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Full text of "Christliches Gemüths-Gespräch, von dem geistlichen und seligmachenden Glauben, und Erkäntniss der Wahrheit, so zu der Gottseligkeit führet in der Hoffnung des ewigen Lebens, Tit. I, v. 1 : in Frag und Antwort für die ankommende Jugend, wodurch dieselbe zu einer heilsamen Lebens-Uebung möchte gereitzt und gebracht werden"

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' 




ANDOVER-HARVARD THEOLOGICAL 

LIBRARY 



MDCCCCX 



CAMBRIDGE, MASSACHUSETTS 




©etftltd^en unb feligmad^ienben 

unb 

So )tt ber ©ottfeligfeii führet in ker ^off^r 
nuttg bei rtoism Sefteni* 

lit. 1, ». 1. 



^rag nnb 9(nttD0tt für M^ aitfommenbe Sugtirti/ 
tDoinitA bicfellie )n emer beilfomcti ^ckn^4Ieluiag 
ntüAte gereift mtb geibraAt-it^i^n. 

Dfalm 119, 9. 
^te mfi^i bo<i> dn^üngling feinen fBeg ^fl§ Beritten, bann In fHifer 

« 

^er SBaifttibeit jttm heften» 

Sancaftcr, Ü^«« : 
1 8 « 9. 



# 



S)fa(m34, 

jtommet ^ev, t^r Stxnitt, iäf tvitt eud^ 
W %ntilft iei ^errn (eieren. 



1 3: i m. 4. 

^te letbUd^e ttebung tflt toentg ttu^ ; 
abft ©Dttfeligleit tfl.ju a0en !£)ingen 
n\t1^, unb $at i)ie iBerl^eiffung btefe^ 
unb auji^ be« ^ufönfHgcn geben«. 






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(C' r ft e g r a g e.— 5Wiif ein SW^nfd^ o^ite bte 
VS^ not^igcn ©orgen fo aur Setbed =» S^ot^turft 
f^e^ören, auä^ me|r beobad^teit ober betrai^tcn, 
faturc^ er möge fein ©emüt^ tn guter S^ul^e be«* 
Ratten ? 

Ä rt n? ort — 3a fre^Iidb, tDcilen er fcnften öld 
ein Sie^ in ber 2ße(t (eben trurbe, t>er!^albcn er 
tann al« ein Jjerflänbiger ^enfd^ fottfee^ tro^I be- 
trachten fott, unb feinen ®tan\> gegen antern ^t^ 
fcftopfen (fo neben il^m leben, unb i^re 9?al^rnng 
ctuc^ öon bem ßrbboben l^aben) tjalten mu^, »o*^ 
tutc^ er bann beftnben wirb, ba^ er nicbt allein 
in ber Srfe;tntnif (bie Srcatirren) in fielen <BtH* 
(fen tuirb übertreffen, fonbern ba| au^ ^iel ein 
böserer ®eijl be)^ i^m fe^e, alö be^ bcn Kreaturen/ 

2. g r* ©outen aud^ toot)l 3yjenfd)en fepn/ bie 
tfinen ^^ö^eren ®eifl be^ Pc3^ felbft, al« be9 bem 



- 4 - 

55ie^ 3U fc^n beftnben, nnt t»od^ barfur l^altcrt, 
f Äg flc in bicfcm Men i()r ®tmnt1) in guter S^lu^c 
x^crmögen ju erl^altcn ? 

5t tt t. Söldner 9Kcnfc^cn flnb mcl^r al« aw ötel 
in t)iefer 5öeU, »eld^c nic^t allein mit 3öortcn, 
font)ern auc^ mit Sßerlen, ^anW, Söanbel unb 
Cv^cberbcn erzeigen, t>a^ fic üon i^rer Seelen ^eiC 
nid^t« ttJijfen, öiel mcniger jtd^ barum befümmern, 
ja. Weber jic^ felbjl nod^ i^ren ©tanb erfenncn, 
uWb ärger leben ald baö 3Siel^e ; mann aber einer 
über anbere »ort biefen 9Wenf(S^en eine^ anbern 
uub bejfern Sinnet »erben, unb in anbere ©e* 
trad^tungen fommen (treld^eö aber ol^ne ©otted 
^ufd^idung nid^t gefc^e^en fann) unb in fott^cr 
Betrachtung fortfahren, »erben fie nid^t attein ^u 
ber S5ef(^affen^eit i^re^ (Staubet, fonbern anä^ 
^\i einer großem Srfenntntp il^rer felbj^, unb t^^- 
re^ ()ö^ern ®eifte^ fommen, gleid^ »ie öiel meife 
•Oetben ju einer fo großen Srfenntnip fommen 
ftnb, woburd^ fle anoere ^]IBenfd^en (toeld^e au^ 
Unad^tfamfeit i^rer felbft bergeffen, unb me-^r öie^- 
bifd^ aU menfd^Ud^ gelebet) mit i^ren finnrcid^en 
^prüd^en gefud^t f^ahm in eine bejfere unb I)öl^cre 
i£r!enntnip ^u bringen, unter toeld^en <Binn^ 
^Sprüc^cn ber nü^Iid^fte unb bcfte gead^tet »irb : ^ 
(V r f enne bi(^ fe Ibjl» 

3, g r. ©oüten axiö^ tool^l SRenfd^en fepn, bie 
fic^ felbfl aU 9Jienfd^eh nid^t crfennen ? 

fint» (Süld^ed ^aUn nid^t aüein bie meifen 
•öeiben burd^ Unterfud^ung befunben, fonbern bie 



— 5 — 

Srfa^rung leieret nn^ tä0li($, ba§ berg(d(^en 
SRenfd^cn (?nl), bte aU hUrCtt Reiben feine Sr* 
fcnntniß ii^xtt feli6fl T^aBen, fonbern mtf^x t)ie^if6 
al« menfc^lid^ leben, »orau« offenbar gu erfe^en, 
baf (te meber fld^ felb|t, nod^ i^r ®ef^öpf, no(b 
ben ®etjl fo in i^nen ijl, erfennen» 

4, g r, 3Borin befielet tiann eine^ SRenfcfeen 
toal^rl^afttge unb redete Srfenntnip feiner felbß '< 

9 n t £)iefelbi9e bejle^t in stt>ei @tädFrn. 4* 
3tt crlennen, ba§ er an^ nnb ^on ibm felber, fo 
moi^I in auperlid^m aU geifllit^em, nid^td )>er^ 
möge ober befleiße» 2. 3u erfcnnen feinen nid^tigen 
unb befd^werli^en ithtn^^'ßu^atit. 

5» g r* ^aben bann bte Ittugen Reiben fol(^e« 
and i^nen felbfl ISnnen erfennen, ba^ f!e anbere 
burd^ i^re @inn*®<)rfid^e gelel^ret ^ben ? 

a n t. DieHugen J^eiben ^ahtn bur(^ ba« ?id)t 
bcr 9latur unb fleißiger Setrad^tung i^red ©ei- 
jte«, »ie aud^ burd^ SJnfe'^ung be« Sußerlid^en 
Sefend, gegen anbem lebenbigen ©efd^Bpfen bie 
Sr!enntniß il^rer felbfl befomnten, jubemej^baö 
berrlld^e ®efd^8pf ber ^Imntel^ ^ Cejle^^lnb beren 
in allen ©efd^öpfen offenbare fel^enbe unb wirfenbe 
Äraft betrad^tet, »oburd^ fie bannod^ gu einer P^ 
^eren Srfenntnip- fontmen finb, namlid^, ba§ 
ttid^t« an^ fld^ fclbjlen, fonbern, tin Urf^rung, 
^anpt nnb Söefen fei^n muß, »orinnen unb too* 
burd^ alle Dinge f!nb, unb burd^ beffen Sßirfnng 
am in feinem ©tanb unb ffiefen erl^atten »irb. 



— 6 — 

3)er 1. eimUnB s HrttfeL— Son 9$tt 

6. 5 r* 2ßad für «in Urfprung ifl e^ \)ann, mo=- 
ri«, »oöott unb twoburci^ wir ünti atte !r)ingc fitib, 
uttt) au(^ im Sßefeit cr()aUen werben ? 

2t n h Dlefer Urfpntng Ifl ber große unb un=* 
fcegreiflid^c @ott, fo oBen Im ^immel alle Dinge, 
wie aud^ auf Srben nrCti in ben Sßaflcrn aÜeö 
erfd^affeu, ja, ein ©d^Bpfer unb Sr^alter aller 
Dinge i% unb atte^ mit feinem fraftigen 2öort 
ei#a(tet, öon »eld&em ®ott, ber ^enfd^ einen »icl 
l^o^eren ®ei|l aU anbere ©efd^öpfe empfan=» 
gen 6at, weilen er-nad^ beffen Sfcenbilb erfc^ajfen, 
®en* 1, »• 27. Unb aud^ öon ®ott aU ein 
.5)crr über atle;j)inge gefegt worben» 

7. g r. @inb aud^ ber flugen Reiben ©inn* 
Sprudle i)or nn^ genug, au biefer l^ol^en Srfennt- 
nip ®otte5 3U fommen ? 

21 n t. Die (Sinn ^ ©prüd&e ber flugen Reiben 
finb un^ barau nid^t genug, oB wir gleid^ ctwaö 
bargu fcemerfen fönnen; fonbern bie l^eitige 
Sd^rift Iet)rt un^ ba^ mit öiet mel^rerer Älar^eit, 
unb fejr fielen Umflänben» 

8. St^ 2ßa« ift bann bie Zeitige Schrift für 
eine'^Sc^rift iiber anbere ©d^riften ? 

Sl n t. Die ^eilige ©t^rift ijl eine ©d^rift ^on 
©Ott gegeben, aU ben 2Benfd^en nii^Iid^ jur Sefir, 
aur ©traf, au4? 95c(ferung, unb awr Unterweifuhg 
in ber ®cred^tigfeit, 2 2:im. 2. ö, 16. . Durc| 
l)od^crIeud^tete, la l^elUge, unb über anbere mit 
®otte« ®eijl begabte 2Jienfd§en, l^erfür gebracht, 



— 7 — 

weld^e fol^ ©d^rlft ^ercbct ^aUn tnxä^ Singe- 
buitg ^otte«; uitb getrieben burd^ ten ^eiligen 
®fi^ 2 ©am, 23. ö. 2. 2 9)et. 1. ö. 21, Va^ 
^er (!e ble l^etüge @(S^rift genennet tt)irt. 

9. gr. ^e^ret bann an(|bie ^eilige ®(^rift,fca§ 
man au feiner ©eIbft*Sr!cnntnif fommen muß ? 

?l n t Dat)on i^ai man fo »ie( 9la(^ri^t in ber 
heiligen ©(^tift, baß e^ übcrflüßig wäre biefe(6en 
anju^te^en, mie bann anä^ bie Eiligen ^}J^anner 
(Sottet (worunter ber ÄiJnig unb 1)rop^et Dat)tb 
au^ einer mar) gefc'^en, baß öiefe ^^enfc^nt i^fer 
felbfl t>ergejficn, unb bie ^errlicj^fcii i^reö ©d^ö)?^ 
ferö ni(^t erfannt, aU er fagt, 3)fa(m 100 : gr* 
fcnnet bo^ baß ber J^err ^ott x% benn er l^at 
ung gemalt, unb nii^t mir felbft»- Unb abermaf, 
f\aht\ 39, t). 7 : 2öie gar nii^ts pnb aUe mm- 
fc^en, bie bo(^ fo fidler (eben ; pe ge^en ba^er mte 
tin ©chatten, unb ma6:im i^ncn öie( t)ergebU(^e 
Unrul^e; foaber (t(3^ jemanb laßt bünfen er fcpe 
ctma«, (»erflehe, au« i|m fclber) fo er bod^ nici^tö 
tft, ber betrügt ftc^ felbji, lel^rt 5)aulu«/ ®aL 6, 
w 3. unb meiter, 1 Sor, 4. ö. 7 : 5öad ^afl tu 
"jMenf(]^, ba« bu nid^t empfangen ^aft, fo bu ro 
aber empfangen ^a% m(t« rü^mcfl bu*bi^ bann 
aU ^ättejl bu e« nidbt empfangen ? 

10» g r, 3fl e« attcin für ben ^enfd^en genug, 
^u ber grfenntniß (^otte« unb feiner felbjl gu 
fommen, bamit er baburc^ in bitfem ^tbtn ein 
geruhig ©emut^ unb ©emljfcn ^aben möge ? 

a n t. . Da« i^l no^ ntd^t genug, fonbern cv 



— 8 — 

mn^ mit feiner Srfenntni§ meiter gefeit, um nod> 
me^r Srfenntnip oon tem großen ®ott gu erlan« 
f^en, bürd^ meldten unt) )}on tpeld^em er fei^fi UHt> 
aUt^ i% mie tann bie l^eilige ®(^rtft t)on ®ott 
'^tn^tt, bap er aud^ ber fe^e, ber atted turd^ bae 
2öort feiner Äraft crl^alte, ^c6. 1. ». 3. 

ll.gr» @inlD bann biejenii^en, fo bic ^eilige 
©d^rift nid^t gehabt, bur^ SSetrad^tung i^ree 
(Stanbeö, unb ^fifd^auung ber gcfdfeaffcncn ©inge, 
ni(!6t IM ber reiS^ten Srlenntni^ ®otte^ fommen ? 

Ä n t. ®^ ift »ebcr bie erfle nod^ bic anbere 
(£v!enntni§ (^enug gewefen, bann bien?eil fit a\xi 
benen erfd^affenen ^Dingen gefe^en unb gemußt, 
bag ein ®ott fei^n mup, unb ifi, ber folct)e Dinge 
gef(^affcn, benfelben aber nid^t geehrt aU einen 
(^ott, nod^ i^m gebönfet, fonbern in i^rem Did^^ 
ttn unb Straften eitel »orben, unb i&r unöerftän^ 
bige^ ^erj ünrfinftert ift, fo finb fte gu 9iarren 
worben, ba fte fid^ fclbft für »eig hielten, 3löm. 
L D. 21, 22. gp^ef» 4, ^. 18, !Ettnn atteö iua^ 
man t>on ®ott erfennen fann, ()at it^nen ^ott 
geoffenbaret, 9l6m. 1. ö» 19. Unb wo^in fte jgj:* 
ner öerfaUen finb, wirb in biefem Gapitel bepge^ 
fuget ober erflaret $ alfo, gleid^ toit fie nid^t ge«' 
adUct Traben, bag fie ®ott im ©ettjiffen trugen, 
fo l>rtt fie oud^ ©Ott ba^in gegeben in einen "otx^ 
fel)rten Sinn, ju tl^un »aö untü^tig ift, Slöm.- 
1. t\ 28, 

12. Sr. 3fl e^ aud^ genug, ba§ man fd^ted^- 
tcrbing^ glaube unb bar^oor falte, bap ein ®ott 



— 9 ^ 

\tpt, ber ten J^immel, bie Srbe urCt bad ffiaffer, 
ntijli aUem wad auf unb in bemfelbett iß, erfd^af^ 
fett unb Qtmaö^t ^at ? 

3( n t S^ ifl gemi§U(i^ bamit nic^t ittin^, ba§ 
man fd^te^terbing^ glaube, unb bafur l^alte, ba| 
ein ®ott fei^e, unb it)me alfo allein tin ®ott la§e 
bleiben, »ie unb toa^ er an i^m fe(6er ifl, o^ne 
fic^ nad^ i^m unb feinem :^eiligen SBort a» ri(^^ 
ten ; fonbern td ße^et gefd^rieben, ber ®frec^te 
toerbe feinet -©(aubend le6en, bann ®otted Sern 
))om Fimmel mirb offenbaret über atted gotüofe 
ffiefen unb Unre^S^t ber ^Renfd^en, bie bie SBa^r^ 
beit in Ungered^tigfeit wX^ 2iigen öerfebren, 
mm. 1. »• 17, 18. ®leid^ »ie üon folc^en (Jr- 
fenuern aud^ gejeugct^wirb ; fie fagen fie erfennen 
®ott, aber mit il^ren Serien öerläugnen fie ibn, 
ftntemal fte ftnb, an meldten ®ott einen ® reuet 
bat, »eilen fie feinem SBort ni(^t ge^ordben, unb 
}tt atten guten SQerfen untitd^tig unb ungef^icft 
finb, ZxU !♦ t), 16. 

13. gr. S5Ba« mup bann bep ben SKenfdben 
me^r au^ beut (3ianbm unb ber Srfenntni^ ®ot^ 
ted beobadbtet unb getb^n »erben, bamit er tin 
rubiged ©emüt^, unb in biefem ititn Hoffnung 
in ©Ott ^aim möge ? 

31 tt t. Der SKenf^ muf f!d^ burd^ ben ^lau:* 
hin bem großen ®ott ganj unb gar untermerfcn 
unb ergeben, unb p^ in aüen X)ingen bcmfelben 
ge^orfamlidb erzeigen, {a au6;i t^nn, ^>reifcn, bie- 
nett unb fürd^ten, wie foldbe« in ber Zeitigen 



- 10 - 

©d^rift öidfältig »on und geforbcrt wirb, in totU 
d^cr f!(^ ®ott ber $err bcn SRenfd^en al« einen 
»Öerrn, ja aU einen 25ater t)or|le(Iet, ba er fagt : 
Sin ©oi^n foü [einen Sater e^ren, unb tin Äned^t 
feinen $errn fitrd^ten ; bin iä^ min euer Sater, 
wo ijl meine S^re; bin id^ euer ^err, wo fürtet 
man mid^ ? fprid^t ber ^err 3cbaot^, 3RaL 1. i?. 
6. W(fo lehret aud^ SRofeiS bie ^inber 3ffaeld 
i^ren ©ott, ber fle au^ Sg^ptenlanb gcfü^ret, au 
erf«nnen mit biefen SBorten : 5tun 3f^aer, »ad 
erforbert ber ^err bein @ott öon bir anber«, aU 
ba§ bu i^n öon ganjem J^erjen, unb an^ f;anger 
Seelen, unb mit aüm Gräften liebejl, e^rejl unt> 
i^n ffirjj^tejl, unb bienefl if^m, unb in feinen ®c* 
gen »anbelj^, auf ba§ ed bir mot)l gel^e unb beinen 
Äinbern ewtglid^. Deut» 5. ü» 29, 6ap. 10. », 12. 

14. gr. ffiirb \xn^ bann in ber ^eiligen ©d^rift 
ber ttjol^lgefäßige unb öottfommene Sßitte ®otted, 
mie mir nämli^ «or i^m wol&lgefättig leben 
unb »anbcln fotten, ^tnn^^am befannt gemalt ? 

ai n t. 3)iefed ijl un»iberfpre(^iid^; ba§ nni ber 
oottfommene unb wo^rgefäflige SBiöe ®otted in 
unb au« ber l^ciiigen ®4^ift genugfam befannt 
gemad^t »erbe, bicmcit biefelbe ba« Söort ber 
SBa^r^eit, unb bie grfenntniß ber ®a^r^eit, fo 
jur ®ottfelig!eit »eifet, in ber Hoffnung be« ttoi^ 
gen Men«, STim. 1. 1^. 1. genennet ifl. Unb »0= 
|in bie 9Kenfd^en buri^ d^aiam gewiefen »erben, 
ba er fprid^t: ©ud^et in bem ^uö^ be« ^errn, 
unb lefct e«, e« »irb nid^t an einigem berfetben 



- 11 — 

fehlen, man etmangdt au^ nid^t tiefet ober iene^, 
't>ann er ifl ed aud^, bermetnem SRunb gebeut, unb 
fein ®eifl ifl e«, ber e« ^ufammen bringet, 6fa. 
34. ». 16. Vann aUt ©d^riften ^on ®ott ein- 
gegeben, flnb nu^ aur 2e^re, aur ©traf, gur 8ef- 
ferung, jur Swt^tigung, in ber ®ered^tig!eit, ba§ 
ein 9Wenfd^ ©otteiS fc^ i>oUfommen unb gu aUen 
guten 3ä55er!en gefti^idft, 2 Xim* 3. ». 16. 17. 

15. g r. SBeld^e« ifl bad ©auptfluc! atte« be^^ 
jenigen fo un& ju merfcn unb gu betrad^ten in ber 
betligek ^d^rift geleiert mirb, »oraud man gu 
©Ott l^offet ba« ewige geben ju l^aben ? 

ant. ©olc^e« ^auptflüdf ift, toie l^ier fd^on 
lum i^eil gefagt toorben, ber (Staube an ®ott 
unb fein l^eUiged Sßort, mit einer reinen unb 
feurigen Siebe »ergefcttf^aftet, alfo roann ber 
®Iaube öoöfommen mit ber Siebe be^fammcn ijl, 
bann wo ber wa^re ®(aube an ®ott ijt, ba ift 
bie iitU bc« ©rauben« ©efeüin ober ®efettf(3^aft, 
unb wirb alfo bil J£)offnttng ju ®ottin ben SÄen* 
feigen gleic^fam geboren, ba| alfo ba« ünt an^ 
htm anbern entfpringet, bann o^ne ®Iauben ifl 
t4 unmogUd^ ®ott ju gefallen, ^ebr. 11» ». 6. 
Dann aU ber i^err 3efu« ein^maU gefragt warb, 
»eld^e« ba« größte unb »orne^mjle ®ebot fcp, l^at 
er bem gragenben geantwortet : Du foflt lieben 
®ott beincn ^errn »on ganzem ^erjen, ^on gan»» 
3er ©eete, von ganzem ®emiit^ ; ba« anbere aber 
wäre biefem gteid^ : Du fottt litUn beincn 9la*- 
jlett al« bid^ felbp* «nbiefen swe^ ®ebotett Van- 



— 12 - 

gct bag ganjc ®efc0 unb alle ^^rop^eten, 9)?att^. 
22. ö. 37 bi^ 40* I)arum fagt aud^ 5)aulu^, 
(1 Jim. 1, »• 5,) bic ^aupt*(Summa bcr ©ebotc 
®ottc^ fc5^ Siebe au^ reinem ^er3en, unb gutem 
©emiffen, unb ungefärbtem ©tauben, bann in 
Gl^riflo 3cfu gilt Weber SSef^neibung noc^ SSor- 
i^aut etmaö, fonbern ber ®Iaube ber burd^ bic 
ntU t^ätig ifi, ®aL 5. ö. 6. Unb n^ann bicfe 
be^be fcjl j^e^en, fo bleibt ©taube, Hoffnung unb 
Ciebe, worunter bie iitlt baö gröpte i% 1 Sor. 
13. ö. 13. 

16. g r» @inb bann bie ^me^ ®tü(!en, nämtid^ 
bie Hoffnung unb Siebe, mit bem ®lanbtn fol* 
c^ergejl'alt »erbunben, b.a^ tnan o^ne biefclben 
feine Hoffnung au ®ott unb bem enjigen Scben 
i^aUn fann ?• 

21 n t. 3a fre^tid^ ifl e« ber ®taube, an^ mU 
c^em bie toai^xt Siebe il^ren Urfprung l^at, unt> 
»oburi^ bie Hoffnung gejlarfet wirb, ja tüie »ir 
furj ]&ier i)on und (4>cb, 11. »♦ 6.) gefagt l&alben, 
eine fo not^tvenbige ®ad^e, baß ed Oi^nc ©taube 
unmögtid^ fe^ ©ott gu gefatlen ; bann »er ni(!^t 
gtäiibt, fott öcrbammt »erben, f))rid^t S^rijlu^, 
ÜKatt^. 16. ü. 16. 

17» 5 r. SBaiS ifl bann ber ©taube eigentlid^ 
für dm <Sad^c an fl(!^ fetbjl ? 

21 n t. Der ©taube i(l, bag man ba«j[enige für 
bie a3a:^r:^eit auf- unb annimmt, fo un^ öon 
gtaubiöürbigcn gottfetigcn SRcnfc^en an^ ber l^ei* 
ligen ©d^rift »Irb borgetragen, »el^ed »ir für 



- 13 - 

fo unfehlbar ^alttn unb glanbtn foOen, aU oi 
mx e« felbcr gefc^en, erfunden, ober au^ Um 
^unbc ®ottc0 gel^üret ^atten> berglclc^cn Se* 
fi^affen^eit ed '^ann auä^ mit bem ^at, fo und in 
bcr ^eiligen Schrift öon S)auIo te^uget »irt, 
(§ebn 11, ö. 10 ba er \pxiä^t : Dann ber ®Iaube 
i|l ein gewiffc 3u»erfid^t bcjfen »ad man hoffet, 
unb nic^t zweifelt an benr »ad man nid^t ficl^et, 
glei^ »ie öon 9Wöfe in bemfelbcn Eapitel gelefen 
wirb : Durd^ bcn (SUnUn »erließ er Sgp^jten, 
unb furd^tctc nid^t bcd ^önigd ®rimm, bann er 
l^iette fidb an ben, bcn er nid^t fa^e, ald fa^e er i^n, 
t?. 27. äßo^on bafelbfl mit mc:^rerem gcfagt »irb, 

18, gr, 23ad unb »ie muj^ man bann eigent=» 
\iä^ unb l^auptfad^Iid^, an unb öon ®ott glauben, 
unb in bemfelbcn rcd^t unb too^t bc|lebcn, »eilen 
ciJ oftmals ter feligmad^cnbc (3iantt gcncnnet 
mirb, biefemnac^ bie fclige Hoffnung 3U ^aUn ? 

% n t ^anpt^aä^liö^ mn^ man neben bcm 
(Glauben an ®ott, »ie f^on gcfagt i% aui) bem 
3eugnig ^d ^eiligen Syangetii, an unt) üon 3cftt 
S^rijlo, bed lebcnbigen ©o^ncd ®ottcd, glauben, 
bann bad ifl bad e»igc Men, baß fte bid^, baß 
t)u allein »a^rer ®ott bijl, unb bcn bu gcfanbt 
bajl, 3^fum ß^rijlum erfenncn, 3o^. 17, 0, 3, 
^0 fagt auc% ^aulud, (fHöm. 10, ». 9, 10.) : 
"So bu mit beinern ^unb bc!enne|l 3cfum, baß 
er ber iperr fe^, unb glaubejl in beinern bergen, 
baß i^n ®ott öonben 3:obten auferwccfct ^at, fo 
»irfl bu feiig, Dann fo w^«w "^^^ ^^S^n glaubt, 



.» I 



- 14 - 

fo »irb man geredet, «nb fo man mit bem "Slnn^ 
htttnnt, fo wirb man felig. 

19* Sr» SBorauf map ber feligmat^cnbc 
®Iflute gegruttbet ober gcBaiict fc^n ? 

21 n t. 9lie^t auf menfd^licj^e 2öei«^eit, ober 
vernünftige »o^Igc^icrte Sßorte, fo au« il^ren ei- 
genen $er^en l^ergelrad^t »erben, fonbern aUein 
auf ba0 unfel^ltare SBort ®öUe«, toor^u und bie 
^eilige ©d^rift alten unb ntmn lejlament« bie^ 
net, unb von l^eiligen Scannern burd^ ben l^eili* 
gen ®eifl getrieben, gejiellt, (2 ^tt 1. ü. 21.) 
unb l^erfür ijl gebraij^t »orben, aud^ mit S^^^^^ 
unb 3Bunbcr betätiget, gleit^ wie ^au\n^ feinen 
®lauben barauf gegrünbet, ba er fagt: 3^6^ 
glaube allem bem, toa€ gefci^ricben fielet in bcm 
®efe^, unb in ben fxopi^ttm, 2lct. 24. i). 14. 
^iöeilen baö Söangelium bamald nod^ nid)t be^ 
fc^rieben geircfen. hierauf iveifet anä^ Sl^rijlu« 
felbfl, ba er fagt : . S3er an mit^ glaubet, wie bie 
j^d^rift fagt, öon bejfen Seibe werben ©irö^me bed 
'icbenbigen SBafferö fliegen, ^o^. 7..t)»^8. 

20. gn 3[t bie allgemeine ®lauben«-S5ef(^rei* 
bang, welche« man ba« ©pmbolum Slpoftolorum, 
über ben ^poflolifd^en ®lauben nennet, ober 
®laubcn«=:33e!enntnig, nid^t baiJ redete Sormular 
be« S^rijllic^cn ©laubend, unb »er bajfelbe alfo 
befennet, nid^t bie redete Sefenntnip bed S^rijHi* 
djtn ®laubend ? 

51 n t. Da« fogenannte S^mbolum 9())oflolo*= 
rum entölt jmar bie ^auptjlüdfe bed S^riftlid^en 
Glaubend, unbmag in fo weit wol^l für ein S5e* 



— 15 - 

!fttittiti§ ted ®laubeni erfannt ober ^tf^atttn 
merben, inbem ed mit ben (Schriften ber ^po^tln 
uberetnlommt ; ed ifl aber ni^t für bie Sßa^r^eit 
aniunel^men, ba^ e^^ tpie tiiti^ SRenfc^ett torge« 
ben, bur$ bie ^»ölf Hpo^tln alfo in Crbnung 
gebrad^t loorben feip, unb ein iegn(!6er 9^ofleI^ein 
Strtif^I bat)on aufgefegt ^abe, ed iß aber barum 
an fic^ felbfl nic^t*t>ern>erf[t(i^ ; aber ber feligma« 
(^nbe unb Sdangeli^(|e ©Taube erforbert no^ 
mehrere Umfiänbe ^u einer fernem ©laubend^^Un*» 
tenoeifung* 

21* g r. 3(1 bann biefer ©lauben« * Sprud^, 
mann man i^n nad^ ben enti^attenen SQorten au^* 
fprid^t, niö^t bie rechte Sefenntnif bed S^rijlU' 
4en ®(aubend, aU &on einem Si^riflen erforbert 
wirb, unb au ber SeHgfeit not^tocnbig fein mup ? 

a n t. Der feligma^enbe ®(aube be^e^et ni(i^t 
in ©orbringung eineö fo abgefö^ten ®pxu6^^, fo 
mit bem ©cbäd^tni^ Möff et, unb mit bem 5flunb 
t^orgebraät toirb, fonßen müßten auö^ bie ^Bä^nU. 
Äinber fdfon ben feligmati^enben ©tauben ^aben, 
»eil pe biefen (Bpxnö^ fertig, au^jufpred^en m)* 
fen ; fonbern ber redete »öttigc ©laube jur Seligfeit 
mu$ burc^ (efen unb l^ören bed gottlid^en ^ortd, 
in bem J&ergen unb ©emfit^e ber SKcnfd^en ge^ 
p^an^tt unb gefa^et toerben, unb toanned in bem 
Wenfc^en getouraelt '^at, fo erioerfct e« bur^ feine 
»irlenbe Äraft, in bem ganjen Wltn^ä^n Srüd^te 
tie« ©lauben«, totW »on anbcrn gefc^en »erben, 
wie fd^on rjorl^tn in ber löten Srage unb 2lnt- 



- 16 - 

mort flefagt, unb au^ 1 %\m. 1. ö. 5. ®aL 5. 
t?. 6. 6e»iefen i|l. Dann baf ber »a^re ®Iöubf 
lux ©eligfeit nid^t allein in ben ^erjen rul^et, fon- 
bcrn audj barau« »eripc^ret unb l^cröor gebrad^t 
»erben muß, ifi aud^ 3l6m. 10. ». 10. bewiefeit. 
Daß, fo man »on J^erjcn glauk, gerc(!^t, unb mit 
bem 9Jlunb Bcfenne, fclig merbe, ba^ero ^i^ttippu^ 
ben Äämmcret fragt, ba er fagt : ©lanbeft bit 
öon ganzem ^er^en, Act. 8. tj. 37. Unb ba^ ber 
©laute au^ Anhörung bed gSttlid^en ©ort«, 
über 2efen unb UcBcrlregung bejfclWn in bee 
Syienfi^en ^crje fommet, ba^ Pe^et man niö^t aU 
Uin am biefcm Stempel be^ Äämmerer«, unb in 
bemfelben Sapitel, an benen von ©amaria, fon- 
bem an^ 6e9 Slu^fenbung ber Slpofleln um ba^ 
(Evangetium gu prebigen, 2lct. 8. tj. 11—17. tüit 
and) be9 OTarc. 16, ». 15, 16. Dero^alben ber 
'npo^A faget, 3flöm. 10. ». 15 : SB i e f o U c n 
fie glauben »on bem fle ntd^t« ge^S* 
V e t l^a'btn. Unb le^tlid^ fagt er : Darum fo 
fommt ber ©taube burd^ ba^ ©el^ör, baö ©e^6r, 
aber an^ bem SBort ®otte«. 

22. g r. ^at benn ber erforberte ®Iaube au6> 
gemtpe Äennacit^cn, woran ber feligmad^nbc 
®IauBe fann erlannt merben, gteid^ »ie ein guter 
^aum an ^erffirbringung feiner grüd^ten er* 
fannt »irb ? V. 

^ tt t. 2Bo feine, grüd^te bed ©tauben« ge^ei* 
get ober gcfe^en werben, ba ijl ber löötlige unb 
wa^re ®taube an ben großen unb wallten ^®ott 







«xi, ftU "ölt ^Injel MT ftlwt ® 

'^«e i|l, Uni ni^t ein ©otttitr fern 
^ c^t, ber ^immri unb ßrten erful 
- faiflm 67. », 15 ; aifo f))ri(^t 

9«% /)}. fif noine in htt m 









^'nfflntt 



- 18 - 

^ctrf^ft, qU\6^ »le rin Äaifcr wnt Äonig in fei* 
ncm ^^Id^e ? 

31 n t Der gropc ®ott bc^ ^Immel« unt> bcr 
Srten, Wirt) un^ idoI^I iit tem Fimmel 3U fe^n 
bezeuget, c|tetd^ »ie er auä^ im J^immel ifl, unt 
«n« in Slbjid^t, fcaß »ir nur aUein auf ber ®rt)en 
(Inb, alfo bebeutet »irb. S^ »irb (Sottber^erv, 
ber ba« Srbreid^, ob er wo^l baffelbe erfd^affc«, 
unb bo(^ nid^t bebarf, barum in Unterf(!^eibung 
t»on und in bem Fimmel ^u fe^n befennt, d^eic^ 
tt)ie aud^ im ©ebet beö ^errn, Wlatt^. 6. geleistet 
mirb: Unfer SSater ber bu bift im ^im* 
«tel. S3ir müjfen aber barum ntd^t meinen, ba^ 
®o^t ber ^crr in einem fo »erfc^Iofeneni^immel, 
toon ber (Srbcn, ba mx finb, abgefd^ieben fepe, 
qitiä^ »le ein Äönig fici^ in feiner S^eftbenj, tton 
feinen anbern ©tabteu, l^änbcrn unb Untert^a^ 
nen abgcfonbert, aiifbaftct; )"onbern®ottberi£)err 
ifl ein ®ott WcraK, \\>\c t^aiui Daöib in bem 139. 
^falm, mit i)ielen*llmj't»iut^eu ^.a>n il)ra bezeuget, 
unb ber $err ftlOft burc^ (ffaiam fprlcj^t: I)er 
i&immel ijl mein ©tu^I, unb bic Srbe ein ©d^e* 
mel meiner gü§en, Sfa. 66. v. 1. 2Btc ber weife 
Ä9ttig ©atomon ben großen ^ott anäii öerel^ret, 
ba er ben Ztmpä eintweil^cte, inbem er alfo fagte : 
"Der Fimmel unb aller i^immeln 4)immel mögen 
bid^ ttid^t einfd^Iiegen/' 1. 3leg. 8. », 27. Dann 
ob lool^l ®ott üielmal in bem ^immt^a fepn bf:* 
aeuget »irb, fo i(l er bod^ nid^t fern oon einem ieg. 
lid^en unter un(?, fagt ber Slpofler 3)auluf?, «ct. 
17. t)/27. . 



— 19 — 
3)ct 1. «rtifol.— 8m ftnt WülU^tn (H%tn^ 

24, g X. 3 jl ^ann ®ott t>er ^rr fp »ol^I Btö 
und 2Rettf(^en ^ier auf ^er grbcn, at« Je^ ten 
6nfleln im Fimmel? 

a n t ©ewif It(^ tjl.®ott ber ^err fo »o^I te? 
und auf Srben, ald be^ ben Sngeln im {){mtne(, 
unb »Ir 9Wenf(]^ett auf Srben fo »o^l in feiner 
©egentüatt, alö bie Sngel öor feiner ©egenwart 
im Fimmel; bann alfo fprici^t ber J^err burd^ 3^* 
remiam 23. ». 23. 24: Sin i(^ nid^t ein ®ott 
ber na^c ifl, unb nid^t ein ®ott b>r ferne fe9e,"bin 
t(^ e^ nid^t, ber ^immct unb Srben erfüllet? Unb 
burd^ gfaiam 57. ». 15 : ^Ifo fpri(^t ber $ü^e 
unb giirtreflid^e, ber bie Swigfeit einiDo^net, bep 
^amm l^eitig ijl, ic| tüo^ne in ber ^öl^e unb im 
iE^eilfgt^um, unb auä^ ki? bent ber eined gerfd^Ia* 
genen bergend unb bcmüt^igcn ®eifleg ifl. ®oI* 
^eig ielennet auc^ ber ^önig ijnb ^xop}^t Daöib, 
9)fa(m 139, ». 7, 8. ba er fprid^t: SBo foll i* 
^inge^en »or beinern ®eijl, unb n?o foH iti^ ^in^ 
Piel^en i)or beinern 2(ngeftd^t ? gül^re id^ gen J^im^ 
mcl, fo Wjl btt ba, bettete iö^ mir in bie $6lle, ffe^e 
fo biji bu auä^ ba, unb fo ferner fort. 

— -0— ^ 

5)et 2. «rtlfel.— «on bcit ©üttli^en.Sigcns 

f haften. 

25. g r. 3ft bann »on ®ott nod^ me^r ju glau- 

2* ' 



- 20 - 

(en Uttb }tt 6elentiett, aU ba§ er fo ^ofjl auf di^ 
ben a(d im ^immtl, unb alfo überall gegenmar^ 
tig fe^e? 

21 n t, ®^ jlttb ttoc^ me^^r unterfc^icbltd^e gött* 
U(j^e Sigcnfd^aftcrt üon unb in ®ott, ber tin ®ott 
be^ ^tmmel^'uttb ber Srben ifl, ^u glauben ntCo 
au bcfennen, al^ tiefe, ba§ er nämti^ ein großer 
$err, {a ein $err aller Ferren, unb ein Äünig aU 
ler Äönige fi9e, ber ni^t allein Fimmel unb Srbe, 
ba^ SJaffcr unb allc^ maö auf unb in bemfelben 
ijl, erfd^affen, fonbcrn x^m aud^ atte^ pgc^öret, 
bann alfo »irb baöon bezeuget, 5^falm 24, », 1 : 
"Die Srbe ifl be^ ^txvn, unb »a^ barinnen i% 
anö^ ber Srbbobcn, unb »a^ barauf loo^ncf 
Unb weiter, 5)falm 95, »• 4, 5: "Dann ber $err 
fjl tin groper Oott, unb ein großer Äönig über 
alle ® Otter, in feiner ^anb i% wa^ bie Srbebrin* 
get, unb bie J^öt)e ber Serge ifl an^ fein, fein ifl 
ba« 9Wecr, bann er ^at eö gcmad^t, unb feine ^änbe 
^aitn ba^ Zxoätnt bereitet. 





Ser 3. «rtifel — »0n ben ©ottlidlen eigcm 

f^aften. 

26. gr. galtet ber feligmad&enbe ®laube nod^ 
einige befonbere göttUd^e Sigenfd^aften in ftc^, 
mnn t§ ein i)otl!ommener Svangclifd^er ®laube 
fe^n foü? 

31 n t. Um red^t »o:^l unb öoBfommen in bem 



- 21 - 

©lotitm an ®ott )u Be^l^eit, muf unfer ®I«H5e 
folgend« ber l^etligen ©ci&rift, au(]^ bie Srlennt^ 
nif ber gottli^en Sigenfd^aften, fo un« in ^r 
leitigm ®(!^rift t)on i^m kfannt gemacht »priest, 
enthalten uni in f{d^ ^aben ; unb ba^ matt fo 
»0^1 ciianht, baf ®ott ber S^x ein ®ott fold^er 
Sigmfd^aftfn fe^e, ald ba§ man glaube, ia^ er 
ein ®ott fe^, bieweil au& fold^em ®tauben, toit 
au^ aud bee (Srfenntnif ber gottli^en Sigen« 
fti^aften, attein ber ®el^orfam unb bie gnrd^t ®ot- 
ted folget, in toele^n @igenf(i^aften ®ott 
ber $err üortrefli^ i^ »le3etemia« baWn 
zeuget, dap. 10, i>. 6, 7» ba er fprid^t : "Dir, 
öerr, ijl niemanb gleid^, bu Wjl groj, unb bein 
^lame i^ grof , bann bu lann^ t€ mit ber Si^at 
betoeifen. ffier fotite bid^ ni^t furd^ten? Du 
Äonig ber Reiben, bir foB man fa ge^ord^en,*' 
8eine ®röf e unb "Sflaä^t bruift T>ax>U> mit fol- 
gen SBorten au«, 9)falm 50, »♦ 3, 4, 5. ba er 
fagt: Unfer ®ott lommt unb fd^weiget nid^t, ein 
fref enb geuer gel^t öor i^m i&er, unb um il^n l^er 
ein groß SBetter ; er ruft i^immel unb Srbe, baf 
er fein Soll rid^te; i>erfammlet mir meine ^eüi* 
gen, bie ben Sünb me^r adfeten bann Dpfer* Diefe 
Srfenntnig l^at Daöib bewogen gu fagen : 3d& 
fürd^te miäi \>ex bir, baß mir bie ^aut f(3^auert, 
unb entfe^e mid^ t)or beinen SRed^ten* 

27^ g r. ®a« flnb ba« für göttUd^e Sigen* 
Waften, fo nn€ bie Zeitige @*rift offenbaret 
tpeld^e man fo not^wenbig mit, rjon, unb in ®ott 



/ 



- 22 — 

^lanUtt mvi% aU ^af man glauben mn^, ^a^ 
ein ©ottff^c? 

9trtt. Die gBttH(|cn gigcnfd^aften, fo ttn« in 
l)cr ^eiligen ©d^rlft tcfönnt, uitb ^on un« fefltg^ 
lid^ geglaubet wcrt^en-foHen, fln^ folgende, baß 
namll^, ®ott bcr iperr ein ciutger ®ott, bcr \>a 
emtg, attmari^tfg, »a^ri^afttg, geredet unt) ^efUg, 
ia ettt affwtjfcttber ®ott i% morln er fo njo^t »on 
i^m felbfl ai« Ü6er dtte STenfd^ett befielet, unb tx^ 
aeiget Sarm^^cr^tgleit über aüe ble Ü^it fürd^teii; 
uttb t^m Qti^oxd^tn aU einen gnäbtgcn, barm* 
^cr^igen, langmütl^igcn, fanftmütl^igen ®ott, bcr 
3)arml^eraig!ett t^ut an ütct taufenbcn, bic t^n 
Heben unb feine ®ebote ^alttn, Syob. 20. tt. 6. 
Die erflen fieben getfHi(3^cn @igenf(^aften aber, bie 
ben frommen gur Sorflc^tigfelt in i^rer ?>ilger* 
fd^aft biefer Sßelt bicnen, gereichen ben So^^afti^ 
gen, Ungel^orfamen unb ®otttofen jum ©^rcrfen,* 
«ngfl unb gur(3^t, inbeme f!e bie ©utt^feit ®oN 
M mtgbraud^en unb iDerad^ten, unb l^äufcn atfo 
burd^ i^re t)erftoif tc unb unbußferttge ^erjen an 
fld^ felbfl ben 3orn ® otted, auf ben 3:ag bcö ßorn^, 
unb ber Offenbarung be« geredeten ®eri(j^t^ ®ot^ 
M, in »rfd^em »ergoltcn »irb einem JegU^en nad^ 
feinen SBerfen, ffiöm. 2, ü. 5, Dagegen aber bie 
®ütig!eit bei3 ^crrn aüegeit über bie ijl, fo i^n 
fürd^ten unb il^n lieben, unb fld^ mit Dayib trö* 
ften, baf ber $err fenne wa« für ein ®ema(^t 
wir Pub, unb gebenfe baran, ba§ toir <3tan^ flnb, 
•9)farm 130. ö. 14. 



- 23 - 

28. ^ r. fBarunt {{l e« fo not^men^ig ju gtau^ 
ben, ba^ ®ett ber ^etr ein ®i>tt ^on fot^anen 
göttU<i^en gi^enfc^aften fe^e? 

9 n t Darum ifl ed fo notl^menblg ju ^lau^ 
btn, bietoeil ed ju me^rer Heiligung, ^c^ac^tung 
unb Sere^ning feiner ^errlic^en gottfit^en SRaje*» 
flat, be9 unb unter ben ^Renfc^en btenet, unb bap 
e« ben ?lttfmerfenben tint ben>egcnbe Urfa^ |u 
ber gur(!^t Ootte« i)% bann wann folci^e göttH^ 
(Sigenfd^aften im ®(auben ni^t üerfaßet tt>aren, 
fo foüten bte SFJenfc^en (eii^tlic^ wtcber ju bem 
6eibnif(^ett 3rrt^um »erfaüen, fo aüer^anb un^ 
beroeglid^c tobte 93i(ber Ratten, unb bie für i^re 
(dotier gleiten, benen jicar J^änbe, Süße, %uc^tn, 
O^ren unb ^JKäuIer angemadit marcn; aber ba* 
mit meber greifen, gelten, fe^en, t^ören, no(ft reben 
fonnten, ?)fa(m 115. \j. 5, 6, 7. Unb hielte alfo 
ein {cber burd^ feine Gfnbilbung feihen ®ott für 
großer aU bed anbern, gfet(j& mt fie au(3^ ^on bem 
C9ott beiJ .^^immelö, ben 5)aulud prebigte, urtl)cil^ 
ten, 9tct. 19, \). 28. unb man bei^ be/^d^ifffat^rt 
3ona 1. \>. 6. feben fann, bag ein jcber feinen 
(^ott angerufen ^aOe; unfer ®ott aber ijl ein ©ott 
über aüe«, ^oA gelobt in Smigfeit, JRöm. 9. ^. 5. 

29. g r. 5ßad ^aben luir für Sfwgniß tu ber 
beiligen ©d^rift, baß ®ott ber iperr ein ®ott fol- 
d^r gi>ttnc^cn Sigenf(!^aften fe^e, unb wor^u tic^ 
net un« ba ffetbe ? 

^ n t. ©ir ^aben barum in ttx ^t\\[<\tn ^Scftrift 
überpößig ttiel Seugniifen, unter n>r^cn mt>\t^ 



- 24 - 

ber erjte geiDcfen, mit bem ©Ott bcr ^err gcrebt 
t^at »Ott atttgegc^t 3tt anßcfid&t, ffijrob. 33. 0. 11. 
SBclc^r bte erj^cn Söortc ®otte^ in jteittfrn Xa* 
fettt emjjfangcn, unb ben 9Wcnfd^cn weiter über* 
gektt, e;;ob» 31. i>. 15. I)er aucfe Deut. 6. t). 5. 
oott ber (Sinigfeit ©otte^ dfo a^uget: •& ö r e 
3frael, ber ^err unfer ®ott ijl ein 
einiger ® 1 1. Unb aUxmai, Deut. 4. 0. 
34/ 35 : 3^r ^abt e^ atled mit euren Stugcn ge* 
fe^en, »ad ber $err, euer ©ott, t)or eud^ getl^an 
W iw Sgv^tentanb, auf bap i^r »ijftt, baß b er 
^crr allein ©ott iji, unb fonft fei- 
ner m e 1^ r. Unb burd^ ben ^^ro^ct Sfaiam 
zeuget ©ott ijon pd^ felbftcn, ba er fagt: 3«^ ^in 
ber ^err, unb fonft feiner mcl^r, fein ©ott ift ol^nc 
id^, bann id^ bin ©ott, unb feiner mel^r, ein ©ott 
bcßgleid^en nirgenb« ijl, Sfa. 45. 0. 46, 9. 2luf 
baß aüe SSöIfer auf Srbcn erfennen, baß i(fy ber 
Jperr ©ott 6in unb feiner me^r, fagt ©alomon in 
bem ^äi^ivi^, in feinem i^tti^antn ©ebct, baß e« ba« 
ft^nje 3f^^<i^t antrete, 1 33ud) ber ÄiSn. 8. ü. 60. 

30. gr. SBorju fann un^ bie Srf enntniß bic= 
neu, baß ©ott ber ^err ein einiger ©ott ijl? 

^^ n t ^old^c^ fann un^ in öielen ©tüdfcti 
bienlid^ fe)?n, erftlid^, toann loir ettoan bcp ©elf* 
lienl^eit, in frcmbe Sänber unter l^eibnifd^e SSö(fcr 
fommen möchten, aümo man frembe ©ßtter, ober 
@onn, ?Konb ober <Stcrncn anbetete, unb und 
barju nötl^igen tooHten, baß Joir al^bann an bie 
^c^r e^rifti fotten benfen, ba er fagt ; Du foüt 



iW 



- 26 - 

anbeten ®ott beimm ^xn, uti\> f|m aUetn bie« 
neu, Watt^* 4. t>. 10« ®iei(^ tote ber Sttgel |u 
39l^nne fagt : Sete ®ott an, Slpoc« 2« d. 9. 
I)ann ob wir glet(i^ an bem Snbe ber fSkii in 
%fxa, ^früa, ober ^merüa mären, fo f^aUn mir 
t)0(^ bafelbfi unfern ®ott, ber ein einiger ®ott 
^imnteU unb ber Srben iji, fo mo^I aU ^ier an^ 
^ukten, glei^ mie Daniel in ber Sömengruben, 
unb bie bre^ 3üngtinfle im fenrigen Dfen; ob fit 
f(^on in fremben Sänbern nnter feibnifd^en S6I* 
Fern maren, l^aben fle bod& ben (Bott be« ^immtU 
angebetet, unb finb erl^oretjfoorben, aU ju fe^en 
i}l bep !DanieI am 3, unb 6. (Sa)>ite(, mie auc^ 
öonad in bed ^aOftfc^e« Sau^ 3on. 2. t). 1. 
Dann er ijl ein ®ott, ber nai^t unb fernf ift, 
3er. 23. 

31. gr. SBie unb mo mirb un^ bezeuget ober 
bemiefen, bag ®ott ber $err ein einiger ®ott 
ff^e? 

^nt !Diefe^ mirb un^ jum erflen bezeugt unb 
bemiefen in ben äBerfen ber ©d^opfung, b(l§ ®ott 
ber J^err f(3^on gemefen, el^e attc flij^tbare unb un^ 
fid^bare t)ingeerfd^affen morben, unb mann fd^on 
baffelbe aüe^, ma^ namtici^ Fimmel unb @rbe, unb 
alle« ma^ p^tbar ifl, t>ergei^t, fo bleibet er ber* 
felbe ®ott, mie er juiöor anä^ mar, mie bann ber 
fromme Äönig Daöib »on i^m burd^ ben ®eifl 
®otte« aewget, ^fatm 90. ^. 1, 2 : "^err ®ott, 
bu bift unfere SuflucJ^t für unb für, e^c bann bie 
Serge maren, unb bie SBcU gef^affcn morben, bijl 



i 



— 26 — ' 

t>tt ©Ott un Sioiflleft ju Smigfeit/' Uitb aBer* 
mal, Dfatm 102, ^. 26, 27 : Du l^afl t)Ott «it- 
fattf^ bic @rbc gcgrünbet, unb bie ^Itnmcl flnb bei^ 
ner i^änbc SBerf* @lc »erben ^ergel^en ; aber bu 
bJeibcfl. @ie »erben ^oeralten »ie ein Äleib, bu 
aber bteibeji »ie bu bifl, unb betne 3a^xt nel^men 
fein gnbe» !E)iefeö l^at au(3^ ^bra^am erfannt, 
iDcl^er 3U Scrfaba Sftume pflangete, unb ben 9la* 
men bcd ewigen ®ott anbetete, ®en. 21. ^. 33. 

32. gr. ^ffiorju, unb »orirt!ann,unbmuf un^ 
bicfe Srfcnntni^ »on ber Swigfeit ®otte« bienen? 

^nt 3« fielen ietüdPen bienet fotd^e ben 
J^rcmmen jum 3^rofl unb jur ©tärfung be« i^Iau* 
bcnd, infonber{)eit jum SIroft für fte unb i^re Äin- 
ber, bap f!c ®ott ben $errn, aud^ in i^rer Sebend* 
seit, eben fo »o^I öor unb über i^ncn \abtn, gleid^ 
wie er öon Slnfang, be^ unb über aücn frommen 
'-?({t^atern, ^u Srleud^tung i^re« ^erjlanb«, ^ütfc 
unb S5ef^ü^ung gewefcn ifl, mann fic nur in fei^ 
ncr gurd^t gewanbelt, unb in bem feligmad^enben 
(Glauben •t)erl^arret Pub, n>ie bann bie ^(töäter 
getrau ^aben, »o^on gfaia« 40. t>^ 28, 29. geu* 
get, ba er fagt: "Söeift bu e^ ni(3^t, ober i^a^ bu 
c« nid^t geboret, ba§ ber ewige ®ott, ber $err, ber 
alle Söinfel ber @rben erf(3^affen l^at,. nid^tmübt 
nod^ inatt, unb feine Sßei^^eit nid^t erforfd^et 
wirb, ber ben ^iibcn Äraft, unb ben Unöermi^^^ 
genben @tarfe giebt.^' ^Ifo l^aben bie grpmmen 
nid^t atlein über fld^ einen fotd^en gütigen ®ott 
be^ Seibe^leben, fonbern bem fle anö^ be^ i^rem 



— 27 — 

%%^Un grtrofl il^re ftinbtr mtt glri«^ Serflibf' 
rung auftragen nnt oitbffe^Iett, fo fle nur ®ott 
fnT(|tnt^ wie bann bet aUt Sobiad mit foI(^ 
Irofl feinen @^^n anrebete, Xob. 4. Unb man 
lum dxtmptl bie Ainber 3onabab, betf @oi^nd 
.^el^ab, nel^men !ann, Ser« 35. d^leid^ oie auc^ 
Ba^ib \}tv^ä^t, benn na<!^bem er t»on ber Smig'* 
feit ®otte0 gerebet, fagt er: Die Äinber beiner 
^nec^te merben bleiben, unb i^r ®aamt toirb ))or 
bir gebei^en, |)falm 102, \>. 29. unb «Pfafm 115 
fagter: S)a§ ber ^err über bie grommen ade^ett 
miglid^ Bleiben n>one, unb aQe bie ben $err4t 
furzten, f^o^ auf ben $errn, ber and^ i^rei&nlf 
unb @4ilb ifl, ni^t allein in biefem Seben, fon- 
bern bero ®eifl unb Seele auö^, gieid^ »ie fie \)on 
bem etoigen ®i>tt i% alfo an6^ emig bleiben fott, 
5>falm 125. d. 1. «j)oc. 22. v. 6. 

33. gr. ®oran unb »obei^ erfcnnen unb »tf^ 
fen »ir, baf ®ott ber ^rr ein al Imäci^tiger 
®ott i% unb mir fotd^e« fo t>e(Hgn<^ fönnen glau^ 
ben ? 

% n t. ®otted 90maä^t fann man fürne^mlii^ 
crfennen an ben grofen nnbegreiflid^en 3Ber!en 
ber @(^6)>fun9 unb Sri^altung aUer fid^tbaren 
Dinge, bie nun fd^on vitl l^unbert 3albr im @tanb 
t^rer SBirfung gemefen, ba folc^ed atte« burd^ ba« 
»ort feiner Äraft ermatten toirb, »ie ber fromme 
Äonig Daoib bajfelbe au* erfemiet, 91 33. ». 9. 
ba er fagt: "©o er f^>ri*t, fo gefd^ie^t«, unb fo 
er gebeut, fo jle^et e« t>a:' <Bo f!>rad^ anö^ ®ott 



— 28 — 

gttSd^ral^am: 3^ Bin ber allmS^Hge® ott, 
manbete öor mir unb fe^ fromm, ®m. 17. »♦ !♦ 

34. 3 r» SBojtt lann und bie Srfenntntf im 
®(au6ftt Wntn, baf ®ott ber 4^t ein aUmi<f^^ 
ttger ®ott i^ ? 

3t n t. 3tt ülcicn Dingen lann ed ben IRen* 
fd^en pm ®uten bienen; mann man nämliij^ er^ 
fennet unb gtauBet, ba^ ®ott alle« vermöge, unb 
^a^t über atted ^abe, au t^un unb au t^ottful^^ 
ren, ma« er in feinem SBort berfpro(!^en, ja aud^ 
in allem bem, »a« ben grommen in biefer 3«it 
für SBiberwärtigfeiten möchten au Rauben hm^ 
mm. Unb ^mx bienet ed erfllid^ ben SÄenfd^en 
j;ur Erinnerung be« fc^utbigen ®e]^orfam«, in 
5römmtg!eit unb in ©ered^tigfeit au leben, »ic 
aut)or gefagt, baf ®ott au Slbral^am ^pxaö^, ®m. 
17. ö. 1 : 30anbele »or mir unb fei fromm« 
Unb 5)etru«, 1 9)et 5. t). 6 : "®o bemfitl^iget 
euc^ nnn unter bie getoaltige $anb ®otte^/* auf 
bag er eud^ erP^e au feiner ßtit. — 2. Dienet e« 
aüen grommen unb ©otteöfürd^tigen a^u tintm 
grof en unb fidlem Slro^, in aUtn i^ren Statinen 
unb 3:rübfalen, ba^ ®ott mä(|tig fei^e fie au be* 
magren, au l^elfen, unb au erlöfen, u>ie alfo Daöib 
t?on be« ^errn SBegen fprid^t, |)falm 50. ö. 15 : 
^Hufe mi(j^ an in ber 3eit ber 9lot^, fo »itt iä^ 
bid^ erretten, unb bu fofit mid^ ))reifen. ®ott ber 
.?)err felbfl fprid^t burt^ Sfaiam 43 : ®o bu bur^ 
ba« Sßaffer gel^ejt, fö »itt iä^ be^ bir fe^n, baf 
bid^ bie ©trö^me nid^t erfaufen; unb fo bu in^ 



%mn §t1^% f oUt btt itiil^t ixtnntn, uni bie 9lammt 
foS bi^ ni^t ansttttbtn« Deffen attr« tvir bann 
an bcn Xinberit 3fraeU im totf^tn 9t^t, an bem 
^pf^tUn ^ena, an bm brep ^ättsHttgen im 
Seuer^Dfeit, an ©anicl in bcr 89»en*®rttbe, 3o*» 
\tp^ in dQ^pttn, unb an Da^ib in bet Verfolgung 
QanU, genugfame ^xtmpti nnb Semeift^ume ^a^« 
im, mlä^ atU ®otted KOmad^t in if^xtn Stößen 
em^funben unb erfahren ^aben, oie In bem 50. 
f)f«fm, »♦ 15. 3tt feigen i^. 

35« ^ r. 9iui^tt ober bienct bann biefe Srttnnt^ 
ni^ ))on ®otted älttma^t, an^ anbern ^nfd^en 
bie ni^t fromm leten ? 

9 n t @o Dortr«ff{id^ nnb l^Ifam ed für bie 
®(aubigen unb frommen i% fo erfd^redfCi^ i^ ed 
für bie 0tn(|tofen, nnb benen bie nnge^orfamliii^ 
in i^ren @finben fo fidler bai^in leben, atfo ba§ 
fie baroli erfd^redfen, gittern unb beben, mann {ie 
®otte^ ©trafen unb Dränungen aber fold^ i^r 
gottlofed Seben l^ören toerben, unb tote ®ott feine 
3Ra<^t in Sfudfü^rung feiner ©traf^^Utt^eilen er- 
miefen, aU fold^e« an ®o^oma, ®omorri^a, an 
$^arao unb feiner Maä^i ober ^eer, an Aora^, 
hat^an unb 9(biram, Sefabel, an 3l6fa(on, unb 
an S^xn^aitm offenbar unb f(ar genug ift, »et* 
d^ed anä^ Wtana^ in feinem »u^*®ebet beflnbet 
unb entbedfet, ba er fagt: "Sebermann muf öot 
bir, D ©Ott, erfd^redfcn, unb ftd^ fürdjtcn^or bet- 
ner arofienSyioÄt, bann unerträgttd^ ift bcln3orn 
ben bu ben ©äjibern brauefr,'' ®eb,manaf. ^>. 5. 



- 30 - 

ffiie auä^ ®ott ber $m fe{6{l ^cn Ut ^M^ 
ftti^rung feiner Strafen über bie ®ottIofen f))rid^t: 
Skf^t ben ®ott(ofen, t>am fit finb bo^l^aftig, unh 
ed toirb il^nen t^ergolten »werben, mie {!e ed )>erbie«^ 
nen, Sfa* 1. ^ie^er gel^öret aud^ gu befe^ett, 
a»)Oc. 6. *), 16, 16, 17. 

, 36. gr. 3^ ed auc^ notl^tpenbig, bafi man 
glanbe unb befenne, ba^ ®ott toai^irl^afHefe^? 

91 nt £d iß notl^toenbig gu glauben baf &vtt 
»abri^aftif^ fe^e, niö^t aUein um ber SDabri^eit 
toiQen, ba^ ein ®ott ifi, fonbern ba§ auc^ ®ott 
felbfhn bie SBa^r^eit i^, unb aUt^, roa^ feine 
Anette bie ^^rop^eten unb 9l)>oflel »on i^me ^ox*' 
gebraut, eine t>e{le, t>erfl(^erte unb unfel^Ibare 
SBa^rbeit feipie, mie 9)aulu^ bezeuget: ''®ott ifl 
»al^r^aftig, unb atte 9Renf4en lügen^aftig/' 
JRöm. 3. i). 4. SBie au(]^ SRofe« fagt, 9lum. 23. 
9. 19 : ©Ott i|i ni(i^t ein SRenfd^ ba$ et läge, 
nod^ eined SRenfc^en ^inb ba^ i^n ettvad gereue, 
fotite er tttoa^ reben unb nid)t l^alten. ^ur^ 
metd^ed Urt^eil ber 3üngling 3o^(>babeI ben |)reif 
öon feinen ®efellen erwarb, ba er feine Siebe be* 
f(i^Iof , bap bie äBal^rl^eit aded über toinbe, ba er 
fagt : ®rof ifi ber ®ott ber ffia^rl^eit, l^od^ ge*« 
lobt in (Smigfeit, 3. S3u^ Sfra 4. )>. 40. 

37. S r. ^ogu fott ti bann fonberlid^ bienen 
gu glauben, ba^ ®ott bfr $err ein toal^r^aftiger 
®ottfe9? 

$1 n t. (Sd bienet nid^t aQein ben Srommen gu 
tinm befonbem Srofl, fonbern au^ ben ®üns 



- 31 - 

Uxn, \»ann fk ba$ SBort ®ottetf |ttr Sefel^ruttg 
uab Sefferung il^red fitablid^n 8e6end ))crtragett 
^xtn ; abfonterlid^ aber ben Stomnien ^u einem 
tro^ in aUtn bege^ben 3ttfaIIett, baf . fie fic^ 
fcfügUc^ auf @otte« äBort. unb 3uf<id^ ^erlaffen 
mögen, mad ii^nen, fo u>o^I in biefetn aU in ie^ 
nein Seben, ju geben )»erf^rod^en morben, berobal' 
ben fie ilb^e Hoffnung unb Settrauen fefHgüc^ 
barauf fe|fen fönnen, »ie £)at»ib f)>ti4t, 9)f« 33. 
». 4 : "Ded ^errn SBott ifl »ai^rbaftig, unb »a« 
et fagt, ba^ b^U et gett>i#, bann aUe ®otted Set*^ 
beiffungen finb 3^ in i^m, unb finb %mtn in 
i^m, ®ott au 8ob," 2 got, 2, ». 20. Unb feine 
3ßa^rbeit ifi ein @^itnt unb @(i^tlb dUtn benen 
bie auf ibn t)etttauen, ^f^t^t» 1^* ^* ^* 

38« 3 1« Dienet e0 au^ no(^ itgenb anbet^tt>o 
au, »ann man glaube, baf ®ott in feinem Sort 
oal^tbaftig ifl ? 

ai n t* (£^ iß f(^on oben etflatt, bap folget 
©taube ben gtommen ein gtof et %vc^ fei^« ®Uiä^ 
toie e^ nun ben %xommm pim Xtoft bienet, alfo 
i^ ed b^^tt>i^^^nm ben gottlofen, mut|milligen 
unb unbuf fettigen @ünbetn eine getoife ^tt^ä^ 
tung ii^tet @ttafe, t&ann fit in i||tem fünbbafti^ 
gen iiben fottfabten unb batinnen t)etbatten ; 
bann ed iß a^ toijfen, ba^ toa^ ®ott in feinem 
SBott übet felä^t audf^tid^t, getoiJUcb anä^ übet 
fie fommen »ctbe, »ie ^aului fagt : Sßeigt t)u 
nicbt baf bic^ ©otteiS ©üte a^^ ^n#« ^«^*«^' ^» 
abet nad^ beinern t)etjto(ftcn unb unbu^fetHgen 



- 82 - 

^erjcrt, fammdfl bir felB^ ben ßoxn auf ben Sog 
fce« 3">^tt«, uttb ter Offentattttig be« geredeten 
®erid^td ®ottc«, »ctd^er »crgetten wirb etnem 
teglid^eti na(| feinen Werfen, Mm. 2» \). 5. Da- 
rum bienet ed alfo ben @ünbern gut Surd^t unb 
®6^xtdtn, »tc ©alomon fagt: ©er ©ottlofe 
fleugt, unb niemanb Jaget i^n, ?>r0\). 28. ij. 1. 

39. gr. S&o^tx ^aUn »ir ju glauben, baf 
®ott ber $err ein l^ e i tig er ®ott fet? ? 

^ n t, Sold^ed mtrb und ntd^t aOein an^ fei« 
nem fßort 6e!annt gemad^t, fonbern mann mir 
feine gottti^e SoKfommenl^eit unb 3Waie|lät in 
unfern ©ebanfcn ermegen, fo »erben mir feine 
^eiligfeit anä^ mol^l barau« ijerftel^en unb alntf^^ 
mtn f önnen ; bann burfte 3>aulu« »on bem, fo 
anän menfd^Ud^ ift, fagen : 3|l bie SBur^cl heilig, 
fo flnb att4 bie 3mcige heilig, tfl ba« g»e^l ^ei* 
lig, fo ijl auä^ bcr Seig ^eilig, 3flom 11. io. 16. 
3ft nun badjenige l^eiltg gemefen, fo nad^ bem 
®efej be« ^errn geojjfert mar, fo folget, baß au^ 
ber fettig fe^n muß, bem folc^e D^fcr gef^a^en, 
mcl4e« ®ott mar, berneben feinen (angeln heilig 
tfl, mie anii ©^ri^u« biefelben nennet, OTatt. 25. 
ö. 31. 2öie öiel me^r aber ijl ®ott l^eilig, ber 
fle erfd^affen ^at, baß alfo mit Siecht burd^ bie 
ffingel aufrufen mirb : "heilig, heilig, l^eilig ifl 
®ott, bcr .?>err 3«baot^, oöe Sanbe flnb feiner 
(g^ren öott,'' ®fa. 6. t). 3. Unb biefe« f^rid^t 
aud^ ®ott ber ig^err »on fld^ felbjt bur^ 9»ofett : 
3^r follt heilig fe^n, bann id^ bin 



- 33 - 

beilig, ber ^ctx, euer (Bott, SeDü. 11, 
ö. 45. 19, 2, 1 5)ct. 1. ö. 16. 

40. g r. SBoqu bienet biefe Srfenntnig, »an« 
»ir glauben, bap ®ott ber ^err ein ^e iHgcr ®otf 

^ n t. T)iefed bienet, aOe fromme unb n)a(re 
(^^rifleit aufjumedfen unb anzutreiben |u einem 
l^eiligen ithtti unb Sßanbel, bamit |le jlc!^ erzei- 
gen Ainber i^re^ :^tmm(if(^en 93ater^ gu fe^n, unb 
Dur(!^ ben ®Iaukn an 3^um S^riflum ^u ber 
.«inbfd^aft ®otte« gehören, .unb im ®e6et ii^n i^ 
ren Sater nennen, SRattl^. 6. ». 9» SBeil 0etru0 
fagt, baf biö i^r Seruf fe^e t "®Ici(3^mle ber fu 
euc^ berufen l^at, l^eilig i(l, atfo foUt i^r au^ l&ei* 
Ug fei^n in aD eurem SBanbel,*^ 1 ^tt l. ». 15.. 
Unb ^aulud fd^reibet au^ : S^riflu^ l^at eu(^ 
»er fol^net mit bcm Seibe feinet gieifd^c«, burd^ ben 
lob, auf bap er eud^ barfieUete ^eiltg unb un^ 
fttäpid^, unb o^ne 3:abel »or i^m felb^, SoL 1» 
0. 22. ®leici& tt)ie ber gromme S^^^^^^^^ ^^^' 
fagete: ^uf ba§ wir erlöfct würben au« ber 
$anb unferer geinbe, unb ®ott bieneteh o^ne 
gurd^t unfer 2ebenlang, in ^eiligfeit unb ©ere^^^ 
tigfeit, bie i^m öefaHig ijl, guc. 1. ». 74, 75. 

41. Sr. SBobe9 lönnen »ir »ijfcn, baß loir 
glauben foffcn, bafi ®ott ber $err ein geredeter 
®ott fev ? 

ant. Da« müjfen »ir ebenfatt« au€ feinet 
großen gSttlid^en SJlajejlät unb »oüfornmenl^cit 
»erftefien unb ahm^mtn, o^ne baß e« un« aud^ in 

a 



- 34 - 

feinem "^eiligen SBort U^tn^tt wirb, baß et gerecht 
fcve itt feinem Urt^eil über alleg Zi^nn ber 9Wen* 
.fd^cn, e^ fepe gut ober Mi. 1. 3« biefem Sebcn. 
2. 9lac^ biefem Men am jängjlen Slage, n?le2!)a- 
t)ib be^bed bezeuget, ba er fa^t: "©er^err ifl 
geredet, unb ^at ®cred&tig!ett lieb, unb Raffet aU 
lee gottlofe Söefen/' 9)falm IL ö. 7, "®ott ifl 
ein geredeter SRid^ter, unb ein ®ott ber tSgtiÄ 
brauet-'^ SBitt man ftd^ niä^t befel^ren, fo ^at er 
fein ©d^werbt gewe^ct, unb feinen Sogen gc=^ 
fpannet, feine 5^feilc -^at er gugerid^tet gum SJer^ 
bcrben, 3)falm 17» \). 13. ©o fprid^t aud^ ®ott 
ber ^err felbften : 3d^ gebe einem Jegli^en naÄ 
ftinem Zi^n, naö^ ben grüd^ten feiner SBerfe, 
3er. 17* ». 10. Unb mie ®ott ber ^err in bic- 
fer ßdt über be^ SKenfd^en 2^!^un geredet i% alfo 
n)irb er aud^ nad^ feiner ®ered|Hgfeit am jiüngf^n 
*Iagc ben Ärciß beö Srbbobend rid^ten, Stet. 17. 
i>. 31. 2öie fold^e« aud^ be^ 5!Wal. 3. ». 1, 2, 3. 
unb be^ 3Ratt^. 25. v, 34, 42. bezeuget »irb. 

42. g r* Söoju fann un^ biefe Srfenntni§ ble- 
uen, bap ®ott ber ^err ein geredeter ®ott ijt ? • 

%nt So biente ^roar aUcn SÄenfd^en in \>xtitn 
Dingen inm Seflcn, tt>ann fte nur aüejeit baran 
gebauten, unb e^ bafür hielten, baß ®ott ein 9c* 
red^ter ®ott ifl. 5fjun aber bienet e« erfHid& ben 
frommen gur gürftc^tigfeit, um in allem il&rem 
tf^nn, i&anbcl unb Söanbel, 9lal^rung unb ®c^ 
»erb, Sflei^t unb ®ered^tig!eit gu ^anb^aben, unb 
bag nicmanb auf einigerle^ Söeife feinen Sruber 



— 36 — 

unfit\>tnit, ^)ertooTt^fitc no^ Betrüge, bann ler 
J&ert ifl SRad^er über bo^ aUed, fagt $au(ud, 1 
I^. 4, t). 6. iroit 24. t. 17. Der ^err ifi 
^ereil^t, unb l^at ©erec^tigfeit lieb, uitb bdffet aU 
!e« öottlofe S5efen, f)falm 11. ». 8. »ie tonn 
©Ott fel^fi burcb 3ae^ariam frrid^t, Söp. 8. ». 16. 
Da^ i(l aber bad ibr t^un fottt, ein iet^er xtU mit 
l^em ant^ern W Söal^r^eit; unb richtet vtd)t; bann 
»er ni^t rcd^t t^ut, ber ijl ni(^t öon ®ott, 1 
3eb. 3. ». 10. 3«Jn onbern fann e« bem grom«» 
men ^u einem befonbern Srojtbienen, »ann er in 
fUtd^t unb ®erec^tigfeit feinen Seruf t^ut, ban* 
nod^ aber in unb um feiner grömmigfeit »iUen 
gebrurft, tjerfofget, Unrecht getrau, geläflert, tjer»« 
f))cttet wirb, tute 3ofepb üon feinen Srübern, 1 
®?of. 39. ©ufanna »on ben alten gottlofen 3ftt(6* 
tem, ©ufanna ». 42, 43. Unb »te ber J&err be* 
rer ®a(^ au^fü^rete, bann bie Unfd^ulb wirb ble 
frommen leiten unb führen, fagt Satomon, 5>roö. 
11. i>. 3. ©0 fonnen unb foüen auc^ bteSrom* 
tnm 3ttr ßdi ifym 55erfolgung in ©ott getrofl 
fepn, bieweil fle »iffen, ba^ ®ott ein anber^ »iffe 
unb Don il^nen ^alte, aU bie ^enfd^en felbft t>on 
ben grommen urt^eilen, bann bie Unf(!^ulbigen 
werben jlc^ fejen wibtr bie i^eud^ler, unb ber ®e* 
redl^te »irb feinen 2Beg behalten, 3ob. 17. V). 8. 
X)effen man ein Sreni^el an !Dat>ib in <BaviU 
fkrfolgung ^at, 1 <Bam. 6. r). 23. 

43. gr. Dienet bie (Srtenntmg»on®ottc«®e> 
re*tlg!eit anä^ ben ©tinbern irgenbwo au? 

i 



- 36 ^ 

'X rt t Denen ruc^lofen unb mut§n)itt»gen ®iknr 
tcrn fann t>lc (Erwägung »on ©otted ^ered^tig» 
feit }ur gurci^t unt> ©d^recfen bicnen, baß fol^e 
^en grommen jum 2:rojt gereichet, wann fle ®ot^ 
te^ geredete angcbraucte Strafe ^ören, beren ®ott 
^tttnUt, Sfa. 3. ü. 10 : SBe^e Un Oottlofcn, 
Dann flc (Int) bog^aftig, unb e^ wirb if^mn tnv^ 
jloUen »erben, wie fle e« ^crbienen» Unb über 
wc((^c ®ütt felb|l bad fc^were ©eI)e41rt^eU fäl- 
let, babe9 wirb e« bleiben; bann @otte^ 3»tn 
90Ttt Fimmel wirb geoffenbaret werben über attefi^ 
gottlofe sJBefen unb Unrecht ber Tlm^6^tn, wel(^c 
ijie 3Bat)r^eit in 2ügen i)erfe{)ren, S^löm. 1. ö, 18. 
*Jöann nun fotc^e ©ünber ®otte^ ©ered^tigWt in 
'Äbjlrafung ber ©ünben crfennen, tann eö bet? \^- 
neu eine $Rfue unb Seibwefen über bie ©ünben, 
unb eine 33cjferung beö 2eUn^ erweden, wie man 
an benen fet)en !ann, fo auf ben 5)ftn^fltag ju bev 
Sefe^rung tarnen, Stet. 2. Dann wann be^ ben 
5ünbern erft ®otteö 3Öort, ®otted 5lllwtjfent)eit, 
'^(ttmad^l unb ©ered^tiglcit erfannt wirb, fo ijl bie 
Mtvit über i^re Sünben nic^t weit, unb erwecfet 
eine Innerdd^e 3fleue unb Surc^t, toit Daöib fprid^t; 
"3(^für(j^temicböorbir, ba§ mirbic.?)autf(^auert, 
unb cntfe^e mid^ oor beinen ^ned^ten, 3>f. 1 1 9, 1 20. 

•^4. 3 r, 31^ bann ®ott ber ^err aud^ ein alU 
w i f f e n b e r ®ott, bem aUe«, waö bie STOenft^en 
tbun, bcfanntifl? 

^ n t. Da§ ®ott ber ^err ein aflwiffenber ® ott 
feoe, muß au^ fetner Sl(Ima(3^t folgen, ob ed ttii* 



- 37 - 

fd^n in ber ^Ugen @d^rift nid^t Mannt ^tmaiit, 
ottt geoffenbaret wäre; "l>ann ber ^ad D^r gr^ 
tiffan^et |at, foUte ber nidbt iftoren, unb ber boe 
3(nft gemalt ^at, foHte bct nfd^t feigen, ^fatm 
104, ». 9, SÄepnefl bu, baß p^ jfmanb fo ^eim* 
lid^ ^^erbergen fönnte, baf id^ i^n nid)t fe^e, fprid^t 
bft 4>CTr, 3w. 23, tj. 24. Unb 9)aMlu0 Ui,tvi^tt 
baDon, Im tr fagt : 6d tß feine Srfatnr t)or i^m 
unffi^t^ar, ed i^ dbtx aUed 6Iop unb entbecfet vor 
feinen Singen. 

45. % X, äBoj« fann und btefe firfenntnif ber 
^dmiffen^it ®ctM bleuen, gu glauben unb )u 
beTennen ? 

Sin t Diefe grienntnifl »on ber SlIlttjifTen^it 
®otted au l^ahm unb gu glauben, ifl ein ^au^t^ 
Krtifel Sl^riftlid^en ©laubenö, bienjeil ber ^enfdb 
babnrd^ ju tem ®tf)ox^am gegen (3ott, Unterfaf* 
fnng beö Söfen, unb ^ur SSefferung beö ?ebene 
bewogen unb angetrieben wirb; bann roann ®ott 
nur tin allmächtiger, geredeter, unb nic^t aud^ ein 
aSwiffenber @ott wäre, fo wäre ed bamit aU mit 
einem großen |)otentaten befd^affen, ber feine ^ad^t 
unb Uttl^eile nid^t audfü^ren f önnte, weil t>or il^m 
wtbotgen bleiben fann, iva^ feine Untertl^anen 
mittanbeltt. Dieweil wir bann wiffen, baß ®ott 
ber Jpert aUwiffenb i% müjfen wir ftet« mit Da«ib 
befennen : "^err, bu erforfd^cjl mid^, unb erfen«« 
nejl mid^, id^ f!^ nieber, ober ^ttjt auf, fo weift 
btt e«, bu berflebeft meine Gebauten von ferne,'' 
yfalm 139. i>. 2. Unb baf tp ble «Uwiffen^eit 



/ 



- 38 - 

®otte«, ^a§ ber grommen ®tUt, oB ffe ed fd&on 

in ber @tiQe t^urt, ein iegtic^er naä^ feinem ^n-^ 
lieflen, bem ^crrn 6e!annF ijl, unb er |le erl^öret, 
wie I)aöit> abtxmal fagt : ©u üerjlci^efl mtint 
©ebanfen »on ferne, unb ed ijl fein SSort auf 
meiner ßun^t, bad bu, ^crr, nid^t atted meiffefl, 
5)f. 139. i). 2, 4. Unb bicfe^ »ar bc« frommtn 
^i^fia 3:rojl, ba er meinete, ba§ er flerkn foKte, 
baß bem ^errn att fein Xl^un, ja awd^ fein ^crj 
befannt fep, ba er fagt : ®eben!e bod^ ^err, »ie 
id^ »or bir gemanbelt ^abe in ber SBa^ri^eit, unt 
mit t)ot(fommenem ^er^en, unb §ak geti^an, n^ad 
bir gefäat, gfa. 38. ü. 3. 

46. g r. Dienet btefe grfenntni§ ber Mwijfen- 
^eit ©otted anä^ ben rud^lofen Sünbern irgenb* 
wo gu? 

51 n t. ©0 lang ein folc^er rud^Iofer ©änber 
im Unglauben bal^in lebt, unb mit allen ®ottlo* 
fen in feinem ^crjen fpri^t : ®^ ijl fein ®ott ; 
unb in allem feinem ii^un ®ott für nid^td l^ält, 
(5)f. 10. ö. 4.) fo ifl i^m fold&c grfenntnii fein 
Sinken ; fo er aber im Unglauben nod^ nid^t gar 
wrfaUcn, fein Z^un aui^ ^cimlid^ gu ^Iten \)cr-- 
mti^nt, unb alöbann an bie 3ltt»ijfen^dt ®otte^ 
3tt gebenfen fommt, fann ed i^m bann $u einem 
Anfang bienen, üon feinem böfen unb fünbUd^n 
8eben oufgu^ören unb abaulaffcn, fonflen er jid^ 
"oot ®otte« brauenber ©träfe an fürchten unb gu 
erf(!^redfen ^at, wie Sfa. 29. t). 15. fagt: "SBe^c 
benen, bie »erborgen fe^n wollen i)or bem ^errn. 



- 39 — 

i6r Sotnel^mcri gu ^tx^t^Un, unb i^r S^un im 
Jinjlern gu galten unb ju fpretJ^en: JBer flehet 
unö, unt> »er lennct uniV Unb Dat)ib Wen* 
itetbad au(^ toor bemiE)crrn, twann er fogt : 9le^me 
id^ mir \>ann für, blc ginflerni§ »irb mid^ öiel* 
leidet bcbedfen, fp »irb meine 9lad^t jum Za^, fiel^e, 
fo ijl bic ginjiernip nicfet fo finfler, bap bu nidbt 
tabuTd^ fe^cfl, fa anäj bie 9la(!^t leuchtet .»ic ber 
lag, Si«il«ni^ unb £ic^t finb gleich »or bir, 9)f. 
139. ö. 11, 12. 

47. g r. Sinb au6^ einige göttlid^e Sigenfd^af- 
ten Be^ ®ott bem .&errn, bie abfonberlid^ Statt 
f^ahtn über biejenigen fo i^n fürchten ? 

a tt t. greplid^ Ja. ®Ui(^ wie mir f^on »or- 
^in gefagt ^aUn, unb an fielen Drten in bet ^ci = 
(igen S^rift bcseuget »irb, baß ®ott ber ^etr 
auc^ ein "gnabiger, Barmherziger, langmfitl^iger, 
fanftmüt^iger^' ®ott fe^e, über aüe fromme unb 
gotte^fürc^iige "SlKenfc^cn, bie i^n e^ren, i^m bie-- 
ntn unb lieb ^abtn, gtei^ wie man fotd^e« in ber 
beiligen Schrift ^in unb »ieber fe^en unb lefen 
fann, "ba§ er Sarm^er^igfeit t^ue an fielen tau* 
fenben, bie i^n lieben unb feine ®ebote galten/' 
gjrob, 20. t), 6. 2Bie aud^ "»Mofed öon bem »t^errn 
aufruft,. ba er ^r i^m t)orüber gieng, mit biefcii 
SSorten: "^crr, $err ®ott, barm^erjig, gnabig 
unb gebulbig, ^on großer ®nab unb Xreue, ber 
ba beweifet ®nabe in taufenb ®tteb, t}ergiebjl bic 
aHijfet^at, Uckrtretung unb ©iinben, t)or bem 
tiod^ ttlemanb unfi^ulbig i(t;' @yob» 34. \). 6. 7. 



- 40 - 

Dlefe« Bezeuget ani^ Da^tb ba er fagt : ©arm» 
^er^lg unb gnatig Ifl ber ^crr, gebulbig unb t>on 
großer ^üte, er tpirb nt^t immer l^abern, no* 
ewlglid^ jfirnen, er ^anbett nid^t mit wn^ nad^ 
unfern ©ünben, «nb öergilt unö nid^t nadi^ nn^ 
ferer 9Wi|fetl^at, bann fo ^o^ ber ^immel über ber 
(Srben x% alfo läpet er feine ®nabe malten über 
x>{t fo ii^n fürchten ; fo meit ber ^Jiorgen »om 
2lbenb \% fo (aget er unfere Uebertretung »on une 
fepn ; n)ie fld) ein SSater über feine Äinber etbar^ 
met, fo erbarmet flc^ ber ^err über bie fo i^n für*- 
ten, ?)fa(m 103. 0. 10, 13.. 

48. gr, 9Wögen bann bie grommen au(^ noc^ 
auf ©otte^ ©nabc fünbigen, bietoeil fle loiffen, 
tap fle einen fo gnäbigen ©ott über i^nen l^ahtn ? 

51 n t, 5^ein.' !Diemeil fte auf folc^e SBeife ®ot= 
teö Onabe migbraud^ten, unb auf 9}tut^»iUen 
.^ie^en träten, tvlt 3itba fagt, ü. 4. unb ^aului? 
fotd)eö \)on ber grogen ©nabe ®otte^ betätiget.: 
ffia^ tooHen mir ^icr^u fagen, fotten mir bann in 
i>er ©ünbc bel^arren, auf bag bie®nabe über* 
^anb nc^me, baö fe^ ferne, mie foöten mir in bev 
Sünbe motten leben, beren mir abgefiorben finb, 
3flöm, 6. ^. 1, 2. 

49. g r. 2Bie müjfen mir bann bie ®nabe, 
Sarm^erjigfeit unb ®üte »erjlel^en, ba§ jic ben 
3rommenunb®otte^fürd^tigen3u5'lu^e!ommen? 

^nt gür ben grommen unb ©otte^für^H* 
gen ifl bie iäJnabe unb 35arml^craig!eit ®otteö ba« 
.^^au))tmerf, barein (le ii^ren Slrofl in il^rer i>\U 



— 4t — 

grtmfd^aft un\> gctfilld^en Streit fetieti tSniten unb 
mögen, bann babur^ n>rrben f!e unferflü^et, mann 
fie in t^rem guten Sn^ne^men etwa irren unb 
jtran(^e!n, oi^ne »eld^f^ fle fonjlen «erjagen nnb 
t)ergn)eifetn mußten, wann fie betrac!^ten ba« gtof e 
Sege^ren, fo ®ott an fie unb äffe TOenfc^n ge* 
t^ati \^at, namti(^: fe^b ^eilfg, bann \ä^ bin 
6etlig, ber ^err euer ®ott, Seoit. 11. D, 44. 
«Se^b öoHfornmen, g(eid6 wie euer SSater im $im^ 
mel au(^ ^joüfommen ifl, 9Äatt^. 5. tj. 48. 

50. gr. SBorauf Beruht ber grommen Iroft, 
5u unb in ber Sarml^erjtglleit unb ®nabe ®ctM '< 

5lttt ^uf ber unauöfpre<%Ii(ä^n unb uner^ 
grunblid^en ?ieBe, bamit er yxn^, {a bie ganje 
ffielt geliebet %Cii, 3o^. 3. ». 16. Unb bie»ei( 
©Ott rriA^ifl oon Sarml^erjtgfeit, burd^ feine 
große Siebe, bamit er unö geliebet ^at, Sp^ef. 2, 
*^. 4. Die grommen aber,, fo i^re Unt>onfom' 
men^elt fpüren, feufaen ju ibrem ®ott, bann er 
fennet unb nscig xoa^ für ein ®tmci6!ii wir f!nb, 
unb gebeutet baran bag wir ®iCLVib flnb, 3)falm 
103. ü. 14. 3nfonberbeit tröflen fie fic^ mit bem 
SBorf ?)etri, baß ber ^err Tangmüt^ig über 
un^ fe^e, unb wiö ni^t baß Jemanb öerloren 
»erbe, fonbern baß fld^ iebermann jur Sußc be- 
fel^re, 2 5>et. 3. v. 9. Unb biefc« erwerfet bann 
in ben grommen bie Hoffnung ju ®otte« Srbar« 
mung in i^ren ©^mcrgett über ibre ^iffetbat, 
baf jle feufsen unb fagen : 34 ^offe barauf ba| 
btt fo gnabig bift, unb mein ^erj freuet |l* baß 



— 42 — 

tu fo flern ^ilfejl, f)f. 13. ». 6. Uttt^ Dat>it k 
fpri^t tarum ht feinem ^eqen : ^er^Iic^ lieb ^ab | 
i(i^ lDi(^, D $crr, meine ©tarfe, 4)err mein gelö, * 
meine 93urg, mein Srretter, mein ®ott, mein H^i 
^ext, auf ben ici^ traue, 5^f. 18. o. 2, lieber .i 
t)iefe^ befleiße be^ ^errn ^n^a^t uxCt> SSerfld^erung j, 
t)urc^ Sfaiam getrau, ba§ er ben ^üben ^raft ^i 
gebe, unt> @tarfc genug ben Un^jermögenben, un\> l 
bap bie fo auf ben ^crrn trauen, neue Äraft er* i 
langen, ffif. 40. t). 29, 31. ^ 

51. g r. X)ienet bann biefer ®Iaube unb Sr* 
!enntni§ loon ber ®nabe, Sanftmut^, Sangmutb 
unb Sarm'^ergigfeit ©otted ni^t meiter aU aQein 
t)or bie, fo ben ^errn in ®e^orfam ju bienen unb 
ju für^ten fud^en ? 

% n t. 5li(3^t allein für biefe, fonbern auäij für bic«^ 
ienige 9Wenfc^cn, ft)el^e mit bem verlornen ©ol^n 
i^ren elenben unb gefährlichen ®(anb, barin flc' 
öor ©Ott ber (Seelen nad^ jle^en, erfennen, »le fte 
mmli^ ®otteö ®nabe unb ©üte mi§brau(^t unb 
gu ÜWut^willen gebogen ^abzn, 2uc. 15. i). 17, 
18. (£p. 3ub. t). 4. Unb alfö bie ?afl ber 
®ttnben füllen unb empftnben,- auä^ mit !t)a^ib 
feufgen unb fpred&en : "SJJeine ©ünben gc* 
^cn über mein ^aupt, toie eine fd^were Saft 
Pub fle mir gu ferner »orben, meine ^unben 
jWn!en unb entern üon »egen meiner 3:^or:&eit, 
Df. 38. ü. 5, 6, 3a Q:nd) mit einem geangjhg=- 
tm unb gerfdblagenen ^erjen gu ©ott treten unb 
f|>red^en ; ©ott fe^ mir gnabig nat^ beiner gro - 



- 43 - 

§fit ®ute, un\> tilge an^ meine @ttfiben naä^ bei« 
ncT grof en Sarml^eraigfeit, maf^e mi(!^ n>o^( t>oit 
meiner 9ßi{fet{iat, unb rdnige mi^ )>on meiner 
Sünbe, tann id^ erf enne meine SRiffetl^at, unb 
meine @ünbe ifl immer loor mir, an bir attein 
^abe id^ gefünbiget, unb äbel ^ox bir get^an, 
j)f. 51, ». 3« 6« £a^ mi^ nic^t in meinen Sün^ 
t)ett verberben, fonbern ))ergieb mir fle, D ^err ! 
®ebat ÜRanaf* 9. 12. Die |!d^ alfo gu ®ott na^ 
ften, gu benen nal^et fl^ ber ^err, 3ac. 4« 9. 8» • 
3nfonberib^it toann fie bem S^at^ ®otte^ folgen, 
fo er bur^ &^axam gegeben, ba er fagt, Sfa 1» )>. 
16, 17 : äßaf^et end^, reiniget eud^, tl^nt euer 
bofed iQefen t)or meinen ^ugen binmeg, laffet ab 
t)on bem IBöfen, lernet ®uted ti^un* SlUbann 
fommt berienige i^nen entgegen, ber loon ®ott 
bem Sater gefanbt ifl, bie @ünber gur Sufe gn 
befe^ren, unb ßel^et mit auögeflredften offenen flx^ 
men ba, rufet unb faget : Aommt l^er gu mir, 
alle bie il^r mitbfelig unb belaben fe^b, id^ mitt 
eu(^ erquiden, SRattb* 11. t>. 28« ®ann bann 
ber @ünber mit fold^em Seibmefen, toie aud^ 3er» 
fdbtagenem unb gerfnirfd^tem ®emutb gu feinem 
®ott tritt in ^efferung fein«» itUn^, fo iß e« bie 
redete göttlicb^ ^raurigfeit, bie ba toirfet gur @e^ 
tigfeit, eine ^eue bie niemanb gereuet ; bemfelben 
^^ älöbann bie ©nabent^ür offen, tote an bem 
wcloxntn ®obn nac!^ aUtn Um|iänbcn ju feben, 
im. 16. Unb beffen ©ünben foöen ni*t mebr 
gebadet »erben, 3et- 31. i>. 34. Ssedb- 33. ». 16. 



_ 44 - 

52. g r. 3fl t>Ä«w ®ott ber ^ert nl^t auch 
l&arm^ergig über bie itnbußfcrtigen ©üntier ? 

a tt t. ®o lang bie 9Renfd^en in il^rem ru^^fc« 
fcn, flelfd^Iid&cn bofeit geben unb Sßefen, ol^ne aüe 
Stird^t ®otte« fortfahren nnb t>er^arren, fo Ijah^n 
flc^ bfefelben ber ©anftmut^, ®nabe unb S3arm* 
I)eTai0!eit ®otte« nid^t« ju trßflcn, bann bie ®ott* 
lofcn l^aben fein Sriebc, fpriij^t ®ott burd^ (Sfata« 
48. \). 22. g. 57, 21. ©onbern ber ßorn ®ot- 
M bom Fimmel mirb offenbaret über aUed gott* 
(ofc SBefen .nnb UnrejS^t ber SWenfc^cn, bie bie 
2öa|r^eif in Un<^erec&tigfeit auf^Iten, ober in 
gfigen »erfel^ren, körn. 1. ». 18. Unb biefe^ Ur- 
t^elf flehet über ben ®oWofen »eft : "Söe^e ben 
®ottIofen, bann ffe ffcib bof^aflig, nnb e« wirb 
i^nen t)er(^oUen »erben, »ie pe e^ »erbienen/' 
gfa. 3. ».2. 

53. g r. SBerben bann folci^e tWenf^en fl o 1 1* 
lo4 genennet, bienjeil ®ott nid^t mit ii^nen, «nt 
f!e ni^td mit ®ctt an tl^un l^aben, unb a(fo lo^ 
»on®ott|!nb? 

551 n t @ie »erben barum nid^t g o 1 1 1 o « ge^^ 
nennet, um baf (le »on ®ott (o§ finb, ober ®ott 
niij^td mit ii^nen üu t^un ^at, fonbern barum, baf 
fie toiber ben g»lat^ unb mUtn ®otted, ba« 3oA 
bed ^errn t)on (I^ »erfen, unb fld^ baran nid^t 
iperbinben tooHen, »te man 3ctem. 2. t). 17. (efen 
fann, fonbern il^rem ei^^ntn, »iber ®otte« fBiUen 
folgen, unb mit aüerlet? lifligen S)ractifett, il^te 
©ac^e oi^ne aVi$ gurd^t ®0tte« fortfe^en, »te in 



- 45 - 

(em loten |)fa(m ^n fe^eti, aOmo Daioib fagt : 
Der ®ottIcfe ijl fo fiolg uitti ^otrti^, bap er na^ 
niemand fraget, in aUm feinen Züdtn l^ait er 
»Ott für tti(^t(?, ^f. 10. t>. 4. Der ® ottlofe ru^ 
met {{(^ feinet Wlnt^tüiUm^, 'o, 3. X)ie ©ottlo«* 
fen flnb »te ein ungeflüm ^IReer, tad ntd^t fHtt 
fe^tt fann, beffen Sieden ^ot^ unb Unflat^ ani* 
iperfen, (Efa. 57. t>. 20. 2)arum fpric^t 2)at)ib 
redift von i^nen : ''@d ifl von ®runb meinet ^* 
jend von ber ©ottlofen föefen gefprod^en, ba( 
feine ® ottei^furi^t ^9 i^nen ijt," Dfalm 36. v^ 2. 
Dann fte toenten fic^ [e(6jl von ®ott unb feinen 
CMoten ab; atd wann gar (ein ®ott wäre. 

54. S r. 3fl bann fttr fold^e ^enf^en feine 
J^ Öffnung ^ur®elig(eit me^r, mitjfen jie 
bann barum von ®ottei^ ^ngefid^t verßopen Uti^ 
btn^ 

«ttt. Solang f!eini^rer®ottrofigleit 
unb 9)o§^it verl^arren, unb ®ottefa S%at^ tviber 
fti^ fetbft verad^ten, lann für folc^e ünenf^en 
feine {>offnung gur®elig(ett fepn, 
iann ob fle gteid^ ®otted ©ered^tigfeit tviffen, bap 
bie fo folc^e^ tt^nn, be^ Xobec^ murbig ßnb, tl^un 
fte ed nid^t allein, fonbern t^abtn aud^ ®efallen 
an benen, bie folc^e^ t^yun, unb jlnb fol(^e ^tn^ 
fdf^en, "an »cld^en ®ott einen ®rauel ^at, (lege* 
bord^en ber ®ered^tigfeit ®otted nidbt, unb flub 
i)u atten guten ©erfen untüd^tig, unge^orfam/' 
lit. 1. V. 16. Darum fagt bie ©d^rift ju i^nen: 
^äi beinern vcrflodTten unb unbujfertigen ^er- 



- 46 - 

jftt, l^Sufeft btt bir felbfl ben 3ottt öuf bcn %aci 
t>t« 30^1^^/ «tt^ ^^^ Dffcnlbarung bcö geredeten 
®eri(^t0 ®otte«, melci^cr geben »itb einem JegU* 
d^en nad^ feinen Jßerfen, 9töm. 2, », 5, 6» 3)önn 
wie ber 93aum fällt, fo »irb er liegen, ^^^eblgcr 

55. gr. SBann wir bann in bem ®lavAtn 311 
ber (Srfenntnif aller biefer göttlid^en Stgenfd^of* 
ten f ommen flnb, müjfen tt>ir bann nid^t auäj wif«= 
fen, bag man ®ott in ber SSefd^affenl^eit feiner 
göttlid^en SJl a { e jl ä t erfennen mn^ ? 

31 n t ®ott ber ^err l^at wn«, um ii^n bejVo 
mel^r gu e^ren, 3U lieben, gu fordeten, ju biencn, 
nebfl ber Offenbarung fetncg »ol^lgcfaHtgen ^iU 
len«, anäii (wie bereit« gefagt unb erliefen »or* 
ben) feine götllid^e ßigenfd^aft geoffenbaret, 
um it)n barin ju erfennen, »ie er über «nc 
^enfd^en fle^e, nid^t aber »ie er für fid^ 
f el b jl in feinem göttlid^en ® e f c n befleiße, bann 
biemeil un« fold^eö ju ber 35eförberung unfercr 
Seligkeit ni^t biencn fann, fo i^at e« i^m audb 
nid^t gefallen, nn^ etwa« ba^on gu offenbaren, 
auf ba§ wir nid^t etwan burd^ fürmi^iged %ac^* 
forfd^en unb @ud^en, feine eigentlid^e Se- 
fc^affenl^eitgu erfennen unb ju toijfen, fün* 
bigen möchten; unb »eil njir fein ®efd^ö})f finb, 
mie njoUen »ir unfern Sd^ö^fer begreifen ? Dann 
»ann eine« ^enfd^ Sßerf fcineö 5Weiflerö Se» 
fd^affenbcit nid^t fann erfennen, wie fotlten totr 
bann bie ©efd^affen^eit biefe« großen ©d^ö^fer« 



— 47 - 

^rftt^tn uttb crfenncn mögen, "\inUmaX bnr ^{m* 
mcl fo ^iel ^o^er i% bann bleffirH^lfo finb aud^ 
frine SBcge fo viel l^ö^er aU nnfevc ffiegc, uni 
fdnc ®et>attfen fo >)ie( ^bf^n aU unfere ®cbon* 
!fn/' (Sfa. 55. o. 9. Da^ero bonn, aU 9Roff« 
dne^mald ®otted J^crrlid^feit ju fe^en verlangte, 
befame er ^ux Wnttoort : Sl'lein Ängefic^t fannfl 
btt nid^t feigen, bann fein 3Renfd^ mtrb leben, ber 
mid^ flehet, (gjrob. 33. t). 20. öerjhH *« f«*««^ 
gottU^en Sefd^affenl^eit, bann ob 
mo^I in ber ^eiligen @d^rift t)on (3otM 3ingef!d^t 
gebadet ober gerebet mirb, fo mfiffen mir un^ fol^ 
(^ed niä^t fo natürlid^ einbilben, unb nett ®ott 
auf ntenfd^Iid^e ®etfe öerfh^en, fonbern e^ "oxtU 
me^r in einem geijHid^en ®inn unb Serflanb öon 
®otted SBirfung gegen unb in un«? anfeilen, mU 
ä^t^ alfo gefagt mirb, um unferer ©c^mac^^eit tu 
nigcrmafen ju i&ülfe ju fommen, unb alfo bie 
©irfung unfered ®ottea fürjubilben unb aniu^ 
geigen, ni(3^t aber bie eigentliche 93 efd^affen* 
^ e i t, jtntemal gang fein 93ilbnip baraud erfon* 
neu werben fann, aU gu fe^en ijl, Sfa. 40. ^. 18, 
25. "Söem »otlet i^r bann ®ott nad^bilben, 
ober »em »oüt i^r il^n t)erglei(^en, ober »a« 
®lef (i^niß »oUet i^r i^m aufrichten ?" Dber »em 
wollt i^r mi^ nad^Mlben,bem ic^.gleid^ fei^e, fprie^t 
ber ^eilige. @o ift unb bleibt bicfcmnad^ ®ott 
ber ^err öor und 9!Renf<^en, in ber 53 e f (!^ a f* 
f e n 1^ e i t be« göttltd^en Sß e f e n «, ein unbe- 
greifliti^er ®ott, unb ob wir nw^T ®otte« Sßir- 



- 48 - 

fung oft in \>itUn £)tttgcn fe^en, Jo ifl ed bo(^ für 
und gar unbegreiflich, »ic er regieret, ^falm 147, 
t). 5» Unt) miijfen njo^t mit 9)auIo fagen : C 
we^ eine 2:iefe fce« 3flcid^t^um«, Be^be ber Sßeid- 
^elt nn\> Srfenntnip ®otte«, »ie gar unbegreif«= 
liä^ (Inb feine Oeric^te, un'i} unerforf(|(id& feine 
äßege, SRöm» 11. »• 33. ©inb um nun Sottet 
©eric^te unb SJege unbegrelflici^, »ie üiel me^r 
fein göttUd^c« Sßefen felbji. 





3)er 4. «rttfel.— »on Her mniittit mttH. 

56. gr. g« ift nun fo ülcl öon ®ott gerebt, Ja 
aud^ mie, bag er ein einiger ®ott fe^e, n?o^er unb 
warum wirb bann »on fo fielen, Ja au6^ an fo 
bieten Drten gcrebt unb gefagt, "®ott ber SSater^ 
®ott ber ©Ofen, unb ®ott ber .^Jeilige ®eijl.'' 
3jl bann nad^ folc^er 3lu«fpred^ung ber ©oi^u ein 
®ott, unb ber ^eiUge ®eiji dn ®ott, glei(^ tote 
ber SSater ein ®ott ifl? 2öarum ^abcn bann ble 
3ttbctt unred^t, mann jie fagen, bap bie S^rijlen 
bre^ ®ßtter anbeten unb befennen, ba fönjl be* 
jcuget wirb, ba§ nur ein ®ott fei^e ? 

ÜnU ^iv i^af>tn gefagt unb auä^ Mannt, 
baß nic^t nur ®ott ber $err, fonbern auä^ feine 
Ürt^eile über unb in un^ SWenfc^en unbegreifll^ 
f!nb : barum fann aud^ fo menfd^lic^ \)on bem 
göttlid^en 2öefen be^ SBaterd, bed ©o^neö ®otted, 
unb be« ^eiligen ®eijlei3, ober ®otted ®eift, »ie 



- 4» - 

W fttt ^^ felbß befle^n, ooit leiitem Slettfd^ii 
begriffet^^ nod^ mit Porten aitdgrfprod^en toertoi, 
tann oimol^l t>on einigen 3lenf(i^en miH gefagt 
werben, ba| in ber ®o!t^eit brevi'clbflflanbige 
S)erfonen ober äSefen fe^en, unb ba^er ferner fa« 
gen, il^ott ber SSater, @ott ber @o]^, nnb ®ott 
ber ^eilige ®ti% fo ftnben mir bo^ fold^e Siebend» 
art in ber l^etligen ®^rift niä^t, too^l alber, ba§ 
Attd^ ber @o^n unb ber ^(ige ®eijl in bem gött^ 
U(^n SQefen «vereinigt gehalten toerben, nnb ii^nen 
bie ® ott^it ^ng^itiä^ angeeignet wirb, wie (£^riflui9 
eigene SBortebat}on lauten ober melben, 3o^» 14« 
9. 9 : SBer ntid^ (teilet, ber flel^et ben Catcr ; unb 
3o^* 10. D, 10: "3(3^ unb bet Sater finb ein«," 

57. g r. ©0 aber ®ott ber ^err ^^ fetb^ au 
i^tofe nennet, ben® Ott 3l6ra^amd, ben ®ott 
3faac«, ben ® ott 3<icobö, unb baf fo^ 
c^e« fein 9lamefe9n fottteewig(t(^, S):ob. 3. t>. 15. 
gefd^el^en bann l^iemit nid^t bre^ Senamungen ? 

$ln t. ®ott ber^err hAtnntt fi(^ ^toax wol^t 
in biefer ^tntnnun^ ber br«^ 3>erfonen i^r ®ott 
gewefen ^u fet^n, aber ni^t bap er 'oi>n feiner 
©eite in brep 5)erfonen bejlünbe, fonbern 
ba§ er 3ftaete ®ott jt^t^ unb barju berfelbe 
®9tt, fo and^ i^rer 9later^ aU nämlid^, ^bra- 
^amd, 3fÄÄcd, unb 3a^ob«"®ott gewefen ifl, wel* 
d^er SRofee gn i^nen jefanbt, unb nun weiter 
mö^ i^r ®ott fe^e, biefer "®ott aber, i(l nt^t 
adein ein ®ott lÄbra^amd, Sfaacd unb Sacob« 
ffttbern anii^ aUtx 5öeU ®ott'\ ®fa. 54. t>. 5 



- 30 — 

9){(^t alleitt ber 3uben, fonbern auc^ ber ^ben 
©Ott, mm 3. ». 29. 

58. g r. Sßie muffen bann biefe bret^ 9lamen 
))erftanben »erben, bie man liefet, ^att^. 28. i>. 
19 : Xaufet f!e in beut 9tamen bed Sater^, bee 
^o^ne^, unb bed ^eiUgen ®eißed ? 

9 n t. ^ieraud muf nid^t )>erflanben tperben, 
baß bre9 SSefen brei? ?)erfonen, öiel tt>eni« 
get bre9 ®ötter im Fimmel finb, fonbern biefe 
9lamen »erben atfo mit Unteifc^ieb, in Setrad^^ 
tung be<$ $ßerf^ ber Srlöfung unb ©eligmaci^nng 
bed menfd^lt(^en ®t^(i^Uä^t^, au^gefprod^en, aU : 
Der aSater ber Urfj)run9, ber (Sol^n ba« SRittcl 
ber Srtöfuni^, ber ^tiU^t ®etft bie Heiligung unb 
^devefiigung gur ®e(tgfeit, »e^ed un^ aQe^ auti 
ber SSoUfemmen^eit bed großen ©otted, (Sd^opfer 
^immeU unb ber @rben, a(fo dorfommt, wie 
^aulud fagt, @ott ift e^, ber uni^ fammt eud^ in 
^^rißo 3efu 6et>efliget, unb uncf gefalbet, unb 
t>erfiege(f, unb nn^ ba^ ^fanb ben ®eif^ gegeben 
hat, 1 (Sor. 1. 9. 22. Dann ob»o^( bep ben 
Wenfc^en unterf(i^iebli(^e ^erfonen flnb, baß man 
fagt, Sater, SRutter, @o^n, fo muffen »ir bp(3^ 
fo auf menf(^li(!^e ^eife t>on ©ott nid^t reben 
ober urt^eilen, bann »ir l^aben er»iefen baf er 
ein unbegreiflicher ®ott fe^e, fonbern toiel mehr 
mit unb unter fold^en Senamungen ein einigen 
©Ott üerftel^n, »ie baöon 3o^anne« jeuget, 1 
3o^. 5, t). 8 : ''Drei? flnb, bie ba aeugen im 
.?>imme(, ber 55ater, ba« Söort unb ber i^tiiif^ 



- 51 — ' 

iSd% ttttt) bie bre9 fhtb tiniJ' Son melc^fr St« 
niflfeit toir 3ol&. l.^A. fe^en Witnen, ba tr fagt: 
3m Anfang n>ar t)ad Sort, unb ba« SBort tvar 
htp ©Ott, itnb ©Ott mar bad Si^ort* ©leid^ tvir 
au(^ alfebalb in brr @^opfuttg )»on ®ott, beut 
fBSoxt, ttnb bem ®ei{l ®otted ge(efen n>trb, bd§ 
bct ®eip ®otte« auf bcm SBaffer fd^mebte, ©en. 
1. 1)* 26» S^otauf bann X^a^ib ait^ gefeiten, ba 
CT frric^t : Dfr Fimmel ifl burd^ ba« Söort bee 
^errn gemat^^t, unb aH fein ^eer burd^ bcn ®eift 
fcitt« 3Runbe«, ^l 33, \>. 6. ^ 

59, g r, SBie fann c« fcpn, bap biffc brcp, 
namlid^ ®ott ber Sater, ®ott ber ©o^n, unb 
®att ber ^lige ®eijl 6 i n ®ctt ij», fo boti^ fc 
flatüä^ bc9 3Rattl^. 3. t). 16, 17, gefc^ricben fle^ 
i^et, baf, ba 3^ftt^ »on ^o^annt getauft »urbe, 
baf ber @eijl ®ottc« \>om Fimmel in ber ©eflalt 
einer Zaubt ^erab über ben ©ol^n fam, ben 3o' 
(anned ^c\t%m, unb eine @ttmme i9om Fimmel 
fprad^ : t)i^ ijl mein Itelber @o^n, an meiern 
t<^ ein SBol^lgcfaKen i^aU, aü»o bann ber @o^n 
getauft, ber ^eilige ®eijl gefeiten, unb bed Sater« 
Stimme »om ^xmmtl gel^öret nwrben. 3P bann 
aui folii^em nid^t ju fd^liefen ober )u l^alten, baf 
brc^ ©Otter im Fimmel flnb ? 

%nU ©0 man biefed nad^ menfd^Iid^er Sßeife 
anfeilen unb betrad^ten wottte, würbe man b re i> 
SBefen ober ?)erfonen befd^UeJen unb urti^et= 
len, aber biefcd gro^e götttid^ 2Ber!, fo ®ott 
btttd^ feine, grogc Siebe unb göttlidbe ^raft, unb 

4* 



^— 52 — 

nai^ feinem Serfpred^ett überitaturli^ 9oQf&|ct 
f^at, tann un\> mu^ \>on un^ nic^t ttad^ bem 9ta« 
tfit(l(i&crt geutt^eilt, »erflanbctt ober ibetrad^tet 
mer^n, fonbern üielmel^r für ein unbe^reifii^ 
SQerf an^efe^en, geglaubt, unb mit einer ^ol^ 
Sertounberung an ®ott unb feiner großen, aO^ 
mad^ttgen unb unlbegreifli^en ffieidl^ett betrad^» 
tet merben, aQein bie ^erfon 3eftt S^rifH toax 
bamal^ in feiner ^enfd^^eit, im Sletfd) ^u fel^^n 
unb 3tt füllen, bannod^ tvie ^aulud fagt: ®ott 
mar in S^rtflo, iinb ))erfö^net bie ^elt mit i^m 
felbfl, 2 Eor, 5. t). 19. gRüjfen alfo mit »aulo 
ferner befennen, ba§ biefed gottfelige ©el^tmnif 
gro^ fc9, biewcti ®ott im gleifc^ geoffenbaret ift, 
1 Xim, 3. t). 16. »leibet alfo bcr mettf(3&Ii(i^en 
Vernunft unbegrei^idb, gleid^ »ie ein Satcr ber 
einen ©ob« b^t, nic^t ber ©o^n ift, fonbern ber 
Sater ; a(fo ifl aud^ ber @oi^n nid^t ber Sater, 
fonbern ber Sobn be« Saterd ; unb biemeil ber 
^eilige ®ei|l ein ®cifl ®otte« unb gl^rifti ifl, fo 
ifl er weber ber Sater nod^ ber ©o^n, fonbern ber 
^eilige ®ei{t ; bietoeit toir aber nur natürßd^ 
Weitfcbeit jinb, biefe« aber itbernatitrlidb unb ein 
göttUcb ^er! i% fo muffen toir ed andl^ aU ein 
gottlid^ ©ebeimni^ anfeben unb im 
®(auben annebmen, bad übrige aber foUen »ir, 
ein i»be« in feiner Scfcbaffen^eit, bag und unbe^ 
greiflid) ijl, nidbt begeben gu erforfd^en, »ic »ir 
oorbin au« 9löm 11. o. 33. gefagt ^ahtn : ^ID 
tvel* eine Xiefe be« 3fleicbtbum«, belebe ber SSBei^- 



— 58 - 

fjtü ttnb Stlennhtif ®cttt^, mie gar nnbegrrifll«^ 
{iitb feint ®eriij^tc, nnb unrtforfd^Hc!^ feine Sege. 

60. g r. .^aben t»entt t)ie 3nfeen im «Um le» 
flament bat^on fein 3^u9ttip ttnb 9ewei§^ bietveil 
rd i^nen fo fremb für fontmt, bof bie S^riften im 
^ttlid^tn SBefen befennen Sater, ®o^o unb ^i« 
(igen @eif^, moburd^ biefctben ßd^ «on bem S^ri« 
f^t^nm beflo abmenbiger mac^n ? 

9[ n t Sd fi^einet, ba^ fo lange |ie fo i»e{t an 
9tofe fangen, nnb bie Dedfe i^nen auc^ noc^ »or 
i^ren ^gen unb ^ngen fangen bleibet, ba| Pe bie« 
fe« ntd^t fe^en nod^ «er^^en f onnen, fonft gebfi^^ 
reted if^ntti nid^tfo fremb ju fe^n, t>{el weniger fo 
lafierlid^ ba!»en au reben, bietoeii fo i»ielmal in 
bem SHten Ztj^amtnt, "oon bem J^eiligen ®eift, i)on 
M ^crm ®ti% t>on bem ©eift ®otte« iß gerebet 
morben, tvie in bem $(nfang ber @(^opfung ^u 
fel^, tote gef(^rieben flehet : £)er ®eifl ®otte« 
fi^toebete auf bem ffiaffer, ®en. 1. \>. 2. 3« Unb 
X)a«ib fagt : per ®et{t bicd ^rrn l^at bur^ mic^ 
gerebet, unb feine Siebe iß burt!^ meine 3unge ge« 
f^l^en, 2 (Barn, 23. ^. 2. Unb beinen l^eiligen 
®ei|tnimm niii^t i>on mir, bittet S)a))ib, i)f. 51. 
)). 13» Unb mie (Sfaiad über 3frae( Raget : @ie 
erbitterten unb entrüßeten feinen l^eiügen @eifi ; 
too iß ber, ber feinen ^eiligen ®eiß unter ße gab, 
«fa 64. \>. 10, 11. 3mglei*en, 3oei 2. o. 28. 
(£fa. 44. D. 3, 4. j 3* »iU meinen ®eiß 
an^aief en über alled gteif^. 

61. g r. gefet man in bem «tten Xeßament 



— 54 - 

avLä^ nid^ts von tiem ®o^n ©otted, biemefl ti 

ftttiit für bett ®o^rt ©otted e^ren, meldten f!e für 
t)en SRe^tam nid^t annehmen moUen ? 

Unt Darum t)ap flc noi^ einen naturUd^en 
'Mt^ia^, mie ^ofe^ unt^ &ia^ gemefen, aud^ nod^ 
ein Irrbifc^ Äonigreid^, mic Daöibd un\> ®aIo^ 
mond gcwcfen, erwarten, bleiben fle nod^ im Uli* 
erlauben an ben ®o^n ®oiM 3'fttw S^rlflum, 
i'onften flnben fie t>on bem @oi^n ®otM im alten 

Xeflament (^enugfam 3^^^^^$^ <^^^ ^^ P^^ ^^^ 
5prfid^c bed wcipen ©alomon^ : "ffier fähret 
hinauf gen Fimmel unb njicbcr l^crab ? 2Ber faf* 
fet ben 3ölnb in feine ^änbc ? SBer binbct bie 
3Ba|fer in tin Ätdb ? 3Ber ^at atte gnbe ber 
mtlt gefleUet ? 3Bie Reifet er, unb »ie ^eifftt 
fein ®o^n, »etgt bu bad V 5)ro^* 30. t). 4. 
öott biefem ®o^n jeuget Da^ib in ber S)erfott 
®otte« : "Du 61(1 mein ®o^n, l^eut ^ah i^ bld^ 
gejeuget, l^eifdbe "oon mir, fo »itt ic^ bir bie ^i* 
ben 3um Srbe geben, unb ber 2öe(t 6nbe gunt 
i&i^tnt^um:' ?)f. 11. ^, 7, 8. 3tem, fuget ben 
Btyf^n, bap er nid^t gürne, unb i^r umtammet auf 
bem SBege, bann fein ßovn »irb balb anbrennen, 
aber »of ( aüen benen bie auf i^n trauen, io. 12. 
'öon ber Sinigfeit mit bem Sater weiffapet ber 
5)ro)>^et : din Äinb ijl un^ geboren, ein @o^n 
ifl un^ gegeben, bejfcn ^errfd^aft ift auf feiner 
®dbutter, unb er ^ei§t ^IBunberbar, 9tat^, Äraft, 
^petb, ewiger 35ater, grlebcfürjl, ©fa. 9, ». 6. 



-55 — 
3)fr S. Sriifri. — 8011 hn SIettfi||i9rrbmg 

62.gr. Den @o^tt ®otte«, ben^errnO^' 
fu« S^riflum bettejfen^, ifl ^erfelfre loorfeiner 

®eburt tton SD^aria, ((l^ott ein ©ol^n ®i>tte0 

bep unt) mit bem Sater gewefen ? 

3[ tt t. gre^Ui^ ift er üor ber ®e6urt »on OTa- 
ria f(^on be^ unb mit bem Sater gemefen, tpte 
mir fold^e^ ie^t aud Sfa« 9« )»«6« ermiefeit ^abeit, 
ald ber gttt^er ^oerfe^en i{l, el^e ber ^elt ®runb 
geleget »ar, 1 9)et. 1. 1). 20. ni^t atteiri guttor 
erfe^en, fonbertt ))on Snotgfeit gemefen, ipie ^JRid^. 
5. t). 1. beidtget : "Deffen Slu^gang »on 2ln=* 
fang, unb öon Swigfeit ^er gewefen ifl/* Da 
^ero frrtiJ^r SbriM felbji, ^of^an. 17. ». 5 : 
"8ater, wrlföre mid^ mit ber ^(ar^eit, bie i^ be^' 
bir glitte, e^e bie $Be(t mar/' f^autu^ aber 
fd^rcfbet «onbem <So^nt fo 9iel urnftättbUcl^er, ba 
er fagt : ^Beld^er ifi ba^ (Sbenbilb^d unfic^tba' 
reu ®otte^, ber Srflgeborne üor allen Sreaturen^ 
tann bttr(^ i^n aüe^ ift gefd^affen toad im Fimmel, 
uub auf ^rben ift, bad ftc^tbare unb unftd^t^ 
bare, be^be bie Sirenen unb ^errfci^aftcn, unb 
i^nr^ent^itmer, unb Dberfeiten ; e^ ifi aüe^ burcb 
ibn unb in i^m erfc^affen, ßol. 1. tj. 15, 16» 
^oraud feine Stoigfcit genugfam erf laret ift. 

63. g r. ^cinn bann biefed \>on bcm @obn 
®ottc« fo getöi^ unb voa^rtjaftig ift, »ic bann ber 
^I^ater \>ott i^me bezeuget, bid ift mein lieber ©obn t 



- 56 - 

maxum nennet f{^ bann Sl^rifhid fel^fl fo i>ft be^ 
3Renf(3^en ©ol^n? 

^ n t Dicfe« ifl eine @a^e üon großer ®e-^ 
fteimniß, t)ie alle menfd^Iid^e Vernunft übertrifft, 
un'ti nid^t njo^I mag Begriffen werben, wie folc^^e« 
werben fönne, unb awc!^ gcfd^e^^en \\t, bag ber 
große ®ott feinen einigen <5o^n, ben er *)oh 
Swigfeit bezeuget, einen wal^ren ^lenfc^en "»on 
einer 3wngfi^ött^" ^^^ lafien geboren werben, «nb 
bannod^ (^otteö @obn gebtieben ij^, weld^ed ^au- 
Im dn gottfeligeö ®e^eimniß genennet, 1 Zim. 

64. g r» 3jl bann ber ©ol^n ®otte« buriö 
feine ^nfunft in biefe Ißelt ba« worben, wa« er 
^orl^in niöijt gewefen ? 

^nt föjJ ^at ®ott alfo beliebet, ba« menf^- 
Ii(!^e ©efd^tec^t mit i^m felber, in unb bnrd^ fei^ 
nen ©o^n wieber jn öerföl^nen, unb a(fo bic 
(Sünbe auszutilgen, unb gu üerni(3^ten in bem 
3Ie(f(ft burd^ bte @ünbe ; bann er l^at ben, ber 
t)on feiner <3ünbe wußte, für un« jur ®ünbe ge* 
ma(^t, auf baß wir würben in i|m bie @ere<i^«^ 
tijifeit, bic öor ®ott gilt, 2 gor. 5. t). 21. Unb 
alfo ift er ba« worben, voa^ er öorbin ni6^ ge^ 
wefen war, bann ba^Söort warb gleifcb, 
inib wob«ete unter uns, unb wir fal^n 
feine ^errlid^feit, eine ^errlid^feit aU be« ringe- 
bornen <SobnS t)om ^ater, tjoffer ®nab unb 
Söa^rl^eit, 3o^. 1. \). 14. "®eboren t)on bem 
3aamen ^a^ibs na^ bem Sfeifd^, unb fräftiglic^ 



— 57 — 

ermeifet ein @o]^n ®otted na^ Um ®ei{l, ber b« 
MCIget/' 9t öm. 1. 9. 34. £)«« wir 0cfe^ ^a« 
bm mü ttitfem SIttgm, ba« toir ibefcl^aiiet ^abeit, 
\>a^ ttnfere ^anbe jbetafict l^aben t>oii bem SBort 
t)etf Seben«, 1 3o^. 1. D. 1. Seld^, ob er »oW 
in gottfi^er ©eflalt toax, ^dt er r« nid^t für 
tintn fftauh^taä^kt @ott glrid^ )u frpn, fonbrrn 
au^rt {i^ felbfi, nnb nal^m jtnfil^t^ ®eflalt an, 
war gleich mit ein anberer Wenfi!^, nnb an ®e* 
beiben aU ein SWenf* erfunben, 9i^iU 2. d. 6. 7. 
Un« in allem gleich, bo^ o|ne@un« 
t e, ^eB. 4. t). 15» Unb tedwegen nennet fi<!^ ber 
^o^n @otted anc^ einen @oi^n bed Wenfc^en. 



^. 



$)er 6. Hrttfrl.— Sim §aB liel menf^It^m 

65. S r* ffiarnm ifl bann ber @o]^n ®otte« in 
He fl?elt fontmen ? 

81 n t. SBeil tjtt erjte Wenf^ «bam, ber »on 
(^ott unb nati^ ©otted Sbenbilbe gut unb t>oO« 
fomwen gefd^offen »ar, ®en. 1. ». 27. ben Sefe^l 
(^otted ungel^orfamlidb itbertrrten, nnb atfo t)on 
(i^ott abgewt^en, fo i^ er in ®otted Som unb 
3$erbamnttti§ tjerfaöen, nnb 3»ar nid^t attein er, 
fonbern wir aUe, bie i>on i^me ^erfomwen flnb, 
i»m. 3. », 1, 7. tlnb ijl alfo bie ©unbe bttr<J^ 
einen TOenf^en (mam) in bie ffiett fontmen, nnb 
iJttr^ bie ®ttttbe ber %t>1>, »er^^e, ber ewige %i>\>, 



— 58 — 

uitb ber iß alfo übtt aUt "Sttn^ä^tn tommen, auä^ 
nhtx W fo nic^t gefuitbiget ^abett, mit gleitet 
Uebertreiung mie 9t)am, 9t5m 5. \>. 12, 14, ''Sio- 
''t>an niemand feinen trüber erlöfen tonnte, la, 
'*aui^ feine eigene @ee(e nici^t, fonbern man ^atte 
'>^ muffen la jfen anflehen ewigfid^, ?>faim 49, *>. 
''8. 9« 1>ann bad Urt^^eUifl fommen an^ einer? 
"Siinbe jttr öerbammnip;* SRöm. 5. t>. 16. «Ifo 
ba^ mo^I aQe 9tad^fommen t>on %bam ^er, mit 
tem frommen Sfra mögen fagen $ D bu ^bam, 
road ^afi bu get^an, bann ba bu fo gefunbiget 
^ft, geriet^ nici^t aüein ber SaQ über bic^, fon^ 
bern auc!^ über und atte, bie toir )>on bir ^erforn« 
men, 4 gfra 7. t). 48, 

66. g r. 3ft bann ber ©ol^n ®otted 3eftte 
(S^riftttd barum in bie 9S$e(t fommen, baf er beit 
3orn ®otted toieberum »oUte füHen, ^inmeg ne^* 
men, ijerfö^nen unb befriebigcn ? 

^ tt t. e* »ar alfo ber »o^tgefäüige 2ölffe be« 
großen ©otted, na^ feiner unergrünbUdben ^iebe 
unb Sarm^er^igfeit, ba§ er feinen liebflen unb 
eingeborneii (Bof^n nac^ bem gleifd^ in birfe ^elt 
gefanbt l^at, bad loerfaQene ^enfc!^engef(!^(e(i^t wie^ 
ber aufrundeten, mit bemfelben fld^ au befriebigen 
unb 3u oerfö^nen, barum mtrb er aud^ iu ber 
€Jeijfagung ein griebefürft genennet, ®fa. 9. o. 
6. i:>ann of>too^l bad ©efe^ ^ofli3 bie ^er^eif- 
fung ^atte, baf , »eld^cr bajfelbe ^ielte unb t^ate, 
oarin leben fottte, (8et)it. 18. >>. 5.) fo war bo^ 
folc^ed mit einem glud^ M^Iopen, olfo baf »er 



nitr ein <Bebot überträte, an allem Jii^ulbig mar, 

Deut. 27. '0. 26. * Dietoeil tann um ber @4ma^« 

Mt »iden bed 9(eif(^e«, feiner bad ®efe| Mi« 

fommen galten lonnte, fo finb fie alle unter bent 

S(tt^ nnt 3orn ®otte0 ^^erfatten setoefen« ®a(. 

3. D« 10, 11. "Süai aber bem Okfe^ unrndgUi^ 

"war, fintemal e^ bnr^ bad S^^if^ dtfc^wad^t 

''»art^, bad t^t (Sott nnb fanbte feinen @0|n 

"in ber ®eftaU bed funbli«!^ gleif^ed, nnb «er« 

'iMimmte bie ©nnbe im 9(eif4 bnrd^ @ttnbe, 

''9tom. 8. )). 3. Unb »ie burd^ Sine« 9Renf^ 

"Unge^orfam ^iti ©itnber morben finb, alfo »er" 

'^bett aud^ burd^ dim^ ©e^orfam 'oitl ®ered^te/' 

dtom. 5. t>. 19, 9ttf baf , gleiii^ tote bie @unbe 

^e^rrfti^et l^at ^um tob, a(fo and^ berrfc^ bie 

®nabe, burd^ bie®ered^U()!eit, gum emigen Sebeit, 

bnrd^ 3efum df^ti^nm, Slöm. 5. o. 21. @(eid^ 

mie fie in %bam aOe fterben, alfo werben fle in 

S^riflo atte lebenbig gemacht, fagt $aulud, 1 Sor, 

15. 9. 22. T>ann er ift fommen unb bat t>er« 

funbiget im (St>an8elio ben Stieben, eud^ bie il^r 

ferne maret, nnb betten bie nai^e maren, dpb^f» 2. 

t). 17. 8ttc.2.t).10. «ct. 10. ».36. SHfoijt 

^bri^d fommen, ju fachen unb feiig gu mad^en 

^M ba i^erloren n9ar, Suc. 19. io. 10. X)aitn alfo 

i)at ®ott bie ®e(t geliebet, ba^ er feinen einge^ 

Uxntn ®oi^n gab, auf bag alle, bie an ibn glau» 

hm, nid^t i>erloren »erben, fonbern bad ewige Se*» 

*en ^aben, 3o^. 3. t). 16. _ ^ ^ _ .. 

67. g r. »irb bann ba« SBerf unferer eelig- 



feit unt (irlofuttf) beut @ol^tt, unfetm ^ttxn 3efu 
^f^xifto, Saturn aMn attgerignet^t^iemeii fein Spante 
mtf^xtntf^tiU ge^ad^t, er auä^ be^toegen unfrr ®t^ 
«gtnad^er (benennet mirb ? 

% n^» e« mar dfo ber etoige 9tat| ®f>tM, 
baf er burd^ benfe!l6en/ unb ^»ar auf eine fol«^ 
:B)eife bad SBerf ber Srlofnn^ t>oQbringen, unb 
feinen einif^en ®ol^n a^ Einern SRittel ber 9{cn*« 
fdben @elig!eit fleflen moOte, wie and bem gn fe^n 
ifl, ba§ barum bie Sngel bie Sotfd^aften anVia^ 
via unb 3ofe))^ brfel^len mu^te, ii^mt ben 9lamen 
3efu« 3u geben, Watt^. 1. D. 24. guc. 1. ö* 27. 
Darum, baf er fein SSoIf üon il^ren ©finben foötc 
feiig mad^en« Seboi^ aber ifl biefe ©eligfeit nii^t 
auf er bem ^ater, fonbern mit bem SSater gefd^e« 
^en, toit aui 2 Sor. 5. \>. 19. gu feigen, ba f)att^ 
In« fagt : "®ott »ar in S^ri^o, unb »erf&l^net 
"bie SBett mit il^m fefber, unb rcd^net i^nen il^te 
"•Bünben nid^t |tt.^' T>ann er ijl un« gemad^t 
'oon (Sott, lux S^ei^l^eit, gur @ered^tig!eit, 3ttr 
Jr)fi(igung unb jur Srl^fung, 1 ßor. 1. ^. 29. 
Dur^ unferd ®otted l^erjHd^e Sarml^eraigleit, 
burd^ mel^e und befud^et ^at ber Aufgang üm 
bpr |)öi^e, 8uc. 1. kj. 78. ^ann ®ott, ber ha 
reid^ ift von ^arml^eraigfeit, unb burd^ feine grofle 
?iebe, bamit er un« getiebet l^at, ba »ir ttJbt »a*« 
ren in unfern ©ünben, l^at er und fammt (S^ri^ 
lebenbig gemad^t, epbcf» 2. \). 4, 5. 3o^. 3. ». 
16. unb 1 3o^- 4. t). 9, 10. Unb obwohl ba« 
«krf felbft burc^ ben ©o^n DoHbrad^t ifl, baf er 



- « - 

tettttt tat StfOhtber ^ttutnmt »irb, ^. 12. t»» 2. 
@o mu^ bod^ bcr Sater ni^t ba)»ott att#^^(of' 
feit, fottbern i^m and^ bieS^rtbafur geaebiit, »ie 
ftttd^ 2ob ttitb Dan! gefagt metbeit« ®(ci4 »ie 
imd bie englifc^ ^eerfd^aaren to^ ber ©eftittt 
Si^ti^ gtt fo((i^er S^re antoeifeit, unb auä^ fri^k 
t^olftt, fagmbe : df^tt fe^ @0tt in btr ^ö^e, Suc. 
2, t>. 14« Unb 9aulu0 faget au(if^ ''Dan! bcnt 
"9attx, ber und tüd^tig gemad^t f^at au bem Srb» 
"Ü^l ber öligen im Sid^t, meld^er uni errettet 
"^at »Ott ber Dbrigleit nttb Wlaö^t ber Sinfkrtti^, 
"unb l^at und gefegt in ba« Keid^ feine« gelkb^ 
"ten @o]^ttd,^' burdi meldten I9ir ^aben bie Srlö« 
fnng bnrd^ fein Slut^ namliä^ bie Sergebnng ber 
@finben, CoL 1. 1>. 12, 13, U. 

68. 9 r. 9tttp bann Don nn« in bem feligmaf 
d^nben ®iauitn, ba man glaubet, ba$ ein ®oit 
i^, and^ geglaubet »erben, bap 3efud Sbrifbt« 
ber @D^n ®otte«, unfer ^eiUnb, @rlöfer 
nnb @eHgmad^erfei^? 

91 tt t. £)a^ muf unf^Ibar au^ bem feligma^ 
^enben (SlauUn an ® ott, ber ein @d^öpfer ^int- 
meto nnb ber (Erben ift, folgen. ®Ieid^ n>ie toir 
»orl^er feine Sinigfeit mit bem Sater ertoiefen ^« 
ben, ttttb er felb^ fprid^t : ''©iaubet i^r an ®ott; 
fe glaubet i^r aud^ an midb,^' 3o^« 14« !». 1. 
®er an ben @o^n glaubet, ber b^tba« etoige ^ 
ben ; mer an ben ©obn niii^t glaubet, ber wirb 
botf «eben nid^t fe^n, fonbern ber 3orn ©ottesJ 
bMbet über i^m, S«*- 3, o. 36. ''Dann in !ei^ 



- 62 - 

"ttem anUtn ift ^M ^l, ifi att<^ fein dntofter 
"9lame beti SRenfd^cn gegeben, barinncn toix ^oU 
"len felifl »erben/' «et 4. d. 12. Unt^ bfefc« ifl 
ber ®runb bed ^^oan^tUi, ber 3(nfang unb bad 
(Snbe beffelten. Die^d ifl geftä^riefcen, baß ii^r 
glanbet, 3cfu« fe^e ßi^rtjl ber ©ol^ ®otte0, nnb 
baf i^r burc^ ben ©tauben bad Seben l^abet in 
feinem 9lamen, 3o^- 20. ö. 31. 3Ble bann S)e- 
tru0 feine 3ttl^Srer in feiner ^rebigt au^ barauf 
meifet, 9ct 2. ^. 36. |)^ilip)>ud bie t^on @ama^ 
tia, «d. 8. ». 12. ben Äämmerer, i). 34. |>etru« 
ben Sornelium unb alle bie ©einigen, 3lct 10. 
1». 3(). 3mglei(^en ^aulud unb ®Uad gu bem 
Äerlermeificr fagten : ®fattbe an ben ^errn 3** 
fttttt, fo »ir jl btt unb bein ^au« feiig, Sict. 16. \>. 31 . 

69. g r. 3fl bann ber ©laube an &ott, unb 
an feinen ©o^n 3cfum ßi^riflum, genug jur @e- 
Ugfeit ? 

9( n t £)iefe0 ifl ^toat \&o^l bad $au)>tfHt(f 
bed toal^ren ©lauben^ gur ©eligfeit, toann er 
reij^t unb n>o^l nad^ ber ©d^rift in ben $er^en gt« 
grfinbet i% unb baburd^ in bem gangen Wehfd^n 
mirtet : "!bann fo man i>on bergen glaubt, fo 
''wirb man geredet, unb fo man mit bem ^nn% 
''be!ennet, fo »irb man feiig,'' mm. 10. lo. 10. 
Dietoeit aber l^icr gar merflid^ gefragt »irb, ob 
foid^ ju glauben allein genug fe^e gur ©eligfeit, 
fo mü^tn »ir nod^malö fagen, ba| eine münb* 
li*e Söefenntnif einen fold^en ©lanben gu babe«, 
nt<i^t genug gur ©eligfeit fe^e, fonbern »ielwt^r 



- 6S - 

etil fot^ ®lauU, wora«« itiib »obut^ bnr 9t- 
^orfam l^emiefen toit^, toittiglid^ fl^ unkt bad 3o4 
S^rifH SU begeben, unb babe^ au« ben grud^ten be0 
Glaubend be^ fold^ äRenfd^en gefehlt toitb, baf 
man einen fcliben ®Iauben babe, ber buri^ bie 
^iebe t^atig i% (3aU 5. t). 6, Unb ba§ man aud^ .l-^ 
(enSIei^ anmenbe,baf man in feinem ®Iaubenbte 
S^ri{Ui<!^en ^^ugenben, in folgen Sugenben aber 
8ef<!beiben^t, in ber Sef<:^eiben]^eit SRä^gleit, in 
bct 9Ra§igfeit @ebult, unb in ber ®ebult ®otie« 
^ulb, in ®otted $ulb eine brüberU(i^e Siebe^ nnb 
in ber bruberli(!^en Siebe aucb tint gemeine Siebe 
jeige, 2 ^tL !• <>• 6, 6, 7, 9Bann »ir nun bie- 
fed nid^t be^ unb in bem @lauben baben, fonbern 
nur eine münbli^e 9efenntni§ "oon ®ott unb 
S(fri{to t^un, fo fann fol^er Wunbglaube gur 
@e(igleit niäft^ Reifen, "unb »er biefe Dinge bei 
"il^m (t>er{le^e im ®(auben) niä^t ^at, ber ifl no(b 
"Mittb, unb tapptt mit ber |>anb/' 2 ^eh l; »•Q. 
a$o»on aud^ Skcobui» ^pxiä^U Du unnu^er 
9)tenf<3^, toilt bu mijfen, ba^ ber ®(aube ol^ne 
Serfe tobt fe^, ifl nid^t ^ühxaf^am, unfer Sater, 
buTii^ bie SBerfe geredet morben, ba er feinen @ol^n 
3faac auf bem 3l(tar o))ferte ? X)a fie^eß bu, ba^ 
ter ®laube mit gen)ir!et l^at an feinen Werfen, 
unb burc^ bieSkrfe ifiber ©laube^ottfiti^rt toor- 
ntn, 3ac. 2, t>. 20, 21, 22. Unb "gUi* »i« ber 
Seib obKe ®eifl tobt ifl, alfo ijt audb ber ©Xaube, 
obne Söerle tobt," ». 26. '^ann ber manU ift 
ni*t o$ne Söerfe, . n&mm bie ® ott gefättig flnb, 



- 64 - 

» 

mfe foli^e^ W>xa^m in ber %^t femiefeti. £)a- 
^0 3aco6ud mit $etro tool^l fagen mag t fc fe» 
]^ i^t nun, ba^ ber ^enfd^ iDurii^ t)ie S3erfe ge- 
teilt Wirt), unb iti^t but(| ben ®(au6en allein, 





^tt 7. Ärttfel. — ©Ott ben guten SBerlen. 

70* gr» Die»eil bann bie guten S33erle it^ feem 
®lauUn fo not^tg ftnb, alfo bn^ ber (3lauU o|ne 
bie guten äBcrfe ni^td fceförbert, ijerbienet bann 
ber Wltn^ö^ burd^ bie guten ^erfe ettpa^ be^ ®ott 
gut ©eligleit? 

2C n t, ®Uiii ttie ber ©laube tiejl unb bejlän«' 
big fei^n mup, fo man ®ott gefaßen »iö, 4>eb. 11. 
»,.6. fo mix^tn aui^ ba^e^ bie S^riftUd^en Zu* 
genben unb guten äBerfe in ber Siek feji unb ge^» 
toi^ fe^n, mann man l^offen toitl feUg gu merben; 
»ie mir »or^tn au€ 2 3)et» 1. ü. 9. ermiefen ha- 
ften, unb be9 9Batt^. 25. ö. 42, 43. «ärlid^ au 
erfel^en, bap bte.^erte mitbem (Glauben }ur @te^ 
Ugleit mirfen, ba S^riflu^ fagt ^ kommet ^er, ii^r 
®ebenebevten meinet Saterd, unb aQmo er bann 
timm jieben naä^ feinen Sßerfen bie Se(o^nung 
naml^aft ma^et, ». 34, 41. Unb it^ 3o^. 5. «. 
29, f)>«d^t er: ''IMe ba (^uteiS getrau ^akn, 
''»erben i^rfiir ge^en gur SSlufcrfte^ung bed ge- 
lben«.'' fflie au(3^ au pnben, g>^iL 2. ö*.12. 
1 Äor. 15. ». 68. !Dap akr gefragt »irb, ob 
bie 3JJenfd^en be^ ®ott etma« ^u i^rer ©eligfeit 



- 65 - 

?erfcieuen, fo tjl folc^cd ferne, bieweif mir alfo Q^ott 
^tt unferm Sc^ulbner ma^en ȟrben. Dann 
o6njOi^( ait unterfc^teblic^ett Drten in ber ^eiligen 
Sd^rift auf gute Söerfe bie ©eligfeit »er^eiffeu 
mxr>, fo ^at fotc^e^ fein ^bfe^en auf folc^e Söerfe, 
tic au^ bcm ©(auben, Siebe unb ©e^orfam ^er 
ijor gebrad^t ftnb unb i>ox^ehxaä^t toerben, nid^t 
abtx barum eigentUd^ ben Fimmel gu oerbienen ; 
Hnn ed ^ei§t : "^ann i^r aUe^ get^an ^aht, 
"mad eud^ gu tl^un befohlen iji, fo fpre^et, »Ir (tnb 
"unnüfce ^nei^te, wir i^aben getrau, »ad wir gu - 
"t^urt fd^ulbig waren." Suc. 18. ü. 10. 

71. gr. 9Huf unb maQ man bann mit Verlan 
gen unb 3:rac^tung nad^ ber ewigen ©cligfeit feine 
S^riflHi^e 2:ugenben unb SÖerfe t^un, fo bod^ 
$autui$, Sflom. 2. ». 7. benfclben bad ewige Seben 
*)er6eiffet, bie- mit ®cbuU in guten Sßcrfen bar 
naä^ trauten? 

%nt 3n ber Uebung unb Srweifung unfcro 
(^iaubm^ mu^ unfcr ®inn unb S^rac^tung aUe- 
^eit barnad^ jlel^en, unb auf bad ewige ^tUn ge^ 
riii^tet unb gefefet fe^n, glcid^ wie ber Sti^tx auf 
bem Sompaß atte^eit auf 9Ritternad^ geiget, wie 
e^riflud fpric^t : "klinget barnad^, ba§ il^r burdb 
bie enge Pforte eingel^ct/* Suc. 13. ü. 24. Unb 
bad t)on bem Einfang U^ an ba« Snbc bet^lau- 
htn^ unb ÜJcben«; weld^ed bann ?)aulu« aud) • 
Harlid^ anaeiget, ba er fpri^t : "2öiifet iljr niü^t, 
"baf aUt, bie in ben (Se^ranten, ober na^ bcm 
"3ie( taufen/ bie laufen atle, aber einer erlanget 



- 66 — 

''baö Ä(e{rt0\), fo laufet nun alfo, t>a$ i()r c^ ei*- 
"greifet;' 1 Sor. 9. ». 24. Sap, 15. ^, 58. T^xt^ 
fc3 ifl nun t>a^ Äleinob, fo un« fürfle^aCttn hjirb^ 
ttämlid^ t)te ^imritlifc^e Berufung ®otted öon oBe« 
^crafe, in ßbriflo 3efu, 9)^i(. 3. ö. 14. ®o fagt 
au(^ 5>öuluö : 3)rei^ unt> S^r unb tin unx>cr= 
cjänalid^cö 3Befen allen benen, b'ie mit Oebult in 
c^xittn 2öerfen trad^ten nad^ bent etüigen Mcn, 
^illfo ifl tiefet t>aö Srfle unt) Se^te, unt» bie.ge^r 
urtt) 5)rebi9t t>e^ ^t>angelti, fc^affet bap i^r felict 
^ »erbet mit Surc^t nnt 3ittern, ^l|iL2. ö. 12, 
Unb gema^ ben Söorten G^rifti : ®er Ibe^rret 
biö an^ (Snbe, ber n>irb felicj werben, ^att^. 10. 
ö. 22. (gc k^eui^^et au(^ 5^aulu«, ba§ biefeö in 
feinem ^an^tn ^ebenölauf fein 5lbfe^en getüefen^ 
bienjeil er fagt : ^infür ift mir bei^gelegt bie ^r on 
ber ®ere(^tigfeit, bie mir ber gereifte Biiö^ttv an 
jenem Za^ geben n?irb, nid^t aber mir allein, fon^ 
bern allen benen, bie feine Srfd^einung lieb l)aben, 
2 3:im. 4. ^. 8. X)a§ alfo ber gottfeligeSBanbet 
etneig Si^riften n?o^l mit ir^t^tung na^ bem twU 
gen ^titn fe^n mag, {a anö:) geti^an unb gefc^el^cn 
muß, 2 ^et» L ij. IL "I^ann mir fmb fein, nänt* 
lic^ ®otte^ 3öer!, gefd^affen in 3efu (S^rifto au 
guten Söerfen, ^u meldten un^ ®ott gut^or bereit 
tet ^t*baß mir barinnen manbeln fotten, Sj)i^, 
• 2. ö. 9. Sßoau bieSöorte G^rifli (td^ au(^ fügen, 
t)a er fprid^t : meine (Bd^aafe l^ören meine ©timme, 
unb id^ gebe i^nen ba« emige itbtn, 3ol6. 10, 
y. 27, 28. 



- 67 — 

Stt 8. 9tilUl — eom Reuett Sttitb obet 

Zfflaiitmt. 

72. g r. gRüffen bann ade ©laubtöeii, fo l)a 
hoffen fclig ^u mcrben, t)cr stimme S^rtfti gc^cr- 
fam fe^n, al^ i^rem (Bcfc^geber, unt) i^m baritt 
nac^ feiner ^el^r nnb gürgang folgen ? 

^ n t <5oI^efi( muffen »ir »on ganzem ^erjen 
rtun, unt> nic^t nwr oWnl^in mitbem ®?unbe, n>if 
folc^c« öu^ öielen äcugnijfen ber l^eiligen @d^rift, 
fomo^t ^Ittn aU bleuen Sleflament^, »ie auäif 
au0 benen SSetl^eiffungen unb berfelben SrfüU 
lungen flärlid^ ju fe^en x% Söie bann bcr ^ro^ 
pfiet ^ofe^ f^rad^ : (Sitten 5)ropl^eten toirb euc^ 
©Ott ber ^err erwedcn au^ euren ©rübern, ben* 
felfeen foÄt i:^r l^ören, Deut» 18. ö. 15. 5lct. 3. 
ü. 23, 3<^ ^ö^e il^n ben 9Renf(^en gum ßtu^m 
gefteüet, gum gürften unb ©el^ietcr ben i^ölfern, 
(£fa. 55. »♦ 4. i)ann na^bem @ott ijor ßeikn 
mand^mal unb auf ntant^erlci Sßeife ^u ben 35ä* 
tcrn gcrebet l^at burd^ bie 5^ro^^eten, fo l^at er 
auä^ am legten, in biefen 2^agen gu un^ gerebet 
bur(| ben ®o^n, ^eb, !♦ i), 1» 5^id^t allein aber 
bur(j^ ii^n, fonbern aud^ öon i^nt, au« bem ^tm^^ 
mel gef^roi^en : "2)iefe« ifl mein lieber @ol^n, an 
"we^em i4 SBol^IgefaUen ^ate, ben foüt i^r ^o^ 
''ren." a)?att^. 3. ». 17. ^ap. 17. ». 5, 2 
g)et. 1. t). 7: 

73. gr. Dienet und bonn mm b a « alte 
^ e ft a m e n t nid^t me^r gu einer Se^^r, bie»eil 

5* 



— 68 — 

Per S>o1^n ®ottcd, unfer ^etr 3ffuö S^djlu« tont'» 
ntcii ifl, unb uttö Ijefo^lcn morgen, bcnfetfccn l^ln^ 
furo ju :^orcrt unt) i^m ^u folgen ? 

% tt t. Daö äugcrli(^c Söeferi bei* "Sübifd^eu 
(^efe^c »Ott 3Kofe geget»cn, morinnen fic atterict? 
Zeremonien l^attcn, meldte i^nen ju i^rem ®ot= 
teöbienft gu ^(ten geboten waren, bienetben S^ti* 
ftcn nvin nid^t me^r ju beolbad^ten, bann c3 pnb 
3i^atten, 'Siguren unb gürBilber auf S^rifti 
Opfer" unb beffen föniciUd^ed ^^rieflert^um gerne* 
feu, »ortnnen un^ bte 3Ser^ei|fung ©otte^, öon 
ber 3w^"wf^ St)nfti, Sriöfung beö menfc^Uc^en 
©efd^Iei^t^, unb ma^ bie 5)rop;^eten bat)on geweift 
faget ^ben, bezeuget mirb, un^ ^ur iBerft(|eTung 
nnti Stärfung beö ©laubenö an ben (Sol^n ®ot* 
tee gegeben, twelc^er bur^ feine 3utunft unb D))fev 
be« (A^efe^e^ ^nbe morben i|l» 3flömerlO. 
V* 4. !Dann in unb burc^ fein !2eiben, Sterben 
mit) Slufo^ferung, ftnb alle Seremonien be^ ©e- 
fc^e^ ju Snbe gelaufen, gteid) njie er an bem Snbe 
feineiS Seibenö fprad^ : "g^ ifl aüe« öoHbra^t," 
:si>^. 19. ö. 28, 30. 5«ämlic^ aUeö »ad ben 25a- 
tern öerl^eijfen, in ben Seremonien beö ©efe^ed 
vorgebilbet, unb burd^ bie 5)ro))^eten getöeijfagct 
mar; a^fötge ber Söorte (Sl)rifli, 8uc. 18. ». 31, 
(£ap. 24. ». 26, 43. 1 Sor. 15. ». 3, 4. 

74. g r. ©ei^et un^ bann baö cerentontalifd^c 
©efe^, ober bie ©ittcn nod^ an, bte im Wittn Ze^ia^ 
mcnt geboten unb gclebret »erben, um un« fo t)iel 




— 69 - 

bamac^ gu rieten, aU naä^ ttt it^x Sl^rifit m\X> 
feiner a^jofleln ? 

21 tt t 3a. T>ann aüt^ »ad bie ^eiligen 9Wf n- 

feigen ®ottti jur 8e^Te gefprod^en, ifl burc^ ten 

.^clliöen ®eifl öorgefera^t, utib un« gur Sel^t ^f* 

fc^rieSen, 2 3)et. 1. ö. 21. fottjOi^l al0 t>ai, »a««, 

tie 2(pofleIn gefd^ricBen ^aben, \>ann (S^riftue 

ftjri^t : ''3>%x foUt ntd^t »ö^nen, baf i^ f ommeii 

"bin ba« Ö)cfe0 ober, bie 9^op^ttm aufgulöfm, 

"i(j^ bin nid^t fommen aufgulöfen, fonbern ju er* 

fttüen/' 3Ratt]^. 5. ö. 17. Unb aüe« »a« bie 

5tpp S^afeln ober gel^n ®e6ote, tvie au<j^ bie 9ebr 

ber |>roj>l^eten inne Italien, bleibet anä^ bad ^aupu 

totvt in bem 9itum teflament, nämli^ : b a d ® e^ 

fe^ öon ber Siebe ©otteö, unb ber ?iebe 

bed9}ä<^fien, benn an biefen ^toeipen Geboten, 

faftt S^rifhiö, fanget ba^ ganje ®efe^ unb aüe 

^rojj^eten, 3»att^. 22. i>. 38. SBorauf ber ^pe^ 

^I i)au(ud feine 8e^r für äffe ß^rijlen grünbet, 

ba er fprt^t: "£)ie J^au})t*®wntma ber ®eboten 

"®otted ober bc« ®efe^ed, i(l Ütbt "oon reinem 

"i^erjcn, wnb gutem ®etoiffen, unb ungefärbtem 

"®Iauben.'' 1 Zim. 1. 1>. 5. 



-0- 



3)rr 9. «tttfel.— Sun ber eijrifHi^en Airile 

ober ®emeinbe. 

75. g T. löeiten bann nun ba« ®efe^ mit bem 
ceremonittttfd^en ®otte«biettft, t>on.ben 4>eiben ba« 



- 70 - 

3ubent^um urtterfd^eibete, ta^ bamald ®otte« 
"öoff, gtcic^ \mt t)cr Ztmptl gu S^'^uf«!^«»! baö 
$au0 feiner SBül^nung, unb alfo feine Oemeinbe 
war : »orin befielet 1)a\xn nun bie ($)emcint)e ®ot* 
M, bap bie fo barju gei^ören, aU ©otted ©o(f 
Uttb Äinber dJotteö angefe^en, gelten unb genen* 
net »erben mögen? ' 

^ n t !E)a^on i^at ber ^err fetbjl burd^ 3ere* 
miam, wie anö:^ burd^ Sje^iel gef^jrod^en : 3d^ 
Witt mit i^nen einen 33unb beö grieben« machen, 
unb baö fott ein ewiger SSunb mit il^nen fc^n, 
unb Witt fte erhalten unb mehren, unb mein ^ei= 
(igtl^um fott unter i^nen fe^n ewiglich, ©jed^. 37. 
». 26. "Unb bad fott ber Sunb fe^n, ben id^ mit 
"bem .^auö ^^xad maäi^tn Witt naöii biefer 3^tt, 
"id^ Witt mtintn ®eifl in i^r $era geben, unb in 
"i^ren (Binn fd^reiben, unb fle fotten mein ^olf 
"fc^n-'' 3ft. 3U ö. 33. Diefer neue Sunb aber, 
ijl nun bad @^angelium Don ®ott bem Sater, 
burd^ feinen tini^m geliebten ®ol^n, wieaud^bef^ 
fen 3iinger »erfünbiget worben; bann na(|bem 
®ott öor ßtittn manö^mal unb auf mand^ettc^ 
äBeife ju ben Sätern burd^ bie '^xopitttn gerebet, 
()at er am legten in biefcn Xagen gu un^ burd^ 
ben ©o^n gerebet, ^cbr. 1. ö. 1. Unb alfo lieb 
t)at ©Ott bie Sßelt, ücrjle^e ba« ganje menfd^lid^e 
®efd^led^t, gehabt, bap er i^mn feinen eingebor* 
mn <Boi)n gab, auf ba§ atte, bie an i^n glauben, 
nid^t verloren werben, fonbern ba« ewige geben 
^aUn, 3o^» 3. ». 16. @o baß nunmci^r gefagt 



—•71 - 

wirb: t)ic ^t\t i)l erfüllet, imb fcaö 3ifid) (Sottet 
ift ^erbe9 fommen, tl^ut Suß unb i^laubet tem 
(£t>angcUü, SRarc* 1. 1>* 15. 3öic fold^e^ burdb 
(£faiam 49. ü. 6. »or^iu gcmciffagct war:. 3^^ 
ftabe t>i(^ jum Siebt ber .?>ctt)en f^efc^t, bap bu mein 
.?^eil fe^eft 6id an'ber JBclt gtibe. 3ft alfo "ber 
"So^n ®otte« eine-Urfad^ tt>orben bcr ©eligfeit, 
''aüen benen, bte an ihn glauben/* ^cbr. 5. ö. 9. 
Durc^ fotd^en ®lauben werben bann bie ©läubi«* 
i}tn ®otte(3 Solf unb ^inber ®otte^ in ber (3t^ 
meinbe unb Ätrc^e ß^Ttflt, ®aL 3. i>. 26, ^töm. 
8. ü. 16. Unb biefcr (So^n ®ottei3 ift öon bem 
*8ater gefegt ju einem ^aupt über bie ®cmeinbe, 
nac^ ben Porten ^auli, (üp^, 1. ö. 22. SoL 
1. 1>. 18, 19. unb gfa. 55. t>. 4. 

76. g r. Sßitt bann ber ^err 3efu£^, a U b a ^ 
*0 ö u ^) t ber (Svangctifd^en Äird^c ober ®emcinbf , 
bicfelbe allein agieren, bcfc^ü^en, öorjlc^en 
unb führen, wie ba(3 ^aupt mit ben ®Uebern bc^ 
Veibeö t^ut, ober wie ber Mann bai? ^awpt über 
fein SßeibunbÄinber ijl? 

^ n t. 9lad^bem bcr ®o^n ®ottcö öon feinem 
^atcr barjuerwäl^let, »erorbnetunb beflätiget war, 
3Ratt^. 28. ö. 18. fo ^at er fld^ niÄt aUtxn aU 
ein ^aupt unb ^errfc^cr über feine ©lieber crwic- 
fen, fonbern ifl anä:^ aU ein gü^rer öor i^nen bev- 
^an^tn, mit 5Sorbilb feinee Seben«, Unterwcifung 
feiner Sebr, i^nen ®ebot unb Verbot gcöcbcn, 
nebjt ber' Leitung feine« ®eijlcd in ber ^eiligen 
SBa^r^eit, gu i^rer (Srl^attung jum ewigen lieben ; 



— 72 — 

wie er fclbftcn f)>nd^t, 3ofc. 10. i). 27 : mtine 
3(^fl(ife ftörcn meine ©timme, unb i^ fennc fic, 
nnt) pe folgen mir, unt> \6^ ^ibt i()ncn taö en?igc 
Vekn: Unb 3J?att^. 11 : ''9let)met auf eud^ mein 
"3ot3^, nnt) lernet öon mir/' bann i(^ bin fanft- 
mütl^ig nnt) üon J^er^en bemüt^ig, fo »erbet i^r 
^)\\t^t finben für eure Seelen, bann mein 3od^ ift 
fanft, unb meine Saft ift leicht, Serner matth. 
28. '0. 20. Sekret fie l^alten alleö n?aö \A eud> 
befolgten ^a6e. 





2)er 10. «rtifcl. — »on bcn «orficjetn iinb 

S^icttern htt ßl^riflUc^nt ftird^e ober 

©emeinbr. 

77. 5 r. .?^at bann ber (Sol)n ^o'ttesJ ber .f>err 
Cil^riftuö au^ noc^ anbere -in feiner ^ird^e unb 
über feiner 05emeinbe ju 51 u f f e i^ e r n, g ü r ft e- 
h c r n unb 8 c l) r e r n beftetlt ? 

5( n t 3a. (£r ^at unterfd^ieblid)e ju S5orfte- 
hern beftellet, bie ®emeinbe unb Äird)e in feinem 
leiblid^en ^Ibmefen ju bebienen, feinen ©liebern 
feine ^interlaffene Seigre, ©eboten unb Drbnungen 
^u leieren, n>ie audj bai3 (S^angelium ju prebigen, 
wügu er bann in ben Za^tn feinet gleifÄe« felbjt 
ctlid^e au^ermä^It, meldte er 3l^>oftel nennete, iuc. 
6. ö. 13, 14, 15. «D^att^. 10. ü. 1, 2, 3. Unb 
biefelben au^gefanbt ba« ^öangelium gu berfün- 
btgen, tine folc^eö aud^ bep feiner Himmelfahrt ge- 



— 73 - 

." (4;^^en, mit Segcugung feiner SWad^t unb OewaU 
fo et bargtt ^ak, t>a er fprad^ : "9Rir ifl gegeben 
''ade Gewalt im ^immel unt) auf Srben, barum 
"ge^t ^in in t>ie ganje ffielt, prediget baö ^^nan- 
"geUum a\kn Sreaturrn, unb lehret aüe SSöIfer/* 
gRatt^. 28. \). 18, 19. maxt, 16. ». 15. Unb 
alfo ^at ®ott ber Sater, ntl^n bem @o^ne, )u 
Srbauung unb Sejferung ber ©emeinbe, nad) 
yaulttd 3«ugnip "etlid^ gefegt ju 3lpo^eln, et= 
"Itd^e aber ju ^^topl^eten, etH(3^e aber ju ffitjange 
"iifien, etliche gu J^irten unb Se^rern, auf baf 
"burc^ berfelben J)ienfh ber ?eib (S^rifli erbauet 
"»erbe," 1 Sor. 12. ». 28. gp^. 4. t). 11. 12. 
3Beld^er Seib i(l bie ©emeinbe g^rijli. 

78. g r. ffiirb biefe« nt>(lcf alfo öon bem SJater, 
unb ß^riflo bem ©pl^n, o$ne ^Kittel ober 2Ritn?ir- 
fung ber ^enfd^en au^gerid^tet ? 

^ tt t. (Mtiö) tt)ie ®ott ber ^err attejeit neben 
feinem ®eijl unb Sßort, ber ^Renfd^en ^e9l, burcb 
äuferlid^ ^itwirfung ber ^enfd^en, getvirfet^at, 
unb im erjkn ©u(^ ber Könige 19. ». 16. bem 
&\a^ befohlen toirb, ben SUfa an feine Statt jum 
?)rop^eten ju falben ; alfo beliebet ed ®ott aut^ 
no<^ unter bem S)[)angelio 3U tl^un, toie fol(^e«» 
avi^ C^rifti eigenen SBorten ju erfel^en ifl, ba er 
fpri^t : "X)ie grnbte ift grof , aber wenig ber 
"Arbeiter, barum bittet ben ^errn ber grnbte, ba§ 
"et Arbeiter in feine grnbte fcnbe^' «ölattt)* 9. ». 
37. 38. gttc. 16. \>. 2. !Daf alfo bad 4>aupt- 
werf, um SRannet in bee $errn grnbte ober 



— 74 — 

(S^riftlic^ ^((fertoerf ju befommen, ^on ®ott geort)^ 
net, unb burc^ ®ebet üon bemfclben erhalten toirb; 
barnetcn aber \)on bcneit ^licbmajfen ber ©c* 
mclnbe auf fü(d)c 3)länner gefc^en werben mu^, 
bic ®ott furchten, unb 8icb|aber ber ®emeiube 
uttb ber ^öttliä^tn Söa^r^eit, unb alfo gute Vor- 
gänger in ber ^e^r flnb, ttjieSuca^ t)on S^riftp 
jeuget, Slct. 1. t). 1. X)a er aüe^ aufgefd^rteben, 
ma^ 3^f«^ get^an unb gele^rct. So fe^en mir 
anä^, baß alfo bie erfte Ocmeinbe unb 2(pofteln 
get{)an ^ahtn, aU fle an 3ubad StcUe »iebcr ei'^ 
nen anbern \)crorbncn »oflten, ba (te bann auf 
bie lüc^tigfeit fa^en, ®ott baten, unb ^pxad^tn : 
'^?)err, aüer ^erjcn Srfenner, geige an miö^tn bu 
"erwählet \^a% unter biefen jttjeii^en, ba§ einer 
"cmpfa^e biefen Dienft," 5lct. 1» t). 24, Unb bie»= 
feö I)at fonjD^l ^^etrud, ba i^m »or allen »on 
(£t)rifto befohlen würbe, ju meiben bie beerbe 
G^rifti, aU anö^ ^anln^, ba« au^ermä^lte SHüjl* 
ijeug ®otte^, in biefem ®tü(f getreulid^ beobachtet, 
ba biefer an Jimot^eum fti^reibet: "3^ßa^ bu »on 
"mir gel^ört ^afl burc^ öiel 3fwgen, ba^ befiehl 
"treuen SKännern ober ^enf^en, bic ba tüd^tig 
"ftnb aud^ anbcre ju Ie:^ren,^' 2 Zim. 2. tj. 2. Sa*^, 
"bie bad ®e^eimnip beiJ ©laubenö in reinem ®e:= 
"wiffcn i^aUn;' 1 Xim, 3. ^, 9. Unb in einem 
unflräflid^en Seben aud^ ein "gut Seugnig ^aben, 
"nld^t allein üon benen bie brinnen, fonbern auc^ 
"»on beuen bie brauffen ftnb, auf bag i^r I^ienft 
"nid^t »erläjlert ioerbe/^, 1 Xim. 3. i), 7, (£, 4. 



- 75 — 

9. 12; @o(e^e muffen bann in il^rem X)ienfl fert^ 
fa^ren^ unb bienett naä^ bem Vermögen, fo (3ott 
t>arreid^t, 1 Dct 4. t>* II» Unb nic^t au^ ber 
^d^t lafien bte ®aU, fo in i^nen ij^ burc^ btc 
SSriffagung, mit ^anbauflegung ber %tltt\Un, 
1 Xim. 4. )j. 13, 14, 15, 16. ®clc%e auc^ ni*t; 
in ^bfld^t bed geitli($en 9ltt0end, bie J^eerbe e^rijlt 
treiben (mebet um bie ^oflie, noc^ umbie^^D'^ild)) 
nid^t um f(^anbU(i^en ©eminnfl miOen, fonbern 
t)on ^r^eniagrunb ; nid^t aU bie ükr bad ^olf 
^etrfd^en, fonbern ein gut öorbitb ber beerbe finb* 
1 Det. 5. ö, 2, 3. 

79. g r. HRüflen bann bie Seigrer niiS^t öon ber 
®emeinbe erhalten merben, bap fle nämlid^ ®elb 
für i^ren X)ienjl em^ifangen, ober müjfen fle au6^ 
mit ^ r b e i t e n, um etmad ^u ^erbienen, umge^ 
1^, gleid^ mie man 'oon bem 3(|>ofteI ^avdo liefet, 
baß er bei? ^aä^t^ gearbeitet i^abe ? 2lct. 18. \). 3, 
1 £^ef* 2. ^. 9. 

ai tt t 3n Srmä^Iung ber Stjangetifd^en 2eb=^ 
ret, unb bie f{($ ba^u ergeben, mu^ auf aUe föeife 
aOe aeitHdbc ^bfic^t aufboren, l^ingegen auf ben 
SSol^lflanb ber ©emeinbe, auf ®otted @^re, unb 
guter Sorfle^ung ber ©emeinbe gefe^en merben, 
unb m'er alfo er»a^(et mirb, mn^ feinerfeit^, aue^ 
8iebe gu ber ©emeinbe 93eflen, ben Dienfl anneb^ 
«en unb tjcrrid^ten, fi^ alfo ®ott unb ber Q^c- 
melnbe ^nm Dienfl ergeben, itäd? bem Sjjempcl 
|>attU, (Bah 1. *. 16. . $at er bann ©etegenbeit 
Pd^ mit ben ©einigen s« ernähren, baf er bann 



- 76 — 

bem ^xtmptl 9<^uli nad^folge, t»it er aon i%m 
feilet geiiget,ba§® eben feiiger fe^ aU 9le]^« 
men, $ct. 20* ^« 35« !£)a fonflen, n?ann man 
fid^ nm ®enu§ bed gettlid^en ©etpinnd jum ^re« 
tigtbienfl begießt, ed mel^r fd^einet, bafi man noA 
ungebüi^rltc^en ^etvinn^ fuc^e^ aU ba§ man bte 
gntd^t ber iSiebe nnb ©emogen^eit bed ©emutl^d 
erzeige, »ie fonflen 1 ^tt 2. t>» 1, 2. erforbert 
wirb ; bann bad Xrad^ten nad^ $eitU(|em ©etvinnft 
mad^et ben £)iener untüd^tig ^or ®ottf unb aud^ 
balb untüd^tig in feinem £)ienfibei^ben Wenfc^tn« 

80« g X. SWiijfen bann fold^e Diener ju Ü^rem, 
unb ber 3l^rigen Unterl^alt, JDon ber ®emeinbe für 
i^ren ^rebigtbienfl gänjHd^ nid^td em)>fangen, 
fonbern ^6^ felbjl nähren ? 

^ n t* ^ann nur nid^t be^ fold^n bie ^bfid^t 
be« jeitlid^en ®e»inn« bie Setoegurfad^ il^re« 
!Cienfied i^, fonbern, baf fie ßd^ au^ iitU ba)u 
ergeben, nnb mit ber ®abt unb bem Vermögen, 
fo ©Ott barreid^et, bienen, fo i|l bie ©emcinbe toie- 
berum in ber Siebe »er^jflid^tet, ba« 9l6t^ige für 
fie 3tt beforgen; bann toann ein Diener an^ Sttbe 
unb l^er^Ii^em ©emiit)^ ber ®emeinbe )>orflel^et, 
fo ifl bie ®emeinbe, ben ©orten Cl^rifli unb ber 
ßel^r ?)au(i gemäß, fd^ulbig, unb aud ©egenltebe 
»erppid^tet, naä^ S^ot^burft ju »erforgen, bann fo 
leieret ber gute 5Sorganger |)attlu«, 4 Jl^ef» 5. >>. 
12, 13. mitfold^cn Söorten: "SBir bitten euc^, 
"lieben S3rüber, baß il^r erfennet, bie an eud^ ar- 
"beiten, unb eud^ »orffe^en in bem ^ertn, unb 



~ T7 — 

'*tuä) ^nma^nttif ^ait fle bejlo HeBer um i^te« 
"®erf« wiUtn, uitb fe^b fricbfam mit i^neii :'' 
3tent, "2>e? unterdd^tet wirb mit bem SBort, bcr 
"t^cile mit öBertc^ ®ttt« bem, ber il^ti unterrid^'» 
"tet/' ®al* 6. 0, 6. Unb tton i^m felbfr frrid^t 
et : ®o wir ettd^ ba0 ©eifHid^e fäcn, ijl e« ein 
aro§ 2)ing, ob wir euer Seiblid^ed erubten. 1 Cor, 
«. ü. 11. 

81. g r, <5o ntü^ bann ein IDiener wol^t, »anit 
er ed benötl^iget, 8o^tt für feinen ©ienjl 
nt^mtn, weil S^rißu^ fagt : Sin 9lrbeiter ifl 
\txm& So^niS wert^ ? 3»att^. 10. t). 10. 

Ä tt t. 98ann e« al« ein 2o^n »on bem ©iener 
öeforbert wirb, fo ^at bie Siebe leinen ^la^ mel^r^ 
fortbern ijl gu beforgen, ba^ i)on einem fotd^en bie 
beerbe um bie SBoüe unb um bie SWiid^ geweibet 
werbe, wie @ott ber ^r über foI(^e tiaiitt, Sged^. 
:^. ». 2, 3. "Iße^e ben Wirten, bie fi(3^ felbjl 
"weiben, foDten nid^t bie Wirten bie beerbe wei*» 
"ben ? aber i^r frcffet ba« ffette, unb Keibet eu^ 
"mit bcr Sßoße, nnb ((i^Iad^tet ba« ©emäflete, aber 
"bie ©c^aafe woMet i:^r ni(3&t weiben ;" wel^e« 
t^od^ wiber bie 3öorte g^rijii jheitct, mati^. 10. 
y. 8. "Umfonjl i^abt i^r« emt)fangen, umfonji 
"gebt ed wieber :'' Dann fo ein Diener in ©or«« 
fte^ung ber Oemeinbe, feine ^fli^t getreuUd^ \>ox 
bem ^txxn beoba(!^tet, fo ^ält auc^ bie ©emeinbe 
i^re WW m^^ ^^^^ Diener, nnb swar ein ie* 
De« ®tieb für fld^ felbjl gegen ben Diener, mann 
aber S^riflu« fagt, an 3lrbeiter ijl fetned So^n« 



^ — 78 — 

mtti^, baö flehet eigcntlid^ auf W ©(i^ulbigfeit 
uitti ^fltd^t bcr ©cmeintie unb berjenigett, betten 
bcr X^tenfl gefd^ic^ct, wnb bag fte fold^c« alfo an 
ibrcn Dienern ju einer SergcUung für baö fo an 
i^nen gct^^an worben, 3U t^un l^aBen» Söie c0 
^aulu« aud^ alfo tjergleid^f, 1 6or* 9. ij. 9, 10. 
Du folt bem Dd^fen ber ba brtfc^et, ba« ^aul 
nic^t üerBinbcn» Unb l^ierauf (leitet 5)aulu« au^, 
ba er eigentlid^ üon ber ^^ulbigfcit ber ®Iieb- 
majfen fprtci^t< ^Ifo ^at t^ ber ^err befol^ren, 
bag bie, fo bad d'oan^tiium ^erfünbtgen, ftd^ »om 
^yangelio nähren Joüen, 1 Sor» 9» i>, 14. 

82. g r* SBie fdnn bot^ biefe« tjerglid^en t»er^ 
ben, ober mte fauneö überein fommen, mannß]^rt*= 
ftux^ fagt : "gin ^rl^eiter ifl feinet ^o^n^ tontf^f' 
uut) ^auluö : "Sllfo l^at eö ber ^err befol^fen, baf 
"bie, fo ba^ Sijangelium »erfünbigen, fld^ öom 
"gi^angelio nähren foCten ?^* Unb toann (if^xu 
ftu5 l)erge0en wteberum f))ri^t t "Umfonfl l^abt 
'H^rö empfangen, umfonfl gebt e« au4 »ieber/' 
v^treitet biefe^ nid^t gegen einanber ? 

*^nt @ö ftreitet ntd&t gegen einanber, unb 
fann gar n?ol)I ^erglid^en mcrben, mann ed nur 
red)t betrad^tet totrb, in maö 9]^einung unb S?er- 
itan!t> ein jebe^ gcrebt ijl toorben ; unb baß aller«» 
[cit^ nur bie 2kU ben gürgang "f^at, unb au^ge^ 
übet wirb* Dann ba« eine rebet öon bem 8 c 1^* 
r e r, unb öon feiner 5)frid^t, bad anbere rebet öon 
ben 3 u ^ ö r er n unb i^rer (S c^ u l b i g ! et t 
'i^finn eö nun aUerfeit« reci^t geurtl^eilet »irb, fo 



- 79 ^ 

fatttt e^ gar »o^l t)erglid^n werben ; wann ahn 
bcr !Diener flct« auf t>ie ^Sd^ulbigfeit ober f^flid^t 
bet 3w^örer bringen mü, unb. ba^jenfge fo in 
Matti^. 10. t). 10. 1 Sor. 9. ». 14. gegen i^it 
\n if^un, tt)iU gebalten i^abtn, ^ergegen aber feiner 
5)fli^t fo ^1^ ^^ öw^ 8iebe unb ni^t um ©etvlnn* 
miffen ff^mi fodte^ vergiffet. Unb mteberuni; mann 
au<!^ bie 3w^örer auf ben Se^rer bringen, unb 
feine |>p[i^t gegen fte »ollen gel^alten f^ahcn, bar^ 
nthtn aber au^ i^te <3(^ulbigfeit »ergejfcn, fo ftc- 
bet bic !2iebc ftiß, unb wirb fru^tlo«, alfo bap 
and^ biefelbe auf foldbe Sßeife Je länger je me^r 
crlöftj^et, unb unterbrficfet mirb ; wo man aber 
aufri^Hg in ber Siebe ^anbelt unb befielet, ba 
fui^ct man nid^t feinen eigenen ^u^cn, fonbern 
^m 9?u^en be^ anbern, unb fuc^et n?a« be^ 5^ad&= 
iten Scförberung ift, 1 Sor. 10. ü. 24. unb 13, 
t). 5. Unb toann man bie 5öorte Matti^, 10. t). 
S. g^ed^. 34. ö. 2, 3, unb 1 ?)et. 5. t>. 1, 2. 
redbt mo^l einfielet unb betrachtet, fo wirb man 
flärlid^ ftnben, baf bic allein ben Diener, unb 
niij^t bie 3u^örer betreffen unb angeben ; wa^ aber 
t)ie 1 X^. 5. t). 12. 13. ®al. 6.». 6, 8. 1 
(Eor, 9. ». 11. beftnblic^c SBorte betrifft, fo bie 
3u]^örer angeben, wann fo^e allerfeit^ o^ne Un== 
mutl^ unb äÖiberwiOen beobad^tet unb gctban wer* 
ben, fo gebet eö in ber ©emctnbe wobl au, unb 
fann alfo bie Siebe ^bleiben, wie au^ aüeiS wa^ 
fonft ftreitig fc^einet, üergli(!&en werben. 

83. g r. 5öai8 ifi für eine Söebteuung in ber 



~ 80 - 

®cmeinbe, fo ^ e l f c r nnti 91 c g i e t e r benennt 
merben ? 

%nt Da« ftttt) fold^c «DlättRcr, unt) ijl fol^c 
SeblettUttg, bie neben t>em Seigrer in aften SorfäI== 
Un, fo in.ber ®emetnbe ben 5)ret>iger'T)ieitfl nld^t 
(in^tf^tn, ^nm SBol^ljiant) t)er ©emeinbe öerrid^tet 
»erben muffen, unb bie infonberi^eit auf bie Sir- 
men, auf äBittwen unb SBaifen, auf alte un'otx^ 
mögenbe, fc^wa^e unb gebrechliche ^Kenfd^en 3luf 
(lc!^t ^abm, bamit niemanb SRangel leibe: Sßelcj^e 
alfo bie gegebene Slllmofen in 35ern)al^rung ncl^-- 
men, unb ben Dürftigen audtl^eiten, glei^ tt>ie 
man bat)on liefet, ba| 5)etru« fpricS^t: "gsj ift 
"nid&t gefc^icft, ba^ tüir ba« Sßort ®otM unter= 
"laffen, unb gu iifc^ biencn, fonbern tttt>'dl)Ut 
"unter euc^ (tcben 9Äänner, bie ein gut ®erü^t 
"über 3^«9J^if ^aUn, unb i)oll ^eiligen ®cifle^, 
"©laubeni^ unb 2öeii3:^eit ftnb, mlö^t mir befteU 
"len wögen au biefer 5»ot^burft;' 5lct» 6, ». 2, 
3» SSon melcj^er SSefcJ^affeni^cit aucj^ bie ehrbaren 
alten Söeiber |ic3^ nid^t abjuaie^en l^aben, aU gu 
fe^en, 1 Zim. 3. ü. 8. biö 12. unb Zit 2. ^. 3- 
SBelc^e Söeiber, i|ifonber]^eit toann tttoa Streit- 
^änbel tjorftelen, biefelbe follen in ber ©emeinbc 
ii»ifc3^en ben ®liebmaffen l^elfen gured^t bringen, 
-i (£or* 6. 



■O- 



- 81 - 
Str 11. SrtthL — Som Singaitg ju her 

84, g T, Äann man anä^ ein Oliebma^ in ter 
®emcinbe, ober S^rifHid^en Äit(^e »erben, »enn 
man bad (£t)angelium glaubet, mie au^ baf ein 
®ott fe^e, ber 3efum S^riflum gefanbt i^abt, ober 
mu$ no4 m^^v get^n ober beigebracht n^erben, 
wann man ein ®Uebmaf in ber Äird^e ober @c* 
meinbc toerben »ifl? 

ant» Der ®Iaube an ba« Söangelium, 

(»el(^e^ üon ®ott nnb feinem ©ol^n 3efu Sl^rifto 

$euget) ijl ber Anfang ober bie erfle «Staffel gu ber 

^emeinbe S^rifH ju fommen, aber ein ®Iiebma§ 

ticrfelben ju »erben, muß eine Qan^c U m ! e ^* 

r u n g unb ©eranberung be^ gebend bei? fold^en 

Wtn^^en fe^n, banne«^ei§t: Seffert tuä}, 

unb glaubet bem fi^angelio, äWarc. L »♦ 

15» SBie ^ä^ fo^eö an S5ielen geoffenbaret 

' »eld^e, aU 3)etruö unb anbere 2(pofleln, auf ben 

3)fittgfltag, bad Si^angeUum prebigten, »oburÄ 

tbr ^erj geru:§ret tourbe, baf fie f^rad)en, i^x 

Männer, lieben Srüber, »ad foHen »ir t^un ?' 

^ »ieber 3ur Antwort befamen : tl^ut 33upe^ Sic f» 

t' 2. ». 37, 38, SBie benn aud^ bie SBorte Sl^rifli 

^ aud»eifen, ine. 24, », 46, 47, ba er fagte : ^Ifo 

ijt ed gefc^rieben, unb alfo mußte S^ri^ud leiben 

unb auferfle^en öon ben ^tobten am britten 3:ag, 

unb "prebigen laffen, in feinem 9lamen S3uße unb 

Vergebung ber ©ünben-*' Söeld^ed anä^ 'oon 

6 



- 82 - 

^attlo bezeuget twirb, 5lct 17. ö* 30. Daß ®ott 
t>ie 3eit t>cr Untrijfcttl^eit über j"e^en ^ak, nun aber 
gefcictc er attcn ^^enf(3^en an allen Snt>en 93uße 
SU t^un. 

85. 5r. SBaöip bann Süße tl)un für ein 
2ßerf oter ©aci^e? Unt) twa^ nu0et e^, baß man 
Sußet^ue? 

31 n t Sfle(i^te, »al^re, Stjangelifc^e Süße, bie 
vor ®ott gilt, ijl feine fleine ober geringe, fonbern 
eine große ^adjt, btcmeil JDie ?5ergebung ber ®ün* 
"om barauf i)erfproc^en tüirb, unb au« j»e9 ®tü= 
den kflcl^et. 1) 5luö einer toa:^ten rci^tfd^aflfenen 
Srfenntniß ^cttcö, unb bejfen göttli^en ©igen- 
((i^aften. 2) 2lu« ber Srfenntniß feine« eigenen 
gefä^rli(^en3uflanbe« ; bann oi^ne redete Srfennt- 
niß ®otte«, unb feine« :^ei(igen SBiüen«, unb o^^ne 
Srfenntniß feine« eigenen Unöermi?gen« biefelben 
^u erfüllen, ift feine -Vergebung ber ®ünben g.u 
erwarten ; l^ingegen rnitt jiemanb kv ®ott in ®nabe 
ftel^en, fo muß er \nnm fünbli(^en ©tanb anfeilen, 
wie er mit bem öerto^rnen ©o^n feine« 6immH= 
fd^en Satcr« ®üter unb ®nabe mißkau^t, unb 
-auf feinen SWut^miUen gebogen, 3ub. 4» Durd^, 
unb in welchen fcepben Srfenntniffen, er mit Da=^ 
^ib auf feine Sßegc fd&auet, 3)fa(m 119. ^. 15. 
Darneben bie ®iitt unb Srnfi ®ottc« betrati^tet, 
mm. 11. i>. 22. Unb wie i^n ®otte« ®üte auv 
Süße leite, mm. 2. i?. 4. unb alfo in j!d^ ge|et, 
unb mit' tiefem ©eufjen in feinem J^er3en fprtc|t: 
Mä^ iö^ clenbcr ÜJ^eufd^I wer wirb mi^ erlofen 



- 83 - 

^0n bem 8eib ber ©ÜRbeti unb^be« lobeö, 3l6nt. 
7. 10. 24. !Daf er and^ mit DaVib unter ber 8aft 
ber @uitbeit Irumm unb gelftudfet, ben ganzen Zag- 
traurig geltet. ?)falm 38. », 7, ^löbann i^ 
ber Stettfd^ tpeit in ber Suf e, unb bur(!^ folc^e 
Srtenntnif gu Üteu unb ¥eib ubtt feine @ünbe 
fommcn. 

86. g r. 3P e« twnn feine redete Doüifle Su^e, 
mann man 9teu unb Seib über feine.@ünben l^ai, 
unb biefelbcn beweinet ? 

81 nt. 8c!entttni§ feiner ®ünben gu l^aben, 
unb bie t>or ben 3Renfci^en gu bereuen unb gu fa 
gen, bftf un^ biefelben leib-finb, i(^ noi^ feine 
»al^re, Ja faum tint i^albe Supe, fonbem eine 
re^te ^x ®ott geltenbe 33upe mu§ au^ einem 
jerfttirfi^ten J^erjcn, mit einem ^erjUi^^cn Seibwc^ 
fen, furnemli^ öor ®ott bezeuget unb erliefen 
»erben, baf man »or bemfelben feufjenb fpric^t : 
"3<^ erfcnne meine SWijfet^at, unb meine ©ünb? 
"ip immer "oex mir, an bir allein ^b id^ gefün - 
''biget, unb übel »or bir getl^an,,* 3)falm 5L ö. 
5, 6. unb auä^ mit bem t>erlol^rnen ®ol^n fagt : 
Sater, i^ i^aht gefünbiget im Fimmel unb ^cr 
bir, i(^ Un ^inffir ni^t mel^r »ert^, baß id^ bein 
©o^tt l^eifc, mad^e mid^ aU einen beincr Sagloi)- 
nen, 8nc. 15. t). 18, 19. unb mit SRanaffc ». U. 
12. 9[d^ ^rr, id^ ^abe gefünbiget, ja id^ l^abe 
gefünbiget, unb* erfenne meine SKiffet^at, iä^ bitte 
ttttb fiele aber, ^rgib mir, o 4>err, »ergib mirsj, 
l^ß mid^ nid^t in mtintn ©ünben mberben.^ 

6* 



- 84 - 

87. gr. 3|l ba« bann nod^ feine »oOe o^t 
tt>a^reS3u§e; toenn man Slett un'o 8eib iilber 
feine ©ttttben ^at, unt> ®ott um Serjeli^ung 
bittet ? 

31 n t. Db e« n?öi^t bd« fürne^mflc ©tüdf einer 
SSttf e l|l; fo Iji ed bennod^ feine »önigeSuße, 
»ann fle n^t mit ^eiligem gürfa^ »ertunben ifl, 
ble ©unbe ju »erlaffen, unb ^eln Men gu beffern; 
bann a(fo lautet bcr i>on S^rlflo gelegte ®ntnb 
unb gunbament bed Slngang« ju bet (S^rlfll^en 
Äird^e ober ©emclnbe : 3:^ut Suf e, bann ba« 
^immclrcld^ Ijl na^e :^crju hmxnm, ^attf^. 4, io, 
17. Son njclc^er SSejferung aud^ ^alomon fe^r 
^cUfam fprld^t : "^er feine ^J^llffet^at belcnnet 
"unb läffet t)on ©ünben, ber tvlrb Sarm^ergig*^ 
"feit erlangen,'* ^roy* 28. ij. 13. 9lld^t aaeiit 
aber bcfcnnet unb läffct, fonbern auä^ gängUd^ 
von ftd^ t^ue, mlcbcr ^err burd^ öfa. 1, »♦ 16. 17. 
fprld^t: "2öaf(^et eud^, reiniget eud^., t)^ut euer 
"böfed 2ßcfen von meinen 5lugen, (äffet ab vom 
"33ofen, lernet ®uteö t^un, trautet nad^bem Bitä^'- 
"ttn:' Unb 3ttcobu0 fprtd^t: S'^ai^et eud^ au 
®ott, fo nabet er fid^ ju eud^, reiniget ble ^änbe, 
t^r (Sünber, unb machet ble fytx^tn (auter, i^t 
2öanfe(müt^lgcn, fe^b elenb unb traget Selb, unb 
»einet. Suer 2ad^cn verfel^re fid^ In deinen, unb 
eure Srcube In 2:raurlgfelt, 3öc. 4. v. 8, 9. ©ol* 
c^cn Witt bann bcr ^err gnäbtg anfe^en, tote er 
burc^ (Sfalam fprld^t: 3c^ fel^« äu ben eienben, 
unb ber elne^ gerbrod^enen ®elfle« l^, unb ber fld^ 



- 85 - 

ßtäittt ttör meinem SBort 6fa* 66, ». 2. Ddrum 
C{t^t aui looit il^nen (üetjle'^e i>on bem SBefen ber 
©ottfofen) unb fonbert e«^ al6, ft>ti(!^t ber $err, 
iinb rüi&ret fein Unreine^ an, fo »ill i^ tnä^ an* 
nel^men unb euer Sater ]t^n, unb i^r foUt meine 
®6^ne nnb %66^ttx fe^n, f^ric^t ber aHmäd^tige 
$ert, 2 6or, 6, tj» 17. nnb alfo t)on ©taffei gn 
©taffei fcttgel^en, ifl eine Süße bie 9or ®ott gilt, 
»eil barbei^ Sauget t»irb: ^ann eure ©änbe 
gleid^ Slutrot^ ip, foH fle bo^ ©{i^ncetreiß »er* 
ben, unb »ann fte gletl^ iff »ie ^lofinfarb, foü fle 
werben »ieiöeif e SBoHe, gfaia« 1. ». 18. 

88, g r, Sß4nn bann ber 9Renfd^ bnrd^ bie |>re*' 
btgt, ttttb baö ?efen in ® otte« SBort, jn bem ©la«:* 
ben, mie and^ ju einer toal^ren Snße unb Scffernng 
feinet l^eben^ fommen ift, »ad ifl il^m bann 
nod^ mel^r gn tl^nn, baß er ein ®Iieb ber ®e* 
meinbe »erben möge, nnb für \iä) felbjl ein rn^i*^ 
ged ®emütl^ l^abe ? 

ünt. SBann ber »al^re nnb fetigmati^enbe 
®iauU be^ bem SRcnf^en ifl, ba^ er glaubet, bap 
ein ®ott ift, unb auä^ tin SSergelter fei^e bercn, bie 
if^n ftt^en unb ffird^ten, fo fielet ber ®(aube be^ 
folii^em SRenfc^en t^id^t jliU, fonbem "ge^et öon 
"©taffei gu ©taffei fort, unb öon 2:ugenb au %\t^ 
"genb,** 'oi>n ®ebot ju ®eboten, unb be»eifet fet«^ 
nett ünbli^en ©e^orfam in allem, »aö i^m gu 
feiner ©eelen ©eligleit bicnen fann, alfo ba^ pö^ 
bie Sßorte gang auf i^n f^lcfen, 3flöm. 6. ö. 17. 
©Ott fe^ gebanlet, baj i^r ^nt^tt ber ©unben 



— 86 - 

(^ettfefen fept, aitt nun ^el^orfam tvotbeit, D»tt 
j^erjctt, bem gurlbUb t>et Sel^r, tt>el(^em i^r etge* 
bett fepb ; biefe Seioeifung be^ ©e^otfontd ifl bamt 
eine ffiiafä^riöWt, ba« 3od^ S^ri^i auf fitfy gu 
nel^men, gleid^ »ie er atlelbuf fettige ^erjett au il^m 
rufet: kommet l^er gu mir, alle, biei^r mui^feng 
unb belaben fet^b, i^ toid eu^ erquiden, nel^met 
auf eud^ mein 3o(^, unb lernet tjon mir, bann 4(!^ 
bin fanftmüt^ig, unb *on ^er^en bemütl^ig, fo 
»erbet i^r SRu^c ftnben für eure Seelen, S^attl^» 
IL t). 28,29. Unb biefeö ifl bcr fre^e offene 
Srunn gegen ober für bie ©ünbe, ßad^. 13. i), 1, 
moi^in bie ^pofiel aUe betrübte unb geängfligte 
Seelen unb SÄenfd^en gewiefen, aU ^^iiippu^ beh 
.Kämmerer, Slct. 8. 5>etru« ben SorncUud unb bie 
^einigen, Stt. 10, |>au(u0 ben Äerfermelffer, 
%tt 16. 0. 31. 



t>tt 12. 9ttiM. — Sun ber SugerHdfteit SBtf^ 
frr i Sanfe auf ben Slanben* 

89. g r. SBa« »irb bann in bem guangello 
ijott bem 5Äenfd^en, ba« 3oc^ Sl^rifli auf fld^ an 
mf^mtn, mtfyx geforbert, baburti^ feinen ©ei^orfam 
au beweifen? 

3Cnt. Der erfle S3ewei« be« ©el^orfam« i% 
bem (^ebot Sl^rifli fid^ ju unterwerfen, unb pd^ auf 
@r!enntni§ feine« maubtn^ taufen au laffen, »ie 
?u fe^en iji, «ölatt^. 28. ö. 19. 20. "ge^ret atte 
"Golfer, unb taufet flc im ^amm be« Sater«, unb 



- 87 ^ 

'*^t€ So^nd, urCt> be« ^eiligen ®dflf« ;'' »ie fol 
Ae« auf bcn ?)fiit0fltag gu ^txn^aitm, naä^ 9)etrt 
angehörter ^rebtgt, an Sielen ifl t}o0bra<j^t »or 
^en, ba§ ade bie ber Sl^ojlel fflorte (»erjle^e bero 
$rebigO gern annahmen, f!c^ tan^m tiefen* SfcL 
2. t). 41. 3ing(eic^en We öon @amaria, ali fie 
t)er ?>ret>igt ^^iüppi glaubten, mlä^tx i^nen t>on 
Dem S^eid^ ®otte^, unb »on bem Flamen 3«fw 
ß^rijli prebigte, liefen fld^ taufen be^be 3J^ännev 
unb 'IP eiber/ 2(ct* 8. ö. 12. gerner ber Mmmt^ 
xtx, ^ct. 8. ü. 38. Sorncltu« mit ben Peinigen, 
%tt 10. \). 48. X)er Äerfermeifler, »ct. 16. ». 33* 
3a ber »pojlel ^aulud felbft, nac^bem er \)on 
^nania ge(e()ret unb unterwiefen »arb, liefen (Id> 
alfobalb taufen, »ct. 9. ö. 10. 3ltfo, baf bie 
laufe bad redete ffierf, be^ bcm ®(auben unb 
wahrer Suf e gel^ört ju fe^n. * 

90. g u ffioju bienet bann ben glaubig^wer^ 
Denben buf fertigen ^enf(^en bieG^tijllid^e taufe, 
haben fic audj ttxoa^ ^n^tn baioon ober baburd^? 
» n t. X)ie K^rijKic^e unb auf erUdjc 35^ajfffr 
laufe bält in flc^, baf e^ ein Sefebl ©otte« 
ift, burd^ ben ®oW ®otted gegtben, unb ^um 
?Ru^cn unb 95ort^ei( be« 9Kcnf^en in unterfd^ieb* 
lid^en Dingen, mann fie nur \)on ben 9Jtfnf(^cn 
mit einem aufrichtigen ^erjen angenommen unb 
\>ottbra(3^t wirb. 

1. "^0 bebctttct e« bie 53egrabung be^s atten 
^enfd^en" ber eiinbeu, nad^ ben Sßortcn ^auli. 
9flom. 6. 'o. 3, 4. ba er fprie^t: Sötffct i^r ni(i)t, 



- 88 - 

t>aß cifk, W trlr in 3cfwnt S^rljlum getauft fmb, 
t>k fint) in feinen Job getauft, fo pnb »ir je mit 
i'Öm begraben burd^ bie J^aufe in ben %ot), auf 
ba§ glet^ mie S^^rifhtö ifl aufewecfet öon bett 
lobten burti^ bie |)errlic^!eit be« 5Sater«, alfo fol- 
tctt ttjtr aud^ in einem neuen Men wanbeln. 

2. Gebeutet eö bie reine "35ergebung, 2(6n?a=* 
fd^ung unb Sodf^red^ung üon @ünben," bcmn 
a(fo be^eugete borten, unb fprad^ ^etrud gu bencn 
jerfci^Iagenen ®emät|ern: (Sin jeglicher unter 
eud^ taffe fid^ taufen auf ben Flamen 3efu S^rtftt, 
jur Vergebung ber ©ünben, ^ct. 2. ü. 38, unb 
alfo werbet il^r bie (3iXht beö öligen ®eifleö em- 
pfangen. Unb ^nanxa^ ju ^au(o: ®aui, Ue=- 
ber ..©ruber, nja« öer^eud^j^ bu ei?, flebe auf, unb 
k| bid^ taufen, unb abn?afd^en beine ^ünbe; »o^ 
bürd) er bie ^leinigung fo burd^ ba^ Slut ß^rifti 
gefcC)ie^t, anbeutete, joie bann an^ ben Söorteu 
(I^rifii, matt^. 26. 'o. 28. 6oL 1. D. 14. 1 
3o^. 1. ^poc. 1. 1). 5. gu fe^cn. 

3. "Die erfüHung ber ©ered^tigfeit," laut " 
5(nifti ^u^fprud^, ^Wattb. 3. ö. 15. 

4. "!Die 5$erfid^erung eineö guten ©enjijfen mit 
©Ott," 1 g)etr. 3. \). 2K 

91. gr. 3öirb in bem Söangelio audb gemel- 
bct, an wem unb ma^ für 5>erfonen, bie'siaufe 
muf ^errid^tet unb htWnt toerben, ober ifl anö:^ 
eineituöft^Iie^ung für etlid^e barin? 

%'n t. i^ierauf fann jmeifadt) geantwortet »er:* 
ben, nämlid^,. baß bie STaufe unterf(^ieblid^ unb 



— 89 - 

bcfonberd, unlc aud^ adf^emtin angefel^m iverbcn 
muffe. "Da« ®efe0 3»off »ar aOein für 3fraet," 
aber ni^t für tie Reiten gegeben, toiefofd^ed Da* 
t)it) bezeuget; ba er fprid^t : (£r geiget ^atoh feine 
"Jöorte, unb 3frael feine (Sitten unb Siedete, fo 
tftut er feinen ^e^ben, |>falm 147. ö. 19, 20. 
^6er ba« "®cfe$ bed eüangelii ift für aüe «Wen* 
fc^en gegeben/' obne Unterf(^ieb ber 3uben unb 
6e»ben/9Ratt^. 28. ü. 19. g»arc. 16. ö. 15. 
Die Sefc^neibung war au^'aUein an bem mann- 
lidben ^efd^Ied^t, aber nic^t an t>a^ 98eibU(j^e, gu 
t^itn befoblen, ®en. 17. o. 10. hingegen maÄt 
ober erforbert bie Xaufe feinen Unterf(|eib; antb 
nid^t ^mifd^en ^annd unb fBeibö 3)crfonen, aU 
an benen gu ©amaria ju fe^en,. ?lct.*81 ^. 11. 
unb 16. i>. 15. 3Bie auci^ an bltnen Äuf.ben 
^jtngfttag, unb an beut l^ibnifc^en Hauptmann 
(lonieüud, ^ct. 10. 

92. 5 r. 3flbann bie 2:aufe fo aUgemein 
für alte SÄcnfd^en, gleid^ loie i>on ber ^rebigt 
bed (S^angelit gefagt tDxxt>, baf baffelbige aQen 
Kreaturen ju prebigen befohlen? Wlaxc. 16. ö. 15. 

% n t. 3n Sebienung ber Jaufe »irb, g(eid> 
wie in SSerri^tung ber 5)rebtgten, fein Unter'fci^ieb 
c^tmaöi^t, fonbern alle b i e j c n i g e n, fo be* 
quem unb tü^tig im Serjlanb finb, gnr Stnl^ö* 
rung ber ?>rebigt, unb gelcbrt »erben fönnen, 
fold^e Seigre au^ bur^ ben ©lauben annehmen, 
unbbabur^ bequem unb tüti^tig »erben gur 5Eaufe, 
nad)bem fie mit »uf e unb 93ef[erunfl i^red «eben« 



— 90 — 

tjarjtt trete« (»te oUn au« Act. 2. ». 8, 10, 16, 
itttfc 22, ertotefen ift) tiefe atte, twann i^nen jwer^ 
tad (St>angeUum g e ^ r e b t () t, unt) gu tetn 
(^(auBen in SǤe unb 95eff er ung beige- 
bend ermal^net; auc^ fi^^ed angenommen, unb 
gläubig morben, l^aben barauf bie Xaufe em^ 
vfattgen» Unb obn^oi^l bie Ainber gu bem 
mrnfd^Hd^en ®efd^le(^t gelberen, fo fonnen »tr 
meberaudbemSefel^t nod^audber^el^r^, 
noä^ and bem ODebraud^ ber 2(^o|leIn 
nid^t fet)en, baf benen Äinbern bie Zan^t ^uf omme, 
no(^ aud^, ba^ Äinber getauft finb »orben* 
ffiarum ? Darum, baß pe feine Di^ren babeii 
^u l^ören, no^ ^erjen etwa« ju loerjte^en, 9Rattb. 
11. ö. 15. 

93. gr. 3»ögen bann, ^raft be« SSefe^l» 
Sbrifli, wie aud^ naä:^ ber Seigre unb ®ebrau(fc 
ber Stpolleln, feine Äinber getauft werben ? 

^ n t. 2Bir fönnen nici^t fe^en, ba§ ber Sefel^l 
ber S^riflli(^en 3:aufe fliä^ auf bie f leinen ^inber 
erjtredfe, flnben aud^ in bem ganjen ^tntn 3:efla* 
ment nid^t, baß bie äpoftel mit i^ren 5>rebigten 
^u ben i^inbern gef))rod^en, »ielweniger, baß Pe 
fold^e Äinbcr getauft l^aben : gerncr fann man 
aud^ nid^t fe^en, baß badjcnige be^ ben ilinbem 
ift; ober j^^n fann, »a« bei? ber 3:aufe furgefhllet, 
unb erforbert »irb; bann foldbe junge jtinber jlnb 
nic^t tüchtig SU ber 2c^re be« (S^jangelii, ^aben 
aud^ feine (Sünbe getrau, n)e«»egen pe Süße unb 
©eflerung ii^reö mmi t^un fönnen, ober follten, 



- 91 — 

oitlii^eniger Idnneit fie fb^ riniger ®lauitn^*&a^ 
ä^m axmtffmtn, nod^ an Sefum S^i^m glan« 
btit, »ie ^anlitd loon ätttnei^mung be« ®(aubeit0 
bettt(i<| f^rid^t: ''SBie foQen fie g(attkn, i90tt 
beut fie niäit^ gel^Srt ^af^n ?" unt fe^t baraitf 
ben @laubtn f^ burd^ bad ®ei^ör aud ber l)^» 
bigt^ bad S^rebigen aber aud bent SBorte @cttt^, 
Äöm. 10* t>. 14, 17. Dann 3Rofe« beaeuget, 
©ettt. 1. 1). 39. »0» beti Äittberii, "baf fie leinen 
Unterfd^ieb mtffen jmifd^n Söfem unb ©utent.'' 
3ft ber ^err felbfl jenget ba^on, baf fie feinen 
Uttterf^ieb totjfen ber ^led^ten unb ber ginfen, 
3on. 4. n). IL mie n>ir bann fold^ed taglid^ an 
ben Äinbern beftnben, baf ttwnn fie in ber gr8f =* 
tttt geuer«» unb äBaffer^^giot^ finb, fie fid^ bod^ 
leine^megd barand jn erretten miffen, unb alfo in 
vöQiger Unfd^ulb, ol^ne aOe @rfenntni§ ber Qa^* 
c^en bal^ttt leben. 

94. % r. aRuf bann bie S^rifMid^e unb göan- 
gelif^e liaufe aMn auf ben @lauhtn, Su^e unb 
Sef erung be« geben« bebient »erben ; morauf tan^ 
fen bann anbere bte Meinen Äinber, ba t>oä^ öor* 
gebadete« ntd^t be^ ben Äinbern ifi ? 

%nt ^iefetbige »otten fol(i^d i>errtd^ten me^ 
gen ber grbfiinbe, fo ii^ren Sieben na4, burci^ 
Sbame Sau auf aUt ^enfd^en fommen ifi, unb 
»oOen e« ertoeifen au« ben Söorten ^auU, fRom. 
b, ». 12, 13, 14. Sßcld^e« ^aulu« glelc!^ bei?- 
figet, ba^ fie burd^ (£^rifH Xob »erföbnet fe^en, 
unb ber 8afi »eggenomnien, unb alfo nl^t webr 



— ' 92 — 

auf bell Äinbern Tiege^ 9l6m* 5, ö, 18, 19, Sltt«' 
t)ere fo aitd^ t>le Äinber taufen, öert^H^cn fold^e^ 
mit bem SBiUcn unb ®ttt6efint>ett ber Sltetn, »ie 
att(3^ tcr alten römifd^en Äird^e; taufen alfo bero 
StirCttt auf t>en ®Iauben ber Stixä^t, unb mad^en 
felbiße, ttJte fle meinen, ju ®ltebmaffen berfelBigen. 

5^o(^ anbete l^alten bte 3^aufe für ein ßdä^ 
be« S5unbe«, »obuti^ bie Äinber gu ©Uebmaffcn 
ber Äir(3^e einverleibt »erben, »ie bero Sttern flnb, 
unb glei(^ toie bie 93ef(i^neibung ein Sti^n bed 
S3unbeö gen?efen, alfo au(| bie Saufe l^inwieberum 
von bem ^errn Sl^rijlo, gu einem fold^en 3^^^^ 
beö 35unbc0 öerorbnet unb eingefe^t fe^n fotte. 

5lnbere tüoUitt aui J^ebr. 11, i>. 6, fefl fleHen, 
unb beweifen, baß be^ ben Äinbem ber ®laubc 
fcp, fo fie von d^rifllid^n 6(tern geboren pnb, unb 
e« unmüq^liö^ ift, ol^ne ®lmi>tn ®ott gu gefallen, 
wie bann au6^ G^riflu« fprid^t: Saflet bie Äinb* 
lein 3U mir fommen, benn fold^er ijt baf Sleid^ 
®otteö ; bal^ero fie fd^ließen, tt>enn il^nen bad i>im^ 
melreid^ gufäme, fo müßten fle ben ®lauben l^a« 
ben, fonflen fle ®ott ni^t gefallen fönnten, joel* 
d^e« fie au^ Watt^. 18, v* 6. beifügen, ba «l^rf* 
ftu« f^rid^t, »er ba ärgert biefer ©eringften einen, 
bie an mid^ glauben, bem toärc e« beffer, baß ein 
ilö'lü^lflein an feinen ^aU gel^enft, unb er erfauft 
würbe im SKeer, ba e« am tiefflen ijl, 

95. g r. 3ft e« tool^l möglid^, baß fo vielerlei 
^JO^einungen unter benjenigen flnb, »eld^e bie iun^ 
gen Äinber taufen, ba flc bod^ fo einig in ber ©ad^c 



- 98 — 

{c»fl ftnt), l^ingegen fo Hei 9R{fi9erfi&nbtttf iit ber 
äReinung ühtx Un @xnn^, tvorauf fie bie £aufe 
bebienm ; gebiil^ret f!(^ bann nl^t in einer fo »t(^* 
Hgen ®a(^e einen tiaxtn utib au^brudfUd^ 93e» 
fe|t, unt> einen feflen ©runb ju f^aitn ? 

^ n t. Sßa^ ttn^ angebet, fo moUen toxx bte^ 
felbe in i^ret SReinung nnbentt^eilt, unb bie Se*» 
bienunfl ber Äinbertaiife i>ox ®ott !wrant»orten 
(äffen, mir aber für un^, tonntn in bem @tü(f 
mit feinem ))on atten im geringen üi^reinfUm» 
men, bann toir l^alten un^ t)erlbunben unb ^x^ 
p^iä^ttt an ben Karen audgebrudften Sefe^l unb 
Drb nnng Sl^rijli,»ieau(!^ an ber Seigre unb 
Drbnung ber kpo^tln, wie jutjor ö^fagt; 
att»o ber Sefe^t in^lt, erJHid^ gu le^yren, nnb 
aUbann bie fo gläubig »orbcn, ju taufen, ffitc 
»ir bann fe^en, baf bie 5l|)ofteln biefem'®ebot 
iiberan gefolget, aber nid^t "bejtnben, baf einige 
Ainber oon i^nen getauft fc^en; barum wir bann 
folii^em J^au^tbefe^l glauben, nid^t auf ©d^luf '^ 
reben, nod^ ^Irgumenten, fonbern auf bem unfe^U 
baren SBort be« i^iltgen C^^angeUi bleiben, bamit 
»ir mit 9^lippf> ^n^tm 2:äufling mögen fagen : 
©(aubfl bu oon ganjem ^rgen, fo mag« »ol|( 
fei^n, Unb fo l^aben bann bie Söorte S^rifli 9)la^: 
«e^ret aüe Sölfer unb taufet fie. 3tem: Söer 
glaubet unb getauft »irb, foU felig »erben, ^af 
alfo bie Seigre unb ber Olaube oor ber S^aufe ^er^ 
gelten muffen. . 

96. g r. aKujfe ne« bann nur attein ^Jlänntr unt> 



— 94 — 

SSet&er fe^n, bie getauft mx\>tn, gletd^ loie 9(ct* 
8« t)on betten loott ®atnaria beaettget uttb ertme« 
fett »irb ? 

31 n t. Sd t»tt{fett* eiett ttid^t allein 3Ränner 
unb Söeifcer fe^n, bann ber SSefe^l geltet alle Söl* 
fcr an, ju ptebigen allen ©reaturen, ba« ift allen 
2Wettf(i^en» Da« ®efe^ Qienge 3»ar nur meieren* 
tl^eiU bie SRanner an, infonberl^eit ba« (Seretno^ 
nialifd^e ©efe^» Da« Sjoangelinm aber geltet alle 
SRenf^en an, toann |k nur ju ij^rem Serflanb 
unb Srfenntni^ be« ®uten unb Söfen gefommen 
flnb, e0 fe^e ^rl^eiratl^et ober nid^t, »erl^eiratl^ete 
Siann«* unb SQdU^'^tt^vnm, ml6)t Dl^ren ha- 
ften jtt l^ören, unb bergen ju öerjlei^en, »el^e« 
ber einzige ®runb baüon i^, gleld^ ben Söortcn 
gRatt^* 11, i). 25, «Belege freiwillig bad Sod^ 
Sl^rifli auf |td^ nel^men, S^riflo nac^awfolgen, unb 
mit bem Kämmerer (au« bem Oel^irr unb ®lau*= 
ben be« (S^angelii) fagen^ ma^ i^iubert«, ba^ i(^ 
mid^ ttid^t taufen laffe? «et* 8» )>. 36, ®id^ 
alfo felbft baju angetrieben finben au übergeben, 
»ie bie auf ben 3)jingfttag tpten, Slct* 2, \). 41. 
"Dann bieienigen, fo f etrj äöurte gern anna^:^ 
men, liefen fl^ taufen. 

97. g r, @inb bann get»iffe Saläre für ben 
Wenf^en gcorbnet, »ann (!e fl^ taufen laffen 
ntüffen, gleid^ »ie ®ott ber $err ben a^ten iag 
aujDer %f^tteibung befteflet, ober toie öiele mei* 
neu, bap ber ^crr 3efu0 in feinem bret^figjten 
3a^r getauft t»i>rben ? 



— 95 — 

31 n t. Uthn bie Sebintuitg nnt Siii)>fa^itttg 
ber S^rifUid^ftt Zau^t fin^m mit feine geioifft 
Seit ber 3ÄT^ren gefiettet, »ie fl(t oUbann ein 
i^enf^ fe^n muf e, toie fonften in ber Sef^neibnng: 
Bo liefet man tann aud^ nic^t, ta^ 3efiid ^reo^ 
pig 3a^Te alt getpefen, aU er getanft »orben, 
fonbern ti>o% tap er fafl breißig 3«^t olt ge* 
»orben, ba er no<^ für einen ®o^n 3ofe^)^ ge* 
galten merben. £nc* 3, t>« 23« Daf alfo bte 
laufe beiS feangelii an feine gewijfe 3«t »erbnn* 
ben, fonbern »ielme^r an ber Bewegung be« 
menfc^lic^en ©emütl^^ liegt; wann er ^(^ bnr6 
bie Äraft be« lebenbigen Söortd ®otte« in feinem 
^mittb überzeuget unb angetrieben befinbet; fitb 
unter ben ©e^orfam ®otted unb Cl^rijti ju hu 
geben, juglci^ fein geben ju beffem, unb bem 
S^angelio au glauben, SRarc* 1, »• 15, SBann 
er nun bargu fommen, fo ifl e^ bie reti^te malere 
Seit, baß fiö^ ^oiä^t SWenfd^en taufen lajfen 3 u r 
Sergebuiig ber ©unben, »ie 5)etru0 
f|>ri^t, Slct. 2, i). 35, 22, 16, 

98, 8 r. Serben burt^ bie laufe bem 3Ren 
f^en bie ©ünben »ergeben ober abgewafd^en ? 

2fnt* X>ie ©ünben, fo ei» äÄenfc^ getl^an, 
»erben al^ auf erlief burd^ bie laufe nid^t abge^ 
»afd^en, toie folci^e^ fonften »oh 2lnania mit be- 
fonbern Söortcn auögebrüdt »irb, fonjien »äre 
»0^1 nöt^ig fold^e^ jlet^ 3U ühm, »ie unter bem 
®efe^ gefc^a^c ; bann »ann Jcmanb jtd^ baran 
verfünbtget ober t>erune^ret ^atte, ber mufte 



- 98 - 

opfnrn, ^i^ reinigen unti ®ott t^erföl^nen» 3^1 
folc^em (Snbe aber ijl t>ie Xaufc ni6^t eingefe^t, 
tiefelbe Jeterjeit jur ^Reinigung »on ©ünben ji 
(^ebraud^en, ^eb, 6, ü. 23» fontern ^etrud fpri^| 
fo bflioon : "5*i(^t bad Slbt^un be« Unflatö ai 
"gieifc^, fonbern ber 35unb eine« guten ®e»iffenl 
''mit ©Ott;* 1 3)etr. 3, t). 2U Dann na^bem! 
man btc 2:attfc auf ben Olauben an 3efunt 6^ri ^ 
ftum, jur Suge unb ©ejfcrung beö gebend ent 
pfangen^ "otx^i^txt biefelbe ben SWenfd^en ber $er 
gebung feiner begangenen ©ünben, fo eigentlid^ 
burcj^ baö fo treuer i>crgojfene Slut S^rtfli gf- 
fc^ie^et, moöon3öt^öriad loorl^er getoeiffaget, 6öV' 
13, f), l\ 5Wit unb bur^ ben fre^-offenen Sroin 
tun tuiber bie ®ünbc unb Unreinigfeit ; »omit 
er t^on bem S^obc S^rifti rebet, "burd^ n>e(cbcu 
mir l^aben bie Srlöfung burd^ fein Slut, namlicb 
bie 3Sergebung ber ©ünben," CoL 1» »• 4. 2)a^ 
alfo nid^t eigentUd^ bad äöa|fer in ber 3:aufe bie 
^^raft unb Sigenfd^aften l^at, bie ®ünbe ttjegju 
m^mtn unb ben SÖ^enfc^en ba^on ju reinigen, 
fonbern fo toir im 2id^t wanbeln, »ie er (nämlicb 
®ott) im £id6t ijl, fo l^abeu wir ©emeinfd^aft 
unter einanber^ unb ba^ ©lut 3^fu S^rifli feinee 
©o^ne^, mad^t. nn^ rein öon atten unfern ^un* 
ben, 1 3o]^, 1, ^. 7. 



0- 



- 97 - 

^t 13. 9lttihl — ßon ben ^tu^itn ohcr 
SBcrttn htd @(au6ettd. 

99. gr . SBann man nun Mc G()riflUd^e laufe 
Äuf ben ©lauben, ßrfenntnip ber '3ünten, un^ 
berfetbcn SBer^eBung empfangen fyat, ift bann foU 
(fte^ fd^on gut, unb genu(^ für ben ^enfc^en jur 
^etiglcit, ober mu^ ber ?0?enf(^ noA ctma^ mebr 
tBun, fo er feiig merben miü unb fcK? 

%nt 3a. gdöerpfIid)tetbie3^aufeben^}Jten' 
f^en, fo an 3c)nm ß:^riftum glaubet, unb getauft 
ijl; 3U unterf4tebHd)'en Dingen, fotüo!)! l^eiblid) 
(ilg ®etftli(^en, im 2tUn unb 2öefen ; tt>ie bann 
in bem Süangelto begriffen, bie ^e^r (5I)rtfti 
^u 1^ alten, unb gu ermeifen. !Dartn nad^bem 
t>cr ^err S^riftuö feinen 3üngern befoMen, baö 
Si?angelium in ber Sßeit ju prebigen, njie au* 
alle 5Söl!er ju Iet)ren, unb in bem S^amen bc^ "^a 
ter^, be^ ^o^nc^, unb beö ^eiligen C^eiflcö gu tau- 
fen, fo füget er auö:^ barbct), ''(cl)ret fte t)alten 
alle«, ma« i^ euc^ befohlen ^abe,^^ ^tatt^. 28, 
1. 19, 20. hierauf (te^et aud) f^aulu^, ba er 
fagt: miffet i^r nid^t, bap aüe bie mir in 3efum 
Sfriflum getauft ftnb, bie jinb in feinen 3:ob gc 
tauft; fo flnb mir {e'mit ii^m begraben, burc^ bie 
S^aufc in ben Xob, a:Mf bap, gleich mie Sl^rifhi^ 
ift auferftanben öon ben lobten, ^burd) bie $err- 
lid^fcit beö SSaterö, alfo foüen mir aud^ in einem 
neuen itUn manbeln, S^öm. 6, 'o. 3, 4. unb mie 
?)attlui5, W^^ 2, '0. 12. ermahnet: "(Sd^affet, 
tia§ l^r feiig merbet, mit gurd^t unb Settern." 



- 98 - 

100. gr, ®o i|l bann bcr ®[auk in 3efum 
ß^riflum, fo man barauf getauft wirb, noc^ nid^t 
»jcnug 3ur ^eligfeit, fonbcrn cd mup, ti?ie iö:^ nun 
merfe, öon und 9)^enf^en ncd^ me^r barum gc« 
t^an »erben: iporin mag nun fold^ed Ibeftel^en, 
ober mad mag t^ wol^l fc^n ? 

51 n t» 3^ frc^Iic^ mufi noä) etmad mclbr, um 
unfeve ^eügfeit ju erlangen, gct:^an »erben, n'dm* 
lic^, baß ber SJ^cnfd^ grücä^te feinet (Staubend 
bringe, aU ein guter ^aum in bcm ®einberge, 
bamit er bie @teUe ober bad Sanb nid^t um^' 
fonfl ö er [(Silage, 8uc. 13, \), 7. fonbernffe 
t)ie(me^r ald frud^tbarc 3tt?eig(ein, ober 3)froj>f^ 
9letglein, fo in ben geiftüc^en De(baum 3efum 
G^rijhim finb elngepflan^et morben, mögen er«« 
funben »erben; »ie ^auluö (e^rt, diöm. 11, t>. 
24. 2öel^e ß^riflud felbfl öergleid^t benen 
fru^tbaren ditUn an it)m, bem geiftüc^en 5ßein* 
jlo(!, 3oi&» 15, ü. 5. unb »irb üon fold^en aüen 
erforbert, baf ftc ''»anbeln follen, »ie ed ftd^ gc=* 
bü^rt i^rem SScruf, barinnen fie berufen finb," 
ep^ef» 4, i). 1» 5llö gute 93aumc, bie gute grüd^te 
bringen, »eld^e ber Sefe^rung »ert^ flnb, ja flA 
fo öiel immer mögtic^ befleißen, in guten SBcrfcn 
bie fürne^mfien ju fe^n, 2:it. 3, t). 1, 8. "X)attn 
'^»ir finb O^otteö Söerf, gefc^affen in 3efu S^rij^o 
"au guten Söerfen, baß »ir barinnen »anbeln 
''fotlen," fagt ^aulu^ (5|>l)ef. 2, t>. 10. Zit 2, 
iy. 14, !Dero^alben eine ganjc Umfel^rung unb 
Scränberung bcd geben« be^ fold^cn fe^n muf. 



— 99 - 

t)ann gtct^ tok fit ^u^ot il^re ®Hcter ergeben 
ha^m sunt X)ienp berUnreinigfeit, wnb öon eine? 
Ünretnigfcit ju bcr antcrn, alfo foüen |le nuti 
nad^ bcr Zanfe, il^re ®Üct)cr begeben ju Söaffen 
^r ®cre(]^tiö!eit, baß (ie ^cilig »erben, SHöm. 6, 
9. 10. SBogu aud^ bie Sßerfe S^rifH biencn, laf^ 
fet euer Üä^t alfo leiteten »or ben S^ehfd^cn, baß 
fle eure gute SBerfe fe^en, unb euren SBater im 
Fimmel prcifen, ^att^* 5, ü). 16. 

101. gr. 2ßa0 wirb bem Stäufling bc9 Sm^ 
pfa^ung feiner STaufe angebeutet, "wann er in 
"bem 5^amctt be^ 55ater«, be« ©o^nc^, unb bed 
"^tiÜQm ©eijle^;' getauft mlrb ? 

21 n t* ®c^r öiel, unb f?nb biefe^ bte fürnel^m^* 

(len ^tndt, mobur^ i^m bte @e(ig!ett guwegen 

gebracht morben ift, o^ne »eli^e fonften feine ^t^ 

Hgfett ^u erlangeu gewefen wäre, 1, T)a^ ®ott 

ber 3Sater ber Urfprung fei^, an^ weld^cm ü^nm 

bad 9)iitte( ber ©eltgfcit gefc^enfet unb bereitet ift, 

bann alfo lieb ^at ®ott bie S3c(t gehabt, bap er 

feinen einigen (So^n gab, auf ba^ aüe, bie an il^n 

^lauhtttf nic^t verloren werben, fonbern ba^ ewige 

Men l^aben, 3o:^, 3,^. 16. worauf auc^ ?)au(u0 

fielet, ba er fprici^t: "(Saget X)an! bem SSater ber 

"utt« gefc^idft gemacht l^at, ju bem Srbt^cil bcr 

".^eiligen im 8i(5^t, unb un« tterfe^et l^at in bais 

"jRcii^ feineig geliebten (5o^n«," SoL 1, », 12, 13. 

Dann ®ott, ber ba reid^ ifl öon S3armt)er3ig!cit, 

burc^ feine große Siebe, bamlt er nm gcUebct ^at, 

ta reit tobt waren in ben (Bünben, ^at unö fammt 

7« 



— 100 — 

e^riflo (clftertbig gemacht, Sp^cf. 2, *?. 4. 2. Dag 
jie auf i^rcn ^(aubcn im Sflamtn beö 35atcr^ gc* 
tauft fcpcn, unt) ju bcr Äiubfd)aft ®ottcd ^tf^ö^ 
ttn, mie 5>aulu^ «on i:^ncit fagt : "3^)^ fe9t) alle 
"®otte« hinter, t)urc^ beu ©laufen an ß^riflum 
'^aefum/' ®al. 3, ü. 26. Sllfo, t)a§ fte bann ei- 
nen freien Si^g^^^Ö l)abcn ju bem 35ater, urCo in 
i^rem (Debet ii^n nennen mögen : Unfer 5Sater bcr 
bu bijl im .&immel, SSflatt^.^, 'o. 9. 3^^ meld^em 
Xroftbann 5)autuö fagt, körn. S, i>. 17. ©e^b 
il^r bann ^inber, fo fepb i^v auc^ Srbcn, näm* 
tid^ ®otteiJ SrOcn, unb miUQ.thtn S^riftt 

102. gr. 2öa3 meifet bcm 2:äufling, in ber 
Xaufe, ber 9lame be^ (Sol^ne^ an? 

51 n t. 1. Daß ber @o^n bc^ Icbenbigcn ©ot^« 
M, baö Mittel i^rer ©eligteit fepe. "Dann c^ 
"ifl ben Wlcn^djm fein anberer dlamt gegeben, 
'*tiaxinmn fte foHen feiig werben, alö in bem 9ia* 
"men 3efu,'' 3lct. 4, », 12; bur^ mel(^en fle l^a* 
ben ble ßrlöfung burc^ fein 33(ut, nämlid^ bie 
Vergebung ber ^ünben, SoL 1, ü. 14. 5fli(^t 
allein aberbiefeö, fonbern, bap fteburi^ ben ®oi^n 
erlüfet fmb üon ber 'Maö^t ber Völlen unb bcg 
Xobe^, $ebr. 2, ö, 14. 5llfo, ba^ fle fagen fön- 
ntn, iob, njo ift bein @tad)el, ^ölle, mo ifl bein 
©leg: aber ber (Stad^el be^ Xobeö ift bie @ünbc, 
bie Äraft aber bcr (3ünbe ifl baö ®efe0, ®ott aber 
fc9 gcbanfet, bcr un^ ben ^ieg gegeben i^at, burc)^ 
acfum (£t)n|lttm, 1 (Sor. 15, ö. 55, 56, 57. 

2. Dag d^riftu^ i^r mittUx unb 35orbitter be^ 



- 101 — 

bem SSatet fe^e, '"t^ann e« i|l tin ®ott, nnt ein 
"SJ^ittler gtt)iji^en ®ott unb t)cm 3)2enfd^en, itäm* 
"li^ t>cr !9Tenf(^ 3efuö (S^tifluö/' 1 Jim. 2, ». 
"5. Unb l^ierauf »crtröflet bcr Slpoflel Sol^onne« 
bie glaubigen ^licbma^cn 6^ri(li, ba er fagt: 
meine Äinblein, folci^cd f^rcibe i(j^ euci^, auf boj 
iör ni(^t fünbigct, unb ob jemanb fünbiget, fo 
^aben toir einen gurfijrc^er be^ bem 3?ater, nöm* 
lid^ 3efum S^riflum, ber gcreiä^t ijl, 1 3o^. 2, ö. 1. 

103, g r* 2öaß mirb bem Säufling juwege ge* 
bra^t, bag er im tarnen bed i^eiligen 
©eifieö getauft »irb? 

31 n t. 1, ®ö geiget i:^nen an, baf ber Reuige 
®eiji in SBirfung i^rcr ©etigfeit, \a ein 2R i U 
2Ö i r ! e r in bem göttlichen Sßefen, nebj^ bem 
Satcr unb bem (5o^n gewefen, 

2. Unb ferner ju i:^rem 3: r o fl be^ il^nen fei^n 
unb hUihm foUe. . 3o^. 14, ö. 16, 17, SkU 
^er ®eifl ®otteö mit il^rem ®eijl ^tu^tt, baj 
fie ®otte« ^inber ftnb, Mm. 8, ü, 16. unb ^a* 
ben jlc alfo, trann (ie »ie ge^orfame ^inber »an- 
beln, ben ®eijl ber au^ermäi^Uen Äinber ®otte« 
empfangen, burd^ ttjelc^en fle rufen, 5lbba, lieber 
Sater, ». 15. 3«fonber^eit 

3. ©ienet e« allen fold^en in i^rer ^Jügrim«* 
f^aft gu fonberbarer @tar!ung, ba§ fie nom- 
li^, naä^ ber ©erl^ei^ung Sl^rifli, burd^ ben $ei* 
ligen ®eifl "in atle Sßal^rl^eit geleitet »erben'', 
3o]&. 14, b. 16. unb 16, ö. 13. 

104, g r. Dienet eö fold^en Täuflingen auc!^ 



— 1(B — 

jtt einer kfortbcre« SJfufmcrfung unb Setraci^tuitg, 
^a^ fle im Flamen be« 5Sater^, beÄn.@ö|)ttc^, unb 
be« ^eiligen ^eijleö getauft flnt ? 

91 n t. ©ol^en gcprt e« notl^menbtg gut Se* 
trad^tung i^rcr ^fliä^t xtnb (öd^ulbigfett gu bienen, 
ba§ flc mit unb burc^ fold^e JE)eiIigc SSencnttung 
ttttb gmpfa^ung ii^rer 2:aufc, baburd^ ® o 1 1 ^ u* 
geeignet n^orben, n>ie fte bann auä^ flä^ 
felbften bafür galten ntüflfcn, baß fie ® o 1 1 e « 
fi nb, tt)ie ^aulu« leieret: "3^t fepb nid^t euer 
"felbfl, bann 3i^r fe^b treuer erfauft, barum ^ret* 
"fet ®ott an eurem Selbe unb in eurem ®eijl, 
"weld^e ®otte« flnb/' 1 Sor. 6, ». 19, 20. unb 
SRifm. 12, ü» 1. 2, Unb ferner, id^ ermal^ne eud^ 
burd^ bie Sarm^^er^igfctt ®otte^, bap i^r eure 
Seibcr begebet gum Dpfer, bad ba (ebenbig, l^eiltg 
unb ®ott »ol^lgefänig fe^, »elc^e« ift euer t)cr* 
nünftiger ®otte^bien|t, unb fol^ergejlalt fld^ er^ 
jeigen, weld^e^ ©eifled (Äinbcr) jie |!nb* Suc. 9, 
»♦ 55. 





Set 14. %vti1tt—9ion htm ^eiligen %itnt* 
ma^I ober 83rob&reil|eit. 

105, g r. 3fl für ben ©etauftcn nod^ tttoa^ 
»id^tige« unb fenberbareö im S^angetio, aU ein 
$au^t:'33efe^I unb ®ebot S^rifli gu tjottbringen? 

SC n t, 2)er ^err 3cfu« e§riftui3*^at alten fei- 
nen ®{lebmapcn 3u feiner Äird^e ober ©cmetnbe 



— 103 — 

anbefohlen, bad ^eilige Slbenbrnafit ^u feinet (^c* 
tttd^tnig gu vAfiexbalkn, unb mit 58rot) unb 30dn 
eingefe^t, foiqc« auc^ felbjl gehalten in ber fetzten 
9iad^t, ba et öcttathen warb, unb baö lefitc Dftcr* 
lamm mit feinen 3ün.qern a^. Dann ba et alfo 
an bem Zx\6^ fa§, "nai^m et ba^ ©tob, banfet unb 
"6ta(i^3, Qah ed feinen Süngetn, unb fptad^, neft»^ 
''met, effet, ba^ ifl mein Scib, bet füt eu6 i^ebtocften 
"»itb, fol^c« tftut p meinem' cbebäd^tni^, beffeU 
"ben glci(3^en autife ben »^elc^ nac^ bem 5l6cnbmaM, 
"unb fptad^, ba^ iji bet ^e((^, ba^ 9?eue leflament 
"in meinem ©lut, baö füt eud^ i^etc^offen »itb, 
"foTc^ed t^ut in meinem ®ebäc^tni^,'' ?uc. 22, 
1 9. 20. 3u »eld&em .teld) bet (Söanj^etijl mciM. 
26, ö, 28, noc^ ^inju fe^et, "bad ift mtin Stut 
beö 5^euen Jeflameot^, "melAe^ füt öiele öetc^offen 
witb, gut 55etgebung "bet «Sünben/' X)et kilic^e 
unb ^oc^etIeu^tete5lpoftelf)autu«, »on bem ^errn 
g^tiflo liU einem Äpoftet au^c^efanbt, bad Söan- 
gelium @otte« ju ptebigen, 9löm. 1, t>. 1. ^laä)- 
bem et jeuget, »ie et ben Sefe^l üon Haltung bed 
Slbenbma^i« empfangen 6abe, 1 (£or. 11. ^. 22, 
24, fe^et ^inju : "fo oft i^t 'oon biefem Stob effet, 
"unb 'oon biefem Äe(^ ttinfct, fotlt i()t beö .^etrn 
"Xob öetlünbigcn, biö baß et fommt»'' 

106. 5 1. 3ft bann nad^ bem 3:ob Sötijli bap 
abenbma^t anö:^ 3U S^tifli ©ebäc^tnip in bot 
®emeinbe gehalten tootben ? 

^ n t. 3a. @o^eö i(l Hat unb offent^at, ba§ 
«ämlici^ bajfelbc butc^ bic ^pojleln in bet etften 



— 104 — 

Jlir(ä^c gelehrt, unb mit ben Ö3(aubigcn ifl Qcf)aU 
ttn Worten, n?ic man 5lct. 2, 0. 41^ (efen fann : 
"5ie blieben beflänbig in ber 5lpoftel f el^r, in ber 
"i<)emcinfd^aft, im Sörcbbrec^en, nnti im ^ebef\ 
Unb ü. 47. "(Sie brad)en baö 33rcb ^in unb 6er 
"in Käufern, nat>mcn bie (Speife, unb lebeten 
"®ott mit grcuben, unb einfältigen .^crjen/' 00 
liefet man and), ba^ bic OHäubigen ju 3:roaba, 
auf eittcn Sabbatb, \vk 5)auluö eben burd)gerci- 
fet, 3ufammen tommen fi'nb, ba^ ©rob ju bred^eu, 
ba bann ^auluö fclbigc^ bebienet, 5lct. 20, *j. 7. 
5IU e« aber be^ ben (Sorintbern unorbenttid^ ge»- 
halten marb, bcftrafet fie J'^auluö beöwegen, unb 
untermeifet f(c, ba^ fie ei? nid^t nad^ ber (Einfetninj^ 
3cfu ßbi^ii^i, ünibcru ^u it)rer eigenen 33efc^u^erbe 
ejfen, berl)albcn er iljnm ben rc(^ten ©ebrauA 
yorftetlet, mie er est öon bem $errn empfangen 
baU, mie foW)c»3 m:itläufig ^u lefen ift, 1. Sor, 
11,^, lObiö 20. 

107. g r. (^tel)et e^ bann mit ben 03(aubigen 
fü möt)(, bag Jüann fie fid) auf i^ren ©lauben 
taufen laffen, unb ba^^ 5(benbmabl ober bie 33rob- 
bred)ungäuperlic()unter()alten, fie fi(^ ber cwi^ai 
eeligfcit getroftcn mö^m^ 

21 n t. QHcid) wie bie äu(ierlid)e 3^aufe aUein 
feine @cliß!eit hxin^tt, eö fep bann, bapber SDZenfcJ^ 
feincrfeiti2$ bajjjcnige tl;ue, ma^ in bem Spange* 
Ho i)on i()m erforbert mirb, affo tann au(^ ber 
aupcrlid)e (53ebraud) ober Unterr^aftung beö ^benb* 
mai)U ben Getauften nid)t fe(ig madien, n?ann er 



— 105 - 

niÄt trad^tct aud^ feinen (^riftlic^en S3eruf tahtp 
\u öoüfül^reMi^ie öon ge^^orfamen «^tintern ö)ot* 
te3 erfortjert ttjirb; tiarum t>er 5(pofteI 5^au(u« 
bin^u fe^et, aU er tencn üon Gortnthcn ben rec6- 
ten ®cbrau(^ be^ ^^cnbma^I«? \jorftctIet, ba§ ein 
ifter t)or Unterl^altung be^ i?lbcntmahl0 fein ^e» 
ben unbSöanW unter fucf^en unt> prüfen 
f H t e, wie er barin öor ® ott unb feinem ^d&;^ 
jlen befiele, ba er fprid)t: "I>er ^?fnfc^ aber 
"prüfe pc^ felbfl, unb alfo ejfe er öon btefem Srob, 
"unb trinfe öon biefcnt kcid), bann ivelcber un- 
"tt?ürbig ijfetnnb trinfet, ber iffet unb tnn!et iljm 
"felbcr ba^ ®eri(|t, inbcm; bag er ni*t unterfcbei- 
"bct ben Seib beö ^errn," 1 Ger. 11, tj. 28. 29. 

108. ^r. 3ft e^ bann nid>t bcffcr, ba§ man 
(i^ öon ^raucj^ung bed ^Ibenbntabi^ enthalte, auf 
baf man e^ ntd>t ^u feiner ei(^enen 35erbammnif 
effe, »eil ja bie ?D^enfd^en fo fi^wad^ unb (^ebrcdbs 
lid^ |1nb, ja oftmals, e^c bann ftc fit^ bejinnen, 
f(^on gefünbigetl^aben? 

a n t 3n foI(^er 5lbfi(^t ober in folgen ®e- 
banfen, baig 3lbenbmal^l nic^t au c^ebraucfeen, ober 
|u untCTiajfen, iüürbe me^r auö 3?era^tung be^ 
«cfc^Iö e^rifli, alö an^ ber Surd^t (^otteö pef*e- 
^en, unb Iei(^tlic^ eine Einleitung fe^n in (Sun* 
ben fortzufahren ; mann man pd^ aber ben ^efel^( 
e^rifli ernplic^ t)or ^ugen ftctiet, unb fic^ baburd^ 
ju i^attung bei3 ^benbma'^l« öcrpflid^tct ober »er* 
buttben befinbet, fo wirb e« ibn bcfto traftigcr an- 
treiben, auf fein ^htn unb Sßanbel bejlo genauer 



- 106 - 

äd^tittig jtt l^aUn, bie ®ünbe gu meiben, unb feine 
gelter ©Ott bcflo ciferiger ^oti^utjigen, unb um 
äJergcbung feiner ©unben ju Bitten, unb fo toixt> 
alöbann bie Oebrauc^ung beö ^benbma:^!« i^m 
jum Xrojl unb SScrc^ebung ber (Bünbenbur^ bad 
SSerbicnfl G^rtfli bienen, »eil ß^rijluiS in feinem 
SBort fpri^t : DieiS ift ber Mö^ be^ «R^uen 3:e* 
flamentd, in meinem Slut, bad für euc^ tjergojfen 
»irb gur Vergebung ber ©ünben« Suc. 22, ü, 20, 
3»att^. 26, ö, 27, 

aWit Söijfen unb 5ßiöen aber in (Sünben au 
^er^arren, unb fld^ beö ^eiligen 5lbenbmabld gu 
entl^ülten, unb meinen baburd^ »on ®otted ge* 
red^ter ©träfe fre^ gu bleiben, ifl mel^r eine ®ott* 
loflgfeit, aU Surd^t ©otteiS ; bann »eld^er bep bc* 
ntn 3fraeliten baö Dfterlamm aui3 35erad^tung 
unterließ, Uitl niö^t ungefiraft, 9Jum. 9, ö. 13. 
SBie tiiel me^r berjenige, fo ben ©efebl S^rijli 
tjerad^tet? Unb obwohl btejcnigen ba^ Dflerlamm 
nid^t effen mußten, fo naö^ bem ®efe^ unrein xoa^ 
xtn, fo (le^et bod^ barbe^, bap fle ftd^ foüten rei::= 
nigen, unb fold^eö ben anbern 9}^onat am öier=* 
Iti^ntcn Za^ effen müjfem 2ßer nun fold^es nid^t 
t^äte, ber foüte an^ feinem 3Solf ausgerottet »er* 
ben, 9lum, 9, \3, 11, 12, 13, aifo flehet ber ©e- 
fe^l S^rifli fefl, Suc, 22, ». 20 : 2: ^ u t e i5 g u 
meinem ©ebä^tniß: Unb toit ^anln^ Itf^^ 
ret, 1 eon 11, t). 28, "©er 3Jlenfd^ aber pxü^t 
"(id^ felbfl, unb alfo ejfe er 'oon biefem Srob, unb 
"trittfe t?on biefem ^eld^,'' Söeld^e« bann lehret, 



— 107 - 

bap man in biefem SBer! niä^t fliO fielen, fpnbern 
fortfahren fcjKe. %irCt)tt man fl4 nun in ber 
?>rüfung nfd^t rein öor ®ott, unb an etma« fd^ul* 
big, fo mu^ man \i6^ öori^in mit ®ott, unb bem 
9läc^flen ^erfö^nen, unb aldbann ))on biefem 
93rob cjfen, unb 'oon biefem ^elc^ trinfcn, 1 gor. 
11, ü. 27. 

109. g r. 31^ bann bad 35rob be« «Bcnbmal^Ie 
ber »cfcntlid^e Scil&, unb ber Söein ba« »efcntüd^e 
©tut 3«fu ß^rifti, bieweil e« üon i^m fo audgc^^ 
fpro^en, unb öon 9)aulo fo l^od^ fürgcjlcttet »Irb, 
bag, mc(c^er e^ untoürbig ijfet ober trinfet, ii^m 
felber ba« ©erid^t effe unb trinic? 

2fnt. Der ^err S^riflud fprici^t awar be^ ber 
®infc0uttg be^ Slknbmal^lö Wer fce^be«, bad ifl 
meinSeU, bic^ ifl mein Slut, ^TOatt^. 26. 
Suc. 22. unb 9Karc. 14. Da§ aber barum bai 
augcrlid^e S5rob be« Slbcnbma^Iö ber »efentlic^e 
itib, unb ber 2ßein ba^ mefentlid^e S3(ut gcöoefen 
fc^n fotite, fann baraud naö^ bem Su^ftaben niiä^t 
öerjlanben »erben, tool^l aber, ba^ e^ öon bem 
^errn 3^1« iw einem geiftlid^en unb verborgenen 
©inn Qcfpxoä^m fe^, wie au^ bem ©cfpräd^ S^rijli 
mit ben 3uben, 3oi» 6/ ö. 54, 55. »on bem Sjfen 
feinet gleif^c^, unb Xrin!en feinet SlutiJ, au er* 
feigen. Da eö aber von ben 3uben, unb vielen 
feiner Swnger, fo außerlid^ nad^ bem S3u(3^(laben 
an^^tnommtn warb, \pxaä^ er: "baö S^^if^ ifl 
"lein ^n^, fonbern bic SB orte bie id^ rebe, bie finb 
''®eijl unb itbtn;' 3o^. 6, v. 63. Sllfo foüen 



— JOS — 

auä^ »ir W SBortc Sl^rifli i)Ott ber ffilnfe^uug 
beö ^eilicjcn Slbcnbma'^Iö, in einer fficbcutung bed 
fletfWtö^en ©inne« ^efprod^en jn fe^n^ ^erflel^en, 
be^megen er bic ® öd&e mit benen 3ßortcn tjefd^leu^t : 
''!Da«< tl)ut SU meinem ©ebäc^tniß/' ^uc. 22, ». 
20. 03(ci(^ \m eöi aud^ von 5>öulo gu 3tt?e^ma* 
len, über fo^em Srot) unb Sßein, mit benfelben 
Söorten, fotd^e^ t^ut gu meinem ©cbäc^tni^, bc- 
f(^Ioffen irirb, 1 Sor. 11, tj» 24, 25. Unb bic^ 
mii bic 5lpofteIn, »ann fte von bem 5lbenbma^I 
fd^relben, e« aüc^eit ba^93rob nennen, 3(ct 
11, V, 42, 46. 20, 7. 1 6or. 10, v. 16. 11, 
25. 26. @o Unn e« biefem nac^ von un^ für 
ben tt)efcntlid)en !^eib unb 33lut ßl^rifli nid^t, fon*= 
bem in einem geij^lid^en ©inn, unb ^eiliger Se* 
beutung beö 2t\U unb Slutö ß^rifli, verflanben 
tt)erben> g(etd) wie eö aud^ f)auluö alfo nennet, 
unb in S3ebeutung fettet, 1 Sor. 10, ö. 16. 

110. gr. ^ann t^ bann nur gemein 35rob 
ifl, glelc^ wie baö Srob, »elc^ed man ju ber @j>eife 
genießet, ttjie fann eö bann ber S'^enfd^ "unttjür«« 
big'* 3ü feinem "Oerid^t" effen ? 

21 n t. Dbgleid^ basa Dfterlamm U\) ben 3wben 
nur gleifd^, tüie anber Samm * gleifd^, mir fie cd 
fonfl a^trif war, fo mod^te bod^ fein Unbefd)nitte- 
tter, ^epbe ober 3ube, ber na^ bem ©efe^e un- 
rein war, bdvon ejfen, bieweil ein Urtl^ei( be^ ©e- 
fe^e« l^ierübcr bereitig öorl^anben war, barum, ba§ 
e«, 1. (ginc (ginfe^ung unb 35erorbnung il^red 
OJottcö, 2. @in abgefonbert gleifd^ war, von bem 



— 109 — 

^errn jum ®ottc«bien{l gecrbnet. Unb 3. »eil 
e^ fic i^rer tSrIöfung auö (£c|9ptcn erinnerte, ba 
bcr SBürg^ßngel be^ i:^renJ£)äufern i>orübcr gieng, 
uttb fte al]o t>on ber ^^öbtung ber erjlen Geburt 
crlöfete, gerner unb ^nm üterten, bieweil c^ i^* 
nen ^u ®emüt^ fü^rete bie Srfcnntnip nnb ®e* 
bäd^tniß berer an i^nen unb ii)ren "iBätern ertoie* 
fenen göttltd^?n Jöol^lti^aten, unb bap e^ ein gc* 
gebencr 33efe^l ®ottc^ märe» T)kmcii nun bad 
Djlerlämmiein auöbriidlid^ ^ier^u abgefonbert 
mcrben mu^te, fo mar e^ eine (Sa^e ®otteö, unb 
üor bem ^errn ^cilig, bag e^ in SKÄC^t ^ud^ l^ei* 
lig gehalten, unb in ^leinigfcit genof[en »erben 
mufte. 

Unb alfo mögen mir e^ aud^ i)on bem Srob 
be^ ^eiügen 5lbenbma^(^ »erflehen, bap ed erjitHc^ 
megen bei^ ^efe^U S^rijli, ber eö ju ber ®ebad^t* 
ni^ feinet ^eiben^, Xobcö unb 33lutüergiefenö gu 
Ratten befül)len, aud^ für ^eilig geachtet, unb alfo 
gefealten merben mü)Jc« 2, T)mvni U un^ fo 
föjiüd^c tt)eucrbare ^aäi^m, ^nm cigentltd^en, ab^ 
gefonbcrten ®cbraud^ ber ®ebäc^tni^, öom D^fer 
S^riftt, üon 33red>ung feinet ^nht^, unb ^^ergie*« 
fung feinet Slutö an bem @tamm beö Äreu^ed 
3ur 33erföt)nung mit ®ött, 35ergebung unferer 
(Sünben, unb ßr^ltung jum emigen 5i?eben, t)ot=» 
bitbet unb anzeiget; um meld^e^ mitten, eö bann 
oon un^ in ber gurd^t ®otte^ t)ei(ig gcad[)tet unb 
gehalten ju merben gebühret, gtcid^ mie e« »on 
l)aulo ba^er bie®emeinf^aft X)ed Scib« unb 33lut« 



— 110 — 

S^rijlt gcncnnet mirb, ba er fprid^t: "Dad ©rot) 
"ba« ttjtr brechen, f jl baö nid)t bie ©emcinfd^aft 
"be« MU ^xx^i, unb ber Äetd^ ber J)anf fagung, 
"bamit n?ir banffagen, {(l ber ntd^t bie ©emein* 
"fc^aft bc0 Slutö S^rijli ?" 1 Sor. 10, ». 16. 

111. 5r. ^at man bann nod^-mel^r fold^er 
®leic^nijfen ober 9lebarten s>on göttlichen ©a^ett 
in ber ^eiligen @^rift, ba ben äu^erlid^en Din* 
gen ber eigentliche tarnen tjon göttlichen X)ingen 
gegeben, nnb un^ bantit in ber ^eiligen ©d^rift 
angemiefen »erben, tvoran^ man t>erftcl^en ntöge, 
ba§ auä^ G^rifli Söort über bem S5rob nnb 2ßein 
be^ ^Ibenbma^lö, eigentlich in 95ebeutung feinem 
MH nnb Slutö gef^roi^en ober gerebet flnb ? 

51 n t. $5on folc^en ©leid^niffen nnb Sflebenö* 
arten ijl bie ^eilige ©c^rift öoö, welche un^ bie 
innige, göttU^e, geiftlid^e nnb l^immlifc^e <Baä^tn 
bebeuten, bie mit bem 9?amen än^erlid^er S^ingen 
benennet flnb, fo un^ ben göttlichen, geiflliC^cn, 
^immlifd^en ®inn fürjleKen, antoeifen nnb belannt 
maö^tn. 5llfo nennet |t^ S^riftn^ felbjl bie 
Z^üv SU ben ©d^aafen, nnb eineng ntcn 
'Wirten, ber fein Men laffe für feine ©d^aafe, 
3o^. 10. i>. 9, 12, einen magren Söeinflod, 
nnb bie © l a n b i g e n feine 3^ c b e n, ^d* 15, 
t). 5. ginen 2Ö e g, 3o^» 14, ». 6. ©einen 
SBater einen Söcingärtner,, 5^etrnm einen 
© t e i n ober g e l ^. 3ofe))^ fpraC^ in ^u«le* 
gnng bcö 2;ranmi3 gn bem ^önig 5)l)arao in 
(gg9|)tcn: "!Daf bie fteben fette ^ü^e' nnb bie 
''fleben t>olfe ^lei^ren, fieben fette 3a^re, bie fiebcn 



- 111 — 

"magern Äfi^c itnb btc ftcBeit magere unb t)er* 
''[engte ^el^ten aber, flcben magere 3^^^^'* ober 
t^eure Seit fe9cn, (Den. 41, ö, 26, 27. anglei- 
^em ^on ben träumen be^ ©t^nfen utib 33rob* 
bedcr« in bem ^efängnig : " J)af bre^^ SReben, 
»ie auc]^ bie bre^ köxht bret^ 3^age fe^en," ®en. 
40. ij. 12, 18. 2öic fie bann ba^{enige, fo burc^ 
i^re 3^räume bebeutet »ar, fclbft gefe^en, wnb er* 
fal^ren i^aben. Dat?ib nennet baö Sßaflfer, met* 
6^t^ bie brei^ ipelben unter bem Xbor 3U Set^le^em 
mit geib unb Men^gefa^r be^ ben Seinben ge«» 
l^ott, "ba^ ©tut ber 5Ränner,'* unb goß e« aud 
bem i£)errn, aU baö ©tut eineö Dpferö, 2 ©am. 
23, t). 17. Sßie auci^ ?)autud »on bed 5lbra^am« 
awe^en SSeibern; unb beren bc^ben ®o^ncn, bem 
3fmae(, unb 3faac rcbet, unb fprid^t, baf bie 
^orte etttja^ bebeuten, namlic^, baf fie bad ^Ite 
unb 9leue 3:cp:ament fe^en, ®al. 4» ». 24. 5lIfo 
fpri(!^t er an6:^ t?on bem gel^, meldten Wlofe« in 
ber SBüjie mit feinem ©tab f^Iuge, baß 2ßa#» 
fer ^u trinfen i^erau« floß; biefer gel« 
mar ei^rijtui?, 1 6or. 10, i>, 4. T)iefe Dinge 
»erben nun genennet ba^Jenige, ma^ pe bebeuten, 
unb flnb bergteic^en Sflcben^arten in ber ©d^rift 
tint große 9}lenge. 

112. gr. 9Rußbannba02lbenbma^lnur jum 
®ebä^tniß be« Seibcn^ unb ©terbcnö Sl^rijli ge* 
brau(3^t, unterl^alten unb gcgcjfcn werben? 

31 n t. ©Ott ber ^err i^attc ben ^inbern S^vatU 
nid^t nur ba« Dflertamm ju effen unb bad D(tcr- 



— 112 - 

feft gut 03ct>5d^tnt^ i^rcr ©rlüfuuö aud ßg^pten 
ju fepern befül)(en, fonbcr.n fürne^^mli^ aud^ tl)* 
neu feine treue ^Soübrin^ung ber an i^rcn 3Sä^ 
tern getbaneu 3Scr()eijyung, mt auö:) bie wunbcr^' 
bare (Irlöfuug, baturd) s« erneuern, unb f!e ber 
3ßo^It6rtten ©otteö ^u erinnern, wie ber ^err i^== 
wen fol^eö, ba fie cö menig mcl^r ad)Uttn, burcfe 
^O'iic^a öorftellete, ba er fagt, "baran i()r ja mer^ 
fen foKet, wie ber $err eut^ aüeö ®ute^ getrau 
:^at/' i))^id)a 6, ö* 5, 5(Ifo mup un^^uc^ bie J^al* 
tung beö 2lbcnbmat)( nid)t aüein gu einer fc^Iec^= 
ten (5Jebäc^tnip beö Seibenö unb ©terbenö S^ri^i 
bienen, fonbern un^ atlermeijt an ®otteö crmic== 
fene gro^e ^iebe unb Söo^It^aten erinnern, tn= 
bem er nn^ ein fo t^euerbareö Dflerlamm, »elc^c« 
ift S^riftuö, ber geliebte ^So^n ©otteö, ber für 
un^ geopfert ifl morben, gefc^enfet l)at, 1 ßor» 5, 
», 6, unb baburc^ beweifet, baf wir baburc^ mit 
d^ott, üerfö()net (iub, unb alfo grieben mit 
(3ott, burc^ 3efum Si^riftum erworben ^abzn, 
^öm» 5, t), 1» gerner, waö ünö bur(^ bie ^n= 
fünft G^rijli, tvit auc^ feine Sel)re, 3>orbi(b, £ci* 
bcn unb Sterben guwegen gebraut worben, um 
baburd^ feiner großen Siebe gu gebeufen, woburd^ 
wir fo treuer erfauft ftnb, unb folglid^ nn^ beflo 
me^^r ® ott öetpfüc^tet ^u fei^n, ju ^aiUn, wie '^au^ 
luö fprid)t: "3l)r fe^b nic^t euer felb^, fonbern 
"i^r fe^b ti^eucr erlauft, barum greifet ®ott an 
''eurem 2eibe, unb in eurem ©eifl, weldbe ©otted 
"finb.'^ 1 Sor, 6, i?. 19, 20. 
113, g r, Dienet ba« galten unb ber ©etraudb 



- 113 — 

Ui fingen ^itn\}ma^Uf ben Kremmen au(^ ju 
et» ad mcT^rer«, ald jur "Ürinnevun^q'* un\> 
(Srfenntni^ bcr großen, an und ^JJtcnfd^en in 
S^rijlo emtefencn Söe^It^atcn ©otted ? 

21 n h Sd bleuet aücn frommen unb ßotted* 
fürd^ttgen 3Wenf(i^en in »ie(eu »Stücfcn ^um Xroft, 
3ur®tar!uug unb ^tufmunteruug in 
biefer 5)i(9nmf(^aft, §ur 5$erfi(i^*etuug, 

!• !Da§ bad 2lbenbma^( t^uen aU ^u einem 
Xeflament na(^9elajfeu fepe, tüte aud), baß i^nen 
bad Selben unb (Sterben ßbrtfli §ur 35ergebung 
bet ©ünben, unb S^ieberBringung beö ewigen i*e* 
bend gerei(i^e, 

2. Daß gfeicj^ mie flc in bem l)eiHgen 2(benb* 
ma^l bed Stobd unb bed ^ein^ t()ciU)aftig mcr=* 
ben, alfo foüen f!e au^ S^rijii unb feiner SBer** 
bienfle t^^eil^aftig merben; mie S^riftud in dmm 
öcijllid^en O^teid^niß fagt, 3o^. 6, », 51. "3e^ 
"hin bad 33rob bed bebend, fo »om ^immet fom^ 
"mm \% unb gebe ber Sßelt bad '!^i:htn, mein 
''gleifd^ ifl bie re^te ©jjeid, unbmein ©(ut ifl Irr 
"redete Xranf, »er mein gleifc^ iffet, unb trinfet 
"mein Slut, ber bleibet in mir unb i^ in i^m," 
t>; 55, 56» !Da^er fe^et e^rifhid benen ©laubi^ 
gen ben Sedier ioeö 5lbenbma^Id aU ein ^inter> 
laffened SEejlament, inbcm er fagt, "bied ift ber 
**Aeiä} bed mmn Jeflamentd in meinem 33(ut, 
"ba« für Siele ^ergojfen »irb jur Vergebung ber 
"Sunben/* 2uc. 22. SJlatt^. 26, tj. 27. ^n 
bem fle anä^ einen getreuen SSe^jlanb ^aUn, bet 

8 



^^^' 

#: 



- 114 - 

über fte, aU ein .^irt über feine @d^aafie t&aä^, 
5)falm 23, », 1. ^att^. 28, <o. 20. 

^e^Hic^ unb s^m dritten metfet e^ auä^ allen 
^laubigen i^re ^intgfeit be^ ®ei|le^ an, n>el(^e 
fie t)ur(fe t)ie ginigfett beö ©laubend, unb ^ojf== 
nung bcr ©etigfett, fo iftnen in ßl^njlo ermiefcn, 
mit einanber l^aben, wnb »oju fte bur^ biefc 5Scr- 
orbnung aOe ein0 ftnb, fo fern fte bie Sinigfeit 
naä^ bem ©eijl erweifen, wie 9)aulu^ fpttd^t; 
"Sölr üitU finb ein örob unb ein itib, bien>eil tt)ir 
''aUeeine« »rob^t^eil^aftiö ftnb,"ieor,lO,ü,17. 

114. gr, 3fl auc^ eine gefegte 3 ^^t, wann 
unb mie oft manbaö^lbenbma^Hnber ®emeiitbe 
ijalten foü, gleich wie baö Dflerlamm bep t>fn 
3frtfeliten ^atte? 

21 n t. Den ^nbern öon 3ftae( l^atte ®ott 
eine gewijfe ßdt gegeben, tcann jjit t>ai Djierfeft 
galten foüen, ndmlxä^ naä^ ber 3öT^re«jcit auf 
ben oierjel^nten Za^ be^ erflen SWonat^, Syob* 12, 
t), 6. ^ber ^on Haltung be« Slbenbmal^l« ftnben 
mir feine bejlimmte 3^it, toann «nb wie oft c« in 
ber Oemeinbe foüe gel^alten »erben, bann e^ auf 
leine getoiffe ^dt in ber Äird^e tjerorbnet »orbeti, 
.bezeuget bie 3lnmerfung, 3lct, 2, ü. 46. "®te 
"brad^en ba« SBrob, ^in unb l^er in Käufern, unb 
"na^meii bie ©peife mit Sreuben, unb einfälti* 
'/gern ^&ergen, barneben hlitUn fie beflänbig in ber 
^itpofteJ i^e^r, in ber @emeinf(^aft; im ©robbte* 
''ä^tn, unb im OJebet.^' 5lct. 2, ». 42. Unb |u 
Jlroab<i"»urbe cig bep aufättiger ^leife S)auH auf 



— 115 — 

ditm @a(]6at^, 3l6enbd ^orgenommett, SCct. 20, 
t). 7. X)D(j^ muf biefe6 mo^( beobad^tet toer^en^ 
fo oft e^ gel^atten toirb, baf man be^ Gerrit £ob 
iarte^ tjcrfitttbigen foüc, bi« baß er tomntt. 1 
6ot, 11, t>, 25. 





3)et 15. KttifeL — 8on beut «riet brr 

eiele. 

115* gr» ^at bann ber ^tn ßi^riflud neben 
ber Saufe unb ^benbma^l auä^ no(i^ me^r l^o^e 
Sefc^I ober ® e b o t an feine (^emcinbe unb ©lau* 
bigen Qt^eUn, fo im alten Zej^ammt ntd^t befoi^* 
len worben finb ? 

9int Der J^err l^at jtoar einige gegeben, aber 
bennoc^ feine, tocld^e bie ^au^t == (Gebote be^ ©e^ 
* fe^e^ 3Ro(!^ aufgeben, n?ol^l aber baö alte ©efe^ 
zottiger machten, ober nod^ mel^r Derbinben : 
''IXinn \ö^ bin nid)t fommen, baö ®efe^ auf^u- 
"^cben, fonbcrn $u erfüden/' @onber(id^ aber 
tft ba^ 3U merfen in bem ®ebot ber Siebe, loeld^eö 
ba« ^aupt«» ®ebot ifl, j[a aud^ ber gange ^3n]^alt 
bed ®efe^eö SWofiö »äre, nämli(^ ®ott 3Ü lieben 
»Ott gangem bergen, 'oon ganger (Seelen, unb »on 
gangem ®emütl^, Deut« 6, i), 5» gerner, bu foUf^ 
beinen 5Räc^jlen lieben alö bi(]^ felbjl, Se^jit. 19, 
t). 18. "in biefen ^tctf^m ®eboten, fagt (S^rijlud, 
befleißet ba0 gjnge ®efe^ unb alle ^xü^f^tknJ' 

. 8* 



— 116 -- 

gjlatt^. 22, \>. 36, 37. ^lämlid^, bap mir »ol^l 
barin bcjlc^cn unb in einer üötttgen ü^iebe »an»« 
betn foüen, unb ba^ au^ Ucbung bcr !^ie6e, atted 
»a« ba^ ®efc0 unb bic ^^rop^cten in^alten, voU=' 
bracht »erbe, wie 5^aulu5 bezeuget: "Die ^aupt 
"Summa bc^ (3ebots, ijl Siebe üon reinem ^er*= 
"jen, unb gutem ©ewi jjen, unb ungefärbten ®lau^ 
"ben, miber »eld)e ba^ ®efe^ nid^t^ gilt,** 1. 
Sim. 1, i). 5» 

116. g r. 2Bo, unb wie n?irb bann »onS^riflo 
ba^ ®cbot ber 2itbt ööülqer angefüt)ret unb ge* 
ma^t, aU in bem ®efe^ ^oft^ ? 

^ n t. 8e9 ober in bem ®efe^ SWofii^ tt>irb bie 
Siebe bed %äc^flen nic^t weiter öerftanben, ober 
feflgefl?Uet, aU nur unter unb an i^ren ^JRitbru* 
bem, bm 3fraeUten, welche adeln für i^re ^ää^^ 
(len §u a^ten» 3" bem Syangelio* aber, mirb 
eine "brübcrlic^e unb gemeine ^kW^ erforbert. 
1 fd. 1, '0, 6. Dmn Cl)rifluv? fpri^t: "So 
"if)r liebet, bie tn6:^ lieben, waö t^ut i^r fonbcrli* 
"c^eij, tbun nic^t bie Söüner an6^ alfc,'' «Watt^. 
5, ^. 46. Unb al^ ein ^^^arifäer ober Sd^rlft* 
gclel)rter, tton bem ®efe0 ben ^errn fragte, »er 
ijt meitt mö^^tv'i [teilet er'i^m für bag ©leic^nif 
tjon bem Samariter, Suc. 10, »» 29» 3nbcm er 
i^m bezeuget, baf} er an allen benen, fo J^ülfe »on* 
nötl)?n, Siebe enveifen müßte, womit er i^n U^^ 
ret, baß nid^t aUnn berfelbe, fo mit im 33unb ber 
»efd^nelbung na^ bem ®rfe^ lebte, fejn ü^äd^fler 
fc9e, ft?nbcrn, baß man o^nc Untyrfc^ieb an aOcn, 



— 117 — 

fe man gu ©ienp fc^n Tonnte, t?wr(^ T)ienfl We 
gielbe crtpeifcn mü^te, Sit^^ffcn ^at er önd^ bie 
brüberlid^c Siebe fo ^od^ anbefotylen, aU immer 
im ®efe^ geboten mar, unb (priest ju feinen 3ttn«- 
gern, ober gu ben ©einigen : **Qin nen (^ebot 
"geBc id^ euc!^, baß i^r eu^ unter einanber liebet, 
"babe9 »irb {ebermann erfennen, baß il^r meine 
"3ünger fe^b, fo il^r Siebe unter einanber l^abt," 
3ob, 13, ü, 34, 35. SDenn wer nid^t- lieb l^at, 
ber fennt (Sott ni(^t, benn ®ott tft bie Siebe, 1 
3ol^. 4, t). 8. 3)a^er bann ?)etruö bie Siebe fo 
ernftlid^ unb l^o^ anbefohlen ^at, ba er fprt^t : 
"Sot allen "Bitteren aber ^obt unter einanber eine 
"inbrfinjlige Siebe, benn bie Siebe bedct aud^ ber 
"©ünben Wenge,'* 1 Det. 4, ö. 8. «Wic^t aüein 
aber brübcrlid^e Siebe, fonbern aud^ eine gemeine 
iitU, nämlid^ gegen alle ^enfc^en, 1 9)et. 1, ö. 7» 
3a aud^ gegen bie geinbe felbfl gu ^abm, SWattl^. 
5, \). 44» 



-0- 



3)et 16- «rlifet — Bon ber mi^t. 

11 7. g r. ®irb benn in fold^er Se^re, baß ntan 
an alle 9J?enfd^cn ol^nc aüen Unterfc^ieb bie Siebe 
ern>eifen foll, nid^tiS miber ba^ ®efe0 gelclb^^et, in» 
bem ja bie 3ubcn burd^ beö ^crrn ^anb, gegen 
il^re geinbe ftreiten mn^im, m^t ber -öerr W 
if^xt ^anb galbi: »ie muß p<^ '^^^ ^^« S^i^^f^ 



- 118 - 

hierin »erhalten, totnn er gegen atte Wltn^ä^en 
iitht erjeigen fott? 

« n t, g« beliebte bamal« ®ott bem ^errn, ble 
flebenerlei5> üerbanncte SSölfer, ate »cld^c bed ^prn 
gelnbe »aren, bur(^ ble 3ubctt auöaurotten/mit 
meldten btc 3ttben fein grlebenö^Serbinbitlß ma* 
öiftn, nod^ l^re Äinber mit benfelbeti 'otvtfylid^t 
»erben bnrftcn, Srob» 23, 0. 32, ^ußer benfcf*» 
ben mußten flc In l^rem Sanbe an allen gremt*= 
llngcn Siebe ertoelfcn, i>, 9, T)a aber ®ott ber 
^err nunme^^ro ba« ganje menfiS^lid^e ®ef(^le(i^t 
bur^ feinen <^o^n mit i^m öcrfö^net, 2 Sor* 5, 
ü. 19. 1 3ob» 2, ü» 2. fo mu§ anö:^ nun un^ 
fcre 3Bol)(t]^at gegen atte ?Wenf^cn o^ne Unter^* 
fd^leb In bcr 8lcbc erzeiget unb erliefen »erben, 
nad^ ben Söorten, 2 ^ctr. 1, '0. 7. SBle fol(3^ed 
öon S^riflo att«brit(ili(3^ geleiert »Irb : "3^r ^abt 
"gebort, baß ju ben 5llten gcfagt tjl, 3lug um Äug, 
"3^^« u»t B'ibttf ic^ ftT^cr fage eud^, baß l^r nl^t 
"wiberjlrcbcn fottt bcm Uebel, fonbern, fo blr ie=« 
"manb glcbt einen (Streld^ auf ben redeten ^aim, 
"bem biete ben anbcrn au^ bar/' Wlattf^. 5, ^. 
"38. 3br ^abt ferner gehöret, baß gefagt i% bu 
"fottt belnen 5lad^flcn lieben, unb bcincn geinb 
"baffen, Id^ aber fage euc^, liebet eure Sclnbc, fcg=* . 
"net ble eud^ flud^cn, tbut wol^l benen ble eud^ 
"baffen, bittet für ble, fo cud^ belclblgen unb »et* 
"folgen/' ». 43. 44. Unb m^ tbut i^r fonber- 
Ifi^c«, fo ibr eudb 3« euren Srübern freunblidb 
tbut, tbun nid^t ble Söttner aud| alfo, »• 47. 



— 119 — 

%u^ t&t\ä^tm ber %po^tl ^aulutS bte (^(aubt^rn 
ermahnet, ba er fa^t: rä^et euc^ felber nid^t 
meine Sielbfkn, fonbern j^ebct ^tatt bem 3otn 
©ottc^, benn eg fte^ct fiefd^rieben, bie Sflacbc ift 
mein, t(i^ xoiü^ loer^elten, f^)ri6t bcr .^err: 8ü 
nun beinen gcinb hungert, fo fpeife ibn, bürflet 
i^n, fo ttänfe i^n, wann bu ba^ tftuft, fo »irffc 
bu fenrige Aorten auf fein .^^aupt fammlen, jRöm. 
12, t>. 19, 20, 21. 2lIfo muffen bie reAtgläubi^ 
gen ß^rijlen butc^ 2ßo^(t^un ijerflopfen bie Un^ 
»tflen^rit ber nnwiffenben unb unt>crtlanbigen, 
unb t^öri(^ten ^IJlenfd^eii. 

118. f^ r. ^at re^te unb tt)a()re V* i e 6 e, fo in 
Dem ö^angelio erforbert wirb, audb ge n>iffe ,^ e n n^ 
getd^en, »obe^ man ftc erfennen fann? 

Ä n t 3a gewi^U^ %at bie ?iebe, bie fid> gc^ 
gen ben ^JJenfc^en erjlredfet, auc^ i^re gewi jfe .^enn^ 
jeit^en, benn roo bie redete ^tcbe (i3otteö in l>fn 
^erjen ber ^enf(^tn gegrünbet ift, ba ftub anö> 
auf göttUd^e %xt biefelben gegen ibren ^M^n- 
menf^en in Siebe ent^ünbet; benn »er ba fagt, 
er ffi9 im ?ic!^t, unb Raffet feinen JBruber, ber ift 
no(^ in ginfhrnif, 1 3ob. 2, y. 9. ''Die ?iebe 
"ift langmütbig unb freu^tblid), bie ^iebe eifert 
"nt^t, bie Siebe treibt nid>t ^iutbmiücn, fte bla = 
"fftt fl(3^ nic^t, fte jMct (üdk nidbt ungeberbig, fic 
"fud^et nic^t ba« 3ire, pe lä§t p* nid>t erbittern, 
"Pe trautet -nld^t nad^ (Schaben, fic freuet ftd> 
"ni(!^t ber Ungercd^tigfeit, (le freuet ficb aber Der 
"3ßa()rWt;\ 1 (Sor/l3, \). 4, 5, 6. X^ic Siebe 



— 120 — 

(bnt btm 9Ki(^flcn niä^t^ Söfe^, fortbcrit bic 2ie6e 
ift bed öJcfe^Cijfirfüauttfi, .Olöm* 13, »• 10. uitt) 
a(fo ift ein reiftet dbrift t)on aüer SRad^begierbci 
burti) bic ?icbc frc^. 



-0- 



119. ^ r. (3inb benn auA nodfe fü(d)cr (Debo* 
ten G^rifti me^r, bic in ben njeltlid^en Sflec^tcn 
(iicübet iv^erben, unb aber in bem ®efc^ S^H^i 
^^rboten finb i^ 

3( n t. ü^ ift no* ein !(arer »efe^I (Eörifti, 
bajp man in (^)e^eugnifen, öon unb über ^trei^* 
tii^fciten in jeitlicften ^(lAiti, feinen öib f(3^ttjören 
foöc, fo fonften in ben »ehüd^cn ditd^ttn bräud^= 
iicb, aber fein (>)ebi?t bcö (^efc0eö ift, mobt aber, 
ba^ fie hinm falfc^en (£ib fcbmören fotten, ü^c^it. 
19, t). 12. Dmn ber (Sib ift fdbon tjon Slbra- 

bam^ 3ctt<^i^ ^^^ w"^^^ ben 9J?cnfc^cn f^ebräud^Udb 
i^wefen, wie an 5l6ta:^am felbft ^u fe|en, n^eic^ev 
i)on feinem Änecbt öleafar einen (Sib na^m,0)en. 
24, ». 5. 3föiJc öerbanb fid) mit eimm ^ib an 
ben t^önij; 'ilbimelcc^ gricben ^u möd^en. @(ei6 
wie aud) ^s^uoh unb ?aban il)ren Q^erf^Ieid^ mit 
einem CEib beftätigen, O^en. 26, ö. 31. !Daß a(fe 
ber ($ib fein C^ebot (Spottes ift, ba^ man fc^wörcn 
müfUe. 'Mtx, baß bie (Sachen ber ^öa^rbeit ol^ne 
C£ib tUn fowo^^l fräftig alö mit einem Sib U^cvl- 



^ 121 — 

cjct »erben Tonnen, fo »etfet G^rijlttd bfc ©eirtt* 
Hcn, beren Seruf i% in ber ?iebe reij^tfii^affen gu 
fcpn, ßp^, 4, ^. 15. bcn fürgeflen unb fid^crfien 
3Bcg ber SBaferl^eit au 9ct)en, 9)f?attft. 5, ü. 33. ba 
er fprid^t: "3^r ^aht gehört, ba§ ijn ben 2lUen 
"gefügt iji, bu foüt feinen falfe^en Sib tl)un, fon*^ 
"bern foüt ®ott beincn @ib l^altcn, i(j^ aber fage 
"tnö^, baß i:^r aüerbingö nid)t fd^wöret, w?ber bei? 
"bem ipimmel, benn er ift ®otte^ (Stu^t, nod^ bei? 
"ber örben, benn (!e t(l feiner güf c Sd^emel, noc^ 
"bev 3erufalem, benn |le ift tim^ großen Äonigd 
"^Stabt, au(^ foüt bu nidjt be^ beinern ^anpt 
"f<^n>örcn, benn bu ijermagji nifj^t, ein eingige^ 
V^aar lueiß ober fdbmarj §u mad}tn. Gute 3flebc 
"aber fep : 3^, 3^, ^tirif 9^etn, mad barüber i% 
"ba^ ift oom Slrgcn/* ober öom Uebel^ ^att^. 5, 
ö. 33 bt^ 37. t)a§ alfo ber $err S^riftu^S ^ier 
nidft aüein ba^jcntge, fo ber ^lenfc^ o^ne ©ebot 
unb 33efc^( an(\tnommtn, üernic^tct ober »erbietet, 
unb aufi^ebet, fonbern auc^ gugteid^ baöjenige, fo 
bad ®efe^ t>om falfi^cn ©d^ioören mclbet, »erbie* 
tet unb anttjeifet, toie man bie SJal^r^eit obne Sib 
h^tn(^m t&nnt, wie au(^, baß fein 3^ugniß barin 
gegrünbet fe^, baß er nid^ f ontmcn fep, bad ®efe^ 
.auf^ulöfen, fonbern gu erfüllen, 9Rattl^. 5, ü. 17. 





2)er 18. «rttfel. — »om «^tjlanh. 

120. g r. Sinb i>on bcm Jpcrrn S^fu <»ud^ nod^ 



- 122 — 

mei^r @a<!^en t)eränbett, ober t>oEtomnten gemad>t 
»Ott me((^eit tn t)cm ®efe^ aud^ gebaci^t »irb ? 

^n t 3it bem S^eflanb l^at S^riflud ben ein* 
()ef(j^nd^enen ^Wi^braud^ unb Serfatt, burt^ bic 
@cff0c fo öon SRofc jugelaffeit »orben, »icber er* 
fe^et, »ie au(3^ bie ©c^tutcrigfeit unb ^ifbraut^e 
bejhafet, worüber fonflen ®ott ber ^err burc^ 
ben 5^ropl^eten Wala^iam ftatjct, ba^ f!e barin 
mlber feinen ^iUtn träten, ©ringet aud^ Kl^ri^^ 
)lu0 ben erflen S^eftanb »ieber auf bie alte unb 
erjie Drbnung; bann aU er ^on ben ©d^riftge^ 
(ehrten gefragt warb, ob e« aud^ red^tioäre, ba^ 
ein 9Wantt f!^ nm irgenb einer Urfad^ mitten öon 
feinem SBeibe fd^eibe ? ^al er gur Antwort: J&abt 
ii)r nid^t gelefen, ba^ ber fo im Einfang ben Wltn- 
)ä>tn gentad^t 6at, ber mad^et, baß ein ^ann unb 
ein Söeib fe^n foütc, unb fagtt T)arum ttjirbein 
•iöienfd^ Sater unb Butter öcrlajfcn unb an fei- 
nem Söeib fangen, unb »erben bie j»e^ ein gleif^ 
fein : "2Ba« nun dJott jufammen gefüget l^at, foü 
ter OTenfd^ nid^t fd^eiben/' ®latt^, 19>. 4, 5, 6. 
Da nun bie 3uben »ieber fragten: Sßarum i^at 
benn 5Wofe« geboten einen ©c^eibebrief ju geben, 
unb |td^ öon i^r gu fcfteiben? antwortete 3efu^ : 
"üJZofeö l^at eu^ erlaubt »on euren Söeibern gu 
fc^eiben, öon eure^ ^er^cn« ^ärtigfeit wegen; "oon 
Anfang ifl e« ni(|t alfo gewefen, id^ aber fage 
eud^ : "2öer (Id^ ijon feinem ^dht fd^eibet, e« fei^ 
''bann um ber ^urere^ mitten, unb nimmt eine' 
"anbere, ber brid^t bie (5^e, unb »er bie ^bgef^ic^^ 



— 128 — 

"^nc |ttr (S^t nimmt, bcr bti^t auä^ bic 8^/' 
aiattl^. 19, ö. 7, 8. SÖoraud bann flar gu er* 
fe^eii, mie S^riftu« aOe S^riflett lehret, tt)ie dn 
icber (£l^riflettmettf(i^, ed fc9 bann um t>er ^urere^ 
t&iUtn, tuxä^ bad ^an\> bed S^flanbe« an feine 
grau i^erbttnben fe^, ol^ne fld^ »on bcrfetben au 
fd^ben, fo lang fle lebet, unt) »ie aud^ bie grau 
an ben S^anb t)erbunben, fo lang ber Wlann 
UM, fo aber ber 9Rann flirbt, fo fö? fle frei? |ld^ 
^tt t>er^etral^n, an welchen fie motte, allein, ba§ 
e« in bem ^errn gefc^e^e. 1 Eor» 7, t). 39, 

121. g r* Söerben bann aUe S^en »on ®ott 
gcmacJ^t, »ie Sl^rifH SBortc lauten ? 

91 nU ^aö^ttm ®ott ein attwiffenber ®ott ift, 
' unb feine Söirfungen be^ ben SWcnfd^cn unbegreif* 
liii^ finb, fo fann man feinen fefien <Bö^ln^ bai»on 
maci^en, in Setraci^tung aber ®otte0 gürfe^ung 
fottte man mol^I gefielen, ba^ 'oon ®ott au6^ Wltn*' 
fd^en gttfammen gefüget »erben, bie ju il^rer be^^ 
ber ©träfe aufammen in ben Si^ejlanb treten, ober 
barin anbern ^ur ©träfe fe^n mix^in, wie an 
©imfon Jtt fe^en, »eld^e ^e^rat^ ben 3>^ilipern 
jur ©träfe Urfad^ gab, 3ub^ 14, t>, 15, 16. ©o 
flel^ct man anä^ öfter« tok t^erl^eirat^ete itntt ein* 
anber ^ux ©träfe leben: Söo aber bie wal^re 
Surd^t ®otte« be^ ben 3Renfd^en i(l, ba tann matt 
tjerfl^ert fe^n, baß ® ott ein Stifter be« g^eflanb« 
\% benn bie ®nabe be« ^errn ijl über aüe, bie fo 
il^tt fürd^ten, ^falm 103, 'o. 11. Unb bcjfen »ar 
abra^am »er^c^ert, ba er für feinen ©o^n 3faac 



— 124 — 

nn SBctt Idolen* Uefi, unb ntd^t wuf te, mlänt e« 
fe^tt fottte, ba er "oann au SIeafar, bcr in fotd^ 
(5a(^c nad^bcnflid^ unb fürftd^tlg war, fagte: 
"Der ^err wirb feinen (£n(;el üor bir l^erfcnben, 
"baß bu meinem ©o^n ein 3öei^ nel)mcjl," ®en» 
24» ö» 7» 3l(^ nun ber ^ncd^t jur felben fam, 
lehrte er ft(^ mit feinem ©ebet gu ®ott, unb ba Sa=* 
bau bie ©otfd^flft öernal^m, fprad^ er : "^a« 
"fommtüonbem^errn, barum fönnen tt)ir nic^t« 
"bartpiber reben, »eber ®ute^ nod^ 33öfe^»^* 
Qkn. 24, ö. 50. 

122.gr. @inb au(^ einige gRittel, tt»obur(i^ 
man gu fold^em ®tanb ber @!^e lommen, unb ba* 
burd^ »erftd^ert fe^n fann, bap ©ott ber Jperr beit 
SOJenfd^en ein Sl^egemal^l jugcfügt? 

Sl n t. gi3 finb fre^Iic^ mttd unb Sßege, mo- 
burd^ man öerjid^ert fepn fann, baß man burd^ 
®otte^ Bufd^idfung gu bem (S^eflanb fann fom* 
men, n>ann mir nur ®ott fürd^ten, ?)falm 103, 
ö. 11. tüie ju bem Äönig ^(fa gefagt wirb : Der 
Jperr ifl mit eud^, weit if r mit i^m fe^b, 2 Sl^ron. 
15, »♦ 27. '''£)ann dn tugenbfam SBeib/' fagt 
(öirad^ 26, ö. 3. "ifl tim ebte ®abe, unb »irb 
bem gegeben, ber ®ott fürchtet." Neffen tott an 
bcn ^Ittjätern Slbral^am, ^^aat unb 3acob ein 
Sjrem^el l^aben, mie biefelben ®ott gefürd^tct, unb 
mit fit burc^ ^ittel beö ®ebet^ U)re S^egenojfcit 
befommen, bie'i^nen öon ®ott gugefügetmorben ; 
bann bie Singen beö ^errn fe^en auf bie ®ered^* 
ttn, unb feine D^ren auf i^r ©d^reVn, ^falm 



— 125 — 

M, t>^ 16* De«glct(^cn feigen »fr an 3acoh, aU 
tt aur (Erlangung eined ^^egema^U aud feine« 
Saterd ^avi^ n(i6:f ^efopotamtam jog, wie er 
®ott gebeten, ba§ er ju feiner SReife ®nabe geben 
»odc, ®en* 28, ü, 20, t^ann bad ®ebct bei5 ®e* 
redeten i?ermag öict, »ann ed fräftig ijl, 3äc, 5, 
».17» Unb bcr Slpoflel 3ol^anned fagt: "5)a« 
"ifl bie greubigfett, bie »ir ju i^m ^aben, ba^, 
"fo wir etwaö bitten, nCLÖ) feinem Söißen, fo er* 
"^ort er nnV' 1 3o^, 5, ij, 14. 

123. g r. ®te:^et ba^ ^eirat^en mijt einem je* 
ben fre^, fid^ ju »crc^eli^en mit meinem man »iß? 

91 n t. S^ flehet einem gläubigen Sl^riflen nic^t 
fre9, fonbern bie b^^f^nte Se^r be^ (SoangeHt, 
»ann fte won ben 5Wenfd^en beobachtet wirb, wirb 
ile wol^l anmeifen, wie fie barin (eben unb i^wx 
foöen» ^aß e^ aber®ottnid^t gefalle nad^ menfd^* 
iid^em fleif^tid^cn ®inn ^6) ju »erel^clid^en, ^at 
man ju fe^en anf^ ben ^eirat^en bcr SRcnfd^en 
öor ber @iinbflut^, ®en. 6, ö. 2. aüwo bezeuget 
wirb : "2)a5 bie ^tnber ®otte3 nad^ ben %Ü^- 
"tern bcr 9Kenf(^en gefe^cn, wie fie fi^on waren, 
"unb 3U Sßeibern nahmen, wel^c fle wollten," 
©0 war au6:j ben ^inbcrn 3frael, bie fonfl ®ot* 
ted 35oIf genennet worben, au^brücfüc^ verboten, 
"bie 2:öd^ter nnb ©ö^ne be0 ganbe^ danaan, 
*'xot\6^t ber ^err verbannet %Mt, nid^t gu i^eira* 
"t:^en/' !Deut. 7, y), 3. ®o flehet t^ auc^ nid^t 
fre^, biejcnige gu l^eirat^en, fo einanber in bem 
©eblüt nat) Aerwanbt jinb, Seöit. 19. SDannod^ 



— 126 — 

tAtt i{l ed fre^ ^n ))erl^eiratl^en an tod^fytn man 
miO, mann ed nur nad^ ^auli Stinnetung in t>tx 
gur^tbe« ^etrn gef^le^t, 1 Sor, 7,i)*39. mm- 
U6^, baf bie, fo in ben g^eflönb ju treten gejlnnet, 
fol^ed im ®ebet unt> ®ottci3furd^t anfangen, al«^ 
bann eis il^nen unter fold^em Sebing fre^ {leitet gu 
^eiratl^en : Sfleid^e an 9lrme, Sunge an Sllte, ffiitt- 
»en an grepe, »enn f!e fre^ In i^rem ®ett)iffen 
i>on anbern finb, nur baß fie mit einanber eine^ 
©laufen« unb ©otte^bienfle^ finb. 

124, g r* .3»ögen bann bie SÄenfci^en, öer^^e 
SWann«'* unb 2Bei6^erfonen, pd^ nid^t fre^ gu=- 
fammen kgel^en, e« fe^ bann, bap e« burc^ ben 
f)riejter gcfd^eT^e? 

31 nt, Sitte 3wfammenfugung »on SRannö«^ 
unb Sßeib^perfoncn in SSermifd|ung, ol^ne ba^ 
53anb be^'Sl^cftanbc^, wirb ^urerei^ genennet, ba* 
^on man im ®efe^ dntn Scfel^l l^at, Deut, 23, 
ü. 17, S« foü feine J£)ure unter ben Slöd^'^ 
tern Sf^^^icI^f unb fein ^urer unter ben ®ö^* 
neu 3fraet^ fe^n^ Dal^er anä^ ^anlu^ fpriii^t : 
"Um ber ^urere^ n^ißen, l^abe ein iegUd^er fein 
"eigen SBeib, unb eine jcglid^e T^abe il^ren eigenen 
"ORann,'' 1 Sor. 7. ö, 7. 3mg(eid^en : Die 
S^e fott el^rli(^ gehalten merben, unb ba^ (Sf^thttt 
unbefledtt, "bie J^urer a^er unb bie Si^ebred^er »irb 
®ott rid^ten.^' J&ebr* 13, i). 4, 



0. 



- 127 - 

Srr 19. UttiUl — Sott krr «ir^mfircfe, 
Ktt^f^Iut 0bet eumtrii. 

125, gr* SBautt jemanb öon ben ©ttcbmaßen 
bcr ®cmeinbe etiwan eine« biefer ^erorbneten ®c^ 
boten unb Sefel^Ie Sl^rifli Wertritt, unb »ieber 
biefelbe l^anbclt, ifl barüber auä^ einige ©träfe in 
ber ©cmeinbe Bejtimmet? 

?l n t, SBann fold^e« mut^willig, an« Sera^^ 
tnnQ be« Sefel^Iö 9cf(|ie^t, fo flnb fie bcm Q^an^ 
gelto unge^orfam, 3^öm. 2, t>. 8, 3nfonber^eit, 
wann i^r Men alfo 6ef(5^a(fen ijJ, baß fec^ anbern 
baöon ittel gerebet toirb, wnb bie Se^re be« (5^an*= 
gelii geläjtert ; aber e« muß mit Unterfc^ieb un* 
tetftt(|t »erben, ob ei3 gel^ler, 3ri^ti^üwict pber öor* 
fä^Ii^e freiwillige ©ünben unb Uebertretungen 
ffnb, mit ober ol^ne Seibwefen gefc^e^en, tt>ie au(^ 
mit bem Untcrf^ieb, ob bie ^ifet^at jmif^en bcm . 
9J?enf(3^en unb feinem ®ott, ober gtoif^en i^m unb 
feinem Sruber, ober 5Räd^ften befiele?. 3fl ^^ ««« 
ein 3t^t]^w»^f ober Uebereilung, baß ber 5Ulenfd) 
feinen Seruf übertritt, fo fann fol^e« unter einer 
irüberlid^ Srinnerung, SSerma^nung unb Un- 
tertt>eifung jur SSefferung, burd^ Seibtoefen joieber^ 
um t>erbefert toerben, naä) ber Seigre ^anli, (Sah 
Q, *)♦ 3. ®o ein 2Wenfd^ ttivan mit einem gel^l 
übereilet toürbe, fo l^elfet il^m toieber anreiht, mit 
fanftmütl^igem ©eifl, i^r, bie ba geifllid^ 
fe^b, unb feilet auf eud^ f^J^Ji; ^cn (Sc^»a* 
ä^tn im ®l«ttben nel^met auf unb öertoirret bie 



— 128 — 

Oenjiflen nit^t, Sflöm, 14» lo. 1, Söoöon ®ira^ 
eine le^r^afte (Srlnnerurtg thit, 19, ü. 10, 13, 15. 
^afl bu etroaö get)ört t)on beinern 5^äd^)len ober 
Sruber, "fo fpricJ) i^n barum an/' i}ieüei(^t ^at 
er e^ ni(^t get^an, ober ^at er ed get^n, bag er 
ed ni(^t me^r t^ue, "bann man lüget gern auf t)ie 
Seute.'' Unb toann fold^e^ in ber Siebe gefc^te^t, 
fo fann eö ^iel gnr Sefferung bienen, unb fo Qt^ 
bu^rt eö pd& 3U tftun, irann ein Sruber fld^ gc=» 
gen ben anbern öerfünbiget, naö:^ ber Seigre S^rifliJ: 
^ünbiget bein Sruber an bir, fo ge^e 1^in, unt) 
firafe i()n jtoift^en bir unb i()m atiein ; ^öret er 
bic^, fo f^a^ bu beinen 53ruber gemonnen; ^öret 
er bid^ nid^t, fo nimm nod^ nnm ober ltt)^tn gu 
bir, auf bap alte ®ac^ befte^^e in gtoetjer ober breper 
3eugen ^unbe; l^ijret er bie auc^ ni(^t, fo fage 
e^ ber ©emeinbe, matt^. 18, ö, 15, 16, 17. 

126. g r. 9Ruf man bann mit benen, bie ^6^ 
an ober gegen (3ott i>erfünbigen, anberö yerfa^ 
ren, unb |anbeln? 

5lnt: !Darin muß fürftd^tig yerfa^ren, unb 
»0^1 unterfc^lebeft toerben, ob e^ ©ünben pnb, 
über toetd^c in ber Zeitigen ©c^rift bie Serbamm* 
nip au^gefproc^en toirb, ober ob fie mit 3fleu urtb 
2eib oerfüt)net werben fönncn ? Dber auä!) ob fle 
jl(^ l^atöjlarrig erzeigen, unb in intern böfcn 8e* 
ben fortfahren, toie 5^aulu^ öon fold^en fagt : 
"5^a(^ beincm ^erflodtcn unb unbußfertigen ^er»* 
''aen, i^äufejl bu bir felbft ben 3orn, auf ben 5lag 
"bei3 Bornen, unb ber Dffenbarung^^e« geredeten 



- 129 - 

"®en(|t^ ®otted," mm. 2, ^. 5, Dann mm 
tn folget Uebertretung ber Sefe^I unb ©ebot 
G^rijli, in Ser^arrung bep ben Peifc^lic^en Sufleii 
unb Segierbctt, »on bcn 3Rcnfd^en, mit üMcr 9la(^* 
rfbe t)on bcnen fo au^tx^aih (Inb, fortgefahren 
wirb, fo muß ba0 Urt^eil ber Oemeinbe, nad^ ber 
l^cftrc S^rijli barüber ergeben, unb toann an fol^ 
c()em fein ^crgUd^ SReu unb Seibmefen, ))om Sofcn 
abaujle^^ett, gefpuret no^ gefe^en »irb, fo mu^ er 
^on ber ©emeinbe ald ein untitd^tiged, unb tob^ 
te^ ®Ueb atgefd^nitten, unb aU ein Sauerteig 
au^gefeget merben, naöij ber 2e^r S^rijlt, *^\x 
aU einen Reiben unb 360«^'^ 3« "galten/' 9Ratt^» 
18, .». 17, unb fo fd^reibt 3)aulu«, 1 Sor: 5, i>. 
5, 6» "®tjfct il^r ni^t, bag ein »enig Sauerteig 
"bett'ganjen 3^eig t)erfauert, barum feget ben aU 
'^tm Sauerteig auö, auf ba^ i^r ein neuer S^etg 
"fe^b," unb i>. 12, 13. "SHi^tet i^r nid^t bie 
"barinnen jlnb? ®ott aber wirb biejenigen, fo 
"Drauffen finb, richten, barum fo t^ut »on eud^ 
"^inau^, »er ba V6^ ijt : 3tem, bie ba fünbigen, 
"jlrafie i?or allen, auf bag fld^ auij^ bie anbern 
"f&rd^ten,'' 1 Xim. 5, i). 20. 3d^ bezeuge öor 
@ott, unb bem $errn 3^ftt Sbtijio, unb ben au«^ 
crmä^Tten Sngeln, ba| bu fold^e« iftaltefl, o^nc 
eigen ©utbünfen, unb nid^td t^uefl nad^ ®un^^. 



-0- 



— 130 — 

3)er 20. llrHfel.— San ker Stbfsttbetifng ohtt 
ttttlfi^({r§ttng Hat! Her ®emembe. 

127, 5 r. Sßann \>ann fold^c um i^re« böfen 
unt) und^riftlic^en Ceben« »tuen ^on ber ®e- 
meiTtt)e gefiraft pnb, gefc^iel^t t)aö nur aUcin an^ 
tcrn §itr gurd^t ? 

31 tt t. So geft^ic^t ttld^t aCiein ben anbern 
^nv gur6t unt) jum (Srem^el ticr ®ünben*@trafe^ 
fonbern ou^ tcm 8ünt>er ober Uelbertreter ^ur 
3ßarnung, nad^ G^rifti nnb feiner 2{))ojle( Sefel^t^ 
ifen 3ur SFleu, öeiJerung unb ?eibwefcn ju brin^ 
gen, unb bap bte ©emcinbc lein üJafler feinetme- 
gen tragen müßte, syon anbern ober bencn brau* 
ßen. Dfömegen wirb er in fo a»eit gcmetbet, bap 
er in ber ^)emeinf(^aft unb (5inig!cit be^ Ci5eifle0 
nid^tö meT)r ju t^un i}at, {a au^ weber ^u tjrüber-' 
Ud^em Stu^ nod^ Q^rup erfennet wirb, fo menig 
alö einer ber niemate in ber ©emetnbe geftanbcn,. 
^i^ 3ur 3cit feiner S3efeftrung unb ©efferung fei- 
net ßeben^, ^^^nbel^ unb SflJanbelvJ. 

128.gr. $öie muß man bann fic^ gegen 
fold^e öer()alten, fo lang fte außerhalb ber ®e* 
nieinbe flei^en ? 

31 nt. ^ann flc f!d^ nod^ gu ber ®emeinbc 
Ratten, be^ ^errn SBort anhören, feine Säflerer 
ttod^ ©d^elter |inb, foll man ffe fleißig ermahnen, 
fid^ mit ®ott unb feiner ©emeinbe gu ^jerfö^nen, 
unb fo fern man fielet, baß e« i(>nett Srnjl ifl,foti 
man i^nen bie ^ülflic^e $anb ^u i^rem 3luftont- 
men loicberum hktcn, ieboc^ mit großer gürfld^« 



- 131 - 

ti^feit, un't> gutem Sebac^^t, nhnUä^f böp et ni<it 
tu ju grof e irauriQfcit faUe, uut aud), baß biertu, 
wi^er ©otted Sßiücu uld^t ge^aubelt »ert>c; waun 
aber folc^e ^uögebannete in ^ajlern, ®ünt>cn unl5 
^d^an^en tjerbarreu, unb feine Hoffnung ^ur 8ef^ 
fcrung gcfe^en faun merbeu, fo inüffen wir fold^ro 
l»cm geredeten ®en(^t®otted befehlen, unt) g(eiÄ- 
»0^1 ©ottCiS 93efe^( flu ibnen ^crrid&ten, unb bie 
(^riflUd^e Siebe, ald gegen unfercn ^lat^fleu, üben 
unbbe»eifen, 5»am). 5, ö. 48, 19, \>. 19. 22, 
». 39. 2m. 10, ^, 16, 34, 35. $Höm. 13. ». 9, 
10. ®al. 5, t). 14. 6, t>. 10. 



-0- 



£cr 21. Ktiitel. — Son Her 8Btrbrraufnc§^ 
mung iirr 8u§frrttgen. 

129. gr. Söannuuuein folc^crburd^ fet^anc 
Tlurebe unb 35crma^ttttng ]nr Öcfcbrung um 
'öefferung beö bebend fommt, tpic wirb abbanu 
mit i^m «erfabren? 

!Ä n t. ^ill^baun ift bic ®emeinbc fdbulbig, an^ 
htv^üäftt mitleibenber ^icbe, fic^ gegen ibn ju er* 
letgen, unb ibm, au^ gveube feinevJ JCicberfom* 
mend, eine gute ^t>^|fnung ^u maöi^m, bap er mtc- 
t^erum, fofcrne er in feinem guten gürne^men 
werbe fwtfal)ren, gu einem ®Hcb (Sbrifti unb bet 
®emeinbe aufgenommen unb einiocrlcibt mcrbcn 
folle ; wie fold^c^ ?uca 15. in bem ®Icii^ni9 be»J 
verlornen ©obnd Hat angewtefen wirb, ba bcr 

9» 



~ 182 — 

•Öerr S6rl(lttd t>le« ®tci(3^iii§ alfo befc^Ucget : «Ifo 
Wirt) aud^ '^xtu'tt fe^n »or ^cn (Engeln ®ottcd im 
.^':)immel, über einen ®ünt)er ber ©upc t^ut ®o 
^thüf^nt e« ft(^ bicfem nad^, einen fotd^en mit 
/^reuten »ieber anjune^men, wie |)au(u« an bic 
(iürint^er fc^ reibet: S^ ifl genug, bap t>crfc(be 
von t)ie(en alfo geflrafet i%, baß i^r i^m iefko 
me^r vergebet unb trüjlet 2 Sor. 2, v, 6, 7» 

130. gr. $at bann bie mettltd^e D^rigfeit 
nic^t "^a^t in ber d^rifllic^en Älri^c ju (trafen, 
ober wirb bieDbrigfeit in ber Se^rebe^ St^angelii, 
ni(6t für bie xtö^tt Obrigfeit erfennet? 

^Ä n t. X)a« ^Imt ber Dbrigfeit befielet in bcn 
wettUd^en ^tegimenten, unbwirbburd^ba^Svan* 
gclium ntd^t aufgehoben; unb obwol)lbiefelbe von 
CS^riflo nid^t in ber Soangelifc^en ,^ird^en etnge- 
fc^ct 3U feijjn fdjeinet, l*uc. 22, tj. 25, 26. ®o 
werben bannod^ bie (£()ri)lglaubigen in bem Stjan* 
gelio geteert, unb i^ncn anbefohlen, ber Dbrtg== 
feit in bem weltlichen 3flegiment untcrt^an 
^u fc^n, bann S^rijluc^ fagt: "(5>ebt bem Äaifer 
m^ beiS Äatferö \% unb OJotte wa<3 ®ottc« ift/' 
mM^. 22, ^). 21. Jöaö aber bie g ö 1 1 1 i * c n 
unb geifliid^en Sachen betrijft, cd fe^ worin 
eö woüe, "fo muß man ®ott me^r gel)orfam fe^n, 
al^ ben TOenfd^en/' äct. 5, ü. 29. 2)ann ''ß^ri- 
ftud felbflijl gefegt ^^um^aupt über bie Oemeinbe/' 
welcher bcrfelben Siegeln, ^icd^te unb ®efe^e t)cr^ 
orbnct, fo nac^ bem ^ort ®ottt^, getfltid^ fottcn 
geurt^ci(t werben, wie »orbcr au^ 3Äatt^. 18, \>, 



— 133 — 

15, 16, 17. etwiffeit, unt) S^rifltt« Tlait%. IH, 
ö. 19. bcfic^let: 5i[ße« »a« il^r auf Srlien Unten 
»erbet, foÜ aud^ im ^immel gebunten fepn, unt 
atteö wa^ i^r auf Srten löfen totxM, foü aud^ 
im Fimmel Io3 fe^n, 

131. gr. $at man in tcr ij^eif. ©t^rift oud) 
äeugnijfen folc^er großen unt fd^toeren @ünten, 
njott weld^en tjerflanben merten fann unb mac^, 
taß fle in tcm i^immel gelbunten unt »ertamm 
li(!^ pnt, toann tie SJ^^enfc^en tarin »eg jlerben ':' 
31 tt t Solcher B^ugnijfen ^at man überflfi^ig, 
ja anä^ gan^ Har, »ie ®ott ter ^err ein ^Ki^fal^ 
len antem fleifc^li^en unt füntlid^en Seben iaU, 
aU 'fanlu^ an unterfd)ietHd^en Drten tas?cn 
meltct, aU ju feigen, mm. 1, ö. 29, 30, 31, 32. 
8, ö. 6, 7. ta 9>aulu^ fagt : "gleif^Iid^ geftnnet 
fe^tt t|i ter 2^ot, unt dm geintfc^aft »itcr ®vtt,'' 
unt 1 gor. 5, s>. 11. 6, ö. 9, "ffieter tie Un* 
"feufd^en neä^ tie ^bgßttifd&cn, nod& tie $urer, 
"noc| tie S^^ebred^er, noc^ tie 5ßei(^Unge, nod& 
tie Änabenfd^änter, nod^ tie I)iebe, nod^ tie 
©einigen, no^ tie Irunfenbotte, nac^ tie 8ä^ 
"fferer, nod^ tie S^äuber, »erten taö 9leid^ ®ot> 
"te^ ererben ;" unt »erten tergleic^en mel^r tx^ 
gablet, taß aüe, fo fold&e^ t^un, tai3 3teid^ ©otteei 
nid&t werten ererben, öerjlel^e, »eld^e in fold^em 
itltn ijerl^arren, »ie 5)auluö Seuget: 2öo i^r 
naö^ tem gleifd^ lebet, fo wertet xi^r flerbcn muf- 
fen, wann i^r aber turd^ ten ®ctjl te^ glcifd[)cv5 
®efd^äfte tottet, fo mertet i^r leben. 






~ 1S2 - 

Ocrr S^riftud bted ®(et(^nt$ atfo befd^üefet: Xlfo 
wirt> aud^ freute fe^n t5or ^ett Sn(|e(n ®otted im 
A>immel, über einen SünDer ber 33upe t^ut ©o 
i^ebubret ed ftc^ biefem nad^, einen fc^en mit 
/ireuben mieber an^unebmen, mie ^auluiS an bie 
üorint^er fc^ reibet: (£d ift genug, bap berfetbe 
von fielen a(fo geftrafet ijV bap i^r i^m beflo 
mcbr vergebet unb tröftet» 2 6ot. 2, \), 6, 7. 

130. gr. $at bann bie »eltlid^e OWgWt 
uic^t TOad^t in ber c^rijHld^en Äird^c ju jlrafcn, 
ober »irb bie Dbrigfeit in ber Se^re be^ Soangclii, 
»icbt für bie rechte Obrigfeit erfennet? 

% n t. Da« "?lmt ber'Obrigfeit befielet in ben 
weltUd^en ^tegimenten, «nbrnirbburd^ba^Svan- 
iiclium nid^t aufgehoben ; unb obwobl biefelbe ^on 
d^rijlo ni^t in ber St?angelif^en ^irt^en eingc^ 
fc^ct ju fepn fi^einet, l^uc. 22, ö. 25, 26. ©o 
werben bannod^ bie ö^riflglaubigen in bcm Soan* 
geüo gelehrt, unb ibncn anbefohlen, ber Dbrig^^ 
feit in bem »cltUc^en 3^egiment untcrt^an 
5u fe^n, bann Gbriftucf ]a^t: "®ebt bem ^aifer 
aniö be« Äaiferi5 'i|l, unb ®otte wa« ®ottci3 ift/' 
mMf^. 22, ». 21. 2öa« aber bie g o 1 1 1 i c^ c n 
unb geijllic^en Sachen betrijft, c« fe^ »ortn 
e3 motte, "fo muß man ®ott inel^r ge()orfam fe^n, 
aU ben Wenfc^cn," äct. 5, ö. 29. T)ann "ß^ri- 
ftu« felbjt tjt geff^t jum.^aupt über bie ®cmeinbf,'' 
welcher bcrfeTben Siegeln, ^led^te unb ®efe^e »er- 
orbnet, fo nac^ bem ^ort ®otte«, gcij^Hd^ fotten 
iUurt^eilt »erben, wie ^orl^er an^ ^Matti). 18, t>. 



- 133 - 

15, 16, 17, ctwiffen, nn\> C^rifltt« Vlatt%. U, 
t). 19. icRc^lct: ^ßc« »aö ilyr auf Srben bintru 
»erbet, foU aud^ im ^immel gebunden fcpn, unb 
flUeö ma^ i^r auf Srben Ißfcn »erbet, foll a\i6> 
im Fimmel (oö fe^n. 

131. gr. Jpat man in bcr i^cil. ®ci>rift aud) 
3tugnijfen fol^er großen unb fc^tDercn ©ünben, 
tjott »eld^en tjerjlanben »erben fann unb m<ii\, 
ba§ jle in beut Fimmel gebunben unb »erbamm- 
\iä^ flnb, »ann bic ^Wenfd^en barin »eg jterben '^ 

31 n t. <So(d^er S^i^Ö^^fR^ ^^^ ^^^ äberflfi§ig, 
ja auä^ ^an^ flar, »ic ®ott ber i^err ein SJlipfal^ 
len an bem fleifd^tic^en unb fünbUd^en ?eben i)aU, 
aU 5>Äuluö an unterfAieblid^en Drtcn baöpu 
melbet, aU ju feigen, mm. 1, y?. 29, 30, 31, 32. 
8, ö. 6, 7. ba 9>aulud fagt : "Sleifd^Iii^ geftnuet 
ftvii ijt ber lob, unb eine geinbfd^aft »iber ®i'tt,"' 
unb 1 gor, 5, \). 11. 6, t). 9, "SBcber bie Un* 
"feufd^en noä^ bie Sl6gßttifd6en, nod^ bie ^urer, 
"no(| bie S-^ebred^er, nod^ bie Sßeid^Iinge, noc!^ 
"bie Änabenf(!^anber, nod^ bie !Ciebe, nod^ bic 
"©einigen, nod) bic Irunfcnbotbe, nod^ bie ^ä* 
"jhrer, nod^ bie SRäuber, »erben baö 9leid^ (3ou 
"ted ererben ;^' unb »erben bergleic^en mcl^r er=^ 
jä^Iet, baß aUe, fo folc^eö t^un, baö fUtiö^ ®otteiJ 
nid^t »erben ererben, ijcrfle^e, »eld^e in fold^cin 
8cben »erharren, »ie ^auluö geuget: 2öo it)r 
naci^ bem gleifd^ lebet, fo »erbet il^r fterbcn müf* 
fcn, »ann i^r aber burd^ ben ®eijt bc^ glcifd)c(5 
®efc!^äfte tobtet, fo »erbet il^r leben. 



— 134 - 

3)rr 22. Hrftfd. — JBon beut fLmi bor 

Obttgfeit. 

132» Sr. (Sinb unter bcn tjorbenöitntcn ®ün=- 
t>eu ntd)t öud^ üielc, tt>eld)e öon ber Dl^rigfeit gc^ 
ftrafet, bcrottjcgcn t>ic J^atcr aud^ tt)ol^l gum Sob 
öerurt^cift werben (onnen, unb toa^ i^at bie ök^ 
mcinbe, trann fold^cg gefc^tel^t, ba^on ju urtöetfen *C 

^ n t @ö tjl a^et>erle9 Sflec^t, unb gwei^crle» 
Urti^eil, nämltd^ ein geiflUd^ unb ein mcttlidb 
'Jitö^L — Daö geijlUd^e Sfled^t ift in ber ©d^rift, 
al^ ®otte^ SBort befd^ricben, »el^eö in ber ©e== 
mcinbe, a(v5 eine 9le(^t*3tegel, ober aU eine SRiö&t- 
fc^nur über alle Oad^cn gebraucht »erben muß, 
®uteö unb 93öfeö ju unterfc^eiben, bann wer 
cjeilind^ifl, ber richtet alle ©acuten 
(^ e i ^ n ^, 1 eor. 2, \:. 13. 3a ba« äöort ®ot^ 
.te^ ifl lebenbig unb träftig, unb fc^arfer bann 
fein j»c9fd)tteibi9 ®d^»erbt, unb burd)bringct Ha 
bap e^ [(Reibet ®eet unb ®eifl, aud^ 'üRar! nnt 
Sein, unb ifl ein ^Jlic^tet ber ®ebanfen unb ®in= 
nen bc^ ^erjen^, ^tbv. 4, ^. 12» !Da^ero »ann 
in ber ®emcinbc über einige (Sachen, naä^ ©ottev 
®ort geurt^ei(et wirb, fo ri(j^ten bie 5^erfonen in 
ber ®emeinbe nid)t na^ i^rem Serjlanb, fonbern 
®otte^ ©ort fprid^t baö Urt^eit, m\6^t^ beß ®ün- 
ber« ^erj felbfl: alfo bcjcuget unb überjeuget, baß 
er fd^utbig fcpe, unb foic^e (Strafe 'oov ®ott »er* 
bienet ^abe, bann feine Urt^eile ftnb geregt, ^pcc. 
19, ö. 2. 5lber baß Urt^eil ber ®cmcinbe, fo 



- 135 — 

naä^ bem SBort @otted über ben «Sünber gcfäüet 
»irb, ijl niti^t ^u feinem 2>erberben, fonbern ifem 
,^ur Sefferung unb $erber6un() beö gleifd^ed, bac 
tfi ber f[eifc^li(^en i^üjien angefe^en, bamit ber 
®etft feiig »erbe, 1 5or. 5, d. 4. Xap ber 
^enfci^ fic^ »ieber Belehre, unb feiig merben mcge, 
wie ba^ Söort be« ^errn alfo s>t)n foId>cn ®ün^ 
bern fprid^t, gfa. 1, \). 1^, 18. (S^e*. 18, ». 21, 
22, 23. gttc. 15, 0. 32. Con »e(<i^er ©ünte 
bann ber Sitnber in ber ^ieberannebmung ent« 
bunben n^trb, mot)on er au6^ im J^imme{ foÜe IO0 
fe»n. TOatt^. 16, \>, 18. 

133. g r. 2öcrna(^ »irb bann 6e9 ben »elHi^ 
<!^en 3^fd)tern unb D^rigfciten, über bie UebcUl)ä^ 
ter geurtl)eilt, mann e^ nt^t nad^ Sni^alt bed 
(Soattgelii gefc^iel)t ? 

31 n t. ©ad weltüd^e Siecht, »ornac^ bie ^3}iif- 
fet:^ater geurt^eilt, unb oieie babur^ aum £obe 
verbammt »erben, ift nici^t auf bie "i^e^re bed St>an- 
gelii gegrfinbet, fcnbern fotc^e :jHc^te ftnb ©efe^ 
unb ^ec^te, fo ZtitiU aud bem Eliten SIeftament 
\}on ®ott bem ©oI! oon 3fröel gegeben »erben, 
anbern Zi^nU »on l^o^cn 5)oteutaten, burd^ beren 
"^aä^t unb ®e»aU, ober burd^ wrflänbige ^eutf , 
gum ^Oi^Iflanb unb Seflen berer Sanbed Untei 
tränen gemad^t ftnb, foIgUd^ fy^n ^aifern, ^öni 
gen unb anbern bo^cn £36rigfeitcn, jur Slu^e unb 
^rieben in ben Sanben unb (Stabten, »te aucb 
lut ©träfe ber Söfen unb ®^ut ber grommcn, 
^u galten beftötiget unb befräfttget »orbcn; bar- 



— 136 — . 

um tann |)etrtt« at(c glanblgen Sbrijlcn ermiife- 
ntt unb fagt : ©epfe uittcrt^an aüer menf<!^Ud^f n 
Ordnung, um bf« ^crrn tüiütn, t^ fe^e ^em ^ö= 
ulg Äf« Wm Dberjhit, unt) bcn .C)au)?tleuten als« 
t^eu ©efanHen tjon i^m, jur S'lad^e über bie \XthtU 
t^ter unb ju ich ben gromme«, 1 ?)ctr. 2, ». 
1 3, 14. Unb ba ber 5lpoflcl faulud wn ben 
3uben aud 9leib, »ietüo^r gci^en il^nett fre^ »on 
aCicr SWiffetl^ot, gebunbcu t)or bem ©eric^te fluube, 
berufte et pd^ auf ben ^aiftx, aU ba« bamalij^e 
ööd^^e -Stäupt ber »eltlic^en Dbrigfrit. Wct 25. 
i\ IL 

134. gr. iE)aben bann bie tt>etttid^emDbrig=^ 
feiten foI(^e TOad^t, ba§ f!e fold^e Oefef^e, Sujlt^en 
unb 0leci^te geben fönnen, mornad^ "bie 0ltd^tev 
ri(3^ten, ia gar ^um Jobe tjerbammen fönnHi unb 
mö^m ? 

« n t. "S« ffl feine Dbrigfeit ol^ne ^on ®ott, 
"mo aber Dbrigfeit x% bie ifl öon ®ott tjerorbnet. 
"®er Pc^ nun »iber bie Dbrigfeit fe^et, ber mi- 
"berflrebet ®otte« Drbnung, bie aber »iberjlreben, 
''werben über f!d^ ein Urti^iC empfangen/' dient. 
13. i). 1, 2. ®(ei^ ttJie au(i^ "Danitl fagt: @ott 
ift e«, ber bie Äönige ab=^ unb einfe^et, T>an. 2, 
iK 21. So l^at an^ ber $err S^rif^u« fetbfl, 
f!d^ berS^^Iungbei? 3^nögrof(^en« untermorfen, 
unb mattt^. 22, ü. 21. befo^ten, bem Äaifer §u 
geben toa^ be« Äaiferd ifl. I)arttm muf man 
untert^an fepn, ni^t attein um bet ©träfe mitten, 
fi^nbern aud^ um be^ ®e»ijfenö »iaen, "barum 



''nrnfet t^r au(| @$o^ unf) Steuer geben, bann 
"fie jlnt) ®otted Diener, bie folgen (Bd}ni^ 
''foffen ^an^aben/* «Rom. 13, y>. 6, 6. tltfo ta§ 
mir ftö^ulbig fint) öon bed ^rrn m^tn, nid^t al^ 
lein ter DbrigWt nnterti^änig ju fe^n, fonbern 
auä^ »ie f)attlu^ lehret, "nid^t öüein für atte 
"SJenfc^en, fonbern anä^ für bieÄänige nnb aüc 
"Dbrigirtten ju bitten, auf baß t»ir unter i^nen 
"ein geruhige« unb jliüe^ Men führen mögen, 
''in aller ©ottfellgfeft nnb d^rbarfeit," 1 um. 
2, ü. 2, Dann fle ijt ®otte« Dienerin bir ju gut ; 
ti^u^ b« aber 93öfe«, fo für^te bi(^, bann jje trägt 
U0 ®(J^»erbt nid^t nrnfonf^, fie ijl ®otte« Die- 
nerin^ eine S^äd^erin jur ©träfe über ben, ber 
döfied t^ut; @o gebet nun jebermann, toa^ ibr 
fii^ulbig fe^b, ©<3^og bem ber Sd^oß gebührt, S^^ 
be« ber 3«>fi fl^^ü^^t, Sw'^c^t bem bie Surd^t gc^^ 
fmi^Tt, e^re bem bie ffil^re gebührt» 9l8m. 13, 
»♦ 4, 7. 

135. g r. ^uß man bann ber Dbrigfeit in 
afien Dingen untcrti^an unb gel)orfam fe^n, tpie 
tann man bann augleii^ bem ®efe^ (S^ri^i folgen, 
»eil tkfAhtn oftmal« toiber einanber jireiten ? 

« tt t. 9la(^bem bie J^o^e Dbrigfeit i^re maö^t 
»OÄ 9M l^at, fo fd^inet War, ba^ |Ie <inä^ unter 
®ott ^e^e. Darum an^ ®otte« ®tbot me^r, 
a(« ber IDIrigfeit ®ebot, be^ un« betrad^tet toer»» 
ben ittttf . ®o aber bero ®ebot, »ibet ©ottec 
®el0t ffeeikt, fo mn^ ®otte« ®ebot ben I^or^ug 
'^üinif naät bem ?5Drbilb ber %poJltt\n ; bann üU 



- 136 - 

i^nen loerboten warb, ni^t me^r in bem 9lamen 
3efu au prctigcn, fo antmorteten fle : "flirtet 
"il^r bep eud^ fclfefl, ob e^ öor ®ott ted^t fc^, tag 
"wir cttc^ mel^r gc^ord^cn bann Q^ütt/' ^ct. 4, 
». 19. £)ero]^alben i»iö e« un« aud^ gebühren, 
®ott bcm ^errn über alle ju gei^orfamen, e^ne 
meldten ®ei^orfam mir »ermöge unfcrö ^laubeiii? 
fein <^ut ©emiffen bor ®ott $abcn fönncn, naö^ 
bem gürbilb 9)auH, ba er faget, wie man fld^ be=- 
fleif igen foüe, ju i^aben ein gut unb un^erle^t 
©ewiffen, be^be gegen (^ott unb ben OTenfd^cn, 
3lct 24, t>. 16. Unb »ad wir alfo vermöge ®ot- 
te« SBortö ber Dbrigfeit ju t^un fd^ulbig pnb, 
ba§ wir ed wiUig t^un, nid^t aber ba^ienige, fc 
©otted 3ßort guwiber unb mit bemfelben fhreitet. 

136. gr. Sßann aber bie Dbrigleit i^reit »e- 
fe^I unb ®ebot "oen un^ wotttegetl^anunbgei^aU 
Un ober \}ottbrad^t l^aben, wibrigenfattö ab«r eine 
©träfe barauf fe^te, wie fotten wir bann bcmfel*^ 
ben entgelten, ober wiberflreben !önnen? 

^nt. ^(led toa^ wir bagegen t^un fonnen, 
mu^ mit aller Sanftmut^ unb SSefd^eiben^it ge^ 
fd^^n, fle ju erfud^en, ba§ fte und in unfern ®e- 
wiffen unb (Btmüti nic^t befd^weren wollen, weil 
wir nni nid^t aud Sodbcit beffen weigerten, [on- 
bern aud guri^t bed Sefel^U ©otted, fo bem ju 
wiber nid^t t^un bürfen ; fo wir aber barin nic^t 
gel^öret werben, müflfcn wir lieber aUed leiben, 
toa^ t^nen ®ott aulaffet, aU ^ux 8efd^»erung 
unferd ©ewiffend ii^nen ge^orfamen, unb Wiber 



— 139 - 

«K^tted ®e6ot l^anbeln, ia bie SJorte 9>etrt n>oM 
btbeiifen, t>a er fpri^t : ''Da« ifl ®ttat>f, fo Je 
*'man!t um be« ©fwiffen« mitten ju®i>ttba4 Uebel 
"wttaötrunb Icibft bad Unrecht," .1 |>etr. 2, v. 
19. SBo f3 aber un« au^^uflei^cn ju fc^wer fallt, 
ober fle un« wegen unferer 9Betgerung be^ (td> 
nt(i^t bulben mottten, fo toeifet S^riflud ben S^rg 
jinb bad 3?ittcl, »a« unb wie »Ir un^ wrftalten 
fottett, namUö^x "©erfolgen fle eud^ in einer 
©tabt, fo flieget in eine anbere.'' 3»att^. 28. 

I37.gr. 3fleine« 6^riflen®tanba(fc 
befri^affen, ^ö|j^ attcß, »a« bie Dbrigleit nnb 
ttn)>erfian?tge mm^ä^tn t^m antl^un, aber fid^ er- 
geben (äffen muffe, fo ifl fein S3cruf »ol^l "ein be 
fd^werlid^er ®tanb/' unb »ie fönnen bie Sßorte 
S^rifti bamit übereinlommen, ba er fagt: mein 
3o(]^ ifl fanft, unb meine ^aijt ip: lei^t ? "Snattt^, 
11, 1). 30. 

Änt, @ol(^e ®eban!cn unb giirflettungrti 
hmmm nur au« Sd^toad^^eit be« Sleifd^e«, unb 
au« ber menfd^Ud^en 9latur, unb fo lang folc^e« 
bei? ben 9Renfd^en bie Dberi^anb ^at, fo ifl e« ber 
9latttr gar fd^tucr attcd über f!d^ gelten ^u laffen ; 
wo aber bie Siebe ®otte« be9 ben Stenfd^en burdb 
^raft unb iOtad^t bei feligmad^enben ©laubene 
regiert, ba ifl ber $err i^re ©tärfe unb 8eben«^ 
Äraft, bag fle flc^ i>ox feinem Ungl&df ffird^ten, fo 
i^nen »egen ber 3cugni§ feine« SBort« au $an* 
ben floffet, 9)f. 27, \). 1. Dann i^r S^m ftct)et 
fefl be^ bem 4>errn, baß fle »o^t mit Da^ib fagen 



— 1«) — 

mögen: ^ixx, toann iö^ bi^ nnx l^abe, toa& Ion 
nen mir tit OTcnfd^en t^un, wann mir g(ei«i^ 2ctb 
unt @eet »erf^mad^tet, fo bifl bu bod^ ^ott aüe- 
jett meinet ^^crjen« Jrofl unt) mein S^l^eil, ^f. 
37, '0. 25, 26. "Uttb ob gleit^ ber ©ered^tc »icl 
"leiben muß, fo l^ilft i^m bod^ ber ^err au^ aU 
"im;' ?)falm 34, ». 20. Darum bann bai? Se- 
ben eineö Si^riften ein © t r e i t genennet wirb, 
mortn man fein Seben aU ein J^aglö^ner gubrin* 
gen muß, ^iob 7, io. 1. Deswegen ^aulu« er* 
mal^net, tintn guten Ä a m p f be« Glauben« ju 
ftreiten, 1 tim. 6, o. 12. Daryben '/fröl^Ud^ ju 
"fe^n in ber Hoffnung, gebulbig in Irübfal, be- 
'^flänbig im ®ebet,'» «Rom. 12, ». 12, Dann 
joo man um be^ ©etotjfenö »illen ba« SSöfc er=^ 
bulbet, unb Unred^t letbet, ba finbet |I(^ eine 
fromme ©eete flar! in bem |)errn, unb in ber 
3Rad^t feiner (Stärfe, gp^ef. 6, t). 10. Unb fann 
ölfo, wann er feinem Sßiberfad^er burd^ Sßolfel - 
t^un begegnen »iti, mit ffio^It^un bie Un»ifjttt- 
()eit ber t^örid^ten ^enfd^en öerfto))fen, 1 9tt 1, 
ö, 15. t>ciwx wann jemanb^ SBege bem .^ertn 
gefallen, fo machet er Ci\x6:f bejfen geinbe aufrieben. 

138. g r- SBann bann bai3 Streiten unb Sei- 
ben ber e^ri^n Seruf unb 5)fri(^t ift, baß fle atfo 
in bem ®(au6cn mit ^iob flreiten müjfen, »ad i^ 
bann bie ^aö^t unb ^raft, worauf il^re Hoffnung 
rul^et unb gegrünbet ifl ? 

5( n t. . Daß alfo gu flreiten ber Seruf eine« 
re^tgraubigen e^riflen fe^, ijl öorl^in umflänb- 



- 141 - 

lid^ gcmetbet, unb ifl l^nen i^r ^err unb $au|^t 
l?arinnen tjorgegatigen, ba er fagt ; "^aben jlc 
"mi^ »erfolget, fo »erben flceuc^ auif »erfolgen, 
"Mnn ber Äned^t ijl niö^t größer bann fein J&err/' 
ilJiatt^. 10, ö. 25. 3^r werbet um meine« 9la* 
mtm »itten ge^affet iperben, STOatt^. 24, ». 9, 
"3a jte »erben meinen, mtin fle eu^ tobten, fle 
'%un (»Ott einen Dienji baran," 3o^. 16, ». 2. 
Darum "»er mein 9lad^folger ober 3ü«d^t fpp» 
"mitt, ber »erläugne fiö^ fe(b^ unb ne^me fein 
''^reu^ auf ^d^ tSglit^, unb folge mir mi^,'^ ine. 
\\ ö. 23. "Dann bur(i^ üiet Jrubfal muffen »ir 
in ba« S«eid^ ®otte« eingeben," ^ct. U, », 22: 
Dle»ei( nun ber ]^0(^erleuc^tete 5lpo(lcI ?paulu^, 
ber ttt biefem Streit aU tin getreuer ^ad^fotger 
feine« iperrn, unb aU ein Vorgänger aüer ®läu^ 
Hgen, biefe« an »orgebad^tem Drt (e^euget ^at, 
affo in ba« Sleid^ Ootte« einjugel)en, fo giebt fol- 
c&e« eint gute Aufmunterung ^u einem ^eitlid^en 
Xrojl, ba| man woiji fagen mag i "3^ ^^Ite ba^ 
"für, baß biefer Seit Reiben ber ^errlic^feit niöiit 
''»ert^ fe^, bie an un^ (t)ü geoffenbaret »erben," 
Mm. 8, ». 18. "««ämüc^ un«, bie »ir nid^l fe^^ 
"f^m auf ba« fic^tbare, fonbern auf ba« unfidjt* 
"bare, bann unfere Xrübfat, bie ^eitlit^ unb leicht 
"x% fd^affet eine e»ige, unb über aüe maßen »id^^ 
"tige ^errlic^feit." 2 gor. 4. ». 17, 18. (Sin- 
temal C^^rifhj« aud^ für un« gelitten ^at, unb un^ 
ein Sorbilb gelajfen, baß »ir foüen nachfolgen 
feinen gußila))fen, 1 ftt. 2, ». 21, 'Dann ber 



— 142 — 

^^ruttb, tt>orauf uitferc Hoffnung ru^et, ijl te^ 
'^tvvn Sßort, wclc^ci?, »ic |>auru^ fixgt, und jur 
Ve^t gefd)rieben ifl, auf ta^ wir t>ur^ ®cbult 
uiit> Xrofl t>er (Sci^rift .^ojfnung öabcn fottcn, 
:Höm.. 15, t>, 4. (So Ijl foli^e^ aud^ t>e« ^xopf^^ 
tcn 3e^f^wiä 3^rojl unt> @d^u0 in aflem fei* 
«cm J^eibcn gemefen, bann er fagt : ^rr, beitt 
!iöort unterhalt un«, unt> baffel^e bein SJort 
ift unferd ^crjena Jreube unt» itofl, 3^t» 15, ü, 
IH, Deöglcid^en auc^ Da\)it), ?)f, 119, \). 92. 
Unt) ^auluc; : "2öir »iffen, baf 3:rubfal (^e** 
"t)uU bringet, ®ct>ult aber bringet Grfa^rung, 
"(Srfa^rung aber bringet Hoffnung, ble.poffnung 
"aber läjfet ntc^t gu ^c^anben iDerben," diöm. 5, 
i>. 8. Dbfcbon bie frommen in öielerle^ Seiben 
geprobirt ober ge^rüfet mcrben, fo ift tioä) i^re 
•Öorfnuttg auf unflerblid^e !Dingc geflellet, affo, 
ba§ fle nimmcrmcbr jlerben, Sap, 3, \?, 14. fon* 
bcrn fagcn fönnen : *'^thm wir, fo (eben wirbem 
"Öerrn, fterben mir, fo flcrben wir bcm ^errn, 
"barum wir itUn ober fterben, fo ftnb »ir bcd 
".perrn." .^öm. 14, y>. H. 





JDer 23* Ärtifcl — Soit Der ^iuferfle^itng bcr 

139. g r. <Süücn bann fromme unb red^tgläu* 
bige (S^rifleu bie a(fo in unb burc^ ben ©lauben 
firdten, nimmermehr jlcrben, ba bo(^ bad ®egen^ 



-- 143 — 

t^ii gefeiert, un!t anä^ ^ejeuget »irt>, bag bem SWeit^ 
fd^ftt gefegt i% einmal ju jlerben ? Jpe 6t. 9. ^. 27. 

a n t. 3n ber ^ligcn S^rift »?irb »i>n jwei^* 
erlci^ ithtn, unb «ud^ t>on gmei^erle^ ©tcrbcn ge^ 
rebet; muß befwegen mit Unterfd^icb angemerfet 
merben, auf »od 35}eife bcr ®cre(|tf niiJ^t jlcrlbe, 
oÄöJo^l ^e6r» 9. gefagt mirb, ba§ bem ^en^^tn 
finmal gefegt fe9 gu flerben, »ic bann offenbar* 
U(^ erft!^einet, baf aöe ^enfd^en, S^ommc unb 
^ottlofe, bem natürlichen Xob unterworfen jinb 
unb jlerben muffen, tote @aIomon fpric^ : "2öie 
bcr 9«arr ftirfet, alfo flirbt aud) ber ffieife," 5)reb. 
2, 0. 16, Dann obwol^l 3lbam 930 3abr, ma- 
t&ttfara ,969 3a^r, 5Roa^ 950 3af)r, mxa\)am 
175 3«^^^/ wnb \)(ele fromme feftr lange gelekt, 
fo ifl bannod^ ber ®(^Iu§ oon allen, "unb fteflnb 
^eflorben/^ Q^Uiä^ wie fte nun bann alle in ^bam 
fterben, fo foUen f!e in ober burc^ Glmftum alle 
(ebenbig gcmaÄt werben. 1 (£or. 15, o. 22. 

140» g r. 31^ bann auA nod^ ein anbcr <Ster- 
bcn, aU beö naturlid^en lobeö ^u jlerben, unb 
auc^ ein anber Mcn, al^ baö natürliche ?e6en? 

ä n t* D^ne 3tveifel ift noc^ tin anberer lob, 
öli3 ber natürlich 2:ob, wie au(^ tin anbcr lieben, 
ald baö natür(i(!^e Men, bann üor bem nat.ür* 
liä^tn «Sterben, mug ein geiftlic^ Sterben oorl)er 
j^e^en, foHe ein ^?enfd^ anberö ju bem @tanb !om^ 
men, baf er, wie bcr weife ^ann fagt, nimmer^ 
me^r fiirbt, in weld^em gciftlid^cn Sterben ber 
'3Jlenf4 ttatürlid^ Icbenblg bleibt, aber baburcf) 



— 144 — 

^u ^em Stanb fommet, ba§ er in bem ^nxn flirtt^ 
unt t>oä^ ^ernac^ Übet, nn\> nirnrnttnu^t ^Mt, 
t>ad i% tüann ber 3Kenfd^ feinen irrbifd^en Säflen 
abjlir6t, inbcm er feine fleifd^Ii^e 2üften unb^e« 
ftifrben, fo gegen bie Seele flreiten, Ireuji^et, unb 
tobtet, mit au^ ^aulud f^tio^t, ^'6m. 6, 9* 11. 
''galtet eu(^ bafür, ba§ i^r ber (Sünben geflorben 
"fe^b, unb ®ott lebet in S^ri^o 3«fw unferm 
".^errn.'' Unb dol 3, tj. 3. 5. ''3^r fei^b ge- 
"jierben, unb euer ^thtn ift t^erborgen mit S^riflo 
"in ®ott," !Darum tobtet eure ©lieber bie auf 
ürben finb, bann bie S^riftum angehören, bie 
freudigen il^r 3lcif4, fammt ben Süften unb Se- 
gierben, (3aU 5, m, 24. *^o^e fönnen bann |a== 
qcn, S^rijluö ift mein itbm, unb Sterben ifl mein 
r^kminn, W^. 1, ». 21, 2llfo fönnen bie 9Rcn- 
fc^en ber Siiube abftcrben unb @ott Ubtn ; mann 
nun fül(^e*beö natürlid^en Sobed nad^ bem Til- 
len GJotte^ fterbcn, fo ge^en f!e ben SBeg aUt^ 
^"ileifd^e«, au^ bicfem ^eitlid^en muffeligen Seben, 
in bie fwige fclige S^iu^c, unb il^rc SBerfe folgen 
iljnen nac^, Slpoc, 14, t)» 13. Dann bie aufri<^ 
tig 'oot ftd^ gcmanbelt i^abcn, bie !ommen jum 
<lrieben, unb ru^en in i^ren Kammern, ^fa. 56, 
y. 14» X)afi alfü ba^ naturlid^e Sterben f&r fein 
(£wi"ge^ fönne unb jnöge t>erflanben tvcrben. !Dap 
aber auc^ ein anber !^eben naci^Ditfem natitrlid^en 
\*tbtn fe^n foü, beweifcn bie SBorte S^rifti, ba er 
fagt; "Söer an mid^ glaubet, ber foU leben, ob ev 
gleid^ ftürbe/' 3o§. H, ö. 25. 




— 145 — 

141. gt, ®ottn ^ann bie Srommeit, We tt^ 
Hd^ dei^Hd^ un\> "tann au^ eine« nat&xlid^n Xo^ 
bed gejlorteti, nur aMn »ieter leten, t>te ®ett' 
lofen aUt in ^em Xot^ ifttei^n ? 

9Rt S« feQen nic^t aUei« tHe Stommen, 
wann ^ ta« jeitfid^e *^etot a6ge(eget, ober bee 
natflrli(i^n lob« geflorfeen nn"^ begraben j!nb, 
»ieberum ertoecfet nnb (ebenbig (i(emad^t »erben, 
fonbel'n anA bte (SotHofen; bann btemeil alle 
9tad^fommen 9(bam«, bnrdi eine« 9bam« ©nnbe, 
nntet bte ^aifi be« Xobe« »erfaöen flnb, nnb eh 
fle glei^ nid^t gefünbiget l^aUn mit gleid^er Ue - 
bertretnng »ie ^bam, alfo fommt au4 bnrd^ tu 
nen 3Renf(i^en S^rijlw«, bie «ttferfle^nng ber tob- 
ten, möm. 5, t>. 12, 14. unb 1 ttor. 15, K 22. 
"Unb »ie fle in Äbam aße (lerben, alfo »erben ftc 
''in (S^rijlo atte lebenbig gemad^t" ©olc^e« bc- 
jengft aud§ £)anle( 12, »♦ 4. mit btefen föorten : 
''Siele fo unter ber Srben Hegen unb fd^(afen, 
"»erben aufwad^en, etli(|e ^nm ewigen ?eben, et- 
"lid^ 3«r ewigen ©d^mad^unb ©ii^anbe/* Deine 
Sobten »erben leben, unb mit bem 8eibe auferfb- 
^m : SBa(|et auf unb rühmet, bie il^r Heget un* 
ter ber Srben, gfa. 26, i>. 19. Unb nad^ g^ri^i 
eigenen SBorten : 8er»unbert eu(^ be^ nid^t, bann 
e« fommt bie ®tunbe, in »eld^r aUe, bie in ben 
©rabern (inb, »erben feine (nämHc!^ S^rijii) 
Stimme ^iren, unb »erben |erfitr ^el^en, bie ba 
@ute« gelT^an ^aben, jur fCnferfie^ng be« Sebencf, 

bie aber UebeU getban ^aben jur fluferfle^ung 

10 



— 146 — 

(£^riflud au ^art^a*: 3 c^ H n t> i e 3lu ferße^ 
huitg unt ba^ Seben, 3o5f>» H* ^» 26. Utif»* 
t)aran ifl erfd^ienett V\t Siebe gegen un^, ba§ ®ott 
feinen etngebornen^D^tt gefanbt l^at in bteSi^eU, 
ta§ »ir bnrii^ i^n leben foüen. 1 3o^. 4, !», 9, 

142. ^ r. Sie hnn t>a^ gefci^^n, t>a^ t>k 
Xobten, fo in ber (Srben i^erfaulet ftnb, toie^r 
auferjle^en fönnen nnb leben ? 

3( n t- äöie ba« gefc^et)en unti äugelten foÄe , 
t>a9on ifl uncf t^ie eigentüci^e 9ef(^affen|eit au mtf 
fen ni(^ nöt^ig, t)ie(meniger gu erfbrf(^en: 3)af? 
f« aber t?ur(ä^ #otte^ Äraft unb ^iac^t gefd^el^en. 
foü, mirt> un^ überflüjig geoffenbaret, »ie ianii 
Da^ft) ^f. 90, ^, 3. bezeuget, t>a er fagt : "^r, 
"Du läffeft bie 'JÄenfd^en jierben, unt> frrid^^ fom 
"met iDicbcr i^r ^})ienfd^en!int>et.'' Unb ^icb 
fagt: "3<^ Ä^cijB ba^ mein griöfer lebt, nnfe er 
wirb mid) berna(^ au^ t»er Srben aufermerfen." 
.5^iob 19, i), '25. Dap e« ölfo burd^ ®otte« «ü 
ma(3^tgef<j^e]^en!annnnb foU, ob ed fd^on unfernt 
aSerjianb fremb unb faft unmögüi^ fc^einct, bann 
wa«f be9 ben SWejtf^en unmöglid) ijl, bai? ifl bev 
^ott »ol)( mogftcft ; Oleic^ wie ©ott bet .&err «l 
lee au« ni(fet0 effcj^af^n, fo t>trmag er au^ burd^ 
feine ^üma^t ben üerfaultrn unb t)er»efeteu 55fen 
fdben wieber aufammen unb ^erfut ju bringen, 
unb tae mit einem ^öort, ale <in 'n^a^axo ^n fe^en 
ift, 3ot). 11, ». 48, 44. unb ber 90. 5>falm aucb 
melbet, wann er f»>ri(bt: "kommet wiet>er ihr 






- 147 - 

Sleiifd&ettfinbfr.'' Unt) 6ev e^(%. 37, ». 10, «u* 
fanti gcicfen »)erben, ®o fprid^t au^ 6i«»oti 

geborten unb auferflantien if^, alfo wirb ®ctt 
auc^, bie ba entf^lafen fiiib, burd^ 3^funt mit 
ii^m ftt^tm," 1 3:^ejf, 4, ». 14. Ucber bae 
fommt bcr ?l|)ojlcl bem Serwunbetn l^ierfiber ei 
nigerma^en ^u -buife, ttnb ßeUet bie ^uferflel^utic; 
bcr 3Wenfd^cn, in S^ergleid^ung be^ ©aamcniJ im 
«der »or, ald gu fel^cti, 1 6or. 16, t). 35 M#SH. 
SBie auc^ etwa« ^on ber Sefd^affetil^cit in etrn 
bemfertcft Sapitet, t>, 42. 43. 44. "(£ö wirb 0f> 
"fäct üerwceiH(^, unb wirb aufcrfle^^cn untjcrwee- 
"Ii(i^, c« wirb gefäet in Une^r, «nb wirb oufcrftf - 
*'f^tn In ^errlid^lcit, e« wirb gefact in ©c^ira* 
'4^it, Mttb wirb flttferfle^en in ^raft, eö wirb <^f - 
''faet ein natürliij^er ?eib, unb wirb atiferftcbf» 
"ein geijlli(i&cr £eib." 



■0- 



a>er 24- «rtifcl. — V^i^m leisten «crt^t xwi^ 
einigen Seben^ tote an^ emigeiit 2oti/ 

143. g r. Sßcil nun bic ®icnfcE)en gltid^cn (Sin 
unb Wuößang bicfer Sßelt ^ben, wirb ci? bann 
mit ber ^luferfle^ung ber 3:obten auc^ alfö ftnuc" 

Sin t. 9?ein; bann bic Slufcrflc^ung foü ^war 
glei(]^ Öef4et)cn, aber ber Grfolg ungicfd) fe^n, bie-- 
weil »on bem Seben, fo bie 5Jtfnfd)en in ber 3'Oett 

10* 






— 148 - 

gef&^ret; ein großer Unterfii^iet) gemalt wirb; 
t^an« ber eine foU )jon Ootte« Slngcfi^t wrjloßen, 
unt) au^ bem Fimmel gef^lofen, ber anbere aber 
in ©natcrt, ba« t|l, in bie ^immllfd^ ttnt> emige 
.&e'rrU6feit; auf unti OLU^tn^mmtn tver^n, ^att^. 
25, D. 40. 41. Ueber tiefen Slag geltet ba^ienige 
auiS^, »aö 9Wata(i^ia »etjfÄget, SRatad^. 3, ^j. 1. 2. 
"@« fommt ein tag, t>er brennen foB, »ie ein 
.^jSadofen \)otten S^uer^, ba merben aOe Serad^te r 
'^t> (Sottlofen »ic ©trol^ fe^n, unb ber jitffinf* 
*'Hge Za^ wirb f!e anjünben,'* f|)rid^t ber ^err 
3ebaot^, unb wirb i^c« weber SBur3elnoci^3»^ig 
' überlaffcn : @U(^ aber, bie t^r meinen ytamtn 
^ fitri^tet, fotie aufgeben ble Sonne ber ©ered^tig* 
feit, unb ^eit unter feinen glügeln. Sllfo fprid^t 
aud^ Daniel : 5Siel fo unter ber Srben fc^Iafen 
(iegen, merben aufwachen, etlid^e jum emigen fie- 
bert, ctUd^c aber im ewigen Sd^ma^ unb Sd^anbe, 
T)<jiXi. 12, ^. 12. Unb fold^eö aücö wirb burd^ 
(SMftumfetbft bezeuget» 3o^*5,».29. 2Ran^. 
25, ^. 32, 33. 

144. gr. Söeiß man aviii bic3«t^ wann bie^ 
fe^ gefd^e^en, ober bicfer iiingjle Xag fommen foO ? 

^ n t. X)ie eigentlid^e 3eit unb ®tunbe bicfcö 
Sage»? wirb unö in ber ^eiligen ©d^rift ^id^t gc=- 
offmbart, noc^ Mannt gemad^t, aber toot)l bie 
©cwtjp^eü unb Sefd&affen^eit beffetben; bann aU 
bie 3ünger ben ^errn S^rijlum fragten, »ann 
fofd^e^ gefd^et^en foffe, unb »eld^cd ba« 3«<^«t 
feiner 3n'funft, mie anö^ ber SBelt ®nbe fei^n foöe 



— 140 - 

ober f(^n werbe? Va {kOet i^nex S^riflud nn* 
terfd^ieblii^e iyexl^^tf^tnU Stid^n, ^f>n ^rie^ 
ttnb Sittflettii^ an @onne^ Wonb unb @trrneti, 
mie aud^ fotiflen )>ie( Zvikhiitli^itiUn für, jebix^ 
fev ba« ^Kbe foBatb n9(i^ ni<!^t ba. £)ieA>eW nun 
t>on bem £<ige unb bet @tunbe niemanb^ ja ftu<j^ 
bie Sngel im ^imtnel niä^t^ miffen, fonbern allein . 
ber «ater, ber im Fimmel ifl, 3Ratt|- 24, », 22,. 
»el(!^ i^m felBfl bie 3Ra^t l^at vorbehalten: 
ma^ fofiten fici^bann bie fiinbi^afHgen nnb ^äiim^t 
^IRenfc^en bnri^ ii^ren gfir»t^ einbilben tonne«, 
aU oi fle foli^e« burd^ fonberbare SBei«()eit awi^* 
peHügeU iatttn, bero^alben i^nen öiel mit ber 
Wartl^a au fi^affen maä^tn, nnb bod^ nt<3^t be* \ 
trachten, mad il^nen not^ toäre; barnm l^et^t un^ 
S^fltt^ mad^en unb bereitet fevn, gleich benen 
Anetten, bie auf i^ren ^rrn »arten, unb nid^t 
mifm t&ann er fommen »irb, 9Äarc. 13, v, 35, 
aifo beüeußet arxä^ faulu«, 1 X^eff. 5,.v. 12, 
»Ott ber 3eit unb ©tunbe, lieben «rüber, ift nid^t 
9lott^ tud^ a« Wteiben, bann i^r felbjl wiffet ge* 
»if, ba^ ber Zag bed ^rrn lommen wirb, Unb 
e^rlflu^ fagt, Wattb- 24, *, 22. Daf um ber 
«überwallten »illen,bie St ageij er für st tofir* 
ben, Ipfl wttrbe fein ^l^enfd^ feiig. 

SBie aber unb in t&ilä^ ©eft^affen^eit ber 3:ag 
be« $errn hmmtrt »erbe, baijon »irb bei? ^atti^, 
24. unb burdi bie 5)ro^^eten i^orl^er geweijfaget : 
©er iag be« ^erm fommt unb ift na^e, ein fin== 
fterer lag, ein bunWer Stag, ein »olWgter 3:«g, 



- 150 — 

ein nebetic^ter Xag, bann bcr Za^ bed Gerrit ifl 
rtroß nn\> fe^r crft^rcdfüc^, 3oel 2, t>. 1, 2, 11, 
'iln welchem, wie ?)etru« faget, bte ©Immcl mit 
i^opcm ^rad^en jcrgc^cn, ble SIcmente ^or ^i^e 
lerf^met^en, unb ble (Jtbc unb ble Söcrfe ble bar* 
innen (Inb, wrbrcnnen »erben; fo ii^r nun fol^ 
-cbf« toljfcn, »te gefd^lrft fottt i^r bann fe^n mit 
heiligem ißanbet unb gottfeligem SBefen, 2 3)etr. 
.*{, t), 10. 11. 

145. gr. Soll bafelbjl bann offenbaret »er- 
ben, »ie bie ^Wcnfc^en in ben %ai^tn i^rer S^^ 
^dehtt, unb »ad fle get^an f^abm, unb guglei^ 
t'aburtj^ gerid^tet »erben ? 

% n t. Dad erf(^einct ttärUd^, ba§ ein jeber 
iiac^ feinen SBerfen ben ?o^n empfangen »erbe. 
Die»ei( nun bur(^ ba« S\)angetium alle §Wenf(^en 
^ur ®ufe unb Sejfcrung beö 8e6end berufen, er^^ 
mahnet unb genöt^igct »erben, unb atenjielSIRen*» 
fti>en bemfelben unge()orfamlic^ juwibct leben, 
barum fo ^at ®ott einen iag gefegt, auf »elc^m 
er riä^ttn »itt ben ^rci« beö Srbbobenö mit ®e* 
red^tigfeit burd^ einen 9Rann, in »eld^em er e« be^ 
fc^lojfert bat, unb jebermann für^lt ben ®lau* 
ben, ^ct. 17, ö. 31. 3a »ir müjfen alle offene» 
bar »erben tjor bem Sid^terflul^l S^rifli, mß baß 
ein jegtic^er empfange »ad er ge^nbcttpat in 
bicfem ^thtn, ed fcp gut ober böd, 2 Sor. 5, t>. 10. 
Darum bann S^riftud ermal^net : Seilet ju, wa- 
chet unb betet, bann i^r »ijfet nid^t »ann e« 3eit 
ijl, ^arc. 13, ». 33. "S^am »ie ein gafl^it! 



— 151 — 

rntib et hmmtn, äfter aUe bie, fo auf (Srben w^^^ 
ntn, fe fei^b nun matfer atte^it trab betet, ba§ i|r 
murbig oertf n mogef, ^u entfiie^n biefem allem 
ma« 9ef(|e]|en foQ, unb ju flehen »or be« SReit^ 
fd^n ©ol^it; Suc. 21, t>. 32, a3. X)e<^me9eti bann 
'Daulttd an bie dlömer f<^reibet : SBeifl bn nic^t, 
ba# bi(^ ®otte0 «fite )ur Su^ leitet, bu aber 
nA<i^ beinern )>erflo(ften unb unbu^fertigen $er|en 
^äufeflbir fcIbflbett3orn, anf ben lag be« 3«>tn« 
unb ber Offenbarung be^ gereci^ten ®ert^t« 0!Jot* 
te«, meld^ geben wirb einem tegüc^en na^ feinen 
:^ikr!en, nimtidb V^ti^ unb (S^re, unb ein un))er^ 
gangUcJbed $Befen, benen bie mit (^ebuU in guten 
SBetfen trad^ten na^ bem ewigen Mtn ; aber be 
ntn bie ba gänfifcb ftnb, unb ungeborfam ber 
93abr^eit, geborfam aber bem Ungere^ten, Un 
gnabe unb '^oxn, ^Irubfai unb ^ngfl aber aOe 
v3eelen ber Slenfd^en, bie ba S5öfe« l|un. Mm. 
2, t>. 4 bi« 9. 

146. g r. ffiie, unb auf »a« ®eife foU bann 
bad ®eri(^t gehalten, unb audgefproc^en »erben ? 

^ n t Diefe« wirb und infonber^eit bep ^a^ 
tbeo bem SvangeUften <in^ bem ^unbe bed ^rrrn 
a^ti^i umflänblitib mit folgenben Störten bff(]^rie<^ 
ben : j'3Bann aber be« SÄenfd^en ®obtt fommen 
"wirb in feiner ^raft unb ^errlidbfeit, unb alle 
"beitigen (8nge( mit i^m, bann wirb er fii^en auf 
"bem ©tubt feiner ^errlid^teit, unb alle »ölfer 
"werben »or ibm ^erfammeft werben, unb er wirb 
"|le \>on einanber f^ben, wie ein ^irt bie ©(^aafe 



— IK - 

''|tt ftttter Sterten firtten un^ He Sode an ^imr 
"^tnfen^ ta )Dir^ bann brt Aonig ^u htntn feiner 
''^e^teit fa^ : kommet ^er t^r ©ef^goeteti ntrt^ 
"nta Saterd, ererbet ba« 9letc^, bae eu^ (ereikt 
"ijl ooti Sittfang ber Sktt; ju benen au feiner 
"hinten aber »irb er fagen : &tf^ü l^tn t>on mir 
"t^r Serflttd^ten, in bad eioige Setter, bad bfot 
"Xeufel unb feinen (Sngeln berettet ifl/' Watt^. 
25, t>. 31, 32, 33, 34, 4 K 

147. g r. $Qa^ ift bann eigentli^ ber gro§e 
Unterfc^ieb, mann eine iebe ^art^ei^ ba^in fom« 
men foUe, bai^in fte gemiefen tf^ werben? 

^ n t. @ia ifi fd^on gum Zi^üi 'oitl bat^on gc« 
fagt, ba§ biejenigen, fo ber ©a^rl^it, ba« iji, bcm 
vioangelio nnge^orfam gen^efen finb, attr ^öUen 
be9 ben Teufel unb feinen Sngeln ^rmiefen mer^ 
bm follen, ailme über fie bereitet ifi Uttgnabe unb 
3orn, Xrübfal unb 2lngfi, unb fortbin ein c»iged 
'^erberben, oor bem ^ngefld^t be0 ^errn unb jet« 
ner l^errlid^en Wad^t; ia fte foUen geworfen mer^ 
t>.n in ben feurigen Ofen, ober in ben feurigen 
leid^, ba Jaulen unb Sif^ntlapif^n fet^n »irb, 
^J^att^. 25, i>. 30. £)a ber ^aud^ i^rer £2tta<il 
mtrb auff^eigen oon Smigfeit au (Smigfeit, ^poc. 
14. v\ IL &kiö^ mie in ber ©orflcHung bcid rei* 
d)en '^annH au fe^en, bann i^r ^^etl fod fei^u 
in bem feurigen 3)fubl^ ber mit @d^tt>effl unb 
bleuer brennet, ^poc. 21, ». 8. ffio il^r SDurtn 
iui^t flirbt, unb i^r Seuer nid^t öerlSf^en »irb. 



- 163 - 

fottbertt la^ unb Ka^t gecptakt mx^m foVen, 
0011 et9i0&it a« Sivigfrit ^«»oc. 20, 9. 10. 
Du« i^ ia me|t ben ®otäofen ein crfid^re<)li(!^ 
gtibtr ^OHnm fie in tl^tetn Seien ttm (S^^angelio 
ting^orfam getoefen f{nb* 

148. St. aSie fön alber l^ingegen ba« Snbe 
ber S^ommen fet^n, fi>ann fle ba^n hmmm, ^o* 
Mn ^e na^ beut gel^altenen (Sttiä^t gei9iefen mcr^ 
ben? 

%nL gnr biefelbige )9trb eine nnaufPrlid^e 
K>trtlx^idt, ja ein filbetörpfe« gro^Iccfen, unb 
uttauf^öcH(^efu§^{iebH^egrenbe nnb Stulpe fe^n, 
bargn in ®t^wütt bed s^o^^ ®otM, nnb bed 
J^rrrn 3eftt e^rifli, mie an^ bet ©efeUfd^aft 
^6ra]^tn, Sfaac unb 3aco6d, nnb aller l^eiltgen 
Manntt ®ottt0, mit einer großen ^eerfd^aaren 
ber ffingetn umgeben, in emtger greube unb lieb* 
liä^tm aSefen $ur regten ^anb ®otte« immer nnb 
twi^ii^, 3)fatm 16, ». 11. Dann "fein »ug l^at 
"ze gefe^en, Uin S)i/: f^at je gel^oret, ijl au(^ in 
"feine« 9Renf(^en J^er^ gejliegen, ober (ommen, 
"»a« ®ott bereitet l^at benen, bie i^n lieben.'' 
1. 6or. 2, ö. 9. 3a fle »erben nid^t mc^r l^un«^ 
gern no(^ bürden, e« toirb aud^ nid^t auf {le fal« 
len bie ©onne, ober irgenb eine J^i^e, fonbern ba« 
2amm ba« mitten im ©tu^I ijl, »irb fie loeiben, 
unb fül^ren ju bem lebenbigen SBajferbrunnen, 
unb^ott toirb abtoaf%n alle Sl^ranen üon i^ten 
?(ugen, 3lpoc. 7. ö. 16. 17. ^Ifo fottjpbte Srow* 
mcn bev bem ^|prn fei?n in alle (Stoigfcit, unb »ie 



— 154 — 

brr (Seift ber OffenBarung f^tic^t : @ie^e \>a, eine 
Öütte ®otte^ htp htn Stenfc^en, unb er toiri bep 
ibnett toef^ntn, unb fle »erben fein Solf fei^n, unb 
er felbfl ®ott mtt i^nen, n>trb i^r ®ott fct^n, 
'2lpoc. 21, D« 3. ^Qwo aud^ greube obne Ser^ 
bru^, ®Ioria, unb unau^fi^red^Iifi^d 3ubt(iren 
o^ne (Snbe, in emiger greube o^e ^uf^ören fepn 
wirb, »or meld^er alle Sangen auf biefer Srbcn 
biefelbe aud3uf))ret^en, fitdfd^toeigen unb tyerjlum«^ 
men muffen, inbem bie ^eiligen unb %u^tvtü&fyU 
ttn, mit ^tvi, @ee( unb ®ei^ bad ^immlifd^e^o^ 
jlanna ^u ©otte^ S^r unb Sob en^igli^ ßngen 
unb |>re(^en : ''Sob unb &^x, unb Skidl^eit, un^ 
"Danf, unb |>reif unb Äraft, unb Stärfe, fep 
''unferm ®ott unb bem Samni; iyon Swigfeit )u 







stutzt 

Unter ti) c i futig 

3tt gtagett unb Slntmort ijetfaffct 



1. gr. @3 ttjirb gefragt anbcn Sd^rjünger: 
2ßa« 11^ tt treibet, ba^ er f!d^ ju ber ®c* 
mcinfd^aft ber ©laubigen »itt begeben, unb fit^ 
taufen lajfen ? 

Sint^ 3d^ »erbe gebrujtgen burd^ meinen 
®Iauben, um mid^ üon ber Söelt unb i^ren fünb* 
lid^en Süjlen abjufonbern, unb mic^ ber ©el^or^^ 
famfcit meinet $errn, Sriöfer« unb ^ellgmat^erd 
gu untergeben, ju meiner ©eligfeit, ^ebr. 5', ö. 10. 

2. g t. ®a« ^at bic^ baju bewogen ? 

a n t. Der SBitte unb äßo^IgefaUen ®otte^, 
me^er mir burd^ bie |>rebigt be« J^eiligen Q'oan^ 
gellt öerfunblget unb öorgefteöet l^ gemorben, bar* 
innen mir geoffenbaret ble ©efe^e unb ®ebotc 
(i^rtjli, bie id^ burd^ loa^ren ®i<ivibtn anntfymm 
unb galten mu§. 5»att:^.7,\)*21, ga^a9,J),17. 

3. 5 u ^offejl bu bann burd^ bie g u t e n 
Söerfe unb Unterhaltung ber ®ebote S^rlfti 
ticrei^t unb felig gu »erben? 



— 156 — 

9(nt 9letn: Dann bur^ unfete guten Sßerfe 
aUein fönnen toix ben Fimmel nid^t ermerl&en; 
bann bie ®elig!eit tfi ein @nabengef^en! "oon 
^ott, un« txtocvUn burd^ S^futn S^rijlum, 
gpl^ef. 2, ^. 8, 

4. g X. SBeau flnb bann bie guten ®erfe ober 
Unterhaltung ber @tUH Sl^rifli nöt^ig ? 

Ä tt t* ®ie flnb 3^wöttijTe bed t»a!^ren ®lau* 
6end an Sefum Sl^riflum, bann bie ®e^orfam« 
feit au« Siebe a« ®ott, ift b^d gid^t unb ^tbtn 
be« Glauben«, ol^ne »cld^e« ber ®Iaube tobt i^. 
3ac. 2, \). 20. 

5. g r» SBoburd^ wirb ber SUlenfd^ g e r e d^ t 
s?or ©Ott? 

^nt Durd^ ben $errn 3cfum S^riflum ah 
lein, beffen ®ered^tig!eit n?ir un& ntüjfen t^eil]&of=== 
tig mad^en burd^ ben ®latt6en, meld^er in Steie 
tiatigifi. ®aL5, ö. 6, 

6. gr. -Sßa^iflwal^rer ®Iatt6e? 

^^ n t«,^ @d ift eine fidlere Srlenntni^, babur^^ 
man aüed i^or gemiß t)alte, »a« un« in ber ^ei* 
ligen ©d^rift geoffenbaret ijl, unb ein l^erglid^c« 
^l)ertrauen, ba§ un« bie Vergebung ber ©finbcn, 
®ered^tigleit unb etoige« Men gefd^enfet ijl 'oon 
®ott, burd^ unfern f^errn Sefum Sl^riflum. 
g))^e^ 2, i>. 3. 

7. g r. 2öa« glaubeft bu ? 

21 n t* 3d& glaube an ®ott, tBater. ®o^n unb 
heiligen ®eifl. ' ► 

8» 5r* Söieglaubfibu an ®ott ben SJater? 



— IS? — 

9 n t 3^ gidttbf i»on 9^itn, «ttb UUnnc 
mit ton Stunde, ba^ er tu ein einiger, etviger, 
aSma^tiger unb geredeter &ott, ein <Sd^9^fer uttb 
Sr^alter, ^inmtU ttnb ber Srbett; fammt aUen 
f!^ tbaren nnt> unfU^tiaxtn !Dingen» ® en. 1,9.15. 

9. Sr. ffiieglaitbfibit an ben@o^n? 
«nt 3^ glaube, ba$ er ifl 3efu« (S^rifhid 

ber @o^n bed lebntbigen ®otie^, unfer ^eilanb, 
SrISfer unb @efigma(^r, ber oott Stoigfeit bc^ 
bem Sater getoefen, »nb ^r erfütteten 3^^ in bie 
Sklt gefanbt; er ift em)»fangen t)on bem ^eiligen 
Q^eift, geboren and ber gefegneten Jungfrauen 
mit Flamen Warta, i^at fär und gelitten unter 
f>ontto $iIato, ift gefreu^iget, geftorben unb be»-- 
graben, niebergefal^ren gn ber ^öütn^ unb am 
britten Sage mieber auferftanben "otn ben Xobten, 
aufgefahren gen |)tmmel, fi^et ^u ber redeten ipanb 
@otted, bed attmad^tigen Saterd, mn bannen er 
wieber fommen mirb an xiä^ttn bie gebenbigen 
unb bie Xobten» 3ol^. 17, tj* 6. ®aL 4. », 4, 
gwattb. 25, t>^ 31. 

10. Sr. Söte glaubefl bu an ben ^ e i f i g e n 
®eifi? 

21 n t. 3<^ glaube unb bdenne, baß ber ^i^ 
lige ®ei{t i>om Sater unb @o]^ne audgel^et, unb 
eine« göttli^en Oefend ift; bero^ben glaube 
iä^ m ®ott, »ater, ®o|fn unb ^eiligen Oeifl, al^ 
einen einigen »a^ren ®ott; babe^ befenne i^ 
au(i^ eine gemeine ^ilige ilf^xxpi^ Äir<3^e, bie 
®emeinf(^aft ber ^eiligen, Vergebung ber <Sün- 



— 158 - 

ttn, 9ttferflel(|ttn9 U^ %lü^i^^, unt ^nnad^ ein 
v»i^U 2eben. l 3o^, 5, ö. 21. 3o^. 5, t>. 32. 

11. gr.^äßie befeiittejl bu t)ic 6 |> r i jl li ^ e 
^ ir (i^ e ober ©em ein be®otted? 

3( n t. 3(^ betenne burl$ meintn ©(auben^ baf; 
ba ijl eine ^emeinbe &otM, bie bet ^err S^ti- 
^ui bur^ fein eigen 33lut tttoexhtn, unb l^at fte 
f^e^iliget unb gereiniget burd^ ba^ S^afferbab im 
^oxtt, auf bap er (ie i^m barfieüet, eine ®e^ 
meinbe bie i^errlicj^ fe^^ 6j>^ef. 5, ö. 26. 

12. g r. Sßorin befle^ bie ©emeinbe ®otte« ? 
ä n t 3« fitt^t 3^^^ ^c^ SKenfj^en, bie burd) 

ben Glauben an !^t\um Sl^rifhtm "oon ber f&nbt- 
aen ^elt abgetreten ftnb, unb fid^ ber ®e^'orfam« 
feit be0 ©vangetii untergeben i^aben, ni^t me^v 
i^nen felbjl, fonbern Sl^rifto gu leben, in n^a^rev 
£)emut$, anä^ fl(^ befleißigen c^riflU^e Xugenben 
3U üben, bur(^ Unterl^altung feiner l^eiHgen Orb- 
nungen ; fo(d)e finb ©lieber S^rifii, unb Srben 
bed ewigen ßcbcnö. 2 ^ctr. 1, ». 11. 

13. gr. SQit, unb tt>obur^ »irb bie ®emeinbe 
®otted unterhalten ? 

Ä n t. 2)ur(^ bie 9>rebigt be« l^eiltgen d'oan- 
gelii unb Seigre bed J£)eiUgcn ®eijte^ ; um n?elc{>co 
gu treiben unb gu l^nb^aben, Seigrer unb Il^ieue r 
öon ber ©emeinbeerwSl^kt »erbem ffip^cf» 4, t). 1 ] , 

14. g r. SBer l^at ber ®emeinbe SWad^t gege- 
ben, £ e ^ r e r gu ertuäl^ten ? 

21 n t. 3(^ bcfennc, bafi gleid^ »ie bie 2l»)ofle( 
unter einanber gepfleget i^aUn, alfo ^at aud^ ®ott 



— 139 — 

fetitier ®fmetnbe 9laä^ degebnt, Sel^trr itttb Die- 
ner gu tvtoai^ltn, babnri^ ttt iüb S^rifH erbauet 
iinb unterhatten ivirb; barnm auä^ Ut Srtvä^« 
lung gefd^if^t naä^ 'um (&%tmptl unti Sorbilbe, 
tvie ed bie (idften V^oflcl gepfleget i^aitn, dphe^, 
4t, ». 12. «et, 1, ». 15, 

15. S r. ®o^er f ommt bie Orbnung ber Dia« 
Conen ober ©cbiener ber firmen? 

9 n t £>aoon l^aben toir Sxtmpef in ber ^'p^^ 
jle! ®ef(j^i(3^te : Da ber 3üngw oie( tourben, ba* 
W bie fCpofletn bie 3Renge sufautmen gerufen, 
unb i^nen anbefohlen, na(^ fteben Männern um- 
gufe^en, roeld^ %um Dienft ber 9lot^burft bejlellct 
lourben : 9{ad^ m\<iftm Siem)>el no(^ gei^anbeU 
mirb, bamH bai^ienige, mad burci^ d^rifiliebcnbe 
^^ergen mitgetl^itet, toiebemm am redeten Drt be^ 
ftätiget, unb bie Stotl^burft ber armen ©lieber 
(£^rifti erfüüet »erbe. »ct. 6, o. 1. gpl^. 4, \j. 28. 

16. g r. ffiie, unb woturc^ »erben bie ® l i e* 
ber S^rifli ber ©emeinbe einverleibet? 

91 nt Durc^ bie Orbnung ber (i^ri fluiden 
Xaufe auf bie Selenntntg bed ©lauben«, Su^e 
iinb ^reuung i^rer begangenen ©ünben; fo »er" 
ben Pe getauft im Warnen be« 35ater«, bed ©ob 
ne^, unb bee Jpeiligen ©cijle«. 9Ratt^. 28, ». 18. 

17. g r. Sßad ijl eigentJi^ bie 3: a u f e ? 

2( n t. 3c^ befenne, baf Re ift eine aufferli(]^c 
Drbnung S^rifti, unb ein 3^^^« ^^^ geiftUd^en 
(%burt au« (Dott, eine ^Unsie^ung (S^ri^t, unfc 
eine Sinverleibung feiner ©emeinbe; ein 53e»eiö, 



~ 100 — 

bd( mir nM S^riflo euteit Sunb aufgerid^tet f a«^ 
btn. ®al S, D. 27. 3Wm. 6, t). 4, 

18« gr. «Bad mt^ bic 2;attff ? 

SC n t @te Undä^ntt ben maleren ©laulftigen 
bic Slbmafd^ung ber funbUc^n Unteinigfeit ber 
(Seelen burd^ bad ^tt^o^^nt Wut (i^ri^i, nam'' 
(id^ bif Vergebung ber ®itnben^ bamit fle ^^ trc^ 
flen ber emigen @eligfett bnrd^ Sefum S^rifhtm^ 
wedelt fie in ber Saufe angegogett l^aben. ®aU 

19. g r. aBoju jinb ble ©lieber (E^rifli bur^ 
bte 2:attfe öer)>pid^tet ? 

%nt. Da§ fle i^re begangene- ©ftnbe bnrd^ 
bte 2:aufe in ben Sob Sl^rifH begraben laffen, nnb 
f[(ib <>n i^tt ^rbinben gu einem nenen gel^orfamen 
Seben unb föanbet, um nad^gufolgen feinem 'S^iU 
ien unb )u t^un, toai er i^nen befohlen l^at. 
9Ratt^. 28, t). 18. 

20. gr. ^ad ifl bad J^eiUge «benbma^l? 

31 n t 3(^ befenne, ba| ed ifl eine äufetlid^c 
Zeremonie unb Sinfe^ung S^rifli, ben ©laubigen, 
mit Srob unb SBeln eingejletlet, be^ »eld&em &€^ 
niefen ba« Seiben unb (Sterben be« ^rrn foü 
)$erfitnbiget, unb gu feinem ©ebacibtnif uttter^a(> 
tm »erben. 1 Gor. 11, ö. 25, 

21.gr. Sßogu bleuet ber ©cbraud^ bc^ 8(benb - 
ma^U ? 

St tt t. Un« totrb bamit s>or bie Slugen gefiel- 
let, »ie S^rl^i l^eiliger ßeib am ©tamm bec 
Äreufre« geopfert unb fein t^eureö »ert^ed »hit 



— 161 - 

für ttn« öerg offen ifl iwr Sergcbung unfercr 
<^nnt}t. 1 3oi 1, *. 7. 

22. % r. 9ßa^ nu^ >er ^eBraud^ tied 9(Bfnt)^ 
ma^t« f 

%nt 93ir Bezeugen l^iemit tttifere einfSttifif 
©el^orfamfeit an g^rijlo unferm grtofer unt ®e== 
ligma^er, metd^e^ t)if Seri^tiung ^at ber ewigen 
'^eligfett S« iöet^(^t und Im ®(attl6en ^ie 
OMneinfd^aft bed Seit^ed unt> S3(utd S^rifli, unti 
troflet »nd ben Tineen feinet 3:o))e^, tad tfl t^ie 
Serfld^rung »egen unfern Sunben. ^ebr. 5, 
^. 9. 1 6or. 10, ü, 16. 

23. gr, 3f^ ^t< S ^ « ÄUi3^ eine Trbnuni^ 
•^otted? 

ft tt t. 3« : D«ttn fle \>on ®ott feI6er etnge- 
ff 0et \% unt) im |)arat>lefe an Tlboai unb 6t)a *e- 
fffitget ®en. 1, ö. 24, 

24. gr. Sßoau ifl tte ß^e cingefe^t? 

31 n t. 3wJ^ SSermel^rung beö mcnfd^liAen (3t- 
fi^ted^W, unt) t>ie Srbe su erfüllen ; au^, baß $u = 
rerei^ fofl t>ermieben werben : I^arum foü ein jeg- 
tid^er ^Wann fein eigeneig Sßeib, unb ein jeglid^e^)^ 
ffieib i^ren eigenen tWann fyaben. 1 Sor.7,ti. 2. 

25. g r. S3ie mnß fold^e S^e angefaffet »er- 
ben, bamit fle ni^t »iber bie Drbnung kufe ? 

iint @otd^e ^erfonen bie cinanber nid^t ^u- 
nai^ im OeMute bejle^en, mögen nad^ öergefdb^^ 
Denem ffeifigen 95eten ju ®ott i^re ®^e anfan- 
»KU, unb e^rtjllic^ fu^en jn beteben bi« an i^r 
i5nbe, bodb atfo, baß ein ®Hcb ber S^riflUdben 



— iiS — 

(55emeinbe eine Wtt ^ (Sö^toe^tx im .©tauten gur 
iSöe nel^mc, 2 6or. 6, 9. 15. 

26. g r. fflirb e^ einem ®Iiet> Ut ©emetnbe 
gar nidl^t jugckjfen, um fld^ in bie (£^e ^u l^rgeben 
mit einer ^Perfon, ^ie ni<^t im ®Iauben utCo Se^te 
einig if^^- 

'ünt, 9tcin: Dann t>ad ifl »iber tie Drä- 
nung, unt »er fcl(^ed t^uf, bcrl^attWt wiber bi<^ 
ü^el^re ^er ^pefletn, unb t>ai$ ®efe^ ©otteiS. fRöm. 
12, 9. 15. 5 2Rof. 7, V. 3, 4. 2 Sor. 6, t>. 14. 
1 Gor. 7, ^^. 39. 1 3)etr. 2, i). 13. 

27. gr. Äann auc^ eine ort>cnt(id^e fil^e um 
allerlei Urfai^n »ieberum getrennet merl^en ^ 

^H IX t 9iein : Dann fol^e 5>crfonen fhib an 
einander fo fefl ^er)>f!i(i^tet unt t)er&unben, ba^ 
|le feinem ^©egen« mögen fc^iten, eäf fei? \>ann 
um öl)e6ru^. 'SWatt^. 19, ü. 9. 

28. g r. aßic befcnnc ji bu bie a)U c^ t t> e r 
D b r i g f c i t ? 

^i n t 3^ bffenne, laut 3f«9n*P ^^»^ ©i^tift^ 
r^a$ Könige unt> 5D6rig!eiten oon (3ott eittgefe|[et 
\int>, gum ^ol^Iftanb unb gemeinen 3lvt^n be^ 
^'anbeö, unt) »er ftdb loiber bie D6rigfeit fe^et, 
t)er miierftrelbet ©otted Drbnung; tiarum ffnb 
wir fc^ulbig bie Dbrigfeit au fürdjten, e^rcn nrCt> 
(Sie^orfamfcÜ ^u Iciflen, in aUm Bad^en, t)itniä^t 
ftreiten n?iber ba^ ISßort (^otted ; au6 allezeit gu 
Obtt für fie bitten. 3flöm. 13,t>. 1. 13:im2,t>. 1. 

29. g r. 3}1 ti auä^ augelajfe n nnm G i b ^u 
fdjiDÖren '^ 



- 163 - 

'Jt n t 9Ietn : D6 U ixoax beit Sätern Or« 
^2(Uen Xejlamentd ^ugelaffien x% fo ^at ed bo<^ 
unfer J^ unb SinjleUer be« Wetten lejlametttd 
G^rifhtd 3efttd auebtüdflid^ \>txhottn; rpelc^ 
aaäif ber Sl^o^I Sacobud mit (efrafüget : (So 
fotten unb muffen aber unfere SBorte, 3a unb 
'}hin, in brr Sßa^rl^eit kfle^, bamit 92temanb 
in J^eud^elei^ falle, nnb feinen Wäd^ften »erle^ ober 
Wrüge. ^Ratt^. 5, 'o. 33. 3ac. 5, t). 12. 

30. g r, 9Wag man aud^ 3ll^a (^ e iiten? 

^ n t. 9lcttt : JßieiüO^l ed aud^ im Eliten It-- 
ftament fre9 gemefen; n>cil e^ aber »on ß^rifto 
unb t)tm ^po^el ^aulo gan^ tviberfprod^en unb 
abgelernet x% fo möffen mir um fo(4^<) auc^ nicbt 
gclüjlen lajfen, fcnbern burc^ Sanftmut^ unfern 
^yiä6i]tm, ja auc^ unfern geinben ©utciJ t^un. 
matti^. 5, ö. 38. m'im. 12, ü. 19, 20. 

."^'U 5if» SJann bann jcmaub t)on bcn ®(ie* 
ternbcr ®emeinbe in eine ^JJijfct^at oberv2ünl>e 
fällt, tote mirb bamit ge^anbelt? 

'il n t 3<^ befennc au^ ber Ce()re ß^rifll «ab 
feiner ät^ojietn, baf ©träfe unb Äitdjenguc^t 
unter ben ^laubigen mu^ gepfleget unb untere 
tjalten merben, alfo ba§ bte ^artnäcfigen, ober 
{ku&i bie fii grobe ©iinbe unb SJerIc be« gleifdjeisi 
begangen i^aUtx, babur^ fte |Ic^ felber oon'^ott 
abfdftoe«, auä:^ in ber ©eraeinfci^aft ber ©laubi-- 
gen nidJt muffen gcbulbet »erben, fonbern ^u ilb^ 
ier 4^e|fcrung ^ou aüen beftrafct, bamit i^ic anbe* 

11* 



- 184 — 

if II au* gurd&t t^ahtn. Watl^. 18, ^. 5, Sfa. 
59, t). 2. 2 lim. 5, t). 20. 

:i2. 3 T^ 93ie mug man fi(^ gegen fol^e %]&« 
iiefenterte veralten 'i 

'li n t. 9lad^ ttx itl^xt bc^ ^pofteld, fottcn fiö^ 
tie wahren ©lieber S^rijli "oon tcn beflraften un- 
bujßferttgen (Sünbetn entjte^en, unb feine geifl^ 
tic^e ^emeinfc^aft mit i^nen l^aben, ed fe^e \>ann 
bep ,^ttfaü ober ©elegcn^eit, ba§ man fo(d^ gum 
'^(ufjiattb unb Sßiebcrfe^r ermai^ne, in Siebe, 
33arm()crai9feit, unb dfyrijHi^er Sefc^eibenl^eit 
mm, 16, ». 17. 2.3:^ctT. 3, ö. 15. 

;»:^. g r. ®ic (ö«9 foU bic Reibung gehalten 
werben ? 

% IX t. ©0 taug U^ ber S5e(lrafete wieberfel^ret, 
:)icuc unb Seib feiner @finbe bejeiget, unb ble 
^>^eineinfcl)aft ber ©emeinbe ernjlHii^ begel^ret, fo 
mxr> er naö^ einem anbSAttgen ©ebete ju ®ott 
uneberum auf unb angenommen. 2 6or. 2, 19. 6. 

M, 5 r. S3a« glaubejl bu 'oon ber löJ i e b e r- 
fünft 6C)rijli unb ^uferfle^ung ber 
lobten? 

"ä n t. 3<^ glaube, ba^ ß^rijlud, unfer ^au^t, 
.^>err unb ©eligmad^er, gleid^ wie er fld^tbar auf^ 
gefahren ift, »ieber fommen tpirb »om ^imme(, 
in groper ^raft unb ^ecrüd^feit, mit einem gelb* 
gcfci^re9, unb mit ber ^^^ofaunen ®ottc^: Dann 
ex5 fommt bie Stunbe, in welker alle, bie in ben 
(virabcrn fJnb, »erben feine Stimme ^ören, unb 
berfür ge^en; bie Q^utt^ get^an i^ahm, jur »uf- 



— 165 — 

* erfif^ttttg bed ithtn^, bie abtt lltUU getban ba 
htUf gttr 9uferfle6ung bed ®eri(i^U0 : T^ann mir 
miijfen aOe ^ox bem Sti^terffaiM S^rißi barf^r 
fteflet merbftt, auf ba^ ein jegUc^er cmpfal^e nad^ 
bem er ge^anbelt ^dt bei^ bebend Betten, e« fette 
flttt ober böfe. 1 I^eff. 4, t>. 16. 1 3cb. 5, 
t>. 28. 2 6ot. 5, t). lO; 

35. g r. Diett>eil nun biefe« Sefenntnt^ mit 
ber M^xt S^rijli nnb feiner Wpcfleln ufeereinftim 
met; fo »irb jum (entern gefraget an ben l'e^r 
iungern: 06 er t^on ganzem ^erjen genetget feti, 
fid^ bem äQitten feinfif Srioferd unb ®eiigm<i 
ä^i 3efu Si^rifii p ergeben, fl^ felbflen nebenft 
aUtn ffinblid^en Süflen ^u )>erläugnen, unb bar< 
nad^ gu ftreben, burci^ bie ®nabe ®otte«, im wah* 
rem ®(attben unb l^ergUd^er Vemutf), ein from- 
met gottfelige«) Seben unb l^eüigen S^anbel \u 
fähren, m^ benen ®eboten ®otte^ fein ?eben(ttng c* 

8f n t. 3ö« "I^aju wirb \>on .&erjen gettjun 
"fd^t ®otted ®nabe unb reid^er ©ege«, burd? bie 
"Äraftbe«4>eiIigen®eijte«a«^®«^*flWt! tem- 
"felben fei^ S^re un'b |>rel« t)on 5»ig!eit ju 
"8»igfeit, %mtn:' 



^^nm^t (Btittt, 

tätigt 

iie ux\mmtlUn mM\%tn, 

ot et 

ritt [titt afefattberti^f 

9lad^ ©eUgen^eit feer 3eit unb bev Sa* 

^en Sflot^tBettbigfeit (für @t)tt) 

mit 9l«ba(^t unb gebeugten 

Anten be« ^erjen« ge- 

braud^en mögen. 



Watt^. 10, ». 22, maxc. 13, ». 13. apoc. 2, 
». 7. 11. 26. 6ap. 3, \). 5. 

D^ilipp. 4, ö. 6. 

3)rr §ttt ifl vft^c. Sorget ni^M^ fonbetn in 
aDett Singen [äffet eure OiMe im ®cirt 
und %U%tn mit ^anffagnng fnt ®itt Imih 
tocrlen^ n. 



S i r r e I e. 



Biicit iiitpM fai CItifto unrfiiitmlei, 

®fiiifi|et ?. — 6. — Mc fiMIfifftgc ®mu 

@cttc^, ^urii^ fccnfelbtgen unfern &tm\ 

3efum ff^riftem. 

Qieien ^ü^r, »ann mir bie grofe @na^e, ^\t 
^um ber 4i>err kwicfm ^at, unb nixl^ tägUd^er- 
geigef, auä^ W grof e £ie^, bie er un^ burd^ fei« 
neu Eiligen ®eiß in nnfere ^et^ au^gegc^en 
l^at, ktrad^n ; fo lotmen mir ntd^t genugfani k^ 
l^^igeit, mie fc^big mir fe^n, i^m für aüt feine 
9&&^tfyattnpi bonfen nnb gu loben; au4 ba§ 
mir gro^e Urfad^ i^aben i^n fleißig anjurufen, 
unb in aüm unfern anliegenben Stot^n au bit^ 
ttn, 3U meld^em mir aud^ burd^ bie l^eilige ®(^rift 
fo t)ieIfäUig ^ermal^nt merben. Suf baf nun 
nic^t allein atte alte t>erflanbige, fonbern anä^ atte 
funge fPerfonen miffen mögen, mie f!e nad^ bem 
ffliQen ®otte^ ttä^t beten mdd^ten, unb meti x(b 
angefe^en l^abe, baß anbere ®ebete unb ®ebctbü* 
ä^tx gejhHet, barau« gurbitte unb ©anffagung 



— 170 - 

)u t^uit, uit^ bie 3ttgfnb fi(^ bariit i»on Stiutt^^ 
Mntn auf lernet üben, »el^e« ja Ieined»eg4 gu 
tateltt; fo l^at mi<l^ bie Seforberung ter S^re 
€i^otted unb bie (Erbarmung uttferd ^ebencl^rif^ii 
* getrieben, bte Sormeii b«r ©ebcten in ©d^rift ju 
mfaffen (o^ne einige dnbere }u 'ottaä^ttn) unb 
btefetbe bur(^ ben Crnd andge^n ^u kffen, unb 
btefelbige S. S* S. ^ufammen ^rne^mlid^ gur Brä« 
berlidbrn Segrupung gu fenben. Unb meil »ir 
fejl glauben ünb l^offen, ba§ fle mit ben formen 
bed ®ebet« unftxi^ @eligma(]^d S^rifH ttbrrrin^ 
flimmen, ber^aiben aud| (^rifUid^ |u gebraiu&en 
flnb, fo begel^ren toir, bap fie ®oit gu S^ren, )»cn 
und für gut mögen angenommen, unb mit glau« 
bigen anba(!^tigen ^erjen gebraust unb gtiüf 
werben. Sßiemol^l id^ bamit bcm ®eifl be« ®e^ 
betd in ®otted Ainbem n>eber ^aa^ noc^ Skife 
fürf(i^retben, nod^ gut Reifen toiU, »o man immer 
au^ au^rUd^en formen, unb niti^t t>te(me^r aaö 
feinem guten @d^a^ bed Werfend fo(d^ gei^Iid^ 
Ot>fer nehmen, unb bem J^rm borbringtn »»»fite; 
fonbern mein Sor^aben i% bcnen Ungettbtm ein 
toenig 3» ^ulfe ju fommen. ®e^bt eud^ xoof^i ! 



fSin 9tM Ut htt VreMgt mit ftiifeSAftgcm 

^^i^xmmiifä^x, liAer.Satfr, ber bu unfer (Bd^ep* 
fer, (ErlSfer, Sr|aCtrr uit^ Serfergtr Ifrifl, fo ua« 
xiii^t dtlehi nttt MtAt^ )eitii(|er 9letl^^itrft »er^ 
forget, fonbern gibß itntf anä^ bad mal^rl^fttf^f 
iel^bige Stob ^om ^mmü, bantit unfere @eelrn 
inm emigen Se6en gef|»cifet toerbeit. 

Uttb »ei( totr arme Äinber bann ni^ aUtin 
(eben i^etn Srob, fcitbern i»ott einem jegtici^n 
SBort, ba0 aud beinern SRunbe geltet, naäi bem 
©eaengnip betned gelieifrien <Boi^n^ 3efu Sfirifli, 
in befen 9tamtn tvir nun adl^iet in beincr ®e^ 
genwart gammlet fe^n, p t)erfänbigen, ^u l^o^ 
ren nnb gn ^^erfle^n^ tvad bein l^Iiget unb gBtt«^ 
Ii(]^ Sitte an nnd fe^ 

9lad^beiii bn bann, D ®ott! biefm Ciftr in 
nn« ftngeaünbet, nnb biefe iu^ nnb Siek ^n bie^ 
fem Sßerl in nnfere ^(xt/tn gegeben l^a^ baf mir 
iin0 gerne nnb »on -^sen »ißig baju i>erfamm- 
(et, nnb etnmüt^ig iu^ammtn lommen fe^n ; fo 



- 172 - 

^ber tttttt fe^nb »it, O lieber barmberatger Sa« 
ter! bi^S» ^on Statur niij^t »urbig, d^fd^icft no<^ 
tücbHg, ^iit gjttlkl Si^ert ^ti reben, |0 b^ren 
no(b SU loerfleben, no^ t^iefmeniger ed gu ben>ab^ 
ren, obne beine göttu4e gnabige {)nlfe unb ^it^ 
tpirfung beine« guten unb ^eiligen ®ei{h«. T>ax^ 
um bitten t&ir bi$, lieber Sater, bu tfoUefl ^u bie^ 
fer Stit bic 5(ugett beiner 33armberjtg!eit über 
utt« eröffnen, auf baß an un« möge erfüllet »er* 
toen bie Serbeif ung beine« geliebten @obne«. 

D S()ri^ ! Du »ollei^ mit ber Äraft unb ©a- 
btn beine« JNHgen ©eifle« in ber SRitte biefet 
3ttfamwen!unft fei^n. 9la4b^ bcinen Dienet 
tücbtig; unb gib i^m beine beiligen Sorte in ff i^ 
ntn Wlwa!t, unb «verleibe t^m ^re^mütbigfett mit 
re(btem Unterfd^ieb an^n^ftt^itn, ttatb betnem 
beiligen unb göttticben SBiSen; unb bafelbe t&<t(i 
bu ibm gegeben f^a^, n^otlffl bn benebeyen unb 
fegnen. 

Daau fi^oHefl bu aucb unferer aßet Obren be« 
bergen« erSf nen, unb geben un« gebovfame ^^er^ 
^m, bie gereiniget mögen fet^n t»on aßen eitrfen 
^ebanfen unb gdtüd^er Sefummernif , tümit »ir 
beine göttUcbe SBorte b^ren, oetfteben unb wät 
aUtt ®eb0rfam!eit getreuHd^ fitwa'^un* 

£D ®om au Sob, iSb^ «nb 9rei« Mse« beiH^ 
gen, bod^gelo^ten unb betrfi(beit Kamen«, «ielen 
^enf^en aur ^nn^eifung bör ©ebmfamfcit, «nb 
un« ^nfammn au »ebaltung ber wiitn ©elig* 



- 173 — 

fett. !£)icd iiüm mir, O ©ott! lurä^ benfelbi« 
gen 3efu« Sl^rijhtm, beineit So^it, unfern ^erm 
utib ©eligmad^er, ber und t^at gele^ret antäd^tig 
htUn^ Uttfer Sater, k. 



2. 

f^orm rinel aSgemritim ®etetl ita# bet 

9<tktgt. 

^ $err, bu attmä(]^ttger ®ott, bu l^idger unb 
^^^immlifd^er öater, ber bu einig, e»ig unb att* 
gemalttg bt^, lebe^ unb regiere^ )>on Smigfeit |u 
(Itoigfett! für bir ifid, ba§ mir fommen unb er^ 
[(feinen, unb ba§ mir bie Anie unferd •^rjeni^ 
beugen : Son bir i|ld, bafi mir bitten unb bege^^ 
ren, bu moEefl bi(^ boii^ über und erbarmen, un« 
fern 3Runb, S^n^m unb iipptn, unb guförberfl 
unfere ^änbe unb ^er^en reinigen, auf ba§ mir 
tod^ mögen mürbig merben, beinen l^itigen 9la* 
mm, ber grof ifl, anzurufen, au bauten unb au 
loben. Dann mir belennen, baf bu bifi ein al^ 
led »ermBgenber, überflüfiger unb genugfamer 
®ott, )?oO aOed @uten, unb ba§ neben bir fein 
anberer ®ott fe^, meber im i^immet nod^ auf Sr« 
ben, fo bir gleich fe^ ; barum bici^ auä^ bittig (o^ 
ben unb bauten foQen, ^immtl unb Srben, unb 
atted badjenige fo barauf unb barinnen ifl* 

aber, D ®ott ! mir fottten bi^ t>lct me^r (obeit, 
bann alle anbere gef^afene Dinge unb SreotU'» 
ren; benn bu bifl unfer ®ott unb @^d)>fer, unb 



i 



— 174 - 

^afl UM nad^ beinern SQbe formiret unb ^tmaä^t, 
unb 9ie(mel^r begäbet aU atU anbere j^reaturen 
ober ®efd^opfe. Unb al^ »fr tobt in unfern 
Sunben unb beine geinbe toaren, ^afl bu bi^ 
unfer erbarmet, unb ntti^t t)erf(^onet beined einge« 
bornen @o^n^^ fonbern ^a{l i^n für uM ba^in 
gegeben inben aUerfcl^mSl^Ii^ßen^ob be^ jtreu^ed, 
ber ba f^at fein unf^ulbtg S3lut für und i)ergof* 
fett, unb i^ um unferer ©ünben toiUm geflorben, 
un^ bdburd^ gereii^t ^u inai!^en, t>om Sobe aufer«» 
medft, unb gen ^immet gefahren. £)er %at und 
* ein l^eiUg S^angeUum )>rebigen unb t>erfttnbigen 
laffen, unb baburd^ 3U beiner feligen ®emeinfd^aft 
berufen, unb 3U Srben beined emigen l^immlifd^en 
>Hei(i^«, 

!Darum, ba^ »tr uni f(]^ulbiger befennen t)or 
aßen anbern Areaturen bid| gu (oben unb 3U ban« 
fett, ^u greifen unb benebe^en; bedtoegen toirnun 
auf unfern Änieen gefeffen, für bir erf^ienen fet^n. 
*Kber, D ®ott unb Sater! wir fc^nb baju nic^t 
genugfam gefd^idt, »urbig noc^ tfid^tig, beinern 
Zeitigen 9tamtn ju banfen, atfo, tvie bu ed teo^l 
roürbig bifl. Darum gib und gu ^ülfe beine ^ei- 
ligen uilb ^immlifcbe ^eerfj^aarcn, beine b^iligen 
iSngel, unb aQe 3Qer!e beiner {^anbe bie beflanbtg 
fte^en, unb mächtig fei^n gu t^un, toad bir gefal» 
Ug i^, baf bicfe gtei(i& mit und Reifen Di<3^ loben, 
bauten, greifen unb benebepen ; jE)i(^, ber bu bijl, 
warefl unb bleibejl in (Smigfeit ein beiUger, l^eili- 
ger, beitiger ®ott : !Die grbe möjfe t)ott »erben 



- 175 — 

^on beiner ^^rrliii^feit, nnt ^on beiner gerechten 
C^ere^tigfeit, baf bie atte SRenfd^n fe^en, barin 
leben unb oanbeln mögen. 

S)arin, O ®ott! ^<ibtn mir nid^t geleftet noä^ 
gemanbeU aU {Id^ itii^xt, fonbern ^aim un^ für 
l^tr fo oft unb man^mal i»erfänbigi mit SSorten 
unb ^Skrfen, unb @^eban(en, ja mit unferm eite^ 
!en unnü^en ititn unb SDanbeL Slber mir !om^ 
men für bi(i^, unb befennen unfere @ünbe, unb 
bitten bi^ im ^armn 3^fu beine^ @o^n^; bu 
woQefl bi^ bod^ über und erbarmen* Srbarme 
bid^ unfer! D ®ott, erbarme bid^ unfer! ®e^e 
nid^t mit und ini ^eric^t, unb l^anble ui^t mit 
und vmä^ unfern äßerfen unb SerbienfleUf fon^ 
tern nüä^ bdner großen ©arml^erjigfeit; fo tt^ut 
an^ aU unfere Uebertretung unb nimm un^ gü^ 
tiglid^ mieberum an, bamit mir bir gefallen unb 
Dienen mögen. 

^Älfo bitttn mir anä^ für aüe beine lieben Mn^ 
ttv, mo f[e aud^ unter bem ^immel auf bem Srb^ 
boben jerfhtuet finb, fte fe^en bann ferne, ober 
na^ be^ nnüf ju Sßajfer ober gu Saube; i^re 
^Jlamen fc^n bir aUt mol)I belannt. D ^err ! 
umlagere fte mit beinen (^eiligen Sngeln: (3ib 
ibnen ^nfammtn fammt und ge^orfame bergen, 
öott Glaubend, Sßcidl^eit unb SJerftanb, auf ba^ 
mir mijfcn, mie mir itUrif manbcln, unb bir ge== 
fatten fotten. Srfüüe unfere ^ex^m axtä^ mit 
Viebe, grtebe, unb red^ter brüberU(|cr Sinigfeit : 
unb bte§ gieb und fieifig ^u unterhalten burd^ 
M^ ©anb ber Siebe unb bed griebend» 



- IT6 - 

%\^o bitten tvit Viäf an6^, O t^u f^tilx^tt nnt 
bmm{x)ä^x Sater ! f&r aOe ©d^nnt^e unb S9e« 
fümmerte. 3f^ ientant au« ®(3^»a(!^|eit "oon »e* 
^cn t^er SBa^r^eit abgetreten, tienfelben »oßefl bu 
bDC^ gttäbtflli^ ttfteber aufrid^ten unb guretl^t brtn* 
gen. Slngefel^n, bafi fo t)tel taufenbma( taufenb 
^äWenfid^en \)on bir gef(|affen, unb bap fo »entg 
btd^ fennen «Hb fordeten, fonbem werben aufge* 
l)aUen burd^ fatf^e^Be^rerunb trngl^e 2(rWter. 
So motteft bu boci^ erwerfen unb fenben i^eiflge 
nnb getreue Slänner naä^ beinern J&erjen unb 
^inn, bie und bein ffiort na^ beinern göttlichen 
löttten mo^tn »erfünbigen, bie anber« niÄtd fu^ 
ci^en, bann bein 8ob, beine g^re, nnb betnetnPrei«^, 
wie anä^ ber ©eelen ©eligfeit: 3)fe bir et» ge- 
^orf am ^M bereiten, bad eiferig unb au aUtn 
guten ®erfen gef(3^i<f t fe^, bie bein SSoH, ba^ ttn=^ 
ter oietem Unt)erftanbe nun no^ jertrcnnet Hegt, 
in !?iebe, Sriebe nubSinigfeit mögen öerfammTen, 
unb naä^ beinern göttlichen SBitten unterhalten. 
D ®ott! nimm l^inweg allen Un\)erflanb. 3fl 
noä^ irgcnb »a^ be^ und, ba^ bir mif faßt, unb 
und verborgen ijt, bad gib nn^ gu erlennen, «nb 
\a^ ed und ju i^^erjen gc^en, baß »ird gerne »er^ 
lajfen mögen. ®otten »ir aud^ noc^ »ijfen, baö 
bir »ol^IgefaDt unb und t)erborgen ijt, bad gib 
un^ ju erfenneU; unb ein $crj, baß toird gern 
mögen anntf^mtw, auf baff aß unfcr SE^un unb 
V^affen bir möge tool)lgefalfen. 

3llfo bitten »ir bi(^, lieber ^err, für aDe bteje- 



— 177 — 

ni^, bie ta fei^n um beitte l^Iige @e|eugtttf , 
^it in ®efSiifliiif «nb Sanben fti^n, i^ergagt, 9cr*^ 
tridbeit, ttxü^t, tttttorbriUtt, «nb in Seraniung 
i^rer ® ftter t>on allem menfd^Ii^n Zxtjjt entfe^« 
D ^err 1 trdfle fit bod^ mit beinern gotüid^n Srofi, 
mad^ i^nen i^r Seibm lt\ä^t, unb gib i^nen ndbß 
aUtn garten JhritfttngeR einen gnäbigen ^u^gang 
unb Se^anbigfelt n^äf beinet gntnblofen ®tttr 
unb Sarm^sigfeit, ba^ fie fleif unb Mft füt bei^ 
ntn !Ramen ftei^, beUt Ainb 3efum ^or ben 
9Renfi^n 6efennen, bamit fie 'oon 3|m t9ot bir 
mögen betennet ivet^, 

D ®i>tt! fei^ and^ gnäbig unb (arm^rjig aU 
Ten benen, bie bid^ unb uni Raffen, verfolgen unb 
Seib antl^nn, O ^r ! t)ergib e^ il^ntn ; bann 
ft mif{en nid^t mad fie t^un* £)arttm re^tu i^^ 
nen unfert^^alben feine @d^ttlb gn, fonbern gib 
i^nen |u erlennen, mie fd|»er fie ftd^ barin t)er 
bir i9erfitnbigen: anf baf fie erfd^reden, fid^ bef^ 
fern, bey bir ®nabe unb ^rm^aigfeit erlangen, 
nnb bie emige @eUgfeit enverben mSgen* 

Sßir bitten bid^ aud^ für atteAonige unb Obrig^^ 
feiten, i^ornel^mlid^ für aOe bie, unter beren ®ä^ui^ 
unb ®d^irm wir ^^en unb mol^nen, SD ^^tx ! 
gib i^nen bad gu t>erfie]^, tvarum fit "oon bir ge^ 
fd^affen, gemad^t unb t^erorbinitet fe^n, baf j^^ 
lernen )»erfle|en, t^un unb »eflbriiigen beinen 
gottlid^en äßiQen, unb alfo mögen behalten unb 
feiig toerben. £)a)tt gib i^nen Skiif^t unb 
tBerflanb, ibre Sanben, Seute unb ®iäbte alfo au 

12 



- m - 

regieren, ba$ mir unter i^nen ein ^iff/ geru^am 
Vivü^ gottfefiged Men vxl^n filieren, o {»err, na^ 
Mnem laugen nnb gvttli^en SBol^gefAfieii; nnt^ 
fo i»{el toir bttrdl^ beine gtttli^ il^abe nnn fol»« 
^ genieß, büfitr fagen wir biOig bir Sol nnb 
£)aii!. O l^etrl flil^ ed un« mit groffirr £)anf^ 
'tatfdt au ge^raud^en. 9itt(^ 6ittm mit bi^, D 
^immlif^et Sater, für oUe »ittmen unt S^aifen, 
^ranfe, Serlafene unt» Iroftlofe, fo in $nnger^ 
noti^ unb Oeffimmernif fn^, in ^rrMnng i^^ 
rer (Sinnen, in Sergmeiflnng unb Jt(etnmitt|ig^ 
feit. D ^err ! ftc fe)?nt> *ir aüe Mannt, tröfte 
fie bo^ mit beinern göttli^n Xrojl, le^re fie beine 
i^aterUd^e 3ü<^tigung gebuUig ertragen, »nb beine 
gnabige ^nlfe aum ^u^fommen erwarten. 

Sarml^er^tger ®ott, wir bitten bid^ amft für 
äffe 9ut|er)ige, unb bie bein SSort gerne l^ören, 
aber feine straft l^aben, fl4 3U¥ ®e]^orfam!eit )u 
begeben. <it6 il^nen bod^ Xraft bur^ beinen $ei« 
iigen %t\% ba§ f!e ee mSgen alfo empfangen, nnb 
mit @anflinttt| in ßd^ lafftn ge^yflan^et »erben, 
ba§ ed ii^re @<e(e möge frlig ma^en. 

Unb barum baf mir mifen, baf bu ein göti« 
ger, gnabiger unb barml^er^iger ®ott bijl, fo mol« 
ien mir bi^ nitit einmütl^gUd^ bitten unb anru^ 
fen, unb fageit, a(« yxxi^ bein liebet Xinb Sefu« 
S^ri^d geiel^ret l^at. 9^ad^e und täd^tig unb 
gef^idtt, baß mir im ^ifl unb in ber ffia^rl^it 
mögen fi^re^en; Unfer Saier, jc. 

D *err, bu afimäd^ger »ottl wir fagen Wr 



Ik 



tt9% So6 ünt Danf, ftti^, df^n u«^ t»i^ ^> 
iicbcyung, ^af ^k bid^ ül^ und ^a^ eriarmft, 
unk und gegeben @)»eife, 2:ronI, itteiber unk fßth 
nnng, £)etfett nnk 9{a]^rung Ux Seelen itnk ke« 
Seibe«. Die« geniefen mir t>on Mner milken 
®ntig{eit ®ieb ed un«, D ®M, gu gebrauc^rii 
nail^ keinem l^iligen unb ^itüxii^n Siiüm, 

9Bir woOen und aud^ nun aüiu^ümmm, ht^U 
Mtin unb @rcp, 3ttng nnb i(It, in beine ^änbe 
kfe^Ien, nnfert @eel unb itii mit aUtm t»a« und 
ange^» Ztü^, ^t, ®orge vor unfee Sebeu ; 
dc^ und «ttf, unb i»edie|e und )>i)n toeniget @ünbe 
in mtleere ©erec^ignit, unb maä^ und gef(^i(f t 
unb tpürbig gu tl^un beinen i^eitigen unb göttli- 
d^tt aSiikn. C ®ottl bie« bitten mir bi^ aiU 
lufammen im tarnen beine« geliebten @ol^n« 
3efu e^tigi. O Saler ! bu müffeft ewig gelobet, 
gebanlet, ge|»tiefen unb gebenebe^et fet^n, von und 
aOen in ber iSmigteit, bitten, k« 

:i. 

litit nnker tnfei^ttg nSgcnuiii •eftet, 

Um bte ©cfd^fdflid^feit jum ®cbet, We SBcrj^c:^ 
bttttg bcr ©ünben, btc Slcgterung bcd lie- 
ben«, bte gSttlid^ie ßrleutfitung unb 
btc Offenbarung be^ Slngeji^^td 
®otte^ ju erlangen* 

tflad^bem toir un^, D |immUfd^ $atet! erge« 
^^en baben beinen Eiligen ^amtn anaurufru, 

12* 



- 180 - - 

fo fie^e un^ an mit bett Sugnt beitier 33arm^t> 
jigfeit, neige beine Oi^ren, unb t^ue auf teilte 
milbe ^ant), unt) gie6 gereinigte ge^orfame ^r^ 
gen, bie wir )u bir, O ®ott unb Sater in bem 
Fimmel, mögen auf^e^en, attba mir unfern @r^ 
lefer unb ©eligmac^er ^u beiner redeten ^anb ^a^ 
Un, 3efum (Ei^riflttm beinen lieben @o^n; mel« 
<^er, bafi er un^ re<j^tfertig mad^e, gen Fimmel ge^ 
fahren ifl, ba^in n^tr i^m (eibli^ nod^ ni^t foU 
gen fönnen, fo lang aU tvir mit biefer SBo^nung 
umgeben fr^n. ^ber er l^at un^ i»ertrößet unb 
fefl getobet, ba§, fo wir l^ä^f D Sater, etman 
marum bitten in feinem ^amtn, ba§ bu und ba^ 
gema^ren unb geben merbefl. 

$ßei( mir bann nun unfer Vermögen unb fRiä^- 
tigfeit tterfle^n, fo fommen »ir für bir gu bitten, 
D Heber Sater, bu mo0e^ uni boc^ ein ß^r, be^ 
t^anbig unb fefl Sertrauen in unfere |>erjen ge=^ 
hm, auf baß loir beine ®al^r^it begreifen, m* 
fte^en unb )>erne^men mögen, unb ba§ bu um 
ftelf unb feft behalten merbefl, aU bu und bur<fe 
beinen ®o^tt ^r^eiijen i^afl gu geben. D ^rr ! 
bicfe Sßa^r^cit »crpd^cre in unfern .^ergen: 3a, 
D lieber Satcr, flärfe unfer Scrtrauen ber majfcn, 
ba§ »ir mögen burd^grünbcn, n?ie lieb bu bacf 
mcnfd^üc^e ©efd^leci^t ^ajl, (bem bu fo geneigt unb 
wiüig bifl alle gute ^ahm ju geben,) ja ba§ »ir 
au(^ beiner ^ttmac^t feji vertrauen mögen, unb 
bap bu, D (3ott, ni^t« »er^etfejl, wetc^ed bu 
ni(^t überpf ig fottteft fönnen tjoöbringen, t)ann 



— 181 - 

wril tu m^ ibegel^refl unfern 9ttt0<n, aU »ir 
mir felbfl t^un, fo gtelb, ba^ mir mdgen unfein 
nic^t unfere Untoür^igfrit, fonbern Mne ®endgt- 
(»ett, ®utf, »a^r^eit nnb mmaö^t 

Unto aU mir bid^ alfo mit Srrtrauen fotten an« 
rufen, fo maä^t bod^, O ®ott unb Sater l unfere 
.^erjen frei? »on eiteJen unb tiJbtUc^en ®ebanfen 
un\> Segierben, auf baf feine Ungere^tf^feit tarin 
befunden merbe, unb ba^ mir nid^te anber^ bit« 
trn no^ begehren mdgen, bann mad bir, D &ett, 
gefädtg fe^, gu beinern 5>rei« unb ju unferer See- 
len Seligfeit* 'S)a^n moüejl bu unfere J£)ergen er^ 
ntebrigen unb bemut^gen, anf ba^ unfere (^t- 
httt nicbt (eer mieberfommen, fonbern, ba§ fie 
btirc^ bie 9$o(!en mögen bringen gu btr, D ^ott 
unb Sater. Serlei^e un« au^ ein ^rg, ba§ mir 
unferm 9laib^tn gerne )>ergebett, o^ne einige ^ac^- 
gier ju be^^alten. ©rid^, f^Jöge unb gerfnirf^e 
unfere bergen, baß. fie gieffenbe I^ränen laffen, 
bie bu, t> Sater! anfeilen mögeß, und bie bir ge^ 
fallen mögen; unb alfo ju bitten, fo moüeft bu 
un^ eine große Segierbe unb be« i&erjen« 3wnei- 
gung geben ; bagu ein fuffe^ anbä^tigcd :SS^efen 
mit fittbUÄer «iebe, bi(^ D ®ott, aU unfern Sa- 
ter anzurufen, im 9Iamen beiued geliebten @o^ne0 
3efu S^rifli, beffen Äraft groß unb mäAtig ijl. 
'Stid^cn bu aud^ alfo lieb ^a% baß bu un0 ntd^t 
oerfagen magfl, fo mir bid^ in feinem SRamen bit- 
ten, ber au^ \>on und megnimmt baffelbe, ba^ bir, 
D ®ott, an un« mißfällt, dr bereitet un« bae 



- 1« - 

Vfbfit uttb ble Oiiabc: Cr ijl unfer %nx^fxti^x 
bf!J tix, nni Mtkt fSr un«. 

Uitt^ l^antm bitttn tvir bid^ in feinem 9}amen 
um bie (Srlaffnng unb {Ergebung unfcrer ©fin* 
ten. ^erT; wtgieb ffe un« bod^' in bem !llamen 
t^eine« geliebten ®o^ne« 3eftt g^rifH. 

Unb twit bu wttfer ®ott unb ©d^opfer bift ber 
und ben Obem unb ba^ Men gegeben i^afi, fo 
ri(^te bo^ unfer« ?eben« Orbnung ju ber etoigm 
3eHgfeit 3)ann aöe unfere 3Ber!e, 2:i^ttn unb 
Süriiebmen, flehen in betnen Rauben; D ^ttx, 
x'\d)tt f!e nad^ beinern göttitd^en OefaBen, »ir be* 
fehlen fie beiner mad^Hgen $anb. 

'^ber, D ®ott, g(eid| »ie bad (SrbreiiJ^ o^ne 
?)tegen unb X^au; alfo fei^nb mir unfrnd^tbat 
ohne beine ®nabe unb ®unjl, unb muffen gan| 
)>ergeben unb t)trborren* Unb barum tooSe^ bu 
mit bem l^immlifd^en Zi^au, Stiegen unb ®un^ 
xtn^ betl^auen^ unb jur gritii^tbarfett bereiten. 
Die« bitten »ir auä^, O lieber »ater, im Flamen 
v>efu. 

Unb btemeil bu attein »eife U% unb nid^t aU 
lein im ii^t too^m% fonbern aud^ ba« emige 
Vid^t felber bijl, unb »tr in biefcr finfltrn J)erblen-' 
teten ffielt »eignen, fo erteud^te und, D ©Ott, 
mit beiner gotttid^en SBeid^dt, bie eine SRit^cU 
ferin beine« J^ron« ifl. ©enbe f!e i>ott beinern 
heiligen Fimmel unb »pn bem ©tu^I beiner ^err*« 
Hc^feit, auf bap ffe be^ un« fei? unb mit un« ar- 
hfitf, baj »ir miffen mögen, wa« bir an^ttit^m 



— i«a — 

(ev. X)ARti pfynt bUfe &a1>t fe^nb mir, O 9ott 
t)ir nid^t angeiie^m. D ^^crr, um bicfe SBei^^t 
bitten »ir bt^ and^, im Staiiien betited gelirbten 
'3obtied 3efu S^ri^i; in totiä^m ^thot^tn lit^ 
gen attc @d^ä^ ber SBei^b^tt nnb ber (Srfenntnif . 
Unb nun »ir mit aUerle^ Kngfl befc^wert fci^n, 
bitten toix bi(^ mit X)at)ib: O ^rr, i/n^t und 
bcin %nge{i(^t, fo mnben »ir gefunb, bamit mir 
bad mögen anfc^auen unb (eben. !Cann barin 
beruhet unfere ®e(ig!eit unb emiged 2eben^ totU 
(^ ®ttt üUt Reuigen unb beine Sludertoa^Iten 
geniefen. Sap nn^ auc^ bied in bem %amen 
Jefu (S^rifti beined @obned genießen unb tbfiU 
Saftig werben, ber und ^at leieren bitten. ®ie6 
und im ®eifl unb SQa^r^ett }u fprec^en, aU mir 
fp fagen : Unfer Sater, ic. 



4. 

9t04 eitle turje ^rm bei 9tM^ n«4 l'er 

^ bu, ein gnäbiger, barmherziger O^ott, lieber 
^^^immlifc^cr Sater, ber bu und beinen armen 
.^inbern beine ®&te unb Sreunbli^feit über{{ö§ig 
cr^eigefl unb bemeifefl, unb und nid^t attein biefe 
^uft| Cifer unb geneigted ®emutb gegeben l^afl, 
att^ier bei^fammen gu Ummtn für bir in beinern 
i^iUgen ^laxntn, fonbern ber und au(^ nun (ald 
üuäi nodi $um oftern unb mand^mal oor biefem) 
bein ©ort ^ajl (äffen ^ören, unb beinen gptt(i(!^en 



- IM - 

SBiVen tabitr^ l^afl Taffen furtragen «nt ^erfiit»« 
ti^m: Sfir biefe Mne bmiefeite SSo^U^at, D 
<^0ttl fagm mir Mr Solft unt) t)att! aud ©mit)» 
unfern ^er^end, unt att^ ter 3^iefe unferer @ee« 
Int. Un^ mir betennen gerne uttfere ®(i^it(b, 
mei(eit tvir fo mand^mat t^ermal^net, unb ^eine 
treue Tarnung ge^oret^ aber un^ Ux ®el^orfaiit^ 
feit nid^t befliffen l^abeit. O ^err, t>ergteb und 
f>^^, um beitted geliebten ®o^n0 3efn S^rifH 
miticn. 

Unb »ir bitten bi(!b aud^, lieber barm^ratger Sa^ 
ter, bu tvoUeft bod^ bein gel^orted unb empfange«* 
ne0 SJort nun in unfer a8er ^er^en (ebenbig, 
fräftig unb totttiiäii maAtn, unb aur gruc^tbar^ 
feit (äffen fommen, meld^ Stöd^te übrig mögen 
bleiben ind etvige Seben; auf baß mir baburd^ 
nii^t aüein miebergeboren, gana umgefel^rt, Der« 
anbert, unb gar nad^ beinern Silbe erneuert, fon- 
t)ern, baf mir auä^ babur^ inm )>oQfommenen 
Mttv S^rifli auferaogen^ unb alfo mad^fen, au«« 
iiebmen unb unterbalten mögen merben. 3a, 
tag mir ed dU einen Spiegel mögen für bie 2Cu^ 
g:n unferö J^eraend jhÜen, unb gebraud^en aU 
Icbenbig Sßaffer un^ \)am\t ^u mafd^en, bamit mir 
böburd^ gana rein mögen merben, baß S^üd^te ber 
(^^crec^tigfeit batjon mögen lemmcn, unb mir au 
rtUm guten SBetlen gefd^idft unb bereit mögen mer^^ 
iDen; baß cinä^ unfere arme Seelen "boburd^ ge* 
funb unb lebenbig gemad^t merben : 3a, bag t9 
fltfo unfere J&eraen burd^bringe^ bid baß ed fc^lbe 



- 1« - 

3nt ttttb ®cl^ ®eltttt unb Warf* ^a, ba§ e« 
und bargtt bringe, baf mit nid^t irrbifd^, fonbern 
^immtifd^ geflnnet fei^n, unb bap e« und an^unbe, 
brünflt^ unb feurig mai^ 3U allen Sugenben. 
3a olfo, baf mir baburd^ gang gebemüt^iget unb 
ntebertra(!^Hg i»on bergen mögen tperben, ganj 
erneuert aum ffie^eüagen, Slitleiben, unb gur 
Sarm^erjigfeit *e»eget 3«, baf wir aud^ ba* 
burd^ bie ®üf igfeit beiner gottlid^en (9naben unb 
bed ewigen l^intmlifd^en Steid^d mögen fd^medfen, 
unb un^ barin aUein ergoßen* Snbli^, baf wir 
aud^ bamit mögen wiber bie lifligen anlaufe bed 
ZeuftU unb aOer geinbe Sßaffen gur Ueberwin« 
bung fommen, unb ewig bel^alten Vnb feiig mo« 
gen »erben* SUfo bitten wir bid^, lieber Sater, 
um äffe notl^wenbige ®ad^en k. unb bad burd^ 
deinen \>iefgetiebten ®ol^n, unfern ^errn 3efum 
Ci^riftum, ber und, um beine gotttid^e ®nabe gu 
erlangen, ^at lehren beten : Unfer Sater ic. 

5. 

(Sine rttt}e Shtm bei ®rkrtl iiler Me |eUige 
a^üife )it gefrratt#eti. 

1^ Du aUmSd^tiger ®ott, barm^rjiger lieber 
'^^Sater, ber bu t)on Swigfeit nid^t aflein l^aft 
üuoor gewuf t, baf ber gefd^affene SRenfdi^ nid^t 
in feiner Unfc^ulb bleiben, fonbern jum gatt !om* 
men, unb bie rechtfertige @(^ulb ber ©träfe auf 
fid^ (aben foUte, fonbern bu (ber bu bein ^fd^öpf 



— 18« - 

liekfl) J^aijt aud^ für i^n t)on Smighit t>erfe]^en, 
unb in ber guOe ber ß^it beinett eingebornen @ol^n 
nic^t gefparet, fiMtbern benfelben für i^n gcfanbt 
unb übergeben, auf bap aQe, bie an i^n g^lanbtn 
nid^t t)erloren »erben, fonbern ba« etoige geben 
t»aben: «Unb ^a{l il^nen fo(^e !Siebe unb ®nabe 
bur(^ bein l^eitig St^angellum t)erränbigen unb 
anbieten kffen, unb atlcn, bie Med annei^men unb 
glauben, burc^ baffetbe befolgten, bag f!e pd^ liegen 
taufen im Flamen 3fftt* 3Die« ijl (burd^ beim 
®nabe) öon biefen ©egentöärtigen be^erjtget, unb 
fl^en nun mit gebeugten i^nien bed ^er^end fitr 
bir, unb belennen bereit ju feijn, hierin beinen 
göttUd^en 9Bi0en unb ben Sefe^I beined geliebten 
So^n« ju DoHbringen. 

Sie fagen ah benj Jeufel, SBett un^ i^rem ei=- 
genen gleif(^ unb Slut, pie begehren 3«fu S^riHo 
allein |u leben, ber für fle gejlorben, auferflanben 
unb gen ^immct gefahren ifl, hjeld^en Je befennen 
gu fepn ben (So^n bed Icbenbigen ®otted, i^ren 
Srlofer unb ©eligma(!^er. ©ie confentiren unb 
bemittigen gerne bcinem ^eiligen 6t)angelio ^u 
glauben, unb fid^ au aller ®e^orfamfeit beffelben 
au begeben, flber, D lieber barm^raiger Sater, 
bu meigt, bag ed in bed ^enfd^en Vermögen nid^t 
jle^t, ni>d^ bag ber ilWenfd^ fold^Ci? t)on it)m felber 
nid^t l^at, fonbern, bag bu, D ®ott, berfelbige 
bift, ber ba« Söollen unb Xf^un burd^ ®nabe in 
nn^ muffe t)ollbringett. ©o t^ue nun, lieber $crr, 
bie Äugen beiner ©arm^^eraigfcit über bicfe Erea* 
turen unb ®efd^öpfe auf. 




— 4« — 

@^l«ge M bin SBerl Witte afimäd^Hge ^nb, 
auf bftf biefe burd^ beiitc Ataft t9{)>er bie S&ube, 
SQelt, Xeufel imb ^SQe a(fo mögen ftreUen iittb 
ü^enoitiben, ba^ fie ^u l^immlifij^en Königen mo* 
gen geftonet merben. 

S)ap f{e aQer »eltl^en unb fremben Siebe ab« 
d^f<t0^ f<^S<i tt^^ fauber geioafd^n, C^riflo bei« 
Item @o^n ato eine reine 3ungfrau ju einer Srant 
mögen gugefüget merben. T>a^ ^e be^ ZmftU 
Mtiä^, loetd^ed bie ®ünbe ijjt, «erlaffen unb 9Rit« 
erben beine« ^immlif^en fflti^i ber ®ered^tig!eit 
mögen merben, baf jie bod^ burcj^ ben Sunb, mU 
^en f!e nun jur (Se'^orfamfeit mit bir aufrii^^ten, 
ein gut ®ett)iffen mögen ^aUn, megen Vergebung 
ber ©finben, unb baß i^te Hoffnung ^um ewigen 
^eben möge fr9^H(!^ fei^n. 

O bu ^immlifd^er Sater, nimm biefe in beine 
®nabe an, oergteb i^nen i^re <3änbe, ertoS^Ie fte 
ju beinen Ainbern, unb fleUe ^ au^ ®naben in 
bie Srbf(i^aft beiner ^immlifti^n ®itter. 

D S^rifle, bn @o^n ®otted, 'mitif^ i|nen boil^ 
atte beine Serbienfien, unb tb^le i^nen mit atte 
beine SBftrbialeit unb ®ere^tig!eit. SBafd^ fie 
in beinem Slut, nimm fie an su beinen Srübem 
unb ©d^we^ern, unb au SÄiterben beine« l^imm- 
lifc^en SRei^d. D bu gütiger Reuiger ®eifl, 
tl)ei(e i^nen mit beine ®übtn, befeftige fie im ©lau» 
htttf entgfinbe in i^nen bie ®ebete, fange |le an su 
erneuern; baf fie ba« gteif^ tobten, unb beinem 
©eruf mögen folgen* !Daau unter^aUe unb be- 



- 488 — 

malere fle im (BUn^tn, baf |lf ba^ ®egenti^ei( 
unb ben %o\> ubtmiitbeit mi^tn. V&t» ^ut df^tt 
II nb 9ttid bfiner gottlid^en 9Raif{lat, itnb au i(^ 
ter ®eelen @dig!eit. £)arum bitten »ir btd^ nun 
etnmütl^igTi^, fpted^enbe: Unfer Qater, ic. 

3n beinern 9lamen foU, D ®ott, bied SBet! an^ 
gefangen merben, t>oaftt^te bn e« bod^ butd^ brine 
gottti^e ®naben Araft. 3>ad bitten mir bid^ 
burd^ beinen ®ol^n 3«fww Sl^rifhtm, 9(men. 

6. 
ftitrje ^ornt M eiimSt|ism 9eletl^ 

So bie »erfammlete ©laubigen bad l^eiltge 

9iac^tma^>l be« ^erm l^alten, bitten unb 

mit anbad^ttgen <^er)en [predigen 

tnSgen* 

^ i&ert ! Du attmäd^tiger^ barml^erarger ®ctt 
^^unb lieber Sater ; gu biefer 3^i^ Pub »ir in 
beiner ®egen wart t>erfammlet, bie felige ®eba(!^t- 
ni§ bed gebrochenen 2eibed unb t)ergD{fenen9lutd 
beinen ©ol^n« Sl^rifli gu unterl^alten, unb biefer 
feligen ®emeinfd^aft ju genießen. D lieber l^imm^ 
Hf(fer SSater, bu »oQejI und boc^ alle fämmtlid^ 
tvürbtg unb gefd^icft machen, aU geiflUd^e beru^ 
feite greunbe an biefer $afel ju p^en, unb aller 
(^b^imnif biefer SJ^a^I^eit nn^ erinnert ju »er* 
bcn, auf baß »ir f!e fru(i^tbarli^ ju beiner g^r 
unb un« aur ©eligfeit genießen wogen. ®ir be- 
fennen biüig unb au(| öon ^gen gerne unfcre 



- 1» - 

Bünlt, ttnfere Unmutbigfeit uttb 9t{d^Hgfeit ; 
Ummtn ^en aller Ungeve(|tigfeit na^t nn't MO0 
fitr \)iä^, unb fu(^en und ber ©ered^Hgfeit |u ))er- 
troffen, bie S^rlflu« bctn Sol^n mit feinem bittern 
, Sobe, Seibett unb 95Iut))ergiepen ermorten ^aU 
O ^err, lap bo4 unfere i^ungrige (Seele burci^ 
beine Onabc unb ®aU be« J^iligen ®eijte« burc^ 
bie« Slbenbma^f alfo gefijeifet »erben mitbem 
?ei6e unb ©lut beine« geliebten @o^n«, auf ba« 
er In und, nnb »Ir tn ll^m bleiben m^Qtn, auf 
bag fein bitter Seibcn fftr nn^ nid^t ^ergeblic^ 
möge gefd^e^en fepn, fonbern, ba§ wir itnd ba« 
burc^ fefliglid^ t)ertr3jten, unb Serfid^erung in 
unfern ^erjcn ^aben mögen, burd^ bie Sred^ung 
bed 8rob«, ®cmetnfd^aft ju l^aben alle« feine« 
Seiben« unb feiner Serbienjlen, unb un« baburd^ 
anä^ mögen beine« gnabigflen feflen Sunbe« t>er^ 
tröjlen, ba§ bu unfer gnabiger ^erforgenber ®ott 
unb aSel^ttter »erbefl fe^n, unb bap »ir alfo ge* 
tröjtet unb gejlärfet, voixtUi^ Danfbarfeit an^ 
ber 3iiefe unferer @eelen mögen bett^fen* Unb 
nun ^infitro im ®lauben in ber Siebe, in ®e^ 
bult, unb mit loöaigem Sragen feine« itrru^«, 
unb ferner in aQen d^rifUid^ Xugenben mögen 
»ad^fen unb 3une^men, unb mit einem erueurr^ 
ten, maf igtn, geregten unb gottfetigen Sebcn, bir 
fortan bienen mögen bie gange 3^it unfer« Seben«, 
"tamit bein ^eiliger Ütame ge^ret merbe, uub toir 
bur<^ (Ü^rißum mit bir ewig leben mögen, ^men. 
Unfer Sater, k. 



- ts# - 

7. 

iSittlftf ttiig ifter kal (Ssmmwdtlttn btt tv 

lr»<|nteii 9t«M. 

<^ ^r, btt attmüc^ttger ^ott, lieber, ^immlt« 
^^fd^ Sater, ber bu un« lirt gel^att, unt nn^ 
]»on beut einigen Sobe gu erlöfen, beitten Heben 
®o^it Sefuttt S^riflttin |tt unferet Serfo^nung 
gegeben ^a% auf bap unfere @eelen burd^ bie« 
^immlif^e Srob gum ewigen Seben fotlten gef)>et^ 
fet tverben, unb l^aß uniS mmt aui lauter ®tta^ 
ben au fiold^r feiigen ©emeinfci^aft berufen lajfen : 
Dafür fagen »ir bir Sob unb t>ünt, 9)re{d unb 
df^x, aua^ etvige Senebei^ung ; unb bad bur^ ben^ 
felben beinen ®o^n 3efum S^rifium, unfern 
$errtt unb Seligmad^, 9mett> 

Santfagnng iltet bas Summunictren ÜB 

Xxint 1 8r4eriS. 

^ ^err, b» attntad^tiger ®ott, lieber ^immli^ 
^^f(^ Sater, ber bu burc^ ben einigen gro|en 
Wirten beiner @(^aafe, 3efum Sl^rifhtm, bein Soll 
l^afi auigefit^ret \>ut^ bad SSIut be^ endigen Zt^ 
^amtnt€, loeld^ er am ^reu^ für und ^»ergoffen 
^at, gtt unferer Serfö^nung, unb bu und gu bie^ 
fer fangen (^meinfd^aft, aud^ ]^a|l aud ®naben 
bernfiem (aflen? Dafür fagen »ir bir auc^ 8ob 
unb Danl^ l^ei« unb €^r, unb ewige S3enebe9- 
ung; unb bad bur«^ benfelben beinen ®obn 3c= 
fum e^rifium, unfern |)errtt, nmtn. 

\ 



- 1« - 

9. 

(Kille bir)e §itii U$ •ricti, 

Uefcer biejenfgen, fo bereit fepn ju iftxxai\)tn, 
mit anbSci^tigem -^erjen )tt f)>red^en. 

O ^r, btt Mmai^tx^tx, barml^erai^er ®ott, 
"^naä^Um bu bur(i^ teine etoige 3Bei«i^eit unb 
@ttle f^a^ aage^len, ba^ ed iti^t gut fir^, ba| 
ber 2)lenfd^ md^ beinern Silbe gefi^affen, aUein 
\t^, fottbem l^Afl i^m )um 9lnfange eine ©el^iilpn 
(bie gfran au« ffiner 3li}))>en gtmo^t^ gegeben, 
au Skrme^rung bed menf^ti(|ett ®efdjfie(2^t«, unb 
auf Unreinig!ett ^u i>ermeiben, ben ^eiligen @l>e^ 
flanb eingefe^t* Sßel^en auä^ bein liebeiS ^inb 
3efu« e^rt^d geformiret unb hflatiget ^at. 
@o(cl^ nun na^ beinern göttliii^n SBiCfen ^u 
beginnen unb au beMigen, ^e^en biefe bereit für 
btr, D ®etti erifiiie bDd^ bie klugen betner 
Sftrm^ratgfeit filber fie, un% moKeft ^ boc^, C« 
@>ott^ benebeln unb fegnen, unb i^nen beine 
gdtttic^e®n<ibei9erTei^en, baf be(^ i^re^eraen une 
®entfit]^er mit bem Surne^men in bir aUein mögen 
geriii^t ^n, beine gottüd^e <£^re aUein au fu(|cn 
unb i^rer Seelen @eligfeit, baf f{ebo(J^ alfo, gleiii^ 
e0 ben ^eiligen geaiemet, biefen S^eflanb aufric^^^ 
ten unb unterhalten, unb für bed SeufeU Skrfu^ 
d^ung mögen ietoal^ret merben, unbbaf fiein aU 
lern Äreuji, Reiben unb bet>orjle^ttben vlöt^, fo 
i^iiftt l^ierin begegnen, beine^^göttlid^ Xrofte« 
öiogm genießen, Dief bitten' »ir bii^, D ^ott 



- 1« - 

Sater, bttr^ beinen ^iü^Akibm ®i>^n 3efum 
Skriptum ttttfertt ^etro, ber und in anltegenben 
Stetigen ^at lehren Beten : Unfer Sater, )c« 



10. 
^wm M IRiitgeit s 9tM§, 

Snbad^ttglid^ mü aebeugteu Stnvat M «^erjen^ 
für ®ott jtt fpre<ftm* 

^ $err ®ott l^lmmlifd^er Sater, ber bu ben 

Seben gegeben, unb in biefe ^elt gefkdet ^afl, 
ba$ er ß^ (»egen ber Uebertretung) mit Aummer 
unb Arbeit ernähren fottte, U4 bap er lieber ^ur 
Srben mürbe, bai)on er genommen i% fonbem 
bu ^{i i^m auä^ eine 3^i^ g^<^H ^^^ I<^^g^ ^i^b 
ferne er meinen folle, auf ba§ er bid^ nad^f)>üren, 
füllen, furd^ten, lieb l^aben, nnb t>on gan^m 
^er^en anfangen foQte. Unb mte bu i^m auA 
ben ^ag 3ur Arbeit, alfo ^afl bn ii^m auä^ bie 
!Ra(^t aur 3fl4e (burc^ beine gottlid^e ©iitigWt) 
tjerorbnet, Diefe ^tac^trni^e ^ahm toix, O Sater, 
unter beiner ^äterlid^en Sef^irmung unbSBett>al^=^ 
rung gnabi()Itd^ genoffen. SSofür mir'btr nun 
bidig au^ (^mnb unfern ^erjen^ unb Xiefe uti^ 
ferer (Seelen banfcn, loben, greifen unb benebe^en. 
?rber, D ©Ott, fo öiel aU wir biefe SRac^t, alö 
auö^ imüU bie Xage unferiJ geben«, nid^t ^ilifl- 
Ut^ ^aben gugebr*d^t, burd^ ben TOtgbraud^ beV 



— 193 — 

ner ^offUf^ättn ; aU au6^ iutiSf bie Ueiertretung 
deiner ^eUtgeti (Gebote, uttb bie SerfSumun^ un* 
ferer ^din% mit SQorten^ SQerten unb ®eban^ 
!en, f(!^(afenb ober ma^enb^ uni einiger SBeife 'otv* 
füttbiget' ^beit> (tpeld^e^ toir t>ieIfaUig mit 9iru 
unb \Seib befennen, bd^ ed gefc^e^en fe^^ bad woN 
left bu un^ boc^ burc^ ba^dDergoffene^tutbeinee 
liefen @o^ned 3efu ß^rifli )»erge6en, unb ane 
(Knaben erlaffen« 

Unb nni^ bu, lieber ^oiter^ bitfen Xag toteber^ 
um l^afl fd^einen laffen^ fo g^e( un^ ju bebenfen, 
Oa§ e0, D (Sott, beine gnabenrei^e ®abe fep ; 
unb le^re un^ ban!6arii^ ^oerfki^en, marum bn 
und biefe l^errlid^e ®aU tpieberu4n giebfl, unb 
beine fci^öne @o»ne, aU eitt barml^eratger Sater 
ü^er un^ (ajfeft aufg!e^n,a<ufbaf tvirnid^taOein 
bicfen, fonbern auc^ folgenbd atte bic Sage un^ 
ferd lieben« naii^ beinern göttlichen ISBiUen mögen 
9ott6ringett, bap mir burc^ biefen ben emigen lan^ 
gen unenbli(i^en %a^, wtläjtn bu mad^n wirfl 
bebenten, /Un^ und burci^ beine ®nabe mögen bar« 
auf bereit matj^en. 

£ia^ toir avid^ barau^ mögen t^erftel^en unb ge- 
leitet »erben, bie 9la(i^t ber ginflernip unb S&n^ 
ttn $tt oerlaffen, unb bat)on befreit au fe^n, unb 
fort^im ju bem flaren iiä^t beiner göttli^en ®na' 
ben mögen koanbeln, ba§ wir bie Söerle ber gin- 
flernilp ablegen, bie SQaffen bed Si^td aniiel^en,, 
unb e^rbarlici^ »anbeln aU am Xage. ©iergu 
iaü wi^, ®ott, ba« Si(%t beiner götttid^eft; 

13 



- 194 - 

&natt erieu(J^ten, feaf wir ^xA, o ®ott wn^ Sa^ 
UVj fürne^ntUö^ alle^tt furmifcnt fdtgnt mögen 
^aben in aU unferm 2:^un4tnb Waffen, tvie gegen« 
wattig ; ^er tu mit Mtitn feucrffammettbeii An* 
gen aSed ße^ft, aud^ wad wir fttmn^'mrn ober 
getrennten ; uniD weil wir wiffen ^ baf hi ba^ ®nU 
ttid^t unWo^net, nnt^ ^a« 9&fe ni<i^t rnigefhöft 
werbef) Taffen : Sluf toaf äffe nnferr Sage alfe 
gef(i^e^en mogen^ baf babur^ Wn l^Hger Äawe 
gepriefen wertie. Unb, D Sater, g(eii| ttrie bu 
ttnö lieb ]^a(l, l^ap wir bir aud^ alfo finMii!^ a\t9 
S*kht mSgen ge^orfam fe^n ; uritf weil wir beine 
öäterlid^e ?iebe alfo erfennen, 'üa^ wir «nfern 
9lac^jlen au^ baburd^ aU und feCfrft mögen Heb 
HUn-y unb baß nid^t^ von und gefd^H bae wi^ 
ber biefeüJiebe. freite; ja baf wir aCfo rei^tfiertig^ 
l'\^ mit bem 9läd^{ten ^anbefn mögen. £)a§ wir 
auc!^, D lieber Sater, aUedbadJenige, toa^ bu jur 
^JJot^burft giebjl, mapigttd^ gebrauch unb genie-- 
pen mögen, atlein baju bn un^ bad gegelbtn unb 
un^ t)erlie^en ^aft, unb nidbt in Uebcrflitf ober 
^ur (^eil^eit, no^ ^ur SßoUuji mifbraud^n. Un^ 
gieb und ein ^tx^, baf wir gern mittaten. Dap 
bod^ unfere i&ergen nid^t mögen befd^weret »erben 
mit Sjfen, Irinfen, no^ mit Sorge ber 9la^xun^, 
fonbern lel^re un€ bad Sertrauen auf bid^ fbtten, 
unb beiner göttlid^cn JE>üIfe erwarten, 4^tfrju 
gteb und einen aerfd^fagenen, niebrigen un\> ttt 
brod)enen ®eift, ein reuctragenbed mtmüth, unb 
re^te (Sanftmut^, ja redeten ^mgrr ttnb'!Dttrjl 



— 195 - 

naA beiner ®ere^Hg(eit, tiaju ein (arm^eqigf« 
miHeitenbed ^er^, bad gan) fauber unb rein mai| 
ftpn^ bid^, C ®ott, an^ufd^anen, barin all un^r 
fere <SeUgfeit unb emige« 2c6en beruhet O bu, 
ein ®ott ber Siebe unb bed griebend^ gib um 
beinen ewigen grieben unb ®nabe, ba§ n^ir ^nd 
|u aOen Seiten aU griebliebenbe mogrn ben^eifen, 
unb atten bpfen i^aber unt 3^^^^ meiben. 

Unb atte Siberwärtigfcit, bie und auf biefer 
(Srbe begegnen mag, e« fep Strtu^ ober Irübfa!, 
^^^ma(]^ ober einig Unglüd, bad gieb und gebul^ 
ttgüd^ mit fanftem ®eifi unb fhUem ^erjen, ot^ne 
unmä^iged Aiagen unb SRurren gu «ertragen. 
D ^err, bicmeil bu unfer ®ottunb Sd^öpfer bift, 
fo fcfeidle bod^ nun alfo unfer« ßebend Dtbnun^i 
naä^ beinern ^eiligen unb gottlii^en Tillen ; bann 
alle unfere SJerfe unb %\aUn fleben in beinen 
.^änben, bonn wir nn^ auöi} mit ieih unb ®eel 
unb all bem Unfem befeb^en. ^legiere unb be- 
förberc bie fßerfe unferer ^änbe, D ®ott, nacft 
deinem göttlichen ffliüen. 3llfo bitten wir btA 
auib für aüe ^IWcnft^en insgemein, unb fonberlid» 
für alle unfere ®lauben«genojfen, »o fte aud^ auf 
^em (Srbbobcn \)crjlreuet )t^n t %viä^ für alle be- 
fümmerte unb troftlofe ^x^n, fo in Reiben unt 
^ot^ fe^n ; au(i^ für unfere Serfotger, bann ftc 
miffen nici^t, wa« f!e t^un. 

Söir. bitten btc^ aud^ für aUe X)iener beincr ®c* 
meinbe, unb für bie Könige unb alle Dbrigfeiten, 

13* 



- 196 — 

au* für alle tjitjenigt, fo utr« angeben, un* bafür 

**tfefÄn «.ir t,i* l« ^'^J^TÄ 

*1, D Ä un« er^Stfit wittfl, wann »tt t>i* 
. 'feLÄmTn ««rufe«, ««Mjf«^^ J " «- 
täitigem gtaubige« ^er}en : Unfer Sater, tc. 

11. 
(Sin Itttj mut na« gtHtttitm «orgtttatict. 

Oöcrr lag t)od) laß unt 9la(^t teine gnäWge 
£ «über «n« offen fe^n, «*""" "««J" *"' 
uc-i aötrtiAe.1 S«^«««; rid^te, reglere «nDbene- 
ie^e^aüe «nfer S&rneimen mt äßerfe j« tetne« 
^Sluen, ?lmcn, ^ 

12. 

mii eine anbtte futje »um bt8 8»at«ctt* 

OÄerr ®ott, lieber ^Imtnllft^er tßater, fetr bu 
unf S^öpfer u«b ©erforöer bijt, unter »et; 

^la*t gute JRu^e gnablgll^ gehabt ^a-feen. ^a- 
für wir Dlii^ billig loben unti blr taufen., mn, 
£) lieber ^ater, fo »iel »tr unterbeffen beinetOo^l' 



— 197 - 

t1^{it fiiiiger Sßeife gemi§6rau(j^t i^aitn, mUx bei' 
ntn ^ottliä^tn SBiQen, tvel^ed »tr gerne mit 9tru 
brfcnneit^ ^a« »oUeft tu und bo(i^ um betne^ lic^ 
bell @e^itd (S^rifli «»itten «»ergeben. Unb lebte 
un^ bebenfen, marum bu biefen Xag mieberunt 
bajl erfd^inen taffm, anf ba§ n>tr biefen unb fo( 
gmb^ atte bie Za^t unferd ^eben^ nüchtern, gc 
Tfd^t nnb gottfelig mögen anbringen, alfo, baf; 
beitt l^Iiger !Rame geehrt, ge))Teifet, unb tvir am^ 
(Knaben emig behalten unb emig feiig mögen »er^ 
ben« ^ier^tt laf un^ beinen guten ®etft geleiten, 
unb beinen guten Sngel unfern SBeg glüdfrlig 
maä^tn. O ®ott, bad bitten wir bii^, im 9tamcn 
beinen geliebten ®o|)ne^ 3efu S^rtjii, ber uno 
bat (eieren bitten, Unfer Saler, k. 

13. 

Sitte §iirm bei tUenb^^ebet« mit anbSdjtts 
gettt ^erjett unb gebeugiett Anieen 

O ^err ®t>it, bürm^erjiger, l^immUfc^er, lieber 
^^SSater, ber bu und ba« ixdit bed Jf^immelö ^u 
ttttferer ix\euä^tun§ fo milbigli^ ^afl laffen fc^ei= 
nett, unb biefen ^vergangenen Za^ auc^ gegöunet, 
auf bafi toir ba^ na<j^ beinern ^eiligen Tillen foü^^ 
ttn gebvaud^n, unb und in atter ® ottfe(igfeit üben, 
gur ^iefe beine gnabenreid^ ®aUn fagen mir 
bir 8ob unb Danf, 9>rei^ unb öi^re unb eivigc 



— 198 — 

^entbepung; unb mit ütkn^iä^, fiarm^er^tger 
lititt Sater, ^tx^itb uit« bo^ badieitige, fo mit 
tiefen Zaq, aU auif ItmaU bie Xage unfern ^^ 
bettd, verfaumt, ober anä^ etwa teiber bettteit gött^ 
liefen SBiUen ge^anbelt l^aben. T>ann tt>ir be« 
fennen gerne unfere @<j^ttfb, ba§ »ir bur<!^ Iräg* 
heit, 9tud^(o{!gteit unD Unad^tfamfeit fe^r miber 
tt(^ gefünbtget ^aben. D Sater, i»ergieb un« 
bod^ um beine^ geliebten @o^nd S^rifH roiütn, 
in bejfen 9lamen mir bid^ nun bitten: 9}tmm 
und bur^ i^n in beine gott(i(]^e Serfö^^nung auf, 
ta§ mir burd^ bein ^inb redeten grieben mit bir, 
D Sater, mögen l^aben, unb benfelben emigU4 
behalten. 

Unb ba§ mir nun btefe ^ufunftige yiaä^t, meldte 
bu xtn^ jur 3^u^e üerorbnet ^a% auä^ folgenb^ 
ade Xage unb 9lä(|te unfern itUn^ unter beinern 
göttlichen ®(^u^ unb Schirm mögen bleiben, mi^ 
bcr. alle ^Rac^t ber ginfterniß unb Soöbeit bec 
liftigen Söiberfad^er«, ber obne 3lufbören Xag unb 
^ad^t um nn^ gebet, unfere Seelen gu tjerberben. 
O Sater, bu motteft un^ bod^ für feiner ?ifl unb 
Serfud^ung bei^uten unb bema^ren, unb unter 
ben Stugcln ber Sarmberjigfeit bebedfen. 

?ag bod^, D Sater, unfere Seibei: friebfam, 
f}bnt Seflecfung ber (Seelen unb bed 8eibed, ruben, 
na6^ beinern b^ilig^n unb göttficben ^JBStden, alfo, 
t»a§ immer unfere ^erjen, ba« ®emiit^ unb un* 
ferc <Bxnntn in bir maä^nt> bleiben, unb fe^n für- 
ft.^tig auf bie 3u!unft beined geliebten @o^tt«; 



- 199 — 

^a§ »ir UM alfo na4 deinem g6tt(t(^en 9tair|^ 
me^tn htxtittn, uxCt feiitr ^errlid^e Sufunft mit 
aufgel^oBettem ^au)»t un^ mttSreutfit mognt er** 
tviirtfii« 

Sa§ tod^, (orm^cratger Satrr, ba« Sid^t betnrr 
gottltd^ ®ii4te über uit« (ntc^teit, auf ba^ mit 
mit ter ^lad^t ber ginflfmil, bariit bie gaitje 
Seit liegt ttid^t uBerfalleit »erben no4:i in tem 
Xob entf^Iafen, fonbern, bap »ir bur(!^ ben Scb 
jum Sefcen migen buri^^bringen. ^0ed p $ob, 
£^re unXi $rei« beined ^eiligen, ^od^gelobten uiib 
^rrlid^en ^amen^, ttnb un^ gut etvt^en ©eligfett« 

O ®ett; Ia§ nnd bie§ in bem 9tamen beinei? 
geliebten @o^ne^ 3efn S^tifti genießen unb tt)ei(^ 
Saftig »erben. Slifo, lieber barml^er^iger ^ater, 
bitten tvir bi<!^ and^ um alle bet^orfle^enbe 9?ot^ 
bettlet lieben ftinber, auij^ ben ^ä^toaä^tn, unb 
terer, bie ba leiben um beine ©eieugniffen ; unb 
au4 fnr nnfere f5erf olger. D ^err, bu »ellcft 
au(!^ Arbeiter in beine Srnbte fenben. 

SSir bitten ani^ fnr bie Cbrigfeit unb ^Jt(ci^tn 
ttu ber Sauber unb @tabten, a\x6) für ade i't^ 
flimmerte, beangjligte «nb tro^Uofe ^erjen» 

D Sater, bu tt>ei§t »ad ibnen unb nn^ adru 
i»pnnöt^n i^, tbue b« dft beine gnabige Slugen übrr 
^e unb und aflie auf; fiebe nn^ gnabig be^ mit 
beiner ftraft, auf ba§ bo(!b beine Jtreaturen un^ 
(^ef^ö)>fe tti^t oerberben, fonbern^baf fie |ur civi 
gen ®eligfeit mögen gebraut »erben. ^ic§ btt' 
ten »ir t>iäi anä^ bur(ä^ benfelben 3efum e^rijlum 



— 200 •- 

uiifcrn ^errti, ttx uxti lehret in feinem ^amtn 
Htten unb fogcn: Unfer ^attt, k. 

14. 

Um fttrs 9tM ttid| htm «baik « OMiet {it; 

f|irei|eii. 

Oftir fccfe^Ien un«, D Iie6er Sater, mit aü \>tn 
"^^^Unfrigen in Mnt $änt>e; bu motfeft nn^, ty 
@ctt! lufammen kma^ten, mit beinen ktlif^en 
(Engeln umlagern, unb mit beinem guten ^etltgeit 
®ci(l bntdb bieg 3ömmert6<tT geleiten, Bi^ bog 
irir feiig fterben, frö^Iid^ auferfte^en, unb in ben 
•Öimmel aufgenommen njerben, unb bief bwrcl^ 
benfelben beinett »ielgelielbtfn ®o^n 3^fw»w 6ftn=- 
ftum, 5lraem 

Mint ankert tnrje ^orm bei SUettb s @cbct^. 

'O bnrm^crjiger, lieber, l^immflft^er Spater, bie^» 
^wd\ bn un« biefen lag ba<? fiare IMtbt ber 
(gönnen ^ajl (äffen genießen, bag tt?ir aufrid^tig 
rtat^ beitiem göttlichen ®iÄen foöten wanbeln: 
Xafür banfen wir beinem feeiligen 9lamen, unb 
bitten bi^, bag bu unö bocb ttjollefl vergeben ba^* 
jenige, fo »ir hierin fe!)r »erfaumet unb bawibft 
ge^anbelt ii^ahen. 5I^e(d)eö wir gerne befennen. 
Tu moüeft uu« bod^ ^nabe t)er(ei^cn, ba§ »ir 
um ^ur diuiyt niebcrlegen unter bem Statten 



— aoi - 

beteai^ret mö^tn bleiben miber aHeliflige^n^äiife 
tti geinbtd, fo lag unb 9la(!6t um uit^ beri^ebet : 
Daf toir atfo biefe ^ad^tru^e bantbarliÄ m^tn 
^hxüui^tn, unb un« attjeit furfe^n ge(|en ber 
Bnhtnft belneö i^ücbten @o^nd. S)urd6 xütU 
(ben tt^it bieg ®ebet für bir audgiefen unb brtrn, 
Uttfer Satrr, ^c* 

16. 
9tM Hdt kern (ERrtt« 

Ätlei^ aller ©laubiflen «ugen auf 3)i(^, C ^?)err 
^^ ®ott lieber l^imntliftJ^er »ater, hoffen unb 
beinen göttlid^en ^eifianb gum ®uten ertvarten, 
unb bu ibnen i^re gei{lU<J^e unb natürticll^ Speife 
t^tebfl (dlHA aufl^ allen beinen Jhtahtren) \n 
ret^ter Stit*y ffntemal bu allet SSerforget btft, off* 
lieft teine milbe ^nb unb glefeji au« beine ®ü* 
tigfeit mit ®egen über bi^enigen, bk auf bi(b 
hcf^n, unb i^re Sttgen auf bi(i^ fci^Iagen : 2life 
(^ieb un«, ^m, tle Vugen be« ^r^end mit "i^er- 
trauen auf bi(i^ in rieten, auf baf mir ben @e^ 
gen utcb bie S3enebet^nng beiner göttüti^cn C^na^ 
ben att(^ mögen gnabiglii^ geniefen, unb biefe 
beine gegebene ®aben 3U un^ nel^men mäf tgficb, 
itnb bie ju beinen (E^ren unb gn unferer 9totb» 
t^urft gebrauten, unb baf gui^or unfere <See(en 
mttbem Srob beinetS göttti(!^en SBort« gum ewi^ 
gen Seben ol^ne Sluf^ören mögen gefjjeifet werben, 



- 202 - 

bnrcb Mncn Ik^n @e^ 3eftfiit S^rt^nm, un^ 
frrtt ^rn, %mtn. 



17, 

Oelet «ttb Stttlfftg«tt| ittf^ htm (E{f en. 

^^ biefe ®abf »on beincr milben ^ant> em)>fan^ 
i^en l^alben, biefelfte ^enoffen, unb bamit gefatttget 
fe^n, u>el^e bu und, glet(|^ aui^ atte anbere beine 
(^abcn, bÄrttm fo übcrp^ig gicbfl, ba§ wir bld^ 
9011 ^eraett foQen Itekn, unb mit beut ^unbe be^ 
nebe^ett, 

@o bitten toir bii^ burd^ S^nfinm beinen (Soi^n, 
bu mottefl boil^ bur<i^ bie itraft beine^ ^eiligen 
C^eifled in und »oKfommeit mad^ii, baf , bie toir 
f i>(^e bettte ®abe empfangett, nid^t ^ol^ unb l^od^^ 
müt^tg tnerbeit, no4 beiner £iebe unb ^eiligen 
Gebote «ergeffen, fonbern, bd| ti»ir bid^ )3on gan- 
zem ^er^en mögen Heben, ni(|t aUein mit unferm 
'Dtunb unb 2ip)»en, fonbern auc^ mit a&en un^ 
fern ^Skrfen unb Xl^aten, unb mit aütm bem, ma« 
in und i% bir mögen banlen, biii^ loben, greifen 
unb benebelten, aU unfern @4öt>fer, Serforger 
unb (Sr^alter, ni(|t ftflein au biefem, fonbern aud^ 
iu bem uni^erganglid^en ewigen Men, 3« »«^^ 
che« S6re wir nun bitten unb fttreAen ; Unfer 
3?ater, 2f, ^ 



203 

18. 

$am M 0rleil fSr ««k trtp Im Artiibii. 

^ $m, aHmo^tiflct ®ott! bcr bit bm Wen* 
^^^ f^^ bdR ®efd^3^f, «A<j^ Mnew 8i(be p^* 
maä^t, i^it lidbefl burd^ beinc mi§t 9ki«^t unb 
d^&tigfdt, unb loerforgefl i^n mit aOem, »a^ t^m 
)U btm cmigrn i^tn "oonniti^ ifl* 

Darum, toeil bu mi^t, baf e« bcm Wcnfc^en 
btfund^ i^, gu feiner Sejferuug, gejfid^tiget a» 
merben, t»f[^g^ bu i^n mit man^erle^ ätatitfytx' 
ttn unb (Sied^tagen |eimauftt<^ unb bamtt )u 
belaben, auf bap fein ^o^muti^ unb eitel Ser« 
trauen fottte g^am|»frt tverbeu, unbetbabur^ 
ni(^t gana MfaOe. Sermal^nefl i^ baburii^, 
bad funbli<|e iMen gu «»erlaffm, fein Snbe )u ht^ 
Wien, irud^ be« Sobe«, burd^ $iein unb @d^mer^ 
^en, aU Sorftoleu beffeltot, barju beine^ ^rengen 
geregten &trxä^t^, bed {üngften %a§U, unb be« 
ewigen bebend, i^n eingeben! §tt ma^n^ ni^t aud 
3orn, fenbem burcj^ tniteHifJ^ fia^ung« 

flu bu bann, ftarm^tger lieber Sater, biefen 
gegenioartigen ^enfii^ unter beiner aßmä(i^ti< 
gen ^anb a(fo lur S9efferung mit Xrant^t unb 
Ülenbe befugt unb nieberge(eget ^ü% unb bie 
^ebrecl^Iidlfeit betf utti90fi!ommenen mcnfd^liij^n 
itbtni i^ mcMJ^te bef^ulbigen, unb ber Sob jum 
oftem für ben Sugen fleM* 

@o bitten wir bemutl^iglid^, mit, unb nebenft 
i^m, D barml^siger lieber 55ater, bur<i^ baö t>er- 



•1 

4i 
i 



- »4 - 

^offqte Slttt beine« geftebten @ol^ne^ unfern 
.?>errn 3cfu d^rlfll, bog bn bo^ mit i^m nii^t 
»odefl l^anbeht nati^ ©d^atf^eit betne« gereAttn 
Urt^U ttttb feinem Sevlicfißp fottbcm tta^ bff^ 
ner ^mt^ctfi^ffit itiib ®fite, mtb ixrfci^ i^m 
iitiDeitbigeit %X9^ ttnb ®tötfr, bomit er biefe beim 
"ydtttiiö^ Sdefud^ung t»tatgU(| anmf^mt unb ge^ 
bulbig ertrage, unb er ^äf gegen bir, D @ott! 
hierin gel^orfamtii^ Derl^alte »üb («ibe. 

®tc|« i^m, lieber Sater ht^, in allem ©treit, 
unb befd^irmei^n in aöer feiner t>orfle]^ettbett Sfngjl 
unb ®efal^r» Unb furnei^mliij^ mann tt bie SBtf* 
fenf^aft bed l^ergen« gegen bir , D ®ott, entbedfen 
unb offenbaren fol, baf er fld^ ffinbig unb fd^ul^ 
big fär bir ma^tt unb befennet, fe f^enfe ed t^m, 
mnb »otte^ bod^ milbigltii^ au^ Knaben bie ^raft^ 
be« f(j^)»eren bittern geiben« betne« geliebten ® e^*" 
«e« 3*ftt 6^ri^ über il^n anögtef en ; ber in ber 
SBal^rl^eit unfere ^ranfl^eit getragen, itnb unfere 
Strafe auf fl^ genommen i^at, aU er fitr nM gur 
Siinbe gett>orben, anä^ für unfere ©nnbe geflor^ 
ben, unb jnr Äbttafd^ung bcrfelben fein treuer* 
bared 93lut ))erg offen l^at, unb ifi barnm t>om 
Xobe auferflanben, auf baß er nnfere ©ere^ttg- 
teit unb t>oUfommener <Beligmad^er fo0te merben. 
i^af , D ®ott, bicfen elenbtgen Äranfen aller f ol* 
c^er über bie maffen grof en gnäbigen ® aben, barju 
fo mane^erk^ Söo^lt^aten beine« geliebte« <5o^ne, 
gn&bigltd^ genief en* 

O «>ctr, laß i^tt im red^tfd^affcnen ©tauben 



- 205 — 

6efe^tflet »erben, ju rtnem flil^n lobe miberba^ 
föüt^en bec @ünt)en, ju einem ®(!^tlbe toiber aU 
itn lifligen 2ln(auf t>ed leufeU, ta^ er baburc^ 
möge tnvä^ bcn Xob jum Men bringen, unb tt(fo 
nad| biefem furzen Ser0&ngIi(|en, ba« endige Un« 
vergängliche ergreifen, unb jur ewigen ®enefung 
ermatten werben. 

^ix befe^ren bit if^n, D ^imm(tf{^ Sater, 
gän^Hd^ in beine ^anbe. D bu reid^ ^(anb, 
maSit bo(^ biefen ^anhn gefunb* O bn reil^trr 
^Jletft^tfer, ^ilf biefem ©^wad^en, xiä^tt 11^ anf, 
ter Im ^er^en ntebergefd^tagen i% mafd^ i^n, ber 
feine Unreinigfeit betennet Serbinbe biefen, ber 
fo fämmerUcI verwunbet ifi. @tärfe, D ^otit, 
biefen (3d^wo(i^en, ber mit ^urd^t Waben ift, 
Unb, bieioeiC bu a0e ^inge i»ermagfl nnb über^^ 
findig t^un (annfl, fo fättige biefen ^nngerigen 
unb Dnrf^igen mit l^immlif^er Slotl^burft* Unb 
a(d er fld^ |u bir bef e^t, fo nimm il^n gnäbigHd^ 
an, mad^t i^n beftönbig m guten gürnel^men 
nad^ beinern SJiflen. Sergib i^m insgemein atte 
ba^ienige, bamit er beinen ß^tn nnb Sifer )»er> 
bleuet ^at, unb gib i^m für ben ^ob ba^ ewige 
"^tbtn. ^ber bad attgumat aud ®naben, burid^ 
3efum Sl^rtjlum, beinen ©ol^n, unfern i&ernt ; 
ber üuö^, jum XrofI unb ^um gürbilbe aller fiuf « 
fertigen ®Hnber, bem ®(|^(^er ober Uebelt^äter 
am ^reu0 mit fld^ in« 9)arabie« j^at eingefübret: 
Der and^ mit bir (ebet unb regieret in (Ewigfeit 



^ 206 - 

US ^iügen ®dfM, ein t»a^r|afHger &M in 

■ rr I iiM_ 

9eke( nm Utrirliittg tet Simkni. 

ttfc^ tu 0ere(^ter unt ader^dg^r ®ctt, ber bu 
^ fe(b(l in Mnen Sotrn no^ Xa^l ^nbefl, toit 
foU {(^ mtd^ crfit^nen )u )^ir ^n na^, ^r i^ ta^ 
Unrrdbt in mici^ fauft »ic S$a(|pnr, gleic^iDo^l, 
weil att(| teine Säarm^t^igfeit itn« gn ^ir rufet, 
unt Wine Ütbt unt ^nbrun^gfeit ^gen uno 
^rö^ i% aU tvt Siebe einer S^utter, utCt bie 
;)nbrün^dleit einer ^iud^enne, barum tu aud» 
nid^t bege^refl ben Xob be^ ®ünber^, fo na^e i^ 
mttib att beinern ©nabenflu^l in G^ri^o, befenne 
bir meine <&ünbe unb banfebir aud^, ba§ bu midb 
in meiner tüktfe unb Unartigteit, na(^ betner 
\!angmut^ fi> lang getragen l^a^. S« i{t mir 
leib! (£i$ ifl mir (eib! ^IRein Sater, ba0 i^ 
beine @nabe auf Wut^toiüen gebogen, unb nic^t 
bir, bem lebenbigen @t\% fonbern mir, meinem 
gleifc^ unb ber föelt gebienet ^be, Unb über 
bad, ba id^ befärd^te, baf meine ffUu unb ^ibiPf'^ 
fen nid^t ^)it(^ unb gränblid^ genug fep, fo ift 
mein innige« Sege^ren, bu moQeft fold^e Sinne« ^ 
anberung unb 9ieue, nebfi aUtn guten grüc^ten 
bie ber ©fle]^rung »ertl^ fe^n, in mir »irfen; 
fteUe jtt bem (Jnbe mir unter ^ugen bie Unart 
meiner v^eelen, unb bie. krümmen meiner eignen 



- 207 — ' 

IQe^ett, tamxt i&f an mit fc(6fi ein ret^te^ ^Iftt^> 
faUeit t^abt, uttb mit I^raneit ^ie gu^e meinem 
^ülantt^ fKnti^tn mi^. Stifte mi^ darneben 
turd^ bfin St^attgelium in magrem ®lauUn auf, 
unt^ toad l^a« ®f fe^ nicj^t fann, iDad tbiir tnt ^nb 
bdncn öligen ®ffft, unt^ ^pti^ mi<^ (o^ im 
Qki^ 9011 a(^ ittfineit @&ntoi, uit^ vett atlev 
Unüagf ^d io)tn ®€»tfmd, iinb juglet^ f^ajfc 
in mit ein nnted ^|, ®fifl wit^ Sinn, ^a^ icb 
fortbin ^fin Me, 1^ fitr mid^ gfflprien ifl, un^ 
(cd t»ott atten ^n^en bn ^»tten unb' ber ^iin 
^en in grtwfeigftit »or Wr nnt) in Un du^^apftn 
CWjH ttwn^ein fcnne, jnr Ser^errlic^iing MneiJ 
^ifigen 9^«mfn^ ^ier ^eitlic^ nnt ^9rt ewiglich, 
fimen. 



Ä?^ 



- 208 — 

^UttBeHi^^iBefetitttittl 

Der ©affenlofcn, unb furnefimUd^ in ben Stte^ 

ccrlänbem (unter bem yiamtn ber 3)len- 

nontflen) mo^lbelannten (Sl^rtflen. 

«rftft %ttiUU 

3iom ©lauten «n @ott. Son ber @d^j(p^n(t 
be^ efften 5!»enf<|cn unb affer SMngen. 

QAa^bem wir ht^tu^tt ftnben (in ben Sanoni^ 
^^ f(^n ä3ü(j^rn be^ ^Iten unb dteuen Seflo^ 
ment)^, ^tbx» 11; t)» 6^ bap ed ol^nmoglid^ ^ 
o^ne Glauben @ott ju gefaÜen, unb wer ^u ®ott 
f ommen will; ber mu^ glauben, ba^ ein ®ott i% 
unb bap er wirb fei^n tin SJergelter benfelbigeit; 
Die i^n fudyen : li)a^er fo UUnntn wir mit bem 
'J!}^unt)6 unb glauiben mit bem ^erjen, fammt aU 
leu grommeU; nad^ laut ber l^eiligen @(i^rift, an 
einen einigen, ttoi^tn, ^Qmad^tigen unb nnht^ 
greiflid^en (3ott 33ater, unb ©ol^n, unb ^eiligen 
m% Xitut 6; ü, 4. ®ßn» 17, ». !• 3ef. 46, 
», 8, 3o^. 5; ö. 7. unb feinen mel^r, noä^ fei* 
neu anbern ; öor weli^cm au^ fein ®ott gema(i^t 
ol)ci* g^etct^tn i% noä^ auä^ naä^ i^m fe^n wirb» 
Denn an^ 3^in, burc^ 3]^n, unb in 3iW, Pub 
alle Dinge. 3^m fe^ Sob, 9)reifi unb £^rc ^on 
tiangfeit ^u (Swigteit. 2lmen. 



^enfdini cittigcn @ctt, to H tvirbt ^le« in 
Z*^ atte«, ^laubtn wut Uhnntn »tr, 1 €pt, 12, 
t>« 6, ®en. 5. Ui et ein ^&|^frt ift aDer ftctt^ 
ibareit «nb nn^ä^tiattn X)tngnit bct innerhalb 

nüt^ ma« darinnen \% gefd^affen, gemaii^t unt 
^ttfeereitet ^üty 9itt, 14, )>. 15« Unb t^a§ er t>ie^ 
ftlbe ttttt) atte feine Sßerfe tiur^ feine SitUUit, 
%Vimaä^t, un% tmä^ ta^ S^rt feiner ürüft ncö^ 
regieret un'^ nnter^Xt« 

Unb dd er feine SSerfe )>o0ent)et, nnb {eglitf^ev^ 
in feiner 9latnr, fßefrn unb (Sigenfd^ft, gnt itnb 
rt^t nad^ feinem %o^(gef<t0en georHniret unb 
bereitet l^nttt, fo ^dt et daneben «n^ ten erfren 
aSenf^, nnfer «der Sater, 9(Mm gefAaffen, @en, 
1, ^. 27. ttttb i^m einen ?ei> gegekn, »etd^en er 
üU9 einem Srbenffo^, @en. 2, 9. 7. geformirt, 
M nb i^m einen (elenb^en D^ent in feint 9tnfe ge^ 
Mafen f^cit, «Ifo, ba^ er geworben ift eine leftenbige 
@ee(e, 9en ®ott na^ feinem Sil^ (®en* 5* 9, 1.) 
unb ^(ei^ni^ in rec^tf(!^affener ®ere^gfeit nnb 
^ligleit 3um einigen itUn gef(^fen: ttnb i>nt 
f^ ttiber atle «nbere ^rtatnren fonberli^ «ngefe* 
^en, nnb mit bieten l^e^en nnfb ^rrlii^ ®abm 
g^jieret, in ben Suftgarten, ober f)ar«bie« gefteüt, 
i^tn. 2, 9. 15. ®ebot nnb 9mHt gegelben, @kn. 
2, )»« 17, i^at ütti^ b<irnd<| von bentfelben Kbam 
eine ^ifpt genommen, ®m. 2, 9. 22. tmb ein 
SSeib barutt« gebanet, $n i^.gebrn^t, biefcfbige 
i^m anr &t^l^n nnb »efelin nnb $a«0fr(kuen 



— wo - 

Hugcfü^ft ttitt gegeben : fyit auä^ f »Igcttbd 9er^ 
f(^afft, baf i»on tiefem einigen erfim äRenf^ 
%^am üUt Wttn^ä^n, auf bem* ganzen Stl)boben 
lool^nenb, gegenget nnb entfi»trofien fei^n. ^ct. 
17, », 16. 

3»fl|trr HrHfel. 

Sott ttr Uelberttttung be^ gSttli4^n ©ebote 

t>ur(|i Sltom. 

^tr glauben au(i^ unt befennen, vermöge ber 
öligen Schrift, ba§ tiefrlbige nnfrre erße 
Sori^SItetn Stam unt (£oai in tiiefem i^ttxüd^n 
^tanU, t>arinnen fie gefii^af^n »aren, niti^t lange 
geblieben fe^n, fonbem ed fe^nb biefelben burd^ Stfl 
itnb Setrug bee @(|(angen unb be« Xenfeto 9)eib 
)>erlcitH unb i^erfui^Tet, dkn. 3, o. 6. unb f^ahtn bao 
bobe göttli^e ®ebot übertreten, unb fepnb i^rem 
®4^pfer ungel^orfam getoorben: Durd^ toeid^n 
Unge^orfam 1>it ©unbe in bie äßelt fotnmen ift, 
SHök 5, )). 12. 18« unb burii^ bie @ünbe bet 
Xob, unb ift alfo |u aOen äReufd^n burc^gebrun« 
gen, angefe^, baf ße aOe gefünbiget ^aben, unb 
baburcib ^^ dorn (Sottet unb Serbammni^ auf 
fid^ gelaben, barunt {ie au^ bem |)arabiefe ober 
£uftgarten s>on ®ott getrieben fepn, ®en. 3, \>. 23« 
^a^ pe ben ^ifrr bo^rn, mit Kummer gd^ bar auf 
ernährt», unb im ©d^iveif ibre« Xnoeßdbtd ibr 
SBrob efen fo«ten, bU fU mieber aur Srben »iir- 



- 211 - 

^eit, ta^on fle grnommnt »ürtn, 9f« ^^, ^* ^« 
\\n!t> ^^ fle berl^af ben bttr<!^ fet^ne einige Sünbe , 
fo gar ferne t>on ®ott abgefatten, gen^t^en ttnt 
)>on i^m eittfrembet toer^it fepn, ^a^ fte tvebrr 
buT<l^ ft<j^ fe(ier, no(!^ burd^ jemand i^rer 9iad^« 
fommm, no^ burd^ Sngel, ober SRenfd^tt; ncA 
burd^ Idne anbere Kreatur tot Fimmel noäj auf 
Srbeit, tviebentm aufgel^olfen, erlöfet unb mit 
®ott wrfö^ttet fonnten »erben, Äpoc, 5. fonbern, 
baf fie e»ig "ottloxtn l^Stten mnffen bleiben, ba^ 
fem nid^t ^ott (ber ffil^ nber fein @ef(^6pf »ie* 
berum erbarmet) |atte flnäbig brein gefe^en, 3oJ»- 
3f \>. 16. unb mit feiner ?iebe unb Sarml^erj^ig' 
feit mSre ba^wifd^en Ummtn. 



dritter «rtttrL 

93i}n ber Stebcraufncfftung unb SSerfSl^nunfj 
be^ menfi^lid^en ©efd^le^t^ mit ®ott. 

OBgad bie ffiieberaufrtd^tung be« erflen ü^enfcfien 
**^ unb feiner Wa^fommen betrifft, batjcn bc* 
fennen unb glauben mir, baf nnangefe^en bicfe« 
i^re^ ^aU^f Uebertretnng ntlb ®änbe, unb vb» 
mo^ bei^ i^en ^att^Ud^ hin Sermogen mar, <^ott 
bennod^ barum fle nid^t gan) unb gar t)at motten 
verwerfen, nod^ emlg wrlorcn bleiben laffen, fon^ 
bern, baf er fle mieberum gu fld^ gerufen, getri>fier 
unb gejetget ^at, baf bei? i^m nodb Glitte! ihrer 
Serf^baung märt, namlid^ ba0 mtbefiedttel^amm 

S 



(o^ Bof^n) ®9tMf wüä^ baau aQbemtd 9ot 
itx SBelt %nf«it0 Vftfe^, 3ei^, 11, )». 29. 1 
f et 1, t>. 19, ®eti* 3, »• 15. 1 3o^. H, «, 8. 
1 3o^* 2, )). 1» itut) i^itctt, ate ^ito4 im l>ara« 
t»tefe mareit, )u Sirofi, (Etidfung nnb SeK^leit 
fowo^l für fle a(« i^re Sla^fdmmlingfn, i9cr^«^ 
§ett ttttb jttgf fagt, i(t i^neit von ber 3^ ^n ^ttv<^ 
ben ®(aubfn aU eigen gtoeben uitb gefd^enfet i^. 
3[öottta(i^ atte fromme $tbx. 11, !>• 19. 39, mu 
^'äter ^at 92r(anget, toetd^tt tie fkr^f ititg jum 
öftertt ifl erneuert, bie t)arna<l^ geforfd^t, vnl) 
t)urd^ ben ®(attben )»on ferne na^ t^m au^gefe^ 
t)en nnb auf bie ärfitttung gewartet ^ben, @a(. 
I, ^. 4. bag, xctnti er fommen toärbe, er ba^ ge* 
fvtttene menfc^Ui^s ©efd^led^t t)on i^ren ©unben, 
^d^u(b unb Ungere^tigfeit »teberum erCöfen, 
fre9 mitc^cn unb aufhelfen fotite, 

mttttt «rtifel. 

SBon^ ber 3^f^J^ft unfern Srißfera unb ©clig^ 
mad^erd 3efu d^rtflu 

^0 glauben unb befennen wir ferner, bftf , a(d 
^^ biefe ^tit ber Ser Reifung, nad^ »eld^r «Qe 
fromme ^(tvater fo fe^r t>erfanget unb barauf 
gewartet ^aben, um, unb erfüllet war, 3o|. 4, \>, 
25. baf bamaU biefer »er^f ene SO^efta«, «rlö' 
fer unb ^riigmad^er jjo« ®ott ausgegangen, ge* 
fanbt unb (nac^ ber Sktffagung ber frof^^eten 
nnx> i^ejeugniffe btt (i^angrii^) in bk «JeJt, 



V 



— üia — 

baret tttib ba« 93ort felb^ gleifc^ unb 3Rmfc^ 
»erbe« i^ 1 Zim. 3, i>. 16. 3o^. 1, ». 14. 
'Wott^. 1, !». 22. nnb ba| er in ber Jungfrauen 
^dria (Hf i^bM toar mit einem Wanne, ge^ 
nonnt 3of€|>l^, t»9m ^aufe X)at)tb0) ifl em))fan'' 
gen, unb baf fie benfdben al# i^ren erjjlgebotnen 
^0^n, 8itc. 2, ». 7. 21. gu Sell^Iel^em gekoren, in 
^iitMn ^miättt, unb in tim Stippt geleget i^at. 

ttir ktennen unb glauben aui^, baf tiefer ber« 
felbige tjl, bejfen ^udgang tjon Stftfang unb t)on 
Siwgleit gewefcn i% Wic^. 5, o. 2. ^ebr. 7, ». 3. 
o^ne Anfang ber tagen, o^nt ünU bed gebend : 
Der felber bö« 91 unb D, Slnfang unb ffinbe, ber 
Srfle unb ber iti^k beienget »irb, ^^oc. 1. 1>. 8. 
18. )tt fei^n : !Daf biefer au4 berfelbe ifi unb 
fein dnbet, ber au^rfe!^, wrl^eifpen, gefanbt unb 
in bie ffifit fommen, unb ber ©otted einiger, er^ 
fler unb eigener ©o^n, 3©^* 5* *• Iß- '&^^'^« 1/ 
ö, 6. aWm. 8, ». 32. ?Watt^. 22, ^. 41. ber 
t>or 3o^anne^ bem S^änfrr, t>«r ^Ibral^am, ja 
DatnbfS ^rr unb aller äöelt ®ott ifl,'ber Sr^- 
gtimnt )9or allen Kreaturen, (Sol. 1. 1>. 15. ber 
in bie Sklt gebrad^t, unb ii^m ein Setb bereitet iji, 
mef(^n er felber gu einem Opfer unb ®abt ikUv^ 
c^thtn l^t, @ott )u einem fitfen ©erud^, ja gu 
^rojt, (Srlöfung unb ©eligfeit für alle, unb für 
bad ^an^t mm^ii<i^ ©cf^le^t, ^ebr. 10, 19. 5. 

S^# aber anlanget, tote unb auf »a« Söeifc 
biefer »lirbige Seib bereitet, unb wie tai SJort 



— 214 - 

/l(eif(^, utt^ er*fe(bfl Vleitf^ getoorbtn ifl, iuc.l. 
». 31, 32, 33. 3o^* 20, i>. 30, 31. TOatt^. 16, 
9. 1(>. baritt ßnb »ir »ergttäget mit ^ Srt(ä« 
rung, rotid^t bte Zeitige Soattgelifim in i^rer Se^ 
fc^ret^ttng ba^ott get|fan uub na^gelaffen ^a^, 
ita(^ loeld^er mir fammt attm ^iligtit i^n bthu^ 
nett uttb ^Iten f&r ben @o^n ^^ (ebenbigtn 
(9ottfd, in »f((j^em atte unfere Hoffnung, %t9% 
^riöfung unb @e(ig!eit befielet, unb ba§ »ir 
Diefelbe aud^ in ntemanben anbete mögen nod^ 
feilen fucj^en. 

:£Oeiter g(au6en un't Mtnntn mir mit ber 
3(i^rtft,.na(i^bem er i^ier feinen Sauf t>o£[enbet unb 
Mi SSerf, barum er gefanbt unb in bie Sk(t 
!Dmmen mar, ))o(16ra4t l^attc, baf er naä^ ®otted 
Särfe^ung ijjt tt6erantmortet inbie^änbeber Un^ 
gereci^ten, unb ba§ er unter bem 9%i(|t^ 9>9ntio 
^Pilato, im. 23, ö. 53. 8uc. 23, ». 1. gelitten 
i^at, baf er gefrenjiget, 8uc. 24, \). 6, 6. ge^^rben, 
begraben, am britten tage t>om Xobe mieber auf^ 
erjtanben nnb gen ^immel gefahren ifl, iut. 24, 
'^. 51. unb baf er fl^e ^ur regten $anb ®ottetf 
Der ^}}{aieftät in ber ^öl^e, ^on bannen er fommen 
mirb ju ricS^ten bie Menbigen unb bie ^lobten. 

Unt) bafi alfo ber @o^n ®otted geftorben ift, 
für alle ben Xob gefc^merfet, unb fein t^euerbar 
^^lutttergojfcn i^atfUn'^ baf erbaburd^ber<3^(an^ 
gen ben ^o^f vertreten, bie Sßerfe bed SleufeU aer* 
ftöret, bie ^anbfii^rift mniä^U gemaci^t, ®en. 3, 
i?. 15. 1 3o§. 3, t>. 8. (£ol, 2, t>. 14. unb ^x- 



— 215 — 

®efc^Ic<^t ertoorfttn i^at, uitb ba§ er alfo eine Ur- 
)aä^ htx etvigen Seligkit getvpttet ifl für aüe 
btcienigett (t»ott ^bam an Ibi« an ber Seit Snbe) 
ätottt* 5, «>. 18. beren ein ieber in feiner 3^^ ^^ 
i^n ^lauhtn unb ge^orfam feyn »icb.. 

9it«ftfr «rtiteL 

aScn ber Sinfeftung be^ Weuen leflamcntd 
burd[> unfern ^crm 3^fum S^rifhtm, 

itt(ankn nnb betennen mir auä^, ba^ er4»or fei^ 
^^ ner J&immelfa^rt fein 9lett lejlament aufge^ 
ri(^tet, 3er. 31, 19. 31, eingefe^et, mtb nad^bem e« 
ein ewig Xeflament fe^ nnb bleiben foUte, ^rbr. 
9/\>. 15, 16, !?• baf er bajfelbe mit feinem t^euer-- 
baren 93tut befejligt unb »erfiegett, ben ©einigen 
gegeben unb l^intertajfen, 3Ratt^. 26, t). 27. j(r fo 
b^ geboten unb befohlen ^at, ba§ bajfelbe mebev 
^urd^ Sngel, not^ bur(| ^enf(j^en Deränbert, nod) 
bavon ah, nod^ ba^u get^an merben mag, ®aL 1, 
*)• 8. 1 lim. 6, t). 3. 3o^. 15, t)* 16. 2Rattb. 
28, 9. 29. unb ba§ er baffetbe, mad barin begriff 
fen, burd^ ben ganzen unb )>otten fRati^ unb Spil- 
len feinet bimmlifd^en S^aterd, (fo loiel 5ur Selig- 
teit t>9nni>t^en i|l) burd^ feine liebe i(pofle(, Sott) 
fc^after unb £)iener, bie er ba^u berufen, erwählet 
unb in aHe ©elt gefaubt ^at, ^arc. 16, t>. i:i 
?uc. 24, t).w45, 46; unb unter aüen ^ötfern, ^^ci^^ 
tionen unb jungen, in feinem S'lamen laffen oei 



- 216 — 

fttnMgeti, t»rcbi^ iiit^ bergen Ssfrimb Ser» 
f^ebttitg Uv Sfinbm ; nii^ ba§ et ^tmnaü^ ^atin 
alle ^eitf(^n o^m Untet fd^iet, fo fern aU fiet)em 
on^att gelben ^rd^ l^en ^(aubeit a(« gc^or«' 
faine Jtin^er mürben nad^ot^en unb befeben^ für 
Ktne ftint^ unb ttä^&ffi^t (irUn f^at matten 
nflären, 9l6m. 8, ». 17. atfo, ta§ er ^on ber 
amrtigen (Srbfd^ft ber en^^ @eltgfett niemand 
audfc^lief t, noc^ au^^f^lo^en l^t, d(d nur aSetn 
ote un^ilaubigen, unge^orfamen, ^aUflarrigen 
mio unbu^ferttgen OTenfc^n, bie twflfelbe loerad^-* 
kn, uttb burt^ i^re eigen felbfl begangene Sünbe 
verfc^ulljen, nnb ftc!^ baju alfe be« enHgen Siebend 
«nwurbift mac^n. Act 13. t). 46. 

6ediltrr ICrtifrl. 

35on ber ©u§e unb SBefTeruna bed gebend. 

iUIauben nnb benennen mir, na<^m ba« Xi<^ 
^^ tcn nnb Iraij^ten bed menfi^li^n ^r^en^ 
böfe Ijl ^ott 3tt3^ttb auf, ®e«. 8, o. 21. nnb ber* 
batben ju aüer Ungered^tigfeit, ©iinbe nnb 9od^ 
ivfit geneigt, bag ba^er bie erfle fiection be« mur- 
tiv^ett JJeuen 2:eflamentd be^ ©o^ned ®otte« ifk 
t^ü^t\tCt> ©efferung be« gebend, ^arc.l,t). 16. 
(S3ed^. 12, t>. 1. unb baf barum bie ^enf^en 
'D&ren ^äbtn, ba^ fle boren, unb ^r^en l^aben^ 
tag ffe twrjhben, redb^c^^ff««^ grü^e ber ©nfe 
n>utt, «Ware. 1, i>. 15. i^r geben beffern, bem 
^»angelio glauben, ba« 53öfe laffen, ba« ®ute 



t^iitt, \>m ünttSft ünffftfftn, itnb t>0n (Sfixben 
aMaftit, ^9 (Atm Siimfd^ mit ftiwn Sßerfett 
an9fiä^in, no!t tm itettm oittfitn, ber na^ ®oH 
gef£^M#nt in Ttl^tfd^ffnier (BTttä^a^hit nnt S^* 
Ugfdt Sol. 3, t>. 9, 10. Dann, ite^ %anft, 
%i»n\ma1fi, QkmtUM, ne^ ehte anbare in^li^t 
Sere ntiinif ^ne ®f<inbm unb S^ifbftgebttrt, Sf r^ 
antorung oUt Smeuernng M Mend, mag htU 
fen ®ott p StfaÜfit, dpl^. 4, t). 21, 22. ober d^ 
nigen 3:to^, ot>fr Bet^eiptinö ber ©eli^it »on 
i^m ^n erlangen, fenbern man muf mit mai^tem 
unb t)oQ!ommeiten @{äul6en ju ®ott ge^^^ek. 
10, t>. 21, 22. unb an ^t^nm Sl^djlwm glauben, 
aU bie (Schrift ^gt tmb t^an If^m zeuget, 3o^. 
7, r>. 35. bur^ toetd^tt ®(au1ben man Vergebung 
ber ©uttben erlanget; ge^ciliget, gered^tfertiget unb 
.^ittber ®i>tte«, fa fefite* Sinne«, 9*atnr nnb Sße^ 
fen« t^ü^aftig »irb, 2 |>etr. 1, t>. 4. ald bte 
bur& ben nn«ergang(i<i^n ^amtn \)on oben 
^erab neu aud ®0tt miebergeboren fe^n. 

Cirietrttr KttffeL 

95on ber ^eiligen laufe. 

OKia« angel^ bte Saufe, bat)i>n glauben unb be^ 
■^^ fennen »it, 3lct. 2, t>. 38. baf alle buffer^ 
ti'ge ©laubigen, bie butd^ ben ©tauben, SOieber^ 
geburt unfb Erneuerung be« Eiligen ©eifle« mit 
®9tt tjereiniget unb im Fimmel angef^rieben fei^n, 
auf fot^ne fc^rlftmäfftge ©efenntnif be« ©lau- 



— 218 — 

Uui, nCLä^ km 8cfe^ C^rlfU, VtafO^. 28, t>. 19. 

m U^lhi^tm ^o<l^mnrkigeit Scannt )M Sater^, 
unb M So^nt«, «st bc« jMUfien SkifM, gu 
6egra6ttiig i^ntr @ttitbea mit Saffcr gttauft, 
uab a(fo in bie (S^rmeiitfd^aft bct ^(igeti cingt« 
lei6t totxUn, utüo bann femr l^ten «tttfr|allm 
aUe« oa« bet @o^it ®ottH bie Seinen 0e(el^Tet, 
i^nen ^intettaffen unb U^o^ltn l^at. Stom. 6, 
0. 4, 9Rarc* 16, t>* 15. Watt^. 3, ^. 15. «ct. 
2, t). 28. e. 8, «>. 11. «. 9, ». 8. 6. 10, ». 47, 
(£. 16, *>• 33. CoU 2, t>. 11, 12. 



«#ifr «rttteL 

S5on bcr Stix^tn ®otteö. 

<^tt glauben unb befennen tint ^4^tiattQk^ 
*^ meine ®otted, nämlt<!^, bie utfo, »le oben^« 
mtint, xtö^tt toa^re Su^ t^un, te^t glauben unb 
rei^t getauft fepn, mit ®ott im J^immel toereini^ 
get, unb in bie ®emeinf(S^aft ber ^eiligen l^ier auf 
irrten red^t ein))erleibt fei^n, 1 {«r. 12. biefelbige 
befennen wir gu fepn batf audetwal^lte ©efd^Ie^te, 
baiJ UnxQiiä^t ^riejlert^um, 1 5)etr. 2, ». 9. 'pa^ 
beiltge $olf, loeld^ bezeuget n^ben, S^rifti 
^raut unb ^auefrau, ia ^inber unb dxhtn bee 
ewigen 2thtn^ au fe^^n, 3o^- 3, ». 29. «|>i>c. 11*. 
ö. 7. Xit. 3, ». 6, 7. dpf^^ 2, i>. 19, 20, 21. 
'Matt^Aß, ».18. 1 Detr. 1, ». 18, 19. ein iabcr. 
«acul, ^utte unb SBo^n^att ^tte«, gebauet auf 



- a» — 

Dm ^unb htt Si»0|M mb yroji^dfii, beffim 
S^f iiliid fc»fl ber (Edfieüi, (auf «)eli|em frine Str^ 
fantmtttttg se^fttt i#) )tt fe^n UißUfßt toUt. 
X)iefe@cmfhtbt bc« {eftcttkigen Vohf«, bic et btitd^ 
fein dgrti tl(|etteribaM 9(itt crMrbeii, grfaitft unb 
erUfiet ^t, to^ »cU^ er, t^ermoge (dntr fier^^ 
i»n^, au Svo^ sab SSrf^itmtiiig, aOe Zagr ftU 
an ber Seit Sitbe $0ii ttitb bleibe», Woitb. 28, 
)>. 20. 2 Hot. 6, 9. 16. Statte. 7, m. 25. attattb. 
16, t>. 18. üa iiitkt ii^iien me^n^ ttiib manbelit 
mitt, itnb ße bemal^ten, bat ^^ (^ @trobm notl^ 
9>k^regeit, ia bk 9>f0rlen ber ^öOett felbfl nid^t 
fotten hmt§tn nt>d^ ubemSUigen: 3)iefe(bige 
mag matt erfeniten oit beit fd^ri^&fügen (^(au^^ 
bett, 8e^re, Siebe mtb gattfeligen äBattbet, alfo 
au^ att einem fni(!^tbaren Seben, ®ebrait(^ unb 
Unter^aftnng ber «Hibten Drbniingen S^tifli, 
wtiäie er be^ ben (Seinigen fo ^od^ geboten unb 
befohlen |at 

flennter Urtifel. 

:tBon ber (IrmS^^lung ber !Z)iener in ber Stlxcl^in. 

■a4 bie jDienfh nnb (£rma|lnng in ber 9e^ 
meine betrifft, ba^on glauben unb befennen 
wir, bieioeil bie ®emeine ob^^e S>ienf^ nnb Orb^ 
nnng in fßai^tf^um nid^t fann befteben, nodb im 
^au bleiben, baf baber ber ^err (Sb^iftn« felbfl 
{aU ein ^on^ater in feinem ^anfe) {eine Dienfh 
unb Drbnunge» eingeftefiet, georbiniret, <Spb» 4, 
v^. 10, 11, 12. geboten nnb befohlen ^t, »ie ein 




— 2MI — 

ie^ %axHi loasMtt, fdit Str! mit 8entf »a^r^ 
itt^m, mtb »ie fi^^ gt^ul^ftt, ll^iitt fott, gtdil^ er 
felbtr, aU ber getreue, fitofe, oberfle ^irte mit) 
9if#ef uitferf r @erlett, 1 l^etr. 2, o. 25. 9Ratll^. 
18, 1. 11* bantm otfoitH ittfl>itt tieSBetlgefom^ 
men ifk, iti^t ^tt 9erfe|ett, )« ^reC^n, obnr bie 
®fe(ett ber 9tenf(^ gu «»erberlbeti, fenk^ern, baf 
er ße i^fe iinb gefunb ma^e, Sf^W* ^r ^* ^^• 
O^aL 3, t9. 28. to^ Ser(orne fit(!^, beit ßaun unb 
bie 9{itte(n)atib abBte^i^e, t>on atvet^ dtted maci^, 
unb alfo att^ 3tfben, ^bett uttb attett ©efd^I^^ 
tm, eine i^eerbe §u einer ®emeinfii|aft in feinem 
Flamen t>erfammle, bafur er feCber (auf ba^ nie» 
manb trrenb ober t>erUren ge^it fofite) fein it^tn 
geiaffen, unb i^nen pr (SeHgfeit alfo gctieitet, 
3o^, 10, t>,9. 11. 15. pe frei^ gemaci^t unberlofet 
6at (gemerft) baritmen ii^nen i9on niemanb anber^ 
tonnte gebienet unb gel^oCfrn merben. 9>f. 9, t>. 8. 
Unb bap er über ba^ biefetbe feine ®emeinei>or 
feinem äbfd^ieb auii^ mit getreuen Dienern, Spo* 
ftefn, g^^angelijlen, Wirten unb Seigrem, (»eld^e 
er mit Sitten unbglel^nburii^benH^ligenOeift 
ermä^ret l^at) befe^^ i^at gelajfen, üpl^^. 4, t>. 11. 
8uc. 10, ö. 1. «ttc. 6, ». 12, 13. auf baf fle bie 
®emeine regieren, feine beerbe weiben, baruber 
madben, ibr fur^i^n unb fle «»erfor^n, ia in aU 
Um tbutt fo&ten, mie er ibnen fürge^angen, ge« 
lebret, 3ob. 2, o. 5. mattf^. 28, t). 20. getrau 
unb ibnen befobleu ^at, gu lehren unb galten 
maij er i^nm geboten batte. 



fm, 1 litt. 3, 0. 1. «et 1* 9. 23,24. tit l, 
'o. 5« mit 8ttttft ititb 9^fii )« 9M, bitf f^ <£r« 
»äi^teiid lD«r Sfäto, alle ©tibte, Derie r «^ &t^ 
meine, mit Sif^lefen, ^tteii wflb äiegäiiger ^u 
«erfofgen, uiito f^^dne y^^ntn kar|it 3« otbt- 
nirett, 1 3:im. 4, ». 16. 5Lit» 2, 1». 1, 2. 1 Zim. 3, 
^. 3. He «d^t auf f^ fdftfk, auf We ee|ri unt> 
^tU mS^ini ^beit^ He gefmit im ®teitbeit, 
fr^mm an tthm nn't S^mlM, itnb He fomo^C 
an^txf^tt «U in to tfl^eine i>9tt gutem 2i>^ 
anb ®erii^te mfirHm fii^tt, auf k)a§ fieei« Siem« 
pe(, S^t ttü^ gnrMlb in attet «9tt(etigbit itnt> 
guten Skrim mJM^Ien ^n^ unb na4 be« l^rnt 
Dctanng, limfe nnb 16enbmn^t »ilrHgliti^ be«^ 
btenen, itui» ba^ fie anc!^ aOetoege (Ki fk ^n fte* 
f ommen fo^n) getttue aXenf^en, t&iltig onHit au 
le^^fen, 2 £im. 2, v. 2. 1 Sim. 4, «. 14. düp. 
5, 1». 2. au Slelle^n foKUrn befMten, Htfel^e mit 
^nbutt^ung im tarnen H« ^erru 6efiAti«en, 
unt afie n#tl^ige XHnge ber ®emeine ferner t)er^ 
forgen nc^ Sermdgen^ «nf baf fie üU getreue 
Jttied^ i|Mpe« i^erm Z^nt ober 9fttHb mo^( an^ 
legten, Suc. 19, d. 13« ©eminn bamit {u t^n, 
ttttb f^ folgend fi^ ftlhit miUiftm fM»em a^r 
@eligreit, mie Mä^ He fie |dien. 

Unb baf fie em^g ma^mel^men feilten, iöfon^ 
berl^eit ein Jeber unter ben ©einigen ba er 3(uflic^t 



— 228 — 

fiter ^t, ^f otef^Abte ntttDiafenen (ttnt %d}' 
tnng Miib Vttffld^t itkr bie flnneit au ^alleii) 
»0^1 i»erfe]|en nnb «erforget mi^tm »ert»m, Set. 
6, 9. 3, 4, 5, 6» bie ^anlbrdd^uiig uttb aftnofen 
f m)»faiigen^ vnb wietomim an t)ie arme l^iU^eit, 
fo ttot^fit^g fe^n, getreiiii^ tii9<i^ten aitdt^et'^ 
len mit S^rlftarlrit, aU fi(fy€ ^siemet. 

Unt baf maw and^ e^rtare alte ffiittiven §ti 
Z)iefierinneit er)Hiiireit nn\> erto&^lett feilte, 1 
Xim, 5. t). 9. mm. U, 9* l. t)af bie nebfl ben 
Diaconen toie arme^ ^d^t$ad^tf ftantt, ibetrfibie itnt 
not^Wirftige aietifd^, äffe att<!^ Sßittteen unt> 
^aifett stt befitd^, gu trftfNn uitb gu t>erfergeit, 
itnb fetfter ^ie n^t^ige ®a^ ber Demant f^U 
fett toalraunel^itten ita<i^ all i^rent SermSgeit. 

Unb »00 nio^ fttwt bie XHacotfbieiter anlatt« 
get, 3ac^ 1, t). 27^ baf biefrlbrn abfenberftdb, 
tvenn fle t&ä^ti^ itnb t>eii ber Gemeine bajtt er** 
lehren »nb geerbtniret werben^ jtt ^(fe ttnt (Sr^ 
leld^teriytg ber Xelteflen) bie Gemeine and^ leei^I 
m^en t>ermal^nen, unb mit im ffiert itnb Se^re 
arMtett; tmb elit ieber alfe htm attbern atttf iSlebe 
jn biettett mit ber ®abe, bie er «em .^errtt ^at 
emf>f«ngeit, auf baf bitrd^ gemeinen X)ienfl unb 
^f>anbfei4itii9 ^ott jiegli^^ ^icb, ein )ebe« tn 
feiner «äfft; Ut Seib S^H^ gebeffert, nnb U^ 
•^m fSßdnfledr nnb ^kmeine im ® a^^t^nm, ßn- 
nt^mutiQ unb 6a« mige bCdifft, mie fl^ ge^ 



Ililaitr bUM. 







it ieletinnt unb uttterl^alten ebener maffen ein 
93rot)brec^en ober %^tntma% SRatt^. 26, 9. 
26. matt'fy. U, \>. 22 «ct. 2, 0. 42. 1 (Eor. 10, 
t). 16. 1 (Eot. 11, ». 11, 12. »ie ber ^wr (E^rijltt« 
»or feinem Reiben fold^« mit ©rot nnb SBein ein* 
gefegt, nnb au(!^ mit feinen Slf^ofleln felbfl gebraust 
nnt) gegeffen, nnb il^nen an feinem ®eb5$tni{fe ju 
uttterl^alten befohlen ^at, nnb mie {!e f^Igenbd fo(- 
(^ and^ in ber ®emeine gele^^ret, barnad^ gelebet 
unb ben ®(attben gu unterl^alten geboten unb 
em^foi^Ien l^aben anr ©ebät^tnif bed ^errn Sob, 
Seiben unb Sterben, unb ba J (ein ȟrbiger ?eib . 
ffir un^ unb für bad gan^e menf(!^Iie^e ®efd^Ie(i^t 
ge^od^, nnb* fein t^red Siut t^ergoffen i^. 
®ie aud^ baneben bie grud^t bejfidbigen, nämlic^ 
bie SrlSfung unb etoige @elig!dt, tpetd^ er ba^ 
burd^ ertporben unb an und ffinbige ^enfd^en 
folif^ Siebe betviefm l^t. fBobni^ mir ^um 
^S^^ t)etma]^nei iverben, un« nitter einanber, 
unb unfern Stad^Pim mi^erum ticb )n l^ben, t^er^ 
ytO^ unb i»ergebm, mit er ua« ge^n l^t, nnb 
aud^ gebenlen a» tttttrr|aUeit unb fu beleben bie 
(Einigbit unb bie ®emdnfd^ft, 9ct 2. d. 46. bie 
mir mit ®ott unb uater nM ^bcti; biefelbige 
un« alfo bet^ fotl^anem Sred^en bc« Srebd ange« 
»iefen nnb b^ei^nettvirb* 



- 884 - 

Qlefenneit un^ btttigen »tr au^ein SugtvafV^in 
''^ ter ^llißen, gtr^ »ietJer^errS^irlflu« felbft 
l)affelbe nid^t adeift etngefe^t, gelboten unb (cfo^^ 
teft, 3<>^- 13, », 4. 17, fonbern au^elbg fcineit 
^^pcjieln (ob er gteid^ i^r ^rr unb SRelfler u>ai . 
t>ie Sü0e getvaf^en lat^ unb t)amit ein dxtmpel 
geaebett, baß fle berfelben aud^ untereinanber tic 
3u|e loafd^en, unt) a(fo t^uft foUten, gle^ wie 
er i^en get^an ^atte. SBetd^ed f{e auc^ foIgeQ^ii« 
tie ©laubigen gu unterbauen fortan getestet f^a- 
ben* 3l(le^ )u einem ßAä^tn ber »ai^ren t)emut^ 
unt> 9lietrigfeit, aU auö^ infonberl^eit bev biefcnt 
Sußtoafd^en au gebenten bad xtä^tt SQaf^en, ba 
)t?ir t>nxä^ fein t^euerbared Slnt mitgeioafc^en nn\> 
ber (Seelen naä^ gereiniget fet^ti* (Sitm)>el:) 
^rn, 18, ü, 4, ®en, 19/0. 2. 

SmSlfter KriifeL 
33om ^eiligen a^eflanb* 
^0 befentien uitb ge^i^e» »ir in ber fknieine 
^ ®otic« einen e^(t^ tt^e|kanb oon g»o freien 
gläubigen 9>erfonat, in majfeit unb »ie i^n ®otr 
«nf&ngU<J^ int 9<»<tbtci0 geoibiniret nnbmit Sbam 
unb (i))a felb^ eingcfe^t 1^ ®m. 2, t. 27, unD 
y>. 22. Unb gleid^ »ic ber ^en fi^riflu« atte 
3)ti#brävf^f bc« d^eftonbe», fo mxMtt 3tit tparen 
auffommen, abgefefiret, tn^gaaumt un^ fttte^ 



— 225 — 

mieberu» nuf bie ttftt Orbnung Jftvitfeii ittib 
babev ^^ 0elaftn i^at 3» fo^er SÜ0( ^t auc^ 
ber^%»ofie( 9aulii« bnt S^jlaiib in ber ®c«nat 
geleom. 1 Cor* 7. ittgctafj^tt unb einem iß^iiä^ 
frep^efkllft, ba§ er «nd^ ber erfien Orbniing itR 
^rrrn möge ^iratj^en an aOe ««b (ebe, bte matt 
fann ba^u bemegen, 1 Cor. 5. mit tvei^en SBor« 
fett (in bem ^rn) mnp no^ unferer äRetnung 
oer^i»nben »erben, ba§ gleidf^ wie bie Xitoäter an 
i^rer («e^pfc^ft ober ®ef4Hl mnften ^ratf^en, 
®en. 24. <s^en« 28. ba§ an^ gleiAf afl« im nenen 
Xir^ament ben (^laubigen feine anbere gre^l^eit 
vergönnet nnb ^ngelaffen i% aU nnr aOein unter 
bem aiidetfobrnen ©ef^Ie^te nnb geiflHc^r Ser« 
koanbtfc^aft C^rifU ju mögen e^Iic^en, namiicl 
an biejenlge, (nnb feine anbere) bie er^ nnb |tt« 
oor mit ber ®emeine in ein fyt^ nnb ®er(e i»er« 
einiget fepn, eine Xonfe empfangen tiaben, nnb in 
einer ®emeinfd^aft, ®iattböi, 8e|r nnb Belebung 
{leben, e^e ba^ fie bnrc^ ben S^ftanb f{(^ mit ein» 
anber mögen loereingen. @ot^anige Darben ob« 
gemelbeter 9Raf{hi bann, na<l^ ber erfien Orbnunji 
^on &ott in feiner ®emeinc aufammengefiigt, I 
Cor. 7,0.39. Unb ba^ ^i|t bann: 3m ^m 
trauen ober ^rat^n. 

9Drel|)e(ntrr fltiihU 
9?on ber Obriafeit. 

(S > befennrn, glauben nnb gefteben mir auA» 
^ ca» ®ott bie Wa^t nnb Obrigleit aeorblni» 

15 



- 226 - 

ret l^at, 818m* 13, ^.1,7. Mib ^ur Strafe uier 
b<i« S»»{e gefirat, uitt )tt bef^ü^cn tad ®ittr, 
UK^ ^er ^k SBdt gtt teftierm, San^ nnt ®tabte, 
Ittfammt iffre tlRtert|anm in ^uteT l^ofiaei^ unt 
Orbttmtg ju tiitter^ttfn, Xlt, 3, t>. h titt^ ^f 
mir ba^r Hefdff iti<^ foHen t)era(j^en itod^ tä« 
Prrtt ober ttK^fk^ett, 1 9ttt. 2, ». 17* fotibem, 
ta% mir fie a(« eine Dimerin ®ottt9 erfennen, 
eieren, mttert^nig unt ge^prfam, J[a )u aUen gu« 
ten.SBerfen bereit fei^n mitffen, inff>nber^it im 
felben, m ®otte« 8^ort, ®iQen uitl) ®ebet ni(^t 
miber^tten ift, unb i|r du^ igetreulld^ 3oa, 
SIccife ttnb ©d^a^img su be^a^ten, unt ma^ i^r 
^ttge^öret ^u geben, gei^alten unb f(!^ulbig fn^n, 
gfeid^ mie ber @o^n ®otM gelel^ret unt felbfl 
getl^an nrtb ^n Seinigen geboten unb befolgten 
$at au(i^ dfo 3tt tf^u% Statte* 22, )>. 21. un't 
tap. 17, 9. 27. X)ap mir ant^ &ber ta^ ben 
^rn fitr fie nnb i^ren Sl^o^tftanb unt ^H ian^ 
be0 ^^n flettf unb em{Ht(^ muffen anrufen unb 
bitten, 1 2:im. 2, t>« 1, 2. auf baf mir unter i^« 
rem <S(^u^ unb ®d^irm mdgen mo^nen, und er« 
n&^ren^ unb ein ftiUt^ geru^iged i^tn fnl^ren in 
aQer ® ottfeligfeit unb S^rlbarfdt^ unb femer, ba^ 
ber $err alle SBo^lt^at, gre^^ unb ®ttn^,- 
melci^e mir unter i^rer (dblid^ 9tegierung genie« 
gen, il^r l^ie geitti^, unb ^naä^ bort in ^migfeit 
motte beloi^nen unb vergelten. 



— 227 ^ 
wcrjcfiicf Hftiffi» 

9}en bor ätad^ unb ®egen»f ^r. ^ 

flgad tte 9la(i^ angebet, bem g^nbe mit btm 
*^ S(ft»crbt ^ öjiberjle^ett, ba^on glauben «nb 
bcfennen mir, baf ber J^err S^riflu« feinen 3itn« 
gern unb 9lad^felgeni ade 9la<l^ itnb SBiberrad^e 
unterfagt unb i^crboten \tLt, unb hingegen ge* 
boten unb befol^Ien, SRatt^. 5, i>. 39, 44. dl&m. 
12, ». 14. 1 5)etr. 3, ». 9. niemanb Sofe« mit 
Sofern, no4 ®(!^e(tn>ort mit S^eltmorten ^u oer« 
gelten, fontern tad (Sc^merbt in tie S^eite ^u 
fteden, ober dUJ^it 3)rop^eten getoeiffaget ^aben, 
3ef. 2, 0- 4 üJcicö. 4, o, 3. «Pflugeifen baoon 
3tt ma(!^en« 9Qoraud toir ))erfle(}en, bap mir ba« 
^r feinem Sirempel, Se^r unb Men ^ufolgen nxt- 
manb beleibigen, einigen f$erbru§ ober Uebet mö- 
atn antbun, fonbern oirlme^r aQer ^JRenfd^en 
j^if^t So^tfa^rt unb Seligfeit und gebühre ^u 
fu^en^ unb aU ed bie 9let^ erforbert, um be«^ 
i^errn mitten 3U fliegen oon ber einen ®tabt ober 
Sanb ind anbere; ja au^ Beraubung ber ®uter 
lu leiben, ilRatt^. 5, o* 39. aber niemanb $u be^ 
Jeibigen : unb ba man gefc^iagen mirb, lieber ben 
anbern Saden auc!^ bar ^u galten, aU ^&f felber 
3u raä^en ober mieber ^u fc^lagen. Unb bad mir 
Aber bad au(!b für unfere Seinbe muffen bitten, 
Ciaif mann bie bung^ng ^ber burflig fepn, 9l5m. 
12, 0. 20. fie laben unb fpeifen, unb fie alfo mit 

15* 



— 228 — 

fßoMt^un )u tttorieugen^ n«^ aOe Unioiffeit^eit 
)u übenoin^en. (in^lic^, ^a§ mir müffen^utetf 
ti).m, un^ nn^ gegen aUt 'S^ewtffen Der ^enfc^eti 
toobl uitD gitdgüc^ bejeu^ert, unt nad^ bem ^e(e(^ 
iS^rifti ittemaiiD xoai an^cx^ mögen t^un, ald mal 
wir iDoUen Da§ und gefc^e^e. iSlatt^. 7, o, 12» 

9iiif}c|atft Hrtttel. 

Sem (£tte oter (£ttf4^w0ren. 

flnad t^üd Sttifc^n^oren betrifft, taoon g(au6en 
*^ unb befcnnen wir, Dap ter ^err S^riftu^ 
s\aA ten Seinen bajfelbe unterfaget unb t>erboten 
tjitt, ^}Mattl). 5, ». 34, 35. baf man auf felnerley 
:JÖ ife möj^e fc^wören, fonbern, b«§ 3«, 3a, unb 
^Jlinn, 9lein muffe fe^n, 3ac* 5, tj. 12. S^orau^ 
wir ücrjtel)en, ba§ und aOe ^ol^e unb geringe (Sibe 
»erboten fepn ; fonbern, ba§ tt>tr anflatt berfelbru 
alle unfere "iBeröeiffungen, ^u^a^t unb Serbinb« 
uitje, ja auc^ ade unfere Srflarung ober 3icn^ni^* 
feil oon einigen Sachen, aUein mit unferoi ^ort 
,>vi, imfelbrn bad 3a ift unb 5lein, in allem wad 
^liii ift, mujfen befraftigen, 2 Sor. J, «. 17. @in* 
teinal wir baffelbe atte^eit unb in äderte^ @a(^eit 
gci^en joberman fo getreulich muffen galten, t^un 
unb nadbfommen, a(d ob ipir fol^ed mit einem 
bclvn viibe befefliget unb bef^woren Ratten : unt 
wenn wir bajfelbe alfo t^un, fo getrauen roit 
nic^r, r>a^ iemanb, ja bie Obrigfeit fplbft, Urfa(^ 
fülle Daben, baß f!e und im ^tmhtf^ unb ®ewifjtii 
WiT^e t)öl>er brfd^meren. . 



229 — > 

•t^f )f|iitcf MxHttU 

Com 33ann, ot»cr 2f bfonbrniitfl t?on ber ® enuine. 

ttgtr befennen unb ^tauben aud^ einen 33ann ttnt 

^a§ babnrd^ alfo bad steine t>on bem Unreine^ 
Mtbe uitterfdft.ieben. ^nn nämü(b jemanb, nac^^ 
k(«t er erleut^tet, bie @rfenntni§ ber ^>abr^ett ^at 
angenommen, unb in bie ®emetnf(^aft ber i^etlt- 
gin etnu^erteibt \% «nb barna<6 loieberum, e^ fe^ 
tnnt^milltg ober am 9Sermeffen^it, tt>iber ®ottr 
•ber fonjhn 2:obfttnbe begebet, 3«f* 59, o. 2. 1 
«or. 5, K), 5, 12. 1 Xim. 5, ». 20. unb in fo% 
iinfrttiitbare Sßerfe ber gin^rnif oerfäQt, ba« 
X>nxd^ er oon ®ott gefd^ieben unb ibm ba^ ^iA 
®otte^ abgefagt mirb, ba§ berfelbtge bann, nad^^ 
bem bad ^nf offepibar unb ber ^emeinbe genug« 
fam befannt x% nid^t mag bleiben in ber Ser* 
fammfung ber ©ered^ten, fonbcrn, bap er cr(^ tin 
&rgerli(!ft ®Heb unb offenbarer ©fmber foü unb 
«it§ abgefonbttt, toeg getban, fär atlen ge^aft, 
1 Xim. 5, 9* 20« ttitb aio ein (Sauerteig aufgefegt 
iMtben; unb bad gn feiner S3efferung, anbern |tt 
dnem Srem^ef, gurd^t unb @<bre(fen, unb gn Stein«« 
|«itttng ber ©emrinbe, ? Sor. 5, o. 6. 2 Sor. 
10, t). 8. 2 Sor, 13, 0. 10, Do« btrfelbe t>on fol- 
ä^n @d^anbf[e<fen gefaubert, unb burdft ^ebrec^ 
bcrfelben bet 9lame bed ^errn xti^t gelaflert, bie 
Qitmeim loentne^ret, nöä^ btnen, fo braufen fe^it, 
ritt Sn^of no^ tlerjerni^ möge gegeben »erben. 



— 290 — 

SnbUd^, ba§ ber ^ttttt M^t mit bet a$e(t Der^ 
bammt, fottbcm in feinem ®tmütf^ uhtt^tugtk, 
unb mieberum gut 9teu, Su^e nnb Sefferung möge 
btmegt toerben. 

SBa« meiter angebet biebrfiberHil^e Strafe ober 
9nfpr<t(^e, 3ac. 5, )>. 19. aU dud^ ben^rrenben in 
untertoeifen, barin gebührt and^ moglid^n 3^^ 
angetoanbt, get^an nnb ®crge getragen gn »er« 
ben, ba§ man btefetbe toa^mel^me, nnb mit alfer 
Sanftmnt^ ^um Seflen loerma^ne nu Hx^x ^dt^ 
rung, Sit 3, ^. 10« nnb bie l^aUflarrig nnb nn« 
belehrt bleiben, |tt ^afen, aU f!^^ gebfi^rt. 
Summa, ba§ bie ®emeine mfiffe- ^n i^r VH^ 
if^un, ber ba bofe i% (ed fep in 8e^r ober Men) 
unb niemanb anber«* 



eiekntse|«tfr UrtiteL 

®ic bte Oet^anneten unb Hbgefonbertm »on 
ber ©emetne finb 2U metben* 

ttf niangenb bie Snt^attusg, ober Steibttitg brr 
^ 9bgefonbertett, bat^on glanben unb befemien 
wir, ba| wtnn iemanb, e^ fe^ wegen feined bdfhi 
Seben« ober )>erfe]|rtett Se^re, fo weit i(l iverfttSoi, 
baf er ^on ®ott abgefc^iebcn, unb foigenbd aiu| 
Don ber.®emctne red^t abgefonbert nnb geftro^ 
ifl, ba§ berfelbe bann au^ mnfe, t)ermöge ber 
Ce^re d^rifH unb feiner IC^oftHn, obne UnteH^^iA 
»on allen SRttgenoffen unb »liebem bet ®o 
weinbe, (infonber^ 9on benjenigen, benett fol» 



- 231 — 

6^ Mannt ifl^ H ^ in Sfw unk Zriitfcti, 

flemeibct »erben, 1 €or, 5, »♦ 9, 10, 11. 2 S^. 
3, ^. 14« £it 3, t>« 10« nnb baf man mit ihnm 
ftid^t« )tt t^un HH Aitf k<kf nt^itt biir<| i^re (ton^ 
isrrfation ni(|t kfleilt^ ttQ<| il^ret Sfinben t|df« 
l^afK^ toerbe ; Jonbem, baf bet Sfinber befd^ämt 
In fl^ fii^Iage, nnb in feinem ®ett)iffen gu feiner 
Seffernng möge ttberjengt merbetu £)af benno^ 
gleid^»«^! fo »Ott in ber 9tdbnng tto in ber 
©träfe fol<|e 9la$e nnb d^ri^H^e Sefd^eibenlMt 
nüfe gebrandet tverben, ba§ biefefbe ni^t gnr 
tSerberbnng, fonbern beni ®unber ^ur Seffernng 
ntSge ^txtii^ nnb bfenent £)entt »ann biefd« 
feen notl^bnrftie,|ttngeri(|,bnr^g, nadenb, hanf, 
9ber in anbern SBibcrtoartigleilen (te&n nnb Te«' 
ben, fo ffnb mir fi^nlbig (anf (Erferbernng ber 
9iptf^, nnb fotgenb« ber Siebe nnb an^ ber Se^re 
<F^ri^ nnb feiner Spefhln) i^nen nod^ g(ri(i^mo|l 
$iUft nnb Se^ftanb gn Betveifen ; fonfinni füllte bie 
Sleibung in fold^em %atL mt^x gnr Serberbnilg 
aI« Seferung bienen. Subem fott man {ie an^ 
ttid^t Ratten aU Bnnbe, fonbern fie i^ermai^nen aU 
Sr&ber, anf ba^ man fie gnr Srienntnif, Stcn 
nnb 8eib aber i^re @nttbe möge bringen, 2 X^. 
3/t)« 14. baf fie fli!^ mit ®ott nnb feiner @emeitre 
iviebem» i^erfj^nen, nnb folgenb« ^n ber (Bi" 
meine mieber tmi^an^^ nnb angenommen mh 
^en toerben, nnb ba| bie l^iebe gegen fie m^ge ben 
8ttrgang l^aben, loie fi(^d gebührt 



— 232 - 

fl4t}r|tittr KHtfeL 

Son ber Sluferfie^ung ter Xobtett. 

fllftrcfl^iib tit ^ufnrfie^ttg ber Xobteii, t)ftt)on 
^^ bffennfit toir mit Um ^uttbe, utCü glaubeii 
fol^ed au^ mit bem ^erjtn nac^ ber ®4rift, 
Bttii. 12, t). 12. 30l>. 19, t), 26, 27, OTottb. 
25, t). 31. 3»^. 5, «♦ 18. 2 (£or. 5, t>. 10, 
1 Sor. 15. %poc. \2, t>. 4. 1 t^ff. 4, t>. 13. 
baf bur^ bie astbe^rtiflifl^i^raft^otte^ am iuitg« 
flen %ü^t alle SD^enfd^ett, fo geftorbm unt tnt^ 
fc^tafrn fe^n, aldbann mieberum aufermedet, it* 
benbig gemad^t «erben unb attferfle^en foüen, usb 
ba§ biefelben mit benjenigen, bie bann noc^ im 
Seben übergeblieben fe^n^ in einem ^ngenblidinr 
3fit ter legten J^ofannen foQen ver»anbelr, )tt« 
fammen für ben dtic^ter^bi CbrtfH gefleat, bie 
@uten unb ®dfen t)Ott einander gefdbteben sver^ 
ben, unb ba§ ein ieglic^er bann an feinem eigenen 
itih empfangen fett, nad^tem er get^an l^t, u 
fe9 gut ober bod, nnb ba§ l^ie ®uten ober grom^ 
men, aU bie C^ebenebepte, akbann mit S^i^o 
foQrn aufgenommen merten, unb ind etoige Men 
^e^en, I Cor. 2, t>. 9. unD empfangen bie grenbe, 
tpeld^e nie fein fluge gefe^en, no^ fein O^r gel^o« 
ttt bat, nocb in feinte ^enfcb^n ^rj gefommen 
i% ta^ fU mit (ibrifto regieren unb »on ffimig&it 
I« fimigfeit tnumpt^mn foUen. Unb ba^ ^>inge- 
S^n tfit «Öfen, aU ^Bermalebepte, fotten i>tmitkn 
ttiio t>er|lof en werben in bie 8.infternijfe, ja in m 



— 233 — 

noä^ i^r geuer «erfofc^en toxtt>, unb ba f!e, taut 

Srlofun^ in Smigfeit me^r werten ju ermarten 
ftaien, Wate. 9, »• 44. apoc. 14, t). 11. Der 
^err »ofle und burd^ feine ®nabe aQ§ufammen 
»urbf^ unb tu^ti^^ maäi^n bag fo!(!^ed uafer feinem 
toiberfa^re, fonbern^ ba§ »tr unö felbet alfo mö* 
fien in a^t nehmen unb Befleißigen, bamit tvit in 
brr 3^i^ fät t^m unBefledft unb unfhafli^ im 
grieben mogelt erfnnben werben, ^men« 

©0 fe^nb nun biefe, a(d in ber jtär^e oBgemel« 
^et i% bie prittct)»atffien Slrtüeln unferd aOge« 
meinen S^rifiüc^en *viau6end, glei^ wie wir bie«' 
ftibt alfo in unferer d^emeine, unb unter ben Un- 
frrigen flet^ iebren unb belegen. SBeld^e« unferd 
Srad^tend ber einige wal^re S^rifilid^e @lauU ifl, 
weld^en bie ^Ipofleln in ibrer 3fit geglaubet unb 
getel^rtt, ia benfeiben mit i^rem £ebett bezeuget, 
mU il^rem Zobe bekräftiget, unb auä^ einige mit 
ii^rem Slut «er^egelt baben ; babep wir aud^ nt« 
Benfl i^nen unb aflen ?^rommen nai^ unferer 
@^wad^^eit gerne tooüitn bleiben, leben unb ^tt* 
htn, bamit wir mit bemfelben burd^ be^ ^^erm 
®nabe nac^mal^ bie @elig!eit mögen erwerben. 

Älfo i^erfertigt unb \)oöcnbet in unferer »erei« 
nigten ®emetne atlt)ier in ber (Stabt Dorbred^t in 
^oQanb, ben 21flen ^Iprili^a, <Stvlo noöo, ^nno 
1623. ®Qtt befohlen. 



— 234 — 



Ual H INR «Ktcrifi^iHt ntt bat felgaUfB 9t<uimi bcr JMnm w 

»crf^icbeaen Dcrteni t 

X^rbre^t. 8»nimcl. 

9fMf bf itoviatf ssb tw tfttat mUm dM »an Cjrfcl. 



«Ufer X)i«icr. 
9*11 ^cob«. 

Stibblebttri. 
StffHas IDittciiifcii. 



|nffiB|cii. 



XHflaert 

9«r ^cpb ftMtm. 

hieben Dtarbn^i^* 

Snfkcrbcm. 

iNctcr dtnfoi 9b9cr. 
VbrAban 2>lfiti. 

^acrlenu 
^aii Deem. 
ficter (9r)»fbt(r. 

itrevclt bft«. 
^»an Ob b<K 9raff. 
f^^iOtm AreSBCit. 

6ccU«b. 
ttorsdi» be Vtvtt. 
dfaac (ladj. 

•(acrIcBi. 

9t€tcr dooftnt. 

Ilottcrb«». 
dfrad »es ^afatael. 
$(ttbHtf Cinffe lyclboroi. 
«Kbric« £udm be d«n0<. 
64^icbtiii. 

!Ba»brttbt 9«d>i«<- 
Scbben. 
{Rr. dbridiftn bc tpftisit. 



9^ptii ebUHttg. 

IR0ltcrbaiiL 






Rietet yittetfiM* 

X>»rbrcAt. 

8er 91b ^aK< Cebe^lrai. 
b n« 9«csl4 ZcnDcm. 
Site« Dircfftn. 
Vtelb 99bbSft«. 
Ibrittt Cortidi«. 

8on oben im Sanbc 

Seter «»n 0«rfef. 

SntosU Cerndifen. 
Bieter dAttftn dimaicrmaB. 
«treibt 

Eamt 6cj|trti. 
^ettbrifffcK ^oo^fdb. 
d £«rcitb. 

«mlletbcau 
2)tt»lb tcr £acr. 
Pider ^wnui »os diagcL 

9 p r c II m. 
dacolb »Pii ber ^bc 6cftrt4Mu 
^« ^CMf »a« b« Arvbfnu 

Sritbeim. 
(onulif 9«nCeH« 
SIrcf atcitberilnu 

tttrc^t 
Vbralcn emntf. 
IBillcm »an eTotfbnbfou 



S a b c 



— 2a& — 

golgoibcr C4(te tt ton Uk 8nl^«n tei UM »onlt fle Hefe 
Ceafcfies für bU ^re Mannt, a^i»roBltt, anaenemmes nab »i^ 
3^« Itamttt mitcrf<|rictai wvrbin, tvic ftlfrt : 

Ote in Sab aatcrftirtcbfac 2>icKcr bd gittn<|ca fßotu anb «d« 
teilen bcr (Btmrinc in be» €lfa§ bcfcaacn anb »ffeab«rea hitmU 
ntinaifllfa^CB, baf »ir ^est balo bea 4tca Sc^raarli 1660 ia D^<a* 
beini^, Ka|»1»eltteiatf^cr ^errft^aft, Ie9 Haaabcr »crfanimlet gern« 
fea fc^a aber ber Q^onfcfiea bt< AHfUcbea Olaabcn«, aeiogea aa« 
ber 9fHebca<b«8bIaa0, ober 9erriaignag, gefi^e^ea la Corbrec^t ia 
^«aaab in da^ M33« b«tt 21#oi 9Lptil, iwif^ea b«n Xaaf^fleflaa« 
tcn, bit aiaa bic gloaiif^ca aeaact, aab gebraift \ft |a atottcrbaai 
bei) 9raaci«at« »ea ^»^flratea liaao 1658. Uab ao^bem »ir, bic 
fettige abcrfelbeabc atttanfena Qerflaabe gftaitti^ fibereiaIHnnacnb 
bcfnnben, ft ^bea »ir «a^ eab(i(^ biefdUge gmi anb gar fir bie 
nafere aageaeatmc«. Seffiea lar Urtanb ber CDabv^dt aab fcfica 
OUnben v»ir an# mi4 mit eigeaea-^bea aaltrfil^riebfs ba^O' 
»ie folgt: 

Wiener be« IBort*. 

, ta< at&tter »oa 3Rageabeiau 
><a# Sliaaer )»en ^e9beUbe«at. 
lacob Ckbaevli «oa 0«tfbeabe«ni. 
^eari(^ G^neiber t)oa dfenbeim. -« 
tubo(i»( (Igli voa jhtaenbe^at. 
9bol|»^ e^mibt Mn SKartir^. 

t)ieae» ber 9tot^barft. 

Aacob 6Amibt boa 9ternh|. 
Ocrtram (obig^ »on 9tarflr(|. 
tttricb •tafcr »•« Claeabe^nt. 
lacob da^aaawer ooa Obaeabeüm. 

>aa« 9tabi Ountea »ea dei»fcabeoa. 

\at9h 64tteibcr voa £firfaa|fn(c9nL 

fearid^ 9ri(( boa INaenH»* 



— 338 — 

©dc^e ter flotfffMi^e Sftrittop^ Dorf, CStJul 

meffifr an ter ccfctpbödj) feinen lieben 

(Schülern, unc allen antem Dte fte 

lefen, )iir Betrachtung ^tn^ 

terlaffen bat. 

WH t U 9kt nur ben lieben ^n, k. 

Onein Seben^faben lauft ju Snbe, 
*^ 2RelK 9)ilgerfatirt ifl b^lt getbait ; 
tl(j^ ®ott mir ein (^eleitemann fenbel 
^er mid^ er^att auf rt^tcr 9at^n, 
Der bei? mir an bem Bluter jleb, 
Sßann i^ bett legten 3turm au^fle^. 

2. 

Damit mein ®(^iff (ein burc^ bie föeden 
Der Xobe^angfl ^erab )u gcb, 
3um Saterlanb, unb meine @ee!e, 
«ÖScit auf i^ren Seitfhrn feb, 
Sluf meinen {)ei(anb 3efum Sbrift 
Der anä^ im Xob mein ^eben i^. 

3. 

^ä^ ^nx, mdn ®ott ! tie« mein Sege'^rm, 
©ifbt nidbt auf mein ^ereilbtif^feit ; 
3c^ ^i>ff Ott TOirfi c^ mir .qe oäbren, 
8(u« ®naU unt> 53armberai(^feit : 
t>tnn unfer eigen grömmigfeit, 
Äfl »or tir ein befledfte« ^le ib. 



4. 

®(aub, Sieb unb ^ojfauitg )u immtl^xtu, 
jtomiitt ni<!^t au4 eignen Gräften fort^ 
3^ ^off auf S^rifbtm meinen ^ren^ 
\Xnt auf fein uttbrtrudlid^ Sßort. 
X)aO i(t in meiner teilten 9tei§, 
Stein £ebendtranf unb Seetenfpei^« 

5* 
Sr tfi t)ad Samm, ba« frier auf Srben 
£)ie Sunt ber ^elt getragen ^at 
fßer'0 (erjlid^ glaubt, mirb feiig merl^en, 
Unb bei ©Ott ftnben grieb unb ®nab. 
X^rum Ia§ ic^ meinen 3efum nid^t, 
f^inn mir ber Zob bad J^rge bri^t 

6. 
yiün tviü iä^ in ber Siebe faffen, 
Srät>er, @c^meflern, mit ®eib nnb itinb, 
%ü liebe greunb, anc^ tie mxd^ baffen, 
Unb mir nic^t »obl gewogen finb; 
Sd^ bitt eud^ aüt um ©et>n(b, 
Serjei^et mir, erlaf t bie S^ulb« 

7. 
:2Bo euc^ mein f^anbel, S^un Hnb Seben, 
3n etwind je betrübet i^at, 
%i> miU eu(^ aden gern )>ergeben^ 
Unt) b;tte ®ott, ba^ er in ®nab 
Und anfe^ unb genabig fei, 
Und allen unfre Sänb i»er|ei^. 

8. 
9?o(^ ein Ding fann id^ nid^t «er^^len« 
sffiad mir noä^ an bem bergen liegt, 



-- 288 — 

Sd flnb bie garten iungeit ©eeleit, 
Der'r tann id^ fi> t^ergeffen nid^t, 
®dl @atati i^n'n auf tiefer Sk(t 
Siet 9le0 uttt SaH^it ^at gefteOt 

Um i^te (Seelen ju iftefhidfen^ 
Unb führen fie gebttttten fort, 
X)en breiten SSeg, burd^ feine Zuden^ 
®erabe nad^ ber ^j^(kni»fort, 
3tt fluraen fie in Smigfeit, 
3n 3amiiier, Quaa( unb grofe^ £eib. 

10. 

gr flettt itjn'n »or bte Äujt bet flugen, 
dt |leat i^n'n t>i^r bie !gieb ber Sklt, 
X)ie SIeif(|ed(ufl baraud |n fangen, 
Durd^ S^re, SQottnfl, @htt nnb ®e(b, 
Durd^ ^offart, @cig, »ettftgerei^ 5 
X)urd^ galfdb^it, Siioen, ^eud^Ie^. 

11. 

Durd^ Swjfen, ©anfen, Zan^m, Springen, 
Studien nnb ©d^wören o^ne ©d^n, 
Seid^tfertig ©d^erjreb, 3«>tten fingen, 
3n pflanzen fort bie ^nrerci^; 
®o fommt ctn^ biefem benno^ fort, 
^aß, 9leib nnb Seinbfd^aft, Itrieg nnb 9lorb. 

12. 

3d^ bitte tuä^, i^r lieben Jtinber, 
^d^ id^ ermahn nnb bitte end^, 
golgt ni(^t bem 3Bege fofd^er ©ünber, 
«r fü^i^t eud^ ab »on O^otted aUii^. 



- 289 — 

güre^t ®ott, unb bitt tt^n frfi^ utib fpat, 
Dofi et eii(| fB^rt beti rt^tm 9>fab. 

13. 
®ott ^t fa feinm ®o^ii gegticn 
S)er finflmi fSkU an efnem Si^t, 
3uiit Skg, attr 3ßa|^r^t mKb aum ititn, 

Sr ifk t)om Sater audgefdnbt, 
3u fiti^ nM itt0 SalcAtiib« 

14. 

®ott l^at sil^ eiif> an bem fkAetbtn, 
X)e^ ®ünber« Sob gff&flt i|« niil^t, 
Sr i6at ni^t Sufl ati «nferm @terbeit, 
9tod^ ba^ mir faVen \M ®eH(^t, 
9^ttT Uitglaub unb be« gleifti^« mü, 
X)te bringen nn« §um bofen ßith 

15. 

SSie iii^ an« ®ette« 8^i>Tt t>ernommen, 
Unb unfer J^Uanb felber ^priä^t, 
DafI ba« Sid^t in bie SBelt fei fommen, 
Unb benen iß t^ aum ®erid^ 
Srfd^ienen, bie im ginfiemuf 
Serbleiben »^ne ®(attb unb Snf . 

16. 

Datum ifl ni>äf ben SRenfd^ntinbern 
Dad (£t>angelium bereit, 
Skr nid^t gkinbt, wit^ fl(!^ felbfi ^rl^inbern 
9ln feinem |>ei( unb Seligltitf 
9Q^r ^Irged tbut, ber ^a^t bad !2i(!^t, 
Unb babttr(ft fallt et in« &ttiä^t 



— 240 — 

17. 
S$er ßd^ ne(6 ^er in Seit Ut 9naUn 
3r feinem böf#i @unbenf)an^, 
Durd^ ®otM fflort unb ®eiß Ia§t rat^tt, 
Durc^ mai^rr 9u§ bie @üttb crfaitilt, 
Unb glaubt an S^riftum uiiverridl, 
Unb folgt j^m naii^, ^ »irb erquiA* 



£ 



®ott toxU tbm feine #unb "otx^ii^, 
Sbriflue, burc^ fein ®ere(|ttg!dt, 
ffiirb i^n turci^ feinen ®etfl tmtutfn^ 
Unt) Rieben an Oad ^o^|eitd!(eib: 
T>ann ge^et an J^r Sngel greut, 
Sßenn ficl^ ein ®eel |ttv 9u§ bcfeit 

19. 

Sebenft e^ moM, il^r lieben Stixübtx, 
Unb übt eu(^ in ©ottfeligteit; 
Sa§t euc^ bie SBelt niii^t fein ein ^ittbet 
%n eurem $eil unb @eUgteit, 
>So werbet ibr bort in Stoigfeil, 
iSud^ freuen o^ne Quaal unb Setb. 

20. 

jßebenft e^ auä^, i^x SOtenf^enfinber, 
T)k i^r no^ lebt in giterteit, . 
^ebenft ed noo^l, ü^x fred^ @unber, 
Unb lagt cud^ ratzen in brr^t: 
gb ©Ott fein »ntli^ t>on eu^ woibt, 
Unb fein geredeter SotB anbramt 

21, 

®«>tt fegne unb behüte eu<^; 



- 241 - 

fEr Blere eu^ mit ßnä^t imb Sugmtv 
Will) bringe eu^ ^u feinem ÄeidJ: 
®ttt Xa^t eu($ aOctt iit^ewein, 
Sungm sftb Xlten, ®ro6 unb JtMiu 

21 
SXe« (ieUeiE fil^enl {(i^ ^um 9(fd^e« 
T>cr KeJen Sitgetib aUjitöIri^ 
Unb Mite e»^, tvolll eud^ Ifrereitm 
3ur e»{gm greitb in ®clte« Seid^^ 
«aßt Sm)» «i^ 9efa# nU^l leer ^in. 
8üat ®(aii»en«0I mU Zugenb brein. 
i »eti l, ». 5 6ü 16. 

%in intker getim« 8irb I1011 feüiieii I 

L 

a|e^ Jtinber, tt^elt i^r Hetoi, 
"^^ @e lieW, »iW rieten« totrf^ 

S0f t i|t jid Srenbe üBen, 

@o lieitr »<t^ 9teube ft)crt^ t 
«ieU (9ottr ^Ad ^M|^ «titr 
IDlit ®eift, ^a, @eel mb aRntl^ 

@o mit^ ewi foU^ «fiele 

ft?<|iii4f«i ^ nnb 9llitl^ 

«ieM i^f Me CiMkilni, 
«ieliti9tbed91eifi!^e«2nj|ll 
@o fangt i^r tttT^e grenben 



ffiorauf in Stoiolrit 

Soltt 3ammer, Quaal imb Seib, 

IQo ttld^t hl Seit bet ®nabe«, 

S)ie @eel tur^ Sttf ^fteit 

3, 
»it fltibrn Hat flefi^^rirbm 
Son einem reichen 9tann, 

Der ti^at fot^ 8ieie fiten, 

Sie Sttca« jridet an, 
lebt er bie htr je Beit 
3n gieif^Injl nnt> Sten*, 

Unb lief fein ^je »eiben 

3tt lauter ditelleit 

Cr ^t in Mefent iAtn 

mit 9wsfm f^ä^ gelleiMf 
^cä^ er «tuf «tf^ieb fleien, 
©ein greub m^ü tux^ 3HU 

@o balb naii^ feinem Zob 

»efanb er (1^ in 9löt^ ; 
9liemanb mUt i^n erretten 
9ttd fold^er 9)ein nnb Seib. 

B* • 

S)ranf rief er nm Svbofmen» 

$1^ $ater Sllbral^am I 
i^omm bo<i^ unb l^Uf mir ,9rmen 
9[ttd biefer großen glam« | 

3d^ bitte Vi(i^ barun^ 

^(!^ fenbe ^a^axum l 
!Dlit einem 2:rdf>{lein ffiajfcc 
3» fönten meine Bmifl« 



- MS - 

jtein Xrofl marb if^m jegebcii, 

SU ter: ®ebfn!f @ol^n! 
iba^ bu in beinern Setot 
X)ein ®u(« er»a^It }tiiR 8o^n ; 

Dmm lielbe J(inberMn, 

2af U eu(^ ein SBamung fein, 
Serlafit ba« eitle eeben, 
Da$ i^r entgeht ber 9t\n. 

9tttn, Ainber, bie fataM 
(9iht e^rifhtd fe!b|l gnr «e^r, 

X)ntm galtet« ni(!^t t)or SaM, . 

9lo$ für tin nmt Wtif^x ; 
(Sd toirb alfo erge^n, 
SBann ba« ®eri<]^t gefd^c^'n, 

£)er eine toitb f!^ frmn, 

X)er anbre traurig fle^n. 

8. 
!Die ^foxt, f)>ri<]^t S^tifht« narli«, 
3fl »eit, ber «Befl i|^ Iteit, 

aßorauf fo t>iel gefä^tli^ 

Sßanbeln in biefet 3eir, 
^dä^ ber Serbammni^ 3«, 
3n Quaal, 9>ein unb Unmbr 

«Borin fle fel^ß fi^ t^$rlf4 

©turaen bur^ gleif<!^ Srenb. 

9. 
Wtan liefet mit (Erflanncn 
9n unbem Orten m^r, 



- 2tt - 

Z)a$ C^ri^u« mit 9^9^aixnm, 
Vtit feinem dnqßl^ im, 

ffiirb fommen jum ®eti<H 

Sie ®otted SBort au^fM^t/ 
Da afle« mit^ 'mffä^ 
aiit ÄraÄen. »a« man fle|t 
' 10, 

«t«t)atttt muffen erfd^einen 

«0r feinem «ngefliä^l, 
«a SRfttf^en groß nnb Hrinen, 
Unb !ommen t)ot ®erid^i; 

Unti ^Sr'n bie Ste^ntins ml, 

8Ba« ieber }^ai iüi^ix 
3n feinem ganaen Beten, 
' 9(6 Ain^t Ibenit taran 1 

Die Sudler ^et <9e»i|m 

SSerten ))ort aufget^an,' 
ffiorattf man $iet bejUffen, 
SBirt e«. bwt letgem «n, 

Dad 9u(i^ be« Seben« Umtr 

SBirb aviii t»a anfge^lan, 
©et barin »itt gefnnben, 
Der ifl red^t glftdfUd^ bran. 

12» 

Da« Soo« i^ ton ^efafim 

^ e^rifli u<^let ^anb, 

' ^it andern grommen allen, 
©irb er aU (Sd^aaf erfannt ; 

Sti il^m gel^t an bie gren^ 

3n aQer (imi^WL 



•- SIS - 

Jteitt 3nng laitit ba ait^fpred^ 
Die Steub uitb itxtWiitAt 

13. 

ad^ ba hrfrb licMi^ ftingm, 

Der Sngel SRufitd^or, 

9lit 3du^a^ un^ wit ©Ingen, 
SBirb ge^ bttrd^ bte S^or, 

Sil dien« @tabt l^inein, 

SBad e^rifH Sc^Sflein feist, 
So etDig gmib ttitb SBottne 
Stuf il^rem ^avcpt »itb fein. 

14. 

^r 3efu ! treuer ^irte, 

35^1 und iVL beiner $eerb, 
9[(^ 3iel^ ttnfre Sederbe 
Dir nad^ ^on biefer grb : 

Der ®atan unb bie SBelt 

^aben il^r 9le^ ge^Qt, 
Un^ )9on bir abguf&l^ren, 
Durd^ aBoUttfl e^r unb ®elb. 

15. 

@o lang toir l^ier nod^ Ie(en 

So flttb »ir in ®efa^r, 
fiif ^txt bu »oÖ^ nn^ gelten 
3n ^ü(f ber (Sngel ®(!(^aar. 

9d^ fenb und beinen ®d^ l 

I>a§ er und Seiflanb Mjl, 
©amit »ir bir red^t folgen, 
Sßad und bein Sßort antoei^t. 



~ 316 — 

16. 
ffiann «nfer $er) »iQ manfm 
Som f^malen Meit^pfa^ 

®o oib und in ©ebanfen, 

Da^ fol^e aRiffetl^at 
an« in ben Senerpful^I, 
ftor beinern Stic^tetflul^I, 

Sor ett>ig fönnte pqen, 

3)rum i^alt nnd anf bem 9fAb. 

Sßann und bie 3Belt mit ^ran^en, 

9lit ^offart, 8feifd^ei3ltt|l, 
3n l^re 9le^ »ifl fangen, 
@o bruct in unfre S3rttfl, 

Sßad bort in Smigleit, 

Sor 3ammer, Quaal unb Seib, 
Sfuf fold^e lurje grenben, 
SBirb ewig fein bereit. 

18. 

fflan^ bu in unfre bergen 

i>k nxtl^re Demütig ein, 
3ünb an bie ©kulbendTer^en, 
Da§ aOer falfd^er @(^ein 

Öei nn^ »erbe »ermeib't, 

Unb ber fßtlt Sufl uub 9t«ftb 
SOlit !Demut^ übermunben, 
Dur(!^ (I((au6en0f!ed im Streit 

®ife ba§ und ^beine ii^t, 
O (Seelen-Örätttigam I 



S>ai Mite eiebttf^gfamnt 

X)atf ^er) in int« entaünb, 

Soburi^ »itr alle ®finb, 
3a aVit€ mi(^ten l^affeti, 
9Ba0 niöft mit b{r^»er(iiiK 

20. 
. 9^ Satcr! nQ tic Zitgenb; 

£)ie bir gef&Qig finb, 
®ie6 und Mnb aud^ bet 3iigettb, 
Die nod^ unmfinMg fin^; 

Damit atl^ie auf Sr^ 

Dein 9tei(^ ftet« merb t^erme^rt, 
Unb ba^ nad^ beinern Killen 
Dein 9}am ae^eiliat toerb. 

Unb »eil anf biefet Stben 

Der fc^male ^mmtUwt^ 
Soll Zxii^al unb Sefi^tmbett, 
Sin ftreu)^ nnb Setbendfbg ; 

&o ^iti, ^t, ®ebnlb ! 

Unb filenf nn9 beine $ulb, 
Sridf tLn$ bon bem SBfen, 
Ser0it( nn« nnfrt iSd^nlb. 

22. 

iBo" »ir anf biefem 88ege 

Xnf @eit getreten fet^n, 
Unb bnrc^ be« Slei[^ SBegc 
®etoilli0t in bie ®ttnb, 

5Bie wir muffen aejleVn, 

t>a^ ed gar oft flef^*n, 



— 2» ^ 

CBobttt^ »it W<^ Betrüget» * 

Md^ QMt wtb Sater f^onc^ 

fBtt^* Me anfror, 

Z)itr^ Sl^rifhtm Uinm (Sal^e, 
nnt gleft na« ^ie ®tMt>, 
S)<t^ tmd IHit Stvtui ittt^ 9btV 
3a mSr ed aud^ bfr Sob, 
^ ' Son Mtter iitU fd^eiW 
* Hilf Mfrm SeibewS^fab'. . 

Smeit^ drt, 9tei6 b^ri oietr^ 
ecC ®ott im l^c^ii S^rott^ 

t>tn foKen mir aU lobtttf 

Unb Sl^riflo feinen Sol^n,» 
@ammt best l^iHgrn ®eifl^ 
Der imfer SrSjkr ^ßt^. 

•Der Mng un^ M sufammen» 

(£r fei alkin gepceipL 

Cbt ermeCliA 8ieb Hat kir fiele 3it|ntfe, Wt 
tnten fallen ffi| nt^t aitl}ttf(^lie|eiK 

VttU Me^enfd^nnmpnfhrto^tt. 

Q^rotmn fein ifk tin Sä^^ ber Ssfienb, 

" 3^re 3ier nnb befle Rxon ; 

^li^Ieft unb toa|re Sttgirnb 

©reibet nimmer o^ne 2o^n^ 

Söer fle in ber Z^at htfl^t, 

3fl fi^ott vd^ ttttb ttttg uttb f(j^«. 



- 219 «-» 

Ol^ne fle leitt ®]tt toad tifi(^^ 

«Ott Dttiiitigt «iiy rtf|fr i&Tvnt 
649it tttt^ rtid^ tttib Jitt0 git fdn^ 
SBer cmi^ d«^ »riO friig tverboi^ 
9ttt^ iMT aBm X)ittgett, fHit 
Wdd^ ^tt ttHi^tm 9^ontiitlKt IdEitftti, 
ttnb bad föflli^ 9etlfit«9td4 
@i(i^ gttai (Sigent^um erfaufeti, 
@0 »irb il^m fdti SBeltttnb gld^. 

Sr mitf fdne« (Sott erfennen^ 
Oitb »or ii^m in dl^rftrrd^t fielen, 
Gegen i^ in 8le6e brennen, . 
nnb auf fdnen Segen ge^n ; 
®nted tl^n nnb 98fed i^affen« 
@i(^ bd (Uibern mi^ aSeiti 
9d bem Seten ftnben (a{fen> 
Cl^ne gdfd^ nnb ^end^If^dn«. 

St mu^ f{(i^ in ®i>tte» SSileti 
Sii^den mit ©etoffenl^t, 
ttnt> na^ 3»6gti(!^feit etfitBeii, 
äßa« ®ott t>on ®etmlb gebeut, 
(Saured muß et i»i(Ug trogen, 
6r mttf fdn getroft im 2db, 
ttnb bann aud^ bd gnten Xag^ii 
Sieben ni^t bie SttetbU. 



dt muf alle 9t«tfi|eti tl^mtf 
Cr muf dienen dettmaim ; 
Sv mtt§ feinm Stä^fkit U^tm 
Unb erbauen tote er fann ; 
Ueber Jtranfe f!c^ erbarmeii, 
3ebem Reifen an^ ber %)tf^ ; 
Unb aud^ toidigUd^ best IKrittett 
^ Steilen mit t)on feliie« Srob. 

Sr mtt§ au^ fein Ainb betrüben, 
Unb nid^t nur bie guten Sreunb^ 
@onbern aud^ bie geinbe lieben, 
Ob fle'd fd^on nid^ »fitbig fei^nb* 
Xi^ut man nidbt naä^ feinem SSitten« 
(So mu^ er nid^t neibifd^ fein ; 
@onbern feinen Unmut^ ijiiüm, 
Unb fein ©rollen taffen ein* 

Sr mn^ ffd^ t>erbunben ad^ten, 
Wtaa^ ju Italien in bem 9lu^m ; 
Sr mn^ bei ber älrbeit trad^ten, 
Stman nid^t ait oiel §tt tl^un ; 
Sr mu§ feinem Seib bad ®terben 
mit 5Serpraffen nid^ guaie^n, 
moä^ mit 3öonu|l f{d^ wrberben, 
<5onbern fold^e '£)iu^t flie^n* 

8. 

@r muf bie SCffeften jioitttten, 
Sorn, 55etrübnifc ^Ingjl unb grenV, 



— 2a — 

Vtn% ff In bie Sä^tanttu ^rtugnt, 
Vli^gAn^ Sitterfdt wtb itOt, 
StttfVr immer Don fid^ Mtai» 
atttt^toiQ, ^Ifbn, 9lannit^ 
SRttf er laffen Don fid^ VUbm, 
S)enn e« ifl fein Sl^t baM* 

Xldbann toerben bie ®eberben 
®'ntt0 poUrt unb l^&fli^ fein, 
Vtan toirb aud^ «»erforgÄ iMtbe« 
aSit ber 9totfjltuxft indaemein, 
Seidl^eit »irb aud| ni^t gtbtc^cn^ 
®ott toirb feI6{len maiivx Hu^ 
Unb man toirb fo tSnnen f^<|en, 
eSir ®ott Ut, 1^ai «Oe« g'nu0. 

^&re benn, bn toert^ Sn^eitb ! 
T>tnh biefen S)ingen na^ ; 
gol^e bo4 nnb ttaä^t naä^ Zugenb, 
SBa^Ie greub* nnb Ungemad^: 
®ä^au, bie ganae Seit oerge^et, 
Unb aU if^xt iu^ unb greub' ; 
9Litt toer fromm i% Befielet 
3mmer nnb in Stoigfeit 



Ijßbler 91 
^ 3efu 



VttU Si|miufr bk^, tte(e ®ecl^ X. 

9teifirr aOer Zngenb, 
3efu l te^re meine Sngenb, 



Siffe« ift tpa« b| tigern, 

Sd^ rr^ore miib, mciB ^cntl 

Diefe« Mtte i<^ t>or aOoi, . 

Sd^r mid^ t^utt lu^ beist'm ®cfaSctt ; 

Se^te mit9 in aUtn 2)iiigm 

Deinen SBiQen gn t>olttfingen* 

8e]^t mi<^ mMm <Mt Stenbcn^ 
fBklö^ mi(| ^on bir o(f#eiben | 
Se^re miäi bie SMt i^etf^m&l^, 
akil bp<^ ÜOed mn^ t^ge^n; 
8e^re dtid^ ber KoVn^ Strafen 
€krtt unb toittig a» Mrfaffen; 
Seigre mic^ in aOen Dingen 
Weine« %MJId^ enfl |tt jwingen* 

3. 
Seigre miä^ ben Sater fhtnen, 
ttnb 9on ^eqen 9b6a nennen, 
it^f nnb gie* bein* ®eifte«ga6en, 
Unfre fersen jn erlaben 5 
8e^r* nnb offne ba« SerflSnbnif , 
®ieb nn« SBeidl^eit unb Srfenntnif , 
itf^x^ um glanben, gieb un^ iitU, 
&atV tut« bnrd^ bein' ®eifiedtrie(e. 

gel^r' «n« imt^, tel^r* nn^Belen, 
»eil bie 9lot^ j^rrein tf^nt treten; 
8e|r' un« bann mit mwitnAflu^ 
@4wingett nad^ ber ©temen^üger; 



Saf H lux6^ bie OoHm tringcii; 
Se^r^ und |offcn mit 9ttlan§en, 
9ii9 wir $n(f «tib Xrofk mi^fMgni, 

Sel^r^ ttitd auäf gebitibia Iribcii, 
<Stf^^ und M atf aVeit ®dtnt ; 
it^t^ und in ter Sanftemfl^ fkr^, 
aBeil ber geitib fein'tt ®timiit läf t fefm ; 
Sel^r' mt ^tV mi in ber SSai^r^t 
Steine« ffioct«, mit ^aft unb ftl«ti^cit; 
Sel^r' Httt) l^i(f tttt« fibfmiRbeii 
S3eß, Sleifd^, Xeufel, ^98 mt> ® iktilM* 

6/ 

Stun^o SReifket aUet Zit|eitb, 
3efu, le^r' icitb fiil^r' itit« 3»gmb; 
Süi^re um auf beitun ffiegen, 
@<i^mit(f unb girre nn^ mit ®egni; 
!a$ nn^ ma(!^fett in ber 3it0Mb, 
3n ®ottfe(igIeit nnb Sugenb ; 
Unb bir ^ier flet^ ioi erwetfen, 
Sttd^ bort e»ig(i^ bi<^ preifen* 



ermal «n« Mne 0&ie 
Vnf so«} tonnbcrbAfc ffieif , 



«* 



Uitfre ffjlW ^ft »ti 9mSd1ß 
Ditt^ Utn <St9m in fect ©jjctf , 
SDie ttt und i^afl ^xgi^Mttt^ 
ttttb bamit i« «n« mpedit 
(Siticii ^ttttgcr, ^ert, no^ Mr. 

2. 
ffiie srof tjl Wne groitWl^Wt, 
ffiie l^trtlid^ Hine ®JUe; 
Z)ie ta «fvfotgt |u {^t«nf it 
Z)en Seib «n^ ^ad ®eiitut^e* 
Du 8ebe««fr«iai) iinb SRetif(|e»Itt^ 

Du i^a{l ttite aUni SÜati^ gemuf ^ 
Uttb tttt* feit m%l iAaUt 

S)ed ^immtU genftar 3{Ml ku, 
Unti f(!^enffl im^ mUt)eii Stegen; 

!Dtt WW^ ^^^ ®^^^ ^^f ^^ )^' 
Unb die^jl iut0 Mnett ®egent 
Die Äojl ifl ba «nf bein ®el^ifc 
SQen foUte bad a» Mnem |>nir# 
D Sater, ntd^t beivegett? 

Dem «iel^e fliebjl bit gittter fatt, 
Uttb ^eife^ dttd^ bie SlaBett, 
SBann fle nodb Btofl, ittttg, fd^wa^ unb matt, 
Unb feine fta^tnnQ f^abm r 
^err ! bn tl^u|i auf bie milbe ^anb, 
Unb fättigell bad aan^e £anb 



Sät fol^ ®ttttl^at iDoOrtt wk, 
IBie liebe Ainbetr muffen, 
Son ganaer (Seele banlen bfav 
Unt> unfer Slal^laeit Wici« 
9lit einem X)an^ unb 2oi0eW4i^ 
O treuer ®i>ttl mfd^mäl^ ed nU^k, 
8a0 ed tir tool^lgefaBfft» 

6. 

SergiB und unfre Stifetl^ol, 
Qttt gieb toad toir (egel^ren ; 
@d^af und, Sater ! femern Stat^i, 
X)ap mir un^ e^rlid^ nal^ren* 
»erteilte IttnfHg gute 3eit, 
®Iitd, 9ta^rung, Sfrieb nnb dini^Mt, 
®efunbl^eit, ^eil un\> Segen* 

eap enblid^ M M iavmti %i^, 
3n deinem äteici^ und effen, 
SBo taufenb ®aktt mitt uiA ftifäf, 
X)u fellbjt un^ toirß aumefen? 
Da toirb mau f^eden gtenb' nnb iSffx\ 
Unb toir, ^err, »oSen nimmttmt^ 
Qu (»reifen kid^ aufhören« 



^tiump^, Sictoria ! 

'* aWein ^eilanb ijl erftanben, 

Acin .Zob iß me^r «»orl^anbmf 



- 2S6 - 

Aein @ta^l i^ mel^t ^ 
Zriitm)»^, tSictorU I 
S)cr @{ege«<'9ttrfle flegel, 
Vit Seliftl tet ttegtt 
^it feiner ganaett 6<I^Att 
®e^r)t auf immeitar, 
9lttn fett i<^ t$oii l^btm, 
3tt e»*flett gtetibeii fd^w^tm, 
Die fel'fle Seit ij» ba, 
Zrittm)»]^, SktorUl 

Srlumrt, jfarfer ^elb l 
Der btt fit mi^ gerutt^eii, 
Unt f&r mi^ ^ft 6ej»ttti0eit 
Den Surften blefer S&üt, 
Sxiump^ parier ^dtl 
3n bir erUüg i# Jtraftiv 
Unt> nene «ebenefäfte, 
3n Äam»>f «lA ©trrit in «e^n, 
Unb ba 3U »Iberftei^n : 
Da muf bie ®üt(tt tpeid^ 
@{e fann nttii^ n^t erreich; 
3n beinern SBunbenaelt, 
®pred^ id^ : Xrinmji^; o ^elbl 

enbe. 




V