh 
maU toorfommt unb at§ wenig angemeffen auffallt. 

3ur oben angegebenen Stbbreffe bemertt §umbolbt: „^ort ift 
ba§ ^enfionat t>on 'g-rau tion Söenffteni unb bie 5Bitttt»e 'ipoppe." 



299 



168. 
I^umooïiit nu l^aniljagcu. 

iBerrin, beii 9. STugaft 1855. 

3d; Batte fc^on lu^ii ber inelbecjeifticjtcn gilrftin 
öon SBittgeuftein mit 53cînibniJ3 ücrnonunen, ba^ ©te, 
ebtet greunb, md)v aU geiuoïjnlid; litten. 9ieî;men ©te 
îiiid^, tro^ meineê langen 2(n^5b(eiuenê nnb meiner unbe- 
qnemen trilogie Berlin, 3::egcl nnb 5|]Dt!obam, nad;fid;tc; 
t»olt an\ , ©onnabenb gegen 1 llbr. 3c^ ii^crbe ^Inun 
bann and; ein Heineê ©anïfagungêfd^reiben an S^ren 
|)errn 3]etter, ben Aaiferï. In*a|. ©efd;äft^5träger in 9}tabrib, 
Bringen, ©eine ©ejd;id;te, anf ard;iüali[die 9Jtpmnnente 
gegrilnbet, fd)eint rec^t ir»id;tig jn loerben; aber lyeldje fonber^ 
bare ©enbnng, oï;ne bie erften ©eiten bcijnïegen, nnb îîoten 
and^ D^me Slnfang.*) ^â) jlneifte, baf3 id; je in meiner 
ïu^mi]d;en llnorbnnng jene Slnfiinge erl;afc^e. S)a id; 
geftern ben ^^rtn5en üon ^ren^en faft eine ©tnnbe lang 
allein geieï;en, fo iperbe id; 3t)nen einiget nic^t Hninter; 
enfante, iuenn and; gar nid;t (?ntld;eibenbe, jagen fönnen. 
S)er ^rinj, it^n ïà) für iDabr(;eitliebenb t;alte, Derfid;ert, 
feinen ©rnnbfät^en getreu, überall lant geändert gn !^aben, 
ein Ärieg inürbe mal;rfd;cinlidi üermieben iporben fein, 
n^enn ^renfscn nnb Defterreid;, gleid; anfang^3, mitlnirlenb 



*) Historia geral do Brazil, tomo primeiro. ®ic I;tcr fcf)(enbeit 
©tücfe f;atte er früf)er aU ']3vo6eu gcjaiibt. 



300 

unb t^ätlic^ gegen Sîxi^tanb mit ben 3Beftmäc^ten aufgetreten 
toären. ^n ^eterebnrg anttoortete man, ber Äaifer 9îi= 
ïoïauâ mürbe bocï) ni^t nad^gegeben ^ahen; »aê er he- 
jtoeifle . . . 

SKit treuer Stn^ängli^feit ^^x 

% ü. ^umbolbt. 
Sonneretage. 
©ie toerben mir münblid^ ben ml;t^oIogif(^en 3^amen 
Sorocaba beuten.*) 



33nmï)agen berichtet in feinen Tageblättern ben 11. Sluguft 
1855: „©egen 1 Ubr tarn ."Qurnboltit, troblauêfebenb, ganj 
rüftig, frifdien unb lebhaften ©eifteê; wenn er cor furjem, fôtc 
5)iric^{et meinte, einen mi^üd?eren ßinbrud gab, fo mar ba§ 
Aranîbeit unb ift »ergangen. 3uerft von tem SBu^e meineê 
3Setterê, ba§ er tobt, für ba§ er in einem Srief an ibn banft. 
5)en 2Iu5brucf Sorocaba !ann icb ibm nid}t beuten, ^umbotbt 
bat erft neuerbingê ben großen brafilianifcben Drben erbalten, 
wegen eineê Si^iebêricbterfprudjeê , ben er jmif^en Srafilien unb 
3>ene5ue(a ju tbun aufgeforbert mar, eâ galt ben SBcfi^ eine§ 
beträcbtlic^en 2anbgebiete§. worüber wollte man micb in %o te 
:;janeiro aie gefäbrlicben 5tunbfcbafter üerbaften unb nacb Guropa 
5urüdf(^iden, ber baju auegefertigte 5ßefel)l wirb nocb bort al§ 
2llerfwürbigleit gezeigt, je^t macbt man mid? jum 6(tieb§ric^ter! 
3cb ^ahe natürlicb für Srafilien entfcbieben, benn iäj wollte ben 
großen Drben baben, bie 3iepublif 33enejuela bat feinen!» S)iefe 
mit beiterfter ^ïonie gefproc^enen SKorte unterbracb i(b mit bem 



*) granci^co Slbclfo be SJarnbagcn nennt [icb unter ber 3ufisnu"3 
an ben Äaifer mit feinem Sîamen; auf bem Slitelblatte fte^t: ,,Por 
um gncio do Institiito Histoiico do Brazil, Natural de Sorocaba" 
(ber ß^ei'urt^ovt be« îi>erfafferâ weftlic^ v^cn 9îic). 



301 

2luêruf: SEBie fic^ bie 3eiten dnbern! — <n^a, fiel er fogteicfc 
wieber ein, ber 58erl^aftêbefe!^t unb bann ber gto^e Drben!» — 
%à) nein, oerfe^te ic^, an btcâ ^^erfönlic^e bad^t' ic^ nic^t, fon; 
bem an baê SBettgef(3^ic^tU(^e : fonft übertrug man foId)e 2ïu§- 
fpvüc^e bem $abft! — ^umbolbt fal^ bie legten 33änbc ton 
©tein'ê £eben bei mir liegen, nnb äußerte fein 3}îi|fallen über 
bie äußere 3lnorbnung, bcn geringen Sieyt unb ben ungefic^teten 
3ïnbalt biefeâ 93ucbcè; er meinte, bie golbne S)Dfe mit 93riQanten, 
bie ber ^önig bereit» an 5ßer^ für biefe $8änbe gefdbitït ^abe, 
fei biel ju t»ief. Ungerecbtigfeit, fc^reienbe unb gemeine, gegen 
ben alten dürften üon 3Bittgenftein ton Stein, 3luc^ $er^ fei 
ungerecht gegen 2Bittgenftein. 6tein fei gar fein fefter ©baraïter 
geir»efen, niemanb habe leichter 2lnfid}ten unb Urtl;eile geiuecbfelt 
(fagte auâi fcbon Seinne, unb belegte eê mit 93eifpielen,) feine 
früheren freifinnigen 2lnfid)ten über ©taatêluirtbfi^aft, bürgerli^e 
ßinri(^tungen, §anbel unb ©eiuerbe, habe er fi(^ ton ber 3eit 
geben laffen, fie aber nad}l)er nollftänbig aufgegeben unb beftrit= 
ten, als bie» in ber Qe'xt tor^errf(^te; er babe fo fcbmad)üoU 
feine frütjeren ©runbfäge aufgegeben, ba^ fein früberer greunb 
^untb/ ber il^nen treu geblieben aber auâ) 6tein nid}t blo^tellen 
sollte, über breibunbert Briefe beffelben üerbrannt bat, meil fie, 
ttjie er meinte, bem t>erebrten Tlann nur 6d}anbe macbten, ibn 
mit fi(^ felbft in größtem Sßiberfprud) geigten. — SSom ^rinjen 
uon ^reu^en fagte ^unibolbt, berfelbe l)abe in 6t. $eter§burg 
iüie früt)cr bier allen Seutcn gefagt, ber ^'ri.eg föürbe üermieben 
liiorben fein, lüenn ^;}]reuf?en glei(^ anfange entfd}lDffen aufgetreten 
lüäre, ber ^aifer 9]ifolau§ n^ürbe nad}gegebcn l^aben. 5)ie ^ai^ 
ferlid)e gamilie fei in guter Gintrai^t, aucb ber ©rofifitrft ^on- 
ftantin, ber ibm nid}t fo gefäl^vlid} fdjeine al» man ibn macbe; 
bie ßaiferin 2)tuttev fage, e§ feien lauter Hinber, fie muffe bei 
il)nen bleiben, um fie jufammenjubatten. Man füble fel}r ben 
^rieg, allée ftode, ba§ Sanb fei an ïïîannfdjaft faft erfcbbpft, 
bie §eere and} nid^t fo jablreicb; ^olen, bie Dftfeclänber, (5''""= 
lanb, nur id}n.ia(^ befe^U; bie §auptmûd)t ftcbe in ber i?rim, bie 



302 



3Ser(ufte feien ungebeuer unb g,ax nic^t in erfet;cn; ©Drtf(^afcff 
beriditet, tie tägUt^en ©efec^te foi'teten i(}u 180 biâ 200 9Jîanii, 
in einem ÎRonat eine erfc^vecîenbe S^U- S^Ieffefrobe benïe an 
neue Unterbanbfnngen, aber t»cv(}er hjürben mob[ auf ber einen 
ober ber anbern 6eitc große 6c^(äge falten, man fei gar nic^t 
ebne 6orgen iiu'gen SebaftopoL ®er $rinj ift t>on l}ier nad) 
ßrbmanneborf jum Könige gereift, bann eilt er nad) 33aben. — 
Ser i^önig bat in (Srbmannâborf ben ©enerallieutenant üon ©er= 
lad) bei fié, unter anberu axié:) di., fallâ er beffelben nidH be- 
reite «fd)on fatt getuorben, mie fo leid)t gefd)iet)t». §umbolbt 
fprid)t con % mit ©ntft^iebenl^eit al§ non einem ^efuiten, nennt 
ibn :3gi^'^tiu§, fpottet unb mi^ett lange über ibn. «5)ie großen 
6d)idfale Qtaïiet^â la\ien ben tonig febr gleid}gültig , aber eine 
bunte ©laâfc^etbe, ein ©djnorïel an einem alten S)enfmal, ein 
■gamilienname , bafür babe er bie grofîte 3:beilnaî)me, ta?> he- 
fd)äftige il)n, üergnüge i^n, für fold)en Ateinïram fei nun d\. 
ber redjte 9}îann! 2(ud} mit Sunfen fei ba§ ber ^^all, ber ^onig 
briefmed)§le mit \i)m über tl)eologifd}e, tivi^enüäterlic^e Slbfonber^ 
li(^1eiten. Gr Ijat i^n aufgeforbert, gegen ben 93ifd)Df üon ïïîainj 
3eitung§artiïel ju fcbreiben, S3unfen aber mad}t bie SBebingung, 
fic^ in feinen 3trtifeln auf ben 2luftrag be§ JîÔnigâ berufen ju 
bürfen, ba fie fonft meber 2(nfel)n nod) SSirïung ^aben mürben. 
§umbolbt meint, einer .^ieljerberufung mürbe 33unfen bod) nic^t 
miberfteben, audi menu fie feine amtlid^e, nur eine perfönlid^e 
beâ ^onigâ märe. — Ser .gterjog üon iloburg = ©otlja trad)tet 
nai) ©ebieteüergrolerung unb I)öberem 2:itel, ber eine» ,iilonig§ 
non Dftpî)alen' ift fd)on im 3Sorfd}lag, ber ^önig fprid^t ijfterâ 
üon ibm fc^erjenb al§ ob er e§ fd)on märe! 2)îan rei^net babei 
auf ©nglanb unb granfreid} , man fc^meid}elt unb fügt fic^ bal)cr 
gern bem ^Bonaparte, ben man al§ ^roteftor eine§ neuen Dfîîiein: 
bunbcê miüig ancrfcnnen miirbe. 6o ftebt eê um bie Sieutfc^= 
tieit! 6ie mirb üon il}ren üerpflidjtcten 33efd}ü§ern am eifrigften 
Derratl)en.» Qulet^t fagte noc^ §unibolbt: aSöenn mau ba» Un= 
glüd bat mit fold) elenden 2Renfd)on leben ju muffen, mie mit 



303 



©erlad), D^aumcv, uub fôaê fonft an biefem S^c\c fid} eingeniftet 
bat »... 6r fu^r Don mir nad} bet ilötbcuer Stvafie urn ein 
©cmdblbe ju feben, nnb liintcrüefj mid) in grower âlufregnng. 
3îid)t ben je^nten Zljdi yon altem loaê er fagte l^ab' id} bdjaU 
ten iinb nieberfd}reiben tonnen!" 



3)en 12. Sïugnft 1855 fügt SSarn^agen nocb I}inäu: „3Son 
^reuf^en'o £age meinte ipumboîbt, fie evinnre if}n an ein $(aibo\}er, 
ba§ er einft in ^sariè gebort, ber 3tbiiofat Ijahe^ eine Jltage megen 
einer Dbrfeige ju fübren geï}abt, unb juletjt triumpt)irenb auS^ 
gernfen: «Au fond nous n'avons pas reçu le soufflet, nous 
n'avons eu que le geste!»" 



304 



169. 
^umïiolbt en S^arn^ogen. 

33erïîn, ben 13. Sanuar 1856. 

SîelacJ^eïn 6ie, tî)eurer greunb (©ie l;aben tooUeè Stecht 
baâii!) bie ioiinberbaren S'^ilm ber gürftin £iet>en, unb 
and; meine läftige 5lnfrage. 3.Tîabante be £liit|DlD, bie feit 
25 Sat;ïen nie an mic^ gef einrieben 'i)at, ïuïil toon mir 
hjiffen, ob iîaifer ^anl, in ber (Spod^e feine» politifd^en 
SBa^nfinneê, bnrc^ Äo^ebne ben Sicrfc^lag t)abe tl;un laffen, 
bû| ftatt ber Strmeen fief; hk 3)îinifter beê Stnëipartigen 
im perfönlid^en 3iueiîampf meffen foïïten. Sd) luar bamalê 
(1799 unb 1800) in bem j^-Infsne^e t>on ©iibamerifa nnb 
ïannte bie Slnefbote, beren S3eftäti9nng bie (lüie mir jeët 
fc^eint) feî;r occibentalifd; gefilmte ruffif(^e ^^ürftin fud;t, 
gar nid;t. 9îad; nnfic^ern 9iad;fDrfd;nngen, bie ià) bi^3î;er 
gemad;t, foïïte ber 3]orf(^ilag geipefen fein, ba^ nid;t bie 
SJÎinifter, fonbern bie 3)îonarc^en felbft fic^ buettiren foil; 
ten. "^â) ftel;e, ebler ?yreunb, ba^ ©ie mir ein paar £i= 
nien über ha§> f (^reiben, toaê 3l)nen 31^r berrlid;eâ ©e= 
bäd;tm§ giebt, unb ncc^ mef)r f(eï)e id;, ba§ ©ie mir be= 
rn(;igenbe äöorte fagen über ^l)xe ©cfnnbtjeit bd ber tük- 
ber eintretenben fd)änblid)en ^älte. Fünfen fd)rei&t mir, 
er ertoarte eine t»ierte Siuflage feiner Briefe. 53en}eift ba^ 
t)iele Sefen unb iîaufen heè trefflid;en ober t)ielmei)r nn'§= 
lid^en ^uc^eê ha^ ba» beutfc^c ^ublifum minber gnm ^an= 
beln d^Ioroformirt fei, aU loir geglaubt? Dubito. S)er 



305 

beutfc^e ©aftipirtt; eineê (dicunt) rec^t fc^mxi^tgen ^oteïê, 
ba^ unter meinem -llamen in <Ban f^ranciSco in Äalifor; 
nien feit nieïen Sal;vcn — neben einem reinlid;eren „toon 
Sennp Stnb'' — befte[;t, fcf;ic!t mir t)on ßctt ju 3t'it beut= 
fd;e !alifornil'cf;e 3ßitwngen. '^n einer Söürbigung ber 
moraliid;en nnb geiftigen 3iiftiiii'^e ber ©nglänber, gran^ 
gofen nnb 2)eut[c^en fagte neulid; ber Slebafteur: „äöir 
SDentfc^e [inb ein ^olfèftamm toon Senfern, tief in nn= 
ferein Sui^ei'H mit ber ©ebanfenn^elt befc^äftigt, auc^ l)aben 
lüir üor ben anbern I;ier lebenben Stämmen ben grof3en 
SSor^ng, bau iuir nn^ luenig ober gar nid;t nm bie lnir= 
gerlid;en nnb ftaatïic^en SSerl^ältniffe üimmern/' 60 rül;- 
men n^ir nn» an bem ©eftabe ber ©übfee, ïanfen bie 
„3eid;en ber Seit", gel;en aber fanm 5 ^rogent toon une 
gn ben llrioat;len. ©^ ift nnbequent. SBir benfen. Tlit 
alter 2khi unb 3SereI;rung ^i)V 

21. to. |)umboIbt. 

2Sar ber junge Siproler red;t liebenC^iüiirbige S)id;ter 
Slbolf ^id;Ier (feinem c^anbitoerfA nad; eigentlid; ein ©eologe) 

nid;t bei ^i)nen? 3d; glaube in biefem ganj 

auf^o lüeuigfte unbequemen, bemütl;igenben *) 

^al)v an leinen grieben, mobl aber an bie iîomobie ber 
unnü|en biplomatifd^en llnterl;anblungen. 



( 3X n m e V ht n g ö n 93 a v n l) a g e n. ^n ber brüten 3eile fte^t 
„2Jlabame be Dui^oit)", offenbar unrid}tig anftatt „2Rabame 
be Sieben". SÖaS i)kx âtnla^ gegeben l)aben mag, baf5 fic^ 
jener bier oollig bebeutnng§lofe 9îamen üorfcbob, ift nii^t ju 
erratl^en.) 



*) OBige Reiben ©teïïen finb iinfcferUd;. 
2(. ». ^-lumtclbt'é iöiiefe. - 20 



306 



(Spatere ^nmerfung üoit S^arntjagen. Sie {^ürftin 
Cieüen ift eng mit bem et)ema(igeu ïïîinifter ©uijot üevbunben, 
man fagt fogar mit i(}m t}eimüc^ oerbeiratbet. ©uijot teutfc^ 
au§gefprD(^en gtebt leicht ben Flamen Dui^oiü, einen märfifd}en 
fef)v befannten. .^umtotbt, immer jum Spötteln geneicjt unb 
befonberâ anâ) ï)ier, mag ibr ben — t>iellei(^t am §Dfe fcbon 
gäng unb gäben — Übernamen ijm mit Doüer 2(bfi(^t beilegen. 
[Siel ift ganj ri(^tig.]) 



307 



170. 
2)ic i^\iï\tm îicocn nu ^umiioïbt« 

Paris, le 8 janvier 1856. 

V ous ne m'avez pas oubliée, mon cher baron. Je le 
sais par deux messages bienveillants que le baron Brock- 
hausen m'a portés de votre part. Je l'ai bien chargé 
de vous en témoigner ma vive reconnaissance, mais 
je trouve mieux encore de vous la dire moi-même. 
Aujourd'hui je la fais servir de passeport à une ques- 
tion que je me permets de vous adresser. 

Vous, qui savez tout, pouvez -vous vous souvenir 
du fait suivant? L'année 1799 ou 1800 l'empereur 
Paul imagina de proposer un combat en champ clos, 
où l'Angleterre, la Russie, l'Autriche, je ne sais pas 
quelle puissance encore, videraient leiu-s différends 
par la personne de leurs premiers ministres, Pitt, 
Thugut, etc. La rédaction de cette invitation fut con- 
fiée à Kotzebue, et l'article inséré dans la gazette de 
Hambourg. Voilà le souvenir bien distinct qui me 
reste. Je n'ai pas rêvé cela. Pouvez -vous compléter 
cette tradition? je ne rencontre personne qui puisse 
s'en rajJeUer. J'ai pensé que vous pourriez venir en 
aide à ma mémoire, et j'y tiens, parcequ'on croit que 
je radotte. 

Vraiment Paul I*"" n'était pas si fou. Ne trouvez- 
vous pas notre temps plus fou que celui-là ? quel chaos ! 
et pourquoi? . . . 

20* 



308 

Mon cher baron, je vis ici dans un petit cercle 
intime de vieux amis qui sont aussi les vôtres et qui 
vous conservent un bien bon souvenir. Quel plaisir 
nous aurions à vous y voir, et oublier ensemble les 
tristesses du jour. Ah que les hommes et les choses 
valaient mieux jadis! Est-ce un propos de vieille 
femme que je vous tiens? 

Adieu, mon cher baron. Je vous demande souve- 
nir et amitié, et je vous promets bien la réciprocité. 
Toute à vous. 

La princesse de Lieven. 



309 



171. 
5?arnl)aocu an §umbolbt 

43erlin, ten 27. 3vV.utar 1856. 

Suit freiibigcm 3)ani; enipfamje id) ben üon ©uer 
(gfjeHeng mir gütigft übcrfaiibten 2lbbru(J ^hxa fd}önen, 
an 'tie Slbgeorbneteu het ©tabt Berlin gerid)teten 2lnt= 
lüortrebe. Söäre eto nid;r aumajstid; gu loben, ido ba» 
;Öob fd)cn ©elDobnîjeit nnb Übcrfdiü ift, fo nnirbe id) fagen, 
bie Dîebe ift fo gef)ûltreid);gebiegen au geiftig^ebel. %üv 
mià) aber ift iï)r fc^önfter Sid)tpunft bie — foE iâ) fagen 
glüdlid;e ober meifterbafte? — äßenbung, mit ber 6ie 
be» ^önigc^ eruni(;nen, fo ntürbig aie fein, fo lüarm al» 
anmut£;ig, nnb febe-o reine ©efüijl mu^ fogleid) einftimmenb 
befennen, ba^ ï;ier biefe ©riüäbnnng befonberê angemeffen 
nnb fd)ön erfd)eint. — ^n ©ner ©yâellenâ letter ßnfd^rift 
\)at ber SCnebrnd „Madame de Quitzow'^ mir anfaugi§ 
üiel §n fdiaffen gemadjt. ^à) barf mid; aber rii{)ineit, haè 
3fiätl;fet bnrd) Hraft beâ ^opfeS — toie bie ^ui^qu fagen, 
tüo ipir t)om 3erbred;en beî-- iîopfeê reben — geiöft ju 
^aben, nnb fann nidit nm{}in, bie îleine Soc^l^eit nid^t nur 
als l^eitern ©djerj, fon^ern im gegebenen S^er^ältni^ and; 
aie milbeé Strafmaß anjnerfennen. — 3)er ©ro^^ierjog 
Don ©a(^fen;2ßeimar t)atte nüd; Ijier jn fpred^en üerlangt,^ 
id; mu^te jeboc^ in meinen rl)enmatifd;en Übeln bleiben! 

^n treufter SSerel^rnng nnb banfbarfter @rgebenl;eit 
xintüanbelbar ©uer ß-rjcllens gel;orfamfter 

SSarnçagen t3on @nfe. 



310 



172. 
§nmt)oîbt an S^arii^cgen» 

SBerftn, bcu 2^ Samiar 1856. 

lOîeiu gar nic^t fd}himni ember Gl^rgeij ift reidilid) ba- 
burd; tefriebtgt iDorben, bafe ber Sîeiftcr ber @prad)e (id) 
üermeibe ben SïuSbrud iRebeformer) fo anmutl^ig mid) be; 
belobt über meine 3lrt, hcn ^önig unb mein 5^ert)ältnif3 
jn iî;m gn be§eid;nen. ^nbem man preifet ba$ iuoücn ber 
anbre feinen Sn^iiê l)at, seigt man i[;m ben e()rent>DEeren 
3öeg nnb red)tfertigt îià) felbft üor feiner 9îation. ©in 
Söalbmenfd), tien man g(anbt an ben §öfen gaï^m gemad^t 
\ 5U 'i)abcn, bebarf fold;er 9îed;tfertignng. — 3dj lege 93tab. 
oe üni^on) , bie id; IjeuU exit ber Königin ^ahe abfcrbern 
ïonnen, mein ebler greunb, nun aU (Sigent^um in ^^xe 
§änbe. S)er alte 93îinifter ©eneral Xißc wax feft in bem 
©lanben, bie ©uijot'e au§> ber ©egenb non SOlontpellier 
feien berfappte, bnrd; bie Slnêfprai^e erlDeid)te, fransofirte, 
proteftantifi^ geworbene, auegeiüanberte 9iefte ber Sang= 
illoberfd^en öon Qni^otu'e. Unb 3l;re arme, trefflid;e 
SDore, bie alle :3l)re grennbe in il;ren Don ^l;nen fo gart 
erleichterten Seiben bebauern! Sagen ©ie il;r red^t freunb^ 
lt(j^e SBorte üon mir. Sl)r treuer 

21. ^nmbolbt. 

©er ©ro^l^erjog, bem 6ie entgangen finb, l^at mir 
ttiele ©rü^e für 6ie aufgetragen. @r l;at munberbarc 



311 

2:^eorien, lüatirfd^einlid; trgenbiDo (SSöotten iuar avu^ 
bem alten îltïjtn nalje) aufcjetjnffen!, unb mi^üerftanben. 
©^ giebt jtüei ^(affeu üon Silbljauern, beren geringere, 
gii ber 9laud} t)inneigt, öon auêen nad^ innen, bie 
^ö^ere (9îietîd;cl) fdjafft öon innen naà) an^en. 
— Slber toeld) ©fanbal — ber ©c^all ^ï)ilarète im J. des 
débats! ^à) fcf;rieb naâ) ^ariê^: „vulgaire dans les idées 
comme dans les formes du langage, indigne d'un lit- 
térateur du colléice de France/^ 



312 



173. 
^umïiolbt on S5arn]^ogcn» 

53erîin, Souncrétag ben 7. gebruav 1856. 

2)a eê tnöglid^ tuäre, t^eurer ^reunb, ha'^ ©te 2)îons 
talembert'ê ^uâ) (beê einfttgen ^reunbeê unb SïeifebeQÏeis 
terê nad) 9îom toon 2tbbc Smneuaic-) nic^t gefeïjen ptten, 
fo Etoffe iâ) Sï)ncn eine fteine i^renbe gn bereiten, inbem 
ic^ 3^nen beiS ^önigy ßjemplar anf einige Sage (5—6) 
anbiete. S)a§ einzige ^ifante barin gegen baê je^ige 
granfreic^ ift ber @(^lnf3 p. 284 — 298. SBenn man bod^ 
madden fönnte, baf5 bie[er ganj überfe^t nnb ganj in 
Seutfdjianb abgebrncft itoürbe. S)anfbarft ^(;r 

3(. to. ^umbolbt. 

2Ba§ niac^t bic gnteS^ore? — ^d) itoar patriarc^aïifd^ 
geftern biè 7 ll()r in ^ot^^bam gnr Saufe bei einer red^t 
gebitbeten nnb f(^iöuen Soc^ter meinet fibirifdien ^ammerbie= 
nerê ©eifert, bie einen Steifenben äHöttfjanfen, toeWjer aie 
Sopograpt) nnb ^eiä)mv für baê anierifanifd;e ©ontoernes 
ment bie gro^e (^j^ploratiDnesSfpebition toon ©. £ni§, 
©an {^ranciêco, panama, mitgemad^t, the exped. of Capt. 
Whipple, auf meine unb be» ©efanbten ©eroït'ê ©m* 
pfet)Iung. ©er ^önig ^at feit einem Saï)re ben jungen 
2Röllf)aufen in ^oticbam §um ^uftoê ber bafigen ©d;lo^s 
bibIiot]^e!en ernannt. 

@in toortrefflic^er 2lrti!el toon Saboulape über bie Do- 
mestic Institutions uub beë fdjäublid^en fierce 5^erbret= 
tung ber ©fküerei Jüo fie bisher nid^t mar, ftanb geftern 
im Journal des débats, id^ glaube 5. ^^ebr.!! 

Sel^alten ©ie bie fet)r mittelmäßigen SSerfe on gentle 
Um. 



313 



174. 
S5aru^aöen on ^uinöolbt 

33crïin, beit 14. 2)îar3 1856. 

(Suer ©ygetten^ 

gütige ipert^e ©efd;ente fommen in meine 2lbgef(^iebenï;eit, 
lüie biefer raul^e 3îad;lmnter fie mir auferlegt, ï)eitrer unb 
freuublid;er aie ber 6Dnuen[d;ein, ber i(;n begleitet! Em- 
pfangen @ie mit meinem ntieberf^olten S)an!e bie eifrige 
55erfid}erung, ba^ id; atteê nad; @cbüf)r §u fc^ä^en mei^, 
am I;ö(^ften bod^ bie n)oï)lit)oUenbe ©efinnung, JDeld;e mei= 
ner fo günftig gebeult, unb mid; fo liebreid^ erfreut! S)ie 
Sïeiftiftj eilen be;o fterbenbcn ^eine finb mir ein tl^ieureê 
2tnben!en, unb bleiben in bem Umfd^lage, ton ©uer @j:= 
jellenj §anb iiberfc^rieben, et)renöolI üerir)al)rt. 2ïud; bie 
tjeutige &abe, bie finnige SSerfnüpfung non Slrc^nmebeê 
unb granflin bejuglid; il;rer ®en!fteine, l;abe id) mit n)ärm= 
[ter S^eilnal)me gelefen. 

^à) fel}e, ha^ ©ie ni($t 3Sinb nod; SBetter fd^euen, 
unb glüdlid;eriüeife nid;t gu fd^euen braud;en, \v^nn e» 
gilt eine ©l;renpflid;t gu erfüllen. Sie l;eutige 3eit bringt 
feltfame Sïufgaben! — 2)a^ ein ^olijeid;ef im ^i^eifampf 
erlegt ioirb, ift it)ol;l in ben ©taaten beê neuem ©uropa 
nod^ nid;t bagetuefen. S)ie 53erufung eineê ÏRinifter» ber 
auèinartigcn 2ïngelegenl;eiten nad; ^ariê, uni jur abge= 
ma(^ten 'Baâ^e hen ©treufanb auê ber 3Jîar! §u bringen, 
erfd;eint auc^ et\va§> fabelt)aft. Sod^ — 2llla^ x\t gro§! 
— '^M treufter 3ierel;rung unb banlbarfter ©rgebenl;eit un= 
manbelbar ©uer ©yjelleng getjorfamfter 

^arnl)agen üon ©nfe. 



314 



175. 
$mnï)oïbt on JBarnîiaociu 

Sevïin, ben 14. 'apxlî 1856. 

3(^ inu^te reben, ba ii^ ber altefte preuBijdje ^^erg= 

Beamte bin, unb ic^ mic^ gern meineë ©tanbeê rii^me. 

3)Zein S^ertrauen auf 3î)re ?llaa)\xà)t, t^eurer ebler ^reunb, 

ift fo feft, ba^ tc^ eS mage, feïbft 3t;nen biefe untuic^= 

tigen ^tikn gebrucÊt barjnbteten. ©raf 33. üerbiente bie= 

feê Sob, ber, frei toon ©efinnung, bem 33ergbau ipoî)!-- 

t^^ätig unb noâ) n)iffenfd;aftUc^ befd;äftigt ift, feitbem er bie 

Sireïtion niebergeïegt l;at. Ttit unt)erbrücf;lic^er %xeue Ql^r 

2t. Ü. ^umbolbt. 
3Jîontag§. 

(Sïîimerïimg üon 3?arni)agen. D)üt ber 9îebc juin 
©ienftjubelfefte ©r. ©fjeUenä be§ Soirïl. ©e(}. Dîatbê uîib Dber^ 
58ergï)auptirianng a. S). §errn ©rafeu i^on 93cii[t; 9. Stpril 1856.) 



315 

176. 
^umboïbt ou Sßoni^ogcm 

S3erïiii, beu 11. ®e^.^temt^er 1856. 

Sei beni luariueii Sïntî^etl, tm ©ie, tl;eiirer ^yreunb, 
an ber Sflaüenfad;e imb an aEeiii nel^men lt)a§ miâ) he- 
trifft, fenbe ià) 3(;nen ^^n legten ^rief bon ©croît, ber 
rec^)t fpät angefoiniuen tft, aber ©ie geir»if3 intereffirt. 
Selber lüirb Sud;anan mib nid)t g-rnnont, ber fenntniB; 
t)oEe 9îeifenbe, ber ben Sanbîoeg nad) ©an g-rancijco t)ier= 
mal (meffenb) gemad;t ï;at, nnb bem ipir üerbanfen, ^a^ 
5îalifuruieu iiid;t ©flaüenftaat gotuorben ift, ^räfibent iner: 
ben. ©d;iden ©ie mir ^rief nnb Einlagen nid;t luieber 
gnriid. Unb nad; ber afrifanifd;en 3(lbernï)eit, îrieber eine 
ettoaê ernftere, tief fompromittirenbe, nid}t fo fel;r rD^a= 
liftifc^e, fonbern ariftü!ratifd;;bernifd;e 3:DÜl;eit, mit etlimê 
©ifenba(;n;ô;jnteref[en (ob hie 33aï)n über 9tenfd)atel ober 
ß^any be gonb sn begiinftigen fei), alfo mit l^tftienfpiel 
geunirjt!! Unb ber t)elbenmüt[;ige (^raf, ber ben ©taatê^ 
ftreid; à la >Japoleon au'ofübrt, fommt angeregt? uon 
Berlin, mäl,)renb luir einen iDiinifter bei bem ^nnbe I;aben, 
hen ioir liente fagen nie anerfannt jn b^^ben. äöie ift ha 
beranvjutommcn^ ©o luirb e^ mit hen 3 liberieeifctien 
S3efil]nngen, ber :^ahe, beiii non ßüInmbn!C^;©tiUfrieb ent= 
bed'ten ßoUern niib mit 9îenfd;atel get)en. '^à) beflage ben 
ïonftantinopolitanifc^en ^onrtalè^, ber in bofen ä3iber= 
fprud^ jluifd^en feine ©iHiaftie (bac^ prenjjifd^e ©rafen= 
tl;nm) nnb feinen offiziellen Siberalièmny tritt. ©indlid;er= 
loeife ift bem englifécn Parlament jeijt nod; ber 3Jîunb 
i)erfc^ïoffen. ^i)ï trener ill. t». Ijumbolöt. 



316 



177. 



2)cr ^rcii§i)(J)C 'sUîinifter-Oîcfibcnt öoh dkxoU 
an §umlJolbt, 

g?etD = ?)orf, ben 25. Sïugiift 1856. 
3)îetii f)oâ)Q^é^xt^'\t^x tl^euerfter ©önner! 

®eit meinem legten ©d^cetben an (Sm. ©yjettenj ttom 
8. b. Wl. ioarb ic^ bnrd) 3t;re feilen öom 27. ^uli be- 
glu(ït, iDorauè id) mit innicifter Xf)eilnaî)me Sl;r üorüber: 
gegangenes Untüo^lfein erfef^en f)abe. ^ür bie gütigft mir 
mitgett;eilten 9îac^rid)ten fage id) @lü. ©fâ^Ueng meinen 
^er§lid?ften 2)anf, nnb id^ beeile mid&, ^fjrem äöunfd()e ge= 
mä^, jiüei Slus^nge üon ^iefigen Leitungen (N. York 
Herald nnb Courrier des Etats unis) §u itbetfeuben, 
meiere 3t;re SSeröffentlid^nng über bie ©flanerei in 6uba 
entljalten, fo trie bie t»on ^errn S^^raf^er barauf in l}ie= 
[igen 3eitnngen veröffentlichte (gntfd;ulbigung, n}eld;e aUer= 
bingê fel;r laljm ift. 

S)ie ©ad)e tjat f)ier überall gro^eê 3luffel)en gemacht 
nnb fonnte ten ©egnern ber 6flatoerei, tueld^e gremont 
jn if)rem ^anbibaten gelnäl)lt liaben, nur tniüfommen fefn. 

'^ox einigen Xa^en l;ielten bie beutfc^en Saldier beffel= 
ben, toiele taufenbe an ber 3»^^^ ^^^ Mass -meeting §u 
©nnften grcmont'ê nnb l)ielten Slbenbê einen glängenben 
^adeljug ju feinen (gieren. 

S)ie ©flaüenfrage tuirb tä%iid) bebenflidier. äöäljrenb 
bie 9tepräfentantenfammer ber Dîegierung baê Sitbget für 
bie 2lrmee üerringert, treffen ncn iïanfaô täglich ^a^- 



317 

rid^ten üon bhitigcu Äonflüten 5iütfd;en ben free soilers 
unb bcn ©Habonl)aItern ein. Man l^offt jebod^ ba^ nad^ 
Secnbignncj ber ^räfibentenlDat;l (im ^îonember) ber {n= 
nere griebe tüieber ^ergefteïït inerben luirb. 

®aê nngefnnbe ßliina in 3Ba[t}ington ï;ût mid^ and; 
anf einicje S^age üertncben, ba bie grofse ^\^e in ben üer; 
gangenen SJtonaten nnerträglid; mar imb je^t bie äBe($[el= 
fieber beginnen. 

§ente rei[e id; naà) 3ïlbani; , mo bie 3]erfainmïnng ber 
9'îaturfLn-îd}er ü)xe 6i^nngen ï;at, unb mogn id) eiugelaben 
bin. 3d; n>erbe bort mand;e betannte ©elet)rte treffen, 
nnb @ip. ©yjellenj fpäter bas 9îaî;ere bariiber berichten. 

.çerr |)eine ift feï;r gliidlid^ über bie Stnêernngen ©m. 
©ygellenj gn feinen ©nnften. 

|)err ß^. — nnb bie elegante SBclt l;aben längft fic^ 
nad; tien Sergen ober 6eebäbern begeben nnb id) merbe 
il^n erft in brei biio üier äBoc^en ipieberfel;en. 

^err §ilImore loäre ber befte ^^räfibent, aber er fd;eint 
menig 2tuèfid;t gegen g-rcmont nnb 33nd;anan gn l^aben, 
nnb bie Knownothings fiaben iî;ren ©rebit oerloren. 

33ieine arme §ran nnb bie Äinber gäl;Ien bie S^^age 
ipenn \ie mid) n)ieberfef;en loerben, nnb id; feï;ne înid; nid;t 
niinber, im näd;ftcn '^al)vc, nad) bem ©d;luf[e be» ^on= 
greffes, alle^^ mir fo tl;enre im 3>aterïanbe loieber^nfinben. 

©er nal;e 2lbgang ber ''Jßo^t nad; ©nglanb nöti;igt mid) 
für l;ente abzubrechen, nnb id; fc^lieBe mit bem innigften 
îounfd;e ta^ biefe ^eikn ©ner ©j:5ellen5 im lic^kn 2Bol;l; 
fein finben mögen. 

3}Ut nnmanbelbarer ^oc^toeret;rung nnb greunbfd^aft 
ber^rre id; @m. (Sfâettenj gel^orfamfter 

©erolt. 



318 



178. 
25arnljagcn on §umöolbt 

33 er Un, ben 13. ©e))tember 1856. 

î)ie groBe 2Bir!ung be» Sfîamenê ßiier (Syjellenj in 
ben bereinigten Staaten, lüie übert;anpt in Slmerüa, ift 
ein fc^önea 3^i^9i^iB ber bortigen mac^fenben ©efittnng, 
unh eine fic^re Siirgfc^aft beê enblid;en Siege» ber men: 
fc^enfrennblii^en ©rnnbfä^e, gn benen ©ie ein gange» 
t^atenüoUe» Seben î)inbnrci^ fid? trenüc^ft be!annt l)ah^n. 
3*^ banïe '^^mn îjerglidjft für Ue 3)îitt^eilnng beê S3rie; 
feê unb feiner gebrndten Beilagen, bie meinen @amm= 
lungen einreiî)en gu bnrfen mir überan» iüertf; ift. gnr 
gremont fc^einen im Slngenblicfe hk âln'ofii^ten aUerbing» 
ettoaâ getrübt, jeboi^ neneften Ttaa^xid^Un infolge ift ber 
ßifer für ii)n ungemein t^ätig unb noc^ nid^t l^offnnng»* 
loê. — 

Unfre t;eimifd;en Vorgänge — loenn fie aud^ im 2lnê= 
lanbe fpielen, bod^ für une ï^vev ®ntftel;nng nad^ l^eimi: 
fd^e — möchte man lieber gar niâ)t befpred;en, ba man 
bie redeten SCuiebrüde bafür faum finben, bie gcf unbenen 
fc^ioerlic^ gebraud^en !ann. S)oc^ trifft man bei 3((Ien, 
bie ol^ne 3'îebenabfid;ten nur bie <Baà)e beurtt^eilen, eine 
fettne ßinftimmigfeit ber Si'erbammung. S)en äd;ten âUt; 
:preu|3en finb Dl;nel;in ^'it'ebufen, Steuenburg unb fogar 
SoUern nur SlUotria, mit bem Äern beS ©taateê Preußen 
au^er B^if^^tnen^ang. ^ä) fürchte, ha^j man in Setreff 



319 

3fîeuenburgâ auf ein augenbli(ïlid;eâ ^uniäen %xanîxzi(^ê 
gu öiel SBertI; legt unb in l^eillofe S^eriüidtungen ïommt; 
9îeinefe berebet gern feine grennbe §n gefäl;rlid}en 2t&en= 
tl^enern, mie fie fic^ bann l^erau!3l;elfen, baê ift iî;re ©ad^e, 
er fie^t fc^abenfrot; §u. 

grau Bettina üon Sïrnim l^at mir in biefen Xag^en für 
meine (Sammlungen an tanfcnb l;anbfd;riftlid;e ^^lätter ge= 
fd;enït; eineê ber ioerti^öDlIften ift ein S3rief ©urer ©yjel; 
lenj an ßubtoig 5ïd;im üon âlrnim, SSerfteinerungen he- 
treffenb; e§ ift fein SDatnm babei, t)dà) mn^ eê anê ben 
ßloanjiger S'ilJt'en fein. 

3c^ meiB red^t gut, an iDeld;em ^ag ic^ biefe 3eileii 
fd^reibe! ©^ ift ber S^ortag bec^jenigen STageê, ber unter 
allen unfrer 3^^^ beultoürbigen unb tl^euern geiDif5 in tüei= 
tefter SlUijbel^nung unb mit begeiftertfter ^^eilnal;me ge; 
feiert lüirb. Empfangen ßuer ©^'âellenj ben befd;eibenen 
SlUiobrud meiner lieiBeften ©lüdiüünfd;e mit gütigem SBof)lî 
JüoHen! — "^n treuer 3Serel;rung unb ban!barfter @rgeben= 
Ijeit ®uer (gyjellens geï;orfamfter 

^arnl;agen non ©nfe. 



320 



179. 
^umbolbt Ott S>ant^ûgca. 

SSeïïiu, ben 22. ©e^t. 1856. 

2)er ©roè^er^Dg öon äöeimar, ber mid; e6en öerlä^t, 
trägt mir auf, ©ie, öeref;rter ^reunb, §u bitten, brincjenb 
§u bitten, morgen Sienëtagè iljn gmifc^en 9 unb 11 Ul^r 
§u erwarten. @r n^ill frf)le(^terbing» 6ie felbft befuc^en. 
3^r treuer 

21. ö. i^umbolbt. 

2)tontagê. 



321 



180. 
^iimBoïbt an S^ariil^ageu» 

3^ er (in, bett 23. @e^t. 1856. 
Cher et introuvable ami! 

SBie bay Untr)a^rfd;einlidf;e waljx iüerben tannl Soie 
'i)àben iîomglid^e Seibjäger unb iîoniglid^e ^utfc^er ©te 
nic^t fiuben, '^i)U 3(bvc[[e iiid;t im profaif^en ^'oî^itung^^- 
auâeigev nad;fud;eii !önnen. ^c^ fcf;icfe biefe Slbreffe 
biefen Sïiigenblid an ben ©rolî^erjog, ber hen Summer 
l^at, ©ie, üerel^rter greunb, t;ûben wavkn gu laffen. 
SJlöge er bei einem neuen ^erfn($e glncflicf;er fein. S)ie 
©iulage ift ein berliner Curiosum für l^i)v 2lrd;it». 

%xai ^fiv 

51. ö. ^nmbolbt. 
Sienêtag 2 Ut}r. 



ï/t. ». ^umÉcïbt'« !ßiiefc. 21 



322 



181. 

( Einlage.) 

^cr ©roPerjog .tart 9((q-onbcr Don (Snc^fen - Scimar 
nn ^luubolbt. 

Au Chateau de Berlin. 
Mardi matin. 

!^i j'eusse eu Tart du marquis de Saint -Germain, 
si je ne me tromjje, dont on raconte qu'il sortit im 
beau matin par quatre portes à la fois, je n'aurais pas 
eu meilleure volonté, pour trouver M. de Varnhagen 
que je n'ai eu. Tout a été néanmoins inutile. On 
n'a pas pu me dire où il demeure, et c'est en vain 
que j'ai arpenté la SOulUreilftvafje. Comme la nature 
m'a créé de tous les grand-ducs le plus entêté, je ne 
persiste pas moins dans mon intention de voir l'invi- 
sible, et je m'empresse d'y jiarvenir en priant Votre 
Excellence de me dire où demeure effectivement M. de 
Varnhagen. Pardonnez -moi de vous importuner de 
nouveau, mais en conscience je ne connais pas d'autre 
chemin plus court et plus droit. Je me signe avec 
l'attachement inépuisable de l'admiration, et de la 
vénération de Votre Excellence le plus dévoué 

Charles Alexandre. 



;23 



182. 
S>ûrnljagcii nu |>iimboîbt. 

Serïin, bcu 24. @e^)temkv 1856. 

(Suer ©i'âcllens 
I;abeu in biefcn ZaQm nidjt lueuig 'lXngelecjenî;e{t in be- 
treff meiner geï;ûbt, iua§ id; bc[cl;ämt bebanre. 2lm mei= 
[ten aber ntnfj id; bebanern, Sï;ren giiticjen ^efnd; — ber 
jebC'Smal luie eine G(;ve and) an ©etninn nnb ©liicf ift, 
nerfäumt jn t;at)en. S)aj3 ber §err @roP;er5og mid; 
geftern nid;t finben î'onnte, üt)fd;on er in ber 3}îanerftraf]e 
(;in nnb l;cu fnf;r nnb mel;rmalv nad;f ragen lief3, nnïrc 
Juirtlid; nnbegrciflid;, iueun nid;t ^iofbienerfd;aft ganj be= 
fonberic geartet u>äre. 3d; n')cî;ne beinal;e breif^ig 3aï;re 
in bem anfel;nïid;ften §anfe ber ©trajie, bav and; ber 
©ro^l;er5og fd;DU betreten l)at, inbcnt er ben ^-lîrinjen 
9Sill;eIm luMi -^aben befnd;te. -- ^^mk nnn aber traf er 
rid;tig ein, nub 3UHir fd;on nni 8 Uî;r, mar fe(;r frennb^ 
lid; nnb nerbinblid;, fprad; gienilid; freiiuilttjig nnb fel;r 
iüoI;tineinenb , befonbcrê and; 'von ßner ©y3eUen5 nut 
größter isercî;rnng nnb 5)anfbart"eit. ©ein eigeuilid;eê 
Slnliegen fam erft ganj jnleljt; ©ner Gj-'jettenj ^abcn ba- 
bnrd;, baf3 ©ie il;n bamit an mid; üeriinel'en, mir cine 
grof3e Gt;re bejeigt, babei aber and; mid; in nid;t geringe 
3>erlegenl;eit gcfe|:.t. S)ic Qad)C ift l^on grower äl^id;tigfeit, 
nnb fanii basS Seben'Jglnd eine^ luilrbigcn 9}iannc,§ be- 
griiuben, ba^o 33cgeï;ren \cih\t aber gereid;t and; bem ©ro§= 

21* 



324 

ï;ergog gut @^re, unb eê foïï mtd^ freuen, iuenn iâ) feinem 
ebïen 3^^'^cf irgenbtüie bleuen faun, ^d) n^erbe barüber 
nad;beufeu, uub @uer ©};§eïïeuâ ein etoauigeê ©rgebniB 
getjorfaiuft uiittf)eilen. 3m erfteu 2(nlaufe uauut' ic^ beu 
jungen toielbegabten §., maê aber ol^ne golge blieb, — 
ber ©ro^berjog guieifelte an binreid^enber ^ertig!eit im 
3^ranjöfif(^ett. — S)er ^efuc^ bauerte faft eine ©tiinbe, 
unb e» îam atterlei 3}terftDürbigee gur ©pra^e; bie mei=: 
nige ïann iüenig gefallen Ijabzii, nämlii^ bie leibli(^e, aU 
it)el($e öon ©d^impfen, -Ruften unb rl)eumatif(^er ^efloms 
meubeit gäualid; üevipüftet unb faft unfenntli(^ ift! — 

Tlit ben beften äüünfcben für ©uer ©ygeïïenj SBobl- 
befinben, in treuefter 33erel)rung unb S)anfbar!eit Sb^^ 9^' 
borfamfter 

SSarnbagen t>on (£nfe. 



325 



183. 
^nmÎJolbt on S^arnljagciu 

33evlin, beii 24. ©e^Jtembev 1856. 

(£^e id) mid) lüieber au\ einige Siacje, au^o Slufopfe; 
ruiicj für hit iîonigirt uiib it}re Ëin[am!eit morcjeii in 
^otêbam öergmBe, loitt id^, tl^eurer greunb, boc^ hen @ro^: 
ï;ergog unb mic^ felbft rechtfertigen. S)er ©ro^t^erjog l^at 
©ie befndjt, \va§> ii)in @f)re macl^t, nid;t nm (Sie 5U ïon^ 
fultiren, fonbern anê 5(d;tung fur '^^v fdjoneê Suaient 
unb ^t;ren ^arafter, loeit, trie er fagte, i(;in in feinem 
^aufe bie ^bee angeerbt fei, ba{3 man in 33erlin ^löei 
aJîanner, ©ie nnb mid^, fe^en miiffe. S)aè muffen ipir 
beibe a(;3 ®rbfd;aft üom alten c'perrn unb ber .^aifer:= 
lidjen ipol;eit, bie eine föürbige g-rau ift, gut aufnetjinen. 
i&ï l)atk gar nid}t bie ^bee ^ijmn üon bem §u reben, 
\X)a§> er fud;t nnb nid;t finben iuirb (gleii^e ^tonbenj für 
äBiffenfd;aft unb ^oefie, geograptjifd^e (Sntbedung»gefd}ic^te 
unb fur Äunft, 3J^a^terei, ©emmen, ©ïuïptur; feiner ge^^ 
f eilige SCon, fertig frangöfifd; ©predien unb ©d^reiben, 
ingleidjen î^orlefen). SDas 2Bed)felbalg luirb erft geboren. 
3c^ fagte j'aviserai, uub gang zufällig babei, ic^ iüürbe 
©ie befragen, ©rft beim 2Segget)en, ba» bnrd; fet)r ge^ 
jierte 9îeben über ben „ebten i^ugenbgreio'^ offigietl ein^ 
geleitet iimrbe, fragte er mic^, ob ei^ mid; !ontraiire, inenn 
er ^^nen auä) haè 9ïatï)fe( üorlegte. ®er Sefuc^ ï;atte 
gum 9)îotir), 33en)eiê angeerbter 5ßerel)ruug unb SBunfd; 



326 



ßffeft 311 macf;ert, lüay 8 Uî;r Morgend am Xa%c ber 
3lbreife mit etioa^^ ©elbftüberiüiubung nerbunben fein mufî. 
Um iî;m ben fo trefflichen .^. gu üacciniren, fönnte man 
biefen aUerbing^ auf 4 Wonai nad; ^aris imb Sonbon 
fd;i(Jen, aber mürbe ein Suaient tt)ie §. ce an;§t;alten? 
J'en doute. 

^nnigfl 3I;r 
SKittiDoc^S. 21. i). ^umbolbt. 

©erlac^ luiü fid; üom Könicj trennen unb 9ki;f;er bon 
feinem Soften toerbrängen, er bliebe fo bem £önig fet;r 
nal;e, ja nä^er, benn bie Urfad; tteiucr ^îeijnng (Äontaft= 
Gteftrijitat) fiele bann lüeg. 



'621 



184. 
§amlmtbt au S>aiu^oücu» 

^Dtt<bam, 9. ÎJotocmki 185G. 

3<^ ïjûl^e i)er[äiuiit Sl;ueii ^n nielben, mein ücrel;rtei' 
greunb, bafi ià) 3(;reii 3öun[d;, ben 33rief, ben Sie an 
iitid; gerid)tct, nac^ SÖehuar 311 fenbeu xiub bcu üorge= 
fdjlatjeiieu „@c(?ciiufd)feiber'' briiujcnb ju cmpfel;leu, !pünft= 
Ud; ei'fiidt, itiib gmai* iuentcje /Cage nad;beiii id; S()ve 2(b= 
fid;t kannte. — 

^in bcut[c^er S3rief be» (dürften aKettcrnid;, ©mpfiiu 
biingeu aii-obrüdenb uub babei üofl lumull; ber ©prad;c, 
lüirb 6ie iiiteveffiren. ,^d; fd;cufe ^fjneii ben 33nef für 
3l;re ard;it)axîfd;e ©aiiimUmg. ©ie ^craulaffung luav 
eine ©i;p!5abformung iinb 2ïb!lat[d;iing, §u ber ber %üv^t 
mit ^anb antjelegt eine altägi;ptifd;e ©tele t»on ©ranit, 
bie er öor 25 S'i^M'en üon 3}îel;emet 9(li gcfdjeiitt betüiu^ 
men tjatte. 5E)iefe Jîopie, 3 — 4 j^n§ t;oc^, fd;en!te mir 
ber greife ^iirft, nm bie lange 3itfd;rifl in bcmoti[d;er 
©d^rift jn entziffern. 5Diey ift üon bem talentbollen inn= 
gen 2tgi;ptolügen 5Dr. 33rngfd;, ä^erfaffer einer allgemein 
im âlnslanbe beiüunberten bemotifd^en ©rammatü, ge^; 
fd;el;en. S)r. ^rngfd;, ber bie erfte lateinifd; gel d; rieben e 
2tn!ogabe feiner ©rammati! fd^on aU ^^rimaner im 3lngnft':: 
fd;en ©ijiunafinm*) brnd'en tie^ (bie i\mk Slnigabe ift 



*) S)aa Äölitifcf;c ©vnmafiiim in S3crnii. 



328 

frangöfifd^) l^at öiel fel^r ttierfioiirbige Slftrononiie in ber 
^ufc^rift gefiinbett, unb um bem alten j^ürften ^reube ju 
machen, ^ai Srugfc^ ba§ &a^^ al§> ©teIe=3Retterm(^ in 
ber 3ßitf<^nft für baS 2)îorgenïanb unb im ^t^^né^ ^xMU 
gtrt. ^rugfd^ \mx auf Röntgt. ^îoften 2 ^al^re in tg^ps 
ten, ©otin eineê armen 93ac^tmeifter§ , ber üortrefflid^ 
griedjifd}, arabifd;, Ijebräifd;, foptifd; unb ^erfifd^ Jüei^. 

S3erget^en ©ie haè ©djeus'lidje meiner ©d;rift, untefer^ 
li(^ unb in föilb inïorreîtem ©ti;le. 

@ê ift ^Ijmn boc^ nic^t entgangen ber ^rief be;3 9îubels 
fönige an Sonics ^^itippe in ber <5pener'id;en B^î^ung. 
Non v'a bisogno — gauj lüie 9îod;otDï6eiffart (in feiner 
erften Spanier) an bie ©Ibinger — „©» ift gar nid;t 
nötl;ig, baf, mein S^ol! beule, là) beule für baffelbe; haè 
S>ol!, haè mid; fo oft t)erratt;en t;at, beugt fi(^ unter 
meiner ©etoalt/' ^i)x treuer 

2Ï. ^umbolbt. 



329 



185. 
9)Zetternt(^ on .gumtiolbt. 

ÄiJuigöluavt, 14. October 1856. 

WMn alter ^reitnb! 

Set; Ijabc Sf)^^ StiK-iJücife iiber tie ©tele, iüeld;er ^crr 
Srugfd) meinen Xiamen beilegt, mit öielem 2)attï erïjaïten 
Uîib bitte ©ie bie 3Borte an benfelben, töelcl^e ©ie l;ier 
angelegt finben, bem geleierten ^orfdjer einjul^anbigen. 
^aä) meiner 9îiic!fel;r nad; 3Bien, iperbe i^ bie bereite fo 
reic^l;altige ©ntgiffernng beê 3)ÎDmiment§ benn^en, nm ben 
Sïrc^aologen in einer Slngeige ben 2öeg ^n bejeid^nen, auf 
bem fie 2lb!(atfd;ungen "von bemfelben er^^alten îonnen. 
5DaB la) mid^ nid;t beffer, aie an ©ie iuenben fonnte, um, 
mir Unujiffenben, Sid;t über ben fcientififc^en SSertl) beê 
feit 3al)ren in meinen vielartigen ©ammlungen fd}lum= 
mernben ©efd;enfeê ÎDÎetjemeb 211^'ê jn toerfd^affen, bieto 
tonnte id; nid^t in âiï'eifeï [teilen. Empfangen ©ie unb 
.^err ^rugfd; meinen aufrid^tigften S)attf. 

^â) Ijabe haè ©lud genoffen, ben tönig in beftem 
3Bol)lfein unb ber mir attbelannten @önnerfd;aft ^u finben. 
©ro§e Erinnerungen in langem ^Seben, bilben ein fefteS 
33anb âiuifd;en ben 2)îenfd;en, unb erprobt ift beffen traft, 
luenn eê ben ©türmen ber Qtit 2;ro| gu bieten nutzte. 
ÏRel;r al§ ein l;albe'o Si^l;rf)unbert ift oerftoffen feit meiner 
erften Serü^rung mit bent jungen ^l;rDîifolger ; lüeld^e 
2öed)felfälle biefe lange @pod;e auffüllten, bicio gel;ört ber 



330 

@e[d;i(^te an. Sa^ bicjelben mir bû0 3Sei*trawen ber 
Ä'öm(3e, 33ater niib <SDt;n, nie entâogen ijab^n, bie-S ge; 
reid;t mir 511m ©tol^, b. I;, â^ bem ©efüf;le, )ueïcl;e^5 bie 
begriffe toon ©eele iinb ^ergberuïjigung rid;tiger bcgeidjuen 
aU ba§ leicht aiit)rüd}ige SBort, iüeld;ee mir unter bie 
^eber ge!ommen ift. 

6ie, mein SSorgäncger um brei 3ûï;re, l;aben fo eben 
3t;ren 87ften @eburt»tag gefeiert. 3)af3 6ie uub id; bie 
iîunft „gu leben'' üerftanben t;aben, bie^ bürfen ioir 
geftel;en. S)a^ iinr red;t baran tl;un inerben, fie nodj 
länger 3U pftegen, l;iefür gilt teilte (Sinrebe. 

3Jlit tpal;rer greunbfd;ûft unb ^ere(;rung 

ä)ietternid;. 



'A 



331 



186. 
^umboïbt an SBarii^agcu. 

SBevIin, ben 20. Dîobcinbcv 185G. 

3d; bebarf 31)vcr riltcrarifcT;en ^^ülfe, mein cbïer ^veniib. 
lliifcr grofîcr £ûiibj'd;aft^oiiiaï;ÏCL* .'gtl'^ebranbt, bcr in ''Sm-- 
[ilicn, iîanaba, i:gt;pten, ^aläftiiia, ©nedjenïanb unb 
nenerbing» am ^îorbfap wav, l;at eine iünnberfd)öne 2lqna; 
relie meinet „S^nern .'Qaii'5r;altê'' angefertigt nm ein flei= 
nerey gn uieïen ï;nnbert oyempïaren nacf; Slmerifa SSer; 
ïanftey jn er[e^en. La renommée, fruit d'mie longue 
patience de vivre, augmente avec rimbécillité. ^â) 
bin gejiünngen, jn biefcm meinem Silbe cine 3Hfcf;rift gu 
marfjen mit eigner .s^anb. ®ay ift nid)t leidet, "^â.) f(el;e, 
baJ3 ©ie mid; ©onnabenb nm 1 llï;r, luenn 6ie ïonnen, 
befnd^en. ©ie füllen mid; leiten. '^ï)t banfbarfter 

21. i). ^nmbolbt. 
S)onncv»tag§. 



332 

187. 
§uml)oïbt an Sarn^agen. 

53 ev till, bell 21. yiobmUt 1856. 

3cf; fiel; te geftern, ba^ Sie, tï;eurer greunb, mic^ 

©onuabenb mit iî;rem Se]ud;e erfreuen foUten. |)exite 

flet;e id;, ha'^ ©ie nic^t foinmen; id; ï;ore mit ^etrüb^ 

niB, ba^ 6ie red^t leibenb finb. SDaè gro^e Si(b ^ilbe; 

branbt'ê bleibt bei mir lange nod; [teilen, ^eber fpätere 

^iüQ lüirb mir aud; nü^lid; fein. 3d; bitte 6ie blD§, mir 

giitigft ben Xüq t»Drl;er münblid; fagen ^u laffen, ioann 

id; ©ie erwarten barf. '^äfykn ©ie ja bie §Juölfte ©tunbe, 

weil id; fid;er bin, in bief er immer frei gu bleiben, ^à) 

fetbft mö.d;te nod; immer anè meiner S^aut fal;ren. 

^d) leibe aie ©reiiè ioie t>on 3)îudenftid;en, unb baju 

fonfnltirt mic^ nod; »on ^eit âu B^'it ß"^ überd)riftlid;ec 

3R. gofter (in 33rüffel lebenb) ob iä) glaube ba^ in ber 

©rlöfung mit einbegriffen feien bie imteren Sitnerfeeleri, 

ob auc^ äßangen unb 9)iüden fclig loerben. ©ie bebrol)en 

mid; alfo aud^ bort oben, iüo ià) bie mir bom Drino!o 

l)er befannten 2;i)terfeelen loieberfinbe, einen Sobgefang 

anftimmenb. 

ïlîit alter ^reunbfd;aft Sl;r 

S(. i}. §umbolbt. 
^reitogê. 

Unb bie fc^änblid;e ^artl^ei, bie fünfgigpfünbige 9îeger; 
ïinber Verlauft, ©l;renftöde t)ertt;eilt, loie ber ruffifd;e 
^aifer @t;renbegen, unb @räfe'fd;e (gl)ren = 9ïafen, — bie 
eriüeift, ba§ alle loeiBe 3(rbeiter and; beffer ©flauen aie 
%xeu iüären, — i)at gefiegt. äßeld;e Untljat! — 



333 



Sen 22. ^îoueniber 1856 fcf^reibt 33arnl;agen in feinen S^age- 
blättern: ,,Uni Ijatb 1 Uljr mciéi' id} mid) auf, unb fufjr im 
grb^ten 9?egenküetter ju §umbolbt. ßr freute fid) meine§ ^om= 
mens, unb füf)rte mid^ batb in ein ^fîebenjimmer , iüo §i(be: 
branbt'g grofie? ^tquareUbitb eingernf)mt bing; n?irïud} ein öor-- 
trefftid}e§ ©emäblbe, in beffßn reid}er 2)îannigfaltigfeit bie fi^enbe 
@efta(t ."pumbotbt'y bebcutenb t)orbcrrfd)t. 9îun tarn bie %xaa^e 
hjegen ber bafür gu Jüäblenben ^nf^b^ift; i*^^ t'<^tte rid)tig ge^ 
at)nbet, ba^ er nidjt foiüobl 3]orfd)täge üon mir eriüarte, aie 
toielmeljr meine .''Billigung ber uon ibm fd}on geinäblten. ®egen 
meine ßrmartung feine hirje ©enteuj, fonbern eine längere 
D^iebe, eine rbetorifd^e iîompofition, bie ben forfd^enben Dîeifenben 
mit bem beimgefebrten ©elebrten glüd'lid} jufammenftetlt. Ginige 
5Beräuberungen lüurben anfange beliebt, am 6nbe bod) mieber 
toeriüorfen. 2)a§ ©emäblbe b^t i^itbebranbt nid}t §errn r>on 
^umbolbt, fonbern beffen Ä'ammerbiener ©eiffert gefdjenït. de 
foil geftod^en merben. Söir befaben bie3ittii"fi"/ in breien liegen 
feine ©tubirfacben umber, alle brei ju 19° 9îeaumur gebeijt, 
mir eine unerträglid^e Temperatur. Gin Sibliotbelfaal ungebei^t. 
S3ilber pon %xau ©aggiotti gemablt, bereu liaient er bod) pries, 
eê munberte unb freute ibn ba^ iâ) fie aucb l'annte. ßr flagte 
über ^autjuden, id) fagte, eê fei ein befannte§ Übel, pruritus — 
senilis » fetzte er fogleicb binjn. dr batte in einem haften ein 
lebenbeê (Ebamäleon, ba§ er mir jeigte, unb »on bem er fagte, 
eê fei l^aè einjige 3;bier, meld)e§ ba§ eine feiner 2lugen nad) 
oben unb jugleid) ba§ anbre nacb unten rid)ten îonne, nur 
unfre ^^ifaffen ïonuten taè nod), mit bem einen Singe nad) bem 
Rimmel, mit bem anbern auf bie ©üter unb Sßortbeile ber âoett 
gerid)tet. — "äni) Pon 3fleufdbatel mar bie 3îebe, ber itönig fei 
Poll guter Hoffnung, reebne auf SouiS 33Dnaparte, 2)îanteuffol 
febe bie Sad)en nicbt fo günftig, tad)e aber barübcr. Ser ruf= 
fifcbe lanjler ©raf pon Dieffelrobe b^t bei feiner legten 3(n= 
mefenbeit ju .fMimbolbt gefagt, bie jetzige 5>erfaffung unb ,§al= 
tung ber ©d)>üei5 mad)e ibm ben beften dinbrud, fei ganj ge= 
eignet, ber 9îepubliî 2ld)tung unb ©unft ju -geminnen." 



334 



188. 
.^iimtioïbt Uli 8>nnil)agcm 

«er lin, ben 30. 92oüemBev 185ß. 

^ereî;rter ^reunb, 

(SOen erî;alte id; einen in ©prad;e nnb Älarfjeit ber 

3been ntä^tg jn lobenben ^rief meine» ©d;nlerê. — 

Sd) fd^reibe nid;t eï;cr, also id; üorI;er jn ^t^nen gefomnien 

bin, t(;enrer g-rennb. S)ie letzten 15 ^dkn be» ^jiiefe» 

[inb mir gan§ nnlejerlid; nnb nnüerftänblid;. ^à) Ijatk 

il)m üon '^)^m Segen beê teïegvapï;ifd;en ©eÜe§ 3tüifd;en 

^fîenfunbîanb nnb 3L'ïanb gefd^rieOen, aber nid;t'5 ange^ 

boten, ^d) îami ben llnterftrid;encn nid)t iefen! ^^djah 

ten ©ie ja meine;3 ©d^iUerS 33nef, anà) bie ^Rotij, bafj 

man in ben belgifd;en iîammern über mid; aU einen ah- 

5ufel:,enbcn 93taterialiftcn nnb 9icpnbïifûncr bi§tntirt! 9Bo 

ba-o 3)iné bec^ 33aron b'3lr(;im ('J(rnim) gelriofcn ift, er= 

ratl;e id; nid;t. '^d) l;abe DicUcid;t gejagt „id; fei fo 

liberal aie Slrago", geiinfj nie „id; fei ein 9îeptiblit'aner''. 

Segen ©ie, tl;cnrer ^rennb, 9}L h3obarb in ^\)xc 3lrd;iüe. 

3t;r trener 

%. ü. ^nmbülbt. 
Sonntag. 

Über ba^5 iüae bie 9[Renfd;en geglaubt nnb nid;t ge= 
glanbt baben, pflegt man goobbiilid; evft nad; beiu XoW 
(nienn man offijiell lion ©pbolo begraben nnb befprod;cn 
nun-ben ift) jn ftreiten. 



335 

^ie 6pener'fc^e Leitung entl;ält atte S^age neben DZenf- 
d^atel unb ber Sîiiumnng ber S)onau = j3'ürftentl;ümer ein 
bulletin de la santé Don 5 deinen ©e{bens9täupd;en bei 
^pfgärtnei* gintclniann. 3ßie bod; alle» an Söid^ticjfeit 
abnimmt! ^d) l;abe oft batirt anf bem t)Dvmal^ l;iftori[d)en 
^ügel üon ©an^fcuci. ^ci^t nnrb bie ^faneninfel ïjiftovifcl; 
bnrd; ba^ 6till ^Seben üon 2 9îanpd;en. 6d üerlüanbelt 
iik äöclt fid^. greilid;, aU bie angovifd;cn S^^Oi^i^ î^^ 
g^ranïreid; baê 9îid;elien'fcbe 9Jiiniftennm berübmt mad;ten, 
fagte ber ÏRoniteur and;: „Le moral des chèvres s'a- 
méliore de jour en jour.'' 



336 



189. 

tori %iqanh(ï, (^ropcrjog ju ^ndifeit^^eimor, 
on §umfio(bt. 

Setmar, ben 29. 9îooem6er 1856. 

Sa ic^ gtüdlic^ertüeife bie ©f)ve Ijabe toon ©xirer @y= 
geïïenâ gefannt ju fein, niirflic^ gekannt §u fein, fo barf 
ici^ glanBen, 'Da\i ©ie meine S)an!e^&ereitiüilligfeit für ^t)xe 
Jtoie für |)errn toon ^arnîjagen'.'o 33entül)nngen nid;t nac^ 
ber Sänge ber 3^^^ beurtl;eilen werben, tüet(|e feit beni 
S'age, wo ià) ^ijxen ^rief tocm 31. to. 3)i. erl;ielt, nnb 
ï)eute toerftrid^. Wdn anfrid;tiger '^anî finbe ^ier feine 
©teile. S)ie ©ac^e felbft toerfpätete it;n. ©ie niu^te eè, 
benn ni(^t rafd) lä^t ein ©ntft^In^ \ià) in foId)er âtnge^^ 
legen^eit faffen, nnb bemgemä^ fc^reibe i^ l;ente nur 
beBt)atb, eineêtïjeil» loeil irf; nic^t nnbanfbar erfd^einen 
iüitl, anberntl;eil5 l^eit id; mir bic 3)iDglid;t"eit fid;ern mu|, 
gu bem fi(^ern ©ntfi^ln^ noc^ 5U ïommen. ©agu mn^ id; 
3eit nnb 3ßat)I f)aben. äieibee ift mir. gefid^ert burc^ ^tjre 
nnb .^errn toon 3?arnbagen'v ©efättigfeit, henn ©ie beibe 
fd)lagen mir toor, h^n jnngen Mann fommen ^n laffen, 
nm toorerft feine Sefanntfd;aft ju mad;en. (Se fragt ft(^ 
nun, tüann bie^ gef4)e(;en fönnte, benn *** gleich burd^ 
bie ^ofaune ber 2lnfteïïung f)ierl;er ju rufen tininfd^e i^ 
nid^t. SJiir bleibt alfo iiid;t^5 Stnbere» übrig aH ©uer 
@y§eïïenâ gn bitten fic^ erhuibigen gu niollen, trann jener 
l^err eine 9îeife an ben ^Imftranb maâ)cn fönne nnb moEe. 



337 

S5ei biefer %xaqi tüürbe id; üor aU^n fingen fielen hUU 
ben, urn §u meinem befonbeni S)an! für bie merfmürbige 
9Zeuig!eit über3ugef)en, H)eld;e ©ie mir mitjiitïjeileii bie 
©lite ^aUn. SBeun id) hann bie grage anreit)e, ob ®uer 
©fjelletij mir einmal bie ^arte ^nx betpunbernben 2tn[id;t 
I)ierl;er fenben luoden, nnb ©ie biefe ^^rage möglid;er)Deife 
bemunberneionrbig jnbringtid; finben, \o f(üd;te id; mid; 
unter ben @d;u§ Sl;rer ©iite für mid;, bie mid) oft ftolj 
nnb î;ente bielleid;! inbiéïret gemûd;t I;at. S)od; bin id; 
ftolg anf 3^re ©üte, ©üte aber ift ftet» mit 2Sabrï)eit ge= 
paart, auf le^tere aber haue iä), ba^ ©ie mir meine ^itte 
entfd^ieben toeriueigern, luenn biefelbe ©ie beïdftigt, bem 
id; in SSere^rung bleibe ber banfbarfte ©d^üler 

£arl Stleyanber. 



3t. «. ^umOotbt'« iöriefc. 22 



338 



190. 
3oî)aib an ^umûotbt. 

Bruxelles, le 26 novembre 1856. 
Monsieur le Baron 

V ous ne serez peut-être pas fâché d'apprendre 
les rôles qu'on vous fait jouer dans les tristes débats 
de notre politique religieuse. 

Ij'ancien ministre Dechamps qui était à votre droite 
au diner du baron d'Arhim et qui s'étonnait si fort 
de vous avoir entendu dire que vous étiez républicain 
comme votre ami Arago, ayant mêlé votre nom à 
ceux des croyants illustres qui professent les idées 
catholiques; voici ce que lui répond un journal libéral 
ce matin: 

,,M. Dechamps , dans la dernière homélie qu'il a 
prononcée à la Chambre, a cité le nom de M. de 
Humboldt pour prouver que la science pouvait par- 
faitement être subordonnée au dogme. Or, il faut 
convenir, comme M. Devaux l'a fait remarquer, que 
l'exemple ne pouvait être plus mal ^choisi. M. de 
Humboldt est un de ces rationalistes piU'S, contre les- 
quels M. Dechamps a déjà écrit tant de lettres. Si 
M. de Plumboldt avait enseigné en Belgique, il eût 
été bien certainement poursuivi dans les lettres pasto- 
rales et destitué par M. Dechamps lui-même, si M. 



339 

Dechnmps avait été ministre. Et voilà cependant 
comment Ton écrit l'histoire, et comment Ton appré- 
cie les plus hantes questions de notre avenir intellec- 
tuel et moral !" — 

Voici une autre opinion philosophique pure et 
claire : 

„Toute et quand fois vous fonderez votre église 
svir la bêtise humaine, les portes de l'esprit ne pré- 
vaudront pas contre elle , parcequ'il y aura toujours 
de grosses bêtes, de vieilles bêtes et de petites bêtes 
pour la soutenir et la réparer. La raison pure n'a 
pas les mêmes chances." 

Votre tout dévoué 

Jobard. 



22 



340 



191. 
^^umtioîbt'ê unb bcjfcn kigefiigtcm Sprurfj« 

©pate» S)al;eim beê einft in rüftig fämpfenber :3ugenb 
äöeitcjelüanberten gorfd^er;?, ber, gleicf;lüie ^Dl;en bei* ©rbe, 
^öt)en beâ 3flul;me^5 erftieg, t;at bargeftettt une ber Tlai)Ux, 
6c^ön, reid;an§geftattet mit î)errlid;en ©c^ä^en bc'3 SBiffen'-^: 
îoerfe ber Jîunft, ber Dtatnr, nub ©d;rift nnb ©erätt; 

beê @elel;rten. 
âtber iijn felbft inmitten be>3 neiben!§tDertï)en Sefi^tî)um^3 
©el)en tnir froï; fein 9îeid; mit finnigem ^lide betierrf d;en, 
©eutenbe ©prad;e_i')er(eit;en bem iDunberöotten ©emät)lbe, 
^uvd) lic^tüoffer @eban!en berebfam gïudlid;e 'J-ügung 
©(^affenb ein neneê 53üb, ein geiftige^, ftannenbem ^n- 

^arnljagen fon (Siife. 
SSevIin, ben 1. Secemfcer 1856. 



341 



192. 
^mntiolbt on ^orn^ogcn. 

Serltn, ben 3. SecanBer 1856. 

©0 l)at benn meine pebeftre ^rofa (^vaè mid; ftol^ 
machte, mnn bem 3öeltgau§en nic^t ^l)U ©luift geîiorte) 
@ie, ebler ^reunb, 511 bem l)öd^ften, ebelften 9îf)i)tî)muè 
5iirüdgefül;rt! dloä) Derfc^^ämter aU bie 2lrmen, für 
bie bei' ©iipergrei^^ mit bemooftem |»aupte fid; für 5 ©il= 
bergrof d}en geigt, bringe id; i^lßun meinen tiefen '^ant 
bar. 2Bie l^eniid; nnb gefd;madüDlI Ijahcn @ie ba-o eng; 
lifd^e home, ^al;eim, in nnfere @prad;e übergetragen. 
Unt>ergleid;lid; fd;ön nnb großartig ift ^îjre ^oefie, eine 
5ï5erî;errlic^nng üoll 2lnmnt(; nnb ernfter 3}ïaî)nnng an bay 
\vaè an§> ber Stnn'it nnb 3îatnr nnb an» bem ©eratï) 
ï)atte gefc^D:pft loerben foHen. ^ätte mein Srnber SBil; 
i;elm, ber in feinem Srieftoe(^fel mit Söolf fo üiel über 
ftrengere ntib nnftrengere ^eyameter biffertirte, bod; biefe 
'5amitien=Êt;re nod; erlebt! — 

St;r 9tat^, anc^ nnrl;i;tf)mifd; an^gebrüdt, ift mir mie 
ein ^efel;l. 3<^ toerbe il;n fogleid; befolgen, nnb ©ie 
l;aben ioir bie ©acbe fel;r erleid;tert. Alea jacta sit! 
tonnten ©ie mir, tl;enrer grennb, iddI;1 bie ^eljn legten 
©ilben (Seilen) beê ©roBl;er5ogiid;en SB rief e;? in 3l;re 
mal^lerifd)en 3üge übertragen, bamit i(^ bielleii^t erratl^e, 
tüüe iâ) xf)m fott berfprodjen ^aben. 



342 

SSüii Fremont, beffeu 33ilbm§ gans an ßfjateaubrianb 
evinuert, ift eine mir bebtjirte 53tograpI)ie eben in ^Rew- 
3)or! (;craii'^gefcinnien: „Memoir of the life and public 
services of John Charles Fremont by John Bigdon(?)." 
S)aê S)ebi!atic>nèblatt fagt: „To Alexander von Hum- 
boldt this memoir of one, v^^hose genius he was among 
the first to discover and acknowledge, is respect- 
fully inscribed by the author/^ ^avi^ SSorte, ettoaa 
!ünftUd; gufammengeftellt. 2)er 33rief, in bem id; itjm im 
9îamen be^ Äönig^S üon ©an^Sfonci batirt bie gro^e gol^ 
bene ^rei^^nebaille für 2öi[[enid;aft unb itunft fd;idte, 
1850, iuegen beê gröj^ten barometer- Möettement» (500 
geogra^î;îj'd)e Steilen öon SDlij'fonri bi§ ©übfee) baô je 
ûxiygefnbrt iuorben ift, inirb î;ier abgebrudt. @r enbigt 
mit ben SBorten, beren ©an-ofouci fid; nid^t §u fd;ämen 
i)at: „La Californie, qui a noblement résisté à Tin- 
trodi^ction de l'esclavage, sera dignement représentée 
par vm ami de la liberté et des progrès de Pintelli- 
gence/' S)te ^iograpî)ie l)at iöintberbar romantifd;e ©je^ 
nen, einmal aie Jîalte imb junger aïïe in ^Mut^ ^lnb 
l;alben SSa^nfinn fe|,t, ©efang iinb ©ebet nnb bann ^in 
(^ibfd;lüur üon g^remont abgeforbert, ha'ii man fid; nid;t 
morben unb freffen loerbe. îoenn id) meine 9îeugierbe 
toerbc befriebigt l;aben, fd;i(Je ià) ^l)mn ba^^ ^u^. %nx 
je^t bay ÎBunber, ineld^ey ein ^îtoifion-oprebiger in Wlaç^he- 
burg an iQcxxn Stffemann in Üueblinburg t)errid)tet l;at. 
^à) ijabt eè al» 9iüturforfd)er aufgefpürt. ©s fte^t ©. 34. 
S)an!bar 3^r 31. ü. |)umbolbt. 



(âlnmevfunii üon SSarnbagen. '3)ie 3(quare(leit t>Dn 
§itbebranbt, banuiter baè |)umbDlt)t'f(J)e, titi Äunftüerein juin 
Seften ber 2lrtnen für 5 6i(bergrofc^en ju fetjen.) 



343 



„Ser ©elbftiiiorb cine S^ljortieit uub ciii Verbreiten. Siuci 
^rebigtcn »on 5)r. 'griebric^ 6vufiu§, S)it)ifiDnêprebiger. 2)lagbc= 
burg. 1855." 8. Slufjer beni SBunber, i}a\] langgel^egte 6elb[t= 
morbgebanfcn einem ©etniffensgepfagten bei 3(nrufung beg ^Jla- 
men§ 3efu plol^Ucb fur immer »ergingen, bat bie ©djrift nod) 
bie 3Jlerfit)ürbigfeit, ba|5 fie auf öd}leiermacber anfpielt, inbem 
fie — and) ©. 34 — fagt: „2Birb ja bodb »on einem beruïjm- 
ten ©eiftlic^en erjäf)lt, baf; er einmal eine febr grofse 93er; 
fudbung jum Selbftmorb gebabt habe. 6oId)en Ginf(uf3 fön^ 
nen Körper = unb ®emütb§(eibcn fetbft auf red}tfd)affene unb 
gotteefürc^tige 93iänner au§iibcn.") 



344 



193. 

§umï)oïbt ûtt Sßarni^ugem 

i8 erlin, ben 17. December 1856. 

SBieber ein banfbarer, xedjt einfad) liebeneiüürbiger 
Srief üom @ro|l^erjDg. @r tnünfd^t ben ^^\uâ) im ge= 
bruar, nnb ipitt ba§ ba)3 3)rama beginne mit einem Mn- 
jucken in Irdiiüen jn forfd^en. ®er (Erlaubnis fott bann, 
lüie er fipmbolifd; fagt, ba§ 9Jlateriette folgen. (Sie iüer:= 
ben, tl^enrer ?^rennb, baê leicht einrid;tett. Sßir näl;ern 
une bem 3^^^^- 

3cE) begrabe morgen Jüieber an ber «Säule in Siegel, 
n)eld;e burc^ S:;(;ormalbfen Hoffnung oerï;ei^t. 5Die äh 
tefte 3^ic^te [Sioc^ter] meine!§ ^rubere, ©eneralin §ebe= 
mann, 1800 in ^aris? geboren ioenige 5tage nac^bem ^^rau 
t)on .^umbolbt auê Spanien snrüdtam, ift nac§ üielen 
Seiben (Seber!ranf^eit mit 3Bafferfnd)t üerbunben) ber- 
fdiieben, eine ïiebenêiuurbige ï)eitre .^an^fran, 40 ^ai)x^ 
in ber g(üdlid;ften ®î)e gefunb. "^â) begrabe mein ganjeê 
@efd;red;t. 2¥ 

%. ö. |). 

aJlittmocf} 2(benb. 



345 



194. 

tari ^ïe^-'onber, (Üro^ierjog 311 eadjfen^^cimor, 
m §umöoIbt. 

25? et mar, ben 16. 3)ecemBeu 1856. 

Ser elüig 6eanfpriid)ten, eloig gebenben, inetl eioig 
gütigen dlalnv g(eid;, eriüieDern ©ie burd; ftet;§ mm ©rite 
bem ftetio lDieberfel;renben ^egel^ren. ^er ^orfd^lag, lueU 
c^en ©lier ©ygeUen^ mir in ^Betreff beè jungen @elel;rten 
mad)en, entfpred;enb beni ^lane be:3 .»perrn üon 55arn; 
t)agen, ift ein fo trefflid;er, ba^ ic^ nnr bitten fann iï;n 
§nc Stu^fü(;rnug ju bringen. 3^ ^^"^ '^eï)uf fd)eint eè 
mir paffenb, ba^ ."perr üon 3iarnt)agen bem jnngen 3}îann 
ben ©ebanfen eingäbe, in nnferm reid;en 3ïrd;iue ferneren 
6toff âu feinem âBerfe ju fud;en, unb nm bie ©rlanbni^ 
ïiiegu b^i mir nad;àufnd;en. ^c^ tt>nrbe biefe fofort geben, 
i^r fpater 'i^aè 3.)iaterieIIe nad)foIgen laffenb. 3)ie 3^^t 
üom g^ebruar n. 3- ^n, fcl^eint mir bie befte gn ber litte^ 
rarifd;en llnterfnd)nng. ®er eigentlid^e ^md biefer ^îeife 
bliebe toerfdjioiegen, nnb fo !ann id) um fo ungel;inberter 
ii)\i fel;en, il;n neï;men ober if)n nid;t nehmen. 

^d) banfe 3l)uen bon ganjem §erjen für bie ge^ 
brudte Beilage. Sie {)aben and; biefe nid)t leid)te 2lnf= 
gäbe aie Soîeifter gelöft, unb !onnten e^ beffer toie irgenb 
©iner, ineil Sie mel)r aB bie ^Reiften burd^ î^^aten ju 
ber Sßelt gefproc^en. 



346 

^d) iuerbe tiaè i^owrnal öon ^etcrmann mir juetgnen. 
a)îeine S]erel;rung für ©ie biircjt für bie tfniticje aßal)rt)ett 
meineê ©trebenê. 3d; bitte ©ie, it)m 3I;i'en 2(ntl)eil §u 
erï)alteu, inie 3l;re ©üte dfo, de :Î5l;rem banfbarften 
SSereï)rer unb ©iener 

Äarl Stleyanber. 



347 



195. 
^umljolbt an S^arnljagcn. 

iBerttn, ben 7. gebruav 1857. 

SBeun in ^^tTliu ic^ etlüa^ lefe, iua^o mein litterarifc^eê 
unb poIitifd;eê 3ntere[fe anregt, fo ift mein erfter ^ebanfe 
auf 6ie gecicl^tet. Safanly in 9}tünd;en, öon ber S3aaber'; 
fd;en ^un]t, mar mir nur aU ein Mann ber Jîrenjseitnng 
nnb ©cf;ubert'fd)en ^unfelirelt beïannt, nnb in ber neuen 
ï)iftorifcf;en @rf;rift, bie er mir fd}i(ït, fittbe id; nic^t eben 
originelle 2tnfid;ten, aber burc^ 2(nfpielung eine 9)iannig= 
faltigfeit pofitiöer i^enntniffe offenbart, bie id; bei Safanly 
ni(^t üermutl;ete. Siielfad^e (Stationen betoeifen gro^e S3or; 
liebe für meinet trüber» ^ilnfid;ten. S)ie ftat>if(^e 3Jief= 
fiaè; ©teile ift and; fel;r merfmnrbig, iuie iiberl;aupt 
bie 9tDten eine antife fel;r anmntt)ige 33lumenlefe bar= 
bieten. 3)ergleid;eu traue id; bem ^räfibenten (Verlad; 
unb feinem 33ruber (an ben ^rof. ©eljer aué; ^afel 
unb anbere i^m (Sntgegengefe^te offijiellü ^nr 9ieuen= 
burger ^iegociation geunefen finb) nid;t §u. 2Benn ber 
ßafauly mit feinen 2ßüufd;en für bie iüieberl;ergefteüte 
alte beutfc^e 9îeid;éuerfaffnng ,;jl;nen, tbeurer ^-reunb, 
nid^t gefd;idt ift, fo burd;blättern ©ie il;n n)ül;l, fd;on 
ber 9tDten toegen. — 

SJlit meinem ^autübel gel^t eê um öielea beffer; auc^ 
mit bem näd;tlid;en ^-lei^e. ®er le^te üierte 5öanb be!3 
iïoémoê lüirb auê gtrei 5tbtl;eilungen befielen, b. l;. auê 



348 

jiüet 33änben, jcber 51t 35 33Dgen, beten erfter fc^on fertig 
gebrudt ift. Ttan brucft nun am jiueiten. ©§ follen aber 
beibe 2lbt{)ei(ungen jngleid;) erj(^e{nen, um ben (gffe!t 
(t)on ber Innern SBärme be^ ©rbtörpera bis §u ben 3)ten=: 
fc^en=9lacen) nid;t ju mtnbern. — 

®ie anma^enb uuüorfid^tige Slrt, ioie bie 9'îeuenburger 
©lenbigfeit î)ier betrieben toirb, fe|t ^reu^en großen 2)e= 
mutî)igungen in ^ariê au^i. 2öie gegen Stu^lanb mirb 
man [ic^ gegen ^reu^en für äöaterloo räd)en. 

greunbfc^afttic^ft '^^x 31. 0. §t. 



349 

196. 
Sßnrn^agen an §umboïbt. 

Se vi in, bell !). ge6ruav 1857. 

eiiiipfangen baê mir öon 3l;nen gütigft anvertraute ^iid^ 
l^iebeifotgenb mit meinem innigften S)anfe ^müä. '^ä) 
î)ahz baffelbe mit fel;r Juec^felnben ©mpfinbnngen gelefen 
ic^ möd^te fagen mit peinïtcf^em .^ntereffe. îDer lutor 
mac^t atterbingê 3w9Êft^ii'^i^i[fs ii'i^ S^^î't Stnjdjanungetx, 
bie id) Um md)t jugetvant t;ätte, fo iüenig iüie bic üppige 
©elel;rfamfelt feiner reicl;en (Eitate. Klein bie fd;öiie Sluiueiu 
lefe ber Stnmerfungen !ann ben Äern be» ^eyteê ni(|t öer= 
füllen, ber ein red^t bitterer ift: bie 9îed;tfertignng ber 
3f?egerfflaüerei, ba^^ brntate Sob beê Jîriege!^ nnb ber fte; 
l;enben .Speere, bie .!peilfamfeit ariftofratifc^er 3îeoolntio= 
Mu; nngeadjtet feiner ineitgreifenben .*)5Dflid;feiten, bie mie 
©inlabnngen Sïnb er^obenfenber ausfeljen, bietet ber âlntor 
biefeii bod; nnr bie i^oft ber i^reng^eitnng, nur etloaic feiner 
gubereitet, al» bie-l ^rofeffor ßeo jn tl;nn pflegt, beffen 
„ ^iIbung>obre(f nnb „ffropfjnlöfe^^ ©efinbel'' nnr mit 
etiuaê aönrge berfe^t finb. Latet anguis in herba! 
tibrigenc; iüirb mir immer bange, luenn bie ^^t)ilDfDpf;en 
ben @ang nnb bie ©tnfen beè a}îenfd;^eit!olebeni3 meffeu 
nnb üoranebeftimmen, anè ben Jüenigen 3)aten nnfrer 
nod^ ganj üeinen ®efd)id)te non ein paar tanfenb $jat)ren 
©efe^e für bie 3}îc)glid;feiten üon SJîittionen .3a(;ren finben 
motten. Sßeber 'J^id;te, nod; @d;etting, noc^ ©teffenê, 
noc^ .^egel ioaren in biefer 33emii(;nng befonber;? gtücflid^; 
bie ^eftimmnng ber Zeitalter bleibt am beften ben ®ic^tern 



350 

ükriaffen. 5Bei unferm Stutor ift eê noc^ auBerbem be^ 
merfeii'oiüertl;, ba^ er bcfcnnt, an jetne eigne £ef)re nic^t 
rec^t jn glauben, er mag „im praftifc^en Peben nicï)t lier; 
sichten anf nnfer nationale^^ ^'tieai, bie 9SieberI;erfteïïung 
öon Äaifer unb 9îeid;, obgleid^ fein t^)eoretif(^er ©lanbe 
an bie S^ertüirflid^nng nid;t gro^ iff. (©. 157.) 2Ber 
fo etiüa^o fd^reibcn fann, l;at fid; eigentlich felbft gerichtet. 
— ©ine frennbUd;e Slntmort abfeiten ®ner ©pjeHenj barf 
ber 3tutor immerbin erlnarten, eine juftimmenbe luerben 
©ie ibm nid^t geben fönnen. 

3n boren, ba^ 3bv 9Bol)lerget)en, ba§ '^i)xe 3:;{)ätig!e.it, 
3t)r Schaffen, in geniot;nter äßeife ftc^ bel;aupten unb fort; 
fd^reiten, ift eine (Srfrifd^ung, eine @rmntt)igung für une 
âlnbere, bie unr groJBer .^eifpiele bebürfen, um bei unferm 
Si^ageiüert'e — oXl^ov ts cpîXov ts — ntd;t §u ermatten. 
S)ie 9îad)rid)ten 'von ben neuen 53änben beio Jîoêmoê finb 
mir b^cbft erfreultd;, unb id} fage iyie @d)iller bei @elegen= 
^tit cineê @oet[;e'fd;en 9)leifteriüerfÄ: ^d) banfe ben ©Ottern, 
ba^ fie mid) bie;? erleben laffen! 

S)ie 9tcuenburger <Bad)Q bat and; in iljrem je^igen 
©tabinnt t>iel Hnbeiiidicbeio, unb üon Slnfang an mif3fielen 
mir bie 33e5iel)ungen gn ''^avü-^, bie fid; mie gangfd)lingen 
anliefen, in benen mand;eè bangen bleiben mirb. S)er 
@ifer gemiffer Seule ift il;nen wae» bie <Baà)e betrifft gar 
ntcl^t ©ruft, bient aber aU trefflid^e^ yjtittel für \i)u anber= 
meiten Bi'^t'cî''^/ bie fie auc^ mDl;l erreichen merben. Sennod^ 
bin id; für bie ßit'^iiiifl unbeforgt, ba^3 Sid;t fann nid;t 
erlöfd)en unb mnt3 fiegen, nur ift ber ältoment ber 33er; 
bunfelung ^äjilic^ unb fd;mer. 

Mit treueften aöünfd;en, in größter 3Sere^rung unb 
@rgebenl;eit untoanbelbar @uer ©ygelleng ge^orfamfter 

S3arnl;agen üon (Snfe. 



351 



197. 
S5itru^agcn an ^umtioïbt. 

33er tin, ben 20. %cUmx 1857. 

SBerben ©iter (gyscllenj mir t»er§eil;en, luenn id) einen 
2lnçjenbli(l ^{)xex eblen ^eit "i 2tnfprud} neï;ine? 9tid;t 
für mid;, aber für ein Iitterarifd)e!3 âltiliecjeu, bem ic^ 
perfönlid;e^5 ^ntereffe, fd^on loegen alter 33efanntfd)aft nid;t 
öerfatjen ïannl ^)err ^rofefjDr granj Hoffmann in ^QHï^- 
burg, ber mit auf opf ember ©tanbljaftigfeit, man !ann 
n}oI;l fagen gegen Söinb uub Better, bie ^erauêgabe ber 
Söerfe grauj non Saaber'^J beforgt, ift jet^t, gum 3lbféïuffe 
biefeè Unterneï;meu§, mit einem Sebenêabriffe feinet Slu- 
tore befd;cäfttgt, unb lüünfd;t nic^t unerluäfint gu taffen, 
bafe SSaaber gleid;§eitig mit ©uer ©yâellenj auf ber 53erg; 
a!abemie in greiberg toar. Unfdjäl^bar iimre e'o i[;m, über 
biefen llmftanb irgenb ein beàeic^nenbeio äöort üon ^Ijmn 
§u erlangen, nur eine âtubeutung, ob nä(;ere 53e,^iet)ungen 
bamalê glDifc^en ^l)mn unb 33aaber ftattfanben, ob er be- 
fonbern ®iubrud auf ©ie geniad;t? 3d; loürbe nid;t unigen, 
®uer ©jj^ellenâ I;iemit gu beUiftigen, loenu id; nid)t üor^ 
au^^fet^te, ha^ im ungünftigcru j^all ein blo^eè 9îein, im 
günftigern ber Setrag ©iner a^-'i^e ï'i^ ©ac^e erlebigen 
fönnte! — 

^ap^ ©ebränge unb ßuer ßyjellenj eiligeê 2ßeggel;en 
l)at mid; um bie j^reube gebrad)t, ©ie auf bem iîunftler; 
fefte ^ulbigenb gu begrüben, ©eit mel;r al« sh)angig ^a^= 
reu l;atte id; mid; nid;t auf fo l)obc§ 9Jteer getoagt. 



352 

SBir î)Dren feïtfame ©erüd;te. 2^ î;cffe/ ba^ nur 
fd;ergï;afte ©rfinbung §erni 9îiebuï)r ginanjiiiinifter unb 
^errn SBagener ©el;ei)iieu ."R'alniiet^ratf) iperben lä^t. — 

9)îit tr)ieberï)oIter ^itte um cjütige 3^ergeit;ung, in tief; 
[ter 3]erel;rung unb treufter @rgebenf)eit untoanbelbar (Suer 
®j:§eUen5 geï;Dr[ainfter 

3Sarnt)agett öon ©nfe. 



Über §uTnbo(t»t'ê J^ranïfjeitAaiifalt fd^reibt SSambagen beti 
27. S'ebruar 1857 in feine 3:agebätter: „Sefiid} t>ou §errn 
^ermann ©rimm, er îommt auè §utnbolbt'â Söobnung unb t)at 
ben lîammerbiener ©eiffert gefprod}en; nic^t ein ©vîattungêiibet, 
unb überbauet !ein Ieid}teê, b^-it .*i)umboIbten getroffen, fonbern 
ein ©d)(aganfaU. 6r befanb fic^ nad)'bem ^ofbaU am S)ien§tag 
â(benb§ nid}t ganj lüobl, in ber Dkd^t ftanb er auf um ein 
@ia§ äöaffer ju trinïen, — er nioUte ben 3)iener nid)t ftbren — 
ba ftürjte er nieber, ©eiffert b^'^te ben £ärm unb fanb feinen 
§errn auf ber ßrbe liegen, Öefinnung unb ©prad)e te(}rten erft 
na(^ einer Söeile jurüd. @eb. d]at\) Béibnlnn giebt feine grofje 
Hoffnung, bie üergangne 9]ad}t inar nid}t gut. 

©ollten irir §umbo(bt verlieren, e§ luäre ein entfe^(id}er 
SSertuft. ßr ift ein ©egengemid}t fo t>ie(eê ©c^ïed^ten unb ©e= 
ringen, baâ fid} naâ) feinem 3;Dbe fed bei'ï'oriragen unb breit 
macben mirb. ßbre unb Slnfebn ber 3Biffenf(baft fmb in ibm 
oerîôrpert, beibe werben finfen, nienn er nid}t mebr ba ift. Hein 
3Rame je^t in 2)eutfcbianb, in Europa, gteidjt bem feinen, in 
ganj Berlin ift fein 3Infeben, baS größer, anerfannter »üäre, 
aU tai' feine. Unb wk fd}mer5li^ märe fein 3^er(uft mir! 2ln 
feinen Sîamen, feine ^efanntfdjaft fnüpfen fid) über fünfjig meiner 
Sebenëjabre, er Ijat nod) bie gefannt, bie mir üertraut unb tbeucr 
maren." 



353 



Sen 14. ïïflaxi 1857 erjäijlt îîarn^^a^en in feinen Zaqe- 
blättern: „2((ê ber Honig bei ^umbolbt toax, fagte ©cbbntein 
ju tiefem, er ttierbe längere Seit nic^t auf ber tinfen ©eite feft 
fteben fonnen, worauf ^umboltt ermieberte : «Sarum tnerbe iâ; 
toi) nictit nötMg "^aben, mii^ auf bie rechte ju ©erlad} ju fe|;en.»" 



31. 0. ^umbclbt'é ißvtefe. 2o 



354 

198. 
35arnï)ûgcn an «gumïiolbt 

SB er (in, ben 17. Wdvi 18r»7. 

3c^ îann mir îtirf)t öerfagen, ©uer ©i'jelleng meine 
innigften (Slüdtüiiiifc^e barjubriiigen gu ^^ux glücflid;en, 
DDÜftänbigen ©enefung! S)aê f^önfte, îraftigfte B^wgniB 
Derfelben ift bie mit feinem S3eitüorte genügenb §u bejeid^^ 
nenbe ^uf^rift an ben ©el;. 9tat(; ^öcff), bie iinr \)eute 
in ben bi^f^Q^i^ a^^it^ngen gelefen l;aben. ©olc^e 3öei(;e; 
fc^rift ift noc^ niemanben ju 2;(;eil geworben, ber Empfänger 
»irb fie aie bie £)öd;fte unb fd^önfte aEer it)m bargebrad^ten 
@aben ju e'^ren iciffen. ÏÏinè loie frifc^em ©eifte nnb mie 
roarmem .^ergen ift fie l;ert»Drgegangen, unb mie gebiegen 
gugleid; nnb anmntt)ig ift it;r 2lu^brnd! Slnc^ ha'B fie er; 
3ät;lt, ià) modjte fagen ."perobotifc^ ergä^It, ift üon nn= 
f(^ä|barem 2Bert(;e, ber nnö bie ert)altene ^ngenb nnb baiS 
gemonnene Sllter ebel vereinigt jeigt. — 

^erseiï;en (Suer (^ygelleng mir biefe -Iperjeneergieiönng ! 
©te bebiirfen meiner SSorte nid;t, mir aber ift eè nid^t 
möglid; fie gn nnterbriiden , nnb fo üerfc^iueig' id; and; 
meine l;ei^eften 2Bünfd)e nid^t, tia^ ber ftraï)lenbe 6tern, 
nber ben eine SBoüe ^ingog, mvi noc^ lange in gemoï^ntem 
©lange leuchten, nnb in l;eimifd;en nnb fremben Greifen 
mie bi!cl)er |)eil unb ©egen bebenten mi3ge! — 

^n tieffter a^eret)rung banfbarft unb trenlic^ft 
^\)v ergebenfter 

^arnf)agen üon @nfe. 

^iefe 'ß^ikn finb nid;t fo nnbefd)eiben eine ^i^lntmort 
ju geifärtigen! 



199. 
^uiniioïbt ûiî 2?arn()agcit. 

îBerliit, ben 19. DJJärg 1857. 

333ie fottte id; mir bie 'J-reube eiitàiel;en, ,öt)Heii, bem 
t^euerften, geiftreid;fteu, anï;anglid;ften meiner greunbe ju 
b a life It. 9tid;t ^aa)\ià)t, nein, eine lob en be ^In^enmg 
über meine Sanfrebe an 53ödl;, ein Scb .ber ^oxm, ber 
Êinfieibnng, au» bem 3)îunbe hcè 3)îeifter'5 in ber Sprad^e 
unb t^en garten 9Benbungen be» SßoljhüoIIen^o, finb mir 
gemcrben. <2ie Ijaben mir r>iel greube gemad;t, mel;r aU 
©ie abnbcten. äöaso mein 9ternenübel iuar, ba>5 eine fo 
fd^nell üornbergetjenbe Sät)mnng, bei üöllig freibleibenber 
g-unftion beê @et)irn^5, Untoeränberlid^feit beS 5]ßiilfe», ®r= 
I^altung heè ©efid;tê unb aUer bem Sßillen unterlöorfenen 
33emeglid}feit ber längern ©lieber, ^erüorbraete, ift mir 
rätfifel(iaft geblieben. ©» giebt magnetifd^e ©eiüitter {iiaè 
■-Polar lid} t), eleftri]'d;e in ben 2ßülfen, 3^ertoengeiDitter im 
3}îenfc^ien, ftarfe unb fd^loac^e, melleid;t aud; ein blo^eè 
3Betterleuc^ten, ^sorbote oon jenen. 3c^ l;abe ernfte 
Sobec^gcbanfen gel;abt, comme mi homme qui part, 
ayant encore beaucoup de lettres à écrire. Slnbere Sn= 
tereffen, bie einig in mir lebf)aft bleiben, feffeln mid; an 
bie (Erinnerungen be^S geftrigen SÜage^-ü ' '^d) glaube mid) 
in tiotter ©enefung, ba id; aber t»iet auf hem 33ette l;abe 
unbefdmftigt ruben muffen, fo l;aben ^raurigfeit uub Un; 
trieben mit ber 2Belt in mir jugenommen. S)a!c fage id; 



356 

St)nen allem, ^aïb iüerbe id; 5U S'^nen !ommen imb 
3î)nen ntiinblii^ au§> bem ^nnerften ber ©eele banïen. 
2(lle^ lint imv^ erregt ©d;am. 

a}îit innigfter greunbid;aft ^l)x treuefter 

2t. 0. ^umbolbt. 



§Barnï)agen fd}reibt ben 19. ÏÏMïj 1857 in feinen îage^ 
blättern: „Unetit» artet ein Q3rtef i^on .^nmbotbt! 3* ï^atte unter 
meinen ©Uidraunid) gefeilt, biefe |)ei(en feien nic^t fo unbefdiei- 
ben irgenb eine Slntlrort ju 'gewärtigen. 6r aber anttuortet bod», 
unb auf bie üerbinblii^fte, Ijerjerfreuenbfte 3ßeife. 3?on feiner 
iiranï^eit giebt er mertmürbigen 53ericbt. Sie fcblimmen 2tngaben 
trtaren alle falf(^, n^enigftenê übertrieben, er bat nie S^eiuufetfein 
ober 6prad)e üerloren, fein ^$ul§ ift ber geiüolinlidie geblieben, 
bDi^ l)at er ft(^i nid}t üerbeblt, baf e§ ju (Enbe gelten fönne. 
u^â) t)abe ernfte Slobeêgebanïen geljabt, comme un homme qui 
part, ayant encore beaucoup de lettres à écrire!» @ro^ unb 
fd}ön fügt er binju: «3lnbere ^"tereffen, bie eiüig in mir lebbafî 
bleiben, ftffeln mid} an bie Erinnerungen be» geftrigen îages!! 
— (S)e§ 18. 2}îav5!) — 3d) glaube mid) in »oller ©enefung, 
ba xéi aber oiel auf bcm 33ette \)abc unbefdidftigt ru^en muffen, 
fo l)aben S^raurigïeit unb Unfrieben mit ber Söelt in mir juge^ 
noiumen. 2)as fage i(t» Sinnen allein.»" 



357 



200. 
A^umbüibt an Söarn^agcn. 

Berlin, fcu o. -^(pril 1S57. 

SBenn Sie, tficiirer greunb, beu ©ro|3(;er50(jlid;en 
^rief, tüte id^, üerfteben, f.o muB '''** bie 9tetie antreten. 
^(^ ^atte nämlicf) üorgefd}(agen, er fomnie nac^ SBeimar 
unter bem SSoriuanbe bie 2trd;it>e gn ftubiren, er bringe 
einen ßnipteljluuijc^brief non ^{)mn ober mir, inerbe ein- 
gelaben, nnb luenn er iiii§fiele, frage man if)n blo^, üb 
er iüieber nad; ff gnrüdginge. ^aè fei ein <Sd;ibolet(; 
aU fc^(e(^teê @nbe be» ©rama'ê, qiiod Dens avei-tat. 
iîjd; fd}ïng anc^ öcr bie üerabrebcte Summe t)orâufd;ieJ3en. 
5(uf biefen ^nnft antiuortet ber Tyrann nid}t !lar. *** 
gel;t woi)! über Berlin, ©eilen nnr il;m bann l)kv ^en 
ßmpfef}lnng5brief mit ben gabanifc^en ^îeijmitteïn geben? 
3d) tt)ue tüie Sie eâ lüünfd;en. ^l)ï treuer 

aJlontag. 2t. ü. |)umbülbt. 

^e^alten Sie ben ©rcB^ergoglid^en ^rief, ber fe(;r 
î;ubid; :inb gefdjmadüoll enbigt. 



358 



201. 

tari 5tlcjanber, ^ropcrjog Don 8ac^fcn=Scimor, 
an ^iimbolbt. 

îi^eimar, ben 3. 'ilpx'ü 1S57. 

(£in 'iOliBücrftäiibniB ift ber @d)Iüffel meinem ^enet)= 
men§ in 33 egutj auf ***. 3<^ f'^^t's namlid) geglaubt unb 
erlpartet, ba^ iiad;bem er — im 3'ïi^itûi-' glaube iâ) — bei 
mir um bie ßrlaubni^ nad;fuc^te, in ben Strc^iüen, bic 
[i(^ Iner befinben, 9'îad;fDrfdf)ungen an^uftellen, iä) aber 
biefe Srlaubni^ f of ort ertl)eilte, er gleid; t)iel)erfommeu 
tüürbe. 2)ann erft, natürlich, lüürbe iä) i^^ bie Steife-- 
ïoften erfeçt I;aben. ©erabe in biefen legten S^agen tt)un:: 
berte id; mid), Don '■'** toeber etioai? gu fc^en nod^ gu froren. 

S)a fam ber jtoeite ^rief Guer ©rgellenj an, bcr, öon 
mir Sluff^'Iu^ öertangenb, mir 3üiff(^lu§ giebt, unt iä) 
I)eeile mid) auf biefen ^u antn)orten, ^a^ in 10 S^agen 
etlüa ^^'^ ï;iebert'ommen fönnte, id; in jebem gall bereit 
fein iüürbe ibm bie S^ejaïjluug jn leiften, beren §öbe 
Euer ©jjellenj fetbft angaben. — Ser 5?erabrebung gemä^ 
lüürben lüir beibe, id) unb ber Sîeifenbe, une gänglid; 
aie ungebunben nod) betracbten unb bemgemä§ bie nö = 
t^ige S)iêfretion über bie eigentlid^e Urfad^e biefer 
9leife beobachten. 

Saute f)ätte n)at;rer uod) gefprod^en, fagte er: viver, 
ch'è un correr' a l'eterna gioventù. (5ie belüeifen C'c, 
benn einig verjüngt lia) '^^v unfterbli^ier ©eift. ©eine 
©Ute ift aM^ l^ietoon ein SSeioeiê. 

3n ban!barev S?erebrung unb Siebe '^'bv treu ergebenfter 

^arl 2(leyanber. 



359 

202. 
^arn^agen ûu ^umbotOt. 

Serliii, ben 7. %pxH 1857. 

Suer ©yjetten^ 
gütige unb feî;r eriuünfd^te 3}îttt{)cilungen Ijahe ià) nod^ 
geftern eiligft naà) ff beförbert, baè ^ei§t, hen lücfent; 
Iid;en 3Hl;alt. hoffentlich luirD i^ci'r *** nun hk 9îeife 
gleid;) antreten, id; erluarte aber öon il;in t)ort;cr noc^ eine 
2lntiDort, nnb ha ic^ ni(^t glanbe, ba§ er hei ber Äürje 
ber 3eit/ bie ber ©roJ3l;erâDg anberaumt I;at, hen Umioeg 
über 33erlin inad>eu tann, fo ioirb er idoî)1 am jiued- 
mäJBigften bae @mpfe^lungèfd)reiben, lreld;eê iï;n einführen 
füll, in SBeimar felbft empfangen. 

3)er ©ro^I;er3og beftebt auf ^iêfretion, mit attem 9îed^t! 
fie ift für it)n bequem, unb für hie ©egenfeite jarr unb 
f(^onenb. * * * bat fic^ in biefem Setreff hiüjev ganj 
ïorreït üert;alten. — 2luf bcn 2lu»gang ber gangen Sadje 
Un ic^ fel;r gefpannt; üorauc^gefe^t, ba§ überfjaupt ein 
gute^i ^erijältniB im iteim üürl;anben fei, mürbe baè ©e- 
lingen mir eine au^erorbentlid;e Sefriebigung geiiiätjren. 
ßuer ©jr^eUeng üermittelnber unb be)d;ü^enber ^anb n)irb 
babei jebenfalliö ber innigfte ©egeu'^banf gu ioibmen fein! — 

©e£)r erfreut mic^ bac abermalige ©efc^enf, baê Sie 
mir mit bem @roßt;erjoglid;en Schreiben madden. 9îid^t 
nur ber ©d;(uB ift gefc^madüoU unb fein, foubern aud^ 
bie 6d;rcibart im ©anjen t;at angenel;me 2Benbungen, unb 
befonberê brüdt bie Î5erel)rung für @uer ©ygeilenj fic^ in 
einer äöeife auê, bereu bergUc^e 3ïufrid;tigfeit unoerfennj 
bar ift. 



360 

Seit einigen klagen leb' i<^ ganj in @rinnernngen tier; 
gangener 3^^^^^ ^^^'^ 33erl)ältni[[e. Sier fo eben bei ßotta 
erfd^ienene ^riefinei^fel glinfd^en ©en^ nnb Slbani 3}îniïer 
ï;at nii(^ in einen 3*iwberfreiv gebannt, unb id; mn^ ben 
ganzen ^îtîjalt jener Sebenî^bilber nod^malê in mir betrad^= 
tenb bnrd}Ieben. Sd; '{)a^e beibe 9)iänner frül; unb üer^ 
tränt gefannt, nnb biet mit i[;nen ^u tt)nn get)abt, perfön= 
lid^ befreunbet, in ben <Baü)en meift feinblidi. Sie Ûber= 
legenbeit üon ©en^ über ben jungem, öon il;m fef)r über= 
fd;ä^ten grennb iiuir mir nie jit)eifelf)ûft, unb nnrb ^ier 
auf» neue beftätigt; nur suleijt, aU bie (Ermorbung iÏD|e= 
bue'ê ben ©inn üeripirrt unb betäubt, treibt bie ©einalt 
beâ ©(^redeuy ten fonft Älarl;eit (iebenben Staatsmann 
in bie trübe ^fîebelfd^id^te, in lüeld^e ber geängftete greunb 
fic^ fd^on lange äurüdgejogen t;atte. ©iejer 33ricfiüed;fet 
ift Jpo^l einzig in feiner 2lrt. S)ie S^erl^anblungen, ©rör= 
terungen, luec^feïfeitigen ©intuirfungeu, 3^^^ß^9^i^i9^^ ^^^^"^ 
Sefet)bungen l;aben hcxi 9îeij eines S)rama'!o. ^n 2(bam 
a)lüUer ftedt übrigens ber tooUftänbige ^eim ber Äreu5= 
jeitungSpart^ei, jeboc^ in ibealer^öl;e, nod; Dl;ne ^eruïirung 
mit ber 2Bir!Iid;feit, balder cl^ne gel;äffige ©emeinl;eiten. — 

Quer ©ïjellenâ ï)aben mir gütigft ein :paar QciUn über 
^ranj Saaber jugefagt; barf id; haxan mit ber Semerfung 
befd^eibentlid;ft erinnern, ha^ nnrflid; nur ein paar ^exien 
bem 3ioede genügen? — 

^n treuefter 3]erel;rung unb banfbarfter ßrgebentjeit 
umoanbelbar ßuer d^eUen^ gel^orfarnfter 

33arnî)agen üon ßnfe. 



361 



203. 
SBani^agcn on ^iimbolbt. 

iSerUu , ben 10. Steril 1857. 

(Suer ©ïjeltens 
^abe iä) bie ^reube melben ju können, ba§ ^err *** am 
14. biefea üon ft ^cl<^ SBeimar abreifen iüirb. ©o fer;r 
er gen.'>ünfd;t I;ätte, beit Umiüeg über 33erlin gu machen, 
fc^cn um ©uer ßfa^IIenj beu iunigften 3lu^^br«(J feiner 
unbegrängten ©anfbarfeit für fo melfad;e!o eble» unh 
menfc^enfreunblic^e» ^emüt;en ju güj3en §u legen, fo 
nöt[;igt gleid^inoîV! bie üom ©rcfebergoge gefegte furje grift 
für j[e|t auf bie Erfüllung biefeS SBunfd^eê gu üergid^ten. 
^d) it>age bef3l)alb ©ie um ba^ gütigft t)erfprDd;ene (Bm- 
pfel;lungôfc^reiben an ben ©ro^^erjcg ju bitten, eigentlich 
\a nur gtoei @infül;rung§§eilen, baê iâ) bann uuüergüglicb 
naà) SSeimar fenben luerbe, bamit ^err *** folc^eS bort 
bei feiner älnfunft t»orfinbe. — S)er junge Tlann tuei^ 
rect}t gut, ha^ mit bem ^inrei^en nod; nid}tê entfd^ieben 
ift, unb ba^ er auf eine 33ernetnung gefajst fein mu^, 
aber e» beglüdt iljn, bafe nac^ fo langem jloeifeïl^aftem 
©toden nun biefe görberung eintritt unb ber äöeg eröffnet 
ift. ©uer ©ygellenâ i)ah^n bie^-» burd; '^Ijvq glüdlic^e 2tn= 
frage fogleicb belüirft unb bie äöolfen beê SDU^oerftänb: 
niffeso gerftreut; haè banfbarfte ©emütb erfennt bieè mit 
innigfter Surdibrungenbeit! S)iefen feinen ßmpfinbungen 
fc^lief3en bie meinigen fid; eifrigft an, in biefem ^^alle mie^ 
ber, lüie fd^on fo oft in früheren g-äUen! 

Wlit l^eifseften 3yünfd;en, in treueftcr ^erel)rung unb 
2tnbänglid}!eit unuianbelbar ©uer Ëy^ellens getjorfarnfter 

^arnl;agen Don ßnfe. 



362 



204. 
.^umbolbt an ^acn^agen. 

Berlin, ben 13. 2ï)5nt 1857. 

§ier, mein ebler greunb, ift ber Slrd^iü^^mpfe^lunge^ 
brief für ***, ganj iüie ©ie iî;n öorgefc^rieben. SWöge 
bie ©ac^e gliicÊen. 

9)lit inniger InMngïid^ïeit ^^x 

2ï. t). .^umbolbt. 



36; 



205. 
§nmfioïbt an S-^arn^agcn. 

Serïin, ben 21. ^pxiî 1857. 

3c^ beflage, tl;eurer ?yreuub, 3f)re ©inlabung uiib bie 
S^rer liebenièiDurbigen Tdâ)k juin iîaffee ^onnerstacjio nic^t 
annel;inen gu können, ba id; S)onner:3tag!o fpät unb er= 
miibet üoii ß^iarlottcnburg âurudfoiumeii luerbe. ®io 'i)ahen 
M) , luäl;renb meineio llnlüof)lfeinic, üiele uniöid;tige ©ad^en 
angel;äuft, bie abgetf;an lüerben milffen nad; 2;ifd;e, iüeit 
iè eïeiibe Drbeiiic:: unb S)ebifationÄ)ad;en iin'î), ein ^etel; 
reid)Cîx iüenn man fein ©elb fd;enfcn iuitt. ®ie tiierte 
klaffe luir!t, luie baê 33etel;fîf[en, [ie beîd;aftigt, aber 
nal;rî nit^t. ®er Äönig l^offt S)onnerc^tag mit mir ah 
fd^liefjen unb aufräumen gu !önnen, .^errn ^rofeffor 
Hoffmann in SBürgburg bitte id; gu fd^reiben, lüie ban!bar 
id; für feinen Si^orfo bin, aber üoin iîonig ift feine ^iilfe 
§u erioarten, nid;t blojg (ma§ ©ie nid;t fagen inerben) 
ipeil bei bem Mni(\ eine fleine @efpenfterfurd;t (alias 2lb= 
fd^eu) üor bem !atl;Dlifd;en ßifer üon Saaber eingelcurgelt 
ift, fonbern auc^ lueil alle litterarifc^en hülfen im Jîab in et 
§u ©efd;enfen non 40—45 S:;[;olern ermagern. Statt non 
einem elenben @mpfel;lungcibriefe für 33aaber nad; 2)reében 
im ^ortDorte ©ebraud; ju mad;en, ber in einem Stnfall 
üblen .Rumore gefd;rieben fein fanu, lege id) 'oa^i öon '^\)- 
nen gefcrberte Slättd;en bei. 'Mit alter ^reunbfd^aft 3^r 

2t. t». ^umbolbt. 



364 

Beilage. 

2ïuê einem Briefe Ihmi .Ç*um6c(bt an Sarnfjagen. 

©ie fragen, tf;euerfter greunb, inelc^e frül;eften (£in= 
brü(Je là) öon {^ranj 33aabei: empfing! ^c^ fal; i(;n juerft 
im i^uni 1791 als id) nad) ber Steife mit ©eorg ^-orfter 
nac^ Gnglanb unb bem 2lnfentl;alt in ber Hamburger ^an- 
beïê'âlfabemie 'oon 53üfd) unb (Sbeling mid^ in greiberg 
jum praftifcben 53ergbau ausbilbete. 3((^t SJÎonate geno^ 
ic^ faft tägtidj beè Umgangex> biefeâ liebenetnürbigen unb 
geiftreid^en 3)îanne§. ^ranj ^aaber l^atte bamal» fein 
2Ber! über ben Sßärmeftoff fjerau'ogegeben, imb feine leiben= 
fc^aftlic^e 9tid;tung \vav ganj eine d)emif(^=pi)t)fifalif(^e mit 
einem geringen 2(nf(ug t>on naturpl;ilDfDpl;ifc^en ijbeen öer^ 
mengt, ©r tüar fleißig im 2lnfal;ren, me^r mit praftifd^em 
--Bergbau unb ^üttenioefen, aU mit ©eognofie befd^äftigt, 
grünblid; im 53eobad;ten üon SI;atfac^en, t;eiter unb fati^ 
rifd^, aber immer mit Stumutï;, ni^t intolerant gegen 
3tnber»glaubenbe. ©eine (Stnbilbungêfraft fd^ien bamaB 
luenig auf religiöfe ©egenftänbe gerichtet. ®r tüar attge^ 
mein beliebt, babei aud; gefürchtet, lüie bieê fo gelDöijnlic^ 
ift bei bem @efül)t ber Über(egeni;eit geiftiger 3]oraüge. 
©eine politifd^e S^lid^tung înar eine freie. ©^ fôar bie ^eit 
ber ^illni^er ^«f'^w^^ßnfunft in unferer 9cä(;e, eine 3eit 
unb 9Zäf)e, bie pclitifc^e âïu^erungen iteranta^ten. 



365 



206. 
|)iimÏJoli)t on SJaniljagcn» 

S3erHn, ben 25. ^^ïïl 1857. 

„Dra!eB 5pforte, Slbgniub ber Staate =2tr(^tt)e, ^na- 
logteen bie sur 3}^eere^5tiefe fiibren"', — baë ift ipeuiger 
fd^ön aie ber ïe^te ^rtef. 9îafael Ijat aïïerlet 3)îanieren. 
©r jcf;eint '■'** (inaè micf} SSnnber nimmt) toor ber ban- 
nöt»rifd;en 9îeife an^S 9îengtcr nod; nic(;t gefe^ien gu baben! 
Seî;alten Sie, tl;enrer "J^'^iiii"^/ ^^'^ nid^t-èfagenben 33rief! 
S)er âJîeereicgrunb be5ieî)t [ic^ anf eine ^am be» 3)Zeereê 
t)on 9îenfnnblanb biè Sïl^nb, bie id; bem ©rcfjbcrjog 
em:pfol)len, unb bie man ii)m nid;t fd;affen fann, iueil fie 
im nal;en Jlartl)ago, bei ^erttjex-' erfd^ienen iftü Sie 
^ime;5 fd)mei(^eln fic^ ja gang ernftï)aft, ba^ bie frangb^ 
fifd;e 9îace anêfterben föirb; finb ja bie SDîo^fe and) axhh 
geftorben. ^l]x 2(. ü. ^nmbolbt. 

3cb f)abe nnangenel;me 9tubera ber iîcrre^ponbeng mit 
einem ©r. ©rDf3=--poffinger in 2Bien, ber ficb felbft anfiagt 
1848 gegen ^renfeen gefdiriebeu jn hai^n, nnb min t>pn 
^ren[3en ßmpfel;lnugcn an t'i.v} bfterreid)ifd)e ©oulun-nement 
»erlangt; l;aben ®ie ßrinueruugen uon il;m? 

(2lnmevfung vow S5avnbagen. „^m r.aben Sartbago", 
@Dtl}a, »regen beS feintUcben SÖetteifere jeçt tiefet Ovte§ mit 
äßetmar, ba» aie Diom gelten miifs!) 



366 



207. 

tûrl 5((c^ûnbcr, O^roPcr^og p 8orf)fcn--Scimor, an 
§iimbolbt. 

2en Srief ßurer ©yjeHetij ïjabe ic^ auê ber i^anb 
be» *** richtig evijalten. Gmpfaugen ©ie meinen auf: 
rid}t{gen 2)anf für jene B^^l^n, für jeneê neue 3^^<^cn 
St)re» für mtd^ ftetê gleichen SSobltootten^^. S)er Über; 
bringer berfelben ift einftloeiten toerfenft in hk Slbgrünbe 
meiner 2trd^iüe. ©obalb ià) üon .^annotier jnrücf fein 
irerbe, loo^in mic^ ©inlabnngen für ein paar S^agc rufen, 
um il)n §u erforfc^en, toon ber B^^^i^i^fi ^i^ ipeitere ^nU 
lüidelung erl)arrenb, njie bae ïjarrenbe SSol! üor be» 
Drafelij ^\Dxte. 

S)ie Slnalogie fül;rt mic^ toon Slbgrunb ju 2lbgrunb, 

unb fo fomme id) 'von 'tien Slrdjitoen guni älZeerelgruub. 

3ene Ä'arte beffelben, üon ber ©ie mir f einrieben, wo er= 

reid^e ic^ fie? 2tlê ic^ toor einiger 3eit î^û^ ^^^ ^n ©otf)a 

fragte, lüar meine ^rage eine toergeblid;e. Se^^alb fel;re 

ic^ jurüd an bie Üuette, bie ftet» reiche unb gütige, 

ber id; mic^ unter^eid^ne aie banfbarfter unb ergebenfter 

Äarl Stleyanber. 
Sei mar, ben 22. 2t^.^rtI 1857. 



367 



208. 
^umliolbt on S5arnl|ûgcn. 

ißevlin, bell 28. ffîai 1857. Sonuerêtagé. 

3d^ bin imrul^ig, t^eurer greunb, toegen äßeimar. 
®er ©ro^t^erjog tft überall, nur îiid;t in 2Beimar:2lt(;en. 
3öa§ lüirb anê unferm 3Barmempfoï)Ienen? 3ft er bon 
item Verebten dürften befprod^en? ®ie Ijahen mir nid^t 
grûtnlirt gn bem mir öom ^amb. 3}îonit. t)erliet)enen 
Drben aU Grand officier ben mir ©uiäot bor 15 3<3Ï;ren 
gegeben. 3îaumer ift fel^r intereffant ju l^ören, er u^ar 
in ^eftï;, a)ZaiIanb, hei hem ©r3l;er5og fpeifenb unb bei 
ßatoour. ©r ift lieber nid;t ganj cijm S3orIiebe für bie 
öfterreic^ifd;e 9îegierung in ber Sombarbei gnrüdgefommen, 
lüie bic 9iepublifaner iuenn fie bie S>creimgten <Btaaten 
befud^en, luo âlrfeni!, gcltern ober gremont'fd^e Sieger 
bem (s;ubafüd;tigen 33ud;anan ein prDâe§faî;igeè Seibiue^ 
erregen. Multa sunt eadem sed aliter. ®er niffifd^e 
âïiifflarnngeminifter ^îoroff, bem bei ^Borobino ein ^ein 
biê an bie Senbe abgefdjoffen iuarb iinb ber mit hem ï;ol: 
jernen ^einc in IJjenifalem nnb 2tgi;pten wax, auà) bie 
^^ramiben erftieg, ift l^ier unb l^o^^pitirt unter ben (Stu= 
beuten fi^eub hd ^o^anmè SJtütter unb Sieberici, fein 
Segleiter, ber junge ©raf Duiuarcff (^erfaffer eineê großen 
2Berfè über bie d;erfDnefifd;en l;eïïenifd;en 3ntertl;ümer) 
^oépitirt M ÏRic^elet unb S3oedt;; bdhe feïjr angenet;me 
UJÎenfc^eu; ber erftere (fagt man) etlua^o p geiftlid;, aber 



368 

üi)m Sîerfolgungvcjeift, beibe unferem freieren ©tubenten^ 
tüefen unb aïïer 2lbtr)efenl;eit üon ^oliseibeainteu im Uni- 
toerfität^gebäube fef)r sugetl^an. ^à) i)ûbe h^n einbeinigen 
9launier nii^t enttäujd^en mögen, ba [ie Ihüi) abreifen. 
Decipitur mundus. 

3Jlit alter Siebe ^(;r Sie langmeilenber 

21. ö. ^umbolbt. 



( 21 n m e r f u n g non 33 a m f) a g e n . „ 3)ie $ßereinic3ten 
Staaten, föo 2trfeniî, {Jo^tt'ï'^ '^'^^i^ fyvemont'fd^e 9îegeï t>em ßiiba-- 
füc^tigen Suä}aiian ein projejsfätjige» Seibinet) erregen." 

2)iefe Stelle bestellt fidj auf ben 33organg, t»a^ ber ^^^räiV- 
bent S3u(^anan in einem ©aftliofe, gugleic^ mit üielen anbeni, 
auâ) it)m angetjörigen, '»l^erfonen, nad) bem 9Jlittag§mal:>te iton 
t)eftigen Seibfc^movjen befallen mürbe, fo ba^ man Vergiftung 
arijiüübnte, unb erft tuvd} gerid)tUc^e Unterfudning ermtttetre, baf? 
üerborbcne§ Söaffer an allem fdiulb mar.) 



369 



. 209. 

'^otêbain, ©onnev^tag, in (Siïe. 
(4. Sunt 1857.) 

(Sin äd^t groBî)erâoglid;er ^rief, mxjart o1^m 9ied;t' 
ferttgung, aïïeC^ at)jd;neibenb, ba er „auf SBieberfel;en'' 
beim SBegge^en (naà) bem üerabrebeten ©d^ibolett;) gefagt 
i)atk. ^a^u ftumm über grob erregte Soften. 9Bir tr)er= 
t>en beibe, ®ie unb id^, nid^t iüeiter „fteuern in bem Dcean 
ber 9îac^forfc!^ungen'', ha Sefanntf^iaft mit bem 93or§n= 
fd^lagenben nid;t awj^ feine 2öat)l beftimmt. ^d; benïe 
etmaê fpottenb ^u antworten. S^ielleid^t ift e^3 ^i)nen, "oev- 
Carter ?^reunb, angenet)m, toon bem je^t orleaniftifd;en 
^^ier» ein 3tutogra:pl; meï)r in ^t)rem lrd;it)e §u baben. 
2lu(^ $Dut>evgier be .^auranne îam t>on ber 9BaIIfal;rt nad; 
©ifenad^. S)ie .^erjogin gel)t nad; (Sngïanb. 93eï;aïten 
©ie beibe 33riefe, ben böfen unb hen einfach guten, ^^x 

2t. ö. ^t. 

3d; benfe ©onnabenb mit bem Könige nad) Berlin gu 
îommen. ®ie Königin reift a)îontag. 



2t. ». Jjumtotbt'é aSricff. 24 



370 



210. 

tori îïJeianber, ^ro^tierjog öon eod|fen = Setmûr, nn 
<^umtioïbt. 

(gitcrêfcurg, 1. rnini 1857. 

®nre (^yjelleng 
werben meUei(^t fd^on erfaî)ren fjaben, ba^ ic^ *** ge^ 
fe^en, ÎDiebed;oIt gefprod^en, i{;n aber enblti^ nid^t an- 
gefteïït 'i)ahe. @r l^at mic^ intereffirt, ja id} fann fagen, 
tia^ er mir gefallen, attein hen ©efretair, ber mid) nid}t 
nur üon alle bem in Jîenntni^ fe^en fott, haè bie Sßiffen- 
fc^aft, bie Ännft, bie Sitteratur S3emerfeneiüertl;e0 bringt, 
fonbern bie i^orreêponben^, ben SSer!eï)r, ben mnnblic^en, 
gefeiligen, in üerfd}iebenen Sprachen beforgen fönne, bief en 
6efretair glaubte id; nid;t in jenem SJîanne erfennen jn 
fönnen, unb il;n anf ben ^^erfud; angnftellen bnrfte ic^ 
nid^t »agen. ©o blieb mir baê 3iiïucflî^^ten allein mög= 
lid^. 3<^ tl)at e» alfo um lueiter §u fteuern auf bem Ocean 
ber 9^ad}fürfd;ungen. Ob ©ie Sl}re ftetiS mir gleic^ be; 
tpiefene (i5üte and; l;iebei ferner aie glüdüerl)eiBenbee unb 
alfo begliidenbeê @eftirn leud^ten laffen luolïen unb toer- 
hîw — iâ) barf eê luol^l loünfc^en, id; barf aber nic^t 
barum bitten, toenngleid) mir übereingefommen lüaren, 
bafe bie Sefanntfd;aft beë ^crgufd;lagenben nid^t auc^ feine 
2Bal;l bebinge. 

■^à) jie^e mic^ nun in öerfd^iebene t^üringifd^e SBalb- 
einfamfeiten mit allerl^anb 33üc^ern guriid, unter tenm 



371 

id^ mxâ) auf baê 9leife&ud^ S3art^'ê befonberê freue, ^é) 
]&eugc mxâ) in ©^rfurd^t »or fold^ einer 2luêbauer ber 
£ie&e gur 2öi[fenf(^aft, öor fold^ einer ebein SBiHen^s 
ïraft, lüie Diel mei;r tl^ne ic^ eè öor feinem ^orbilb, 
»or S^nen, inbem id^ mid^ nenne ^ï)x ergebender, banfs 
barfter Wiener 

Äarl Sllejûnber. 



24' 



372 



211. 
Xfim§ on ^umfiotbt. 

Paris, 14 Mai 1857. 

Moil cher Monsieur de Humboldt, 

J e prends la liberté de recommander à vos bontés 
pour moi et pour les français en général, Mr. Duver- 
gier de Hauranne, qui va en Allemagne pour la 
montrer à son jeune fils. Vous connaissez trop bien 
notre pays pour que j'aie besoin de vous dire quel 
rôle considérable et toujours honorable Mr. Duvergier 
de Ham-anne a joué dans nos assemblées, où il a été 
toujours fidèle à la cause de la liberté raisonnable, et 
non seulement fidèle, mais singuUèrement utile. Au- 
jourd'hui, rentré dans la retraite et livré à l'étude, il 
va voir votre excellent pays, et j'ai pensé que je ne 
pouvais mieux faire que le recommander à votre bien- 
veillance. Ce sera pour son jeune fils un souvenir 
impérissable que d'avoir vu le savant illustre qui 
honore le plus notre siècle et que nous français nous 
avons la vanité de considérer comme français et propre 
autant qu'il est allemand. 

Je ne vous écris rien des afi'aires courantes de 
notre monde, car Mr. Duvergier de Hauranne les 
connaît, et vous les fera connaître mieux que personne. 

Agréez le nouvel hommage de mon respectueux 

attachement. 

A. Thiers. 



373 



212. 
^umïiolbt on S^ûrn^ogen* 

iBerïtn, ben 19. Suni 1857. 

(£ê ift mir ju meiner größten ?^reiibe, toä^renb einer 
©yîurfion nad^ 5t^egeï, bnrc^ ^errn 9ltc^arb 3^wne ein 
l^errlid^eê ^übni§ »on ^^nen, öere^rter ^reunb, guge= 
gangen, ^â) meife nid^t ob ic^ mei^r betonnbern foil bie 
fo ûnmnt^ige, faraïteriftifd^e, geiftig4e£)enëfrif(^e ^fmlid^s 
!eit mir tl;enrer, anfpred^enber 3üg^ (baê Pliaient beê 
ïnnftreid^en grauleinê Snbmilla 2lf[ing), ober bie im ©e? 
ban!en nnb Sïuêbrnd fo prägnante ©d^rift öon ^t)rer 
§anb. ^c^ l^abe bie ïe^tere felî)ft aègefd^rieben nnb nm* 
{;erge3eigt, lueil fie §n bem 33eften get)ßrt, maë finnig 
nnfere ©prac^e fentengioê geben !ann. ^ie nnertoartete 
Slnfnnft ber ©ebriiber 6d^laginttoeit anê £afd^mir, 
3:;ibet nnb t^m überftiegenen Äuenlün - ©ebirge, baè 
S^ibet nörblid^, fo inie ber §ima(a^a füblic^ begrängt, ^at, 
't)a fie gnm Äönig nod^ äl^arienbab abgeben (bod^ nic^t 
mit ben 340 Giften, bie fie mitgebrad^t) ben S^nen ge? 
toibmeten S)an! nnmä^ig üerfpätet. (2ïïïe ^äffe, bie 
ben 9leifenben bequemften, 18000 ^n^ ^oc^!) SSon ber 
liberalen ©ro^l^erjoglic^en Madjt (liberal nic^t in ber 
Sebenêprofa beê 3Jîetallrei§eê) feine 6ilbe, toeil er ma^r= 
fc^einlid; üon nnê nene SSorfd^Iäge, nene Dpfer, ermartet. 



374 

^ux ber ungarifc^e ei;renmönd^ *) unb bie ^iirftin bleiben 
mir rät^el^aft. S^r treuefter 

21. ^umbolbt. 

S)er £aifer Sîapoleon \)at burc^ fel^r liebenetüürbige, an 
®eli!ateffe ber ©prad^n?enbungen reid^e toom ^rinjen 5Rapo= 
leon (plon plon) unb 2ßalett>eH an mtc^ gefanbte 39riefe 
aïïeê früher pfällig rätbfell;aft ©emad^te gefd;i(ït toerbeffert. 
^a 5Kiebul^r ein ^nä) über S^lorifd^ee aie preufe. Äabineta- 
ratb berauêgiebt, mu§ man fid; über nid^tê lonnbern, and^ 
nid^t über bie freie Söablagitation im freien granfreid^. 
3^ glaube, bafe ein paar äöod^en in ^rani| ^^nen ^eilfam 
fein werben. 



*) Sièjt. §umbolbt nennt tt)n fo wegen feinet 2tufnal?mc 
in ben (5^<ii^ji^f<ii^^i^ott3en. 



375 



213. 
^umbotbt an SJorn^agen. 

i8 er lilt, ben 30. 3unl 1857. 

(£^ fe^lt mir an SBortert urn ^^mn auejubrürfen, 
öere|)i*ter ^reunb, '^Ijmn unb ber ïieben!§murbigen geift^ 
reiii^en ^ünftlerin unb 6d^riftftettenn 'g^ränlein Submiltta 
atffing ju facjen, lueïd^en @ennf3 @ie mir in meiner @in= 
fam!eit hnv^ ©Ufa toon 3{f)ïefelbt geiüä^rt \)aben, n}eld^er 
@emiè nad; Sitten betoorfte^t, t)k e» mir auf 3;;age ent:= 
reijsen loerben. 2Ser fann fDÏd;e)c 6d;idfaï, fo ^art, fo 
einfad^, in fo ebler ©prad;e üon gräulein Submiïïa bar- 
geftellt, ol^ne 9luî)rung lefen, oI)ne angeregte S3etrad;tung 
über bie @efut)I'opïagen, iüeld;e bie ebelften unb geMl^ 
betften 3}îenfd)en [id; aufzulegen Joiffen liber balbbog^ 
matifd^e Seibenfd;aften, gu beren ^efriebigung ba^3 fd;tDie= 
rige Snftitut ber offigiellen @l;e fein Wittd ift. ©Ufa öon 
Sï^ïefeïbt liebte 9lbolp(i Don Süljoio nur al'o kräftigen 
9tepräfentanten einer eblen p oUtif d;en 9)t einung. S)aê 
Wtoti'o ber Söfung ber Sanbe, ungart toon feiner ©eite, 
^at etloaê 9cieberfd;lagenbe!o. ^wmermann n)itt fi(^ lieben 
laffen, fd^redt, ioie ©Ufa, oor bem ^eiratl^yjlüang, unb 
t;eiratl)et bod}!! 2Ber mid; in bem atten am meiften an- 
regt, ift ^^riefen, ber 1807 fo üiel mit mir an bem meyi= 
fanifc^en 2ltla§ gearbeitet, ber mir fo tf;euer ioar, bem 
ià) öiel mar. 3<^ ^^be feiner im Essai politique sur la 



376 

Nouvelle Espagne mit 3ortïicî)feit zxvoa^nt. ^ätte iâ) 
W fdjone Sïrkit toon gräulein Submilïa gefannt, iâ) ^ätte 
gern 2^x einige ^nkn angeboten, ^ie 6(^rift iuirb 
aber nod^ öiele âlnfïagen erleben. Sa id; ïeiber! anf 
eine 3Rac^t nad^ ^egel mn^, fo frage ic^ an, t^enrer 
grennb, ob ic^ 6ie ^reitag nm 3 U^r befud^en barf 
unb bie .^offnung ^abè bann hä Qf^nen grdnïein Snb= 
milïa gn finben. 60 i?iel Ännft nnb litterarifd^e SSegabt- 
t)eit in ©iner ^erfon ift ein feïtner Snynê. S)ergleid^en 
!ann jnm ttbel fiiî;ren. S)er ïoeïtïauf erträgt toieleê nic^t 
am räc^enben ^cm^mU^ionê-^'g^UmQ t)on grenbe nnb 
Seib. ^'i)x 3ï. 0. ^umboïbt. 

2)ten§tûg§. 

^n großer @ile nnb in!orre!t. 

((§inlac3e, ein 3Brief üoii ^-riefen nuâ fcem S^ljTe 1807 mit 
ter Sluffc^rift oon ^umbolbt:) 

©in îleineê @efd;enf fiir ^ränlein Snbmilla Sïffing, ber 
eblen geiftreic^en 3?erfaffevin bon ©ïifa t)on 2lf)(efelbt, 
^anbfdjrift meineê îl^enren jnngen ^rennbeê ^riefen, mit 
@efüi;Ien inniger ©anfbarfeit 2Ï. üon |»nmboIbt. 

30. ^mï 1857. 



SSarn^agen ld}rieb ten 4. ^iiti 1857 in feinen î^ageb lottern: 
„^unibclbt erjäl}(te geftern and) üon ber 3^^/ >üo er in einem 
©citenl}ûufe beè ®ecrge'f(^cn (Sartenâ ttjobnte, unb fo emfig in 
[einen magnetifi^en S9eoba(^tungen wax, '!}a^ er einmûl fieben 
îage nub 5Räcbte l^intereinanber Dt)ne get^origen 6d^(af jebe balbe 
©tunbe in bem SRagnetenbäuecbe» nacfegefeben, mie ber ©tanb 
ber 2)inge fei; meiterl}in it»ed}felte er bonn mit ©teüüertretern 
ab. ^aâ h)cir 1807, tjrabe nor füi-fjig ^abren; id) babe ba§ 



377 



$Plapeten^äu§(^en tama(§ oft gefetjen, Joenn id) ^ot)atinel öon 
Sltüller, ber au<i) in einem 6eitenï)aufe motinte, unb ^^ic^te'"/ 
ber in einem ©artentjaufe mitten im ©arten it)ol)nte, ju be= 
fud)en pflegte. 2ßenn ber alte ©eorge — reicl^er 95tantit>ein= 
brennet — feinen ©arten (Cremben jeigte, erjätjtte ^umbolbt 
lüeiter, fo »erfäumte er nic^t, auc^ mit «feinen ©eleljrten» ju 
prat)len. «^ier t)ab' ic^ ben berütjmten $0lüller, \)m ben §iim= 
bolbt, l)ier auc^ ben '^id^te, ber aber nur ein ^^ilofopl) fein 
foH.»" 



378 



214. 
^umbolbt on ^ornl^aociu 

SBei-tin, ben 6. 3uït 1857. 

3rt ber neuem beutfd^en ^id^Üunft fo unwiffenb, ba^ 
i^ toon bem Dlut;me be» .^errn * * an§ bem, itote er eè 
felbft nennt, fo fd;recfî;aft langtueiligen SRedlenburg nid^tê 
tüei§, ntöd^te id) toon S^nen, toerefjrter ?^reunb, baê 3Jia§ 
ber ^öftid^feit beftimmen laffen, mit ber iâ) bem 3Jlanne 
antn)orten foil. %â)t S^änbe à 40 Soniêb'or Honorar, 4 
für mid;, 4 (lüie geiDöf;nlid; ) für ben .^önig mit einem 
unfiunigen Briefe liegen toor mir. S)er Mann fd^eint ben 
großen Sfîapoteon unb 9Zep befnngen, aber bei 9lap. III, 
©tept)ani, SBaleioeü, ©bgar 9cei; ot;ne ©rfolg angeÜopft 
jn t)aben. Wliv loirb jnr ^f(id;t gemadjt alêbalb einen 
Trajan, eine 53ianca nnb ^einrid^ IV ju tefen. 3Son 
bem Waè er toon bem .^önig erlangen ttoirb, fd;eint er 
aud^ nid;t erfüllt ^n fein, Wa^ mid; jur Übergabe ent- 
mutt;igen !önnte. — Glifa üon 2t(;lefelbt Ijat in ^egel, 
h?o là) geftern mit iîaulbad^ iüar, aU gart nnb gefd^mad- 
tooll fcï;r gefallen. ^Jlid)t in Xeqel, aber in 33erlin, ift 
toietleid;t bei «pofprebigern ober bei Offizieren, hk .^onfi= 
ftorialratl)ê;2^itel fumnliren modalen, bie iîird;enfrage anf^ 
gettoorfen tüorben, ob neben bem ©atten anâ) ein greunb 
erlaubt fei? 2Ba§ ber berliner bod; nidjt alle§ befprid^t 
unb âu befubetn Itoei^! ®anfbar ^l]X 

2Ï. ü. ^umbolbt. 
2Rontag îlac^t. 



379 

^ä) laffe bie jiüei ^öänbd^ett in einigen ^agen n^ieber 
abl^olen! 

3ïleine freunblid^ften banfbarften ©rit^e an ^räulein 
SubmiUa, bie bic^terifc^e ^ünftlerin, treidle ^oefie unb 
eble îlad^bilbung ber j^orm ungeftört tiereinigt. 



380 



215. 
SJarti^agcn on ^«möolbt. 

S3 er lin, btn 8. Outt 1857. 

î)ie i)on @uer ©ygettenj gütigft mir Tnügetf)e{(ten än}ei 
33änbd^en ^oefieen befunben oï)ne 3^üeife! eine nic^t Qe= 
ringe litterarifd^e S3ilbung, geroanbte ^el^anblnng ber 
©pra(^e nnb ber 3Jletren, aber bamit fc^eint mir au<^ t>ae 
Sob erfc^öpft! Sie 3^1;! fold^er S^dente ift fel^r groß, unb 
n)D feine befonbre âlnêgeid^nnng I;ingutritt, mufe man fie 
lüD^l aie getDö^nlic^e re(^nen. ®ie Slnfiprüd^e, inelc^e fid^ 
auf bergleic^en Seiftungen grünben, finb unüerl;ältni§mä§ig, 
unb befonberê in üorliegenbem gaUe, mo nid^t nur 2lner= 
fennung, fonbern aud^ grabeju S3eIo^nung geforbert mirb. 
S5er SSerfaffer ift mir nic^t nd^er beïannt, fein 3fluf gemi^ 
nur gering. 35aB er eine ^arte ^ugenb gehabt, aud^ je|t 
nod^ in bebrängter Sage fic^ befinbet, ift feï)r bebauerlid;, 
aber bie 2(rt mie er îid) p Reifen fud^t, burd^ Slnfprac^e 
an bie ©ro^en unb äRäc^tigen — gefinnungêloê aUen, '^ax= 
hen ^ulbigenb —, bleibt immer mißfällig, iDie and) fein 
^^rief an ©uer ©ygelleng, ber üon 2^nen fd^on fein rid^ti= 
ges Epitheton erhalten ^at! ^n ber Slntmort, beren Sie 
i^n tüürbigen merben, ift meinen ftrengen SBorten bie mün= 
fd^enètoert^e SJiitberung burd^ ^))xe fo unerfd^öpflic^e aie 
immer gleid^e 3}îenf(^enfreunblic^feit unb ©itte reid^Iid^ft 
verbürgt! 

3}îeine Sfîid^te SubmiEa banït auè ber ^^ülle beè .^er- 



581 

§enê bent antl^etlüollen Söo^ilmotten, haè @uer @j§etten§ 
i^r fo gütig bejeigen, unb baê fie ^eitïebenê §u ben größten 
©dualen rechnen n)irb, bie i^r je ju ^^eil njerben fönnen! 

2ßir l^aben geftern ^xau ©aggiotti ^lid^arbâ befud^t, 
unb fie, fd^öner aU je, inmitten i^rer ^ünftlerifd^en SSe- 
fd^äftignng gefuuben. ®ie ganje ^^amilie t;egt 3^nen eine 
leibenf(j^aftli(^e S^erel^rung, unb bieâ allein fd^on njürbe fie 
une mertl; machen; bie perfönlid^e ßiebenenjürbigfeit ber 
f(|önen tünftlerin ift bejaubernb. — 

Sn unfren S:;agen ïann i^ier tnm litterarifd^e @rf d^ei^ 
nung an'è ßid^t treten, ot;ne ba^ fie, fei fie nod^ fo ^arnt= 
loê unb frieblic^, bem pfäffifd^en unb jelotifi^en ©eift Sin- 
la^ gebe fid^ ju regen. 5Dem fonnte benn aud^ ba§ üeine 
Suc^ nid)t entgeï)en, unb bie SSerfafferin muB ertnarten, 
öon biefer ©eite nod^ mand^ent n^ibrigen ©infprud^ ju he- 
gegnen. 2lber fie l)at baê &lüä gehabt de manger son 
pain blanc le premier, baê Sefte unb 6d^önfte ift il^r 
in (Suer @y§etlen§ 58eifaïï §u ^î;eil geworben, unb fie fann 
baiâ nac^tragïid^e fc^tyarge 33rot rul;ig liegen laffeu! — 

2QBir ben!en am Montage na^ S^re^ben abjureifen, unb 
^offen nad^ einigen äßod^en ®uer ©yjeïïenj im beften SBol^l- ' 
fein _glu(ïli($ n)ieber§iifinbcn! 

^n tieffter ^erel^rung unb banlEbarfter ©rgebenl^eit ge= 
l^orfamft 

SSarnl^agen Don ©nfe. 



382 



216. 
^umtiolbt un ^arn^agen. 

SBerlin, ben 16. ©e^jtemfcer 1857. 

^xm âlnfrage über $8rtcfe unb 5ßa!ete üom 8. unb 
22. 3luguft giebt mir bie angenetjme @eiüi§l^eit, oere^rter 
^reunb, üon S^ï^î^ ^üdh^x in baê mönd^ifd^e Berlin, 
n?o ber (Seilage ju No. 215 ber Xank ^o^, 15. ©ept.) 
„©Ott in ber @efd)id^te" megen eineê erl^altenen unb un= 
anfgellärten iîuffeê, §u bem .^err 2Rerle b'SluMgnc ge= 
jmnngen wax, beè Stationaliêmuê nnb fünbl()aften 9toma= 
niêmuê angeflagt roirb, unb (toae öiel erfrenlid^er ifi) 
^aftor ^inb \\â) rül;mt, üon einer jungen italiänifd^en 
Sluftoärterin in ^fieapel mit SBärme ber eüangelifd^en ^albs 
t)eïel;rung, auf bie ©d^ulter gefügt njorben ju fein. — 
S)a id^ meinem langtoeiligen ©eburtêtag na^ feit bem 
8. Sluguft über 300 33riefe unb ^a!ete erhalten, fo meife 
iä) nie etiüae über baê S)atum ber 2ln!unft, erinnere mid^ 
aber fet)r h)ol;I, einen 58rief auf S^rauerpapier »om 15. ^iili 
avi§> äRabrib üon ^j^rem auêgejeid^neten SSerioanbten 2lbolfo 
be SSarnl^agen unb fpäter ein fragment feiner ©efd^id^te 
erhalten §u ^aben. 3<^ Jferbe i^m freunblid^ft ban!en. 
©eine @efd;id^te ift nid^t oï)ne ^ntereffe. — ©ie loiffen, 
baB burd^ Ernennung einer ginanjfommiffion im ©taotê; 
rati; man hoffte ben 3)îinifter üon ber ^e^bt, beffen un= 
abhängige ^^ätigfeit unbequem ift, loê §u merben. S)er 
3Jîann ï;at aber eine eble Energie gegeigt, unb ber Äönig 



383 

^ût tie ganje ^ommiffion (oaê 3Berï Mehu^x'è) »ertagt. 
Wt innigfter ^reunbfd^aft ^l^r 

31. t). ^t 

2Rittroo(^. 

ïlileme SSerel;rung S^rer talentoollen ^iâ)k. 

2^ glmibe, /,@ott in ber ©efd^ic^te" l^at unpoïitifd^ 
ge^anbeït, bie freilid^ luieber^oïte Äöniglid^e ©inlabitng 
angunel^imen. 3)îan mirb i^m, t)èn id^ a(^te, mand^eê ju- 
fc^reiben, moran er unfd^ulbig ift. 



384 



217. 

^umiolbt ait SJarn|agen. 

SB er tin, ben 14. OftoBcr 1857. 

(S3ei BuïiicEfettfcu^iî ber ^Briefe »on @en^ unt öJatöe.) 

innigen ^anïl ^à) l^atte bte Briefe fd^on er'^alten 
unb mid^ baran erqutiït. ^xâ)tè îann meinet ^ruber^ 
Sîul^im me'^r »ermel^rett. SBunberbar, ha'^ Stncitton ben 
fd^arffiuntgen ©en^ fo lange täufd^en tonnte. 

31. ^t. 



5)en 3. S)ecember 1857 bemerït ^Barn^gen in feinen S^agc* 
btdttetn: „Sefu(^ bei ^umbolbt. §evT »on Dtferê ging cUn 
h)eg , unï) fagt uns , ba^ Dîauc^ in S)re§ben geftorben fei. S)ann 
get)t bev ©eneval ©raf »on ber ©roeben fort, ber fic^ feî)r freunb* 
lié) bejeigt, unb gern \)'àu, ba^ ic^ i|)m einen 33îann jultteifen 
ioill, ber bie ©ebiéte »on ©d^enfenborf neu berauêgeben h)irb. 
§umbott)t üoU beïjli^er ®üte für £ubmitla, mie für ntid^, 
erjäblt toom Könige, »on ©(j^önlein, toon ber ^rinjeffin »on 
^Preufîen, »on doctor Saffalle, beffen SBerf*) er in brei 9îac^ten 
genau burcbgetefen , «on ?5i^iefen, fc^itt mit $8erad^tung auf bie 
^reujjeitung , tobt ben ©rafen toon ber ©roeben wegen feineê 
6l)rgefübl§, ben 3)îinifter »on ber §ei}bt wegen feine§ ^ro^eè 
ben Stbfcbieb ne{)men ju wollen. 6r t^at ein Schreiben ber ^0= 



*) „2)ie ^^itofo^^ie §crafteito« bcö 2)unî(cn bon (g))^efoe." 



385 



nîgin erhalten, ber Äonig irünfc^t i^n ju fetjen, unb er fä^tt 
bemgemä^ naä) ßt)arIottenburg. ßt ift rüftig unb munter. — 
9Siel gelefen in £affaüe. ©c^on ber äußere SïnbUd einer fo 
großen unb geiric^tigen Slrbeit erregt ©tjrerbietung. 2)lir mac^t 
e§ einen eignen Ginbrud, menu bie ©tü^en unb ©eltungen, bei 
benen ïé^ bergeïommen, eine nac^ ber anbent fallen, fc^minben. 
3[ebcr 2l(tgeirorbene mu^ bergleid^en inaï^rnebmen unb ertragen, 
aber in unfrer 3eit finb bie Söanblungen fcbneller unb fräftiger, 
alâ in früberen Sänften, unb id? bin befonberê empfinbïid^ für 
fie. ©etbft wo ber ^nbalt mir nickte üerfc^Iägt, too mir fad^Udb 
ni(^tê »erloren gebt, meil bie ©egenftänbe nid}t unmittelbar in 
meinen Ä'reie geboren, ift mir bocb bie ©rfcbeinung immer etmaê 
)3einlicb. 60 gebt e§ mir je^t imeber in Setreff ©dbteiermadber'ê; 
feine ©dbrift über ben .^erafleitoê it>ar biâb^ï ba§ le^te 2öort, 
ber Slbfcblu^ über biefen ^bifofopben, felbft ^egel'ê entgegen; 
ftebenbe Stnbeutungen batten biefe Geltung ni(^t aufbeben îbnnen, 
man rubte auf ibr trie auf einem n)eid}en Jîiffen; je^t ïommt 
neue ^ritif unb jiebt baffelbe obne rtjeiterê meg ! Saffalle fcbiebt 
jmar ein anbreê, gro^eâ unb >Doblau§geftoï>fte§ bafür ein, aber 
ber SSecbfel ift unbequem. Unb bocb fteut midb bie nie raftenbe 
©eifteêarbeit , ber ©cbarffinn, bie ©elebrfamïeit, ber freie unb 
ïu^ne 5ortf(^ritt." 



21. 0. §um6otbf« «riefe. 25 



386 



218. 
^«möolbt an SJarnïmgcn. 

«evlin, ben 11. Saituar 1858. 

Sîere{)rter greunb: auä} id) bin mieber red^t leibcnb 
an meinem mieberfe^renben ."pautübel, eine läftige ?5olge 
beê f)o^en 2Utere. 6{e ijahzn iuenigftenè 3^re unbebiitgte 
î5^reif)eit imb !önnen fic^ pflegen; mir ift feine grei^eit ge= 
gönnt, öon '^ikn geqnält, am nnbarmï)er3igften nnb un- 
abtpenbbarften üon ber ^oft. ^aê [o freunblid^e 3lnben= 
!ert üon TITS'. <Baval) Sluftin ift mir fe^r e^renüoH, id; 
öerbanfe e» ;v5Ï)i^en, tcie fo üielee anbere. äßerben Sie 
anà) ber ^oUmetfc^er meinet 5Danfgefü(;le unb meiner 
treuen SSere^rnng für bie geiftreid^e %tau unb i^ren mir 
tf)euern ^niber Tl. ^oijn Xa'glox. Sitoingftone'ê '^adj- 
richten intereffiren mid; befonberê tüegen feiner 2ïnftd;t über 
bie ^ultnrfaî)igfeit be)3 Siîegerftammeê gu einer Qüt, tüo 
unter bem Sßorlüanb freier Strbeit ^ranfreid^ auf einer 
unb 5Rorbamerifa auf ber anbern @eite baè ©uaoen? 

\ einfangen in 2tfri!a auf baê fc^mac^üollfte begünftigen. 

^)ie politifc^en 9^ad;rid;ten über I^Ti^i^^i ff^^ ^^pt. Mea= 
botüe 5lai;Ior maren unbebeutenb. ^ielleic^t ift eê 3î)nen 
angenel;m für 2^xe 3lrd)iöe gu befi^en Driginalbriefe öon 
@raf SBaleiuèïi, ^rinj Sîapoleon, ber nac^ 2ïegl;pten gei)t, 
©o{)n üon Äönig .^e^^ôme, Sorb ©tratforb be Slebcliffe, 
bie Äopie eineê feîjr fd^ön ftilifirten Sriefeê beê ^af(^a'l 



r 



587 

bon Sleg^pten, baê Original mu^U iâ) bem doctor ^rugfc^ 

fd^enïen. 

S)octor Wlià)aei ^aâ)è l)at fid^ öon meiner ^ebräifd^en 

î^erl^errlid^nng nid^t motten ab))alten laffen. 5BieI greunb^ 

Ii(|eê bem ebeln ©eneral oon ^fnel, tien iâ) auffud^en 

merbe, fobalb iä) fann. ^t?r trewer immer gleid^ un= 

leferïid^er 

5t. t»on ^nmbolbt. 



25 



388 



219. 
^ritii 9îa))oleon, 0o^n 3erome'ê, an ^umfioïbt 

Paris, 66 13 Octobre 1857. 

Monsieur le Baron, 

JMonsieur Mariette ne m'a remis qu'il y a quel- 
ques jours votre lettre du mois de juillet, dans la- 
quelle vous me parlez de Monsieur le docteiu* Brugsch 
et de l'envoi de sa grammaire démotique que je n'ai 
pas encore reçue. — Je tiens à ce que vous ne m'ac- 
cusiez pas de négligence à vous répondre; aujourd'hui 
je ne me sens guère le courage de vous parler même 
de science, votre coeur et votre esprit doivent être 
bien affligés par la maladie de votre souverain et ami 
qui nous donne de vives inquiétudes, je dis nous, 
parceque les quelques jours que j'ai passés à Berlin 
m'ont fait apprécier les qualités eminentes du Roi et 
m'ont vivement attaché à lui. Que Dieu le conserve, 
c'est un voeu sincère! 

Recevez, Monsieur le Baron, l'assurance de mes 
sentiments de haute estime et considération. 

Napoléon. 



®en 18. (Çebruar 1858 betid^tet 95ambagen in feinen ZaQe-- 
blättern: ,,3u §umbolt>t gegangen. Wlit bett)unbern§it»ürt>iger 



389 

©eifteêgegentoatt gebcnït er fogleid^ allée beffen, tooran unfte 
2lntt)e[enf)eit iljn erinnern !ann , er fagt Submilla'n trie fd^meic^els 
^afteften Sachen über it)r 93uc^, für beffen jmeite Auflage, bte 
ntd^t auêbleiben merbe , er tî)r eine ©telle über ^Çriefen geben mid, 
bie er jiuar aud^ ben Seipjiger Slurnem für be§ ïeètem »on 
ibnen beabficbtigteê (§l)rengebäc^tni^ mittt)eilen möchte, inbe^ 
Ijaben biefe nad) »orläuftger Slnfrage fi(^ nid^t loieber gemelbet. 
Sluf ben @ro|bei-"509 »on SSeimar ift er übel ju fpredien, ber; 
felbe l^at ibm uttb ben ©ebrübem ©c^tagintmeit bei mieberl^oltem 
58efud^ mel^rere ©tunben geraubt, fie merlten balb, ba^ er fid^ 
nid^t über bie 2)inge, bie fie für tl)n jured^tgelegt , unterric^; 
ten iDolle, fonbem nur — fie gefï^roc^en l)aben molle, aud^ 
l^at er jebem ben ^^alfenorben ertl)eilt. — Über *** l^at er 
gegen ^umbolbt biefelbe ßntfc^ulbigung gentad^t mie gegen midb, 
e§ fei ber 2lbel erf orberli(^ , tcaS ^umbolbt ganj abfd^eulî(^ fins 
bet, unb ubrigenê ganj bem çierfonlid^en 33orurtbeil be§ &xop 
berjogê gemä^; ber 33ater, ber aucb nid^t febr merïmurbig ge= 
loefen, b^be biefe ©inneêart bodb irenigftenê »erftedtt, ber ©obn 
äußere fie unüerboblen; einft babe er na(^bem ein Sürgerlidber 
bie @efeUf(^aft üerlaffen, mit großer Sefriebigung ba§ 93ebagen 
auêgebrudt, je^t feien mir unter une! ein anbermal, aie man 
bemerît batte, man fä^e ju breijebn an ber ÏRittagâtafel , ers 
mieberte er troftenb, e§ feien jmei 93ürgerlid)e barunter, bie 
jäblten nidbt! unb ba§ fagte er ju §umbolbt franjöfifdb, meil, 
mie er fagte, jene beiben t)a§> gemi^ nidbt »erftunben! — Über 
bie Saft öon ^Briefen, mit benen §umbolbt beinigefucbt mirb, 
ïlagte er bitterlidb, oierbunbert im Tlonat menigftenâ muffe er 
lefen, toiele fingen an a2Rein ©reig» ober « ßbler :3u9enbgreiê » 
ober audb fo « Caroline unb idb finb glüdllidb , unfer ©cbidffal liegt 
in 3^ren §änben«. — 6r lobte bie ^ßrinjeffin 33ictoria, fie fei 
jmar nicbt bwM"^/ ^abe aber ein gefäüigee, einfadfieê SBefen, 
ein befeelteg 2luge." 



390 



220. 
^tttn^olbt an ^artt^agett* 

35 er tin, ben 19. %tUmv 1858. 

@ic fe^en, tl^eurer ^reunb, ba|, tro| meler fleinet 
^afelcien t)on ^ï. b'2löejac, ber öon 5D^alte=^run §u 
jitiren gelernt l^at, S'^r ^Rameneüetter ^l^nen red^t ötel 
@^re mac^t. 

Unï)egreifti(j^ aber ift baB 3)Zr. b'2löejac üon ber bon 
mir 1830 aie 3Jîanuf!ript herausgegebenen ^arte öon '^uan 
be la ßofe öon 1500, 6 3a^r üor ©olon'ê î;ob, unb 
öon einem 3öer!e in groB Quarto unter hem St^itel ,,®e' 
f(^id^te beS ©eefal^rerê Stitter 3Jîartin S3e^im'', tüo ber 
Urfprung beê 3^amenê 2lmeri!a, öon 2ß. ©I^ittan^ unb 
Sllej:. §umbolbt 1853 gar nid^tê tt3ä% 

3in einer ^a^t burd^tüü^lt. 5Der eble ^ugenbgreiè, 
Vecchio della Montagna. 



(hierbei bas 33ud^ ,, Considérations géographiques 
sur rhistoire du Brézil. Examen critique d'une nou- 
velle histoire générale du Brézil par M. François 
Adolphe de Varnhagen. Rapport fait par M. d'Avezac. 
Paris. 1857/' 8.) 



391 



221. 
^um^olbt an ^arnl^agen. 

Sevtin, ben 7. 3Härj 1858. 

od^ t>et:mutt)c, tl^eurer greunb, ba§ @ie baè inbiêî'retc 
faft geiftïofe 8u(j^ öon S^ormanb^ nid^t in |)änben ge- 
t)abt. 3<^ toerbe eè an £ab^ SBloomfielb nid^t jurM^ 
geben, o^ne eê i^^nen anzubieten, durchblättern Sie e» 
nad} bent Slegifter, unb fd^iiJen ©ie eê mir gütigft in 4 
bié 5 ^agen ^urücf. ièî fd^itbert eine fd^led^tgef^ielte 
Äomöbie. ^^^r anpnglid^fter 

21. ö. ^umbolbt. 
6onntag 3lai)t. 

3Jieine SSerel^rung 3^rer liebenstoürbigen dlià^te. 

(A year of revolution. From a journal kept in 
Paris in 1848. By the marquis of Normanby, K. G. 
London. 1857. 2 Vols, in 8".) 



2)en 8. 3)iärj 1858 bemerft 3Sam^agen in feinen Zai^e-- 
blättern: „-^umboltot fenbet mir mit freunblicben Reiten ba^ 
^nà) beè ajlarquiê üon URormanbç über bie 9(ieüotutton üon 1848. 
ßv nennt eè ein inbièfreteê unb faft geiftlofeè 93ud^, iä) nenn' 
eê ein ftupibeê, unb bem ^nbalte naâ) üerrät^erifcbea ; eè jeigt, 
luie fc^äblid) eè ift, fic^ mit ber 2)iplomatie cinjutaffen, befon- 
ber§ mit einer unamtli(^en, me bamatè bie be^ SUlarquiè roar, 
auf ben fojoo^l Lamartine aie Saoaignac nur ju febr gebort 



392 



l^aberi, dt ift einer bcr ftutnpfeften' unb ïangitjeiligften ßngMn* 
feer, bie e§ je gegeben ^at." 



®en 9. 2Rärj 1858 fügt 33arnt)agen feinem Urt^eil über 
îîotmanbp noc^ (Çofgenbeê !^inju: „^n îlormanbt) lueitergelefen. 
ßr ift ein armer Slropf, aber bie dlenbigfeit £oui§ ^^ilippe'g, bie 
6c^(ec^tigfeit ©uijot'ê, bie öerberblic^en ßintnirfungen ber Sd)Iei; 
c^er unb Betrüger, lernt man au§i feinem f(^le(^ten 33u(^e ge= 
{)ôrig fennen. Übrigens ift er ein 2Reifter, alles £ebenbige unb 
6)3rubelnbe ber gemaCtigften ßreigniffe ju töbtenber CangttieiUg: 
Uit berabjuftimmen." 



393 



222. 
^umïiolbt an ^ûrn^ogen* 

33crli«, ben 13. 2())nï 1858. 

3(^ Un %exu\)ïi über bie ^reunbli($fe{t ^^rer QdUn 
utib baê Inbenfen bon ber geiftreid^en ^^raulein Submitta. 
®a geftern pilaire bei mir 'max, fo ïjabe id^ alïeê t)or= 
bereitet ^errn * * , bem uieïgead^teten ©eiftlid^en in f f 
nü^lid^ für time ber 6pieltüerfe gu toerben, tüeld^e jtoar 
niâ)t nähren aber eine angeneïjme 3^^fttennng, auâ) be§ 
fpät auêgefuï)rten Steitenâ mit ^inberniffen, 3ïnêfid^t jnr 
©rrettnng au§ ber Untertüelt ber vierten klaffe getoäbren. 
^d^ merbe an Suaire um bie britte Jîlaffe fc^reiben, fle^e 
aber, ba^ Sie mir etiDaS ba-S ©ebäd^tni^ anffrifc^en. — 
**'§> %iUll '^ä) benfe, er prebigt nid;t; giebt felbft nid^t 
mel^r bie !leinen, hzm d;emifc^ üertuanbten ^rob unionê= 
feinbUd)en Oblaten, ©r ift aber, benfe id;, in ff eine 
^jroteftantifd^e Tlaâ)t. 

3u S^rer unb gränlein ßnbmilla'e 33eM;rnng lege id^ 
^{;anta[ieen über bie Serlinifd^e 3ßeItregenlofig!eit üor ber 
©ünbflut^ bei, unb bie feurige SBeltjerftörung, bie ein 
biedren öertüilberte ^ottafd^e im unfd^ulbigen ^elbfpatl^ 
beê ©ranitê in ben legten ^agen f; er vorbringen trirb: 
de la géologie hébraïzante, tüie id^ bergleid;en unöor= 
fid^tig im Aoêmoê genannt \)dbe. Sl;r 

3)ienêtûg. 2Ï. ö. |)t. 



394 



(„Thoughts on the first rainbow, in connexion with 
certain geological facts. London. 1852." î)ie ©c^tift ift 
»on 2B. 93atematt 93^ng, abet an c^umbotbt je^t erft touted ben 
2ootfen = ,^apitain au^er S)ien[ten ^etnt ^. 21. %oth^ in Ham- 
burg überfanbt.) 



3)cn 24. 5Ipril 1858 bemerft 3^arttbagcn in feinen îage; 
blättern: „(Heftern etjäblte i^umbolbt febt launig üon ben 93ric= 
fen, bie er befommen; eine 2lnjabl S)amen in ©Iberfelb baben 
fidb üerbunben, burcb anonyme SSriefe an feiner 35efebrung ju 
arbeiten, nnb baben ibm bie§ angezeigt; t)on 3eît ju 3eit taufen 
foldbe 35riefe ein. 5Xu§ Sfîebraèïa bat man an ibn bie ^Çragc 
gericbtet, er môdbte bocb ficb barüber auSfprecben, wo bie <B(i)toaU 
ben im Söinter bleiben; i(^ fragte, ob bieg ni(bt fortroäbf^nb 
eine f^mebenbe Unterfucbung fei? «Çteilicb, ermieberte er, idb 
ioei^ eè fo wenig rcie ein anberer, — aber, fe^te er mit f(!ber= 
jenber 2Bi^tigïeit binjU/ baâ bab' idb ben l^euten in îîebragla 
nicbt gefcbrieben, weit man bergtei(^en nie eingefteben barf. »" 



395 



223. 
^utn&olbt an ^orn^ogett. 

^otôbam, ben 19. 3unt 1858. 

3m ©anjen ïangtueiïig unb öott innerni SBiberfprud^, 
aber tüegen beê mt)t^ifc^en S)eutfd;amerifanert^um'o bo(| 
|>iftorie unb leiber nja^r. @. 76 — 80, ana) @. 33. 35. 
75. ^aubev einer gefc^lec^tlofen <Sprad^e: „Fermez les 
lèvres et serrez les dents.'' *) 2luê ber UXÛ) bie ift 
auè i^aul^eit be, unb enblid^ ein neutrale^, lebentöbten; 
beê the geiüorben. 

6. 88 fte^t gefd^rieben, tüarum mein ^reunb probet 
nid^t erfd^offen (erbium et) toorben ift. 

31. ^t. 

^d^ bin toegen beê traurigen ^otêbamê ju lange ntd^t 
Ui Sitten erfd^ienen. 



(3lnmerfungeu oon 35avnljagen. ®abei mar: „2)ic 
beutfdie Sluâmanberung unb i^re tulturl&iftorifc^e Sebeutung. Son 
3[uUuè Jtbbel. Seipjig. 1858." SSon 'probet an ^umbolbt ein= 
gefanbter Slbbrucï. 

*) '^n ben „Anglaises pour rire" ^ei^t e§: „Ouvrez la 
bouche et serrez les dents, et vous parlerez anglais!" ^um= 
bolbt mag bieâ im 6inne gehabt, aber ouvrez irrig in fermez 
öerlüanbelt ^aben. 

6. 35 fagt ^röbel : „ Übrigena finb an unb für fid^ uic 
englif(^e unb bie beutfd^e Sprache nur jiuei ï>erf(^iebene î)ialeftc, 



396 



obct »icïmc^t Êntwideïuttgêftufen. 2)ie cttgïifc^e ift îulturl^iftos 
rifc^ bic I)Bl)ere »on bexben, benn bie Sïbfd^leifung bet granttna« 
tîïalifc^en formen ift anerïannteriueife ber ï)5ï)eren geiftigen 6ntî 
»oidteïung entfprec^enb. " ^umbolbt ^t an ben Stanb gefc^ries 
ben: „0\)o". 

S. 88 beutet ^^röbel auf Ofterreic^ê großen 3uïunft§beruf 
^in. 6olc^e Stellen in einer 1848 erfd^ienenen Sd^rift burd^ 
einen Slbjutanten bem jÇurften »on Sßinbifd^grä^ rec^tjeitig mxU 
get^eilt, betoirïten grobel'ê S3egnabigung, »tt^renb fein College 
9îobert 58lum gtaufam eïfc^offen murbe.) 



397 



224. 
^umklbt an ^arn^aoen. 

33eran, ben 9. ®e^t. 1858. 5«ac^t«. 

onnigen ^ant, mein t^eurer greunb, für S^re fo 
freunblid^en QèiUn. ®er ^an! beê treffUcî^en ** ift mir 
nid^t gleid^giiltig: m^n ift ^ier fo unartig getpefen, mir 
mit feiner «Silbe §n fagen, ba§ mein 2tntrag erfüllt fei. 
®a ©ie unb S^re geiftreid^e S^iid^te, gräulein Submitta, 
Curiosa lieben unb in meinem Uralter aïïe <Bä)am für 
©elbftlo& längft toerfd^tüunben ift, fo lege i^ ^l^nen toor: 
ben Srief ber Königin 55ictoria, bie burc^ bie ^rinjeffin 
toott ^reufeen mid^ um einige ©teilen ber Slnfic^ten ber 
Sfiatur unb beè Aoêmoê (bid^terifd;e 9laturbefc^reibung) 
öon meiner ^anbfd^rift l;atte bitten laffen, — mit einem 
anbern Briefe, beê amerüanifc^en Jîriegêminifterê, ber mir 
für ten ^teifenben 3Jlölll^aufen, aie Qeiä)mt in ben jtoei 
©îpebitionen nad^ ben J^üften ber ©übfee, meineê ©eifert'^ 
©d^iüiegerfobn, nü|lic^ getüefen ift unb mirabile dictu 
aUen politifc^en ©rott gegen mic^, iuegen meiner §reunb= 
fc^aft mit j^remont, bei ©eite gefegt l;at. ®er le^tere mir 
moralif(^ erfreulicher, ber großen ^^îamen töegen ma^loê 
übertrieben. 

gür bie Stegentfc^aft ift allerbingê, fo not^iüenbig fie 
aud^ ift, für bie ganj üergeubete @l;re beê ßanbee ift, 
leiber! nod^ nid^t;! abgemacht. 3Jlöge ber ^rinj öon ^reu^en 
galten, toaê er biso je^t üerfprid^t: unter feiner anbern 



398 

^ebingiing aie mit auêgefproc^enem Mittel ^t^cnt tt)erbe 
cr forttoirfen, aber too bie ^tiitwttöe bei ber Slbgefd^iloffens 
oeit beê Könige, ben man miä) felbft feit ber 3flMfe^r 
xiijà) ni^t ^at feigen laffen? ßä^t man bie ^nitiatiüe ben 
Kammern, fo l^anbelt man übereilt unb in unebler ^^nrd^t. 
Alea jacta, wnb bie ©nmme ber ^îitettigenj, bie im 
©piel ift, fd^eint öfonomifd; arm pgemeffen. 

3Baê iüiffen ©ie, tf)enrer ^^rennb, »on |)errn ^\Dan 
©olomin, ber mit einer fo fred^en, beifpiellofen 3^i^i^'^i^6= 
tion mic^ pt)otograpl)ifd; im fd^redlid^ften négligé de cos- 
tume bem 5ßubliJEnm barfteUt, même, wk i^ ii)m \éi)x 
öerle^t gefd^rieben, en me dotant de deux fautes de 
français — venaient ftatt viennent, pourrait ftatt pou- 
vait. SBaê bie 3)îenfd^en fic^ erlauben, wm anbere i^ren 
^mäen bienftbar gu madden! — 

^(^ fle-^e, baB ©ie mir bie brei Curiosa, Ibfd^rift ber 
Victoria, ^rief beê Jîriegêminifterê, nnb Sloöira toon ®o= 
loinin, biê ©onntag äRorgen, loo id^ mit ^aron ©todmar 
SSater nad^ Siegel mn^, gnriicffd^iden. 

Wdn ©eljen (ma démarche) nimmt an alternber 
9îid^tnngêto[ig!eit traurig gu. ^iiten ©ie fid^ öor einer 
fo langen ©ebulb ju leben. S)er 9luf nimmt mit ber 3^1* 
becillität ju, unb bie 9loïïe beê „tl^euren ^ugenbgreifeê, 
beê iüürbigen ©eniorê aller lebenben @elel;rten, Vecchio 
délia montagna'' it)irb eine fel)r unbequeme, ttjenn eê 
au($ im 3'îe|biftri!t eine Jungfrau giebt, bie ber ©enter 
in ^egel etabliren foil, iüeil ber Drt na):)^ bei Berlin ift, 
unb fie, §ur redeten ^^^^l aüertirt, gur ©tabt ïommen 
ïann, um mir bie 2tugen ju fd^lie^en. 

3Jiit treuefter freunbfc^aftlid^fter ^ere^rung 3^r 

21. n. ^nmbolbt. 



399 



3Jietn böfer ^rewnb Saffatte — .^eraflcitoê ber ©unfle 
— ift tro^ aller meiner 33ertt)enbimgen, tro| ber mir 
gegebenen î^er^ei^nngen t»om ^rinj oon ^reufeen unb 
pilaire*) bod^ üerjagt iüorben. 3}îan gab Hoffnung, ber 
3)nn!Ie JoerDe in einigen 3Ronaten (nac^ ben 2öal;len) 
jum noc^ bnnfleren ^ptl^agoraè gnrüdffet)ren. äßelc^e 
3)iftributicn ber ©ered^tigfeit! 



(Slnmcrfung üon 35arnl^agen. ^mav. ©olojtin hatte 
.^umbolbt etfii^t, il^m ein ruffif(j^e§ S)rama „D^lomra" jueignen 
ju bütfen, fcev franjôfifd^e 93rief, burc^ meldten ^uttibolbt bie 
Sßibmung annahm, ift aie ^acfimile bem 99üd^tein beigefügt.) 



*) Snfofern ntd^t gang genau, als in ber 3l6tüefen^ett bev @e» 
nannten unb tt)ie ftd^ f^jäter fjerauepeßte, o^ne \i)x SSornuffen, ber 
äJiinifter Sef}^^^aIen hierauf Oeftanben ^atte. 



400 



225. 
^umtiolbt an SubmtQa Wng^ 

33 er tin, ben 12. Oïtofcer 1858. 

SBeld^ ein Xa^ ber ©rfd^iitterung, ber 2::rauer, beê 
Hngïutfè für mi(|, ber geftrige. 3^ ioar öon ber ^ötti= 
gin na^ ^otêbam befd^ieben, «m öon bem Äönig Slbfd^ieb 
§u nel^men. @r tear n)einenb »or tiefer 9îu^rnng. 3<^ 
ïomme nad^ ^anfe, 9^ad;mittag gegen 6 Ul^r unb erbred^e 
St)ren ©d^mergenêbrief, t^enre, liebe, geiftreic^e ^^rennbin! 
®r friiber bem ^rbifd^en entgegen, al§> id^ ber 9îeun§igs 
jäbrige, ber Sllte öon ben Bergen, ©ê ift nid^t genug ju 
fagen, ba^ S)entfc^lanb einen großen ©d;riftfteïïer, ben 
öerlor, ber bie ©^rad^e am ebelften gnm âïuîlbrnd^ ber 
garteften ©mpfinbnngen §n mobeln tcn^te — aber maê ift 
bie ^orm bei fo öiel ©d^arfbïicf, fo prägnanter ©eiftig^ 
ïeit, fold^em ©eelenabel, f Oliver SBeltflugbeit. 3öa0 ©r 
mir ioar, voa§ er mir bem 'nnn ganj S^ereingelten iüar, 
haè ïonnen 6ie in ^^um fd^önen, feinen 6inne ottein 
ganj faffen. ^â) njerbe balb !ommen eê ^^nm ju fagen. 

3)îit tiefem ©eelenfd^merje ^1^x 

m. ^umbolbt. 



©rutf »on g-. '?!. «io(fl)au« in Scipiig. 



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