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Schriften der Gesellschaft für Cbeaterge$d)i'd)te
Band I
C^tiftian l^änxici ßd^mi^B
iC^ronDiogie
tiPS
öfiitfArn tiftattvB
Berlin
Uerlag der 0e$ell$d)aft fOr Cbeaterge$d)id)te
1902.
t^tifdan geintrtcß ^cßmi^^;
t^ronDlDgie
iip9
tiputfr^rn f bratrra.
r
von
Berlin
üerUfl der Gesellschaft für CbeaterflesAidrte
1902.
B0rttt0rt*
^ec DorUegenbe ^leubtucf ber ^^ronologie be§ beutfd^en
Sl^eaterg giebt ba§ Original oon 1775 iDortgetreu mebet.
®eringfügige ^tucffel^ler, n)ie n für u, jhtb ftiUfci^iDeigenb
Derbeffert, gröbere jebod^ im 2:e0 {teilen gelaffen unb in ben
^nmerfungen berid^tigt n)i>rben. ^n biefen glaubte ber ^er-
auiSgeber bie bent Original in mand^en ^n!ten fel^lettbe
3w)er(äftlgleit be§ SBud^eS fidlem au muffen. 3eile für 3eüe
mürben auf il^re düd^ü^tit geprüft, unb id^ l^offe, !aum etmag
Sßefentlid^eS überfeinen ^u l^aben. ^m einzelnen freilid^ (ie^e
fid^ nod^ mand^er ermünfd^te 3uf<^ mad^en, unb id^ bel^olte
mir felbft einen IRad^trag für ha§ „^6^X0*' vox. ^eHeid^t
ift l^ier aud^ im ^ntereffe ber tl^eatergefclid^tlid^en ^orfd^ung
einr ^tte am redeten $la^e: nod^ man^e Angaben imb
^aten, bie auS älteren OueQen ^erübergenommen merben
mußten, bebürfen ber SFlad^prüfung unb ber ^Belege burd^
^ ^rd^enbüd^er, ^rdnit)a!ten u. f. xo. fßa§ bem Herausgeber
nur in menigen fällen möglid^ mar, !ann bur(| bie ^ilfe
auSmdrtiger SHitarbeiter leidet geförbert unb in htm iHrd^it)
ber ©efeUfd^aft on geeigneter ©teile oeröffentlid^t merben. —
^a§ bem SIeubrudt beigegebene Porträt ftammt au§
Q ©l^r. ffi. SBodfS „Sammlung oon 93ilbniffen geleierter äftänner
unb Äünftler" (2. fSK Slümberg 1802), unb eignete fid^ au§
ted^nifd^en ©rünben beffer ^ur ^^eprobul^on alS ber ^tqifer«
ftic| au§ ber OHa ^otriba. ^a§ gfc^mile ber Unterfc^rift
ift nad^ einem ISBriefe au§ htm ^efit^e beS ^erm ®. SeiSftein
gefertigt. Qm übrigen l^abe id^ für il^r bereitmilligeS ®td^
gegenfommen ben SBibliotl^efSoermaltungen in Berlin, ^orm-
ftoibt, ®ie|en, ©dttingen, Hamburg, iSeipgig, SV^d^en,
S^eimar unb Sien no(| meinen l^er^Iid^ften ^an! gu fagen.
93erlin, im Februar 1903.
Dr. lß$aü Xsgfranli.
(gtnlettuTtö-
2)ie ^.©^ronologie be§ beutfd^en ^eoter^'' ift baS 9Bed eineS
Cannes, ber in ber £itteraturgefd^id^te feine fonberli^ günftige 9blle
fpielt. iSange oergeffen ober abfxd^tli^ überfeinen, nxtrb er in neuerer
3eit öfter ouS htm ^un!e( l^eroufbefd^noren, »eil fein 9latne fi^
benen oufbrdngte, bie fi^ ber ^d^lie^ung be^ ;Beben$n>er!e§ fül^renber
®eifter ^gen)anbt l^otten. Unter ben @d^aren locferer ©fribenten, bie,
nid^ oerlegen um SBort unb Angriff, nid^t beforgt von eigene %^
barfeit, htn großen ^äinpfem in§ $anbn)er! pfuf(i^ten, gen>al^en fle
au^ d^riftian ^einrid^ @d^mib, ben jiungen ^ofeffor ber Erfurter
unb bann ber @ie|ener Unioerfltät, einen äl'lantelträger nad^ 9Binbe§^
rid^tung, einen unoerbroffenen 9lesenfenten unb ^d^ennad^er. f&aS
er im 3Uter oon ctroa 22—26 Q^al^ren gefd^rieben ^otte, gab ii^nen
fd^on reid^Ud^ @toff gu fold^ fd^arfem abfälligem Urteil, ^obei
mürbe aber feiner ftet§ nur im ^orübergel^en gebadet, l^ier einmal
t)on SS^elm @d^erer uxtb di, 971. S&emer, menn e§ jld^ vtm bie
55erfpottung im „Qal^rmarftSfeft gu ^lunberSmeilem", bort von ßoeper,
w^xm e§ fxä^ um feine ^md^nung in „Sßol^rl^eit unb 2)ic^tung''
l^nbelte. $ier brudtte @upl^an eine l^eilig empörte ^riti! ^beri^
über ein sSer! be§ jungen Sitteraten ab, bort bebad^te il^n ®d^
@d^ibt in feinem „iSeffing" mit fnapper (S^^arafteriftU, l^ier fonnte il^m
äSeinl^olb in feiner ©d^ilberung oon ^oiei^ £eben menig @d^meid^el-
l^afteg über bie unfaubere ®rünbung be§ SRufenalmanad^g nad^fagen,
unb SBuftmann fe^te in fd^ürferer ^nart ba§ 2:i^ma oom litterorif^en
^iebftd^l mb oom 0laubgefinbel ber :8eip5iger ^lad^brudfer fort.
9)^i^äänge alfo überall, mel^ ober minber fd^arf, obenbrein au^ h&xt
3ufammenl^ng geriffen, aber äJ^H^flänge aB fenngeid^nenbe^ SRerfmal
für bie g^genbjal^re. ^^f^^^nmenfaffenb oerfud^te nur ^öl&le in ber
„^gemeinen ^eutfd^en ^iograp^ie'' ein Seben^bilb be§ „©ie^etter
@d^mib'' gu seidenen, ol^ne freili^ im ganzen ein erfenntlid^eS SlJbbiib
^u liefern. Sßa§ jene grorfd^er, auf ben Q^va^VjaU angemiefen, not«
— vm —
toenbig UnerfteuU^eiS Don @cl^tmb berid^ten tnulten, l^e |iet im
3ufammet^ang anberS geüungett. @iS l^ätten ®egenfft|e ^etaui^
gearbeitet toerben !5nnen, bie greifbar in biefetn Seben vorliegen,
^&tte mit leidster TKÜ^t aud^ baiS (^giebige biefer Sebeni^leiftung fid^
bartl^un laffen. @old^e ©d^ilberung aber mar r>on ^51^(e fd^on
barum nid^t gu ermarten, meil er eine reid^ entmidtelte @eite oon
©d^mibiS 2:]^dtigleit t)5Qig au^er ad^t lie^: bie t^eatergefd^id^tlid^en
6d^riften. HBermutlid^, meil i|m $efd^&ftigung mit ^omdbianten ber
n&|eren Prüfung überhaupt ni(^t mert erfd^ien. Ober l^fttte er fonft
hcS Urteil au3 ÄöttnerS „©l^aracteren teutfd)er 3)id^ter unb ^ofaiften"
(1781, @. 483): @d^mib l^abe blittbling^ teUgenommen ^an ben
gre^ben unferer fritifd^en ^artl^e^en, unb an ben &rgerlid^en Kabalen
einiger ©d^aufpielergefeUfd^aften" nid^t etmo blo^ nad^fd^reiben,
fonbem be^eid^nenb ummat^eln fönnen in ben @a^, <Sd^mib ^abe
blinb(ing§ an fritifd^en ^arteiftreitigleiten, ,,fogar an benen ber
K^omöbianten'' teilgenommen?! HBorber^anb fei nur auf bie
6;^ronoIogie felbft oermiefen, um bie ^altloflgteit fold^er allgemeinen
^ui^prüd^e §u ermeifen. ©erabe bie (S^^ronologie fül^rte auS ber
feid^ten ^hxt ber leibigen ^artei*@treitfd^riften auf ben gefunben ©rb-
boben ber ^iftorifd^en 2;^atfad^en. Unb fie l^&tte felbft in htm engen
9^al^men ber Mg. ^eutfd^en SBiograp^ie, in ber fie ali^ OueHenmer!
oft genug oer^eid^net fielet, ein S5rtd^en ber ^nertennung oerbient.
^cS ^ätte mit mand^em anbem fel^Ienben 3^0 ^^^ ^Uhz il^re§ ^er-
fafferS ein anbereS 9lugfel&en gegeben, ol^ne malere fiinien ju oer&nbem.
^er Sebenglauf ©l^riftian ^einrid^ @d^mibiS oerlief anwerft einfad^.
Sein SBater ^olftann dl^riftopl^ ©d^mib (1715—1788) flammte au§
bem f äd^fifd^en (^^ebirgc unb lebte alg htrfürftlid^er $erg!ommiffion§::
rat, ©ergt)oigt in 3:i^üringen unb ber ©raffd^aft aWangfelb, 3^W^^
SU Sanger^aufen unb l^ottenborf in bem fleinen ^ergft&btd^en digleben,
beffen l^ürgermeifterStod^ter er ^ur ^rau genommen l^atte. ^m
24. 9lot)ember 1746 mürbe i^m bort al^ erfte^ ^nb (E^riftian ^ein-
rid^ geboren;* fed^8 weitere folgten, barunter fünf ©ö^ne, oon benen
aber nur smci bie erften JJfa^re überlebten. 2)ie ^erl^<niffe
im ©Iteml^aufe geftatteten eine oielfeitige ©rgie^ung ber ^inber.
Sd^reibmeifter unb ^aui^el^rer mürben neben bem ^an^meifter unb
ber $ran§5fin gel^alten unb fo oon aQer n&d^tlic^en ^rül^e hx§
ium Wytnh ber t&glid^e Unterrid^t nad^ fd^merf&Hig aUmobifd^em
3ufd^nitt gar grünblid^ ge^anb^abt. SOf^and^e Un^utrüglid^feit lief mit
unter, ^ie SD^er mürbe htm ^au^alt frü^ burd^ ben 2;ob ent^
riffen, unb bie ^au^lel^ mül^ten fid^ lungere Qtxt t)ergeblid^ um
baS nötige ^fel^en. Zxoi^ ollem mad^ten bie ^nber ben regele
m&ligen Unterri(^tiSgang erfolgreid^ burd^; bie iBembegierbe be§
älteften vox aUem marb nod^ fp&ter mit g*reuben oon einem
SKagifter gerül^mt, beffen Qkb&d^tnüS felbft ali^ ein „treueS unb meit^
— IX —
faffenbeS fR^tptahJthxm aUer ©prad^en nnb äBiffenfd^aften'' galt, unb
ber im übrigen feine befonbere IBeranlaffung ^otte, ^ ber garten
Stellung im ^^mibf^en $aufe gern ^u erinnern. — ^fn^mifd^en
muffen bie ^aben l^eran; @;i^riftian ^einrid^ erhielt bie le^e 9üt§-
bilbung in @prad^en vom fR^Uox be§ alten @üS(ebener S^mnafhmtig
nnb rüftete ^dn — fed^a^^« ^al^re alt — im gerbft 1762 jur gro^rt
nad^ iSeipaig.
^ort fal^ i^n ber ^ater fd^on im ©eifte al^ ^od^anfe^nlid^eS
SVHtglieb be§ fRatt» mah al§ berül^mten Orbinariug ber ^uriften^
fafultdt, unb aud^ ber ^tiefgro^Doter, ^ofrat äBiefener, ein alter
finberlofer §err, mod^te fo benlen; benn er „pr&legiertc" bem lieben
^fel feierlid^ft feine reid^e juriftifd^e SJibliotl^e!. Um ü^retwiflen
lol^nte e§ fid^ jo fd^on, ben Sangen ol^ne meitereS QfuS jtubieren ^u
laffen, ol^ne nad^ feinen eigenen Sßünfd^en lang ^u fragen. 9hn: bie
erjlen ^mei ^oX^xt glaubte man i^m frei geben gu bürfen in 9lnbe*
trad^t feinet finblid^en ^er§. Unb fo begann benn ber ^mit^poit
in biefer jungen @eele fld^ feftaufetjen. Seip^ig, bamalg ber SWittel-
punit litterarifd^en @d^affen§, ein ^^ffw^^^^rt für rebenbe unb
bilbenbe Mnfte, lodtte mit biefen lebenbigen Säften unb trieb
ben nod^ ungefeftigten Säugling, feiner S^lcigung na^, in ba§ 3fa^r=
moffer ber f(^önen SlBiffenfd^aften. ©eflert, ber SBielgeliebte, marb
um feiner ^orlefungen millen am meiften aufgefud^t. ^er flaffifd^e
^l^ilologe ;So^ann ^uguft ^nefti führte i^n in ba§ Altertum ein,
baneben mürbe äJlatl^emati! unb ^l^ilofop^ie, ^eft^eti! unb ^f^x^fit
getrieben; l^auptfäd^lid^ aber sogen il^n bie ;8itteraturen lebenber
Wolter an, au^er ber l^eimatlid^en befottberS bie ber ©nglünber unb
fjranjofen. ©(^nefl maren unter fold^en froren 9lrbciten jmei Qal^re
t)erraufd^t. ®ic grojoüterlid^e juriftifi^e Söibliotl^e! minfte. 9lu§ bem
^ater^aufe traf eine furje oielfagenbe 3lufforberung ein, unb ber
<Sol^n entfdE)loJ fld^ nur mit SffiibermiUen, ber l^eiteren SBelt ju ent-
fagen, bie il^n bislang aufgenommen ^atte. ^aS oüterlid^e @ebot
bünftc il^m mid^tiger al§ feine eigene innere ©timme. ®r mürbe
3urijt. Unb blieb bod^ mit allen (Sinnen bei feinen S)idE)tcm. ^ic
fleinc Söibliotl^e! freilid^, bie er in^mifdEiett fid^ angefd^afft ^atte, ocr-
!aufte er, um ben ürgjten 55erfud^er log ju fein. Söäl^renb nun ba§
römifd^e fR^d^t, beffen antiquarifd^er S^eil il|m immerhin nod^ mand^e§
Vergnügen bereitete, im SBorbergrunbe feiner 3lrbcit panb, mürben bie
pl^ilofop^ifd^en @tubien menigftenS 5U einem gemiffen ^bfd^lu^
gebrad^t: 1766 marb er SWagifter unb l^abiliticrte fld^ ein ^al^x
borauf mit einer Slbl^anblung Simonides sive de theologia
poetarum. @d^on rü^ete ftd^ ber junge äJlagifter ^u pl^ilofopl^if^en
^orlefungen, bod^ oerl^inberte il^n baran eine S^leife nad^ 3^<^' ^^^
er unternahm, um bem fd^merfranfen ^ater bei einer gefö^rlid^en
Operation na^e $u fein, ^lüd^tige ^etanntfd^aft mit 9Hebel, ber in
••
— X —
ft rei^ooll su mad)en? ^n bem 3Äa^e
alfo, mie er l^ier alg gemeinfameS ^robuft erfi^ien, fiel aud^ ber
^iebftaW/ an bzm fid^ fonft nid)t§ meiter befcl|önigen läßt, ber gaujen
Partei jur ßaft. Unb htm entfprad) aucli bie folgenbe 3^t ^^^ ^o"
erbittertem ^in- unb §er ^mifclien ben litterarifclien ßagem angefüöt
mürbe. 9JHt S^oie fd^lojs @d)mib einen äußerlid^en gerieben, ^n
einer öffentlid^en 3uf^rift ber „Erfurter gel. 3tg." (47. <Bt&d, 1771)
fprac^ er feine ©rroartung au§, boß jie beibe nebeneinanber fünftig
mol^l beftel^en tonnten. 2lud^ fonft zeigte fld^ in Vriefen unb perfdn:=
liefen Begegnungen f omie in öffentlid^en SBefpred^ungen, baß bie Her-
ausgeber ber beiben 2l{tnanad)e oerfiilinlid^er geftimmt mutzen unb
fld^ gegenfeitig anerfannten, mäl^renb bie Äfo^ianer, t)on bcnen fld^
@c|mib balb trennte, in ii^ren Organen, cor allem in @d^irad)i^ 3Wa=
ga^in, ben ®0ttinger ^Itnonad^ meito mit blinbem $af Deofolg^.
®§ fann l^ier mebcr bie 3lufgabe fein, biefe Sl&mpfe bcS nftl^ecen ju
— XV —
beleud^ten, nod^ bie einzelnen ^ol^rgänge be§ ^Itnanad^S auf ^u^toa^l
unb ©httid^tung l^in ^u prüfen. ^aS toertDoUfte in i^nen liegt l^eute
ol^ne S^ti^ü in ber ;,9^oti§ poetifc^cr S^euigfeiten", jenem fnappen
!ritif(^cn ^bri^, ber bie S^euerfd^einungen iebe§ Derroid^enen 3ol^re§
oon 1769 bi§ jur Dftemteffe 1780 mufterte. §ier bot ber §eratt§«
geber etn)a§, ba§ feinem 2llmanad^ mel^r greunbfd^aft al§ fjeinbfi^oft
eintrug, pmol er fld^ offenbar bemill^te, einen einfeitigen ^artei^anb-
punft au Dermeiben. 5)a^ man nidjt überall ba§ Urteil ber „(Erfurter
gel. 3^0-" unterfc^ricb, bie @d^mib§ ^riti! ooHer SBitj, ©alj unb g^rei-
mütigfeit fanb, tonnte ja niö^t üerrounbem. Qfnbcffen fteigerte ^^
felbft bie 2lblc^nung ni^t -immer ju jener fleinlid^en, fd)impfenben
Entgegnung, in ber §. ©. SD'Klller oon S^el^oe nod^ oiele Qfal^re fpater
feine Söut barüber austobte, baf feine ®ebid^te im 93'htfenalmanaö^ ab=
fdHig befproc^en maren. @ine grobe ©l^arofteriftü @(^mib§ flod^t er bafür
in ben IRoman „@iegfrieb oon Sinbenbcrg" ein. „§alt mol, Se!tori§!"
— l^ie^ e§ bort — „@r l^at fd^on ^n paarmal oon \>tm ©c^mib ba
gejagt. SQ3a§ ift ba§ für 'n 2mtf(i)ö? — 2ld^, ®u'r ®naben, e§ ip,
mit 9flet)erenj p melben, ber Sumpenfammler am ^omaß, ber ol^ne
Unterlaß Dor ben %f)üxm ber ©cle^rten ^erumfd|leid^t, unb l^inter
il^ren ©arten, bort ba§ Äe^rid)t unb l^ier h^n 93'hftl^aufen burd^mül^let,
ob er nirgenbS einen fafflerten S^rouiöon ober fonft einen Dermorfcnen
ßumpen Don einem ®cbid|t aufpbem !ann. ^a§ oerl^unjt er benn
DoHenbg burd) 2lbfd)neiben unb ^Infticfen, unb mad^t barau§ feine
3:^eorie ber ^oejle, fein 2:afd)enbud^ für SWeifterfänger, unb einen
Dierleibigen Äalenber für bie 35arbiergefellen unb alten SBeiber,
in n)elrf)em er, mie ein §unb, oor einigen fried)t, oor anbem mit bem
©d^manje mebelt, unb mieber anbem in bie SBeine fü^rt, fld^ salva
venia! fpeiet, unb mieber fri^t, mag er gefpieen l^at, na(i) 2lnef boten
fpüret, fd^drfcr al§ bero %üxi nad^ gelbpi^nern, unb mie @u'r Onaben
5u fagen pffegen, jebcn Äater p|en mill, ol^ne an bie ©öfte feine§
eigenen rdubigen S8urfel§ ju benfen." —
Wut h^m oierleibigcn ^alenber für SBarbiergefeHen mar ber
5Umanad^ ber beutfd^cn SWufen megen feiner oierfad^en Einteilung ge-
meint. S)ie El^arafterifti! traf übrigens um manches Qfal^r ^u fpüt
ein. ©ie berührte S)inge, für bie fein lebenbigeS ^ntereffe mel^r t)or=
Rauben mar. ^emt eine IRoße, fei e§ aucf| meld^er 2lrt, fpielte @d)mtb
nur im Slnfang ber fiebriger ^af^xc in ber beutfd^en Sitteratur, oor*
nel^mlid^ 1769 unb 1770, al§ er bie 2:^eorie ber ^oefle beenbet l^atte,
ben 9Wufenalmanad) unb obenbrein jmei größere Untemel^men begann:
5)ie ^Inftologie ber S)eutfd)en unb ba§ ®nglifd)e ^zat^x.
"SJHt jener lieferte er eine Ergänsung ^um SThtfenolmanad^. ©alt
l^ier ber ©runbfa^, mdglid^ft ungebrudtteg §u bringen^ fo btlbete bie
^nt^ologie, bie in brei Sletlen Don 1770 bis 1772^ erfc^n, ben
©ammelpunft älterer üerftreuter S)id^tungen, bie fti^wer jugdngfid^
— XVI —
»oren. ^urd^ einen n>eit auiSgebel^nten 9nefn)e(i^fel »u^e fl4 Sd^ntib
Me ein§elnen 6tfide aufanraien su betteln, ja er verfd^rnftl^te nid^ baiS
SRütel, buid^ dffentlid^e »naeigen in bei ^©rfurter gel. Stg." (64. @tacf
0. 11. 9lug. 1769) na(| befonbecd feltenen 6tfiden Untfd^au $u
galten, ^ei biefem ^eftteben, fem UegenbeS nur um feiner Selten-
heit roiHen gu bringen, begegnete i^m natürUd^ oft baS Unglüd, Un?
bebeutenbeS abaubrudfen, fo ba^ jeneiS «rSud^en in ^el^rid^t unb THft^
Raufen" ein nid^t aOau übertriebener ^ergleic^ 3ol^. ©ottw. TtUäUx^
vor. ^on 9latur überl^aupt nid^t mit jenem fritifd^en Unterfc^eibungi^
Dermdgen begabt, beffen jld^ bie ®dttinger $u erfreuen l^otten, Ue^ er
oft antiquarifd^e ^ntereffen auf Soften &ft|etifd^er ^riti! oormalten.
dt freute fid^ eine§ auiSgegrabenen ^unbe§, ol^ne au enoftgen, ob ber
(Segenftanb mel^r aB bloßen äJ^ufeumSmert befaß. @r mar ^^ilologe,
nid^t Huftier. Seine Sammelmut verleitete i^n babei l^äufig au VLti^
oorfic^tigfeiten, t>it i^m fd^limmer auiSgelegt mürben ali^ fie gemeint
moren. 9B&l^renb er a* ^- gelegentlid^ burd^ feinen 9lamen^etter
@. ^. Sd^mibt iSefflng nac^ feinem ©eburt^a^r fragen ließ unb Don
biefem ^armloiS-bereitmillige ^ntmort be!am, ^ielt er e§ nid^t für
ndtig, ^ßeffhtgiS Erlaubnis ^um Slbbrudt ber beiben ^ugenbluftfpiele
^.S^amon" unb „%k alte Jungfer" einau^olen. ©eibe Stüde, feit
mel^r aB a^^^^aig S^al^ren ni^t gebruät unb bei ber ^ebeutung
Seffingi^ eine mißfommene ®abe für bie fiefer, erfd^ienen im erften
Seile ber ^nt^ologie. :8effhtg felbft beeilte fid^ barauf, ben übrigen
iReft feiner Sd^riften inS ^blifimt au bringen, bamit nid^t, mie er
feinem SJerleger ^oß am 5. S<^n. 1770 fd^rieb, ber „Sd^urfe oon
^nt^ologiften'' e§ mit mel^reren Stüdfen fo mad^e mie mit ben beiben
eben ©enannten. — @in äftl^etifdieg Urteil über bie gül^igfeiten be§
$erau§geber§ mar natürlid^ mit biefen SBorten i8efflng§ nid^t gegeben,
aber gerabe bie moralifd^e SBerurteilung, bie flc^ nur au oft mieber-
i^olte, mog hti ber ^rt oon Sd^mibS Sl^ütigfeit um fo fd^merer.
S5i§lang l^atte er fld^, bie frül^eften 3?ugenboerfud^c abgerechnet,
{teti§ unprobuftio geaeigt. @r l^atte in Sd^euem gebammelt, ma§
anbere gefät l^atten unb babei mit frembem (^ut mie mit eigenem ge-
fd^altet. SRun begann er eine Slrbcit, bie ein mel^r !ünftlerifd^e§
©eprdgc trug, hd ber etma§ oon Sc^öpfcrfraft l^ätte miidten tonnen. @r
überfe^te — oor allem in ben amei Qfal^ren feiner ©rfurter ^rofeffur —
eine IReil^e englifd^er S)ramen, bereu Sitel in ber (Sl^ronologie ein-
aeln aufgeführt jlnb.
2)er Swtd unb bie 2lrt feiner ttcberfe^ung ift mieberum beaeid^nenb
für fein ganae§ SBcfen. 3n ber SJorrebe aum erften %exl (ßeipaig, 1769)
giebt er felbft über bie mid^tigften fragen 2lu§!unft. „Statt fo oieler
fd^aaler franaöflfd^er Suftfpiele, au benen unfre Sd)aufpieler in ©r*
mongelung guter Originale il^re 3uflud^t nel^men, l^abe id^ oft gemünfd^t,
englifd)e Stüdfe auf unfern S&üi^nen au fe^en, unb ber ^e^fall, ben @ole-
— xvn —
mannS (fo!) cifcrfüd^tigc ©l^efrau in ßeipjig crl^iclt, bcftärftc meine ^off-
nung, baj bie S)eutfd)ett in benfelben ntel^r SRal^tung für il^ten @eijt
flnben würben, al§ in ber großen SJlenge anberer roeinerlid^er ^omöbien.
S)er ©nbjroecf ber Sluffül^rung ^at mir jeberjeit bie oomel^mfte
2lbftc^t §u fe^n gefd^ienen, unb, wenn e§ nütjlii^ ift, ben bramatifd^en
©efdimacf ber ©nglänber unter un§ au§pbreiten, fo !ann er nid^t
beffer ausgebreitet n^erben al§ burd) bie ^uffül^rung englifd^er ©tücfe.''
3m ;5>a^re 1769 l^ottcn fold^e Sßorte nod^ immer programmatifd^e
Söebeutung. @ie !amen nid|t überrafi^enb unb neu, ober fle miefen
bo(^ nad^brücflid^ auf bie $f[ege eineS ©ebieteS l^in, auf bem noc^ §u
n)enig an mirflic^en folgen Dorlag. Sirffamer al§ aQe noö^ fo
geiftoode unb erft aHmäl^Iic^ frud^tenbe Sl^eorie mar e§, menn ben
2;^eaterbire!toren braud^bare Ueberfet^ungen gegeben mürben, bie bei
bem empfinblid^en Tlan^tl an beutfd^en Originalen eine gefunbe W>-
med^SIung gegen baS l^ertömmlid^e frangöflfd^e Sl^eatergut bilben tonnten.
aWit unbeftreitbarem @efd|i(f in ber leidsten SBiebergabe be§ S)ialogg
ging ©c^mib an fein SBerf. ^l^m lag e§ nid^t baran — mag aud|
feiner ganzen 9flatur miberfprac^ — nad^ fünftlerifd^en ©runbfd^en
äu übertragen ober frembe Dramen oöHig auf beutfc^e (Sitten l^in
umzuarbeiten, fonbem er lie^, mie er bie englifd^en ^erfonennamen
beibel^ielt, ben @ang ber ^anblung unoerdnbert. 9^ur mo er glaubte,
ba% ^^ein etma§ fü^ner Qn^, ein SBorl^ang, eine ^erfon ju oiel, eine
Slnfpielung auf englifd^e Sitten u. f-f-'% bie „S)irecteur§ abfd^recfen
mürbe", ftrid^ er turj unb bünbig au§. S^aio mar biefeS SRittel,
aber e§ brachte ©rfolg. SBon Qfal^r ju Qalbr meierten fic^ bie
iBüI^nen, bie ba§ „®ngltfd|e a:i^eater" benutzten, ©d^aufpieler unb
S)ire!toren manbten fld^ perfönlic^ an ©d^mib; !)ier unb ba fd^icfte
er il^nen SBerbefferungen, bie fid^ nad| ber erften SBorfteßung al§ nötig
ermiefen, !ur§, er !am mit ber a:iöeoterroelt jum erften Tl(d^ in einen
Icbl^aften SBerJel^r. ^a fanb er 3Wenf(^en, bie il^m meniger feine
litterarifd^en ©ünben nad^trugcn al§ il^m e^er für bie SJül^nenerfoIge
batrfbar maren. Unb an folc^en fel^Ite e§ mirflid^ nid^t. ©elbft ba8
abfonberlid^fte ©türf au§ \>tm „©nglifd^en a:i^eater", bie au§ oier @ffej*
S)ramen jufammengefd^mei^te „®unft ber g^ürften", oerfelite na^
ßi|>mann§ ©d^ilberung ba§ §amburgifd^e ^ublüum in einen a:aumel
be§ ®ntaücfen§. 3Wod^ten flc^ aud| bie ©d^aufpieler einen ^aupt*
Derbienft baran aufzureiben bürfcn, fo blieb bem Ueberfetjer boc^ immer
ber S'lul^m, il^nen \>k Gelegenheit bap Derfd^afft ju l^aben. 2luc^
er l^atte ba§ feine baju getl^an, menn fld^ in einem a:^eaterbire!tor
t)on ber 35ebeutung ©c^röberS „enbgültig bie Ueber§eugung befeftigte,
baf e§ mit ber franjöpfd^en unb franjöfterenben Sllejanbrinertragöbie
ein« für allemal auf h^m beutfd)en il^eater oorbei fei'^. 3lud^ er
l^atte bal^in gemirft, ba^ man fld) anfd^icfte, „burd^ bie Pflege be§
neuen, an englifd)e SJorbilber fld^ anlel^nenben Xx^pnS einer ^eroifd^en
— xvm —
Xragdbie bei tragifd^en ©d^aufpieüunft ein iungfr&uUd^e§ ®ebiet §u
erfd^Iießen" (ßi^monn).
^ie Slnerfennung für ben fd^äi^baren ©eiotnn, ben bie beutfö^e
SBü^ne bem @nglifd^en 3;^eater oerbanfte, geigte ^6) nod^ in mannig«
fad^er grorm. Wm. wißfornmenften mod^te bem SJetfoffet bie ^etufung
als ^ofeffor nac^ Sieben fein, bie im fjrül^iol^r 1771 erfolgte.
@d^on in ben §etbft 1770 fielen bie erjften SBetl^anblungen,*) bie
t)on ©ie^en au§ mit einigen au§n)&rtigen ^o^enten gepflogen mürben.
@§ ^anbelte fli^ barum, bie flebente @tefle ber pl^ilofopl^ifd^en gfafultät
^mit einem fold^en Subjecto ju befetjen, bag jugleid^ neben ber
^^ilofopl^ie bie i)x6^U unb [Rebefunft unb bie litteras elegantiores
lefen unb vortragen fönnte."
©d^roerfdßiger al§ e§ nad^ SShmfd) be§ Sanbgrafen Subroig fein
mod|te, mürben bie Söer^anblungen oom ^ofefforetrfoHegium geführt.
3lber man glaubte l^ier, nid^t grünblid) genug prüfen ju fönnen. ^emt
^menn ju irgenb* einem studio genie unb Übung erforbert mirb, fo ift
e§ biefeS; unb mer e§ profefformäjig ju befiften ftd) angibt, unb biefer ein
pflid^tmdJigeS 3^WS^^^ coramSerenissimo t)on un§ ermartet, ber muß un§
aud^ per specimine exceptione majora, bar§u inftanb gefejet l^aben, um
bezeugen ^u fönnen baß er nid)t nur gebadete qualitaeten befi^e, f onbem
aud^ ba§ bociren in feiner ©eroalt ^abe." Unter ben SBorgefi^tagenen
befanben fid^ benn aud^ ©elel^rte oon gutem SRuf. 3^^^4)ji badete
man an Sielanb, ,,ber fld) buri^ feine ©i^riften einen attgemeinen
^e^faQ in ^eutfd^lanb erroorben unb im prof aifd^en foroo^I al§ poe-
tifd^en SBortrag einen gan^ bef onbem @d)roung unb @tär!e bejlle.*'
2lIIein man fal^ balb ein, „baß ber ^of. Sielanb, ba er ben ©l^arafter afö
diurfürftl.S'legierunggratl^, ben locum primarium in facultatephilosophica
unb ein ©alarium dou 800 dlt^l. fd^roere§ ®elb l^abe, nid^t oocirct
werben !önne." SSeiterl^in !am IRiebel in SBorfd^Iag, beffen ^mt8^
mübigfeit jebod^ balb befannt rourbe, bann ®an)e unb SDleufel, an
benen roieberum SBerfd^iebeneS augjufe^en mar. S5efonber§ liebäugelte
man mit §erel, ber al§ guter §umanift unb Äenner beS 2Hten galt,
t)or aßen l)ingen aber fel^r rei(| mar unb auf große S5efolbung nid^t
fal^. Sldein man munfelte t)on i^m, baß er „gan^ unb gar o^ne
oKe ßebenS 9lrt" fei, „überbiefeS oerrat^e feine Epistola juris consulti
morapolitani ad filium suum, roorinn er ben D'latl^ feiner iBaterftabt
Mmberg auf bie beißenbefte 2lrt bur^l^e^elt, ein §erj, mit roeld^em
man in feine ©onneyion §u fommen roünfdje." ^eben aß biefen
©enannten unb einigen minber S3e!annten !am t)on Slnfang an ©l^riftian
^einrid^ ©d^mib in fjrage. 5luf i§n fiel enblid^ bie SBa^l mit ber
©egrünbung, baß er fid^ „burdt) fein englifd^e§ 2:i^eater unb mel^rere
aeftl^etifd^e Ser!e rül^mlid^ befannt gemad^t l^abe." 2lm 18. fjebruar
•) Sm folaenben finl) @ci^mfl)8 $erfonaI-SCften Benu^t, hie mir »om 3leItotat bei
®te|ener UniüeriltÄt gütigfl aur (Sfnfld^t üBerlaffen »urben.
— XIX —
1771 crfolftte feine SJerufung, balb batauf bie Ueberfieblttttg nad^ ©ießen,
wo er am 3. Tlai 1771 ben erforberlid^en umftänblid^en ©lauben^eib ablegte.
^n ®ie^en blieb @d^mib bis ^u feinem Sobe. 9(u§ bem ^itriften
würbe enböiltig ein ^ofeffor ber fd^önen 9öiffenfd)aften, ber fld^ vom
Äampf ber litterarifd^en Parteien balb gang jurücfaog. ©ein Heiner
@turm unb 2)ran9 Iftatte ausgetobt. 35e]^aglid^ rid^tete er ^6) fein
ßeben ein. @r l^ciratetc 1774 eine ^farrerStod^ter aw§ SDWd^elriet)^,
@op]^ie ©l^riftiane ©ufanna ©d^ulj, bie ©d^mefter be§ ©ie^ener ©uper*
intenbenten, nad) @5ding!§ Urteil ^.ein !leine§ artiges ^ing, be^ bem
ber 5lccent t)om ^a^n broöigt mar." ^m l^duSIid^en Greife, in ber ^ege
feines ©artenS nnb in l^albjä^rlid^en Keinen [Reifen nac^ SBeimar, 3?ena,
^eip^ig u. f. m., fanb er ^l^olung t)on ben anl^altenben litterarifd^en
nnb SJerufSarbciten. 2ln äußeren ©l^ren fel^lte eS nid^t. 2lm 26. Qanuar
1785 mnrbe er ^um D^legiernngSrat ernannt, breimal fül^rte er ^nm
SBeifaQ beS $ofeS unb feiner Kollegen baS ©ie^ener 9le!torat unb
rücfte im ^al^re 1790 in bie ©teHung beS erften SJibliotl^efarS ber
ttttioerjltdt ein. Qfnjmifd^en mar fein SBater in ©iSlebcn geftorben, fo
baj il^m ein anfel^nlid^eS ©rbteil jupel unb il^n nid^tS mel^r l^inberte,
,4u @efellfd)aften, in fplenbiber S5emirtung t)on fjreunben, bie er bei
^6) fa^ unb in einer eleganten @inrid|tung feineS §aufeS fein SBer^
gnügen ^u fud^en." ^aS ^el^agen am ^afein prägte fi6) benn auc^
äu^erlid^ balb auS. S)er fd^lanfe junge ^^ofeffor, beffen f&ü\> im
2. ©tücf ber DHa ^otriba oon 1782 ftd| finbet, mar ju jenem be?
^äbigen iRegierungSrate gemorben, beffen ^ilbniS biefem 9leubrucfe ber
®l^ronologie beigegeben ift. S)abei erfreute fii^ ©d^mib einer bauemben
©efunbl^eit bis ^ma letzten Sage feineS ;8ebenS. @r ftarb an einem
„pmix^tn ©ticfffuß" am 21. guli 1800.
3?l^m fdirieb jmei Q^al^re fpäter fein g-reunb unb ©d^üler @. ß.
SB. S^ebel, ^rofeffor ber 3Rebijin §u ©ießen, einen fd^lid^ten SRefrolog
in OfuftiS $ßM*ßtt a)enfmürbig!eiten (1802, III, 435 ff.), ber unS bie
einzige über trocfeneS biograp]^if^eS9Rateriall^inauSgel^enbe(S^l^ara!terifti!
beS SBerftorbenen liefert.
SRac^ feinen SBorten na^m @(i)mib baS ßob eineS rebliö^en,
bieberen 3RanneS mit inS @rab. ^urd^ ^n!tli(^!eit unb ©emiffen*
]^aftig!eit l^abe er fld) alS ^ofeffor allgemeine 2ld^tung ermorben,
unb olS ßel^rer ^6^ hu,x6) einen reinen, lebhaften unb blü^enben SBor*
trag ausgezeichnet. „S)ie fjäd)er, bie er lehrte, maren @nc^!lopäbie,
Sleftl^etü, ßiterärgefdiid^te, römifd^e ^lltertl^ümer unb römifd^e 2lutoren.
aJHt ganj Dorjüglid^er Siebe ^ing er am §oraa unb jergliebertc bie
Oben beffelben fo treffenb, baß 1789, alS ic^ fein 3u^örer mar, 130
©tubenten ben Söorlefungen über benfelben beimol^nten, hzi meieren
bie größte ©tiHe unb 9lufmer!fam!eit l^errfd^te. Senn er alS SRebner
in ber 3l!abemie öffentlich auftrat, fo jeid^neten @legan§ unb bie leb*
l^aftefte Reklamation feinen iBortrag auS . . . ."
— XX —
Wbt biefei freunblid^en ^c^Uberung fttmmt freilid^ toenig bag f&iCb
übercttt, bog ber n)tlb*3crfa^rcne grnebrid^ ®^riftian Sauü^arb in feiner
abcntcuctUd)en ©elbltbiogropl^ie ,,Seben nxtb ©c^irffole" ($alle, 1795)
t)on ©d^rnibS $erfönlic^!eit entioorfen ^at. 9to mit läd^elnber ©ering«
fd^ä^ung toirb l^ier von i^m aliS ^ofeffor gefprod^en. Sie inbeffen
bie eingaben ßaulE^arbi? oon fad^Iid^en S^^^JWß^^ wid^t frei flnb, fo
barf aud^ fein !ritifc^e§ Urteil nur mit SBorbe^alt Eingenommen merben.
@r f^öpftc feine Erinnerung auS einer 3^/ ^^ ^^ ^ ^^ flebje^n
Solaren al§ ein ^l^onoriger SJurfd^" in bag müfte, berüchtigte ©ie^ener
@tubentenleben untergetaud^t mar. ^ie ^or^üge ber Drbnung unb
(Semiffen^aftigfeit !onnten il^n, ber ^um ©pott über ^^ilifter unb
^ofefforen nur gar ju gern geneigt mar, ben 2)langel an genialer
^erfönlic^feit nid^t überfeinen laffen. [Rühmte SRebel eine gemiffe fjrei?
l^eit unb Eleganz an ©d^mib^ Deutungen be§ ^ora^, fo oerfl^erte
^auC^arb oon feiner Interpretation beiS £)t)ib, ba^ mol^I fein ^ogent
jemaliS üdglid^er einen alten ©d^riftfteder erflärt l^abe. ^erid^tete
jener Don ber ftattUd^en Slnsa^I oon 3^örem — bereu fld^ übrigeng
^c^mib felbft in einem ^Briefe an Tlnd rül^mte — fo erjäl^Ite 2a}d^
^arb bogl^aft, baß ©d^mib nur ^ßublüa gelefen ^abe, um überl^aupt
gu^örer §u flnben — alfo ©egenfä^e oerfd^iebenfter 2lrt, bie gegen*
einanber abgemogen fein xooUtn, um ein rid^tigeg ^Ib ^u ergeben,
^abei ift nid^t ^u oergeffen, baß ^mifd^en iBauf^arbg ^ufent^alt in
©ießen unb ^mifd^en ber Qtit, bie 9lebel bort ^ubrad^te, eine lange
lÄeil^e oon ^a^ren liegt, bie einen merflid^en SSanbel in ©d^mibg
SBefen unb öffentlid)er ©teßung l^erbeifül^rten.
Tbt b^m ^cH eines ^lo^ianerg gejeid^net, mar er nac^ ©ießen
gefommen. $alb aug befferer ©infid^t, l^alb aug ©itelfeit fd^dmte er
fid^ balb ber früheren SBaffenbrüberfd^aft unb fud^te fld^ innerlid^ unb
ftußerlid^ dou ben alten ^erbinbungen Io§ ^u mad^en. ^n perfönlid^em
©efpräc^e beid^tete er Döpfner, htm greunbe aJlerdS, feine „vorigen
@ünben be§ Älo^iani3mu§, ber Älätfd^ereien unb ber ©d^reibfud^t^
unb oerfprac^, ein anberer ju merben. 3n feiner 2lrt lag z2, bieg
möglid^ft aupHig su tl^un. Vim STlerdfg unb ^erberg SSol^lmoUen be«
mü^U er fld^, in ber Erfurter gel. 3^i^"Ö Derfic^erte er gelegentlich,
SU feiner Partei mel^r ^u gel^ören, unb :8effingg ©milia ©alotti be^
badete er mit einem ni^t gerabe fd^arffhmigen, aber gut gemeinten
^aneg^rifug. SBon ber gel^dfflgen 2lrt Äloftifd^en Äritifiereng mad^te
er fi^ jebenfallg frei. Unbefümmert barum, ob ein ^utor il^m perfdn^
lid^ ^eunb ober fjeinb mar, fud^te er fein fritifd^eg ©prüd^lein ^n
füOien. ^ag bemiefen beutlid^ feine Urteile über ©oet^e, bie burd)aug
feine SBerftimmung über bie SBerfpottung aeigten, bereu Opfer er einp
— im 3luguft 1772 — gemefen mar. SBon Se^lar aug l^atten ©oetl^e
unb Tlttd ®iz^en aufgefud)t. Qm ^©olbnen Sömen" fpeiften fte mit
Döpfner, ©d^loffer unb @d^mib su ä^ittag, mobei ber le^tere ,yfür
— XXI —
man6^e§, Toa§ er gefünbigt l^attc, auf eine luftige SBeife" beftraft
ujutbe. S8ejie]^unö§reid|e ©letd^niffe oon ben iEfloüu§tm, bie feine
^od^en ^aben nnh nid)t§ beffere§ flub al§ ein lebenbiger ©d^Ieim,
ober Don beut @p^eu, ber feinen ©tamm l^at, aber fld^ überaK an*
fd^ntiegt unb bie ^auptroße fpielt, hielten auf i^n ab unb würben
t)on ben ^Inroefenben rid^tig gebeutet. 5lu(^ er tnujte b^n ©pott
fül^Ien, njurbe aber, nad^ ®oetl^e§ Söerftd^erung ,,burd^ 3lner!ennung
fetner wirflid^en SBerbienfte unb burd) 2;eilnal^me an feinen Sieb*
liabereien roieber begütigt^. Unb TOirtlid^ trug er hzm auggelaffenen
©pötter bie S^edereien nid^t nad^. ^rje 3^^^ barauf oeröffentlid^te
er in ben ^ranffurter gelehrten Slnjeigen eine burd)au§ njol^Imeinenbe
Äritif über ©oetl^eS 3luffatj „SBon teutfcf^er S3au!unft". 2luf ba§
SöoUöaltige biefer Keinen (Sd)rift n)ie§ er ^in unb entpfal^I fle „fowol^l
in ^Infel^ung il^rer ©runbfä^e, al§ be§ wal^ren ®eniu§, ber burd^ bie
fleinften 2eile burd^jiel^t/' aßen SBerel^rem ber Äunft. ©oetl^e freiließ
war über ben ©til unb 2;on biefer S3efpred^ung wenig erbaut. 3?tt
einem S3riefe an Äeftner vom 25. 2)e5ember 1772 fa^te er bie
©l^arafteriftü <Sd)mib§ in ein berbe§ SBörtlein jufammen unb meinte
t)on bem ^ritifer etroa§ !)o^mütig — oerleftt: „3H§ ein wahrer @fel
frijt er bie S)ifteln, bie um meinen ©arten n)ad)fcn, nogt an ber
^ecfe, bie iftn vox fold^en 2;ieren ^erjäunt unb fd)reit bann fein
6itifd)e§ „^l 211", ob er nid^t etroa bem §erm in feiner Saubc be*
beuten mörf)te: ic^ bin aud^ ba!" 9^od^ l^aöte biefe ©rbitterung in
il^m nad) unb er mod)te aud^ ber anbem ^ugenbefeleien @ci^mib§ ge*
ben!en, al§ er im g^rül^jal^r 1773 fein !öftlid^e§ Iitterarifd)e§ (Capriccio
„%a§ ^ai)vmaxtt§^^\t p ^lunberSroeilem" !omponierte unb ben ©ie^cner
DrbinariuS unb SBielfd^reiber al§ ,,ajlar!tfd)reier" t)eren)igte. —
Sn eben biefe S^it/ bie für ©^mib§ ameifeD^aften IHuf fo mand^eg
berebte 3ßugni§ entl^dlt, fallen aud^ bie SBerl^anblungen gmifd^en SBielanb
unb aJleufel, bie auf @d)mib§ aWitarbeiterfd)aft am beutfd)en Tl^xhix ab*
sielten. SRur mit aller S8orftd)t ging SSielanb auf 3JleufeI§ Sßermittlung
ein. Sl^n frf)redfte ber 9lame be§ ©ie^ener ^ofefforS, menn er an^
felbft t)on feiner ajlitarbeiterfd)aft fld^ nid)t Ungünftigeg Derfprad).
,,©mpf eitlen @ie bem fjreunbe @rf)mibt/' fd^rieb er am 8. Qanuar 1773
an 3JlcufeI, „baß er fot)ieI [mie] möglid^ feine aJlanier Derbergen, unb
bteienigen, bie er in eigener ^erfon laugen mürbe, im aJlerfur nur
mit feiner leidster ^laifanterie abfertigen foU. 3?d^ möd^te gerne
grünblid)e (Sritif, aber nid)t ju fd)merfäUtg; fdjarf , aber nid^t bcißenb ;
lebl^aft, aber becent; fur^, reifet Urteil unb guten 2:on. §err ©d^mibt
!ann fe^n, mag er miH. ®r l^at ein treff[id)e§ ©enie, ©efd)macf,.
gcinl^eit unb eine aJlenge Äenntniffe . . ." SBeniger fd^meii^eH^aft
unb 5ut)erjld)tlid^ Hang fd^on ein jroeiter S5rief vom 22. Januar.
SBermutlid^ beabjid^tigte Sd)mib biefe aWitarbeiterfd^aft an einer ber
Domel^mften ^eitfd^riften gegen feinen Übeln 9^uf in bie SBagfd^ale ^u.
— xxn —
werfen, fo baj Sielonb eiligft an äTieufel fd)rieb: ,,©... in ®. . . be-
lommt ein ©yemplar be§ 3Wetfur§ gratig, oier feine aWitarbeiterfd^aft
foU er ein ©el^eimniS f e^n laffen, ober fle l^ört auf. ®g ift unfäglid^,
wcS ber Tlann p tl^un l^ot, um feinen 6;rebit n)ieber empor ^u bringen;
er ift aur Qdt fo tief, fo tief, baß ber bloße ©oupijon, er arbeite mit,
unfre Untemel^mung in hm @runb bol^ren fönne." ^nsmifd^en l^atte
@d)mib im Tlzdax mit ben „critifd^en 9lad^rid)ten vom ^uftanbe be§
beutfd^en ^amaffeS" begonnen. §öufig roiberfprad^ fein Urteil bem
beS Herausgebers, fo baß biefer in S^oten unb 3^1^^^ feine§ TliU
arbeiterS Ärittf fritijierte. 3)land^erlei anbcre SBerbrießlid^feiten fteöten
fld^ ein, big Sielanb an 2)leufel am 7. Slpril 1775 fd^rieb: „aJlelben
@ie bod^ unferm ©d^mib, baß xd) if)n pro futuro oon htm ol^ne^in
obiofen nnh ingraten 2lrti!el ber !ritif(^en S^ad^rid^ten biSpenfiere."
Um fo eifriger follte er fld^ aber fortan ben „äl^eatralifd^en Sfleuig*
feiten" mibmen, bie er feit bem fjebruar biefeS Qal^reS für ben
Tlzttax lieferte. S)oc^ aud^ l^ter mürbe ba§ gute ©inoeme^men jmifdien
Herausgeber unb 3Jlitarbciter balb geftört. @d)aufpieler, bie jic^ be*
leibigt füllten, fanbten ge^amifd^te S5efcf|merben ein, unb mandf^e unter
il^nen fonnten mit [Red^t bittere Älagen führen, ha ^6^mib oon feinen
Äorrefponbenten falfd^ bebient mürbe, ^m Januar 1776 Ülnbigte
beSl^alb Söielanb in feinem Tl^tbxx bie ©infteHung ber „^l^eatralifd^en
SReuigfeiten" an, ba er l^erjlid^en Slbfd^eu t)or aßer Unbiüigfeit unb
unnötigen Äränfung ber Eigenliebe feiner SWitmenfd^en ^egte, „jumal in
@ad^en, moran bem $. IReid^ teutfd)er Station fo unenblic^ menig ge*
legen ift alS baran, ob biefer ober jener ©d^aufpieler biefe ober jene
[Roöe gut ober fd^led^t mad^e" ... —
@o oerftänblic^ unS biefe 2leußerung SWelanbS erfd^eint, fo fel^r
muß eS munber nel^men, baß ber ^Irtifel „S^J^eatralsSReuigfeiten" über*
l^aupt einem äJ'lanne anvertraut mar, ber, fem t)on allem ^l^eaterleben,
in einer fleinen ortl^oboyen UnioerfltätSftabt l^aufte unb felbft auf bie
^di^igteit unb @laubmürbig!eit feiner ^orrefponbenten angemiefen mar.
S)enn roaS rooHte eS befagen, baß er gelegentlid^ auf feinen fjerien*
reifen in SBeimar, ßeipjig, grratrffurt u. f. m. eine 2:ruppe fpielen fal^?
S)er lebenbige 3wfötnmen^ang, in bem er mit aßem S3ü^nenleben ge*
ftanben l^atte, mar feit feinen Seipjiger ©tubentenjal^ren jerriffen. ^n
©rfurt fal^ er mol^l t)orübergel^enb eine fleine Siruppe, mie j. SB. bie
^btifd^e, bie burd^ IRiebelS SBermittlung bort ^ingelodft mar — bann
aber mar il^m jebe bauembe SBerbinbung mit bem 2:i^eater, hk unS
für einen Äritifer unerldßlid) fd)eint, genommen. 9^ad^ ©ießen ver^
irrten fli^ niemals Sanberfomöbianten oon einiger S5ebeutung, ja eS
fd)einen oft oiele Qfal^re l^ingegangen §u fein, ol^ne baß eineS 3Jiimen
©d^ritt hk ©tabt entmei^te, bie ol^nel^in fd^on genug beS Unl^eiligen
mit il^rem müften ©tubententreiben aufmieS.
Äulturgefd^iditlid^ oon größtem iReije ift für biefen ä^ft^^^^ ^i"
- xxin —
©ebid^t (Sl^rifttan ^einrid^ @(f)mib§, ba§ feine ^f>x> unb 9lad^gefd^td^te
^at. ®§ war im SluQuft 1771. 5luf il^ter SBanberung oon $annot)cr
nad^ SBeimar berül^tte bie @e^lerfd^e Gruppe aud^ Sel^lar unb l^ielt
von bort in ^armftabt um bie @rlaubni§ an^ in @ie^en n)d]^renb ber
SBetjlarer ®erid^t§ferien fpielen ju bürfen. ^ie ^efflfd^e [Regierung
forberte ein ©utac^ten oon ber (Siejener Unioerfttät unb erl^ielt oon
ber überroiegenben 3Wel^r^eit ber ^rofefforen bie ^Introort, ba^ ;,alle
@c^aufpiele bem Ißanbe überl)aupt unb inSbefonbere ben UniDerfltdten
fd)äblid^" feien, ©egen biefen pfäffifd^en SBefd^eib eiferte bie aWinber?
jal^I ber ^ofefforen mit folc^em ©rfolg, baß fd^Iießlid^ in S)armftabt
ber ©e^Ierfd^en Gruppe bie nad^gefuc^te ©rIauibniS ^u Seil rourbe.
^lllerbingg ju fpät, ba bie SBeimarer SBertrdge einen 2lbfted^er nac^
©ießen nic^t mei^r geftatteten. <Sd^mib aber na^m bie beDorftel^enbe
^nfunft ber 2;ruppe jum Slnlaß für ein ©ebid^t, ba§ er unter bem
a;itel: ,,®iefen, beg ber Slnfunft ber ©eilerifdjen ©d^aufpielergefeUfd^aft.
©ine ©rfc^einung. ben 26ften Sluguft" in ben 3RufenaImanad^ be§
näc^ften Q^al^reS einrücfte.
3lli5 feien ®ötter oom Dl^mp geftiegen, fo feltfam bün!t il^n bie
©rfd^einung, bie feinem ©täbtc|en etroag frembeS ift.
,3>ft t>cS tttc^t 3euö, ber, wenn er bonnert, wir
©rfd^roden Befcen, ber, al8 fßatex, »enn
er SBeiÖl^eit In ben Sufen geuft, unb fetn
(Snujfbibfam ^erg Auf feinen fitp|>en fd^weöt,
Oleid^ feinen Äinbem un8 gerieten fann?
S^r nennt il&n @cf]&of! 2Bie? Sc^at iemalS bieg
(Sin ©terblid^er auf ©terblid^e Dermod^t?
^a ! Suno, auf ber ©tirne 2Waieftftt,
Sn ieber 3Riene Äöniginn, fel&t, bort,
entbrennet fie in fcf^auberl^afte 3Butb! —
S)ie ©<>l^ftren gittern, 3Wjiter erbebt! —
Ȁennt ibr, SJergagte, nicbt bie ^enfeltnn!'
9MÄt ho(t} ! S)ie8 ift nid^t SKummere^ ! (58 nabui
5ür»abr bie Suno fonfi ber ^enfelinn ©eftalt*
3lud) bie übrigen Äünftler werben unter fold^er 2Ra§!e gepriefen,
bann aber fd^merjUd^ barauf l^ingeroiefen, baj jie meiterjiel^^n . . .
, nocb lang
aSerfoIgt (Sud^ unfer Slid, »ic einen ^eunb
Slui Ufer, ber ben Söetten fid^ »ertraut.
3d^ 3:rÄumer! 2)ie (Srfcbetnung fliebet! SBo,
3Bo ift bie lebrbegier'ge ÜKenge? Jpa! »arum
(Sntfiie^et fie in ^öbleu ? 2)xinrt ibr bann
2)er ©Otter ©unft, gleid^ ©trafen, fürc^terlid^ ?
SSerfd^eud^t fie baö ©etoiffen? — 3d^ aUein? —
Slucb fie entjcbwanben, »ie ein Suftgejid^t,
S)ie ©Otter? Sitte? - 2ld&, id^ fcbuff gu !übn
2)ie ^ofnung gum (Senu| ! 2)ie ^ofuung flürgt
^n^ gro^e 3Keer üon ^ofnungen ! (58 finft
gür atte SBonnefgenen, bie mir fd^on
©0 nab gebeud^t, ein e»ger SSorbang nun.'
— XXIV —
aSar e§ ni6)i läftcrlic^, baß ein ©icßcncr DrbinariuS auf
Äomöbiantcn folc^ ein ©cbid^t oerfcrtigtc, bcffen (SJeflnnung noc^
fd|Iimtnct voax alg feine Söcrfe? 2)er IReftor ber Unioerjttdt reid|te
benn aud^ pflid^tfd|ulbiöft SBefd^werbe in S)armftabt ein, rourbe aber
auf S5efeW be8 ßanbgrafen mit feiner Älage balb abgeroiefen. S)er
35efd^ulbi0te crl^ielt hk Qn^6^zmn^, über ^l^eaterbinge unge^inbert
fd^rciben ju bürfen unb mad^te baoon in ben nä^ften Qal^ren reid^Uc^
®ebraud|.
Unter \>zm SRamen eineS §erm von ©c^roeiger^aufen l^atte er
fd^on 1770 bie erfte ^l^eaterfd^rift: ,,Ueber bie fieipjiger Söü^ne an
§erm 3. fj. ßöroen ju IRoftod" l^crau^gegeben unb fid^ bamit in t>tn
Äampf gefteßt, ber jroifd^en rioaliflerenben Gruppen überall au§*
gefönten unb oon fd^riftftenemben Parteigängern leibcnfc^aftlid^ unb
erbittert weiter geführt würbe. §ie SBdfer — l^ie Äod)! lautete in
ßeipsig ber ©d^lad^truf, ber bi§ in bie Sßürger^äufer, hx§ in bie §ör*
fäle brang unb bort von einzelnen ^rofefforen aufgenommen rourbe.
g-ür Äod)§ Söül^ne trat @d)mib nad^brüdlid^ ein. ^n i^rer ganzen
2)ürftig!eit unb Unsulänglic^feit fc^ilberte er bie SSäferfd)e 2;ruppe, bie
Dor bem ©rimmifd^en Slftore in einer SBube fpielte. 9ln Ueber*
treibungen ließ er e§ nirf)t fel^Ien. Qe fdjürferer SSMberfprud) ju ers=
märten ftanb, befto na^brüdfli^er betonte er bie SBortrefflid^feit feiner
ßieblingStruppe, ja er ließ e§ auf il^ren 53ergleid^ mit anbern beutfd)en
SBül^nen getroft antommen. SRatürlid^ mecfte fold)e§ Urteil — mod)te
e§ aud^ nod^ fo t)iel rid^tigeg entl^alten — t)ielfad)en Sßerbruß, meil
man e§ nidjt für fad^lidje Ueberjeugung, fonbem für übertreibenbe
^arteilid^feit l^ielt. §ier rüftete man fid^ gur Slbroel^r, bort ^ur Söer-
teibigung. ©egen Äod^ trat (Sl^riftian Sluguft ^Bertram in feiner
@d^rift „Ueber bie Äod^ifd)e <Sd)aufpielergefellfd)aft" auf, für i^n
fprad^ ber Söerfaffer be§ ßeipjiger ;,2lngene]^men ©ommer^eitoertreibeS".
^In Äod^g ©teile prie§ S3ertram ben unfäl^igen %öbbüxn, ein Urteil,
gegen ba§ jid) (Sd^mib in feiner jmeiten ©d^rift, h^m „parterre",
lebl^aft manbte. 9flun fd)idften il^m mieberum gol^ann goft 5lnton
t). $agen unb @. (£ontiu§ eine fd)arfe ©rmiberung, mußten fid^ aber,
al§ „pöbeH^afte ®egner be§ ^arterre§" be^eirfinet, eine fräftige 3urüd^
roeifung gefallen laffen, bie il^nen ©d^mib in einer britten S8rofd)üre,
ber „^l^eaterd^ronü", gab. @o roieberl^olte j!d) alfo auf biefem fleinen
(Sebiete iene§ fd^ier enblofe kämpfen unb ©efe^ben, ha§ für bie
fiitteratur jener reoolutionüren S^xt be^eid^nenb ift. 9flu^lo§ waren
biefe ga^lreid^en fjlugfd^riften auf feinen ^aH. @ie fta^elten mol^l
l^ier unb ba bie (Sitelfeit eine§ (Srf)aufpieler§ nodft unnötig auf ober
verloren fld^ in bie SBerteibigung rerf)t gleirf)giltiger Äleinig!eiten, ba*
neben aber feuerten fte bie Parteien jum äußerften an unb befd^leunigten
ba§ @nbe ber alten SBanber*^omöbianten*^errlid^!eit. ^om §aß unb
©treit jener ^a^xe, in benen ba§ beutfd^e 2;i^eater um eine ©yiftenj
— XXV —
rang, geben fle ein lebenbigeg QmqniS, Unb fo bleibt il^r fultut^
gefd^id^tlid)er SBert unbeftreitbar, aud^ wenn fle int einzelnen ber
gforfd^ung nid|t immer fidleren Slnl^alt g^wäl^ren unb neben frudjtbaren
^ad^rid^ten meite ©trecfen öbeften ®efd|roä^e§ entl^alten. ©erabe in
@ö^mib8 @d|riften, beten genauere S8etrad)tung einer ®efd^id|te ber
Äod^ifdien SBül^ne t)orbel^aIten fei, finbet fld^ beibe§ nebeneinanber.
S)cr ^arteilic^feit unb ©eid^t^eit megen mürbe er ju jener Qüt oft an*
gegriffen, unb e§ märe ein Ieid|te§, oud^ für feine 2;^eaterfd)riften eine
SReil^e abfpred^enber Urteile jufammensuftellen. Qnbeffen märe bamit ^n
il^rer (£f)ara!terifti! menig gefagt, ba für nn§ ii^x SBert auf einem ganj
anbem Gebiete liegt unb mir über bie in i^nen entl^aftenen D'lejenflonen
billig l^inmegfel^en fönnen. gür bie Xl^eatemad^rid)ten, bie er bot, l^atte
er gute aWitarbeiter, unter benen fld) Q. g-, fiömen, Qfol^.Sl^r.SBranbeS u. a.
befanbcn. @r felbft nal^m babei, bur(§au§ feiner 2lrt entfpred^enb, bie
©teile eines <Sammler§ ein unb regiftrierte an feinem ©d^reibpult, ma§
anbere lebenbig gefd^aut unb gefül^It l^atten. ^o mu^te aOmäl^lid^ ba§
l^iftorifd^e S^tereffe be§ ©ammlerg bie Steigung be§ ^unftfreunbeS bei
i^m übermuc^em, unb er oon bem gegenmärtigen 3wftanb ber 35ül^ne
auf i^re SBergangen^eit gelenft merben. (Sd|on im jmeiten ©d^reiben
über bie Seip^iger Söü^ne Iftatte er al§ feine 5lbp4^ auSgefprod^en,
einem „fünftigen ®efd)id^tfd^reiber ber beutfd)en Söül^ne 3)laterial in
bie §anb ju arbeiten." S)aß er felbft ber erfte merben foHte, mod^te
er bamalS nod) nic^t al^nen. 2lllein bie Siebe für ba§ ^l^eater einer«
fcit§ unb bann mol^l aud^ ber Unmille über bie t)erbrie5lirf)en unb
oufreibenben ^arteiftreitigfeiten bradjten il)n bem ^iftorifd^en ©tubium
be§ 2:i^eater§ balb nä^er. ^n ber a:i^eaterd^roni! fd^rieb er all feinen
SBiberfad^em eine fur§e, bünbige 2lbfage unb ftedte il^nen anl^eim,
meiter nad^ ^erjenSluft über il^n ju fdE)mäl^en unb ju läftern. @r lie^
fld^ auf feine ©rmibcrung mel^r ein unb manbte fid) ben mü^eooUen
3lrbeiten ju, bereu @rgebni§ bie „©l^ronologie be§ beutfd^en 2:^eater§"
mürbe.
@§ mar t)ielleid)t bie glüdlid^fte ©tunbe feines SebenS, bie il^m
ben SBorfa^ ju biefer Slrbeit gab, benn günftiger fonnte für il^re Slb*
faffung faum eine 3^^ f^^^ ^^^ ^^§ flebente S^^i^Se^nt be§ 18. St^'^^^
l^unbertS. 9^od^ lebten t)iele ^ünftler in 2)eutf^lanb, benen burd^
perfönlidfie Erinnerung ober burdt) Ueberlieferung au§ erfter §anb bie
©ntmidflung ber mid^tigften 2;i)eaterepoc^e geläufig mar. Slu^erbem
^errfd^te gerabe bamal§ in ©cijaufpielerfreifen ein ftarfeS ^ntereffe an
ber Söergangenl^eit il^rer ^unft, fo bajs ein ®efd^idf)t§fd)reiber auf mannig*
fad^e Unterftü^ung red^nen fonnte. SBaren bod) auS il^rer SRitte l^erauS
bie erften ^erfu^e ju einer S^l^eatergefd^id^te gemad^t morben. @eit langen
3?a]^ren l^atte @f§of SRaterial baju gefammelt unb baS mid^tigfte baoon
bem ©efretär Qf. 3^. Samen in jmei auSfü^rlid^cn S5riefcn jur ^enu^ung
mitgeteilt, fjür biefe ©elbftlofigfeit marb ib,m ber 2)anf, ba^ fiömen
— XXVI —
bie Briefe ol^ne iebe OueQenangabe in feine ©efö^id^te be§ beutfti^en
X^eoteriS (1766) aufnal^m unb vielfach baiS 2ob für bie muffelige
Slrbeit be§ @ammeln§ einl^eimfte. 3^merl^in blieb 2&Tott^ (Sefd^i^te
noc^ reci^t bürftig. @ie begnügte fid) in ber $auptfac^e mit eimt
^iftorifdien @d^ilberung ber @d^önemannifd^en Gruppe unb ^Stte, ba
26wm ©d^önentann^ @c^n>iegerfo]^n xoat, bei il^rer @infeitig!eit boc^
Dielfeitiger fein fönnen. ^ie Aufgabe einer ooQftänbigeren ^^eoter«
gefd^id^te blieb olfo beftel^en unb @!l^of felbft lie^ fie nid^t außer ati^t.
ins 9licolai int gfrü^jal^r 1774 il^n van einige ^lad^rid^ten <mS feinem
ßeben erfud^te, fd^ricb er ii^m oon Seimar unterm 23. 3lpril: *) ^^^ci^n
t)or Dielen Qa^ren l^atte id) ben Einfall, eine ©efd^id^te ber ©c^dne^
mannifd^en ©efeUfdiaft ju entwerfen, ^e^folgenbe 2 35ogen (Soncept
ift bie ^robe baoon. ®§ mar ju ber 3cit/ al§ $r. S5ubber§ in §amburg
nod^ nid^t lange vom ^^eater abgegangen mar unb feiner bamaligen
Umftünbe unb gramilie megen, gerne t)ergeffenb mad^en moöte, baß er
e§ betreten l^atte. (S^ moUte bal^er, <d^ i^ i^m t)on ungefül^r baoon
fagte nic^t pgeben, baß i6) ii^n nennen foHte; biefe ©d^am^aftigfcit,
meldte fl(^ mit h^m S5egriffe, ben x6^ mir oon jel^cr von ber magren
G^omebiantere^ gemad^t, ni^t einte, mad^te mid) Derbrüßlid^ unb läßig
unb fo blieb e§ liegen. Setjt, be^ be§ §. 3). SBud^l^oIs [S«icoIai§ ^(kt^
mittler] 2lnforberung moflte id^ e§ mieber Domel^men, meil id^ hoffte,
baß $. ^bberS fld^ nun mol^I nid^t mel^r fo vid barau§ mad^en
mürbe unb DieQeid^t gegen bie 3^^^, menn e§ ja bie äBelt einmal ^u
feigen befdme, meber er nod^ biejenigen, vor benen er flc^ gefürchtet/
jld^ mel^r barüber mürben fd^ömen tonnen. Slßein, §. ^of. @d^mib
aus ®ießen, ber oor turpem l^ier gemefen, l^at, mie er mir fagt eine
d^ronologifd^e ©efi^id^te be§ beutfd^en 2;^eateri8 gefd^rieben unb dou
Dielen ^omoebianten ben ^e^trag ba^u gefammelt. @egenmdrtig l^ot
fle §r. S3ranbe§, ber fle mir, mie er Derfprod^en, ^um S)urd^fe^ctt
communiciren foß. 2)iefe möd)te id^ Dörfer erft gerne feigen, ob fie
fo DoUftänbig ift in Slnfel^ung be§ ©d^önemannifdjen a:i^eater§, qX2
meine ptte merben fönnen, um teine überflüßige unb Dergeblid^e
Slrbeit §u untemel^men." Qn biefem in mand^er ^inftd^t mid)tigen
löriefe ®Qof§ Dergleid^e man bie SBorrebe ber ©l^ronologie (@. 7 f.)/
bie feinen eingaben über bie ^urd^fld^t be§ 3Jlanuf!ripte§ einige weitere
l^injufügt. Ql^m felbft mirb man mol^l ben Keinen S^ad^trag (auf
©eite 228 be§ 9^eubrudfe§) jufi^reiben bürfen, mdl^renb e§ flc^ ganj
unferm Urteil entjie^t, mk Diel bie übrigen (Sd)aufpieler an 9lad^'
riddten geliefert l^aben. Qu ber Statur be§ SSer!e§ liegt e§, baß
©d^mib auf mannigfad^e Unterftüt^ung angemiefen mar. SBie er felbft
©ottfd^ebg ,,9^ötl^igen ^orratl^", ben er fpdter l^öd)ft unbanfbar al^
„(Sammlung dou altem SSuft" bejeid)ncte, ftillfd^mcigenb benu^te unb
*) ^anbfc^riftUci^ auf Der Äßl. »IBliot^ef Berlin in g. «Nicolais S5rief»ec^fel, m. 17.
— XXVII —
aud^ ßtoeniS »(Sefd^id^te be§ beutfd^en ^^eateriS in fein 9Ber! t)ei>
arbeitete, fo nol^m er iD'htteilungen von ieber @eite auf unb prüfte
fie, fotoeit e§ müglid^ toor. ^II§ ^erfajfer ber @;^ronologie tourbe
neben i^m fpdter oft fein ßeipaiger ^ugenbfreunb 3o^. (Sottfrieb S)^!
genannt ber inbeffen n)o^l nur aI3 Herausgeber unb Verleger be§
iBud^eS gelten !ann. ^afür fprid^t u. a. ein $rief ber gfrieberife
Defer, ben ßubwig (Seiger in feinen ,,SBorträgen unb SBcrfud^en"
(Bresben 1890) oeröffentlid^t ^ot. 3n il^m n)irb @;]^r. $. ©d^mib
(ber einft im Deferfd^en §aufe ©erfel^rte) al§ SBerfaffer ber ®^ronoIogie
bejeid^nefc in einer S^ad^fd^rift aber l^injugefügt: «S)ie 3^^Ö"^^Ö^*
fd^rift an S)em. @d^r5ter ift nid^t oon ©d^miben, fonbem oon einem
jungen SBud^pnbler, ber fterblid^ in S)em. @. verliebt mar." Sflatürlid^
ift bamit fein anberer al§ S)^f gemeint, ber gefd^äftlid^e SBorteile unb
perfönlid^e ^ulbigung fd^lau 0U oerbinben mu^te, mit feiner SBibmung
aber freilid^ wenig 3lnflang fanb. S)enn ®orona ©d^röter — fo
berid^tet fjfrieberife Defer weiter — //fanb jld^ über biefe S^^Ö^^^Ö^
fd^rift fel^r beleibiget/ ungead^tet fie faft aQe bie ßobfprüd^e, bie i^r
barinn gegeben werben, oerbient/' —
3[m SRanuffript Idngft obgefd^Ioffen — bie SBibmung ift am
20. S)eaember 1774 unterseid^net — crfd^ien bie ®l^ronoIogie 0ur
Oftermeffe be§ folgenben 3^a^re§. (künftiger al§ olle übrigen 9Ber!e
@d^mibiS mürbe biefeS $u^ aufgenommen, unb felbft bort, mo man
bem Flamen be§ $erfaffer§ ftetiS äJh^trauen unb Abneigung entgegen^
trug, manbelte fld^ bie l^erfdmmlid^e ^älte in einige marme Sporte.
„^o2 Untemel^men ift fe|r lobmürbig unb t)on unferm ^erfaffer gut
auggefül^rt" — l^ief e§ in ber ,3lllgemeinen S)eutfd^en ©ibliotl^ef*
(XXXIII, 556). „@r erad^It oon Safr au 3a^r afleS, mag SBeaug
aufs beutfd^e ^l^eater l^at: ^ie @rfd^einung neuer bramatifd^er 9Ber!e,
©rfd^einung oon ^tifen . . ., ©ntftel^ung neuer ^njipalfd^aften . . .,
fogar ^naeige be^ mand^en ^tüd^en, ob unb mo fle gefpielt morben.
Oineg bie^ ift mit Äürae, o^ne ^alerei^, ol^ne 3lffe!tation beg ©tglg,
ol^ne gro^e ^arte^Iid^feit (benn mer fann aUe oermeiben?) eraftl^Iet."
SBeffer aber al§ biefe unb anbere Äritifen ermieg bie Q^t ben Öihitjen
beg ^d^eg. äRod^ten aud^ betrdd^tlid^e Md^en unb aa^Iteid^e Ungenauig:'
feiten in i^m ftedfen, e§ biente ber tl^eatergefd^id^tlid^cn fjforfd^ung lange
3eit als einaige ©runblage unb bleibt big l^eute braud^bar alg ein
nü^Iid^eg ^anbbud^, haS in gebrdngter ^ürae ein meitfd^id^tigeg
STioterial aufanraienfa^t. —
aWit ber ®l^ronoIogie l^atte ©d^mib feine frül^eren ©ünben reid^Iid^
mett gemad^t. (Sx l^atte ben gefäljrlid^en $oben beg ^arteifampfeg
oerlaffen unb befd^dftigte ftd^ aud^ in 3ufunft meift alg ^iftorifer mit
bem 2;]^eater. Qfm Qal^re 1780 gab er augauggmeife eine Ueberfe^ung
ber „Lettres sur les spectacles'* beg S)efprea be SBoiff^ unter h^m
— xxvm —
aüel: ,,Uebcr bic ©ittlid^fcit bc§ X^eatcrg"*) ^erauS unb fügte alg
^n^ang ein u)ertt)one§ ^er^eid^niS ber für uttb totber hcS ^^eoter in
5)eutf(^lanb erfd^ienenen ©dftriften l^ingu. 3^^^ Sa^re fpäter tierooll«
ftdnbigte er in 93ibra3 ,,3ournaI t)on unb für 2)eutfd^Ianb" (VII, ©td. 7^
©. 78 ff.) biefe§ Söeraeid^nig, lieferte 1791 ebenbort (VIII, @td. 10,
@. 919 ff.) eine Ueberfld^t über „a:^eaterfalenber", 1792 eine fold^e
über „a:]^eaterbid^ter" (IX, ©td. 11, @. 990 ff.) unb gab oB wert*
t)oafte§ Hilfsmittel in ber ,,S)eutfd^en aJlonatSfd^rift" Don 1794 (1,123 ff.)
eine ,,3wf^^^^^^f^^'t^w^0 ^^ ^^ S)eutf(^Ianb erfd^ienenen bramaturgifd^en
@(^riften nad) ber 3citfoIge". SBon 1734 big 1792 waren l^ier, nad^
Qfal^ten gefonbert, 337 ©d^riften Derjeid^net, bie al§ STiaterial für eine
©efd^id^te be§ 2:^eater§ in Söetrad^t fommen. Sieben biefen bibliograpl^i*
fd^en arbeiten roar ©d^mib mit fleineren 3luffä^en für ^leid^arbS
2:|eater!alenber unb fein 3:^eateriourna(, für bie OUa ^otriba unb
für Derfd^iebene 2^1^eatertafd^enbüd^er tl)dtig.
3luc^ praftifd^ Derfudi^te er nod^ einmal für bie §ebung ber SJül^ne
einptreten. 3Jlit 9lat unb 2:i^at unterftü^te er bie ©ie^ener ©tubenten,
bie 1778 im UniDerfttdtSgebdube ein il^eaterd^en errid^teten, gab i^nen
3lu§!unft über SBal^I ber ©tüdfe unb 2)efIamation unb fd^rieb il^nen
brei Prologe, bie jid^ in iReid^arbS 2:^eaterioumal t)on 1779 (X, @. 3 ff.)
pnben. 3lber nid^t lange foHte biefe fjreube bauern, benn nad^ ber
Dierten ^orfteHung warb ben ©tubenten ba§ Äomöbienfpielen rcieber
unterfagt. ©in gemiffer 2:roft mod^te e§ unter fold^en Umftdnben
fein, ba^ roenigftenS fleine SBanbertruppen, mie bie S)obIerfd^e, nun
öfter in ©ießen fpielten, obgleid^ biefer ©eroinn in anberer §infid^t
mieber red^t fraglid^ erfd^ien. SßieHeid^t l^atte fid^, ©d^mib aber
aud^ im ßaufe ber :3a^re mit ben SBerpitniffen abgefunben unb,
wie fein ganzes 2Befen eine SBanblung burd^mad^te, aud^ l^ier
Derjid^ten gelernt. @r fonnte e§ um fo Ieic|ter, je mel^r il)n
bie 3lrbeit auf anbem Gebieten feffelte, je mel^r il)m feine
§du§Iid^feit bot. SBom öffentlid^en ßeben jog er jid^ oI)ne]^in immer
mel^r gurüd. SSKe er einft im Kampfe ber litterarif^en Parteien ge-
ftanben m\b ©d^aufpielerfeliben mit auSgefod^ten I)atte, fo ging er je^t
Pill feine eigenen SBege, gum S3orteil feiner ^erfönlid)feit unb feiner
©d^riften, bereu größere (Sad^lid^feit unoerfennbar ift. ^ai^x für Q^al^r
lieferte er eine ^leil^e oon 3luffdfeen unb 93üd)er Derfd^iebenfter Statur.
@r überfe^te S)ramen unb S^lomane au§ h^m ©nglifd^en unb fjranjöfts
fd^en, oerfud^te jid^ in dftl^etifd^en ^Ibl^anblungen, fd)rieb über SJlobe
unb SBal^I ber 93üd^ertitel, über notmenbige ^erbefferungen ber politi*
fd^en 3^^"Ö^w «tt^ über bie STloralitdt ber @d)aufpiele be§ §errn
t)on ^o^ebue, fteKte S5el)anblungen ber fjauft*©age unb be§ §ermann*
@toffe§ jufammen, fprad^ ben SBunfd^ nad^ einer S5iograpl)ie beutfdE)er
•) eyenujlar in feer ©tal5t]&i6Kotl&cf ßeipgig.
— XXIX —
©(^aufpieler unb ©d^aufptelerinncn au§, lieferte einen S^lefrolog
ber t)ome^m|ten tentfd^en S)i(^ter, bibliograpl^ifd^e SBerjeid^niffe tjer«
ftorbener nnb lebenber ©d^riftfteHerinnen u. f. ro., hirj, er ent«
faltete eine unermüblid^e 2;l)dti0!cit, ol^ne freilid^ immer tief 0U
graben. S)a§ roar ja überliaupt ber Dorfted^enbfte 3uö feine§ SBefenS:
Don aöen ©eiten l^er (Sad^en jufammenjutragen unb möglid^ft fd^neU
roeiterjugeben; unbefümmert um ben abfoluten SBert feiner ßeiftungen
unb um ba§ Urteil feiner SJHtmenfdien. 2Ba§ l^eute gemefen mar,
flimmerte il^n morgen nid^t melir. @r rannte t)on 3luffat| p ^luffatj,
t)on SBud^ iu ^u^, mieberliolte fld^ felbft unb brad^te ftetS etmag
SfleueS. @o fd^Ioffen bie SJorpge feiner ©d^riftfteflerei sugleid^ bie
SRad^teile in pd^: er lieferte fd^neö unb t)iel unb oft braud^bareS,
Ktmmerte fld^ aber nid^t um ben ^rei§, ben er bafür jalilte.
S^lod^ ein l^altlofer, ungefefiigter (Sftartrfter mar er in ben Strubel
be§ litterarifd^en ßebenS geraten unb i^m nid^t entronnen, ol^ne ©droben
au leiben. SBiefleid^t fül^Ite er felbft am tiefften bie unmürbige @teÖung,
bie er einft al§ ^anblanger ber ^to^ifd^en Partei eingenommen l^atte,
unb fud^te mit eben ber Mdtfld^tSlDflgfeit, bie i^n bamolS auS«
^eid^nete, fpäter einen anbem (itanbpunft 0U t)erteibigen. Ober
mdre e§ fonft erfldrlid^, ba^ er, ber 1770 ÄIo^ alS S^leformator ber
${)iIologie gepriefen unb il^m gebient ^otte, i^n 1781 in ber {jd^Iid^ften
ffläeife l^erunterfe^te, i^m fje^ler be§ ©eifteS uttb gersenS tiormarf,
il^n eitel, leid^tjlnnig, Derdnberlid^, l^eftig unb finbif^ nannte? ßiegt
hierin nid^t ber bringenbe 9Bunfd), feinen guten [Ruf 0U maleren unb
0U fagen: @e^t bod^, ma§ id^ je^t t)on il^m beule, in beffen ©efolg«
fd^aft id^ mid^ einft begeben l^atte? ^ber gleid^mol^U 1781 mar bie
Keine Atolle, bie ©d^mib je gefpielt l^atte, Idngft auggefpielt, unb er
lebte ftiö bal^in, in feinem ©iefen angefel^en unb gead^tet, für bie
litterarifd^e ^elt ba brausen nur ^ner von ^aufenben.
..AU
2ln
ZnabcmotfcIIe
/T^^^^^^^ fd^on öfters 2lutoren 3^^^^^ mufifa=
lif djen Calenten geljulbigt Ijaben, fo
ifat nodj feiner gegen 3ljre ttjeatralifdjen bie
öjfentlid)e €ljrfurdjt an ben Cag gelegt, bie
iljnen gebütjrt. 5tol3 barauf Ijierinnen ber
erjle 3U feyn, fe^e idj 3hren Hamen fütjn cor
biefen Oerfud? einer (Befdjidjte bes beutfd^en
[4] Ctjeaters. So oft idj üon meinen ^^eunben
Klagen über ben ZHangel an Sdjaufpielerinnen
2ln
ZnabcmotfcIIe
311 Cetp3ig.
>1f^XJemi fd^on öfters 2lutoren 3^^^^^ mufifa^
lifdjen Calenten gem&igt liabm, fo
Ijat nodj feiner gegen 3ljre ttjeatralifdjen bie
öjfentlid^e €ljrfurdjt an ben Cag gelegt, bie
iljnen gebütjrt. 5tol3 barauf Ijierinnen ber
erjle 3U [eyn, [e^e idj 3hren Hamen füljn cor
biefen Oerfudj einer (Befd^idjte bes beutfd^en
[4] Cljeaters. So oft idj üon meinen ^^eunben
Klagen über ben ZHangel an Sd^aufpielerinnen
I)ören mu§te, (benn Ijiermnen Ijat bas beutfd^e
Ctjeater unftreitig 311 tpenig gumadjs,) fo oft
tdj ben (Brünben nadjbad^te, meldje t)ou &er
Seite bie 2Iufnaljme unfrer 3üljne binbern; [0
entftanb in mir jeber3eit ber IPunfd?, imfer
Cljeater mödjte fo eingeridjtet feyn, ba^ per=
fönen, mie Sie, es oljne ^ebenfen betreten
fönnten. Da idf ber priüatttjeater feine €r-
ipätjnung ttjmt burfte, fo f onnte idj and} nid^t t)on
bemjenigen reben, auf meldjem Sie bie Hollen
ber (Eugenie mtb ber Cäcilie (im (5aleerenfflat)en)
mit fold^em ^eyfalle üorgeftellt tjaben, ba^ man
3tjnen üon unfern eigentlid^en Sd?aufpielerin=
n(^n niemanb, als ZHabam Seiler unb XTTabam
Starfe an bie Seite 3U fe^en u)u§te. Da§ fol-
[5]d?e Calente aber je auf öffentlid^er 3ül)ne
glän3en fönnten, wann ftetjt bies 3U Ij offen? tPer
entfdjlie^t fidj gern, anbre Oerbinbungen auf=
jugeben, unb fid? ibr 3U meitjen, fo lange fte
— 3 —
feine öffentUd^e 2Inftalt mirb? Hie aber wirb
fte bies tperben, rtjenn n\d}t — meld^es faft un=
möglid? ift — ber üemünftigen Ciebtjaber ber[el=
ben fo üiel merben, als es je^t uuüernünftige
giebt. Die Büljne 3U fd^ä^en erfobert Per^
ftanb, i^a man blos klugen unb ®tjren nöttjig
Ijat, um an Znalerey unb ITTuftf (Befd^macf 3U
fini)en. 3d? fage (Befd^marf; benn ®e[ers
Znalereyen unb 3t?t: (Befang, wenn er ftd) einem
£)affe nadjfdjmingt, erfobert eine Kennerfd^aft,
bie nid^t fo gemein ijl: unb (Bemälbe, meldte
3U benfen geben, ZlTufif, meldte feinere €m-
pfinbungen erregt, finben immer audj bie n)enig=
[6] ften Oereljrer. Durd^ bunte färben unb fraufe
Cöne wiü ber gro§e £)aufen gefi^elt feyn. ZTur
ber liat i}en IPeg 3U öeffall unb 2?eid?tl)um ge=
funben, ber (Balanterieftücfgen malen, geigen,
ober trillern fann! — Dod? idf verliere mid^
in Klagen, unb üergeffe, mit mem xd} rebe.
— 4 —
Der ^immcl fdjeitfc uns beffere Reiten, unb
mir 3^^^^ unfd^ä^bare (Bemogentjeit. £eip3ig,
öen 20ten Dec. U74.
Der Herausgeber.
V ovveb e.
VBb bas öeutfc^e tCIjeater eine ausffi^rltc^e (ßefc^ic^te
^■^ perMene, unö ob eine folc^e (ßefc^ic^te möglich
fey, bas ftnö öie beiöen fragen, meiere mir beantworten
muffen, elje fte pon anöern aufgemorfen meröen. —
JDas öie Sc^riftfteüer anbetrift, fo muffen öoc^ felbft
öiejenigen, tpelc^e mit einer gans neuen Partljey aües
öasjenige perac^ten, was por i773 föt unfer ^ifeatev
gearbeitet iporöen, bef ennen, öaf ein (Ermeis, ipie ipenig
porljer geleiftet mar, nic^t anöers als öurcb eine
3n6uction aus öen porljerge^enöen 3aljren möglich fey-
Va man bisljer öie Peröienfte öer Dichter in öer (Se=
fc^ic^te öes Ctjeaters 5U tpenig berfiljrt Ijatte, fo Ijielten
rpir es ffir unfre PPic^t, iljre Progreffen mit bemn öer
Sc^aufpieler immer in ParaleUe 5U fteüen. — 3n Tin*
fe^ung öer Sc^aufpieler ^aben mir uns gans in öen
Sc^ranfen öer ^iftorifc^en (Erjäljlung gehalten, unö über
öen IDert^ meöer eines einseien noc^ einer gansen
(Sefeüfc^aft entfc^ieöen, fonöern leöiglic^ öie IHeinungen
öes Pubüfums [8] referirt. ^ey pon Präöilection für
irgenö eine einsle tCruppe, ^üteten mir uns unfre (Er=
Säljlungen einfeitig 5U machen, ^n fe^n, ipas einsein
oöer 5utpeilen getljan iporöen, 5U bemerfen, rnie oft
— 6 —
unenoartet eine Hoffnung ^erporfc^immert unö halb
tpteöer pereitelt mtrö, perleitet nic^t 5U einer übertriebnen
Bemunöerung öes ttationalt^eaters, fonöern pielmeljr
5U öem unangeneljmen ^voexfdf ob je öie IDfinfc^e öer
Patrioten qani erffiüt 'meröen möchten. — Dag pon
einem ^Ijeater, melc^es noc^ faum ein falbes Säfulum
feyern fann, unö aus fo Dielen einseien Proüinsial«
bü^nen befteljt, feine sufammenljängenöe unö prag^
matifc^e (ßefc^ic^te möglich fey, faljen wxx fogleic^ ein,
unö entfc^Iofen uns, lieber trocfne Cljronologen, als
bereöte (Sefdjic^tfdjreiber 5U meröen. IDenn bey unfrer
ZTJetljoöe gleidj öie Ueberfidjt öes (Sansen, öie ausge^
arbeiteten Cljaraftere, öie beftimmten Urt^eile megfaüen
muffen, fo fönnen mir uns öoc^ einer beffern ©rönung
unö einer gröfern (Senauigfeit rühmen, als ^err
CölPen beobachtet Ifat IDir Ijaben öemnac^ immer
auf öas (Sanic Hucffic^t genommen, unö aüe Sio'
grap^ien, 2tneföoten, unö perfönlic^en Umftänöe aus=
gefdjloffen.
[9] Zle^mlic^ einige ent^uflaftifc^en ^eunöe öes
öeutfc^en C^eaters, öie aber meöer Sc^aufpieler, nodj
Dichter, noc^ fonft Dermögenö ftnö, 5U feiner Perpoü*
fommnung etmas beysutragen, nahmen an öen Sdiid-
falen öeffelben öen etfrtgften 2tntIjeiL Hic^t genug, öaf
fle felbft fo pielerley (ßefeüfc^aften fennen 5U lernen
fuc^ten, als es nur iljre Umftänöe erlauben u?oDten, fie
fammelten auc^ emfig, n?as bisher fo pielfältig an vev-
fc^ieönen ®rten unö pon perfdjieönen Parttjeyen öar=
über gefdjrieben uDoröen. Sie fiengen an, öas, mas fie
— 7 —
gelefen oöer gefeljn Ijatten, in einigen Sufammenljang
aufs Papier 5U bringen, unö fo muc^s nac^ unö nadj
5er (Entfc^Iuf, ^iftoriograpljen öer Bü^ne 5U meröen.
Sie fc^meic^elten fxd}, 6ie £ficfen, öie fie nod) in iljrem
(Sebäu6e fanöen, öaöurc^ aussufüDen, menn fie öie
porsüglic^ften . Sdjaufpieler in Deutfc^lanö um ^ulfe
anfpräc^en. 3ljre Hoffnung marö einigermaßen erffiüt.
JDer aber meif — unö nur öerjenige fann es miffen,
öer öie (Sefc^ic^te mit ^eif ftuöirt fjat — mie feiten
öie itusfagen perfc^ieöner ^cviQen übereinftimmen, öer
u)irö leicht einfe^en, meiere ZHüIje es foften muf te, öie
ntandjerley Hadjridjten von PerfO'[\0]nen 5U vergleichen,
öie üieles nur aus tCraöition tanntzn, unö nie öaran
geöadjt Ijatten, öaf Begebenheiten, bey benen fie gegen=
unartig gemefen, oöer öie fie gehört, einft aufgeseic^net
meröen foDten» Von pielen einsein Umftänöen, unö
nodi meljr von öen Urfac^en öerfelben, Ijatten fie fic^
vielleicht nie felbft genau unterrichtet, öer Part^eylic^f eit
5u gefc^u?eigen, meiere auf feine (Sefc^ic^te meljr (Sn=
flu0 Ijat, unö bey feiner fc^merer 5U entöecfen ift, als
bey öer (Sefc^ic^te öes tC^eaters. Die Perfaffer u)üröen
bey fo vielfältigen ^inöerniffen i^r Dorijaben völlig
aufgegeben ^aben — unö meljr als einmal ftanöen fie
fdjon auf öen Punct es 5U t^un — wznn es nic^t
iljnen melj get^an Ijätte, öie Bevträge 5U unterörücfen,
rvelc^e fie vorneljmlic^ von IRaöam Seilet, unö öen
^errn ^rücfner, ^ranbes, Znarttni, su erhalten
öas (Slücf geljabt. 2tuc^ beöac^ten fie, öaf, wenn
jemals, es je^o möglidj fey, üon öen Sc^icffalen unfrer
— 8 --
erftcn regelmäftgen 3fi^nen superläfftge Hadjric^ten 5U
erljalten, 5a öie Sfenen €(fIjof*) [U] un5 Kod>
nod) leben. Ratten nic^t überijäufte 2trbeiten (eine
Urfac^e, meiere uns manche abfdjlägltc^e 2tntir)ort 5u=
gesogen, mandje Hoffnung pereitelt ifat) öen le^tern
abgeljalten, unfer ZHanufcript, mte er uns perfproc^en
Ijatte, genau öurc^sufeljn, fo fönnten mir für öie 2Jic^-
tigfeit eines u)ic^tigen ^zxtpnnits in unfrer Chronologie
noc^ meljr bürgen, als je^t. 2tües, n?as u>ir bey 6er
üerfc^ieöenljeit öer Hac^ric^ten t^un fonnten, mar, öaf
u?ir nac^ ©nfic^t unö (Semiffen prüften. IDir Ijaben
u?eöer ein geörucftes, noc^ fdjriftlidjes, noc^ münölic^es
Urtljeil oljne Unterfuc^ung angenommen. Stets aber
ijaben von uns auc^ Dor öem Sd^ein gehütet, als menn
wxt öie 2tbftc^t gehabt Ijätten, irgenö jemanöen 5U be=
leiöigen, unö feljen öaljer allen polemifdjen Schriften, öie
Dieüeidjt unfere 2trbeit erregen fönnte, getroft entgegen.
t?on allen jenen ^lüdjtlingen, meiere pon einem
€nöe Deutfc^Ianös 5um anöern umljerirren, meil fic
nirgenös gefallen, fonnte nie unfer (Enösmecf feyn, Xlad)-
richten 5U ertljeilen. 3^^^ff^^ ifabcn mir öie fleinern
Sühnen feinesmeges gans aufer Tldjt gelaffen, fonöern
pielmeljr fo piet pon i^nen beygebradjt, als mir
muften. JDie [\2] oft maren fie öer Keim pon beffern,
mie oft finö aus iljnen unfre beften Sc^aufpieler aus=
geljoben moröenl
*) ^err (Ecfljof »irb üieöeic^t noc^ eine befonbre (5efc^t<^tc
ber Sc^dnemanntfc^en Büt^ne entwerfen, 1P05U er febv
otel IRaterialten be(i^i
^eb^x, 5er Unric^ttgfetten, es fey in öen ^actis,
oöer in öen Urtljeilen unfrer Chronologie ent6ecft, (unö
u?ie piele mögen öerer feyn!) öen erfuc^en mir ange-
legentlich, fie uns mitsutljeilen» IDir oerfprec^en pon
allen foldjen (Erinnerungen bay einer neuen 2tuflage
(Sebrauc^ $u madjen, öie öefto eljer möglich feyn u?irö,
öa u?ir 5U öem (Enöe r>on öer gegenwärtigen nur
u?enige (Exemplare Ijaben absieljen laffen. Diejenigen,
u?eld?e öie (ßüte ifab^n moUen, uns mit fc^riftlidjen
Kritifen 5U beehren, fönnen unfre Hamen bey öen
fc^on geöadjten Sc^aufpielern, unö überijaupt bey jeöem
Sc^aufpieler pon einigem Hufe erfaljren, — ®öer
follten u?ir auc^ öurc^ unfern Derfudj einen anöern
reisen, etu?as t?oBftänöigers 5U liefern, fo moBen u>ir
uns öurc^ öas t?ergnfigen beloljnt glauben, iljm por=
gearbeitet 5U Ijabcn!
(£\^vonologie
P0e salinen aüet Cdnber erl^eben jtd} nadi getpiffen
5tuf«n, el^e pe einen geioiffen (Stab von Voü*
fommenl^eit erlangen. £rji fäl^rt (EI|aIia auf Karren
l^erum; bann baut jte Suben, I^ierauf Käufer, unb enbUdj
ZtationaltempeL (£rji fhreidjen öie Sdjaufpieler in Sanben
umt^er, bann treten fte in fünfte sufammeU; t)ierauf oer«
einigen fie ftdj unter einem gemeinfdjaftlidjen 0berIjaupt,
nnb enblidj mad^en pe ein öffentUdjes Kollegium aus,
ujeldjem ber (fürji ben u>idjtigjien Cl^eil öer Crgöfeungen
feiner Untertt^anen anoertraut. 2tbentl^euer unb Unjtnn
jtnb anfangs ein Cabfal ber gufdjauer, ejtemporirte poffen
unö Soten gelten balb darauf für pnnreidjen IDife, nun
borgt bie Station bey il^ren Ztadjbarn, unb enblidj oer»
fudjt fie il^re eignen Kräfte. ZHandjerlev Urfadjen I^emmen
oft öen Fortgang biefer perioben, ober serrütten bie 0rb*
nung, in ber xdi pe angegeben I^abe. — 2Iudj bie beutfdje
3ül)ne iiat lange mitSarbarey unb [\^] fdjledjtem (ßefdjmacF
gefämpft; wie weit enblidj iljre Kultur gefommen \ey,
überlägt ber (El^ronolog feinen Cefern jur (£ntfd]eibung.
Sollte fie ber eine ben Bül^nen ber 24uslänbem nad}fefeen,
unb ber anbre unter bem 3beal ftnben, bas er pdj oon
— 12 —
einer Sül{ne gemadtt iiat, fo wetzen bexbe ans einer ge»
treuen (£r5Öl{lung it)rer Sd^icffale (Srünbe genug 5iet)en
fönnen. Va biefer djronologifdje Seridjt n?eber Cobrebe
nodj ^(pologie ber oaterlänöifdjen Sutane feyn foH, fo fe^
es bem Cefer überlaffen, ju bemerfen, auf was für einer
5tufe pe jefet ftel^e ober gefianben I:?abe, oon weldjer fie
surücfgemorfen, ober »eld^e pe nodj 5U erfteigen hoffen
bürfe. IPas bie (Sefinnungen ber (ßroßen, ber Cl^arafter,
ber (ßefdjmacF, bie Perfaffung ber Ztation barauf für einen
®nfl[u§ itaben, n>irb beftimmt ujerben, n>enn ein fünftiger
Sromn bie Sitten unferer Seiten fdjäfet.
IDenn ftdj gleidj ber £t^ronoIog bey ben 2(lterti|umem
länger oerujeilen barf, als ber eigentlid)e (ßefdjidjtfd^reiber,
fo werbe idj micij bod?, meine Cefer, bey bem erften Ur*
fprung unfers Cl^eaters nidjt lange auflialten. €r oer*
liert ftdj in ^ine nodt grauere Ztadjt, als bie Kinb^eit aus*
Iänbifd)er Sül^nen; unb eine n?eitläuftigeUnter»[\5]fudjung
beffelben n?ürbe nur jene mifrologifd^e Zteugierbe befrie»
bigen, bie fldj mit unfrudjtbaren Kenntniffen näl^rt, unb
alten (ßebräudjen nur besiegen nad^fpürt, n>eil jte alt
pnb. Zdan entet^rt ben Ztamen eines beutfdjen 5d?au»
fpielers, wenn man il^n jenen alten 5aftnadjtsfpielern
beylegt, t>on benen man insgemein bie (ßefd)idjte bes
lotc beutfdjen (EI|eaters ansufangen pflegt. — Wenn bie 5tage
3al|rl].{j|^ loer in Deutfd^lanb suerfi auf ben €infatt gefommen
fey, einen Dialog oon mel^rern perfonen, ber einem Sdtaw
fpiel ät^nlid? fat^, niebersufdjreiben, fo fann man freylid?
bis ins lOte ^at^rl^unbert unb bis auf bie Klofierjungfer
HI{Osn>itI{a 5u (Sanbersl^eim surücFgetjen. ^Idein fürs
erfie pnb il^re Sdjaufpiele in Zllöndjslatein abgefaßt, unb
bann tragen fie alle Spuren bes KIoftergefd)macFs ^a*
maliger Reiten. St^oswitl^a nat{m an bem I^eibnifdjen
unb oerfül^rerifdjen (Eerens ein 2lergerni§, unb fdjrieb ^a-
^et in bem frommen Porfafe, il^re THitd^riflen ju erbauen.
Dom Cerens entlel^nte fie bal^er nur bie äu§ere form,
— 13 —
oiine ftdj fel^r um einen sufammenl^angen^en plan 3U be« lote
fümmern. 3n einer Seilte anbädjtiger Dialogen loirb-^^^'^^*
immer einerley Ct)ema, ^ie triumptjirenbe (Eugenb einer
Ctjrifiinn unb bie [\6] unterliegenbe öer Qeiöinnen aus«
gefüt^rt. Sefel^rung eines Reiben ober Znärtyrer tob iji immer
öie Katafiroplie, unb alles getreu nadt ber (ßefdiid^te.
Die Komöbie n>ar im (Befolge ber übrigen fdjönen
Künfie unb lüiffenfdjaften in bie Klöfter gefliüdjtet, unb
n>arb, menigftens bem Ztamen nadi, burd? biejenigen er»
l(alteu, bie jte nadjtjer am eifrigften oerfolgt B^aben. Xtodi
jefeo ftnb bieKlojierfomöbien übrig, nadjbem bie n>al:|re
Komobie tpieber I^ergeßeUt u^orben. 2(us il^nen entfianben
in 3efuiterfdjulen, unb nadt ber Heformation in ben
protefiantifdjen£anben,bie 5d?ulf djaufpiele. Ztodj immer
ftnb {te in Z)eut[d)lanb I^öuftger als bie privat tl^eat er,
unb nodj in gans neuem Reiten mollte jte Qerr Cinbner
5U einer eignen (5attung erljeben. (Seytrag 3U Sdinliianb''
lungen, Königsberg, 1761.)
Die Äciftnad^tsfpieler (um bodi menigfiens etwas iste
oon il{nen 3u gebenfen) fotten an 2llter ben 2?ou b ab ours-^^^*^^'
ber 5ran3ofen gleidj fommen, unb biefe blütt^en oornel^mlidj
im brevsel^nten 3al)rl^unbert. Der Ztame ber ^afinadjts«
fpielcr oerrätlj fogleid? il^re €ntftel^ung unb il^ren 3eruf.
Die ZHummereien ber Kamaoalsseit gaben gans natürlidj
bie 3bee ein, [\7] bie Solle einer fremben perfon erjl mit
(geberben unb bann mit IDorten 3U fpielen. ZHan fopirte,
um allgemein 3u gefallen, niebrige perfonen, man atjmte
bie Sitten nadj, fo rolj als pe bamals waren, unb he*
fleigigte jtdj auf Uebertreibungen, um befto geu>ijfer Cad^en
3U erregen. Die ausfdjmeifenben Cuftbarfeiten, u^eldjen
man pdj in ber fajinadjtsseit ergab, ber rol^e Sdjers ber
banialigen5aftnad?tsnarren mu§ten auf £eute, ujeldje einen
tollen Raufen nodt toller mad^en mollten, ben jiärfften
€infl[u6 traben. Das erjie befte IPirtl^sIjaus n?ar ber
Sdjauplafe biefer t^erumirrenben poffenrei§er. IPas an*
— 14 —
i3te fangs nur ein ^ajinadjtscinfall getoefen mar, warb aü*
'^^^^^' mätilxq eine Qanbtl^ierung. TXlan madite es 5U einem
(Bemerbe, in einer geit, wo ftdj 5er Aberglaube burd?
alle Arten von 2lu5fd)n>eifungen auf n?ittfül?rlidje Su§c
oorbereitete, oerberbte Sitten nodt mel|r ju oerberben,
unö diejenigen, bie es trieben, traten enblidi in eine
3nnung sufammen. Urib fo t^atten pe, n>ie ^err €ön>en
bemerft, il^re (Silben unb il^re Verbergen, il^re Altgefeüen
unb fogar il^ren (ßrug.
i4tc ^ad)bem man n>irflidj länger ^ann ein 3aB|rt^unbert,
-^^^^^*bie Karneoalsgäfte mit unoerbauten (Einfällen unb IDifee
aus bem Stegreife bemirtt^et [\8J Blatte, fieng man ungefeljr
im oiersel^nten 3al|rl|unbert an, einige (5ebanfen nieber*
3ufdjreiben, nidjt eben um bie Spieler genauer 3U binben,
fonbem nur um il^nen einigermaßen einen Ceitfaben 3U
geben.
(Enblid} begonnen bie Sufd^auer ein Perlangen 5U
äugern, basjenige audj 3U lefen, was pe mit fo oielem
Vergnügen geBjört I^atten. Die ^aftnad^tsfpielbidjter
legten nadj unb nad^ it|re Arbeiten bem publifum öffentlid^
oor. Der erfie, beffen lüerf e auf bie Zladbwelt gef cmmen, iji
ber nürnbergifd^e ZHeijlerfänger ^ans Hofenblüt. Pon
ben 2Tüinnefängern finbet man nid^t, ba% pc Perfudje in
ber bramatifd^en poepe gemagt Ratten. Aber bie ZH ei Per*
fang er, meldje, gleidj ben alten Sarben, poepe unb ZHupf
oereinigten, mußten gar leidet auf bas 2)rama oerfatten,
bas et^ebem in (ßriedjenlanb feine anbre Veranlagung
Blatte. Der (ßefang reist 3U (5eberben, unb aus bem
djarafteripifdjen £ieb ober ber lyrifdien €r3äl?lung entpel^t
gar balb ein Drama. (ß(eid| ben Sd^aufpielern madjten
audi bie Didjter bamals eine Innung aus. Die Sunft
ber 2TüeiPerfänger iiat pdj fel^r lange erE|aIten, unb nod? in
gans neuern Reiten blül^te pe 3u Strasburg, ZHayns, unb
Ztürn*[\9]^^rg* ^tn lefetern 0rt iiatien pe eine SüBjne, bie
nadi Art ber Alten gan3 unbebecFt n>ar; wenn es regnete,
— 15 —
fallen jtd? bte Sdjaufpieler gcnötl|igt, eine Weine paufe 3u Ute
madien, bis es aufl^orte. 3n ZHemmingen unb ^lugsburg-^^^^^*
jinb nodi einige Ueberbleibfel biefer berüt^mten gunft.
3n£befonöre ju ^tugsburg gel^ört il^nen nodj ein Cl^eater
eigen, öos fie, roeil fie es felbji nidjt mel^r braudjen
fönnen, oermietljen. 7>as (Segentt^eil öer ZHeiflerfänger,
6ie eytemporiftrenben Didjter, bie aber aud? sugleidj eine
Tlti von Sdjaufpielern toaren, B^iegen Sprudjfpredjer.
Nürnberg mar damals ber ZHittelpunft fo n>ie bes öeutfdjen
^anbels, alfo audj bes beutfdjen lüifees. Qier trat audj
ber beutfdje Cl^efpis £ians Sofenblüt auf, 3U einer ^eit,
ba in (Englanb bie Mafks unb in S^cintxeidt bie Farces
toenig beffer als bie 5afinadjtsfpieler waren. Das ältejie
feiner StücFe, bie jtdj nodj im ZlTanufcxipt erl^alten, ift
oom 3al|re 1450. — Sdtwänhf Unflättereien, plumpe iste
Satire, pabjie, Sif*öffe unb Cl^urfürfien mit Säuern unb^^«^^^^-
pacFfned^ten oermengt, bie roljejien Hadjal^mungen ^es
töglidien Cebens, ein (Ct)aos ot)ne aOe oernünftige 2(nlage,
5um Sefd^Iug eine t^ersUd^e (Ermal^nung an bie Sufd^auer
ben I|erumgel^enben [20] CeQer nidjt leer surücFsufd^icFen —
bies xft ungefel^r eine Sefdjreibung oon ben Sdjaufpielen
Sofenblüts unb feiner ZHitbrüber. IPer jte naiver 3u
fennen begierig ift, ber finbet bie fedjs 5aflnadjtsfpiele
oon Elans Hofenblüt im iweyten Cl^eile oon (Sottfd^ebs
bramatifd^en Voxxatii, ber es für gut gefunben, fie bem
Untergänge 5U entreißen.
Das ältejie Stücf, »eldjes ber Perfaffer felbft bem 1486.
2)rucF übergeben, ift (ßottfdjeben sufolge eine Ueberfefeung
oon bem (Eunudjus bes Ceren3, oom 3al|re 1486. 2)ie
2lfte I)ei§en barinnen bie fünf Unterfdjiebe ober (5efd|idite.
Die erfte Sdjulfomöbie fättt ins 3al|r 1498, u>o ber 1498.
IPieberl^erPetter ber IPiffenfdjaften, Seudjiin, eine latei«
nifdje Hadjal^mung bes Cerens für Sdjüler oerfertigte.
Cerens fanb audj früt^seitig einen Ueberfefeer, benn 1499.
bie ältere Ueberfefeung feiner Cufifpiele in unfrer Spxadie
— i6 —
1 499. ip oom folgenden 2^it^^ ^ ^^^* 5ie crfdiien 3U Strasburg,
unb bxe 2(uf5Üge I{cigen darinnen Hebungen.
i6le Unter öen nodj immer fortblül^enben ZlTeifierfängern
3awi^(it itn löten 3al|rl)unbert nodj einer Hof enblüts brama«
tifd^en Hul^m 3u erreidjen gefudjt, net)m(ict} £ianns Sadts,
ber [2^ befannte Sdjujier, bem es bey feiner 2lber von
Kursmetle unb medjanifdjen Ceidjtigfeit nidjt fdjmer fiel,
eineZHenge oon^fafinadjtsfpielen nadj ben Ceiflen feiner
Porgänger 3U oerfertigen. (£r übertraf pe afle an (frudjt-
barfeit; benn man säl^lt bergleid^en StücFen oon iljm
Znit (5ottes Qülf fdjier ^weyiinnbett
ZHand^er 2lrt, 5a§ il^n felber munöert
Sey ber abentl^euerlidjfienunöabgefdjmacFtefienSufammen*
fe^ung bes (Bansen ftnbet man bod} einige Spuren oon
angedeuteten (£l:)ara(teren. €s fommen bodt Kned^te,
2tlte unö bergleidjen oor, bie it^rer Hotte gemäg reben.
Die Derfünbigungen gegen bie alte unb befonbers biblifdje
(5efdjidite, «>irb niemand einem foldjen Did^ter I^odj an-
red^nen. IDenn er fie oft gerabe fo bel^anbelt, n>ie peter
Squens bie 5abel t>om pyramus unb ber Ctjisbe, fo fann
man, wenigftens einige S^it, felbft über bie Unmiffenl^eit
bes 2)id?ters ladjen. ^tnfangs verfertigte er t>iel Stixde
nur t>on einem ^fte, nadjt^er aber eben fo oiele, bie fed^s
unb peben I:|aben. 3n feinen lefetern 3at^ren peng er an,
einen Unterfdjieb jmifdjen Cragöbie unb Komöbie bem
Ztamen nadj 5U madjen. (Eines feiner Stüde fül^rten bie
1 520. Sür'[22]ger einer Iöblid?en Stabt Bafel felbf! auf.
(Eine Ueberfe^ung eines fpanifd^en Sd)aufpiels aus
biefen Seiten fann xdi wegen bes (Einfliuffes nid^t über*
gelten, ben in ber folge ber fpanifd)e (ßefdjmacF auf bie
beutfdje Sül|ne gel^abt iiat 3(i? meyne bie im 3al^re
1520 überfefete CragifomSbie (Eeleftina, ober oielmef^r
ben bialogirten ärgerlidjen Homan in ein unb su^ansig
2lbtl|eilungen, meldjer burdj eine lateinifdje Ueberfefeung
oon (Eafpar Sartl{ nadjgel^enbs fo befannt geworben ifi.
— 17 —
^ur ein SlicF in Qans Sadt\ens Wette leiixi es, bag 1520.
unfre Votfaiixcn audj geifilidje 5ajbtadjt5fpiele gel^abt.
Die Didjter begnügten jtdj bamit nidjt, I^äuftge Satiren
gegen bie (5eiftlid^en als bie öamals beliebteften Sdiwänte
ansubringen, n>ie bie (fransofen in il^ren Sotties tl^aten,
fonbem oern>anbeIten audj bie (5efd^id^te ber Seligion
felbft (gleidj ben damaligen Kanselrebnern) in eine Surlesfe,
fo toie in (England unö franfreidj in ben Myfteres unb
Moralities. Ztodj ärgerlid^er, als bie geijHidjen Stnde bes
^ans Sadjs wax eine Komöbie t>om 3at^re 1530, baß 1530.
£I^rijius ber toaljre ZHegias fey.
[23] Da xdi oben ben erjlen Perfud? oon einer Ueber«
fefeung bes Cerens angeseigt l:iabe, fo barf \d\ audi bie
probe eines beutfdjen plautus nidjt überget^en, bie im
3at^re 1535 mit ber 2lulularia gemadjt mürbe. 1535.
(5ottfdjeb finbet fdjon in biefen Reiten 2HerfmaIe t>on
Pantomimen, unb es ift f^ödjfin>af^rfdjetnlidj^ ^a% gu«
fdjauer, meldte jtdj an 5öPnad^tsfpieIen ergöfeten, audj an
biefen ftummen (ßaurfeleyen Vergnügen gefunben itahen.
Das oottjiänbige Hegifler ber nun immer 3aB|Ireid?ern
Sd^aufpiele htat menig ZnerfiPÜrbigfeiten, ausgenommen,
bag jtd? burdj mel^rere Seyfpiele baraus ern>eifen läßt, u?ie
toenig ftd? bamals (Seijilidje ein (ßemiffen baraus gemadjt
traben, felbfi Sdjaufpiele 3U fdjreiben, ober ^a% man baraus
^en Urfprung unfrer Singftürfe befhmmen fann; benn in
einer gemiffen Sammlung t>on Sdjaufpielen, bie 3afob
^lyrer oeranftaltet I^at, ftnbet ftdj ein Sing jlücF, roorinnen
aber alles nadi einer ZHelobey get^t.
Sdjon reid^er an Denfmürbigfeiten n>irb bas jtebsef^nte 1 600.
3at^rl)unbert feyn. lüenn man alles bisl^erige faum erjle
Porbereitungen nennen fann, fo n^erben n>ir nun ernfilidje
2ln»[2^]ftalten 3u einem Cli^eater bemerfen. Ztlan gab unb
brucFte 3ü?ar I|ier unb ba nodi lange faftnadjtsfpiele, es
erfdjienen nodj mandje geifHidje Komöbien: attein mit ber
21ufflärung unfers Vatexlanbes nhexitanpt fteng es audj
— i8 —
1 600. an auf öcr Sül^ne ju Lämmern» (Segen bas €nöe bicfcs
3al|rf^unb«rt5 tpur^en Perfud^c oon ZHännem gemad)t;
bic iwax webet Zfien\dten nodj Sät)ne, aber bodj bie
SuföQigen 2?egeln ^er Tliten (annten; man fieng bod) an
auf einen gen?tffen S^ed 3U arbeiten. Die Sd^aufpieler
bildeten [xdi aümäitliQ 5U regelmäßigem (ßefenfd}aften
unter ber 2tnfut^rung oon principalen, unb öie liberum'
fireidjenben Sanben tourben bodj einiger 0rbnung unter»
morfen. 2iis eine ber ältejien principalfdjaften fül^rt Qerr
£dwen bie Creuifdje an, unter n>eld?er ber nad^malige
D. Theol. unb öänifdjer Qofprebiger, 3oI^. Caffenius,
5er oornel^mfte Sdjaufpieler gemefen fevn foll. 2tttein bie
Crabttion giebt nodj mel^rere oiel ältre principalfdjaften
an, von 5enen nur nodj bie Hamen erl^alten u>oröen, als
eine (ßefettfdjaft eines ^errn von Sonnent^ammer, eines
gefrönten poeten.
TXadt unb nadi u>ar5 aud) bie Citteratur 5er Tlns*
länber 5en Deutfdjen befannt. 7>a% fd^on el^ebem ein
fpanifdjes Sind überfefet[25]u>or5en, mar bey 5en damaligen
1606. Perbinbungen 5u>ifdjen Spanien unö Deutfd^lanö fein
IDunöer. <£benfo n>enig 5arf es befremden, 5a§ jefet eine
Komobie aus 5em Ztieöerlänbifdjen überfefet ö>or5en.
Denn jefet peng 5ie nieberlänbifdje Sül^ne an, Didjter 3U
erl|alten. — 2lber u>idjtiger als 5ies alles mar eine Ueber-
1619. fefeung oon 5em getreuen Sdjäfer 5es (Suarini, 5ie im
3al^r 1619 erfdjien. — Die frud^tbringenbe (ßefell«
fdjaft, 5ie 5odj in 5er (5efd?idite von 5er Kultur unfrer
Spradje nie übergangen rDer5en 5arf, beforgte 5as 3^^^^
1 620. 5arauf eine Ueberfe^ung 5es gansen Cerenj. — 2ine 5iefe
Ueberfefeungen u>aren nidjt für gufd^auer, fon5ern für
Cefer befiimmt. 2tttein 5ie Ceftüre bal^nt jeöerseit 5en lüeg,
jte biI5et ^ufd^auer un5 t>erfaffer, un5 oornel|mlidi fin5
5ramatif die Deformationen auf feinem an5ern IDege möglid).
1625. Der Stifter unfrer Did^tfunji, ZlTartin 0pife, Über-
fall audj 5ie 5ramatifd?e poepe nidjt gans. €r überfefete
— 19 —
^ie Crojanerinn^n öes Scneca in fedjsfügtgen 3amben, 1625.
unb gab bamtt bas crfic Se^fpiel von tragifdjcm 2tu5*
^rucf in unfwr Spradjc, let^rte menigfiens Sdjers unb
(£rnji oon einander unterfdjeibcn, unb b«m 3nl|alte gemä§
rcben. &>cn berfelbe empfat^I fei'[26]ncn £an6slcutcn bie
Ztad?al|mung bcr italienifdien ®pcr bnxdt fein Singfpicl 1627.
3uöitti, voeldies er, gleidj ber 2)apB|ne, grögtentl^eils aus
bem 3talienifdjen entleljnte. <£r befennt in ber Porrebe,
ba§ bie beutfdje Sprad^e im 2)rama nodj gar nidjts Cüdj-
tiges aufsuipeifen i(ahc> Xladt il|m mürben bie Singfpiele
3ir>ar I^äuftger, aber eljer fd?Ied?ter als fdjöner, man nannte
fte in ber 5oIge Singefcmöbien, ingleidjen pngenbe poff en*
fpiele. — Der bibaftifdje Didjter oern>anbeIte nadjl^er nod?
ein altes Original in beflamirenbe Ciraben, neB^müd? bie(i636.)
TlnÜQone ^es Sopl^ofles, bie er 1636 überfefete.
Pom 3al|r 1628 fann idj 'abermals eine principal- 1628.
fdjaft nennen. Denn Ijier warf pdj eine (ßefeUfdjaft junger,
meij^entl^eils fiubirter unb ujol^lersogner Ceute auf, roeldje
^en alten IPujt ber 2Heifierfänger, bie fafinadjtsfpiele unb
geijilidjen Komobien burdi Porfiettung überfefeter Binde
3U oerbrängen fud? ten. 3I|r ^nfüt^rer I|ie§ Karl paul,
ber Sot^n eines ©briftlieutenants.
2)er überfefete (ßuarini bradjte balb ben (Sefdjmacf
am Sdjäferbrama naii 2)eutfdjlanb, bal^er enfianben bie
fogenanntenSdjäfereyen, bergleidjen bie^ercynia oom
<Dpife ifi. So [27] nannte man bie 5d)äferfpiele; 3Uü?eilen
biegen fie audi IDalbfomöbien, n>ie jte 3. €. ein ge*
miffer Sdjerer betitelt I^at, ober IDalbgebidjte, n>ie
pdj Sd^neiber in feiner Ueberfefeung oon bem 2(mintas
^es Cago ausbrucFt. 3^ es entjtanb fo gar, u>ie befannt,
um biefe Seit ein gan3er ®rben t>on pegnifefdjäfern,
unter benen oiele aud^ Sdjäferfdjaufpiele gefdjrieben I^aben.
Unter ^en Semül^ungen pl|ilipps t>on ^efen unb
feiner Sd^filer ijl ber (Eifer am befannteften, bie beutfd)e
Sptadie von allen auslänbifdien IDörtern 3U reinigen.
— 20 —
1628. Sic jagten bat^cr fiatt 2)rama (ßcfprädjfpiel, Patt
KomöMc 5teu6enfptel, jiatt Cragifomöbtc (n>cldje
fonbcrbarc (ßattung aus Spanien 3U uns iiexnbex tarn)
5rcuben*S;rauerfpieI, unb fürser ZHifd^fpiel, Patt2lftc
f)auptfäfec ober Qanblungen, fiatt Sccnen Cl^eile
ober 2luf3Ügc.
1644. (£tn ZHitglieb bcs pcgnifecr Sdjäferorbens mu§ idj
insbcfonbre naI^mB|aft madjcn, bcn 3oI|ann Klaj, nid?t
wegen fetner Komöbten über bie ^tufer^et^ung unb Qimmel*
fat^rt €B|riftt, nidjt wiegen feines leibenben £t^rifius, feines
€ngel« unb Dradjen^reites u. f. f. fonbern wegen feines
^erobes ber Kinbermörber nadj 2Irt eines Crauerfpiels
abgebilbet unb oon einer [28] beutfdjliebenben (5emeinbe
3U Nürnberg oorgejIeHt. Dies ip bas Sind, meldjes
€Iias Sdjiegel einer ausfül|rlidjen ^erglieberung n>ürbigte,
um uns einen Segriff oon bem (ßefdjmacF ber bamaligen
Seiten 3U madjen. Sonft iiäüe Sdjiegel feinen fo ausfül|f
lidjen 3en?eis nötl|ig getrabt, ba§ biefes Crauerfpiel allen
Segeln n^iberflreitet, ob [xdi ber Perfaffer gleidj rüt^mt bie
Hegeln fiets oor klugen gel^abt 3u ^ahen. Dodj bey (Er«
manglung bes (Senies oerbient fdjon ber IPiUe, jtdj einigen
oerftanbnen ober misoerftanbnen Hegeln 3U untermerfen,
eine Semerfung.
3efet peng aud? ^as Ct^eater ber 5ran3ofen an, ben
Deutfdjen befannt 3U n>erben. Cib n^ar bas erfle fran3Öjtfdje
Sind, bas überfefet mürbe, unb bey bem 2Iuffet^n, bas es
in (franfreidj gemad^t, mugte bie XOaiil oor allen anbern
1650. barauf fallen. €in gen>iffer (5reglingen überfefete es im
3aB|re 1650.
Ungefel^r in baffelbige 3aE^r fällt ^as erfle Crauer»
fpiel oon 2lnbreas (Srypl^, einen Sdjleper, ber 1616
geboren ü?ar \xnb 1664 fiarb. t>or it^m iiatte nodj feiner
ftdj gan3 bem Crauerfpiele gemibmet, nod? feiner eigne
tEBjemata aus ber (5efd|idjte bearbeitet. Ztidjt blos bie alte
£jiftorie n>ar fein 2Tüaga3in, n>ie [29] folgenbe Ueberfdjriften
— 21 —
feiner Cragöbien bewe\\cn: piajtus, bie (SxbeoniUn, £eo 1650.
2lrminiu5, Carbcnio unb (Eelinbc, Katbartna von (ßcorgien,
papinian, KatI Stuart (wddies mit (Et^ören untcrmifd^t
ift) unb bie beftänbige 2Hutter, eine Ueberfefeung aus bem
Cateinifdjen bes Caufinus. 2)te Kunft bes 3ntereffe unb
bie 3ufammenl^ängenbe Perfledjtung n>üröe man in feinen
planen vergebens fudjen, bodj fielet man im fiinseln, bag
er n^ugte, mie man Situationen anlege, unb £t^araftere
menigPens im (Stoben seidjne. Seine Spradje tönt raul^,
entfernt fxd^ von Xiainx unö lDaI|rI)eit, er beflamirt
3uu>eilen gut, verfällt aber aud? oft ins Sdjmülftige unö
Spielenbe. Damals fefete man nodj ^as tragifdje patljos
in Perfen, n>ie folgende:
Du fdjü?efelid?te Srunjt ber bonnerl^aften ficimmen,
Sd^Iag los, fdjiag über fte, fdjlag über nns sufammen,
^rid? 2(bgrunb, bridj entsmey, unö fdilurfe, fann es feyn.
Du Kluft öer <£n>igfeit, uns unb bie TXlöxbex ein.
(£s ift Sdjiegeln fd?on oft oerbadjt moröen, ba§ er
(ßrYpI^en mit Sl^afefpear oerglidjen. Der ZHangel an
(ßefdjmacF ü?irb bey il^m burdj [30] feine I^öl^ere Calente
vergütet, unb t>on Sl^afefpears allbelebenbem 5cuer fpürt
man Ijier aud? nidjt einen funfen. Unter feinen Cuflfpielen,
meldje eine rol^e Einlage 3um ^iebrigfomifdjen oerratl^en,
mirb eines u^enigftens nodj immer genennt, nel^mlid? ^as
Sd^aufpiel Peter Squens, ober Abfurda comica, n^ooon
er jebodj nur ber Perbefferer, ber eigentlidje Perfaffer
aber Daniel Sdtwcntes ein ZHatl^ematif us 3U Nürnberg
xvax. Der Citel erinnert einen jeben 3um ZTadjtl^eile bes
Perfaffers unb ^cs Perbefferers an ben 3oI|anni5nadjts«
träum oon Sljafefpear. €I)ebem fd^äfete man aud) feineu
£jorribilicribrifaf, eines ber abentl|euerlidjpen poffen«
fpiele, bas ftdi benfen lägt. Seine beiben übrigen Komö*
bien [xnb nur Ueberfefeungen, unb Ijeigen : bie f dju^ärmenben
Sdjäfer, eine Ueberfe^ung nadi bem be la £anbe, unb bie
Söugamme aus bem 3talienifd?en bes Xanu €r mad^te
— 22 —
1659. cnblidj audj ®pern nadt damaligem gufd^nitt: Ztlainnia,
^as ocriiebte (ßefpenji, Denrofi. 2)te Scencn nannte
er ©ngängc (Brypt^ n>ar ber crjie Porläufer unb bxadt
5tDar feine Sat)n; aber gieng bod^ einen gemiffem (Sang*
1661. 2)er nädjjie, ber jtdj nadj il^m ber tragtfd)en ZlTufe
gans toeif^ete, n>ar Daniel £afpar [3^ von Col^enpein,
beffen erfies (Erauerfpiel im 3^^ ^^^^ erfd^ien. ©n auf»
braufenbes ^feuer unb Zteuerungsfudjt riffen il^n auf 2lb'
n>ege, unb fo, n^ie er überl^aupt bem beutfdjen (ßefdjmacte
oerberblid? n?arb, fo Iijinberte er aud^ öen geringen SoxU
gang, ben bie beutfdje Sül^ne bist^er gel^abt hiattc, XCodt
fannten bie 2)eutfd?en ben maleren KotB^urn nidjt, unb er
lehrte fte bereits auf Stelsen get|n. Ejod^fdjallenber Unfinn
in ben (Sepnnungen, übertriebne Silber, unseitiger unb
ängftlidjcr IPife mad)ett feine (Erauerfpiele lädjerlidjer, als
rüt^renb. Sein (Entl^ufiasntus erl^afd^t suujeilen einen
ftarfen (ßebanfcn unb einen fül^ncn ^lusbrucf, ber einsein
Cob oerbicnt. Seine plane ftnb feltfam unb gigantifd?,
£t|ara!tere adjtet er gan5 unb gar nidjt. Seine Crauer»
fpiele, bie uns I^eut 3u Cage eben fo poffirlid? fdjeinen,
als pe 3u feiner §eit bemunbert njurben, pnb: Kleopatra,
cEpidjaris, 2lgrippina, 3bral^im Sultan, unb SopI|onisbe.
Seine gro§e ^elefenl^eit in ben 2llten, bie, n>ie bey Ben-
jamin 3oI|nfon, fein (5enie oieHeid^t mel^r erfticft, als
genäl)rt I^atte, verleitete il^n, mit il^ren fd^önflen penfeen
5U prangen, oomel^mlidj B|at er ben Seneca unb fajt
immer 5ur Unseit geplünbert, Ztodi mu§ id^ ber gmifdjen*
fpiele [32] gebenfen, bie man bey il^m finbet, unb bie er
Seyen nennt» €r ftarb 1 683 im neun unb oiersigften ^al^re
feines 2tlters.
KorneiHe fanb in 2)eutfd|Ianb immer mel)r ^freunbe,
1662. benn man oerbollmetfdjte nun aud^ 1662 feine Ejorasier,
aber nur in profa.
3ot^ann (El^riflian £joIImann, gleidjfatts ein
1667. Sdjiejter, mar bereits ber oierte tragifd^e Did^ter, ber aber
— 23 —
webet toitenfiemen, nodj (5rYpf^cn, nodj (Dpi^en gleidj 1667.
fam, un^ alfo nur bem Ztamen nadj angc5ctgt locrbcn
barf. Pier tragifdje Didjter 5äl](en mir alfo bxsliex gegen
einen einsigen fomifdjen. 5^ einer Seit, öa man bie ^atur
bes ZHenfdjen, jumal 5um Sel^uf ber Saline, gar nidjt fannte,
n>ar es atterbings leidjter, eine Sdjulfibung 5U verfertigen,
bte oft bejlo met^r bemunbert mirö, je weniger man jte
oerftel^t, als eine Ztad?al|mung ber Sitten^ bey ber man t>as
Cad^en ungerner oermigt, als bas tadien beym Crauerfpiel.
Cange iiabe idj bisljero nur 2lutorfd^aften angeseigt;
enMidj fann idj audj it>ieber auf bie Sdjaufpieler surücf»
fommen. Venn im 3al^r 1669 waxb eine Ueberfefeung 1669.
t>on bem polyeuf t bes Korneitte 3U Ceipsig nid^t allein
gebrucft, fonbern andt gefpielt. So unrid^tig bie Heber*
fe»[33]feung felbft i% benn öer Ueberfefeer (EtiriPopI^Kor-
märten I^at es nodj basu mit albernen ^ufäfeen oerbrämt;
fo fel^r oerbient bie Porfteüung baoon angemerft 3U merben.
2)ie Sdjaufpieler nel^mlid? maren Stubenten, unter benen
fidj ein geiüiffer Peltl^eim befanb, ber burdj bie Solle,
meldte er im polyeuft fpielte, 3um Cl^eater £ujt befam.
^ad^bem er bereits ZTüagifter getoorben, mibmete er pd^
bemfelben gänslidj, unb errid^tete enblid) eine ganse
(Sefcüfdiaft* Die eigentlidje §eit, »ann er pd^ bis 3um
principal empor gefd^iüungen, ift ungemig. So t>iel voei%
man, ba% er anfangs balb 3u €eip3ig, balb 3U Nürnberg,
balb 3u Sreslau gefpielt liat Tlüe feine Helfen — benn
gleidi t>om erften 2tnfang an mar bie beutfd^e Ct^alia
immer auf Heifen — fann idj nid^t oerseidjnen, aber
feinen 2lufentl?alt 3U £?amburg im 3al?r 1692 barf idt nidjt 1692.
mit Stillfdjmeigen überget^en» £jier ereignete pdj ber erjle
Swi^ 3iDifdjen ben (5eiftlidjen unb Komöbianten. Pelt*
Bjeimens Courtifane, bem Sd^erni^fy lüarb oon ben
£jamburger prebigern bas ^Ibenbmal^l oermeigert* Ztlan
bel|auptet, ba% Peltl^eim felbjl in ber 5oIge 3u £eip3ig ein
gleid^es t^abe erfaljren muffen. <£in £anb, u>ie Deutfd^Ianb,
— 24 —
1 692. n>o man bcnSdjaufpiclcr für [5^] I|alb unet)rUd^ I^ielt unb mit
bcm Sannflud?e belegte, fonnte nid)t anders als fpät, unb
nur toie t>om ^immel gefanöt, n?al^re Sd^aufpieler erl^alten.
Unb fönnten toir bodj mit rul^igem 2Tüitleib auf bergleidjcn
Porurtl^eile unfrer guten Porfal^ren surürffel^enl — Pelt«
I^eim trat übrigens in pauls (fußtapfen, unb bradjte regcl«
mägige, unter andern audj molierifd]e Stücfe auf öie beulfdje
^ül^ne. 3a er iiai felbft eine eigne Ueberfefeung öes 2TüoIicre
1694. beforgt. Sie fül)rt ben tLxiel: Hiftrio Galliens comicofatyricus
fme exemplo, ober öie überaus anmutl^igen unb luftigen
Komöbien öes fürtreflidien fransöpfd^en Komödianten
2HoIiere; brey Cl^eile, Nürnberg, 1694. Sie entl^ielt nur
bie profaifdjen Cuflfpiele bes ZHoIiere» — Peltl^eim fül^rte
ferner Surlesfen auf, bie er tl^eils ben 3talienern ab*
borgte, tl^eils nad? il^rem ^eyfpiele ejtemporiren Iie§. 7>xe
Stelle ber Crauerfpiele oertraten auf feinem Ct^eater bie
fläglid>flen Ueberfefeungen fpanifdjer ZHisgeburten, nid?t
oljne beutfd^e PermeE^rungen unb Perbefferungen» Sie
pengen fd^on t>or Peltl^eims Reiten an ein3ureigen unb
befamen ben marftfdireyerifd^en ^amen: Qaupt« unb
Staaisaction. (ßrotesfe ^elbenftguren, mtberoernünftigc
2lbentl|euer, ein ZlTifdjmafdi t>on [35] Sombaft, (5alimatljias
unb pöbell^aften Sdjer3en; — Z>odi was braudje idj ein
(Semälbe biefer Ungel^euer 3U entu>erfen, bie jeber £efer
aus einer Sube unb u?oI)I nodj mandjer felbft oon ber
Süljne feiner Stabt I^er fennt? Die luftige perfon biefes
Stücfs (benn biefe u?arb t>on Einfang für bas befte (5en>ür3
berfelben geiialten) I^atte einen fel:|r oornel|men Hamen.
Permull|lidj meil pe gegen bie ^ufdjauer atte pflidjten
eines ^offao aliers I^atte, gab man il)r ben Hamen
(Eourtifan; benn fo I|ieffen el^ebem bie ^offaoaliere.
2)er fomifdje Sd^aufpieler iiatt^ alfo einerley Ztamen mit
ben Innigen Hdtl^en bes fpanifdjen £jofes (ber lange ^eit
bas £eremonieI aller £jöfe regulirte) gemein; u>eldjes
bejio meniger 3u munbern ift, ba bas 2Imt eines Hofnarren
— 25 —
basumal in (Europa nodj eben fo rüljmlidj wat, als bic 1694.
Station eines Ejofpoeten. Dodj nod| 3u PeltB^eims Seiten
n>arb ftatt beften ber Ztame pidelljäring allgemein,
unb man findet xfyx bereits unter ben perfonen eines
Stnds oom 3al^re 1624. 3« ^^^^^ £öa>en füB|rt ein ganses
Sind an, bas auf biefen Ct^arafter gearbeitet n?ar: prins
pidelBjäring, iporinn ber aufgebunfene Ztonfenfe ber
Banife mit pidelB^äringsfpafen abipedjfelte. So roie bie
Sd?au*[36]fpieler t>es italienifdjen, unb nodj in neuern Seiten
bes lOiener EB^eaters, pd? tEI:|eaternamen 3U voäiiUn pflegen,
fo nennten ftdj audj basumal bie Sdjaufpieler nad^ iB^ren
Hollen. Der eine Bjie§ Courtifan, ber anbre Königs*
agent, Zytannenagent, pantalon, u. f. m. Sold^e
Ztamen maren iB^nen Bjeilig, unb fte toaven barauf fiolscr
als bie 2lrfabiet auf bie iB^rigen. Xlxc burften Cet^rlinge
fidj iB^rer anmaßen, gegen u>eld?e bie ZITeifter überljaupt,
u)ie in ben bamaligen Sexten aüe 3nnungen, einen ftrengen
pennalismus ausübten. 3^ oeru>eile midj nid?t bey ben
(5ebräudjen, u>eld^e bie bamaligen Sdjaufpieler3Ünfte unter
ftd? Bjatten. 2lber bie ^ey^riid^feiten fann idj nid?t unan*
gemerft laffen, u>omit fie eB^ebem in jeber Stobt empfangen
mürben. ®b bie SeltenB^eit ber Kunfi il:|re 2ld?tung erljöl^t
l^abe, ober ob es fteife pebanterey unfrer PorfaI:|ren 3u
nennen fey, mill id? nid?t unterfud^en. Der 2JTagiftrat
felbjl fd^ämte pdj nidjt, eine anfommcnbe Cruppe einsu*
I:|ot^len, auf bas HatB|l|aus 3u füt^ren, mit einer jlattlid^en
Hebe 3U beu>ilIfommen, unb ein u>adrer Sdjmaus blieb
nid?t auffen. Dafür genoß ber ZITagif^rat eine Benefit-
fomöbie, n?eldje man Hatijsfomöbie nannte, unb bie
ber gan3e 2TIagiftrat in corpo*[37]re befud^te. — 2tudj einige
ber pomet^mfien Sd^aufpieler oon Peltljeim laffen ftd?
naliml^aft mad?en; ber fdjon angefül^rte Courtifan Sdjer«
nifefv, Sal3t^üter, (ober wie fein u>aB|rer Ztame u>ar,
Sal3fieber, ein 3enaifdjer Stixbent) (ßeißler, 3u^^n*
bart, fjuber unb (£lenbfoB|n.
— 26 —
Dodj elje idj in ber (ßefdjid^te ber Sdjaufpieler fort»
faljre, mu§ idj nod? einen 2lugenblicf surücf geljn, unb bic
rtotife von ben Sdjriftjlenem biefes 3al|rl^unbert5 vofU
1678. enben. <£s trat ums 3al|re 1678 ein Cujifpielfdjreiber
auf, beffen Sdjerje aber nur pebanten gefallen fonnten.
Der Hljetoricfer Cl^rijiian IDeife nennte feine platte
1686. Cl^rien Komöbien. — ©n Col^enjieinianer, ber Cicentiat
fjeinridj oon pojiel, ber 3u fjamburg eben fo treu»
fleißig ®pern sufammenfefete, (fafi fein Sujet ber TXl^thio*
logie blieb ungenüfet) als oorl^er Vebetinb su Bresben,
mu§ l^ier besu>egen eine Stelle ert^alten, weil il|n IDernirfe
in einem eignen (ßebidjte oeren?igt liat pojiel trug Collen»
jieins Sd?n?ulft unb Spielereyen in bie ®pern über, unb
mad^te feine ®pern eben fo unjtnnig, als bie oon feinen
Porgängern fabe geu^efen n>aren. IDernide I^atte biefen
5Iittergefd]mad bereits meljrmals in feinen Sinn«[38]
gebidjten geal^nbet. poftel erfül^nte ftd? bie €I^re feines
2JTeijlers in einem Sonnette ju pertl^eibigen. J>afür mad^te
xfyx IDerni<f e unter bem Ztamen Steipo in bem fatyrifd^en
£jelbengebid?t Elans Sadis unjlerblidj. — ZHerfmürbiger
ift ein braud^barer lleberfcfeer ber bamaligen Seiten
1691. 5. ^. 3re§anb, u^eld^er oerfd^iebene poetifd^e Ueber»
fefeungen fransöfifd^er Crauerfpiele lieferte, bie bamals
1 692. gut t^eigen fonnten, 5. (£. oon ber Hobogüne, bem Srutus,
1693. bem 2lle^anber, bem Sertorius, bem Hegulus, oon Stüden
1694. feljr oerfd^iebenen iDerti^es. (£r arbeitete oorneljmlid? für
bas Sal3tljaler Cljeater.
Um biefe Seit mu§ ein neuer Sd^auplafe 3U Ceipsig
erbaut u>orben feyn, mie aus bem tEitel oon ber 2IIcejle,
einer ©per eines bafigen Sd^uIfoHegen Ct^iemid? erB^eüt,
ben idj nur besmegen unb um t>es llmj!anbes u>illen
nenne, n?eil feine 5rau in ben 0pern ii^res 2TIanne5 bie
fjauptroHen fpielte. — ((£ine anbre 2llcejie, in ber eine
2lrt oon Ejansn?urft eine Holle t^at, fam 1680 3U fjamburg
3um Porfdjein.)
— 27 —
Peltljeims Witivoe {bas eigentlidje 3al|r feines 1694.
Cobes ift unbefannt) birigirte bas ©leater nodj einige
Seit nadi ifyces TXlannes 2tb'[39]P^tben, unb »ar fo glücHidj,
bas pol^lnifdje Privilegium 3U erl:|alten» 2lud? jte I^atte
mit (ßeijllid^en 3U f ämpfen. Denn toenn es 3U fjamburg
einen (£lmenI|orjl gab, ber felbjl nodj im 2lmte eine
Dramatologiam 3U (£t^ren bes Cliieaters fd|rieb, fo gab es
befto met^rere von feinen ZHitbrübern, bie es gern mit
5euer 00m £jimmel pertilgt Bjätten» €in magbeburgifdjer
Prebiger 3o^<i"n 3ofepIj IDinfler blies biesmal Cärm,
loarb aber pon ber Peltl^eiminn in einer förmlidjen 2lpo«
logie roiberlegt, bie nodj 1711 3um 3ix>eYtenmaIe gebrudt
n>orben ift. — Unter ben Sd^aufpielern ber Peltl:|eiminn
I^aben [xii folgenbe PorneB|mltdj merftoürbig gemad^t:
Denner ber ältere, ber aber nur einige S^xt bey itjr
blieb; Saffe, ber (ßrogcater pon ber Demoif. (5rünb»
lerinn; ein gemiffer Sorfeus, ber [xdi als pi<felt^äring
Bjerportl^at, unb bis ans (£nt>e bey biefer principalinn
ausBjielt; feine Kenntniffe in ber (Zliymie brad^ten it^m
nad?Ijer 3U Wien ^en mebicinifd^en DoctorB^ut 3un?ege;
ber fogenannte fleine ZITüUer, gleid^falls ein ZITann pon
Stubien, ber aud^ aus einem Sd^aufpieler ein Hector 3U
Higa n?urbe; ein anbrer ZHüIler, ben man 3um Unter*
fd^ieb ben \diwavien nannte, unb ben man unter ben
IDienern Sdjaufpiciem mieber [^0] finben u)irb ; ein geu?iff er
Saftiari, meld^er ben italienifd^en ^arlefin 3uerjl auf
bas beutfd^e Clieater brad^te, unb enblid? t>ie Spiegel»
bergifd^e Familie, toeldie ber Peltl^eiminn bis ans Snbe
getreulid} ani:|ieng.
2lnbre Ijingegen Pon iljren unb il^res 2TIannes Sd^au*
fpielern trennten fid? unter ber 2lnfül:|rung bes 3ulius
(£lenbfoBjn, ber benpantalon bey l^eltB^eim gefpielt l^atte,
unb als einer ber ällejten Sd^aufpieler ber XDittme nid^t
gel^orAen u)oUte. 3uö^nbart unb 5al3fieber fdjlugen
fidj fogleidj 3U iljm. 2lber biefe principalfdjaft u>ar Pon
— 28 —
1694. furser Dauer. (Elcnbfoljn ftarb halb barauf auf feinen
It)anberungen im l^eidtie. Der Ct^urfürjl 3u KöHn fdiäfete
il|n fo liodi, bag er xlim 3U 5d|n?abbadj ein (£pitapl:|ium
Don fd^u^arsem IHarmor errid^ten lieg.
Dod| audj er liatic eine XDittme, u>eld]e nadi feinem
Cobe bie Direction fortfefete. 5rau (£IenbfoI:|ninn u>ar
bie Cod^ter eines Bürftenbinbers aus Ejamburg, bie nur
bie Ciebe allein mit iljrem ZITanne oerbunben liatie. Denn
5d?önl|eit u^ar iljre ganie ^lusfteuer, unb fie naljm um
bes 2TIannes miüen bie fatl^olifdje Heligion an. 5d)on
auf bem PeItB|eimifdjen tEB^eater l\aite fie iljr ZHann an^
gel^alten, fid? [^\] nadj unb nad? in Hollen 5U üben. 3e6t
übernaljm ftc mit bem Directorio aud? fjauptpartl^ien.
Znit il|rer eignen Familie fonnte jte fdjon oiel ausrid^ten;
benn fie liatte einen So^n, ber agirte, unb 3n>eY Cöd^ter,
bie nid^t attein felbjl fpielten, fonbern audj ^(cteurs B^eu«
ratt^eten. ^fyc So^n Karl ^erbinanb (£Ienbfoi|n
folgte feinem Pater in ber Holle bes pantalon, (iji nadi»
B|er als Cansmeijier 3U ZHavns in groger Dürftigfeit ge*
ftorben). Die eine pon il^ren (Eöd|lern Katl^arina
Sufanna t^euratl^ete einen Sdjaufpieler 3ofepl| 5erbi«
nanb ZHüIIer, ber 1742 als principal porfommt. Die
an ber e, bie bereits einige S^it im Klofter gelebt I^atte,
entfd?Io§ ftd? gleid^f aUs 5ur 8ül:|ne, unb nai^m einen
Sd^aufpieler, H:amens Sad, — 2lu§erbem ertt)äl:|lte fie
3U il^rem Hatljgeber in Directionsangelegenliieiten einen
jungen 5d?aufpieler Eiaad. €r ü?ar aus Dresben ge*
bürtig; feiner profefjton nadj ein Sarbier, unb ein guter
^arlefin nadj bem bamaligen (ßefd?macf.
1 700. 2ine bie Ueberfefeungen auslänbifd^er Sd^aufpiele, bie
idj bisl^er ange3eigt B^abe, Ijatten 3U 2lnfang bes adiU
3eB|nten 3öIjtB|unbert5 feinen (£influ§ meljr auf ben (5e«
fd|ma<f ber beutfd^en ^ufd^auer. Die e^temporirte Ko«
möbie, bie [^2] ^aupt« unb Staatsactionen liattcn
balb alles übrige perbrängt, unb B|errfd?ten in bcn erftcn
— 29 —
bxcy^ig 3öl|ren Mcfes 2<^k^k^^^^^^^ unumfdjränft. €imgc 1700.
S^xt blüiiten andt nod? bie (Dpcvn, nxdit, weil jte jtd? oer«
bcffertcn, fonbern weil man fte nur befud)te um klugen unb
(2)I:|ren 3u u)ciben. Scfonbers rpar 3U 2lnfang biefes 3at^r*
I:|unbert5 3U Hamburg S* <ß- fjunolb, ben jeber unter
bcm ^amen 2nenante5 fennt, fo frud)tbar an ®pern,
ba§ er ftd? gan3 baoon ernäl^rte. (£r rddjtc unter anbem
aud? feinen treufleigigen Porgänger pojieln an Wetniden
burdj ein eignes 5tü<f unter bem Citel: ber tl\dvidite
pritfd^meifter.
3m 3<^l(te 1704 ermarb fxdi bie Peltl^eiminn oiel 1704.
(Selb 3u Ztürnberg, von ba fte 3ur faYferlidjen 2lrmee,
weldte bamals £anbau belagerte, oerfd^rieben roarb. 2lber
t^ier Blatte jte bas Unglücf, einem fran3Öjtfd?en partl^ev*
ganger in bie £jänbe 3u fallen, ber jte rein ausplünberte,
3ur geredeten Strafe für bie jiol3e 2lntu)ort, bie ber Hürn*
berger Hattj erB^ielt, als er jtdj erbot, iljre Heid?tl|ümer
inbeffen in Üerroaljrung 3u neljmen.
IDien roar bisl^er unter ben großen Stabterx Deutfd?*
lanbs allein nodj ol^ne Ct^eater geblieben, ober toenigj^ens
ol^ne beutfd^es 2;i|ea'[^3]ter. Denn bie 3taliener l\atten bis*
B|er bie (£inix>oI:|ner biefer Ejauptjiabt unterljalten. €s roar
bal)er ein fül:|nes Unternel^men, als es im 3öl?r 1 708 ein
gerDiffer 3ofepBj 2lnton Stranifefy tDaqie, ein beutfd^es 1708.
Sd^aufpiel ein3ufüljren, unb ben ^ialienexn entgegen 3U
fteHen. (£r oerfud^te es in bem BaüBiaufe in ber Ceinfalt»
Präge beutfd^e Komöbie 3U geben. 2ln ber (£ntreprife
nat^men anfangs auger it^m nod^ oiel anbre (Et^eil, unter
benen audj ein getoiffer Cicentiat Habomin geroefen feyn
foH. Der tEob biefer feiner Compagnions mad^te iljn,
idt fann itid?t eigentlidj bejHmmen 3U roeld^er S^it, 3um
alleinigen (Dbert^aupte ber bafigen beutfd^en Cruppe. —
Vodt Stranifefv I^^t jtdj audj nodj auf eine anbre 2lrt
oeretoigt. IDeil 3taliener feine ZTebenbul^Ier ix>aren, fo
rronte er il^r SuffentB^eater gan3 nationalipren, unb ix>arb
— 30 —
1708. ^aburd} bet Vatev bet beutfd^en QanstDÜrfie. ^ans*
wnvft (benn xdt tröffe eine S^it, ba J)eutfdjlanb biefes
(5efct)5pf nur aus Crabitionen unb Sefd^reibungen fcnnen
fett) war in Tlction unb Kleibung bie Karrifatur bes
itolienifd^en Ejarlefin. pobell^afte Sdjerse, tolpifd^er tt>tfe,
albetne £infdlle, unftnnige pcffen^ fd^mu^ige ^otcn, alles
bie\es von einer öffenlidjen 8üi:|ne I^erunter 3U fagen, gab
m] iljm unb feinen Ztadjfolgem ^utl} unb pritfd^e bas pri«
pilegium. Seine 5at)Ireid}e nad^fommenfdjaft bemdd]tigte
ftd} bes SeYfaHs bes bent^dien publifums (ber (Soüerie
unb ber Cogen) [o [et;r, ba% man ftd{ nid}t allein an ben
Qansrourfifrafeen »eibete, fonbern audj in ber 5oIge fogar
geftttete unb ausgearbeitete Stücfe burd] bas ergiebige
(Senie fold^er £eute oerfdjönert n>ijfen u>oIIte. Stranifefy
erljöljte ben Heis feiner Sdierse burdj ben (Sebraud} bes
falsburger unb bayrifd^en Sialeftes, weldbec für IDiener
Sufd^auer an unb für fid^ fd^on piel £ad{erlid]es t^atte.
Da% Stranifefv aud^ ben Hamen Qansn?urft erfunben Ijabe,
ijl nidjt u>al|rfd?einlidj» Denn bey einem Stücfe bes porigen
3ölltl^unberts fül^rt (ßottfdjeb fd^on biefen ZTamen an.
Von ben Sdjaufpielem bes Stranifefy ift nur ein gemiffer
Sönicf e befannt, ber pdj im Komifdjen I^erportl^at. €ine
Kleinigfeit pon it^m, fein Spridimort: 7>as CB^eater
ift fo Ijeilig, n?ie ber Elitär, unb bie probe, ipie
bie Safriftey, n?ürbe idj nid?t anfüllten, menn es nid)t
bemiefe, »ie eljrmürbig eB^emals ben Sdjaufpielern il:|re
profeffion gemefen fey.
Sod^ id| feiere 3U ber (Elenbfol^ninn unb il^rer
(ßefellfd^aft surücf. Sie peripanbelte [^5] enblidj ben oben*
angefüljrtcn Ejaacf aus einem Hatl^geber in iljren stpeyten
2Tlann» Pon biefer neuen Ejaa<fifd7en principalfdjaft
laffen ftdj nur ujenig ZHerfiPÜrbigfeiten anseigen. Eiaad
geno§ bas pot^Inifd^e unb fäd?jtfd?e pripilegium. Sey
bem jefeigen ^uftanbe bes beutfdjen CBjeaters, bey bem
(SefoUen bes publifums an roljen Spaa\en perbient es
— 31 —
immer ein füt^nes Unterneljmen, voenn Eiaad einmal ben 1708.
Hegulus bes prabon nadi Bteganbs Ueberfefeung auf*
fülirte. Zlidit lange dauerte übrigens feine Sirection.
Denn eine fdjtoädjlidje Conjlitution unb mand^erley Per*
brü§lid^feiten tl^eils mit ben altern Sdjaufpielem, n>eld^e
einem fo jungen principale nid^t unteru>orfen fein »oUten,
tt^eils mit feinen Stieffinbern, beren 2lbneigung burdj bie
Perfd]iebenB|eit ber Heligion nodj mel^r oermel^rt wav^,
oerfürsten il^m bas Ceben»
3n5 3al^r 1710 faßt bie <£ntjlet^ung von 3U)eY 1710.
neuen (ßefettfd?aften ber J)ennerifd?en unb Spiegel*
bergifd^en. Denner ber Pater füB^rte bie Sirection,
J)enner ber Soljn fpielte unter bem Hamen Ejarlefin bie
lujiige perfon bes italienifd^en Cl^eaters, unb Demoifelle
©enner u>arb in ber 5oIge bie 5rau bes 3ot^ann
Spiegelberg, ber bie anbere Cruppe [^6] fül^rte. Seibe
(ßefeüfd^aften fpielten balb pereinigt, balb für ftdj. t>odt
blieb 5ulefet bie Spiegelbergifd^e allein übrig. — - Sey
biefer (ßelegenl^eit muß idj einen boppelten S^l^let rügen,
ben Qerr £ön>en in feiner (ßefdjid|te bes beutfd^en Cljeaters
begangen B^at. €r ersäB^It eine 2lnefbote von bem Pelt*
B|eimifd)en Ct^eater, bie fid? bei ben Spiegelbergifd^en,
aber andt gan^ anbers 5ugetragen i^at, als fte £{err t'otoen
vorträgt. Seine Ztadjrid^t ijl: bie (ßefeüfdjaft fam einjt
nad? (ßott^Ianb, gerabe als ber Seit gefroren toax, unb
bie abergläubifd^en (Bott^Iänber I^ielten besmegen bie
Sdjaufpieler für (ßötter. (Einige I^aben bie (ßotljlänber
gegen Qerrn towen fo retten n>oIIen, ba% fte it^nen ben
ttamen (5ötter, ber in iljrer Sprad^e sugleidj audj fjelben
bebeutet, nur u>egen ber tEl^eaterHeibung gegeben t^ätten,
iporinnen fie ben Seit pa§irten» 2lber bie It)at^rB|eit ber
Sadic iji biefe: 3" ber 5cijien biefes 3öt|rs 3ur §eit ber
Bieftigjlen Kälte, mollte bie Spiegelbergifdje (ßefellfd^aft
oon Koppent^agen, n>o jte jefet fpielte, oier 2JTeiIen übers
€is auf Sd|Iitten nadj einem ^Cffycmaxtte gelten, ber mit
— 32 —
1710. bcm Kieler Umfd)Iag einige 2leljnlid?feit traben foll. Der
5üt^rer, burd? ben Sdtnee geblendet, oerfel^Ite ben [^7] Weg,
fo ba§ jte, nad^bem jte ben gansen Cag auf bem (Eis
3ugebrad)t Ijatten, jiatt gerabe Ijinüber 3U fommen, bcs
2lbenb5 fpäte feittoärts Koppenljagen roieber anlanbeten.
2ltte ZITannspcrfonen, bie für Kälte 3u 5u§e giengen, unb
bereit Stiefel oom Sd^nee burdifreffen tourben, blieben
unoerfeljrt. Die ^r^uensimmer aber erfroren fämtlidj bie
5ü§e. Der Semoifelle Senner mußten an beiben ^üfeen
bie großen Säiien abgelöjl rperben, fo ^a% fte erjl mieber
im 2luguft in ber Sraunfd^rpeiger ZHeffe unb audj t^ier
nur fifeenb agiren fonnte. — Was aber bas (ßerüd^t pon
ber gottesbienftlid^en Deret^rung anbetrift, fo ijl es per^
mutt^lid? aus einer, wxewo^i piel fpäter erfolgten Segeben*
I^eit entjlanben. Spiegelberg fpielte einji in Sd?u)eben
^bam unb (£va, (Einige Canbleute, als jte bie ©ereditig*
feit unb 8arml|er3igfeit in ber It)olfenmafd?ine fat^en, unb
bie Stimme aus ber Kauliße t^örten, fielen fie oor 2lnbad>t
nieber. — 3" Sdiroeben übrigens t^ielt Spiegelberg eine
gute ^lernte. Unter feinen Sdjaufpielern mar fon^ aud?
ein gemiffer ^örj^er, ber in ber 5olge als principal oor*
fommen n?irb.
1711. Sie abermals oerroittipete Eiaadinn blieb inbeffen
immer prin(npalinn, unb ivoax mit 3iem*[^8]lidjen (ßlüd.
Sefonbers mar it^r bie Krönung Kaifer Karl bes Sed^jlen
überaus einträgli(i?. Senn bei biefer (5elegenljeit ermarb
fie fxdt eine Summe oon 3n?eY unb ivoanixg taufenb
Cljalern; unb ein 5tanf furter Bürger I^atte il^r ein für
bie bamaligen Reiten feljr fojibares Cljeater bauen laffen.
3t^re pornet^mjlen Sdiaufpieler in biefer (Epodje maren:
£oren3, ein geborner Sresbner, toeldiex in fomifdjcn
2llten SeyfaH fanb, bie Co rensinn aus Hürnberg ge*
bürtig, unb porsüglidj Kot^ll^arbt, eines prebigers Sot^n
aus bem ZHagbeburgifdjen, ein 2nann über feine Sexten
erB^aben, im tEragifd^en unb Komif(i?en gleidj oortrefflid?.
— 33 -
Der Srutus unb ber Kranfe in ber €inbilbung 1711.
tDutben bcY retfern 3cit!ten [eine ^orceroüen. — Vflit ber
QaacFinn sugleid^ roagte es bie Peltt^eiminn bamals
3U 5tanffurt 3U fpielen, aber 3U tBjretn Perberben. So
tpte bie Ce^tere übert^aupt mei^r bnvdt UnglücFsföIIe,
als bvitdt it;r Perfd^ulben su (Srunbe gieng^ fo trug
votneiimlidt bie Ciji 6er €rjlem piel ba3u bey. Die
^aadinn mad^te ber Peltljeiminn bie Ijalbe (5efeIIfdjaft
biefe 30g einige Seit von beiben principalinnen iljren
abtrünnig, unb (ßel^alt, bis enbUd? bie (Dbrigfeit
ber Peltl^eiminn gar bie Sube unter bem Portoanbe
nat^m, [^9] ^^§ P^ 3^ einem Znaga3ine gebraud)t u>erben
fotte.
Pon ^tcinffurt am Znayn fiel es ber Qaacfinn ein,
nadt Sansig 3U gelten. 2lber pe unternal^m biefe große
Heife, ol^ne oorljer <£rlaubni§ 00m bajtgen ZITagijirat 3U
traben, unb alfo vergebens. Dies fev ein Seyfpiel oon
ben Unbefonnenl^eiten, bie il^r eigen n>aren, unb n>oburdj
pe felbp il^r (Rliid uniergrub. TXadi xfyces 3ix>eYten ZHannes
Cobe l^örte pe niemanbes l^ati( mefyc, B^anbelte jiets wxä*
füBjrlidj, gab jebermann il^re Kaffe preis. So mußte pe
aümdlilig in PerfaH fommen, il^re (ßefellfdiaft fdjmols 3U*
fammen, unb pe mar genötl^igt, ^ie n?eiten Seifen ein3U«
Pellen. Sie blieb bat^er bis an iBjr £nbe fap immer in
ben Säd^pfd^en Canben. Sie entfdjiog pdj 3U einer britten
€t|e, um einen neuen Director il^rer (Befeüfd^aft 3U be*
fommen. 3^^ britter ZITann t^ie§ ^ofmann, ein (ße»
leljrter, ber pe überlebte.
3m3al|r 1712 befam bas beutfdie tEI^eater 3urDien 1712.
einen anpänbigern plafe, unb trug über t>as ilalienifd^e
einen tEriumpI:| baoon. Denn ein Saal cor bem Kam«
tl^er Cl^ore, ujeld^en ber IDiener Hatl| erp fürslidj für
ben italienif d]en €ntrepreneur HiPori Blatte bauen laffen,
[50] marb jefet ben Deutfd^en eingeräumt, nadjbem pd^ jene
(ßefellfdjaft 3erPreut Blatte.
— 34 —
1712. Cht getptffer Siett von Quoten, woüte um biefe
Seit bie beutfd^e Komdbie, toeld^e bie Sdnen bereits burd^
bie 5piegel&ergifd]e Gruppe fonnten, auf immer bey il^nen
ft^ren, t;atte aber fd}led}te5 (5lücf. Denn bie Dänen
I^atten bodt bereits it^ren Qolberg, ber allerdings be«
red]tigt tpor; bie Pern>egent)eit bes Qerm pon Quoten
5U indtügen, unb fo fd^eiterte biefes Untemel^men gar balb.
Qolberg bey öen Dänen — unb bey uns 3- i^« König,
1713. .^ofpoet 3u Dresden, u^eldjer im ^alixe 1713 eine Samm*
lung pon lt)eatralifd}en (Sebiditen I^erausgab, bie aber
lauter 0pem in bem bamaligen (Sefd^macf entt^alten; u>er
t)ätte ba nid)t u>eigagen foOen, ba% uns bie Dänen um
ein (ßro§es 3UPorfommen u>ürben?
(ßottfrieb prel:|au[er, ber unter ben IDiener fjans«
mürfien n>egen feiner fomifd^en tCalente ausgeseicbnet su
n>erben perbient, begann je^t fein tl^eatralifd^es Ceben.
€r n>ar 3u IDien 1699 geboren, unb ber Soljn eines
1716. gräflidjen fjausmeifters» (£r n?ar im 3aljre 1716 aus
einer Campagne in Ungarn surücfgefommen, bie er als
5elbpage gemadjt Ijatte, [5^] als er auf folgende 2lrt Ciebe
3um Eljeater gen>ann. €in 3taHener, ben er audj in
biefer Campagne liattc fennen lernen, unb ber ein 5teunb
ber Süljne n>ar, nai^m xfyix oft mit ins Ci^eater. Sey ber
(Selegent)eit mad)te Pret^aufer mit 3n>eY bamals fet;r be«
rüljmten Sd^aufpielem (ßrünbler unb Cilly Sefannt»
fd^aft, ujoraus enblidi ein pertrauter Umgang entjianb.
preljaufer gieng ben beiben an bie Eianb, unb erljielt ba'
für bie 5reilieit, täglidj Bjinter ber Scene 3U3ufel|en» So
entftanb bey il^m nadj unb nad? bie Heigung, felbji 3U
fpielen. €ine beutfdje Cruppe, bie ein 3taKener an einem
3aljrmarfte 3ufammentrieb, um bamit in ber Porfi ab t
3U fpielen, gab it^m balb (ßelegenl^eit. Ejier bebütirte
pre^aufer als Don pl^iüpp im Don 3uan, unb ätntete
ben Huljm ein, unter biefer (ßefettfdjaft ber bejie 3U feyn.
Ztad^bem er t)ier unb bei einem ZTlarionettenprincipal
— 35 —
fürs« Seit ausgeljaltcn iiatte, engagirte er ftdj bey ^i^^^t^ i7^6.
wanbexnben principalinn, ber 2Tlabam 5^Iöinn, unb
burd^irrtc mit il^r mandjerlcy Heine Canbftäbte. ZHäBiren
unb Söl^men mußten iljn I:|ierauf ausbilden Ijelfen, nnb
feine principale t^iegen 2TIarfu5 unb Brunius, bis er
enbUdj nadi Salsburg fam, unb fxdi ba 3U einem adjten
^ansipurjl for'[52]miren fonnte. Ejier I^euratl^ete er bie
oertoitttpete ZUaria 2lnna Sd^ulsinn.
Pom fjansipurji Stranifefy wod^te oermtttl)Iidj bas
Stücf Ijerruljren, toeldtes bie £dby ZITontague im 3alir
1716 3u IDien gefeiten ^at, unb alfo befdjreibt: (Es fottte
bie (5efd?td?te bes 2ImpI:|itruo oorjiellen; es fteng bamit
an, ba^ ber oerliebte 3upiter aus einem (Sucflod^e in ben
Welten fiel, unb enbigte ftdj mit ^er (Seburt bes Qerfules.
Das aHerlujtigjie n>ar ber (ßebraudj, meldten 3upit^r von
feiner Permanblung madjte. Statt 21Ifmenen jusufüel^en,
fdjidt er nadj bem Sd^neiber berfelben, betrügt iljn um
ein befefetes Kleib, fomie einen Banfier um einen Seutel
mit Äelb, unb einen 3uben um einen Demantring» Das
Sind voax nidjt nur mit unanftänbigen ^lusbrücfen, fon»
t>exn andi mit fold^en (5robl)eiten gefpidt, bie ber brittifdje
pöbel nid|t einmal einem ZTIarftfdireYer oerseiljen n>ürbe.
Ueberbies liegen bie beiben Sofias iljre ^ofen ben Cogen
gegen über redjt treuB^ersig nieber, unb bie Ceute barinnen
nannten es ein ZTleifterjiüd.
Unter ben IDiener Sd^aufpielern em>arb ftdj bamats
ein gen?iffer 3oljann texnliaas in ber Holle bes pan*
talon ungemeinen Hui^m. €r mar 3U Penebig, aber pon
beutfd7en €Item [53] geboren. €r f üljrte in ber 5oIge felbji
eine Cruppe an, mit ber er Böl^men, ®ber* unb Ztieber*
fadjfen unb bas Heidj burdjjtridj. Sein (ßlücf mar ab»
toedifelnb. €r fudjte ^aljer einigemal aufs neue (Engage*
ment in XDieU; perlieg aber immer nacf} einem (ursen
2(ufenti:|alt bas baftge Ct;eater ipieber. £r ipar ein groger
fomifcf}er Sd^aufpieler, unb ber Pater aQer pantalone.
- 36 -
M\^. (fin cnv^rtr princiTal^ der km dwfr Seit ni ifetigen
tVimt^ftoiJ^ ffgnriftf; ein gecDcjfirr Becf^ ctid tti il fanm
^^erMiimt 51t w€€^€n. Cr oor ^aljiiacst m^ C^onsimirf ;
«>a^ md^m fem« Sc^onfincier gnrcfcii fcyn?
1720. 5o f^eftsdfte oisd; nm dos 3al^ 1720 ein geiriffcr
f^affarf mit fogeiumnten Sd^anf^^ieleni 2)ie Sdber.
TXiatqqta^ , fein er^ 2Iftenr, fonnte n^e^er kfen nod^
^d^eümt, tmb nm ten dnfeTfid^en (Blan} feiner Bnl^e
faf^ e5, nocff idmens Sefd^eibnng, erl^drmlid? genng ans.
Hhtt Übttl^uyt erfdfien die bentfct^ dfotia nod^ fe^
Mrfti^. Die Komödianten erfd^nfen ftd^ 21Ianfd^etten ]>on
papier, unb die (Salafleider il^er Prinsen nniren eben fo
n>ct{lfetl. £inige Bfid^er <0oldpa|ner fonnten eine ganse
(Saxbetobbe auffing. Die prinseginnen untren in U^rer
Kleidung fo fd^musig, als in il^«[5^]rem lDi%e. Sie Statten
feine Strümpfe in ihren Sdtviien, und feinen 5unfen
Sd^aamrdtt^e in it^rem (Seftd^te, als die U^nen der Kugel«
(acf gab.
Die bist^erigen 0pern, deren IDerttj bereits oben be*
flimmt n>orden, nat^men mit diefem 2<^h^^ loenigftens ju
Ceipsig ein £nde.
2(uf dringendes 2lnlialten pon ^tlferding, der ftdj
tiebft (Cillv i^ Salsburg auf titelt, übemai|m in diefem
3at|re 5uerfl ptei^aufer die pritfd^e, die er I^ernadj fo
latige mit Hul^m gefül^rt liat 2lls die (ßefellfd^aft oon
Salsburg nadt Breslau gieng, folgte er U^r dai:|in, und
blieb dafelbfl, bis fie oon den damaligen Kurfürjlen oon
Ztlayni, der sugleidj Sifdjoff oon Sreslau und Deulfdj*
meiner »ar, naii Hei§ berufen rourde.
Had^dem fie Ijier entlaffen u^aren, oereinigte jtd|
preljaufer mit einem gen>ifl'en (Beigler, und fül^rte mit
1722. ibm im 3at|re 1722 eine f leine (ßefeafdjaft nadt ©Hmüfe
und Srünn in HTäliren. Said darauf oerlie§ er diefen
(Seigier, gleng mit einer eignen tCruppe umt^er, n>orauf
er fld) 5ioar wieder auf oielfältiges Sitten mit (ßeiglem oer»
— 37 —
einigte, Cins, pa§au, Hegensburg unb Sulsbadj befudjte, bod? 1722.
btt er mit feinem Kompagnon nie grogen Pottt^eil [55]
getoann, 3ule^t abermals eine eigne (Befeüfd^aft übemat)m»
Siefe füt^rte er nadt Ulm, 2lugsburg, (Eid^ftdbt, u» f* ud.
Der Cob feiner 5rau unb ber 2lbgang einiger ZITitglieber
fd^rodd^ten feine Cruppe» 2Tiit bem Ueberreße reiße et nadt
Steyer in ©beröjlerreid?, nn^ pereinigte pdj bafelbfl mit
einem anbern fleinen Qduflein, bos eine oertoitttpete
Stein mefeinn fül^rte.
^ofmann I^atte im 3^k^ ^722 abermals 2Infed)tung
über bie Sittlid^feit bes d^eaters, unb lieg bat^er, toeil
bie (Srünbe, toomit fte befhitten tparb, nod^ bie alten tparen,
nur bie Peltt^eimifd^e Sd^u^rebe oon neuem tpieber auf'
legen.
Cange t^abe id^ feine Ueberfe^ung aus bemf ronsöjtfd^en
anseigen fdnnen. 2(berim 3at|r 1724 fömmt ber Cinna 1724.
bes CornetUe; oon einem pegni^fd^öfer überfe^t, vor.
1725 fiarb bie ^ofmanninn, nnb Ijinterließ il^rem 1725.
britien 2TIann bie Sirection il^rer Cruppe.
pret^aufer marb pom Strani^fy nad( Wien vet»
fd^rieben. £r peri{eurati:|ete {td? fürs nad} feiner 2(nfunft
3um smevtenmale mit Qilferbings I^interlagner ÜDittme,
unb fpielte auf [56] bem bajtgen d:|eater bie smeyten
fomifd?en Bollen.
3^feo gab ber Sresbner ^ofpoet König fein erfies
nnb flög(id}es Cufifpiel: bie perfet;rte XDelt, t^eraus.
f örfier, eines prebigers Sol^n ans ^tpicfau, beffen
idj oben bey ber Spiegelbergifd^en (ßefeüfdjaft gebadjt
l^abe, warf pdj jefet 5um principal auf, 3U einem principal,
UDie es bamals fo {{äuftg gab; er u>ed?felte mit puppen
unb lebenbigen perfonen ab. 3"bef[en befam er bod>
immer Sd^aufpieler, bie in Hüd|td}t auf bie bamaligen
Seiten pon einigem XDerti^e maren, u>enn gletd} je^t it^re
Ztamen, n?ie eine trodne (ßeIeIjrtenl|ijiorie, Mingen. §. (£.
Knaut, Hainer, Hifdj, bie Hifdjinn, Cambert,
- 38 -
1725. Cubooici; meldtet aud^ bxe 2(utorfd}aft trieb; W^Aetf
blattet nnb Vvamaia, 5. £» eine Belagerung von Sei«
grab fd^rieb; Wolta, We^ell, g(eid)f aUs ein bramottfd^er
Sd^riftfieller, ber in iwo Itdd^ten ein Drama verfertigte,
unb beffen Qaupt« unb Staatsaction tCamerlan überaus
großen Be yf aü ert)ielt f d r ß e r s eigne 5 1 a u , eine gebome
Srennerinn aus Kiel, glänste auf biefer Bül^ne, vmb
gen>ann bie ^ufd^auer burd) it;re 5d^ont)eit 3f{re
Sdjmejier; bie Brennerinn, fpielte gleid}'[57]falls mit —
Sev biefem 5örjier marb audj Sdjönemann, ben n>ir balb
ndt;er »erben fennen lernen, suerji Sd^aufpieler. — Xtadt
€nbigung feiner principalfd^aft rparb 5örjier KanseHifl
unb Baufd^reiber bey bem Qersog von Qilbburgt^aufen.
ZTad}bem Qagf arl aus einem tCt^eaterfürfi einnotarins
gen>orben mar, f)anb ein n>ürbiger Had^folger von U^m,
©apib ^oljmarb, ein geborner 2TIemminger, auf. Xlad^*
bem er einige Seit Qoffomobiant 5U QUbburgt;aufengen>efen,
1726. »ötb er ungefei^r ums 3at|r 1726 nadj Strelife im UTecflen«
burgifdien berufen, n>o er nebji feiner (ßefeUfdiaft —unb was
Ijätte er pdj nidjt gefallen laffen -- Cioerey tragen mugte^
gtt XDien n>arb in biefem 3aB|r 2Inbreas Sd^röter,
ein geborner Berliner, 5ot)n eines Qol5t)önbIers, aufge<
nommen. €r n>ar in feinen jungem 2<^lixen in bdnifd^en
Kriegsbienfien, gieng barauf als gemeiner Solbat unter
bie 0ef}erreid)er, unb uDutbe enblid} (2)fftcier. £in Per*
bru§ nötljigte Ujn 3U quittiren, unb ftdj ber 5d?aufpieIfunP
3U n>ibmen. €r bebütirte bey ber Spiegelbergifdjen (ßefeH«
fdiaft. Seine oorsfiglid^fien HoQen su IDien maren bie
(Sro§fpred}er unb Cyrannen, bod^ fpielte er axxdt ben
[58] Cuftgnan unb ben (Sraf 2(ufping gegen bas £nbe feines
Cebens mit SeyfaH. ^udj feine 5tau ^nna Sd^röterinn
gefiel auf bem Ct^eater.
3)er unter bem Ztamen picanber berüdjtigte Qenrici,
bamals Kreisfleuereinnet^mer 3U Ceip5ig, brad}te feine fin*
bifdien nnb ungefalsenen Sd^er^e aud^ auf bie 8üt)ne.
- 39 —
J)odj bas folgenbe 3at|r 1727 iji burdj eine Segeben« 1727.
t^eit benfipürbig, bie 3U ben ^auptepodjen in ber (Sefd^id^te
bes beutfd^en d:|eaters geB^ört. (£5 nat^ete nun ber S^xt^
punct l^eran, ba% fotDol^I bie fjofmannifdjen als Spiegel-
becgifdjen (Truppen oon einer beffem perbunfelt, unb ber
(ßrunb ju einer vernünftigen €inridjtung unfrer 'Büfyxe
gelegt n>erben follte. — Die perfon, ujeldje ^as 5d)icf[al
3um IDerfseug biefer Peränberung auscrfetin i^atte, voat
5rieberifa Karolina IDeißenborninn, bie tCod^ter
eines Doctors ber Sed^te 3U ^widarx, — Sie entfdjiof
fxit, man tx>eig nid?t burd} n>as für 8en>egungsgrünbe,
3um Sd?aufpielerleben, unb fteng es bey ber Spiegel»
bergifdjen (ßefeUfdjaft an, Qier oert^euratt^ete jte ftdj mit
einem UTanne, ber nur um bes Hamens miHen, berx fte
von xtim erl^ielt, genannt n>erben mu§, einen 3ot|ann
Zteuber. £r roar it;r Canbsmann, gIeicf}faQs aus ^roicfau
[59] gebürtig, I^atte als Sdjaufpieler nur unerljeblid^e unb
unglücflidje Perfudje gemacht, unb an ber ©irection bes
Ojeaters l^at er nie einigen CljeU gel^abt. Die Zteuberinn
befa§ (Eifer unb Calente genug, um jtd? früt{3eitig oon
iljren Hebenbutilerinnen au55U3eidjnen» Sie legte jtd^ por«
neliimlid? auf tragifd^e Hollen, unb es bleibt iljr ber Huljm,
^a% fie unter unfern Sd^aufpielerinnen unftreitig juerft ben
Con ber tragifdjen Seflamation angegeben iiat 2k^ ^^^
mar immer nodj fd^mülpig unb ffanbirenb, aber oorljer
perftanb man fajt gar nodj nid)t tragifd^e Derfe 3U fagen.
3m 2c^fy ^728 fam bie Zteuberinn mit ber Spiegel* 1728.
bergifdjen ÄefeDfdjaft nadj IDeigenfels. Sie (Befeüfd^aft
fam auf einige S^xt in fold^en DerfaD, bag auger ber
Spiegelbergifdjen Familie unb ber Zteuberinn niemanb
bapon in IDeigenfels blieb, unb bas Eljeater gefd^Icjfen
werben mugte. 3t!t untemeljmenber (ßeijl unb mand^er«
ley befonbre Umjlänbe gaben Ujr B|ier ben (ßebanfen ein,
felbji principalinn 3U »erben. T>as Sad?jtfd?e Privilegium
mar feit bem Cobe von Qofmanns S^an nodj nidjt roieber
— 40 —
1728. ocrgcben, unb fjofmann felbfl fpidte jefet nid^t in Sadjfcn,
foiibern in Braunfd|n>cig. gubcm jjtanb er bcy feinen [60]
Sdiaufpielem in fo geringem ^nfeB^n, ba§ es ber Zteuberinn
leidjt fiel, iB^m einige feiner beften Sdjaufpieler abroenbig
3U madjen, einen Corens, eine Corensinn, einen Uoi^U
t^arbt. Z)ie IDittoe bes unter ben IDiener Sdiaufpielem
gerüljmten (5rünbler nebft iB^rer Codjter tarn 3u xfyc.
Sie mad|te audj einige 2lcquifttionen oon Anfängern,
beren Hamen jefet iB^r unb ber beutfd^en Büljne &{xe
bringen.
€iner ber erflen barunter war (5ottfrieb Qeinrtd?
Kod|, ber Sol^n eines Kaufmanns 3u (Sera, geboren 1703.
3efet htatte er bereits stoev 3aB|r 3u Ceipsig bie Hedjte
flubirt. ^0ein bic lümmerlid^en Umfldnbe, unter benen
er ben Stubien obliegen mußte, l^atten in iljm fdjon oft
bie Cuft ern>edt, ben Solbatenftanb 3U ern>öi{Ien, unb
oorneijmKd) tt>ar fein &ieb auf bie Heuterev gegangen.
£in{l, als er ftd) in ber dugerflen Perlegeni^eit fal), Iie§
er ftd) bereben, Sd^aufpieler 3u merben. 2(nfangs be3eigte
er nid^ts weniger als 3U alten HoQen Steigung, fonbem
beeiferte ftd) im (Crauerfpiel Huijm 3U erlangen, unb bos
^eyfpiel ber Zteuberinn madjte iljm balb bie Seflamation
ber bamaligen Seiten 3ur ^ertigfeit. £r erwarb fid) nad) unb
nadt, permittelf) feines ^eobad^tungsgeifls, ungemeine tiica*
tralifdje £inftd}ten. [6\] Sein größtes Perbienft, menn man
it^n als Sd^aufpieler betrad^tet, befielet in ben molierifd^en
2llten, bie oor iB^m nodj feiner ben 5tan3ofen abgelernt
l^atte, unb bie er iijnen fo glüdlid) ablernte, ba% burd) ii^n
bie molierifd^e, bas ijl bie waljre Komöbie, 3uerft Hei3 unb
teben erB^ielt. Die (Selegenljeit fidj basu 3U bilben, fanb
er auf feinen Seifen mit ber Zteuberinn, oorneBimUdi 5U
Strasburg, wo er neben einer 5tan3Öftfdjen (SefeUfdjaft
fpielte. £r gelangte in ber 5oIge 3u einer grogen Voü*
(ommeni{eit in allen 2lrten oon ZHantelroIIen, oorneBimlidi
aber in ben Krifpinen unb Bauern, wo er Ztatur unb
— 41 —
Hanne glüdlidt 5u pereinigen tt>eig; unb in Spradje unb 1728.
Spiel gleidj großen HeidjtE^um beftfet. 3dj fdjtDcige oon
öen emftl^aften Eliten, bie er juroeilen übernommen iiat,
roeil er l^ierinnen minber grog ifl, inbeffen perlaffen il:|n
audi l^ier JPürbe unb Seflamation niemals. Cnblid) mu§
icfe audj Don iB^m bemerfen, ba§ er 3U jener geit, ba bie
Scf^aufpieler nocf) gans aOein bie ^üi^ne perforgen mu§ten,
öfters ^utor getoefen ifl.
IDeiter erB^ielt bie Zteuberinn einen gefd^iAen Sd^au«
fpieler an bem ^errn ^abrisius, einem PrebigersfoB^ne
aus Kottbus, meldtet Ko(:}lI)arbten in ben grdmlid^en unb
poItem»[62]ben ^Iten unb in ben fomifdjen ^ebienten
glndlidi (opirte.
§\xm Einfang in XDeigenfels bebiente fte fxdt andi ber
Spiegelbergifdjen Sdmilie, bie ber Qersog burdj fein 2lnfeB|n
basu nSti^igte. ZTad^bem ftd) aber bie Zteuberinn am
Sresbner £}ofe bas eliemalige ^aadifd^e Privilegium aus*
getoirfi i^atte, vetiiei fte iX)ei§enfe(s, unb trennte ftcf) t)on
Spiegelbergen; ber i^ernad) roieber eine eigne (Truppe füljrte.
Sie begab ftd) nadt Ceipsig, unb eröfnete bafelbfi ii^re Bül)ne
im 5Ieifd}i{aufe.
So warb bie Zteuberinn Stifterinn eines Ct^eaters^
bas für ben f ortgang ber Seutfdjen in biefem Ct^eile ber
fd)5nen Künfie \efyc midjtig getporben if). Sie befag pon
Ztatur aUe €igenfcf)aften einer guten Principalinn, Wddi»
famfeit, Cijdtigfeit, (6egenn>art bes (Seines, Strenge gegen
iljre Sdiaufpieler, Ciebe 3ur 0rbnung unb €ifer für bie
Unierijaltung ber gufdiauer. Einfangs bemirtfeete pe pe
nocf^ mit ben Gattungen pon Sdjaufpielen, bie pe porfanb,
bas ip mit Qaupt» unb Staatsactionen, ejtemporirten Stücfen,
^urlesfen unb bergleicf^en. Z>ie ausldnbifd^e Citteratur
Ijatte in Z)eutfd}(anb nodt fo rpenig IDursel gefaßt, ba%
man bie guten Originale ber auslänbifd^en [63] 53üljnen,
u>opon nur nodj bie menigen (bereits angeseigten) überfefet
tporen, faß nur in fürpiicf^en ^ibliott|efen auffud^en mugte.
-. 48 -
1733. 3)te Zlenhevxnn Ijalf jidj, fo gut jte fonnte, mit Bitten unb
mit8ej!ed}ungen, unb oomci^mlid) mit poctifdjcn Suppliken.
Der Qei^og oon Braunfd^tpcig legte felbft eine 5ürbitte für
fie ein. 3)er (5raf Brüljl naB^m jtdj iljrer an, [73] 2(IIein ber
König tt>o0te fein einmal gegebenes IDort nid^t toieber 3U<
rüdnetimen. Wälfxen^ bief es Streites fai{ ftd) bie Zteuberinn^
bie fogleid) nait Ceipsig surüdgeeilt war, genött^igt, um
nidjt gans 3U meid^en, vov bem (Srimmifdjen Cljore in einer
Bube 3U fpielen. Vas £nbe bes Streites n>ar bies, ba%
fte ii{r Privilegium smar erneuert befam, aber bod) ZnüQern
neben ftd) bulben mugte. Z)ai{er fd^Iug fie iijr d^eater
in ber 5oIge erjl auf bem fo genannten Blumenberge unb
enblid^ in Motens Qofe in ber Ztüolaißrage auf.
Um arxdt nod} etn>as von ber (Sefeüfdiaft ii^res Hipals
bes 2nül(ers 5U fagen, fo bemerfe idt l^ier, ba% ber Brud
bey it^m suerfl Sdjaufpieler marb, beffen Perbienfle idj
fünftig bepimmen merbe. Sie ganse (Sefeüfdiaft gieng
nad^ mandjerley Sdjidfalen in Cieflanb auseinanber, wo
ZHüHer mit allen feinen Ceuten^ nur ben einsigen Brurf
ausgenommen, an ein unb eben bemfelben ®rte it|re Per-
forgung befam; ber eine marb ©rganifl, ber anbere Sdjul-
meifter, u. f. w.
1734. 3ebe (Sefdiidjte Ijat il^re €pifoben; bie (Epifoben ber
unfrigen mad^en bie epl^emerifdjen (SefeOfd^aften aus,
meldte idj oon geit 5U S^it [7^] einsufdjalten I^abe. So marf
fidj ums Zafyc 1734 ein Crompeter am XDeiffenfelfifdjen
£}ofe, Ztamens Sdj eller, 3um 0beri{aupt eines fleinen
fjäufleins auf, meldjes eben fo gefdjn>inb serjidubte, als
es 3ufammengelaufen mar.
BerüE^mt wie bie TXläve unb ^ave unter ben Sid^tern
marb H eib et| an b, ein Sdjneiber oon Profefjton, weld^ex
in (SefeUfdjaft oon Corensen anfangs B|öl3erne nad^i^er
lebenbtge ZHarionctten birigirte, unb beffen Ztadjfommen«
fd^aft (fo wohil bem Ztamen als ben Perbienflen nadt) pdj
nodj immer erB^ält. Sein Ztame ifl 3um Spridjmort »orben,
-- 43 —
fottte bcn Seutfdjen ^as tLxancx^pkl cmpfcljfen. €m 1728.
prabon oon einem anbem Prabon übcrfefet, follte jle bem
fransöpfdjen (Sefd^mocf geneigt mad^en* 3nbeffen mas ber
XDertti bes Stürfes nidjt fonnte, mußte 3um erjienmal in
Seutfd^Ionb {benn in unfern Reiten ift es öfters gefctjel^en)
bie KIei»[65]bung tljun. Von Seiten biefer gefdjalj jefet eine
midjtige Perbefferung, König oerfdjaffte bie basu erfor-
berlidje (Sarberobbe oom Sresbner ^ofe. So warb bie
Ci:>eater!leibung unter ber Zteuberinn suerj) anftänbig,
ohgUidt oft nodj unnatürlidj unb jleif. ©ie neue (Sarberobbe
überrebete augerbem bie bamaligen ^ufd^auer, als ob bas
St&df roosu pe gebraudjt rourbe, ben ^Seyfall bes Qofes
I|ätte, unb nun roagte es niemanb bem (Scfdjmarfe bes
Qofes 5U cDiberfpred^en. 7>ab\xtdi tni^n gemadjt, roagte
bie Zteuberinn nadj unb nadj immer mel^r unb meB^r, unb
bradjte oon 1727 bis 1739 folgenbe Crauerfpiele auf iB^r
Cl:|eater: ben (£ib nadi ber Ueberfe^ung bes Ceipsiger
Bürgermeifler Cange, ber biefe Ueberfe^ung bem Braun*
fd^meiger^ofe 5u (Sef aOen mad^te, Brutus unb ^le^anber
nadt Breganbs Ueberfefeung, bie Dornet|mIidj in Braun*
fdjtDeig gefielen, ben 3rDeYten (EB^eil bes Cib, überfe^t oon
einem 3ünger (ßottfdjebs, ZlTagißer ^eynife, bie Ciebe in
ben Sdjäferijütten, ein Original bes oben angefül^rten
picanber, (Zinna überfefet pon bem Qerm pon S^ktex
in Nürnberg, Sancio unb Senilbe, oom £jerrn Kocf^
aus einer ©perette Königs gejogen unb in ^lejanbrinern
abgefaßt, Citus ZHanlius [66] ober ber €belmann in
ber Siabtf ein 0riginal oon bemfelben, 3pl?igenta pon
(5ottfdieb; Berenice überfefet oon pantfen, ber Per*
benbe Kato pon (Sottfdieb, Uly%es von 3tt|aca,
ein original bes naditjer berüljmten Firstes Cubn>ig, bie
^orasier pon Bel^rmann, bie ^orasier pon Cor*
neide, (£ajus ^abrisius pom (Sottfd^ebianer ZHag.
ZdüUev nadi einer Z)resbner 0per perfertigt, Brutus
Pon Voltaire, Britannüus, (Sraf £§e^ fiberfe^tpon
— 44 —
1728. StüDen, (Cimoleon oon Beljrmann, ZnitB^ribatcs
oon JPittcr, polveuft fläglidj gebollinetfdjt oon ber I). Cin-
finn 3u Strasburg, pi{öbra, übi^rfcfet oon Stüocn,
(Eornele nadj bcr Uebcrfc^ung ber (5ottfdicbinn, bie
ße\diwiftet in (Cauricn oon Sd^legcl, bic ^llsire oon
Slüoen. ZHan toirb jtd? tounbem, ba§ bic Zteubcrinn
burdj fo oicle froftige Craucrfpiele unb burdj fo elenbe
Pcrfe ben gufdjaucrn (Scfdjmarf an gelernten Stürfen
bevsubringen fud?te, bie pe beffer burcf^ poffenfpiele gelocft
I^ätte. 2lIIein fte gieng aud^ Stufentoeife 3U XDerfe. TXlit
unter mifdjte jte nodj immer etwas oon ben alten S^ai^en
ein, 3. (£. bas HofentB^al, bas Heid^ ber Cobten,
in toeld^em lefetern fie felbji bie Hollen eines Zenai\dien,
Qallifdien unb XDittenberger Stubenten Ijatte, [67] u. f. f. 3a
pe roar audj felbp Sd^riftpeüerin. 2luf bie Sinde, weldie pe
unb üix Sdjaufpieler 3ufammenfefeten, ober oerbollmetfditen,
toar pe überaus eiferfüd^tig. Sie (ie§ aus Zteib gegen
anbre (Sefeüfd^aften (unb biefer Zteib n>ar bamals red^t*
mägig) oon allen fold^en 2(rbeiten n>enig ober gar nid^ts
in ben Drud geben,
3n eben biefem 3at|re Parb 3U IDien bas ©bertjaupt
ber bapgen (5efeIIfdjaft Stranifefy, unb bie Direction
u>arb iwcy 3*«^^"^^" Borofini unb Sellier mit einem
Prioilegio auf 3n:>an3ig 'üoiit übergeben, XDeil pe 3taKener
u>aren, nennte man oon nun an audj bie Direction ber
beutfdjen Sdjaufpiele Imprefa. 3^"^ Sirectoren fülirten
nad] unb nadj in XDien fleine Singfpiele unb opere buffe
ein, bie man medifelsmeife mit beutfd^en Stüden gab, unb
mit fleinen Hadjfomöbien fdjioß. ^luslänbifdje Sirection,
3umal oon 3töli^nern, mußte bie 2(usbilbung ^es beutfd^en
CB^eaters 3U XDien lange I^inbern. 2ludj eine italienifdje
Cruppe fpielte für bie Hed^nung jener Ferren im Baß*
fjaufe auf bem Jrancifcanerplafee. 3)er Signor (£an3acclii,
ber bey il^r ben Ceuffalbino mad?te, trat 3ur beutfdjen (5efcII*
fdjaft über, für bie er oerfdiiebne 53urlesfen oerfertigte.
— 45 -
[68] 3m 3aB|r 1 729 finbcn wiv bie Zteuberinn 3U ^am« 1 729.
Burg. Qicr bcbülirte bey iB^r Qcrr Sdjrötcr, ein Brubcr
bes 2lnbwas Sd^rStcr, ben idt unter bem 3öil!te 1 726 unter
ben IDiener Sdjaufpielern angefüB^rt I^abe. (Er Ijat es
pornei{mIid} in ben sartlid^en ^Iten bes &auerfpieles su
einiger Stärfe gebrad^t. 3« ^^t 5oIge befanb er ftdj
meißens bey ber Principalinn Sdjröberinn, von ber idj
fünftig reben merbe, mit ber er aber in feiner Pertpanb«
fdjaft flanb*
7>as 3^^^ 1730 bradjte ber Zteubi^rinn eine neue €r« 1730.
oberung an £}errn 3ol?ann ^tiebridj Sdjönemann,
meldter jefet 55rjiern oerlieg, unb ein braudjbarer Sdjau»
fpieler 3u merben anfieng. 2luf feinem eignen Cljeater
hiat er in ber 5oIge am meißen als Cufignan unb als Be*
bienter in ben Cuftfpielen bes Destoucbes gefallen. <£t
oerl^eurattjete fidj in biefem 3öl|te mit 2lnna Hadjel
XDeiglerinn, aus Lüneburg gebürtig, beren idj alfo l:|ier
gebenfen mu§, ob pe gleid? auf bem Zteuberifdjen Cljeater
tt>enig gebrandet mürbe. JTlabam Sd^önemann befaß
große Porsuge in 2lnfeB|ung ber Sprad^e, eine oolüommne
reine Stimme unb eine gute ZHobulation ber tEöne madjten
x^te Deflamation angeneB^m. Sie fpielte in il:|ren [69]
Jüngern 3ci^ren bie ^llsire unb gaire, in il:|ren altern, bie
launigten, särtlidjen unb B^eftigen Zllütter mit gleid7er €in*
pdjt, oorneljmlidi gefiel pe als (ßräpnn Pepiniere im
unpermutli^eten Qinbernig oon Sestoud^es, als bie 2TIarquife
b'(Dihan in ber XTanine, unb als bie (5rognac.
Kaum lot^nt es ber ZnüB^e an3U3eigen, ba% £{0(3 mar bs 1 731.
(Sind 3U Strelife im 2c^hit 1731 gan3 fdjeiterte.
€ine intereffantere53egebenl:|eitgiebt l:|ierbieZteuberifdje
3üt|ne an bxc Etanb. Wenn es oon Ztufeen märe, unb
mit bem €rnpe eines (5efd)id?tfd?reibers beftünbe, fo
fönnte idj Ijier meine Cefer mit bem unglaublid^en Carmen
bclupigen, meldten bie tragifdje 5arce ber fterbenben
Kato oon (5ottf djeb bey feiner erpen €rfdjeinung mad^te,
- 46 -
1731. ein Cätm, pon betn jefet tanm ber aüexlei^te leere XDieber*
(^aU übrig geblieben ifl. ^u einet Seit, ba man in bie
^änbe flatfdjte, roenn man nur beutfdje Heime, fdjöne
lange Heben, in i^alb pati^etifd^em l^alb plattem Cone, aus
bem ZHunbe fd^ön gepufeter Ceute B^örte, wav biefer Cärm
fein IDunber. Wer jefet nodj lüiffen tr>ill, wie feB^r biefe
firfdjeinung bamals begafft tporben, ben i^at ja (Sottfdjeb
felbji in einer (Sefdjidjte feines StMs [70] befriebigt, bie an
ber 3eB|nten Auflage beffelben fielet. Der Kato oon 2lbbifon,
ben niemanb fannte, mit allen feinen tjerrlidjen Sentensen
in gottfd^ebtfdje Heime aufgelöß, unb mit jämmerlicf^en
gufäfeen (tDOoon nodj bain ein CE^eil bem ^wnsofen
Desd^amps geijörte) verbrämt, bas u>ar bas berül:^mte
tragifd^e Original, pon bem man bie £pod}e bcs beutfdjen
&auerfpiels 3U 5äi{Ien anfteng. Koi{Il:|arbt unterf)ü^^e
es burdi fein Spiel in ber Hauptrolle, bie nadj feinem
Cobe Herrn Kodj ju Cljeil warb,
X)en furjen 2iufentB|aIt ber Heuberinn 3U Hlürnberg
in biefem 3aB|re n>urbe idj nidjt berül|ren, »enn idj nid^t
einen befonbern Umf^anb baoon anmerfen fönnte. Sie
bediente fidj net|mlid} ber ^üljne oB^ne J>ait, bie ben alten
ZHeifterfängern geljört Ijatte, unb bie jefet 3um lefetenmal
gebrandet n>urbe.
Sie befam übrigens abermals einen neuen Sdtaw
fpieler an £ietxn Suppig aus Bresben, ber fidj in fui^er
Seit bis 3U ii^rem erjlen 2lcteur emporfdjroang» (£r
memorirte fel^r leidet unb fertig, unb roarb fo ool^l in ben
Jüngern prinsen bes Crauerfpiels, als in ben Amanten
ber Komöbie gern gefeljen. Zllerfroürbig bleibt er audj
uns nodj baburdj, ba% er einer ber erflen [7\] max, roeldjer
1 732. pdj auf bie Ci^epaliers opplicirte, unb pe für ben Anfang
teilt gut fpielte.
(5ottfd?eb, gegen bas 3audj3en feines publifums
nid?t gleidjgültig, (ein 5eljler, beffen man iB^n nie be«
fd}u(bigen fönnen) fut^r in feinen patriotifd^en 8emül)ungen
— 47 -
mit nnexmübeUn Ejänben fort. Dos Sdjirffal Uc§ iljn im 1732.
3a^t 1732 bie 3pB|igenia bcs Hacine bey «in^tn 2lntiquar
flnbcn. SOi^kidi wav^ fte oon iljm traocjliert unb auf bie
Büljne beföbcrt.
3cfet entfdjlo§ pdj bcr ZHagißrat 3U 53rünn ein Cijeater
3U erbauen unb ein5urid}ten. fingeroeiiit tt>arb es mit
italienifd^en Singfpielen, aber nodj in biefem 3at|r gab
5elij Kurs ^cirauf beutfdje Komöbien.
Spiegelberg enbigte fein Ceben in Ztormegen; bodt
bauerte feine (5efeIIfdjaft nod] einige geit unter ber Vwec*
tion feiner IDittroe fort. Seine dltejie Cocf^ter tieuratljete
einen ^errn Steinbred^er.
Pom folgenben 3öt?re mu§ idj eine Perbrüglidifeit an* 1733.
SeigeU; in bie bie Zteuberinn permidelt mürbe, unb bie einen
großen €infl[u§ auf iljr Sdjirffal Ijatte. Serjenige 3of ept?
ferbinanb Znüüet, beffen jtd] meine Cef er nodj als
eines Sdjmiegerfoljns oon <£IenbfoB|n unb ber nadjmaUgen
Qaadinn erinnern roerben, [72] glaubte vermöge biefer Per*
wanbfdiaft nadt bem Untergange ber fjaadifdjen unb ^of«
mannifdien tEruppen ber red^tmäßtge €rbe bes ^aadifdjen
Pripilegiums 3U feyn. ®b pdi nun gleidj bie ZTeuberinn
in ben fii)em 3epfe beffelben gefefet l^atte, et|e er feine
2(nfprüci}e rege mad^te, fo ergriff er bod} bie erfie (5elegen«
Ijeit, fid] menigftens an ilix in xäd\en. Det (Eob bes Königs
oon pol^len Ijatte pe jefet genötB^igt, iB^r d:|eater in Ceipsig
3U fd}Iie§en, unb einßmeüen nad] Hamburg unb Braun«
fd^coeig 3u gelten, n>o fie fid) gleidjfaüs gute pripilegia 3U
erwerben wußte. So I^inberlidi im (Srunbe bergleidjen
IDanberungen bem 2luffommen ber beutfdjen 53üB|ne oon
jeljer gemefen, fo iidben pe bodj, gleid^ ben großen Kriegen,
einen sufäUigen Ztu^en gel^abt, neljmitdj bie Hebe für bas
Cl^eater fd^neHer unb weiter ausgebreitet, als außerbem ge<
fd|el)en feyn roürbe. 3" 2lba)efenl:|eit ber Zteuberinn erfd^Iid^
fid{ Vflixüex bas bereits ^ergebne Privilegium, unb nat^m
fogar bos Cljeater berfelben im f leifdjB^aufe 3U Ceipsig ein.
- 48 -
1733. 7>xe TXenbexinn I)alf{td{, fo gut {te tonnte, mit Sitten unb
mit8ej!ed)ungen, unb pomeI)mUd} mit poetifd^enSuppKcfett.
J>et Qei^og pon Braunfd)ix>eig legte felbß eine S&cbitte fär
pe ein. 3)cr (5raf Brüljl naijm (idj iljrer an. [73] Tlüein öer
König ix>o0te fein einmal gegebenes XDort nidtt mieber ^U'
tüdnctimen. IDdijrenb bief es Streites fal) ftci{ bie Zleuberinn,
bie fogleid) nad^ Ceipsig surüdgeeilt n>ar, genötttigt/ nm
nid^t gans 3U tpeicf^en, vox bem (Srimmifdien tCf^re tn einer
Bube 3u fpielen. Vas ^nbe ^es Streites n>ar bies, ba%
fte il^r pripilcgium 3n>ar erneuert befam, aber bodt Ztlülletn
neben ftd^ bu(ben mugte. Datier fcf^Iug fte ii(t (EE^eater
in ber 5oIge erfl auf bem fo genannten Blumenberge nnb
enblid^ in Motens Qofe in ber Zttfolaifirage auf.
Um andi nod} etmas oon ber (SefeUfdiaft il^res Bioals
^es ZHüIIers 5U fagen, fo bemerfe xdi Ijier, bai ber Brucf
bey itjm suerfl Sdjaufpieler marb, beffen Derbienfie idj
fünftig bef)immen u>erbe. Z)ie ganse (Sefeüfdiaft gieng
nad? mand^erley Sdjitffalen in Cieflanb auseinanber, u>o
ZHüHer mit allen feinen Ceuten, nur ben einsigen Brud
ausgenommen, an ein unb eben bemfelben ®rte iljre Der«
forgung befam; ber eine marb 0rganifl, ber anbere Sd^ul«
meifter, u. f. u).
1734. 3ebe (5efdjidite t|at il|re €pifoben; bie (Epifoben ber
unfrigen mad^en bie eplicmerifdjen (SefeOfd^aften aus,
weldic xdt oon 3^it 3U Seit [7^] einsufdjalten iiahc So wacf
fid] ums 2<^htv 1734 ein Crompeter am IDeiffenfelfifdjen
^ofe, Ztamcns Sdj eller, 3um 0ber{)aupt eines Heinen
Häufleins auf, meldjes eben fo gefd^minb serjläubte, als
es 3ufammengelaufcn mar.
BeruE^mt wie bie TXläve unb Baoe unter ben Didjtetn
u?arb Heibeljanb, ein Sdjneiber Pon profeffion, meldtet
in (5efeIIfdjaft oon Corensen anfangs I^ölserne nad^l^er
lebenbige ZlTarioncttcn birigirte, unb beffen Ztad^^ommen*
fd^aft (fo u)ot|l bem Ztamen als ben Derbienjlen nadf) ftdj
nodj immer erB^ält. Sein Ztame ifl 3um Spridjmort morben,^
— 49 —
unb Hcibeljanbifdje Komöbie ober £jaupt unb Staatsaction, 1734.
marftfdircYrifdj oorgcftcüt, ijl eins. — Unter biefer Hotte
wat einige S^it 5tan3 Sdjudj, pon bem idj balb ein
met^rerers fagen roerbe.
Karl oon €(fenberg ober ber fogenannte jlarfe
2X1 ann, tr>ar nidjt oiel beffer, als Heibeijanb. Tlls ein Soljn
eines Sattlers aus bem ^ärenburgifd^en trieb er anfangs
bas Qanbtoer! feines Paters. Xlaii^ex i{euratt|ete er eine
Seiltänserinn, unb nun mar fein <5lüd gemadjt. 2)er ZHann
ergrif nun bie profefpon ber 5tau, unb beibe ern>arben
ftdj mit it|ren (Saufeleyen fo piel, ba% fie mit einem Sitai^e
[75] oon adit unb piersig taufenbtEi{a(ern nad) Berlin famen,
n>o fte ein 5ci}aufpieli{aus für funfset^n taufenb dualer er«
hancten, Ztadjbem pe einige 3ext barauf, er proben feiner
Stärfe, unb fte iB^rer (ßefdjmeibigfeit abgelegt t^atteU;
mugten fie auf Perlangen bes Königs Komöbianten per'
fdjreiben. Tlixs Wien tarnen 5u ii^nen Habemin, Scolary
unb Qilperbing. Stensel, ber fünftig cf^arafteriftrt
merben foU, mar aud^ eine Zeitlang Sd^aufpieler bey
iB|m. ©ner iljrer Sdjaufpieler Rummel roarb ein €remit.
Bev einem 2(ufenti{alte su Koppent^agen n>arb £denberg
pom König in Dännemarf in ben 2lbelj!anb ert|oben.
Sn Wien, um andt bat|in einmal roieber inväd 5u
feieren, bebütirte 5riebridj IDiltjelm IDeisfern, auf
bem Ct|eater unter bem Ztamen 0boarbo bef annt, ber
Sol^n eines Sädjfifdjen Hittmeijiers. Damals fpielte er bie
legten Hotten, fiieg aber burdj anB^altenben 5Iei§ balb empor.
Pom ^aitxe 1735 fann idj nid^ts als 5100 fd^Ied^te 1735.
Ueberfetsungen anfüB^ren, ben ZnitB^ribates besHacine
Pon bem profeffor XPitter 3U Strasburg, unb benKato
bes 2lbbifon Pon ber (Sottfdjebinn. Xlnx bas erjiere
Sind matb [76] gefpielt; benn 2Jbbifon fonnte por
(ßottfdjeb nidjt auffommen.
3m 3at|re 1736 reifte bie Zteuberinn Pon einem 1736.
€nbe Z)eutfd)Ianbes 3um anbem, unb fpielte ju Strasburg,
— so —
1736. 5ranffurt am TXlayn, unb KieL Tln bem letztem (Dtte
erl)ielt fte oon bem ^ersog von Qolßem groge 5tei()etten.
Denn biefer liegte eine fo gro§e Ciebe für bos CI{eatet,
ba§ er sutpeUen felbß Ho0en übernahm. €r fd^nfte der
Zteuberinn gleid^ auf bem erßen Umfcf^Iage taufenb (C^aler.
(Einer ber tt>enigen Prologen, tt>eld)e bie 2teuberinn in
3rucf gegeben, ob fie gleidt il)rer un3dl)(ige gemad^t, er«
fcl]ien iet5t unter bcm Oel: bie n>iber bie Untoiffen«
iiext gefd^ü^te 5cf)aufpieIIunfl; su Cübed, unb roor
in Werfen abgefaßt 'Das Publifum fanb bamals an
foldjen ^nrebeU; befonbers ben oon a0egorifcf)em 3n{{aU,
fo oiel <5e\(iimadf ba^ {te faf! nott{n>enbig mürben.
Sd^on in biefem 3at|re übernat^m XDeisfern su
XDien ^ie erßen £iebf|aberroIIen, ob man it{m gleid)
barinnen (Eifer für feine Kunfi anfaB|, fo waren jte bodj
fein eigentlidjer 3eruf nidjt.
1737. Die feverlidje Verbannung bes^arlefin mad^t bos
3aljr 1 737 merfn>ürbig. (5ott*[77]fdjeb netjmlidi, meldtet ans
UntDiffenB|eit ben matjren Qarlefin mit feiner oerserrten
Kopie mit bem ^ansmurfi oermed^felte, u>o0te lieber bas
Kinb mit bem Babe ausfdjütten, als burd^ bie Verfeinerung
eines foldjen (Et{ara!ters bieZTation 3U bem Iiöi^emKomifd^en
porbereiten. €r gieng in feinem €ifer fo meit, ba% er
nid^t aOein bie 2(usfd7u>eifungen bes Qansu>urfieS; fonbern
fo gar ben Ztamen Qarlefin pertilgt miffen mollte. 2(IIein
biefes Qodjgerid^t über ^arlefin n>ar felbf! eine fjarlefinabe.
Denn in ber 53ube bey Sofcns (Satten, wo jetst nodi
bie Zteuberinn fpielte, marb ein feyerlid^es 2luto ba fe über
Qarlefin getjalten, unb ZHabam ^euberinn t^atte ein eignes
Vorfpiel ba^n perfertigt. Sein Ztame marb nun 3u>ar
nad^Ijer bey ber Zteuberifdjen (ßefeüfdjaft nidjt metjr ge»
{)ört; allein man n>oIIte bodt besl^alb nidjt fogleid^ aüe
bie Stüde wegwerfen, worinnen er porfam, bie ganse
Perbefferung beflanb alfo barinnen, ba^ man iljn in
Qdnsdien ober peter umtaufte, nnb il|m ein weißes 3äcf *
- 53 —
€inc Streitigfeit, bic jtd? im 3aljr 1739 erI|ob, war 1739.
an ftd} nrxet^ebliitt aber baburcf), bag jte ber Zteuberinn
ben ^a§ iB^res bislicrigcn (SSnners, <ßottfcf)ebS; susog, für
il|r Sdjidfal «>id?tig. Sie fpielte abermals in Hamburg;
hfiex gab it|r ber Cicentiat von Stützen eine poetifd>e
Ueberfe^ung ber Tllixxe. ^um Unglüd n>ar ^rau
(6ott(cl]ebinn gerabe um eben biefe Seit mit einer Per«
beutfdjung beffelben Stücfs fertig geipor ben. Stüoen liaite
fdjon melirere Sturfe ffir bie ^euberinn überfefet, sroar alle
in Ijinfenbe Perfe, aber immer nodj frdftiger, als bie oon
ber 5tau (ßottfdjebinn unb il^rem €t|gemaI|L 3n ber
Znid^aelismeffe {am bie Zteuberinn nadt Ceipsig. Sogleid}
magte ftd} Pictoria ^as Hed^t an 3U verlangen; ba% \fyce
Ueberfe^ung ber ^Isire porgesogen roerben foHte, unb xlix
Ciebjler unterßü^te iljre 2lnfprüdie fraft feines fritifdjen
2TIonopoliums unb bes 2Infet?nS; bas er bey ber BüB^ne
erlangt 5U i(aben glaubte. JTlan beneibete ficf) bamals um
Ueberfe^ungeU; n>ie je^t um Originale. Tibet (Sottfdtebs
t(}eatra(ifcf)er Krebit n>ar fe Stütfe
aud? aufgefüB^rt worben, fo wirb bie 2tn3eige ^es 3ul?alts
aud^ bienen fönnen, ZHitleib mit bembamaligen(ßefd?matf 3u
erregen. €r ijl biefer: 1) Die fdjon gebadete 3pM9^ui^»
2) Sie ®pern aus einem fdjiedjten Sid^ter bem St. €pr e-
monb 3ur (Erläuterung einer tB^eoretifdjen ©rille gefd^rieben,
unb Pon einem fd^Iedjten Ueberfefeer (Bottfd^eb aus gleidjen
— 6o —
1740. Tlbfxdiien gcboDmetfdit. 3) Cornelia bie ZITuttcr ber
©racdjen, ein ^cvfpiel pon ber fd^Ied^tcn TXnswaiil bes
fjerausgcbcrs unb ber Uebcrfcfecrinn ber ZHabam (5ott«
fdjcb» 4) Vas (5cfpcnji mit bcr Crommel, eine nüfe«
lid^crc Arbeit bcrfclben, bcy bcr Destoud^es unb 2lbbifon
[o oie( als möglid} oecbunbcn; aber aixdi oft gebet^nt tx>orben.
5) ^air e oon ^crrn Sdiwabe in bie fabejicn Heime aufge*
löjt. (Der erjle ©rosmann ber beutfdjen ^ütjne roar Snp*
p ig, unb bieS^ire warb bey ber erjien (Erfd^einung oon IXlab.
ZTeuberinn felbfl, aber bamab nodj imHeifrotfe gefpielt.)
6) Der Deutfdifransos oon fjolberg, burdj DetB^ar»
bing nodj platter gemad^t als er im ©riginal ijt, ift ber
redjte ZITaasjiab oon bem bamaligen (5efd)matfe im
Komifdjen.
[93] 2tud? oon ben Kritifem, bie bamals unter (Sottfdjebs
5at|ne fod^ten, mu§ idj etioas gebenfen, bas bie SüB^ne
interegirt. 3" geroiffen tritifd^en Seyträgen neB^mlidj, bie
(5ottfdjeb basumal fammelte, erB^ob jtd? ein B^eftiger
Streit sroifdjen 3oB^. €1. Sd^Iegel unb einem %rrn
Straube, über bie KomSbie in Perfen. Sfanbirtes (5e«
fdjn)äfe fd^ien bem bamaligen publifum beffer als un«
ffanbirtes, unb man oerlangte alles in Perfen, roie jte
aud? feyn mod^ten. Sdjlegel fdjrieb für bie Zlleinung bes
Publifums. Die Ztatur unfrer SpraAe unb unfre bejien
Znujier E^aben nadjbem für bie profaifd^e Komöbie ent-
fd^ieben. ^ber ^err Straube flritt aus bem falfdjoerflan-
bnen (5runbfafee oon ber Ztad^aE^mung ber Zlatur.
1741. Das folgenbe ^aitv bradjte eine traurige KatajlropB^e
für bie ZT e übe rinn mit pdj. Die Kaiferinn ^nna jiarb,
unb ber ijersog oon Kurlanb ^iron, ber bie Zteuberinn nadi«
brütflidj gefdjüfet Itaüe, fiel in Vingndbe, Sie feierte ba*
Ijer nad? Ceipsig surücf, aber oB^ne xfyc altes (5Iflcf n>ieber
3u finben. ^fyce 2lbn>efenB^eit itatte bie Deutfdjen gleid^*
gültiger gegen fie gemad^t; eine fd)mdE{füd}tige nnb erbitterte
Kritif oerfolgte jte; tt|r natürlidjer Stols bewog pe, meljr
— 6i -
barübcr 3U lad^en, als [9^] öie Solgen baoon dbinweriben; 1741
fte reiste ihiu 5«inbe burd? Sdjmäliungen mel:^r, als öa§
fte jte getDonnen Brätle, unb badete nidjt auf neue 5teunbe;
enMidj »erfiel pe Öurdj mandjerleY Z?erbru§ ermübet in eine
pönige Sorglopgfeit
Kaum tt>ar bie tteuberinn u>ieber 3u Ceipsig ange-
fommen, als [xdi andi it|r alter Streit mit (ßottfdjeb u>ie*
ber erneuerte. 3« fie fann jefet redjt barauf, tt|rem eB^e-
maligen (5önner roeli 3u tl|un. ©ottfdjeb hiatte in Öer
Porrebe 3um 3u>eYten Cl|eil ber SdiaubüB^ne mit großem
£ifer auf eine pünftlid)e Beobad^tung bes Ko{)ume in
Kleibern gebrungen, roenn Stücfe aus ^cn gried^ifd^en
nnb römifd^en Seiten aufgeführt würben. Ct^eils, roeil
bies ein Porrourf für bie Zteuberinn u>ar, bie es pernad?*
lägigt itaite, tiiexis, weil (5ottfd{eb bie 5ad)e mei^r als
irgenb ein 5tan3ofe übertrieben iiotte, woUte bie Zteuberinn
burd) ein Seyfpiel bartl|un, roie ein fold^es ängfilid^es
Koftume auf ber Sutane ausfatten u)ürbe, nn^ roät^lte
ba5U rooB^lbebädjtig eine Cieblingsarbeit pon (Bottfdjeb.
Der britte ^ft feines Kato mußte biesmal 3um Xladi*
fpiele ber Surlesfe ^as Sd^Iaraffenlanb bienen. Die«
fer 2tft Blatte insbefonbere ben Portt^eil, ^a% barinnen
fein 5tauen3immer oorf am, auger ber portia, [95] meldje jte
felbji madjte. 2tlle Sd^aufpieler roaren nidjt nur oöflig anti!
geHeibet (fogar bis auf bie 5üge, bie pe mit Peifd^farbener
€eineu>anb über3ogen Blatten, um bas ZTatfenbe au53u«
brücf en) fonbern pe affeftirten aud? etwas ^ntifes in Con
unb Pantomine. So entpanb bann eine poflfommene
5arce, bey.ber man ungen?ig wav, ob man meB^r über
(5ottfdieb ober über bie Heuberinn ladjen foDte. — (5ott*
fdjebs €itelfeit fanb pd? äugerp beleibigt, unb fein fjag
pieg nun bis 3ur Hadifudjt €r wat x>on nun an brauf
he^adtif ber ZTeuberinn in iB^rer ZtaB|rung 3U fd^aben,
fefete pe 3U bem €nbe in feinen fritifdjen Blättern fo fe^r
Bjerunter, als er pe 3uoor erB^oben Blatte, unb lieg anbern
— 62 —
1741. (^dlfd^aften bie ißnitß ongebei^en, Me er t^ en^og.
2)er ^om bes Sd^axilfpieUxs i^ fo fel^ 511 fnrc^eit, als
5er ^om bes Zlla^Iers. 3eitii beider BadK i^ be^o
empftttbltd^er, je ausgebreiteter Me lütrfnttgen berfelben
feyn f öntien. Die Ztenberimt, als fte fa^, ba§ U^ tagüd^r
Unterltalt (ßefa^ tief, brand^e gegen (Bottfdieb bieXDaf*
fen, Me fte trotte. Sie, bie fo viele Porfpiele gefd^rieBett
t^e, verfertigte je^ ein aüegorifd} fatirifd^es, bas ben
Citel füt^e: 2)er allerfo^barfle Sd^af^, nnb brad^te
ißottfc^eben in ber perfon bes [96] Cablers ben 18« Sept
biefes 3al^es auf bie Sutane. 2(nd} ber 2(n5ng bes Cablers
foOte £ad)en erregen; er gieng, gleid} ber Ztad^t, in einem
Stemenfleibe, mit ^I^bermansfiügeln, trug eine SIenblateme
in ber fjanb, unb eine Sonne x>on 5IittergoIbe auf bem Kopf.
(5ottfdjeb erfuljr ihr Porijaben frütgeitig, unb btadit^ es
baE^iU; ba% bie PorfleHung bes Porfpiels vom lAatii unter*
fagt n>urbe. 2(Qein bie Zteuberinn Iie§ jtdj nidit abfdjrecf en,
tmb n>anbte fid) an ben bamals eben anu>efenben (Srafen
3rut{(. Sie 2lufful{rung gieng nidjt allein por fidj, fonbem
n>arb andt mit befonbrer I{ol?er (Erlaubnig ben 4ten ©ctober
n?iebert|oB^It. €ine foldje lAadie wax eines foldjen Angriffs
n>ertB^.
^ud^ füB^rte fie pon bem (Bottfdjeben fo perijajjten
Qerrn pon Stüpen eine Heberfefeung Pon bem €§ef
bes d{omas (ComeiOe auf, toeldje pdj unerad^tet tt|rer
ZHattigf eit fafi bis auf ben Ijeutigen S^ag auf ben SüB^nen
ert^alten t|at.
Die Heuberinn litt nodj meB^r, als burdj (5ottfdjebs Per*
folgungen, burdj KoB^IIjarbts Perlujl, ber jefet $u Ceipsig
jtarb. Seine lefete Holle voax ber König ober SefeB^Is«
trabet im obgebadjten Sd^Iaraffenlanbe. €r fonnte pot
197] Sd^mersen faum met^r reben, als er Kodjen, ber ben
peter mad^te, ben ZHantel umi^ieng unb ben Hegimentsjiab
übergab. €r mußte pdj nadj ^aufe tragen laffen, unb flarb
einige CCage brauf an ber ^eftif. Son>oB^I feine CCalente
- 63 -
als feinen fiigcnjtnn i|at fjerr Käjhter in ein paar Sinn* 1741.
gebid^ten vetewxgt
€in anbrer S^obcsfaD bey iB^rer (5efenfdjaft Ijatte jtd^
nodj in Huglanb ereignet; ^enn öafelbjl flarb ^errn Kodjs
erjle Jrau»
Perjiärft u>arb iB^re Cruppe burdj bie HücffeB^r bes
^erm JEjevberidjs, ber Sd^önemannen oer(ie§.
Sd^önemann fpielte in biefem 3aB^re 3U £{amburg
in bem alten 0pernt{aufe, unb oerbiente ftd} bafelbfi oiel
(5elb mit einem Stücfe, ber Socfesbeutel, von u>eldjem
idt im f olgenben 3öt|re ein meB^rerers fagen werbe. — 7)odi
fdjon jefet fieng Sdjönemann an, jtdj als ein gefä^rlidjer
ZtebenbuB^Ier ber Heuberinn su seigen. <£r gieng nadi
Ceij^ig, fanb balb bes et^ümten (Bottfd^ebs Sd^ufe, unb
füB^rte, i^m 3u fdjmeidjeln, bie ^Isire feiner (Sattinrx 3um
erjlen* aber aud? 3um lefetenmale auf. Das Sdjönemanni-
fd?e O^eater ert^ielt einen beträdjtlidjen Sutoadjs burdj
bie JEjerrn Bubbers unb Starfe, bie jtdj il|m jefet wib-
meten, unb [98] balb 3U »or3ÜgIidier ^i^rbe gereid^ten. fjerr
Subbers, ein junger Iebl:|after ZHann, »oDer (Einfidjt unb
€mpfinbung, fpielte bie feurigen CiebE^aber unb I:^auptfdd?«
lid? bie petitsmailres als ZHeij^er, unb n>arb felbjl oon
fran3Öftfdjen Sdjaufpielern barinnen hewnn^evt 3oI|.
Cubu>ig Starfe, geboren 3U Breslau 1723, h^at nadjl^er ei-
nen attgemeinen HuE^m erlangt. ZHan bewunberte porne^m«
lidj bie Ztatur, womit er einen XDaitwell, einen ®rgon, einen
5reeport 3eid:jnete, unb übert^aupt alle biejenigen Hollen
ausfüB^rte, u>eldje Kalte, CCreuB^er3igfeit unb Caune erfo»
^etn. 3" feiner 3ii9«"^ fpielte er audj oiele fomifdje Se*
biente feB^r glütfßd?, unb nodj in feinem ^Iter ien 3uP
3U IDien mit Sevfall. 3« 3ärtlid?en ^Iten, bie er t^äufig
übernaB^m, brütfte er innige (Empfinbung aus, 3" «tt^n
Hollen aber u>u§te er, feine nidjt allemal fertige Seflama-
tion burdj ein originelles unb mannid^faltiges (5eberben«
fpiel 3tt unterfiü^en. Det einsige ^cill, n>o er 3uwei(en am
- 64 -
1741. unredtten ©rt ftanb, waren tragifdjc Iy^^*""^^/ öcrcn
IDutli burch i^n mcl^r lädjerlidj als furdjtbar n>urbe. (£r
befaJ5 Stubia, nnb vetfettxgie »crfdjiebne Ueberfefeungcn
für t)as Clieatcr.
[99] Jftcbcn ber Zlenbexinn unb Sd^öncmann flellte ftd>
jc^t ein neuer principal, aber x>on feB^r perfdjiebnem XDerttje
B^in, ein principal, ber bey oielem guten XDillen einen feB^r
Sroeybeutigen Hul:|m B|interlaffen t|at, £jerr Sdjudj. 5tan5
Sdjudi, beym XDiener tEt^eater (ungefeB^r) 1716 geboren,
tt>ar ein portreflidjer ^arlefin, unb feine 5tau, eine
Habemininn, gleidjfaüs aus IDien gebürtig, eine fe^r
gute Kolombine. Sie n>ar PorB|er bcy ZtifoUni geroefen, u>o
fte roöcfeentlidi eilf CCB^aler befam, feB^r oiel (5elb für bie
bamaligen Reiten, um andt eine ^nmerfung pon ber Tltt
3u machen, allein biefe Kolombine blieb il^rem ^arlefin
nidjt treu, pe lebte nur feiten unb auf tut^e 3«it tnit iB^m,
nriö Qerr 5d?udj rädjte pdi burdj eine oertraute S^enn^*
fdjaft mit einer (aus (5era gebürtigen) Semoif. Sdjleig*
nerinn, meldje audj bie Zllutter ber jungem Sdjud^e ift,
roeldje fünftig oorfommen werben» "Der ältejie, frans
Sdindtf mürbe nadt feines Paters CCobe gleidifattsprinci*
pal; ber stücyte, CBirifiian Sdjudj, pgnalijirte ftd^ in
ber '^ade feines Paters; ber jüngfle, XDilB|elm Sdindt,
fpielt CiebBiaber, unb B^at einige S^ii bey ber 2Wermaimi»
fdjen (5efeHfcIjaft geftanben. — Sdjudi u>ar com 2lnfang
einer ber unPete'[^00]fien principale, blieb in feiner Stabt
über fed|s IDodien, unb Blatte baB^er eben fo oft an^tc
Sdjaufpieler, bie er auf gut (Sind sufammenraffte. Ztur ein
einsiger ^fteur B)at bejiänbig ausgel^alten, ein ^err Sten»
3el (ungefe^r 1712 geboren), weldtev aixdi roegen feiner
S^alente ausgeseid^net 3U werben perbient. (£r Blatte 5«>ar
meifiens nur in e^temporirten Stütfen (benn biefe fan*
ben an Sdindi einen großen €rB^alter) unb ^wat ben
^nfelmo 3U fpielen. ^ber bennodj B|at er es in allen alten
Bollen, järtlid^en unb fomifdien, 3u einem (Srabe Pon PoII*
- 65 -
fommcnB^cit gebracht; nn^ fclbp im S^rauerfpick ifl er nidjt 1741.
3U ©eraditcn. Sdjudj crB^idt, toie bie folge letzten roirb,
burdj ein günjHges Ungefeljr feljr oft gute Sd^oufpieler, aber
»egen feiner unaufl^örlid^en Reifen fonnte feiner lange bey
i^m ausbauern. £r ifl übrigens ber erfie principal, tx>eld{er
bie Sallette mit ber beutfdjen Komöbie — 3« ii^rem
großen ltad)tt{eile oerbunben E^at,
3» Wien n>arb in biefem 3öBire ein mncs (Ci|eater
in bem Baü^aufe neben ber Burg errichtet, bod} aber
^as alte x>or bem Kärnttiertl^ore nidjt oerlaffen; fonbern pon
ba an geljt bie (5en>oB^nIjeit, ba% bie beutfdje (Befellfdjaft
»edjfelsweife in beiben fpieU. — €ine anbre [^0^ ]lDiener
Znerhpürbigfeit if) ber 3ebüt ber nad^maligen berüt^mten
ZHabam fjuber; ober ber Demoif. (C^rijliane 5riberitfe
Corensinn, geboren 3U Zittau 1731. Sie bebütirte in ber
3rton im fifeej, unb begab pdj nodj biefes '^altv mit iB^rem
Pater unb ZHutter nad) Danstg.
Z)ie (5ottfd)ebifd)e Sdtanhüline u>arb unablägig
fortgefefet, unb ber britte S^t^eil, ber nun B^erausfam, begriff
1) bie berüi|mte ^Isire ber (5ottfdjebinn. 2) Den Vet*
fdtmenber bes Sestoud^es, aus ber eleganten Sprad^e
^es 5tan3ofen in bem platten CCon ber ©ottfdjebinn über-
getragen. 3) €in elenbes 0riginaItrauerfpieI eines (5ottfd)e«
bianers, pitfdjel, Darius genannt. 4) Den fo oft be«
flatfd}ten Bramarbas ^es ^olberg ppn Z)etl{arbing
überfe^t. 5) 2(talanta, ein ber3bredjenbes Sdjäferfpiel oon
©ottfdjeb. 6)Sen poetifdjen Sorfjunfer bes Sestou«
d}es, oon ber (5ottf djebinn aus brey ^uftflgen in fünfe, um
jener übertriebnen Hegelmdgigfeit neiden; bie ber (Sott«
fd)ebifd)en Sdjule eigen mar, ausgebeB^nt.
Sugerbem seigten pdj biefes 3öB|r 3n>eY tragifdje Perfe-
männer, beren XDillen gar nidjt u>ar, unfer Srauerfpiel eine
Stufe ^ö^er 3U [ \02] ^eben, fonbern nur nad^ (5ottf djebs Ceifien
ein paar Slüde in profaifdjen Werfen 3ufammen 3U fiflm-
pem. 3oB|<inn (Quifiorp fd^rieb eine ^(cefie, unb (Seorg
— 66 ^
1741. Bet^rmann 3u Hamburg bic ^orasier unb bcn CCimo-
Icon, meldte leitete bod{ roenigf^ens 3U Hamburg mct{rere
VoTJ^eünngen ausgel)a(ten E^abcn,
€in fo Iöb(id)cs als füt^nos UntcmeE^men mar es, wenn
ein (Seliembevatli von ^orf, ber prcugifdjer (5efanbtcr
in Conbon gewesen waXf bie Deni^dten mit bcr cnglifd^en
Sü^ne bei anntcr mad?en trollte. <£c überfe^te in bicfor 2(b'
fld^tbonCob bcs 3»Iiw5(£äfari>onSB^afefpcar, fogar
in Pcrfcn; unb ber befannte Campt edit gab bie Ueber*
fe^ung in Drucf. 3ber jte war nidjt t>on ber Sefcftaffen«
B^eit, ba% ftc SB^afcfpcarn in Seutfd^Ianb cmpfcljlen f onnte,
unb bef)drtte pielmcE^r bie <5ottfd)ebianer^ bie bas Original
nict)t 5U prüfen im Stanbe roaren, in ifycet X>erad}tung
ber Srittem 3oit* <£Iia5 Sdjiegel B^at inbeffen bie Heber*
fe^ung einer fritifd^en Beleudttung geroürbigt (5. XDerfe
beffelben Cljeil ffl.)
1742. Pon bemfelben Sdjiegel mu§ idj B^ier eine Heine
fritifd}e Sdttift anffit^ren* Hegnarbs 2)emofrit, meldtet
in biefem 3at{re 5U Ceipsig gefpielt n>arb^ brad^te aUe
E^artnäcKgen Per{\05]tE{eibiger bes fttengen Ko{)ume, bas
E^eigt, alle (5ottfd)ebianer auf. Tindt Sdilegel fpottete bes
Hegnarb in 5orm eines (Eobtengefpräd^es*
Das leiste biefes Z<^lites mag bas ^nbe ber ®pern
[eyn, Sie oerfdjwanben an bem ©rte, »0 pe sule^t i|in-
geflflcf)tet roaren, 3U Sansig*
3wt ^afyc 1742 ereignete pdj eine fürditerlid^e Spal«
tung unter ber Sd^önemannifd^en <5efeQfd)aft; bie ans
einet fe^r getx>dE{nIid{en Queue, aus HoQenneib entfprang.
Zllabam Sd^röber ne^mlid^ hatte fid^ bie Henriette
im poetifdjen Sorfjunfer anmaßen wollen, weldje ber
3)emoifeQ 5piege(berg sugetE^eilt roarb« 2(us 2]Iist>ergnügen
gieng fie nidtt aüein ab, fonbem fiiftete 5U Hamburg eine
eigne Cruppe. Sd}5nemann eilte fogleid) nadt Hamburg,
um fein prioilegium 3u fd)ü^en; unb wdE^renb bes pro«
ceffes mugten beibe (Befellf d^aften ad)t IDod^en füUe liegen.
- 67 -
£nblid) u>arb bod^ bcr Sdiröberinn 3u fpiefen erlaubt. 1742.
Unter benenjenigcn pcrfoncn, meldje jte Sdjöncmanncn
abtrünnig gcmadjt, nenne idj vovne^mlidt ^errn ^d er«
mann, (ber ftd^ nadjtier mit il|r oerl^euratt|ete) ^errn
Starfe, (ber it|r aber nur fur3e S^it treu blieb, unb 3u
feinem alten principal surüdfe^rte) unb bie Demoif.
Stt-[W]boIpB)i, weld^e le^tere fid> in biefem 3öl?re mit
^erm Ut{Iig pert^euratB^ete, nadjbem berfelbe aud^ 3ur
SdjrSberifdjen (Befellfdjaft getreten roar.
Sdjönemann, umftdj fd^ablos su t^alten, erwarb ftdj
bos preugifd^e (ßeneralprtt)ilegium, unb n^anbte ftd^ nadi
Berlin, ^ier bebütirte bey iB^m ber burdj feine Sd^aufpiele
befannte 3oBiann Ct^rijtian Krüger. (£r roar 3U Serlin
1 722 t>on geringen (Eltern geboren, jiubirte in bem bajtgen
grauen Klojier unb nad^t^er ju 5tanffurt an ber ®ber
bie Cf^eologie. £r mugte 2lrmut^ ^albex feine Stubien
abbred^en, nnb fal| feinen XPeg bes UnterE^alts por ftd}.
Vergebens fud^te er su Berlin Beförberung, n>ei( es iE^m
an (Sönnetn nrib an einem empfet|Ienben 2teufferlidjen
feljlte. £r fieng 3u>ar früf^seitig an, Perfe 3u madjen,
aber fte ndE^rten it{n, u>ie (eid^t 5U erad^ten, fümmerlid?.
Zloili unb Ciebe 3U ben fd^önen Künjlen bewogen il|n enb*
lid}, ftd} bem St^eater 3U roibmen. (Er erwäEjIte mit gutem
(Erfolg bie Bollen, weldje ^ifee, 5tol3 unb einen eblen
Crofe erfobern. Saljer madite er meifiens Könige, Cyran«
nen nn^ bie porneljmflen perfonen im E^öE^ern Komifdjen.
Seine etwas E|oB^Ie Sprad^e fam tt|m bahey 3U jiatten. ®b
er [^05] nun gleidj 3U lädjerlidj fomifdjen Hollen ein 3U ge^
festes Xüefen Blatte, fo mislangen il|m bodj ber (5ei3ige,
ber (Cartüfe, ^et^og ZHidjel nidjt gan3, weil I|ier ^as
£dd{erlid}e nur burdj eine finjtre ZHiene ober perfieflte
Slöbigfeit Ijinburdj fd^eint. 2(ud? bey bem CE^eater fe^e
er fein Stubieren unermubet fort, unb perbanb mit feinem
€ifer für bie IDiffenfdiaften ein fet^r ebles ^et^ unb piel
5tömmigfeit.
5»
— 6B —
SKW 'fifiifTt tMtskfitf trfäJEtt i^cben, ttopsAm^ ^^^ ^>cf
Zteiii>erifiii bdrfiiirig ^ecr 54iil>erti), ^d mce u 311 Sätton
(ten k^i^ 2>eceinl>a:) 1717, xDdd^er tei^ bkSedTtr jn
ijnpyk^ ftubuxt i^ottCL. Cr i^ X>en. Sni^ ones doo^u«
hohfui ißf ob pciiftifd^ CEmfidTi exiangfL Cr DcmiifUdletr
trine Hofle 91»^ db et gfadct jeyamaktn f oid^ (i>oraclpi<
Hd? trogtf d^^) i>cfleibele, 511 tenen er mem§er Sähen ifocttt^
XH^ (käsften htu^ds^en 13&c^etf ^ie ireui^et^iQen mib ^onfi^
fd>en 2Uietv die CasibpaAa, ^äeu mt THe^uren jotb
Oygieb^ xparen \eme agen&dtte Spifäre^
\ \0^} JngleUtten modrte bie Heabetmn an fytm Bracf
eint gto^e TLcanäßtion. SrnJ , mes ^^etgmei^tets Soisn
her Uio$trqtaMpen im Bol^tmfd^rii, (geboten 1711) %>ie&r
^ie mtbrigt&m^dtien 13Menten tmt edle fomifd^ IXttt wn-
iuidKKi?oüid:{, ttttb ^^^ votndpsibdtt eine ungemeine Stia:fe
tut ftttuuiifii Sptel»
^u 2)ati|ig ^orB ber Qerr Corens, boi nnr 1700
I^fof^en {etmeit iemtn, nnb ber als Vater betVfiobbame^nbet
bentwütbi^ tfL
Cme berfifffide benif d^ U]n]>ait$ät, Me fd^dTterbmgs
ottf bie Perbomtnttg ber bamaltgen befiten bcntfd^en <5efe0<
fd?aft ht^tib, 50g ftd; 5ii>eY beftige fomglid^ Hefcrtpte
5ti, bt^ als Vcfmnente in einer fb berut^mten Streitfrage
gebrandet ii>erben f<htiiten«
Cnbttd} erfd?iett nun ber emxntele er{le CE^eil ber
<0o ttfd^ebif d^en Sd^otibfii^tie; bod? nid^ mit bent foimnen'
tirten Tlxiftoteles, fonbem, n>eld}es leidster toar, mit folgen*
ben St&den ongefuüf: 1) Die Qora^ier bes Corneille
beutfd} gereimt t>on einem vfreYt^erm von <Slanbi^.
2) Der Itlifantrop bes IHoIiere von ber (Bottfd^ebinn
oerunfialtet. 3) Der fierbenbe Kato. 4) Die Spiele*
rinn, eine Soxce bes Dufresny, geboOmetfd^t oon (Sott*
~ 69 -
fdlcbsSdiüIcrScniaminCßottacbStraube* [\07] 5)Der 1742.
Cib oon £eip3tgcr Sürgermcipcr Cangc überfo^t. 6) ^ol*
bergs (benn ber mar bamals «in beliebter Did^ter) politi«
fdjer Kannegießer von Sett^arbing. 7) ^ie XDiöer«
fprcdjerin bes Dufresny oon ber ©ottfdjebinn»
Ztunmei^ro roarb aud^ ber Bocfsbeutel in 3ru^ ge
geben, eine Cofalfarce oon einem 8ucfei|alter ^orf enflein,
eine rot^e Kopie roI:^er fjamburgifd^er Sitten. 3"bejyen
mu§ es als ber erjle Perfudj eines einB^eimifd^en Cufifpiels
benterft roerben. XDegen ^es 3ntereffe bes Stücfs für
Hamburg; iß es andi nad?t)er öfters von "Kodt, Sdtudi unb
Scfermann bafelbji gefpielt roorben.
3" biefem 3«^!«^^ oerfertigte 3- €• Sdjiegel ein Cufi«
fpiel, bie pradjt in Canbljeim, meldjes, nadj ben nodj
übrigen Fragmenten 3U urtt^eilen, eine feiner beßen ^r«
beiten geroorben feyn mürbe, ^ber aus Furd^t, man mod}'
te es für eine perfönlidte Satire i^alten, oernid^tete er es.
£r l^atte übrigens Ztlnt^ genug, feine Ciebe barinnen sur
^aupttriebfeber 3u madjen. — ZTadjbem nodj immer Per-
fleibungen, ^aubereyen unb prugeleyen ben original*
tpi^ beutfd^er Komifer ausgemad^t l|atten, gaben Perfud^e,
»ie ber ^odsbeutel, unb [\08] nodj mel:^r, tt>ie bie pradjt
3tt Canbt^eim, etmas tröjilidiere Hoffnung.
^äite man bamals nidjt einen augerorbentlid^en (5e«
fdjmacf an Sdjäferfpielen gefunben, (ein (5efdjmacf, ber
fid) nur aus bem allgemeinen XDoliIgefanen an gereimten
iabaifen erflären lägt) fo rourbe idj I|ier ber gelernten
Ciebe oon Soft nidjt 3u gebenfen braud^en. Diefes
Heine Stücf, me^r 2)iaIog als Srama, marb unter
bem Oel, ber perftedte fjammel, gefpielt unb auger«
orbentlid{ bemunbert.
Z?on Kritif gab biefes 3al|r nidjts, als eine 2tbi|anb«
lung oon ber nöt^igen XDalirfdjeintidjfcit bey ber Porjiel*
lung ber Sdjaufpiele, bie Cl^rifllob ZlTvlius in (Bottfdjebs
fritifdie Seyträge 3ur ^iftorie ber beutfdjen Spradje ein*
— 70 —
^7S2.
17x3. Vas 'yabc 1743 htmkf^ ۊbUk Im ZlemheT'iidkt <5e>
i dSi wft gar |M &be. 2hit§er 5« Hi Nif —lyi ■ —5 1<«
Bofiaai^ äbcm HZani am^ ^am Oiftn ja vafocsen,
btwo^em^ ibce ficfe^dtiooft oaJ^BgttaL Smppig voite
aa4 ii»fcii de« Ibrafirr ^as Sd^üSiai, wM ^ Ifecäcn.
Brmcf hegob fbi! ja Jelir K«r|, ^am I>aftcr des bc-
tüd!liqltni[\€^ll3€magbom, ciHoi^aaHJbnmadfiiPniicqMtL
Koc^ faste oxfaiigs dit 3dce;* dk fic9jdl|d^iafl pi ibctnel^
neu, da er aber d<& PiiuSmom ndbt #ilwil1fii fonite,
gieng er wt 3db«bert^e«, ^eTderidbem watb der
Pbilippiiie Cnviert«« pn 3d|roderi«« madk fyfXtt^
JMti wox ^ 2UftnAait afl^ier oon faxyx Daaer.
2>eiin Zlladav 34^^der botte pi loeiiig dftcf ber ^cer
Ptmdpiä^dta!^ wm ^ fange 511 e U i oIle i L Sie fie| i^
Cmn^e ans einander ge^en, ni»^ die «eijkn nOlgfieder
deifelben (unter andern die fyrm Il^Iig nnd Starfe)
fanden fti^ vieder pi de« noc^ 5n Berfin Spielenden
S^onemann, der nnn eine fo ^a^brek^ ®efe^d)af^ be*
fast, da§ er die Qolfte derfclben an dm prindpal 3ofep^
5erdtnand Zllnller Derl^nte, wMfex in Sodjfen damit
ogirte. ^ Berfin erfc^ien je^ die famifd^ ®per, der
Ceufel 1% los, dos er^emal auf dem C^eoter, n>ortIi<^
oberfe^t von einem <Bdnner des Cbeoters, dos ip, wie
man penmitbet, wm eben dem ^erm Don Borf, der
fifcn ben 3nltu^ Cofor von Sbofefpear Derdentfi^t fyxkte.
Sie toaxb fomponirt, mie es damals fnr die dentfd^en
Komddionten ZTIode nnir, ne^mlid; leidet und o^e Diele
3n9rttmenle. Denn da nod> (Sdjocben allein ausgenommen)
feine 73aüete [\\0] eingefü^ nniren, n)endeten die Princi*
pide menig auf ein gutes <Drd>e9er. — Sd^nemann oer*
qa% in Berfin Tüederfadifm nic^ fondem emxtrb ft^
— 71 —
t)ielmel)r befonbre Porred)te in ben QaiiiiSt)erifd)en Con* 1743.
ben. — £in gen>if[er Quartal^ bet unter ben beutfd)en
Qonstpärflen einen ^tarnen erlangt Itatte, wax bief es 3<il)^
auf bem 5d)önemannifd)en (Ctjeater.
Sey ber XDiener Sül)ne n>urben in gegenwärtigem
3al)re angenommen: 3ot{ann n7ill)elm JHav^erg,
aus Ceipsig, nebfi feiner S^clvl Ztofine.
Ser beutfd)en 5d)aubüt{ne merter tCtjeil 5eid)net
ftd{ t)or ben oortjergetjenben merflid) aus. Senn I)ier
{tnben n>ir juerfi ^ermann, ein (Erauerfpiel t)on 3ot{.
£L Sd^Iegel, ber feitbem ben 2tamen eines beutfd^en
Ztacine ertjalteU; unb ber mit biefem Stücf eine neue fpod^e
bes beutfd^en (Crauerfpiels angefangen I)at« Die erjle
glücflid)e }i:acf{bUbung ber fransöfifd^en 0e{onomie; bie
erjien fctjön gefagten Sittenfprüdje, in einer fanftfließenben
Oerftftlation vorgetragen, perbienen angeseigt 5U feyn n>er«
ben, fo feljr u>ir iefet, bev größerer Kenntnijj bes lOefent-
Iicf{en, fold^e sufdOige Perbienfie überfetjen. Die Et<^^'
lung im ^ermann I)at [U](] man in talt gefunben, bejiometjr
aber bie Walil eines eint{eimifd)en gelben gelobt. Wenn
es gleicf{ fonji bas Stücf nid^t ifi, in bem 5d)Iege(s brama*
tifcf{es (Senie am meiflen glänzt, fo n>ar es bod) bas £ieb«
(ingsjlficf bes Oerfaffers felbf}. Die 5d)dnemannifd{e unb
Kod)ifd}e (Sefeüfd^aft tjaben es met^rmals gefpielt ^err
Saut) in Ijat es unter bem (Eitel, les Cherufques, auf bie
fran55{td)e ^ixitne gebrad^t. Um (Sottfd^ebs (6efd{macf
red)t beutlid} 5U empftnben, fel^e man nur, in was für
(SefeQfdtaft er ben ^ermann gefegt t{at« (Slexdi barauf
folgt bie ung(eid{e ^euratl^, ein Cujifpiel pon S^^^
<Bottfd)ebinn, unb ^urelius, ein idmmer(id{es (Erauer«
fpiel pon Quijiorp. S^av lommt nad)t)er nod) ein Stücf
pon Sci^Iegel, aber feines feiner be^en, Por; idi meine
ben gefdjäftigen ZTlüffiggänger. Der Oerfaffer fdjrieb
es in ber rüljmlidjen 3bee, ein EuPfpiel mit Ztationalptten
5U macf{en, weldte, wenn fte frül{5eitig metjrere gel)abt
— ^2 —
1743. Ijättcit; unfrcr Bü^ne großen Portljeil gebradjt Ijaben
tpürbe. ^ber 5cf{lege(5 Stonb unb 2I(tcr fdtrdnlten feine
Kenntnig nod) auf eine 5U Heine Kenntnig ein^ als bag
er in feinem Untemel^men t^dtte glficflid) feyn Idnnen.
Sie etffarecfte jtdj nidjt über "^^n Bürger jianb, f U2] unb nietet
oiel über £eip5tg t{inaus. Ueberbies verfeinerte ber Did)«
ter feine Cl^araltere nid^t genug, unb lieg it^nen bie
SdjWfrictifeit, u>eldje '^^n beutfdjen ZTlittel* unb niebem
Sihx(^^xi ansulleben fd^eint. 3n ber ^\(a\. i{} ber gefd^aftige
Znüfftggdnger awAi n>enig gefpielt n>orben. Die beiben
legten Sd^aufpiele biefes (Cl^eils perunet^ren it{n am meif)en,
net)mlid{ bie Banife ^^s Qerm (Brimm in Ztegenfpurg,
unb bie ^tufleru; ein Cußfpiel oon Quiflorp, gegen
n>e(d)e5 ber gefd{dftige ZHüfftggdnger ein mat^res 2neij)er'
fHicf ifi^
3)ie Strafe folgt bem talentelofen Stolse auf bem
5uge nadi. 2tid^ genug, '^a^ (Bottfd{eb fd]on pom dffent«
(id{en Cl^eater pert^dl^nt n>orben, feine Si{ax(^^ feilte aud|
nod{ oeremigt werben* 3e^t erfd)ien bie n>i^tge Satire
auf feinen Streit mit ber Zteuberinn; '^as Oorfpiel, ein
fatirifd^epifdies (Bebid)t pon Ztof}, meld^es aud{ bie jenigen
unterl^dlt, bie an bem perfönlidjen 3nnljalt feinen ^Intl^eil
nel^men. £s erfd)ien anfangs einseln, t)emad{ aber liegen
es bie Sd^abefrol^en Sd)n>ei5er 3U Sem mit bem per»
fd^nittenen Kato, ber genotI{5Üd)tigten 3pl{igenia
unb erldutemben ^nmerfungen mieber auflegen« Das
(Berüd{t h^\\avc^i^\^, '^a'^ Hofl nid)t Mos burd) eigne [U5]
petulans, fonbem burdj eintrieb pieler trotten perfonen,
bie (Bottfd{eben nid^t n>o({( n>onten, befonbers einer
(Brdftnn ZITosinsIa bosu bewogen werben fey»
Den erflen auftritt unter ben Sd^riftfleüern mad)te
3olj» Cljrifi* Krüger jefet mit ben (5eijilidien auf
bem Canbe, einem £uj)fpiele in brev ^lufsügen, '^as er
nod{ auf bem (Bvmnafto 5U Berlin gemad)t I^atte. £s
war unüberlegt, einen gansen Sioxitf unb nod{ basu biefen,
— 73 —
5um Cfjcma eines fomifdien Stücfes von ber niebrigjien 1743.
<5athing, unb bas aus einer 2lrt von Hacftfudjt, 5u mäfjlen.
2)ie Satire barinnen ijl grö§tentl)eils platt unb poffenl^afl,
unb fünbigt nur bem, ber (5ebult genug ^at, afles 3U lefen,
ben fünftigen fomifdien 3)idjter an. €s marb befio be«
gieriger gelefen, ^a es fogleidj fonftfcirt u>urbe. 3efet iji
es fap pergeffen, ^a es £}err Comen, aus 2ld?tung gegen
feinen (El^arafter, aus ber Sammlung feiner Sdjriften aus-
gelaffen t{at.
. Xtacftbem biejenigen Xteuberifijen Sctjaufpieler, 1744.
weldie im porigen 3aI:|te3urSdjrdberinn giengen^ tt»ieber
oon il^r fdjeiben mußten, fdilugen jte perfcf{tebne IDege ein.
^eyberidj unb pE^ilippine Cumlerin blieben nod^
einige geit 3U Hamburg, Ijeuratl^eten fidj [\\^] nadjl^er, unb
entfagten bem Cljeater gans. Die ^errn Kodj unb
Sdjubertli begaben ftdj nadi präg, tt»o jtdj 53 rucf unter
ber Kursifdjen (5efeIIfdjaft befanb. Valiin tarn audj ^err
2Intufd}, ^en id) pieüeid^t fdion eE^er unter ^en 2teube<
rifdjen Sdjaufpielern B|ätte nennen foflen. €r »ar ein
geborner 3)resbner unb fein fdjiedjter 2lfteur, aber nodj
mel^r Cob oerbiente feine 5t au, Ulrife, bie Codjter eines
fd?u>ebifcben ©fficiers aus bem £}oIjieinif djen, bie ftdj auf
bie fanften tragifd^en HoHen legte.
3)odi ber ^euberinn, bie bisl^er 3U ©fdjafe gelebt l^atte,
manbelte balb bie Heue an, als fte il^re Cntmürfe fd^eitem
fafj, unb pe feierte 3U il^rem efjemaligen Serufe 3urucf.
Sie perfammelte, fo gefdjtDtnb fte fonnte, il^re (5efeflfdiaft
mieber, unb Suppig, Srucf , Kodj, Sdjubertlj, ^Intufdj
unb bie ^ntufd)inn n>aren gleid) n>ieber beyfammen.
2lls bie Xteuberinn nur nodj bie erfie 3bee Ijatte,
il^re Cruppe u>ieber Iier3ufteflen, fudite pe eine perfon
mieber 3um Q^eater 3urücf3ubringen, u>eldje fdjon 1741
bey iljr gemefen u>ar unb piel Seyfafl eingeämtet fjatte.
^ber nadj eilf ZHonaten n>ar fte bereits toieber in il^re Pater*
flabt, Bresben, 3urücfgefelirt. JTlabemoifefl [J^S] Katl^a*»
— 74 —
1744. tina 2nag6aleite Klef elbertnn (gebaren suKontg^etn
bey Thesöen 1 719) waxb auf tlpre Cmtnittening aufs neue
Sdfaufinelerhm vmb tljre p0egetod}ier. Sie jetgte ftd?
balb als eine Kunßlerinn oon ungemeinen Calenten, bie
nad^iier in allen Sädietn faß mit gleid^em BeyfaH ge«
arbeitet fyxt 3m (Eragifd^en bildete fte ftd} nad) ber
Heuberinn unb fpielte damals bie 3^n im Cffe^r un6
d^Iid^e Prinsefftnnen mit eben fo Diel 5euer als in 6er
5o(ge 6ie 2nerope, ober neuerlid} bie €IifabetI{ im (Comeil«
lifd^en Cffe^. 3" 6er fom^d^en Sphäre tl^at fte ftd} bamals
als Ciebl)aberinn nnb Soubrette eben fo i)en>or, als je^t,
ba fte unter 6en Hamen Srücfnerinn berul^mt iß, in
ben fontifcf{en ZTIuttem, sditfifdKn XPeibem, affeftirten
Damen oon Staube u. f. id. 2>kj^^ ^^ Bo0e biefer 2(rt
u>ar nodi bey ber Heuberinn bie (Brognac. Sie glotze
audti als prima donna in ber e^eiitperirten Komobte, unb
iDenigen Sd^aufpielerinnen merft man es in regelmäßigen
Stucfen minber an, ba% fte Dorbem in ^entperiren grog
gecoefen ftnb. XDenige beft^n fo Diel Boutine; toenige fo
Diel Kenntnig bes tCI)eaters, coenige eine fold^e Stdrte im
ßummen SpieL
[{\6] Die Zteuberinn erl)ielt biefes 3^1)^ nod) eine
Derßdrfung an ber S^^cai Corensinn mit U^rer (Eocf{ter.
Ce^ere fpielte bomals olle (Battungen Don Ciebt^aberinnen.
§n Wien voaxb ber berul^mte pantalon Ceint^aas
iDieber angenommen, nad^bem er lange unb oft als prin«
cipal l^erumgeirrt n>ar. — Qerr Kurj bebütirte jum imeften*
male bafelbfl.
Der beutfd^en Sd^aubüt^ne f ünf ter (Et)eU lieferte
abermals lauter Originale, net{mlid{ 1) bie pant^ea,
ein DdOig Dergegnes (Crauerfpiel Don ber (Bottfd{ebinn;
2) bie Qausfran5Öfinn, belannter, meil es aud{ in
neuem Seiten nodj 5uu>eUen gefpielt n>orben, fo fd{aal unb
niebrig es audj iß; 3) Dibo Don 3- <£. Scftlegel, eine
jugenblid^e Sd^ularbeit, in ber ein reid^es tCI)ema matt
— 75 —
unb gefdjn>äfeig ausgefüljrt toorbcn; 4) 2)cr Socf im pro» 1744.
ceffc, eine neue ^Ibeml^eit von (Cuijiorp; 5) ZTlaljomet
ber Pierte, ein (Erauerfpiel von S. £* Krieger, ben
man mit 3oli. Ctjrij!. Krüger nietet ©eru>ectifeln barf, ba
es feine £({re x% mit il^m percoed^felt 5U werben; 6) £Iif e
eines ber (angn>eiligjien 5cf{äferfpiele von Ul^Iig.
^dt ei(e su angenet^mern ^nseigen« £)err (Bdrtner
eröffnete bie bremif djen Seyträge [^^7] mit einem Stücf in
einem 21{te: bie geprüfte Creue, meldtes unter ben perfi«
ficirten Sd^dferbramen bis je^o ben preis bel^alten tjat
Von bem pafloralgefä^macf feiner Seiten I)ingerif[en,
mad^te (Sedert mit bem nait>en Dialoge: t>as ^anb,
einen Anfang 5U bramatifd^en Unternel^mungen, einen ^In*
fang, über ben er felbfi bas Urtl^eil gefprod^en l^at
Sn ben (Sei^lxdien auf bem Canbe erfd^ienen 0er«
befferungen unb Sufä^e in 5n>een ^anblungen nebfl einem
Ztadjfpiele.
3m 3alire 1745 feljen »ir bie Zleuberinn unb 1745.
Sdtdnemannen mieber als Ijeftige Xtebenbuljler bey
fammen. 7>enn beibe fpielten in ber ® jiermeffe 3U Eeipsig,
5d)önemann im 5^eifd)t{aufe unb bie ^l^euberinn in 0uanbts
£}ofe.
Die }1[euberinn gemann n>enigflens me( neue Ceute,
n>enn pe gleidj feine großen Heid^tl^ümer ern>arb. Don
Bresben (wo jefet 5^Kf Kurs gefpielt I^atte) fam ^err
Steinbredjer mit feiner frau unb Coditer 5U il^r.
Steinbred^er n>ar bamals einer ber befiien BiaxleKne, feine
5rau eine groge 2(ftrice in foquetten 2T2üttern, unb bie
Coditer (Karoline €lifabetlj, geboren 1733 ben Ifien 3««.)
peng an, KinberroHen 3U fpie'[U8]Ien, unb legte befonbers
mit ber Eucinbe im ©rafel bes Saintfoiy fel^r piel fil^re ein.
Tladi ber Eeipsiger ZHeffe gieng bie Zteuberinn nadj
5tanffurt am Znavn, um ftdi bie Krönung Kayfer 5ranj
bes £rfien su Xlni^e su mad^en. 2(ber biefes Unternet^men
fd)Iug unglüdlid} aus, unb legte ben erflen (Brunb in
- 76 -
1 745. i({rem nad^I^erigen Vexfaüe. Sie tarn 3U fpät an, unb fanb
bat{cr, ob ftc gictd) ber 2nagifh:at fclbfl eingelabcn l^atte,
fdjon bie bcjien pld^e mit 3talicnifdjen ©pcrijien, 5ran50fen
unb bcm fcf{on gebadeten 2Tlü(Ur befe^t, n>c(d}c auf Dot'
bitte biefes unb jenes ZHiniflers bie €rlaubnig eri^alten
I^atten. Sie {at{ ftcf{ genötigt, eine eigne groge ^nöe in
erbauen, n>elcf{e il^r, fo u>oljI megen ber (5efdju>inbigfeit,
momtt fte erricf{tet tperben mugte, als n>egen ber prad^t
ber Dersierung piel Sd^ulben susog. 3>iefe tonnten pon ber
£innat{me, melcf^e nadi geenbigter Krönung fel^r gering
n>ar, nid^t getilgt roerben, bie (BefeUfcf^aft mugte bey
fedfs ZHonate bafelbfl permeilen, unb fo tjdufte ftcf{ Un«
glücf auf Unglücf. XDät^renb ber Seit giengen 2lntufd?
nebji feiner 5tau unb nocf{ einige anbre 5cf{aufpieler pon
il^r ab.
2lls fie u>ieber nadi Ceipsig surücffam, bebätirten bey
iljr £}err Klofefdj, (geboren su ZTlüljlberg [\\^] 1721) unb
£}err lOoIfrant, (geboren ju Eangenfalse). festerer Ijatte
bist^er 5u Ceipig {kubiert, unb n>arb nunmet^ro — tlödtft
mittelmäßiger Tlttcnx. Sein Qauptfel^Ier tpar bie (Seftilula«
tion mit ben 5üg^n; bennod^ gelangte er balb ju erßen
HoQen. £r I^at oiel fd)(ed)te Ueberfe^ungen für bie Sül^ne
perfertigt.
Su XOien marb iefet 3ofepIi Karl Quber (pon
(Beburt ein XOiener) für bie jungen Ciebt^aber angenommen,
nnb madjte balb in feiner Kunfi einen guten Fortgang.
^Is bas bortige publifum in ber ^olge bas Crauerfpiel
5U fd)ä^en anfteng, übemat^m er bie jungen £)elben, unb
(teilte fie mit pielem 2lnftanbe por. 7>as e^temporirtc
Ctjeater I^atte tt^m eine 2Tlenge lomifd^er Stücfe 5U banfen,
in benen er unter bem ^tarnen Ceopolbel einen fet^r muu'
tern unb luftigen Ct^orafter fptelte«
3n biefem 2^k^^ '^m audj feine HTutter (Katl^arina
Qauptmannin) bas erftemal aufs Ct^eater unb fpielte
HlütterroUen.
— 77 —
Xlaii ^ubers ^ufnal^mc gab XOeisfern öie iungen 1745
J^clbcn ab, unb fdjränfte jtdj auf Pätcr ein. £}ier fdjuf
er ftdj einen eignen Karafter, n>ortnnen er unter bem
rCamen ©boarbo befonbers glönste.
[120] Sdjon ^^n fedjjlend^eü berbeutfd)en5d)au'
bül)ne l^abe idj anjuseigen, unb in iljm faft lauter (5ottf djebt-
fd^e lOaare: 1) bie parififdje Slutl^odjseit, ein Crauer*
fpiel ©on (5ottfdjeb felbfi; 2) bas Ceftament, ^as er-
träglidijie, mos bie (5ottfdjebinn im fomif d^en 5öd? ge«
fcftrieben, unb bas ftcft nodj am Idngjlen auf ber Süljne
ert^alten l^at; 3) ^gis, ein Crauerfpiel ©on (5ottfdjeb;
4) 3)er fjYPodjonbrifi, ein Cujifpiel pon Qui^orp;
5) Der Unempfinblidje, aus ber frudjtbaren 5^ber ©on
UE^Iig; 6) £jerr lOifeling, n>orinnen bie (5ottfd?ebinn
bie il^rem TXiaxm^ perl^a^ten Derfaffer ber Sremifdjen Sey*
träge löd^erlid; 5U mad^en gebadete,
€in neuer Sd^ritt 3ur 5d?öpfung "b^s beutfdjen Cuj!«
fpiels gefdjali jefet, ba (Bellert fein Euftfpiel, bie Set*
fdjmefier, suerji in ben Sremifdjen Seyträgen, brucfen
lieg. VO^nn mvc je^t gleidj - feine firsäl^Iung oon ber
ZHaterie untert^altenber finben, als bie Komöbie, fo ge*
wann bod) bamals unfer Cl^eater burdj pe. Keffer ge*
u>äfjlte, n>afjrer, reid^er unb ebler ausgefül^rte £l^araftere
unb Situationen, bie biefen Ztamen oetbienen — n>aren bodj
bamals Porsuge genug« ^wat xx>at bie Setfdjn>efier immer
nod? ein bicf auf getragnes (5emälbe einer bür»[\2ygerlid?en
5amilie aber bodj feiner, als bie bislierigen. (5ellert mar mit
bemCI^eater felbfi 5u u>enig befannt, feine Stücfe ©ollfommen
5U mad^en, unb befonbers bem Dialog mel^r t^h^n, f omifdje
Säge unb präcipon 3U geben. So oiel Setounbrer audj
fonji feine Stücfe lc(aiUn, fo iji man bodj nunmeljro einig,
ba% fie pdj, befonbers u>egen ber muffigen (BefdjtDäfeig«
feit, beffer lefen als fel:|en laffen. €s pnb bialogirte Sitten*
prebigten, unb bie Satire berfelben fonnte, ©ermöge feines
Temperaments, feine fomifd^e Cujiigfeit i(ob^n, er fonnte
- 78 -
1745. nur Iddjcin, nietet ladjcn« X)ie £}eudjlcr fodjten il^n, tEjn
^en großen Heloten ^er (Cugcnb, toegen bcr Setfdju>ejicr
beynatic fo t{cftig an, als el^emals ^en 2no(icrc megcn bcs
(Cartüffc. Permöge feiner 21engfllid)feit pertilgte er ^at^er
in feinen lefetern 3aljren nodt ©iele fomifd^e S^gc biefes
StücfS; ja bereute es gar gefdjrieben 5U liaben. — - Xloii
in liefern 3aljre fdjrieb er smey anbre Sctjaufpiele, Sylvia,
unb bie sdrtlid^en 5d?u>eflern. Sylvia beioies aufs
nene, ia% (BeUert ixvax bie Ztaipität, aber nid^t bie fm-
pftnbungen ber Sd^äfer fdjilbem fönne. J)ie 5ärtlid?en
5cf{n>ef)ern ftnb baburd) merlmürbig, ^a% fte bas erfle
rüljrenbe Eufifpiel in unfrer Spvadie n>a-[\22]ren» Sie I^aben
aud? in ber (Cljat ein paar intereffante Scenen, aber im
(Sanken gebridjt es an Ejanblung. 3nbeffen tE^aten fte
bey Ujrer erflen €rfd?einung augerorbentlid^en €ffeft, vot-
net^mlidf burd^ bas Spiel ber Semoif. Klefelberinn unb
CorensinU; meldte bamals bie beiben Sd{n>ef)em mad{ten*
2(ud{ £)err (Bleim fd^meifte über feine eigentlidte
Spbäre I^inaus, unb gab einen bidben Sd^df er in einem
2luf5uge tjeraus, n>e(d)er 5u Serlin einigemal porgef}e0t
morben.
Die £)erm (Bdrtner unb Sd)Iege( fiberfe^ten gemein-
fdjaftlidj ten Huljmrebigen bes Sestoudies in Werfen.
£)err £I)rifl(ob ZflyUns, einer pon ben XDi^Kngen,
n>eld)e (Bottfd^eb bntdt XDot^Itt^aten 5u feinen ^nt^dngem
5U mad^en n>ugte, I^atte fd)on el^ebem (Bottfd^ebs tl^ea*
tralifd^e Perbienfle in einer 0be an bie Sd{aufpielfunfl
gepriefen. 3efet »arb er felbfi bramatifdjer Sdiriftf^eüer,
nel^mlid^; bas 2luffel{n, bas Krägers (ßeifUid^e gemad)t
liatten, reifte il)n, eine dt^nlid^e bialogirte Satire n>iber bie
2ler3te 3U fdjreiben, ober pielmel^r ein gen>innfüdjtiger
Sud?t)dnb(er trug es it^m auf, unb er nal^m es an, n>ei(
er felbfi bie 2lr3neYfunfi ftubiert Ijotte» ©ie 5ötce Ijatte
alle 5ü[Jl23]geIIoftgfeiten mit bemKrügerifdjenStücfe, aber
nid{ts oon ben Porsügen beffelben gemein.
— 79 —
•
3m 3afjre 1746 feierte EJeybericti naii bem Cobe 1746.
feiner S^an (ber pt^Uippinc Cumlerinn) sur Süfjnc unb 5ur
tteuberinn jurücf. £}ingegcn pcrtaufdjtcn J^err 5d?u-
bcrtlj unb ^err 5teinbrcd?cr, nebp Stan unb Coctiter,
bie Zlcuberinn mit einem ©ansiger principale, 3)iebridj.
£igentlid) n>ar bieg ein (Bo(bfd?mieb; ber sutDeilen ben
Sirector eines feljr perdnberttdien Cfjeaters abgab. <£r
perfdjrieb von Seit 3U Seit fleine t^erumsiet^enbe ^tuppen,
3.€. bie Gruppen berKreufeerinn, Camberts, Srettin-
gers bal^in, bie von ^ugujt bis 3um ^Ibpent für feine
Hedjnung fpielten. — kluger ^en obgenannten perfonen
engagirte er je^t bie 2Tlabam 5cf{röberinn, bie gen>efne
£)amburger principalinn. 3^^ folgten bie J^erm ^cfer*
mann unb Sdjröter. 3^1 C5runbe füljrte 2lcfermann
bas 3>irectorium; unb Sieberid) fd)ojj blos ^as (Selb por;
benn er befag eine entt{ujtaj)ifct)e Ciebe für bas (Ct^eater
unb opferte il^r nadt unb nad^ fein ganses Permögen auf.
(Sn^av 5tiebricti Kirdjijoff (eines ©rganifienSoIjn,
geboren 3U £}aHe 1725) betrat [\2^] jefeo 3um erjienmal
bas 5d}önemannifct)e CI)eater. £r I^atte jtd) bereits unter
einer (BefeUfdjaft fjallifctier Stubenten, »eldje 3u iljrem
pripatpergnügen fpielte, in (Jrauen3immerroIIen geübt
5d)5nemann befud)te QaQe mit feiner (Cruppe öfters, unb
in biefem 3öl?re entfdjiog pdi Kirdiljoff 3U il^m 3n gelten.
€r fpielte bie gefefeten ßebfjaber, einige CljarafterroIIen,
3* €. ben Ztut^mrebigen, ben S^t^enien, ben Celio in bem
perjiellten Kammermäbdjen; bie ©omeljmen Eliten, einige
tragifctie £}auptroflen, 3. €. ben JUal^omet, gamor, Zlere-
jlan, €ffef ©ortreflicti. Sefonbers aber n>ar er in ben
HoHen ber bummen '^^nteXf 3. €. im Steinreid? in ber
IDiberfpredjerinn, in bem lOudjerer als €belmann, im
Krifpin als iefycmex^ev, in bem Cicentiaten in ben Kan«
biboten unnad)a({m(id). 2lud) einige Tllte glüdten it{n.
Sev eben biefem (Cfjeater Ijeuratljete ^err €cf Ijof bie
jüngfle 2)emoif. Spiegelberg. Sie fpielte Soubretten,
— 8o —
1 746. pomctjmlid} aber nur bie ausnel^menb, bic il^r €cfIjof ge-
leiert Ijatte, 3. €. im (Eriumpl^ ber guten 5tauen, im Car*
tüffe im lean de France. — 3n ber (folge übematjm jte audj
einige tragifdie Hollen nid^t gans oljne SeYfafl. — ^err
Subbers i)er»[^25]Iieg bas (Cljeater unb etablirte jidj als
Kaufmann 5U Hamburg.
QerrUl^Iig trat nun mit einem gansen Sanbe feiner
arbeiten t^erpor, unter bem Citel: £r{)e Sammlung
neuer £u{}fpie(e; unb lieferte barinnen tl^eils Ueber*
fe^ungen, tt^eils Originale. 3>ie 2tamen baoon ftnb fol*
genbe: 1) 2)er 5cf{lenbrian, ober b^s berül^mten
^ocfesbeutels Cob unb (Cej)ament, in brey Tlnf-
3Ügen, in profa, eine ©on ber JTlenge pon f ortfe^ungen
unb Ztact}at{mungen^ meldte ^orfenßeins 5cttce veranlagte ;
(So Ijat man aucti einen ^ocfsbeutel auf bem Canbe);
2) Der (Seidige pon UToIiere, entnerot vmb entfr^ftet;
3) J)er perpfänbete Sauerjunge aus bem Ejolberg;
4) 3)er plauber[)afte Sdjäfer, eine fdjielenbe Kopie
bes blöben Sdjäfers; 5) 3)er ZHoljr in einem ^ufsuge
unb in profa^ n>elcf{es Cuflfpiel Einigen £rfinbung 5U
Ijaben fd^ien, ba pe bodj nidjt Uf^Iigen, fonbem einem
3taUener gel^ört, unb augerbem große Unmal^rfdieinlidjfeit
^at; 6) 1>as ^benbflänbd^en, ober bie Iäd)erlid}en £ieb«
I^aber, ans bem ^oüänbifdjen. Keines Pon ben ©riginalen
fann leiblid} genannt n>erben, pornel^mlicf} ift ber 3>iaIog
I^ödjP fabe. Uebrigens jianb Ufjüg biefes 3^1?^ ^^V ^^^
Sdjud^ifdjen (5efeflfd?aft.
[\26] £}err (5ottIieb 5udj5 fdjrieb auf ber Sdjule 3U
5reiberg ein perfönlid^es poffenfpiel: bie Kläglidje, u>eldjes
ungefel^r mit ben (SeiflHd^en auf bem tanbe in einer
Klaffe 3U ^iel^en perbient, unb il^m piel Oerbrfiglidjfeiten
sugesogen E^at.
^nylius mad)te ein neues Stücf Pon bem IDertl^e
feines erjien: ber Unerträglidje, in fünf ^lufjügen.
£s foKte abermals nid)t fo n>o^( ein Cl^arafterjiücf;.
— 8i —
als eine pcrfönlid^e Satire (eyn, Krüger, Svidts, TXlylxus 1746.
traben alle brey ^as (Ct^eater 3ur perfönlidjen Satire
gemisbraud^t, ot|ne bie Calente bes ^rijlopl^anes 511 be-
jtfeen. 3u £}amburg erfdjien ein penbant tain: bie
Unerträg(id)e.
(5ifecfe unb 3oIj. Clias Sdjiegel gaben 5ufammen
eine XOodjenfctirift I^eraus: Sammlung einiger Sdjrif-
ten 3um Zeitvertreibe ^es (Befd)macfs, worunter
einige gute bramatifcf^e Ueberfe^ungen porfommen; net^m*
lidjtberKIätfdjer ponPoItaire, ©eufalion unb pytrlja
oon Saintf oi^; basZITünbel vonSagan unb bieZTlelanibe
bes be la (E^auffee.
Ut{Iig gieng im 2<^k^ ^^47 pon Scf^ud^en nacti Stam* 1747.
bürg, unb fdjrieb bafelbfl bie Leitungen. Dorl^er gab er nod>
bie 5n>eete Sammlung feiner Cufifpiele I^eraus, neljm»
lidj 1) im [\27] verlornen Sol^n von Doltaire in elenbe
Perfe überfefet; 2) 3)en 5urctjtfamen unb bie fpucfenbe
IDittme, niebrige poffenfpiele aus bem ^ollänbifdjen;
3) 3)ie per traute ZlTutter, aus einem 2)idjter, beffen
5einl{eiten Ut{Iig gar nidjt gen>ad)fen n>ar, aus ZTlaripau^;
4)2)enSdjiffbrudj, ober KrifpinsCeidjenbegängnis,
von be (a 5ont, bas oft beutfd^e ^ufd^auer be(uf)igt t{at;
5) 2)ie 3rrtljümer, ©on Srüyes; 6) Den faulen Sauer,
in einem 2lfte unb in Werfen, bas einsige nnb fdjled^te
0rigina( biefes Cf^eils.
(Eines Ijödjj! unbeträditlidien principals, Xlamens
Kirfcti, muß xdi jefet gebenfen, meil in biefem 3afire ein
Sdjaufpieler bey iljm bebütirte, ben idt fünftig öfters
toerbe nennen muffen, nefjmlidj J^err £öu)e. Seine Per*
bienfle wiü xdi bann anseigen, ba fte benfmürbig 5U werben
anfangen. 3efet fpielte er nocti, nebfi einem geioiffen
ZITerfdjY/ «fl« erj!e SoHen oljne Unterfdjieb.
Die ©or einem '^aifte angeseigten Sdjaufpieler unter
Diebridjs ober pielmeljr ^cfermanns Sirection be-
fcf{lof[en je^t i({re PorfleDungen 5U Dansig im 2Iboente
— 82 —
1747. mit bem Srutus bes Doltaire^ unb fämmtlid)c ZHitglieber
begaben jtd} nadi Hu§(anb su £)t(t>erbing.
[\2&] Beym 5cf{5nemannifci^en Cl^eatet oetl^eura'
tl^ete ftd) Qerr Ktrcf{t{off mit einer perfon ans ^annooet.
Unterbeffen ^a% Sd^önemann in Sraufd)cpeig^ Qam*
bürg unb ber0rten fpielte, tz>ar bieZteuberinn suCeipjtg.
, Qier gieng £)err K(o^fcf{ von it^r, unb porie^t andt gans
pom (El^eoter ab*
3e^t fpielte bie Xlenbmnn 5U Ceipsig bas erflemal
ben jungen (Belet^rteU; ein Cuflfpiel pon (Bottl^. £pt{r«
Ceffing, einem IHanne; ber burd? feine Derbienjie um
unfer Cl^eater aQein unjierblid) n>öre, menn er nid^t aucf{
fo oiele anbre ^nfpräctfe auf Unflerblid^Ieit tjätte« ZHit
einer innigen Kenntnig ber ZTlenfcften, I)at er inetft auf
unfrer Sutane ben fd)arffinnigflen 0bferpation5geijl per«
bnnben, Bey aDer ungestpungenen Simpttcitdt feiner Cnt«
n>ürfe, ftnb feine Situationen fo ansiel^enb, ba% fle ben Cefer
unb ben ^ul^drer g(eid{ I^inreigen» 31{m traben n>ir bie
ädtte !omifd)e Sprad^e 5U bauten« Ztatürlid^ unb bemtod}
gen>äl{lt, familiär unb bennod{ n>i^ig, fdmigt nnb bennod)
gefd^meibig; Itcd fein Sialog alle bie pomel^mjien (Eigen«
fd^aften bes bramatifd^en Stils, unb erl^dlt augerbem nod^
burdi bie müljjamfle 5^il^ ^in^ elegante Xtettigfeit. — [^29]
7>en jungen (Belel^rten fpielte in feiner Zteut^eit J^err XDolf«
ram mit allen bem pebantismus unb ber inbipibueüen
Sesiel^ung auf Ceipjig, bie 5U feinem (CE^arafter gel^ören* —
Znü bem Untergange ber Zteuberinn ift biefes fd)öne Stücf
andi pon unfern Sül^nen perfd^tpunben, auger, ba% man
es in XDien ein ober smeymal aufgefül^rt t{at
Diefem erjten Perf ud^e, meld^er Cef fingen anlünbigte;
fommt bey n>eitem nidjt bey bos Ztadjfpiel: Samon, ober
bie 5reunbf djaf t, »eldjes in einer SjamburgifdienlDodien«
fd^rift, bie Ermunterungen, erfd^ien, an benen er ba*
mals einige Seit, nebfl Stxdts unb ZITylius, ^ntl^eil nat^m.
— €r Ijatte bereits an einem (Crauerfpiele, gereijt burdj
- 83 -
bie Zleubcrifdje Sül^nc, angefangen unb es fafi PoHenbet. 1 747.
TUUin et pernid)tete es, als er trotte, bag Kod) bie Zlen*
berinn oerlaffen n>o0te.
3oIj» €1. 5 dl leg el, ber nun als profeffor nadj
Sdnnemarf gefontmen n>ar, iiatte aucf{ bal(xn bie Ciebe suber
Bütjne feines Paterlanbs mitgenommen, unb gab 5U Koppen«
I^agen eine Sammlung pon tlieatralifdjen lOerfen
t^eraus» ^ier feigen mir fein tragifdjes (Senk fdjon in
größerer Seife. 7>enn juerji gleicti fielet ber Kanut, ein
(Crauerfpiel aus [\30] ber bänifd)en (6efd}id)te, bas oor<
neljmitdi burcti bie Hofle tes Ulfo berühmt »orben, unb
bas um berfelben miHen piele PorßeDungen erlebt l(at
S^QX iji bas 5n>evte Stücf ein Cufifptel, ber (Sel^eimnig'
©olle, aber fdjon ©iel beffer als ber Hlüfftggänger. 3n«
beffen I^at man bie Waiil bes Cl^arafters getabelt, nnb
tl^n mel^r (dppifd) als (äd)er(ici^ ftnben n>oIIen. ttur in
27teberfad)fen ifi es 5un>ei(en auf bie Sül^ne gelommen*
Das britte Stücf iji basienige (Crauerfpiel, bas man '
burd)get)enbs für fein ZHeiflerflücf erfannt l(ai, bie Cro«
janerinnem Sie ^nb in Ztieberfadifen aufgefüljrt, unb
neuerlid) nod; pon ber Z)5bbe(inifd)en (5efeDfd)aft gefpielt
n>orben. Den Sefd)(ug madtte eine poetifd)e Ueberfe^ung
oon ber Cleltra bes Soptiofles, bey ber man aber bie
le^te Sianb permigt tjat. Die Porrebe I^anbelte pon einer
für bie bamaligen Seiten fel^r intereffanten UTaterie, Pon
ber XDürbe unb ber ZHajeflät bes 2lusbrucfs im (Crauer'
fpiele.
3oIj. £Ijriji. Krüger, ber jtd^ n>egen feines überaus
mäßigen (Bet|a(tes immer augerbem etn>as burd; Sd)rift'
fieQerev Perbienen mugte, gab in biefem ^ai^xe eine
Sammlung etlid^er Cuj^piele bes ZHaripau^ t^eraus, bie
unter feinen pielen Ueberfefeungen, benen man [\5\] fonji
immer bie bringenbe Xlotli anjteljt, ben Porsug befjält,
befonbers, »eil er babey immer bie gel^örige Hüd»
fid)t auf bie Sül^ne natjm, für bie er überfe^te.
6*
- 84 -
1748. 3m 3alir 1748 lieg jtdj £}err Kodj bey bem immer
sunefjmenben Perfall ber Zteuberinn von bm XOienern
antperben* allein er engagirte jtcf{ fogleid) nur für regel*
mdgige Stflcfe, ob er gleidj fonji bey ber rCeuberinn audj
in Surlesfen mitgefpielt {{atte. 31{n begleiteten bal^in
^err Qevberidj, ZITabam Eorens, (u>eldje iljrer Codjter
megen, bie pdj nadi Wien surücftoünfdjte, bie Sadte be»
trieb, für iljre perfon aber bem Cl^eater entfagte) nnb Se*
moif, €oren5. £}err Kocti I^atte audj fui^ ©or feiner Heife
von neuem get{euratt{et^ nel^mlid) eine gebome 2TlerIecf ,
(geboren 3U Eeipsig 1731.) 2ll5 nadt ber lOiener (5eu>oIinI|eit
ein Stücf 3U Koctjens Portfjeil gefpielt unb gebrucft »erben
fonte^ gab er baju eine eigne Ueberfe^ung bcs 0ebip pon
Doltaire Ijer« €r felbji »ar ®ebip, unbCI^ripiane^en»
riette Kocf{inn betrat bas^lieatex als Konfibente biefes
Crauerfpiels« £ine lange Seit befd)dfftigte fte jtd) mit ben
Soubretten, in bcncn pe n>egen ber UTannidjfaltigfeit bes
Spiels betpunbert »orben. 3" n^uern Reiten ^mb ifjr im
[\52] Komifcf{en biejenigen ZtoIIen am angemeffenflen ge«
mefen, n>elcf{e eine auffafjrenbe HTunterfeit erfobern, 3» €♦
bie eiferfüctitige Cl^efrau, ^m Cragifct^en ^at pe als
2Tlar«>oob, 21IiHu>oob, 3föbeQe (im €buarb III.) nnb pelopia
(im ^treus) piel 5cuer ge3eigt* 7Us le^tere liat pe bie
&(te genoffen, pon einem unfrer grögten Znal^Ier; Qerm
^^^fft g^tnaljlt, unb ©on einem unfrer grögten Kupfer*
Pedjer, £}errn Saufe, gepodjen 3U werben, eine &ixe,
u>eldje 3uoor nocti feine beutfdje Sijaufpielerinn genoffen
I^atte. £in (Calent, bas pe nur mit n>enigen gemein t{at,
ip ber 2InPanb, n>omit pe I^aranquiren fann, ein nü^Iid^es
Calent für eine principalinn, wüdie oft proIoge Iier3ufagen
I^at. £nblici{ fpielt pe andt bie in JTlannsperfonen Der«
Meibeten 5röu^n3tmmer.
Um einmal bie perfonen bes lüiener Cl^eaters 3U'
fammen 3U überfeljn, wxü idj Ijier biejenigen naijmliaft
mad)en, weldte £)err Kod) bafelbp oorfanb, nel^mlid?
- 85 -
Siettn Üexnliaas als pantalon, J^erm Sdjröter als £Ub» 1748.
liabev, ber aus Suglanb ^icljer gefommen voat, Qerrn
preliaufer als Siannswnv^, Qerrn H) eisfern als ^Iten,
^crrn Kurj unb feine 5tau, We J^auptmannin unb iljren
Sofyi, fyvtn J^uber; aUe biefe Ijabe idj bisljer fdjon einsein
befannt ge*[l33]madjt S^trxet waten ^a ber fogenannte
Sdjiefifdje ^HüIIer nebfi feiner 5t^öu, ber alte Quber
nnl^ feine ^frau, J^err unb Sxan Sdjuls, bie (Eltern ber
nadjmaligen berül^ten ©emoif. Karoline Sdjulsinn, unb
enblid^ eine St an Hutl), »on ber idj nodj einige XCadt*
rid^ten l^insufügen toiU. ZlTaria ^nna Jftutlj, (gebome
Viertel) roar bie Codjter eines lüadjtmeifierüeutenants.
Sie tDurbe in 3talien geboren, fam barauf mit ilyren
&tetn nadt ben Ztieberlanben, unb enblidj nadj SSIjmen.
3n Prag mibmete jte ftdj bem Cljeater, unb ^euratljete
einen gen^iffen ZtutEj, ber in ber 5oIge eine eigne (ße*
feUfdjaft Sdjaufpieler anfül^rte. Der Huljm, hen fte jldj
3U Prag ern>arb, »erurfadjte, ^a% fte nadj lüien berufen
tDurbe, wo fte gleidjen SeyfaU fanb. Va fte ber italieni*
fdjen Spradje fo gut als ber beutfdien mädjtig toar, fpielte
fte meljrentljeils in ben Surlesfen bi^ HoHe ber Kolom*
btne. Xladi bem anfange regelmäßiger Sinde übemal^m
fte audj tragifdje Hollen, unter benen iljr bie Klytemnefira,
»ermöge iljres Cemperaments, am befien gerietlj.
Sdjönemann erijielt jefet ben Qerm 3oIj. £ubn>ig
Starfe roieber, unb feine Hüdfeljr toar befto fdjäfebarer,
^a er in ber perfon fei«[H3^]ner (ßattin ein junges 5tauen*
5immer mit 3ur Süljne brad{te, rneldje ftdj balb einen un*
Dergänglidjen Huljm enoorben, unb »ornel^mtidj in ber
©eWamation große Perbienfle erlangt Itat Keine Sdiau*
fpielerinn ifi il|r Ijierinnen gleidj gefommen, als ZlTabam
fjenfel. (Db fte gleidj nie neben einanber gefpielt, fo I^aben
fte bodi in ber Kunfi 3U beflamiren große 2tet|nlidjfeit, unb
man fann sipifdjen beiben nur fo entfdjeiben, ba% HTabam
Qenfel bie Starfinn im l^eroifcljen Crauerfpiel übertreffe,
— 86 —
1748. Don i^t aber in ^er bürgerltdten (Cragö^ie unb t&liunbcn
KomSbie übertroffen n>erbe. 3oI{anna(C^rifiiane5tar'
finn (gebome (ßerl^arbt in Breslau 1732) I^eurat^ete il^ren
TXlann im fed;s5el{nten 3al{re il^rcs 2Uters, unb n>arb
früt{5eitig eine gro§e Sd^aufpielerinn. Voü innigfler £m«
pftnbung in sdrtlidien; PoQer Ztaioitdt in unfd^ulbigen
Bollen; iiat fie früt{5eitig gerül^rt unb entiüdt So oft f!e
bie leibenbe Unfcl^ulb fpielt; merben aDe ^ufd^auer bnxdi*
brungen. 3t{re erfie tpid^tige Ho0e mar Cottd^en in bm
Sdrtlidten 5d^n>eßent. Ztadimals iiat man fte als bas
3beal ber fairen, ber Cenies, ber ZITig Saren, bet Sophien
(im Siansvatet) betrad^tet. 3^6t; ba fte bie sdrtlid^en
Znütterrolen 5u befleiben angefangen, [\35] beneibet man
xl(te Ztatuv unb Kunfl in ber KapeQet, in ber Claubia
(Salotti, u. U to. 3" deinem Cl^arafter aber Ejat iljr ber
SeyfaO gans gefet^lt, n>ei( in aQen BoQen bie einftd^tspoHe
Sdjaufpielerinn t^eroorleucf^tete.
%rr Uxtdiitoff gieng x)om Cl^eater ab, nad^bem
iljm feine St an im IDodienbette geflorben »ar.
Uljlig, nadjbem er in J^amburg üiel Sdtnlben ge-
madjt Iiatte, warf fxit «ufs neue 5djud?en in bie 2lrme,
ber für iljm be3at|Ite, unb bev bem er roieberum fünf
3aEjre blieb.
Sdjönemann fieng nunmet^ro an, bie »orsüglidjfien
oon ben Sdjaufpielen, bie auf feine Süljne famen, 3U
fammeln, unb n>eil man baraus feine Waitl beurtl^eilen
fann, fo mill xdi ben 3nn^alt berfelben anseigen. Die
beiben erflen Clieile erfdjienen jefet. Der erjie fül|rte ben
Citel: 5d{aufpiele ans bem 5tan5Öfifd}en uberfe^t Die
Oorrebe ujar fatirifdj, unb Hagte über ben fdjledjten (ße«
fdjmad ber beutfdjen 3»fcftauer. Die fedjs Sdjaufpiele
Ejei§en: ®ebip »on Oottaire, ZlTaljomet Don bemfelben,
ber »ereEjlidite pEjilofopIi bes Destoudjes in Oerfen
x)on Krüger, (eine »on bm Kruger ifdjen arbeiten, bie .
€ilfertigfeit unb junger oerratt|en,) ber Spieler pon Heg«
- 87 -
natb [\56] in profa, bie (Bxaixen von Saintfoijr, Seneibe 1748.
von Cal^ufac Der stpeyte Cl^eil ifi betitelt: Sdiaufpiele,
»eld^e auf ber uon 5t. KönigL Zfia\. in preugen unb
St. QodtfärflL Surdil. 5u Sraunfcl^tpeig pripilegitten
5d}5nemannifd{en 5d{au6üt{ne aufgeffll^tt tporben. Qier
Pnbet man: 1) Ven Cib; 2) ©en polveuft; 3) ©ie
Kanbibaten, bas befie Cußfpicl pon Krüget; n>orinnen
man bie meifie Einlage in einem magren Komifer bemerlt,
weldt^es auf bem Ct^eater, auf bem es jld^ nod{ immer
bel^aixptet, ieberseit gute XUirfung getrau, unb n>eld{es
nodt mel^r unterl^alten n>urbe, n>enn ber Perfaffer bie
Kunjl auftuijören »erfianben Ejätte; 4) ©en 5alfe oon
Delisle; 5) Den Ceufel ein Sdrenl^auter, eine Heine
poffe in einem ^ft unb in Perfen »on Krüger; 6) Den
Jranjofen 5U Conbon oon SoiffY»
Xlnnmcitx entfd{Iog jld} (ßellert bereits, eine eigne
Sammlung feiner Cufifpiele I^eraussugeben. ^u§er ben
fdjon angeseigten erfdjienen jefet suerjl: J>as ®rafel,
eine ©perette nadj bem Satntfoi^, meldte pon fjerm
5Ieifcfter fomponirt morben, bas toos in ber Cotterie,
n>elc{)es ftd} unter ben (5eQertfd{en Stücfen auf bem tCI^ea'
ter megen ber beiben Ct^araftere, bes trägen 0rgon unb
bes fran38'[H37]fifdjen Simon, jeberseit am bejlen ausge^
nommen I|iat, unb bie franfe S^an, roeldje aus einer
£r5äl{lung in einem Ztad{fpiele ausgebel^nt morben.
3oEj. €L Sdjiegel fut|r gleidjf aUs in feinem ©fer
für bie beutfdje Süt|ne fort, unb gab unter bem Citel:
SevtrSge 3um bänifdjen Cljeater brey Cujifpiele Ejer-
aus, meldte fd{ä^bare Seytrdge für bas unfrige n>aren.
Denn es fianben barinnen: 1) Der Criumplj ber guten
Stanen, basjenige Cuflfpiel, meldjes bem Perfaffer ben
meifien Hul^m bradjte, unb ujorinnen (Eljarcrftere, fjanb*
lung unb ^usbrud ein Ceben i|aben, bas man bisf^er in
beutfcften Komöbien nod? nidjt gewoEjnt gemefen ujar. hin-
gegen liat man bas Urbilb ber Sitten, bie barinnen Ijerr«
— 88 —
1748. fcften, nidjt für ädtt bcutfdj erfcnnen woücn. 3n Wien,
Serlin, Hamburg, C^ipsig, — aller ©rten Ijat man es
opplaubirt; 2) J)ie ftumme Scftönlieit, in einem 2lttf«
Suge, n>eld{e unter unfern guten Ztad^fpielen einen anfet^U'
lid^en Bang bel^auptet, unb auf allen Cl^eatem gefpielt
n)irb; es iji unfre einsige gute Komöbie in Oerfen; 3) J)ie
Cangetpeile, ein aQegorifd;es Porfpiel, momit ^as Ddni*
fd^e Cl^eater eröfnet tporben mar.
[\3S] Vflylxns fd)rieb ein mujtfalifdjes 3ö>ifcf?enfpiel
für bie Zteuberinn: Ser Ku§. £s fanden [xdt Ceute, fagt
Cefftng, bie es bemunberten, n>eil eine gen>i{fe Sd^aufpiele*
rinn 5ie Sdidferinn barinnen mad{te.
1749. ^crr Kodj fonnte fidj nadj bem (ßefdjmade ber
IDiener, ber damals nod} fein Pergnügen an regelmdgigen
Stücfen finben woUie, nxdit bequemen, gab bal^er fein üor^
^abeU; bas regelmdgtge Cl^eater bafelbfi emporsubringeU;
auf, unb gieng im 3alir 1749 mit feiner frau von ba
5U Sdtonemann, n>eld{er {td{ eben bamals su (ßcttin^
gen aufl^ielt.
Pen (ßöttingen fam 5d{5nemann im Qerbfi nad^
Ceipsig» Ce^tere Stabt interefftrte i^n je^t fo fe^r, ba^
er fid} ein mncs Cl^eater bafelbfi in Quanbts Qofe auf
ber Ztifolaißrage erbaute; er n>eil{te biefe (Heine, aber
bequeme) Saline mit bem Cinna ein. £ine Uneinigfeit,
bie ^ier smifd^en il^m unb Qerrn Kod} entflanb, 50g bie
n>id{tigfien 5o(gen nadt fid;. 7üs Sd^önemann Ceipsig vcx*
Ke§, blieb Kodi surürf, unb war eine Seitlang unentf djloff en,
wol{in er pdj u>enben foHte» Unerwarteter XDeife n>arb
er 9on einigen bafigen £inn>oi|nem ermuntert eine eigne
(Cruppe 5u errid)ten. £r bewarb ^xdt wxtflxdt um bas
pri'[\39]t>ilegium, unb warb nodj in biefem 3ahre Sädi»
jtfdjer ffoffomöbiant. J>odj bie uöllige 2(usfül)rung feines
Untemeljmens fällt in bas folgenbe 3aEjr, unb ba werbe
id{ biefen principal nöl^er anseigen fönnen.
- 89 -
teip^xg gab Sdidnemann (5elegent|cit ^as benadfiatte 1749.
^aße 5U bcfudjcn; Ijicr crijielt er ^crm Ktrdjijoff n>U-
bcr, bey öcm bie £uft 3um Cijeater auf^ neue etwadit
wax. Dag er in biefem 3al|re audj 3u Breslau gefpielt,
merle idi bestoegen an, weil es bas le^temal getpefen. ^u
Breslau bebütirte bey il|m ein Ceipsiger Stubent, Ztantens
IHylius, weldjer in ber 5oIge bie Ciebijaber unb Clje»
ualiers bamaliger geilen nidjt oljne BevfaU gefpielt l(at
Kodjens Seyfpiel reiste £}errn Qeyöeridj unb bie
Sem. Corens nidjt, lüien in oerlaffen, oielmeljr ijl es
oon ber Seit an ber bejiänbige (Dxt iB^res ^ufentljalts
gemorben. Zdan mad\t in IDien einen llnterfd?ieb stbifcften
foldjen Sdjaufpielem, bie fidj nur wie auf Kapitulation
engagiren, unb benen bie an ber (Entreprife felbfi (Eljeil
neljmen, unb von ber lefetem ^rt roaren nun bie beiben
perfonen. Bemoif. Corens »erljeuratljete fidj mit J^errn
Quber^ unb erlangte als ZHabam £{uber ^en 2tamen
einer ooi^üglidjen Sdjaufpielerinn, MO] »orneljmliclj im
Cragifd^en, »orinnen jte als HTerope jefet eben fo feljr ge-
priefen wixb, als el^ebem in ben 5ärtlidjen Hollen. 3"^
rüi^renben Cujifpiel u>ünfcftt man 3Utt>eiIen ju iljrer Kunji
me^r Xtatur unb lüaljrljeit.
2)ie 2teuberinn büßte jefet, als fte ju Dresben fpielte,
bie 2)emoif. Klefelberinn ein, roeldje ftdj nodj nidjt
beym CEjeater ftjiren moHte; fjingegen befam jte ^en ob«
gebadeten ^Hylius oon Sdjönemann.
Was bie Sdjriftpeßer anbetrift, fo ujarb ber beutfdjen
Süljne burdj ben frül^seitigen Cob 3- €• 5d?legels eine
reifenbe ^ofnung entriffen. Die ®pern Ijatten, wie ge«
badjt, aufgeijört, unb nodj naAi iB^rem (£nbe unterliegen
bie bamaligen Kunftridjter nidjt ans allen Kräften als
gegen ein Ungeheuer 3u eifern. 3^"^" 5um tCrofe unter«
naijm es ber bänifdje KapeBmeijier 3- ^- Sdjeibe, bie
^Tlöglidjfeit einer bentfd^en regelmäßigen ©per 3U seigen.
— 90 —
1749. Cr Ü^ es m feiner Ci^nsiielbe, einon Scng^iritie in mer
ünj^fiqen. Cs nxbre 3» wfinfdKn, ba% bet Oerfoffer ans
onbem 2Ibftd^ten nnb mit gra§em poetifc^ Cofenlen
bannt ^e^an^en wöxt.
Der britte nn5 pierte C^eil ber Sd^onemannif 4en
Sd^anbü^e beftel^ ans Ian!er[t^y Hberfe^nngen, ne^«
Itd) 1) bes Cinna oon Corneille, 2) bes 2IIeran5er5
von Boctne, 3) bes Cimon oon DeGsIe, 4) bes Illomns
pon 5fifeGer, 5) 5er ^tntatk bnrd) IDed^felbriefe pon
Poifon, 6) 6er Hennen Pon einem Ungenannten, 7) bes
Hegnins Pon Prabon, 8) bes Cdfar pon Oottaire, 9) bes
Demotrit Pon Hegnarb 10) ber 5<imilie Pon CafidKurb,
11) ber Derflanbfnd^erinn Pon 5apart, 12) bes betrog«
nen Habu
IHe IPiener Bui^ne fteng bamols suerfl an, bie anf«
geführten St&fe 50 fammeln, nne fie nad^I^ immer ge«
tl^an ^ot 2f6er bie ZHenge pon Bndesten, meldte je^
nodi barinnen mit ben menigen regelmäßigen Sd^rnffnelen
obmecf^fett, mad}t eine 2In5eige Pon bem 3nnl)atte über«
fläfftg.
Qerr Ceffing forgte in biefem 3a^re eifrig ffir nnjre
Bü^e. Demt er^Iicf} perfertigte er fein Had^fpiel, bie
3nben, eine portrefflicf^e €^enrettung eines peracf^teten
Polfes. IDegen feines fonberboren 3nnl{alts iß es fel^r
feiten, nnb fopiel icf} meig, mtr pon Dobbelin aufgeffil^rt
morben. Xtodt n>id^er iß ber ST^eygei^, eines nnfrer
ausgeorbeiteflen C^ofterßüde, meld^es nid^t fo oft nnb
allgemein gef^nelt toirb, als es perbient €nbßd^ ^e
[^^2] id? nod^ Pon iljm eine Soxce, bie alte 3ungfer an«
5U5eigen, bie er felbfl penporfen, toeld^e aber Kod^ el)e*
bem PorgeßeUt liai.
€^rif»ob mylivLS f*rieb ein Stücf, bie 5*äfer«
infel, in brey 2(u^ügen nnb in Oerfen, meldies Cefßng
(in ber ^nsgabe ber Znyliuftfdien 5d?riften) alfo beur«
tEjeilt: „Die Heuberinn liaiie männlid^e (Einjtditen, aber in
— 91 —
einem Stüde pcrietEj fte lEjr (ßcfd)Iecftt; jte tändelte unge« 1749.
mein gern auf bem CE^eater, unb liebte Sdidferfpiele poDer
pn^; DoQer Derfleibungen, polier jeßioitdten; rounberbar
unb [d{immernb; nacft biefem Schlage ifi bie 5d)äferinfel
gemad{t, bie JT^ylius ein pfeubopafioralifd;<mufifaKfd{es
£ujl unb IDunberfptel Ijätte nennen fonnen."
Krüger gab ben smeeten Ct^eil feines ZHariioau^
I^eraus* ©ocft nodj merfwürbiger ifi fein blinber €Eje«
mann, ein Cujlfpiel in brey ^lufsügen, roeldjes in biefem
3al}re ausgearbeitet, iann in ber Sd^önemannifdien Sdtau*
bül(ne gebruA, aber erfi 1757 von ber Sdjönemannifcften
(ßefeOfdiaft aufgefü(;rt morben, nad^bem es poriger fdion
fafi alle beutfd{e Cruppen gefpielt I^atten. J>as S^en*
mäfycdicn, roeldies babey 5um (ßrunbe liegt, ifi bas erfie,
ipeld^es ein beutfd^er Oerfaffer jum Stoffe [\^S] eines tnp
fpiels gemäl^It l^at Vodt bergteidien £rftnbungen fd{einen
jtdj beffer 3u Ztadjfpielen unb ©peretten, beffer ju fomi*
fd{en, als 5u rül^renben Situationen in fd{icfen. £inige
Scenen biefes Stücfs erfoberten eine eble unb pat{)etifd{e
Spradje, unb l^ierinnen war Krüger nidjt gro§; in ^en
fomifcften Hollen Ijingegen fdiimmern »iele lebt^afte unb
feine ^üge» Uebrigens liat Krüger audj juerfi ^en Krif pin
ins beutfd^e Cuftfpiel gebradjt. 1750.
3mmer meljr ndl^erte ftdj bie Zteuberinn it^rem
Untergange. 3nbeffen pnb unter ^en Sdjaufpielern, weldje
fie bamals nodj annaljm, swey, bie pdj einen Ztamen er-
worben Ijaben. fjerr (Elirijiian lüitttiöfft (geboren 3U
£eip3ig 1729) bebütirte 1750 $u g^rbfi bey «ir, unb iiat
nadjljer bie ^wfdiauer in ^en gemäßigten fomifdjen Se-
bienten unb poltridjten eilten oergnügt. Die Sansfacon,
bie einfältigen, (3. €. ber eine ZTIenedjme in Segnarb) bie
Sauren gelingen iljm x)or3ÜgIidj. 2)er anbre mar Karl
Cl^eoptiilus Döbbelin, geboren 3U Serlin 1720, ein
2JTann oon befonbern Sdjicffalen. €r ^atte im grauen
Klofier bafelbf) feine Sd^uljalire 3ugebrad}t, warb aus ber
— 92 —
1 750. Sd^ttle unter b'ie Solboten genommen^ nadköem er aber md)t
fo felp^ tDud^S; als man [m] gel^fft I^atte^ n>te5er losge«
laffen, feierte branf ms (Symnaflnm 5urüd; gteng nad>
Jranffurt an bev (Dbet, um bie Hed^te 30 finbteren, bann
nadt ^aüe, unb enbltd^ megen eines ent^anbnen grogen
(Cumultes nad? Cetpsig. 3e^ bebüttrte er ju S^^ft "lit
bem (Cmna; unb ijl nad^get^enbs ein braud)6arer tragifd^er
Sd^aufpieler gemorben, ber nodj braud^barer feyn mürbe,
wenn er ntd)t 3un>ei(en in ein aOsn großes £mportement
perfiele. — Salb nadj feiner 2fufnat{me bey bem (El^eatec
peri^euraif^ete er ftd) mit einem 5tauen5immer ans Ceipsig,
einer gebomen 5d?ul$inn. Diefe feine erfle Jrau befaf,
burdj eine oortreff lidje €r5iet{ung gebilbet, fe^r piel Sprad?»
fenntni§ unb Cefture, unb xl^ natürlid? fanfter (Eljarafter
unterßü^te fte in Hollen; n>ie ^aire.
Su Serbfi fd^eiterte enblid^ bas (Slüd ber 2teuberinn
gan3. Von nun an brad?te fte i^r Ceben in Kummer unb
&enb 3u. Sie mugte t^erumfd^rodrmen; unb aus einer
großen principalinn, — - bie ein befferes Sdixd^al oerbient
llätte, — eine Subenfomöbiantin merben. — IDoIfram
gieng 3U Sdindt, unb n>ie man aus ber 5oIge fetten
wirb, fur3 barauf ju Kodj. Suppig flarb, el^e nod? bie
Zteuberinn Seth\i oerlieg.
[\^5] Dieberidj in 3>an3ig fonnte burdj md{ts ab*
gefdjrecft »erben, aufs neue eine (ßefeUfdjaft 3U fammeln.
^us Huglanb n>aren Qerr 2(cfermann, meld^er unterbefjen
bieSdjröberinn gel^euratEjet Blatte, unb £}errSdir5ter3u
iljm 3urücfgefe^rt. Jemer entfdjiog ftdj ©emoif. Klef elbe«
rinn mieber aufs Cl^eater unb I|ie^er 3U geEjn. Sie begleitete
J^err Klofefdj, ber feit 1747 au§er bem Cljeater gelebt
Itaite, unb nadj iljrer ^nfunft 3U J>ani\Q »erEjeuratljeten
pe fidj mit einanber. €nblidi bebütirte bev 2)ieberidj
aud? eine ^nfangerinn, bie fünftig unter bem Ztamen
ZteuEjofinn als ZlTeiperinn erfd^einen n>irb. 2lu5 einer
tEjeatralifdjen Familie entfproffen (eine (Eodjter Karl
— 93 —
5erbinanb €Unbfot|n5, geboren 3U Dansig 1 733), marb jte 1750.
jefet burd? einen getoiffen Sretting (ffarlefin) unb burdj
eine gemiffe fjafünn (Kolombine) 5um CI|eater gebradjt;
aber nocft gab fie feine ffojfnung, ^as 3u werben, was
fte geworben ifi.
ZtadjbemBoroff ini unbSellier 5utt>ien abgegangen
waren, übemal^m bie 3mprefa ber Kolonel Saron t>on
Coprefit. £r befam bie frlaubnig, gegen ^as (Enbe biefes
3aljre5, bas £joftI|eater in ^en Stari^ 3u fefeen, wie es
iefeo \% unb birigirte, gleicft feinen Oorgän'[H^6]gern,
beibe ias beutfd^e unb italienifcfte (EI|eater.
Scftönemann befudjte biefes 3aljr bie Ceipjiger Zteu-
jat^rsmeffe, Dorneljmlidj in ber 2(bjtdjt, ficft mit fferrn
Kodj 511 oerföt^nen, unb xtin ju bereben, ^a% er oon
feinem neuen pripilegio feinen (ßebraudj machte, ^ber
biefe Semüljungen waren vergebens. — Su Ceipjig
bebütirte bey Sdjönemann ein Sdjaufpieler, ben id? nidjt
mit StiUfdjweigen überget|en barf, nel^mlid] fferr ZHartini,
eines Sudjijänblers Sol^n aus Ceipsig. €r ijl ein braud?»
barer Sdjaufpieler in ben brofligten 2Hten unb Säuern
geworben, unb t^at große praftifd^e Kenntniffe bes ©jeaters
erlangt — Sonfi fat|en biesmal bie Ceipsiger ben fd)on
angeseigten Ceufel ift los jum erflenmale, benn bamit
fd|Io§ Sdjönemann feine PorfleHungen ben 26Pen 3enner.
€r eilte nun nadj Sraunfdjweig. ^ber Ijier Ijatte inbeffen
ßerr 2ticolini als ZlTaitre bes plaiftrs bas Direftorium
über aBe Sdjaufpiele ert|alten, unb wollte neben feinem
eignen Ct|eater niemanben bulben, als ber jtdj bie (Er-
laubnis x)on il|m erfaufte. (Db jtdj gleid^ Sd?önemann
auf fein Privilegium berief, fo würben il^m bodj binnen
ad?t IDod^en, bie er 3U Sraunfdjweig blieb, nur M7]
fünf PorfieHungen gemattet. IDeil er bahey großen Per«
lujl erlitt, unb fidj bodj Xticolinis lüiUfüljr nidjt unter«
werfen wollte, begab er pdj, von Sraunfdjweig gleidj«
fam verbannt, ben 26jien Ulet^ nadj ZlTagbeburg, nur
— 94 —
1750. um Cctpstg näitet 3U ^cyn, unft nidjt audj biefcs 3U oer«
Heren* €tnige feiner 5reunbe madjten iljm fjojfnung,
iEjm, uneraditet Öes Kodjifrfien prioilegiumS; eine Special-
erlaubnig 3tt perfdjaffen. €r Heg feine (5efeIIfd)aft pom
l^ten bis jum 25j}en 2(pril su 2T{agbeburg fpielen, urib
reijle inbeffen nadi Bresben, um, n)0 mSglidj, feinen
neuen Ztebenbuljler nodj 3U bejtegen» 2tber aUe feine
Semfil{ungen n>aren vergebens. 3n ZITagbeburg n>ar
audj ber lefete (Dxt, wo er bas preufftfdje pripilegium
genog; bas nadjbem Sdjucften 5U Ctjeil n>arb* — (5Ieidj
nacf} ber legten Porfieüung lieg er bie (SefeOfd^aft bes
Ztadjts abreifen, um in Ceipsig gleidjfam einen UeberfaQ
ju magen. €r fam ben 27pen ^pril an, unb I|atte nun
5n>ar ein Qaus, aber nidtit bie £rlaubnig 3U fpielen. Va
£}err Kodj nodj feine (SefeUfcftaft bevfammen Ijatte, fo
Iie§ er ftcft billig finben, uergönnte it^m bie ©jiermeffe,
unb nadi berfelben nod; fed^s PorfieQungen* Ztun u:>ar
er andi in (£t{urfad;fen bas le^temal gemefen, er fud{te
[\^S] HTeHenburg toieber, unb ert^ielt oon bem regieren«
ben fjersog, <Cl|rijHan Cubrnig, bie €rlaubni§, 3U Soflod
3U fpielen» 2)er Qex^og fam felbji baljin, unb Ijier fiengen
ftdi bie Untertjanblungen n>egen eines bejlanbigen £ngage«
mens am HTecflenburgifdjen fjofe an. Dorfi audj 3U
Sojiocf u>ar ber 2lufentljalt fui^, unb feine (SefeUfd^aft
Ijatte in biefem 3aljre nodj mand)e Heife 3U tt|un. Oon
Hoftod gieng jte nadj Stralfunb, x)on Stralfunb nadj
£{amburg. Tüs jefet (5eorg n. feine beutfdjen Staaten
befudjte, mußte fie ben König auf fein 3agbfd^Io§ (5örbe
unn>eit Cüneburg begleiten, unb bafelbjl, fo lange bie
parforcejagb bauerte, aUe (Eage »or bem König fpielen.
Den 5ten ©ftober fam jte nadj Sdjmerin, unb enbtid^
ben 7ten nadj Sdjiesmig, n>o fxe ben IDinter über t>er«
»eilte, bodi fo, ba% pe ^nweilen mit Cübed abwedjfelte.
Zladi bem ^ufentljalt 3U (BSrbe naijm fjerr (Erler feinen
2lbfdjieb unb etablirte fidj 3U Cüneburg als (Ean3meifter,
— 95 —
ix>o et nocft lebt. — Ztadjbcm Krüger nodi bie erjie Vox' 1 750.
jleHung feines fjersog ZTIidjels (eines Meinen Xtacftfpiels
nacft ber befannten £r3äl{lung »on Sdjiegel) ften ^9^^"
3enner erlebt Blatte, jiarb er 5en 27jlen 2lugujl 3U ^am«
bürg an fter fjeftif.
[^^9] ®*^ ZXeuberinn Derbarb, Sdjönentann roar in
Sojlod; jefet roagte es ^err Kod? mit gludlidjer Küljnljeit,
ber ^nfüljrer einer neuen (5efeIIfcftaft 3U »erben. Die
Sfonomifdje Klugtieit, bie er von Ztatnt befifet, toax ein
oorjüglidjer Seruf 3U biefem befdjix>erlidjen ^mte. 5lber
andi nod{ anbre gute €igenfci}aften macf^en il^n ba3u
tfid^tig; eine ttust|arrenbe €ntfd)IoffenIjeit, um aUe bie
un3ät{(igen ^inbemiffe, bie einem beutfdjen principale
aufflogen, umoerbroffen 3U überfteigen, (Einftd^t in ber
VOäüil ber 5d{aufpie(er; SM% unb jreygebigfeit bey ber
Silbung junger Ceute, <£ifer nad? I{öl{erer PoIIfommen'
^eit; Strenge in (Ert|a(tung guter 0rbnung unb guter
Sxücnf Siegfamfeit, um alles 3U »erfudjen, Sorgfalt für
^en äuffem IDoI^Iftanb ber Süljne, Def oration, (ßarberobbe
u. f. n>. Znit einem IDorte, er t{at aQes angemanbt; um
bas C{)eater auf einen ftei|enben Jug 3U bringen, unb
alle pflidjten eines principals mit IDeisIjeit, €mjtgfeit
unb Heblidjfeit erfüllt. — Der Zteuberinn geljörte nodj
basCI^eater auf bem Slumenberge; Sdjönemann befa§
nodt bas in Quanbts fjofe. — ^err Kodj, um nidjt all3u
große Kojien auf3un>enben; \ali fid? genötljigt, feine SüEjne
oors erjle unter freiem [\50] Qimmel, im €nodj'Sid?teri'
feilen Kaffeegarten au^ufdjlagen. (£r mad^te feinen An-
fang bafelbft ben 6ten 3ulius mit ber milben 3nfel bes
Saintfoif, unb bem ^arlefin £{u0a t>on Domenique unb
Hamanegft. Vodt bereits nadj brey ZHonaten naijm er
bas ZXeuberifdje Cljeater auf bem Blumenberge ein.
£in größerer 2T{angeI als bas Ct^eater n>aren anfangs
bie »enigen tüd^tigen Sdjaufpieler, bie er 3ufammen brin-
gen fonnte. Datier mußte er »or ber ^anb fafi nur
- 96 -
1750. Stücfc im italienifd{en (Scfd{mad geben. Vodi lamen
aud} nodi in biefem 3a^re 5d)aufpiele, wie bie TXlännex'
[d^ule, bcr blinbe &iemann, bet vetliemaünete pl^ilofopl^,
bet Unentfd^Iüfftge, Demoftit, bet 7Xli\anttop, bex <Braf
<£f[e^, Xlfldb(omei auf bie Bül^ne.
©ncr oon Kodjs aUererflen Sdioufpielent war ein
2T{ann, beffen Harne bisl^et nod{ nid{t genannt tDorben^
^err Ceppert — Ceppert, geboren 5U Ceipsig, berSoEjn
eines baftgen Hatl^S'Sal^factors, mar erjUidf Cäufer bey
5em (ßrafen 5d;mettau (ber bamals nod} als Baron in
£eip3ig jiubirte), bann Hofnarr 2(ugu{l bes smevten, nadj
beffen Cobe lujHger Sattj bey bem (Brafen Brüt{I, auf
beffen prioattljeater er jtcft fcfton öfters in HoQen [\5\]
geübt t^atte. 5d;on feine überaus Heine Statur gefiattete
il^m nur fomifdie HoOen, aber ein unmägiger £{ang 5U
Uebertreibungen unb e^temporirten ^ufd^en mad^te iitn
andi Ijier nur 3U KarrifaturroUen, 3. €. sunt Sourgignon
bes ZITaripau^; tüditig. Sie Idcf)erlicf)jle Parobie n>ar es,
wenn er ben fiffej ober äljnlicfte Sollen fpielte»
Pon Kodjs erjien Sd?aufpie(erinnen merle idj eine
gewiffe Sdjumannin an, roelcfte bie Betfcftu>ejler unb
bergteidien (CfjarcAere [ei|r gut fpielte unb eine bxarxdi*
boxe 2lftrice Itätte werben fönnen, wenn jte pdj nicftt
felbp »ernad^Iäffigt I{ätte. (Sie lebt nodi, unb ijl neuer«
lieft mit 2lbbt fterumgesogen.) Oon fcfton befannten per-
fonen waren 2lntufcft unb feine St an be\ Kodj.
Oon biefem 3aijre ftabe idt eine oortrefflicfte Be»
reicfterung unfers Cfteaters, neftmlicf) Ceffings ZHobernifi«
rung t>on bem Crinummius bes plautus, unter bem Citel:
ber Scftafe, ansumerfen» So feftr es ber Cefer aucft x)on
ber Seite bewunbert, ba% es oftne alle weiblid^e HoUen
ausgearbeitet iß, fo liat es bocft eben beswegen auf ben
nieberfädjjtfdien Süftnen feinen großen Bevfall finben
wollen. - €inen Weinen Anfang madjte eben biefer große
[H52] 2JIann bereits jefet, fidj ber bramatifcften Kritif an*
_ 97 —
junelimen* €r fammelte neljmKd?, in (ScfeUfdjaft pon 1750.
ZITvIius, bic Sevträge jur ^lufnaEjme unb ^ijlorie
bes (Cl^eaters, tDcId{e 3U Stutgar b itetatisfamen, ntib
fdion mit bcm otertcn Stüde »iebcr aufijörtcn» ©icfe
oier Stücfe aber cntt|altcn: €incn feEjr überfllüfjtgen
un& feierten beweis, ba§ bie Sdjaufpielfunji eine frcye
Kunfi fcV/ oon HTyHus nacli lüolfifdjer ZlTetbobe gcfüt|rt;
2) ©ne ausfülirlidje Ccbensbcfdjrcibung bcs plautus;
5) CornciUens ^blianblung x)on bem Ztu^en unb bcn
C({etlen ber bramatifd^en (Sebidite; ^) 2?oItairens Sc'
trad{tungen über bie (Crauerfpiele unb Komobicn ber (Eng«
lönber; 5) (Ei^eatralifd^e Ztcuigfeiten ans paris; 6) Zladt^
riditen oom franjöjtfdjen unb ©perntt^eater 3U Berlin;
7) £ine Ueberfe^ung pon ben (5efangenen bes plautus;
8) (EorneiBens ^bt^anblung x)om Crauerfpiel; 9) ®"^
unbebeutenbe Unterfud^ung t>on Xfiylins, ob man im £ujl»
fpiel bie (Et^araftere übertreiben foUe; HO) Sefcf^reibung
bes Ceipsiger ©perntljeaters; \\) Die Ktitia bes TXlacciixavell
Don HTylius überfefet; ^2) (Eine Kriti! über bie (ßefange*
wen bes plautus; H3) IDerenfetfens Hebe sur Oertljeibi*
gung ber Sdjaufpiele, aus bem Cateinifdjen überfefet; [\53]
\^) Hiccobonis Art du Theatre; ^5) (Corneillens ^hltanb'
lung über bie brey (Einljeiten; \6) Ztadjridjt »om (Dpetn^
tljeater 5u Stutgarb; ^7) Sefdjreibung eines ^rcyberger
5d{ulbramas.
S. (ß. Straube wäx jefet immer nur nodj Ueber«
fefeer unb befdjenfte — ober oielmeljr befdjimpfte unfer
Oieater mit einer oerjtftcirten Ueberfefeung ber Zt an ine.
— XÜdit genug, ba^ Krügers Cob bas gegenmärtige
3aljr traurig madjt, aud? an Sd? leg eis Oerlufi merben
u>ir burdj feine Ueberfefeung bes Saintfoif erinnert,
u>eld?e erfl nadj feinem Cobe 5U Ceipsig i|erausfam* 1751.
3m 3aljr 1751 famen Sdjönemanns Craftaten mit
bem fjersog x)on ZHeflenburg sujianbe. 2)iefer liatte in
Hofiocf einen gerdumlid^en Komobienfaal unb barüber nod;
- 98 -
1751. einen prädjtigem Scbouten unb Koncertfaal bauen laffcn.
7>as Cfjeater nai^m bie 5i?5nemannifd?e (BefeQfdiaft ben
Uten 2Xiay, nadt ^«f 2ln!unft von tübed, in Sepfe, unb
weilitc CS mit Sdtiegels (Se^eimnigpoUen nvb Ho(ls gc
lerntet Ciebe ein. 3n bem Kontrafte mit bem Qofe ^atte
ftcft Scftcnemann ausbebungen, bie pter Sommermonate
3U einer Heife nad? Hamburg frey 3U bet^alten. 3n biefem
3at|re aber blieb bie [\5^] (BefeUfd?aft nur x)om 2ten 2(uguP
bis 3um 3ten ©ftober 3U Hamburg, ^a jte tx>ieber an ben
5d?u>erinifd?en J^of 3urücf feli^rte. Die €rbprince(finn oon
5d?u>ertn unb bie princeffinn llirifa Ijegten eine große Ciebe
für bie Süljne unb natjmen jtd? iljrer augerorbentlidj an.
3ljre (£infid)ten trugen t>iel3ur Bilbung ber Sdjönemannif d^en
Scftaufpieler bey.
£}err Kocft fpielte nunmeljr fdjon auf bem eljemaligen
5d)önemanni[cben Ctjeater in Quanbts £}ofe unb ent3og
ber Scftucftifcften (ßefellfdjaft, als pe biefes '^iaiit in einer
53ube oor bem (Brimmifdjen Cl:|ore fpielte, bie £}errn
lüolfram unb Srud. Pon ber Zteuberinn giengen
bie £jerm Xfiylins unb IDittljofft 3U üjm über. 5cmer
oermet|rte er feine (SefeUfdjaft burcft 2Tlabam£iartmann in
unb il^re S!od?ter; aus Sonbersl^aufen gebürtig. Ce^tere
»ar bamals etwa Dier3eljn 3^^^ <*J^ »"^ fpielte bie Cieb*
Ijaberinnen mit oieler Cebl^aftigfeit unb 2ln!age, nur bie
Ben>egung ber 2lrme ausgenommen. Sie roürbe pielleid^t
eine gute Scftaufpielerinn gemorben fe^n, wenn fle nidjt
ein frül:|3eitiger Cob roeggerafft Ii^ätte. 3^^^^ HTutter ftieg
nie über bie 2TlitteImä6igfeit unb mar ^ödjjiens in ben
gani affeftirten llTüttern [\55] leiblidj. — ZlTabam 2ln tuf di
jiarb bey biefer (SefeUfd^aft, nnb Qerr ^ntuf d} oerEjeuratI:|ete
pdj oon neuem mit einer gebornen Ceip3igerinn, bie aber
nie einen großen 2lu(;m auf bem (El^eater erlangt l|at.
Die erjle Heife, roeldje bie Koi?ifd?e (ßefeUfdjaft t^at,
gefd?alj im 2lprU biefes 3öI?J^«5 nadj tDittenberg, roo pe
ben 50ßen mit bem Demetrius, einem aus ber 0per bes
— 99 —
JJTetafialto gesogenen Crauerfpiele, tl|ire üorjleOungen an* 1751.
fleng. ©rauf fpielte fte abix>edjfeln& ju Zittau, Pforten,
(5era nnb Sexb%
Unter Coprejlis Direction mürben btes 3al^r 3U IDien
feBjr piele aufgenommen: 3of. 5er b. ZTIüIIer, beffen tdj
fcfton einigemal als principal gebadjt l(ahe, unb ber nun
Ejier ben Scapin fpielte; ^riebridj IDill^elm (Elenbfo^U;
ber ^en pantalon madjte, nebji feiner 5rau ZlTonicfe,
einer Scftwefter oon Kurs, bie fdjon als Demoif. Kurs
1 742 einmal aufs Cl^eater gefommen mar, unb im Komifd^en
^twas geleitet I|aben foU; frans albert Defraine, ^^^
einige ^eit in Srünn principal gemefen, Solin eines
Sayrifcften ©fftciers, nebji feiner 5rau; Ctjerefia Pet«
fd^elin, 5rau eines Znat^Iers, unb Katl^arinaZneverinn,
[^56] eine geborne IDienerin, bie suoor beym italienifdien
CE^eater gemefen mar.
(Bellert trat feine profeffur mit einem Programm an,
bas befio eljer Ejietjer get^ört, ba bie ZHaterie beffelben in
Clieorie unb präzis in Deutfdjianb nodj menig bearbeitet
mar; es I^anbelte de comoedia commoueote, unb ift boppelt
ins ©eutfdje überfefet morben.
3o^ann friebridj »on Cronegf, ein 2tnfpadjifdjer
£be(mann, jiubierte um biefe Seit ^n Ceipsig, nn^ marb
burd{ (ßeOerts Unterrid^t unb bie Kod^ifdjen PorjleUungen
gereist, ein ttjeatralifcber Sidjter in merben. Bereits in
Ceipsig entmarf er ben plan su einem Cujlfpiele, ber ZJIis*
vergnügte mit ftd} felbft.
2)er aüererfie Derfudj besJ^ermlDeifTe: bie2TIatrone
SU €pEjes, ein Cujifpiel in einem 2lufsuge unb in Oerfen,
meld)es ber Perfaffer fd^on auf ber 5d?ule gefdjrieben,
unb ^05 miber feinen lOillen auf bas Sd^udjifdje Ct^eater
gefommen mar, marb jefet auf bie Kod^ifdje Büljne ge*
hxaditf unb mirb nun aOentl^alben gefpielt.
3m 3ö^t ^752 gab Coprefti su IDien bie Unter« 17 52.
nel^mung mieber auf. Zinn miberrief bie Kavferimt aUe
— lOO —
1752. vorigen pxwiUgia, bod} fo, ba§ bie bistterigen Untemet^mer
fd}abIos [\57] getrauen wnxben, unb übergab bem bafigen
Znagtfbrate bie 2(uf{td}t über bte Sd^aubüt^ne. Z>tefer er-
tx>ät{Ite eigne Commiffairs, fte 5U beforgen, unter -benen
Ceopolb pon (Stielen ber t>omet}mfie tx>ar. Z>te Oberauf^
fid}t pon Seiten bes Qofs befamen, bte (Srafen fflerl^asi
unb Durasso. ^ugleid} tpurbe eine anfet^nüd^e Summe
angenoiefeu; um bie pxadit bey ben Sdian\pielen in be-
flreiteu; aud} mad^te fid} ber Qof ant}eifd)ig^ ben Sd^aben,
ben bie Stabt leiben fönnte, 5U erfe^en.
5rau Zlnt^ jlarb ben Uten 2lugufl biefes '^aiivs.
fytxn Qubers ZTIutter, bie Qauptmannin, tarn 5um
Smeytenmal 5um XPiener Cl^eater»
Qerr Kod) befam je^t anfel^nlid^e Perfldrfungen. Z>ie
et^emalige Z>em. Klef elberinn, je^igeZTIabamKIo^fd};
tarn nebß it|rem JTlanne von Dansig 5U it^m. Kurs k^^*
nad} andt Qerr Sd}ubertt} nebfi JTlabam Steinbred^er
unb U^rer Cod}ter, bie mdi^renb ber Seit groge progreffen
in U^rer Kunfl gemad)t l^atte. Dagegen banfte er im
September Qerrn teppett unb Qerrn 2(ntufd} nebfi
feinet 5 tau ab. Z)ie beiben legten giengen nad) Dansig,
unb von ba in bet 5oIge 5U Qettn ^detmann.
[\58] 3n biefes 3ölit fällt bet2(nfang einesJTlanneS; bet
je^t untet bie betüE^mten Sd^aufpielet gel^ott. Qett 3ot}.
(Sottftieb Btüdnet, bet Sol^n eines ptebigets su Vame
(geboren 3U 31ntersborf 1730), n>ar 3U Cude auf ber
baftgen Sd^ule ersogen nootben unb vooüte ftd? ben Stubien
toibmen. <lbex auf ^Ibratt^en bet Seinigen t>etlieg et
biefen Potfa^ unb etletnte su SetUn bey Häbiger unb
bann bey Vo% bie Bud^t^anblung. Qiet befam er butd}
einen oetttauten Umgang mit ben t>otnet}mflen ftansö«
ftfd}en Sd}aufpieletn, mit Ceffing unb Poltaite, Steigung sum
tEt^eatet. 2(Is et btauf je^t in bte (SIebitfd}ifd)e Qanblung
nad} Ceipsig fam unb bemetfte, n>ie piele bet Kod^ifd^en
Sd^aufpielet bas Spiel bet ^tansofen trotten, etn>ad}te
— lOI —
feine Cujl von neuem. Weil er aber 3U mel 3efd}ei5en
fjett Ijatte, um feine Kräfte fogleidj auf einem grogen
Ct|eater ju perfudien, fo gieng er im ©ftober biefes 3^^^^
vots erjle ju einem geroiffen Stade, einem ZlTanne, beffen
Hamen fonji nidjt gebadet worben wäre, ber bey Kod^en
5d)aufpieler geroefen n>ar, unb jefet in Z)resben einen
Principal Dorjletten nooKte. 2<^, Qerr Srüdner trieb feine
5d}üd}teml}eit fo n>eit, ba% er ftdi fo gar einen anbern
Hamen gab, um feinem (Slüde nidit 3U fd^aben, [\59]
wenn fein Derfud} misUngen foEte. Tlüexn unter ber (Se*
feQfd^aft eines fold^en principals fonnte er ftd} leidet aus*
nehmen, unb in ber ^^at sollten es bie ^ufd^auer nid^t
glauben, ba% er je^t erjl bas Ct^eater betreten.
Sie £ntftet|ung ber fomifd^en ®per mug man pon
gegenwärtigem 3al}re an red^nen, nnb il^re noat^re (Senea*
logie ip biefe: ^err Kodj Ijatte nodi nidjt fo piele unb
fo gute Sdiaufpieler, um ben ^ufdiauern bas TlnbenUn
an bie Heuberifd^en unb 5diönemannifd)en (SefeEfd^aften
ans bem (Sebäd^tnig 5U bringen. Z)er Qang in Sudes«
!en n>ar burd) (Sottfd^ebs Bemüt^ung erßidt, ober n>enig>
ftens fdjämte man jtdi, femer iljn gerabesu ju gejlet|en.
Hur in einer fremben Sprad^e porgetragen, fonnten jte
nod) gebulbet werben. Qerr Kod} lieg bal^er fd^on im
porigen 3<^l:iv 3nterme330s auffüE^ren, burd? weldje man
bie Sufdiauer — oft swifdjen ben 2lften eines Crauer*
fpiels — au^ul^eitem fud^te. Unb wer Ijätte nidjt audj
5wifd}en ben 2lften eines (ßottfdiebifdjen Katos bie €r«
i)ot}Iung burd) eine sema Padrona annet^men f ollen? ZTIan
benfe ftdj basu, ba% IPoIfram tragifdie gelben fpielte,
unb auf ber anbern Seite im Komifdjen ein 2(fteur wie
Srud ba war, an bem pdj bie gufdjauer nidjt fatt [\60]
feljen fonnten. Sruds ZHitfpielerinn in ben Kodjifdjen
3ntenne330s war bie ältre 2)emoif. Korntt^alinn, 3 war
eine fdiledjteSdiaufpielerinn, aber bodj eine guteSängerinn
nadt bem bamaligen mujtf alifdien (0efd)mad. J>et Cenorij!
— I02 —
1752. pt ^en 3tttemte33^ ^eg 2Cn(t4. Qerr tPeiffe, bet
batxuds iu Ceifsi^ ftnbterie, jooaxb bnrdf fddK muftfaßfd^e
^iptfd^en^iele auf 5ett (Scbonfen gebrad^t, ben Deuil to
pay 5es Koffcf fnr bte 2>eittfi2en umpiarbetteiu t>ex
Ceufel ip los fom ben 6ten (Dftober tiefes 3al{rs auf
Me Uodftfdie Buijne un5 erlitt fo augerorbentfid^en Bey«
faS, ba% halb aud) atttre Cmppen U^re ^ufd^auer bamtt
untertHtlten n>o0ten. 21Ian fnd^te von etnigen Sd^aufptelem
Partf{ien |u erl^alteti, unb bte fe[{Ien5en eifere man aus
eigner £rftnbung. Um nid^l auf bie Tixt ben Unftnn 2{n5rer
tragen su bürfen, gab ber Perfaffer viex^lun ^oütixe nad^*
liet bas Sind in Thnd. ZHe Zteul^it ber fomifd^en 0per^
bie Ctebe ber Seutfd^en 5um Ztiebrigfomifdfen, bie (Se*
fct)icfUd)feit, n>omit bie Tlxbe'ü bes £nglänbers auf beut*
fdien Soben vevp^anit n>urbe, bie Kunfi ber Sd^aufpie*
ler — (3obfen ^ecfel n>ar ^err Srucf, unb Cend^en
Semoif. 5tein6red}erinn, n>eld}e ledere fo portefflid}
fpielte, ba% ber Z)td}ter [\6\] in ber 5olge feine Stücfe
auf fie arbeitete) Qerm 5tanbfu§ens Kompofttion, aües
mu§te ba5U beytragen, bie ^ufd^auer in ent3Ü€fen. Qerr
Stanbfug, Korrepeteur bey ber (BefeEfd^aft, l^atte t>iele
mufifalifd)e Calente, befonbers sur tt^eatralifd^en Sing*
fompofttion, n>ie fein mel^rentt^eils angemeffener fomifd^er
2lusbru€f ben>eigt; aüein es mangelten U{m bie I)3t{em
Kenntniffe, bie ein dd^ter Komponifl beft^en mug, unb er
flatb 5U frut}, um ftd} biefelben 5U enterben. Salier famen
bie nid^t unbetrdd^tlid^en 5cl}ler u>iber ben reinen 5a^
in feinen Partituren, bie dngftlid^en ZTIobuIationen, bie
matten ^&%e, unb bat^er andi einigermaßen bie öftere
2(et{nlid}feit. Stätte er pon ber Harmonie (Sebraud) genug
5U mad^en gen>ugt, fo n>ürbe er ben (Dfycen bes Ciebt^abers
n>enig{lens bie le^tere su entsiel^en gen>u§t traben* Die
broüigten nnb niebrigfomifd^en 2(rien ftnb it{m beffer ge-
glücft^ als bie gefegtem unb emßt^aften. Den (Eon eines
luftigen 5d)u(}ers traf er beffer, als ben Con eines Qerrn
— I03 —
von tiebtexdt, €r war inbcffen ber erjie, ber unter bcn 1752.
Deutfd^en biefe Bal^n mit (Slücf betrat 3a>ar l^atten
fd?on oor itjm Kaifer unb ^ofmann beutfdje ®pern
fomponirt; aber it{re Std{ter noaren 5U \diUdit, unb bas
5elb ber [^62] beutfdjen Singfompojttion nodj 3u unbe«
arbeitet, als ^a% biefe etn>as Dorsüglidies I^ätten leiflen
fönnen, ob il^nen gleid} iE^re Perbienfle in ^bftd^t auf
anbre muftfalifd^e Kenntniffe nid{t absufpred^en {tnb.
€in fritifdies Ungeroitter erl|ob ftdj über biefe neue
£rfd}einung, bas uns t>on ber bamaligen tt^eatralifd^en
Krttif einen Segrif madjen fann. Die Kunjtriditer, n:>eldie
gegen bie Oper, gegen bie £nglänber, gegen ade Un»
regelmägigfeit unb gegen atten freyen Sd^ers arge Por*
urtt|eile liegten, glaubten, ber Untergang bes guten <6e«
fd^mads nali^e mit ber neuen ©perette l|eran, unb Ijielten
es für pflüd^t, Cerm 3U blafen. 5rau (5ottfd?ebinn
fdjrieb eine biblifdj n)eiffagcnbe Satire unter bem ©tel:
Der f leine propl^etoon Böt^mifdjbroba. €iner il^rer
^Inljänger gab 3100 2lnmerfungen Ii^eraus. (Bottfdjeb
fdirieb in ber fjifee feines fritifd^en (Eifers einen frati3Öft«
fdjen Srief an ben bamaligen IHaitre bes plaiprs unb
^efdiüfeer ber Kodjifdjen <5efell)djaft, Qerrn pon Diesfau,
u?orinnen er, fraft feines funftrid)terlid?en Jlmtes, fo xvo^
gegen biefe ©perette, als gegen bie 5urien in ben Dresbner
©pernballeten feli^r bittre Klagen fülirte. gu (ßottfdjebs
Ungifid cirfulirte biefer Brief balb in [\63] einer ITlenge
pon Kopien, unb bas gerabbred^te 5ran3Öftfd? bes beut*
fd^en Kun(lrid?ters n>arb aflgemein perfpottet. Zlodt mcljr,
es tarn 3it>ifdien it^m unb ben Sdjaufpielern 3ur Klage,
bodi föE^nte er ftd? mit biefen balb wieber aus» 3"3n>ifd?en
erfdjien ein poetifdjes <Etu>as, in <5eftalt einer Depife
gebrudt, roorinnen eine matte 2lnfpielung auf einen ge*
u>iffen ttamen bas 3ntereffantefie u>ar. Dies aUes waren
nur Porboten einer Sdimälifdirift pon oier unb einem
i^alben Bogen. Der Url^eber berfelben war ein gewiffer
— I04 —
1752. (nodj als fransöftfdjer ©fficier Ubenbet) fjerr Steinanev,
ber, von (Sottfd{eben anfgefyi^t, bte 5^ber ergrif* ^Eein
feine Sdjrift: Sdjreiben an ^errn K. in g. betraf nidjt
blos ben ^utot, fonbem entl^ielt aud} Stnsüglidjfeiten
gegen bie Sd^aufpieler, unb er geriett{ barüber in 7lvve%
hierauf erfd)tenen 5tx>ev Seanttportungen^ eine t>on
einem ZlTeijlerfdnger aus ber ©berpfals in Werfen, unb
eine in profa» €in Ungenannter gab ein elenbes Ding
I^eraus: poefie unb Profe sur Hettung ber £t}re bes
Ceipsiger Sdtanplai^es , ungefobert gemad^t unb 5um
T>vnd beföbert von einem ber mannid^mal sum Cogen^
mannidimal 5um parterrpöbel get^ört, unb moKte barinnen
Steinauem südjtigen. Diefe Sd^rift [\6^] roarb noieber
von einem Ungenannten unter bem Citel abgefertigt:
Profe allein roiber bie Poefie eines Unge*
nannten, im3ö^'f ^<^ berCeufel gebunben
n> a r. 3" Sraunfdjweig fam enblidi (im folgenben 3aljr)
ein 5d}reiben an ben fjerrn Director ber
CeipsigerSd^aubüt^ne I^eraus. — Z>od} bie einsige
Sd^rift, u>eld}e it^re Peranlaffung überlebt I^at, ifl bas
launigte 5d{reiben bes Ceufels an (5. Uun^-
ridjter ber Ceipsiger Sül^ne in Knittetoerfen
(audj Dom folgenben 3<ik^^)f »cldjes einige Kojlen,
anbre bem ZTIag. Steine! bevlegen. ®bgleid} bas
le^tere bie unn>ai^rfd)einlid}ere ZTIeinung x% fo ergreife
id} bod) biefe (Selegent^eit, bas 2(nbenfen eines ZTIannes
5U ert|a(ten, n>eld)er u>egen perfd^iebner anbrer arbeiten
5ur (Sefd^idite bes Kod^ifd^en O^eaters gei)5rt* £r lebte
5U Cetpsig pon feinem Permögen, unb liebte bie Sd^au«
büt^ne eben fo fet^r, als er ein Kenner bapon n>ar. £r
t^atte Qerrn Kod) geratt^en, Principal 5U roerben, nnb
it|n fo tPot}I mit Hatt{ als mit (ßelb unterflä^t. Vodt
augerbem roar er aud} nodt ber erfle, roeld^er anfteng,
freyer in überfe^en unb bie fransöpfdjen Ziebensaxten mit
gleid)geltenben beutfd^en su permed^feln. Sein (ßlüd in
— 105 —
6er <£inbilbung, ober bcr oornct|me 5djn>tegerfolin [\65] 1752.
t|at in ber tEI:|at einen originellem Z)iaIog; als t>iele unfter
fomifdjen originale. €r gab ftdj bey feinen Ueberfe^un*
gen fet^r ängßlid^e JTlüi^e unb l^ielt ftdi oft bey einem
einsigen 2(usbrud ganse Cage auf. Seine übrigen arbeiten
ftnb: bie Crauer ^es ^eauterodte^ bie ZHännerfd^uIe
bes ZTIoIiere; ber noeiblid^e Hauptmann bes Zdont*
fLemy. £r i^at aud? für bie Kod)i[d}e (BefeUfd^aft eine
groge ZHenge t>on Prologen gefdirieben.
Sev £}errn Sdjönemann ju 5dj«>erin u>arb ben
3ten 5«bruar Qerm ZTIartinis erjler bramatifdjer Per«
fud}: bie Qeurati^ burd}s Coos, in brev Tlnfingen,
auf bie Sutane gebrad^t. Ztifolini mugte bie Sdiöne«
mannifd^e ©efellfdjaft nadj Sraunfd^ioeig oerfdjreiben,
u>o pe aber nur oier XPod^en pernoeilte, n>eil pe aisbann
bem König oon €nglanb nadj (56rbe folgen mugte. 3«
biefem 3al)re fpielte fie a\xdt su (Süßrop im ZTIef Unburgi«
fdjen. Qier bebütirte bey it)r Z>em. Qe^beufdiilb, eines
Sdjwebifdjen ®f jtciers Cod^ter, aus Cieflanb gebürtig, bie
nad^t^er einige tragifd^e HoEen gut gefpielt, nie aber ftd)
oon bem ietjler ber ^ffeftation gans befreyt Ijat.
3oIiann Kuniger (ein gebomer leipziger, unb
Soljn eines Stabtfolbaten) fann oon bie-[\66]fem 3^1^^^^
unter biejenigen principale gered^net werben, bie, u>ie
Heibet^anb, um il^rer porsüglid^en €Ienbigfeit miden aus*
Suseid^nen pnb. 3" feinen iüngem 3öl?ten u>ar er ein
berüt^mter Cafd^enfpieler, £quilibrip, flarfer JTlann unb
Sat^nai^t. Drauf legte er pdi ZHarionetten 3U, unb er»
noarb pd} bamit einige taufenb CE^aler. ^ierpon faufte
er pdj bev Nürnberg (pon ba feine erfie 5rau gebürtig
war) einige Kunfifiücfe, Seine (BefeUfd^aft u>ar sumeilen
fo fiarf, ba% er mit lebenbigen perfonen aflerley 23urles*
fen fpielen tonnte. Ws er in biefem 3ö^t feine jwote
5 tau (aus Delmeni^orfi) get^euratt^et l^atte, bie jung unb
pon guter Bilbung n>ar, legte er feine ZTIarionetten gans
— io6 —
1752. bevf^ttc unb fpUIte mit (ebenbtgen Perfonen bnvlesU
unb regelmäßige Stücfe. Z>urd:} (ßlücfsfäHe befam er 5u«
noeilen gute Ceute, loor unter 7X1 a^ am Tlmbexg nnb
7X1 ab am Cücf (Qerrn tüds erfle jrau, aus (ßreifsmalbe
gebürtig) befonbers t>tel Calente seigten. XPören biefe
beiden 2(ftricen in it^ren erflen 3at{ren in einer guten
(Befeflfdjaft gekommen, fo n>ürben fte ^ierben unfrer
Sutane geworben (eyn. '^ohi. ^af.2imbexg {ans Qenne*
berg im Ctiüringifd^en), ein tEt}eatermai)ler, n>ar bev ifyn
als fomtfdier 2lfteur berüi^mt.
[\67] Zlnt eine fdjriftpeflerifdje ZHerfwürbigfeit biefes
3at|res ijl mir befannt: Sierlings Ueberfe^ung bes
gansen IHoIiere. Sie x% fo n>enig man andti ben <6ei(}
bes 2TI!oIiere barinnen noieberftnbet, nodi immer bie einsige
biefes unPerbIid?en Didjters,
1753. Vas (ßerüdjt oon Qerm Brüdners (5efdiidlicljfeit
ben>og ^errn Kodj, it^n 1753 3u oerfd^reiben. €r
bebütirte bey iljm als Sebienter im öramarbas. Seine
3tt>eYte Hotte u>ar ber ^merifaner in ber ^Isire. ^ttein
feine Calente entmidelten jtd} fo fd^nett, ba% er es balb
ben Eiexxn IDolfram unb 7Xl'^lxns, »eldje nadj ^errn
Kodj bie erflen Hotten l^atten, suportli^at, unb bereits ben
Uten ©ftober ben Perfdjwenber mad}te* <Er n>arb im
fursen in atten ben fomtfd^en Hotten groß, u>eldie ein
augerorbentlidjes 5euer, 2lnfianb unb ben Con ber feinern
IDelt erfobern. €ine geläufige Spradje, eine gute ZHobu*
latton ber Stimme, eine manntdifaltige pantomime unter»
ftüfeen üin barinnen. 3"^ Cragifdjen ftnb CyranneY unb
XPut bie Ceibenfdiaften, noeld^e er am lebi^afteften aus'
brudt. 0rosmann, 2(treus unb äl^nlid^e Hotten glänsen
burdj ifyx boppelt. XPenige Ijaranquiren mit größererSuaba.
[\6S] 3u 5tanffurtlj am Vflayn (larb Ul^Hg in feljr
fümmerlidjen Umflänben, in 2(rmutt{ nnb in Haferey,
nad^bem er einige Seit bie S^itungen bafelbfl gefd^rieben
l^atte. SuDor n:>ar er nod) in einem t^eftigen Streit mit
— 107 —
ben bajtgen Cljeologen, bcfonbers mit bem Seniot Statte, 1753.
geratt}en, toeii fte il^m bas ^benötnai^I vexweigett Ratten,
€r fefete bey btefer <5elegenl^eit btc (nun aebrudt«) Beidite
eines djr iftlid^en Komöbtanten an (5olt in Perfen auf.
Diebcridj bimittirte bic €UnbfoIjninn (nadjmalige
tteuljoffinn), unb jte begab jtdj (mit (Saxbvedtt unb
feiner 5tau) 3U ^ilperbing nadj Hußlanb. ^ier erjl
fleug fte an, ftd? aflmälig 3U bilben. €in ^err von2Xleln'
f ino (i^feiger ©brifter bev bem Sufftfd)en '^nqemenxtotps),
ein gtoger Kenner unb Ciebl^aber ber Sd^aufpielfunfi,
trug ungemein piel basu bev- <£in 2nann, ber afle oor«
SÜglidie englifd^e, fransöjtfdje unb beutfd^e Sd^aufpieler
gefeljn, ber oft sum Vergnügen unter Kapaiiers felbP eine
Sofle in jeber ber brey Spradjen gefpielt Ijatte, bem fein
Pater lanb ^en großen Sd^a ufpieler Znitreftt)fv perbanft,
eben berfelbe t|at uns audt eine ZteuI:|offtnn gefd)affen
unb baburdj feinen ITamen aui? in ber Äefdjid^te ber
beutfdjen BüE^ne unoergeglidj [\6^] gemadjt» 3«, afle
bie Hoflen, voeldie bie Jfteutiofftnn pon il|m erlernte, füljrt
fte n>eit beffer aus, als bie, ipeldje pe nadil:|er in Deutfdj«
lanb für pd? felbft ftubierte. Unter jenen ift unjlreitig bie
pE^öbra bes Hacine bie porneljmfte. Ueberli^aupt befielet
iljre Stärfe in allen t^eftigen unb mütenben Cl^arafteren.
Sie ifl gans Hofemunbe, Kleopatra u. f. n>. Sruft, Stimme,
2lu5brucf bes (5epd]ts, Steflung, aOes iji fo befdjaffen,
ba% es bie Ijöd^fle 3nupon beföbert. 3n allem aber,
n>as met^r Stubium als natürlii?e 2lnlage B^eifd^t, n>irb
fie pon anbern übertroffen, porneljmlidj in ber Deflamation,
bie bey il|r nid)t immer bie rid^tigfte ift. 5tu§er ili^rem
5aPoritfadje fpielt pe nur erträglid?, unb im Komifdjen
misfäflt pe beynat^e. 3^^^^ männlid?e Stimme B|at pe
perleitet, suipeilen aud? männlid?e Soflen, 3. €. ben ®ros«
mann, ben ^arnn>efl, ben Krifpus u. f. w,, 3U übernel^men.
3n biefem ^^hl^ entfd^log pdj %rr ^tcfermann,
principal 3U iperben. ttad^bem Dieberidj, auf beffen Un
— io8 —
1753. foflen er ftd} bisi^er €rfa^ngen erworben, in (Brnnbe
gieng, vocab er nun dffetülxdi, voas er hxsket unter dem
Zlamen eines andern getpefen nxtr. £tfer, Cinftdit unb
Klugf^t fyiben tl?n in feiner Direftion [\70] flets begleitet.
^err Sdirdter Wieb bey iljm. Sein Stieffot^n Sdjrö&er
(geboren 5» Qantburg \7^5) fteng je^ an, ftd) in Kinder«
roden 5U üben.
Qerr 5d}onemann, der ftd} diefes 3al{r 5U
Hoflocf pern>eilte, perlor Qerm ZTI a r t i n i , der ftd} 5u
Kuniger begab. Seine Sdiaufpieler errid^teten je^t
ein fei^r nü^Iid^es 3nfKtut unter einander. Sie famen
net^mlid^ an feflgefe^ten Sagen modientlid} ^ufammen,
lafen gemeinfd}aftlict), unterredeten ftd} über il{re Kunfl^
und festen Hegeln fefl, weldte jeder oussuüben fud}te.
2UIerdings ntugte dadurd) unter andern aud} das £nfemble
fel^r befödert n>erden, meldies ein unterfd^eidendes Ver-
dienfl diefer (Befeüfd^aft genoefen. Qerr pon Sonnenfels
n>in an den ZTIitgliedem derfelben und denen, die aas
diefer Sd^ule gefomnten, gen>iffe 2nafd}inalben>egungen;
etn>as Steifes im ^nfland und einen Sn>ang in (Beberden
bemerft Itaben. XPenigflens n>ird er dod} in 2(nfel)ung
£dt}ofs eine 2(usnai^me mad^en muffen.
Znit derZteuberinn n>ar es endlid^ dal{in gediet^en,
dag fte n>ieder untertl^dnig n>erden mugte, nad^dem fte
fo lange geljerrfdjt Ijatte. — Pon allen ©erlaffen, fLoii fte
nadt XD i e n , n>o fie aufgenommen n>ard und ein alle«
goxH\7 \]\dt^s Porfpiel, die ^erb^fe^er, drucfen lieg.
2(nnaSdiröterinn, die n>ir 1 726 {ennen lernen,
gieng oom Cljeater, mit ü\t ©efraine nebjl feiner
5rau, ab. 3n9l^icl?en oerlieg %rr Kur 3 IPien.
IDenig Ijaben diefes 2ofy die Tutoren geleiflet. —
5tau (Sottfdjedinn oerdeutfdjte oder verdarb pielmel{t
die Cenie der S^arx oon (5raf igny. — Qerr Pafef e gab
eine fade Ueberfefeung des gansen tEeren3 Ijeraus. —
Cronegf befdjäfftigte pdi mit einer ZTIenge oon €nt«
— 109 —
würfen, nodj unentfdilüfjtg, weldjcn er juerji atxsfüfycen 1753.
wollte. Klan ftnbet jte beYfammen in feinen IPerfen.
3clj nenne darunter nur ben franjöjtfdjen plan: Les
Defants copies, n>eil er nadj feinem Cobe von stoey anbem
Perfaffern, unter bem Citel porobie, ausgefüljrt werben.
€r fdjrieb audj jefet ein Heines Xtadifpiel, ber erjle 2lpril,
weld^es nie gebrudt werben«
3ni 3ö^J^ ^754 fpielte^err Sdjönemann suSdjwerin 1754.
unb Sojlocf. fjier pertieuratl^ete jtdj £jerr Kirdjijoff
aufs neue, mit ber oben an geseilten Demolf. ^eyben«
fdjilb. itt Hojiod bebütirte Semoif. 5 dt nli (nadj»
malige ZlTabam Böcf) aus Cauenburg gebürtig. Sie
I^at jtdj nadil^er als eine Sdjaufpielerinn oon [\72] fimpftn*
bung unb €inftct}t bewäli^rt unb in t>ielen i^eftigen HoEen,
j. €. in ber ZlTarwoob, Huljm erljalten. Sey biefer (ße-
feKfdjaft erfefete pe Subbers Perlujt in 2lnfeljung ber
Cljeoaliers, bie jte andi nodj jefeo beybeljalten, unb in
benen jte in ber ^iiat ein reidjes Spiel seigt. 3« ber
folge befam jte bie ZlTäbdjen unb bie Coquetten ber
€dB|oftnn. Pornet|mlidj bie le^tern, fo wie alle affeftirte
Z)amen gelingen it^r fet^r gut.
Qerr "Ko dt l^ielt jtd} 5 war bie meijie Seit su Ceipsig
auf, bod} war er andt einige Cage auf bem Canbtage
5U 2Utenburg.
^err Klofefdj gieng nebji feiner 5rau pon Kodjen
ab, unb nad} Berlin ^nSdtndt. hinein er jlarb bey bem
le^tem nodj in biefem ^altxe 3U Breslau, im fedjs unb
breyjtgjten feines 2(lters; er agirte nodt ^cn legten Cag
oor feinem ^"be. — 2lu§er ber JTlabam Klofefdj ge*
wann ^err Sdtndt andt f^t^r oiel anZlTabam ZHecour
(einer gebornen Preißlerinn, Bürgers Codjter aus ifranf*
fürt am TXiayn), ber 5rau bcs Balletmeijiers Couis 21Tecour,
weld^er nodj 3U Ceipsig lebt. ZHabam ZlTecour ijl eine
gan3 gute Sd^aufpielerin, bie jefet oornel:|mlidi in Soubret-
ten gelobt wirb. 3dj nenne bey biefer (ßelegenl^eit einige
— HO —
1754. an5re [^73] Vflitgliebex bev Sd^ud^ifd^n iSefettfdjaft Xlad^
bem (Eo^e der Sd; letfnerinn erzeigte U)rc Steüe b^y
^erm 5d;ud} eine Dem. Kölileriün, 6te Cod)ter eines
Sd^onfpielers, geboren 1736. 3br Pater K5l)Ier lebte
je%t nod} nnd mad^te stpeyte Ciebbaber. <£in geiptffer
Znayer, ein fel^r mittelmäßiger Zllann, mad^te alle erfle
HoOen. ^m Cranerfpiele roar er ein mSd^tiger Sdjreycr,
nnb in Reiben nnd Ciebl^abem gleid> nnerträglid}; in
inantelroUen t;ingogen, 5. £. im (Beigigen, im Cartüffe,
E^atte er n>irflid7 Porjüge.
Ztod; einmal mag id; bes Kirfd^es gebenfen, ber
1747 Dorgefommen iji, u>eil bey iljm iwey nal^ml^afte
Sd^aufpieler bebütirten. Durd? Qerm Cöi©e warb im
2lpril öiefes 3alire5 ju Dresden Demoif. 5tieöerifa
Sopljie Sparmanninn 3um Ct^eater gebrad^t. Sie
«>ar 3U ©resben 1738 geboren, unö bie Cod^ter eines
baftgen (Sen^ralfiabsmebifus. 3^^^^ €Item lebten in einer
fel^r mispergnügten £t}e, n>eld)e buxd\ groge UnglüdsfäEe
nodj mel?r oerbittert toarb. Sie fi)ieben jtd? enWidj gar,
nnb bxe lITutter begab ftdj nadj mandjerley Drangfalen
in ein Stift. Sie übergab iljre tEod?ter in il?rem 3n>oIften
3al?re einem tyranniidjen (D^eim, beffen Perfaljren il|r fo
uner»[^7^]trägl!dj fiel, ba% fte aus feinem Vtau\e entfIot|.
Sie begab ftdj unter ben Sdjuft einer meitläuftigen Der«
»anbtinn, bex 5röu eines Canöprie^ers, bxe pd? iljrer
mütterltdi annal^m. 2inein fie t>erlor bereits in ii^rem
funfseljnten 2<^l:ive biefe il?re jnjeyte ITTutter. Dem £ia%
iljres ©nfels aufs neue blosgepeflt, txnb aus 5urdjt oor
einer fjeuratl?, ju 6er er pe 5n>ingen vooHte, fagte fte ben
Cntfdjiug aufs Cljeater 3U geljen. — Sie liat pdi nad^E^er
3U unfern größten Sdiaufpielertnnen emporgefd?tt>ungen,
unb jf fet fommen iljr u>enige in 6er XDatirl^ett unb IDürbe
ber Deflamation, in ber Hecitation ber Derfe, in ber
ZHannid^faltigfeit ber maljlerifdjen (ßeflen unb im (5e-
braudj ber t|oI^Ien Cöne gletdj. 3« ben majefiätifdien
— III —
tragtfdjen Hollen, als Kleopatra, BtYP^tmnc^xaf Königtnn 1754.
in Hidjarb u* f. w. xvitb ftc am meinen bewnnbext —
Kirfdj gieng in eine Statt in tex ©bcriauftfe, wo jtdj
ein junger ZHenfdj, Zlamens ^enfel, glcid^fafls 6er Sül:|ne
tpibmete, nadjbem er eine Keine Bedienung, bie er bafelbji
befletbete, Perlaffen Ijatte* €r liat in ber iolge in ein«
fähigen unb ftd? einfältig püenben Sebienten unb in
foldjen fomifdjen Hollen gefallen, weldje eine lädjerlidje
(Sxavität erfobern.
[\75] ^err Döbbelin engagirte pdj bey Ejerrn
^ der mann, ber jtd? jefet 3u Königsberg aufljielt, Unb
fpielte bey i^m bie erjien Hotten. 2lus JTlangel tüdjtiger
Sdjaufpieler (benn auger Döbbelin unb feiner eigenen 5rau
Ijatte er niemanb, als ^errn 5di röter, Qerrn 5tn tuf dj unb
beffen 5rau, unb nodi jn^ey ober brey unnoid^tige Ceute)
füljrte er nodj I:jäujtg ejtemporirle Stücfe auf, u>03u er
einen eignen ^arlefin unb eine eigne Kolombine Ijatte.
3m HTonat 3unius biefes 3aljres warb bie Sefor*
gung ber Sdjaufpiele 3U IDien tem (5rafen T>nxa^io
allein übergeben. — Die Detfdjelin gieng n^ieber oom
Cljeater ab. Dafür feljrte ^err Kurs fdjon mieber surücf.
Seine Stärfe im Hiebrigfomifd^en verleitete ü\n, ein Heben*
bul^ler oon preljaufer 3U »erben. Tlls er einjl in einer
ejtemporirten Holle als Sernarbon too^i aufgenommen
noarb, naE^m er fogleidj ben Clieaternamen Sernarbon
an unb ujäE^lte ftdj ben Cliarafter ber mit Spifebüberey
oerbunbenen Dummljeit. 2luf biefen Cljarafter arbeitete
er, gleidj bem Stranifefy unb preB|aufer, eine HTenge
Stüde, 3. <E. Sernarbon, ber breypgjäBirige 2l3Cfdiufee,
bie eilf fleinen Cuftgeijier, ber Buben* unb IPeiberfrieg,
Bemarbon im Coflliaufe, ber ^euermebel ber Ve*[\76]
nus, Bemarbon, ber falefutifd^e (5rogmogul, unb ber*
gleidjen. 2lfle biefe Stüde ujurben ejtemporirt: HTafd^inen,
feueru>erfe, böt^mifdje Ciebdjen, Kinberpantomimen, <ßau«
cfeleyen, S^<^^^^p Soten, bies waren ungefeljr bie 3n*
— 112 —
1754. grebiensten ber Bemarbomaben, noeld^e eine Sutane ent«
noeil^ten, bie fd^on bamols ben Vovinq vox aüen anbern
I^otte, baj5 fte ntdjt tDanbitn burfte. Diefer Unftnn fanb
unglaubUdien ^eyfaU, unerad^tet 5U gletd^er ^eit ftan»
5Ö{tfct)e Sd^aufpieler bafelbß noaren. Prel^aufer fat} jtd{
genöttiigt, mit Bernarbonen gemeinfd^aftlidie Sadie 5U
mad^en; unb nun burfte fein Stüd auf biefent Ct^eater
erfdjeinen, »orinnen fte nidjt beibe glän3ten» Da falje
man 3. €. Bernarbon, bie getreue prinsefjtn pumpl^ia,
unb fjannswurjt, ber tyrannifd^e Cortar Kulifan.
• Qerr Sobmer trat jefet 3um erfienmal mit iwey
patriard^alifd^en Crauerfpielen l^erpor, bie id) blos an*
3eigen mug, n>eil er jte Crauerfpiele genannt t|at. Denn
fonjl wirb man in bem erfannten 3ofept| unb in bem
feufdjen3ofepI| feine Spur bes u>al^ren Cragif djen ftnben.
5d)on je^t erfd^ien 3U Hamburg eine Ueberfe^ung
von Qoablys argmöi^nifd^en £I{emanne; bie aber nie
oorgePeUt roorben.
[^77] (5. €. Cef fing gab 3U SerKn bie oermifdjten
Sdjriften ^es (3U £onbon im (Befängnig) perjiorbenen
JTlvHus t^erauS; n>orinnen er t>on allen bramatifdien
Sdjrtften biefes Perfaffers nidjts als bie Sdjäferinfel
aufbeli^alten ^at — 3" ^^^ vierten Cljeil oon (ß. €.
Ceffings Sd^riften erfdjienen ber junge (ßelei^rte unb
^ie 3iiben 3um erjtenmal in Drud.
€ben berfelbe fefete bie Sevträge 3ur 2(ufnal{me bes
(Eljeaters nadj einem etn^as oeränberten plane^ unter
bem Citel: tEB|eatralifd?e Sibliott|ef, gan3 aflein f ort,
unb gab nodj in biefem 3^^^^^ bie beiben erjien Stüde
^olgenbes '^niialts iietans: \) Ct^aftirons unb (ßellerts
2lbB|anbIungen 00m rüljrenben CuPfpiel; 2) Cljomfons
Ceben; 3) 2Ius3ug aus bem Sd^aufpieler bes Hemonb
beSt. 2llbin;^) 2lus3ug von einem fpanifdjen Crauer*
fpiele, Virginia; 5) teben von Destoudies;
6) €in Srief von ZHenbelsfoIjn über bas Cujtfpiel bie
- 113 —
3 üben; 7) €in meijiett^aftcr 2lnfang ctnct Detaillirung 1754.
t)on ben Crauerfpielen bes Sencfa; 8) Hiccobonis
(Bcfdjtdjtc bcr italicnifdjcn 5djaubüB|nc; 9) 2lu53ug aus
ber Sopljomsbe bcs C r i § i n o unb ber Sofemunbc bes
H u c e I a i ; J^O) Slussug aus bcr Calanbra bcs B t b i e n a.
[\78] <Z tone gl fdjricb fein Dcrjtjtcirtes Porfpiel, bic
ocrfolgtc Komöbie, unb mad^te bcn plan 3tt einem
Cujlfpiel: ber e^tiidie ZHann, ber jtd) fd^ämt es 3U [eyn.
3tn 3ölj^^ 1755 erfdjienen Sd^ilbereyen berKodji» 1755.
fdjen BüBjne, aus benen eine für Seiten, bie bie bra*
matifdje Kritif nod) fo n>enig geübt Blatten, leiblidje bra*
matifd}e Kenntnig Ijeroorleuclitet. Die Unsufriebenl^eit
über einige Urtljeile oeranlaßte eine (Segen fd)ilberung,
beren Perfaffer aber nid^t gleidje Kräfte mit feinem
(Segner t^atte. Seffer waren bie pernünftigen (Seban*
ten über ben Suftanb ber Kod^ifd^en BüE^ne. —
^err Kodj erl^ielt bie perroittmete ZlTabam Klofefdj pon
Sdindi n>ieber, ingleid^en ben SaHetmeijier ZHecour mit
feiner ifrau, bie aber nie aufs Kod^ifdje Cljeater fam,
unb tl^at im Sommer bie erjle Heife mit feiner (ßefell«
fdjaft au§erE|alb Sadjfen, nadi fjamburg; allein fdjon im
September wat er u>ieber 3u Ceipjig.
Die Zleuberinn oerlieg IPien u>ieber unb moHte
lieber Ijerumirren, als Suborbination ertragen. Sie feierte
nadj Dresben ^nxnd unb fpielte in ben umliegenben
3äbern in ben traurigPenUmjiänben. — ZHabam Kursinn
jiarb 3U IPien. hingegen n>arb 2lnton ^ren*[\79]ner,
ein geborner IPiener, für bie s^evten Ciebijaber, nebjl
feiner Stan, Cljerefe Srennerinn (einer gebornen ZlTün*
djerinn) aufgenommen.
Kuniger übergab in biefem 2<^lite feine (Befeflfdjaft
unb fein CE^eater an Qerrn ^mberg, in ber2lbftd)t, ftdi
5ur Hut^e 3U fefeen. €r faufte ftdj barauf 3U ^Itona an
unb u>onte eine tDirtljfdiaft anfangen. 5Hs bies aber
nid)t gelingen n>onte, fet^rte er nodimals 3u ben ZTIario«
8
— 114 —
1755. netten invnd, baute eine groge Bube 5U 2(Itona, unb
fd^affte jtd} enMici? andi tpteber lebendige puppen an.
Von 2(Itona aus unternat^m et Helfen ins Qolfteinifd^e^
bie ibim aber fein ganjes Vermögen perset^rten*
3n Huglanb I}euratt}ete bie (Elenbfoi^ninn einen
Sd^aufpielet, Ztamens Zteut^of, ber nad) Qilpetbings
Cobe bas pciDÜegium ert|alten I^atte.
Drey Seifen bes ^errn Sdjudj in biefem ^al^te ntu§
idl ans perfi^iebenen Urfad^en bemerfen. ^u Qalle 50g
ftdj feine (ßefeüfdjaft eine Beurtt^eilung 3U, unter bem
Citel: Kritifdie ZTad^ridit oon ber 5djud?ifdjen
5djaufpielergefenfd7aft Die Heife nad? Brunn in
Vfläiiren seige idj ber Cntfernung u>egen an. 5u €nbe
bes ^afyces xoat er 3U Breslau; Ijier bebütirte bey iii^nt
£jerr Cl^ripian [\80] (Sottlob Stepl^anie (ber ältere,
geboren 3U Breslau 1734) ber auf bem ©Ymnafto bafelbft
fiubiert Ijatte. 3d? n>erbe n>eiter unten mel^r 3U feinem
Huljme fagen formen, ba er fidj als 5d}aufpieler unb
Sd^riftfieEer befannt gemadit l^at. Uebrigens n>arb je^t
ein geroiffer Koppe bey Sdjudi ^fteur, ber fünftig unter
ben principalen porfömmt.
Sempif. Sparmanninn oerl^euratljete ftd) gegen
®Pern mit^errn fjenfel. Kirf d^ens Cruppe n>ar feljr
Hein; ber principal taugte nur 3um fjarlefin, unb nur
feiten n>arb ein regelmdgiges Stücf aufgefül^rt. Dal^er
giengen ^err unb ZlTab. fjenfel nodj im ©ecember 3u
Sdindi nadi Breslau.
2lls fjerr Jfticolai es in biefem 3alire untemal^m,
ben gan3en Suf^^^b ber fdjonen IPiffenfdiaften in Deutfdj*
lanb 3u fdjäfeen, n>ibmete er in feinem IDerfe audj einen
Brief ber Bül^ne, unb empfalil bey biefer (Selegenl^eit
uns bie Britten Ijierinnen 3U ZHuflern.
^err Ceffing fdjlog bereits feine tljeatralifdje
BibliotB^ef mit bem britten unb vierten Stüde, wo-
rinnen er folgenbes mittljeilte: \) Sübos Betradjtungen
— IIS —
über bU tE^eatraUfd^en Vot^eüanqen bet 2(Iten; 2) £tn 1755.
ditonoloqi\(iies Vcxieidini^ bet engli\dien ^xamati'
H8^]fdjen 2)id?ter; 3) 7>xy^er\s Derfudj über 5ie bra*
matifd^e poejte; ^) €nttDÜrfe ungebrucfter Cuftfpiele bes
italienifd^en Cl^eaters.
©er fünfte unb fedjjle Cl|eil oon Ceffirtgs Sdjrif*
len mu§ nidjt nur n>egen bes ^revseifls unb Sd^a^es
angeseigt n>erben, bie darinnen suerft erfdjienen, fonbern
üud) 5n>ev neuer Stücfe. Ser ZHifcgyn beftanb bamals
ttur aus einem Tttt unb seigte biefen (Et^arafter oon aUen
feinen lädjerUdjen Seiten. Serfelbe 2)idjter aber, ber uns
im £u{tfpie( fo fel^r entsücft, gab uns in feiner ZHiß Sara
Sampfon bas erfle bürgerlid^e Crauerfpiel, ^as er nur
felbp Ejat übertreffen fonnen, unb betoies, n>ie mäd)tig er
fev, burdj Situationen unb Spradje bie ^ufdjauer unb
Cefer 3U rül^ren. 2ine unfre großen unb fleinen Cruppen
fpielen 2Xli% Sata, unb fte t^ort nid}t auf 5u gefallen»
Qerr Karl 5tan3 Homanus, n>eldjer ftdj bamals
in Ceipsig auf l^ielt, entfd?Io§ pdj, für bie Kodjifdje Bül^ne
3U arbeiten, unb seigte große Calente 3u 3ntriguen(lücfen.
3efet tDurben oon il^m aus bem 2nanufcripte aufgefül^rt:
Sie unern>artete Deränberung in fünf ^lufjügen,
ein Stücf, bas er nod? nidjt brucfen laffen; 2) Sie
Brüber, eine glücflid^e Znoberniprung oon ^en 2lbelpljen
bes Cerens, [\82] bie audj auf bie IDiener Büljne ge»
htadit worben; 3) Sas tEarof, ein fleines Ztadjfpiel;
^) Sie IDedjf elf djulbner in einem ^ft; 5) SieSdjwie*
germütter in einem ^tt, bie ber Derfaffer in ber (folge
Stoar 5U brey 2(ften ausgebel^nt; aber bis je^o nod) nid^t
dffentlid} befannt gemadjt liat ^err ZHagifler Steine!
Ijatte 5U biefem leisten Stücfe eigentlidj bie erj^e 3bee ent=
worfen, unb Bomanus fül^rte jte nur aus, als fte jener
aufgab. Sie brey Sd^n^iegermütter coaren bamals 2Tlabam
Sdjumann (bie 3etfd?n>ej^er), ZHabam Klofefd? (bie
Sänfifdie), JJTabam Steinbred^er (bie Koquette)»
8*
— ii6 —
1755. HIiYnfoIt unb 5appt)irc war eine 5er frül^flen
Ztad^ai^mungen 5er 2]Iig Sara. £5 rüt^rt 90m Qerm
martini t)er unb ifl auf Derfd^iebnen Büi^nen gefpielt
worden.
1756. Ser (Cob bes ^etiogs oon mecfUnburg nöü^igte
5cf)dnemannen, beffen Canbe 3U ocriaffen unb ftd^ nad^
Hamburg unb Cfibecf 3U n>enbert. Qcrr Kird^Ijoff oer*
taufd^te bicfe (SefeDfdjaft mit ber Sd^ud^ifd^en. Seine
Stelle erfe^te 2(nton <5antner (aus IPien gebürtig), ber
5U ^^e biefes 3ai{re5 in Cübecf bebütirte. £r t^atte ftS^
fd)on el^ebem in feiner Paterflabt, bann auf oerfd^iebnen
öflerreid^ifd^en Prooinctaltt)eatem im £^emporiren ge*
[\S3]ixbt, t)atte barinnen Semarbonen feE^r gut topirt
unb n>ar je^t unter 2(nfüt)rung bes ^answnx^es (Quartal
auf ^as ZticoUnifd^e Ct^eater nadt Braunfd^meig gefommen.
£r u>ugte ftd} balb in ^as regelmäßige Sd^aufpiel fo gut
3U fdjicfen, ^a% er in empl^aften Ciebljabem nn^ in oer»
fd)iebnen Cttarafterroüen ein beliebter 2(fteur UDurbe.
3m 2tpril biefes ^ai^xes tarn 211 iß Sara suerfl auf
bie Kod^ifd^e Suf^ne, nnb 2)em. Steinbredjer erljielt
in ber Hauptrolle Beyfall. Qerr IDeiffe oerfflrjte bies
Crauerfpiel/ weil es für bie 2(uffü(|rung ein n>entg 5U
lang ift nnb ber Perfaffer bie TXlätie nid^t übemel^men
it>oIIte.
Qerr Brücf ner t^eurati^ete im 3enner bie oer»ittn>ete
2nabam Klo^fd^, et^emalige Sem. Klefelberinn. —
Tibet ber im Qerbfl ausbred^enbe Krieg oerfd^eud^te bie
tt^eatralifd^en ZHufen, unb Qerr Kod^ fabe ftd) genötl^igt,
feine <5efel(fd}aft su Ceipsig auseinanber gel^n 5U laffen.
Herr unb IHabam Brücfner begaben ftd} 5U Sd^ud;
nad} Berlin unb blieben swanjig tDod^en bey U{m. H^^^
trafen fte einen Herrn TXläxdinex als ^anptaStenx,
mdrd^ner befaß ungemein viel Calente, aber beflo weniger
[118^] Stübinm, roeld^es beflo begreiflid^er ifi, ba er ^uüor
nur ein (Solbfd^mibs (SefeQe gemefen n>ar. — Da nun
— 117 —
Srücfner aUe feine Sädiet fdjort befefet falj, fo vexqlidt 1756.
er ftdj mit Sdjud? bal^in, ba§ ZHärd^ner unb Brücfner
biefelben HoIIert «>edjfel5n>cife fpicicn foUtert, je nad^bem (te
bic Sufdjauer oon bicfem ober jenem ©erlangen würben.
Steüidt fpielte Brürf ner auf biefe ^rt eine HoHe oiermal,
elje jte an 21Iärd?ner nur einmal fam. — €ine Kleinigfeit
merfe idi Ijier an, um ein tEalent von Brücfner ansu«
Seigen, beffen id) nod^ nid^t gebadet ^dbe, net^mlid^ bas
Calent, alle Sdjaufpieler, fobalb er will, aufs genauej^e
ju fopiren. €r madjte l^ier einmal ^en Strabo im Demo*
frit, unb wer Kodjen in biefer HoUe gefeljn l\at, fonnte
nidjt genug erflaunen, sumal ^a fte außer fjerm Brücfners
SpE{Sre lag. — Heberljaupt war Sdjudjs <6efellfd?aft jefet
in siemlid? blüljenben Umjlänben. ZHabam Qenfel
fteng jtdj an burdj bie Hätlje berer fjerren 5 1 e n 3 e l
unb (bes altem) Stepiianie 5U bilben. Ce^terer war
3war bamals nodj ein feljr junger Sdjaufpieler unb in
ber ptajci nodt nxdit grog. Ztur bie einsige HoDe ^^s
lOaitwen fpielte er portrejflidi. 2lber er befaß übrigens
meljr als gemeine €injtd)ten. ZHabam fjenfel erijielt Ijier
ans inan'[\85]gel guter Sd^aufpielerinnen fel^r balb bie
wid)tig{len Hollen, unb, oon Be^falle ermuntert, tljat fie
burdj unermübeten 5l^i§ gefd^winbe Sdjritte sur Poll*
fommenl^eit. — Ser jüngere Sdjud), bamals ungefetjr
funf^el^n 3aljr alt, fieng an, fleine Holten 3U oerfudjen.
Vinb enblid} war ber größte Balletmeifler, weldjer je bey
einem beutfdjen Cljeater gewefen, Curioni, bamals
bey biefer iSefellfdjaft.
Sodj, um wieber auf ^errn K d? s auseinanber
gel^enbe Cruppe 3urücf3ufommen, fo gieng ^err 2n y l i u s
oon iB|m 3U 2lcfermann, bey bem er aud? fein teben
befd^loffen l?at. — ZHabamSteinbredjer unb iljre
C dj t e r flüd)teten 3u Sdjönemann.
Xtodt oor 2lnbrudj ^es Kriegs war ein gan3 neuer
Principal entjlanben. ^err 2) b b e l i n neljmlid? t^atte
— ii8 —
1756. ein Kapital von fed^ tanfenb (Ct)alem burd} einen (5(ücf5«
coup 3ufammengebrad}t unb borauf einen pian 5u einer
grogen Zteife burd} Seutfd)Ianb, jtanfreid), 3talien unb
£ng(anb gentad^t, um alle groge Sd^aufpieler biefer £än*
ber lennen ju lernen. €r war in ber 3bee nadj Ceipsig
gelommen, als it)n <5ottfd}eb ermunterte, Principal 5U
merben. (ßottfd{eb, ber [o wot^l u>egen bes (C e u f e I s
als andi nod) oon ^en Reiten ber ZteuBerinn t^er, [\86]
einen t^eftigen <5ron gegen Qerm Kod} t^^dte, glaubte
biefen nidjt beffer 3U fränfen, als n>enn er il^m in ber
Perfon ^es fyvxn Sdbbelin einen neuen ZTebenbutiler ent-
gegenjiente. 2luf bies ^ureben erridjtete ©öbbelin eine
Cruppe im 2lpril, unb wäiiltc oor ber tiariö €rfurt 3U
feinem Sdjauplafe. €r naE^m 3U Bresben funfseljn per«
fönen an, weldje ber 3taliener ZHor etti bafelbjl oer-
laffen I^atte. Sie erfle Porfteüung n>ar ber ®ebip ^es
Poltaire, woin bie <5arberobbe in oier unb iwaniig
Stunben fertig n>arb. ^IDerbings fann iljm ber Huljm
nidjt fireitig gemadjt werben, ^a% er, pom erfien Einfang
feiner principalfdjaft an, meiflens gefittete unb ausge«
arbeitete Stücfe, oorsüglid? aber beutfdje ©riginale gefpielt
iiat TXlan madjte in €rfurt bereits aUerley plane, iljn
auf immer bafelbfl 3U fi^iren. ^IDein ber Krieg brad? ein,
unb er roanbte ftd? mit feiner tEruppe nad? IDeimar.
3n IDeimar fameri bie fjerrn Brucf, IDittl^öfft,
nebp benen, meldte ^err Kod) 3U feine 3ntcrme330S ge«
braudjt tjatte, 3U iljm; ingleid^en 2nabam 2Tlecour,
weldte itxex bie Cene im tEeufel ifl los fpielte. ZIfleyex
nebp feiner if r a u f amen oon 5 dj u dj t^iel^er unb fpiel«
ten andt Ijier bie ^auptroHen. €nblid? l^atte Sobbelin
nodj einen gewiffen H i d? • [\87] t e r , if r a u unb C dj *
ter, worunter bie Codjter nodj bie leiblid^fle war,
anbrer unwidjtigen Ceute 3U gefdjweigen.
3u IDicn würben einige neue Sd^aufpieler aufge-
nommen, neljmlidj 3ofiann (5eorg 5 dj wag er, (geboren 3U
— 119 —
Bamberg) für bic iwe^tcn txebiidbct, (fielet jefeo 3u (ßräfe) 1756.
nebft feiner 5rau (Katl^arina, geboren suZtümberg) für
bte Soubretten, ingleid^en Qerr 5ran3 Petterlein (ge»
boren in ber ©berpfals) nebp feiner 5rau TXlaxxanc. Qin»
gegen giengen Qerr 2naYberg unb feine 5rau ab.
Krifpin als Pater, diejenige ^arce, aus weld^er
man oomel^mlid) ^as (Seme bes Qerrn Homanus be«
urtl^eUen mug, lam im 2(pril auf bie Kod^ifd^e Büt^ne,
unb l\at ftd? nad^bem auf aUe Cl^eater verbreitet
Qerr Pfeil mar ber iweyte mittelmögige Ztad^attmer
von Cefftng im bürgerlid^en (Crauerfpiel; inbem er eine
Cucie IDoobwil tjerausgab. Qerr 2(cfermann fpielte
es nodj bies 3oit^ 3^ Sansig.
Su Ceipsig erfd)ten eine Ueberfe^ung t>on Cl^omfons
Irauerfpielen mit Ceff ings Porrebe. — €ine viel fdjled?tere
oon l^oungs Crauerfpielen, gleidjf aUs in Prof a, fam 3U
Qamburg I^eraus. — 3« Berlin a>arb eine [\88] I^ödjP
mittelmSgige Ueberfe^ung bes ganscn Sestoud^es ge>
brucft. — 2lber nidjt einmal fo gut iji biejenige oon
5ontenellens Sdjaufpielen, weldje 3U Hamburg gebrudt
tDurbe.
3u Einfang ^es 3aljres 1757 erijielt Sdjönemann 1757.
einen neuen Sd^aufpieler an Qerrn 3oIjann Ctjrijlian
Branbes. €r a>ar 3U Stettin 1738 oon €Itern geboren,
n>eld}e einen ^olsl^anbel trieben. Sie Ijatten il^n in ber
öffentlidjen Sdjule bafelbjl mit gutem €rfolg unterrid^ten
(äffen, unb »outen iljn ben Stubien n>ibmen. 2lIIein fein
Pater n>arb banferott, Pür3te nadjtjer einen €belmann,
ber Ujm eine irevftätte oor feinen (ßlöubigcrn gewätjrt
I^atte, in gleid^e Umflönbe, unb f)arb oor (Sram. Sie
JlTutter faufte fid? in ein Stift, unb ber junge Branbes
n>arb nun 3ur Kaufmannfd^aft bejiimmt. 2((Iein er t^atte
SU biefem Stanbe nid^t bie geringjle Steigung, unb fe^te
oft bie nöt(|igjten Pflid^ten beffelben ber Ceftüre nad?.
£inige I^arte ^üd^tigungen, eine unüberu>inblid}e Begierbe
I20 —
1757. 5u reifen, bie S^sxdsit vot anez nod> tneijdbngen SffaDerev,
ffi§e Crditme ixm einer itniuitfd^äitften ^revbeit, fnx^
Ceidrtftnn nii5 Unbefoimenliett oerietteten ilin, in feinem
odTtjei^nten ^aifte l^eimitd} ^aoon 50 geben. Das Unge*
febr fahrte ihn ^uer^ nad} Poblen. [(89] Kranfi>eit.
junger, B16§e, olles, n>as bie TLannth fi^recfficbes fyü.
voaten bie Solqen tiefes übereilten Cnffd^nffes. £n5fid?
matt) er nod^ Qombttrg oerfd^logen. €in i^l^einifd^
UaxHiüet nahm U;n in feine Diente, nnb mit onf feine
iSnter. 3t)m folgte ^an^es biefes 3<^ nod^ £ubecf, bot
ftd) i^ier 3d>onentannen an, vmt> mar^ angenommen. 2U5
Tltäot n>erben mir ifyi in ber 5oIge femten lernen. 2Us
Sd^aufpieler ifl er bis ie^ nid^ 9x0%, aber brauchbar.
Bollen, mit benen ficf} einige Kalte i>ertrdgt, ben gefegten
Zflatm^, ben roifonnirenben 2Uten ffieU er am be^en.
3ot)ann Qeinrid} 5tiebrid} 2TIülIer (ein gebomer
Sodffe, beffen eigentlkf;er Hame Sd^roter feYn fofl) he*
trat auf einige JHonate bie Sd^onemannifd^e 'Büifne, nadf'
bem et fd^on oorl^ bey 5d)ud) bebfitirt I^e. 3n IDien
n>erben n>tr il{n {finftig nad} feinen Perbien^en fennen
lernen*
^u Cfibecf oenoeilte ftd{ Sd^onemann von XDeil^
noditen bis 0fiem. Qiet^er fam Qerr 2TIartini oon 2Lm*
bergen 5U it^m jnrficf. 2Lbet bie immer ^nnet^menben
Kriegsunrutten mad)ten aud{ ilpn es bebenflid^, eine fo
groge <9efellfd)aft 5U untert^alten, mie er je%t t^atte, mtb
wie er fonft nie 5U unteri^alten getx>ofyit mar. [\S^] Vox*
nefynlidt glaubte er mit ^frauensimmem an5u fiarf per«
forgt 5U feyn, unb gab bat^er ber ZITabam Steinbred^er
unb i^er C ödster 3U Pfingflen ben 2(bfd}ieb. fytt
£cft)of I^ielt ftd) baburd? beleibigt, unb gieng gleid^faOs
ab. Vinexaditet aUer 2Xlnt(e, bte man ftd) gab, it{n surucf«
Sul^alten, begab er ftd} im 3unius nad) Cfineburg, unb
nadt einem lurscn 2(ufentt}a(te oon ba 5u5d}ud)en nad\
Vaniiq, Saju fam nod^ ber Petluft ber 2nabam Spiegel«
— 121 -
betq, meldte 3U Hamburg ftarb, nadj^em bereits iB|re 1757.
Kinber abgereip n>aren. So tourben plöfeUdj fafi aUe
regelmögige Stücfe Mefes CB^eaters serriffen. ©er €ifet
für bas gemeine Bejie trieb bie Sdjaufpieler an, if^r
^eufferj^es 3U ttjun. 5)em. Sdiönemann, TXlabam
Staxfinn, ©em. Sdjuls öefetge 2Tlabam ^od), ©em.
Hainer, uitb bie %rren (Santnet, Statt eunb ^Tlartini,
ieber lieferte wddientüdi eine neue HoHe. ^err 5d?öne»
mann mugte felbft diejenigen, öie er loeilanö gefpielt l^atte,
in 'fein (ßebädjtniß jurürfrufen. Sogar BJerr 2Tlier!,
ber BaHetmeijler, übernaB|m einige Hollen. 3a man nal|m
fogar feine 3uflud)t 3U Surlesfen. 2tus bem Dorratlje,
öen Qerr (Santnet aus Semarbons ZHagasine mitgcbrad^t
l^aiie, tourbe u>odjentIidj eine gegeben. Heber bies E^atten
bie [\%] meiften perfönen fd^on eljebem bev Sdiönemannen
unb auf anbern Cl^eatern (5elcgenl|eit geE^abt, ftd7 im
€jtemporiren 3U üben, Ztur bie ein3ige Dem. Sdjuls a>ar
erfl 3tDeY 3aljre bey bem Cl^eater, allein fte wußte fidj
fo gut barein 3U fdjicfen, ^a% fte meijlens bie Soubretten,
weldte bod] in ^en e^temporirten Stürfen eine BJauptroüe
finb, mit oieler Caune fpielte. ©nige oon biefen Stürfen
würben fo ausgearbeitet, ^a% fte bie meiften ^ufd^auer
für jiubierte Ijielten. So fd^Iedjt bal^er bis pfingften bie
£innat)me gewefen u>ar, fo gut warb pe jefet. Zlodt
meE{r, ein Hamburger Kaufmann, ZH e n 5 , ©erfertigte ein
Sd^aufpiel mit Cofalfitten: ber Kaufmann ein
ZlXenfdjenfreunb, weldjes in adt^ Porfleüungen fel|r
»iel (5elb einbradjte. Piele reidje 5<JtniIien unb ©fficiers,
meldte jefet nadj Hamburg flüditeten, t^alfen bie ©nnaljme
oermeliren. TXlan foHte alfo nid^ts weniger, als ^as €nbe
ber Sdjönemannifdjen (SefeUfd^aft erwarten, bas idt in
biefem 3al|re an3U3eigen Ijabe. 2HIein es vereinigten pd?
auf ber anbern Seite oerfd^iebene Umftänbe, weldje
Sdjönemannen bewogen, feine Direftion aufsugeben. —
Qerr £dmen brang mit <£rnfl barauf, feine oerfprodjne
— 122 —
1757. Braut, bie Z)em. Sd^dnemann, ^ebn5ttffil}«[l92]ren.
Sem« Sdunli warb burd} anöetweiüge oorti}ctU)afte
Tlnsfidtien gereist, bas d^eater 5u verladen. €itbüd)
maditen bie triegerifcftett 2(fpeften aDe Hoffnung für bie
Sufunft unftdjer. Kurj, Qerr Sd^onemann war ber prm*
cipalfd^aft mube. Die Ciebe ber Hamburger für bie Süf^ne
seigte ftcf{ fel^r lebl^aft, ba ber Dem. Sd^dnemann, als
eine Beyfleuer 5U it^rer Qeuratl{, eine Senefttfomobie 5U*
geßanben n>arb. — Den 2ten December befiimmte Sdione*
mann 3U feinem 2lbfdjiebe, n>eldjer feyerlidj mit bem
Sd^legelfd^en fjermann unb einem €piIoge gefd)ai{, weV
dien 2TIabam Sdjönemann recitirte. — Sd^önemann n>arb
i{ierauf burdj Cotoens ^ürfpradje Hüfhneifler bey bem
^ersoge von ZITecFIenburg, in meld^er Station er nod^ lebt.
Svi XPeimar fte( Qerr Dobbelin in Ungndöe, bod^
I^atte bies auf feine Cruppe feinen £inf!ug. Der Qof
übernal^m fte felbfl unb u>ar auf it^re Perbefferung he*
badtt Qerr unb ZHabam Brücfner n>urben an
Döbbelins Stelle oerfd]rieben unb famen 3u 5ajien oon
Sdtndt aus Breslau an» Tlrxdi ZITabam Qartmann
mit iljrer C dj t e r perfügte ftd? I^iel^er. Dodj (larb
(entere balb, unb biellTutter entfagte bann bemCt^eatergans.
[\9S] Ztadjbem Qerr Dobbelin IDeimar perlaffen
l^atte, gab er bamit feine Principalfdjaft nidjt auf, fonbem
fieng oielmet^r an, eine neue tEruppe 3U erridjten. Don
fdjon bef annten Sdjaufpielern erijielt er ^erm Sdjubertb
aus Ceipsig, unb mabam Steinbredjer mit itjrer
Cod^ter oon Sdjönemann. — Unter ben 2lnfängern
n>ar eine junge I^offnungsooHe Sdjaufpielerinn Dem.
Karoline Sdjulsinn (beym IDiener Cljeater 1742
geboren), bie jefet pon Dresben 3U itjm fam. Sie madjtc
anfangs bie Soubretten mit guten (Erfolg, i^ai aber nadj«
Ijer audj in großem Hollen bie 2(ufmer{famfeit bcs publi*
fums auf jtdj gesogen. Züunterfeit, Ztaioität, DroIIigfeit,
21Tutt|a>ine auf ber einen, ber fntf^uftasmus ber Ciebe
-- 123 —
nnb bet Ijöd^flc Sdjmers fccs Craucrfpicls auf bcr andern 1757,
Seite ftnb als U:}r £tgentt}um beitaditei woxben. Surd?
ebiftd^tsDoIIe Seflamation nrib iebliafte pantomime tougte
fte andt bie untoid^tigflen Boden su befehlen.
ZHabam Qcnfel ocrtaufdjtc jefet ^crrn Sdjud? mit
Qerm ^cfermann, xoeldtet in bicfem 3atjre unter anbern
aucf) 3U QaQe fpiette.
^ulDien Ijeuratlictefierr^uberbieDcm.Corcnjinn.
— Don ben öjicrreidjifdjen pro«[\9^]^i"c:iaItl|eatern muß
idj Ijicr <5rä^ nennen, meü ein öaftger principal IDitt«
mann mit ber 2ll3ire ber (ßottfdjeöinn ben erjten (ßrunb .
in einet regelmSgigen Büt^ne legte.
Qerr (ßottfdjeb Ijatte jtdj aus litterarifdjer Zteugierbe
alles gefammelt; was je ein Seutfd^er unter bem Citel
Sd^aufpiel Ijatte brucfen laffen. €r bradjte bies mül^fam
in ein djronologtfdjes Perseidjniß, unter bem (Eitel:
ZtStl^iger Porratlj 3ur (5efdjidjte ber beutfdjen
bramatifd^en ©id^tfunfl.
3u IDien madjte man eine ätjnlidje litterarifdje
Arbeit befannt, nel^mlid) ein trocfnes Hegifter pon allem,
was 3u ben ba jtgen Cl^eatern geljörte, unter bem Citel:
Repertoire des Theatres de la Ville de Vienne. 7>xe UrtE^eile
über bie Sdjaufpieler ftnb barinnen feljr allgemein unb
fdjwanfenb.
Um ber bramatifdjen 5orm, unb 3um CE^eil audj um
ber bramatifdjen IDirfung willen, gebenfe idi bes tE o b
^ b a m s oon K l o p (I o cf , u>eldjen einige mit bem
®ebipus bes Soptjofles oerglid^en traben.
©er Ueberfe^er bes Sestoudjes lieferte nun audj ben
H e g n a r b.
Ven Einfang oon berSibliotBjef ber fdjö nen
XDiffenfd^aften barf xdt nid)t übergeE^en, [^9^] ba
Siett Zt i f 1 a i ttjeils biefelbe mit einer 2lbtjanblung über
bas Crauerfpie( eröfnete, weldie ridjtigere Begriffe baoon
ausbreiten foüte, als bistjer unter bem grogen Raufen
— 124 —
1757. gcl^errfdjt baiten, tl^eiis ben patriotifd^en €ntfd?IuB faßte,
5cm TXiangei an guten (Crcmerfpielen burcb eine Prämie
von funfsig Cbolem absui^elfen.
1758. Zladjöem 5ie Sd^onemannifdje (SefeQfdjaft üjr ®ber«
i^aupt Derlocen li^atte, gieng fte 5arum nod^ nid)t gleid?
auseinonber. € cf Ij o f feljrle, nad^bem 5er (5egenPan5
feines Untoillens l^intoeg n>ar. 5tt ify 5urücf . £r, Starfe
unb 5er Balletmeijler Uli er f entfdjiojfen ficb, 5ie (5e«
lellfdjaft fortsufüljren, un5 gtengen mit iljr, von einigen
Hamburger Kaufieuten unterfiü^t, nadi Kiel auf ben Um«
'fd)(ag. Sie erl>telten Beyfall unb oerbienten <5elb. Z)ennod?
bauerte il^re jc^ige l^erfaffung aus mand^erley Urfad?en
nid^t lange; es fet)(te 5. £. an einem guten d^eater, an
einer Doüfldnbigen <5arberobbe. Um fti^ aber bod{ nid>t
3U jerjireuen, luben fie Qerm K o di von Ceipjig ein, iljr
5üljrer 5U »erben. €r fam nadi Cübecf nnb übemal^m
bie (Cmppe bafelbjl 5U ®jlem. Die oor5Üg(id?fien ZHit«
glieber btefer nun (^xoeYtcn) Kod^ifd^en iSefettfd^aft roaren
fj e r r unb 2nabam£cft)of, Qerr unb ZR a b a m
Starfe, 7>em. [\9^] H a i n e r i n n, bie ^erm ^ a b r i*
sius, <6antner, IHartini unb £)erli^. Cefeteren
n>flrbe id) nidjt nennen, ba er jefet nur nodj Cänser u>ar,
wenn er ftd^ nid^t nad^t^er, oornel^mlid} burd^ ^erm £cf t)ofs
Unteru>eifung, ausgebilbet Ijotte. Sein Daterlanb ifl
Sd^merin. — 3m UToy fül^rte nun Qerr Kodi f«ine neue
Cruppe nadt Hamburg; bod^ feierte er nod) am &nbe bes
3alires nadj Cübecf 5urücf. ©iefes 3aljr n>ar augerorbent*
lid) glücflid) für it)n, inbem U^m ein anberer ^ufall aud^
nod^ ben größten Cl^eil feiner ei^emaligen Sdjaufpieler
n>ieber oerfdjaffte; unb von biefem 3aljre an muß man
ben glänsenbften ^eitpunft ber Kodjifdjen Principalfd^aft
redjnen. Ser Cob bes ^ei^ogs von IDeimar Ijatte biefer
Sül^ne plöfelidj ein (£nbe gemad^t. Sogleidj feierten bie
Qerrn IDittl^offt, Srucf, Srflcfner, lefeterer mit
feiner 5 tau 3U Kodj 3urücf. Tlndi bie 3nterme33iflen
- 125 —
tarnen n>tebcr, bert einsigen Ccnoriftcn 21 u I £| o r n au^ge* 1 758.
nommen; weldtex pdj 3u IDeimar als ^oftansmeijicr niebet*
ließ. — 2ll5 Qerr Brücfner nad^ Hamburg fam, fanb
er Qerrn Crftjofen in fielen feiner Hollen unö übernai^m
5at)er aus ifreunbfdjaft für £ierm Kodj ftatt ber Cl^arafter*
reuen 5ie HIarquis. — 3" Hamburg fteng ^errn 3rücf«
ners Stieffoljn, bev junge Klofefdj \_\^7] (geboren 3u
©anstg 1751), an, ftdj in KinberroHen 3U üben.
3n ber Zläiie bes Kodjifdjen Cfjeaters ju 2lItona
formirte pd? unoermutftet nod? eine anbre Sül^ne. ^err
Kirdjlioff nef^mlidj ©erlieg 5 djudjen, um tjier principal
3tt n>erben. Seine erflen ZHitglieber Omaren bie ii^m pon
Sd^ud} nad^folgenben Qerr Stepljanie (ber ältere); ^err
Cembfe unb beffen (erjle) 5rÄU, fytv Qenfel, einiger
2(nfdnger 3U gefdjtt>eigen; l^iersu fdjiugen jtd? nodj: 2nabam
Sdjumannin, ^err 2lmberg nebfl feiner irau, unb
Qerr Kirdjijöfer, xoeld^e ftd| eben bamals in 2lItona be«
fanben. fjerr iJabrisius, JEJerr ©antner, ber fur3 3U«
oor bie Dem. Hain er gef?euratE|et l:iatie, unb beffen
5d?a>iegereltern n>anbten ftdj t>on Kod? E^iel^er. ^err
Kodj n>ar fo grogmütbig, Kirdj^offen ein Ctjeater unb
einen CE|eiI feiner (5arberobbe 3U fdjenfen.
kluger ben Sd^aufpielern, u?eld|e ^err Kod^ burd? bie
Kird]Iioffifdje (5efeIIfdjaft oerloren I^atte, banfte er eine
ZTlabem. Blüljerinn, u^eldje feine tEalente äußerte, unb
Qerrn Branbes ab. 5)iefer fanb feinen UnterB^alt in
einer neuen ^eitungse^pebition bes Sefretair Sreyer, bie
aber balb il^r €nbe erreidjte. £r gieng ba'[^98]^er am
Sdjluß bes 3aljres mit beni Sänifdjen (5eneral oon 5d7enf
nadj 7>ännematt.
2(uger ben Perfonen, bie, »ie fdjon angeseigt, ber
Sdjudjif djen (5efeIIfdjaft entgiengen, oerlor fte audj Qerrn
ZlXdrdjner, ber bos Cl^eater gans »erließ unb jefet nod^
als Bürger 3u Berlin lebt, ^err €öa>e fam bagegen
pon Kirfdj l^ietjer.
— 126 —
1758. Qerr X>5B6e(tn moüte mit feinet neuen Cnippa in
TXla^l nnb KoBUns Spielen, loarö aber bnxdt^ oEeri^aTtb
S<xtai\täten baxan oerijinbert Zürn oerfud^ts et fein <5(ücf
in KdSn, unb alles fc^ien Jjier anfangs b«ff«r von jkrtten
ju ^^n. TlUein, als et oon Öa nadi Düff^löorf berufen
motb, 5n>an^ Hin bos (Berdufcfj ber IDoffen, fein Diref«
totiunt 3uni 5n>eYteninaI nieÖer3uIegen, - Don ü?m fanten
nun aud^ S^ett Sd^nbettii, ZHabam 5teinbred?er unb
ii^re Cocf^ter, mieter jn Qerm Kodj, unö fo fdjenfte üjm
bos <0(ücf eine 5er poQ^nbigflen und ouserlefenjien (ße*
fefifd^aften.
f^err DÖbbelin fe(6^ roarb roieber aus Principal
Scf^aufpieUr, unb gieng in Begleitung ber Vetn.Sdtfniiinn
in Qerrn 2(cfermann, ben 5er Krieg nad^ ^ürid? ge*
trieben Ijotte. Bey iljm fieng je%t feine ditefie Cod^ter,
(geboren in Danjtg 1752), n>eld^e je^t unter unfern jungen
[1(99] 3ci^aufpielerinnen 5as meifie geleifiet fyxi, an, ftcf^
in KtnberroHen ju üben^
Wenn idi oben anseigte, ba% 2lmberg su Kird^f^off
gegangen fey, fo mug id} bod? nun aud} bie 5d}icffa(e
ber bist^erigen ^mbergifd^en Cruppe bemerfen. €r über«
gab fie net^mlid? aufs neue an Kunigern. Unter oer*
fdfiebnen guten 5d?aufpie(em; UDeld^e Kuntger exiixelt,
oerbienen oomeE^mUd? Qerr unb ZITabam Sd^mels eine
nät^ere ^tnseige. Qerr Samuel Sd^mels (geboren 5u Zfiann*
Ijeim 1735) Itaite bereits 1754 auf (Quartals ejtempori*
renbem Cl^eater 5U Braunfd^toetg, ^as unter Zttfolinis
Direftion fianb, bebütirt. Cr bilbete pd? nadj unb nadi
3U ernftt)aften nn^ melandjoUfd]en Cl^arafteren, unb er*
tparb fldj IDÜrbe unb Energie in ber Seflamatlon, cor*
neljmlidj oon Derfen. Samals fpielte er nodj otele €ieb»
liaber, 5u benen es iB|m an 5^uer unb fertigem (ßebädjt«
nig fel^lte. ZTeuerlidj iji CeDtjeim feine ^orceroHe gea>or«
ben. JTlabam Sdjmelj (geborne Qeblerinn aus 5rcinffurt
am 2TlaYti) a>ar 1752, gleid^faHs bey Quartal, 3um Ct^ea*
— 127 —
tet getommen, nrib beffeibete jcfet alle crjie Hollen in 1758.
regelmäßigen fo wofnl als e^temporirten Stücfen. Sie
alten fomifd?en ©amen ftnb nad^I^er il^re 5pl\&te gen>or*
ben; in allen Hollen [200] aber seigt fte Houtine unb
ridjtige 2lccentuation. Sonfl n>ar audj nodj Qerr 5 dj röter
5U Kuniger gefommen.
Sie <6egeniüart ber 2lcfermannifd^en (ßefeDfdjaft 3U
§ündi veranlagte %rrn IDielanb, nadi bem ZHufler
öon Hon>e ein tErauerfpiel in Perfen, Caby 3oIianna
(Srav, ju fdjreiben»
3n biefem 3aE|re frönten bie Perfaffer ber 3i bli ot Ije!
bet fd^önen IDiffenfdjaften ein Crauerfpiel bes Ejerrn
öon Cronegf, Kobrus, ^as er bereits in feinem stoansig«
ßen 3at?re angefangen I^atte, unb toeldjes bie Hoffnung
erregte, burd} iiin Sd^legels Perluft erfe^t su fet^n. ^Idein,
andt er tt>arb burd} einen frü(|5eitigen Cob (^ingerafft
unb erlebte felbfl bie Krönung feines Stücfes nidjt, €r
flarb im adjt unb swansigften ^aiite feines TUtets. €r
Ijatte pd? gans nad? ben iransofen gebilbet unb bat^er
aud? ^en Kobrus nadj iljrer 5orm gemobelt. ©er plan
Ijatte große S^k^^^, u>eldje ber Perfaffer 3um tEl^eil felbft
einfal^; bie meijie Ejoffnung erregten einsele Sdjönljeiten;
üornel^mlid) bie Sittenfprüdje, weldje eine glücflid^e Vex[i*
ftfation unterjiüfet 3" einem 2lnB|ange 5ur Bibliotljef
erfdjien ber Kobrus sum erjlenmal im X)rucf unb Ijat burdj
bie Ijäuftgen PorfteHungen, bie er aller ®rten geE|abt,
boA [20 y mandje fdjiedjte Ueberfefeung aus bem fran*
SÖjtfdjen oerbrungen.
T>as probejlücf eines anbern (oielleidjt nod^ größern)
jungen (ßenies, bas audj in feinem 3a?an3igften ^afyce
oerblütjte, ber ^teygeijl, ein bürgerlidjes Crauerfpiel oon
3oIiann lDiI(|eIm oon3ran>e, l^atte mit bem Kobrus
um ben preis gejhritten. plan unb Spvadic, fo feB^r fte
nod? bie Spuren bes 2lnfängers an ftdj tragen, oerrati^en
Talente, bie unfrer Sül^ne €l|re gemad^t lidben u>ürben.
— 128 —
1758. 5u 3afcl madjtc man ^as crftemal eine große Samm*
lurtg »ort überfe^ten engltfd^en Sdia\x\pxeUn, unter bem
(Eitel: Zteue Probejiücfe 5er englifdjen 5djaubüt|ne,
tDorinnen in raul^en Perfen traoejlirt erfdiienen; bie Hadje
unb Bufiris oon IJoung, Kato oon 2lbbifon, ©ebipus
von Srvben, bie IDayf« t>on (Dtway, Bomeo pon Strafe«
fpear, bie Braut in Crauer oon Congreoe, €lfrtbe
oon ZHafon, Kallijie von Hon>e.
ZHerfiPÜrbiger ifl bie Ueberfefeung ber Soptjonisbe
bes CE^omfon von 3oE|ann ^einrid) 5d]IegeI, weil
ber Ueberfefeer barinnen suerfl bie fünffüßigen 3amben
im Crauerfpiele oerfudjte.
[202] Kleip fdjrieb feinen Senefa, ber aber, fo
n>ie er baliegt, nur als bas erfle Sfelett betrad^tet n>er'
ben tann.
Cieberfutjn, n>eldjer feine (Sattung oon poejte un*
angetaftet ließ, verfertigte ein bürgerlidjes tErauerfpiel:
bie Ciffabonner, unb eine Kopie ^es JTlaripau^: bie
3nfel ber SudPIid)ten.
1759. Den ^8ten 3enner ^es 3at|re5 1759 fam 3U Cübecf
ber 3iüevte Cljeil bes Ceufels ift los, ober ber
luftige Sdiufler auf bie Kod^ifd^e BüBjne. Der Merry
cobler fommt bem Deuil to pay n>eber im €nglifdjen nodj
im Deutfdjen gleid?. hingegen übertraf ftdj ber Komponift
Ijier, wo^l 3U perftel^n in ben fomifdjen (Befangen, Denn
wenn es gleid? ^err Stanb fuß empfanb, ba% er ben
Qerm »on Ciebreid? anbers müße fingen laffen, als 3ob«
fen unb Cenen, fo mangelten it^m bod? bie Kräfte sum
eblern 2lusbrucf. — Die Ztadjaljmungen, bie, nadj beut*
fd^er (Sewotjnl^eit, aud} t^ierinnen fel^r saf^Ireid} geworben,
werbe idi nidjt alle anseigen. ^ber ber erflen gebenfc
idj blos allein, weil pe bie erfle gewefen. (2in bamaliges
initglieb ber Kodjifdjen (ßefeDfdjaft, Qerr ^fl, verfertigte
ben 3odiem tEröbs, weldjer gIeid]faDs von Qerrn
Stanbfuß fomponirt unb nodj in biefem [203] '^afyce
— 129 —
gefpielt toarb. — 3u €nbe öes ifcbruars tarn fyvt Kod? 1759.
noteb^r nadi £)am6urg unb blieb nunmeE^ro beßönbig bis
3U €nbe bes Kriegs, bos B;ctgt bis in bie ZlTitte ^cs
3alircs 1763, bafelbjl. Keine (Sefellfdjaft l^atte oorEjer fo
lange 5U £)amburg ausgebauert; feine [o t>iel BeyfaH ein«
geSmbtet, feine fo oiel €Ijre genoffen, unb feine ijl fo
iefyc permigt morben, als {te.
Sdjon jefet gieng bas Kirdjljoffifd^e Ct^eater 3u
2tUona mieber ein» Qerr Kirdit^off felbf) begab fid) mit
feiner S^an unb Qerrn Stept^anie (bem altem) nadt
Znitau. Qerr 5ab risius gieng com Ct^eater gans ab
unb iji sulefet als (5ajla>irtlj im ^olfleinifd^en geworben*
Qerr unb 2]Iabam Hainer entfagten bem tEI^eater gleid?«
faOs unb blieben 3U Hamburg, wo jte por einigen 3aljren
perjtorben ftnb. Qerr (5 antner unb fjerr 2(mberg mit
iljren Stauen giengen 3u Sdt^dt*
^cfermann war wieber aus ber 5djn>eife 5urü(fge«
fommen unb fpielte unter anbern 5u JITains. ^ier l^atte
er fo piel 5tauen5immer bey feiner (5efeIIfd?aft, bQ% iljm
jemanb ^^n €infall an bie Siarxb gab, einmal 3um Sdjers
eine Komöbie mit (auter ^tauensimmern 3u befefeen. <£r
wäl(Üe basu ben Krifpin als 2lr3t, [20^] unb ©emoifell
Sdjulsinn mad^te barinnen ^en Krifpin.
Unter ^en Uebeln, u>eld?e ber Krieg erseugte, n>ar
aud? ein neuer Principal, 3of epiji genannt. €r u>ar aus
ZHannt^eim gebürtig unb tjie§ eigentlidj 3ofepl| ZXörbs.
Sdjon im IHutterleibe warb er 3U einem 3^fuiten benimmt,
aber ber geijilidje Seruf gefiel iljm nid^t, unb er oer*
taufd^te iljn mit einer KammerbienerfleDe bey einem Ijeffi»
fdjen (5rafen. €r perKe§ bejfen Dienjie unb machte lange
Seit ^en fjannswurfl unter fleinen l:jerum3iel?enben Crup»
pen. Xladt mandjerley 3tt>ifd?enbegebenl?eiten raffte er,
burdj einige (ßlücfsfäDe gerei3t, eine (5efeIIfd?aft 5ufammen,
um bey ber I^annöperifdjen ^rmee, bey ber er oerfdjiebent*
lid^ als 2narfetenber gewefen war, nun als principal 3U
— I30 —
1759. erfcf^einen. €r felbft erfd^ien nie, eis nur in bcr HoDe bes
QannstDurftes, be\a% aber übrigens, mas in einem Tlvan-
türicr gel{5rt, einen offenen Kopf nnh eine Kenntni§ oieler
Sprad^en. Seine (Sorberobbe mar fef^r prdd^tig nnb feine
(Sagen gro§. €r {{otte unter onbem bie Qerrn Zneyer;
Qenfel, tDeld^er ftd} oon feiner 5tau getrennt I{atte,
unb Sdjmels mit feiner Statu ^err Stein bredjer,
tDeld^er feine Stan et^emals in Huglanb geloffen t^atte,
n>ar andt bey biefer (SefeUfd^aft, fpielte aber nie mit.
[205] Dos 3alir 1759 ijl burdj bie €rfdjeinung bes
erflen tCE^eiles oon bem Seytrage 3um beutfcE^en tCI{ea'
ter bes Qerrn XDeiffe unDerge§Hd}« Diefes frud^tbare
(Benie E{at unfrer SüE^ne mannid{faltige nnb mid^tige
Dienfie geleiflet (£r n>ar ber erfle, meldtet einen gemiffen
ZITütelnDeg 3n>ifd}en ber fransöftfdten Kälte unb ber britti'
fd}en Sd}n>ärmereY, smifd^en ber brittifd^en Ungebunben«
Ijeit unb ber fransojtfdjen Delifateffe einfd^Iug. 3Ejm
E{aben n>ir suerfi im t^eroifd^en tCrauerfpiel t^erserfd^ütternbe
Situationen unb hen E{oE{en tragifd^en 2(usbrud 5U banfen.
3n 2(nfe^ung bes (entern oermieb er bie fententiöfen
9e!Iamationen feiner Porgänger unb fe^te £mpftnbung
unb Silber an beten Stelle, voeldte ifyx 5un>eilen 5U lyri«
fdjen Ciraben ^inreigen. 3m Cuflfpiel Ijat er ftdj reidj
an £rftnbungen ben>iefen unb üerfd^iebne Titten beffelben
oerfudit; feine Sprad^e ifi t^ier met^r energifd} als gefeilt.
Der 3n^^It bes erflen CE^eiles mar: £buarb ber britte,
bos Silb eines fürflen, ber sum IDer^euge frember Sos-
E^eiten gemad^t mirb (ifi erfi fpät auf bie ^üfyie ge«
fommen); Hidjarb ber britte, eines ber berüijmtefien
Cyrannenflücfe, weldtes aüe Ct^eoter auffüE^ren, unb bie
poeten nadj ber Zllobe, biefe treffenbe Satire auf
[206] bie eE^emaligen partl^eyen unfers parnaffes, xveld^e
fdjon oor einem 3ö^te oon ber Kodjifdjen ©efeUfdjaft
aus bem ZITanufcript gefpielt morben n>ar. Qerr Srfidner
mad}te ben Heimreid}, unb Ejerr (5 an tn er ben Sunfel
— 131 —
DorfrefPidj. Unb audj benen, wcldjc jtdj fonjl für ben 1759.
(Segenftanb biefer Satire wenig intcrefftren, gefällt f[e
wegen bes 2(n(affes, ben bet Sd^aufpicler bartnncn finbet,
jtdj 3U leigen. — Sdjon in bicfcm '^afyce fd^ricb ^«rr
XD^iffe 5U paris eine frcye Xtadtaiimnng oon bem Blaise
le Savetier, unter bcm (Eitel ber Z)orf barbier, toeld^en
er erjt 1770 ans freunbfdjaft für ^erm Kodj (als biefer
von bem Qeigt^unger bes publifums nadt 0peretten pro«
fitiren n>oIIte) von neuen bearbeitete nnb um ber QiQerifd}en
Kompojition toiden aud} befannt mad}te.
€ine au§erorbentIid}e €rfd)einung, ein (Erauerfpiel
in einem ^ufsuge in profa, beffen gelben ein Kinb ifi,
unb tDorinnen ftd{ ber Perfaffer Einfälle bes XDi^es erlaubt
Ijat, ein Stücf von Ceffing — fürs ptji Iotas fam I{eraus.
Vie 5d}n>ei^er parobirten es unter bem tCitel: polytimet.
Die Citteraturbriefe naE^men 3U Serlin il^ren 2(n«
fang unb trugen ungemein üie( bey, burd} Kritif unb
Hattj ben tl{eatra(ifcf}en <ße»[207]fdjmacf 3U perfeinem.
Votnefynlidt n>ieberi}oIten fte bey allen (5e(egenE{eiten bie
€mpfel:{Iung ber Sritten. Pon biefem 3aEjre geübten bie
Srtefe über (ßottfdjebs Votvatli unb IPielanbs 3ötianna
(ßray BjieEjer.
^err Sd^raber, ein Sdjüler bes ^erm Straube,
gab ein feE^r mittelmägiges fomifd^es tCt^eater t^eraus
unb begleitete es mit brey pljilofopEjifdj feyn fodenben
^bl{anblungen über bie bramatifd^e Did^tfunjl* Unter
feinen Stücfen if! bie Ciebe in ber (5rotte nod) bas
(eiblidijle unb aud^ 5U Ceipstg unb IDien gefpielt morben.
Die übrigen t|ei^en: Klementine, ober bas lITäbdien
in ber £inbilbung (uDeld^es 2(cf ermann einmal aufge«
füt|rt) unb Pygmalion unb Ct^emire.
^err Sdjiebeler interefjtrte ftdj fd^on jefet 3U ^am«
bürg für bie Sütjne unb oerfertigte insgemein bie pro»
löge für bie Kodjifdje (ßefeüfdjaft. 3efet madjte er unter
anbem ein Porfpiel: ber Sdjatten Karls bes (großen.
9*
— 132 —
1759. ^err Breitl{anpt fydie ^e^ Perfaffcm ber BiBfiotI>cf
ber fd}otten lDiffenfd}aften ein Crouerfpiel: ber Henegat,
emgefattbt XDeil {te es nkf^t Itatten fronen n>oIIen, lte§
er es brucf en.
1760. [208] 3m 3aEjr 1760 madjte IDien oerfdjiebne
mid^e 2tcqutfttionen. 5urs er^e tarn Qerr Stepl^anie
(ber dltere) von TXlitan, m Begleitung bes ^erm Kird}<
t^off bol^in. £inige Seit tonnte Qerr Stept^onie feinen
Serfad erlangen, aber nadt unb nad} brong er bis 5ur
erjten Stelle unter ben baftgen 5cf?aufpielem empor. 3n
tragifd^en Hotten, u>ie 2Henefont; ^amor, 2(rfaces vu f. n>.
beuDunbert iE{n Wien am metjlen. £r beft^t oiel Stubium,
eine mdnnlid}e unb mannid^faltige Stimme, ungemeine
Kunfl in Z)efIamation ber Perfe, piel 5^uer, unb eine
(ebl{afte <5eberbenfpradje. Setnet matb bie ^aqueti\(iie
5amilie aufgenommen, meldte pon bem (Srd^^er O^eoter
t{ieE{er fam. Qerr 3<i^uet bebütirte mit bem ^Id^itt in
ber 3p^ig^nia 3^fet fpieÜ er Pater, militairifdje (EE^oraf tere
(ben pauI IDemer, ben Korporal in ben IDerbem), 3wben
unb fomifd^e Sauren. 5tau CEjerefia3öquet (geboren
1727) betrat bas CE^eater in ber Klitemnejlra, unb liat
naditiet pomeE^mlid} in 21Tuttem pon ber bürgerlid^en
(5attung gefatten. Dem.^aquet t|atte nur nodj Kinber«
rotten. — lITabamQuber perlor iEjren UTann burdj
ben Cob, ba et erfl 3^ 3«^^^ olt n>ar. — Stait bes
einmaligen lOittmanns, meldjer in 2^\vtnQQ »erborben
[209] war, liatte (Stä^ einen gemiffen UTofer, ber ben
Cipperle 5u feinem Qauptgegenflanbe mad^te.
^err 3ofepEji gieng im 3ottuö^ mit feiner (ßefett*
fd]aft in bas Hauptquartier bes Qersog 5^tbinanb nadt
paberbom. Qier fam Qerr ^tanbes 5u it{m, n>e(d}er
inbeffen lieber einige ^eit be^ Dreyem gemefen mar.
Um pfingjien gicng bie ^rmee ins Selb unb bie Sdjau*
fpieler n>urben ahgebanft, befonbers, ba audj 3ofepl^i
— 133 —
^utdt Kranf^cit am (Scbraud} ber Tlngen getyribexi tourbc 1 760.
Ztad}bem er aber furirt mar, nafya er bie (SefeUfd^aft
nadj {teben lITonaten von neuem an. — ^err Sranbes
ober n>ar 5U Dreyern surücfgefet^rt. Qter fd^rieb er einen
Heinen Homan: bte 5oIgen ber (5ro§muti{ unb Heblid^'
feit; ober bie <5efdjidjte bes ^erm 8. 5., vooin Dreyer
eine l^orrebe mad}te. Dies mar fein erjler ^tusflug in
bie fdjriftjiellerifdje lOelt, meldjen idj anfüt^re, meil mir
bergleidien Heine £r5äi{Iungen nü^Iid}e Porübungen su
feyn fdjeinen. Dreyer unterflüfete ^errn ^taribes fo lange,
bis er im September bey Sdjudjen 3u Stettin engagirt
n>arb. ^ier fdjrieb er feinen erjien bramatifdjen Perfud},
ber Smeifler, aus meld^em man aber feine nad^t^erigen
l^erbienjle nod} nid^t erratijen fann.
[2)10] Don Sdjudj gieng ^err Cöme jefet nad?
präg ju Kurs, meldten er aber bas 3at|r barauf mit
Zrioretti pertaufdjte. — Sey ber Sdjudjifdjen ©efeUfd^aft
erlangte jefet eine 21Tabam Cijerefe Sdjulsinn (5rau
bes Korrepetitors) einen ttamen. Sie mar bey biefer
(5efeIIfdjaft (ungefetjr 1738) geboren unb nadjtjer audj
ersogen morbem 3^^ Dater, ttamens 2Hein3ner, t|atte
bie Stelle it|res 21Tannes befleibet, il^re 21Tutter mar eine
geborne Habemininn, eine Sdjmejier pon Sdjudjs 5rau.
Cebig !am {te nur als Cönserinn in Setrad^tung nnb
mar als foId]e audj (1756) eine furse ^eit bey Kodj ge-
mefen. 2tun aber tliat pe ftdj als Soubrette t|en>or,
unb ba Sdjudj öfters Surlesfen fpielte, als Kolombine.
Sie befa§ pon 2tatur piel Talente, aber aOsu menig
Stubium. DaEjer fpielte pe nur biejenigen Hoflen vot*
5ÜgIid}, meldte pe Pon einpd^tspoQen Sd^aufpielern gefet^n,
ober bie pe unter ber 2lufpdjt eines fritifdjen ifreunbes
erlernt t^atte. Unter itjren Soubretten mar bie ^ranciffa
in ber ZlTinna bie PorneEjm^e; aber audj in einigen t^efti*
gen tragifd^en Hoden gepel pe.
— 134 —
1760. t^ett 2((f ermann ^Ile ewige 3^ in KoffeL
[2U] 3ie Cttteratnrbrtefe bicfes 3abce5 gaben
eine Senxti^etlitng von IDetffens Bertroge, Semerfungen
nber ben €(fel unb bie po nioniun e im Cranerfptel, nnb
eine Prüfung ber XPielanbifd^n Klementtne, hey mMtiet
(Belegen!^ fte nad^brncftid) gegen bie DoUfommnen
(C^araftere eiferten, beren Perbanming n>tr oor^figltd^
btefen Briefen ^n banfen ^aben.
Qerr freisieben permei^rte <Sottfd)ebs X>orrati{ snr
<Befcf}id}te nnfrer Bülpte mit einer unbebentenben Hod^
lefe, loeld^e faß nur <Sot^aifd)e fe^itoten betrift
^err (Bellius erffiifnte fidk, Briefe über bie €in«
f fi^rung bes englifdten <Bef d^mad s in 5d)aufpie(en
5u fd^reiben, weldie au§er <So!tfd^ben niemanben gefielen.
(Cronegf l^ttte in einem ^m Kobrus gelegten Hebbel
bie iSelbbelol^nung oerbeten, unb baffer n>ar bas 5n>eYte«
mal ein boppelter preis ansgefe^ n>orben. 2UIein bie
Perfoffer ber Bibßoti^f uKiren biesmal unglücflid) unb
mugten einen IHann fronen, ben fie bas oorigemal 5urü(f •
gen>iefen l^en, fyvtn Breit^aupt Sie liegen feine
Barberuge unb §eplixxe neb^ einem anbem nodi ge«
ringem Stude eines Ungenannten als einen 2(nl{ang su
i^rem 3oumaIe bruden.
[2^2] Qerr Bobmer fanb es für gut, abermals 5n>ey
Dramata nadi feiner ZHanier, Ulyffes unb Cicero,
bruden in laffen.
Cronegfs Sd^riften erfd^ienen burd) Qerm Usens
8emül{ung gefammelt, unb barinnen ^um erßenmale in
Thnd: \) ber ZHistrauifd^e, ein fe^r mittelmäßiges
Cufifptel; 2) 01int nnb Sopt^ronta, ein unoollenbetes
(Erauerfpiel in oier 2(u^ügen, meid^es ben Kobrus n>eit
übertroffen fyiben n>ürbe, unb bos, bey allen llnpoll«
fommeni^iten, 5U IDien nnb Hamburg gefallen I^t für
ein priüattt^eater fuppKrte Qerr (Botter ben fel{lenben
fünften 2Ut, n^eld^en er aber 5ur Seit ber XDelt nod^ nid}t
— 135 —
mitg«tt|eUt l^at Cronegf madjtc in tiefem Stücfc einen 1760.
merfmürbigen Perfudj, ^ie Ct^öre bex 2Uten auf ber
bcutfdjen 8ui)nc cinsufüEjren, toeldjes aber blo% ein Vet*
fudj für bic Ccfer geblieben iji.
%rr <5Ieim fudjte jtdj um ben pljilotas burdj
^insufügung besjenigen perbient 3u madjen, bas einige
oermifet t^atten, bie Derjtfifation.
fyxt Sd^Iegel fuE^r in feiner Ueberfe^ung bes
SI{om[on fort, unb gab je^t ben Agamemnon unb
ben Koriolan biefes Z)id}ters E^eraus.
[2\S] Qerr XDielanb permanbelte bie berüt^mte
€pifobe Don ber Kieme ntine im <5ranbifon in ein T>xama,
uDeldies erji neulidj bey ^errn Sdjröber auf bie Sutane
gekommen ift.
^err Ceffing gab in feiner Dortrefflidjen Ueberfe^ung
bes Z)iberot ein TXln^et, wie bramatifd^e Ueberfe^ungen
gemadjt »erben follten.
Pen IPien ans l\ahe idi bas erftemal ^ulorfd^aften
an3U3eigen. €in (Sottfdjebianer, 2TI[agifier J^eyben, oer»
fertigte bas erfie ©riginal: <5raf Unl^olb genannt, unb
eben berfelbe gab aud^ sufädige (5eban!en über bie
baftge Sd^aubüi^ne t^eraus, n^orinnen er es suerj!, aber
aus <5ottfdjebifd]en (ßrünben, n?agte, ben ^annsmurjl 3u
misbifligen. Srenner, ein bajtger Sdjaufpieler, »arb
audi 3ugleidi 2(utor unb perfertigte Stücfe PO0er
Ceufel.
3m 3aEjr 1761 perlie§ ^err (Santner bie Sdjudji- 1761.
fdje <5efeIIfdjaft, um Sefretair bey einem <5rafen Kiffa
unmeit Stargarb im pommerifdjen 3U «werben. 2Lis bie
£iebe bes Cl^eaters balb barauf n^ieber bey iE)m ermad^te,
gieng er »lieber 3u Sdjudj, unb pon ba 3ur beutfdjen
(ßefeUfd^aft in Petersburg, wo et nodi lebt
[2\^] §n Wien ftarb ^err Tlnbxeas Sdjröter,
unb bie Seinigen erijielten pom ^ofe eine penjtom —
Qerr Preinfalt bebütirte als £iebt|aber in ben eifer«
— 136 —
1761. fudftigen 5cf}n>efiem; je^t ftn^ 5n>eyte unb britte Tlite,
aud} Bebientc feine Hollen.
3otjann 3ofepIj von Sruninn jHftete 3u Prag eine
tCruppe, bantals gans im (5efd}made oon Semarbon. 2(nf
ben du§em (5Ian5 ber Sutane, anf Kleiber unb Sadette
tDar er jeberseit mel{r, als auf Wal^l ber Stüde unb ber
5d{aufpiele befliffen. £r felbfi taugt nur 5U einigen
KarrifaturroHen* §n iEjm fam jefet ^err KirdjEjoff.
5ran3 Sebajiiani, ber fd^on einige Seit bas Heid?
burd{n?anbert ijatte, fam bis nadt Srünn in nTät^ren,
n>ed^felte mit Surlesfen, Kinberpantomimen unb regel-
mdgtgen Stücfen ab, unb brad}te bie erjlen SaHette nadt
Ztläfyen.
Kuniger jlarb 3U 3feeEjoe im Dänifc^en in traurigen
Umjidnben. Zladt feinem tCobe giengen feine beflen Ceute,
3. €. ^err 5d^mel3 unb 2Habam 3U 3ofept|i. Bey
le^term jiarb jefet ^err Steinbredjer.
Die 3n>eYte probe bes ^erm Branbes n>ar ein
Itadjfpiel: ber löd^erlid^e 3rrttjum ober [2)15] bie Snt*
fül{rung, bie aber n^iber feinen IPillen gebrucft n>arb.
3oE{ann Qeinrid} Sd^Iegel fd^ritt enblid} 3U ber
lang erwarteten oo0f!änbigen Sammlung oon feines
Brubers 3öBj. €Iias Sd^iegels IDerfen* Der erjie
Ctjeil, ber jefet erfdjien, begriff \) ©reji unb pylabes,
n^eld^es eigentlid^ nid}ts anbers ifl, als bie umgearbeiteten
<ßefd}n>ifler in Caurien, bie E{ter 3um erflenmal gebrucft
n>urben unb nidjt 3U ben befien lOerfen biefes Didjters
geE{5ren; 2) Dibo, 3) bie tCrojanerinnen, ^) ^er*
mann, 5) Kanut, 6) bie £Ieftra bes 5opt}of(es. Por
jebem Stücfe fielet ein Ejiftorifdjer Porberidjt.
2(ud} erfi in biefem 3^^^^ K^§ ^^rr Homanus einige
feiner Cufifpiele, unter bem Citel Komöbien, 3ufammen«
bruden, nel^mlidj bie Srüber, Krifpin als X^ater,
ber U>ed]felfdjulbner, bas Caroffpiel nnb ben Dor«
munb.
— 137 -
So n>ie feiten ein Zllenfd], ber mit 3U großer heftig« 1761
feit perfolgt »irb, ot|ne Pertl^eibiger bleibt, fo fanb audj
je^t Qarlefin einen n>i^igen unb launpoQen Apologeten
an Qerm ZTldfer. Qi^ige Streitigfeiten geben insgemein
bem ptjUofopl^en (ßelegenl^eit, bie [2^6] IDat|rEjeit tiefer
5U ergrünben. Dies gefd^a^ aixdt iiiev, nnb bie pt^ilofopl^ie
über bos Surlesfe fonnte nidjt angeneE^mer eingefleibet
werben, als ba er fte bem ^arlefin felbji im 21Tunb gelegt
liat. Die feinflen Semerfungen unb bie ausgebreitefle
SelefenEjeit madjen biefe fleine Sdjrift ansieEjenb* ^arleKn
mürbe bamit cor jebem Parlamente feine Sadje gewonnen
traben, aber in Deutfd}Ianb t}at er bemunerad^tet bis je^o
bie Hejiitution nodj nidjt erlangen fönnen. ^err 21Töfer
nat}m jtdj oor, feine Cl^eorie audj burdj ein Seyfpiel su
empfeEjIen, unb oerfertigte ein Cujifpiel in einem Afte:
bie Cugenb auf ber Sdiaubüijne, ober ^arlefins
^euratl), meld^es nod^ im 2TI[anufcripte t^erumgel^t unb
bisEjero eben fo n>entg gefpielt worben x^, als fein Crauer«
fpiel 2lrminius. 3^ne fleine Sdjrift aber iji ins 2>änifdje
unb ins (Englifd^e überfe^t worben.
^err pfeffel trat suerjl mit einem Crauerfpiele in
einem 2lfte unb in Perfen, ber €infiebler, auf, xvobey
bie 2lbjtdjt bie bejie n>ar, netjmlidj, ba§ es 3u einem
Ztad)fpie( nad^ Cragöbien gebrandet werben fo0te. TXian
t}at es in Qamburg unb Berlin suweilen aufgefüi^rt.
^err Sobmer lie^ jtdj auf feiner tragifd)en Caufbal^n
nidjt irre madjen unb überEjäufte [2\7] bas publifum
mit brey neuen angeblid^en Crauerfpielen ^ti^brid^ Don
Codenburg ans ber Sdjweifeergefdjidjte, unb 3n>eY
Stücfen nadj einem neuen ©runbriffe, £aby 3otianna
(Sray nn^ £Ieftra.
3n bcn Citteraturbriefen biefes 3öt|res jiel|t ein
Brief über bie PoQfommnen CI|araftere, eine Setradjtung
über bie KinbE^eit ber beutfd^en SüE{ne, unb Seurtl^eilungen
- 13» -
1 76t . von (Crone^s Wetten, ZRofets fytdiim unö einigen IDiener
Sd^iifteiL
ZnogifUr Qeyben fn^ in ^er Hefonnation bes
IDiener iSefd^mocfs fort 2IIIein er glonbte i>ertl{an pi
t^ohen, n>enn er ü^nen ein paar med^anifd^e Hegeln por*
betete nnb fte mit einem fd^Ied^ten l^y^pMe, ber pene*
lope, einer Ueberfe^nng ans bem Cateimfcf^n bes pater
5rit, eddnterte.
1762. Bernarbon fyä!te 1762 IDien oedaffen, allein nod^
gennrnn ber gute iSefd^macf Nttard^ rad^t meL €in
anbrer bnriesfer Sd^anfpieler n>oQte unter bem Ztamen
Bnriin in feine ^u^tapfen treten, aber n>eber 2Qtion nod^
feine Stncfe I^atten Bemarbons (Blöd. — £ine üDod^en*
fd^rift, bie IDelt, mdd^ bamals pi IDien ausgegeben
uHirb, munterte bie ®e^erreid?er nic^ allein 5ur Cetture
auf, fonbem [2;(8] fud^te and? bas (Q^eater 5U oerbeffenu
Sie legte ben (ßrunb ^u ben d^eoterfriegen ber Burlesf en
mit ben regelmäßigen Stucfen, n>oburd{ eine glucflidK
(Bäiprung erzeugt uHirb. £iner ber Qaupti>erfaffer n>ar
^ett Ct^ri^tan (gottlob Klemm (geboren 5u ^teyberg
in Sadifen 1730), toeidiex la Ceip^tg unb 3ena bie Hed{te
Pubiert fydte* Seinem £ifer entfprad^en feine Kräfte nid^t.
£r beft^t mand^rleY, aber unoerbaute Kemttniffe, feine
Sdpreibart foH f d^n f eyn, i^ aber bunt unb äff eftirt, feine
j^ber rußig.
Bey 2ldermann bebütirte pi Znayn} ein neuer Sd^tu«
fpieler Sod (geboren 5U IDien 1743), meld^ex neuerfid^
burd) Qerm £dl)ofs Unterrid^t eine gute Deklamation,
Cebt^aftigfeit in i^fttgen Stellen, unb IDnrbe in falten
ptfUofopl^tfd^en Hollen erlangt l^at
Qerr Cepper übemal^ in btefem ükd^re ^erm
3ofepI{i3 <Befe0fd}aft, meldtet ftd} i>eri^urati{et l^ttte
nnb (gafhx>irtl{ gemorben u>ar. Qier trat ein 2(fterprincq>a(
cai bie Stelle bes anbetn; er 50g, gleid} 3ofep^i, oon
Stdbtd^en 3U Stäbidien, unb Surlesfen nnb 2neifier^de
— 139 —
galten ifya gle'xdt- Qerr unb ZITabam Sdimcli, fytt 1762.
J^enfel unb fytt ZITcvcr tarnen auf bic ^rt in tt^m.
2(u§erbem t^attc er [2\^] einen Qerrn Hegel unb einen
J^errn Tlbbt €rfierer I{ätte in f omif d}en ^Iten braud^bar
merben tonnen, n>enn er ftd} nid?t felbfl pemad^Iöfftgt
I}dtte« festerer (aus ZITemmingen gebürtig), ein lITann
oon Perflanb, mad^t ben tCartüffe gans gut, l^at aber in
anbemHoDen 5u ptel Kälte. Qerr Sd^röter ber ältere
ftarb bey Cepper su Safel in feinem ftebensigjlen 2<^k^^f
nad^bem er nod} ad^t Cage por feinem Sxibe agirt E^atte.
J^err IPiel an b I{atte ben TXintli, unb nur er tonnte xfyx
l^aben, bie [ämmtlid^en lOerte ^cs St^atefpearesu über«
fefeen. 3« bem erjien tCt^eile, »eldjer bies 3aljr erfdjien,
gab er {td{ befonbers mit bem 3oE{annt3nad}tstraum
augerorbentlid^e Znüije.
Z)er sn>eete Cijeil von 5 d^ leg eis lOerfen lieferte
bie Cujifpiele bes Perf affers, nei{mlid{ ben gefdjäfftigen
2nü§iggänger, beniSet^eimnigpoIIen, ben Criump^
ber guten 5rauen, bie flumme 5d{önt}eit, bie Cange^
n>eile unb ben guten HatE{, ein bramatifd^es (Sefpröd}
aus ber It>od]enfdirift ber 5rembe. 2(u§erbem mürben
uns eine gro^e lITenge von Fragmenten mttgetE^eilt, wo»
runter ber poQjlönbige unb profaifd^e €ntmurf 5u einem
Crauerfpiele Cufretia bas mertmürbigfle ifi. Sd^Iegel
pflegte [220] neijmlid} feine Crauerfpiele 5uer{} gans in
profa au^ufe^en, beoor er fte perpficirte.
Qerr (Segner fd}n>eifte aud^ ins bramatifd^e (5ebiet
aus unb fd^rieb 5n>ev 5d}äferfpte(e: foanber unb
Tllcimna, unb €raf!; n>ODon ftd} pornel^mlid} bas leitete
von ben gen>51)nlid}en (Sebid^ten biefer 2ixt merflid) unter«
fd{eibet. ^ier ftnbet man flalt tänbeinber (5efinnungen
bie mdfyce 5prad)e bes Qersens, unb fiatt romanijafter
Segebenf)eiten rül|renbe Situationen. §wey 5tan3ofen
traben es ber ttad]ai{mung gemürbigt, unb oerfd^iebene
l^or^ellungen baoon ftnb mit Sevfan gemad]t n>orben.
— I40 —
1762. 2tus 6en Citteratnrbriefen bie^es 'yäfyces fotttt id^
nid^ts als Me Settrti^iUing 9on Ctn^ners 3cf}nU}anb«
lungen attssetd^nen.
Z)ie Sibltot^ef 5er fd^onen XDtffenfd^aften
lieferte ein ongenel^mes, aber n>entg etttfd^ei^en^es 5d^rei•
ben übet 5ie Sütlid^feit 5er Sd^oubüt^ne.
Qerr So5mer fd^rieb einen 3nlin3 (Zä\av, n>eld)er
porsüglid} von Sombafl nn5 fd^aolen Heben ih>II tft
£tn Sud^t^nbler 5n Seriin trotte 5en Einfall, ein
CE^eater 5er 2)eutfd)en ansufangen, n>orinnen er aUe
unfre Originale ol^ne Hüd{22]l]{ld}t auf ii^en innem
XDertE} nadi <But5nnfen ab5nicft, nn5 5as nnnmel^r aus
pier3eE{n CE^eilen befiet^t
1763. Xladt n>ie5eri^rgeflellten 5ne5en moUie fyvt Kod^
fogleid} »lieber nad} €eip5ig snrucRei^en, allein fein
C^eater u>ar n7d^en5 5es Kriegs ^u einer Zlie5erlage
von XDaaren gebrandet u>or5en un5 mn§te 5a^er erfi
n?ie5er in vorigen 3tan5 gefegt n>er5en.
XDdE{ren5 5iefer Seit raffte 5er 3taliener ZHoretti
in Vxesbcn eine Heine Cruppe sufammen, tarn 5amit sur
0fiermeffe nadt Ceipstg un5 fpieüe fed^s bis ad}t XDod^en
im Heitl{aufe 5a[elbfi. £r gab e^emporirte Komö5ien,
ungeftttete Surlesfen (5. £. 5ie (Bouoernante, ein
Singfpiel eines Qerm von Ztutt) in XDien), gute Sd^au«
fpiele, Pantomimen, italienifd^e 3nterme3305, alles 5urd{«
einan5er. 7>as meifle (Selb vetbiente er mit 5en le^tern,
als in weld^en Qerr Surgioni unb Signora Hof a fangen.
Pon feinen 5eutfdien Sd^anfpieletn nenne id^ nur einige,
^err Serger u>ar ein guter j^offenl^after Tlftewc, 5er
lievde 5en ^arlefin in 5er pantomime, un5 morgen nad)
(Selegenl{eit 5en Saron im (Befpenfl mit 5er Crommel
mad^te. ^err 2TTerfd}Y n>ar ein guter pierrot un5 fpielte
audtt 5ie Dalets. Z)er fd}on [222] einigemal angefut^rte
Koppe n>ar 5er bejie unter 5iefen Ceuten« ^err £on>e
[pielte E{ier lITarquis un5 tragifd^e QeI5en, n^ie £ffe^ un5
— HI —
(Dxosmann. Die übrigen, fo rote bie 5tauen5tmmer bcy 1763.
Znorettt, maxen gans eUn^, befio beffcr aber feine
(garberobbe. — Seine tCruppe gieng nadj pftngjlen n>ie«
ber nadt Bresben, unb n>egen ^bjlerbens 2(uguj! bes
britten bafelbji auseinanber. — ^err tövoe begab jld} 5U
Tldetmann unb bebutirte bey itjm mit bem — Samtoell.
Qerr Kod^ fam enbUd} sur 21TidiaeIismeffe nadt
Cetpsig; allein bie boppelten tCobesföHe bcs Königs nnb
^s Cl{urfürj!en trieben ifyx halb tDieber nad^ Hamburg
intüd. €r fdjioß feine Sül^ne mit bem Kobrus.
SixVOien erfdjienen nun 3uu>eilen Stücfe oon Cronegt
nnb Cefftng auf ber Sutane, aber abtoed^felnb mit (5rimm5
Sanife unb mit Surlesfen. 2>a3u pfllegfen bann nodj
biejenigen Sd^aufpieler, n>eld}e (um bie d^eaterfprad^e 5u
reben) jene guten originale t^ergaben, fte 3u überarbeiten,
bas Ijeigt nadj Selieben 3U perfürsen unb 3U permeBjren.
So l(atte fdjon et^emals fjerr ^uber UTig Sara Sampfon
überarbeitet. — 2>er fdjon angefütjrte 3otjann Qeinridj
5riebridj 21Tüner n?arb jefet l^ier auf-[223]genommen.
€r fpielte 3uerji im polveuft ben Seoer, unb balb barauf
in ber pamela ben Ct^epalier €rnolb, unb toarb 3U jungen
fylben nnb muntern £iebt{abern gebraud^t. (5egen (£nbe
bes 3<^l(tes bebutirte ^err (5 Ott lieb. Sebiente, Sauren
nnb niebrigfomifdje CBjaraftere ftnb fein 5adj. So lange
nodj ejtemporirte Stücfe blül^ten, n?ar fein Cl^eatemame
3acferl. €r übertreibt bie Sebienten 3U fel^r, unb bas
fd}(ed}te ZTIemoriren t|ängt iEjm aus ben eytemporirten
Stüden an. — 2Lls bmdt einen Sranb bas alte Stobt*
tE^ater ver^elitt u?orben n?ar, erEjielt IDien ein neues
beutfd^es Sd^aufpielijaus neben bem Kärnttjertl^ore erbaut,
3u beffen fintoeil^ung am ^ten 3wKu5 Ejerr ID eis fern
ein abentt{euerlid}es Porfpiel perfertigte. Den (grunbrig
ba3U Ijatte ber favferüdje ^ofbaumeijler ^teytierr Don
paccagi entn>orfen. 2lu§er 3n>ev geräumigen parterren,
bie 3ufammen ^6 Sd?utj lang ftnb, unb bem ©rdjefier,
— 142 —
1763. wMies 7 Säftd^ btät unb ^^ lang j$, fa%t es fnnf
5todwede. Das V^eaUt an fid^ fdbfl tfl ^V, Sd^nk
tief, 62 breit nttb ^2Vs kodt. — Wun modrte eine widtfüqe
Stohernng an ZHabam Qenfel, iDekf^e ftd{ auf ein
gonjes 3a^ engogirte. 2Iber ^er dofelbfl nod^ I^ecxfc^en^e
iSefcf^nacf an Bnriesfen be{22^](eiMgte fte fo fe^, ba%
fte fd^on nad^ bterZnonoten nneber ai^gieng, obgleid) ^er ba»
malige ^Hreftor, ^er <Braf Thaa^, fid^ alle Znül{e gab,
fte 5ttrficf^itl{alten. Sie fa§te dranf, vcftntfyttüd^ bnxdi
Krdnflid^eit 6en>ogen, 6en €ntfd^hi§, bem (D^eatet gans
5n entfagen, jxnb reiße in Mefer 2lbftd}t nad) 5ranffnrt
am 2naYn, n>o fte ftd^ nieber^ulaffen ge^ad{te. 2UIein i^e
iSenefnng, ^ie Ciebe ^ i^er Knnfl, mb ein Hnf nad^
Qtlb6nrgl{anfen dn^erten biefen l^orfa^ b<db.
llngefef{t in Mefem 3a^e enbigte bie Henberinn
if{t mul^feeliges Ceben. Sie n>oIIte immer felbß eine
StograpI{ie von ftd} bntden laffen, aber bie Ha^rungs«
forgen t^inberten fle baran.
£inen Sd^anfpieler mug id) je^ nennen, ber funftig
als principol bnrd^ feinen Streit mit Qerm Kod) 2(uf<
fetten mad^en n>irb. 3oIiann £I{riflian XDäfer (ge*
boren 3u Thesben 1743) mar im 3aljre 1757 oon Königs*
ftein aus bem Qaufe feines Paters, ber einen 2Kenfi bey
bem Dresbner ^eugE^aufe befleibete, 3u einer gen>iffen
5rau Qod^brudnerinn gegangen, meldte mit Kinbem
umI{er3og unb Pantomimen fpielte. 3e^t gieng er mit
feiner je^igen f rau (bamoligen Dem. Sd^mibtfdjneiber,
[225] geboren 3u Nürnberg 1750), n^eld^e hey biefer <ße*
feüfd^aft bie Kolombine gemad^t I{atte, nadt Petersburg
3U Iteulioffen. IDäfers größter Seruf 3um Sdjaufpieler
ij} feine 5i9ut, bagegen fel^It it{m eine reine Stimme unb
eine E{inlänglid{e Kenntni§ feiner Hodett. £r fpielt im
2tott|fan alles, aber am liebfien bie Ct^epaliers* €r nnb
fte bebülirten 3U Petersburg als ^amor nnb ^l3ire, aber
ot^ne großen Sevfall 3U ftnben. Die lOdferinn bejt^t
— 143 —
tioeit mcl{r tCalcnte sunt ^eaUx als il|r (Satte. Sie l^ai, 1 763.
auf er ^er PortEjeiöiaften Siföung, eine mdnnlidje Stimme,
tDeld^e {te aber nid}t genug absuänbem n^eif. Perbdnbe
fie bamit Studium, Seflamation nnb gefüi^IpoHen 2(u5«
brud, fo ujürbe jte nid?t, n>ie je^t, eine Bios braudjbare,
fonbem eine porjüglidje Sdjaufpielerinn Ijeigen idnnen.
ZITit 5er beni^dten (Sefeüfd^aft in Huf Ian5 ereignete
pdj eine große Peränberung. IteuEjof f jiarb, unb Scolary
brad^te bie XDittn>e ums pripilegium. Z)ai{er n^enbete
fid} t{emad} 2TTabam Ztenijoff su Siindi, moburd^ fte
nun in Deutfd^Ianb berüi^mt 3U n>erben anfteng. — Scolary
perpad}tete bos erlangte Privilegium an einen Sdiau«
fpieler, Ztamens UTenbe, ber el|ebem bey Sdjudj nadj
Srettingers 2lbgang [226] ben £;ar(efin gefpielt l^atte,
unb beffen 5tau bie llTäbdjenroIIen (it|re Ereifere Stimme
ausgenommen) red}t gut madit Qerr (S antner wat bie
oorsüglidjjie gierbe ber UTenbifdjen <5efeIIfdjaft. Qiet^er
fam nun audi ZTIabam 2lntufdj (bie 3n>eYte). Sie
trennte ftdj pon it^rem 21Tanne, unb gieng pon Königsberg
I^eimKd} mit einem Qerrn Cembfe bnxdtf ben fte brauf
in Huf lanb l|euratE{ete.
^err Steinbrüd^el; »eldjer fdjon ein5eln einige
gried}ifd)e Crauerfpiele überfe^t t^atte, gab bie beiben
erjlen tCI)eiIe eines (Ei^eaters ber (5ried}en ^erauS; uDeld^es
©or bem griedjifdjen CI|eater bes Srümov merflidje Dor«
3üge t^at. Steinbrüdjel überfefet in füt^ne unb jlarfe profa,
ber es 3un>eilen an Creue unb (Sefd^metbigteit fetjit. Pom
SopEjofles t|at er bie (Eleftra, ben ©ebip, ben pI|iIoftet
unb bie 2(ntigone, pom (Euripibes bie Qefuba, bie3p^i'
genia in ^u(is, bie pijönisierinnen unb ben ^vppolit überfefet.
fytt pfeffel fdjrieb ein Singfpiel Saucis unb
pmUmon, unb ein Heines Sijäferfpiel, ber Sdjafe,
meldje beibe perfdjiebentlidj aufgefül^rt n>orben jtnb.
[227] (Erjl jefeo erfd^ienen bie IDerfe bes feligen
Krüger burdjCön?ensSorgfaIt in einer eignen Sammlung.
— 144 —
1763. 2>ocb bie iDÜ^tigfle ISttni^tamg l>et TSvfyie nntren
bie neuen Beläge, ii>eid{e Qerr IDeiffe bcfamit madtfte.
Das (Cronerfinel 21In^api{a unb ^eangtr ip ^nxir itnr
von 2>5bbelm ixnrge^ellt n>or5eii^ ^ ober groge Pot^üge
in ber Peiftftfatkm« Stöxfer t^ Hofetnnnbe, f^ ober
iD^geit ber olljiigro^eii Sinq^Itcttät unb wegen bes Sd^ecf •
liehen bet ^anblxmg auf bem (Q^eoter feine IDixfitng ti^nn
n>onen. Tibet bas Cnß^xiel, mM^ biefen Bonb he*
fd{lte^, ip nnprettig bos ausgearbeitete unter ben Komo«
bien bes Perfaffers; bie Qans^dlterinn, iz>eld^e in Ceij^
unb Züeberfad^en mit Beyfan DorgefteHt nxnrben.
1764. Qerr Kod{ tarn 1764 nxieber nad) Cei|^. ^Ulein
Qerr ^dl^of mar in Hamburg ^urucfgebfieben unb ^u
2(dermannen gegangen, bem biefe 2(cquifttion fei^r ^u
Rotten fanu 9enn bisl^er t>atte es bey ii>m im Crauer*
fptel unb in ber I^o^em Komobie fel^ fd^Ied^t ausgefei^
^emotf eil Sätul^inn gennrnn oomei^mltd} burd^ £cfi^fs
^Yfpiel unb Unterrid^t
Qerr Sru^ner trat nun bey Qerm Kod? in a0e
feine üorigen C^arafterroHen mteber ein. [228] Qerr
Qerlt^, meld^er ben ^ani nun poHtg x>exlie%, übernahm
bie Hollen, xoeid^e Eiert Srucfner su Qamburg gefpielt
l^alte. Seine Sp^äte ftnb ber Bruber Cüberüd?, ber Per«
5n>eifelnbe, ber feine Betrüger (n>ie Sturfeley im Spieler),
einige lebl^e Ciebt^ober (n>ie Clerüal in ber Cenie unb
2ln>iane in ber ZITelanibe) unb bie Prin5en im (Crauer«
fpteL Sefyc 5u n>ünfd}en rndre, ba% et nid^t burd^ ben
Canj eine E^eigere Brufi befommen, bie it{m im Carmoyan«
ten fet{r t^inberttd^ fallt. £r mürbe andt ein oortreffUd^r
Palet von bet feinem (Battung gemorben fein, merni er
in biefes S^di l^ätte gelten moHen, mte ber 3oi{ann in
ben 'Kanbibaien ben>eifl.
Xtod^ in biefem3a^e n>arb Qerr "Kodt nad} Vtes*
ben auf brey 3«^^« berufen, unb es fdjien, als xvenn
ftd} enblid; einer ber grdgem beutfd^en Q5fe ber Ztational«
- 145 —
6nf{nc ctnigerma§en annel^men rooHte. Bey ber i^crt* 1 764.
fd?aft felbft fanb andi bie Cruppe in bcr 2^at BcvfaH.
2nicin balb rocrben roir biefe Hoffnung toieber perfd^roin-
bcn fcl^n, — Uebrigcns roar biefes eines von ben ^alixcn,
in weldicn ^err Kodj bie mcmg^cn neuen Stücfe aus-
tl^eilte, roeil nadi €cfI^ofs Tlbgang fo oiel alte neu 3u be*
fe^en u^aren.
[229] Sey J^erm ^cfermann bebütirte jefet ^err
Sapib Sordjers (geboren su Hamburg 1744), ber Sol^n
eines ptebigers, u^eldjer von 3ugenb auf große Zteigung
für bos Cl^eater geäuffert I^atte. €cfI|of roarb fein
ZITujier, unb er ij! nun in ber Cl^at ber einsige, ber uns
ben Perluft beffelben einigermaßen erfefeen fann. Haifon-
neurs unb särtlidje 2flte gelingen il^m fdjon jefet beflfer
als Ciebl^aber. — Sey biefer (ßefeUfdjaft oerl^euratBiete
fidj im ©ftober i^crr Söcf mit ber (f^^amburgifd^en)
Semoif. Sdjuls, roeldje im 2lpril su ^annooer bas
Qjeater, naii einer Entfernung pon adtt 3ciB|ren, roieber
betreten I^atte. Sie mußte I^ier mit einer üix gans frem«
ben HoHe, mit ber Celiante im oerl^euratl^eten pl^ilo*
fopljen bebütiren.
Sn Kaffel bebütirte, bey il^rem Petter Cepper,
3)em. 3oI|anna Katl^arine 3uliane Cucius (ge*
boren ju Bresben 1 744) in ber Siloia im Spiel ber Ciebe
unb bes SufaHs oon ZITarioauf . Sie befaß meB^r ridjtige
€mpfinbun9, als l|inreijfenbes 5euer, mel^r gefunbcn guten
l^erjlanb als fritifdje Kenntniß. Porjüglid? gelang üix
ber 2lusbrucf leibenber Unfdjulb, beflemmten Sdjmerses
unb roarmer ebler [230] (Seftnnung; Stimme, pB^YJtognomie,
Bau b^s Körpers, alles begünfiigte fie B|ier.
tt>dfer gieng nebft adjt perfonen oon ber ZHenbi-
fdjen (ßefeHfdjaft nadj Heoal unb errid^tete eine eigne
Cruppe. JTKt biefer fpielte er perfdjiebne 3ofyc^ fo rool^l
bafelbft, als 3U Higa, ZHitau, Cerbadj, unb fogar einmal
in Petersburg, 3)a, roie man leidet erratt^en roirb, biefes
10
— 146 —
1764. ^duflein nidit t{mreid}cnb war, regelmäßige Süxde vor*
in^eüen, aud} ber bortigc (Scfd^macf nod{ 5ut Seit nid^t
5er gebilbefle wat, fo tourbcn ^mlesten unb nur bey
augerorbentlid^en Säuen Savce, ZHig Sara, bie poeten
nad{ 5er ZHobe, ober Stücfe pom Qolberg votge^eüt
Ueberf^aupt iß le^terer nodi ein £ieblings5id{ter in Hu§«
lanb. ZITan fpielt auf 5er einB^eimifd^en Sül^ne 5afelbp
olle feine Stücfe, aber fein einsiges von tt>eijfe o5er Cejfing.
^err 5tan3 Sdtndi 5er l^ater flarb; 5odj I^atte
5a5 auf 5ie Sdjicffale feiner Cruppe feinen €influ§, in*
5em ^err 5tan3 Sdindt 5er Sohtn \ogleidi 5ie (ßefeH-
fdjaft a>ie5er übernaljm, Die 3)em. Sdjieignerinn
f{euratt}ete nunmel^ro 5er fdjon öfters genannte Koppe.
Sey 5iefer (ßefeUfd^aft flarb ^err Kird^B^off, un5 feine
lt>itttx>e wenbeie jtdj 3u Znen5e nadj Petersburg. —
Dafür «>ar5 Zna5am8ran5es ein neues [23^] KIeino5
5iefer Cruppe. Cftl^er Cl^arlotte Kod?inn mar 3U
Hoftnsfv, einem (6ute in ßttljauen, geboren, un5 5ie Codj«'
ter eines reidjen ZITannes, 5er 5urd{ Perfd}«>en5ung un5
Unglücf eine 3aI^Ireidje 5amilie in großer Dürftigfeit
I^interlaffen I^atte. €iner il^rer 8rü5er u^ar bereits Cdnser
bey Sd^udj ge«>or5en. 2lls fte einjl oon il^m in 5ie
Komö5ie gefüB^rt U)ar5 un5 5ie Sopl^ie im Qausoater
fpielen \ali, befam pe felbji ju 5iefer Holle €n% ^iersu
fam 5ie Zteigung für ^errn B ran 5 es, u^eldjen fte in
5iefem 3alixe su Sreslau I^euratl^ete. Sie 5ebütirte mit
5em Kätdjen im Si5nY, un5 B^at nadjl^er 5ie SopB^ie, 5ie
Cucin5e im ©rafel, 5ie junge 3n5ianerinn un5 perfd?ie5ne
Soubretten mit SeyfaH gefpielt. Sie I^at pdj aud? in
tragifdjen Hoöen, «>ie ^aire, 7Xli% Saxa u. f. m,, nadi
Zna5am £jenfel gebiI5et. Sie beftfet €mpfin5ung, £eb^
I^aftigfeit un5 Ztaipität.
5ran3 3ofepI^ Sebajliani (aus Strasburg gebürtig),
ein ZHann oon gar feiner firsieB^ung, 5er audj nie als
Sdjaufpieler in Setradjtung gefommen \% fül^rte anfangs
— 147 —
Uomö^Un in Suben auf, perbiente pdj bann (Selb mit 1764.
Xinberpantomimen, brad)te enblid{ eine größere (ßefell«
fd^aft sufammen unb fpielte bamit 3u Strasburg, ZITann«
^im unb ZHayns fd^led^te [232] Ueberfe^ungen, nodi
fd)Icd)terc originale unb 0pern aus bem italicnifd^cn.
£r Heg baoon fogar ein Cl^eater brucfen* ^ule^t f:iaüe
er auf breyßig Sdjaufpieler beYfammen, worunter bie
^errn 2Tlard{anb (geboren 3u Strasburg 1741, in einigen
niebrigfomifdten Heuen braud^bar) unb Walil bie bejlen
tx>aren*
Der ^er3og pon Qilbburgt^aufen I^atte ben patrio*
tifd}en €infall, eine fransöpfdje Cruppe absubanfen unb
bafür eine beuifd^e 5u errid^ten. <£r perfd^rieb basu
ZHabam ^enfel, roeldje im 5«bruar anfam, aber aus
l^erbrug über bie Irägl^eit il^rer 2nitfd?aufpieler fdjon im
September »ieber abgieng unb nadj IDien surüdfel^rte,
Don ba it)r pon neuem bie Portt}eili{afte{)en 2(nträge unb
insbefonbre bie Hoffnung gemad^t rourbe, ba% bas Sd^au*
fpiel bafelbfi auf einen beffern 5u6 eingeridjtet toerben
foQte. ZtadjI^er I^atte ber ^ersog nid?ts als mittelmäßige
Heute. IDolfram txnb ein gerpiffer 3) o Bier mit feiner
5rau fpielten bw £j auptr oUen bey i^m. €ine furse S^it
tpar Zn ab am ZTIe CO ur in feinen J)ienpen; aber fte folgte
ber ZHabam ^enfel nadj lOien.
Tlis ber (ßraf Surasso als favferlidjer Botfd?after
nadj l^enebig gefdjidt rourbe, fo überfam bas (Seneral«
bireftorium ber tt>iener 8ülj'[233]nen ber (6raf 3oljann
IDencesIaus pon Sporf, J)iefe Peränberung ber 3)iref*
tion I^atte roidjtige 5oIgen. Unerad?tet aller Porfd?läge,
tpeld^e einige Patrioten, 3. (£. bie^errn ^eyben, Klemm,
^errl, Hiegger, petrafdj, (£ngeIfd?aU, QJuanbt,
tt>ädjtler, in ein3eln ^uffäfeen unb in IDodienbldttern 3U
einer gefttteten Sdjaubül|ne getl^an I^atten, B|ielt bodj bie
porige J)ireftion bie 2lbfd?affung ber poffen für unmög-
lidi unb 30g immerfort (Jarcen unb ejtemporirte Stüde
10*
— 148 —
1764. por, voM üfc Ifid^^ ^n>ecf nxtr, bie ^ufd^nter 5um
CodKit 51t bttn^cn. XHc wctng/tn Ritten Studie, bic von
einigen tnitgtiebem 5es Ci^oters porgefd^Iogen iDitrben,
fomtten jene tttd^ verhängen, sumol 5a man btefe auf
bie fd^lecf^teflen Cage fe^ nn5 an Sonn» nnb S^xer*
tagen 5tird>atis fem regelmdgtges Sd^anfpiel bulben ii>o0te.
2>ie ie^e Dtreftion I^ielt bie Perbefferung ffir mogltd{,
n>enn fle es gleid} für ndtl;ig erad^tete, fte nid^t auf ein«
mal 5u untemel{men. — Prel^anfer fonb nod} einige
Seit eine Stöi^e an einem Käfigen Siabtgetxd^tsheyfHiet
f)af ner, toeld^er 5U 5er nie5rigfien 2lrt oon poffenfpielen
iSenie l^atte, aber auf 5ie feltfamßen 2(u5fdin>eifangen
perftel. 3n feinem erfien Perfud^e: 2negdra, 5ie f urdi*
terlidie f)e{e, ober 5ie besauberten [25^] Qang*
leudjter; paarte er fo piel Ceufel, Saubereyen, 5ta%en,
Soten unb Unftnn sufammen, ba% et, nad^ bem bamali*
gen (ßefd^macfe, notI{tx>enbig SeyfaQ frnben mugte. ^ey
perfonen, bie {td? 5er ^uratl} eines ZHdbd^ens n>iber'
festen, bas ZHegdra in il^ren Sd^u^ genommen, mugten
l^evnadi sur Strafe bey einem Saue 5U Qangleuditent
bienen. Soldje Sadjen gefielen fo feljr, ba§ Qafner pon
5er €ntreprife in orbentlid^en 5oI5 genommen warb.
ZTun fd^rieb er 2{mt5tx>egen ein neues tolles St&d, ooQ
5er pdbelt^afteflen Cl^araftere, 5ie bürgerlid^e Dame,
u>eIdjesprofejfor8ob in einem 5roIIidjten<ßIücfu>unfdje
an 5en üerfaffer läd}erlid{ 3U mad?en fud?te. ^afner
t|atte 5ie feltfame (ßrille, jebes Stücf lieber auf 5ie aben-
tlieuerlidjPe ^rt, als mit einer Sientatli 3U enbigen.
€in Heifenber, u^eldjer gerabe nidjts als foldje unb
eytemporirte Stüde 3U tt>ien gefel^n Blatte, fdjilberte ben
üerfaffem ber Sibliotl^ef ber fdjönen tt>iffenfdjaf-
ten ben Sn^anb ber tt>iener Sül^ne nur pon biefer Seite.
Dies bewog ben ^erm oon Sonnenfels, eine (gljren-
rettung feines Paterlanbes 3U unterneB|men. — 3km legen
einige bas I^eroifdje Irauerfpiel 3£erf es ber 5tiebfame-
— 149 —
bey, weliies in bief^m 3al|re [235] gcfpicit tx>arb^ unb 1764.
mit Sobs üorrebe gcbrucft «rfdjien. €5 ij! in profa,
aber in einer fel^r poetifdjen profa abgefaßt €r madjte
bamals 5em publifum in einem Crauerfpiele 5c ipio unb
3U einer Komöbie ber ZTläbdjenfenner Hoffnung, bie
er bis jefeo nodi nidjt betannt gemadjt Ijat. — ^err
£aubes fteng an, oerfd^iebne Stücfe von (Solboni
mit üeränberungen für ^ic Sül^ne 3U überfefeen. —
^err Hofdjmann, jefet 2lrdjioarius 3U 3nfprugg,
ergänste (Cronegfs ®Iint unb Sopt^ronie nxdit gani un<
glücflidi.
3)ie Citteraturbrief e biefes 3öt!re5 prüften (Seßners
Sdjaufpiele unb Steinbrüdjels Cljeater.
^err tt>eiffe gab ben brüten H^eU feiner Se^träge,
unb barinnen abermals brey Stücfe t^eraus. Krifpus
m\xb iwat pon il^m felbft nur ein jugenblidjer Perfudj
genennt, aber er oerbient immer, mit ber pl^äbra von
Hacine perglid^en 3U «werben, unb i|t in IDien, in Ztieber*
fad^fen unb im preufftfd]en gefpielt morben. J)ie Be»
freyung oon Hieben ij! tas erj^e Irauerfpiel biefes
Perfajfers in 3<^^ben, in n>eldjen er oiel blüt^enber unb
bilberreid^er fd?reibt, als in ber getoöl^nlidjen Persart.
€nbUdi ^as Cujlfpiel ber ZITistrauif dje gegen [236] ftdj
felbji übertrifft ^cn (SeljeimnigooIIen von Sdjlegel unb
ben ZHistrauifdien von Cronegf, oieüeidjt ij! aber bie
Slöbigfeit, meldte alle biefe CB^araftere gemein iiaben, fein
Por3ÜgIidjes fomifdjes Sujet. 3)iefes Cuftfpiel ift 3U Serlin,
IDien unb £eip3ig aufgefüt^rt morben«
3efet jlarb ber ^err ZlTag. Steinel, beffen Perbien^e
meine Cefer bereits fennen,
Der britte H^eil von (£Has Sd^Iegels tt>erfen
entB^dlt profaifdje 2luffäfee, von benen idj biejenigen, fo
I^iel^er geB^ören, bereits einsein angeseigt liabe.
QeinridiSd?IegeI überfefete bie beiben lefeten Crauer-
fpiele bes Il^omfon: €buarb unb €leonore, lanfreb
, - ISO -
1764. u'nb Sxgismnnbe, un5 fügte if^nen bic Srübcr pon
t^oung bei
^err Sobe su Hamburg pcrbcutfd^te bos portreflid^e
£uflfpie( pon £oImann: bie ciferfüd^tigc €t;efrau.
Qerr Klopflod fdjrieb abermals ein Cranerfpiel;
nxdti für5ufd?auer,fonbern für Cefcr,neI|mKdi bcn 5 alomo.
^crr Krctfdjmann füf^rtc in fmer Sammlung
fomifdjer, lyrifdier unb cpigrammatifdjer (ßebtdjte stoey
€ntoürfc oon Hiccoboni: ^as (ßefe^ bcr Siana unb
bcn 2(bonis aus. Sies pnb bic cinsigen St&dttc, tDcId^c
bic in Cefjtngs [237] tl|eatralifdjcr 8ibUotl)ef mitgctl^eiltcn
(£ntoürfe getrabt I^aben.
1765. ^g5|. Kodj crl^ielt 1765 ju 2)resbcn J^errn Cötoe oon
bcr 2lcf crmannif d^cn <ßcfellfd?aft. €r Iic§ iB|n 3u Ccipsig,
tx>ot;in er inxixdtefycen mußte, in einer CiebIjaberroIIe
bebütiren. 2lber Qerr Kodj faB^e balb, ba% bies fein Sajii
nidjt fey, unb fefete ttin in bas, u^orinnen er nad?Ijer ge-»
fallen iiat Da neljmlidj Brurf ben 26^en 2luguft 3U
Ceipsig an ber Sdjtoinbfudjt j^arb, fo ert^ielt er ben größten
Cl^eil feiner HoHen. 3n ben niebrigfomifdien Sebienten,
ben plumpfomifdjen Eliten, ben Bef offenen erfefete er
einigermaßen Brucfen. hingegen fonnte man bas feinere
fomifd^e (Seberbenfpiel bes lefetern, PorneI|mIidj mit ben
klugen, unb feine SeHamation nidjt pergeffen. ^err Cön>e
unter^üfete burdj fein Spiel I^auptfädjlidj bie fomifd^en
®pern. ZITabam Cön>e (geboren 3u Bresben) bie erfi
perB|euratl|et (1762 bey ZHoretti) 3um Ct^eater gefommen
mar, bilbete ftdj nunmel^ro I^ier, PorneB^mlid^ nach 2TTabam
Hodl, beten SoubrettenroHen fte nadi unb naii überfam.
ZITan muß il^r ben Hul^m 3ugefteljn, bas fte ftd? außer*
orbentIid)e Znül^e gegeben, aud? piel 5Ieiß auf bie Kultur
iB^rer Stimme ©ermanbt I^at, um in ©peretten 3u glän3en.
[238] ^err ^cfermann befdjioß enblidj, nadi fo
oielen Heifen, Hamburg 3U feinem Hul^epunft 3U madjen,
unb etbante bafelbj! auf bem pla^e bes alten ©pern»
— 151 —
I^aufes ein Sd^anfpiell^aus, weldies inncrf^alb fünf TXlonaten 1 765.
bereits fertig, unb ben 31jlen 3ulius mit ber ^elmire
oon SelloY unb einem Porfpiele pon £ötx>en:bieKomöbie
in bem Cempel ber (Eugenb, eingetx>eit}et tx>arb. *)
3)ie Sreite biefes Cl^eaters ij! 59 S^%, »nb bie Cdnge
«igentlid? 110 ^n%, nebj! einem 2(ngebäube 21 jug Icing
unb 48 breit. 3)ie ^öl^e ber (ßrunbmauer ij! brey 5u§
neun ^oll unter ber €rbe unb eben fo f{od} über ber«
felben; bie Qöl^e bes Stenbertoerfs bis jum ^ad^fluf^I
29y, 5u6. Sie Stärfe bes (ßebäubes iji ber Sefiimmung
beffelben gemäg, bos äufferlid^e 2(nfet;en ot^ne Persierungen,
unb bem Sianbe bes (Erbauers als eines Privatmanns
nidjt unan^änbig. — ^u Königsberg I^atte 2lcfermann
bereits et^ebem ein äB|nlid)es fjaus erbaut. — ZIT ab am
€rfI|of entfagte frdnHidjer Umjlänbe Ijalber bem Cljeater
vöüxg.
3)er (ßraf oon Sporf birigirte bie tt>iener Sül^ne
feljr leibenb; baB^er unter brücfte er bie Kabalen nidjt,
meldte meB^r als jemals unter [239] ^^" Sdiaufpielem su
Ijerrfdjen anfiengen. ZHabam £jenfel bereute es unter
fold^en Umflänben balb, ba% fte aufs neue bat^in gegangen
n>ar, unb nal^m, nadj bem (Eobe bes Kayfer 5ran3, «lieber
iB^ren 2lbfdjieb. Sie feierte 3u £jerrn 2lcfermann surücf,
bey bem jte ben Ij^en Xlov, als S<^ixe bebütirte. ®b fte
gleidj lixet nur bie Qälfte iB^res bisljerigen (Seiialies befam,
fo Derfdjmerste fte es bodj gern, um nur neben (£dh(of 3U
fpielen, unb feine Cel^ren 3u benufeen. Sie fam I^ier erft
n>ieber im Cuflfpiele in Hebung, bas fie su lOien gans
I^atte pemadjläfftgen muffen.
2lm 4ten 3unius bebütirte su lOien lITabam (Sott*
lieb in ber Canbluf! ober ber neuen 2lftrice, einem Stücfe
oon IDeisfern. Sie mad^t in Crauerfpielen Pertraute,
in Komöbien Ciebl^aberinnen, HTäbd^en unb alte tt>eiber.
*) Die Befc^reibung tfi ans ben Unteri^altungen entlei^nt.
— 152 —
1765. — - ^afner j^arb in jungen 3al|ren, unb crji nadi feinem
Cobe erfdjienen nodj folgende Stücfe oon it^m, unter benen
bas le^te bie meifle fomifd^e £aune iiat: bie reifenden
KomöbianteU; bie bramatifdje Untert^altung unter
guten 5teunben, etmas su Cadjen im 5öfd]ing,
JJTegära jmeyter tEi^eil, <£Dafott}eI unb 5d?nubi,
ein (ufitges Crauerfpiel, unb ber 5urdjtfame. — Ejerr
Klemm Ue§ ein [2^0] Cujtfpiel: ber Sdju^er ein (Solb*
madjer, auffüB^ren, bas er ^exrxadi felbft in fein Iljeater
aufeuneljmen pdj gefdjdmt l\at — ^err von Sonnenfels
naljm feinen Srief an bie Perfaflfer ber Sibliotl^ef ber
fdjonen lOiffenfdjaften in ben er jien tn^eil feiner Sammlung
permifdjter Sdjriften auf, in bemn augerbem audj ein
fleines Sdjäferfpiel, ^as ®pfer, oorfömmt.
5u ZHündien befam ber ^of €ufl, eine eigne Cruppe
5U tjalten, unb lieg bestjalb an bie beßen beutfdjen
Sdjaufpieler fdjreiben, aber oljne €rfoIg. J)er einsige
Sranbes fam, gicng aber bereits naii einem Ijalben
3aB|re n>ieber ju Sd^ud}. 'X>as Wext roarb nun an ben
^erm von Kurs (Semarbon) überlaflfen, bas Biernadj,
als er nadj lOien surücffeB^rte, feine 5tau2nabam Kurs
fortfüB^rte, bie gern für eine große tragifdje Sdiaufpielerinn
geljalten feyn mödjte. J)iefe Cruppe fpielte außer Bayern,
in Salsburg, Sdjmaben, am Hinein unb in 5rönf fürt. Der
erfle Sdjaufpieler berfelben Ijieß IDal^r.
Sey ^errn Kodj, roeldjer oon Znidjaelis an mieber
bejiänbig in Ceipsig roar, fam^err ^enfe, (aus Stehnx^
bey Stolpe gebürtig) roeldjer bisBjer in Bresben sur Kreufe*
fdjule n>ar [2^\] gel^alten morben, aufs Cljeater. <£r iji
als l^ertr auter im (Erauerfpiel, in falten bürgerlid?en
Cljarafteren unb als Sänger in ben ©peretten braudjbar
gen>orben. — 3ngleidjen madjte ein Sinbeni, Ztamens
Heinerfe, einen guten 2lnfang, ber befonbers als Cifuart
megen feines Ciebrcifees gefiel, aber im 3aljre 1767 bas
— 153 —
Cl^eatcr gans vexlxe%, ba er ^crm Kodj erfl btaixdihax 1765.
ju »erben anftcng.
^crr pon (ßerflenbcrg überfefetc ein (Erauerfpiel
Don Seaumont unb jletd^er, bie Sraut, unb begleitete
es mit einem fritifdjen Sriefe an fyxtn tt>eiffe, roorinnen
er einen neuen Qauptgrunbfa^ ber bramatifd^eh Cl^eorie
fefeufefeen fud^te, unb mit litterarifd^en Ztadjriditen von
ben brev größten J)id]tern bes englifdjen Cl^eaters. —
5emer n>urben aus bem englifdien iwey Cujifpiele oon
£ongreDe; Hiebe für Hiebe unb ber ^rglijüge^ 5U
KoppenBiagen oerbeutfd^t.
^err ißottfd^eb IjoI^Ite in einem sme^ten (El^eile nadi,
was er im erjien Iljetle feines Porratl^s 3ur (Sefd^id^te
ber beutfdien Büljne oergejfen I^atte.
3n ben Citteraturbrief en n>urben Sdjlegels IDerfe
unb Homanus Cufifpiele ausfüIjrKdj [2^2] beurtB^eilt, unb
I^iermit enbigte ftdj biefes fritifdje 3njlitut.
^err tt>eiffe ließ ben erjlen Cl^eil feines Seytrags
mit oielen Perbefferungen brucfen, unb permel^rte il^n mit
einem Ztadifpiele: ber Ztaturalienfammler, meld^cs fid?
auf ber Heipsiger Sutane überaus wolil ausgenommen l^at.
%rr ZITartini fammelte feine Cu^fpiele: ber Vof
munb, eine Kopie nad^ Diberot, bie ausgekaufte
Cotterie, unb bie umgefeB^rte Komöbie.
^err p f e f f e I fieng feine tl^eatralifdje Be«
lufligungen nadi fransöftfd^en Znujiern an. €r per*
bejferte oft bie ^et^Ier ber ^ransofen, fud^te basjenige
f{inn>eg5urdumen^ was auf unfrer Süljne aUsufremb
fdjeinen roürbe, befleißigte pdj eines förnigten Dialogs
unb bradjte in ben Porreben ©iele I^iflorifdje Xtadiridjten
bey. J)er erj!e (Et; eil entt^ält folgenbe Stücfe: 5 er e na,
ein bürgerUdfes Crauerfpiel pon bem ZHal^Ier £anbois,
in einem ^ufsuge; ben Saubergürtel pon Houffeau,
bie Sflapeninfel Pon ZHaripauj, bie IDittme Pon £oIIe,
— 154 —
1765. ben (Caltsmanti von Comotte, inib ^ie (Cod^ter 6es
Titiftibes von 5er ^ton ixm iBrofigitY.
[2^] Qerr Klemm fdnrieb eine netie DDocE^enfdnrift, 5er
o^erreicf^ifd^e Patriot, mMste €ta>as beffer gerieti^,
toeif oerfdfie^ne gute Köpfe 5aran (Qkü nai^men. 2fii§er
dftem SetrodTtitiigeit über bie ^3til^e fommeii caxdt^
THoxnotoL von Klemm 5cii innen vot,
1766. £n5Iici} erifielt andtt Ceipjig im 3<^ ^^^ ^
SdKtufpieQ^ans, bas feiner n>ur5ig i^ Qerr ^emifcf^,
un5 einige onbere potriotifd^e Konvente tiefer Stabt,
untemot^en biefes rüt^mfid^e XDerf. £in gro§er 2trd}iteft,
5er 3ngenienrobri^ Sä\di, erbaute es anf 5en Huinen
einer pa^ey, nadi 5em 2no5eIIe 5es Cl^urfur^id^en
(EI{eaters su Jhesben. Die Cönge 5es Kaufes iß etnHt
108 Sni, un5 5ie ganje Breite 64 5u§. J>as (O^eater ifi
of{ne 5ie oor5ere oorgel^5e Bun5ung 5e{felben an 5ie
45 Svi% Hef, un5 37 ^ufe breit Die ^ölje ijl 34 ^g.
£5 ftn5 3tx>eY Eingänge, einer für 5ie Sufdjauer un5 einer
für 5ie Sd^oufpieler, 5er gleid^ auf 5a5 (Cl^ater füfjrt;
andi nodi ein 2Iusgang in 5en 5aran {}ogen5en hatten,
in toeld^en man nur 5urd^ 5a5 Qaus f ommen fann. J>as
2lmpl|itl^eater iji länglidjt run5. Vas parterr I^at ein
räumlid^es abgefonbertes ©rdjejler, un5 5a es für flelien5e
3ufd?aucr eingerid}tet ift, nur run5 t^erum Sänfe. €s
[2^^] liegt ettoas tief, »eil 5as Iljeater nidjt fel^r erijaben
ifi/ gef{t aber fd^rdg pom Ct^eater an in 5te ^ol^e un5
fann überlegt n>er5en. 3er £ingang ift 5em Ct^eater
gerabe gegen über, un5 gel^t einige Stufen I^erab. £s
ftnb 5reY Hänge Cogen, baoon einige fel^r geräumig, 5ie
Meinften aber 5odj auf fedjs perfonen eingeridjtet jtnb.
darüber ijl bie (SaQerie, u^eldie einen mel^r als gen>öl^n(id{en
2lbjianb pon ber 3)ecfe bes Qaufes I^at. Zllan fann
aüentiialben bas Cl^eater feigen, unb audj in ben entferntem
Cogen leibet bas (ßel^ör nidjt^ Die ^ussierung bes <ße-
bäubes ijl, n>ie es jtdj für eine Stabt fdjicft, in ber aUe
— 155 —
fdjSnc Künjic btüljen. 7>ex platfonb ijl pon %rm ®efcr. 1766.
3)er HuB^m fd^toingt ftdj ü6er bos Cl^urfürflKdje Wappen,
meldies bas profccnium siert. Apollo unb Znineroa ge<
bieten iljm t)on iB^rem umjhaljlten tt>oIf entljrone, ben Sdiufe,
toeld^en bie fddjftfdjen Hegenten ben Künjlen angebeit^en
loffen; allgemein ans5ubreiten. allgemein bemunbert ifl
ber aDegorifd^e PorB^ang, gleidjfalls pon J^erm ®efer.
^meen Säulengänge nadj borifdjer Orbnung umfteHen
ben mnben Votliof ^es Cempels ber tt>aB|rB|eit,
weldjen man entfernt in ber ZITitte fielet. €r iji oon allen
Seiten offen, unb läßt bie von aller SebeJung entblößte
[2^5] Bilbfäule ber gefälligen (ßöttin feigen, bie bem ^ersu»
tretenben bie offnen 2lrme reidjt. Beym (Eingänge bes
Porl^ofs, mitten auf bem (ßemälbe, fleB^en bie in Sronse
gegojfenen Bilbfäulen besSopIjofles unb 2lrijiopI|ane5.
Die tragifd^e ZITufe tDeil^et bem erjiem, toeld^er 3ur
£infen fielet, einen Corbeerfrans, ^en fte iljm su 5ftff^n
auf bos piebej^al nieberlegt. hinter il^r j^el^t Sofrates,
pon feinem 5teunbe furipibes begleitet; er läßt I^ier
ben Sevfall ^es lOeifen unb bie Pereinigung ber pl^ilofo«
pB|ie mit ber tragifdjen Didjtfunj! erratl^en. ZITitten unter
ben gried^ifdjen 3)id^tern, bey n>eldjen man ben
Senefa, andi einige ber oorneljmflen beutfdjen unb
fransöfifdjen Hadifolger fielet, ftfet bie (ßefdEjidjte mit
aufgefd{Iagenem Sudie. 2lefdjYlu5 bücft ftd? 3U iE|r
nieber, seigt il^r bie TXlaste unb ben Kotl^urn, ben er
il^ren lt>ai{r({eiten leil^en toill. TXehen ifyn leB^nen Il^eater»
flügel, an ujeldjen ein Knabe mal^It, eine Sterbe, womii
er sugleidj bie Bül^ne bereid?erte. 2ln ber anbem Seite
fielet man, n>ie bie fomifd?e ZITufe bie Silbfäule bes
2lriftopI|anes mit einem Corbeerfranse umtpinbet, bey meldjer
Pei^ierung ifyc bie lansfunj! unb ein Heiner fdjersenber
Ciebesgott beB|üIfIidj ftnb. 'X>anehen lefyxt ftd? plautus
[2^6] auf feinen Stab, unb blicft aufmerffam in bie
t^erumliegenben Sdjriften feiner Porgänger. Sey il^m
- is6 -
1766. fielet ber lätilidie lerens, meldiex ben 2(mor mit fidj
bringt unb il^m bie 5acfcl fanft aus bcr ^anb nimmt.
Por iB^nen ftfet Ztlenanbcr an bcr Bilbfdule bes ^Iri^o«
pljanes, meldtet bic ditcrn VOexU von bcr perfönlidien
Satyre reinigt, unb bem Cuflfpiel eine neue (5ej)alt giebt.
€r fdjreibt, unb ein (Benins fdjiebt bie perfönlid? d^araf*
terijtrte ZHasfe von bem vox iB^m aufgefdjiagenen Bud^e.
fjinter ben alten Sid|tern, meldje ein Satyr begleitet,
Peljen einige iB^rer beutfdjen unb fransöfifd^en Xtadf
aB^mer. 3m Porl^of fteB^t man ben unnadiaB^menben
Sl^afefpear, meld^er bie alten Originale oorbeygegangen
i% gerabe bem Cempel ber tt>al|rl|eit sueilen. 2luf bem
Porbergrunbe jlfeen bie ZnaB^IereY unb bie JJTufif mit
il^ren <5enien. 3)ie (5eberbe bes 2lriftopIjanes seigt, ba^
ex über bie tragifdjen Didjter fpotte. Sopljofles fd^eint
il^tu 5u antworten, inbem er mit ber einen iianb auf bie
tt>aB|rI|eit, mit ber anbem auf bie (Sxa^ien seigt, bie
mit in einanber gefdjiungenen Firmen über bem lempel
auf ben lOolfen fd^toeben, oon benen eine ZHenge (5enii
Bierabftürsen, roeldie Corbeerfrdnse für bie neuern Did^ter
bringen, momit bie alten [2^7] bereits gefd^mücft fxnb. —
3d^ l:iabe meine Befdjreibung tl^eils aus ber Had^ridjt
von ber Cröfnung bes neuen Cl^eaters in Ceipsig,
tB^eils aus ben Unterl^altungen entleljnt. — ^err ©efer
unb fein dltej^er Sofyx i^aben biefe neue Bül^ne von Seit
3U 5^it mit Dortrejflidjen 3)eforationen versiert. — Bei
ber Hidjtung bes Kaufes (ben 18ten 3ulius) verfertigte
£jerr ZTIid^aelis bie Baurebe, roeld^e ben feinben bes
Il^eaters unangenel^me I0al^rl|eiten fagt. 2lm 6ten ©ftober
roarb es eröf net, mit einem proIoge von ^exxn Clobius,
u>eldjer fdjon feit einiger Seit bie (ßelegenl^eitsreben für
bie Kod^ifd^e (ßefeUfdjaft oerfertigt I|atte,mit bem ^ermann
von Sd^Iegel, woiix ^err Uodi lauter neue Kleiber im
genaueren Koj^üme I^atte mad^en laffen, unb mit ber
unoermutB^eten Hürffunft von Hegnarb. £jerr Uodt
— 157 -
woüte fclbp nodi einmal bos Vergnügen i^aben, eine 1766,
wiiitige Holle im Crauerfpiel 5U mad^en^ unb übernat^m
bal^er ben Siegmar im ^ermann, ^err Srücfner xx>ax
J^ermann, J^err Berufe Slavms, ^err Sdjubertlj Segej!,
2nabam Kod} Cl^usnelbe, ZTIabam Brüder 2(bcU{eit.
Der Ceufel iji los bes ^errn lDei§e roarb mit
Perbefferungen nadj bem 5tan3Öftfd^en auf bas Cl^eater
gebradjt. Va Stanbfvi% geflorben [2^8] mar, fo fompo«
nirte bie neuen ^rien ^err J^iller. Dies mar bas erjle«
mal, ba% fidj biefer Komponij! mit ber tl^eatralifdjen Sing«
fompojttion befdjäftigte. IDenn man bebenft, wie un«
PoHfommen unfer Il^eater nodj bamals in biefem 5ciclje
wax, fo ip es um befto mel^r 3U berounbern, ba^ fyxr
^iUer, trofe aller Cinfdjränfung oon Seiten ber Sänger
unb bcs ©rd^ejlers, auf biefer ISalin fo glucflidjen €rfoIg
getrabt liat Seine 2lrien empfoljlen ftdj bem publifum
fogleidj nidjt allein burdj il^re €eid?tigfeit, fonbern audj
burdj il^re Hidjtigfeit. Vas erj^e Sind, roeldjes ^err
filier burdjgängig felbfi fomponirte, n>ar Cifuart unb
Dariolette oon ^erm Sdjiebeler in sroeen ^ften,
roeld^es ben 25pen Hopember aufs Cl^eater fam. €r
nät/erte pd? I^ier ber großen ernj!l|aften ©per mel^r, als
er felbji unb Stanbfug oorl^er getljan I^atten. Diefes
Stflcf ijl bejio benfmürbiger, ba von bemfelben bie Seit
bes ©perettengefd^macfs eigentlidj an geredjnct toerben
mu§. Die altern ®pern I^atte man meljr ber pojfe als
ber ZHuftf toegen fo fleißig befud?t. Da einige Kenner
glaubten, eine ©perette in ^wey Elften tl^ue eine eben fo
üble tt>irfung, als eine Symplionie in 3n?ei Säfeen, fo
betonte ^err Sdjiebeler fein Sind fürs barauf in [2^9]
brey 2lfte aus, ba er es, bem poetifdjen IDertl^e nadt,
lieber in einen liätte sufammensieB^en foöen. DieSympI^onien
Seidjnen oon nun an unfre ©pern DorneB|mIidj oor ben
italienifdien unb fransöftfdjen aus. Ce^tere ftnb gar nidjt
3u redjnen, aber aud^ bie italienifd^en, felbft bie pon
- 158 -
1 766. piccint, Sacdtini, Craieta I^oben nteißens tpeber Sinn nodt
Vexftanb ju bem Stixde, i>or 5em pe ^efyx, unb levem in
einem Cone fort.
ZnauDÜIon ber ditere l^atte ftcf^ fd}on et^ebem in
feinen Lettres für les Allemands an ber €I^re ber beutfd^en
Süt{ne oerfünbigt. Sein Sof^n fd^rieb je^t fogenannte
freunbfdtafilid^e Erinnerungen an bie Xod}ifd)e
Sd^aufpielergefeüfd^aft bey einer Porfteüung b^s ^ans^
oaters. Seine allgemeine Setraditungen ftnb fet^r feid^te,
feine Krittfen oft parttjevifdj unb feine Sdjreibart fabe.
Sev ficrm Kodi bebütirte DemoifeUe Korbelia 5^1*
bxxdt (aus 2(nnaberg gebürtig) in ber perliebten Unfd^ulb
^es Znarin, unb seigte ungemein piel Einlage 3U unfdjul*
bigen nn^ naioen Hollen, .hingegen perlor er Qerm
Starfe unb ZHabam, meldte nadj lOien giengen.
Sey ^errn ^cfermannin Hamburg n>aren eine furse
geit ^err unb Zllabam 2lhbt — [250] ^err 2lcf ermann
mußte oft feine Suflndit 3U 3nterme3305 nel^men, unb auf
ben (ßlan3 ber Kleiber unb ber Ballette, um ber Sinnlidj*
feit feiner gufdjauer mitten, fo oiel permenben, t>a% er ftdj
felbji baburdj Sdjaben tB^at So füljrte er mit erjiaunlid^er
prad^t bie Belagerung oon (Calais auf, bie bennod?
fo »enig gefiel, ba% er fte nidjt einmal u)ieberljoI|Ien fonnte.
gum HuB^m unb 3ur Perbefferung ber ^dermannifd^en (Sc*
fettfdiaft 3ielten einige Blätter ab, meldje ^err Cöroen
unter bem Citel: Sd^reiben über bie 2lcfermannifdje
(ßefellfdjaft unb Sdjreiben bes 2ldermannifdien
Cidjterpufeers an einen Züarionettenfpieler, als
eine 2lbfertigung bes Sd^reibens an einen 5reunb,
Bierausgab. 3m lefetem I^errf d^t feB^r ©iel Caune. J)ie»
jenige Peränberung, u^eldje man fdjon bamals mit bem
Hamburger Cijeater projeftirte, fünbigte ^err Cön>en in
einer porläufigen Äad^rid^t an.
3n Sad?fen entlaub ein neuer Subenprincipal ^nton
Serger, ben mir fdjon einmal bey ZHoretti gefunben
- 159 —
traben, unb ber fidj mit einem geroiffen Start, getx>efenem 1766.
SoIIetmeifler bey J^errn Kod?, pereinigte. Diefe (ßefell«
fd^aft bauerte einige Seit, unb bie alte Sdinmannxn mat
bey il^r.
[25 ^] 3^fet überließ bertt>iener J^of bos beutfctjetEl^eater
an ben ^errn JQÜperbing oon tDetoen. 2)iefer, ber
nur eine Bül^ne 5U beforgen i^atte, mad)te einige 2(nflalten,
bie IDünfdje ber Patrioten 3u erfüllen. €r räumte ben
2lutoren ben lehnten Ct^eil bes (5en>innj!e5 ein^ unb ^anbte
ben f)erm Klemm, tpeld^en er sum Cl^eatralfefrelair an*
genommen t^atte, nadi Ceipsig, um 2(utoren unb Sd^au«
f)rieler 3u »erben; allein er roar in beibem nid^t glüdlidj.
^err QilDerbing bebiente pdj pornel^mlidj bes IRaÜies von
bem J^errn pon Sonnenfels. Sonnenfels, ein ZITann
pon ben ausgebreiteten Kenntniffen in allen fd^önen
Künflen unb lOiffenfdjaften, ein Kenner pon ber fdjönen
Xitteratur. aller Voltev, iiaite bist^er mit patriotifdjem €ifer
gearbeitet, ben (SefdjmadP feiner Canbsleute su perfeinern.
Znit gleidiem <£ntl)ufiasmus nat^m er fid) ber Sd^aubüt^ne
an, rügte ben fdjiedjten guflanb berfelben in ber IDodjen*
fdjrift: ber TXlann oiine Porurtl^eiL Cr fefete por*
net{mlid{ ben Cinfluß ber Sdtanhviiine auf bie Sitten ins
Cidit, unb brang auf eine Cenfur ber Säbel \owoiil, als
bes Sialogs. (San^ natürlidj 30g er pdj baburd? piel
5einbe, nornel^mlidi unter ben 2lutoren unb Sd?aufpielern
ju. 2lber ba% ibin besroegen aud? ein ZITann anfeinbete,
ber 3U [252] einem tt>erf3euge ber Heformation gebraudjt
u>orben roar, ba§^err Klemm [xdi mit einem tijeatralif d]en
pasquin, berauf bem parnaß erl^abene grüne ^ut,
an il^m perfünbigte, n>ar unperseiijlid^. — 2luf Sonnen*
felfens 2lntrieb jianben enblidj lijeatralbidjter auf, n>eldje
bem gutem (ßefdjmarf etwas näiiev famen. ©n fayfer*
lidjer ©fficier ^err Pon ^yrenljoff fdjrieb ein Crauer«
fpiel, bas einige gute Perfe I^at, 2(urelius, — ^err
Qeufelb (ein favferlidjer Hed^nungsofficiant) tB^at I^ier
— i6o —
1 766. nngefel^t bas, was el^ebent bie <5ottfd{ebhm m €eq>5tg ge*
ffym fyxtte. €r glaubte mit Hed^t, ba% bie IX>iener am
etften bttrd? St&de gereist n>erbett fomiten, in tenett fte
ftd} miebexfänberu Tlüem er n>di)Ite gemetmglid? 6te nie«
brigfien Cofalfttten, unb fo|nrte fte, tz>ie bie <5ottfd{e^inn,
ot^e alle Kun^ £5 fehlte ifyn, bey einiger Tlniage jum
Dialog, <m einer guten 0efonomie bes pians. 3^ bief em
3aln^e mürben von ifyn gefpielt: bie Qausi^altung nad?
ber TXlobe, bie Ciebi^aber nad? ber TXlobe, 3ulie,
ans Houffeau entlei^nt, fein einsiges emfil^aftes Stucf,
unb ber (Seburtstag« Ce^teres beurtf^te Qerr von
Sonnenfels fei^r fdjarf. Qeufelb tparb baburd} aufgebrad?t,
unb rdd{te ftd{ burd{ eine bramatifd^ Kritif bes iSe*
burtstages. ^er-[253]burd{ rnarb ber <5runb 5U ber
2IntipatI{ie 5n>ifd{en biefen beiben TXlämtevn gelegt —
£nbltd} rnarb aud; eine Perdnbrung an bem Qauptein*
gange ber Büi^ne vorgenommen, nct^mlid? nod{ ein be<
quemers Pori^aus angebaut
Qerr Döbbelin oertaufd^te bie 2(cfermannifd}c
(BefeHfd^aft mit ber Sdjud^ifd^en, nadt bem er nod; bey
jener feine je^ige 5tau gei^euratl^et i^atte, meldte eine
pflegetod^ter ber 2Habam 2(cfermann gemefen mar. Sie
befaßt Porsfige in 5igtit unb Bilbung unb einige IParme
in fanftern HoOen. fjingegen Ijat fte eine feljr fdjtpadje
3ruj^ unb tpenig Stubium, bai^er fte balb unridjtig, balb
unangenet^m beflamirt. Bey ber Sd^ud^ifdjen (Sefellfdjaf t
brong £(err Dobbelin auf bie 2(bfd;affung bes ^anns*
murjles.
£(err tbwen mad^te ben erflen feljr fummarifdjen
Dcrfud) t)on einer (5efd^id}te bes beutfd^en Cljeaters,
meldte t>or bem vietten Ci^eile feiner Sdjriften fleljt
Siefer t)iertc Ct|eU befielet aus Sdjaufpielen, unb entl^ält:
^ermes unb Zle^an ober bas ®rafel, ein profaifdjes
Crauerfpiel in smey ^lufsügen; 2) bas 2Histrauen aus
5ärtlid)feit, ein Cuftfpiel, bas ei^ebem fdjon einsein er-
— i6i —
fäjienen ir>ar; 3) 3d) B^abe es bcfdjioffcn, fein bcjles 1766.
CuPfpiel; [25^] ^) bex €\ebiiabex von UngcfeB^r
in einem ^ft; 5) bas Hdtsel, mit bem Cifuart einerley
3nnt|alt5.
Die fjamburger Unterljaltungen nat^men it|ren
Einfang, unb idi loerbe oon 2cil\v 3U 3at|r bie t)iet)er ge-
E^örigen 2luffäfee ausseidjnen. Don bem jefeigen merfe
idj an: bie beiben ©peretten x>on Sdjiebeler, Cifuart
unb Dariolette, unb 3afiIio unb Quiteria, eine
Pergleidjung ber metrifdjen unbprofaifdjenSdjau«
fpiele, bie 2lrmibe bes Quinault in Derfen, überfe^t oon
<£fd)enburg, nrib ein Programm bes IDiener ^aVict'
meifiers 2lngioIini über ben pantomimifdjen Cans. —
Cifuart wat unfre erj!e romantifdje ©perette, nadi bem
ce qui plait aux dames. Die Situationen unb ber profaifdje
Dialog pnb barinnen nid^t fo gut als bie (5efdnge. Saftlio
unb (Quiteria ifi aus bem Don Quiptte genommen unb
von Celemann fomponirt u)orben.
^err £JippeI, Hegierungsfefretair 3U Dansig, fd^rieb
eine Ct|eaterpo(fe, ber 2Hann nadj ber Vil\x, toelcbe
oerfcbiebentlid? oorgefieHt n>orben iji.
£(err Branbes l^atte bereits 3U TXlündien ein bürger«
Itdjes Crauerfpiel, 7Xlx% ^önny, oerfertigt, roeldjes er jefet
burdj ben Dru(f [255] befannt madjte. Unerad^tet ber
Unu)al:|rfd?einlid)feiten im plan, unb ber unnatürlidien
Sptadie, l^ielt es bod^ 3U Ceipsig, Serlin unb Wien einige
DorfieHungen aus. Sdjudj fdjenfte bem Derf affer bie
fed?fie DorPeUung, aber ber Dortl^eil baoon »ar nid^t
gro§. £Jingegen fauften il^m einige Kaufleute bie gan3e
2luflage ab, unb ber junge prin3 Qeinrid) befdjenfte il^n.
^err 2X>ei§e erB)öl:|te feine bramatifdjen Derbienjie
burdj ben vierten CI:^eil feines Seytrages, u>orinnen er
folgenbe 5tü(fe gab: \) Nitrens, ein Crauerfpiel, bas fo*
u>ot|l in ber 2X>aI:|l bes Stoffs, als im 2lu5bru(f fül^n ge-
nannt u>erben fann; es ift has erjle Sdjaufpiel in 3cimben,
11
— l62 —
1766. weld^ cmf betttfd^eit (C^atem oufgefnl^rt iDorben.
2) 2lmalia, em rül}rett&es Cußfpiel, efaies ber ausge«
arbeiteten Stucfe bes Perfaffers, bas man }u ^mburg
nnb €etp5ig mit BerfoII gefe^en l^t. 3) Der projeft*
madtet, ein 3ntriguett^(f, ireld^es nttr 5u Hamburg
entmal oerfud^t tporben*
Qerr Zticolai ^u Berlin fd^rieb eine Operette: ber
Innige Sd^ulmeifler, meldte vor ber Königinn gefptelt,
von ber aber an§er einigen Ciebern im ZHufenoImanad}
nodt nid^is gebrucft morben.
[256] ZHePerfafferber Sammlung einiger franso'
fifd?en Cuflfpiele für bas bentfd^e C^eater, bie (Be«
brfiberen:>al5, fdjeinen tpeberbosCt^eater nod^ bieKunfl bes
Dialogs in f ernten* 3nt erfien Ct^eile lieferten {te je^t:
ben irrenben Hitter von Baron, meld^er }u Ceipsig ber
5rauen5immerliebling unb 5u Hamburg ber 21Tann
auf gut (5Iücf l^exit; Solimann ben ^tpeYten von
5aoart, meldten aud? bie Qerm Haf pe unb Star fe über«
fe^t traben; bie junge 3nbianerinn von Ci^amfort; ben
gelet^rten 3dnoranten von bü Paure, tpeld^er nadi
bieget Ueberfe^ung auf bie Kod^ifd^e 3ül{ne gefommen,
unb bas Porurtt^eil nad} ber 2Hobe von £ad{augec.
21Tan barf biefe Perfaffer nur mit ^erm pf effel,
unb befonbers iljre junge 3n^ianerinn mit ber Ueber*
fe^ung biefes Stücfs .von pfeffel im 5n>eYten Ct)eile ber
tl^eatralifdien Belufligungen, meld^er je^t erfd^ien,
oergletdjen, um it)re Sd^mäd^e ju füt^Ien. Die übrigen
Stücfe biefes Ct^eiles I^eigen: ber Konig unb berpadi*
ter, eine ©perette von Sebaine gans in Perfen, bie ©er*
liebte Unfd)ulb ©on 21Tarin, meldte fyvt Kodj auffüljren
(äffen, unb bie ^elmire ©on SeHoY in Perfen,
[257] £(err (5(eim ©erpficirte ben Cob 2lbams
von Klopflocf, unb begleitete it^n mit einem Porberidjte
gegen bie Kunftrid^ter, bie ben XPertt) beffelben Der*
fannt liatten.
- i63 -
Ztad^bem man fdjon fo oft unb fo ptelfältig Aber ben 1 767.
Ztad}tt)eil gefeu^t i^alte, tpeld^en bte principalfd)aften betn
bcutfdjcn Cl^eater bringen, fo entfdjlog pdj cnblidj eine
©efeltfd^aft ©on Kaufleuten 3U £(amburg, ipenigflens ber
baftgen Büt^ne eine anbete (Seflalt 5u geben. Sie befianb
anfangs aus stoölf, bann aus brey Perfonen, nämlid}
benen £(errn Seilet, Cillemann unb 3ubbers, u>el»
dien le^tern mir et^emals bey 5d?önemann als 5d?aufpie(er
gefunben B^aben. 3t|re projefte »aren ebenfo rütjmlidj,
als toeit aus[et)enb. Ejerr ^cfermann befanb pd? in
foIcf{en Umjlän^en, bai er il^nen fjaus, (Sarberobbe unb
5ct{aufpieler überlaffen mugte. 2ldemiann felbfl n>urbe
— geuDig fein geringer 5et|ler ber Direftion — • als Sdian*
fpieler beybeljalten. Denn fo Ijanbelte er nadj benfelben
(ßrunbfd^eU; »ie el^emals bey Diebe ridj, unb n>u§te, als
xfyn balb ber £(anbel in reuen anpeng, ben <£ntrepreneurs
aüerlev üerbrug 3U ern>ecfen. Unb n>eil pe it^m nidjt alles
gleid} baar be5al:|(en fonnten, Heg er pd) n>enig von iE^nen
bef eitlen. Ejerr Bubbers mugte an [258] bie ©omeljmPen
Sdjaufpieler in Deutfd^lanb ©nlabungsfdjreiben abfd^iden,
unb aUe biesfaHs nStl^igen Helfen unternel^men. Zdan
©erfdjrieb einen 21Tafd?inenmetPer aus 5ranfreid?, unb gab
i^m einen großen (5et)a(t. £(err towen befam bas
Directorium, unb sugleid? ben ^luftrag, Dorlefungen über
bie förperlid^e 3erebfamfeit 5U t^alten, unb Hamburg ba*
burd} 3u einer 2lfabemie für junge Sdjaufpieler su madjen.
€r lieg eine 2(nrebe an pe bru(fen, »orinnen er il:|nen
feine Porlefungen anfünbigte. hinein er fanb pe fel^r un«
gelet^rig, unb bie Dorlefungen unterblieben, ^err Cef fing,
— ein Ztame, ujeldjer allein bic^fes 3"Pitut ©ereroigen
fann — n>arb mit einem anfel^nlidjen (5el)alte berufen,
anfangs bie Süt|ne mit neuen originalen 3U bereid^ern,
unb als er biefes ©erbat, ben Sd^aufpielem unb ^wfd^auern
burd{ fritifd^e Beurtf^eilungen 5U nü^en. £r tt)at biefes
anfangs UDirflid) in feiner £jamburgifd)en Dramaturgie.
11»
— i64 —
1767. 2(Dein bie beleibigte £itelfeit einiger Sd^aufpicler n5tt)tgte
üin halb, qani oon it^nen 5U fd^metgen. Die Betrad^tuit'
gen über bas 5euer bes Sd^aufpielers unb über bie Kunß
Seniensen 5U recttiren, ftnb proben, wie nä^Iid} bie Dra*
maturgie Don bief^r Seite getporben feyn tDÜrbe. Da nun
^err €^f jtng bodj auf [259] ^i"^ ^^ etwas basu beytragen
n>oIIte; unfre 3ül{ne 5U einem Ztationaltt)eater 5U ert^eben, fo
fud)te er uns i>omet)mlid} über bieSd^wädie bet fo lange an*
gebeteten 5ran5ofen bie 2lugen 5U öfnen. Diefes gefd^al)
am nad^brücflid^flen in ben ausfül:|rlid)en 3eurtl)eilungen
oon folcben (Crauer[pielen, auf bie bie fransoftfd^e Station
vor allen anbem fioii ij!, ©on ber Semiramis, 2Herope,
unb Hobogune. Ztadjbem bisljero fijon oerfd^iebene Kunjl»
ricf^ter oor ber 2Irt gemarnt t^atten, n>ie bie 5ran5ofen bie
Hegeln ber 2llten 5U erfüllen pflegen, n>aren anbre geneigt,
biefe Hegeln felbjl 3U ©eraditen. £(err Ceffing, biefer große
Kenner bes 2IItertt{um5, fudite uns bat)er mit bem wafycen
Sinn biefer Hegeln befannt 3U mad^en, bas Xüefen bes
Crauerfpiels unb ben fo oft misoer|lanbnen ^Irifloteles
3U erörtern* Seine Dramaturgie ifl, ©on biefer Seite be*
txaditet, ein Sd^af^ oon pt^ilofopl^ie nnb (BeleE^rfamfeit.
Don beutfdien ©riginalen fxnb ^malxa, Hidjarb ber Dritte,
unb bie 3rüber, am forgfältigPen geprüft. ®ft Ijat uns
audj £(err Cefftng 2(uslänber nät|er ferinen lernen, bie
nidjt fo befannt waren, als jte es oerbienten, 3. €. ben
Qurb, ben fiffej oon ^ants, unb ben €ffef eines fpani»
fdjen Didjters. Ceiber IjSrte biefe in ber bramatifd^en
[260] Kritif bis je^o ein3ige Sdjrift bereits mit bem erfien
3at|rgange toieber auf.
Den 22ften 2lpril eröfneten bie neuen €ntrepreneurs
bie 3üt|ne mit ®lint unb Sopl^ronia unb 3U>o 2(nreben
oon fymx Dufd?. fjerr £JerteI l^atte befonbre Sympl^o*
nien 3U bem Cronegfifd^en Crauerfpiele oerfertigt.
Dem. Karoline Sd?ul3 n>ar nodj oor 2lnfang bes
3njHtuts (nebj! iljrem Sruber, bem SaHetmeiper) nadj
- i65 -
Cetpstg 3U fytxn Kodj gegangen. Die OTtgßebei: aber 1767.
ber neuen Unterneljmung waren: 1) fjerr ^dlnof, 2) £Jerr
2ldermann, 3)J)em. 2lcfermann, 4)^err^enfel, 5)2Ha*
bam£(enfel, 6)£jerr8ordier5, 7)^crr8öd, 8)Znabam
Söd, 9) £(err (ßarbredjt, 10) ZlTabam (ßarbredit, meldte
beibe nie einen großen Huf unter ben Sd^aufpielern er«
langt traben, I1)£(err Sd^mels, 12)2TIabam Sd^mels,
UDeldte Don ber Cepperti[d)en (5efe0fct}aft aus (ßöttingen
anfamen; 13)2Haöam €öu>en, n>eldje ben 2^j][en 2lpril
^as Cl^eater aufs neue mit bem größten SeyfaQ betrat,
14)2Ilabam ZHecour, n>eld?e pon 2Hünd}en abgegangen
n>ar, unb einige ^eit in Hannover gelebt l|atte* Zteben
2TIa6am fjenfel bildete {te ftd) aud} 5u einer braudjbaren
2(ftrice in einigen tjeftigen, tragifdjen HoHen, [26\] mie
3. €. bie €Ieftra bes Poltaire. 3I^re reine unb melobifd^e
Stimme fömmt il^r bey ber Deflamation im Cragifdjen
fet{r 5u ftatten. Uebert^aupt i^at bie Hatur aVies für fie
getl^an, fie 5U einer angenel:)men 5d)aufpielerinn 5U bilben.
15)I)emoif. 5^Ibridi, meldje t)on ber Kod^ifd^en (5e-
feUfd^aft anfam; unb als 2(gnefe ben 28flen Tlpxxi bebütirte,
16) ^err 2Herfdiv, n>eld?er in Sebientenroflen meljr
©leaterf piel alsDef lamation t|at, 1 7)2X1 a^a mZH e r f d) y, feine
fonberlid^e Sdjaufpielerinn, 18)2Habame Sdjuls, toeldje
auf Cefpngs €mpfet|Iung t)on Sdjudj oerfd^rieben u>arb
unb als Dorinette in Cegranbs Siege ber vergangnen
Seit bebütirte, aber, als fte bie 2Haru>oob für OTabam
3öcf 5n übernel:|men n>agte, feinen Seyfall fanb.
So sat^lreidj biefe (5efeflfdiaft fd?on »ar, fo toarb pe
bodj einige 2Tlonate nadjt|er nod^ meljr ©erfiärft. £(err
IDittl^öfft fam t)on ber Kod^ifdjen (Truppe, unb iebix*
tirte als (ComtI:|ur im fjausüater ben 27\ten 3uliu5.
Da bie €ntreprife ©ornet)mlid^ bie patriotifdje 2lb*
fidit Ijegte, junge Sdjaufpieler in bilben, fo nat|m fie audj
oon Seit 3U S^it eine ZHenge junger Ceute an, bie fte aber
eben fo gefd)u:>inb n>ieber abbanfte, UDeil it^nen fo gleid;
— i66 —
1 767. grofe [262] Hollen gegeben würben, nnb fie 901^ natnr«
Itd{ 5anniten nttsfteUiu Ztax ^ie Hamen oon Pieren ftnt
naci}I}er Mannt genxnrben: Qerr VUeyet (ans Qambnrg
gefmrtig), n>eki}et Perfe gnt beflamtrt, aber hn Cn$fpiei
nnx tahen HoEen gen>ad}fen t^; Qerr <5nntl{er (ans ber
iSraffd^aft ^Ijenßem), n>eki7er einer nnfrer heften Sdnger
in bet (Dpetettc i^, nnb snnt f ontifd^en 2lfteur oiel (Benie
5etgt; Qerr Cambred^t (ein gebomer Hamburger), meldnex
ein broud^barer Sd^anfjneler n>er5en f onnte, n>enn er ntd^
von Itotur eine I^ere 3mP nnb nad^t^er bey Dobbelin
3u frut) gro§e HoEen befomnten I^e; nnb Qerr Qentpel,
n>eld}er Qerm 3dcf in fofnren trad^tet
7>a nnfre Sufd?aner nod} immer oor ollem nur be«
lußigt feyn moDen, fo bereidjerte Qerr IPeiffe nnfre
8üi{ne feljr g(ücflid{ mit ben feinem Dtoertiffements ber
fran55ftfd}en. £r fül^rte bie fomifdje 0per bey uns efat,
bod; fo, ba% er fie ber Komobie oiel ndl^r htadtte als
fte es bey unfern Ztad^born i^. Ztawetat, ein glucflid^er
2HitteIn>eg 5n>ifd{en bem poffenljaften unb bem 2U[5urafft<
nirten, unb ber Hei) feiner 2(rien l^ahcn feinen 2(rbeiten
in biefem 5ad{ einen fo ausgebreiteten BeyfaO ern>orben.
Cottdjen am Qofe, toeldjes ben 7ten 2TIay auf bie [263]
Kod{ifd;e 3ul{ne fam, n>ar bas erße in biefer 2(rt. 0b
aber gleid} Qerr IDciffe bie iransofen 51^ feinem 21Tu{ler
gemäl^It l^atte, fo blieb bodt Qerr fjillet aud) bey ber
Kompojttion bicfer ©perette ben 3talienem, ober oielmel^r
ftdj felbji unb feinem Celjrer £jaffe, getreu. Dodj mu§te
er feinen Con gegen ben im Cifuart oöUig umßimmen, ba
£ottdien ftd) 5u biefem oeri^dlt, n>ie bie groge 0per ber
5ran$ofen 3U it|rer ©perette. €r erlaubte pdj bat^er feine
ausfül:|rlidien 2(rien mit Dacapo, weldte überbem oon
unfern tt^eatralifd^en Sängern feiten DoOfommen ausge<
f üt^rt merben fönnten, unb fdjränfte jld^ auf 2lrietten unb
Caoatinen ein. — Dem. Steinbredjer n>arb burdj it|r
oortreffllidies Spiel in biefer ©perette unfre 5at)art. Durdj
— 167 —
3)em. 5d?ul3 erl^ielt We Kodjifdje (SefeDfcf^aft einen bc- 1767.
träd}tlict{en SutDad)5. Sic bebütitte ben 22{ien 2Her5 mit
ber CeniC; unb ba bicfes 3<d^^ 21Iinna unb Homeo auf bie
3fil{ne famen, fo gaben bie HoUen 5er 21Tinna unb 3ulie
ifycem 2lut)me neue 5IÜ9eL fjerr 0efer t^at fte in le^'
terer HoUe oereuDigt*
fyxx 3ranbes entsmeite {id} mit Siindt, nat)m feine
Dimiffton unb blieb 5U SerliU; als biefer nadt Dansig gieng.
^u Serlin fd^rieb er bas erfie 5d)aufpiel; u:>eld)es iE^m £t{re
[26^] mad{te: ber Sdjein betrügt, UDorinnen er eine €r»
5ät}Iung bes ZHarmontel in ein Drama DeruDanbelte, bas
auf aflen unfern Süljnen gute XOirfung getE^an I^at. 3n allen
feinen Stücfen Ijat £(err Branbes eine große ZHannid^«
faltigfeit unb 5um Ci^eil lOat^rl^eit ber £i{araftere, uiel
Diberotifct{e (Semät^Ibe, beni\dte Sitten, unb Dorsüglid? einen
f Ursen unb gefd^meibigen Dialog, meldten er Qerrn Hamler
5U banfen l^at, biefem patriolifd)en Did)ter, uDeld^er ftd)
andt Diel DTüE^e gegeben, bie Deflamation ber Sdiud)ifd)en
Sd^aufpieler su ©erbeffern. — £(err unb DTabam Sranbes
famen nunmet)ro 5u Kod) unb bebütirten in ber jungen
3nbianerinn. Die 2teut|ofinn gieng oon Sd^ud} ab
unb blieb einige Seit su Serlin. Sie n>o0te gerne in ber
Kod{ifd)en <ßefellfd?aft; als bies aber nid)t mdglid^ mar
nnb jte andi bey Döbbelin nidjt bleiben rooHte (benn fte
fonnten ftd^ n>egen ber HoHen nid)t vereinigen, unb beibe
n>oIIten ben ^amor, ben ©rosmann u. f. n>. fpielen), fo
ging fie mit einem Kavalier, ber eine furse ^eit unter
bem Hamen ©perfamp einen menig bebeutenben Sdjau«
fpieler vorgeflellt Ijatte, in bie n?eite IDelt.
ZnabamKirdjIjoff verljeuratl^ete ftdj aufs neue 3u
Petersburg mit einem fd^IeditenSdjau« [265] fpieler, Ztamens
SaueruDeib, einem gebornen Konigsberger.
fjerr Döbbelin ©erlieg gleidjfaOs bie Sdjud^ifdje
(ßefeflfdjaft, erijielt bos Preuffifd^e Prioilegium mit Sdjudj
gemeinfd^aftlid) unb fteng an, eine neue (Eruppe 5U er*
— 168 —
767. rk^lML €z t^߀ teswoegitm «o^ ^^^99^ v*^ SaabHC^.
erie^tm icOU, aber wid^
fytt Ddbhe Ü B i 511 fyambmsq {wdo et oad; ^m §amot ais
am ^aitoOe fpitte) tmö engag^xte fcigewibt P^ticmm, die
wai €mbe bes Rabies ja Htm girrgm: fya Sdbaiels mät
\emn Sxom^ ZJIerf d?Y ■>>< fetiicr fron, DoBoifcfl J^i^rids,
Qrrr Qenfel, JXia^am Sd^sl^ Beer Cambred;!, Qot
<5arbred}t loi^ feine ^con. Qe ^ief^ aKfanen, ^[neUe
Qerr ZJIdrdiner, 5er fd>an fett 1758 Dom Cbeoler enl«
femt gelebt i^otte, einige Boflen $n gefallen. — Seibjl
Berlin fonnte, romebmlid} loegen ttt Prd5tkction 5es
Udnigs ffir Me ^^onsofen, fein ^ben^es Cbecrter nnier^
fyüien, nnb Dobbefin fpielte beißet abn>ed}febi5 in Berfin,
ü^igsherg, Tkm^ vnb Strolfnnb.
[266] 2)er stDeyte von bes alten Sd*aJbs Sd^nen,
CI{rtfttan 5d?nd^, ^orb je^t
^u IDten ^b ber Qerr von Qilperbing, nnb hk*
jenigen, n>eld)e unter 5er ^oaiö mit ü{m (D^ an ber
£ntrepnfe genommen Rotten, bi^^eiren^dring, Sd}n>ar5«
leutner nirb Kurlanber, n>nr5en oon einem 3taUener,
ben ®brißltentenant 2(ffltgio, burd} i>ergro|erte XTeifpre*
dornigen per^ntngen. 01)ne Kenntni§ ber bentfd^en Sprad^e
überlief er ftd} bitnben 5nl{rem. Sum <5Iücf mar 6er
<5efd}macf 5er ^ufd^auer nid^t gan} mehr 5er porige.
Die Burlesfe tpnr5e n>enig, un5 ein regelmäßiges Stücf,
5eren man n>5d^entIid? 5n>eY gab, ^ärfer befud)t — Jkt
pontalon, €etnl{ aas, fiarb je^t am 22flen ZHof.
Qerr Qeuf eI5 fd^rteb ein Cn^fpiel, Com 3ones, un5
ein an5erS; 5er Sauer ans 5em (Sebirge, meld^es ledere
nid)ts an5ers, als 5er Aiieqain lauvage un5 ein Perfud^
n>ar, 5en Qannstpurfl in uerfeinem«
Qerr Klemm fd^rieb 5ur Ztad^ai^mung 5er Cefftngi*
fd)en eine elen5e Dramaturgie, meld|e nur ein Quartal
— i6g —
dauerte. Das merftDÜrbtgj)e borinncn ifl bie 2(bbitte unb 1 767.
£t}renerfIdruTig an ben £(errn oon Sonnenfels, tpegen
bes arünen Qutes. — Tlndi in bem langmeiltgen tOodiew
[267] blatte oon Klemm: XDiber bie Cangetoeile,
famen bramatifdje Sadjen oor. — 3a fjerr Klemm toagte
jtdj fogar mit einem gansen Cl^eater Ijeroor. IDeniger
grotesfe £t)araftere unb ein etwas ebleter Dialog finb
feine ganjen Dorsüge vov £(eufelb. 3n biefem Cl^eater
flet^en: bie feltene SörtIid}Feit, 5t]:>eY^{te;pi{ilint unb
Cleone, eine fomifdje ©per; ber Sefudj; in einem 2itt;
2ll5imire; ein Crauerfpiel in einem 2lft; bie Probe bes
2leid}tt)umS; in einem ^ft; ber IDettflreit ober ber
Sieg ber maleren Ciebe, in ivoey Elften; bie Sd)ule ber
€iebt)aber, in brey Elften; bie bürgerlidje fjeuratl),
in einem ^ft; bie 3agb, eine fomifd^e ©per; ©apijne,
in 3U)eY Elften; ber CriumpE} Klarifeens, in einem 2lft,
unb bie£)euratt{ n>iber bie2Hobe, in fünf 2lften. Sie
Pub alte gefpielt morben, ausgenommen ber Sefudj, bie
feltene ^ärtlid^feit, 2(l5imire, bie probe ^es Heid^ltiums,
7>apl\ne unb ber Criumpt| Klarißens.
fjerrCeffing madjte pd) biefes 3cil?r burdj eine oer«
bejferte Ausgabe feiner Cufifpiele unoergeglicf). Der ZHy-
fogyn marb nun in brey ^fte ausgebel^nt ^ber ber
n>id|tig{ie §\x\ai^ wat ein neues unb ^as grögte ZHeifler'
Pücf feiner fomifdjen 2Hufe, 2Hinna ©on Sarntjelm, in
2lnfe* [268] Ijung ber Sitten bas erfte u>al|re beutfdje Stücf.
Wo ijl u>oI^l ein CI:|eater, bas es nid)t fpielt? Wo ein
parterr, bas es mube »ürbe 3U fetten? 3« Serlin u>arb
es beY feiner erjlen Crfd^einung fedjsmal Ijinter einanber
gegeben, bergleid^en lDiebert{oI:|Iungen fonfl nur in IDien
getpöi^nlicf) ftnb«
^errlDeige lieg ben 3tt)eYtenCI:|eiI feines 3eYtrags
pon neuem brucfen, unb t)ermel:|rte it^n mit ber erjlen äd)ten
€bition ©on feiner ZTlatrone 3U €pt|efus. €r überfeftte
oud) in biefem ^afye bie neue XOeiberfd^ule von ZHoigY*
— J7^ —
te&« M(m> im- 2^ ^EBf« Siiiiia: des plne «d^ $■
fyn Sd^iehtlet aarfa^gte jver fiaar X^ad^^pide:
t>ie Züflfe wl^ Me va^re titht^ iscU^e beide oefpieH
iPitftni^ fl>oooK tfber inr dos etfei» iM^ea der en^efteoiieii
Der dritte C^ mm pf eff eis Befa^sgug« fiefexie:
t>en Ztiumpii der ^reitttdf d}aft oo« Zllanii; de« p^^
loicptten o\\ne es 31t tDtffett oon Sedome; den va^ren
pi^i(ofopf?eti iHm 2fraigiummd die perfo^nten^etii^e
P9n ZnetvHU. fytt Hodtt ^ diefeit gan^ta, (DieS Briden
J^err Uteudi auf, wM^ct, g^Leidbt dem TEag^^et Stetnel,
^eln Uodt^d^en Ct^oter dnrd} feinen fiot^ iind Gfet vvä
VienfU^le^etttcä, ordeiteleden Ciebestenf el i>on€e9ran5
naii deutfd^en Sitten um.
V^n gr$§em Ueberfe^ngen fu^e id{ folgende an:
den <0o(doni t>on Qerm Saal; den Steele pon Qerm
Sditnib, tmb die Demoif. Siel^I von fyvtn Sd?eide.
1 270] 2(tts 5en Unterl^oltungen dtefes 3al{res find 5U
bemerfen: die £{il{er 5es Hocine, in Perfen iiberfe^ von
€fd;enburg; 5ie Sd^nle ber3üngnnge, ein Ztad^fpiel
von Sd^ie betet; ol^ne aQe tpeiblid^e SoQen, meldies auf
— 171 —
bcr ^üfyie feinen SevfaO fanb; £(anndjen unb €vif as, 1767.
eine freye Ueberfe^^ung ber Ninette ä la cour, tpe(ct{e ber
Derfaffer, ^err €fdienburg, nadjl^et audj einsein brucfen
laffen*
Sie Hamburger £ntreprife Ijatte aUer^anb öfono- 1768.
mi{d)e (f etiler begangen; es gebrad) ii^r an <ßelb: bte £in«
nal|me mat nid^t fonberlid); anbre Kaufleute, UDeld^e bie
Sadje als eine prioaifadte beirad)teten, brudien fie aus
Zteib; bie Sdjaufpieler entsmevten ftd? oft; eine fransöpfdje
(SefeOfd^aft tt|at ber beutfdjen grogen 2lbbrucf{ — furj, bos
Cf{eater n>arb mieber Theatre ambulant; alle Projefte fd)ei«
terten, unb bie UnterneE^mung unterfdjieb ftdj nun burdj
nidjts meljr von anbern Principalfdjaften. Sie (ßefeltfdjaft
gieng int 3anuar nadj Ejannooer, nadjbem jte fdjon üjre
Sufludit 5U Pantomimen genommen Ijatte. 3»w 2HaY fam
Pe nadj Hamburg unb gieng im Hooember »ieber nadj
Hannover.
Dem. Sdinli bey ber Kodjifdjen ©efellfdjaft oerljeu*
ratljete ftdj auger bem Ctjeater [271] nadj Stambnxg, ju
einer §eit, ^a jte bie <£rn:)artung ^es publifums aufs Ijödifle
gefpannt l^atte. Sie oerlieg bas Ct^eater in ber Holle ber
2TIig Sara. 3^^^ Sruber blieb bey ber (ßefellfdiaft. Don
IDien feierten Q er r unb ZHabamStarfe unb oonEjamburg
^err lüittljofft 3u Kodj surüd, jte bebütirten alle brey
in ber särtlidjen <£t|efrau ©on (5oIboni. — €in unermar»
tetes Ungetoitter bradj jefet über £jerrn Kodj aus. 2(uf
Deranlajfung einiger Profejforen, meldte bie Sül^ne als
ber jiubierenben ^ngenb fd^äblidj oorgejlellt Ijatten, fam'
(am 16ten 3uniös) plöfelidj ber Sefet^I, ba^ »ödjentlidj
nur stoeymal (Znittmodjs unb Sonnabenbs) gejpielt toerben
foHte. ^err Kodj t)erfudite bies ein Dierteljaljr, aber bie
^ufdtauer famen um nidjts 3al)Ireid)er. €r fdjiug eine
Subfcription vor, bie aber nid)t angenommen toarb. Sdjon
n>oIIte er feine (ßefeUfdjaft aus einanber gelten laffen, als
it|n bie £(er3oginn oon 2X>eimar 3U jidj berief. <£r
- 1/2 —
1 768. fcI}Io§ bie Bnipie 511 Cetpjig ben 1 7tm 5q>tember mit 5en
Kon^t^atett unb befitd}te pon nun an nnr bie €eip5iget
ZJflefferu — Qerr nn^ ZTlabam Srandes giengen la der
Hamburger giür e y r i fe. — 2>en 20^en Olay fom Qemt
IDeiffens nene (Dpeteüt, bxe Ctebe auf 5em Canbe, auf
[272] bos (D^eater. X>er fomifd^e Sd^ers unb 5te Satire
fhiM^ternid^tmit fo poHenQon^en ausge^ent, als in Cottd^en
am Qofe; aber 5te 2(rien {tnb sartlidKr, nn^ 5er Kontpont^
fonnte ftd? 5al^ ntebr erleben. Xtlan fef^e nur bie rul^e
nnb eble 2(rte bes <ßrafen, bie 5drtUd?en <Befdnge ^ansd^ens
unbCiesd^ens, l>ie fomifcben besSd^öffers, biefontraßtrenben
Duette unb tCer^ette, man fef^e bie ganse 0per in bent
Kla]>ierau55uge nad?, unb man n>trb geßef^en, ba%, n>enn
man eine 2(u5n>aI}I unter Qillers 2(rbeiten mad?en moHte,
biefe getpig unter bie i>or3uglid?{len gei^dre. — Die 3ül{ne
5n IDeimar morb ben 25ßen September mit Sd^Iegels
^ermann unb einem muftfalifdyen Prologe erofnet, meldten
fjerr ZHufdus verfertigte unb Qerr filier fomponirte.
Die fransdftfd^en unb italienifd^en Cruppen tt^aten bem
beniSdicn (Ct^ater 5U IDien immer nod^ gro§en £intrag.
— Durd{ ben Cob bes ^erm IDeisfern erlitt biefes
Cl^eater «inen grogen Perluft* (Segen bas ^be feines
Cebens moren (5eograpt{ie unb <5efd)id)te feine Cieblings'
befd{äftigungen, n>ie bie nadt feinem Cobe gebrucfte Co*
pograpt{ie Pon ©eflerreidj ben>ei§t. Dem. 3aquet bie
ältere fpielte je^^t 5uerfl in bem Kaufmann Pon Conbon
bie 21Tarie, [273] balb barauf bie Henriette im poetifd^en
Dorfjunfer; feitbem muntre unb 5ärtlid}e Ciebi^aberinnen,
audj naioe Hollen* — £(err pon llyvcnl^off Iie§ ein
poettfdies Crauerfptel: ^ermann unb Ct^usnelbe auf*
ffiljren, UDcId^es feine Pergleid^ung mit Sdjlegel austidlt. —
Qerr taubes überfe^^te ben Krieg unb ben mat^ren 5reunb
Pon (5oIboni, unb bie Sdjnitter Pon 5öi>cirt, — ^err pon
Sonnenfels n>arb nun ber Dramaturg ber baftgen Sftl{ne.
Seine Sriefe über bie Xüiener Sd^aubüf^ne {tnb poO
— 173 —
von Heformotionscifcr, ©on aufflärenber Kritif für bic 1768.
2lutoren, von nüfelidjen Semerfungen für bie Sdjaufpicicr,
Don prafttfd^en ^bliianMutigcn für bcibe, unb babcy in einer
aufgen>ecften unb blüt^enben Sdjreibart abgefaßt. — £(err
Klemm unb £(err £(eufelb nedten ben £(erm ©on Sonnen-
fels in iljren Sriefen über bie ö|lerreid?ifdie Citte»
ratur, morinnen audj ©iele Ztadjriditen bie 3üljne betref«
fenb oorfommen.
Die Serger- unb Starfifdje (5efeIIfdjaft, beren xdi
gebad)t hiahe, gieng ju Ceipsig, too fte vor bem peters«
tE}ore fpielte, aus einanber. Serger felbfl begab fid? nad)
Breslau 3U Sdjud?, bem er burd? bie fomif d^en (Dpetn
grogen PortI:|eiI brad^te. — Starf peng [27^] balb bar*
auf an, bie (ßefeUfdjaft toieber I^ersufiellen. Unter anbern
gerietl:|en Qerr unb ZHabam 2lbbt 3U il^m, meldte ©or*
Ijer bey bem Springer Berger gemefen u>aren. €in ge«
u>ijfer Klefeder fdirieb einen elenben Panegyrifus auf
fie 3u 3^na, mofelbii jle 3U (ßrunbe gieng. — ^us il:|ren
Crümmern entftanben nun gar 3u>eY neue Cruppen. <£in
geu)iffer Kalte, ber 2lfteur bey berfelben gemefen n>ar,
erridjtete eine eigne (5efeIIfdiaft unb erl^ielt an einem ge*
n>iffen Koller unb an einer gen>ijfen €itelinn braud^bare
Ceute für fold^es ^^äuflein. €r mar fo vernünftig, fidi
blos auf f leine Stäbie ein5ufd?rän!en. — fyn 2tbbt er*^
ridjtete eine anbre (Truppe 3U €rfurt. Segel mit feiner
f rau, bie Sdjumannin, ein gen>iffer Seip unb ^rey*
UDalb, tt)Ot)on ber erjiere einige Einlage 3U fomifdjen
2Uten, lefeterer 3U Dalets Ijatte, u>aren bie ©or3ÜgIid]Pen
Znitglieber baoon. 21Tabame ^bbt u>ar burdj it^re ge* ^"^^^
fällige 3ilbung, burdj il^r 5ßuer, burd^ iljre Deflamation
ber Derfe, burdj il:|re Anlage 3U einigen fdjrecflid? tragi«
fdjen HoHen bie t)orneIjmj!e Sini^e biefer Cruppe- 3Ijr
misfäHiger 2(ccent, xhtt ZHangel an Stubium, il:|re 3U l|urtige
Spradje, iljre €mförmigfeit in ber Pantomime fonnten,
ba pe ^ier bie einsige iljrer 2lrt »ar, minber auffallen.
— 174 —
1768. [275] ^rr Wä\et, ii>eld?en mir 1763 l^bett fennen
lernen, fam mit feinen Ceuten int September tiefes ^l^tes
nadt £übed, unb Iie§ fid} Dorerß l^ier, bann sa Qontbnrg,
Strolfunb, Kiel unb Hoßocf fetten. Seine Sd?anfpie(er
tDoren Cngelmayer unb feine (f rau (er nur mittelmdgig;
jte vdüxg unbroud^barX eine gen>iffe2Habam £ulenberg
(bie nod) bie beße gemefen feyn foQ); Wollanbt, Cinbner,
2(rnoIb, £ttinger, aües obffnre Xlamen.
Siext Döbbelin uerfd^rieb einige Sd^au^ieler ans
Hnglanb; morunterllTabantSaiiertDeib (e^moIigeKird)«
^ofinn) unb ü{r ZMonn bie oorjüglid^fien n>aren. £r ge*
fiel natür(id)er IPeife gar nid|t, unb fte mar über \fyce
heften 3<>^^^ t^inaus. Sie bebütirle als £Iifabetl{, unb er
als (ßraf pon Salisbury. 2>aljer fie (im folgenben 3al|re)
^ingiengeU; wo fie l^ergefommen maren. — 2lls ftdj bie
Döbbelinifdje (ßefellfdjaft biefes ^(dit 3U Sansig aufl{ie(t,
fdjrieb ber baftge prenfftfd^e Hefibent ^err Pon 3ung ein
fritifd^es Senbfdjreiben über biefelbe, morinnen fte 5iemlid}
gerüt)mt tpirb. Diefes oerbrog Qerm Caufon, tpeld^er
bisljer Ct^eaterbid^ter bey Sd^ud; gemefen mar, unb er
fud^te bat^er, als fte nad; Königsberg fam, ben Qerm von
3ung in einem[276]anbernSenbf d^reiben 3U miberlegen; aOein
es mangelten üjm bie Kenntniffe unb bie Sd^reibart beffelben.
Qerr Cömen überfef^te ben 21Tai;omet unb bie
Scyttien bes Poltaire in 3cimben.
Pier Sdiaufpiele von bem £jerm paflor Sdjloffer
(3U Sergeborf bey Hamburg), meldje er nodj auf ber
UniDerfttat 3^na ©erfertigt, unb mot)on ber S^^yf<^^vf
bereits auf unfern 3üljnen Sevfall gefunben E^atte, mad^ten
in ber 5oIge megen bes Stanbes bes Perfaffers großes
2luffet|en. €5 pnb emjlt|afte 3"triguenfiücfe, meldte einige
gans gute Situationen unb einen reinen Dialog traben.
J)te übrigen B^ei§en: bie Komöbianten (fo nur einmal
in (Sxäi^ gefpielt morben), bie 21Tasferabe unb bas
21Ti5Perflänbni§.
— 175 —
^err von (ßerjienberg überrafdjte bos publifum mit 1768.
einem fe({roriginc0enCrauerfpieIe,UgoHno, inmeldiem vox*
ne({mttd) &iep(}antafte nni ^ieStörfe^esDid^tersiml^odifien
paÜ(os glänzte, Uneraditet oieIeScenen&arinnenme({r(5rau<
fen un& 2lbfdieu, als Zllitleid erregen, nriö bos ganse Ct^ema
untt^eatralifd) ifi, fo liat iodt £{err 2)§bbelin es gemagt,
baffelbe aufsufüljren. €r felbjl fpielte barinnen mit feiner
ganjen 5<imilie; er Ugolino, 2X1 ab, Döbbelin 5tancefco,
[277] J)em. J)öbbelin (a>eld|e jefet audj I^äuftg große
Heuen übernimmt) ben 2(nfeImo, unb ZHonfieur Döb»
beltn ben (ßabbo.
^err 3acobi peremigte bie ZHabam ^enfel in einem
eignen (ßebid|t, unb pe Sanfte üim in Perfen.
£{err (Cafperfo(}n magte, aber nidit glüdlid^er als bas
erflemal; einen neuen tragifd^en Perfud): C(}afnl;ilbe.
£jerr XDeiffe oerbejferte ^en britten 0:|eil feines Bey»
trags, unb fügte ein nenes rü({renbes Ztad?fpiel: (ßros»
mutt) für (Srosmutt) I^insu, meldies su Ceipsig por*
gefieüt a>orben ifi. — 3efet erft ließ £jerr XDeiff e bie beiben
erjlen Bänbe feiner fomifdien 0pern, fo a>ie ^err filier
feine Kompofttionen, brurfen, unb nnn erjl maren aud?
anbre Cruppen, als bie Kod^ifdie, barauf bebadit biefe
Stüde auffü^iren su laffen. £jerr IDeiffe naiim hey biefer
(Selegent^eit mit bem smeyten Cl|eil bes Ceufels ijl los,
bem luftigen Sd^ufler, n>id)tige unb glüdlidie Perän«
berungen oor. 2(udj £jerr SjiHer fal^ bie Stanbfußifd^e
ZHuftf burd?, fomponirte bie l|in3ugefommenen Tlxien unb
gab beibe tEB|eiIe ^es Ceufels Ijeraus. J)ie 5djud?ifd?e
(ßefeüfdiaft tfi bie einsige, meldte ^en smevten Clieil mit
ben Perbefferungen gefpielt hiat — Dod? [278] nodj einen
anfet{nlid{em S^voadts ert^ielt ber bramatifdje Hu(}m ^es
^erm IDeiffe burdj ben fünften Clieil feines Beytrags.
3)enn t^ierinnen erfd|ien Homeo unb3ulie, ein bürget-
Itd)es (Erauerfpiel, aus S(}afefpeare mober niftrt, weldies
fd)on voriger bie S^fd^auer entsü'dt liatte unb burd; ^en
— 1/6 —
1768. 2Iusbrud einer ent({ufta{Hfd)en Ciebe nun audi Cef er be<
säuberte. £s tx>ar von iwey Cußfpielen begleitet: 5t e
5reunbfd)aft auf 5er probe, nadt ^in^^ frsdt^Iung
5es Zllarmontel, un5 Cifl über Cifi, eine ^ctrce, meid^e
bei^e oerfd^iebentlid; aufgefül^rt tx>or5en {tn5.
Qerr Bran5es verfertigte ein nenes rü(}ren5es Cufl*
fpiel: 5er (ßraf von (Dishadi, weld\es von Seiten 5er
<Ci:|ara!tere unfireitig fein beßes ifl un5 auf allen unfern
C(}eatern grbges (Slfkd gemad^t I^at.
^err Sjippel fd)rieb ein neues, aber oiel fdjiedjteres
3ntriguenftürf: 5ie ungen>d({nlid)en ZtebenbuI^Ier,
weldies fd?on oorl^er su Königsberg un5 Dansig,
unterbem Citel: 5er ^err un5 Diener, war gefpielt
n>or5en.
Der 5teYgei(l 5e5 Qerrn von Braa>e a>ar5 neb jl
einem nodi unge5rudten Crauerfpiele von i({m, ^tnins,
({erausgegeben, aus 5em man erfl 5ie (ßröge feines Per«
lujles red?t beurtl^eilen [279] lernte. TXlan \al( 5araus, 5a§
er ftdj früljseitig 5ie £nglön5er 5U Znujiern gewöl^let, man
fan5 ftarfe Situationen, männlidie Sentiments, un5 eine
neroöfe Spradje, a>eldje nur 5ua>ei(en 5U bil5erreidj a>ir5.
So fel|r 5ie lefetere 5en 3üngling oerrätI:|, fo ein mann»
lidjer €ntfd|Iu§ a>ar es ©on 5em Perfajfer, ein Crauer«
fpiel oI:|ne Ciebe 3U entwerfen. 3a nod| mel^r, er nat^m
3U feiner Dersart 5ie 3öntben, el^e fte nod? ©on unfern
Kun{irtd)iern empfot^Ien wor5en waren. XDien (}at bist^er
allein 5ie ft^re, es gefpielt 5U iiahen.
fjerr Sobmer fteng an, von einem politifdjen €n5«
3wede 5es Crauerfpiels 3U tröumen, un5 fein (ßefdjwäfe
unter biefem Citel 3u oerfaufen. Dies l|ätte er immer
tljun mögen, aber er fteng aud? an, anbre Didjter neben
jtdj 3u oerf leinern, unb taflete ^en 2ltreus ^es Qerm
IDeiffe an. 2(IIe biefe Sünben begieng er in bem erjien
Ct^eile feiner politifdjen Sdjaufpiele unb in bem erjien
Ct|eile feiner tl^eatralifdjen XDerfe.
- 177 —
2)ie £jenrn VOal^e ful^rcn fort, f ransöf ifd|e Cujlfpiele 1768.
fftrs 5eutfd}e Ct^eatet 5u fammcin, un^ lieferten je^^t:
5te 5d)ule ber 3üngltnge, von Cad^augee; bie Sd^ule
5er 5teunbe, ©ort bemfelben; ben reid?en Bürger, von
bemfelben [280] (meldjer 3U Ceipstg aufgefüljrt worben);
Pamela, von bemfelben; ben IDeltmann, von Boigy
(ber 5U £etp5tg gefpielt morben); Oie Heimfud^t, von
piron, nni bie £inn>illigung miber IDHlen, von
TXletvxüe,
3n ben Unterl^altungen flnb 3U bemerfen: bas
JTlufler ber Ciebe, aus bem Saintfoij von ^erm €be«
ling (iß 3u Hamburg gefpielt a>orben); bie nene 2(gnefe,
ein öfters aufgefül^rtes nnb ans einer fransöftfd^en 0perette
gesognes Ztad^fpiel von Qerm £ön>en, unb ber 2(nfang
fritifd^er 8eurt(}eilungen über bie nieberfdd}ftfd)en Bül^nen
von ebenbemfelben.
3n Ceipsig befam enblid? £jerr Kodj, als er (ben 29fJen 1769.
2(pril) in (Segenmart bes Qofes fptelte, mieberum vier Cage
erlaubt. 2(Qein ber Kaltftnn ber Sufdiauer nötl^igte it^n,
bennod} ben Sommer u>ieber na<b XDeimar 5u ge(}en
nnb nur bie ZHeffen in Ceipsig 3u fpielen. — Die Bül|ne
verlor einen treflidjen ZHann an Siexxn Statte, n>eld?er
ben 28flen Tlptxl flarb, nadjbem er fdjon feit einiger geit
ftd) ber Beditsgele^irfamfeit gemibmet hiatte, in ber 2(bfid}t;
jtdj nadj unb nadj oom C^ieater 3U entfernen. — €inen
neuen S^wad^s exl\xelt Qerr Kod; an ben beiben Demoi«
feiles Sd^icf (aus Qilbburgl^aufen gebürtig), xvelAie von
bem (nun [28\] gans serfireuten) Qilbburgljäufifd?en
tCt^eater um 0ftern ju i(}m famen. Die öltre, meid^e
Einlage sum Komifd^en seigte, bebütirte in ber reditbetial«
tenben Zllagb, nnb bie jüngere, meldte in naioen unb
5drtlid)en Hoden Sjoffnung madjte, als ^ortenfe in bem
ZITenfdienfreunbe ©on Cegranb. — 5^tner bebütirte eine
Demoifelle Sjuberinn (bie Sd^mefter eines Cdnsers bey
ber <6efellfd)aft) ben 22f}en September in ber verliebten
12
— 178 — •
1769. Unfd^ulb nid^t üBeL — Su Wexmat wagte matt es am
erfien; ^erm IDeiffe in feinen Operetten nad?5uat)men.
Qerr ZHufdus bafelbfl fd^rieb ein (Sdrtnermdbd^en,
noeld^es, toegen ber Kompofttion hes baftgen KopeQmeiflers
Qerm IDolf, vielen SeYfaO fonb. Qerr XDolf unterfd^eibet
ftd) von Qerm ^iOer burd} eine gearbeitete Segleitung
ber 3nfbrumente. Die reine Harmonie unb bie bem CE^a*
rafter ber perfonen ongemegne ZHelobie ifi aQgemein be<
munbert morben.
Dem. 5elbrid) E^euratt^ete auger bem tCt^eoter, an
beren Stelle ^err 2)5bbelin eine Dem. Stunsius an«
na({m, noeld^e aber feine fonberlid^e Hoffnung gab. €r
befam augerbem nod; fugelmayern mit feiner 5tau.
hingegen oerliegen U{n in £nbe bes 3a(}res ^err Sd^mels
mit feiner 5tau, ^err (5arbred)t mit ber [282] feinigen,
unb QerrQenfel; u>oburd} feine tCruppe eine gons nene,
aber fd^limmere (Seßalt geu>ann.
^errn ^bbts (Cruppd^en gieng su (Srunbe, unb ^err
^bbt fanb; nad^bem er vergebens inx Kod?ifd)en (ßefeQ«
fd^aft 5U fommen gefud^t t^atte, nebfl feiner 5tau, Hegeln
unb ber Hegelinn Engagement 5U Wien.
^u XDien flarb je^t ber groge Siannsvonv^ prel^aufer,
im 70 Pen 3al:|re feines 2UterS; unb mit il^m erlofd} bie
Hace ber IDiener Qannsu>ürfle. Xladi feinem Cobe n?arb
bie (Bcfeüfd^aft unter ftd; eins, feine anbre als regelmdfftge
Stüde 5u geben, ^um <6Ifid übernat^m aud; ein patri*
otifdier Kaufmann, ber ^tevtjerr von Benber, bas
beutfdie tCI^eater aOein. £r munterte bie Sd^aufpieler in
it^rem Porfa^e immer me({r unb met^r auf, unb lieg es
ftd) angelegen feifn, bie poffenfpiele, was es andi foßen
m5d{te, auf immer 5U perbrdngen. £r trug bie 2(ufftd)t
bem Qerm Qeuf elb auf, weldiev lauter regelmdgige Stücfe
gab unb nur 5uu>eilen feine ^uflud^t 3ur Opera buffa nat^nu
(Es mürben aufs neue preife für bie 2(utoren ausgefe^
Keine Koflen mürben in ^nfet^ung ber Kleiber unb Per«
— 179 —
jiemngen geaditet Die Sutane bcfam einen gons neuen 1769.
PorE^ang pon [283] &em £{erm i>on£{ot{enberg, 5n>ar von
anegorifd)er, aber von feiner Oeferifd^en £rftn^ung; nodt
piel meniger 2(usfül)rung. Su. ben Paletten voatb £{err
Ztooerre angenommen. Die neue Direftion nat^m mit
^em 29Jlen TXlay il^ren Anfang unb eröfnete mit bem
blinben €l|emanne. — 2)ie (Befeüfdiaft felbjl a>ar anfel^n"
lidt oerfidrft — £ine ZTlabam Srocfmann bebStirte in
^er 5(orine im blinben £t{emanne unb fpielt nun Soubretten
unb d^argirte ^rauenroUen. — £jerr Steigentefd; fteng
mit bem Siegmunb in Qeufelbs 3ulie an unb seigte Einlage
5U £ieb({abern; er iiat in ber 5o(ge als Seiton in ber jungen
3nbianerinn, als ZHinifier in ben ahgebanften ©fftciers
nxxb in einigen niebrig fomifdjen (C(}arafteren gefaQen. —
^err Stepl^anie ber jüngere ((SottliebX geboren 5u
Breslau \7^\, ber bist^er im Solbatenflanb gelebt E^atte,
mad)te jum erjlenmal im <5raf (Dlsbadi ^en Stomfels;
feine Hollen ftnb brufque ©fficiers, tjaftige unb erjle
fomifdje Tütef alte Sebienten, unb in ber Cragöbie Cv
rannen. — ^err IDeiner trat im Hanbo(pt{ im Sdjein
betrügt auf, fpielt Ciebl:|aber unb ZtebenroIIen. — Dem.
Kummersberg erfd|ien sum erj^enmal in ber neuen 2(gnefe,
als ^gnefe. Sie befifet unter ^en bapgen jungen [28^]
Tltttxcen bie meifie Tlniage in Soubretten unb naioen
Hollen. — Demoifelle ZHaria 2(ntonia Ceutfd^erinn
{geboren su Www \752) betrat ^en l^ßen 2IpriI bie Sübne
als (Sräftnn von (Dlsbadi; fte madit in rul^renben Cieb«
baberinnen unb jungen tragifdjen Hollen Hoffnung. —
f}err Heid^arb erfd|ien als £up(}emon im oerlomen Sol^n,
oerlieg ^as Cl^eater mieber, fam 1(77 \ surücf, unb fpielt
Pertraute. — ^err unb ZHabam 2(bbt unb %rr Hegel'-
bebütirten atte brey im Poete campagnard oon Destoudjes,
als {te aber brauf ben Orosmann, bie ^aire nnb ben
Ct^atiOon fpielten, fanben fte nid^t ben minbeften SeyfaO
unb u)urben urplo^lid} bimittirt.
12*
— i8o —
1769. 2)ie Heifett; meldte bet Steyl^exT von 8en5er su Ü^nn
fydie, n5ti{tgteii il^n, hos ^cnifd^e (Cl^eatet nod} m biefem
3al^e an 5en ^emt von 2(ff Itgio 5iirncf5ugcben. 2UUtn
bos (Bute I^e nun fd^on }u oUl IDutjel gcfagt, als ba%
man einen TR&dfaü von Seiten 5er ^ufd^auer 5U befürd^ten
geiaht t^dtte. Tibet von Seiten 2(ff[igios un5 fetner 2lffa«
citrten fud^te man aOes t^eroor, ben mül^famen ^an noteber
ein3ufiür5en. Den erflen 2>erfud), bas £^emponren noieber
5nrücf5uEnringen, toagten fte nod^ in biefem Oal^re, als bie
fogenannte Sabnertruppe [285] unter Dtrection ^erm
Karl Znenningers, noeld^e in berPorfiabt su fpielen bie
(Eriaubnig licdte, U{re poffen auf bem tCl^eater am Kdrntt)«
nexil(ote auffül^ren laffen noollte. 2ines mar fd)on fefi«
gefe^. ^ber Qerr 5tepi{anie ber filtere entn>arf im
Ztamen aller eine DorfleQung an ben (Brafen pon Sport,
^err pon Sonnenfels entn>arf eine PortrefIid?e X>or«
flellung an ben Kaifer felbß. Vxe Solge bavon wax, ba%
allen fremben tCruppen auf bem faiferlid^en (Cl^eater 5U
fpieleu; unb aOes £^emporiren unterfagt nourbe. Vodt
2lffligio manbte neue Bemüt^ungen an, als Sernarbon
5urücf fam. XDie biefe Semäl^ungen vereitelt mürben, lel^rt
uns bos fünftige 3aljr. — Qerr Klemm fdjricb ein neues
rül^renb feyn foQenbes Drama: bie IDol^ltl^aten unter
ben 2lnpern>anbten. — Der preufpfdje <5efanbfdjafts-
fefretatr, £jerr oon 3ejier; meldier fdjon oerfd?iebene
Ueberfe^^ungen für bie baftge Sutane gemad^t E^atte, mad^te
ein fleines Ztad^fpiel, bas Duell, mosuSebaine bie 3^^^
gab unb meldies andi in Ceipsig gefallen l^at — Qerr
von ^lyrenl^off bef^nte eine plaifanterie 5U einer Scacce,
unter bem tCitel: ber pof^sug, ans; bas erjle Cuftfpiel
aus bem 0eßerreid)tfd?en; meld^es einen guten tCon l^tte
unb bas burdj gans Deutfd?'[286]lanb gefallen liat, Uebri*
gens magte {td; audi Qerr Klemm mit einer neuen Dramo^
turgie l^eroor, morinnen er entmeber ausfd)rieb ober nn*
vernünftig lobte unb feidit tabelte; fte bauerte vier Quartale.
— i8i —
^crr towen I^attc fein 2)ireftorium ber mc&erfäd?jtfdjen 1769.
Sütine aufgegeben unb war mit feiner S^can nn^ (Eod^ter
(bte aud) fd^on KinberroQen übernommen ({alte) nad;
Hoflocf 3urücfgefel|rt. — J)ie €ntrepreneur5 mußten fogar
fro^i fevn, &a§ ^err 2(cfermann bie ©efettfdjaft a>ieber
übemal^m. Sie fd|Ioffen mit €buarb bem britten. 2(ber
nodj in biefem 3al^re entfianben burdj eine große Spaltung
au5 ber 2lcfermannifd{en (Sefeüfd^aft iwey neue tCruppen.
€inige £jerrn in ^annooer fdjioffen im Ztamen bes Königs
oon €nglanb einen Kontraft mit ^errn ^bel Seyler^
geboren 3U Bafel ^730, unb ernannten il^n 3um Direftor
ber ^annöoerifdien Sül^ne. £jerr €cfl|of, ZHabam
fjenfel, Qerr Böcf, £jerr Branbes unb ZlTabam, £jerr
ZHeYer unb fjerr <5üitil^^r traten 3U ilim. ^ier3U fam
nodj ^err K od? mit feiner 5t au. ^err Kodj a>ar bey ber
Kodiifd^en (Sefeüfd^aft SaHetmeifier gemefen unb fd^on 3ur
oorl^ergetjenben €ntreprife gegangen. 3^fet, ^a es ber
Seylerifdien [287] (5efellfd?aft nod? an einem ^aüet fet^Ite,
fpielte er bie Sebienten unb märe ot^ne feine etwas 3U
I^eißere Stimme ein guter Sdjaufpieler in biefem 5cid)e ge»
u>orben. ZHabam Kod?, einmalige DemoifeQ ßietaned,
eine gute tEän3erinn, »ibmete fid| jefet aud? ber Sd^aufpiel«
funjl; fte fpielte Ciebl|aberinnen, DorneI:|mIid? aber bie erjlen
Hollen in ^en 0perelten, morinnen fte burdi einen, für
eine ungelernte Sängerinn red}t guten (Sefang mel^r als
burdj 2lftion gefaßt. 3m December erl|ielt er bie ^erm
Qenfel unb <5arbred|t oon Döbbelin, unb erjlerer fpielte
ben \5ten bas erjlemal mieber ^en Wittii in ber Tlmaiia.
2(u§erbem befam ^err Seyler nod} eine ZHenge Ceute, bie
nur ^ain bienten, Stixde 3U befefeen, aber für walive Sd^au«
fpieler nidjt geredjnet »erben fonnten; 3. €. ©emoifeüe
Söfdjinn, eine ^Inoermanblinn oon ZHabam Söd; 2)e»
moif. Ztiebul^r (jefeo ZHabam Höber, eine Ztiece ©on
2Tlabam ^enfel) iiat einige Einlage 3um Komif djen; ^err
Ciebidi, ujeldjer in ©peretten fang; ZTlabam Dobler,
— l82 —
1769. wetdit in Soubretten fcf^Iedft vmb m etmgett famtfd^ett
JUdttent ertrdgltd} fpielte; Qerr Nobler, tDeld^er feine
Xun^ als ein ^an^tl>erf betrad^tete, bie beiben ledern pom
^bburg[{^uftfd^en (Cf^atet. — fyw [288] Seyler erofnete
feine Sut^e 511 ^annoper ben ^ten September mit ber
Hofemunbe unb fpielte barauf abn^ed^felnb 5U Cünebnrg,
SeUe, Stabe, 05nabrücf, Cübecf, ^ilbesl^m tt- f. n>. Va
er es ftd? emfllid} angelegen feyn lie§, unfer tCt^eoter auf
einen beffem 5n§ 3u bringen, fo engagirte er nodt in biefem
3al^e einen Dortreflid^en Confunftier, ^rm Sd? meiser.
7>et Qersog von ^ilbburgl^aufen, beffen QoffopeOmeifler
er gen>efen n>ar, i^tte ifyi nad? 3talien reifen laffen, je^t
aber, als fid^ biefer Qof ein5ufd?rdnfen anfteng, entlaffen.
£l{e Qerr Sd^meiser 5ur <5efe0fd}aft fam, glaubte er, fte
befleiß ans ben treflid^ßen Sdngem unb fomponirte für
biefelbe XDalmir unb (Bertraub von 2TKdiaeIis. 2lls er aber
nadt Qannooer fam, fal} er n>ot)(, ba% er nid)t meE^r in
3talien fey. — Por allen Singen fud^te er alfo bie Sänger
5U bilben, unb biefe l^aben il{m fel^ piel 5U banfen. €r
fomponirte bann für jie ben lujligen Sdjujier in piccinis
JTlanier. Dod} nidit l^ieraus, fonbem aus feinen fünftig
ansusetgenben XDerlen, mu§ man xfyi beurtt^eilen, um feine
Stäife im 2lusbrucf I^eftiger Ceibenfdjaften nnb ben Heid{<
tljum feiner Kunjl 3U emppnben, um 3U feigen, ba% er ^errn
Ritter nid^t nadigeal^mt tjat, fonbem feinen eignen K>eg
gegangen ifi.
[289] ^^^ Tldetmann vetlot burdj biefe tCrennung
feine bejien Sdjaufpieler nnb fal| ftdj plöfelid? in bie erflen
Seiten feines 2)irectoriums 5urücfgeu)orfen. £s blieb il?m
niemanb ©on IDiditigfeit, als £jerr Sordjers, ber nun in
€dI|ofs Hollen trat, unb ZHabam ZHecour. ^IQein, er
u>ugte ftd) 5U treffen. Seine dltefle C ödster, bie in ber
Zitat oiele Calente bepfet, überfam bie Hollen ber ZlTabam
Qenfel, fang in Operetten unb tanste nod^ überbies. Seine
jüngere tEod|ter (geboren 3U Strasburg 1757) fteng an,
- i83 -
in SoubrettenroOcn 5U erfd^cinen, un& gab ntd^t geringe 1769.
Öffnung. £c nat^m auger^cm einen grogcn Sdivoaü oon
Neulingen an. Sefonbers oerjlarfte er {td} burd^ einige
Ueberrefie bes £{ilbburg(}öufcr (E^ieaterS; unter toeld^en
IDoIfram nodj ber oorsüglidijle a>ar, ber aber jefet nur
als 3obfen S^del gefallen woüte; ZTlabam IDoIfram
noarb 5tt fornifd^en Samen gebrandet XDill^elm 5d)ud}
!am I{in5u unb erE^ielt £ieb({abeTro0en. £nbUdi fpielte
nun fein 5tieffol|n, 5tiebridj Cubetoig Sdjröber^
ti>eldier sugleid; fein Saüetmeifier mar, alle Sebienten
unb piele fomifdie Pater mit r>ielem 5euer. — Ztadjbem
%rr .2lcfermann feinen neuen Einfang in 3raunfd|n>eig
gemad?t iiatte, eröfnete er 3U Hamburg ben 2\^en Sep*
tember [290] mit ber Had)e von IJoung. 2lber ben I9ten 2)e«
cember mar er fd^on mieber in 3raunfd|n>etg. Qier gab
er brey ©on ^erm ffd^enburg aus bem 5tan5Öfifdjen
uDÖrtlid) überfe^te Operetten, ben Sandte panfa, ben
5auberifd{en Solbaten unb ben 2)eferteur von
Sebaine. tC(}eiIs n>arb bie fransöftfd^e Zlluftf beybet^alteu;
t{}eils bie 2lrien fdion befannter Kompofttionen von aOerley
JTleifiem untergelegt. — €in Ungenannter jlellte eine Per •
gUid^ung 5u>ifd}en ber Kod|ifd{en unb 2lcfermanni«
f d)en <6ef ellfd^af t an, meldte nid|t feiditer gemad^t merben
fonnte.
^err ID df er gab im Stüiiiofyc feine (ßefeüfdiaft auf unb
gieng mit feiner 5>^au in feine Paterfiabt Dresben. Da aber
bie <5efeQfd|aft bod; beyfammen bleiben woüte, fo reifle
fte unter fngelmeyers 2(nfübrung nad; Stralfunb. Sie
fonnte nid^t befiet^en, nrxb Qerr Cngelmeyer felbf) begab 1
pdj 3u Döbbelin. — ^errn IPäfer manbelte ber principal«
geifl balb von neuem an, unb er trieb im 0!tober biefes
3al|res eine neue Cruppe sufammen. Sie bejianb tl^eils
aus (Crümmern bes 2lbbtifd7en Häufleins, tl^eils aus einigen
feiner et^emaligen Sd^aufpieler, 5.8. XPoUanbt, fttinger.
£r fpielte bamit 5U ^teyberg unb 2lltenburg unb verirrte
— i84 —
1769. pd? 3tt €n5e bcs ydttes nad^ Cctp^ig. [29 ^] €in naljcr
2(noern>anöter feiner 5rau, piffing, ein purfd?e oon
\6 yifycen, gefiel porsugiid^ un5 jeigte ©iel Einlage in
fomifd^n bedienten.
^err (Sellert, 5er fdjon feit vielen 3aljren ber ISiüine
abgeworben tDar, flarb.
Qerr IDeiffe permel^rte 5en vierten tCEjeil feines
Seytrags mit einem fomifd^en Ztadifpiele: bas IDeiber*
geüatfd^e, noeld^es n>egen ber dd^ten beutfd^en Sitten
unb ber fomifd^en (Cl^raftere auf aQen Sül^nen mit Seyfall
gefpielt noorben.
Siexx ^vanbes mcac ber erjle ^lusldnber, toeldier 5U
IDien ben Preis baoon trug; fein gefröntes Stücf I{ieg
tCrau' fd^au' tvem, bos er andt burd? ben Drucf befannt
mad)te.
fjerr Klopjiocf übertraf jtd? felbjt in feinem Sarbiet:
Qermanns«5d)lad)t, beffen Perbienfte aber t^ier nid)t
betxadiiet merben tonnen, in fofern noit f^in Qof bas
Cl^eater l^at erbauen laffen, auf bem es oorgefteüt merben
Knnte. Die Cljöre ber Sarben, von benen ber Hitter
(Sind in IPien einige fomponirt l^at, möd^ten el^er als
bie Don Cronegf im Stanbe feyn, itjren (Bebraud^ im Crauer*
fpiel uDieber t^ersußellen.
Qerr Zllid^aelis ertoarb ftd); Domet^mlid; burd) feine
Tltien, einen anfel^nlidien pla^ unter unfern Operetten«
bid|tcrn. 3n feinen ein" [292] seinen <5ebidjten gab er
iwey 0peretten, eine rül^renbe: XDalmir unb (Sextxanb,
ober man fann es ja probiren, nnb eine romantifd)*
fomifd^e pon befonbrer 3magination: 3e unnatürlid^er,
je beffer.
^err Karl <SottI|olb Ceffing, ber jüngere Bruber
bes unflerblid^en DiditerS; verfertigte etlid^e braud^bare
3ntriguenjiürfe, in a>eld?cn er (Talente 3ur fomifdjen Spvadic
an ben Cag legte, nel^mlid? ben IDilbfang, nad^ bem
€nglifdjen bes 5arqul|ar, »orinn oornel^mlid} ber pierte Tltt
- i8s -
5U oiel brittifd^e Cxceni l^ai unb meldtet baiiex nirgcnbs 1769.
als ju Srünn in ZlTäljrcn gcfpicit »orben; 2) 5en Cotterie«
f pieUt; tx>eld)cr in Hamburg unb Berlin oorgeflellt n>or5en;
5) ben flummen plauberet, bas leercfle unter feinen
Stücfen, tDeld^es nur 5uprag aufgefü(}rt tx>orben; ^) 0({ne
^arlefin, ein pojfenfpiel in einem 2(ft.
^err Sd^mib fteng ein englifd^es Ct^eater, bos
I{eigt; eine Sammlung fold^er englifd^en Sd^aufpiele an,
meldte er für bie beutfd^e Sül^ne braud^bar glaubte ober
5tt mad^en fud^te. 7>'xe beiben erften tCl^eile pon biefem
3aljre enll|ieltcn: bie l^eimlid^e Qeuratl^ von <5arricf
unb Colmann, meldte oon ben IPiener, Kodjifdien, 2lcfer«
mannifdten unb X>öbbellhifd?en [293] ©efeüfdjaften gefpielt
a>orben; Otlj^IIo, von Sljafefpeare, t>en %rr Döbbelin
aufgefül^rt hiat; ben IDerbofficier, von 5arqul|ar;
Kleopatra, von Dryben; ben aufgebrad^ten Site'
mann, pon Panbrug^i; ben bejtenZlTann, oonSeaumont
unb Sl^tdiet.
QerrSobmer mar aufs neue an poIitifd^en2)ramen
frud)tbar unb parobirte aud; ben Homeo.
3n ber beutfd^en Bibliott^ef ber fd?önen XDiffen»
fdjaften oon ^errn Klofe nat^men bie Ztad^ridjten oon
ben Ceipsiger tl:|eatralifd|en Porfteüungen il:|ren Einfang.
^err Sdjloffer, meldjer a>iber feinen IDiflen als Per»
faffer ber r>ter Cujifpiele betannt geworben mar, n>arb pon
bem Senior <6ö^e ju Hamburg besiegen angefeinbet Die
in biefem Streit erfd^ienenen Sdiriften jinb folgenbe: 1)
(Sd^ens t(}eoIogifd{e Unterfud^ung ber Sittlid^feit ber
SüE^ne überl^aupt, a>ie aud| ber 5rcige, ob ein (5eijHid|er
bie Sdjaubüt|ne befudjen, felbjl Komöbien fd^reiben unb
brucfen lajfen, unb bie Sd^aubül^ne, fo wie fte jcfeo ifl,
pcrtt^eibigen fönne; 2) 3ol|. tnbw. Sd?Ioffers ZTadiridjt
an bas publifum, obige Sd^rift betreff enb, famt einigen
2(nmerfungen über, ben XDertlj berfelben; 3) Pertljeibigung
bes paflors [29^] Sdjioffer »iber einen 2lngrif in ben
— i86 —
1 769. QomBttrger Zladt^xdiien ans bem Hcid^e 5et ßelefyc^amUit,
oon prof. Ztölttng; 4) Befd^eibn^ Prüfung btcfet 2>et'
tE{cibigung, von TSndienvdbev; 5) ^ugobe 5u bet Der*
tl^cibigutig, als eine Seontmortung bex befd^eibnen Prüfung
von profcff. Ztöiting; 6) Ztöltings 5n>eYte Pertt^eibigung
bes paf^or Sd^Ioffer gegen (Bozens Unterfud^ung; 7) Unter«
fud^ung, ob Qerm Sd^Ioffers Ztad^ridit ein pasquiQ fey;
8) Becfers Senbfdjreiben cai ^erm prof. Fölling; 9)
Ztöltings Zugabe su feiner suDoten X>ert({eibigung; {0)
€iner iiod?n)ür5igen 5<i^ultdt in (Böttingen (b, i. Qerm
D. £eg) BeurtE^eilung pon (Sd^ens Sd^rift, auf 2(nfud)en
öes Perfajfers verfertigt. — fnblid} perbot 5er Hamburger
JTlagifhrat aOe fernere Streitfdrriften mxb na^m ^erm
Sdjioffer in 5d}nt|. — • 3um Befd^lug fdjrieb Qerr Zticolai,
unter bem angenommenen Ztamen Ha^eberger, eine
Hebreid^e Tinxebe an feine ZTlitbürger, poüer fatyrifd^en
Caune.
3n ben Unter(}altungen giengen ^erm Cönoens
Ztad?rid)ten fort. 2lugerbem gei{ören l{ie(}er: 5er Sd^ai^*
gräber ober ber 2(epfelbieb, ein leiblidies 3ntriguen'
ftucf pon Qerm Sre^ner, bas 2lcfermann unb Döbbelin
gefpielt l^aben; bas ({erangetoad^fene ZTlöbd^en, aus
bem [295] €nglifd|en Pon <5arricf, weldies ju IDien unb
bey Qerrn Kod; gefaQen t}at, unb eine 2lbt{anblung pom
Derfan bes Komifd^en im Cufifpiel.
1770. gu Ceipsig entjlanb mit bem Anfang bes Oaljres 1770
eine groge tl^eatralifd^e (Böt^ung. Klan l^atie bereits 5U
£nbe bes porigen QermKod^, als er noie gewöi^nlid) 5u
IDeimar mar, su nöt(}tgen geu>ugt, £{errn XDdfer bissu
0{tern auf feinem CEjeater fpielen su laffen. 2)iefer l^atte
ben 27 Pen December porigen 3aljres bie Süljne mit ber
Pamela als ZHutter Pon (C(}iari eröfnet Zteul^eit unb
anbre inbipibucdeUrfad^en perfd^afften it^m einigen ^nl^mg.
(ßrößtentlieils aber iiaüe er feinen ^eyfaü bem BaOet«
meijier^ %rrn Kummer, einem fel^r gefdjidten fomif djen
- i87 -
Cätt3er, 3tt banfen. & fptclt« gute unb \diUdite Stücfc 1770.
unter einanbet; gab audj Pantomimen, benen iwax bie
Beije 5er praci)t unb bes (Befd^macfs fe(}Iten, bie aber
^odi, ba man feit langer Seit feine gefel^n ({atte, gefielen.
Durd? einen (SIücfsfaQ erl^ielt er auf einige S^xt Qerrn
unb JTlabam Sd^mels, meldte von Döbbelinen ab*
gegangen noaren, unb ben 2ten 3enner in ber IHinna,
er als Cedl^eim, fte als Dame in tCrauer, I^ier bebätirten.
3u ©jlem fam ^err Kodj, a>ie fonfi, auf bie ZHeffe.
^err K>äfer midi, aber nur in [296] eine Bube, u)eld|e
er mit Unterftü^ung feiner <65nner vor bem (Brimmifdien
(CE{ore erbaute, unb meldte grog genug, über 9OO ZTlenfdien
jn faffen. 3a er fpielte barinnen fogar nad| ber ZHeffe,
oermittelfl eines KabinetsbefeE^Is, ben er aussumirfen mugte,
fort. €ine Stabt, meldte oft faum eine 8üE|ne ert^alten
fönnen, foUte jefet smey auf einmal erlialten. J)a ^err
5d)mel5 nebjt feiner 5rau fd^on im ZKlev^ ju ^errn Kodj
übergegangen »aren, fo mußte IDäfer 3nterme330s unb
atterley Poffen 3U £jülfe nel:|men, um ftdj 3U bet^aupten.
2II5 enblidi ber IDinter l^eranfam unb ^err Kod? ZTline
mad^te, benfelben t^inburd} 3U £etp3ig 3U bleiben, er audi
feine prioilegien, meldte jebe anbre Cruppe ausfdfliegen,
aufs neue bejiätigt erl|ielt, gieng £jerr XDäfer 3U Einfang
bes ZTlonats ©ftober nad| Bresben. — XDeld^en Sdiaben
bie baburd) unter ben ^ufd^auern entftanbenen parttieyen
gebrad?t, Ijat ein ^err pon Sdj a>eigerl:|aufen in 3meven
Sd^reiben über bie £eip3iger Sül^ne an Qerrn £5n>en
ausfü(}rltd) gefd^ilbert.
ZTlabamKod} miberfuljr bie Stire, von ^errn Saufe
als peiopia gejiodien 3U merben.
3u XDeimar fam bie fo berüt^mte ©perette bes ^erm
IDeiffe, bie 3agb (ben29jien3en-[297]ner), bas erftemal
aufs (C({eater. So wie biefes Stücf bem Did^ter unter
feinen 2(rbeiten oon biefer Äattung ben meiften Seyfatt
ern^arb, fo erl^telt aud; ^err Qiller einen allgemeinen
— i88 —
1770. Hnlfiit bitrd) 5te KaiiiiH>iiiiaii ^effelben. Det Vctiug,
meldten man ^te{er Qüknfd{eit Komi^ofttion oor allen
übrigen gab, gdSaiöet ftd) ol^ne ^iDetfel anf Me t>er«
mifd^img 5e5 3ntereffe5 ^es Stncfs mit 6em bet ZThtfif.
&niqetma%en fonnte ^tes Urtl^eU and} inm ^en bloßen
tiehi^abeni bet (Conf nn^ I^ommen, wM^e I^ am meinen
il^re Hed^nng fanden, n>eU darinnen mel^ fieme, faglid^e
nnö gefdlltge £ie5er i>orf ommen, als m irgend einer an6em
0perette. Das Stncf trug fet^r oiel ba^n bey, ba% Qecr
Kod? ftd} 5ie (D^ermeffe in Cetpsig erfüllten fonnte, fo
n>te übert{anpt bie IZ>eifftfd}en Operetten fär aUe groge
unb fleine Bnl^nen (nur bte IDiener Snl^e ausgenommen,
wo fte nie ober nnr als Cnfifpiele anfgeffliirt n>or5en)
pieces de refource geworben ftnb.
Qerr Hati{ ^eermann 5n IDeimar überfe^te fnr bie
Kod^ifd^e Sul^ne bas Ho>er ben. — Z>er
einmalige Tlftent bey ber Kur5ifd?en (5efe0fd)aft, ^err
Wai(X, warb felbß princtpal nnb t^atte bos Unglücf, 5U
Tlngsbnvg als Homeo ausgepfiffen 5U n>erben. Seine
(Cruppe gieng bafelbfl in (Rxnnbe nnb et n>enbete {td}
nad? IDten, n>o es it^m als JTtebon unb Hid?arb nid)t
beffer ergteng. £in g(eid?es Sd)icffa( erfut^r IM ab am
Kurs, n>eld?e ftd) erfred)te, bie Köntginn im Hid^arb 5U
fpielen. — £in Qerr Corens n>arb 5U Hebenroüen an*
genommen. — lllaria 2lnna3aquet bie jüngere, fieng
an, ftd) in Kinberroüen 5U üben» —- TXlabam Körner
fpielte 5uerf} in ben btey Sultaninnen bie Ho^elane nnb
nad?ber unn>id)tige Ciebt^aberinnen.
— 191 —
Um ^as puBItfum imtner tnct^r sunt regelmäßigen 1770.
Ct^eater su Qewofyxen, oerferttgte man Diele neue niebrtg«
fomifdte 0rigtnaIe mit Cofalfttten. So fdjrieb ber Sdtan*
fpieler Qerr 2Tlü([502]Ier eine Heine 5arce: Stirbt ber
Svidis, fo gilt fein Balg, ingleidten ein3ntriguenflücf; ber
Sali, ober ber oerfefete Sd^mudP. — ^err Klemm oer»
fertigte ein neues Sd)aufpie(: bie 5raU; toie man fie
feiten finbet. — Ejerr oon (5ebler fteng felbji an, für
bas Ct^eater su arbeiten unb baburd? bem 2lbe( eine
t)ot)ere 2^ee von bem beutfd?en Ct^eater einsuflögen* 3n
gegencDdrtigem 3at)r würben oon ibm aufgefüi^rt: bas
präbitat, eine Perfpottung ber Hangfud^t, bas Sinb*
banb ober bie fünf tCt^erefen, bie 5reunbe ber 2llten
ober pormals ix>aren gute Sitten, bie Uebereilung nad?
bem 5ran3Ö$tfd?en oon 5agan, bie Uabbala ober bas
Cottoglücf, unb bie lDittn>e. — Ejerr Stept^anie ber
jüngere ix>arb je^t gleid^faüs Sd)riftfleQer. IDenn er
eben fo oiel Kunfl, ;fei(e nnb pt)i(ofopt)ifd?e Kenntnig b^s
2nenfd?en, als £rftnbungslraft unb £rfat)rung bes ge«
meinen Cebens, einen eben fo sierKdjen Dialog unb ans»
gearbeiteten plan als Wdt\xiiext in £t{aralteren {{dtte, fo
würbe er unter ben IDiener Diditern einen anfet{nlid?en
pla^ bet^aupten* Sein erfier üerf ud; waren: bielDerber,
worinnen er ben IDerbeofficier von 5cirquB|ar gans in
einem beutfdjen Stücfe umfdjuf; ^err Söbbelin Ijat es
öfters auffüfiren laffen. [303] Sein ^weytes Sdjaufpiel
mit Solbatenfttten, n>e(d?e iE}m oorsüglid) gelingen, f}at
auf ber XDiener nnb Kod?ifd{en Büt^ne bos meifte (5(ücf
gemad?!, wenn es g(eid) bie lefenben Kenner 5U fet^r an
bie 2Tlinna erinnert. Der 3ube in ben obqebantten
©fficiers trug, oomeljmlidj bey bem Spiele bes ^errn
Cöwe unb 3^c^net, oie( su iE;rer guten 2(ufna{}me bey.
Die lDo{}Igeborene, weldte aud} Qerr Kod) gegeben,
ifl eines feiner niebrigfien Stücfe. Beffer ifl bie IDirtlj*
fd?afterinn, oornet^mlid} wegen einer barinnen oor»
— 192 —
1770. tommeriöen HeuterroIIe. Qert oon Tlyxenl^off arbeitete
tt^eils bas eine feiner tCrauerfpiele, unter 6em (Eitel:
Hermanns tCob, von neuem um, tl^eils gab er ein
neues fomifd^es 3ntriguen{tficf: bie groge Batterie,
tDeldtes bem poft5uge nicf}t gleid) I5mmt — Z)er tCt^eotral«
fefretair von Sral^m fe^te ein 2>rama, £milie, 5U«
fammen, nnb überfe^e ben Sflaoenl^dnMer von
Smyrna. — Qerr Stept^anie ber ditere fd^nitt aus
(Cibber unb lüoiffv ^in Cuftfpiel: bie neuefle 5tauen«
fcf}ule, in, tDeld^es aud} ju Berlin unb Hamburg oorge«
fteüt tDorben, unb ]>ertDanbeIte eine Cr^di^Iung bes Qemt
von tCeuber Z)ubois unb (Siotonba in ein Z)rama: bie
Ciebe in Korfifa, tpeld^es unerad?tet aües gemad)ten 2(uf«
2(ufn>anbes bey [50^ Qerm Kod} nid}t gefaüen wollen. —
Qerr pon 3efter fpottete bes e^emporirten (Ct^eaters vn
einem fleinen Stücfe: Dier Harren in einer perfon. —
Qerr £anbes mad?te eine freye Had^al^mung nadti (5o(boni:
IDas ifl ber (5efd)macf berZtation? — ^errpel^el,
ein Böt^me, Sefretair bey bem (5rafen oon Coben^el,
seigte in feinen bebrängten XDayfen Einlage 3ur £r*
ftnbung, mit ber er nid?t t^aust^alten, nodt fte oorsutragen
n>ugte; Qerr Kod; t)at einmal bamit ben üerfud? gemad)t.
Sein Cußfpiel, bie Qausplage, artete gans ins poffen*
t|afte aus.
£)err Döbbelin fammelte in biefem 3ctt|te eine groge
nienge oon jungen 2(nfSngem, unter benen einige, 5. £.
Qempel, 5d?ü^, (Ct^ering nid^t ot^ne Einlage roaren,
5euer, aber nod} feine Kraft seigten. lüabam 5d)u(5
blieb bas einsige Kleinob feiner Cruppe.
Kajetan oon Sd^aumberg fam als 21Tat)(er nad?
Brunn unb oerferttgte auf Koften ber Stabt oerfd)iebne
Deforationen. 2(uf eintrieb einiger üornet^men untemat^m
er es, Pantomimen au^ufüi^ren. 2lls biefe su einförmig
n>urben, brad?te er t>erfd)iebne Subjefte für bas e^tempo*
rirte Ct^eater sufammen, bie es bennod} n>agten, mit unter
— 193 —
IlTmna unb Homeo ju fpielen. [305] €r übergab im Sep« 1770.
tcmber b,ie Direftion feinem bisB|erigen 5d?aufpieler Söl|m,
roeld^er burd? regelmäßige Stade unb Singfpiele ipenigßens
bie gröbflen Surlesfen ju oerbrängen fudjte. — Tlis im
©flober Qerr unb lüabam IDaisI^ofer üon IDien 3U
biefem (Ct^eater famen, brangeh fte auf bie ^bfd?affung
aQes f^temporirens.
Siefes 2citt^ tt>flr ött neuen Meinen principalen frudjt«
bar. — Ejerr 2lbbt roarb aufs neue principal unb fpielte
3u 2lnfpad), Saireutl^ (roo Qerr Kraufenecf oerfdiiebne
Stiide, 3. €. 5ama, 5alime u. f. ro. oerfertigte), €rlan*
gen, Erfurt, (Eifenadj unb Koburg. — Qerr 2lmberg
fiellte pd? gleidjfalls von neuem an bie Spifee eines Keinen
Haufens. •— Die lTeuB|ofinn fam nadj Petersburg 3u«
rücf nnb ert)ielt, trofe Scolarv, ein neues pripilegium. —
Qerr 3Igner, ber eE|maIs beym ^ilbburgl^äufer (Ct^eater
geix>efen unb nur 3U einem grotesfen unb e^emporirenben
Sd^aufpieler taugt, n>arf pdi 3um £t)ef einer Cruppe auf,
mit ber er am Hinein fpielte. gu ©jiern fam er von
K60n nadi 5tanffurt am Znayn. — Ejerr Cepper liaite
mit Einfang biefes ^afyces feine (SefeHfcliaft 3U Strasburg
aus einanber getreu laffen unb roar für feine perfon
nadj [306] pol^Ien gegangen. ^Is es iljm 3U ©jlem ein-
fiel, fte u>ieber E|er3upenen unb bamit in 5ranffurt 3U
fpielen, traf er bereits Qerrn 3 Ig n er bafelbfl oor. (Er
lixeit es für bas ratt^famfle, mit it)m gemeine Sad^e 3U
mad^en, nnb bie £eppet^2^gnevi\die (ßefeflfdiaft gieng von
(franffurt nad? Strasburg. 2(ber t^ier oeruneinigten ftd?
beibe Principalen unb trennten ftd; n>ieber. ^err eignet
fpielte 3u Kolmar unb ^reyburg. ^err Cepper blieb in
Strasburg, oerlor aber feine beßen Ceute, fogar feine eigne
Zttd?te. £r n>ar genötE;igt, nad; 2(ad?en 3U gel^n unb bort
nur Stücfe roie Voctov 5aufl 3U geben.
^err Koppe, ben xdt meE^rmals genannt E;abe, n>arb
andi ein principal in ben (Segenben bes HE^eins unb be*
13
— 194 —
1770. tarn unter anbem bie Z)emoif. Cuctus. Hber Unglucf s*
fdlle urib Der5rfigUci}feiten betDogen ii{n, $n X>üffe(borf
feine gan5e (Cntppe 5U bimtttiren. — €r tporb ftd} fürs
darauf eine neue unb gieng bomit nod^ Sod^en.
2(uget ber obgebad^ten <2>)>erette: bie 3<i9b; bey
weidet bie Partie de Chaile de Henry IV. $u <5runbe
liegt, Ite§ Qerr IDeiffe ben erfien (CI^ feines Vertrags
5um drittenmal mit Derbefferungen brucfen, vmb bntdt
feine Be«[507]mui{ung tDorb 5er Silüoin 5es lllarmontel
ans einer Operette eines unfrer nieblid^ften Zlad^ptele,
unter bem (Eitel: IDalber, n>e(d}es bie Kod^ifd^en unb
Seylerifd^en (SefeUfd^often mit Beffafl gegeben l^oben.
€in Ungenannter rid^tete bie Bettleroper bes ^ay,
unter bem (Eitel: bie Stragenrauber, für bie beutfd)e
Bül{ne ein.
€in anbrer überfe^te bas fpanifd^e Ct^eater bes
^ansofen Cinguet, aus n>eld}em ^err 2(cfermann einige
Stücfe oerfud^en lieg.
Qerr Bocf jeigte einige 2lnlage sum fomifd?en Dialog,
aber aud) oiel Qang 5ur Zlad}ai{mung, in feiner erften
Sammlung fürs beutfd^e (Ct^eater, n>eld)e Klariffe,
eine Operette, ben Sdimetterling, ein Itad}fpiel ans
bem Mari Sylve oon lllarmontel, unb bie (bereits im
oorigen 3<t^^ <<ud) oon Qerm 5d}mib bialogirte)
parobie (Cronegfs entt^ielt. Die Operette l^at bie £f)re
getrabt, breymal fomponirt in n>erben, net^mlid) für bas
2(cFermannifd)e Ct^eater oon Qerm HöIIig gans gut, oon
einem getoiffen Hb er in Breslau l^erslidi fd)led)t, nnb oon
Qerr 5rtfd}mut{} für bie D5bbelinifd}e (5efe0fd?aft nid}t
oiel beffer. Die parobie ijl in Wien aufgefül^rt n>orben.
[308] ^err Bobmer parobirte ben Ugolino, unter bem
(Citel: ber Qungertt)urm in pifa.
3n bem oierten (Ct^eile oon Ejerm pf eff eis tljeatrali«
fd)en Beluftigungen {)ei^en: £ugenie oon Beaumar«
djais (Qerr D. ZlTuIIer, ZlTabam Unger unb Qerr
— 195 —
S dt man Ijatten bereits üorl^er Mefes auf allen unfern 1770.
Patinen gangbare Siüd überfe^t), bie 5d?nitter Don
5aoart, unb ben Kaufmann von Dampiere. Cefeleres
Stücf n>irb 5ulDien unter bem Citel ^reymunb gefpielt.
£)err Klaufing fieng eine Sammlung ber neueren
nni beften Sdjaufpiele füriS beutfd^e Ct^eater aus bem
£ng(ifd?en an, n>orinnen er bie Brüber, ein feljr romanti'
fd^es Cuflfpiel oon Cumberlanb, nriö bie ungegrünbete
23ebenflid]feit von Kelly überfefete. Cefeteres StücF fpielt
^err Seyler, aber nadj einer fdiledjtem KSnigsberger
Ueberfeljung. — J)er 8udjl|änbler Ejimburg lieg unter bem
Citel: C(}eater ber dritten fd?on gebrucfte Ueberfe^un*
gen fammeln. — Qerr Hofi überfefete bas Meine Stücf: ^as
£anbhiavis ans bem fnglifdien, u>e(ci)es ^err Döbbelin
fpielte.
3n bem britten nnb oierten Cl^eile ^es englifdjen
(CB^eaters erfd^ienen: bas Znisoerjiänbnig von V4tn'
brugBi, roeldjes Seyler unb [309] IDäfer gefpielt, ber
Qageßol5 von (Zongteve, Kallifte von Home (nid^t
nad? biefer, fonbern nad? einer ungebrucFten Ueberfe^jung
von JTtabam ginf liat ^err Seyler biefes StüdP auf*
gefülirt), bie €ntbecfung von ZHiftreg Sljeriban, roeldje
^erc Uodi ciu^ (EE^eater gebrad^t E;at; ber leid) tf innige
£(}emann, ber 5U Hamburg gefpielt n>orben, unb bie
XDayfe oon (Dtway.
®n Qerr CB|a Her gab ein Theatre Alleaiaiid B^eraus,
morinnen ber Kato von <Sottfd?eb, bie Betfd?n>efier
unb bie franfe ;frau von (Seüert überfefet erfdjienen.
Su ©jlern 1771 tarn ^err Kodj oonlüeimar, wo er 1771.
bie 5aflen5eit sugebrad^t i^atte, u>ieber nad) Ceipsig; ja er
entfd|Io|3 jtd?, feine üerbinbungen mit IDeimar auf3ugeben,
um ben üormürfen ber IDäferifdjen partEiey ein &nbe 3u
madien. ^ber bie Erbitterung nnb ber Kalt|tnn einiger
Sufd)auer u>arb baburd) nidit oerminbert, oie(meE;r n>ar
bie £innaE;me fo geringe, ia% pdj Qerr Kod) aufs neue
13*
— 196 —
1771. ehten ^uflud^tsort fud^en mugte, tDo er pomet^mlid) ben
Sommer subringen fomite. ^um (Sind war bnvdti ben
Cob bes iüngern 5d)ucf} bos Preuffifd^ PrioUegium
erlebigt n>orben. 2>ies nol^m Qerr Kod) (mit Seybel^aUung
bes 5dcf}'[31l0]ftfd{en) an nnb begab ftd) nad} ber (Dßer*
meffe nad^ Berlin^ tpo er* ben l^Oten 3nliu5 bos (Ct^eoter
mit 2I7ig Sara Sampfon unb einem Prologe oon
Hamler erofnete. Ztadi einigen überfionbenen Perbrüg«
Iid)feiten mit ben 5tan5ofen, erl^ielt er allgemeinen Bey«
fall, oomel^mlid} aber fiel ber Qang ber Berliner auf bie
Kod{ifd)en 0peretten. ^err ^übler (ein gebomer Dresb*
ner) toarb nod} 5U Ceip^ig, xdo er bi5l»ero flubirt i^^e,
tDegen feines guten Cenors 5U fomifd^en 0pem engagirt
2(uger benfelben l^t er toenig, {{öd^fiens nur in einigen
affeftirten unb furd^tfamen Hollen, gefallen. £Jerr Kird?*
t)ofer n>ar bagegen nebfl feiner Stan lax Kaltifd^en
(Cruppe abgegangen. 27om Z)orfbarbier bes Qerm
IDeiffe, meldtet biefes 3<i4^ <nif bem Kod}ifd}en tU^eatet
erfd)ien, ifi fd)on el^ebem bas notI{ige gefagt morben, unb
oon einem neuen tCrauerfpiele beffelben, Sopl^ie ober
bie Brüber, barf nod} nid^ts gefagt n>erben, n>eil es
nodt nid)t in Z)rucf erfd^ienen iß. — 2lber eben berfelbe
gab and^ eine neue 0perette, 3n>ar n>ieber mit Idnblid^en,
aber etn>as eblem Sitten, ber 2lerntefran3, weld^e
übrigens tl^eils als bie erfle biefes 2>id;tcrs pon gan^
eigner £rfinbung, tl^eils n>egen bes 2(nlaffes merfn>ärbig
ifi^ n>eld?en Qerr filier barinnen fanb, ftd} nod) [3m mel^r
ber großen ©per ju näljem. — 2luf Bitten bes ^erm
Kod{ oerferttige aud} Qerr €ngel eine Operette, aber
bnrgerlid?en unb ganj fomifd^en 3n{{alts, bie Tlpotl^ete,
n>eld^ oon einem n>nrbigen Qillerifd^en Sd^üler, Qerm
Zteefe, fomponirt n>arb. Dod^ bas bramatifd^e (5enie bes
^erm €ngel funbigte ftd) nodi gldnsenber in bem fleinen
rul^renben Sd^aufpiele, ber banfbare SoI{n, axif in
n>eld?em er in Dialog, feiner €mpftnbung unb pi{ilofop^e
— 197 —
mit Etextn Ccfftng 3U wetteifern anfteng. Der bantbate \77\
Soi(a xx>xc^ Don aU^n unfern grogen wx^ Iteinen (Truppen
gefpielt
^err Seyl^r fpielte nodj 3u ^iföeslieim, aber nur bis
3um ^7ten 3enner, ba er jtdj nad? ©snabrücf u>anbte. Don
ba feljrte er nadj ^annooer surücf, wo er ben ZTIonat
ZtTet^, 2(pril unb bie ^dlfte bes ZTIavs 5ubrad{te. ^ber
er n>ar bies ^a\\x 3U Ijäuftgen IDanberungen befiimmt;
benn bcn Heji ^^s TXiays Ijielt er fidj abn>ed|felnb in
Qilbest^eim unb ^annoüer auf. — €nblidi roarb er gar
nadj IDe^Iar oerfdjiagen, u>o er 'b^^w, 29ßen 3uniu5 mit
Hidiarb bem britten unb einem proIoge oon Qerm (Sott er
erofnete unb ^^n lösten September mit bem Sibney unb
einem £piIoge oon bemfelben Z)ici)ter fdjloß. — Xl\xa*
met^ro [5\2] trat er in biefelben Engagements 3U IDeimar
eiU; roeldje Qerr Kod? aufgegeben t^atte, vca^ mad^te ben
7ten ©ftober bafclbfl "b^n Einfang feiner PorfieUungen.
^ier bimittirte er £jerrn \xx(b 2Tlabam Dobler mib
erl:{ic(t bagegen Itlabam lüecour t^on £)amburg. Kur3
bar auf nal^m er Ejerrn Qellmutti 3um Sänger in 'ben
0peretten an. hingegen roanbte ftd) JTtabam Qenfel
aufs neue nad) IDien. Sd?on 3U QiIbesE}eim t^atte Qerr
2T{id{ae(is feine SteQe als Ct)eatralbid)ter niebergelegt.
Hamburg, Sraunfd^roeig, IDoIfenbüttel unb Kiel
n^aren nodj immer bie ®rte, mit benen bie ^cfermanni*
fdje <Sefe0fd?aft abwedjfeltc. Die beiben Demoifelles
2(cfermann fiengen immer meE;r an, ftd) aussubilben.
Die ältre lernte immer beffer bie beleibigte Cugenb, ben
naQex(ben Kummer unb bie fanftem £mpfinbungen aus3U<
brücFen; 3ur VO\x\\{ iß iE;re Srufl 3U fd?n>ad) unb iE;r (5efid{t
3U fein. Die jüngere legte ftdj immer meB^r auf naioe,
muntre unb fdier3B|afte HoQen. Seibe oerloren il^ren
Pater am (3ten ITooember; benn I|ier jiarb ^err ^tder*
mann an einem unglücf lid^en 5ct0e. Sein StieffoE;n, Qerr
Sdtrdber, übemat^m fogleid; bie Cruppe, bie biefes
— 198 —
1 771 . 2cffyc wiit oerfdjicbnen 5d|aufpte(em vcxmeiixt moxben roor»
T>et [3\S] oomelimPe barunter voav ^err 5tan3 Karl
Brocfmann, geboren 3U (5rä^ in Steiermarf 1745. €r
bebütirte 5en 5ten 2tpril mit bem Ztelfon in 5er 5reunb»
fdjaft auf 5er Probe, nn^ 5en 9^«" "^it 5«nt UTebon im
Kobrus* €ine oortE^eilt^afte Silbung, ^nftonb unb Ceid^tig«
feit oerfdjafften iE|m in Ciebl|abern nnb petitsmaitres Bey»
fall, ^err unb ZTIabam HeinecFe roaren suoor bey
Cepper unb onbem Keinen Cruppen gemefen. £rjlerer
roarb 5U HoQen angefieOt, n>eld?e gemäßigte Ceibenfd?aft,
DerfleOung, Spott mxb ein ruljiges IDcfen erfobern. Seine
5rau übernat)m alle (Sattungen oon HTüttern, aud? Sein»
Heiberroüen. — ^err TXldlier, ein fel^r junger ZlTann,
mad)te bcn Homeo, ben St Tlibin, ben SammeK biefer
(5efenfd?aft. — 3d) übergelje unberül^mte ITamen, tt>ie
Petter, Dauer, £abes u. f. n>.
^err Döbbelin mad?te in biefem 3alire mand^erley
Heifen. €r probucirte pdj 3U Ceipsig in ber ®j!ermeffe
in ber Bube cor bem (ßrimmifcben ©jore, gieng ^en
\3ien Vfiay nad? ^alle unb ben 29 ten 3untu5 nadj UTag»
beburg. gu IHidjaelis feierte er u>ieber nadi Ceipsig 5urücf .
2nabam£)oE;(, eine 2tftrice 3U HIütterroHen, fam aus bem
Heidje 3U ifyn. Ejerr Sdjmibtfdjneiber t|euratt;ete bie
Dem. 5tun3iu5. — [311^] 2tudj IDäfer befud?te Ceip3ig
üon neuem, neB|müdj 3U ZHidiaelis in ber Bube, inbeffen
^err Döbbelin bas Kod|ifd)e Cf^eater gemietljet t|atte.
IDäfers Cruppe wav fo B^erabgefommen, ba% Keffel unb
feine S^clvl feine erflen Sdjaufpieler n>aren.
Koppe u>ar mit feinem Häuflein nadj €rfurt ge«
fommen niib bafelbji geworben. — Ztadjbem ^err Sebajii*
ani feinen ermorbnen Heid|tB|um in ber Stille genieffen
n>oQte (wddies aber nici)t lange gefd?aE^, inbem er balb
barauf fiarb), t|atte fein erjier Sd?aufpieler, ^err Zllar*
d)anb, bie ©efeüfdiaft übernommen unb Strasburg,
UTannBieim nnb (franffurt am TXlayn 3U ben üornet|mjlen
— 199 —
(DxUn feines 2tufentB|aIt5 gevoälilt €r gtebt fajl nidjls 1771
als UeBerfeljungen ftansöjtfdjer ©peretten, in meldten
Itlabam Brodjarb unb Qerr fjucf feine bejien Sdjau*
fpieler ftnb. — ^u Petersburg übernatim ^err (5 antner
bie Cruppe bes ^errn UTenbe unb exbanie ein gans
neues Sd^aufpielE^aus.
3u IDien nal^m ftdj ^err von (ßebler ber Büt|ne
immer meE|r an; unb n>eil er fein ^freunb bes ^errn von
Sonnenfels n>ar, bxadtte er es baB|in, ba% tE|m Cenfur
unb Sireftion ujieber abgenommen n>arb. Sireftor n>arb
ber fa^ferlidie ^offefretair, ^err oon ^äring, unb [3^5]
(Cenfor ber HegierungsratB) ^dgelin; fafls ber lefetere
burd} (5efd)Sfte ober ^btoefenli^eit get^inbert n^ürbe, n>arb
ibim ^err ^euf elb beygegebem ^err oon Bral^m gieng
als (ßefanbfdjaftsfefretair nadj Sd^ioeben, unb feine Stelle
ert|ielt unter bem ©tel Regisseur fjerr Stept|anie ber
ältere. — J)ie (gefeUfdiaft oerlor burdi ben Cob lllabam
3aquet unb ^errn Cang ben älteren. — Qerr Corens
unb IHabam Körner mürben oerabfdjiebet, unb ^err
Wa^t übernaBim aufs neue eine principalfdiaft in ben
®ejierreidiifd|en prooinsen. — Qerr Stephcinxe ber
jüngere l^euratljete eine SöE|minn, J)em. IHifa, u>eldje,
ob fte gleidi öws bm Ejänben ber rotten Hatur fam, bod|
n^egen iE^rer gIücFIid?en ^ilbung unb guten Einlage fogleid^
in ben erjien tragifdjen Hoflen unb als 23Tinna oiel ^ey
fall fanb; jte bebütirte als (Sabriele be Pergy. -— Ejerr
Steptianie ber ältere fieng nunmet^ro an, bie erjien
Särtlidjen Pater unb erfie alte CtjarafterroHen su fpielen.
— ©nige Anfänger, als bie Ferren ^pelt, Sdjmibt (su
KrifpinroHen tüd^tig), Cife, Kirfdjenlioffer, cerbienen
feine näE^ere ^nseige. — Qerr ZlTüIIer at|mte aus bem
5tan3Öjtfd?en ein Drama: bie unäE|nIidjen Srüber, nadj,
unb fdirieb ein anderes von eigner, feB^r unn>aljr'[3]l6]
fdieinüdjen €rfinbung: bie (ßräfinn Carnon>. — ^err
von ßehiex üermeB|rte feine Cufifpiele mit bem Stamm«
— 200 —
1771. banm; mit einer bürgedid^eit (CrogöMe, Klementine,
weidtte fnr bos befle feiner 2tr6eiten gei^eii mbcb; mit
einem DiberotifdKn Drama, ber 2IIini^er, meld^es anf
bem Zl^eatev \elfc gefallen, and) ^ IDeimar einige Vov
Teilungen erlebt fyd; nnb mit einer frcyen Ueberfe^ung,
bie abgendtl^igte finmilligung. — Qerr Steigentefd}
mad^ perfdfiebne Ueberfe^nngen. — ^err Stephanie
ber ditere fd^b ein Zlad^fpiel: bie Wal^l, xoo er ben
benaid^en (Ctjarafter hn (&egenfa% bes fran5Öft|d)en, eng*
lifd^en nnb itolienifd^en fd^Ubem mollte. — Qerr Stephanie
ber jüngere Iie§ bie IDerber, bie IDirtl^fdKtfterinn, bie
IDol^lgebome, bie obgebonften 0fftciers, o50ig nen um*
gearbeitet, als ben erßen (D^ feiner IDerfe 3ufammen<
bmcfen. 2(u§erbem erfd)ienen nod} in biefem 3al{re von
ifyn: (5rdfinn ^teyent^of aus einem Homane, Sopt^ie
5rancourt, sufammengefe^t, unb ein neues Stucf mit
militairifd^en <£fyncitexen: bie Kriegsgefangenen, ^err
^euf elb fd^rieb ein Z(adi\pieU bie Cod)ter bes Bruber
pt^iltpp. fyvx Peliel n>agte ftd) an ein Sujet, bas gar
nid|t für üjn geborte, an IJarifo. — Qerr von Stern«
fd}ü^ [3(7] überfe^e bie iween 5teunbe bes Beaumard^ais.
— Der Kayfer unb bie Kayferinn befud)ten 5um erfienmal
bos beutfd}e C^eater unb liegen ben Qausoater von
Diberot fpielen, n>eld}er fettbem fet^r oft n>ieberI{ot)It n>irb.
Qerr Stept^anie ber dltere ifl ^ausoater unb Dem« ^aqnet
Sopt)ie. — So mürbe aud} ber banfbare Sof)n Dor bem
Kayfer aufgefül^rt
Durd? bie ITeugierbe ber ^uslänber gereist, entfd^Iog
ftdj ber Sd^aufpieler ^err ZTIüKer, in 5orm eines Kaien*
bers jät^rlidte t)i{lorifd}e ^Inseigen pon ben Sd?icf falen bes
baftgen (EE^eatcrs t^eraussugeben. Seine 3bee >u>arb 5u früt)
belannt nnb von ben fjerren Klemm nnb Qeufelb n>eg*
genommen. Daburd) aber lieg er ftd? ntd)t abfd?recfen
unb füE^rte fein Port^aben unter bem Citel: (Senaue
lTad}rid)ten ans, Zladi einet Sefd?reibung bes C^eaters
— 20I —
unb einer ITadjridjt von bem anfange bes beutfdjen (Kjc* 1771
aters in IDien, bie er ans bem Repertoire überfefete, gab
er hlos t)i{)ortfd{e ^nseigen oon allen 23TitgIiebern nn^
aufgeführten Stnden aQer IDiener Ct^eater, fo ba% er bey
ben Icfetern bis 1763 3urficfgieng, — 2)er Ct^eatral«
almanadi von Klemm nnb Qeufelb raifonnirte sroar, aber
feE|r feid^t, unb fein größter Porsug be^anb in Ztlitt^eilung
Hoüerrifdjer Programmen.
[3^8] 3u Srünn loar Sd^aumberg nodi immer
€ntrepreneur unb Söt^m Direftor. 3efet fam ein iäfyc
lid^es 2(bbonement su Stanbe. Qerr IDaisl^ofer befam
bas Direftorium nnb oerfd^rieb oiele neue 5d?aufpieler;
unter anbern ^errn nnb JTlabam Poigt; erjlerer, ein
gefd^idter 5d}ü(er von ITooerre^ roar Balletmeifier, biefe,
bie andti einige S^it in Wien geroefen n>ar, belam bie
tieftigen CiebB|aberinnen, fjerr Sd^aumberg, ber bisljer
alles angen^anbt f^atte, bie 3üt)ne glansenb ^n mad^en,
fat) ftd? enblid) auger Stanb, bie (Sagen rid^tig 5u besat^Ien.
Zladi Dielen 3eratE;fd{Iagungen n>arb enblid? QerrSöt^m
3um €ntrepreneur exnanni. Unter iljm fam Qerr Serger
pon Breslau l^ieE^er, füt^rte einige Singfpiele auf unb gieng
u:>ieber ab. ^err unb IHabam Spengler bebütirten
l^ter, erfierer in britten CiebB^abern nnb ©peretten, lefetere
in Soubretten.
3n präg ereignete ftdj eine feljr glücflidje Heoolution.
Durd) Porfdjub bes fayferlid^en Hatt^s ^errn oon Rennet
unb anbrer Patrioten oon ^bel, n>urben mit bem 25{)en
September biefes 3aljres alle ejtemporirte Stücfe verbannt
5um Ctjealralcenfor n>arb ber ^err profeffor Seibt unb
3um Direftor Qerr Sergobsoomer bejlellt. 3oljann ^ap*
tijia ^exgob*[5\Si]loomex Ijatte eljemals unter ben
Kursifd^en, lDaE;rifd)en unb S{}nlid{en (Sefeüfd^aften gelebt
unb bebütirte Ijier ben 2\^en September im Henegaten.
£r beft^t piel £infid)ten nnö t)Stte in befferer (5efeQfd)aft
früE|er ein guter 2lfteur im Cragifdjen n>erben fönnen.
— 202 —
1771. Was bic SdjrtftjlcIIcr btcfes 2al\xes anbelangt, fo ©er«
bient ber (Cob 5es Qerm 5cf}icBeUr unb C3n>cn bemerft
3u »erben. — Qerr £afperfot)n fdjrieb, burdj KlopPocf
gereist; ein (Crauerfpiel ans ber alten beutfd?en (5efd)ici)te:
CEieutomal; an roeld^em bte poetifd^e profa aügemein
misftel. — £}err Socf oermet^rte fein (öjeater ntit einem
5ix>evten (C(}eile unb gab barinnen Unfd^ulb, ^freunb*
fdiaft unb Ciebe, ein rüf^renbes Vtama, ber Settler,
ein Had{fpiel; unb 2(rnoIb unb (Rn^av, eine parobie
ber fd}CDÜl{!igen Crauerfpiele; nur bie beiben legten Stüde
jtnb 3u IDien unb ju Hamburg aufgefüljrt n>orben. —
€in Ejanbebbiener 3U Ceipsig, ^err 8re|jner, ber Per*
f äff er bes ei^emals angeseigten ^Ipfelbiebes, gab je|)t
einen ^anb tE}eatraIifd)er SeytrSge i|eraus nnb xooüie
ftd? fiber bas ZtiebrigIomifd)e t^inausmagen. Vas einsige
Ztadjfpiel: bas Koncert, n>ar nod) von ber ^rt, aber
gar nid?t von bem lDertE|e b^s ^tpfelbiebes. Sie oer»
jiorbne €E|e-[320]frau (nadj Steele), £milie ober bas
geraubte Kinb, unb ber ^ofmeijier f ollen rül^renb feyn
unb erregen Cangeweile. Qerr Döbbelin liat einige oon
biefen StücFen fpielen laffen.
Unter ben Ueberfe^ungen auslänbifd^er 5d?aufpiele
merfe idi nur ben Sciyel unb ben J)eferteur an. 5avel,
ein Crauerfpiel oon 2trnaub, n?arb t>on Qerrn Sd^mib
mit einer fritifdien Sufdjrift an fjerrn BrüdPner t^eraus«
gegeben unb 3u IDien unb Hamburg gcfpielt. J)ie Seyle*
rifdje (ßefellfdjaft j^eDt bie neE|mIidie (ßefdjidite nadj ^elloy
mit Peränberungen t>on ^errn (ßotter unter bem (Eitel:
(Sabriele be Vetgy oor. — Der Seferteur, ein fet^r
mittelmäßiges Stüd bes Sievxn ZlTercier, »arb üon ^errn
oon Sraljm, oon einem prager Sdjaufpieler, t>on IDitten»
berg, oon Sdtiwan unb oon einem Berliner ©fftcier über»
fe|jt, fam auf afle möglidje Ct|eater. (Diint unb So«
pljronia biefes Sidjters nenne xdi nur, u>eil er Ijier unfern
Cronegf genügt, cerbeffert nnb ergänst t|at; in Hamburg
— 203 —
ip es gcfptelt ix>orben. — 2Xl'\% Sata Sampfon n>arb 1771.
boppelt ins J)änifdje überfcfet — ®as parterr wcnc ein
fritifd?e5 3njKtut üon Qerm Sdjmib, ujorinnen er Be«
urttieilungen von 5d{aufpie(en nn^ Xladindiien von ben
üomelimftcn CE|eatern fammeln u)onte.[32y ■— ©n D. Qof •
mann gab Xladtxiditen von ben (ßefeUfdiaftcn am (Dbet*
unb Ztieberrhein, bie aber mel^r bie perfönlidjen Umjiänbe —
als bie Calente ber Sd^aufpieler entioicfelten. — ^err
ZTIarcus ^ers lieg freYmüttjige Kaffeegefprädje über ben
3uben pinfus ober eine Beurtl^eüung bes Serliner (ße*
fd?mads brucfen.
^err Kodj, meldtet jtdj im Einfang bes 3at|re5 1772 1772.
immer nodti in Serlin oerweilte, büßte plöfelid) ^erm
Sdiubertlj burdj ben Cob ein. €r roarb 3u Ctjarlolten-
bürg ben 2ten 2(ugufl pom Sdtilag gerüi^rt, nadibem er
nodt Cags votliet gefpiell Ijatte. — €ine boppelte ^eu«
ratE; ereignete fxdi bei feiner <SefeQfd?aft. 3ie ältere Sem.
Sdjicf loarb 23Tabam Qenfe. (Sies roar ^errn iientens
iweyte 5tau; feine erjiere, Dem. Zteumann, wax eine
größere Onsertnn als Sdiaufpielerinn.) 3»n 2tugujl Ijeu«
ratljete ^err ^übler bie Sem. Steinbredjer. €r über»
!am immer roidjtigere HoKen in ben ©peretten, sumal ba
ber Bafletmeijier, ^err SdivLl^e, ab nnb nadt IDeimar
gieng. 3ni ©ftober fatj Ceipsig bie Kod^ifdje (5efeflfd|aft
auf furse Seit loieber. 3" Serlin liaiie ftd) ^err ^enfe
immer mel^r ansgebilbet unb oornet|mlidj einige Haifon*
neurs, bürgerliche üäter nnb brofligte Otiten ^errnSd^ubertli
nadifpielen ler« [322] nen. -— Die Hebe sum (ßeburtstage
bes Königs von preuffen oerfertigte ^err Hamler unb
naE;m fte in feine IDerfe auf. — 2lls fjerr Cöuje in ber
Holle bes pinfus fo großen BevfaH erljalten t|atte, ließ
fidj Qerr €ngel (ber übrigens in biefem ^alixe ben banf •
baren SoB^n oerbeffert Ijerausgab) bereben, ein Heines
Stücf pon ben Proverbes dramatiques bes (Zolle, ber Dia«
mant, n>egen ber barinnen oorfommenben 3tt^^nrone 3U
— 204 —
1772. Der5eutfci)cn. — €in andres Proverbe dramatique wenbeie
£l6tt ID eiffe 5U bet cMen 2(bftcf}t an, es 5um Sefien ber
2(nnutt{ brucfen 5u laffen. Qcrr Kod) ßeüte es gUidifaüs
ju Scrlin unb Ceipsig 3um Bejicn bcr binnen oor. —
£tn getoiffet Qerr Sertram fud?te in einem Sdjreiben
über bie Kod)ifd}e (5efellfci)aft biefelbe unter bie
33bbelintfd}e su emiebrigen, be!am aber in einer 2(nt«
n>ort bie oerbiente ^Abfertigung.
Su IDeimar bebütirte bey ber Seylerifdjen fiefeH«*
fdjaft (ben 27fien 2tpri0 Zllabam HSber (b. i. Dem.
Cucius^ n>eld?e in Wei^lax bev ber erflen Köppifdjen
Cruppe, bie nun ein gen>iffer (5rünberg fül^rte, einen
^errn Höber aus IDtsmar get^euratl^et t^atte) mit ber
3ulie oon Sturs, »"^ ^^^ TXlann mit bem Heitbaljn im
pojlsug. Ce^terer n>arb barauf nur 5U legten Heuen ge*
[323]braudjt; fie aber n>ar bereits franf angefommen nnb
ftarb (ben 23Pen 3unius) an einet ansiefycenben Kranf»
Ijeit im 28jlen 3aljre il^res 2llters. — 3m 2topember
feierte IHabam ^enfel von Wien surücf, nadjbem fte
alle Perbinbungen mit iB^rem bisf^erigen ZHanne aufge»
t|oben unb Ejerm Seyler getieuratljet Blatte. — Pom
Sayrifdjen Cl^eater ert)ielt biefe (5efe0[ci)aft eine gelernte
Sängerinn an ber Dem. ^eifinn, weldte jtdj balb barauf
mit Qerrn QeIImutB| oerbanb. — ^err Ciebidj n>ar 5U
Döbbelin gegangen, hingegen voaxb bie (Sefeüfd^aft burd)
bie Ferren Sdjuls unb Kirdil^öfer oerjiärft. — ^err
Wieianb oerfertigte für biefe (ßefeüfdjaft ein muftlalifd^es
Porfpiel: 2turora, weldtes Ejerr Sdiwexiet fomponirte,
unb ben Entwurf 3U einem Saflette: 3^^^^^ nnb Senibe.
— ^err Qeermann Deru>anbelte bie (6efd?idite bes fädj-
flfd?en prinsenraubs in eine 0perette, n>eld?e n>egen bes
HationeUen gefiel, unter bem Oel: bie treuen Kollier;
ingleid^en 50g er aus bem CeE;nserben von (Solboni eine
anbte ©perette: bie Dorfbeputirten. Beibe »urben
von ^errn IDoIf fomponirt; aber nur bie lefetere bey ber
t
t
— 205 —
Kodjifdien (ScfcHfdiaft gefpielt — 2JTit bcm Ivrifdjen 1772.
ZHonoIog bcs Houffeau, pygmaHon, madite J^err Seylcr
einen Derfudj. — ^err [32^] (5ottcr fefete für il|n aus
Doltairc unb CrebiUon ein Crauerfpiel in Derfen: ©rejl
unb £Ieftra, sufammen.
^crr Sdjröbcr mu^te pdi mitXtifoüni offociircn, um
ftd) 5uJQam6urg 5U erl)altcn; unb bennod} fal) er ftd} ge«
nötE)igt, auf einige ^eit nad^ £ü6^cf su gel)n. €r enga^
girte £;erm So dt als CE^eatralbid^ter; meld^er nad) bem
ZHufler ber Sdjreiben über bie Ceipsiger Sül)ne smey
Sd^reiben über bie J^amburger, unter bem Hamen
^reyenburg, brucfen lieg, morinnen er bartl)un moHte,
^ol^ feinem Ct^eater ber Hang cor allen anbem gebät^re.
Derjenige, ber bisljer bey iljm bie jungem HoHen in
©peretten gefpielt Blatte, ein gemiffer J^err Klunge (er n>ar
oorbem in feinem 2)ebüt bey fjerm Kodj nidjt glüdlid)
gen>efen), oerlieg it)n, um fid} oon neuem ben Stubien
5U tt>ibmen.
^err Söbbelin mäE^Ile pdj jefet Sraunfdjn>eig 3U
feinem Sife, mo iljm fjerr €fdjenburg ein Dorfpiel: bie
lDaE)I ^^s fjerfules, oerfertigte. J)a er unb einige
feiner 2lnl)änger fid) burd} bie SeurtE^eilungen feiner (5e«
feUfdiaft imparterr beleibigt fanben, nal)men pe in oer«
fdjiebenen Srodjüren Hadje, 5. €. ein fjerr Conti us in
X>tx\. BeytrSgen jum parterr, unb ^err oon fragen in
fogenannten Cogen,
[325] Don Bresben n>anbte pd? J^err IDäfer x^aii
Breslau, xx>o er einige Ceute, 5. €. ^errn Sdjudj unb
feine 5rau, erijielt. (Ein gen>iffer ^err Streit 3U Breslau
fdirieb über biefe (SefeUfd^aft einige bramaturgifd^e Blötter.
Seym Sdjiuffe ^^s oorigen 3al|res \(3M^ bie €ntre*
prife 3u IDien einen beträdjtlidjen Derlujl bemerft xxa^
bal)er bey JQofe um bie (Erlaubnis angefud^t, eine (Sattung
oon Sdiaufpielen eingel)en su Iaf[en. 2lls man bies iE^rer
XDittffiljr überlief, fünbigte pe ber fransopfdjen Cruppe
1772. onf; unb \o mahlte ^icfe gnfStnüdit 7[Uhewhntimmm btx
betttid>en tDekt^en. Hnn wovxbt ^ie finnd^bng gttroff cn,
5a§ man auf hetben Oyatoni ^u f orei gn ^ie l]>ai>e tat
Sommer adft mi5 tm IDintar sa>cH SitasifMe, fydb
Opera bulEi tuib halb beu!t{d>t Kom55ie, geben »oOte. —
Qerr von Rating Itgitt gJLadti nad^ <D$em bit XHreftion
nseber, n>eldK in ber ^olge vcn ^em <&rafen Koi>arY
felbfl gtfniftt n>nr6e; ^o4 ^^ I2ten <Dftober ^Ote er
ber iBefeflfdfoft ben ^erm Oarefe als Direftor i>ar. —
ITIabam Qenfel f)nefte ptm erßenmale 6en Uten 3enner
bie Barone§inn im poetifdKn ?)arfjnnf er. Hadf i^er bef am
fte f a^ feine BoQe üon IPidTtigf eit, als bie 2Pirt!rfi}aftertnn«
ja es n>ur6en il^ biejenigen Hollen entjogen, pi benen fte
angenommen nnir. Std^ [526] Seit nnb Unmut^ 5» i>er'
treiben, errid^tete fte baiiet eine 5il^4nl^f n>eld^ Qecm
(Rottet sn einer 9ortref[id{en poetifd^en fjnfiel 2tnla§ gab.
Den 28fien 0ftober nal^m fte ipieber i^ren 2lbfd^eb. —
Die Qerren 2tppelt, Kirfd}I)ofer nnb Ci% giengen ab,
legerer nad} ZTlnnd^en. Dafür bebütirte ben 29ßen 5ep*
tember ein ZHonn oon gleid^em IDertl^, ^err 3<»ttfe —
J^err oon Sternf d}ü^ flai^. — ZHabemoif eile Def raine
bebütirte in ber Cod^ter bes Sruber pt)iltpps. — Qerr
Qeufelb mad)te 3U Homeo unb3ulie einen frol^lid^en
2lusgang. — Qerr 90 n (Sebler lieg oier neue 3d{au*
fpiele 9on feiner 2trbeit auffüt^ren, net)mlid}: Ceid^tfinn
unb gutes Qers, 0smonbe, ober bie beibenStottl^alter;
Darf man feine 5tau lieben, nadi bem Cad^augee;
unb bie Derföljnung. Dos erjle nnb stocyte Stücf totrb
audj bei J^erm Seyler gefpielt. 2ludj fteng er an, feine
IDerfe 3U fammeln. — ^err oon Sternfdjufe Ijatte hu^
oor feinem Cobe ein fel|r fdjiedjtes Drama: Karl ber
fünfte in 2lfrifa, gefdjrieben, toeldjes J^err Döbbelin
3U Sraunfdin>eig mit groger pradjt aufffil|rte. — ^err
oon (5ebler fanb fdjon Ztad|al|mer; bcnn ein Saron
von (SngUt fdjrieb in feiner ZHanier aus einem befannten
— 207 —
Homane ein 7>tama: Sibney unb SuIIi; ein Saron 1772.
von ®t4327]tcrnit)oIf oerfcrtigte ein andres: bie
(Srafen £;ot)entt>aIb; ixnb enbfid) Qerr oon Ke§Ier
eines, bos er ^anndjen nannte. — ZHabam ^enfel
arbeitete tt>äl{renb il^res IDiener 2(ufentl)alte5 iE)re5ctmiIie
auf bem £anbe um unb nannte es bie £ntfüE)rung;
unter biefem Xtamen i(at es ^err Kodi fpielen laffen. —
^err von ^lyrenEioff fammelte feine IDerfe, morinnen
aöe feine 2trbeiten oerbeffert erfdjienen, nebjl einem neuen
Crauerfpiele: 2lntiope, erbid^teten 3"I|<»Its unb in
Derfen. — fjerr Stepljanie ber jüngere fdjrieb ein
niebrigfomifdies Stücf: ber unglücflid^e Bröutigam,
unb oerirrte ftdj auger feiner SpE^äre, inbem er ein
Crauerfpiel, unb 5n>ar nad} Si^fefpeare, ZHafbetEi, magte,
^as übrigens megen bes bamit oerbunbnen Speftafels
feE^r oiel IDirfung tl|at. — ^err Ca üb es überfefete ben
Pygmalion bes Houff eau. — ^err von pauersbad}
benufete eine fransöpfdje 3bee 3u einem Hadifpiele: bie
inbianifd^e IDittme. — Xladi einem beffern plane als
oorbem, neE^mlid^ fo, ba% man jtd? auf bie fonfl nirgenbs
gebrudften Stüdfe einfdjränfte, fieng man an, ein neues
IDiener CE^eater 3u fammeln, mooon jefet brey Sänbe
Ejerausfamen. — J)er Clieatralalmanad; bejianb bies»
mal Ijalb ans €jcerpten von Sulsers CE^eorie. — ^err
Znüller E|ingegen, ber fei»[328]ne 5ortfefeung CEjeatral-
neuigf eiten nannte, mad^te jte burdj Hadirid^ten von ben
prooincialtruppen unb Cebensbefdjreibungen perjlorbner
Sdjaufpieler intereffant.
3n präg mürben ju ©jlem große Deränberungen
porgenommen. Z)urd) bie Unterflü^ung bes 5ötften
pon 5ürftenberg unb pieler anbern t>on E)ot)em 2lbel
fam ein neuer 5onb jufammen. €s mürben t>erfd)iebne
Znitglieber entlaffen unb bafür braud)barere oerfdjrieben.
3dl nenne oon iE|nen nur folgenbe. ^err 3ofepIj Cljrijl
fpielte fanfte J^elben, särtlidje €iebE|aber, petitsmaitres
— 208 —
1772. vmb mavt HoOen, äbtc l^d^fi nnttelmd^ unb fdnrad^er
Sm^ Q«tr Karl Qenifdf (ans IDien gelmrüg) lixtrd
in ppeYten 20leit, gefe^Un ^bi^oBem, 1Ite^ngfomtfd^en
^^te^ten nnd Pedanten gebrond^ Cr fdrrieb ond^
Operetten, aber üon gor feinem IDert^, 3. £. 5as
(Sefpen^, 5a5 Sd^nnpftudf. ZHa^am Karoltne
Qenifd} (gebome iSteranecf im5 5ci;n>e^er ber SeY^eri'
fd^ Tfiabam Ko4) ^eltte i^ die er^en Hollen in
Komödie, (Eragodie und <2>per vor. ^err S^^^f^i 5tanf
fpielte Bediente und Ci^ciKiIiers. — Qerr Copper (ein
gebomer Brandenburger) fd^b einige Blatter aber die
Prager Bnl^ne.
[529] Zlad} <Brd% n>ard die Zllarggrd^id} Badenfd^
Cmppe, nnter der 2)ireftion der Ferren Henling und
XPensig, ]>erfdnrieben und gründete nun aad^ tyex das
regelmdgige O^eater.
Durd} den frül^eitigen Cod des Qcrm ITIid^aelis,
meld^er bisl^ 5U Qolber^adt gelebt batte, entgiengen der
dentfd^en Bülfne angenel^e Qoffnnngen. Ztod} fnr5 Dor
feinem Code liatte er einen erfien tCI^eU Don Operetten
{^ausgegeben. (Er n>ar der ZHeinung, da§ fomifd^
&petn in einem Tttt dem eigentlid^en Sn>ecfe diefer
<5atlung am meiflen entfpröd^ und den übrigen 2(rten
den n>enigfien Eintrag tt^dten. (Er gog eine feiner (Er*
Sdl^IungeU; 2lmors <5udfafien, in Operettenform und
mad^e damit den erfieu Derfud^ einer Operette mytl^ologi'
fd)en 3nt)alts auf unfrer Büt^ne. 7>as muflfolifd^e poffen*
fptel; der £infprud), gefiel n>egen vieler fet^r lu^gen
Scenen und des ^ologs. Beide, 2(mors (Sucffaßen und
der €infprud?, find oon ^erm Xteefe fomponhrt, aber
nur Unteres von Qerm Kod} und 2)dbbelin aufgefül^rt
morden. Den Befd^Iug mad)te ein oortref!id)es Porfpiel:
^erfules auf dem (Deta, dos er et^edem für die
Sevlerifdje (SefeOfdiaft ©etfertigt I|atte. — fyxx Ceffing
entfd)Iog fid), ein neues Crauerfpiel I)eraus5ugeben, meld^es
— 209 —
tiid?t[330]allem fdnc eignen; fonbcrn audt äberl^aupt alle 1772.
beutfd^en Crauerfpiele an lX>db(ti(cit unb Stärfe ber
CEiaraftere, an pIjilofopE|ifdjer Kenntnig bes Znenfdjen
unb ausgearbeiteter Spradje übertraf. €milia (Salolti
prangt nun auf allen unfern SüE^nen; aber fjerr €dfE|of
iji ber ein3ige toalire ©boarbo. — ©ie 2T?inna oon
S am E|e Im biefes 2)id?ter5 marb von fjerrn (5ro§mann
in fditt)erf äHiges f ransöfifdj überfefet. — Saoib von Klop»
pocf, bem plan nad? ^as einfad? jle feiner Sdjaufpiele,
fönnte ber ©nridjtung nadj aufgefüf^ret n^erben, menn
bas Cliema 3"teref[e für I^eutige gufd^auer I|ätte. 3d?
übergel^e bie Ferren Sdjummel unb tEraufefdjen, fo
u>ie aud? ben Perfaffer bes €tn>a5 für bie beutfdje
3üE|ne, oon roeldiem lefetern inbeffen bod? ein Hadjfpiel:
ber Enterbte, auf bas Kodji[dje tEIieater fam. — Vex
Bourru bienfaifant bes (5oIboni n^arb unter mandierley
Citeln (balb polterer, balb ZHurrfopf) auf aöe
unfre Süljnen, unb iwat mit großem SeyfaH ge»
bradjt. — J)er ID e jl i n b i e r madjte auf unfern
Cl^eatern meE^r (Sind, als alle übrige englifd^e Komöbien,
ti^eils burdj bas Perbienjl bes ^errn (tumber»
lanb^ tE)eiIs burd} bie originalmdgige Ueberfe^ung bcs
^errn Sobe. €ben berfelbe gab uns bas nad? franjöp»
[33yfd|em ^ufdinitt eingeridjtete Cufifpiel: bie Sdjule
ber CiebE^aber, meldjes fjerr Kod? unb Qerr Sdjröber
aufgefül^rt Ijaben. — ^err Sulser magte einen brama-
tifd^en Derfud?, unb bemül|te ftdj, Cymbeline pon 5l\afe*
fpeare regelmäßig 3U formen. — J^err (Rottet überfefete
3um Seljuf ber ZHardjanbifdjen (5efeII[djaft ben Com
3ones oon poinfenet. XDie fel|r verlieren, gegen biefe
getjalten, bie bud^jiäbKdjen Ueberfefeungen fran3Öfifd?er
0peretten für biefe SüE^ne, meldje bie fjerren 2lnbre (ber
and\ eE^ebem felbjl fdjledjte Cufifpiele gefd^rieben) unb
5 ab er beforgten. €in neues Theatre allemand ber fjerren
3unfer unb Ciebault entl|ielt ZlTif Sara Sampfon,
14
— 2IO —
1772. bie 3u5en, bie geprüfte Crene, 5en 5teYgeip, 5as
Coos in 5er Cotterie und den 5d^a%. 6n Ungenonn«
ter fiberfe^te ben danfbaren Sobn. — Homeo nnb
3ulie watb ocn b*05tncoar in matte Derfe überfe^t
und für ein Original ausgegeben. — iSellerts Coos in
der Cotterie nnb die Setfd{n>eßer erfd^ienen in pol^I'
nifd^er Sprad^. — f^err Sd^mid fefete fein Parterr unter
dem tEitel Cl^eateri^ronif fort. — f^err Bertud{ über-
lebte den Sdjaufpieler des Hemond de St 2Ubtn mit
einigen 2lnmerfungen. — Scy IJerm Z)dbbelins oor*
jdl^rigem 2(ufent(;alt in [552] ZHagdeburg l^otte ftd^ ein
neuer Streit über die 5ittltd{feit der Sül^ne crt^oben^
meli^cr ftd) erfl in diefem 3^^^ endigte. Die darüber
l^rausgefommenen Sdjriften jind: \) Hotl^ige Porpdjtig*
feits regeln bey Crgo^ungen^ eine Predigt pon CüdedFc;
2) Seleud^tung der notl>igen Dorftijtigfeitsregcin; 5) Hand-
laterne 3ur Seleudjtung; ^) 2tdjt <5rofd]en 3ur Handlaterne -
5) €rmaljnung des Beleud^ters an den £}<*"^^^^^^"i
mad)er; 6) Sd^reiben, die Cüdedfifdjen Streitigfeiten be«
treffend. 2ludj rourden bey diefer (5elegenl|eit Uljlidis
3eid|te und Co mens Sxiätilnng: der Komödiant oor
der Sidüe, oon neuem gedrucft.
1773. Sey Sictxn Kodjs (5e[eIIfdiaft ereigneten pdj im
3cilire 1773 [el|r große Veränderungen. Siexx ^evl'x^,
Herr Sd)mel5 und ZHadam erE^ielten 5U 5ajhiadit il^ren
2tbfd|ied, lefetere fefcrten 3u ^etvn IDäfer surücf, Eiexv
H^rlife aber blieb oor der S^anb 3u Ceipsig. Die Hoöen
des Siexxn ^exlii^ befam ein geu>if[er Biext ZHülIer, meld^er
bey der Sd^röderifd^en (5e|eIIfdjaft nur unroidjtige par«
tl^ien gel^abt I^atte und I|ier mit dem Hiccaut debütirtc.
(£in bisl^eriger Student ju £eip3ig, Sietv (Sbbel, debütirte
in der 3ubeIE|odj3eit, und gefiel n>egen feines guten Cenors.
5u 2tnfang der 5aften feierte Sietx [335] Kodj nadi Serlin
3urüdf. 2Hs er auf der ©urd^reife durd? Potsdam einige
IDodien dafelbjl fpielte, fo perfertigte der H^n: pon Knebel
— 211 —
•
«inige 2(nrebcn für iE^n. 5ür Qerrn Sdjmcis crl|ielt btcfe 1773.
<5efeIIfdiaft einen getoiffcn Cücf, n>cld?cr aber bie €r«
roartungen nid^t erfüllte, bie man ftdj oon iE^m gemadit
l)atte. 3» €nbe bes Sommers oerlieffen bie J^erren Cötoe
unb £{ übler mit il|ren 5tauen fjerrn Kod?. €r(iere be«
^aben ftdj in bie Sienjie bes ZHarggrafen pon Sdjmebt,
n>eldjer oon £eixten ans feiner Kapelle ©peretten auf»
fül^ren lägt unb gern für bie fomifdjen SoHen ein paar
gute Sdjaufpieler E^aben iDoHte. ^err ^übler unb feine
5rau, u>ie audj ZHabam Steinbredjer giengen nad?
Higa. 2tn bie Stelle ^^s ^errn Cötoe trat Jjerr Klunge,
meldjer 3um CE^eater 3urütffeE^rte, aber \einen Vorgänger
fo roenig erfefete, als biefer el^emals Srutf en. Sie ZHäbdjen»
roHen ber ZHabam Üövoe übernaE^m ZHabam ^en!e, unb
bie in ben ©peretten Dem. ^uber, meldje ber ZHabam
^ übler audj einige mid^tige HoHen, 3. €. bie 3ulie (^^s
2^omeo) nid)t ol^ne Seyfaö nad^fpielte. Xlidit (o gut n>urbe
bie Stelle ber ZlTabam fjübler in ben ©peretten burdj
ZHabam Jjenifdj erfefet, roeldje iE^re Dorgängerinn iwac
im (5efang übertrifft, aber iE^r an ber tE^eatralifdjen [33^]
Kunji voeit nadjfteE^t; inbeffen ftnbet fie bodj in Serlin
aud^ in tragifdjen HoHen Sevfall. Dejlo beffer oertritt
rjerr Spengler bie Stelle bes f^errn ^ übler in ben
©peretten; als Sd^aufpieler wxü fein HuE^m nidjt oiel fagen.
f^err fjenifd? unb ZlTabam Spengler u>erben bey biefem
CE^eatcr n^enig gebraudjt, fo feE^r fie aud? 3U präg ge»
glänst E^aben mögen, hingegen oerfpridjt ein fjerr Brüdf el,
ber mit iE|nen pon präg gefommen, einen guten Sdjau*
fpieler, nad? ber Einlage 3u urtE^eilen, bie er als pE^ilotas
ge3eigt E^at. — Uebrigens fd^einen bie prager ©peretten
bas ernjlE^afte Sdjaufpiel gan3 oon biefem CE|eater 3U
perbrängen unb eine Starfinn unb einen S rüdner un»
nötE|ig 3U madjen. — ^err IDeiffe fd^rieb jefet für bie
Kodjifdje SüE^ne eine neue ©perette, bie 3ubeIE|odj3eit,
roeldje ^wax nidjt ben reidjen plan bes 2lerntefran3e5,
14»
— 212 —
1773. aber ^ocE} emtn Heid^fbttm von oortrefltd^en ^e^änqen
hat, meldte 5ttrd} £>erm ßillevs Koi np cf lti on nene Hetje
Die nndftig^e Crfchetnnng auf beut Styltti^d^tn
Cbeater nxir Me 2(lce^e bes Qerm IDieland, 5as er^e
Stüd unstet Bu^e in 2T7eta^aftos iSefdmiacf . 3m 2lii5«
^ntcf ber €eibenfd>aften n>ettetferte mit 5em Did>ter het
[335] Kompcnifl, Qcrr Scbmeijer, Neffen (Calente Ijier in
ihrem PÖQigen (Sloi^e erfd^nen nnb bie Sdnger fo fehr
begeiferten, dag fie (pomeljmlü} ober ZHabam Kod^)
5ie frtportnng übertrafen. 3n miefem ber Did^ter hier
bem £ttrtpt5e5 I>abe folgen fonnen, ffyxt er felbfi in
Briefen über biefe ©per bar, n>eld^ er im IHerfttr
mittbeilte. — So nxcrb bie beutfd>e ©per bnrd» £>erm
IDielonb 3uer{^ ein Sd^aufpiel, toeld^es, aud> getrennt pon
ber Vflnfif, nodt n>efent(id^e Doi^ge beft%t. Ztod> in eben
biefem ^airce ©erfertigte berfelbe Didjter aus ber frjablnng
Pon ber IDaljI bes ^erfules einen nmftfalifd^en proIog
auf ben (Sebnrtstag bes €rbprin3en. — ®n anbrer auf
bas <5eburtsfefi ber Qersoginn ipar gleid^falls ein Sing«
fpiel: Ceres, aus ber 5^ber bes fytm Pon (Einfiebel,
meld^er für biefe (SefeQfd^aft andf bie eiferfüd^tige
ZHutter Pon Bartl)e überfe^te. — ^err Branbes fteng cm,
feine bisl)erigen Sdjaufpiele in fammeln unb 3u perbeffern.
2)er (5raf ©Isbad; unb ber geabelte Kaufmann
(»eldjer 3uerf! in tt>ien gefpielt, unb baljer audj bafelbjl
3uerP gebrutft n>ar) erlitten n>id}tige Perdnberungen. J)er
geabelte Kaufmann I^at aud} 3U Ceip3ig, Berlin unb
Hamburg ungemein gefaOen. ©n gan3 neues [336] Stüd,
ber ^agejlol3 (meld^es 3UPor in IDeimar perfudjt »erben
mar), in molierifd^em (Sefd^ma^ befdjioß ben erfien (O^eiL
— ^err (5 Ott er perftftcirte Poltoirens Ulerope unb
nal)m mit iE^r mid^tige Deränberungen por. — ^err Ser*
tudi ridjtete bie €Ifribe pon IHafon unb bie 2^es
be Cajlro bes Camotte für biefe Sül)ne 3U.
— 213 —
3u Higa tarn burd? bic Unter jiüfeung bes fyttn 1773.
pon PittingI|off ein neues CE^eater 3u Stanbe, auf
weldiem ooriügüdi ^err (5 antner, ZHabam ^übler unb
2}7abam ZHenbe glänsen. Tlnii tarn Qerr Klange oon
ber Kodjifdien ©efeüfdjaft Ijielier.
fjerr Sd^röber ju Hamburg erl^ielt bie Ferren Cam»
bredjt unb Sctjü^ pon Söbbelin. Cefeterer ifi ein ©or«
5ÜgKdier Sd^aufpieler in CE^eoaliersroIIen geworben. —
fjerrSodf beu>ie§ burd^ ein neues (andi 5U Hamburg ge*
fpieltes) Stixd, bie Seutfdjen, ba^ er in ber S^id^nung
ber <£E|ara!tere unb in ber Kraft bes Dialogs [ef^r in*
genommen, E^ingegen nodj feine alten 5^W^r ber über-
labenen unb unorbentlidjen ©efonomie, ber Xüeitfdjweiftg«
feit unb ber Had^al^mungsfud^t i(abe,
J^err Söbbelin bradjte einige S^xt in ZHagbeburg
unb bie übrige roieberum 3U Sraunfdjmeig 3U. Don präg
erl^ielt er an bie Stelle [337] oon Cambredjt ^erm <£^riji,
nodj mittelmäßiger als fein Porgänger. 2ludj wax £jerr
ZnöIIer, meldten u>ir 1771 bey ber Sd^röberifdien (5efell«
fdjaft gefunben Ijaben, einige S^xt bey iE^m. Had^E^er iji
bie[er Sd^aufpieler (beffen Spiel feE^r outrirt feyn foH) nadj
präg gegangen.
Sn Wien entfdjlofe pdj £jerr ZnüIIer, bem CE^eater
gans 3U entfagen, bodj feE|rte er nodj am €nbe bes 3aEjre5
(ben ^2ten Secember) 3U bemfelben 3urücf. ^err Sdjmibt
gieng oon bemfelben ah, fjingegen u>urben bie Ferren
IDeibmaun (3U SebientenroHen), 3Ü9«I ^^^ IDanfel
angenommen. Statt ber eEjemaligen ZTadirid|ten pon ^errn
ZnüHer fam je^t ein 2(Imanad) bes CE^eaters unter
ber Garantie ber gan3en Sdjaufpielergefeüfdjaft E^eraus,
meldier in 2(us3Ügen ber neu aufgefüE^rten Stüde nnb
einer aus bem finglifd^en überfefeten 2lbE|anbIung über ben
Seruf bes 5djau[pielers bejlanb. — Die frudjtbare f eber
bes ^erm StepE^anie bes jungem lieferte fünf neue
Sdjaufpiele; bas bejle barunter war bie bejlraf te Zten*
— 214 —
1773. gierbc, roddjcs einige qnic fomifd^e Scenen I|at. Der
Cabler rxadi ber ZlTobe toar oornel^mlidi gegen ben
^erm oon Sonnenfels geridjtet, ein Cujifpiel, bas aixit
bey ben Seylerifdien nnb Söbbelinifd^en ©efeUfdjaftcn ge»
fpielt iDorben. [338] 5ür bie erjlere oerfürste fjerr (5ot{er
ben Sialog unb jog ^as (Banse in brey 2lfte sufammen.
J)er 2)eferteur aus Kindesliebe iji eine in ein xoeinev
lidies Drama oerroanbelte Seitungsge[d}id}te, it>elci?e 5U
lüien unter ben Stütfen ^xe\es Perfaffers bie meiften Por*
ßeUungen erlebt unb aud) auf anbern Süi|nen gefallen l;at.
2lls bie S^fd^auer [xdi bey ber 2T?enge ernjil^after Dramen
einmal n>ieber nadj einer ZHafcfcinenfomobie fct|nten, per*
fertigte ^err Stepl^anie ein Stixd, iDorinnen er ^as €äd?er»
lid^e bc5 2lberglauben5 seigen roollte, unter bem Citcl:
5rauZnarianbeI. €nblid? entlel^nte er aus ber (Befdjidite
^es Königs oon €nglanb, Karls bcs sroevten, ein Drama:
bie Ciebe für ^en König» — ^err ^eufelb rid^tete
ben ^amlet bes 5I|afefpeare nad? feiner 2trt ein. — ^err
Caubes oeränberte ben n^aljren 5teunb bes CapaceHi
(roeldjer audi 3U 2lugsburg überfefet morben) unter bem
Citel: Xlidtt alles iji (5oIb, voas gleigt, für bas
IDicner Cl^eater» — ^err 5tepl|anie ber ältere per[udjte
einen IDeiberfeinb oon ber 2trt ^es Sranbefjtfdjen
fjagejiolses, n^eld^er ^as meiblidje (ßefd^Iedjt liebt unb
bodj fdjeuet. — (gin ungenannter 2lnfänger 30g aus
Sl^afefpeares 3oB|annisnadits träum ein Cufifpiel: bie länb*
lidjen ^odiseitfejie. Qerr von pauers» [339]bad?
entlel:)nte aus IDielanbs golbnem Spiegel unb preoots
Pour etContre ein Stüdf: Sdjadj fjuffein, unb überfefete
Dorats 3030 Königinnen. — £}err IDeibmann fteng
an, SdjriftjleHer 3U u>erben, aber mel|r auf einen groben
Umrife ber Cl^araftere, als eine feine 2(usarbeitung ber*
felben 3U feigen; unb fo fdjrieb er einen Sdiwä^ex unb
einen (5rosmütI)igen. — ©n ^err pon pufenborf
überfefete ben betrogenen Dormunb ^^s CaiII)aoa. —
— 215 —
J)emoi[cIIe Ccutfdjcrtnn wagU pdj mit einem aus einem 1773.
Homan gesogenen Keinen Hadjfpiel 5cinnY unter bie
2lutoren. — €in gemiffer fjerr Sogers fdjrieb ein On»
triguenjlütf: bie poji ober bie 5rciu als Kourier. —
^err oon (ßebler perfertigte ein rül^renbes Drama,
©smonbe, ^as aixdt 3U IDeimar gefpielt iDorben, unb
ein Crauerfpiel aus ber ägvptifdjen f^ijlorie mit Ct|ören,
eil am 05. gugleidi gab er audj einen britten Sanb feiner
XDerfe I^eraus. — ^err pelsel bereitete bie IDeiber
3U IDinbfor ^es Sl^afefpeare, unter bem Citel: bie ^tben*
tf^euer an ber IDien nadi Xüiener (Befd^macf 3U. — ^err
Steigentefdj überfefete bie junge (5ried|inn, unb ^err
pon 0tterntDoIf ben pf^ilantrop ^es Cegranb.
[3^0] ^err 3Igner fpielte biefes 3cil|t 3U Saireutl^
unb Stutgarb.
Unter ben 2tutoren mar bas merfwürbigjle pl^änomen
ein neues bramatifd^es (Senk, ber Perf affer t>on (ßö<3
pon Berlidjingen, ^err (Sot^e, Sie XDaiil eines
Cl^emas aus ber 2tationaIgefd)id)te, bie tlTenge unb bie
anfdjauenbe Darjiellung ber Cl^araftere, ber reid|l|altige
Dialog, bie ^form ber St^afefpearifdien ^iftorien, alles trug
basu be\, bie klugen oon gans Deutfdjianb auf biefe Cr-
fdjeinung 3U rii^ten. 3^ mefy es allen bisl^erigen Hegeln
Crofe bot, bejio ein größerer Criumpl^ u>ar ber allgemeine
Seyfall. So t>iel ^inberniffe ber 2tuffüt|rung beffelben
entgegen3ufieE|en fdjienen, [o I|aben bod) bie fjerren Kodj
unb 5 dir ober einen Derfudi bamit gemad|t. — ^err
(5xo%mann oermeE|rte bie 2ln3al^I unfrer mittelmäßigen
Dramen mit feiner 5cuer5brunP, bie ftdi nur burdj
einen für bie Sdjaufpieler Ieid)t 3U beflamirenben Dialog
Pon ber ZHenge ausseidjnet. — 2lus ben E|interlaffenen
papieren bes TXlag, Stein eis fudjte Qerr ZHag. Srunner
3u€eip3ig eine^arce: poltis ober bas gerettete (Erojafterpor
unb perfal^ pe mit Tlxien* — 3u Higa n^arb fjännsd^en
unb (Sretdjen pon Sebaine, unb 3U Serlin ber^oIsE^auer,
— 2l6 —
1773. Icfete'[3^Ure5bucdj^erm<Efdienburg;überfefet.— (Erfiercs
fomponirte J^err Heid^arbt, le^teres (auf Peranfialtcn
bes Principal ^errn Kod^s) ber Confünfifec ^err Kodj su
potsbam. — ^err 2(nbre ocrfertigtc unb fomponirte, bcibcs
mittelmäßig gnug, eine burlesfe ©perette: ber Cöpfer,
bie, außer 5ran!furt, aud? 3U IDeimar gefpielt iDorben. —
^err Sdju>an gab eine Sammlung pon 0peretten E^eraus,
u>eld|e er grögtentl^eils felbfl für bas 2I7annI)eimer
Cljeater über[efet Blatte» — J)er fünfte CB^eil ^cs eng*
lifdjen Cl^eaters ent£|ielt: bie (Sunft ber^ürjien, aus
oier englifdjen originalen sufammengefefet, meldje 5U IDien,
Hamburg unb Serlin Seyfall erB^ielt, ben Canbjunfer
von Danbrugl^, roeld^en J^err Söbbelin aufs CB^eater ge«
bradjt, unb bie S^clix ol^ne ZlTann oon Kenridf. — ^err
(5 Ott er überfefete le triple Mariage ^cs Sestoudjes frey
unter bem Citel: bie ZHasferabe. — J)er fjermann
pon Sdjiegel roarb unter bem Citel: les Cherusques pon
^errn Sauoin nidjt allein überfefet, fonbern felbji auf
ber parifer Sül^ne oorgejiellt. — ^err 00 n ^agen fteng,
gemein[d?aftlid? mit J^errn <Srogmann,3U Ejalle ein neues
3ournal nad? 2trt ber tEE|eaterdjronicf, unter bem Citel:
ZHagasin 3ur (5efdjidjte ^es beut-[3^2]fd?en CE^e-
atets an. — ^err Sd^mib rettete in einer Heinen Sdjrift
über einige Sd^önlieiten ber (Emilia <5aIotti biefes
berül)mte Crauerfpiel gegen einige perfel^rte Urtl^eile.
1 774. S^m (Beburtstage besKönigs perfertigte J^err Hamler
im 2<^fy^ \77A für bie Kodjifdje (5e[eflfdjaft, roeldje bies
ganse '^di(c 3U Serlin blieb, ein aUegorifdjes Dorfpiel: ^as
©pfer ber ^ympl^en. — Eferr €[dienburg überfefete
für biefes Cl^eater la Notte pon <5oIboni, megen ber 2Hufxf
pon piccini, lögte bie Hecitatipe in profa auf unb Tpa^i^
bie 2Irien ber italienifd^en IHuft! an, Heg fte aber nid^t
brudfen.
(£in unglüdflidjer Sranb, n^eldjer im ZHav ^as Sdjiog
5U IDeimar unb bal^er aud; '^as bafige Ct^eater perset^rte,
— 217 —
oerdtclle aUc angenefytie ^tusjxdjtcn, Me Sül|nc ba[elbji 1774.
nidit allein in %iren, fonbern audj bcr DoWommenl^cit
näl|cr 3U bringen. Vxe ^ersoginn fal^ ftdj genötl^igt, bie
ScYUrifdje (5efefl[diaft 3U entlaffen, unb biefe begab jtd?
nadt (Sotlia, too, außer einem anfeB^nlidjen 3«fd?uffe,
toeldjen ber ^of giebt, bas übrige 00m SeyfaH ber Sw*
fdjauer abE^än gt 3"^ ©ftober gieng pe einige Seit nadt
Ceipsig, um oon ber bajtgen ZHeffe 3U profitiren, unb
fpielte bafelbji, erji oor bem [3^3] (Brimmifdien tEIjore,
bann auf bem Kod^if djen CE^eater bis 3um vierten ZTopember,
roo jte u>ieber nadj (SoÜia 3urädPfeI^rte. — fjerr (5 roß»
mann (ein berliner) entfcftloß jtdi, Sdjaufpieler 3U werben,
unb erf^ielt bie (Sage bes ^errn 5djul3e, toeldjer 3U
XOeimar surüdPgeblieben xoax. (Er bebütirte als Hiccaut
unb ^at nadjEier als ZHarineHi unb als 3^^^ ^" ^^^ 2ni§
®bre gefallen. Sey ben (Einftdjten, toeldje er mit 3um
CEieater gebradjt, unb bey einet guten Silbung, fann er
in Oiefer Spl^äre oielleidjt größer u>erben, als er 3eitE|ero
in ber Sdjrift|iellenx>elt geu>efen ip. €r perB^euratl^ete [xdi
3U (Sothia mit einer (oeriDittbeten) ZHabame 5littner,
weldie 3u>ar in ben abgebanften ©fftciers einmal ^as
Cl^eater betreten, aber aus 2Hangel an Stimme pdi nidjt
bemfelben 3U u>ibmen geben!t. hingegen oerfpridjt if|re
Sdiwe^ev, Demoif. fjartmann, ein junges ZlTäbdjen von
oier3e£|n 3ö^J^^iv öus (ßotlia gebürtig, eine oor3Üglid)e
^Iftrtce in ^en naioen Hollen; 3umal ^a pe ^en Untcrrid^t
Don ZlTabam Seyler genießt, u>eldje fie 3U pdj genommen. —
^err fjeermann fe^jte feine treuen Kollier unter bem
Citel: ber 2lbenb im Xüalbe, fort, unb fjerr Sertudj
oermanbelte ben Cocq de village in eine beutfdje ©perette:
bas große[3^^]€oos, beibe Stüdfe fomponirte ^err
XOolf. — %rr Sranbes ern>arb [xdi mit feinem neuen
Crauerfpiel, 0lipie, porneE^mlid) in 2lnfel)ung bes Dialogs,
meljr HuE^m, als mit feinem el)emaligen tragifd^en X>er«
fudje. — fjerr (5 Ott er arbeitete eine plai[anterie, meldte
— 2l8 -
1774. ^r fdjon diesem für bic Seylcrifd^e (5c\eü\d\aft verfertigt
^aiU, bie Dorf gala, in einer PoUjiänbigen 0perette aus,
ipeld7e fjerr Sdjipeiser fomponirte. (gben berfelbe über»
fefete bie falfdjen Pertraulidjfeiten pon Klarwan^.
£icvx 5 dl r ober, toeldjer pdj jefeo Derl>euratl|etc,
perlor biefes 3aljr ^errn Sordjers, inbem er pd) 3u
Söbbelinen begab unb bey iljm 3U SraunfdjiDeig als
fjauspater bebütirte; ein Perlujl, ben bie 2tnfunft eines
getoiffen Söf^eim nidjt erfe^jen fonnte. (ßegen €nbe bes
3al7res fpielte biefe ©efeüfdiaft su Sd^Iestoig. — ^err
'S od fdjrieb stoey neue 5d|aufpiele: tie Heife nad\
(D^xn^ien unb bie 5d?ule ber XDeiber, le^jtere \\ad\
bem (£nglifd)en. — ^errlDittenberg mad^te eine Samm-
lung einiger Sdjaufpiele aus ^em Jran3Öpfd|en nnb
(£nglifd?en befannt, nel^mlidj Klementine, ein Crauer*
fpiel einer englifdjen Dame, Douglas Pon ^ume, bie
^Tcxtiinmex einer Ztadjt pon (ßolbfmitlj, unb[3^5]bie
gebefferte Koquette pon be la ^oue; nur ^as britte
u>arb bapon gefpielt. — Die Ferren Sobe unb Claubius
gaben ein bramaturgifd^es (£tmas l|eraus, xoeidbes mit
^enen if^nen eignen (£inftd)ten perfa^t mar. Ctieatralifd^e
Kriege entjlanben über ^errnlDittenbergs Sriefe, meldte
er in bem allgemeinen IDodienblatt 3ur (£E|re ber
Ceftüre über bie Sd^röberifd^e ©efeUfd^aft lieferte.
^err Döbbelin gieng 3U ©jiern über ZHagbeburg
nadj €eip3ig unb pon ^a im 0ttober nad? Dresben. 7Xod\
3u Sraunfdjmeig erlitt er ben J^Oten Zner3 einen großen
DerluP burdj ^en Cob ber ZlTabam 5diul3, meldte in
iE^rem Pier unb breySigPen ^afyce I^ingeraft a>arb. Tlndi
jlarb bey i^m ZIT ab am Ejof|l. Ueberl^aupt aber giengen
mit feiner (ßefeUfd^aft jlarfe Peränberungen por. Denn
bie Ferren Sd^mibtfdjneiber unb €ngelmeyer nebjt
il^ren 5r<3uen perliegen iE^n; erfiere 3U IDäfer, lefetere nad^
Higa. hingegen madjte er in ber perfon ^es fjerrn
Borchers eine u>id)tige ^tcquiption, — 3u ^Tlagbeburg
— 219 —
füljrte Ejerr Söbbelin bie (Eroberung pon 2Tüagöcburg 1774.
auf, bcren ^auptoerfaffcr ein ^crr pon HoE|it)cbeI ifl,
moran aber brey ^änbe gearbeitet E^aben, ol^ne einen (ßöfe
l^eraussubringen.
[3^6] S^Wxen bebütirte am ^ten 3uniu5 J^err 8er g«
op30omer oon präg als Hidiarb ber 3)ritte unb fanb bey
einer partfiey fo aufeerorbentlidjen Seyfall, ba% er öjfent«
lid^ Ijeroorgerufen n>arb, eine €t|re, xocldte oor il|m nodj
niemanb als Ztooerre genoffen. — (Eben biefen Ztoperre
oerlor jefeo Wien, ba er nadi ZHavIanb berufen n>arb.
2ln feine Stelle trat ^err Tlngxolxni, meldjer bisl^er in
Petersburg gejlanben liatie. — ^err StepE^anie ber
jüngere perfertigte ein Cl^arafterjlüdf, ber €igenf innige;
ein Cuflfpiel nadj Anleitung eines Proverbe dramatique, ber
Spleen, unb ein anbers ber oerlarote p£|iIofopl^. —
€ben berfelbe gab in einem ivoeyterx tEl|eiIe feiner IDerfe
(5räftnn 5teYenI]of, bie Kriegsgefangenen, ben unglütf lidjen
Sräutigam unb 2TüafbetI| pon neuem bearbeitet. — ^err
Pon(ßebIer perfertigte ein neues Crauerfpiel: 2tbelf|eib
pon Siegmar, unb perbefferte ben ZlTinifler unb bie
Klementine; einige feiner Sdjaufpiele mürben ins 5ran-
3Öpfd?e überfetjt. — fjerr ponpauersbad? (u>elci?er jefet
ein 2Tüarionettenbireftor in Ungern gemorben), gab ein
Cujifpiel in (5oIbonis 2Tüanier: ber reblid^e Sauer. —
€in Ungenannter überfefete ZHoorens Cuflfpiel: ber 5ünb'
ling, meldjes feinen [3^7] Seyfall fanb. (Eben fo u>enig
erf^ielt il|n bie Semül|ung bes ^errn 2TüüIIer, Cumberlanbs
Fashionable lover für IDien lofal 5u madjen. — €in ^err
Keppner überfefete bie J^orasier, ben tOejiinbier unb
ben Inconnu. — JJTit benen Ferren Hautenflraudj ixnb
XDeibmann fd^Iog bie Sireftion einen 2lccorb, ^a% pe
iäEjrlidj jeber fedjs Stüde liefern foöten. — €in geroiffer
^err Pon Vfioll fdjrieb eine elenbe Cl^eaterc^ronidf. —
Ser Direftor ber Saabner Cruppe, ZHenninger, ber, n>ie
geu>öf|nlidj, in ber Dorjlabt fpielte, liattc einen ^fteur.
— 220 —
1774. ZtTarinelli; ber fredj gennqwaVf [eine Burlesfcn brurfen
3U laffen.
^u präg erfd}ien ein neues ti^eatralifd^es IDod^en*
btatt: Unfere (Sebanfen über bas prager Ch^ctter.
Srunian eri^ielt einige neue Sd^aufpiclct; als DemoifcIIe
Sittner, ^erm Sobenburg, ^ernt 5d}imann, ^errn
^err ^bbt mar nun gar naij ^aag oerfdj lagen
u>orben, nnb ber er^e, weldiex eine beutfd^e Cruppc in
bajtgen (ßegenben füBjrte. €r affociirte ftdj mit einer ge»
tDiffen ZHabam Sdjröber.
^err Kurs (Sernarbon) errid^tete eine (ßefeUfd^aft in
IDarfdjau.
[3^8] ZnabameSdjudj; lüittme oon Stan^ Sdindt,
raffte eine Cruppe sufammen unb fpielte bamit in Königs-
berg unb Dansig. Sie h^atte unter anbern einen £jerrn
^rfermann unb eine Demoif. Springer, toeldje in
©peretten gefielen unb ftdj mit einanber oerlieuratBjeten.
Sie ZHardjanbifdje (ßefeUfdjaft u>agte ftdj biefes
3al:^r audj an bie IDielanbifdje ^Icej^e. — Sie perlor
oiel an einem geu>iffen Ztoufeuil, toeldier nadj ZHündien
gieng. — Von xfycen fransöjtfdjen ©peretten, bie ficfe oor»
neljmlidj burij bas Spiel bes ^erm £ind unb burdj ben
(ßefang ber ZHabam Srodjarb erBjalten, erfd^ien ber britte,
oierte unb fünfte CI^eiL — €ine ZHisl^elligfeit smifdjen
einem 5reYl?errn von ^effelrobe (bem Perfaffer von
brey fdjled^ten Sd^aufpielen: (ßro§mutBj unb tEugenb,
ber 2Ii{nenjiol5 auf bem Canbe unb ber abelid^e
Cagelöl^ner) unb bem ^errn 2lnbre, nebji einer
Xüeigerung bcs ^errn Zllardjanb, ein Stüd bes 5tevl?errn
aufsufül^ren, erregte 3U Sxantfnxthi am TXlayn einen Keinen
CBjeaterfrieg, n>eldjer feBjr Bjeftig unb ansüglidj gefüBjret
iparb. Die barinnen getoed^felten Srodjüren mürben
unter bem 3U präditigen [3^9] Citel: Seytrag sur <ße*
fd^idjte ber beutfdjen Sdjaubül|ne gefammelt
— 221 —
5u TXlündten mar eine beutfdje (ßcfeUfdjaft, für 1774.
tDcldic ^err 5tonI|ofer unb oerfdjiebne (ßrafcn Sdjau*
fpicle fdiricben; Me man nur als Seltcnli^citcn bctxadtUtef
in fofcrn jte aus ZHündjen famen.
£jcrr 3ofeplji fül^rte eine tEruppe 3U TXlündten, bey
meldjer jtdj ^err Dobler unb feine 5tau unb stoeen
2)em. ^aoerfamp befanben. Tlls £jerr 3ofeplii brauf
nadj Himn>egen gieng, blieb ^err Nobler surüd unb
toarf ftd? felbp 3um principal bafelbji auf. — £|err Sprirf*
mann verfertigte oerfd^iebne Stürfe für il|n, mooon nur
bie natürlidje Codjter, ein rül^renb feyn foHenbes Sdjau-
fpiel, unb bie IDilbbiebe, eine ©perette, gebrurft tourben.
3u ^errn Nobler fam ^err I^erlife, nad^bem er
einige S^xt bey £jerrn 3 Ig n er getoefen, toeldier bies 3ölir
von Sayreutt^ nadj (Erfurt unb 3ß>i<*öu gieng.
^err IPai^r füljrte eine Cruppe in Ungern, bey
meldjer jtd? ^err Seipp aufjjielt unb Sdjriftjleßer toarb.
[350](ßöfe oon^erIid?ingenCn>orüber%rrSdjmib
eine bramaturgifdje 2lbl|anblung fdjrieb) marb von neuem
unb Diel (orrefter gebrudt. ^hen berfelbe Did^ter, ^err
(5ötl|e, toanbte feinen maljlerifdjen unb djarafterijHfdjen
IDialog an, um eine ^egebenljeit, toeldje ber nod? jefet
lebenbe Seaumard^ais erfal|ren, unter bem Citel Clapigo
in ein Crauerfpiel 3U bringen, bas ooflig regelmäßig ge«
arbeitet unb 3U Berlin unb Hamburg mit größtem Sey-
fall oorgejleflt n>orben ijl. Uebrigens fünbigte berfelbe
audj ^errn IDielanb eine 5eljbe über bie 2llcejle an,
in einem Cucianifd^en (ßefprädie: (ßotter, gelben unb
IDielanb. — €iner oon %rrn (Sdthtens 5reunben, £jerr
€en3 in Strasburg, i>erfud)te es nun audj, bie Komöbie
nadt 5I|afefpeares gufdjnitt ein3uriditen, bodj mit bem
Unterfdjiebe, ba% er feinen St&den 3ugleidj einen pljilo*
fopBjif d?en Sn^iwcd gab. 3nt £|ofmeiper fudjte er bcn
Ztadjteil ber prit>ater3ieljung, unb im neuen Zneno3a
bas Vlnnni^e von ben politifdjen unb moralifdjen Por*
— 222 —
1774. fd^lägen 3ur Perbcfferung ber Znenfdjen barsutli^un. ^cy
etnigen guten l^umorijlifd^en BoUcn unb bcy einer i^in*
reiffenben Spradje iji ber ZHangel oon ber €inBjeit bes
3ntereffe5 unb bie Untt>alir«[35^]fdjeinltcfe(eit bey il^m 5u oft
auffaüenb. — Die neue 2trt von Dramen ju empfeljlen
unb bie 5ran3ofen 3U oerWeinern, fd^rieb eb\in berfelbe
2tnmerfungen über bos tn^eater, toeldjen er bie Ueber-
fefeungponber oergeblidjen TXlix^e ber Ciebe ansSliaU'
fpeare beyfügte. — €nblidj erfdjien aixdt £jerr <£ngel ein*
mal mieber auf bem 5d)aupla^ unb bemies fxdi pon neuem
als (ßreuse bes Cl^eaters, toie it^n ein Didjter genannt
liatf burd) ein Meines reisenbes Sind: ber €belfnabe^
meldjes bie fjerren Kodj unb Seyler auf bie inline ge*
htadti i^abeU; bas aber ben (autejlen ^eyfaH 5U IDien
erl:|alten, wo ein SoBjn bes Siextn ZHüIIcr ben €bel*
tndben fpielt — ^err Seybolb überfefete bie 2tlcejic
bes fiuripibes in profa (nur bie Cljöre in Perfen) nnb
begleitete jte mit 2Inmerfungen. — ^err pfeffel befd?Io§
feine tljeatralifdjen Selujiigungen mit bem fünften
^anbe, unb biefer entl|ielt: ben €iferfüd]tigen oon
Dufresny; ben tEriumpI^ bes guten ^ersens (bie
fifirte Koquette) von be la Houe; benCriumpI^ ber
et^elidjen Ciebe (bas PorurtBjeil nad? ber ZHobe) von
Cadjau§ee; unb 2lrete, ein profaif djes Crauerfpiel, bas
im Original Hepfima t^eigt. — Sdjiejten brad^te bies
^ofyc [352] 3tDey Sdjaufpiele I^erpor. ^err We^el fdjrieb
ein Crauerfpiel: (ßraf IDirft^am, aus n>eldjem, un-
etadtiet bes unorbentlid^en plans nnb bes plauberii^aften
Dialogs, gute Calente Bjeroorleudjteten. — Das anbxe iji
ber erjie Perfud) eines Ungenannten: Zni§ patty €bu)arb,
ein rüBjrenbes Drama. — ^err HoP 3u Ceipsig überfefete
the fashionable lover oon Cumberlanb, unter bem Citel:
Zni§ ®bre, unb ^err Seyler fül|rte es auf. — %rr
Dregler fdjrieb ßebanten über ben muftfalifdjen (El^eil
ber 2tlcefte. — ^err Heidjarbt (ber ZHuftfus) betrad^tete
— 223 —
Me fomifd?c (Dpet von bcr muftfalifd?cn Seite. — ^err 1774.
^cttndi oerboflmetfdjte ZHarmontels ^etradjtungen
über bie bramatifdje poeftc aus feinen Chefs d'oeuvres. —
Sie Ferren Subbers, ^obe unb Claubius ftengen 3U
Hamburg ein tljeatralifdjes Wodi^nhlatt an.
Unb fo mar unfer Porfafe, mit €nbe bes Oal^res 1774 1775.
gan3 ftiHe 3U Pelzen; aber ein (betrübter) OorfaH, 5er ftdj
toäl^renb bem ^bbrude ereignet, nötl^igt uns, nodi bas
folgenbe 3ai(X, unb srrar mit einer Segebenl^eit an3ufangen,
n>eldje unftreitig von überaus u>id|tigen folgen feyn n>irb.
^el^mlid] ben 3ten '^iennev entfdjlief 3U Serlin £|err [353]
Kodj im 72 Pen 3al|re feines Filters, im ^öjien feines
tl^eatralifdien Cebenslaufs unb im 2^jien feiner principal*
fd]aft. Blatten il^m feine förperlidien Umjiänbe in feinen
legten 3aljren erlaubt, öfter auf ber ^ül^ne 3U erfdieinen,
als er u>irflidj tliat, fo n>ürbe er geu>i§ nod| aus aßer
ZHunbe unfer erjier Sdjaufpieler in fomifd?en 2IIten I:^ei§en.
2Iber fo u>erben iljn immerbar aUe Kenner nennen, 3uma(
n>enn, u>ie 3U fürdjten jiet^t, er bcr einsige in feiner ^rt
bleiben foHte. Pon feinen Direftorperbienften senget biefe
ganse Cl^ronologie, unb tvct es lebl^aft genug füBjlt, n>ie
fauer er ^en Hul^m (ben er nad\ aller (ßejiänbnig menigjiens
in einem gemijfen ^«itpunft fetjr Ijodj gebrad]t Ijatte) er»
ringen mußte, ber w'xtb ilim bie Hul^e gönnen, auf bem
einsigen lüege, wo jie ein beutfdjer principal finben fann.
€s möd|te biefe ^Inseige 3U fel^r in parentation ausarten,
u>enn idt fo fortfal^rcn u>oflte; aber fo gans mit djrono*
logifdjer Crorfenl^eit fonnte idj einen Sau nidjt anseigen,
ber bod? eine Cl^räne meiner Cefer perbient. — Sein
^ilbni§, oon öeyfer gejlod)en, mirb ben nädi^en ^anb
ber neuen ^ibliotl^ef ber fd^önen IDiffenfd^aften sieren.
Die (ßefeflfd?aft mürbe bis 3ur ZHitte bes 2lpriII
unter bem Hamen ber XDxttwe, aber nidjt [35^] für il^re
Hedjnung fortgefüljrt. ZHabam Kodj 30g ftdj gans pom
CBjeater surürf, unb ^err Döbbelin übern aBjm bas £jaus,
— 224 —
1775. einen großen Cl^eil ber (ßarberobbe unb ber (ßefeßfdjaft.
€r engagirte nämüdj ^errn unb 2Tlabam Srürfner nebfi
£|errn Klofefd?; ^erm unb ZHabam ^enfe, Sem. Sdjirf,
Ejerm lDittI|öfft unb Dem. fjuber. ZHabam Statte
unb ^err ZHartini, I^etgt es, n?erben ftdj oom Clieater
entfernen, unb bie Ferren ^enifd? unb Spengler mit
iJjren 5rauen; ingleid^en bie Ejerren Kummer unb
^rüdel 3U £|errn IDäfer gel|en, ber gegenu>ärtig eine
Saljlreid^e (5efeflfd?aft Ii^aben foll. Diefer liai ^as stDeyte
preufeifdje primlegium, toeldjes bis i^t Döbbelin be-
feffen, erBjalten, unb bos einmalige Cl^eater beffelben 5U
Berlin, auf toeldjcm feit einigen 3<Jljren bie 5ran3ofen
gefpielt Ijatten, im Koncurs erjianben.
Pon feinen el^emaligen Sdjaufpielern toirb £|err
Döbbelin 3U ®(!ern ^crrn ^ord^ers, unb 3U Anfang
bes 2lugujl bie Ferren ^empel unb Cl^ering, ingleidjen
^erm unb ZHabam 3aquemain, oerlieren, u>eld)e bie
Seylerifdje (5efeIIfd?aft oerjiärfen foHen. Unter ben
lefetern iji £|err Cl^ering ber braud]barjie; er fpielt
pebantcn, fomifdje Sebienten unb überl^aupt afle bie
Hotten oorsüglid), 3U benen fein Stubium erfo- [355] bert
toirb, fonbem wo Zlatwc unb Houtine I|inreid)en. ^err
unb 5rau 3aquemain tanken eigentlidj; lefetere fpielt
aber audj (oquette unb 3änfifd?e IDeiber 3iemlid? gut.
£|err Scyicx fud?te unb erl^ielt bas Kodjifdje prioi*
legium in Sadjfen, bodj alfo, ba^ er ben IDinter in Bresben,
unb nur u>äBjrenb bes Sommers unb in bcn beiben Ejaupt«
meffen 3U €eip3ig fpielen fott. ^is in ben September
biefes 3öt^tes oerbleibt ^err Seyler in (ßotiia, bodt fo,
ba% er im Sommer ben ^of nadj 2IItenburg begleitet. —
Ejerr (Srogmann lieg ein Crauerfpiel, IDill^elmine pon
BIonbE^eim, bruden. •— 2k^ 1^9^ man audj ben größten
2IntJjeiI an ber tEI^eater3eitung bey, u>eldje 3U Kleoe
gefdjrieben u>irb, unb bie bisl^er nur oon bem (ßotBjaer
unb ZHünjierer Cl^eater 2tad?rid?t gegeben I|at. — ^err
— 225 —
Hcid?art3U(ßotB|auntcrnaJjm einen allgemeinen tEJjeater« 1775.
falenber, oor meldten fidl^ofs Silbnig Don (ßeYfer
Pel^t. Das 0riginalgemälbe von Eiexvn (ßraff bejtfet
ber Ejersog pon (ßotf^a. ^err ^ranbes oermanbelte bie
Kantate bes ^errn von (5erftenberg: 2lriabne auf
Xla^os, in ein Duobrama, toeldjes auf bem Cl^eater,
burdj bie ^ftion ber ZHabam ^ranbes, burdj bie
pöllig antife [356] Kleibung unb vot^nglidt burd^ bw
ZHuftf bes (Botl^aifdien Kapeümetpers, ^errn 'Scnba,
unter ftüfet, augerorbentlid^e IDirfung tljat ^err Senba,
ber in feinen 2lrbeiten bie ridjtigfte Deflamation mit ber
feurigften <£inbilbung5fraft oerbinbet, frey oon aller Zladf
alimung ber 3taliener; seigte feine Cilente audj bey einer
0perette bes ßerrn (Sottet: ber 3aljrmarft; ipeldje
utiter hen bramatifd^en arbeiten biefes Didjters bie erjie
Stelle perbient. Piel Spdtadel, mannidjfaltige unb gut
burd^gefüE^rtc Cljaraftere, ein rafd)er unb broUid^ter Dialog,
rool^Iflingcnbe Perfe, alles trägt basu bey, bas Sind auf
bem Cl^eater fcl^r untcrl7altenb 3U madjen. Die Ejaupt*
rolle barinnen l:iat ZHabam Bjellmutli; ipcld^e iE^re
Stimme unb ZHetliobe immer mel|r ausbilbet, audj in ber
2tftion pd? merflid? peibeffert. — Pon ^errn (Sottet unb
Senba ertoartet man ein lyrifdjes Drama, nadi 2lrt ber
2Iriabne, Ztlebea, tporinn ZHabam Seyler bie Qauptroüe
begleiten tpirb, 2Tlan pcrfpridjt jtdj baoon ettoas ^tußer«
orbentlid^es. — fjerr Sdiwex^et fomponirte ein ZHono«
brama bes £|errn ^ertudj, polyjena, für 2Trabam
Kodj; 2TIufif unb Drama xvoüten aber nid?t gefallen.
[357] 7>ie principalinn bes Hamburger ö^eaters,
Sopljie (Eljarlo tte ^idermannin, unb ber Direftor, ^err
Sd^röber, madjten in biefem 3aljre befannt, ba% fte
fünftig für jebes neue Crauer* unb Cuftfpiel, es fey in
brey ober fünf Elften, weldfes xiinen im ZHanufcript mit
ber Perjtdierung sugefd^irft merben wxtb, ba^ es binnen
fci7s Zllonaten, oon ber erjlen Porftellung an gered^net,
15
— 226 —
1775. mcbcr gcbrudt wetbcn, nodt auf eine anbete ^üB^ne
fommen foü, wenn pe es bex 2(uffül|rung für toürbig
crfenncrt; 310011319 Couisbor 3al)Ien iPoUcn; unter gleidien
^ebtngungen bieten fte für eine Ueberfefeung \edis Couisbor
an, 3m Zner3 gieng bie (ßefellfdjaft nacb 5d|Ie5u>ig, um
bis nadtt ben S^'^extaqen bafelbft 3U fpielen, fo toie fie andi
pom ©ftober bis 3um 5^bruar bes porigen 3aB^rs [xdt
bafelbji aufl:^ielt. — Sdjon 3um smölftenmal toarb in biefem
3aljr bie (ßunß ber Jürjlen gegeben, iporinnen bie
ältre (Dorotljea) 2I(f ermanninn, bie €lifabetl|, bie jüngere
(Cliarlotte) bie Hutlanb unb ^err 8ro(f mann ben <£ffef
madjt, ipeldjer lefetere jtd) audj im (Elapigo als^eaumard^ais
B|erportI|ut. — Zlodi pom porigen '^altve iidbe xdi nadi-
3uI|oI|Ien, ba^ ber bejie Vflann ans bem cnglif d]en
Cl^eater[358]aufgefüf?rt tporben; ba^ bex berül^mte 2lrd^iteft
Zimmermann 3u(5öfe pon Serlidjingen eigene Defo*
rattonen perfertigt; ba% man 3um beffern Derpänbniß
ber gufdiauer einen 2lu53ug biefes Sd^aufpiels brurfen
laffen; nnb ba% biefe (ßefeUfdjaft nod? am €nbe
bes 3aljres an ^errn Campe aus 8raunfdju)eig
einen angeneljmen Cenorfänger unb in ber Kompoption
einen Sdjüler bes berüJjmten Sd^manenberger erl|alten
t?at. — 3Jjte neueren 5tü<fe biefes 3<J^tes jtnb: ber €bel'
fnabe, ber englifdje XDayfe, unb ber (ßraf Wid^
f?am. — 3u Hamburg erfd^ien, ben DemoifeHes 21 der*
mann getpibmet, ein Crauerfpiel: Diego unb Ceonore,
u>eld?es iwax feinen 2Infprud? auf ben Ztamen eines
Zneijierjiü(fes mad^en fann, aber bod? unter bie Salil
unfrer guten Cragöbien gel^ört. Sollte es, n?ie man be«
Ijauptet, ^errn ^orf 3um Perfaffer iiaben, fo u>äre es
unter aflen feinen 2lrbeiten unfireitig bie Por3Üglid)jie. 3d?
ergreife biefe (ßelegenf^eit, aus bem nodj fortbauernben
tljeatralifdjen IDodjenblatt (pon bem aber, nadj ber
ausbrüdlidjen €rflärung, bie Ferren Claubius, Sobe
unb Subbers nid|t Perfaffer jtnb) nodj einige bisl^er
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Übergangene ^rBeiten bes ^erm Sod ansuseigen: [3591 1775.
paribom IDranpott, ober toer fd)ilt toirb ipteber gut,
ijl nidjts anbers, als ber oeränberte Bonmi bienfaisant;
Was feyn foll, fdjirfte fidj toof?!, eine freye Heber*
fefeung ber Sister ber 5rau €enoy;€Iotre nadj ZlTaßet;
IDtffenfdjaft geBjt oor Sdjonl^eit; nadj bem geiejjrten
Dienjimäbdjen bes öolbont; IDenn fie böfe feyn, f önn*
ien fies, eine Deränberung ber Stan ol^ne ZHann im
englifdjen Cl^eater; bas Porfpiel, ber Cempel bes 3anus;
einige fran3Öfifd?e ©peretten nidjt 3u redjnen. hingegen
rperben xfyn bie Straßenräuber unb ber 2IbeI bes
^ersens fälfdjüd? beygelegt. Seine Heife nadi ® jlinbien
iji bie(ßefdjidjte eines Spielers, ber pd) sulefet entfdj liegt, nadt
0jlinbien in gelten, nadt Hiccobonis plane in Cefjtngs
tl^eatralifdjer SibüotBjed. — Zlodt ntuß idj bie (Eitel ber
im porigen 3al^re erfdjienenen Streitfdjriften nadjt^oI|Ien:
Kafebalgereyen einer IDod]enbIattijlen unb g^itungs»
fdjreiber; Senbfdjreiben eines Hamburgers; ^Intmort
auf ein Senbf einreiben eines Hamburgers; unb Srief-
toed^fel 3U>eener Deutfdjen, bie beutfd^e Citteratur unb
Hömburgifdje Sül|ne betreffenb.
3u Wien warb ben \Sten 5^bruar ein neues St&d
bes £ievtn StepBjanie bes jungem: [360] bie feltfame
€iferfucftt mit folct^em SeyföH aufgefül^rt, baß man am
(£nbe ben Perfaffer I^eroorrufte. Jflr Eievtn Sergop*
Soomer marb ber Unioerfalerbe bes Begnarb als
Senefitfomöbie gefpielt. H^rr Keppner überfefete ben oer-
lorenen SoBjn bes Poltaire.
Die Direftion bes TXinndtex tEJjeaters I^at ber (5raf
oonSerau, ber Unterbireftor I^eigt Sieger. ^u§er H^rrn
ZToufeuil, ber oon ZHardjanb I|iel|er gekommen, ftnb bie
übrigen Sdjaufpieler aßes bunfle Ztamen. €in ebler £tetx
von Spednex fdjrieb ein Crauerfpiel für biefe Bül^ne:
Darius, in einem Titte unb in Derfen.
SievT 3of epl^i, ber im oorigen 3aBjr 3u ZHün^ler, IDefel
unb ZTimmegen gefpielt, wenbete pdj mit Einfang bes
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1775. jefeigen nadj Düffelborf. Seine Stieftödjter, bie Dem.
£iavevtamp unb ein junger Znenfdj, Söfenberg, weldjer
ei^ebem bey ^erm 5 e vier voav unb einige 2(n(age su
Oolets beft^t, {tnb feine potnei^mfien Ceute.
Qerr 2) o biet, n>eld}er nod} immer su 2Tlänf}er \pielt,
licd au§er Qerm^erli^, unb allenfalls Qerrn 3 üngting
meldjer fdjon bey [36 j(] fo ©ielen (ßefellfdjaften bie Jllten
gemadjt, lauter 2lnfänger, 3nbeffen werben boii Stüde,
wie (ZlavigOf bafelbji PorgefieQt. Qerr Spridmann
Jjat für biefe (5efellfdjaft eine ©perette: ber (ßeburts-
tag, gefd^rieben, bie er aber nid{t bruden taffen n>irb.
£tne anbere bafelbji gebrudte 0perette: bie IDilbbiebe;
I^at Qerm Stnl^le 3um Perfaffer.
Qerr 2Ti!ard}anb l{at Qerrn IDoIfram erl^alten^
meldtet bas porige 3öBjr bey 3ofepI:^i n>ar.
^err 319"^^^ oertrrte ftdj nadj Ceipsig; unb fpielte
einige Wodien auf bem IDäferifdjen Ci^eater.
2)er 2Ti!erfur fteng an, ttjeatralifd^e Ztad}rid)ten su
geben.
Die (Dteüx\die Bud^tjanblung in ^ürid^ iiat eine neue
Ueberfe^ung bes SI|afefpear oon Qerm £fd}enburg
angefünbigt; meldte andi alle bie St&de enÜ^alten foQ; bie
pon ^errn IDielanb übergangen toorben. IDie piel (Sutes
iji nidjt pon biejem Unternel^men für unfre Citteratur unb
für unfer Clieatcr su Bjoffcn!
Hadjtrag.
[362] 5um 3al?te j(753 geBjört £jerr €(fI|of5 Uebcr«
fcfeung ber ZHütterfd^uIe, unb sum 3oIire \762 bie Pon
ber ipüjien 3"f^I ^ion bemfclbcn.
Die Ueberfefeer bes fpanifdjen Cl^eaters pnb bie
Ferren §adiatiä unb (ßärtner.
(£nbe.
Hnmethungen,
äSerseid^niS
ber l^äuftger abgetflrst angeffll^rten SBerte:
&. fSlümntt, ©efc^ic^te b. %f)^at^t^ l iSeipatg- ^eipaig 1818.
§. fßolU, S)ag ionaiget a:]^eatet i. 16. u. 17. 3btbt. (= 8i^:=
monng Sü^eatet^efd^. grorf&unaen, SBb. 12), Hamburg 1895.
@b. ^et)ttent/ ®efq. o. beutfdben ©dbaufpieüunft, 2tivi\Q
1848—61.
ang ^eotient, gol^. g-r. ©Aönemann u. f. ©cfcaufpiclers
gefeCffAoft (= 2:^eatetaefd^. grotfdb., Ab. 11), ßamburg 1895.
m. ^ütftenau, 3ut ©efd^t^te b. 5iyhxfl! u. b. a:^eatcr§ am
§ofe ju 5bre§bett. S)te§ben 1861.
(S^alletie t)on teutfcben @d^aufpielem unb ©c^aujpieletinnen
bcr älteren unb neueren ^eit. SBien 1783. — ©d^infe ä^^f^fe^ wnb
Berichtigungen au ber ®auerie zc.
[Äorl ©loff^], ^adfiatdlüQ ber 3lbteilung f . beutfd^eg %xama
u. 2:^eater. Sntemononale 3lu8peöung f. aotuft! u. 2:i^eatem)efen,
aBien 1892.
[^orl ®lo\\xji\, Katalog ber ^l^eatergefd^ic^tl. ^^fteHung ber
@tabt Söien. ebba. 1892.
^arl ®oebe!e, ©runbri^ a* ©efd^id^te b. beutfd^en ^id^tung.
Zweite 3luf[age. 5)re§ben 1884—1900.
2:^. ©ampe, S)ie ©ntmicflung b. ^l^eaterroefenS in S^Mimberg,
9lümber(5'1900.
f&. ßitjmann, JJr. 8ubn). ©darüber, 1. 2. Hamburg 1890. 1894.
@. aWentjel, ®e|d^. b. ©d^aufpießunft in grtonffurt a. SW. ^rran!*
fürt 1882.
Ä. aw. ^lümicfe, ©ntwurf einer 2:]^eatergefd^id^te t)on ^Berlin.
SBerlin 1781.
8r. S. Srl^r. t). 9leben*®§becf, S)eutfd^eg »ü^nen^ßejüon,
(Srfter »b., ©id^ft&tt u. Stuttgart 1879.
!3* ^* ©d^ü^e, ^amburgifdbe ^^l^eatergefc^ic^te, Hamburg 1794.
O. 2:euber, 9Da§ Ä, Ä. ^ofburgtl^eoter feit feiner SJegrünbung,
aBien 1896.
$. Ul^be, Äonrab (Sfl^of (= ©ottfc^aag Steuer «Blutard^ 4.a:]^eil,
1876).
@;. t). aBurabad^, Biogropl^ifd^e^ ;Certfon be§ ^(ufertl^umS
Oefterreid^, entl^altenb bie ßebenSfci^en ber oenfroürbigen ^erfonen,
weld^e von 1750 bi§ 1850 im Äaiferpaate unb in feinen Äronl&nbem
gelebt l^oben. SBien 1856. 1891.
1,3. ©otona @ltfc Söill^elmine ©Atötet, geb. am 14. 3^n. 1751
in ©üben, gcft am 23. ^ug. 1802 in Qflmcnau. SJgl. übet jte diohtxt
Äcil, ©. ©dgtötcr, ßcipsig 1075. 21I§ ©ntgegnung l^ictauf : ©. S)antjct,
©^arlottc t). (Stein unb ©. ©ertötet, ©tuttaatt 1876. 2luf ÄeilS SBio*
grapl)ie berul^t ©AlettetcrS ^ttifel in ber „Sftögemeinen beutfd^en SSio^
gtapme" 32, 560 ff, — Slbolf (Stallt, Äleine ©d^riften gut fitttetatut
unb Äunft, ^Berlin 1872 ff., 3, 60. — 3faul ^aftg, ®oet^e unb Ilmenau.
THt einer ^Beigabe: ©oeti^e unb ®. ©qrötet. Söeimat 1902. —
®oebe!e§ ©tunbti^ a^^t ©efd^id^te ber beutfd^en ®ic|tuna 4, 577, 612.
1,5. S)ie frul^efte ßulbigung t)on ©oronag muftfalifdbem S^alente
ift mol^t @fd^enburg§ ©ebid^t „^n bie fleine muftfalifdbe ^amilie be§
term ©d^röter" (älmanad^ b. beutfd^. 3Jhifen 1772, teil: ©ebiAte,
. 92). @§ rid^tet fld^ au^er an 6^orona auc^ an il^re beiben SBrüSer
imb ift n)oM in @fd^enburg§ Seipjiger ©tubentengeit (Dftem 1764 big
Dftem 1767) entjtanben. — ©oet^eg ©tropfe „Wx ©orona ©d^röter,
na(6 ber ^u^ül)rung beg Dratoriumg Santa Elena al Galvario t)pn
taffe", 2^vpm, S)eäember 1767, mirb fd^on t)on ßöper bei ßempel.S,
)S mit jroeifeinber 3lnmerfung begleitet unb fte^t in ber äßeimarer
Slugaabe 1. 3lbt., f8h, 4, ©. 353 überhaupt unter ber Mitteilung: ©oet^e
gugefd^riebene ©ebid^te jroeifell^aften Urfprungg. SJgl. SJiebermann,
®oet^e unb Seipsig 1865, 1, 161.
2,11. ©ugente in bem gleid^namigen ©d^aufpiel in 5 3lufjügen
nad^ SBeaumar^aig. — „2)er ©aleerenfflaoe", S)rama in 5 ^Tuf*
5ügen nad^ ^albaire.
2,14. Ueber SD^ab. ©e^ler (©enfel) unb SD^ab. ©tarfe t)gl. bie
„©lironologie" unb bie betr. 3lnmer!ungcn.
8,8. 9lbam griebrid^ Defex (1717—1799), 3Waler unb Äupfer^
ftedier, S)ire!tor ber in Seipjig 1764 nm aegrünbeten Äunftafabemie.
©ein $aug mar ein ©ammelpla^ ber fünttlerifdben unb litterarifd^en
SBelt. ®oetl)e. — SJgL 31. S)ürr, 3lbam g-r. Defer, ßeipwg 1879.
8,10. 3?o^ann 5lbolf ^eter ©äffe (1699-1783) i^atte jtdb in
Q^talien unter ©carlatti in bie melfd^e aJhifi! l^ineingelebt unb bilbete,
feit er an ben S)regbener $of berufen mar, für ^eutfd^lanb ben
aJHttelpimft ber italienifdben Oper, ©affeg ©attin mar bie berühmte
gauftina SBorboni, eine ber erften ©ängerinnen il^rer Rzit — 5lm
§lügel bei „ßaffefd^en ^^artituren" ©erlebt ^ol^ann g-rieor. 9fleid^arbt
mit ©orona ©dgröter glüdflid^e ©tunben, vqI feine ©elbftbiogrcq)l^ie,
l)erauggegeben t)on ©d^letterer, Sluggburg, 1865—1868, 2 S3be.
— 232 —
6,16. ©emctnt ift bie „©efd^iAte be§ bcutfAcn 2;fecatcr§" in
3o^. ^riebt. ßörocnS @d|tiftcn, ©amburg 1766, 4, @. 1—76. — SJgl.
bie Einleitung.
7,26 f. u.S,2. SJgl. nad| bem 3n]^alt§t)er5cic^ni§ bie „®]^ronologie"
unb bie 3lnmer!ungcn übet bie genannten Äünftler.
12,11. ©emeint ftnb „SBroiong SBetrad^tungen über bie JSoefie
unb Tbxfit, nad^ il^tent Urfprunge, ibrer SJeretnigung, ©eroalt, 2öad^§=
tum, 2:tennung unb SJerberbni§. 2lu§ bem ©nglifqen überfe^t, mit
3lnmeT!imgen unb jroeen 3ln]^dngen begleitet oon ^of), ^oad^. ©fd^en-
butg." Seipjip 1769.
12,29. 4)te lateinifd^en 2)tamen ber dioSmtl^a com @nbe be§
10. «Sal^rbunbertS waren natürtid^ nur für ba§ Sefen bered^net. 93gl.
©reijenaq, ®efd^. b. beutfd^. S)rama§, 1, 18f. ®oebe!e§ ®runbn^,
2. Hup., 1, 32. D. 3^antte, a:eren5 unb bie latein. ©d^ußomöbie in
ieutfd^Ianb, SBeimar 1877, (S. 19. «H. Äöpte, ^rotfuit t)on ®anber3=
beim, ^Berlin 1869 (mit reid^en Sitteraturangaben). Otto @d^mib,
feigem, beutfd^. »iogr. 29, 283ff.
18,8. Ueber ba^ geiftlic^e ^rama im 9)^ttelalter t)gl. l)aw(>U
f&dblid^ ©afe, bag geiftud^e ©d^aufpiel, ßeip^ig 1858; ®. THld^^ad, bie
Dfter^ unb ^affionSfgiele, SBolfenbüttel 1880; Ä. fiange, bie bramati*
fd^en Dfterfeiem, aJlündben 1887; @. SBilfen, ©efc^. ber geiftl.
©piele in ^eutfd^lanb, ©öttingen 1872; ^id)ler, Ueber ba§ Srama
beg 3Wittelalter§ in airol, SnnSbrude 1850; Jf. 3. aWone, ©diaufpiele
be§ SJHttelalterS, ^arlSru^e 1846; SB. ©reijenad^, ©efd^id^te be§
neueren S)rama§, I., aJHttelalter unb 3rnil)tenaiffance, §alle 1893.
18,13. @ine Aufammenfaffenbe S)arftellung ber gefuiten-
fomöbie in ^eutfd^lanb fel^lt big je^t nod^. tßon einzelnen SBei*
trägen feien genannt @. Stöeöer, S)ie Seiftungen ber 3efuiten ctuf
beut ©ebiete ber bramat. Sitteratur, SRaumanng ©era^eum, 25, 26,
27; ^. SBauer, 3lug bzm S)iarium g^mnafii @. 3f. aWonacenflg,
SKünd^en, 1875; 21. ÄIudei)oI)n, S)ie ^efuiten in SJa^ern mit befonbcrer
müdefld^t auf i^re Se^rtMtiaf eit, ©^belg l)iftor. ^eitfd^rif t 31, 343 f. ;
@. QxmQubi, ©tubien über oa§ Ignftitut ber ©efellfd^aft 3efu, Seipjig
1870; Ä. t). 9fleinl)arbftßttner, Qm ®efd&id^te be§ SefuitenoramaS in
amind^en. Sa^rbudi f. aWün^ener ©efdbtdbte, III (1889), (S. 53—176 ;
3. SeihUx, ©tubien unb iöeitröge sur ©efd^id^te ber 3fefuiten!omöbie
imb beg Älofterbramag, Hamburg, 1891 (2:]^eatergefd^id^tl. g^orfd^ungen,
Ijeraugg. o. S5. Si^mann, IV); 2Ö. [Rid^ter, Saberbomer ^efuiten-
bramen t)on 1592—1770 (iimtteil. b. ®ef. f. btfd^e. @rsie^. unb ©dbul-.
gefd^id^te 4 [1894], 5 ff.); 9^. SBo^lmann, ^efuitenbramen ber nieber*
rl^einifd^en Orbcngprocinj, Öeipjig 1896. — Ueber 3efuitenauffüt)rungen
in ^rag, t)gl. D. 2:euber, ®efd^. beg ^rager ^l^eaterg, I, 18 ff. —
3u vQl. ift bei bem internationalen föl^arafter ber Sefuitenfomdbie
bag SBer! t)on ©rneft SJo^ffe, Le Tli6atre des J^suites, ^arig 1880.
18,16. 3oI)ann ©ott^elf Sinbner (1729-1776) mar ^rofeffor
ber S)id^t!unft unb S)ireftor ber ^eutfd^en ©efeöfd^aft in Äöniggberg.
®oeb. 4, 4, 113; Mg. ®tf*. SBiogr. 18, 704 f., ©ein „»ertrag m
@d|ull)anblungen" (17ü2 erfd^ienen, iWeufel 8, 279) mürbe x)on Slbbt
fd^arf t)erurteilt in ben Sitteraturbriefen ä;eil 14, SÖrief 231, @. 249 ff.
— 233 —
Ueber fiinbttcrS 9led^tfcrt{0ung§fd^teiben unb weitere Streitfd^riften
in biefer 3lnaelegenbeit ©gl. D. fjtancfe, Zexzn^, ©. 86 ff.
13,20. Ueber fie, bie aud) von ßöroen (©Triften 4, 6) fdlfdj^
lid^ als ^möbianten anocfel^en tüerben, t)al. jjr. ^iej, bie ^oefie ber
2:roubabour§, Seipjig 1883. — ^etit be §uuet)ille, Les com^diens
en France au moyen äge, ^ari§ 1885.
14,7. fiött)en§ ©d^riften, ©amburg 1766, 4, @. 8. — ©g braucbt
fanm barauf I)ingen)iefen su werben , ba^ ©d^mib itnb Söwen bte
3:I)atfad^en l^ier um!et)ren: nid^t bie ^aftnadbtfpielet al§ fold^e
fd^Ioffen ftd^ 5U günften mit 3uwft§gebrciu^en pfammen, fonbern bie
§anbn)er!cr. 3lngebörige einer foid^en gemcrbltd^en Surt^i pflegten
Dann gemeinfc^aftttd^ ba§ ßomöbienfpiel. SJon einem Bufammen*
fd|Iu6 fd^aufüielember SJürger ju einer vlvt von @piel§unft rann aEen*
faö§ in Äaufbeuren gefproqen merben: bort bilbete ftdb innerhalb
oer S8ürgerftt|a|t eine eigene ©d^aufpielerpnft, val Ä. 4:rautmann,
W:d)xval. S^amnd^ten über bie 3;i^eaterjuftänbe b. fd^wäbifd^en 9teid^§«
ftöbte, n (^aufbeuren) in ©d^norrg 5lrdbit) f. ßitteraturgefd^idbte,
14, 225 ff. — Ulel^nlid^e ^crl^<nilje mie m Äaufbeuren ftnben ftd^,
barauf ^at fd^on a;rautmann l^mgewiefen, in SJiberacft. SJgl. ©efd^id^te
be§ ^]^eater§ in SBiberad^ von 1686 hi§ auf bie ©egenmart, ^ürttetn*
bergifqe Sßiertelja^rSl^efte f. fianbeggefd^id^te, 6. gal^rg., 1883.
14,31. ^ür bie S&leifterfänger trifft bie SJel^auptung au, ba^ fie
ftd^ ju mirfhc^en ßönften mit ©a^ungen auSbilbeten. Qm ßittcratur
über bie 2Weifterfänger t)gl. ©oebefe 1^, 308. 2\ 248. Ueber bie
©piele ber ajleifterfänger unterrid^ten Ä. 3:rautmann§ 2lrc^tt)alifd^e
S^ad^rtd^ten über bie a:]^eaterauft&nbe ber fd^mäbifd^en IReid^gftäbtc
im 16. 3al)r^. I (SRörblingen), ^i^noxx^ Streit) f. fiitt.^®ef(^. 18
(1885), ©. 34 ff. — %. @. ©e^fd^lag, »ertrage jur ®efd^. b. aWeifter^
fänger, SlugSburg 1807.
14,34. @d^mib§ eingaben über bie SWeifterfingerbübne flnb
faljd^. ©erabe baburd^ unterfcbieb fie ftd^ ia von ber iDt^ftericn-
bür)ne, ba^ fte in gefdbloffenem iRaume aufgefd^Iagen mar. ©buarb
^et)rient§ eingaben über bie beiben mittelalterlid^en S8üt)ncnformen
(I, 54 ff. uno 114 ff.) ftnb unbraud^bar; ugl. bie ^uffö^e t)on
fiubmig 2:raube „3"^ ©ntmidflung ber iW^ftcrienbüline'' I, n
(©d^aufpiel unb SJübne, SBeiträgc ^ur @r!enntni§ ber bram. Äunft,
!^erau§g. v. ^o\). SepftuS unb ßubmig Straube, ÜWündben, 1880, 1. ^eft
@. 49-73, 2. $eft @. 15—33). ^n bem ameiten Sluffatje finbet ftd^
avi^ eine furje S)arfteIIung ber iWeifterfdngerbül^ne (@. 18 f.). SBgl.
aud^ 3lnm. 46,21.
16,2. Ueber bie SUieifterfdnger in SUiemmingen fd^rieb 3- &•
fientner im ÜWorgenblatt für gebtibete Sefer, Stuttgart, ©otta.
46. 3al)rgang (1852), @. 136 ff.
15,11. $)er „S)eutfd^e 3:l)efpig", fo bat ©ottfd^cb auerft im
9löt. Söorrat 1, 13 §an§ Sflofenplüt genannt. (Sbenbort fagt ©ottfd^eb,
ba^ „SRümberg bamalS gleid^fam ber ajhttelpunft, mie be§ beutfoien
fianbet§, alfo audb be§ UeberftuffeS, ©efd^madE§ unb 9Bi^e§'' gemefen
fei. SRofenpIütg ©d^aufpiele brudCt ©ottf^eb (2, 43—80) ab. «gl.
über 9tofenplüt ^oetI)e, 3iag. btfd^. »iogr. 29, 222ff.
— 234 —
16,12. S)ie fransöfifdben S^arcen enttoicfelten fiA im 13. Ofabr*
l^unbert au8 fomtfd^en SSortrogen bet ©piellcutc. ©d^on um 1470,
alfo gnoei Igol^r^el^nte nad^ 9lofenplütö ^be, entftanb bxe franjdflfdbe
iWciftcT^garce, bcr „Maltre Patelin**. SJgL ^etit be 3uUet)iUc,
Repertoire comique en France au moyen äge, Paris 1886; unb
La com^die et les moeurs en France au moyen äge, Paris 1886.
16,27. ^cr SBortlaut l&jßt ntd^t !lat ctfennen, ob ©d^mib in
Stofenplüt ^ben SBcrfaffcr" be§ ©unud^ug fle^t. SebenfattS liegt bie
IBermutung nal^e, mofüt ber ©otl^. ^l^eaterfol. einen beutlic^en Verneig
giebt. S)ott ^ei^t e§ n&mlic^ im 1. Sal)rg. 1775, @. 94, ba^ ©an§
5tofenpl.üt 1460 fJaftnad^tSfpiele t)eTfcrtigt I)abe unb ba^ 1486 bcr
Xletensifd^e ®unuqu§ überfe^t fei. i)iefe Slebeneinanberfteöimg wirb
im jmeiten Sabrgang m6, @. 114 (alfo nad^ bem ©ifd^einen bcr
^l^ronologte) aufgegeben unb bafür gefagt: „tiefer [Rofenbtütl^ gab
fld^ nid^t nur mit graftnad^tSfpielcn ab, er fannte aud^ bie lateinifmen
©^aufpiet^^id^ter, unb überfe^te unter anbem ben ©unud^uS be§
a:erentiu§, bcr 1486 im S)rude crf^ien." — Ueber bag ©tüde felbft,
ba§ ßannS SR^bbart ju Ulm 1486 l^at brudfen laffen, ngl. ©ottfd^eb,
Sflöt. RSorrat 1, 38; ©oebete 1«, 444- Ä. n. mein^arbftöttner, ^lautuS,
ßeipsig. 1886, @. 86 f.; D. Orrandee, 2:erens @.35ff.
16,31. ©emeint ift 9fleud^Iin§ §cnno, bie mirffamfte (aber nid^t
bie „erfte") fd^on 1497 in ßeibelberg aufgefül^rtc ©d^ulfomöbic, bte
ben @toff ber oben ermälinten g^arce com Maitre Patelin entlohnte.
!3m ^rua erfd^ien ber §enno 1498: „Joannis Eeuchlin Phorcensis
Scenica progymnasmata: Hoc est: Ludicra preexercitamenta.'^
©ottfdbeb, mt SJorr. 2, 144 ff.; O. fjrande a. a. D. @. 63 ff. Ueber
^Reud^lin ngl. fi. ©eigcr, 3- S^l., fein 2thm u. f. SBerfe, ßctp§ig, 1871;
^olftein, 0leud^lin§ Äomöbicn, ^aUt 1888.
16,1. ©ottfd^eb mt Söorrat 1, 39 giebt ben ganjcn a:itcl. SBgl.
D. grranrfe, a. a. D. @. 33 ff.
16,11 f. ^an^ @ad^fen§ SBerfe, groIioauSgabe, SJb. 4, 1678,
fßl inb:
„@o l^ub id^ an in ®otte§ nam_
^nb brad^t nemer ©ebidbt ^ufam
iimt ®otte§ l^ilff / t)ierbtbalb ^unbert
aWan^er axt/hajß mid^ felb mimbert."
16,32 ff. ©ottfdbeb {mt SJorrat, 1, 62—64) fübrt ben aitel an.
Sn S8ärfted^er§ a:afd^enbud^ f. @dbaufpieler u. ©d&aufpieUiebl^abcr,
Dffenbad^, 1779, @. 24 nennt ©d^mib al§ Ueberfetjer @igigmunb
(Sr^mm; in feinem „^lautuS" (@. 89) Ä. n. 0lein^arbftöttner alg «er*
f äff er: ©^riftopl) SBiefung (1500—1571). ®oeb. 2«, 333 giebt mic
©ottfd^eb beibe Slamen. — %k lateinifd^e Ueberfetjung bur% ®afpar
SBartl^ erfd^ien 1624 in fjranffurt: „Pomoboscodldascalus latinus . . .
Liber plane divinus, Lingua Hispanica ab incerto autore, instar
ludi conscriptus, Celestinae titulo**. @d^on l^ierauS gel)t l)crx)or,
ba^ bk Celestina fein ®rama ift. ©reijettaq, ®efd^. b. neueren
2)rama§, 1, 13, unb ®oeb. 2, 333 weifen barauf no^ befonbcrS l^in,
jugleid) an ®ante§ „göttlid^e Äomöbie" erinnemb.
- 235 — '
17,5. $gl. ben ^uffat^ X)i)n ^icot, La Sottie en France, Eo-
mania 7, 238,
17,8f. 35^1. ^ctit bc Suttcoiac, Les Myst^res, «ßatiS- 2 Söbc.
17,10. 2)tcfc ,,ni)c6 ärgcrlid^crc" Äomöbic ftammt Don §att§ (Sad^S
fclbft: ^©omebi baS ©l^riftuS bcr war aJicfpaS fei". 8. 2)ca. 1530. —
©ocbclc 2«, 424.
17,14. (Sd^mib Dcrbeffert p^ in Söärfted^erS 2:afd^cttbud^, @. 26
fclbft: ©d^ott voxf)ex waren plautinifqc ©türfc überfcfet, bic
äTlenäd^men unb ^acdbibe§ Don ^Ibred^t t)on ©^be. ©dbntio fü^rt
bie 5n)eite 2lu§gabe, uluggbura 1518, an. 2)ie erftc erfd^ien 1511.
S5gl. ^ieinl^arbftocttner, a. a. Ö., (S. 87: ©ocbele 1', 372 {wo bic
2lu§gabc t)on 1537 nid^t oeraeid^nct ift), D. ®üni^er, $lautug*
crneucrungcn in bcr bcutfdbcn ßittcratur unb i^rc Sßcrfaffcr, ßcipjig,
1886. Äo^crftcin, l^ 375, D. grancfc, a. a. D., @. 42. 2)ic 1535 cr^
fAicncnc Slulularia (bcn genauen 2:itel geben Oottfd^eb, Slötiger
SBorr. 1, 65, iReinl^arbftoettner, a. a. D., @. 89, ©oeb. 2, 318) ift Don
Soadbim ©raff, bem R^idCauer 9ßoeten, übertragen.
17,16. @§ ^anbett fld^ um bie Pantomimen oor ^aifer Äarl V.
— (Sd^mib erad^It baoon in Söärfted^erS 2:afd^enbud^, @. 25. [@d^mib8
eigene SBerbefferung feiner ,(5]^ri)noIogie' in «drftedberg 2:afcbenbud^ fei
fortan mit bem feorte »ärftedöer aitiert] (Sottfd^eb, mt Sßorrat,
1765, 2, 201 ff. er^äl^It bie SSegcbenl^eit nad^ Masenius, Speculuin
imaginum veritatis occultae, (Söln, 1664, pag. 662. — Sßgl. (^en6e,
ßel^r- unb SBanberjabre etc., @. 135 f.
17,20 f. »drftc^cr @. 32 fü^rt ^ter eine iReü^e t)on geipL @Aau*
fpielen uni) eine ^erena-Ueberfe^ung, fomie eine (Satire auf bie ^dpfte
1541 ^a)fh)rbtbranb" an.
17,26. (Sd^mib meint baS „fjaßnad^tfpil S)er oerlarfft (S. S^an^
ciScuS mit bcr fd^öncn SBcncbifd^cn SBittfraucn", ba§ fid^ im Opus
Thaeatricum 1618 flnbct. UcbrigcnS cntMlt biefe Sammlung mcl^rcrc
(Singfpiclc, bie nid^t aUe nadC) einerlei 3Jieiobie gelten. Sßgl. ^o\), Söolte,
bie ©tngfpiele ber englifd^en Äomöbianten unb t^rer Syiacbfoiger, §am=
bürg 1893 (ßi^mannS äl^eatergefd^. gorfd^ungen »b. VII), @. 12—16
unb am ©d^liiffe bie SUielobien. 55on englifd^em ®inf[u^ auf Sl^rer
bat ©d^mib 1775 eben fo wenig eine Sl^nung wie t)on englifd^en
Äomöbianten überhaupt. @. unten 2lnm. 18,33. Ueber ^atoh Sl^rer
t)gl. Slög. btfd^. »iogr. 1, 708ff. — ®oeb. 2, 545ff. — ®. SRobertfon, 3ur
^til 3a!ob 2l9rer§. mit befonberer ülüdCfld^t auf fein S5er^dltnig
au $an§ @ad^S unb ben englifd^en ^omöbianten. ^eipaid^ 1^2.
18,10 ff. S)iefe auerft in «öroenS ©d^riften 4, 13 mitgeteilte 9lad^*
rid^t ift bis in bie jüngfte 3«it !riti!lo§ nad^gefd^rieben unb I)at bann
au mand^en äJleinungSoerfdbiebenl^eiten ^nla£ gegeben, ^lümtcfe ^atte
e§ in feiner S^l^eatergefd^td^te oon Söerlin, @. 40, für unmiberleglid^
erfldrt, baß ßaffeniuS in ben ^al^ren 1622—25 in »erlin alg
©d^aufpieler gemefen fei. 2luf biefe Syiad^rid^t ftü^t ftd^ meiterjjin
®en6e, Sel^r* unb SBanberjal^re, @. 284, boq nimmt er an, baß nid^t
ber b&nifdbe ^ofprebiger, fonbeni beffen Sßater, ein äJlagifter, unter
jenem ßaffeniug a^ oerftel^en fei. 9lun unternimmt aber ^. ©d^röber
in ben ©d^leSroig-^olftein^Sauenburgifd^en ^ooinaialbend^ten 1834,
— 236 —
@. 186 ff. ben ,,33crfuci^ eineä SBeroeifeS, ba^ Sol^ann SoffcniuS [ber
@o]^n be§ 9Jlaqiper§ unb bänifd^er ßofprcbiaer] bod^ ©d^aufpieler
gcroefen." ®lcic^ i^m nimmt ©arftcnl (5100. btfd^. SBiogr. 17, 788 ff.)
eine !ursc Äomöbiontenttjdtigfelt bc§ Sol^ann ßaffeniuS an. Sluf
einzelne äSebcnüid^feiten einer fold^en 5lnna]^me roeijt 3. ^aluban in
ber 3^tfd^rift f. ocutfd^e ^^iloloatc 2b, 314 l^in. ©me ßöfung biefer
aBibcrfprücfee fci^eint mir in fjolgenbem ju liegen: ^a§ ^ai)x oon
SoffemuS* (Seburt (1684) maqt c§ unmöglich, baß er ju einer um
1620 in ^Berlin fpielenben 2:ruppc p rennen ift. JJür bie ©yiftens
biefer (älteren) ^reufd^en ^^ruppe fel^Icn aber bi^l^er alle urfunb^
lid^en Slnl^altSpunfte, ein Umftanb, ber bei ber otelfeittjjen I)urd^^
fond^ung unferer 5lrd^it)e gerabe nad^ ©dbaufpielaften jener Reit
niojt p überfej^en ift. S)agegen babcn rotr tjon ber 3:ruppe dc§
SlRtd^ael S)aniel ^reu eine ftattud^c [Reibe ard&it)alifd^er feemeife.
Um 1634 geboren, tritt er juerft 1662 in Äopenliagen al§ „©aupt*
ogent" in einer nieberlänbtfd^en a:ruppe un§ entgegen (^aluban,
(ö. 314), bittet 1664 in Lüneburg um ©pielerlaubniS mit bem §inn)ei§,
bafe er fid^ ,,eblid^e Igal^re ben ^\)xo fönigl. Tlax), oon 2:ennemarf
aufgehalten" |^abe (®aeberft, ulr^ioal. Syiad^rid^tcn etc. @. 99 ff.),
ift in einer SReil^e t)on anbem ©täbten nadb^umetfen, barunter SWlm^
Berg (1668, 1669, tjgl %h, &e, ©ntroialung b. a:]^eatem)efen§ in
SWlmberg, @. 130 f.) unb bilbet bann lange ^af:)x^ f)mhux6) ben
3Jiittelpun!t be§ beutfd^cn ©d^aufpielroefeng in ÜWünd^en. 2)ort ftirbt
er 1708 (ogl. Ä. ^rautmann, äfat)rbud^ f. ajhind^ener ©efd^id^te,
1, 252 ff., 2, 185 ff., 8, 300 ff.), ^aö) aü bem möd^te ic^ bie angeblich
ftltcre 2:ruppe eine§ ©arl ^reu in§ ülcid^ ber Jfobel tiermeifen. S)ap
ber SBomame (S^arl p SJlid^ael 2)aniel nid^t fttmmt, will wenig be*
g;gen, ba überall, roo er genannt wirb, ein S^xüäqx^x^^n auf ältere
eridbte ftattflnbet unb mir al§ erftcn eine Döüig unfontroHicr?
bare ylad^rid^t finben. 3JHdbael Daniel a:reu fdbeint mir mit jenem
ibentif^.
18,15. (Sonnenl^ammer ift biglang t)on ber t^eatergefd^id^tlid^en
fjorfdiung !aum bead^tet morben. 3lm 3. Slpril 1691 wirb namenS
be§ Surften 3ot)ann S^riftian, ©er^og 5u Ärumau, fjürft ju ©ggenberg,
t)on oer fürftl. ©d^marsenburgf^en Hccn^Ux ein ©mpfel^lungSfd^reiben
für „Sö^ann ©arl ©ommerl&amer", ber 16 ^al^re fürftl. fe)möbiant
mar, ausgefertigt (©loff^, gad^fatalog b. 5lbt. f. btte. 2)rama u.
X^^at^x, Sntcmation. 3lu§fteuung f. Wlnfit u. a:i)eatem)efen, SBien 1892,
@. 37p. tiefer „©ommerl^amer" fommt al§ ^(Samenliammer" mit
ber fürftl. ©ggenbergfdben 3:ruppe 1692 in SBien oor, !on!urriert mit
©lenfott, fpielt im 93aU^au§ in ber aeinfaltftraf e, 1700 in einer ©übe
auf berg-reiung ((Sd^lager, Söiener@fijen, 9leue3rolge 18^^9,111, 257, 259,
nennt il)n ^^Samenl^ofer", t)gL ^hha. €. 344, 361 — ©lofft), Katalog ber
„a:i)eatergefd^id^tlid9en Slugftellung ber @tabt SBien" [t)on bem oben ge^
nannten au unterfdbeiben], Söien 1892, @. 33. — 91. d. Söeilen, (Sefdb. b.
SBiener ai^eatermefenS v. b. älteften Seiten . ., Söien 1901, @. 118). 2lud^
in @übbeutfdblanb ift bie fürftl. ©ggenbergfd^e Gruppe anzutreffen, fo
1605 Ouni, Suli), 1696 (ajiai^9luguft) in ^lugSburg. Sn ben l^ierauf
be^üglid^en ©dtiriftftüdCen wirb @onnent)ammer, wie mir anS bem
— 237 --
^U9^burger ^tobtard^ioe gütigft mitgeteilt tourbe, ni<j^t genannt,
dagegen rid^teten im ©ept. 1695 ein ^6xq ©ettner u. ein §ann^ ©ar(
©amenfia^mer an ben diät bct (Stabt ein (Sefud^, jut ßcit be§
SRid^acIisaJlarftcS SSorfteflungen im Sllmofenftabel geben ju bürfen.
2)ie ÜJieifterftngcr erhoben beim S'latc erfolgreid^en ©infprud^. „S)ie
cigen^dttöige Untcrfdbrift be3 ©efud^cS lä|t foroobl bie ßeSart ^@amcn?
Reimer" al§ and) ,,@onncn:^cimer" ju. 3^^^f^Öo§ ftanb bicfer mit
ber ©ggenbergfd^cn SCruppe in SBcrbmbung; benn ba§ ©utad^ten ber
ÜWeifterfmgcr bcgrünbet feinen ablel^nenben (StanbpunJt bamit, baj
bie Compagnia (^ettnet-^amen^a^met nidbtS al§ eine neue gritma
für bie fütftl. @ggenbergifd^e SCruppe fei." ^ie ^bentität biefe§
(Samen^a^mer mit bem ©onnenfiammer ber ®^ronoL fd^eint mir
jweifelloS. ©d^mib fefet feine ^rin^ipalfd^aft nod^ frü:^er an alg bie*
jenige ®arl 2:reu§, meUeidbt ein SSeroeig, wie wenig er oon beiben
fid^ereg mußte (ogl. 3lnm. 18,10 ff.)- 5)aß ©onnenl^ammer ein ^oet
mar, läßt fid^ ebenfalls mal^rfd^etnlid^ mad^en. ^ie Ueberfe^ung t)on
t. ©orneiUeS „^ol^euct" (Stuttgart 1698), auf bie 2:rautmann in
d^norrg 3lrd^io 15, 218, oermeift, lann red^t gut oon 6onnen]^ammer
ftammen, beffen 9^ame in ber Sflottenbefeftunj oorlommt.
18,25. ^aftorfjibo. ©in fel^r fd^ön, luftige t)nb nü^lidbe S^rapico-
©omoebia. ferft in g^talienifd^er @^rad^ . . . Sefd^riben ono 2)ebtcirt
SBon SBoptifta Öuarino. 3>efeo aber in onfer ^eubfd^e @prad^ mit ffeife
üeriirt onb in [Reimen t)crfaffet, ®urd^ ©ilgerum 3Rannltd^. 3Jiut
t)aufen, be^ gol^. (Stang 1619.
18,29. P. a:erentii (Sed^g ^rcrobenfpiele. Qnx Sel^rart in
S)eutfd^e ©pradj oerfet^t. ©ötfjen 1620. — ®oeb. 2», 318. — Söärfted&cr
@. 33 nennt eine SluSgabe t)on 1610, mol^l ein ^rud^el^Ier. iic
grud^tbringenbe ©efeflf^aft ift erft 1617 gegrünbet. ©Otiten mar ber
@it> be§ DrbenS.
18,33 f. SBärfted^er (S. 33 fügt ^ier bie crften S^lad^rid^ten Don
englif4en Äomöbianten ein. @r jttiert bie bei ®oeb. 2*, 543, tflr. 4
angeführte ©ammlung, bie er in§ ^al^r 1624 feftt. „^arau§ ertieHet",
fd^rt er fort, „(Sngülnber fpiclten bamalS in ^eutfd^lanb, bag l^eijt
oermutlidQ ein ^n^ipal, ber t)on ©eburt ein ©ngldnber mar unb ftd^
in ®nglanb gebilbet l^atte. ©in ©ngldnber fonnte aud^ oielleid^t ber
©ntrepreneur fe^n, ol^ne felbp beutfd^ p oerftel^en .... Q-emer fielet
man aa^ obiger Ueberfd^rift, wie btefe fogenannten ©ngldnber weit
unb breit um^er gebogen finb.'' Sluf ben ^icfel^dring meift er bann
nod^ befonberS l^in.
19,1. „%u ^rojanerinnen" erfd^ienen 1626 in Söittenberg.
®oeb. 3«, 43.
19,7. iöiartin Dpitjen 3[ubitf). 3u Söreßlam brudCtS unb t)erlegt3
©eorg SJaumann, 1636. — „^afm", 1627 erfd^ienen, mar im Original
(2;ejt oon Dttat)io iRinuccini, iÖiufi! t)on Sacopo ^eri) juerft 1594 in
g^Iorenj aufgefül^rt* 3n ber beutfd^cn ^Bearbeitung burd^ Dpi^ imb
ben 3)regbenerÄapellmeifter §einrid^ (Sd^ü^ mürbe bie Oper am I3.3lpril
1627 auf @d^lo| §artenfel8 hei SCorgau aufgefül^rt. — Sßgl.3R.grürftenau,
3ur ©efd^i^te ber 2Rufif u. be§ 2:beaterS am ©ofe au S)regben, 1861,
I, 97 ff. — m. ^oelt, (Sefd^id^te b. ©oft^eaterg ju S)regben, 1878,
— 238 —
@. 87 ff. — D. %aub^xt, S)apl^nc, ba§ crftc beutfd^c Dpemtcjtbuci^,
Programm, ^ox^an 1879.
19,16- 2)ie Uebertraauna bcr 5lntigonc ctfdbien 1636 in 2)an«a.
®ocb. 3», 48. Sfh. 78.
19,21. Dh ®arl ^aul bcr (Sof)n cine§ DberftleutnantS roar,
tft bis ic^t uncrroicfen. 3>cbcnfaII§ trat er nid^t fd^oti um 1628 auf.
@r mul um 1620 in Hamburg geboren fein, fpielte juerft in S)dnemarl
i%l). Doerftou, S)en banffe ©hiepIabS, ^openl^agen 1854, 1, 112) unb
ift etma um 1650 in ^eutfd^lanb nad^juroeifen. ©eine SBanberjügc
l^at 3o^. »olte (S)a§ S)anaiger a^eater i. 16. u. 17. 3^bt., ©. 96 ff.)
aufammengefteHt. 3" ergänzen ift 93olte§ Sluf^äl^Iung t)or aflem bur<i)
tampeS Mmberger amtteilungen (2:eil 1, 127ff , a:eil 2, 9^. 389), nad^ benen
arl ^aul 1652 fd^on in Slümberg fpielte, al§ ^englifd^er ©omoebiant"
in ben 3l!ten bejeid^net. UebrigenS nennen bie meiften GueUcn feinen
Slamen in ber g^orm: ^auli, audb ^aulfen (ogl. baju SJien^el, 5lrd^ix)
p^ranffurtS @efd^. u. Äunft, yleue grolae, 9, 93). (Seine a:ruppe
leipt aud^ öfter ©arlifd^e §od)teutfd^e ©omöbianten, mandCimal pnben
Id^ bie beiben 58omamen ®arl SlnbreaS für ben ßeiter ber ^anbe
(fo 1672 in ^open^agen, 3tfde)ft. f. btfd^. ^^il. 25 [1892], (5. 315), unb
fd^ließUd^ ©arl ®ra§mu§. i)er öfter genannte ^anbßen ift niemanb
anberS al§ ^aulfen.
19,25. ajiartin Opi^en @dC|dffere^ ^on ber SRimfen §ercinie.
©ebrucft aum Sörieg .... 1630. — ®oeb. 3, 46 Sfh. 45.
19,28 f. ©ottfd^eb (Snötiger «orrat 1, 194) erroä^nt au^ b.
gal^re 1638: „^ermann ©einrid^ ©d^eren t)on 3et)er, ^eroerbarote
©d^äfere^, t)on ber ßiebe"^apbni§ unb ©l^r^plla, neben einem an*
mutl^tgen 3luf[5uge t)om ©d^afe-^ieb. Hamburg. — 3n ber Ueberfd^rift
be§ Sßerjeid^ntffe§ ber barinnen oorfommenben l^anbelnben ^erfonen,
nennet oer SBerfaffer fein <BtM eine Söalbcomöbia." ((Sielte aud^
@oebe!e 3^, 213). ferner fü^rt (Sottfdeieb (©. 195) a. b. 3. 1642 an:
^S)e§ berümbten Staliänifd&en ^oeten a:orquati 4:affi 9lminta§ ober
SBalb'^ebid^te, 3lu§ bem Originale ^eutfd^ gegeben, vxib mit hzm
granjöfifd^en feemplar, SBilt)elm 93eiIIarb§, coHationtret onb oer*
tlid^en, oon SR. SJlid^ael ©d^neibem, ^rofe§fom ^u SBittenberg.
>amburgrf. 3Ji. %. XXXXII. in ^rofa" . . . S5on ©d&neiber errodbnt
Joebefe (3^ 156) nur ^roei geiftlid^e S)id^tungen; f. bagegen 9lug.
%. ©iogr. 32, 142. — ^er 2lu§brudC „Söalb gebiet'', unter bem ©d^mtb
eine 5U Dpit;en§ 3^^* üblid^e S^e^eid^nung ber ßanjen Gattung 5U tier*
!tet)en fd^eint, ift natürlid) weiter nid)t8 al§ bie etnfad^e Ueberfe^ung
)e§ 9^ebentitel§ oon 3:affo§ SBer!: Aminta, favola boschereccia.
19, 31. 2)er JJegni^sOrben mürbe 1642 ju Mmberg gegrünbet
SBgl. §iftürifd^e Stai^rid^t oon beß löblid^en girten- unb Slumen^
DrbenS an ber ^egnit; Einfang unb fjortgang tc. Mmberg 1744.
Sul. 2:ittmann, 2)te Mmberger ^iAterfdbule, ©öttingen 1847. fJefU
fd^rift 5ur 250jdbrigen g^belfeier oe§ ^egnefifd^en SBlumenorbenS,
^r§g. oon %}). ^iWoff unb 31. (Sd)mibt, Mmberg 1894.
19, 33. ^^ilipp oon 3efen (1619—1689), ©rünber ber beutfd^^
gefinnten ©enoffenfd^aft in §amburg (1643). — ®oeb. 3^, 96 ff. —
— 239 —
Riffel, 5^]^il. 0. 3^f^^ w^^ ^i^ beutfd^geflnnte ©etioffcnfd^aft, §ams
bürg 1890.
20, 8 ff. Sodann ma\ (1616—1656) ftiftetc mit ßorgbörffer ben
^egni^orbcn. ©eine üon ©d^mib angcfül^rtcn Äomöbien faÖcn in
bie Saläre 1644 (^lufcrftel^ung unb ßöUcn- unb ^imntelfal^rt), 1646
(bcr (cibcnbc ©l^riftuS unb ©ngcl* uno S)rad|cnftrcit [bod^ tjgl. l^icr ju
®oeb. 3, 111 bie ^Infid^t ^ampe^r a. a. C @. 143, 2lnm. 1], be§=
gleirf)en §erobc§ ber Äinbermörbcr.) S)ic 3^öKcberung bicfeg
@tücfc§ burrf) 3ot). ®lia§ ©d^Icgcl finbet fid| in @ottfd^eb§ Söc^tragen
jur ©ritifd^cn §tftorie ber beutfd^en ©prad^e, ^oefle unb SSereb-
f amfcit 7, 355 ff.
20, 25 ff. ®eorg ©refltnger (1620—1677) !am na* langem
Sßanberleben 1648 nad^ ©amburg, roo er 1650 l^erauSgab „i)u ©tnn*
reid^e S^ragi^Sontoebia, genannt (5ib, ift ein ©treit ber ®bre t)nb
ßiebe". S5gl. SB. o. Dettmgcn, Ueber ®eorg ©reflinger o. ätegenS-
bürg, ©trap. 1882. — ©d^norrS Slrd^io 3, 249 ff. 3lna. f. b. 2llt. 10, 73 ff.
20, 31 ff. Ueber SlnbreaS ©r^pl^iuS ogl. Dnno ^lopp, 31 ©r^pbiuS
al§ S)ramati!er, 6annox)er 1852. — 9^1. S. ÄoKeroijn, Ueber ben ©in-
flufe be§ l^oQcinbi^cn ^ramaS* auf 21. (Sr^pbiuS, $eilbronn (1880). —
2lUgem. ^eutfd^e Sßiogr. (§. $alm) 10, 74 ff.
21, Iff. 3n ber ^lufaäbiung ber ©tiidfe j^errfd^t mand^e Un^
rid^tigfeit. paftu§ ift ein „Suft* unb Oefangfpier'. 9Die (^ibeoniter
(nad^ :3oft t)an SBonbel) pnb unooKenbet. fieo 2lmteniu§, ein „fjürftcn-
aWörberiTOeg a:ran)er*©piel'' (bereits 1646 entftanben) ift 1650 er^
fd^ienen in einer 2lu§gabe t)on „2lnbrea§ ©r^pl^en 2:eutfd^en SHeim^
©ebid^ten", bie (Sd^mio roobl meint, ©arbenio imb ©eltnbe (ogl.
@c^norr§ 2lrd^it) f. 8itt. ©e^. 12, 219 ff.) erfd^ien 1657, ebenfafig
Äatl&arina oon (Georgien (entftanben 1647). ^er 3lemiliug ^aulu§
^opinianuS (1659) mürbe ba§ Sflepertoireftücf fpdterer Söanbertruppen.
fermorbete SJlaieftät ober (S^aroluS @tuarbu§ erfd^ien 1657, beSjl.
S)ie beftänbige ajhttter ober bie ©eilige fJelicitaS, au§ bem latein.
be§ Sefuiten S^icolauS ©aufrmuS (1570—1651).
21, 14—17. S)ie Sßerfe fte^en im fieo 3lrmeniu3V,l. (Sßalm @. 116).
^er genaue SBortlaut ber erften R^iU ift übrigeng:
S)u fdbmefel'Iid^te brunft oer bonnerbarten flammen . . .
21, 18. ©dCiIegel oerglid^ ©r^pl^iug mit ©l^alefpeare in ©ottfd^ebS
SSe^trägen 7, 540.
21, 28 ff. aWel^r alg ber3:itel erinnert in (Sr^pl^iug (Sd^impffpiel
an ©t)a!efpeareg @ommemad^t§traum. ^gl. fj. SJurg, Ueber bie ®nU
micflung be§ ^eter*@quens=@toffe§ big ©r^p^iug, ^eitfdbrift für
beutfd&eg ^Utertum 25, 130 ff., unb SR. 21. Äoöemiin, Ueber bte Ctueöe
beg ^eter ©quena, ©d^norrg 2lrd^it) f. 8itt.=(Sefd^. 9, 445 ff. ®en6c,
ßel^r- unb SBanberjal^re, @. 308 ff., @. SRicbel, S)ie erften SBanber^
fomöbianten (2lug ©amburgg SBergangenl^eit, 1. g^olge 1886, @. 291). —
Ueber S)aniel ©dementer (nid^t ©dEjmenteg) vql. SBifl'Syiopitfd^, Mm^
bergifd^cg ®ele^rtenleyi!on 3, 653 ff.
21, 31—35, 22, If. 2)er ©orribilicribrifay (SneubrudC, ^aUt
1876, beforgt t)on SB. feraune) gel^ört mit bem ^eter ©quena su bem
beften, xoa^ bag gange 17. S^W^nbert an S)ramen l^erDorgebrad^t
— 240 —
bot. — ^et fci^to&nnenbe Sci^äfer ift eine itBearbeitimg oim
il^. (54)rneiIIe3 Le berger extravagant (®oeb. 3,219), bie ©äug«
amme, in ^ofa oefd^riebcn, nac^ bem 3tal. be§ ©irolamo 9ia^i
(nid^t Xajai). — afeajuma, fjreuben=@piel, 5luff bem @Aaupla%
©efangSrocife DorgefteÖet. 3" bem aJla^monb be^ 1653 :3a9reg. —
SScxUbteS ©efpenfte, ®efan9»@pil. S)ie geübte 2)ornrofe,
®d^ert;*©pil [in fd^Iefifd^em S)ialeft]. 95eibe würben, 2ßt um 2l!t tn*
einanber geflod^tcn, ju einer furftlid^en ©oc^jeitSfeier am 10. Dft 1660
in ©logau gefpielt $gl. $. ^almiS Einleitung ju feiner 9leuauSgabe,
SSreglau 1855.
22, 6. S)aniel ß^afpar oon ßof)enftein (1635—1683) liej 1661
bie @^leopatra t)on ^d^ülern be§ (Slifobetl^^^^mnafiumg in 9re§Iau
auffül^ren unb in bemfelben ^a\^x^ brucfen- — Slgrippina unb ^i^
(S^atiS erfd^ienen 1665, 3bra|im (Sultan 1673, ©opl^oniSbe 16Ö0.
22, 32. S)e§ ©erm 2;. (SorneiHe §oraö ober ©ered^tfertigter
©dbroefter-äJlorb. £rauerfpiel. %u§ bem g^ran^. (t)on ^at)ib @lia^
©etbenreid^ 1638—1688).
22, 34. S^ol^ann (t^riftian Naumann (nid^t ^oQmann) lebte
in ^Breslau unb fud^te ben Unterl^alt burc^ ^omöbienfpielen ju er*
werben. Sßärfted^er @. 49 jäl)lt feine (Stüae auf mit ber Eingabe,
ha^ fie in Söreglau 1673 erfd^ienen feien. — ®oeb. 3, 223 u. 270.
28,12ff. ^ol^euctug ober ©l^riftlic^er SWärt^rer. 3Jleijt au§
bem fjranfe. be3 §. ©omeiHe in§ 2)eutfd^e gebrad^t. Seipjig 1669.
[S5on (S;t)riftopboru§ Äormart, 1666 aWagifter.] — 3m Saläre 1669
lann hk 2luffüt)rung biefeg ^ol^euct, wenn Sßelten baran teil^^
genommen ^aben foH, leineSfallg ftattgefunben ^aben. ®arl©einc
$at in feiner ©aüenfer 5)iffertation „So^anneg Sßelten^ (gaüe 1887)
nad^gcmiefen, ha^ Gelten, am 27. S)e5. 1640 in ©atte geboren,
in afeittenberg unb feit 1660 in Seip^ig ftubierte. ^m Januar
1661 mirb er SJlagifter unb ^accalaureu§, !ann alfo nid^t nod^
1669 al§ ©tubent im ^ol^euct mitroirfen. 3iaer SBa^rfAeinlid^feit*
nad^ ift Spelten im §erbft 1665, nad^bem er bi^ @rbf(^aft feinet
1664 geftorbenen 58ater§ geregelt t)atte, jur 95ül)ne gegangen, fjür
ben Dftober unb Slooember biefe§ 3>ö^re§ ift bte ^Inmefenbeit oon
®arl 3lnbreag ^aulfeng 2:ruppe in ßeip^ig bezeugt, ^l^r fd^loj er
fi(^ pnäd^ft an. SBann SBelten bie fjül^rung ber 2:ntppe übernommen
l^at, Idfet iid^ bi§ jeftt nid^t ermeifen, oermutlid^ jrotfd^en 1676 imb
1678. §n biefeS Qa^r fallen bie erften beglaubigten 9lad^rid&ten feineS
Sluf treteng : ^reäben (Jfürftenau, 3mifi( unb ^^eater am fad^f. $ofe,
1, 255), Mmberg 1679 (©ampe (S. 132), SBormS, ^ranlfurt u. f. ro.
rür feine weiteren 3wge fei einftmeilen auf $eine§ 3lrbeit oerroiefen.
^d^ bereite bie SluSgabe großer Tabellen oor, bie in überfid^tliqer
öeife bie ^eug- uno Ouerjüge ber Sßanbertruppen oon ben eng*
lifd^en ^möbianten bi§ gum @nbe be§ 18. ^a^rl^unbertg barfteUcn
unb bie bi^^erigen (^gebniffe ber tl^eatergefd^id^tlid^en g^orfd^ung ^u*
fammenfaffen foHen. 3^^ $eineg Slrbeit fei l^ier nur auf bte erl^eb-
lid^en S8erid)tigungen l)ingen)iefen, bie au§ Den oon SBuftmann (Quellen
Aur ©efd^id^te SeipsigS, I) oeröffentlid^ten äJfleJred^nungen fid^ ergeben.
^Jgl. 93olte, S)a§ ^anjiger SC^eater, (S. 139.
— 241 —
t)i)0el (@efdb. b. ^al. ^l^eotetiS gu IBetlin I, 61) iai ^x 1690 na^
^evlin. fßmen uno feinem (S4)ttttif(m fei baS äbenbmo^l oenDeigeiet.
€d^ü^e in feiner &avxh, ^^eatetgefci^. erg&l^it ben ^axtibvtxaex fSmaXi
an§ hzm ^a\)x^ 1692. @r benu^t babei ßön»en {ßAxiftm 4, 15),
beffen ^or^eUung Don ©d^mib nad^ meinem SDafibl^auen gefliffent:
lid^ öerbxel^t ift. — Ucber aeiftlid^eStttolerana tigL ®aebeicfe, tlrci^ttKil.
dlad^r. @. 104. — Utber ^Obenbmal^l^oermeigermtg an einen ^mdbi«
onten in 2)attjiö 1781 .f. bie ßitt. u. ai^eoter^^Sto. 1781 @. 786.
24^ ff. ä^ted^er, ®. 56, fül^tt ^ier bie „Sd^aubü^ne enolifd^er
unb franjöfift^cr ©omöbianten . . ." com J^o^re 1670 an, „weil bat=
innen Derfdbiebene ^tüde vom 99h)li^re tiotfommen". (Sloeb. 2, 544.
— ^er ,yBüBtrio Gallicus, Comioo-Satyrions sine exemplo" tft
nid^t vüxi Gelten übetfe^t, rotnn il^m aud^ baiS IGerbienft bleibt,
ftan^öftfd^e flaffifd^eSDtomen im beutfd^n SBübnenfpiel|)Ian eingebürgert
Rl^aben. %t 31. jSloeffer, S)ie ftltefte beutfd^e Ueberfe^tmg SKoliöre«
er Äuitfpiele, 1893. — g. »ölte, aRoliöre^Ueberfeftungen beg 17. ^a^r:^
l^unbertS (^errigS Slrdbio für neuere ©prad^en, liXixn, @. 81).
24.14. ©d^mibS SBel^auptung, ba^ Gelten bie itolienifdbe com-
media deir arte oerbrettet l^abe, ift unrid^tig. @d^on ein fuld^tiger
»lief auf »eltenS Spielplan (t)gl. ^ne, 6. 89) ^gt eS : unter 87
@tücfen befinben ftd^ 15 englifc^er £»er!unft, 12 beutfd^e, 18 l^oU&nbi^
fd^e, 18 franaöftfd^e, 2 italienifd^e, 1 fponifd^eg, w&l^renb bei 21 ®t&iSm
fid^ bie ^erlunft nid^t genau angeben Ift^t. »gl. aud^ »olteg 9Bürbi^
gung oon »elten§ unb $aulfen§ »erbienft für ben Spielplan (Xl^eater«
gefd^id^tl. fjorfd^ungen 12, 122 f.). — ^d^ bie ^meite »el^auptung,
oa^ »elten lläglid^ äJh^geburten Jpanifd^er SDramen unb ^am^t« unb
@taat§a!tionen gepflegt $abe, ift falfd^. Sd^mib fd^reibt fle trittflog
Söroen (©d^riften 4, 14) nad^.
24,20. Ueber ben»egriff ßaupt:: unb StaatSaftion ogl. (Earl
feine „Unglücffeliger ^obeSfatt ©aroli XII.«, ßafle, 1888, ©. I big
II. — SBei^, ^ie SBiener ^avi:pU unb ©taatSartionen, SBien 1857.
26,5. 2)a§ StüdC aug bem ^a^re 1624 gct)ört bod^ fid^erlid^ ju
ben „©nglifd^en ©omebien unb S^rapebien . . fampt bem ^iaell^ering
. . ^um anbcmmal gebrudCt unb congirt . . . MDCXXIV". @§ ift bie
2. Auflage jener beiannten ©ammlimg englifd^er Äomöbien. SluffdUig
ift, baß ©dgmib nid^t bie ©elegenl^eit ergreift, über bie ©nglänoer §u
fpred^en, mag er oter gal^re fpüter in »äxJted^erS ^afd^enbudb tf)Ut
lieber ^idCell^äring ogl. (Srei^enad^ in Äürfd^nerS S^ationallitteratur
23, XCIIIff. — 3[ultu§ 2:ittmann, S)ie ©d^aufpiele ber englifd^en
^möbianten in ^eutfd^lanb. ßeipjig 1880.
25,9. »gl. La commedia dell' arte in Italia. Studi e profili
del Dott. Michel 6 Scberillo. Torino 1884. — Adolf o Bartoli,
Scenari inediti della Commedia deir arte, Firenze, Sansoni, 1880.
26.15. 2lr!abier, SJhtglieber ber römifd^en Accademia degll
Arcadi, bie 1690 gegrünbet mar unb red^t freigebig mit ber »er^
lei^ung il^rer 9?litglieberfd^aft (©d^äfcmamen) im 18. Sal^r^unbert
oerful^r.
16
^
— 242 --
26A ©bttftian ®eifc (1642—1708). ©eine komplimentier^
Äomöbie erfc^ien 1677, bct SWarggtaf oon 9Imrc 1679, beSgl bcr
©äurifd^e TlacAxavtü. SBgl. ©. ^aim, 93eiträae a- ®efci^. b. beutfd^en
ßitteratur beS 16. u. 17. ^f)ht^., SBreSlau 1877; ^omemann, ©^r. Seife
als 2)ramati!er, SWarburg 1853.
26,8 ff. Ueber ©^riftian ßeintid^ ^ ft e l (1658-1705) unb ©brifttan
SBemicfe ogl. ®oeb. 3«, 339. (@teIpo ift Slnagramm au§ Softer.)
®onftantin(|]^riftiatt2)ebefinb, gefrönter^oet, bem®Ibfd)n)aneni)rben
iugel)örig, gab u. a. ^erauS „^em geiftlid^e ©c^aufpiele, be!n)el)met ^ux
"iluftc . . . 1670". SBal. 9Ji. fjüt^tenau, aKuflf u. SCfieater am fäd^f.
ofe I, 115. — Ueber Die ©ambur gif d^e Oper X)gl. Ä. 2:b. (^aeber^,
S)a§ nieberbeutfÄe ©(j^aufpiel. 1. »anb, »erlin 1884, (5. 77—170. —
@. D. Sinbner, ^ie erfte ftel^enbc beutfc^e Dper, Söerlin 1855. —
^eucer in ßemalbS 2:i^eater'9'let)ue, 2. ^a^rgang 1836 („^amburgifd^c
Dper"), ®. ßebrün in feinem 3fal^rbud^ f. äl^eater u. äbeaterfreunbe,
Hamburg, 1846, (5. 65 ff. — ©d^ü^e, §amb. 2:f)eat.^®eW., @. 127 ff.
26,20. §an§ @ad^§. ©in §elbengebirf)t mit einijjen ©rlduterungen.
3lbaebr. i. ber „Sammlung ber S^xa^m^a^tn ©trettfd^riften jur Ser-
befferung beg beutfd^en ©efd^maaeg, miber bic ®ottfd^ebtfd)e @dC|ule".
$«eue 3lu§g., 1. 93b. 3ürid^ 1753, (5. 115 ff.
26,22. 5. ©. 95reff anb lebte am ©ofe be§ §eraog§ oon SSraun^
f Aroeig-SBolfenbüttel. ^ieS^lobogüne (nadf ©omeiHe) erfqien in SBolfen=
büttel 1691, «rutug (na^ ©omeiöe) erft 1697, t)on einem „Sllejonber"
berid^tet (Soeb. 2«, 229 u. 334 ni^tS (au^ »ärfted^er @. 58 nid^t).
2)er ©ertoriuS (nad^ Corneille) mürbe 1694 t)om ©ofe in ©aljbal^lum
gefpielt, SReguluS (nad^ «ßrabon) erfrf)ien 1695. Ä. ©ranbeS, S)a§
ehemalige fürftl. ßuftf^loß ©al^bal^lum u. f. Ueberrefte. aßolfenbüttel
1880. — ©^r^fanber, Sabrb. f. mufilal. SEBiff. 1 (1863), 88ff.
26,28p. @§ ift baS DpernJ^auS, ba§ 1693 ber furf. sÖiac!apell=
meifter SRicolau§ ulbam ©trung! erbauen unb am 8. SWai eröffnen
liej. 1729 mürbe eS abgetragen. — SBgl. 95lümner, ®efd^. b. %\)eaUxS
vx Seipaig 1818, (g. 32—36. SBuftmann, OueOen 1, 465. gürftenau 1,
315 f.
26,29. 5ircefte, ^ejt nad^ «Äurelio Slureli von gjaul a:^iemid^,
SlWuftf oon ©trungt @. SöielanbS a:eutfd^en 9Jiertur 4, 84 ff. —
gürftenau 1, 319. — S)ie in ©amburg 1680 gefpielte ^llcefte ftammt
oermutlid^ oon bem SWufüer imb iÖlebicuS ^ol). ^l^ilipp fjörtfd^.
®oeb. 2, 333.
27,1 ff. SßeltenS %oh^^al)x Idßt fld^ jet^t «emlid^ genau an*
geben. 3m 9Jiai 1692 fpielt er noc^ in 93erlin, jie^t bann nad^ ©am*
bürg. 3m grü^jatir 1693 ift ©at^arina (glifabet^ SBelten SSHtme.
@ie mar bie 2:o^ter ®arl 3^aulfen§ unb mu^ um 1671 ben bei ber
2:ruppe il^reS SBater§ ftel^enben adelten gel^eiratet l^aben. 1672 mirb
il^nen eine ^od^ter geboren, 5lnna ©lifabetl^, bie fpäter jur 2:ruppe
oel^örte. SJolte t)erroeift auf bie mir unjugänglid^en 3lrtifel oon ^aul
Simmermann, S8raunfd^roeigifd)e 3lngeigen 1894, ffh, 76—81. — fiömen
(©. 17) erjd^lt, ha^ SBelten ^mzi 2:öd)ter gehabt \)ahz, ©aeber^
(Slrd^it). «Wad^ridliten @. 147) glaubte ßübecf fiir ben ©eburtSort be§
„einjigen" Äinbe§ in 9lnfpru$ nehmen au fonnen. 9lber ba§ ^a^r
— 243 —
1675 würbe nur für ein aroeiteS Äinb fpred^en, ha Slnna ©lifobetl^
1680 fAon ad^t ^af^x^ alt ift. — ^ie SBanberjüge ber SBitroe Gelten
laffen \xd) länger verfolgen al§ @d^mib annimmt, big ^um 9Jiai 1712.
Söolte (^anjiger X\)taUx, (S. 144 f.) ^at fie ^ufammengefteHt.
27,6. $etnrid^ (glmen^orft (1632-1704), ^ebigcr su ©t ©atl^a*
rinen in Hamburg unb ^oet. ©eine „Dramatologia Antiquabodiema.
S)a§ ift: 93erirf)t t)on bencn Dpemfpiclen ac", Hamburg 1688, mar
fiegcn be§ ^aftor D'lciferg Theatromania gerid^tct. ©Imenl^orft fdbrieb
clbft Dpem. »ö^er, 2«Ig. ©ele^rten ßerifon, 1750, 2. a;^cil, @p. 829 f.
®oeb. 3, 220, 288, 333. SBgL Qf. ©efffen, 2)er erfte (Streit über
Ruldffigfeit bc§ ©d^aufpicIS, 1677—1688, 3tf(^ft. f. ßamburg.
®efrf). 3, Iff.
27,10ff. ßömen, @. 17, giebt ben 2:itel ber Sßeltenfd^en Sßer*
teibigungSfdirift. Sßgl. Sr:^eatcr:=3oumaI f. S)eutf(^lanb, 17. ©tücf
(1781), i. 78. Ueber SoJ). »of. SBincflcr (1670—1722) ogl. ®oeb. 3, 297.
27,15 u. 27. SBgL über S)enner unb bie ©piegclbcrgfd^e g^^milie
bie 3lnm. 31, 10 ff.
27,34. ©ottfrieb (Salsfieber, oben (@. 25 3. 34) al§ ^enaifd^er
©tubent bejeidinct, ftammt au3 S)anjig. fßolU, 2)ana. %\). @. 101, 140.
28,1. felenfon ftarb am 7.3uli 1708. S)cr Ort l^ei^t ©d^mal*
bad^. SBgl. ^roei 3luffä^e t)on griebr. ^of). grcil^errn t)on iReben*
@§be(f , „S)a§ ältefte S)enfmal eineg bcutfdben ©djaufpielerS" (SRl^ein.
^rier, SBiegbaben, 1880, Sfh. 197) unb „S)er Kölner ©rabifd^of unb
ber ^antalon" (S^leue S8ab. ßanbegs^^Öv 3Wann]^eimcr Slnjeigcr, 1880,
SRr. 486, 95eilage).
29,5. ©briftian ?Jr. ßunolb 1680—1721 — „S)er %^xid^U
tritfd^meifter, ober: ©d^mermcnbe ^oete, 3" ^ner Uiftigen
omoebia, woben jugleid^ eine (Sritique über eine§ ^Inon^mi
[SöemirfeS] ©^rifften ... an8 ßid^t gefteüet." 1704. ®oeb. 3, 335.
S^gl. ebenba, @. 332 f.
29,11. 1704 fpielte bie Sßeltenfd^e Gruppe in Äiel unb 55crlin.
ür einen S'Hlmberger 5lufent]^alt ergeben bte D'latSprotofoKc nur bie
a^re 1679, 1705, 1707, 1709 (bie legten brei ^a^len fel^lcn in 93olte§
ebcrfld^t @. 144 f.).
29,24. Ueber ©trani^f^ t)ftl. di. 3Ji. SBemerg Einleitungen ^u
(Stranit;f9§ ©d^riften, SBicner Sleubrucfe 6 (1883) unb vox allem
10 (1886), fobann 21. t). Söeilcn, ®efd^. b. SBiener ai^eatcrroefeng t)on
b. dltcften 3^^^^ ^^^ S^ ^^ Anfängen beg SJurgtl^eaterS, SBien
1901, @. 121 ff.
29,29. $einrid^ ülabemin (geb. 1671) ftarb nidbt furje Seit
barauf. @r ift mit Slntoniug ®ei|ler 1713 unb 1714 in ^rag
(D. a:euber, ®efd^. b. ^raa. 2:^eaterg, 1, 102 ff.), fpäter^in in 2lug§*
bürg, SBrünn, S5re§lau uno anbem ©tobten nad^mmeifcn. @ine Raxt
lang jje^rte er gu ©rfcnbergS 2:ruppe. Er ftarb am 28. S^lon. 1731
in aöten. — 2lud^ al§ 2)ramati!er ift er bcfannt, ngl. 3- 35olte,
fjorfd^ungcn ^nx ^anbenb. u. ^reuß. ©efd^id^te, l^rgg. n. ^. Äofer,
1889, 2 Sb., 2. §cilfte, ©. 219. — SBolte, 2)anaiger 2:l|eater, @. 225.
— ©loff^S gad^fatalog ber Slbteilung f. beutfd^eS 2)rama u. ^l^eater,
16*
§
— 244 —
^en, 1892, 6. 124. — (Bloffi^S StaUüoq b. t^eotergefd^id^tt 9[ttS«
fteOung b. Stobt fßitn, ®. 42.
80,22. tfin frtniipal ßeinrid^ ffiti^lm ^enide ,,unb HompamAt
von SEBien" tft 1714 in )^}i0 nadbautoeifen. 1716 fteOt fld^ ßehtt.
9BU1^. ^r^eneoe", ^Mnßip^ ^er foifert aBtenedfd^en unb l^oArürftl
Sab. ^tttladbifd^en fiofbrniBbionten in Srvcmffutt ein (9)ten%el
€. 145). dh: tft natürud^ mttbiefem SB&nide ibentifd^. lOoIb botauf
tnu^ er geftotben fein, ^ie SEBitwe iBictoria C^lora SB6nid(e ift feit
1717 i&l^rlidb in %ca^iq (fSoitt, 6. 160). 1719 Dctf^milst il^e
Gruppe mit ber ©dfenberg^.
80,28. ^a$ ,,6prid^n>ort'' fd^reibt @buarb ^eorient (1, 884) av^M^
briidtlid^ (Strani^!^ a^* ^^^ ^^ 2:eubet, ®efd^. beS !. !. ^ofbutg«
tl^eaterg, @. 27.
80,80. IBätfted^er <S. 66 fügt l^inau, ba^ ^aad felbft eine ^d^ter
el^ctbt l^obe, bie am $i)fe au SBei^enfel^ eraogen fei, vath einen @ol^n,
er ©ereiter in 9)redben mürbe. 6. Änm. 82, 28.
81,8. 9lad^ iSdmen (@. 18) mar £^aadE lut^erifd^, feine Srrou aber,
mie Ottd^ Gd^mib ermftbnt, attm ^at^oliaüSmuS übergetreten.
81,10 ff. ©d^mib bringt l^ier falfdbe SCngaben, bie öfter mieber^^
bolt jtnb (fo von ^buarb i>tontnt 1, 824, £. fOleni^ü ^. 160 u. a.).
fieonbarb ^brea$ S)enner fmnmt alS ^rüiaipal in Sbpenl^agen fd^on
jpif^en 1698 unb 1710 vot (?aluban, 3tf(§ft. f. bt Wlol. 26,824);
Dftem 1708 ift er, beaeid^net atö „©omoebiant t)on ffiürtembcrg*', tn
ßetpaig (SBuftmann, Cluetten l, 467), fann alfo nid^t er^ 1710 bie
2;mppe begrunbet j^aben. — fEIHt ber ©piegelbergfd^en 2:ntppe
flnb ftl^nUme ©ermimmgen angefteOt. dauert $roei|, Deffen ^ra«
gefaf^te (Sefdbidbte ber beutfd^en Sd^oufpieShmft (2zip^^ 1900) im-
gemein nad^i&fftge Batate giebt, ^at auf @. 121 bie ©ermtrrung oer«
ord^ert Qk »erlegt, inbem er %>wtvent nur fUld^tia lag (1, 881),
©trani^!^ famt bem SSiener 9leumar!t in bie preu^ifd^e ^auptftobt,
tu>n ber @. 826 eraäl^lt mirb. S)eorient§ S^emerfunq, ha^ji 1706 mt^
glieber ber S)ennerfd^en \mt> @piegelbergfd^en ^amilie m Sffiien ge-
mefen feien, miberfprid^t nid^t bireft feiner eigenen $[ngabe (824),
nad^ ber erft 1710 bie [DoUft&nbige] Trennung btefer beiben gramilien
von SelteniS ^rmme ftattgefunben hah^. ^ur Kenner l^abe id^ bie
©erid^tigungen fdoon gegeben, grür @piegelberg§ fdöeint mir
^eorient infofem uled^t au bel^alten, cäM fqon 1706 einige SD^gliä)er
t)ie S^eltenfd^e 2:ruppe x)erlaffen botten. ^ic Mmbcrgcr ölatSproto-
fottc (^amp^, @. 810) ijom 21. Äpril 1706 befagen, ha^ ©at^arina
@lifabet^a SBeltl^in @pielerlaubni§ erl^alte, bagegen mirb am 8. SR&ra
1706 bcn mit il^ren ©anben eingetroffenen ^ßrinaipalen ©abriet SWöIIer
unb ®^riftian ©piegelberg eine abfd^Idgtgc Slntmort gegeben. 3^|^u
2:age barauf mirb an^ bte „grelbemfd^e ^omöbiantenbanbe" „gteid^
ben onberen Äonu)agnien" aur ©ebulo x)ermief en. Sllfo brei 3;ritppen,
bie urfprünglid^ oemfelben ftcrn entflammten. ®abriel S^öUcr mar
feit 1693 ^rmaipal (über i^n f. »olte, ha^ 2)anaiöer SCbeater, @. 165 f.).
©l^riftian ©piejelberg fd^eint jid^ erft je^t felbMnbig gemad^t }u
baben. @r erfdbetnt bann, mie fd^on (Slafcr (®efd^. b. 2:i^eater§ m
©raunfd^meig, 1861) berid^tet l^atte, 1711 bort afö ^naipal. »ei ber
— 245 —
^ürftigfeit x)on @(lajer§ ^ud^ fdbten mit eine ^infid^t in bie Wim
beS liBtaunfci^tDeialf^en (StabtatqiD^ geboten, bie mein SBruber ^ür
mici^ aui^orte. m ergab fl^, bap S^riftian ©^iegelberg oB ^^m^
med ber fiitftL mürttemberg. f8avhe ^of^Somöbionten am 27. :^an.
1111 ben ©crjog Wxton Ultici^ um ba§ ^ar für bie bereits erteilte @rlaubtti§
^ur ^röfptung eineS ^beaterS auf beDorfiel^enber WUt^t bittet. ^ag§
Darauf erfolgte bie S^ffimmung. ^rg barauf aber erfd^eint ©l^riftian
©piegelberg roieber al§ aWitglieb ber S5eltenf(3^en a:ruppe in gran!*
fürt (3Wen^el (S. 141), 1719 mieber afö ^riniipal in ^openbagen
(Stf^ft. f. b. ^^il. 25, 337), 1725 oB aftitgUeb ber 2:ruppe beg
ä^ol^ann Seinl^aag in ^ag (^euber, ®cfdb. b. 5ßrag. %f), 1, 108 f.).
&^renb nun bi^l^er ftetS angenommen mürbe, ^[ol^ann ©piegelberg fei
1732 in SSergen gejtorben, ergaben ^lad^forfd^ungen ixt ben ämnifterial::
hiid)ztn ber ^omtird^e su iäergen, ba| ©l^riftian @^iegelberg bort
im @ept 1732 geftorben ift (3. öuitfelbt, ®briftiania t^eater^
l^iftorie, Äopenl^a^en 1876, @. 41.) Sollien ©l^ftian imb S^l&ann
(Spiegelberg DieQeid^t ein imb biefelbe ^erfon fein? liBgl. ^m. 31,15
unb 5ttnm. 39, 12.
81,15. SDiefe ^laci^ridbt mirb burci^ einen ^ffo^ beftdtigt, ben
^aluban jitiert (fdbmebifd^e 3eitfci^rift „9hl'', I, 428) : 1735 fpterte ^
9lorr(öping ixt ©qmeben :3i>^ann ©me^elbergiS SHtme, &lif abe^,
qeh. S)enner. 1732 mar ©l^riftian ©ptegelbcra in 9lorme^en ge*
ftorben; ift ^lifabet^ ©pie^elberg feine SBitme? ^^ oieHetci^t ein
S)oppeIname S^^ann ®]^rifhan anjunel^men? @. (Seite 47, 3^^ 9.
31,20 ff. _@§ lä^t fid^ nid^t mel^r nad^prüfen, mo^er 2&mm
(S. 16) unb ©dbmib bie oerfd^iebenen Raffungen biefe§ UlbenteuerS
l^oben. ^eibe ^arfteSungen ftnb oft nad^gefmrieben, burd^einanber
geworfen (fo bei Doerffou, S)en banffe @!ueplab§ 1, 127, bet @b. SDe^
Drient 1, 344, mo fogar ©eelanb mit ©otlanb oermed^felt ift). 3Jlic
fd^eint bk ^nna^me ©d^mibiS caa mal^rfd^einlidbften, ba tl^atfdd^Iid^
@piegelberg$ Gruppe 1710 nadb S^aunfmmeig fam. f&aL ^aluban
3tfd^. f. b. m. 25, (S. 325.
82,23. ^op^ie @lenfon beiratete ben l^^b. (Safpar ^aacf über-
^aupt erft 1711. — @. Slnm. 83, 19.
82,25 ff. miö) @. anenfeel (@. 143) fprid^t öon „auüertdfftgen
aWitteilungcn", nad^ benen bie (gtenfon tm ÄrönungSja^re fogar
40 000 a:]^aler S^leingeroinn gel^abt baben foU. S^ren ©d^aufpielcm
lol^lte fte au^ergemö^nlid^ l^o^e @agen. 2'6xotn (®. 18) nennt
14 000 ai^Ir., »ärfted^er ((5. 70) 40 000 Z\)lx, ©eminn. »gl. 3. «ßetl^,
®efdb. b. ai^eat. u. b. 3nuftf au SWaina, 1879, @. 14.
82,31. So^^^^w 3^riebr. fiorena ift um 1695 in Bresben geboren.
%l. meiterbin bie (^^ronologie, bedgL über ^iebrid^ ^ol^ll^arbt,
geb. um 1690.
88,3 f. Ueber ben ^ettjtreit amifdben ber altemben äBitme
SBelten imb ber fd^önen, oerfd^Iagenen 3ulie ©aadCsCglcnfon doL bie
anfpred^enbe (Sd^ilberung hti ®. SJlen^el, (S. 138 f. — S)ie Sitme
Gelten mirb fortan in ber (S^l^ronoL ni4t mebr ermäi^nt. ®ie foU in
bobem 3llter in SBien geftorben fein. — »gL SHeidbarbiS ^beaterioitmol
1781, 17. @t., @. 79.
— 246 —
88,19. &aad jtarb erft 1722.
88.26. fieipsiö iftt)i)n 1712—1726 jä^rliifter «ufent^altgoxt bet
ßaa(f::@lenfi)nf(^en Ztvapvt gemefen. SBgL SSufhnann, OueUen I. —
^e Ueberfici^t übet bie äBonber^üge bet Gruppe f^at SBolte (^onsiget
%i)zatex, 157) ^ufammengefteHt.
88.27. ^arllBubn)igßi)f(jQmann ^atte ftubiert. ^on if^m rül^rt
bie SBerteibtgtmgSfd^rift Set SBioe. Gelten l^et. $gt 2'6xom, @. 19
imb ©l^tonologie @. 37, 13.
88,29 ff. 2)ag So^t 1712 tarn nut füt bie SBiebetctöffnung bet
SBotfteÖunaen naci^ bet ä:tauetjeit füt Äaifet 3ofef (gcft. 1711) in ^tage
!ommcn. 31. t). 2Bcilctt (a. a. O. ©. 124) unb O. Xeubct (2)a§ I. !. ßof*
butgtbeatet, @. 126) toeifen batauf l^in, ba^ fd^ott ftü^et bie beuqd^e
^möoie m haS &avLS beim [niqt ,,x)i)t bem''] ^dtntnettbote ein^
gesogen fei. S)ie Ulfleinl^ettfd^aft bet Igtalienet imtet 2)e @cio itnb
iHiftoti n)at fd^on 1709 geftütit. [Ripoti sog batauf mit feinem
©tegteiffpiel butd^S fRzi^, ogl. g-ütftenau 2, 95. — D. 2:eubet, @efd^.
b. ^tag. SC^. @. 108.
84,1 ff. @a(omon ^aulfen oon Ctuoten, oetmutUd^ betttfd^et
obet niebetlänbifd^et Slbfunft, mat ©olbat in bänifd^en S)ienften,
bann 3<^^wbtec^et, „ocuUft, ftein* unb btudffd^niebet", fd^Iieplidb
Äomöbiant. Sßgl. ^aluban, ^tfdbft. f. beutfc^e ^^iL 25, 340 f.
Ciuoten fud^te bte Qu^d^amt mit ©eiftetetfd^einimgen, feuetfpeienben
^tad^en, ^tanSpatenten u. betgl. von ©olbetgS Äomöbien abiulenfen.
5)afüt t)etfpottete il^n ßolbetg in jmei 2)tamen: im „Ul^ffeS oon
gtbacia obet eine beutf&e Äomöbie'' petflffiette etCluoteng pamU
uno @taat§aItionen, in ,,äaubetei obet blinbet 8dtm" (IV, 5) hxaa)U
et Quoten felbft a(g ^tinsipol auf bie ^bne. iBgL ^olbetgS Suft^^
fpiele, übetf. o. De^renfdbldget, Seipaig 1822, II, ifi. — @. ©. SBet::
laufF, ©iftotiffe Slnte^nelfet tU S. §olbetg§ ß^ftfpil, Äopenl^agen 1858,
@. 472 ff. — D. Steifen, Äjobenl^aon paa ^olbetgS 3:ib, Äopen^
bagen 1ö84, @. 243 f., unb Äjobenl^aon unbet ^ong SJtebettf ben
g-jetbe, 1892, ©. 232 ff u. @. 606.
84,8. Sodann Ultid^ oon Äönig (1688—1744). S^gl. ®oeb. 3,
346 f. 3lIIg. ^eutf^e »iogt. 16, 516 ff.
84,14 flf- ©ottfticb ^te^aufet, geb. am 8. S^loo. 1699 in bem
©aufe SU Den btei ßaufetn am ^l^lmatft, mat dienet bei ben ^d^au^
jpieletn XiUr) unb ©tünblet. S)ut(| fie !am et mit ©ttani^!^^ Stuppe
m SBetül^tung, ging sut öül^ne unb begann 1716 eine (dngete SBanbet*
f^tt al§ Äomöbiant. SBgl. 31. t). SBeUen a. a. D. @. 141. — ©loff^g
•feienet Katalog @. 23. — SButsbad^, »iogt. ßej. 23, @. 246 f.
84,25. ©^tiftian ©tun biet (1686—1724) ift and) bid^tetifd^
tl^dtig gemefen. ^gl. 21. v. SBeilen a. a. D. @. 136. — 38aul a:in9
(1685—1729) gcl^ött einet bi§ sum @nbe beg 18. 3[]^btg. nac^roeigbaten
©d^aufpielcirfamtlie an.
84,35. i)et aWationettenptinsipat ift 3alob ^ietfd^nadC, bet
eine ȟbe auf bet gteiung (1699, 1717), auf bem Subenplatj (1697,
1699, 1700, 1705), htm ©ol^en SWatft (1697) besog, abet aud^ im
S^aHl^aug in bet Sldl^e beS 5^anci§canetplatje§ (1709, mit poini?
fd^en ^omöbionten) agiette. ©loff^, ^atat b. ^eatetgefd^id^tl.
— 247 —
5lu§fteautt9 bcr ©tobt SBien 1892, @. 25 ff. — 3. ®. ©Alagcr,
Söicner ©üs^en au8 bcm Tlxtt^lalt^t, S^eue fjoloe 1839, @. 269
(©tcrf^nacf al§ ^^ao^narat" angefübtt), 260, 264, 277, 344 (?), 361 f.
85,2. Unter Der SJiabame ^^Ibin wirb rool^I niemanb anberS
als bie SBitroe SBelten ju üerfteben fein. Sluffämg bleibt ibr plöt^*
li(i)e§ SBerfd^roinbcn 1712 in SBten. Sft bie ^tngabe ber ©l^ronoL
rid^tifl/ bann l^oben wir l^ier bie le^te fflad^xiö^t von ber 2:ruppe.
21I§ „fjelbin", „fJelbifAe SBittib" crfd^eint Q^ati^, @lifab. SBelten l^dufa,
fo in Slümberger iRatSprotoloUen, vgf.. ^axtvßt a. a. D. 3:eil 11,
mt. 553, 554, 556, 615, 622, 625, 627, ober in ©ÄlagerS SBiener
©üa^en in, 344 (ogL bagegen @. 264). ^'@Ioert (®ef%. b. 2^. in
Tl&\)xzn ©. 40 f.) nimmt o^ne weitere^ an, baj fjelbin imb Sßelten
biefelbe ^njipalin flnb.
36,5. Ueber 3JiarIu3 x)ermag id^ nid^t§ näl^ereS anzugeben. —
So^cmn §einrid^ S8runiu§ ift öfter nad^juroeifen. ^rautmanng Sln^^
gäbe ©al^rbud^ f. aWünd^. ®efd^. 3, 348), »runiuS l^abe M| 1715
i^on @trani^!^§ Gruppe in SBten abge^peigt, ift irrig. äBol^l ift
93runiu3 1715 in SBien oeroefcn, aud^ 1714 (51. 0. SBeilen a. a. O.,
@. 139), boci^ fommt er Jd^on 1712 al§ „principal einer hanha l^odb-
teutfd^er comoebianten" in Mmberg vox (§ampe a. a. D., 2:eii II,
SRr. 629). :3n ^ag ift SBruniuS 1716 mit 3of. 3lnton ©eitler, bann
in 3lug§burg, Ulm, S^Klmberg, Slörblingen (1719), a^ünd^en (1720),
«Bafel (1720), 55em, fjranffurt, Äöln (1720), ®raa (1722 [(glofft)§ g^ad^*
latalog @. 369], 1728, 1729), »rünn (1727, 1728), wo feine SB Uwe
ainaftapa ©runiuS 1729 unb 1730 auftritt.
85,10. fiab^ aWontague (1690—1762) berid^tet über bie SBiencr
Slmpl^itruO'Sluffül^rung in einem ^Briefe an ^ope t). 14. ^q>t 1716.
5BgI. „The letters and works of Lady Mary Wortley Montague,
edited by her great grandson Lord Whamcliffe. Second edition,
revised in three volumes", ßonbon 1837, 1, 286 ff. 5)ie (Sl^ronologie
giebt eine freie Ueberfe^ung ber oft angeführten SBrieffteUe.
85,27. Sodann @mft ßeinbaaS (1687—1767), al§ „fogenannter
^antalon au§ SBien" 1714 vx &^miq (SBuftmann, OueUen 1, 468),
1725 in ^ag, beSgleid^en 1744 — 45 bet ber 2:rwppe ^ol^ann ©d^röberS.
^euber (®efd^. b. ^rag. ^I^eaterg, @. 108 ff«) Ö^^bt eine midbtije
95ittfd^rift ber ßeinbaaSfd^en Gruppe, pgleid^ ein 3mtglieberoeraei^m§.
— 93ärfted|er (@. 75) fügt über ben italienifd^en iiif enthalt ^inju:
„Db er [ßeinbaaS] gleid^ m St^lien bie (Sl^irurgie trieb, fo oerfäumte
er bod^ bie ^elegenf)eit nid^t, gute fomifd^e Srtufter ju feigen.''
86,2. ^ol^ann fjerbinanb 95ecf, Ctuadff alber, ^txbureißer, ©d^atten-
fpieler, SJiarionettenfpieler, ^möbiant unb fd^liejlid^ gar ^rinjipal
einer „SBanbe x)on «öni^l. ^of)Inifd^en unb (S^l^urfürftl. ©äd^fifd^en
©offfomöbianten", aud^ etner „öod^fiirftL SBalbeofd^en prioileg. l^od^^
beuifd^en ^oflomöbianiengefeHf^aft" ift oon 1703—1766 nad^jumeifen.
©r ift u. a. in min 1715, 1716, 1720 (3JierIo in ben 3lnnalen b.
^iftor. S5erein§ f. b. 9flieberrf)ein 50, 148), in 9lümberg 1717, 1733
(©ampe a. a. D. (S. 168), in Seipaig 1718, 1726 (CtueUen a. ®efd^.
ßeipaigS I, 468), in fjranffurt 1781, in 95ern 1729—1731, poor in
— 248 —
9afel unb Sttalburg (Streit, QkUb. b. htm. Sül^nentoefend @. 6,
169 ff.), in ^ombtttd (?^%^/ 6. 58 ff.)/ in anoing 1743—45 (nad^
ber StücR^ aud ben 9Heber[anben; $ti^, (Sefcb. bed ^eaterS u. bet
9htfl( in a^aina^ 6. 20) u. f. w. 6ein SBilb ift eüt^lid^ abgebtucft
t)on 2^. $(nnpe, ^ie fol^renben Seute i b. beutf(|ben !Bergangen^eit
(8 a)i{onogtapl^ien jur beutfd^en ^Ituraefdbiclbte, brig. d. ®. (Stein«
l^Qttfen, SBonb 10) 6. 112. — IBgl. au4 ©loff^i^ grad^fatalog, SBien
1892, 6. 97. — giebcn*(B8becf, fJeutfAeS M^nenl^ilon 1879, 1, 81.
86A liebet Gerate ald ©d^aufpieler vgl. ^ $agen, 9leue
^?tett^. ^öinaialblätter 1860, 3Bb. 10, @. 263 ff., %^. ©ampe in ber
eben enodl^nten aRonogropbie, fon^ie in feiner 9tilrnberger ^l^eoter«
aefcj^idbte ©. 155 ff., D. 2:euber, ®efd^. b. ^froger an^eaterS 1, 148 ff.,
m. o. SBeilen, ®efd^. b. SBiener ^]^eatem)efeniS @. 115 f., md^ @. 123,
$. Segbanb, Sminci^ener ^^ne u. iBitter. i. 18. ^^bt. (Dberba^r.
Sr^i», »onb 51) @. 82 ff.
86,6. (9. fR, &aj^taxl (ßa^ferl) ^ielt fid^ meiftend im fflothm
auf. 1717, 1718, 1724, 1726 war er in ÄieL ®r ift ber SBerfaffer
einer Bearbeitung Don ®T^pi^xuS>* ^apinianuiS. — SBgl. ^arl Q^toff^d
grodbfatalog ber ^teilung f. beutfcbeS ^rama u. il^eater, 6. 8a
(STöeine, ^tfci^ft f. htumt ^l^iloL 21, 280 ff. %ii htm m^t
unter^eici^net er tid^ ®. 91. ßoSferl olim stud. N(uno) V(ero) Comicus
Mersebarg.(ensis) 1710. ^vmox xm^ er bei ber Gruppe ber ^opl^ie
(glenfon geftonben l^aben. — S^on SÄarggraf ift mir nid^tS n&l^ereS
belomtt. Sollte t2 äTlarquart fein, ber ftd^ in Königsberg (aüerbingg
fÄon 1687, «neue Jhreuß. ^oingialbt. 10, 264), in SBien 1699, 1706,
1706 (©d^IagerS ^ti^tn 3, 361 f., ©loff^g Äatal. b. SBiener %i)tattx-^
gefd^iÄtL ^luSfteOung @. 26) u. öftcrg nadbmeifcn läßt?
86,9 ff. s)ie entlel^nte Söefd^reibung Der Gruppe müßte, ftreng
genommen, in ^nfübrungS^eid^en {teilen. Bgl. Sömen @. 20.
86,31. Slnton ©eißler mar mit X)erf(§iebenen prinzipalen vtx-
bünbet, 1706 mit S^riftian »enj. ßom in Seipaig, 1708 ebenbort mit
Gabriel SO^bUer (bem frül^eren S^citglieb ber ^eltenfd^en Gruppe),
1710 Joü man ^ntboni ©eißler unb ©atbarina (Blx^ahttha f^elbin be-
barrlid^ abmeifen" (mmberger 9latSbefdbluß, öampe, %til 11 S^lr. 621,
624, 626), 1713 unb 1714 ift er mit 9tabemm in ^ag (2:euber 1,
102 ff.), bann mit »runiuS, 1721 mit ^rel^aufer in SBrünn (b'®toert,
©. 41). ^ort fpielt 1726 feine SBitme m ber a:ruppe oon ^ol^.
^aoib ^errgani^.
87.9. 3m Söinter 1723 fpielt neben ^rel&oufer unb ©eißler aud^
Submig @mft ©teinme^ in SMnn, bann in Olmütj (b'@Ioert @.41
u. 138). Sn amind^en ftirbt @teinmet>, feine Söitme SWarie (glifabetb
nimmt ^el^aufer al§ §an8rourft auf unb lommt mit il^m 1724 nad^
SBrünn.
87.10. SBftrfted^er @. 79 giebt ben ^itel: „©urieufe unb rool^I*
erörterte fjrage, ob Äomöbien imter ben ©l^rijten gebulbet, imb ol^ne
SBerle^img il^reS ©emiffenS oon bcnfelben befudjt merbcn fönnen,
per Sflamfol^/' ®ine SSHberlegung fei in ^a^vuxa 1724 erfd^ienen.
87,16 f. %tx (Sinna oon ®omeifle erfdbten ntd^t 1724, fonbem
1702 in ber „(S;i^riplid^en SSefta unb Srrbifd^en fjlora" be§ Mm«
— 249 —
berget^ G^^tiftopl^ f^ürer von Qahnenborf. ^a^ biefe Gatmnlimg
genteint tft, gel^t au^ ^&x\tzä^ex^ 9lotta (<S. 79) l^eroor.
87,22. 3^baufcr l^eirotete am 16. ^tm, 1725 aWotgaret^c ©üocr«
bi»g (gcft ll 9tot). 1759, 81 golrc olt).
87.26. SBorl^er n>aren non il^m bereits mufifalifd^e iSuft:: unb
©ci^aufpiele etfd^tenen. ©oeb. S, 84ß.
87.27. a^ol^ann ©ottUeb JJörper fommt fd^on 1722 afö ^Pttnjipal
Dox; er bef(i^n)ert ftd^ beim fRot t)on ^iel am 27. i^^nner üoer mxt^
!urren$ bur<^ anbere 2;ruppen. ©loff^iS ^ad^fataloa ber Slbteilung
f. beutfd^. S)rama u. Zi). 1892, @. 99. (^anaci^ tft ajt X)erbeffem
(Seite 6, 5lnm. 13, in §an8 2)et)rient§ SDarfteUimg t)on ©dbönemannS
Seben.) Ueber feine öaupt? u. @taat8a!tionen. Die er 1725 in ber
fßnht auf ber 9leuftdbter ^ul^lentmiete au {Hamburg fpielt, t)gl. ^d^ü^e,
@. 54ff.
87,35. ©in $rin§ipal Slarl ^outl^ ift 1724 m 9^jpto(t $. SB.
^ärenfprung, ^erfudb einer ©efd^idgte b. ^eaterS in Mecflenburg-
©c^roerin, 1837, ©. 39.
89,1. Ueber äubot)ici f. ^HcoloiiS S^efd^reibung einer 9leife u.f.n9.
1784, 4, 565 f; banad^ fofl Seffing au8 htm SRadjIaffe ber S^leuberin
eine ^n^al^l SuboDicifroer ©tilae befeffen l^aben. fjemer 8, 153, wo
9licolai il^n ben Sl^afefpeare ber beutfd^en ^aw(>U unb @taatiSdftionen
nennt — ^ie ^t&ch äubot)icid maren nur ©ntmürfe.
88,10. ®ann Sol^ann griebridb (Sd^önemann (peb. am 21. Oft
1704 5u ©roffen a. b. Ober) sur SJu^ne jjing, fielet ntd^t genau feft.
$gl. ^ani^ ^eorient 3ol^ann ^riebnd^ (S^önemann unb feine
©^aufpielergefeUfd^aft, Hamburg 1895 (S^eotergefd^id^tlid^e f^or^
fd^ungen XI) @. 5, 3inm. 12.
88,12. S)ie ,©nbigung' x)on görfterä ^hwjipalfd^aft — fügt
ödrfte^er @. 81 l^inju — xm^ na(S^ 1730 gefd^el^en fein.
88,14. $a^!arl n)urbe (nad^ ^drfie^eriS Angabe <S. 81) au
9bftorf 9iotar.
88,16. ^at)ib $olsn)art(]^) ift al§ „<Sad^fen^ilbburg]^aufenfd^er
pffomöbiant" 1720 u. 1725 in Sflümberg, 1721 m Seipaig, 1723 in
iel nad^n)ei§bar.
88,33. ©emeint ift bie Sammlung tjon „2:eutfdbcn (Sdbaufpielen,
beftebenb: ^n bem afabemifd^en ©d^lenbrian, htm @rjt=@auffer unb
ber SBeiberprobe. Berlin imb Hamburg, 1726." — ©l^nftian gfriebrid^
^enrici mar geboren am 14. ;^n. 1700 au Stolpe unb ftarb am
10. aWai 1764 m Seipaig. ©oeb. 3, 352. — «gL SBuftmann, Ouetten
a. ©efd^. ßeipatgg (,,3lu8 9fHemer§ Seipaigifd^em ^al^rbud^e") 1, 440f.
88,35. fedrpeÄer @. 82: „^ä) fd^Iie|e ^ier mit biefem ^a^re,
meil ftd^ mit bem gai^re 1727 bte S^leuberifd^e ©pod^e anfängt, mo
nun Der eigentlid^e ©runb a^ unferm gegenmdrtigen ^zattx gelegt
morben.''
89,9ff. g^rieberife ©aroline 3BeiJenborn ift am 9. m&x% 1697
in a^leid^enbad^ geboren. fEfHt il^ren ©Item fam fie 1702 nadb 3«>idfau.
3^re l^uaenb meift ^enteuerlidbfeit unb Unglüdt auf. @($on init
Dierae^n ^afjxen unterl^ielt fie ein ^SiebeSoer^ältnig mit einem Stubenten,
ber fie entarte, cd^ bie rol^e ^el^anbltmg il^reS §8aterS ben weiteren
— 250 —
9lufent^alt im ^Iteml^oufe i^r unmöglid^ mad^te. @3 tarn 5U einem
^oge^/ ben bet fßatex gegen feine eigene Sod^tet unb beten ,,rap-
torem unb corruptorem" anfttengte: etne furje ©efdngniS^aft folgte,
barauf ein längerer ^ufent^alt im IBaterl^aufe, biS ber naA grreil^eit
t>erlangenben Xod^ter bte äIRdglicbfeit 5U einer S^ludbt fid^ bot. wUt
bem ©tubenten ^ol^ann 9leuber fto^ fie 1717 nacb äBei^enfeli^. gm
9ratmfd^n)eiger %om würben fle am 15. gr^br. 1718 getraut. $gl.
über fle t>or allem ^ebr. ^ol). ^eil^err t>. ^leben^^Sbed, (Caroline
9leuber unb il^re 3^0ß^ff^/ ßexpsig 1881, ein fSud^, baS nur in
feinen ard^ioal. ^erönentlttbunaen feloftdnbtgen SBert befi^t.
89,12. 9^eben'@goed (©.89) unb nacb ibm anbere bel^aupten,
9leuber3 feien 1717 ju ber Gruppe beS ^^9<intt ©piegelberg ge-
fommen. %a nun ober ^fol^ann ©piegelberg nid^t alS ^onigl. Sro^«
britannifd^er $of!omdbiant nad^^umeifen ift, fo na^m ^leben-^Sbedt
(<S. 42) an, ba^ 9leuberi^ 1718 nid^t mel^r bei feiner Gruppe gewefen
feien, benn fie fül^ren im Söraunfd^weiger a;raufdbein jenen a;itel.
g. ©trudf (5)ie ölteften Seiten b. ^zaUx^ au ©tralfunb, 1896, ©. 14)
t>er5Qentlid^t nun eine Eingabe dbriftian <Spiegelbergg an ben
©tralfunber 3Wagiftrat (20. Slpril 1720), au8 ber ^en)orgel)t, baj
6)l^rijtian ©piegelberg „in ^i)xo fdnigl. 20la^tt. oon ©ro^ntannien
unb dgurfürgltd^en ^urd^leud^tigfeit t>on ^annooer ^ienfte alg prioile-
girter ^off^&omoebiant'' {[tanb. ^arauS ift mit siemlid^er ©iqerl^eit
5U folgern, ba| 9leuberg in <§^^i{tian ©piegelbergg Gruppe gefpielt
boben. %L 3lnm. 81, 10 ff. &l. ^roelß (^uragcf. ®efd^. b. beutfd^.
©d^aufpiedunft) giebt @. 121, 3« 9 f. t). u. eine unfritifd^e S)arftellung.
89,16. Sodann Sie üb er ift am 22. San. 1697 ju 9flein8borf
(nid^t 3^iclau) geboren unb befud^te baS ©^mnaftum in 3^iclau
big 1716. fßal SHeben::@§bedf a. a. D., @. 31 f. — Ueber bie f8t^
beutuna 9leuberS finb bie ^njid^ten merhoürbig geteilt. 9htr ben
SWann feiner grtau fielet in il^m @b. S)et)rient (2, 6), roä^renb grürftenau
(2, 815), SReben^@8bedf (@. 71), @. 3Wen^el (©. 157) il^n, wobl mü
Unred^t, ^ö^er bewerten, ©anj allein fte^t S)anael (©ottfd^eb u. f. 3eit,
Seipgig 1848, @. 134) mit fetner ^Infid^t, ber an^ IReuberg ^Briefen
beutli^ herauslieft, baj Sfleuber imb nid^t feine fjrau bie erfte SHofle
gefpielt t^abt, ja er fprid^t t)on einer „untergcorbneten ©teile" ber
Sleuberin.
89,27 ff. S)ie S)arftellung, bie ^ier bie ©l^ronologie von ber 95es
grünbung oer 9leuberfd^en Gruppe giebt, entfprid^t !aum ben ^l^atjad^en.
^on bem ^uf enthalt in ber ^aadf^^^lenfonfd^en Gruppe fd^weigt ©d^mib
jang. 9lad^ bem 2:obe ber ©op^ie ©lenfon^ßoffmann (1726) filierte
t^r britter SWann bie ©efeUfd^oft nadb ©amburg. S)ort würbe fle
aufgelöft, ©offmann ging nad^ 9tußlanb, wöl^renb SIeuberS eine neue
©teuuna fud^ten. "^vS einem ©d^reiben beg ^ringipaB %amh $err^
gang (bo. ©aljburg, 25. Dft. 1725, mitgeteilt t)on irautmann, ^af)x^
bud^ 3, 427) ge^t l^eroor, ba| IReuberg ju feiner a;ruppe fto^en foHten,
bie 1726 in 2luggburg fpielte. 3nbeffen gingen ne nad^ S)re8bcn,
wo fle au§ aJlitglicbem ber alten ßoffmannfd^en ä:ruppe unb au8
fReugcworbenen eine ©efeUfd^ag bilbeten, bte 1727 ba§ föniglid^e
^riotleg (abgebrudft bei iRebensfeSbedf, ©. 56) erhielt. Sßgl. bie S)ar*
— 251 —
ßelluitfl von @b. 3)eDrient, @efcb. b. beutf<^en SAaufpielhmft, Seipgig,
1848, 2, 7f.: 5Bt. gürftenau, 2, 309ff.
40,2. goffmanitS ©tieflinbet fptelten in »taunft^roeia. 1ba% er
fetbft nai^ *(Jeteclburg Begangen toax, bezeugt eine (Smgo&e ber'
gleubetä oom lö. JJebi. 1727.
40,11. Uebei ®ottftieb §«nrid^ fioi^, be|Ten geben unb SBirlen
bisher nicgenbS im ^ufammen^ang bebonbett roorben ift, benite it^
eine auf at^icalif^eä 9)iatenal fi^ ftü^enbe 9)arfteQuna not.
41,8. Soäf ift aia Dii^ter unb Detorationämalet für bie 91eubetf(^e
Söa^ne t^atig geroefen. „Sßr. 8o<fi ift fetii: peigig im Ueberfetjen"
(»Tief Jßeuberä nn ©ottf^eb -o- 28. gjuni 1730). „liefen Sonnner
^at er (Soi^) unS ein neu a^eater gemolttet . . ." (17. ®ept. 1730).
„^x. noä) ma^It etfi^tectlii, unb (unfftige 3Rii^ael Slleffe werben
wir unfere Si^QUbübne mit tautet neuen Sfeimi anbiungen auSpu^en"
(21. Quii 1731). Ueber ben Siebter ngL ®oeb. 3, 866.
41,17. 3tm 8. aiufiuft 1727. — 9ieben=g§be(I ®. 56.
il,20. 3m aßai 1728 erhält bie gieuberin »om Slfirnbeta« !Rot
fet^ä SBo^en ©pielerlaubniS (fiampe, ®. 186: feblt bei iReben=@gbed
©.356).
42,4. ^p^ann e^rifto»^ ©ottf^eb (2. %tbx. 1700 — 12. ®eg.
1766). Sügl. befonberS 31^. S- Donael, ©ottf^eb unb feine 3eit,
Seipiig 1848, unb ben Sluffatj pon aRic^aet Jöemaflä in ber attg.
3)eutf^. Söiogi. 9, 497 ff.
42,9ff. ©ottf^eb ^tttte f^on 1724 in fieiogi^ oerfuAt, ben
^prinjipal ßoffmann (bei bem SleuberS fi* aufhielten) für eine
äletmgung Sei Spielplans „oon lauter fi^niulftigen unb mit Sartes
(ins Suftborreiten untermengten ^aupt^ unb Staatäaltionen, lauter
unnatürlichen SRomanftreidfien unb SiebegDenvicrungen, louter pbbel=
baften JJraJien unb Roten" ju gewinnen. 3)01. ©ottfdbebS eigenen
Seri^t m feinet „®tiBf<^en Sßortebe'' jum Sterbenben Sato, Seipjig,
1732. Ueber ©i^mibS gefjäffige, ungereimte SBeurteilung ©ottfc^ebS
f. bie ginleitung.
48,17ff. Sog SDerjeicbnig ber aufgejä^tten ©tüde ip ben .m«^--
trägen jur Eritifi^en $iftorie bet »eutfi^en SptQ<i)e'' JC 6. SSanb
(1740), @. 521^. entlebnt ätnjumerlen ift bei bem einjelnen taum
etwas. Ueber Die SJicnter ngl. (Soebeleä ©runbrig, SSanb 3, — Ueber
©ottfr. Sänge, ben Seqjjiget Sflürgermeifter, »gl- 9lelien=e8be(I ©. Gl,
SInm. 1.
48.24. 3n aiümberg fyielen 91euberä 1731 biefe ©inna^Uebets
fetjung in ®egeniDart beä ^etrn oon guter, „roeli^er itio ^ier ber
»OTneßmfte SKatäberr ift unb ßafteDan genent rotrb." Eßrief ^o^ann
SUeuberS nn ©ottfAeb, bb. ai.Spxli 1731, abgebtudt bei SKeben^eäbed
©. 101.
43.25. „Sancio unb '
Singfpiel: „Sancio, Cber
finmbutg i727) geoibeit-*
43,29. atbam 9*^*-"
ift eine Uebert"«—
ä^eateTjette' •*
— 252 —
4*30. 3ol^. (2;^ti{t Oottfcfaebi^ €terbenbec (iato, ein Xtaueifpiel,
nebjt einet mttfdben tiorrebe, bavinnen vtm bev (IHnrid^tuna bedfeiben
9lecnienfc&aft gegeben wirb, ßeip^ig, ^u finben in 2;eubneri^ sBucmoben.
17827 - Ueber Die erjte ^pbrung (1781) ogl. 9Ubeni»(SgbecI, ^. 99 f.
48,81. ©l^riflicm ®ottl. fiubwig (1709—1778). «gL ®oeb. 3,
858, 870, 371.
48^. ®eürg IBe^rmann (1704—1757) toax Kaufmann in ^cm^
bürg. Seine $oraaier würben fcbon 1783 in Hamburg gefpielt unb
ni^ erft, wie ®oeb. 8, 871 angtebt, 1785. Sgl %nxn. ^n ®. 66,1.
4a,84. SBrutuS, %t\p. n. iffoltaire vtm 9[ac. 9Bil^. SBIaufuS.
(Soeb. 8, 365. — 48,35 $«ter StÜDe, ;Sic in Hamburg. ®oeb. 8, 865.
44.1. Rn iBel^rmanng %xmolu>n ogl. ^ntn. 66,1.
4^. Sobann Jtecob SBitter (1694—1747) war ^ofeffor in
Strasburg, ^er „äSitibribateS", %x. nad^ 9lacine, erfd^ien 1785.
44.2. ^ol^eufted mn SJ^drt^rer. (Sbripd^ed Srauer^Spiel, ^ud
bent gftcm|öftfd^en be^ % (S^omeiSe überfe^et t)on ^tl^arina Solonte
i^indtin. Sebo^mer ^l^in. @tra^6urg [1727].
44.4. ^^er ^aroier ^melia, überf. t). ber (S^ottfd^ebin", im
2. SBb. t)on ©ottfd^ebS ^eutfd^cr ©d^aitbü|[ne, ßeipaig/ 1740.
44.5. Ueber bie ,,®efd^rotfter in ä^aurtcn" f. 9lnm. 54,24 ff.
44.12. ©enteint ift „^er Sd^maro^er, Ober baS ßeipsiaer
9lofent]^aI Unb ber luftige Spaziergang na^ (S^oli^" [t)Ott ?]. $Utf
bent 2:beateraettel (f. ^leben-^Sbedt, @. 116) l^ei^t e§: ^ie ^^au?
bü^ne fteHet unter anbem Dor: „(Sinen Drtl^ int 9lofentl^aI,' wo man
im ^rofpect ®olxi^ mit ber Sßaffer:;Sd^en!e imb babe^ bte Sd^iffe ^
tmb abgeben flehet."
44.13. 3^ bicfen brei Stubenten (Ungcftütmn, 3^Iei|ig imb
^abered^t) tiommt al§ vierter ber :Seip|ißer StubiofuS S^^^lemgut,
em „galant homme". ^e üier fteHte ote 9leuberin „berxlid^* tmb
„oirttg^ bar, wie (S^ottfd^eb augfü^rlid^ berid^tet (im 44. Stüdt ber
vSernünftigen ^ablerinnen" Dom 31. Dftober 1725).
44,16. ®oeb. 3*, 363 f. cer^eid^net t)on ber SIeuberin brei ge*
brudtte Stüdfe.
44,21 f. Strani^fg Jtarb fd^on 1726, am 19. 3Wai. 'iRadf feinem
a:obe übemal^m fein SBetb SWana S^lontca, ,,bie ^annSwürfftn", biz
iSeitung ber Gruppe/ gab fie aber 1728 an ^oroftni unb SeUierS.
grance^co SBorofini war ©offdnger, Sofepl^ ®arl SeHicrg ^oftdnjer.
28gL l^tergu O. 3:euber3 ^arfteUung (oaS !. !. ^ofburgtl^eater feit
femer «egrünbung, 2Bien 1896, S. 28 ff.).
44,82 f. ^orofmi wnb SeUierg richteten 1731 in bem ^aUl^auS
bei ben ^an0tanexn ein Slebent^eater ein, baS Dovm^xtdi^ hi^
italienifd^e ^rleSfe imb bie musica Bernesca pflegen foQte. ^gL
3:euber, ^ofburgt^eater S. 82.
44,34. ßicg: ^ruffalbino.
45,27. g^rau ^©rognac" in IRegnarbS „Q^xfitznUm"'
46,8. $crm Sol^ann ©l^riftop^ ©ottfd^ebS ber Unit), ßeipjig a. Q.
.... ^ . 3Juflaa(
ieipatg 1757. S. 114—170: Sflad^rid^t non bttt Sd^Üfalen biefeS
mm fünften S^ale ^lectorS Sterbenber (S^ato .... ^e^^^^ ^uffaae.
— 253 —
ftetbenben ^to in ^anfreid^ unb ^eutfd^lanb, vm @^rifL SottU^b
46,15. @ttte 3«f Äntmenfteöung ber fRoöenbcf etiuna bei bcr crften
Seip^ger ^uffül^runä beS (&ato giebt SReben^@i^bed! €. 99.
46,21 ff. a)aj bie «Tleuberin 1781 auf bet ^mS)n^ ö^nc ©a^"
gefpielt l^abe, ift natürlich eine Sfobel, bie ober t)on @b. ^eotient
(2, 18), t)on lReben*@gbecf mit einigem StoeM, (@. 100), vm $on8
^eDtient <Sci^önemcmn, @. 804, u. a. miebet^ebirac^t ift. (Sb. IDexment
meint baS „etfte beutfd^e ©ä^aufpieH^auS" m 9Hmtberg, t)on beffen
angeblicher @rri(^tung er 1, 114 fprid^t (wol^l im ^fqlu^ an SS^tQS
©efc^id^te ber 9lürnbergif^en@d^aubü^ne im$iftor.«btpIi>mat.ä)'laga§in,
Mmberg, 1781). 3)ie Sfleuberin, in Mmberg 1728 unb 1781 nac^*
aumeifen, fpielte bort in bem 1628 erbauten j^ec^^aufe auf berJ^^nfel
^^ütt, mte au§ ben 9Htmberger 9lat§t)erl5ffen {^axw(>e, %txl II,
S^ir. 696) «oeifeUog l^ercorgel^.
47,5 ff. an »rünn war MS 1782 im ®raf SalmUS^m $attfe
ober in ber ftdnbifd^en [Reitf^ule gefpielt. Igm S^afenu^eb&ube auf
bem $h:autmarfte mürbe 1782 ein mix^ Opembau^ oon ber &o^i
gebaut, ^ngelo SJHnaotti, ber Dielgereifte prinzipal, gab t)on 1782—1736
m SBrünn ;,muficoIifqe mftlfd^ Opern, untermifdat mit S^urle^en**.
^al. ^riftian h^iSivttt, ®t^. beS ^eatti^ ia m&S^xen unb Defter«
retci^.5®cl^leflen, »rünn 1862.
47A gfeli^ ßura (^ur^), l^ater iSemarbonS, geb.1690 au iSanbSl^t
in f8ca)mi, ift nad^ b'@foert (®. 42) juerft 1725 in ©rünn au flnben,
morauf er faft jäl^rlid^ bort fpielt äBeiterl^in ift er in ^ag, Olmü|,
SBien, Sl^ünd^en, ^re^ben: beoor er eine eigene Gruppe grünbete,
mar er äJhtglteb oon ^denoergS ^anbe.
47,9. @. 3lnmer!ung 81,10 ff. unb 81,15.
47,16 ff. Ueber ben Streit awifd^en S^leuberS unb amiller ©gl.
bie auf Urfunben ^6) ftü^enbe S)arfteaung bei [Reben*(58be(f, S. 118
bis 169.
47,24. Sluguft ber Starte ftarb am 1. fjebruar 1783.
47,88 f. ^ic S'leuberin mar vom fjebruar big Dftobcr 1788 ©on
Seipjig abmefenb. SRüQer erl^ielt baS jäci^fifdbe ^^ileg (abgebrucft
bei iHeben^SSbecf, @. 119) unterm 8. Sept. 1783.
48,2. %ie poetifd^en Supplüen an bie $eraogin von SBraun^
fdbmeig tmb bie Königin oon $olen finben ftd^ bei lReben«@iSbect,
©. 147 ff.
48A5 ff. mvLÜexS Gruppe l&jßt fid^ in ^eutfc^lanb nodg big
1745 gelegentlid^ ©erfolgen, fo in ßamburg 1740, 1741 (Sd^ü^e,
S. 68 ff.) unb grranffurt 1745 (SWen^el, S. 202).
48,26. ^omöbianten ^amtti^ Sd^eller finb mir nur atoei befannt
bie l^ier nid^t gemeint fein !5nnen: 3facob Sd^eller, ber 1711 in
«erlin geft. ift (ogl. ®allerie aieutfd^er Sd^aufpieler etc. 1788, S. 198;
^Slümicfe, S. 108; 31. @. »rac^tjogel, @efc^. b. ÄönigL ^l^eaterg a«
Öcrlin 1, 65 f.), fomie ©abriet Sd^eller, ein 9Wimberger Jöürger-
fomöbiant, ber 1684 im bortigen 3luguftinerllofter fpielt Sßgl. ßampe,
S. 142. — 3u ber Stette ber ©l^ronol. ge^rt ßömenS 3ufa^ (S. 81),
— 254 —
ba^ ©c^edetS Sdd^tet auf htm Opemt^eatet bet ^aiferin in $am^
huxq gefungen l^dtten.
48,31 ff. Ueber IReibebanbg Sfotnilte fel^len büS je^t oerläffige
Sufatnmenftedungen. SBir ^oben e§ ftd^et mit Tlann, %xavL unb
beten %od)tex bauptfddblid^ }u t^un. fettet, (S^arl^riebri^ bleibe::
battb, finbet ftd^ alS ^tinatpal einet SWationettenbü^ne, bann einer
ttuppe t)on ^omöbianten 1706, 1716, 1723 in «rünn, 1717 in ^rag,
1723 in SBreSlau, feit 1734 öfter in ßeipaig/ 1743 in SJlagbeburg unb
Berlin (von Qanuar big Dftem in ©d^onemannS 2:ruppe), bann 1744
in ©tralfunb, 1748 genteinfcbaftli(ä^ mit ®arl 9^abemin in ßeip^ig,
allein 1749, barauf 1762 in Hamburg unb 1763 roieber in ßetpji^.
1764 erfcbeint in iSeip^ig^ ä^e^aften suerft 97{abame ^leibe^anbttn
als ^hinaipalin, bann 1766 unb 1766. %k ^od^ter, S)emoifeae Sfleibe^
l^anb, tritt 1743 in ©cfenbergS 2;ruppe.
49,6 ff. Sodann ©arl (Irfenberg(er) ift am 6. 3lpril 1684 ju
©ar^eroDe geb. ^8 2ltl^let wirb er guerft 1716 in S3em ermd^nt,
unter ber SJe^eid^nung „©amfon ber Unübenoinblid^e" («Streit, ®ef(ä^.
b. hetn. SBül^nenroefenS, ©. 166). 1717 er^dlt er oom Äönig ^rriebrid^
SQäiH^elm I. ein Privilegium, in bem er bereits aI3 S^^ann ®arl
von @clenber() erfd^eint, fo ba^ bie 9lad^rid^t t)on einer ^belSer^ebung
burd^ ben bdnifd^en Äönig leere fjabel ift. %od) mar er von 17210—1722
in ^open^agen, smifd^enourd^ auc^ in ^todi)oim. 9lad^ einer Idngeren
Sßanberung burd^ S)eutf(ä^lanb begann 1731 für i^n eine üierjdorige
(^lan^a^it in Berlin, bann ^og er mieber freu^ unb quer burd^S meto),
berührte babei einigemale nod^ Berlin unb ftarb 1748 ^u Sujemburg.
Ueber il^n t)gl. S. <S(ä^n eiber, 3. ®. v. ©cfenberg, ber ftarfe SWann,
eine ©tubie jur a:]^eatergefdbi(ä^te SBerlinS; in 31. ßeinric^S Sllmanad^
f. fjreunbe ber ©d^aufpielfunft, 12 (1848), @. 125 ff. unb (unoerdnbert
abgebrutft) m ber Seitfd^rift „S)er SBdr«, 2 (1876), @. 13 ff., 21 ff.,
36 ff., 43 ff., 64 ff. - 3of. ^rfd^ner, 2iag. %m. »iogr., 6 (1877),
@. 609 ff. — ^ox aaem ^ol^anneS »ölte, S)er ,itarrfe 3Wann" 3. ®.
©dfenberg. @in Beitrag 5ur ©efd^id^te be§ berliner Sd^aufpielS.
fjorfd^ungen ^ur Sranbenburgifd^en unb ^euß. ©efd^id^te, l^erauSg.
V. fk. ^fer, ßeimig, 1889, 2. «b., 2. §dlfte, ©. 211—227 (bort auc^
weitere bibliogr. §inmeife). iöolteS SWonograpl^ie ift je^t in einzelnem
5U ergdn^en.
49,17. 3^ ©rfenbergS 2:ruppe ftieß (Sari [Habemin, xvo^ ber
©ol^n beS oben (29,29) genannten ©einriA SRabemin. @r l^eiratcte
©opbie ©cfenberg unb grünbete fpdter eine ä:ruppe, bie er pfammen
mit meibel^anb leitete. 1748 ift er vom 8.-29. Dftober in ßeipjig
(Sßuftmann, CtueHen I, 468) gemefen unb fpielte in ber ©übe t)orm
^eterSt^or. ßaut ©tabtar^ioaften ift 1747 „©opl^ia SRabiminn, geb.
t)on ©ggenberg", in 9Jlagbeburg.
49,17. 3Benn «olteS Vermutung (S)anaiger ^l^eater @. 161) rid^tig
ift, bann fpielte fd^on vox 1724 3o]&ann ©iegfrieb (Solar (= (Scolari?)
in ©denbergS 2:ruppe. 1724 ift jener „©olar" in SRiga al§ „ftarfer
SJlann''.
49,20. 3lm 7. Slug. 1723 mirb ber um ein ^aticum bittenbe
„comicus Heidelbergensis" ®eorg ^xan^ §ummel oom SWlmberger
— 255 -
diät abgeroiefen. (ßampe a. a. D., 2:eil n, Sfh. 682.) — Qu ©rfett*
bergS 2:ntppc gel^örte u. a. nod^ längere 3^it afö „capitano spavento"
fJranceSco ©ertjalbt t)Ott ^eöerotti, mcift SBallerotti genannt, ber
Später eine eigene 2:ruppe grünbete unb a(§ SSanberprinjipal oon ©e-
)eutung ift. !3^n enoäl^nt hie ®l^ronoI. auffaHenberwetfe gar nid^t.
%l. über i^n S3olte, fjorfdbungen 3. ©rano. u. ^eu^. ©efdb. 2/2,
@. 218; @. SJien^el @. 173, 175, 188 ff., 219, 226, 237; «p. Segbanb,
aJiündbener f8ixf)nt u. ßitter. im 18. Sl^rl^bt., Dberba^er. ^xä)iv,
aJiün^en, «anb 51, @. 85 ff.
49,24. fjriebr. SBill^. aBeiSfern (1710—1768). Ueber i^n t)gl.
2lIIg. 2). ^ioar. 41, 552. — ©loffijS Äatalog ber tl^eatergefd^i^tlid^en
2lu§fteaung b. ©tabt SBien, @. 30 u. 44. — D. 2:euber, %a^ t l
§ofburgt^eater, (5. 48 f. — ®oebc!c 5, 301 f.
49,34 ff. S)ie 9^eibenfoIge ber ©tobte, tn benen hie SIeuberin
1736 fpielte, ift (nadb meben=@§be(f, @. 356): ^el, Hamburg, ßüberf
(ÜJlai), 5ran!furt a. 3k. (%3oember), Strasburg (^ooember, S)e5ember).
60,2. 2)a§ S)efret be§ §er}og§ Äarl fjriebrid^ t)on §olftein
(1700—1739), ba§ „befagter «Reubertfd^er ©(ä^aubübne ben 9flaf)men
ber ©d^IeSroig-ßolfteinifd^en" beilegte, rourbe ausgefertigt am 28. fje*
bruar 1736 in mel.
50,5. fßon bem 2:aufenbs2:]^aler'®efdbenf mirb nirgenbS urfunb^
(id^ berid^tet. SBenn ber ©crjog je felbft motten gefpielt ^at, fo mirb
e§ auSna^mSmeifc unb in engem §offreife gemefen fein. — S)er
Vieler Umfd^Iag fäflt in bic 3^t vom 6. ^[anuar big gum 2lnfang
ber JJaften.
50,8 f. «gl Zh, 3B. a)an}el, ©ottfd^eb u. feine geit.
60,17 ff. Sßgl. ha^ Äapitel „S)er Äampf gegen hen ^arlefin" in
@Älentl)er§ „fjrau ©ottfd^eb unb hie bürgerliqe ^omöbie", Berlin
1886, (5. 109 ff. — „%xz SBerbannung be§ ©arlefin burd^ bie SIeuberin".
«on ®. SBuftmann (= ©d^riften beg SBereinS für hie ©efd^id^te SeipaigS.
Qmeite ©ammlung, ßetp^tg 1878, ©. 149 ff.).
60,27. 3unä^ft ift biefeg „nod^" falfd^. ©eit 1734 war bie
S'leuberin gar nicbt in Seipjig gemefen. @rft je^t be^og pe, ba SWuöer
als ©ieger au§ oem (Streit ^ert)orgegangen mar, bie SBube t)or hem
©rimmifd^en 2:^or. ©obann ift ^arlefin nid^t verbrannt, fonbem
oerbannt. %a8 romantifd^ fo pbfd^e „^lutobafe" fdbeint adber alS
tangmurft. @g finbet fxä) mieber bei gfleben^^^Sberf, <S. 210, bei @b.
eorient 2, 38, in ßebrüng ^al^rbudb, ©amburg 1846, @. 74, in
©belingg S^eubearbeitung t)on fJIögelS ^efd^td^te be§ ©rotegf^fomifd^en,
5. 3lufl., 1887, (S. 176, in fR, ^oe% ®ef*. b. ßoftbeaterg ju S)re§ben,
@. 195 u. f. f.
60,26. S)a§ SBort von ber ©arieünabe ift Sefftngg Eigentum;
S)ramaturgie, 18. (Stürf.
61.14. Sn ©ubertuSburg fpielte hie Sleuberfd^e 2;ruppe vom
5. Sflot). big 13. mov- 1737. «gl. ©ottfd^ebg SBrief an hen ©rafen
t). ÜKanteufel, SReben^^gbedC, ©. 224.
61.15. fj. ^eitmütter, 9lbam ©ottfrieb Upd^, Hamburg 1894
(= 2:^eatergefd^. fjorfd^ungen VIII), nimmt bag Sal^r 1720 für
U^Iid^g ©eburtgial&r an (ß, 5).
— 256 —
51,29. 6ier to&ct, wie toeiter^in noA dfter, su tmL: ,,9Beffelofin9,
9)etttf4e OHtt^üffe auf baS aUe tufflfd^e JC^eoter, 1876''. (9nir kiber
ni^t suaftngltd^.)
51.29. Sob. (2;]^Tiftop^ Siegmunb, geb. 1705 aB ®obn etneS
IDted^lerS in Hbtdqßbnq, tarn alB ftinb nod^ 9ht^lanb, lebte unter
€dbaufpie(em, fpielte in (ScfenbergiS Gruppe, 1740—48 mit %eter
i^eibing in Königsberg, ffiarfd^au, Petersburg, fRxaa. 1741 übetf.
er Tlolihx^ „Sartüffe" u. fd^rieb ein ^rmna „ffiec^fel beS (BIMB".
»gl. §agen, m. 5Jrcu|. «rot).*«L (1850) 10, 428 f. — «olte, 8forf<l^.
g. l^anbenb. u. ^eu|. Öefcb. 2, 2, 6. 219.
5t,l ff. aJlannerSborf iffc ein aj^arftfleclen mit Sd^Io^ an ber
tmaarifd^en @renae, unmeit mnd a. b. £eit^a. Zeuber (%cS t t
$ofburgtbeater, @. 48) nennt eS baS „bamalige Igfc^l ber t>omel^men
^elt''. SBgL aud^ in fRaabS nad^fte^enb angeführtem SBer! ®. 15.
52,5. %.9iaab, dol^annlgofepl^^eii^ t)on Kurj, aenanntiBemarbon.
ein 9eitr. s* ®ef<^* ^* beutfd^en S:]^eaterg i. 18. S^rl^bt, ^tanh
fürt a. 9W. 1899.
52,7. RuT^ verheiratete fld^ erft im Sommer 1743 mit ^ran«
§idla 2:oi^!ani, „einer armen, ganj mitteUofen K amm ermaob in
©adbjen". 1744 ging fjrau 3franai8!a jur ©ü^ne. 9laab a. a. Dv ©. 82.
62,15. ,,^ie ^ietiftere^ im $^if d^beinrode; Ober hit ^octor-
md^ige f^rau." fRoftod 1736. ®S tft eine ^^ad^ol^mung ber älenbetta^'
lomboie „La femme dooteur ou la th6ologie janseniste tomb^e
en qaenonille^S ^i^ ^^ 3efuit ©uiHaume S^acinti^e »ougeant aegen
ben 3anfeni§mu8 1750 verfertigte. »gL SL ©aaen, Ueber S. Ul. v.
©ottfd^eb, geb. ^tlmuS. 9^eue ^eu^. $rot)in^albldtter, 1847, 3, 265
bis 274. — ©aeber^, %. nieberb. 2)rama, @. 190. — % Sd^Ientl^er
a. a. O-, 6. 142 ff.
52,20. Äarl öottlob ©e^b[e}rid^, geb. am 21. ^e^. 1714 ^u
ataiberSborf bei Zittau in ©ad^fen, ftarb am 20. ffloD, 1788 al8
penflomerter ßoffd^aufpieler in 9Bien. @)loff^S Katalog ber Sbeater::
gefd^id^tL ^gfteHung b. ©tabtSien, @. 38. ^ ber von ber 6:]$ronol.
obmei^enben mgabe beS ®eburtSorteS u. «batumS folgt föloff^ mol^l
ber ®aaerie von 2eutfdben ©dbaufpielem, SBien 1783, @. 107. ©gl.
aucb ©loff^S ^aÄ!ataU)g, ^. 103. — ^e 2uca, ^aS geleierte
Oe^reid^ I, 2, @. 368 f.
52,22. ©ein ^amt — ©aroluS ©ottlob ßegbrid^iuS 3ittav.
ßufatuS — fielet nad^ ßi^mannS 2lngabe (3r. «. ©darüber 1, 12)
umerm 19. 3lpnl 1735 in ber 3«^^^: SWatrüel.
52,25 f. «riad^ 9'leben:=@§bedf (@. 238) waren e8 fjrau ©rünbler,
geb. ©äffe, a:oqter beS ©eltenfdbcn @d^aufpieler§ ©äffe unb
SBitme beg SBiener ©d^aufpielerS ©runblcr, bic von 1727—1738 bei
S^leuberS tt[dtig mar, unb beren 2:od^ter S)lle. ©rünbler, bie ben
S'lotariug 3&eije in Kiel l^eiratete. — Qn Sd^önemannS äruppe he^^
pnben fld^ 1741 ^u ©amburg „grrau SBeifln, el^emaligeQfgfr. ©rünblerin",
unb ßerr „SBeife". ßanS SDevricnt ©. 58.
52.30. 3ob. 3lbolf ^Atiht (1708—1776). «gl. ©. ffieltiS
3luffa^ in ber Slttg. 2)t|db. SJiogr. 30, 690Jf. u. bie bort veraeiÄnete
ßitteratur. — Ueber bie SBcrbeffcrung ber ^eatermufl! fd^rieb ©d^eibe
— 257 —
im fritiftä^en 3Jhtft!u§ (67. @türf), ßcfftng in bct ©antb. S)ramaturaie.
26. ©tücf t). 28. Suli 1767.
62,31 f. 2)ie 3ettel autn ^^ol^euftcS'' (30. 3lpril 1738) unb
,,3Jiitl^ribate§" (2. ^mx 1738) fmb bei iReben^^lSSbedC @. 228 u. 232
abgebrucft.
63.33. S)ic SRcubcrin war 1739 j to e im al in Hamburg; gm
g^rü^al^r bi§ jum 3Jiai, fobann nad) bcr 9Jli(ä^acli§meffe bi§ in ben
ganuar 1740. $Hcben=@§berf fc^t ba§ @nbe i^rcS erften Slufentl^alteg
5U frül) an (©. 356). ^od) am 19. 9Jlai fd^reibt bie S^euberin von
§amburg au§ na(^ ^Bremen unb bewirbt jid^ (Dcrgeblid^) um ©piel-
erlaubni^.
68.34. S8g(. ,,2)ie SReuberin in Petersburg" von ©. ßitjmann in
@(^norr§ 2lrd)it) f. Sitteraturgefd^v 12, 316 ff. unb bie ©ntgegnung
von fjriebri* SJleger von SBalbea, ebcnba, @. 483 f.
64,10. S)ie „anjüglid^fte, animofc, aber nid^tS meniger al§ paS*
quillantifdie" ©teUe au§ h^m ©pilog brucft ©d^ü^e, ßamb.
2:l)eatergefa)., (5. 241 ff. ab, hiz gan^e 2lbfAieb§rebe SReben-SSbcdt
(5. 243 ff. ©egen baS fci^roffe Urteil ber ©^ronol. unb hex ßömen
(©. 26) menbet p^^ meben=@§becf im 3lnf(ä^IuJ an ©d^ü^e.
64,13. ^egberid^ fd^Iöß ftd^ ©d^önemannS 2:ruppc an, bei bcr er
burd^ einen 2E)eater|ettel com 14. @ept. 1740 nac^a^roeifen ift. S3dren*
fprung (5. 44. $. ^et)rient @. 18.
64,15. Ueber bie ßerfunft ber ^l)ilippine 2: u ml er ift mir nid^tS
näbere§ Utannt STiad) l)er ©bronol. ift @. 3Wen^el§ Slnnabme (@. 163),
S)ue. 2:umler l^obe üieöeid^t fd^on 1736 in fjranffurt bei ber S^eubcrin
gefpielt, l^infcißig.
64,24 ff. 3oI). @lia§ (5d^ leget (1719—1749) mar t)om 17. 3lpril
1733 bis a«tn 23. 9Jlär5l739 in ©c^ulpforta. @d)on bort mürben
^eimlid^ im ^eife ber SJtitfd^üler fetne ä:rauerfpiele „^e!uba" (bie
fpöteren „2:rojanerinnen'0 unb bie „©efdbmifter in 2:aurten" gefpielt.
„©eine bramatifd^en 5lrbeiten mürben, e^e er no6^ auf hie Suaoemie
!am, au^erl^alb ber @(^ule befannt, nnt> hie Sfieuberin I)at bie ®e-
f(^mifter in 2:aurien im Slnfange von 1739 auf ba§ Seipsiger 2:i^eater
gebrad^t." @o ^o^- öeinr. (Sqlegel in ber ßebenSbefd^reibung be§
Sruber§ 1770, SBerfe «b. 5, ©. XVni. [^eben^^SbedC bringt nidjtmit, ba^ am 28. m&xi 1742 ©opbie ©d^röber
mit ^abon§ SRegulu§ unb S)ufre8nr)§ 9öiberfpred^erin bie SJorfteHungen
mit iörer eigenen 2;ruppe eröffnete, fjalfd^ ift in ber S)arftellunß
ber „©l^ronol." t)or allem, baj Sdbönemann nad^ Hamburg geeilt fei,
um fein ^rioileg au fdf)ü^en. @r l^atte Hamburg gar nidbt oer:;
laffen unb war m ßeipatg a^le^t vom 24. 2lpril bi§ 9. Tlai 1*741 ge^
wefen (ogl. 2lnm. 63, 8ff.)* ®ie befte S)arftellung biefer „©paltung"
l)at 33. Si^mann, fj. ß. ©d^röber 1, 23 — 28 gegeben, ^l. aud^ ©an§
2)et)rient, ©dbönemann ©. 55—59; ©eitmütter, 3lb. ©ottfr. USlid^,
@.9ff.
— 262 —
67,2 ff. ^^ie iSc^röbetfdbe ®efeafc|aft beutfdber iS^aufpieler in
i^ten ertten ^fditgen.'' äKiSselle von gpcil^ äBinter in 8cbnoxtg
%v^iv 13, 40a-408.
67,11. ^aS preu^ifd^e ^.^enetalprimlegium'' erhielt ©d^önemonn
je^t no(^ nic^t vielmehr tourbe i^m ,,o^ne 9lac^tQeil be§ bem non
(^enberg ert^eilten ^rioileaii" bie <5pielerlauoni3 ^undc^jt ,,auf
einige 3eit'' gewährt — IBgL ©. 5)ex)tient @. 64ff. — 31. @. 93raci^*
oogel, @. 99. — Ueber bod ®eneralprit)ileg f. ^tnn. 11, 1.
67,13. Ueber ^^am ©^riftian Ärüger t)gl. SlOg. beutfd^e »iogr.
17, 230 f. ((grid^ ©c^mibt). — @oebe!e 4, 72. — ftanS 5)et)rient @. 67.
SB. aSittefinbt, 3ob. ©^r. Ärüger, fein geben unb feine 2öerfe, öerlin
1898; bap bie Scfprequng t)on ©d^löffer im ©up^orion 8, 7Blff.
67,15. Ärügcr war am 15. Ott 1741 in g-rantfurt immatrifuliert.
«7,20. ^5)ie ©eiftlid^en auf bem Sanbe" l^atte er fd^on als
©d^üler oerfa^t.
«8,4. @Aiibertl^ ^ieß mit Vornamen Sol^onn ©ottlieb. —
©oüerie aeutfd^cr ©d^aufpiclcr zc, 1783, @. 214.
68,12 f. 9}iafuren in S)e§toud^e§' $oetifd^em 5)orfiun!er (überf.
t). b. ©ottfd^ebin); 8orb Dgleb^ in (£olman§ ©cimlid^er §eirat.
«8,14. Sodann 3lnton »rucf (1717—1765) war nac^ @. aWenfeelS
^Cngabe (©.200) juoor bei amiUerS 2:ruppe. 35gl. aud^ ©aucrie
ä^eutfd^er ©d^aufpicler ©. 42.
68,20. Ueber Sorena ogl. 3lnm. 65, 14 f. S)ie 3a^l 1700 ift dn
^rurffebler im Original ber (5l)ronologie. @§ mu^ l^eißcn 1711.
69,4. Ueber bte ©amburgcr ^Bearbeitung von ©olbergS ©tücf,
in ber @!l)of gl&n^tc, val ^. Z^. ©aebcrfe, S)a§ nieberoeutfcäbe S)rama
1, 184ff.
69,6. ßeinrid^ »orfenftein (1705—1777). 5)er „SBoofeSbeutel*,
jum erften SJlale auf gefül^rt am 16. 3luguft 1741, mürbe gcbrudt gu
granffurt u. ßeipgig 1742, ixi ßambxtrg 1746. S^eubrud v. §eitmüllcr,
Sbtfd^e. Sitt.^® entm. b. 18. u. 19. gbS. SBb. 56 u. 57, Seipjig 1896. ®aebcr^,
9Da§ nieberbeutfdbe 5)rama 1, 181, nennt ba§ @tüdC „eine bcrbe imb
gelungene ^erfiffage auf alte, tief cingemurjelte üatcrftäbtifd^e "Sflx^-
btäuqe uno Öorurtl)eile, auf hzn ©^Icnbrian im gefeKfd^aftlid^en
fieben unb in ber Verwaltung, bcn fogcnannten ^oofSbübel (ßn^-
beutcl).'' 2luf ©. 181 teilt ®. einen St^eatcraettcl be§ «oo!e§bcutel au§
Süneburg (1764) mit. — SBgl. ^. ©eitmuller, ^amburgifcbe 3)ramati!er
Sur 3cit ®ottfd^eb§ u. i^re Söeaicl)ungcn p tl^m. S)re§ben u. Seip^ig
1891, (S. 77 ff. — ©ang S)er)rient @. 37 ff.
69,14 ff. S)er ftüdroeife erl^altene ^ofacntmurf flnbet ftdb ab-
^ebrurft Sfecrfe f8h. 3 (1764), @. 523ff. S)er erfte 2luftritt ift febod&
m ^Ucyanbrinem auSgcfül^rt. S)er trüber ^o^ann ©cinrid^ äußert
fid^ barüber im Vorberid^t ©. 526.
69,28. Ueber ^o^ann ©liriftop^ fRoft (1717—1765) fd^ricb ©c^mib
in feiner Söiograpl^ie ber S)id^ter 2 (1770), @. 411 ff., unb im SRefrolog . . .
ber üornel^mften t)erftorbenen teutfd^cn S)id^tcr 2 (1785), ©. 435 — 463.
«gl ncuerbingS ©oeb. 4, 12f. — Slttg. hent^d^^ f&ioqx. 29, 276ff. —
©uftat) 2Ba^l, ^oi). ©l^rift. «Hoft, ßeipaig 1902. — „2)ie gelernte
— 263 —
Siebe" rourbe perft am 12. guli 1741 t)on tSd^önemann in ©amburg
gcfpieft, ober — tüie ©anS ^eorient @. 41 nad^getoiefen l)at —
längere 3^^^ unUx biefem einfad^en 2:itel, fpäter erft tmter bent
S)oppeltitel.
69,34 f. 1743, 30. ©türf, 8, 297—322. ^er genaue 2itel t)on
@ottfd)eb§ Unternehmen l^ei^t befanntlid^: „SBc^träge gur critif^en
©iftone ber beutfd^en ©prad^e, ^oefie unb ^erebfanäeit'^
70,16 ff. S)ie „©bronologie* ift l)icr md^ genau: Ul^Iid^ unb
@tar!e t)erlie|en ©opgie ©d^röber @nbe be§ @ommer§ 1743, al§ bic
Gruppe nod^ beftanb. Qu biefen 55erluften gefegten jid^ für bie un«
glücfltdie ^rinjipalin noc^ weitere: ^ietro SD^Hngottt, ber ^mdlfd^e
Dperift", üerbrängte fte au§ bem Dpern^au§; barauf püd^tete üe mit
i^rer jufammenfdimeljenben ©d^or in ben ßof von ^oKanb, fd^Iie^s
lici) in eine elenbe ^nhz auf ber Keinen §u{)lentn)tet^, too fie am
10. SuU 1744 mm legten 3WaIe fpielte. Sögt f&. ßi^mann 1, 36 ff.
70,24ff. S)et)rient oermeift auf ben »rief be§ ©efretdrS ®r&fe,
ber am 30. 5lug. 1743 an^ottfd^eb fd^reibt: „%u 2»üIIerfd)e »anbe
fül^rt l^ier [S^raunfd^meiQ] nod^ tftglid^ ©omebien auf, unb bie ©labome
@c|öncmann ift nebft t|ren beißen ^Äibem unb nod^ einigen il^rer
fieute biefer Staube ju ©ülffe gekommen."
70,26. ^er a:eufel tft Io§ (The devil to pay), a. b. @ngl. be§
®offe9 mürbe xa Äerlin sucrft am 24. J^anuar 1743 gefpielt, bie engt.
mi^it beibehalten. »rad^Dogel ©. 107.
71.1. SBorin biefe ^befonberen SJorred^te" bejtanben, ift mir nid^t
befannt. ^n ^aunfd^roeig unb ^annooer fpielte ©d^önemann erft
in fpäteren 3al)ren. 1743 ermarb ©d^önemann nur ba§ preu^.
©eneralprioilegium, ba§ ^riebri(^ b. ®r. am 19. 3luguft xa ^otSbam
unter^eioinete (abgebr. bet §. 3)et)rient ©. 81).
71.2. Slnton Ciu ar t al mar 1736 bei ©cfenbergS 2:ruppe (^lümidCe
©.372, 375ff.). 9fHd^t nur al§ ©anSmurft, fonbem audb alg ßanb-
fd^aftSmaler enbarb er fid^ einen SRamen. @r mar befreunbet mit
Slntoine $e§ne. S5gl. IRagler, Slttg. ^nftlerleyifon 12, 152. — (SJatterie
aeutfd^er ©d^aufpieler 1783, ©. 183.
71,6. Ueber SJiagbergS ©eburtSjal^r bringen ©loffg (Katalog ber
2Biener 2lu§fteaung, ©. 43) unb ^euber (S)a§ !. !. ©ofburgt^eater
@. 61) miberfprud^Süoöe eingaben. SBeibe meifen auf ben ©intrag im
SBiener 5)iarium, nad^ bzm SJlapberg am 19. Oft. 1761 ftarb, ^alt
47 ^afir", Uiht fe^en aber a(§ Oeburtgjal^r 1717 an. ®oebe!e 5,
302 bringt aud| fälfd^lid^ 1717.
72,20 ff. „^a§ SBorfpiel" entftanb 1741 unb 1742, erfd^ien in
biefem Q^al^re in mehreren ©ingelbrurfen unb 1743 in ^obmerS unb
»reitinger§ „©ritifd^en »etradt)tungen unb freien Unterfud^imgen" etc.
— Ueber bie (5ntftcl)ung unb 3öir!ung biefer ©atire val S3Sal)l a. a.
€., ©. 16 ff., 60 ff. — S5. Si^mann, ©frifüan ßubmig Stfcom in feiner
litterar. ßaufbaf)n, Hamburg 1883, ©. 129 ff., foroie bie @ott|d^eb^
fiitteratur (2)an5el, Sßanic!) u. 3o^. ©rüger, ©ottfd^cb unb bie
©d^meijcr, »erlin 1886.
78,8. Sömen§ ©ammlung von Ärügerg ©d^riften erfd^ien 1763
in ßeipaig. »gl. ®oeb. 4, 72.
— 264 —
78,1821. (S.aWcnl^el (6. 162) nennt Slntufd^ fd^on 1736 unter
ben ^d^aufpielem bet 9leubetin. ©eine f^rau wirb bort (@. 163)
®op^ie genannt.
74,15. 97{abame (^rognac in 9legnarb§ Rex^ixeuUm,
74,22 f. gjgL 2lnm. 65, 14 f.
75.3. SBenjamin ^^raim Rrüaer aug ^anjig (Sefftng fd^reibt
in ber 5)ramaturgie ©t 28 auc^ ^teaer) ®oeb. 3«, 371.
75,14. 3[n ber „(Sammlung oermif^ter ©d^riften" (1756) begleitet
©eitert baS ^SBanb" mit einem SJorberid^t, morin er, frcili^ teqt ae«
linbe, mit feinem ^ugcnbrnerfe inS ©erid^t gc^t. (SBieber abgebr.
ixt ben „@dmtl. ©d^riften" 1769, 3, 433.)
76,15 ff. fjrranifurt u. fieipaiö — ^fll. ©upl^orion 8, 764 f.
76.4. @8 tft Söfep^ Qrerbinanb aWüfler gemeint, beffen a:]^eater
portoeg ben gelcgenften flai^ auf bem Siebfrauenberge beiam. kleben
i^m famen nod^ aö 9leDenbul)ler für bie SIeuberin in ©etrad^t bie
italienifd^e Dperiftentruppe be§ ^etruS ÜJlingotti, ber Pantomimen*
fpieler SfHcoIini mit feiner au§ Ätnbem befte^enben OefeUfd^aft, ber
Seiltdnser unb ^teur ß^acintbe 9^ccio unb etliche STlarionettenfpieler.
SBgL @. aWen^el, ©. 198 — 9feben::@§bcdC, ©. 297 f.
76,18. ®eorg JJriebrid^ SBoIfram !am (nad^ SReben^^Sbetfg Sin*
gäbe, @. 291) fd^on 1727 mx S^euberfd^cn 2:ruppe unb teilte fortan
olle ©d^idCfale mit il^r. SÖon feinen ueberfetjungen ift mir nid^tS
befannt.
76,24. Sofep]^ Äarl ©über 1726-1760. SBgl. ®oebe!e 5, 308 f.
— ©loffng Äatalog ber Sicner SlugfteUung, @. 38. — D. 2:euber,
S)a§ ßofburgtl^eater, ©. 49, 87.
78,19 f. „S)er bl5be ©d^öfer", gebrudft 1746, ift fdbon 1744 im
grrul^ling von (Sd^önemann in SBreSlau gcfpiclt morben. lieber weitere
lÖlupl^rungen t)gl. §. 3)et)rient, ©. 360, 9^. 67.
78,31. S)ie Slcrate fiuftfpicl in 5 Slufjügen mb «Brofa, Seip^ig
1745. SBon ©l^riftlob 3)^liu§ (htm «etter ßeffmgS, 1722—1754). «gl.
%f). aß. S)anael, ©ottl^. @pbr. Öefftng 1, 100, 136 f.
79.5. 95. ßttjmann (©d^röber 1,45) meift ben Sflamen rid^tig nad^
als: Sö^ttw^ ^<^^^ ^ictridb.
79,18 SBgl. 9leben*@§bccf , S)eutfd^e§ »ü^ncn^Seyifon 1879, 1 , 331 f.
79,26 ff. S)er [Hul^mrebige im gleidbnamigcn ©t'ürf t)on %t^'
toud)e§; ber Qzx^ixentt in 9tegnarb§ ßuftfpiel; Selio im SßerfteOlten
Äammcrm&bd^en oon SWarioauy: Tlai)oxmt xn S8oltaire§ gleid^namigem
2;rfpl.; 3^^^^ ^^ SßoltaireS Slljire; SRcreftan in «oltaireS S^^^^t
©teinreic^ in ber SBibcrfpred^erin t). 3)ufre§n^; ©belmann im SBudberer
t). fie ®ranb'@!l)of; ße^rmeiftcr im Ärifpin t)on S)e la 2:i^uiuerie5
@!l)of; Sicentiat in ben ^anbibaten t)on Slrüger.
79,34. Oh @!]^ofg Sßermd^lung mit ©eorgine ©piegclberg in
©tettin ftattfanb, Id^i fxdb nid^t me^r nadimeifen.
80,2. S)er äriumpl) ber guten g^rauen, ß. v, ©d^legel; 2:artuffe
t). 3Jioli6re; ^zan be fjrance 0. ^olbcrg.
80,5. @r mürbe ^apetenfabnfant, blieb aber mit Äünftlem unb
jßittcratcn ftet§ in grül)lung. Sßgl. Ul)be, @!^of, ©. 154.
80>8 ff. Sßgl. baju ©eitmüUer, 3lb. ©ottfr. Ul^lid^, ©. 66 ff.
— 265 —
80,19. ©d^mib üenoed^fctt l^icr offenbar jwct ©tücfc. @r meint:
„2)te SKol^rinn, ein a. b. ^talidn. übetf. ß. t)on 3 ganblungen"; auf-
gefül^rt t)on ©d^önemann am 14. guli 1747. (©anS S)et)rient ©. 132.)
ueber ben ©inafter „S)cr aWol^r" t)gl. ^eitmüucr a. a. D., @. 69 ff.
80,26 f. U{)Iid^ {)atte ©qönemann im fj^rül^jalir 1745 üerlaffen.
Ob er ft($ fofort ju @($u(^ begeben l^at, n)te nad^ ;Sön)en§ Angabe
(©d^riften 4, 35) p Mo^^ ^f^/ ^I^i^t unbewiefen. SebenfaUS ift er
im §erbft 1745 mit lulingotti in ©amburg, worauf er ztwa um 9leus
\af)x p @d^ud^ gel^t. S)ort bleibt er com S^^war bi§ jum §erbft
1746, um bann roieber nad^ Hamburg ju jiel^en, mo er ftd^er im
SRüüember 1746 fd^on ift. S5gl. @. 81,13, mo bie falfd^en eingaben
l^iemad^ p üerbeffem pnb.
80.28. ©ottlteb fJud^S, 1720 — 1799, marb au§ einem 95auer
®ia!onu§ unb Pfarrer. ®oebe!e 4, 124. — S5gl ©d^norrg Slrdbit) 5, 42 ff.
81,7. @oebe!e ©er^eiö^net bie Sammlung nid^t; ©d^mib ^at fle au3
@ottfd^eb§ Sflötigem SBorrat 1, 324.
81,13. 3u berichtigen nad^ 2lnm. 80,26 f.
81.13. 0ran5 ©d^ucä^ ift natürlid^ jener „fJran^igcuS S^fAoug",
ben (Streit (©efd^. b. Söem. »ul)nenn)ef en§ @. 8 u. 168) für bie am^aefig^
meffe 1747 in Söcm nad^rocift, ol^ne auf biefe ^bentitdt ju !ommen.
81.14. ©emeint finb bie „^oetifd^en B^i^wngen", ein gereimtes
Sod^enblatt. S8gl. öcitmüUer a. a. €., @. 22 u. 73 ff.
81,15 ff. S5gl. SeitmüUer a. a. D. @. 72 f.
81,17 f. %a^ ©cbmib feine eingaben au§ ^weiter Quelle gefd^ö|)ft
{)at, ol^ne felbft ba§ iDriginal anjufcä^auen, gel^t auS biefem Irrtum
mieber beutlid^ l^erüor: „^er gurqitfame unb bie ©poocfenbe Sitme"
finb nid^t „niebrige ^offenfpiele", fonbem ein niebrigeS ^offenfpieL
81,23. «Rid^ttg gefd^rieben: Sörue^g. %av. 2lug. be SB. 1640—1723.
81,27. 3oI)ann ©tiriftopl^ ^irf d^ , püor §arle!in in 3. g. SimiUerS
2:ruppe, mit ber er feit 1734 regelmäßig S)re§ben befuc^te, mar um
1741 bereits ^rinjipal. ©eitbem fpielte aud^ er I)äufig in S)re§ben,
befannt al§ „ileincr unb luftiger 3lrlequin", feine fjrau al§ ©olombine.
95ei ben ^amet)al§luftbar!eiten be§ ßofeS rourbe er oft oermanbt,
1750 erl^ielt er am 5. 2)ea. ha^ ^räbilat eineS §of!omöbianten. 3lm
23. 0!t. 1750 fül)rt er auf: „S)ie^ragerifd^e3uben:=§od)8eit: S)a§ ift:
S)ie, in ben Sauberl)ütten ber ^uben, üerfteäte uno entberfte Siebe;
Ober ber ^uben @r|ferfudbt§^oIIe§ ^urimS-fJcft; Tlit 3lrlequin, ®inem
närrifd^en unb, oon ber Siebe, hi§ auf§ ^zmhe, aufgewogenen IRabbi."
darauf ®leim§ ^oetifö^en ©d^dfer. %I. gürftenau 2, 339, 341 f.,
350, 381. — 2)enTO)ürbig!eiten oer Caroline ©dbulje. fRaumer§ {)iftor.
a:afAenbud^, 5. fjolge 3, 381 f. — fReben*@§berf, SöüI)nenIep!on <B. 332.
81.29. Ueber fiöroe ogl. 3lnm. 150, 13.
81,34 f. SBgl ha^VL f8, Si^mann, g. ß. ©d^röber 1, 46 ff.
82,5 f. ©d^önemann fpielte 1747 in SBraunfd^roeig, ©amburg,
SBraunfd^roeig, ©annooer, Sübedf, S^^^r ^i^ S^euberin (naqi S^lebens
@§berf) im gebruar, O!tober unb Sfeüember in Seipjig.
82,9. vlad) ßeffingS eigener Angabe l)at bie er^e 3luffu]^rung
erft im S^wiu^t 1748 ftattgefunben. — Ueber Siener Sluffü^rungen
ogl. a:euber, %a§ ^. k ^ofburgt^eater 1901, @. 87 u. 124.
— 266 —
88,1 f. 8rür ba8 „oemit^tetc" ©türf ^&It ^anjel, fieftog 1, 107,
bie bramatifd^en @cenen ^^iottgit ober ber Derfd^mäbtc i^xün", Wc
ba8 Saturn 17. 3lptil 1748 tragen. 5)er Settongabe nadb fc^efnt
aüerbhtgiS bie 9Ueranbrtnerüberfe^ung t)on äl^arbaiqc' ^annibal
(Sod^manruaWuncfer 3, 236) beffer gu paffen.
88,13f. Ueber Sluffü^nmgen beg ©e^eimni^ooHen unb ^er
Srojanertnnen vql $. i)et)rient ©. 23 lu 188.
83,31. ^ie erfte Sammlung erf($ien ht Hannover 1747, bie
aweite 1749. — ®oeb. 3«, 366.
84,1 ff. ^al bie S)arfteflung hei O. 2;euber, 3)a§ Ä. Ä. .^ofburg*
tl^eater ©. 53 ff.
84.7. ^jurücfroünfd^te*?, ogl. oben ^Inm. 65, 14 f.
84,21 f. S)ie eiferfüd^tige ©l^efrau v. ^Iman; 3Äam)Oob i. SD^h^
Sara ©ampfon; äJHÜmoob in Ä^iOioS ^amroeü.
84,25. ^a§ t)on 3lnton ©raff (1736-1813) gemalte unb t)on
3. &. »aufe (1738—1814) geftod^ene ^orträt ift oerüielfdltigt in bem
oft angeführten ^ad^twerfe „2)a§ Ä. Ä. ©ofburgt^eater" (@. 56).
86.8. ©^riftian ©d^ulje, geb. am 8. S^loo. 1693 p gfran!«
fürt a. D., ftubierte fuiq^e 3^^^' ^^ P<^ bann, au§ ©elbnot am
weiteren ©tubium ©erl^inbert, ber 95ü^nenlaufba^n jujuwenben. 9la(^
faft brei^igjäl)riger Söanberfdbaft t)eiratete er 1741 tn J^ag Sluguftina
t)on 2)**, mit ber er balb oarauf in 2Bien angefteut würbe. 5lu8
@d^ulge§ erfter @^e ftammten jwei Äinber, fö^riftian unb aWarianne,
ottg ber ^weiten ^arl unb Caroline (Sö^ul^. 1748 würbe er infolge
einer Kabale $re^aufer§ abgebanft unb ^og nadb ÜJhtnd^en 0U
go^anneS ©d^ulj. ®r ftarb 1757. — SBgl. ©. U^be, 3lug bem
Komöbiantenleben be§ oorigen 3^a]^ri)unbertg. ^en!würbig!eiten oon
Caroline ©d^ulje. ^n 9laumer§ ©iftorifd^em SDufd^enbud^, günfte
grolge, S)ritter Sal^rgang, fieipjig 1873, @. 366 ff.
86,llf. SRaria 3lnna 9lut^ ftirbt am 11. Suli 1754 in SBien
„46 3. alt'' (SBeilen a. a. D., @. 141). Sie war nad^ a:euber§ Eingabe
(@. 50 u. 61} feit 1725 mit ibrem Spanne in 2Bien engagiert. Oft
muffen fle jebod^ oon SBien fortgewefen fein, teilS in &allcrotti§
2:ruppe, teilg al§ ^rinjipale einer eigenen. Senn @. 9Jlen^el (@. 221)
oermutet, ha% S^tl^g nod^ 1749 m SÖaUerotti§ 2:ruppe gePrten, fo
wiberfprid^t oem bie 2;^atfad^e, ba^ ^fbitl) al§ ^rinjipal fd^on 1748
in 9legen§burg fpielt (®omini!u§ 9WettenIeiter, 9Wufifgefd). v. fReatn^^
bürg 1866, @. 258) fowie ha^ er al§ ,,beutfdbcr ©dpaufpielbireftor"
am 22. aWärj 1749 mit Untemel^mem ber Comedie fran9ai8e in
Strasburg einen SScrtrag fd^liejt (®Ioff9§ fjad^fatalog 1892, @. 348).
85,25. S)ie Eingabe, ha^ @tar!e erft je^t (1748) wieber au
©d^önemanng 2;ruppe geJommen fei, l)ält §. S)et)rient (Sd^önem.
@. 142) für unrid^tig, ha oben (@. 67, 5) gefagt war, ba^ @tar!e
fd^on 1742 m ©Aönemann aurüdC!eI)rte. S)et)rient§ 3lnna{)me ift aber
itrig. ^m ylefrolog auf S^lcmne ®I)riftiane ©tarfe erjäl^lt ^r. 8ubw.
©d^röber (abgebr. Ui %. 2. 3B. SWe^er 2. St., 2. 3lbteil. @. 215 f.) ben
@adt)t)erbalt: @tar!e war 1741 juerft gu ©d^önemann ge!ommen, batm
au Sophie @(^röber§ Gruppe, nad^ beren ©d^eitem er 1743 [twn
— 26/ —
„1742" fprid^t btc ©IironoL 67,5 gar nid^t] mm aweitcn Tlalt @d^<hit*
mann auffuqtc fßalh cntfagte et bct ^^ü^ne, lebte in 95te§Iatt nnb
heiratete bort ^q^t. (3exf)axb 1748. fölit t^r ging er im feCbcn ^al^re
miebcr ju ©d^önemann. — 3>cr ^^Sflefrolog" ift aud^ U^be§ 0,u^U^
gemefen, bie ^ürient fud^t.
86,3. ©d^röbcr giebt in bem ermdlinten „Ulcfrolog" ben 19. guni
1731 al§ Geburtstag ber Söf^f- ®erl)arb an.
86,9. debütiert I)atte 9Jiab. @tar!e am 9. Oft. 1748 auf bem
a:f)eater im fiuftfd)Ii)^ ©ö^rbe al§ Sinne in ber Ungleid^en ßeirat
(t). b. ©ottfdjebin); il)re erfte mid^tige S^loUe in ®eUert§ ßuftfpiel gab
fie am 6. Slpril 1749 in ßeip^ig.
86,11. (S;6nie im gleid^n. ©tiicf ber fjr. o. ©raffign^; fjrau oon
©apulet in S^lomeo imb ^ulia.
86,20. Sßgl. IjeitmüUer a. a. D-, @. 24. - @. SÄen^el @. 216.
86,29. 2)er genaue a:itel lautet: „@ed^§ Sd^aufpiele au2 bem
^ranjöfifdjen überfe^t. Söraunfd^meig unb Hamburg 1748." SBgl.
p. ^eorient, @. 144 ff. — ^er genaue a:itel be§ 2. SBanbe§ mctft
fteine Slbmeid^ungen auf: „unb ^l^xo öod^fürftl ", fomie hinter
SBraunfd^meig: „unb Lüneburg".
87,17. GettertS „ßuftfpiele" erfd^iencn fd^on 1747. @oeb. 4, 37,
9h:. 10. — S5gl S. ©annel, ©eUertS ßuftfpiele, @mben 1896; ^o^.
©09m, ®eaert§ ßuftfpiele {= ^aldftra »b. 2) Söerlin 1899.
87,28. @(f)legel mollte bie „Söer^trdge ^um b&nifd^en %J)^aUx"
m§ S)dnifd^e überfe^en laffen unb bann am neu errid&teten 2Cf)eater
in ^openl^agen jur ä[ufftil)rimg bringen. S)arau§ maro aber nici^t§.
9lur bie „Sangemeile" mürbe u. b. %xt „Kiedsommelighed'* überfe^t
(gebrurft bei ®. ®. ©lafing in ^openliagen ol^ne Eingabe oon SBerf. u.
Ueberfet;er) unb 1747 ^ur Eröffnung be§ ^openbagener a:^eater§ ge^
geben. @. ^of). §einr. ©d^Iegefe IBorberid^tc in be§ 95ruberg SBerfen
2, 523.
88,15 f. SBgl. bagegen bie berid^tigenbe 2)arfteIIung bei 2:euber,
3)a§ ^. ^. ©ofburatbeater.
88,19 ff. ^ ©öttingcn com 5. ^uli bi§ 7. Sluguft 1749. SBon
bort 50g ©d^önemann erft nad^ Söraunfd^roeig, bann nad^ ßeipjig,
§an§ S)et)rient, @. 156 ff.
88,23. ^a§ 2^I|eater rourbe nid^t t)on ©d^önemann, fonbem t)on
Cluanbt felbft erbaut, ©eitbem ha^ alte SReitl^auS in Ciuanbt§ (früher
3oten§) §ofe feinem urfprünglid^en S^td^ nid^t rmf)x biente, mürbe
e§ (^iuerft 1719) an ©dtjaufpielertruppen oermietet. S)a§ mäf)rte bi§
Sur Oftermeffe 1749, mdl^renb ber ©dbönemann jum legten Sftale im
alten §aufe fpielte. 2ll§ er im Dftober mieberfam, fanb er ha§ m-
gmifdien neu erbaute 2C:l)eater oor. SBgl. OueUen 3. ®efdt). CeipjigS,
I, 465 f. unb II, 523 f., 0. 9leben=@§bede, @. 320 ff. — SBon bem
Snnem biefe§ ©aufeg ftnbet ftdb eine au§fül)rlirf)e SBefd^reibung im
„Sfleueften au§ ber anmutf)igen ©eleJirfamfett" 1751, @. 379 ff. 2)arin
fagt @ottfd)eb, ba^ auf feinen SRat pm erftcn 9Wale ber „^d)auplai^
einigermaßen nad^ bem 3Jlufter ber alten ©ried^en unb [Römer" ein=
gerid^tet, b. j^. eme l)alb!rei§förmige Slnorbnimg ber @i^e getroffen
fei. Sie !lein ba§ 2:^eater mar, mirb aud^ bort betont. @d^one==
— 2/0 —
5ltt bag publicum wegen ©e^be^altimg bcr (S4)moebte, ber %zuM
ift log. Ao. 1763. S)en 21. JJebr. 3lut. ©. 3)fi. ©tetneL — Öt
8b-9a: mad) ber fjaften. «eipatg. Ao. 1753. 3lut. ©. 3)fi. ©teincL
— 951. 9a: Söe^ ber 3lbretfe na^ S'laumburg. fieip^ig- ^«t ö- 3«»*
1753. 3lut. ©. aji. Steinet. — »l. 9a-9b: «öe^ bcr §o{)en ©egett«
wart ber 2)ürd)l. 3erbftfdben ^errfd^aft. Ao. 1753. 3lut. ©. 3».
©teinel. — »l. 9b— 10a: «e^nt @d^lu^ be« 3a^re§. 1753. 2)ett [?]
2)e3br. 3lut. ©. ÜJi. ©teineL — «I. lOb: SBe^m 3lnfange im Sa^re-
Ao. 1754. ^en 2. 3^n. Seipjig. — 931. 10b— IIa: «or ber fjaften.
fieipjig. Ao. 1754. -^ 581. IIa— Hb: ^ad) ber g^aften. fieipgtg. 3)ett
[?]. Ao. 1754. — f8l Hb— 12a: «Be^ ber 3lbreife t)on ^laum*
bürg. Ao. 1754. S)en 14. 3ul 2lut. |). m. ©teinel. - »L 12ar-12b:
9fla(| ber ^^^^^^^^f^ ^^^ Slaumburg in Öeipaig. 2)en 25. Septbr.
1754. — m. 12b— 13a: »e^m «efd^luj be§ Sol^reg 1754 ben 30.
©ejbr. in fieipjig. — 951 13b: SSe^m 3lnfange be§ neuen ^ol^tci^.
Ao. 1755. S)en [?] 3an. — 931. 13b— 14b: 93e9 Sluffübrung beS
^ol^euctS in ßeip^ig. Ao. 1755. 3)en 14. fjebr. 3lut. ö. aji. ©teineL
— 931. 14b— 15b: ^ad) ber gaften. ßeipgig. Ao. 1755. S)ett [?]
[?]. 2lut. ©. 3Ji. ©tetnel. — 931. 15b— 16a: 93e^nt ^Infange in
Hamburg. Ao. 1755. ^en 2.3un9. — 931 16a— 17a: 93e9nt3lbfd^tebe
t)on öamburg. ^en 5. (Septbr. Ao. 1755. — 931. 17a— 17b: 93e9
ber 3wrtic(!unft von §amburg in Seip^ig. 3)en 2. Oftbr. Ao. 1755.
5lut. 6. Tl. ©teinel. — 931. 18a: 93or bem 5lbt)ent. ßeipaig. Ao. 1755.
2)en l?J %^hx. 3lut. §. 2«. ©teinel. — f8l 18b— 19a: SÖe^m ©d^Iu^
be§ 3al)reö. Ao. 1756. 2)en 30. ©ejbr. in Scipaig. 3lut. $. 3)1
(Steinel. — 931. 19b: 93e9m 3lnfange im 1756 ^alire. %m [?] 3&iuar.
3lut. §. aw. ©teinel. — 931. 19b— 21a: 93or ben fjaften. Scipjig.
3)en 19. 9Jiar^. 1756 — 93L 21a— 21b: 93e9 ber 3lbreife md) mavim
bürg. Ao. 1766. ^en 3. ^ym. in Seipjig. 3lut. §. 3R. Steinel. —
931. 21b: 9lad^ ber 3urü(f!unft von S^laumburg. öeipjig. 2)en 14. ^ul.
Ao. 1756. 3lut. ©. 9Jl. Stetncl. — [Sflotia auf 931 21b: 2)er atoiWett
Defterreid^ unb ^reujen entftanbene Äricg, in meldten (Sadbfcn un*
glücflid^er äBeife t)ern)i(felt mürbe, oerurfad^te, ba^ bie ©efellfd^aft
au^einanber ^teng unb fidb Ao. 1758 nad^ unb nad) in Hamburg
erft mieber cmfanb.] — 931 22a: 93or ber 2:ragöbie Slnbromad^a.
Sübed 3)en 12. Tlax) 1758. 3lut. ©. ©efr. ©re^er. — 931. 22a— 22b:
madb ber 2;ragöbic 3lnbromad^a. fillbed. ^cn 12. 3)fia9 1768. 9lttt.
§. @e!r. 3)re9er. — 931. 22b— 23a: 93e9 ber 3lbrcife t)on Hamburg
nad^ Sübecf. Hamburg. 3)en 27. ^Bzpt Ao. 1758. — 931. 23b; 93e9m
anfange in Sübed. Ao. 1768. 3)en 2. D!t. 3lut. ©. ©I^of. —
931. 24a: 93e^m ©d^Iu^ be§ 1758 3a^re§ in Süberf. — 93L 24b: 93e9m
^Infcmge be§ 1759 »a^reS in Sübed. 2)en 8. 3[an. — 931 24b— 25a:
93e9m ^Ibfd^ieb in Sübed. 2)en 27. fjebr. Ao. 1759. — 931. 25b:
«Ra^ ber ^urücKunft x)on fiübed in Hamburg. S)en 18. 3lpril 1759.
93L25b— 26a: 3)an!fagung§rebe. Hamburg. Ao.l759. 3)enl2.3un9.
— 931. 26a— 26b: ^andtfagung§rcbe. Hamburg, ^en 5. Oft. 1759.
5lut. §. @fI)of. — 931. 26b: 93e9m ^löüent. Hamburg, ^en 8. 2)eabt.
1759. — 931. 26b: 93emn @dblu^ be3 3(^re§ in ©omburg. S)en 28.
^eabr. Ao. 1759. — 931. 27a: 93e9m 3lnfange beg Sal^reS. Ao. 1760.
— 2/1 —
3)en 2. 3an. in ©amburg. — SBI. 27a- 27b: Söe^m Slnfanac ber ^aften
in ©amburg. ao. 1759 (fo!). ^en 22. fjebr. — »l. 28a: ^a^
€ftem in Hamburg, ^en 9. 3lpril 1760. — ©I. 28a— 28b: «8or bem
3lbt)cnt in gamburg. S)en 5. 2)esbr. 1760. — «8L 29a— 29b: «8c^m
3lnfangc int g^^i^« l'^^l- ^^^ 2. jgan. in Hamburg. 2lut. §. @e!r.
©re^er. — 331. 30a-31a: SBor ben gaften. ©amburg. 3)en 6. ^bt.
1761. 2lut. ©. (Sd^iebeler. — S8I. 31a— 32a: Siad^ Dftem. Hamburg,
^cn 25. 2«ar^. Ao. 1761. 3lut §. ©d^iebler. — «l. 32b— 33b:
SBor bem 3lbt)cnt. ßamburg. S)en 4. ^egbr. Ao. 1761. 5lut ©.
©^iebler. — 331. 34a— 35a: «öe^m Slnfange be§ 1762 3a{)re§ ui
Hamburg. 3)cn 4. jgan. 3lut. §. ©d^iebler. — 331. 35a— 36b: SBor
ber g^aften. Hamburg. S)en 26. gebr. 1762. Slut. §. ©d^iebler. —
S5l. 36b— 37a: Sflad^ ber fjaften. §amburg. ^en 14. 2Ipril 1762.
5lut. §. @d)iebler. — 331. 37b— 40a: »e^m ©d^luj be§ St^eaterS im
mt)ent. [3lutor?] Ao. 1762. — 331. 40a— 42a: «um neuen 3al)r.
S)en 4. 3an. 1763. — 331 42a-43b: 33or ber g^alten in ©amburg.
®en 18 fjebr. 1763. 3lut. ©. SW. Steinet — m. 43b -44b: «Rad^
ber gaften. Hamburg 1763. 3)en 6. 3lpril. 3lut. §. SW. (Steinel.
[§ier folgt eine ^rurffd^rift: „3lllen ^oÄgefd^ä^ten ©önnem unb
^reunben empfol^l be^m 33efd^luffe i{)rer t^eatralifd^en 33orfteUimgett
in §amburg, am 2. (September 1763, Die fämmtl. @ci^aufpieler:=
©efeüfcbaft l)ierburd^ ergebenft ®. ©. ^odjinn. ©ebrud t be^ (S^onrob
^acob ©pieringf.'' 4 (Seiten in 4^.] — Tht neuen ©eitenjablen
t)erfel)en, folgen fobann: 33latt la: no^ groei S^iUn be§ ^roIogS
oom 6. 2lpril, aB @^Iu^ üon 331.44b. — 331. la— 26: 33e9m ©d^lu^
ber tbeatralifrfien 33orfteUungen in ©amburg. Ao. 1763. %m 2. ©ept
5lut §. m. (Steinel. [9Jiffrpt. ber obigen ^rudfd^rift] — 331. 2b-4a:
SSe^m 2lnfange in Ceipjig nad) ber 3^^^^^^^""!^ ^^n Hamburg.
Ao. 1763. 5)en 10. (Septbr. 2lut. ©. 3«. ©teinel. — 331. 4b: [untere
brodben burd^ ben beigebunbenen ^rud biefe§ ^roIoge§.] — 331 Ib
[roieoerum neue ^aginierung] : 33e^ ©röfnung be§ 3:^eater§ in ©am*
bürg. Ao. 1764. %m 9. ^an. 3lut. $. mi ©teinel. — 331. 2a— 3a:
33e9m (SdbluJ be§ ^I)eater§ t)or ber §aften. Hamburg. Ao. 1764.
^en 9. artar^. 3lut. ^. (Sfd^enburg. — 351. 3b— 5a: 33e9 ©röfnung
be5 a:]^eater§ in Seipjig nad^ ber 3itrücf!unft oon Hamburg. Ao. 1764.
%en 25. 3lpril. 5lut. ©. m. (Steinet - 331 5a-7a: 33e9m (Sd^Iu^
ber tl)eatralifd)en 33orftettungen in fieip^ig oor ber 3lbreife nadb
S)re&ben. Ao. 1764. S)en 8. gan. 3lut. ^. ^rof. ©lobiuS. — 331.
7a— 8b: 3ln bie ^reunbe ber ©d^aufpieüunft narf) ber g^t^'^^^nft
oon 2)re^ben. Seipjig. Ao. 1764. ^en 3. (Septbr. 5lut. §. ^of.
©lobiuS. — 33L 8b: [unterbrochen burd^ ein gebrucfte§ (Syemplar ber
folgenben^S.; barauf neue ^aginierung ber 3JqlrpteJ — 2b: 5ln bie
g^reunbe ber <Sd)aufpiel!unft be^m ©d^lufee ber t^eotralifd^en 33or?
ftettungen. Seipgig. Ao. 1764. 2)en 26. Dtt. 2lut. §. ^rof . (5;iobtu§.
— darauf folgen 5 2)ru(ff(3^riften: 3ln ba§ ^ublüum be^ ber SBieber*
cröffnung be§ 3:l)eater§ burcb bie 3^9^^/ ^^n ®. ©. ^d)inn. fieipjig.
2)en 10. 3lpril 1765. 4 @. 40. — 3ln bie ^ur&Iaud^tig^e 8anb^^
I)errfd^aft. Unterj.: §. ®. ^ocä^in. Seipjig, ben 7. mar^ 1765.
4 @. 4^ — 33e^m Sd^Iuffe bcg ^I)eater3. ßeipsig, ben 23. Tlax)
— 270 —
^n ba§ publicum toeaen SBe^bel^alttmg bet (S^omoebie, bet Teufel
ift log. Ao. 1753. icn 21. JJebr. 2lut. ß. SW. ©teineL — S9I.
8b-9a: 9^adb bcr g^aften. äeipaig. Ao. 1753. 5lut. ©. SW. ©teinel.
— 95L 9a: SBc^ bet 3lbretfe na^ Sflaumburg. fieip^tö- S)en H. 3^un.
1753. 5lut $. aW. ©tcinel. — »l. 9a-9b: SBe^ bcr §of)en ©egen«
wart bcr S)urd)L 3crbftfdben $mfd)aft. Ao. 1753. 5lut. $. aW.
©teincl. — f8l 9b— lOa: «Be^m ©d^lu^ be« Sa^i^cS. 1753. S)ett [?]
2)e3br. 3lut. ©. aji. ©teinel. — 931. lOb: «Bc^m 5lnfange im Sa^re.
Ao. 1754. 2)cn 2. 3^an. ficipaig. — «l. 10b— IIa: «or ber gaftcn.
ficipaig. Ao. 1754. -^ f8l IIa— IIb: ^ad) bcr g^aften. ficipatg. 2)ett
[?]. Ao. 1754. — «L IIb— 12a: SBe^ bcr 3lbrcifc t)on Slaum^
bürg. Ao. 1754. S)cn 14. 3ul. 2lut. ©. aji. ©tcinel. — 931. 12a— 12b:
^ad) bcr R^^^^^^^^f^ ^^n Sflaumburg in ßcipjig. ®cn 25. ©cptbr.
1754. — «l. 12b— 13a: 93e9m 93cfd^luJ bc§ 3a^rc§ 1754 ben 30.
3)c5br. in ßcipjig. — 931 13b: 93c9m 3lnfangc bc§ neuen Q^^tcS.
Ao. 1755. ^cn [?] San. — 931. 13b— 14b: 93e9 Sluffübrung bc§
^ol^cuctS in ßcipaig. Ao. 1755. S)en 14. gebr. 5lut. ©. m. ©teineL
— 931. 14b— 15b: «RaA bcr gaften. Seipäig. Ao. 1755. S)en [?]
[?]. 5lut. ^. 9Ji. ©temel. — 931. 15b— 16a: 93e9nt 3lnfange in
Hamburg. Ao. 1755. 3)cn 2.3un9. — 93M6a— 17a: 93e9m5lbfd^iebe
von Hamburg. S)cn 5. (Septbr. Ao. 1755. — 931. 17a— 17b: 93e9
ber S^rücffunft von Hamburg in ßcipjig. S)en 2. Oftbr. Ao. 1755.
5lut. ö. m. ©teinel. — 931. 18a: 93or bem 5lbt)ent. fieipaig. Ao. 1755.
3)en l?] %^hx, 3lut. §. Tl. (Steinet — «l. 18b— 19a: «gc^nt ©^lu^
be§ 3al)re§. Ao. 1756. S)cn 30. %e^hx. in Seip^ig. ^ut. $. aW.
©teincl. — 931. 19b: 93e9m 2lnfange im 1756 ^al^re. ^en [?] Januar.
3lut. §. Tl. ©teinel. — 931. 19b— 21a: 93or ben gaften. Seipjig.
2)cn 19. 9Jiar^. 1756 — 93L 21a— 21b: 93e9 bcr 3lbreifc nad^ aiaum^
bürg. Ao. 1756. S)en 3. gun. in Seipsig. 3lut. §. 3R. ©teincl. —
931. 21b: 9lad^ ber 3wrücf fünft t)on 9laumburg. öeipjig. 3)en 14. Igul.
Ao. 1756. 3lut. §. 9Jl. Stctnel. — [9^otia auf 931 21b: 2)cr aroif^en
Defterreid) unb ^eujen entftanbcne ^ieg, in roeld^cn SaAfen un*
glücflid^er Söcife ücnoidelt rourbe, oerurfad^te, ha^ bie ©efeUfd^aft
augeinanber gteng unb fidb Ao. 1758 nad^ unb nad^ in ^ambutg
erft wiebcr einfanb.] — 931. 22a: 93or ber 3;ragöbie Slnbromac^a.
fiilbede. 3)en 12. Tlax) 1758. 3lut. §. ©etr. 5)re9er. — 931. 22a— 22b:
^a6i ber Stragöbie 3lnbromad)a. fiüberf. 3)en 12. Tlar^ 1758. 2lut
§. ©cfr. 2)re9er. — 931. 22b— 23a: 93e9 bcr 3lbreife oon gamburg
nad^ 2übed. Hamburg. S)en 27. @ept. Ao. 1758. — 93L 23b; 93e9m
anfange in Sübecf. Ao. 1758. S)en 2. Ott 3lut. ©. ©I^of. —
931. 24a: 93e^m @^Iu^ be§ 1758 3abrc§ in Sübedt. — 93L 24b: 93e9m
^Infongc be§ 1759 Sa^rcS in 2üUd. 2)en 8. San. — 931 24b— 25a:
93e9m 5lbfd^ieb in Sübed. 2)en 27. fjebr. Ao. 1759. - 931. 25b:
aia^ ber ^urüdffunft t)on ßübetf in Hamburg. 2)en 18. 3lpril 1759.
93L25b— 26a: ®an!fagung§rebc. Hamburg. Ao.l759. 2)enl2.3un9.
— 931. 26a— 26b: S)andtfagung§rebe. Hamburg. S)en 5. Ott 1759.
5lut. §. @fI)of. — 93L 26b: 93e9m Slöücnt. Hamburg. S)en 8. ®eabr.
1759. — 931. 26b: 93e5ni (SdbluJ be§ ^ol^rcg in |)amburg. S)ett 28.
^ejbr. Ao. 1759. — 931. 27a: 93e^ 3lnfange bc§ Sal^reg. Ao. 1760.
— 271 —
Den 2. 3an. in ^ambura. — S81. 27a-27b: »egm 3lnfange bsr Sapen
in ^ambutg. ao. 1759 (fp!)- S)en 22. gebr. — S8I. 28a: 9lo(^
Oftetn in fiamburg. 9)m 9. atpril 1760. — SSI. 203— 28b: SSoi bem
aiboent in Hamburg. S)en 6. SJejIit. 1760. — SBL 29a- 29b; Sfle^nt
anfange im aa£)ie 1761. Sien 2. San. in Hamburg, aiut. ß. Selr.
Dteqet. — 5Bl. 30a-31a; ^x ben ffapen. fiomburg. ®en 6. ftebt.
1761. 2lut. fi. SAiebelev. ~ »1. 31a-32a: gia* Oftetn. fiamburo.
5)en 25. iDlarti. Ao. 1761. Stut. §. ©ct)ieb[ei:. - m. 32b-33b;
S8ot bem aUmeni ßambutg. S)en 4. Sieäbr. Ao. 1761. 3lut. ©.
©^teblex. — 581. ^a— S5a: SBegm fflnfange be§ 1762 gjolfteä in
§ambutg. Sien 4. ^an. Mut §. @*iebler. — i8t. 35a— 36b: SJot
bet Soften, ßotnbutg. SJen 26, gebt. 1762. Mut. ß. St^ieblet. —
ißt. 36b-37a: gia^ bet ftaften. ßambutg. ®en U. april 1762.
9tut. S. ©döiebler. — SHL 37b— 40a; ifleqm ©ct)Iu^ be§ at)eatexg im
aiboent. iaiutor?) Ao. 1762. — 8L 40a— 42a: Sum neuen ^ai}x.
®en 4. 3San. 1763. — fQl 42a--43b: Sßot bet »aften in fiambutg.
5)en 18 %tbx. 1763. 3Iut. 6, 371. ©teineL — äßl. 43b-44b: SRoA
ber gaften. Hamburg 1763. Xen 6. Sttptil. »ut. §. ärt- Steine!,
[giet folgt eine Siructfd)ttft: „SlKen t)Di4gefd)äfeteii ©Bnnetn unb
JJreunben empfo:^! bepm iflefdjlufte i^rer t^eatralif(i^en aSorfleaiuigen
in Hamburg, am 2. ©entembet 1763, oie fämmtl. <Scf(aufpielet:
(S^efeUfdiaft ^ieibuid) etgebenft @. £. Kodiinn. @ebnidt beq 4oniab
.gacob ©pieringf." 4 ©eiten in 4°.] — aiiit neuen ©eitenji^len
oerfet)en, folgen fobann: Blott la: noi% jmei 3"*™ ^^ ^rologi
oom 6. aprtl, al§ ©Alufe non SBL 44b. — 331. la— 26: SBe^m ®*ru6
ber tbeatroIif(i^en SJorftetlungen in ©ombucg, Ao. 1763. 2)en 2. Sepl.
2Iut §. an. ©teinel. [m\tcpt ber obigen Srudft^rift.] — S8t. 2b-4a:
99eQm atnfange in Setpjig nac^ ber 3''™^''""!' "o" fiamburg.
Ao. 1763. %ex\ 10. ©eptbt. 91ut, fi. SR. ©teinel. — SBl. 4b: [untere
btocben buri^ ben bctgebunbenen Snid biefeS ^rotogeg.] — 391. Ib
[roieberum neue ^aginierung] : !Seg ©röfnung beä a^eater§ in fiam>
bürg. Ao. 1764, Ben 9. 9tan. 91ut. S. 2H. Steinel. — SBI. 2a— 3a:
Sße^m ©AEuft be§ atjeaterg nur ber Saften, feamburg. Ao. 1764
Den 9. man- 31"*. §. Sfdienburg. — S8L 3b-5a: Seg iSröfnimfl
beS a^eoterä in l^eipjig ntirf) bet BurücHunft »on fiambnrg. Ao. 1764.
Den 26. mptü. -ilut. §. m Steinel- — m. 6a— 7a: iSepm St^Iug
ber t^eotralifcfteii iüorfteDungen in Seipjia oor bet SIbveife naq
Dregben. Ao, iKM. Den 8. 3an. Mut. Jo- ^tof- ßlobiuä. — ast.
7a— 8b: 2ln bte Steunbe bet ©c^aufpielhtnß nad^ bet 3iivüc!Eunft
oon Dtegben. l'eip,ug. Ao. 1764. Den 3. >l^JbS, $- ^of-
©lobiuä. — iflC- Hb: [untetbrod^en tmd} *i*j^ — '~ ""'"
folgenben ^^. : barauf neue ^oginietung bet
Steunbe ber ©dinufpieUunft be^m @cUH'
fieUungen. i-'eipäig- Ao, 1764, DM "^ *
— Darauf fotgen 5 Drucffi^tiftr '
etüffnung bcü sb'QterS biiM ■
Den 10. Mpvvl 1765. - ^
^ettf<i)aft Untera-: |
4 ©.4°. — »«im^-
— 2/2 —
1765. Untcraeic^tt.: $. ®. Äod^ht. 4 @. 4«. — «Bc^ Eröffnung bcS
X^eatcrS. ßcipjtg, ben 5. ©eptembcr 1765. 4 @. 4<*. — Stiebe am
?rricbricfe8ta0C jum ^olneuct. öeipjig. 95en ©icgfrieb Cebred^tförufluS.
767. 8 @. 4 0. — icr Patriot, ein feorfpiel am J-ricbrid^gtapc
aufgeführt mit bem ®obru§. Ceip^ig, gebrudft be^ ®I)riftian ^rte«
bri^ ^himpf. 20 ©. 4 «.
©ier fei ferner cermiefen auf baS „SBer^eid^ni^ ber Siragöbien
unb ©omöbien t)on fünf unb bre^ tieften, weld^e t)om 3af)re 1750
an auf bem ^oc^ifd^en ^^eater unb mann fold^e jum erftenmale auf::
(lefüj^rt morben", ßamburg, gebrucft be^ ®onrab ^acob ©pieringt
oroie auf ba^ ergonjenbe ^^SBerjeid^ni^ ber Sflad^comöoien ober Keinen
©tücfe oon einem Slrft, meldte vom ^ai)x 1750 an ... u. f. m."
5Bon beiben beft^t bie Seipjiger (Stabtbibliotlie!, nad^ SuftmannS
Angabe, ein ©yemplar mit t)anbfd)riftlid^en 9lad)tr&gen.
96,31 ift ju lefen: 9lomagnefi. SBgl. ^oefer, Nouvelle biographie
generale 42,574. — SRomagnefi mit SBomamen: ^ean 2lntoine.
95,32. 2)ie fieipjiger ©tanbgelbred^nungen (Quellen pr ®efdb.
Seip3ip§, 1, 487) oerjeid^nen aI8 erften 2luf enthalt: „1750, am^aeh:
©einnd^ ©ottfrieb ho^, ^ofcomoebiante, im großen SBlumenberge,
äo. ©ept. big 16. Dctober." ©obann fpielte Äod^ t)om 19. Dctbr. bi§
4. 2)ea. unb vom 28. bi§ 30. ^ea- 1750, blieb mx 9leujal)r§meffe 1751,
worauf er ju Dftem roieber tam. ©ier fpielte er ^um erften SRale
in OuanbtS Sl^eater (Queaen a- ®ef A. ßeipaigS 2, 525).
96,2 ff. S)ie SWännerfd^uIe t)on 2J^o(i6re; 3)er blinbe ©bemann
V. Ärüger; %ex oerl^eurat^ete ^l^ilofopl) v. S)e§toud)e§; ^er Unent*
fd^lüfflge t).^e§tou^e5; 2)emofntt).fRegnarb; 3JhfantI)rop o.aWoIiöre;
©ffey V. %i). (Sometße; SD^a^omet v. SSoItaire.
96,8. Sö^^nn SJlartin ßeppert (öfter Sippert gefd^rieben; er
felbft f (abreibt 1765 in ?fran!furt: ßöpper) ift um 1720 geb.
96,19. SBgL ÄäftnerS Epigramm (SBerfe, Berlin 1841, 1, 68):
3)a§ ^iftorifd^e Snftitut in ©öttingen.
Sd^ table nid^t ha§ ^nftitut:
@g ift jum Unterrid^t für junge Seute gut;
@§ mad^t jur 5lutorfd^aft ben jungen ßeuten 3Rut^.
^od) jetgt e§ fid^ in acabem^d^er ^radbt,
©0 faßt mir fiepper ein, mie er ben ©ffej mad^t.
96,29. 8ie§: 2;rinummu§.
97,2 ff. Sefftng§ 3Ber!e (ßad^mann^aWunder) 4, 47 ff. fjür ba§
einzelne mu^ auf ^an^el unb @nd^ ©d^mibt oermiefen merben.
97,31 f. ©oebefe 3^ 366.
98,8 f. S8om 1. 5luguft big jum 8. D!tober. (©. ^et)rient, @. 190.)
98,10 f. fiuife f^rieberife oon ©d^merin, geb. ^erjogin ju
SBürttemberg, unb UIrtfe oon ©d&merin.
98,17. 3^^anj ^^u^ fpielte 1751 üh^x^^aupt nidt)t in Ceip^ig,
bagegen naq 3lu§roei§ ber ©tanbgelbred&nungen (OueUen 1, 487)
„t)orm ©rimmifd^en %f)oxz, an 95ofeng ©arten" oom 5. hx§ 16.
Dftober 1750.
98,21 f. Ueber SJlab. ßartmann u. a:od^ter, f. 2lnm. 118,38.
99,2. 3^n ®era fpielte Äod^ im Dftober unb 9looember.
— 273 —
»9,12. 3)c grrainc ift 1746 unb 1748 in «rünn gcroefen (b'^bert
a. a. Dv @. 44 unb 78).
99,20. 3)ct Siitel lautet: Pro comoedia commovente. (^eQert
felbjt nennt il)n fcetlid^ einmal de com. comm. (in f. ßebenSabti^
al§ ^Beilage jum SÖrief an S^colai t)om 24. Januar 1760, ©Ariften
1839, 8, 288 f., roieberI|oIt bei ®oebe!e 4, 35 f.). — SBon ben Ueber*
fe^ungen ift eine von Seffing in ber tl^eatralifdben ^ibliot^. 1754,
1, 47—78, ßad^mann^SJiuncfer 6, 32—49, ©empel 11, 1, 213—230;
bie anjeite (nad^ ®oeb. 4, 37, 12 oon Oeaert felbft) ftel^t nicä^t in
ber (Sammlung üermifd^ter ©d^riften, wie ®oebe!e angiebt, fonbem
oermutlid^ in „2lbt)anblungen t)on ber ^ah^l unb für oa§ 9hibrenbe
in ber ^omöbie", Seipaig 1773 (nadb Äa^fer, »üd^erlejüon 1834, JI, 331).
99,26. ©ronegfS (1731-1757) „3m^oergnügter mit fx^ felbft" er^
fd^ien erft 1775 in ben „SBlüt^en be§ ®eifte§ be§ ^x^xn. v. ©roneg!'',
Strasburg.
99,28. Ueber Sluffül^rungen ber „9Jlatrone oon ©p^efuS" unter-
richtet 3. ajiinor, ®{)r. g^et SBei^e u. f. ^ejiel^ungen 5. btfd^. fiitteratur
be§ 18. 3bbt§., 3nn§brucf 1880, @. 84 f.
99,34 ff. S)er finanzielle ^ufammenbrud^ So ^reftiS war fd^on
1751 entfqiieben, bo(S) rourbe tl^m big 1752 ^um ^afd^ing bi^ \ioxU
fül^rung ber ^ombbien erlaubt. Ueber bie 9leuorbnung ber ^inge
t)gl. 3:euber, ^ofburgtl^eatcr @. 62 ff.
100,7. gacob ©raf 3)uraaso, gcnueflfdber ©efanbter, murbc
erft 1753 offiziell bem Dberbireftor granj ®rafen oon ©fterl^&a^ „in
benen spectacles- unb 95alls@a(ä^en . . abjungiret."
100,11. 3^ berichtigen nad^ Slnm. 85, 11 f.
100,20. 9iaA Si^mann (©dbrbber 1, 51, 53) mar ßeppert 1751
unb 1752 mit 3laermann üerbünbet, aud^ 1753 fpielt er mit i^m in
^ anaig.
100,25. 3ol). ©ottfr. Sörücfner, geb. au ^Imergborf in ©ad^fen,
ftarb am 18. Oft. 1786 in »erlin. SBgl. $Reben*®§be(f, »ü^nenlejifon
©. 75; — (Saaerie 3:eutfdber ©d^aufpieler ©. 39ff.
100,32. Söie fiod^ fieffmg xi)n aB ©Aaufpieler fci^öfete, aeigt eine
Sleu^erung im 33rief an feinen Söruber ^arl v. 0. ^uni 1768: „^d)
babe bie 9Jlinna ha [in Äod^S 3:]^eater] fpielen feigen. 3)er einaige
^Mdner l^at feine fRoUe, ben ^eHl^eim, beffer gemaAt alg ^ier ©Il^of.''
101.4. Ueber ©tacfe ift mir nid^tg nä^ereg bexannt.
101,28. La serva padrona, Tlufxl t). ^ergolefl.
102.5. prftenau, @. 352, giebt ben 8. Dft. an.
103,3. SRein^arb Reifer, geb. 1673 in a:eud^ern, geft. 1739 in ^am^
bürg, einer ber bebeutenbften ^omponiften auf oem ©ebiete ber
beutfö^en (Hamburger) Dper. Ueber il^n ogl. 5lug. btfd^. »iogr. 15,
540ff. (fjriebr. ©brgfanber).
108,3. ajield^ior §ofmann, 9Jhtfi!bire!tor in ßeipaiö/ S^adbJIg.
^elemann§, fomponierte Opern, beren 2:itel allein nod^ erhalten ftnb
(dif)^a ©ibia 1720 in ©amburg). ®erber§ Sejüon ber äonfünftler
1790, 1, 656. @itner§ Öueaen:=Se5i!on 5, 178.
103,9. Ueber ba§ fritifd^e Ungemitter ogl. amnor, SBei^e, @. 145ff.
®in ©ammelbanb ber Ägl. »ibl. Söerlin (SWS. gernu 746. Quart)
18
— 274 —
entl^ftlt aQe bet Derlei Aneteti 6trettf(^riften; Tlinox f^at fle sud^flio
aema^t in feinem ^^SEÖeiSe", Hn^ang, @. 375 ff., worauf l^ier für
S. 103 u. 104 üenoiefen fei.
104.8. 2)a§ „(Schreiben on Äerm Ä. in 3-" ^öt nicä^t @teinauer,
fonbem @(3^ula jum feerf. — aJhnor, @. 149.
104,28. 9toft ift ber «erf. ber ©d^rift. SBal^I, 3o^. (5;^r. «Roft, (S.75,
giebt ein aenaueS 5Berjeidbni8 ber oerfcbiebenen $rurfe unb teilt ben
feortlaut ber erften ^ufi. mit (@. 177 ff.): ^er Teufel an ben Äunft*
rt(^ter ber iBeipjiger @($aubü^ne. ^Utona, 1768.
106.9. ®iniae t)on oiefen ^rologen finben fid^ in ber „Sammlung
t^eatralifAer ©eoid^te, nebft einigen ©ebid^ten unb (Epigrammen auf
©d^aufpieler", 1. Sammlung, fieipjig 1776.
106,10 f. ©d^önemann ©erliep ©d^merin fd^on am 28. Q^anuar
unb 30ß nad^ ©üjtroro (@. 105, 17), n)o er hx^ ^um 20. ^rebr. fyieltc;
bort mtrb mobl bte ©rftauffül^rung be§ @tücfe§ ftattgefunben l^oben.
106,18. @§ ift aroeifel^aft, ob 2)em. ^e^benfd^ilb fAon 1752
l^ier bebutiert l^at. $. 2)eonent mad^t mit SRedtit barauf aufmerffam,
ba^ fie 1763 unter ben 3l!abemiemitgliebem nidbt genannt ijt.
106,22. ÄunigerS 95anbe führte ben 2;itel einer „priotlegirten
^odbfürftl. SBranbenburg'(^uImbad|if^'95a^reut^s unb 3lnfpad^tfdben
hod^teutfd^en 2:ruppe.'' @o 1752 in Siibedf (§. 3l§mu§, %xe bramatifdbe
femft unb ba§ X^eater au Sübed 1862, @. 17 f.). 3n 5lnfpad^ ift Ä.
nad^jumeifen, aber oB „^o^teutfd^ ©ädbftfdtjer Äomöbianf (®loff9§
fjaoi^citalog @. 99, ogl. aud^ @. 109). lieber ben Hamburger 2luf=
enthalt 1748—1750 u. 1752 auf 53 ogl. ©d^ü^e @. m ff., unb ©. %e^
Orient @. 335.
106,18ff. «ramarbag, S. o. ©olbcrg:=2)etbarbing; Slljtre, %x.
o. SBoltaire; S)er SBerfd^roenber, 8. o. S)e§toud^e§s@ottfd^ebin ; DroSman
in S8oltaire§ ^aire; 2ltreu§ in 3BeiJe§ 3ltreu§ unb a:^9eft.
1(16,32. mad^ $eitmüaer§ Slngabe (a. a. D. @. 33) !ann Ublid^
nid^t 1753 geftorben fein, ba er 1756 nod) eine 2lrt SÖodtienfc^rift
l^erauiSgab. ^od^ bleibt ^ai)x unb ^atum be§ ^obe§ bislang nod^
unbefannt.
107,1. SBgl. über ben ©treit jmifd^en Ul^lid^ unb ©enior ®tar!e
(®oet]^e§ DnfeO bie angefül^rte Söiograpl^ie. 2)ort ift aud^ @. 94ff.
„@ine§ (Sl^riftli^en (^omöbianten SSeid^te an ®ott be^ SBerfagimg ber
dffentlid^en feommunion" [entftanben 1751!] abgebruät.
108,6. 5^iebrid^ Ulrid^ fiubroig ©dbröbcr ift in ©d^merin ge-
boren, am 2. 9looember 1744. ßier ftno ju nennen: „fjriebric^ ßub*
loig ©d^röber. ^Beitrag jur ^unoe be§ SÄenfd^en unb oe§ Mnftlerg
üon fj. fi. SB. SJlegcr. ^n ^roei a:eilen. I. ©amburg 1819, ü. @rfte
unb ^roeite 3lbtbeilung Hamburg 1819." — ©obann „JJriebrid^ Submig
©darüber, ©in 93eitrag jur beutfd^en fiitteratur:= unb ^l^eatergefd^id&te
otm SBertl^oIb Si^mann." ©rfter 2;eil, Hamburg unb fieipaig^ 1890.
3n)eiter a:eil, ^bba. 1894 (ber für bie ^orfd^ung fo mid^tige ©d^lu^*
banb mirb un§ l)offentlid^ balb befdbcrtl). ^u^erbem ogl. 2B[Ilg. btfm.
«iogr. 32, 506 ff.
108,9. SWartini ging erft am 16. 2Jldra 1754 oon ©d^önemanti
ab, — §. 2)eorient @. 231.
— 275 —
108,11. Uebev bie oon @!^f begtftnbete 6^aufptelet»^!abemte
üßL ©. «)et)riettt 6. 206 ff., 336 ff. ©anS Dberl&nbcr, iie gctfttge @nt*
roidlung bct beutfd^cn Sd^aufptelfunft i. 18. Q^l^bt ßttjmcmnS S^eatet«
gefcä^. SJorfd^ungen 16, @. 126 ff.
108.26. 3§r 5)ebut fonb am 5. med 1753 al§ ©inilbc in ÄodbS
„@attcio imb Stnilbe'' ftatt. Ucbcr übte 2lufnaf)mc untcrticä^tct cm
»rief ©d^c^bS an ©ottfc^eb (abacbr. äRcbcn^Sbcrf @. 339).
108.27. 2)ct a:itcl ^ei: „%xe ©erbpfreubc ober ha2 ©cä^äferfeft,
ein beutfd^e§ fiuftfpiel in SBerfen t)on grieberife (S^aroUne ^leuberin''.
^lufgefübrt am 15. Oft. 1753 (Seubcr a. a. D., ©. 83; nad^ Slaab,
3. fj. t). toa @. 97 am 18. DU.)
108.29. S)efraine erl^iclt balb barauf bie Erlaubnis, ein neue§
%f)zaUx ju %f)iexi)ei^m am ©laciS, in ber Slä^e ber SSorftabt SBei^*
gärber erbauen ju Surfen (Äatal. b. SBien. 2lu§ftell @. 56).
108.30. Äurj trat feine erfte ^ager Smprefa an. ^^l diaab
a. a. D., ©. 91 ff.
108,34. 2)e§ ^bl. ^erentiuS Suftfpiele, überf. t>on 3o^. ©amuel
5ßa^!e [1727-1787], ©atte 1753.
109,4 ff. „Les döfauts copi^s", ®roneg!§ ©d^riften l^rgg. v. Uj,
1 SBanb. — „2)er erfte ^Ipril" ift 1775 — nac^ ©rfd^einen ber ©^ronol.
— gebrudt in ben „95Iütl^en be§ ®eifte§ be§ ^xl^vn. t)on (Srmtegl",
©tra^burg.
109,8. ©d^önemann fpielte 1754 aujer in ©d^merin (feit S^bo. 53
bis 3lnfang ^uni 54) unb au^er mo^od (®nbe SRoo. 54 bi§ Snärj 55)
nod^ in Hamburg (5. guni 54 — 11. ^ov, 54).
109,11. ©oÄia ©lifabet^ @(^ula. nad^ »ärfted^er (©.370) unb
ber Eingabe be§ (Sotl^. 3:i^eateuat 1776 aug ©amburg gebürtig, ©er*
mäl^Ite ftd^ am 21. DU, 1764 mit 3o^. 9Jlid^aeI »oef (f. b.). 1779 mürbe
fle in ©otl^a penfioniert. SBgl. ©allerie a:eutfc^er ©dbaufpieler zc
©. 21; @d^in!§ 3ufd^e ©. 22^. — $Reben=@§bed, Söü^nenleyifon @. 60.
109,26 f. ^d^ud:) fpielte in Berlin nur folange, aI8 ber SBau feine§
neuen ^l^eaterS in »reSlau ii)n t)on bort ^ernl)ielt. ^S ©c^u($ bann in
©d^lefien mit 33eifaH gefpielt l^atte, erbielt er burA SSermittlung beS
©rafen ©d^affgotfcb am 19. 2lug. 1755 ia^ preu^. ©eneralprioilegium.
fßql 51. Sagen, 91. ^eu^. ^roo. 951. 1851, 12, 220 f. — «ßlümicfc
©. 200ff., 376ff.
109,30. ©ufanna SWecour 1738—1784. SBgL i{)re an^iel^enbe
©l^ara!terifti! bei ßi^mann, ©(gröber 2, 26ff. — ©atterie %tutfd)^
©d^aufpieler 1783, @. 165 f.; @Ain!§ 3ufdfte u. »erid^tigungen @. 64 ff.
110,15. fjriebertfe @opI)ie ©»armann 1738—1789, alS 3«ab.
©enfel berühmt geworben, «gl. fieffiujgS Urteil im 13. u. 20. ©tüd
ber 2)ramaturgie. — Mg. S)eutfd)e ®iogr., 11,788 f. — ©allerie.
2:eutfd^er ©c^aufpieler :c. 1783, @. 195 ff. — ©. U^be, ®!]&of, ©. 171.
— ». fii^mann, ©d^röber 1, 275 ff.
111,4. 3o{)ann ©ottlieb ©enfel, geb. 1728 in ©ubertugburg,
ftarb 1787 ju ^reiburg i. f8x.
111 24ff. 5lu^er diaah^ „Söemarbon" ift bie reid^^altige 3luf*
Zählung ber »emarboniaben burd^ % t>. SBeilen in ©oebefeS ©runo«
ri| 5, 303—308 ju oergleid^en.
— 2/6 —
112.17. 9leuejte$voben ber enalif(ben@(^aubül^ne ober^.SBenjjomm
toablQS :Sufth)iei ^er argtoöl^nifi^e (Sl^emann, tmb (Sbmarb 3JlooxtnS
rauerfpiel ^er @pteler, im ^eutf(^en bargefteUt. [l^on ?] Ham-
burg bei (S;i^riftian J^eroü) 1754.
112^. ^. 1^. cSiassirons (fo!) ^^anblung gegen bad rü^renbe
SuMpiel (R^flexions sur le comiqae-larmoyant, 1749) imb (S^eQertö
Siebe pro comoedia commovente. — ^ie iHeil^enfolge ber aufgehalten
©tücfe tft nic^t genau. (S^oebefe 4, 141. Sai^mann-äRuncf et 6, Iff.
118,21. kod) begann in Hamburg am 2. ^unt 17f)5 mit bem
i,9ht]^mTebiaen'' unb fd^lo^ am 5. @ept. 1755, o^ne t)iel ^eifaQ ge^
fimben p paben. — Q^ü^t, @. 287 f.
118.23. S)ie Sileuberin oerliefe aBien fd^on am 15. ^bruar 1754.
^ie ^crfonalliften x)on 1755 entl^alten il^ren Flamen niät mebr.
118.26. grran|i8!a Äurj jtarb am 16. ^uni 1756, flebenunb=
Smangig 3a^re alt.
118.27. 2lnton 3atob »renne r, geb. 1738, oon Äinbbeit auf
beim ^beater, Srdger beiS ^^rlin^^^lS^l^arafteriS, aud^ bic^terifm t^dtig,
fpdter s)ire!tor in ^nniSbrutf, ftorb 1779 in Lüneburg. — ®oeb. 5,
346. 9leben^@§becl, SBü^nenlerifon @. 71.
114,15. (Stephanie b. d. tft 1733 in SJreSlau geboren. (Sr ftarb
1798. — ©oebete 4, 76 (mit weiteren Queflenangaben). — 3Klg.
5)eutfd^e iBiogr. 36, (S.96f. — Seuber, ©ofburgtl^. @. 84. (^ort ^eift
^, er fei 1756 ju ^Aud) getommen.)
114,29. ©riefe iiber oen i^igen 3^1^^^^ ^^ f(^önen SGBiffen-
fdfaften in ^eutfdblanb. 9Tht einer ©orrebe t>on ©ottlob Samuel
SWcolai. Söerlin 1755. 3)arin ber 11. »rief.
116.18. ©on SRomanuS (1731—1787) oerjeid^net ®oeb. 4, 74 bie
@tücfe 9h:. 1 imb 5 nidbt. „^ie imermartete »erdnberung'' ift guerft
am 3. 3an. 1755 gefpielt. Ueber 9lomanu§ f. dl S^legeniter, Ä. 3^. Sflo«
manu«, (^eibelb. 5)iff.) «erlin 1901.
116,5. ßergoa ©l^riftian Subwig, geft. 30. 3Wai 1756. 3n ^am^
bürg fpielt ©(gröber com 3uni bis mnf. SJej. 1756, in ßübecf t)on
SBe^nao^ten 56 big Oftem 57.
116,26. 908 iU^ab. »rücfoier blieb fte fortan ftetS bei ^6), feit
1771 in »erlin. »lad^ ilirem 50idbrigen »ü^nenjubildum (8. Suli
1791) aog fte fid^ oom a:^eater aurucf. @ie ftarb am 26. S)ea. 1804
in (S;öt$en.
116,29. SSdl^renb beiS flebenjidl^rigen ^riege§ tourbe in Seip^^G
nicä^t gefpielt S)ie Xl^eatemacä^ri&ten auS 5hemer§ leipjigifqem
Sa^rbuA ^lören am 9. 9Jlai 1756 auf.
116,32. aWdrcä^ner toar ein ©tiefbruber ber SWabame Sd^ud^,
um 1736 geboren, »gl. über ibn ©aUcrie 2:eutfAer ©dbaufpieler zc.
1783, @. 153.
117,10. S)emo!rit, 2. t). SRegnarb.
117.19. SBaitmefl in ßeffingS Tlx^ ©ara ©ampfon.
117.24. ?frana @d^ud^ b. d. l^atte brei ©ö^ne: Öfrana (1741 hi§
1771), ber ftm mit Sol)anna Caroline 3^9«^ t)crl)eiratete (geft. 1787,
t)gl. ©loff^g ^ad^fatalog @. 121) mb 1764 bie a:ruppe be§ »ater§
übernahm, ©l^rtftian, ber jiemlid^ oerfommen 1767 ftarb, tmb
— ^n —
SBill^cIm ©dbud^, geft. 1776. lögt über pc 3f. ©^r. «ranbcg, 3WeittC
SebenSgcfci^ici^te 2, 64.
117,27. feuriottt ging mit feiner grau 1758 Oon.) ju ^Icfermonn.
@ic ftarb am 7. ©ept 59, er Derlie^ bie S^ruppe jwci Q^ol^re fpdtcr.
117.30. ©arl SöbliuS ftarb am 12. Sflot). 1763.
118,15. Ueber «ßtetro SWoretti ogl. gürftenau 2, 285, 364, 367.
— 91. »roelS, ®ef(3^. b. S)re§bener §oft|., @. 165.
118.31. 9lid^tcr, mit SSomamen ä^j^önn ©l^riflopl^.
118,38. 3" biefen ^unmici^tigett'' beuten gehörten SWab. ßart*
mann unb a:od^ter (f. oben 98,21). %, 8. SB. aWe^er f agt in @(^röber§
geben 1, 33: ^öbbclin liefe [1756] „aWabam ©artmann unb ilire Slocä^tcr
nad^Jommen, verlobte fl^ mit ber legten, t)crlor fle neun 3:age bar*
auf an SBIutfpeien, unb ©erfd^rieb fi(^ eine jmeite SBraut, S)emoifeIle
(Sd^ulj, au§ fieipjig".
118,35. 3[o]^. ©eorg ©d^mager fül^rte fpdter eine eigene 3:ruppe
(Äöln, ©oblenj).
119,5. aJia^berg wirb noci^ 1761 im ^erfonalftatuS (abgebr. bei
3:euber @. 86) aufgefül^rt. ©eine ^rau mar am 2. 2)e3. 1759 ge-
ftorben, er folgt il^r am 19. Oft 1761.
119,10. 3o^. ®ottt »enj. ^feil 1732-1800, ®oet^e§ %\W
geno^ in Ceipjig. ®ocb. 4, 75.
119.13. Sflad^ gf. S. SB. SWener, ©d^röber 1, 36 fpielte Slcfermonn
„fiucie Soobmia" (sxa 3. ^es- 1756 in Königsberg.
119.14. %L ®oebe!e 4, 142 Sfh:. 49.
119,16 ff. goung, ®oebe!e 3«, 369 9fh:.54. fJonteneHe, ®oeb.3*, 367
9^^.34. — 2)e§ §erm oon Slericault S)e§toucbe§ fämmtli^e tl^eatralifd^e
3Ber!e, Seipjig unb ©öttingen 1756, 4 83be. S5on einer ^Berliner
3lu§gabe ift roeber in @ottfÄcb§ Slot. SBorr. nod^ bei ©eorgi, «üd^er^
(eyüon, 3. @uppl. 1758, ©. 65 etmag p finben.
119,24. 3o^. ©brift. SBranbeS, geb. am 15. SWoo. 1735 (nid^t
38), ftarb am 10. i^ot). 1799. 3a§ mid^tigfte Quette fommt feine
©elbftbiograp^ie in Söetradbt: „STleine Sebenggefd^i^te", Söerlin 1799 ff.
3 »be. — 3lu^crbem ©gl ®oeb. 4, 76. — oieben^@§bed, g5ü]^nen==
lejifon @. 67f. — §. S)et)rient, @. 275f. — K. SBittig, ». ©^r. 93ranbe§
($rogr.), ©d^neeberg 1899. — (5- ©einridb, ^a§ fom. ©lement i. b. ßuft^
fpielen t). 3. ^x, 95ranbe§ (ßeibelb. S)iff.) 1900.
120,16 3of). ©. fjr. aWiftter, geb. 20. gebr. 1738, geft. am 8. 2lug.
1815. SBgl. „Slbfd^ieb t)on ber Ä. Ä. ©of:= unb Slationalfd^aubübne",
3Bien 1802. — @oeb. 5, 312. — ©loff^S SBiencr Katalog @. 39. —
2:euber, ßofburgtf)., @. 86. — ©allcrie b. 2:eutfcfcen ©Aaufpieler 2C.
@. 158. — @(^in!§ 3ufd^e @. 67 ff.
120,25 ff. ®in ftärferer ®runb al§ bie Ärieggunrul^en la^ jeben^
falls in bem üerfdimenberifd^en Slufrpanb, ben ©d^önemann mtt feiner
$ferbe*8ieb{)aberei trieb unb ber ij^n finanjiefl ^u ©runbe ridbtete.
SBgl. ben Sßertrauen ermedfenben Söerid^t bei ^d^ü^e, @. 295 ff. vlud^
@f^of§ 3lbgang wirb bort ((5. 297) au§ anbem Urfa^en — [Rotten^
ftreittgfeit feiner grau mit il)ren Kolleginnen — l^ergeleitet.
120,34 f. 3u ogl. .©ritifd^e ««ad^riÄt t)on ber ©d^ud^ifd^en
©d^aufpielergefellfd^aft. Sflad^ benen in ber festeren ©älfte beg Qfal^reg
— 278 —
1757 )u Xonjia ooraefteQten ©(^fpielen. %(m%i% in (Sl^t^itai
€^ufteriS saud^^blj. 1758''. ({^intDeid ^agenS i. b. % ^^Tett|. ^hw».
»L 12 132 tt. 297.)
121,10. ai^iert mit IBomamen (Seorg (Sl^renfrteb.
122,11- ^bfd^iebg [Rebe n^el^e be^ ber g&ttalidben ^golbe ber
©d^önemonnifd^en ©d^oubü^ne gelten würbe r>on IDlahamt Sc^dne«
mann, ^ambura, ben 2. bed ^ecemberd 1757. — (^Ibgebt. bei
©. S)et)rient, @. 347.)
122,14. S^dnemanniS ^rau ftoxb am 11. ^a. 1770. (&t
beiratete ^ma gmeiten äRale 1771 eine ^au, bte Jid^ amn&l^lid^ btm
ä:runfe ergab unb 9lot imb Ungtucf über il^n brad^te. @r ftarb 1782
caa 16. äRärg.
122,17. ^ammerjjimfer grrana (S^l^riftian @dtbrecbt t>, Xürdtl^eim
mürbe jum :3ntenbanten ernannt unb hamit ein ^oftl^eater gefd^affeit.
IBgL @. $agqu6, ^^oetl^eS 3:]^eaterleitimg in SBeimar, Seipgig 18^, S. 9.
122,30. Caroline ©d^uhe, geb. am 30. @ept. 1745 (nic^t 42),
?arb am 20. 5tpr. 1815 in ffieimar. 55gL 3lug bem Äomöbiantenleben
eg vorigen Iga^rl^unbertS. ^enfmüroigfeiten t>on Caroline @(^u%e.
SD^tgeteilt pon ^ermann U^be. 9iaumerg biftor. ^afd^enbud^, 5. ^(ge,
3. 3br{j. 1873, @. 359 ff. — Äarl Don ^oltei, jmonatjtd^e iBettrage
efd^id^te bramat. ^unft unb Sittcratur, »erlin 1828, 3.«b. @.180ff.—
Sof. Äürfd^ner, mOg. btfd^. »iogr. 17, 372 ff.
128,5. <Sop^ie $enfel, „beren ©enialitdt nur burd^ il^re Sieber-
Ud)!eit nod^ überboten rourbe" (ßi^mann), blieb nur ein l^albeS Qol^r
bet Sldtermann; am 14. Oft. 1757 ücrfd^manb fte l^eimüd^ mit einem
reid^en jimgen fjranffurter (ßifemann, ©dbrbber, <5. 1, 160).
128,8. fR^b^n^QiSbed, ©aroline IReuber, @. 273 giebt irrtümUd^
1751 al§ ^odb^eitSjal^r an.
128,22. Repertoire des th^ätres de la ville de Vienne 1752—1757.
Vienne 1757.
128,27. „Einige" b. b. mol^I nur ber Stecenfent @. in ber S8v
bliotbe! ber fd^önen SBiffenfd^. u. fr. ^nfte 1757, 2, 217 ff; mtt
Älopftotfg S)rama ©ergleid^t er ben „%ob OebipS, ober Debi^ auf
(Colone vom ©opl^oüeS", b. l). er jeigt, mic fe^r ber gried^ifc^e ^ic^ter
ben beutfd^en übertrifft.
128,29. ®ocbe!e 3«, 366, ^. 20.
128,33. „5lb^anblung t)on ^rauerfpielen." fSibt ber fd^önen
SBiff. unb ber freien ^nfte, Ceipaig 1767, 1. 95b. ©. 17—68.
124,17. Unter ^od^§ Seitung begann bic Gruppe erft am 2. 0!to=
ber 1768 p fpielen. @!^of bi^Ute einen „^rolog be^ ©röfnung ber
tbeatral. ^orfteßungen ^u Mh^d'' (Sammlung tl^eatr. ©ebid^te, Seip^
aig 1776). ^, mmn§ (f. 105, 22), @. 30.
124,21. §erli^, geb. um 1740, fpielte bie Idngfte Seit in ^^g
Gruppe, ging bann m W)bt nad^ ^mfterbam, mo er fiq alS Solbat
auf einem Dftinbienfalirer anwerben ließ; er ftarb auf ber SReife in
@t. ©elena (1776).
125,14. ßemfe, f. $Reben^@§bec!, S8üI)nenIejci!on S. 397.
126,21. <S^üfee miberlegt (@. 312 f.) bie Eingabe, ba^ ^odb au§
@ro^mut ^rd^^off ^xn ^l^eater gefd^enft l^abe. ^irt^l^off fpielte in
— 279 —
einer auf einem ^dmmeveipla^e fdbon 1754 für ^imiger erbauten
$ube, imb aal^Ite 3^^^ <^ beren SBefi^er; Don ^od^ erl^elt er nur
einige au^emufterte ^leibung^jtücfe unb einen ^eil be§ fonftigen
^orrat§. Ueberl^attpt fonftatiert @d)ü^e, ba^ bie (fl^ronolegie ^in bem
;6obe be§ ^m. ^d^ bie ©eiten etn)a§ bod^ fpannt".
126,12. «3n ^Begleitung ber 3)em. ©d^ulainn'' ift 2)abBclin !eine§:=
faH§ nad^ Qixti^biQeaanQ^n. @ic traf bei 3lacrmann im 2luguft 1758
ein, aB er jur 3Wef|e in ,3ur}ad^ mcitte. S)öbbelin unb grrau, fowie
3Äab. ©enf el ftie^en erft in Söem ^u ber 3^ruppe.
126.15. ^melia ^orotl^ea ^d^ermann, geb. am 12. g^ebr.
1752, t)erlie^ 1778 bie SBü^ne.
126,25. ©dbmelä l^ei^t mit ©omamen: @imon (fo bei »ärfted^er
@. 378 u. im ©otl^aer ä^eaterfalenber). SBgl ©aUerie t). S^eutfd^en
©d^aufpielem zc. @. 201.
127.16. ©roneg! ftarb in ber Sleuial^rSnad^t auf 1758.
128,3. ®oebe!e 3«, 369, 58. ©Ifriebe . . . oon „feafan".
128,18. ©^rifüan ©ottlieb fiieber!übn§ (fo!) %x^p. erfd^ien 1758;
„^ie Qnfel ber ©udflid^ten" aber erft 1767 im 4. Söonbe be§ „^totet^
ber ^eutfd^en".
128,33. 3o^. ©l^riftian 51 ft, ©d^aufoieler, ^oet unb ©auSIel^ter,
trat auf 6d^röter§ (Smpjfel^lung 1754 in ®logau p ^<f ermonnd Zwapipt»
Ueber tfyn ogl. gr. Ä- ®. SÄe^er, Sd^röber 1, 158. 2, ^weiter icü
@. 81. — ©agen, S^^ue ^reu^. ?rao; SöL 12, 205 f. — ßi^moim,
Sd^röber, 1, 72 f.
129,2. SBgl. ©d^ü^e <S. 302^815.
129,25. ®arl ^ofep^i, geb. 1727, ftarb angeblid^ 1798 in grrant:
grt a. m. — $Reben*(g§be(f, »ül^nenlejifon @. 820. SBal. 3. ©^r.
ronbeS, aWeine ßebenSgefd^id^te 1, 207. — ©loff^g §ad^!ataIog
@. 318. — ©aUerie a:eutfd^er ©d^aufpieler @. 118.
181.16 ff. »riefe, bie «Reuefte fiUteratur betreffenb. 1. big 24. Seil,
^^erlin, 1759—1765. „SBon beS ©erm ©ottfdbebS ndtl^igem SSorrat^e
aur ©efd^id^te ber beutfd^en bramatifd^en S)id^tfunft" l^anbelt ber
16. ©rief im 1. 2:eil: bie SluAeige ber „Sobanna ©ra^" entbdlt ber
4. %eü, »rief 63 unb 64.
181,32. Daniel ©d^iebeler, peb. 1741 in öamburg, ftub. x>on
1763 an in ©öttingen, 1765 in fieipaig; er murSe fpäter ^a«oni!u§
be§ Hamburger 2)om!apiteI§ mib ftarb 1771. ©d^iebeler lieferte für
©fdbenburgg „Unterl^altungen" bie »riefe über ba§ Ceipstpcr %l)^at^x.
»gl. über ©d^iebeler bie 2)en!n)ürbigfeiten ber Äaroltne @d^ul^
(@. 394, 401 f.) — @oeb. 4, 234.
182.17 ff. ^arl Saquet, geb. 1725 in SBien, bebut. 1750, a:^e^
rejia Jgaquet, feine JJrau. 3*^^^ 2:öAter mud^fen in SBien beim
2^>eater auf: aJiaria 2lnna, geb. 1752 tn «yKlmberg, h^b- 1760, unb
Äatl^arina ^aquet, geb. in SBten 1760, bebut. 1774, geft. 1786. »gl.
172, 25.
182,27. g^an^Sofepb ajiofer tommt al§ ^rinjipal einer 2:ruppe
t)on 1750 bi§ 1778 vor. @r fpielte t)ornel)mIid^ in »ö^men, 2Jl&^ren,
Defterreid^, ©übbeutfd^Ianb. ©eine ?Jrau, »arbara aJlofer, ftarb 1778
in SlugSburg, worauf er feine „d^urbairifd^ prit)ilegirte ©efeöfd^aft"
— 28o —
8(ibi!anebec überlief. ^ fftbbeutf^en ^Ir^ben (tlugSburg) liegt
no^ mand^eclei SO^aterial über i^n.
182,29 ff. ©erjoa gferbtnanb t)on lötaunf^weig (1721—1792),
pteu^if^et ©enecalfelbmarfc^an. -— Ueber Öof^^i ^9^ 3- Q^f^x.fQvanheS,
aRehte fiebenggefc^i^te 1, 207 f., 218 ff.
188,4. SBronoed fc^rieb ben 9h)man nic^t in ßambutg (J^ief),
fonbem ^atte i^n berettö in ^aberbom al^ 9}Htgueb Don iSof^'^i^
Gruppe beenbet. ^gl. feine fieoenSgefc^. 1, 218.
184.1. .Düffel", ein ©c^reibfel^Ier für ^^JBafel". ^ort fpielte
tldennann erft 1763 (g-. SB. SWe^er 1, 114; ßi^imann 1, 208), in »afel
aber ^ielt fi^ Slcfermann 1760 längere 3eit auf (Titlet 1, 87, 91. —
Silmann 1, 183).
184.2. @. Sörief 81, 82—84, 123 u. 124. — Ueber bie Verbannung
Dolllommener ^l^araftere fetit fi^ bann Sefftng bed weiteren mit
^iberot auSeinanber im 86. @tü(f ber Dramaturgie.
184.12. Sodann ©ottfrieb ©elliug (1732—1781), ^rioatgele^rter
in iBeipaig. Soebefe 4, 218.
184,20 ff. Der „iUnbang au bem britten unb vierten Vanbe ber
»ibliot^ef ber f Aönen aBtTfenfc^öften", ßeip^ig 1760, entl^dlt @. 1—102
Äarl tü^eobor weitl^auptS 2:rauerfpiel ^söarbaruffa unb Qccpf^ixt'*,
baiS ben für 1758 aufgefegten boppelten ^ei§ belommen f^attt, tdd)t
meil ed gut n)ar, fonoem unter lauter fd^leci^ten bag einzige mittel-
mäßige. 9hir um p seigen, baß man i^m ben Voraug geben mußte,
mürbe @. 103—187 noci^ einS jener fc^leci^ten abgebruat, ba8 2:rauer*
fpiel in 6 Slufa- „©afforio", beffen Sfeerf. nidbt genannt wirb.
184,25. „aWarfug ^ufliuS Cicero, ein ärauerfpiel", erfc^ien erft
1764. Dagegen 1760 außer bcm „Ul^ffeS" nodb „feleftra unb ^olo*
timet". ®oeb. 4, 9 f.
135,9. Agamemnon unb (S4)rioIan ame^ ^rauerfpiele auiS b.
@n^l. ^atoh 3:i^omfong unb bie ©efd^idbte @;orioIang an^ bem
©ne^ifqen be§ DiongfiuS oon ßalüamaß überfe^it unb erläutert
t)on Sol^ann ßeinrici^ ©(Spiegeln- Sopentiagen unb fieipaig, 1760.
186.13. 5m ©(^röberfd^en ©pieberaeid^nig flnbet ftd^ felementine
t)on ^orretta für b. »a^r 1772 (3^. fi. SB. äWe^er 2. St., 2. 2lbt. @. 67).
186,16. Dag ^^aUx be§ §erm Diberot. 9lu§ b. grrana. ©rfter,
Sme^ter SCbeil. «crlin 1760. ~ fßal ®oeb. 4, 143, 65.
186,19 ff. Tlaq. ©egben ift nid^t ber SBerf. ber beiben ©ci^riften.
186,33. 9lnbrea§ ©d^röter ftarb 6. SWära 1761.
186 35. Sgnaa ^reinfal! nat)m 1777 fetnen 2lbfd^ieb.
186.3. Sie§: ©runian. S^^^nn Qofepl^ oon Sörunian, geb. in
«Prag am 10. 3Wära 1733, geft. tn 3ntona 1781, aog fc^on 2lnfangg
ber fünfaiger ^al)xe mit S&ianonetten, fpäter mit einer 2:ruppe uml^er.
©eine ©auptmir!fam!eit begann 1760 in ?rag. SSergl. über il^n
„9fla(^ri%ten au§ bem Seben be§ ©errti t)on Srunian", Sitteratur*
u. 2:]^eater^3tgv S3erlin 1781, 3. u. 4. ^eil. — O. 2;euber, ®efci^. b.
5?rag. a:beater§ 1, 289 ff. 2, äff., 2, 472 ff. — SReben:=@§becf, «ü^nen*
Öejifon <ö. 77ff. — ©auerie 2;eutf^er ©d^aufpielcr ^c 1788, @. 48ff.
— ®loff^§ fjaci^fatalog, ©• 105, 122.
— 28l —
186,16. ^ofepl^i fpieltc m Äicl. Uebcr bcn alten ©tcinbreci^et,
ber alä SBiUcteinnebmer bei ^ofepl^t flci^ fümmerlici^ emdl^rte, ©gl.
3. ©^r. SBranbeS, 3Keine ßebenggefd^ici^te 1, 181 f. u. 208 f. (^anad^
ftarb er übtigenS fd^on 1760).
186,19. „%ex Qxütx^zt" u. ,,S)ie ©ntfubrung" würben im SBHntcr
1760/61 in SBreglau gebrurft, aber nic^t „roiber ben aBittcn" bc« 95crf.
@r ergäl^tt felbft (a. a. D. 1, 236) t)on bem geringen ©onorar.
187,3. ©arieün, ober SBert^eibigung ocS ©roteSfe-Äomifci^en.
Anche io son Pittore. 1761.
187.19. %a^ a:rauerfpiet „SlrminiuS" war fd^on 1749 in ßan=
nooer erfci^ienen. S)a§ S^laci^fpiel „S)ie ^ugenb auf ber ©ci^aubülne"
n)urbe erft nac^ bem a:obe iWöferg (1720-1794) in ^Berlin 1798
gebrückt.
187.31. „@le!tra ober bie gerächte Uebeltl^at, naci^ einem neuen
©runbriffe" erfd^ien bereite 1760 (ogl. 3lnm. 134,25), bagegen 1761
jugleici^ mit ben beiben anbem 3:rauerfpielen „Debipu§". —
187,32 ff. SBgl. 9lnm. 134,2. 3luc^ ^ier ift ber SBerfaffer mieber
aWenbelSfo^n (145. 95rief, IX, 49ff.) S)e8glcidben über ©ronegf, »rief
190 unb 191, XI, 167—188 unb S3rief 207, XII, 366—376. — Ueber
aWöferS „ßarlefin" fpric^t 3lbbt, »rief 204—206, Xn, 827—864; ©gl.
ba^u 9flebuci^ in §empel§ fiefflngauSg. 9, 16. — Ueber bie Äinbl^eit
ber beutfd^en ©c^aubübne fd^rieb S^HcoIai (»rief 200, XII, 299—306)
im ^nfd^Iu^ an bie „Sufdütgen ®eban!en über bie beutfci^e ©c^au::
bül)ne 3u äBien, t)on einem »erel)rer beg guten ©efci^macfg unb guter
©itten" (SBien, a:rattner, 1760), über bie er bann im fotgenben
»riefe weiter ^anbelt. 3n »rief 202 u. 203 fpric^t er bann über
baS a:rauerfpiel ^enclope (SBien, ^rattner, 1761).
188,9. »emarbon l^atte f^on 1760 (jum britten TlaU) SBien
tjerlaffen unb ficfe nac^ 5?^ag gemanbt (ogl. 2;euber, ®efd^. b. ^ager
a:i^eater§, u. g. iRadb, »emarbon).
188,12. „»urlin", f. 2lnm. 113,27.
188.20. Älemm ift am 11. SRooemb. 1736 (nicfet 30) ^u ©d^maraen*
berg im fäd^fifd^en ©rjgebirge geboren unb ftuoierte in fjreiberg,
ßeipaig unb 3ena. SBur^bad^, »iogr. ßejifon Defterreid^g 12, 68, —
©oebefe 5, 309.
188,27. Sot). aWid^ael »oef (»ödC) geb. 1743, geft. in aWann^eim
1793, ber erpe S)arfteaer be§ Äarl iWoor (13. 1. 83). ^aA Sffiurj^
ha^S Slngabe (»iogr. ßerifon 2, 13) betrat er a^erft in Sfeien bie
»ül^ne. — »gL S^f^i^ w- »erid^tigungen ju ber ©aUerie b. teutfd^en
©d^aufpielcr zc. »on <Sd^in!, Sffiien 1783 @. 18 ff. — SB. »ogel,
3oi THd). »öde, ein geborener SBiener. 3W. ®. (Sapt)ir§ „^umorift",
SBien 1841, 6. Satirg. 9^. 28-30. — SlUg. beutfc^. »iograpt). 3, 90
(görper). — SHeben^^Sbede, »ü^ncnleyüon @. 69 f. — ©loffgS 3^ad^^
!ataIog (S. 290. 386. — Sitjmann, ©d^röber 1, 289. — ?f. ß. SB.
aWe^er, (Sd^röber 1, 108.
188.32. 3ofcpt)i ift 1762 nod^ in »remen (3. §. »etinrfen, ®efc^.
b. »remifd^en a:i^eater§, »remen 1856, @. 9. — äfften im »remer
©tabtard^it) beftatigen biefe Angabe, ogl. aud) ©loff^S grad^fatalog
©. 318).
— 284 —
ivar etnec bei erften STHtorbeitet am ^orifer Jonrnal 6traDger. ^e8uca,
^ag gel. Ocfterreici^ I, 2 8. 236. — %xt eingaben SBurjba^g (©togt.
8q. 24, 185) über Daniel ©ottlob Cluanbt fbtb oon SBiberfprüci^en
niqt frei. @r foll 1762 in Seip^ig geboren fein, toirb aber von
ffiunbad^ unter ben äJlftnnem mtt genannt, bie „bur^ SBorf^Idge
jur ©erfteflung einer oefitteten ©^aubül^ne" toirften unb gur ©er*
eblung bed beutfc^en $:i^eaterg beitrugen. (:^ft bamit oieüet^t fein
35ater 3[o^. Oottfrieb Cluanbt ®u)to§ an ber H. Ä. ßofbibl. gemeint?)
Später mürbe Cluanbt ©c^aufpteler, bann ^ireßor einer eigenen
Gruppe, fci^Iie^Iic^ ^oataelel^rter. (^ ftarb 1815 in ^ag-
148,11 ff- S)ie (Sl^ronologie in ben eingaben über ^l^ilipp Öffner
(1731—1764) ift unoenau. f8zl)< ©ci^mib auci^ gegenüber aRüaer«
dHnmanb (©efc^. u. %agbuc^ b. Sßiener (Sci^aubül^ne 1776, @. 10) ba«
mit 9%ec&t ba^ ßafner t^atfäd^Uc^ gegen ein ^(ä)XQef^aU oon 400 fl.
aliS mirilidber ^l^eaterbic^ter in „^ou>" genommen mürbe unb nun
feine ©tütfe oon ^3lmt§megen" f^rieb, fo ift bie Sal^regjjal^I 1764
nid^t für bie genannten ©tucfe anpfetien. $gl. barüber äBurgbac^,
»iogr. Sejifon 7, 188 ff. - ©oebefe 4, 249 f.
148,25. grana Sofef »ob, 1733—1802, oon 1756 big 1766 in
ffiien, bann ^rofeffor an ber Unioerfltdt g^eiburg, fci^rieb „(BVxd^
münfd^e an ben §erm S^erfaffer beg Suftfpielg ,S)ie burgerli^e 3)ame',
SBien 1764". 35gl. ^e Suca, S)ag gelehrte Defterreici^ X 1, @. 34 ff.
— SBurabac^, SBiogr. fie^fon 2, 2f.
148, 31 ff. 3lugaug eineg iBriefeg oon SBien, ben 12. ^uni 1763.
»ibi. b. fd^ön. aBiff. 9. «b., 2. (Stücf (1763), ©■ 326-330. — ^fatSjug
eineg Söriefeg [dd. 20. 3uli 1763] oon 2Bien, bie bafige beutf^e
©^aubü^ne betreffenb. @bb. 10. S3b., 1. @t. (1764), ©. 162—169. —
3luf beibe antmortete (Sonnenfeig im 11. «b., l.<St. (1764), @. 147—157.
148,35. „Xerreg ber grriebfame, ein bcroifci^eg ©d^aufpiel i. 5 31.
... ben 23. 3lpril 1764 aufgeführt.'' (^eutf(^e ©(^aubübne, SBien
1764, 13. S8b.) S)ag ©tücf mar oon ©. 91. SHofci^mann unb ^. 3. SBob
für bie 95ül^ne ^ergeridbtet.
149,7. Sofef Saubeg (1742—1780) ^atte fc^on 1763 „^ie oer^
el^elid^te Pamela, a. b. ^tal. beg ©olboni" brucfen laffen. ®oeb. 4, 249.
149,9. (Saffian 9lntono.SRofd^mann::©örburg 1739-1806 »gl.
Surabad^, »iogr. ßej. 26, 353. — Ooeb. 4, 75.
149,12. ©eßnerg ©c^aufpiele im 278. »riefe, »b. 18, ©. 26 ff.;
»crfaffer ber »efpreci^ung mar S^HcoIai (naci^ ditblxd), ©empelg ßefflngs
augg. 9, 21) ; ©teinbrüd^elg ^^eater in ben »riefen 3&— 306, »b. 20,
@. 157 ff. unb 21 (1765), @. 3-^38; »erfaffer mar ©riOo (nac^ «Reblic^
a. a. D. 9, 28). Ueber ©riHog »efpred^ung ogl. noc^ ben »rief
Sücolaig an ©erber 00m 24. SJe^ember 1768 (gleicfefaUg bei
«Reblid^ 9, 15).
149,34 f. ^rauerfpiele aug bem ©nplifdben überfe^t bur^ ^of),
teinrid^ ©d^Iegel, ^rofeffor be^ ber Uniocrfität ^u Äopent)agen unb
efretär in ber ^önigl. bänif(%en Äan^te^. Äopenl^agen unb ßeip^ig.
oerlegtg fjriebri(% ©t)rift. ^elt 1764.
150,4. S)er crfte irucf erfcfeien bercitg 1762, ber atoeite 1764.
®oeb. 4, 213.
— 28s —
160.7. Äarl g-riebt. Ätctfdbmann (1738-1809), befonnt olS „dil)ixi^
gulp^ ber SJarbc". Oocbefe 4 107.
160,13. ^ol^ann ©atl Söwe, geb. 1730 in S)te§ben, ging 1746
aur Söu^nc, l^eiratcte 1763 (2?) Äat^orina ajlagbalcna ßmg (geb.
1745) unb ftarb 1807. «gL 9lebctt::@gbe(f Söütinentejifon ©. 416.
161,4. Ueber bie äußere imb innere ©eftalt be§ ^^eatetiS fon)ie
übet Söroeng SSorfpiet Dgl. jet^t Sitjmann, ©probet 1, 314 ff. (SdbmibS
CXueHe fmb bie ©antburg. Unterl^altungen, 2. S8b. 2. @tüd t). 3luguft
1766, (S. 164ff.
161,17 ff. ^ie Leitung be§ ©tafen ©porcf nimmt 3JKtaer (®efc^.
unb a:agbucb ber SBienet ©d^anbübne 1776, @. 12) gegen ©c^mib in
©ci^tttj, ebenfo wie er für ben Slbfqieb ber ajlab. ^enfel ganj anbere
©rünbe anbeutet.
161,30. Tlaxia %ma Sil^einer, geb. 1746 in iRo^matbau, l^eiratete
naci^ be ßuca§ Eingabe (a. a. O. I, 2, @. 367) erft 1766 ben @^au^
fpieter ©ottlieb.
162,6. Sieg: @t)a!at^el.
162,15 ff. S5gl. Segbanb a. a. D., @. 147 ff.
162,27. (S^^nftian ©ottlieb ßen!e, geb. 1740 au ©eelmiti hd
Bresben, bebütterie na^ anbemlttngaben 1768. Ueber i^n f. ©aüerie
a:eutfd^er ©(^aufpieter 2C. @. 101 f. — ©agen§ ajlagaain a* ®ef^. b.
beutfci^. a:^eater§ ©. 93. — 9leben*@§be(!, Söül^nenler. ©. 272.
162,33. [Reinecf e, ein Sßruber be§ berül^mteren g^o^ann g^riebrid^
IReinecfe (f. unten 3lnm. 198, 8.). ©eine weiteren ©c^icff ale eradt)lt bie
©aöcrie a:eutfc^er ©c^aufpieler ic. @. 187 f.
168.8. SBon ben ^oier größten S)id^tem be3 altem brittif^en
a:^eater§".
168,10. Sffielc^e Ueberfetiungen ftnb l^ier gemeint? „^er vsxi^
©erfö^nlid^e SBater ober bie au8 Siebe oerpellte Siebe, Sftfp. a. b.
(5ngL be§ ©ongreoe" mar fc^on 1764 in ßeipatg erf Aienen (®oeb. 3,
373.90). ®ine Ueberfe^iung be§ 3lrglifttgen t)on g. ©. ©d^Iegel,
Äopen^agen 1756, ijt bei yt^erup u. ^aft, ^an§!:=nor§f Sitterotur^
Itj^on @. 533 angefübrt.
164.9. @§ ift ba^ @c^aufpiel^au§ auf ber [Ranft&bter «aftei, für
beffen ©rridbtung fd^on 1761 ß. ®. Äod^ fld^ mit einem in ben CXueuen
a. ®efc^. Setpaig§ 2, 525 abgebrühten ©efud^e an ben Äurfürften ge=
manbt l^atte.
166,9. ®oetbe nennt i^n „a;empel bc« dbif^mS*'. ^ic^tung unb
SBa^r^eit, 2. a:eil, 8. »ud^.
166,22. „Sfladbrid^t t)on ber ©röfnung be§ neuen a:^eater§ in
Seipaig. [2:iteffm)fer] 1766." 4^. ^n^alt: @eite III— VI: SBorrebe.
@. VU— XII: siebe be^ ber @röfnung be§ neuen ^eaterg. @. 1
bi3 100: §errmann, ein ^rauerfpiet. @. 101—103: [Rebe be^ bem
©(^luffe bc« alten X^eaterS. (S. 104: 3ln ben $erm ^naenieur«
obriften ^efd^, über baS oon ibm auf bie ^afte^ erbaute abeater.
@. 104: Sn ©erm 3^^iW/ ^^9 oer ©röfnung be§ 2;t)eater8. @. 105
bi§ 107: SBef^reibunp be§ S5ort)angg unb ^edfenftüdfS. ©. 108: 3ln
©erm Dcfer, auf fem aUegorifd^e§ ©emälbe t)on ber bramatifd^en
S)id^t!unft. (@(%(upt)ignette.) — ©jemplar ber Äönigl. »ibl. Söerlin
— 284 —
war einer ber erften S^Htorbeiter am ^ortfer Journal ötraoger. S)e 2uca,
^a« gel. Oefterreici^ I, 2 @. 235. — ^ie eingaben aButjbad^S (SBtogt.
8er. 24, 185) über Daniel ©ottlob Quanbt ftnb oon äBiberfprü^en
tti^t frei. ®r foü 1762 in ßeipjtg geboren fein, wirb aber t)on
Sßunbad^ unter ben äJlftnnem mit genannt, bie ,,burd^ $orf^l&ge
jur ©erfteüung einer oefitteten ©ci^aubül^ne*' wirften imb jur S5er=
eblung bed beutfci^en $:i^eaterS beitrugen. (:^ft bamit oieQei^t fein
35ater ^o^. ©ottfrieb Ouanbt ©ujtog an ber H. Ä. öofbibL gemeint?)
Später n)urbe Quanbt (Sci^aufpteler, bann ^iremr einer eigenen
2;ruppe, fd^Iie^Iic^ ^rioataelel^rter. ®r ftarb 1815 in ^ag.
148,11 ff. S)ie ®l>ronoiogie in ben Angaben über ^l^ilipp ©5f««t
(1731—1764) ift unaenau. 33et)ält ©d^mib auci^ gegenüber müüttS
(ginroanb (®ef4. u. äagbuci^ b. SBiener ©c^aubül^ne 1776, @. 10) ba*
mit SRecbt, baß ßafner t^atfäd^Iic^ gegen ein ^(ä)XQtf)aU oon 400 fl.
al^ roirilidier a:featerbici^ter in „@olo" genommen rourbe unb nun
feine ©tüae oon ^3lmt§n)egen" f^rieb, fo ift bie Sal^reSja^I 1764
nic^t für bie genannten 6tucfe anpfe^en. ^gl. barüber äBur^bad^,
»iogr. Sejifon 7, 188 ff. - ©oebefe 4, 249 f.
148,25. grana Sofef »ob, 1733—1802, Don 1756 big 1766 in
SBien, bann ^rofeffor an ber Unioerfitdt g^eiburg, fci^rieb „(Slücfs
roünfd^e an ben §erm SBerfaffer be§ SuftfpielS ,S)ie bürgerliche i)ame',
ffiien 1764\ SBgl. ^e Suca, S)a§ gelehrte Defterreid^ 1, 1, @. 34ff.
— SBurabac^, SBiogr. Sqrtfon 2, 2 f.
148, 31 ff. 3lugaug eines iBriefeS oon SBien, ben 12. ^uni 1763.
S3ibl. b. fd^ön. SBiff. 9. «b., 2. ©tücf (1763), (S- 326-330. — 3lugmg
eines 33riefe§ [dd. 20. 3uli 1763] oon SBien, bie bafige beutfd^e
©d^aubü^ne betreffenb. @bb. 10. S8b., 1. ©t. (1764), @. 162—169. —
9luf beibe antwortete @onnenfel§ im 11. «b., l.@t. (1764), @. 147—157.
148,35. „XerreS ber fjriebfame, ein beroifd^eS ©d^aufpiel i. 5 91.
... ben 23. 9lpril 1764 aufgeführt." (^eutfc^e ©d&aubiibne, Sffiien
1764, 13. S8b.) %aS Btixd xoax oon ©. 21. SHofd^mann unb ^. 3. f8oh
für bie 33ül^ne l^ergeridbtet.
149,7. Sofef 8aube§ (1742—1780) t)atte fd^on 1763 „^ie oer^
el^elid^te Pamela, a. b. ^tal. be§ ©olboni" brudten laffen. ®oeb. 4, 249.
149,9. ©affianSlntont). [Rofd^ mann:: ©örburg 1739- 1806 gjgt.
Surabad^, Söiogr. fiej. 26, 353. — Ooeb. 4, 75.
149,12. ®eßner§ ©c^aufpiele im 278. «öriefe, «b. 18, ©. 26 ff.;
SBerfaffer ber 33efpred^ung war S^hcolai (nad^ [Reblid^, ©empelS ßefflng«
augg. 9, 21); ©teinbrüd^elS ^^eater in ben «riefen 302—305, Söb. 20,
@. 157ff. unb 21 (1765), @. 3—38; SBerfaffer mar ©riOo (nad^ ^eblid^
a. a. Ö. 9, 28). Ueber ©riHog SBefpred^ung ogl. nod^ ben S5rief
S^HcoIaig an ©erber oom 24. 2)eaember 1768 (gteidbfallg bei
meblid^ 9, 15).
149,34f. ^rauerfpiete au§ bem ©nglifdben überfetjt burd^ ^ot).
teinrid^ ©d^Iegel, ^rofeffor be^ ber Uniocrfitdt a« Äopenl)agen unb
cfretär in ber Äönigl. bänifd^en Äanale^. Äopenl)agen unb Seipaig^
oerlegtS fjriebrid^ ©l)rtft. ^elt, 1764.
150,4. ^er erfte irudf crfd^ien bereits 1762, ber aweite 1764.
®oeb. 4, 213.
— 28s —
160.7. naxl g-tiebt. ^etfci^tnann (1738-1809), befonnt al8 „9ll^itt==
gulpb bet 95arbe". ©oebefe 4, 107.
160,13. Sodann ©atl 2b tot, geb. 1730 in 2)te§ben, ging 1746
aur SBül^ne, l^eiratete 1763 (2?) ^at^orina ajlagbalena ßmg (geb.
1745) unb ftatb 1807. SBgL 9lebcn^@§be(f S8ü^nenIe|rt!on @. 416.
161,4. Uebet bic äußere unb innere ©eftalt be§ Sil^eaterS fotoie
über ßön)cn§ SBorfpiet t)gl. ie^it Siljmann, ©d^röber 1, 314 ff. @Amib8
CXueUe flnb bie Hamburg, unterl^altungen, 2. ^b. 2. @tüa t). ^ugnft
1766, @. 164 ff.
161,17 ff. 2)ie Leitung be§ ©rafen ©porcf nimmt TUxütt (®efd^.
unb 3:agbuc| ber SBiencr ©ci^aubübne 1776, ©. 12) gegen ©c^mib in
@^u^, ebenfo rote er für ben Slbf^ieb ber ajlab. ^enfel ganj anbere
©rünbe anbeutet.
161,30. Tlaxia 3lnna ^^einer, geb. 1746 in iRoßmalbau, l^eiratete
na^ be SucaS Eingabe (a. a. D. I, 2, @. 367) erft 1766 ben @^au*
fpieler ©ottlieb.
162,6. Sieg: ©t)a!at^eL
162,16ff. SBgl. Segbanb a. a. O., ©. 147ff.
162,27. (S^^nftian ©ottlieb ßen!e, geb. 1740 au ©eelmiti bei
^rc^ben, bebütxerie nac^ anbemlttngaben 1768. Ueber i^n f. ©aUerie
a:eutfc^cr ©(^aufpieler 2C. ©. 101 f. — ßagenS SJtagaatn a« ®efd^. b.
beutf^. ^taUx§ <S. 93. — SReben=@§be(!, Söül^nenler. @. 272.
162,33. [Reinecfe, ein Sßruber be§ berühmteren g^ol^ann grriebrid^
IReinecfe (f. imten 3lnm. 198, 8.). ©eine weiteren ©c^icffale eraäl^lt bie
©oHerie Xeutfci^er ©d^aufpieler ic. ©. 187 f.
168.8. SBon ben „t)ier größten ^id^tem be3 ditem brittif^en
a^eaterg".
168,10. Sffielc^e Ueberfetiungen flnb ^ier gemeint? „^er wx^
Derfdf^nlii^e $ater ober bie arx2 Siebe oerfteüte Siebe, Sftfp. a. b.
(5ngL be§ ©ongreoe" mar fd^on 1764 in Seipjig erf Aienen (®oeb. 3,
373.90). @ine Ueberfetiung be§ Ülrglifttgen oon g. ©. ©d^Ieget,
Äopen^ogen 1756, ift bei S^erup u. ^aft, S)an§!5norgf Sitterotur-
lejtfon S. 633 angeführt.
164.9. @g ift ba§ ©c^aufpiel^aug auf ber [Ranftäbter «aftei, für
beffen ©rrid^tung fd^on 1761 ß. ®. Äoc^ flc^ mit einem in ben CXueuen
a- ®efci^. Setpaigg 2, 525 abgebrühten ©efud^e an ben ^rfürften ge-
toanbt ^atte.
166,9. ©oetbe nennt i^n „a;empel be§ dbü^mS". ^id^tung unb
SBo^r^eit, 2. Steil, 8. »ud^.
166^22. „9fladbrid^t oon ber (Sröfnung be§ neuen 2:^eater8 in
Seipaig. [2:iteffm)fcr] 1766." 4^ Sn^alt: @eite III— VI: SJorrebe.
@. VÜ— XII: siebe be^ ber @röfnung be§ neuen ^eaterS. @. 1
hx$ 100: §errmann, ein a:rauerfpiel. @. 101—103: [Rebe be^ bem
©(^luffe be§ alten 2:]^eater§. <S. 104: 9ln ben ^erm 3uö^«i«ur«
obriften ^efd^, über ba§ oon ibm auf bie ^afte^ erbaute stbeater.
©. 104: an ©erm 3^"^^^/ ^^^ oer ©röfnung be§ ^l^eaterS. @. 105
bi§ 107: S8ef(|reibun9 be§ SBorl^angS unb S)erfenftüdf§. @. 108: 3ln
term Oefer, auf fem aUegorifd^eS ©emdlbe oon ber bramatifc^en
id^tfunft. (©c^lu^oignette.) — ©jemplar ber Äönigl. »ibl. »erlin
— 286 —
Yp 1185. tlngebunben: ^er Patriot ein IBotfpiel, am ^ebrid^oge
aufgefül)Tt mit bem (EobruiS. (o. 3.) )6eipai0/ flebtucft be^ (Sf^riftian
grtiebri^ IHumpf. — ^etaui^eber ber „Sflad^ximt" toax (na* Untere'
baltungen l, 9h)t). 1766, 5. ^t, €.440) (Eruftug. ^ie ^^ef^reibung beS
^or^ongS tmb beiS DecfenjtüdS'' f^eint jebocb Don ^euc^ouf ^etp^
rühren, benn fle flnbet ftc^ m bejTen ^^iftot. Klärungen bcr (Btm&wt,
Toelc^e ßerr ©ottfr. S&in!ler m Setp^ig gefammlet. fieip^ig 1768"
@. 71—78 faft möttlid^ mieberf^olt (j^t mieber abgebruot m ^np
mann« fictpa. Sflcubrucfen, ©b. 2, ©. 82 ff.) 9lug biefer ^^SSefAreibuttg"
ftammt @^mib3 ©d^ilbenm^ 166,2 big 166,21. — 3)ie «cfc^reibung
oeiS f8aue2 unb bei inneren Gmti^tung bagegen, alfo 154,14 bii^ 155,U
giebt ©ci^mib nac^ ben Unterl^altunacn a. a.D. @.442. 3lucb l^ietfftt
oiebt e§ inbeffen eine ^arfteüung ^teuc!^auf§, ndmlici^ bei ^lümnet
@. 182ff. @ie berul^t auf ^anbfqriftL ^ad^nd^t unb xotxd^t Don ber
S)arfteuung ber „UnterJ^altungen" (nici^t ber „SflaArid^t", wie fSlüvmtt
©. 136, 2lnm., fagt) in ben eingaben ber Ödngenmape u.f.n). jiemlicl^ ob.
@ine @^ilberung beS Deferfqien $orl^ang§ ftnbet üc^ aud^ im ^afdben^
bu^ f.bie e^aubü^ne, ®ott)a, 1776, @.29ff. -- «crgL über bie QnxU
ftel)ung be§ %l)taUx^ ®. ^uftmann, ^uS iSeip^igg SBergangenl^eit
löb6, @. 275 ff.
166.28. 4lbgebru(ft bei SSIfimner @. 169 ff.
166.29. %a2 a:]^eater ift nici^t am 6. Dftober, fonbem am 10.
etngen)ei^t. ^oci^ fpielte hi^ pm 9. Dftober noci^ in CXuanbtS $ofe.
«al.: 3lu§ miemerg ßeipjigif(%em Sal^rbuci^e, CXueUen 1, 238. %tt
Stgeaterjettel ber ©inmetl^ungSDorftcüung ift facflmiUert ebenba,
jmif^en @. 466 unb 467. fjemer ogl. aBuftmann, OueHen 2, 528,
unb in feinen gefammetten Suffä^en „3Iu8 ßeipjigS SBergangen^eit"
(1885) ben m^d^nxtt „©oet^iana", @. 275ff. — ^enfmürbtgfeiten ber
Caroline ©cbuUe a. a. D., @. 401.
167,9. Sodann Slbam ßiUer (1728—1804), SmifllbireÜtor in
^eipsig, Dirigent ber ©emanb^auS-^on^erte. Ueber il^n f. W[gem.
btfA. «iogr. 12, 420ff. (t). Süiencron). ©itnerS Oueaen^Sejrtfon 6, l^ff.
— Ä. feiler, 3. 9lb. ©itter, Seip^ig 1894.
168,7. fjreunbfci^aftli^e Erinnerung an bie Äo^f^e ©d^aufpiclcr-
gefeüfci^aft bei ®elegent)eit beS $au§t)ater§ be§ §erm ^iberot. 1 S5b.
Ijrantfurt imb Seip^ig 1766. (^empl.: ©tabtbibL^amburg). ^cütoh
2&laut)iüon (1743 — 1794) mar braunfd^meigifci^er ajcajor imb Setter
am bortigen Earolinum.
168,11. ©orbelia fjrelbrid^. ©. Oaüerie a:eutfd^er ©d^aufpieler ic.
@. 76. — SReben::@§becf, SBü^nenlerüon (S. 164.
168,22. 3lm 2. aiprü 1766. iie^er, ©d^röber 1, 151.
168,24 ff. S)ie 2:itel ber beiben Sömenf^en «ßa^quiüe finb ni^t
genau angefütirt. ©ie hielten übrigen^ nid^t „§um SRuJ^m" ber Sldtcr*
mannfci^ett 2:ruppe ab, fonbern überboten einS ba§ anbere an ©e^
l^dffigfeit SBgl. fii^mann§ einget)enbe (Säuberung 1, 335 ff.
168,33. SBorläufige 9flad^ri($t t)on ber auf Dftem oorpnel^mettben
SBerdnberung be§ ßamburger Stl^eaterS. 2 SBogen, 4®.
169,6. gprana Slnton Sbriftopl^ ^iloerbing, geb. 1710 alg @obn
beS 9(0]^. iSoptift unb ber uJ^argaret^e $ilt)erbing, mibmete fld^ ftu^
— 28; —
ber 2an§!unft, fci^uf eine S^eil^e gl&ngenber ^aEette (3:euber a. a. C,
6. 112), ging na^ Petersburg, oon wo er 1765 jurücffe^rte. S^lun
etft erfc^eint er al§ ,,§tIoerbing t)on SBewen". ©etne „^mprefa" im
Äamtnertl^ortbeater begann am 31. Tl&x^ 1766.
159,29. ^er auf ben ^ama^ üerfetjte grüne $ut, ein Sftfp. i
bre^ 91. ffiten 1767. — SReu l^erauSg. t)on 9lug. ©auer in ben Sffiiener
9leubru(fen 1883, STh. 4.
160.10. §eufelb§ Sulie ober aBettftreit ber WW unb ßiebe ift
naA SRouffeauS S^leuer geloife gearbeitet. SBgl. fieffmgS Äritif im
8. 6tücf ber 2)ramaturgie.
160.21. ^att)arina Qrriberici, naci^l^erige ^öbbelin, geb. in
93rüffel (bie eingaben fd^roanfen,. ob 1789 ober 1746; auci^ ber SBater*
name noirb anber§ genannt: Äatl^arina grrieberüe oon ^linglin), mar
oon 1758 bi§ jum 24. 3Wdrj 1764 bei vlcfermann. 9ln biefem ^age
(ttid^t erft 1766!) fc^ieb fie mit ^öbbelin oon 9l(f ermann. ?^ S. sS.
aWe^er, ©c^röber 2. «ob., 2. %., @. 83. — gfleben^@§becf, SBü^nenler.
@. 130.
161,5 ff. Unterhaltungen, ßamburg, gebrudtt unb oerlegt
öon aJh^. ©tirift. SBorf. 1766—1769. [©erauSgeber: 2)aniel ©d^iebeler
unb Sol^. 3ttc. ©fc^enburg.] Söafilio unb Ouiteria, ein ©ingegebici^t
f. b. ai^eater. 9ln aWabemoifette @(c^ula). 1- ^K 3. @tüd!, m&^
1766, ©. 195—217. — fiifuart unb S)arioIette, ober bie g;rage unb
bie 9lntmort. @ine Operette in ^roe^ ^Ctten. 1. f8h., 6. @tü(f, 3Wärs
66, @. 377—412. [^ufd^e unb SJerbefferungen im 3. S8b , 1. @t,
tan. 1767, @. 97 ff.] — §5ergleici^ung ber metrifci^en unb profaifci^en
d^aufpiele. 2. mK 1. @t., guli 17h6, ©. 29—37. — 9lrmibe, eine
trag. Oper, ^ad) b. fjrangöf. be§ Ouinault. 2. f8h., 4. ©t, Oft.
1766, @. 259—96. — 9lbl)anblung über bie pantomimif^en SC&nae
ber 9Uten [oon 9lngiolini; e§ ift ein Programm p bem SBaHet
©emiramiS, ba§ am 31. Qan. 1765 gum erften 3WaIe in SBien auf-
gefül^rt mürbe]. 2 »b., 5 (St., %)t). 1766, @. 351—374.
161,ia 2:elemann. @. Slüg. ^. «iogr. 37, 552 ff.
161,20. „^er aWann nac^ ber U^r" erf^ien fd^on 1760 in m-^
ntgSberg. Ueber ßippel (1741—1796) ogl. au^er ben bei ®oeb. 4,269
angeführten ©(^riften: S^leue ^reu^, ^roo. S8L 6, 8 u. 12, 121 f.
162,8. ^lümicfe, @. 256, 2lnm. 2 erfldrt e§ für „grunbfatfd^",
baj bie Operette oor ber Königin gefpielt morben fei.
162.11. S)ie ©ammlung ift @oeb. 3», 867 auf gegäl^lt ol^ne Eingabe
ber IsBerfaffer. — ^^er geletirte 3[9«orant" ift t)on ^ci^ am 16» Oft
1770 in fieipaig aufgeführt.
162,32. 3n bem „©einreiben über bie fieipaiger »üline" 1770,
2,246 ^eißteS, bafe ber „%o\> ^IbamS", fonft mol^l auf feiner SBü^ne
oetfuc^t, t)on 9lbbt§ a:ruppe in ^alberftabt, 3Wagbeburg unb ©ife^
na^ gefpielt morben fei.
168,10. Ueber 9lcfermanng SSertrag mit bem ^onfortium f. fiit>*
mann, ©c^röber 1, 343ff.
168.22. ©in SJlaf^inenmeifter aug granfreici^ ift (naci^ ©ci^ü^e,
©. 837) tti^t tjcrfd^rieben morben, bagegen ber SWaler IRofenberg au8
^veritn.
— 288 —
164,12 ff. Seffbtg fpticbt in bei Dramaturgie überbie ©emiramü^
®t. 26, über SWerope @t. 36—50, über 9h)boaune @t. 29—32, über
SBeiM ^molia @t. 20, über IRid^arb III. @t. 73 ff., über bie »rüber
t)on [HomanuiS @t. 71 ff., @t 96, über ßurb, ben ^^englifci^ett itow
mentator ber ^oraaifd^en Di^tfunft'' @t. 92, über fßanU (&f\tjc ®t
54 ff., über ©omciae« ®ffej @t 22—25.
164,32 So^anti SBil^elm §ertel, „Compositore di Corte di
S. A. S. il Duca Eeen. di Meclenburgo-Suerin'S gab 1766 in $am^
bürg „Sei Sinfonie** ^erouS. SBgl. über i^n (SitnerS Ouellen*fie|ifon
5, 128 ff.
164.34. Caroline @AuIae war mit igrem SBruber am 7. SO^dra 1767
fortgegangen. Titlet, @(br5ber 2, 2, @. 83.
166,20 Sungfer Slgnefe in ßömenS Äomdbie „S)ie «Weue Slgnefe".
S)en 3ettel n. 28. 9lpnl 1767 brucft SR. ©Alöffer, S5om Hamburger
9lationalt^eater aur ©otl^aer ßofbü^ne, ^beatergef^. grorfci^ungen
13, 87 ob.
166,23. @3 ift a:berefe ©Aula, 9«^- 9Kcinaner. — ©iel^e ben
3ettel nom 22. 3lprü 1767 bei ©d^Öfler o. a. O., ©. 85.
1663. aBü^elm ©briftian Dietrid^ aWe^er, geb. 1749, geft 1783
als 9legiffeur in SThmnl^eim.
166,5. f^riebric^ (Bunt 1^ er. »gl [Reben:^@gbe(f, »ül^nenle^fon,
@. 237.
166,8. äJlatt^iag ®eorg Sambre(4t, geb. in ßamburg 1748,
geft in TUxnd^m 1826. SSgl. Segbanb, Oberba^r. %xd)io S3b. 51,
@. 248, 332 ff. (über ben S)id^ter), 365.
166,11. ©ottlob ßubmig ©empel, geb. 1746 in aJlerfeburg, geft.
1786 in ¥rag. — ®aaerie aieutfäer ©c^oufpieler, @. lOOf.;
@^inlä 3ufdtie, @. 52; ®oebe!e 5, 390. — Slnnaten b. a:^eaterg
1788, 1, ©. 26ff.
166,22. ^a(i) ben ^anib. Unterhaltungen, 4. S8b. 1. @tüd (^uTi
1767), @. 650 f. fanb bie crfte Sluffü^rung ber Operette „ßott^en
am ^ofe" fci^on am 24. ^ril 1767 m Seipaig ftatt. SDieberl^oltmgen
am 13., 17. SJlai unb 10. ^n\l
166.35. 3Äarie Suftine g-anart (1727—1772), ®attin be« D^e^
rettenbid^terg (Sl^arleS fjranart, geniale ©dngerin unb ©ci^aufpielcrin.
@ie fteHte al§ erjte bie Sanbmdbc^en in cntfpreAenbem Äoftüme bar.
©in SBilb Don il^r finbet fi^ in a:euberg „95urgt$eater", @. 72—73.
167,2 ff. Caroline @^ulae trat am 22. Slpril (nid^t ajldrj) auerft
als ®enie auf, ngL il^re ^iograpl^ie in beibcn ^^affungen (SHaumer^
2:afd^enbudb, 5. golge, 3,401, fomie ^. n. §oItex§ JÖeitrdge a- ®efd^.
bram. Äunft, 3. lob. 2. ßeft (1828), @. 218). 2)agegen ift ha^ S)atum
ber erften SRomeo^SlupIrung^ (6. ajlai 1767), ba§ Caroline ©d^ulae
angiebt (SRaumerS a;afd^enb. @. 402), fatfd^: fd^on am 27. 2lprit noar
9flomeo aufgefül^rt. 95gL §amb. Unter^., guti 1767, 4. S8b. 1. @t
@. 652.
168,19. ©iloerbing ftarb erft 1768, am 30. SJlai. ®r f^aüe
(1766) „tieferf^üttert an Vermögen unb ©efunb^eit, feine ^ad^tung
unter SBeibel^alt feineS 9flamen§ . . an eine „ftillfd^meigenbe" ©om=
pagnia, beftel^enb au8 ben ©erren Qrrana Slnton t)on ©dring, t f.
— 289 —
rnitU, ^offehret&t, ©uperintenbenten be§ unitt^f.!. fpanif^en Sla-
tionaStttitfen^attfeS u. l^lg. ^reifaltigfeit^fpitalg . ., <&d^tt)at^leutner
unb ^tlt&nber abgetreten." (a:eubet, @. 114).
168^. ©iufeppe ^»Slfflifio, Italiener, ^aifcrli^er Obctft*
Ueutenant, übemal^m bie ^ü^nenleituna „au§ ben ^dnben unb im
Flamen ber ©ttoefeingfci^en ©ogietäre" firi^on im ^ri^ling 1767, ob^
mo^I ber SBertrag crft oon 1768 an lautete. Ueber 3l^ltfio ogl. bie ein-
ge^enbe ^arfteöung 2:euber§, @. 138 ff.
168.29. fieinl)aa§ ftarb am 22. mai 1768 (nicfet 67). a;euber,
@. 50.
168,32. Slrlequin ©auoage, t)on be T^SIe.
16»,6. SBe^träge sum beutfd^en Z\^taUx. SBien 1767.
169,10. Sieg: ©leon.
169,25. ^ie erfte ^luffül^rung ber 3Winna von Söaml^elm fanb
am 30. @q)t. 1767 ftatt. ^ie «efe^ung gtebt ©^Cöffer a. a. D., @.
lOe. @rfte 5(uffü^rung in SBien: 14. snov. 1767, in »erlin: 21. aRdr^
1768.
169,35. ^ag aeßciberge!latf(3^e ober ein Qui jjro quo. 1767.
1?§,6. gulie [unb 33elmortt], ein ^rauerfpiel in 5 5lufjägen [oon
telfericb ^eter (Stur^/ 1736— 1779] njurbe wäl^renb ber ©amburoer
rtttepnfe mermal gefptelt, auerft am 15. D!t. 1767. ^gl. «R. ©ci^löffer,
a. a. D., @. 67.
170,12. 3o^. Sßil^. ®^rijt. ®uft. ©afparfon, geb. 1729 in tieften,
geft. 1801 al§ ^^rofeffor in Gaffel. Sggl. au^er ©ocbefe 4, 244 [bort
„DSmann" nid)t oer^ei^net] §eff. S)enfn)ürbig!eiten v. ^. S©. ^ufti,
4. a;cil, 2. 3lbt. 1805, ©. 23 ff.
170,16. ^ic aWufe, Sflad^fpiel i. 1 31., SJhifi! oon ©iUer, ift guerft
am 3. Oft 1767 t)on Äod) in Seipgig gefpielt. Sögl. über ba§ (Stücf
Homburg. Unterhalt., 4. «b. 4. ©t., Oft. 1767, @. 894 ff. — «[rfer^
mutttt fptelte e§ am 27. ©ept 1769. Sögl. ebenba 8. SBb. 4. St., Oft. 69,
@. 274. — mad) Sorbens cSej. btfdjr. liefet, u. ^rof. IV, 437) liefe
iSdl^iebcler brei 5^aci^fpiele auf ber Äod^ifci^en »üi^ne auffül^ren uno
bwm brurfen: bie @qule ber Jünglinge, hk aJhife, bie malere 2xebt,
ro^t^on Sorbens aud^ furj ben S^'^^i'tt angiebt fefci^enburg (@inl. ^u
(S&iebelerS auScrlef. ®eb. Hamburg 1773, (S. XXVII) nennt nur bie
beioen crften.
170,25. 5Jran5 SBilbelm Äreud^auf audb (^reuchauff) geborener
Seipgioer; ugl. 3tfc^ft. f. bilbenbe Äunft, 9t. 5. 2 (1891), S. 124 ff.
u. 148 f. — i^oet^eS Sföerfe (ßempel) 21, (S. 316 u. 321. — S^eber^
mann, ®oet^e u. ßeipjig 1, 185 ff. — ^. SB. Äreuc^aufg ©ci^tiften
aur Seipjiger ^nft, l)g. v. Suftmann (ßeipgiger Slaci^brudfe 2),
ßeipaig 1899.
170.30. S^ft ^einrid^ ©aal, auS g^reiburg gebürtig, ^ofmeifter,
bann 2lcci§!ommiffariu§ in ßeipaig, ftarb bort am 18. aftai 1794, im
73. ßebenSial^re. SBon il^m: ®olboni§ fämtlid^e Suftfpiele. a. b.
Stalien überf., 11 ^eile ßeipaig 1766—1777. ©. ßeipjiger gel. 2:age^
bttdl 0. b. Sabr 1794, @. 51.
170,80. ©teelenS Suftfpiele a. b. (^gl. t)on M. O^^r. ß- @<^mib.
Sei^ 1767.
19
— 290 —
170^1. Suftfpiele ber Sungfer d. ^. SBie^l. ^open^. u. 2f^.
1.— 3. a:cil. 1767—69. ©o md) Sil^etup u. Stcajt, %m^Unox\t ßttte*
roturleyicon, Äopen^. 1818, @. 61. — Seng ©orm (jjotfog til et
Sqricon u. f. n). Ilopen^. 1778 U, 381) atebt an: 6:. ^. Stetig Sc^au^
fptcle. Spaö- l'^ßö, 2 35be. 8, wag otefleic^t baSfelbe fein fott. —
uebet (E^ariotte ^orotbea ^ie^l, bie u. a. au^ ^ilia ®aU)tti ntiS
5)änifc^e übctfc^t l^at, f. 9l^crup^^aft. @. 60 f., unb @rfd^ u. ©tuberS
enc^nopdbie 10, 107.
170,32 ff. ©ftl^er, ein a^tauerfpicl beö altem SHacine. Unterhalt.,
3. S8b. 2. ©tücf, gebt. 1767, @. 96-163. — ^ie @*ule ber güng^
linge. ©ine ®omoebie in einem 3lct. 3. f8t>., 4 @t., ©. 279—314. —
ßonncben u. 8ufa§, eine Operette m einem Slufj., 4. ob. 4. (St, Oft.
1767, @. 827—869. —
171,9 f. @d^on 1767 ^atte eine fran^dftfd^e Gruppe im^ombbien«
l^aufe am ^ragonerftaU gefpielt; bei i^r befanben ftd^ Qamon unb
Sfrau, bie 1768 eine eigene ©efeüfdbaft fransöflf^er Operiften leiten,
»gl. Sd^ü^e, @. 364ff.
171,14. ^n Hannover begann bie @pie(aeit bereitiS am 28. ^e-
jemb. 1767; pe bauerte bi8 jum 6. SJlai 1768. 3lm 13. fingen bie
»orfteHungen in Qamburg mteber an, bauerten bi§ jum 26. 9h)t).,
bann begannen am 2. ^e^. bie ^uQül^rungen im großen ^anttODerfci^en
Opem^aufe roieber, um bi§ ^nm 3. ajlära 1769 ju bauem.
171,21. 9lm 24. gebr. 1768 trat Caroline ©d^ulje jum legten
SWale auf; im 3lpril fanb in ©amburg il^re 2:rauung mit bem SBon!-
budibalter ^ietrid^ ^ill^elm ^mmerfelb ftatt.
171,27 ff. S)ie ^ofefforen waren aufgemiegelt t)on einem (Seifte
liAen, ber fld^ in ber ©(ä^itberung be§ ueinen aJlanneS in ber fpo^
ni^en ^errucfe getroffen füllte, bie SWiAaeliS bem 3iinmermann
bei ber DHc^tung beg ©ebäubeS (18. 3uli 1766) in ben amtnb gelegt
^atte. :^e eifriger ba^ ^blilum an ^oc!^§ »orfteHungen teilnoi^m,
befto ae^äfflger eiferten Die ®eiftlici^en. S'&wen gefeilten fid^ einige
^ßrofefforen bei, bie aUerl^anb unmoralif^eS im ^l^eater rottterten,
„tl^etlg glaubten, ba^ il^nen bag ®elb entginge, mel^eg il^re Rul^örer
in bie ^omdbie trügen, t^eilg von fünf bi§ ad^t Ul^r ntd^t lefen tonnten.
^efonberS fam ber ^ofeffor äBinfler fel^r hahtr^ 5U furj. @r n)ar
feit imbenftic^en Seiten gemol^nt, oon fünf bi§ fec^S U^r bie ©rperi^
mentalpl^9ft! au lefen, uno iet^t mutete man ibm ju, biefe ©tuiube m
verlegen." »gl. ©d^reiben über bie Seipaiger »ü^ne k. 1770, U, 217 ff.
— Slttf biefe »er^dltniffe beaiet)t fld^ auA ein ©ebid^t, „®nht gut,
afle« auf, ba§ ein 9lnonomu§ (@d^mib?) (m 9llm. b. bt. SKuf. 1770,
@. 196 f. veröffentlicht, imb beffen oier erfte »erfe lauten:
jtein SRufenfo^n üergi^ Den SBinfler beim 9lacine,
^er 3ube g&^lt btö an ben äi^orfd^IuB ©eU):
Unb — Sotet ^0^ f(^Ite§t abermals bie a3ü^ne!
172,21. 3Bei§!em ftarb am 29. ^eaember 1768.
172^. »on ben fed^jebn ^inbem beg ^l^epaareg ^aquet waren
Dier bei ber »ül^ne: au)ei 2:5^ter mit ben gleiten »omamen äJRoria
^nna, fobann (Sat^arina unb Srrana. ^ie erfte unb britte finb atö
— 291 —
SRHe. Soquet b. cL unb b. j. befannt Tlaiia "^nna 3aquet {„^anng")
war 1762 in SWlmberg geboten, trat fc^on 1760 in Äitö)crroflen,
1766 in Seinen @tüden auf, l^eiratete 1780 ben (Sänger ^bamberger
imb trat 1804 in ben IRul^ejtanb. — ®atl^arina (^atbi) 3aquet b. j.,
geb. 1760, eine @(%aufpielerm toon blenbenber @d)5n^eit unb retdben
Soben, ftarb f^on 1786. fßql über beibe 2:euber a. a. Ov @. 123 f.,
148. — «telaffad ©bronü, @. 35. — SBurabac^, Söiogr. ßej. 10, 22 f. —
3ob. gfriebr. ©<^int ®atb. :9<w|uet, eine bramaturg. @li«e, SBien 1786.
— 6datt^ Qvi^&^t unb S^en^tigungen, @. 54 ff. — 3lnn(uen b. Sll^eaterS
1. Öeft (1180) @. 32.
172,80. 3lufgefü^rt am 18. San. 1768.
178^. SBon mguft ©auer neu l^r^g. in ben äBiener 9leubru(fen,
^. 7, 2Bien 1884.
17B,6. 95riefe über bie neuere öfterreid^ifci^e Sitteratur. SBien 1769.
178.17. 9ln bie ©tarfifd^e ©c^aufpielergefeöfc^aft. 1768. 2 SBogen
in S«. — g-reue Söeurt^eilung ber ©tarüfdben ©d^aufpielergefeflfc^aft.
3«ia 1768. 7 ©tücfe in 8«. — Q. 2W. mefecfer war ^ebiger im
Qamburgifc^en.
178,16. Berger, auf gut S)eutfci^ ©d^afer ge^ei^en. SBgL über
ihn (Srfte« ©d^reiben über bie Seip^iger SJül^ne, S. 116. - 3. ©l)r.
^onbed, imeine ;8eben§gefd^id^te 1, 285.
178/20. So^<^^ ®ottIieb Aalte fpielt ^u ßeip^ig in einer SBube
Oftem 1769. (Ouenen a. ®efc^. Seipaio^, l 489.)
178,22 ff. Ueber ÄöUer, D^iegel u. §rau t)gl. ©einreiben über bie
ßeipaiger »ii^ne I, 112 f.
174,5 ff. ^on ben einzelnen ift n)ol^l !aum ndl^ere^ ju erfahren.
Ueber (Snoelme^er val @d^mib§ ^arterr, 6. 330 f., über ^ttinger
ba^ (grfte ©d^reiben über bie Seip^iger Söül^ne, @. 24 ff. Ueber S)aniel
»oaonbt (geb. 1746 in S)anaig) ebenba, @. 47 ff., 132, ^roe^teg
©d^eiben, @. 179 f.
174,24 f. ©rfc^ienen in ßeipjig; ogl ©upl^orion 4, 476.
174,26. 30^. Subwig ©d^Ioffer 1738—1815. S)ie „9fleuen ßujt^
fpiele", 95remen be^ 3- ®- Gramer, marcn in erfter auflade 1767
d^on erf dienen. Ol^ne S^lennung be§ SBerf. rourbe ber „Sxozüccmp^"
juerft am 18. 3lpril 1766, mit 9lamen§angabe juerft am 31. 2Wai
1768 gefpielt.
176,7. %it erfte 3lupt)rung be§ „Ugolino" fanb am 22. 3uni
1769 in »crlin ftatt.
176,9. Caroline aWarimiliane ^öbbelin, geb. 1758 in Äötn, geft.
1818. SReben ©Sbedf, IBülnenlej. ©. 133. - Mg. 2). Söiogr. 5, 287.
175,12 f. „^n SÖlabame ßenfel, oom §crm ®anonicu§ Qfacobi.
ßannoT)er, ben 2lften gebr., 1769." Hamburg. Unterhaltungen, 7.S8b.,
2 €t, grebr. 1769, @. 163 ff. (<Später in 3. @. QacobtS fdmtl. SBerfen,
3önÄ 1807, 1, 34.) — S)ie Slntmort ber 3«be. §enfel flnbet fid^ in
ben unterhalt., ebenba @. 165 f.
176.18. (Shco^mut^ für ©ro^mutt) ^at Äod^ am 12. 2Wai 1770
in fieip^ig aufgefül^rt.
176,11. Jbxt ungemdl^nlidben Sflebenbul^ter", 2. i. 3 Slufj., waren
fd^on 1768 in ÄönigSberg erf^tenen; 1768 aweite Sluflage.
19*
— 292 ~
176,82. ^treug unb Zb^eft, ein Zrauerfpiel in 5 SSten inm
Sei^e, ie^o aum heften bei fioaen unb bed parterre Aarofterifltt, |)t^
maniflTt, bialogirt. 3m erften SBo. bei ^9leuen X^eotraLSBette'', Sittbau
1768. — %k ^f olitifÄen ©^aufpiele" crf^ienen in Mviä^, 1768.
17740 ff. ^ie äUuftec bei 2uhe ober bie ^eitt^anbTungen. Stne
Operette n. e. Sftfp. be§ ©aintfoij. Unterl^altungen, 6. Sb., 2. 6t,
3lttg. 1768, 6. 91-150. — Die neue eignete, ein ßftfp. in einem
3lttfa., 6. f&K 5. (St., SfloD. 1768, ©. 968— S98. - Öömeng Stod^^-
ridbten über b. 3;^eateT beginnen im 1. ®t. be§ 6. 9anbe9, Suli
1768, @. 74.
177,28. ^nna ©briftiane ©cfiicf , geb. 1753, fpätere Tlab. 4>en!e,
geft. 1827. SBgl. ©aUcrie Zleutfc^er ©^aufpieler 2C. 1783, S. 102.
5Keben=@gbe(f, 93ü]^nenlerüon, @.271. — 3o^anna g-riebetife ^ci^irf,
geb. 1754, heiratete 1776 ben Sffiürttembergifc^. ©taHmeifter SWenael
unb DetUe^ bie ^ü^ne.
17734. ©l^arlotte S)orotl^ea ßuber?
178,3. Die t)on ^o^. ©arl. Slug. amtfaeuS (1736—1787) felbft
befotgte red^tmd^ige iUuSgabe be§ ,®dttnermöb(^en§' erfc^ien in
SBeimat crft 1771. Sögl. g. SWuncfer, Ülüg. D. Söiogr. 23, 87.
178,6. @mft SBil^. feolf (1736—1792), Seimaiifc^er ÄopeK^
meifter. @. ®erber§ Zonfünftlcr^fiejifon 1792, 2, 824 ff. Da§f. 1814,
4, 605 f. — 5iag. Dtfc^. «iogr. 43, 728 f. (SR. ©itnet).
178,11. Ueber Dem. ©tun^iuS f. @ci^mib§ ^atterr, @. 333.
178,27. Da§ ^bfommen jmifc^en bem ®anu)aufe 35enber & ©o.
[nicbt: einem gi^^^^^i"^!^" ^^n 58.] unb Slfflipo mürbe im Januar
1769 getroffen unb beftimmtc: Slfflipo behielt auf eigene SRed^nung ba§
^urgt^eater mit ber Comedie franpaise, ber Opera bufiPa unb seria,
möl^renb ba§ SSanf^auS Söenber auf feine Soften t>a% ^ärntnertbot^
tl^eater mit ber bcutfd^en ©ci^aufpieltruppe übemal^m. Sßgl. über oa^
einzelne Zcuber a. a. O., ©. 144 f.
179,2. ^ol^ann gferbinanb ©e^enborf oon $ol^enberg, !. !. ^of=
arci^iteft unb Später, erbaute 1763 ba§ Sll^eater in Sci^önbrunn. —
Sflagler, Mnjtler-^Sejrtfon, 1838, 6, 164.
179,5. Sean ©eorgeS 9lot)errc, geb. 1727 in ^ari§, t)on Dupre
auSgebilbet, fanb al§ 2:ön8er unb ä^aüetmeifter in ^ariS, iSonbon,
33crlin, Stuttgart, Sien, SlÄailanb, S^leapel unb fiiffabon bie gtb^te
Söemunberung. @r ftarb 1810 gu St. ©ermainsen-fia^e. ©ein ;8eben§'
merf ift bie ^Reform be§ 95allettmefen§ in ganj (Suropa. (5r fc^rieb
Lettres sur la danse et sur les ballets. S^on 1760. — 3[n SBien
mürbe er übrigeng fdbon im §erbft 1767 (niAt 69) angefteHt.
179,8. 2:]^erefe äjrodmann, geb. SBooenburg, jtammtc au§
Oebenburg (geb. 1740). 9'la^ SSHen !am fie mit il^rem äJlanne, beth
berühmten ^^ang ®arl SBrorfmann, 1766, ging bann mit il^m naÄ
aRains P Söemarbon§ 3:ruppe. 1769 !et)rte fle, ^unäd^ft allein, naclQ
SBien jurücf.
179,20. fjranj 3o^ann SB ein er fpielte t)on 1769 bi§ 1779 ameite
nb "
ßiebl^aber- unb ^lebenroHen.
179,25. aRaria Slntonie
l)'6xU bem SBurgtl^eater t)on 1769 bis 178Ö an, l^eiratetc barauf efitim
179,25. aRaria Slntonie 3:eutfd^er, geb. am 13. Suni 1752, gc^
— 293 —
$v. Olorini unb ftarb 1784. <Sie toar btamatifd^ tptia (f. @. 215)
unb fd^rieb für bte T)on ^. 3. [Rtebel ^r^g. ^od^enfd^rift ^^er ^'
ftfbfer". ®e Suca a. a. Ov I, 2, @. 225, 389. — ©aücrtc a:cutf^er
^jftottfpielcr 2c. 1783, (S.240. — SBIaffacf, @.35. — a:cubct, @. 147.
— 9oebe!e 4, 253.
17»,29. ? ©obriel SfleiAarbt, geb. 1750 in »a^reut^.
179,85. RSgl. baju Seuber a. a. C, 8. 148.
180,1 f. Umgefelrt ftcüt a:euber (@. 149) ben SJorgang bar:
filmen feAg ajlonaten fe^te Söenber 25000 f[. p unb gab, ha er
feinen IBerfud^ für ©erunglücft l^ictt, bic 2:i^eaterleitung auf. ,,@r
löfte feinen SBertrag mit mfjliflo unb oerreiftc in§ ^lugtanb."
180,6 f. ^ie „«ffocitrten" 9lfpifli)§ waren feit »enber§ mürftritt
^onceiSco So ^refti (ber @o^n beS oben genannten IHocco 2o
freftt) unb ©l^r. aÖ. o. Olucf (ber ^omponift!). Sleuber roeift —
gegenüber ben alteren ©urgtl^eater-CSl^roniften — barauf l^in, ba^
(&md eS war, ber bic Üluflöfung ber beutfd^en 2;ruppe befürwortete
unb bie ©jtemporanten ing Äämtnertbortl^eater rufen rooHie.
180,11. ^ie Söaabnerif^e ©efeafAaft unter Sofepl^ aWatt^iag
(nid^t ftarl) 3Wenninger fpielt 1766 in fexinn (b'^toert, @. 83) unb
ift feit 1767 re^elmäpig in ffiien nad^juroeifen, wo pe in ber Seopolb-
ftobt im ®3emmfdbcn ©arten fpielt. Defter fpiette fie oor Äaifer
Sofef n. in fiajenburg. gi^r ^rinaipal (geft. 15. ^an. 1793) beteiligte
^ä^ fp&ter am :8eopoIbftdbter 2:^eater, beffen ^ireftor, ^arl STlarineUi,
ott§ feiner a:ruppe ticroorgeaangen mar. ®loff^§ SBiener Katalog,
@. 40, 45, 46, 55, 57.
180,25. @mft griebrid^ 3efter, geb. 1743 ju Königsberg, mar
1776 Äriegg* unb <Bomainenrat. ®oeb. 4, 253. ©ein Sftfp. „%a§
%utü ober ba§ junge ©l^epaar" mürbe aum erften SWale in ßeipaig
am 23. D!t. 1770 ^efpielt (f. ©c^mibS ^arterr @. 275 |f .).
180,33. ©ememt flnb bie „^Briefe über bie neuere öfterreici^ifci^e
fiitteratur", SBien 1769, 8.
181,1 f. Sömen mar mit fjrau unb Stoci^ter fdbon im Quti 1768
oon ber 2:ruppe fortgegangen, fj. ß. SB. SWeger, ©gröber I, 2, @. 86.
181,5. Sldermann ixh^inahm bie 2:ruppe am 4. ao^drj 1769.
»ai^renb er barauf in SBraunf^meig fpiette (15. mäi^ bi§ 15. ©ept),
mu^te fid^ Ulbel ©egler in §annooer (21. Tl&x^) ben 2;itel eine§
9)iteftorS ber %I. ßoffd^aufpieter unb bie 3JätteI jur güt)rung einer
neuen S^ruppe p erfdileid^cn. ^m Wlax reifte er nac^ SBraunfqmeig,
mo er (^of u. a. su bem ^interUftigen ^faH oon ^dtermann§ Gruppe
bemoa. SJgl. %, 8. SB. ^«e^er 1, 200. — fiifemann 2, 42. — Ut)be,
®El^of, @. 174 f.
181,10. 3lbel (Segler, geb. am*23. 2lug. 1780 p ßieftal bei «afel
mar in erfter ®^e mit ©op^ie ®lifab. 3lnbreae oermät)tt, bie it)m
jmei ©öl^ne imb eine 3:od^ter gebar, ^iefe, @op{)ie ©egier, (ernte
oen ^id^ter ßeifemi^ im öaufe i^reS unb feinet Dn!et§, beg 6of=
^^eferg 3lnbreae, in |)annot)er fennen unb I)eiratete it)n 1781.
Segler ging mit feiner 2:ruppe 1774 nad^ SBeimar, ©otl^a, gab fie
1780 auf unb mürbe ®ire!tor be§ ©d^IeSmigfd^en ^oft^eaterS (1783
bis 1792). S)arauf prioatiperte er in Hamburg unb ftarb am 25. Slpril
— 294 —
180Q in meaingen. $a(. $. U^be, ^enfiDÜrbidfeiten beS @(&fp. gpriebt.
Subm. ®(^mibt Hamburg 1875, 1, 244 f. — Si^mann 1, 82Si.
181,15. Srtiebrid^ ^ar( Roä^, geb. um 1740 in ftofoucCen, toavb
2:an^ unter ^ovtxxt, 175B— 68 bei ^cfennann, bann bei Gd^ud^,
§todi, fp&tet bei ©ej^ler in Weimar, 1775—77 in (^otf^a, towä>t ^väUt,
fp&ter bei ^onbini unb SS^abr, ftotb in Q^b^^^ttenburg am 18. ^br.
1794 aliS ^afteüan be$ <Sd^aufpie(l^aufe$. dh mar ber @dbmager oon
3i>^. (£b^. ^ranbeg. ^gl. beffen fiebeni^ef^i^te. — ^g. oeutfd^.
Siogr. 16, 376 (lg. Äürfd^ner). S)ott flnb anä^ f. ©tilrfe ©eraeld^net
181,21. f^ramiSfa iHomana ©ieraned (@^mefter ber Caroline
®., oerl^eir. j^enifc^), geb. 1748 in Bresben, marb ^dnjerin (1765),
©d^aufpielcrin (1769), ©ängerin (1771). ^üx fxe fomponierte @^n>et^
bie ^Icefte. 1766 batte fle ben SBaUettmeifter ^. K. ftoA gel^eitatet
€ie ftarb 1796 in Bresben, ^gl. ©aUerie 2:eutfd^er @($aufpieler,
(S. 131. - SlUg. b. «iogr. 16, 376 f. (3- Äürfd^ncr).
181,33. Sie§: SHäbcr.
182,6. 9fh)femunbe, %x. t). SBei^e.
182,6 f. 3n Lüneburg fpielt @. oom 27. @ept. bi§ B. Slot)., in
3eae t)om 8. 5h)t). big 18. S)ej.
182,10. Wxton ©^meiaer (Sci^mci^er), geb. in ^burg 1737, geft.
alg beraogl. ÄapeUmeijter in Ootba 1787. — @. Mg. ®tf^. »togr.
38, 371 ff. (©d^Ietterer).
182,32. Caroline Dorothea Leiermann, geb. in ^an^ig b. 12. gfebr.
1752, oerlie^ 1778 bie ȟbne, um ben ^rof. Unjer in ^Otona au
beiraten.
182,35. aWaria 3WagbaIene Q^^axlotU Slcfermann, geb. am
23. 2(ug. 1757, ftarb in jungen Rubren am 10. Tloi 1775. @ie war
ber ;Oiebling beg ^amburger $ubli!umg unb au>eifeC[og eine ber am
gldnaenbften begabten beutfAen ©^aufpieterinnen. ®ie allgemeine
a:eilnabme an ibrem früben 2:obe fteigerte fid^ bi§ gur ©d^monnerei.
^gl. Sammlung ber burcb ben ^oo ber ^emoifeQe 9Jl. @^ ^dermann
oerantajten ©ebici^te unb Sluffo^e. Hamburg 1775, 8. — 3mote
Sammlung . . ., 1775. — ©efammelteS ajlitleioen beim 9lbleben ber
jungem S)em. df^axlottz Slcfermann, Hamburg, bei 33ocf, 1776. Ueber
biefe grlugfc^riften b^tnbelt §. Ubbe, @ci^norr§ Slrd^io f. ßitteratur*
gefc^ii^te 8, 208 f. — SJ. ß. SB. 3«e^er, @d)röber 1, 278 ff. — Öi^mann,
©gröber 2, 94 ff., 157—178 (mit weiteren Ciueaenangaben).
188,14. gn 93raunfc^n)eig fpielte 21. fd^on t)om 15. SJej. 1769 an
bi§ aum 17. ©ept. 1770. SBgl. über bie t)om 2)e5. 1769 big mäx^ 1771
befu(^ten Drte Öi^manng ä^fammenfteüung 2, 45.
188,17. ®ie Singfpiele „Sand^o ^anfa" unb „S)er aaubembe
Solbat" fmb erft 1770 von 2lrfermann gefpielt. SBgl. aWe^er a. a. O.,
2, 2, ©. 56.
188,25. SBor fjaften fpielte SBdfer 1769 in ©amburg.
188,32. Ueber biefe neue Gruppe SBdfcrg ^anbelt augfü^rlid^
bag (Srfte Sd^reiben über bie ßeipjiger SBÜl^ne, S)regben 1770.
184,2. Ueber ^ifflng ben ^orlefin ©gl. bag angcfübrte ®rfte
(Sd^reiben, ©. 28.
— 295 —
184^. ^a§ äBeibergeflotfd^e ober ein Qui pro quo toat fd^on 1767
getrieben unb erfd^ien in ber 2. 3luf[. be§ „SJe^traaS", SBd. 4. 1769.
184,17. 5ür bie öübne richtete %T}t biz ©etmannSWIac^t 1784 ein.
184,26. „(Sinaele ©ebidbte. @rfte ©ammlung. Seipaiö 1769."
184,81. Äarl ©ottbclf (fo!) Seffing, geb. au ^amena 1740, aWuna^
bireftor in 95re§Iau; gejt. 1812. „2)er ftumme ^lauberet" war fdbon
1768 erfd^ienen, bie iibrigen ©tüde 1769. ®ocb. 4, 245.
185,11. ÄoA fpielte „^ie J^cimUd^e ©eiratl^" in SBeimat unb
Scipaiö- 3u bietet erften «otfteaung rs. %ril 1771) ^atte @d)niib
neue Serbefferungen cingefd^icft. ^gl. ©d^mibS 2:i^eater(^ronif @. 56.
186,20. ^ct neue Stomeo, eine 2:ragi!oniöbie, parobiette 3Bei|e§
^^Bearbeitung be§ Original.
186,27 ff. Ueber biefcn (Streit f. ©d^üfee, @. 348 ff. — ßebrün,
Sol^tb. f. a:i&eater, Hamburg 1846, @. 93 ff. — 3. ®eff(f en, 2)er ©treit
über bie ©ittlidbEeit be§ @d^aufpiel§, ^tfd^r. b. S5er. f. ^amb. ®efc^.
3, 56 ff . — ®. ß. «Röpe, :S. an. ©oeae, exnz 9lettung, Hamburg 1860.
186,19 ff. ^er Schatzgräber ... ©in Sftfp. in einem mte. Untere
l^altungen, 7. f8K 1. @t., San. 1769, @. 3—22. — ^on bem S^erfaH
b. Äomif^en im Sftfp., 8. 95b., 1. @t., guli 1769, @. 6-15. — 2)a§
]^erangen)acl^fene äJcdb^en ober bie oerfd^iebentUdben iSiebl^aber, e. iSftfp.
i. atoeg 3lufaügen oon ©arrirf . 2lu§ bem ®ngl., 8. feb., 5. @t., S^loo. 1769,
@. 394—455. — 2)a§ letzte @tü(! würbe oon ÄoAg a:ruppe am 28. @ept.
1770 gef jielt. Ueber bit 3lup^rung f. ©ÄniibS ^arterr <S. 265.
186,35. Kummer t)atte auoor in ber ^JeterStl^or-SJube al§ THU
glieb ber 2:ruppe be§ @pringer§ Berger getanat. ^gl. über ibn
©rfteg ©dbreiben üb. b. Spa. öü^ne @. 62, &. f.
187.20. Ueber Äod&§ ^crbftaufcnt^alt in Seipaig f. @<ä^mib§
^arterr @. 255—324. Äod^ begann am 17. <Bept 1770, fd^loj am
24. Sön. 1771 unb ging barauf nadfe SBeimar.
187.26. „©d^meigerbaufcn" ift ®I)ripian ©einrid^ ©d^mib.
188,16. ®a§ 9flofcnfeft (nad^ gaoartS la rosiöre de Salenci) ift
befpr. in @cl^mib§ ^arterr @. 48—61. S)ic erfte ßeipaiger 3luffül^rung
burc^ ^oc^ fanb am 21. ©ept 1770 ftatt. «gL ^artcrr @. 258 ff.
188.21. SWid^aeliS mar oon ©beling nad) Hamburg berufen,
rebigierte bort bcn „Unpartl^egifd^en ©orrefponbentcn" unb mürbe
am 1. Oft. al§ ^l^eaterbid^ter engagiert.
188.27. 3n ©amburg fpicite ©e^Ier oom 17. Suli big 23. ^ug.
1770. 2lm 21. 3lug. mürbe ba§ ©tüd ber SD^ibe. ^enfel (f. ^eile 35)
auerft aegeben. — ^er ^önig oon 2)änemarf ift ®^riftian VII.
188,32. J8on Hamburg au§ ging ©e^ler erft nad^ Sübcc!
(29. 3lug. — 19. Oft., ogl. ©d^mibS ^arterr @. 228—255), bann nad^
©annooer (25. Oft. — 17. ®ea., f. @ci^mib§ a:]^eaterd^ronif, <S. 10—26),
frielte oom 26. 5)ea. 1770 bi§ 8. San. 1771 in ßilbeS^eim (f. ST^eatcr^
^roni! @. 26—28) in einer „überall burd^Iöqerten Äomöbienl^ütte
me^rcnteilS im ©d^neejeftöber", fobann in 03nabrücf. ©. 197, 5.
189,5. ©Ipfium, etn Söorfpiel mit Strien, . . . aufgeführt oon ber
®efellfdbaft fömglid^er ©d^aufptcler au ^annooer, ben 18. Januar 1770.
— Slpouo unter ben ©irten, fein ^orfptel m. Strien ... ben 4ten gunit
1770 aufgefül^rt. Jöetbe oon 3ol^ann ®eorg Sacobi (1740—1814).
— 296 —
189,12. i^ibliotM b. fc^ön. aH^enfc^often 1770 18. @tv <3.
305 ff., uittergeic&net ^9 . . .i^."
189^1. iofna» gprei^ert von (iebler, geb. 1726 in Beuletttoba
(9leu|), trat 1758 in ben dfterreic^ifc^en Gtaatdbienjt. vm i9urbe
er in ben Mitterftonb, 1768 tn ben grrei^ermftanb erhoben, ikt ftaxh
in mm 1786. Ueber f. bi^terijc^e ^^dtigfeit ogl. Ooeb. 4, 75.
189^. !3o^ann (Srof l^opar^, auiS altem ungarifci^em (^
fc^Iec^te ftammenb, übernahm bie ^eater am 31. aRot 1770. mfflifu)
Derfcbmanb ba(b barauf fpurlod aui SBien.
1904 @d^on SMaer (Q^efc^. u. Sagb. b. äBiener ©d^oubul^e)
mied barauf f^ia, t>a% bie @(^aufpieler 6onnenfelS ni^t aum ^ireftor
^mä^Ien" fomttcn. «gl. jetjt 2:eubcr 8. 175.
1W,3. 3Woriö Don g^ro^m, geb. 1744, gcft. ? : ogL ®ocbefe 6, 313.
190,6. f)ie „»ac^rii^t^ (d. 14. 5lua. 1770) ift abgebr. bei SWüttcr,
Qkfd^. u. 2agbu4 b. Siener ©c^aubü^ine, <3. 52—74.
190,12. SRid^ael mtb Igofep^ flnb bie Vornamen ber beiben
©tuber. Sener SWic^aelfiange (meift mit e!) ift in SBörsburg 1750
(nadb onbem, mo^t irrigen Angaben 1751, 1752) geb. unb ftarb am
20. Slug. 1771. ©ein ©ruber 3ofep^, geb. in 3öürsburg 1. tlpril 1751,
SlRitgUeb betg ©urgt^eateriS oon 1770—1810, barauf mieber oon
1817—1821, geft. la <Sept. 1831. ©on biefcm ifl eine ©elbftbiogrim^ic,
Sien 1808 (mir leibet nid^t $ug&nglid^) erfd^ienen. ©gl. Sauetie
a:eutfc^et ©d^aufpielet 6. 141 f. — Sd^infg 3ufä^e 2C. @. 58 ff. —
2)e fiuca I, 2, <B. 374 f. - Surabad^ ©iogt. ;öej. 14, 97 ff. — »eben=
©gbec!, ©ü^ncnlej. (g. 382. - Slaffac!§ ©l^tonif @. 33, 52, 105. —
©loff^g grad)fatalog @. 351, 399, 400.
190,20. 5)ie f^on 1776 in SBien feiten gemotbcne „SJtetjmüt^ige
@tinnetung an bie beutf^e ©d^aubül^ne, übet bie ©ot^eHung be^
©tutuS" (untctj. 22. mug. 1770) ift abgebt, bei SMUcr, ®efd^. unb
a:agbuci^ bet SBienet ©ü^ne, ©. 75—107.
190,25. ^atl SBa^t, geb. 1745 in ^teputg (oft ift „grebetSbutg"
unb Petersburg angegeben), heb. 1764 unb grünbete baÖ> eine eigene
2:ruppe. ©on ber erften gefd^eiterten 2)ire!tion ermäl^nt Seubet
(Qefct). b. ^ragcr %f). 2, 47) nid^t§, menn et fagt, 3öa^t fei äuetft al§
S)ite!tot 1771 in 3Bienet=^cuftabt aufgetteten. ©on bott mutoe et
an ba§ ^of- u. ^auStl^eatet oc§ fjütften ©ftctl^äg^ betufen [^apeH^
meiftet: ;3ofef ©a^bn]. !3m ©ommct fpieltc et bott, im 38tntet in
^tejbutg. ©gl. übet i^n 3)e Suca I, 2, ©. 390 f. — ©aUetie a:eut=
fd^et ©d^aufpielct (5. 252. — Sutjbad^ 52, 143. — ©oebefe 5, 347. —
a:eubet, ^aget Sl^eatct 2, 47 ff.; ha§ l t ©ofbutgtl^eatet @. 189 f.
190,81. 2:^eop^il gtiebtid^ ßoten^, geb. 1750 ju 9Jlatienbetg in
8adbfen, beb. 1770, 1779 gütftl St^utn^ u. a:ayi§fÄet ©d^aufptelet
in Steaenäbutg, bann felbft ^tinsipal, ptioatifiett fpätet in ®tfutt
unb STütnberg. ©erf. einer Steige oon 3:^eaterfd^rif ten ; f. 9leben=
@«becl, ©ü^nen^ße^fon @. 418.
190,33. Sophie Körner, geb. 1751 in ©a^reut^, beb. 1766 in
^rag, mo pe ben @d^aufpicler Äörner beiratete. 3:euber, ^a§ ©of^
butgt^eater, @. 190. — 9^eben^@§bedE, ©ü^nenlejifon 6. 348.
— 297 —
19k,l. ^lemmS ;8umpiel n)ar f^on 1769 erf^ienen.
191,11 ff. (Stftauffüt)run9en: ^aS ^&bifat am 21. ^pril 1770*
%a& ^mhhmh, am 17. ^r. 1770; 2)ie g^eimbe ber mUn, 2. ^mx
rnO; Die ttcbcrciluttö (nad^ JagonS l'Etourderie) am 16. 3imi 1770;
trte Äobbala, om 17. mov. 1770; 2)tc SEBittroc, am 1. ^ca- 1770.
19fi,3. „%nmzlxcvt§ ober ^ermannS [Rad^e'', nad^ ®oeb. 4,75 im
3. 1770, nai^ ^eubet, S)a§ f. !. ©ofburgtl^eatcr @. 125 im 3. 1774
qtbtiidt.
192,7. %et Sflaoenl^dttblct . ., a. b. gra- bc§ (Sbamfott.
198,12. §an3 ©rnft oon Scubctn, 1738—1801, f&d^f. ©ofrat —
<3eine forftfc^e ^aäl^tung „^uboi§ unb ©ioconba'' etfd^ien iÖeipAig
u. 3Mic^att 1766 (1767). Uebcr ba§ S5cr^&Itnig oon @tcp^ante§
S)Yiuna aum iHoman f. @d^mib§ ^arterr, @. 82 ff.
192,16. 3tt bcm cinaftigen ^agquiU: „SBiet Sflarrcn in einer
^etfon" mürbe „bie ganje l^imlofc 2lbfurbität ber befömyftcn IRid^tung
in groteSfer, ober aum unbarml^er^iger ^eife gesetgt", benähtet
©d^lbgl (^^om SBiener SBoIfStl^eater", @. 100, 2lnm.) t)on bem auScr-
gemd^nlii^ f^Itcnen f&üd^lem, baS (1770 bei 2:rattner in Älein-Dctat),
äs @. erf^ienen) nur nod^ in aroei ©yemplaren oori^anben ijt.
192,20. „2)ie bebrangten SBo^fen", üon 3ofe»l^ Söembarb ^clael
(€toeb. 5, 311), fd^on 1769 in ^ien gebrudft, mürben am 18. Januar
1771 mm erften aWalc in Seipaig gefpielt SSgl ©d^mibS ^artcrr, @. 316 ff.
192,25 ff. S)öbbeftn fpiete in bicfem Satire in ^an^ig, Äönig§=
bcrg, ©tralfunb, Stettin unb ^Berlin. — ^gl. über bte ^nf&nger
^berina (auüor SöiUe genannt) u. ©d^ü^ I?^^^ ^^^ Ö^nae 2:ruppe ba§
„@ienbfc^reiben an ben Herausgeber be§ ^ßarterrS über bie iöbbeli-
nifd^e ©efeUfd^afr, ^arterr @. 325—387.
192,30 ff. ueber ©ajetan @d^aumbcrger§ Xt^ätigfeit in ^rünn
v^l 2)'@lt)ert @. 84 f. 3luf brei ^a^re f)atte il^m ha's @uber=
mum bie 3;beatersUntemebmung überlaffen. 3[ttbeffen bedtcn bie
©innal^men bie betröd^tlid^en ausgaben nid^t, fo ba^ ^ol^anneS
^ISf)m bie ^ad^t i^m abnal^m unb mit ^reu$er!omöbien pdt) burd)l^alf.
198.10. Sol^ann ©^riftopl^ ^raufenerf, 1738—1799, ^ammer=
regiflrator in SSa^reutl^. Öoeb. 4, 50.
198,12. Ueber 2lbbt§ ^oburger 5lufentf)alt f. ©^reiben über
bie ßctoaiger «ü^ne 2, 244 ff.
194,6. La partie de chasse de Henri IV., coinedie en trois
actes et en prose; üon ®]^arle§ ©olle (1709—1783).
194.11. „35BaIber", a^m 1. 3WaIe m Seipaig oon ^od^§ a:ruppe
am 25. @ept. 1770 (@d^mib§ ^arterr @. 262f.), in SBetjIar auerft oon
©e^ler am 15. SuU 1771 (a:^eaterd^rontt @. 42).
194,14. ^ie Stra^enräuber, eine !om. Oper in bre^ ^lufa-, ©am=
bürg u. SBremen, 1770. [nad^ (3ar)^ Jöettteroper t)on ©l^renfrieb (£ngel=
bcrt SBuf^mann, ^ammerfefrctär in ©tralfunb].
194^16. %u Ueberfe^ung üon Singuet§ SSe^trägen ^nm fpan.
a:^eotcr crfd^ien: Jöraunfc^meig 1769. Söerf. f. @. 228, 33.
194,19. Sodann ©^riftian fSod 1724—1785, 3:^eaterbiAter b(ii
3Ulennann§ 3:ruppe feit 1772. — 2)ie erfte Sammlung ,,gfür ba§
beutfd^e SH^eater" ift befpr. im ^arterr, @. 61—75.
— 298 —
194^. ^odd „^axobit" ift laut SBorrebe fc&on 1766 entßaitben.
1W,27. »arlßcopolb 91 Olli 0(1761—1804), feerbefferer unb «r--
finber einioer SThtfiünfIruinente; (Korrepetitor in Sicfermannd Gruppe;
pAter in Berlin unb SBien; (omponierte au^er ber Oper „(S^lanffe,
ober ha^ unbefonnte ^OienfhnAbd^en" ^ouptfdqlid^ lieber. — F6ii8,
Biogr. universelle des musiciens, 2iäme 6d. 1864, 7, 290. —
^wc^ad^, fBxoqx. 2t}c. 26, 235 f. (bort weitere Sitter .'Angaben).
194.28. ®5riftian ©enjamin Über, ^al. 3[uftia!ommifTariu8 in
^tSlcai, geb. 1746 bafelbft fomponierte Maoierfonoten unb einige
Operetten. ©crberS a:onmnftler=^8e5i!on 1792, 2, 693. — SfleueS Ston^
fünftler^fiej. 1814, 4, 409.
194.29. S^bann (S^briftian grrifci^ntut^, geb. m ^c^mabboufen
1741; ©d^aufpieler u. aKufUer; feit 1785 in ©erlin, 1787 Äopett^
meijter; geft. 1790. ©erbcrä a:on!ünftler*8er. 1790, 1, 465. — S^leueS
a:on!.*8er. 1812, 1, 208. ©itnerS OueHen^Seyifon 4, 85 f.
194,32. ^3Dcr ©ungertl^urm m ^ifa" erfd^ien bereits „Einbau
unb ©^ur 1769."
194,35. D. ^üUerg Ueberfet^ung n)urbe oon ^A gefpielt.
195,1. %xt Ueberfet^ung be§ äKann^eimer ^^l^&nblerg (&t)x,
3pr. Bd)toan (1733—1815) crfc^ien 1768.
195.5. ^lauftngS Sammlung ift t)on @d^mib abfdUig im $arterr
S. 117—130 befprodben.
195,13. Äarl ®^riftian ßeinrid^ SHoft (1742—1798), Äunft^anbler
in Seip^ig (ntd|t m oermed^feln mit bem oben genannten ^ol^. (S^l^rift.
S^oft). „%a§ Öanb^auS*' erfc^ien 1773.
195,21. ^ie ;Segation§rdtin 3^^ ^^^ ©önnerin t)on SD'HdbaeliS,
Ue^ il^re bürgerlicbe ^ragdbie «^aUifte ober bie fd^5ne IM^enbe''
auerft am 16. SuguÄ 1770 aufführen. — U^be, 6. 182.
195,29 ff. Sn Scipaig fpielte ^^ oom 3. 3lpril bi§ 29. aWai 1771
(@^mib§ a:i^eatcrci^ronif, @. 53—64). 3luf feine a^HJerfolge beuten
bic ^crfc in bem oon @ngel gebid^teten ^Ibfd^icbSprolog:
»er areift fid& an, teilt neue Stollen au8,
auftlt Äonnjonift, 2)eforateuc unJ) 3)t(i^tcr,
Sttumfnfert mit einem (Sentiier Sicl)ter
Sagtäglic^ euer ©d^ouf^iel^auS :
Unb niemanb fommt Ipmein, unb nicmanb gel^t j&iuaue..*
196.6. @§ mu^ 3uni ftatt 3uU ^ei^cn. — 3luf ajiij ©ara
Sampfon folgte ein SJaßett: 2)ic 3lbenbftunbe. — 9lamlcr3 2lntritt§rebe
ift gebruat in bem 93üd&lein o. (S^r. ^ug. SBertram: lieber bie
ÄoAif Ae ©c^aufpielcrgcfeafc^aft 1772, @. 15ff. @benbort (@. 17—110)
ift ^4^ Spielplan, mtt mand^ fritif^cr ätanbgloffe oerfel^en, ob-
gebrucft. 3Ba§ 93ra^t)ogel <B. 228 ff., haxau^ mitteilt, ift unoottfidubig
unb wertlos, fßal. über Äo^§ berliner Slufentl^alt aud^ @d^mib§
a:]^eaterdbronif 1772, @. 64 ff.
196,9. ©in fran^öfifd^er ©d^aufpieler ^ieroiUe l^atte ba§ @d^u(^ifd^e
2:i^eater in 95eft^ unb wollte, obf^on fein ^ontraft iu ©noc ging,
ni^t meid^cn. — X^eaterd^ronü, 6. 64f. — ^lümidte, @. 268ff.
196,11. Uebcr §üblcr (§icblcr) ogl. ©attcrie a:eutfd^cr ©(^au-
fpiclcr @. Ulf.
— 299 —
194rl7. %tx a)orfbarbiet würbe am 1. Slugujt 1771 in SBetlin
mit ot^erorbentlid^em fSex^aU aefpielt. ^gl. 3)mor, Sßei^e @. 174.
^e (Srftauffübtung bev neuen Seorbeittmg l^atte bereits am 18. ^Iptil
in 8ei))aig ftattaefunben.
196^. ©Irtftian ©ottlob $ßeefe, 1748-1798, gefeiert al8 Äom^
ponift Don Singfpielen; SThtfübirertor in ^onn, ^eetl^ooeniS iSe^rer.
«gl. über il^n 9ÖIg. btfdb. öiogr. 23, 359 ff. Q. f^ürpenau). — ^tner§
CltteUcn::ßeji!on 7, 163 ff.
196,34. ,,S)er ban!bare ©obn", ß. l. 21. auerft am 29. Suni 1771.
^ie SBefe^ung ift mitgeteilt im ^d^reiben ,,Ueber hie ^od^if^e ©dbau-
fpiclergef." 1772, (S. 42.
197,4. ©egicr fpielte nur big jum 8. 3<ntuar in ^ilbeäl^eim, be=
gönn in DSnabrüd am 17. Januar unb f^lo^ bort am 28. g^ebruar.
SBgL @d^mib§ Xl^eaterd^ronif @. 29-36.
197,10. ©e^ler fül^rte nur nod^ bem SWamcn nad^ bie Gruppe:
bie gefd^dftlid^e unb ninftlcrifd^e Ceitung l^atte in ßannotjer ®El^of
übernel^mcn muffen, um bie bem ftnanaieUen unb fünftlerifd^en 9hiin
P<ä^ bebenflid^ ndl^cmbe 2;ruppe au retten, «gl. Ubbe, 187. Qfn ber
tl^eaterd^romf, @. 46, enbet bie Slnjcige oon ©e^lerS 2luffü^rungcn
mit bem Dftober 1771; bie legten SBorte lauten: «©err Seiler bat
bie ^ireftion nun gana ©errn @d^of überlaffen" di^of leitete bie
3:ruppe bi§ @nbe Oftober 1772.
197,12. ©Otterg ^rolog v. 29. Suni ift abgebruc!t in @ci^mib§
2llm. b. beutfd^. i^uf. 1772, @. 94 ff., ber ©pilog v. 18. ©cpt. tbha.
@. 97 ff.
197,15. Ueber ben 3lufentl)alt ber a:ruppe in SBeimar ogl.
@d^mib§ a:]^eaterd^ronif @. 45 ff. (mo ber 6. Ott. al8 «eginn ber
«orfteBlungen angegeben ift). — U^be, @. 190ff. — @obann ©ro^=
manng »©enbfdbreiben über bie ©t^offd^e ©dQaufpiclergefeUfci^aft",
ha§ einen Iritifci^cn UeberbKd über bie 2luffitl>rungen in ffieimar
t)om Oft. 1771 bi§ aum 29. Tlai 1772 giebt. .
197,24. 3ldfermann§ Gruppe fpielte in «raunfd^roeig jum legten
aWalc am 17. Btpt 1770. 1771 nur in ©d^IeSmig, ^iel, fJlcnSburg,
Hamburg, fiitjmann 2, 45.
198,2. :3ol)ann fjrana ©ieron^muS «rodCmann, geb. 30. ^zpt
1745 in ©raa, in einer Sefuttenfd^ulc eraogen, barauf cm abenteuere
lid^eS SBanberleben füt^renb, begann 1762 alg SD'litglieb ber «oben-
burgif^en 3:ruppe bie «ül)ncnlaufbal^n, l^eiratete bie a:oci^ter feinet
f|rinaipal§, fam 1766 nac^ SBien, aog barauf mit «emarbonS 3:ruppe
big 1771 um^er. 1777 mürbe er naq Sßien berufen, mo feine ©lana-
aeit begann. @r ftarb am 12. 3lprit 1812. — «gl. ©aflerie SCeutfd^er
Sc^aufpieler @. 35—38. — @cbinf§ Bufd^e u. «erid^tigungcn @. 27
big 33. — 9leiAarb§ 3:^eatcr^3oumal 1778, V, @. 54—60. meben=
@8bcd, «ü^nenleyifon @. 72 f. — Söurabad), «iogr- Sey. 2 ,153. —
2iag. btf^. «iogr. 3, 342. — ©ocbefe 5, 336. — :^iömann, ©d^röbcr
2, 105 ff. — ©E)ff9§ fjad&fatalog @. 123, 387, 390. — 3:euber, %a^
^. Ä. ^ofburgtl^eater. Ueber «rodmannS 3lel^nlici^fcit mit Seffmg
ogl. @oa ÄönigS «riefe, Hamburg, ben 19. mar) 1771 unb ben
7. 3uni 1771 fomie Öefftngg «rief: «raunf^meig, ben 23. max) 1771.
— 3«> —
lf8^. 3o^ann ^iebric^ ^ieinecfe, geb. 1747 m Selrnftebt
Com mit ferner grrau 1770 (nicht etft 1771; vaU ^. 8. ». SRe^et,
Sf^rdber 1, 211) lur %dttm<mnmtn %xupp^', blieb bort bid jum
15. anära 1777, ama bann gu Kepler unb ^onbtni. (St fUtrb 1787
in 9)redben. iQgl. ®aaerie Seutfc^et ©c^oufpieler @. 86. — 6(i^in!g
äufdl^e unb l^erid^tigungen @. 87 ff. — %nnalen bed a:^eateti^ 1789,
ierte« 6eft @. 10 ff. — SWe^ct, ©cbröber 1, 293 f. (Xiefe ©tettc
meint Siftmann 2, 104; bort ^rucffe^Ier: 248). — «ög. ^^eater^
Öqrffon, m. % 6. «b. @. 174. — ©loff^« 3fac^!otolog @. 118. —
«lümner @. 294 ff. — ©c^u^e @. 879 f., 402 f. — «Reinecfe« ^rau,
Sopl^ie SBenaig, ift in ßcibclberg 1745 geb., geft. in ?etcr3burg 1788.
198,13. ßeinricb §erbinanb 3^5 Her, geb. 1745 p Dlberi^borf
in ©c^lepen, beb. 1760, betrot fc^on 1770 (nid^t 71!) am 28. aWära
bei ©d^röber bie S3üf)ne (5- fi. SB. aWeper 1, 210), blieb bort bi§
mm 7. 9lot). 1772, gehörte ber ©ei^lerfd^en Gruppe an, mirfte al§
megiffeur am mar!gr&fl. ^^eater gu Bd^rozht unb ftarb in gfel^rbeQin
am 27. gebr. 1798. @r ift ber befannte SJcrfaffer be« ^©rafen
»aatron* u. a. ©c^a^fpiele. — «gl. (MA @*mibt (Mg. btfc^.
Wogr. 22, 141 ff. u. Ilr^te f. ßitt.^®efci^. 9, 189 ff). — Tl. o. Schröter,
ö. §. aWöUer, 5)iffcrtat., Sfloftod 1890. - ®oeb. 4, 256. — ©loffijg
Sa^fatalog @. 116, 122.
1»8,16. SBetter ftarb 1772, nad^bem er fid^ 1771 mit S)auerg
©d^meftcr oer^eiratet l^atte. — SDle^cr, ©d^röbcr 1, 263. — Ueber
aWab. SBetter f. Si^mann, ©gröber 2, 103.
198,16. Sol^t^nn @mft 2) au er, trüber ber Sßorigen, in ipilbburg?
Raufen geb., heb, 1768, fam fpdter nad^ SBien an§ ßofburgt^eater
(1779—1812). — ©aaeric ^eutfd^cr (Sc^aufpielcr @. 56. - ^^xnU
3uf&^e u. »erid^tigungen @. 33 ff. — fj. S. 3Ö. aWe^er, ©gröber
2, 2, @. 87. — ßi^mann, ©gröber 2, 115. — (SloffijS g^ai^fatalog
@. 123. - 9tebcn^®gberf, «üt^nenlerifon @. 106.
198,16. «Abraham ßabc§, geb. 1730 in Stettin, geft. 1798 in SBerlin.
Seine fjrau 3lnna aWaria, geb. '^iä (1734—1804) roar oon ßeffing
ber 3:ruppe empfol^len. msqL Snnalcn b. 3:{)eater§ 4. §eft (1789),
@. 60. aÄeger, ©gröber 1, 204. ^eben=@§berf, a. a. D. @. 375.
198,18. ^öbbelin fpiette in Seipaig t)om 22. ^2lpril bi§ 10. miai
1771. («gl. @d^mib§ $artcrr @. 336) fomie üom 6.-29. Dftober
(Oueaen a- ^efd^. ßeipaigS 1, 490. «lümner @. 177 fagt: bi§ aum
10. IRoü.). Ueber ben 5lufent^alt in ^aUe »gl. «ßarterr, ö. 375—387.
198,22. aWab. ©0^1 tarn au§ Strasburg, «gl. @d)mib§ SL^eater^
d^ronif @. 172, 181 f
198, 27. Äeffel u. grau maren bi§ 9[an. 1771 bei Segler gewefen.
199,3. (^a älein, geb. am 24. 5lug. 1752, !am mit adbt ^abren
au @ebaftiani§ 3:ruppe nad^ 3lug§burg, liciratl^ete 1768 in Sftann^eim
ben «aUettmcifter ©eorg ^aul «rod^arb. 1778 fam fte nad^ aWünÄ)cn.
«gl. fiegbanb, Dberba^er. 3lrd)it) 51, 242.
199,3. mnton ©urf, geb. 1744 in ©ifena^, ftarb am 23. 3lug.
1820 in 3)fiünd^en. «gl. Segbanb a. a. D., S- 246 ff.
199,12. ^tana ^arl v. ©ägelin, geb. 1735 in fjreiburg i. «.,
Senfor oon 1771 bi§ 1805, geft. 18. ^m\ 1809. «gl. ^e Suca I,
— 30I —
1, @. 165 f. — Zmbtx, %a§ ^ofburgt^eatcr, 6. 185 f. — Äarl
©löff^, Qnx ®cfc^i(^tc bcr SBicncr 2:i^catcrccnfur, Sal^rbuo) bcr ®tt6=
poraer^öefcafAaft, 7. ga^rg.
190,lv f. ätictef c Saquet, geb. SBcber (bie Utöro^muttet ^tttetl^X
geft. am 27. Suni 1771, 43 3. alt. — SD'lid^acl Sänge, f. Slnm. 190, 12.
1»»,22. maxie 5lntta SWifa, geb. 1753 in ^ag, gcjt. 1802.
«gl. ©aaetic STeutf^er ©d^aufpiclet, @. 232.
189,35. ^cr ©tammbaum, Aucrft aufgcf . : 19. j^an. 71 ; Ätemcntine:
5. Sult 71; ^cr HJhnifter: 6. tprit 71; 3lbgenätl)igte ©tnroimgung
(na^ mtxviXit): 5. Ott 71.
200,6. SBgL über @teigcntef(^ ®oebe!e 5, 813.
200,16 f. (Sophie g^rancourt, fRoman a. b. 5^x3. SSien 1768.
200.20. 2)art!o, a:rfp. i. e. ^anblg., SBicn 1770, 8.
200.21. gol^ann @bler tjon ©temfd^üt», ^mtgtieb b. SHattonat^
t^eaterg in 3Bien, geft. 1772. ®oeb. 5, 347.
200,23. S)er ,,§au§t)at^r" würbe in Sefftngg Uebcrfetiung gefpiclt.
200,34 f. ©enaue 9fiaci^rid)ten von be^ben Ä. ^. ©d^aubü^ncn.
aSBien 1772. — Älemm unb §eufe(b gaben f)erau§: 2:^eater!alenber
t)on 3Bien. 2Bien 1772—1774.
201,20. ©emeint ift ber ^rinjipal 3lnton Jöerger. @§ giebt ba=
neben einen au§ S8re§lau gebürtigen ©^aufpieler !3o$. ©ottlicb löerger.
201.22. JJranj ©pengier, geb. 1748 ^u SWontfort in ©d^roaben,
beb, 1768, geft. 1796 in ^rag. ©eine 2. grau, !^aroline, geb. ©ieraned
ftättimte au§ Bresben. 9lad) @pengler§ a:obe i^eiratete fte ben
fp&teren 3Biener §offd^aufpieIer Äarl g-riebrid^ Krüger. SBgl. ©afletie
^eutfAer ©d^aufpieler , @. 237 f. — ©loff^S fja^tatalog, @. 118.
201,27. 3. $. fjr. araaer nennt in feinen „2;^eatrat=9fleuigfciten''
bcn 29. (September 1771 einen bcr merfmtirbigften 2:age be§ ^agcr
S^l^eaterS. 3ln if)m mürbe bie le^te SBurle^fe — angeblid) vox f)atb^
leeren SBänfen — gefpielt.
201,29. §einric^ 6.arl Seibt (1737-1806), ^:profeffor ber fi^önen
aSiffenfd^aften an ber ''ßrager Unioerfttät, ®rünber unb Herausgeber
ber „'^^jrager gelel)rten 9Ja(^rici^ten" (beren SJiitarbeiter 3. Sopper
mar), mar einer ber erften S3or!ämpfer für beutfd)e ©prad^e unb Sitte=
ratur, fomie für mobernere aßeltanfd^auung in ^^rag. — S8gl. über
il^ ^euber, ©efd^. b. ^rag. St^., 2, 10 ff.
201,31. ^ol^ann ^Baptift S8crgobjoom(er), geb. 9. ©ept. 1742;
SBud^brucfer; @olbat; bebutierte am 2. 0!t. 1764 in SBien, 30g mit
«etttarbon§ 2;ruppe uml)er, bi§ er 1771 (25. DU.) in ^rog eine
fefte ©tellung finbet (a:euber 2, 6). 1774 ift er in SBien, 17fe al§
^ite!tor in Srünn, bann oon 1791 mieber in 3Bien. 2)ort geft. am
12. San. 1804. 5}gl. ©aUerie ^eutf^er ©d^aufpieler, @. 17. —
(S4inl§ 3ufft^e etc., @. 15 ff. — ^e 8uca I, 1, S. 24 ff., I, 2, @.
362 ff. — ®oeb. 5, 311. — IReben^^Sbed, SJül^nen^fiej. @. 44.
202.23. 5luc^ in fieipjig gefpielt: „fja^el au§ bem gransöflfc&^n
be§ $erm b^^lmaub, aum fee^uf ber ßcipjiger S5ü^ne, ßeipgig be^
Sd^midert. 1771." Sßgl. ^arterr, @. 24-40.
20^,29. ©e^ler fpielte ®otter§ Gabriele be IH^erg^ ^uex^ am
13. 3lug. 1771 in aBetjlar.
— 302 —
aoS/2. 3nd ^&nif(^e übetfe^t oon ^onbal unb 3toergiu§,
l^open^agen 1770.
906,2. ^od Rattert, l^erauSgeaeben oon (S^briftian 6einri(^
@<binib, %ottox ber dled^te unb ^ofeffot ber ^i(buunft ju ®ie^en.
«cfurt 1771. ^erleatö ®mft ^(uguft ®ottIieb ©rie^bac^. ffiibmung:
9[n ßerm l^ufhtd TlS[et, Mrßl Di^nabrücfifd^en :3uftiatat^. [^emplot
ber @tabtbib(totbef äeipgtg].
2M,G. ©onberbore aber gegrünbete 9la^rt^ten oon einigen
(SefeQfd^aften beutfd^er ©d^oufpieler am STtann, Dber^ unb ^lieber-
rbeine. o. D. [^ranffurt] unb o. 3. [1771]. (@retnp(ar in ber ^BtahU
bibl. ^öln.) 3. aw. ^oftnann war 2)ofti)r ber SWebijin in gf^anffurt
a. aWv geb. 1741.
208,9 ff. grrepmötbiaeS Äaffegefprftd^ aroocr Jübifd^er 3u^
fd^auerinnen über ben !3uoen ^inntiS, ober über ben Sefd^mad eine§
gewiffen ^arterr§, im SBeinmonatl^ 1771 [SJerlin]. 3JgI. ß. ®eiger
m b. Rtfd^rft f. ®efd^. b. ^uben in 2)eutf^lanb; »raunfci^meig 1890,
4, @. 46 ff.
a0S,18. §en!e§ erfte ^rau mar im 3Uter oon etma 24 Satiren
am 27. 3lug. 1770 in Sßeimar geftorben. SSgL Qrotx^U^ ©d^retben
über bie SeH)jiger »ül^ne 1770, 6. 178.
208,21. ueber Caroline ©lifab. ©übler, geb. ©teinbred^er, ogt.
nod) 3. ©^r. SBronbeS, SD^ieine SebenSgef^id^te 1, 209, 223 ff; 2, 71. —
aWagaain aur ©efd^id^te be« btfd^. ST^eaterS 1773, 6. 87 f.
208,24. ^lümirfe @. 272, fagt, ^0^ fei fd^on 14. @ept. nac^
öctPSiö gereift. .
203,28. 9^ebe am fed^aigften (Geburtstage be§ ^önigS, ben
24. Januar 1772. ^arl mU). 9lam(er§ fii^rifd^e ©ebid^te. SJerlin,
be^ ©^rift. fjriebr. ^o| 1772, @. 166 ff.
208,30f. Ueber Söroe al§ 3uben ^in!u§ ogl. „Ueber bie ^c^if^e
Sc^aufpielergefeUfd^aft" 1772, ©. 21 f.
208,34. 8ie§: ©oUö. ©. Slnm. 194, 6.
208,34. „5)er Diamant'' ift n. b. granj. be§ ©armonteUe (fiouig
©arrogig, 1717—1806) gearbeitet.
204,2. SBei^eS „3lrmutl^ unb a:ugenb'' rourbe am '22. 2lpril unb
1. aWai 1772 jum Jöeften ber Firmen in Jöerlin aufgeführt. SJgl.
«lümide @. 273 u. bie SJerid^tigung auf @. 387, 404. — 2Winor,
feeiße, @. 125.
204,5 f. „Ueber bie ^od^ifd^e ©c^aufpielergefeUf^aft. 3lu§ »erlin
an einen fjreunb. SSerlin u. Seipjig. 1772/ [8«. SSon ©^riftian
^guft 95ertram, 1751—1830.] @jempl. i. »erlin, %I. fSibl —
«ra^tJogel @. 235 zitiert 2:itel u. Sa^reSja^I falfdb. 2iaerbing§
ip bte ^orrebe unterzeichnet: S3erlin, ben 3. Dct. 1771. — „SSe-
antmortung be§ ©d^reibenS über bie ^od^ifd^e @c^aufpielergefe0fd^aft
»on einem greunb au§ ßalle an ber ©aale.'' 1771. SBgl äl^eater-
(^roni! 1772, ©. 196 ff.
204,10. 13. Sieg: 9läber. — ©aUerie SCeutfd^er ©(^aufpieler
@. 184.
204,21. ©e^Ier reifte ber ^ah. ©enfel entgegen unb tte^ fid^ in
O^mannftäbt mit il^r trauen.
— 303 —
a04,23. 3ofep^a §cifttt ($ciftin ?), au§ 3mind^cn gcbürttg, l^ei^
ratete in SS^eimar ben — fpötcr sum ^IHoliniften an ber fuif. ßof-
fopeQe SU iORatn^ ernannten — SJriebrt^ ^arl §ellmut^. @te jtarb in
SÄam». ^öL 9leben^@§be(!, öu^nenlejAfon @. 269. ©eUmut^ war
1744 m SBoIfenbüttel geboren, geftorben am 24. 3uU 17& ju ©Aroebt.
«04,28. ©oebefe 4, 202, ««r. 53.
204>29. (S. ®ot^. Sr^eaterfalenber 1776, @. 70—76.
205,4. ©Otters SCrfp., aufgefül^rt am 7. 3an. 1772 in Sßeimar,
erf(^ien juerft im 8. SBbe. ber „SWeuen ©^aufpiele. 5lufgefül^rt in
ben Ä. Ä. Sbeatem su SBien" (1773). %I. m. ©c^löffer, fjr. SBit^.
®otter, f. Seben u. f. 3öer!e. 2:l)eatergefd9i(^tl. fjorfd^ungcn 10, 195.
206,6. S5al. baju ßiftmann 2, 58ff.
205,10 f. ^of). ®^rift. ^od ift fc^werlid^ ber S5erf. ber unter bem
^eubon^m 3lnton ^i^e^enburg crfcl^ienenen beiben ©d^reiben ^Ueber
bie l^amburgifc^e Jöül^ne", §amburg, SBerlin u. Seipjig 1771, barauf
weift Si^mann 2, 117 gegenüber Ul^beS ^Innol^me (@c6norr§
Wcd^io 8, 205) ^in.
206.15. ^lunge ©erlief bie 3:ruppe fd^on am 7. ^ej. 1771. @.
ai^le^er, Sd^röber 2, 2, @. 87.
205,25. ©ertrage sum ^arterr be§ ©erm ^oct. unb ^of. ©AmibtS
in ©ie^en nebft einigen 2lnmer!ungen über bit ^öbbelinifd^e ^d^an-
fpielergefeUfci^aft ^ranffurt u. Setpjig, 1771. [löerf.: ®. ®ontiu§,
geb. ju ^au^en 1750, ©ano. ber a:i^eoIogie.] ©jempl. ber §amb. ©tabt-
bibliotl^e!.
205,25 f. 3o^. Soft 5lnton üom ©agen. S)ie Sogen, Jöerlin 1772. 8^
206,29f. a:^eatralifd^e§ SBodienblatt. JBreSlau 1774. [$r§g. v.
^Qxl Äonrab ©treit, @e!retdr bei ber ^egS- u. ^omöneiuammcr
SU 93re§Iau; vql aWeufel, ®a3 gelehrte ^eutfälanb, 5. 2lu§g., 7. »b.
1798, @. 695].
206,lf. Ueber t>a§ @nbe be§ fransöfxfd)en »urgtl^eaterg »gl.
a:euber @. 166 ff. — 3lm 27. gebr. 1772 fanb bie le^te SBor^
fteSung ftatt: ©olboniä „Bourru bienfaisant*' unb J8ourfault§
„Mercure galant** mürben gefpielt.
206,9. 9^ad^ SCeuberS 5)arfteaung (@. 187) mürbe ©ignor 3Jarefe
fd^on 1771 am 1. Dft. a(8 ^ireftor eingefetjt u. am 12. Dft. feierlid^
norgefkettt — S5gl. ju ber ^leugeftaltung and) 3ölaffadC§ ©l^roni! @. 24.
206.16. ©öttinger amifenalmanac^ 1773, @. 153 ff.
206.20. ®omintf ^auj, geb. 1739 (1737?) in ^ag, blieb in
»ten big 1793.
206.21. ©ternfdbüö I^atte am 17. fjebr. 1770 beb. u. ftarb am
4. «ug. 1772.
206,21. 3Waria 3lnna 2)efraine (geb. 1759), fpätere grau @^üfe,
fpielte big 1822.
206,25 ff. @rfte 5luffülbrung: ßeid^tftnn unb guteg ©erj 13. ^uni
1772; DSmonbe 8. 3lug. 1772; 2)arf man feine grau lieben? 13. gan.
1772. — „DSmonbe" mürbe in Sfeeimar am 24. Dft 1772 gefpielt,
val SBielanbg »rief an Gebier n. 2. «Won. 72 (3lu§mal^l benfroürbiger
«tiefe pon ©^r. aW. SBielanb, ^rgg. n. fiubm. SBielanb, 3Bien 1815,
2, lOf.).
— 304 —
2074 . Sied : 610^. SBgt über grtana jjft^nt. o. ®uaUr (S^oeb. 6^ 313.
207,2. grtans Srrei^ert t>.OttenooIf,9{e0.«^9)at inffiien. <l^oeb.^315.
207;). a^riftop^ (2^bler t)on Siedler, ^. IT. ^offonaipift. —
(ioeb. 6, 815.
207,8. Dramatifc^e Unterhaltungen eineiS R. ^. Off^ierg. SBien
1772.
207,1 7. ?fofepl) ü. ^^auerSbac^ ; ©e!retär in 3Bien. — ®oeb. 5, 315.
207/22. SÄeue iS^aufpiele. ^ufgefü^rt in ben ^aif. Mnial
abeotem m SBien. ^rejburg u. :eei|»ta 1771-1775. — ©t8 1772
crfd^ienen brei »änbe. — ®ocbe!c 4, 69 ff.
207/25. (genaue 9iac^ric^ten t)on beleben ^. ft. ®d^aubü(nen.
SEBien 1772— 1773. — a:bealraI=9Jeuigfeiten. Söien, in ber Don ®^e=
lenfAen 58uc^t)anbluna 1773.
207,29 ff. ^9l. über hxz com Oberftburggrafen grürften t>. ^Mx^tn-^
berg eingeteilte Xljeatcr^enfur u. bie neue ^erroaltung äeuberS
®ef^. b. ^rag. ^^eatcrg 1, 316 ff.; 2, 18 ff.
207,34. 3ofep{) 5lnton ©l^rift, geb. in SBien 5. ^uni 1744, be^
trat 1765 bei QflgenerS 2:ruppe in ©aljburg bie ^übne, fönt na^
längerer SBanbergeit 1777 gu S)öbbelin nad) SBerlin, 1778 nad^ Ham-
burg, 1783 nac^ "Petersburg, fpdter nad) 3Wainj, ^rag, fietpjig,
Bresben, wo er am 25. SRärg 1823 ftarb. — Sßgl. ©aOerie a:ettt|5er
©^aufpieler (S. 53. — fReben^^Sbecf, »ül)nenleyi!on @. 92. — @toff9§
^rac^tatalog ©. 128.
208,2. ^arl f^ranj §enifc!^, geb. 1745 j^u SBien (nad^ onbent
SU ^rag), !am 1773 ju Äod^, ging bann na* Söreglau jur SKäfcrfd^en
Gruppe, unb ftarb in !ßot8bam am 13. iej. 1776. «gl. ©aUerie
3:eutfAer ©c^aufpieler @. 103 ff. — ^lUg. btf^. «iogr. 11, 750
O. Äürfd^ner). — ®oebe!e 5, 347.
208,6 f. Caroline ©ieranecf, in erfter ©l^e mit |)enifd^> in
^weiter mit Qrranj ©pengier (f. 3lnm. 201, 22), in britter mit Ä. fj. Ärüger
tjerl^eiratet.
208.11. SBermutlicb biefelbe @d^rift, biz STeuber, ^rag. 2:^eal. 1,
<S. 318 anfül^rt, ol)ne ben Flamen be§ ^erfafferS ju nennen: ^Ueber
ba§ ^oger 2;^eater, ^rag, in ber aJlangolbifmenSBucb^anblung 1773."
208,13. Ucber ©rajer a:i^eaterüerpitnifie ogl. Slnton ©d^loffar,
!3nneröfterreici^ifci^e§ @tabtleben vor ^unbert S^bren, SBicn 1877,
<5. 21—80, mo jjebod^ oon htm l^ier genannten niqti^ erro&l^ttt wirb.
%cS gleite gilt von @^loffar§ ^uffat} ^3ur ^efd^id^te beS ®ra$er
%f)taUx§ i. a^tjebnten S^bt." Defterreicbifcbe Kultur? unb 8ttteratur=
bilber, SBien 1879, ©. 97 ff.
200.12. Sol)ann ^Jottlieb @^ummel (1748—1813), Seigrer in
aWagbeburg, $rof. am ©lifabeti^anum in 95re§lau, tjerf. fiuftfpicle unb
©rsäblungcn. ®ocb. 4, 215.
209,12. $an§ ^arl ©einriß v, a:rau^fc^cn (1730—1812),
Offf^ier, t)erf. eine 9lei^e tion Suft^ unb a:rauerfpielen. ®oebe!e, 4, 244.
209,30. 8ieS: ^öinfuict [1735—1769].
209,32. a^obattn 3lnbre, 1741—1799, feU 1775 ^rcetw be§
^öbbeliitif^en Orti^efterg in ©erlin, bann ÄdpeUmeifter in Offettbat|.
®oebe!e 5, 372.
— 305 —
209,34. 3o^. ©eint, grabet, ftarb 1791 in Tlaini, überfe^tc ^af)x für
3al)r Operetten unb ßuftfptele a.b. grana. — ®ocb. 5, 250 f.
210,8. 2:i^caterci^ronirf, herausgegeben üon ®l^rtftian §cinrid^
©d^mib, S)octom ber D'ied^te, unb ^ofeffom ber SBerebfamfeit unb
S)td^t!unft. eJte^en, 3m ^egerifd^en SBerlag 1772. — SBefpr. im
aWagoatn a» ®efd). b. S)tfc^. 3:^eater§ 1773, @. 167—198.
210.28. Soi pilipp aWüncr, geb. 1745 in 95raunfc^n)eig, mar
bei ©d^röber von Djtem 1769 bi§ 10. max^ 1770 unb tjon 1771 bi§
aum 3. SRoo. 1772 gemefen.
210,31. ©ottlxeb Sebrec^t ^Jöbel, ^atU in ©^emnitj ba§ ß^ceum
bcfud^t betrat 1772 aunäd^ft bei eigener in ©tralfunb bie Söübne,
unb fanb 3lnfteUungen in Sübed, )öerlin, 5)rc§ben, ©d^roerin, SReu-
ftreli^. — Dteben^öSberf, SBül^nenleyüon @. 212.
210,35 f. „Slntrittcompliment" (^otSbam 22. fjebr. 1773), „m-^
fd^iebScompUment" (ebba. 28. SJldrg), beibe gefpr. v. 3Jlab. ^od^, cerf.
n. Knebel, fxnb abgebr. im mm. b. btfd). Ttul 1774, @. 17, 18.
211,27. fjriebrid^ 93rüdfel, geb. 1756 in SBien, hzh. 1770. Sögl.
©allerie a:eutfd^er ©d^aufpieler @. 38. — $Rcben=@gbede, S3ül)nen^
lejifon, @. 75.
212,5 f. ©rfte 3luffüf)rung ber 3llcefte: 28. 3Jiai 1773. SSgl.
barüber 3:eutf^er 3Jier!ur 1773. 2. SBb., ©. 306. — 5)ie «riefe an
einen fjreunb (fj. ©. S^cobi) über ba§ beutfd^c ©ingfpiel 3llceftc
fte^en im 3Jier!ur 1773, 1. fSb., @. 34 ff., 223 ff. — SBeitere Sittcratur^
angaben f. @oebe!e 4, 202 f.
212,18. 5)ie mat)l be§ 6erfule§, guerft aufgef. am 3. @ept. 1773
(@cburt§tag ©arl 3luguft§). Sgl. a:tfd). 3Jier!ur 3. «b., 1773, @. 127ff.
212,21. griebrid^ ^ilbebranb t>. ©inftebel (1750--1828). —
®oeb. 4, 263.
212,34. ©Ifribe. ©rfte ^luffül^rung: 4. ^ept 1773.
213,27. Sofepl) 2Beibmann, geb. in SS^ien 1742, mürbe 1757
in SBrünn bei «runian ©d^aufpieler; fam nad^ längerer SBanberjeit
— ©algburg, $rag, Sing, ©raj — 1773 (31. Tläx^) ang SBiener
SflationaW^eater; ftarb am 16. ©ept. 1810. — ©atterie a:eutfd^er ©df)au«
Vieler ©. 254 f. Sßurjbac^i, SBiogr. Sej. 53, 267. — SCeuber, 3)a§
SBurgtbcater, @. 191.
213.29. Sllmanad^ be§ Sri)eater§ in SBien.
213,35 f. ®rftc 3luffüf)rung ber ,,beftraften SWeugierbe": 2. ^an.
1773 (bie 95cfet>ung ift mitgeteilt im 2llm. be§ ^tfdb. 3:f)eater§, SSHen
1774), be§ „3:abler§ nad^ ber 3Jlobe": 6. fjebr. 1773 (Öefe^ung ebenba).
214,15. „grau äJiarianbel, ober bie natürlid^e ^aubere^" er-
fd^ien im 9. sBb. ber „SReuen ©(^aufpiele. 3lufgef. tn ben ^. ^.
a:i^catem p SBien" (1774). (Mte 2luffül)rung: 9. D!t. 1773.
214.18. .^eufelbS §am(et=S8earbeitung, juerft aufgeführt am 16.
^an, 1773, erfdbien 1773 im 7. S3be. ber ermä{)nten „Sf^euen ©c^aufpielc".
214.19. „Stodbt aUeS ift ®oIb, ma§ glänjt" (nad) fJranceSco
^Qbergati ®apaceui§ II saggio amico) mürbe guerft am 30. ^an.
1773 gefpielt. S5gl. 5llm. b. Sri)eat. i. feien, 1774.
214,23. 2)er neue SBeiberfeinb unb bie fdböne S^binn. Slufgef.
am 13. ^ebr. 1773. ©cbrurft im 6. «be. ber ^9ceuen ©d^aufpiele . . ."
20
— 3o6 —
214/2Gf. 5öcrf. bcr ^tänbüd^cn §od)5citSfefte" [Sroifc^cnfpicl
au§ G^afetpeareS 8ommemad^t§tiautn] ift (i^r. ßtetoti. 2)lou. ^ie
iHoacnbefc^unö bcr erftcn 3luffü^tg. (2(J. g-ebr. 1773), foroie 3tt^altg=
angäbe enthält bcr Kliman, b. ^i^aUx^ in 3öicn, 1774.
214,28 f. 3lntoinc grran(?oi3 ^ret)oft (1697-1763) ^ah t)on
1733— 4(J bic 3cttfci^rift „Le Pour et le Contrc* l)craug.
214.29. Sd)ach puffern, ein Urbilb of)ne S^ad^bilb, ober ba§
rcbcnbe ©ci^oo^^ünDd)cn. (Sin btaloaicrtc§ 3Jidrd^en in 3 5luf3. —
^te 3luff.: 10. Suli 1773. fQal 3Um. b. 3:l)eat., SBien 1774. —
@eor. im 7. 93b. ber ^S^icuen ©(|aufpiele . . ."
214.30. „Rxvo Königinnen ober SBettftrcit n)cibli(^er fjreunb^
fAaft'', ^eroifq. ^rama nad^ Glaube Sofepl) 2)orat (1734—80) toar
fqon 1772 in Sien erf(^ienen.
214,30. 'ipaul Sßeibmann (1746—1810, ni^t ^\i tjcrroe^jeln mit
3ofep]^ Söcibmann, f. 3lnm. 213,27), ift nur ber Sßerfaffcr beg
„<5cf)roäöer§" (juerft aufjef. 28. Slug. 1773). „^er ©ro^müt^ige"
(aufgef. 20. 9^oo. 1773) \)t ein fiuftfpiel beä branbenburg. ©ansle^^
ratl)e§ grieb. SBit^. SBefeel (1733—1800).
2l4,a4 f. ^o{)ann ^nbre ^^^ufenborfg iiftfp. a. b. g-rs- be§ Gail^aoa
b'Gftanbouy würbe am 11. (Sept. 1773 juerft gefpielt.
215.2. 5Jann^ ober bie glüdflid^e Söieberocrcinigung (juerft gefp.
am 13. Sfloo. 1773) ift nad^ S)oratg „Le Repentir heureux" gearbeitet.
215,3 f. „^ie ^oft, ober bie fjrau al§ Kurier", t)on guca§
95ooger§ (fo!) würbe guerft am 4. ^e^. 1773 gefpielt. ^ooger§
1751—1835 war ^Irjt. ©oebefe 5, 316.
215,10. ^ie luftigen 2lbentl)euer an ber SBienn. SBien 1772.
— @oeb. 5, 311.
215.12. „5)ie junge ©ried^in", fiftfp. i. 3 31., n. b. grana- bc§
3lbbe be ^oifenon, oon ®onrab @teigentef(^, aufgef. 21. Sitoo. 1772,
loar fdjon 1771 erfd)ienen. Sd^mib fül)rt ben %xnd a. b. 3- 1773 im
5. 93be. ber „Svenen (Sd^aufpiele . . ." an.
215.13. Dttem)olf§ Ueberfe^ung mar unter bem ^itel „%zx
fjrcunb ber gangen SS^elt" fdjon 1772 erfd)ienen.
215,26f. Kod) fül)rte ben m^ 8«»" erften 3Jiale am 12. Slpril
1774 auf. «gl. $R. Tl. SBerner, ®oet{)e^Sal)rbud^ 2, 87—100. —
<5d)röber fpielte ibn gum erften 3Jlale am 24. Dil 1774. S8gl. fjri^
SSinter, hie erfte Uluffül)rung be§ „®ö^ üon «erlid^ingen" in §am=
bürg, ßi^mann§ 3:l)eatergef(^id)tl. JJorfd^ungen 2, 1 — 59. — Si^mann,
(5d)röber 2, 137 ff.
215,32. äJlinor, 2Bei^e 8. 183 fagt, 93aumer f)abe bie ©teinelfd^c
3^arce f)eroorgefud)t.
216.3. ^oi). aiuguft (5;i)riftop]& Kocf), S)ireftor ber Dpera buffa gu
^ot^bam. geb. in 3erbft. — @erber§ Stonfünftler^Seyifon 1790, 1, 741.
216,7 f. @cf)n)an§ gmeibänbige Sammlung üon „Komifd^en Öpexn
für bie Gl)urpfälgifdE)e beutfdE)c (Sdt)aubül)ne" mar 1771 erfdbicncn.
216,10. 2)ie @unft ber JJürften. ®in Slrauerfpiel in 5 mufj. n.
@ffer oon S3an!§, S3roo!e, Qo^eS unb Stalpl). Slufgef. in Söien am
19. ^ept 1873. Sßgl. Sllm. b. %i)eat in äöien, 1774.
— 307 —
216A5. ©icrnad^ ift Sinnt. 2 auf ©. 226 in @(f)töffcr§ @ottcr=
33ü)0rap]^tc 5u berichtigen.
216,22. aWagaain aur ®efci^i(f)te be§ 5)eutfd)en a:f)cater§. @tfte§
[u. cinaigeg] @türf. §r§g. »on ^o\), Soft Slnton t>om Sagen. §aHc,
be9 Sodann ^acob e;utt, 1773. [©yempL i. b. ®rof{)eraogI. ©ibi.
Sßeimar.]
216,24. lieber einige (Sd^bni^eiten ber (^ilia ©alotti; an §erm
^riebr. SBil^elm ©otter, 3lrcf)iDariu§ ju ®ot^a. ficipsig, beg ^o^^nn
©ottfrieb mm^n, 1773. [®jcmpt. b. Unit), «ibi. ©öttingen].
216,34f. 3lm 6. gjlai 1774 brannten @d)lo& unb %f)zatev nieber.
217,5. Sßgt. bie mit biefem 3ßitpunft einfe^enbe „©cfcbid^te be§
©otl^aifd^en ^oftI)eater§" (1775 - 1779) von m. §obermann (fii^mann§
5:]^eatergefcf)ici^tl. gorfcf)., f8b. 9), Hamburg 1894.
217,7. ^ad) 3lu§n)ei§ ber ©tanbgelbred^nungen (Oueflen 5. ©efd^.
Seipjigg 1, 490) fpielte Segler üom 29. @ept. — 16. Dft. 1774 in
2Bdfcr§ «übe, bagegen vom 18. 3lpril bi§ 26. Tlax 1775, foroie nom
18. ©ept bi§ 15. Dft. 1775 im ^omöbien^aufe. ^ad) «lümner ©. 183
"pielte Regler aud) 1774 fd^on com 18. Dft. bi§ 4. SRoü. in Äod^S ©(^au=
piclbau§. SBIümner§ eingaben werben beftätigt burd) ®fE)of§ l^anb=
d^riftr. ^Repertoire (2:ü)eatergefd)id)tl. fjorfd^. 9,144).
217,12. ©uflat) fjriebr. mU). ©ro^mann, geb. 1746 in ^Berlin,
TOurbc SÖud^l^atter, bann Sefretär bei bem preu^. Diefibenten v. ^un^
in S)angig; 1774 betrat er auf einer Steife nad^ @otE)a bie SSül^ne,
rourbe fpäter ^rin^ipat einer eigenen Gruppe, mit ber er im meftl.
Slorbbeutfd^lanb um^er^og. ($r ftarb in öannoüer am 20. 2Jiai 1796.
— 2iag. btfd^. S3iogr. 9, 752 ff. ßof. Mrfd^ner). — ©oebefe 4, 254 f.
217,20. Caroline @opE)ie Slugufte §artmann, geb. 1751 (1752)
in ©ott)a, in erfter @!^e mit einem §errn fjflittner üermäl^lt, roarb
mit 17 3a{)ren fd)on Sßitme — al§ SJlutter gmeier Äinber, beren
eine§ hk fpäter berühmte ^rieberife S3et^mann=Un5eImann (geb.
24. 3an. 1768) ift — ; 1774 {)eiratete fie ben 5^df)aufpielbireftor @ro6=
mann unb ftarb 1784 in «onn. Sögl. ^. ®. 9^[effe], Caroline @ro^=
mann, eine biogr. ^fia^e, ©öttingen 1784. — „5ln $errn ©rojmann,
Söon beffen ©^etiebfte, gebo^me ^^littncr, am 80. 9bt). 1777", Söär^
ftedber§ Safd^enbuc^ f. ©rf)ttufpieler u. 8d)aufpietlicbl^aber 1779,
(5. XXIX. — Sing. btf(^. Jöiogr. 9, 753 (^urfd)ner).
217,30. Cocq de villago pon gaoart.
218,2. ^n ber neuen ffaffung mürbe „^ie ^orfgala" guerft am
9. ^ej. 1774 in ®oÜ)a gefpielt.
218.4. Unter bem Stitel „%u falfd)en (SntbedCungen" am 19. 3lug.
1774 guerft aufgefüü)rt.
218.5. ©d^röber {)atte fd)on 1773 am 26. ^uni ^Tnna ©I)rifttna
Öort tim 2)eutfd^ruffin (geb. 1755 in ^$eter§burg), ge()eiratet. 9^ä{)ere§
p fiitjmann, @(f)röber 2, 82 ff.
218.6. S8ord)er§ ©erlief bie Struppe am 21. San, 1774.
218,9, Qofepl) IBö^eim, geb. 1750 in ^rag, fam 1773 aur
©d^röberfd^en äruppe, fpäter ein braud)barer ©d^aufpieler in 2öäfer§
©efeUfd^aft (93re§lau) unb in «erlin. ®r ftarb 1811. - ©aüerie
20*
— 3o8 —
^eutfc^cr ©d^aufpicler ©. 21 f. — 5. 8. 2B. mtqtt, ©d^röbcr 1, 156.
— SHeben^(58bccf, SBübttcntoifon, 6. 60f.
218.10. S)ic 5lufent^alt8sQeitCTt bcr Slcfcrmanttfd^cn %xwppz in
®c^(cgn)tg öat ßi^mann, ©d^rober 2, 98, 3lnm. 1 aufammengeftcttt.
218.20. ©twaS 3)ramoturgifci^cg. ©inigc fitcaenbc lR$apfobicn
jut SWac^Iefc au3 ben Slrd^bcn bcr ©rfa^runa. ©rfteS ^adct. 1774.
— 3Jerf. ift na* «i^manng 2lttna^mc (2, 117) arocifeKoS 3ol^. ®^r.
^ocf unb nid^t ^od u. (Slaubiu^.
218,23. 5iagcmcine§ SBod^cnblatt aur ®^re bcr fieftür. 4 ^ll^cilc,
1774—1775 [üom 7. 3lpril 1774 biS 30. Tl&XA 1775]. 5)agcgctt: 9ic-'
cenjion bcr in bcm aflgcm. Sßod^cnblatt enthaltenen ^Briefe über bic
©amb. ©d^aubübnc. Hamburg 1775.
218,2G. 3)öbbcan fpieltc 1774 groetmal in ßcipaig, t)om 18. STpril
hi^ 22. 3Wai u. t)om 26. ©ept. bi3 16. Oft.
219,1 J. „%xe Eroberung von aWagbeburg" wirb meift bem $rof.
©d^untmel (5lnm. 209, 12) aöein augcfd^rieben.
219.11. 3lngioIini, a:o§!aner von ©cburt, rourbc au§ 2:urin narf)
3Bicn berufen, al§ §ilt)erbing geitroeilig SBicn oerlie^. ^on 1766 bi§
1774 l^ielt fic^ bann 5tngiotini am Petersburger §ofe auf. — 2;euber,
»urgt^eater, @. 112.
219.21. Ueber frangöfifd^e u. italien. Ueberfe^ungen von ®ebler§
©tuden f. 2)e Suca I, 1, @. 141. — ®oeb. 4, 75.
219,23. 5)er rebUt^e SSauer, unb großntütl^ige 3ube, ober ber
glücflidie ^a^rtag. 8ftfp. i. 3 mufg. — %I. ®oeb. 5, 315. — maöy
ÜJiüaer§ Eingabe (®efd). u. Stagbud^ ber ffiiener SBü^ne @. 109) roar
^ofep^ V. ^auerSba^ niemals S0iarionetten=^ireftor, fonbem birigicrte
nur etlid^e 2fflaU ju feinem SBergnügen aWarionetten.
219,25. ^er ginbUng, überf. v. ? ©tma ba§ Suftfpiel ©arl
V. a^iarinemg „%a§ ginbelfinb", 2Bien 1775?
219,29. Sodann ^rriebrid^ ^epner (1745-1820), «ibliot^efar i.
SBiener-Sfleuftabt. — ^er SBeftinbier (nad) ©umberlanb) murbc 1774
gefpielt, %xt §oratier (nad^ ©omeiUe) unb „^ie Unbetannte" (nad)
aJloore) in bemfelben Saläre aud^ gebrudt.
219,33. ßiftorifdf)sfritifd)e ^^eaterd^ronif t)on SGBien, eine SBod^en==
fd^rift [üom Tlax 1774 bi§ 5lpril 1775]. Söerf.: ©^riftian ^ieron^m.
ü. Tloü, geb. 1750, STtieaterbireftor in ^re^burg. — ®oeb. 5, 310.
220,1. ®arl @bler t)on 2JlarinelIi, geb. 1744 au 3öien; fpäter ge-
meinfam mit 3)ienninger ^ire!tor; ©rbauer u. Seiter be§ Öeopolb-
ftdbter 3:t)eater§; geft. 28. San. 1803. — SBurabaA, Jöiogr. 8ey. 16,
446. — ©oebefe 5, 316. — ©loffgS Äatalog ber Sßiener SluSftcaung
@. 46, 47, 57, 84.
220,6. Sofepf) SBobenburg, geb. 1748 in ^repurg, geft. 1788 in
Königsberg.
220.6. Sofef ©ottfrieb ©d^imann, geb. 13. gebr. 1745 in ®raa,
bzh. 1764 bei ©ebaftiani in fiinj, feit 1773 in ^rag, mo er am 8. ^rebr.
1784 ftarb. — ©aUerie Sreutfd)er ©d^aufpieler (5. 200. — O^oebefe 5,
348 (bort weitere ^inmeife).
220.7. aJiarimilian @d)ola/ geb. 1744 in ^rag, bzh. bei ^ra,
aog bann mit %xüx)^ Gruppe uml^er; 1775 l^eiratete er bie ^od^ter
— 309 —
feinc§J8rmgipaI§ ©bmunba Xiüi); SRegiffcur in S5re§Iau, ftarb um 1800.
220,8. ©cfd^id^tc bet Slbtifd^cn ©ntreptife eine§ beutfd^cn ©d^ou-
fpicIcS in ©ottonb. SRciÄarbS a:beatcr^3oumat 1777, 2, @. 127
big 139.
220,12. ma(i^ ^. Sflaab, g. jj. t). ^t^ @. 181, übemal^m Äurj fd^on
im 3^nuar 1772 btc bcutfd^c Äomöbie in SBarfd^au.
220,14. Caroline ©c^udb, Söitwc fjranj ©d^uc^ bc§ j.
220,17. Äatl 2)amb 21 cf ermann, geb. 1751 ju SRulanb in
©ad^fen, ging 1772 gum a:i^catet, bcm er bi§ 1800 treu blieb. S)ar=
auf übemal^m er in ^anjig eine 33ierbrauerei. ^eim erfte fjrau,
^Uc. 6pringer, ftarb im crftcn ^af^xz bcr @^e. — ©aUeric 2:eutfd^cr
Sd^aufpieler @. 8.
220,21. ^of^ann SfJoufeul, ein ^ünftler, über ben bie Urteile
fd^roonfen. 95ebeutenber al§ er mar aber ^meifelloS feine fjrau, S^falie
Stoufeul, geb. 1750 in ^rag, geft. 1804 in Sßien. SBeibe maren üom
3uni 1774 bis TläxA 1776 in i^ünd^en, fpdter teit§ in ©annooer,
teil« in SBHen. — ©aUerie a:eutfd^er ©d^aufpieler @. 169 f. — ©d^infä
3ufä^e u. 93erid^tigungen @. 73—87 entl^atten ein begeifterte§ fiob
beiber ©l&egatten [ber 3Jomame be§ 3Jlanne§ lautet bort: Sof^PW-
— fiegbanb, Dberba^er. 5lrd^it) 51, @. 167 u. 241. — SBIaffacf,
a;^ront! 48, 62, 106. - ©loffgS JJadftfatalog @. 402.
220,32. lieber ben S^l^eaterftieg jmifd^en SReffelrobe unb 3Jlard^anb
f. @. aWenfeel @. 332 ff. — Sögl. «Bertramg ^Beitrag gur ®efd^. b. btfd^.
2:^eater§ 1775, @. 22 f.
221,2. fiubrotg prronfjofer, ßef)rer an ber ©auptfdbule bei
U. 2. fjrau. SBgl. über fein 2)rama ,,9Jlat^ilbe" fomie itber hiz
gleid^^extige bramatifd)e Sitteratur in aWüncl^en Segbanb a. a. D.,
@. 257 ff.
221,9 f. 3lnton 3«attf)ia§ ©pridfmann (1749—1833), $ofrat
u. «rof. in 3Jiünfter. „2)ie 2Bilbbiebe" (gebr. 1774) ftnb gemein:^
fd^aftlid^ mit @tüMe gebid^tet. — ©oebefe 4, 254.
221.17. ©^riftop^ Submig ©eipp, geb. 1747 ju 2öorm§, ftub. in
Sena, ging jur SBü^ne unb 309 mit 3lbbt§ 2:ruppe umlier (Erlangen,
SnSbaA, &era, ©tra^burg, i)ter näl)ere ^ejiel^ungen ju ®oet{)e unb
©. ß. aSBagner). 1772 ju SJa^r nac^ ©fterfiajt), fooann al§ ^Regiffeur
ans ^dmtnertf)ort^eater, 1777 mieber gu 9ißal)r. ®r ftarb 1793. —
^gl. (3oth. 2;^cater:=ÄaI. 1794, 9fie!rolog »on ^art ©ruber von @ruben=
fefe. — @eipp t>erf. u. a. einen „^önig Sear", ben ,,um ber au^er^^
orbentlid^en fjred^i^eit miUen" @dE)mib im 2eutfdE)en 2Jierfur 1775, 3. @t.,
@. 274 f. anzeigt, worauf @eipp ermibert ebba., 7. (St., @. 94 ff. —
aeubcr, ^rager %f)zatex 2, 57 f. — ©oebe!e 5, 349. — ß. ©eiger,
SBerfud^e u. Sßorträge 1890, ©. 203 f.
221.18. „Ueber ®ö^ üon 93erlid)ingen. ®ine bramaturgifd^e
Slbl^anblung. Seipjig in bcr SBe^ganbfraen 33udE)i^anbrung 1774."
[®}ctmpl: Unit).'95ibl. ©ötttngen]. äSefpred^ungen biefer 3lb^anbl f.
bei ®oeb. 4, 648.
221,25. ©rfte 2lup^rung in «erlin: 3. Sfloo. 1774. ^ie 95e^
fe^ung teilt «rad^oogel 1, 250 mit. (Srfte 2lupf)rung in Hamburg:
23. 5lug. 1774, f. Si^mann, ©d^röber 2, 136.
— 3IO —
222,7. ^nmerfungen überi^ Sl^eater nebft angel^dngtem über-
festen 6tüd €t)afefpeard. ^Seipjig in ber ^e^ganbfc^en SBuc^^anblung
1774. SBßl. ®oeb. 4, 311.
222,10. ^at)ib a^riftop^ Se^bolb (1747-1804), ^rofcffor in
3ena u. a:übingen. @oeb. i, 218. — Die Uebcrfetjung bcr 3llccfte
erfd)icn in iicipjig.
222,26. Sodann Äarl Scacl (1747—1819), eine Seit lang in
2Bien a:^eaterbi4ter. (Soebele 6, 351.
222.33. .a«i^ Obre, ober bic gerettete Unfc^ulb, a. b. @ngl.
[D. Äarl (S^rift. ©einr. IRoft].
222.34. (Sebanfen, bie S^orfteüung ber 9llcefte, ®in beutfÄe§
empafteg ©ingfpicl, betieffenb. [58on (&mft (St)ri|topI) Drejler 1734
big 1779; ÄopeEbireftor beg dürften g-ürftenberg; 1774 ^ammer^
mufiluS in Gaffel.] ^rantfurt u. Seipaig. 1^74. Ueber Dre^ler f.
@itner§ aueüen^fier. 3, 251 f.
228,1. Ueber oie beutfc^e !omifd)e Oper, nebft einem ^n^ange
eines freunbfd)aft(ici^en 95riefe8 über bie muri!alifd)e ^oefie. §ant=
bürg 1774. — Ueber meid)arbt f. 3iag. S). ©iogr. 27, 629 ff.
228,5. %a§ „2:l)eatraUfd^e SBod^enblatt" (Dom 30. 3lug. 1774
bi§ 28. 3lpril 1775 erfd)iencn) rourbe nicbt t)on S^ubberS, 93obe unb
SlaubiuS oerfapt. Srf)mib beri^tigt fic^ fclber (f. ©. 226, 34) im
3lnfc^IuJ an bie im 20. @tücf beä ,,ä:^eatr. SBoc^enbl." Deröffentlid^te
©rÜärung. Sögl. baju fii^mann, Sd^röber 2, 118.
228,30. ^od)§ «ilbni^, oon (genfer geftod^en, fte^t cor bem
18. S8b. ber „bleuen «ibi. b. fdbön. Söiff."
224,25. SBgl. Beitrag ^ur (^efd)id)te be§ beutfd^en a:l)eater§ 1775,
(S. 27 ff.
225,3. Da§ (Semälbe 2lnton (^rap, ba§ ($R)of in meiner »eutel^
perücfe, rotem ^ammetrocf unb ©pi^enjabot barftedt, befinbet ftd^
je^t in bcr ©erjogl. ©emölbegalerie ju (Sot^a. Ueber weitere Por-
träts f. meben^®§becf, »ü^nenlej., @. 148 f. — U^be, @!bof, ©. 231 f.
225,5. Ueber bie erfte 2luffü{)rung ber Slriabne auf y^ayoS pnben
fici^ Tüiberfprec^enbe eingaben: ^t)r. 3lu0. Bertram, SBeitr. g. ®efd).
b. btfd). a:l)eaterg 1775, @. 31 nennt ben 27. guli 1774, m. 6ober=
mann (a:t)eatergefci^. &orfc^. 9, 145) ben 27. 3an. 1775, m. 6^löffer
(2:t)eatergefd). gorf^. 13, 72) ben 21. ^an. 75.
225,14. ©rfte 5lupbrung: ®otl)a, ben 10. gebr. 1775.
225,24. ©rfte 3luffü6rung: @otba, ben 1. SKai 1775. SBgl. Söei::
trag a- ®ef^. b. btfc^. ^^eaterg @. 31.
225,31 ff. 2)ie „^ilnlünbigung" im 2:{)eatr. SBod^enbl. (17. (Stürf
0. 8. ajiärj 1775) brucft Si^mann 2, 144 ff. ab. — §8gl. ju bem
©amburger ^reiSau§fd)reiben meiterl^in ©oeoele 4, 318. — @. 6ierfe,
ftritifc^e (ätreif^üge, S^raunfd^meig 1881, @. 1—23.
226,9. „Die ®unft ber ^ürften" mar juerft am 28. 3uli 1773
in Hamburg gefpielt. ^gl. ßt^mann, ©d^röber 2, 132 f.
226,18. Der ^^eatermaler Qimmermann mar mit 9^!oIini auS
S8raunfd)meig gelommen.
226,18. „9lu§aug unb Sluftritte be§ ©c^aufpielS: ©ö^ t)on
S3erlid^ingen mit ber eifemen ipanb, oom ©errn D. @ötl)e in fünf
— 311 —
3lu|gÜ0en. SBic c§ auf bem ^amburgtfd^en beutfdben ^t)cater auf=
geführt tüirb, ^um letzteren Sßcrftänbniffe ber S^t^auer. Hamburg
1774. ©cbrurft bc9 3S ». ©. 53obe." SIbgcbr. bei JJ. SBinter,
^^l^eatcrgefc^. fjorfd^ungcn 2, 28 ff.
226,20. (Sfcorg ^ricbrid^ ßampe, geb. 1744 in SBoIfcnbüttel;
^rrepetttor in @%rober§ 2:tuppe, l^ctnad^ ©ängcr, ocrlic^ Hamburg
im San. 1783, roanbtc fid^ nad^ ©d^roebt unb S)üffclborf. ®r ftatb
balb narf) 1800. — ®crbcr§ SConfünftler ^ 8cyi!on 1790, 1, 779. —
gflcucS Sonlünftlcr^ficjtfon 1823, 3, 166. — 3-6ti§, Biographie
universelle des musiciens, 2. 5lufl. 1863, 5, 183.
226,22. Sodann (Sci^n)anberg(cr), geb. 1737 in Sßoifcnbüttel;
^openmeifter in SBraunf^rocig; geft. 1804. ®crber§ 2:on!.= Sektion
1792, 2, 479 f. — S^ieueg Stonfunftler^Sej. 1814, 4, 164 f.
226,26. SBerf affer: Sof). ©tiriftop!) Unser (1747—1809), «ßrof. ber
?^9ft! 5U Slltona. ®oeb. 4, 256.
226,34. ©. oben 3lnm. 223,5.
227,2. fiie§: ^aribont SBrantpott.
227,7 f. ,,2Benn fie böfe fe^n fönnten, tt)citen fie e§ root)!", feit
1774 im Spielplan ber S^ruppe.
227,30. fiieS: ©eeau. — Sofept) 3lnton @raf t)on (See au, geb.
10. (Bzpt 1713 3u ßins; feit 1753 Sntenbant ber §of^pufi! unb
@pe!tafel, überna!)m 1772 bie beutfdbe @rf)aubüf)ne al§ $rit)atunters
nel^meu/ 1778 „al§ ©ntreprife" mit d^urfürftlid^em 3^1^^^» ^^ P^^^
am 25. 2«ärä 1799. - SSgl. Segbanb a. a. D., @. 142 ff.
227,30. Sol^ann S8aptift S^ie^er, au§ 9lug§burg gebürtig, !)atte
bie juriftifd^e fiaufbal^n aufgegeben unb fid) erfolgreid^ ber §ebung
be§ beutfrf)en ©d^aufpieB gemibmet. @r ftarb, narf)bem er 3al)r=
jel^nte lang ©d^aufpieler gemefen mar, alö 9^otar. — ßcgbanb a. a. £).,
6. 158 ff., 222 ff.
227,33 f. „Sariu§, ein Srauerfpiel in einem Sluf^u^e con 3ofep]6
SBalentin ©blem t)on ©pedfner, be§ §. di. 9i. d^urbaterf d&en miru.
9flegierung§ratl)e ju S8urg()aufen unb öanbrid)ter ju @d^robenl)aufen.
SJfhindien, gebrurft be^ fjrana Sofepl^ Xl)müt. 1775." — S8gl. Scgbanb
a. a. D., @. 273 f.
227,35 f. Ueber Sofepf)i§ 3lufent^alt in S)üffeIborf cgi. [©^r.
3lug. S3ertram] «eitrag g. ®efd^. be§ btfd^. 2:i^eater§ 1775, ©. 22 ff.
228,2. 3ot)ann §einridh 93 ö f e n b e r g , geb. um 1745 ju §annot)er ;
©d^aufpieler bei ©etiler, Sofep^i, ©ro^mann, 93onbini, ©efonba;
geft. 1828. ©aUerte 3:eutf(|er ©diaufpieler, @. 25. — meben'^@§betf,
Sü^nenlejifon @. 61 f. — ©oebefe 5, 391. — ©loff^S fjad^fatalog,
(S. 295.
228.5. 58gl. ^Beitrag jur ©efd^iAte be§ S)eutfrf)en ai)eaterg 1776,
@. 62 f.
228.6. 3. JJ. Mngling, fpäter felbft ißrimipal im ^olfteinifd^en.
1778 entfagte er bem ^^eaterleben unb fou Bierbrauer in Sübecf
geworben fein.
228,12 f. SBerfaffer ber „SBilbbiebe" ftnb ©pricfmann unb ber
Slböolat (Stühle in DSnabrüde.
— 312 —
228,16. SBgl. ©eitrag iux ®efc^. b. btfc^. X^eatet« 1776, @. 6, 19.
— ©lümncr @. 188.
228,18. %xe ^aheatralifc^en Sleutafeiten'' im a:tfc^. 9Kerfur bc^
ainnen im SJebr. 1775 (2. ©tücf, ©. 176 ff.) unb jiel^en flc^ burci^
jebcg @tücf big mm ©ejcmber 177B.
228/21. ^tUiam @^a!efpeareg ©c^aufpiete. 9leue ^uSgobe.
3üric^ 1775-1777, 12 S8be.
228,30 f. «fladb ©c^mibS „^Inrocifuna ber t)ornel^mften SBüAcr in
oUen ^^eilen ber tid^ttunft", Seipaiö 1781, <B. 483 ^at 3ac^aria 1770
bie Ueberfc^ung geliefert, xo&i)xtnh ©ärtner im -©citrag ^um fponi-
feigen a:^eater" 1771 bie Don 3oc^oriä auggelaffenen QxDi\d)tn]pxeU
nac^l^oUe.
3nl^alt5t)cr3ctd?nt5.
«Aachen 193.
3lbbt Ä. fjr., ©d^aufpiclbireftor
i 96, 139^158, 173, 178, 179,
^ -183, 193, 220.
— , feine %xa\x 158, 173, 178, 179.
^benb im SBalbe, ber 217.
2lbenbftdnbd^en, ba§ 80.
3lbent]^euer an ber Sßien 215.
3lc^t ©rofcben mt ©anblateme
210.
^Idermann, Äonr., ©d^aufpieler
55, 64, 66, 69, 79, 81, 92, 100,
107, 111, 117, 119, 123, 126,
127, 129, 131, 134, 138, 141,
144, 145, 150, 151, 158, 160,
163, 165, 181, 182, 183, 185,
186, 189, 194, 197.
— , @op^te (S;{)arIotte, f. JJrau
111, 160, 225.
— , ©aroline 2)orotB)ea, f. 2:od^ter
126, 182, 189, 197, 226.
— , e^arlotte, f. %o6)itx 182, 197,
2:?6.
^Icfcrmann, Äatl S)at)., ©d^au*
fpieler 220.
— / f- iJtau, geb. (Springet 220.
^Ictirice, bic neue 151.
2lbbifon 46, 49, 60, 128.
Slbel be§ $eraen§ 227.
3lbell^eib con ©iegmar 219.
moni§ 150.
^ifflifio, ©iufeppe b^ 168, 180,
189.
5lgamemnon 135.
2lgi§ 77.
5lgnefe, bie neue 177, 179.
3lgrippina 22.
SÄpnenftoIj auf bem Sanbe 220.
9llt (94ame) 20.
3Ucefte (a:t)ientid^) 26.
— in Hamburg 26.
— (Ouiftorp) 65.
— (SBielanb) 212, 220, 221, 222.
f. auc^ 3ll!efti§.
Sllejanber 26, 43, 90.
^I!efti§ (@uripibe§) 222.
2lImanadE| be§ ^l)eater§ 213.
3lltenburg 109, 183, 224.
mtona 58, 113, 114, 125, 129.
Sllaimire 169.
3Katre (@tät)e) 44, 53.
— (®ottfd)ebtn) 53, 63, 65, 123.
Slmalia 162, 164, 181.
Slmberg, ^o^. 3a!. 106, 113, 120,
125, 126, 129, 193.
— , f. grau 106, 125, 129.
5lminta§ 19.
3lmp]^itruo 35.
2lmor§ ©ucffaften 208.
^nbre, Sol). 209, 216, 220.
2lngioIint 161, 219.
^In^alt, f. Söernburg.
3lnmerfungen, gwo, gum ^roplie-
ten con ^öt)mifd^broba 103.
2lnna, ^aifertn con JRu^lanb 5i,
60.
Slnnaberg 158.
9ln§bad^ 193.
2lntigone 143.
— , überf. ü. Dpi^ 19.
314 —
^ntiope 207.
^ntufd), ©d^aufpiclcr 73, 70, ü«,
98, KX), 111.
— , Ulrifc, f. g-rau 73, 76, 96, 98,
100, 111.
— (bte groctte) 143.
'Jlntroort auf ein ©enbfc^reiben
eincg ^amburgcr^ 227.
Slpclt (Slppelt), (5d)aufpielcr 199,
206.
2lpfelbieb 186, 202.
^Ipoüo unter bcn $irten 189.
3lpot()cIe, bic 196.
^Ipril, ber erftc 109.
2lratgnon 170.
2lrete 222.
^Iraliftiflc, ber 153.
2(rtabne auf S^ajod 225.
2lriftopt)anc§ 80.
5lriftotelc§ 59, 68, 164.
Arlequin sauvage 168.
Slrmibe 161.
5lrminiu§ 137.
5lrnaub 202.
5lmolb 174.
Hmolb unb ©uftao 202.
Slrate, bte 78.
3(ft, 3. (5;i)r. 128.
2ltalanta 65.
2ltteu§ 84, 161, 176.
3lufsüge (@cencn) 20.
2lug§bura 15, 37, 190.
^2luguft II. con ©ad^fcn 96.
9lult)om, 3o]^. ^bam 125.
3luItA, ©änger 102.
^ulularta 17.
^ureliuS 71, 159.
5lurora 204.
^luftent, bie 72.
9l9rent)off, ©omcl. t). 159, 172,
192, 207.
5l9rer, 3acob 17.
öaben 208, 219.
58abnertruppe 180.
S3aa, ber 191.
Söaßet 59, 65, 70, 136, 158, 179,
204.
^Bamberg 119.
©anb, ba§ 75.
Söanife 25.
— (®rimm) 72, 141.
«anfg 164.
SBarbaruffa unb S^pl)ixt 134.
g3aron 162.
93artb, ©afpar 16.
Söartbe 212.
Jöafel 16, 139, 181.
«aftlio unb Outteria 161.
«afttari 27.
Batterie, bie gro^e 192.
SBaucig unb ^^ilemon 143.
SBauer au^ bem ©ebirge 168. .
SSauer, ber faule 81.
SBauer, ber reblid^e 219.
^auemjunge, ber cerpfänbete 80.
Söaumer, ^Inm. 215, 32.
«aufe, 3. g. 84, 187.
»auotn 71, 216.
SBa^em 152, 204.
«a^reut^ 193, 215, 221.
SBeantroortungen auf ba§ @cf)tei=
ben an öerm Ä. in 3- 1^-
Söcaumard^afe 194, 200, 221.
«eaumont 163, 185.
^erf, ^. 5. 36.
Söerfer 186.
^eben!lirf)Ieit, bie ungegrünbete
195.
^Befreiung t)on 2:]^eben 149.
S3et)rmann, @. 43, 44, 65 f.
J8eid)te eine§ d)riftl. ßomöbtan-
ten an ©ott (Uf)Ii^) 107.
^Beitrag g. beutfqen ^()eater
(Söei^e) 130.
Beitrag g. ®efd)td)te ber bcut^
fd^en (Sd}aubut)ne 220.
Beiträge a. bän. ^^eater 87.
^Beiträge j. §iftorie unb Stuf-
naj^me be§ ^l^eater^ 97.
^Beiträge 5. ^arterr 205.
^Belagerung v. JBelgrab 38.
Belagerung üon ß^alaiS 158.
SBeIeu(itung ber nött)igen SUor-
fid)ttgfeit§regeln 210.
SBeUo^ 151, 162, 202.
S3eluftigungen, tl)eatralifrf|e
(^feffel) 153, 162,170,194, 222.
- 315
SBenba 225.
«enbcr, %x^x. v. 178, 180.
IBerenicc 43.
Söcrgeborf 174.
^^crger, mnton 140, 158, 173, 201.
Berger 173.
3^crgobaoomer, 3. 58. 201, 219,
227.
SBerlin 49, 55, 67, 70, 78, 88, 91,
97, 109, 116, 125, 137, 149,
161, 167, 168, 169, 185, 192,
196, 203, 204, 210, 212, 215,
216, 217, 221, 224.
SBematbon f. ^urj.
SBcmarbon, bcr brci^igjdl)r. 9lbc=
fc^ütj 111.
— im a:oöl)aufe 111.
— , bcr !alef utifc^c(Sro^mogul 111.
— , bie ^rinjefftn ^ump^ia unb
^angtüurft bcr t^ratin. Siar-
tar^^Iifan 112.
SJcmburg 49.
SBcmtgerott) 51.
Bertram, Q,l)X. 9lug. d. 204.
SBcrtud^, grb. Suftin 210, 212,
217, 223, 225.
f&^VL^, bcr 169.
»ctfc^iücftcr, bic 77, 195, 210.
SBcttIcr, bcr 202.
SBcttIcropcr 194.
SBibicna 113.
»tbiiotbc! bcr fd)öncn SBiffcn^
fdbaftcn 123, 127, 132, 134,
140, 148, 152, 185.
— , bcutfd^c (ÄIoö) 189.
f8xe% (S^arl. S)or. 170.
»icrling 106.
gWnbbanb, ba§ 191.
55trott, ^crjog oon Äurlanb 60.
SBifd^ofgrocrba 51.
Söittncr, 2)cmoif. 220.
Blaise le Savetier 131.
93Iül^cr, ^cmoif. 125.
muii)od)^t, bic pariftfc^c 77.
»ob, fjrana Sof. 148, 149.
f8od, 3o^. ©^riftian 194, 202,
205, 213, 218, (226\ 227.
»ÖA f. »ocf.
©0(! im ^rojcffc, bcr 75.
SBorf^bcutcI, f. S3oo!c§bcutcI.
Söocfgbcutcl auf bcm Sanbc 80.
S3obc, 3ot). 3oad^. 150, 2ü9, 218,
223. 226.
SBobcnburg, Sofcpl^ 220.
Söobmcr (f. aud^ ©rfimci^cr) 112,
134, 137, 140, 176, 185, 194.
S8oc!, 3^0^. aWidiacI 138, 145,
165, 166, 181.
— , (5opt)xc ©lifabctl^, geb. <Bd)Vil^
(f. b.), f. gfrau 109, 121, 122,
165, 181.
SBöbcim, Sof. 218.
SBöbm, ©dlaufpiclcr 193, 201.
mi)xmn 35.
f8om 87, 177.
»önicfc (^cnirfc) 30.
»ooacrS, S. 215.
S8oo!c§bcutcl, bcr 63, 69, 80.
«ord^crS, 2)aD. 145, 165, 182,
218 224
Söorcf, ©afp. SBil^. c. 66, 70.
«orfenftein, §• 69, 80.
Söorofmi 44, 93.
SBöf^in, S)cmotf. 181.
«Öfenberg, ^o^. §cinr. 228.
Bourru bienfaisant 209, 227.
f8xQi)m, ajiori^ d. 190, 192, 199,
202.
S8ramarba§ (©olbcrg) 65.
«ranbcnburg 208.
«ranbeS, ». ©^r. 7, 119, 125,
132, 133, 136, 146, 152, 161,
167, 172, 176, 181, 184, 212,
214, 217, 225.
— , ©ft^cr 6:^arl., geb. ^oc^ 146,
167, 172, 181, 189, 225.
Söraunfd^rocig 32, 40, 43, 47, 82,
87, 93, 104, 105, 116, 126, 183,
189, 197, 205, 206, 213, 218,
226.
— , ©erjog Q^^^^i^anb c 132.
— , §cr}og Subm. iRuboIf v. 48.
«raut, bic 153.
Söraut in S^raucr, bic 128.
Bräutigam, bcr unglüdflid^e 207,
219.
Söraroc, 3- SB. t). 127, 176.
«reit^aupt, Ä. %f). 132, 134.
— 3i6 —
«rcmer ©citrdgc 75, 77.
55tcnneT, Slnton 3acob 113, 136.
—, $^crefc, f. ?frau 113.
33renttcr, oer^. grörfter, f. b.
— , i^rc ©c^rocfter 38.
«rcölQU 23, 36, 63, 86, 89, 109,
114, 122, 146, 173, 179, 194,
201, 20B.
»tcffanb, 0. a. 26, 31, 42, 43.
SBietang 93.
Sörcttmger 79, 143.
©teftttcr 186, 202.
^Briefe, bie neucfte fiitter. bctref-
fenb 131, 184, 137, 140, 149,
163.
^Briefe über bie ©infübrung be§
engttfd^en (^ef^maaiS 184.
^Briefe über bie öfterreic^ifc^e
Sitteratur 172.
35riefe über bie Siener ©d^ou-
bü^ne 172.
33riefn)e^fe( jroeener 2)eutfc^en
227.
S8ritannicu§ 43.
S8rod)arb, (5t>a, geb. 3lein 199,
220.
»rocfmann, %. U. 198, 226.
— , 3:^erefe, geb. SBobenburg 179.
SBrucf, 3ol). Snton 48, 68, 70, 73,
98, 101, 102, 118, 124, 160, 211.
SBrüdel 211, 224.
Sörüdhter, 3- ®. 7, 100 f., 106,
116 f., 122, 124, 125, 130, 144,
157, 170, 202, 211, 224.
— , Äatl^. aJiagb., geb. Älefelber
73 f., 74, 78, 89, 92, 100, 109,
113, 116, 122, 124, 157, 224.
SBrüber, bie (©umberlanb) 195.
— (9lomanu§) 115, 136, 164.
— (SBei^e) 196.
— (^oung) 150.
— , bie undl)nlirf)en 199.
«rue^g 81.
«rül)I, ©raf 48, 62, 96.
SBrunion, 3. 3. t). 136, 220.
33runiu§, ^oh, $. 35.
iörünn 36, 47, 99, 114, 136, 185,
192, 201.
53ruttner, 9Kag. 215.
©rutuS (®ra»e) 176, 190.
— Oöoltaire) 26, 43, 82.
©ubberS, 5lb. ©iegm. 63, 80, 109,
163, 223, 226.
Rubelt? unb ffieibetfrieg IIL
^ucbner, ®. $., f. ^ci^.
©uc^enröber 186.
^uffentt)eater (f. aucb ^oniStDurft)
29.
$ü^ne ol^tte ^ac^ 14, 46.
©ürger, ber reiche 177.
ȟrgerlic^eg a:rauerfpiel 86, 115,
119, 128, 161, 170, 176, 200.
Söurgioni 140.
93urle«!cn 17, 24, 41, 44, 62, 61,
84, 85, 90, 101, 106 f., 121,
133, 136, 188, 140, 141, 142,
146, 168, 198, 216, 220.
SBurlin 138.
»uririS (S)oung) 128.
SBufteEi 188.
€:at)ufac 87.
(S;aill)at)a 214.
(S,Ci\\x^ grabriciui^ 43.
(Salanbra 113.
ß^an^acdbi 44.
®apaceui 214.
©arbenio unb ®e(inbe 21.
©arolug ©tuarbuS 21.
©äfar 90.
©afparfon (©ofperfol^n) 170, 175,
202.
6:ato (3lbbifon) 46, 49, 128.
©ato, ber fterbenbe 43, 45, 61, 68,
101, 195.
@ato, ber üerfd^nittene 72.
®auffinu§ 21.
©eleftina 16.
©enie 108, 144.
©ereg 212.
©balier 195.
©bamfort 162.
(jbaraftere, t)ott!ommene 137.
©barlottenburg 203.
©^affiron 112.
Chörusques, les 71, 216.
(5:!)et)alier§ («Roücn) 46, 89, 109,
142, 208, 213.
— 317 —
©biari 186.
©l^örc 185.
)rift, gof. Sittton 207, 213.
©^riftug bei ma\)xt aWefftag 17.
©ibbet 192.
(Cicero 184.
©ib, überf. v. fiattge 43, 69.
— übctf. t). ©reflingcr 20, 87.
—, ^roeiter %zxl, überf. t). ^c^ni^
43.
©intta, überf. v. 5ü{)rer 43.
—, überf. t). e. ^egtti^fd^dfer 37,
88, 90, 92.
©lariffe 194.
©laubiuS 218, 223, 226.
(S;iax)i0O 221, 226, 228.
©lementhtc (®ebler) 200, 219.
— (©c^robcr) 131.
— (SBittenberö) 218.
— t)Ott ^orretta 134, 135.
6;(et)e 224.
©litia 97.
©lobiuS 156, 170.
Cocq de village 217.
(S4)bru§ 127, 134, 141, 188, 198.
©offe^ 102.
(S;oU6 153, 203.
©olmatt 150, 185.
©olombme 64, 85, 93, 111, 133,
142.
Com6die lannoyante, f. rü!)rett5
be§ Suftfptel.
©ottgreoe 128, 163, 195.
©otttiug 205.
(Someiae, ^ierre 22, 23, 26, 37,
43, 44, 68, 87, 97.
— , %f)oma^ 62.
®orttelia, überf. d. ber ©ottfd^ebitt
44 60.
©ourttfatt 23, 24.
©rebiöott 205.
©rigpttt 40, 55, 91, 129, 199.
— alg Slrjt 129.
— al§ Söater 119, 136.
®rigpitt§ Seirf|ettbegätt0tti§ 81.
©riSpuS 149.
©rotteg!, 3. ^, v. 99, 108f. 113,
127, 134, 135, 138, 141, 149,
164, 184, 194, 202.
©umberlattb 195, 209, 219, 222.
ß^uriotti 117.
©^mbelitte 209.
^ame, bte bürgerliche 148.
2)antott 82.
SDcraipiere 195.
^änemarl, Äötttg c. 49.
2)att5ig 33, 65, 66, 68, 79, 81, 92,
93, 100, 119, 120, 125, 126,
167, 168, 174, 176, 220.
S)ap^tte (Älemm) 169.
- (Dpitj) 19.
^arf man feine fjrau lieben 206.
2)artu§ (^tfd^eO 65.
— (©pedhter) 227.
®auer, 3o^. @mft 198.
2)at)ib 209.
2)ebe!inb, ©. ©^r. 26.
d^fauts copi6s, les 109.
2)efraine, ^entoif. 206.
— , $Jr. 9llb. 99, 108.
— , feine fjrau 108.
2)eIlamation 39, 40, 45, 56, 57,
67, 85, 106, 107, 110, 123, 127,
132, 138, 143, 150, 160, 166,
166, 167, 170, 173, 215. mi
2)e!orationen 36, 59, 91, 95, 100,
111, 136, 154 ff., 178, 192, 226.
2)e la (Sl)auffee, j. Sac^auffee.
2)e la gont 81.
2)e la Sanbe 21.
S)e la SJloue 218, 222.
^eliSle 87, 90.
S)elmen]^orft 105.
S)entetriu§ 98.
S)emo!rit 66, 90, 96.
S)enner, b. ö., ß. 21. 27, 31.
— , b. i. 31.
— , 2)entotf., f. (Spiegelberg.
^e§d^amp§ 46.
^eferteur, ber 183, 202.
^cferteur aif§ ^inbeSliebe 214.
S)e§toucbeg 45, 60, 65, 78, 86,
112, 119, 123, 179, 216.
^et^arbing 60, 65, 69.
S)euIalion u. $9rrl)a 81.
S)eutfAen, bie 213.
S)eutf4ftanso§, ber 60.
Devil to jiay l<^i, l'-J8.
53tbetot l:«), 158, 1G7, 200.
Dibo 7-1, laü.
S)ieberi(f|, [, Slielri^.
ISießo iinb geonote 22<i.
3)ienftmabi^eii, baä geletirte 227.
3)ieäfau, o. lOS.
5)ietri4, 3- S. 79, HI, 02, 107, 163.
mbbtün. S a^. 83, 90, 91 f.. 111,
117 f., 122, 12G, IH, im, 167,
168, 170, 174, 175, 178, 181,
183, l«>, IHG, 187, 191, 192,
194, 196, 198, 202, 204, 205,
200, 208, 210, 213, 214, 216,
218, 219, 223, 224.
— , (. Stau, fleb. ®(^ula 92, IGO,
175,
— , ®aiotine3Jtafimitiane, f.Iot^--
tet lL'6, 175.
-, f. eot)n 175.
^obUt, Satf «ug. 147, 182, 197,
221, 228.
— , ©ffriftione, geb. ^ftflsnw. f-
^ttu 147, 181, 197, 221.
©octor Sauft 1Ö3.
SJomenique 95.
®on 3uQii 34.
53on Outjote 161.
®otaf 214.
Eotf&arbtet ]3!, 190.
^otföeputiiten, bie 204.
3)oi:f0ala, We 218.
S)orfjuntcr, bet poetifd(e 58, 66,
66, 1T2, 200.
3)onttofe, bie gelie&te 22.
3)orfeuS 27.
3)oitaIaä 218.
b'OjmcouTt 210.
©toma (ütnme) 20.
Stamotutflie, §amb. 163 f., 168.
Stamoturgif^eö (StroaS 218.
Slteäöeti 26, 28, 82, 84, 43, 46,
73, 75, 89, 94, 101. 103, 110,
113, 118, 122, 140, 141, 142,
144, 145, 150, 164, 183, 187,
188, 196, 205, 218, 224.
ffire^Iei:, Snift E^rift. 222.
Svepet 132, 133.
Sirqben 115, 128, 186.
ituboiS unb ®ioconba 192.
Sluboä 114.
Suett, ba3 180.
JJufteSnq 68, 69, 222.
3)uTaMi], ^acob @iaf 100, 111,
142, 147.
Sluf^ 164.
IiafTelboif 126, 194, 238.
©beling 177.
ffirfenbetg, ftarl ». 49.
ebelfnabe, ber 22-2, 22C.
ebelmann iit bcr ©tabt 4a
Sbuatb ber dritte 84, 130, 180.
(Sbuatb unb Sleonore 149,
ei)efrüu, bie eiferfüt^lige 84, 150,
— , bie oerftorbcne 3)2.
— , bie gdTtlit^e 171.
H^emann, bet atgroß^nifdie 112.
— , bet aufgebrachte 185.
— , bet bttnbe 91, 96, 179.
■ -, bn leirtitfmnific 195.
ßidiftüll iJi.
ßiieifucftt, bie (cdfame 227.
eifcrtürfitigc, ber 222.
©igen finnige, ber 219,
EinaftnRe iSjenen) 22.
ßinnafime 150, 171, 195.
®infiebel, ». 212.
ffiinriebtec 187.
©infptutfi, ber 203.
einroilliflung, bie abge
— iDiber 3BiUeit 1
l£i(eno(% 193.
eitcliti 178.
et^of, Sontab 8, 57, 79 f., 108,
120, 124, 125, 138, 144, 145,
151, 1C5, 181, 182, 209, 225,
228.
— , f. Stau, geb. Spiegelbetfl 66, ■
66,^9 f., 109, 124, 161.
eicitra (asobmer) 137.
— (©t^regel) 83, 136.
— (©teinbrüi^el) 143.
Slenfon, gfuliuS 25, 27 f., 47.
— , Sophie, f. JVtauCfpätereSaoifc
fiofmanii) 28, 30, 32, 33, 37,
h. 41, 47.
— 319
©lenfon, ^atlgcrbinanb, tt)r @o!)n
82, 93.
— , ^at{)arina ©ufantta, il)x^
3:o(i|tcr, f. 9JiüEer.
— , 5^ricbrici^2ötlt)clm,iI)r@ot)n99.
—, bcffen ^xau TloniU geb.
• Äuxa 99.
— , . . . (©d^TOcfter Don ^at!)arina
©ufanna) f. @acf.
— , ^od^ter üon Äatl fjerbinanb,
f. 9^cu]^of.
eifribe (S3ertudb) 212.
— (2Jiafon) 128.
@Iife 75.
@Imenl)orft, $. 27.
@It)ire 227.
©I^fium 189.
©milia ©alotti 209, 216.
@milte (S8ra{)m) 192.
— (fStt^mx) 202.
(Sngel, Sol). ^at 196, 203, 222.
(Ingelmat)et, ©d^aufpieler 174,
178, 183, 218.
— , f. grau 174, 178, 218.
©ngelfd^aa 147.
„@n0lifd)e§ %^eaUx" 185, 195,216.
©nglifc^e ßitteratur 115.
(Sntbcdfung, bie 195.
©nterbtc, bct 209.
(gntfül)run9, bie (S8ranbe§) 136.
— {Tlah. §enfel) 207.
©riangen 193.
@ptd^artg 22.
Epilog 197.
©raft 139.
Erfurt 118, 173, 193, 198, 221.
©nnncrungen, frer)möt^tge 190.
— , frcunbfd^aftlid^e, an bie ^o(i)U
fd^e @d)aufpieler ^ ©efeßfd^aft
158.
@rler, ©^aufpieler 56, 94.
—, f. $Jrau geb. ^erger 56.
(Srmal^nung be§ ^eleud^ter§ an
ben §anblatemenmaqer 210.
Ermunterungen 82.
©mtetrana, oer 196, 211.
Eroberung von 3Kagbeburg 219.
Efc^enburg, 3. 3. 161, 170, 171,
183, 205, 216, 228.
©ffe? (f. (^raf Effcj) 164.
®ftert)ag9, ®raf 100.
Eftber 170.
Ettxngcr, ©d^aufpieler 174, 183.
©troag, ^ramaturgtfd)e§ 218.
etroag, poetif^eg 103.
@tn)a§ 5um ßadben im fjafcbing
152.
@tn)a§ für bie beutfd)e SBübne
209.
Eugenie 194.
Eulenberg, SJ^ab. 174.
Eunudhug 15.
EuripibeS 54, 143, 212, 222.
Eoatat^el unb @d)nubi 152.
Eoanber unb ^Icimna 139.
Extemporierte Äomöbie (Steg-
reif fpiel) 11, 14, 15, 24, 28, 41,
52, 58, 64, 74, 76, 96, 111, 116,
121, 126, 127, 140, 141, 147,
148, 180, 189, 192, 193, 201.
Selber, ^of). ©einr. 209.
5fabri5iu§, ©oiaufpieler 41, 124,
125, 129.
SJagan 81, 191.
§al!e, ber 87.
§amiUe, bie 90.
§ami(ie auf bem Sanbe, bie 189,
207.
SJannt) 215.
fjarcen 68, 69, 78, 90, 119, 147,
176, 191, 215.
Farces 15.
rarqut)ar 184, 185, 191.
räfd^ 154.
raftnad)tfpiele 13 ff., 17, 19.
— , geiftlicf)e 17.
5faftnad)tfpieler 12, 13 f., 15.
^atime 193.
gaoart, E^arle§ 90, 162, 172,
188, 195.
— 3J^arie Suftine 166.
f^^a^el 202.
3'eenmärd)en 91.
§einbe, bte t)erföf)nten 170.
§elbri(^, Eorbelia 158, 165, 168,
178
f5^Ibin,* 2Jlab. (SBelten?) 35.
— 320 —
^licitaiS (bie beftdnbige SJtutter)
21.
lerSbrunft/ bie 215.
»ucrroebel ber 55enu3 111.
rtnbling, ber 219.
rlcifc^er 87.
;Ietc^er 163, 185.
gUttner, 9Kab., oerl). ©rojmann,
geb. $arttnann 217.
grolgen ber ©ro^mut^ unb IReb*
lid^feit 133.
fJonteneHe 119.
görfter, 3- ®. 32, 37 f., 46, 68.
— , f. fjrau, geb. Kenner 88.
Sranf, gr. 208.
granlfurt a. 3K. 32, 33, 50, 75,
106, 109, 126, 142, 152, 193,
198, 216, 220.
rranj I. 75, 161.
rtatt^ofe ju Sonbon, ber 87.
rranjöftfme fiitteratur 20.
fran5öri|d9e 2:ruppe 147.
5rau, bie frante 87, 195.
— al§ (Courier, hxz 215.
— aWarianbel 214.
— ol)ne Wann, bie 216, 227.
— , roie man fie feiten pnbet
191.
rrauenfd^ule, bk neuefte 192.
rrauenjimmcrliebling 162.
freiburg 193.
jreiaeift (SBraroe) 127, 176.
— (Seffing) 90, 115, 210.
rreimunb 195.
rre^egleben 134.
rrembe, ber 139.
rreubenfpiel 20.
rreuben-ärauerfpiel 20.
rreunb, ber roatire 172, 214.
Jreunbe ber ^Iten, bie 191.
— , bie jtüeen 200.
fjreunbfc^aft auf ber ^robe 176,
198.
rre^berg 97, 138, 183.
rre^enburg 205.
rret)n)alb 173.
priebric^ t). ^ocfenburg 137.
frifci^mut^, »o^. ß^rift. 194.
pron^ofer, ßubn). 221.
rruc^tbringenbe ©efeüfc^oft la
ruc^g, m, 80 f., 82.
rubrer, v. 48.
Jurcbtfame, ber (Öafner) 152.
— (U^Iic^) 81.
grürftenberg, grürft t). 207.
JJüfelier 90.
®obriele be SBerg^ 202.
@age, f. ©el)a(t.
©aleerenfllaDe, ber 2, 57.
®antner, 5lnt. 116, 121, 124, 125, , 224.
— , fiatol-, geb. ®ieroned 208,
211.
Senle, ©^rip. ®ottI. 162, 2(B,
224.
— , f. etRe Srau, geb. Tleumann
203.
— , 2. ^a«, geb. ©^icE 203, 211,
tnrldin ßuOa 96.
axIetinS ^wtt ISi
- 325 —
Äinbetpatttomimen, f. ^antomv
tncit.
Äirdbbof, f. ©aucrroeib.
^rdb|öfer 125, 196, 204.
—, f. JJrau 196.
^t^^off, ®. %. 79, 82, 86, 89,
109, 116, 125, 126, 129, 182,
136, 146.
— , f. %xa\x 129, 146, 147.
Äirfd^, 3. ©^r. 81, 110, 111, 114,
125.
mrfAen^offer (Äirfd^^ofer) 199,
206
Äldali^e, bie 80.
Älaj, 3o^. 20.
m&tfc^er, ber 81.
Älaujlng 195.
Äleferfcr, 3. aw. 173.
Älcfclber, Äatf). aWagb. (f. 9Md:=
ner) 73 f., 78, 89, 92, 100.
meift, ©^r. @. ©. 128.
^Icmm, ©^r. ®. 138, 147, 152,
154, 159, 168 f., 173, 180, 190,
191, 200, 201.
Cleopatra 22.
Älopftoc! 123, 150, 162, 184, 202,
209.
Äloftergraupen 68.
Ärofter&möbie 13.
^lo^ 185.
Älo^ifd^e «tbliot^ef 189.
Älo^f db 76, 82, 92, 100, 109.
-, f. g^rau, geb. Älefelbet, fpätcrc
"^ tdhter 109, 113, 115.
— , f. @o^n 125, 224.
Älimgc 205, 211, 213,
^aut [^arl Änautt)?] 37.
^ebel, c. 210.
^blena 126.
Coburg 193.
Äoc^, ©., ßofrat 189.
fifer) 216.
— , ©ottfr. ßeinr. 8, 40, 43, 46,
51, 53, 62, 69, 70, 71, 73 f.,
83, 84, 88, 89, 90, 92, 93, 94,
95, 96, 98, 99, 100, 101, 102,
103, 104, 105, 106, 109, 113,
115, 116, 117, 118, 119, 124.
(3n)citc ©efcafd^aft:) 124, 125,
126, 128, 129, 130, 131, 133,
140, 141, 142, 144, 145, 150,
152, 153, 156 f., 158, 159, 162,
165, 166, 167, 170, 171, 175,
177, 178, 183, 185, 186, 187,
188, 191, 192, 194, 195, 196,
197, 198, 203, 204, 205, 207,
208, 209, 210, 211, 213, 215,
216, 217, 222, 223, 224.
— -, f. fjrou, geb. 55udbner 51, 63.
— , f. 2. %x(m, geb. ilWcrIerf 84,
88, 150, 157, 187, 212, 223.
— , griebr. Äatl, ^önjer 181.
— , ©ftl^er ©l^arlotte, f. ©c^toefter,
f. SBranbeg.
— , 3Wab., geb. ©ietcmec!, f. %xa\x
181, 208.
^barg, ®taf 189, 206.
Äöl^Ier, (Sc^aufpteler 110.
— , f. %o^izt 110.
Äöbler, bie treuen 204, 217.
Äobl^arbt, fj. 32 f., 40, 41, 46, 62.
Äofette, bie fiperte 222.
— , bie gebefferte 218.
Götter 173.
Äolmar 193.
min 126, 193.
— , Äurfürft t)on 28.
Äomöbiant t)or ber ©bUe, ber
210.
ÄomiJbianten, bie 174.
— , bie reifenben 152.
Äomöbie (ylame) 16, 20.
— in 55eT^en 60.
— t)on ©l^riftuS, f. (S^riftug.
— , geiftlid^e (f. aud^ gaftnac^t*
fpiel) 17, 19.
— in bem a:empel ber S^ugenb
151.
— , bie umgefel^rte 153.
— , bie ©erfolgte 113.
Äönig, 3. U. r>. 34, 37, 42, 43.
Äönig unb ber ^arfitcr, ber 162.
Königinnen, bie jroo 214.
Äöniggagent 25.
Äbniggberg 111, 143, 151, 167,
168, 174, 176, 220.
Äönigftein 74, 142.
— 324
»ra^itn €uUan 22.
^abe ti befd^loffen 161.
fbrig imb 3enibe 204.
)xant, bet aele^rte 162.
fgner, ^et. »lorena 193, 215,
221, 228.
gimergborf 100.
Jmpresa 44, 98.
Inconnn, V 219.
3nbiancrin, bic junge 162, 167,
179.
fneig be Gkiftto 212.
fnnSbruc« 132, 149.
[nfel, bie milbe 95.
~ bie toüfte 228.
— ber Söucflic^ten 128.
3ntetme«i 101 f., 118, 124, 140,
158, 187.
epbigenia (@urtx)ibeiS) 54.
p^igenia (Oottfc^eb) 43, 47, 69.
— (ötacine) 47.
— in ^um 143.
—, bie genotjüAtigte 72.
Strtunt/ ber (d^etßd^e 136.
Srrtümer, bie 81.
— einer S^laAt bie 218.
5talienif Ae ßitteratur 19, 24, 96.
atolienifd^eg Meatet 25, 27, 29,
33, 44, 47, 76, 99, 115.
[t^e^oe 136.
[arfcrl 141.
^acobi, 3. ®. 175, 189.
(agb, bie 169, 187, 194.
^a$rmar!t, ber 225.
[oquemain 224.
— , aWab. 224.
Saquet, ^atl 132, 191.
— , a^erejia, f. gftau 132, 199.
— , maxia Wma, b. &. 132, 172,
200.
— , aWoria Slnna, b. j. 190.
[au^, 2)ominif. 206.
unnatürlicher, je beffer 184.
[ena 173.
[eftcr, @. %. V. 180, 192.
^efuitenbrama 22.
foc^em 3:röbg 128.
^obanna ®xca) 131.
^o^amd^md^t^ttanm 139, 214.
eonfon, ^. 22.
ofepl^, ber erfonnte 112.
■—, ber feufcbe 112.
3ofepbi, ©arl 129, 132 f., 136,
188, 221, 227, 228.
[ttbel^ocbseit, bie 210, 211.
fuben, bie 90, 112, 113, 210.
jubenbart 25, 27.
[ubenroüen 58, 132, 203.
{ubit^ 19.
fulie (§eufelb) 160.
— (©iura) 170.
Suliug ©äfar (©obmer) 140.
— (©ord) 66, 70.
fung, t). 174.
fungfer, bie alte 90.
füngling 228.
[tmier 209.
ftabbala, bie 191.
Äabi, ber betrogene 90.
ÄaUifte 128, 196.
Äalte, 3o^. ®ottl. 173, 196.
Äammermdbc^en, b. ©erftellte 79.
Äanbibaten, bie 79, 87, 144, 172.
Kannegießer, b. polit. 69.
Äanut 83, 136.
Äarl VI. 59.
Äarl V. in Slfrüa 206.
Gaffel 134, 146.
Ädpner 63.
Kat()arina t). ©eor^ien 21.
Ka^balgereien einiger SBod^en«
blattiften 227.
Kaufmann, ber 195.
Kaufmann, ber geabelte 212.
Kaufmann ein ÜTlenfd^enfreunb,
ber 121.
Kaufmann t). Sonbon 172.
Keifer, fR. 103.
Keö^ 195.
Kenric« 216.
Kepner, Sol^. griebr. 219, 227.
Keffer 198.
— , f. ^au 198.
Keßler, ©l^r. v. 207.
Kiel 38, 50, 61, 124, 174, 189,
197.
Kinb, ba§ geraubte 202.
Sinb^f, f. Sauerioeib.
Äitch^öfK 125, 196, 204.
— , f. Ärim 196.
Ätri^off, ®. Ä. 79, 82, 86, 89,
109, 116, 126, 126. 129, 132,
186, 146.
— , f. Stau 129, 146, 147.
fiitfc^, St. &}T. 81, HO, 111, 114,
„ djt, bie 80.
Slai, =>oh. 20.
fftätf^er, ber 81.
Älouffaig 195.
Älefeder, 3. 3«. 173.
Älefelbei, fiat^. TOagb. (f. E&rü*
ner) 73 f., 78, 89, 92, 100.
fileift, ffi^r. ffi. V. 128.
Älemm, S^r. ®. 138, 147, 152,
164, 169, 168 f., 173, 180, 190,
191, 200, 201.
fihopatia 22.
Slopftod 123, 150, 162, 184, 202,
209.
SIofteigtauDen 68.
fftoftetfom&öte 13.
SIo^ 185.
fito1(if(^e S8ibIiotlie( 189.
ffloMcb 76, 82, 92, 100, 109.
— , f. grau, geb. Älefelbet, fpätete
SSxficInet 109, 113, 116.
— , f. ©obn 1^, 224.
ÄliMiae 205, 211, 213,
Snoiü [Soll Snoutb?] 37.
Snebel, n. 210.
Äoblenj 126.
Äobuvfl 193.
So*, ®., fioflttt 189.
— , Sol). Slug. etiriftop^ {WIk=
filerj 2ie.
— , ©oltfi. ßemr. 8, 40, 43, 4ti,
61, 6S, 62, 69, 70, 71, 73 f.,
83, 34, 88, 89, «0, 92, 93, 94,
95, 96, 98, 99, 100, 101, 102,
103, 104, 106, 106, 109, 113,
115, 116, 117, 118, 119, 124.
(Sroeite ®efenf*oftO 124, 125,
196, 128, 129, 130, 131, 133,
140, 141, 142, 144, 145, 150,
162, 153, 166 f., 158, 169, 162,
165, 166, 167, 170, 171, 176,
177, 178, 183, 186, 186, 187,
188, 191, 192, 194, 195, 196,
197, 198, 203, 204, 205, 207,
208, 209, 210, 211, 218, 216,
216, 217, 222, 223, 224.
— , f. Srau, geb. SBuAner 51, 63.
— , f. 2. Stau, Qtb. SHetled 81,
88, 160, 167, 187, 212, 223.
— , Äriebr. Sott, %&nitt 181.
— , m^et ©[(ftttotte, f. S^roepet,
f. iSronbeS.
— , aJlab., geb. ©ievaned, f. Stau
181, 208.
Hobarg, ®taf 189, 206.
fiöölcr, ©Aaufpieter 110.
— , f. ao(%ier 110.
SÖblet, bie treuen 204, 217.
Sobl^arbt, g. 32 f., 40, 41, 46, 62.
Solette, bie fiperte 222.
, — , bie aebeffott 218.
mün 173.
Solmav 193.
Sota 126, 193.
— , Surfürft von 38.
SomÖbiant not ber fiöDe, bet
210.
SomBbianten, bie 174.
— , bie reifenben 152.
SomBbie (giame) 16, 20.
— in SSerfen 60.
— von (tiftifm. f. @^ti^8.
— , geifilicbe (f. au* Saftnotbts
fpiel) 17, 19.
— m bem Senrnel bet Sluoenb
151.
— , bie umaete^rte 153.
— , bie nerfolgte 113.
SBnig, 3- Ü. n. 34, 37, 42, 43.
Sßnia unb bet $a(^tet, bet 162.
SBniginnen, bie gmo 214.
Senieeaaent 26.
SÜmflSbetB 111, 143, 151, 167,
168, 174, 176, 220.
Sönigflein 74, 142.
$26
«»Mint, bat 902.
Asven^gtit 81, 49.
lOppc 114, X40, 146, 198, 198,
204.
ttämla
Jtantunt, <Sbxi% 28.
«Ömer, fSlai. 190, 199.
ilinmtf)al, Semoif. 101.
Siauftncd 19S.
SietfAtnami 160.
«tcu^MlT, ^. «. 170.
firn>«icin 79.
ftriee, bei 172.
IMcsSgcfangmen, bic aoo, 319.
Stcitit beS SebuttStogc« 160.
ttcAgei (firieger), 9. IE. 76.
»rüflet, 3ob. Sbt, 57, 67, 72, 78,
SO, 83, 86, 87, 91, 96, 97, 14S.
Summer, tix^ im, 224.
SummeiäbeTfl, Xemoif. 179.
»uniger, ^oV ^- 10^ f- 10^
118 f., 126, 136.
— , f. Stau 105.
fiuilänber 168.
fiutfarfiren 94.
Äun, gilij 47, 70.
— . 3- »■ n- (Sematbon) 52, 70,
73, 74, 75, 86, 108, 111 f., 116,
121, ISS, 136, 188, 152, 180,
189, 190, 201, 220.
— , WUmitt, feine Sdiioeftct, f.
iSIenfon.
— , SiaJ^iSta, f. erfte ^tou 62,
— , ifymfina, f. gmeite §iau 162,
««6, bet 88.
iabiS. aibra^am 198.
Ha ©tiauffee, 9K». be 81, 162, 177,
206 222
Sabi} ^oViina @kaq 127, 187.
Sombert 37, 79,
Öambrec^t, m. @. 186, 168, 313.
Samotte 154, 212.
Sauipe, ®«>ra Stbt- 336.
Sampw^t, 3o!. grtit. 66.
Sonbau 29.
eonbbm«, ba8 18&
aanbjuntei, bei 216.
äonblufl, bU 161.
Sonboig 168.
Sana(e), SRiifiael, «. L IBO, 199.
-, Sofef, b_ i- 190.
Sänge, iBottfiieb 48, 69.
Sangenfalga 76.
eangemnle, bie 86, 139.
äa^miuS, 3ob. la
Saubeg, 3of. 149, 172, 192, 207,
214.
Sauen bürg 109.
SauHS 111.
fiaufon, gtD^- triebt. 174.
ätaimb 165, 170, 177, 215.
«e^nSetbe, bet 204.
Seicbtfinn unb outtS fietj 906.
ÜKattasä, 3o^. <£. 86, 74, 86, 168.
Stiem i. 2ä' 2<i, 3*5, 38, 41, 42,
-IT, 51, 5S, 54, 56, 60 f., 82,
la, 66, 71, 72, 76, 76, 82, 84,
88, 89, 91, 92, ifi, 94, 96, 96,
97, 98, 99, 104, 106, 109, 113,
115, 116, 118, 122, 124, 181,
140, 141, 144, 149, 160, 162.
153, 154 ff., 1.5tl, 160, 161, 162,
165, 108, 170, 172, 178, IIb.
177, 180, 184, 185, 186, 187,
188, 196, 196, 198, 20S, 904,
210, 212, 215, 217, 218, 392,
224, 228.
aem(b)Ie 125, 143.
— , f. SJrau 126.
Senos 227.
aenj, ^al. SDH^. Sietnl|. 231 f.
Seo ättmentui 21.
Seopolbel 76.
Sepper = Sepaert.
Seppe«, 3. SB. 96, 100, 188, 139,
145, 166, 198, 198.
-, (. 9HÄte 193.
Seffing, ®. ©. 82, 88, 90, 96, 97,
100, 112, 118, 114, 116, 116,
119, 131, 185, 141, 146, 150,
163f., 165, 168, 169, 197, 308f.,
227.
— , S. ®. 184.
8e6, D. 186.
— 327 —
Lettres sur les AUemands 158.
jgiebault 209.
ßtebe, auf htm Sanbe 172.
— bie gelernte 69, 98.
— , bie toa^xt 170.
— für ben Äönia 214.
— für Siebe löS
— in ©orftca 192.
— in ber ©rotte 131.
— in ben @d^äfer^ütten 40.
Sieberfü^n, ®^r. ®. 128.
Siebegteufel, ber 170.
)8ieb6aber, bie l&d)txlx6^, f.
menbftänb^en.
— nad^ ber 2Jlobe, bie 160.
— t)on Ungefät)r 161.
Siebid^, (Sc^aufpieler 181, 204.
fiinbner, 3. ®. 13, 140.
— , ©d^aufpieler 174.
Singuet 194.
Sin! 44.
«ins 37.
Sipperle 132.
Siffabonner, bie 128.
Sift über Sift 176.
Sifuart unb a)ariölette 157, 161,
166.
Sittauen 146.
Sitteraturbriefe^f. 95riefeb. neuefte
Sitt. betr.
Siolanb 48.
Sogen, bie 205.
Soijenftein, ^an. ©afp. o. 22, 2a
Sdpper 208.
So ^efti, 9locco, Sharon be 98,
99.
Sorena, 3. g. 82, 40, 48, 68.
— , f. grau 32, 40, 74, 84.
— , f. SDod^tcr, f. ©über, (Sl^fL
i^riebr.
— , ^^eopVl Sr. 190, 199.
Sog, ba§ gro^e 217.
— in ber Sotterie 87, 210.
Sottd^en am §ofe 166.
Sotteric, bie auSgefaufte 163.
Sottericfpielcr, ber 185.
Sottoglürf, bag 191.
Loyer^ thei fashionable 219,
222.
SÖTOe, 30)^. Äorl 81, 110, 125,
138, 140, 141, iöO, 191, 203,
211.
— , f. g^rau, geb. Sihg 150, 211.
SöTOen, 3o6. grtiebr. 6, 14, 18,
26, 31, 36, 73, 121, 148, 151,
158, 160, 163, 174, 177, 181,
186, 187, 202, 210.
— , f. ^^au, geb. @d^5netnann 56,
121, 122, 165, 181.
—, f. aod^ter 181.
Sübec!, 94, 98, 116, 120, 124, 128,
174, 182, 206.
Sucie SBoobTOü 119.
Suciug, Sol^. Äatt). 3ul. 146, 194,
204.
Surf, ©d^aufpieler 211.
— , f. grau 106.
Sübecfe 210.
Subooici 38.
Subroig, ©t)r. ®tl. 43.
Sttftgeilter, bie elf Heinen 111.
Suftretia 139.
Süneburg 45, 55, 56, 57, 59, 94,
120, 182.
macbet^ (Stepl^onie b. i.) 207,
219.
aWacd^iaoea 97.
TlühAzn, bag l^erangewac^fene
— in ber (Sinbilbung, bag, f; Äfe*
mentine.
aWäbd^enfennet 149.
Tla^a^xn aur ©efd^id^te beg beut«
fcben a^eaterg 216.
aWagb, bie red^tbebaltenbe 177.
3Wagbeburg 32, 93, 94, 198, 210,
213, 218.
3Wa]^omet 86, 96, 174.
— ber t)ierte 75.
3Wö^ren 136.
3)^ailmib 219.
aWaina 14, 28, 126, 129, 138, 147.
— , Äurfürft voit 36.
aWajuma 22.
gRoCet 227.
Ißlan tänn eg ja probieren 184.
aWann auf gut ®IM 162.
— 328 —
Ticatn, ber befte 186, 226.
—, ber thxlia^t, ber flc^ fd^dmt
t^ m fein 113.
— naq ber XU^x, ber 161.
— o^ne Vorurteil 169.
aWann^eim 126, 129, 147, 198,
216.
aWftnncrfd^ule, bie 96, 106.
äJi^annerSborf 62.
TlcaiUlxoütn 40, 110.
aWarAonb, ^. 147, 198, 209, 220,
227 2SS
aWär^ner lief., 126, 168.
aWarggraf 36.
Mariage, le triple 216.
maxm 168, 162, 170.
SWormeHi, ©d^aufpieler 220.
SWorionetten 219.
SWarionettenprinaipale 84, 48, 106,
113 f., 219.
Mari Sylphe 194.
aWarioauj 66, 81, 83, 91, 96, 128,
146, 163, 218.
SWarferSborf 62.
3Warfu§, ^rtnjipal 36.
SWarmontel 167, 176, 194, 223.
aWartmi, ©^r. S. 7, 98, 105, 108,
116, 120, 121, 124, 163, 158,
224.
aWaSferabe, bie 174, 216.
Masks 15.
aWafon 128, 212.
3Katrone con @p]^efug 99, 169.
aWauoiaott b. d. 158.
— b. i- 158.
3Wa5berg, 3. SB. 71, 119.
— , 0h)fltte, f. p^rau 71, 119.
SWa^cr, ©d^aufpieler 110.
aWerflenburi 59, 94.
— , ©erjoa ©l^riftian Subto. v. 69,
94, 97, 116.
— , ©er^a ^rtcbrid^ t). 122.
— , Suife gi^eberiCe, ^ßrinjefftn v.
98.
— , Ulrife, «ßrinaefrtn v. 98.
aWecour, 8oui§ 109, 113.
— , @uf., geb. ^eijler 109, 113,
118, 147, 165, 182, 197.
aWebea 225.
aWebott 170.
TltQ&xa bie fürdbterlicbe ßere 148.
— 2. a:eil 162.
Titin^ntt, Äorrepetitor 133.
— , f. ^xan, geb. 9iabemin 133.
— , t- Jod^ter ^erefe, f. Sc^ulg.
aWeifterf dnaer 14 f., 16, 19, 46, 104.
aWelanibe 81, 144.
aWelufino, ©r. v. 107.
ffl'lemmingen 16, 38, 139,
aWenanteg 29.
aWenbe 143, 145, 146, 199.
— , f. SJrou 143, 213.
aWenbelSfol^n, 3Wofe§ 112.
aWenningcr, Ä. 180, 219.
3Wenoja, ber neue 221 f.
SWenf^enfreunb, ber 1*77.
aWena 121.
aWercier 202.
3Wer!ur, beutfd^er 212, 228.
aWerlec!, f. ÄoA.
aWerope (SBoItatre) 164.
— (©Otter) 212.
Merry cobler 128.
3Rerfd^9 81, 140, 166, 168.
— , f. grau 166, 168.
aWeruiUe 170, 177.
aWefPaS, ber roal^re, f. ©l^riftuS.
aWetaftaflo 99, 212.
aWe^er, Äotl^ar. 99.
— , ©Aaufpieler 118, 130, 189.
— , f. g^rau 118.
— , Mlf). ©t)r. ^ietr. 166, 181.
aWid^aeliS, Sob. SBenj. 166, 182,
184, 188, 197, 208.
3Wier!, ®. @. 121, 124.
aWi!a, ^emoif. 199.
amnifter, ber 200, 219.
aWinna v. 95am^elm 133, 167,
169, 187, 191, 193, 209.
SJhnncfdnger 14.
amfant^rop 68, 96.
amHfpicl 20.
aJHfog^n, ber 116, 169.
3mfe gonn^ 161.
— Dbre 217, 222.
— ^att^ @bn)arb 222.
— @ara@ampfon 116, 116, 141,
146, 196, 203, 209.
329 —
3mf ©ibne^ »ibulp^ 188.
aWiftraucn aug 3ärtli*fcit 160.
amjtrauifd^c, ber 134, 149.
— fiegcn pd^ felbft, ber 149.
STUpDergnügte mit ftd^ felbft ber
99.
aWiSoerftdttbnig, bag 174, 195.
Smtau 129, 132, 146.
amt^ribateS 44, 55.
2Wttren)§!9 107.
aJtobr, ber 80.
molmt 24, 68, 78, 80, 105, 106.
moü, ©. t). 219.
SWööer, ß. g. 198, 213.
3Komu§ 90.
SWontague, ßab^ 35.
aWontpeur^ 105.
anoore 219.
Moralities 17.
ayioretti, ^etro 118, 133, 140, 141,
160, 158.
aWofer, fjr. 3of. 132.
aWöjer, 3. 137, 13«.
3Woain§!a, ©rdfln 72.
aWube ber Siebe, t)ergebIiAe 222.
aWÜMberg 76.
SDWtUer, D. 194.
-. 3. ©. S. (©d^röter) 120, 141,
190, 191, 199, 200, 207, 213, 219.
— , Sob. ¥t)ilipp 210.
— . 3of. g^erb. 28, 47 f., 70, 76,
99.
—/ f. %vavL Äatt)arina ©ufanna,
geb. ©lenfon 28.
— , aJlag. 43.
— (ber „Heine Tl.") 27.
— , rber „fd^leftf^e") 85.
—, f. grau 86.
— (ber „fd^TDarae Tl.") 27.
m&n^m 113, 152, 161, 166, 206,
220, 221, 227.
anünbel, baS 81.
aWünfter 224, 227, 228.
aWurrtopf, ber 209.
amifäug 172, 178.
aWu e, bie 170.
Tlix^iQQöxiQtx, ber gefdbdftige 71,
83, 139.
SWuftopba unb ^^^«öi^ 144.
amifter ber Siebe 177.
SDlutter, bie beftdnbige, f. fjeli^
citag.
— , bie eiferfüd^tige 212.
— , bie vertraute 81.
aWütterfd^uIe, bie 228.
2D^Iiu§, ©^r. 69, 78, 80 f., 82, 88,
90 f., 97, 112.
— , Ä. 89, 98, 106, 117.
Mysteres 17.
9laAnd)t, !ritif^e, von ber
@^ud^ifd^ett@d^aufpielergefen*
fd^aft 114.
— t). ber ©röffttimg bc§ neuen
3:t)eater§ in ßeipsig 156.
««ad^fpiele 44, 61, 75, 82, 87, 88,
90, 91, 95, 109, 115, 136, 137,
153, 170, 176, 177, 188, 194,
200, 202, 207, 209, 215.
«rianine 45, 97.
aiationalt^eater 6, 42, 144, 164.
aiaturalienfammler, ber 163.
9lebenbu]^Ier, bie ungen:)öl^nlid^en
««eefe, '®^r. ®ottI. 196, 208.
««eiffe 36.
S^leffelrobe, fjrbr. v. 220.
SReuber, Sob. 39.
— , fjriebcriie Caroline 39 ff., 49 ff.,
52, 53 f., 56, 56, 68, 60 ff., 68,
70, 72, 73, 74, 76 f., 79, 82,
83, 84, 88, 89, 90, 91, 92, 96,
98, 101, 108, 113, 118, 142.
aieugierbe, bie beftrafte 213.
9fleu|of 114, 142, 143.
— , f. S^rau, geb. ©Icnfon 92 f.,
107, 114, 143, 167, 193.
m^t oHeg ift (^olb, n)ag gleist
214.
giicolai 114, 123 f., 162, 186.
SfhcoUni 64, 93, 105, 116, 126,
205.
Sfhebu^r, f. 9ldber.
Sfheberldnbif^, f. ^oßdnbifd^,
SfheberfaAfen 70, 83,- 96, 144, 149,
177, 181.
«Riemer, 3. f8. 221.
Ninett« k U oonr 171.
9UUbie, $TOf. 186.
9loiinnt, bic 9a
3l8ibg, 3-, f. Sofep^i.
91ont)cgen 47.
Notte, la 216.
Snürnbetfl 14, 15, 20, 21, 2ft, 29,
32, 46, 105, 119, 142.
Sflutij. ä. 86, 140.
— , f. gtait aJlaria Mnno, geb.
«ierttl 85, lüU.
Sbimegen 221, 227.
Cbeipfol« 119.
Oboaxbo, r. Iffieiitent.
OebipuS 84, 86. 118, li&. 128,
143, 190.
— (3)rqben) 188.
Oefer, 91. ». 3, 166, 166, 167,
179.
— , f. @obn 156.
Oefterttic^ 199.
Ofjijtexe, bie aboebantten 170,
191, 200, 217.
Obne (ailcEin 186.
Olint unb Sopbconia (ftiottegl)
134, 149, 164.
~ (aWeiciec) 203.
Olmie 217.
Olmüti m.
Op« (f. ou4 Sinflfpiel) 22, 26,
29, 34, 36, 66, 89, 103, 147,
167 f., 196, 208, 212.
-, lomifAe 70, 101 ff., 150, 166,
169, 173, 175, 196, 208, 32a
Opera buffa (f. aud) *8uffen=
tfieater) 44, 178, 188, 206.
Oi»rn, bie (€t. (Euitmonb) 59.
Dpfet, ba§ 152.
Opfer bet 9iqiin)^en, taS 216.
Opi^ 18 f., 23.
iDtafel, boS 75, 87, 146.
— , baS, f. Reimes unb Sleftan-
OiAeftet, (f. aa6i a^eotetbmi) 70,
Oreft ünb Eleltra 205.
— unb ^lobeä 136.
OioSmon 140.
Qfc^ot 76.
C8mann 170.
OSmonbe 906, 315.
OSnobrfld 182, 197.
Ot^edD 185.
OtterniDijIf, Srtt. ». 207, 316.
Otoaq 128, 196.
Outrierte dUtüm 56.
Duetlamp 167.
Ojincourt 210.
Vaccafft, ^bt. t). 141.
»Qberbom 132.
iomela 141, 177.
~ aia muttet 186.
SantaUin 26, 27, 28, 36, 74, 86,
99, 168,
^anütea 74.
«rniHe. 5Ib. 43.
Pantomimen 17, 111, 136, 140,
142, 147, 161, 171, 187, 182.
%aptnian 21.
%artbom Sßrantpott 227.
ffloviä 97, 216.
¥atobie C6wnegf) 109, 194.
gattetre, bai 203, 206, 210.
1 Partie de Chaase de Henri IT.
$aftQU 37.
^^atriot, ber afletrei^if^e 164.
ijJaSfe, 3. ®. 108.
^-Paucräbat^, 3. o. 207, 214, 219.
-Saul fiatl 19, 34.
$cßni5f(^äfei; 19 f.. 87.
^Peljel, 3. m. 192, 200, 215.
^endope 138.
'Benirfe, .ö. 5B. 80.
»flenfton (ISeljaft) 186.
^ieter ©queng 16, 21.
^eteräburg 51, 185, 142, 14ß, 146,
1G7, 193, 19», 219.
ffietitSmaitreä 198, 207.
^etiafct), 3of. St^T. o. 147.
Steffel, ®ottI. fiont. 137, 143,
153, 162, 170, 194 222.
teil, 3o^- ®- SB. 119.
orten 99.
iSbra 44, 149.
— 331 —
^^ilantl^rop, bet 215.
^btltnt unb @;ieon 169.
' liloftct 148.
lilofopt) o^tie e§ 5u roiffen, bet
170.
—, bet cercl^clid^tc 86, 96.
— , bcr cerbctratetc 145.
—, ber oerlatotc 219.
— , bcr roal^re 170.
^WlotaS 131, 135.
$9dni5ierismen 143.
$iaftu§ 21.
$tcanber, f. ^cntici.
$iccini 158, 182, 216.
^cfcQidnng 25, 27.
%\txtoi 140.
$icttfterei im gifd^beintocfe 52.
"":on 177.
Hfftnß 184.
.Htf&el 65.
$Iauoeret, ber ftumme 185.
^lautuS 17, 96, 97.
$oefte unb ^ofa, §ur 9lettung
ber @]^re oe§ Seip^iger ©d^ou::
planes 104.
Poäte campagnard 179.
^oeten nad^ ber SRobe, bie ISO,
146.
^oetifd^eS @tn)a§ 103.
^oinfmet 209.
^oifon 90.
«polen 193.
— , ^öniß TD. 48.
foUtifd^eS ^rama, f. ^obmer.
olterer, ber 209.
folti§ 215.
ol^euft 141.
^ol^timet 131.
$otoena 225.
^offe (f. »urleSfe) 147, 148, 161,
178, 180, 185, 187, 208.
^offenfpicle, fingenbe 19.
^ojt, bie 215.
f Opel, ©^. ^. 26, 29.
^oftsug, ber 192, 204.
$otgbam 210, 216.
Four et Contre, le — et le —
214.
^rad^t au Sanbt)eim 66, 69.
:dbt!at baS 191.
;abon 31, 42, 43, 90.
Jrag 73, 85, 133, 136^ 185, 201,
202, 207, 208, 211, 213, 219,
220.
^el^aufer, ®. 34, 36, 37, 85, 111,
112, 148, 178.
— , äJlaria Slmta, t)cm>. @dbuU
35, 37.
— , aroeite fjrau, 3W., t)erro. ©il«
oerbing 37.
Weinfaß, % 135.
^Breu^en 149
$ret)oft, 3lnt. gran9oi8 214.
Prima donna 74.
^frina ©etnrid^ 161.
— ^idtelt)ärtna 25.
ghrinaenraub, fäd^ftfd^er 204.
$rinaipalfd^aften 18, 37, 163, 171.
^Pritfd^metfter, ber t^rid^te 29.
H^rioatt^eater 2, 13, 96, 184.
^obe be§ IHeid^tumS 169.
$robeftüdfe, neue, ber englifd^en
@dbaubül^ne 128.
^ojjeftmad^er, ber 162.
Prologe 50, 131, 156, 172, 1%,
197, 212.
$roi){)et t)on ^öl^mifd^brobo^ ber
tleine 1(B.
^ofe allein roiber bie ^efle
ufn). 104.
Proverbes dramatiques 203 f.,
219.
ifenborf, 3o]^. 91. 214.
igmalion 205, 207.
— unb S^l^emire 131.
Cuanbt 147.
Quartal, 91. 71, 116, 126.
QuinauU 161.
Quiftorp, 3o^. 65, 71, 72, 75, 77.
Ouoten, @. $. 0. 34.
^a6)t, bie 128, 183.
— be§ SBeifen, bie 170.
«Racine 47, 49, 71, 90, 149, 170.
SRabemin, ßeinrid^ 29.
— , ^arl 49.
— , f. SWeinsner.
— 332 —
-.1
fRobtmm, f. €c^ud^.
«Aber (9Wber) 204.
— , f. gfrau, atb. £uciud (f. b.)
—, SWob., geb. Süebubr 181.
SRatner, Sol^. ©emf). 37, 58, 125,
129.
rtau 58, 125, 129.
>od^teT, f. (Santner. .
SRomler, Ä. ffi. 167, 196, 203, 216.
9lafpe, 9htb. dhridb 162.
fRat, ber gute 139.
mdtfel, bag 161.
moti^eomdbie 25.
9la%eberger 186.
9lautenftroud^, 3o^. 219.
ma^x 21.
9leael, ©d^aufpieler 139, 173, 178,
179.
— , f. grau 173, 178.
SlegenSburg 37.
9legifTeur (Xitel) 199.
9legnorb 66, 86 f., 90, 91, 123,
166, 227.
SRepuluS 26, 31, 42, 90.
9leibe]^anb, Äarl ^riebr. 48, 105.
9^eidb ber Soten, oaiS 44.
IHei&arb, fteinr. 9lug. Otto!. 226.
— , ©d^aufpieler 179.
meid^arbt, $io\). griebrid^ 216, 222.
«Reihen 22.
meimfud^t, bie 177.
9leinec!e, ©d^aufpieler 162.
— , ^ol^ann fjrtebr., f. SBruber 198.
— , bcffen fjrau, Sopl^ie, geb. SBen^
m 19a
greife na* Ofthtbien, bie 218, 227.
9lemonb be ©t Sllbine 112.
SRenegat, ber 132, 201.
Repertoire des Th^ätres de la
Villa de Vienne 123, 201.
9lepfima 222.
9leuÄan, 3f. 15.
9leuung 208.
9let)al 145.
iRbcinlanbe 152, 193, 203.
SR^^nfoIt uttb @appt)ire 116.
SRiccobotti 97, 113, 150, 227.
IHidbarb ber dritte 130, 164, 197.
Smchter 118.
9hc^ter, f. grrau 118.
— , f. ^Ater 118.
Wiegger, 3of. «nt. 147.
maa 27, 145, 211, 218, 216, 218.
9hfo (unb 8rrau) 87.
gWftori 83.
gwtter, ber irrenbe 162.
mobogune 26, 164,
Siobtoebel, v. 219.
gflouen, f. C^ourtifon, ftdnigi^
ogent, 2:9rannenagent, $<m?
talon, $idel]^dring.
awaig, Ä. 8. 194.
SRomagneft 96.
9U)manuS, Ä. g. 115, 119, 136,
153.
9U)meo (9obmer) 185.
— unb Sulia 128, 167, 175, 193,
206, 210.
9U)fQ, Signora 140.
9lo d^mann, (5;afflatt Wat o. 149.
mo emunbe 144, 182.
«fto enblüt 14, 15, 16.
9h) enfeft, baS 188.
SRotentboI, bag 44.
mo^nSlt) (ßittauen) 146.
SHoämunba (SRofemunbe) 113.
SRoft, 3f. (S;^r. 69, 72, 98, 104,
195 222.
«Hoftorf 94*^ 95, 97, 108, 109, 174,
181.
fRo^voxtf^a 12 f.
«Houffeau 153, 160, 206, 207.
«Rotoe 127, 128, 195.
SRucceUai 113.
SRödRunft, bie uttt)ermutete 156.
mübiger, »udb^blr. 100.
SRuboIpbi, f. U^Iid^.
S'htbmreöige, ber 78.
9Ki|renbe§ Suftfpiel 78, 86, 99,
112, 162.
SRu^Ianb 61, 63 f., 66, 63, 82, 86,
92, 105, 107, 114, 130, 143,
146, 174.
^aal, Suft $einr. 170.
©acd^ini 158.
@ad^§, $att§ 16 f.
— 333 —
@Q^fen, (f. oud^ ^tfad^fen) 83,
36, 40, 70, 120, 168, 194.
@od^fen=SBeimar, ©er^og v. 124.
— , ©erjogin v. lH, 217.
SaC ^(d^aufpicler 28.
— , f. g^rau, geb. ©lenfon 28.
©atntfotj 75, 81, 87, 95, 97, 177.
©aintslSoremottb 69.
©olotno 160.
Solaburg 35, 36, 152.
^olabal^lum 26.
Salsfiebcr (@alst)ütcr), ®. 26, 27.
©oljt^alen, f. ©al^bal^Iunt.
Sammlung einiger ©d^aufpiele
(SSittenberg) 218.
— neuer Suftfpiele (Ut)Iid^) 80,
81.
— einiger ©Triften ufn). (®ife!e
unb ©d^Iegel) 81.
— einiger fran^öflfd^er 2vi^^
[piele . . . 162, 177.
— Der neueften unb beften @d^au*
fpicle (Älauftng) 196.
— fürs heut^^^ Z^tatzv (fSod)
194.
(Band)0 $anfa 183.
Soncto unb ©inilbe 43.
©äffe 27.
©ouenoeib 167, 174.
— , f. ^xau, geb. ^rd^l^of 174.
@dugamme, Sie 21.
©copin 68, 99.
^Aad^ Öuffein 214.
(S^äfcr, ber blöbe 78, 80.
— , ber plauber^afte 80.
©^dferbramen, ©d^dfereien, f.
©Adferfpiele.
@Adf erinf el, bie 90 f., 112.
©^dferfptele 19, 66, 69, 76, 91,
139.
©d^atten, bit 188.
— ^arlg be§ ®roJen 131.
©d^a^, ber (Seffbtg) 96, 116, 210.
—, ber (^effeO 143.
— , ber aßerloftbarfte 62.
©dbo^grdber. Der 186.
©d^aubül^ne, englifd^e, f. ^obe*
ftürfe.
©d^aumberg, (Sxty d. 192, 201.
©dboufpiel, feine Slnfdnge 12.
©d^aufpiele a. b. fjranjöf. über?
fefet (©d^önemonn) 69, 86, 90,
6l.
©dbaufpieler beim $eere 29, 129.
©dDoufpielergefeßfd^aften 18.
©Aeibe, 3. 31. 62, 89 f., 170.
©dbein betrügt, ber 167, 179.
©melier, ©d^aufpieler 48.
©dnen!, ©enerat v. 126.
©doere, ©. ©. 19.
©dbemiö!^ 23, 26.
©d^ide, ^emoif., f. ßenfe 177.
—, il^re ©d^TOefter 177, 224.
©d^icbeler, Daniel 131, 157, 161,
170, 202.
©d^iffbrud^, ber 81.
©d^iioereien ber ^d^ifd^en SBül^ne
113.
— (©egenfdbilberung bap) 113.
©dbtmann, 3of. ®ottfr. 220.
©dblaraffenlanb, baS 61, 62.
©dblegel, 3o^. @aa§ 20, 21, 44,
54, 60, 66, 69, 71 f., 74, 78,
81, 82, 87, 89, 95, 97, 98, 122,
127, 136, 139, 149, 163, 166,
172, 216.
— . 3o^. ßeinr. 128, 136, 136,
149.
©dblei Jnerin, ^emoif ., ©er^. ^öppe.
64, 110, 146.
©dblenbrion, ber 80.
©dbleflen 222.
©AleSTOig 94, 189, 218, 226.
©dbloffer, Sol^. 2vLt>xD. 174, 186 f.
©ämela ©• 126, 130, 136, 139,
166, 168, 178, 187, 210, 211.
— , f. fjrau, geb. ©eblcr 126 f.,
130, 136, 139, 166, 168, 178,
187, 210.
©dbmettou, ®raf 96.
©dometterling, ber 194.
©d^mib, ©]^r. ©einr. 170, 186,
194, 202, 203, 210, 216, 221.
©d^mibt, ©dbaufpieler 199, 213.
©d^mibtfd^netber 198, 218.
—, f. grau, geb. ©tunaiuS 178,
198, 218.
— , f. aBdfer.
— 334 —
fSAmud, ber oerfeftte 191.
ecbneibet, äRic^ael 19.
mtttt, bie 172, 196.
Scbnupftuc^, bad 206.
@(bola, iD^a^Utan 220.
€c^6nemamt, ^o^. Srt. 88, 45, 65,
66, 68, 63, 64, 66 f., 70, 76,
79, 82, 86, 86, 88, 89, 90, 98,
95, 97 f , 106, 108, 109, 116,
117, 119, 120, 121 f., 168.
— , 5lnna SHa^cI, f. grau, geb.
2BeigIer 46, 66, 122, 189.
— , ®. 8. %., i^re Zo^Ux, oer^.
fiömen (f. b.)
— , Äarl ^eintt^, ibr @obn 67.
©^önemannifd^c SJü^ne 8 (Änm.),
71, 79, 82, 91, 101, 124.
— ©^aubü^e, f. ©cJ^oufpiele
a. b. granj.
©dbönl^cit, bie ftumme 88, 139.
©Araber 131.
©dgrcibctt an bcn öerm ^ireftor
ber :8eip3iger @qaubü{)ne 104.
~ an §crm Ä. in Q. 104.
— be§ Sldfemtonnifqen Sid^ter:»
pu^cr§ 168.
— De§ Teufels an ®., Äunftrid^ter
ber Scip^iger SBü^ne 104.
— , bie ßübeotfd^en ©treitigfeiten
betreffenb 210.
— über bie 3lc!emtannif^e ®e*
feafd^aft 168.
— über bie Hamburger liBüi^ne,
^roei 206.
— über bie ^od^ifd^e ©efeUfd^aft
204.
— über bie ßeip^iger SBül^ne 187,
206.
— über bie ©itüid^f eit ber @d^au*
bü^ne, f. ©enbfd^reiben.
©(gröber, ©opbie (fpätere 3lc!er*
mann) 46, 56, 56, 66 f., 70, 78,
79, 92.
— , ^ebrid^ 8ubn)., il^r @o!^n
108, 136, 183, 197, 206, 209,
210, 213, 216, 218, 225.
— , ^ob., ^rin^ipalin 220.
©d^röter, 5lnbrea§ 38, 46, 85,
135.
6(!^rdter, ^mm, f. gprou 88, 106.
— , f. ©ruber 45, 79, 92, 106,
111, 127, 189.
— , (Corona 1 ff.
— , Qfo^. ßetnr. jjrtiebr., f. SRüöer.
©d^ubert?!, 3. ®. 68, 70, 73, 79,
100, 122, 126, 157, 2(B.
@d^ud^, fjrrana b. d. 49, 64 f. 69,
70, 80, 81, 86, 92, 94, 90, 99,
109, 110, 118, 114, 116, 117,
118, 120, 122, 128, 126, 129,
183, 135, 143, 146.
— , f. 3rrau, geb. [Habemin 64,
133, 220.
— , ^xatti b. iv f. 1. ©ol^n 64,
117, 146, 162, 160, 161, 166,
167, 173, 174, 175, 196.
-, ©l^riftian, f- 2. @o^n 64, 168.
— , aöil^elm, f. 3. @o^n 64, 183,
206.
— , 3Wab., beffen Sfrau 206.
©Ättlbrama 13, 15, 97.
©d^ule ber fjreunbe 177.
— ber afinglingc 170, 177.
— ber Siebbaber 169, 209.
— ber SBeiber 218.
©dbulbanblung, f. ©(^ulbromo.
©doultomöbie, f. ©cbulbramo.
©mulmeifter, ber luftige 162.
©doulfd^aufpiel, f. ©cbulbrama.
©quü, ^emoif., fpotere f8o^
109, 121, 122, 145, 165, 181.
— , Korrepetitor 138.
— , 2:^erefe, f. g^au, geb. STleinper
133, 165, 168, 192, 218.
— , äl'laria 3lnna, f. ^rel^aufer.
— , ©d^aufpieler 168, 204
@(^ulae, (§Ji)x, 85.
— / f- Jf^öu 85.
— , f. 2:od^ter Karoline (fpätere
Kummerfelb) 85, 122, 144, 164,
167, 171.
— , f. ©ol^n, g^aßetmeifter 164,
171, 203, 217.
©d^umannin, mah. 96, 115, 126,
159, 173.
@d)unimel, ^ol^. (S^ottl. 209.
©d^ufter, ber luftige 128, 175, 182.
— ein (^olbmad^er, ber 162.
— 335
®Aü6, ©c^aufpteler 192, 213.
©dbroabc, 30^. Soad^. 60.
©Aroaben 152.
©d^roagcr, 3. ®. 118.
— , Äat^arina, f. g^rau 119.
^Axodlbüd^ 28.
©d^Toan, §r. a^eop^. 195, 202,
216.
©d^TDanbctö (©d^roanenbergcrX
30^. 226.
€dbn)drtnenbe ©dbdfer, ber 21.
©qroarjleutncr loS.
©ditDä^er, ber 214.
©mweben 32.
©einwebt, 3War!gtof t). 211.
©dbwcigerl^aufen, ©icgm. v. 187.
©AiDcia 129.
©d^toeiser, 3lnton 182, 189, 204,
212, 218, 225.
— (SBobmer unb iBreithtacr) 72
131.
©Aroenter, ^an. 21.
©d^toerin 55, 94, 98, 105, 109,
124.
©d^rocftem, bic jörtlid^cn 78.
— -, bic eifcrfüdbtigen 135, 136.
©^toiegetmütter, bie 115.
©d^Toicgcrfol^n, ber t)omet)me 105.
©ctpto 149.
©colar^ 49, 51, 143, 193.
©c^tl^en, bie 174.
©ebafticmi, g. 3. 136, 146, 198.
©ebatne 162, 170, 180, 183, 215.
©eeau, 3. 31. @raf v. 227.
©cibt, ßcinr. ^arl 201.
©eilcr, T. ©e^Ier.
©eipp, ©^r. ßubro. 173, 221.
©eöierS 44, 93.
©emiramiS 164.
©enbfd^reiben eineg ^amburgeriS
227.
— über bie ©ittUd^feit ber ^^ro^
göbie 140.
©eneca 19, 22, 113.
©enefa (Äleift) 128.
©erena 153.
©ertoriui^ 26.
Serva padrona 101.
©e^bolb 222.
©e^Ier, 3lbel 163, 181 f., 188, 194,
195, 197, 202, 204, 205, 206,
208, 212, 214, 217, 218, 222,
224, 228.
— , f. g^rau, f. $enfeL
©l^afefpeare 21, 66, 70, 128, 139,
175, 185, 207, 209, 214, 215,
221, 222, 228.
©beriban, SWrg. 195.
©tbne^ 146, 197.
— unb ©ia^ 207.
©ieg ber vergangenen 3«^ 1^«
— ber wal^ren Siebe 169.
©iegmunb 51.
©ibain 194.
©ingefomöbien 19.
©ingfpiele (Operetten) 17, 19, 47,
90, 91, 103, 131, 140, 143, 152,
157, 161, 162, 166, 172, 177,
178, 181, 182, 183, 184, 187,
193, 194, 196, 197, 199, 201,
203, 204, 205, 208, 209, 211,
212, 216, 217, 218, 220, 221,
225, 227, 228, f. aud^ Oper,
lomifAe.
©ifter 227.
©!lat)en{)änbler von ©m^ma 192.
©flaoeninfel 153.
©ol^n, ber banfbare 196, 200, 203,
210.
— , ber verlorene 81, 179, 227.
©olbat, ber sauberifd^e 183.
©olimon ber ^n^cite 162.
©onberg^aufen 98.
©onnenfelS, Sof. v. 108, 148, 152,
159, 160, 169, 172 f., 180, 189,
190, 199, 214.
©onnen^ammer, ^o^. Ä. 18.
©op^ie 196.
— ghrancourt 200.
©op^oüeg 19, 83, 123, 143.
©opboniSbe (Sol^enftein) 22.
— (t^omfon) 128.
— (a:riffino) 113.
Sottles 17.
©panifd^e fiitterotur 16, 18, 20,
24.
©panifd^eS ^beater 194, 228.
©parmonn, ©opl^ie, f. ^enfel
— 336 -
Specfner, «ol. v. 227.
©penaler, ärtatis 201, 211, 224.
-, afiab., f. grau 201, 211, 224.
Spiegel, ber oolbene 214.
@piegelberg, gfamiUe 27.
— (3o^atttt?) 31, 32, 34, 87, 38,
39, 41, 47.
— , f. ©itroc, geb. 5)cnttct 31,
47, 54, 66, 120 f.,
— , j,%oäftex, f. ©tcinbre^ct.
—, Öcorgttie, f. iüngfte ai&tcr,
f. @!^of.
@piel ber 2kht unb beS 3uf<^^^
145.
©picletj ber 86, 144.
©pielerin, bit 68.
©plecn, ber 219.
@por!, ®raf t). 147, 161, 180.
©pricfmann, 31. SR. 221, 228.
Springer, ^emoif., f. Slcfermann.
©prud^fpred^er 16.
Stade 100.
(Stabe 182.
@t. 3llbine, SHemonb be 210.
©tammbaum, ber 199 f.
©tanbfuj 102, 128, 157, 175.
©targarb 135.
©torf, «ptinatpal 159, 173.
@tar!e, Ueberfetjer 162.
— , S- S- 63 f., 67, 70, 85, 121,
124, 168, 171, 177.
—, ^0^, ®]^rift., geb. ©erl^arb, f.
^au 2, 85 f., 121, 124, 158,
171, 211, 224.
—, a:]^eologe, 107.
— 3Wann, oer 49.
@tattl)alter, bie beiben 206.
BUhnii^ 152.
©teele 170, 202.
@tegrei|fpiel, f. extemporierte Äo«
möbie.
©teigentefd^, ®onr. 179, 200, 216.
©tcin 58.
©teinauer 104.
©tcinbre^er 76, 79, 130, 136.
— , f. grau, geb. ©piegelberg 47,
75, 79, 100, 116, 117, 120, 122,
126, 130, 211.
— , f. äod^ter Caroline @Iif., oer^.
ßübler 75, 79, 100, 102, 116,
117, 120, 122, 126, 166, 203.
©teinbrüdbel 143, 149.
©teinel, SWag. 104, 115, 149, 170,
215.
©teinmetj, 3W. @., SBitme 37.
©temel 49, 64, 117.
@tep|attie b. d., ©^r. ®. 114, 117,
125, 129, 132, 180, 192, 199,
200, 214.
— b. )•, ®ottI. 179, 191, 199, 200,
207, 213 f., 219, 227.
©temfd^ütj, 3o]^. @bler ». 190,
200, 206.
Stettin 119, 133.
©te^er 37.
©tirbt ber JJuAS, fo gilt fein
»alg 191.
©toöe 58.
©tolpe 152.
©tralfunb 94, 168, 174, 183.
©trani^!^, 3of . 9lnt. 29 f., 35, 37,
44, 111.
©trafitiburg' 14, 40, 49, 146, 147,
182, 193, 198, 221.
©traßenrduber, bie 194, 227.
©traube 60, 69, 97, 131.
©treli^ 38, 45.
©treit 206.
©tü^Ie 228.
©tunaiuS, 5)emoif., f. ©d^mibt==
fdbneiber.
©tura, $. ?. 170, 204.
Stuttgart 97, 215.
©tüt)e, «ß. 44, 63, 62.
©ultaninnen, bie brei 190.
©ulaba^ 37.
©ulaer 207, 209.
©üppig 46, 63, 60, 70, 73, 92.
©^bia 78.
©jene (SRame) 20, 22.
Gabler nad^ ber SWobe, ber 214.
2:agelbt)ner, ber abiige 220.
3:ali3man 154.
Samerlan 38.
acanfreb unb ©igigmunbe 149.
a:aroefpieI, ba§ 115, 136.
a:affo 19.
337 -
Ztilt (©ccncn) 20.
ZtUmann 161.
3;empel bc§ 3anu§ 227.
ierbad^ 145.
2:crena 12, 15 f., 17, 18, 108, 115.
2:eftament, ha§ 77.
Xeubem, §. (S. t). 192.
2;cufc( ein S8ärcnt)äutcr, bcr 87.
— ift lo§, bcr 70, 93, 102, 118,
128, 157, 175.
a:cutfd^er, 3Jlar. Slnt. 179, 215.
2:ftafn^ilbe 175.
3:]&amo§ 215.
„Xl^catcr" t). ©ebaftiani 146.
— ber «ritten 195.
— ber ^eutfd^en 140.
— ber ® riechen 143.
— , !omifd^e§ (©d^raber) 131.
a:^eaterbaui40, 151, 154, 160, 199.
2:|eaterd)romf (3JtoII) 219.
— (©^mib) 210, 216.
3:]^eaterfa(enber 225.
Sheater^eitung 224.
X^eatralalmanad^ 201, 207.
!:£t)eatralif^e «ibliot^ef 112, 114,
150, 227.
2:l^eatralneuigfeiten 207.
Thöätre Allemand 195.
— , neueg 209.
Theätre ambulant, f. aud) SBan*
bertruppen 171.
2:]^erefen, bie fünf 191.
S^ering 192, 224.
2:^eutomaI 202.
St^iemid^, % 26.
— , f. JJrau 26.
3:^omfon 112, 119, 128, 135, 149.
St^ugnelbe 90.
a:illemann 163.
Zxür), % 34, 36.
2;imo(eon 44, 66.
Stimon 90.
a:itug ajianliug 43.
%x^, @d)aufpieler 199, 206.
3:o^ter be§ 3lriftibe§ 154.
— be§ «ruber ^^ilipp, bie 200,
206.
— , bit natürlid)e 221.
a:ob 3lbamg, ber 123, 162.
a:om 3one§ 168, 209.
Töpfer, ber 216.
^ragifomöbie (9'lame) 20.
^ragöbie &lamt) 16.
S^rajeta 158.
.2;rau fd)au roem 184.
Trauer, bie 105.
arauöfd)en, $. ^. v. 209.
3:reu (Äarl) 18.
2;reue, bie geprüfte 75, 210.
Strtnummuö 96.
a:riffino 113.
3:riump^ ßlariffen§ 169.
— ber e^elid^en Siebe 222.
— ber guten g^rauen 80, 87, 139.
— ber greunbfd^aft 170.
— be§ guten ^erjenS 222.
2:roja, ha§ gerettete 215.
^rojanerinnen, bie (@d^legel) 83,
136.
— (@eneca) 19.
2:roubabour§ 13.
iugenb auf ber ©d^aubül^ne 137.
3:umler, ^^ilippine 54, 70, 73, 79,
a:9rannenagent 25.
Über, e^r. «enj. 194.
Uebereilung, bie 191.
Uebungen (^lufjüge) 16.
Ugolino 175, 194.
U^Iid^, Slbam ©ottfr. 51, 56, 67,
70, 75, 77, 80, 81, 86, 106 f.,
210.
— , f. fjrau, geb. 9luboIp]^i 56, 67.
Ulm 37.
Ulijffeg 134.
— in St^aca 43.
Unemppnblid^e, ber 77.
Unentfd^lüffige, ber 96.
Unerträgliche, ber SO.
— , bie öl.
Ungarn 219, 221.
Unper, aJJab. 194.
Umcerfalerbe, ber 227.
Uniöerfität 68.
Unfd^ulb, bie oerliebte 158, 177 f.
— , J^reunbfd^aft unb Siebe 202.
Unterhaltung, hi^ bramatifd^e,
unter guten JJreunben 152.
22
— 338 —
Unterhaltungen 151, IBG, 161,
170, 177, 186.
Untetfdbiebe (9lfte) 15.
VI], 3o^. ^eter 1^4.
«anbrug^ 185, 195, '216.
$8arefe 206.
^aure, bu 162.
$ßelten, ^o^. 23 ff., 27.
— , f. aöitn)e 27, 21), 83, 37.
SBenebig a5, 147.
58eränberung, bie unerwartete 115.
^crgleici^ung ber metrifdjen unb
profaifd^en 6ci^aufpiele 161.
— groifd^en ber Äod^ifd)en unb
^Ictemtannifd^en ©efeUfdjaft
183.
^erfc^roenber, ber 65.
ißerföt)nung, bie 206.
SBerftanbfud^erin, bie 90.
^ertraulid)feitcn, bie falfd^en 218.
fetter, (5c|aufpieler 198.
Söetterlcin, JV- H'^-
— , aJiariane, f. fjrau 119.
SSetfd^el, St^erefia 99, 111.
S5ter Starren in einer ^erfon 192.
ißietingt)off, t). 213.
Virginia 112.
SBoigt 201.
— , aWab 201.
ißollfommene ©l^arattere 134.
SBoltaire 43, 81, 82, 84, 86, 90,
97, 100, 118, 174, 205, 212,
227.
3^ormal§ waren gute ^tittn 191.
3^ormunb, ber 136, 153.
— , ber betrogene 214.
S8orfid)tigfeit§regeln ber) (Srgö^un-
gen 210.
iöorfpiel, ba§ 72.
iöorfpiele (Prologe) 62, 88, 105,
108, 113, 131, 141, 151, 188,
189, 204, 205, 208, 216, 227.
53orurtetI nad^ ber SDIobe 162,
222.
^0% Söud^^blr. 100.
aSBäcfctler, @. S- A'?-
Sßai)l, f. Söa^r.
ffia^I, bie 200.
- be3 ©erfutcg 205, 212.
aSa^r, Äart 147, 152, 190, 199,
201, 221.
aÖaife,'bk 128, 196.
— , bie cnplifd^e 226.
SBaifen, bie bebrdngten 192.
aöaial)ofer, fRoman 190, 193, 201.
-, 3Jiab. 190, 193.
aöalber 194.
aöalbgebicöte 19.
aöalbfomöbien 19.
SBalmir unb Oertraub 182, 184.
Söalä, ©ebrüber 162, 177.
©anbertruppen 18.
aöanfel, ©ci^aufpieler 213.
aÖarfd)au 220.
2öa§ ift ber ®efd)macf ber $«ation?
192.
Sffiag fein foü, fd)icfte fxd) n)of)I
227.
2Bäfe"r,'3. ©^r. 142 f., 145, 174,
183, 186, 187, 188, 195, 198,
205, 210, 218, 224, 228.
— , f. 5^au, geb. ©Amibtfd^neiber
142 f.
2öed)felfd^ulbner, bie 115, 136.
Sßeiber ju Sßinbfor 215.
Söeiberfeinb, ber 214.
Sßeibergeüatfd^e, ba§ 184.
Söeiberfc^ule, bie neue 169.
Sßeibmann, ^ofepl^ 213.
— , ^aul 214, 219.
Sßeigler, 5lnna iRadiel, f. ^d^önt-
mann.
Söeimar 118, 122, 125, 172, 177,
178, 186, 187, 195, 197, 200,
203, 204, 212, 215, 216, 217.
Sßeiner, fjrg. ^o\). 179.
Söeife, ©^r. 26.
2öei§fem, ?Jr. 3Ö. 49, 50, 52, 77,
85, 141, 151, 172.
Söei^e, ©f)r. geliy 52, 99, 102,
116, 130, 131, 134, 144, 146,
149, 153, 157, 161, 166, 169,
172, 175, 176, 178, 184, 187 f.,
194, 196, 204, 211.
Sßei^enbom, fjrieb. ÄaroL, f.
Sileuber.
SBeißenfeß 39, 41, 48.
SHJelt, bie 188.
— , bie neite^vte 87.
ffiieltmann, bet 177.
SBenti \ie h6\t fein (ann, ffinnte
iie'S 227.
aBengia 208.
ffljerber, bie 182, 191, 20Ü.
Sffieiboffiaiet, ber 185, 191.
■SflJetenfelS 97.
aüerniife 26, 29.
SCaefel 227.
aSeftinbiet 209, 219.
Sffiettflrett, bei 169.
aSefeel, t. mtitl
ntl^lax 197, 204.
aSejel, fforl 222.
SßJejen, ©i^aufpieler 38.
Sffiibet bie fianaeraeile 169.
SEibectpreifterin, bie 69, 79.
aUietanb, e^t. SW- 127, 181, 184,
135, 139, 204, 212, 214, 220,
221, 228.
aSien 25, 27, 29 f., 33, 84, D6, 87,
38, 40, 44, 49, 50, 52, tiS, G4,
6B, 71, 74, 76, 82, S4, Bfi, 68,
89, 90, 93, 99, 100. 108, 111,
118, 115, 116, 118, 120. 122,
123, 131, 132, 134, 135, 138,
141, 142, 147, 148, Ui). 151,
162, 168, 169, 160, IGl, 168,
169, 170, 171, 172, 176, 178,
179, lai, 185, 186, 188, 189,
190, 191, 193, 194, 195, 197,
199, 201, 202, 204, 205 f., 207,
208, 212, 218, 214, 215, 216,
219, 222, 227.
„gBienet S^eatet" 2*J7.
aSilbbiebe, bie 221, 228.
ffljitbfang, ber 184.
©ittietinine »on aSIonb^eim 224.
3SinHet, ^o^. äof. 27.
ffljirtfc^aftetin, bie 191, 200.
Siämat 201.
aßiffenfc^aft Qel)t oox ^^battnt
ÜBittet 44, 49, 65.
SGJittf)öfft. ®^t- (Ä. SB.?) 91, 98,
118, 124, 165, 168, 171, 224.
SBittmann 123, 132.
aBttroe, bie 163, 191.
— , bie inbinnifc^e 207-
— , bie fpudenbe 81.
^ocbenblatt, tbratrolif^eä 228,
226.
— jur e^te bet Seftüre 218.
ffiobigebotene, bie 191, 200.
^^Itdaten unter ben %nott=
icanbten 180.
Sfflotf, ®mft SBifi). 178, 188, 204,
217.
Sffiolfenbüttel 189, 197.
aSJoIftam, ®. SV- 76, 82, 92, 98,
101, 106, 147, 183. 22a
— , anab. 183.
Solfa 38.
5©oflanbt, SJaniel 174, 183.
aeerjeS bet ^iebfame 148.
farito 200.
Dung 119, 128, 150, 183.
Rama 193.
8äctUd)Ieit, bie fettenc 169.
Saubetflürtel, ber 168.
HeHe 182.
Selmire 151, 162.
äemtfd) 154.
rtMietbe 87.
Betbft 91, 92, 99,
Hefen, ^i). o. 19.
^Himmennann, 2lr(6iteh 226.
Ainl, 5mab. 195.
Hittau 65, 68, 99.
mzti, Scfjmifmelei: 213.
Hüricf) 126, 127.
Rmten JJreunbe, bie 200.
Hnteipet, bet 133.
3roeitam)jf 174.
Hroiceau 37, 39, 221.
SiDifc^enfpiele 22, 88, 102.
^rudifeglerberseid^ni^*
«Sette
33, 10
»abtrftnntg, unb" gehört an ben «nfang
bcc tcr^eiße^enbeu 3ene.
i'^, 20
lie«: ^«a&rec^enbeö
75, 8
liefe: eröfncte
75, 21
licö: Ciuanbtö
75, 31
lieS: eaintfoij:
S2,5
Ited: iSraunfd^meig
90,6
lieg: Ueberfe^ungen, nemlid)
104,23
He8: JRoften
194,23
lieö: Sylphe
207,11
lieö: iüngre
207,21
lieö: gebnidtc
209,12
lieö: ^ertu
211, 20
lieö: Übertrift, aber il&r in
212,9
lieS: erfd^ienen
222, 19
lieö: t^eotralifcfee
Vxüd von (DUO €lsner, Berlin S.
Der
1902.
W
Heuanmelbungen von Xnitgliebem foroie fonftige gefc^äftlic^e
HTitteilungen unb JInfragen finb an bas „Stfxeiaxxai ber (SefeKfc^aft
für Cl^eatcrgefc^ic^te", Berlin W.50, Jlugsburgerfh. \6, 3U richten»
tUm 51 3)c3cmber \902 blicfte bie (gcfeflfdiaft für
J|| "^ tEBieatergefdiid^te auf ein breioicrteIiäB)rigcs Sc*
Petzen surücf, 3m 3anuar unb 5cbruar \902 I^atte
^einrid) Stümcfe, einen vov 25 3al|ren oon 3ofept|
Kürfd^ner mitgeteilten, aber burd^ bie Ungunft ber Vet*
B)ältniffe bamals nid^t 3ur ^lusfüt^rung gelangten plan
n)ieber aufnet^menb unb in mand^erlei Sesiet^ung 5eit'
gemä§ änbernb unb erioeitemb, 2lnget|örige ber (ßelel^rten-,
Sd^riflftefler' unb tEBieaterroelt 3ur (ßrünbung einer Der*
einigung für tBieatergefd^id^tlid^e 5orfd)ungen in oer*
fd^iebenen Hunbfd^reiben aufgeforbert unb in feinen
prolegomena, bie f, 5- fämtlid^en ZHitgliebern ber je^igen
(ßefeUfd^aft 5ugefanbt ujorben, pd) über bie ^iele unb
2lufgaben einer fold^en Bereinigung näB)er oerbreitei
Ztad^bem bie fo gegebene 2lnregung in t>en ^aupt*
intereffentenfreifen aufs beifäflig^e aufgenommen morben
unb ein 5ur <5rünbung eines tB)eatergefd?id?tIid)en Vereins
einlabenber 2lufruf, von 5aB)Ireidien Hangooflen Ztamen
unter5eid)net, aud^ in weiteren Kreifen lDibert|aII ge«
funben t^atte, inbem gegen ^SOSeitrittserflärungen aus allen
tEeilen Seutfd^Ianbs, ©e^erreid^s unb mel^reren ausiän«
bifd^en planen einliefen unb bie £ebensfäB|igfeit ber 3^^^
fold^er <5rünbung fomit aud^ praftifd^ erliefen voat,
ujurbe bie fonjKtuierenbe Derfammlung am 6. 2lpril \2 Ut^r
mittags im berliner preffe^KIub abgeB)aIten, J)ie bereits
in einer Dorücrfammlung bas oorbereitenben ^lusfd^uffes
unter jurijHfdjer ZHitmirfung fePge^eHten Safeungen
— 4 —
mürben burd^beraten unb in enbgiltigcr 5<iffung an*
genommen, bxe (Srünbung bcs Vereins unb feine €in«
tragung in bos amtlid^e Pereinsregifler unter bem Zlamen
,,(ßefcllfd)aft für (Cl^eatergefdjidjte" einfhmmig befdjioffen
unb von ben ^Inmefenben ber Dorflanb gemät^It, ber ftdj
folgenbermaßen 5u[ammenfe|)te: Cubmig (ßeiger, Unio.»
prof., Serlin, \, Dorftfeenber; 3ofef Kürfdjner, (5elj.
^ofrat, ©fenadj, Peüocrtretenber Dorftfeenber; Bertl^olb
Cil^manU; Unio.^Prof., Bonn, jteHoertretenber Porji^en«
ber; Qeinrid) Stümcfe, CE^efrebocteur; Berlin, Sd^rift-
füt^rer; (Beorg CIsner, Perlagsbud^t^änbler, Bertin,
5d}a^meif!er; ^ermann £onrab, profeffor, (Srof*
Cidjterfelbe, 2(boIf (Berfimann, Profeffor, Dramaturg
bes ^oftljeaters, Stuttgart, 2X1 a^ ißrube, KgL (Dbet*
regiffeur, Berlin, Dr. €. Kilian, ^oftljeater«Hegiffeur,
KarlsruE^e, 3. € an bau, (Ct^efrebacteur, Berün, Dr.
Poensgen-^Iberti, Dramaturg, präg, £rnfl von
Poff art, ^oftt^aterO^tenbant, Vflünd^n, pauI SdtUn*
tB|er, 1 1 Qofburgtl^eater-Direftor, ItHen, pijiL Stein,
(Cl^frebacteur, Berlin, ^leyanber von IDetlen, Pro*
feffor an ber Unioerptät, Wien, Dr. ^einrid? iDelti,
Berlin, igeorg Wxttowstif profeffor an ber Umperfttät,
Ceipsig, Beijifeer.
5um jurifKfd^en Betrat ber (Befellfdjaft umrbe ber
3ufli3rat paul ZHid^aelis in Berlin ernannt. Sdmtlid^e
(BetDdf^lte noi^men burd^ fofortige £rfldrung in ber Vet*
fammlung ober nadt erfolgter Benad^rid^tigung fd^rtftlio^
bie XDat^l an.
Die beutfdK tCages* [unb periobifd^e preffe fonne
mef^rere groge ouslänbifd^e BUitter gaben ber Ztad^rid^t
x>on ber erfolgten (Srfinbung, ber PorjianbstDalil ixnö ben
pl&nen ber <5efettfd?aft bie erroünfdite rneite IPerbreitung»
Der Porflanb lie§ es ftdj gleid^seitig angelegen fein,
burdj Pertrieb »on meljreren toufenb ^trfularen in
Ojeater-, Sd^ftfleöer« unb (5elet^rtenfreifen unb an bie
— s —
Znitglieber 6er beutfd^en Bereinigungen mit oerioanbten
Sejhrebungen, foioie burd? geeignete perfönlid^e münblidje
nnb fdiriftlidie Agitation 6er einseinen ^nget^örigen bes
Por^anbes bie ZHitgliebersalil ju ©ermel^ren, bie bann
caxdt "öd? breioierteljäl^rigem Se^et^en ber (ßefellfdiaft 350
betrug, 5)er Beratung unb 5örberung ber (Befeüfd^ofts«
Sioecfe ujaren in bem abgelaufenen er^en (Befd^äftsjat^r
adtt Porftanbsjt^ungen gen>ibmet. J)er in ben Safeungen
oorgefet^ene ^rbeitsausfdjuß mürbe von ben ZHitgliebem
bcs engeren Dorjianbes, ben Seijtfeern 2llberti, Kilian,
Stein, t>on XDeilen, IDelti unb Wxttowsfi unb ben
burdj (Eooptation aufgenommenen (ßefeflfd^aftsangel^örigen
Dr. Elans Deorient *IDeimar, 2i, £, 3eninef «IDien,
Dr. (ggon v. Komorsynsfi^lDien, Dr. Paul Cegbanb«
Serlin, Un. «prof. 2tuguft 5auer«prag, Un.«prof. Hubolf
Sd^IöfferO^na, Un.'prof. H. ZIT. IDerner'Cemberg unb
Dr. (Earl geig' Bresben gebilbet, 5U benen fpäter nodt
Hebaftexur prof. Dr. 2tIfrebKIaar unb Hebafteur <5ottIj,
lDei§jiein*SerIin B)in5u gemäl^It mürben.
Was bie erften publtfationen anlangt, fo mar ber
Por^anb von bem boppelten Seftreben geleitet, pd? einer«
feits in ben (ßrensen ber 3ur ^eit oerfügbaren, natnv*
gemdg nod| befdjeibenen pefuniären ZlTittel ber <5efettfdjaft
5u t^alten unb anberfeits ben 2Ti[itgIiebern möglid^p balb
anregenbe unb mertDotte Deröffentlidjungen 3u bieten.
€5 mürbe baB|er tm (Befd^äftsjal^r {^02 fomoB)I von ber
Verausgabe bes geplanten Tlvdiws mie von ber 3nan-
griffnaB)me ber vorläufig bie ZlTittel überjteigenben großen
lepfalifd^en unb bibliograpl^ifd^en IDerfe 2lbfianb ge«
nommen unb bie Verausgabe meniger 5eitraubenber
xxnb foPfpieliger, aber tB)eatergefdiid?tIid? gleid^mol^l be*
beutenber unb aud? für ben Caien intereffanter IDerfe
eingeleitet unb nad? Kräften geförbert, nämlid?: er^ens
ber oorliegenbe Zteubrucf oon Sd^mibs (Et^ronologie
bes beutf djen tCt^eaters ^775, mit Einleitung unb 2ln«
— 6 —
merfungen E^crmisgcgcbcn von panlteghanb, 7>as bei
feinem ntd}t i?duftgcn Porfommen im ^Lntiqnaxiatsbndi'
liaribcl ficts bcgei^rtc unb E^odibcsai^Itc iDerf; 6cr bc
beutenbflc unb merftpftrbigfie Perfud^ einer beutfd^en
(Kjeatergefdjid^te, 6er im \S. 3al?rljunbert unternommen,
tDtrb in biefem biplomatifd^ getreuen Zteubrucf allen
(Kjcaterfreunben smeifelsol^ne miMommen fein unb l\at
bwcdt bie Berid^tigung 6er saE^Ireid^en 3rrtümer Sd^mibs
unb bie erflärenben 2lnmerfungen an n>iffenfd|aftHdjer
Braud^barfeit bcn 0riginaIbrucf erfe|)t unb überi^oli TUs
Smeite unb britte publifotion mxurben 3ofepIj Sd^rey*
oogels (Cagebüdjer \8\0— \823, aus bem ZHanu^ript
(herausgegeben von (£arI<5IoffY, 2 Sänbe von sufammen
ca. ^ Sogen 0!tao, befiimmt. ZHit biefem bist^er unbe«
tannien (Cagebud? bes fpäteren 3urgtt|eater • Direftors
unb ireunbes (ßriHparsers ijt nid^t nur eine neue »id^tige
(Quelle 3ur ©efd^idite bes IDiener Surgtl^eaters 3u Einfang
bes \9- 3aB|rt|unbert5 erfdjioffen, fonbern biefe 2luf«
jeid^nungen, bie im erflen (Ceil ben (Et^arafter bes
moralifdjen tEagebud^s bes \S. 3öB)rt|unbert5 im Stil
Caüaters unb iranMins aufroeifen, gemät^ren audj in*
tereffante €inblicfe in bie Seele unb ben 3ilbungs»
pro3e§ einer nid^t alltäglid^en perfönlid^feit unb roären
als fold^e aud^ bann oon IDert, wenn bev Derfaffer
biefer Selbfibeobadjtungen unb <5eftcinbniffe nid^t ein
ZITann oon Sd^reyoogels tl^eater* unb litteraturgefdjidjt*
Itdjer Sebeutung n>äre, Hegierungsrat Dr. (ßloffv, ber
ben>äB)rte Kenner ber IDtener tEB)eatergefd?id)te, unb prof.
2llfreb 5reiB)err o. Serger B|aben burd^ ein (Beleitroort,
eine CebensfKsse Sd^rey^ogels unb 2tnmerfungen bie
nötige (Erläuterung bes Wertes im gansen unb einseinen
gegeben. — J)iefer Deröffentlid^ung n>irb ftd) im 3öB?r
^90^ üorausjtd^tlid? ber erfie 'Banb bes ^rdiios mit
mannigfad^em ttieatergefd^iditlid^en unb bibIiograpB)ifd^en
3nl:)alt anfd?Iie§en. ^um Hebafteur besfelben n>urbe Sians
— 7 -
J)et>rient in Weimat bcjKmmi 3n Vorbereitung beftnbet
jid? ferner eine Sammlung von ^einrid^Caubes Meinen
Sd^riften tl^eatergefdjiditlidjen unb bramaturgifd^en 3n*
iiaits, bie nod? nidit in Sud^form vorliegen, fonbern in
mandjerlei Leitungen unb S^itfd^nften ber oiersiger bis
adjtsiger 3al^re oerjhreut, 3um Ceil aber überl^aupt nod?
nidit gebrucft ftnb. taubes 5tieffoB|n, ^err (5el^eimer
3ufti3rat ^änel in Kiel, liat t>cn in feinem Sefife befinb*
lidjen litterarifdjen Hadjlag taubes ber (ßefettfd?aft
ban!ensn>ertern)eife 3ur 3enufeung überlaffen. J)ie Qer*
ausgäbe B)at Dr. Hubolf iür^ in präg übernommen.
Sei ber I^ot^en tl|eatergefd?iditlid)en Sebeutung taubes
werben biefe Meinen Sd^riften bas 3ilb, bas feine be«
tannten ^auptoerfe über bas 3urgtt|eater, bas norb«
beutfd^e unb IDiener 5tabttB)eater bieten, in ern>ünfd?ter
IDeife abrunben unb um mand^en intereffanten (Einsel*
3ug bereid^ern.
5)e5 weiteren ip ein Sammelbanb mit ScLC^miU*
Heprobuftionen ber Cl^eatersettel ber UrauffüB)rungen aller
Qauptn>erfe ber beutfdjen J)ramati!er von teffing bis
Hauptmann geplant, in ben audj bie Programme be*
merfensn>erter beutfd^er 2tuffül^rungen Ijeroorragenber
auslänbifd^er J)ramen oon St^afefpeare bis auf ^b^en
einbesogen werben follen. 3^ übrigen bürfen wir u)6B)I
I^inftd^tlid? weiterer Unternel^mungen bie bebad^tfamen
IDorte 2(belbert oon Kellers, bcs langjäl^rigen oerbienft«
ooflen Ceiters bes el|rn>ürbigen Citterarifdjen Vereins
Stuttgart, in feinem „3eridit über (£ntpeB)ung unb 5ort«
gang bes titter arifd^en Vereins" \882, uns 3U eigen
mad^en: „2lu§erbem »erben anbere, 5um teil umfangreid^e
Unternelimungen ©erfolgt, n>eld)e für jefet nod^ ber öffent«
lid^en Sefpred^ung fid? entsiel^en, ba es überB)aupt nidjt
n>ot|IgetI|an ift, oon planen oiel ooraus 5U reben, in
un)erm ^öUe um fo n^eniger, als oerfdjiebene unbered^en«
bare Umftänbe, «elegenl^eit, ZHittel, rOünfdje ber ZHit-
— 8 —
gliebet, (BeneigtE^cit bcs ^Insfd^uffcs unb anbercs bc*
fHntmcnb, fdrbemb ober (^emmenb in bic Cl^dtigfeft ber
Uttenben Pernniltung eingreifen fönnen/'
€inen i^erben Perluf^ erlitt bie (BefeOfd^aft burd^ ben
tCob 3ofepI? Kürfdjncrs, ber am 29. 3uli, in ber ^us'
Übung feines Cieblingsfports, ber Qod^tourifiif, begriffen,
im heften 2TTannesaIter von ^ 3ai7ren pldi^lidt einem
Qersfd^Iage erlag. Kürfdjner Ijatte bie Begrünbung ber
(ßefellfdjaft nid?t nur mit lebljafter ireube begrüßt,
fonbern aud^ burd^ mand^erlei IDinfe unb Hatfd^Idge
iljre 3ntereffen geförbert unb aus ben Sd^äi^en feiner
ungemein reid^t^altigen 3ibIiotl?ef mand?erlei 2TTateriaI in
2Iu5fidjt geflellt, insbefonbere bie Verausgabe einer feljr
umfangreid?en Korrefponbens 3ff^önbs ftd^ vorgenommen.
Der (tob }:iat biefem plane unb vielen anbern Unter«
net^mungen bes fdjafpensfroljen ZHannes nun ein früljes
5iel gefefet. J)er Porftanb I^at ber IDitn>e Kürfd^ners
feine tEeilnal^me beseugt 5rau (&nma Kürfd^ner B)at pd?
banfensn>ertern>eife bereit erHärt, bie Senu|jung bes
tl?eatergefd^id?tlid|en ^ad^Iaffes Kürfdjners, insbefonbere
ber 3ff^önbiana, ber (ßefeüfdjaft su geftatten. 2(n
Kürfdjners Stelle n>urbe jum 2. Porfi|jenben 2Heyanbcr
V, IPeilen geroähilt Zteu in ben Dor^anb eingetreten ifl ber
(BeneralO^tenbant a. J). ber Königl. 5d?aufpiele Solfo
<0raf von ^od^berg 5U Berlin, mät^renb ^err prensgen«
2Hberti bei feiner Ueberfiebelung von präg nad? Serfin
auf eigenen IDunfd? ans bem Dorflanbe unb 2trbeits*
ausfdiuß ausfd^ieb.
J)ie (ßenerafeerfammlung bes ^aiites \9Ö3 n>it^b vor»
auspd^tlid? in XDiesbaben ^attflnben. Ueber bie fiinsel*
Breiten ber Deran^altung wirb ben ZITitgliebern in ben
näd^Pen ZITonaten näB^ere Hadjrid^t 3ugeB)en. ^offentlid?
n>erben biefe allgemeinen gufammenfünfte an iB|rem tEeil
3ur Belebung bes (ßefeUfd^aftsintereffes unb 5U erl?öl|ter
tEeilnal^me an unfern Bejhrebungen in weiteren Kreifen
— 9 —
beitragett, unb mit iljr bürftc bie fo fcE^r iDÜnfdiensiDerte
nnb notwendige Stättnng bet finansietten ZlTittel eintreten,
bamit bie (5efeIIfdiaft für tEt^eatergefd^idite möglid^ji halb
in ben Stanb gefefet loirb, il^rer n>iffenfdiaftlid)en Haupt-
aufgabe, bet Sdiaffung bex großen le^falifdjen nnb biblio«
grapt^ifdjen Hilfsmittel mit ©fer ftd? n>ibmen 3U fönnen.
Hoffentlidi werben aud? bie er^en oorliegenben publi«
Nationen in tl^eater« unb litteraturfreunblidjen Kreifen
iB)re n>erbenbe Kraft betätigen unb ber (5efeIIfdiaft neue
ZHitglieber suful^ren. 3n biefem Sinne ein Ijoffnungs«
freubiges: I über!
i)£i Mmiit kl J^Moft für (a:iintteigerillii||te^
3. 21,: Der 5d?r!ftfül?rer.
Serlin, im 3anuar \^05,
btt
(BescIIsdbaft für ^beateraeecbicbtc.
(tlad) iem Stande tiom 7. ^ebniat 1903.)
Silnfel, Dr. SutniB, AgC iReiiUeicet.
§ttün
{dnWlleSH* hn »oiorte).
tbta,tais.
«aum, Srtei, g^ilftflt&ec.
Seiter, gtätleiti Earic Cui(e, Si^ritl-
»[Di, «dui MebaHeur be6 »erL IdflEfilott.
SlitmentSd, Dr. Dgcat.
Süd, SBiliCp, SHrdtDi.
9ta^, Dr. Dttr, ^irEftur beS Sculf^ai
„. „. iü &"eB.°
ßüfiB, Dr. SiiHue.
eiocrfcr, Dr. ürtbur,
eienn, Iäric6, SucbbiuiIeKillefKM.
ßlSnn, (SepTB.SerlagSIiuditiaiibleiiSci^ll^
Bteiftet Ccc 1». f- Xi-
eienn, Dttr, »m^i;ni*iEifiriiljcr u. Sa-
lageiu^&fintler.
ensel, Öesrg, S*riftftt-
ISntf*, SttoW i-ft.: a
gHe*, ÜHartht, ©*riWle[
ISntf*, SttoW i-ft.: a.(ln««.
gile*, ÜHartht, ©iriftftentr.
iblirlfiflat u. „
@an6(e, aJlHi.
Bcinec, Dr. Sufiirta: Un>Detfltate>^DfeflD[,
IfurfiSenBer tet Ö. f. ilj.
©Dlrt^^ölt, Suftar.
(äcot, Sennq, jntlgliet) beS SelflnglbeoUie.
»tube, fflat .tgL CBetcegWeut.
eciiniDilC, %iDi), meigL 0. Selfingtbeatece.
@uttinann, 91brc^'-
Qtutlmann, Scdc eis, S)ircno[.
Solraj aifietj jöbmeglffeur.
earlaii, Dr. iBiiltei, Ssinmtiturn.
Iiart, SultuS, S^tiflfica«.
iiouSnec, Bcrtba, ffgl. ©ifiaufcieltrin.
tflber, Dr. eDiiarb, »cbaHcui.
ccbbetn, Oiaf »DlfD Bon, ®(neial-3ntw
Bairt Bcc [gl.SdiauflJicIca.Si^eixeDfin,
Scrftanbfmitglleb Ost ®. iti.
tclt&auB, grlebrich. gtegifTcuc.
i)(ep6, Dr. S., «elgiiifi« UniüeiflialS.
Sabelbu.,, _.
ffldii*, Saitl,
SÄriflfteDet.
au, ©irfftflenec.
ÄoBpftefii, aficpSor, sicirÄeHet.
"-'*:r,6aiiäB[eibr~ -— ' — *-
IT, Dr. Sllfret
«om, Dr. Crl*, St^rlfffteHi
ffrefti, Dt, ^aüi StofVffoVüiS
atobemie bcr Äünfe.
©eutlifieii aüljiiengeiiDncBWqft.
Sanbau, Sfibor, ebcfrebattoir be»Seil
^Dcjencouriei.
limiai:, Brau 5"^ ■'■
Senilcc bn
Snlfn«
entnnC, Dr. t-aiil, etbciflftclltr.
Stbmann, Dr. icnit, ecbHftfttOn.
fit|ijntr, .3. m., editififlcnrt.
«inbnu, Dr. Vaul, J^iicftor te« Vtillnn
IbtattTi.
iiaUaiiiaa, V'uL ibcjIcrClriHDi.
BceiMnhib, Dr. Marb«!, ititHoi brt
ßAtirt-titiatu.
Subttg, ^. R., fcauBiiiKiiin a X., »(boRciiT
bei Jlülieniil-Scituiia.
^abn, Dr. Saul.
iiar
ScIH, Dr. txtnittt, Secftanbemllglfcb bcc
e. f. 3t
Soiniucc, Stniu, @Arlftfltaei.
^bd, (tugcn, SltbarifUT bn Stattonal-
31(1(1, Dr. !Batt1n, TircftDi W »unttn
IDeotm.
3«brttl8, B«bDt DiMi, ©ftrtftfttnet, Surl.
bn «rtcüt^aft bei tll&llDCbtlui.
3DDjmann, SKi^arb, ©«Sriftflfllti.
Sftraann, Dr. Scrtbolb, UnlunfitM-^tot.
Soimann-fii!^, C«r, Siicftot
Sbiatai.
Dbn1(lnB«,Dr.«*n*. SJirtftiT
Crtmann, Ütetiibclb, SdjrtftflL'Il'
BanSsrä'« ''aRttoUeb b« e«iBec-S6tat.
S«ii, aSar, «udibliiibi«.
»ctert, 3Sm, Cbertegifleut b. SefPnfltbntt.
eUetim, ^arre edd, Sebatteui bcS DidiM-
Seppe, Dr. l^LiiiI, Cbttlebttt.
tiäpmni Per öcjicf;*ii(d)aft 6EUI[ilier
Sttbntnandc&ürifler.
ificftel, Dr. 3)cgteningBa||fÄb[.
Snienbanj fie« Jptrjoaliitifn $DflBeatert.
©«SndCer, grau Dofat.
grnimt.
»«Der, Sobin«. 0(bm.
Sraütiflom, Dr. autltr'-
Sultbaupi, Dr. btim..
eiattbtblJDl^f).
mi*aell8, Stfiulelii (S., CpernfOnaerln.
r, aiojlt Slrtiftnit.
muiw, SBIlto, SArffiftcaEr.
Srtantou brf «anttittcntfr (gerb., aHor.
Allrt u. SR. »etcbarb).
MmIct, Httebrt*, ȟifibftnbln.
VcTibn, Cmanuel. Sibairivfclei.
Stmner, gutnfd, Kibaftnir b« ScrlmiF
Sa^^C, Dr. gjlar, JlgL S^eöettiil.
St^mnann, See.
6d|iIoii!«fi, Dt. 3D6n, Eftriflftellec.
Sfefre, Siejlrieb, ^cfrat.
Simon, Dr., Snftiitat.
SttiDlniB, Btolf. i-g.: geiif »[od) Erbfn,
Sitaiaaatmu.
©Uaiibülb, «bilipp, Sorj. b« öefftng-
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