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Full text of "C. M. Wieland's sämmtliche Werke"

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C. Jkl^^I^tANPS 




WERKE 



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T/T E R B AND. 



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GESCHICHTE: DES AGATHON. 

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DAITTEH THRIL. 



LEIPZIG 
£r Gi&oti& loACBin Göschek. V794* 

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JULY 9 10. 



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THf NEW YORK 

iBÜBi.IClIBRARY- 

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In ha 1 t 

E 11^ FT BS BülCH. 

vmfk Herrn Jotpp- Rcijitoldt« \ > , ', '$. 5 

p. vorlftafige &itscuieCf imgen unsers Hex« 

V Kaxjikter des^ Arittippus« ' 1% 

ip. ApxaovLt erste Erscheinung *iini I{o». 22 

I ■ 

ip. Einä e!luideniisclie äitzungy^inr obepi^A^a* , , 
in eiiineaM Talent zu zeigen Gelegen* 



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1-1 







II ' I Wn A E T 

geOf unter 'Welchen dieser sich enttcbliel 
•ein Gehülfe in der Aegierung su yfftdei 

6. Kap. Einige Betrachtungen über^ das Bei 
gen ilgftchont« 

i I u A a 1 

/ ' 

•« / 

jigathons Siaatsvenjoqitun^i^^J^itie Fehler gc^ 
Hof' und ff^eltklugheit , und sein FaÜi 

.11 O U .T '? TL.T 1 T I :i , 

1. Kap< Etwas Ton Hapopt - und Staatsakzione 

xiysius. 

«. Ka]^.^<£Stm^%ii^a^ibhi:ei^^#^^ 

th(54i^i«lÄ ^6h-ai'^^trf^ä/iwfe!^§erf'¥imok 

r -^et durch eine Him'dTiiftg zWi^-vvHja^t-'ilt et^üi 
um JQipnyf ius und bm j;an2 Sipilie^ y^rdiei 
macht« " . , i . r i i 

GÖldMt. ° 

tJI^Kap. ]fane Hofkomödie. . f*i :»* 

6. Kap^TAgnAtm^egehl eUiläk frofien Khl^ 
geg6ib^^iak>&kig^kH>%«i daVott; 9^cx4 







DES iailUt^^TBjir .T]IbIL8. HI 

l tdioa ügatbon and Arittipput. Enttchlieftun-" 

'wider. S.iog 

Ji5 .' la:.': *I fT'> [33 r.^Jr •- rr 1 fi.f» i-j.wjü .C'j.Ä .^ 

^ Kap. Agathon vetwickelt sich in einen An- 

tcl]äi^|^^4^'<feii''T$^raiiketfP'üM iü'-'' £ 

Teifaifc ^<^xn^k - ^ /f'^'*- "t>^«i^' '•' --■' ^lai 

^Kap. Dermähliger Gtoifithtiaita^d untert 



'f /, 



' Üieten Besadi» und wird auf eine nene Probe 

138 



II. Xip. *!i^äiöiit Sci^utdfede fftir'liibtf felbtt, 
und ErklJb^^ auf den Antrags dei^ Hipptat« x55 



12. Kap* Agathon wixd wieder in Freiheit 
gesetdb«'bfid^verli{st fiofiilieB. ' -^ < . r^ r ^^73 



i ab »R Y Zf>B'-HK:T^]^i»' .-»Tü^Är 'f 



•< ':^ 



JigaAon hommt nach Tatent\ wird^ in die Familie 
des Aipä^Hii 'tmgrfaih^ p entdeckt An der/toie^etrlgif^ 
yifmndenen Psycjie seine Schwester ^ und fiißdet die 

schöne D.anae wieder. 



.t 




IV . 1 1 : t In liu; -m £H or. b i ^l 

2. Kap. Bu» innvtkbihe ILmimiamgtii' 



"t- 






4* Kap« Etwas daa man Torher sehen konnte.' fl 

,<;ftöftt in ekiem alten Scho|M|/,^3ieiB H^ /- 
• onerwanetes Abenteuer. 2 

kap. Ein Stadium für die Seelenmahley;'-!.'//iit 



^ Kap^l^Vcff^ilg «i^0^e^chic6te^Be)r13aiiae^ ^ 



fi 






CA': 



^Crekeime^'^eschichte der^Dänael 



: 1 ■' 



fr Kap Danae beginne Blir6'|;0He]iTi0/OflBckioiite%: 
'211 erzählen. % 

fi. Kap. BtsiaJageRdiderSanaekbifizndäirer 
Bekanntschaft mit dem Alcibiades. 2, 

5,;.'lUp* Alcibiades 'matht 80iae jt|»ge Gfiliebt^ 
j^t Aapasleni bekannt» i^ 

.'u .-. .. ■>•■■ .■••■•> 
4. Kap. Karaliter des Alcibiades, von Aspasien 

jgvens Hause eriog^yijrird., ...i iiaii:b? ?r5 n- .4 



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earaj0S&»^amffXKr£«^gt*«Miü[i« r j;V 



1^ Danae« Er amringt seinen Plan ipk&fi 




,tiM /ilaiA b'.nj 



& Xi^ Neua Kunttgr^e des Alcibiades. Eine 
.^^^th eine Probe der Fibtofie der i^^keit 



irUKF ZEHNT ES B U C IL , 

Fmftiß mnd Besiiävfs der geheiinen . Begebenheiten 

der Danat* -^ , 

<'Iqik Atpatient Tod. Ente Verirrung der 
iditam Danae. 5I7 

( , . - 

IrXiq^ Dana« und Cyrus. 551 

J^ K]^ Danae su Smyma. Betchiuri ihrer 6e* 
feuchtet mit dem toiönen Siege« den sie 
flb«r Agathon erhält* 54^ 



SECHZEHNTES BUCH. 
JB e^s c h l u f s. 



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1. Eapf^ J^^on laftt den Enttchlofs sich dem 
Azchjriat tfo^ ; genaaer zu entdecken , und 



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VI ls»»ilBS'fiB:t JXKXtüOtSS^&HEILii 



und ArchytAS« 



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*4. Kap. Beichluft der Geschichte Agtthö&V. '^'^ 



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T*'i ijr-';»f*JjV •••u.i .L ;T ÄJI' isß'.f A .•'■/.vis 



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. E I t. JF T E s , B y c H. ! t 



1. Kapitel, r f^ 

Aothoi:! erfuhr die bauptsachlichsten Heefi" 

benheiten. welcbe den Inhalt des vorher gehen- , 

den ' KapiteU ausmacnen , bey ^.inem grofiseni 

Gastipähief , 'welches ^ein Freünn der Kaufmä^nn 

eab« nih seine Ankunft in Syrakut feierlich zu.^ 

M beseheiL ■, i ' , 

; Der* .jNäbmaf einest Ga6tQif^> 'iröh welchbiH» 
[ eine ^it hii^^aorviel Giite» iüüd Bäii^a' Wtlit'' 
den Griechen ^eaprocben >yorden war, zog un* 
tar 4«^c»£i/oug^eri^e^,iuch 'd<HtrFil6iO&n 'A i^i s- 
eiappa j|i^b6y4;ilBinen^ Miiuni^*>defi<^eg|eit "4^^ 






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4 A O ▲ T B O V. 

der Gnade, wtMrhr-er bey dem PrrnWBn tl 

in den besten Häusern zu Syrakus sebr 

kommen war. Dieser Filosof batte sich, 

jener gppfsen^^'Ausv^hde'iung Aet seköneil 

ter Griecbenldnds nach Syrakus , auch da] 

begeben, mehi* um einen beobachten 

Zuschauer zu spielen^ als in d^ AbsM 

durch parasitische^ Künste die Eitelkeit 

Dionysius seinen eigenen 'Bedürfnissen zinsl 

»i: mächenV *^ Ä^ltthW- ünÄ Vi^i^'^^i hHt 

einander zu. Athen ^ekurint« Aber damal 

kontrastierte der Enthusiasmus des ersten xi| 

dem kalten Blut und der humoristischen Ai 

zu filosofteren dei aiidern zu Vtärk^ als daü» $j 

^^nder wahrhaftig, hätten hoabsdb£42eil koi 

l^en ^ , wiewahlii^cjätipp sich öfti^ hbydenVk] 

Sammlungen einfiliifl,' welbhe "dantahls Agathoi 

Haus zu einer Akademie det besteti Köpfev vo 

Athen machten^ D^e "yVahrheit v^ar, dais Agj 

~<thon mit. allen seinen schimmerndeh Eigei 

Schäften in Aristipps Aussen ein Fanta^t , un 

\Aristipp mit all|Bm semcm Wuz nach Agathoi 

Begriffen ein blofser Sofist war^ geschickte 

-weibische Sybariten durch seine Grundsäta 

xi^hiSybaritisishf^%,:ftIfr junge Repiibldkanei z 

tiigendh^&6|qr Männei» iiu maohem^'i 

-iu . . , •.// t''>' ■•>•■ ;^ .■ ' ^ ■ ■ 

. P/3r i SiAdtui^k i weiphet beiden voxt di^e 

ei^i^Jiils vpi»^ «ii^ander gefaÜBten Meinung g< 

ib^ltk^ y^Mi, ,a^ci^e, sift aiutzen, da sie sie 






\ 



£11.77'«»^ BircA i/Kapit^L d 



i»A eiiiisr ^ennixng voK^^ytoäet vier jah^ 
dpe& so iifeiTerinüthet wiecler sahen. Daft ^lllto 
A^atbo'h «^^i '^däs ipllte Aristipp t^rn? 
daebie jedi^r bey sieb s^bet, ^ar tib^Yzeagt» , 
dab es so sey^ i^i\d hatte docb Mube^ seihet 
eigenen Überzeugung zu glauben* Aristipp 
ti^bte ifrti' Agafboti den Evittiusiastai , welcher 
aiobt m6br'«frarr und Agatbon glaubte im Ai'ts- 
ti^p'^deii Sybatlten idicbt m^brztt finden; viVl- 
kickt allein^ weil s^lne eigene Weise, F^r^^\ 
neii uM Sacben ini Auge j^tr iMseti, seit ^iiii* 
ger 2^ 'eipd' merJüiche Vevänd^ung erlit^e^ 



V- • i * ■ %-* 



>]Eiir Umgätig; Vtiii ätliebetriSfunden'1(^^% 
badet» Hat Rat^I Ibres anfängli^ti lirtbum^ 
•nf, {Eleiiftreiite d^ Rest des alten Vbruttbfeilftp 
toiid 8ö&^ ibnfen' die vNeiguög ein V' bessert 
Freunde au werden» IJnyerifie^kt erinnert^ 
sie iidi Bicht n^ehr ^/dafs si6 einander efaiBahU 
«r^ger gefalle bauet}; und ihr Her^ liebte 
ddD Uelnen ^ Selbstbettug , da8|enig<e wtts ' si6 
figa^ üSr einander empfanden , für di« blolisö 
E^eoerong einer alten Freundsebaft zu halten. 
Alistipp >fadid bey. tinserm HeMen eine GefäT- 
I^^it^ eine Mafftigung^ eine F^Umr, welche 
i^ «äf blNl^eiseti schien f dafs Erfabfungeif von 
fliebr ahi Ei<^ Art eine starke V^änderung in 
ieipj^jG^üfbtd .gewirkt haben müfsten: Aga- 
i^ll^]tlß$h^T'^^^^^^^^^^^ von Cyrene et* 



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•m» mehrmals .bl^£i^n.Witz; exja^i^i c^ne^ 
acbtungsgeiftt ,, eine gesunde^ .Att zu /d 
l^iltö Femheit iiq4 Rlcbtigkeilf det JBQiirt)iQi 
;Wf^<^ den Schülfk'des weisen Sol|:«iites in 
^fsjj^nnen Heben« .. 



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JDiese. Entdej?kQxigen fiöfktei:^' ihnen< nal 
'xhetr ' Wöise «in. g^fgeiiseiti^e^ 3^utr{|uen. 
.^elcb^s sie geneigt umathte^ sieh y^retkßgeT^i 
jeuiaiid^r .SU itrecbergen f ak man b^y '^nca^' 
Jt^Züsammeal^ikft zsutbun gewoben iat« 
^böi^ ; JUefa , »einem » »euen Fr^nd^u ij^iiiißrst 
nen darüber seben, dafsi^die HafFnungen, 
cbe man s^icb zum' Yortbeil Siciltens von 
^(^jAos^ben'be^r d^.m. Uionyslm Q'ftnaßhCj'l 
^}ötz\\qk unA ' 'wi, eine mö unbegi^eiiß^iGb^ 
^vernichtet vvjprden seyen. Inder*Tbat beft^| 
pllef^ rWftg man in der^ Stl^dt davon wufstey 
J^lofften ^Mutbmafsungen, die sich < zum THj 
#iuf allerley tt^nzu Verlans ige Anekdoten griin< 
f en , i dergljt^iqbeu in Städten , wo ein Hof 
•von müi&igen JL<euten , welcbe sich das Anf| 
]t^n gebi^n wollen als ob sie mi% deii .Gebeiil 
Xkh^eri und IntrigueUi desselben genau bekanijl 
wären j von xGesellschaft zu Gesellschaft herua 
getl*agen, zu /werden pflegen. Aristipp hatte 
seitdem er sich an Dionysens Hofe aufhielt 
die schwache Seite dieses Prinzen i den Karak< 
ter seiner ^Günstlinge ^ der Vornehmsten defl 
Stadt und' der Sicilianet überhaupt so gut au» 






JH n CH. 1. Kap! cal. f 



^4ii&*er^— -^ öbise sidh in di^ Enf wiekhxi^ 

^^|iP^|tJkiuBUBrti '^ ^l'^iebfedeni (-wpmit wir unirä 
Iwittc teboa \>c^1iEannt geofiicbt haben J eiaEmläa» 
M^^'i^^ Agt^pn leicht überzeugen konnte: 
lÜrglmchgultiger 22aseher habe sich von den 
j&lttcUigen. Dioni und Piatons, den Dionysiiia 
tmmäßt ireywilltgen Niederiegnng der monar« 
thjachen Gewalt za vermegeia, keinen glück* 
ft hera Aüagang versprechen können. Er 
«idh» den Tyrannen von seinem bestenf 
S:eife aU einra ~]Pnn^en aby »^l^ey dem dieruA-i 
^ttcklicbite Ersiehnng ein Vortl>effliches .Natn^ 
ic8 mcht gändich habeN^rerd^bea könneb ; ' d^' 
Tim Niitar leutselig', edel, freigebig, und da« 
heff aa bildsam und leicht Stü r|gieren .sey, dala, 
aOea^ blofii darauf ankomme ^ .in Was für Händdr 
befinde. Seiner Meii^ung nach, war 
diese allzu bewegliche ^yeihüthsart und der^ 
für die Vergnügungen der Sinne die- 
tetäi^irkmhe Seite dieses PrinzSen« Pläto hatto^ 
^ die Kuxift verstehen sollen, sich dieser. Schwach- 
kaaen auf eine feine Art zu seinen Absichten' 
vsai .bedu^en. Aber diefs hatte eine Geschme»-^ 
f Idlj^fcek, ^^® ^i§|i^ng von Nachgiebigkeit und 
rZniuiddiakctiig 'eäpferdert,iiW08u der Yerfas- 
9ibt i(bs JSLJrattylus ni^inablB Bihig seyn wer- 
den ' l^berdein hätte ' er sich zu deutlich mer-' 
^lont \t0&exk.i ^dafs ^«p gekommen aey, den Höf^ 
j^^3Piwa6n zu machen; ein Umstand, 





iir^^i^R liuf . ^h' alfein idles " habe verderben 




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^ • ;r.: ■ ■ . "A ß A-ieni> %.. i 






icku<tf€iii« Di^n die ; ^bwä^bs^n Eürie^ 

flleiD^hl 4i€ijc)oigi^ii,9 yot deoeö man am 

£^ti^ftt<Ba verbergaa :i¥iiU»9} daf# iäa^Kv- 

t(»r ,«ejie a,U >i^, i :Si«j würden cf^ichU 

Qpbaiida racbineai isich vpn demigTöTi^ea 

in dßr Welt regiere zi^ las#ea» - $q baJ« 

gUubaiPt daf» er Äie regierei^ wolle, 

I^pmiiia ,66f dafs. aie ^ieh oft Ueber det dc] 

Indien Herrschaft^ eitles KammerdieoL^rs od« 

i^ec Mätresse uQj^rwüflenV welcbe rdi« Ki 

grJijQ^abe^it^eii^^brfi' Gewalt übfttidaÄ Gei 

den Heirrri, uiH^r sjtlavi^ich^a St^bmeicbelt 

oder - M^blauen Liebkosungen . su »yerb^j 

F}atio #ey Äti eiiiem iVlini^t^r eines so 

gen: . Prin;?eÄ au s p it a f i u d ig, und zu eil 

Q ü u# t H ug . ^u ^ 1 1 gewe'seö. Zudem b 

ftiifn scjue vertraute, Freundschaft mit Di o n 

schadet, da sie seinen heiiulicheu Feinden rj 

Sitäjqidiere Gelegenheit gegeben , ihn iiem Frii 

'■Verdächtig zu machen. Endlich hä,be d-et ^ 

fall, aus äiciliea eine -Platonisohe Republik i 

xnachen , an sieb selbst nichts getaugt. £ 



Nazional^rist' der Sicilianer sey eine-Zusamaic 
seis^ung von so schlimmen sEigi&n^chaften ^ di 
'^, s<*iner Meinwg ' n^ch , : dem yv^eftsesteh Q 
aetzgeber unmöglich bleiben > y^ürde , sie z 
tapublik^mscheri Tugend uniiÄubilden'; und Di 
nytins, w^leH^r unter gewissen Umstand 
viell^chr eip gute^r F^ürst werben könn 
%fürde, wenQ:_ec. sich auch^iu einem AiisU 



<r; 



. » : 



'S 



pte «iiigeViMeMrv Gt"^ ben^deo h»t 

.iM*T^rannu^ imhnhebtikf »lleseit tfin »eibi; 

Jlgiimiiien IfaaAen ^s^^en (w«fti>ai|ch die na« 

^ImiiirtoiQl^aiailgeiirvdet; VerbtimuBg 4ea Dicm: 

?^lM^der Ungnade ^^der » wenigstens. detGntfei^f 

laiang des Platotar geivr^en «eyn lOiöc^ten ) bim 

tte^Kah, begretfUcb'Bu machen^' data e« nicb^ 

liid^ii babe geb^n. kiftttnenf ' Sie bewiesen ^bef. 

aä ai hi {aetete Arjatippi mit einer ans^beinendei^ 

fiUcbgültagkat -btnsil) dafs ein an^r^r,, det 

iMiF^^äe i Fehler diefetjVorgängei* bu^ ]!^ijUq ßv^^ 

wngbait ^wütstef wenig .^nke b'aben würde y di^ 

«nwifdigen Ijente/teverdrängent,./ wt^l^e sicli 

^awdnr in- den Besitsr das Zuttraneiü und def 

Atitofitit de» Frimien gesdbwangM. batjt^n*^^ , ' 



'H . ' . • - : .'■' ■ ■ i, »> 



S-. AgatUon fand diese Gedankeiii selt^ :neu6% 
nraondusso w^^rsf^eidUcb, ^a£i er si^b übet* 
faden-' litfsv aie fürirwahr nnzitn^^inen« Unil 
l&er> .spielte ijmr die Eigenliebe ^n«n kleinei^ 
'toeicb ^ d^aa^n er sieb nicht «n i^ «veniiutbete« 
Saa-flüaterte ihm j^üo ^i^j^ dalsier^bii^an ^in« 
bapiA vielleicht für die Stimme ^ fernes guten 
Ipanioalii^t) den:Gedanken> aud; wie icbön ef 
%i^, 'wenn Agathon dasjenige zu Stande brin^ 
gen i^nnte, was Plato* vergebens unternommen 
I ^iMifet Weiiif;8tens dau es ihn ^p^|i den 
I ] riiiiilli jBttinaehen ; mnd ^r fühlte eine Art voa 
r tfcilWIiw "W'TH'n^n ; data tSsae apljcbe üp^eu 




. V 



• ( 



nebmung niclit über seine Kräfte g^^^^^ 
Dif^e Enkpfindui^eii j (deno> Gedanken 
et nocb nicht) ttiegen wahrend dafs Arist 
eptach in ibm anf. Aber er nahm ai^M 
in Acht/ das geringste davon merleen eu Ui 
und lenkte, um von ei^iem so schlauen 
linge nicht unvermerkt ausgekündschaft 
werden, das Gespräch auf andre Geigens 
Überhaupt' vermied er aUes,' Avas eihe b 
Aere Aufmerksamkeit auf ihn hatte richten 
nen, desto^ sorgfaltiger, da er wahrnahm, 
'man einen aufserordentlidien Mann in ih 
gehen erwartete. Er spriach s^hr beschei 
lind nur so viel als • die Gelegenheit unumgi 
^Kch erforderte, von dem Antheüe, den er 
(der Staatsverwaltung von: Athen giehafat h 
£r lieb die Gelegenheit entschlüpfen, die 
iron einigen xmt guter Art «(wie sie wenigst 
glaubten) gemacht vi^tirde, seine Gedanke^ ' 
Regierungssaehen und von den.Syrakusisc 
Angelegenheiten ^u sagen. f£r> sprach von 
lern ' wie ein, gewöhnlicher Mensch y und 
gnugt^ fich, bey Gelegenheit sehen au lass 
dafs er eHi Kennet aller schönen Sachen s 
wiewohV eir sich nur für eineik Lieibhab 
ausgab. v ^ ^ . 

■ '/ -- ' ' <-^ 

Dlesfe^^ Betragen, wodurch er allen^ Ve| 

Aaicht Bi^sotiderer Absichten ; von sich entfetndl 

Wollte, hatte die Wirkung, dab die Jikieiatel 



£ii.FTSs^Bi7C0. s. Kapitel. li 



-r 



#ribbe aiit einem erv^aituBgsyo}Ieii Yonirtheil 
% ihn gekoknmeii waren , sicli ' für betrogen 
kidten. Sie urtheill^n^^' iAgathon halte^m det 
Mähe gar aicbt, r^^ras aeiii Rubm verspreche: 
ani^ um aick dafor zu^rächeii^^daf» er nicht 89 
war V wie er ihser Einbildang zu ^ Liebe hatte 

\ tayii soUea, liehen «ie ihm noeh einige Fehler^ 
die er niqht. hatten und verringerten deii 
Werth ; der scbraen Eigehschaften ^ welche et 
eirtweder nicht verbergen konnte , oder nicht* 
veibei^ien^ wollte. Gewöhnliches Verfahren klei^ 
ner Selelen ,' wodurch ciie iicfa ujiter einsgtider 

, iii der troatUchen fieredung au ttai^en sücheoi^ 
dib k^ Ui grofaer Unterschied, oder vielleichll 
gar kem^, zwischen ihnen und den Agatho* 
a^iSey I -«- ; Und i^et wird so unbillig seyn^ 
Sm^i einen) abichen Behelf übel zu nehmen? 



• .. ■ ; ^\ a. ; .Kapitel. . ; . 

Yorlüiiga Estschliefsungen uhsers Helden« Karaktet 

des 'Afistippus. ' } 

So faaU sieh iilnaet Mann allein , sah , überliefii 
er flieh , den Betrachtungen , > die in ''i^einer ge* 
gawafd^^ Stellung die natürlichsten warenw 
Ak-^rg^li^) kakev dafs Flato entfernt un^ 
OSiilijEl. wiefdAr' ; in « seine vorige Gestalt zurücj^ 
jNl^ MIN^ 'S^ ^ster « G^amke . gew*- 



^f 



'^ 












-K 



'1 

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I .. . ' n 



-S 



ton i Syrtlit« togleicht wieder zu Verlaiisen j 
nach Italien übersufahreni wa er yerscl 
Ursaoben hkVte 9 in dem Hjaiuse dea 4>erü1 
A t c h y t a i eu T a reo t. eäne. gute Aufi 
SU erwarten« Allein die Dnterr^dmig mid 
AriülippU« hra;;lite ihn wil^dev auf andei 
dank^il. Je mehr .er diisjehtge^watihüi') 
FUosof von den Utsaohen det yorg«^ganj 
Veränderungen gesägt hatte ^ äUerlf^te i je' 
fand er sieb ermirntert, da». Work, <w< 
FJato angegeben ^ aUf einer ^andet^n 9eite^if 

* wie ec bo^te, nnit besaerm Erfdi}^ ainn^grei 
yon tausend. nt^nnigfaltigen Gedanken hin 
k^r gexiDcgen, br^obte er d^n gföiateni ThoiU 
Nacht, in tkntm MitteUtande.. »wischen- 

_ ^chliersung und Ungewißheit siU : 4u3! er 
lieh, mit aich'»eTbrt: einig N\rnrdev «8 daraufi 
komnren zu lassen, wozu ihn d iß Umatä 

-Sestiniinen wurden, , 

V • - 

X 

' ~ r . ■ ^ - 

Inzwischen madhte er sicß doch, auf 

Fall wenn ibn Piomysius an seilen Hof zu. 

■.«'........ . ' ■ • ' ■ .^ 

heil suchen sollte, einen VerhaTtungsplan :^ 
stellte sich eine Menge Zufälle vor, welche | 
gegneii könnten, tind setstie die Ma^iiegeln I 
aich selbst fest, nach welchem er in' |edii 
iterselben handeln wollte» Die genatxeste ¥< 
tindung d^r K 1 u gii 6 i t^ mit, det Hecht seh i 
^^ f enheit war die Grundlage davon. Sein 'ed 
iFöt Tor^th^i4 kttm dabey in gar keinieB^iir»^ 



/ * 



t^x-'F'rB.» V Ä«xew.% ;A..Kapitel. »J 



|l||.v .^ Hivolltid sich idxeh ktiM Axt von 

'jWikstV'{^Mln ViiMeYi t «otidm&iiiiiiitfir ^ Fieyb» 

lin WVH^a 5 , McAi t CO l>aU , ev sejbeii. .Mrörde^ 

M^ •Q.^MTjg^ben»* arbeite^^ liiit EJxre < suruck ns 

lil|t^/.!;^1^«ilA vrat: die eiasigG Kücktfiehe« dis 

itiAikfaf.. .8i!»{ flieh «elbk naKm. Die ld>kaftc^ 

4bliitg«»g gegea alle p ofitth^t ^ Hegierusg»» 

Ilävii.j4fte» ibm vptt «eitlen ellixiabligeti Eifaiu 

t(ä|qftL gt^Wi^Veo» .waif^ 'lfiftfm'>dha mcht^fdataiL 

JüwltMi» dw'itt Siyaiiatfiern 2ü einet Fi^eythett behülfv 

lidciUi^K^T*» w^che ef £ur eiHen blo£Mn^ Nahs« 

lMA*JlUii^:«ntiiQir ^^4^ die '£<leli|. eines 

Mkei^?(iDaiid def PäheL> einaoEideif . yr^AUitweu^ 

#0^ arg aeyn: ab er Immea will« so'wirdratf 
\Hirtiftntrni durcht fteineQ eigenem Voittheili ahn^ 
tiakaltob ^ aeine Slda^etji^ gans&licik ^ aa^Euretban 9 
aa bingegett dev ' Eob^l, wen» 6r ^ die Gewalt 
einmaU an sic^' gerissen hat, seinen wilden B^^^ 
Its^tuBgen Jfieis^ Gtpxttjßn ' au* aetaett. f äbig^ ist^ 



•• 



f -r -% 



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;fiiaa^ BMittolitntig ^{i>twBt>4iKA dia 06^ 

. iM|]rj^a|:iajf' abaa.Agathau.)iatt)e^iion inv AsicK 

. toAaaitier^^lcmiie^ heasere Maiauhfi^ £iu^ end^ 

iA^Aihäi -tBOtt» ' acUiiliiiieis Monaacben scbiaiv 

Hfctt dHroa dearni^t in dat iSatikt iaä; und eiiK 



f^ ^^ V*b Gificjt meines* VbÄea au6 







■V . 









! 



I 



.^4 ' "'' ' " -^.^ A.' T I^lOH. 



er, die AristoUatte'lr^Sane nicht; anders aU 
dici^änzUcfae'Unterdrüokung des Volles auf 
' dauerhaften ^'Giund gesetzt werden, -u 
also schon au4 dieser ^ einzigen Urstfc 
•chlimniste unter aHen möglichen ^ Yerfass' 
So sehr gegen diese beiden R^gientflsg 
eingenomniien-y konnte er nicht darauf >9'er: 
•ie mit einander vermisohen'fv und dwtc 
Art von politischer! Che^iae ^us so wi4e 
gen Dingen eizie gute Komposizion heio^us 
geh zu woUein« £ine5oloh|& V>erlassung^ 
ihn allzu verwickelt, und ^us ^u ^ielärle 
wichleir^'uud Kadern zusainaaen gesetzt', 
nicht alle . Atigienblii^ke « in 'U[nordnuug «kü 
iJbent und} *sich. nach uüd.!nAth selbst auf: 
ben'. Die Ijäh ];i a r c h i e . schien ihm^ als<H 
allen Seiten betari^cl^et, die einfachste^ 
und der Analogie desr grois^n Systems der, 
tur gemäfseste* Art die JH^hSchen zu regie 



t • 



.Dieses vorausgesetzt, glaubte er alleaj 
tban zu haben, wenn er ^inen zwischen 
gend und Laster hin: und her wankenden fl| 
Sjsn aus den Händen schlinimer Rb|:hgeber |j 
|ien, und durch einen klugen Gebrauch den | 
weit, <^e er über sein Gemäth zu bekoam) 
' hoffte , • seine Dehkangsart verbessern köni} 
Senn er dachte noch immer isu gut von < 
menschlichen Natur, als d^fs er nicht b$ 
Jnoffien joUen» ibia auf^ dii^emi^. Wege . itny« 



£ii.PTm.« Bu.cn*' s. Kapitel.- 



»5 



]£iax die ^€ig#iitbttinlicliea R^itzani^entder 
id emptindlich zu machen. Und. g^etaC 
dals ea ihm nur auf «ine unvollkooiaiena 
gelingen würde: so hoiFte er, wofern et 
nur einipah) .»eines Herzens bemeister€ 
dach .immer pLfn S^nde . zu #eyn , viel 
zu toun und viel Böses zu verhindern t 
auch dieses • schien ihm g€UU|^ zu. seyn. 
Schlufs des Schauspiels mit dem be^ 
Ten Gedanken. ejne.scbönQ Holle wohl 
t^su haben,/ vpm Theater abzutreten* In 
i sanft einwiegenden Gedanken, scbluni* 
(6 Agathen endl ip}i ein , und schlief- nocb|| 

* '^PP^^ ^^ .^^S^^4!^P ]\[Iorgena wiedei; 
1^ im^ ihn im Nahmen des Dionysius ein« 
\y f^ld her di^em Prinzen aufzuführen« 

Seite, von der sich dieser Filosof In 

gegeni^irtigen/jc|sclucbte zeigt, stimmt mit 

gemeinen yorurthei), welches man gegen 

I «gefsCit^ bat , %^ yf^^^% überein , als diesea 

den gewissesten ISach^lcbten, welche vo|i 

lieben und ypn seinen . üyiei^^iu^en auf 

gj^konunen sind. In der Tbat scheint das- 

if^ omIut UvA >^eli lytiiTsversibind seines 

faäiBA ; einige ärjgerllcW M&breben^ 

^^iOiofgsälk^'''^^^ Laerte thtd Atfaeiiäua 

Jdü^^etiverlisfeigsteix Kompilatorexl 

g^ebr feinden i^nacb^ablen, 

m i ^wit zn gtittudfen » -^Mchea 







\ 






.10 



Jm i'J 



A (f- X 'S fit b m^ 



ihm uiure Hochachtung 'ttitt Recht-' eiltii^ 

rkÖfinte* - .. > . . • • 

" E« hat' *ti allen Zeiten einÄ Ak von' 
ten gipg^teÄ, welche nirgencjs i^ls in ih 
Scbtiften' tugendhaft* >ind ; Leute ^ Vl^< 
'die Verdoifberiheit ihres Herzens durch die' 
te^ta'^ibh def Ät,rengsten OrundsätÄe'ifl det 
tfenlehf^^ bedecten wollen; die sich dai''^i 
h^n ciiner^tfufÄefordentficheli 2!arte der Öl 
in iiioral Ischen* Öitigeti gehen,' und vor. 
hlo fse n Scfeall^ deä Woftb W ö 1 1 ti s t ' mii eil 
icheittheiligen Schauer siusanimeh fahren Ti^^ 
Leutfe f ^^-wei^e jedenuanri ' verachtei^' >«rui 
^Pve^iih "nicht der gtöfite Öatift 'Äazu.^tet^l^l 
WS|"eV sich durch Massen # iVfieneni öeteVc 
Inflexionen dfer' Stimmt/ Vei*dr'ehte Äu^eri," t 
weifse Schnupftücher betrugen zu lassen. DiJ 
irortrefflichen lieute thateA ^choii dämähis' 
Bestes/ den guten Äriätipu^fÄr eineii Wofli 
gen iusfeufcchreyeri , der di^ i^örderuägeU * 
Sinnlichen Triebe zu " ötäncfsatÄeii seiner 
iHße, und diie Kanst siclT ztt''ireirgäüseii' i£i 
idtmm'Oiit'gettiiiöhtkk'Sl ' "• ' -■"' 

; , E« ]f|t f Uier djBt: Qrt'iii):;^} Mfe©iÜahi]ligl 
und den JlJngfu^4 4ie6e#^ jUtthdlU zu beWcäs« 
tuod ef /ist *^^h,sQ nöthig,/iiQhlv> a^chdeiiD || 
reits emer, det Arbeitsam^t^^ihijG^iehtt^i^ i^9«|i 
Zeit« u^e^cbtet Beui€ss §t4Jik4iift, 4eflf iVtutb» g| 
habt hat« iu aeiuer kriti^cbfAi&iiSipbirCbJ 



■«■ **■ 



ijFi 1 o s f i e dieftem "Schüler deg Sokrates 
fhtigkeit vri^eirfahreii zu lassen. ^ ) 

P^oiijf also !riey uti Anstipps Lehrsätze 

Lianmern, begpiigen wiruns^ von §pin^iri 

^ter %o viel zu sageu^ als man wissen muf^, 

le l*er«on, die er an Dionys^ns Hofe^ vor- 

^ richtiger beurtheilen zq können. Unter 

de?i Jvoteeblicneti Welsen; vvelclie «001 

di( 




ke*t des Fnn^^if hatte 5 wiewohl er 
Bedenken machte« Gesciienke .Von ihm 
keUinen« m.^ er n;cbt d^rch parasitische 
rtracntißKeiten erkaufte.., Dürca seine na- 
le v^nkungsart eben, so sehr^ als durch> 
pi '^r That iiemli^^h eemachticlie I^iipsQ? 
öa lEnrsucBt -und jGeldgieripkeit ßJeicii 
HLa Moieote er sica e^nes zu4an£liche) 



EU», fwelcKea ct» bey, GeWenTieit • dusch 

MTiauDl;^ Vdrtheji, den et von seini^n Ta- 

zoe« JEU vermehren wuLste) .um, nach 

w r«ei|ttm£t ,ii^6hr einen Zuschauer als 

KScfiaii'SP^ßler aut.dem Schauplatze der 






. J^' 



' "^ "* r^^lA «änen^l^rläutetunfi'en su den von 'ihm 

'^Of#ilfclfeB^ Briefen « ^ach seiner Weise 

^¥1^ ^Wissen*, ziä' 2Siifi:iedeiiheit einiger 

Üiiilfcir M' lüesieifi Fai^h^i bewefk8t<migt. 



'M^'A.' 



^^'i •? * , 






I 

^Agathon» erste Erschein uDg\.aii).)^Qj]ß«^ , , 

Ä^atlion sah ciite so bald erfoJaencTc El! 
düng als eine gute Vorb-eaeutuiig jan^. i 
* machte keine Schwierigkeit . sie ai^zuneb/ 
Er" wurde von Dioiiysius auf, eine senr, leutJ 
lijoe Art 'erapfan^en, Bey dieser -»G^lcgenhl 
erfuhr er abermahi, dals aie^bphoubeit elf 
stupame 'Empfelnu^g an alje MpnsGheriV weid 
Aucen haben, ist. Die Oestdlt eines Apoll 
die iQni schon «p aiancnen galten und scnlU 
n\en Dienst getnan, die ihm die yertqlgun^Ä 

fler^ythia u,nd die ^imeieunc; Jet ^A^"®'^. ^ 
gezogen, ihii ..in den Augen j^t^r Tnraciscne 
Bacchantinnisn zum Gott, iq den. , Augen de 
sc]?önen Danaeznm riebepswürdig^te^ der Sterl 
lieben gemacht bfitte, — diese Gestalt, die» 
'eiii neb 111 ende Gesicbtsbildung, diese i^iitWürd 
und Anstand zusammen ilielsende Grazie, we. 
che allen seinen Bewegungen und Handlungen 
eigen war, ttatien ihre Wirkung,^imd.zogci 
ibm beym ersten Anblick die allgemeine Be 
wunderung zu. Dionysius, welcher als Köiir 
zu wbhl mit/sich Selbst zufrifedeh'vi^if, uni übe 
eiii^n Pri vatmänn 'wegen irgend eiij^fr Völlkoni 
menbeit eifer^ucbtig zu söyn ,, .ja hinlief« sie 
dem angen«rhfiien Eindrucke, ide»^die^r schön 






«/ 



WW"f ^^•f 



EiLrfKs Bucir. 3. Kapitel. 



»3 



jFnandKng auf ihn machte. I^ieFilosofen hoff« 
(«Dl das' InMrendigQ werde einer so viel veF- 
Jiprechenden Auisenseite nicht gemSfs seyn ; und^ 
[diese Hoffnung setzte' sie in den Stand, mit 
nnem NasenriimpCen , welches den gerihgen 
^erthf den sie einem solchen Vorzuge beyleg- 
r^ andeuten sollte ^ einander zuzuflüstern dalj»^ 
— schön sey. Aber den Höflingen kam es. 
iwcr a:n, ihren Verdrufs darüber zu verber- 
>, da£s sie keinen Fe^er an ibm finden 
>iinten9 der sie für den Anblick so vieler 
LFor&üi^e schadlos gehalten hatte. Wenigstens 
l^ren dieCs die Bemerkungen , welche der kalt«- . 
linnige Aristipp bey dieser Gelegenheit machte« 

Agathori verband, in deinen Reden und 1^ 
sinem ganzen Betragen, mit der edel n Frcyheit 
lad Zuversichtlichkeit eines Weltmannes s6 
lel Be^heidenheit und Klugheit, dafs Diony- 
(ins in wenig Stunden ganz von ihm einge- 
»mmen war.. Man weift, wie wenig es .oft 
rf den Orofsen zu gefallen, wenn uns nur 
litt erste Augenblick günstig ist. Agathon 
te säsa dem Dionysius., welcher wirklich 
reschmack hatte > nothwendig mehr gefallen, 
'irgend eiji anderer den er jemahls gesehen 
te; nnd diefs, in immer zu^nehmendem Ver<' 
\tim$e^ so, ß^ie sich vpn einem Augenblick 
andern, .die Vorzüge und Talente unser s 
Idea e2t|:$riclBe|ten. Jq 4er That besafs er 



2ü A O A T H O W. 






an, clafs man sich nach den Umständen zu 
ten wisse, anstatt (wie der^grofse Haufeq 
Sterblichen) zu verlangen, dafs sich "die 
stände nach vns richten, oder ihnen zu dl 
J£nde Gewalt anthun zu wollen. Mittelst 
ser ' sonderbaren G e s c h ni ei d i g k e 1 1 ko 
et das viel bedeutende^ Lob verdienen, we 
ihm Horaz giebt : „ Dafs ihm alle Farben ; 
. Ufnstände des günstigen oder widrigen Glü 
/gleich gut angestanden, oder (wie Plato 
ihm sagtet dafs es ihm allein gegeben sey, 
Kleiil von Purpur und einen Kittel von Sa 
leine wand von gleich guter Art zu tragen."^ *? 

Es ist kein schwacher Beweis, wie wei 
es dem Dionysius an Fähigkeit das Gute 
- schätzen g^gfehlt habe, dafs er ATistippen 
aller dieser Eigens^aften willen höher acht 
als alle andere Gelehrte seines ^lofes. 
mocht* er am liebsten um sich Jeiden, und ' 
' ters liel^^ et sich von ihm durch einen Seh 
zu guten Handlungen bewegen , wozu ihn sei 
Pedanten mit aller ihrer Dialektik und scb| 
gei^echten Beredsamkeit nicht zu vermögen i 
big waren. ' . • 1 

' Diesß karakteristkchen Züge vorausgeset» 

läfst sich, däucht un«, keine wahirscheinlich^ 

Ursache iqgeben , warum Aristipp, so baW | 

. unsern Helden zu' Syrakus erblickte, den Ed^ 

schlufs fafste, ihn hey Dionysius in Gunst asj 



Eilftäs Buch. 2. I^apitel. £fi 

letseQ, als diese; dafs er begierig war zu sehen, 
waiaus^eiaer solchen Verbindung werden, und' 
wie sich Aga'thon in einer sex schlüpfrigen Stel- 
langverhalten würde. Denn' auf einige he&pn- 
dere Vortheile fü,r sich selbst konnte er, äabey 
lein Absehen haben ^ d^ e^ nur auf ihn ankam, 
• ohoe einen JVTittelsman^ 9^u. bedürfen, sich die 
Gnade eines Prinzen zu Nutze zu machen,, der 
in Pinein^ Anstofs von prahlerhafter Freygebigkeit 
fiilug war, die ]£iiikünfte ybn einer ganzen Stadt 
an einen lauftspringer oder Citharspieler wegzu« 
Kheijtcn. 

Dein aey indessen wie ihm wolle, so hatte. 
Äristipp nichts arrgelegners, als am nacbsteii 
Morgep den Prinzen , dem er bey seiniem^ Auf- 
itcheiil'aufzu'warten pflegt^, von dem neu änge- 
iomnienen Agathon zu unterhalten, und eine so 
Tortheilhafte Ahsi:hilderung von ihm zu machen, 
dafs Olonysius begierig ward, diesen aufseror- - 
/ dpntlichen Menschen von Persop'zu kennen. Aris- 
tipp erhielt den ^n(%v^g ihn upverzüglich nach 
""Hofe sü. .böiig^:!:»' -und er vollzog, denselbfen^ 
ohne onsern HeM^n merften zu lassen , ^wie viel 
Antheil er aA drßt Sache gehabt hattet 






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Iß A O^A T H O If. 

Welt vorzustellen. . Da er einer der besten " 
Köpfe, seiner Zeit ^^ar, so gab ihm diese Frey- 
lieit, worin er sich sein ganzes Leben durch 
erhielt, Gelegenheit, sich einen Grad von Ein-, 
sieht zu erwerben >, .der ihn zu einem scharfen 
und sichern Beuitheiler aller Gegenstände des 
jnenschlichen Lebens machtö. Meister über 
seine Leidenschaften, welche von Natur nicht 
heftig waren; frey von allen Arten von Sor^ 
g6n und Geschäften,' könnt* er sich in dieser 
Heiterkeit des Geistes,' und in dieser Ruhe des 
Gemüthes erbalten, welche die Gfundzüge von 
' de,x^ Karakter. eines wei^n Mannes ausmachen. 
Er ' hatte seine schönsten Jahre zu Athen , in 
dem Umgang« mit Sökrates und den gröfsten 
Männern dieses berühmten Zeitalters, zuge- 
bracht ; die' Eu^ipiden und Ari^tofänen , die Fi- 
dias und PolygnOte, Und ( die Wahrheit zu sa- ' 
gen ) auch die Fryrien und Laidion , hatten sei- 
nen Witz gebildet, hatten' jenes zarte Gefühl 
des Schönen in ihm entwickelt, welches ihn 
die Munterkfeit der Grazien mit dem Ernste der 
Filosofie verbinden lehrte. Nichts überttaf die , 
Annehmlichkeit seines Umgangs. 'Niemand 
wufste,- so wie er, die Weisheit unter der ge* 
fälligen Qestalt des Scherzes und der guten 
Laune in! solche Gesellschaften anzuführen, wo 
sie in ihrer eignen Gestalt nicht willkommen 
wäre. Er besafs daß Geheimnifs, den Grofsen 
selbst \die unaiigenehmstea Wahrheiten mit 



r 



EiLi^TES BtTCiju ,2. Kapitel. ip. 

J 
Hiüfe eiiw« Ei^fjalls oder einer, Wendung ertrag-, 

}ich zu machen , und siqh aj^ d^m langweiligen 
Geschlechts def Narren und Gecken, wovon 
die Höfe der damahligen Fürsten wimmelten^ 
durch eipen feinen Spott zu rächen , den sie. 
dumm genug waren mit dankbarem Lächeln für, 
Beyfall anzunehmen. Die Lebhaftigkeit seines 
Geistes uc^d, ;die Kennt^ifs^ ^ie er von allen 
Arten des Schönen hesafs, machte daXs ihn nie- 
mand (ibertraf, Wo, es ßXL^ dii^ Erfindung siun- 
refcber Ergetzlichkeiten , auf die Anordnung 
eines Festes, die ^uszierung eines Hauses, oder 
auf ürtheile ' über die Werke der Dichter, Ton- 
künstler, : Mabler und JBi^dhauer ankam. Er 
liebte das y ergangen, weil ^r das Schöne 
Ijebte^ i;^id;^us dem nehmlicb^n Grupde liebte 
er auch die Tugend, vlber er mufste das 
Vergnügen in seineiü W^ge finden, und dia 
Tugeud muij^te ihm /keine allzu besch wfi r- 
liehe pflichten auflegen^ . Dem einen oder der 
andern . s^^ne Gemächlichjceit: au^uopfern > so 
weit ging seine Uebe n^chl;. Sein fester Grund- 
satz, dem er allezeit getreu blieb, war; Dafs 
es in unsr^er Gjewalt sey». i_9 allen Um- 
stand ei^ glücklich zu seyn; des Falaril 
glühenden . Ochsen ausgenommen ; denn wie 
man in fiesem sollte glücklich seyn können^ 
davon konnte et. sich keinen Begriff machen. 
Er setzte YOjraus, dafs Seele i^nd Leib gesund 
seyn niü&t^. - Alsid^i^n . komme es nur darauf 






24 A G A r u o w. 



■^ 



deren > so viele, dafä der. Neid der Böflitige,! 
der in gleicher Pröporzrion/voir Äiigeiibliqk-zu' « 
AugerfbÜck sti*;g, gewisser Mafsfeti zu entschül-'i 
digen Vvar, Die guten Leute würd(in »ich viel' 1 
ßuf sich selbst eingebildet haben/ wenn sie -^ 
nuK" diejenigen Eigenschaften in einem solchen*^ 
, Grad einzeln besessen glätten , • weFche ^ in' I 
ihm vereinigt, dennoch den geringsten TheilV. 
seines Werthes öusfnachten. Er hatte die ' 
Klugheit, seine ^ründßchern Eigenschaften aju ; 
vetbet*gert , und sich ^ofs von derjenigen Seite' 
zu zeigen, wodurch sich die Hochachtung 
der Weltleute am sichersten' überraiichett lafst. 
Er sprach von "allem mit dieser Ijeicfitigkeit 
des Witzes, welche Aber die Gegenstände 
nur dahin glitscht; eine Eigenschaft, vi^adurchi' 
sich oft die schalesten Köpfe in der Welt (auf 
einige Zeit Wf^nigstens) das Änseheh, als' ob sie 
Verstand lind Einsichten hätten, zu geben wis-. 
ßen, Et scherzte; er erzählte in itAüm^th; er 
machte andern Gelegenheit sich zu zeigen ; 
und (vyas der Eraiehung, die er von der 
schönen Danae erhalten, Ehre machte) er bö- 
"^un derte difr guten Einfälle , wejche dem' 
schwatzhaften Dionysius unter einer Menge' 
Von platten und frostigen zuweilen ent- - , 
fielen, mit einer Art, welche, ohne seiner 
Aufrichtigkeit oder seinem Geschmack zu viel 
GeWalt anzüthun, diesen Prinzen überzeugte, 
dafs Agathori unendlich viel Verstiand habe. 






-t 



£ii.¥T£s Si^CB. .3. Kapitel. 25 



^*i 



l^pfiifce ^^letren: 'iikheii ge^eSmWlicli eine 

i^^acn (Eingang* arl'iür HerzrSid finaeri^ 
^&^ T öLnaa 1 ( ritt' Keüner übHgens voö 
^ilAföi^Ti) kantttc ^oth! J:cin ^fsercs^ alt 
Ä^Lei er ^tit ztt »pielcn. ' Diörtysiüi' hegte 
Ä-Ä'gumtige» :Ydt^^^ für die <3ithari 

^* Sff *Ä biite^Chhi^^^^^ in" seintti Ättgea 
ifa^'gtOfite lyiann auf dBoi Erdboden war.' 
ift^t^iWte sie iwär teÜnt liicbt '-fc^Mc^lich,-^ 
.. *» pr gal>' aich^^^ 
0^mäk die gtSlst^h Tirttrosen ^ ^ diesen^ 
liiftiiel^oHen* Instruttfent * an seineiti Höfe zu^ 
I i^i^i^^'^ Zu - gute^ "Glücfke batte Agatbon «u 
■ iQWff^ Githar $cb1ag<in gelet-nt , iinfd ' einige' 
WSSAbtieny oie ef; bey der schönen' ' Dariae ge«^ 
fiiglntien« hatten ihn in dieser Knn^tto weit 
l^bracht — ■ als sie gehen kann. Kurz, er 
nhin das 4ritfe ader Vierte «Mahl,- da ^r mit 
'wn'Dioiiysiixs zti Nacht speiste , e^itie Cttbar, 
Vegleiteie. darauf einen Dithytamben Aeii'^Dd» 
f ^ * ifÖ n ,' '(der von einer feh^^n Stimihe gesungen, 
Äd Von der schönefnBaccbidion getankt ^urde) 
tindN setäe s^ne Hoheit dadurch in eine so 
fibermafiige'^Entzücküri^V dafs d^r ganze Hof 
fKto dies4eln^ 'AugeÄbUck an für aiisgemaqbt 
Jiielt, ihn in knrzeitt itir Wutdfe eines erklärten 
4Sufiwlitrgft crht>hen zu sehe«. Bionysius über- 
'i«3lt6^"iliif; i^ der ersten Aiifvi^älKitig seiner 
Sewondertilng y" mit JJ^iebkosungen , welche un- 









I 



;o. . _J , • ' . A G A T. .K.^^'N/ ; - . '.£ 



V 



I r- 



pflege r ' veiwickeU WQflActi , ^ak 4afi|, .iq^, -j 

genug gehabt l^aben . sgllte ><. sipb §eine. liel 

gehörig zu NutzQ zu maphe^q«,' Indessen s^^ 

"WeiiQ es mpnysi US verlange 1^ ,aji^s ;Ac.h^ttjig; 

gen ihn bei^eit, e^ae, Probe abzulegen, Wieii 

nig er 4a$ J^b verdiene,. welpb^S ihtn aus eii 

all^u, güi^tigen yorurtheil beygelegt worden, 

, / pionysius rief nun , Ä<?|i , F i li s t o Sf> 

(map Weifs nicht, ob , vermöge ^}W^ 

her geiioiT^nienen Abfede , oder ob von. 

-gefähr ) \ ehie Frage yprzuscjilag^,:^ für 

wider, welche von beyd^n Sieiten . ges{|[f:PjQh| 

werden • spJUe. Der Mini^tj^r bedachte- 

eine kleine V\^eile, und, in Hoffnung den.Aj 

thon , der ihm furchtbar . ata. \ weffUn «nfipg^^'^j 

yerlcgenheit; zu setzen ,. schlug er die Frage v< 

j^Weljcbe B,egi^rungsforni. einen j Staa^. gliii 

lieber . mach e, die, repuhUkiinische oder, , 

inonarchi&che?*' Mfin wird, daghte er^ d( 

Agathon rtie Wahl .lassen, f^r yvelche ei" sü 

erkl^iren wilL Sprich^ er für die. B.epubVi] 

und spricht er gut, (.wie er umseinef Ruh^ii 

willen genöthiget ist) so Twird er, den;i ;Prinzeajj 

naifsfallen: wirft er «ich zum Lobredner tiei 

Monarchie auf, so wird er ^ich dem Volke 

verhäfst machen, und Dionysius wird den 

ißfluth nicht haben ,;; ,die ,Staj9t§ver)i;i^altung einen^ 

Ausländer anzuvertraA'enJ der bey^ seinem ersten 

Auftritt einen ^o schlechten. EipdrupJk. auf di^ 

Geiuiithef ,der ^ Syrakuser ;gei|racht h^t. , ^ 



W '1 : ■' -1 



ExLTTEs "Ä Tj^H. 4. l^piteL 



31 




lein Sieses IVIalil betrog d^n^chlaaen 
seine "Er^wrartu-rig. Agathon eifklärte sicfa^ » 
lallet et die "Absicht des FUisto»* merkte/ 
«nex Unerschrbckenhe^t; welciie diesem 
kwi Triiimf prrofezeihte y für die JW o n a r*» 
ckie. !N achtem seine Gegner (tmtei- d&tieu 
[ Ailäidienes und der Spfi&t P^otagoras alle ihre^ 
KdKt» anstrengten , die Vprziige der , Fteystaa^ 
ttBiEu eniebeny zu reden aufgehöret hatten, fin^ 
«f' damit atf, dafs. er ihren Gründen mehr' 
rSiidfie g2^h, als sie selbst-^ thun fähig' gewe-' 
lOi^w^Ten. Die Aufmerksatüke^fw^r aaiset- 
ovi^tlich. Jedermann war meht^' begierig, ^ü 
toen^ •^«rie Agathon.sich selb st?, 'als "wie' er 
idne Gegner» würde überwinden können. • Seinem 
tfeftdsafnkeit zeigte sich in ein^m Liicht, 
i'iiädies die Seelen der Zühöfcr blendete. Die 
|Wi6btigkeit des Augenblicks > der deii Aus- 
'^ng seines ganzen Vorhabens entschied , die 
Vorfe des Gegenstandes, die Begierde' zu sie- 
Jtai, und vermutblich auch seine herzliche 
^llieigung gegen die' Deipokratie , alles setzte 
w in 'eine Beg^sterung, welche die gtöfsenl 
seiner Seele nodh höher spannte. Seine 
waren so gröfs, seine Gemähide so 'Stark 
met, mit so vielem Feuer gemahlt, seine 
tttde jeder tut sich selbst so schimmernd, 
'dnrtfa ihte Zusammen Ordnung so überwäl- 
l'der* Stfbm seiner Rede, def anfänglich 
ruhiger Majestät dabin flotsy wurde nach 



/ - 



iQ 



A G A 1' B o k; 



\ 



von Sofisten (die jer «tiicbt ohne Gnind 
,8ehr überflüssige Leute an dem Hof eines 
t;en Fürsten , an$ah) eine Rolle zu^ spiele 
liomineai würde; und Aristipp hätte (aus 
oben ber<uhrt6n J^eweggrunde, welcher der Sc 
sei zu seinem« ganzen Betragen gegen un 
Held<ifi ist) ihm von Dionysena Absicht 
entdeckt-, Pieser eröifnetei als Präsident 
Akademie, (denrt seine Eitelkeit begnügte i 
laicht an dar Ehre, ihr Beschützer zuse, 
die. Versaininlung durch einen .übe.1 zusam 
g^stopptQQ, ^uq4 nicht allzu verständlichen, 
mit . Platbniinien reich verbrämten Disk 
welcher (wia leicht zu erachten) allgemei 
Beyfall erhielt; ungeachtet _er flem Aga 
niehr das ungezweifelte Vertrauen des kö 
Heben Redners in den Beyfall, der ihm 
Standes wegen zukam, als die Grölse .se^ 
Gaben > und Einreichten 2u beweisen seh 
]Sach BndigUng dieser Redq, nahm die ak 
tische Hetze ihrefn Anfang; und wofern 
Zuhörer durch die subtilen Geister, die^/ 
nunmehr böreil liefsen, nicht sehr unterric 
wurden, so fanden sie sich doch durch 
Wohl redehheit. des einen, die klingende Stim^ 
und deij guten Akzent eine^ aiidern^ ^^® .P 
doxen Einfalle eines diittea, ^lßd die Gesichj 
die ein vierter zu seinen Distinkxionen und 
mpnstrazionen sphnitt, erträi^l ich, belustiget. 



\ 



Nachdem dieseB Spiel einige Zeit . gedauert 
hatte » iHid ein unhößiches Grä|ineh bereits 
. zwey' Drittheile der Zuhörer zu ergreifen |je« 
gann, sagte Diörtysius: Da er. Aas Ijlück habe, 
^cit einigcp Tagen eine'n der würfigsten Schü- 
ler des grofsen Piatons in seinem Hause zu 
besitzen, so ersuchte et ihn, sich nicht ver- 
driefsen zu lassen, dafs der Ruhm, der ihm 
allenthalben voran gegangen , den Schleier, wo- 
mit seine Bescheidenheit seine Vf rdi^nste zu 
verhüllen suche, hinweg gezogen, und in dem 
s c h ö n e n Agathon einen der beredtesten 
»Weisen der Zeit entdeckt bähe. Er- möchte 
sich also nicht weigern, auch in Syrak'us siqh. 
von einer so vorth eil haften Seite zu zeigen, 
und sich mit den Filosofen der Akademie in 
einen Wet;t8treit über irgend eine 'wichtige 
Frage aus der Filosofie einzulassen. 

Zu gutem -Qlücke sprach Dionysius, der 
sich selbst gern hörte, und die öabe der 
WeidäuRgkeit in' hohem Mafse besafs, lange 
genug, um unserih Manne Zeit ♦zu geben, sich 
von der kleinen Bestürzung über einei so uner- 
wartete Zumuthung zu erholen. Diese Fris^ 
setzte ihn in ded Stand ohne Zaudetn zu 
antwortenc Er sey zu früh aus den Hörsahleü 
der Weiseti auf den Marktplatz^ zu Athen ge- 
rufen, tittd in die Angdegenheiteri eines Vol- 
kes, wrfches bekannter Mafsen seinen Hofmei- 
stetii - aicht wenig ' zu schaffen zu machen 






&(S 



A O A T U ^ K. 



y 



serm Helden beynahe allen Muth bena 
Himmel! Hacbte er. was werde ich mit 
König anfangen, 'der bereit ist, den 
^Neuangekommenen an die Spitze seines 
ZU' setzen, weil er ein guter Citharschlägei^ 



^• 



.:« 



/ 



Dieser e^rste Gedanke war sehr grüm 
und würde ihn vieles Ungemach erspart hÄl 
^enn er seiner Eingebupg gefolgt, bätte. 
eine andere Stimme c"— (war es Eitel] 
odejr der Gedanke ein grofses l'Jorhaben 
um einer so geringfügigen UrsZiche willen 
zugeben? oder die Scbwachbeit, die uns 
neigt macht, alle Thorheiten der GrofJ 
w^elche Achtung für uns zeigen , mit ni 
ßichtsvollen Augen anzilsebenr) — flüsd 
ihm ein, daXs der Geschmack für die Muj 
und die besondere Anmuthung fü|^ ein g.e\i| 
ses Instrument, eine Sprache sey w;elche 
unsrer Organisazion abhang«; und dafs es 
desto leichter seyn werde „ sich des,Herz(j 
dieses iPrinzen zu versichern, je mehr ex y^ 
den Geschicklichkeiten besitze, wodurcb mi 
seinen Beyfall erhalten könne. 

Die Gunst , in welcher er sich in so kurz< 
jZeit, und dutch so zweydeutige Verdienst 
bey dem Tyrannen .gesetzt hatte, , stieg bal 
darauf, bey Gelegenheit einer ; akademische 
Versammlung , welche Dionysius mit grofse 



I • ■ 

>£ii7FTft^ Birbk. 4. Kapitel. sty 

ceiten VtftÄ'rtstaltete , ' zvt elhetn sol- 
rraiie, ilafs Filistos , der InsKer noch 
m PuTcbt und Hoffnung gÄ^chwefet hatte, 
Fall ntmihehr füt gewifs hielt. 



/ i- 



in I. 



t # 



'4. Kapitel. 

lemisch« Sittung, wobcy Agathon ein neues 
^lil^nt zu zeigtBh Gelegenheit er liäU« 

kiuB hatte von ArUtipp v^rpp^men, dkh 
t>n e^manlfl ein Schüler Flatopß gewesen, 
fahrend seines Gl ücksstandeseu Athen^ 
in d'er grpjE&ten Redner in dieser red- 
Republik gebalten worden sey* Er- 
eine Vollkoi^menheit m/^l^r i(n feinem 
liiebltng. .zu entdecken,,:sauiQte er sich 
AugenbUcJf,, eine GeTegfBnheit su ver- 
ten, \ro er aus eigner Eitsteht von. de^ 
leit dieses Yorgebens urtheilen könnte* 
es. kan^ ihm ganz übernatürlich vor, 
tan zu gleicher Zeit eip Filosof, eii^ 
I und ein sp grofser C.itharschläger 
seyn können. Die Akadeniie erhielt 
tfcihl sich zu versaninieln^ find /das ganze 
wurde dazu eingeladen.^ 



■>. .-^ 



U*i 



it|ioi^ /da^te . an nichts weniger ^ als 
be|t':^><^ Wettstreit eines Haufens 






l 



^ 



A* G A T B O S" 



und nach so.Sttaik und liinrei(sei;id«; da£|^' 
diejenigen^: ^ey denen es. ^um Vo^a.us b^ 
>en w^i .A^i& er Lfnrecbt ha}ien soUte^ 
iwie duriqh eine magische Qftwal^^en 
sahen , ihm innerlich Beyfall zu gehen, 
glaubte dcfn Merkur oder^ÄpoHo reden ^i 
ren. Die Kenner ^ denn , es waren einig 
gegen, welche dafür gelten' konnten) he 
derten am meisten «^ da/s. .,ßri die .JK^tip^i 

- verschmähte, wodurch, die.; Sftfi8tey[i igev*( 
waren, einer schlimmen Sache die Gestalt 
guten ÄU" gebfett. Keine Fartfen j welche 
ihren^GlaiiB '.^är Betrüglidhe falscher odet 
sonst angenommener Sätze vetbergen mu 
Keine kühstltphe Austheilung^ des . Lichtalj 

V des Schatlenä! $ein Ausdruck glich den Sol| 
schein, 'dessen" lebender ^tiiidbfcyriahe g' 

, ger Glatis^ sich den Gegehhaiiden inittl 
ohne ihnen etwas voll ihifer eigenen * 
«u benehmen« ' ' ' ' * 



♦ J ; 



, 1 



• Indefiseti müssen wir gestehen, dafs ei 
l^enig grausaifl mit ^derjL , Republiken ui 
Er bewies, öder schien doch allen die ihn] 
ten zti beweisen : Dafs die^e Art von Gi 
Schaft ihren Uhprung in dem' wilden 
der Anarchie genommenj "und dafs die 
heit ihrer Gesetzgeber, sich mit schwa< 
Erfolg bemühet hätte, Oi:dmirig und I>J 
haftigkeit in ^ine Verfassung zu bringen; 



N *vi 



EiLi^TCrS Bucn« 4- Kapitel.^ 55 / 

cbe (ihtet Natut nach) in sfeter Utiruh* und ^ 
ianerlicher Gähfung alle Augenblicke ^ Gefahi: 
Iffufe, sicl;i duTch ihre eige];ien Kräfte auf zu reih 
I ben« imd des Ruhestände» ^50' wenig fähig sey", 
dafs die Ruhe in derselben vielmehr öine* Folge 
der äuCse^sten: , Yerderbnifs-, und ( gleich einer 
Windstille auf dem ' Meere ) ; der gewisse Vpi^ . 
böte des Sturms' und Uiitergangs sey. Er bc-^ 
bauptete , dafs die p o 1 i t i^ cli e Tugend ( die»- 
ses geheiligte, - P. a 1 1 a d i um» de r / F r e y s.t a a*« 
ten, an dessen EThakung ihre Gesetotgeber 
das, ganze Glück derselh^m gebunden h^ten^ 
eine Art von .unsichtbarem und durch verjähr- 
ten A^heigl^uben geheiligtelm Götzen sey, an 
welchem ^nichts als der Nähme verehret 
werde* Paus man in diesen Staaten, ein^n > 
ttillscbwieigenden Vertrag miteinandcfc 
gemacht z,u. haben scheine 9 itich .durch jein ge* 
wisaesFai^tokn von Gei^echtigkeitY Mäfsigung, 
Uneigenniitzigk^it , Liebd^ des -■ ■ ¥aterlandei un4 
des gemeineii Bestc^n^ Von einander betreib. 
gefi zu il^ss^i^; und dals unter der ^IVfaske die« 
ier ppUtiachen. Hei^^^heley« unter dem ehrvifiü:« 
di^n N,abjm/en ßMei dieser Tiigenden, ,daa Ga^ 
ge3tilfaeil{,der^4\he^<niFg9ii.ds unverschämter aus« 
j^übt .w^rde^ . J5#. V^irüydlwi» meintet er, eine ^ 
%t;uige, ,b^aoa4^i^i rijmständef weiche sich in 
fttitphef i^^uf^k^d Jahren jf^aum^EinmahJ in irgend 
cun^, Wiillc^el, 4^ Jßrjdbpd^tis izusaipmen. finden 
hifS^i^^ eine ^RepU^üc 






M 



A c 



T ■ O 






koane. Uad cWa daber, \r^il 

so fielen zuföll 

es , dals die m« 

Krpoblikeo entireder za schwach irireii, 

Siir^era die osiadcste Sicherheit wa gew^; 

oder nach einer Grolse strebten, welche 

«Staat unanftiörliA durch innerliche Ui 

«nd Bttrgerkries;e ersdiiitterte , und demjeni 

der mletBt Meister Tom Kampfplatse bli 

^cfals als Kinöden sn beTÖlk«xi und Rui 

wieder ^aufzubauen überlasse« S<^ar die F 

heit, auf mrelche diese Staaten mit Aussei 

jjler andern Anspruch machten ^ fiude 

in den despotischen Reichen Asiens^ wen] 

^latz. Denn entweder müsse sich das 

alles demüthi^lich gefallen lassen;^ was 

Hdeln und Reichen, ihrem besondem' Intel 

gemäfs, schlössen und handelten; oder, \vi 

OS den Gesetzg^>er und Richter selbst spj 

mey kein ehrlicher Mann sicher ^ nicht 

Augenblicke das Opfer derjenigen zu wed 

denen seine Verdiente im Wege standen, 

die< durch sein Ansehen und Vermögen rei< 

«ttd gröTser zu werden hofften. Ii^ keiii« 

Andern Staate sey es w^eniget erlaubt, von S( 

hen Fähigkeiten Gebrauch zu machen, selb: 

SU denken , 'und über wichtige Gegenständ 

äasfan^ef WM man fiir geme^ikzlichhalt 



I / 



I 

\ 



EiLfTBs B^üca. 4. Kapitel. *5^ 

osne Oefaht bekannt werden zu la^en; ' AH^ 
VorsotilägeX zu V e r b e s s e r u n g e n ' würden 
UBtet dem verhaften Nahmen Netiernngeh 
verworfen, iubd zBgen ihr^ tJrh«5bfern gebeime 
oder qffentlklie Verfolgungen zu/ Si^lbst die 
Gmndpleiler der menscbUcben Gl'üfck^ellgkeit, 
,und dasjenige was den gesitteten Menscljeh 
eigentUcb von dem Wilden und Baj^bari^tl unter- 
scheide f. Wahrheit und Tu£jPrtdr'» die Wissreri- 
Schafte tmdfr die JUebflfWswütcligen Ku'iiste * dÄ 
Hüsei^f ftfeymi in fliesen .Staatern v e l- d 3 cü- 
tig- ördet gar verhafst Sic wüi^efh /Öiitch 
täiuend im Knstdm sdb)4ch«^nde Mitfei ei^- 
kriiftet) an < ihrem Fbrtgaag vethihdertj ' ödet 
doch geii^tfs wedet' au/gerttuntert no^h b^- 

. 0acW Ö4 sey an diesem kmtffiii Aüsiüge 
^enugt^ fem ' d«jm Ijcs^ eine^ Prcyb^ zu tehii^^ 
,wie g^nau Agathon mit ilen Gel^t^ehettv »d^ 
Frevstaatlsfi -bekannt w^t» und wie wikid et 
ibr«t 1)ey.idiesei^ G^egenbeit schontet Wif bri^. 
lehen. . ihn u^ "^ feö 1 icbär ab j weil cd ^ gStizlich 
wider ut^$re. Absicht- v»iitef- irgend eiriei^ $lf- 
'denb^wnhher die Stcllunff*» ,wo»rirt ^1* sich lie«- 
findest «utiangeidrehinieb zu 'itfachen aU iie ihm 
ilM^eits ieyjii mag4 ode*? Arfkf«. j^il g^jhen , ctäÄ 
die ^Oebre^^ben einair teitgst e^fstötieft /GHc^ 
ft&Mieth Aept^ik^ atis (t^etieir A^hon sfeint 
Q^a3^3a\Ai heriMibin'^ vxitr VWangt^pftiHg Aef^ 



j' 



f 



3« .:-..; 



A G A'T H O U- 



in. unsern Zeiten als ehrwürdige Frdyfitattc . 
und. Zufluchtsplätze Aet Tugend, det 'gesun- 
den .jDtefikuagsart, der^ öffientlichen Glückseligi- 
,l^eit und . ; ^ör : ])cditisoh«n Gleiehhüit , -welfche 
' ^iph .der natiirlicheu möglichst nüher£, angö- 
$ehen werden können. Überhaupt scheint di^ 
^F^oger über w.elche« hier disputieret wurde, 
.unt^r die nuils igen spekulativen Fragen zu ge- 
hören« worüber von ieher so -viel Zeit 
■ ■ ■ •' ^ • ■ , ' ^ . 

,^nd Mühe verloren worden j oUne) dafs sich f 

* .ah^ebei^ .l^fst, worin, die Welt jetnahls '^ 
^dt^roh ihre Auflpsung» sollte gebessert werden t 
.köpnjen* V\^ir übergehen also, auch-., 'wiewohl 

aus eineni findern Grunde , die Lobrede, wel« / 
che A^athon .der, nionarchisfchen Staatsverfas- 
sung hielt. Die Beherrscher der Welt schei- 
nen, meist )Sehifl gleichgültig über die Meinung 

• SBU si^yn^ w^ejch^ nian von ihrer Regieren gsart 
b^be^ mag. Es, giebt Fälle, wir "gesteben es^ 
.wo diefs ' eine i Ausnahme leidet; aber diese 
^yjiile begegnen' selten, wenn man die. Vorsieh- 

figkeit gebraucht, hundert und fünfzig tausend 
jwohl bewaffnete Leute bereit zu halten , / mit 
4eren Beystand niap^ .sehr wahrscheinlich' hof- 
fen, 'kann, si^ch über die Meinung aller 
friedsamen Leute in der ganzen Welt 
Mnweg setzen zukönne n. Sind nicht eben 
di^se hundert und fünfzig tausend ein lebendiger, 
augenscheinlicher Beweis,, de^ alle andere über- 
flüssig macht 9^ daft eine Nazion glücklich ist? 



f ■:"> 



: I 



EixiPTBS BirCB. 4. Kapitel. 



37 



^^iSettng aUöf, da b diese Rede,: worm Aga«^ 
^ A0I1 alle. Gebrechea> v e r dorbener Freyataa- 
<|BB und alle Vorzüge wohl regierter Mo« 
l^iidiien in zwey kontrastirende Gemähide zur 
lyK^en dtangte^'^ das Qltick hatte, alle Stimmen: 
Jmwon. tu tragen, alle Zuhörer zu« überreden, 
Boddem Redner eine Bewunderung zuzuziehen^ 

vdche den Stolz des eitelsten ^oßsten hätte« 

• 

fiytigen können. J<ederjtnaaa , ,war > vion einem. 
(Jhp&e bezaubeit, welcher so seltne Gabeo! 
lik^ «iner^ grofsen Deiikun.osart und mit «o 
ai^chenfreundlichen GesinÄungen vereiniote. 
penn Agatboa hatte nicht die Tyrann e.y, 
|ei|dem die R e g i e r u dg ,e iru e s V a i er s an- 
'^gspaeaeui der seine Kinder wohl erzieht utidr 
;|^Uich: ZU mächen sucht. Jyian sagte sich 
|dl^9 i^as füi: goMne Tage' Sicil^en sehen 
|iäidi6f ; Wenn ein solcher Mann das Ruder ^ 
y^mti^ Er hatte nicht vergessen, im Eingang 
iriiier .Rede . dem^ Vexidacht zuvorzukommen, 
idkob er die Rj^puhlik aus Rachsucht schelte, 
pl ^ie JVIonarchie aus Scbmeicheley und ge- 
il Absichten eifhebe. £r hatte bey die- 
^||rpeileg^njbeit zu erkennen gegeben; dafs er 
ossen ^ey % nach Taren t < übei*zugehen^ 
in dier ruhigen Dunkelh>^it des- Privat stan« 
^ w«Jchen er, seiner Neigung nach, allen 
vorztiehe , dem Nachforschen . der VVahr^ 
nxA., der Verbesserung seines Gemüthl 
Ihwl^gen« Jc^eri^ana > ta4e} te : «oder bedauerte 



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58 / / A G A -r n o^K. * -^ -r^'I ^ ) 

diese Etttfid^llefsung, und wünschte^ dafs Dio- ^ 
x^ysru^ alles anwenden möchte ihn davon ;!iu- ' 

rück ztu briogi^n. /■ ,, -' ^ . 



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5. Kapitel, 



Dionysiiis lafat dein Agathon Vorschläge thun, und' 

bewilligt die ßedingcingen , unter > weloban dieveiT- 

liqk entftcbii^rst 1^ sein Gehulfe in dec' Eegieräng 

" - «u werden, 

INieinahls hatte &tch die Neigung des Frinze». 
mit den- Wünschen . seines Volks ^o gleich- 
stimmig befundeii, wie die-ses MahK Die hohC; 
Meinung, die er von der Person unters jiel- 
den gfifasset hatte, war- durch diese K^de t>i| 
^uf den höchsten Grad gestiegen; So w^S^iig 
Beständiges in dem Karak^er diese$ Fürsten 
yrar, so .fiatte er doch seine Augenblicke, w^ 
fr . wünschte,, dafs es weniger Verla ug» 
Bung kosten möchte, ein guter Regent zui 
fteyn. Die Beredsamkett Agathons hätte ihn? 
wie' die übrigen Zuhörer mit sich fortgerissen; 
er fühlte die Schönheit seiner Gemähide, und 
.vergafs darijher, dafs eben diese Gemahlde eine 
Art von Satire über ihn selbst, enthielten. 
Er setzte sich vor , dasjenige %\x erfüllen , was v 
Agathdn auf ^ine $tillschweigende Aft von sei-» 



i;'-;pr..'' 



- yi'p^f^^''^ .: r '■-'' 



■» s 



EiLFTSS B^^en. 5« Kapitel. ^ 55^ 



f^.. 



;iecang yeiidproohen h^tte; und nm sich 
\y die ihm diie^r Vorsatz auf er«* 
> möglich&t ?ii:^ erleichtern , wollte er sie 
eben denjenigen ausüben lassen, der to 
«davon sprechen Iconnte* }jlfo koante er/ 
tauglicheres Werkzeug finden , 'deh Syra* 
n s^ine Hegieruog beliebt zu machen? 
einen andern Mann, der so viele ange* 
le Eigenschaften mit so vielen nützlicheii 
tß? • 

ay^ius, gewohnt alles jiur von Einet 
anzusehen, und^älles was et wollte hpstig 
ungeduldig /ZU wollen, pSegte zwischen 
EntschlieCsQngen und ihrer Ausführung 
wenig Zeit ^u setzen als möglich ^ai^ £c 
ßi$o dem Aristippüs auf, jieinem ][«'reundo 
läge zu thun. Agathon entschuldigte 
ipit seiner Abneigung ^pr. dem geschäfti« 
Xieben, und bestimmte sogar den Tag sei«* 
Abreise. ZHoqysius wurde' um so -viel 
mler; ui%d wiewohl^sich unser Held noch 
weigerle» l»o geschsrh e$ doch mit einet 
leideneu Arty dals m^n hoffen konnte^ 
weirde sich bewegeii Iftsseu. In der^That 
s^tne Absicht nur, die Ziineigung eine& 
%eiiig zuverlässige^ Prinzen ^uvor ^uf dio 
m stellen, eh* er sich in Verbindungen 
6^ wollte, welche für das Glück anderer 
£ar. ai^e eigene Ruhe so gute^ oder so 
Folg(l2 haben^^unten. 



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fc--V ir. *' 



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' 'Eftdlicb, da er Ursache äu habfen glaubte,' J 
die Hochachtung^ «die ihm Diönysius bezeigte^ ^ 
für etwas mehr als ein^n * launischen Anstofa | 
zu halt^.n • pah er seinem Anhalten nach : aber f 
l)icht anders db bis gewisse Bedingungen zwi« l 
^«Tchen vihnen festge^setzt worden waren. Er ' 
erklärte sich, dafs er blofs in der ^Eigenschaft . 
seines Freundes an seinem Hofe bleiben 
wollte , ßo lange als ihn' Dianysius d^für erken* ' 
nen und seiner Dienste nÖthig zu haben glau- 
ben wurde. Er wöllt^ sich aber auch nicht 
fesseln lassen, sondern die Fr^yheit behaltenv ^ 
sich zurück zu ziehen, so^ bald er sähe dafs 
^einDaseynÄU" nichts nütze sey. Die^in- 
iige B^lonnuUg , welche er sich befugt halte 
für seine Dienste zu verlangen , sey' diese: dafs 
Dionysiüs seinen Batnschlägen folgen lüöchte, 
s6 lange er wefde^ zeigen können, dafs, dadurch 
das Beste der Nazion, und die, Sicherheit, der 
Rubm^und <Jie Privatglückseligkeit des Prinaeü 
zusjleich befördert werde. Endlich bat er sich 
noch aus, dafs Dionysiüs niemahls einige 
heimliche Eingebungen oder Ankla-" 
gen gegen ihn annehmen möchte, ohne« ihm 
solche offenherzig zu entdecken und seine Ver» 
antwortung aiizuhören. s 

f "^ 

> Der PrinÄ bedachte sich um. so weniger, 
dlle diese Bedingungen zu unterschreiben , da 
er entschlosseti' war ihn zu habeu, wenn es. 



vnmyT' 



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EiLYTBS IJüCH. 6.' Kapitel. 4* 



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l'fiä^üe Hälfte seines Reicbs kosten sollte^ 

J^jidiOB: bezog alsp eine Wohnung ^ welche 

'iMm im Fallast für ihn eingerichtet hatte; 'un4 

JXoBjsius erklärte öiFentlich, dafs map sich 

viit allen Sachen an seihen Freund Agatbon^ 
Wie ' an ihn kelbst , wenden könne* Ai^f ein^ 
jüdil eiferten nun die Hpflinge in 'die 'Wette» 
4em neuen Günstling ihre Unterwürfigkeit zu 

«.leaeigen: und Syrakus sah mit froher Erwar« 
long der Wiederktinit der S a t u r n i s c h e a 
Zei t e n . etitgegen. 






6. K a p i t e 1. 

' '' ■ . 

•Zinige Betrachtungen über da) Betragen Agathont, 



T . " 



.Wir machen hier eine kleine Pause« um dem' 
k^vJLieser 2k;it . zu lassen , dasjenige zu übe^egen, 
# iras er sich selbst in diesein Axigenblick für 
[\«eder wider i^nsem Helden' zu sagen haben mag. 

^ Vielleicht finden einige in dem Eifer wo* 
: %Ä er ' wid^r die Republik gesprocben, eine 
u Bitterkeit, "welche ihn unbilligv genug mache, 
iie Unilankbarkeit, seiner eigenen Mitbürger 
in alletr ax^delm Freystaaten' zu bestrafen. An- 
Jcie we^deB^' vielleicht, sein ganzes Betragen 
Ü dem' Hofe des Königs Dionysius einer gekün* 



4* 



A d A T 



XC O TU* 



^telten Klugheit, Vrelche tücht in seinem K«< 
rakter »ey und ihm eine /»chielende f*arbe 
gebe, beschuldigen. 

Wir haben uns schon, mehrmahls erklärt, 
jats wir in diesem Werke die Pflichten eines 
Geschichtschreibers und ^icbt eines höh - und 
Schutzredners übernomtnen haben. Indessen 
bleibt uns doch .erlaubt, yon den Handlungeii 
eines Maimes , dessen Leben wir zwar nichf 
ftir ein vollkommenes- Must-er, aber /doch £ü^ 
ein lehrre^iches Bey spiel geben, eben so 
frey nach unserm Gesichtspunkte zu urtbei» 
len , als es unsre Leser aus dem ihrigen 
thun mögen, / ; ,/ , 

^ Wir hahen bereits erinnert, dafs es unbil» 
lig^ seyn würde, dasjenige, was Agathon/ wider 
die^ Republiken seiner Zeit gesprochen, für 
eine Beleidigung solcher Freystaaten anzusehen^ 
, Welche, unter dem 'Einflufs günstiger Umstände^ 
durch ihre Lage vor auswärtigem Neid und 
vor ausschweifenden Vergröfserungsgedanken 
gesichert, durch weise Gesetze, und (was noch 
mehr ist) durch die Macht der Gewohn- 
heit, in einer glückseligen Mittelmäfsigkeit 
fort erhalten werden^ und, die Gebrechen Jcaum 
dem N>abmen' nach, kennen, welche Agathon 
au den Republiken seiner Zeit für unheilbar 
ansaht Giebt e^ (wie wir holFen und gl au- 



£iL7TS9'^Bycix; tf, Kapitel 43 

» 
Ifcj iolcBe" Biepi^Ufeii in unserh Tagen ;W 
Imen 616 ^h dutth dii Böse, wiis Agathoa" 
IKt Wahrheit von d^i^ieii', die .er kaniHe, sagt, 
jiebt heäeidigt Eiid<;a: Itn Gegenthetl wird^ 
ihaea die^r Theil $eMeier,Ilede zu i^inem Spie» 
gel dienen, Mrorin sie ihre eigene Gestalt 
lieichauep, und, wofern ^6ie an derselben kei^ 
M der Gehreche^i : eiitdecken , welche Aga* 
^D den Republiken vorwirft, sich mit gröfsteni 
Biecht einem reinen und untadelhaften Wohl« 
pÄllen an. «qh selbst 'uberiasn^n können,- ») 



* i) übrigens ist e^ yleUelcht bemerltenswerrb,- dafs 
äUes Nu^tbeilige, was Agathon von den. Republiken 
Itgt « dureb die neu enttciinddne Fr^tisöaitelüe Re^ 
f a b 1 i k so völlig be«t«tigec wird . da ft ey Zug Vqv 
Zog njich ibr ge£eicbne| %n seyn, Bcheiptfc vvi^Wohl 
pt vpr mebr als fünf und ewanzig Jahren geschrie* 
infk wurde; su einer Zeit, da sich noch niertranjl 
|6 der ^rÖftten Fieberhitze bitte tränmen lassen» 
#sft iiodh vor Antgang dieses Jabrhund^'rtt, aus dem, 
'\JIMkr '4fec »o%elöstea Französischen Mondu-cbio. eiä 
^ |f4ibsobes. Ungebeaef heryox steige werde« 4f.s t^Qf 
l IfBbon in. den ersten J^brenseines^Da-seyns 
' fai grifslich ekelhaften Anblick aller der Unordnu^- 
'^«Ungerechtigkeiten, Thorbeiten , Verbrechen 
Wää Grtiielihateh , im G r,o f 9 e n darstellt , welc^a 
^«M.did ^^eschichte an jenen berijbniten Freystaaten' 
'lii' slteik ^iecbenlatades, ' in der Epbke ihrer 
^ saeksf en ' T e^ir de r bn i fs , im KJ e i n e n zeigt. 
itV\ttcie' WiilsrsctieinUcMeit, da fs eben dieselbeti • Ur- 
^^^AmJ die ^ de^ Untergang jener alten Republis 
lia muh . ai4^ sogen , in Frankreich die Q u e ^ Itf u 






44 



A c JL jfw CL». 



-Ü1>erbaiipt bat itiaa Ursadre! S9 .gliiul 
dafs A^atboa ge$prochep :bab^ wie et d^4 
Vnd dafft ist zu Recbtfertigung seiner B.e41i 
keit genug,, W^runi; sollten _wU an dieser 
svireifeln anfangen? Sein ganzes Betragen, wl 
rend er das Herz de^ Tyrannen in seinen Hi 
dßn baue, bewies, dals er keine .Absicbi 
begte Y welcbe ibn genötbiget bätten ibm ge| 
seine' Überzeugung zu scbmeicbeln. £s 
wabr» er batte von dem Augenblicke arn, 
er den Fuls in Dionysens Pallast setzte, A^ 
siebten bey allein was er tbat. Sollte 
vielleicbt keine gebabt babten? Wenn., seil 
Absiebten edel ^nd wobltbä|^ig waren, (ui 
das waren sie wirklic^b) Ayas können wi 
nacb ^ler äufsersten Schärfe, mehr fodevn? 
scheint also n^cfat, dals naian Grund babe, ibjl 
aus der Vorsichtig keit einen Vorwurf 
machen, womit er, auf der neuen u4d scbliij 
^igen Bahn die er betreten wollte, alle seic 
Handlungen einrichten mulste , wenn sie ' Mil 
teV zn sieinen Absiebten werden sotlteti. 
geben zu, dafs eine Art von Zurückhaltunl 
und Feinheit daraus hervor blicke, welche" nicl 
ganz in seinem verigen Kart^ter zu seyj 



\ 



des Gedeifa^ens», der Dauerhaftigkeit und des bli 
heiiden Wohlstandes einer neu gebornen MiTsg 
bur-t von Republik, 4ie das Frincip ihrer baU 
^i^en Auflösung gleich xoh ^uf die VV^eil; Jj^rachtj 
»sollten werden können? , .,^ ^ , • 



£iLFT'B8«'frlrOii< '6« 'Kapitel 45 

^cbeint. Ahei iieü Verdient an »ich selt^ 
keinen Tadel. & ' igt> ^nö'ch auszamäcben^ o^ 
diese ÜAveran Jerliciikeit , der DeBfkungsaii Mnä 
Y^failtt^fi^W^eln , woraiiF mancfeij^ ^hrlichfe 
JLeitter tfich so viel zu gut tfaün, eiftö &o groff^d 
-VtllJtömmenbeit ist als sie sich einbilden, 
^war ''sebfüfeichek uns die Eigeiili^be s-ebt 
-gen^f^'Sah Vfitj kö Wie wir sind, am bestejfk 
«eyent*- aber sie' bat ificbt selten 'ünr?^eht uns 
«o >-ä'^bmeicbt/ln4 ''-E« i^t unittöglicb > dafo^ 
Indern^ iibb* älli^si um^tis her vetänderf, wie 
^lleiii ütp^efanderlicb bl^ben sölk^n ; %nd wenik 
■^' ättcb nicht ttDnfi*ÖgJich wari?/ io wäre e^ 
oft trfkscbicklich iihd- tadelhtfff. Andre Zeitea 
«fotdiera andre Sitten'; andre Ujbstande ein^ 
%ndre' Bestioiniun^ und ^Wendung unscrs Vet* 
iialtens. In moralischen Romanen iindea 
Vrir freylich Helden j welche skh immer iit 
allem gleich 'bleiben, -i^ und d$rum zu loben 
sind. ' Denn wie sollte es anders seyn, da sie 
In'ihreni zwanzlgstfeü 'Jahre .Weisheit und Tui» 
gend bereits in eben dem Qrade der VollkodiA 
jnenheit besitzen, den- ein Sökrates 6der Epa* 
mihtstidas, nach vielfachen VerbesfieTungen ihret 
selbat, kaum in^ sechzigsten errettht haben ? 
Aber- im Leben ^ (itiden wir's ganz anders* 
Desto schlinimet' für^ie, welche sich da immer 
selbst gleich bleiben, anstatt imnjier bes^ser zu 
W^rd^M! Oder sollten reicht auch» d i e besten 
Menicken |in- ihren 'Begriffen » Ur^eile& ,unä 






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^ ■ ■ ^ 

Gefühlen ^' am ibi'em Kö{>£ Jiind^Herzeii;^: tCnjl 
^Ibstan dem, ^as da$ yqrzü^lichste utl>l Schätz- 
bacste an ihnen ist^ iM^m^ n(^h viel'iiu*.yec«» 
bessern habend Uiiä l^brt nicbt 4i<$x{lr£ibtupg| 
4afs wit selten ^u ek^er lieuen v Ehtyiri(;^lang 
unsret selbstj^ odet zu einet merklichen ' ^^T«* 
besserung^ uns^sts vcxrigen- ; inmeirUcheni Zustan^es. 

. gelangen ^. ohne diu^ e^ne> Art von; , !AlIe4iüjai 
9i\x geben ^ welches eine falseh^ ^a^b^. ai\f im> 
;reflökti^rt^^ nnd un^r;? wahre ;Ge«tal^;^nf^^Z^ 
lang ^verdunkelt?.— . Vy^Jr lieben unsei^ leiden 
i^ereits in Ver:äeb^e4eaä^n l^£(gen geseb^^^iUf^d 

' In jeder, .^durcÜ den .£^n£ufs <ler .Uxpständcj» 
ein wenig; /ftnÄer^ aU, et: w i r klicbi .ji^t^ ^p 
#pbien : isx DelH ein b1 oJGsiqr spekulativ^; ^tfai^<' 
«ia^t; U,n4 nl^n^bat in der Folge gesel^n^ df^ 
fst sebr gut zu handeln wufet^. Wir , gl^ulj'' 
|;^n ) Vfichd^m €t die schone Cy^n^, ged0jnütfaii,«' 
get hatte, daJf$ ihm jdi6. Verful^fungen,,, 4ß,t 
Wollust nichts aubaben können :. und £)|m^^ 
bewies, dafo wif uns. betrogen hatten*. .^h^F 
e8> wif^ nicht lange mehr austoben , so wiid 
aine net& . vermeinte Danae 9 welche $61^^^ 
•cb wache Seite ausgefunden zu haben glauj^te^ 
$icb eb^tl -^ belogen finden.. ^Agatbon f^hi]fe,n 
Jh verschiedenen ZeitpuliHten seiptes Lebens» 
liach ^der. Helhe ein PlatöuiiBcber und ein patrioi» 
tischet Schwätmerf ein Ueld, ein Stoiker, 
«in Wollüstling^; >ind et War kein^ von allen^ 
wi^wph) er nach und nach durch' alle dii^se 



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EiLFTSft BvGB« 6. Kapitel« 4^ 

'Ktassea ging i nni in jeder etwas von der eignen « 
Farbfß ders^^lben -bekam« Wir sind i^och nicht« / ' 
am Ende seines Laufes^ daher kann auch voa 
seinem Ka^rakter^ von , dem was er wirlc- 
lich wari -wo^n et sich unter allen diesen 
Gestalten gleicTi blieb, und was zuletzt, 
nachdem alles Fremdartige davon abgeschieden ' 
seyn wird, übrig bleib e>n wird^ dermahlen 
dxe Äede noch nicht ieyn# \ >. " 

Ohne also sd voreilig über ihn zu urtheiled^ 
wie man gewohnt ist im täglichen Leben alle 
Augenblicke zu jthun,j wollen wir fortfs^hren 
ihn. zu beobachten^ die wahren Triebräder sei«* 
net Handltingenr tov genau -ab uns inäglicb seyii 
wird aö erforscht V^keltie geheime Bewegung ^ 
seilies Herzens « welche uns -einigen Aufschlug 
Il]«h:üb<st^ ' gebeil' kanii ^ entwischen lassen , und. 
tinset tJrthe'il'übetääsGdnze seines moralischen 
W^ena ^ö Jaöge zurück halted| bis — ^ wir eü 
IteÄÄeft^ Verden/ ' 



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Z W ÖX F T J& s B p C H. 

Agatkons Staatsverwaltung; sqine Fehler gegen 
JÜof' und pf^öltklugheit t und sein Fall* 

mm ■■■■,, II I ., , ,M ,1 . r ;> ' .. ' " ' 

.-■; .. ;- .;.:*_. i • ■ ; : • 

'1. Kapitel* 

JBtw^s'rdn .Haupte uncl 8taaii:«ak£lönon, Betragtn 
tha^s am Hofe Üeft Köi^igs DioiiytiuA' : 

jVlan tadeltrati Shakespeare, — demjenigen 
ter aUen Dichtern seit ,Ho^er, der die Mi 
schen^om K,Önige bis zum^Bettlei:, von JulisJ 
Cäsar his zu Jack F&llstatf, am besten 
kannt, und mit einer seltnen Anschauungskri 
durch und durch gesehen hat -~ dafs sei 
Stücke meistens keinen, oder doch niir ein 
•ehr fehlerhaften^ unregelmäTsigen und schlec 
ausg^sonnenen Plan h'^eti;" dafs Komisches u 
tragisches darin auf die seltsamste Art dun 
einander geworfen ist, und oft eben diese} 
Person^ die uns durch die rührende Spraci 
der iNatiir Thränen in die Augea gelockt 

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Zwox.w^p^^ Bucn^ i« Kapitel. 49 

^gen Augenbl icken darauf, durch irgend 

teltsamen Einfall od^r baiokischen ^us- 

ihrer Empfindungen , wo n^eht zu ladiea 

itijdoch. dergestalt abkühUfi^af« es schvrer 

Ulis wieder in die gehörige Fa8at;ing su 

. — Man tadett diefft, — r und denkt 

daran, daiis adlne Stü«|ce ehei^ darum, .desto 

rlif^ere Abjbildungeii 4^ jneoachiicUen l^ß* 

«iad. • .•■.^, ■ - • ' . : .•.- 



1%; per Ijehenslauf der pieisten' Menffche«^ «nd 
wir e$ a^gen dürfc^n ) ^^r grofaen Staata- 
selbtt , in $0^' ferji sie als : m a»t a.l i^ä c U.^ 
■^ s c Ä. betrachtet werden , gl<^cht ' dfea 
ifund StaatsaJtL^id^iejp, -die eWabls 
ffi^ill^ de? ^chaiubiihue; warcii) , inr^so -Vielen 
(^i; dals man beypaiie .auf die Gedanken 
mochte,^ die. tarEp der dieser letztem 
klüger gewt'sen als . mlin geMif^inigUch 
uiid hätt^) Virolerii sie nicht ig^rdio 
f. gehabt das . nienscUiche Lebemllich^t* 
flachen, we9,ig$tens die jNaivjrf/e^en 
n 21 eh a hon en' wollen /als 4ie Qn^ 
angelegen seyn lielsen <sie. asn VifeT- 
\ttPii^r l?iÄ itait nicht» vfon de| »^ufäl- 
^ajMuiliehkeit isu sagen,. ^ars;-m femfen 

ptin^wi^ ^nk^hßhun^t Mrw if: h t i g s^x §n 

f^r§tiff3tQh gerade d«irch die^iMsJil^cJ^- 

^c^ au^pi^l^rj^spi^l^ ;¥^öiA^; ^«* 

"^^^0^:^^ I ;ial|^ ies b#idet Aktw voj^ 

»« O^uatL Mr. III. B. t D 






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,50 A o ▲ ir u o n. 



^ Haupt- und Staatsakziouen einander in der An* 
läge, in der Abrheilung und Verbindung 
der*Sten^n, iöa Knoten und in der. Ent* [ 
widklung tu seyn pflegen? Wie selten fra* ? 
gen -die Urheber äer einen und der andern sicil 
selbst , warum sie dieses oder jenes gerade sd 
tind^^i'pht anders gemacht haben! Wie oft übejr» 
raschen sie uns durch Begebenheiten, zu deneÄ 
wir nicht im^ mindesten vorbereitet waren ! Wi# 
oft sehen wir Personen kommen und wieder J 
iibtreten, ohne dafs sich begreifen läfst, warum i| 
^ie kamen, oder warum sie wieder verschwin- 1 
-den ! Wie viel wird in beiden dem Zufall 
-überlassen! Wie oft sehen wir die gröfsteii 
Wirkungen ^iurcli die armseligsten Ursachen 
'h^n^törgeßracht ! Wie oft das Ernsthafte und 
Wichtige mit einer leichtsinnigen Art^ und das 
Nichtsbedeütende mit lächerlichem ]£rnst be- 
handelt! Und wenn in beiden endlich alles so 
' kläglich verworren und durch einander geschlun«* 
getk ist^ dals man an der Möglichkeit der ^Int- 
wickltmjg zu verzweifeln anfängt; wie glück- 
-lich sehen y^ir nicht durch irgend einen unter 
^Blitz "Und Donuer aus papiernen Wolken her- 
ab springenden Gott^ oder durch einen frischea 
Degenhieb, den* Knoten auf ein mahl zwar nicht 
^aufgelöst, aber doch zet-Schnit.teB) vi^elches 
in So iF^m auf Ein^ hinaus läuft, als auf di^ 
' eine oder andere ^ Art d n s St üc k in it n ein 
E»»d*-hat, un* dte Z«.cha«« llat.chen. 



■f^y^^ 



:^ Zw5i.Fviit Hvcm, x, Kapitel. 5;^ 

^Is ch ea Icönneiit 'wie sie wo]1en, oder «*^ 
[IL Was übrigens der ' eflle Han^a 
ftst^in den komischea Tragödien^ woVon 
len, für eine wichtige Rolle zu tpielea 
fi;#ird -rielen unserer Lieset noch in nt- 
Andenken liegen. Wie viel Mühe bat 
it gekostet, diesen Liebluigskärakter der 
Ltschen Provinzen von der Schaul>ühne' 
f#erdrimeen ! — Und gleicjb wohl — - möchtis' 
'kainer auf der Schaubühne ' bleiben , in so 
er nirgends als.dort geduldet würde! Ab^r 
oianclie gröfse Aufzüge auf dem Schau* 
fr der Welt hat man nicht in allen' Zeiten 
Bans Wurst — oder, welche^ noch ein, 
irefir iis»t, durch Hans Wurst — - 
geseheh! Wie oft haben grofse MäA- 
^ebofen, die s<^hützenden Engel eines' 
die Wohlthater ganzer Volker und Zeit- ' 
'^seyn, alle ihre Weisheit und T^pftr-;* 
einen kleinen schnakischep ' Streich 
'Leuten vereitelt sehen i^üsseh/ 
I, ohhe eben das rothe Wamms und die' 
fiotea ihres Urbildes su tragen, durch 
Kie Aufführung bewiesen , dafs sie ihm 
wesentlichen Zügen seines Karaktett ' 
anAnlidier waren! Wie 6ft entsteht in bei*^' 
8er. Tragi* KomÖdteh die V erwick- 
^^i4»4)>»e leidiglich ^daber, 'da& Halnr' 
^iliäBend eia dummes oder schelctii«^' 
l i fc t a ^a iiifat^-^wm a«iM» Aibeit^en iUbg^n ^ 



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A or A V n o «« 



l^euten, ehe sie sich dessen versehen kanneiif 
ihr Spiel verderbt! 

jWir wolleit die Vergleichung nicht weiter 
treiben: aber wenn sie« wie es scheint, ihren 



*t v%. 



gut^n^ Grund hat; so mögen wir wohl den wei- 
'' sen und rechtschafFenen Mann bedauern, den 
sein Schicksal dazu vertirtheilt hat, t^nter einem 
schlimmen f oder — was noch ^rger ist — 
bnter eihei&r schwachen Fürsten, in die 
Verwaltung ^er öffentlichen. Angelegenheiten 
yet wickelt zu seyn ! Was wird es ihm hei- 
fen, mit Cinsichten und Muth nach den. besten 
\ Grundsätzen und nach dem richtigsten Plan zu 
bandeln ; wenn d^ verächtlichste Ungeziefer, 
wenn ein Sklave ^ ein Kuppler, eine Bac« 
chidion^ >^enn der erste besjte Parasit^ des- 
sen ganzes Verdienst in Geschmeidigkeit, Ver^, 
Stellung; und Schalkheit besteht, es in seinei: 
Gewalt hat, . die Mafsregelri des Biedermannes zu. 
' verrücken , ^ aufzuhalten , oder gar . zu hinter* 
treiben? , - , 

i • • :: I ■ • ■ . . ^ 

/ ■ -. - f 

.( Bey allem dem bleibt ihm , wenn er sich 
einmahl an ^ip so geftihrvoUes JW^'nteuer ge« 
trtgt'hfft, kein andres Mittel übrig, sich selbst 
\2x£ beruhigen, und sein Betragen vor dem un- 
pai^eyischen Gericht d^ Weisen und der Nach-> 
Miekreohtfertigei;!, zu können^ als -^ dafs er 
sich, 6h' er die Hand ans Werk < legt ^ eineft* 
X0g^2iji^afsig^eii FJam-, s^einea ganzen 



' \ 



'■^ 



% • 



- ■ 

2woLFT.BrBiir€H,^ :^, KapifeL S^^ 



IT c r h a 1 1 e n * e n t w e.rf e» Wen» clelch alte 
Weiftbeit eines »olcheo Entwurf» ihm für deh 
Ausgang nicht , Cewabr leisten' kutin; ' so bleibe 
jiün doch der -tröstende Gedanke: -alles getbati ' 
«1 iiaben • was ihn ,. ohne xdifl Zufälle 5ie i^ 
entwedei;. nicht vorher sehe^nioder nicht hinter« 
^eibea konnte., dts glÜGklicben £rfolga veisi- 
cbem mii&te,. ; ' . • ^ ' 



t>iefft..wat nun. die erste iSorgis linaer» Hel- 
den, nachdem ec sich anbeiichig geniacbt battOp 
die Person eines. Snathgeh^e r.a: und; Y er traib' 
4en; hey dem KÖn^e pionysius f&ii spielen«! £k 
aah die Schwierigkeiten, einen FJän;su »fiaclieii, 
^sc ihm durch' den lirbyrintb des. Hofes und 
des öffentlid^u Lebens. zum Leitfadek» dieneä 
könnte^ aber ^ er . glaubte ^. d^la det mangel^afi- 
teste Plan 'besser' sey als keiner. . . Und in der 
That war ihmi;die Gew.^bnjbeit:^ sein^ Idee% 
worüber es auch' seyn möchte,, jn. ein Systeni 
au bringen ^. jfQ uatürliqb ^ ^wocd^n ; . d^afs M 
sich, sQ>zu tagen, von sich selbst in einei^ 
Plan . ordn^tm^.^ welcher vielleicht keinen an» 
dern ;FefaW hatte, als JNk Aeathpn noch nicht 
irSUig ao ü.b«l*ypn Menscx^n^ denken kionnta^ 
wie .es^:.diejeiiigett verdienten f mit denen er zu 
thuu hattdv , Und doch «dachte tr bey weitem 
Hiebt.« mdbr ao. erhabeii von der menschlicheai 
Slftur lala . r<diinahls; oder , richtiger, zu reden, , 
91? J^i|^ :d#^^ ll^QAdUphen Unterschied des m ^t a- 






jh" 



;<<',.'.'.■ j-^-. 



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tysifchem Manschen »^ den man sic^ in kpel^ü» , 
lativer BTinsanifkdit denkt oder t r ä u ih t , von 
dem natürlichen Menschen, in* der rohen 
£infalt und Uui»^hnld , wie er teu» den Händen 
Aer allgemeinen Mutter der Wesea hervor 
gebt , — und beider von dem e t k ü n » t e 1 te ü 
Menschen, wie ihn GeseU&chaftv Gesetze, MM* 
nungen, G«^bräuch^ und Sitten, ' Bedürfnistije^ 
Abhänglichkeit, ewiger Streit, seiner Begierden 
«lit seineih Uilverinögen, seines Privatvortheili 
Abladen PrivatvortheOen der tibrigen, und die 
daher * entspringende Nothwendigkeit der Yev^ 
«tellung und immer wahrenden Verlarvung sei« 
xier wahren Absichten , mit tausend andern fysi«^ 
liehen und sittlichen Ursachen , die immer merk«i 
lieh oder unmerklich auf ihn> wirken , — ver^ 
£ilscht, : gedrückt, ^ verzerrt, verschroben, und 
in unzählige unnaturliohe und betviigliche Ge* 
#ta}ten umgeformt oder verkleidet haben , -^ et 
hatte, sage ich, diesen Unterschied der M^n« 
• chen^ um uns^ her, ' von- -dem 'was der 
3i(I,ensch an 'sich ist und seyn soll, bereits 
SU gut kennen gelernt, um* seitien 'Plan au£' 
Platonische Ideen zu gründen* ' Ek war 
nicht mehr der jugendliche Enthusiast, der' sich 
einbildete, dafs es ihm e^en so leicht sevn 
werde ^ ein grolses Vorhaben auszuführen» 
als es zu fassen. Die Athener hatten' ihii 
auf immer' von dem^ V orürtheile geheilt, dafs die 
Tugend nur ihre eigene, Stärke gebrauche, um 






^^ 






,- ♦- 



T-N 



ZirdLf Tii RvciTi^. a.iS^pitel. 55 




^yegner obzusiegen, ' «Er hiitte gelernt,- 
^H«!^ man von a n de JTtn^ erwarten, vfie 
man .auf ihre MitwirJuiog Hechnung jna« 
i^uadl (was das wicb^ste für ihn war) 
wenig' man sich auf sich selbst ver« 
darf« £r hatte gelernt, wie viel man 
m Umständen nachgeben mlufs ; dafii der 
»mmenste Entwurf an sich selbst' oft der 
ilttte unter ^ den gegebenen Umständen 
da£i aich das Böse nich^ auf ein mahl 
c «lachen läfst r-> dafs in ' der, moralischen 
wib in der materialen, nichts in ^ ge- 
Linie sich fprtbewegty und man also sei- 
aadkrs al» durch viele Krummen und VVen^ 
I. sa einem guten Zweck gelangen kann*— -^ 
;, 'dais da^ Ijeben einer Schiffahrt gleicht^ 
der Steuermann sich gefi^Den lassen raufs, 
Lauf na^h üKnd und Wetter einjiürich« 
ilfi^wo er Iseinen Augenblick sicher ist,,.ni^ht 
widrige Strome aufgehalten oder seit« 
getrieben an werden ; und wo alles ^ dar^t 
^lankommt, mitten unter tausend uhfreywU- 
Abweichungen <von seiner, vorgesetaten 
lg, endlich dennoch, so bald und woblr 
m als möglich, an dem vorgesetaten Ort 
Imngjen* ' 



i?» 



Piaiitii^ allgemeinen /Gründsätaen z» Folge^ 
^^yjbey allem was er unternahm« 
G(r^4rd«avlGute>ii f. welches qt sich ad 



''^?^, . * 



/ 

erreicben vorsetzte-^ nsich Sem Z « b afaHiHi e n» 
1i*a ng <aller. UiiifltäBcle, .worin txv^e Sa» 
cheii. ianttaf;' und •ein Verhalt^ .gegc>n (}ie 
P e rs o n e i> ^ m it •welchen er- / d a^e^y au rtkxixx 
hatte ;*phmv andere Rücksichten V lediglich nack . 
dem Mafso, wie er urthi^ilte, . dafs. sie seinem 
Ha«fptzweck hii^deriich oder förderiich« seya 
V würden. - - - ' ' . 

Er konnte, .seitdem er den^ Dionysius na* 
Iier kannte, nicht daran denken, ein Muster 
eines guten Fürsten aus ihm zu machen. Aber 
er hoffte doch, nicht ohne Grund, seinen Las« 
tem ihr schädlichstes Gift benehmen, und sei- 
ner guten l^leigun/^en, öder vielmehr seiner 
guten Launen , ~ seiner Leidenschaften und ' 
.Schwachheiten selbst, sich ,^um ^Vortheil ^ des 
gemeinen Besten bedienen izu können. Diese 
Meinung von seinem Prinzen war in der Thafc 
so 'bescheiden, d^s er sie, ohne' alle Hoff- 
nung zu Erreichung seiner Entw^ürfe aufzuge- 
ben, ' nicht tiefer ' herab stimmen konnte« 
Gleichwohl zeigte* sich in der Folge, dais et 
noch zu günstig von ih^n gedacht hatte; Dio^ 
ny^ius hesals in der That Eigenbchaften , welche 
viel Gutes versprachen ; aher unglücklicher 
Weise hatte er für jede derselben eine an- 
dere, die alles wieder' vernichtete, w^s jene 
zus^ti^; und wenn man ihn l^vfige -genug irl 
der INähe betrachtet hätte, - so heimdd üdi's ,. dals 



^ , 



•V 



k 



ZwöiiFT BS B^CR, 1. RapiteL 57 

seine ^enttemten T « ge ii d e n ' ia ^er That 
niehts «fliiiders als ~'>seiÄ© Laster Ivareiiy 
welche, von einer gewisseti Seite beträchtet, 
die Farbe irgend • einer Tugend annahm 
Bten« Dem ungeachtet liefe sich Agathon durch 
diese gntcn Anscheinupgen so verblende», ^a£i 
er die Unverbessevlio^hk^it einesi Karalt» 
tcrs dieser Art (und also den Un^rund aller * 
seiner Hoffnungen) nicht eher einsah^ als da 
ihm die Entdeckung zu nichf^ mehr hützeil 



konnte. 



/■ 



Die grofste Schwachheit des Prinzen' (seiner 
Meinijhg naSh ) war sein Hang iur G/e'm ä c h- 
lichkeit und-Wollu^t, Agdthon hoffte j e- 
nem dadurch zu begegnen , dafs er ihm dj^ 
Geschäfte so leicht und so angenehm zu ma- 
chen suchte als möglich war; diesejn, wenn 
er ihn wenigstens von den wilden Ausschwei- 
fimgen, zu welchen er sich bisher hatte hin- 
reifsen lassen , abgewöhnte. Unsre- Vergnügun- 
gen werden desto feiner , e^r und sittlicher» 
ie\ mehr die IVIüsen Autheil daran haben. 
Aus diesem nie genüg zu emp/*ehlenden Grund* 
Satze Jbemühte er sich, dem Diquysius mehr 
Gesphhiack an den schönen Künsten, beyzubrin* 
g^i9^ £^9^ er .bisher da^an geh^)>t hatte. r In kur- 
zem „wurden seine Paläste, Landhäuser und 
fö^€|ji^m|l;^den Wei^terstüc^eii. der,]V1ab- 
1er .und Bildhauer .^Griechenlandes anfi;efüllt. 






i. 



Agatfaon sog die berühmtesten Ysrtu äsen ii» 
^llen GattuDgen naeh:: Syrakusi er ,1'übrte 'ein 
' prächtiges O d e o n ' ) auf, . naoH dem . Mustei? 
Jessen, worauf PeriUes den öffentlichen Schats 
der Griechen verwendet hatte; und Dioaysii^ 
ü^d; so viel Vergnügen an den vei'schiedenen 
Arten von Schauspielen« womit er, unter dec 
vAi;if8icht seines Günstlings, fast täglich auf die» 
s6m Theater belustiget w\irde, dafs er (feinev 
Gei)irohnbeit nach ) eine Zeit , lang allen Qe« 
schmack an söhlechteri^ Ergetslichkeiten verlö- 
ten SU haben schien« Indessen wajr doch eine 
andre Leidenschaft, übrig , deren Herrschaft 
über ihn allein hinlänglich war, alle gute Ab- 
sichten seines neuea Freimdqs zu. 'hinter* 
treiben. 

4 

Gegenwartig befand sich die Tänzerin B a c« 
chidion im Besits derselben; aber es fiel be- 
reits in die Augen, dafs die unmäfstge Liiebe, 
lyelche sie ihm beygebracht, schon 'viel, von 
ihrer ersten Heftigkeit verloren hattb.^ Es 
würde vielleicht nicht schwer gehalten haben, 
die Wirkung seiner natürlichen Unbeständig» 
keit um etliche Wochen zu beschleunigen. Aber * 
Agathon hatte erhebliche Bedenklicbkeiten , die 
ihn davon abhielten. Die Gemahlin des Fritt« 



i ) Ein zu den musikaliichen Wettstreiten imd Spio^ 
len ^stimmte« ^ViFen^licbts Gebäude. • ' 



7 ) 



2^di*rTxs Brcv. i.' Kapitel* ' 59 

Mb wkt' unglücklicher Weise in kmnerley Be« 
tracbtüng geschickt, einen Versuch, ihn in dio 
Gsraeen der ehelichen Liehe einzuschrankien ^ zu 
ttiten|titzen. . Diottysius^ konnte xiicht ohne 
^tinen Lieheshandel lehen; und die Gewalt^ 
wache seine Beyscbläfednnen über sein Hers 
erhielten^ machte seine Unbeständigkeit gefahit» 
lieh. Bacchidiott war eines^ von diesen gutar^ 
tigen fröhlichen Geschöpfen, in deren Fantasiit 
alles rosenfach ist; die keine andere Sorge in 
der* Welt haben, als ihr Daseyn von eineiA 
Aagenblick zum andern wegzuscherzeh., ohhe 
sich jemahls einen Gedanken von Ehrgeitz und 
Habftuchjt, oder einigen Kummer über die Zu-* 
kauft» anfechten .»u lassen. Sie liebte das Ver- 
gnügen über alles. Immer angelegt es zu get 
. hen und zu nehmen, schien es unter ihren 
Tritten aufsüsprossen; es lachte aus ihren Au*' 
gen , und ithmete aus ihren Lippen.. Ohn^ 
ikran zu denken , sich durch die Ijeidenscbafl( 
des Prinzen wichtig zu maehen, hatte sie 
(aus einer Art von mechanischem W^ohlgefal« 
len an viergnügten Oesiehterii) ihre Ge- 
walt üher ihn schon Öfters dazu angewandt^ 
Personen , , die es verdienten, od;er auch n i c h4( 
verdienten, (denn darüber Ue(s sie sich in 
Icttoe Untersuchung ein) Gutes zu thun. 
. " Agathon besorgte, ihre Stelle könnte leicht 
kifA eine motdere besetzt werden, die 'einen 
tMimmetk Gebrauch von ihren Reitzungen 



* s 



'*^-*'.. ,/ 






^Ä ^ ' 'A /G A T il a >4ir* : \ . V 

iiMicben würde. ' JEk hieh es also seiner nicht 
unwürdige mit guter Art^ und öhnesdafs «$ 
schien ~ als . ob et eine hesondere Aufmerksam* 
keit aitf sie habe., die NeiguD^ des Püi^pieii 2U 
ihr mehr zu' unterhalten als - zu hekämpfen^^ . Et 
verschaffte ihr Gelegenheit , ihre l^elu^igandevr 
. Talente in einer Mannigfaltigkeit zn ^entfak(^]li 
welche ihr: immer die lleitzungen der Neuheit, 
gab. Er wufste.es zu veranstalten, dafs Diony4^ 
sius durch^öftere kleine Entfernungen verliin» 
dert wurde, sich zu bald an dem Vergnügen 
zu etsättigen, welches Är'iii ih#er Unterhaltung 
fand. Er ging endlich gar so w^it, d«fs er bey 
Gelegenheit eines Gesprächs, wo die Rede viiti 
den allzu strejagen Grundsätzen des P 1 a t a übei 
diesen Artikel wanr, sich kein bedenken machte^ 
üu sagen: Dab es unbillig sey, einißn FriJiji 
xen, we)cheT sich die Erfüllung seiner grofsea 
titid wesentlichen Pflichten nHt gehöiigem Ernst 
^ügele^en seyn lasse, in seinen Privaterg'etzu»^ " 
gen 1ioch ^nger als in die Grenzen einer an« 
ständigen jyiäfsigung ' einschränken zii wollen^ 
Alles, was ihm' hierüber (wiewohl in ^allge* 
Alanen Ausdrücke^) entRel, schien die Bedeuf. 
tung einer stillschweigenden Einwilligung in 
die ^chwachheifrd^s Prinzen für die"" schöne BaCf 
i^hidion 7Ai halben; und in der That war dieses 
sein Gedanke, • - • ' - 

Wir zweifeltv sehr, ob die gute Absichf^ 
die ^r dahey hatte, )emahls hinlänglich seyji- 






A 



ZwöxFTft^] Buch. x. Kapitel» 6» 




loii'ne , ^ine tOi 'gefahiUche Äußemag zu räcl;i^ 
iertigeiL So v viel ist gewifs, dafs Dionydus, . 
iet bisher auf. einer gewissen Scham vor der 
IPögend ttnaecs ; -Helden .sich bemühet/ hatcei 
seine schwache Seite Vor ihm zu ver« 
rgen, Von: v-dieiBer Stunde an weniger zu-, 
^fielpitaltend tonnte * und aus dei^ vielleicht un^ 
richtigen, aber sehr gemeinen Voruritieili dafii J 
die Tugend eine erklärte Feindin aller <jötter 
de»--Frmde seyn müsse 9 einen Argwohn, gegen 
tmsern Helden falste, wodurch er um einige 
Stufen herab) und mit ih^ seligst tuid den 
übrigen Erdenbewohne rn in die nehmliche L/inie 
gesfetzt- wtirde. Ein Argwohn, der zwar durcH , 
die sieh selbst immer gleiche Aufführung Aga- 
thons wieder zum Schweigen gebracht, aber 
doch nicht so gänzlich uT|terd^ückt wurde, dafs 
Reisen geheimer. Einflufs den nachmahligen Be- 
^idiuldigungen' der Feinde Agathons ' den Zu« 
pa^ iii das Gemüth eines Prinzen ni^t erleich« 
tM hatte, welcher, ohnehin so geneigt war^ 
dieTugead (entweder für Sc h w«.r m^ r e y od|s^ . 
£ir Verstellung zu halten. 



Indiessen gewann Agathon durch 'seine Nach- 
sidit > gegen die jLieblirigsfebler des "Kjcln^ieh 
iofih so|.^iel 9 ^stU er sich desto leichter bewe-^ 
\ ^tli^t; ^^ «de|i Geschäften der Regierung, 
üd^r Af)fheil^4^f nehmen' ,als et gewohnt w^a/| 
^^.di^ym90[> !9$^ john« ;Zw«ifel , . : was unfe«. 






'-/«*. 



€% / lA 1^ A X H O VI 

. ^ ■. .• ■ '. ■, ■■■. , ' 

Held für tioß hinlän'gUcfae Vergütung des Tw^ 
d e 1 s ünsah , den er steh durch seine Gefällig« 
keit bey gewissen Personen vo^n strengen Grund'» 
•atzen suzog , welche, in det weiten Entfernung 
von der grofsen Weltv worin sie leben, gute 
Mufse haben air andern zu verdamilien , was silf 
«n dei'selben . Fkt« vielleicht nibdi «chlechlier igis« 
macht haben wurden. / < 



t 



mktm^mti^mtmmmmmaimmmmmmmtmtmm^m^^mmmmmmtttmmk 



tl Kapitel. 



/ 



Gebeiinnachrichten von Filisto«. Agft^hon zieht ficb^ . 
die Feindschaft des Timokiates durch eine Handlung 
zu» Wodurch er aich um Dionysius und um gank 
Sicilien Terdient macht. 

Aujs^T der schönen Baochidtc^n war Filistos^» • 
durch die Gnade, wotin er bey Dionyseu staud^i 
.die beträchtlichste Fers6n unter allen denfeni- 
gen, mit denen Agathon in seiner neuen Stelle* ' 
in Verhälttiils Wat. Dieser' Mann spielt in die«' 
sem Theil unsrer Geschichte eine Holle i^ wel-' 
che begierig machen kann , ihn genauer ken« 
nen zu lernen, t Überdem ist es eine von den 
ersten Pflichten der Geschichte^ «den verfät 
übenden Glänz zu zerstteuen, welchen dai' 
Glück und die Gunst der Grofsen sehr oft übec. 
nichtswürdige Geschöpfe ausbreiten, tind der 
Nachwelt SU feigen, dttlss. ^ dieser Fall as^^ 



I. ■ ■ 



t i 



\ 1*1 



Zw5i.PTmA Bvcx. fi. 'KapiteL, 65 

sd\iri«}e Dekrete des Römisohen Smat#, 

Statuen und öffentliche Ehrenmählfr 

einto WoUtbäter des menschlichen 6e« 

als einen Halbgott * ankündigten^ 

besten noch grdlsers als ein schäm* 

)asterha,fter Sklave 'wan Weni^ 

in Veigleichung mit einem. Pallaa 

Ti gel 1 in u s nur, ein Zwerg gegen einexi 

scheint:' so Kommt H in der That al* 

^on dem unei'merslichen Unterschied zwi- 

der. Römischen Monarchie im Zeitpunkt 

anfses^ten Höbe, upd dem kleinen Staat, 

'Dionysius zu cebieten hatte, ^ her. Ebed 

Teufel, der, deiner schlimmen Launa 

te' machen, eine Herde Schweine ersäu£- 

^rde mit ungleich, gröfserln Vergnügea 

ganzen Erdboden unter Wasser gesetzt 

i; wenn es ihm erlaubt gewesen wäre: 

würde herzlich gern Pallas gewesoi 

Hirenn er das Glück gehabt hätte, in den 

des Kliaudius aufzuwachsen. Di% 

die er in seinem kleinen Kreise vtin dem, 

\in'einem gröfsern gethan hätte , ablegte, 

nicht daran zweifeln. 

^'.'« ■' 

gebofnef Sklave, und in der Folg« 

^"^tüii äen -Frevgelassenen des alten Diony« 

dieser Filistps sich schon damahls 

ken Kain^den' (Kirch ilen schlauesten 

,jßiar geachmtldigstcf Gemüthsart aus* 



tei . 






, i 



. ( 



äatA'.'.vik, 






6^ , ; A gVa i\ II o ». 



-> • r C X 



gezeicline^v ohne, dafs \e$ ihin jedoch einigen 
besoiidern Voraug bey seinem Herrn verschaS^t 
hätte. Er grämte sich billig über diese , wie^ 
wohl. nicht ungewötfnliche Laune des Glucks; 
aber er wuTste: sich zu helfen. (jlücklicbere 
Vorgänger ' hatten ihngi, den Weg , gezeigt, wifli 
man ^ich ohne; Mühe und ohne V^rdien^te* zu 
4er hohen Stufe empor schwingen kann» ijiach 
welcher ihin ein^ (Art y^n Ehrgeitz', die si6l| 
*in gewissen Si*elen mit. der yerächtlichsteii^ Niet 
derträchtigkeit verträgt,' ein ungezähq^tes .Ver-' 
langen ^ab. Wir haben schon, bemerkt 9 di|f$ 
4er jyingere Dionysius von seinem Vater .unge« 
wohnlich hart gehalten w;urde. Filistoa. war 
der einzige, der den Verstand hatte > zti. sehen^ 
wie viel Vorth^il sich af^^ diesem Umstand^ 
sieben lasse. Et fand Mittef» die Nächte ^de$ 
jungen Prinzen angenehmer zu xpache;i als seine 
Tage wären. Brauchte es mehr, um von einem 
jungen Men$chen pbne Erziehung und öründi» 
Sätze als ein Wohlthäter angesehen zu wei> 
den, dessen gute Dienste, er ^iemahls genug 
werde belohnen^ können ? Filistos liefi^ es nicht 
dabey bewenden. J^r ^kam auf den Einfall, zi|. 
gleicher Zeit und, durch, einen einzigen kleinen 
Handgri£ sich dieset Belohnung, würdiger «und 
desto eher theilhaft zu ^machen. ,, Ei^(B;. bösax^ 
tige Kolik , wozu ^r das Reoept hatte , be- 
schleunigte das Ende des alten Tyrannep» , . V\r 
listps war der erste^ . der ^inem > ju^gcfn ^ Qft 



.' 



letcr 6i& ftr^u^ iye' Nachricht brt(?bteVtni<ltiiütf 
p er sich» äiif ■ <etnmahl in '^e'mv ^eheimstetr 
^Ttrauen ehies Königs , undin iurasem am^Ru« 
des Staats. ; ^ 



» < ' 



. .} 



Dieie wenigen Anektloten ahid zureicnend, 
rin^ so sichern^ Begri:ü^ von dem sittli« 
len Karakter ' Idie&'es ' würdigen - Ministers zu 
len, da(s.er nunmelu* dl^ ürgste, dessen eini 
[enscfa fähig ist , r heg^hcrn f dt ö tin te , ' ohne dafa 
lins darÜbtir verwundern •würden. Ab^ 
[as für ein Fysio^oftiist müfste der gewesen* 
, der diese Anekdoten an. seinen . Augeti- 
te leseit koniien ?: / Es ist wahr , Agathoä 
dachte gleich^ 4^^^"g^ nicht allzu vorthmlhaft^ 
Toa ihm« Aber wie hätte er^ ohne besondere 
Nai^richcen zu i^falib^n, oc(^r selbt' eiu^ Ftlistoa 
M^^jn^ .4icb vantellfn. »^llen, dak Filistos 
Itt M^n Jbpnttte 'was i^riwapi^^ Wenige »kannten* 
tkr'pkwbn^kge^t Sekte , dieses Maniies; abet' 
^mcb: dieae y^enigen -^waren^ ^u: gutfe Höfliiige,'^ 
rili|»^.,)>isberigeB Gönner* e^hrer zu verra*i 
ti; bi« a.ein Sturz tg^v^^ifs war, iind^ 
jHriss^ konnDeü ' v%a sriifii;« dadurch g tM 
^finu^Uhmi^f^dß^ uAri^tifpiMr den sein! 
if^. &a$akl^: vigleiohfalls .kein «GeheimniA 
'^i fei|fe.;#«^;(|r(H:gei^z)^9ciua)e Za*^ 

nbzttgi^bmi' , ' Agathta könnte ialso dest<^ 
U Mn^ifW^fgm iWe]^^ liil)^.. Filiato»> 






•i?'- 



- '' 'i 

I 

. ^ ' . "iA 'j&- ▲ T Ä ö »• ' / 

kuQit' aastreiigte,. sieh bey ihm in ^chttin 

setzen. Denn -da er zu seineäirgroCfteh 

vergnügen mk /aller Mensebenkennfenif», <Vi 

(nach einem gewöhnlichen, .wiewohl &ieh 

^ trüglichen Vorurtheil der Hofl'eute ) zu' bösii 

glaubte 9 die' ich wache Seite unters H 

niqht aus Fund ig liDachen komte: tö blieb 

kein andrer Weg übrig, als durch ieine^gi 

Arbeitsamkeit und Pünktlichkeit in Gesch 

sich bey depi neuen Günstling\in dar An 

eines b r a u.c h% a r e n — und durch T 

den y die er eben, so leicht , als man eine 

Hinzieht 9 anzunehmen wufste', sich endlic 

gar ' in dias Ansehen eines e h r 1 i ü h e n 

I ^es zutsetzen.' 



»♦ 



..^Da züi .diesen Eigenschaften, welche 
tbonr in.ihiii zu» finden, glaubte', noch die 
tu^gi Welqhe Dioiiysiusf für ihn'l^gl, un< 
Betrachtung hinzu kam, dalV es Mir den 
weniger sicher sey ,i einen * ehrgeitzigen' 
ter abzudanken, als ihn mit scheinbarer iB< 
Ifadtung seines Ansehens in engere Scbraj 
»s setzen-] iso geschah es^ da^ sich diejei 
in ihrer Meibung betrogen fandet«^ Welche! 
Eall des Filistos -für eine unfehlbare Folgdl 
Erhebung Agathöns «gehalten ii^t^." Sein 
sehen schiei^ vielmehr zuzunehinen , indi 
zum .Vorsteher ,^A«i» ' Verschiednen Tri! 
enuamt wuifle-f ^iiii ter welche Agathon' 



-^ i ' , i'f , Uti.^ -I I 



\ 






. ZwÖLTTKS B^uCB. -2» Kaplte]. , i$y 

ralt irerrheilte, welche vötooaUt^vö^ 
rerlraiiten des Prinzen willkührli^ aus- 
i^orJen. war. In der That aber wurde 
^cb beynahe in die Umnöglicblceit ge- 
rBosea zu. thun, wofern ihn etwann eine 
long dazu ankommen sollte; da er bey 
^{f^en Handlungen von so vielen Augea 
tet wurde, von allem Recbenscbaft ge« 
;^ und nichts ohne die Einstimmung 
ffinsen,' oder (welches eine Zeit lang ei« 
war) seines Repräsentanten, unterneh^ 



ite. 



mu. 



rbatten obne Zweifel viel Schönes von der 

^Verwaltung Agatbons sagen können , Wenn 

foi in. einie \auBfti^)iöhe Erzählikng allec 

ücb^n Ordnivigea^.lund Einricbtungen 

woHten, wekke er in Absicht der 

»nomie, der Ein^ieJiung. und Verwaltung 

mtlicben Einkiiitfte, de'r Poliaey, des 

if^sw€Miens, und (welches in seiuan Au- 

i«ff W^Mcy^licfaste' war) der offen tlic^^ 

.^|iäd: 4er SiUung dec Jugend, dieiU 

.W7 maoben anfing I tbeils gemacht 

tHrde«' weiin inan thni Zeit daeu g»%las« 

A^hm-MmiiiiUse» gehört' ^chViU 

4«!^ 4i;^e»wärtige« Werke»; und '^s 

^11 4m ß^h$^t^ ^te Abeusebw , wetAu eitkfe 

4<»^ ito>ng iP jesiner Itett püt«wn ioUtc, 

f^JIVPie §»' xB^ier««kv eiuen Scfevmng 






0$ 



A a A T H O N.« 






eenommen zu baLen scheint , der die MaOirei- J 
^fi]n und das Beyspiel unsers Helden eben so 
i^nütz. macht, als die- Pro^efete des ehrlichen 
Jlbts von Sa int -^Pierre. Die Art, wi^ sich 
Agat);)pn ; ehmahls seines Ansehens und Vetmö« 
' «gens zu Athen bedieh^e, kann unsern Leiern ^ 
^einen hinlänglichen BegriflF davon geben, wie ; 
~er sich einer beinahe unumschränkten Macht! 
^nd einesr königlichen Yermögens bedient ha- 
ben wierde. < ' 

Nur Einen Umstand kSnnen wlrütcht vot- 
bey gehen, weil er einen merklichen Einfluf» 
rin die ^fotsendeii Begebenheiten* unseirsy Hilden 
^Juktte. , Dionysiu^ befand^ sich, als Agatbon' an 
•seinen Hof kam, in «inen -Krieg' mit den Kat- 
ithagiaepsern verwickelt, welche, durch ver- 
«ftphiedt^ne kleine Republiken des südlichen und 
weltlichen Theils von Sicihen unterstützt, uh- 
ter dem. Schein» sie' gegen die- Übermacht vöh 
.Syrakus zu i schützen, ^ sieb der innerlicbeti 
^yp'ietracht der Sicilian'er als einer guten Gele- 
genheit bedienen wollten, diese für ihre Harid- 
;jlujagsabsichten unendlich vortbäilhaft geJegeilfe 
Xnsel in ihre eigene Gewalt zu bringen. Et- 
nige .yoii «diesen kleinen Republiken wurden 
von so gemannten. Tyrannen beherrscht; und 
4i^pse,jjb#tten sich bereits in die Arme der' Kar- 
tbaginenser geworfen. Die andern hatten sich 
bis^ei^AOob in einer Art von Freybeit erhailten^, 



/ 



i Zwölftes Bitcb. e..'.KapiteL ($9^ 



und «cbwankten , . zwisct^en. der Fp^^bt -XQm 

Ij^iOajsiv^. jSbervrältiget zu . yt^erd^i|. lunfl r,dem 

I)iiJkr9ti(en;in ^W, Abüichten ihi^r aaipai^>ii<fl|eu 

leschutzer, ia eineaf; ^^agie, die , alle lA^urgf^^ 

^ Micke aujft di^ Seite 4^?: Iptztf^n ü^e;r?vi4W,*fJ?eJ3^ 

y ile oberste Befeblsbabers^eille ia diesem if,rieg^ 
amrmraute, ,bf1ite, siqti ..b^^it«; diarcl}^o^|iige 

Vortbeile ;übj?r ,die Fijii^tj^^, dpfi .Öjf,<t9rft,W9ih>i 
; Icilen Rubm ^^incs gutea peuerÄJ» er^o^J^^ 
Ab^jUi^br darauf hf ^aq^^bf y diesi^r jS^egg^i^j 
beit I^rbern und J^icbtbvi^^er ..zu &aiiii^i}f. 
^It da^ w?ibre Interes^^ «ejfjes Fi^r8;tpnf,^j^,9jj' 
iqrgen, batte er das Feuer der inuerlich.^iij.ynf, 
tuheoL S/diliena vielmehr aifS£ebr^il;e|! ^Is fgOf^ 
dampft > und durcb seine AuH'übrung sjfil^ j^^yr^ 
'denen, die n^cb keine Partcy genon)^e;n^^.,f()^ 
' Terhafftt gemacbt, dafa sie im Begrif]^ ^are^ 
neb für Karthago zu erklären^ : 



f ( t » I I 






I . Agatboii schmeichelte sich , seine iBered^r 
\ samkeit würde dem Dionysius in diesen tJai«j 
i/itanden gTÖlaer^^ Dienste tbun können, als<;die 

paze, wiewohl nicht verächtliche Land ► und 
^^Secmaditf vfelche Timokrates unter sein^ii, Be- 
fjUden hatte* l^t hielt es für besser, SiciUen^ 
Lta beruhigen ak zu erobern; bessei:: es zt^ 

^aet )Art . von fireywilliger Übergabe Hn Syra- 
V^ l^^vireg^li, als eß ; de» Gefabren und ver« 

[|kf(bUcheii ; F<^lgen eine;8 Kriegs ausgesetzt zu 



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f^ A O A T H O ». * • ' 

lä^s^n , itt ( wenn er au ch a m glücklicbsten^ 
für^ •'^ den Diöny riüs Msfiök / • ihrii Öoc*/ ^chts^ 
xtieHt' verschaffen wärde^ all« de»^ ÄWcfydeütigeA 
Tortieil , - deine Ühtert naneri tini ' eirie Anzahl 
^fiwtitigenei* utid mißrergiiügt^V ' U^Ute ver^j 
jÄtehrt zu' haben V auf deren gute** Willen ""mait 
l&inert'Augertbliök wählen dürfte; '' ' «^ '^ 
^ ^c Dioilyfeius konMe^den Gründ^ifhi, womit^ AgÜ^^ 
titfrf^^Ä^ifilVorhabeii üiid die Hoifftung>**i ge^ 
IjifuiSlslchtÄi Ausgälngs ütitewtlitzte, if^intti B^yfall 
i!lttft'*v4siig;en; Wi^r'h^iift galt*«^ /ihii§»'gleit;h, / 
d^iirh was für Mittel rt- zuim ruhlgfen ift^si^z der 
hochtfteri' Gewalt iii Siiiilietf gelangen' könnte, 
Vrerin'6r nur dazif gelangte; und eben darum» 
^«1 er klein genüg war, sic!^ auf die 'wenigf 
efitkcH^idenden Sir-ge seines Feldherrn so viel 
Ahznbilden, als db er sie selbst erhalten hätte, 
rfö'war er auch feigherzjg' genug, iich zu dem 
unrühmlichsten Frieden geneigt zu fühlen, so 
bald er mit 6ibi£[er Aufmerksamkeit an die Un- 
beständigkeit des Kriegsgi ück^ dachte: Die 
tfdlem Beweggründe trtisers Helden fanden also- 
leicht Eingang bey ihm; oder, richtiger zu re- 
den,. Agathon schrieb die Bereitwilligkeit de« 
Prinzen dem "Eindruck seiner eignen- Vorstel- 
hlflgfen-'zu, ohne wahrzunehmen, dafs der wahre 
Grurfd davon in seiner niederträchtigen Ge- 
mütlisa'rt lag, 

" Er begab sich also in geheim (denn es war 
ihm daran gelegen, dafs 'Timokrates voa 



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ieiiietti Vorhaben; (keinen Winkr.^^ßme) in di^ 
ioä^en StäH^'i belebe ini Begrtff atanden d^ 
Partey. «voit jRÄrtba^o zu verstärkpn. Es ge» 
kiig^ ihm/ydie '"^^idrigen Vo^rtbjeifev.zu aeriiich» 
fax , womit :^€ii! i^aile Oemiitber < > g^e.n die ' ge»; 
föfehtete ' Tyränndy Dioh ysep^ /> eingenomifien 
fitdd. Er nbeifzeugte sie so vcnikoiumen , . da(s 
dii Inter6ss^iieiIllsi0i< «jeden besond^rn Theik* von 

w 

ittm jüreoi c hient '. Besten , d«8 j ^nz^ 11 Sicilien un« 
seTtrelinlicb''6^y^i und macbte ihnen ein. sfd 
tcbonea Oeinahlde von dem^ ^ücküchen Zu« 
ftadide dieser Insel, wenn i alle ihre Theila 
lorch die Bande des Vertrauens, und der Freund^ 
•cbaft sieb mitSyrakus, als \^ai geiheinsc^ft« 
lidien Mittelpunkte, vereinig eu< wurden ; daffll M 
likebr erhielt als er "^geböift ^^atte, und sogajr 
mehr als er. v e r 1 a n g t e. .£r< wollte nur B u m 
ies genossen, und es fehlte^ wenig , so wür* 
den sie, in: einem i^nstoCs von • übctfliefse^diec 
Zuneigung zu ihm , sich : ohne Bedingung > «^li 
U n t e r t h a n e n eines Prinzen ergebe^i haben, 
TOn <leäsen erstem Minister ^ie so sehr beiau- 
bert waren. 

Die Veränderung , welche hierdurch in den 

'öffentlichen Angelegenheiten gemacht wurde, 

brachte den Krieg so schnell zu Ende, däfs 

' Timokrateii keine Gelegenheit; bekam, ^ durch 

ein exi(scheidend^8 Treffen (es^ möchte allen« 

(tili gewonpen^ öder verlören wor^n seyn) 



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JSlire einzulegend^'"! Man kann; sich vorctellen^ 
ttb' Agathon 8i<ih dadarck d^e Freundschaft die^ 
eeft Mannest den »eiii gro Cses * Yermögen und 
die • Versch wägei*üng - init iem > iPrinzen • zii l einer 
.t^ch^igen Person machte, erworben habe; woA 
mit welchen Augen Timokraleft« > die <'fTohlocken<4 
den* Regungen der Nazion, is^lche^unsem Hetf 
'den nach SyraktM^^aurück begleite teii^> -die'Merk^ 
mahle der ' Hochacbtung , . wou3 it : er voui ^em 
PTinz^n -empifangeh - -wurde ,» i^id * da^ ». anfi&erors 
dejntliche Anseluftny worin er» sich dürch^dieiia 
friedsame Ero'b'ärung befestigte; angescbielt ha- 
ben werde; Genötbigt, seinen Unwillen un<l 
seinen ttafs ge^ehveinen so siegreichen Neben- 
fcuhW in sich" selbst zu verschiieifse'nv lauerte 
er 'nur »desto uiigeduldiger auf Gel«g*-nheiten^ 
in geheim an seinem Untergange zu arbeiten. 
Und wieV hätte es ibm an «einem > Hof e, und 
an dem .^ofe eines solchen Fürsten, an Ge- 
legenheiten dazu fehlen können? 



«»»■ 
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^ ^ 



3. Kapitel. 

' Bcyspiele« dafs nicht alles was gleifst GrSld ist« ^ 

Wenn Agathon wäl^rend einet Staatsverwak 

tung, welche nicht ganz -zwey Jahre dauerte, 

.das vollkommenste Vertrauen seines Prinzen 

und die allgemeiife Liebe der Nazion, welche 



/ 



1 



Zwölftes Buch. 5** Kapitel* 75 , 

er regierte:, g€?waii4i, und ^eun'^F' sich da- 
dtirch auf die. j hohe Stufe des: AnfeeheM un4 
der ftchdiBbaren Glückseligkeit eiiipbr ^schwängy-. 
welche tiiiverdieiiter;\yei»fe de« QßgenM^apd d^r^ 
Bewunderung aUe^ kl ei n e n , u w)du dt^ IN^eideif 
dlfer au gle i'ch % d s h a ft ^ n \>§«^9n zu: {S^yiaft 
/]^gt; so müssen . wir gestj^h«^^^ tlafs klie^iBC 
kunifich« unerklarbare 'Mskcht^'fdife'tmaü Glücfc 
•der^ Z uf all mei|xit;i df»p (iw^nigstem , AiktheilT' 
daran hatte. ' >Di& lre4:dienät'e '^J dii ^et sißh in ' so; 
kurzer Zeit um 'dlen.'Frinzea und .jdjie N^azioü: 
machte , die /Beruhigung Siciliens , . das befes« 
ti^ Ansehen jtron Syrakus, di^ r ViiSTSchäuerwagf 
dieser Hauptstadt', die Verbesserung ihrer Pöw 
Ijtseyy die Belebubg der Künste und Xjewefbey 
und die allgemeine Zuneigung v welcl)e er eineti. 
Tormabls verab^cbeueten Regierung, zu W'andtet' 
alle diese Erfolge legten ein unverwet-fliches 
Zeugnifs für die Weisheit seiner, Staats ver^ 
waltung ab.' Und da so viele i und sd wichn 
^e Verdienste durch die Une tgennützigkeit , 
tnd Regelmäßigkeit seines Betragens in ein 
licht gestellt wurden 9 welches keine Mifsdeu« 
loog anzulassen schien : so blieb ' seinen heim« 
lichefi iFeinden," ohne die ungewisse Hülfe 
irgend eines Zufalls, von dem sie selbst 
lieeh kein^ Vorstellung hatten , wenig Hoffnung 
ibdjl, ihn' so bald wieder zu stürzen, als sie 
.isKir'ihre ^b|iq}itei\^ wünschen muüsten. ^ 









-.,., Ji», ..-. ,.^- 



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* Af* G A T li^ W, 



• Ater wie konnte ein M^im^' der tick 
lintadelig 'f>etTug und um jedermann Out« 
Tcrdiehte , F ei'n d e haben ?' i So werden di< 
jcnig^ i^dkicht denken , welche bey Gelci 
keit zu verge»lien scheinen , d a£.s 'Verweis 
M a n n n o t h Wc ndig alleTh o r e n k i^dyth 
Ilr:e ch 1 8 c h a f fe i e , un vermeid Ucher Woii 
Ä'l 1 c H i e e f n i^i^ht «ind entweder z u 6 f f e ui 
Ki c h e n > - oder r*döfeh gewifil . z-u . i mm er ' w « 
venden*' beiinbli-che-n • Feiöden habei 
ttiufs. Ei^ Wnbrheit, Welefee in jdet. Natur 
Sachen so gegründet und durch eine ni^ \itktei 
brochene Erfahrung so bestätiget i^t, dafs 
mit besserem Gründe fragen könnten : Wi 
sollte ein Manti, der sich« '«o -Wohl betru/ 
keine feinde gehabt haben?* -Es konnte nie] 
itnders seyn, als dafs derjenige yd!essen be^äi 
dige Bemühung dahin ging ,•- seinen iPrinael 
tügeifdhaft, oder doch wenigstens seine Ls(st< 
unschtidUch isu machen , sich den herzlicl 
Hafs dieserHöflinge zuziehei^ mul^^te, w ej 
che Cwie Montesquieu allzu streng v< 
allen Hofleuten behauptet ) nichts so s e 
fürchten als die Tugend des Fürste 
und keinen zuverlässigem Gritnd ihrct H»of 
Miungen kennen, als seine Seh vir ach heite 
Wie hätten sie den Agathon nicht; £\it di 
jenigeh ansehen sollen,^ der allen ihren- Abfiel 
ten und »Entwürfen im Wege stand? Er vei 
langte, z. B. dafs man vorher Verdienst 



Zwdi:<FTB8 Bi7cs. S.Kapitel, 75 

babelA liiiiiiite , ehe mati ^ aii' B^e 1 6 k'n u n ^ e' n An- 
sprach fbach^ti kdtiW<^: c9ii»'»King(^n ^f^ttPiieü 
eiü^n kurzem uttd 'grmachlfchern^VSTag; emen 
Weg, auf 'welchem «u ajlteti 'Zefiten (die Re- 
gietun^eit?. d^r' Anton in^/Mis^enbromen^ -^ 
Äichtsi^'üi'dipst^n^ Lleüte ' an Höfen ihr Glüfck 
gentabht haben , ^ ^ »kt^*^ c^ eti'd e B-ij^ «öl ci» 
cheley, blinde G5^fktligkeit''gÖgfen' di« 
Leidensohafteii^'der f^üriten- und ihre 
GünttlMtge, ' GefuhMöftigkeit '^egen 
alle-. Re^ün'gten'^ »4;^*' GcÄwiMeujs ^und 
der MeÄachliöhkeit/Ta'wbheit gegett 
die^ ' Stiiö rät alle/ PfHthten; n*ner* 
ÄChit^^öckne ,Unvb*«cb aihfheJt »ich 
telb rt TäWnte uhd VeVdienjI^e bey^ 
z ul e g 6 n , die' ny a li' n i e g e h a b t H a t ,' fer« 
tige Bereitwilligkeit jedfeg Bub^n« 
itück zu begehen, welchi^seine Stufe 
zu unsrer Erhebung, wer den kann;-— 
Und diesen Weg h^tte ihnen Agathon auf 
^inmahl vergperrt. Sie gaben ,' iö lange dieser^ 
Mann den Platz einei Güngtling« bey Diony- 
aen behaupten wütde , keine ^Möglichkeit , wie; 
Leute von ihrer Art gellten gedeihen können. 
Sie hatj^en ihn algo; und" wir könneit ver- 
tichert seyn, dafg in denT Herzen aller die- 
' aer Höflinge eine Art von Zu^ammenver* 
tchwerung gegen- ihn brütete, ohne dafg- 
"«« dazu einiger gehtSraen Verabrcdtihg 
' bedürft. 






76 0>. ö A T li O IC4 



1. i » 



2 






Allein van allem ^dUsemwuf de i>pi^|i x)JL<:]^tM 
«icb^baic. Die .JMaf^e:, ciw^lche ,^jß , v^rzOi^i^b* 
Hiea; für gut fanden, sah {«ineq^^iiiat^licbea 
Gerichte 90 ^ähnlich, dUfs Agat^on ' sielbst dar| 
durch betrogen . wurde, und si^h gegen die 
Filiste und Timpkrate und ihre; (Kreaturen ebenl 
ap^ bezeigte, als ,qb, dii? Hocbacbfung, ^welche; 
j^e ihm bewiesen, und . d^r IJßyfifU , den ^sie, 
aUeur fteinen.MajsnehmungeEi gaben, Avifriphtig;^ 
gewesen wi^re. Piese wackern Mänper . |iattei^ 
^nen gedoppelten Vortbeil über i^n^ ETr'* 
Weil er . sich /nichts ßöses , s^u ' ibnejD , versal^ 
dEachte nicht darai^ sie-, schi.rf sifiji, )^f9l^acht^ai^ 
Sie, weil sie sich, ihrer eigenen Bo^^^^ ^^ ^ 
wufst wallen, wa)ren d^sto vorsfichjtigi^ ,^hxe 
Wdhr0n Gesinnungen in eine undurchdringliche 
Veritellung ein^hüllen. V'ersichert dais ein 
Mensch nothwendig eine schwache Seite haben, 
müsse, gaben sie ^sich ^lle mögliche Mühe die 
seinige zu finden, und stellten ihn, ohne dafs 
er einen Verdacht defswegen au£ ^e, werfen 
konnte, auf alle mögliche Proben. Da sie 'ihn 
aber gegen ^Versuchungen , denen sie selbst zu 
unterliegen pflegten, gleichgültig oder gewafi« 
pet fanden; so blieb ihnen, bis auf irgend 
eine günstige Gelegenheit, nichts übrig,, als ' 
ihn durch den 'zauberischen Dunst einer s u b» 
tilen Schmetcheley einzuschläfern, 
welghe er desto leichj^r für Freundschaft halr 
ten konnte, da sie alle Anscheinimgen dersel^ 



^/ 



Z w ö I. F T £ » B VC K. 5. K a p i re L 



77 



hn hatte.'' Uni wie natürlich muCne e^ Ihm 
i^/^ in einem' Lande, vrorki- er ' sich iim 
ib' verdien^ inadite, einen < jeden für seinen 
|n fmuiki aarbalten! Die^ Ahstckt gelang ihnen, 
wii atan^^nmfa gestehen V ia£%t siedaddrch ichon 
aagtblses über ihn geWonneii hatten« ^ • 

*'• Übrigens können wir nicht ^hin «(es mag 
ten'-unserm -.. Helden "iiachtheilig seyn^ odeir 
nichts «SU gestehet, 'dafs zu einer Zeit, da 
K ieia Ansehen • d:en ^höchsten Gipfel erreicht 
hatte; da Dionysius ihn mit Beweisen einer 
ifeüWgtien^ten Gunst uberhUul^e ; ' da er 'von 
g^i'äciüeA für seilieii Schutegott angesehen 
Wurde}' ^nd das seltniß Glück zu geniefsen 
ldiiefr| lauter Bewunfderer und Freunde und 
k(^en*Feinci zt^ haben ; dafs in einem -so bleln^ 
feii^ Gldeks^taniU — - die 0aihen< zu> Sy<*' 
irrk'us die einzigen Personen waren , wel<die( 
' tienUch ' deutlich merken liefsen, dafs sie nicht 
Mit günstig von ihm dachten^ 



^: 



' "Diö* ßtoien "zu Syrakus hatten so gu« Aü« 
^ wie'.die i^u Suiyrna — ^ utid Kerzen da^; 
ite,, iii Ermanglung der letztem, virenigstena 
ib etwäs^ dessen Bewegungen- gewöhnlich mit 
ib Bevtregimg^n d^' Hertens verwechselt wfer«» 
fa. Ja -diejeuig^tif^ Welche auch dessen er« 
Bnigelten (W^nn es anders solche gab) hatten 
i B ][ tt M e^i^V ufli *köitiÄe» aho: 'hieb* 






78 •' ' , A.^G A.T K^p »., ■:•:-: 

gleScbgüUig gegen die e i g e n s I n ä i g^ • U>n ej9ä% 
pi>indHcbkeit ^nes Manne»' seyn^ dessen 
'Überwindung seine Siegerin zur .Liebenswür# 
digsten ibres jQesehleobts zU erkUrea «chiont 
la : deii Augen der n^^msten Schönen : . ist des 
Günstling ein^ M<»aar^be|i allezeit ein Adonii> 
Wie natürlicb war also der Wunscb, einen 
Adonis empfija4l£ch 3u iBacben, der no^b über- 
diefs der.JJiebUng eines iKönigs, .(iind in ^der 
Tbat, (den Nabnaen uiul das Diadem ausge* 
sqminen) der.Kömg selbst war! 

JVIan liann sieb auf iie Gescbiddicbkeit 
der ^bÖnen Siciliaüt^tiiiaen yerUssen» d^Is sie 
Hiebt» vergessen babe^. werden, B^inei^ Kalt« 
iinnigkeit aucb nicbt den Scbatten, eiper an^ 
•tandigen £ntscbuldigi»ng übrig ^u lassen. ^ IJnd 

. womit bätte sie wobl enlscbuldiget ip^^ef^den 
kennen? Es ist wi^br^ ein mit der Sorge iü^ 

^ einen ganzen 3taat beladener IVIann bat. n^cbt 
so viel , Mufse als ein : jünger ;Herr^ d^r sonsf; 
nicbts zu tbun bat, als sein Gesiebt alle Tage 
•in paar mabl im Vorzimmer zu zei|^n., ;und 
die übrige Zeit, von einer Scbönen uijid von 
einer Ges^lspbaft zur andern zu flattprn^ A^^V 
man mag so beschäftiget seyn als man will, $9 
behält; man docb allezeit SiHr^dfsn für sieb se)bs^ 
ttodi für sein Vergnügen 4brig. Und wie wobl 

, Agatbdn . .si4?b seinen. Bt^rpf etwas . icbwerer 

, macbte^ ak «ein uns^mi/^eiteiK,9us^yn p^gi^ 



' - \ 



Zwölfte« Buch. % Kapitel. 79 

ttMem man dtis Gieheihinif^ ^tfunclen hat» 
^»cbwe^stett Dinge mit eii^er gewissieti, tiiS^ 
MM plumpem Yorfabreii ünb^*annten Letch^ 
ligkedt« vieUeieht ^icbt ftO gut, abet doch 
Mt»i g e r , BU'' tbun ; so wtft es docb äugen* 
fdieiolichy daf» er solche Stun^^n hatte. Seiil 
JKMüfir'in^^ie^Staataverwdtung schien ihm 
C i^ wenig zu tcbaffen zu geben ; er brachte sd 
ynA Freyheit des (ieistes, so viel Munterkeit 
foA gute Lff^ne zur Ges^lschaft und su' den 
Ei|retsU€hkeiteii9 wobey ihn Dionyiiui fas^ 
idiiDer um sich haben woUte; dafs man Alb 
.,SA«id' seiaee seltsamen Aufführung unniöglick 
"i^Bien &eschffifteii bey messen konnte. ,< 
^ '-'iMbn' ftf^ffte also, um sie begreiflich s« 
Itel^en;,' auf «and^sre Hypothesen verfallen, 
l]lltfiing8 hielt eine jede die andere im Ver* 
i^idit^ c^|r geheime Ursache davon su seyU) 
ted so lange dieses dauerte , hätte man sehen 
^iMea , iaiit Was ' für Aiigen di^ guten Damem 
«iM« beobaeht^^^^ oft man in 

t^Sa^m Augenblidce ^ ditie Entdeckung' gemacht 
haben glaubte, welche d^r. folgende wiedet 
f^ükhtete. E^^ich fand sich'sy dafs man 
mder Uni^hf gethan hätte': Agathon wat 
malle gleich /verbindlich , und liebte keine: 
i^^eiwe-^ AlsNvesende konnte nian 'keinen - Arg« 
in #«rfeti^: denn was hätte ihtl bevregeit 
ilknt^ 4ett Gegen^taifd seiner Li^fae von lick 



V 



'.r-r-v 



flO ^ - A 6 A 1* H Q lt. 

.Es bireben aUo '^letzt kei^e andre al» gol« 
.che y er mutbungen übrig, wekbe dAserm If^Ir 
jdeii) auf die eine od^r andre Art, nicht, %qvl9 
jjerlich l^lhre machten, ohne den. gerech tei| 
.Yerdrufs mindarn zu können . ' den man über 
/^jn so wenig/ natürliches und jn Jeder ^G* 
j|r,a<^h|ung ^o ^ yerhafft^es JE* ä n o m e a .^empfiiid^UL 

l^nufitfte., .,','. .... ^ . ■.. •.. , -:a' 

. .\ . . - .,"',-. 

■^K-- ^ ■■-■■■■' ■ • I. ■ ' • n '- / 

/i Ujjnsre Leser, welche^ noch Adcht verge9ft9d 
Jiaben. können was* Agathon ;su Soiyrna war| 
.werden spg]eich auf einen/ Gedauken koni" 
, Ifreii» welcher freylich den. Damen su.^^ycakufl 
tinmögKch einfallen konntet nehm]ich,.d^£| 
es diesen vielleiqht an Reitzitnge^i gefebU habe, 
%xxi eine/i hinlängUchiea Eiadi7y|ck ^ auf einHeril 
SU machen , weMieft nach eiper D a n a e ( welch 
ein Gemähide macht dieses einzige VyprtljL 
j^icht leicbt etwas würdig finden konnte ^ 6eii|e> 
Keugier rege zu machen. Allein , wenn die 
jN Gebrich t(;i>, denen wi;r in dieser Geschichte 
folgen^ Glauben verdienen, so hat eine den 
besagten Damen so wenig sclmieichelnde Verr 
jputbi^ng nicht den geringsten Grund. Syra^ 
]^ batte Schpnen ,^ welche so gut als Danape^ 
den Pplyklete;n, zu Modellen hatten dienen 
können 4 und • diese Schönen hatten.^ alle noch 
etwas dazu, was die Schönheit noqh geltender 
inächt Einige; Witz, andere Zärtlichkeit, an«^ 
dre wenigstens einen guteq ^Tlieil yoiK dieser, 



u 



s, 



ZwÖLFTBrB^CH« ä: JCapitel, 



€1 



1er sum'iZweck .£ührt> ab' die voUkomai^asteci 
Keitzun^n, wenn sie, uiltet dem ScHleier 
der ! Bescheidenheit: verueüatj ein nachtfaeili^es 
Mi£itrauen.:ki sich gelbst zu vetratheai • schei- 
nen« Es konnte also nicl^ d'iefs^ .st!^yri^'>*^-' ' 
Gut! So wird et sich etwann des SorJiitati«> 
sehen "^Geheimnisses hedient« und in den^ ver- 
schwiegenen Liebkosungen irgend einer g^£ä* 
ligen, G ]rp as s i s das leichteste Mitte) gJBfundA:] 
haben , ..sich, vor der Welt di^' «Miene eines ^ 
.XeAokißBtes eil gebdn? -U« 4^uch die£i. nicht 1 
Wenigstens sagen nnsre Nachrichteb nichtsl ^4a« 
von. Ohne ako * den Leser miti vergeblich^ 
Mt^jthmafsungeniai^Euhalt^n, i^wollen wir . geste- 
hen) dafs die Ursache dieser Kaltsinnlgkäit<Jim- 
sers Helden etwas so natürliches und einfälti- 
ges war, dafs . (so bald wir es ehtdeckt haben 
werden) Schach B.aham seihst sich ein-^ 
VAdei würde f wo nicht eben das, doch unge-'* 
fähr beynahe so etwas' erwartet zu haben. 



.2 i. 



Der ^ Kaufmann « welcher nnsem Helden 
. i»G\ Sfraiküs'^gehtächt hatte^ vrar ^iner- V<in 
flwfciiigen^- Welchfen er dMtoahls zu Athen "das 
llldi^iffeisfeitkr'Fsyehet'zu dem Eridfe '^'^^^. 
ben hätte; dÄMilf Jsi^ mit ^desto beissetin Etfölg 
dle^ Orten mochte aufgesucht werden können. 
tiü^^kdibtf^ jetijdfti^ , sich die#^ Um Stands' jiitiht 
^'lisQiii^ilfonidU^^diefi^^im tiii^ 

WttbAimt lämmtL W. IJJ« :B« F 



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fahr id dfin KaMnet seines Fteuaid^ , ansichtig 
würfle. iAlles wäs^ empfund^ .bätte, wepn 
es Psyche selbst gewesen wäre, r ettip£and er 

.in diesem A|igenblic](e. Die Erinnerungen sei* 
ner ersten Liebe wurden dadurch * wieder %o 
neu belebt, dafs er (so schwach auch seine 

• Itoffnung wisr, das Urbild ji^mahls wieder zu 
sehen) sich a^fs neue in dem Entschlufs be« 

- )Btliti.gte y ihr^m And^ken . getreu zu bleiben. 
Die pamen:. iron Syrakus hatten also wirklich 

. eiiie Nebe n b u hl e r i n. Aber wie hätten $ie 
errathen sollen ^ dafs diese zärtlichen Seufzer, 
streiche jede unter ihnen seinem Kerzen abzii* 
gewinnen wünschte, in mittevnäcbtlichen Stun- 
den vor eioter gem^hlten Gebieterin au^ehaucht 

•würden? . 



■'> i i "- 






5. Kapitel« 
K 1 e o n i s s a« 

Von) allen, welche sich durch di^Unemj^nd- 
liqhkeit unsers Helden beleidiget fanden, konnte 
keine der schönen Kleonis^a den Preis. 4ec 
glänzendsten yprzüge streitig machen. ' 

\ 

... . , , .* • ' \ ,'. , 

; Eine vollkonunen regelmSfsige Schönheit ist 
(mit Erlaubnifs derjenigen , welcji^e Ur^che 



K 



\ ludien dte G r « ai c n der V c ^ u s vOTzusiiehen) 
nnter allen Eigenschaften, die eine Dame haben 
\ l^nn, diejenige > die den allgemeinsten, ge- 
,' ichwindesten und. stärksten ^ Eindruck maekf. . 
Und sie hat für tugendhafte Personen noch 
den schätzbaren YortheiK -dafs sie das -'Yer- 
langen I von. der Besitzerin eines sa seknen 
Vorzugs geliebt, zu seyn«, in dem nehmlichen 
Angenblick durch eine Art von mechani- 
scher Khrfurcht zuru6k^ scheucht, deren 
sich der veifwegenstß Satyr kaum' erwehren 
kum« Kleonissä besafs diese. Vollkommenheit 
in einem Grade* der den kaltblütigsten Ken* 
;i!|Brn ^t% Sthönen nichts zu tadeln übrig li^Cs. 
' Es war unmöglich sie ohhe Bewunderung aiir 
•zusehen. Aber die; ungemein^ Zurückhaltung, 
•welche si^ .annahm, das Ma j^iä tische, das 'sie 
(ihrer iVXiene, /ihren Blicjcen und allen ihren 
, Bewegtingen, zu geben wüfste, mit d^m Bu^ 
einer strengen Tugend ^ .den sie sich dadurch^ e^r- 
\ werben ha tte^, verstärkte die beiheldete natürli&Üre 
Wirkung ihrer^Schönheit so sehr, dafs ni^- 
mapd si<?h in die Gefahr wagen ^wollte, den 
..Ixi^n diesej: Juno abzugeben. . 

i ..I)ie .Mjttelmiäfsijgkeit ihrer Herkunft, uftd 
jcmroh) 4er r Stand als ^ die Vorsicht eine^ 
eifeisüfclitig^'^heinanniv'^^^^ ^^® wänrend 
ItrQi^ orsiQi^ Jugend in /«inb: /so grofs«n > Eivi- 



•/ 



^ A ;G A *T H 'O ». 

fernubg von der. Weh gehalten , däf^ sie ein« 

gant Wue Erscheinung wjat y als Fili^stoj 

(der sie, wir wissen nicht wie, aufgespürt 

jand Mittel gefunden hatte, sie mit guter Ar 

«ur : Wittwe zu machen ) sie als seine Gemahlii: 

an den Hof der Ftrinzessinnen brachte 

tinter welchem Nahmen die Mutter, die Ge 

^mahlin, und die- Schwestern des -Dionysiü 

-begriffen waren. Nicht viel ^geneigter als seil 

, Vorgänger, eine Frau von so besondem Voi 

zügen mit einem andern zu thq^len, hatte e 

jAnTangs alle Behutsamkeit gebraucht. Welch 

der geitzige Besitzer eines kostbaren Schatze 

.nur immer anwe^iden kann , um ihn vor de 

schlauesten Nachstellung zii verwahren. Ahe 

die Tugend der; Dame, und die herrschend 

'Neigung, welehe Dionysius in den ersten Jäl 

ren seiner Regierung für diejenige- Klasse vo 

Schönen zeigte, die* nicht, so viel Schwierig 

.keiteur macht ;. ' vielleicht auch eine gewiss 

JLiaulichkeit, welche die Eigenthtimer der grofse 

Schönheiten «ach^ Verflufs zy/yey'et od< 

dreypr Jahre, oft -auch» viel früher, unvermeri 

zu überschleichen pflegt; — hatten seine EiJFe 

sucht nach und nach so zahm gemacht, da 

«r-keih Bedenken trug, sie den Pritezessinn^ 

so oft sie wollten zur Gesellschaft isu überla 

Ben. Wir wollen nicht untersuchen, ob Kle< 

nissa damahls wirklich so tugendhaft War, a 

die V Sprodigkeit ihres Betragens gegen di 



ZwöiiFTBS Bvcff*. 4. KaptteL gj 



[' 



V 






.]Mirnii|]^Ts<Hiea ^ jund' di& 4tr6ngen Maximei^' 
wonach sie, ihr eignes Ges^l^lacht 1>ei^rt'hei]te^ 
zu bewebeii, i^hieaen. öjeip^g dafs. die Prin- 
attsinnen und „ihr Gedas^hl 'SßJbst vollkoipm^lfe 
davon überzetigt warea,< und dafs siph noch^ 
keiner von den Höflingen unterstaitderjL hatte,' 
eine so eh|:w^rdi^e Tugendi ^.uf . die /Probe ^u; 
let^n^ : . ; . , , '^ . 



ri^,\^ 



r» ( 



Wahren4 d|i& Plat^« bey ;4fUn Prinzewl in 
Ansehen ^tand, /war Kleiotiiss^v^eine von den 
eifrigsten Verehrerinnen ; jdifse» .Weisen, und 
diejenige» 'welche die erhabene Fraseologie 
seiner Met^Cysik /im geläufigsten, spi;echen. lernte.. 
Ob es aus .Begierde, sit)h, durch ihren G^ist 
eben so. $eht &h durch ihre Figur über die 
übr^en ihres Geschlechts iu ethebeu,. oder 
aus irgend eiaeui andern Beweggründe ges\;he- 
I kci^ sey, wissen, yvit nicl^t^- >Aber so viel ist 
gevf^ifs» d^l^, sie all^ Gelegenheiten deii gQtt* 
Uchen PlMö* ziji> hören juit ^Begierde suchte, 
eine ausü^kmeud^, Hoc^Michtung für seiue Per^. 
' son, einend im Wdingten Glauben an seifie-iB^-j 
griffe YOii^^ / &p))Qnheit und Liebe und au . alle, 
fibrige Theile seines Systems zeigte, mit Einenji 
Worte, in kurzer -Zeit an Seele un3 Leib 
. fiaer P Wir i)iii f cii e n I d e e so ähnlich wv^de, 
ds es di^sa^ts 4et überhimmlischen Räu- 
yt^e uiogHck .istp,^^ yVar ^eSk auf Seiten del V^ei- 
% ieii^di|r8i^hi;'/n9tüxUch.:|.]ai^f eine solphe ßohur 



'i 






f * 



fttf . / A O A T H O K. ' 

I ■ - 

lerin stolz zu seyn^? Er-betrachtete «ie mit den 
Augen eines Künsfleräf, det^sich selbst im seiiiem' 
Werltfe wohl geffällt; Kieonifesascbiöi^'dfeliTriumf 
seinet Filosofie yoHkbmmen zu'mäbh^n. Es ht' 
wahr, es -wäre nur auf ihn angekommen, 'bey 
Gelegenheiten gewisse Beobachtungen fti ihtcn^ 
schönen Augen zu machen , welche ihn , ohne 
eine Äehr lange Reihe von Schlüssen, auf dieVer--, 
mutJbung hätten bringen können , dafs es viel» 
leifcht nicht unmöglich sBy , diese (r öt t i n zu 
humanisieren^i ^ Aber der gute Plato, der da- 
mahis schon tiber tfechzig Jahre zäÜte, machte 
keine solche Beobachtungen mehr. Kleonissa ^ 
bliteb also in- dem Ansehen eines lebendigen . 
Beweises -des Platonischen Lehrsatzes : ,,da£K die 
äufserliche Schönheit eju Wiedei^schein der in- 
tellektüalen Schönheit des Geistes sey.,'* Das 
Vorurtheil für ihre THigend hielt dem Eindruck, 
"virelchen ihre ' Reitzudgen hätten maclien kön»i 
nen', dös, Gleichgewicht j und sie hatte das Ver- 
gnügen, die vollkommene Gleichgültigkeit, wel» 
chc^Dionysius f;ür sie behielt, Äör Weisheit ih- 
res -Betragens zuiusehteiben^ und sich dadurch 
eihneueii Verdienst bey den Prihzesöitineü au 

machen. : " ' 

i .. ,■ ' . ^ '; :•■•' , -.■.;.': -i ':!''■, - . 

/ 

A:b^r! — o wie wohl läfst sich' jener Sölo-i 
n i s c'h e Ausspruch^ ' „dafs man- «ieinand ^6r sei-- 
nein'' Ende gluckUch preisen soll©," auch auf 
die Tugend der Heldinnen anwcfndeii! Kleo*' 



* y 



[ ZwÖLFTBft Bvcir. 4i-Kapite]. jjjf' 



y. 



nifsasah' d«n Agatlioii, und ^^ fahrte m die- 
sem Augenblick ««üf. Kleonissii Hu seyn ! ""— ^ 
Doch n^l diefs^ ist nicht der rechte AusdrucI:,; 
wiewohl er 'e» naeh dem Platonischen Sprach-' 
|; gebrauche zu aeya scheint. Richtiger, zu spre* 
dienV *^- bewies.^ däfs diePriiiflessinnen, ^nd 
•letelbsti, «nd ihr Gemahl, und der Ho^« und^ 
die ganze Welt ( dentgöttlicb^' Plato mit einge^ ^ 
schlössen^ -sich sehr geirret hatten, da sie di^' 
schöne Kleonisaa für- etwBS andres hielten — 
als sie war, nnd als,sie einem Jeden mit \ox*' 
nrtkeilen unbefaingenen Beobachter (dem Aristip- 
pn» zum^ Exempel ) in der etsten Stunde ^zu aey» 
scheinea mulate. 

Sich Aber einen so natütlitofaen Zufall aeu^ 
vet^iruhdern ,- würde , unserm Bedanken nach, 
eine grofse -Sünde gegen das nie genug anzu^ 
igitmenAe ,MIL ADMIRARIseyn ^ in wel* 
diem (jnach der Meinung 'erfahrner Kenner 
dei^' menschlichen Dinge j^ d^ - eigentKdhe Ge- 
beimniCs der' ßlosöfischen Adepten verbürgen 
liegt. Die schöne ICleoniss» war.— ein Friluen- 
ammer. r Siey hatte also ihren Antfaeil an den 
>Schwachiieitehv welche^ die ^4tur ihrem Ge- ' 
schlecht . eigen '/(gemacht' hatf Schwachheiteri, 
i4uie welche diese zartere Hälfte der mensch- 
lichen Gattung weder zu ihrer Bestimmung in 
. £es^r jublunaHschen Welt geschickt, noch in 
lec Thfttiao Jiebenswürdig seyn würde als sie 



%• 



'^< ::.r:- 



8^ .{ . ., J^A; G -V T » o ir 






hti\, Jfe wics/vreuigfjVf r^iewst ^^täe s^bU ihrer 
Tugend übrig bilei1>en, Wenn »e nicb»! durcU 
cb^n diese S<fb\racHbeitön bewäbrt^ gelauteiit, 
und i» Bewegungj'^tbftlt^ würdet « ' *> ^ 

,r •■■ . .. ' ■ •< ■ ' , ) ■ i ' ' ' ~" - ■ . • - , r ^. f. ' fi-« 

' ^ P^m dey nu,», wie ibtti wolle : 1 die Dame, 
fühlte, SA bald sie ,unsern Helden ^ibHckte» 
et?wßä da* di6': Tu^eM einer geWobnlichen 
Si^^blijcbeii' bittet (beunrubigeti können, Aber 
esr giebt Ttigendea von einer so ^stärkei^ Beschaf» 
.fejibeit^ dafs sje dufcb nicbtt bcimamhiget wet^ 
den;, und die ibrige war von dib^er Art, ^e 
übedieXs «icbilden- Eindrücken, welche ohne 
Zutliun ibres Willens auf sie gemacht würden, 
niit aller ünerscbrockenheit, die das^Bewufst^ 
s^yjn luil^rer Stftke W : geben pfiegt, 'Die Voll- 
jioxnmenbeU des. iGegenstandes re^litfertigte die 
aur$eroi;dentlicbQ Hocbachtung, welche sie 
für ihn bezeigte. V 'Groi'se Seelen sx«idu.am ge^ 
aebicli^testeH einander Gerechtigkeit wider&h-. 
ren zu lassen. >llke Eigenliebe ht*«o sehe 
dabe)5(>. interes8iert> dafs sie di«' Parteylichkeit 
für t4rjander sehr w^eit treiben können, ohne" 
$ich^ b e 8 o\i de^rerAb sichten verdächtig ;s\i 
anachen. Ein ^ unedler Verdacht' konnte ohne«» 
b&n .nicht auf' die erhabene Kleonissa fallen« 
Indessen war doch nichts 'natürlicher, als ihr* 
J&r Wartung, dafs.siö in unserm. Helden eben 
diesen ^ wo nidht einen noch höhern GiadNder 
Bewunderung erwecken werde^ als sie für ii^a 



' 



■Zwölftes Buch; 4. Kapitel. gp 
' ■ ,' ' " ^ ' 

^xA^shif Diese «liTwartung verwandelt» sicli 
(eben 80 natürlich )> in einrmit Unmutb ver-» 
IKu^ohtes £ r s t Ji u n e n , da sie sich darin . betto* 
g^ sah* Und was könnte' aus diesem Erstau- 
9el^ anders werden, als eine heftige Be- 
gierde, ihrer durchs seine Gleichgültigkeit 
^; • äufierst b^|iidigteu Eigenliebe eibe vollständige 
f Ge,n u jgjbh ü u n g zit verschaffen ? ^ Auch wenn 
i ij^ selbst gldlohgültig gewesen wäre, hätte sie 
I' mit Recht erwarte^ können, dafs ein, so feiner 
f Kenner ihren Werth ^u empEnden, und eine 
[ Kleönissa von den kleinem- ^Sternen, denen nur 
m* ihrer Abwesenheit zu glänzen erlaubt war, 
« aii unterscheiden wisseh Werde. • Wie '«ehr 
nub^e sie sich also für beleidigt halten , da sie 
mit diesem edeln Enthusiasmus, wbmit privile- 
gierte Seelen sich übe^ die kleinen^ede(nklich« 
keiten gewöhnlicher Leute hinweg petzen , ihm 
entgegen geflogen Var, und die Beweise inrer 
sympathetischen Hochachtung nicht so lange zu* 
ruck zu halten gewürdiget hatte , 4>i^ sie von 
der seinigen überzeugt worden wäre! ^ , 



u 



* Da es nur von ihrer Eigenliebe abhing, 
die Gröfse des Unrechts nach, der Emp&ndung 
ilüiei' eignen iWerths zu be;»tiniilien: so war 
die Räch 6) welche sie sich an unserih Hei-' 
den ' zu 'iHehmen 'vorsetzte, die gransamste, die 
^nür ifnAie^ in das Herz emer beleidigteji Schö- 
. Ben jEOAiüien .^^ kaiMu^ ^ Sie woUte die ganze 



^'. 









99 



A 6 A T H O V. 



/ 



Macht aller ihrer geistigeii. und körperliche 
Reiuungeny verstärkt durch alle K^unstgrii 
der &chlauesten Koketterie , (m^ovou ein so allj 
meines Genie als das ihrige wenigstens 
Theorie be$it2ien mufs ) dazu anwenden , 
ren Undankharen zu ihran Füfsen zu legen ^ uxm 
wenn sie ihn ^ durch die gehörigen ^prwechsh 
gen von Furcht und Hoffnung > endlich in iei 
kläglichen Zustand eines von Liebe und Sehi 
sucht verzehrtien S e j ad o n s gebracht, ' und sh 
an dem Schauspiel seiner Seu£zer, Thranen, 
gen , Ausrufungen und aller andern Ausbrucbi 
derk verliebten Thorheit» lange genug ^ge^tj 
, haben würde, —- ihn endlich auf einmahl'di^ 
ganze Schwere der kaltsinnigsten Verachtüki 
fülilen lassen. 

. So wohl aiisgesonnen diese Hache war, 8( 

' eifrig und mit so vieler GescKJcklichkeit wurdej 

die Anstalten dazu ins Werk gesetzt; urid wenl 

der Erfolg eines Projekts allein ' von der gütei 

Ausführung ahhmge, so hätte die schöne Kle< 

' nissa den vollständigsten Triumf erhalteh müssei 

, der .jemahls,über den Trotz eines widerspenstigei 

Herl&ens erhalten wprden ist. 

Ob diese Dame, wenn Agathon sich in ü 
repi Netze gefangen hatte , fijihig gewesen wal 
re, die Rach6 so w^eit zu treiben als sie siel 
seihst versprochen hatte? -7- ist eine Aufgabe 
di^en Entscheidung vielleicht sie ^selbst , Wem 



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Zwöx-FTE'i Buch. 4. Kapitel. 5J1 

der Fall siclr ereignet V^tte, in Verlegenheit ge- 
setzt babei^ würde. Aber Agathon liefÄ es nicht 
•0 weit kommen; "!pr ^ legte eine neue Probe ab, 
iafs es nur einer Da'nae gegeben war, die 
ichwache Seite seines ^erzens .ausfündig zu ma- 
chen. Rleonissa hatte bereits die Hälfte ihrer. 
Künste erschöpft, ißh' er hur gewahr würde, daf« 
cm Anschlag gegen ihn im Werke seyj und so 
bald er es gewahr wurde , stieg sein Kaltsinn, 
in eben dem Verhältnisse wie ihre Bemühungen 
si6b verdoppelten , auf einen solchen' Grad, oder 
(deutlicher zu reden) d<Br Absatz, den ihre Näch- 
stellungen mit der aflPektlerteti Erhabenheit ihrer 
\ Dehkungsart und mit der Majestät ihrer Tugend, 
machten, that eine so schlimm^ Wirkuta^ bey 
ihm, dafs die Schöne Kleonissa sich end-^ 
Kch genöthiget sah, 'die HoflFnung des'Triumfs, 
womit sich ihre Eitelkeit geschnieichelt hatte, 
ganzlich aufzugeben. Die Wuth, in welche 
sie dadurch gesetzt, wurde ^ verwandelte; sich 
üun in den vollständigsteii Hafs; aber sie 
trufste die Bewegungen dieser LeidenscKhft so 
geschickt zu verbogen, dafs Vredier der Hof 
ltt>ch Agathon selbst gewaht wurde, mit wel- 
dier Ungeduld sie sich nach einer Gelegenheit 
lehnten, ihn die ganze Energie derselben em- 
jn ^iX' lassen; ^ • 



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^\ A O A T HO K. 

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' 5. K a p'i ti e \, 
Eine HofkomöcEle/ 



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... i ', 

In dieser Lage befanden sich die Sachen , als- 
Dionysius, des ruhigen Besitzes der immer 
gefäVKgen Bacchidion und ihrer Tän^e über- 
drüssig , pich zum ersti^n , ]V3[«hl einfallen, lief^, 

"die Beoba<;htung zu machen, dafs Kleonissa 

- $chön sey. ^Kaum hatt^ er sie mit einiger Aiif- 

merksamkeit /beobachtet, so dauchte ihn, nie- 

xnahU etwas so y scl;^önes gesehen zu haben; 

und nun fing er an sich zu ver^vuudefn, wo-. 

'her es gekommen dafs. er diese ßeobachtungr 
nicht ^her gemacht. Endlich erinnerte er sich,, 
dafs die Dame sich lederzeit durch eine sehr 
fipröde Tugend^.und einen erklärten Hang' für 
die Metafysik unterschieden, hatte; un^ ntkn 
zweifelte er nicht ^ebr, dafs e^ dieser Um^ 
stand gewese'ti seyn müsse , was ihn verhin- 
dert habe, ihrer Schönheftteher. Ge^rechtlgkeit 
widerfahren zu lassen. JEine Art von mecha- 
niscjber Ehrfurcht vor ^der Tugend, die voift sei- 
X>er Tr^gh^it ]und d^r Furcht vor den Schwie- 
rigkeiten sie zu besiegen ibr^ tiieist^ Stärke 
zog , wiirde ihn vielleicht auch diefsmahl in . 
den Grenzen einer untbätig^Ju Bewunderung" 
gehalten haben, wenn nicht einer von diesen 



ZwoLFTte^ Bv<:n/ 5. Kapitel. 95 : 
/ i 

kleinen Ztifalleti^ Welche so oft die' Ursachen 
äer grofsten Begebetiheiten werden, Beine na- 
türliche Trägheit auf einmahl in die tingedul- 
digstQ Leidenschaft verwandelt hätte. Da die- 
ser Zufall jiederzeit eine Anekdote geblieben isti 
so können wir nitht gewifs sagen, ob er viel- 
leicht von der Art desjenigen gewesen^ sfey, wo- 
durch in nfeuern Zeiten die Schwester des hc-j 
rühmten Herzogs von Marlborough den ersten- 
Grund au dem aufserordentlichen Glück ihrer 
Familie gelegt haben solh * ) Diefs is^ indes- 
sen liu8gemacht> dafs, von dieser geheimen 
.Begebenheit an^ die Leidenschaft und die Ab* 
sichten des Prinzen einen Schwung nahmen, 
wodurch sich die Tugend der schönen Rleo- 
nitta in keiner geringen Verlegenheit befand, 
wie sie das, waa^'sie sich selbst schuldig vear, . 
mit den Pflichten gegen ihren f*ürsten vereiqi- ' 
g#i wollte. Dionysius war so dringend, /so 
unvorsichtig! *— Und Sie, die in jedem andern 
Frauenzimmer eine Nebenbuhlerin sah, und 
liey jedem Schritte von hundert eifersüchtigen 
Augen belauert wörde. Welche bereit waren, 
ihren kleinsten Fehltritt durch eben so viele 
Zeugen der ganzen Welt ib .die Obren flüstern 
zu lassen« — ^ wie viele Rücksichten hatte 
sie nicht zu nehmen ! Auf d^^r einen Seite, ein 

1) S« des Grafen Hamiltons Meinoires iu Comte 4# 
ürananont» 



■ 



' -,* 



/ 



94 A O A r -HO n*. 

von LJebe brennender Füfst zu ' ihren Füfscn^ 
ungeduldijg eine grenzenlose Gewalt uo^. di^ 
kleinst iht^r Gunstbezeigungen hinzug'eben! 
Auf der andern, der Runni einer Tugend, welche 
nox^b kein Sterblicher für fehlbar zu halten sich 
unterstanden hatte, das Vertrauen der Prinzes- 
sinnen, die Hochachtung ihres Gemahls! Man 
mufs gestehen V tausend andr^ ihres Geschlech* 
tes würden sich zwischen/ zwey * auf so ver- 
schiedene Seiten ziehenden Kräften nicht zu 
helfen gewufst haben« Aber Kleonissa , wie- 
wohl sie sich zum , ersten Mahl in dieser 
Schwierigkeit befand, wufste diefs so gut> dab 
ihr der ganze Plan ihres Betragens schwerlich 
eine einzige s^hl^flose Nacht gekostet haben 
kann. / Sie s^b bejriH ersten Blick^ wie wich- 
tig die «y Oftheile 'Waren, welche, sie in diesen 
Umständeii yoa ijirer Tugend ziehen könnte. 
Das nehmliphe Mittel , wodurch, sie ihren Rufern 
sicher stelleu und die Freundschaft der Frin- 
zes^innea., erhalten ^konnte, wat unstreitig auch 
dasjenige , Was den unbeständigen Dionysius, 
bey einem klugen Gebrauch der erforderlichen 
Aufmunterungen, auf immer in ihren Fesseln 
Erhalten würde. Sie setzte also seinen Erkla- 
rungen, Verheifsungea, Bitten, Drohungen, (zu 
den fein er n Nachsteuluii^^gn^war er w^- 
der zärtlich noch schlau genug ) eine' Tugend 
entgegen, welche ihn durch ihre HartnäcUg- 
keit nothwendig hätte ermüden müssen, wenn 



1 11 



'■'f*\ "vr 



'Zwöi*FTB-i BvcH. 5. Kapitel. 



95 



MitleideA nklit zu gleicher Zeit 
gewesen war^, seine Pein darjch alle 
U^nen F a 1 1 i a t i v e. zu lindem , welcbe im 
ide füx leine Art yon Gunstbezeigungen an- 
Mrerden k<>nneny ohpe dafs gleicbwohl 
i^iü^eni^ bey einem . Lii^bhaber wie ' Diony- 
^:dadnrch zu viel von ihrer Wütde zu ver- 
leheint. Die zärtliche Empfindlichkeit 
Heizens, die Gewak, belebe sie sich an- 
[%tt^uikte einem to. liebens würdiges^ Prinzen 
^ fflnderttehen 9 die stillschweigenden Gestand^ 
^||b|6 ihrer Schwachheit, welche zu eben der 
:, : da vsie ihm den entschlossensten /Wider- 
that, ihrem schonen Busen ytrider ihren 
entflohen^^ o tugendhafte Kleonissa! 
för eine gute St^hauspielerin du wärest ! ^— 
i waa Glätte Oionysius seyn müssen, wenn 
bey solche Anscheinungen, die H<>ffnung 
(^eben jiatte endlich noch glücklich zu 






m..' 



switchen war , ungeachtet aller Behut* 
,' womit die Gemahlin (tes Filislos zu 
ging, die Leidenschaft des Prinzen und 
uüberwindliche Tugend seiner Göttin «^* 
Geheimnifs , welches der' ganze Hof wu($te, 
il man sich nicht merken liefs dafs man 
und Obren hkbe^ Sie hatte die Vor* 
ad wi^l getrieben , von dem Augenblicke 
%^Wder Xietd^nafthaft dea 'Prinzen nicht 






V 



/ 



84 ' , A G A t H .0 ir; . '. 

mebr zweifeln konnte, seine eigenen Scbwet- 
tern zu ihren Vertrauten zu machen. Diese 
hatten a)les seiner Gemahlin entdeckt, und die 
Gemahlin seiner Mutter. Die Prinzessinnen 
(welc}^e seine hisherigen Au^schweifuilgettviin- 
mer Vergehens heseufzt^^ und besonders gegefi 
die arme Bacdhidion einen Widerwillen igefafet 
hatten» wovon stcb^kein andrer Grund als eine 
eigensinnige Xiaune^ angehen lafst) waren hoiCU 
erfreut, dafs seine Neigung, endlich einmahl 
auf einen tu g endhafte ni^Gß gen stand' ge* 
fallen sey« Die ausnehmende Klughieit der 
schönen Kleonissa machte Ihnen Hoffnung, dafs 
es- ihr gelingen würde,, ihn. unvermerkt. auf 
den rechten Weg zu bringen. Sie erstättelis 
ihnen jedesmahl getrauen Berieht von allem, was 
zwischen ihi; .und ihtem . Uebhaher vorgegaii- 
gen war, *— wenigstens von allem, was die 
Ffinzessini^en davon zu wissen nöthig hatten. 
Alle Mafsregeln , wie sie sich gegen iha ber ' 
tragen sollte, wurden in dem Kabinet der Kö- 
nigin abgeredet.» und diese gute Darne ( w^che 
das .Unglück hatte, die^altMnnigkeit ihres Ge*' 
mahls lebhafter zu empfinden als esi für ihre 
I\uhe diensam war) gab. sich alle mögliche B^r 
"i^egungen^ die Bemühungen der tugendhaften 
Kleonissa zu .unterstützeh. A}les diefs machte 
eine Art von- geheimer In trigue. aus ^. welche, 
ohne dafs ^es in dier Augen ^' fiel , den ganzen 
Hof in innerliche Bew^gun^setzte. . Der einr. 






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5* W^ -Ti-' 



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ZwQi.F«Bft Bvcs. 5« KapiteL ,^'j 



;fe. 



, der am meisten Ursache batte auJF«, 

jEii seyii\ wuüite nichts von allem wat 

m Wülste; oder bewies doch wenige 

id seinem ganzen Betragen, eine so se)t- 

>. Sicherheit, dafs wir (wenn uns daa 

leiklic^e Vertrauen nicht bekannt wäre, 

ßr in die Tugen^d seiner Gemahlin 

^'ietzen Ursache hatte) beynahe unvermeid'» 

tttf den Argwohn gerathea müfsten , ab 

^^nr gewisse Absichten bey dieser Autfüh- 

geblüht haben könnte , Welche dem K»rak- 

äi^es jeden andern keine sonderliche £hr# 

wurden, wiewohl sie bVofs ein Flek« 

jDehr an dem seinigen .gewesen >^ären. 

/AJIea ging wie es gehen sollte., Oionysiu» 
die Belagerung mit der äulsersten Hart« 
Leit und mit HolFnüngen fort, welche 
.|li|fer« Widerstand der weisen Kleonissa 
immer sehr zweydeutig macbte. . Di^ 
schien Aoch wenig über ihre Tugend 
XU haben; aber gleichwohl fing diese 
an yoQ ihrer Majestät njichzula^sen. 
Ha erkennen zu geben , — dab sie nicht 
'ua^neigt wäre , sich , unt^r hinlängliche^ 
:, in ein geheimes Veratäifdnirs^ ab 
/lep eine bloüie Liebe iht Sdeleu i^st 
{littet eiitsnlassen. Die Ptin^essinheii 
[y^piir "dem roAkommendten Verttatlen auf 
;iJb#iHäic» Reltzangeh ihi^i Tr^tindili , d^ 

;^IVuä*AjnM ttooitL W. III. B« G 



/• \ 



\ 



98 



A O Ai T n OH. 



Entwicklung des Stucks entgegen; und Filisjti 
war von ei ner*^ Gefälligkeit» von einer Indole] 
.wie man niemabls gesehen bat: als Agathoj 
zum Unglück für ihn Und für Sicilien, durcl 
einen . i^ifef 4er an einem Staatsmanne -von 
vieler Einsicht kaum zu entschuldigen wi 
Siich verleiten liefs, den. glücklichen For^ai 
der verschiednen Absichten^ welchen Dion^ 
;Biu8' — Klepnissa — die .Prinzessinnen -r- ui 
'vielleicht auch Fijistos — schon so nahe le 
«eyn glaubten, durch seine unzeitige 'Dazwj 
fcheinkunft zu stören. , 



6^ Kapitel. 



Agatboh^ begeht einen grofsen Fehler gegen dij 

Holkhigheit. Folgen davdn. 

' ' ■ . .. '■ ' ' • 

Jjie Vertraulichkeit, worin Dionysius mit sei- 
nen Günstlingen zu leb^n pflegte, und das na^ 
türliche Bedürfnifs eines Verliebten , jeman« 
zu haben, dem er sein Leiden oder seine Glücke 

• •'■'»* •/. 

Seligkeit entdecken kann, hatten ihm nicht en 
laubt, dem Agathon aus seiner neuen Liebe 
ein Geheimnifs zu machen. Dieser trieb| 
anfänglich die Gefälligkeit so weit, sich von|| 
.dem schwatzhaftesten Liebhaber der jemahlai 
,war ; mit den Angelegenheiten seinem -^^H 
aens. g;anze Stunden lange ViTeile machen ztt| 






Zvröi.FT«SvBvoH. .6. Kapitel. 



99 



ll^jBu Qbn^' seihe W:äbl geradezu zu mift» 

iQKgeaOf (denn waa für einen £rfo1g hätte er 

oo hofiPen können?) begnügte er sieb, ihm 

^ Schwierigkeiten, die sich bey einer Dame 

jita so strenger und systematischer 'Tu- 

geed finden virürd^'n, so fürchterlich abzumah« 

;ka, daCs er« ihn von einer UnternehmuDg^diB 

ii^ dem Ansehen nach wenigstens, in eine enU , 

^ä^cbe Ljänge hinaus ziehen mülste,'' abzu* 

iBiureckeii hoffte. ,Wie er aber sah, dafs Dio«^ 

iqfttus, anstatt durch den Widerstand ermüdet 

st- werden, von Tag .zu Tag mehr Hoffnung 

idiöpfte, diese beschwerliche Tugend durch 

hartnäckig wiederhohhe Anfälle endlich abzu- 

«ittten : so glaubte er der schönen Kleonissa 

Bwbt zu viel zu than, wenn er' sie im Ver- 

;4iebt eines gekünstelten Betragens hat* 

M% welches die Ijeidenschaft dea Prinzen zu 

^t))fn, der Zeit, da sie ihm alle Hoffnung «u 

;^iiHri>ieten schien, aufzumuntern wisse. Je schär^ 

f^ijer sie beobachtete, je mehr Umstände ent« 

iidtte er, die ihn in diesem Argwohn bestärk«^ 

^Qa: und da sein natütlicher Widerwille gegen 

JK^ma|estätischeaTug enden das Seinige 

dazu beytrug ; so hielt er sich nun vollkom« 
überzeugt , dafs die weise und tugendhafte 

iuss4 weder mehr npch weniger als eine 

Ifügerin sey, welche durch einen erdich* 

Vyider'atand zu gleicher Zeit sich in dem 

4er ünüberwind^chkeit %vl erbalten, und 

5062^5 




■- V 



iOO A G A T tt t>' V." 



den leichtgläubigen iDiönysius desto, fester io^ 
ihrem Garne zu velrstricken im Sinne habe« 

, N 1*^/ , . ■ . ■• je 

- y 

Nunmehr fiiifi; er an die Sache für er/nst-^ 
hf ft anzusehen, und sich sowohl durch die 
Pflichten gegen den Prinzen , für den er bey 
allen seinen Schvrathheiten eine Art von Zu«l 
neigung fühlte^ als aus Sorge für den Staat,^ 
verbunden zu halten, einem Yerstäpdnifs, wel-^ 
ches für beide sehr schlimme Folgen hafben.) 
konnte, sich )uit IN achdruck ehtgegen zu setzen« j 
Bacchidion schien ihm ihres Herzens <— - oder, 
richtiger zu reden, ihrer glücklichen Or* 
ganisazion veegen — ungeachtet des gemei« ^ 

. nen und gerechtet! Vururtheils gegen ihren 
Stand, in Vergleichüng mit dieser tugendhaf« | 
ten Dame eine sehr schätzbare Person zu seyn« 'i 
JJnA da sie in der Unruhe, worein die immer | 
zunehmende Kaltsinnigkeit des Prinzen sie zu - 
setzen anfing , ihre Zuflucht zu ihm nahm ^^^o «j 
machte er sich desto weniger Bedenken, sich^ 
ihrer mit etwas mehr Eifer, als die Würde sei* 
Xkäi Karakten vielleicht gestatten mochte , an« 
zunehmen. Dionysius liebte sie nicht mehr j^ 
gleichwohl mafste er sich noch immer solche 

, Kechte über sie an, welche, ihrer Meinung nac]^ 
nur die Liebe zugestehen konnte. Die schöne 
Bacchidion wurde gewahr, dafs sie blofs die 
Stelle ih^er Netienbuhleri^ in seinen Armen 
VCi^tieten sollte; und wiewohl sie nur eineXän* 



iV 



r"- r- 



Zw5z.iNTS!^ Boev. '6. K-apitnek lot 



war, so da achte sie sich dooh su' Einern 
^i^aylchen Amte za gut. Sie setzte sich alsoJn 
foißa Kopf, an ihrem Theil auch die Grausame 
tiB machen V und zu vers^chea, ob sie^ durch 
am sprodea und launisches Bettagen, mit einer 
gehörigen Dosis J(ron Koketterie vermischt^ nicht 
aiehrv als durch zärtliche Klagen und verdop- 
fdte QefalHgkeit, gewinnen würde. - £)iesei 
Kanstgri£F hatte einen so guten Erfolg , dafs 
Agathon ( der sich des Siegel, zu früh vdrsi* 
ikert hieh) iti^ den gelegenen Augenblick ge- 
iBuiden zu haben glaubte^' dem Dioüysius oU 
Iqiherzig zu gestehen,, wie wenig Achtung er 
fir di^ angebliche Tugend, dec schönen Kleo^ 
a^ tiage. ,'-.,:■ -i ■ 



Aber die Folgen der geheimen Unterredung, 

#tkhe sie mit einander über diese Materie 

Idttteri , entsprachen der ErwarKnig: unsers Hel^ 

ira iiicht. Alles Nachtheilige, was Agathon 

deni Prinzen von ^seiner neuen Gottin sagen 

iQ^te, bewies höchstens, dafs sie nicht so 

^mA Hochachtung verdiene als' er geglaubt hatten 

der es verminderte seine Begierden nicht; 

Dtttif hesser für seine 'Absichten, wenn sie 

111 cht so tugendhaft war! 'Diesen edlen Ge^ 

ijvlaaken .liefs er zwar , seinem GtinatHng nicht t 

sehen; aber Kleonissa wurde ihn desto' deutlr- 

'.4|er gewahr. Dienysius hatte kaum vernpm- 

:mn^ ,dat£s die ^Tugend der Dame nur ein 



JF t 

J 



[.-^■wr?li.:«^M-x' . 



.>^02 - .' •• ' ''A". <><A T-Ä O W. K,rj'^] ^ 

Fopanc gliy, so-etlteer^as er könnt«, Gcbrätrc 
von fliesf^r Entdeclcun«: säu inachen, und setzt 
sie. durch tedn Betragen "in 'Erftraunen, welch 
ipit ^eitlem vorigen, und noch mehr mit d 
IVlajestät ihres Karakters, ^i^f eine liöchst b 
leidtgende • Weise kgtntrastierte. £r glaubt 
zwar , es ' seh|r fein gemacht . zu hal>en , da e 
ihr nicht geradi^tk sagte, was für Begriffe 
m3in ihm von ihr' beygehrlsicht habe; aber seinejj 
HänH'hingen sagtep es so deutlich, dais sie nichts 
•zweifeln konnte y es mülste ihr jemand schlimme^ 
X)ienste bey ihm geleistet haben. Dieser Um 
•tand; setzte sie in keine gefinge Verlegenheit,' 
•Wie sie dasjeirtge,) s^as sie ihrer bereidigteo^ 
Würde schuldig war, mit der Besorgnifs, einen^ 
^Liebhaber von solcher Wichtigkeit durch allzu^ 
Vreit getri«-ben6 Strfingeigänzfltch abzuschreckei^ 
zusammen sritimen wollte. Allein ein Geist 
Viriti der il-rige weiÖ »ich aus den schwierig- 
sten JLiagen heraus^ 'ZU wickeln. Kurz, Diony* 
•ius verliefs' sie überzeugter als jemahls, dafo 
•ie die Tugend selbst stfy, und dafs sie Jalofs. 
durdi die Stärke der Sympathie, wodarch ihre 
zum ersten Mahl .gerührte Seel^ g®g^^ ^*® 
sein ige gezogen werde , * fähig . werden könnte, 
'^lie HotfnungeriVdereinst zu erfüllen, welche 
sie ihm weder erla-ubte nocl^ gänzlich 
verwehrte. " 

Von dieser Zeit an juahm ^ine Lreiden-'^ 
»chaft und das Ansehen «lieser Dame von Tag 



'* . , t- 



ZwoLFTBt BlTCm^ if. Kapitel, roy 

/ . 

j \ 
ztii Die schöne Baechid i on ' wirrdis 
ich' abgedankt; lAid 'Agathon würd^ IH 
Augen seines Herrn haben lesen Jcön- 
'Weiin er es iiicht aus seinem MandW ver« 
hätte y wie viel Hoil^Biing der Primtt' 
tUte« bald den .letzten Seufzer der st««benden^ 
cTttgeod vcMi-den Lippen, der särtlicben undi 
noch schwach widerstehenden Kteonissa^ 
•ifcnfassen. 



^-^Ilmt glaubte er, dafs es die- höchste 2eit* 
•ef einen Schritt zu thun, deritiiir durch die 
[;ittfsetste Nothwehdigkeit ge recht ßerHget wöt- 
^4^ konnte , aber , /^seiner > Meinung nach ^ d^s^ 
|€imige iM ittei • war , - dieser gef ährl tchen Intri« > 
^jae noch in Zeh^n ein Ende sU' niachen. Er* 
Kds #dea Filistps zu sich rufen , und , ent* 
iecfcte ihm^mir der ganzen Vertraulichkeit ej« 
^aes el»)iehen Mannes , der mit einem, ebrlichen, 
Manne zu Freden glaubt, die nahe Gefahr, wo«^ 
na seine Ehre und die Tugend seiner Geaiäh*' 
fitt'schwebel Freylich entdeckte er: dem edeln 
^tbs nichts, als — was dii^ser in d^r That 
m lange ^vtri^ste, Aber.Filistos machte nichts / 
ßuio weniger den Erstaunten;^ indessen dankte 
Ritual mit der lebhaftesten Empfindung fiir ein- 
i'* nnzw^i£elhaftes Merkmahl seiner Freund« 
ift, "und» ref sicherte, dafs er auf ein schick«- 
Mittel bedacht seyn» wollte, seine Ge- 
lin (Voii welcher er übrig<^n8 die beste Mci- 



Mekoi 



.^s/:-^v. 



.-V • 



• / 



104 :A,1& T^ AHO *. ' \ 

nvng voü der Welt babe) gegen alle Nachstel- 

luDgen der Liebesgötter sieber zu stellen* 

• " \ 

Man bat wobl sebr Recbt, uns die Lebre 
bey allen Gelegenbeiten einzuspbarfeb' : ,^daß 
man sieb die Leute nacb i b r e r Weise verbind- 
lieb macben müsse, und nicht nacb der unsri« 
gen.^* \ Agatbon glaubte sich kein geringes 
Verdiefist um den Filistos gemacht zu bab^n, 
und würde nicht wenig über die ApostroFen 
erstaunt gewesen seyn, welche dieser w^ürdige 
Minister an ihn machfe, so b^d er sich wie* 
der allein sab. In der That mulste es ihn 
noth wendig ungehalten macben, sieb, durch 
, eine so unzeitige Sorge Agathons für seine Ehre, 
auf einmabl • aller Vortheile seiiler bisherigen 
Unachtsamkeit verlustiget zu sehen. Indessen 
konnte er nun,, ohne sich in: Agatbons Augen 
gänzlicb herab zu würdigen, nicbt anders, er 
mufste den Eifersücbtigeuf spielen. Die Komö* 
die beiam dadjurch auf etliche Tage einen sebr 
faragischen Schwung» Wie viel Mühe hätten 
sich die Hauptp«irsonen dieses Fossenspiels er« 
aparen können, wenn sie die Maske hätten ab- 
nehmen, und sieb einander, in ibret natürli* 
eben Gestalt, zeigent wollen! .Aber diese Art 
von Menschen sind so pünktliche Beobachter 
des WohlstaJids!. — » Und sollen wir sie 
aicbt darum beloben ? Es beweiset doch immer, 
dab sie sieb ibrer wahren Gestak scbämen. 



f 



Zwöi^FTES BuGic 6. Kapitel. 105 

nnd die Yjerbindlicbkeit, etwa& bes^ers zu lieyii 
flftsie 8ind^ stillschweigend anerkennen. . K)eo^ 
Bissa rechtfenigte sich also gegen ihren Gemahl^, 
indem ftie sich auf die Prinzess^nnep j als uni 
?erwerfliche Zeugen der untadelliaften Unschuld 
ihres Betragens, berief. Nieoiahls .ist ein er^ 
kabneres und pathetischeres, Stüch 
von Beredsamkeit gehört wrorden, als di^ 
Rede war,, wodurch sie ihn^^die Unbilligkeit 
seines Verdachts vorhielt« Der gute ' iVlanu 
Wulste sich endlich nicht anders zu helfen, aU 
dab er den Freund nannte, van dem er in die« 
sen kleinen Anstofs einer, wie er nuft vollkom- 
pien erkannte, höchst unnöthigen uj^d sttäfli- 

dien Eifersucht gesetzt worden sey. ^ 

■ . • . 1 * 

/ Die Wuth einei^ stünnischen See — eine? 
£ur Rache gereitzten. Hornisse — oder einef 
Iiöwin, der ihre Jui^gen gerauht worden, sind 
Bilder, deren sich in dergleichen- Fjällen spgar 
ein epischer Dichter mit Ehren bedieKi^ kpniip 
te; aber es sind nur' s<!hwache Bilder. der Wuth, 
in welche Kleonisjsens tligendhafter ~^usen hey 
Nennung des' Nahmens A g a4;h on .aufloderle. 
\VirUich> war nichts mit derselben ZiU .verglei- 
chen -» als die Wollust, woinit der r Gedanke 
sie berauschte, da(s sie es nun endlich in ihrer 
^ewaU habe, die lange gewünschte Rache an 
dem undankbaren Verächter ihrer Reitzjungen 
- »0, aehmeii. Sie miishandeke den Dionysius 






io6 



t, 



A G A r h' o jf. 



(i^en ,»ic für die unerträglichö Beleidigung,' 
welche sie von ihrem Geaia hl -erduldet hattcf;' 
«ur Rechenschaft zog) so lange und so grau- 
sam, bis er ihr entdeckte, wi^ wenig sie^dem 
Agathon für seinem Meinung vö.n ihr verbunden 
HU seyn Ursache habe. Nunmehr klärte sich,, 
wie sie sagte, das ganze Geheimnifs auf ; „und 
in Her Tbat ' mufste *ie sich nur über ihr* 
' eigene Einfalt verwundern , dafs sie sich eines 
Bessern zu einem Maiine versehen hatte, von 
dessen Rache sie natürlicher Weise das 
Schlimmste hatte erwarten sollen. ^< 

Wenn Dionysius hey diesen Worten^ stutz- 
te, so kann man sich einbilden, was er für 
eine Miene machte, da sie ihm, zu ihrer abge- 
tiötbigten Rechtfertigung, unv>tändlich entdeck- 
te,, dafs vder Hafs Agathons keinen anHern Ür- , 
Sprung bähe, als weil sie nicht für gut 
befun^eix seine Liebe genehm zu hal- 
ten* Diefs war nun freylich nicht nach der 
Schärfe wahr. Allein, 'da sie sich nun einmahl 
-dahiili gebracht sah, sich selbst vertheidi^en 
-zu ^lüsseia; so begreift man leicht, dafs sie es 
lieber auf Unkosten einer Person, die ihr ver- 
hafst war, als auf ihre eigenen tbat. ' So viel 
ist gewifs^ sie erreichte ihre Absicht dadurch 
-mehr als äu gut. Dionysius gerieth in einen 
so heftigen Anfall von Eifersucht über seinen 
unwürdigen Liebling -— daGs Klepnissa, 



' ■ / 






/ - 



Zwölftes BuCh. 6, Kapitel. 107 

t ^ ÄS Besorgnift , e^n ^tötfclicher Aushtüch' möcbte 
;. /« mifsbelie^bigen Erläuterungen Anlaffi geben^' 
alle ihre Gewalt iiber ihn anvrenirlttn ' mufste^ 
ibn zurück zd halten. Sie bewies ihm die 
Notb wendigkeit, einen Mann^ der unglückli- 
cher Weise der Abgott der Nazion wäre> vor- 
licbtig zu behandeln. 'Dionysius fühlte die 
Starke dieses Beweises, und hafste de|i Agai 
thon nur um so viel herzlicher. Die Prinzes- 
linnpn mbchten sXfca auch in di^ Sache.- Sie 
ir legten unserm Helden sehr übel aus, dafs er^ 
■ iDstatt den Prinzen von Ausschwc^ifungen ab- 
»ibalten, eine Kreatur wie Bacchidion mit so 
vielem Eifer in seinen Schutz genommen hätte. 
[^ Man scheuet e steh nicht, diefl^m^ Eifer sogar- 
I onen geheimen Beweggrund s^u ' leihen ; und 
; «Füistos brachte unter der Hand Zeug^en^auf^ 
. Jie in dem Kabinette des Prinz^h vcr* 
I Khiedene UmsjtHnde aussagten ,"' v^eldhe ein. 
1 Zweideutiges Licht auf die EnthliltBamkeit un« 
E kn Helden^ und die * Treue»^ der schöne^ B«6« 
r cM^ion ZU' * werfen *» ABJohienen. c fDer» 'stshlaue 
I Höfling f a nd ' 4i^ Absichten '• seines Herr^ n auE 
P leihe tugendhafte^ ''6e mahlin so^ r>^n and:.1kii« 
K^uMig, dafs es ai^stdfsig und ^äoberlich voa 
ihin gewesen wäfe^ über die Freundaohaft, wö- 
^ not er iie beehrte, Eifersüchtig » zU'seyi». • Eiä' 
täglicher Zuwachs ' der kÖniglicben |6unst recht- 
förtifirte und 'beiahnte eine so edelmiithige Ge* 
G9Mgk^ Auch T i m o k r a t es erhiolt bey die- 



/ 






*P8 A ö A T n o N. ; 

«en Uin$t§nden Gelegenheit, üäi wieder in d4$ 
alte' Vettravien zu setzen ; und beide vereinig« 
ten $ich nunmehi: fnit der triumfierenden Kleo« 
i^issa« den Fall unsers Helden desto eifriger zu 
beschleunigen , je mehr, sie ihn mit Versiehe* 
leungQn iW^^ Freundschaft überhäuften« 

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I , ' ■ ■ 

WWKJ " tu m »■ w I ■ ■■■ ■ 11 1 1 II 1 ^ ■ B I I I ■ y »— — ^— i^wy 

^ 7. K a p i te 1. 

Eine merliLWÜrdige Unterredung zwischen Agathen 
und Arisdppus. Entschliefsungen de6 Ertten, mit 
den Gr Anden für und wider« . 

Wir haben in den vorstehenden zwey Kapt« 
teln ein merkwürdiges Beyspiel gesehen, (und 
wollte Gott , diese Beispiele kämen uns nicht 
•o oft im Leben selbst vor ! ) wie leicht es istf 
einem lasterhaften Karakter den Anstrich 
d'^ r T ug e n d' zu geben« Agathon erfuhr nun« 
mehr ^ daf& es eben so leicht ist , d i e r e i n ^ t«' 
Tugend mit häfslichen Farben zu 
ü b e r ft u d e I n. £r hatte diefs zu Athen «chon ' 
eorifthr^i. Aber bey der Vergloichnngt -die ^er 
zwischen Jenem FalV und seinem itzigen an« 
etellte , schienen ihm seine Athenischen -Feindei 
im Gegensatai mit den verächtlichen Geschöp« 
fen,- denen er sich nun auf einmahl kufgeop- 
•fert sah, so w^^ei^s zu werden, als «ie ihm eh«/ 
-mahk schwarz vorgekommen waren. Vermuth- * 



wöLTTJKS Buctf.^ 7. Kapitel. , top 



tcr. 



Falftcbte die Ijebhaftigkeit des gegenwSr« 
refubU sein Urtbeil über diesen Punkt 
snig. Denn ip, der That scheint det 
I Unterschied zwischen der republikani» 

id faöfischeii Falschheit darin eu best^^ ' 
[dafs man in Republiken ' genöthiget ist^ - 

äuIserHche Form tugendhafter Sittea 
(bmen ; , da man hirigegen an UÖ^n gent^ 
bat, wenn man den L^stern^ Welche d^ 
Beyspiel adelt, oder wodurch seine 
m befördert werden , tugendhafte 
en giebt. AUein im Grunde ist es nicht 
eijofen hüpfenden, schmeichelnde^ 
ligeii , vergoldeten Schurken , zu ebeA 
»t, du er sieh yollkommen wobl'beuhafit 
^e keine Ehre gehabt 2u haben, oder iA ^ 
Augenblick im Begriff Ht^ Wofern- et ^ 
kitte, sie su verlieren,''— von den Pflicht 
iBt seine Ebrejredea zu holten 1 als einen 
, nüchternen, Schwerfäligen, gravitfU 
iSchuriien zu sehen, der, unter dem 
seiner Nüchternheit | Eingezogeaheit 
^fänktlichen Beobachtung aller Sulseriichell . 
ilitaien der Religion und der Gesetze, ehk 
loknlicher Feind aller derjenigen ist^- W^ 
denken als er, oder nicht j^ä alleA 
Absichten helfen wollen, und sich sidlt 
^i^dei^e Bedenken macht , so beld es sela4 
erfordert, eine gute Sache su uai> 
, oder eine >ds« mi» mAw^ gmmMtk 



/ . 






V 



'•C-'i» ^j/< 



( 



llO ;A O A T H O W. 

Ansehen zu tLnter$tii[tzei^. Unparte;^ch betrach« 
tßt, ist dijßser Do^h der schlimmere Mann,: 
denn er ist ^n'^igentlicher Hei^chlet; da jener 
j^ur ein Komödiant ist, der nicht v^rlangty^ dafs 
«lan ihn für das halten soll wofür er sich au&- 
giebt , sondern vollkommen zufrieden ist , vt^enn 
die Mitspielenden und Zuschauer nur derglei- 
chen U^un , ohne dafs es /ihm einfällt sich zu 
bekümmern, oh es ihr Ernst sey oder nicht« 



tf 



''^ Agäthon hatte nun gute Mufse, dergleithei^ 
Betrachtungi^a autustellen; denn sein Ansehen 
jimd £iiiflu&.' nahmen Zusehens ab, Äufserlich 
BW9X :sch^e».;alles noch zu. seyn^wie etge^we- 
#en war.^ Diönysius^ ixtid Ahr ganze Hof lieb* 
koseten ibm^ s^o .sehrv als jemahls; Kleonissa 
telbst ^Q]bie|i es ihrer unwürdig zu halteix, ihm 
«inige Empftndli^ihkeit zu jeriennen zu geben, 
Aher desto mehr Mirsvei'gnügen wurde* ihm 
4urch, verborg^pe und schleichende Wege ge* 
macht, l^r mulste zukehren, wiß paph und nach, 
unter tausend fals9hen und nichtswürdigen Vor- 
inränden, v^eine besten Anordnungen, als^ schlecht 

/ H^gesonnen, überflüssig,, oder schädlich, wi^ 
4er ai^fgeboben oder durch andere unnütz ge^ 

^ jOdadht, — * wie di« 'wenige^ vop seineti Kraatu? 
^n, welche wirkliebe Verdienste ^hatten, entf 
lernt r^ wi^ alle seine Absichten übel gedeu- 
tet, alle seine Handlungen geflissentlich aus ei* 
jftem faUc]^ti;<?e!H«btsp)itilkte^beurtheilt, alle seine 



r 







ZwoLFTMa- Buch. . 7. KapiteL .11& 

• 

pier Y^rdienste fächerlich gemacht 
Zu eben der Zei^ da man -seine Ta- 
ind Tugenden erbob^ bebandelte jnau ihn, 
b er nicht daa geringste von den einen 
fOQ den andern hätte. Man bf^htelt zwar 
i «ul poiitiscbea Absichten (wie man et 
en pflegt), den Schein bey, aU ob man 
oen nebmlichcm Grundsätzen handle, de- 
4BH in seiner Sjtaatsvenyaltung gefolgt wac; 
Tbat ^ber . geschah , in jedem vorkoin« 
Falle, gerade, das Widerspiel von dem 
%3C getban haben würd^. Knirz^ Diony« 
hki wieder in seine alten Gevrobnheiten, 
|li^ die Gewalt der verderbtesten Manschen 
oicilien suruci(., 



m^ 



wäre es Zeit gewesen ^ die Klausel 

/zu machen, f welche er seinem Verl 

Mt. dem Diony^ius angehängt hatte,'<^-« 

^4)irilck ^tt jsieiben, da er nicht ,mehc 

kpnnte, da£s er am Hofe dieses Prinr 

i^lpiiuchts mehr nütze seyr und diefs wat 

|,iiler Aath,' den ihm der einzige von*sei# 

»Unden,r der ihm getrea« blieb, dec 

^ Ar i s t i p p u s, gab. „ Diix.vhSttest ( sagte 

k|plo ein^r vertraulichen Unterredung übef 

iifärfigeillXauf . der Sachen ) . <du hat« 

:b entweder . joiemahls inlt einem Diony^ 

^iri^Hten blöder an deip Platze, den du 

aagcnqwiiwoen hattest» daine inor&}i«^«A 



fö - 



' , / 









4lft A G A T H O ir. . " 

.eBegriffe— ^ oder doch wenigstens v^deine Hand* 
lungen -^ nach den UiliständeQ bestimmen sol- 
len. . Auf diesem Schau platze der Verstelinng, 
des Betrugs j der Intriguen, der Schmeicheley 
tind yerräthetey , — m^o Tugendea und Pflich- 
ten blofse Rechenpfennige, und alle Ge- 
sichter Masken slnd.v— kursi. an einem Hofe, 
gilt keine andre Regel als die 'Konvenienzy 
Iceine andre Politik, als einen jeden Umstand 
flült unsern eignen Absichten so gut zu verei- 
nigen al^ man kann. Im übrigen ist es viel- 
leicht eine Fragen ob du so wohl gethan hast» 
dich um eilier an sifch wenig bedeutenden Ur- 
sache wOlen mit Dionysen abzuwerfen? Ii:h 
gestehe es , in den Augen eines Filosof^n ist 
/die Tänzerin Bacchidion Viel schätzbarer alt 
Aie majestätische Kleonissa y die , mit aller ih« 
r«r Metafysik und Tugend, weder mehr noch 
weniger als ein falsches, herrschsüchtiges und 
boshaftes Weibsstück ist Bacchidioti hat dem 
Sjtaat keinen Schaden gethan;- Kl^nissa wird 
unendlich viel Böses thun. ^ — ^ Blofs aus die« 
•er Betrachtung (unterbrach ihn- Agathon) habe, 
ichr mich für jene und gegen. diese .erklärt. >— 
f,Und doch Ivar es leicht vorher zu sehen, dals 
Kleonissa siegen * würde > >^ sagte Arbtipp. -^ 
Aber, ein rechtschaffener Mann, Aristipp, er* 
Uart iicli nicht für die Fartey, -welche siegen 
wird, soitderh für die^ wekhe Recht ,y oder 
dacb 9tm wauigstaü Unrecht ha«. ^„OAga* 






tu 



Sp^ schwer ist es fiii^d^irrechtscliaffiiea 

f) d^r ah einem Hofe leben will , zwischen 

q^pen ,' die ihn uingbbeti^, unversehrt lita-^ 

^im-k^adtnen! Aber, sage mir, ist es nicht 

y^d«& 'sö' viel Gutes, das du noch ge« 

«hmeii'^ würdest, blofs darum verloren s^yn 

da eine schöne Frau nicht verstehen 

da sie 'dir*s so deutlich zu erkennen, 

^^di£i - sid schlechterdings töh dir — r geliebt 

woBte? Doch dieser Fehler, hätte sich 

L^-i^eder gut machen lassen, wehnl da 

»ns gefillig genug gewesen wilrest, 'ihra 

iu£ Dionysen Zu befördert. ' WoU« 

iKi-ail^b dieses nicht,? v^ar es denn nöthig 

rfitge.gen «u sey ri? Was für Schade 

datfaiia erfoljgt seyn, wenn du neutral 

m wärest? Die kleine Bacchidion würd6 . 

iaetit getanzt haben, und Kleonissa hätte 

IS&r« gehabt ihren Platz einzunehmen," bis 

^t|hrer eben sowbhl üb'erdrässig geworden 

i3s ' so oHeler andrer. Dtefs wäre alles ge- 

iJtid gesetzt, du hättest auch^die G^ 

uiOier.abn mit ihr theilen müsstsn; so ^k^ 

r^ dn^ Itf ' ^wenigstens das Gleichgewicht ' gis^ 

L9 and nodh' immer Ansehen genug hehaf« 

>ki|%eti,'^irtie^>Gutes zu thjin. Dem Sch^^in 

ttr guije^ hernehmen nVit ihr , w ürde d it 

IRateA^nd 'die 'Veftr^ulichkeit mit dem 

ta^idMod Gelegenheiteli gegeben baben^ 

r%ft^'liltl$i^re^#inistb^^^ den^jKeitt 



nSfJi^r'. V' 



11.4'* A ' 



jA.G A .IT n ^ ». 



I / 



) 



4er JjTöuheit verloreii Jiatten» njiit det bc$ti 
ijirt. von der Welt wieder auf die . Seite 
AchaiFen. Ajbe^r iph kenne di/ch -zu gut, Agaj 
^on! Du ;bi&t nicht dazu geipacht d,i<?h: zu Yei 
Stellung und Bänken . herab ^ zu^^ laiste. - I^ei 
H^rz ist zu edel, und (wenn ich es sagen, darf^ 
deine Einbildungskraft zu ^ wann, uni^dich )( 
^ahls zu der Art von Klugheitrfeu^ gewe 
iien, ohne welche es unmöglich ist « sich l^nj 
in dei^ Gunst der Grofsen zu erhalten.. Alh 
diefs ,\i ä tte ich d i( uiiigef ähr yf>r)2 er > sagen köi 
xien^, als ^h fLi^h überreden half dichi,imt Di< 
xiyse^ einzulassen; aber es wat besser, diirc] 
deine eigoe Erfa|t),rung davx>n/ überzeug;^ zu wei 
den. / Ziehe dich itzt zurück ,' ehe das Ung^ 
witter, das ich aufsteigen fteht; ,' liber dich' ai 
brechen kann. Dionysius verdient keine! 
Freund wie du bis't. Wie sehr hättest du diel 
betrogen, wenn du jemahls, geglaubt hättest 
dafs., er dich jhochachte! . W ohe<^ sollte ihi 
die .Fähigkeit . dazu gekommen S6yü ?. Selbst dt 
inahls^ da er am stärksten für dich eingenoi 
me^ ^axj liebte er dich ^us k^iAem andei 
' jGrutide , als warunj^ , , er sejine: Affen und seii 
]pjap9geyeu liebt , — *• weil dti ihm, *jK.urzw< 
vtiachtest. Seine Gunst batte ^eb^ so leicht ai 
e^hen andern Neuangekommenen fallen köi 
nen, der die Cither n6(;h besser gespielt hat! 
j^ls 4.U« Neip, Agathon, du bisjt picht geniAcb| 
mit solchen Leuteuvzu lebttn*., «SJliedie ;dieh 



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Zvröi.FT^ft Bir^qif ,^^Kapit^L tii^ 





Thoidbiät^ler' neuen S,U4jl;$yerw4Uting vfird 

ii Djßine^ Handlung<!?n^ ,d^|nQ, .Tvgende% 

^H glmzjt Volk, .w0l<?l^f5.4eii<e T^itej^ ^Pc 
^üTJuil^ben uii4 deU Ai|i4#il^<ia f^gi^ei^rwir^ 
dich' am biesten ^ege^ die^ Verlei^ini^^iilk 
/ilitfä den alBernep T^eJ, mn^ Hqfeg Vic^ 
Und . B<^he1 mijsche^ Sk]ii ye^n . ypctheid ig^n, 
Hafs*^ dir mehr £bre:;U^q^t, a]# ibr Be^rr 
Du befindest dich in ^Uin^ändjen , d^ff ßa 
pÜabeffi unabhängigen Frivatstaade mü; \y ürd« 
lünnst. Deine Freunde ^u Tarept ^ef« 
4icb mit offenen Armen empfangen. .1^:)) 
.^Alil^boble^ es, Agathon, verlafs etneu Für^sten^ 
tpier Sklaven y und Sklaven, Hie eines ^U 
Fürsten würdig sind; und denl^j^ nui| 
|a, wie du des Lebens selbst geniefsien wpl; 
Bai6Ldem du den Versuch gi^macbt'ba^tj 
•chwer, wie gefährlich, und . wjie ; y^ergeb-i 
^» ist, iiix andrer Glück %\\. arbeiteiju,^^, 



>i. 



f) 



%^ ^iprach A r i s t i p p ; und Agathon würd9. 
eetban haben, seinem Bathe zu folgen, 
wir wiederhohlen es, wie sollte, es mögn 
^r|rn, 4^1^ derjenige, welcher selbst eine 
^lie in ^inem Stücke ^pielt^ so g^lasi^eii 
oxtlieilen sollte. als ein -bloCser Zuschaufrr^^ 
1^ die Sacheur aus einem^ ganz an^ 
}^es!^^^P^nkte. < Er . l>etrachteta,,fiic)iL.al9^ 



' « 






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;ii5 ' .> A a A V ä' o w; 

einen M^nn, der sicli selbst die'VerBindlicli* 
keit aufgelegt habe, 4ie Wohlfahit SicilienS 
iBU befördern. Warum kam ich nach Syrakus ? •— 
äiaigte er zu sich selbst , — * und mit welchen 
Absichten til>ernahm ich das * Amt eines Freun- 
des.^ und Ratbgd^ifers bey di<^sem Tyrannen? 
That ich es y um ein Knecht seiner Leiden« 
kchafteii oder das Werkzeug einer willkührii- 
chiro Regierung zu seyn ? Hatte ich ^icht einen 
grofsen und rechtschalfenen Zweck? Würde ich 
inich jemahla .mit ihm eingelassen haben, wenn 
6r mir nicht Hoffnung gemacht hätte, dafa die 
Tugend"' endlich die Oberhand über seine Las* 
ter erhalten würde ? Er hat mich betrogen. Die 
Erfahrungen , die ich von seiner Gemüthsart 
habe, überzeugen mich, dafs er unverbesserlich 
ist. Aber würde es edel ^on mir gehandelt^ 
seyn, ein Volk, dessen Wohlfahrt der Ent- 
zweck meiner Bemühungen war, ein Volk, wel« 
ehes mich aU deinen Wohlthäter ansieht und 
sein ganzes Vertrauen auf michjietzt, den Lau« 
nen eineir grausamen Wollüstlings und der Raub« 
, sucht seiner Schmeichler und Sklaven Preis zu 
geben? Was für Pflichten hab' ich gegeü ihn, 
die sein undankbares niederträchtiges Verfahren 
gegen mich l^cht aufgehoben und vernichtet 
h^i^te? Oder^ wenn ich noch Pflichten gegen ihn 
habe; sind nicht diejenigen unendliche Mahl hei* 
liger, welche mich ah ein Ijand biTiden, das 
durch meine Wahl, und die Dienste die ich 



\ 






Zvfot.^rmß Bvev« 7. Kapitel. 117' 

ihm geleistet Imbe, mein zweyte» Yaterlaad 
geworden ist? — ^ Wer ist denii dieser Diony* 
sios? Was f^r eiQ Hecht hat er an die höchste 
Gewalt, deren er sich anmalst? .Wem anders 
als dem Agathon hat er das ein^igß ,Rech;t zii; 
danken, worauf er sich mit einigem Schein he- 
jufen kann? Seit wenn ist er aus einem voii^ 
aDer Welt verahscheueten Tyrannen ein König 
geworden, als seitdepti ich ihm,/ durch eine 
gerechte und wohlthätige Regierung, die Lfiehe 
de^ Yolka zugewandt hahe?* £r liefs mi9h ar« 
heiten ; er verbarg - seine Laster hinter meine 
Tugenden;, eignete sich meine Verdienste zu» 
un4 genols die Fruchte davon , der Uhdank«^ 
bare! — Und. nun» da er sich stark genug 
glaubt mich entbehren zu kommen, überlaOit er 
•ich wieder seinem eigenen Karakter, und ver-* 
nicbtet alles' Gute wieder, was ich in seinem 
Nahmen getl^i^n habe; gleich fils ob er sich, 
schäme, eine Zeit lang sich selbst uiiäbnlicli. 
gej^eien zu seyn; als ob er nicht genug eilen 
I könne^ die ganze Welt zu belehre^, dafs ei 
Agathon, nicht Dionysius, gewesen sey, der 
itn Sicilianem eine Morgenrötbe besserer 2iei- 
tm gezeigt, und der ihnen Hoffnung gemacht 
kat, sich, von den Mifshaadlungen einer Reihe 
K^hlimmer Reg^liten wieder zu erhohlen. -«- 
Was wurdV ich also seyn', wenn ich sie hi sol« 
eben Umataäden verlassen wollte , wo sL^ mei- 
nermelir als lemahjf benötbige^jsind?-* ^^^i^! 



V 



; 



llff 



A o a't h'o jrl ^ ^ 



/ 



l!)ibny»iu« bat Beweise gfenuj^ 'g^g^^n » claü fer 
linverbes^erlicht ist; dafe er difrchNitcbsicbt ge- 
gen srine Toaster iiür ip der läfebfeiQicheia'Einbil- 

' düng bestärk^ -wird, als ob man 'ibti«n pbr- 
ftircbt sqbuldig' sey. Es ist Zeit d^r Komödie 

K ein 'Ende au fhacben , und diesem' kleinen Thea- 
Icrkönige den Platz ahzuvi^eisen, vrozu ihn seine' 
persönlichen Eigenschaften bestimmen! 

/ ■-.-,.. 

/ 

Man siebt aus dieser Probe der g^eimea 
Gespräche 9 w^elche Agatbon mit siöb selbst 
bielt , ]p\% weit * er>t noch davon entfc?rnt war, 
sieb von diesem entbusiastiscben Schwung der 
, Seele Meister gemadb't zu bähen ^ der bisher diei 
Quelle seiner Fehler sowohl als, seiner schon« 
•ten Tbaten gewesen ist Wir baben X^ineH. 
Grund in 'seine Aufrichtigkeit gegen sich selbst 
/einigen Zw*eifcl zu setzen. Wir köntien dem-* 
nach als gewifs aiinebmen, dafs er zu jdem Ent« 
Scblufs, eine Empörung g'egen den D io- 
i^ysius zu erregen, durch eben so tügend^ 
baFte Ocsitinungen getrieben zu werden glaub'tei 
iAh di*"jenigen waren , welche . fünfzehn Jabr|$ 
später eintn der edelsten Sterblichen die je- 
öiahlü fielebt'^haben, 4en Timolfeon von Kö- 
rintb,AiuFmü^terten , die JBefr^yung Sicilien» zä 
untembhmen. Allein es ist darum nicht weni- 
ger wa];irscheinlich , dafs eine lebhafte EuipRn« 
dun^des persönlichen Unrechts , welches ihm 






2ugJPiget wurde, der UhwiHe über die Un* 



{ 



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1 



• . ■ - ' 

dtnkbärkeit des Dionysius, und der Verdr^fi^^ 
•ich einer ve|rac]^tulQg6wuTdi'gen Buhlschaft^ auf- 
geopfert EU sebeu, zur Entziindung diesem he* 
roiachen Feuers, welches itzt in seiner Seele ^ 
Vrannte, nicht \^enig .beygetragen habe. ' tm:: 
Grunde hatte er keine andre Pflichten gegen 
Üe Sicilianerv als vrelche aus seinem Vertrag 
mit dem Dionysius entsprangen; sie 'hör» 
teh vermöge eben dieses Vertrags auf, so bald 
dem Prinzen seine Dienste nicht mehr ange« 
nebm aayn würden. Syrakus war nicht sein 
Vaterland. I>ionysius hatte durch die still*; 
schweigend« Anerkenntnifs' der Erbfolge, Kraft 
.deren er nach seines Vaters Tode den Thron' 
. bestieg, feine Art' von Recht erlangt. Aga* 
thon selbst würde sich nicht in seine Dienste 
begeben haben, wenn er ihn nicht für einen 
rechtmafsigen Fürr^ten gehalten* hätte. Die 
nehmlichen 6ründe, welche ihn damahls be-* 
wogen hatten die Monarchie der Republik vor- 
Jio^ehen, und aus diesem (gründe sich bisher 
I den Absiebten des Dion zu widersetzen, be« 
standen noch in ihrer ganzen Stärke. Es war 
sehr ungewils , ob eine ^Empörung gegen Dio«" 
lylen die Sicilianer in einen glücklichern Stand . 
tetSsen, oder ihnen nur, einen andern, vielleicht 
I Boch schlimmem, Herrn geben würde, da sie 
' bereits durch so viele Proben gewiesen hatten^ 
L dafs' sie die Freyheit nicht ertragen konnten« ^ 
' ÜberdieCs h^tte der l^yrann Mabht genug,, seine 



i ^ 






l^O' 



A ^ A T n d K« 



. I 



AbtetsBUng -schwer zumachen; lindJcli^ verdi 
liehen Folgen eines Bürgerkriegs waren 
einzigen gewissen Folgen, welche man v< 
einer so Eweifelhaften Unternehmung y« 
sehen ^ konnte. Alle diese Betrachtungen wi 
den ke^n gei^nges Gewicht auf der Wagschal 
eine^rv kalten unparteiischen Überlegung i g^ 
macht, und^ vermuthlich den entgegen stehe] 
den Gründen das Gleichgewicht gehalten 
ben. Aber Agathon war weder kalt noch 
parteiisch; er war ein Mensch,» -*- dessen 
genliebe an ihrem, emp^dlichsten TbeUe yi 
letzt w^orden war. Der Affqkt» in welchen il 
diels setzen mulste, gab den Gegenständen feil 
andre Farbe. Dionysius , dessen Xi a s t ejr 
ehmahls mit . freundschaftlichen Augen 
S c h w a c h_h e i t e n betrachtet hatte , stellte si 
ihm itzt in der häfslichen Gestalt eines T 
rannen dar. Je besser, er vorhin von Filist< 
gedacht hatte 9 desto abscheulicher fand er il 
den^Karakter dieses Ministers ^ nachdem er il 
«inmahl falsch und niederträchtig gefund^ 
hatte ; es war nichts so schlimm und * schal 
lieh, das er einem solchen Manne nicht 
traute. Die reitzenden Bilder der Gluckseli 
keit Siriliens unter einer wöhlthatigen Staaj 
Verwaltung einhielten durch den Unmuth, 
vor seinen Augen vernichtet zu sehen , eii 
desto gröbere Gewalt über seine Einbildunj 
kraft. £s war ihm unerträglich, Leute, welc] 



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Zw6xir«rs4 But^ir. g. Kapitel« ist 

^üe Feimle wareri > . weil tiei Feinde 
iy Feuide der Tugend und der^öf- 
a^Wpblfahrt waren , einen soIcUsn Sieg 
^;«tn^aa> zu lassen/ Er hielt es für eine 
Pflicht^ sich ihren Unternehmungen 
&en; und dievStelle, die er beynahe 
Jbhre lang in Sieilien behauptet hatte» 
(wie er glaubte) seinen Beruf ^r be<« 
Aasübling dieser Pflicht im gegenwar* 
(#«l}e unzweifelhaft. Alle diese Betrach« 
hatten aiifser ihr^ eigenthümlichen 
^^i^di sein 'Herz und seine Einhildungs*« 
ihrer Seite. Mufsten sie also nicht 
alles überwiegen, was die Klug^ 
ii^^en einwenden lu)iuite? 



^M 






(f^*- 



Q, Kapitel. 

▼erwiekelt sich in einen Anschlag gegen den 
»n*, nijid Wird in VerUaft genommen. 



^^^A. Agathon seinen Entschlufs genommen 
)^ «eo arbeitete er an der Au^hrUng; des* 
I>ion, der sich damahls zu Athen be^» 
if' hatte einen beträchdicheä Anhang in Si« 
r, durch welchen, er bisher alle mÖglichi^ 
r^^ngen gemacht hatte^ seine Zuruckbem* 
■!ron dem Prinzen zu .erhalten. , £r hatte 
^e&halb vorzüglich an den Agathon ge» 









rßfc ;' \ '- A Gi A T 'H O^K^ • ' 

gewandt, »o "bald ihm berichtet worden wat, in" 
welchem. Ans«tben dieser bey dem Fürsten > 
stehe. Aber Agathon dachte damahls nicht so' 
gut von dem Karakter Dions als die Akademie * 
2u Athen. Eine Tugend, welche mit Stolz, > 
Unbiegsämkeit und Härte vermischt war, schien' 
ihm) wo nicht verdächtig, doch wenig liebens- 
würdig. Et besorgte mit einiger Wahrschein- 
lichkeit, dafs die Gemüthsart ' diese ^ Prinzen 
ihn niemahls ruhig lassen würde, und dafs er' 
(ungeachtet seiner republikanischen Grundsätze/ 
eben so üngeneigt seyn würde, dafs hiochste 
Ansehen im Staat mit jemand zu theilen, aW 
ejine ^Ansehen zu leben. Er ba tte alsb^ anstatt 
seine Zurückberufung aju befördern,, wenig oder« 
nichts gethan, um die äufserste Abneigung, 
weiche Dionysius dagegen zeigte, zu bestreiten; 
und durch; dieses Ecnehmen s^ch einiges Mifs- 
vergnügen von Seiten der Freunde Dions zuge- 
zogen, die e$ ihm eben so, übel nahmen, daff 
er nlch^ ,f ür diesen Frin,zen that, ^Is ob er 
gegen ihn, gearbeitet hätte. 

Allein seitdem seine eigene Erfahrung das 
Schlimmste, was Dionysens Feinde von dem 
Tyrannen denken kannten, rechtfertigte, hatt^ 
^ich auch seine Gesinnung gegen den Dion' 
gänzlich umgewandt. Dieser Prinz, welcl^er 
unstreitig grofse Eigenschaften besafs, stellte 
sich ihm itzt unter dem Bilde eines rechtschaf- 



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'^lifireu' 



Zwoz»rTB9 B-vcir. g, Kapitel. iä5 

■ 

Mlaes dar, in welchem der langwienge 
des gemeinen £)en<i^e» unter einer heil- 
Regierung, und die immer vergebliche 
ng deoQt reibenden Strome der Verderb» 
entgegen zu arbeiten , einen anhalten^ 
gereichten Uifimuth erzeugt hat, der, 
ifatet des Scheins einer gallsüchtigen Gräm« 
^im Grunde die Fleucht der edelsten 
enliebe ist. Er beschlofs also mit ihm 
ine Sache zu machen, und entdeckter den 
n Dions seine veränderte Gesinnung« 
t über den Beytritt eines Mannes, der 
seine Talente und seine Gunst beym 
' Ihr^ Partey . das * Übergewicht zu geben 
end war, eröffneten ihm 'diese hinwie-^ 
^Ue ganze Bescha£Fenheit der Angelegenhei« ^ 
'pions, die Anzahl seiner Anhänger, und 
geb^eimen Anseilten, welche, tn Erwartung 
eines günstigen Zufalls, bereits zu sei« 
^iriickkunft nach Sicilien gemacht worden 
Und so w^irde Agathen in' kurzer ^eit, 
einem Freund . und ersten Minister des Dio^ 
das Haupt einer Verschwörung, gegen 
an welcher alle diejenigen Antheil nah- 
die, aus edlen oder eigennützigen Beweg« 
n, mit der gegenwärtigen Verfassung 
ieden waren. Er entwarf einen Plan, 
die ganze Sache geführt werden sollt^; 
£els setzte ihn in einen geheimen Brief- 
/mit Di OB, wodurch die bessere IVIei« 



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tft4 A G A' T H O 9, 

nung, welche sie^ von einander tu. faMen ange«^ 
fangen, immer mehr befestigt wurde. 

Der Hof, in Lustbarkelten und ein wollus« 
figes Vergessen aller Gefabren versunken ^ be<:/ 
günstigte den Fortgang der« geheimen Unterneh« 
mung durch eine Sorglosigkeit , welche so we* 
nig natürlich schien , dafs die Zusammen verm- 
ach wornen dadurch beunruhiget wxirden.^-j^ia 
verdoppelten ihre Wachsamkeit, und (was bey 
Unternehmungen von dieser Art am meisted zu 
bewundern, und dennoch sehr gewöhnlich ist) 
ungeachtet der grofsenj Anzahl derjenigen , die 
um das Geheipnifs wufsten, blieb alles so ver* 
•chwiegeh,;dafs vielleicht i^iemand auf einigeii - 
Argwobn verfallen wäre, w'ofem gewisse Um-, 
stände di§n* von Natur ' mifstrauischen Filistot 
nicbt Endlich aufmerksam gemacht hätten. Auf 
der einen Seite fand er gar zu unwahrscheint 
lieh, dafs Agathon seinen Fall so gleichgültig ^ 
ansehen sollte , als er es zu thun schien. Auf 
«iner andern kamen ihm Nachrichten von ge» 
wissen Zurüstungen des Dipn zu, welche eine 
sehr ernsthafte Absicht verriethen. Der Ge<- 
danke, wie wenn Agathon und Dion gemeine 
ßache machten? war hier zu natürlich, um 
aich ihm nicht darzustellen,^ und zu furchtbar, 
um ihn nicht, äufserst zu beunruhigen. Voit 
diesem Augenblick an wurde Agathon sowohl 
als die bekannten Freunde Dion» von tausend 






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E**i* 



Zvyoi.FTKS Bues. > 9. Kapitel« ^05 

\ 

"ill^ditbareii Augen aufs sohärfste heobacltet; 
es endlich dem FUistos glückte; sich eines 
fea .XU bemächtigen, der mit Briefen an 
thon von Atheii gekommen war. 

Aus diesen Briefen (welche die Ursachen 
leiten • wurum Dion die .YOrhahende Lau« 
Ig in Sicilien nicht SQ bald, als es zwischen 
verabredet war, ausführen könne) er- 
iffie« dals Agathon im(| dievübrigen Freund« 
^^Sim an der eigei^mächtigen Wiederkunft des« 
'^^ * Antheil hatten. Allein von einem An- 
S I^^S^^ ^^^ Regierung und die Person des 
nnen war ( aufser einigen unbestimmteh 
en • welche ein Geheimnifs zu vet« 
schienen ) nichts darin enthalten« 

Diese Entdeckung verursachte grpfse Bewe* 

{ea im Kabinette des Diönysius. ^an war 

Üisachen ^enug bewufst, um das Ärgst« 

J>esorgen« Aber eben darum hielt Fi]istos 

nthsamer, die Sache als ein Staatsgeheim« 

so behandeln. Agathon wurde , unter dem 

ritnde verschiedener Verbrechen, die er 

seiner Staatsverwaltung begangen ha- 

Sollte f in Verhaft genommen, ohne dafs 

Publikum etwas bestimmtes, äin' allerwe- 

die wahre Ursache-^ bekannt- wurde. 

£nid foi* besser^ die ; Partey des Dion 

I«' man sich im Schrecken grdfser vor« 

r^^Ja M wirklich war)! in Verlegenheit 



y • s- '• 









XU sets^ti, als zur Vcraweiflung zu treiben ; und, 
indessen man sich begnügte «sie aufs genaueste 
XU beobachten, gewami man Zeit, sich gegeil 
einen Übe^rfall in Verfassung zu setzen. 

Wir sind es schon gewohnt, unser n Hel- 
den nlemahU £;rölser zu sehen als im widri- 
^en Glücke. Auf das Ärgste gefafst, was ejc 
von seinen Feinden erwarten konnte, setzte er 
sich vor, ihnen den Triutuf iii<iht. zu gewah- 
ren, den- Acathon zu etwas, das seiner unwür- 
dig wäre, erniedriget zu habeh.' Cr weigerte 
«ich schlechterdings , dem Filistos und Timo«» 
krates, welche zu ^Untersuchung seiner angeb- 
liehen Verbrechen ernannt waren, Antwort zu 
geben. Er verlangte von dem Prinzen selbst 
gehÖ|t zu werden , 4ind berief sich auC den 
Vertrag, der zwischen ihnen errichtet worden 
war. Aber Dionysius hatte den Mu^ nichts 
eine geheime Unterredung mit seinem ehfnalh' 
ligen Günstling auszuhalten. Man versuchte 
es, ' AgathoBS Standhaftigl^eit durch harte Begeg^ 
V uung und Drohungen «zu erschüttern; ja ^^^ 
schöne 'Kleonissa* würde, ihre Stimme t$^.A^m 
strengsten Urtheil gegeben^ < haben ,' \)renn die 
Furchtsamkeit des Tyrannen iind. die Klugheit 
seines Ministers gestattet hätten , ihren .Einge- 
bungen zu'^ folgen. Sie mufste sich also durch 
(3ie entfernte Hoffnung zufrieden stellen lassen, 
SO bald man sich nur erst den Dion auf eine 



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i^..t -■» r » 






Zwölftes Blucs« ^^ Kapitel 1S7 



mitte Art • vom Halte ge$cba!fl[ii haben 
^ den verb^fsten Agatliou zu ^ einem Öf« 
Sdien Opfer ihrer nach Rache dürstendeJI 
iüad zu machen. 



.'•• 



\y^ 



9« ^Kapitel. 



Ikmikliger Gemathtsntund unserf Helden« 

unt zum Gesetz gemacht haben, dif 

üieter Geschichte nicht blofs mit den Be« 

n und Thaten unsers Helden zu un« 

IteJi, sondern ihnen auch von dem, waa 

wichtigern Abschnitten seines Lebens . 

em I n n e r n vorging , alles mitzutheilen^ 

(Quellen, woraus wir schöpfen, uns 

in die Hand geben: so erwartet man 

t, dafs .wir diese Pflicht am wenig- 

Sigesften werden, da wir ihn, am Endo 

:^rdig8ten /Epoke seines L/ebens, nua 

ll|fyte& Mahle von grofsen Erwartungen 

tmrid aus einer ruhmvollem Laufbahn 

beräus geworfen sehen ; ihn , — ^ vor 

iioefa, durch -das xuibegTenzte Vertrauen 

w 

^A selbst >;iei:wählten Gebieters und die 

abgöttische i Liebe eines durch seine 

altuHg, glücklichen Volkes, den ersteig 

!&' ^Si^ilien ,1 -^ auf einmahl in einer 

ssben^.WiNciii^iliin vielleicht weder tein^ 



VI 









123 • ' A O A T ä; O W. . 

Vdrdieniltef noch die vermelitite Lauterkeit «e^ 
^ ner Absichten ^i ohne die Qazwischenkunft ir* 
Hgend einibs half reichen Genius^ gegen die An- 
kcliläge seiner Feinde .und die Folgen seiner 
Eignen Unvorsichtig^it zu/ Statten kommen 
IverderT. s ' 

/Ns^tärl icher. Weise kann man erwarten, dafs 
der Überblick der ganzen Reihe neuer Er£ih- 

, rui^en, dilß er in so kut^er Zeit^gemacht, und 
die lEVeflexionen über sich selbst, die sich ihm 
in der Stille und Eins^gnkeit seines Verhafts 

^ aufdringen mufsten, einen Mann, der von. ^ei« 
nen frühesten Jahren an m^hr in sich selbst^ 
In' seiner' eigenen Ideen yrelt,^ .als aufser 
iiich zu leben geyyohnt war, um so- stärkef 
beschäftigt haben werden, da er weder aut 
Kechtfertigung odei^ Bemäntelung begangener 
XJbelthaten zu" denken hatte, noch die geringste 

' Versuchung^ in sich fühlte, auf Mittel und Wege 
2u sinnen , wie er '^ich mit dem Tyrannen aus- 
söhnen , oder wenigstens seine Freyheit auf eine 
andere Art , als durch öfFentliche Anerkennurt]^ 
seiner Unschuld, Wieder erlangen könnte« , 

. - - ^ ' / ■ o , ____ >, ^^•f 

Man erinnert sich vielleicht noch, dafs Agä«* 
\ thon ^chön bey seiner £ischBinung am Hofe 
zu Syrakus lange nicht mehr so erhaben von. 
der menschlichen Natu r dachte , als zu. 
iDelfif wo er, mit den- wirklichen Menschern 
^ocb wen% bekannt i sein« erst^ Jugend untec 






*• ♦ 

s 



ZwÖLFTJCf^Bvßn» 9,^ Kapitel, isigi 

' ' ' ' 

L* 9ydsi^^;;fVf^li (^ött^t^JUpd HalbgQjfetertt 
,v sugebracbt Katte, . A t b,e ji j^ivl-^ m y r-n4^batt^ii 
|sinen Stai^dpunkt unrvermerkt berab gesenkt; 
l^r.Mf^b^e^. er ^iö i a^^ 4»e>6ti beiden Orten 
:^n^elten^Beinerkao^ni J5l^b 4ur^ näber« 
f BekaoT^schäft init de^o^?P:ftß»f uiptjd/depj J^cfe 
r Jleuten^U^ßy rakH^.l'er^icfierl: batte^ sa^ti sei»]^ 
" ^einupgv .voi^ rder angebo;mea Scbönbe^fijLind ^ 
. ]3t^ürd^ der,.mi^n8cbUc^>fin! r^atur so ti0f,;berab^ 
'^b i^ j$uju^eilen/in V^fu^bgng gerietb, -a^llep 
."jI]^ ^^ göttliiche Pfl^,l:q,Jlobesk'Undr?HerrU- 
^,4av;qH;,g€*^gt: und.gfBpcbrieben batfe, iiiv 
,^t^ig jbesser ala eine e^l^e Art M i,l e 94 sc b e^r 
jJH^h^l^lQhfen anzusebeu. liavermerkt kai;^ej|| ' 
5 .^i^ die, BegriiFe, welche H i p.p i a s ibm vor .0i- 
I j^cn Joi^ren beyzubringen gefucbt batte, i^cbt 
^ fi^hx so un g e b e u e r . vor ^ als damabls^ jda ^ 
jcik i|» den Gärten di^^es^-^WoUüstilgea Sofi&tea 
ihm Mondscbein setzte; , und , im Geist a£t 
^$eite .seiner geliebten Psypbe , Betrachtuiji- 
üj>ef 4^p Zujttand , entk^fperter Seilen aifl- 
te«' Napb, und nacb fapd er diese p^mSj^ 
tä^x weniger ungereimt; ja sie.däuch,«» 
ibiiij nacbdem er die Menschen um ihnh^r 
u^r kennen gelernt hatte ,* w a li r s ie b e i n- 
rf|.l>''g?WgA um - sich vorstellen zu können, 
ei^,Ma;qip, 4er i^ ^eii^juji, ^igeö^n Ht^rzeu 
f i^i^de y^^^^daj^ ihn e^dlere bedanken von sc* i- 
i^ßt^l zvj^^^^^n hptbi^te , durch eineu la n- 
äs^ßmi ?i* der,,.;W^k dabifi 'g^brapbt 
V^aukAvut sänuBtL W. Ul. B. X 






■i , 



; .i '. 
f 



ich tlife/GqpnÄti des Ißtztem^^* rund /mit ilir die 
Ciln&ige Bolohsiüng, .' dii& ich 'fuii meine Arbeiteil 
verlangte y jdm-, Vortheile / die . dietes Laiid vod 
nieiner y«irWaltu»g zu geiii^efsen • anfing ; vetv 
kub si^ y M^eil ich nicht vxm xnitr: fithalten Jconnte^ 
alles fechböind^ ^nstlndiigS zu flndien was 
B'ü tz 1 ite {lj i^t J" .>**^) gewifs Hippias , . deine 
Begriffe y d^ineviVIiiKimeli ^ 4 jdeine Moral , dela4 
Slaatskünsi>, : grün den"^ sich , auf die ;; E r £ a h r u nfg 
allfeid-: Zeiteni »W.etki haben, die i M«iisQhßttr' fet 
mihH < idi e Tilgend X hochg«schiübgt:v als wenn si t 
üiT^X Dienste .henöthigt , wfflTöii? , Wehn ist 
^>:tkneii nücfht) "eerha'Tsff gewesen ^y so bald sib 
ieiä yö]<tii6il ;ihtiei^'/Lieideitscha£t6n im Licbtd 






.j* w-Maa: begreift leiicht, dafs diese riBetracbtuiiT 
^ktt^ dedeojA^athoaseiti. seinem* Fall bey Uofe^ ^ 
Ipehc^als seiper iGemütbsrühe'f'Zuiräglich WM^t^ - 
nachhing, 'i^ährend' seines Verhafts 'mit vißi?- r 
doppelter S^fke'W&tfder kamen, /.uad difFch die 
anscheinende iiGlci^gültigkett Afa Syrakuset 
üben dai& ' S dhicksal <üines * > Mä nnes ^ 1 1 d er so- y iäe 
l^edite an ' ihrei .Abneigung un4'< ^Dankbarkeit 
hatte y mit •j^dem« v Tägei und ibey ^je^der neueA^ 
Kränkung, die^ Ihm* von seineiiv Feinden wider« 
fuhr, tieför und schmerzlicher 3 in seih Getniith 
eindrangen. War, ^ schoii ein« so peinliches 
Gefühl, ^als^-er^^ok gezwungen sah, seine gute 



^■O'*.'^: 







#e, 4pl;b nur ^in^ .eln^elue P.erfipfi 
4lB(i^r9^ge]^( wie i94itQrii<l muf^e ei;ft 
äfifikU ^ßJV'^ . in '6eine%> Meinung von der 
ili^iiien&cUichen Gauu^, di^ er mit^r^p 

t^jj^eb^'. ^££if$t h^te« / »ich.: betrogan ^i(H 
. '^Ki#ii|i fVV^iinder , wenia je^er ko^aiqpolir 
( E^tfautiasmufti det h^ «einer F]u^|,aii8 
IUI feine ganze Seele d^jcchgliibjte« bis^auf 
ptttl^a gliinmend^n Ftxfikken • erlo.scbei) zu 
JUltttoli Wa« für einen I^jij(2 könnte' ^<^' 
iM f . f i^ ^ das Gläclc des ": Men&cl^ilgd- 
|pt|-v«ni.! arbeiten i!. fiir d^n^igen li9|>ei;w 
iXdQlfHJ^enscben nichts edlefei siebte aU 
Berda^ ^ ,i;ilb: yernün^ger . Thiere , dereii 
ftr.T&eil deti letzten Zw^ck aller fi$ii(ij(||r 
kittiigi^ )au£ seia0t körp^rlicben P^ürfni^se' 
wtikt\ in Befriedigung der^Iben seineui^ 
ipl^enufs setzt« und dabey nocU 4unii|i 
; -tiltv -d^rcb f^^herz^e Piiterwütfigkeit 
eine Ui^inel Anzabljd^r scbUn^msten ^ei« 
|^tiiii|[[f sieb in den,l\all zu setzen, aucb 
imnariigeQ;JL>ebensgeniisA^ nur unter den 
:^A8<l4kig.ungen u^ ^^u kärglichsten 
'/babbaftiisui vi^erden? — ' Das Thier sucht 
W^ttg »i 9räl(t siqb,,^ne, Höhle oder bau^ 
im^fitesti^^^lrd von einem blinden Triei];» 
rbiliintigiieiner (jattuig genöthigejt^ scbVii^ 
4llA»i ) Vi^«# 1 Ibut der gröfste Xl^eil der 
Jhefli»lji^);^<JPai . bcyoiiii^i^hste <7e^bäft> 



/ 






i 



»34 '^A G A if HO II. 

da» sie vor ieü übrigen Thifercn voraus hab^n, 
'i%td:i&. Sorgö sich zu beklei^isii ,^ die -allein viele' 
Millionen Hände auf dem, Ei^bodeii beschäfti* i 
iget. Und ich, ; s$gte Agathon in einer dieset 
übellaunigen Stunden zu sich selbst) ich sollet 
'nieihiB y ergnüguiigep , meine Kräfte ^ In^in Da^ 
•ieyn, der Sorge aufopfern, damit irgend eine 
•besondere Herde -dieser edeln /Kreatureii besseir 
eise\ bequemer w'CÄine, sich' häufiger vermehre, ' 
«ich zierlicher 'kleide, und weicher schlafe ab 
vzuvor. Ist • dös nicht was sie wünschen ? Und 
"gebrauchen sie etwa wich dazu Sr Oder, wenn 
«dieiVaufch wate, wfilsr sollte miöh bewegen, mit, 
di^se' Verdienste um sie zu macfaeri^*/ ttft vid- 
*lei^M nur'eip einziger unter ihnefni, der bey 
allem was er unt^rniäimt eine edlere Aiisicht 
^Iiäi als» seine eigne- Befriedigung? Bin icji ih^ 
^eh Dank dafür .^Jöhuldi^g, wenn sie für meiiipe 
Bedürfnisse oder für mein Vergnügen arb^tent ' 
ich bin' scnuldig sie dafür zu '' bezahlen :: die^ 
ist alles was sie wollen, und alles w^as aie aia 
inich fodern können; -^ So bald 'es f mit Agathafft 
erst dahin gekommen w^ar,dafs etr verächtlich 
> von der"* Gattung . Jauchte , zu ' 'wekher '^er : ige- 
hörte, so ^ tonnt* es wohl rtiöbt anders' «eyi^, 
als dafs er zuletzt auöh an si^r selbst; irre >i»er- 
den^ und in, sij^arke Zweifel gerathen' niufste, ■ 
olf es nicht bl<)&e Täuschung ^^ö6t?xÄberspänn- ^ 
ten ßigenlLebe sey, ein^ höhere ' Meintrag von ^ 
seihet eigenen ^Nllidr zu he^it\^iß\$}^>tiiWi^^0m 



% 



.. . ■- ' 



I* Z wöi^^Tys «Bvon. A^ p« Kaj^itel. 155» 

-iiigiüFe^ ^o^^i^iilioh ran der Hieiischlte}ie]t:N»^^ 
fmt e^rmi!di€^ri]f^enöi\A^t war^< verträglieh eu/ 

. ür t eÜBj« böbirofi^ ^ «Wesen ^ ':>£ür c irgend ; eine: lAclf L 
t QU. iEKabm erfreu kaljijieil , die' aus dem rei^s 
^fii)«iiientei dessüb^thiaimliftchen .Rai^nig.ial 
MtfiachKcbie^Li^ibex« Iferabigeseakr worden , um > 
jilr.H < )ihi;e»i ' wolilthätigen'; '. I^iiiwirkungea dieL> 
H^midJenr; aas i^mn -Stande*: d<^r Thieriäeit^ deif . 
jlut futürliötister Zustand . za^seyn' sctberut ^^ nacki 
iQidviiacb ^ur , : WÜF^e Irecnuaftiger Wesen" aai" 

id^ ; J>eUiscbett. Haiae. M^h^" waSjrs^beia^icb* 

feitug, lijü^ ^macbi^n f ^Lobn^ y^ fhatte »^vi wenige 

J^i^i|reii 'Gpindv'als daC»iiicin/Majon,..d€fes«it) 

Jltaptäsiei' Unter (iSjUilitHg«s6^älten - undr. iHo&<^iK ^ 

^pipmagen t ahgeiEfCildt woidaii>jwa|^i. sich, .bdyn ibs: 

i|il|^ berubigen^könineilr /Wasibliab ^aUo i»bag^. 

ib dn/G,eda^kb, idiie. Vi^rzüse^ dect»& er sieb 

4im»>l4r(nirpDfs<n Haufea de|^ Menschen /bev^jsi'ib 

['^ijd^tt'jitftpehtea • .^k^^^^ jsiidrea seyn*.:al^, 

^t^trovBtütben : einer < febiexii Orgaiii»atsi6h! unil 

jfel^yäbtie^üfiiier'. höhern: Xndtiir , die ihm oduvch 

jljjiya^ günstigen Zusamn^enflulJs /äuXser«];/ liu% 

;J||lidi1 ni Thr^l j;^minr(irili? ,^G]iickUch fai; 

'Aä >imd andere, daia er dadurch > eines schÖ» 

i^ .juHgebr^it^tern ,. r/vol Ikoncimnem < Iiebeas* 

"fähfg 'Virurde! Aber ^warnui sollte er 

i„je|bit m>t.^ben;sa undaokbarea ä3a^ver^eh« 

i^Si^m^JS^^ v^a^eoy andeüij lueuta 



156 ^' -Ä ,0* A ^t:h b Wi^ "^^- i ' X 

be^eniiM j^1üc|dicfaerrzu pia^bc^y/ailft fiie^se^ 

'wollt©«'? Wozu* mit ä^ufopfeningr seiner^ R üb« 

uttd* Freyheit unmögliche Uinge unt^ink^hmen^^ 

Mtihrexi iweifs wascbea < • und «^ da«i 'Fi^jT« > der Da-< 

XKiiden füHen? Wiet grofs auck* fui^ ihw dem 

iLaitz iener idealUcheikiPlane ge weisen < w-at , die 

er* in Sicilieh aüssufiibren boifte, wie 'sehr sie 

die * AiÄtrenguBg aäler seini^t Rrafte^, und di^» 

Aufopferung all^r geringem Freuden 'd^iuiB^ 

^ 1>elto^' vi^dient hatten^; «waren diese Plane darunt 

"weniger schimärisch'? Hatten er nicht alles mög» 

liehe ' gethan/ sie g^ingeii zu' ini^hen ? RönnW 

et in eh t" tkun y ^ w-en» * >6f — - 'selbst 'mit allea 

den Kenntnissen,« die vH^ die * £rfahi|itig übec 

die* Ursachen f wamm'^ie^fehl 'geftcblagen» ver- 

acbafi[t 'hatte ' -^ ti^teder^^oa '-'neueny an ihnen 

' tn arbeitea aafa&gen> sollte i ' ' Weri^n « i sie 'nicb« 

einen» weisern ' * Ma nn ' ala £r ^ m iCslungen ? t*^ 

Uni we^aa die^eitFlüa«^ eben daruaft^^* weil sie 

einige Millionen* - Menschen Zu :eineBifiii6heca 

Grade von 'Glückseli|jkeit erheben aoUteii /idt 

äie' fähige, sind /.'blofsei :Dichterträuifi«i '> wwebs 

was sollte er von 'den Triebfedern und Bew^ 

gungsgründen halten y die ihn verleitete hatten 

diese hoch fliegenden Fantasien 'wirklich ma^ 

eben zu wollen? Sollte nicht auch das »Streben 

nach einer mehr eis menschlichen GxöltBe^ Stärke 

und rEThabenbeit der Seele blosse Täuschung 

und. subtiles Gaukelwei;lc eineis sich. sell»st ver<» 

^ götterndfen Egoismus eeyn ? • Wie^ Agathen^ 



; .«Ät '" 



^^N^i^^ivsr'BtrtSA. ^j KaL-pitel.] 157 



tt ki»^ 'flucli hierin •• «an^ Eiide rRecIit 
JAiikd ;dteseiüiea'lirche Tugend, det 
^o. vre! ^Opfer brachtest, selbH. dio 
t^^ llifcim auch die scji^önste , al]^r Scbimä« 






kdilnen xilchf latigfhexiV diese und ahn* 
dfnlcen waren Jn einer trübsinnigen 
.^ijl. unserm^ Heldi^n ^uf^iestiegen : und 
Üe mehr 1^ bloise Mifsklange einer i 
(ifste Eäi^&cidUcbkek' und gerechteii 
^erstimairen Seeleii gewesen, wofera 
^i^^^ e^s i nr» uif g^e n übergegangep war 
lül^lthwebte^ior'-atti äufsersten Rande des 
,, der Kwia^tien WeisbÄit uttd.Tur 
dem S Y s>t e m d e s U i p p i » s liegte 
Feinde hätten einen . alku f ürobter« 
*'Sieg über ^ ihn erhalten^ wBnn sie ihtt 
'^VtHki <^ip&l seines iGlücks' ih Syra<p 
»rn sogar von der mc^ii^aHsoben 
»fiif dirt 3er 'soVweit üiber« sie erhaben 
sn'^ herab stürzen^ liösinenl > Aber die* 
^f^lte iYmm nicht' zu jrbcil werden ; 
|4«N^MM^s^s^in6i^ Tugend führte in eben 
Scittidei da -sein Geniütbszustafnd eino 
seiner b|s in- 'ihrem Grund ersöhüt* 
l^ftäclltloliliffenhfHt- gefährlicher als Jemahla 
schien, einen Zufall herbey, der^ 
''^Jv^^hreii^Fall bieschleunigen konnte» 
iMadite, ihr dar Übergewicht wii^ 






\ 



I 



J 



153 ^ A:;^ A T H o ir. 

der zu gebim > • • Velches sie unter : allen ' seiuen^ 
Schwachheiten und Vetirmngen biih^rr'noch 
immer glücklich' behauptet hattet 



(j «^ r. • i'i) 



1 . T ■ ri.' 



I 



10. K a p i t,p 1. , .. ■\\ 

^gatbon erhält einen sehr unvermutbeten Besucb, 
n^d wird auf eine neue Probe gestellt. 

, *W^iewbhl die Feinde Agatbuons keine Mabre^ 

. gel der Vorsichtigkeit Vergessen hatten , ihm 

\ eine heimliche Entweichung oder • seinen _ AnV 

. irangem eine gewaltsame.£ntführung unmöglich 

ZU' machen : so hatte man doch, da die sohärfstj^ 

Untersiuchung nichts, das eine<allzu grorse;Strang& 

rechtfertigen konnte , g^g<^n '4hn aufg^braeht^ 

/ ^nd der erste Zorn des T3n:annen sich t^ieder 

\ nbgekühlt hatte, sich nicht entbrechen köunent. 

ihn nach Yerflufs einiger Wochen gelinder '»i 

/ behaixdeln^. und sein Verhaft war nicht mehr 

so enge, dab man irgend einen von ^etneneib'' 

« jnabligen Bekannten, auf 4en> kein Verdacht ^ Von 

geheimem Einverständnifs mit ihm odet I>ion 

, fiel, besonders/denen von der gelehrten ^unft, 

die Er -aubni£s , ^ ihm.' seihe gezwungene Einsam* 

keit zu erleichtern, schwet gemacht hatte., -^^ 

Unter diesem Titel hatte er schon mehrere 
besuche von seinem Freund A risti.p^piU8.<er• 
/ . 



v ■ 



i»4^v.^" 



ZwoLFT«« BvcH. to^ Kapitel. 159 

Män^ Utid dieter war «s auch den^ er vermu- 
|t. diere, als däe Thür ft^ines^* ZimmenB aufge** 

icblo^sen wurdest und — anstatt dess)<^lb(gn — ' 

wer anders? ''als^ eb^n di^^er nehmlichfe ]ä i p-j 

^ias herein ^at, Am er noch yor wenigen Mi- 
y teteof da er' ihn mehr ali hundert Meilen von 

Syrakus entfernt glaabtet>^ < so lebhaft" i(pd$tro^« 
^ fiert , eben dieser - Hippias ^ ?u>^ dessen Antiplä« 

tonischer FilosoHe er bereits mit so stark ge^ 
K fühher Überzeugung t. wie es schien, ^ch xu 

bek^ren' angeftingea» faatt^e. u 



Si }.:L «/'I. 



/" 



' Berge Jcommen* <nichtv>zu8am)netiv iagt^ein 
•ehf altes 'Sprichwort, aber 'M^nsdlf^^. Wtö 
ireit sie 'auch getrennt seyii^ m^gen/ sind m^ 
Acberf enia;ndel«>bn«rerb'otft zu^üsiden,' oder wie^ 
'4er «asu .$(ehen. ' Hippias j nachdem^* er^ den Olv^in^ 
pischea Spielen ('deren Begeiiuiig in "dieses Jahiü 
iel) seiner :Gewobnheit na«k beigewohnt hattet" 
jÜWi es fey nun aus VoriwritZy oder um> gelegen^ 
iMSicb eine Ideifie iVolle %u spielen; nach Sy» 
0käB hek<ab^ «rekommen ; und, wiewohl er uu^ 
.* iten IHeldeti anginer /ganz andern Lage zu lin*> ^ 
^fl^^^eglbubt^hatt^V'SO schien et doch 'nichts 
lifir^mdendes ;8ti hören ^ als man ihm sagte, diifs 
n -in*" Ungnade 'gefallen, und sogar, >we- 
'^ineir mermuChlicl^n «geheimen Verbindung, 
jriit^ dem ^Schwager, des Tyrannen 4: in Verhaft 
inaä^' seyi'^^ Hippias' wallte sich das Ver- 
eHd^^y^^'yex^gm i iciine An^eh an 4;^m 



/ 






/ 

I * 



' \ '" ' ' 

F^lle' dieses p^D 1 i t ir» c h e ft I fei» riö; ß «u weijÜml 
dem^r seiner Mehiung nacb,. i3i<^t&^ begegnet wai^^ 
als ^yta» lei:. durch aeine Ungelelni^eit, und dyrth 
die Vermesse ol^eit 9 $iüb\^aüf dehr VVacb&^fiügeln 
der S.ipbwäroi^f ey in ' die Jsqpnig^p |ii>b^:> ;de^ 

'Hof«s und 4err.I!iirst^guJist i^ui wag^n>.,meihir 
a}s, zu ytrQlpJ.iVt^rscbiil^et battp. /n.Er eilte- also^ 
ao bald er binnen einigen, Tagen die nötbigeil 
yorken;ntnisseMVon Agatbons Umstanden :.einge* 
zogen batte, unter dem Titel eine» alten 'Be^ 
kannten sich bey ibm einführen su lassen^. 

.Naeb d^r Stimmung zu urtbeüen, wofinrwir 
vtiseti; H<^}d;en ^wenige Minuten vor .4em Ein- 
tritt 4es Spfisten verlassen hab^a^: sollte ina^n 
mit. Grund erwarten dürfen« dals'ihm diese i»a 
^anz i^^verbpffte Erscheinung eines \ Mannei, 
mit dessexl Qenkart er sich, so gut ausgesöhnt 
^ haben spbien , i vielmehr angenethm als unr 
will^Quimen hätte >seyn sollen. GleichvKobJi 
zeigte sich, so bald ihm die wohl bekannte Ge^ 
atalt des' herein tretenden Hippias in die Ausen 
fiel, das;'Gegentbeil auf eine Art*, die für die^ 
aen nicht sehe, schmeichelhaft wai^. Eine, plötfr 
Hebe Rötbe glühte in seinem bleichen Gesicht 
auf; er fuhr betroffen und , beynabe bestux^tv 
zurück, und s^le Züge, sein^ Gesichts ,yerrier 
then jene 4^^ ^^^ Verlegenheit ,i in ; w«lct\e 
man geräth, wenn man. sich unversehens von 
0ia«m Menschen, überfallen sieht, den man 



cy 






Zwöi^FTBs BucK* JbO. Kapitel. 141^ 

% ^iäit .gern :^fRvtmy Zcjägen^ seinez Gesäsx&fm 1^ 
I len möchte f und vor dessen Ssbarfsicbtigk^ 
nah doch nicht, r sicher zu 8eyn^£j|aabt. Hip- 
j^ias • der niit alkiti Scharfblick seikies Schalks* 
bSuges die wahre Ursache dieser v erlekenhelt 
t tmma&Hch erspähen konnte« schrieb .^ie eine£^ 
f * m Afiathons Lage (seiner Meinung nach ) sehr 
t"^ ^i^rlichen Verwirrung zu , und ging nur^ desto 
f, ^jfcjjycrsichtlicnen -mit aller anscheinenden Offea- 
^ ieit i^iner Person, die sichzuni freundlich sten 
]^in})fang berechtigt halt, auf ihn zu: A'gathou 
And sich duTcb'^ diese VerträuUphkeit um so 
mehr beleidigt, da er Schadenfreude und TriumE 
jlUl^r deji b^sc^igen Augenbxaunen des* Sofia* 
jl^ji^i,: hervor hfick^n zu sehen glaubte. Auf eii^p- 
j^ahl standen alle, ^eifi^ ehmahligen -Verhältnisse 
:mß ihm- mit allen den Scenen ,^ worin Hippiäs 
^h^^ihm. als ein, Gegenstand der tiefsten Ve^^- 
i^tung und des innigsten Abscheues darge« 
'•teilt hatte > im wärmsten Kolorit der Geg^- 
Vrart ' vor seiner Seele: ihm war als sähe er 
iAii^ii bös e^ Genius vor sieh V ^ud dieses 
leKs'ame Geftübf warf ihn auf einmahl wled^ 
i^W tkk Selbst ^ärück. Die Theorie*^ des Söfiifr- 
fiai?*<rcrTor im unmittelbaren Anblick ^seiner ver» . 
ÜEnfen^ Gestalt ^ alles Täuschendisf, Was «ihr Aga* 
mipti er#iie verstimmte Fantasie geliehen hatte i 
küi sobald fer in dem Marine, deii e* yor ^tch 
[plp^ jl^ gansen leibhaften Hippias,' wie er ihn 
&^JTkk ^<si^mn hatte,' wieder ;fond, füh)t« 



^ 






■7 
*4*. ' '■' '" ■A> o Jk T S o v. • 

-et^ äuch " in* fti^Ii wieder dear* gansen Aga^ 

' Unser Söfist war, mit älleih seinen Stol^ 
nicjit gesonnen ^ ticYi durch eiriieh^ uniiÖFlicheii 
iiiinprang irre .machen zti. lassen. jLy, ;^ey: xiei 
er iri einem Tone von ironischer VerwundÖ« 
zung , was ist das ? Ich ' komme nach Sy raküi> 
um ein Augenzeuge des glänzendt^n Glückes 
und der ruhmvollen Staatsverwaltung nieii^e^i 
Freundes Jigatiion zu seyn, und ich treife ihn 
in einem pefängnifs ah f Wie geht; das- zu, 
Agathon? Sollte dir etwa dein^latonisn\iaiüca 
. an Dionysens Hofe ^inen seiner alten Streicht 

fespieit halben i Ich hoffe was Besseres von de& 
chulen, die du zu Smyrnä' dürchgegang^ hist; 
und ich beklage sehr, dafs ich, der nWch Sic^- 
lien gekommen' war, sich 'deines Glucks zu er- 
freuen, dir in der Lage , worin ich dich ßnäe, 
vielleicht mit nichts als eineiii unfruchtbäfeA 
Mitleiden dienen kann. ' / ' 



/' 



\ ^ 



i- ,,Erspare dir auch diefs, ^ipp^as, erw^ede^te 
Agathgn mit einem Blick 4er J|al,testen Veracli^ 
tung: oder, wei^n du ja ^o gutherzig bist, inir 
mit etwas, das , mir noch lieber aU dein Mit' 

/ • - TT . 

leiden wäre, dipnen zu wollen; so suche dir 
eine Gesellschaft, für die du^diqb besser schickesiL 
lind überiafSi mich der meinig^sn." « _,, 

^ Lieber Agathon, versetzte Üippias, ohne die 
l^ermgste Einpfindlicbkeit über einen so un» 



v 



il. - , " " ■ - ' ■ 

.' ZwdLFT.«'f B^iT'ön. i<J. Kapitel; 145 

f. ; : 

fteüttdlicb^n EiftpfÄng^ «if^rmVieii; 4ffi*bepeife, 
* Ms iilian ♦ mit '^ ettii^m ' W - zartetf G^fiifil • wifcf*- da§ 

btn^«; iii Hner-«dclien Lag*/ ttkiitntoAiet'%c^ 
; fd^j SÄkin^ »fey«^ ^iftnnV Wir ft^hen tiä^V 'u«'4 
: iuit«r «Iten Freunden kommt e» auf <^2fS^ ia^^ 
^. MJjn^ >^ßhr, <)der ;^niger^ niqkt ajn.r jlcb bia 
f- i^^tl^bfer,; deiner Unglücks zu q>ötten ;-i- . .^ 



\ 



i* V ,,. ; 






il' ^ 



^Wirklich nicht? ^ fiel ihm Agathon mit 
ÄÖa^bittcrn LächeluHnJ .Wort. ' 



./,£#^ i^t. doch jioch nicht so .lange her« 
Amr Hippias fort, dafs duMich, nicht solltest 
fdbinern . können , avif welcheifn Fufs swir einst 
Sinylina *>lebten^ dals ich« von dem ersten 
it2«BRDlick an, da der Zufall uns zusammen 
m^bte , dich lieb gewann ; und dafs es ^n mit 
iMtbt lag, wenn du nicht einer der glücklich- 
ifftfi Mt^scben wurdest, auf welche jemahlil 
^l^^iloniscbe äonne ' geschienen . hat. Ab^r dit 
iräihese lieber deinen eigenen Weg gehen... Ichi" 
htigtt'' Aii voraus ^ ' wohin er dich f ühfeh wüide ; 
. jdflp dja' hortest nicht auf mich^ und ich muiste 
^ilpPii l^efallen lasffjeu. < Da ich mir selbst uncT 
iftdnen Grundsätzen' immer getr<eu bleibe *-^ 






Ißm mag dir leicht, werden, dachte Agathon 
""^""^lendj so blieb ich auch dein Freiirid — 



Hipplas, der Freund 



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:i\ "VYafai^ nlfhcy wenn , a&den de^r^Ki^s^ 
Freund, iit^ der es so ^ohl; mir uns.^oieii^^ u^4 
auch i^ . ei&em ;: Uoglücke ^ - das ymi^ . ui^ ^u^XhßX^ 
sugezQg/^n bal>i;]|9> bjerbey. (gä^, un9.n4io Haa4 
i^Vi We^? , ,^ - ^ .:.,^, :,. : ,: . , , -j j. , ;. -, ^.. a 

" „Ich bi'Ä nicBt unglüclLlich, Hippias; ater 
^enn idfi es waire/ w^as sollte mir das, was 'du 
deine Freundschaft nennst, helfen können ?^^ 

O sehr vi^l, -^enn di^ nichts noc^^ so. früh» 
achon ganz unverbesseriich bist. 

„Unverbesserlich ? — Doch , ja ! . VertaCr 
dich darauf, dafs ich es hin, und ziehe' deine 
bessernde Hand von mir ab! Je eher je lieber! 
Du wurdest Zeit und Mühe umsonst ver« 
schwenden. Ich bin . in aer That ünverbes« 
•erlich!" 

Da» kann und will ich nicht glauben, Aga» 
thon! Du bist übel- launi]^, verdriefslich » hiebst 
Jetzt gerade alles^braungelby weil dir ein-w^n% 
Galle ins Blut getreten ist.. Aber — f Wir sind 
Männer; du. bist Agathon, ,ich bin Hi'ppias -r- 
'Wärum sollten wir einander nipjit Gereobtigr 
keit widerfahren lassen können? ' 

„O! die Ifiifs' ich dem Hippias gewifs wi- 
derfahren," sagte Agathon, indem er ihm eineri 
verachtenden Blick zuwarf, und dann n^ch der ^ 
Thür hinsah. 



/ 






Zw6%ȴTM% BiTcii.. lon^ Kapitel. ,%/^ 

Agadion , ^rvntieite der. weise Hip* 
der ganeen un/sinfeditbareit JoviilUtat» 
allen Zeiten in seitier Gewalt hatt^ 
[Meflü er ticn zugliM^b^ mit aller Beba|[« 
Bit einea Mannes 4er, izu. Hause ; isl; i. . ji^ 
Folstersitz niederliefs; ich liofiFe.^r.a- 
Seweis zu geben, daCs icli gerecht «gegAi 
?l^ann|^ zu seyn, weifs , welcher Zaub erniacbt 
^ in sich hattet um sogar 'e?n^Ä'^''dä^*Tie. 
|k den Wa^^n des l>i ö n y s ö V 'iSeheii^ 
ia machen; gegen den MtkAn^ der dais 
lie Alter ilach Sizilien ziirücl j^ebi^ä^ht -^ 'h^ 
rde, wenni die M^sch^n 'tütht wären -*- 
diir schon' zu' Smyrna sagte 'dafTs si^ 
P, tiind was siä so lange bl^ibeä we^d^ir^ 
mditS als tili Paat f^itier organkleril^ 
ifoten und die Oäbe der Sprache lrdt 
äbrigen Thieren voraus haben. 

ICH fing i^'zt ah| sich i^ls meinen Meti^ 

^ betrachten, -den ein ZaMV^vt£ einen! 

Fe mit eitler schlimmen Ges6»llsbhalk 

liäften gebracht hat, die er für g^ nebdieia 

iiiid, in Hpffhnng sich" bald wiedar voh 

sa trennen, duldet so' gut er kanp, E^ 

4ie Achseln, und li^is den SoHsten 



! * 



L*«jU 



ist es thicht deinleifSUiuld, fisM 
ladhänd fort , weni^ Diatnysius nibht 
dfaafteste: f und 'weAscatelaUeriOEytannen^» 

VDf läauBÜ. W. Ui. B. K 



— * — i - 5 - 



Xifi •" * • A O' A .T "H O^H, 

iein Hof- nicht ein Tempel aller Musen^ se 
.Räthe ui>d !Piener alle niclif eben so uneig 
eiiüteigvals du «elbst, sein Volk nicht das g)ü 
'Uchftte Volk unteft 4itfr Sonne, und -^^ sogar 
^kleine Bacdkidion nicht die harmloseste 

ler jungen Dirnei^ ist,: die sich jemahls in 

Ar/ne eines Köliigs hinein getanzt haben. 

; ' ■ . ■ . . . ; , /'.■.. • ... •_ ; j 

^ ; A^athpn. erröthete abermahl , schlug die i 

gen iijieAer un4 schwieg fyrt. Was sollte 

^auch gesagt haben? Hippias hatt^ ihn nun € 

joiab^ in seifi,eJ^;,!^walt; und immer war es 

Yorrecht der Leufe seiner Art, gute M 

^chen- nicht nur über das, was sie sich ] 

w u f s t si n d , sondern npch Öfter über d 

^as jene von ihnen ^vl de nk-en scheine 

f chamroth zu maphen^ ^ 



- / 



Gewifs, fuhr Hippias fort, kamst du j 
iiolchen Absiciht0n n^ch §yrakus ; gewifs 1 
fest ^ du dir den schönsten Plan Ton. der W' 
(äarüb^ gemacht, -und gabf$ dir alle Mühe i 
Eur Wirklichkeit zu bringen« Wie kam es dei 
Agßtbon I dafs dir die Ausführung nicht bes 
gelang.? , - 

I , • j ' \ i . " ' t r i • . * 

„ Vermuthlich , weil man nicht alles ka 
was man will, antwortete Agathonf oder, 
kostest wo W liebet, wenn ich sagte: weif i 
nicht klug gefaugrwar,. von den Grundsatz 
4er^ gebeimen.:filosofie. Giefaraucb ^ >zü> mach< 






\ 



iMysterien du midb eixmoweilikff \gc^ 
liattest?^ rw 



'^ (" ' • ; t 



r dm lieber Agathon, versetzte der Sofist 
jemem schalkhaft mitleidigen Lachein . maa 
9iDes Mräs man wiH, so bald luän iiicht« 
als Mras man kann: und was den Mdern 
betrifft, so sollt' ich beynahe selbst glaur 
^ du würdest mit mevn.en Maximpn zwar 
der Wunderwerke, die dubi^r verrich- 
mlltest • weder getban noch unternommen 
; aber dafür auch höchst wahrscheunUcn 
ZU dieser Stimde der Günstlinc des Diony- 
rn, und das Vergnügen baben, die^ I«ir 
d'Timokraten , ja die majestätische $^leo« 
selbst, nach jeder Melodie, die du ihnen 
elen wolltest, tanzen zu sehen^ 

hne ZweifeK >ag)^ Agatbpn,r würde: dilji^ 
weise Hippias an meinem Platze giBiVtiM^ 
•mmen haben als ich. Er wüf de jVIitf 
den haben, den Tieger des Diöny^ 
lauter Rosenketten Vpr; seifn eln>i g> 
Wagen zu spannen; die Filine uudTifPfi^ 
4 , und wer nut irgend . schlau g^^hug j4- 
wäre,, euph seinen Antheil an der g^ 
^ Beute al>iiuverdieneii^ wurdf^ sscb 
tiab^a findig J^ssep, dir d4ine.S' Fla« 
m ke^if^n^ «»4 bey Gelegci^bd* ikh 
üiMü rwi^er bestshü^t haben, üieiiiß 



< y 






k4S 



. A O^Jl^ U O K. 



feie» hey 'Aei stilkcbweigenden Ubereiulranfli^l 
•ich von den andern betrügen zu las&en, jßti 
Rei^hnung gefunden hatte : uiid niemand hat 
liich bey euerer Eintracht übel gestanden , , ä)0^ 
der Staat und das Voli von Sicilien , und äSir 
kleine Zahl der ehrlichen Leute, deren Daseyil);^ 
euem IBlicken entgangen y^äre. Nicht wahr f 7^) 




^O Agathön, Agatbbn, rief der Söfist 

dem'' theilnehmenden Ton eines Mannes aui^f! 

der aeipen oft gewarnten Freund" eigensinnige 

auf eipem Wege, der ihn ins Verderben jEunr*^ 

T0n wii^9 fortgehen sieht — * so sollen denüf^ 

auch diese neuen Erfahrungen , die du aln 

deine, eignen Kosten gemacht hast, und vieff 

leicht nur zu theuer bezahlen wirst, so sollew 

denn auch diese für dich verloren seynJ! -*^ 

Aber lassen wir itzt das, w^s tch an deinei^ 

'Stelle gethan hätte, und bleiben bey dem stM^ 

hen, was ' Dsu gethan hast. Obgleich dli 

-Geschehene nicht mehr 2u ändern ist, so käiiii 

dir doch die Erkenntnifs deiner Yerirrungeil 

-künftige Fißhler ersparen. \yie gesagt, h^ 

-hoffe dich su überzeugen, daüs ich dein Freüüll 

bin; denn ich will ' dir einen Spiegel vorhalteoii 

4er dir nicht schmeiöhelh soll. Wenn Agathc^ll 

lebten henrlichen Plan vereitelt, seinen Zwedit 

vei^fehlt, seine Arbeit VeiJoren, Uiid seine V«^ 

/Dienste mit Undank belohnt tieht: so' hkt^w 

niemand di^ Schuld beysaniesten' als «^ Sioli 






^16; aicK' qicbt;i schattet 9; d^oL, 
Btt^aeiaem. Besteig «febßv^u, tbu% und; 

liltiQiigCdr sor ' beurtfaseil^n, ^ ala ,er selbst^ • , Icb^ 

ita von rder V e^nMB^> <3,n b^it .^ageq^, 

liii 5licbr ta eiii',VVÄrk..\fa^eat, MT^^Btt^ 
s^^ferade die^^ einzigen Cnc^of^emis^e feblt^Qn 
Wfkba es nicbt gdlingen^ könnte; /an ein^ 
4ba dem weisen Flato^elb^t niiCilinigen^ 
Arm an Weltkennrnifa , aber Atgto,\Xfi}f 
Idealen y glaubest d^ , aus deir, fi»e(gi^, 
temea Dionysius eben so leicbt das,,lV^i|^; 
vollkommnen Monarcbie ro^^l^en |zo^ 
I, ^aU es dir zu Smyrna, in einem Hi^usq 
4» alles zu: Gebot stand und wo du alliif< 
l^' ein leicbtes gewesen vfar, jeden sc^ö« 
^erträum zu realbieren, woran dain<i 
911?! Belustigung der fcbönen Danaeso 
.war. Qbne denlLar^kter dea Tyraif« 
«Si^er Günstlinge durcb dicb selbst ^i| 
ty giescbweige sie lange n^nd scbarf.gef 
{^%NMwchtet zu.baben, um zu wissen,' w'iff 
Mann von deiiier,; Denkart von jeneni 
und von diesen ^u fürcbten ,.^b.^ 
dv, was Jk^n vi^eltkluger ^^f^p^ 
•anf skh genomnten batte}» -r: j?'|^^'*,.^f 
/giHleis Fürsten, ^mi^ubilden^ dies^. yyi^ 
'^^^a^lEeimen und wsscbädlicb ^su.macb.^iBi. 
IwahyHUf^ 2u ein^ni gut^n piyrsten! E^ 
.gfi^ .^lkii4u e ^ e^, s^a^ Aftodite auf , 



t» 



- . > 



'tJi* 






hinein knotigen Stück F^igDnhok faStte ftchnit-»^ 
zen wollen. Ei nein Fi 1 i s jt o s lünsebadlicli ! 
Gifdges Gewürm mulii man ausrotten' um es un^ 
schädlich 2u mabheii. Dir ^selbst solche Wun^ 
der zuzutrauen, war allerdings *gro£»eyermes<- 
sei^eit: indessen .dient dir htbr dJ^ Schönheit 
deines Plans, d^r Reitz eines' so ruh'mwürdi* 
gen Unternehmens , und deine -Unhekanntheit 
mit dem Hofe, als einer für dich- ;ganz neuen 
Welt, allenfalls zur Entschuldigung« Aher dals 
dudeineignes Herz nicht besser kanntest ;• 
da£s du, uih^di.e Gunst, oder (wenn du ev 
Keber so nennen willst) das Zutrauen "des Ty» 
ranne^n zu gewinnen , so gefällig warst einen 
Theil von dir selbst zu verläugnen ; dafs du 
immer so viet ■ von deinen G r u-n d aa t z e n 
nachgabst i als du für deinen Zweck zu ge^; 
winnen hofftest ; dafs du dich zu einem schimpß 
liehen Vergleich mit dem , was du selbst 
Laster nennest, ei^niedr igtest, durch Nachgiebig« 
k^it' gegen gewisse Leidenschaften d,es Tyran^ 
nen. Meister ySh den übrigen zu werden haS^ 
test, «ine Becchidion in deineii Schutz nahmst; 
Um eine Kleonissa durch sie zu verdrängen; — ^ 
und dafs du, wie "natürlich, mit aller dieser 
Halbheit deinen ^an doch nicht ausaüfüh-' 
it^ii vermochlest; dafs alle diese unzulänglichen 
'Aufopf<^rungen' am 'Ende vergebeni' gelnAcht 
waren; dafs 'du deinen Feinden eine Blofse 
über die andere gäbst, und die Gruben nicht 






Z\rai.F««8' BiTCv; ' id. Kapifel f^t 

-♦ ' ' . . . y . r 

fßkJb: wtadettf 'in welche . db imcli^ cMiiS' 

|||iieB fjeidengcbafteti fallifii mtifitett; daft da 

i|iM^ Uilbt^le voa den Mencliea ^ ddfen hatO* 

1^ die deinige durcbkreü^te ," so biFt ätidim^ 

ib^ als ^ich ihr taifäl%eft Yerhältnif» gegeili 

ÜEl^'^freiräiiderte; ^afs du mit ebeik diesem Dion^ 

li» dd iibc:h - kurz . ativom rubig rsetnen Feiaden^ 

gabst) gemeine Sache ge^^e^* einen ;^äivs 

^1^ macbtiest, von deid du miit Ounsibaaei^ 

gBQi|en übefscbdttet. worden warst , und d^ 

ilt' io viele^ Ursache gegisben hattest dich • fütC 

JVBHiea Freund zu halten: -««-diefSy j^atbon^- 

ifaid Abweichungen von deinen eignen Oiund« 

Xiliett, deren du dkbHlligiVor dir selbst an«i 

Sltf^ea hast V und die dadurch insr desto ^HODtf 

^ffilicher werd^V ^i^^i^^'^en' s<>'si^bt'go^ 

^f^die Gesetae der Klugheit Verstofs^n > a)sige«c 

^ |eiies hohe Ideal 4er Tugend« dem^ duit^ 

Ü^iB^ scfawätmerisdbfen Stundet! alles aufä«Ä> 

r^l^jm bereit warst: Dafs du ftn Muthlniche 

^littiiiit, entweder deiiien Gnindsätaen g'anai 

<|ip ' «L bldben y oder , ;weitn -Erfahrung i ' und i 

Hp^juaende Menschenkenntnifs- dich von (ferl 

l^bbl^keit der ^m einigen übesfub^ey äiicUi 

gleich von diesen fuhren au lassedc: das 

Ifea jwas dich oierher gebracht hat, und viel- 

anx £n<Je , f^ir .allen deinen guten Willen^ 

r&tdcfau' der Tl^tnis und des Kronos nach 

zurück au bringen, dicheum Opfer dei« 

snacb^n wird, ohjn^ dafs dir nur der: 






I 

I 



^Trost. deines eijgenen BeyfalU bliebet "ouv dat; 

. B-echt, deinea Richtern und der ganzen Wek. 
mit . dem stolzen B^wufstseyn , immer dir - ^elbsf > 
gleich geblieben zn seyn, in die Augen zu ae« 
ben« * Alle diese KJräcJLungen von aufsen und; 

^ i^nen hättest du dir ersparen können ,! meiai' 
guter Agatl^on, wenn du dich, da du. di^ 
achliipfrigste ; aller Bahne^ zu betreten wagtest» 

, jener Theorie: hättest erinnern wollen» die ick, 
dir> als das Resultat der Erfahrungen und/ 
Beobiichtungen eines an . Begebenheiten und 

• <^]ücks wechseln sehr reichen Liebens, in wenig 

. Stunden mit einer Offenheit und Outmüthigkeit 

/ inittbeille, die -reiner bessern Aufnahme werth 
waten« Deine eigene' Erfahrung ist nun die 
sicfaferäteFcobe iäef di^<Ri9htigkeit meiner Rech- 
nung; und ich, ikaan die Anwendung meiner. 
Mäxiinen auf die :besondern Fälle, worin du 
dich. seit deiner Entfernung von Snryrnli befun-^ 
deh hast,' um so eher deinen eigenen, Ber^ 
trachtiingen überladen, • da ich gewifs bin, da(s 
sie dir auch ' nicht. Eineipi von , dir begangenen 
F^ler zeigen werden,' den du nicht durch /die 
Bbfdlgvng. dies^ Ma^Kimen vernkiedJBn haben 
würdest» > «i ' I »-•• .■.,-'■.... - . ■ ^ •_ 

Hier hielt Hippias ein, als ob ^i^ seinem 
in 'Gedanken (wie es> schien) verlornen Zuhö- 
rer -Zeit lassen vWoUte^' das Gehörte zu Hersßen 
zu< nehmen. iAber, es^sey nun, dafs ev in jiex 



,^\ 



ZwÖL:yTBt''B«ircB.: xo; Kapitel. 1531 

\ 

Abiicht noch m^r zu sagen geköminen war^ 
irfer dala aeine alte Zuneigung, zu ^ ufiserm Hei* 
ien in diesem. Augenl^licke wieder.. eiBWAcht^ 
iadem er einen ^er liebenswürdigsten lind ^vor- 
suglicbsten Sterblichen, dem • Ansehen »nacb^ »o 
gedemiitbigt vor sich aah^— gankag, ^a die<« 
ser noch immer Jnä: g^en'ktem> |l)^upt in tie« 
fem Stillschweigen ' verharrte , nalhai- er ^ d^ ^ 
Wort wieder, und. ^ sägte; inddi» er:*au&tan4 
.und den zu ibiia aufblickenden t Agathon b'ey! 
der Hand nahm , mit; eihem TönJ. der 'Stimme, ' 
der aus dem Herzen zu kommen 'schien': .Yer/ 
gieb mir, Agatbon,vweiin icb^dirV^eher ge-> 
than habe als meine Absicht ,wacl: I(^h bin in; 
einer sehr guten 'Meinung zu' dir gekommen^ 
und, wiewohl ich, wenn ich 1 gewissen 'Erin* 
nerungen Gehör gebeii wölke ^ vielleicht mit' 
dir zürnen sollte, So ist es mir dokdiwieit aiif< 
genehmer, mich dem Hange zu überlaifsen^ der 
midi a^it dem Anfang unsrer > Bekan'atschaft ^ 
immer zu dir zog., i Gith meiner dir entgegen 
kommenden Freundschaft eine freundliche Ant« 
wort, und alles ist auf immer.ivergessen; ich 
gebe dir meine .ganae XiiebjB für« ieii^eit Antheil 
a^ der deiiiigenl Du kehrst mi|: .mir nach 
Smyrnk zurück; dein .Umgang versahöner;!: den 
Bast meinea Lebens; du theilest« alles was ich: ^ 
besitze' jnit ' mir , und bist«^ welnu ich ausgelebt 
kabe, * der Erbe, meiner Talente und meinet 
ganzen Yedaasemchaä» 









z' 



Hippias fabt^, beym letzten Thfeile:die8cf^ 
Apretde , Agatkons Halb ^ verweigerte Jisnui abrer*' 
ipahls mit exn^ Wäritie ' ergnÜ^n,: die Atm. gan- * 
aeen ^^usdruck seines Gesichts die Wahrheit sei-> 
ner Worte bekräftigen b^lF. \Ali dich, setzten 
. er .hinzu , den^^ Kontrast meines "Anerbietensr 
mit deiner g^enwärtige^ Ijage nicht 'beunnt*^ 
faigen. . Ich^in, vi^ie du scnon gemerkt haben 
mu&t, mit äUen UmAtaHd^ ^«^nes htestge»' 
li^bens bekannt, und wrib SEieoiUch genan, Wie' 
weit deine' Feinde allenfalk gefaenH dürften.' 
Aber, ich haVe Ursache zu glaübeti^. dafsich- 
bey deih Fürsten, und selbst bey der tagend» 
reichen Kleonissa , ( die \ unter uns gesagt ,' einst" 
eine meiner gelehrigsten Schülerinnen w'arX ja,> 
auf alle 'Falles bey dem ganzen Syrakusiscbefn 
Volke -80 viel vermag, dafs deine Aussöhnung 
'Sait Dionysius und d^tne Freyheit mir t\ür^ 
Mrenig B^he kosten werden; ^ ' 

Agathon , von einem so ganz unerv^rteteln 
Ausgange dieses Besuchs mehr' geführt als er- 
wollte, wind seine von zwey sehr verschiede- 
nen Regungen nach Rweyerley »Dichtungen ge». 
zogeüe Hand nur langsam aus' der starkern Faus^. 
d^s Sofbten; «ihd bat ihn, mit einem Blickev^ 
der' durch »wey grofse Thränwi, die ihm in 
die Augen getreten waren , hindurch schim*' 
merte,' sich' wieder niederzulassen, und .^n 
auch ah seiner Seite anzuhören , :wäs er ihm « 
an$ vollem Herzen antworten ^würde. 



> 



\ 



i^TTw,^ Btrcw 11^. Kapitel. 1.55^ 

IS ^ der einciii' Antrag gc^mächt' ^u ha*' 
^te, den in' Agathon» LagiQ - nuv eia*: 
ogisr abweisen könne, schreh sioh^vön. ' 
|s ihm det feierliche ^rnst in Aga-^ 
igen erwarten hiefs, w^ni^ Gut<^ sui 
.^ er hi£»' sich schvi^gend in die. 

y lie£» Agathöns sich 8an<^ zoräck sie- 
md plötzlich fahretit 'hahln «einen v6- 
iit wieder y'nnd hörte" liiit angenom» 

jtreuung, was der eigensinnige Schwär-* 
einen Vorschlag, Womit er ein Recht^ 
wärmste Datikharkeit erlangt zu haben 

einzuwenden haben könnte.. ? 



-rrrrr 



11. Kiipitel. » 

. . 1 i 

ScbutETe4e -für sich selbst« und ErkUriuiA 
>^auf d^n Antrag des Hippiss! ^ ' 



\ 



Dingen, iHippias, (fing AgatHon anj^ 

lieh 'mich von ganzein Katzen ^u den 

die du niir zuschreibest»' al^ ich den 

[s fafste mich dem Dionyisius ' «u wid^ 

'i^'schwät^riseh auch der Plan, dea 

Synikus~ mitbrachte, iil deineh' Au^ 

leinen^ mag, es war'dt^r meinige;, und 

lat, es bedurflN^ keines geringehr, um 

ia ehtkräftin , der mich^ als ich 

eptfloh^üdch' immer mit kasMi 



■- ^ "■ 



I • • I 



>^6 ~.f • • •: ' A <o,A' X B o jr... 



vndergteUi<:ber Gewalt nach 4^ra Ionischen Ufer 
^rück eog^ es bedurfte des ganzen Schwunges,; 
\ien mein Geist in diesen gefährlichen Augen« 
Uicken duiv^h den Glbdanken erhielt, eine neuQ. 
I^aufhahn nach dem edelsten Ziele fl^iner nur 
2ü lang«: dui;ch üppige Trägheit gebundenen 
Kräfte vor sich eröffnet zu sehen. Lege mix^is^ 
Bicht als Ubermuth ^us, Hippias, wenn icbi 
sage: Wei:, der in dem Alter, wo der.Jnng)ii^g. 
Mch in den Mann verliert , solcher ELräfte^ sich; 
bewufst ist, könnte bey einem solchen Gedan^. 
jLeniy bey ein^r so schönen und^ grofsen, Unterer 
nehmung 9 . vor Schwierigkeiteii zijttei^n, pdeij 
ängstlich das ihm selbst unbekannte Mafs s^i* 
ner Stärke ausrechnen ? Wenn Eitelkeit» Rnhm«^ 
durst, oder irgend eine andere unlautere Trieb- 
feder damahls ah meinen Entwürfen für die 
Zukunft. Antheil hatte ; so war . ich mir dessen 
Äicht bewufstf meine Absichten waren reiu,, 
mfiin Zweck der edelste , auf den ein mensch* . 
liches Wesen .seine Thätigkeit richten kanni 
denn ich hatte, keinen andern, oder (w;as doch 
wohl bey i^Xensch^n für das nehmlicbe g<skeii 
jnufs )> ich erkannte keineü andern in mir ^. als- 
das möglichste Gute in deni. ganzem Umfange 
des Wirkungskreise», der sich meinem Hoff- 
nungen liufthati, hervorzubringen. Für den E^* 
folg könnte weder mein Will^e noch mein Yl^r- 
ftand(,die Gewähr leisten; *mid mir ei];ien so.l« 
eben Ausgang, zu weissagen«, w^rde,r wenn 



Zw&i-FT£8 Book., ti. Kapitel« 157 

f^^«» wnaMs aiicb mögnch gewesen -^arcy^ eh&f 
rB%ti«Kt als Befautsamkeit gewesen seyn. Wdlf 
fiälf'rehieii "Gesinnungien und mit unbediogt^l; 
^ l^itwQligkeif zu" jeder Aufopferung teinte 
iiüÄmdetn^Vergnügeni oder' Vartbeils für di» 
^il^^eiiie Bcstfe arbeitet, iwird schwexHcb , >wib 
(ipsK auch sein VVirkungslLreb sey^ durch die 
IßSSiet' -ixi die er fallet ^^t einem andern 
^Jlfcafca <a!a ^ich selbst. Niematid Unrecht dt 
[Aim/und immer das« was wir ih den gege« 
[ htki^ 'UmstSnden für dirii möglichste Gute et* 
Ihäästäf cum Zweck zu^baben^ ist ganz in ünh 
i Mir^^G^wialt: uns nie bierin ^ zu irren, ist 
AAryA^Toa einem Sterblicben gefordert wer- 
iii k&n. Ohne Zweifel habe ich während 
üiuBi öffentlichen fjebetis zu Syrakus z^an» 
Irrthum dieset Art begangen; auch vieU 
manchen, den ein erfabrnerer und weii^ 
r.'Maiiin' ak ich vermieden hätte. Fera 
ti'fTon mir, micb' hierüber se.HÄt tauschen, 
in anderer Augen besser scheinen zu 
a^ ieh bin. Aber eine Stimme , deren 
Ton ich zu gut kenne, um ihn jemahla 
i'diBm s^meichelnden Gelispel des Eigendün- 
m vetwechstehn , ipricbt inich im Innersten ' 
Gcnpüthes von der Schuld eines unred« 
Willens . oder einer sttäflichen Nacblas* 
Mi|-«tiMl ist liicht schon allein d^r Um«» 
^^ darf» idl hier biH , ein Beweis mein A 
?/«^-^«iir Qekhnglmfii' gegen' deine 



h-^X 



N, 



W;^. 



f ^ 



I 



'7Ileopef d^r LebensweUheit hätte mir, sags: 
4u', cILb. falschen Schritte erspart, die mich hier 
h^r gebracht haben; O gewili! Aber nur, Wei 
Mie mich zum Mit schuld igen derei; gemach 
Jhätte, die blof« darum meine Feinde wurden 
weil sie leeine Lust hatten m ir^ auf Unkos 
i^t^n ihrer S.elbsth«itj Qutes. wirken zu helfen 
vUnd ich ihnen im. Bps^64;hun wedei: ;&uqi Ge 
hülfen noch ^m W^rki^ug dienen Vf ollte« 



r ' 



. ( Doch ^gerade in diesem Stücke, glaubst dti 
Jbabe ich mich von der» ..unerkannten Schwäch« 
ilijeines Herzens , betrügen lassen. Ich hatü 
nicht JVIuth genug, sagst du, meinen Grund 
f ätzen getreu zU bleiben; ich schwankt« 
zwischen der Rechtschaffen hei t • die icl 
mir sdbst zur Maxime gemacht hatte, und dei 
JL 1 V g h e i t , worin, nach d^e i n e r Theorie, dii 
Tugend des^ Weisen besteht, unbeständig hii 
lind -her. Oal^er, die Nachgiebigkeit ge^on die 
Atfü^hweifungen des Tyrannen , die du vAh 
Schuld giebst; daher diese Halbheit, und dei 
schimpfliche yei;gleich niU dem, was ich selhsi 
Laster nenne, wozu ich mich erniedrigt haben 
folh ,— . In der.That Heht es übel mit* m'ir. 
Hippias^ M^enn ich di^se £eschuldigungen. ver- 
dient habe, ohne. mir,. . dessen, bewnfst 'ZU seyn, 
And da hast mir den grasten ^ler pt^nste-er 
Riesen,, d^fs du .gekommen bist,iun€liii Qewil' 
t^ j|u#/^nem«#o jefiÜMrUcheialZattberschlaf.auf 






\ 



Z wÖLFTEj. Buch., ii. Kapitel* *i59 



jb 



surütteln. - Nui^ ww icli nicht- läÜgcr txx ent- 
4chaldigen , w^nn ich • fortfahren wollte micti 
r ielbtt ' zu hintergehen. Allein, wie iehr du' 
' *dich auch durch einen 80 uneigennützigen Liä- 
böjicnit als ineinen Freund bewiesen hast, sO 
erwartest du* doch nicht» dafs' ich mich, gegen 
«lein eigenes Bewufstseyn, zu irgend einer 
f^uld bekenne, von welcher mich der Rich- 
ter in meinem -Busen frey^ spric^ht Als ich,'«^. 
■litt Gedränge- zwischen ; der Wahl, iantwedel: 
•meinen ganzen Plan aufzugeben , oder mu;h za 
■ciaiger Naehsicht gegen die ' verderbten Men- 
#che», mit denen ich es zu thun haben mufste, 
xb bequemen --^ als ich da dem G^dähke& 
\ JfUit^ K^^) ^^^^ ^^ nicht unmöglich sey^ die 
•Riihe der Klugheit mit den Foderungen der 
Hecbtschaffenheit zu . vereinigen , . ghrubfte ich 
9U£ bewufst-zu seyn, dafo die Unmöglichkeit 
-itteiaeii Plan ohne diese Nachgiebigkeit auszu- 
Uhren , mein einziger ^ Bewegungsgrund^ sey'; 
faä' erlaube mir dich zu erinnern, dafs^ es ein 
Ran wary in welcheip mein Privatinteresse in 
,|a$z''und gar keine Betrachtung kam. Ibh be- 
tiift|^te mich damit, da& ich nicht gegen mich 
idbst , soiidern nur g^geh andere etwas von. 
ler Strenge meiner Grundsätze nachliefs, und 
tkAkt mehr als knir unvermeidlich schien, wenn . 
Ml sie 'joicht' gänzlich voh dem' guten Wege 
K^ck sctoeck'en wollte, auf welchen^'ich'sle 
>M|itoiligeti hx^i aiif •tien'Weli'^n "denf 



I 



160 . A .G A T HO |l. 

sie zu weit verirrt waren , als dafs ich, um 
aife dahiii zu bringen, alle Krümmungen und 
Seitenpfade .hatte vermeiden können. Diels al* 
lein, Hippias, war die Ursache der Halb he it» 
deren 'du tnich mit mehr Strenge als Billigkeit 
Vbfschuldig^t« Dafs ich durch ein solches Be« 
> nehmen meinen Feinden Blöfsen geben 
muliftte , : war , wie ich itzt bey kälterm Blute 
#ehe, unrermeidlich: aber ich bitte dich, nicht 
zu Vergessen, dafs ich keine andere Feinde^ 
hatte, noch haben konnte, als die Feinde de» 
Guten, das ich schaEen wollte, und das mit 
d^n Foderungen ihrer Ijeidenschaften ,unvec- 
jträglich w^r. Ihnen diese Blöfsen nicht za 
.geben, waren nur z^rey Wege: entweder dea 
ilpi zu *verlassen, oder die, Rolle an demselbea 
SU spielen, welche Hippias an meinem Platze 
gespielt hätte. , Das erste wollte ich nicht, 
weil ich die Hoffnung eines guten £4:fplgs nicht 
XU früh aufgeben wollte; das andere konnte 
ich nicht, weil ich nicht aufhören konnte »A'gar 
thon zu seyn. — Doch, es gab noch/ eineA 
dritten Weg, sagst du: ich hätte Muth ge« 
n u g haben sollen «leinen Grundsätzen g a n « 
getreu zu /bleiben, und c^em Ideal, der Tugend 
#11 es aufzuopfern.. Wenn ich dich recht ver- 
•etehe, so heiist d^efs; ich hatte meinen Wir« 
ikungskreis an Dionysens Hofe £üx eiheil 
Kampfplatz lauf, Lehei^ oder Tod ansehen 
ao%nf ,J^ätte, t^es .darauf ^anl.e|^en, i^Did mirfit 



- r 







Zw9LrT£«^3ucH« 11. Kapitel. i6t 

•|icliteher z^friedep geben sollen, bis ich über 
^Ausführung meines Plans entweder selbst 
|ie Se^Ie apsg9l)la8en ^ oder mein( Gegenkäm- 
jitef leblp^ 2u meinen Füfsen hingestreckt hätte. 
Jl^^diefs, weiser Hippias, war mebr, alii 
1^1^ der strenge Pia ton selbst sich verbun* 
lubt h^tte;> war etwas, was\ sogar der 
strengere Dion nicht eher unternahmt 
^ pis er, durch di^ empfindlichVea ^leidi- 
liiDgen heraus gefodert, Gewalt für das einzige 
mtt^ hielt 9 Sicilien! zu retten » und -^ sich 
pdiisi Genügt huung, zu verscbalFen.. Wenn du 
^fieogiierig genug bist , dich na^h allen Umstäq- 
|§l, upter welcben icb n\it dem Dionjtiiie 
1^ seinei|i Hofe in 3ekanntsQhaft kam, zu 
iri^midigezi« -^-^ wozu dir^ wie es scheint^ dein^ 
Ini^^A ^Verhältnisse überflüssige Gelegenheit 
, — so wirst du finden, dafs der Ge* 
, als ein Athlet aufzutreten, und die* 
Mk mk Faust und Ferse zu bekämpfen^ 
jH^ich zu' gewinnen hoffen konnte» unteir 
J|l|jia Umständen nicht natürlich war, und 
||p«m rechtschaffnen Manpe, der zugleich aa 
Ip Nahn^^n eines vernünft;gen Anspruch 
ijlllichte, nicht eher einfallen konnte', bis er erst 
\^IS^ gelindere Mittel vergebens versucht hatte, 
Tyrannen und seine Rathgeber und Gunst« 
^e %o unschädlich zu machen,^ als ed ^inem 
möglich scheinen konnte^ der, wie ich, 
Gegentheils erst durch Erfahrung, überwie* 
[ WiBLAi^ns tämint}. W. III. B. L . 




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USS A G A T H O N^ 

4 

' I •* ^ . ' 

;^ sen werden liiufste. Da£s id^, nachdem niicli 
diese ^grofse Lehrerin, die uns ihre Schule so 
theuer bezahlen ijilst, endlich vpii der Unzu> 
lUnglicbkeit jener gelindem Mittel überzeugt 
hs^tte, dafs ich da die Partey nahm, die ich 
(deiner Meinung nach) gleich Anfangs hätte 
nehmen sollen»' hajt mich - — freylich nur zufäi* 
liger Weide — hierher gebracht : mein Aii* 
fchlagmifdlang; allein über das Vorhaben selbst 
und den Zweck desselben "macht mein Her« 
mir die Vorwürfe nicht, die mir IJlppias macht. 
Wenn sich mein Urtheil von' Dion änderte, 
oderi richtiger zu reden, wenn ich mich in eine 
Verbindung mit ihm einli^fs, der ich ehmahU 
ausgewichen war; so kam es nicht daher, 
weil sein zufälliges Verhältnifs gegei^ michi 
sondern weil die Umstände sich dergestalt 
verändert hatten, dafs mir, den Staat vom Ver^ 
derben zu retteii,, kein andrer Weg übrig 
schien« als mich zu einer offnen Fehdei gegen 
die Verführet des Dionysius, nicht gegen sei^e 

^Person, mit Dion, zu vereinigen. Wer narch 

einerley Grundsätzen und zu eben demselbeni 

• ■ . , ■ 

Zweck, unter veränderten Umständen, blofs 
die Art zu verfahren und d^c Mittel ändert^ 
kann eb^ so wenig einer V^eränderlichkeit be«* 
schuldiget werden, als derjenige, der sein Ur- 
theil von Personen und Sachen, üach Marsga))e 
des Wacbtliums seiner durch Erfahruhg, Nach- 
denken oder bessern' Unterricht berichtigten 



\ 



ZwöLFT&d Buch. li. Kapitel. 163 

Kenntnifs derselben, genauer sHi»bestiminta 
•ucht. 



Bey dßt günstigen Gesinnung, die dich zd 
mir geführt hat, Hippias, wirst du es hofiEent^ 
lieh sehr natürlich fifiden, dafs ich nicht gerne 
schlechter |n .deiner Meinung seyn 
möchte, als ich mir selbst varkomme:a[beriioch 
weniger mochte ich in meiner eigene^ besser 
erscheinen, als ich wirklich bin. Zu ^diesem 
Behuf ist mir dein unerwarteter Besuch Wohl« 
thätiger gewesen, als du vermüthlich wolltest, 
Wenigstens in einem ganz andern Sinne, als du 
Wolltest dafs er es seyn spUte. Mir war, alb 
du herein tratest , beym ersten Anblick, als ob 
ich meinen bösen Dämon auf mich zukommen 
sehe. Wie sehr irrte ich mich ! Jetzt fiihi* ich 
liiich im Gegentheil geneigt zu glauben, dafs 
mein guter Genius deine Gestalt angenommen 
habe« um mich einer gefährlichen Täuschung 
EU entreifsea , in welcher die Eigenliebe mein 
besseres Selbst zu verstricket angefangen hatte* 
Nur zu wahr sagtest du , Hippias , mit einem 
Herzen wie das meinige sollte sich niemand 
auf die schlüpfrige Bahn des Ifofes wagen. 
Mür zu wohl erkenne ich.itzt, dafs es thöricht 
war, mit der Zither in der Hand der Mentor 
eines' Dionysius- werdep zu wollen. Die Schön- 
heit, die Qröfse, die Wohlthäiigkeit meines 
Zwecks ^ifi mich dahin: ich ^kai^nte die Afen* 






\ 

% 



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1Ä4 ' ^-^ A T H O ». 

•^en 2U,,wenig» und traute i^It selbst zu vi^l; 
Ich wurde nicht gewahr, wie viel Antheil ein« 
»u lebhafte Empfindung meines eignen Werths 

/ tn der eitelni Hoffnung hatte, höchst verderbte 
Menschen, entweder durch meine Talente^ 
jneineBeredsamkeit, meiuBeyspiel, zu g e w i n* 
a e n , oder — warum sollt' ich dir nicht die 
reine Wahrheit beken'nen?; — durch die Über- 
legenheit meines Genius zu übe r w ä 1 1 i ge n. 
Ich wurde hicht gewahr, wie ungleich gröfsec 

/die Vortheile waren, die ihnen eben diese» 
durch eine gefällige Aufsenseite bedeckte Ver* 
dorbenheit über x^ i c h gab , und wie wenig 

' meint Aufrichtigkeit, mein fldelmuth, und die 
Gewohnheit immer mit dem Herzen in der 

' , Hand zu reden und zu handeln, es gegen ihre 
Gewandtheit f ihre Verstellungskunst, ihre 
Ränke, ihre Gleifsnerey, ihre gänzliche Gefiihl * ^ 
Iqsigkeit für allen Unterschied zwischen Recht 
und Unrecht, in die Länge aushalten könnte. 
Kurz, ich wurde nicht gewähr, dafs ein 
Mens&h wie ich am Hof eines Diox^sins 
immer der Betrogne 'Seyn wird, und dafs es 
viel leichter ist» dafs er, (wie du nur zu rieh* 
tig bemerkt hast) durch die Noth wendigkeit 
sich immer zu den andern herab zu stimmen, 
unvermerkt vom Innern Gehalt seines eigenen 
Karakters verliere, als dafs es iUm gelänge den 
ihrigen umzuschaffen^. Seltsam genug, dafi 
es Hippias seyn mtifste, der meine in der bötäu* 



> 



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Zwölftes Buch, lu Kapitiel. i^lj 

benden Hofluft nnvem^erkt eing^scfaläferU 
Wachsamkeit erwecken, und /inir die Angea 
über Gefahren öffnen sollte, f!ie ich 9 ans zu 
gror6eDi Vertrauen in die Unschuld meines Her*« 
zcns, entweder übersah oder verachtete! In 
diesem Augenblick erst fühP ich» wie viel 
der Feind schon übler mich gewonnen haben 
mufste, da ich mir selbst nichV verbergen kann 
noch will 9 dafs die Gewohnheit mir^berei^ 
Menschen erträglich, [a bejnahe angenehm zn 
machen anfing, die ich zu Smyrna,^als ich noch 
imler dtxn Zauber*<ler süfsesten Schwärmerey 
und — der schönen l5anae4ebte,^unanssteh* 
lieh gefunden hätte. Mein Auge, mein Ohr» 
mein Geschmack machte skh unvermerkt einer 
Gefälligkeit, oder wenigstens einer Duldsamkeit 
schuldig, über die ich Wenige Jähre zuvor* er* 
leihet wäre. Wie sollte es möglich gewesen 
lejm, dafs die Nbth wendigkeit, von^jedei^Ga» 
ten das ich bewirken wollte, immer etwas nach* 
tulassen, um nicht alles aufzugeben, «—die 
Nothwendigkeit, IcleinereÜbel zu dulden, um 
grofseren den Zugang zu sperren — die Noth« 
I wendigkeit, l>ey tausend' Gelegenheiten von 
gering scheinender Wichtigkeit« nreine wahren 
Gesinnungen zli verbergen »mein Mifsfallen in 
dn erzwungenes Lächeln zu hüllei;i, oder kalt 
Ift loben, was ^ ich, wenn keine Rücksichten' 
iiir die Zunge banden, sehr lebhaft getadelt 
^tte — wie'v^äT* et mißlich gewesen, d^S 



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iro , A' ö A T H ö iJ.» 

diese so häufig Ayiederkommeiide Gewalt , die 
ich meiiier Denkart, meinem Gefühl, meinet 
Freyheit aiithun mubte , nicht zuletzt meine 
Otundeätz*^ selbst angegriffen haben sollte? 

Du siehesty Hippias, dafs ich mich in dei« 
i^en Angen so wenig als in meinen eijgenen, 
zu ein ein gröfsern und bessern Menschen zu 
machen begehre ala ich bin ;^ und die Offenheit 
dieser Frey willigen Geständnisse könnte dir zu* 
gleich ftir Aieine Aufrichtigkeit in allem, was 
ich zu meinet Rechtfertigung angeführt habe^ 
bürgen, wenn die Sache' selbst nicht sclion zu 
laut für mich spräche. ^Denn ge\vifs bedarf es 
keiites andern Beweises, da fs ich mich wissent- 
lieh nie zu einbm schimpflichen Vergleich mit 
in^m Laster euiiedriget habe, /als das Schicksal, 
das ich mirbloXs dadurch zuzüfg, weil ich 
mich zu einem solchen Vergleich nicht ernie- 
drigen wollte. Indessen, da ich einmahl im 
Bekennen bin, will ich dir noch [mehr ge* 
et^hen, Hippias: Pafs das bitire Gefühl des 
Undanks, womit Dionysius meine Freiindschaft 
und (wie ich wohl ohne Selbstschmeicheley 
eag^i kann) meine Verdienste um ihn be- 
lohnte; — dafs der Verdrufs, mich in tneiner 
allzu guten Meinung von ihm so häfslich betro- 
gen zu haben, ^ und alle meine schönen^ Ent- 
würfe durch die Ränke nichtswürdiger Höf- 
lu)g^ auf elBmahi wie buntte Seifenblasen zer^ 



I Zwölftes Buch. it. Kapit»!. 1O7. 

/ ■ 

platzen zu sehez^ ; — - clafs da^ Brüten über sol- . 
dien Erinnerung^en , in der Einsamkeit einer 
unerwarteteu Einkerkerung, mein Gemüth mit 
einem Trübsinn umzog, derin den dunkelsten 
Stunden meine Vernunftselbst verfinsterte, und 
sogar meinen Glauben an eine allgemefine, nach 
Gesetzen der höchsten Weisheit geführten Welt- 
r^gierung wanken machte: diefs könnte viel« 
leicht mit der Schwäilie der menschlichen Na« 
tur entschuldiget werden, und würde bejr 
einem Vn verdorbenen, Herzen von keinen dau- ^ 
cmden Folgen gewesen seyn. Aber dafidie^eT 
Trübsinn endlich gar mein Her^ ergriff;^ dab 
ich mlch's reuen Hefa, so viel für die Menschen 
gethan zu haben » die mir, in dieser 2^rrüt- 
tung meines Innern Sinnes, so vielei^ Sorge für 
ihre Wohlfahrt und so vieler Aufopferungen un- 
würdig schienen ; dafs es so weit kam , ~ dafs ^ 
ich sogar dem Hippias bey mir selbst gewoh-' 
nen zu geben anfing, und ßeine egoistische Le« 
bensfilosofie, als auf die allgemeine Erfahrung 
gegründet, bereits in einem günstigen Lichte be- 
trachtete- -— di^fs überzeugt mich, dafs der 
verpestete Dunstkreis eii^es verdorbenen Hofes 
bereits , wiewohl pair Selbst unbemerkt , die 
G^undheit meiner Seele angegriffen haben^ 
mufste, und dafs ich der Gefahr nur' zu nahe 
war; das letzte VLpd höchste Gut des MenscUeipi, 
das einzige was ihn über den Verlust alles an« 
dem trösten U^nn, zuVerlieren. In einer solchen 



I \ 



V 



iÖg ' A G A T H O N. ^ 

Stunde war es , Hippias , da deine urj vct' nu- 
thete Erscheinung, dein ironisches Mitleiden, 
die Strenge defnes Tadels, die Schärfe, womit 
du mein Benehfnen an diesem Hofe gegenmein« 
eigenen Grundsätze abwogst, und, was deinem 
Werke die Krone aufsetzte, dein grofömiithi- 
ger Antrßg — von dessen Annähme Zugleich 

"meine iBefreyung und (nach deiner Schätzung) 
ein beneidenswerthes Glück die Folge seyn 
fiöll, •— ,eine U Umwälzung in meinem Gemtiths^ 
zustand hervörbrarichte, die dich, wiewohl gegen 
deine wirkliche Absicht , zu meinem gröfsten 
Wohlthäter macht. Deine Gegenwart stellte 
plötzlich unser wahres Verhältnifs wieder her. 
Ich fühlte mich wieder denselben, der ich war, 
da du mich in deinem Hause zu Smyrna ver- 
liefsest, um mit der schönen Danae den An> 
Schlag, der euch glpichwohl nur zur Jlälfte ge- 
lang, abzureden; Pein s^bst in seiner Strenge 
hinterlistiger Tadel (vergieb mir dieses Wort{) 
wirkte mehr als du wolltest , und wurde mir 
zwiefach heilsam. Ej weckte das volle Bewufst- 
eeyn in mir auf, dafs mein Wille Immer red- 
lich , und tti^in Zweck rein gewesen war; aber 
mitten' unter der Bestrebung, das Ganze mei^ 
»es Lebens in S^rakus gegen deine Anklagen 

^ zu rechtfertigen, öffneten sich meine Augen 
für die feinen unsichtbaren Schlingen der Eitel- 
keit, de^ zu sicheijrn Vertrauens auf meine 
iiigene Stärke, und der libermäfsigen Selbst- 



iTÖLFT£6 Btf^c«. 11. Kapitel. 169 

üng,' worin TOcinc Lauterkeit sich ui\gc- 
itn verstrickt; VLtid^ indem mir ineiiiGe- 
i Zeugnifs, gab , dafs ich nie 8p s^chwach 
m sey als du.ndrich besclmldiigtestv sagte 
en diese innerliche StÜnme, dafs ich aucH 
adelhaft^nicht gewesen sey, als die Eigen- 
air geschmeichelt hatte« 

d nuny mein lieber Hippias, höre, nach- 
n so lange Geduld gehabt hast mich an^ 
m» höre nufn auch meine letzte» feste» 
büttetliche Erklärung. Dein Antrag ver- 
in so fem er aus e|nem wohl wollenden. 
I zu kommen scheint, meine wälrmsr« 
arkeit: aber annehmen kann ich 
i c h r. £s ist eine Klhft zv^ischen uns , 
8 SO lange trennen wird, als Jeder von 
, was et ist. Du Ziehest, meine Effah- 
i, meine Verirrungen, meine Fehltritte 
dienten am Ende pur mein Gemüth zu 
i^ mich in meinen Grundsätzen zu befea« 
und über das, was die'' Würde meinex 
und der Zweck meines Daseyns i»t, mir' 
mehrLicht zu geben. Nie hab'iqhinni- 
pfiindeh als in diesem Augenblicke, dafs 
^aindte und unabsichtliche Anhänglich* 
[das, was ewig'^ähr und reclit und gut 
3^ einzige Bedürfnifs und Interesse mei- 
tern unsichtbaren Ich 8., ist, dem 
sicIitbaT^ Ithi ^^t all^ji seinen B^* 



170 A G A T R 6 W. 

dürfpisflcn, Neigungen, ILcidcinscha ft.cn» Wün- 

s'chen und HofinUngcn , immer untergeordnet 

seyn mufs, wenn es in mir selbst wohl stehen^ 

oder, was eben dasselbe ist, wenn i<^h in diesem 

grofsen All, 'worin wir zur Beförderung seine» 

allgemeinen Endzwecks thätig zuseyn bestimmt 

sind, das zii s^yn wünsche, was ich soll«. 

i Nur ijndem ich der gekränkten Eigenliebe des 

sichtbaren Agathons Gehör gab, der, im 

Zorn sein, Werk von> frevelhaften Händen 

xer$tx>rt zu sehen , diesen Frevel an der ganzen 

' Menschheit rächen wollte , sank mein besseres 

.Iph einen Augenblick unter sich selbst herab, 

und vergafs, d^^^ ^s seine Natur ist, immer 

das Out€| zu wollen und zu tbun; unbeküm«' 

mert ob es erkannt oder verkannt, mit I^ank 

öder Undank, mit Ruhm oder Schande belohnt 

werde; unbekütnmert was es fruchte, wie lang' 

es dauern , und von wem es wieder zerstört 

werden könnte. Diefs , Hippias , ist es^, was 

ich Tugend netpne; und dieser Tugend 

schwöre ich hier, in deiner Gegenwart, von 

neuem unverbrüchliche Treue; fest.entschlos- 

sen, jede neue Laufbahn, die sie mir eröffpea 

wird, mtithig antutreten, sollte auch etwas viel 

ätgeres» als was iqh bereits erfahren habe» am. 

Ziel derselben auf mich warten. Noch einmahl» 

' Hippias, ich erkenne das Wohlwollende in dei-* 

nem Antrag mit einem Dankgefühl ^ dem ich 

mich nicht ganz überlassen d^rf, wail ich deine 



Z^vÖLFTE8 BüciH. 11. Kapitel. 171 



/. 



Wohkhat nicl^t annehmen' kai^n. Was ndein 
Schicksal seyn« wird, weifs icji nicht; wiewohl 
mir kaum zweifelhaft ist, was meine Feinde 
über mich beschlossen haben. Eine höhere 
Macht gebietet über sie und mich. Übrigens 
fehlt, es mir iiibht an Freunden, die sich f|ijr 
meine Befr-eyung verwenden werden ;v,uiid ich, 
vertraue zu deinem Edelmutli,) Hippias, dafsv 
<Ju, unbel^idigt von meiner, Aufrieb ligk^eit, ih- 
nen hierin eher beförderjiph seyu als im Weg^ 
stehen wirst. Indessen will ich meine F^ey- . 
heit weder unrechtmäfsigen Mitteln , lioch der 
Gnade^ des Tyrannen zu» danken haben. Wie, 
weit ich auch unter dem,, was ich sjeyn sollte 
und seyn konnte, geblieben bin, die Sicvliajner, 
Dionysius und seine Hoüeute haben sich nicht 
zu beklagen, irgend ein Unrecht von mir erlit- 
ten zu haben ;^.und in diesem Bewufstseyn mei- 
ner Unschuld erwart' ich mit Ruhe was über 
mich verhängt ist. ^ . 

Mier.hörte Agathon zu reden auf ; und Hi|)- 
pias, dei;^ ihn mit anscheiuendet Unbefangen- 
heit, bald ndehr bald weniger aufmerksam, 211- - 

gehört hatte, ferhbb sich von seinem. Si^z, und 

^ "1 

sagte in dem jo^ialisehen Tone , der ihm eigen 
war: Wir sind also geschiedene' Leute,, Aga-« 

thon? Ich mufs es mir gefallen lassen, weil 

du.e^ so willst. Wie wunderlich auch diese 
schwärmerische Vorstellungsart in tneinen 



l?« ^ A G A T H 6 JW.^ 

Augen ist, genug, sie scheint dir tur anderit* 
Natur geworden zu seyn ; ich ehre deine Auf- 
richtigkeit, und verlasse dicli ohpc Groll. Mein 
Aufenthalt zii Syrakus wird von keiner langen 
Dauer scyn; denn ich liebe die Tyrannen, so 
wenig wie d^,^ind hin glücklich genug ihrer 
nicht zu bedürfen': sollt* ich aber Gelegenheit? 
finden , die meinen guten Willen zu beweisen^ 
so soll mich die Kluft, die zwischen uujb liegt» 
nicht yerhindern, dem Gefühl gemäfs ^u ban- 
deln, welches mich zu d^m Antrag, den da 
iiüssclilugst, bewogen hat. Mit diesen Worten 
Ergriff er Agathona dargebot ne Hand, schüttelt« 
iie mit einei^i leisen Druck, und entfernte sicfaf 
dem Ansehen nach , eben so vergnügt und fro- 
hen Muthes als er gekommen Dvar. Was, nach- 
dem HippiaB abgetreten war, in dem G«mütha 
unsere sich selbst wieder überlassenen Helden 
vorging, zu errathdn, überlassen wir nun der 
eigenen Divinazionsgabe unsrer Leser um so 
.tuhiger, da wir sie auf den Weg gebracht ha« _^ 
ben,- auf dem sie es nicht verfehlen können. 
Alles was wir davon 9agen wollen, ist: daC9 
}hm in langer Z^it nie so leicht ums Herz ge^ 
w^seri war, und dafs alle Betrachturigen, >voz«i 
Ihm [diese so unverhoffte und für ihn so wich- 
tige Scene Anlafs ^ab, ihn in ^er" edlen Gesitf4- 
nung und Ent«chlie(süng bestärkten , mit wel- 
chen er den Versucher (lippias auf immer ypn ^ 
sich entfernt hatte. 



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Zw5LFTs»~Buca. IS. KapiteL i'ji 



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i^. K a i^ i t e 1. 

ifithoii Wird 'Svieder in Preyheit gesetzt , Und v«r* 
"^ iaht SiciUen. 

r ' ' ^ - ' 

Inzwischen waran die Freunde Agatbops 'seiner 
Ktttong wegen in desto gTÖfserer Verlegenheit» 
h sie sich ^LOn allen Seiten zU scharf t>eobach^ 
i^ sahen» um in S^rakus selbst etwis unter 
nehmen zu können. Denn, wiewohl man ziem* 
ich sidher auf die Liebe des Volks, zu ihm 
rechnen konnte, so war doch die Wahrscheinr 
Üchkeit, einen Aufstand zu seinem Vortheil zu 
ntegen, ungewifs, und ein Teruhglü<^kter Ver- 
mch würde das Schlimmste, was sie von der 
loiheit seiner Feinde und der Schwäche def 
voliüstigen Tyrannen befürchteten , beschleu* 
liget und unvermeidlich gemacht haben. ' Marl 
htttc sogar Ursache zu glauben, dafo der Hof -^ 
inrseit Agathons Verhaftnehmung eine beson- 
;im Wachsamkeit zeigte, und in der Stille aU 
MejrVorkel^rungen für ^eine eigene Sicherheil 
l|Hchte — - einen Schritt, der ihn in den Augen 
iorWelt zu der gröfsten Strenge berechtigt ba^^ 
[llD würde, eher wünsche als befürchte. - x 

In dieser mifslichen Lage entachlofs sich 
)ion selbst zu einer Malsregel, von weichet 



/ 



174 A 6 A T H O K. 

r . >. > 

nlan Sich alles versprach, und die vor? seiner 
Seifee una so grolsmüthiger war, je weniger 
pcrsöiaiiche Beweggi'ünde er haue, sich dem ge- 
fallenen Günstling besonders verbunden juhal- 
ten. Er l^efs ein sehr drin gen deiä Schreiben an 
den Dionysius ab, worin er sich verbindlich 
mächte, seine Kriegsvölker sogleich wieder ab- 
zudanken, und seine Zurückberufung als eine 
blofse önade von dem guten Willen 6ea Für» 
sten zu erwarten, wofern Agat hon frey gespro« 
eben würde, desseh einziges Verbrechen dariil 
bestehe, daf^ er sich für seine Zurückkuxift ixt 
sein Vaterland beeifert habe. So edel dieser 
, Schritt von Dions Seite War, so würde er doch 
vielleicht die gehoffte Wirkung nicht gethan 
haben, wenn Agathons Freunde in Italien nidit 
geeilt hätten, dem Tyrannen einen« noch drin« 
gendern Beweggrund vorzulegen. , Abcr< um 
eben die Zeit, da Dions Schreiben ankam, lang^ 
ten auch Gesandte von Tafent an, deten Auf« 

# 

trag war ,,. im Nahmen des A r c h y t a s und der 
Republik die Frey lassung seines Freundes aufs 
ernstlichste zu bewirken. / Sie waren angewie* 
sen, im Nothfall zu erklären, dafs die Repu-' 
buk sich genöthigt sehen würde, die Partey 
Dions mit ihrer ganzen Macht zu unterstützen, 
wofern/Sich Dionysius länger weigern würde» 
diesem Prinzen sowohl,' als dem gleich unschul« 
digen Agathon, vollkommene Geitechtigkeit wi* 
derfahren ,zu lassen. Dionysius kannte den 



iger nicht abgeneigt za seyn» in die Ent- 
ig des Agathon einwilligte.^ Aber dieser 
rte sich, daf9 er seine Freiheit weder als 
jnade annehmen, noch allein der Fürbitten 
r Freunde zu danken haben wolle. £r ver- 
e, daCs die Verbrechen, um derentwillen 

Verhaft genommen worden, angezeigt« 
n pegenwart des Dionysips, der Taren- 
hen Gesandten und der Vornehmsten zu 
:u8 ö£Pentlich untersucht, seine Rechtfer 
g gehört, und sein Urthe]'! nach den Ge- 
a ausgesprochen werden sollte. Aber dazu 
en es' Kleonlssa ,-Filist, und deic Tyrann 
t nicht kommen lassen ; und da die Taren- 

ihnen keine Zeit liefsen, die Sache in die 
e zu ziehen, so sah man sich ejpidlich genö- 

öffentlich zu erklären : DaTs eine starke 
mthung, als ob Agathon sich in eine Ver- 
5rung gegen den Staat habe verwickeln 



176 A 6 A T H O If. ^ 

iich durch ein feyerliche6 Vetsprecken, nichtf 
geg^n den Diony^ius eu unternehmen, vqu 
diesem Verdacht gereiniget haben, werde. Die 
Bereitwilligkeit, womit di^ Gesandten vonTa» 
rentsich diesen Antrag gefallen lijßfsen, bewie^i^ 
dafs es dem Afchytas blofs um Agatjions Bet 
ffeyung, zu than war; und wir werden i^ dex 
Folge den Grund entdecken, warum dieser Vor* 
Steher einer in die Sache nicht unmittelbar ver- 
wickelten Kepublik sich unsers Helden , deip 
ihm von Person noch unbekannt war, nait so 
aufserordeutlichem Eifer annahm. AUeiii Aga* 
thon konnte lange nicht dazu gebracht werden» 
eine Erklärung von sich zu geben, di^ deti'An^ 
schein eines Geständj^isses hatte, dafs er seiner 
l^artey ungetreu worden %^y. Indessen n^il^fste 
doch diese, in ^Ansehung der Umstände viel« 
' leicht allzu 'giofee ßedenklichkeic endlich dei^ 
Betrachtung weichen: dafs er durch Ausschlag 
gung eines so billigen Vergleichs sich selbst ia 
die grSfste Gefahr setzen würde, ohne seiner 
Fartey einigen Vortheil dadurch zu v^rschafPen { 
indem Dionysius viel eher einwilligen würde^ 
ihn heimlich aus dem Wege räumen zu lassen« 
als zugeben^ dafs er mit so viel Keitzungea 
zur Rache die Freyheit' erhalten sollte., def " 
F^kzionDions neues Leben zu geben, und sicli 
mit diesem Prinzen zu seinfem Untergänge zit 
vereinigen, pie lebhaften Schilderungen, wel^ _ 
che die Tareminfr ilim von dem glücklichen 



Zwölftes ]^ucH. 12. Kapitel. 177 

JLeben macht^p, das im rubigei^ ScbppDs ibT^f 
Vaterlandes und in djpr Gesellschaft seiner dor- 
tigen Freunde auf ihn war^e« vollendeten, end- 
lich die Wirkung, die der gewaltsame Zustand» 
worin, er seit einiger Zeit gelebt hatte, auf eijx 
Genlüth wie das seinige machen nxufste; indem, 
sie ihm zugleich den ganzen Widerwillen , den 
er nach seiner VerbauUnung vofi Athen gegea 
den Stand eines Staatsmannes^ gefabt hatte» und 
seinen ganzen Hang zur Abgeschiedenheit voa 
der Welt und zum Leben mit, sich selbst und 
jBiit guten Menschen wiedergaben, weltheß ihmj 
wie er glaubte» itzt um so nöthiger wf^r» da 
er ^eip Gemüth auch von den geringsten Rost« 
flecken» die von seinem Syrakusisclien Hpflebeu 
zurück geblieben seyn k,öniiten» zu reinigen 
wünschte. Er bequemte sich al^o endlich zu 
einem Schritte» der ihm von den Freunden 
Dions für eine feigherzige Verlassnng der guten 
Suche ausgedeutet wurde , wiewohl )es das ein- 
zige w^» w4s ihm in seiner La^e vernünftiger 
.Weise zu thun übrig blieb. Aber wie viele 
dunkle Stunden würde et sich selbst und wie 
:i^iele Sorge und Mühe seinen Freunden erspart 
h^bei¥» wenn ex d^m Ri^the. des weisen Aris^ 
jtippus etliche Monate früher gefojigt hätte! 



.. {^ ist ^o^treitig einer von den zuverlässig« , 
sten und seltensten Beweisen der Rechtschaf- 
Wälamd» sämmtl. W. III. B. M 



I 



I 



178 A • AT HO K. 

finb^U^icM MlntfltprSf wenn er ärmer« odet 
doch'wenigls^en8 nicht reicher in seine Hütte 
«urüek kehrt-, als er gewesen war» cfa er ai;f -^ 
den Schauplatz des öffentlichen Lebens versetz 
wurde., Agathon hatte, über~ den Sorgen für. 
die! Wohlfahrt Siciliens sich selbst so voll- 
kommen vergessen, dafs er eben so arm 
aus Syrakus gegangen wäre , als er vor einigen 
lahren aus Athen ging, wofern ihm nicht, bald 
nach deiner Erhebung zu einer Würde, die ihm 
ckeii^ geringes Ansehen in allen Griechischen- 
Staaten gab, ein Theil seines väterlichen Ver- 
mögens unvermuthet wieder zugefallen wäre« 
Die Athener, die eben damahls der Freund« 
Schaft des Dionysius zu gewissen Handlu^gs* * 
entwürfen nothig hatten, landen für gut, ehe 
sie sich bej Agathon um seine Vermittlung he^ 
warben, ihm ,ein Dekret überreichen zu lassen 
kraft dessen sein Verbannungsurtheil aufgeho« 
ben, der ganze Pro'zefs, wodurch er seines £rb^ 
gutes beraubt worden War, vernichtet, und der 
tinrechtmäfsige Inhaber des letztern zur gänzli* 
chenY/tederh erstell nng vernrtheilt war. Aga- 
thon^ hatte grofsmüthig nur die Hälfte davon 
angenommen, welche zwar für die Bedürfnisse 
f eines Alcibiades oder Hippias, nicht zureichend 
gewesen wäre, aber doch weil mehr war, als 
ein weiser -Mann bedarf, um unabhängig ^nd 
sorgenfre}^ ztt leben; und so viel war für einen 
Agathon genug. , 



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2iw5LVT£4 Bircir. A.i^. Kapitifl; 179 

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, .. 4- 

* Vmtt Ue\ä rehtweiltei^^^ er 

leine FirQ]fhiBit wieder etlängt' hatte ^ nich^ 
iKnger in Syraküs -als- 'liöthig war, sicfr 
von laeinen S'reundm zu lM9iirlauben. Dio- 
tijsiud, äcT (wie wir ' 'Wisafeiit) 4eii Ehr- 
j^ibitz hiAUfMts xtdt'gmhr Att thun säu 
wollen, verlangte, dafs > er in Gegenwart! 
•eines gaiizen Hofes Abschied von ihm neh- 
men sollte. £r überhäufte bey dieser Gele* 
genheit seinen ehxiiahligen Günstling mit 
Lobsprüchen und Liebkosungen« und glaubte 
den feinsten Staatsmann zu machen, . indem 
er^ dich stellte, als ob er ungern in seine 
Entlassung i^inwitlige , un3 "^älg ob^ sie als 
die besten Freunde von einander schieden. 
Agathon trug um so weniger Bedenken, die* 
•en letzten Auftrjitt d^r Komödie mitspieleu 
zu ^ helfen , da es yermuthlich die letzte 
Gefälligkeit dieser Art war,^ zu welcher er 
sith jemahls wieder herab zu lassen gemüGBi- 
get seyn würde. Und so entfertitb er sich« 
in Gesellschaft der Gesandten^ von Tarent; 
von jeäermann beurtheilt^ von vielen geta- 
delt, von den wenigsten (selbst unter de« 
nen, welche günstig von ihm <} achten) ge* 
kannt, ab^ von allen Redlichen vermifst- 
und oft zurückgewünscht, aus einer Stadt 
und einem Lande , worin er die Zufrie- 
denheit hatte viele Denkmäler seiner ruhn^« 



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Avürdigen» ' M^ieWohl kurzen Suatfliverwa^tung 
9U hint^rlaesisti t und aus welchem er nichti 
l^xir aich hinaiM nahm» als einci Reihe vo4 
Erfahrungen» die ihn in dem lobenawerthen 
£nttchluf# 4)ettSrktto» oline dringenden 
l>eruf kein« andere ven dleaes Arl mehr zvi 



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I> H X T Z B K N TS f B^ C Hj 



Jga^hon kommt nach Tärent, wird iii die FamitU 
deSili^cfit/ta^ eingeführt , entdeckt in der wieder ge» 
fwdenen Pfyc^he seine Schwester , und findet un» 
verhojft die schöne Danng wieder. 



•« • 






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1 . R a p i t e l. 



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ircbyUf und die Tarentiner. Karakcer eine« NltntB' 

Staacsmannef; 

Archjtas yon'Tareiit, 'dürc^ d«8«efi mc)h 
dmcklicbe Verwendung Ageebon ^den Händen 
seiner Feinde znSyraku6'«iit<rissen' wurde, Vf9t 
ehmahk ein.^ veftfauter Ftdund ieines Vai^rv 
Stratonlkois, und-^eide Fämitien w^ren durcK 
dieB^hide Aes Oäef'r^dhtf' ir^n «ral^n Zei^ 
ten her verbunden geweaen. Der Ättsgetjpeiicte 
Rahm, welchen^der Weise vdri^TÄrent, als der 
würdiget« iHiter . den^ f^^h;|o^era dY»vJt^ft|f% 






I 



Jgßx A 9 AT H C N. 

gora«« ab ein titl6r JSjjo^et;. J^^^ 
der Natur ,iind der RüMt, als ein kluger Staats« 
mlinn, als ein geechickt^r und gliickj^icher Feld« 
lierrf und» was allen diesen Vorzügen , die Krone 
aufsetzt, als ein rechtschafFener Mann in der 
▼oUkommcnstea Bedeutung dieses Worts» sich 
ei^orben; hatte seinen Nahmen dem Agathoii 
Schon4ange%hTWürclij;.geinach^. Bierast^ kam 
noch, dafs dessen jüngerer Sohn, Krjltolaos, 
in dien Zeiten des höchsten Wohlstandes un- 
eers Helden zu Athen, zyirey Jahre in seineni 
Hause zugebracht, und, mit allen möglichen ' 
'Freundschaftserweisungen überhäuft, <iine Zu« 
nelgung von derienjgen Art für ihn gefafst 
hatte, welche in sch&nen Seelen sich nur mit 
dem Leben endet. Diese Freundschaft war 
2war durch Texjichie^ene zufällige Umstände 
eine Zeit lang uHterbroehen worden ; aber kauiii 
hatte Ag^t^him den Entschlufs gefafst, sich dem 
Dipnysius zu widmen , m war eine seiner ers« ' 
ten Angelegenheiten^ gewesei(i, diese Verbin« 
düng MvitAox lu erneuex'n« Er hat^ w^hveml 
seiner StaataverwaUuQg^dich ö;ftevt bey der w«i«> 
ien.£r£sliTfti}tieitdft Archjt^s Raths erhohlt: 
und die Verhjlltnisse, Worin die Tarex^tlner und ^ 
'l^nakuser standen t * hatten ihm öfters Gelegen- 
}ieit gegeben» sich um 4ie erstem einiges Ver- 
dienst zu n^achto. Bey allen diesen Umstän; 
deh ist. leicht zu ermessen, dafs er in seiner 
f^gen^ibrtigen (jage den diritigenden ip^iuladun- 



\ 



V 



UnETZEHKTEs BücH. i; KapHel. 18$ 

geo «einest FFeund<i8'Krit9laof ^nr 90 weniger 
tridersrehen konnt^e, da sction die Pflücbt der 
ErkennUichkeit gegenaeine £rretter ihm keine 
Freyheit %u lassen schien, andere Beweggründe 
Uj der Wahl «eines: Aufenthalts in Betrachtung . 
sa 



In der That hätte er sich keinen zu seinen 
nanmehrigen Absichtexi bequemem Ort erwäii« 
kn können als Tarent. Diese Republik war 
damahls gerade in dem Zustande, worin jedes 
patriotische Republikaner die sehnige zu seilen 
wünschen muls^ Zu klein, um ehrgeitzige 
Entwürfe zu machen ; zu grbfs ^ tUn den £hr- 
geitz uxkI die Vergröfsrungssucht ihrer Nach« 
bam fürchten zu müssen«;' zu schwach, um in 
Indern Unternehmungen als in'den Künsten 
des Friedens ihren Voriheil zu finden; aber 
stark genug, sich gegen jeden nicht allzu über« 
mächtigen Feind (und einen soldbien hatte sie 
damahls nQch nicht) in ihrer Verfassung zu 
erhalten. Archytas hatte sie (in einem Zei t- 
cacune von mehr als dreyfsig Jahren , in -weU 
chem er siebenmahl die Stelle eines ober^ 
Uen Befehlshabers bekleidete) an die weisen 
Gesetze, die er ihnen gegeben, so gut ange- 
wöhnt, (da Is sie -mehr durch die,Macht'der 
Sitten. als durch dasf^ Ansehen der Ge- 
letze regiert, zu werden schienen. Fabrikan* 
ten und Handeleleute machten den gröfsem. 



I 



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( 



j84 A a A t H o H. , 

Theil deir Tarcmin^ au8. Die/WlssenscHafte^ , 
und 8ch5ne<i Künste staniden . cfaher in kernet \ 
beaondern Hochachtung bey ihnen ; aber sie '^ 
waren auch n i c h t V e r a c h t e t. Diese Gleich* »^ 
ffultifikeit bewahrte die Tarentiner vor den* > 
Fehlern und Ausschweifungen der At'hener^ . 
bey denen jedermann, bis auf die Gerber und ■, 
Schuster, ein Filosof und Redner, ein witziger ,. 
Kopf und eiü Kenner seyn wollte. Sie waren , 
iine gute Art von Leutfeh , ein^ltig yon Sit* ^ 
ten, emsig, arbeitsam, regelmäfsig, Feinde det 
Pracht und Verschwendung, leutselig und gaist* , 
firey gegen die Freriiden, Hasser des G/ezwung- 
nen. Spitzfündigen und Übertriebenen in allezi ^ 
Sadhen, tmdj aus eben diesem Grunde, Lic^bha« ;. 

her des Natürlichen und Gründlichen , die bey l 

'% 

allem mehr auf die Materie als auf die F o r n« 

' • ' ■ • >i 

aahen, und nicht begreifen konnten, dafs eine ^^ 

zierlich gearbeitete Schüssel aus Korinthischen 

Erz besser seyn könne als eine schlechte aus ^ 

Silber, oder dafs ein Narr Üebenswnrdig seyä' \ 

könne weil er ar/ig sey. Sie liebten ihre Frey- j 

heit, wie eine EJhegattin , nicl^t wie eine Bey- j 

#cliläferin, — ohne Leidenschaft, und ohne Eifer- i 

Bucht. Sie setzten ein gerechtes Vertrauert in .j 

diejenigen, denen 6ie die Vormundschaft übcr^r 

den Staat anvertrauten; aber sie forderten auch»' ^ 

dafs pian dieses Vertrauen "Verdiene. Der Geis tL^'ä 

de rEmsigkeit, der dieses achtungswürdigfc -1 

und glückliche Volk beseelte, — der unschui- : 



DBE^zEHNipks IBüCH. 1. Kapitel« i85 

4igsf^ und wcililibiligjte iatit6r allen tublunatl- 
ichen Geistern 9 ■' die uns bekannt sind» •^— 
machte 4 dafs m^n sich feu Tarent weniger , ala 
m den meisten t|iltteliinäfarg<E^n Städten zu ge^ 
scheKen jjflegt, tta andre hekümmerte. ' In so 
fem man sie nicht durch eine ges^tzwidrige/rhat 
odcir durch einen beleidigend ei> Widecspruch 
ihrrcr Sitten ärgerte, konnte i^d er leben wi« 
er Rollte. Ajileö j^iefs ^KU^mnien genctmmen. 
machte, wie uns däucht , eine , sehr gute Art 
^on republikanischem Kataktchr aus ; and Agai 
t hon hätte schwerlich einen Ft^y Staat , finden^ 
können, welcher gesc^hickier gewesen wäre» 
seinen gegen dieselben gefafsteti Widerwillen 
zu besänftigen. Ohne Zweifel l^atten die Taren- 
ti^er liuch ihre Fehler,, wie alle andre Erden- 
bewobtiet. Aber der weise Archytps, unter 
#elcliemilnr Nationalkärdkter erst eine gesetzte 
und feste Gesfalt gewonnen hatte^ wufste clie 
Tiswip^ramentef^hler seines Volkes 
sb 'klüglich zu behandeln ; dafs sie^ durbh die 
Vermischung mit ihren' Tugenden, beynahe 
aufhörten^ Dehler zu seyn. Ei^e notliwendi^e^ 
nnd '^felleicht äie gxßfste Kunst "des Gesetzge- 
bers, deren genauere Untersuchung wir d^^xir, 
i^igeh empfohlen haben wollen, die aniAuft 
I&simg der achweren Aufgabe , welche Gesfetz*^ 
^i^ung nnfer gegebenen Bedingungen 
die beste fey? zu arbeiten sich berufen 



\ 






iQß A 9 A T H o y. 

Das erste ^ was unsexiki Helden* als er aal 
* Lana stieg, in die Augen^fiel, war Sein Freund 
Kritolaus^ der mit einem Gefolge jder edelsten 
ßüngliiiM Ton Tärent ihm entgegen- geilogeii 
war » lim ihn in freundschaftlichem Triumf in 
f ine Stadt einzuführen» welche sich's zur Ehre 
rechnete» von einem Manne wie Agathen vor 
andern zu seinem Aufenthalt gewählt zu wer^ 
den. Der Anblick eines der schönsten Länder 
unter der Sonne» und das Wiedersehen eines 
Freundes, von dem er aufs ssärtlichste geliebt 
wurde, machten ihuin einem einzigen Augen« 
^ blick aUee Ungeuucli vergessen, das er in Sici' 
llen und in seinem ganzen Leben erlitten hatte.^ 
Eine frohe Vorempfindung der Glückseliglu^itr. 
die in diesenr^um ersten Mahl betretenen h^^i^ 
^uf ihn "wartete, verbreitete ein unbescbreibli* 
^cbea Behagen durch sein ganzes Wesen. Diese* 
unbestimmte Wollust, wekhe alle seine Em* 
' pflndungskräfte zugleich einzunehmen schien, 
war nicht-das seltsame Zaubergefühl» w#mit 
ihn die Schönlieiten der Natur und die Em- 
pfindung ihjer reinsten Triebe in seinem lugend 
durchdrungen hatten. Die$e Blüthe der £m« 
pfindlicllkeit, diese zärtliche Sympathie^ aait 
sillem was lebt oder zu leben scheint, der Geist 
der Freude, der uns aus allen Gegenstände^ 
entgegen athmet, der magische Firnifs, der sie 
überzieht, und uns über einen Anblick, von^ 
dem wir zehn Jahre epäter kaum noch flächti|; 



ch etwas das dieseüa äknUph war« Sein« 
chien dadurch voo alljei^ yerdüsteTn4en 
a ihr€8^ j&npAU^t^baT vorher gehenden 
dea auagewaacHep und zu den schönen 
fken v6vbere^t6t. zu werden,, welche aie 
er neuen Periode seines ][|«ebena Jbekonat 
ilte. 

le der glücklichsten, Stunden desselben 
dr iin der Folge dfters zu vi^rsichern 
) vrar dieje|iige, wonn er die perstoliche 
aschaft di^^s Axchytas machte. Dieser 
rdige Oreis haltte der Natur « und ein^ 
rungff die vxjln seiner Jugend- an ein un« 
ide^der Zug seines JUrakters gewesen 
^cpoi VortheU einer C«ebhafti|^eit aller 
zu danken t welche in ftsioeni Alter 
Seltnes ist«i aber es doch bey den alten 
en lange nicht so/sehr war » aU beiden 
^ Europäischen Völkern unsrer Zeit. So 
ihlt die Einbildunjzskraft im Ai»rs HuliiAn 



i88 ' A c A T it 6 n. — ^ 

je Stärker Idres^f AnMick rön all^m Atnfemg^ 
abstach» Woran sich seine Augen eeit ^erau«^ 
ttier Zelt hatten gewöhnen tiiüssen. — «ntJi^d 
watum^ könnte er nicht »nders?«^ -^ Die ür- 
i9che ist gkht einfach : MreH dieses IdealischcL 
nicht in sdinem Gehirne, toiidetn in dein Gd' 
gensfande selbst lagJ Man «teile ^ch ' einen 
gröfseh Btattlfchen Mann vor, ^de^en Atiaehen 
beym ersten' Blick ankündiget, dafs er daiai 
gemacht ist andre za regieren, und der^ n^nge- 
ichtet ternersttbemen Haare, di6 Mienö ^itvw 
fünfzig Jahren ein sehr schöner Ma'titi 'g#i 
'^csen zti sfeyii. Venritttlich giebt es v^taige 
unter unserd Lesern, deneii im gatizen LifttS 
ihres Lebens tii^ht einmahl i&in soldier Mam^f 
vorgekommen wäre. Aber ntin 'steflle man sicE 
auch vor, <JaT8 dieser Mänfii von früher Jugeffsd 
an ein t u g e nd h a Fi e r M ä t\ n geivesM ^^^r i 
dafs eine lahge Reihe Von JaThren »seit^ Tä* 
gend zu Weisheit gereift: tatte; ' dfefs. di# 
unbewölkte Heiterkeit deines Geistes, die liahe ^ 
aelnes Her2ens, die all«:enieine Güte wövinri dt _ 
bes^eeltwat, da« stille Bewafstseyn eines schtild«^ ■ ^ 
lösen und mit guten Thaten erfüllten Leb^tie^ ^ 
sich in seinen Augen und in ai&iner gänzetf '^ 
Giesichtsbildunfi; mit einer Wahrheit, ünit'C^aiem: ^ 
Ausdruck von stiller Gtöfse und Würde ab» ^ 
mahlte, dessen Macht unWidemehlich waf . —*• ^ 
t)ie^s irt'was man vielleicht noch nidht gese- ;^ 
hefK batf Wüs gewifa ^Ater dia aeltelisitir ^ 



^£YZEH9kT]|s,|Erc^ |. Kapitel. ^99 

> 

ei^ungen/uptfi: d^mrMond^^geböi;t« un^ 
ti Agathon ao stark gei:ühTt.M^i;^d^. £]r 
nun endlich gefunden, W2|8 er^Q, gft geb- 
ebt, ^ber noch nie gefui^4en zu babeo 
3 eip t hatte, ohne ip der Folge av^ ein^ 
«)ie andere Art aeines Irrthums; überfühi^t 
ön :^u $eyn». — « einex» wahrhaftig 
eji Mann; einen Mann» der picbtf 
inen woUte a^ was er war« und aa 
lem das scharfsichtigste Auge nichts ent» 
m koi^nte dai m^u anders hätte wünschen 
ip. Die Natur schien sich vorgesfit^t zu 
a, in ihm %n beweisen, daCs die Weiaheit 
: weniger ein Geschenk von ihr sey al« 
lenie; und dafa,' wofern es gleich der FiloV 
iticht unn^ögUch isti ein schlimmes Natu* 
u verbessern^ t^? wohl gar aus einem S i 1 e n 
ier Himmel will;) einen S o k r a t e a zu 
k«n, es dennoch der Natur allein zu» 
(ne, diese glückliche Temperatur der Ele*? 
te der Menschheit her^^orzubringeni 
be, unter ^inem Zusamn^enflufs eben so 
^Ucher ymstände, endlich zu dieser v Q/U- 
in^nen Harmonie allerKräfte un4 
'egungcn des Mensc-^en» woriu 
)if it und Ti^end zusamQ^Qi:^ fliefsen, er- 
iMrerden kwn. Archyta^^ hatjte niemah^ 
^ eine gluhef^de Ei^blldungskf aft noch 
|[# Leidenschaften gehabt. £inf gewisse 
ß, 4^^ ÜW ^ch^ntwm ^nes Rop{«% 



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tgo ' A a iL T ji'^ö ir. 

■ ^ .'■•.-. . ' " 

und seines Hepsens auszeichnete », hätte vott 

feiner Jugend an die JKindrüeke der Qtgtti^ 
stände auf seine Seele gemäfsigt. Diese £m-^ 
^ drücke waren deutlich und stark genug, um sei« 
nen Verstand mit wahren Bildern zu erfüllen; 
und die Verwirrung ZU verhindern, welche itt 
dem Gehirne derjenigen tn herrschen. pflegt» 
deren allzu schlaffe Spannung nur eine schwadia 
und matte Einwirkung der Gegenstände ztt* 
läfst. Aber 'sie waren nicht so lebhaft und 
roll keiner so starken Erschütterung beglei^ 
tet, wie hej denen, ^ii^elche, durch zartere Oi^ 
gane und reitzbarere Sinne zu den enthusias^ 
tischen Künsten der Musen . bestimmt , deft 
zweideutigen Vorzug. einer zaubernden Einbi]^ 
dungskraft und^eines unendlich empfind liehen 
Herzens theuer genug beiahten müssen. Arcby^ 
tas hatte es dem Mangel dieses eben so schim- 
mernden als wenig beneidenswerthen Vorzugs 
zu danken, dafs es ihm wenig Mühe-kostete^ 
Ruhe und Ordnung in seiher innbrlicheh Ver^ 
fassung zu erhalten ; dafs er, anstatt von seineii 
Vorstellungen und (jefühlen beherrscht zu wer- 
den,, immer Meister von ihnen blieb, und die 
Verirrnngen des Geistes und des Herzens, V6a( 
denen das schwärmerische 'Vo)k der Heldeii 
Dichter und Virtuosen aus Erfahrung spfechem 
kann,jnur aus fremde^ Erfahrung^ kaniiltt^^ 
Dalierkamesauch, daGsdie Fythagorälsohlt 
Filosofie» in deren Grundsätzen er erKOgeo- 



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Dr£ YZ£HN'T£'9 B V C H. 1. K^ p itt^I. iQj 

allgemeine Band, womit die Natur 
alle Wesen verknüpft. Er .hatte d«8 sel- 
tene Glück 9 daEs die untadelige Unschukl sei- 
nes ö^Pentlichen und Privatlebens, die Beschei- 
denheit wodurdi ^r den Glanz so vieler Ver« 
dienste zu mildern wufste, und dieMäfsigung 
womit er sich deines ^nsehens bediente, end- 
lich den Neid selbst entwaffnete, und ihm die 
Herzen seiner Mitbürger so gänzlich gewann, 
dafs .er (ungeachtet er sich,, seines hohen AI- 
ters wegen , von den Geschäften zurück gezo* 
gen hatte) bis in seinen Tod als die Seele des 
Staats und der Vater des Vaterlands angese-. 
icn wurde. In der That fehlte ihm zimi lit>- 
fiige nichts als die aufserlichen Zeichen dieser 
Würde. Niemahls hat ein Despot unumschränkt^ 
ter über die X.eiber seiner Sklaven geherrschet; 
als dieser ehrwürdige Gre^ö über die Herzen . 
eines freyen Volkes; niemahls ist der bestö^ 
Vater von seinen Kindern zärtlicher geliebt 
worden, v 



Glückliches Volk! welches von ^nem Ar«., 
'chytas regiert wurde,, und den ganzen Werth 
dieses Glücks so wohl zu schät2:eh\vüf^te! Und 
glücklicher Agathon, der in einem solchen Mann 
einen BeschüUer, ein^n Freund, und eineii 
zweyteh Vater fand! 



V 



J ; : 



WiEtjiwps iäirmil. W, III. B.» 



N 



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^4 A:^ AT u o^n. 



2. K a p i t et' 
Slot umvtrlioffce Entdeckung 

rchytas hatte zwey SöhiiCj, deren wct 
fprnde Tugend die seltene und verdiente Glü 
^^ligkeit; seines Alters , vollkommen macl 
Diese liebenswürdige Familie lebte in ei 
Harmonie beysammen, deren Anblick uns 
beiden in di^ selige Einfalt und Unschuld 
gpldnen Alters versetzte. Niemahls hatte 
eine so schöne Ordnung , eine jso vollkomn 
]|lintracht» ein so regelmäfsiges und schö: 
Qanzes gesehen» als das liaus des weisen 
chjtas darstellte. Alle Hausgenossen, J^is : 
die unterste Klasse der Bedienten, waren eii 
solchen Hausvaters würdig. Jedes sphien 
^en Platz, d0n' es einnahfn , ausdrücklich 
inacht zu seyn. Archytas hatte keine Sk 
Ten. Der freye, aber sittsame Anstand seil 
^edienteq, die Munterkeit, die Gepauigk< 
der Wetteifer womit *sie ihre Pflichten erfi 
teh , das Vertrauen, welches man auf sie setz 
bewies» dafs et Mittel gefunden hatte, seil 
diesen rohen Seelen eip Gefühl von Ehre u 
Tugend einzuflöfsen. Die Art w,ie sie dient< 
und die Art wie ihnen begegnet wurde, schi 
das Vnedlle uijid Demüthigende ihres Stand 



y 



D'keyzehntjss Buch. 2. Kapitel. 195 

auszulöschen. Sie waren stolz darauf e^nem 
so vortrefHichen Herrn zu dienen» i^nd es w^r 
nicht Einer, der ^die Unabhängigkeit » selbst 
unter den vortheilhaftestenBedingungeny-ange- 
nommen hätte, weiin er^der Glüokseligkeit, eia 
Hausgenosse des Archytas zu seyn , hätte ent- 
sagen müssen. Das Vergnügen mit ihrem Zu« 
ftand<^ leuchtete aus jedem Gesic£t hervor; 
aber keine Spur dieses üppigen Ütiermuths, der 
gemeiniglich den müfsiggängerischen Haufem / 
4er Bedienten in grorsep Häusern bezeichnet. 
Alles war in Bewegung; aber ohne dieses lär- 
mende Geräus9h, welplies den schweren Gaog' 
der Maschine ankündiget. Das Haus dei Ar- 
chjtas glich der innerlichen Qkonpmie.des ani- 
malischen ^iörpers , in welchem alleß in rast- 
loser Arbeit begriffen ist, ohne daf» man eine 
Bewegung wahrnimmt, wenn die äufsern Theile 

Agathon befand sich hoch in diesem ange- 
nehmen Erstaunen, welches in den ersten Stun- 
den seines Aufenthalts in einem so sonderbaren 
Hause sich mit jedem Augenblick vermehren 
mufste; als er auf einmahl durch eine Ent- 
deckung überrascht wurde, welche ihn beynahe 
dahin gebracht hätte, alles was er sah für einen 
Traumi zu halten. ^ 

Das Gynäceon (oder das Innerste des 
Hauses, welches von dem weiblicheii Theilo 



ij>^ AVo'a T HO N. - 

3er Familie bewohnt wurde) war , wie mai:^ 
wcifs^ beyrfem Griechen eine Ai Fremcfcn , der 
1^ einem Hause aufgenommen würde, ordeot^ 
ilcher Weise eben so unzugangbar, als der Ha- 
-t e m bey den Morgenländern. Aber, Agathon 
^urde in dem Hause dc^s Archytas nicht wie 
«in Fremder behandelt. Die;set liebenswürdige 
Alte führte ihn also, nachdem sie sich einige 
Zeit^mit einander besprochen hatten, inBeglei* 
%ung seiner bjßiden Söhne in das Gynaceon ; 
um (wie er sagte) seinen Töchtern ein Ver- 
gnügen, worauf sie sich schon so lange gefreuet 
liätten, nicht länger vorzuenthalten. Man 
Stelle sich vor, was ftir eine süfse Bestürzung 
ihn befiel, da die erste Person, die ihm beymi 
Eintritt in die Augen fieli '— seine Psy- 

• che war! ' 

' - . - . 

- ■ ^ ' - • 

, / - 

/ . Augenblicke Von dieser Art lassen sich bes- 
ser mahlen als beschreiben.' ^ Die Erscheinung 
war zu unerwartet, als dafs er durch die Ahn- 
- licheit dieser jungen Daem mit' seiner gelieb- 
ten Psyche nicht getäuscht zu werden hätte 
glauben sollen. Er stutzte; er betrach^tete sie 
' von neuem ; und wenn er nunmehr auch seinen 
Au gen" nicht hätte trauen wollen, so liefs ihni 
das, wasvin seinem Herzen vorging, keinen 
Zweifel übrig. - Und doch kam es ihm so we- 
tilg glaublich vor, dafs er glücklich genug seyn^ 
tollte, nach einer salangeh Abwesenheit, und 



-. • ^ 



Drbyzeunt£8 Buch. z. Kapi tH. »iy7 

bey 60 wenigem Anscliein sie jemahls wieder 
zu sehen ^ seine Psyche iti dem Hause stinei ' 
Freunde zu Tarent wieder zu finden ! 

Ein andrer Gedanke, der in diesem UmstftA' 
den sehr natürlich war, vermehrte seine Ver- , 
wirtung, und hielt i&n ab, sich der Freude zu 
überlassen, die ein ehen so erwünschter a,l9 
unverhoffter Anblick über seine Seele ergoFs. 
Psyche hatte nicht das Aussehn, eine Sklavin 
in diesem Hause vorzustellen^ Was konnte er 
also anders denken , als dafs sie die Gemahlin ' 
eines von den Söhnen des Archytas seyn müfa- 
te? £s ist wahr, er hätte eben so wohl den- 
ken können ," dafs sie -seine wieder gefundene 
Tochter seyn könnte. Aber in solchen Umstand 
den bildet nian sich immer das eiri^ was mai^ 
am meisten fürchtet. In der Xhat errieth eir 
die Sache aufs erste Mahl. Psyche war seir 
einigen Monaten die Gemahlin seines Freunde» 
Kritolaos. 

Ufasenre Leser sehen auf den ersten Blick, 
was für eine schöne Gelegenheit zu rührenden 
Beschreibungen und tragischen: Auftritten uns 
dieser kleine Umstand geben könnte. Wdcbe 
Sitnazion! Den Gegenstand der zärtlichster^ 
Keigung seines flerzens, seiner ersten Liebe,, ' 
Dach eix^er langeii , schmerzlichen Trennung 
Hnverhofft. "wieder finden, aber nur dazti "yvie» , 
der finden, um ihn in den Ariden eines anderiv» 



\ I 



I 



I 



igft A G A T H O 1». 



« / 



und (was tins' nicht cinmalil das. Recht zu kla- 
gen, zuwüthen und Rache zu schnauben übrig 
Jäfst) in den Armen iinsers liebsten Freundes 
^u.s^hen! 

Zu gutem Glücke für unsern Helden und 
für seinen Geschichtschreiber waren diejenigen«» ' 
welche in diesem Augenblicke Zeugen seiner 
Bestürzung waren» keine so grofsen Liebhaber 
atüVmischer Auftritte^ dafs sie^ blofs um s^ich 
an seiner vergeblichen Qual zu ergetzen, grau- 
6an^ genug hätte seyn tonnen, Tragödie mit 
Ihm zu spielen, wie glückli<;h auch am Ende 
die Entwicklung imxjaer hätte seyn möge». 
Die zärtliche Psyche sah ^in paar Augenblicke 
eeiner Verwirrung zu;, aber -länger konnte sie 
«ich nicht :^urück halten. Sie flog ihm mit of- 
fenen ArAieh entgegen, und indem ihrp Freu- 
denthränen ah seinen glühenden ,Wangeii her* 
ab sollten, hprtje er sich mit einem Nahmen, 
benennen,^ der ihre zärtlichsten Liebkosungen, 
«elbst in Gegenwart eines GemaUls, recht- 
fertigfe. ' 

Wäre die Liebe, welche sie ihm im Hain 
in Delfi eingeflöfst hatte, weniger rein und 
tugendhaft gewesen, so würde die EntdeckuTig 
«iner Schwestet in der Geliebten seines Her-- 
zens so erfreulich nicht gewesen seyn aU sie 
ihm war, A^^er man erinnert sich vermnth- 
lich noch , däfs diese Liebe allezeit mehr ^er- 



' / 



Oretzekktbs Buch. i. Ktpitel. 199 

jeiiigen, yelche.die Nttur zwischen Getchwil- 
tern Ton übereinstimmender Gemüthsart stiftet; 
tls der gemeineIl^ Leidenschaft geglichen batCe, 
die sich auf den Zauber eides andern Ina^tinkts , 
gründet. Die ihrige war von den fieberischen 
Symptomen des letztern allezeit frey geblieben. 
Sie hatteln immer ein sonderbares Vergnügen 
dilran gefunden, sich einzubilden, däfs wenig-/ 
stens ihre Seilen einander verschwistert seyen, > 
da 8:e nicht Grund genug hatten, (so sehr si^ 
es auch wünschten) diö unschuldige Apmu- 
ihung, welche sie für einander fühlteti, der 
Sympathie des Blutes zuzuschreiben. Agathon 
befand sich also über alle seiile Hoffnung glüclo- 
lich, da er , nach den Erläuterungen, welche^ 
ihm gegeben wurden, nicht mehr zweifelii 
konnte, in Psyche eben diese Schwester, 
Vielehe er nach der ehmaligen Erzählung sei« 
aes Vaters für todt gehalten hatte , wieder zu 
linden , und durch sie ein Theil einer Familiii 
tu werden, für welche sein Herz bereits So 
ungenommen war, dafs der Gedanke, sich fe< 
nah I« wieder von inr zu trennen^«' ibtti uner-* 
räglich gewesen seyn würde. 

Und nun , zärtliche Leserinnen , was mati- 
;elte ihm noch, um so glückselig zu seyti^als 
s Sterbliche seyn können, — als dafs Archy- 
IS nicht irgend eine liebenswürdige Tochter 
der Nichte hatte, mit der 'wir ihn verwählen 



XU 



JÖO ' A O A T H O N. 

könnten? -r— Unglücklicher Weise für den ar- 
men Agatl^an hatte. Archytas keine Tochter; 
und wofern er Nichten hätte» (welches wir 
nicht für gewifs sagpn können) so war,cn sie 
entweder schon verheirathet, oder -nicht ge- 
schickt, das Bild derschöne^n Danae, unddi^ 
Erinnerungen seinef ehmahligen Glückseligkeit 
mit ihrf welclie von Tag zu Tag wieder le- 
bendiger in seiii^in O^müthe wurden, auszu- 
löschen. 

^ ■ ' y ' * ' • 

Diese Erinnerungen hatten schon zu Syra- 
kus in ttüben St;unden wieder angefangen 
einige Gewalt über sein Herz zu bekonimen. 
iDer Graim, wovon -seine, Seele in der letzten 
' Periode, Seiners Hoflebens öfters ganz verdüstert 
und niedergeschlagen wurde, veranlafstexiHn, 
Vergleichungen zvyijschen seinem vormahli- 
gen lind nunmehrigen ^ustande,anzustel* 
len, welche unip-Öglich an'ders als zum Vortheil 
des ersten ausfallen konnten. ^ Er machte sich 
stobst Vorwürfe, dafs er das liebenswürdigste 
unter allen Geschöpfen — aus so_ schlechten 
Ursachen — ^ auf die blofsc Anklage eines sfo 
verächtlichen Menschen als Hippias,, eine 
Anklage, übet welche sie sich vielleicht, wenn 
: ^r sie gehört hätte, vollkommen hätte rechtfer- 
tigen können — verlassen habe. Diese Tjhat, 
auf welche er sich damahls, t— da er sie für 
eineit herrlichen Sieg über die unedlere Hälfte 



1)rey«ehntes B.uch. ^.'liapitcL äoi 

ietner selbdt,, für ein grof^es, der beleidigten 
Tugeni^ gebrachte^ Söbnopfer ansah, — ^ so viel 
zu gut gethan hatte, schien üixa itzt eine 
undankbare un<! niederträchtige That. Es 
Khoi^rzte ihn I wen i^ er dachte, wieglückück 
«r durch die Verbindiing seines Schicksals init? 
dem ihrigen hätte, wer4en können^; und er 
zürnte nur desto mehr auf sich selbst, weprii 
er sich zugleich erinnerte , durch was. für schi- 
märische Vorstellungen und Hoffnungen ihi^ 
seine damahligeSchwärmerey um ein so grofses 
Gut gebracht habe. Aber der; Gedanke «^dafs 
er durch ein so. schnödes Verfahren di^ schöne 
Danae gezwungen habe ihn zu verachten, zu 
h^sen , sich ihrer Liebe zu ihm blofs als einer 
unglücklichen Schwacheit zu erinnern, deren 
Andenken sie mit Gram und Reue erftilleil 
mlifste, r^- diesef Gedanke war ihm^ ganz uner* 
träglich. Da<iae , wie gröblich sie* auch belei- 
diget war, konnte ihn unmöglich so sehr ver« 
abscheuen, als er in Stupiden» da diese Vor- 
stellungen seinß Vernunft überwähigten, sich 
selbst verabscheuete. 



Allein di/ese Stunden gingen endlich vor- 
über ; und wie war' es auch möglich gewesen, 
dafs die glüf^kliche Verändei'ung , weiche die 
Versetzung in. den Schoofs der li^benewürdig 
sten Familie, die vielleicht jemahls gewesen i^t, 
in s e i n e n U m d t an' d e n Iiervorbrachte, nicht 



20S A O A T It 'o H- , 

i . \ 

/ , ■ • ■ " 

V 

auch die Farbe seiner Eihbildnngskraft veräk^, 
der,t , und die Vorwürfe , die er sich selbst 
inacbte, gemildert haben sollte? Hätte er Da^ 
Hae nicht verlassen, so Würde er Weder seine 
Schwester gefunden , noch nr^it dem weisen Aif- 
chytas petsönlich bekannt worden seyn. MUfs- 
ten diese Folgen seiner tugendhaften Un- 
treue deii Wunsch, sie nidit begangen zt^ 
haben, nicht ünmögUch machen? Aber siebe-' 
förderten dagegen einen andern, der in seiner 
gegenwärtigen Lage , sehi* natürlich war. Die. 
heitre Stille , welche in seinem ohnehin zur 
Freude aufgelegten Gemöth in kurzem wieder 
hergestellt wutde, die Freyheit von allen Ge- 
schäften und Sorgen ; der Genufs alles dessen, 
womit die Ftoundschaft ein gefühlvolles Herz 
beseligen kann; der Anblick der Glückseligkeit 
Seiiies Freundes Kritoläos , welche im Besit« 
der liebenswürdigen Psyche alle Tage zuziinelü- 
men schien; det lyiangel an Zerstreuungen,, 
wodurch das Gemü.th verhindert Wird, sich in 
seine angenehmsten Ideen und Empfindungen 
einzuhüllen; und die naturliche Folge hiervon, 
dafs diese Ideen und Empfindungen desto l^b- 
I hafter werden müssen : alles diefs vereinigte 
dch , ihn nach und nach wieder in eine Fas« 
sung zu setzen « welche die zärtlichsten ^rin« 
nerungen an die einst so isehr geliebte Danae 
erweckte, und ihn voii Zeit zu Zeit in eine 
Att von sanfter Melankolie versetzte^ 



\ 
\ 



Dreizehntes Bü<H. fi. Kapitel. C03 

y^Orin ^einl^erz sich ohne Widerstand in jene 
zauberischen Scenen Tcin Liebe ' und Wonne 
zurück führen liels, Scenen, Welche — aus 
Ursachen, die wir den Psychologen 3iu entwik^ 
kein übedassen — durch die in seiner Seele 
"^orgegangeiieRevoluzion ungleich weniger von 
ihrem Reitz verloren hatten, als die abgezo- 
genem lind blofö intellektualen Geeenstände 
Beines ehmahligen Enthusiasmus. Können wir 
ihm vercfönkcn, dafs er in solchen Stundcfn« die 
schöne Danae unschuldig zu findefn Wünschte? 
dafs er dieses so oft und so lebhaft wtinsclite, 
bis er sich endlich-üb'erredete, sie füt unschul- 
dig zu halten? und daCs die Unmöglichkeit, ein 
Gut wieder zu erlangen, dessen er sich selbst 
80 leichtgläubig und auf eine so verhafste Art 
beraubt hatte , ^hn zuweilen, in eine Traurig- 
keit versenkte, di^ ihm den Geschmack seiner 
gegenwärtigen Glückseligkeit verbitteife, und' 
sich desto tiefer in sein Genau th eingrub', weil 
ersieh nicht entschliefsen konnte sein Anli^r 
^en denjenigen anzuvertrauen , denen er (die- 
sen einzigen Winkel ausgenpmmen) das /In- 
nerste seiner Seele "auf zuschliefsen pflegte? 

„Wohin uns diese Vorbereitung wohl füh- 
ren soll? — ^werden vielleicht einige von un- 
fern kritischen Lesern denken. Ohne Zweifel 
wird man nun auch die Daii}el>anae von irgend 
einem dienstwilligen Sturmwind herb^y fühmi 






294 \ r A © A T HO K. 

/ - - • . 

' • f ■ ' . ' ■ ', 

lassen» nachdeiti uns, ohne zu wissen;, wie? 
das gute Mädchen Psyche, durch einen wah- 
ren Schlag mit der Zauhernithe, aus denl Gf« 
näceon des alten sArchytaa entgegen gesprun- 
gen ist,^* 

Und warum nicht, da wir nuneinmah} 
wissen , wie glücklich wir unsern Freund Aga-^ 
thon dadurcli machen köni^ten ? 

,^Aher/wö bleibt alsdani^ das Vergnügen 
der Überraschung, welches andre Verfas^ 
^er ihren Lesern mit so vieler Mühe undKyn^t 
zuzuwenden pflegen?**- 

Es bleibt aus.; und wetvn Diderot Recht 
hat, (wie uns däucht) so ist Wenig oder nichts 
dabey zu verlieren. Inzwischen ist uns lieb, 
erinnert wotden zu seyn, dafs wir einige Nach- 
richt achuldig! sind , wie Psyche (welche wir 
in einen Ganymed verkiek! et in den Händen 
eines Seeräubers verlassen hatten) dazu gekom- 
inen sey, die Gemahlin des Kritolaös und die 
Schwester Agathons zil werden. Ein kurzer 
Auszug aus der Erzählung, welche dem letz- 
tern theils von seiher Schwester selbs! , theils 
von ihrer Pflegemutier gemacht wurde , wird 
hinlänglich seyn, di6 gerechte Wissfensbe^ierde 
-^ des Lesers über diesen ^unkt zu befriedigen. ' 



*M« 



t- • 



Drs Y:^£HirTS8 Buc9* 3- Kapitel, 20$ 






0; K a p i te 1. 
V Begebenheiten der Psyi^he« 

iin heftiger StuTifi ist ein sehr unglücklicher 
ifall für Leute» die eich mitten auf der ofFe« 
n See 9 nur durch die Dicke eines Bretes 
m einem feuchten Tode geschieden finden, 
ler für die; Geschichtschreiber der Helden 
id Heldinnen ist es beynahe der glücklichste 
iter allen Zufällen, welche man herbey brinr/ 
\u kann, um sich aus einer Schwierigkeit 
sraus zu helfen. 

• - 

Es war also ein Sturm, (und wir hoffen 
emand wird sich darüber zu beschweren ha- 
)u, denn es^ ist, unsers Wissens , der erste 

dieser Geschichte) der die liebenswürdige 
jyche aus der furchtbaren Gewalt eines rer- 
;bten Seeräubers rettete. Das Schiff scheiterte 
1 der Italiänischen Küste, einige Meiljsn v6n 
apua; und Psyche, von den Nereidfen odct 
iebesgö^tern beschirmt, war die einzige Fer- 
ien auf dem Schiffe , welche, i^rmuthlich auf 
nem Brete, wohlbehalten von denZefyrn and 
md getragen wurde> Die Zefyrn allein wäre^ 
ierzu vielleicht nicht hinreichend gewesen; 
Mir mit Hü^fe einiger F i • c h e r^p welche glück- 



/ 
« 

/ 

I 



tfS A 'G A t H b jc. • 

\ ^ ' ■ : 

licher Weise bey def^ Hand waren , hätte c 
Sache keiqe Schwierigkeit. 

Diefswarnun alles seh? glücklich ; aber 
ist nichts in Vergleichurig mit dem was folg 
wird. Einer von clen Fischern, weil er, zu 
Glücke,. sehr mitleidig war, trug die ver kli 
dete Psyche, welche nichts so sehr vonr 
then ^hatte als sich zu trocknen und von de 
ausgestandenen Ungemach zu erhohlen, zu^s« 
nem Weibe in seine Hütte. Die Fischer 
(eine gute runde Frau von etwa vierzig Jahre 
bezeigte ungemeines Mitleiden mit dem U 
glück eines so liebenswürdigen jungen Herr; 
«ie pflegte seii^^T '^ so gut es nur immer Tnq 
lieh war, und könnte sich nicht satt an ih 
eehen. < £s war ihr immer, sagte sie, als i 
sie schon einmahl ein solches Gesicht geäeh( 
hätte, wiedas seinige;, und sie konnte es kau 
erwarten, bis der schöne Fremdling im Stan< 
war, nach eingeführter Gewohnheit, seine G 
schiebte zu erzählen. Aber Psyche haltte d 
Ruhe vorinöthen ; sie wurde also zu Bette g 
'bracht f^ und bey dieser Gelegenheit entdeck 
die besorgte und auiFmerksame Fischerin, da 
der vermeinte Jüngling ein überaus schön' 
Mädchen, aber doch nicht ganz so schön ihel 
war, als in ihren Mannskleidern. 

Es w^r p4tärlich , lüber diese yerwar^lf*? 
ipa ers^.11 A^genblig^^ : eiu wuepig mihy^rf %yj 



/ > 



19, Sieyn : doch d^r kleine, vorüber gehende Un- 
mi^h yerwandeUä sich bald in die Lebbaftestt 
|a)d zärtlichste Freude. -— Denn ^ kurz , ef 
^td^ckte sich, d^fs dip Fiscberin Klon Ar 
fipn die ehmahlige Amme' der scho^neu 
rijrche war, welche (mit Hülfe dieses Nah- 
|lpns) sicU ihrer eben so gut wieder erinnerte^ 
1^ die^e aus den Gesichtszügen der Psyche^ 

m ihrer Ähnlichkeit mit ihrer Mutter M usa- 

♦ ^ . , ■ .... 

tion. — besonders aus einem kleinen Mahle» 

f-f ■ ■ 

welches sie unter der linken Brust hatte — 

• . • ' j* . ■ 

ihre liebste Pflegetochter erkannte. 

'( . . . 

.Klönarion war die vertrauteste Sklavin 
r Mutter unsrer Helclin ge\vesen, und ihrer ' 
'j^jpge wurde nach dem Tode derselben dif 
ePsyche, oder Filoklea, (wie sleeigent- 
biefs) anvertraut. De^n Psyche war 
ein Liebkosungsnahme, den ihr di^ Amme 
Zärtlichkeit gab, un4 welchen die klein^ 
|loklea (weil sie sich niemahls anders aU 
'ly^he oder Psyc bar ion nennen gehört hat*? 
i^ der Folge als ihren wirklichen Nahmen 
b« Stk'atonikus hatte der guten Klons^* 
n m^it der noch unmündigen Psyche eine 
ngliche SumipeGolde^übergebeni und ihr 
fehlen, sie in der Nähe von Korinth zu er-- 
iel^ep , weil er dort die besfe Oelegcpheit 
sie von Zeit zu Zeit unerkannt zu sehen. 
junge Psyche, die Freude wd der Stolx 




.•*. •■ 



20j^ A CT A X n lf*\ 






r 



ihrer zärtliclien Amme , wuchs so schön heran; 
' dafsman nichts liebenswürdigers sehen konnte. 
Die Hoffnung des Gewinstes reitzte endlich 
«iiiige Bösewichter, sie, da sie ungefähr fünf 
bis sechs Jahr alt war, heimlich wegzustehlen 
und an dic^ Priesterin zu Delfi zu verkaufen. 
Ein Hafsgeschmeide, woran ein kleines Bild- 
nifs ihrer Mutter hing, und womit die junge 
Psyche allezeit geschmückt, zit seyn pilegte, 
wurde zugleich mit ihr verkauft, und diente 
in der Folge zur Bestätigung, dafs sie wirk- 
vlich die verlorn^ Tochter des Stratonikus sey: 
. KloilarioQ raufte »sich einen guten Theil ih- 
rer Haare aus, da sie ihre Psyche, vermifste^ 
ntid nachdem sie eine ziemliche Zeit zugebracht 
hatte, sie allenthalben (aufser da, wo sie war) 
zu suchen: wufste sie kein andres Mittel, sich 
bey ihreiia Herrn von der Schuld einer strafba« 
ren Nachlässigkeit zu entledigen, als vorzuge- 
ben dafs sie gestorben sey; und StratonikuÄ 
konnte destoleichterhintergangen werden, weit 
er damahls eben in Geschäfte verwickelt war, 
welche ihn lange ZBit hinderten nach Körinth 
tu kommen^ _ 

. ■, ■ ' , - r 

Inzwischen hatte die allenthalben herum ir- 
ren de Klo narion eine lyienge Abenteuer, welch* 
sich endlich damit endigten, dafs sie die Gat- 
tin eines schon ziemlich bejahrten Fischers aus 
der Gegend VOnKapua ward, in dessen Augea 



1 



Da£YZ£HifT£8 Buch. 3. KapiteL sog 

l^^damahld wenigstens so schön als Thetis und 
Ijdatea War« Sie hatte ihre geliebte Pflege* 
l^ter in ao zärtlichem Andenken behalteOf 
ills sie einer Tochter , von der sie selbst ent- 
pmdenw^urderden Nahmen Psyche gab^bloFs 
pa sich derselben beständig zu erinnern. Der 
|o4 dieses Kii^des , der beynahe in eben den^ 
Ifter erfolgte » worin ihr jene geraubt wor- 
iiqi war, rifs die alte Wunde wieder auf; und 
j^.ihr durch diese Umstände 'das Bild <^er jun- 
m. Psyche immer gegenwärtig blieb « so hatte 
pie desto w^eniger Mühe^ sie wieder zu erke»* 
|U9i» ungeachtet vierzehn oder fünfzehn Jahre 
unige Veränderung in ihren Gesichtszügen ge* 
llfcht haben mufsten. 

?' UnsrQvJIeldin vermehrte also nunmehr di« 
0|liiie Familie des alten Fischers , welcher sei« 
fei Aufenthalt veränderte, und in die G^end 
Ipai T a r e n € zog , wo er die schöne Psyche 
Br seine Tochter ausgab. Psyche bequemte 
^ch so gut in die geringeift Umstände, worin 
iiej[>ey ihrer Pflegemutter leben mufste, als ob 
|ie niemahls in bessern gelebt hätte , und liefs» 
äch nichts angelegener seyn, als ihr durch em- 
siges Arbeiten die Last ihres Unterhalts zu er» 
leichtem. 

u JEi&dlich fügte es sich zufälliger Weise, dafs 
per junge JS^ritolaos unsre Heldin zu sehen 
b«kam, welche, in ihrem bäutisc'hen aber rein^ 
^Wiklauds sämmd.W. IIX.B. O 



. 31Q ^A Q A T a O «, ■ ' 

■• . ■ • . ■'•. ■. . • '■ ... .•• ./ ■ 

liehen Anzug und mit frischeri^ Blumen g^- 
«chmücktV^cni jenigen, detn sie in einend 
Haine begegnete, eher eine von den^ Gespielen 
der Diane, als dieToöhter dnes armen Fischer^ 
scheinen mufste.. Der junge Mann fafi^te die 
heftigste Leidenschaft für sie. Weil seind 
Liebe eben so tugendhaft als zärtlich war, so 
brachte er bald die mitleidige Klongrioh aiif 
«eine Seite: und da Psyche selbst nunmehr 
wufste, dafs Agathon ihr Bruder sey, so war-- 
nichts vorhanden, was^ie gegen die Zuneigung . 
eines so liebenswürdigen jungen Menschen un- 
empfindlich hätte machen können. In der l'hat 
war'Kritolaos in mehrern Absichten der zweyte 
Agathon. Allein die Umstände lieföen so wenig 
Hoffnung zu , däfs eiiie Verbindung zwischen 
ihnen^ tnöglich seyn könnte, dafs Psyche sich 
verbunden hielt, ihm alles, was zu seinem 
Vrirtheil in ihrem Herzen' vorging, desto sorg- 
fältiger zu verbergen, je entschlossener er schien, 
seiner Liebe alle andre Betrachtungen aufzu* 
opfern. < ' 

Etidlich Wulste er sich nicht anders zu hel- 
fen, als dafs et das Oeheininifs seines Herzens 
demjenigen entdeckte, dessen Beyfall er am 
wenigstens zu erhalten hoßeii konnte. Die 
ganze Beredsamkeit der begeisterten Liebe 
wn^de über einen Atchytas wenig vermocht 
nahen, we«n Kr^olaos nich^ so viel Aufserot' . 



Sr£Yz£hnt£8 B u c h • 3. Kapitel« sii 



> 



deutliches 'Ton dem Geist un4 der Tugend sei- 
ner Geliebten gesagt hätte, dafs sein Vater ehdr 
lieh aTifmeikaam zu werden anfing. 

Archytas hatfe die Macht des Dämoiis 
der Liebe nie erfahren; aber er war menscht- 
lich, gütig. Und über die in solchen Fällen' 
gewöhnlichen Vorurtheile und Absichten weit 
erhaben. Ein schönes und tugendhaftes Mäd- 
chen war in seinen Augen, ein sehr e'dles, 
«ehr varnefames Geschöpf, dessen Werth 
durch den Schatten der Niedrigkeit üft4 Ar« 
jnuth nur desto mehr erhöben Svurde. 

Kaum Wurde . der junge Kritolaos gewahr, 
dafs sein Vater zu wanjcea anfing ; so wagte; 
er^, ihm das Geheimnits der Gdttart seiner Ge- 
liebten zu entdecken , welches ihm Klonarion' 
ohne Vi^issen der sc;hönen Psyche vertraut ^^tte. 
Archy tas , der sich erinnerte , ehmals aus des 
Stratonikus eigenem Munde die, ganze GeV 
ichichte seiner Liebe zu Musarion vernommen 
zu haben, war übei^ diesen Zufall, nicht wenig 
erfreut. £r wüiischte nichts meh]^, als d^(& die- 
jenige, für, welche sein Sohn so heftig einge- 
nommen war, die Tochter seines liebsten Freun- 
des seyn möchte« Aber er wollte gewifs seyn» 
dafs sieessey; und hierzu schien ihm das j^lofse 
Zeugoifs .eiqes Fisoherwc^ibes zu wenig. £r 
veranstaltete es^ dafs er Psychen und ihte an- 
gebliche Amme Selbst zu sehen bekam. £r 



\ 



/ 



' :$l» A G'A T H O N. 



» 



I 



\ 



gilbte in derGesichtsbildungdeT ersten: einig» 
^üge von ihrem Vater zu entdecken. Eine 
Unterredung mit ihr bestätigte den günstigen 
Eindruck , den ihr Anblick auf sein Gemütli 
gemacht hatte. £r liefs sich ihre Geschichte 
/mit allen Un^ständen erzählen, und fand immer 
weniger Ursache ,v an der Wahrheit dessen zu 
zweifeln» was sein Sohn» ohne die mindeste 
Untersuchung» für ausgemacht hielt. Das Hals- 
geschmeide» welches Psyche in den Händen der 
Pythia hatte zurück lassen müssen, schien allein 
noch abzugehen um inn gänzlich tu. überzeu- 
gen. £r schickte defswegen einen seiner Ver- 
trauten nach Delfi ab^; und die Pythia, da sie 
sah» dafs ein Mann von solcher Wichtigkeit 
sich des Schicksals ihrer ehmahligen Sklavin^ 
iinnalim» machte keine Schwierigkeiten» dieses 
MerkEeicheii der Abkunft derselben auszulie- 
fern. Nunmehr glaubte Archytas berechtigt zm 
seyn, Psychen als die Tochter eines Freundes^ 
ilessen Andenken ihm tfaei^er war, anzusehen; 
und nun hatte er selbst nichts angelegners» als 
sie je eher je lieber 4n seine Familie zu ver«/ 
pflanzen. Sie wurde also die Gemahlin des. 
Kritolaos ; und diese Verbindung gab ihm na« 
türlicher Weise neue Beweggründe, sich der 
Befre]^ng Agatho^ mit so lebhaftem £ifer an- 
zunehmen^ als es oben erzählter Mafsen ge* 
schehen war. 



r ' 



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DtEYzKNTSfl Buch. 4. Kapitel, tij^ 



■r 



4. K-apit^l. 

■ 1 

V 

Etwafl^ iLäw man yorhev selten köanle. 



Agathon hatte zwar viel früher zu leben ange« 
fangen, als es gemein iglich geschieht; abe^ er 

r War doch noch latige nicht alt genug« um sich 
der Welt ganz zu entäufsern. Indessen glaubte 
er, nachdem er schon zweymahl eine nicht 
unansehnliche Rolle auf dem Schauplätze de» 
öffentlichen Lebens gespielt, und ßie^ 
tär einen jungen Mann , ziemlich gut gespielt 
Iiatte, berechtiget zu sejqi, — so lange er kei* 
nen besondern Beruf erhalten yrürde seiner 
Kazion zu dienen,^ oder so' lange sie 'seiner 
Dienste nicht schlechterdings vonnöthen hätte# 
sich in den Zirkel des Privatlebens zux'ück 
EU ziehen; und hierin stimmten die Grundsätze 
des. weisen Archjtas völlig mit seiner Art zu 
denken überein. Ein M$nn von mehr als ge^ 
wölinlicher Fähigkeit, sagte Archytas« hat zu. 
tbßii jgenüg , an seiner -eigenen Besserung uiid 
Vcnrcdlkoiamnung zu arbeiten. £r ist am ge«- 
ajäiicktesteiitzu dieser Beschäftigung, nachdem 
er durch lekue Reihe betr|chilicher .Erfahrup* 

^gen sich selbst und die Welt kennen ,zu ler- 
nen angefangen hat; und indem er ^ol(^erge« 
Italt an sick aelbsti»beit^t^^arfoeitet er zugleich 



* » 



/ 



I 



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Sr4 ' ; A G A T H jff. 



. \ 



^ür di« Welt, Denn um so viel geschickter 
wirrer, seinen Freunden, seinem Vaterlande, 
und den Menschfen überhaupt nützlich zu seyn, 
und auf. jeden Wink der Pflicht, — es sey .nun 
in einem gröfstern oder kleinem Kreise, mit 
mehr oder weniger Gepränge, öffentlich oder 
im Verborgnen, -^ zum allgemeiiien Bedten des 
Ganzen liiitzuwirken. ' '. 

Dieser Maxime zu Folge beschäftigte sich 
Agathön, 'nachdem er zu l^arent «inheimrscli 
zu seyn angefangen* hatte, hauptsächlich mit 
den mathematischen Wissendchaften, mit Er- 
fors.chung der, Kräfte und Eigenschaften der 
Natürlichen Dinge, mit der Astronomie , kurz 
mit demjenigen Theile der spekulativen Filosp* 
fie, welche uns auf ^txxn Weg^e der Beobach- 
tung zu einer zwar mangelhaften, aber docH 
zuvetlässigen Erkcnnthifs der Natur und ihrer 
majestätiscli einfältigen ^ weisen nmd wohltha- 
tigen Gesetze führt. \ Et verband mit diesen 
erhabenen Studien « worin ihm die Anleitung 
des Archytas vorzüglich tx\ Statten kam, ^ das 
L^sen der besten Schriftsteller von allen Klasv 
aen (insonderheit der Gesc)iichtschreiber) unii 
das Studium dea Alter thums und der Spra^ 
ch^, welches <ßr für eines der edelsten 
öder der nichtswürdigste-h hielt, je 
xiadidem e$ auf eine ixlosofisphe, öderblofs me^ 
cl:ianiscbe Art getrieben werde. Nicht selten 



Die YZEHKTES Bucd. 4^ Kapitel, .ti^* 

Miste er d^e^e anstrengenden Beschäftigungeu 
bey Seite» \ln(l^ wie er sagte, mit den Musen 
tu scUerzen ; u^nd dex' natürliche SchAVnng sei- 
nes Genies «saclvteihm diese Art \u)n G^n^üths- 
ergetzung so angenehm« dafs es ihm oft schwer 
wurde, sich wieder von ijhr los zu.reifsen. 
Auch die Musik und die bildenden Künste, die 
Schwestern der Dichtkunsci deren höhere Theo- 
rie sich in den geheimnifsvollen Tiefen der Fi-, 
losofie verliert, hatten einen Antheil an seineu 
Stunden, und halfen ihm, das allzu Einförmige 
in den Beschäftigungen seines Geistes^ und die 
•chädlicben Folgen, die aus der Einschränkung, 
desselben auf eii^ie einzige Art von Oegenstäii* 
den entspringen« zu vermeiden* 

Die häufigen Unterredungen, welche er mit • 
dem weisen Arcbytas h^tte, trugen viel und 
vielleicht da^ me^9te dazu bey, sieinen Geist 
in dem tiefsinnigen ^rfarschep der übersinu-v 
liehen Gegenstände vor Abwegen zu bewahren. 
Agathon, weicher ehmahls, da alles in seiner 
Seele zur Empfindung wurde, seinen Bey- 
fall ^u leicht überraschen liefs; fand itzt, seit* 
dem er mit kältenn BlHtjB filospficrte, beynahe 
alles zweifelhaft. Die Zahl der menschlichen 
Begriffe und Meinungen, welclie die Probe einer 
ruhigen, gleichgültigen und genauen Prüfung- 
aushielten , wurde, alle Tage kleiner für ihn; 
die Systeme der dogmatisiihen Weisen ver- 






fll6 A a A T H OK." 

achwanden nach und nach, und zerflösi^Ä VW 
den Strahlen der prüfenden Vemutrft, wie dtp 
Luftschlösser und Zaub^rgärteii , welche Mr 
Zuweilen an, Sommermorgen im ÄüftigenJ Gc- 
. wölke zu sehen glauben , vor der aufgebendea 
jSonnc. ' 

Der weise Archytaa billigte zwar d^n 
t>e8dheidnenSkeptici8mu8 seines Freun- 
des ; doch, — • indem er ihn von a lizu küh-« 
n eh Reisen im Lande der Ideen zu den 
weh igen einfachen aber desto schätzbarem 
'Wahrheiten zurück führte ^ die der Leitfa* 
d6n zu seyn scheinen, an welchem uns der 
allgemeine Vater der Wesen durch die Irrgängd 
des Lebens sicher hindurch fuhren will , — 
verwahrte er ihn zugleich vor jener gänzli- 
liehen Ungewifsheit des Geistes, <die 
^urch Utientschlossenheit und Muthlosigkcit 
des, Willens für die Ruhe und Glückselig- 
keit unsers Lebens eo gefährlich wird, dafs 
der Zustand des bezaubertsten Enthusiasten 
dem Zustand eines solchen Weissen vorzu- 
ziehen zu seyh scheinet , der, aus lauter Furcht 
in irren, ^ sich endlich gar nichts mehr zu 
bejahen oder zu verneinen getraut. In der That 
gleicht die Vernunft in diesem Stück ein weJ- 
nig dem Doktor Peter Rezio von A,guc* 
tö: Sie hat gegen alles, womit unsre^ecle 
genährt werden soll, so viel einzuwenden; 



DR£rz£HNT£8 B u c H. 5. K^ipltel. 217 

dafs diese endlieh ^ben sowohl aus Inaniziön 
▼erschniachlen mjarste, als die utiglücklichen ^ 
Statthalter der Insdl Barataria bey der Diät» 
wozu sie das Terwüiischte 'Stäbchen ihres, all- 
zu bedenklicheii Leibarztes verurttteilte. Das 
Beste ist' in diesem Falles sich wie Sa^ncha 
zu helfen. Der allgemeine Menschensinn, die- 
ses am wenigsten betnigliche Gefühl des Wah* 
ret) und Guten, und dieses innigste Bewufstseyn 
dessen was recht und also Pflicht für ver-^ 
nünftige Wesen ist , Welches die Natur allen 
Mensahen lEugetheilt hat, können uns am bes- 
ten' sagen, woran wir utis halten sollen; und 
dahiii müssen , früher oder später, die gröfsten 
Geister zurück kommen ^ yrenu sie ^clit, das 
Schicksal haben wollen, wie die Taube de» 
Altvaters N o a h, allenthalben herum zu flattern 
und nirgends Ruhe zu findefa. 



5. K a p i t e 1. ^ 



p. 



Agstbon verirrt sich «uf Her Jag^» und stöfst in 
einem alten Schlosse auf eilt sehr unerwartetes 

Abenteuer. ' 

JDey allen diesen mannigfaUigcu Beschäftigung 
gen, womit unser.ehmahtiger Held seine Mufse 
zu seinem eignen Voriheil erfüllte, blieben ihm 
doch viele Stundennibrig, welche der freund* 



^ ^ 



ZiR A O A T H O K; ^ 

dcbaft und dem geselligen Vcrgpiigon gewid* 
met wären , und für seine Ruhe imr allzik 
viele, worin eine Art von zänlicheT unwidci;^ 
etehlicher JSchwermuth seine Seele in die Zau^ 
lergeg^nden zurück führte, deren wir imzwej" 
ten Kapitiel dieses Buches schon Eiwähnung^ 
:gethan hab^n« 
^ In einer solchen Gemuths&ssuifg Hebt man 

vorzüglich den Aufenthalt auf d^m Laiide, wo 
man Gelegenheit hat seinen Gedatlken iinges^ör^ 
ter nachzuhängen, als ui^tet den Pflichten und 
Zerstreuungen des geselligem StacJtlebeiis. Aga^ 
thon zog sich alsb ÖjFters in ein Landgut zut 
rück, welches sein Bruder Kritolaos, etliche 
, Stunden von Tarent, besafs, und wo er sich 
' in seiner Gesellschaft zuweilen mit der Jagd 
belästigte. - 

/ . Hier geschah es einsmahls , dafs sie von > 
einem Ungewittet überrascht wurden , welches 
wenigstens so heftig war, als dasjenige, wer- 
durch, auf Veranlassung < zwey er Göttinöen, 
Aneas ündDi^io in die nehmlidhe Höhle zusam- 
men' gescheucht wurden. Aber da zeigte sich 
nirgends eine wir thl^are Höhle , welche ilme^ 
einigen Schirm angejboten hätte. Das schlimm« 
ste war, dafs sie sich von ihren / Leuten 

f 

f - 

verloren hatten, und eine geraume Z^it nicht: 

wiifsten wp sie waren. Ein' Zufall, d«r 9a 

sich selbst wenig Aurserordentliches, hat, aber, 

""' wie man 6ehen wird^ eines der glückHcbsten 



/, 



DR£YZ£HNr£(B B c Hi' 5. KapiteL «19 

Abenteueir "^eranlufste , dafs unserm Htlden 
jemahls zugestofsen iat. 

KacHdem sie sich endlich ans dem Wald,^ 
lierau9 gefunden/ erkannte Kritolabs die Ge- 
gend wieder; aber er sah zugleich, däTs sie 
etliche Stunden weit von Hause entfernt wa- 
ren. Das ' Unge^itter wüthete noch immer 
fort 9 und <^s fand sich kein näherer Or^ , wo- 
hin sie ihre Zuflucht nehmen konnten , als ein 
einsames Landhaus, welchies seit mehr als einem 
Jähre von einer tretoden Dame von. sehr son^^ 
derbarem Karakter bewohnt wurde. Man ver* 
xnuthete aus einigen Umständen» däk si'e die 
Wittwe eines Mannes von Ansehen und Ver- 
mögen seyn müsse; aber es war bisher unmög* 
lieh gewesen 9 ihren Nahmen und vorigen A^uf-' 
enthalt auszuforschen , oder was sie bewogen 
haben könnte ihn zii verändern, und in einer 
gänzlichen Abgeschiedenheit von der Welt zu 
leben. Das Gerüchte zeigte Wunder von ihrer 
Schönheit ; indessen war doch niemand , der 
»ich [rühmen -konnte sie gesehen , zu hiben. 
Überhaupt liatte man eine 2^it lang yicl utid 
desto mehr von ihr ^gesptochen, ^je \s^eniger 
man wufste.. Allein ^a sie fest entschlossen 
schien, sich nichts darum zu b(3kümmern , so 
hatte manendlich auf einmahl aufgehört von 
ihr zu reden , und es der Zeit . überlas^ii, das 
Geheimnifs , das hinter dieser Person und ihrer 



N 



/ 



airo s k G A r H o V. , 

sonderbaren Lebensart verboi^gen seyn möcbt^ 
. ' zu entdeckeni Vielreicht « aagte Kritolaoa» Ut 
es ekie zweyte Ar temisia, die sich, ihrem 
Schmerz ungestört nachzuhängen » in dieser 
^ Einöde lebendig begraben will. Ich bin schon 
hnge begierig gewesen 6\e zu seh^n. Djjeser 
Sturm soll uns 9 wie ich ho£Ee» Gelegenheit 
dazu geben, v Sie kaÄh uns eine Zuflucht in 
ihrem Hause nicht. versagen; »und wenn wir 
nur einmahl über die Schwelle sind , so wollen 
wir wohl Mittel finden vorgelassen zu werden, 
wiewohl wirdi^ ersten in dieser Gegdnd wären, 
denen dieses (^uck zu iTheil würde. 
> Man kann sich leicht vorstellen , dafs Aga- 
thon, so gleichgültig er auch seit §einer Entfer- 
nung von der schönen Danae gegen ihr gam 
zes Geschlecht war, dennoch begierig ¥rerdeil 
mufste, ^ine so aufserordentlicbe Person ken*^ 
nen zu lernen. Sie kamen vor dem äursersten 
^ Thor eines Hauses an , , welches einem ver* 
- wünschten Schlosse ähnlicher sah, als einem 
Landhause ki lonisdhem oder Korinthischem 
Geschmacke, Das schlimme Wette^, ihr anhal« 
tendes Bitten, und Vielleicht auch ihre gute 
Miene brachte zuwege^ dafssie eingelassen 
würden. Einige alte Sklaven führten sie in 
einen Sahl,. wo man sie mit vieler Freundlich« 
keit ndthigte alle die kleinen Dienste anzuneh« 
fiien, welche sie in il^mn Zustande ifoiöthig 
hdtteiä« 






1 
/ 



l}lt£T2£HNT£#'B0C8. 5. Kapitel. 2S1 

Pie Figur der Fuemden sdiien di^ Letrt^ 
des Hauses in Verwuudrung^ zu setzen» und 
die Meinung von ihnen zu erwecken 9 dafs c;s 
Personen von Bedeutung seyn müfstenr. Aber , 
Agathon, dessen Aufmerksamkeit bald einige 
Gemähide an sich zogen , womit der Sahl aus- 
geziert war, wurde nicht gewahr, dafs -er von 
einer Sklavin mit noch weit gröfserer Aufmerk- 
samkeit betrachtet werde. Diese Sklavin schien 
einer Person gleich zu sehen, welche nicht weifs 
ob sie ihren Augen trauen soll ; lind nachdem 
sie ihn >einige Minuten mit verschlingenden 
Blicken angestarrt hatte 9 verlor sie sich auf 
einmahl aus dem Sahle. 

Sie lief so hastig dem Zimmer ihretGebietipF. 
rin zu, dafs sie ganz aufser Aihem kam. ,,Und 
wer meinen Sie wohl, meine Gebieterin, (keuch- 
te sie) dafs unten inf Sahl ist? Hat eslhnenlht 
Herz nicht schon gesagt? Diana sey mir gnä^ 
dig ! Was für ,ein Zufall es ist ! Wer hätte sich 
das nur im Traum einbilden kc^nnen? Ich weifs 
vor Erstaunen nicht wo ich bin.^ 

In der That däucht mich , du bist nicht 
recht hejr Sinnen, versetzte die Dame ein wenig 
betroffen; und wer ist denn unten im Sahle? 

^Gl bey den G&ttinnen ! Ich hfitte es bey^ 
tiahe meinen eignen Augen nicht geglaubt. Aber 
ich efkannte ihn wi den e^ieuJ&Uck^ 9b er 



%M A e lA T iä o v; " . '.I 

gleich ein wenig stärker geworden ist* ,£d Ist 
nichts ge.wissei:; er ist m, er ist es!^ 

Plage mich nicht länger mit deinem geheim« 
nifjs vollen Unsinn , rief die Dame immer mehr 
hestürzt. RedCj Närrin! Wer ist ^s? 

„Aber Sie errathen doch auch gar nichts, 
gnädige Frau! — Wer es "ist? -r- Ich sage 
Ihnen ja, däfs Agath on unten im Sahl ist! — • 

, Ja^ Agathon; es kan^ nichts gewisser sey'n l ' 
Er Selbst, öder «ein Geist, eines von beiden 

, unfehlbar,; Denn die Mutter, die ihn geboren 
hat, kann ihn nicht besser kennen als ich ihii 
erkannt habe , so bald er den Mantel von sich 
warf, warin er Anfangs eingewickelt war.** - 

Das gu,te Mädchen würde noch länger in 
diesem Tone fortgeplaudert haben , (denn ihr 
Herz überfi^fs vor Freude) wenn sie nicht auf - 
einmahl -gesehen hätte, däfß ihre Gebieterifi 
ohnmächtig auf ihren Sofa zurück gesunken war« 
Sie hatte einige Mühe sie wieder zu sich selbst 
zu bringen. Endlich erhohlte sich die schöne 
Pame wieder; aber nur um über sich selbst 
zu zürnen, dafs sie sich so empfindlich fand» 



\ - . -»^ 



Sie machen einem ja ganz bange , rief äie 
Sklavin. Wenn Sie schoit bey seinem blofsen 
Nahmen in Ohntnacht' fallen , wie wird es ^r^t 
Werden wenn Sie ihn seligst ''sehen? -«^Soll 



V V 



Uk gebMi und ihn geschwinde herauf Jiohr 
len? ■'.'.'■ 

. • - , .. / ' . ' :- 

Ihn herauf höhlen? versetzte die Dame: 
lliii wahrhaftig ; ich will ihn nicht sehen ! 



„Sie wollen ihn nicht söhen ? Was für ein 
Unfall! Aber es kann nicbt ihr Er^f, seyn. 

' wenn sie ihn nur sehen sollten! £r ist so 
idiön» so Schön als et noch nie gewesen ist, 

' d&ucht mich. Sie müssen ihn sehe^ I — I^s 
wäre unverantwortlich 9 wenn Sie ihn wieder 
fortgehen lassen wollten , ohne dafs er Sie ge- 
fdien hätte. Wofür hätten Sie Sich denn ~ '« 

Schweige! Nichts weiter! (rief die panie) 
Terlafs mich ! Aber unterstehe dich nicht, wie- 
der in den Saht hinunter zu sehet). Wenn er's 
^ üj^f so will ich nicht 4 dafs er dich erkennen, 
\/9t^ Ich ho£Fe doch nicht, dafs du mich schoii 
Vvirathen hast? • 

V„Nein, gnUdf^e Frau, erwiederte die Ver- 
jjriute ; er hat mich noch nicht wahrgenommen ; 
Ibiln et schien ganz in der Betrachtung der Ge- 
iiddilde vertieft, und mich däuchte, ich hörte 
ämein-oder zweTmahl seufzen. Vermuthlich — *^ 

» / 

Dti bist nicht klug; (fibl ihr die Datne ins 

Teft). verlafs mich! Ich / will ihh nicht se* 

vina er soll nicht wissen in Wessen 



« 



-. / 



afi4 A « A * H ,0 K. 

Ilaus'e er ist.. Wenn er's ecfäbrt, so^^'haft 
du eine Freundin verloren l 

Die Vertraute entfernte sich abo , in JJoff- 
aungy. dafs ihre Gebieterin sich wohl einea 
Bessern besinnen würde» — - und die schön« 
Danae blieb iallein. \ 

Eine Ertählung aUes dessen , was in ihrem 
Gemüthe ^vorging , würde etliche Bogen aus- 
füllen ; wiewohl es weniger Zeit; als sechs Mi* 
Knuten einnahm. Welch ein Stfeit! Welch ein 
Getümmel von widerwärtigen Bewegungen ! — - 
Sie hatte ihn bis auf diesen Augenblick so t^rt» 
lieh geliebt 9 und glaubte itzt zu fühlen, däfi L 
•ieihn hasse. Sie fürchtete sich vor seinein ^ 
Anblick, und konnte ihn kaum erwarten. Was -. 
hätte sie vor einer Stunde gegeben, ' diesen Aga* ^ 
thon zu sehen, der, auch undankbar^ auch un- 
getreu, über ihre^ ganze Seele herrsch|:e! Des« ^ 
»en Verlust ihr alle Vorzüge ihres ehmahligeh ^ 
Zustandest den Aufenthalt zu Smyma, ihre ^ 
^Freunde, ihre Riei^hthümer, unerträglich gc- ^_ 
macht hatte! Dessen Bild, mit al|en den zaur ^ 
herrschen Erinnerungen ihrer ehmahligen =^ 
Glückseligkeit, das einzige Gutwar, was noch ei- ^p^ 
nen Werth in ihren Augen hatte. Aber nun, — da - 
sie wufste, dafs es in ihrer Gewalt stjshe, ihn ^ 
wieder zu sehen oder nicht, — wachte aifif ein- * 
mahl ihr ganzer Stolz auf^undschie;» sich nicht |^ 
entspUieben zu können ihm zu vergeben» Weaa 




YZ£HM^£S Buch« 5. KaplteL üsii* 

tien Augenblick lang die Liebe dieObar- 
rhieUi 'SP «türmte sie die Furcht, «ihn 
Endlich zu finden, »ogleich wieder iii 
r»ge Verlegenheit. 

illem diesem kam noch eine andre Be- 
ngy welche Tielleicht für eine Danae 
3 itzfiindig scheinen könnte, wenn wir 
:u ihrer Recht fertiguiig,/entdecken mute- 
iCa die Flucht unsera Helden , die £n|- 
Ig der Ursachen w^che ihn ^u einenl^ so 
Mkmen£nt5chluf8 getrieben, der Gedankt 
tre eigenen Fehltritte aie in den Augen 
izigen Manne«, den fiie jemahls geliebt 
verächtlich gemacht, -^ eine merkwür» 
evolnzion in ihrer ganzen Denkungaart 
gebracht hätten. Danae liefa sich durch 
rwürfe, welche aie aidi aelbat zu ma^^ 
latte, und wovda vielleicht ein guter 
auf ihre Umstünde fiel, nicht von dem 
l^oraatz abschrecken, aich in 'einem AI«. 
dieser Vorsatz noch einiges Verdienst, 
schlola« der Tugend zu widmen, 
ollen nicht läugnen, dafs eine Art von 
ter Verzweiflung den gröfsten Antheil 
L auberoTdentlichen ' Sdhritt hatte, sich' 
ler. Welt , worin sie angebetet wurde, 
; Ein&de zu verbannen, wo die Frejheit 
iH ihiren Empfindungen zu unterhalten 
izige Vergnügen war,, welches sie für 
xAiins eämmtK W. III. B. . " 



•<l<grof8e Opfer entschädigen HpniM;^- . Atjcr c» 
gehörte doch keiue gemeine §^el6 dazu,, um 
in den glänzeiQ^exid iJmsiäuden , lyorfn sie zu 
leben gew<)hnt war,- einer solchen Verzweif- 
lung fähig zu seyn, und in einem Vorsatz 
auszuhalten, unter welchem jede schwächere 
Seele >gar bald eingesunken wäre. Hätte ^s ihr 
zu Smyrna, und aUenthall^en an Gjelegenheit 
mangeln können, iden Verlas]: eines-Liebhabers 
2ü ersetzen, wenn es ihr blofs um einen' Lieb- ^ 
ha b e r zu thun gewesen wäre ? Atier ihre |Liie^e ^ 
^2U Agathon war. von einer edlern Art, war ' 
•eo nahe mit der Liefee djer Tugend selbst ver- 
wandt» dafsiwif Ursache h^hen zu vermuthen», *^ 
daCs in der gänzlichen Abgeschiedenheit, worin ^ 
tinsre Heldin lebte, jene sich endlich ganz-, ^ 
lieh in dieser verloren haben würde. Uiiii '« 
eben darum, w^ii ihre lüebe zur Tugend auf- ^^i 
richtig waT, machte sie sich ein gerechtes Be->''^ 
denken , bey dem Bewufstseyti der uiifreywil*;^ie 
ligen Schwachheit ihres-Herzens für den allzu ti 
liebenswürdigen Agathpn , sich der Gefahr aus* ^^ 
zi^setzen; durch eine nur allzu ptögliche Wi^-^<E 
derkehr seiner ehmahligen JBmphndungen mil; '■ 
d^hin gerissen zu werden. Ein 'Gedanke, der U 
ohne eine überirie^neMQinung von ihren Eeit-» « 
Sangen in ihr entstehen konnte, und durchs 
das Mifstrauen in sich selbst, womit die wahre: 
Tugend allezeit begleitet Jst, kein geringes Gf-' ^^ 
wicht erhalten mufste. ^ * ^ 






£YZ£HNT£8 B U C H. 5. Kapitel. i^WJ 

Ichexrgestalt kärapfteix Liebe, Stolz und 
ad für und wide^/das Verlangen-den Aga- 
L\x eehexx in ihrem unschlüssigen Herzeo» 
reichem Erfolg, läfst sich leicht errathen^ 
^iebe miüfste nicht Liebe seyti, wenn ^ie' 
Mittel füfide, den Siok und dieTugend 
endtich auf ihre S«ite ÄU'^bringen. Siei 
3 jenem die Begierde ein , zu sehen 'wie ' 
Igathon halten wiirde , wenn er, so plötz* 
xnd unerwartet, der ^inst so sehr gelieb« 
md so grausai^ beleidigten Qariiie unter 
Logen kdxrie', und munterte d i e s e auf, 
selbst Stärke genug zuzutrauen , von den 
äclLungen, in welche er vielleicht hex die* 
Anblick gerat hen möchte,^ nicht zu sehr 
irt zu werden. Kurz, der Erfolg dieses 
liehen Streites war, dafs sie .eben im Be* 
war, ihre Vertraute (die einzige Person, 
le sie bejTr ihrer, Entfernung von Sinyfna 
ich genommen hatte) herein zu rufen, um 
ie nöthigen Verhaltungsbefehle zu geben ; 
iese Sklavin selbst herein trat , um ihrchr 
Sterin zu melden: dafs die beiden Frenoi« 
HU f eine sehr dringende Art um die £r^ 
lifs anhalten liefsep, vox die Frau des Hau* 
elassen zu iv^jden. 



/ - 



fenc Ünentßcjiloseepheit, über welche sich 
and wundern wird, der das weibliche Herz 
t. In .de^ That klopfte der gujten Danf e 



i 



atft . A 6, A T H Ö N. 

das ihVtge in diesem Augenblick do stark » dafs 
sie nöthig Hatte, sich vorher in eine ruhigere 
Verfassung zu setzen , ehe sie es wagca durfte^ 
•ine so schwere Probe zu bestehen. 



^m%*\* 'ii — fc*— *>»—■— —<|<i 



6. Kapitel. 

Ein Studium für diii Setlenmählcr. , 

'Unterdessen, bis sie mit sich selbst einig seyn 
witd, wozu'Me sich entschliefsen, und wie sie 
sich bey einer so erwünschten und gefürchte« 
ten Zusammenkunft verhalten wolle» kcihren 
V^ir^ eignen Augenblick zu unserm Helden inl 
den' Sah! zunick. 

V 

\ 

Je mehr Agäthon die Qemählde betrachtete, 
\vomit die Wände demselben behängt waren, je 
lebhafter wurde die Einbildung, dafs er sie — 
In dem Landhaüse der Danae zu Smyrna gese- 
llen habe. Allein er konnte sich so wenig 
Vorstellen , durch was für einen Zufall sie von 
Smyrna liierher gekommen seyn sollten, dafs er 
6ir weniger unmöglich hielt von seiner £in- 
' bildung betrogen' zu werden. Zudem konnte 
ja eben derselbe Meister unterschiedliche Ko- 
pien von seinen Stucken gemacht haben. Aber 
Wenn et nieder die Augen auf eine Luna 






Dret«£HNT£8 Buch. 6. Kapitel. $29 

^ 

heitete, 4ie mit Augen der Liel^ den schle« 
Jßnden Endymion betrachtete, so glaubte er ea 
loeewifs für das Heimliche z^ erkennen 9 vor 
wdche^ er in einem (jartensahle der Dinae 
oft Viertelstunden lang in bewundernder £ntr 
zickunggeatanden, dafa es ihm unmöglich war^ 
leiner Überzeugung, zu widerstehen. Die Ver» 
wirrung, in die er dadurch geiietzt wurde » ist 
Uabeachreiblich. «»iSollte Oanae — - fiber wie 
jLonnte cfae möglich sejn?^*—' Und doch schien 
alles das Sondefrba^e» was ih];n Kritolaos yoi| 
der Frau dieses Hau^s gesagt hatte » den Ge- 
danjcen zu b^täftigen, dfr itzt in ihm auf* 
stiege und dssn er sich k^uni auszudenken ge» 
trauete. Die schöne Danae hätte zufriedeii 
Hjn müssen » wenn sie gesehen hatte wiis In 
seinem Herzen vorging« £r hätte nic)it ex'- 
Khrockner seyn können , vor das Anclitz einer 
.beleidigten Gpttheit zu treten, als er ea vor 
idem Gedanken war, üeh dieäer /Danae darzu- 
stellen p welche er seit geraumer Zeit gewohni: 
war sich wieder so unschuldig zu denken » als 
sie ihm damahls da er sie/ verliefs, verächtlich 
Und hassens würdig schien. Allein das Verlan- 
gen sie z^ sehen ,verachlang endlich alle an- 
4ere Gefühle » von denen sein Herz er^chütteit 
,wujrde« Seine Unruhe W;ar so sichtbar, d^^ 
Kritolaos ß\e benierken mufste. Agat^hon wjiirdie 
ibesser getban habeu, ihm die Ursache d^ViSi 
jZtt entdecken. Aber er th^t.fs ;dif hit» «^ot- 



«30 A Ö A T H 0"n. 

dern behalf sich mit der allgemeinen Ausflucht, 
dafs ihip nicht wohl^sey. Dem utjgeächtet 
bezeigte er ein 'so ungeduldiges Verlangen die 
Frau des' Hauses zu sdieil,' dafs 6ein Freund 
^U8 allere!,. was er an ihm wahrnahm, zu miittt- 
mafsen anfing, es müfste irgend ein Geheim- 
nifs darunter verborgen seyn, dessen Ent'wicK- 
lung er begierig erwartete, inzwischen kafjiT 
der~ Sklave» den sie abgeschickt hatten, mft 
der Antwort ziirüdc-: dafs er Befehl habe, si« 
in ihr Zimmer zu führen.' 

' ; '■'!,/■ ' '■ " 

Hicit ist es, wo wir mehr als jetoahls tiü 
wünschen versucht sind, daffi^ diese* Buch von 
niemand gelesen werden möchte, der köiÄfe 
^ch'^nen Seelen glaubt. Die Sittiazioiij 
worih man unsefn Heide xi in* weilig !Äugeö^ 
blicken sehen wird, ist unstreitig ein^ von den 
schwierigsten, ir^ welche man in seinem Lc- 
ben kon^men kann. Wäre hier die Rede vo|k 
fantasierten^ Karaktern, so würden wir uns 
kaum in einer ^kleinem Verlegenheit befinden, 
als Agathon selbst, da er niit pochendem Her- 
zen'und schwer athmender Brust dem Sklaven 
folgte, der ihti In das Vorgeönach einer Unbe- 
icannten führte, von der er fast mit gleicher 
Heftigkeit wünschte und fürchtete, dafs es 
Banae eeyti\möchte. Allein da A^a thön und 
Danae so gut historische iPersönen sind als> 
B r u^tu s » P r € i a > und hundert andere, welche 



Dret ZKHNTfia Buch. 6«. Kapitel. 2^ 

iiriim nicht wtn^ger exlBtiert hdben, w^il st0 
nicht gerade so daN^hten und handelten wieg0'^ 
wohnliche Leute: so bekümmern wir un« 
wehig 9 Wie dieser Agathen und diese Dan^e» 
vermöge dermoraliscfaenBegriiledefreinen odeir 
andern 9 .. der über dieses ButJü gut oder übel 
rUrtheilen wird , hätten handeln sollen, o4^ 
gehandelt haben w ü r d e n , wepn sie n i c h, t 
gewesen wären was sie wareii^^ UnsTe FtUcb^t 
ist .au cr«>hlenr nicht zu dichten; und 
wir können, nii^hts dafür, weil« Agatliof) .b^y < 
dieser Gelegenheit sich nicht weise und beiden- 
mäfsig genug verhalten, oderDanae die Rechte 
des weiblichen Stolzes, nicht so gut behauptc*n 
sollte , als viele andre , -— welche dem Himmel 
danken, dafs sie keine Dan aen sijad, —^ 

an ihrem Platze getban haben würden, 

- , *. 

Die schöne Danae erwartete, auf einem 
Sofa sitzend, ihren Besuch mit so vieler Stärke, 
als eine weibliche Sueele nur immer zTu 
haben fähig seyn mag, die zugleich sro zärtlich 
und lebhaft ist, als eij^ie solche Seele seyn kann. 
Aber was in ihrem Herzen vorging, mögen Le* 
serinnen, welche im Stande sind sich an ihre 
Stelle zu setzen, in ihrem iifigenen lesen. Si( 
wnfste, dafs Ägfthon ein^n Gefährten ha|:te. 
Dieser Umstand kam ihr zu Statten^; aber Age- 
, thon befand sich wenig dadurch erleichtert. Dif) 
Thür des Vorzimmers wurde jLhjacn. von dex 



I3ft' A G AT H O N. 

^'SklaVih eröfnet. £r erkannte baytn ersMi Aa^ 
blick die Vdrtrattte aeincir Geliebten r und nun 
konnte er nicht oleEr zweifeln , data die bame^ 
die ei- in einigen Augenblicken aehen würde, 
Pafiae aey; £r ra£Pte seinen gänzcoi Muth ztr- 

' eammen» indem et zitternd hinter aeinem 
Freunde Kritolaös her wankte. £r 8a:h aie -^ 
w^olite auf sie zugehen — konnte nidit —^ 
hef tele seine Au^en auf sie -^-^ und aank » vom 
Übermafs meiner £tiipändlldikeit überw^tigr, 
in, die Arme seines Freundes zurück. ' > 

Auf einmahl vergafs die schone Danae alle 
die jgrofsen £ntschliefsungen von Gelassenheit , 
und Zurückhaltung 9 welche sie mit so xrieier 
Mühe gefafst hatte. Sie lief in zärtlicher Be- 
stürzung auf ihn zu, nahm ihn in ihre Arme, 
liefs den ganzen Strom ihrer £mpfindungen 
den (/auf, ohne daran zu denken, dafs sie einen 
Zeugen hatte, der über alles» was er sah^ 
und hörte, erstaunt seyn mufste. 

AUeiin die Güte des Herzens und diese Sym!- 
pathie , durth welche schöne Seelen in wenig 
Augenblicken vertraut miteinander werden^ 
machte dafs Kritolaes in einer Lage, auf die 
er so ^enig vorbereitet war, sich gerade so be- 
nahm, als ob er schon viele Jahre der Vertraut« 
ihrer Liebe gewesen wäre^ £r trug seinen 
Freund auf deii Sofa, aufweichen sich Danae 
neben ihn hinwarf: und da er nun schon genug. 



ir 






Pre YZEH NTES BucH.'G« Kapitel. 1255 

' • . ' • ' ' ' ■ ' ■ 

Mühte um 9BU sebi^n daCs er Her su liichts 
mehrt helfen k^nne; so entfernte er sich tinver- 
lierkt ^veit genug» um unsre Liehenden von 
dem Zwang ^iuer Zurückhaltung zu entledigen; 

'welche» in so sonderbaren Augenblicken'» ciiv 
irSfseres Übel ist» als uneitopfindlrche Leute 

f «ch Torstellen können. 



; 



t Allmählich bekanoi Agatbon^ an Aet Seit/e 
4er gefuhlv^oilen.Dauae» und von einem ihrer 
schönen Arme umschlungen» däsi yei;piögen zh 
üthaien wieder. Sein Gesicht ruhte an ihreui 
Busen» und die Xhränen» welchr ihn zu be;- 
.neuen anfingeii» waren das ersie, was ihr seine 
wiederkehrende Empfindung anzeigte. Ilir^ 
efsie Bewegung war» sich ypp ihn[i zurück zu 
liehen; aber ihr Herz versagt <^ ihr die Kraft 
dazu. £s sagte ihr» was in dem seinigeu yq^;- 

, |ing; und sie hatte den Muth nicht, ihm^^ine 
linderung zu eotziehen » welche er so nüthig 
2a haben schien und in der That nothig hatte. 
In wenigen Augenblicken machte er sic^ selbst 
den Vorwurf» daTs er einer so grofseu/ Gütig • 
keit ipa würdig sey. £r ra^te sich aiif» warf 
rids, zu ihren Füfsen» umfafste ihre Krnie»; vef < 
•achte es sie anzusehen» und sank» . weil er, 
lilueü Anblick nicht aaszuhalten vermochte, mir 
einem von Thranen überschwemmten Gesicht 
"«af ihren Schoofs nieder. Danae konhte nun 
nicht z:weifeln» dals sie geliebt werde ^ und es 






/ 

I 



Z3\ A 6 A T H O K. 

kostete ihr, die Enttückung Zurück icu iultes» 
worein «ie durch diese Gcwifshcit gesetzt 
wtirde. Aber es war nöthig, dieser allzu .iärt» 
liehen Scene ein Ende zu machen. ^ 

Agathori konnte noth nichts reden. Und 
5^a8 hätte «r recleri sollen ? — leh bin zufrie- 
den, Agathon, sagte sie jnit einer Stimme» 
Velche wider ihren Willeii vcrri^th, wiescjiwer 
es ihr wurde ihreThränen zi^tick zu halten.-— 
Ich rbin zufrieden! Du findest eine^ Freundin 
wieder; und icH hoffe, du werdest sie küuMg 
feiner Hochachtung weniger unwürdig finden 
als jemahls. Keine; En tschu Idigutigen, 
mein Freund, (dehn Agathon wollte etwas sa- 
gen das e'iner Entschuldigung gleich sah, und 
woraus er sich, in der heftigen Bewiegung woriii 
er war, schwerHch zii seinem Vortheile ^zo- 
gen hätte) — denn du' wirst keine Vorwürfe 
von mjLr hörfen. Wir wollen uns des Vergan* 
geh^n nur erinnern, um das Vergnügen eines 
80 unverhofften Wiedersehens desto reiner zu 
geniefsen^ •^- Grofsmüthige, gö t fliehe Dan ae! 
rief Agathon in einer Entzückung von Dank' 
barkeit und Liebe. — Auch keine Bey\yöi;teV, 
Agathon ! (unterbrach aie ihn) keine Schwärme- 
tey\ Du bist zu s^hr gerührt. Beruhige dich! 
Wir werden Zeit^genug haben, uns von allem 
Rechenschaft zu geben. Was, seitdem wir un» 
;^m letzen Mahle gesehea habtn, vorgegangen 



I 



1 



DUEYZEfiwTEs Buch. 6/ Kapitel.- 235 

i»h''- "liafs 'ttiich daa^ Wef'gttügen , dich wieder 
l^ftinden zu habenv'unmBrroi'schtgeniefsenf E« 
isf das erste , das mic seit ühsrer Xrennung zu 
Theil wird. ' 



•• 1 



, Mit diesen Worten — (und in der That 
hätte sie die letzterri für sicli selbst beiialien 
konneii» wenn es möglicll wäre iinmer Meister^^ 
voniseinexn Herzen zaseyn) — stand sie auf, 
näherte sich demKritoJaos, und hefs den mehr 
als jemahla bezauberten ^gathon, Zeit, sich in 
eiiie ruhigere Gemüthsfassung zu setzen. 

Was diese zärtliche SccK^efür Folgen ^ben 
-mufste« ist leicht r^oraus zu sehen. Danae und 
Kntölaos ^würden 'gajr bald, traute Freunde. 
Dieäer j^inge Mann gestand, seine P^he 9Ufi- 
gendinnnen , nichts frolÜcomDä^neres- gesehen zu 
'tethen als Danäe';<iintbDanae erfuhr mitvieleni 
^grtugen, da ft «Kri tolaoa der Gemahl d er sclxö- 
iied^F^che j und Psjithtfdie wieder gefuiideäe 
Sdi^ester Agalhöhs^aey. Sie hatte nidit viel 
Muhe ihre Gäste zu. -bereden, ein Nachtlager 
ittihteni Hause anzti nehmen. Sie meldete ihfe^ii, 
Titnndig, dafs sie dS« Ursache seijier hlew^lichetn 
Eiftweichung bey iKrer. Zuröckkunft nafct 
Siiyrna bald entdeckt habe. Sie verbatg ihm 
nidit, dafs 'der Schnnerz, ihii verloren zn ha- 
be^, sie zu dem seltsamen Entschlufs gebracht, 
der 'Welt zu entsagen, und in irgend einer 
emlegeBen Einöde ek^ 9tXbbt für die Schwach- 



I ^ 



236 • . ^A O A T H O »i 

hj&iten und Fehltritte ihres ve^rgangenen Lebens 
4u bestrafen. Jedoch, setzte s^ie liinzu» fao£Fe 
sie, da fs, wenn sie elmnahl Gelegenheit haben 
würde« ihn^ eine ganz aufrichtige und umstand« 
liehe Erzählung der Oeschichte ihtes Herzens», 
bis auf die Zeit, da sein Umgang ihrer Seele 
wie ein neues Wesdn gegeben habe,zu machen,-^ 
er Ursache 'finden würde, sie, wo nicht immer 
tu entschuldigen » doch mehr zu bedauern als 
zu verdammen. 

Die Furcht, den Gedanken in ihr zu veran- 
lassen, als pb sie durch das, was ehmahls zwi- 
sehen Ihnen vorgegangen war, von seiner Hoch- 
itchtung Verloren hätte , zwamg unsern HCfldfnT 
eine geraume Zeit, die Lebhaftigkeit Sf^ii^ier 
Eiiipfln^ungen in seinem Herzen zti vers<^hli<s- 
sen. ihrnae wurde indessen mit der Famiti«^ des 
Archy tas bekannt, nachdem vorher zwischen 
Agathon und Kritpliros verabredet worden wdT^ 
das dem letztern' eni^eckte vörmahUge Verhftll- 
iflifs ^Q^ erstem zu dieser Dame vorder^Hftnd 
njöch ein Geheimhifs seyn zu lassen. 'Man ~ 
muiste sie lieben ^ so bald man ai« sah; 
-und sie gewann desto m^hr^ -je besser v^tAl 
sie kennen ,lernte. Es War überdiefs eine 
von ihren Qaben, data sie sich sehr leicfit 
und mit der' besten Art , in alle Feraonen, 
Umstände und Lebensarten zu schicken wufste* 
Wi6 kpnnte^es also anders seyn, ab däfsjBie 
Sn kurzem durch dW zärtlichste Freiuidscbaft 



BYZEBii^TKft B&xa^ <7. Kapitel. >^7. 

nef 'a 1 c h^ ü F^Mnilie verbuDdeli wvrde ? 

der weise Atchfisii liebte ihre 6e* 
iütti Und Paoae machle sieh ein yer^att* 
ataue, einem Greise ^on so seitpen V^r- 
en die kleinen Beschwerden des Altere 
die Annehmlichkeiten ihres Umgangs er- 
tm na heifen. Aber ^ic];its war der Zu- 
ng eu vergleichen, welche Psyche und 
le einander einflöfsten. Niemahls hal; 
cht unter zwey Fraüentimmem r welchev 
»chickt waren nir$Hnnen zu seyn, eine sei, 
>mmne Freundschaft geherrschet. 
kn kann sich eiiibiiden, ob Agathen 

verlor. £r sah die schöne^Dan^ae alle 

er hatte alle Vorrechte eines Bruders 

it: aber ^- wie spllte es möglichgewe* 

TfUf daß» er sich immer daran begnügt 



7. K a p i t e 1. 
Vorbereitung zur Geschichcs der Danas. 

!nn wir alles, was im zweyten< Kapitel die*' 
aches von den Di^posizionen ttnsers Hei 
n Absicht auf die schöne Danae gesagt 
en ist, mit den Wirkungen zusammenhält 
welche das unvermuthete Wiederfinden 
Iben, üdd der tägliche Umgang, der nun 
Bt zwischen ihnesi hergestellt war^ auf sein 



■ / 



I 



*5ff Alß A T if O N% 









/ ■■ \ 



Herz und vermuthlic^h axich «auf seine Sfun 
machen mafste ; wenn wir übßrdi^fs exyvigt 
dafs für. eine -so gefühlvolle, Seele wie -die; s 
nige, in, der Muse nnd Freyheit , worin ei^ 
Tarent lebte» die Liebe eine Art von Bjedü 
nifs war: s6 werden wir eehr begreiflich f 
di^VLy. dafs 63 nur vpn.Dana^ abhing, alle^ a 
ihm zviMwachen was sie wollte. 

^Di'efs vorausgesetzt , werden , vielleicht v 
nige seyn , welche nicht erwarten sollten, di 
eie' ihre Wieder erlangte Gewalt dazu ange^r^ 
det haben w;erde, einen Gen^ a hl aus ihm 
inai^hi^n. Eine Vermutliung, welche durch, vi« 
Umstijnde wahrscheinltcti gemacht wird, ui 
beynahe «ur Gewifsheit steigt ,; wenn wir d 
Umstand hinzu thuu, d als sie fest en,tscbloss 
war, in einem gewissen Sinnt^ nicht mel^r T 
nae für ihren Freund zu seyn. 

Dieser letzte Umstand läfst vermuthen, c 
mü^se Veranlassungen gehabt haben, eiÄef 
unsern Helden so ungemächliche Entschliefsu] 
zu fassen ; und diefs ^bringt natürlicher Wei 
auf den-<jedänken : Agathon werde Vei^iracl 
gemacht haben, die Rechte eines /begünstigte 
Liebhabers wieder. bey ihr geltend zu mache: 
Gleichwohl, wür4e ihm ein solcher Gedanke Ü 
recht thun. Nicht als ob es ihm, in Auge: 
blicken der Schwachheit, an derjenigen Art vc 
Regungen de? Willens gefehlt hätte, welcl 
.(n^ch ^tta Urtheil d^r Sittenlehrer) mejir m* 



D&£ ]rzE.iiNT^'s BucHi 7, Kapitel. 239 , 

c^nlflch als freiwillig und von der weisen Naiut 
blob dazu veranstaltet worden sind^ uns vor . 
Gefahr zu warnen und zum Widerstand aufzu- - 
fi^rn. Aber die Hochachtung, die ihm/ das 
finze Betragen seiner schönen Freuu^iu ein« 
Sö&te; die Vergü^tung, die er ihr schuldig zu 
IfjFn glaubte j die BesorgniTs, dafs sie sogar. 
»piche Frey hei ten, wekhe die Vertraulichl^eit 
4^1^ Freundschaft rechtfertigen Jccunte, weniger 
{pr Ergiefaungen der EmpEndung als für Vor- 
boten deniii thigender Unternehmungen ansehen 
möchte: alles diefs gab seinem Umgang mit ihr 
die ganze Schüchternhjeit einer ersten Liebe. 
Allein eben diefs machte ihn, in Augenblicken, 
wo die gegenwärtige Empfindung, dtirch die 
%inneruugen des Vergangnen verstärkt, ihr 
clgenea Herz schmelzte, nur desto gefährlitber ; 
uad es war mehr gegen sich selbst als ge- 
1^ ihn, dafs sich Danae durch Entschliefsuui 
1^ wafFnete, deren Standhaftigkeit sie viel« 
l^cht eben so viel seine/ Zurückhaltung aU ihrer 
Tilgend zu danken hatte. 
.. Nichts ist wohl gewisser, als dafs sie sich 
'(•i^ad0. 60 hätte betragen müssen, wenn sie 
I d|e vorhin erwähnte Absicht gehabt hätte., AI- 
1^ desQ ungeachtet ist jeben so gewifs, dafs 
lie »ich blofs darui;u so b^trujg , weil sie diese 
4hsicht niclit hatte, sondern, trotz allen Be- 
l^ühmcigen ihres Liebhabers und allen Versa- 
(|bit|ig^a ihres eigenen Herzens, fest entschlossen 



S^ & e A T H N. 



. / 



war, keinen Gd3rauch von seiner Schwäche tu; 
machen! ' V ' ^ • 

Wir haben uns vergc;henl5 Mühe gegeben, 
den Grund einer so aufserordentlichen Ent- 
, schliefsung in irgend einer eigennüt2iß:eTx 
l^eigung oder Leideh|schaft zu entdecken. Sie 
liebte den Agathon; sie vjrurde wiedejr geliebt, 
mehr als jemahls geliebt; das^ ganze Haus de» 
Archytas war vpn ihr eingenommen. Ihre Ge- 
schiQhte war zu Tarent unbekannt; und wen^ 
sollte träumen, dafs sie selbst treuherzig genug 
habe seyn Jcönnen, sie zu erzählen? Agathoa 
wandte alle Beredsamkeit der Liebe» alle i.ärt- 
lich^ Verführungen der Sympathie, er wandte 
alles an, was seiae schöne Seele verbuchen, nnd 
ein halb besiegtes H^rz völlig entwaffnen kann, 
um ihren Entschlufs zu erschüttern. Mit wel- 
cher Begeisterung schilderte er ihr die Selig- 
keiten einer von der Tugend geheiligten Liebe— 
und einer Liebe wie die ihrige — vor! Wi^ 
schwer ward es ihr, in solchen Stunden, durch 
das Feuer womit ei^* spracli, durch das Entzüfc- 
ken das alle seipe Züge schwellte, durch dio 
Überwallungen des Herzens, welche oft, mit- 
ten im Bestreben sie zu überreden, die Worte 
anl* seinen Lippen erstickten, und ein Still- 
schweigen hervorbrachten , dessen stummeBe* 
redsamkeit einem gerührten Herzen unaus- 
sprechlidie Dinge sagt , — wie schwer ward 

t I 



/. 



' DA£YzeH)iTB8 BiicH. |^ Kapitel «41 

Ǥ ihr da / oder vielmehr , wie war es ihr ia 
Wehen At^genblickeji möglich, nicht überwli^ 
liget za werden? Was, um aller LiehesgÖttelc 
wiHeu, konnte 6ie bewegen zu wideirsteheif; 
sie" fähig machen, auszuhalten? — ^Eigexi^ 
^iun?^«' — Gesetzt auch es wäre Wahr, dal4 
die wichtigsten Entsc^hliefsungen der Schönen. \ 
oh keine andre Triebfeder hätten; , blofser 
Eigensinn konnte es hiei; wohl nicht seyn» 
Gleichwohl sehen wir uns genöthiget ^ entwe- 
der zu dieser verborgenen Quali tä t unsra 
ZuEucht zu nehmen, oder zu gesteheit, dafs 
es eine höhere Art von Liebe, dafs es die 
Leidenschaft der Tugend war, was sie 
fähig machte einen ^o heldenmüthigen Wider» 
stand ztt thun. — Aber welche neue Schwie^ 
rigkeiten! -^ Die Tugend einer Dana e! War 
kann nach den Proben, die wir mit der Taugend 
eir^r Priesterin undeiner Schülerin des 
P 1 a t o n gemacht haben , zu der Tugend einer 
Danae Vertrauen fassen ? Können wir erwar« 
ten, dafs diese Leidenschaft der Tugend, wo« 
von, wir die gelehrige Schülerin eines Hippias 
begeistert zu^ seyn voraussetzen, für etwas 
besseres als fiir ei&e Göttin aus eines 
Wolke van Leine wand werde angesehen 
werden? . v 

Wir gestehen es, in so weit ein Vorurtheil 
gerecht heifsen kann , ist ^niclits gerechter, als 
WiÄX-ANPS sämmi]. W.III.b/ Q , >^ 



/ 



• 



», 



I ^ 



S^ , Ika ▲ ¥ H 0\N. 

/ ' ■«. 

darVörttTtheil» welches der schöiieii Danae eot- ^ 
•gegen >teht. Allein demungeacUtet würde ei 
eehr ungerecl^ireeyny wenn wif eie ziim Opfer 
Ittnes allgemeinen Satzes machen wallt en, der 
4ui8tTeitig einige Ansnahmen lei<^ec. Eine schät- 
«e Seele » welcher die Natur» die^^L ine a,m en- 
4^en der Tugend (wie Ci-cero es nennet) 
Eingezeichnet hat,.hegaht mit der zartesten £m- ' 
'{^findlichkeit'für das Schöne und Gute, ui\d 
mk angebomer Leichtigkeit jede g^esellschafc* 
liebe Tugend auszuüben, kann durch einen Zu^ 
ieaminenflufs ungünstiger Zufälle an ihrer £nt« 
ewickliing gehindert, oder an ihrer uirs|>rüngli^ 
cfaen.Bildung verunstaltet werded. ' ' Ihre Nei» 
fpngen können eine falsche Richtung bekom» 
«sen. DLe Vevföbrang in der exnnehm enden 
iaestait der Liebe» kann sich ihrer Unerfahren* 
heit zur Wegweiserin aufdringen. Niedrigkeit 
undtMangel können iti ihr 4iese|i edeln Stolz 
niederschlagen, der so oft die leti&te Brustwehre 
der Tugend ist. Erziehung und Beispiele kön- 
nen sie über ihre wahre Bes|imm,ung verbler> 
den. Dfie aMchuldigsten» Ja selbst die edelsten 
Regungen des Herzens, Gefälligkeit» Dankbar« 
keii, Grofsmi^th, können durchs Umstände zu 
Fallstricken £(ir sie werdend Hat. sie sich ein« 
mahl auf dem blumichten Pfade des Vergnügen« 
den Liebesgöttern, Scherzen und Freuden als 
Fühv^rn Vertraut, wje sollte sie gewahr wer- 
den» wohin sie der sanfte Abhang eines so 



» \ 



DR£TZ£HN^xf;9 jBu^fiU ^0. Kapitel, Ulis 

*kAtig«n 1^^^9 föliren kann? zümabl» w0nm 

jt&^ di« |(^r2^2{iei^ undMtis^n ^Ib^ zu der froh* 

.iiehea.^UAajrgedellen^ und der sofiatische Wittn 

iinjden M^O^el <i6r Filosoße gehüllt, Gei^übU 

zu Grundsätzen» und die Kuiist zu gt* 

iiiletseii ^u Weisheit adelt? ^^ne lange 

-Reihe ßng^ehmer Verirrungen kann die Folg* 

ides ersten Schrittes seyn» den sie auf einem 

/We^e gethsin hat, der ihrem bezauberten Auge 

>der gerade^fadzuoi Tempel der Gläckseligkeit 

•icbi^H. —.Aber warum sollte sie nicht vpn 

4hrem Jtrrwegf zurückkommen können? Die 

Umstände kJc^pnen der Tugend eben soWäi^ll 

beförderlich als nachtheilig se^n. Ihre Augen.. 

rkonneUfgeöffnet werden» Erfahrung und Sät*. 

/tigung lehrei^ sie anders ' von den Oegenständeif 

inrtbeilen^ in deren Genufs sie' ebmahls ihre 

.•i&lö^seUgktit, setzte. Andre Begriffe zeugen 

lendire O^ittnpngen» od^, deutlicher ^zu redep, 

vricbtige .Segriff^ geben auch d6n Neigun|ea . 

tilrre wabte Richtung. Die Grundzüge der 3eele 

.bleiben unveränderlich. Eine scböiie Seele kann 

•iSidh verirrenj kann durch Blendwerke getäuscht 

.werden; eher sie kann nicht aufhörep eine 

e(tb<|ne Seele zu seyn. Lafst den magischen 

s Nebel ^erstreiit werden ; lafst sie d i e Go t.t- 

beit d^ Tagend kennen lernen! Diefs ist 

^der Augenblick i' wo sie sich selbst kennen 

lernt; wo sie fühlte daf^ Tugend kein /leerer 

Nähme» kein Ge8cbö|)f der ^inbUdang» keiiie 



• 

\ 



/ 






A G^ A*^ H ö ir; 



il 



£riindutig des l^etrugs » -^ däf« sie die Be&tini- 

mung. die Pflicht, die Wolliist, dtr Rabbi» 

da» höchste Gut ein^s denkenden Wesens isl. 

^ie Liehe zur Tugend, das Verlangen si^ 

/selbst nach diesem götllichen Ideal der mortw 

lischen Schönheit; umzubilden, bemächtigt sich 

nun aller ihrer Neigungen; es wiid zur Let- 

deihschaft; in diesem Zustande, mehmls in 

irgend einem andern , ist es , wo man jBagen. 

kann'^ dafs die Seele von einer Gottheit beses* 

een ist ; und welche Probe ist so schwer , weU 

ches Opfer so gröfs, um zu echwer, zu gro& 

' fiir den Enthusiasmus der Tugend zu sejm? ' 



)- „ 



' Ob dieses tiicht ganz eigentlich der Fall der 
schönen Danae gewesen sey, darüber sollen 
UnSre Leser selbst urtbeilen, so bald sie ihre 
6 e schichte aus ihrem eignen Munde ver- 
nommen haben werden. Danae faiid sich ia^ 
der Nothwendigkeit sie zu erzählen, weil ihr 
ÜTgatlion kein andres Mittel übrig liefs, ihre 
standhafte Weigerung gegen eine Verbindung^ 
welcher nichts im Wege zu stehen schien , vor 
den Augen :d er Familie des Aröhytas und vdr 
den seinigen zu rechtfertigen. In ihre Wahr.- 
haftigkeit scheinen wir nicht Ursaqhe zu haben 
einigelt Zweifel zu setzeh. Ihre Absicht 
war es wenigstens , die Wahrheit , selbjst auf 
ÜnHosten ihrer Eigenliebe, zu sagen. Frey- 
lieh ist diese Eigenliebe eine ganz vo^treilliche ' 



'} 



^ 



Deeyz'E UNTB8 Buch« 7. Kapitel. MS, 

Koioristm , ^^ -i^remr wir-w-der-AfcfoiiiWeniiig-v 
unsers lieben Selbst auf diejenigen Tb^ile koAi* 
men, wejche wir in den dunkelsten Schatten 
zu steilen Ursache haben/' Sie besitzt ganz 
eigene Geheimnisse, diese Theile, wenn sie 
ja nictit ganz versteckt wer4€n .können, so '^u 
beleuchten und zu nuancieren, dafs sie dem 
Ganzeh den möglichst kleiiasten Schaden thun; 
ja, si^ findet wohl gar Mittet, ^^ ecliönern 
Theile dadurch zu erheben , und uns glauben 
£H machen ,: das Ganze gewinne däfch die'^Feh- 
ler selbst. Danae hätte mehr als eine Sterbli- 
che seyn müssen , um auch gegen die unmerk- 
lichen Drücke dieser ersten Springfeder der^ 
menschlichen Natur immer auf der Hut za 
tejn« Aber uns däucht, man kann mit deni , 
Grade von Glaubwürdigkeit zufrieden seyn » , 
ier daher entspringt» ^enh der Erzähler sA'f 
oer eignen Geschichte die Wahrheit sagen w i 1 1. • 

Hören wir also immer, Was sie uns voi;il 
einem Gegen stände sagen wird, von dem sie. 
mit der vollständigsten Kenntnifs .sprechen, 
konnte, und dem sie, bey aller ihrer Aurfrich-' 
tigkeit, gewifs nicht zu viel geschehen lassen' 






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A O A T H O N. 



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«iMi^nMMii*i 



Oeh0ime Oesekimhte d.^r D^t« ae« 



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1^ Kjipit^ei. 



( 



Dftfi« beginnt ^ihre ^ejieune (reschicht« zu erzählen* 



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überlassen es dem Leser 'gelbst, sich dief 



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Wir 

äcene^, wo die schone Danae ihrem I^reun de ' 

,, die geheime GejSchichte Ihres Lebend mittheilte, 
»ach eignem Gefallen vorzustellen. JEk kann -^ 
aie auf einen. Sofa, oder unter einer. Sommer- ' f' 
laube, oder tmter den Schatten einer hohen > 
Cypres^e an den Iland eines rieselnden Bacbes 
versetzen : für die Hauptsache — Doch nein ! 

. ich irre mich ; di« S c e n e ist bey einer solchen 
Erzälilung (und überhaupt bey welcher Art 
von Handlung es impiet seyn mag) niemuhls '* 
gteichgültig. Hätte Danae irgend'einen gehei- 
mta AnsthUg auf di^ Sinnen oder auf 4as Herat 



I 



Vi£RZEH'KTE8 BücH« 1. Kapitel. s47 

finsers Helden geliab t ^ $o ^wütie ^i^~ vermnth« 
lieh Mittel gefUndenJiaben » es aa duzuleftep, 
dafs sie sich zufälliger Weise entweder 
in einem artigen Boudoir (iettti die^ Öriethe^' 
hatten auch ihre Boudoirs) oder utiter einer 
lieblich dämmernden Rosehlanbe ihm gegen 
nber befunden hafte. Aber da sie schlechterdiiigf 
keine Nebenabsichten hegte, so "ist eine ge- 
Sachliche Kasenbafik» im Scfaattep ^nes freyeii 
Sanmes» unter den ehrwürdigen Augen der^ 
Katur, — *- so eih Platz'' wie der, woSokratea 
mit ,dem schönen Fädtus über das wesentll* 
che Schöne filosofierte,«- unstreitig der schick« 
Hchste. 

£a war aTso am Abend einies schonen Som*' 
mertages; der Himmel« heiter; nur hier üiid^ 
dia ein leicht schwebendes Wölkchen, von sanf-^ 
ten Lüftchen getragen. Danae, schön und 
rühfend wie die Natur, deren Anblick Rulie, 
nnd aUgemeines Wohlwollen über ihre Seele^ 
verbreitete; doch milderten einige ernste 2üge 
diese schöne Hieiterkeit; und efne sanfte Schap;^«. 
röthe, die ihrS reitzenden Wangen überzeug, 
indem sie die schönsten Augen , die jemahls 
gewesen sipd, auf ihren erwartungsvollen 
Freund heftete, scKieh den Inhalt ihrer Red<^ 
anzukündigeti. Ag^athon, ihr gegen über, sieihe 
^anze in ihren Ahschauen ergofsne'Seele imj^e* 
grifP, SO' bsrld sie die Kippen öffnen würde; 



.\ 



V 



/ \ . 



248 ■ A o A T a CT N. 

t 

lauter Ohr zu werden ! — Ich wün5chtf Apcl-_ 
ies, oder I\afael zu seyn, um dieses ö^mähtde 
%\\ mahlen« ikuI dadn Palet unciPiosel auf im- 
iuer an, den« Altar der Grazien aufzuhängen! \ 

. , ' \ ... . <^ . 

Danae spricht — tun^ der Gedanke an den 
Ton ihrer Siin^me, den ijch nicht liiablen könn- 
te, an den Ausdruck, der unter fieva Rissden/ 
mit jedem Augenblick ihrem Gesichte Reitzun- 
gen gab, die meinPinsel nicht schaffen könnte^ 
dieser Geda\)ke tröstet mich wieder, dafs ich 
nicht Apelles noch Rafael bin. 

So schwer es mich ankommt, mei^n lieber 
Agatbon, (sprach sie) dir e.ine ungeschmei- 
> ohelte AbschUderung rpn ^meinem vergangenen ■ 
lieben zu machen : so w^ig ^ ist, es doch iii 
laeiner Gewalt ,^ mich dieser l)ejl(iüthigung zu. 
überheben. Es war eine Zeit,. da du zu gut., 
von mir dachtest: und damahlswar es niir viel- 
leicht zu verzeihen, dafs ich den Muth ilitbt 
hatte , dich aus einem süfsen Irrthum zu zie- 
hen, der uns beid^ glücklich machte. Hip< 
pias n^hm diesen Diensjk übersieh: aber es 
ist mehr als wahrscheinlich, dafs e^r nicht ein- 
mahlden Willen ^atte, mir Gere ditigkeit 
zu enyeisen: Und wenn er ihn auch gehabt 
hUttis , was würde icl^ dabey gewonnen haben % 
Et kannte put die Hälfte von. Daiiae , — und 
Wüf unfähig mehr von ihx zu kennen. Deine 



ViBRz£^HN'3|£;^ jß^c/ir !• Kapitel. $49 

' ' ' ^ ' ■'■.'. ■ , -' 

^ölzU€^le^ Flutet ypp :§in7Toa ^entdeckte mir 
alf«8 ,1^^ : ^as er dir gesagt haben icpnTl^te.. Wie 
tiff xniiJjBteicb i^jdeliier Meinung gefallen eeyii! 
Das JB^wa^feueyn , es nicht zu verdienen; d als 
du 6Q übel ^vQp %nir dach);es^, war damahls nur 
ein fichi^acher Trost i-Pas Schicksal hat^s auf 
iich genainmeniinicb. au dir zu xH^hen ^ wenn 
ich, ^ ^^g-en kann; denn ich.liebe diese Vor* 
Stellung nicht.' Ohne Bedenken gesteh* ich es 
4irj, es ist l^eine Glückseligkeit iür mich«^ wenn 
i^thon* nicht glücklich ist^ — Seitdem wir 
uns so unverhofft wieder gefunden , hat nair 
dein ganzes Betrafen die völlkommei^teGenug- 
ÜHiung g^eben. Nur ein Herz i^e^deines, ist 
eines 80 edelmüthigen Verfahrens , einer so fei? 
nen Enipfindsamke\t« eines so zärtlich abgewo^. 
genen Gleichgewichts zwischen einer Frey- 
h^it und cinex" 5htTrückhaltung> welche 
mich in gleichem Grade erniedrigt haben wür- 
den, föhig. Von Bli^Ser Seite hast du mir niclits 
zu wünsclien übrig gelassen. Wollte der Him- 
mel für'dieHuhe deines Herzens und des mei- 
nigen» dafa Agathon — dessen Freundschaft zii 
TTjC^dii^nen de^ Äfser^te Wunsch meiner JEigen- 
liebe jUt — sicK hätte begnügen können, g<- 
t^ht^.^gegen seine Freundin zu/seyu! Ich rufe 
Bi(|h^^, die Götter zm Zeugen der Aufrichtigkeit 
dieses: Wunsches ^n ; meine ganze. Seele liegt 
a«fg)BS4pl}l9|Sf en vor dir, und k<^ine BjC»giing» diji 
ipir ^fjbst x^ mt%)s}i^}^^ ein Ge.v 



<• ^ 



I I 



faeimnirs bleiben. Mitten iTitl^Wtin^l^e,^affl[ 
du n) ich weniger lieben md^hMsn begt^fe ich, 
^fs ich etwas unmögliche» wünsche, sb'Tingj^ 
du diese Danais nicht Völlig kennst, ^tt du lie-^ 
best. Ich habe wohi überlegt, Was ich 2u 
thun. im Begriff bin. Was ich selbst dadurelT 
Verliere, i6|t das wenigste. Abetvich ^Ätfehe ' 
dir*s/ Agathon, es kostet mir Überwindung» 
dich aus deinem schönen Traum aufzuwecken. 
Die D^nae deines Herzens, und die DiaM䀻 dM" 
du hier vor dir siehst, ^indni^ht ebcfu- di#* 
aelbe. Die Zerstreuung eines Irithrums, deh'dU 
liebest; karin Uitht anders als sefamerzhafts^n.' 
Aber sie ist *tä deiner Ruhe, sie ist für den 
^Rühm deines künftigen Lebens nethW^llfdlg. 

H%te mich also, bester Agathen! 

' '/ ' , • 

' , ^ ' / . .; ' . > 

af, K a p i töl/ 

Erste Juge^ der I^snae, bis zu ihrer BAafintscliafit - 

mit dem A leib lade s. / ' 

JVjL^ihe Abkunft ist niedrig, und^dief enigenr, die: 
läairdi^S Leben gaiben, kannten nie waiGto^lch- 
lichkeit^ Überfiufs und Ansehen ist. Mein^ 
erste Erzieliung war diesen tTtoständen gemäfir : 
die Natur muffte alles thuh. Und in der TKat — • 
es*wiri6 Undank es nicht bekennen zu <iro1* 
len, -^' eie faktt« oo viel für dW kWn^ iUyiii 



(i6ii$hiiit fbaii tnichMamalits) gtfthan , dafs es 
nelleicht am be^texl war/ Ihr aUei zu Überlas^ 
leö, ^ Die kleine Myris hätt^ eine Figur, ron 
hiwm eich grofse HofFnnngeii machte; und 
NRion damahls, wenn sie unter andern Kindern 
ihits' Altere in* Beihen hüpfte, pflegte man sie 
iie Graz! e zu nennen: die kleine Myris hatte 
rucQ ein Herz; aber darum bekümmerte sich- 
aieiQänd. Ihre Mutter war eine FlÖtensyielerin. 
)ie mochte vielleicht den Entwurf ihres eigenen 
[jrli^K^ auf du Gabeti , die sich in den jungen 
Mädchen entwickelten, gegründet haben. Denn 
hr einziges Bemühen War, sie von ihrem sieben- ' 
:en oder achteh Jahre'an zur Bestimmung einer l 
fem Öffentlichen Vergnügen gewidmeten Person 
m bilden. Alle melnelcldinenTahigkeiten\vur*| 
3en angebaut, so gut als es die Umstände zulies^ 
len, und so W^itals meiner Mutter eigene, ver» 
mnthtich sehr eingeschränkte, Geschicklichkeit 
reichte. Man fand, dafs ich in der Musik und 
iai Tanzen den Ufift^rridit und das Beyspiel, so 
li^e^inir geben konnte, bald tibeVhohhe. Nun 
nldeteich mich selbst, so gut ich konnte; denn 
ic|i&nd e t wa s in mir — ^ ohne zu wissen öder 
la^ ihi bekümmern w as es war — das mich 
weder mit öenif was ich um mich her sah, 
iiQ^ipil mfr selbst und mit dem Bejfall, den 
^ij^elt • zufrieden seyn liefs. Die Natur 
i äle Idee des Schönen in meine Seele 
ft^tkriät: lidcb sah ich' sie blöCs durch einen 



iif »^ 



ä 



V 



.•52 Jk « A T a K. 



1 ^J 



Nebel;, aber auch da$ Weiiige, wa$ idi'flavoh 
erblickte» that seine Wirkung^ . ^ 

EinUmstai^d, der bey^iesem allenlzurEbre 
meiner guten Mutter gereicht, ist zu wichtig, 
ajs dafs ich ihn vorbey gehen köi^nte. Wenn sie, 
wie ich schon beinerkte,,nichts that, <um mein 
Herz zu bilden, so that sie dpch auch wenig 
oder nichts, um es zu v er d e r b e n. Sie schien 
(s6 viel ich mich ihrererinnern kann) über die» 
«en Punkt ohne alle Sargen: Die ihrigen gingen 

> blofs auf die körperliche Hälifte meiner Person ; 
auf die Erhaltung meiner feinen Haut und schö« 
nen Gesichtsfarbe, auf die Entwicklung aller 
der Reitzungen, die sie an mir zu eehen glaubte« 
und in Welche sie um so viel verliebter war, 
je weniger sie selbst jemadls Ansprüche von die- 
ser Seite zu machen gehabt hatte: Sie that sich 
viel auf eine Menge kleiner kosmetischer 

' Geheimnisse zu gut, ip deren ausschli^fsendem 
4ft. Besitz sie zu ^eyn versicherte ; und icb bin ge- 
wifs, dafs die junge Myris die nachmabl* sosehr 
gepriesene Schönheit ihrer Hand und ihres Fu- 
fses, und das was man die Elega'nz ihrer Leibes- 
gestalt nannte, der aufserprdentlichen, Sorgfalt 
der guten F^r^u zu danken halte« 

^^ xlintcr den tfausgötter/n, an welche sie 
a)ich meine Andacht richten lehrte, war eine 
Venus^ a\t Von den Grazien se- 



V i€.RZ%nii^rM8lXvdm ä. Kapitel. ts}55 

-■ \ ■ . 

^ Wä^Hi ik t wird, d6t vornehiJiste GtfgenQtand 
hrer eigenen. Sie bat diese Göttinnen für ihre 
TocK^ um S^hönheifc «nd um die Gube zu 
[^efalten. Nacli ihrer Meinung wai? -da« beste, 
V2t$^ si6 mir ron den Unsterblichen etbitt^li 
c9nnte,\in die«e beiden Eigenschaften einge 
ichlössen ; ^venigsrens that sie alles was isie konn- 
te, 'um diese Meinung in mir zu erwecken. ; 

'^ Diese Venus und diese Grazien, ,dle ich alle 
Morgen mit frischen Ros^n oder Myrtenzwei gen 
bekränzen mufsie ,' waren ^as Werk eines sehr 
Qbitteliuärsigen Bildschnitzers, und nichts w^ni- 
jer als geschiclct , die Idee göttlicher 
^Vollkommenheit in einer jungen Seele zu 
entzünden. Diese Betrachtung entstand oft in 
üer jungen Myris, wenn sie sich selbst mit die- 
sen Bildern veridich, und war allemahl von dem 
Wunsche begleitet , die Götlin der Schönheit 
and ihre Gespielin in ihrer wahren Gestalt zi^« 
sehen. Dieserii Wunsche folgten oft Bestrebun- 
gto der Einbiklungakraft, ein ihrer würdigeres 
Bild ^n sich selbst zu erschaffen; und diese Be- 
itrebungep schienen zuweilen von den Göttin- 
nen begünstiget zu werden^ Ein Zufall mach- 
tüihr einst aus dem Munde eines Sängers von' 
Theben P i h d a r s erhabnen Gesang auf die Gri- 
iien bekannt. Ein himuilischcr Lichtslrabl 
schien ihr, da sie ihn hörtc.^ in ihrer Seele zu 
fallen. Ihr war als würd!^ ein dichter Schleier 






. «A4. -■. '■ . > a-A..T«.o^ ;.. -: ;,-; ' : 

vor ihteii Augen wegg«2|0Eep/mid nmo if$h 9i# t 
^idiese Grazien, '} von welck'eii alle^Au^ 
nehme und . Liebliche tix den Sterblich^ 9Uf^ i 
iliereii;?;^^r deten Einflub ^^r Weiser, dfr Tu* < 
geiidfaaf t;ie, der Held, und der Liebhaber de^ Sphör 
neu »ich4)ildettdiese himmlischen Grazieii* o)u)^ , 
lyejche 4^'^^^^^^ Sje^lbsü keiue Freuden kennen, 
und> c\u]r4ii d^^eji Hände alles ^eht >vas impflixn« 
mel geschieht; $ie,^die, neben dem Pythiscfaen 
^jßoUa; thronend, nie aufJiöi;en die unver^hg- 
liehe Majestät des Olympi^cl^en Vatevs anzul»et 
teo/^ Von diesem Augenblick an blieb dai 
göbtliche Bild meiner Seele eingedrückt. Ich 
konnte mir selbst nicht entwickeln, was ich 
dabey füblte ; abericL schwer den Grazien einen 
heiligen Schvvur, sie ip allem meinem Tbun ^v. 
meinen Führerinnen zu erwählen. Wie dt,i 
siehese, Agathon , hatte die jun^e M^ris einen 
feinen- Ansatz zu eben dieser schönen Sphw^- 
tnerej, welcbe in den H4l}en und Lorberhainen 
von T>elB. deiner Seele.die erste Bildung gab. v 
J)ie Umstände machten den ganzen Unter- 
schied. ^ Zu DeiH erzogen« würde sie ,eine 
P s y che geworden se;^^ 

' ■ ■ ■ ■ . -•■ -'•;■• . -\ i ■ ' 

;0 Dflnae sagt im Original diöse Verst Pindai)» , (ans * 
der ueuncen Olympischen OdO mit seinen e^geoen t 
Worten her. Das Unvermögen einem Pindar nach- i\ 
zufliegen bat lins zu einer Umschreibung genöthigt;». ; 
wodurch das Urbild, vielleicht weniger verliflfrt als 
dHrch «ine Wörtliche Übecsctxunf« . > ^^ 



<7 '/ y}\ 



/ ^ 



datter «ich'^tus^blofs, mieli zu eüi«r al*. 
ersflcliwedii^r ^acb Athen', a^u bxinge'D, 
Dzigen Ort in der Weltf wo, Ihrer Me>- 
Mch , Talente» Jugend und ^cliönheit 
^erccbtigkjeHeu des Glücke wexhtß^e^ 
A. . Dbrt boipFie eie die Ftüdfhtß einer Er- 
; «IQzuetute^ durch welche »ie f ich das 
Verdiemt tun. mich gema<;bt zu hKh^ui 
Aber da$ Schicksal gönnte ihr dieae 
i^nicht* Sie atarh* und ich. ging nui^ 
Schutz eine« Bruders über» der» um sich 
je für mich ea entledigep, nich^ au- 
re hatte« aU den Wunach unsrersterbeu«' 
ster in Anaehttug meiner z^ erfüllen. 

cam aUo vm^ Athen, daa nun den 
a der Hnuptsiadt von Qriechen^and» be- 
^ konnte, naChd^üi es von Ferikles zum 
r Musen und der Künste erhoben wor- 
V Die Anverwandte» zu der man mich 

schien über das.Vermächtnils» d^s ihr 
lütter in meiner klei neu l^erson gemacht 
(ehr erfreut zu seyn. Sie baute die 
;hen Hoffnungen auf meine Gaben» und 
i alle mi>§licli!i$ jMühe» puch zu unt^f 
, wie ich^s anfangen mü&se, um sie zu 

.Glücke at^zuwenden. Witz und eine 
Feinheit der Sitten» des Geschmacks und 
fcbe siiMl tu. AihM iogar den niedrigsten 



/ 



\ 



Klassen des Volkes eigen.* Meine neue P 
muttecy wiewohl sie nur eine >Kräuter]i%nc 

f war 9 gab mir Lebren, welche eki^r in de 
heimnissen dex §chlauest^n Koketterie € 
-weihten Schülerin der Aspasi^ nicht unw: 
gewesen wären. Aber eiiitnir selbst nnb'el 
tts innerlicl^ Widerstreben machte michi 
lehrifi; für ihren Unterricht. Mein Herz 6< 
mir 2u sä^eii, dafs ich für ei nein edlern Z 
gemacht ^ey; aber wenn ich es weiter 6 
verstummte es. Die Profession einei^Täm 
welche ich zu treiben genöthigt war, m 
mir verhafst» so sehr ich die Kunst an 
selbst .liebte, aliein dieser Widerwille nahn 
vermerkt ab, je mehr der Anblick so vielel 
ganz neuer Gegenstände, und die unn^rk 
Ansteckung mit dem Geiste dep Leichtsinni 
der Üppigkeit, der das Volk zu Athen behei 
te, jhreor Einflufs auf mich äufserten. I>i< 

^ schuld , die ich abs meiner armen väterli 
Hütte mitgebracht hatte, lief nun immer'gi 
re Gefahr i so wie die Uriwissenheit sich 
lor, vorn der sie ihre Sicherheit zog. 
schöne Wohnung, ein prächtiger Putz, ein ] 

-zendes Gefolge, eine niedliche Tafel, Ge« 
de, Bildsäulen , Persische" Tapeten und S 
betten, und tausend andre Bedürfnisse dei 
mächlichkeit und der Wollust, fingen anl 
für meine Einbildungskraft zu bekommen, 
mir ihre&itbehrupg zur Qü^^l zu machen ; 






■--a^' 



ViERzfiHN'fEs Buch. i». Kapitel. 257 

nüh gab es Atigetibiioke, wo das Verlan gen nach 
ßner in meinem Wahne so l^etieidenswetthen 
61ü(fkseligkeit mich zu allem bei^eitwillig za 
Wkctien schien 9^ wa^ ein Mittel dazu werdeii 
konnte. 

*" Die alte K t O/b y 1 e war, zu meiniöm Unglück, 
Me Petson nicht y die niich richtiger denken 
lüh-eh könnte. Ihre eigenen Begriße Von Glück- 
iiäigkeit erstreckten sich nicht libef den Kreid 
Ä(^' grobem Sinnlichkeit; und sie liefs sich gar 
iiicht einfallen, dafs, aufser der Armuth und 
Öörftigkeit, etwas scli^ndiiches sey. Sie unter- 
Mdt mich also in einenr Taumel» von dem siö 
^Mbst gföfse Vortheile zu ziehen hotfte. Der 
i^lprSc Erfolg meiner ersten Versuche in der pän- 
limisdlieh Tanzkunst machte unsre beider- 
NtegeBethörung voUkominen. Das gedanken^ 
Mädchen sog mit wollüstigen Zügen (ias 
^n^lgen eines Beyfalls ein, der sie hätte 
mnüthigen sollen; und die geldgierige Alte 
echnete Tag und Nacht die Schätze, die sio 
it tneiner Gestalt und mit meinem Talent ge- 
hen könnte. Ungewohnt sich jemahls irti 
tz eine^ gröf^ern Summe als einer Hand 
ÄH Obolen zu sehen, vetwahdelte sich beym' 
iick eben so vieler D f a c h m e n alles um 
iier in Gold und Silber. Ünsre Lebensart 
itdiö sofort nach unsern^* Hoffnungen eingjj- 
"ict.' • • .. -^- •• . . 

WiELAWDs sämmtl. W. UL Ä H , 




^..^ / . 1 ' 



A G A T 



H t) K. 



Ab^r ein kJieiner Zufall, den, bq gewöhn« 

liqh brauch war» dif; äufserste Unerfahrenheit 

^^r juiigen Myris ^ie nicht hatte; voraus sehei^ 

lafsen» warf sie gar bald wieder 2»o weit als 

jemahls von dem i^iele ihrer Wünsche s^urück« 

Sie liebte ^war die Freude, ui^d mochte gern 

fef^Uen upd bewundert werden | aber Y^ollte 

siqh Ton der vornehmen Jugend in den Hau» 

serii, wohin sie ihre Kunst auszuübw berufciii 

yirui'de, nicht so begegnen lassien^ wie man 

jungjQn Nymfen von ihrem Range ^u begegnen 

pflegt. Ein gewisser Stolz, empörte sich in 

Ihxßm l^einenH^X^eut der allen unbesonnenen 

Y^nnschen ihrer jugendlichen E^lkeit dasQe* 

g^ngewicht hielt. Die Jünglinge aus deni 

St^mn^e der Theseen und Alkmäonen fanden, 

lächerlich, da fs eine kleine Tänzerin sich dnrch 

il^re Lebhaftigkeit<pn beleidiget linden splUe: 

i|t)d die kleine Tänzerin fühlte ^ine S^ele in 

^ph ^rwach^n» die den Gedanken», diesen Hei- 

dfsnsöbnen zum Spiel w$rk 2a diex^epi uner* 

t^ägljch falndi 



■ ■ ■ ' j 

Die wirthscbaftliche Krobyle. wollte üb^r 

tfj^^ fo nn^^eitig^ Spitzfündigkeit vx^n Sin^iW 

l^qmm^n; ab^ Myris dachte an das Gelübde, 
^fS sie den (^razien geschworen hatte» unci 
Ulieb unbeweglich. Nicht , ' als ob ß}e nicht 
l^e;r^its zu fühlen angefangen hätte» dafs iht 
tierz seine eigenen Bedürfnisse habe : die klei- 



/ 



Vi£ Rz^HNj^s. Buch. .2;. Kapitel. 

nen hs^lb y^schwiegenen Q«8t$pciQUsip, 4if €f 
iUr tHat^ gabep ihr Imin^er mehr Licht tibeir 
diesQn Punkt. Sie fühlte Fähigkeiten iii 9^^W 
welche entwickelt zir werdeii strebten V und 
einen, Schatz von Zärtljchkeit, woinit sie nichts 
antufangen wuf$te. Ihre Seele verlor sich in 
den Träumen einer angenehmen Schvyermnth; 
sie gab ihren Wünschen Gestalten, und ver* 
suchte, sich Geg^stände in ^ich selbsit zu bil- 
deh , in deren Anschauen si^ ein Vergnügen 
fände, das die verhafsten Eindrücke derjenv* 
geu, wovon sie sich umgeben sah, auslöschen- 
mQchtö. Aber alle diese Bestrebungen dienten 
nur dazu, ihr das Gefühl ihres gegenwärtigen 
Zustandes unerträglich zu machen. Ihr^ Unv 
stände pafsten nicht zu ihren Gesinnungen; sif 
stellten sie in ein falsches Liipbt ; alles was di^ 
Göttin der Schönheit und die Grazien für sie 
gethan hatten , yerlor iseioeii Werth daduich; 
und wie konnte sie hoffen» dafa Anvar di«a 
Verlust ersetzen wüf de? Wi« konnte e^a 6#^ 
S/(h5pf • das seinen Unterhält damit verdienen 
nmfate, die Reichen zu Athen bey ihren Qastn 
mählern durcKüppigeT&nze zu vergnügen, sieb 
träumen hissen, jemahlß der Geg^nstan^ einer 
zärtlichen Leidenschaft zu .werden? D|e'armt| 
Myris ^müdete ^ich vergebens ipit Nac^sin- 
neu, wfc sie es anfangen könnte|, ihrem Sc^hiqk* 
sal, dessen Schwere sie täglich schmerzUqhei^ 
fühlte^ eine andre G^st^lt zu g^ben : ^indessen 



26& ' ' '* A' G A t H O N^. 

/ ■ '• . 

* • , ; 

Üestärkte sie sich doch in dem Entschlüsse» nicht 
imehr bey den Gastmählern der Athener zu 
tanzen. . 

Die alte Krobyle, die ihre Rechnung gar 
nicht dibey fand, erschöpfte ihre gan;&e Bered- 
samkeit , sie auf andre Gedanken zu bringen; 
^nd da das eigensinnige Mädchen Vinbeweglich 
blieb, erklärte sie ihr endlich mit dürfen Wor- 
ten, dafs sie entweder gefälliger seyn, oder 
selbst für ihren Unterhalt sorgen müfste. Die 
Unglückliche hatte, da es Ernst wurde, nicht 
Muth genug sich zum Spinnrocken zu ent- 
schliefsen. Sie bequemte sich also endlich, wie- 
Wohl mit Widerwillen, dem Antrags des Mah- 
lers Agladfon Gehör zu geben, dem sie zum 
M o d eil einer für deti Alcibiades bestellten 
Bebe dienen sollte. 



t \ 



; Der Mahler/Schien mit seinem Modell aulsei&-« 
ordentlich zufrieden zu s^yn. Ich weifs |iichjt> 
wie er e$ machte, aber seine Hebe wurde sa 
schien, dafs die junge Myris in Gefähr kam»^ 
gleich dem Natcissus der Dichters, in ihr eige^ 
^e« flbenbild verliebt zu werden. < 

Alcibiades gerleth (wie er ihr in der' 
■?^%® glauben machen wollte) beym Anblick' 
dieses Gfemähldes aufser sich. Er wollte wis- 
sen, wer die Sterbliche sey, die dem Mahler 
die Grundzüge zu ein^i£ so schörien' Ideal ge- 
liehen habe* Aglaofop. versicherte, dafs es ein 



I 

Vierzehntes Buca. is. Kapitel«.^i. 

blofsejS Geschöpf seiner ' !ßinbildungdtVaft 6«f • 
In der That hatte er eine besondere Absicht 
bey diesem Vorgeben; dei^n es war ihm mit 
seiner Hebe ergangen, wie dem Pygmalion mit. 
seiner Bildsäule; und wi\&wohl die StatiKf^rfür 
die er brannte^ scboä beseelt war, so :faüd*er 
dennoch, dafs .es ihm vielleicht nicht weniger 
Mühe kosten ywürde , sie f ti r i h]n za beaeeleit» 
und um so viel wisniger war er getieigt, sie den/ 
Augen eines Alcibiades auszusetzen.» . i '» 

Inzwischen bestellte dieser ei^ne Dänäp 
bey ili^m, welche das Seitenstück der Hebe wer- 
den sollte , und My tis muC^e . sich abero^aW 
gefallen lassen, das Urbild dazu abzugebei|» 
Ihre durch den gliicklichen Erfolg des ersten 
Versuchs gereitzte Eitelkeit — eine jugendliche 
Thorlieit, die ich nicht damit eatschuldigeSii 
will, dafs sie in ihren Umständen natürlioli 
War, -^ half ihr über dieBedenklifchkeit^nvv^g,^ 
die sie dabey zti überwinden hatte.^ Auch w«r 
sie noch weit entfernt, die ganze Stärke der 
Rolle, die sie übernahm , zu kennen. Gegeip. 
den Künstler, dessen Augen verdächtig z>i wen- 
den anfingen, schützte sie die Geg€vrWartd^ 
alten Krobyle, welche so ziemlich die MiewB' 
eines Drachen hatte, der zum Hüter ein e6 bi- 
.zauberten Schatzes bestellt ist; ; und überdi«!* 
chatte Aglaofon schwören müssen , so' läöga 
die Versuchung dauern würde, lauter Aug^s'^Äi 



/ ; 



tÄ»^ A ^A t H O II. 

99)rd. fiem tiilgeaehtdt setzte es einip grofeen 
Streit ab , da die neue Danae sich zu einiefm 
Wuff des GewaYide^ bequemen sollte, ^et dem. 
Mabler einen 2U grofsea Vortheif über sie eii\- 
kiJtrilinien se:hienk ' Agla6fön führte zu seineih 
•Bebuf an« dafs er ftir den Alcibiades mahlen 
müsse; ft^r ei Aen Kenner, der ihm nicht vcr- 
sei|pen wiir^e, wenn er die V6llk<>mmenh«>it sei- 
nes Stücks Bedenkliehkeiten aufopfern wollte, 
jdie er sieb die Freyheit nahm übertrieben zu 
finden. Die Alte, die des Preises halben bereits 
mit ihn^ übefein gekommen und Wenig geneigt 
war, der feinem Denkungsart ihrer Untergebe- 
nen m scbonefi/ unterstützte ihn mit ihrem 
Ifanzen Anheben. 61ei<äliwahl würdd vielleicht 
iiles diefs nicht hinreichend gewesen seyn, wenn 
tiicht ein Oedanke, der aus dem eigenen Busen 
4et fungen Myris ai*ifstieg^, ihren Eigensinn 
überwältigt hätte. Die kindisclie Thörin be- 
eorgtr, der Künstler — • denn iFür sie war Aglao- 
• fba sonst nichts — möchte ihre Weigerung 
einem MiTstrauen in sich selbst bejinessen, des* 
een sie sich nicht schuldig wufste. Sie üb^- 
fedet^ sich, dafs es undankbar wäre, der Natur 
»icht Ehre machen zu wollen, und willigte also 
«ndlicl^ ein^ weil Sie doch eifimähl Danae 
ieym sollte» es ganz zu seyn. Gleichwohl 
behauptete Alcibiades, (der ohne des Mah- 
lers Vorwissen einen verstohlnen Zuschauer 
^ejr diesw Scene abgab) dafs sie mehr einer 



X 



ViERZEUNTBS B 17 C H. , 3., Ka p It 6 1. 203 

Orazie die mit einem Ai^ör spielt, aU 
derfenigen, welche sie hätte vorstellen sollen, 
gleich gesehen habe. x 

Dieser von der Raserey der Sinnlichkeit und 
der Ruhmsucht in gleichem Grade beherrscht« 
junge Mann hatte sich bey seinem Mahler ein 
kleines Kabinet blofs 'zudem Ende verfertigen 
lassen, um, ^o oft es ihm einfiel, die Modelte 
diesselben heimlich in Augenschein zu nehmen, 
und sich darunter was ihm beliebte aiiszulesen. 
Eben darum hatte Aglaofon vorgegeben, dafs 
er «eine Hebe ^hne Mpdell verfertigt habe 
Aber AlciBiades war ein zu feiner Renner um 
lieh hintergehen zu lassen. Er glaubte in die- 
ser HebeReltze zu dehen, welche man nur von 
der Natur abstehlen könn^; und blofs, um sich 
seine Vermüthuhgen wahr zu machen, bestellte 
er eine Danae. Der Eindruck, den das Modell 
'derselben auf ihn machte, war/ zu stark, als 
dtfs^ ein verzärtelter Günstling der Natur und 
des Glücks, der >nicht wufste was das wäre 
^ne Begierde aufzuopfern, ^sich durch irgend 
eine Bedenjcliclikeit hätte zurück lialten lassen 
solleif, sichtbar ^u werden 4 und den bestürz 
cen Mahler mitten in seinen Beschallungen; zu 
tfiiiterbrech^n.' — „Pu kannst deine Pinsel xiuf 
';niswasche;D, freund Aglaofon, sagte er tu ihm ; 
deine ^anae — würde zwar etwas sehr schö- 
»e«r, aber dpcli -^ kelÄe' Dgna<s Werden. 



«94. 



A O /i T H O K. 



I 

ÜberUfö mir die Sörce, das teitzcn de Modell 
erst dazu zu bilden ! So ba)d es Zeit seyn wirdi. 
will ich dich rufen lassen ; dann sollst du mahy 
len ! wepi^ du anders bey ihrem Anblick fähig 
bleiben wirst, einen Pinsel in der Hand zu 
halten.«-' - , . 



Die Verwirrung der jungen Myr^s bey einer - 
60 unerwarteten Erscheinuns; würde noch schwe- 
rer zu mahlen seyn , als das, was , Alcibiades 
Zii einer v^llkommnen Danae an ihr vermilste^ 
Sie selbst hätte sich, in den ersten Augenblicken, 
von dem Tumultvon Regungen , der ihr Hera^ 
bestürmte , keine Rechenschaft geben kennen» 
Aber endlich drang das Gefühl des Übermut ha ' 
in dem Betrage^n des jungen Herrn, nait ihrer ' 
eigenen Erniedrigung allen andern «vor ; 
und das gekränkte Mädchen brach in Thränen. ' 
aus. Alcibiades war nicht zärtlich genug, davon 
gerührtzu werden, aber zu höflich, um sie nicht 
durch eine plötzliche Änderung seines Bezeigen»; 
wieder zu beruhigen, Niemahls besafs ein , 
Sterblicher eine gröfsere Leichtigkeit vQneiriem^ ^ 
Ton in einen andern überzugehen, und , ohr^e, 
e^ich darauf vorbereitet zu haben, die wider- 
sprechendsten Rollen zu spielep. Er entschi^lj^ 
digte seine Dazwischenkunft mit einer so fei- . 
nen Art, sagte der kleinen M^ris so verbind- 
liche Sachen, und sagte sie mit einem so gut- 
herzigen Ton und o£Fnen Gesidht, dafs es ihr^ 



.. ■ ( 

/ 



iiii]tt|iiiglicb%ar üngdtatten ai^f ihn xu bleiben. 
Was .sie; am meisten mit ihm aussöhnte, War, 
dafs tt^ ihi nun. mit einer Ächtung begcgnelc, 
welche kaum gröfser hätte seyii können , wenn 
si^ ihm an Stande gleich gewesen wäre. Von 
einem Manne, der an Adel der Geburtnind 
persönlichen Eigenschaften in Griechenland 
nichts übet sich sah, ^tn seine Reich thümer in 
den Stand setzten den Aufwand eines Püjöt^n 
ZU machen, und tlem das^von ihni bezauberte 
Äthea „ ohne es selbst recht zu -merken , die 
Vorr<?chie.einös unumschränkten Gebie^i^s ein- 
räumte^ w^r ein soldhes ßezeigen wirkUch mehr,' 
als die, Eitelkeit eines jungen Geschöpfes, wie 
die arme Myris war ^ ertra,gen Jconnte. Sie ver-* 
gab ihm nicht nur bey sich selbst; d ad un er- 
fahrne Mädchen sah i^n sogar mit Blicken an, 
welche, wiewohl sie nur Dankbarkeit aus- 
drücl^en sollten , Feuer genüg hatten, um .von 
dem zuversichtlichsten Manne der je gewesen 
istfür efcwiis jfipchschineichelhafteresaufgenom- 
men: zu werden. Sie verd icn t A s p a s i e A be- 
kannt ;au werden, sagte er, indem er sich mit 
^iner ihm, Eigenen reitzenden Lebhaftigkeit zti 
Aglapfon und Krobyle w^andte. Aber — Myri» 
oennt si« sich , sagt ihr ? Welch ^ki Nähme 
für '80 viele Reitzungen! Von nun art soll sife' 
D a p a e heifs^n ! Noch diesen, Abend soll Aspö- 
s|a ^hre netie Freundin unter dieseih Nahmen 
kennet^ lexpen !,— r feinWort, gute Mütter ! — 



s€6 , A b A T ii o |f. 

t 

\ 

Uii4 nti^. nahrti tr die.Alte iinf di«Seit^4 tjprach 
mit ihr,. drückte ihr vertraulieh >dio Hwd, üog 
zuriick , kübte die meinige, und Terschwand. 

< 

">■ I i IUI I • • IM ■ ■■»■■■ i I 9i*4 tat t h' n ^mmmä»im^tk^^>mamiU 



\ 



\ 



, 3, K ä p i t e 1. 

'Altibiadas macht seine fung^ Geliebte mit Aspasien 

bekannt. 

xcfa bin, , wie du aieheat, auf den^ Zeit|)ünkt 
meiner Qeschichte gekommen , der tut mein 
ga^azee übriges Leben entscheidend gewesen Ist» 
>and ich h/iUie niFch^m so mehrvörbundM» dir 
genauere Rechenschaft davon zu thun, da es 
mir (ui^gcachiet mich diese«! Oeständnifa deiner^ 
Liebe ^nwi^rdlg macht) noch immer ünmDglieh 
ist« an diesen Alcibiades» durch den ich D ä n a ä 
wurde» ohne Vergnügen zu denken. £rwarte 
nichJi dafs ich, mich rechtfertigen wetde» 
bester Agathou! Icti würde es versuchen» wenil 
ich eine andre Absieht haben könnte» als 
dich zu überfahren» clafs Danae die £hre» die 
du ihtzugedacht hast, iricbt annehmenrkanm 
Ihr laf^genu^» wenn sie nicht unwürdig ist 
eine Freundijri Agathoüs zu seyn« Aber ^ie ist 
zu atolZy auch diese Ehre durch Entsohuidi- 
gungen erschleiclien zu wolleh» uxrd die 
blpF^e Erzjihiung ihret Oeschichle ist die ganze 






ViBRZEHNi'ii Bück. 3. Kapitel. 267 

r^g%, ffie 91^ jeüiäbk für ihte Schwacbhei* 
^ itiacheii Wird. > 

V 

/ 

- Nach alleil dei^ Qe^ändni^sen / d^ie ich ^^^ 
Aber Ä^tie Hetkttiift , Erziehung und übrigen 
Umstände gegeben habe, wit6t du es, denk^ 
ich^ sehr begreiflitb finden, daTs eih Manti 
^ie Alcibiades einen aufserordcntlichön Eixt- 
flhif k auf ein so UnetfährneSy^rohes, vernachläa« 
iigteft Geschöpf , wie ich war, machen mufste; 
Es Würde mir dümahls schwer gefallen seyn, zu 
lägen, ob nieine Siiin^^ meintferz iDdei* meine 
Einbildung am meisten eingenommen waren. 
löt^ da ich mit nrehr Kenntnifs des Herzertl 
litid li^it kältehn Blute in die Abenteuer nieinet . 
fügend turiiek sehe, glaube ich ziemlich zu Vet^' 
teiüg sagen t\x können, dafs Sinne uifid EinbiU 
Mllg deü meisten^ Antbeil an den) Irrt h'iini 
0i'n«5 Herzens hatten. 



- \ 



, ''^ Vidh Bab^ in meinem Leben nur eihen Mann 
|lüiBefi \ der ihm den Vorzug der Gestalt , des 

. ik^tandeB und der männUcben Gtazie blttt^ 
meitrg machen können. Die Gaben iseinei 
Q^klit% Wären eben so^lanzehd als seine Aufseti* 
i^. Nichts war kbbafiet als ^t\n Wits^, 

.' Mä3it3 übihrredender als seine Belredsamkeit; 
Ittdh^^iii^ehineieir^li^def als sein Umgang. Alle 

Pfl^^h Aegen ilim etltgegfjn. Unwiderstehlich 

y)iesA et^faiUti, wollt^y tapftr Wi^üi Thes^uSi 



:lf*. 



/• ' 



^ 



268 A « A T H O >. 



J t 



freygcbig als ob er- Königr«5 che zu verschen- 
ken hätte', Stolz wie ein Halbgott, in allem 
was' er that von den übrigen Menschen unter- 
schic^den und über sie «ri^^bexi , und (w^s- ihn 
am gefährlichsten machte) gelbst in seinenXaSp 
tern liebenswürdig, rifa er durch eine Art vop. 
Übermacht i deren er sich nur gar zu wohLbe- 
wufst war, alles mit sich jfort.. Er wufste'nicht 
was Widerstand war; denn er hatte nie einen 
erfahren; und. der Ubei'mvith, den ihm dieser 
Undstand. gab, half nicht wenig dazu, sein^ 
iSiege zu beschleunigen und glänzender zu 
machen. Zum Unglück für eine jede, die.iu 
seinen Wirbel gezogen wiirde, war dieser Mann 
der so viele Liebe einüöfste, selbst unfähig Liebe 
zu empfinden. Er s p i e 1 1 e^ n u r mit den Her^ 
zen» die er von allen Seitenbau ^ich zog; und 
nie hat, ein Mann, mit feurigem, Sinnen und 
eitler gröfsern Gabe sich selbst. und (\yenp. er 
wollte) auch andre über diesen Punkt zu. täu- 
schen, , eine der Zärtl iclikeit u'nfähi* 
/g^r e Seele gehabt. Fiel ihm irgend ein neues 
Oesjcht, oder eine Figur, die seine Fantasie 
reitzte, in die Augen, so hätte die ganze Welt 
glauben müssen, Amor mit allen seinen Flam« 
xatTi sey in seinen Busen gefahren. Er glaubte 
es zuweilen selbst. Aber der Jrrthum dauerte 
nur so lange , . als er yiocü etwas zu, wünschen 
hatte. Von dem Augenblick an, dadasRäth- 
eel aufgell^9( i;n,d, «einer Einbildung nichts mehr 



I ' 



9 

ViERZEHNTfis Buch. 3. kapitel^ 269 



--.i-^,,; 



2ü fat'hcn übrig \rar, veTscHwand die Be*aube-- 
rung; tind der Verrätber hatte nicht einmahl 
äie G^dtild von -seinen Schauspielergabe;:* Ge- 
brauch zu machen, und das arm 6 betrogene 
GeschO jJf durch v (erstellte Zärtlichkeit in 
seinem Siifsen Irrthüm zu unt/rHaltei^ 

So w%T der Mann beschaiFen, den mein 
Schicksal in meinen Weg brachte, um mich 
aus Umständen, die so w^nig mit dem« wozu. 
]nich<|ie Natur gemacht hatte, zusammen stimm-, 
ten, in einen Kreis zu versetzen, wo ich viel« 
leicht.hiehr , als ich jetzt wünschen sollte , ge«* 
glänzt habe: aber duri^h den ich doch, wie 
mich r däucht , nothwendig gehen mufste, um 
das werden zu können was ich bin. 



-• 1 



Die alte Krobyle fand nicht für gut, ihrer 
Pflegetochter zu entdecken, wie theuer sie dem 
Alcibiades ihre anmafslichen Rechte über sie 
verhan'dek habe. Sie ^agte ihr von dem ganzen 
Vertrage nichts, als dafs sie sich anschicken 
sollte, noch diesen Abend vor Aspasien zu er- 
scheinen. 

Das aufserord^ntliche Ansehen, worin diese , 
Dame lebte, weiche durch den Tod des Peri- 
kies wenig oder nichts von ihrem Einflufsüber 
Athmi verloren 'h^tte, machte die junge 
Danae vor dem blofsen Gedanken eines solchen 
Besu<:h8 zittern. Indessen - wurde lioq^ jeder 



AugenUIick dazu angewancll» ibre kleiiK ^€f- 
flon i^. ^in Licht :(u seua^, welche^ ihr 4^x31 
ersteu Blick einer so berühmten Kennerin. dei 

. ' vi'-,- 

Schönen günstig machen möchte. IJeyna^ie Mn 
i^h versucht zu sagen, s|e hatte, wie Sokrates, 
^n^ Artv<|n Genius, der ihr bey solchi^n Gele- 
genh«iten sagte, was sie n Vcht thun sollte. ') 
Krobyle ^ welcher di6 Kasse des Aicibia4eil ^u 
Dienste^ stand , war der Meinürlg, ihre Reitauii'' 
gen müFsten. durch' einen schimmernden PutE 
der Aufnrerks^mkeit einer so grofsen Dam^ 
wie Aspasia wäre/ empfohlen werden. Abfnr 
Danäe verstand ilir^n Vortheil bes^er^ Ni^htii 
konnte einfacher utid ungekünstelter seyn aU 
rhr Kopfputz und, ganzer Anzug ; aber anziehen^ 
der liHtte er nicht sejn können, wenn die Gra« 
zien selbst ihre Auf warterinpen gewesen wären« 

• ' / " . 

Niemahls in meinem Leben schlug mit dal 

Herz, wie in' dem Augenblicke, da ich von einet 

lieblichen jungen Sklavin, durch Gemächer, di# 

den Aufenthalt einer Königin ankündigten y in 

\ ' , ' ■ 

t)^Der Genius des SokrQt^s C^^^ l^is^uf diesen Ts^ 
ein Proble^ iür die Geiebneq: isO sagte ihm aie, 
w#s er thun ^oll^e: daz^ Kflt uns Gott fünf Sinne 
und Vernunft gegeben, sai^te Sokrates. . Abier es giebt 
Fälle, wo uns diese Führer und Rathgeber in der 
XJn^ewifsheit lassen • j>det gar irre iühren; in sdkheo > 
Fällen ist es glücklich einen warnenden Qeiiius zu 
haben , der uns s«£t : tl^ue ii^\ p i Qht\ 



4if ^n^ttK?r 4er AspaiU giriFühn w^ev V#t- 
bUiadef von dem OIiiqz, der meinein «qh^chteT- 
nei^ ^lick aUenthalb^Q entgegen 9<;l:^imnierte, 
glaillilf ich^ da ifb ei endlich wagif, di# A\i- 
j^ !^i;i ihr zu erhebest dafs ich eine Göttin '^ot 
mif fe)^. Siecafs auf einem Persischen Ruh««- 
bettei» und schien si'ch mitbeobacbienilfitiBlic); 
an meiner Verwirrung zu ergetzen. ^ber sie 
balM in <^i0er Gesichtsbild angf dieausdrückHch 
&r 4ifiVIffje6tät ihrer Figur gemache war 9 #twaa 
«t» ü^ii^ideTStehlich reitzendes , und dleaer fpr- 
scbf}:i4^ JBiTtk war durch ein so einnehmeiäde» 
Ii&Qh#lp gemildert! ^iU ^9 unmdgiicK ^nmr, «i# 
ohne Liebe anzusehen. Was in diesim Aug^n^ 
blicken in meiner Seele Vorging, i«t wirklich 
tibi^t ftU^ 9^sehreibung. Ich fühlte eiii ne^es 
Wfaen t eiste andre voUkotd^nere Art von Da- 
•«y»* gWch der Versetzung i» die Wohnung 
der O^tter, od«r in Elysium,- Meine durch 
daf Außchauen eines Gegenstan^lea , der alle 
TrftttP^^ meiner Fantasie auslöschte» bef^i^fügte 
S^rie 9c)^wamm in Einern Äth^r Ton^Li^be und 
Wqi^i^. Igb w^rf mich ?u ihren Fyfsen , und 
lu^ A^g^Q 9U ihr auf» in welc^eii» wie ich 
gUtt^e, pUes was ijph fühlte ausgedrückt war, 
Apatit di^ v<in Thronen der aüfsesten Empfind- 
lichkeit gUii^ten. 



N - 



4^pt|i^ fujar npch etlkhe Augenblicke 
fort» ^f fjmp^tl^f tischen WoUi^st, die ihr 



a-;?^ u '^' , A: G'J^ r k'&y^ ' ^;i^ai% 



\ 



/\ 



meiti Eiittucken mittheilte, ztL'g,enief8^n J a^dt' 
endlich warf sie ihre 'schÖiien Arme tiiti^l»^ 
iien' Leib^ hob midb zu sich atif, • drückt^ inJÄi' 
an ihren Buden , und sägte : Liebeivs^ürÖigCT*. 
Mädchen, diese Empfindlichkeit hat' diY*TO; 
Aspa^len eine ^Freundin mit der~gan;a6n %^v^ 
k^h'k'eit einer Mutter gewonnen. 



1 ■^. 



WäiJ • ich ihr antyvortete , erräth Ag^thÖA^» 
Keiiie Worte - — ^ch b^tte keine ; untJ- W^rte- 
\^rdcn aiuch nicht ausgedrückt Käbeti^'ii^:^'» 
ich^^txhfkHd — aber »Sie, war mil: mir'ztkMe-'- 
' deii. ^ünd nun mufstc ich mich neben ^sfe^f^ 
das Jliihetjette setzen* i t > 

« Welph eine Veränderung m melneiA Zü> 
sUinde hatten diese wenigeri Minuten hervbrge'-' 
bracbt! Wie hätte die Töchter einer anB(<!l»L^ 
Flöten Spielerin vonChioe, diePflegetocIit^ d«t» 
alten Krobyle , dje vor kurzem noch genöthigt* 
war dem Mahler Aglaofon' die Dieriöte eiii^r 
beweglichen Statue zu thun; sich träuiheh 'I^-- 
sen dürfen, in wenigen Stunden aii Aephl&t^tiS* 
Seite zu sitzen, und mit denVattll6hsten tiöJSi-i 
kosungeh von ilir tiberhä^ft^ zu werden? Abe^v 
wi« unglücklich würd^-sie eich ^8|*iich gefftMt 
haben, hätte sie nach einen> -so wönnevoUew» 
Zustande wieder in ,die Hütte der alten Kro^- 
'byle zurück kehren/uiiil sich selbst sagetiTOÜs- 
s^n, "däfst alles nur ^ein*«St*JÜckehder*''<'raum 



V^EKZKHjiris Boca«' ^Kapitel. #1} 

|9we9eii Bej ! DieCs nuf-«« denken hätt< die ' 
{lüc^k liehe Danae auf einmahl aus dem Sitze der 
^dtter in deh^lTärtataa herab gestürzt. Abef 
tiM"* ganze Seele .y\^ar von dem gegenwärtigen 
ABbü^M tersiJi^ngen; sie kunut^ jet^t an 
nichts künftiges denken. ' 

' Dif grof^müthlge Aspäsla rermie^ ilU^t 
4raid das atme Mädehen ans ihrer angenehm^ti 
fiezaUberUtighätte erwecket! kennen. Sie fragte 
iAtkt naeh ihten vorigen Umstäuded, tind lUU 
^t auch fii4ht merken 9 dab sie da voi| unreif 
#lcbl«t sey« Sii sprach nicht einmahl von ihrem' 
Talenten; und um sogat dey Besorgnißi/ da&' 
ikr Glüek iittr Von kürzet Üauet Söyn fiiöehta^ 
i>nvart1ikoniifaen , stand sie nach eiiier kleii^crli 
Weile aufv ttnd führte mich in ein sehr ichä^ 
lies Oöiüicfar^ 'wovon das Ra'bür^t ünthittftbic 
iii iWi^gtffilfi'Sthiafziinmer^tlers. Biiefs^itieitie 
li^baiSe Danae^ sagte sie^ isi dein #igüei Zimk 
Iber, tifid Witd es so lange seyn, als e^ •dir 
l^efällti ^d 4U dir Aspasta lieb genug bleiben 
%lrd I üi^ ito üieht ohne Sthmeta verlassefn z^ 
t^BTkeüii -^ So werd' ich es ewig bavrohiie«,. 
1^ dief cn^snuiktia Dana«. 



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i7<^ • ' ; ' ' Ä G A" T 'H d IT. 

foT td wittcö, tUc et ihnen zu gebfeii wtifött,,' 
, ^nt»ChtxWigte> Of<Ier ^at für Verdienste geltenr 
liefs. £t übte seine Leichtfertigkeiten thit einet 
, so guten Art aus, gab seinen Lastern ein6 so 
angenehme Wefndung, eine s^ eigene Grazie, 
, cfafs man ihn aVtch da, wo er Tadel und ßt^ 
Afrafung verdiente, immer liebenswürdig fand. 
Ibinge, di^nia^ einem and'erh niedergehen 
hitt^, wurden an ihm bewundert, oder wenig- 
stens dadurch, däfä man bldßs darüber lachte« 
gebilliget und aufgemuntert. Nun , da es zu 
spät ist, fangen die Athener an gewahr zu 
werden, daf^ sie ül!)el daran ge'tfaan haben, 
^ber sein Öeniüs' überwältigt sie^ aluth wider 
ihre bessere Überzeugung, und die Bezaube« 
rung wird nicht eher völlig aufholen; als wenn* 
er :sie zu Grundi gerichtet haben Mrird. E^ 
geht ihnen nicht besser mit ihm, ah unsem 
Schönen, Seine Unbeständigkeit; rfeiriö Treu- 
loiigHeit, sfein Üb^rmuth gegeft unset Ge- . 
schlecht, sind V^eltkundig. Tausend warnende 
Beyspiöle sollten uns khig gemacht hab^n. Abei^ 
allies ist umsonst. Eine jede, did e^ noch nicht 
erfahren hat, eilt v(ra^ sie eHen kann; die Zahf 
derBetrogienen zu vermehren, Jedd schmeichelt 
sich, reitzendefr,* Öder geschickter, 6der \^enig^ 
stens glücklicher zu seyn als ihre Vorgang^-* 
Irinnen, Man tkut alles ihn ^u gewinnen, a^Ues 
flin zu erh;riten ; et wird mit der pünKtHchst^nV' 
Treue geliebt; kein Opfer, das et fordern k^näv . 



/ ' 






Vierzehntes 'Bu qjn^ 4.Kapitdl. ^'jg. 

i$t z|ig9)Ci; m^R glaubt ti|^ ZrU yi^t.^ ilgi 
ihnn ^u kQnn^n ; maji y^rbl&a^^ ®i^ ^MMli' 
seine UiMre^e: li^d zulet^t^ wet^^ ipi^a in^c^ 
mehr daran ivv^iCeln kaun». ti;ö|&iiet ipwai sj^^ 
wenigs^enjS: niit den säfsen Qe^srnjcent *4a& 
man doclti «inmabl Aom Aifjlb^^ ^gelif^t >ifonr' 
den $£y; ,vtnt\ jecU schi^eic)tiel|t;skb, <ei in.ejlif 
gewesen zu eeyn als di^ übrigen. Ich habt 
ea tür ^oßiig ^hßjiten ^ D^ae(/<fubpr sl^ fQpi> 
dir 4len gftabvUcb^n JVIf^Cibiez^ifi feiner: wa)ir 
'jqen Qestalt zu zeigen; dena,4ja wirst ijbn (i^ 
tjph ^11 m^nem Hau^ spbean,. JxHf ^ftlbst.^ri 
fahre d^sa^geui^ineLoQs;; icii liehe ihn; -\ii^y 
wohl die Zeit» da er ipfiir gefährlich war, ^ch^ 
lange vorüb^ ^f. Die ^Qjge^' meine^^lif^ 
Daiiae^ .wird noch ko^mmen; Ich mufs^^ 4:j^ 
warnen, weil ich dich liebe. Aber nun über- 
lafs* ich dich deinem Herzet« AJ;les w^ich 
hm dich zu verdienen wüSj^chie, ist, dafi^ jiu 
mich zuvc^einer Vertrauten machest, sob^l^^H 
fine Vertraute nöthig haben ^irst. ». 

\ Ich versprach ea ihr ^x^it ^i^er I^iyi|üt/ 
über die sie lächeln mufste, und setzte binz^f i 
die Begierde micb ihrer Lieb(e^Ürdig zu m^hen/ 
Würde m^inttti HerzeA kein^ Zf^it li^saen, sich 
mit ein^m andern Gegenst^p^e zu be^bäft^-' 
gen. — - Du hast noch riiiqkt Mpg« geö*lg jg^t 
lebt 9 meine Tochter, erwi^dert^^sie, i;im dei^ 
Herz zu keuBjQiri } tln^ ^^b w^i^ger, i^mJi^ 



•' 



♦i^ ^A G A T H O N. 

j \ 

4Ue 6 e f a b fen' z'ü kennen , wovon es tlmge^ 
ben l6t. hl einigen Jahren WirA dich <1 e i n e 
«ig c n e E r f a h r u n g gelehrter gemacht Hahenw 
Isdessen wird es niirauf dich ankommen^ dich " 
^er meinigen 2!.u deinem Vortheil zu hedie- ' 
littr^ Ein gefiihlvölleö Herz ist sehr xu bekla- 
geil, wenn <&s blofs auf eigette- Unkosten let- 
Xl^n miifs, sichgegfsn ein Geschlecht zu vctwa'h* 
kiMiy das b^y uns nichts als seine BeFriedIgüng 
, encht 9 lind von dem wir immer betrogen wer- 
i^üi Bö lange v^ es nach uns selbst beurtheir 
le», — - Ich Versidierte de, mit einem Ton in 
^fen mein ganziesHefz einstimmte, dafs von nun 
in mein angelegenstes Qeschkft seyn würde, 
tnidh nach'iht xü bilden iind ihren Lehren zu 
Iblgeti. ; 

' Meine Erfahrttftg, besteh Agathoti/hat mich 
gelehrt, wie wichtig es für ein junges M^d* 

'cheti ist, frühzeitig eine Person ihres Ge* 
echlechts kennen zu lernen, welche vortrefl^ich 
genug ist, sich ihres Herzens zu bemSchtigen. 
Iter 'wenigen Stünden war das meinige npch 
ganz von dem Bilde des verführerischen Alci- 
biades erfüllt« Wie leicht würde ihto sein Sieg 
geworden seyn, Wenn er damahls, anstatt mich 
ih ABpasiens Schutz zubringen, sich der Mit- 

. tel, wpran er nur allzu reich war, hätte bedie- 
nen wolleki, mich in seilte elgeiie' Gewalt zu 
bekonimeul Aber er wollte tich seinen Sieg 



> Vi£Rz,Bvt*^8 B^d^ 4 Kapitel. ft79 

1 i% %# «f ¥ ^^ietilrn ; WTc^olil «r in d^r f olgi 

Äehr als Einm^hl Uröäiihe ftfnd ^u v^ünschen^, 

iüs er sieli weniger atif di^ jUn'wider^tehlicIi 

kteit^einer'Yerdienste und Gaben verlassen ha- 

httK t^öchte. 'Der erste Augenblick , da ick 

l^p a s i € n sali , ^ schien mich ^u einer andern 

Versen ünazuscbaffen. Der Wunsch, dem Ideal 

ireiblicherVöUkofmnenbeit; welches ibh in ihr 

^ in erblick eil glaubte, ähnlich zu werden^ würde 

"die herrschende Leidenschaft meiheV Seele; Mir 

war ale nb ineih Hetz mir sagte: Diese Göt^ 

iin ist doch imndier nicht inehr alr W a s d (4 

stich wetdi^n kannst; Sie ist ^doch'n^r 

•in We i b. , Dieser Gedanke mai^hte^ mich stoU 

^iiftAeiifi' Geschlecht: und, ohne, diesen Stolzi 

womit soUtenwir uns gegen denUbermuth del 

Antigen schützen? Alcibiädes schien mir nun 

%in ganz andrer Mann, da ich ihn neben Aspaf- 

eien sah. Ihr Glanz verdunkelte deh seinigen; 

Idi konnte ihn ungeblendet ansehen.* Meifi% 

!Atigen verweilten darum nicht mit min denn 

Vergnügen auf meiner Gestalt ; ich fühlte ^eint 

Heitzungen nicht schwächer: aber ich empfäntt 

stärker den Werth der ineinigen» ' 

Aspasia 'pAisgte beinahe alle Abepde 6d- 
Seilschaft zu sehen, iind an gewissen Tagen 
Versammelte ai^h alles, was in Athen, 'durch 
Stand, Schönheit^ Geist und Talcnrte vorzüglich 
war, in ihi^em rHsE^se. Siesagte mir, wema 






{e)i )fe1i^ allein sef n wallte« »ol}|M einlfe Voii 
ifarest Mädchen mir d^n Afoeiijd.^fxgenekm ziv 
IM^g^u he^fjMi. lp% ersuchte ^i/d d^nn^. Sif 
iferliefs mich-unterntaenAu^drücIcfn einer TMijJi- 
lichkeit, die mich ü^r allen Ai«Bdrnckglticklie|| 
mael^te« Bald darauf traten ävey aagenelni]^ 
junge Mädchen in mein Zlni^ilier». w^TOn ^i# 
^It^lte kaum vierzehn Jahrß hatte., Sie gl||:l^|i 
In älter leichten luid niedlichen Kl^dnng def 
Freuden« welche die Dichtear Ui^d Bfahlff^ 
il^ Geatalt inngef Mädchen, jiror dfiH^Wtfeni der 
Liebeagottin hert^ze.n liefsen. Wir wurden im 
kjiYzerZeit ver^traut iiiit einander; dennsi^ 1^^ 
Ü^gn^ten^pair als ob^i^ir unsiinmergfdcanntljtill- 
ten. Sie waren Sklavinnen der Aspa^ia« iaihrfi^ai 
fiauae geborep, und, da aie vorziigUcbe ßab^iii 
%n den l^ünaten der Muaen >r^ig|en, ^u ihrei;;^ 
Vergnügen «r^ogen. Es -befanden fiph ppc^ji 
fnehrere von dieser Art im HaUfe« die ^n Reit* 
SUngenund GescJiickUchkeiten yollkomi^n ge« 
aiug gewesen wären» ä&k Hof eines Königs ^ 
gieren; und dic^Ts mag wohl in einer Stadt r wo 
.4er zaumlos# Muth wUle der Komödienschrelbeic 
V^eder Talente no0h Tugen/d, weder Götter no^ 
Itfenschen schonte, Gelegenheit zu gewissen Ver- 
leumdungen gegeben haben, dif&dfr nicht unbe- 
kannt seyn können. £s ist wM^r^ die Freyfaeit 
ciniis Haua^s^^velclies eine Art von Tempel all^ 
Musen und Götter der Freude wiar» sthien d^ 
4 a t of a n en eiiugeiji Vorw^4 zu gebe^. 



* ( 



ÄWr^#x0 liesest Vorwand alle Scl^elnlNirkieit za 

^pnei^eiii braucht man nur zu bedenken» dab 

Ai^pia die Gemahlin de« Emen uiiter. allf?« 

IJ^j^n^ci^eB war; dafit Solgrates .s^ne/piqgea 

Efei|i?4^» und duB edelaten Athener il^re Ge^. 

iffU^kV^xmen in keine betete Geselbcbaft führet^ 

^.}!^ßTm0i^ gl^btcpa; unddafsinaqt^^veniQrb- 

«pfijSiueii eines ArUtofanes Haben, mu&te, ua 

ißfiJ^l^B^w^ äßf GesUunacks, der Filospfie, def 

^'t2|k|)^denbd^ und 4er leiiiBte^ l^ebensar t, d em 

iBAH^fpCj^a ]R$lvfl» deie das i^icfat k^nnt nocl^ 

Ismfv^fi^ hJip^ wae 4d)^ Seelen Frei^de nennen^ 

i|#^ ^i^ GeUg ypn ^apch^nten und IVIänaden, 

oi^ |ds eine Sfibule der Ausscbwejffii^ und ' 

liß^jfUcbk/^ ▼pr^uscbildeui. 

Qieffer ersterbende da ich mit den Itel^nt* 
1r^rdig0n Sklavini^ der Aspasia Bekanntfcjbta^ 
; n^m^he?» ^^^^Sf l^^te mich» in^i^ weit icl^ 
mifik'ifi der einzigen Kunst» i^ welcher ich 
^nr reinige Stärke zugetraut h^^te, rpn def 
Vollkommenheit entfernt war. Eitrige Tagi^, 
daiiuf machte Aspasia Gelegenheit« dafs e^ 
ii^uen al3 ob ßif von ungefähr dazu komme^ ' 
sds iph m.ich mijt dep drey Mädchen in panto- 
mimischen Tänzen übte. Siii setzte sich ^n^ff 
BB^j^iu» und ,^urde unsre Lehrmeiaterin 9 ior 
d^ f ie>cbeTzefHl vorgab, blofs unsre Richte^ 
^n ficfn zu wollen. Sie g^b ui^^ Fabeln ai^ 
darjQ#||«rgc9«i4i^V»f oder Seg#)fnMit^ im 



-8- A Q A T H b N. * ' • * 

... 

der Heldctizcit zu Täns^n auf; Meine GdcKtf^ 
keit und feine EmpEndtliDg erhielt ihrieivBeyftilil 
In der That verstand ich ihre leisesten Winke; 
und da sie sich eine £rgetzHthkeit ^rau« 
liiachte, diese Übungen fortzusetzen, do errMchtb 
idh in kifrzer Zi^if eine Fertigkeit darin; die viel- 
leicht nicht wenig dazubeytrug mich zu ihi'eBfi 
Liebling zu machen. Denn ^ sie selbst faatt^ 
ehmahlä S^n Ruhm der vi>llkomluenstenTSn^e- 
ititi ; und noch itzt liebte sie diese Kunt9f€ so 
«ehr / dafs sie , wertn sie mich eineu Karakt^ 
oder eineSituazion vorzüglich gut macheh- üalr/ 
in einem augetiblickliöhen Vergessen dessen 
vräs siiB itzt war, ausrief: Mith däucht iA if^h^ 
mich selbst in meine Jugend zurück versetztl^ 

Mit diesen Übungen wurden alleandere ver- 
bunden, die man bey uns Griechen zur voH- 
kommnen Erziehung einer 'Schönen rechnet. 
Aspasia , welche so viele Ursache hatte ^di^ 
meinige als ihr eignes Werk anzusehen, schien" 
den ganzen Umfang ihres Vermögens in Vervoll- 
koihmnun^ eines Werkes, wori>n sie sich selbst 
gefiel, erschöpfen zu wollen. Die Virtu'osen 
voti allen Arten, die das Haus des Ferikles als 
ihr eigeiies anzusehen gewohnt waren, eiferten 
th die Wette, diese Absicht meiner edlen Wohl- 
thäterin befördern zu helfeti. Ein jeder schien 
eeinen grdfsten Stolz darin zu suchen, wenn er 
«ieh rühmen könnte I etwae zlidr Verschönt ernng 



Vierzehntes Buch. 4. Kapital. zSS 

und Vollendung iiliedav J)anac, in wrfchcf Aspa» 
sia eich selbst wiederh?r vorbrin «n wallte, bey • 
geti^ag^n ±n haben. Alles Verdienst, Sväs ich 
mir ^elbt dabey zueignen, kann, War Gelehrig- 
keit , und brennende Begierde einer Wohlthä* 
«erin 2u gefallen; die alles für mich tbat, wa» 
di^ b^ste Mutter fät eihc einzige Tochter thiin 
kaim, und die ich, auch ohne Rücksicht auf 
*d]as tväa ich ihr «cliuldig war, um ilirer selbst 
wiHefn unaussprechlich liebte. Und war nicht 
auth diese Gelehrigkeit , dieser Ewikusiasnius 
für das Schöne, dieses Verlangen, einer Woht- 
thitefin, deren Güte ich durch nichts anders 
▼ergellcn konnte, das Vergnügen, Itirc Absich- 
ten mit mir erreicht zu sehen, zu gewähreii -^ 
war nicht auch diefs ein blofses Geschenk det 
Natur? / 



> i 



W0titmmmmmmmm^mmmAmmmi^mfmm^'*S^mmm^>mimmi^mMmm*»m^m»'mimmmfmm^ 



5, Kapi.te.l. 



y 



Absichten des Alcibiades mit der jungen Dan^e. Er 
umringt seinen Plan mit selbst gemachten Schwierig- 
keiten , und wird in seiner eigenen Schling« 

gefangen. 

jAl 1 c i b i a de s ^— denn zu ihm müssen wir 
doch wieder zurück kehren ; er spielt ein^ 
Hauptrolle in mokier Geschichte, und in 
der That, er wat nicht gemacht in irgend einer 



/ 



I 



aö4- A « A T HO K, 



' mit Vergnügen » yii% seine Danae (er zählte 
gänzlich .darauf daTs sie es sey) unter den. Hän- 
den d^r Musen und Gra^enjtäglich sich Tei^cbö- 
nerte. So'^ark der Elindrück gewes.fin säu fef|i 
•chiem äfin sie in dem Arb^eitssahle des MableDs 
4giaöfon auf ihn gemacht hajttje, so Vrar gleich- 
w^hl sein Entwurf« nicht ^er emstliaCta und 
entscheideitide Anfälle auf ihr Hext zu thun, bfis 
sie» unter Aspasieifs Augen r alles was sie WßX' 
den kd;^t:ef geworden wäre. Seinem Silolz^ 
schm/eicbelte , kein geringer $i^g. Die 6e^l*. 
ligkek d#|r Schönen zu Athen 8^zt;e ihn in dem' 
Stand» diesen Zeitpunkt ^i;n^ gepn'ädilick ^hßf^ 
warten ; «md wenn es auch eine kleine ijli^i}- 
winduog'gefcostei: h$tte» 00 hielt er 8ich^i%i^ 
das Vergnügen» ein noch so neues ^Her^ :^ 
beobachten , und so viel Versuche als ihm- hie« 
Ueben kdnuten damit an z us t ellen i reichlich 
entschädiget. 

Die junge Danae, so sehr sie ein Neuling 
war» uuteriiera doch nicht in den) Betragen 
ihres jLiebhabers etwas wahrzunehmen,. welches 
ihr j es m.CH^hte laun natürlich oder ^künstelt 
seyn, von seiner Art zu lieben nicht die vor- ' 
theilhaf teste Meinung gab. Sie bemerkte in 
seihen Atlgen weniger Vergnügen atx ibreip An- 
schauen, als Begierde in. ihrer Seelenleben; 
und m den Momenteut wo er mehi- ^Isgiew^hn- 
lieh. gCKi^n sichieQ , wcMjjj^er Z«riljcM^#i^t als^ 



' 



I 



■/ 



:Vixi^zsBNiP£)a Si>cfi.^5v Kapitel. i85^ 

ftwtt, Ste machtfe iiaibh und oach ^aiisfufniiligy 
dab 69 ihm weit iDdbt daruin :^tl (htm v\^äre» 
•i« voll d<^if Macbf;^ ^Stktx eigtien Reif zun gen> 
ib v^lA den Wlrku^gdn der ihtigen* ite üher^ 
teugenr» und dafe diejenige» welche schwach 
genug, wäre sich von ihm eiftotehmen tvi lassen^' 
ihre gdfibrlichsle Nebenbuhlerin iil seiner Eir 
telkeit finden Würde. Ein junges Mädchen 
von iebh^fiem G^ist und feiner' Empfindung« 
ntasarhi wenn es sich votzüglich^f Reit^ungen 
bewttfst zu %ejti glaül3t, hat selbst zu Yiel Eitel- 
keit» und einem Liebhaber die seinige zu über-^ 
aehem Sie sah das Betragen ^es AMMades 
aljr eine Art von Aufforderung an^ und nahm so 
ftatktfEntsdiliefsungen gegen ihn; ah einMäd- 
ehi^ voti funfi^el^ JMren nehmen ki^nn. Aber 
WtfS Aas gute Mädchen Selbst nicht wufste« und 
tha «nch dem erfahrnen und scfaatfsichtigern 
Aldtjlad^s nicht verbergen konnte > war r dafs 
sie, .diesem \in^eachtet, lebhaft g^nug von ihm 
ftidgdnommen war, um nichts sehöners zu finden 
sb^^etneFigur, nichts reitzenders als alles was 
t#>iNfgte oder that, sich nirgends besser zu ge- 
f|Älei> Ms wo fit waT^ durch niamands Beyfall 
.ttit^. geschmeichelt zu seyn als durtb den sei- 
ft! jf^l^^ und für seinen Ruhm und f^ den Er- 
folg ^ner Ünternehtnnngen sich so lebhaft zu 
IdterdMiren, d»&' in der That nur eine sehr 
#ltÄ FfÄ und schalt odef Äine seht jung# 
Im #ib « die Qü#lld da^<»i ttyxi koänl«. 



^ I 



ßÖÖ ' ■ . A O A TU O »• ^ ; 

/ Deic Vk^rtheil, "welchen Aldbiades dadjorcH 
über sie gewann, war zu, grßt^^ als daft^^ec 
A s p asi e n s Aufmerksamkeit hätt« eni^eh^a 
könneas; aber Danae täuschte sich selbfV well 
die scheinbare Freiheit, die er ihrem Herzen 
liefs, ßie sicher machte. Si^ war gewohnt, 
sich die (iiebe ^nter einer ganz andern Gestalt 
yarzust^llen » als diejen^ige war» in wdch^r sie 
Ton ihr überschlichen wurde. Ernsthaft, tief* 
finnig, 0etf treut, unruhig in der Gegenwart dee 
Geliebten, traurig in seitier Abwesenheit seyn ; 
sich über; nichts erfreuen das sich nicht, aul 
ihn bezieht; die Einsamkeit suchen, oder mit- 
ten in Gesellschaft sich einbilden, man h^bo- 
blofs Bäume und Felsen und rieselnde Quellen 
zu Zeugen seiner tmp Endungen; staunen obner 
zu wisseh waß, seufzen ohne zu wissen wa^um ; 
— diefs 'waren, ihrer Meinung nach, die wahren' 
Symptomen der Liebe: und da sie von alle]a% 
diesem,, seit ihrer Bekanntschaft mit dem Alci* 
biade5, nichts an sich bemerkte, so iiefs sie^ 
sich gar nicht einfallen das geringste Mistrau/^n 
in ihr Herz zu setzen. Alcibiades belustig tt 
si^; Seine Lebhaftigkeit, iSei^e Launep» sf^n 
Witz, sein^ Talent /das Lächerliche . an #1^01% 
Leutei} au^fündigzu machen u^d auf die fi^instii 
, Alt ^u veiripotten, seine <}escbicklichkeit in 
Erzählungen uqd 'Al^sqhild^rungeni^ die ihrn 
eigene G^be, aus ein^r Kleifiigkeit, d|irch, d^ 
Wendmijg.40^,.ei? ilir gab>.^t^yt^s unterhal^W^Pi 



.Vij:AZ£BN7f^#9«cii<^ J^ Kapitel. ^7^ 

zm^mdifhex^ k mrib allg dieae lugciy^baftePf di^ 

ilm zur LuH ;iUet Leute vou>VerstaiMl und 

»i|^$C^Feckep aller Tii^oren ihaclyten» machte^ 

««ck ibr ^einj&n Umgat^g angenehm. Sie ge? 

itand, :^en Qescbjnack den sie an ihm fand; 

iber ^ie konnte nicht begreifen, w^9 der Mann 

Wf^gtfälurliches haben sollte : und diefa war es 

iben, Was er zu seinjen Absichten Tonnötben 

llitte. Niemand , der ihn nicht g^nau kannte, 

lilttet^ur vermuthen können, dafs er Absich- 

iSHAuf Danaeu habe. Sein einziges Bemjähen 

•dlien, ihr Kurzweile zu machen f und er unterr 

hielt sie oft Stunden lang von den Mängelii 

andrer junger Frauenzimmer in der Stadt, ohne 

M^er eiu Wort von ihren eigene^ Vorzügen 

9Utei|iäiersen li^fs^ Freylich sagt# er Ihr zu* 

Heilig sehr schmeichelhafte Dinge vor | aber 

fyiifs ge&chah mit einem so freye^, so aufge- 

f»f^eu Wesen, in einem so leichlsinnigeh • 

ftimiP^pfipdiiamen Tone, dafs er ihr in. diesem 

{fniei, die stärkste Liebeserklärung h^tte machen 

koüiiefiy ohne dafs sie füxnöthig gehalten haue, 

(lil\|n AygenbUck ern#t]baft dabey auszusehen« 

u :pi;i|rc)& d^ese AufFühriing erhielt der schlaue 
jHmm einen dpppelten Vortheil; Dan^e ge^ 
ifjij^iite 6i«|i.^ keine Vorsichtigkeit gegen ihn 
I Wigebirati|:he|^;,..und er durfte sich, unter dem 
y l^ech^ ein^sl^^eijindes, eiiiies nahen Verwand- 
terem. f^i»^^.i*?^«^^ ^«? man täglich 



m 



•i, •» 



A^Äl^« #)r4 



iah, aQM^ kleine Freiheiten herati« nol^iiM^ 

welche in der. Vertraulichkeifi worip sid iilp 
einander standen, von keiner BedeiiM^g tu 
lejn schiraen. Unvermerkt erweiterte er 9eh)# 
Vorrechte, aber mjt einer' eo guten Art, mii 
Beobachtung einer so feinen Oradaziom, dafe 
Danae, da ^ie weder in ihn nochitisich selbsi 
das mindeste Mifstrauen setzte, die Verändd^ 
tung iiicht eihmahl gewahr wurden wäre, wetel 
A s p ä sri ä (weiche , ohne sich's anmerken ^li 
lassen, beide genau beobachtete) ihr üheY iein^ 
Absichten und ihre Gefahr die Augen nicht 
geöflfnCt hätte. 



Der/Gl^anke, sich wie etne nnbes5Aiieli# 
Thörin fangen zulassen, beleidigte den Stols 
des jungen Mädchens. Sie wt^rde aüfaierksa^ 
mer. Sie untersuchte ihr eignes HjSrz» ttnd 
fand, dafs sie fähig wate den bösen Mann zft 
lieben, wenn die Nätui", die in allen «tJdem 
Stücken so verschwenderisch gegen ihn |{ewe« 
•en war, tiicht unglücklicher Weise sein Heri 
allein verwahrloset^ hätte. Aber diesö ILn^ 
deckung bestärkte sie nur desto mehr in dem 
Vorsatze, ihn: dafür 2ü bestriif eh , dafs eif twi« 
sCheti ihr und einer Nemea keinen b^i^e^ 
Unterschied zu machen wufste. Mpitsiji, Wdi* 
(;he aü^ besöhdern Ursachen deinen Üh^titlutKi 
gedemüthiget zu sehen Wünschte , . uiiterrich* 
it\3^jM , wte sie liich kttugta eoUte^ Uta Ihm» 






VrxBsxftif^ES Bircte.' 5. Kapitel sg^ 
iiP^iRi^ ii .4^ glückHcbeti Moment ^^i nd^sf ^ W 

iS^iin^'^tö e^i^fmdlidhW zu' maehe^V-. • £< 
0N(r ^^1^ iAty y und AspastA' Imacbte ili^' knn 
G^hcAiÜ^lfil ;darsu8 ; aber die Ehte , die tme-^tve 
i^/Jäe Ibr Geseh)ecbt «n^\leiit inutbwiBig&t^^ 
imi -^gefafar1ii[^fasten Vejtefcht^t fetde^b^n tSäb^ll 
ie^ wax' zu gröfa um nicht alles zu Vrageil. ' 



' ' Al^ibiadet, wenig besorgend däfs- maik^ 
ioliike' Hiiiscbläge gegen ihn säbniiede, fetbtfer' 
dg/tBiSt^- kurzem "die Vciihuthungen'der khigöfi 
Aspisli^.' Er glaubte seine 'Mafsre^eln / afiitfs^ 
ndilwel^ genommen wx haben. Alles schierr 
ie%^'i^öl:bäben zu begühsiigen, und ihm- eihen' 
llQ^äibäei^ E^olg «u i^issage^n. Danae selb^. 
Ürd^iW'üntx Laune, die einem minder -uiiter-^ 
iUätoclä^n liebbaber Math gemacht hattia:/ 
(|är^'~ ^Afuillerkeit ' grenzte an den reitziBnden 
|fätll#lH^n^ der in ihrem Alter den Gaben d^t 
lijli^if^d- der Venus etwas so anlockendes gjebt. 
äiiJMlt^ schrien in ihren Adern zu tanzen, ^nd 
3iH»^^^^n v^ersprachen alld^ ^^ wafs sie nidht 
liiliiklni^ entschlossen war. Alcibiädes^ ein zu 
E^bl^ WdUi&tling, um durch Ü^ereilun^ sich 
|i|ldeiiüitfbn Vergnügens sftu betauben , das den 
f|t|rilij^lillt Sieges vollkomm machen konnte, 

^llke -sie ^urch stufenweise Vorbereitungen 
^. in deren Theorie und Ausübung er nie- 
wJHjiiijBybii^^ fa, haben^tplas war. : £ineLiton 

W»iiik]h»t süamO. W. Ur. B. T 



yjrKt 



seio^n: Regelii , war : Üts man w^n^et, ^IM^aiK 
b^^acht &eyn iniUse d^ Sinne » f^ls d^^ Ei^ibj^ 
4ung6]uraft einer Sjcbönien, auf die ipan,Ab8idh| 
l^nihab», 19:18 Spjiel zurzipb^n. JQi^s^pfi, Qxujx^ 
•»(ze gemilJB ^ nahm, ßv jvon ein^m : I^isjkucsi ^ dq|| 
g^^kijates üb^iFo di« ;(Jrcinzenr4^# Scl^<ig' 
igk^JK <jelegfnbeM, die. Frage aüfzuMirerfen : wi^^ 
vr^i^ die p^ntomiufi^be Tanzkunst •• jn- Yorfttel« 
lung gewisser aus der ärgerlichen Kronik 
des Olymps genommenen Begebenheiten g^ 
hfsn dürfte ? ^r, sprach übejr diesen Gegenstand 
wie fiin zweyter ^SoJ^i^ates, und ffp^ktierttf^ 
(ohne Zweifel ym Danaen zuip? Wid^rspjcuph.^a 
zeitzen ) /eine Strenge, welche in dem IVJiMi*; 
de., dieses weisen Mannes vielleicht ehr^^ür/ijLjg/ 
gewesein wäre, aber ii^ de^ Alcibiades- seinem 
lächerlich war. Eipe Aria dne, .dipjsfch 
yon dem schönen Bacchus, trci^tep ]^8!t»..war. 
Ton Sokrates selbst gebilliget xvi^j^dßn,^) So 

^Weit, meinte er, möchte in Sachen dieser Art. 

. die Kunstlaufs höchste gehen, dürfen;* aber eine 
I!^e4a! — eine Ledä könnte, oln^e Beleidigung 
djer ^Grazien, nicht getapzt werden. ; Der Ver- 
räthat . kannte die sch\i^#che Seite . der ||ingen 
T^x$oxiy die er vor sich hafte. Danae Hebte 
den pantomimischen Tanz bis zur Ausscbwei-, 
fuiig. Man legte ihr ^darin ein mehr als ge; 
wohnliches Talent bey — -_ 

lys. Xenofons Synifoskun gegen du Ende^ . 



■\ 



\ 



/ 



Vi£ii2!:suiiTms Btrcnw ()5^KapiteL 291 

?, : Und^esonllers : erfao^j mä n (ibre - DelikatMt« ^ 

f Üigen^dfer^ if^j^idenscha fiten;' Gereit^ i fVmi tel* 

, Mt ^engev ::d^e ihc><iibeitriebezl sdiibii v" viet 

Iniftrt ^ ftü^h aus s : jug^n<lliolu$r EiteVkeii^;, 1 eihm 

; häastjfisobe^ absiiiegea),' '4^^ Scbwif«fgkeitfti[ 
> uiiHai^av' watefi V be.baupt^^ ddCs 6S nlobt 

^ B]iai0gli£& Wäre^ denSchiei^ der Sok^tittldidn 
Gta^sp iim düä FaW decilierla e^u dt^sh^a , lohns 
iletWabrheit-des Ausdrucke in ^der Vor&^dlluii^ 
I Mbiock/^u thun.' Alcibiad^beliaupt^tedie 
\ üiMBÖgJicbkek so Buver&lcbtlicb , dä(g ke&i a^n-» 
^ dmt Mittel ihn tu widerlegen übrig blieb iih 
^ ite' Aalgenschißin. Ihr^s *Si«H^S gewifs üntef- 
i nüni sie 'es, Xieda zu sffyn; '^- tind'w^nn ibif 
I A^sia (welcbe bey dieser ganzen Sfcenfe'einö 
l QO^äehene Zuscbauerin abgab ) nich^ gescHmlc^ii 
ohelt'ii^t, so fiibrte sie aus ^bs sie ve^-^^fö«* 
cbeä hattel Wenn eine Grazie ^n der SteUi^ 
\ JerLedA*6yh, oder sich einfallen lassen könnte 
i le äe vorzustellen y so vi>ürdte sie es gerade -Ao' 
rgeoiaiclit liab«n, sagte Aspa^a. Aber Alctli^iades^' 
j. witi)rold er von denik Tknte ü^t jungen Thötin,^ 
imi von d'enjtReitzen die sie d^ab^y entVi^iekelte,' 
gaas efftauckt SU seyn vorgab v jvollte nicbt eiü-' 
fjBintehea^'iiah Wahrhe&t'ii^ ihrem Spiele g^ 









£JÄ'- i. LA' O A' TT-'ä' O'k* V- 



.♦ \ M 



/ 



'; j ^ • iDe^ Heine Streit , * der ^ck d SLt&Mk z^^Hscheu 
ihnen erhob i wurde zuletzt lebhaft -genug ,'uiii 
^ »einer Meiniing nach) das Zeichen ^u einem 
andern zu seyzL, wobe]p abrunfdhlbar den Sieg 
^avon:^ ira^ftliaS^^;* Wafli seide \nng^F^uA^ 
din verhinderte , V dieses ^ Stück "würklicfai zuio 
Triunifi ihrer Kunst izu machen y yv&tf^rh\ok der 
Mangel • ati Erfahrung ^ . nieiiite ^.er. v Unmöglich 
kahnr man seine Dienste, itiijt einchr heäseipfc^ Art 
anbieten als er that ;, und , ungewamt ^ < l^aiöchte 
•es dert-neuen Leda -«vielleicht nicht li«s^^r alt 
iht'em Urbild ergangen aeyn. '■ Aber; Aspasien« 
Warnungen und Unterriebt ^«^ uild/i-was unstrei* 
t^ ihrer Schwäche am meisten zu >HüMei kaib^ 
das Bewulstseyn der heimlieheu 'Ga^enwart 
A^pasiens — - gaben ihr eine^^ärke, :anf welche 
fxeyliph Alcibiades nicht gerechnet . hatt)e.> Gleiche 
^ohl hatte ihr Widerstand zu vidi anlockendes, 
um von einem so geübten Helden, wie erwar, 
für. Ernst genommen zu werden^ >Ear«. verfolgte 
also seinen vermeintlichen Sie^^ aber*,«; da er 
sieb 's am wenigsten versah, entschlüpfte ihm> 
die ungelehrige Leda aus den ^Händen. Er 
kannte Aspasiens Haus zu wohl , um nicht zu 
wissen, dafs ^er Weg , den sie im Fliehen nahm, 
in ein kleines Kabinet führte, dessen Eiinrich« 
tung zu den Untervi^eisungen , sdie ler ihr geben' 
wollte, noch bequemer war alfr der .Ort wo si^ 
aiph befanden* >i I^iefs schie» ein Umstand von 
[guter Vorbedeutung zu jeyn. Er hielt sich also, 



, \ 



Tl £ HZ E n K T £ S^Bir CHA j. 'K 8 p it 6 L :. i^93 



V. 



ih ei^ ihr Ut^mäte ^ - mmir Swhe* wemfßten$ 4£ 
l(mi&^^ «fa lAp^lIo^ ' äoiiiei^jdie .fliehende '0afa& 
^^ ls^»d«S€&f«c des Feueus (Verfolgte;. Ah^ vldar 
gBobSyria '■ '•feine* B<tröfelftyit> al» er «ie be|njpb 
Eintritt Jnm*^ Kabinet in /-^«f • 'A ft:.^a'ft i e a s uAtmm 
ii^eir * aah«^ neinec itPeiion ,.^ dec^' Gegenwart en 
Uer ehen se^ jvrenig\eew>artetey als sie ihiii wU^ 



'^ i^jfc. 






Pi^^SecHci sah einer Abrede zu ähnlich uW, 

fir än6n .Zufall gehalten zu werden; und nie- 

, iMüls vielleicht in seinem Leben hatte es ihm so,' 

viel gekostQjt, den Unmuth, sich 40 unbedacht- 

iam\^i seinen eignen Schlingen gefangen 

za haben, /'nicht aasbrechen zu lassen.^ Indes- 

: ' Ben war doch weiter nichts zu, thun\ als^ mi,!; 

Danaen einstimmig, aus der ganzen Sache einen 

i äcberx zu machen, und so gut er konnte mit- 

: tolachen , da die beiden Damen über die Mils- 

i Juigung des Anschlags, dessen sie ihn beschul- ' 

ai|ten, mit aller Schärfe des Attiscnen Witzes 

10 lange kurz walten, bis er, der ungemachli-. 

1 cfien Aölle dSt pt ^dabey spielte überdrüssig, 

> si^h zurück zog; s]&nr upsewilsy wie er die 



«,'.„' 



'pv 



RacJie neVmeÄ wollte, die er der kleinen Be-' 



f tr^enn und ihrer unzeitigen ochutzgQttin in 
f sein^Jia; Herzen, angelobte," , ' ^ ' " \" 

^r Ob^.ubiig^i^/'daenschQneiA^pIsiar «^ lodeif 
fiKä. daran get&an habe, M^daÜB- sie ein; |üngei» 
JtfgJ^Jyttrm y ^ Vy^ > wel Aftm :iia^^di^ Stelle einet 









I / 



Mutter «SU vertvdtei^ überaoipiiieA .hfitte ^^ i ainefe 
6efahJr^eüa8eiEt6f 'auandatf^ef imni^r ^nqiögUdt^ 
wiat f a'it z u n b 6 s c h ä;d i^ t zu eatkbmitieii i 
dieji»^ kann urobl kgiäeOffiA^g ;s^n*»;r Ohne Zwev» 
felthat ne ^iabelr; übev-vemiüthUck' war es gat 
nie^ in . ihr^ Oedaifken , gei|n>nimeni, aus cler |ünk 
giärr dbiae ^was yollkoiQinaeres als eina 
zweyte ikspasia zu xnacben, VielleicbtiSab 
sie auch ..die Eindrücke, .welche van .dieser 
ocene m ihrer Einbildung zurück bleiben l6no? , 
ten , nicht für so bedeutend an , dafs sie den 
vortheil.v'überwiegen sollten, den ihr eine sqI- 
cbe Ubung iii der {vunst List durch List 
zu fveriöi te^n bringen würden eifter Kuns^ 
worin man ,(^ihrer Meinung nach) in Danae^s 
Umständen , und mit den Gaben, die man ih^ 
zuschrieb« nicht anders als auf Unkosten sei- 
ne^' Sicherheit ein Fremdling Sjßyn konnte. 

< .( , ■ » r / • i 

Wip dem au^tseyn, mochte, diefs ist ge* 
wi^B, dafs Danae durch ihr gutes Benehoieä 
lOT dieser ßiegebenbeit in ^^^P^^i^^^ Augen un- 
endlich viel gewann. Von dieser ]?eit an be- 
gegnete sie ; ihr als einer Person ^ ' wiplcher, si^ 
alle ihre Geheimnisse vertrauen und alle ibre 
Kenntnifiise mittheilen könnte. t>I)u bist dazu 
gemacht, sagte sie ihr unter dei^ zärtlicb^ten 
Ihbarjbttag , > ^sp^siens NacbIol|afer^n. zu • (lidyii ; 
der:- Ajntheil, deti.ichrdarah ibabeot werdb,- bis« 
£düsdigt tti0inei(irStaiil£ ||eiiug,/um^i ohne'Meiilt 









VixR2ErH«rT«s Bircrt. y5? Kapitel, i^ 



dl«^ Mbniiibön iitod die W^dt le^niaen «u 
I|iii»f9tiiftift bciMitid«» tfdcik ^tti deh <j><^helititi^ 

Ct^M y^kd^e s^fogt, td|^ aildire V<$twi{^ #te 
ftttildtA)^ iitid*^8^1iicUi^^^ «ür Seele' d«! 
IMfiriJ^i^dit AngelegenhMl^n JhMr'j£<diif iii^6l»fo* 

"»^^fllM^s ' \Aga^ Sbmmkt ^ ' W^ibe tue ' >ö& 




[Beyspielnnd Unterricht so'^ölt^jk^«) 

&e8 diese 2u wünschen schien « zu Nutse zu 

l'ÄKhiSI: aWr'^gtMcfewohl gesteht"" "sie ,"" "335 

Ii4i Widefi die Ausbildung ihres Geistes» die 

lUMaerung' ihres Ge^dnmaeks, und Kennt- 

i^^M^J^n^^eJ^^ ^e, erjBt K^f^ 

gl^r^e, 2U : danken! gehabt. hdt. Soll 

knoeli j^^hr gestehefi'» 'Agathon?' Die Un- 

äugen , welche Aspasia mit mir pflogt 

ijjli(iiii'wütiu!)r »ik WlMte^ Wair ehie Zuho^titinfW^ 

>:^ltiS^W&tt' ''libiftciat' i,n y^rli^ren wünschte. i«h 
di^mlili,^ da ^^ Sftk 'Msch Im Öed^fa^w 





r l - 






^ ,- 



*9Ö . J > ■ " ' . « A G A T- n' O *r*- - 7^ ;r /,l ': i t 

it«cli!-iix>d i^ßic^ em^ Sanlmluiig yonl^Dbka^aii 
dieser aubjsroidentUcifba; Firau ztAanuneör, dÜ 
ichli^misr für jnieineiivgTÖ(fi|teii Scit^ate aogeidiM 
)uibe. ) i: ! JDietter Schutz ißt , wie . dti ^muihaii 
kanxifttfiiioch in itieln^ HiiiidQli:ic ; £a ! w^ir ^iM 
Z^t^ 4a'U6b äie^alfl ßeh^iityaisse aa»ab^ 4ife ic)i# 
•o stimdbaft aU eine Pythagoräenn dier ibr^en» 
vor Au^^welbt^P; A^Mgida yerwiahrte. Ab^i^uÜM»!^ 
de»i, dafs die Al?U0te^.t die iii hiprt^lS^MlMm 
kcd^t^, nicht. oielirr.^^^ fiB4^ii, /wai^nii^olllll 
ich sie vor einem Freiun^. wiei AgatbpQ; x.4$rjb^ 
gen wollen? Du sollst sie also sehen, Agatkon,. 
]^n4 ic^fhin gew|f|^ .d^js jich d^ip^Andei»)Rei(|neir 
tkn ¥reuBidin --r d€^, l^ll|«)mjMpnsjt^i^gt6|rl#ic]&<^ 
dies'l^emahls den Rut^n u^xs^rs Geschlechts ait i^t^ 
eur^gen.gero^cn b^^,— . }i^t gröipiei» ^fffß^ 
erzjBJgen k%an. >! ;; -mt i - -y-^-^ 



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')' '«'i . ' )' Vi)j» flfi)». ■ "■ \> 



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Neue ICuxistgriffe äe*i'Afeb^des/ Einest H 

gegen das^äiiiiUche Gesdile^^als eitfe ProW'^ ' 
: * der Filo^ofie ,det «cbonen . Aspatiir. y ' r ■ ^ 

- •( ';»! 'fil.t .* r: , Ia«:j:!i*- ;/':[',Y/ <^''';.'i' ••i;-^' 

X^ dem I>eser Wismg^daiito gelegeiix ae|rix-.inii&9 
wie! oft; P« n ja. 4^ • ini ^^h^t- ^r^fthlsuij^ ^ e,oetwed«r 
durch . die, ZwischepikSden ihres« ^ Zilhörers oder 
dür^H' liegend eiden ;9iad^.n ZufaJMunÜMrhrodbii^ 
worden.; 'im-. -, gknoben- '^it «< b»^ i ^sfafii su. fihmi 



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Wimt' vHx:, mxiMihmtin^ Ab * ob tie m^malt ■ nntec4 
liicli^ii moiien «sey^^ 5ih4 > »ie 80 lange fortrcy 
lril)aM«ii ds «ft äirtieUebi; eiufbeduilgeo» ihü. 
^^miAtTvea^waien nsAj ihv Kogerr.austibäreii^ 

:4yLl«i^lNlftdei f fiilir^sie fort) eimpiäni m 
lA^iblidiv Bidir aBein , daC» ^nr «ein; Anschlag* 
aaf^4iep\|axige Danacs, dw er ah «ein recshtmäCii« 
gUt^ge^thiim ansafa, mtfaluiigen «war -i^ denn 
#AllJilie i^oh wol^l leicht wieder gut macheii 
hmm y^ jtehte er ;^' sondern dafe e» auf eine 
'Aü^lffel^elien War, die^ w^it er aücb. ho£Fen 
Üi^j^ iitobt .die Fshe] .Tön gans Athen dadurch 
iril^4iiierden , ^ ihn. wenigat^n» iti Seinen eignen 
'Ai^lCB berah setzte« Er glaubte sich' an Danäeil 
akjit besser dafür x^ben su 'können , als .^dein 
ei ihr eine ^Gleichgültigkeit «seigte, die ihr , wo» 
Bern sie sieb ]efllikhlsges<:biheichelt hätte seizirHerft. 
genibrt zu haben, auch, nicht den Schatten einer 
l4Ub^ SfMibilduAg. übrig U^e. 



j (*-j* 



Zu diesem £nde entführte er, so öJEentlich ' 
mid mit so vielem Getäusch als nur immer zu 
'«Üchto 'möglich nearfi eine- jtinge Skia vtoj der 
St^fä^u^y die < au&er «^nem v'oitr<dnichen^An« 
iM^ ««T) Aiksgelas^nheit )^ nichts hatte , was^ die 
«ig^eure JÜold^ns^ft r die er für sie affek« 
itertev^EeiBbefertig^ni konnte ,^ «alsf^eit^e sehr mit«^ 






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«nnimikii? Seine Absicht 4al>ey war, Aspa^ertf 
xüA flire ^mige ^ Freun^n reckt einpfitidliüb loci 
ItvaiEike)!, i»<d<Aii er di^e llevne^^Kreatttr b^ de« 
bewuiiltraswjcLrdt^ten Ferson:^n Grieeh^idatid* 
machte, oder wenijgstens' »di« W«lt l^iiBdetef 
dafi sie es sey. Da er schon lange im Besitz 
war, ' iiti ; alieii ^echeii^ den Ton ^aniKttgekeii!; Ad« 
CK -elnexi ganfeeii Mof vonv Fifeulid«i% S^fattieicäia 
lerki und' BaraBiten um svdh .hatte,* dii^ sibh » ehiii» 
-Bedenken« mir£ Minden W^^eüge^ 
Einjfälle ^gebi^tiobeii iiefs^n; da er<$ "«tim' cotf^ 
Absicht', so ^ illitied6ii;t#iid i aueb >ihirxiS«^efmMMl 
seyn m^^fa^e, ■ dutcb^usaiterii^ 4teinä ^^HÜKÜI^ isAh 
^ofs , keh)feü'Aüfvicajid>W k«))gtbar,:}k%ift Miccrf 
zu ausschwei^nd fand: ^ g^^i^g es 'iym >iatiüli| 
•♦riewöhl itiit viele* Mut t, di8rf*ikin& PaöW^ 
chi^i auf etliche AugetiUick'e « tsum Akgott dev 
Athefner zu inachen. Aber der Triiii»f, Aspt^ 
aten uiüd ihre junge FVetindin dadurch- so sebif 
SittA demüthigen als er sich geschmeichelt hatt^ 
wurde ihm durch die unbegrenzte ^Gelehrigkeit 
der letztern gegen die Anweisungen der erstem 

. )llin io aoMcbtig '2tt bMbeii' als ich b&lfie« 
in t meiner' ' OSr^hlung gewesen bin , > darf' ^ ^cIl 
moht verb^rgi&n, daOs' -die junge Danae "dlM 
»uthwiUige Veik^gnügen j^d'em Alcibiades einefi ' 
kleinen 6 treioh' gespielt 7ai > h^b'en, 'durch did 
Sictdrückdf ^ lf«*elcfaiie :^iese JS»€iti# in ihrem Gehitttil 



A 



YiERZAtaüTES 3o^cH. 6. KapiteL 299 

SEumek liels, weit über seined Wert^ bezahlen 
mofste^ So bald sie allein War, drangen «ich 
die verföhrekischen Bilder il;irer Einbildung auf: 
£ia beunruhigender Vorwitz ifiaehte »ie UNtern^ 
zu wissen was daraus erfolgt; seyn.mobhte^^ 
wen» «iie' dem > Akdbiades tntffaif Gel^riglceit 
gezeigt V hätte. ' Sie ertöAieite vor rsic^^ selbst^ 
wie sie «ich bey dem Wünsch Mfap|^e, Hoch 
einmahl in eine solche Gelegenheit zu kommeti) 
aber es War nicht ij^ Uirer Gewilt •— und in 
der.ltiat wandte sie jtnch keine giiofse Gefwalt 
an •** diesen Wunsch,' Bu untetd^ücken; ''Da« 
Bild ^s'^Ajctbiades stelhe siiöh ihr von dieser 
Zeit in mit so lebhaften Farben, *mit so oe* 
siegenden Reitzungen dar^-Adj die Ruhe; ihres 
Hevstens darunter zu leiden anfing. UrtheiW 
selbst, wie empfindlich es ihr, innoiiier solchen 
Lidge des Gemuths, seyn inufste, sich um eiiie 
Fanny chis - verachtet unÄ verlarssM Äti Sieben t 
Ohne Aspasiens Bey st and würde sie viel zu 
schwaeh gew^en seryn , Sem^ VerrSther ihri^n 
Sehmefz daräb^r zu verbergen; numaihl da ^ten 
ein Tag vo^rbey gin^, ^obne dals er gekonn^äien 
wäre, vuä sielhirBewetsfen seiner vollkommen* 
aten Gleichgültigkeit ntid mit Abschilderungeii 
det ' uhendliöh^h R^it%ü%igen ihrer l^ebenbuh^ 
lerin und «.einer Lieidenschaft zu quälen. 

Aber Aspasia, die das Vcntraüen , Womil 
3a^ Danae ihr Inndm^ au&uscblieben p&egt»^ 



X 



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5Ö0 -^ A G AT n o w. > 

nicht nÖthig* hatte, um jede- Bevv<^gung ihret 
Seele wahrzunehmen 9 kam ihr jibob zu red^ 
ter Zeit zu Hülfe. / Da Isie bald eatdecktei 
dafs.cHe Krankheit ihrer* jungen Freundin nuehi 
}n der Einhildan^g als im Heraen ihren Siia 
habe <, &ö «ehieh :iihr die IStüt dest^^ leibhtec » cv 
»eyn ; und*, ,wiewohl da« M^dchj^niidie iQSew^ 
heraigkett lächt'yQUig so weit gegen^rsier^^trieb- 
^ls gegein . sich Selbst , so • glaubte sie > doch zu> 
8<1^^,. daf» die Erhij^iing^ ihre«! Fentaai« unÜ 
die Ennpfindlichkeit ihrer beleidigten EigeMieb^ 
einem jeden, J^|^Qii@^wüi«dig^a Maiinc ^ * der- richs 
ien-lAi^n blick,: zu Nut?^. Ztumiich^ni' ^üts^^ 
:&u: Sitten J^omitieki, und' ihr w^g$tj!en»tt6tärkii 
genug irgfiheiv,j»7Öt4^ ,, idßr.. 6lei<?hgü>tig4feit>.^ 
«äloil^des ^,,Viß) ^^«ItsiVin entgegien Izu ,»eia©i| 
als^yonnötj^eOii^^re, um ihn über, ft^ine, pbiäin 
ynabU fehl geschlagene und sQrth^uer .ei;kauft<l 
£rwaj?tupg ^i;it Verzweiflung zu briogeo^ ; .. ; 4 



■ 1 "» -T . 



Axfiochuift., eiu; junger Mann 9 der in jetler 
Betrachtung . »niemand aU den Alcifoiadjf^iiüBer'. 
sich sah , u\[id auch diesem (< w^wobl ßt' vo» 
seinen Freunden war ) ungern den 'VoarzA^g eW 
gestand) war der. Mann, durcdi. den sie ihr» 
Absichten am gewissesten zu e^eichen hofftet» 
Er hatte, für JDanaen vom ersten. Anblick W 
eine heftige Leidenschaft gefafst , welche durch ' 
den Widerstand, den er in ihrem Yorurtheile 
für. seinen Fjri^^ind gefi^nd^iiif^ur desto heftit> 



) 






^gK. geyi^Toen •'^waf^- '^Z#ansiig Waatre befanden 
liilli «mg^lir ip dem tiehmlicheri iFäll^ : aber 
Ai|likde# ban^ de alle 'in' ^äi^ir gevtr^i^eik Ent^ 
liiittiig ^gehalten. S^iii Abenteuer mit der^l*än-^ 
ii^ Paanjrebis erAeui^Fte ibre Alisptücbe. ' Dei^ 
iilibiev ^^i<iKii^ gansea Scbvrarm* von RiVal^ä' 
t^Mbiyireti0ii^ ^ uad dea Alcibiade* selbst— -^ 
riif^riidiaesr Oewobftbeit nach;: stfihen Sieg-über'^ 
immUm Herz ^ ybllständiger attfg^eben batte 
rät ^ war r— aus ibrem Andenken , anszulö^ 
iaiea\'' däuchte^ dem scbönen Axiocbus würdig, 
#& iefaie 1 üeitzuiigen gegen« die nichcs ubelt 
tojigmde Danae aufieubiet^. > • - » 



Aipitfla^ deren Verwandter et war, unter- 

l^llitele seine Hoffnungen; und Danae, ohne 

\üiy selbst das Was in ibr vorging recbt ent- 

Ififeiu zu können; rechtfertigte in kurzem die" 

T^^ötbungen ibri^r w^serien Freundin. Obne^ 

W geringste von diesen zärtlichen Regungen, 

'allein des Nahinens der Liebe würdig sind, 

W'Aidocfaus zu empfinden, fühlte' sie sich 

lÜrebnerkt von den .Reitzen seiner Person ge-* 



' 'U 



^^nd wiewohl sie den Vorsatz nicht 

i^lilli^rifam Aufmunterungen zu -geben , so neig'te' 

l£ftf»docfa i)ir williges Ohr zu seineu verlieb* 

(llnr^^tea^hw'drungen 9 und ihr A'uge verweilte 

M^^ergnAg^^ auf seiner Gestak, •Welche — \ 

tlBerkJärbareti Zauber, .der dein Alcibiädes^ 

W'wi^^H^^ö^n^^n — a?4^ Statue be- 










-I 



•- / , - ■ ■■ , ■ - ■ 

trachtet, von .vielea der :semi^eii icU^, vorg««^ 
sageta , vrurde. Olixie vor^uji sphem «u^wplkii^ 
wohin diese Sq^losigkeit . sie fübrei^ 'JidätiDoi^ 
über)re(i|. ftie ^ich. dem $ngenehmen ^iind^ iht 
flauen Spiele ^ef :]UHItini:U und dier Ei&lfcek^ 
welche; sich vereixiigten^ . sie^ üher dei;LtYüriiMlt 
eines LiebT^abers s^ tj^öi^etii» d^sAen Betragen 
die hassens würdige. Abschildeiiung^^ weldhiB.ite 
A^pii^i^ TQn üküii' gem%ckt hattet «o.ftducivaiaL^ 
rechtfertigen schien. . . -^ i ,. > iri^ 

A^ipchus schmeichelte ^^i^bi^: nait fedeni. Ta^ 
einen neuen YortVeil über Danae's Hefrz^^erM«» 

''ten^ zn haben, und wurde, mit aÜei;. Kenntnilii 
\msers Geschlechts , (eines Zvreigeii veiti ßrefehr- 
sa^nikeit^ worauf ersieh viel zu gute t^ajt)- nlchi^ 
gewal^r, dafs er, alle diese yermeintlichen. Vdi^*. 
theile ilicht sich selbst, sondern ganz allein ebet^ 
diese;n Alcibiades, den er verdrängt zu'(babet|f 
glaubte^ zu danken hatte.- Indessen würde er^yiel^' 
leicht am En,de, durch den JrtKlihiün A?;: ypn ^si^p)^.' 
Syelbst be^rognen JDanäe giücj^^iich gewo^f^n seyii^ 

, wenijL Aspasia nicht abermahl die Stelle, ihjre^/' 
^uten Genius vertreten hätte. Diese aü(s^rordep2tr 
liehe Fi;au y^achtejsu eben der Zeit, d«^ i^ie ihrer 
Unt:ergebene auf die schlüpfrigen JA^ege leitÄtJ,. 
wo die Unschuld bey jedem Schritt in ..Gefafecf : 
ist auszuglitschen, über jede ihrer Bewegungejpi^ 
und bediente sich aller Scharfsichtigkeit, diä^,* 
ihr ein duifchdrü^gender Geist und eiiie grolsa. 



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, r 

fitl^W^en. — i.Wiariiip, Agtfb^nl \y»rkm 
ptbte jetnaihh der Auge^hUck koxxi^^B , woi dUf 
iNrifiigli^l»; lYerf tthmagen; des Herzens ,« ider Euw 

Hfcrii feig mapbtto i -^ r , ^ -' , . 1 - !• i!-: ^ 

»f*u .>ii.ii- -; • ... .. '" . .Ai -'.' ' l. 

•Air^üOiiiiMansdr; tagte Atpatsia zn ihr^ haben 
«p^ynei angeinafstftiji .Macht - Yoll kommenhelt^ 
fU'ivpdche sie ziioh& den mindeitea Titel auf« 
könoea, :' die . ungerechteste Theilung 
biiAgeaiacbt, .die «iich denken läfst. Nicht 
ett^ ima .von aUeb andern wichtSgen Ge*> 
auazuacblieiiien , haben ^id ai^h sogar 
iü^ieäet^gebuitg einseitig bemächtiget, sie. 
jSadich zu ihrem eignen Vortfaeil eingexich- . 
ts^^'Uaa hingegen . tyrannischer Weise, igenöthi* 
ftßjjf: Gesetzen zu gehorchen , < ^ ^ denen 'wir 
i^Mjle iXliinwiUigttng ; nicht gegeben habe'h,. und 
^ipis beynahe aller Rechte vernünftiger und' 
l0j^'^ffthoTn&c Weseo berauhen. Nach dfem ;^ sie > 
IJM gschan was n^ir immer zu thun ^ war^ um« 
ifH^^'^Jca hloisen Gedankens einer Empörung, 
'f ßlj ffßL - ihre unrechtinäfsige Herrschalt < unfähig 
sriÜMieben^ sind sie uuedelmuthig^geaug^ unsrer» 
%iiB&lie^ die ihr Werk^ist^ -noch zn spot- 
^ Kfieciiiten uns das schwächere* 6e*' 
e^ht; behandeln uns als sein' solches ; ' 
^zuiD' Preis aUes Unrechts^ das wir* 
Mp^äiiMis ifi^ti^^ Liabe;..vi7eiKle^ alle 




/ 




I 



ntir^etuniilt^he VerfüliTiingeit-aWi uüs sn übei^ 
ffsii^n/ 4^f!i ii^ ohne sie ni^ixt gltickli^'ib^lk 
lionaeii ; r «ina l>e6traf en 'uns gleichwohl daför^ 
wenn vHr sie glücklich machen. Doch^ in dient - 
aenk eii\aigeii Puoble 'Kmd'ichaie loheüs^r^vdigi 
Wir verdienen bestraft zu weiden , , weM ^wir 
blöde 'genug iiind, die Feinde unsrer Ruhe^ die 
. Tyrannen unsers Lebens ,' die Räuber mnaiMr; an- 
gebornen Rechte 'ssu liebend- Warum ^^fiiihlea 
wir nicht die Vortherl^, die>'uns die Natitrübei: 
•ie gegeben hat? Warum -»bedienen 'wir war 
~ derselben nicht ? Wir sollten . daa scfawädiere 
Geschlecht seyn ? S i e das stärkere? Die laehes^^^ 
Uchen Geschöpfe! Wie fei« steht es ifanea'^ 
an , mit ihrer Stärke gegen' uns zu prahlen ; da» 
die scb wachste aus unserm Mittd es in ihcei^v^ 
Gewalt .hat ^ ihre -Helden; : ihre eingebildeteur 
Halbgötter selbst , mit einem lächelnden^ o4cr 
sauren Blick zu ihren Füfsen zu lege^i In 'der. 
Güte uiisers Herzens liegt unst0 Sobwä- ^ 
che; die schönste unsrer> Tugenden ist es;^ die 
uns yoi^ den Unverschämten zum Ve^bvechea 
gemacht wird* -— Sie das stärkere Geschlecht? i ' 
'Wo ist eine Fähigkeit ,' ein Talent, eine Kunst, - 
ehie VoIlkQmmenheit, eine Tugend, in der sie: 
nicht weif hinter uns alurück .blieben?' An: 
Schönheit,, an Reitz, an feinem Gefühl, an Be«> 
hendig^eit^i und Feuer desj Geistea, , an Grofs- , 
muth, soga^ an Entschlossenheit und Standbaf-i 
tigkeity übertre£Fen wit: aie unläugbar; — r und 



X 



i^:.i'^,, 



^ViBEsiK&tit*9 Bücic 6; JLapiteL 



«o6 






^ 



jek- ittSc^e Aeil^ Manii lötieil^ der den Mntk 
ifite.jKu th»n odar.sü leiden^ was eiae Frau 
jK fimn oder zu, leideii fahie itt Uäteir ^Mr«l» 
Geachlecbte hibeü wir die tneisten und 
||HAM>tdemlicliatett Beytjpiele Vpn Thaiteti i die 
na gro£»e Seele tintenielimen kaünt Und 
ilBe diese VtSrtüge -^ «ittd gleichwohl nür^ der 
•labertest dessen^ .was sie uns genam* 
|piea kefienj Aller Hülfsioittel luir Vetvolt 
]b«u|oiüng4 so viel an ihnen liegt» Watib^ 
h^kki sif^r^niehti» als. was uns die Tfrannea 
micU^ nehmen konnten^ und diefk be> 
^^Mist^ was wir se^rn ^Würden« wenn die. E«- 
vjaiehtiiigi die sie uns geben» die Vorurtheilei 
Womit sie um fesseln» der Zirkel von Kleiniii» 
r, keilen« in den sie uns einspetreu, die £nt- 
widdong und den ft^eUuSchwung nnster Fa- 
Ajgkfttttf nicht verhinderte? — Aber unsre 
JEjFrannen baben^ ^ns au' blofsen Werlu&eugea 
Vergnügens herah gewiLrd^et. Si^ ^ufcak» 
die Macht unsrer Reitzungen» wenn sie 
die yoUkömoienbeiten des Geistes untere 
wurden; sie fühlten» daTs es ihnen als» 
n unmöglich seyn virürde eine Hernicbaft 
behaupten» aü der sie» aufser der..StStke 
Knochen» nicht das min^eite Aaturlibbe 
i^ll^adht haben« , Kura» es ist ihnen gelungen 
,ma unterjbclien; ' uhd ihre Usuvpi^ 
iat dmebh dk iLaiirge der 2eit tu sehr be*> 
;e^ als. dals «die .wenigen unter UQa»vweW 



V 
- r V -. 



500 A A T Ä O ». IT 

cliet durch irjgend einen günstigea Zufall aüoi 
BesitS' ihrer natürlichen Vorzüge gelangen, diir- 
aa denken konnten die Befreiung ihres 
Geschlecht« zu Unternehmern Alles was 
uns also ührig Ueite, isty dab jede, wo gut 
Jlie kann ^> für sich selbst sorge; und wenn sie 
glücklidi genug gewesen ist> es so weit als 
Asp»ia zu hrinsen ; warum sollte siie nicht ge- 
neigt seynii jungeh Personen ihres Gesdüed^ts, 
die durch vorzügliche ^Gahen von der Natuc zu 
#iner> edlem Rolle ausgezeichnet ^ind, durch 
ÜVGttheilung eines vielleidbt theuer ^enug- er- 
kauften Weisheit nützlich zu werden? Zümahl 
4a ihr kein andrer Weg, sich um ihre Gattung 
Terdi^iit zu machen , übrig gelassen ist ? 

^ ^ „Höre mick also^ liebste Dänae, fuhr sie 
fort^ und sey ver^ichek, dals das Glück deines 
jbebens von, dem Gebrauch abhangen wird, den 
dru von dem) was ich dir sage, machen wirst. 

-' \)Eine- Person .Uniexs^ Geschlechts ) die sich 

mit ' dem zweydeutigen Vorzuge begabt sieht^ 

- dui^h einen mehr alar. gewöhnlichen Grad voh 

i^M^enswürdigkeit die Augen der Männer auf 

> su^'^' heften, hat alle ihre Sorgen tind Be- 

: snühungen auf den gedoppelten'^Vireiek^ zu sich- 

•Sen-^ gi«h seihst von diesen Helfen ^der 

Sdidpfiing u n ah h ä n gi g 1e n e r ha 1 1 eiü, > und 

a«7vi«l' Gewalc üher< >siiS' «zu^« Itelcont- 

' I *^ 



k^BHiTTJfci Bi^Cfl. .6» Kapitel .507 

» 

di imr iannier lädglich ist. ^u dem 

"bat 'HB« die Ntftor mit einer Art von 

Waffen versehen 1 gegen welche 

re eingebildete Starke und Weisheit 

[Witkong bleibt; Hier bt der Vortheil 

auf tinarer Seiten Aberutlglucklidbet 

^acbeint sie, über' der 801'ge 'Una aum 

,f £ auf die Herzen untrer Gegner au b«^ 

^^ vergeasen «» haben untre e^ea 

au tenciianaen» XMe' Ye^rtlieiillh 

1^ liebste DaaiM, itt unate bülxde 

i| und hier ttt^et, wo wir^ am 'meiatea 

xttL faab^f^dea^ Stehler der Nanu? dittbb 

au verbestern. r 



-/ 



/ 



»htiteiodiaire Stiiiieit, eine warmem Immer 
|e Einbildung y und ein Hera voll rftia^ 
ler a&rtlichef Gefühle aiuA «uf einer 
|daa 9^ Waa unsen» gtöfeteti Werth ' au#- 
•aber auf einer andern gerade dba ^ waa 
|en NachBtellunge» unsrer feinde* am 
m'^Freit giebt; ^ Wundre . dich nichts 
3h ein %^ hartes Wort ^gebrauche : nichta 
[tfaiger^ als dafs du dich angewöhnest» 
Männer unter diesem Terhafaten Bilde 
leu/ ' Eine }ungb Person ist düroh die 
id Aufrieb tigki^it ihres eijgenea Qeraens 
wAa geneigt f^fsden der ihr liebkpaet 
i^tenond' aiizusehen: Da ^usieii* il| 
lakil ^«ftxliefat mir itt ganimb^ lAalui:^ 



. ^ 



^08 ' : A » A TU O Wt 

lüiiter Vo^l woIlea4^e Slidce uin tich her wi 
w<ob(»r sollte ne in eineHi Gefcfaöpfe, d« 
Annihexuag ihr If erz in so , angenelmie* 
gubgen ««tst^ d^tnen . Worte «ich so muiü 
ihre Seele ein^choieiclieli^, den Zerstöret i] 
GiäcbieUgkeit argwohnea? GlekWoU itt ij 
4if( webre Gestalt des gefallenden Betrug 
4er^' wenn tinste guthet^ge Thorheit ilnli ni« 
flddhr SU wünschen uhcig gelassen hat« ' 
ttc iPetson^ die er vorstellte^ da ein einsi 
Hoffnling ge^nder B^ick. ihn in Ent^ck 
aetsen koimte^ so :^erschieden ist, ala es z\ 
W-a troa g.ü« yeachii>di>er Gattung nur 
sner seyn können« 

^Pie ,sicher«tet& iVÜttel, ,ti»ser .^en ge 
ibte Verführungen zu bewahren ^ sind -r w< 
wir sie so gut. kennen lernen, d|ia sie tms i 
ae Hoehächiung eiiffloGien können ^ (in 
diels ist doch gewöbtilich die Empfindung t 
ter deren Schutz sie tunsre Liebe eii^cb 
eben) «— wenn wir eine grolse Meinung i 
der Wurde unsers eignen Gesdiilbchti und < 
geringe von. dem ihrigen £issen; — - wenn.' 
ihre anmftfslichen Vorzüge auf ihren wi 
liehen Werth herunter setzen* und einsei 
lernen V dals es der Gipfel der Thorheit wi 
eie f ür die Vortheile, £e sie von unsrer Unj 
drücknng zielten , noch bdohnen zu woUen ; 
wennu wir, ansutt Uns selbst üb« die . Qtu 



i JldMo^i daß et'bkl^^diifrBefH^ai^ 

ikfimr la^lN4i nb^ ih>ic«; ^ "n^ eh^ich v WtitA 
«in 4tAr<^ ^Sei<jhaftlgliiigefV unä '^^Uün^^^ 
%MiaHi» «Qitet Emj^ndlFehkett s^ zu 

iHf< «amibl tor M^l^ und äHitimgeilti^ntEi^ 
kt^^\m^^ tdi ^dt'linf&ier mögKctt^W, au&M! 
sea;» V«rl4a4^i^V ^£» %«)itt b e/oiid bV^t^Ü«: 

\m^ix%^' '^•'-* -■' -^'-^ '' ' ^ ; ■ " ■• " •^••''' 

I 

- ,;$te'B^faiHi<lg^ diöütii fiS^ daälBe8cli#tfi^ 

Kckcr dlsB«)^ Wäcfaiaiiikeit üb^t unser H<irz ent-^ 

I V idiSdijg^i^lltid dui dfe^angenehm^ Täufcfiiin* 

\ '^\ '«eiieftl liHir utili' bet^b^ , indedt' wir Ak 

;»igtli , tto düixih^dai ^Terdienst unsere '-^gheit 
l«tra|jei»i 'ii^ IdMe- Vorrechte uusen G^scb^^bhü 

i ilagiieft^gti adt^n, I>46»u je wemget"' Öi^ak 
nfr 4fllMt r^e^ebn^ ub^ u n t^e t Herz ]^eite^ 
IMk^> 1^ gi^^ d^e wir üb<^ dtf< 

aHti^ «llui|^ii: Idi'»6t<äf ^u£i Voraus, -v^^ 

; Aif VM ' ^4fäA^ ^emeiiti "^äb "wir 'Me ku iH«! 



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^ft f .;» ; ,. :, A Anf 'JKflh f*r 



::^\x ;i'.i I 



Gröfs^, 4er\ VortbeiI<; , ^eMi^e jii 'tuitfm tb^ff 
-finden V. 1^ ihm^ v^P^ti^Mich v^^ßk^^^^^ 
neiu fi;}ii!>g%4^il^kftfffJ^ W^^ 4ei: ichi ,4hs^$fi 

^icbt^r alf den Manx^^ vvitd» iit.^lQ^<Di<ig 
die yQ^jl|^Jqfl^nhQit 1^ er^ipbcMi; «pUi9«der \ 

*?PP^f rY<^*vU »4^ yf IT: 4urpb jAiwbiMhii 

Bxu^ ,^diej' grdf#ten. S<J;\Yfii^ig^^t^» , di# ^ dai 
yerl^undeo r^eyn könfltejp ^^ 4bef |t<^§t^i mu J 

nils, um den Vorzügen des Geifttes u«^ dMi 

lenten^inen höb^mGlans zu geben; aber nie 

kt g^iwMffiXf^ ^ daf* «e, von ibtHmcvHiäbt, 

rtt<;k esiipfangt als »ie ihnen gieb^s U94,^<i^^ 

y priüge. , einen d,y tcb schöne Ken^^^ipe;^ : 

losofie ^. Vad Geficbmaclc auf geUiLitenc^'^o \$t\ 

^ fu^d . yerfeinerten. G<Bi$te«t verbnii^^l^i ^i^ * 

B>6it2sungeb einea tcbiinniernden Witsi^tip^ m 

gefälligen Umgangs, hinlänglich updfUp^ dii» 

hedau^ndste Figur iibei;*]ede«.beIeb|^:yiNiiiftl 

dem diese innere Quelle maaiiigfaltiger; nni 

Tecalteri^der Beitzungen mimgelt» trioviA^pei 

machen^, Oie Schönhait thm ihre atär]|^f|e ^^ 

kii9g, beym ersten .^blick, , land vjeuflif^ , 

wäieheade Kmfl in;4em Jtlf|i^9 wi^iHM 



f 



ihr|)duuiai0r /wif d. Dl>eraiefs giebt et Stoa^ 
dsn^ %ßg^ gaase Periodei^deft Leben» ^ wo be» 
r iJMiidere JB^tdiafiFenheitea des Ijetbet oder iei 
$afl$UiS| Sättigung -^ LAttnen — - exvebopM 
Ldie^iigcpiter #-«• odec Sorgen uM Hamhe dat 
G^iilb« «kodier ernsthafteiiGeftcbäfte, odeirden^ 
FjkM d^; Alters» aUem Za^er. der Seböbiieit 
I TcQti ^e||»nk ' Yergebens berührt die ecbdrik 
- Coq^ den voii Minerva mit einem Gegenmiljbpl 
\ yc3p4^enea' Uly^aes mit ihvem<iZaubentab, und 
.)|ffi^fU,ibp3( die Gestalt anzonebmen die sie-ihm 
getieo^ ütlft : unverwandelt Ueät^Ulysses TO^f^bt 
flt<»J^ j^.un,4 Cicce ist für ihn keine S^aubreriaj 
$ßßieipgL eiBe^gemeiine Frau. Aber ^ bald üni 
1 (lif, Sii^j^atcpa ^ mnHt feinen Scbmeieheieyea' sc» 
jp^ j^ulniibegierde» au .Vergbüguiigen d«« 
jQ^U^ c^S:r ßinlajclen ^ ihm aaged, daf&.sie -alliei 
|: fipyse^V 9<^^ geschehen iai und ; geiM^bgeh^ 
I jp^;v>-->;;diinA fühlt er einen unwulerstehdi^ 
fßfi^ 9f>>g.» iireilien alle Gewalt über sich selbstv 
9iid-:wu|de i^ die Wellen springeq, um .atedeli 
|]<^prn jllfi^ fSeelenbe»w%igetinnea iünüber^.db 
j^^ii^eii^vi^^enii seine Gefährten dienB$ndb 
ffid^ er andeuMait ^ 

-J^dfemfl^ j Ii)h . weiCs nicht, ob Hobler ;dse 
,:4li^^ unter dii(Bseak Bifflehi die Wabiü^ 

lfi0l^ gß^ff^^ von dcnr »ab redia^ aber diela 
y^^^^ififf^ ißJkiMtifih nicht besser "dasui^sdnli- 
^•»Itft^^ ^wmn er.-aie^' aulidrackUch daik 



-* .A 



ji. •■ - * 






$m * 'A o Arno ß. 

4iiW9i wenieer em^egeiiftfaiid tngfpiiahiiier Em« 
pfiüdttngeQ SU »ayn^ den Y^rüand eines, Li^K^ 
]bid»eTs^ odM r-r w^lt^he« im Grunde Huf dast^ 
W binim« kommtop^ eiiiei Ffeai^% zu ii^tetet^ 
•ieren w^$ di« sich 3iiu dmreli ihren Rath in 
G^ch^ften, du^ch ihren Wits in Yerlegenliei- 
ten, durch ihre ^cherse in trübsiiinigeu Stnn« 
deii> durch ergetsenda Talente, wenu et behü- 
l^f^i durch ' ernsthafte Gespräche^ vreniC et 
iiiiterha]|tei| teyu wUl, nothw^ndig macha^ 
kaiiiii --^ die $chÖBa^ die eine äcbä)^rti|im4l> 
GaspMd]2r<.der Mitteu ist, «uiid* von den Chaii* 
titiue^i dia Gaha>mp£angeQ hat;,' AcnM^uth un^ 
GißiligkeH über alks w«s sie #agt tind tfaul 
«uo^gJAfaem-.*^ glaube mir, DatMiet diese ScbÖ- 
mtf isf^ m^hp Königin ids die oberste^ Skia vUi des 
Despoteiic5 X^n r ^ecsieni> Sie herrschet ' über die 
Hersin. Altes wae Empfiikdung und Varstaud 
hat«^ huldiget ihr, '■ Die flkisbfräi die Helden« 
die Viituosen mach«u ihren Hof aua^ 'In flueH 
Adgen, -Texv ihren JU|»p^n ervraitet |edi^ die 
Bestadgnhg seiner ^eiguea Voraüglicbheit, Detr 
DicbfeT) der Künstler isi nicht eher nltt^seineok 
.Wedm suAriedmi bis er iliypsa fleyfkUs gewib 
ist; .und oder Weise selbst errotljet nicht, sjdl 
^ar ihreni Schüler anaugeben. Aber nabht^ nnr 
läbcir das> Reich' des Schoneit ^streelct ^ieb 
•ihrb^ 'Hersschaft ^ ihr Einfl^ über diejenigen, 
dKei>am R»dext4«a Staaten sitaeti, rmadkt sie lUr 
«nten Bnregeria^ der «Triebräder der poüti« 



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WjclIl^iniHl ^f5tei? als es'^diejenl^i^ ver- 

*i Stt-lndki in^ias Innere 'der Maschine 

imtsbh^det sie, wohl ocler übelf daa 






ir find jiBelhV Panae -^ watum sollte 

Msi^he^ Besi^didenheilf suirück haUen^ 

Idrdf ai<^lär mich selbst siun' jUbysjpiel 

^^I>6ii? Die* schtSnc Th traf 8^1 a/'d^e, 

ii6 in lo^ien lange eine^Ians^nd^fö)!!« 

hait^y in ^Thessalien ' Endlich ewen 

WWbgi^di^e, Thargelia; iit inlr eheß 

ny^iW^läi dH »ti sÄyÄ' wünspV* 

itemi^t \mS ihr'Beyspiel 1>ii<2l^(^n micli; 

ttti^f bahnte mir 4eii Weg iikch Athen! 

Vipn; di^ l^tl'^Hem, was dikÜ^änner' bey 

iil||rte'<7Ächte(^te 1^ alte die £igenschäf* 

^'T^i^dy die sf e als einflS^^nthum d^ 

ilciij^a ^^iiiitisebeh ge(WohQt si^ warln Athen 

iMtt« Art ^ T<m Wunder, Aspasiil erregte die 

wg^tnei^e Aufmetksamkeit; in kurzem wurd^ 

fBh*ief Qegieitniii det BeVunderung d^r einen 

4 IftMf^er^fififs^iinst der andern. Man machte 

' d^eiti T^bt^chifu daraus , d<ils sie die e^delsten 

Ter^onen 'des Staats durch den 

1^ir|ki%uigeii in ihr Hiiiis zogei und 

^dklfi^Vbi^nj ^^^ es nur Personen vom ersten 
Bitig -oder ypn dem ausgeseichnetsten Y^r« 
Ü^ame^ QSen war, nahm der grofse Haufe der 








Amjge^ch^o$§ßnßxk.An\alMy Ühte Sitten zn VßU^tw^ 
^ber sie. ging ihren Weg- fort« • Ziifiri6d(an4i^ 
^men Männer der N^zion imter ihren ]f raunet 
den stt sehen, verachtete 4ie die UrtheÜ6.;4et^ 
Pöbels ^und die Spöttereyen der Atheni^hen 
^ossenjfpi^ll^t Ihr Haus war eine^Art von^Ak# 
demie der . 8<cjbpn8ten Gei$ter mi4 ip^ ^ö(st?Ä 
.^ünsjl^ G]r^<?ieji8. . ^StaatsminAci; t^evuchti(){| •%/ 
um 'im SfbQpI]» der Musen un4iO<a;Bien«tiiVträ>^ 
ruhensj die, .Ana:i:agoras u^d St^f^es^. ]f^ ihx^ 
iFilosQfie: av^zifheitßrui die Fidiaif und Zeoxis^ 
^tnr f cHöne l^j^eq, ■ zp. h^chep ; i ,d^G XHcbter ^. ,W^ 
ihf cn Werjk.w. d^ letzte. jPolUur «u g^en; 4^ 
e^eUte Jy^^^ Ton Atbej9{^ iwn sich zu hijdef^ 
o<^er w^nig/lt^nj^r^oft Jiich nUfin9J»n isii kann^oi 
in AM'^fAiBtgf 3<Q^^^ gebUdet zu seyii. Vidf 
dei^ cj^B^n ^dii^r Griechenlands schätzten ftiiäb*f 
zur Ehre if ^le Geheimzusse U^rep SLunji^ you 
J(^pasien g(^lf|nitl} , sbu hf hen j, —^ und di6j^ 
^pa^ia rr- ßie in ib^:em ersten Anfange.^nji9btf 
m^hr gevy^e^eij^ l^a.r , al& i^as. Danae war* da dqf 
schöne ^Icibi^des' $ie aqs der. Werkstätte 4f^ 
Mahlers rAglaofon und dei^ fll^Iauen der altf^ 
l^i^byle , rettete —7. endigt^ 4^^^^» die Gemi^- 
|ii>i des Perikl^» ;bu werdien , u|»d einfge , ^^hifc)^ 
oKne Dia4eai , .umunschran^tef in Gricfdtf^Iandl 
^u herrschen , fftls ihrie Lehrmeisterin Thargeliii 
mit einem piade» in TbesifaJien geherrtdb^t 
•|iattc, , .; . j ; -, '. -■•■T 






'•■ ■ ,"»■«. 






WM nicht <tft> genug wied^rhcMtjprcfdflttikänii 
iipflsia iirür^e diese edle Rolle nicht gespielt 
b^A^jf ^r^e^ hp|ilMt^^i:eioe Nem.eftyl^ine 
thna^ro )a ^>) gewesm^inyjnk wenn ^ i^eaa^ 
.lleisfia^ KPn ibTena. Hessen; ^yw^mgct ^notmahtig. 
i|;,i^^^-.^tpLff^ning4 .«Cndvtl^fingeaohtäl .^meit 
|l^rlf^gte^X^e|:iu:)Mft|Pg JcH^^^ P6|»lii^ ^ 

f|^^ ^rgfiUig ^ewfStfn wire( «icbi dfoii^betu^ 
iic^«|['jl[(^en^n z^i^i^^v^bf n ^ ' dieireiir Btj&Jl 
%.j4i^i^eatU^^ ist iGltmknt ^ 

fffß^ißliß j|f$rde>ich.;>«^^^ißinfftllei^.lasi|ef»)>.slil 
n sejij^.|@l99wi^i4^^ 

d^ gefanden chatte, nur su vermuthen, dals 
ll rienm einen andern Preis au hahen wäret^^ ^ 

^ t ^läi habe mich (fuhr Danae nach einer 
* I Ileiaien Pauste fort) von 'der Gelegenheit ui(id 
^ l voa demSEindrucke.>.^den/..^^ Re'äe in mein ' 
^ l'^ßdichtniCi gemacht, verleiten lassen, dir durch 
' [^Men Ani^zug davon eine Frohe von den Dis«* 
^ ' Uiiett der Aspasia zu gehen , die ich dir schfift« 
fidi mitzntheilen versprochen hahe« Ihre Nei« 
glBig isa mir, welche täglich zuiialun , ging 
nü^.ao weit, dafs sie mir ihre Geschichte, 
ribkir aelbst «den ' geheimsten Theil davon aus« 
■^ Wiii^aiita, mit einer Offenherzigkeit vertraute, 
^ ^"Itl^hErdh Eänwehung einer Menge feiner und 

t) VahntfB» sW«y«r ihrer Schönheit wa^en berühm» 
HB Aetiren d« dsinshlig«! ZAu « 



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lefarmcflier AniMdeoilgea sie fät nticb ^encU 
Uck iateresMüt kkachtel 



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imterbrach iie Agathon um /il6 za viEhv 
iicfaparn > dafsr dme 6«$ehicbte ei nicbt ^^^r ' 
für f 'an sef n wäfde »"; Uhä - et^ setete bin^ti v et 
hoffen, Bünae tirerde^ ii6 aidit Weniger uls'^dle 
öbrigcMi ü^ai^diitigelK der icfboneh £Q>^lä* aii& 
gesdUiidbien babem' Bitd: Anhört -|abnifls 
Aiiilig«e''^HofiiiuBg, ditfriiili s^itie Netrgier vid-^ 
leiüht mc&ln di^tfem.8l£;k6 tföi-de b^MlSigW 
k^neai'^nitVnuii %e^iäe^ aieV auf »ein ^tt^h, 
äMJb^M^C^eadttd^trfo^^ndernEafM^i^^f^ " 

'^?ru/// f. : -i :i:: ft«- '''» • '> •• -f ^--'> i-.^;'. ' 

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Fünfzehntes Buch« 



K^fotf und B0sMufs der gsheltnek BegMnfUitsit 

dir Danae» 



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t. K t p i t e ]. 
Afpmeat Tod. Erst» VeristiiDg der sohönen Danae* 

D«i«e )iltte in den Händen einer so vortxeS^ 
Kdien Frau» ab die Wittwe des PeriUes war^ 
Kllig eine sweyte Aspasia werden § oQen^ Men 
adweidielte ihr aiich in der Folge mit diesenl 
lli|tnient der in ihren Augen alles was sdbdf« 
acs, liebenswürdigea und grofsei Ton einem 
weiblichen Wesen gedacht werden kann, in 
aUi schlielst. Aber wenn sie* gleich, weder 
dinch ihre ( persönlichen Eigenschaften noch 
<iafch ihr Betragen, sich einer solchen Lehr« 
meisterin unwürdig seigte, so ist doch ^ewifs, 
iafii die Natur eine «Quelle von Schwachheit 
In^lfar Her* gd^ kaHÄ» die«-dan iiehren uai 






« ,.r. /v. .. j*^4< - ' Am 



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544 A G A T K O IC \» 

Warnungen clet weisen Aspasui ^en gt^Öftt«!! 
Tbeil v6n ihrer Kraft l>enähin, und Unacha 
^war , dafs sie so weit hinter ihrem geliebten 
und bewun4erteii Urbirae zurück geblieben jist. ■ 
Der Verfolg ihrer Geschichte wird mehr als 
SU deutliche Beweise davon enthalten« 

Da sie sich seit jener grofsen Unterredung 
Aspasiens f*ührung mehr als jemahls überjiiefs, 
so wurde es^ ihr nun um so viel leichter, den. 
Anschlag des schönen Axiochus gegen sie 
2U vereiteln t Weil die Eindrücke ^ die er auf 
sie machte, nicht stark genug waren ^ um bis 
^ ihrem Herzen^ einzudringen^ Indessen begeg- 
nete sie ihm doch, nach Aspasiens eignem 
Rattie,* «ö wöhl,^ dafs alle Welt, und sogar Alci- 
biades, (der, ungeachtet seiner scheinbaren 
Sofglostgkeit, kein Auge von ihr vferwjmdtej 
ihn für glücklicher hielt als er war. Axiochus 
selfa^t dachte zu gut von seinen -eignen ^dU- 
kpmmenheiten , um nicht jeden Blick , jedes 
Wort, und sog^ar die Strenge, die ^an- ihxf 
erfahren- liefs , zu seinem. Vortheil auszulegen ; 
nnd^ «so . vermehrte er den Argwohn und 4io 
Eifersucl^ seines.' Fceundes durch die verti^u? 
liehen *£röffnun£(en, die er ihm von seinen ver-> 
meinten Frogress^n maehte. Kaum bildete si^h 
Alcibiades ein, dals ein andrer im Begriff sey^ 
sich eines «Gutesr ani bemächtigen« weldbi^s er 
4iun lujiilet salbst jaicfat 4ba^ta;|eB «ntsphlo»? 






FimreBnv'rsi lltfctt. i. Kapitel. 3^9 

- ■ ' * . ' ., . . ' 

lekiwar: so k^hHB sehie Neigutig v^x, verdoi^« 
^Iter.Iiebbii^gk^t wiedet. Die Üekie Pap 
i kyehi« wutdct <<nit eben so vieleth O^rauscho 
«ik woisnt .man iie angenomitieii hatte , wiedctr 
ihgesdiafit; uni/ anstatt dafs seine entte Lieb/b- 
la Dflfnaeif ibefat Ö^dimack als X^icTeiisdäift 
gewesen wat, so schien hingegen das, ^as et 
ifiltlar iie empfoxid , bd*^ £u ' empäfinden vorgab, 
^ Kennseicneti 4er)etiigeti Art Von Liebe;' za 
tftgen, di«$ fc/dt de9 Göttin tu TaFoidcmeniu« 
iiidückt witd> welche sie für die Verachtung 
Uter Mächt bestrafen will. Wenn wahre Sy nk- 
^^jthie ;wenig oder keinen Antheil an dieseii 
iftheti Empfindungen hatte, so ist doch gewifs, 
4N^1st selbst mehr von seinem eigneii Her« 
%MI betrogen wurde , ala dafs er den Vorsat« 
gehabt hatte txx. betrügen, (gewöhnt überhaupt 



^1 i dies "wss er wollte mit feuriger Ungeduld zu 
i 



% 



** fallen, und in einem Augenblick mit der gröfs- 
In^ Leichtigkeit dv Farbe des Gegenstandes 
^ LmmUiehment dem ^ va gefallen wünschte, setzte 
lll # aBe ^ine Freunde ^ -und vielleicht sich selbst!, 
g.j iiifcli teine Yerwandlttng in ^Erstaunen, die ec 
jjf Ib^in Wunder der Liebe hielt; wiewohl si^ 
^ ^ ^fetln Ja liebe Theil daran hattev g^wiDi riit 
^l^lpiü Wunder seiner Eigenliebe war. Mit 
'A i«tteai Won^; die Furcht vor Axiochüs '(^ineiä 
^1 t^alf dem er ebc^n darum weniger als irgen^ 
iimß iiild^tb ^M%opfert werden wollte , we^ 
m^WAg- adMte ilter im Yt^ag ' streitig 2ü 



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r^v. . 



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310 



A G A 



T B V* 



i V. 



ttachen) icheiiciit^ ihn ein^ 2ieit,^ig aus seinjOf^^ 
eigentUümlichea Karakt^, .Imr^as: ,er< ^lurje 
särtlich|( , atif merlLsam | besi:baideiii ha^e keine 
Augien alafüv seine/.Gelicibte 1 keuien Gedaj^k(B% 
den nicht die Begierde jUu; 2u jjeiallen ^leugi^ 
und (^aa in der That einem Wifndf^ n^bne 
Juim) schien alle aeipe hob^n Elinbildui^en yoa 

' aich selbst zu den FüIJ^n seiner Göttin nie40Q^ 
gelegt SU ha^n. Zum Ungluclt für ihn lieüji 
Aapasia ihre junge Fretindip, 4^». kleinei^L. Tri» 
umf f den ihrp Eigenliebe niber alle dioi^* y«C» 
^leinten Siege ihrer Laebenswürdigkeit sn lu^ 
ten bereit war« nicht ungestört gexuelsen. $m 

, entwickelte ihr die w;ahren Ursache^ ^!i^QQ^ 
mit so vieler Schar&idj^igkeiti daüi Al^iad^a 
(wiewohl er dem ungeachtet ein^ g^l^^m^^ 
Türsprecber in I>anaens Herzen behielt) die 
Vorteile wenigstens nicht einerntetet ^e e^ 
aich davon hatte versprechen können^ 

Um dir nicht mit eiqer wenig i^i^teresisiore^ 
deit Umständlichl^eit J^eschwerlich zu^^aeya» 
begnüge ich mich zu sagf^i : . ^als Aspas^a, dwcb 
ihre unerm^deten Bemüh[iiigfnt d^i^ l^ai^ jhrer 
JPreuadin zur Zärtlichkeit zu . vet^mindern -tt 
ihie Eig^pliebe (das natürliche. GegengewijQbt 
desselben) zu «veotarken r— ihrer, Einbildung 
tausend Zerstreuungen zu gebep, r-^ un$l ibf9 f 
Liebhaber, durch dif^^ mannigfalljgeii. Q|lfiMr 
jsionen, ^o^\V^ /^^WL 4sf*.««4emi AbMhti» 



I 



/ 



F0VF««Hif4r9« 8rcÄ.;> il Kapitel. ::ff^ 

let ^ihHü AMäbüi%eii m viA mifdtt 

iie^lMt^rW jenen ih» fnoge J&e«idip « 
%Ni»4 >4rtoh jiqtfte» ^wMhi^^ Td^. 

äl^ ihn Hei^ ffOlikitt 1^ Albilal^ 

-^'iiifdldyiEB er 1^ mdg^Käi^jrexfttdit 

«IBci«^ f^%ieH# <seg ) ^zu^dittbeltum.« ^bMß jnp 

«ö viel um äl>er eine iMkmßAmh^Mtxiui^ 

^j|&^ wekh^ durch Schwierigkeiten, die sich 

l^iaM wA e Ai ieiibtuiaifc^ sei- 

%äAt BetuA i tt gtiPyhieneiMrAyblicIbi A leirifc 
iMr es ^Hmii iCiei6iE8idna& vo&'Aduii »Hfchteo^ 
JMte ^ 4ifr4Mi^iWte«r emnea>ihmm usntidrft 
#M» :v ]« gieniik Jum er -^aekife^eK JäeMttn 

yJlS^tiie ^«nlAiifid^^ «MaU^Kwaoa» 

mi^ämM^ lMi«6^^o»iCin3igiteil>fiie^i^ diei» 

||||ijlt^a4atiy^'liftlfe .fibcr SdU^m «äiaJlM 
|:1p&t9»t' idWhM^il^lMicte: SäbdüsiMi Aid^.iaia 



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vjie -:Ai"\r JA A.T» Ä=i«;.. : _ . ;.l 



• • -r- 



'Jj^iam hmem ,iE& tAiiffiä wiH^k 4ßr9iUf 

•lirfiddb Thai iwat AB;ii(il)abl» }#OiUißbcua»wät4^ 
idaArl idi > >*^ ieri^MS>ill ich U^moiiis^.^arteyk^ 

^tdlkefaimenittnnnrao V die, feteaU« e«ti^;e$enx^ 

•raifcblaii^ ^afoßZeift lang «lla^^dre^ QefiUfle 
ja: itiei]MiSeelflA>*iiJ|[kibkdiel «oUm aaioair aellw 

faattn^ifav/aöilui.b^^gnaijkiai^ Yierdif^ft 

M bAiekatti^Jbch Jwnatieiiiaiii^Qildifpn K<]l«li^ 

A. /J' i .7,? .fiiBßj;,, , 'TA. ;r// 



«^i^flg.^i«^» *»? «"»SP»;,*?»'?'»? WHr?.%l?«* 

. die aus einem. 8gll»l^g!ri|^|i^giltepew;f}ftj?j|rtt|. 
sende Theilnebmung an ihrer Tranrigkeit; ' die 
^^ißiri^k^^ Vomitei^iff^^ftiiit'te^attät^^ 
'^iU^iiia Vielis Tage lal^ (cßr dht^ge'Inlhil» 

ItaStAt^it 'j^r^ndttofatflt'^ DnMtu^ «w HtfMk 
üdiMr; >kteKtö'«nrB)^i>rftt fedi' l^erttandUlK ^^ 



[£0 ' 2hM^fiial«ttig ' to ' ^geii^ ' W 'gut. , 
1 '«i4V£A*HsfiiL'^'iUc^fc^4$^.g^4nn«^^ 

I ^ilV^'^^vr^'a jfc-ü 'f7el»%4;, ' Mrt^blMtini^dfelk 

•^*^i4iiite«^'kiiik ;''ms' Hfihe'ii«! (ftfr#(^^ 
^ten können, enAliA'Hfä^HÜIji^äSf^liM^m 

i it»3i^.ir';./ ».-!. ■ J i .S v'-u.AijY/ r;.-i, ( ifaiub -ii'-m-; 

i'är«. l7jL würde iiii&eiw4]icb[-Myn-i licl^^r Jbratkon, 










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4ia, ßffl%, nacli dem 0|rade der Iiitf i^ipii : wp°>ä: 
4m dl^» #ic^ ^ ^^ OegensUzid ^b^er ^ebe 
.^|i^ rVf^fV^ ü d e 1 n; sucht« JV^ich dHi^t ,. 1 4iefi 
ilütei»« was im6re; I)iph^ durch 4^1^ .%h^ von \ 

Aes, Hy^^ Saln^^f jf ba^en i^id^^|ivfiP^I^% 
Vl1qj>^4l^ i«gte i^ wihxeud #eiiie Lie^^jiph ßf^ 
«u£ftQf»tf n Fuiikt Skrer Hc^e mhfff^B ^ ,#i!Ly,<^ 
jBSai^ #«men eigmtJlHiiiiUcheu Kai^d^ 3^^, i^i^ 
4er Jat^baftef^ , j^^Wil%Me » ,i^e«|i^ 

to^WrtRr ;4eaM »Ißt?/^ 

lempfe^ii^, Aber.aö,M4^^^ 
Jkf ^ir^^ 4^ ^Öc^i^he^ .,M^^ yi^f^^fki wafi 
jtta^ ^r ijAm^ .^bea ^^ .,^in^^icl^e , ?l5ii% : ijß 
J9WP. figm 'P»^^9>^r^^^^f wd.fft'.^^ji^ 
^,.jiji#48^« vra» eu dui?ch ^ao^p^, JEui§«(^^^^ 

i^f i^<i baiik0i ^»%d yt^^^ 

menr durch jene Wirkuitg derlÄebe verfieren; 
tand W^s'lie di»iM;l!^^^^äii' ' ^iHffdä. Ich ^ 
hichrtö'lilrenee isevh 'Üi&dÜie iUn'alili WWdi' : 




X 

Ftrjrysmvjri*^^ Bup% ,& Kapitel ' jjß^ 

FroUichkek ^-^ wozu er ohnehin Anlage gen^K 
in ihrer Sinnesart fand •-— und durch diese 
16 inkl tbii seinerc^ ft a|U denken mit ; daft 
^ sie ttiiWinerkt über die Ibinen Grenzlinieu Iiiii« 
h #«^ kühkyiti' v^elch^' Aspa^iens Unterricht den 
Ran ibrek kittlkhed Terfaaltens eingeschldssett 
litte;^' Die 'Abweichungen waren Uein; abei^ 
üHNreti do<^ immer Abweichungen «^ wö^ 
ütäat de^ -dtk ' lo viel als sie von ihrem UrbSde 
^'etttfernte, den Nemeen und Theodo^« 
ten -iiS^ mit^ denen siie doch verglichen so wer* 
4^ errOtbet hatte -— naher kam. 

"^'''^^Igkib der wichtijgsten Folgen dieser Untrette 

ai ^1 Qriiudsatzen ihrer Iiehrmeisterin, wom 

terüiu endfe Verfuhrbr sie verleitete» war wohl 

fibe^ lialk sie. . auejb. nacbdenf ai0 sich leHM 

OAt nmitirferbergeii konnte; dals alles Oefi^ 

i ti^iiVd^ sdttdr Liebe ganaUch verrauchailvi^ar^ 

^ |^tfdl#öU a^hwa^h oder leichtsinnig geuu^ 

tt^t f><^ ^P^ ^^ ^ b^jg^^en 9 was nur "Sat 

Äie SFüin eil 'ein wärdigißs Opfer sByti kbimt^ 

Befr^iidngen könnten ihr VieBeicht att 

_ Entttib^iUgung dieiien; «-* die jDitteJ 

A^^^A^itiik^^^^ug fiir sie hegte» >ii^ dai 

^IMfaisd^ in «abiem Beisragen duscb sehr feine 

Witfrtftfir itw Üun niemahla .auf srixkliGhie 

iff J "^ .0l''>QW ^/'«M^. f .1! ?T" \r?r^ ~'^" ^^T^ Tf IT' 1^' 








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j;^^ .■ •> - - ■, - A'o i' * M d,»; 



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rdufaä^K'-^ärra^ aie UmitincU»' die Odftäd? 
j|«t"E2ie1>e'saben." ' ' ~ :;.' •-"-•■;■' 't 

" - ' . 1, • T • • 

*,» T> . • I ■- t '•■(}' ■• ,.■ r .. >. _; , • -J. , »I., f;! t r" 't**7. ■' •{ 

^/LW, ich selbst t if^n lieber Agatbp«»' ^ub^ 

9tt «ehr, dab Ent^bi^d^gwgeii eine scbUniiii^ 

Sache; mcbt besser machen .uls 4«drs ii;^ yon 

^iese n ein|g<ßn^ Yorltbeil zi^ hieben hoffen.so^tf^ 

Infliessen bin. icli dpch der Wahrh^t das »Gem 

«landoiTs schuldig,» dafs dieser Irrj^um %icht^ 

\^Sfi g^^ dauerte, um Panaen in. deaA^g^^ 

ihre^.flatterhafteia Xiiebhaherß , odei^ (^<^ nocbi. 

^hl^mer ge^^^esen.waipe} in ihren etggie/ivej^! 

i c h.t lieh SU ma^qben* Und ^ wie vielleicht 

kein Übel ist, das nicht su ^t^yas gut^seyn 

fl>Ute: #0 dient^ er ]ivenigsten|^: dazif ^ ^UTs^sie 

|inyermerkt auf den Augenblick y p r h^\ ^M ^ t 

Yh^tü^y der bey einem Liebhabei: \|^ie A^dSiia^ 

des ,&üher ipder. später nothwe)(t4ig . )comm|3n 

I3j^(ste; .und di^fs m Me angepc^^nf f3|?as^^®: 

n;ng,. i^nter welcher sie sich befunden .hiitten^ 

mif.-ffiner Art;yop Gleichgültigkeit yerschw^^? 

^. sah^ ^% ?vW?^. 4«r Eit^kpit ihrc^. ^^> 

«fW» r»i%. S^^vr'^'^^che^tv.alje^ do,^ 

j|^c]^^^^e ;t,ra.gifche,n Aüftrirtte «rspartCi 

v^pp^^^ ; gevf öhnlich die l^eldinnen yei;liebter 

.^^c^ipbten, den^^^ufgimg, de^e}b,e|i yeredelx| 



^ ' IHiJae^y^^r dotdi Aipaderis TVrd bltee Zilrei- 
f ^ ' SU ft üb eitler ' ^farerin beraubt ^^orAeiii 
ffH^n^ Atyfticht^M« Ox^wali: fiMr "Hbt 'H«d^ %b 






,1 



\ '- 



i 



I^bJ^^ ;|ijvi^, .feeiviilirf M»q*,- ( Aber W^njg* 
|i^ ^a^; 4Ji«»ei. gro&iiii^l»^§e Freundin ,dÄfur 
l^|(^i^: ilf^^^^^ «^ untw^f U^ ^rfcf^ 

^ tu» i^. i4bi?r^(fe «lÄr»^ J^^en^, die , grfu- 
iW?^ ^-Tt>j'^i^ 4ie; gclnd^r trag^ «>ocht^ 
^p^ ;id^.! jWge iPftÄ^^ ih^ir .L^wwv J<w«fflWf 
:f<^^i^l^ «)Htft{r^ni Alfitia^es , der] K^ey .^Ifin 
^^ilRfli Febl(9ifn:«irin kÖi^igUfJiisf Hersc beMiGr| 

f^ $p ,|fdl9r.W0Ue zu, verdoppelnd da^ ,^1; i^ 
Jm^m y.prw^|J^d m^fa, seii;ieiyV^oIütluite9 j|i^ 
jfttpiJl3agen.,r:Sfe sah s|cli/,49durcfh im SjDindfi 
^ , Jiebeiafart «qt««^^ V 4» ViT^che . ; #i^^ j^n 
^pusieiii ^Himc ^cwD^f ^wc^^e^ . war,, ;.. Alw 
4[^ .uli^ttcbt^^ ,ifei;^ ,dy Aui^enthaJit ,» 

iil,^lM»^^|^^^9 7;<^ 4ew Angepblic^ Hn yi^rhi^ 
d4^4iiB JUeJth.^^^^^ d<Br jQ9»ten JC4^ 



C^'iti^-'i'f f-/>: : 4. »•).'. :•■; TF-Jh j: //j ,. • ■/ '" • " -'- ' '■■* 






V 



m^yreiAm^ % ^90ihinFendig anlachte mA lie$cj4ettif 
MifCiaf ytCTr^ai^ y«4aiig0ii,i«iiib tdew ^Ungi^ttüm 
li^^gff«^^ IS^ii^,4bfes:':|^i«)»haber ku entsier 
lnäP^^iKi^f^ ite:eii^niaf|mi\geii wieder enieii«iy 
tea, ao baül fix |^i^mi;..M^l«i< dala . iU^biadea 
j^b zmruclk gesogen bebe«, Die Art^ wie diese 
Jl^)p»^i|^>4l^ b^iMAn^^ ibr, wie 



* ■- 



, - « - .'•'.■. . ■ y 






J 1 



Z^Uti batte) ixt dM Aii^ äepiVtelt ve^A^ik^ 
Ut^ mttfiMs, '. UUit Y<mttliwtt§ v¥k^ 4h^ Mft 

ciMPdrntwiar, dtirdb ^töA^ 8#<^k f i^^^ 

^htt% init aem ÜkiH^^ Aeii NalÜft^^^r Uti^ 

#4t£toi^: «y iiik^lti<^tt d<äib lille di^ ItekfteA^^^ 
OttnitSna«^, A^ dA«^ vctgewaltii^ UMeii, difr 

t^eieli^ l^ri^deti ieoimte. Bad Wen htKsk 

fAäbti lind' d% aufi^r(^^d«^idb^ JS^ie^iAtff. 
ti9tt ibees BeAeg^eH «s^ÜNild^ii «ie «M^gtsi* 
Mirfi»^ iii den Att^esti deffenäg^« di^% iw»idiM 

Aberjueat hatte sie enticbulfl^l^önA«»,' WeiMi 
aie die Zahl derjenigen hätte vermehren wollest 
t^i^r^^ JfiH&xIltg« yHÄut MlAWv dM.gan* 

«N«il*M ämg ¥i»fi&rdä* «ü ^«Mm Eii<diiW0<& 



'i'-. TT -^ 



tlm^iMM^ mnA^i^meiä Httmi^/dmmi JUgtmß, 

i» 6t«iidib gHfciiiy r«i^ tder oL^hrai > die tii^ 

^|i|iW(iu i ^d^ Heilimgmiti?et m4«i iIm Y«««* 
9|iNSpiig »bxer lelbf t sb findeii* 

n<ü ^ jiber , JNiF^fB e>M± f sKt .« tuf A»; s« Xif» 

4ig»(f» %t^ii^ .AfaA i-üT Qüteb^B Wirt (M 

^^^^ißiSBid^müSs^^ gtg$n m 

liMlMlMiiiii köitt^ ak ob MB «mf 4fi f f 1 v€ b 16 

|iri|Wfl^iitt<i>fci Wqmr Agtfcon «öch ypjkJi^ inu4o 

■ Wi i(< Mi t|bjii dedott^^ iMÜieifiBegebenfihei^n 
iir ^twoct auf eine Frage gebez)>{)9V|i»V^i^ dci 
Bitiii^idi die an lieh, selbst ist, aus dem MuimI 
'^tl$m^ JNt^iUm luieiwiitet aiyii rjiöiuit^r: .\ 

o:^igitliQB f£ailte die 8tarl(A:4ie9el iYpi^tVnFfi^ 
UMOvti^rt }e sanfter er xm^ar. El v^ai^ nicbl 
mW Jung genug, um se{ne Sache durgh £nt* 
idhiüdiguni^lKbliymei ainnachen* Sieschwia« 
pft^ £#:öra|^ ei eine gute Weile nicht, Danaen 
inffpaebeii* V ^ Sodlipb hob er die Augen zu ihr 



< r ...■' 'J »• ' „ l\ -.' 



1^' /- 'i-;^% j^ Q jk. ^% etir.j^H*.;'^'- .rl[ 



1. 



/ '/ 



Voflnit 4fiM^'Sl$^ die landiiblMi ,'iaksdkik$ag0K^ 
%ioli6iiit, «m'^VArgelmlig euebktei^ >& sab «»M 
^tFbiSnB faei 'ilnr^o^^sciiött^.iyiifigiea «^ M^i 
Hink tn^oisf^mhlieh genihit zu iihrta J^!ii{Naja» 41 

. ^ ,■ ' 

Dieb war ein geßfarlicher Augenblick] 

'Danäe fiihlie %• # Hind^ liaÄe Staarkd* gMi%i^ ibn 

^i^ieht läfiger^dr w^i^ AugtoUißke.diiMl:il j|fi 

< lassen. Sie^ sund^ auf ^^ indem «i^- »igleiök mia^ 

J^Hattd eigriff. «-— iSU h^üakitn miok f^w^i^ 

'mabls 14 einem Ueinetiiil^iteDsahle^ Wi^l^^ 

%<d^e^6^bibbhe: lü^n wüdett/eik)ixheni^-auii^^ 

^en Si:lMiet(> udid Kühlung'gabm» — -, Pie> Sm» 

'/tirie ^ir ichoi, ^iamabl .ekisinmen)-4i|.i|iflM* 

eben ÜmtftSndea nicht ,gl0iq)igältig. >^ JS.0miih 

\A^ätbt>n^ ^S^ *^i ^^ wollen uosre.Fsycbe 

^atd&uc^en«-' Wir werden sie ganz g)9w^a;4( 

fiteren Kindern unter den ^lumen sltaend^d^sn« 

^Icli fühle, daä uik eiii)es solcheii An'blifibtv^i^Qi" 

■'ilötheÄ'ilÄbei'.- . -y ■■< - -■:• '"' --. .:,■..- A ^,, . 

Agallion dräcl^e' zitternd ihre Haad:^ «n §ßi^ 

nen Mund, und folgte ihr, stillschwdgend» 

«"dbxie Widerstand. 












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li Tvvv%%nv^*i Bv^il. ^Iz/ftapiteL 55* 



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ae und Cyrutii 



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^ühO^ Csb faWDatiae, all* siä Ücft->?^4B! 
1i^ dii^ 'kii%elfcgt fand, iä ihr^ Gefclitchtd 
iKliy eift'46]i^^^1^^ afüs dem GesicHte yetlbreiij 
1i#^&^^^^^]^ an&utr^M um' not 



Mi»i^j^^ ^ l^i^'^>£^ &8te unt^ des AIci))|a^ 
>l^din und ali Aipasiens £rb^; hatte ^4 ^d 
iKiäädassun^y ancfa nacli dem Tod^ deUeloeä 
^'lä4icit^ Diifiaen in ihrem Hause' e;6tfiachte Bel^ 
matibiiafi: zti unterhalten , ^ iiüdi hatte Tpr^ 
b^hdu SU tiel Hoffiaung glüc^Köh bey il:^ 
% üfetAfki gehabt, als dais er sich nidhtV v6t 
i^^ande;tnv Mt einem Von'eöht an die voti 
iiäi&m Freiihd e^l<idigte Ste^e in ihreih Herzeil 
«lifö^scfinteicheln solleh'. Die ächWiä^keitexti 
a^'Mnein etuktiett^n tBemühä^gen; ehtj^egeifi 
' Issetit Wiitdeti / vetdbppelte^^ s6 

fÜBige er die für bloise Grimassen ansah; aber 
^ i^\ie eidXiiii tiii Ernst etkexineii'milrste/ 
%h]fde et^ bäiuiitb^et^ Ei" betrachtete »le kh 
-ftd^Bi^eti, ^^^^clh man ihti dahin zu britiged 
^^mHi WäUät ' As^üsiä den | gtöft^n TüM^ 
*|i^a4äif hil«e* 11s warnaturiich,-^^ alles 

:^ «tfvriä^^li^ te& 







3^1 .:, ;.;;.>A.-»'if'« » » «. 



^•1 r , 



geringen! Preis su be friedig en. Allein , da ihm 
Danae mit einer Vorsichtigkeit, die der Sch^p 
lerin Aspasiens w&rdiig war , alle Gelegenheit» 
ihr mit einigem S^he^il v^oli Wp^lstand andre 
Torschläge zu thnn, abschnitt: so stimmte er 

'^ fpleu^ :fein. Bf^agen ^md wi^ Spi)^c( ft^ 
^^nei|t.^pl^ey(i Ton^ dii(# sie wi*e9bt juii; thui^ 
li^^bt Mtte, ihfo iii^ V«P»ff<Wf^,/o gftf 
^^ li^ffßffßmp ^h es die «cheivbarf Api^4^ 
Iceit seiner Absichten np, ^ordc^rn fcUe% 

I ■ ■ _ f 

A.plipcbn^ hiitte 4^ifi jg^*^^^ T^J •«• 

j^fß y,epoQ|i>gens in der iJjicl^arsphaftr vpn MÜi^ 

^wd Iq leben l^e^ser G^eiatd lag ein Weipiis Qnft 

' yrif^chfi9> .A^t^V9^ ^3iw jungq^ f'rciwdin ^^njtep^ 

ll^se« hlitte. Dani^e bes(;ji}bls (lü^ler 4^ 

9fjiu.ti5 nffcer .el|x««b%en Te^a^ten Fjreii]|dj(a 

ihr/er VV>)hJtbaterin> w^che ^e^öhnUch ;pu 

J)^Ue{b ^ohnte ) 9X<^ daibi? w begeb^. A^ i^ 

fshufi yrolch^r vermu^Jidi ^nf eine^t^fn^ ri** 

4^re A^ ^ Yortb^ davon z^ Meben hoflitf^ 

^^estSdLi;^ ^ie^j^i diesein Vpriiatis, ,u9dJMf j^ 

jiie ,AiL^s|übruip^ desA^lben bes^^ 

V^^^e . befand aich , itxt jtn deip 44ter, w|> 
ihr Spiegel mit tihrer Eitelkeit so g)^ i^yta^ ^ 
itiindeis war, d<ifs ^e die LobfiM^che, ^emanv 
.ihren Aeitznngen |^b, für et;i}ras ^ebr ak 
Sohmejiciieleyen ^hnlteii ^miible^ Iti di^ Xbfit» 



FuKrzBfltiT'fi^ S^CTH. t. Kapitel. 935 



%^ £e^ ^^liaiSt Iti iiiek^ e^tia, At^g^ «wtf, 

fädetttiff^ ^W^iiil Mi mit 1^ vi^ i^fam^^dw» 
iii^ feil mir il^iflgtisnii £6 G^eliäg^ 
«g' ii^ 'iB^, AMI ^fe, die ndc^ s^^M,^ ^ 
Teacabredet zu Labien icliieüen,.inichr^ Gegen» 
^tbeila tu überreden. tJfnd wie. ÜLtte eme Per* 
•du Von Bwaüzig Jahreb, die unter ^er rcfrih 
tiaid^pine^ Aurora o^^ 14a ton a, bald einer 
1b i a ii a' oder V e hu s , Vder einer . ybn deti 
Nymfen' für welche iit4i Jupiter veniiriikäetiii^ 
silm^}\te» i!^ ^^ «rUi^^;,-^ Wio 

jtul^e .»i^ m^t i» gew^iJ^n AtigenWicJ^ei^ ^pr 
;vilde]i ^.e^^cW «w Ei^eit unte^lliig^; lp|» 
}mf yV^ ^i^tudicb wiir e*^ wenn %\t, a^ui^^* 
Im dai^tfj wi^ft einie ßemira^is,^ eii^ 
R*p^ld<>>|M^/4iAeT|i3rgelia ni||nnü 
4pn»e».i) im4 w^jdur^fr «ie aidi .bit |i^.^e% 
^«1^ 4s^4ti^t^ Ziel d^r naenfcli^UGSb^ Wti^-* 
aiÄ^ Ml biniiuJE.gescbtruiig^ hatten 9 •^\^d^ 
•ie Hch||I»daj|n, in Trra^ipi^ T^irte,, Ü?; fl» 
Wüiäaehe« und'aut Wönscben 4iS%y^ßzfP 
m&rien yfv^pis9k^ —^ $^ ^1 Thoachte« ^1^ 
ii4MnerJud^ 41en diesen Vmgeji $pfn j[$iof^,„ß^ 
&nd sich doch dutin fm n^ücbtig^ <7<^9^t^«jl 
gegen die Ter^chungen, von denen sie umge* 
Wn'%^, tm im^A is^^ht$ B^NKiKUfii^kwas 



^ •* 



/ 

I 



/ 



/■ ^ ■ • ■ ' ' ' ' . 

^r '#ii4. Wiiv flhigf etw;fft, auliw^ u?v^# Ji^bcm 

fl'Daft SchicJpal spielt: zuweilen so .wundepich 
mit. Aen. Öter^licheu, dals,. Paqae in der FoIm 

6 ehalten batte. , 



U i. »' 



y' ütfiaie' Zeit; «a'ich^ Well AsiÄ ÜbllAWi^ 
4ienn'%esöMors , niaöliten tdie^ Gilidsclien'ühil 
TÜiattchyn Sceaauber; tiii**¥ detü Söteiäz^i^-disfl 
ihii^ diÄ -Stiltrfiakcfr d^ Königs 'vöft^^eÄSeA 
£däen< ^ Vitien ^ betviölitllichen 'Anfheü'^iti'^btdr 
Betrte ange'deib^n Kelsen, die GHechi^ebmMeef 4 
mehr ils jeknähÜ nüüdier; Ibfa bätt^ dtfi^fJnV 
'glüil^ / auf meiner 'Übdtfabrt nfach MäeeW'di« 
Hihdcr eities Profil ^dföien Kbrs&i^cfifr- zvS'fsAlktk 
'Jlxiböbus i dei* "mibfif 'b^gleitdte , > '%le2^alilW ^eiiid 
'VerÄi^Sdigühl'kmtseihenf^Ijelieni ufhd ich- WÜrd4 
als' ''Sklaritr nach iSa'ries- iretkaüft{ ^Wo^sidl 
<aamllliW G y t ü s , A^ f)tinger6' Br^def dea 

^Itozep, tisiii iEjitwWJE #wwPmdffliV9}ft?l??og9|^ \ 
Huw^len^ ux|d ^^ apglucjk)j^;)|e» 4^^ 



/, 



tefi #l?6^t*^«:^^?' ?^5' .ein» 4W .»iv'^n *Ue^ 
ff»«*#f» J»^^ W«rw. , ,J^«^e halte ,d^^ 



• 







s^ri i&ie* i^siBi n^n m m'^'iUidkfkmiiL 




^giSmi Wvr%6h'-/ ihre ^aäsiaeh^-s^^ 
•o vnzweTAiitig^'^Tt', difr "^ePPtiiiis^lfeiälA 
Augenblick zweifelhaft bleiben konnte , xu wel« 
^^ tiilSäiii^'it ' 'äe 'itt''1>^i{i&eü''%itte. 
tftinae ; 'l^^^^reü' ^äfaleter ei%m^etei tiJAi 

ihn Cyrtts iö£i^e%' Voitk ihMnk >!Ln1>tttek f^bitctSm 
jfA'weMen. "t^/^Wrac&tete n^' elj^i Weile' iai« 
eiäi» A'tt vbn^ittt^«fdehmen Ent^attiie^ti, #eläliM 

ipl einem tüä^gj^idiiiäischeirf äi'itaJr,' *ileuen AäA 
|en sich ve^ütU^öh ^^ alM Af^n SeirMSchdä» 
Beit •Ut ^eiiffied 'bJ^eÄ-, 'iti&ifiei^faäfk se^ 
midfitö. Ein Wlkk mit' dei» BSaia''mäcbfe dU 
dd^altnb'^ IrÜÄtcH^den^' ^e^ I^ahiie ^Kä^ 
H<!h «Bit HitiiÄ'ÄWx^n OeKfrfef 'liaän.' « - -» 
^^^ (S e iV« Ve^ 'ü^ aieft ^oit 6«*iAa •itib'ihü*« 



♦ 



^t»^i'^kitWAi Wihi Seele hait«Ta]i von:. 
S^yii Ji^4ftii MAe'BiM6S\ife kix^ielAen, schieh 
eine grolse^feüi^iat fat''»iti ii»i«y^;^ M 
hofie» Agatbon» du erlätsest mir eine genaue 
mm^tfim&Miitin^^kt^^Shhiiig dfeserScen^p 
«tftd ^i4(%^ ^%etidcn i ^rfcfito der Strjcit twU 
i^<jtett^'«ii^Äiii!^f^i^ng^^^ eibes aespo^hcÜeti 
I^lfmdh^A' ittÜ iü Ünge^cbmeMigkeij^ einet 
Vef^Sl^rätm^fat M ätt^termibiittn<ij!niiap 
Mike' ^^Bk^utJn Grie^iti' iifdtfeWeiiaig v^n^ 
h^ü^tKHxM$} !Bef ^e^imiiüm ^ies^^r Arfc 
fttW Mlid- ii^w^ff' iei)ir ei^ite Geicfakhte zu 
AiSäM^fo «^^A^eU^Wi^V Hiiii'^er Wahrheit getreif 
iü' bfefb^» ^^^^ '^QiltiV'Scffktt' Att Vkneiimk 

#^;''^ii»'ttVSi^ei1f '"Vfate ' a^ THiifUeit ^nt(. 
fbmt iin» 'Ä¥'^H3^¥di^g^;^^Aie <kk % 
niia'tfetii^GfltfcU''^ ^ÄMm" haben k^; «in- 
MldÜcft ^^U"" fl^.' ^ fDüiP^bbti «ro ^vt^nig deYdte 
fa% faWtl^^'^ittug, i^^^Si^tift -ein V^diehst 
sni^cb^ W'^^^etiv^ i»^ itfiP kleinen Bertifin 
Mirsfüiiiyvm&enSm^ detnutbigen Werk- 
xeugeti>'8M^^frg;n^tilf^ eiiii^s' üppigen Bar- 
baren, so blendend auch immer seine "Geburt 
ttna AiiUi^^^S6tnh:lJM^^¥^imiiige^efn nrdebten, 
in äie t^itAhi^ zu werden. 

6^tt«^/tei(izlB^rag^Ü'iHi^lt4hti Sprödigkeit ünxi 
-WiKZ/AN^i Mmmtl. W. in. Ji< Y 



/ 






!■* \ -l ■' 



krifte teltsato g^«^v« «»W»«Wa(,*pÄ|lt^Ä^ 4ßk 
4urch den JS^fqlj^ ^^^^ n^uea 3eii^ i^on 4l!f 
Bicbtijgkeil des Sjfstem^ der weib]iq^a]^pHti|P| 

yrbeb^riA.aiijr^ij^^fln, ;)yei5deii lmP<^. - ^ r - 

G yrui ha];te nur der £rzieli3iu9|p{g||BOjif0i| 
haben sollen , w^be PeriUeS u^d ^f^fAte^iäfi. 

ten;, und erwürde^der beste unter dea^Fümfem 
geworden »eyn. Sejn^ f dhlef J^gftft svi|a4mr4?| 
aeji^^n l^op^e. nc^p^ i»? s^xni^m ,H|ewfnf,es,iPfja?p 
jen f^h^ euif^,:^>^,lei«^ ai^all^^ea^lutef^ 
oder Felller seines Sta^4e9,,4effi^{]!g^pn,.sftif 
jpier schlechten f^i^bungf u^ddie yoi|,^^^' 

Ipt^tWi Art -^ i^<*to<!^g«wttr^f?lt gcmtgfi^ nm 

^¥fh^ ^cl^mg^ l^f^t^w^niiig ajw^lfji^en ; , »u^f 
mahl df^'ibf» aeitn(f^n)^i^lif;hf;Nf(^%u|)g;»u all^^a^- 
was>9^i<>ii; gutj^nd e^el^t» b^iipgr^ P* g«^ 
lang a)^pana^% ^j^ioM» ,^n )iii]|>^>e|rs€ichten 
Keim /70U zartUcher<Jlpli|ip£yadung^j^^-die Nu* 
|ur in^sejn^ 5eeji^i;^gi^jl^atte, wieder euflebeii 
zu machen. - Cyrjjj> ^f r, das blo|ie.,^i*l de^ 
Sinne so lange fü^ I4^Vfj gehalten« ha|^, lerntt 
liel^n, und wurde seihst liebeiujikijir^ig» 



' .'5^ 



Von diesem Augf^Uc)c f^n war D^«^ di«^ 
einsiff e^Besitzerin sieines Heisens» sie vermochte 
alles über ihn» Und ihfilte seine '2fuaeifulif 



¥^4 : lifeWi ifm :>l4>^Äi iiwT' .ZbU > du »ie ihm «ii 

p9ttP¥»jg# ilW^^ ^n^'^fi* durch Oöwinpimg 
%ej,.^^|j9i^,^lHi:^lifh,;i>c^yij|hTf ^ vira^dfiöi, 
J^fi, hutflfi, IjöcJ^st^i^ , nHf ei^e ^^erson in ibi^ 

K?fi«Vj i5^*M(P)«^^W^ ihll, ,daf»t «ie .f<&ne 

Antheil nehme, und fto bald s^ de» Fvi««tn 
t?)Fmi ^^;(ea^|a,^g^a^re|fl^f^J>illhftieÄ, ^ 



^ kt4ar ka€ti , ütlh 'ix9tiTit^itA it»» Vieni Bi^ti^ m^ 

^ m i^t t e 1 sUgishiBn ' ]^)fh6. Sie ^Wii&teo^'Xii^tl 
dafs^uatf » ^ üadiV^eiSi^ was Ixi^tiiii^j^ aie<'Mbtd * 
O^ntft^war , nbclt uYie« Ali^H Viel^<fu (W^IK j^ 
habet! kökiire. "^ £>kna«> faatt^ ybii 'As^ittf^'C^tid^ 
mm au^iübtig ^Kti^eyhVSi^iii^igmfab^ ^ 

Jk otnii d e t IjI «r% d«i6fttien40ttMte; kisWuHil 

kl0M«^e daft ¥6fgftiilgeft iil^^^licfleffcf 6^ 
icakdto, Aafti^« ilMi(^>*de^ R^^tk «^t" Iflimbc^ 
iHBA^el O^rür fafhil iii ibireM p^l^V - M* Hit^ 

Weile ukidt}4i«r#drtfft ; «b^r, ^«fi'^s H^cbtigstö 
ifffUTs etf übltiö dä'fs et t Alke ir iwft* »f^ Wtftdei 
Mit Eifteiti Wdtte., ii«J #uWfe fifi? fb ti waS Äii 
pasia für »örfilö* gc1f«^feei» i^^at, An» it ^Itil 
aioh selbet so »wdW ia ÄdiW<^«i^ÄingV 'd^S 
^«tie^eVirötiMiöh iftit *eitiV A'i^iilisiÄ ata 
neiMWötf ■ jöegtei' '^•»•' ' ■' =■-'" ,-<,«'"^^" ■ .'- ^ 

: <S<^iPir(ybnl?Bi}e'kem^ GehM^nifte^V^ Ai?8^^ 
^»3^ iSorgeii^ifiit ibt» feil tfieilife V '^if^fe^kte e* 



/ 



FvnFssni^TBS Bvcik j^. ^Kapitel. 341 

Bnsi^r mni Jyßntieyn^fikApm, sje e» laiige h^H 
Vj^rimMi bftil^ 9 .ergab sich ,#i>4Hi;}i (ef feji^fiu 

Stark» 4ei|»i^ Gijönde. Ii^ d<^r TJwit lnoiix^te ^ii| 
4ie Sa(^9 iii def^ JUiqb^^ /Vform ^iß ibir 4#|fV 
glHüäh würben , nif^h^ anders SielMim; Cyrm 
bitte g^0(s49 ,Seschi9nei:deii gegen A tXM ^0 f « e i 
»a fübiren^ jsein Crebf|i^ts|ßCiht atMf Sro^bf w#f ' 
a<^ lUnlau^HMr fU ^}9M» pt^rsöplich^Q^ y<>f fsüg^ I . 
ilU»Hi^$e^ (ler .Völker waren Wr ihtt | mm ]$qS^^ 
jUe g]üt;)difben 2eitei^ des ersten Cyri|s ttnjteY 
ib^ Utiift^J^oirtipen zu sehen ; überdlefs war dre 
Erbitterung swischjeii deni König* und ihm 
f6haxi t<^ vireit gekp^imen , ^ dafs notbiTexidig 
üioer ;¥tei ^beiden da#; Opfer davon^ w^^Hen 
mvfytei^ Und \yiß wpHte ich ^inein .3)(lani>et 
jier, Am 9^6^«cb)iehe Hexz so gut kqniij^ win 
A^tfiofib ^v^efbergen kö^n^n, dafs d|e Fa^tey-f 
Uchkeit £fir einen Prinsen den ich bochs^hät^^ 
1U1& di^.ApMHchten wamit meiner JSigenliebe 
i^tck ^nff Entwürfe gef^^hm^iohelt . wiird^^ 
snebrjiij» ^iplIngUcb waren , jenei^ Beitracfat^n^ v 
' geaeiai ijtbi^rw^egejide» Qewicht ;eugebent 
Weifcbe^Fi^ueii^aMn^rwj^de, wenn e^ ip ihm 
Gew»U: #ti#.4^ , 4ß^ W«nn ^ von de^ sie ang^h^ 
litfDHr4;«fiii^t 9&u9^I\^n«icben .de« E^dhodena 

i ' * 

: fOeniltef nnt^j; iim ISahmeu A/ipiLsia»! 4011 
erfi^%lw]rg^f0^iifM94i hpgkiit^^ 



•;lf 



/ 



» ' '' ' ' ^ ' 

^h i6it «einem öLtiift^i^ eniitgre. r SenkUkW 
SU ibr wia^ to grofif diifc si^ Jbä ^titiit'flllil vie^ 
ler Mtfe^' ^abin b^iklgijÄ Jtonnte i aie dM 6e^ 
faliteii un)^' der -ITngeWiAlie^ iei^el» *<^ig^neÄ 
S^McksaU itt^^geietet sü iiebem 'i}^^6^iAmi 
da£i^tei iA li^glückUcbeii Fälle , die fi^istte dei 

ke^nnti^, wttr'ibm iinerfHlgUcbi^ Mbb^'^liielt 
Üt 'seiiie Einwilligüh]^ liitht eb^er > bli' 'alUi 
mögliche Vptsicbt für ihx^ SicbetbWif g^brkiicbt 
Worden, war.' Sie föfgife ibm iti Wtiiilitben 
Kleidern; 'Unter ibtc^n 'Btekleiterin^beH befand 
aicb' eitiis junge Gri^ü^biW, die ibr ai^ Gestalt 
äbtilith genug, tinf^ tib(^diefs mit V<fTtfiijgfiiä 
verseben -war, welctile sie im Notlffall-'^ig 
iatiSithieii f die Aspasia des Ftiüaiett' 'tn^^Ineiii 
Fersiscbeil Harem yorsmstellen. 'D^ t^Mi^üek* 
liebe Ausgang der entscbeidenden'^Stdäabht be;^ 
Kyxaxa macbte dieseY^tsitbtn^rallW n^^bW^Bli^ 
dis. Danae batte dienMutb -— oder di^ SabiraGb^ 

'Ol - 

Keit^-^ einen Fifihz^h tn übjerlebenf i^ vitita'dem 
iie sö'zäirtlipb geliebt Worden, und* d^r^eifficH| 
glücklieben Scbicksals Äd''Würdig| wa^ ^iel- 
}6icbtist diefs der^cbwärsseate^lecitei^'iii ibtenl 
. ganzen Leben: ^» abei^^ sattle sie'Wt rifiiiil 
Blick binzu , der fäbig gewesen wä^e' einm 
nocb schwäir^Bern Flecken auszulpscben } lA 
übi^rlasse es dein Agatli^n >s<dl)»st^ itf icb bieidtbec 
tu entscbuldigen; —^ X)afi»^Agatboii 



•tt£|fMi4{t luib^tt werde ^ Ufifr «icli leicht re^ 
aürthen %- Avt et gehört litcht ftur^ Geschichte 
dtrDeiiaet uwi wir ksiexi ftieftelbtt fbrtreden. 

3« Kapitel», r 

Dtfiae Sil Sd^yfna. ^B«ichlof§ Ihrer i^esöliichte» «lit. 
"dein iichtoen 3i€lg0 » den sie aber^gsthoa erhilt. . 



jDie List, die ick nicht weöiger aus' ^ign^- 
Neigong «1» uas den geUdhten Schatten v^ei^et 
«aglucUiehen Ff inaen au befriedigen, dem A^- 
taatexxes spidtet gelang VolULömuien. Die 
achdne M ii t o^ meine Vertraute , ging an 
jurnner Statt in die Hände des Siegers über, 
flofste diesem Monarchen die heftigste Leiden-' 
acbaft ein i tind spielte » unter dem Nahmen 
A^paaiav Tide Jahre lang an Babylon und 
Ek^itana eine Rolle, wekhe Stoff genug für 
etne Milesiadie Fabel von awanzig oder dreyrsig 
Bttchom geben könnte« Die wahre Danae hin*' 
gegen« weMie Ton den Hertlickkeiten des Seraila 
an Babylon einen aüriehtigenBegi^ hatte, uaa^ 
ihre Freybelt 4agegeii ifu vertkuaclien , 'entkam 
mit eben dem smi^erbarenQliidce ^ welches aH4 
PeiHoden ihifes {i^bens beseichnet, erwählttF* 
Smyma mm den. «Itaendsten Ort ' der Welt für • 
eÜM PersoOf «die nbch nicht4aran denken konüto ' 
d^ta¥«^tt{^ii^aii des/ Le^n» sf n Entsagen «» 



> 



/ 






\ 



544 .: . iA. o.aT"»?*« • ä;iu 



aii.*r,^. ;j a 



durch die Yiwrtorgd lies Brlatpei^ Cffrknifc «i 4^ 
Staad geseuti^iMitQr ihrem v^i^^e^L'^Nftkimifc 
auf denjenigen Fuf& daselbst zu leben ^ Voa 
welchem Agatfaon ein Augenzeuge gi^W6f6iriir. . 

DerNahme D d n ä e • unter welchem sie sich 
. ankühdigt^, lind der zu ^myrna nijpht unbe* 

kännt war, überliob sie der ^^üh^t«,^!^?!? I^-^P* 
gierigen von ihrer Person nähere Rechenschaft 
&u.^b6n runj ihre li^ensaiüi' ieftihf^i^te' mu^li 
und nach tiLm Vorurliheiil « daä»diie»eirli}»b^ge^ 
gen sie erw€><^lt^a- koxinte. So leicht dte^essjslitf 
gewesen virt^tin ^ welche aie^w^hi^n^ ihier V««n 
hj^i^dung mit des» PriAzeik Qjcru^ getsagen hatta^ 
so waren esi ifoeh» F e a s e Va . gewe^n^ idei^eaie 
Erinnerung, ihr di^'^iedec. evUngie Fveyhii^; 
uniichätzbsir ihacjbile* Piese ^reyhei^ i von .nib>» 
mand als ihrtm. eignen Bei^zeii^i&eflieisaaQasiA 
nehmen 1 waK m ihr4a> A«igentei#: so gro£sea:Gtit,i 
^ dafsr kein Gliicli Inder Welt ai6 :hiUte tri Vein« 
ailchuB^ setze«» können, •.es.'^giBglB!». SU. voE^au^' 
sieben. ' Nur die 4ü£feiiilidie ISsi^dbeobtiiBg woljit^^ 
eid dieteir. Srenfhiit nieht ^aufopfewu und eeir 
»ehv^er e^ vitikiicibt M.|ed0«l^ faidera <^e deti 
X^elt ge^ese^; aey^ modbtia ^ hcide seit eiAa»- 
dei:' Siu verbiiedcb( eo woU ^^laBg'esiihr kdl 
Smyrna y viro der^ sanlteate. >Hiiniiiel> dem. Geisr: 
der GefalUgkehfiuid der Frdude saberiMa gltislbr 
liehee Volk iu(SgieCst i ^eMiem^ltes GekeUoeiib 



l 



mtta§iStt^'<9iMpet|tl>ar«ti. OlMse su irgend ^uict 
tiMOodeea KlaiiensU geb&rettv-^ ^gencfi / Davai 
de» Veygnog^n»^ füt die Eiiisige^la ihrer ^Art 
edKttntttsiL^'Vvabdent« uttdy et fty-min liUt RcNsht 
edea'Oiireolitri ih>eH£itetteit find tidk dunül 
dteMA ' Gedetilcene ^getchmeiiobel«; • Wenn' sie 
Abasten i««««" ^l^ir^ideven IWfatev^ nuii»' «U» au 
Stti«f«na c kielt «m ^u v-üiiwi - Muttbr« nakm ^ Aq 
geidiaii^ÜBt €«$ ei«e^Ajtr< di» i&r diein Rtikm 
##wäfbi^rfbiemiieaciie)i»U€& lU s^e^n; so wie 
die flor«^g)iebitell &|^fiW d^s . 8 9 k i a t e e th« 
ite^Jtfeifilef T^ eoVersöki^denen. Seiten neek* 
badeten ^^ da£%,;)ede» #efi»t ein Urbild wurdew a 






> Ein# iWei eetten'Yenrri^kllnnjgent ilackdem 
ftiesicklxi Smyrnnif eatgeaet st bette > irac^, den 
Gracienieinenüfenipid^au banfn l W« Dn keiknat 
ikn^.Agethoali ■■>• -^^ '. *'• :. n^-»'-v ■ >' 






1 Hier benmhte -^cK die ediioti^ Danae -^en 
^«etia einen Senfaer suii^ntenlenckieni ' Vi>n' dem 
aieb' ihr Hefe key dieaen^lMzten'^evten^efleiAä 
terte. Agathen' •akifan', wie^ eriäch alhnihlich 
iiny gihrem ichanenjtoien eni^r jarkelert»^ nnd 
tettfete-fmct«! f fOdeeae £Sr .firkamex;ifngiBh 1 1*^ 'XuS 
er , indem er nfit feinem Blick , in welchem alle 

mgen genalAt ' waren Vijbve ; Hand 



> J A -^ 



. /" . . ' ' ' ■ 

kmimt Animsii^ iMif:^ dieite' Aii>niii»tii tu/ gebe»] 
uad iift^fiiiafr'Jblditt«!! Fsu««' £|ihr iie ah^; 
fort)^' Aikeni-ff-vltfi' väM'j^e' iWabukeit di^ 
Opf^ -briiigto l/^ die Graaieiit «a der^Äfridp^ 

des Bini^rUifti^ttidlit die GesiddM^fundjptfiL 
gleiterittnen'd^^M m^ m J it oK e« Vemkt; Bidit 
die keutcUen fiötämnea t ^ d^aen deine P • y c kei 
sUJuagfsaiftt ab Freandiny eU'v<zat)Mi und.al# 
2/lnuetiy: diente* . Däaaerevtöfibei; ^toifi»i>5iiber 
das was 4ie war» iU übet' dea Gedanken ^ aide 
aeUiettoder ihrem Freiaide ireiikei(ge^ st^ wcütm^ 
wie weit sie, selbst in dem höchsten Triumfe 
der' litebepiswüedigkeit«! 'die^iBain aus damihla 
suschtiefa^ unter einer P s y ehret war« Dde TSinm 
serin dTer-Iieda beleidigt die Gottheit der» 
Grazien eben dadurch , dafs sie ihren heuscben 
Schleier um einen solchen Karakter werfen 
WtH« So eiApfinSe ioh's itst; und ich kann 
wir so gu^ Ursiaefaeu' geben diese Empfitidwb^ 
»«^ lisehtf ertigen f • dA£f ich nicht besbr||e^ 
darf von: ihr hetnogeik zu w^den. Aber da^»i 
jnahU inaehle fiiic]^ eine angenehme Täuschung; 
der Einbildung 'Und dissHeroens anders denl^n. 

Drey^iD^et vier. Olympiaden » mein liebet^ 
Freuady können den Gesichtspunkt^ wofaue wir^ 



/ 

I 

■ , • ' / ' 

tütUAtlMtWt wenn iitgefnA' und Ufiheiid^^Oei^ 
tun^Ü^tt dili G^sf der JSV^üde äbet iiiu midf 
«lies um unft ber ausgiefsti dafs wir dann allea 
in einetfi^za onilden Lichte befraoliteni»*l3ara 
alsdann die Grensen des Wabren^^i^d Falaicbetft 
des 6iivett und Bösan/' oft in i unfsam Bcgriffsii 
iebWknmen und in eipa(nd«r^e(sen<; kiHd.dajQl 
irit uns noch viel darauf su gut thu|ii, wem! 
wir das Gefaetmnifs gefunden zu haben glaui» 
ben, die Weisheit mit den Graaien und 
die'G r ä z i e n mit der W>o ) 1 u rt in Eine sehöna 
achwest^licbeGnippe cusammen .au^chltUgenl 

Zu allem dtesetfi kam tiocbNdie begeistert« 
tAehb 49fr Musenliüttster' das^Tergnügeir daa 
iBiit der Besiegiing grofser Schwierigkeiten ver» 
bqüden ist , und der aauberische Reite, womit 
ein vidieiobt blofs eingebildetes Ideal der VoIU 
kommeiib^it tltisre ganse Seele anhiebt/ Veff« 
giötf nkil j^>Agatboti V wietifi ich sdbst itstt ida^ 
itb das Ui^wesentlicbtf dieser angenehmen Yeaf 
blendungeh < eittzuselien gfaubey ikodh scfawftöhr , 
^iiug'bih^ um midfa's nicht gereuen au If sseii^ 
dafs ich>-* Dense war*' f i» 

' ^ 4g«tbon fanti tftlir zu; vi«l<UfS{iche in ailoMJi 
Herste^i^^ibt di^se Sbhwadibeit au vergeb^Um 
Gdttevi' tt$f^it^ didh's gereuen« ab ^ss^n^ dae 
iJieb^naWärdigste^nier aUea Geschehen §mim*. 



V 






V 



\ 



S49 . A c A T ir o ».. 






Danab an fäfl^m Orte wo JMoa^c^afi ilirci^ii^iii 
'tuntdia Eidd in amMlysilim' zu v^rjtv^sirtt^!!)!^? 



'i :t\ ' : ' :v 



' . Bester Agathön } drwiedettie Mi in 4i^^9l 
A^geBlftltcke betvügt dich 'doch wolil dleipff Fali^ 
taair «idithastichi ^f- ^Ar^bytaly des >9ijldAftlo 
WMie d,eit ich jfemakls gesehen habe» m^ärAQ 
finden , 4a& ^ an E i n e r Daijab •fibpn z» Tiel 
aeyV%und dU Mrillit ihrer ttniiäbUge ? 
' - "^ "^ '■ ' . '■ ■ . : ■ • u .. ' 

Aber wie> waimi dte dich.beaiiitie»t» dafa 
Sie Freiheit,: in welcher Oanae Ißht^i, .<^unt 
Ausnahme «von eiiiem'Grundgetetze der Gesell- 
aohaft macht, welche aie auiM^heii, lischt be- 
Whtigt war» r wiewohl di§. Sitten /d^r Crrlef 
eben M>iche Aufnahmen dulden? Ich woljtediv 
aiMn ganz ahdjern , Wunsch anreihen , VjTßnA. 
jemahUdie Eifällung eint»» Wunschiss i^ deipe 
Gei^alt geatellt wüHe^k Nur ieine^^inj^igDrJF^a« 
adilie^.wie diese worin du jit^|:l^h#t|, 
nor Bauen Archytas, Eiae Psyche i, Seinen KtU 
tdlaos y t^nS , la£s nlich hinzu setzen > £aneii Ag<M^ 
thon i der, Ton den Irningen der Fiipitafie und 
der Empfindung zurück. gakoi^oineni weise gen\ig 
geworden ist , um sich dem höchsten Schönen, 
iM^iiTugien d, gMa' zu ergeibfi^a rrr timf C^ine 
aolehe Famil&eji an jedje^ Orte 'vf Q iyi^lP4cheu[ 
wohnen ;cao' können wiif die Iyy|Ltlrgf ^^i $p4 
loaM|:iifairBfrA^ta jeallMsw v^lfU» a^UjIt ward6[ 



Otiten' Wi^l^t^n, iEilt ein'' ibicbet 'Bby^ei AM 
Tugend und der Oliäckitl^lEeit» - 



i «• 



^' Und wartini', Dana« , kl^nif du ung^^bf 
genug gegen dich selbst aeyn dich von dieset 
WäkkQit äuaMschtiefsen ? tagte Agathon lebhaft* 
J^utch deinen. Beitritt würde aie yoltkbiUimM 
werde». Und ist nie^t Da'naey'^di^ in bi«» 
t c n der S t^ 11 un g.die B>iJda*ü>H d ^ r T tii 
g^hd umfaTat^ der berriidiife "^riumf d^t 
Tilgend? 



. ii ■:: .- '. :». 



'^ Die^^^renndftc^iEift: hiatfat dich vergeasfeii^ 

erWiedierte ftie , däfs eine Person . <die der Tu»^ 

|itad so viel abzubitten^hat ala Dana^^ iiiefc 

fttefliKaMa "selbst würdig fühlen kann, der Fami» 

Be eines Arqhytas ^inverleiht'su werden. Utt4 

kaiittit du ihr Verdenken ^wemi sie t\t stols 

i^, -ab dafs sie den<Gedanlceii -^ alle Augen» 

Wtdke vor Pisrsö^en ; welche nichts abeubitteii 

l^Ven -, ei^then'cu »fissen *^ eHrSglftfh «tideii 

ibilte? Glaulbe'übrigens>niclity'dals a^e «u strengt 

|eg^6 sich i^elbse ,sey. ^^e 'iit huhr au^iMfhr 

geneigt, dJBü Entscttttldlgtingl^ti d^r IBigenlfeb^ 

^ebr äils sie ^ellisicht solHb Gebdt »u gebi^h. 

tn d^Tbat sab tfie dan^hlsjä^lüh trffe kein grdfse^ 

t ^efa Vergnügen 'kauf nte als über dieffetseh ^u 

ti^rj^i^en, utid^H^ife Hönie«s Jtt|rittar aus sei« 

ifen 1>#iaeh Urüto , Glück und Ünf^üät naök 



>- 



\ 









pn£ andern 4^9^^ M- Sie ^$fi^ '^c^rlielUr 
in ihren angenehmen Irrthümeirn«; Ihr Witz 
yffWbfß, JHß in. ^i^fftysteoi, v^elcbea ifyr^niJIm- 
pßndiVQ^e;» «u spbr. schmeichelte« ^m Bifpl^^ 
f iir, urahir ^gf J^ailtCMa jziu .M'ijrdeai. Zff ai: ]^oniMl 
^li^b «<i^t>mciit j^erb'firgei^^ «^afi; dio |Leg0l|, 
Tpquivtelchßt ^}^ .4fe^ Aüauuhme piacbjte» qr4j^u^ 
V^k^n >V^ei#e(k«i|»e i^uanäfam^ii leide <f «IrVr:^ 
§]ß^kt§iM4^ ^W^. ifK 4ew einzigen aiifj|e?<wft5 
dentlichep Falle zu sehen , wo eine AlifV9;aj^f 
Statt finden könne« Dafs BewuUtseyn der ITii* 
^gfadenyj m^dcbe fie h|itt^ \reii aiesilirf) j^pb ts 
l^ita^eii r> 4er guten^ ^^apdl^nge^ , dia^^b^A 
j|^|^fi]^,4e#t(?'leijchter, destp häi^figer jr^at ,>y^ 
«i^.k^ific^ apd^rijifj» fengefäbrlic^hen jaew,^n 
^i^«d f des y er^g[nügeai#, js^ie za thu;^ 
kannte *-— di^se^ , Bewulstseyiii berul^igte . sjiei 

1^ ibrSetWtlaietrug.gin'g^^q weit, dafs sie ^€^ 
3;li^htfiei^l9lablt4ieafin Mangel eingeftaad. .^^^/^ 
meine Formen, sind keine . Regeln ^ für ;grqfsfQ[ 
Seelen,; sagte «a^e.jsu sich, selbst« ^ Jsf ;wobl 
unter ;fllend^iefen c^brbatfn pescl^fipf^n;, ',weV ^ 
che mich verdl^men , -_ ei^e e^fizige , wel^l^e 
picht Dani^e vA'^e^wenliiiire^» i^eyn k^^ni^^^e^S- ' 
Sie mac^CHO' ihc ein Verbrecl^n daraus. ^Tpt^i^ 
^jnem Hofe: vop Liebhaber^, >Miigeben zu ^seyu^?^ 
Aber >ie v^rf^^e^ i dafs die#s L^ebl^fiber jdiei 



, v^ 



FtrjirF»BÄH,fM Jl?0;|i- Si^^KapiteL S0t 



»ekinu^eg begeisten. hätte ?aWi^ Ti«)« 'Vilor 
liaben ilir die Tugend ihrer Söhne , wie viel# 
iA dai gute JSetr^ge1a'ihiei m su 

^! Wie i^ancheti gifteiilBfiifge]»^ Wieman* 
cti^kt^'^öfiän Idtfan hat sie teln^iti Taterlanä^ 
^e^^bif Nut die Bestell, nur i|ie Veraienft; 
▼oUesteu uud'T4fftöml:Aenftteii'^lonn%^^^ mcH 
JSo^fpg^ ]iiacbe9^ jeiMhlar ibr B^iHm riUiteii i 
m^ wie v^ele .Vei^f^^Wiige«^ » : ^i^ymm€kim 
fli^ii^Tfß Wunder wi^te di^etip B^nuugM^^tl 
yffkiu i^ gan« Smyajfmi, iu. ga^sfiAiibfiiif :dii 
jiotadf Pia&e MsijtfC^ , ^4^6^ J^imeiabf» IVriefftftriA 
der Diana oder Minerva^ die sich rübinesi^ 
kdttiites dör Tugei^d so ^^b Dienste ];elmstet 
j6» babeo?*^ — Ich. sollte ni^ilMt dÄfä« «lieben« 
mein liebet Agfrth^,^4^f# äUes diefe tidi. in^ 
Hier ^ iin stren^gsten Vifi^tiuade , Hüed ohne. all« 
Auspab^i^n so .l^elHnde4 ekätte«. j'i^Lbtr el i^N« 
docl^ immf r yV^abrJieit gppug dßnn>^ cnn den 
Schlüssen, die sie daraus ieog, SeheiskbaxkeU 
zn geben. Uberdiefs hatte sie an dem ^ofif teil 
Bippias einen Freüüd -» ' \ 

,0, sienn0 jnic 4.ieiie«i verbaiftl^ii jMallfiien 
^ielft^ siel Agatbpa mit UogeduJ^f >: 



V 



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Sji' .[ ?-1 1 T[A>^A^G-^f 4 ><#.'^ « Ji 51 v: t?! 







»lörgii 0ii ilf% t ? ^ Wäi 'k&trnim dieU ni ^t ä m 
d«) was ktfftü^ d0¥ !A^g^iil>Hck'tifikfbt Inög^ 

Una was könnt' fifj^. dir p^icl^t vergebe i^ 
Danae! — - seufzte Agatbon. . 



/>. 



•cbädlicb s^y»}*^ foSetn^ atitw^rfite Dbtirai. 



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FvKFZEHiTTE^-BvcBL'S* KapiteL 553 ^ 

mw^imuiktnkni»Aen Tone^ der mcbt lU ilem 
•einigen stimmte. Und dennodb mufs ich dat . 
•«gen« Agathon, dafs Hipptas vielleicht nicht 
daaScUifiiusate uti viraa du tuir su Vergeben 
hättest. 

^i^icijt da» Schlimmste!** 

Ich wtU. sagen, nichf ^as» was deinet Freaot 
din am^wenigstien Ehre macht. Öippias war ^ 
eiQ^Mann» roa Talenten und ausgebreiteteai 
Ruhme t dein «--> seine Cniüdsatse ausgenom.« 
menk -^ alles übrige das Wort redete; der die 
G#be hattei: selbst diesen Grundsataeii den leb* 
baftesten Aiiscsich von Wahrheit au gebeoi - 
und^derüberdiers schon lange im Besita wai| 
s^teA abgentrieseti «u werden*^ ^in sol^a^ 
MaAn konnte, afti^h.einem Umgang iron etlichem 
Jahren, gar wohl schlau oder gludilieh geiiug 
seyn^ den Augenbliclt au^ finden, der.vieUeichf 
in, dem ganaen^X<auf ibtes beiderseitigen Liebeoi 
der einaige wat^wp er durch Über ras chulig 
.erhalten konnte #. was er von ihrem H e r a e m^ ' 
nie erhalten hätte. & hatte Unrecht, sieh ein 
Yerdienstauaeiitem Werke des Ztifalla 
machen au wollen: aber Danae würde vielleicht 
nicht weise« seyn al^. er, wenn sie sich -dar* 
a%^t mehr Yoxwürfe machen wollte, als über 
Sohwachheiteü; aii.deiieä dieUbeclegung mehr 
AntheiL hatten . .,, 

tViBbAyst Osima. W. IIL B. Z 



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BÜ treiben, TDan«ö,^ .'• tnita r ":. i^a 

' • < » f.. 

'' Nei», gütÄr-Ag«bdn; Mdfsj» *k*iti«tf '«wig, 

einem Eiftwur^ entsagen "zu machen, dör, '^ik 

du siebest, auf fajscte VorJB^uss^tpUfngen gegrün- 

clet war. Glaube nicht , dafs ^s mir keine 

ÜfeeiWinÄung^dtost^t habe i «O ttufricbti J zu 

seyni Aber könnt* icbwenigeifthun^ ^a es 

darauiF«nkaniVdie V^wt»nd^telL»nbildati.g eifiibs 

Ff ^turidefii von deinem Werthe- v<4e3er ber^u^ 

»iMlen? < WenÄ ^di^e Dana^ii^oft äer-^it <b 

gtltttftig^dacbrto^tj und die (um'ifkbt'ganz^ ü|<i^ 

gfereeht^Äu '^yn) fn det Ttbat i4 n^Aüch^ 

StüD^ke deihö* vMi^ittung <recbtfei?ugt»^ — wbnh 

Aiese Dana6 von dent Augenbirck .ah , 4a sie 

diätcb den Tod d^s Cy^rus wieder itey wtitÄ^ 

^lückliöb genug gewesen wMrk^in die fiekahüt- 

Wihȣt einer Familie zu komineia, Vric die des 

AVöbytas ist j wenn sife d^miabi« schon gedacht^ 

^lebt hätte, wies sie jetzt tbtft^r '^azu hätte sie 

i^ielleicht, «)btii zu viel zu wagen^ der Stimme 

deines Herzens und. ihres eignen Gehör «eben 

toiogen 1 Ab*ff -t-i die Götter selUt^haben kein4 

Oewalt liber das was geseheben ist. Lafs ei 

genug scytt, bester J^athont Fordere k^iae 

umständlichere Bekenntnisse ! ' Unt'erwi|»f dit^h 

ttfh n^ceinemi gemeinschaftlichen SchicksiEil; 

und, wenn du jemabls bey der ETitinerung-an 

unsre liiebe erröthen solltest; so erinnre dich 



. ^Ik -s*' '..,...<.! 



• •* -» 






FüNFasaniiTiis ,Byq*ii. ^KapiteL ^555 






•» H 






^i^JbajV^n ,^ wqnn du BJcht /grql>^tbift .genug 
.^V?Kr;:^®,"'® ^?%U^*t «u yoUei5^^fn;f„rt^,.yoii 

4^8€j(9i Ai^genbUqk ,f^|i werde/ ein N^l^^/njipbt 

^nie^ fiwUcben ui^; genannt, ^e|:,,Vna; beide 

. d^üffi^gfst i La&. 4^i^ Frcimdjp; ^unijeir,.^!!! 

i^lil^iij^ijij, C; h a X t,^l e a^ . v.^jer den^^iqh:^€ir, aHein 

b^kpnnt ist^ sieb ;dea, ölückes wiirc|ig ttu^cbeiit 
_di,Q, Sipjiü^jeri^;eine9.i^cji7^a»,^ 

lin emei; Psycbe ^z^^ «eyn. Und ,^/f jpipa^ i^ H« 

ljeb!?s^, so^^freue dich-mi^ ibr, .d^s^^i^i dieses 

Opfer, die sie der 't'ügend bringt, nc^fl^ y^r» 
^ dienstlich sind! 

.^Der Ton, wöm^ sip diese <>VF$e»3''P?«e 
«ßgtf^, rührte das edle Hetz uusera {leiden, 
^r glaubt!^ die Stirn me einer Gottl^i^jafu ^preii> 
und fiihlt0 in demselben Au^enbUck^,. dajb die 
b es sere Seele die Oberhand in ihm ßew&nn* 
Er warfsich zu ibien.Füf^e;n, ergriff. ihre IJand, 
^xüfktß sie an sein Il^r.** ^ie Li]^b|», yon yiröU 
,cJ>^r. seine Sfiieje in^^i^^em AugepW^^ k^«ni^te, 
V Waf heiliges Feu^y,, ,:|f ,,,i[iiBf ^f ,,b^ dieser 
ij^nd^iy^hwoir' ^c^^es^y^Gh^i^l^^l.d^^Xl^ge.n^, 



A 



356 , A o A T H o ». 

istitercll^tdclbd^ii Augenblibke aus jeinerii Mtmclb 
tilititt^Aptielkt^ ewig getreu zu Ueiben! F\fr 
•te, für sie allein sind upsre Hersen gemkcht! 
Wir verirrten uns von ihr — aber nur um, 
W^is^r te ' trerden « nuir * iim mit desto mehr 
Ol^e^zeagutrg zu ihr zurück zu kehren^ und desto 
ktandhaftei^ltey ihr auszuhalten. Ja,- Ghariklii^i, 
i^h fiihP es, dafs ich, indem ich hiet im An* 
gesicht des Himmels dieser geliebten Hand 
ilCitstfge, glü(ckltcher hiti durch das was ich dit 
tihd der Tüjgend ^ufopflre, als ich durch "die 
Xelriedigting aller eigennützigen Wünsche wer* 
den könnte! Niemahls^ nieniahls werd' ich ailif- 
l^rett dich zu Heben, beste Ghariklea, -* aber 
tu liebelt, wie ich die Tugend li^e; mit einer 
ZJebci ; di^ deiner würdig i Selbst die>' Schönste 
der Tilgenden ist4 

Danae>>— oder, 'Um>ie nicht durch einen 
Nähmet! Xtt'lieleidigen,^ dein sie nun auf ewig 
totsagt hat, «— CharikleaV so üHgenehm 
Ihrebi mitempfindendeti Heiden das schöne 
Fleuer war, welches sie in dem Busen ihrei 
Fteuhd^ei aü^ezündet hatte; fand doch nichlt 
für gut^ es iii diesem Augenblicke zu unterhat- 
ten« SFe kannte die Gefabrisn solcher Aufwal- 
lungen; und ohne iil^d^ie Aufrichtigkeit seitfet 
Empfiitdüngen den nnifidesteä Zweifel zu setzest 
Wulste sie docli mehr ak zu wohl, dafs äie 
Zeit AQdi nicht geköinm^ war^ wo si^ ' sich 



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FuNViSBHNTBS BucH. 3^ KapiteL iS7 

8climei<iheln koiinte,. lum eifern Iiiehhaher^ffir 
eine blofse Seele angesehen zu werdl^so« 
Sil» hatte nun ihren Zweck enreicht; u^4 ^^®' 
Zufriedeah^t 9 die aus jhren/.ftcjböo^n Angea 
leuehtßte, bewie^^ dafs wir nicht tn günstige 
von ihr urtheilten, da wir versicherten» dafa 
ihr Betragen gegen unsern Helden wirklich ohne 
alle eigenAut2ig|e A})sic^t gewesen ^ey» 






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SficHzi'Hi^^ißV 'fitr'c^. 



B' c s e h l u f s. 



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I. Kapitel. 

> 

Agathou fafst den Entschlurs, tiich dem Arcliytas nocK 
genauex »i entdecken, und zu diesem Ende fein ' 
eigener Biograf zu werden. 

Je näher Agathon mit dem Karakter des vor* 
tretflicheu Mannes bekannt wurde, in welchem 
sein glückliches Schicksal ihn einen zweyten 
Vater finden lief^ desto dringender wurde sein 
Verlangen, mit einem solchen Manne in gans 
reinem Verhältnisse zu stehen. Zwar könnt* 
er ziemlich sicher seyn , dafs ein Archytas in 
seiner guten Meinung von ihm weder au& Über- 
eilung noch aus Schwache zu weit gehen werde : 
•aber er fühlte nichts desto weniger, dafs er 
nicht ganz ruhig seyn k&hne, bis er selbst vbn 

/ «Uem, was ihn vielleicht besser scheinen machte^ 
l - 



.1 ' . ^ 

StLcnzRUTurBt^ Buch, i.:Kiipitel. 559 

ÄÄ ' et vn ^^fiieki* ^fgen'eü iewüfstteyii -v^ti 
sidE ^ot aÜ^'Aügisii dössclben efi^kleidet i»abexi 

SäÄ$ö4eVkbl^ er^ sich^in «dct Hofft 

ütidg, eturcfh sehiefii Beyständ %lener zu jetiefi^ 
Heitern' StiTle der' Seöle^ jetad*^ Fri^dfett 

fti und Jnii Bich^sielbst zu geWngeni die er -«(i 
Sjlayrrii ünvöifmerkt Verloren, iiöd deren Vet* 
lust "er'»ü*Syrikus zVar *öfders leBbaft und 
icbinet^zlich einpfiihdwi', aber, mit Allein B^» 
«tt'ebeh $fcb*''in seirter riisfüferi yörst^ljüngsar« 
A!st* zu Triäcbeib,^ nicbt zu ^'ersetzen verräocÄ^ 
lr$itt<g. AicftSftafrV oder son^t niemand in de* 
WeftV BoiSnte^ Ilin von den leidigert ZwciSFclnf. 
fc^fi^yinV^dxethm seit jenem Zeiträume die er-^ 
Ißäbcnen^ründlcbren* der O r f 1 5 c h e n T h e* iliJ 
iöf ie, iti vretcben er erzogen worden waiv 
iind mit ibiiett die seligsten GcfüWe seinen^ 
Jtigend Verißcbtig gcmacht*att^,- Er betrki^lii 
tete diesen ehrwürdijgen Greis al« ' einen' Sterbe 
Heben, der deri^Kfttbsten PiTnkb der Vqllltoaii^ 
meiobeit, nacb' welchem ein Werfscblichc* We*^ 
ien 'streben kann , erreiebt babiä ,* fa, wtfnn' «f* 
i^n, nach Beenmgung der Gescbäfte des Tagesi 
iii der Viorbaflcnsfeii^icr Wollnun'g, an den Strah- 
len der ii^tc^gelienden Sonne,- so trauHch im^ 
Kreise seiiier Rinder und 'Freunde sitzen 8*b,^ 
schien 'er;4bm'' c^ft Weniger ein' angemessener 
Einwohner diieiiei^ Welt, als ein Wesen yon 
höherer Art, ein den Menschen gevfogeneir 






5^^ , A G A T Ä O JI. ,. 

peniut %}x seyn, der sicli fj^eundlich zuk die» 
len guten Seelen berab gela&sen, um sie duccfa 
die leise Einwirkung seiner Gegenwart in der 
Xiiebe der Weisb^lf tind Tugend su befestigen^ 
und dadurch für jede schöne Fi;eude des Ment 
>cbenlebens desto en^ipfängUcber zu wachen«' 
Auch £>r glaubte schon allein dadurch^ dafs er 
ein Hausgenos^^ dieses gottlichen Mannes war^ 
$icb in seinem Innern mit jeden^ Tage, besser 
SU befinden: -aber nur um so fester wurde seii^ 
Entscblufs, sich ganz vor ihm zu 'enthüllen» 
tind ihm -besonders von jener yeräpderung in 
aeiner moxiili^c^bei) Verfassungi die s^b wali.< 
,fend seines Aufenthalts in Smyrna zugetragen 
hatte, die gennueste Rechenschaft ^^u geben i^ 
denn sein Herz sfgte i.hm> ditfs ^x aeit diesem 
I^Hdilpunkt »n innerem Werth eher ab-'als««'^ 
genommen h|ibe. Er konnte und wollte die 
Lüpken, die.cUimabls im 3v$tem seiner Meir 
nungen und Uber^eugnng^n ent&tfinden waren», 
nicl^t langer unberichtigt laasen« Die Uneinig« 
keit^ die sich unvermerkt zwischen seinem 
Kopf und seinem Herzen, entsponnen hatte,, 
mufste scblecbterdings * aufs Heine gebracht 
werden : und wer hätte ihn m dieser für die 
Ruhe nnd Gesundbeif seiner $eele sp wichti«* 
gen Angelegenheit, sii:berer leiten, ihm gewis*« 
9tpjc zu ein^em glücklichenv Ausgimg i^us dem - 
I^abyrinth feiner Zweifel verhelfen können, als 
Archytaet 



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^ SsCRjBEHNTB» Bucji. I.Kapitel. 561. 

f jpiffter Voriaiz auf d^r eihea Seite, uni ' 
#«i|:4^ andern die Besorgnifs, dafs ihm bey 
fijierv mündlicl^eii Erzählung, im. Feuer der 
lUftTennerkt iich erEitzendep. Einbildungskraft, 
aiancbei: erbeblicbe Umstand entfallen, oder 

. piuie ^inen Willd^ manches in ein verschö« 
li^mdes, Licht, manches in einen zu dunkelni 
Scihatte^ gestellt werden gönnte, brachte ihn 
au{ den Gedanken , seine Beichte schriftlich 
abzulegen, und die &eschichte. seiner, 
Seele, in 4^ .verschiedenen Epoken seinea 
Lebens so getreu und lebendig^ als er sie in 
^er Stille 'einsamer Stunden in sein Gedächt« 

^liifi zurück ru^en könnte, zu Papier zu bringen, 
J^r wandte hierzu haiiptsächlich die frühen Mor« 
genstunden an, über welche ihm sein Aufent» 
hal^ auf dem Lande freye Hand liefs, und 
wargröfsten Theils damit zu Stande gekommen,^ 
alt das unverhoffte Wiederfinden der schönen 
Panae, das neue Yerhältnifs, woreiii sie sich 
gegfen ihn setzte» und sein Verlangen, sie in 
dieS*amilie des Archytaa aufgenommen zu sehen) 
ihm zur Pflicht zu machen schien , denjenigen 
Tbeil seiner Geschichte, worin sie die Haiupt» 
rolle spielt f sorgfältiger zu bearbeiten, als er 

^s Anfangs, bey der Voraussetzung, daüidie^ 
Heldin dieses erotischen Diama*s in Tarent 
peiraornlich unbekannt bleiben werde, für nö* 
|hig befunden hatte. Nicht als ob er sich er- 
hubt hatte» der Wahrheit in diesem Theile 



362 A G A T n Ö N, ' < 

seiner Erzähiuiig weniger ^^treu zu se^h' als 
in allen librigeti. Bey solclien Peräon^tf^wie 
^rchytas, Kritolaos, und Wübrigfen Ölitäti 
dieser edeln Familie, lief ein6 C h ä tVk 1 era äaBH 
als Dame keine Gefahr ,^ durch die Aufrichtig- 
keit ihres Biografen 35U vief zu verlieren; denii 
wahre Weisheit ist in/mer gerecht, und wahns 
Tugend immer geneigt mehr Nachsicht gege^ 
andere zu 'beweisen, als gegeh^ sich' s6lhst. 
Aber es kommt doch immer bey Gegenständeä 
vpn so erofser Slartheit sehr viele'd auf d^ie 
Darstellung an ; uiid wer sollte es ihm verden» 
ken können , wenn er den Schleyer d eif 
Gr a z i e rt, dessen Danae in ihrer Geschichte 
Erwähnung thut, über einige Theile defselbeif 
y^-arf, die einer leichten Bedeckung nicht wohl 
ibntbehren konnten? — Auf diese Weise Ent- 
stand nun die von Agathon selbst aufgesetÄt'b 
geheline Geschichte seines Geistes und Hertens, 
welche nach aller Wahrscheinlichkeit die erste 
und reifiste Q^^^lß is^"» woraus die in düelen» 
Werk entHäU^6n6n Nachrichten geschöpft sind; 

Es währte nicht latjge, bis Agathon sowohl 
in dem Treüridschäftlichen Verhaltnifs, in" weV 
ches Cliaddea durch ihn mit dem Haüsb dds 
Archytas^'gekÖmltien war, als in seinem eige- 
nen GeiFühle , dafs er den Beystand einefi^ sol^ 
cliön Freundes gegen, sich' selbst vonnöthdn 
haben würd©, neue Bewegungsgtunde ^and*,' 



Si^CHssEHisTEs Buch. 1. Kapitel. 563 

^ä baM''als niöglieh äöti GeBrauct von seiner 
Athen 'iit' machen j[ um' ies^^ et sie 

.unternomjiieh 'hätte.' Et stiebte also nur eine ^ 
lie<qüeib'^:Ge1e|;enheit»'' Und diese gab ihm Ar« . 
. cliyt§8*«^idBjä;t/da e^/ i^n 'e^em traulicbin, Ge- 
»J^öfiä,* 4inorin Ägätfeicrnf der uthönen Sch^Sr- 
lii^i^cfy' seiner Jugend mit Bedauern ihrer nicht 
mlsrhrföhig ZU' seyn erwähnte, ihm ein Ver- 
läfrigcn zeigte/ Von den Umständen und der Art 
ürfd Wieise, ifHe seine 'Seöle von jeüerii hohen 
Toxi h^^äbgestimmt'woHen,' ^recht genau üriiißr» 
richtet in seyb. Deih Wunsch, meifi Vater, 
kämmt deih xneinigen entgegen, sagte(Agathon : 
isibbo^ lÄnge f üW* ich ein dringendes Bctfüt'f nifs,' 
äit "ias ^Innerste meiner Seele aufzuschli^fsenV 
Rh ^ÄhWt^ dJefo dii-bh eine ^schriftlifcKeDarv 
ateH\irig^aies dessen, 'Vai iih ittSr^s^it ihrer ' 
ersteh- Bildung von den Verschiedenen VefSn» 
dertiugeil , durch ' welche' ^ sie bisher gegangen ' 
i:i^,'^bbVrufst bin, vollständiger und getreuer,' 
als dWch eine mündfibVe'ErzSblung , bewerk-^ 
st^lUgen' zu kö niierf. ' 13iei^ Ai-bfei t beschäftigt 
mi^lf %dhöh'ieit eiriigfer Z^it ; ich h'iti Vor ^kur- 
B^^'t^mit feHig geworden, un^ wartete nur auf 
^niiu^^öhicklichen A4igenblick sie diif sjü uber- 
^Bcki' * Du kannst, Versetzte Arcb^tas, «Seinen 
Ifei^UetfiÄÄ ervTJttteti, at$' den gejgehWärtigerii 
dfrid^gs^de auf mehrere TageohnöÖi^Schäfte 
' lÄri »i^^ndySO eilte ^Agathon stßixie Handschrift ^ 
zu Jiohlen , stellte sie seinem ehrwürdigeo 



Freunde ^u» und entfeiriite »icli mit der'vicfau. 
baren Freude eines Men&chen« dec sicheiiie« 
^rückenden Gebeiuiniäa^ erledigt hat«. 

Arcbytas» dessen EärtHcheTbeilnebmunganf 
unsexn;! Helden durch das Le^en dieser Papiere 
nocb inniger wu^de als sie bereits war, glaubte 
dajraus 2u sehen» dafs ^y um ihn auf den Weg 
zu bringen I auf welchem er das böcfaft^ Ziel 
roenschlicber YoUkonimei^heit nicht yetfeblea 
l^öonte, nur nach auf zw^yFunkte'anko^me; 
scfine Liebe zu Chariklea auf immer/yor ^inem 
Kückfall in die Leidenschaft fi'u Oanae sicher 
zu stellen ; und durch uner^chütterlicht? Grün* 
dung seines Gedankensystems über dai^ was die 
wesentlichste Angelegenheit des moralischen ^ 
Menschen ausmacht >^ ^ei^en i^opf mit seinem 
Herzen auf ^wig in £^nyerst|lndni,is zu setzen. 
J e n ^ s war , seiner Meinung nacli nur durch 
^ine ziemlich lange Entfernung möglich, auf 
deren Nothwendigkeit er aber aus 'eigner Be* 
wegung kommen, und yrobeyein gr^fset Zweck, 
seinen Geist in beständiger Thatigkeit erhalten 
miufste i zu d i e s e m hoffte Arqbytas ih^a^. selbst 
um so gewisser verhelfen zu können i.d^ei; 
* noch i^ie einen Sterblichen gefunden zu haben 
glaubte, dfer.ein,en hellem Sinn für Wahrheit 
mit; (Seiner sp reinen 'Liehe zum Gu^en ^ndo^if, 
einem $cy hetzlichen Widerwillen vorSofii^terey 
und Se}b$ttäuschi}ng in sich yereii^gt hfkttfi, ahi 
Afirathoi). . . , 






Dieses letztere war nun von Stund* an sein 
Hauptaugemnerk| und veranlafste verschiedene* 
Unterredungen liwischen ihm und seinem jun* 
gen Fr^u^nde» die es ohne. Zweifel verdienteii, 
denjenigen von unsern Lesern , d^nen es mehr 
um Üntei^richt und Besserung als um Künsung 
der Tätigen Weile zu thun istt mitgetfaeilt zu 
werden^ vfenn sie — noch vorhanden v^ren. 
Dafs diiefs nich^ der Fall- ist, davon liegt die 
Schuld blofs an Agathon, der von allen dieseh 
Gesprächeii nur ein einziges — - verniuthlich 
ihm selbst das wichtigste — zu Papier brachte,, 
und der meht Erwähnten geheimen Geschicht^i 
'Wovon die Handschrift (vtrie es scheint) sich 
lange Zeit bey seiner Familie Erhielt, als einen 
Anhang beyfügte. Glücltlicher Weise hat eben 
der gute Genius, der jene für uns aufbewahrte, 
sich auch des letztern ai^genommen, und uns in 
den Stj^nd gesetzt, dieses Werk mit eineni "Dia- 
log ':&u bereichern, weichein wir wünsehetf, 
dafs er allen unsern Lesern, oder doch einigen', 
tillei^falBi fliüch nur Einem von ihnen, ^ben so 
nützlich seyfii möchte als «r unsetm Helden 
war. 



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365 A o A "T - n 






' . . . • »■ »- 

fi. Kapitel. 

Eine (Jn^etredung 'ZwUchen Agathoa und Ardiytai. 

s Yf ^r an einem pa];44iesi»chexi Somi^QigqcijO^gen» 
aU Agathon den ehrwür4igen AH^n» fjc^ wel«» 

cbem er immer seine^n euj^n Dämon ^u «ebeji 

■''■''■" ^ ■ ^ ■ ^ _■'•■■ j- ^ 

glaubte, in einem Sable, dessen, Tbure^i gege^ 
den; Gierten und, die aufgebende Sonne offen 
ftaiiden, Unit einein aufgescblagj^n^n JBnipb auf 
deii l^nifp» allein und t wie es scbie|i, in Ge* 
Banken sitzeh sab. Er wollte au^^^escjbeiden^ 
heit unbemerkt vorttbeirjgehen;> aWr Arcbyt^ft 
djer;^bn so^on von fern erblickt bftt|;&^ .stand 
;ftuf^ -ifief ibm näb^^su kommen, und bot sicji 
ibm auf seinem Spaziergang' zum Begleiter auf. 

* " ^ ■ 

-.■:..... ■• • , . . •■> ,>•,.,,... 

: : C^le WobnuÄg, wp A^rchytas mi^ einep Tbeil 
■einer Familie sieb .dem Sommer über aufzubal- 
ten pfiegte, "v^ar üngeaicbtet ibrer.gejrii^enEn^^ 
fernu^g von der Stadt, eine eigent^^be Yillai» 
und gröfj^ien Tbeils mit weitläi^gey, Gärten umü 
geben, die sieb auf der einen Seite in einem 
aanften Abbang.' bis zum Meerufer binzogen, 
auf der andern eben so unmerklich zu einer 
Anhöbe empor stilß'gen, wo ein kleiner Teinpel 
des Apollo, aus einem Lorberwäldchen hervor 
glänzend, dem Aug^ einen schönen Huhepunkt 
gab. Schlängelnde Gänge zwischen Hecken Von 



*-^ 



SzcH ZEHNTES Buch. 2«rKapjtel. 367 

Myrtetiy hiertiitd da von schlanken Pappeln und 
weinbekränzten Ulmen unterbrochen, und xaxi 
blühenden. Lauben und* Moosbänk/en .^um Au&r 
Xuhen abgesetzt) fühtten von veifschiedenen 
Seiten ~zu diesem Tempel) dessen auf Ionischen 
Sttülen ruhend^ iVc^rhalle ^eine herrliche ^ Au;$t 
§ich^ auf die Stadt Tarent, ihren Hafen, ui]i4 
ihren von allen Arten von Ffihr zeugen, Uant 
delsschiffen und Fischerbarken^ belebten Meeifr 
husön gewährte. . ) 



.i 



• Du hättest* mir nicht gelegner begegnet! 
können , Agathon> sagte Archytas ^ .indem M^ 
^iueh der Gänge einschlugen, die zu dem Teixl>9 
pel< führten : ich war / ebea-mit . Di r^ J>eBchSf? 
tiget, und eine Stelle deiner Liebehsgeschichte» 
die ich schon zum zweyten Mahl^ lese, erregte 
das Verlangen in mir , dir die Gedanken , au^ 
welche sie mich führte, a:ttf'4«^ Stelle mitstfr« 
theilen. Du wirst di<:h erinsierni dafs es die 
schon mehr alȣinnuihl begegnet .bt, der s cho* 
ft e n S c h w ä r m e r e y deiner Jugend g^'gea, ' 
oiich zu erwähnen, und von dem' glücklichen 
Zustande, worein sie dich versetzte, • als vo^ 
etwas, dessen unwiederbringlichen Verlust du 
, beldagtesi, zu<^>i^chetU'>iWid ich vfindoi^ trug 
deine Versetzung^* aus der, heiligen StiH^e 'det 
pelfischen Hains in dasiGetüiniiiel von Athen^ 
nbdjieiaerjiBeai frühe VerwickiuiigJiii poiitiscbt 
Verhältnisse und Geschäfte allerdings «^a^AT^ 



r 



5<J8 . A G A T H O ». 



/ .'» 



übet ddcb im Grui^e nur sehr ^wenig ish di^ 
sein Verluste bey; denti/die Unfälle, die dort 
auf dich KUMmmen stürzten, schienen yielmeht 
deiner Seele ihren gftiizen vorige^ Schwung 
wiedet gegeben sn haben« Das Hftus der schö« 
n^n-Danae zu Smyrna war es, wo einfe für 
^icfa gane neue Art vnh Bezauberung dein nickte ^ 
böses besorgendes Herz unvermerkt auf dei^Toa' 
der Personell und Gegenstände» die dich lunga* 
ben, hetab stimmte. Ich finde ein sehr tre&n» 
des BUd der Täuschung, die du damahls er*, 
fahrst, i^ dem l/V'ettstreite der Sirenen ün4 ^ 
Stnsen» deu dit Danae in den ersten TageÄ 
#iner inoch schuldküen Liebis zu hdren -*-*- und 
zu sehen gab.: Du glaubtest durch den Xje^ 
aatig^iner Muse in den^Tempel der himmli# 
achen Afrodite versetzt zti seyn; und in des 
Tfaatwar es die gefahrlichste ^ller Sirenen« 
die dich , an Aug' und Ohr und Herz gefesselt^ 
ohne .^eiii^Wiss^oL in ihre Klippel, zog. Die 
VerwandluagV^e während^ dieser sufsen Be*« 
Säuberung mit dir vorging , war in der Tfaat ' 
grofs^i Agathen } viel gröfser vielleicht *— ale 
du dir selbst Torstelbt4 -^ 

•■""'■. ^ ''' ■ ■ ' - ' , ■■■ ■ ^ .• ■. >> 
Dtt^^^schieckst mich, Axehytas! «-» rief 
Agathön ^rblasseard, indem er seine Augen mit 
irerdoppelter ^Aufmerksamkeit uad £rwartunj| 
auf das IreundUicfaL «mste Oesicht des Alten 
iMiftete. - ^' 



■ ■■? 



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SEGBZBH^.TAr Bircji«:Ai2/ Kapitel. s6g 

7 . tliseir fikt'Me; Stelle, fubr Jkrckytai fort, 'döreü 

4N^h, TMhinr'etwShnte^.uitd die mtiDh auf diiBiie 

-Vermuliliiiiiig ^bräebt bat*» Du bestrebtest didl^ 

idet «chöaei&iDflkiae -^«wfelcjbat wabrsehehiUek 

^Tiewi^Untein'ikr danabU ii^rsägtesti, sdl^aal 

aiod woaderbar genug: .vorkommen mufite^ *«* 

•#tiie» Begriff davon zu geben, wie es m ö g He k 

gewesen ^sey^daf 5 die'Okfisqbe Theosopbie, ia 

welciset du zu Delfi erzogen wurdest^ sick 

dseinet Seele ao gänzlich habe bemachtigea'könr 

•neni^uad du ithatcstdiefs mit Wendungen und 

-Ausdrücken, die, wenn ich nicht sehr irret ei»f 

^rt von ^üalscher Scham vettathen, als ob dti 

befurcbtetest^ deine;r Zuhörerin, wiewohl du sie 

-AtmahU pnoio h nicht als die Pflegetochter Aspa»^ 

sie|i< kanntest^ licherlioh zu scheinen, waail 

du jener schonen Schwtrmei^y, wie du es 

manntest r dincii höhern Werth bciilegtest, ala 

aie (damahls wenigstens) in ihren Augea 

hftben. konnte. Und doch hatte Orfeus und 

Pytha^ras selbst das Wahre und Erhabne jenet 

-göttlichen Filosofie night stärker in so wenig 

Wort^nr zusammen fassen und darstellen kön« 

nen,, als du es .in folgender Stelle thatest: — »' 

^Wie willkommen ist uns in diesem Alter eine 

J^iloMfit^y welche den yortbeil unsrer Wifsbe- s 

gierde mit der Neigung zum Wunderbaren, die 

der Jugend eigen ist, vet^tniget, alle unsre ^ . 

Fragen- beantwortet, alle Räth»el erklärt, alle 

Aufgaben aufloset! rr Biticl Filosofie,^ 4i# aUei 

' Wisi<AKDa tämmt. W.' ill. B. A a 






fTodie .ius! clet ^t^ tf^baiirtt;'^ jaSeit- Atonliilef 
ScüBpfungMnk ^eis^igcn, Wieftear besrolkert,« )#- 
«Hbii Punkt der Zeit 'mit Begebeaheke»' 'liefvueH^ 
ielij'Ay&'iviT künitif^ Erpfrigk«tteh *xMfeD«i«M- £iii 
&)siteni, «in welckem kÄi9 Schöpfung ito^tt»erineI#> 
•Uckiiäk'Als ihr .;liIxilelrel^:; . welohet^bas <in dcf 
äisfich^tnendenVei^wirrung der Nikur e»nena}«•» 
tätUöhc|[SyIIl'fhetvi^Ja devi Regierung^ der mora- 
Eisf^e*' Welt eintrn :iinveränderUcheii I^]ak»^ tu 
allieh : Klassen- und Oeschlechtera ^^r We^eoi 
(Binen Einzigen Staate iii d«n veriHrickeltenBiewek 
ffXmgfin aller 'Dinge einen allgemeinen. RubA» 
piinkty itt unsrerLSeele einen künifci^en^ott^ ia 
<ler> Zeilitörung unters »Körpers die Wiederein« 
•CAsi^tig iii unsie'urq)rüngltche »yoUkomniiei^. 
beity und in^ fioetexh Abgrui^djK der Zukunft 
belle Aussichten in^garensenJosa^Wloune sieigt/^-'»-^ 
i^Iiod v!^ einer solchen Filosofie^i •Agäth.oji^ könnt» 
te^tdti der schönen Danäe sagen.: Q\ ü^ckl i che 
Efifaliru^ngeU^-^ welche andere <aj«die> wo» 
XU: Sie selbst dir yerholfen ^hat4ie ?- r^ *))hätteu 
dich das Schwarmen*da und Uuzu verlas» 
«ige : derselben ^ Jkeunen gelehrt? " *— 
^-^ Wiewohl Arcbytas seinem jUugeh Freund« 
diesen iu eine. Frage au sein Hers, gehüllte^ 
Vorwurf mit einem B! ick und einem.X/oue der 
Stin]ime. machte,. <Ue, ihm die Hälfte seinei; 
Strenge benahmen;.: so seigte doch. Agathqu 
durch sein ErrÖtiien" und^sein niedergeschlage- 
ues Ayges da£s er dessen ganxe Stärke fühle. 



/ 



S£C»zEBNTBs,ilft^C3., ij. Kapitel. ^%x 

.W,f «^t?t batt^, ^ N<j5h,itzt fiihle. ^ffr, iv^ 
ffenpthifirt au. klauben • dafs e» damit eben ao 

und Ah||iungen b«geiM»rt, yo« a'er AUg^yr^.U ^er 
f^PPf : ««'5««/:«° Sfnn^,««f .», u«»??^,^ A^gen, weg. ' 
eedransi wird.; Dia Täugchuna sist in -beiden 
Fäll^n^ d^iasejbQ, ivri^^^ohl i^ii; unser ^I^^eibep für 

vei:burff«a könnten«.^ 



ic ; », /' -lilj- •» // j * ^' ' c'. '»**• 






r- «. TT '"• 



/ 



iKJhf WaIw .ih, V^y tii*6' AretVwk.' "»«ritt «fe 
'^rü^' bmi^ «^ii^'14' t^egenWiVf 'deV'Sdtiife 
•#ö rffe" «lacl;>iid'¥i»fikti!&'ittiAitfi' Alt:' glöltb^ 

ikieir SbnVii : ein stf ViW^6f4fe» Öirt^ aÄ'iifdii^fc'tf^ 
^acSrel',' ^^^iiii '(iC' ünsenii'A^ge na% gehtig UV, 



Fackel in 'Amors ää'nd^ 'tue clethen^iei^itü^'erten 



Aogeiii eitie Säün6'schien^438 6i''i>3^eii6 'System 
der Or'Aschen Ttiieosolie^nacli' und'ndcli ,1^ 'd'ejne^^ 
Seele verleb Winoeä tnacnte«'. miep poch noch 
Etwa'« aurfict' ; 'das «hn^ Zweifel , wehn du 
ihm getreu gewesen wärest, u'hd'dicu Jdf' jgah- 



/ 



in d^ime^i .|p^^^ »rii;Ä^ rf^.^j7^«* ^)^5W^l:i®4?5 
haben wurden s */ f 

.. ^4 Q, i^f^iffl^^ fiel Ag^he^ ci,ii; ^jfi^ojfi dtßm 
wW«li^^ Augeii>ji9kf« ^a ich a^^«st;95l^^ 

ei;;ieiii. *q grQf&^n Si^ge 9U (^cbaneicheln^^fTr ^ieijii 
I^i^^a^^acbt^ £fnug.^ff^ir,^4»^ ^^Mf^^l* 
•bMnöthji^ea> ü^chfüJjUe^^diifsi^j^neiji^ee^^ 
^e de^i/Mi^ichenlVIe^acjben i^^hts Wertes äl| 
f msch^ff eijEeii<i^ Traume^cl^eiiieo» wi/5wpbl i^r^ 
Ub^fewUinm^^g pij^^n^erfi edeUten Neiguo- 
g€^ dei; ^chte^Ste^j^ej 4^ip, yy;«hrbej^ Uf^rrr d^ 
se(b^, iii, jenfÄ Tf^uf^ep^mehr Wir^iclf^^ 

uiip^ Gi^iHt' c^Qc Quelle reifii^reir Freuden % jun4 
. a^^n fllefn was uns di/e Sinne Ang^nehmef all* 



! . , . . - . i . . 



. Piefs fnhlfest diH iq^iniBester« N^^l^^ ^f^T* 
tas, «^ und wie Jiatt^;t di| nic.ht fühlen sol- 
If^ waf die gewisseste a^jr Wahrheiten ist ?~ 
du JEi|)iltest ef; ^dbst iin, ^i^gesjicbt d^r reitvend^ 
i^nd o^t Sdb^nii^j geliebten Danae, uip^ 
i*Mei;^6»l i4^??W>fb: ^?f . yersuf:jjMing, dj^eset M 



ünzuvcrläsMg.zubaUcn? •jd-.h ?> .. ,.'«d 

, ub'd-.ltli^'v^'üftie a^ 2\Vielpält , ^i- aüS *tafein'eif 

' #k'h'a'«Vtl^' r&VstMlVin^k'^M in Jiitiihem I&Wt^ni 

aigbii '«distä^idöy: S^iaf, iUietzt nicbt '»üAkiH be^ 

t^l'ö^fini'gbeidet' ^trett^iidbü Bä^teyt!n"rät,"utfdi 
«V'de? ^bl^nstfafid ' dei' kti^üMthirnüiSen 

bm^%m:' mhHiSiik •efimahljfei.ö^^iuilimen 
. k'e^h iindGruhdt^liren i^'derZküb^MF^.'diei 
Ich IhtoanÄfeiiSlTänsc attrtirte; ibfti feö' -t^BiVod 
ilifer Ätäcljt über pieine S^^e vfetloffeh' Ii ä^teti,' 
als Liebe und Bef riedigung cle^ f^sVeil ' und 
(wenn ich so sagen kann) geistigsten Sinnlich«' 
keil tibcr'sle gewänii^^ iöVar i^s ritif ÄlkWatür- 
RcB , ' dafs die All^öwalt ' ^e g^h tirä^t i gel? 
wiiilifchyr Gef ühte änih Aie leblraf t^ktcti^riii^ 
A'eVnngeü ^'h iii a Ji Ti g e t Empfiitdtfhgeti; Öt^en 
öögeflstäiirfe anrief Halb dieser siclrtbar^ Welt 
lagen, Verdrunkelten, und uüTfetm^iifii dein 'Ge* 



• \ 



|SjB-cnz EH1ITE9 Bö Cü. 2(iKaT^ite]. j^fA 

y * ■ * ' . 

Jaiaiien RSnfm* vetsohdtSieny -dafs^^i^ftis Etnpfij^ 
«hii]gei^^Wi[^l^iiur Kinf^ der>Faiita^i^ sdböSld 
TTaiun^ micl' tüfse ^ätUcfatingeti edifei«' jii|;eitfd^ 
licbemV>^acb bober 61üeks«Kgkeit dütHend^t^ 
$«fWg««reeaQ seya köfinuik *t)ie*mankiig£äh 
ügenß .Violl&oinmenbeit^n ' dip: ]ieb(Bi^Wtil/dig«ii 
Di»nae^^ <die t^einbeit devBand«, i^i^oiiiit ftiWmdifli 
gaii^zes^W^sen umwrckek# ^ die Natur meiiiev 
luiebec seSbstv die mk tder Liebe '-d^arMuseil« 
mit dein seüi8ten>'Woblge£aUen ah al]diti,^Wai 
Natur ^nd Kunst- dem fein$nMi Geschmack SchÖ« 
Bea zu geuieiaen geben könne», sa innig v^t^ 
wcbts^ ^ox y' ühid 8e4b$ti an^ >die(: ed&latew Triebe 
und GesÜmungen deavHe^iana^ aiiiailea i^VU 
lieh S dbtö n e und Gu tky &0'«alift und geftl- 
llg isibfar aaicikjpiegte^ — ^' attea dlefs^ gab unyer* 
jneorkt Ber>£L^bUdung imoier^^nEiehr Wahi^ftobein-r 
licbk^ 9 : ittr; £>an«e r daa .^vvs ix k 1 i 6 h' gekiut^ii 
s^n haben* ^' wa6 ^ich dut den Haimen- troo^IDalfi: 
Buv g^eäbn/et, .und aiia Unerfabrenbeit in die^ 
übericdiadien' Forn^en und SiiMer^ i die idtitch 
die Orfia^beniMysteriea.iin. meine Setiä geköai«» 
men wätexb« igekieidetbätte. Und nun warea 
einear:ivon Lieb^ undTif^gnügen, wie du saigtesiV^ 
besti>ob€Jibea Yemunfttfixiiile^obtesy die £«iWüiff«r 
eines Hippiaa gegemldieBeiaUtat jeneii übecai^n«^^ 
liebeu'Idiiett'und tabrpviaktdyi jiiini^Mtlauav^oiL! 
reijuendenlippen «interlDMaei imoiat acb^lto«' 
bfMQflTf ^ün4 :aiiletza gar<u«i^id#rleglicbt %4 ftiidaiib. 
Nuii^ifibi^ii^ioir nidlitaräbeib9ei«)ge]»4er» :aU diab^ 



37^ • "A O. A T fi O K. 






en T'hoth^it ftey, von Platäntrüb^rjbiinrabUi^ 
i che n fegenden :-*• ^iner .Wfiltv die uni ■ 
v;o«i allen Seiten verseblositn und uneugaagbat 
ist.—» m«hr wissen su wollen., alau dafa '"v^iij^ • 
nichi't Ton ihr wiften» Unsno gsöfste Ange*»! 
legenheit (tagte' ich mir) iit, ttn "wisät^t wer 
^ir selbst aind» Wo. wir. imd,/ und wozu wiiJ 
atnd. Hierin füh|:en una unsEn- Stimmt n^it; 
Hülfe untrer Yernunft gerade to weit , aber 
nipht einen Schritt .weiter, alt nötkig Ut um- 
einzuteben» dafa wir in diesem kureen Dateyni: 
unaern Wünschen und Bestrebungen Jiein hö< 
^heres Ziel setzen können » als selbst glücUich 
«u seyn, und so viel Glück als möglieb tum una^ 
her au yerbreiten« Weiter reicht unset Ver- 
mögen nicht. Den /ändurcJtidringUchen Sciai^sr,' 
der auf dem Geiieimnisse der Natur 
liegt» aufdecken au wollen , wäre Aettr ao ^ex^ 
geblich ^als vermessen. Ich a o 11 nicht wissen,: 
'weder woher ich kam noch" wohin ich 
g^hei soll liich't wissen, w^ie und durch 
welche Ktaft dieses unermefslicbe All» worin 
ich der unbedeutende Bewohner eines Sonnen« 
Sitaul»Bs bin» rAisammen gehalten .wird : und ao 
^ill ic^ denn auch niolits von dem alleh wis* 
aen, was die Natur eben darum vor j;nif ver»> 
borgen bat» weil ich^niohta davon ^wissen 
soll! -«- Diefs» mein ehrwürdiger Freund» wa* 
rfn :die Resultate d^r Vorstellungsart ^ dioaich' 
wahrend meines^ Aufenthalt^ in Smyti^a aiein^ 



Sbchz fc iinte» B p cii, . :i. Kapitel. f,77 

topfet* lieiiiaditigt^ ohiAcf fedodi wed4ir'ineiii^ 

H'^r s gänslicb su befriedigen^ sögIi verhinderii 

Stt\köiiB«fi^ dafft nicht. Yon Zeit »u' Zeit eine 

gebeiine Stiiliaie iii mir sieb g«|;eir di&Gletcb^ 

güJt^eit erhob, m^ welcfaeir meine Vernunft 

dem Gebrauch ihrer wesenU|ch«teii Kräfte so 

•hg6 Grenzen.setzte^ r Immer, so o£t ich dies« 

Stimmerhörte., nahm> ich ^mir tot, sq bald ich 

Irieder 'EU dieser StiUe gelangen könnte, di6 

fPttm.Forscben in den Tiefen unsers eigenen. We- 

f ens nöibig ist, eine scharfe Uxiteraucbting übev^' 

»ich sselbft ergeben zu lassen/ und nicht ebe^ 

SU Tuhea, bis ich «ine völlige Harmonie zW.i* 

fchea'>mfeinem Kopf und H^rzealwiedet berge* 

stbllt thätte. 4bej: der Wirkungskreis, WQi^iii 

ich'miöb sü Syraku&^ herum trieb, liefs mich 

aitf 95a /dieler Stillt' kommen.', ,Ich l«bie dort 

ra einem: £lem)enfe, di^ tneiiie VorstellüKgsart,' ' 

ao zurtagen, immer, noch mehr verdickte; di^ 

neuen lufabrungen^ die ich machte, .wjirendeip 

H i pjy i a a s i sc b e n Theorie zu günstig, als dafa 

die entgegen stebende nicht eb«f dadurch hlitte 

sedierest als gewiniien sollen. Mein Herz blieb 

•«rar inoch immer meih^ einziger Führer i abe9 

auch dieaes gerieth durch allzu grofse Sicher-r 

Veit ipr Gefahr sich^selbsl; au tiuscben; und<^ 

bedurfte -des unvermutheten Befsuchs , cU>n 4c^ 

VQU Hij^ias iii nieinem Verhaft erhielti» > iniclc 

aüirdalti Zauberschlummer einer allatp frofüM^ 

^Selbs^ufiriedeabeit zu erwecken. Denn 4i 



\ . 



378 A G A T n o N. ^ : \.. ^ 



^ 



veranlaftfte midh »u^^itter Priifüisg tiieineitnii^irf 
wovon das ReauUat ^ar^i'^daffricfa awarerBakH 
üer utxd klüger, Aher ^^i6ht besser v^xf 'Syra^ 
küs weggehen wurde , als ich vgekc^meurs^ys 
Ich fühlte nun mehr ah jetnahis ' den d^page^ 
d^r^üterstütstibg, die^' ein inniges Gefühl mnw 
iers'Zusammeiihangs'mil: 3er *an sichtbaren Welt 
der Tugend giebt ; < m^ne zeithetigei ¥oi»tdk 
^ungsart wüTde;mir zweifelhaft , und wiewohl - 
xheitie Ruhie nicht sehr dadurch gest&rt wurden 
io waix ^s mir doch suweilen ISstig^ dafs ich 
Bair die Einwürfe meiner Vernunft 'gegen |eii0 
Liebrsätse, ^u d^ien ntoin Herz etüe 8oi>esoii^ 
dere A n m u t h u n g hatte , auf keine beJFriedU 
gend€ 'Weise aufzulösen verminend wtir;'>,Ia 
die^r Verfassung, bester Archytas, kanK'ichfhie« 
ber s aahe dich, sähe dein Haus» dein Privatier 
ben, dein öffentliches Leben, und was so^glock«» 
lieh in Verhältnisse mit diri zu;. kommen, dttt 
mir Gelegenheit verschafften mich zu überzeus 
gen^ dafs diese moralische Vollkoonnenheit^ d?ö 
dit'h sei hoch über alle gewöhnliche Mensche» 
erhebt, die Frucht eben derselben Ideen .liuid 
Grundsätze ist, von denen ich noch 'isriHsrum 
des 'Solisten zu Smyrpa begeistert wtird^ : trmt 
dem grofs>en Uiifer&chied zwischen una^« därfa 
hef Alv We i fr*h e i t ist,^ was bey mit ^schWer-» 
lieh für etwas besseres als ach Ön e Sch^wiär» 
in e k* e .y gelten* konnte v . da es mehr auf r^nsf ühl 
nird Fantasie als auf feste Uberzeug^bng^'.und 



^ Sbchzehn'Tes Buch. s. Kapitel«' 379 

i(iiiiKtii^^eää6htt BcgtJffö gegrüttttet ivär- un* 
4iü6f • üiidi itt (fer'Fröbtji wo^ätif 'Hfp^lifs und 
Danae diese vermeinte Weisheit s^tieüy ß0 
äiW^t bestand. Wtfn, Atdfcytas, habe ^bh' Axt 
alles gesagt/ was 'd'd M^iss^h miiT^test , um mei« 
hyti'ZüitätiA gf undlich ztt heurtheiÜiiy^^ittiZ su 
i'eü^eti^ (letzte thc Mchelnd hinzu) ^h Hoffnung 
dlt'i^t, ^mich mit mir4e]l>st in bessöre^^reilN 
ÄWiömiiiig «U'bnngciii '•' * ,/•* 

' itl'e besteh HoFbuii^; ei!Wf äderte Ari^fU» in 
iftiftiÄ^'^Beü^ io tntitlMft ^n&ät i • sbf tfrn *( Wt€ ich 
Be^ait^ifait gut^A Jüg^ vb^hisetz^n kfaHrf) dexf 
. O^Ö* «es t)beli' Ttlxm hn Will !e^ sftzE^ Dertn 
'^ M^h'^fa'^bi^ 'dlb , Kmmeiken d^ ' S%m^ vor ^eW 
iöi^tMlcheii vöi'riu^; d^fs^leirife ttn^i^nbar ist 
Ab' bäld-aei? Kiient^gehcilt seytf^^iM.^^^^^^ 

»• ■' tfntct diescta^a^tt ' 't*'Äteh Am 'xMirt^vilit 

i»t''<iah'! atlf ' ^i/^"' iifaTttiä^en''$itik'' 0tedt>r.i 
I!gl$«ä: ' ' JÖer - 1i^lllcB)s' ' AtMidt äimoA Aet 

i^ mlVti^ 'üb^ir' dS(^t IfrScbtig« '^eette%iii W 
tkmi^ lindk gaV ''%Bta%l6de^ imt%cK','-iliii im 
tffif 'ki¥enist.h«trfe Sti^iie d^s a^<sä W^i««« <kW 
ligF/eii^ 'Ükd -^W tf(^'^^nii(l fleV Jit ^«Sbl^if 



^o r A jG A T II o N. ;• .^p 

Hu öffoepr 4Ae er aus 'efnein Mund ervra;y^^t% 
too, we]t<^bcin mai^ wie von I^ p in e r t |^^£[|,rt 
fUgen konotai ,. V ^^ . . . .. i 

> ,,iPa(t.xVon der 2unge ibm süfüfr ^U-I^i^ig 



<u>» 



r ' 



die Hede 4*bi:Q flofs. 



,.. £^fa.^ii^r;kiirzeaSt^lle £uhrA^hjftaa.for^{ 
NlpUtf ift' gewiMery Agatboa, als dafs de^ 
b^ilij^jSi^leier, der«4aspel\^ia>nifs dexN^t^ffi; 
verhüllt, kein Sterblicher aufzudecken vexmagf^' 
und dafs ea, wie du sagtest, thörichte Yermea* 
fefiife^^l^'VfflTe, et ver^ch^n zu wollen«; .^^^^ 
bieraa»; ipi* 4en H i p p t a a # e n ^ f Qlgß^^ yr9{l^ 
üher Hfl* i«^y, gehe >ioa i^jchta an,,-w4M:i| 
der» rfsob« Sf^lnf^ einer ^m.Dienat der ßipijy 
U<^Ukm^ erniedrigtet ]i^er7n^nft« dt^ aichia^baif 
ih|re^ verlor^ Würde zi^ verbürgen sucht« Ufi4 
atif ihr serdel^t^ Vorrecht Verzicht thut. Pei^ 
wer, der jenem goldenen, vom Delfischen Gotte 
dem :J>I^|:^^oia ci^f oblnen „E r k « 9 a e dii c h 
s e 1 bitt.I;,^^ gehorsam w^r , könnte , l^ugpeti vro^^ 
loÄr, i^f^ ; Ü^pfi. Veirnunft, d» un« über ßpi^% 
tbierjuif h^^ajl^^)i;i^der fp hpcli^ef hebt| lipqb ei^C| 
^dter^s ,]ße/^^imi]au^g babe> aU die.^ofse Vcff 
#ff^»€*W%»iPfl«^w /»nis^alisc^^ ii«5beiif ? .üfif 
s^eitig^iff d^IVIepscb, wenigstens, jUi dref^^f 
Periic^d^ f ^ji^s Dasejns ,. nAph alle^ ^eii|en .^f|^ 
lag^:^ sx^eTsen^ w^iger zum Forsc)^^ ^^/| 
^jffk 3^l^ui^ g^lfoien-^Aber we«ö ihm jl^idv^y^ 
borgen: |^ ;i^l;p4. bm^« ifpll» »wo h ^r er k|t^ 



^ I 



S ji c H z £ II NT m^i B tf'C ft. 2. Kapitel. 

•]^^föfninüeH)tit'st>^ besser ist) ^oit<^lit-6i^ dodk 
lii seiiiei^ Ma^cBt,' iiü wissen, wi^ und wodtirek 
w mtt^'deiü' grbfsen Gänsen f deJkuThei) er 
Ifst, ztfslii^iii^p bäi^gt; unfd wib er handeln mxifs, 
tän^iileitrer NMürgtern^ä^s tu Hatid^lny irxid seini 
^^iiiitfimin^ im Weltall JEu erfiall^l' EiUfft ibA 
linmerlÜiti ntir eine^ beseelten Atom auf 'etneih 
TTdi)et(6n seyn/ der !^elbst nur ein Alottr iln Um 
^nrdflii^lien rst: der Oeisty dei^ in dieiieiit Atom 
Sf^^yk fahd vritkt; /srfre^t mit seinen^ 6«dA^k«te 
ttibeirllaumundZVitempori und ist stiriL genug« 
lif^t leinet ktaft eitiisf über iümiiUljEittiteeiä'Mt&ii 
ilehden Welt Trotz fcu bieten. JSeihe Sinne be* 
gr^iizi^iiiich^ so tb. iatgen, selbst^ niftd^s^sh^BineiA 
iliifi fn den engeti &reis der Thierbeit einzu^ 
ifcbliefsen: %ber wo sind die Orehise» der Kraft 
uUd 'Irbätigleit jenes O e i s t e s , der Ihm' Erde 
iiiid Meer uiiterwütfig gemacht h«t f des ^t\t^ 
t^fij» der ihm Mittel entdeckt/hat^m tausend 
Italien die Unzulänglichkeit des äufsern 6inne* 
i^u ^r^etiKen. die Irtthtitner demselben zu' berieh^ 
ti^eii, und selbst im Umfang der sichtbaren 
Kätur>\der durch ihn üneriiiefsHch erseheint; 
Aer wIAlichen Beischdfferiheit der Dinge viel 
ItÜh^r 9SÜ kommen« Kls der blo&e ftimt rentod^ 
|end'ist? 

' Do^fa lafi es afuch seyii, dafs in der dicht«* 
baren Welt darsiVIeiste fürun^Taus^chung, 
Alles ü^r/£r sc heiiiun^ istf lafs %^^i^iait 



) 



wir mit] iipijcyn ^ufsefWAeö.Siimjpa^^ Y[ff^}^i 
in daa >iu^exe WpsenAex: Pingl^ aj» ii^ ,^J^l;on|i 
Überliitpii|}^8cbe Gegend drjngea. kqi^z^ivz^jili^t 
nicht WI^W i.p.^er!n ßi,^i^ cin|p!,liJp^^^c^J^• 
feM i A* ^Kel.i:in> n «;^ e I>.^^ au£gedep^l^e]gyi 
Crtfent^tl npph ^^U^§tfM^l))ickcr erflqgfs^j.ji^J^ 

aU' diiBs<5.kP.ur dein Au|;ej ,4^^ pei$te3 ai^i^clwiiijf 
liehp W^ltjUni^reY-cig^wiCA Gefiihl^, Ged»^^^ 
Ahiiii^g^Ti„ , Tfkbo, :\tp4 Bp^tireUijngj^n^ , i^j 4^|;e^y 
Sflitt^, jünfterj geif tig^f 4;^ ^ , vyl« .^in .^/^f ,J^ 

d^^ .^Vft^^l^ie4ene tr$ii??;t|, d^f Gleicb^jrt|gj9^^|5^^ 
iwiJtnwÄ^. ctr4#et,. Wirkif^^g^^^ 
t§l imti?;>f,eqken verbii?3pt;, j^jfi^ni^m^^r^f^^ 
jr^J^mögä, ^npx gPttäh?^ Jicji^n, Na^p-, ,^si& JVf^clf 
and üVfoftnigfialtige ÄpRor zuJEin^m ijija yf r^ipj 
dewi und da« Besondcjre deiji Allgpin^if^^, rd^j 
Zu)FäJHige,d€na,Notbi?]^qndigen, das Geringere dem 
Bessern,. un^jrzi^ordn^fi .beschäftigt Mtj'yj^jPVr 
tficb^ J5u .Ursache , vpti ,Z,we,ck zu , Z wpcj^ , , y pn 
System zu Systei^, als auf eifier yon der Iß.r^ 
über di^yVplken empoi; steig^nde.n lie^terp^^^kt)» 
))is^ zur Idee eines alles umfassenden ^llgfEupißiuea 
Systei^s, u,x?4 ^ines all^s belebßnden^ ^lle^ g^ 
setzgebenden^y alles efbaltenden und .Tegierj^i^^ 
den Geistes zu erbeben fäbig ist? Hier^ in 
d;iesem heiligen Kreise , , Ag^hon f i liegt unser 
wahres, hÖcbstes^ ja, genau zu reden, einzige» 
Jnt1»rff6e;. diefs ist der Kx^if unsriir ^^^e^?-^ 



\ 



Sechzehntes Buch. -2. 1(.äpiteL 385^ 

find freyesten Thatig^eit; hier, oder nirgends 
müssen wir die Wahrheit suchen , die uns 
Bum sichern LeidFäden durch diese Sinnenwelt 
di^fiei^ Mo}ir undJiier ist für den , der sije Red- 
lich sucht« keine Täuschung möglich! 

' - f ^ " ' 

•• ^ i ■ ' f ' \ ' ' ■'] 

\ 

-**lDiie%^ Redlichlceit gegen mich selbst, dieft 
^«v^vwandte 'Innere Strehen, dem was ich, fü^y 
den 2>weck meines I^yaiieyps ierkenne genug ; za 
^thun) ist das^ was deine Liiabe zu mir nur sehr 
^eigentlich V ollkomn^enfaeit nennt -^ 
d«]fki^iHese ist ein Ziel, das wi^ life evgreifeii 
Werden Y wi'ewohl wir-ihbi ewig nähern^ «-^ 
.Mdr es 'ist hlnlängHcfa dein Zutrauen^ zu reckt«» 
ferti^geoii und mir seihst legf^s die Pflicht aul^ 
dir dexr'gan2^ einfachen- Weg Torzu^eiebnen) auf 
'^lilchjem ich zu diesem* Friedeu mit mfir selbst 
UTO'der ganzen Natur, zu dieser mitten imGe« 
'^mmel der Welt sieh immer eiiialtenden, nur 
aeUen"durch vorüber gehende Wölken leicht he^ 
•chat^ten Heiterkeit der <Seele, uifd zu dies^ 
B.ühe» womit ich dem Ende^ eines langen, imm^r 
beschüfti-gt^n Lebens entgegen sehe, gelangt bin, 
die vor allem, w&s ich besitze, das eii^zige «indf 
wirs ieh" mein nennen kann, und denen ich dea* 
xK^iioen • Geuufs alles andern Guten zu danken 
babe.' / 

■■ * ^ ■; <''"-" ■ iT't. .'.'.. ,'* '!". . ■-.*■- -^ ■ 



504 -' ^ ' i *^ <^ ^^ '^ ^* ö ^'« 



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'« ••.... y.fix 



Dt^tellung der Lebensweisheit des Areh^rtM. '^^ 

Aleine erste Jugend, Agatbon^ hat cliefs mit 
iiBcrdcm^en geaieinf,;4&fft:icii in .den Gntffdbe* 
gviffen u«id Maxiipen der Pytbagorischen Filor 
•olie^ die in .der Hauptsache von der Orfiscbra 
wenig unterschieden tsj:, erlogen wurde«. Durdb' 
sie erHfik ich. also. in so fc^rn meine erste iBit 
dungi fl^ ihre Grundlel^ren eine besond<»re £olp 
J^faugUcfaJkeit in meijier Seele an traf ea^ :au^ 
welche «8 ausser dem^ scbw4^c war einiMi hVokf 
liieupdeki Erihdruck ^u machen: aber dem uQgcir 
achtetJtaHü ich a^gen, daCs.icb &u mein^Tibeo«* 
xie der loebens Weisheit au£ einem gan« praJiti* 
sehen Wege gekommen b^n. Vbn meiner Ku^* 
liert an -v^ar A ufrichtigkeit und ein tödtUr 
cberHäfs gegen Y er s t e 1 1 u ag und Uoaj w ^h r» 
beit der kätkst^ Zug meines Karnktt^s» ; 2^i|. 
diesem gesellte sich gar bald ein ihm gteichat^ 
tigeir, ebdn so lebhafter, Abscheu vor-4Uem» wal 
y^ für UsUrecJit und unbillig' bi^kyvSollt9 
es auch nur ein geringe geachtetes Thi^r ödejr 
selbst ein Jel^lose^ Ding betroffen ihaben. . Diet 
s'er entschiedene Hang für Wabrheit und R^ec^htf 
der noch nicht durch die Nachsicht ge^mildert 
war, die wir den Fehlenden schuldig sind, zog 
mir viel Unangenehmes in undaufser demvater« 



4 



S E c II z E II N t E s B IT c ». 5. K a p i t e K 305 

Silrli^A llaukef JEti $ und WeÜ miiii Wne Ruck, 
itcbt auf ai^;\yärnie nfrbfäi, womit' ieb j^es 
Uhtecbty . das andbrn widerführ, fast ilibeli 
itatiL^t^ fenipiEtDcl als ob es mir selbst gestheben 
liräre, «b ie^te iicb unvermerkt die Meinunjg^ 
fest, dttf^ eih hartberziger, ungefälliger und 
libffartiger ^Menscb aus mir' werden würd^» 
% Icib batte daher unter deu Kuäfbeu meineil AU 
t#f »*Äitbt ?«ur keinen FteuU^, sondern' gewöbn* 
Kc^ T^r^iuigl^U sieb b^y« jt^der Gelegenheit 
ülU-g^g^ft mitb^ und so Wurde ich; wie^^l 
%i mir nficbt ün I*9eigungzör Geselligkeit fehlte, 
^en&tblgt itiiöh itt mich selbst tut(ick zu ziehte, 
"Und beyhäbe all^ meine IMt^rbaltung in deiii 
FleifsfT zu iBfucben, womit rafa vöniüglicb den 
^A$atb6iWätiiähen und me^baniscfaen Wissenschaf- 
ter^ obla^ die 'Ich, der Stäiärfe ihrer Beweise 
^nd des^Gebtiiüdhs wegeii^ der sieb von ihueiii 
bef so vieleriey Verrichtungen des Liebens mi- 
chen läfst,^ allen andern vorzog, derexiNintfi* 
barkeit weniger in die Augen fiel. 



y 



- * 



' So wlfe i<^b ah* Verstand uncl Alter zunahm, 
^ildet^ sieb durdb die Aufmerksajttikeitauf mick 
lUfct, tu die ich so früh |eM^öbnt wordii^ 
wat, adcb die vorhin erwähnte Anlage niei- 
i^cs Katikters aus: «ic Liebe iiir^WaHrbiiit 
ttiacbtöV ^^^^ ich tticbts so ^ ^bht ' ^eb6u:fe il^s 
^ess(^ kii'scb^feu ^s ich mic^ s^st i^X^\ 
lli^ Lte^e zur Gerechtigkeit, daß leb mi^ 

WcBi^AirUs ftäxamtU W. nj. B. £b 



36^* A <^ A T « O K, 

i^i[nm«r,tOTgfSltigerfVut^te9 andern d«ire|i taselie 
IJrtheil« oder ;^i^si:ibarfe Stireqpge Unrecht 2o 
tbi^n. >; . /Aber was \4cslii am. stärksten e^b^te^ 
jvvr^r, durch eine pa ^hineicbcilbafte JVIfinufig 
vppi;i jnetindm eig^nf^n Wertbe «ich »elbst su 
It^ntergehen; upd daa Gjefiih), ya^ mir, selbst 
I^recht zu babeii, .wurd^ »der^^mpfindlichttf 
^fbmerz , desü^.vi :i<?h. ; f ähjg war : Jiet^r bäjttp 
ich die schärfst^ körperliipbe Pein erduldeti alt 
4;ixien Vorwurf vpn meinem eigenen .Her?t^,* 
iZu meinei^iQlitic^ß trug ich eineii A^Bgebec ift 
m^in/em Busen, deisen Wacbaamkeit .?ii<;bt der 
k^eiu^e Fehltritt ei»tging)' mitd einen Richter^ 
4er sich durch ;keiiie Aussuchte oder Ent#cbi4* 
digungei» der ;£jigeDliebe best^cb^ea liefs» leb 
jwufste mich fJiBa, .ui|i jFriede yot ihnen i^ü 
'.l^aben, der mögliebsten UnstTäfüicbkeitbefleilsi- 
^ny i^nd so be'wirkte die Scheu vor mir selbst, 
„was bey vielem Leiive/ andere Ftiircbt erswia* 
^en kann« 

Ich hatte kaum das 2 wanzigste Jahr zurucl^^ 
gelegt, als ein Krieg, der zw^V^<^^,^^° Taren* 
tinern und einem^ henachbarte(inkyplkfs ausbracht 
.mjir zur Pflicht machte, mit andern Jünglingen 
meities Alters ins Feld zu ziehen. Ich diente, 
wie es u)nsi;9,|Q:esetze fodern, ypn unten auf, und 
io£ mir .durch mein Verhalten im Laeer sowohl« 
^Iftb^y fill^^ gefährlichen Gelegenheiten woran 
ich Theil nehmen mufUe , die Aufmedtsarakett 



^ '' -^^ ; ' ' ' . '. „ ^ '" • 

iip4 ^^SA Beyfall neinei: Ob^rAvSH« DieRulini« 
|>^^ierde« clie 4adurch in ipir enjr^k^t ,ifnird«| 
durch die Grundtriebe »eines Karaktera^gel^iU 
tet lind beschränkt 9 sppi^te m^cb zu^nebr aU ^ • 
gewöhnlichen, Äxiatr^ngung^. Ich tha|*micli 
bervot: nnd wiewoh^^^at Feui^riVW^oinit i^b« 
mehr ala Eioinahl^ um ^inen, i^ip^ii^^r, Ki^meiradea 
|m retten 9 mein eignem lieben wagfej mir die 
iLiebe der Menge zu erwerben fehlen ; so zeigte 
fti<^ doch b^y Gelegenheit, -dafi^ ni;r wenig« 
mir das äffemlicbe Lob und. die Freis^i die/icb 
mehrmablf von unserx^ Obern erhielt; verzeihen 
,kpnxitemr Aber auch ui^ter den letztem waren 
einige» auf deren Sohne, oder Anveirwandte di« 
öfiieiitU^e JVIeinupg von meinen Vorasfügen 
ein^ii ,äcbatten warf, der ibp:^ Eitelkeit' * belei* 
digte, oder ihren Eritwürfeh nacbtheUig seyn 
mochte i und diese ermangelten nichts mir bey 
jedem i^nlafs .Beweise ihres bösen Willens zijl 
geben« - Man stellt^, ^ein^ Handlungeta inleia 
falsche^ Licht, verkleinerte nleine Verdienste! 
xnfichte mich für fremde Fehler verantwörtlicht^ 
)iurz, man lieft nichts ui^verauchti was meine 
^uhmbegjlerde abzukühlen und mei^ii^n Dienst« 
eifer zu ermüden und abz.uscbrecken dienen 
konnte. Der Yerdrul'sy der bejr diesen Kran« 
Icungeu mein Gemüth bald, empörte»: bald ver» 
4üsti;rte, war um so lebhafter, da ich aus eige« 
nem Gefühle nichts voq Neidji^i^uf^teV tind- 
mir nicht vorstellen /konnte, wie gwMe das|7 



g^ .. J j A O A T JI O W. 

if^t^Mi^loft Mieit$cben Atbtni^gtit(3^^ Liebe tK 
^liHii %ontft',' fli^ Hafe'titid Vdtfolgting äü- 
»ilibAn^ koriiife;- Ibdea^e^ Wufste mein guter 
Oent^ii|itM!4i tlicie Wi^rwartigkeiten äu rael- 

WeJcfeöt* i6h tülch bisfeef ^it ^ü viisler Siclict^- 
b«lr ^b€%läsk^n %iitte ,^ ^liH die mir it^^ so oft 
die f eiti]iöli'8tc ÜTiruhb verursachte, wurde yot 
Geri^ilt gfefödd^t ; um die Gültigkeit i^Wr Arf^ 
tprti6k% Utid fie^^^^iwerdeh Unters udh^ti ^u 1a^* 
ten ; und es be^d sieb, dafs ^ie nicht zu Redht 
besteben konnten, ^a^ bat die Urigerecbtig- 
kei« ftn^rei: jyierrftfeben^ niit deiner Pfticht zti 
fobaffett ? sagte dör tecbtfer in meinem Bu^ent 
wie ? du'tbilst äUo deine Schuldigkeit ali B ü ri 
ge^V du bahdeht tedel und gföl^hitftiiig als 
M cn sr]b, um durch f r e m de n B tef^tf a'l ItJ^fü^ 
l^lobnt^ au ^werden? Et-röthc vor 'dir; selbst! 
Willst du die Ruhe deines GeAiüths' vo^ den 
Bf eilen Ak%, Neides «icber ^teilen, sb strebe'^Ääcb 
J^ev Tugend^ jedem 'V^dicnst, weilV» deirt^ 
Sc bti 1 dt g k e i t! ist } Tbue bey jfeder Auffodc- 
wing Eum>.Hätideln d^s bfestc, wös dir iiiögliislf 
i«^ weil du niebt weniger tbun könntest ^ohü^ 
einen Vorwul^ voä- deirt'^ ^ign^h 'HerÄe#^u 
¥er4i^nen^ und fafs"^ dir an dem BewufstseyiJ 
genügen 'deine* Pflicht 'getiiari'ku haben, ^äliäfefe 
mö^en es » Wkftiinen ^öder nicht ! •-- leb f öblte 
die Wabrij^t un>d Gerecbtigkeh'dieses BVt^efls; 
und bestrebte ^icb VOR *e^eör Augenliilif in,- 



S E c H z £ H if^E^tik 1^ ViCjjH. . 5*\\K a p i te ]. 59J1 

gültig gegen. unv0t^ii/Ni^;^eii|)^tbigiing, als fae^ 

^ ^i|( di^i^ Wjsue, liebet AgttliöÄr bild^« 
Mnäh^fwßt'^tp %icb lijrt»: n>.Wf»Ji«cfccr Karafcteati 
bf v/u icb^jii^]^ jiOscIiri^ ?vnk $el&s|^ge4rtuig€tijf 
o^fe^ir vo|v a,i;i£|Qp yeraia^lAf^t fand>. üBer di« tbia^ '- 

utki Glauben aU'ctui^cb. .^vH^^iiacbafrliobe CJhe»» 

d^r Ffie^^e io jnai^eii) \^.tex)bAde wieder bev«^ 
gfif teilt, vf^ig, ;,^l^tern«^>.)«b ,Qln«. Reife Inich 
Qriec^0AJ^IK<^j,«jA8J^ft?M«^ Ägyipt^,7 IcbHuef« 
jfj[Ui^ ipjjjeijr^yft^^l^AVo» ^eijrsi^ und S«*e«^ 
tbi'l^F^ 3l^«d> ap,rßaM %Ä,*S€«iI'febeiiB«n >QideJ9\ 

X^r^'miiM?» i detnrtPy^bagt^Urfeöft tt^t Ji Vguk 

dofiAr-^i^ rsq^eii^b?B^fiiS|lJdi^e%i^ Ei^wm^ 

*^J«^^ '§^m^ ^ 4 i^ 1 A^, ÄI^WHK V ak ^ anse^nndfali« 
^ng0^9Sg«^P; ]^^^,iii^tl« fti^H^iiig€k Sicbebheit 
ijLb^r ^^sef,Pi«gf.3^l^r#o^<|i€lbr pU b^tiBfrtvbi^bii 






einen So hüler ah eitiken Axt tage nisten 
dieser spiufündigeh Vernünftler ibisugeben; 
IMLein entschiedner WtderVrille gegen atles was 
nach Solisterey scbmeckte^ nnd gegen alle Spe- 
kulasionen, die nair ins praktische Leben kei* 
nen Einflidts sn haben i^chieneh » öder 4^^ ^^ 
intith nur in eiligen ' iLa^yriik eh yön' Zweifeln 
führten, tim es ihmvda^n selbst ttt überlassen, 
wie es sich wiedeth^rauitf finden' l^i^rite, 'hake 
mich immer von subtilen Nachlorsthtm^ge^xitieif 
Uö& intelligible ^genstände emiehit^ Ab^ 
die Ideen von einem aMgemeinen Systeni dett 
Wesen; von einem unendlichen <}eiste, der die« 
aen unendlichen Körper beseelt; und* einer un» 
aiebtbaren Welt, die 4er ' Typtis ' det sichtba« 
Wn iut von Gott lili^'dek^ obersten Gesetz« 
geber dieser beiden Welten? voii' der ewi-« 
gen Fortdauer aller J^drger' der Stödt Gattes, 
tind von den Stufen^ auf w^fch^nl' die' Vcftsöhie^ 
teneii Klassen- der Wesen si^ dem^un^eieh^ 
bvreh Zide der Vöttkömnientieit'e^ig üilfaern: 
üeui erhabenen Ideen' i/iHaren mir iiüuü^ "Wii^f 
tig; gewesen , haiteti 'Statk auF mein ' €emüih: 
gevmkt, und, da sie, durch die Pythägöriscfae 
Emuebüng zu 6 1 a ü b i^'li s ^' U n k t e li ' bey mir 
geworden waren, sich mit nieinör ganzen Tör- 
itelhmgsart so vdn;l^lA]^,<|dars es mit i'tzt, da 
ich den Grund ihVer Wahrheit nachf6iricheh 
aolltiev' beynahe eben so yerKs^in,* aU db man 
was 2tumn^«ter^en Grand 'Vofn meinem eige« 



.t 



SscHssiii^TEs Bücn.sr Kapitel. ^91 

aeii Bew.timseyn anzugeben. Indessen'Äab ich 
scharfsiQhige tind g^lebrt^ ]\fSh den^n ähsi^ 
Ideen unervreislicfa^ andere denen sie schwär» 
sneritch und schiiuäriscK vorkamen ; und je mehr 
ich die Weh kennen lehxte, desto aug^nscBein- 
l^her heWies mir der ungeheure Kontrakt d6t 
gi^meineti Yötstellungsart und Le Densweise 9er 
Menschen' niit derjeäigen,' die unn^ittelba^ aiik 
|eiien Ideen ' fo)gt, wie uneiidlich klein* die 
Zahl dörlenigeh. seyn müsse, die von der Wahr- 
heitd^BTselbeh tiberseugt gelaug waren, u:m si^ 
Eukn R^gulatii^ ihret Lebens su machen. Gleich* 
wohl schient unvre weiseiiten Geset^gebek^» 
iso wi^"4r# Slfifler unsrer ehrwürdigsten Myit^ 
ri^n, sie als etwas Ausgemachtes angehomme% 
xtiii e^htweder von ihnen ausgegangen au ieyir, 
ib^^r auf sie /hingeführt zu haben. Von jeher 
gla u b te ti die besten unter den Menschen an 
sie, und lebten nach Maximen, die sich aiif 
diesen Glaube^ gründeten. Und du selbst, 
tagte ii^ Mt^^ "(^ürdeäft du den deioalgeikr um 
liegend -eiiieh Fräs aufgeben wellen ? dich nicht 
Air h6^hW tin^lüdklich halten, wettii es jemahb 
i^nemSofi^teh' gelingen könnte, dich au'ibe^ 
iikhf dafs er Täusehung sey f Waib die£s, wenn 
diese Ideen nibht ' in d^m Itilietsten deiner 
^atUr gegrünäec wärenr? Und sind sie diefs, 
»öllte es Wolliso schwer seyn, blofs mit Hülfe 
4ea äU|eto6[iiieii MensdhenveirAande& bin atif 



s 
I 



' ; 



59* , T A » A T q« o K. . . . : 

, Ich bescblofs inicb vo^ fieser IV9[$gIi<4ikeif 
durch die Tbat fetbat; zu überzieugi^fi« 
■' . " - . • ■ . * . . 

^yPIe Wabrbeit» ^ag^<$ ich zu tp\x' selbst, 
die. für alle wahr und allen uneiub^^rli^b 
ist, die deti ]$I^nscben zu s^^ner Best im« 
muxig, zu dem wasfüir. ihn das höchste Gut 
ist, fi|hren soll, Icann. nicht in d^m. Brunuen 
d ^ 8 D e m o k r i t u s yj^r«enkt liegen , sie kann 
kein A r k a n u m seyn.« dessen Besitz, ^xp Na- 
tur ein^ige^i Wetiigen ausschliefslich anv^^rtraut 
hätte, und welchem zu Liebe man n^ch Mem£$ 
oder Sais, oder zu den Gymüos^^sten am G\Vf> 
ffis reisen müfste«. Sie mufs* un^ allen D^ahe 
" &enug liegen, um durch blofse Aufmerksarnkfi^t 
auf uns selbst, durch blofses Forschen in uns^ 
.t^r. eignen Natur, so ^eit das Liicb^ in unf 
jselbst den Blick des «Geistes dringen l^st , ge- 
funden zu Werden. ; . 

.... _ • . ._ j 

f • 

« •• • l •. '. ■ ,' ' n . . : 

.1 i ,. • , . ..,■-.• • ., ■ 

. ^ 90iPas erste, nys^s* d ite^ auf m i cl^ ; f^elbst rg^^ef^ 
te^e Betrachtubg ai^ mir wahrnimmt, jis^ dafs 
,ich aus zwey verschiedenen und ei^f^f^d^r eijt» 
/ ^egen gesetzten Nfaturen bestehi^ : ^^iner th ier 
' r i s c h e,n, die mich u\it alleu andern Lebendi- 
gen in dieser .sichtbaren Welt in Eine Linie 
stellt ; und ein^J^ geistigen, diei mich ^ duroh 
Vernunft und freye S^bstthätigkeit up^ndlicb 
hoch über^ jeiiev^^irb^bt.. Durch ijenehangje 
ich auf tausendfache Weise von» allem, /Wi9$ 



\ 



* Sbch^ähute^ Buch. ,> ^^^öpi^^^l« 393 

fufser mir f^t, ab, 1)in den "Bpi^nfin^Bfn^ dio 
all^d Tl^iereit gemein j^ind, iqLterworfeiv^iuaA 
selbst in d^r tbätigen 4-)^fsei^Dg meiner. I^riebm 
an di^ Gesetze der Bewegung^ der Organisazion^, 
luxd des animialUcben Lieben^, 4^^fi^ ebe^ die^ 
selbe Notbwendigkeit gefesselt» welcbec jede^ 
andere Thier u^tertl]ian ist« . Durc}i diesfi 
füble icb xQicb frey^ unabbängig, selbsttbatig, * 
lind bin nicbt nur Gesetzgeber ^pd König einer 
Welt in mir selbst, sondern auc^ fähig, mich 
bis aiof einen gewi^^^n Qradv,zu];i>Herre^.übes 
meinen Körper und über aUes andere, was 
^ifiej^b^lb der Grenzen meinem Wifl^ung^I^eises ' 
|iegr, zu m^^efi.. ;. ; ; 

.. i^Natürlicber .Weise wird durch diese wnnii 
derbare, mir ^selbst i»Qt^^kl|ärli€i}^f jVjCreinigupg' 
I^VS^eyer so ungleichaf tifgeirNatux^,die tbi^rischo * 

|iuf tausendfi^che Weise-ver c^4 ^) t, die geis.tige[ 
bir^g^geu, die ihrerNatur nach lauter Kraft,Licbt 
uiti^ {'C^uer ist|.abgewur4igt,.verdAi^e,rt, fsrkäU 
iß^f ^^dt um mic|irjii»e» seb.^. pa^n^.^n »f la? 
^oi;iische;n Bildes zu l^^diene^^; di^rch di^. Ver« 
;^ic)dung in die niedrigen Qe&^bäfte und JSet 
^iirf Aisse r dc^ Thieijs, wie e,in V^agerder ai| 
.d(Br Leiiprutbe hsMEi^e^ ^lieb, verhindert, jhreii 
na^rlichen freyei\ l^lvig zu ^ebmen, ;und sicli 
in;eii\ feine^. Element zu/gleichfirtig^];^ Woi^ 
l^en . ai^zuschwingen. . ^ ^ 

•'s „CleichwoWit 4^ ^^T^ eiiif»«ibl ^ese YeFi 

• e^guif g^das ist, wai den Mensf fi,en. zu^ M^^n* 






I 

» 



I 

\ 



\ 



594 ! ^ ^ -*■ T " ^ *' 

* '-•■"■. 2 \ . 

^ c h 6 ä fhlicint t wotin anders könnte die hSi^liftti 
dfenkbatre- VollKammenlieit 'der Menschheit 
bestehen» aU in ^iner völligen » reinen , unge- 
itörten Ha r ovo nie dieser beiden zu Ein^t 
rerbuijkdenen Naturen? — ]Eine VoDköinmeh- 
lleit, welche , wie unerreichbar sie auch mir^ 
Ixnd Verxnuthlich jedeäi andern Menschen seyil 
mag,' den nach, in so feirn ich^ie d^i*cK getreue 
Anwendung der MitteV, die in mir selbst He« 
gen, befördern kann, das unverrückte Ziel 
meiner ern&tlichsten Bestrebung seyn mufs 






lit. 



\ „Wenn aber eine solche Harmonie unt^t 
irgend einer Bedingung Statt finden kännV'i^ 
ist es gettrifs nur unter dieser , dafs der tbie^r 
ri^chd Theil meines Wesens von dem gei^ti* 
gen, nicht umgekehrt der f6 totere von dein 
erstem »regiett werde i denn was , kamif 
widersinniger seyn~, ab dafis der BUhde dea 
Sehenden führe, und der^ Verständige dem Un« 
verstindigen gehorche? 'Difesi Uriterordtiuh^ 
ist um so gereblnbiS weil der thierische Theil 
bey d^r Regierung defe vernünf tigen kehi6/ 
Gefahr läuft , lind nicht ' die gefing^t^ Be^ih« 
trächtifgnng in seinen recKtixhäi'sigen Fodertth* 
geil von ihm zu besorgen ha%: indem^dieser 
SU gut erkdiint, Was zum gemeinsameti Beiten 
des ganzen Menschen erPödeit i^ird, ixÄt deiln 
thierischeh Thäil' ^twias zhi versagien , "vi^itfs die 
Natur JBti' dncf 'Bedingung- seiner Ethalturt^ 



/ 



f 



SscBEfiBKT^s Boca. 5. Kapitel. 395 



liiid 'i^eine» Wolilseyns gemaclit )iat. Das Thier 
bing^gen weifs nichts von den höher n Bedütf* 
»bissen des Geistes; es ktimmert sich nichts 
.darum, ob sein unruhiges Bestrehen ji^de sei-^ 
SierBegierden zu hefriedigen dep Geist in edlerh 
tSeschäften^ und reinern Vergnügungen ]>eein» 
triehtiget, und ist so wenig geneigt, seinen 
Isigennütsigen Fodemngen 2ii6l undMafs setzen 
su! lassen, daCs es sich vielmehr jeder l^inschrän* 
kung entgegen sträubt, und, so bdid die Ver* 
iiuiift binschiummert ödet den ZügeLnicht fest; 
gehug .halt, sich einer Willkührlichkeit un^ 
Ob^herrschaft anmafst, wovon die Zerrüttung 
der ganzen innern Ökonomie des JRiIejischen die 
linfchlbere» Folge in. '^ 



■t ,, »> • 1 1 ■' ' •■' ... • • *' 



- '' i,D» nun diefs ( wfe die Erfähiruii| zeigt ) 
gei: Fall'i^ ^o - to ich t'bey allen, "doch giwilk 
b^ey der* ungleich gtöfsi^rn Zahl' di^r 'Menschi^n 
iufdeni ganzen^ EMboSen üt, und voii* jeher 
gewesen zu seyh scheint; und dtt äidÜt hü*f 
die allgemein anerkannte sittliche Verdorben* 
lieiC söhdeVii selbst dfergrSfste TbeiT d^r fysi* 
ibi^eti Übel und' Leiden, die das M^itiücheng^^ 
idbl^c&t drücken und peinigei^,'iiotb Wendige 
l^ölg^ndie^ser Herrschaft des thier»^hett''Theili 
lii^i^r'Watur über den geistigi^n sihd, und Atk 
iähli^^nichen Dienstbarkeit, zu Welche die Ver^ 
üüh'ft'''sidh' ntur zu IcJieht bequ#ifi^,'«wenn ^ddr 
Sii^eiieiD^eJang det Ls^rdenscbiG^^ einmuhl idi 



V 



390 : . A G A T n X) Ä 



"* Ti > '^•- 



{Eingang /^uun&erm Herzep ge{^^^fi(^^ hat: $q 
folgt hieiau»^ als' eine Regel, die-^ohpe Rüqfcf 
sieht auf mögliche I seltne Ausnähmeii -^ mif 
gutem Fug für ^llg-emein gelten l^apn,, n^^% 
ein rastloser Kaippf der Yer^nunft J?iit 4^r .$ia^ 
lichkeit, oder des geistigen Mensqhen ^i«^ de^ ■ 
tbierischen , das einzige Mittel sßy^ wo^^f^cl^ 
der Verd<5rbnifs unsrer Natur und A^p. l^beVl 
aller Arten, 4^^ ^^^b a]xi^ ihr, er^e.ugen, tibgßhoi^ 
fep^ werden fcö;;ine, und^ dafs dieser:. itt^LerUebt 
Krieg in jedem Menschen s^ l^ng^ ß^p^fi^i:! 
miissei.bis das sum Dienen geborhe l*bier diQ 
weise n^nd, gerechte . Herrschaft 4ör Vernunfi; 
anerkenilt und ' willig dulden gejerifit hat. ^* -tf 
Eine Bedingung, ^ozu das thierische^^ Icl^ 
dessen Tbätigkeit immer nur seine eigene Be* 
^riedigung.2>ntn 2(wecjk hat, sdiwerjl^cl^ ^uf eine 
andere Art zu bringen ist,^?rl^ .w^ap da^ {g^^MlS? 
^urch jede mögliche Verstärkung' sei?fierKr^f| 
y^d Energie eine g.a n % e n t s c h i e |d e n % Übe x>* 
^acht gevf^onnen hat. ,; i * ,. , 

. - .- ■ ' > •; ..-: ■' ■. . /. K. ,,■; .-.. ,/ -^lu 
.v,,Wenn diefs, ; wie ich innigst uberzeugf 

hin, Wabrlieit Jst^. so Jb^jbß it:!^ von dj{^^en| 

^u£en,blidc an kein dringenderes Geschafty|k|f| 

pi<;h :>zu , , diesem Endzweck aller^ Kräfte ii|^ 

HiilfsqvelleR^ die; in der $^atur meixi.es ^G^e^i^i \ 

tes\ liegen , in ibver ganzen Stärke bedi^ne^ 

i^y. lernpi:^; Ii,n4\ »un begreife icb er^t, .w^arnui 

4e^ P§]&A^>^: Apollo (hierin da^ ^Qr^f a ßp^ 



# V 



SECijrzBö^itTBÄ Bücn. 3/ KÄpiffel. 397 

fiöchstcnWeisiicit die au älleöMenschen spricht j 
dj^en, '£e in seinen T^m^el eingehen, nichts 
^Nichtigeres £tf ei^pfehl^n wtir^te, als Kennet 
2i)fth' seflb^tl Denn worin anders als indiesef 
' Utib^kanntheit mit der höhen Würde unsrer 
Natur, mit der tinendlichen Erhabenheit des 
TJftsicblJiaren'in ün** öhek^idas Sichtbare, und 
ftrrt der* unterschÖpfUch^^n' Stärke' unsrer blof» 
* Äuftli^ Nichtgebrauch so wenig verm^cnden 
Geistisskraft, worin anders tiegt^die erste Quelle 
illcr unsrer übe) ? ~ Ich entschlage mich hierbey 
jeder Uli tetsucbuhg,' die aus Me^ngel eities festen 
Grunde^^ -^vorauf die Vernunft fufsen könnte. 
•Ich in blöhe Hypothesen Verliert, Woher e^ 
itüth^-komi^e •«!— es sey tiün, dafs die Seele^ 
Wie^ Hiitb sagt, durch den Sturz aus jelien 
fiberhimmliscfaen Gegenden (dem Element ihres 
Vorigen Lebens) in die Materiö, Wo sie iit 
einen irdischen Körper gefesselt wird, betäubt, 
zi\ir langsam un4^ siitfenweise wieder zur Be» 
slfin'-ün'g kommen könnet oder dafs die 
S^hVäche des kindischen Alters,- die langsame 
likid meistens sehr mangelhafte Ausbildung des 
]|histtuments> von dessen Taugliiihkeit und rei- 
v^)c StliÄmtrng ihre eigene Entwicklung gröfs-1 
tfcri Tfeeih abhängt,; und die übrigen umstände, 
d^ff^EhSflufs sich bey den meisti^n auf ihr 
ganaei Leben erstreckt, hinlänglich sey, jen« 
ttiiÄig^Erftilining asu erkHrreri ^ genug /^die 
9Mf66 ^«Ast iTegt am Tage. Ntr die Gnk\m&i 



I 



398 ' A'o ▲ fHoir« 

•einer eigenen Katur un'd^Wuf de kmnn ideii^ 
Geist in einen so unnatüi^licben Zustand ver« 
setzen, ^dafs er, ai^statt ^u berrschen^« dient ^ 
anstatt sich vom Stoffe los «u winden, impei^ 
mehr in ihn verwickelt wird ; anstatt imjner 
liöher empor zu steigen, immer, tiefe^r be^ab sinkt i 
aipstatt mit GötterspjBisf, sieb xti näbren j( ai| 
tbierischen' Genuss0n pder leeren Scliaugcfripjb« 
ten, sich genügan läfst. Aber selbst in dieseiu^ 
acbmablicben Zustande dringt ifich ibm ein 
eebeimes Gefühl seiner böhern Natur wider 
Willen aii£: er ist ~w^it entfernt sieb in feihejt 
£rni^drign.ng wohl 2u befinden; er macht sich 
{Selbst Vorwürf(^ ube^, jede seiner iinwiirdige 
Gefälligkeit gegen die, Tyrannen, der^n KettjSiv 
er sich sq. tragen schämt; und die ^virig^ Un-. 
ruhe in seinem Innern , das stete Bestreben 
s^in eigenes Bewuftseyn zu übertäuben, das, 
^häufige Wechseln der Gegenstände seiner Be«, 
gierden und Leidenschaften, das ^^\/^ige Se^neit 
xiach einem unbekannten Qute, dessen er,, bey. 
jeder Veränderung vergebens habhaft zt9.jwefr<^ 
den ho^t, — beweiset überflüssig, wie wepig,. 
Befriedigung er in jenen Genüssen Endet, undr 
dafs keine Glückseligkeif für ihn ist,^ sp lang' 
ihm ihre j reinste Quelle am Grunde seineSv 
eigenen Wesens verbprge^n und verschlossen Jst. 

„Wohlmir,. sagte ich bey diesein^Betrach». 
tungen zu niir ^bs^ti dafs ein Zusammeofliilf • 



\ 
/ 



1 1 



' SmCH;efiHK7:lLi Bvc^* :3. Kapitel. 3^ 

giiattig^r Umati^ncle) Erziehung! .Unrt9Tr^€|it|L 

ffujhse^tige Anitrengung des Geistes » und ^ Auf« 

inerkscunkeit auf die Stimme meines guten !)% 

|Bpns mich davdr.b^wahrt haben, diese unglucJc* 

liehen Erfahrungen an /mir selbst £u maichenl 

Wohl aiir, dafs weder ein libervt^i^genderHang 

imr Sinnlichkeit» noch irgfiad eine andre selbst« 

fjiichtjlge Leidenschaft, die Liebe zur Wal^prl^ei^ 

i&nd das Bestreben den BeyfaU des Bicbters ix^ 

meinem Herzen zu verdienen t in mir überwalt 

tigtel Aber darf ich mir darum scbmeichelny 

di^ Oberherrschaft der Vernunft in mir sey 

nun auf immer so fest gegrjändet, dafs efkeln^ 

Vorsicb^t gegen den yielleiicht'^nur yerstecktea 

Feind bedürfe , d,e|^» gerade wenn ich m^ch 

^in^ am wenigsten versehe, aus irgend einem 

Hinterhalt hervorbrechen, und mein unbeson* 

neues Selbstvertrauen zu Schanden machen- 

könnte? Ich habe di^ Laufbahn des L^bena 

kaum begonnen — * Geburt, Ersiehung,, Ver^ 

hiltnisse. und die Ervtrartung meiner Mitbür* 

gar bestimmen mich zu den öffentlichen Ge« 

ichäften meines Yaterlandes -1* tausend Gele* 

g^^eiten, wo meine |lechtschaffeii,heit, mein^ 

pe4uld, meine (jewalt über mich aelbst, mein« 

Beharrlichkeit im Guten, auf unerwartete Prot 

hen |;«^etsjt werden mögepi stehen. mir bevor '«-«r 

mancher schwere Kampf^ vielleicht mit einem 

ifpx .noch .unbekannten G^genkämpf er in mei« 

^iim Busen, edi^ doch gewifs^mlt den Leide;^ 



l^^ 



400 ^ A O A T >Ä p K. 

Bbiiaften, Irrtkümerntind Lastern ahdtier Mtx^ 
teilen , ttiit* irelchep knein iJaqf in Aet Refix* 
hlik ö6^ mekie YerliSltnigse im büi;getlichett 
Lreben öiich- verwickeln werden j und — wa# 
von allen Gefabren vielleicht die gefährlicbsjte 
ist -i—dfer' Geist der JWelt, die ^ tinmerklicht^ 
Absteekn^g bertschender^eyspielc, VorurtbeHeil 
und Gewohnheiten! Werde icli auf einer s6 
.Ac3iluüfrigen Bahn lii^ ausglitschen f unter sd 
man dherley Geschäften, Sorgen und Zerstreu^ 

iihgeiif bcy einer so vielfach getheilten Aul^ 
inerksamkeit auf die Ditige aufser mir^ di^ 
Aufmerksamkeit auf mein Inneres nie verlie* 
ten^ uht€?r dem lirmeAdeh Getümmel von 
iiufsen die Stimme der Weisheit, die leisen 
Warnungen mtfineS guten Dämofts nie ühprhö- 
ren? — Es ist so schwer empor «u steigelb-^ so 
leicht h^rab zu schlüpfen ; und auf der Bahn, 
die. ich Äü gehen entsphlossen bin, kommt 
»an durch blofs^s Stillstehen schön zurück!-— 
O geWifs, Archytas, hast du jede ihoglich^ 
VerstätkuTig ,^die deinem Willen eiöe aiif ijdif 
mer entschiedene Übermacht g^ben k*nn, i^ei 
^ifs hast du eiüS^st6m,vohL/ebens Weisheit 
Vöiinötbfett, das tiuF einein Grund« stehe^ dchi 
keine eil tgegen wirkende Kraft wedei^ von äiifseti 
noch innen »zu i^rsdiütterii VerttiÖge'nÜ sef ! '^^ 

"/^ ^„Aber wafrum solltest du auchen v^äs '*ti 
bereits gefunden hast? Odet T^ie ^tröllte^stdü 



' 1 '~ » 

StLQnzmnu'imt Btrcii. '^. KapiteL '4ox 

tsxiter Aeti Ti^t^ih^reyen nitfisiger örübler^ bflte 
in deii Schulen gf^sdbVrätzig'er Sofisten 4 * äie «U» 
ihrer Detikkraft eiii^ gyiiinWtiBctici'KüWst liia<5hetl, 
W stÖk darauf ^i«tdV xhii? gleicher Feftigkeifc 
und gUi^h^' ^rf<y% h^^tb'fiir die Idben ik 
t a r m l^Bi^^fe i^'^Mor^en tixt dfe' Ä t ö ni^e iT 8^^ 
■p e u c t p JJ u s ' Wu fechteii'; VWö «olltdft . iii T)»)r 
ihnen feine besse^ *Norm flefiner ^^^an^en ' ihnerW 
Vetfa^üng , '^cineii si^heretii 'Ijeitfaden' durch deti 
Labyriiittt d^ lihens, ein ' edleteö Zfel 'dcf^Ä 
'pas^ypi, rifehr* Aufmunterung^'' ufia'Kttrfft^^gft 
Tu|ena, üntf4ihen festem 'Griind guter^«^ 
^Ütfiil^h ^dcii 4önnett , iU in^ d^n GrundleKrÄh ' 
eßen dieser erhabenen Weisheit, in welcHA^du 
erzogen wurdest? Den Glauben, dafs diese» 
ünetoefÄlith^ WöfaH, ^ wörii die Vernunft, 
-ibt^ara ihr' rah^r Blick äurcjbi kein^ zufäfli^ 
^rsicHe Verdüstert ^ Ht^ s^lhsf iti-den ^06^ 
Schatteübadöirn^'der wesentlichen ' Dinge V^-^^«Si 
«durch' die äüfs^n Sinne in den innem falten, ' 
^einen 4b [gen^üW Z\isaminerifaati'g vdn^tJ^- . 
«WcKIb üM'-WiAütifeV Mittel ühd Endzwcci, 
ein^ •O-sichßiteE'infalt in ^jfer^uhertichöpfHcH- 
'itfeA MaJi^igSpyi'tiyikeft^ iih'ewigen Streit 
'Hklii ^wiAtA^tistkri Elehienti ^ uitid Züsamnieä- ^ 
'aetz'ungifen' io ' viel Hariiiö^ie, im • ewi'^^k 
♦Wech's^l^'der Dihge ^ö^^i^l Einföriri 
'k e r t , * *V-y ' atter aln&chei n^derf ;* V e r ^W 
io viel Oi'dnüHg, ifiri Gaifien einen so sidhö* 
^n'Zusa^iämenkla'^g'^lW ^u EinSaNli 



jrj^,^ e ias cb a.f tli cbe a,.!S, w j^,f^]c i wa^^nlniitity 

yrrr wcbt,^ft,.Wßrk eiiief hli^df^i^i . ,üngefähr8 

p4«r mecfaaiiisc^ wirl^endet p1i^&tisf:|iet ^Formen 

;^ey,,,#OBdern die »^Jcbt^r^,,pÄr^?ellfl.pg 

54er Idjpen einj» u,i^beg^«n«|t^,|ij^Ver8taf^- 

^19 s^ die ewige Wirkujpg'^ einej ,e^ig^n geistf- 

^^^,|LFrJtpift,, auf weichet jß\\e ^, Krähe ihr 

Wesen sieben , . eine ^ i n s i |r e nach \ einerle^ 

Gesetz regierte Stadt Gott^St* deren Bürger 

j^\p vcrliünfti^e Wesen, deren. t,(^ese^^geber 

^^d Regie^r^r, di^ , Gerechtigkeit; ,,t|nd Weisbejt 

'gelbst ," dereii. ewiges Grun^g^etj? gemein« 

^^laftlicbes ^i^tiieben nach Yollkpinmea'* 

#. ,. '' ~^ '■■ ■ ' ■' ' ' ■' 

.Je. n^ebr ich diesen grofsen ,/ alle» tunfassen' 

^^ Gedanken durchzudenken stf-^bei je vöUi* 

,^^. i^hle icb. micb, überzeugti^ dafs sich <die 

^i^nse Kxßift meines Geistes^ in ifani erschöpft^ 

data ßr al^^ $eine wesendicbei^ 'JTriebe befriedigti 

.^af» .ich init all^r möglichen Anstrengung nichu 

höheres, besseres^ vollkomisitieres dei^j|p/|n kan^ 

imd -^ daXs, e.ben dieff der stärl^ste 

Beweil seiner Wahrheit, .ist. y^yi 

dem Augenblick an, ds^ mir dieser gQf(« 

^|iohste aller Gedanken , in der gans^ei^ Klarheit, 

, womit er mei^e_ Seele durc|istrahlt , so gewiCi 

erscheint, r als ich mit selbst meiner vernünftigen 

.^atur bewulst hii\^ fühle ich, dafs icjh mehr als 

jinsterblichea Erden wesen, unendlich mehr i^ 









(ier Md^e l^^iefft^iii^kbinf der ioh äixfder- 

lic^^h^ne; fuhle^ dci(r ich durdi '^tiiiBuflö»> 

liehe Bande mit allen Wesen ^usaoimNsif UuAYigo^ 

.und dafft die Thatigkeit. meines Geistes,* anstatt . 

- in « die ' traumafaiilicba 'Sj^mAr eines i lialb tKieri* 

, iotien<lt^be««s eingesJfacäsM iieyn*| ^fürveine 

ewige >{leihe immer töh^of ^ Au^t«ftte';^iiinmer 

iteiner^t«' BntMUühgl^ , ; ^^^^ 'kraf^ifellerer, 
Weiber i^ettzender Anwendungen «lüsn ^^^^iektt 
Y^pti^tx^ ßti bestimkit; <ist^, idie mi<^in^liöU Jlk 

iMttn^ Alfs fffiT i4^i n 0lS&0ilnift^i « e|)^ W «l¥t^ 
itmä>; sollte GMclM^gketlfi iie^€tmtf;^fk 
skilh ' daft ik^Öftslsitir i^wSt>^, ^wei^iri^%ii ti^<ii(^ 
Kör^«r^'iä«^iihin U0(sill^'^0rgatt 2ul«^£mifHäci» 
hing'aäd Airweiidtttt^^lieider'Kraf^ ttiid %<!i V«t(> 
mitttün^ Jiekier O^ift^klkfaftt tt^ ' Vettii^iidiing 
mit^etiti&fi^^en^^^esiift et^[«geb'et^^ ^iiM 

. wifU^bheii Tkeil seiWt^li^to 4Mii^$fe^r «i^ 

' das Tbier, das iKttt 4i<^to'4iol1,^iils(^eliftiv'|lei* 
clresfF/ b»bai»|e1n woHlllr ;1^«ib^^ mefet4tii4#jistlirfl} 
VetWecheir gegen (Mv ^hetfigste aller "^Natttf^e^ 
aetse^^'^Mrenn ^^ i\M ^>I|^mcbaft dberbicH 

/ einräumen,, odec^jfich^lin. c^itt schnö^öi^^Burf*» 
ttifs> p^gt^ sieb selbst Mit ifain einlasset« ^e 
Um vöd C«iitatir jUia^aiefa snach^n; uüd df# 



,4cf4 i ^ u r- ' -% ^.i#<''» ff 4>ji«- li 1 Ä H j a ti 



-fd^iiden Mtt , gehö lÄ. ich. xdcht) adr-ß^&ißt v m^t 

dem Erdscliollen , den iDh memiYa^rÜMwiVi^i^flAe» 
ausschliefslicli an : ich ge&Öre mit allen meineifi 

^ar 4** ff ^i^ ***r)i r , dftlW?^ »n S^^U n ^ei^»^ E|r A«^ 
Iftb^ iw^iil Vaf(8d«©d «ÄpraJöfe i*nf«»itf|^b^*iH^ge* 

g^ ► . iÖßia^i^n*^<!bemi b4i^|)i^^>sifidH^u|f welche 

^ Da^a'GV^io^ <Ue.se:i^,riAM^enbl>c^»'.dife^/aiin()^^ 
l^ahrheit, j^rerech^gkeit!» .Q/fdnutigy Huriponia 

• i^d..YQlJk0WBianhf8itv!:Qh|iei«igej[|nützi^^ Rück- 
sicht ai^ jn)ch.sdblM:»tdiie bpc^hsten Gagenft^nd^b 



\' /— ' 

TP0L^}:j^^Wf^ aufsej: ,fl^|,^ yjsij.breit^^n, ^i^eja 
letzter,,. ^iwiecl^, di^ flbp^, »aller,, mf^i^?: Hand- 
lungen , die Norm ^IJef ; G^ej^etze , zu .deren B^; 
f olgujH^ _ ich Hl ich verbindlich , . n^af^c^q . • 4lLrf. 
^^in- Vaterland hat\ alliei^ von mir .zu« f^dfrji, 
was dieser höchsten Pfifcht nicht wi,d^fp4<^ht: 
aber so bald, sein verrneintß^ Interesse fsii^.unge* 
rechie. Handlung von: Riii; ifoderte , ,sq borten fiir 
diesen Moment , alle seine Anspriiche an mich 
auf^ und wenn Verltist, meiner Güter«, Verbau* 
tiung und der Tod selbst auf meiner VVeigcrung 
stände, so wäre Arii^uth,^ Verbannung und Tod 
der beste Theil den ich wähjen J^i^nAtl^*'. ' 

Kurz, Agathpn, von d^ni Augenblick an, da ' 
jener grofse Gedani^e von meinem Inneirn,3^;^itz 
genom;iien bat ui^d die Seele gller meiner Triebe, 
Entschlieisungen und HaAdli|ngen geworden istj 
verschwi^dßi; auf iff^mer jede Votstellnng, jed« 
Begierde.^ jede Leidenschafty die mc^x^Ich .vo|v 
dein Ganzen, dem es angehört, l^reT^ppfi, mei* 
nen Vortbeil isolieren," meine Pflicht meinem 
Nutze^' oder • Ve^gnüjei;! ^, u n t e r o r ^ p e n, yv ill . 
JJun isjt mir iein^, Tugend zu. schy^er ,., Iqsji^ 
Opfer, d^(s ich ihr bri|[ige^,^u the^;:, kein Leir, 
den um ihrent^yilIen unerträglich. , Ich fcheiiiei> 
wie du^ .sagl:e;st, ^ini^hr . als ein ge^/vöbnlicher 
Mensph \ und doch besteht mein g^^es .Qe^eim- 
^}hM?^ ^^\ 4«^ff..isb. d^e8en^.j?^^nfeB%/n«i. 






p 






40^ ■''[' A O A !• 3 K. 

lieft göttüchen Ur»prttngir;'iiifeiiierKelieii Bestimm 
müttg,- und meine« ttnirnttelbaren Züiammen* 
hang« niit der un8iöhd)aTeikl Welt und dem allge- 
nieinen Geist , immer iii mir gegenwärtig, hell 
und lebendig aii erhalten g(ß$iicht hab^, und dafs 
er durch die Länge der ^eit zu einem immer 
wahrenden leisen Gefühl ge^vorden ist/. Fühle^ 
idh 4uch (wie es kaum anders möglich ist) zu« 
weilen das Loos de|r Menschheit , den Druck der 
irdischen Liait, die an den Schwingen ünsers 
Geistes hängt , verdüstert Jsich mein Sinn, ermat- 
tet meine Kraft , — so bedarf es nur einiger 
Augenblicke , worin ich den schlummernden Ge- 
danken der innigen Gegenwart, womit die alles 
^erfüllende ürkraft auch mein innerstes Wesen 
iiinffiBt %nd durchdringt, wieder in mir erwecke,^ 
und es wird mir , als ob ein Lebensgeist mich 
anwehe ^ der die* Flamme des meinigen' wieder 
anfacht, wieder Licht durch meinen Geist, 
Warme durch mein Herz verbreitet, und mich 
wieder stark zu allem mächt , Was ibit zu thun 
oder zu leiden auferlegt ist« 

Und ein System v<^n Ideen , dessen Glaube 
die s e W i r k u n g thüt , sollte noch eines an* 
dem Beweiset seiner Wahrhei^t bedürfen ' als 
seiniß blofse Dafstellürig? Eiii Glaube, der die 
Vernunft so völlig befriedigt., der mir sogar 
durch sie selbst aufgedrtnigen wird, und dem 
ich nicht Entsagen kann ohne Ineiner Vernunft 



SEeHZ£HNT%^Bi7Cir. 3, KapitcK 46f 

en enM^VLieittGhnhe^ der mich auf dem go- 
ratdeateti Wege zur gröfsten sittlickien Güte und 
XQmxeinsf^ GeiJiifs meiniss^ Daseyna fipiitv^^^ 
iüi diesem Erdenleb^h iriöklkh sind» ein Glaube^ 
der, so büld et allgemein wätde> die Qu^Uei^' 
aller Sit iKcheW Übilverstcipftii^ Uhil den acbö^* 
iSten DicWferti^m*>oin golAii^ Alter in' seineir 
liöcfasten VoHk^i^k^enheit realisieren w^urde; — 
ein solcher Glaube beweiset sidi selbst, Agathonji 
^iind \irir könheifr alle seine Gegner getrost aüfi 
fodern, einen Veifnunftmäfsigem und der mensch* 
Uchen T^atnr zuträglichem >|iBsiistellen- Wirf 
Snen Blidlc auf das, was die Menscbheit ohnd 
Hin ist, «^ virakvsic^' w^re, wenn sich nicht i^^ 
den Geseiffigebüh^^ti, Beligionen, Mysteried tiäS 
Schulen der Weisen immer -einige Strahlen rxai 
Funken von ihm unt<^r den Völkferh erhalten hfitä^ v 
ten, •*— und was sie werden könnte, werdekl 
m ü f s t e , wenn' er feniahls ^h cf r r s c h e n d 
trürde, <— was Hie schon allein durch bldfs^ 
Annäherung gegen dieses vielleicht tii^ ist* 
reichbare Ziel werden wird",vund alle Zweifel? 

. alle Einwendungen , die der Unglaube der Shin- 
lichkeit nnd die Sofisfiferey der Dialektik ge^etf 
ihn aufbrii:ig<phkä*n1i, werden' dflch so wenig irr 
deiner Uberiettgung stören - käünen , als eitt 

^ Sonnenstäubchen eine vom Übergewicht einea 
Zentners niedergedruckte Wagschfife steigt 
il»ich<^ kann* V* ' '^ 

' * ^ I, 



t 



4^8 i .^ A,G AT H Ck If. 



Ich kenne, nur, einen einzigQn^.EinVIrUjrf^;«^^^ 

ibn^d^rb^yn^. ersten Anl>li<pk,ßinfg«f Sc1^^>i)|1^-t 
<i^% IVif; den nebpUph, d^Ji,e,i;,au,jej^^KPffiJLi5f 
^en.gxoTsen l^a^fie^, zu ,rein;jf^<^,yi^llkpmnieni 
für (jep^Zustä^^L^ey, zu weichend, aa^.ßcl^cksji)^ 
die: MenschJ^eif a||f cU^ser. £^4^ jefj^theiltiiabe, 
4herv yervn e» nür^^iu wajkr ist^, 4^p. ^r gröfst^ 
Thf il unftrer^ Brü4t^ «ich in einf^ t^ustand^ yoiK 
Klohbeit^ Unwissenheit, Man^^)i^.n.!4u6bil<iung,^ 
Unterdrückung üwd Sklaverey ^^4^, jder &i^ 
zu einer Art v^on Tbierheit zu yefrdain^meii 
l^^h^int, worin fji^ingende Sprgen, für die ]^lo£ie 
j^rhaltung ^des.^i^iiii'alispben ,L»ebens..|d^ Geist. 
niiedeTdrücken Jund ihn nicht >zumBewu^^tsey& 
^n^^ eignen . Würdef und Refhf^ ;koinmen lasr; 
•enj wer.,darf es wagep, die^ Schuld dieser Her-^ 
• f|>würdigung der ,IVienschbeit auf das Schicj&? 
•^a 1, ,zu legen ? Liegt sie nicht offenbar an denen^ 
4ie aus Ijiochst sträflichen Be^vegursacheu alU^ 
nur, ersinuliche MitteJ anwei^den, sie so langd 
als niöglich in diesem Zf^tai^ide von Thierheit 
1^ erhalten? — - Doch, dies^ Betrachtung 
w^i:de uns jetzH; zu weit füjwreuw — Genug» 
l^ir, mein lieber ^g^tbiO^;, wir kennen unsre 
'I'fllcht: x^ie werden ^ wir, .wenn Macht in unsre 
Hände gege^ep, wird, unsre Macht anders alji 
i(Um möglichsten Besten un^er Binder gebrau- 
chen; und w^nn wir auch sonst nji^h vprtn^ 
geuy 80 werden wir ihnen, so viel an mi tsi, 



Sbchseühtbs Buch. 5. Kapitel. 40^ 

I 

1^11 jenem Kepne dich selbst bebüIfllGh za 
^yn sucihen^ welches sie untnittelhar zu dem , 
einzigen Mittel fuhrt, wodurch den Übeln 3er 
Menschheit gründlich geholfeh werden kann/ 
^r^ylich ist :dieJs niur. stufenweise ,s nur durch 
^llmäbliGhe Verbreitung des Lichtes worin wif 
i^n^re Wahre Nattir und Bestimmung erkennen, 
^lÖglich: aber auch bey' der langsamsten Zu- 
i^hjobe desselben , wofern es nur zunin^int, wird 
es endlich heller Tag werden; denn so lange ' 
die Unmöglichkeit einer stufenwebe wachsenden 
Verv6llkojnmhung aller gei|tigei^ W^en uner- 
wcißili<^h bleiben wird, konnei^ wir jenen trost- 
losen, Zirkel, worin sidh das Menschengeschlecht, 
i^ich der Meinung einiger Halbweisen, ewig 
berum drehen 40II, zuversichtlich für eine Schi- 
märe halten. Bey einer solchen Meinung niag 
; wohl die Trägheit einzelner sinnlicher Menschen 
ihrjp Rechnung finden: aber sie ist weder der 
Menschheit im Garften zuträglich, noch mit den^ 
Begriffe, d^n die .Vernunft sich von der Natur 
des Geistes macht, noch . mit dem Plane des 
^STeltalls veieinbar, den wir uns, als das Werk 
der höchsten Weisheit und Güte , schlechter- 
dings in der hqchsten Vollkommenheit , die wi^ 
mit unsrer Denkkraft erreichen können, vörz^u* 
Stellen schuldier siiid ; und diefs um so mehr, da 
wir nicht, zweifeln dürfen , dafe die ündurca* 
.brechbaren Schranken unsrer Natur, auch bey der 
höchsten Anstrengung unsrer Kraft^ uns xvf^^^ 



\ 



\ 



' \ 



41O A S> Ä' T w, ö s. ■ , N 

wendlich weit unter Aet 'wirkliclten VolK 
kommenheit dieses Plans und seine^ Aus*'- 
fuhrung zurück bleiben lassen. 

Auch der Eiriwurf • dafs der Glaube einet 
Terknüpfung unsers Geistes mit der unsicht«^ 
baren Welt und dem allgemeinen System der 
Dinge gar zu leicht die Ursache einer der ge- 
fahrlichsten Krankheiten des menschlichen Gev^ 
inüthes , der religiösen oder da in o n i &t i s c he n' 

vSchwärmerey, werden könne, ist von keinet 
Erheblichkeit, Denn es hängt ja blofs Voil unr 
selbst ab, dem Hange zum Wunderbaren di^ 
Vernunft zat Grenze zu setzen , Spielen dei^ 
Fantasie und Gefühlen d^s Augenblicks keineff 
zu hohen Werth bey zulegen, und die Bilder, 

. unter welchen die alten Dichter der MoiV 
genländer ihre Ahnungen vom ünsichtbareti 
und Zukünftigen sich und andern zu versinru«^ 
liehen gesucht haben, für nichts mehr als das 
weis sie sin4^, fiir Bilder übersinnlicher unü 
^Iso unbildlicheF Dinge anzusehen. Ver^ 
•chiedenes in der Orfisch^n Theologie und dal 
Meiste, was uns in den Mysterien geoflFen* 
baret wird, scheint aus dieser Quelle geöössed 
tu seyn. Diese lieblichen Traume der Fantasie 
sind dem kipdischen Alter det Menschheit an* 
y gemessen,- und die Morgenländer scheinen auch 
hierin, wie in alle;ji übrigen, immer Kinder 
bleiben i/d wollen. " Aber itns^ deren Geiste^ 






^ - 



^ Si^cnzBHNTBft Bixcd* 5. KaptteL' 411 

krfifte unter eipem gefmäfsigtern Himmel und 
unter dem Einfiufs der bürgerlichen Freybelt 
entwickelt, und 'durcL keine Hieroglyfen, heiligt 
Bücher und vorgeschriebene Glaubensformeln 
gefesselt werden, -^^ uns, deneri erlaubt ist, auch 
die ehrwürdigsten Fabeln des Alterthums für — » * 
fVibeln zu halten, liegt es ob, unsre . Begrifft 
immer mehr, zu reiniget^, und überhaupt von 
allem , was ^u(serhalb des Krcfises iinsrer Sinne 
liegt, *bicht mehr wissen zu wollen, als was 
die Vernunft selbst davon, zu glauben lehr^ 
und als für unser mpralisches Bediarfiaifs zu- . 
reicht. Die SchWärmerey , die uch im Schatten 
einer unbeschäftigten Einsamkeit mit sinnlibb- 
geistigen ' Fantomep und Gefühlen nährt, labt 
sich freylich an/eiher so frugalen Beköstigung 
nicht genügen, sie mochte, sich über die Gren* . 
zen der Natur M?egsch\yingen, sich durch über» 
Spannung ihres innern Sinnes schon in di^^seiti 
rieben in einen Zustand Verletzen können , der 
uns vielleicht in einem andern bevorsteht, sie 
ilimmt Träume für Erscheinungen, Schattenbil« 
der für Wesen , Wünsche einer glühenden Fan» 
Casie für Genufs ; gewöhnt ihr Auge an ein 
magisches Helldunkel, worin ihni di^i 
volle iLicht der Verni^nffc nach und /nach unet- 
träg;Uch^^ird, i^nd berauscht sith'in sülsen 
Gefühlen' und Abmingen, die sihr den wahren 
Zweck . des Lebens aus den Augen rücken>9 die 
Thätigkeit des Geistes einschläfern , und dua 



\ 



. ^ 



4^9 A o 4t. T u o ?. 



« < 



«unbewachte Herz wehrlos jedem uuv'ermutheten 
Anfall ^uf seine UuschuJd Pxeis geben. 'Gegen 
diese Krankheit der Seele i^t Erfüllung unsrer 
, Pflichtep im bürgerliphen und häuslichen Leben 
das, sicherste Vcrwahrunfismittel ; denn inner- 
halb dieser Dcbranken ist die Laufbahn 
/ ieingescbloiisen , die uns bienieden angewiesen 
ist, und es ist blofse Selbsttäuscbung, wenn 
Jemand sich beruf en glaubt , eine Ausnahm^ 
von diesem allgemeinen (Jesetze zu seyn. 'Die 
rein.^, , einfacbe, ganz und allein auf da6 Be* 
dürfnjfs ^nst?rs Geistes gegtiindete Theosofie 
der Pi^thagoräer ^c^tzt uns-.unmittelbar in dies^ 
Jjaufbabn.; . u|:^d ^ weit [ eptfernt uns von den 
Geschäften desi Lebens r abzuziehen , unterweiset 
und übt sie uns vieln^ehr in der besten Art sie 
auszurichten, und bt^walFnet uns mit morali- 
schen Kräften , die uns j«de Tugend, jede Selbst- 
überwindung, jedes Opfer das wir der Pflicbt, 
«zu bringen haben, nicht nur möglich, ^ sondern 
^ogar leicht und natürlich machen. Meine Er- 
fahrung, liebster Agathon, giebt iiiir das R^cbt 
hierüber so zuversichtlich zu sprechen. ' Wenn 
ich in fünfzig den öffentlichen Angelegenheiten 
meines Vaterlandes aufgeopferten Jahren, ^worin 
ich alle Stufen durchgegangen und fünf mahl 
die höchste Würde unsrer Republik in Kri^g 
und Frieden bekleidet habe, nie m^ de würde 
meine Schuldigkeit zu thun, wie: mannigfaltig 
und hartnäckig auch- der Widerstand w^r, den 



\ 



.SkcH'CEniYTES Buch. 3. Kapital. 41^ 

ich. zu hekam^len hatten wenn ich jed&a 'W^ech^r 
sei des Qlüclcs und^ der •IFölksgunst mit^Mäfsi'* 
' gung" ! erttug , und aus jeder Prüfpng meineij 
Rechtscha£Fi^nheit reiner und geläuterter hervor« 
ging; w^ecm endlich, wie lieh mit i^oheni (Her« 
zen- 6»gen*kann^ die raUgero eine Liebd ur^idas 
unbegr«[i2rte»te Vei^trauek üpeinerMitböi^tr.die 
ein^igev, wi^wKVh] in «oeinen Augen die treic^st^ 
Belohnung ist, die ich, mit meinen JQiensti^a 
gewonnen habe: so 8a|!;t «mir meiil jnne^tea 
Bewufsbeyn, dafssticb nicht daz^u hjitte.geiaii'^ 
geil können, wenn i^ieine^Kräfte'nicliti imionee 
chuK^b den, Glauben -«m» 'dieses gem|giB Band» , 
dasi bnickumit ' eiüet. hÖbern/Ordnung der JQinge^ 
ant täeiS4|illgemeinen Stadt Gottes inid:.fiiit;:det^ 
Gottheit selbst verknüpft^ v— genährt, ennua'^ 
tert , gestützt , und in ' bebändern ' Lagen sogar 
über ihk gewöbnlicfai^ -JMlafs erhöhet iiforden 
y^ätend Inäessen darf>^iefiL' illicht vei:ges$eh;,,hin^ 
tüiSa «BEtzcu^iv daia* aiiiJ^J^'f äem laogefirLaufll» 
meines Lebens7VCiri7ebiaJicbi zwey JVIaxiiiien: 2}u 
Statten gekommen sind, ohne welche dieser 
Glaubeiiaeine v^anze Wöbkbätigkeit ni^htr^ltirei« 
iian., .t»i.vjfelmehr .i» n>aitich«n FäHeA eher ui^h-. 
theiUg wirken! könate. Di^ erste w|ir i hey;j^r 
' Auffodetuttg- der J?flicht abejot .^o smi.h^adelii 
und nüeiner selbst < SO Mr0i)ig äu schon«!»^ ^als.ohr. 
alles. iWof« auf. meine eig^np'! 'l^ifÄftß an^am^,^ 
und iw*r, HÄch gewissQjAftStflrt^r 1^^^ die»» 

•eri; £ed«agvog fni«)i ünes.phölmtjai^^S^tUj^ißi 



r 



/• 






414 A. G \A. X' li O ^, 

gewiß SU halten, die zvirfe^e, ungeachtet mei- 
net Glaubens an. den Zusamm^hang unsert 
gegenwärtigen Lehena mit einem Bukünftigen, 
welches den Sjcl^lüssel zw allem | iirat uns in 
|enem ünerklärbar ist , enthält -^. mein gegen* 
Wärtiges lieben als ein Ganzes su bettachten, 
ihi^ etna eben %o grofse Wichtigkeit be5rzuleA 
gen, und allem, was ^ meine jetzigen Verhält« 
nisse von mir foderten, eben so sorg&ltig geiiug 
zu fhuniy kurz, so viel möglich, jeden Auget^^' 
blick ^deiselben eben iso wohl tind weislich an* 
zuwenden, als ob mein >ganzes Daseyn auf, dio 
» Dauer dieses Erden^bens eingeschränkt wäair 
Du wirst, bey eigenem Nachdenketty, diesi 
Maximen in der Anwendung auf die gemeine« 
und täglichen Pflichten des iLeben« so reich an' 
praktischem Nutzen finden, Agathon, daüi. ich 
nicht nöthig habe, ^le dir als die heilsamsten 
Mittel gegen eine ge^ii^isse^subtile Scbwärmerey^ 
die uns^ unsre Schuld^keit iM^qüemer als «t^cht 
Ist zu machen aucht, anzupreisen« v 

Hier hielt der ehrwürdige Greis ein, unÜL^ 
seine, noch nicht dunkel gewordnen Augen auf 
dem Gesichte seines jungen Freundes ruhen za 
lassen, aua welchem ihm die reine Beystim« 
mung' Heiner ganzen Seele lebendiger und stärl^et' 
entgegen glänzte, als et sie durch die beredte^ 
Men. Worte auszudrueken vermögend gewe&en- 
wäre. AgathoÄ war um diese i^eit'jii feder- 



SBCHsrHNTsji Bvcir. 3. KapiteK /^i^ 

Ansicht völlig dazu , vorbereitet, durch eine sot 
che Darstellung von der Orfiich • Pythagori- ' 
aqjhen Glaubenslehre und Lebensßlosofie über* 
zeugt 2U werden ; und wofern aueh noch einer 
oder ein anderer Zweifelsknoten zurück geblie* 
\usn wäre; so wurde er in den Unterredungen» 
weldie sie in der Folge Öfters über diesen 
Gegenstand und einige besondere Punkte d^s 
Pythagorischen Systems mit einander pflogen, 
SU einer io völligen Befriedigung seiner VeK^ 
liunftf als in^ Dingen dieser At% verlangt w^et* 
«den kanui aufgelöst Denn so bald das HctriB 
j^ei^e geheilten £in Wendungen gegen eine Lehre 
SU machen hat» die uns so schwere Pflichten 
auferlegt» und die Aufopferungen ^ welche sie 
/odert» blofs durch Vortheile und Freuden» die^ 
i^ur ein reines Herz dafür zu erkennen und zu ^ 
geniefsen fähig is^, vergütet: so fällt es einem 
gesunden Verstand so wenig schwer, sich von 
ihrer yy^htheit gewifs zu machen« dafs es ihm 
vielmehr unmöglich ist sie nicht zu glauben, 
odex 'isich durch Zweifel und . Einwürfe ^ selbst 
im Falle dafs er sie joicht gatkz aus dem Wege 
räumen konnte» irre und ungewif» machen zu 
lasseu. 



- \ . 

1 



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^y6 "^ A o A '^^ H o ;i. 



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. 4. Kap.itel. » 

BescLlufs der Geschichte Agathout. « 

Die Ge8<^hichte der lehemabligen Danae, ihY6 
Verhältnisse gegen Agäthori,' und alles wat^seit: 
ihrem unverhoiften Wiedersehen zwischen ihnea 
Vorgega ngcii , * war nun , nachdem Agathon dcii 
Archytas mit allen heßondern Umständen' c(^ 
liejinigen bekannt gemacht ^hatte, für AMbti 
Weisen und seilte Familie kein Gehelmhaill 
mehr. Bey Personeii V^te ATchytai, KriMläos 
und Psyche, lief Gbariklea keine ' Gefahr, dürölk 
eine- solche Atifrichtigkeit mehr zu* verHereu i' kli 
iie seihst, um keine etschlichene^ AchtuVig^ za 
usurpiten, verlieren wollte. Wahre Wfeisheh 
ist immer gerecht, und wahre Tu^Qiid im ihet 
geneigt, andern ' mehr zu tibetseh^n äis^^cli 
^selbst. Überdiefs läfist sich init 'gutem 'tiriiridi 
vermuthen, diifs Agathoii Sorge getragen hab^h 
werde,' den Schleyer der -GriAzien, de^idft 
Danae bey Eirzähhing ihtiei- Gesciiicfate er^Äilt^i 
über diejenigen TJhelle derselben zu wetf^n/^lj^ 
che bedeckt zu werden nöthie hatten. -^ * *^ 

Archytas belebte und stärkte, wie leicht zu 
erachten ist, die löBens würdige Entschlielsung, 
welche Chariklea unserm Helden abgedrungen 
blatte; un4 P^ycbe entschädigte Cbaiikleen für' 



\ 



' ^£CnzEii|rüs''B%^ii^ 4. Kapitel. 417 

ii$; tt'Wfiie ^abey W^or; 'doVcili' Yeriopp^hg 
Aet^ Ff etfndscbaft, diö sife- eüiÄntfer feMipb 'tieym 
mfen' Anblick ciAflöfet^. ' DiS let«tfete ' 'iS^. 
\trlltlte^ntin Täfenit zti tbr^ift'^gewbhÄlichert^ Aa^ 
^ntbäjtd' Dur^U aie Bünde der Sym^ÄtMe mit 
läer iPaöfilife dck Wöi^^ti' vereinigt', schieti^sie 
in ^ ktfrzfiir Zeit eipeh TÄell derselbeii- ' ahhksstiuia«* 
isbeiv. • - fb«e ängctoeBrnste- Besehäfti^'ü^g' War, 
*€r SAWästct Agathöhsvdrey Töchter Äsjieheii 
liit 1i€äfeh\ über M^elche -die Grazien^ alle ihre 
Gtfb6n ausgegossen flattert. Sie ' geWöhtttiö' sixillr 
UtitelPrtiei'kt , diese tcj^Äsislig^en lCin<let*«^li iür« 
eigenen anaiisehenl ' 'D4e /Kinder- :^iithfB^ «in 
der Überredung auf, als ob sie zwey Mütter hät- 
ten V" fi/id l^sycbe fend «dlis^^grolfite Vii'gO^geri 
darätlV'^^^ an^enehnröh^ Irrthuirty 'det* jJn's iKt 
und iUrer * Freunditt' nüV -eine Persdtt- •machte,' 
in diSßlB^ti* jungen Hetzen '♦Äti <^nterhalter#. * 

. V » . / ^ - i ' . ; • » - • ^ ' ' ■ '• ♦■ \ - - -t •- 

' A^Äiäiott, dem GeMhite getreu, Welöb^ er- 
der Tüg^d und Gharikfe'en gethÄn li8(ttie,^bto* 
trü^^ sieb ' von dieser ' Zeit ■ an sO' • Vorsltiht^^ 
dafs -^ den einzigen -jifehytas ün<t-yii^Ileifcht 
Cbarikleen seihst ausgenomiuen — nteniD^nd ge- 
vi^tfbr''M««^d<öv wie viel ibiii4ie Gewalt k«)äete. 
die er ftiiSh'dabey arilimn liiufste. Aböt ^^^** 
VerfiJfs ^tniier MoiÄtö erfohr er, dafs^^^^^^«' 
r^rifi^Mi^ habe äls^ettialtöH. k^^nöe;^ «s->g*>W 
AugeixbUiSke von Begekterufig , wo ü^«'^ ^^^ 
iStft^^i^'sicb fübtts^^dfta »iaht ih^ ei|^te'tt«^teff 
WxEX.Avn^.ammU. V. IlLB. P^ ,* ^ 



/ . 



/ 

I 



i^id ^}xi d^rexj Fprtvrirken sj^ vergel>en^.Bj§p^ni|,|3g 

jp^r Geda,iikeir!sicl^ tyoft; ÄflW^i^ Fjpejanden,, vpi^ 
5ßycbß, von i^hsiri^eet^ ^^^«riien zUfi^Ü9>^pi^, 
-wair .entsetzlich fiir ihn'^: aber, vpn dem 4)^g!?{¥ 
blic^ a^i^. da er «die No|h.w<eQ4i£l^J^t d^i^er.7cfß% 
jiungv füllte, w^ar (^em,Ent^<:itvlv^& gefafaJ^.^^^^hj^ 
y tfi&^.binigte denselben;, .»1;«^ die Sc^iÄ^e st^xi^ 
£so :päegten sich I^syph^juad Chariikl^ -^sm 
2iei\nen ^ Uebten ihren . . ^^tider . zärtlich^ | ^nug» 
^ijri ihw .^ia^ Trennung;« rderÄnwäfer^.I^V^r^g- 
grnp4. . ßiepStill$ch weigend ..yermijtbetei^^,, ,^.. yjl«l 
als öuiri jnpgli<^ vr^r aa* j erli^icfetein^ , ^*♦f.^ >: - 

i ,. Ägathl^n durchrei^t^^^^i.ili Geficji^cb^^ft ejipei 
gelehrte^- Preunde^, i a|i^ ,. der , Pyth^^ni^^^i 
Schuljö.und eines M^liWfi vpn S^cypn^o^Hfi Pro- 
vinzen dev damabl;» b§k|inn^n \Yel^ .inj^f^eltfbeni 
die Griechische Sprache geredet oder wenigstens 
Yen^«M(^d(?i3i/ wurde, j Nat^t. jund. Künste ; Hf nd.- was 
in.:£eid€iQi für; den JV|enff?h,en das ; . wic]^ig^t.6 
ist , dpr ',fi/l ^ n s c h , waren, die Gegens|:£q^de .sei« 

B^i^. aufive^ftm^ijL Bepfeacj^tung.; • , ^. , 

'• i ' ■■' - 1 • ■ . 

: Er ni(hm wenig .Y)^mtheile ni^t,, da, icrffl^^ 
»^fc. nnjd fand- web au^iK yon diesen wj^nigosk 
entledig r - als er wie4e|r;j;^urück kain. JQa er 
"jährend der ^anaeä jPfit /seiner filp|p$ÄcJi.en 
iyandei:s<?baft einen bjofsen :^.uschau,^r , dea^ 
W^l^scjhauspielg abg^b» s^i/kcmüte er d^stpfUBf 



\ 
1 



ütegiiig^ liit • A^ciyftä# Ätid 'ÄnlVakcÄäci' ^pich.- 

färfgeti iia'tten: 'si^ ^et^ü^h ^ilrt? ^k«*idf6 ' 
' McnstJEen, im IDiircHk'ihnillte gcnbmmeli, übferalf 

' Er Wh ällönthalbeki i- -was matf' i>i8 auf 
diesen Tag sehen kann' —^'dafs sfe tütcht so 
g'ii^t'sted; als sie sfeyii''körikÄeh^^i>^'eiltf*ie'w 
^eV i^iren: aher er iah «rtiefi,*däf8 sie^iinmag* 
Hch b eis er werden kön^efri, e h e sie' weiter 
#erden ; ' und ^ dafs sie ' nicht Weiser *rerdeh 
könwen, bis iKte V^ter ün4 Mtitte'tV Ammeiiv 
Pädagogen, Lehröt und Priester, mir äireSi' ihren 
übrigeh' Vorgesctztien durch alle, Stuf eiii 'vom 
Gassehvbgte bis zuil^ Könige, so weise geworaent 
sind^aafs 'ledöi,' nabh Mm Mafse seihet B^fcie^ 
hüng und seiiies Eitinuss'e's , seyn müfttp, um 
^rher'PfliÄtf gering zu thun und der ih^nsch- 
lifcheW Gesellschaft wirklich nützlich, zu fteyiu 

Er sah also, dafs wahre Aufklarung 
jsn''"in'irr'aH'schef'^Be88erung das Einzige 
i8'e,'''vlr&ifir£rt »ich die liöffriüiig IJesy^r^ Zeiten, / 



das i^n b«,»ierer M«^Ä.s<?Ue», gyiiii^Ärr^^ 
sahr' dßfs alle,^yolker, die w^jiesten ]p§r)^i^i;fli^^/ 
gut' als Jie kultivierten und verfeinerten Grie-x 
ch^, jiic, Tugend .Crhren, und ndi^^^^ine 
Gesellsc^ft^ sollte f& auch npr e^e Hpl^ 
Arjabischer Räuber seyn, Cit^iie einigen Gifin^ voi», 
Ti^g^idf, 9^^^.Y ^^^^l&l^^ ^ reden, obhe ^^f^as 
dfi» ihr abglich ist und. ihk-e Stelle v^rtfitt, : 1»^ 
«tehen^kannr Er fand jedep Ortj^ je^e Prpyin?^^ 
jede Nation y d^e ^r Jf^jjine^ lernte, de^ti^ glücke 
lieber , je besser die Sitten, der Eii^virpl^^e]!^. 
vt^aren ; und ohne Ausnahme sah er die 
ineji8t^j,|V^€^derbnif$,, jwp.äjafserstei Armutji, -^pdwr 
^ufseBSjfcef ^eicbthum herrschte. ] ,. ;^ ,^,. rr. 
Er faij]d bey allen • Yö)kern , . die er |d]|iiich^ 
w^nd^iß^^^ ^jei^R^VKgiQn in Aberglja^bjeii^ 
gehüljit , ?5um Scnaden der bürg^rl ichen (gesell* 
schaff ^e^üfsbraucht ^ und d"jch Heucheley .oder 
offen^^^e^f^^ zum < \Vjerkz<^ug des Betrugs, der 
Ueirsqb^^ßMcht ^ (i^s,.^G^t^es^. der WolJus^, u^id 
de^ Miiri'siggangs herpb g^\^urdigt. Er «ab.,, dafa 
wa^ßlne, ..M'enscbeh und ganze Völker p. e 1 i- 
g i o n 9 ^71 e T u ge n ,d ^b^hj^A können ^ nnd dafs 
sie dadurch 4 e s t o s c h 1 i m m e r , sind : äb^^r ej- 
$ah auch, ohne Ausnahme* dafs einzelne Men^ 
sehen und ganze ^'ölkerj y^^^^P si® ^c^Pf"* . ,ß?^^ 
sind, durch Gottesfurcht desto besser 
werden. 

Er sah die Gesetzgebung, die Staatsyfirw^^lr 
tung i^nd die JPolizey ; aljen^^j^lben ypJiji^^^Man- 






SBCHZBHV^Bt $t^C0«4'\ Kapitel, ifi^ 

- _ / 

# 

]yt€$<i$0^ep,rphnc$ eböri;4ife%^.fGe^<^a^:fÄ|«f^.8yfiyi 

^pglucWwker w^ren^ • Er;, Jiörtel-^ljftfi^tKaÄi^it 

die ^VV^el^, vetrl^ess^rt .wi«§€j^ ^liäU^^rMb i^i^^ 
MßngpJt^e^t^^ iiß Mti^ d^ jVerbfjs^ertfn^: de^^t 
l)en eu .^b^^en' bereit, und: an Vortcb)^gc|fi uu*- 

^Tßchöfßick war;^ a^ #bßjr fc^ in.^n- eli^n »1 g je % ' 

der die Verbesserung an ihm.^elb^tr ainf/f^jrlif 

ge^ lassen -woHte; — und es erklarte sieb ganz 

satürli«^. daraus, yfr^j:um^ß%^ nirgends besser wer- 

^H x/f^pflt^ , Et sa^ die Mf^nscben ;üb?r8(H (i^v;th 

Vf^^j.eif^niMx, e«tg^rtu#itehe4d0> Tifebft jb^p;» 

"terrsc^^^ V ^en> {Trieh ^z^r .[Qliei^^kh^U^j m^ 

deiji Tj;ieb, wilJku^rli^h .ti^.andr^ d en Mtf^iia^ 

ter s.% 8P;if?l;eaa; ^|i4'i 4^ Ö^eras^ugt^.ibü^ 

da£»es^^^sa lange diesQ^.IJb^l mekt i^bgebo}^ 

ist, durch Mf^Y^pm^^ng ifcr 'Rftgi^lJifligS^ ' 

form besser niit den Menschen werden kann, 

aonderiicj^b sie-, in :$$ineali<^^lsrigen^^l%B]iJ/yon 

JkQ.nigli,9bpm, Befipcrt^smu^ ui;^ , a3ristökniti#cb^j4 

Übera|utb^tt--j,2U VpH^-:>un^.>Pö^el«f'.Ty^ftnni^ 

i^xid ii^Pn d^ÄÄCt /wieder ipuj^en, sp^J^an^^ hex;» 

'mn, ge>yä)jft; w.ef den jmwsen , bis^'eine -aiifi^de» 

Cip;i;ndle^^en dey rjßinstf^ Religion und Morajl 

abge)eite^e Gesetzgebupg,.,und . eine dutch dic- 

«elb^ V yera^s^al^ta Er^iiehi^ng,: ^,en thie^i^qhexl 

p^rijBb, jzii,[ jgBsetzlosear > WilUcühr in SLÜßn jlWw» 

K$»r)4©B*?^i69t :haV^;tt ymi^ . 






\ 



gute • WlÄlifidhkft-^e#-f\!fei^thiiittV''ä^^^' ' 

Afttfn i<l^ Liüxös V ^igr 'fcü*uÄ'* V^trfofeefi^^ltten/ 
t>^rifotb€«teSitt€5ii dert Üntefgaiigfdes ^aisV «dt' 
F<^lg<^^hiib^n^: ' rfbcfr «r »df^uäi ;'^öfe ^i^'lCiiriftfe; 
WlMu ifeibtciftkhWttigvbnJawf ^Weisheit »Wrhal.^ 
ttti, ?<irÄ'Menftchbe(t Wl-söHöttötrit^i ^ifuMcii^it, 
V«if erteil r * ^a* /RutiÄiiaie Hsfftfe ütiWdr JNat'üry 
iihä:-clfiriVT^n6c4^öbilb Klil^sC ^dä» elehd^st^^'Hüter 

M^üttefeüeit 'flife Ö^önzÖ'n'^'^ei Wahren* 'Ütia Faii 
S^ertV «Äfei Güte«! 'Ähd Bos^fiV d^«ö6htvund 
tJtitecbU;>irirtifetMlfthAltr-eihäh&i^'ffeef»^; tiÄ^ 
m^Mugt^ '^sicli dödfertJßh-hBm^ iri<*f^^6n Jd<^t 

VÄithl iit ^iitifh tBÄrget» , dem tjÄset« mßhr iztt' 
gruben ßU^itietA e^gei^ii Gefühlte.'' ^^- - '-^ 

J-< /Aifc^r^Afer', Waflf «1» ge»ehfen hatte,' befestigte 
fttt in Jdeir Übör2erfg\iifgf' „Daft äei^lI«?e9Äeh .— 
auf ' der ' einen Seit^^^*Pl»''Thi^i'fen-niA' •'Feldes; 
auf der andtirri d^n 'höhern W6tr^> tifid '^e^ 
Gottheit Äfelhsr verA^artdt — - zwar eben so ürfi 
fehig s(^y," ein 'blofs^ Tbier als teih hlöliei"* Geisi 
Äti seyn : aber ^ ' jdafe er nur* alsdann seiher NatulP 
geinäfsf ifcbe^ Wenn er immer e ni pöf'*t eigfe; 
^ää^']6m'^ih6beve Stu£k d^ Weül^eit' und 
Tugend, die er Wmle^^hatf', ö^efö^XSlücksci 



\ 



i fahrungswahrheit , welche kein Zweifler zu' 
jöi^tiir^^^ f^hig ist ,;:%öe T^Ji^s^hlt^^fter, Jf i p- 
j>,rs^^j|j^ g^äube^^;u^d,,<iifrTbc»li€^;41er^ 

yrj^isk^^f^s 4ircUy,^<Mn.T>newfctütt^slifcb.rb«f 

jj i^^ieils, Bv^n^ni^ifti ssdnMJi^ ÜbeFsen^Mf ' 
•waren die Frücjt^te, wdvb^f A!^athon. in Stuadän 
der einsamen Betrachtung oxier des geselligen 

sei^eii, P^^bAchtungegtk jtog^: Sie mac^j^oiilaW 
«Ir^eiij ilf^en,, aber i^i4eT Xbät äenüvri4ht\Qf 
sten Xbail /i/^ 3cha((^s yOn 8<:hönen;fKi^.iKMl^ , 
Jiphen K^i^ntiii^sen aus^.de« er^yon ein£ir idreyk- 
jähgig^il J^^i#9 i durch,;die yOrn^brtislön ; X'hfiili» 
4f?rfi«'M?iW?gpw35^eltl>tta9ii J:aj:ent ^m:iUJtfbi>a^i\<^ 

Er hatte, icli^ jfiter^cbw^teUchb'JSß^ 
nen alten Freund Archytas und alle die er 
liebte' in eben dem glücklichen Zustande wie- 
der anzutreffen, worlri'^F sie verlassen hatte. 

Freundscnärt , an welchem das ganze Tarent 
Antheil nahm. 'Was ihre Freude vollkommen 
kV machte, war die Bemerkung, dafs AgathoA ' 

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•efaied, ftt^clite , und -^änKlich^etgesseft' ^u^ 'bäbeik 
•cMeäV^^^s 'd^^ ^etstere »^ einst ]j> a ii^ e^iih^ 
^^ie 'Aeh»' sie ei f ä« i h n gewesen warJ * 

- ,• £t' 'be^tigte «ich niinmehr Xvl 'd^ -fint- 
YcMui«^^ Tarem zu sechQfiW be^tandigeü Stee ^ . 
erWälilen.- Die "Tarelüti)^^ bescbehk^teH il^ik 
mit ihrem Bürgerrecht : er verdiente daV »Qlück, 
im Schoofse der Freyheit und des Friedens unter 
jprt|9ift^et» • Meiisclieai to leben , und ^'^^ren 
eiMsr^Mlclien.Mitiyui^ivs würdig. ii^n"^'—. 

' ^IDt^cb alles was '«Tetfbhven und 'bi^obdiDhtet 
iltftte^^bl^K^zräiiiigt, „dtffi ml^ti' in ^^ili ^fof^^^ 
Wirimilgskreise Äwai^^etar« schim iiie't w, abet 
in ei)^em kleineil ki^r 'iQut€f8'**t baffen 
iiwiÄ,^ widmete ^ ^^cfh^'i^l: Vergnügen und Ei- 
ferden öffentlicheia Angelegenlieiteii' diestir Re^ 
'publik ; f ^ und so lange 'K r i t o 1 ä d s ' urid A g a- 
t b o n 'lebten , glaubten >4i^ Tarentiner nicbü^ 
dadurch verloren zu haben, dafs Arcbytas ^ 
\r\ eine bessere Welt g^gatigeh war^^ • * * • 

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fiNDE DES DRITTEN THEltS. 



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C. M. WIELANDS 

SÄMMTLICHE WERKE' 



VIERTER BAND 




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DER NEUE AMADIi 

ERSTEH TBEIL. 



LEIPZIG 
BET G^OHO lOACHin GÖSCHEI*. I794' 



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BKT Gbo^g Joachim Gö^cbsv. 1794» 



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In muliehran lei^Uateni eh «nctotibas passitn muha 
tcribuntur; fottaste falso interduni : nihil tamen im« 
pedic» ridcnteni dicere verum^ et falmlpsix narrationi* 
hus, qiias Plrilosophia non rejicit» eotprimere quid oh» 
esse possit in morihus, £x his enim liquet , guam 
Jacile oflient (fuanta oderirU levitate, quam citoobU* 
riscantur a^ectuum, etcr 

^ HoXliVlLt S AIII8B£RI£I9 81 1» 

JSpiscop. Cariiöt. in Polycratico , s. de Nitgit 
• Curialium et Vesti^is Philosopliortuüf 

. L. vm* c. 4. 



On dira ce qu^on voudra (dit le Sultan) tnaia 
c^est ma foi! line belle choee qu^unv^onte, futtout 
quand oa trouye, coname dans celui-ci, une moralp 
epuree, de beaoX prieceptea, dt je ne Tai combieh 
d^autref cboses encore, qui fe fentent mieux qu'on 
ne peut les dire, et qui vöut elevent Pesprit en 
tneme tems qu^ elles Tamusent. C^esc quHl ne faut 
pas croire» non, qu''il soit donn^ k tout le mond«' 
de reunit V ütil^e et V agreable. — Cela est bien yraii 
dit la Sultane : pour le Visir, on n^a rien k lui repro« 
«her ; s* il conte bien « il endort encoie mieux*- ^ 

AU I quel Conti t rart.II«p.7& ' 



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Wxxx«AF!Di Scbrüten « lY* B« 



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V ORBfiRICHT 



der ersten Aurgabe von 1772« 



JDey 3eni Inquisizlons- Gerichte, welches clef 
Pfarrer, der Barbier, die Base und die Haus- 
hälterin über die Bibliothek des preiswür- 
digen Ritters Don Quixotc von Mancha im 
sechsten Kapitel des ersten Theils seinet 
lehrreichen Geschichte halten, sind die vier 
Bücher des Amadis von Gallien das erste, 
welches der Pfarrer, aus der Ursache, „weil 
es das erste Kitterbueh sey > das in Spanien 
gedruckt worden « und weil es allen übrig^ji 
zum Modell gedient habe^«« als den Stiftet 
einer so schlimmen Sekte, zum Feuer ver- 
daiAmt wissen wilL Der Barbier aber stellt 
zum Behuf desselben vor: „er habe rovi 
sehr verständigen Leuten eagen gehört ^ dats 
es nicht nur das erste,, sondern auch das 
Beste tmd £inzige in seiner Art sey» welch<$ 



/ . 



IV V O R B E R I C H T 

äie Spanier aufzuweisen hätten;** ^ünd et 
erhält durch seine Fürbitte, dafs -ihm der 

Pfarrer wenigstens bis auf weitere Unter- 

• , • ' 

auchupg Gnade \«^iderfahren läl^t. Das fünfte 
Buch, welches die Abenteuer des Kaisers 
EPlandian, des ältesten Sohnes von A m a- 
d i s und O r i a n e en ihält, und die folgenden 
acht Bücher, worin die Thaten der Ritter Flo- 
xisandd, I^iswart, Perio^;i, Florisel 
oder A m a d i^ ausG r iechenland, und seiner 
Söhne, Roger ausGriechenland, und Sil- 
vio de la Silva besdirieben sind, und wel- 
che nach und nach von verschiedenen andern, 
zum Theil unbekannten Verfassern hinzuge- 
than worden, finden als iinächte Nachahmun- 
gen eines Originals, dessen eigener Werth dem 
wackem Pfarrer schon mehr als^ zweydeutig 
schien, keine Gnade vor seinen Augen. „Sie sol- 
len alle zum Fenster hinaus, (sagt er, ind6m er , 
die ganze Familie äes Gallischen Amadis dem 
weltlichen Arm der Haushälterin^ überantwor- 
tet ; ) ehe ich die Königin P int4quiniestra 
und den Schäfer D a rj n e I mit seinen Eklogen, 
und die verwünschten Dissertazionen , die 
der Aütpr allenthalben einmengt, verschonen 
wollte» ehe wollte ich meinen leiblichen 



DER ERSTEN AüBqABE VON 1771. /V 

Vaiet 6ämmt ihnen verbrtnnen, wenn er 
mir in Gestalt eines irrenden Ritters in den 
Wurf käme.« 

In Frankreich sind die ersten Büchfer des 
Amadis von Niklas d'Herberay, Herrn 
Des^'Essars, übersetzt, und, vom Jahre 
1540 an, nach und nach heraus gegeben, mehr- 
m^hls aufgelegt und in der Folge von unter- 
schiedlichen Verfassern bis auf vier ünA 

V 

zwanzig Bücher erweitert worden. *} 



* ) Der Nähme Amadis war um das Jahr 1771 
dem gTöfsten Theile des lesenden Publikums iii 
Deutschland noch so unbekannt» dafs der Ver« 
fasscr des Neuen Amadis zu entschuldigen ist» 
-vrenn er einige Notiz von dem einst so berühmten 
und'beliebten , aber damahls, aufser Frankreich 
-wenigstens », ganz vergessenen Amadis de Gaule 
voraus zu schicken nöthig fand« So unvollkom. 
vnen sie war , so reichte sie doch für seine Ab- 
sieht zu ; überdicfs konnte er nicht mehr geben*' 
als er selbst hatte. £r kannte d^imahU den Ama- 
dis blofs aus der alten deutsclien Übersetzung, 
und zum Theil aus der französischen des d^Her* 
beray,vUnd wuTste nichts davon, dafs d;^ durch 
ihre Eeen> Mährchen bekannte Mselle de La- 
bor t einen modernisierten Auszug aus den 
f ämmtlichen Amadisen in acht Oktavbänden gegeti 
die Mitte dieses^ Jahrhunderts gegeben hatte. 
Seitdem ~ hat die Traduetion lihre ^Amadis d^ 



n. 



N 






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VI , V O R B E R I C, H T' 

' Auch wir Dautsche besitzen eine alte 
Übersetzung dieses Ritterbnchs , welche den 
Sprachforschern, und demjenigen« dem die 
wünschens würdige Unternehmung einer ^kri- 



Gaule des alten Grafen VonTressan, durch 
di^ gute Laune und Urbanität» die er mit 
dem Geiste der Kitter^eit und defr Verfeinerung 
der seiuigen auf eine ihm ganz eigen« Art zu 
verbinden wurste, diesen romantischen Helden 
lind Heldinnen i^ieder ein neues Daseyn gege- 
ben , und sie» zu' einer Zeit» da die frans^Ösischö 
^azion in der reitzenden Schilderung der Köni- 
gin Brisone das liebenswürdige Urbild (die 
Königin MariaAntonia) noch mit allgemei- 
neni Beifall erkannte, der feinern Welt der 
siebenten Dekade unsers Jahrhunderts nicht we« 
niger beliebt gemacht, als sie es im alten Gaulois 
des Des Essars dem Hofe Franzi, und der Koni- 
gin von Navarra, seiner Schwester, gewesen wa- 
ren. In dem Dis<.ours jjreliminaire , der diesem 
neu belebten Amadis de Gaule vorgesetzt ist, fin- 
det sich über den w^alireii Ursprung desselben 
viel Lescnawurdiges und Neues; und Herr von 
Ttessan macht es beynahe mehr als wahrschein- 
lich, dats die Ehre, die Welt mit diesem merk- 
würdigen, Produkte der Ri'tterzeit beschenkt zu 
haben, weder dem Portugiesen Vasquez Lo- 
be i r a , noch einem kastilianischen Autor , son- 
dern irgend einem französischen Trouhadour aut 
der Schule des Rustician de Puise und den Zeiten 
Königs Philippe-Auguste gebübre. 

A. d. N. Ausgabe. 






DER EKirivAv^ÖABK, Voir 1771. TII 



.tlsfciien öesehlcKte der deutschen Sprache und 
tftteratUr Vorbehalten ist, nicht gleichgültig 
seyn darf, und ^ovon äufser der seltnen 
, Folio -Ausgabe vom Jahre 1583» eine spätere 
In viet und ^wanzfg dicken Oktavbänden, 
die man nicht leicht beya^mmen antrifft, vor- 
handen istc 

B et n ar d o T a s s a, der Vater des San* 
gers Rinaldo's und Gottfrieds, hat die- 
sem Stammvater so vieler irrenden Ritter die 
Ehre erwiesen, ein Heldengedicht in hun- 
dert Gesängen und mehr als sieben tausend , 
achtzeiligen Stanzen aus "seiner Geschichte 

• zu verfertigen ; ein Werk , dessen poetische 
Verdienste, nach einigen Stücken von dem 
Ganzen zu urtheilen, ziemlich vwdt hinter 
den prächtigen Lobsprüchen zurück bleiben, 

womit ihn sein Vorredner, Lodoviko 

V 

D o 1 c e , in zu vollem Mafse überschüttet 
hat*,*) 

*) So urtheilte der Verfasser des Neuen Amadis im 
Jahre 1771 voti dem Amadigi des Bernardo 
Tasso. Zwanzig Jahre später fällt sein Unheil 
über dieses grofse Ritter gedieht gelinder und 
biiUgCT; aus^^ jßieser Jmadigi wfir das Werk 



Vin V l| B.E R I C H T 

Weder mit diesem Amadigi des Bir* 

jEiardo Tassp., noch mit dem altep Axxia-» 

d i s d e G a u 1 e , »noch mit irgend einem an- 

dern Amadis in dei^ Welt' hat der gegen war* 

i-, ' ■ 

tige Neue Amadis aufser dem Nahmen 

eines Soldate|i und Weltm^annt, der in 
einer Zeit lebtö, die der alte Rittergeist noch 
nicht gaiiz verlassen Imite , und der allen den 
HeldenmuiU, alle die Biederbeit, Grofsherzi^keit« 
Treue uikI ätandliahigkeit, die seinen Helden 
auszeichnen, in seinem ^i^enen Herzen fan4; er 
verfertigte es (wie L. Dolt;e versichert) gröfs» . 
- ten Tlieils zu Pferde, unter dem Geräusche der 
V Walten und den Störungen unzähliger Geschäfte; 
ßoTgen und Plagen, die mit seinem Stande und 
seinen VerhäUnlssen verbänden waren; und es. 
kann schon allein aus dieser Ursache nicht 
schlecht seyn, da wohl gcwifs mehr als ein all- 
täglicher Mensch daeu gehört t in einer solchen 
Lage so viel Kraft und Lust zur Sache au behal- 
ten, als zur Ausführung eines Rittergedichcs von 
hundert Gesängen erforderlich ist. Wenn es schon 
lieine Vergleichung mit deoi unnachahmlichen 
Or la ndo^ aushalten kann, so ist es doch als 
ein ehrwürdiges Denkmahl des Karakters seiner 
Zeit und als ein Abdruck des Geistes und Her- 
tens seines ' Urhebers achtungswerth, und was 
in den Aninerkungen zum. Neuen .^madift von den 
"Romanen des D^Urfe, Ca Ip reu ede, und an- 
drer ihres gleichen gesagt wordeUt gilt auch von 
diesem Amadigi in vollem Mafse. 

A. d.N.Aysgabü. 



D£R £R9T«1I AüSGABJI ▼OH 1771. IX 



.' 



(und aoüser derienigeh A^nlicbk'eit, die er 
sogar mit den Contes de ma niere l'oye hat) 
;iyenig8ten8 mit WJseen und Willen des Dich* 
. ters» tiicht das mindeste gemein. Die L a u n e, 
deren Ausgetuj't das Werk selbst ist, hat^ 
ihm auch den Nahmen geschöpft, und ea 
könnte schwerlich ein andrer Grund aiigege^ 
bex^ werden ,^ warum dieses Gedicht nicht der 
t^eue £ Flatidian oder der Neue Fio-* 
Tis^marte genannt worden, ^Is weil der 
Nähme Amadis bekannter ist, und ich weifs 
nicht was/ für einen romantischen Klang hat, 
4er ihn vorzüglich geschickt macht, einen 
Aben;teurer von so sonderbarem Schlage . zu 
bezeichnen« 

Die Versatt, welche unser 'Dichter ztl 
einem Werke, worin die Helden all^, mehv 
oder weniger , närrisch , und die. Heldinnen, 
bis auf eine oder zwey, die abgeschmack* 
testen Geschöpfe von der Welt sind, gewählt, 
oder (um ihm Gerechtigkeit widerfahren zu 
lassen) erfanden hat, scheint unter allen 
möglichen die schicklichste zu seyn« In 
einem Gedichte dieser Art mufs der Dichter. 
Baun^ und Freiheit g^nug haben, damit 



* 



.X 



V ö Ä/B B A I C H T 

d«r, Geist Capriccio ^ dem er sich gänzlfcE 
überläfsl, alle mögliche Bewegungen , Wen- 
dungen und Sprünge maqten, könne. Jede 
einförmige Versart würde ihnl einen Gang 
vorschreiben, der mit seinem launigen Karak^ 
ter, mit d«r Munterkeit und dem naiven 
Ton der Erzählung , mit dem Lächerlichen 
oder Drolligem der Gegenstände > kiitz mit 
der ganzen Beschaffenheit eines Gedid^itest 
welches durchaus mehr einem blofsen Spiele 
' der Fantasie und der 'freywilligen Ergiefsung 
einer reichen Brunn ader vqh Witz ipid Laune 
als einem Werke des Nachdenkens und der 
Kunst gleich sieht i einen auffallenden Ab- 
stich machen würde. 

Die *Versart des Neuen Amadis hat die 
Vortheile der meisten übrigen,' ohne ihre- 
Mängel uitd Unbequemlichkeiten zu haben. 
Sie schmiegt sich an alle Arten von Gegen- 
ständen an, und pafst zu allen Veränderungen 
des Tons und Styls. Sie hat, je nachdem 
es erforderlich ist, einen gelassenen oder^ 
raschen, einen feierlichen oder hüpfenden, 
, einen eleganten oder nachlässigen Gang; sie 
windet sich wie ein sanfter Bach durch Blju- 



DER kAsrkn Ausgabe von. 17714 XI 

mengefilde, oder rauscht, wie ein Waldwas- 
ser über Stämme und Felsens tücke, daher. 
Zwar scheint siip beym ersten Anblick $llzu 
ixej zu 86yn, um dem Poeten die mindieste 
Mühe zu Terursachen: aber Ungeübte i die 
ebne zartes Gefühl für Rhythmus und 
Harmonie sie nachzumachen versuchen * 
wollten/ möchten sich hierin betrogen fin- 
den. *) , Alles in der Wejt hat seine Regeln; 
und diese freye Versari hat deren vielleicht 
mehr als irgend eine andere. Sie ist fähig, 
wenn sie recht behandelt wird , einem Ge- 
dichte (voraus gesetzt dafe sie überhaupt dem 
Geist und Ton des Ganzen angemessen. 
Btj) die gröfstc musikalische Anrauth zu ge- 
ben: aber unter ungeschickten oder allzu 
nachlässigen Händen würde sie ein unerträg- 
liches Geleier werden. »Die Nachahmer wis- 
sen selten , wie viel Kuiist, und welch ein 
X hartnäckiger . Flfeifs oft unter derri Anschein 
der äufsetsten Leichtigkeit versteckt ist. Aber 
sollte man darum nichts Neues wagen dür- 
fen , damit diesen Unberufenen dje Gelegen- 

*) Der tTersiicht ist »eit 1771 liäufig und nnglQck- 

lich genug gemacht .worden, um dies?. Warnung 

"ku rechtfertigen« 

A. d. N. Ausgabe. 



' %p: 



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XII VoEBEHltfHT 

lieit benom^ien würde, Ausschweifungen zu 
begehen? 

Das Eigene dieser Versart liegt , aulser 
der Freyheit, Verse von sechs, fünf und vier 
Füfsen mit einander abwechseln zu lassen» . 
in der häufigen, der Wiliktihr oder vielmehr' 
dem Unheil und Ohr des Dichters überlasse* 
V nen Vermischung und'Veriaußchung des Ana- 
pästs (uu — ) mit den Jamben; wekhe sonst 
die herrschende Versart des Gedichtes wären. 
Vielleicht wäre zu wünscheij,. dafs dieser 
Gebrauch des Anapästs » mit der nöthigen*. 
Bescheidenheit, auch* in andern Gedichten, 

t 

und vomehmliich in versifizierten Lust- und 
Trauerspielen, eingeführt würde. Die Dich- 
ter würden dadurch des nachtheiligen^ Und 
nicht immet vermeid liehen Zwanges entho*. 
ben, ißich einer Menge von schicklichen Wör- 
lern und Redensarten . nur darum nicht be- 
dienen zu können > weil sie nicht in die ge- 
\yöhnlichen Jamben passen; nicht zu gedon- 
-ken, dafs die Monotonie, eine ändere, in 
langen Gedichten sehr beschwerliche Eigen- 
schaft der letztern, dadurch wenigstens ge^ 
mildert werden könnte. Manche gute Ge- 
dichte würden $ durch dieses einzige Mittel« > 



BBft^RSTEN Ausgabe vom i77i, XIII 

- ' ■ ' • ' "^ 

von' Wörtern di^ nicht an ihrißth Platzeste- 

hen t von Füllwörteni , Hurtigkeiten , ja so- ' - 
gar von Sprachfehlern gereinigt werden, wel- 
^ohe man dem Autor jetzt, wiewohl ungern, 
zu gut halten mufs , da man die Unmöglich- 
keit sieht, dafs er mit Klöjtzen an den Fiifsen 
so leicht und 'ungezwungen " sollte tanzen ' 
können, als ob er frej wäre. Diese Einfüh- 
rung -des Anapästs in die Jambischen Versar» 
ten wäre nichts weiter als eine Freyheit, 
deren sich schon ^ dii6 Alten bedient haben, 
um ihren Jamben mehr Mannigfalti^eit 
xu geben , und sie in dramatischen Stücken / 
der Sprache des gemeinen Lebens jiläher zu 
bringen, tjbrigens bedarf ^s 'kaum der Er- 
innerung, dafs die Verse di^t^ Neuen Amadis 
(bis das Talent Gedichte zu deklamieren 
etwa einmahl bey uns die Gestalt einer förih-^ 
liehen Kunst erhält) mit gehöriger Auftnerk- 
samkeit defi Akzent immer dahin zu setzen, 
wo er dem. Sinne der Worte und dem Ton 
oder A£Fekt des Redenden zu Folge stehen 
znüfste , weniji ke;n bestira,mtes Sylbenmals 
vorhanden wäre , wertigstens wie lebhafte 
Prose recitiert werden müssen; eine Regel, 
die zwar gewisser Mafsen auf alle Vers2()rten • 



"r 



XrV VORBE EICHT SIE IT k A«T£N A Ifsd; " 

anwendbar ist'« aber bey dieser vorzüglich 
genau beobachtet werden mufs , ^enn nicht 
bald dem Wohlklang, bald dem wahren Au«< 
druck, und oft sogar dem Sinne der Worte 
Gewalt geschehen soll. 

Nach allem , was Hagedorn zut 
iVechtfenigung der Anmerkungen , womit er 
seine Gedichte mit beynahe vcrschwencleri- 
acher Hand zierte, gesagt hat, scheinen die 
unsrigen einer Schutzrede um so weniger zu 
bedürfen, da man ausdrücklich darauf bedacht 
gewe^cA, blots den vermuthlicben' Wünschen 
solcher Leser und Leserinnen zuvor äu- kom- 
men, die keinen Anspruch machen alles zu 
wiesen , und denen erlaubt 5st, ohne Beschä- 
mung sehr vieles entweder nie gewufst oder 
wieder vergessen zu haben; und wenn man 
sich dabey nicht immer auf das biofse Noth- 
-dürftige eingeschränkt' hat,' so geschah es 
blofs, weil man glaubte, dafs in Werken, 
deren Hauptzweck eine^ angenehme Unter- 
haltung de^ebildeten Theils des Publikums 
ist, alles was hiezu beytragen kann, ohne 
den. Leser gar zu weit aus dem Wege zu 
führen, an seinem rechten Platze stehe« 



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V Ö R B E R I C H T 






ZU det gej^enwärtigs^n Ansgabt. 



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I/er Neue.^Amadie ^ollt^, nach dem ersten 
(^danken, de« Dichters; in ßtalizen von 
zehen Zeilen verfafst werden, welche ia. 
ihrer Art ^h^n.soneu sieyn sollten» als es der 
y^rsbau» und :ip der That das ganze Gedicht: 
in jeder .Bjetrachtung, w^r, Zuna Beweise hie- 
von wird man;; beyvVergleichung der ersten 
Ausgabe von 177a mit der gegenwärtigen, 
linden 9 dals der ganze erste Gesazig, wiewohl 
die Stanzen nicht mit Zahlen ai^gegeben sin4r 
doch wirklich in die nehmlichen zehnzeili- . 
gen Abschnitte zerfällt » die man hier , • imr 
mit wenigen Veränderungen einzelner Worte 
und Verse, wieder ßndet;^ Erst, als in der 



\ 



I 



XVt V O R B' B R I C H T 

• ' * ■ 

Folge, die damahlJge Laune des Dichter^ 
welche schlechterdings von allen wHlkühr^ 
liehen Regeln frej seyn wollte» auch die 
Bewegung in sehr freyen Stanzen noch zu 
tegelmäfsig fand, wurden, um das Abstechende 
der Versifikazion des erstjsn Gesangs von dem 
freyern Rhythmus aller übrigen unmerk- 
t liehet zu ! machen , nicht nur auf der z wejr 
und zwanzigsten und vier und zwanzigsten 
Seite (der jjlüsgabe vöii 1771) emvjwiÜkühr- 
licher Absatz nach den Worten „beginne* 
deinen G e's ä ngl " und >i b erä u eh ext 
die fütstli eilen N a s e n *< -j. angel^tacht, 
hingegen aufS.ßß die fiinfzehnie -Stanze ohne 
Absätz an die vierzehnte angebangt ^'sQnl fela ^ » 
sogar I um in d^r dreyzehnten Stan^, anstatt 
zehn Zeilen, eilf zu bekommen» die 
Worte— /jweifshalsig, weifs von Ha»d 
und Stirn und Haar"— eingeschoben. 

Noch im zweyten, Gesänge lieset man, die 
sechs ersten Stanzen det neuen Ai^sgabe bey- 
nahe unverändert wie sie ursprünglich waren^. 



S £ R 19.& am nw AIRT X^ B II A; U i'o A B Mi XVII 

uAd em xhit d<^!iadienten beghixu <£e<gaT]:i 
uogebundene VckaI^ "uad B^ixBast^t f&c dann 
durph alle aieteatha 'Gesäuge: ddEi«ifteu Atta« 
galKT fortgeht » . und -«-^ wiewohl a^ der WilU 
kührliohkcit deeiziigeiQoacn tieniiia CapriC' 
€ib rdid aitgeinea^eBMite acheiotir doch in de^ 
, Tliat'wen%er.:j3en NjAmen einer. IMyen aU 
tUtär Ücenzidaen-'Veraifikazion verdieDt; luid 
dmiDiditer wirklich nur zu o£c am Nach« 
UoaiglUiten yerleitet.hi^y die^ wenli «ueh an* 
der« aie zu verzeüiengienesgt w^en^ iUemandk 
aldbiaelbat:ter2eiheiii~5aiL w 

Et hat es also fifr eine FBicnt, die er der 

"• • r ....■• '■' 

Liinst schuldig sey / gehalten , das Argemifs» 
das eine solche poetische Sankülotterie 
künftigen angehenden^ Versemacherh geben 
konnte^ wegzuschaffen , und sich weder d^e 

ieit noch die Mühe dauern zu lassen t die 

"f j^ • . ■ . ' '\ ' ' ^ 

dazu /erfördert würde , siebzehn Gesänge die» 

B^ O^edichts in zehenzeili^e Stanzen 

,Von' Sbhiicher Art mit^denen , worin der erste 

Gesang gieschrieben war» nmzuschtnelzen ; eine 



» ' ; 

Operazidn^: die ihm 'zugleich Gelegenheil; gab# 
in dertSpi^acbe jjffiiä Vewifikaxion^ undiiidit 
^selten. An iandern- nock^ wichtigem Erfordetv 
iMssen ' eines' guten» GedkhOBs » r eine r Menge 
VerbeMerungen zJUrmachen^rdie aber aüök itni 
ao vt0l i^cbweiwr ?wir, & da« s Mühselige de» 

'' ' ' ■ -^ 

At^eit dein Leaer gänzEdi igef barg e n ?wetdeh 
abufste» und'der ursprüiigiiohen Laune, «JirelGhiai 
4en we^ientliGhen Karakteid dieses Jboxnilöhma^ 
jtirischen Gedichtes ausmalt, Tiichtr der; ge- 
tingstel Abbruch /geschehen~<(iiiiTft;e. Seine atttß: 
. merksamste Bemühuxlg gang dahini^'^inaeik 
bep, ohpe Nachtheil der, ungezwungensten 
Leichtigkeit und anscheinenden ,(^^^ j^^cIi 

* ■ • * 

, nur anscheinenden) Kunstlosiskeit» eben die^ 
selbe Korrektheiit des Styls und der; 
Sprache zu sehen, die er (so weit es in^ 

, seinenr Vermösen stand ) all^n in dieser Samm« 
lung erscheinenden Gedichten zu geben , mit 

' der äufsersten Strenge gegen sich selbst^ bie- 
Bissen gewesen ist. Aizch schroeichelt ei; sich, 
es werde her einer genauem kritischen Ver-, 
gleichung beider Ausgaben sich findet , dab 



der Neue AntiidU t4i»rcb diese» Umarbeftuhgi 
mcki nur von oittev-M^ge Fehler und Flecicen 
^eremijpt/aondeiir' vielleicht auch der positi« 
veiiiVoUköttiiiieitliiHt» deren ein Gedicht die« 

« 

tex' Axt fähig ist» > um^ ein metkliches^nähec 
gebracht worden ^se^.' • - *" ^ 



J'V-_ t -i' ,' r • • ■ f* «' • i ■ • • '■• '■/; 



P^fs die Ma^;ni£faltigkeit der Formen, die 
in den zehnzeilisrenS tanzep^des Neuen 
Amadis (eben sq» in ihrer Art, wie in den acht« 
^piligen des Oberon) herrschet, vielmehr 
für eine Schönheit als ^ für einen Fehler des- 
selben, zu iialtea sey ^ werden uns vermuth- 
lieh die Meisten eingestehen , welche Sinn 
für die Grazien eines Sylbentanzes haben, \ 
der bey aller seiner Frey heit niemahls, odfit 
doch m;ir selten , über die Wellenlinien der 
Schönheit hinaus schweift, und, wiewohl an, 
einetn losetn B^nde geführt, doch in seiner 
scheinbaren Ungebundenheit immer zwisphen 
Rhythpius und Harmonie dahin schwebt. 

Mit besserm Grunde könnte hingegen ge- 
tadelt Vi'erden, dafo der Fall • - zwar verh'alij;^ 



XX ' V O.R B,E »nl c a T \ \'^ 

ni&inäbig nicht allzu ^£(, aber dock vAvast 
noch oft genüg — vorkommt^' wo diei Stan« 
zen» anstatt mit elnent PuiditV und also mit 
der ^Periode selbst zu S(DhIkfii^B#aicIi mifc einen 
Kolon pder Semikoio.ny ja wohl gai: mit 
«Uiexü blolsen Komma, endigen , und die Be^ 
rio^e also In die folgende Stanze hinüber ge- 
zogen wird. Allein • wiei;irobl nicht zu läu^ 
nen ist,^ däfs eine solche Freyheit an einem 
Dichter, der sein Werk gleich bey ^er ersten 
Ausführung, in Stan;Len arbeitete (zümaM 
wen^ er sich dieselbe öfteris erlauben wollte) 
sehr zu tadeln wäre : so dürfte es doch wohl 
.billig seyn, demjenigen» der ^in so freyes 
Werk Ider guten Laune, als das gegenwärtige 
i^ seinem Ursprung war, vier und zwanzig 
Jahre später erst in Stanzen umschmelzen 
will, ^nd doch so wenig als möglich von 
irgend einer wirklichen Schönheit des ersten 
Originals verloren gehen lassen möchte, in 
diesem Stücke nur wenigstens so viel nach« 
Zjusehen, als man ihm schlechterdings nachse- 
hen muls, wenn man nichts Unmögliches 



osR OEsmuiwlmrtoEV A^BOkB-B. "XXI 



irrä-ilihkCfodem wilL Wir wdnn^xn dieser 
bb&^'lim; adrvselan.mis-ifi:» £tt'V«rhä«en, dab 
nicht etwa ein künftiger ji^get Dicncer (d^a 
Dichte» liegen 9 deren Gebtnrten doch hur 
Einesr Tag^n> leben haben/ steht «ulles fr^f ) 
BwA. zum: Gebrauch gleiidbet' Frey heiter Vei^' 
leiten lassen und, was an ihm bl6fiie'Be<}iitfb&^ 
lichkeit und strSflichö Nachsicht gegen 4ie& 
jtelbst wäret mit der vermeinten AutoritSi 
eines Beyspiels» das in seiner Art vielleieht 
einzig ist und schlechterdings nicht Bespiel 
•ejif darf ', rechtfertigen zu können glaube, 

•• - ■ / f ' ' ' 

Übrigen» müssen wir nodi hintu setzen» daft 

diese Warnung' eigentlich liur auf die (auch 

im Neuen Amadis seltnem vorkommenden) Fälle 

geht ,' wo die Stanze mit eineih Komma 

schlielst» oder wohl gar; ohne alle Pause» sich 

« 
an die folgende anschmiegt. Denn auch A r ^ o s t 

erlaubt sich in seinem Orlando nicht sei* 

ten, eine Stanze mit der Hälfte der Periode» 

odeir auch niit einem Semikolon zu endigen; 

und es wäre nicht billig von einem Deutschen 

in diesem Punkte mehr zu fodem» als der 






/ . . ' 

'wohlklittgendat« allir ItalianischejsL.Dkhler i»« 
tin^i; :00'u:ge8cbittti^()igen Sprache alft 4te tdsks«! 

j; ;Zu dein»:.waf über die Vetsartider Staä»? 
tMLfdeS'Neuto Amftdis in deii erste» Tairedtf 
b^reiu geatzt . worden / setzen wir i> noch hin-', 
liU & diifd 9 dja : i|z)A7^ Sprache ,nnx fehr ! vrenig^" 
AnapäAtexi. hat» hingegen seh^i reich anl 
D a k t yi e n i^i , es vieUeicht beqp^mer wäre^ 
eith;did in. diesen Stanzen gehiiaüehten y^eiß^ 
aUTr<^chä<3jt mit Daktyleii /veriüiischt 
imd.mit einer kujzen yorachlagayibe»! 
Votzustellen , so dalis folgende» Seh en^ a difl 
metrische Beschaffenheit der in selhigen abh 
wechselnden Verse yon sechs 9. fünf ^and 
^ i er S^'lbenfülsen* bezeichnen • wür^ : ,. 



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s^EWL^otr^mHVfAti'siGiH A^^dkwi. XK}n 



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Diese disey Haüptarten nüetrUcfaer Zej^ti^ 
litöseäv'Je paebdem B]dl^dle 1^^ ^ dtft 

Daktylea-ixi A^isicht der Aim^s^I und StelltOi]^ 
veiOmbetr^ ^e ^robe An^ahU «^exsehladtiiiMr 
Formen zu» welche, indem sie dem Genie 
und der Laune den freyesten Spielraum ver- 
6C^a£Fen, ztigleicli d^m Dichter« den die Mu- 
sen mit einem Öhr für Rhythmus und Har- 
monie hegaht halben, üherflüssige Mittel' axi 
die Hand geben, sich durch Mannigfaltigkeit, 
Abwechslung und Schicklichkeit der Moda« 
lazionen der poetischen Periode» und vor- 
nehmlich durch die Harmonie des Rhythmus 
oder Sylbentanzes mit dem Gegenstande der 
Darstellung, demnörer gefä^llig 2u machen. 
Denn dals ein Gedicht nicht blols gesehen 
sondern auch gehört werden soll» ist etwas 
so Wesentliches» dafs.man es sich» auch wenn 
man Verse für sich allein liest , zum Gesetz 
machen sollte, allezeit laut zu lesen^ -^ 

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welches freylich voraus setzt» dafs man in 
der Kunst Gedichte, zu lesen nicht so ganz 



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XXIV VoRBfiR. DK« OKGJB]lW«\Au««.^ 

ungeschickt ' und ungeübt sey « als es (nicht 

%nx Ehre untrer Sd^tulverfasstingen!) noch 

V auf diesen Tag sogar die meisten. unsrer 

lehrten.«*« zuiieyn beschuldigei wetden. 






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DER NEUE AMADIS. 



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Wiälan'Ds Schriften, IV, 1. 



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E R S T E R G E S A N G. 



^on irreDden Rittern und wahdernden Schönen 

6in^, komiiche Muse, in freyer irrenden Tönen! 

Deh Heiden sing« der lange die Welt Berg auf Berg ab 

DurcliKOg, das Gegenbild von einer Schönen zu finden« 

Die aus dem Reich der Ideen herab 

Gestiegen war, sein junges Herz zu entzünden» 

Und der, es desto gewisser zu finden, 

Von einer zur andern sich unvermerkt allen ergab: 

Bis endlich dem stillen Verdienst der wenig schein* 

barn 1 i n d e n 

Das Wunder gelang, den Schwärmer in ihren Arhien 

zu binden. ' 



2. 

„Allein, was werden (so denkst du vielleicht} 

Zu unserm Gesang die strengen Kenner lagen?** 

Die Kenner? — Gut! die wahren gewinnest du leichte 

Ergetzt dein Lied • 8o wird kein Kluger fragen. 

Ob Aristoteles ihm •— mit allem Respekt Tov 

dem Haupt 

Der Kritiker sey es gesagt! — sich so zu ergetzen 
r erlaubt. 

Die Grazie tanzt nach an studierten Gesetzen» 

Mit ungelerntem Gesang entzückt Filomela die Flut ; 

Bleib du dem Wahrtn getreu und der ungeschmink- 
ten Natur, 

do kannst da» auf meine Gefahr, die andern Regel» 
1 .. yerletken« 



4 DehneukAmadis« 

{^röbre den Beyfall der lesenden Welt,' 

Und sey, wo möglich, dU Schöne^ di«« allen gefällt. 

„Ich?', ruft die Muse mit spottendem Lachen, 

Di^' Mühe, da ht' ich , erllcfsen Sie'mir ! 

Sa wollten .Sie mich zur Lais des Publikums ma* 

chen? ■ 

Ich sollte in seinem Dienst mich hypocliondriscli 

\ wachen? 

jSie hoffen ein w^enig zu viel von meiner Dienstbegier. 

Gewohnt die Sommernacht mit Grazien wegzu« 

scherzen, 

Sänn^ ich mich mager und bleich beym Dampfe nächt^ 

. lieber Kerzen,' 

Und kraute die Nägel mir ab? und tvöfür? 



Dafs Kritikut mich und Antikritikus^ preise? O 

Ein feiiier Ersatz! Herr Diduer, wo denken Sie hin} 

NeinI allen Ruhm des Sängers der Frösche und 

Mäuse ' , -. 

Erkauft^ ich nicht — um ein spitziges Kinn! 
Ich lobe mir die runden sorglosen Backen, 
,pas doppelte Kinn^ den vollen Busen und Nacken 
Von meiner Schwester ü**rin! 2) 

Ihr Bey spiel reitzt. Fahr wohl, O B^yfalF der 

' - / Kenner! 

Ich' würde» unr deinetwillen,, zu einer Sibylle von 

Denn er? 
Kein! wahrlich nicht» so wahr ich Müsff bini 



£ R JB T B R G E S A 19 O* . -ß 

5-: ' 



1 



Euch« Schwestern» mit denen iöh oft in Sommernacht* 

liehen Stunden, ' 

Am 'Rande der. nnbftrühmt schleichenden Rifs, 3) 

tFVie am Eurotks einst und am Sokrat^schen 1 1 y f i, 

Den eoldnen GÄrtel losgebunden. 

Euch weih* ich meinen Gesang! Ihn hört der r'oman« 

• ' tische Hain, 

Den nm Luisenlust die Oreaden gewunden. 

Ihn hören» in Lauben versteckt, die Nymfen hej 

Cynth^ens Schein; 

Und fern in Felsen spitzt ein alter Faun die Ohren ; 

£r rafft yom Schlauche sich auf, in sufsem Tatimel 

verloren. 

Und schlummert horchend wieder ein* 

6. 

Vielleicht dafs auch, indem sie die reitzenden Schatten 

Mit ihrer Freundin besucht* , des Weisen Tochter 

* uns hört. 

Der » mit Verdiensten und Jahren beschwert» 

' Dem Vaterland theuer und Köfiigen wenh» 

-Des Lebens Abend hier in selbstgepflanzten Schatten 

Verlebte», wie Sülly und Hariey den ihrigen aus* 

gelebt hatten. 

Vielleicht» ihr Grazien, hört in unbelauschter Ruh 

Sie , die von £uch die Gabe zu scherzen 

Und zu gefallen empfing, gleich schön an Geist und 

Herzen^ 

Dann jiinsern Spielen lächelnd tvu 



S Dbr 9 m^ir s A m a b z •» 

7. 



/* 



Ihr Lächeln gewährt ans «icher den Beyfall voiixalleii» 

Die selbst verdienen , der Welt, und uns zu gefallen. 

Wem hängen wir sonst? Gewifs nicht dem grämli« 

eben Mann« 

Dem gelben Smelfungus, dem Mann von abge« 
^ stumpften Sinnen, 

Dem Onkel Toby selbst kein Lächeln abgewinnen» 

SchaohBaham nicht die Stirn entrunzeln kann ; 

Der in Minervens göttlichstem Bilde 

Mit Mähe die Göttin erkennt» doch nur an — ihrem 

Schilde, 

Der Venus am Arno sein Auge geärgert entsiehtg 

Und nur ein Weib — sogar in Niobe sieht. 

Auch nicht Taftüffen, der stracks zum Bösen irer« 

sucht sich fühlet. 

Wenn Zefyr in Unschuld mit Hebens Schleier spielet» 

Und wei^n der schönen Sünderin Bild 

Sein rollendes Auge mit heuchelnden Thränen erfullty 

Susann^nfAiten gleich, nach ihreip Bu'sen scliielet ; 

Koch Fatmen» die künstlich tuid falsch. /i[Hie ihr 

studiertes Gesicht,. 

Bey Nacht Quartillen gleicht , bey Tage wie S c« 
' ' n^ka spricht ;4 ) ' 

Noch jenem» der, gegen tfich selbst in fanatischem 

Eifer entflammet. 

Die Freuden , die er nicht kennt , mifsgünstig an an« 

dern verdaiiimet : 

Flieht, Ungewcihte! lür euch, tönt meine Leier nicht!*' 



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EU s T K A; Gesa m •• 



Sie fliehen, Mate« sie fli<ehn, Ton rosenbekränzten SatyreHr 

Aus unseni Augen glepeitschc ! -^ Beginne nun dei- 
nen Gesang! 

Es reiseten, quer durch die Welt, auf ihren 'langhal« . 

sigen Thiereh, 

Schach Bambo's Töchter bereits drey ganzer^ Ma- ' 

nathe lang, ^ 

Als an des Atlas Fufs , in einem schattigen Thaie 

Die strenge Mittagsgluth sie abzusteigen zwatig. 

Ein reiches Gezelt wird unter den Palmen dem ^trahjd 

Der Spun** entgegengespannt. DieDamen kleide sich um» 

Die K6ch^ schwitzen indefs: nian rüstet die Tafel 
' # zum Mahle, 

Und ringsum legt sich auf Polstern die hohe Gesell- 
schaft herum« 

10. , 

Sechs Knaben, jeder so schön, wie Aezions zärtlicher 

' Pinsel, 

In Wollust getaucht» den Liebling Jovis gemahlt, 5) 

Und jeder zuml raindsten ein Prinz von einer kleinen Insel 

Des festen Landes, bedienen die Tafel; sie strahlt 

Von g61dne;n> Geschirr und bunten Japanischen Vasen, 

Und Amber und Aloeholz beräuchert die fürstlichen 

/ . s Nasen. 

Nenn^ uns , Thalia , die Nahmen I ^- Vor allen, als äl- 
teste, hebt 

Sich Leoparde heraus, die unerbittlichste Spröde, 

Mit grofsen Junonischen Augen »^für welche, so zärt- 
lich als blöde, 

.per Prinz Ton Trebisond nur an • einer Faser 

noch lebe 



/ ' 



11. 

' ' ^ . . . ' .' • ' . 

Zur Rechten wi^t sich an ihr Prinzessin Dindo« 

nette, 

Ihr Eichhorn Puc^ auf der Schulter, im Schoofs ihr 

Türkischer Hund ; 

Ein .gutes Mädchen zu Tisch und zu Bette, ,. 

Fromm wie ein Lamm, an Leib, und Seele rund, 

I9ur ( flüstert der Neid, nicht ohne scheinbaren Grund} 

Ein vrenig zu platt, und ein wenig zu fette. 

Zur Linken spitzt mit gezierter Anrauth den Mund 

Prinzessin Sohatulliöse, die Keusche, v 

Un4 Fräuiein Kolifi schon macht uns mit vielem 

Geräusche 

Da» Schoofskind der gnädigen Mama durch Launen 
' ' und tJbermuth kund. 

/ ■ ' - ^ 

.J.2. 

Nie steht ihr Mäulchen still, stets flattern ihre Blic)Le» 

Nie iäfst sie Hände noch Füfse ruhii; 

V'^ll Grillen und kleiner schalkhafter Tücke 

Macht ihr quecksilberner Witz sich immer was zu 

thun 

Das andre Leute verdriefsr; und weifs sie nichts' bei« 

sers, ey nun 

""So fliegt wie der Blirz die pudervoUe Perücke ' ' 

Von Trebisonds Kopf; denn Fräulein Kolifischon 

Kennt kein Gesetz als jedes Augenblicks Laune, 

Und diese läuft» wie gehext, mit ihrem Verstände 

, davon : 

Iilii übrigen eine reitzendq Braune. 



£ K s ^ E n G £ 8 A K o. 9 

13. 

D«m weinerlichen Blöiviurant, 

Dem Sohn und Erben des Kaiser»^ von Trebisonde» 

Zur .Rechten prangt in aurorafarbnem Gewand, 

JMit piamanten bedeckt , Mifs B 1 a f f a t d i n e » die 

Blonde; 

So blond und so ,8ehr in ihre BlondJfeit verliebt, , 

Uah lange^ schon niemand die Mühe sich giebc 

Um ihretwillen auch nur in einer, Ode zu sterben : 

Ihr frostiger Blick entnervt die kühnste Fantasie, v 

Und ihre Schönheit verspricht, weil noch kein Rittex 

für sie 

Sich, blond genug fand , der Nachwelt keinen Erben« 



h» 
/ 



Don Karamel! schliefst den Kranz., ein edler RiCr^ 

' • r ter, und traun ! 

Nicht häfslich, sogar in Blaffardinlens 4"gcn« 

Schön wie ein Griechischer Fechter , allein zum, Un« ' 
r glück braun ; 

Kein Mahn, dem Ansehn nach, nur blofs vom Blik*^ 

ke* saugen 

Zu leben; ein hfibtchea Modellzu einem Gefsder- 
. < * ^ sehen Faun, 

Doch in der Liebe ganz Geist; (so kann das AnsehM 

/ trugen!) 

Gewohnt , sich blofs am Anschaun zu begnügen. 

Ein Erbe der Tagend und Zucht des seligen Seladon, (S) 

80 zärtlich wie €r , sa' suis von Manieren und Ton, 

So weiblich von Gefühl , wiewohl von xnännlichern 

' Zügen. 



. » 



10 D £ R 19 £ U E A k A D X S. 



1 1 



, 15« 

Stets war er fertig zu Pferd und zu Fufs 

Für Plato*t .Amorn sich mit Riesen und Zwergen 

zuschlagen: 

Die Liebe durfte » nach ihm * selbst in Gedanken 

nichts wagen • 

Als höchstens einen ekstatischen Kufs 

Auf seiner Göttin Hand. Nach Ritter Karamells Sagen 

Wut D indonette selbst, in Naturalihus^ 7 ) 

F&r ihn ein blofrer Geist in einer Vertägade« g) 

Hingegen hatten bey ihm die Schönen alle ^— Ver«- 

sund» 

'Und in Betracht* der schönen Seele fand 9) 

£in Busen» wie reitzend er war» vor seinen Augen 

Gnade. 



i6. 

Ans /allen Freyern von Morgen» Mittag und Mitter- ^ 

nacht. 

Die an Schach B a m l» o * s Hof sich wie die Mdereswogen 

Ergossen, hatte der Liebe furchtbare Macht 

Nur diese Zwey den Schwestern nachgezogen» 

Als ein Orakel» das Bambo Sehr lächerlich fand» 

Sie, was sie nicht hätten zu suchen, verband. 

DonBlömurant, entschlossen sich ewig zu täuschen» 

Hofft — aus Verzweiflung > und wiifd durch keine 

Mifshandlung geheilt: 

Dem andern, der Dindonetten und Schatulliöyen 

der Keuschen 

Sein zärtliches Herz zu gleichen Theilen vertheilt» 



■ 

Schenkt» «einem Plato vey Dankl die Liebe tftfser« 
' Stunden. 

Nicht etwa, dafs'ersie schon zum Kapitulieren gebracht: 

Ach ^einl ron Dieser wird ihnn noch Alles ttrei-^ 

tig gemacht. 

Und Jen e, beschäftigt aiit ihren Puppen und Hunden» 

Gab auf die erhabensten 'Sprüche mit halbem Ohre 

nur Acht. 

Allein» er hatte» vom Mantel der Freundschaft um- 
wunden» , 

Bey beiden doch einen Schleichweg zu ihrem Her* 

. , , zeii gefunden. 

Von ihm besorgte man nicht»; er durfte die Hilft« 

der Nacht 

Vor Dindonettens Bette sich setzen 

Und zwischc(n Wachen und Schlaf mit Mährchen si« 

ergetzen. 

Ihr keiinet nun. Freunde, so viel euch ffir itzt 

Zu wissen dient» die Hauptpersonen im Stücke. 

Die übrigen werden vor euerm günstigen Blicke 

Sich stellen » wie es dem Schöpfer und Herrn von 

ihrem Geschicke, 

Zcun Seiten des Ganzen » Vorin • sie blofse Rader 

sind, nützt. 

Ihr seht» Schach Bambo^s holde Binder 

Sind keine Kassander n» wie «inst Herr Kalprencd« 

geschnitzt, lo) 

Sie sind die pure Natur, und ihre Ritter njlcht minder. 

Wi^ pfuschen nicht gern an den Werken der almm 

mater rerunit 

Und lieben den Spruch: rid^ndo dieere verum, ii) 



, ^ 



i^« Der f9£VB Amad i s; 

* ' ' \ 

»9- 
Die Gesellschaft sondert nunmehr nach Tafel sick 

einzeln j^b, 

. Unn , "WO es jedem belidot, der Mittagsruhe zn pflegen. 

Don Blömnrant» mit einem entsetzlichen Degen 

An seitiet Seite, den ihm der Zauberer Padmanab^ 

3^in Pathe, mit auf die Wanderschaft gab, ~ 

Siecht, seinen 'Schmers^n nachzuhängen. 

Im nahen Walde den allerwaldigsten Ort, ^ 

Wo Hecken und Busche fein dicht sich in einander. 



mengen. 



'Dort wirft er sich an eines Giefsbachs Bord, 

Und klagt den Felsen sein Leiden von Leoparden. 

der Strengen« 

20. . "^ 

Herr Kar am eil lag inzwischen, von einem Lor« 
'^ . berstrauch 

tJms^chattet, zitchtigHch zu Schatulliösetis Füfsen, 

Und schijen, wie dort bey Armiden der liebes« 
^ kranke Gauch 

R i n a 1 d o , in schmsfchtende Blicke wollustig bin« 

zufliefsen : 

Indessen die Dame, ihr rosenfarbnes Gesicht r 

Im weifsen Atme verbergend, nicht wahrninirat, oder 

nicht achtet. 

Mit welchem Ernst er den Anfang 4^1^ - zierlichsten 
* Wade betrachtet, 

Den ihm, verschönert vom dämmernden Licht, ^ ^ : 

Ein Amor, unter den Falbeln von ihrem Rocke verstecket. 

So, wie sie zurück gelehnt sitzt, mit schlauem La« 

choln entdecket« 



£ K 8 T E R G E 6Ji n O.V J^ 

21. 



V. 



» \ 



«•1 

In einer andern Laube hielt), 

Mifs Blaffardinen, der Blonden und K a-1 t e n. 

Ein Zwerg (denn damahls* hatten die Zwerge noch 
I - * , viel «u ver Wolfen) 

iJen cröfsten Spiegel vor, den je ein Zwerg gehalten. 

Sie sieht, mit dem lächelnden Stolz, den Venus auf 
^ Ida gefühlt. 

Als Paris sie zur Schönsren. erkohren. 

Wie hernrich Blond in Blond auf ihrer Stirne spielt: 

Indefs Leoparde, die Strenge, von zwanzig he* 

waffrieten - Mphren 

V 

Und einem Gewebe von Laub vor männlichen BIiIl« 

* ken geschnitzt, 

Dianen ähnlich,' im Bade mit ihren Zofen sitit. 



. ^. '' ■ 22. 

Anf eiilmahl erschalk von scharfen schmetternden 

^Tönen, 

. Unzählig vom Echo verdoppelt^, der Wald. ^ 

Der ^unvermuthete Scluill schreckt unsfe ruhenden 

, Schonen ; 

Man lausciitv man rennt, man fragt einander, und bald 

Stellt ihnen sich von allen möglichen Scenen 

Die seltsamste dar. Zwölf Knaben, alle in Grün 

Und reich gestickt» sein Waldhorn jeder am tVlunde, 

Sieht man, in Paaren, zuerst auf Apfelschimmeln 

!(iehD, 

Und alle blasen zugldch; drauf folgt im Mittelgründe 

- Auf einem Arabischen Klepper ein zierlicher Paladin« 



14 De. K^X9«VB A M ▲ D. X «• 

/ 

£3. 

Mehr einem sflfsen Herrn als einem irrenden Rirter 

Giich er, ein Galaor mehren Schönheit als an Kraft. 

Sein fliegendes Kleid war siebenfarbiger Taft, 

Sein Helm ein lileiner Hut, verbrämt n^it goldnetn 

' ' 6eflitter. 

Ein grofser Sonnenschirm an einem Rosa Band 

Hängt statt des Schildes an seiuer Schulter; ein Fächer» 

Mit Amors Siegen bemahlt, dient seiner schnee;* 
^ vreifsen Hand 

Für Schwert und Lanze, Mr Bogen und Kocher; 

Uiid fanfzig Schritte ringsum verfälscht der Öhlig« 

Duft 

Von seinen bebalsamten Locken *die Luft. 

» . < 

.Zu seiner Bedeckung folgt auf einem Elefanten, 

IV^it Bisenblechen behängt, der Riese Moulinenü.is) 

Den Dam^n däucht es zum wenigsten so, * 

Die stracks in ihm den gräfslichen Popanz eiiiannt^n. 

Womit die Amme sie einst zu schweigen pflegte. 

Sie rannten 

Tor'lBeinem Knebelbart, wie schüchterne Rehe »davon« 

Selbst L e o p a r d e , vor Angst , ^^sva. neuen £ n a k 8* 

'söhn 

Zur Beute zu werden, entstieg im ersten Schrecken 

dem Bade, ^ 

Und lief mit flfeg^nden Haaren, wie eine truakne 

« Mänade, 

8o leicht als Natur uns bekleide^« davon« 



\ » 



i 

£ » • T E n G £ t A n «• ig 

Dem Schlummer entweckt« worein Doti Karamellt 

myitiscbe Reden 

Sie wiegten» wird SchatulliÖBe den Riesen kaum 

gewahr. 

So übersieht sie auf einnv^hl die ungeheure Gefahv 

Die ihrer Tug^d dräut. Was könnte der Mann sich 
, ' entblößen! 

VÖxn blofsen Gedanken eitipört sich jedes Haar 

Au£ ihrem Kopfe. Mit Recht ! die ganze Riesenscluiäv 

War» noch vom Blaubart her, nicbt wohl bey,ihr 

enij^fohlen. 13) , 

Sie flieht, sie schwebet vielmehr, -wie Psybhe vom 

Zefjrr entführt ; 

~ Kaum werden von ihren beflügelten Sohlen 

Die' Spitzen des Grases im Laufen berührt. 

■' • - 

26. 

\ 
Umsonst ruft Karamell sie in seinen Sehnte zurücke; 

Der Riese, den die Angst mit jedem Augenblicke 

Um etliche' Spannen in ihrem Wahn ver längt, 

Spornt ihre Tugend so scharf, dafs alles nichts verfängt 

Was jener bittet und flucht. Sie läuft, und m^kt 

nicht vor Schrecken, 

Dafs hier und dort an Stauden und Hecken 

V 

Ihr Schleier und iQanches Fragment von ihrem Un- 
terrock hängt. 

Der Bitter, von Eifer und Liebe gedrängt. 

Rennt ihr vergebens nach; schon liegen Thäler 

und Wiesen 

Und Hügel zwischen ihr und dem eingebildeten Biesen. 



i6 



IDe^ H£U£ AmADIS« 



^ I 



27. 

JLnf 'cinmalil iietnmec der schnellen Fßfte Flug ^ 

Ein Flufs, niclit (Vleilen breit, doch immer breit genug. 

An welchen Gott soll itzt die Keusche sich wenden? 

Zum Glücke Ug am Gestade, vom Riedgras halb 

verstfeckti^ - 

-Im Sonnenschein ein Flufsgött hingestreckt. 

Sein Haupt mit Binsen bekränzt, und um die zot« 

• ligen Lenden, ^ 

Statt alles Gewandes i^ mit ^chilfe bedeckt., 

Welch Grauen hätt^ ihr vor kurzem ein solcher An» 

blick erweckt! 

Doch itzt, in der Angst voy gröfserm Harme, 

Schliefst sie die Augen und stürzt dem Triton in 

die Arme. Vt) 



( / 



V 

E R 8 T fi n 6 £ 8 A t9 (K 17 



^mmm^» 



Varianten der ersten Aufgabe. 



Stanze i. 

D^n Helden Kesin^, der lange Berg anf und Berg ab 

Die WeU'dnrchstrich, um eine Schöne zu finden. 

Die £lliig wibfe fdr ihn , wae ei* f ar sie , ;iu empfin- 
den u. 8. vf • 

St ifl. CS. 31. deV ersten A.) 

Die Übrigen werden » so wie ihr gutes und böses Ge« 

schicke 

iD8 Spiel sie mischen wird» vot euerm günstigen 

BUcke 

Sich stelleii«' wito tie sind, nicht wie sie ein Phidiaf 

schnita^. 

Denn Batnbo^s Töchter (gesagt ^m Vettiauen) 

Sind» gegen den ritterschaftlichen Brauch» 

Die pt^re Nator ,> und ihre Rittier auich» 



'ji *■ »I 



A n m e r k u n g e n, 



.. i 






' .1 ) Da£s K^i|ilui0 mich und JLntikrkikus preiiew. : 

-£ixie Ampidung Wnl ds^ey kiin^tidöHt^liche Farte^en , '( dib 
Klotzische Und Auti-Klo tzische ) welche üfli die 
Z'^itv da dieMS Gedicht geschrieben -wtirde; viel Lätmens 
Auf dem Deutiobei^ Paxnafs machten, 'Antikriti kti^ rWar 
-Atr Titel tinh» liegen dje Klbtti^he Pkrtey gericht*teh 
JfiKimaU rtki ki^z^ Dauer , •weiche» dermahlen Wohl' \i& 
Mits unter' die tihrot rariares %tiiQmi iaa^. "" * 

\V^ftZ<AKD8 Schriften^ IV. B. - B 



lg D £ H' 19 « U ft A M A D I t. . 

d) Jch'lobe mir die runden sorglosen Backen, 
l)as doppelte Kinn, den vollen Bu^ou und Naclcai 

u. «- w. 

Wer gcgcn'wärtig ndch 6<> glücklich ist , eine tim jene Zeit 
herausgekommene Sammlung von Gedichten der damablt 
sehr beliebten und belabten Dichterin, die hier gemeint ist, 
Jeu besitzen , wird gestehen , dafs ihr derselben Vorgesetztes, 
ziemlich SchleQh,t gestochues ^duifs in diesr^* mnviey Vereeh 
sehr getreu kopirl ist. Das Ganze Tdie Modefrisur von 17^ 
die steife Schnürbrust, und die drey - oder vieWa'chen Spitzeil- 
mansche tte» mit eingere^huet ) machte wiJssJUiph einen. J^ 
mischen Kontrast mit der Gestalt und dem Kostüm, uute^ 
-welchen man sich die Musen zu denken gewohnt ist; 
lind in der genialischen Laime , der das gegenwärtige ganze 
Gedicht sein . Daseyn zu danken hat , war es dem Verfasser 
-vielleicht zu verzeihen, daf$ er dem ^Eiiif^., nicht wide^p."^ 
8t,ehen konnte , der kleinen Eitelkeit, die mau der Dichterin, 
bey freywiUiger Ausstelln'ug einer solchen Fülle von Natur« 
jgaben, gar wohl zutrauen konnte ,: hier seiii Komplimexi^ 
zu machen^ 

. 5).Per unbeyöfcn9t;ldJQlilekUendeiiB:Ks»r: - 

So heilst ein kleiner. Flu^ , an welcliem die schwäbische 
Beichssudt Biberach, die Vaterstadt des Dich t<prs, liegt, in' 
welcher die ersten Gesänge des Neuen Axuaim geschrieben 
wurden. < . '^ ' ., -^ 

4) Bey Nacht Qu&Ttillen gleibht üi s; W. ^' ' 

Eine römische Dame aus dem Jahrhiuidert Augusts , die in 
F e t r o n s Satyrikon figuriert , und zu welcher die F a t inf 
iu K r e b i 1 1 e jTi s ^ofa da$. Gegenbil^ au, seyi;» scheint. 

5) Aezions zärtli cher P insel u. t. w. 

OV Aezion (ein Mahler, den wir blofs aus Litcians 
Schriften kennen) jemahls einen Ganysj.ed .^emahlt habe, 
ist unbekannt. Bier ^ci^int auf ein «ntikes-ÖeinJüilde gc- 
^litet zu werden, /vye^c^es uns Wii^k^l^^.iinn in seiner 
Geschichte der Kun^t beschreibt. „ Der daradif dargestellte 
L^ebUng Jovis ist ohne Zweifel (sagt Winkelmann) eine der 
all«rschöusten Figuren, die aus dem Alterthum iiibrig sind,' 
und olit dem Gesichte desselben ist nichts zu v^gleicheni 
«» ^^y^et so viel Wollust av^ demseKben , da(s .dessen ganzes 
lieben uichu als ein KuTs jsu seyu sch^t. f* r^ Was unser» 



/ ' ' 



I 



' , 



Dichter vcranlafst haben mag ^ deu Mahjier A ,^ 35 i o |^ durch 
'ZAttliQtkUeit des pinseU zu karakteriiiereu, und ihm 
asnzutraueu'if* dafs er cintii Gauymed wie der Wiiüeelmaii*' 
Hische gexäihli hahen könnte, ist vermuthlich das (jemahlde 
T^öii A'Je'Äander imd Kbxanc, welcfics LuCiad iu 
seiltet. H ^ r o d'o t oder A e z i o n , um so. viel zuverlässi- 
ger beschrei)>t, da er es selbst zu Kom gesehen zu haben ver* 
Wchcirt. X)ef Begriff, den unser Dichter von diesem iviahler 
]^cbt', ' si61ieiz$t dadurch hinlänglich gerecht fertigt zu seyn, 
uüd -yrlrd' 'ä!urch eine Siellc der Bilder, oder des I d e a 1 1 
e 1 n e r y o 1 1 k o m m n e n Frau, von eben demselben Ver- 
fa^sjer, noch mehr bestätiget,' wo er, um seine Panthea 
auszumalüen ^ vier Mahler (vermuthlich die^'&cstcn, die er 
kiöxit'e^ den iPolygnotus, Etifranor, Apelles luid 
Aezion, zii Uiilfe nimmt, und deuMuiid, den eigeinlichcu 
Uitz d^ .Gjrazie , von der B o^x a h e des letztern emlehut. 

6)"I)eB seligen Öeladort. ' 

fiift Dichter, ist berechtiget,: ^.ey «ei^eii^ Leacm- einige Kennt«, 
jl^s ^ 4^r, Mythologie und Oesvihichte , ,iiud einige Belcsenheic 
ia.Bomanen, Schauspielen ui^d andern Werken ,der Einbü* 
dung^raft und des Witzes vorauszusetzen j luid es wl\r^e 
d^er.u^uöthig <eyu, zu alle]» solchen Mahjpien Anmerkun* 
geil zii. m«,c]pten , die einem jeden bekannt sind, der nur den 
kleinsteu Grad von Belescuheit h#t. Der eben so schöne 
als zttcht-rluid tugeadrei^hc Schäfer Seladon, der Held 
des gro£»eu ^eriQischeu Pa$t:0£4l,*4\omaiis Astrfta, ist uu« 
streitig einer von diesen allgemein bckauutca ])f »bmen^ in 
der poetischen W^elti man sagt, z'ärtlich wie Seladon, 
wie man zu sagen pflegt, schön wie A d o u i i^ ^4^^^ tapfer 
und höflich wie Don (Quichotte; jedermanu versieht, 
was* mau damit sagen will, wieWohVin raisem Tdgen viel» 
leicht in ganz Euiopa ilicht drey Personen leben, welche 
tich rühmen köimteu, die Astrfta des Marquis von Vrte 
gelesen zu haben, die doch in der ersten Hälfte des vorigic^u 
Jahrhunderts die ganze schöne Welt bezauberte, gui faisoit 
les delices cfex personnes les -pluit ipirituel* 
les et meme der savaHs, wie der'p. Nicer^ntagt. 
Um< eine solche AVirkung zu thuu, mufste sie wesenfr* 
l'ic^he4. dutch d\a Veränderungen, welche die Zeit im Ge' 
sclu&ack, iu deu Sitten und in . der ganzen VotsteJ^Hiigsart 
kultivierter Völker hervorbringt, unzerstörbare Ver- 
dienste haben t ,uud,>0; uri^witj^ auch der Abb^. S,aj^c.hr«i, 
da er 1733 eine neue Aibgaoe der Asträa in ze]ien Duodez- 
biude* bty Pidot iA Pari, bwoirete . wü. er. ohn. .,< de« 



i 



F. 



.flO D SvR 11 E-U £ A M A D 1 S. 

Hauptzweck und an den Episodeü ervi'as xu Tei^dem , bloft 

die allzu langen und spitzffuidigen KouTersaxioncn abge- 

"kxirzt und die etwas altfränkische Sprache au£ge£rischt ha^ 

Aber. auch zu dieser modenüsicTtcu Aufgabe konnten weni^ 

Licset von Geschmack so viel öeduld aufbring«ni , als nö|b1g 

ist , sieb von Herrn D'L'rfe's höfischen , TÜterhalten , g^. 

lehrten tin6. platonisch verliebten Schäfern zehn Binde durch 

— laxagyvcUe machen zu lassen. Um also solchen Xrcsem zu 

Hülfe ^u kommen, die mit so betnhmten Personen , als Se? 

ladonund Asträa, gerne Bekanntschaft machen möchten, aber 

nipht Muth genug haben , sich durch einen so voluminösen^ 

mit so vielen Episoden durchwebten nnd mit so viel Theo» 

logie, Filoso^e , Politik tind allen andern Arten voii Oe- 

lehrsamkeit überladenen Romai. diirchztiarbeiten : hat «in 

Ungenanntef die Quintessenz aus demselben heraus gf-zo»eil 

und unter dem Titel der neuen Asträa fiue kleiüe'^K.öza« 

posizion daraus gemacht, die man im 4)ten Baude' der ^£t. 

hliotheque de Campagne (Genf 1761) Enden kann, und 

deren gröfstes Verdienst ist, dals sie nur, sechs Bogen einr 

iiiaimt« Der Menschenf orscher , der iir einem einst allgemeuü 

geschätzten "Werke dieser- Ai:t den Geist und Karri^er der 

Zeit aufsucht — ein Zweck; in dessen Rücksicht ein Rmnaxr, 

wie die Asträa des D'Urfe^ selbst für den filosofisc^en 

Getchiiditschreiber -wichtig ist— inrird immer lieber die vier 

dicken Bände der ersten' Ausgabe durchlauf eu, als seiue 

2ieit mit Lesung einer Asträa in nuce verderbeii^ die we- 

der das Verdienst des Originals hat, noch durch ihr eigene« 

unterhalten kann. 

j) In KaturalihuSm 

P. i. in dem kiuistlosen Aufouge, worin Ln« lau die dre^ 
Göttinnen dem Urtheil des Paris» Ariost die schöne Ange- 
lika den Blicken des Buggieri und die schöne Olympia dtx 
Imaguiazion seiner Leser» Thomson in seinem SonuBcr 
die schöne Musidora der verstohlnen Beschaiiiuig des jungen 
Pamon , uud auch der trivialste Farbenklecker die Stammr 
altem des JVleuschengeschiechts (wiewohl so häfslich, <laf« 
die strengsten Venirtheiler der Nuditäten damit ^ufrie 
den seyn können) ohne Bedenken den Augen der Andacht 
selbst in jeder Porfkirche aussetzu 

8) Ein blofser G^ist in einer Vertügade. 

Die Vertugade'y aucb Verti|yg;adin und Ouard'inf ante 
geuanut» machte ein wesentliolies Stück der gr:aMde parurt 



^ ^ E A S T B R G E S A N 0« ' £l 

' • ; •' '. H. - ' 

■ I 

der,] Damen in Frana I. und Heinrichs H. >^eUen ans. Sie 
war eiüe Art von steifem Beifrock, von einer, Form, die, 
man aus Gemählden dieser 'Z«it am l>esten kennen lernt. 
So läpherlich uns dieser^ Reifrock , durch welchen die schön- 
sten ^inzessen des sechzehnten Jahrhunderts sich verschö* 
nert glatibten, jetzt selbst auf oincr Maskerade vorkäme, so 
-gut schickte er sich zum Ganzen der daraahligeu Mode- 
tracht der Pameu, die gerade das Gegentheil des gewöho- 
] legten Kostiuns der Graziefn war. Wenn dieses der Ima- 
gination alle Mtilie er6i>art , so machte es ihr jener bcynahe 
unmöglich, zu errathcn^ was für eine Figur unter dieser 
Verkleidung verborgen s lecke. 

9) Und in Betracht der schönen Seele u. s. vr. 

,>Dcr Betracht (sagt Adelung in seinem Wörterbuche) ist 
«in Qberdeutsches Wojrt , . und die Bedeiisarten , i n 
diesemoder jenemBet rächt» u. s« w. werden, in 
der reinen Schreibart billig vermieden^** Ich sehe diese 
Billigkeit nicht. Denn , 1 ) fehlet viel , dafs Betracht imd 
Betrachtung völlig Synonymen seyn sollten : Betracht 
entspracht dem französischen egard in den. Bedensarten en 
€gard^9 ä, l'egard u. s. w. ; Betrachtung hingegen den Wör- 
tern fo»Ji'<2era/io/t, reßexioftf u. a. in einer bekannten Bcf 
deutung dieser "Wörter, wenn gleich nicht in allen. IVIaa 
Sagt auch in Oberdeutschland nicht der Betracht eines Ge»» 
mähldes ,> sondern die Betrachtung. 9) Wäre es ganz und 
gar nich t b i 1 1 i g' > ein altps , echtdeutsches zweysyltiiget 
W^ort , i^u Gunsten eines diirch das dumpf näselnde Sufiixum 
11 ng in drey Sylbeu ausgedehnten, aus der Dichter- 
sprache ausmerzen zu wollen: da doch einem Dichter 
^ters C wiewohl dicfs hier nicht der Fall war) an einem , 
schicklichen W^ortc voh zyirey Sylben viel gelegen seyn ' 
kann. Überhaupt hat der gelehirteste Grammatiker und 
X»exi)h.ograf nur seine einzelne Stimme bey £ntsc|ieidung 
solcher Fragen, i,ind ^uch diese gilt nur so viel, als die 
Gründe gelten,^ womit er seine Meinung UJitcrstutzt. 

• la) Klaudiüs Walt her von C o s t e s'j Herr de laCalp ttr 
u e d e , Yerf asscT der Kassandra, der Kleoi^atra, und. 
des Faramond, hat ( wie der Herausgeber der BibUo' 
theque universelle des fiomatu sehr schön gezeigt hat) 
keines Weges verdient unter die elenden Skribenten ver- 
stof^en zu werden ; ihid Boileau, — der sich an mchrern 
wackcm MSMuiem seiner Nazion , besonders an dem Üpern- 



V 



■^ 



I 



/ 



ß 



Ht D E II > If £ U S A BC A P I 8. • 

dichter ' Quin aiilt, schwer versündigt hat — mag die 

Schuld der K^ote zur eie tni Ausgabe , in welcher von den» 

Verfasser "der Kassaudra nicht gcbiihrlich, gesprochen wird, 

w^enigstcng zur Hälfte auf sich nehmen} w^iewohl auch- ^cr 

Verfasser der Noje, der einen ihm Unbekannten auf .das 

blofäe^"Wört eines Andern, wie «grofs auch sein Anschrn 

scy, mifshandelte, keine Schonung verdient. FtfyUch Ist 

CS keine sehr empfehlende ßigeuschaft der heroischen Ro-' 

mane 'dieses fmdhtbaren Autors, dafs sie zehn bis zwölf 

dicke Oktavbände stark sind. Aber ihr gröfster Fehler ist 

doch wohl, nicht, dafs sie in ihrer Art und für sich selbst 

nicht vof trefflich li'yn solltet , sondetu dafs wir und 'unsre 

^Zeit zu solchen Geisteswerken untt Geistesanterhaltnngen 

nicht mehr passen; so w^enig zu ihnen pasteii, sds 

iinsT^ ^chultern und Rlicken zu den schweren Rüstipigcn» 

und unsre Fäuste zu den Lanzen und Schwertern ünsrer 

kraftvollen Vorfahren. Wohl den Herren und Damen der 

ersten Hälfte des siebzehnten . Jahrhunderts , die y^ioch Kopf 

lind Gedächtnifs und Nerven luid GcTiuidhcit des Leibes 

und der Seele , und an Idealen hoher sittlicher Schönheit 

Geschmack genug hatten ,' um im Lesen und Wiederlcscn 

der, zwölf dicken Bände der Kassandra eine Unterhaltung 

des Geistes luid Herzens zu finden , die wir in den gröfsten 

Theils ^cHalen , schwächlichen , krampßgen ^und cpilepti* 

sehen Produkten unsrer Zeit, die an die Stelle der Kassau- 

derh un4 Klelicn gekommen sind, vergebens suchen. 

tj) WJx bessern nicht gerfi an den Werken der 

alma ni^er verum » u» s. w» 

. Miin hat tinsn*^ Dichter die Lizenz, nach Buttlers, 
P r i o r 8 , u. a. Bcyspiel , lateinische Brocken — cum grano 
salis — in dieses launische Wifrk einzumengeii , so wohl 
aufgenommen, dafs es billig dabey sein Verbleiben hat. 
Denen, die aus Patriotismus diese zwey Verse Heber 
ganz deutsch haben möchten, stellen wir H^J » ob sie lieber 
lesen wollen, . '' 

Wir bessern nicht gern an den Werken der guten 

Mutter der Diu ge. 

Und lieben , w i e Flakkus, dafs man die Wahr. 

he it lachend iinge, 

id) dier Riesas M/>ul ine an. 
Aus dem Belier des Grafen Hamilton bekannt. 



i 



£ n 8 t B A G £^ A V o» a^< 



# 



13} War noch von Blaubart her u. s. w« 

5. die berül^nteri Contes de ma, mere VOye, -wovon« kurz 
vor der ersten Etschciiiiing de$ Neuen Amadis, eine Ausgabe 
französisch und deutsch , bey Arnold Wevcr iri Berlin her- x 
ausgekommen war , und welche man itzt in einer Über* 
setziuig , die den! Ton des Originals glilcklich getrogen har^ 
in der Blauen Bibliothek a^ler Nationen lesen 
kann. 

14) und stürzt dem Triton in die Arme« 

"Wir wissen in solchen Dingen ungefähr auch, was Jeder» ^ 
mann w^eiTs. Triton cn sind kein^ Flufsgötter, son- 
dern Söhne des Ozean», die ihre gewölinliche Besidenx 
im Meere haben. Allein» wanun sollte sich nicht auch 
^inxnahl ein Triton, der grofseii Wasserwelt überdrüssig» 
ia einen ansehnlichen Flufs haben ztrrückzichen können t > 
Und w^er wehrt uns zu glauben / dafs die bej den Alten 
vorkommenden Flüsse dieses Nahmehs ihre Bej;ieniiun£ VOII 
iolehen retiriertcn Meergöttem erhalten haben ? 



I 

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•,♦ *'•■•' 



^ DBAVEirEA.iiA0is. 



ZWEY.TEB ^£5ASKG. 



ndessan lag die mnd« D i n d o ii « 1 1 e« 

In süfsei Ruh» auf einem elastischen Bette, 

'Dem edeln Verdauungswerk ob. Zwerg oder Riese war 

Ihr völlig gleich ; sie träumte von keiner Gefahr, ^ ^ 

Und hatte keine Vermuthun^ (wir sagen^^s ihr »ur Ehre) 

Als ^h ein Riese mehr Mann als andre Männer wäre. 

Doch Kolifi schon» von der Hoffnung zu Aben« 

teuern entzückr. 

Sobald sie den zierlichen Ritter und seinen Fächer er* 

blickt, ^ ^ 

Häpft ihrem Putztisch zu « macht ihren Kopf zu rechte. 

Und sucht die Miene , die ihr am bebten lassen möchte» 

Herr Parasol (so hiefs der zarte Paladin) 

Zog, nach dem Kittergebrauch , den wenig Regeln 

binden. 

Mit' seinem ganzen Gefolge bis vor die Zelten hin, 

"Erfreut, dem Anschein nach» hier gute Gesellschaft 

zu finden, 

]Ein süfser Geruch von destilliertem Sohasmin 

Macht eine Atmosfäre, indem er zieht, um ihn. 

Ihn sehn «r^taunt, mit halb verächtliehem Xtächeln« 

Die Kammerniädchen im äufsern Gezelt 

Sein jahgferliches ^ Gesicht mit vielem Anstand b&- ' 
' fächeln^ 

Und alle bekennen , er sey der seltsamste Ritterjier Welt. 



. / 



N^obt halb, fea.fjBhx. Riese» aI» il^n der rergr^üserncL^'^ 

Schrecken gemacht» 

Ppcl^ lang und bteit.g^nug zu e}neip £hreii|e«andten, ») 

Steigt jetzt der Riese herab von seinem iElefanten«' 

^XJnA schreitet voriini von allen angelaöht» 

Den Töchtern Bambo''8 die Ankunft* des lilienwan* 

gigen Hilden» 

Und seinen Gnifs zuvor und sein Verlangen tu melden»^ 

Die Reitze» womit die|^Natu> ihn über und über ver« 

^ brämt» 

Vor ihren Augen zu entfalten; 

" Indessen P a r a s o 1 selbst sich, vornehm-gnSdig bequemt 

Die 'Damen im äufsern Gezeh galant ^tl' unter halten. 

^ ■ * '• ' ^ 4. ■ 

« Die schön« K o 1 i f i s c h o if> von sieben Nymfen um« 

•' ringt, 

(Ihr Muthwill hätte leicht noch sieben Snehr be- 

•chäfdgt) 

Steht nun bewaffnet da mit allem was Herzen bezwingt.^' 

Ihr Spiegel, vom lauten Entzücken der schlauen Zofen 

bekräftigt. 

Verspricht ihr den glänzendsten Sieg. Das goldne'' 

GlöckcheA erklingt» 
Und rauschend Öffnen sich des Vorgezeltcfs Flügel, 
Als Unit dem letzten Blick in den Spiegel 

Die Dame noch etwas entdeckt, ihr Götter I von 

' Schrecken entsecii: 

FJUegt sie dem Fatztisch zu. Was ist>? o Himmel tv 

das Siegel 

Von ihrem «Ttiura^f» — noch eine Mus che, fehlt l 



a& D % vir W ■ v B Am A B it. 

Bank sey den Göttern ! tie sitxt , die Sieg weittagende' 

Miische, 

Und hinter ihr laoit, wie ein Fliin in einem dunkdn 

Sofi^he» 

Ein tcheUniiphdr Amot vartteckt. Nan ist*« um den 

Fremden geschehnl 

Zehn Feen können ihn nicht vor dieier 3chlinge retten* 

Per Fremde denkt vielleicht ändert ; ich möchtet fiär 

< tie nicht wetten ! 

£t könnt* ihr mit ihm« wie Montaignen mit seiner 

Kstze, gehn. s) 

]>er ertte Anhlick hew^et» der lUttter tey ffir die Dame« 

Sie für den Ritter gemacht. Denn alles» togar der Nahma» 

lu H|irmonie, Nun tag* ein Freygeitt mehr» 

Die Sympathie tey bloftet CJngefifchr! 

6. 

Der Blick » nn welchem z wey - Seelen einander, ftrackt ' 

erkennen, ' 

Und., wie vojn nehmlichen Strahl getroffen « zugleich* 

entbrenhen, 

Sey Grillenfängerey I — Der Ritter , in tciner Sfar* 

Bin andrer Cäiart tanzt unbefangen einher» * - 

Kommt» tieht und tiegt» und läfst» zu beider Theile 

^ Vergnügen» 

So tchnell er siegt» to schnell sich wieder besiegen» 

£t flattern schmetterlingsartig mit wtehselseit*ger Begier 

Die leichten Hetzen einander entgegen : 

Wie sollten sie auch der Natur zu widerstehen vermögea" 

Und ihrem grofsen Gesetz? Das Siegelwachs ziehet 
: , Papier,, 



2! W £ T T k R G Iß, S X'V Q*' $7 

I>ie Erde den Mond» der schöne Herr die Kokette» 

Und, umgekehrt, mit gleich magnetischer Kett^ 

Den schönen Herrn das siegbegierige Weib. 

Wo fänden sie sonst, als eines ,im ändern» so vielen 

Und angemefsuen Zeitvertreib? ' 

Und warum wären sie da , als mit einander zu spielen ? 

Noch lÄg mit halbem Leibe (die andre Hälfte safs) 

Der Ritter neben ihr aUf dem Sofa, und schwatzt^ ihr 

im Tone 

Der fadsten Galanterie, wie zwischen Ernst und 

Spafs, f . 

Das Nehmliche vor , was Dame Quintanjone, 3) 



8. 

Was Königin Oenievrc, die Favoritin vom Dey 

j^a Tunis, und jede andf e, so gut alsKolilischette» 

Bej solcher Gelegenheit auch von ihm vernommen 

hätte; 

Macht übrigenr den Zerstreuten dabey. 

Als dkcht^ er was ändert , spielt mit ihrem F'apagay, 

Schielt fleifsig nach der Kante, die ihren Busen «— 

nicht deckte, 

Un^ suchet, (schilt ihn gleich das Fräulein allzu frey) 

Den Amor (so sagt* er) der dort sich unter Rosen 

versteckte. 

Die Klugheit, In solchen Fällen, niacht ^inen Seiten- 
sprung, 

Und KoUfiscbette war nicht zu , solchen Künsten zu 

jung. 



20 D»R SBUB AMASIt. 

9- 
Um anders ^robia dcsRiuersGedankeB tu ireneliLigai» 

Erkundig;! sie sichjiach der Ursach*, die ihn za <ler 

Grille bewegt. 

Statt männlicher Wa£Een, nnr Fächer und Sonnen- 

fchirro.sa tragen? 

Ich dachte, versetzt er, der Sonnenschirm — der legt 

Von selbst 'sich ans; man bra'o^ht, nm ein Gesichte 

Zn haben, nnn eben nicht gleich Adonis der zireyte. 

sa seyn. 

Was aber den Fächer betrifft, der spielt in meiner 

Geschichte 

IMe grobe Rolle , Madam , triewohl der änCrre Schein 

Kichc Tiel verspricht. Mein Kcher spricht durch 

Thaten l 

Mehr» Fiäoleia» darf idi nicht von meinem Ge* 

hehnnifs verrathen. 

IG. 

5ie scherzen , exipviedert die reitzende Kolifi%chon* 

V^as könnten ßie dahej riskieren müssen? 

Allein , Sie kommen mit mir so wolilfeil nicht davon ; 

Ist^s ein Geheimnifs, so mufs ich^s nur nm so eher 

w^issen! 

Spitzvfjindig lachend beharrt Herr Parasol darauf^ 

!Pes Fächers Geheimniüi Sey nicht jeder Dame Kaof ; 

Die Ehrfurcht selbst gebiete ihm zu schweigen. 

Nun gut, versetzt sie,, so will ich^s nicht wissen, Sennor ; 

Doch wenigstens sollen Sie mir den Wutiderfächer 

zeigen! 

Und pl^lich zieht sie ihn halb aus seinem Busen 

hervor. 




'KT.,. 



2 W B Y T k H G k 8 A >l a. 29 

/ * 

'II. 

. .. . , .. ' ' ..>■•;■• f -.-,-. 

Nur kein^, Gewalt, Madam r die würde Bier' nichtf 

verfangen. , 

Die Scl^önen, die ihn zu sehen verlangen — * 

Doch, itill ! ich h&tte heynahe die ganze Sache ver« 
\ ichwatajtt** * ^ 

Nun, ruft die Infantin» die fast vor Neugier platzt. 

Nicht länfier das Kind gespielt l ich ' will ihn haben, 

Herr Ritter! 

Und auf der^liohen Stirn zieht sich ein dunkles Gewitter» 

Die finstern Augenbraunen herab; 

Geschwinde s den Fächer, mein Herr! — Wohlan T 

Sie sollen ihn. sehen, 

Docli anders kann es nicht als auf die Bedingung- gt» 

schehen, 

Mit. welcher ihn meine Frau Tante mir gab. 

• 12.' ^ 

Um diefs zu verstehen, Madam, geruhn Sie Sich sagen 

zu lassen. 

Was meinen Fächer für eine Eigenschaft ziert. 

Sobalj sich eine Infantiii entschliefst mich — • nicht ztt 

hassen. 

Und anf die gehörige Art mich dessen überfahrt, 

&o wird von unsichtbaren Händen 

Ihr Bildnifs ,^ zum Sprechen getrofren,^mit allen Nebeh- 

umständen,. 

So pünktlich», wie Vater Homer die Wunden und 
' Beulen beschreibt 

Die seiner Helden sith schlagen, dem Fächer einverleibt. 

Nun«* sagen Sie, ob ihn zu sehn der Mühe lieh 

lohnet? Ich wette 

Sie finden kein solches Stück im Dresdner Kabinette! 



%0 D£RA£UbAmA018« 

Und» weun man -fragen daii» H^nr Bittet» bel^lt. 

Bich die Zahr ' 

Der Bildnisse hoch? -r- Ich bin zufrieden« erwiedert 

Kaltsii^nig P a r a s o 1. Sein lächelnder Kaltsinn befiedert 

Des l^räulein 8. Neugier, noch mehr, -r- »Sie sind viel- 

. . leicht in der Wahl 

]Sfichtall2;u ekel?" -r- Yerzeihuiig! es klingt vermessen. 

Allein, mein ;^ächer ist sw>lz, er mahlet nur Prüize'ssenV 

> IXnd* W^nn ich Nichtig zählte, so. wird , . , 

Nur ' eine einzifie noch am ersten, Hundert fehlen« 

Nur, ]^j^e ? ;ruft ^ie erröthend. ,— • „Ich habe yielteicht 

micn geirrt; 



%•'••' 



\ ' 



Doch«.,wenn Sie zweifeln, so steht's bey Ihnen« sie 

selber zu zählen. '* 

Out , Ritter ! so geben -^ie her I Wahrhaftig ! Neunzig 
, ♦ ' -und neun ♦ 

Prinzessen auf Einem J*ächer, und alle getroffen zum 

Leben, 

Und ihre Geschichte dazu — das mufs was Herrliches 

seynt 

Sie haben, ich mufs gestehn,,mir eine Neugier.g^geben» 

Die bis zur Ungeduld gelif, — ,, Der Fächer , Königin, 

Stäxid' . Ihnen j so wahr ich der Sklave von Ihren 

Reitzuiigen bin! 

Auch ohne 'Bedingung; zu Dieii&t : allein ,, ich bin £e* 
< .. . ' banden. 

Sia;^!^^ Prinzessen ich noch in meinem Wege gefunden, 

3o yiele Uefsen mich auch die nehmliche Neugier sehn. 

Und alle nsHiIsten nun einmahl — sich zur Bedingung 

verstehu. *« ": 






Z W £ X T £ R . M £ S^ Aktt 6« ' 3t 

\ 

Zn :vrelcheT? inftehen Sie> kurz! -<- „Maidani -^ n^f^ 

ein weni^ zu lieben» 

t^d/bhne infch an die geWölinliclie rjrSt 

Zu binden, die Probe darüber nicht Lnge aufzu«cluel>en. 

Diefs ist das Ganze«^ A^U^f m ! Und doch, so wenig es ist» 

So kononit« bey^-Ei^^« -den ^c\i(\d!er, ^jT^^Xte Ma-b^g^ 

schworen, ' 

Mein Fächer ,um weniger nicht in,eii}e weiblich« 
■ Hand. ~ •• , \ . 

Sie nennen' das wenig? — Mein Herr, Sie haben was 

■ , verloren. 

So wenig es ist» so ist^s doch — Ihr Verstand! 

Sie' sind, Ter zeihen ^ie xpir, der unVerflchäm teste Knaba 

X Setzt sie halb lächelnd hirizu ) den ich erwandert habe^ 

Im Gegentheil, schönste Prinzessin ! erwSedert P a r a s o 1» 

Wo fänden Sie einexi> andern so zahm und ehrfurchts* 
;• »- < » ' voll ' \ - '' • 

Als ihren sehotsamsten Jbienerr Die Künste, ein Hers 
i -' zu verführen, • * 

VerschtanlH* itih; ich brauche sie nicht. ^Die l^eugier 

spielt ihr Spiel* T 

Ich bleibe xlihi^ Sekdem^s der «r Heh In £antin gefiel 

Dfln jfna^tehen p&cher nait ihrem Bildör.-sti- zieren, _'/ 

(Es war -ein reitzeiidei Kind und würdig die erste zu 
\ c. . j> seynl) . 

Seitd^ zbg alle andern ihr eigner Vorwitz hinein. 

t 

Mir^t es gleich. ^ „Herr Ritter, nfrMi'ttiiirs gesteheto» 

Slis^Mlid ein^ «rbscfaecdiicher Mensch I ^ Und dennöcli 

' < mufs ich ihn sehen 1" 



1 



52 D Si K^ IT £ V E A JC A / DI 8. 

17.. 

1\^t dleseii Wci^tetTver sucht die rasclie ^ o 1 i f i s c h o n 

Noch einm'ahl den Fächer ihm aus, dem Buseiü su 

Winden, 

ijie Pehde dauerte noch» als aus den benachbarten 
,i.i- Gtönden 

Ü^Rls^Wald^ plötilidh der cise*fi^ Tbiif 

Von klirrenden Waffen ihr Ohr mit Schrecken r&hret. 

Sii^ läfst von ihm ab. Des Ritters Wange verlieret 

Die Rosen vor Angst ; und bleich . wie in Gynthien^ 
^ • ' ^ ' ; Schein ' 

' Ein wandernder Geist , stürzt D i n d o n e 1 1 e herein j; 

9,Herr Ritter, schützen Sie uns ! Ein ganzes Heer von 

•' Mohren! 

Belschfitzen Sie uns/ ionst sind wir Alle verloren! ''' 

^ ■' ■ ' . 

'••'.:■,' '■ .; ^' ■ '■ ■" , - ■ • ' 

•jBefchützen Sie unsV •* Sehr wohll — Dem Don 
_ * Esplandian ,, 

Und kleines gleichen ist schon so - etwas zuzumuthen! 
Allein Herr P a r a s o 1- war , v.Qg l^in^beinen. atl^ ; , 
Ein abgesägur Feind vom Bluten. 
Er tröstet sie also^,( iitdefs auf sein Geheiff < ^i* 

Der Bi^se zrnn^^mpfplatz trabt; so gut er kann iiiid 

f • ,; .i . i..- . . .•• W#i6'i.-- .: . . . -..,* : .. }, 

iDer Riese kommt sclinäubend zuräck. — Was ist^s? *- ' 

NiDJjts als ein Kit^ejt.,;^;] 
In WA£F<^n' von Golde mit Edel;sieinep beschwert« t ' 
per gegeh ihrer zwanzig sich wie ein- LöWe vtrehtt 
Er doQnert untel^ sie ein -i]» wie ein Alpengewitter, 



Z W B T T. E R G B 8 A H «» . 55 



' r 19. 



Und ).^3et f>tTeicli ist Tod; schon Iiegbn ^renigstlsns selin 

Ins Gras gestreckt; utid doch, von Blüten und Siegen.^ 

' Erschöpft, mufs endlich Ein IMann so vielen unterliegen. 

Und 'du, schröyt Parasol, hast rahig zugesehn? 

Der Henker hohfe den Schöps! — iVIein Herr, er* 

■ ' " "wiedert der Riese, 

Sie gahen nsir keinen Befehl zum Schlagen; ich sollte 

nur spähn . . 

' " Wie stark die Feinde wären ; zudem Vergafs ich im Gehn 

Die stählerne Keule, und haben, Sie ohne diese , 

Je einen meines Geschlechts nur auf Tapeten ge^ehn?^— 

mSo nimm sie» Dummbart, und eile dem Kitter bey* 

^ustehnl** 

ÄO. 

Herr Morgan stand noch da, und Hefs von seinem 

^ Zwerge 

Di^ Nestel^er Schuhe sich knöpfen; und ihm iur Seite 

' »tand, 

^Mch eiijem aus Knochen und Fleisch zusammen 

gethürmten Berge« 

Das edle Thier, sein Eelefifint : , ^ 

Als , ohne auf ihn tmd seinen Kolben zu wattdA» 

Vom Siege gekrönt, auf einem getiegerten Hengst 

Der goldne Paladin, mit seinem Sancbo, längst ^ 

Der Zelten» wo alle Augen voll Wunders .luf ihn 

starrten« , * 

Daher geschritten^ kfim. Sobald ihn diejQ^tneti ethltckc, 

80 wutden« ihn einzuladen, drey Knaben entgegen 
' ' gesclückt* 

WisiiANDs Schriften, lV.fi» C 



S4 ^Fi B. B«VB AnAPit. 



21. 



Erschwang lieh« wiewohl viel Blot an seinen WaHen 



herunter 



( 



Aus mancher Wunde ihm lief« so munter ^ 

Als ging es sum Tanze« vom« Rofs; ihifi hielten ehr- 
furchtsvoll 

Die Knahen den goldenen Bügel, und Junker P a r a s o 1> 

Am Eingang dcs^ Vorgezelts stehend, empfing ihn aufs 

höflichste, fährte 

iHn an der Hand hinein , und präsentierte 

Den Damen (wie er sagte) den tapfersten ^.itter der Welt. 

Die Damen machten« indem sie ihn grfifsten« eine Be« 

wegung 

Als wollten sie aufstehn ; jedoch , nach hefsrer Überle« 
BlieVs, bis auf weitemBescheid,far dicfsmahl eingestellt« 

Dagegen ersetzte die runde Din^onette 

Den Abgang, indem sie den Fremden nicht anders mit 

Blicken verschlang 

Als ob ste noch keinen Mann vor ihm gesehen hatte. 

Er war, -wenn diefs sie entschuldigt, ein echter Ama« 

dis, lang • 

Und wohl gebildet, dem Vatikan sc he'n ApoMe 

An hohein Anstand gleich; ein fast zu schönes Gesicht» 

Und Augen, womit er den Damen beym ersten Blicke 

verspricht 

Wie z&rtlich er, um den Sold der (Minne, dienen wolle ; 4 ) 

Ob auoh getreu? diefs sagen sie eben nicht; 

In diesem Funkt fpielte sein Hers just nicht die xuhm« 

lichste RoUe. ' « 



Z WS TT £ A 6£S A S O« 55 

Det^n » glaubt er in schönen Augen Gefühl zu lesen. 

(und diefs 

Glaubt niemand leichter als et) sö ist er schon gefangen. 

So witzig auch Ko li fis c h o'n» den Vorzug zu erlangen« 

So ungeheur lebhaft sie ist» mein, neuer Annadis 

Sieht Dindonetten nur« — die» offen und unbe«* 

fangen. 

Ein echtes Kind der Natur, sich ihrem Gefühl übcrliefs. 

Denn -was der gut^n Prinzessin in ihrem ganzen Leben' 

Den wenigste^ . Kummer gemacht, war wohl, von 

diesem und dem, > 

Was in ihr vorging, sich Rechenschaft zu geben; 

Genug für sie« war^s ihr itur angenehm» 

Nun rechnet hinzu—- was der Liebe gewifs noch nie 

, , geschadet. 

Den zierlichsten Fuft , aulE denn je eine Inf antin stand« 

Den rundesten Arm, die küssens würdigste Hand, 

Und einen Hals« wie Cytheren» die mit Adonio lieb 

badet, 

Marino giebt; 5) ein~blaues Augenpaat« 

Das ohhe Verstellung und Knust mehr sagte als sie 

dachte. 

Und einen Blumenstraufs, der desto sichtbarer maclite« 

Was er verbergeitf sollte, wie damahls Mode war: 

Und werin ^h Heilige damit nieht am der Fassung 

' bringe, 

$0 sugt^ idh wiss« nichts vom Gang der menschlichen 

Dinge! 



V 



56 D,£ n REUE A M ji X) X 8« 

Her Ama^is. der tich {iist für keinen Heiligen gab« 

Entdeckte^durch stille Seufzer und Blicke toU zärtlr- 

*\ eher Wehmuth 

(Nach seiner Gewohnheit} was sich in seiner Seele 

' begab. 

Indessen yerrieth das Blut, das seinen Panzer herab 

In Tropfen schlich • was er au«" stofeer Demuth 

Verhehlen w^^oUte, indem er von seiner Helden tjiat 

Als einer Sache sprach, die keine Achtung verdiene« 

Herr P«rasolfgescb winde» geschwinde schaffen Sie 

Rath! - 

Rief ^indonette, indem sie mit ängstlicher Mienv 

Den. schönen Paladin sich zu entwaffnen bat. 

2ap) Glücke führte der Held mit dem Sonnendaches 

Zur Sicherheit vor Schufs und Hieb und Stich. 

Den bdsten Sinesischen Wundarzt mit sich; 

^X)er schöne Ritter wird in «inem andern G^maeha 

( Wo Dindonette ihm selbst das weichste Lager ge*» 

deckt) ; 

Entwaffnet, besichtigt, bepflastert, verbanden« ' 

Und sanft aufs Lager hingestreckt. y 

Der Arzt (kaum glaüb^ ich es selbst) gestand» dafs 

feine Wunden 

Die lei^ihtesten wären, dje je sein Balsam geheilf:» — 

V ein Lt^udan» 
Das» wenn man ihm glaubte, bereits unglaublicht 

Wunder gethan. 



37. •• , • .,, - 

Er hatte damit Gichtbrüchige , Blinde und Lahme^ 

Ja Todte sogar, in wenig Tagen geheilt. 

Ein £Uck, sprach Amadis leiae, von dieser rcitzenden 

Dame r^ ' 

( Auf Dindoiietten, die hoch an seinem SofaTerweiltf 

War zfirtlich sein Auge gehef^eet ) vermöchte 

Zu meiner Genesung mehr als aller Balsam der Welt; 

Doch (setzt er senfzeiid hinzu) tneinHoroskop ist gestellt^ 

Kie werd^ ich glücklich seyn ! — „Sie denken von* 
^ meinem Geschlechte« 

Spricht jene, auch gar zu übelt Wir nehmen^s nicht 

halb so scharf; 

Was wenigstens mich betrifft: . wofern es nichts wei« 

ters beaarf» 

80 bin ich bereit« mein Herr, ^ie unverwandt «nza- 

schauen v 

So lange Sie vtrollen. ' Vermuthlich^ taugen dazu 

Die braunen und schwarzen Augen so gut nicht als dif 

blauen? 

Von Herzen gern , mein Herr« wofejn's zu -Ihrer Ruh 

Vonnöthen ist ! f — - Sie können mit einem leidenden 

Herzen 

\ Versetzt tief seufzend der Ritter) so unbarm^rzig 

scherzen? — 

„Ich scherzen, mein Herr? Ich sehe Sie kennen mich 

nichts— ••• 

Prinzessin, fällt ihr der Arzt mit einem Amtsgesicht 

Ins Wort» um Vergebung! Sie machen den Pazienten 
' sprechen. 

Und ich erlaube nicht gern die Kunstgesetze eu brechen. 



/ 



38 D £ A iV B tf B' A M A X 8. 

D^n |[iuittge8etsen gebortam lege Pindofi«tte dit 

Hand 

Auf ihren schönen Mund , pflani^t neben den aftrtlichen 

Kranken 

In eine, Berg er e sich hin, und Uohelt auTervrandc 

Mir Allgen ihn an, die ihm für «las Vergnügen danken 

Das ihr sein Anblick macht. Sie • landen beide dabey 

So -vielen Zeinrertreib, (denn seine Angen ruhten 

Auf ihrem Blumenstrauls ) dafs keines in zwanzig Mi« 

nuten 

Ein V^örtchen zn sagen hatte. Doch, alles Einerlej* 

Ermüdet zuletzt, und der Ritter, satt von Blicken, 

Beginnt ihr sdion die Hand Tor langer 'Weile zn drücken« 

Das Sdiweigen» spricht endlich die Da|ne, ^roza der 

Arzt uns zvirang» 

Macht» denk^ ich« Ibnen und mir die 2eit ein wenig 

^«€- 
Die Wahrheit zn sagen, ich wufste nicht, wo es mir 

fehlte ; 

Beständig stumm zn bleiben mai^ht einem anch gar 

zu bang! 

Was meinen Sie, wenn ich Ihnen ein hübsches Mihr« 

^ chen erzählte? 

Ich konnte» zum Glück, in verwichener Nacht 

Nicht schlafen — ^r waren zu lange bey Tafel gesessen» 

Es wurde viel geschäkert nnd gdacht, 

Anch hatt^ ich vielleicht zn viel von der Aal-Faztetn 



Genug, ich hatte bis an den heiiot Mo^m gewadit^ 



/ 1 

Wenn meine Axtixne nicht wäre« Die tollten Sie 

hören, Herr Ritter! 
Im ganeen Arabienland mufs keine Erzählerin seynl 

Vyie meine Amme! Die Mährchen von Babiole^ 

vom Wid4cr, / 

Vom göldnen Zweig und von der Hindin im 

Hain. 

^ind hübsch; doch« glauben Sie mir, das ibre war 
, auch nicht bitter! 

, Ich wette , Sie schliefen so gut als ich darüber ein. 

Aus Ihifem schönen Munde, (versetzt mit erröthenden 

Wangen ' 

Der neue AmadiSf nach seiner höflichex^ Art) ' 

^ Prinzessin, würde für mich sogar der blaue Bart 

Und Melusine Reitz empfangen« 

32. 

„O gehn Sie mit Ihrem Blaubart» mein Herr! 4er 

goldne Xl^hir 

Hat ganz ein ander Gesicht» spricht Fräulein D i n d o- 

nette; , ' 

Sie sähen*8 ihm zwar beym ersten Blick nicht an. 

Allein, Sie haben gewifs dergleichen noch nicht, ich 

~ wette. 

Gelesen noch gehört» es wäre denn'— Bonbeningette« 

Wohlan! Es war einmahl — Doch Eins bedingt ick 

mir aus, 

Herr Ritter ! Siet müssen mir versprechext 

So ruhig zu seyn wie eine Maus, 

Und bis ich sage , mein Mährchen ist aus» 

Mich ja bey, Leibe nicht unterbrechen! ' 



'40 D jr R J7 B U B A is ▲ D 1 8« 

.X 

33. . ".'',, 

Es "wiir einmalil ein König im Foenland, 

.I])er hattfe fiielien .Schlösser, und sieben silberne 

, Thurme' 

Auf jedem Sehfofs, und auf jedem Thurme stand 

Ein' goldener Hahn. , — Nun zähleiri Sie : sieben 

Thürme 

Giebt sieben Hähne äufs iSchiofs — „Es kann nicht 

fehlen, Madam—" 

So hören Sie nur ! Sie sollen die Ursach^ bald er« 
, ' fahren. 

Die^goldnen Hähne zu zählen, ob keiner fehles' kam 

Der König tätlich mit Sechsen angefahren. 

Durchzählte sie selbst in eigher höchster Person 

&Iit grofsem FleifSf utid fuhr d^nn- wieder däyon« 



34- ^ 

-- - • • 

Hferr Ritter, dröckt Sie der Magen? Sie gähnen 

Ja einmahl übersahdre! — Nur einen Augenblick; 

Ich komme sogleich mit Magentropfbn zurück.** — 

Der Arfne schwört bey. allen Hähnen 

Und Hennen der Welt, ihm fehle nichts; es sey 

Blofs seine Art oder Unart, vielleicht' durch 
. ' ^ * Feerey. 

Bey Mährchen vor lauter Vergntigen den Magen ßö 

zu lüften ^- 

„Sie nehmen ^oh) ungern eib, Herr Ritter? -— Sh 

■ trafen mir 

Doch lipffentlich zu, ich werde Sie nicht vergiften? 

Nur einen Löffel voll von meinem EUxier!;* 



y^ 



Z W ET T ER Gb S jL.n O. 4^ 

Um nicht durch UngerÄ Widerstand ' 

Das Fräulein» die es mit ihm so \rohl meint« zu b«- 

^ trüben. 

Schluckt Amadis wie ein Heldt und fand 

Selbst Wermnthsaft verwandle in ihrer schönen-Hand 

In Honig sich* — „Undnunr^wo sind wir stellen g^ 
^ blieben ? "^ 

Herr Ritter, helfen Sie mir ein wenigauf die Spur!"'— 

Ich denke, sagt er, beyna König, der täglich sieben- 
mahl sieben 

Verwünschte Hähn^ —t^ „Genug ! so hören Sie nur! 

D«r König also kam täglich mit Sechsen gefahren» und 

zählte 

Die Hahne so lange, so lange, bis endlich einer fehltie. 



- » 



3<^- 
Ich habe mich, denkt der König, verzählt. 

Und fängt von vorn an zu zählen, »und leider! immer 

. fehlt 

Der neun und vierzigste Hahn. Nun hätten Sie sehen 

sollen, 'i 

wie toll der Herr sich benalAn. Er wurde so schwarz 

wie ein Mohr, 

Wie Borsten «träubten sich die Augenbraunen empor, 

Man glaubte ein Donnerwetter rollen . 

Zu hören, so schrie und ^knirscht^ er vor Wuth;' 

l^ie hatten die Junker am Hof ihn so erbofst gesehen : 

Auch liefen sie alle so eilig, dafs mancher ohne Hut 

ZtLtüok kam; kuri, von aUen blieb nur der Hofnarr 

stehen. 



4^ X) X A H E V B A M A D 1 f • 

57- 
Diefs war sein Prärogativ. iD^nn» wenn €l,er König 

. maticl^mahl 

( Was andern Königen wohl zuweilen auch geschehen ) 

Kicht wohl bej Tröste war^ und seinem Kanzler befahl 

Ihm — was Sie wissen --« zu thnn,' (und dann waxV 

. Zeit .zu gehen ! ) 

So kpnnt^ er von allem was eineik Menschen glich 
Nur seinen Narren und A£Fen um sich leiden. > 

Herr Bruder« sagte der Narr, dii bist, für einen ge» 

scheiden 

Gekrönten Kopf, niclit halb so. klug als ich: 

Ich will den meinen, mit Kappe und Schellen» 

Verlieren,, oder dein Hahn soll sich bis morgen stellen ! 

38- 

Ich kenne den Vogel ! Er ist nicht kleiner als ein Trappe» 

Und* ärger alsLeda^s SchWan auf eure Zofen erpicht. 

Da steckt ein Geheimnifs dahinter. Ich setz^ meine 

' Kappe 

An eure Krone, Herr, wofern der Schäker nicht 
Noch diese nehm liehe Nacht ups ins Gehäge bricht; 
Und thut er^s , ^so nehnt mich — ' langsam, wenn ich 

ihn nicht ertappe { 

Nun müssen Sie wissen, Herr Ritter, der König im 

Feenland 

Hatt^ eine Tochter, so schön wie Sonne, Mond, und 

Sterne ; 

Und nicht, wie manche Prinzessin", nur etwa schön 

von ferne; 
Sie wurde schöner und schöner, je, p&her; mf^n vor^ih^ 

stand. 



\ ■ , V 

ZWBYTSR GK8A19 6. x 43 

.. 39* ' 

80 glich sie Ihnen, spricht der höfliche PftLidin*,r— 

JDas sag^n Sie n'ur mich aufzuzielifi, 

•'Erwiedert mit einem Knicks die Tunde Dindonette« 

Ich danke für den Stich! — Herr Amadis seufzt* 

und schwieg. 

Nun hatte (fuhr sib fort) die schöne L a n d ri r i r et C e, 

> (So hiefs die Prinzesisin ) so oft sie auf ihren gelter stieg» 

Wohl vierzig his fünfzig Prinzen, die alle^ um di» 

Wette, 

Sich SU der Ehre drängten, ihr 

Den Fujs in den Bügel zu setzeii« Was wurde d^n 

Armen dafür? . ' 

Die Stolze that % als ob sie keine Augen hätte. 

40. 

Das itiachte die Prinien toll; siehiefseii sieTiegertbier» 

Hyäne, Felsenherz, — was weifs ich alles, was wir 

Von euch oft hören müssen, und fluchten Donner 

und Wcuer, 

Und wurden dabey so mager und grün als fräfsen sie 

Gras. 

Sie aber lachte dazu, ging ihres Weges, afs 

tJnd trank und schlief und wurde stets schöner und 

fetter. 

Desselbigen Tages nun, da der goldnc Hahn ver- 
schwand. 

Begab sich^s, dafs die Prinzessin alleine 

Spazieren ging, in einem kleinen Haine 

Von Myrten, un^ deren jede ein Rpsdnstock sich wand« 



/ 






44 DsaflavsAMApit. V' 

Sie W6vdlen''f nicht fibel nebmen , ein Mintelchen ohnt 

^ Mieder 

Und, leichter als ein Wölkchen, ein seidner Unterrock 

War alP ihV Putz. Sie wirft an^ einem Rosentftock. 

\ 

Um auszuruhn, aaf kurzes Gras sich nieder. 

Und. unvermerkt fängt sie zu schlummern an. 

Da komm», o Wunde^! ein grofser goldner Haha 

Mit vollen Segeln angeflogen. 

Der , ohne Bedenken , sich auf sie niederläfst. 

Herr Ritter« wurden Sie je vom Alp imi Schlafe ge- 

prefst? 

80 war ihr. Sie konnte nicEt schreyn« sah lauter 

Eegenbogon ^ 



42. 

Vor ihren 'Augen und wufste nicht wie ihr geschaht 

Als sich, ich ffeifs nicht v^ic^mein Hahn des Vor* 

theils ersah» 

Und leise, leise» ans seinem smaragdenen Schnabel 

Ein kleine« £y • nicht gröfser als eines KolibriV» 

In ihren Busen rollen liefs. 

,Sie lächeln ? ^— Denken Sie etwa , es sey nur eine 

Fabel? - 

Im Feenlande, mein Herr, spricht meine Amme« (die 

dort 

Als wie zu Hause ist) geschehen , 

Wo^l närrschere Dinge als dieff. Ich gebe Ihnen 

mein Wort, 

Sie haben noch keinen Ball» wie jener war» gesehen. 



Z w £ T T c a G X 8 A n e. 



43- 



45 



Den König Stranfs iii «einem grünen Sahl 

Dem König von I«ma zu Ehren gegeben! 6) 

Das mufs ich gestehn, was ich in meinem Lebefi 

Zu sehen mir wünschte , wenn eine Fee die Wahl 

Mir liefse, das. wäre so einen Ball zu sehen 

Und mit zu tanzen! -« Herr^ Ritter« Sie sind doch 

aucli dabey? — 

«,Mit vielem Vergnügen, " — Ich liebe den Tanz mit 

Schwärm ercy ; 

Versprechen Sie mir, v^enn etwa eine der Feen 

Den Spafsmir macht, ein Stundche^n oder zwey f 

Mit ihrer Dienerin «zu drehen! 



/ 



44- ' X 

Do^t^dAfs ich 4en Hahn nicht vergesse, der» wi^ 

r Sie wissen, ein Ey 

Aus feinem smaragdenen Schnabel — Hier wird,. 

durch ein lautes Geschrey 

Im nächsten Gezelt, der^ König der Mährchen unter- 
brochen,^ 

Und Aniadis athmet ( gefühllos für den Verlust 

per blauen BibliothelL) von neuem aus freye^ 

Brust. 

Sie hatte' das letzte Wort nicht völlig ausgesprochen^ 

So stürzt erschrecken und keuchend ihr kleiner Mohr 
. " herein. • 

Prinzessin» fäiigt e^ atfmit henlender Stimme zu krähen» 

Acht dafs es mich just trifEt der Unglücks böte zu 
^ . ^ «eyn ! / v 

Ihr Eichhorn— Was sagst du? Was ist dem armen 

Puck geschehen? 



/ • 



4$ DsaiiBVEAMAsi«. 

45. 
180 fprichl — »»PrinKessiti, der Puck'* •» Er 

brach doch nicht ein Bein? — 

♦/Ach! Ach!«— Waaärgera? Er fiel in's WäMer?— 

^„Neih! 

Das niö/ht!" — So ist er todt? — „Behttte! 

So arg ist^s nicht! er kam nur vpii d^r 

Ket^e Jos 

U*nd lief in den Warld." — So renne! ruf alles 

zusammen! biete 

Fünf hundert Bambo^s» und tausend, mir ist keii| 

Preis zü^grofs» 

Dem Wiederbringer! -^ Sie glauben nicht was ich 

Verliere, 

Herr Ritter ! — IMein atmer Puck ! -^ Verzeihn Sie ! — 
/ / Glück zur Rür! — 

Ich mufs ihm nach! —Und ohne weiters fuhr 

lyüc einem tiefen Knicks mein Fräulein aus ^er Thfire. 

Der Ritter » der während des Mährchens, mit dem 

Das gute runde Geschöpf ihn sehr zu belustigen dachte^ 

Zwey mächtig klotzende Augen an unsre Erzählerin 

' machte. 

Fand seinen (rrthum an ihr nicht halb so angenehm 

Als wir, die viichts dabey verlieren. 

O! sagt^ er böschämt zu sich selbst, zu schwacher 

Amadis! 

VVie oft, wie oft wird dich noch die Fantasie verfahren ? 

I * — - 

Die Gans, von^er sich der König von I s m a verführen 

licfs. 
Warb's wenigstens nu)r von aufsen: doch» diese Din- 

donette. 

Welch eine vollständige Gans, sobald sie Federn hätte ! 



2W1BTTBR Gesa v'q, 

47. 



47 



Vergebens Iio£F;Br du die Schöne %\x sehen. 

Die deiner Empfindung entspricht, und diesem Bilde 

gleicht. 

Das, "wie ein elysischer Schatten, dir scheint entgegen 

zu gehen. 

Mit leiser Stimme dir ruff, die Hand dir liehend reicht» 

Und wenn du es glaubest zu halten, entfleucht« 

Doch nein! sie täuschet mich nicht die schönste der 

Ideen, 

Sie kann kein Hirngespenst seyn! Mit unermddetem 

Lauf '**" 

Sucht mein verlangendes Herz ihr seliönes Urbild akif» 

J4 , suchen will ich dich durch alle Zonen der Erdä ! 

Mein Genius flüstert mir zu, dkfs ich dich finden 

werde! 



I» I 






I 



1 ' 



/ 



48 -D B li .n B V E A ME ▲ ^> t* 



Varianten. 



- 5 1 a n z e 33 u. f. 

Die goldnen Jjähne za zählen, ob keiner fehle, kam 

l)er ^önig alle Tage ich glaube zweymahl gefahren 

Und zählte ; denn » merken Sie Sich^s die goidnei 

, Hähne waren 

Von einer Fee so^künstlich gemacht 

,. « Dafs'maii gewettet hätte sie lebten; 

Sie krähten die Stunden bey Tag und bey Nacht« 

Und witterten sie von. fern ein Fräulein vom Hofe» 
\ 89 schwebten 

iSie mit den Flügeln» und strotzten an allen Federn» 

und strebten 

Sich Los zu machen, 'Yirie wohl vergeblich; ei war 

Recht drollig zu sehn. Nun kam , wie ich sagte'» der 

König 

Und zählte sie Morgens und Abends. Da w^ard er 

einsmahls gewahr 

Dafs einer fehlt\ Er erschrak ^ und zählte sie » Paar 

und Paar 

Und einzeln» zyv^eymahl und dreymahl, und immisr 

war einer zu wenig; 
Nur acht und vierzig, und vierzig und neun« 
So viel als Thurme, sollten^s seyn. 

Nun denk^ Sie» wie -sich der König dabey geberden 

mochte! 

Er fuhr wie einKreisfsl herum, und flucht* entsetzlich» 

;und pochte 



I 



Z WfiTi« £R ,Ge S AR O« '49 



V ' ' 



3o trg daff. Alle« Hayon lief — Doch, nein» 

Ich itrte» fein Hofnarr blieb« aU alle liefen; stehen« 

' Dif^e Stelle ist in der 33 •*- 36; Stanze gänzlich umge* 
tchniolzen' und verändert worden. ' 



^A n m e r li u n g e m 



\ % ) zu einem Ehrenge8ftn4ten. 

80 nennt man in Helvezien die '^ Gesandten der Kantoncfn 
ttfid. zugewandten Oxte. zu ihren Tageatsüngen. 

ft) Es kdnnt^ ihr mit ihm» wie Montaignen ti.i.w. 

Quand je me joue a mk chatte ^ qui sgatt, sr eile pdsse 
Jon tems., de Ynoi pfus que je ne fays iVelle ? Nous nous 
entretenon* de singeries rec^proques» Üi j'ay man heurm 
de commencer ou de refuser^ Aiusi t^ eile la sienAe, £/• 
eays morauxf iMtlli» ch*ii. 

3 ) Dame Quintanjone tt. 8. w« 

]Die Liebesgeschichte der Königin O e ni e r r e » Gemahlin 
des grofsen Artus, mit dem schönen und taT^fern Ritter 
lianzelot yom See^ Wobey die weise luid ehrenvolle 
Dame Qu intanjoue (wie Don Quichotte sie karakterisiort) 
die UntM^fa'ändlerin stielte > macht niit den wuiiderbaren 
Abenteuern des besagten Lanzelot einen beträchtlicneu 1 heil 
der Geschichte der Ritter von. der Tabieronde aus, die 
seit der Krscheinung der Bibliothek der Romanen nun eben 
so bekannt unter uns sindi als sie, es vor zwanzig Jahren 
nicht Wdren« 



/ 



4) Wie iärtlich et» um ^en Sold der Minne u.s. w. 

l>ie Ritter im neuen Aniadis sind, wie die Ritter im alten 
Amadis de _Gaule und seiner ganzen Sippschaft , gvofsien 
Theils nichts weniger als platonische Liebhaber. Jeder 
hat sich (aufser der allgemeinj^n Ritterpflicht) alle Damen» 
die seinen Arm ansprechen, gegen alle Ocwalt zu schützen) 

Wx£z.Aivi>s schrillen » VI. JB. D 



.< 



56 D £ R IV B U JE A M A l> s i« 

noch dem besondem Dienst einer -gewissen Dame gieWldmW^ 
deren Fesselnder tsägt, und deren Bitter »ich lienn^u zu 
diirfen , er sich jsnr hörhstcn Ehre schätzt. Eher könnte • 
der Bimmel ohncs Sterne s^n, sagt der grofje Don, Qui- 
chotte, als ein irrender Bitter ohnei/Dame. Abey.gpiin* 
eigeniiitizig zu lieben, wie der Ritter von Maxiclia dat 
Fräulein Dnlcinea von Toboso liebte, vk-^ar, nicht die -^ache 

' de r iVleifiten dieser Herren. Sie wollten auch wissen ^wr a r u m 
sie dienten, und hielten sich, nach übcrstandener Probezeit 
oder geleisteten wichtigen Diensten ,' eben so berechtigt den 

' Sold der Minne zu fordern,, als ihre Danieu'Cwenige Ln- 
erbitUiche ausgenommen) sich durch' Mitleiden und Dank- 

ibarkeit verbunden hinten, ihnen solchen, w^iewolil immer 
aus\r naden^zu gewähren. Diefs hicfs in den alten j^'^^an. 
zösischen Ritterbiichern octroyer 'le don de VantöureUse \ 

'jrmrei ; eine Sache , wozu jede Dame , sqbidd sie einen Rittet 
in ihren 'Dienst nahm, . sich ^stillschweigend anheischig «11 - 
machen präsumiert wiir^e; • 

' 5).£iuen Half, wie Zytheren, die mit Adonis sich 

< ^ badet, IM a r i n o . giebt. 

Vermuthlich wird hier auf die üpt>igen Gemählde gedeutW, 
welche IViarino'^im gten Gesang seines Adone ^ der 
den Titel Trastulli fiilirt, von der Liebfesgöttin macht;: 
ii^fd vielleicht insonderheit auf folgende Verse in der 75steA 
Staiize: ^ ' . ; . ; 

Vedeä>9ai accese en6ro le guantie belle '■■ 

Dolci fiaihtne di rose e' dir iibudf > •. . >, 

MnelhelsenperentronuTTiitrai Ig^ttm 

T reTn<ili,nd,o natar duQ pam^ ifiiattc^ . ' 

6) S. Jh qwlContei Par^ J/i^ /. 2. cfc. 3. 



1 1 ■: 



y 



\ 



, < ' ' .. 






/^ 






^jD R I T,^T E R G E %.4^^^^. . . , 



4lMbi 



/. •'. 



defs der Paladin iron .Scihwetter Diu d o ne 1 1 e ii • 
ie .wir gebött^.sich ui&ter halten iidfo, ' 

i ' 

md* oder saf», »er Herr ro^ Fetü>£i9i ^ 

in Sekretär . um FiHhilein ^olifitchettCB, 

teil hergebracfhtel- Sitte» vom Hittef V ieinefti Hdmtf^ 

e Helden - und^Xiebeftgeschichta vertraulich zu er« 

£ähle6<- ' , * ■ i 

»Fräulein War eine der wifsbeigterlgen Seel^itj 

e, unter der Hai^d, "^on ihren «Nächsten so gern 

e Anekdbtet^ erforschen. Zu gutem Glücke leert« 

irr Ferafifl seinen Sack so gern, als jene h^rte« 

- ■ . . . ^ a. ' 

D Autor weifs i^i<;l^t, ip:iraer wie lemetn Leser ist| 
id irrt oft, wenn er andre mit seinor Laune jfmfstt 

)ch.däGhf ich.» i^reil wir gerade j(iichts aqgelegneret 

haben, ' 

f.. ' • • , , 

ir hörten ihm su. — »»Das erste was demnach " 

MC ^önig, sein Vater, that, sobald er den Zettel ei^ 

. , brach^ 

orin die gefragten Druiden ihm. ihre Antwort 
- - gaben, O 

ar» dafs er in Mei;Uns Thnrm 4eii Knabeii sperren lief»; 

mn das Orakel der E i c h e n n| i s t ei verhiefs, 9 ) , 

.1 ■ ■-.-■• » ■ ^ '■ 

würd^ einst unter den Filrsteh wie eine Sonne bltteeti. 
fern man Mittel f4ip4'« üin ror der Liebem schätzen* 



X » 



\ 



41' I>X*ll 19 E V S A M AI» « tu 



I 1 



Er ward in ditffexxl Thurxn von nnstchtbareii Hlnde» 

So gut bedient als je ein K5nig8sohii* 

Man sah an aller Zimmer Wänden 

Die Tizian und die G i o r g i o n 

Der Farben Zffuberey verschwenden« 

Verschwendet Aberali war Gold und Elfbhbein; 

Nichts Angienehmes gebrach» ein Einsiges ausgenbm» 

men: 

Es durfte kein weiblicher Fufs in seine Mauern kom** 

- nien. ^ 

Kein Fenster« keine Thür! Sogar der Sonnenschein 

Bch]|ch nur mit äuXserstec Vorsicht durch hoheGilM 

hinein« 



4- 

f 

So lang er Kind noch war von unsichtbaren Gnomidett 

Bedient ( denn bey ^nomiden sogar 

Hielt seinen Sohn der behutsaitle' König. 

Der lieber in solchen ' Dingen zu viel that als tu 

wenig. 

Mit kecht» nicht aufser aller Gefahr) ' 

Erblickt* er von Jugend an nichts , #örin ein LebeÄ 

' war. 

Als einen Psittich » ein AfTchen ut^- einen alten Drui« 

«Mit langem Bart und silberlockigem Haar» 
Der ihm, was ungefähr dem Pelidtfii 

Achilles dbr alteFönixi seyi^ sollte, wenn et^t nicht 

war« 



\ 

/ 



f 






Nie war eij;i gelehrterer Mann den waldigen Ardennen 
Entkrochen aIs er: ihm war das Dunkelste kUr: 
Nur wie die Leute an etwas zweifeln können« 
2)iefs Einzige schien ihds wunderbar. 

I 

Denn jeden Knoten der Körper- jund Geisterlehre« 

Der ihm, zum%Ö8en, zu stark yerschlungen war» 

Zerschnitt er herzhaft ipit der^S.cbere; 

Sogar das seltsame Ding , das (närrisch genug) in un» 

denkt. 

Und jede geheime Feder > die seinen Willen lenkt» 

Brklärte der lilanti so Ex, als ob's ein Uhrwerk wäre. 



Er war nicht minder gelehtt in alter und n^uer Ge* 

schichte, 

Zomahl in der, die nie geschah; 

Wie mancher Herkules war» wie viel an Mafs und 

- Gewichte . 

Der Becher gehalten, zu welchem die keusche He« 

lena 3) ' 

Das 'Muster lieh, das Alter der Pyramiden, 

Den Tag ddr Erschaffung der Welt und der Gründung 

von Ninive, 

Die ganze Topografie des Reichs der Atlantiden, 

J>a8 Mafs des Pantoffels, der einst die schöne Rh o* 

dope.' 

Zar Königin madite, und tausend andre dergleichen 

Probleme ins Reine su bringen, mufst^ ihm Saima« 

tins weichen. 



( V 



• / 



54 D E m iLB 17 X Ä M A D i.f. 

4ß 



Trotz all<JT dictser Gelelirsamkeu • hätta .- / 

Ein IMäiichen von vierzehn, , das Gott mit fiinf \a% 
- y sechs Siimen bedacht, .. 

•Ihm ; wie dem kleinsten Kinde , wer weifs wa« weüJB^ 

gemacht. 

Was half» ihm in seinem Sessel die ganze lan^e Kettff 

Der Dinge zu übqrsehn? Was vor der Nase ihm lag , 

Das sah er nie. ^r t>ewies euch, klar wie Tag, 

So müss^ es gehn, und immer V^urde sein Hoffen 

Vom ungefdll'gen Erfolg so widrig öbertrojBFep^ . . 

Als hätte Natur und Zufall siph gegen m^\i\ System 

Verschworen -^ iind in der That war diefs nicht ant 

genehm« 

-:■ . ^ ' ' .. ■••. . ;, 

Indessen schickt* ^ sich doch, ron allen möglichen 

, Dingen 

Wo nicht die^ Quintessenz, doch eine Wassertipktur« 

So viel, ein Edelmann braucht, dem Prinzen beyza- 

^ hringpn. 

Denn diese höheren Wesen besitzen, aus Gunst der 

Natur» 

Das alles, was* meines Gleichen durch Uofsen Fleil4 

erringen, 

3ekanntlithjn der Wiege schon. '' 

l^^turlich war mein Pyinz, bey so gestalten Dingen : 

Inr achten Jahre bereits ein kleiner Salomon,' 

Ein kleiner T^ i sm e g i s t , 4 ) wie, abch » den DAmoil' 

\ zur F|:eude> ,* 

Schön wie ein Amor in seinem Hus^enkleide, 



I 

\ 



• OhRivTiR Gb§ai9«* : 55^ 



Q Dameu? denen \|gieiii Anblick ^sp scharf Tcrboten 

war?" — 

eihn Sie ! Qie Königin durfte ihn (linter dichten 

Gardinen , 

Zeit zu Zeit bis in, sein neuntes Fahr 

;h eine Ritze betrachten, <ind mütterhcha nack 

Verdienen» ' * 

lindem; so wie auch der König an jedem QuA- 
■ - teinbe^kam., 

t einigen , ' die er aus Gunst — zum Klatschen 

mit sich nabni» 

öreuy wie rasch, und beherzt auf sechzehn tausend 

Fragen ' 

kleine Papagay die Antwort aufzusagen - - 

irig war ; woröber , wie jedermann sieht, 

gfanze mitklatschen^e Hof in grofses Erstaunen 



10- X 

junger Prin^, ein. Amor an Gestalt, ' ^ 

wie ein Buch: gelehrt, war , fünfzehn Somiher 

. nun alt — . 

tlpb ! "— ruft gähnend die schöne Kolifischette« 

Uly wenn Herr Fcrafis länger so fortgefahren hätte« 

lebteii, das Ende von seiner Geschichte zu sehn» 

klänge gen^g.*' -* Madam, ich mufs ^e^tehn» 

edert dieser, man wird vom vielen Erzählen 

I: irrenden Sekretären pflegt*s nie an Anlafs zu fehlen ) 

>hnt, zu sehr ins Besondre zu g4*hns 

Bezahlung belebt sich dadurch — Doch steh^ iek 

zu hohen Befehlen ! 



J 



iß D X li v' * V S A BI A^ X> X ik ' 

• - ' > ; ' . ^ . • 

Der- Prinz demnach war nun dem'I^lter nah» 

Worin» wiewohl er von Liebe ^nd von den Schönen 

nichts wufste 

Alt was er in Büchern^ las und in Gemählden sah» 

Er etwas mehr als sonst dabey empfinden mufste. 

^an hatte, ich weifs nicht wie» aus einem, alten Salil 

Ein prächtiges Stück hinwegf zu schafFen rergessen» 

V\orauf» mit Figoren in Liebensgrör^e » die Wahl 

D e 9 j u n g e n II e r k ü 1 e s » 5i) im '.höchsten Ideal» 

Geschildert war. Nun lass* ich Sie selbst ermessen» 

Wie o& mein Prinz ror diesem Gemäblde gesefieiil 

/ • 

Er sah et Stunden lang an. Derselbe Amadis» 

Der kurz zuvor den Blick kaum drüber glitschen liefs» 

Verschlang es itzt mit den Augen ^ glaubt** immer wat 

Neues zu sehen. 

Es gab ihm so viel zu denken! So fremde» so tcHöna 

Ideen 

Entwickelten sich dabey ! Es ward ihm in der Brust 

So warm » so ein seltdam Gemisch zweydeutiget 

schmerzender Lust * 

Durchdrang sein ganzes begeistertes Wesen I 

Homers yierzehentes Buch liefs sich to gut dabej 
/ lesen 1 

Kurz» waf er in langen sehn Jahren Ton teinenl 

Druiden gehört» j 

Vergafs er in Einer Stunde bey dem, was der^ Mahles 

ihn lehtt. 



Wie Herkules switchen der T o g e n d und W o 1 1 1| tt 

unent8,ch-lo8«en - • 

J$\x tdiwebeti schien » so fand auch hier meiti Amadi» 

Sein Herz geth^ilt» und h^tte gerii alle beid^ genosieiu 

Wie göttlich erscheint ihm \ e n e I — Doch d i e s • 

lächelt so süfs» 

Ist mit so lieblichem Reitz übergössen 1 

Ihr blofter, Anblick ist ein filiek ins> Paradies. . * 

Wer widerstände dem Auge, das ihm so schüchtern 

' sehnlich ' 

Erlaubt an den Busen su sinken, der ihm entgegen 

/ ' wallt? . 

Und doch» wie herrlich ist jefie! wie nur sich sel- 

, her ähnlich r 
Wie 70II Fon Adel und GrOfse in ihrer ganten Qestalt! 



t4. 

Schön ist in allen seinen ZügeM 

Ihr bräunlich Angesicht» wo» wie auf glatter Fludi t 

Der Sonne Bild, das reinste aller Vergnügt, 

Vergnügen an sich selbst und innerer Friede ruht» 

Durch ihre Wangen scheint ein unbeflecktes Blut; 

Ihr offnes blaues Aug\ voll sicherm Selbstvertratieii»' 

Erlaubt bis auf den Grtmd von ihrer ^eele au schauen ^ 

Still wirkende Güte » diei Binder spricht als thut. 

Und Wahrheit mahlt sich darin und unbezwingbarer 

Muth» 

Und fel^j&lt da» Hers zugleich mit Liehe nnd heiligeili 

Grauen« 



X 






5S 



D >a R HB u'x A K A X> t f. 



Mtfii Prinz ^ dier iiTitir beiden GfiStalttfU 

Die Schönheit liebt, ufid» wenn sein, Aug* auf dem 

Bild 



' i 



Det Tugend mit Rührung Terweilt, ßfelf doch nicht 

.1 '.. kann entb^ll^n 

*2u^Ieich nach ihrer Rivalin ($o sehr seih Fdnix sie 
' - scllilt} 

Verstohlne Blicke, die Zeugen vpn seinem O^fCihl^« sn 
. [ ' schicken ^ 

Und in Gedanken sein Herk an ihren Busen zu drücken; 

i ' 
JSd^hi »Pxinx betrachtet, vergleicht und kombiniert •• 

lang', / 
(l>.ento' seine Fantasie ivar nt^n einmalil im Qang) 
Und kann sich so lan^e zu keiner Wahl entschliefseni 
Ibis bei^e Formen zu Einer in ibm i^usammen fliefMo. 



,i6. 

£r schafft sich selbst das höchste Ideal . 

V^n Liebens Würdigkeit , indem y er beide yeröinigt ; 

Ein glückticlier Weg, den Vei:legeuheiten der Wahl 

Auf-iänmahi sick zu eintziehn, «dio ihl^ < wollüstig 

peinigt! 

I)a^ '.schönste Bild, das je die Fantasie .. 

JMt Triebe mahlen haif , stand itzt vor seiner Stitne — ▼ 

Wat^ sag^ ich ? füllte «eiii .Herz , und spükf in feinem 

Xjehirne. 

Von* nun an hätW sein .Alter die undankbare Müh* 

I ■■■■ .^^ ' ' ' — 

JJPr^iparen k<^nnen > die Tablatur der Sfären 

Und seine Ontplogieund seine Moral ihn zu lehren. 



- ' ^ ■ • 

Viel Jiiig;e2egtierr &i%ie ~arl/eitiBe)^n. Tag «nil Nacdt • * 

Iil^ seines T^leinachs Kopf. Er sollte schl^cjitetdingt 

- f , "•■'::'? ■^ifiien,-- ,' ^ ' ' * *'* 

Wart man für Grfiil^e gehabt» so eng ihn einziischliefsen ; 

Oft vrordedeP Alte s:um Mutteti durch seine "^getf 

" ' gebracht. ^ 

D^nn manches^ 'Womit wir im' sechsten uns^'kiAeh 

.■ '■'•■'■ •^■■^"■. ■.•^■- •- -IftMen ilttissen, - ■"^'■' '"^ 

Wird uns zehn Jahre helbfiäc^ so 'lereht nicht weitf 

■ •.,•-"'■-'- , ■. .1 gemfleoht*. , ■■ ^ . / .' 

Einit da der Druide ^ehr viel im S e n e k a i sehen Ton» 
Toni h ö c h • t e n O u t e spta'iphslihd sehr gelehrt beVvibS. 
l>erWcise' fitidVes in Sich -^^fti^isiilr? riePAWidis; 
Um dieses höchste Gut gäb^ ich' nicht eine Bohne ! 



. .*4. •-. . ' j: >. 71 /*' 



Iß. 

Hör* auf, ganz gegen mein Herz, dem ich geneigter bin 

' Zu glauben als allen siebeh und siebenmahl sieben 

Weifen». ' ■/ '.i t«»; ». 

In grofsen Wörtern ^ohno Sinn ... A) 

Der, Austetn Glück mir anzupreisend ^ •? 

Komm» guter Aker» ich will das höchite Gat dir 
/ > • - • weisen^f^- • <;♦ » 

(Er fOhrtV indem er*s sptacli» ih'n^um Oemählde'1ihi'> ^ 
Hierv sobrnels^ mit diese zwey In Eine Göteikt zu<^ 

Und wiss^, an. ihrem Bösen winkte/ ,'. ' . 

PasTj&Qcllste Gull — 'Der Arme Druido sinkt. .. < t' 
JBeynahe zu Boden» inddfti ^sein Jünger, die Augen voll 



•1 



»9- 

Und mit dem kräftigsten Aatdruek des inileriiGefiUili 

im Gesicht« 

Die schrecklichen Worte — »,an ihrem Busen*' — 

spricht. ' 

Itr setst sich hin und beginnt aus Überseugong unA 

PfÜcht 

Des Jünglings Afutl^will su yerdammeiu 

Schmelz* • ruft der Prias» taub seinem Strafgericht« 

Mir diere Zw^y in Einfi zusammen! 

Doch» Wfis du schwerlich kannst, hat schon mein Hers 
, • gcthan. .. , 

H i e r steht sie ! -* Pnd nun» mein guter Alter» hör* smi 
l9h.)^4n kein Knabe.m^rl — Und mürst* ich ins Lsnd 

. - r der Ideen, 

Wie Z u 1 m »» reisen» ich will mit diesen Augen sie sehest 



Der Alte disputiert »stellt tausend schwache Gründe 
(Nach Sykofanten Art/— er denkte die Menge trägtVaus) 
« Vor seine Meinung her » und beweist mit grofsem 

. .Gebraus». - 
Ein Weib zU lieben«, ja nur sie anzuschauen» sey Sünde» 
Die säubern Gemeinplätze alle» worauf» vob A r i s t o f a n 
Zu Dechanc Swift* die Sekte der Mieo^gynen 
Herum sieh giettummelt » er fährt sie alle an» 
Und da er meint wie wohl er dran gethan« 

So zeigt sich» dafs sie den Prinzen nur feStelr sü 
* r m*chen. diesen. 

Gut! fing der kleine Rebiell mit schlaueib Kaltsinn an: 



- ». 



' Da i^ t « n G b^s a A-«r • i% 

21. • 

dekiite SjrBCem ist nkfatü, eins weniger lieüm 

. .,v ...«,..;„'»< < • ' wi gehea:. . •.• i 

ickt i»t, als ein iohöne» Weib. 

;laub* es weil du'il^iUst; dock,* meine Zv^eifel 

im Spelt, in 'der Gfeschichte .luid in der Fabel dM 

Weib I 

irste Rolle Stets ? Vom ganzen menschlichen LeVen 
>t sie das'grofse Rad^ hat Ctonen zu vergeben« 

icht fiber die Narren und ist der Weisen Zeit* 

vertreib. 

der« diefs ist gewifs* vrar nicht von Deiner 

Sekte; 

seinen Helden hat jeder auf seinen eigenen Leibl 

f oder drey ; sogar Aehillen« dem Trotzigen« 
, , deckteu . ' . 



ichöne D i m e d e, in Lesbos zijir Sklayin gemacht« 

weichen Fellen sein Lajger jede Nacht 

ihn und sich selbst ; und auf der andern Seite - 

beym Patjoklos die schOue Ifis» die er 

•einon Waffenbruder Achiliea aus der. Beut« , ' 

Skyros erhielt. Ich denke daCs Vater Homer 

wahre Natur viel besser als Seneka kannte. 

Mädchen ist immer bey ihm das pomum Eridis, 

« zum verderbenden Zorn« worin Achill ent* 

brannte* 

gab 'den Zunder dazu? Die schöne Ckr7eeis.r ; 



i 

r 



\ 



Et' 



D SA fi^a V*w, A M A ^ I •• 



^« Wuti^er^ HMte vielleicht die ^eteniilirige Eihde» 
Die Gräciens Helden und Gotter zu Trojens Falle vei« 

IVCV^d .'gichtiger» »um Gegertjitfind? , •; ". >- - ;,' 
Die schönen Augen der blonden Tochter der Lede 
Bntfiftmmten die Ffe<skrfn zu fUo«« Bncnd. 
Bedarf der Dichter; damit die Griechen siegeri, 
Cafs Jupite^ scUlafe, 8Ö ist kein ander üdittel, et iiluft 
Öer Fraiien4i9t *Ärtf Ixlanntor liegen ?':'* ^ " 
fftid Juno, deh Schlaf auf ihre Swte zu Iriegettj 
Sag', WÄ» Verspricht'' sie ihm? Der jüngsten Grasit 



i. . 



^4-- 



^ T ^ i i.4 A. > 






Mit tiefer Bestürjrtitig Vernimmt der Graubart, wie 

gelehrt 

Sein Zögling ist, sich selber zu verführen Y 

So d^en Hoiner zu^iiommentieren^ 

Das hatt' er wahrlich nicht in seinen S^tunden £;e« 

hörtl ' 

-^ ... ' , 

BAaii' hätte dem Ptftit'en, sein Herss de^ Liebe 2u veV- 

■ schliefsen, • l^ 

HonWen nicht lesehi^^Zy^heren nicht «mahlen mdssen. 

Vergebens wird «r, seitdem ih^ tirese £;ehrer en^ 

i y. , ' . deckt - ' . • 

Wofär er zärtlich^st. mit- Orakeisprüchea geschtejekt; 

Er lädt euph bitten uj\d dränn ^und seine Verbleadung 

b"eklagen, 

Dieüft alles teitzt ihn not mehr ^% Abent^iwr eu wagen« 



t ' 



/. 



I 

Niclft femvönivThtiTnie, ^orm dör jnnge Amadii 
Der Liebe zu einer Idee, die aufser seinem Gehirne 
Wohl nir*gend8 ist , sich schinäcbtend ^überliefs. 
Wohnt' eine Fee, auf detett schöner Stime 
Das Alter'b'e^its begann die ersten Furchen £itzie}iti. 

Schön war sie einst gewesen, und hatte, noch im Ver- 

' ^'"' " * blühn.' , . : 

Die Grazien alle in vollem Glanz erhalten, *" 

Die nicht so bald , wie Mnnd und Wange , veraltAp* 

Sie hatte den Prinzen zwar nur' in ihrem Buobeg^-t 

Doch reitzend' genug, um ihm — aus Grofsmuth bey» 

, zustehu. .., , 



> . 26. - ' ~ , 

Das schwarze Stäbchen, womit die'Alquif und 

A leinen 

So gcofse Wandet thun, sprengt seinen Kerker auf. 

Er wischt hinaus, ^v^ey Sylfeii ^rt^parten ihm defl 
» Lauf 

Bis in der Fee Gebiet; er schwebte zwischen ihneil 

Nach Art de^r Götter daher, und wufste nicht wie ihm 

geschah, 

Ala er im sdiönsten der Gärten allein und frey sich sah; 

Er lag auf Blumen , in .zweifelhaftem Entzüclten, 

tJnd traute seinen Sinnen kaum: " <'* - 

An einem solchen Ort liefs oft ein schmeichelndieT Traum 

Die schöne Idee» die et liebt» ihn unter Rosttiu^ef^ 

blicken. - ^ 



/ / 



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64 D S B n B V B' A M ▲ B I s« 

27. , » 

Doch alt er gewifs sti seyn 'meint sein Abenteaer le^ 
■ ^ wahr. 

Steigt sein Entsücketi zutft äufsersten Grade. 

Mau hoffet so leicht im sechzehnten Jahr 

Was ipan sich wünschet! Er glaubt sich auf dem 

Pfade 

Der ihn gejrades Wegs su Seiner Göttin führt. 

Die Sonne stand noch hoch. Die kluge .Zaubrerin 

hatte 

Xpe Stunde seiner Befreyung sehr weislich Italkuliert* 

Sein alter Mentor schliß getrost auf seiner Matte 

Und' träumte die Quadratur des Zirkels , ahnunglos 

Was gegen die Tugend des Prinzen sich ^ während er 

träumte» beschloCs. 



23. 

Zur gleichen Stunde» doch minder sorglos, pflegte 

Auf weicli^n Polstern, mit Federn vom feinsten Stahl 

Geschwellt, die schöne Fee in ihrem Gartensahl 

Der Mittagsruh', uiid— fiberlegte 

/(VVie einer Dame geziemte, die nicht zum ersten* 

mahl 

In dieser Lage sich fand') mit skrupelhaftcr Wahl 

Die sichersten Mittel, das Herz des Schwärxkiers nicht 

.'''"■: , ZU Verfehlen. 

• . . . • ♦ 

Die^Thür des Sahls (vermnthlich aus Vergehn 

DelKämmermädchens) mehr als halb geöffnet zu sehn, 

War meinem Prinzen ein Vyink , sich leise hinein zu 

stehlen* 



«V 






. • <* 

^8 hertsehte darin; de^ sanfte dämmernde Tagi 

Das Dunkelheliy das, Damen, die rierzig Sommes 
^, \-. ^ . -zählen/ ' ;. , 

l^it gutem Bedacht am liebsten jtu i^ea Siegea 

wählen. 

Höchst sittsam war die Stellung woriq dleNymfe lag; 

Die schlaue Tugend der ernsten feiVlichen Präde «- ^ 

Seist« wenn sie bezaubern will, sich in diese Attitüde. 

KoTSj ihr gelang's. Mein Prinz, bethört «von seffiet 

^ Idee, 

Glaubt, dafs ßr sie hier, im .wahren Ideenlandc^ 

V(»rkörpert in dieser Sciiläferin sehV 

Und alle Schüchternheh vom ersten Jänglingsstandtv 

'fiftlt ihn mit JS'oth zurück Thorheiten zu bege&if. 

>Schon^ schwebt der Ausruf — »Ihr Götter! wi# 
• "* schön!«« — , 

Aul^ Seiner schwärmenden Lippen Rande.; 

Und doch, wie durft^er des FrereU siph uflitetstehit 

Sie'aitt^uwecken? Sie schlief so' sanft! so schön! 

X)a» iidbtfrste wtir, s'o leise als möglich wieder zu gehn« 

Er that^»» nachdem er andächtig den Saum von ihrem 

Gewände > 

^eküfsi^» nicht ohtie den Kopf sehr oft zurück- zu 
i ^ - • drehn. ^ ' 

Was weiter erfolgt, ttnd wie die Göttin erwacht^ 

Des Prinzen gefunden , Bekanntschaft mit ihny ge«^ 

macht» 
'^xxx.A^ss Schriften/lV. Bv £. 



^ , ' 



« / 




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^ D •£ ii B E ü E * A^ M >"p ^ a» 

* Und« obne dergleiclien zu thai^'äk ob ^ie bey seinet 

' - B^freyuBg >' - 

Betroffen wäre, ihm viel verbinilliche Dinge gesagt» 

Und wi«- er, ron ihren BUöken ermuntert und voller 

Verzeihung 

Voraus trersickert, mit Stamzheln sein kühnes Gestand^ 
' nifS' gewagt; ^ 

Wiei viele Schwierigkeit er iu ihrer Tugend gefundtfOi 

Bis endlich» nachdem er sich selbst imd si^ viel länget 

, ^ - geplagt 

Als nöthigwai^, die Licbe^ überwunden; 

Das heifst, den ganzen Prozefs, wie an allen &liedetil 

gebunden 

Ein Knabe , der sein Herz in den Fingerspitzen trägtt 

• 
Betagten Reit2ungen oft sich Preis zu geben pfiogt* 



Biefs alles sind Dinge« wovon die Meister der Kunst 

zu lieben,' > '. 

Uns Anfang,' Mittel und Ende in mehr als Einem Rohiaii 

Aus sichern Quellen, so psychologisch beschrieben«- '^ 

Dafs ich hierüber mich gänzlich auf sie beziehen kanül 

Drey lange Wodhen (drey Tage nacb Amors Kaiiskd^ 

Träumt Amadis im Besiti^ des höchsten Gutes zuseyn; 

Man theilte Tag und Nacht in tausend VergnügunJI^H 

ein. 

Und gab uhd nahm unzählige Liebespfähdert 

Doch unvermerkt zerflofs der <Zauberneb^i,.dnt^h d^ 

Ex seine fantastische Göttin iu einet Prüde gesehn % 



. . - " ■ ' ' ' • 

In einer Frfide, die ihni die Wirkung sinnlicher Triebe' 

Mit 4clilaueni Betrug fiir Empfindungen gab: 

Und wie der Nebel ver&chwähd, sotiahitt die feurigst« 

Liebö,: ' 

]3iefe gewesen , i;i schtieiieti Gtadeit ab. 

Die arme Fee! ihrjialf kein Zaubersti^b, 

thr halfeii nichts die schlauen O vidi beben Künste! 

Vergebens lieis sie an ihm^kein Mittel unvetcuc^bt» 

Ihr half Koketterie nicht tneht' als Eifersucht« 

Geduld und zärtliches Schniachten nicht Vneh^ als Lau« 

nen und Dunste: ' ' 

Ai>treten muriite sie ihii/ Und an — bin Himgespiilste t 

Zuin Gl(ick t&t fneineo;. Herrt^ ^ngjast iäu:^ tiehni^ 

liehen Zeit - 

Ein junger viel versprechender Ritter» 

Ein Neuling wie er* ins Garn t die (Angelegenheit» ' 

Jn, ii^gpnd ein himmlisches l^hier^ Krebs, Steinboc)^ 
^ oder Widder, 

sich übersetzt zii sehn 1 Ward ihm dadurcli erspart« 

So tce^iit^ man sich docli noch mit ziemlich gutec 

Sie halbst ermahnte den Prinzen die I^eM^ liicht %\i ver^ 

. ^ lieren ; 

' - '.*-■■. 

\jnji» fX^ fit sich höflich zti Gnaden ^pfahl> . 

So hatte sie -Bosheit gbnug, den Abschied nicht ein« 
r '\ ^ mahl , . • 

Mit einem einzigen Thrünchen zu zieren« 

B . . { - . , 



\- 



ßQ D l^> K K U S A'M A.X> X I. 

- - ' 35- , 

Mein Prixii yerfolgte nunmehr auf eineni «chönen Pferd*, 

Das ihm, gezäumt und gesattelt» die edle Fee rerehr^ 

Das schöne Fantom, an welches er sonder Entzücken 

Nicht denken kann , und das mit jedem neuen Betrug 

Nur desto tiefer sich scheint in seiu Gehirne zu 

drücken. 

Nur dieses (sc^iwur er mir zu, auf unserm ersten Flug) 

Sey fähig, ein Herz wie seines ^u beglücken. 

Die erste Dame, ^u welcher uns Weg vtnd Zufall trug» 

•» ' . 

Schien ihn^ die jGesuohte zu seyn', und seit drey Son- 
nenjahren ' 

Hab* ich drey Dutzend gezählt , die nach und nach et 

waren,' 

•v ■ ~ . 

r 

56. 

Dem lauten^ Gekläffe Don' Pa'raspls, der neben 
Der Tochter Bambo*s safs, und mit zerstreuter Ax€ 
Erzählen hörte , Kaum zu g^ben, ^ 

Hält Ferafis in,^ und zupft sich indessen am Bart« ' 

In viel ernsthafterem Lichte betrachtet Kolifische'tti 

Die Sachen sie reitzt der Gedank*, ein Herz zii fixieren 

\^ie diefs. ' 

. Die Kleinmuth» dafs sie vielleicht da^u nich^ "Keits 

V. genug hätte, . ' 

v^ar nicht in ihrem Karakter ; sie hielt sich des Sieg^ 

gewifs. 

Herr Ritrer, denken Sie nicht (fragt sie mit tchelmi«! 
' '. scher Miene) 

Dafs dieser Schwärmer die Muh*, ihn feit zu halten« 

. ' verdiene? 



.<. 






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Dritter G e s a n »• 6q 

■ 37- ■■'■ 

Die Frage war spitzig genüg. Der Stntzer» als Hört^ 
: , er fie nicht, / ^ 

Fftiigt mezza voce an: «»Wie gleichet nicht Zefyr der 

Fiorenl . ^ 

,k Sie haben sich weislich erkoren, ' 

•»Sie wählen deii Wechsel zur Pflicht.'* 

Sie singen ja wie ein Vogel ,' mein Herr? Ich «ehe» 

Sie haben 

Für unsre Ruhe nur allzu iriele Gaben l—« 

Geh, Zelis» und'frag^ im Vorgemache, wie sich 

Der schöne tlitter befind^ ! — Doch nein , ich selbsjt 

- ' will gehen! 

lilr ist der artigste IV^nn — mein Herr, $ie fahreh 
. ' mich — . . 

Der artigste Mann, den i<3h jemahls gesehen, 

^ 58- - 

Mit einer kleinen Grimasse, die lächeln sollte» reicht 
Der Stutzer ihr den Arm, wirft auf der Zofen eine 

Im^ Fortgehn einen Blick, der ihr Marmorheirzchen er« 

"^ weicht, > • 

Und lafst, sobald er das Zelt des Nebenbuhlers errieicht* 

Mit einer tiefen Verbeugung die Damebey ihzi;! alleine, . 

Die Nyrofe, die er zum Werkzeug der Rache ausersah. 

War artig genug für eine Passade, 

Und Parasol dringend. Doch ob, und ^'wanta er Gna^e . 

Vor ihr gefunden, und was in d^n Zeiten weiter ge- 
schah, 

Vei'schieben wir jetzt» und suchen der andern Schwes* 

tern Pfade. /» 



«, 

j 



.V \- 



.^ 



7# Dur v m ve A m a p z s. 



t i a n t. e n, 



» ' f ' i ' «» 



Stanaje 4, 5y6, 

, ^ — . -i— — und einen alten DruidiiBa 

Mit Ungcni silbernen Bart , der ungefähr was dem 

Der alte Ph^ni^, ihm war. ßein langer silberner Bart 

Erweckte die Meinung, dafs er ein wenig hexenkönoe, 

Er war in aller Weialieit Aegyptens hoohgel^üu^ 

Und wufste genau, warum das Feuer brenne, 

'VV«'iruni de\ ßchn^e uns wei(s, nicht gelb, noch seladoii 

scheint, , *" 

Aud^N^afs d?r iy^on4 picht i^uhlt, Auirora Perlen nicht 

^ . . weint. -. 

Und ' Basilisken nicht aus Hahnenfyern entstehen. 

Er ihafs die Ellipsen anfs Haar, wori^i die PUnetfn 

sich drehen, 

Und kurz, ini I^m|i3iel| auf ^rden und unter der Erden, 

im X'an4 ^ 

Der Gnomen, erklärt' er ^ch alle^» den ^irkei in dex 

Hand, 

Qleich starl^ war ppse^ Mann in de^ metaphysischeii 

Sphäreji 

Er' wufsttf' sein sunt quta sum und seine Dingerlehre 

S» gut ^Is Suarea^ und Dans. |hm schien nichts 
', . * . wuiiderbar. ' . 

Sogar 4^5 Seltsame Ding, d^s (n^rriscfe genug) in uns 
' ' denket, 

Mit jedem geheinien W ^ r « m das iinscrn WiU^il 
, . / lenket« 



TV " 

.1 S R Z T T E A G E S A Ii.Ov r 71 

t 

irnd*T<^ Warum däi Wamm erklärt' .©i?mi Fingern 

euch her ; r > • 
und dafs in unsrer Welt, ^er beatcn aller Welten, . 

Die Dinge nicht minder noch mehr ah w^ wir wol^ 

len gelten, 

Gbubt Meister Fanglof« tiicbt oieifer al« er u.s.w^ 






A n m er li ü ri g e n. 



'^ 



• t) Worin die gefragten Druiden u, ».'w»' 

Pic Druiden .waren die .Priester iiii4^ Weisen bey dcu 
^Iteu Gfüliern, Britten und andern celtischen Völkern. Sie 
';^UnA^u in, dem höchsten Ansehen; nichts Wichtiges wurde 
phne ihren Bath ^unternommen ; denn man , betrachtete sie 
als Vertraiue der Götter imd authentische Ausleser ihres 
W^illeiiß. Sie waren 'im ausschliefseuden BeAitz aller Wissen- 
schaften bey den celtischen Völkerschaften, und hatten, 
;vhk Julius Cäsar {de B^ G,. lib. VIJ, c, i^A befichtet, sehr 
viel von den Gestirnen und ihren Bewegunge.n , vort der 
Gröfi^e der >Velt und der Erde ,, von der Natur der Dinge, 
und. von der Natur und Macht der Götter zu erzählen. — 
Kurz , sie spielten' unter den' Gelten die nehmliche Rolle, 
yrclche die Magen bey deii alten Persern , die Ohaldäex 
bey den Babyloniem tnid die Gy mnosof ist en oder 
prachmanen bey den Indieru si^ielten^' , , 

a) Deijn das Orakel der Eichenmistel ü. s. w. 

I>ie Druiden geben vor, dafs s^ den WiUen der Göttey, 
wissen , sagt M e 1 a. Q u i n t u s Cicero erwähnt , gegen 
»einen BtHider Markus eines Drnidc^n von ihrer Bekannt* 
Schaft , Nahmens Di. v i t. i a k »i s. , der;, vernnttelst ge\yisser 
Augnrien C worin sie bcstaude^i, sagt er nicht) und eiufr 
^utlimaf glichen Dcutuji^ derselben, künftige Dinge vdriier 
sagte*. I^C* ^ie 5&n die^n Weissagungen aiich die lEicb^sn- 
Ix^lste)- gebrauoht hätten, w^ie Herr t'erafis hier zii er- 
Jtcnnen gicbt, finde ich nirgends bestätiget; denn PI in ins 



7fi Dsü v^vsAkaois. 

(der die Feierlichkeiten, "^omit die Drüidexi. iMner am 
cr8t4fn Tage des Jai^ireS) die EicheiimL^tel zu ttncben und ab« 
nischt^eid^u pflegten , ziemlicl^ uipständliMi beschreibt > sagt 
blol^ : sie hielien die Eichenmistel imd' die Eiche , worauJE 
aie.'wa^h^e, fi^r etAvas ü^er »ile Malten ^eiliges, und be- 
reiteten Vermittelet derselben ' einen Tra,iik., der die "Wunder- 
' kraft habe , die ünfrjichtbarkeit eines jeden Thieres , dem, 
er eingegeben •werde, 211 heben, uiid aliCn Arten voii Gi£t 
zu widerstehen. Herr Ferafis mag also, als ein gebomer 
Gallier, mehr als andre von der bache gewulst oder auch 
mehr gesagt haben als er -Mrufste: genug dafs u^s. Gottlob! 
Slieina^d zuf|iiit)i^| mphr ^avpn ^bv^ gl<(i;}>exv.ai8 wir Vollea« 

5} Wie viel •— der Becher gehalten, wozu-u. t. ir« 

Helena stiftete (nach dem Berichte des Plinius) in den 
Tempel der Minerva zu Lindos auf der Insel. Rhodos einen 
goidei^en Bacher;*) wozu sie, wie die Gesclüchte (oder Jl.e* 
gende) sagte, das IVXafs von ihrer Brust nahm. J^rautome. 
der dem Komischen Nati)Lr-^nd Kunstgesohichtschrexber diese 
Anekdote nacherzählt , inacht sich , nach seiner Art , über 
die Dames opulenfes en tetdsses Instig, deren es damahis am 
Französischen Hofe nicht w^^^i^^ gegeben zu haben scheint t 
„ Oai yoüdroit faire des toupes d'or sur les grandeJf te^ 
tasses qup je dis et qiie je connois , il faiulroit dien fournir 
de Vor c^ inonsieur torfevre '— ces coupes ressembleroient 
non fjof de^ coupes , mciis de: vrayes anges , qu'on voit de 

, ifois f toiitps rondes, dont on donne a rnanger aux ponr- 
ceaux, i^iMemoirf A,e Brantome, Vol. IX, p, m, ^^,) 
Bey allem dem scheint sich liuiker Brautome einen gar zu 
ijaäfsigeii Begriff von ,dem Aufwand an Golde , den diese 
JTroi^me Stiltung der schönen Helena gekostet haben könnte, 
gemacht zu haben; denn die 5|>arianeriniien waren nicht 
nur überhaupt w^egen der Fülle ihre« Busens iHiter den 
Giiechispheu Pamj^n l^iertihmt^» sondern Helena insonderheit: 
War hierid (weiin wir demDares und Cedrenus gläu- 
t^n) die ausgemachteste Spartanerin, Auoh hatte sie sich» 
von dieser Seite w^enigstens, so gut erhalten, dafs der alte 

"Peleus, in der Andromache des Eüripides, die 
sbhim'pjElichc Schwachlieit , welche Menclaus 'gegen seine ^Un-^ 

* *> Plinius süj^t zwar ex electro \ setzt uns aber aufsei 

allem Zweifel, was er damit gemeinst habe, indeih ey 

/ - meldet, c/old, worunter ein FiUiftel Silber sey, w^crde 

^lectrum geiienüty und scheine bey Xicht .so weil» 

wie Silber^ 



"\ 



fik I T T ER Gt, 



8 A' N G. 



73 



g«tr«ue, «Is* ^ie wieder in seine Hände fiel, t>ewiet, sich 
nicht anders Ku «rklären^weiA , als durch dexi zaiibrischen 
Effekt, den der Anblick dieser noch' nicht veralteten Keit^ 
auf ihil ^ei^fcht-, als er schon im Begrifif war, ihr sein 
Schwfert in d^n Busen zu stofsen; und so hatte denn Helena - 
alle mögliche Ursache, das Oold nicht zu sparen, um eipi 
wi^rdi^sj^enkmahl, dieser Begebenheit in den Tempel der 
Mpierya zu Lindos zu »tif ten, 

4 ) Ein kleiner; Trisniegist* 

"Wer kennt in un^ern Tagen den dreymahl grofsen 
Hermes ni^ht? — den Erfinder der Bu(;hstaben, den ersten 
aller weisen Meister, den Stifter der von dem grof^en 
K.alliostro in den heiligen uiid allen Sterblichen unzur 
gangbaren Wohnungen der Ägyptischen Priester, in den 
Pyramiden, entdeckten, und uusrer nach geheimen 
W-issensQliaf ten 4iiT8tcnden Zeit geschenkten Ägypti- 
schen Loge! „Dieser Trismegist Csagt Herr Walt her 
6 h a n d y zu dem gHien Kapitäxi , einen Bruder ) war das 
gi'öIJste unter allen irdische^ Wesen, prüder Tobies ! Er 
•war. der gröfs^e König, der gröfste Gesetzgeber, und 
der gxofsfie- Piiester. ''^: {Life c^nd Opin. of Tristram 
^handy^ Voß^V, p. loi. ) 

5) bie WaU 4e» jungen* Herkules. 

Bas filosofische Mährchen von der Erscheinung, welche def 
jtjLhge Herkuleß auf einem Scheidewege gehabt, da ihm die 
Tugend und die "VV^olliist, in Gestalt zweyer Frauen' sichtbar^ 
geworden, luid beide sich in vdie Wette beeifert ihn auf 
ihre Seite zu ziehen, ist atis Xenofons Sokratischen 
Denk'wtirdigkeiten aller W^elt bekannt, 'oder soll t^e 

^ es docln seyn. Zur Er^autetung des Gemähldtf's, wovon 
)4er die Hede ist, dient die Tablatur der ^ ahl des 
Herkules oder der 7te Traktat in den Gharacteristicks 
des Grafen von Shaftesbury,^ wovon uns die Herren 
Th um eisen und Le G r s n d iil Basel eii^e schöne neue 

, j^xii^aibe in der Foi^e ihrer schätzbaren Sammlung der bestell* 
englischcni Schriftsteller geliefert haben. 



^ . 



I 

• 



74 D E A N £ U>E A'M'A i>rf 



v'lElVTER GESANG^ 



.'■ .') 



l^ie X e o p a t d e 9 . dio- Strenge • ioba^d ne durdb« 

Gesträuch • - 



/ ' 



Den Kiesen erblickt, erscbrockcn and todtenbieicli 

Dem Bade« worin sie sich kühlte* entstiegen. 

r Und schneller « als schüchterne Tauben, dem fernen 

Geier entfliegen« 

Sich in den Wald gestützt,-^ wird^ wcrthe Xeser, ciich 

Vermuthlich^ in frischer Erinnerung liegen« 

'^an hat es übelgef^nden^ dafs, bey so gering;es Gefahr. 

Die Dame wenigstens nicht sich so viel Zeit genommen 

Als, nur zur Noth, erforderlich waj:« ' "* 

Nicht ohne Hemd aus dem Wasser «u kommen : 

Der Übelstand spHngt jedem ins Gesiebt; < ' ' 

Doch war das Ärgernifs» zpm Qlück» oo schrecklich niehti 

Weil sie ein V\^ld umgiebt, so ünster, dielet ver- 
schlungen 

Und öde, dafs wohl in mancher Jahresfrist 

Kein menschlicher Fufs in ihn hinein gedrungen. 

Die, Schöne, der diefs zU wenig zu ihrer Entschuldi*! 

gung ist. 
Geruht vielleicht im Ejifer z}i vergessen, j 
Dafs ihre eigene Tagend — wer v^reifs?— noch diesen 

• , ' _ 'Tag 

Durch eine schnellfü^sige Spinne su Falle kommen mag, 

Und Spinnen pflegen ijoch auch die Madchen nicht zu , 
• esseu. 



1 . ' • ^ 

I 

V I B R T E R . 9 ^ A A 9 •• 75 



a ^ 



3. ' N 

Als Leoparde, yom I^^fen athemlos» 

Auf einem ä^geil'>ein wenig itn xuhen b^scliloCi« 

Horcht sie mit tauschendem Ohr, und steht nicht 

w^nig: betroffen 

Pafs yon den Zelten kein Laut, ihr Trommelifeljierreicht; 

Sielutte so weit sich verirrt* dafs einen Rückweg zu 
/* hoffen^ 

Wo »der Pfad verführt», ihr unwahrscheinlich däuchci 

Inzwischen fanden die N^mfen und IVlohren» 

Die ihr im Laufen gefolgr, sich, einzeln, keuchend ein« 

Die meisten gaben die Hoffnung^ sich aus dem furcht- 

, baren Hain, 

D^ ohno' Grenzen schien * heraus su finden , verloren« 



4. ■ 

In einer Lage wie diese hat wohl ein Weiser MüV 

In leidlichem Gleichgewicht sich zu erhalten. ' 

Mit h^ng^nden Köpfen» um welche zerstreut die 

Locken wallten, , 

pi« ArimQ ^ber die Brust verschränkt« die Stirn in 

Falten, . ' '' 

Sitst Qin die DapiQ die Schaar der Zofen; und den- 
ken sie 
Zurück an die Zehen , wo jetzt in ihr^r Fantasie 

Die Feinde, in Flamnien gehüllt, nach strengem Kriegs« 

recht schalten, 

• do fangen sie alle zugleich in Einer Melodie . 

So bittetlich an zu heulen und zu weinen, 

Dafs alle Felsen ri^igsuip mit ihnen sich verement 



76 , JD .^ K B E V B A M ▲ DZ •• 

' 5- 

Ihdesten tank der Tag nnd immer länger fiel 

Der Zedern , gigantischer Schatten herab in einfamt 

- 'Thaler. 

Von Kälte litten zwar die guten Mädchen nicht viel. 

Wiewohl sie ( die närrischen Dinger ! } ixfi Schrecken 

den nehmiiehen FehleiT 
Wie ihre X)ame gemacht. Doch Wjar der Nymfenstand 

^öch etwas zu Neues f&t sie, am ihn sogleicli für be- 

iianht 

Zu nehmwn ; auch hatten nicht alle • die Wahrheit XA 

geftehen. 

Besondere Gründe, sich gern in diesem Stande zu sehen; 

Kurz , alle wünschten sich sohnlich auf die Nacht 

Ein besseres' Lager , als sieb Ulysses ein«t gemacht. *) , 

Ein armes Strohdach ist in diesem Augenblicke 
Der höchste Wunsch, den Bambo^s Tochter ^vagt; 
Sie, die in ihrem ursprünglichen Glücke 

Nicht selten auf Schwanen und Atlas zu hart zu. liegem 

geklagt, 

Wär^ itzt unendlich wohl mit ihrer Nacht zufrieden, 

Hätt* ihr das Schicksal nur von einer Schäferin 

Den harten Laubsack zum Lager beschieden» 

Mit Rosen bestreut oder nicht, darüber schlüpft sis 

hin. ' 

Allmächtige Noth, du kannst mehr als die Epiktetenl 
Pu machst deii Weichling hart, und lehrst den Frevler 
, beton. 



V 



Viert SR GxtAi9o« 77 



lITiclits kann den stolzen tXbermi^tH 

Der ErdengOttet, wie du, zur Selbfterkenntivifs swingeiu 

So lang* ihr zartes Fell auf Flaum und Ederdon ruhe» 

Kicbtt ilmen gebricht was nur den Sinnen gatlich 

thut, 

« 

Und» wenn sie winken» sogleich sich tausend Fütuf 

beschwingen« 

Wie leicht vergessen sie dann dafs unser bürgerlich 

Blut 

So roth als ihres ist I Wem könnt* es da gelingen 

Ter enzen Storno sum den Stolzen bey zubringen ? 9) 

Die Musen verloren die Mfih* es ihnen einzusingen t 

Ihr Herz wird nur durch Tri^bsal gut« s 



8. . 

Schon sank Leoparden der Muth» indem die Königin 

Der Nacht den drachenbespannten Wagen 

Herauf am Üorizont trieb : als mitten unter den Klagen 

Der Mädchen eine rief: Was seh* ich? O sehet dort* 

hinl 

Mehr konnte das Midchen vor Freude nicht sagen« 

Und alle riefen zugleich* was siehst du? und sahen 

dahin 

Wohin si« zeigte» nnd sahen mit freudetrunknen 

Blicken 

Auf eines Berges blauem Rücken 

Ein schönes Schlofs , das ganz von Golde schien« 

Im hlusf en Roth der Abenddämmerung glühn« 






/■ 



78 ' Deä NEUE A M A D X S« 

0. 

Der Anblick gofs auf ein mahl neues Leben \ 

In jede Ader, und^ lehrte die müden Füfse sich heben. 

Keiü Nyiiifchen« das einem verfolgenden Satyr en^ 

flieht, 

Xäaft schnellet als siei denn das Verlangen jcieht 

• ■ . ■ " 

je bälder je lieber das herrliche SiShlofs zu erreichen, 

Woi^on\ nach einem Vorrecht von allen ihresgleichen, 

äich Leopard e beteitS die höchste Gebieterin sieht. 

Sie ist nun auf gutem Wege« Wir lassen sie laufen 

und keuchen. 

Und eilen zu S c h a t u 1 1 i ö s e n , die noch , yon Ohn- 
macht besiegt« 

Dem tr r i 1 n hx clen Armen liegt. 

Der Tritoii , Aem wohl nicht geiräurat, .üoc^ heute 

So «inen Zug ;zu th^n^ sc&wamm aiiic dei^ schönen 

Beute 

In stillem "friumfe det sichern Gfot^e ;2;u. 

So schleicht sich mit .grins'etidem Lächeln und auf- 
geblasenen Backen 

Eil) 'diebischer A|Fe davon, um in gemächlicher JEUih- 
2u pberst unterm,Daqh .die getaubtetii Nüsse zu knacketit 
Die arn^e Dame! Die Ohnmacht hinderte sie 
Sich nach dexi. Regeln^ zii sträuben ^ uiid tu. r zappelst 
Ihr Schönen! Vvenh guter Rath euch lieb ist, trauet 

• ' ^ nie ' ■ .'_ ■ " • ., . „ '■ 

Der Grorsmuth eine« Manns mit ein^r . Schür se iroil 

Pappeln! 



T IE R T E R ' Ob% ÄHT O» ; J^ 



•11. . ■ ■ . ' 



Mau WAgc» da9'>kantt ich. each sagen» sehr vi^l da^ 

: , bey , 2umahl 

In ^iner-Ohnniapht» Er 'hatte» sie zu sich selbst zk 

bringen, 
Gcwifs "Wed^t JEau de iLuce noch sonst ein Korclial — - 
f, Und brachte sie doch zu sich selbst? Das kann ini|C 

rechten Dingen ' 

„ Nicht zugegangen seyn! ** *-• 8 o denkt , tixiti Exem* 

, pel» die Welt! . 

Kommt^s hoch, so zückt man mit skeptischet NaS# 
Die Achseln« hofft, nach der Liebe, ]and lafst^s dahin ge- 

Itellt» 

Im übrigen weifs ich nicht. Was hier Zurück mich hält $ 
Die Rede ist. weder Von meiner . Tochter« noch fiase» 
Und bin ich etwa zum Häter von BamÜo^s Töchtern 

bestellt? 

■ • ; iö- - . '. 

Ich danke fär diefs Amt I -— Sie gehn den Mann im Monde 
Nicht we:niger an. Wer Weifs in welchem Straufs, 
In diesem Augenblick selbst , sich filaffardine, die 

Blonde, 
I)ie auch davon lief, befindet^-^ Indessen ^ieht eueh 

daraus 

Die Regel > ihr schönen Kinder : man so^ vor Kiesen 

nnd Zwergen 

Sich weder in freyem Felde hoch hinter Gebüschen 

Verbergen* 

Was liefen sl^ äo? Ging^s jedeXf int ärgsten Falle, ;doeh 

blofs 

\(Vie allen, andern ! und wirklich war die Gefah^ nich^ 

1 ' grofs. 

j^lein so pfl«gt die Furcht es immer zu machen ; 

Sie ^ennto vor einer Maus dem Behemotli in den Rachen* 



i 



\ 



w^ 



PB n K fi B A M ▲ ]> » •• 



D0m tdy nun Wie ihm wilU dij^ keutebe Iniantin-^ 

wacht 

Auf einen^ Bette von Schilf und WaMerlins«» 

A(i8 einer langen Entgeist^rung , und macht 

An, ihren Erretter mit seiner Krone tron Binsen 

2wey grofse Augen. Doch Reue nach der That 

Hilft just so viel , als , nach der Entschliefsung , guter 
. ■ ' . - Rath. ^ 

Der Triton scheint ihr, ie m^hr sie ihn beschaueti 

Zum wenigsteii um die Hälfte mehr Riese als jenet 

-, ' zu seyn. 

Mit einem Triton, in seiner Grotte; alleini! 

Das macht Gedanken» wovor der Keuschen billig graoet« 



■ ; 14. 

Vo^i diesen Gedankeii empört, fähr^ sie mit beides 

Händen 

In ihre Locken, z^treifst ihr Haltftuch, springt an dd|i 

.Wänden 

Hinauf» und deklamiert mit tragischem Anstand aal 
> mehr 

Als i^wanzig Opern die tollsten Stellen her. 

Dann Svirft sie , athemlos , sich auf die Erde nied^» 

Reibt ihre Augen, vereint, fährt wieder ^ " 

Wie eine Medea herum, spricht CJnsinn, apostro£ert 

Die, halbe Natur» und schwört den Triton ewig aci 

hassen, ^ 

Wofern er — kurz, sie spielt die Tpgend wie siehst 

gebührt. ' ^ 

.Und mufs — Vas ist zu thun? - am Ende doch lifib 

fessen^ . ( 



/ 



T X -B A T B A^ 6 B 8 A II a» v ^ .81^ 

Wie sehr ihr aucli det Meermannt Ungettalt 
MiUfällt, so ist sie nuü einxnahl in seiner. Gewalts ,■ 
Ringsum ist See; sie kann nicht ttchwifiilnen 
Noch unter Wasser gehn« Wifst ihr sonct einen Rath» 
Als allgemach die Sagten keronteExu stimmen? . '• \ 
Diefii^ar^s denn anch was ihre Tugend that. i 

Ika; Schicksal, apricht sie, meth Herr, liat>A^cr UM 

/ zu gebieten ; 

indessen hoff ich, Sie hallen» 9a lang^ idl ooch telibli 

, nicht jB^epftH. , ^ 

Sich in tlen Schranken der Ehrfurcht« die meinem 

r' ' Geschlecht und Stand ^ 

Von jedem gebührt», gehalten ! Ein Zweifel nur machte 

mich wüthenl 



• • ' ■ * ' '[ 
I^r: Wilde sind mit den Kegeln des Wohlstand» 

unbekannt ' ^ 

Genug • uns mit Gewalt zn nehmen. 
Wozu wir (sie hält bey diesen Worten die Hand , 
Vor ihre Äuget? ) uns pie mit guten^ Willen bequemen« 
per Triton war — ,wa» alle Tritopen zu Land. -^. 
Und Wasser von jeher gewesen, ein w^hrej; Sak.i?%^ 
j • , pant, 5) 

Rauh wie die schäumende Welle. Verfeinte Gesin« 

nuxigen waren 

At&hisch ffir^hn. ,Der pamen ZäSrtlichkeit 

Zu ü^hoxien^ ihren Wangen die Ung^egenheit ' ''; 

Erröten za niüssen. behutsam zti ersparen ; ^ 

WixXrAirps Schrilte», lY- 8. , ^ 



-stTJ 



I < 



ga D £ a K SU £ Am A'a> iVf./ 

Die Kunst, tie unvermeikt diäxki ' 

Wp man sie haben will zu fahren. 

Nachgiebig, ohne sein Ziel xu verlieren» 

Wenn Skrupel otiier Eigensinn 

Den nahen Sieg euch dispudecen; 

Kurz, alle die Künste, wofClr ihr loser Meister, Ovti, 

Mit seinJeiiv Kor innen yermuthlioh im feucigei|. Flfti 
' / V gechon gläht, 

Be^ ni« JBXit Triton noch Faun au lernen noch zu übei^ 

Gewürdigt; Was brauchen sie das ? Sie Uhrt der Ap« 

, ' petit * / ,; r 

Gleich zärtbch ihr Mädchen, ihr Glas und ihr^n Rost* 

bif lieben» 



*8: 

Bey einem solchen Thiere /SHifi 

Die zarte 'benkungsart von SchatüUiösen verloren. 

Komm, sprach er, indem er vertraulich sie unter dem 

Gürtel umfing,/ '' 

Komm, Närrchen,' und winsle mir nicht noch l&nger 
•*' um die Ohren. 

Wir müssen Freunde seynl Dii bist mir schön genug 

Dich in mein Lager aufzunelimen. ' 

Nur keine Grimassen, mein Pfippchen! Ich dachte da 

wärest so klug. 

Dich ohne so vieles Gezier zu einem Gemahl zu b^- 
/ queäien. 

Wozu das Komplimentieren? Ich bin kein Seladon, 

Und desto besser für dicht wat hättest da dftTÖn? 



\ Vierter 0/csaro« ^ 

\ " •', ■'^* ■ ,' ' '■■■ ■ 

Ec sagte noch viel dergleichen, was vrit Bedenken 
' \ ' ■ ■ , tragen ^' 

Vor zarten Ohren inm nachzusagen; x 

i)bch wenijger sagten wir gern was et zugleich^ ge- ' 

than. 

Nar Schad* um die Delikatesse det armen SchatuU 

Hose I • 

Ihr Znstand war fSr eine Preziöse 

Det härteste, den man denken kann. 

£in Mann ist schon schrecklich genug! doch« 6dtt«t 
' welch ein !\Iann!. 

Welch eine Fignr ! Der HerkulesFarnese 

Schien gegen ihn nun machet selbst den Sohluf» *— 

Ein Veneris cölumhulu^, 4) 



Zwar kennen wir diese und jene , die i lOlitC unMid« 

lieh zart, , 

Kaum eines Zefyrs Berahrung ertragen^ 

8ö reitzbar sind, den neuen Abälar4^j ^ 

Der Schlüpfrigkeit errdthend anzuklageUf 

Und an Figuren dieser Art 

Die ihrigen doch mit i^eler ^tsphlossenheit i^geu« 

Ob Bambo's Tochter von dieser Klasse war» 

Das mtifs sie euch durch ihre Handlungen sagen» 

Oeiiug, siei ergab sich dem 'Schicksal, und' iiefs viel« 

leicht wohl gar 

(So grols ist die Macht der Gewohnheit!) zuletzt lich^f 

wohiiiehagen» 



\ 

I 



. 24 D £ I\ li & V £ A M ^ D I f . 

21. - 

Utod, in der That, et war tiicTit kalb so schwer 

Als wie, sie anfangs besorgte. ^ Der Triton, so lieb et 
. sie haue, 

VVar sehr zum Schlafen geneigt* Kein xnindei: bt« 
I , schwerlicher Gatte 

jSAafs in der Welt nicht seyn als er. * ^ 

Ihr war erlaubt, in einem vergoldeten Nachen, 

So oft sie wollte, mit einer Uofmeisterin zwar, 

( Die eine alte N.i x e , doch mit kandierten Saphen 

Und P£e|Ferkuchen und Sekt sehr &omm su machen war ) 

Bald eine Fahrt auf dMn See, bald nach dem Lande 

zu machen, 

-Und» wählend ex schlief» zu ihrem Vergnügext zu 

wachen. 



22* 

Einst» da die Dame an einem schwüUn Tag ^ 

Im Schatten eines Baums allein am Ufer lag 

Und ibreu Gedanken Gehör gab,indefs In seiner GrottO 

Der Alte sohparchte : da kam > qUer über Land 

Dem* Ufer zu* in kurzem Trotte , , 

'Ejjx mächtiger Kitter geritten. Sein Weg ^ing lin« 

kerUaud; 

Er hätte TieUeicht die Düme nicht wahrgenommei^ ; 

Allein ein lauter Ton» der ihr im Schrecken eiktfabr» 

(Sie war» wie wir wissen, sehr schreckhaft i(.on 
/ Natur) 

Entdeckte die furchtsame Schöne , und hieCi ih|i nähec 

kommenl , 



Ein Franenrimnier , so schon , so reich mit Ferien ge« 

. schmückt, 

(Denn sie geputzt ^u sehn war ihres Alten Grille) 

Ist was man in einer Gegend, wo allgemeine Stillo 

Und öde, Wildheit herrscht, nicht ohne Wunder er* 

blickt. 

Er liefs sein Visier herab, die schöne Dame zu grüfsen« 

Und' bot mit vieler Höflichkeit 

Ihr seine Dienste an, „Welch eine Selte^heiif! ' 

(So rief er) Lebten iprir noch in der alten jGötterzeit» 

Ich würde Sie für die Nymfe der Gegend halten mässeh ; 

Denn Nymfen und Faunen allein scheint diese Gegend 

geweiht. 



24. 

Was für ein glücklicher Stern lätist in so öden 
' . " Gründen 

. * 

(Ist ander» xxvir diese Frage vergönnt) 

Mich eine Schöne so einsam finden. 

Die man beym ersten Blick dafür gemacht erkennt 

Um, wo es Augen giebt und Herzen, den Szepter zu 

fahren?" 

So sprach der Ritter. Die Dame betrachtet ihn sckwei* 

gend, und fühh' ^ 

Die Möglichkeit stracks» ihr Herz an diesen Mann zu 
/ irerlierei^ : ' 

Sie braucht nicht laiige zu kalkulieren ; ^ 

Ein einziger Blick ist genüge sieh völlig zu überführen 

Dafs ihre Tugeifd nicht viel bejm l*aiitche .rerspieljk 



qS D b li ii b «;;ib A M A D I 6« 



'*>''•' 



Der Tritoii (unter niÄJ-t^r von den TriiggetUlteilf 

Die viel versprechen und desto weniger halten. , 

Don Bor ea 8 (so hiefs der Paladin) , 

Ein nerviger Held /mit einer Römischen I^aso 

Und schwarzen feurigen Augen, däucht ihr, je län* 

ger sie ihti 

Betrachtet, ihrem Getnahl mit «einen Augen von Glase 

(Auch alles übrige gleich) noch immer vorzuziehn. 

Mit Einem Wort, er schien dem grofsen Fakardin, 

( Von dem er eit^ Tochtersohn war ) so viel aus äufsem 

Zeichen 

Sich schliefson läfst« an Innern) Gehalt« £u gleichen, 

fttf. . ♦ 

■» ' . V 

\ 

Diefs« alles erklärt uns genfiglich Jen sanft einladenden 

. Blick. 

Womit die, Dame sein Kompliment beloiinee. 

Bald wird sie vertraulich genug, ihr abentenrlit^ 

Geschick 

Ihm £rey zji entdecken« Der Triton wird wenig da* 

bey geschonet; 

Doch mnh sie ihm in einem einzigen Stück 

Sein Recht widerfahren lassen — er hat bisher noch 

immer 

Sich in den Grenzen der Ehrfurcht , die einem Frauen* 

zimmer 
Von ihrer Zartheit gebührt, ^u halten sich bequemt: 
Sie hätte (spricht sie jungfräulich verschämt ) ^ 

Nicht ohne Mühe 's war, steu seine Begierden gezähmt«' 



X ' 



• VlE.A^BR G Ei ABO. ' g7 

etseni wie leicjxt iso erachten, war ilur I 

Glück, 4ei| Riuerkieniien zu lernen, 
ndlich willkommen. Denn so «e^n gutes Thier 
Triton ist, yrer ist ihr Bürge daf^t 
^erd* es bleibien? Das Beste war immer, sich bald 

2u entfernen. 
r B o r e a s schwört bey den beiden Angelsternev 
seinem Herzen, bey ihren Karfunkelaugen, er sey« 
gegen alle Tritonen ( den Priester Johann und 

den Dey 
Tunis mit eingeschlossen) sie Tag und Na<^t za 

schützen, ' 

it > bis auf die Hefeti J6in ritterlich Blut zu vex* 

spritzen* : 

!i hoffe er» indem er hiemit zii ihr«n Diensten 

sich weiht, 
nrerd^ ihn gnädigst daffir zu ihrem Ritter erklären« 
«nach erstandner PrOfungszeit, 
älder je lieber, ihm auch den Sold der Minne' 

gewähren. 
Dai^e Jäfst» wie er^s spricht, erröthehd ihrv 

schönes Gesicht 
hren Busen sinkef , und, wenn sie nichts rerspricht» 
leibt ihm unverwefart ihr Schweigen auszulegen. 
'- i^Üsse auf ihre tiand, von drey kaum sichtbaren 

^ Schlägen / 

ihrem Fächer bestraft* versiegeln den zärtlichen 

Bund, 
wio er aufs Pfetd sie hebt, ein vierter auf den Mund« 






88 



* 

Der ■ « o^ A k ▲ s r «. 



ScHon safs die Perlo^det Damen und hielt eleu notli- 

kafteii Rittet 

Kach ihrer furchtsamen Art mit beiden Armen ümfaftt; 
8chi»n fliegt seinRofs davon. , stolz auf die schöne Last: 
Da sprengt aus dem; Wald^ein un willkommner Dritter 
Mit rennenden Zugein ihn an. Doch, ^ver er war» 

• und waraum 

Er sich die Entführung der Dame zu Herzen genommen» 

Dovon ein andermahl I Wir sehn nach x den 2ielteB 

uns um. 

Wo wir vielleicht Dinge zu hören bekommen. 

Die einer^ dem der Dämon von JK.ardan6) 

Nicht dienstbar, ist • wohl schwerlich ercathen kann. 



.. / - 



f. 



V / 



, V ■ " 



4r 



♦-. 






• * 

T I ER 9 E R G £ t A N O» $9 



V 

A n in e r fc u n g e n.' 



1 ) Alt sich Ulysses einst gemaclit. 

KehjnUch aiu duifTemJLaube'iswischc^) 9swe|r dicht verwais« 
neji Bäumen. Odysetee, B. IV. v. 174. ii. L • 



»\ 



z) Tettniem homo sum, u« i. w« • 

"Vyip? (sagt ^er HeautontimoriineiiQs oder Selbst- 
peiniger beym Tcrenz zu seiueiB Naclibar) lassen .d^ 
deine eigenen Angelegenheiten so viel Mufse, dafs du dich 
um fremde Dinge bekiunmem kannst, die dich nichts an- 
gehen? — I.ch bin ein Mensch» antwortet ihm Ohr e- 
me^^ nichts ist mir fremde was einen Menschen angeht:i 

Homo jumj ^nihil Jmmani a me alienum puto. > 

Ein Vers , der , bey aller seiner ungeschiniickien Ejhif «It , der 
be6te ist,' den die Menschlichkeit jemahls einem Dichter ein. 
gegeben hat. 

3) Ein wal^rer Sakripaht. ' ' ^ 

S &k/r i p a n t e » König von Tschirkassien , ist einer von «den 
Helden im Orlj^ndo Furioso. und yon den lÄebhaberu 
der schonen Angelika. Der Karakter, den ihm Ariost giebt» 
rechtfertigt die Vergleichiuig unsers Dichters^ Hier scheint 
er besonders auf die 57. iind 53. stanze im 1. Gesänge sii 
deuten, -wo- Sakripant in einem kleinen Selbstgespräche den 
Bntschl^s fafst,. sich den Zufall zu Mutz^ zu machen, der 
ihj^ seine spröde Gebieterin, allein, und in einem Walde, 
, ü^ die Hände spieUe^ »Wenn Orl^do ( sa|t er zu sich selbst ) 
eia solcher lüarr war und die günstige Sttuide ungenutzt 
e»tschliipfen liefs, so mag er dafiix bii&enK Ich versteht 
meinen Vortheil besser. '* 

Corrh Ict fresca 6 mattutina rosa, 

€he tardando siagion perder potria, 

Sh ben, ch^a, Donna non si pub far cos et 

ehe piu joave e jaü pincevol* sia^ 

ancor che se ne moifri disdeghoscf, . 

e talor mesta e flehiV se ne stia 

non sttiro per ripulsäi o finto. sdegnOf 

4ihf io non adombrie incUrm H mio disegue. 



■X 



.. f'*- 



90 



DsjiorBUs AiCAsis. 



4) ^^ Venms colufttbulus (ein Täabeirchen dez 

Venus) 

60 n^enut Katiitl C^vcun ich nicht irre) was wir einem 
sltTseu jHcrrn, einen kleinei\ Seladon nei^inen -vrtriirdeil, der 
zu seines Mädchen« Fufsen sein kurzes Sperlingsleben we^ 
tändelt, wie ein Dichter irgendwo &a£t* 

5) So reitzbar sind» den neuen AbftWd a. t. ir. 

Nicht der neue Abälard des Betif^e Breton ne, sondünrn 
d«r Held der neue ü^, II e 1 o i s e. »— Übrigens ist dieÜB nicht 
ßatyre, sondern Thatsache. — Welch eine Delikatesse/ 
welche ^berzarte moralische Reitzbarkeit mufs nicht eine 
Dame besitzen, lun die IVIemoires de Versorand, die 
Poupee^ die Fetite maisottf tuid ' zwanzig Dinge Tpn 
dieser Stärke , die Fuc eile selbst nicht ausgenommen,' 
ohne allen Anstofs lesen zu können , und dagegen den 5^ 
Brief in 1 Theile der neuen Ileloise von einer uner- 
träglichen Schlüpfrigkeit zu finden! — Au^ , 
hätte der Dichter ^c» Neuen Amadis sich hie erdreistet seine 
Schatiilliörse zu erdichten, w^öferu ihn einige D** 
men von seiner dckanntschaft nicht beynahe mit jedem 
Zuge, woraus er ihren Karaktef zi^ammeu gesetzt, versehen 
-h^tt^n. ' ' 

* , 
6 ) Der Dämon von Kardan, * * . 

Duf» Sokrates einen besondem Genius , oder Dämbii ( ^?fie. 
es die Griechen nannten) zu haben geglaubt oder voT- 
g^egfeben habie/ ohne sich doch jemahls deutlich z\i er* 
klären» was es mit demselben für eine Beschaffenheit habCi 
ist eine bekannte Sache; und die Gelehrten, denen ^^lüfthts' 
Willkommner ist als eine Gelegenheit Dissertazionen W 
schreiben, haben Äch'giofse Mühe gegeben, zu untemicheni 
von was für einer Geisterklafse dieser Dämoii wohl ^wesen 
iey» weifs oder schwarz, gut oder böse, oder auch keines 
von beiden, tns däucht,, sie hätten sich diese JVTi'ihe wohl' 
ersparen können ; so lange luiausgcmacht ist , was veimiuh- 
lieh ixamer wnausgemacht. bleiben wird, — ^afs Sokrates 
wirklich einen Genius oder Spiritus familiarir gehabt 
habe. Indessen fanden in den spätem Zeiten verschiedene ' 
FilosofeiL vel quati, von ^cr schwärmerischen oder markt-- 
schreyerischen Gattung, nichts so schön, als auch einen 
Genius zu haben yvv Sokrates Hieron)'mus Kardano, 
ein bcrüluntei Arzt ui^d AUwisser des sechzclmten Jahr- 



■^ 



••. 



ViEATiEji Gesa NO. 



^ 



hiinderts, \fvc einer von dieser Klasse, wenn es jemahls 
eiiier\"war. Unter zwanzig andern anfserofjdcntlichen Din- 
gen , die er in seiner selbst verfertigten Lebensbeschreibung 
von sich rühmt, ist auch dieses , dafs er, wie Sokrates, einen 
Genius habe. Card an de vitu -prpjjria, cap.'/^.'j^ An 
einem andern Orte spricht er gleichwohl etwas zweifelhaft 
von der S«Lchc, tiud in seinem Buche d^ rerum Varjetatw 
trägt er sogar kein Bedenken,^ sein ehcmahliges Voi^gebeil 
Lügen ^ zu sirafen, und gerade heraus zu sagen: „er wissö 
gewifs C^^o certe eognosco) dafs er keinen Genius oder 
D'Amion habe. ** Dafür aber hatte ihn die !N atur <lurch vier' 
andere Graben entschädigt, deren jede so gxu^als ein dienst- 
barer Qeist ist. Denn er versichert in dem eben angezogeneu 
Buchet daTs er x) so oft es ihm beliebt, in Verzückung, 
gerathen könne ; 2 ) dals er alles , was er sehe;ti w^olle ^ nicht 
<Kwa bipOs mit den Augen der Seele , sondern mit lei])lichen 
Atigen vor sich sehei; 3 ) dal^ ihm alles , was ihm künftig 
begegne, in Trciumeu vorgebildet werde, luid 4) dafs er alles 
was ihm begegne ^ sogar die geringsten Kleinigkeiten, an 
gewissen , bald erscheinenden , bald wieder verschwindenden 
Stichen nn seinen ^cägeln voraussehe. ^^ D«^ Wahre ist, dafs 
dieser Ka^dau einer der gröfsfcu , wiewohl gelehrtesten, 
Narren , 'Marktschreyer , Astrologen vind Fantasten seiner 
Zeit w^ar, der meiiitens. selbst nicht recht wuTste, was et 
weilte, alles glaubte tuid nichts Raubte, der Begierde für 
einen aufs^ror deutlichen Menschen zu passieren, alles auf- 
opferte , und mit allen diesen Qualitäten doch Verstand ge- 
nug hatte, sich giegen das Bnde seines, Lebens noch ein* 
Tension vom Papst (Pius V ) zu verschaffen; was gewifs 
manchen rreifstn Mann als tt nicht geitmgen w^re. 



/ • 



• y 



/ 






.■ \ 



9ft Dba sfiVB Akadis. 






F ü N F T E R G E S A N G. 



Indefi» dafft Kolifischette niit Amadn und dem 

^ Gecken 

Von PftTasol ihren Abend ^äns leidlich zugebracht^ 

Ward in der Schwestern Flucht nur obenhin g^adit. 

Man hofFce sie wären nicht weit. Allein , nac^ideni 
' ' ^ die Najölit 

DieXichter nach und nach am Ilimniel aufzusteckei 

Begann , und niemand kam « entstand 

Ein schrecklich) er Lerm. jQie schöne Koliiischette 

Zerrifs in der ersten Angst ihr schönstes Nachtgewan^ 

Und schrie' mit ihren Zofen so klaglich in die Wette 

Als ob — - als ob , ihr Spitz den Styx befahren hätte. 

Drey Schwestern fchUein nun, und da man weitersagt*" 

V So fehlt auch die vierte, die« (wie wir obenvemommeii) 

So, bald man ihr die Flucht des Eichhorns angesagt» 

Ihr Mährchen, wovon nun just dä3 Beste sollte kommen» 

Und \hren Ritter im Stich liefs, qnd unbesonnen genug 

Im dichtesten Hain sich verlief. Nun mufs tich ohne 

Verzug 

V^as Fufse hat eilig aufs -Suchen begeben. 

Wohl fünfzig Mohren durchirren ntit brennendes 

Fackeln den Wald;, 
'Man ruft, däfs Felsen und Wipfel erbeben, :^ 

^ *Hndtau«endmahl jeder Nähme« aus Klipjpen wiederhabt. 









FÜNFTER G£Sj<L>KO. Q3 

Dft wird dadn^ch der Rufenden HofE^ung betrogen« 

iTergebetis hatte das wuthende Heer 

Drey Stunden bereits das wilde Gebirge dcprchzogen» 

Sie ianden alles wüst und leer; 

Die Löwen und Tieger ausgenommeiit 

Die sonst bey Nacht auf gutej^eute ziehn, 

allein, zu allem Glück» vor Fapkeln wie Hasen fliehn. 

^'^ie wird sie Kolifischon, wenn sie zUTiicke koipmen, 

Smpfangmi! Die iFurcht davor verzögert* ihren Laufi^' 

[Jnd hält sie unterwegs noch eine Stunde auf. 



4. 

>chon^ brach der S^Torgen an , als auf dem schmälsten 

Stege 

\n blau geschmelzten WtfFen ein Ritter auf sie stiefs. 

&in Zwerg« der (gut oder schlecht) «in' silbern Hift- 
horn bliefs, 

[litt vor ihm her und. rief : Kanallje aus dem We^el 

^as sollten sie thun? Der Ritter schien ein Mann» 

Jnd' war er ^s (wiewohl hierin der Schein betriegeh 

kann ) • 

\o "war^ er mehr» als einer von unsern fünfzig 
' Mohren 

Sa tejn sielte rdlunen konnte. Denn aidh ! iogifr sein 
- - Hengst ' ^ .._ 

Srregte den Neid der Armen ; sie hatten alle vor- 
» - längst : ' 

Die Quelle des Mutht mit den Freuden des Lebeni 

v verloren, i) 



> ^ 



9* 



D k li s E o e A K A n ^ ■. 



Sie fanden also, nach wohl genotn^nem Bedacht, 

Das Sicherste sey, der ungeprüften Macht 

Des Ritters und seines Zwergs zu weichen. 

Der wirkliöh emem Unhold zu gleichen 

Und nicht umsonst so hämisch sie anzugrinsen ichien. 

Doch wie sie sehn, der Paladin ^ 

Begnüge sich ' seinen Weg im Frieden fortzurei« 

ten, 

Wird^ einer ron ihnen so kilhn ihm in den Weg n 

stehn, ' 

Und' fragt in bittend^ Ton: ob Ihre Herrlichkei- 
ten 

Nicht drey bis yier Prinzessen im Wftld^ laufen ge- 
sehn? 



0. 

Meerkatzen in Menge» versetzt der Zwerg mit lau- 
tem Lachen, 

Und ndanche darunter vielleicht noch gut ^enog 

Prinzessen daraus , wie ihr sie sucht, zu machen. 

Doch, unter uns, ihr Herren, seyd ihr klug? 

§«it w.ann» w^nn^s euch, beliebt , sieht man diePri»» 
^ 'zessen in Haufen 

yVie Sana JUS herum in Wäldern laufen? -—> 

Seit gestern V erwiedett der Mohr, und dafs dem 
; also sey, ' 

Da^ haben unsre Filfse nur gar zu stark empfunden; 

Wir stolpern die ganze Nacht in dieser Wdsteney , 

Mit Fackeln heram '• und haben nichts gefunden. 



V \ "1 



. FÜNF.TEH G E S A N 6.' 



95 



I Bitter scheint diefs Abenteuer wertb 
ilhiplich 8ich''5 erzählen zu lassen. 
Mohr verspricht die Sache kurz zu fallen, 

sagt wohl zehnmakl n^ehr als jener zu wissen bt- 

gehrt, 
1 Dichter gleich , der seine Iliade - 

Leda^B £y begann. Eng Mc^slem seinen Ro- 

nuin 

Bainbo*s Hochzeitnackt und von den Feen an 

ihn dabey begabt, und wie Frau Pcrisade. 

Königin, Jahr vor Jahr, dem Sultan ihren^ Gemahl 

hfibsches ])i|jidchen gebracht, und das z|im sechSf^. 
i . len Mahl; 

• • '>}t; / ■ , ' ' ■ ' 

\ ■ . . _ ' 

I 

wie die Mädchen allmählich gar schön und gifofs 

geworijiea,- 

xnanche Prinzen und Herren vom ritterlichen Orden 

ihren Besitz sich viel verlorne , Müh' 

i' 
eben« Sfpli,^ blind geweint, die Kehlen sich abge- 
schnitten, 

schreckliche' Abenteuer , um sie 

amfisie^<9U , ausgeritten« 

Drachen und Riesen und blauen Zentauren ge- 

' stritten, 

• 'i ■' ' . . ♦ ■ ■ . 

i, wenn sie elles gethan und gelitten/ 

loch um Ende nicht weiter gebracht 

dafs die Prinzessen sich iSpsfs aus ihrem Leihen 
, '- gemacht« 



\ 



Ö6 



Der m £ u e A k a s 1' <. 



9' 

Wie nun Schach Bambo hierauf, aus viterUchein Ter« 

. " langen '^ 

Sich Grofspapa nennen zu hören, nach eineiÄ Orakel 
^ V gegangen, '"' 

Sey ihm die AtitVrort geworden: Er sollte ohne 

' Verzug 

Die Mädchen auf Reisen schicket» um wat 

-sie nicht hätten jzn suchen^ 
Wie? habe Schach Barabo gerufen, ist das Orakel klug? 
yVo sucht man was man hat? — Cor bleut— -yvcf 

sollte wicht fluchen? 
Ich wette die Mädchen kommen riiciic wieder wi< 

, sie gchnl 

Ofk will man fisbhen und krebst. I>oe1i, wenn sie lu^ 

' chen müssen 
Und müssen s^chen, so mag des Orakels Wille geschehn! 
Kur wünscht* ich» mit seiner Erlaubnifs, das quam 

oh rem? eu wissen. 

lO. 

Der Mohr erzählte nun weiter, wi^ Bambo^s l*öchter 

* > sogleich 

2ur Reise sich angeschickt, wie prächtig ihr Zuff 

gewesen. ' '* 

Wie jg^^^i* <lie Welt sie gedäucht, wie manches Könlg- 

•'^ , reich. 

Von- Kaschmir ay hh Ku deti Siaroesenv^'- 
l^nd wieder vom Ganges zurück bis an den schilfige 
: -,;■•. / . -V Nil, ' ,.'•, "/ " 

Sie durcligewandert, und wie sie. überall viel 
Von sich zu reden gemacht und Abenteuer gefanjes,* 
JBis gestern, da sie Mittags an diesem' W^alde kai^piett^ 
Ihr Unstern einen Riesen die Quere daheT"j^fihr^ ■'- 
Bey^ dessen Atiblick vi.er von Bambo^s:'Ti>dbit<tflLve^/ 
. ' schwänden; 



- J. ' ^ ' ' ' 

t 

Fi; H VT ER G^EtANO« 9jt 

II. 

I 

■ » 

Mit iluieii zwey Ritteftniätiner, von znanchem hab^ 

sehen Schock 

Verdirern daf einzige Paar, das ihnen treu geblieben; 

Und wie die älteste gar vor 'Angst den Unterrock * 

Vergessen « karz • Was die Leser sich noch zu erinnern 

belieben. 

Äucli y<fm. des Ritters in -Ehren gedacht 

I>er KoUfisch JRn indefs die Kour gemacht» 

Und sonderlich sein Fächer als etwas Rares erwähnett 

Der blaue Ritter« der mit zerstreutem Gesicht 

Des Mohren Erzählung bisher sehr schläfrig angegHLhnett 

Fährt plötzlich aut wie dieser ron einem Fächer spricht^ 



12. 

Er läfst den Mann mit dem Fächer sich so genau be« 

schreiben 

Als ob er ihn mahlen mfiFste« und wufste wohl» warum ; , 

Drauf spricht er : Ich denke wir ziehn , die Zeit uns 

i zu reptreiben« 

•i ^ , . • ' f 

I ^ Ein Weilchen mit ; der Weg ist allenthalben krumnii 

f Und endlich müssen wir doch da oderdorthih^komttien« 

Die Mohren denken } Gottlob I so kommen wir doch 

, nicht leer, , ' 

Und ünsrer Gebieterin ist zum Seh mahlen der Anlalt 

benommen : ' . ^ 

Zwar hat sie zwey bereits ; doch ein Verebrer nciebt 

Macht richtig drey « und drey sind Immer besser ; ^ / 

Den Zwerg dazu gezählt wird gleicb der Hofstaikt 

\ grösser. 

fVni.Aifss Schriften« IV. B« Q 



^ D B R n B V bV A M A DI $• 

13. 

Sie zogen demnach mit einander. Der Morgen t%» 

thete schon 

Der Berge Scheitel, aU A nti.seladpn ^ 

/So hiefs der Bitter) vermeint» er. entdecke 

laicht weit von den Zehen, an einer Rosenhecke 

Ich weifs nicht welche Gruppe» die jenepn pöttec« 

paar n ^ 

^ In Vulkans l^etze von fern nicht nngmch war. 

Er iSähert sich und sieht auf einer reichen Tapete 

Den schönen Farasol in süfser Morginruh*^ 

Das. >ftbrige • was ich zu sagen ertOthe» 

Geneigte Leser » denkt hinzu« 



V ' »4- 

Ob eine der Kammerzofen (wie glaublich t^eiiwB 

könnte) ^ 

Am Flattersinn der schönen Kolifischon 

Auf diese Wei^e sich zu rächen ihm "vergönnte« 

Sey wie \es will! Man spricht nicht gern davon«- 1 

Genug» Herr An ti sei ad on» 

Zufrieden» das Kleinod (das ihm» mit Hülfe 
^ Tante» 

Der Stutzer vor etlichen Monden entwandte) 

I(m Grase liegen su sehn, und unsern Endymiön 

Um dieser Kleinigkeit willen im Schlaf . zu mitM^ ^ 

brechen 

- r . 

Za höfUclTt kngt n^ph dem Fächer» nnd» ofane^cll^ 

Wörtchen su epreiiieii;! 






^■ 



•\ 



Gjrü&t er die Mohren » und dreht tnit frohem Sinn 

Sein Pferd gerade wieder dahin 

Woher er gekommen. Und recht geschah demTho^en» 

jDer seine Zeit mit Schnarchen bey einer Freundin 

verlören! 

Nie wird er den Fächer wieder in seinen Händen 

sehn. » 

Hfttt^ er gewacht, «s wfit* ihm nicht geschehn! 
I>ie Mohren, die dem Spiele von^ ferne zugesehn« 
Begriffen« wiewohl sie nichts von der ^ Karten- 
mischung verstunden. 
Das Sicherste sey , stracks ihrer Wege zu gehn r 

Was hätte der Junlier gedacht > hätt* er sie hier gefiin* 

den? 



10. 

Nichts hören noch sehn und alles dahin ge.stellt 

Seyn fassen, ihr Herrn, führt sicher durch die Weltlsj 

Kraft dieser goldnen Regel schlichen 

Die Mohren sich leise davon, und waren kaum^ent« 

wichen» 

Alf unser Junker -dem Arm des Schlummers sich ent* 

wand. 

Nun denkt euch» wie ihm .ward, da er sein Allet« 

den Fächer, 

Ein Kleinod • ohne welches er nur ein armer Schiebet 

Von einem Ritter war , nicht mehr zur Seite ixtA I 

Natfirlich mufste ^n Argwohn TOrallNi 

Aul feine SchU%eseilin &ileot 



ff 



100 D B H H t V X A MAB IS. 

'17. 

Er zieh de« Frevels sie gerad* ins Angesiclit» 

per undankbare! und» seinen Wahn eu bescbaxneit» 

Zo. Welchen Proben mutste sich nicht 

IDie Delikatesse der edeln Nyrofe bequemen 1 

9, Verzeihung, Fräulein! Sie sehen mich hier am Rand 

Der tiefsten Vers weif lung; dafs ihn der Mond hinauf 

gezogen. 

Das machen mir alle Doktoren voii Balk undSamarkands) 

I^ich't weiCs!" -^ So spricht «r, und sucht mit Aug* 

^ ^ , und Hand, 

Vergebens» doch immer von neue^. Man dädite» teiii 

Biftchen Vei^stand 

Sey sanunt dem Fäöher dSsm Monde sugeflog^en* 



13. 

Er schlägt lieh vot die Stirn , flucht 'wie ein Boots« 

mann, und di-äut» 

Wofern das^Fräulein ihm ihr seidnes Strump^and leiht^ 

Er wolle Sporenstreichs -— weil leider! sich zu er« 

, . tränken 

Kein Flufs in der Nachbarschaft war — wie Neu« 

kirchs Schäfer ogehn 4*) 
«»Und seinto Rumpf an einen Eichbaum henken. <* 
Grund hatt^er wirklich dazu» das müssen wir selber 

gestehn ; 
Die Gröfse seines Verlusts ist kaum zu fibetdenkes. 
Wer konnte dem Zauber des Fächers wijierstehn? 
Wo war , so lang' er ihn besafs , ein gröfsrer Sprecher 
Als Parasöl? Wer fand die Schönsten schwacher? 



* 



ßy n F T E li G E s A II 0. i»i 

Nlitürlich reitzte die Lust den Wunderföcher su sehn 

yetmlen aogar — was sag^ ich? Prinzessen,' Kaiserinnen» 

Und wehn es Göttinnen gäbe» C-iöttinnen, 

Jnnonen selber, yf taten am Ende dAdnrch zu gewinneii« 

Und ffibiten sich mächtig versucht djte Klausel einzugehn« 

Wie konnte man essen und trinken und schlafen und 

athmen und leben 

Und nicht den Fäcfiei^ sehn ? In diesem Fall allein 

%mtm anoh die Weisheit selbst was Menschliches sich 

. ver^eihn; 

Hier war* es d«ir Mutter.der Oracchen beynahe 

zu vergeben 

iNichts mehr als ^ nur ein Weib zu seyn! 



20. . ■ 

Der arme Fiirasolf "wie käm^ er nicht von Sinnen? 

Sein ganzes Daseyn hänct an diesenl Talisman, 

Den eine Welt voll Gold ihm nicht ersetzen kann. 

Nacli einem solchen Verlust was blieb ihrt^ zu beginnen! 

l^ie war ein Sterblicher leerer, als er, ^n eignem Wertli ; 

Ein wahrer Fan fein» dersleichen ^ die Gallischen Da- 
' V men vor Zeiten 5 J 

Am Halse tragen; ein Ding, das hemm im Zimmer 

fiihrt, 

dich lächelnd im l^piegel begafft , stett tausend Klei- 
nigkeiten 

Zu sage^i' hat und zu tändeln, und, wenn man an 

Mäniierti es ixiiCit, 

'Von allen Kleinigkeiten die grö[stb Kleinigkeit Ist« 



I 



■ 'v 



set Dsm.BBVB Amab««« 



21. 



\ 



• 



Ein blasses Gesichjtchen , ein paar gespindelte Beinen 

Ein Köpfchen, so leer als ein ansgenommenes Nest» 

'^ Ein Mund« in den er oft belfst damit er rötk^r scheine« 

Und den er, die Zahne sir weisen, fast immer offen Ufst* 

Diefs ailes in eine Figur, die ein Hancli von der Steil» 

SU blasen 

Genug war, susammen gescherzt und aufgedabs<$n mit 

Wind, V 

2i^ früh der Natur entwischt, an Geist ein ewiges Kiiid, 

Von eiiien^ Affen der Witz, das Herz von einem Hasen -« 

Sagt, wenn der Fieber das Beste nicht thnt. 

Was war^ ein solches J>iog «u Schimpf und Ernste gut? 

■ ' ^ '■ 

22. ■ " ' ' , 

Er fahlt et selbst» und beschliefst sogleich das Feld 

zu räumen ; 

Bey Bambo*s Tochter ist nun nichts weiter zu yer» 

Sdumen ; - 

"Er hätte ssum Schaden den Spott noch oben drein; 

Sie xpag iiun, dafs er sie ni(ht um Urlaub bittet verzeihn« 

U|id also, nachdeip er der kleinen Babiolenr 

IVlit einem Handkufs eeiii^ Angedenken empfohlen» 

Vliälster von seinem Riesen (indeCs» yom 'Schlummer 

l)«8iegt» 

Die ^«Uanbewohner noch in süfsen Träumen lagen) 

Sein Gäulche^ sich satteln, mud eilt, schlecht mit sieb 

jelbst verg]:^ügt« 

Dqr Tante Mab sein Leid zu klagen. 



mmmmm 



F 17 s TT E ik G s 8 A W 0. ;iq3 



V a r i a n t c n. 



* ' Stanze id 17. 

Nah denket selbst» da er sein bestes Tbei}, den Fächert 

Der ihm sor Seite gelegen» nicht fand«\, , 

^ Was zwischen ihm un^ der Nymfe für eine f ehd^ 

entsund. 

Kupido» da er einst Bogen und Köcher 

An Ganymeden verspielte » '*') geberdete sidb, 

' So grols der Schade war« nicht halb so jämmerlich« 

Zu welchen Proben mufstest du dich» 

Zu sehr beleidigte Nymfe ^ bequemen l 

Wo suchte der Wfithende nicht? Zu welchem Ersjits 

verband 

Ihn ihre biegende Unschuld! Allein sein ganzer Verstand 

War roii dem Augenblick an » da er kein Mittel mehs 

fand 

Zu hoffen er habe sich betrogen» ^ .* 

In einen Seufzer gewickelt • den;i Monde zugeflogen. 

£r schlägt sich vor die Stirn • flucht seinem Schlaf» 

und dräut» , 

Wofern das Fräulein ihm ihr seidnes Schnupftttdi leiht» ' 

/Allein daran sey» spricht sie» nicht zu denken) 

Wie NeukirchS Korydon» zu eehn 

und selhiBn Rumpf an einen Bichbauin zu henken« 



*) 8. J>ie EtK'klalixttg- Cupid and . Ganjrmed in rriors 
Gedichten^. Vol« l» . .- » , . ^^ 



s 



-104 



Stanze m* 



„Von einem Affen der Witz , das Hers 'v^n "einem 

Hasen«' 

Ein solches Ding magiallenfalls so Paris 

I 

Znr KuTzweiV jungen Koketten» und alten Meftsalinen 
Zum Vorspiel oder vielleicht sum Intermezzo dienen» 
Denn dort Ut ohnehin der Karren Paradies; 
• An jedem andern Orte war ohne seinen Tächtfs 
Bit Parasol ein ärmer Lanzenbrecher* u. s. w» 



A n m e r k ti n e e n. 



i) mit den Freuden des Lebens u. s« vr» \ 

XJtle Princesse de grande verludet qiti etoit demettrii 
fille toute ja vie, per du ta vue sur le retour de son age, 
Comme eUa'ßtoit dans cee etat^ un pcatvre. dveugte fikk 
conduit ä Ic^ jwrtiere de son caros^le. et lui dit » ^VLa, hörva$ 
Dam^t ayez puie d*nn päüvrefiomine, qui a> per du 
lesjoyes de ce mond^, La princesse, qui l*entenditf 
demanda ät une de ses fehxn^es : 'Qi^äi donc cet hom^n^ 
€st* ce q u*^l est euniique?. Non , ma Printesse, 'lui 
irepondit tBttie femme, t^est 'qu*il efi av^ugle. BHosk 
If fjaidfvre h-rnfnei il a raison,^ repliqua^t-elle,- j^^ 
ion^eou paJ. Recueil des bons Contes et dLet 
hfons mots pcer Mr. de Caillere, cite au Dictiomuure 
doMayle, T(if4< IVr p» M* r- - * ;• 

£} Nicbts' tiöten ndch sehp uifd alles dahin geStel^ 
^ Seyn lassen, ihr Herrn, fuhrt ^cher durch die Wdl I 

Unser Dichter spielt hier ohne Zweifel auf emc Erz^naf 
des tvior an, (desfteu Gedichte lun die Zeit, da er gegen* 
wäriigcB •Verwaiste, eine selüer XiebüngsldiLUiTen Wareta) 
worin THerrj Andrew ( ein öchAker der mit unserm W - devoM 



I 



: F it 9 1 9 B n , G &• A K 0* ' lojj 

Hanswurst nal^ yerwandt i^ ) 8?inein JPriiuplpal , teise 
atif Jenen Grundsatz gebaute^SHP^o^® A>eyzubtingen suchtV 
Denen, welche der Sprache des^riginaU nicht ni^chti^ sind, 
witd eine Überseizttng dersielben» so gut sie uns gelingen 
wollte, vielleicht sü^oht unwi^oiiiineft seyn. 



•^s 



ff Am letztenSMarkt in Southwark schritt 

Der las t'g e Andre es, unsre Obern 

Ifach Standsgebiihr, und seine Freunde^ 

Die Sans-Culo'ttes, zu ergtiztUf 

IMät einer grofsen Ochsenzunge 

In seiner Hechten » in 4er Linken / 

2^t einer Ungeheuern Knackwurst' 

2ewa£5iet, im behägUchsten v , ,. 

Gefähl vcm 'SatthHt, ernst «nd sohweig^d» 

Quer über das Theater hixu^ 

DcmiUhig naht sein Prinzipal 4 

Dem ücolzen Speckhals sich, zu ffisgra^ 
.Was diese emblematischfi , . 
7 r s p o'i e bedeuten sollte ? :>> 

Kein Griechisch , Herr ! erwiedert An d r e e s, 
Ich,h»99e ^U'den HeidenpUmd^rl j 

I^afs uns auf gut altenglisch sprechen. 
Gelehrsamkeit ist dein Talent, ' . ' 

Das meinige ist Mutterwitz, 
Du armer Schelm! An Ochsenzungen 
,l7x^d Knackwurst hast du keinen Anspruch ! ' 
Auch ich war einst, verzejlh^* mir*s Gott! ,, * 

8o ein geschäft'ger Narr wie du$ 
'Wollt* ummciv alles reformieren« . — 

^ 

Und wufete nicht bey welchem Zipfel .. 

Ich*s fassen sollte \ schalt und lobte, 

iMit^ttter Absicht, weni^ Klugheit, 

Die rFihg'e dieser Welt, wie ich'« 

Für^recht erkannte: allein daMr . ^t 

Sjeging tKkft, at&c)i |;tradv wie di]^$ 



/ r 



t'o6 Dbr v b V e A, m a ai I •• 

'Ich war eip Biederma^ und, nagte ,, •> ' 

* , Am Hiuigertuch. Doch , meinen Sternen ' " 

hKj Dank l seitdem ich da« ^eheimiüüs^ 

Ein grofier Mann ztt*Mrerden» land, . ^ 

Steht'a desto ba£i um meinen Magen« 

O holder Andrees , spricht zu ihs . ' 

In Demuth sein gebeugter Meister, 
Von nun an tauschen wir die hollen^ * 

8ey du der Herr liud ich der Diener» 
V ur lehx^ dein Oeheimiüfs mich ! 

,, So bücke dich und spitx, die Ohren. . .; ^ 

Denn zweymahl hörst du^s nicht voiimir#.. 

Was dein Paitrou, auch thu.n und aafeit nagi 

Sey immer untcrthänigst seiner Meinung,' 

Schlaf viel, denk wenig, sprich, noch we- 
niger; 

Out oder schlecht, rtcht oder unrecht. Karr, \ 

/Was kUmmert's dich 9 Lafs alles gehn wie'f 

Und zäumten sie beym Schwänze ihren 

Oaul, -^ ■ . 

Frifs deine K.aackwur«t, SkUv^, und Ütlt 

deiuMauii 

Indem er so filosofierte^ 
Kam ein kochwUrdiger FräUt ' ! 

Mit Seclisen just daher geJEahreh ; 

Hielt einen Augenblick, sein Zwerchfell' i- 

Mit unscirs liustigmachers Späfsen 
^u befsrer Elslun zu efrschiittem : 
Kaum traf der goldne 'Spruch sein Tympi^tun« 
Ikief er : fahr zu ! der Kerl ist nicht so dumm f 

5) Dat machen mir alle Doktoren von . Balk «nA 

Samarkand u« s.' w» ' 

Die Stadt Balk in der ehmahligen Persischen FroTin» JE 0- 
«as6,an».tuid Samaikmud» die Haiipt&tadit 4er JFxq^ciiiB 

■^ m 



> 



F fi n r T B H G C S A BT O. tOJ 

llauYumaluiT oder Maraxalnahtf, beide vor Zeiten lehrgröft«» 
aind bli'iheude Städte^ waren auch «U^Sitze der Gelehrsam. 
kdt berühmt, ehe sie im Jahre 904 der Hedschi^a C>596) 
in die Gewalt der urtbecluscheu Tartam kameoTi unter Wel- 
chen iie (wie nicht zu bezweifeln ist) sehr riei von ihrem 
.TOrmahU^en Wohlstand und Glanz verloren haben soUen. ' 

4) Wie Neukirchs Schäfer u. • w. > 

Da dl« Werke des ci'devant berühmten Poeten Benjami» 
' K e uk i r c h» dessen Keimereyen Gottsched noch im Jahre 
3744 als Meisterstücke anpries und wieder äullegen iiejis, der* 
nahlen unter die seitneu Bücher gehören: so war es billig^ 
iein Andenken bey dieser Gelej^ciiheit 7<u erneuern, pie 
Stelle, iu| welche hier angespielt wird, ist aus ^iiiem bchä*: 
fergedicht an Sylvien g;enommeu, und muTs, we;tu» 
man ihre ganze Energie fühlen ,will^ im Zusammenhang ge* 
lesen werden. 

„ Ach , stolze Sylvia , lafs deinen Zorn sich wenden* 

Ich will dir , wo dn willst , auch wohl Geschenke sendea | 

laicht etwan die. der Wald und unser Garten trägt, 

17icht die das reife. Feld uns in die Scheuten legt ; 

Kein, sondern einen Putz mit Fudei^ilberschUgen, 

Wie in der Stadt jetzund die Bürgerstöchter tratgeUf ^ 

''Und einen bunten Korb, den neulich erst Serra^ 

IMLit grofser Kunst gemacht, Serran, der kluge Mann u. s. w* 

Doch wp du^ierdurch auch nicht zu bewegen bist. 

So weifs ich ürmster nicht , was weiter übrig ist. 

Alt dafs ich meinen Rumpf an diesen Eich* 

' baum henke. 

Vielleicht liebst du mich todt, weil ich dich lebend kiUnke. 

Sehreib aber auf mein Grab nur noch zn gtiter Dacht; 

Allhier hit Sylvia den Th3rr8i8 umgebracht, 

5) Ein wahrer Pantin u. s. yr. 

' „Die possierlichen kleinen Kartenmännchen, welche unter 
giepern. Nahmen, gegen die Mitte tttnsers Jahrhuxiderrs zur 
ellgemeinen Unterhaltung der damahligen Elegans und Ele- 
gantes dienten , gehören -unter die traiisitorischen £rfind|ui- 
gen des Französibchen Witzes', von welchen die Nachwelt 
JtfOfae haben wird sioh einen Begriff zu machen, und um 



V 



l» 



^ . 



ix>Q 



D 's n sr & V B A m a t> x •• 



d^renhrvlUen ein Jonrn«! der Moden eine fiaciw wlrci 
wodurch einer von den milf8i((en schönen Ödstem dieser 
Kusion sich sehr verdient machen könnte. " Diaelis sprich 
tmser i^utor vor m Jahren, und sah seilen Wunach, -wiewoU 
nur zum TheU> durch ein im Desember \7^ in Paxis suerst 
eröÜEnetes CcUfinst tUs MotUs erfüllt'; dessen, erheblichster 
Kutsen war, dals es das bald darauf in Weiinäjr unter 
nommene I o u r n a,l . d ^ r . »Mo den veranlaiste « 'welches sidi 
schon mit dem Jahre 1737 nach einem erweiterten Plan sn 
einem Journal des Luxus uod der Moden aju* 
bildete, und, tuigeachtec aUes zußUligen Schadens, den sich 
Unbesonnenheit und Thorheit durch MlTsbrauch 'desselbeo 
zufügen können, eine Unternehmimg von mannigfaltigem 
Kutzen ist , welche , in so fem sie immmer in so guten fiiiw 
den bleibt /wie bisher, aus vieferley Gesichtspunkten, und 
voniehlnlich auch als fortlaufende Sammlung urkiuidlichef 
JBeytYäge zur Gescliichte der Menschheit in Kticksicht vd 
Geschmack, 'Sitten, Künste, Handlung, Geist und K'arakte> 
ristik der Zeiten u* s. w. so lange interessant bleiben muTs» 
als Luxus und Moden in lunserm Welttheile Statt finden 
tttrden, d. i.lo lange Kiiropa seinen Zustand nicht entweder 
mit dem von Heiiholland vertauschen^ oder sich zur 
oiuföhnigen Voükommeiiifaeit ciocxJPila^tOnd sehen Re* 
*p u b 1 i k erheben \vird. 



mm* 



T* 



S £ € H r^ Jfi R G £ 8 A II «• S0§ 



SECHSTER GESANG. 



1» 

zwischen rüstete sich nach einem guten SchhJ» 
;r besten aller Panaceen, 

rr A;madis« £risch und gesund» yom Lager auf« 

zustehen. . . 

■■ ■ ■■ -^ V '■ ' 

hatte den Unfall • der Parasoln betraf 

id däCi die ausgesandten IVIohren 

j ihrem Suähen MOh* und Schlaf und Fackeln rer« 

loren« 

•n seinem Diener Temommen. Nach allem» was er 

bisher 

n Bambo^s Töchtern gdsehn» und was sein Sekretär 

Vbrgezelt von ihnen aufgefangen« 

ar ihm so ziemlich die Lust, sich ihnen zu wid« ' 
' < men, yergangeh, 

lefs erfoderte doch des Eitterordens Pflicht 

»ie^ihm so heilig war als Doii Quicliotten) si^ «nicht 

ein und nnbeschötzt dem Zufall Preis zu geben* 

in Ritter» von Artus an bis auf den Ritter ions peur 

Sans reprOihe» i) beflifs sich den Damei^ so .sehr 

. angenehmen Diensten zu leben. 

Säumte demnach sich nicht» sobald der Mittag kam« 

Vorgemach nach ihrem Befinden z\i fragen, 

d eine der Sklavinnen brachte die Antwort tob 

Madam» > 

; würde an ihrem Putztiich sein Anblick sehr 

behaeen« '• 



■n -*^^ 



V i 



Die KompUmenre» die be^e emanaer gdmäelit» 

Sie ihm zu seiner Genesung» er ihr su den blühendes 

Wangen 

Und zu den Augen voll Glanz» womit sie ilia eos- 

pfangen, 

Und alle die feinen Dinge f wozu ctie Morgentraoht 

Der Schönen Anlafs giebt, dem Leser vorzureimen» 

Das hiefse, sich. ohne Noth bey Kleinigkeiten fäuaieB) 

Das^ Fräulein t ohne dafs es schien» ^ 

Gab sich die ftufserste Muiiä den Vogel ins Oatii ss 

ziehn ; ' 

Und er» so übel bisher ihm seine Versuche gelungen« 

Fand endlich in' ih^en Blicken sich wider WillcB 
V yeischlungen. 



■ , ' • ' . . . 4.; . ' , 

. Er hatte die böse Gewohnheit, die mancliem jangea 

^ Herrn 

Schon theuer zu stehen kam, verstohlner Weite so gecS 

Nach Paladnen, die sich ein wenig rerschoben, sa 

schielen; 

Und Bambo^s Töchterchen wufste dabey 

Ihr kleines Spiel so fein ^d behende zu- spielen« 

(Man schwüre dafs' es. Instinkt bey diesen Hexen sey) 

^ Dafs unser Ritter die List , die ihn geärgert hätte» 

Für blofsen Zufall hielt. Wenn übrigens Kaliji* 

'' 8 c h e 1 1 e, 

66 unbesonnen, wie man sie uns geschildert hat, 

In diesem Stück ein wen^g aus. ihrem Kaxakter tratr 



. i 



So loheint die dringende Noth das Fänomen bu er* 

- * klären. 

Man konnte, liacli ihren BegrifFen, die Zahl 

Der Sklaven nie zu viel vermehren. 

'Crsf gestern hatte sie zwey ; da war doch eine Wahl : 

Nun, leider! brauchte sie nur noch einen zu ver- 
lieren. 

So blieb ihr nicht«. Jetzt galt^s behutsam zu seyn I 

,äie war, ging Amaclis nicht ein« 

Dabin gebracht^ sich selbst zu amüsieren. 

Wie flatterhaft auch das Fräulein imme/ war» 

Wer zitterte nicht vor ^ einer solchen Gefahr? 



« 



6. 

Den einzigen« den sie noch hatte, so i^ielfach zu 
. * » umspinnen * 

Data ihm nicht möglich ^ey ihr wieder zu entrinnen» 

^ ^ Diels war das grofse Ziel, wozu itzt, ohne Verzieht!» 

^ Vom Schleier bis zum Panto£Fel ihr alles helfen 

ronfste. 

Gut war^s Hiebey für sie, doch desto schlimmer für 

ihn, , ' , 

Dafs sie so viel von seiner Geschichte wubte« 

% Itzt war ihr^s leicht • sein nichts befahr endet/ Hers 

I Dorch stülSe Grezien und durch Blicke voll Seele za 
I , fangen, 

^ Durch schöne Unschuld , gehillenden Scherz» 

B Und . unbewulsteii Aeitz und sanft erröthend« Vf 'Ut»* 






K, •..>:■• 



llft 



DsA ir iB U 8 A M A D I s« 



7. 

Wie selir sie Meisterin war in dieser scshi&nea KäQsi;^ 

Bewies der Erfolg, penn mitten unterm Schielen 

Fing auch des Ritters Herz unmerklich an su fifthltii« 

Und stufenweise so viel » his endlich im magucto 

Dunst 

Der süfien Gefahle das Auge fantasierte, .< 

Schach Barobo'*s Tochter unmerklich verschwand» / 

Und er — sein Ideal an ihrer Stelle fand. 

Da hatte sie ihn erwartet l In diesem . hegeisCe^ptst 
■\ Stand ' 

y _ 

War Amadis nun der Löwe« den Ariiort lüeim 

. Hand 

So folgsam wie ein Lamm an Rosenketten führte. 



->.i 



- 8. 

Und a)so genösse das Fräulein, so lang* es wenigst^ 

' währt» 

Der Freude 4 alle die zärtlichen Sachen» 

Die sechs und dreyfsig vor ihr def Kmb^ pa^ fff 

hört. 

Zum sieben und dreyfsigsten Mahl sich wieder sagop 

zu machen. 

Mit einem Feuer zwar als wär^s das a:st^ Mahl 

So eine Freude ist freylich etwas schal« ^ 

Und doch (versichern die Doktoren) 

Soll nichts gewöhnlicher seyn als dieser Selbstbett9|^ 

Kein Weiser» sey er noch so klug, < 

Dem nicht sein Lob behagt, selbst ans dem Jfivad$ 

des Thorea.^) 



\. 






• Ai *«• «ji • 



Schwettetti' Ell suchen ; von denen die jgate D i n« 

donette '^ 

hiiöber iiti^lCopfde« btennb^lreA Hittets ipotti* 

ieni er ( freylich nur ^urch ihre ^olerette ) 

beste dfei' Itvirien in ihrem ^i|^en erblickt, 

i^ohl ei iiir übrigens gern die lyiährchen erUs« 



sen hätte; 



Ritter erhielt I wie der schlaue httet ^cho^ 
ithen hi|t\, die Ehre das Fräulein ^u begleiten« 
>n, wie ein Mutelding vom Krieg^gott und Adotl 
em stolzen Kamel« Woratif sie Safs« 2ur SeitetT« 



10. 
)r8che kürzten den "VVe^. Frinxetsin Kolifi« 

^^^etne 'tdivvisme^ begann d^ fättl gelie^f^ 

Schwestern 

^alkfti17¥lts*'l^h '^eit Wek sehr Uel^reidi s« -t^ 

kennen «"^ptaoh sie 4 mein Herr« bis ittt nni? 

' /< ' Eine ^aVon» 

nindes «hrl^eft Bing , ^dem jetwat Sit mi£^ÖiHiett 

il'^jSande wat^;-Sie sollen nun auch die übrigen 

•.".,. \ ,.:;•, ^ "• kenneni ' .■ • — '■■ '\ 

eehweiCerlMhe Xob i«ufs Ihnen* übttgeni nicht, i 
Finteli Xtenfl tMrdiUditig maqben: . ^^ . 
w«Uf dflär Sonrätmalilett Pflicht« : ^ 

werde mein Helrs^mit allet Strenge bew&cheni 



1 ■*« .f !» '^CJS 



r 'S, 



4^^ 



SP. E a n ä' ir Bv Am ^ipiii s. 

# I 

II- 



::;'i 



J[>i6 altste — Sie Ivtbcn doeh wol^l aucb Sprdden I^if 

I gexTMicht? 

J>och eine Spiipde vv^ie Leoparde, noch Eine» 

Pu^cluuchen Sie Himmel uftß , ^rje^ . .mein ', Hert r 

Sie &nd.en ^inel 



> I - » • 1- 



• •■11 






»I ii'i '«11» •■»«. ^ , ..i< 

Herr Kalprenede selbst hat nicht» ^o prüdes erdacm* 

'Wohl achtzic bis hundert ceborsame Diener 

_ :.. t ■ , I ... ^.._._^L.J Ali . ' 



Hat ihr tyrannischer $tolz vom Leben xum Tode gs* 

bracht. 

Manch Seladonchen wurde durch, ihrpr Außen Macitt 

Auf einem' zweyten Narzifs in drermal Tag und NsdiC 

<< >.) •.. ■ \ ' ■, ■ . i«-' • ^ ''j'v' 'vi '^ "* ' ■ ' 'i' 

So leicht wie ein. Seufzer, und hohler von Aufi:en um 
^/Us eine Plrne, der Hymen das Warten su lange gemacht» 



12. 



*.»•■« > < 



Es war eibännlich ,xtt sehn ! Doch Leopardens Strenge 

Hat nisr wa# Miitgefahl heifst, nie w^bliotie -iSdil^^ 
.... : V.. / gekannt. ' \ J 

Ipfk fEß^9ti 49 gy»g «ti weit ; ' a^^ .lii9lt.^f r4;n .«Im>.{J^ 

Sonst keiner aus, -als Ritter Blömurant 

Von Trebisbnd; ein' Mensch, der , wie der iRlsl 

i *um Schwimmen, 

flSum Schmachten gescha£Fen scheint,' utid e^iglid^ 

Sich unter den Fllfiien von seiner Juno su krüRnnsn* 

Ich wollte wohl schwören, er hat Leoparden «ich bkft 

Defswegen erwahki denn Seufser und Thränen li4Ä 

Sein krankes Hera; er mufs stets was zu wubid^ 

habens ; , i 



« »• 






) 



Für ihn hat Amor nur ^.ejiden, uir4 Leiden iit ieina 

Lust. 

Der Mann scneint seines Werths sich sehr genau be« 

Denn jei^ahls ihm begreiflich zu machen 

'Dais' 'man ilun gut sey, ist keine «ler möglichen 

Sachen. 

Ihm'l^öiinten an Armid^ns Brust ^ 

Zehn tausend Amorn winken und ladheti« - 

Ißt" ditfkte sie lachten ihtt aus, 'so Wahr ich ehrlich 

•' bin! '" , ■•>' t . . ■ 

Und lieJfd'^^'Vf aS er nuc k^tonte zu seiner Tytamiin h^ii^ 

Um » wie er spricht , aus ihren göttlichen Augen 

Herzstärkende Pein und sAfses Sterben zu saugen. 






-GeAug INm der 'albernen Seele, mid seinem Peinigerin, 
Die, ohne den boheii fiegrif! von Majestät und 



• r 



»'.,,..•). »fi 7* . I , , r. ,^ f^ . yjiyn <■ 



Worin sie Blömurant der Gptterkönigin ^ 

V^tgliiAt, und, wert» Sie wollen., mh 'tötfem kör- 

zern Kinn 

tJndi^i^ef'geffälligern Mieiie ein gutes Mädchen wäre; 

t)och bassenswurdig zu seyn ist nun ihr Eigensinn I 

Um Ihnen nunmehr ron Schwerter Biaffardineh 

Ein" fiiltt zu machen',' mein Herr, — das iät sö viel 

Mich^ eingi Wagstftcks zii erkuhneft ' ' 
Woran sich npch bis itzt kein Kolori^t jgewAgt: 



-^j: 



/ ^ 



1x6 



D K ii n K o X A~ M-A D f s. 



15- 



So stellen Sie Sich, wofern Sie anders können. 
Was Blonderes ror als Schnee im Sonnenschein 
Die Haare ins Rosige schielend, die Haut ertri^idk 



■■* 



fein» 



T 
• f 



Die Augen wassetblau und, ohne sie todt zu kieniief» 

80 unbedeutend als schliefen sie offen ein» 

Auch Hand und Fufs ums Halbe nicht zu kl^in; 

Im übrigen lang und gerad ^ie eine Oreade, r r 

Von schönem Gewächs , wie ein. Pf er sich voller S$k 

Doch* wie die Heldin 'der Iliade, 

I Die Wahrheit zu sagen) eiu' wenig «QimenlMift« 



10. 

Sie sehn» als Marmorbild ist Schwester Blaffardins 

Unläugbat ein W^rk der ^schönen Natur 

In Ritter B e x'n i h ^ s Geschmack : nur . Leben , ' Aul" 

drucL Miene» t 

"- ...... r . . , .... i - ■' .1 

Verlangen Sie nicht» so wenig als^ griech*schai 
. • Kontur; ' 

Nichts von dem geistigen Reitz» den. nur die Xeoiitf 

fahlen» 

Doch desto bequemer vielleicht zu eu^n f<opp^il> 
. ^ spielen! 

So dächten jSie selbst im ersten Moment ; , 

Denn wirklich ist^s unmöglich, das» was man Seill 

' nennt, ^ . *^ 

In kleinerer Gabe zu haben; sie könnte die ihre y0^' 

lieren, ' ^ ' 

Es würde kdn Mensch de» geringsten Abgang YjjüreH^ 

1 ^- 



, * 



Sechstjbh Gb^av»« 117 



17. 

QT ii^se sich träumen in einem Mädchen wie dielt 

B ekelste Spröde za £d den? und nichts ist to gewiCt; 

r Maiin » der in ihren Aug^n dus Gläck verdienen 

sollte 

suhetitsen» (von Lieben ist nur die Rede nicht) 

1 immer noch kontinent Er möchte so schön von 
\ . „ Gelicht, ' ^ • 

Geist und Verdiefist so grofs seyn als er wollte; 

möchte in seiner Person und seinem Karakter, allein 

B'gan^e Summe dpa Werths der Ritter der Table» 

ro'nde 

'einigen, möcht* ein Cäsar, ein Alexander seyn, 

rGott»«-« et w&r&e vergebens um Blaffardinet 

die Blouidei 



18- 

mfifste, um ihr zu gefallen, ein wenig blonder se^n 

BU£Fardine selbst.-» Sie schmunzehi in Sich, hinein, 

-r Ritter? («aehen Sie immer! Ich mufs ea selbst 

gestehen, 

können vc^n Tagus bis zum Rhetn, 

n Rhein zum gelben Flufs die weite \ytlt v'dnrch« 

gehen, ^ 

l werden keine Töchter wie Bambo*s Töchter sehen« 

s wajrden Sia erst, wenn diese Sie seltsam däucht«\ 

i Schwester Belladonna sagen? 

m ein* Ditme^ die ihr an Unertriglichkeit gleichtr 

cht weil sie inein Schwesterchen ist) hat nie der 

JBoden getragen« 



i.T 



113 Dea m jt V % Am X j> i Bs 



1 ' 



19. 

Sie war t weim einer voa uns dait Beywott tcli'^lm 

. ' gebührt. 

Die schönste von ihren Schwestern, und , >rmklkik' 

yon aUen andern , , 

Die jemahls ein Dichter gemahlt, ein Mahler fantasio^ 

Von allen den Magellonen. Marfisen ,uhd Kassand^' 

Und Bradamanten, die, immer erobert oder en^tführt^ 

Durch tausend Gefahren die Welt mit illrer Tugend 

durch|7vanderh ; > '• 

Allein, dem «B^ama sey D^tik (ich sag* es unretstelky 

Dafs wir sie unterwegs , man weife nicht wie • yer« 

. lorenl ' ' 

80. schön sie war, so gewifs ward seit ErschafFttiij;^ 

der Welt 

l^lchts Unau8S(ehlichers geboten« 



Veründorlicher ist zkichi der Sylfen Element! 

Sie blieb den ganzen Xag nie länger-als .einen Moineilt 

Sich selber gleich ; so viele Augenblicke 1 

So viele Launen. Ausschweifend oder nicht* 

Nach ihrer Moral war aller Wesen Pflicht 

Zu fliegen und Wunder zu thun , was inimei ftr 

, eine Mücke '' 

Die Dame gestochen hätte ; das war der Schönheit ReJli^ 

Und angebornes R^al. Es konnte (so prächtig dachti 

Sie von sich selbst ) das ganze Menschengeschlecht ^ ^ 

Nicht stolz genug seyn auf die Ehre» die B e 11 ä d n HB 

ihm machte. 



I « 



\ I 



1 ' » 

d ' ' ' ■ ' " i ' ' 

^ , . ' ZV* 

£ >^ De^ «ailfftd -^idb? ^IftckUbh prelsfexi ; ' anf den ein Blick^ 

i •'-•! .t . I .,' , - ,vv!«J i-'! . . f ihr -entfiel. ^ • • ■• • ' / 

I Q^f^tst • Sie- Ritten 4tai. iie; dreyt hundert Lanzen, ge< 

r brochen i 
Sie w&ren am siebennißndigpn Nil 

I 4^U8 Liebe sut ihr dem *gTöftten Ki;okodil» 

f ^ - - ' • ' ■ • • • .-.-..,, ' ' 

;r I>eii(i Behemoth gelbst in den Rachen gekrochen; 

i Sie hätten auf ihren J^efehl den rschv^asten Drache»; 

erstochen« 



V\ -^ -• ^-'^. c. 



* 



Der 9 wenn am Ganges der Mond in den Schatten der 

^ Erde «ith duckt. 

Das arme empfindsame Ding wie einen Frosch rer« 

' schluckt; 
Mehr höfEen Sie nicht* iron ihr, wofcKn et anders Ihifen 
So gut wird» als einen Knicks durch alles dieb su ver« 

. dienen ! 

■T - ^ , . . .. • .. . . . > 

. , 22. . 

Das Weltall i^t » nao)^ ihrer Fjsik». 

Ein groOier Spic^geJ^» gemacht » damit sie Ton rom und 

Ton hinten > 

Sich drin beschaue; ihr strahlt au9 allem sie selber 

"''■■ ;' •*'' ' Äurdcki ''; ' ' ' ; 

VonihrentlehbtderMaydie frischen blühei^denTinteUit. 
Und sc^lbst der äonnerfgbtt stiehlt sein j^euer ihrem Blick ; 
Ifteschämt sa^ we^<ien Von ihr blühn Rosen und Hya« 

■ cmthen; 

BsmiV^eiiTsinmf der Göttin die ganze besiegte Natur; 
luiie Sommersonne verweilt sie länger anzusehn nur 
;Aix> H^iizont^ tmd» Wonne aus ihrem ÄnbUck zu saugen 
Bdgiickft sie der siehtlidxe Himmel aus hundert tantp 



T"* <•'! ' .:jjc i 






l£Ou 



D s n n B V 8 A if 4. 9.18. 



A y 






Vw". / , 



Da« Fräulein waf ini Gang» die «d^^iMl -K^rriluitnVf^^ ^ 

Woran ne con amors %n pinseln »cbieiit xu voUeiMM; 

Als ihnen, wie «i^ sich «bei^ in ekieiiÜolk^eg w^nw»' 

Don Biömarani, der nocfi im gansen Walde di« 

Spnr - ' ' 

Von «einer DtLtn^ tucHt, begegnet. ' Mt^ langsaii«^ 

3<;hritten * '' 

Und troytlbs bangendem Haupt kam er herbejr gerittfli» 

Woher (rief K^lifisphet^e, sobaU 

Sie ihn erblickt J| Herr Ritter von trauriger Get talt? 

Willkommen! Wie ao iillein wH di^aev ^MiMle te 

Schmerzen»? 

Wo haben 5i« ienik i&ei Dam« Ibript Hersent? ;' • •'' 



Der arme Dulder zieht zuvor ans tiefer Brnstf 

Den längsten Seufzet heraus, der je geseufzet yvotd^ 

"^ '■»' ■ ' -j ■■■■.'»'. ' » «^ \ ' 

Und ichw(hr( ihr daVtn h^y den AugeQ^'die seine Kiifi^ 

■':•'* • '• ' ern^rdibii«";'' ' ::'• '' "■''' 

Noch ley der Qrt ihm unbewnfst 

Der sein« Göttin y^yberge; wiewohl er • seit sie ver- 
schwunden, > ' , 

In Einem Zu^ schon Vier und zwansig^tundan 

Pas gani;@ Gebirge durcbstabert. Vi^^eicbt • ipruAii 

Koli fischen, , / 

^Lief irgend «in bUu^r Gentenr mit xnmtn M^w^Mpem 

- ' davon. . . , [ 

Und was^ ef läit ibiien ins Rdoh der Gnomen liisai^ 

, . «tiege«# ; \ V 

Ruft jener, "so. s^gentrir nach« und sterben oder si^n» 






jDie B^itter erüfsen sicli iut, und werden b»ld fo gut 
Bekannt als hä^en sie schon viel Salz^it einander 

gegessen/ 
Sie waren beide tapfer, rerlicbt, von warmem Blut» 
Geneigt aur Sphwarmesey, und von einem Amöt 
. , ^ ' besessen, _ , 

- . Der sich mit Wbütier Speise, n^it Blicken und Seul'* ' 

■ - ■ • . * ^ > •■ 

zern nährt; 
Wiewohl» wenn Zufair und Glück ihm etwaa der- 
i; börs beschert, 

^ Hbrr Axnadls sich an sein System nicht immer 
^ So sklavisch band» Es zog inzwischen mit klingendem 

Spiel . ^ ' ' \ ^ 

Die Karayane fort» bis ihnen der prachtige Schimmer 
Vbin schönsten Schlosse der Welt vdli fern in dir 
- ^ Augen üeL 

Es funkelt im Abendroth» als wSr^ es aus Rubinen 
Und klarem Gojde gebaut, von einem Felsen herab. 
Man: stelle die Jv^de sich volrl £rwllnscbters konvfe 

...£..;. .»ich ■ihnen,.,; ,/.. 

1. Kichti zeig». Trebisond aelbst fing wieder tu. 

,. .;.,. ' -.j^ grfinexi.'; : '1 

Der kurz zuvor sich aller Hoffnung begab. 
Wie» wenn« rÜel l^olifischon, üt jyikmß»$ 4eA«9r 

t an Ehren 

Wir, wi» in April geschickt, 'diefs wiUi» Gebirgf 
'- . ■■ ■ K durchstören, , > 

In diefei|i.pliSohtigen.Schlors ein wenig bezaubert wlren^ 
Der Prinz von- Trebisond seufzt. Wir wollen immer« 

'•'Sehny^.r- •■" .•"■.'■ 
Spricht A m a d i • » ' wenigstens scheint das Abenteuer 



i 



I I 






/ * 



27. 

Sie waren dem Avtefinm&h nach, kaum eioe halbe Meä«. 
Kockvondei Burg entfernt, die ihnen, je näheir sie kam 
Je besser geHel. Sie gl ä n zte wie lauter Kar f juinlyeL Madan% 
yVa^ aufseid sich selbst ror Freude. Pa sprang ia^ 

keuchender Eile 
Ein kleil^jBS Geschöpf, wie ein Asop eehaut» ,, 

Hervor aus eioem Strauch. Es schrie, als wärde die 

Ihm über die.Ojircn gestreift; die Ritter hielten stille; 
Der Zw^rg. den» unser Held sogleich.dat ^erz ge^r 



wann. 



> f 



Warf auf ein Knie sich vor ihm, und schrie wie eine 
• * Grille: , • 1 

f.' •• • ^- •...:...- ^ "• ^ -- ' ;»'|-» "... ^ .Vf.-;. ,{ f:'J 

Berr Kitten hOren Siö mich nur einei^ Auf^enblick iur* r 



•- '1 



T .. 



• Sg. '""' A "^ " ' •■1'«.' 



I 



»Was W411«t-l§a9 •♦ »^ Heir ♦ erwiedert der 2we^/»i' 
Mit Eurer Gnaden tirlaabnifs, dort hinter jenem Berg 1 
Hat mitten iti einem ^See Von Feuer"" • . V ^<s'i?^A 
Der Neger Tulpan i^n Schlofs. Ich soUt^ es nicht 

' sagen, ftU^ll ^ '• ^,'i 
BI^WaKritei^^geht aHem ror; ein- ttäCsUdieft.QBfl« 

heuer 
Von ein^m *Neger mufs- nicht im gäneeti ILandeife^il^ '! 
Und kein rerU'ebtl^s dam. Das eben ist die Sacliel r 
©er 'Üiiftbld -i^ dtjijkfen Sie nm--^ Hihi vfa^<i^häf^iii!:^ 

■'' - ^= • "^ ■'•■'" ^ iob'lache -- ■ ;' .^r;..^i'xi'ivl 

Und sollte in Thränen - eerfliefsen ! — er macht PiA*' 

! »>. w , . . ^.<' ,^ .tensiDUr^ '.-•, /.. ,• i^-i:^^. 

An LiebenswardigkMtj'iätd dünkt sich ein Adoni 



I 

; 29: 

Er' st^wört bey Mabomed utid,. AÜ ttnd Abu]i«lcer» ' -^ 

: Mein gnädigstes l^räulein, die schönste Prinzessin der 
' ■, « . • ' Weit, ■■ • 

Die er gcrfjjfigen in diesem Schlosse hält» 

Soll diese 'ndhitiliche Nacht init^ ihmtind lieinem Hdeker 

. Und seinem' ^ Assel yon Nase • mit gelbem Tabak ge^'^ 

^ , 2tu Bette gebn< i D>^ Früulein , wie ^uer Giia4eit ,^4' 
^ , .... achten, ' 

% Schwört ihm das GegenthäiL £ t U^bt i^pvi, ux^i k\o]^h ; 

W Ganz trotzig «af seinen Wanst: „Sie wissen, nicht WAi* 
' i Sie verachten, , ,, . 

^ «Madam ! aus Liebe zu Ihodn gebrauch^ ich meine Macht! 

/ ^ Sie sollen FrauT u 1 p a n seyn, und das noch diesaNacht I**, 



Und , gnädiger tlörr , er ist de^' Mann ietn -Wort zu ^ 

haltetii 

Wiewohl mein Fräulein schwört, viel eher zu erkaltett/ 

Sieb eher selbst in den feurigen S6e ..',,.'< 

♦ 
Zu stürzen, als eine Frau um dllssenPrei« zu werden. 

Allein» das macht ihn nur sparebafr. ^ „M^A^1i^,^%iAi* 
~' • Sie Medee ^ 

So l)ift ich Jason, uHdkeinl» Macht auf Erdeft'^ f'v ' 

Soll mir verwehren , das goldne Yliefs ' 

Dem Drachen Ihrer Tugend zu rauben. '• ^^^ . 

£0 Ist nicht meines Thuiis ah den Zoru der Daikkln' zd' 

glauben ; 

Sie sihi die Erftt^ liiUit,llie mit dibfN^el yHUt^" ''' 



i 






Sie '9elui» Grofimiohtigei Herr, mein - FrSoleiii >■ 

befreyen 

Erfordert einen Mftnn wie Sie« 

Sie bittet demnach • Sie möchten Sich die Muh* 

Nicht dauern Utsen » .ihr Dero Arm zu leihen. 

Wfthr itt*s, der Feuersee scheint einige üind^rniCt; 

Doch hofft mein Fräulein , Sie denken Ea edelmßthig 

Dittch eine Kleinigkeit sich; ertchrecken bu laeteo wie 

dief«. 

Gevatter Zwerg» dein Frlulein ist allza gAtig» 

VersetBt der Ritter : durch eine Kleinigkeit 

Wie diefti'— Doch, zeige mir immer den Weg, ick 

bin bereit; 



32- 
Cr wendet sich nun zu Fräulein Kolifischetten : 

Sie wioen, mein Stand, verbindet mich,, ohne Unter« 

^ schied. 

Auf jeden Ruf die Um erdrückten zu retten. 

Ich eile, wie wunderlich auch das Abenteuer sieht» 

Der Prinz von Trapezunt geleitet Sie indessen 

Qi» wir o4ins wiedersehn. -^ H^lt! rief \poQ Bll^ 

murant, 

(Der, wilurend der^ Zwerg erzählte. In tiefen Gedail- 

ken stand) 

Betrifft es, wie er sagt »..dif schönste aller Prinsessefl,; 

Wer könai^ es^ (verzeihn Sic, iVIadam ! ) als Leonarde 

Herr Äittpr i .4f* Abente?;er , ftch^r^: \%J^^\ ^f^^-' 



• ' - 33. * 

Mein Held« d^ti nichti \n der Welt wie, ein Abenteuer 

lergetzte» 

Unwillig tich diesei hier etifgehen zu lassen, versetzte : 

Der Streit is.t leieht zu entscheiden. Sprich ». Zwerg» 

• - "^' ' und' rede wahr! "' * , 

Von welcher Farbe ist deines Fräiuleins Haar? ■ - • 

. * ■ ' 

Wofern mir ein W<)ri vom Aschylus geltend za 

mächen' 

Erlaubt ist, goldner altGold« versetzt der Zwerg 
; * ' • mit Lachen« 

Wie? raft der Paladin, veifstehstdu Griechisch ?- ;,So gth 

Als meine Mutter» mein Herr;^i(4i bin voi^ ; griechi- 
schem Blut." 

Und tiehiC wie ein griechisches Z, spricht Präulein 

Kolifis^hfrtte^' 

Die ihn 4^ Behemolh lieber im Rachen gesehen hätte. 



- V 



: 34- - 

Spricht dieser Lilliputter wahri 

Fährt Amadis fort, so däucht mir, die Sach^ Uäre 

Sich vor mir anf ; Wie yf enn die Sehdne mit gokhiem Ui^ar 

Prinzessin Blaff ard ine wäre^ 

Dal dacht ich so eben, versetzt die Infantin : ich «oi^e* 

• die Ehre 
Des Hansat von Bambo läuft grofse Gefahr. 

»,Madäm, Ihr Sklavl — Auf baldiges Wiedervehen» 

«»Herr Blbmurant! Ich lasse das Fräulein in Ihrer 

Hutli."' 

Mit diesen Worten entfernt sich mein Ritter» voller Mutk 

Von imen Abenteuern da^ seltsamste frisch za bestehen. 



•* 



V* 



"^m 



Lft6 



D.S a H £ V Br .4 M A D: I, t. 



"Ah m 'd r lt;u li g 6 li. 



♦j < ^ 



1 ) Den, Ritter 4ans peur et sans reproche — 

Diesen rie)iTeitvqllen, Bcyvij^l^cn erwarb sich /di^rch icii» 
militärischeil und biirgeilicheu Tugenden d!cT beriüucte Bit» 
"ier 'Bäyard, einer der* grofsen fraiizö»i5cheit Helden unter 
vden Regierungen Karl» VIU. Ludwigs XIL und Frans U 'Da 
letztcix ^ab ihm bald iiap^' seiner Thronbesteigung eincÄ 
'husgeieiichneten Beweis Veiner Hochachmng , indem er sich 
von ihm mit allen' in d^ alten JÜtterzeit üblicUcn Zexiiao* 
meu «um 'Ritter schlagen Ucüb. 



AI'», 



'*)(i >^&lb8t aus dciri Miindte ^'Thdteti;' 

Wenigstens nach der Meinung des beriihmien Cervantes— 
'^,'^^9 ist Weht zti sagen (fvpiricht er v^n einem jtingtenDicÄLtef, 
der denio lütter voeu «;Illancha eines seiner Stucke vorgelesen 
hatte ) wie grofs die Freude Don Lorenzo*s war , , da er sidi 
von Doli' Qiiichotteri so Aiachtig loben hörte; i^i^wöhl er 
ihn Kir einen Narren hielt. ** — Der Schliisscl zum Räthsel 
ist, dafs Don Quichotte ni^ht immer» noch in alles 
Dingen ein Narr war, sondern, «eine ritterlichen Anwaiid' 
lungen ausgenommen, i^b^^u^aid .andere Q^g/etUfintie ii^ 
4in verst'aii^gfr und scharfsinniger Manu sprach. Sein Lob 
Koniit^ d'^m jungen Lörenzo ' alsio mit gntemr Wnl^ ^ g^i i y ^ i» 
•«ey^l.i^m^ J^ VorbeygeherH bifmeiken wir, dal» ^Mihifr,'«» 
Zwang des ](Veims, gebrauchte Wort Thor, welches sus 
in gereimien Versen so cfr' geilÄthigt ist atätt Ksrv Sttg» 
bniuchctaii hier- nicht ^m rechten Orte st^lu. ' Xh^r istd« 
Äquivalent für das französische sot, Narr ffir/ow. Mni 
Scann mit vielem Witz luid' Geschmack. ein Narr seyn, aber 
unmöglich ein Thor; das Lob des erstem kauii fi<dattei4M' 
haft seyn, des l^lzteru i&t demuihigeud. 



* 1 






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S . I £ B E K T £ R G £ $ A N O. 

I ■.-*'■ * - 

Ur G r ft s U 9 » W«np mein Dienst euch je fefällis war, 

$o laut es mic« ber diesem Gesang; empnnden ! 

Wi6 könnt ich» sonder euch, der unerhörten Gefahr. 

' J^ ie ^^^h^l^^^lCtU^h t» nn^ch und meinen Il^li^n ^i t windeu^ 

Die Wahxhe^i>«r jnrie^ schön die Weisen sie unbekiei» 

Xg? f??V5bf«^ffyni?!»,und kjiü.cfee«i_ Zwergen, .., 

In eaern Schleie«* u^^^j^rbergen. 

Und, ist noch Raum> so bergt au6h michl 

jIm XhAjimi^i^^i g^Pgt; »«ht rl^t ider,^ Paladin : 
Den &^x0ixie}^eß -^epj^Qjc seinen Atigen prasseln« j 
B«f (diesem A9Mi<:^;.TArl4fst beyftah^'f^ijtt Hftldqnflifti^ 

Die(s».d^]^#r9f^n^ ja die Flammen, worin die Ver- 

vf Qxfenen slAhn ! ,, - 

ij^ Wj^se^;^d|fU;i(tert mein Ohr!. Ich höre Ketten 
- V. rasseln I " / 

^ Sich hier hipem zu stOrzen, wenn man*i umsehen kann» 

. . __ , i^ ■•' »"L;. -'' ... , . ' - . . ,«( '-, A 

Das liätte PonEsplandian 
. Itfnd Don Qu.ichott»selbst so wenig als ich ge^an. 
l Bs i^ird kein Üb.^f Qufs seyii, so spricht er zum Pygmäe^ 
Uii9»' eh man das |iiiDierste wagt, ein wenige umzusehen. 



P ' 



/ 



128 Dra 9*vm A'm jt 

Herr lütter, erwic^crt der Zwer^ 



(Wie fcJer weifs der senea Evkli^ee 
Da kArsene Wc^ gcrad«^ dinrcli die 
Allein, 00 fem Ibr Mmh dcii niclit ddtt&~2teetB UtK*^ 
CTnd lieber des Eingang sucht, den äkoi die Undfctr 

empfieUt» 

So blngt dif SiMoh mit den Lande dnrdk «sie Hiidii 



Herr Schäker, £lllc Amadis ein, ich hitte groTi 

llijn dorch den körzetten Weg. des aiit 

Die Ohren za stutzen : wofern E^ ^oe'BkikÄB gewoftf» 

Was hranch^ ich da(s Er. mir den'Weg'''diirchi Teik 

pi«isct?' " :i 



4- 
Ich bitte tinsendihahl ab, es war lAi^lihee geiMte 
Versetzt der Knirps: Herr Kitter; irrie ^''Mifaeiiii^ ^ 
Kann Bore Herrlichkeit die Länrie -nicht -ir eiuneeiif " 
ffZur Unzeit nicht, Herr Zwerß!** — Im abrigtt 

woUtVkh'Siir tagett,^^^ 
Der Neger, Gnädiger fierr, sey schwerlich höflidieemi& 
Wiewohl es bey Ihres gleichen gewöhnlich Ist, denJSif 
Der Bracke herunter zu lassen ; und, wie Sie besser wü^ 
AI» ich, ist eine Brücke, die angezogen ist, 

80 gut als keine» -^ „Mich wundert, da& di< 

Trismegisc 

Und Archimedei nicht auch als Zeugen eri 

mfissen. 







^ 



' ( 



S 1 £ B S N T E R G £ SARG. l2^ 

Doch Sien, dein Neger ist wirUiph botinetter, als.maa 

Nacli deiner Beschreibung von ihm erwartet hätte; ^ 

Der Weg ist olFen. Ich nehme das Omen anlV . j. 

So spirach er und spornte sein Rofs; d^nn .einQ VVa^ 

genkette 

Von Gold, mit Rubinen besetzt, war aller Wider&uncL 

.Den unser Held vorn an der Brilcke fand. . ^ 

8ie sprang, /auf den ersten Hieb von seiner bezaubexi 
i ten klinge, 

Entswey wie Glas. £r ritt, mit aufgezognem, Visier« 



Bit in das innerste "Thor, und wed<^r Mensch noch 



V^wehxtx ihm, daft er nicht bis zur Inf an ein 

' < "■ dringe. 



> ffeiig«^ ölt Mi^el Hafupt auf den LiHetYarrÜ'geleliiiir, 

(DI» Stellung» ait tr^iclie sie sicii ieit'laitger 2eit^g^« 

♦ wohnt) 

illid'gtöfstett Neglisehee auf sammtne Polster gegossen* 

Die äaate aufgelöst, die Wangen v^n^ Thränen ' upi* 

-..,,.•. • . ) i fiofsen» i^ 

Beym ersten Blick erkennt der Paladin 
Daff ieind'V^i^tithung ihn nicht betrogen. 
Mehr aus GUänterie als vom Gefähl gezogen 
£tfst^ef vor ihr aufs linke ]fcnie sich hin» 
Bewundert , bedaurt , erbeut sich sie zu rächen» 

tiatz» 'tagt was alle Ritter in solchen Fällen spr«« 
, ^ cnen» 

WiftX.AW i>s Schriften, IV. B. I 



j3o D e ü n £ u b A'm a d 2 -ib. 

Die Göttin , ohn« die Stellüns zu ändern 

Wirft einen gnädigen Blick,, doch seitwärtf nur» anf Üia; 

' • ■ - ■ ^ 

Spielt» während er spricht» mit einem von den Bändern 
Die ihr Korsett zusammen ziehn* 



r > 



Und dankt ihm» da er schweigt, so schläfrig» ali ob 

sie zur Müh^ 

Die tippen aufzuthun sich nicht entschliefsen 'köniitCp 

Der edle Ritter, dem die Knie * . ' 

2u schmerzen beginnen, sieht auf, setzt ohn6 Kompli- 
mente 

Sich auf den Sofa zu ihr, spricht im vertraulichen Ton 

Von ihren Schwestern » besonders von Fräulein Koli- 

üschon ; 



8. 

Und setzt galant hinzu* wie er sich vorFrende kaam^tfi 

So rekzende Schwestern noch diese kiehlülicIie/SlMMi 

Einander wieder zu gebdn« — pielf |i^t^* ^r nidit gel; 

gemapht! 

Die blonde Dame zieht bejr dem Wort ihm eine Grimasick 

Alf hätt* er das gröfste Verbrechen von dw..Wei( . i 

Begangen« indem ^ sie somit den Schwestern s^•anl• 

men stellt. ^ - 

Sehr gütig, spricht sie» mein Herr; Sie scheinen inäoh« 

tig zu ei^n^? 

Der Neger schreckt Sie doch nicht? — »»O! wenn «^ 
- ^ Ihnen geflllt» t 

Madam, so bin ich der nicht, der Sie zurficke hik 

Bis zum Platonischen Jalir an seinem Hofe su waüen« 



\ 



Verna^hHcli pavSt Hit Neger sehr U«beniwfii:dig seyn/* 
Mein Herr, verieiztdie Infantin, Sie sind, so viel ich höre» 
Kicht glackli^h im Vermuthen. WAbxh«ftig ! so irieW. 

Ehre ' 
Erweist ^an Ben Männern auch, tincl lifst in ^19 

Frage' sich «h " 

Wer liebenswaidiger. tey ? Was hätten die O S c h atl^ 

' teyen 2) 

Hierin Tpr den Negern voraus? Sie tnögep si^ch im«« 

mer aus weinen, 
Un# amflsieren, schützen, und fär uns sterben! Allein^ 
8idr s'ühxtteicbet^, dafs wir uns ihnen' dajfdt'verpflicli«^ 

tet wissen, 
Dftxit, Hmt Kitter» mit Ihrer und all^r'rhi>*er Narzisseni 
j|^ii||ikni£s «.spricht wenigstens Eine die reitsead«XB^ 

Schwestern nein i . 

10. 

Prineessin (erwiedert mein Held, ^ in gleichem Grad« 

..--^,/ -. ' . ••• i betroffen . .. . ^ . ••..^ 
tfn^m^sr^rgnagt) Ih^eJIoheit erklären Sich deutlich 

eenus. 
Gleich offenhenig su seyn, so daucht mich der Mann 

nicht klug. 
Der« oliiie Gegenliebe 'su hoffen; - - - 
ZvL solchem Dienste. sich fügte. Der l(itter iprach^s« 
. r« i ' . önd schwieg; / 

4QJWw4«n|i,, Wi#.wk Mhn, vonb^iden^eitwi derKrie^ 
Gan« üi>rmUc)i erklärt« — »>Er sollte^ die Segel nicht 

Tor mir streichen? 
Noch TrotE mir biegen?"— „Die Puppe sollte vor mir 
Vh ^GkirempftndliciiäLeit -prahlen ?^ mit 'Negern mick 

j i »l. ' Tergleiclien ? *' «« 

X^^ljienl(«n |>eide» dabin ich gac dulüc I 



t « 



>52 De a v % v m A bi a d i •• - - 

Nun murrte' man unumgänglicli , den ' groften* 2ilre6i 

1 XU erzielen» - 



^ -.1 



Von bdden Seiten ein wenig gefälliger tEun. 
Der Ritter lie£i noch immer die 'Zunge rnhii, .^ t 
^Die Augen .hingegen um 80 viel freyef spielen* 

Ein SeitflO^lblick (^enn B\AfiMin^if\Ai 

Sehr viel auf ^diese* Art von Bücken) 

£ntdeckt leit ihr« Sie denjkt : Gewönnen l äer I^itteif 

• •' fahh! 

und der Gedanke def Siegs .beleb|: mit leisem £nt* 

zücken 

' r ; V •■ - , 

Ihr Unbedeutend Gesicht; was Ibteressanteretvicheiiit 

Daraus hovor al4 sonst» zBn»<^mindsten -wie* Jnnadii^ 

. .: . meint. 



l2* ■ ■'; 

. , . - ... ■>....» ^ 



Mein Herr» fängt endlich die Dame nach langem 

SchWe!i^n wieder *' ^ 

Zuni Ritter an» Sie .wissen vermuthlich den Anlals 

schon 

Der. Bambo^s Töchter getrennt?. Ich Sprech« nichli 

gerne davon» . . ^^ 

Vom blofsen Gedanken erzittern mir alle Glieder« 

Ich hielt mich verloren» als mitten iih dicksten Wald 

Der Neger oniöh fand. Ihn riÜitke meine Gestallt; 

Er warf sich mir entzückt zu, Füfsen,, . .. ,i,. - 

Er bot mit seine Person» sein ^SchloXs » und Schit» an« 

Dergleichen kein Monarch auf Erden i^pigen kann» 

Und stürmte heftig In mich» ioh sollte mich entsehlie£ieii. 



\ 



13- 

Sie können ^e Ant^ojrt leicht errathent 4ien|an ihm 

• gab- . 

Ein Herz» dem Königts^hne niphts aiigewonnen hatteOt 

War nicht gemacht zu Negetn oder IMulatten. < 

Unrühmlich überziigehiir Allein er lieft nichi: ab» ■ 

Und irie er sah • , daft Bitten nichts Verfange, . 

So spraqh er aus dem Tone, wozu ihn sein Zauberf 

wab ' 

Ermächtigt* Sie wissen» de;i^ AtlAf .enthält solch 

' Volk in Menge. 

Er >trug mich in dietie Burg, er schlofs mich ein» 

und trieb» 1 

IDa jeder nene Versuch zur Güte fruchtlos |)lieb» 

Ich mufs gestehen » Zuletzt mich ziemlich in die Enge. 

I 

f 

„Wie so? rief Amadis auai; ich hoffe, der Troglodit 

Erfrechte sich nicht** — Mein Herr, er drohte damit, 

<■■■'"' • ' ' ■ ■ • ' 

(Versetzt. sie )'% allein man wufsta ihu i^ Respekt zu 

erhalten. 

A&! der Gedanke blofs, spridht jener, fodert Blut! 

Ich eile, si:hönstc Prinzessin, ihn» seinen Schädel zu 

spalten. 

Wie? soll ein Unhold, auf dem der Fluch des alten 

Verworfnen Cham«, vTon dem er abstammt» ruht»; 

I9ur seine stierischen Augen auf Bambo^s Tochter sa 

heoen 

Sich unterfangen? Der« Freveji setzt m^ in. W|ith» 

Bey* meinem JDegefi» Madam, er kostet ihm sein Leben f 



/ 



tS4 



f) ^ II > B V B A M A » I t. 



»5- 



•Sie treiben, rertetst die-Tnfantin» (ien Eifer ptr su weit. 

Ein Neger hat Augen» 'wie andre; die Küiinheit tie za 

erhefben» ^ . ' 

Mich Ancnschanen, zu lieben, sogar die! Dreistigketi; 

So unbegreiflich »ie istf nach meinem Besits sa ttreben, 

Das alles kann ich ihm vergeben i 

Am Ende that er hierin nur seine Schuldigkeie. 

Ja • Was sogar die Schuld yersnchter Gewalt vernichte^ 

Was» nach der strenjgern Moral, 'mich fast zum Erbar- 
men verpflichtet» 

Ist diefs -~ (Sie wQrden es selbst an seinem Platze gestehn) 

Dez Ungli^ckselige hat -^ im B^de migh gesehiil 



16. ^ 

• . * 

tch stand» Vfie Fhryne ein^t voi^ ganzen Griechen- 
land, 

Und lange \Bnvor auf dem Ida die liebesgAttin etand: 

War^s seine Schuld, iirenn ihm die Sinnen entflogen? 

Wenn »olch ein Anblick su vliel fiic »eine Weisheic 

war? 

Nichts ahnend löst* ich so eben von meinem locli- 

. gen Haar 

Den Knoten auf; es fliofs in langen goldnen Wogen 

Pen Rücken herab. £r schwur, der neu ge&illn* Schnee 

Sey isabellenfarb, an meine Haue gelialten; 

Und, ohne Hyperbel, ihr Glanz thut schwachen Auges 

weh. ' ' 

Wie tollte sein Büschen Vernunft da noch ihr Amt 

▼erwaltto? 



SiEBEnrsR Gesas G. 135 

17- - 

l>eT Kitter bettArzter tls ein begofsner Habn, 

$ah Blaffardinen« indem sie mit so bescheid^enenf arbeit 

Sieb selbst ibm inahhe, aus starren Augen an«. 

Es schien er wolle was sa^en, allein die Worte starben 

Auf seinen Li|>pen. Und dennoch frihlt* er sich/ 

Ich weifs nicht wie» gerfihrt. Dieb macht ilm dop- 
pelt betroffen. 

Kr sah so gut als wir, wie albern - lächerlich 

i)ie blonde Närrin war — was halfs? ihr Kaftan 

^ war offen. 

Was er gehört hat, mischt die Fantasie ins Spiel» 

Und was er sieht, verstärkt sie durchs Gefühl. 



IQ. " ^ 

Ich sehe, Sie glauben, mein Herr» iph fibertreibe die 

Sachen, 

Sie zweifeln — Wohlan! ich will, auf Ihre Gefahr« 

" >Ihr eignes Auge zum .Richter machen. 

GestehnrSie, so schön von Armen die Göttin Juno wir. 

So l^annten sie doch nicht runder noch weifser seyn 

als meine! 

Was sagen Sie , fuhr sie fort — ' dem armen Amadis 

läuft: 

Das yy^asser in den Mund, er wird beynah zum Steine* 

Indem sie bisfibers Knie deijKock zUrücke streift — 3) 

Was sagen Sie, unter uns, mein ^err« zu diesenat 
^ Beine? 

Dafs, ruft er», Diana die Wälder auf keinen so schö- 
nen durch>chweift. 



I 



# 



V 



§36 . DsRiixirsAiKAvit« 

/?• \ \ . 

Zwar dieses (feuc sie hinza* indem sie TeTStohl^ 

ihm weiset ^ 

Was an Helenen froT^öglicli der alte D a t e s preiset) 

Schweift aber das Mafs der Venus ^edicis 

Ein wenig hinaus — sie mag es mir verzeihen I 

O schonen sie meiner. Miidam, ruft stotternd Amad^s^' 

Mit Augen, die ihr Rache dräuen. . 

Er hätte besser gethan^, sprecht ihr, 

Sie lii^ber ganz und gar zu schliefsen -*-» ^ 

Wahr! — Doth, was sagt Terenz? — „Ihr Her- 
ren, wäret ihr hiei« 

Ihr dächtet anders!" — Genug, er sank za ihren 

Füfsen. 



fto. 

Iiti abricen wünscht^ ich sehr, den Mann, 

Deines anders an ^seinem Platz ergangen wäre, zu kennou. 

Ich fange bey Konfuzius an. 

Und zähle die Weisen herah, und weifs euch keines 

zu nennen« 

Den Sokrates nehm^ ich aus, und, keinem andern Deksa ' 

Zu nahe gesprochen ! den Oec)»antvon Killerinii: 

Die hab?n die Probe gemacht; d^n mit der frostigen 

Miene, • . 

Herr Futatorius, wahrlich ! ist ,noch nicht alles 
' gethan ! 4 ) 

.Wir unterscheiden, wie billigt den Maün von seinem' 

Kragen, 

Und wi$sea, nicht alle sind Köche die lange Messer tragen« 



:■ I ■ 



5 1 E^ £ ra i e A G es a b 9»' 137 

- 

' ■ ^ 21.' ^ ' 

/ 

Das « WM ans lobenswardig » 4a* i ?l^M nnt tad^ltuift 

niaclu;» ' 

Ist oft ein leisisr Zug ^ fien nur ein Y o r i c k entdecket :' 

DiBS TJiate^ wslire Gestalt ^ln^sibt in^^nA^r. in ewigt 

Nacht 

Peni Wnzefiflen BUcke des VorurtUeils verstecket.' 

Wie oft wird, mit dem Versehn der übereilten Natut. 

Mit einem Zufall» «dem Bifs von ^inem kalkuttisbhett 
' ^ > Hahne, 5) 

"Dßlf: Weisheit ^hre gemacht?« ,wie 4>ft' tiM.Ki.tvikazüM 

Für Schönheit angerühmt? — bis ups die Luciane 

Den Dunst Toa den Augen blasen, und cUr entlarrtiS 

. . SoÜBt 

J^n Theriaktinann • der Halbgou —^ ein armer SAn*» 

der ist* ' 

, ■ ■ > ^ •• " . 

• ■ ■■ "\ -< -'. 

Belegt indessen mit mir, ihr, die ihr Freund^ seyd 

Von unsra^^atur, das Loos der Stet blichkeit I 

Den Ruhm ^verdunkeln von tausenjl schönen' Thaten^ 

Darf leidet ! uns nut die tausend und erste mifsrathiiW? 

Den Mann^der in unserm Wahn den Göttern ähnlich iSV 

Dem in c^e Augen zu sehn wir uns kaum würdig 

t schätzenr 

So tief, als hpch er stand, zu uns Jherab bu setzeUf 

BedarFs nur einen Moment worin er sich vergifst. 

Den schönsten, tapfersten, besten von allen irrenden 

Rittern 

Sieht eine Blaff axd it^,zU;ih$^/FüS|eji^tt 



^58 Pen »eujr A >c ' A b r IT. 



V 



23. 

Unseliger Moment! Vie viel yennagst da nicht! 

In wfeichor verächtlichen Stellung , in welchem v«r* 

^ dunkelnden Liehe, 

Wie unheroiseh heschiftigt , erschieh^ er vor anMim 

f Gesicht, 

(Er, der noch kflrzlick so grofs ans in die Aägw 

' ' Strahlte) 

Wenn ihn ein Hpgarth uns in diesem Angenblicl 

' mahlte! 

Doch, ob die ^Weisheit dir schon «in. strenget Urthdl 
' Öllt, 

So.sey die&, edler. Ritter, dein TrMt^ -da£s ma'ncher 

Held . 

Und mancher ferrliohe Mann in mancher tpan^scbcf 
j . Perücke, . , 

Mit wichtigem Bauch und gravitätischem Blicke» 

In gleicher Positur, wie du, sich dAPgestelltl 



Wie nuncher, dessen Miene uns vierzig Jahre belogen» 
Spielt jetit den S e n e k a, vielleicht den Hei l.i^ e n gar» 
Der» würde gleich der Vorhang aufgezogen» 
Beschämter stände, als unser ^ Ritter war, 
pa ibn-der laueende Mohr auf einmahl überraschte* 
Indessen hätte gewifs der grofs'e Dem osth^n 
In diesekn Falle so gut ^em Knaben ähnlich -gesehn, . 
Der Blumen brach und jsine Natter haschte» 
.Als Amadis. Ich zweifle, dafs ein Mann 
In einexü solchen Moment tiidh' selber gut seyn kann* 



Es war sein GIücIl, dafs lii der ersten Hitze 

Der eiferflüchtige Neger des niagischeti Stabes Spitze» 

Koch eil er sich selbst der ersten Bestürzung entwanoi ^ 

Ihm' vor die iN^se hielt. ',» Steh ! *' rief er • t-^ und 
r A m a d i s sttind» ^ 

Stand in der nehmlichen Stellung , worin ihn Tulpan v 

' ' fand, 

Wie eine Statne da •— „ uhd bleib* in diesem Stand« 
Bis dich ifie Kaiserin von allen Prcziö&en ■ ' 
Entzaubern wird ! *' — * §q ist die Danie mir bekannl, 

Kief Blaiffardtne mit Lachen, der unter allen 

Wesen 

Did Ehre geb&hrt» die Bezaubrung' des Prinzen auf* 

zulöien ! 



2$. 
Und dn, so fuhr dei ^eeer zu Bambo^s Tochter fort. 

Wie soll ich dich nennen, um dir den rechten Nah- 
men zu geben? 

Deiil Schicksal hängt an einem^einzigen Wort. 

Entschliefsedich auf der Steile, für mich allein zu leben: 

Wo nicht, so Werde waft Ich in deinen Augen bin I 

Kei^ Aber, Fräulein! Fort! hier hilft kein Wider« 

strcbei;! l . ' . 

Er führt sie mit dieseh Wotten vor einen Spiegel hin, 

Entkleiden — da hilft kein Bitteiv» kein Trotz noch 

Eigensinn — 

Entkleiden mufs sie sich hier, entkleiden bis auf die 

Seele. * 

Nun , iehnärcht er sie an , schau in den Spiegel und 
- wähle! 



N 



27. * 

Den Tod yiel lieber als dich , raft B 1 aüar dine. — 

„Dpn Tod? 

Kein« Fräulein» erwiedert der Mohr» indem er den 

Kopf ihr berühret» 
Ich fül^e SU kehr, wie viel die Welt dadarch verlieret» 
Wie diese Runzeln bezaubern ! Weich eine Fenertnotk 
Aus diesen triefenden Angendie ar'men Männer bedroht! 
Wie diese Nase, besetzt mit sprossenden Kornalineo» 

t>as holde Gesichtchen schattiert! wie diea;e Wanges 

grauen! 

Wie bUu der weite Mund! die kleinen Aogen wierotkS 

Uud blieb^ auch Anior nicht an diesen Warsen hangen« 

So i^iuTs er gewils in den Gruben der hohlen Backes 

sich fangen« *< 

28- / 

Ein kalter Schauer fährt der Schönen über die Haat I 

Indem sie die furchtbare Wirkung von seiner Beruh- l 

' - rung schaut ; 

Den Kopf der häfslichsten aller Empusen 

Auf einem Venus - Rumpf ! — Nun , frage mit kaltem 

Blut 

Der Neger, wollen Sie i^un? — Nein, schrcyt tit 
' ' wüthend.*— GutI 

Gut , spricht er ( und legt die Hand auf ihren schwel- \ 

lenden Busen} 

Nach Ihrem Belieben^ Madam! — Und» wie er sie 

• - berührt, ' . ' 

Sieht Blafiardine den Thron der Liebesgötter 

sinken ; 

Siebte wie sich sein stolzes Gewölbe in längers 

Schläuche verliert 
Als jene, woran die kleinen Kaflern trink,en. 



S j^X'« B R V E H^ Gesa» o. 141 

mzet -SehwaTni voii Li«betg5tteni • - • *"^ 

ängstlich ^heraus , wie Käuzchen aut einem zer« 
.'ioi '.' lallendeii Grab. ...^ 

^^n dem Neid und dem Hungjer.die runzlige« 

Zitzen herab, 
.^eme Qeutel an Forni» a^n Farbe gleich den 

Blättern 
9velk und zusammen geschrumpft» von herbstli- 

cheti liebeln gebeitzt, 
iaiH^r&gen '-Gajrten bedecken. -^ Nun ^ spricht 

:> . der Mohf • ich dichte, 

rare mit solcher Waare» die keinen Kenner reitzt, 
;lgGklich» wenn > man siq noch ,aa einen JUufev 

brächte« 
ruft sie, und klappt die schwarzen Kiefer zusammen 
i Zäline hatte sie nicht ) eh stürb^ ich mitten in 
'* • ^Flamxtlfen} 

Lischer konnte man nichts als Blaßardinen sehn; 

opf zum Gürtel so scheuslich , als bis ziim KnÖ* 

chel schön ! ' 

nten der besten Nymfe von Vanloo zu ver- 
gleichen^ 6) 

ben ein Ideal um Vögel zu verscheuchen« 

gleicht sie zur Hälfte sich selbst. Allein auch 

diesen Troit 
ihr der Unhold. Sein grausames Werk zn vol« | 

lenden, 

unter seinen verderbenden Händen 

ntz am andern ab. Sankt Lorenz auf dem Rost ' 

cht 80 braun und eedörrt ; nichts blieb ifc^ ali 

Leder und Knochen; 

Üeii einTodtengeripp« dem muffigen Grab^«ni» 

krochen. 



,<i -1 



A42 D E a ir B u £ A H A f •• 

St- 
imuli kann sie nicltf. länger sich Ualun ; TÜnr .Zorn, w 

. .VW . .i^*,..>'. ... wandelt, -sich ^ 

In nahnieulosen ßdhnieri ; sie weinet bitterUch. 

Indem sie die , »rorsclien Roinen ron' ihrer rSehönbsit 

betrachtet, v . 

Kuinen? — wollte Gott! sie bätte sich glücklich g^ 

) achtet: ' 

. , .. . , , ^ • 1 ■ - .' • • . " . 

Allein kein Schatten , keine Spur 

Von ihrer ehniahligen Blondheit find^N^eideiir-Figinr) 

Nicht so viel Haare nur übrig, um sich daran n 

erhenken I . - 

Die" Arme Prinzessin beginnt vor Schmerz sti raien; 

/ sie spricht 

Von Gift und Dolch, von Hängen und Ertr2n\en,. 

Und schlägt den Spiegel in Stacken, und flucht daxn 

Tageslicht. 

3«- 
Der 'Neger hatte nu^-an BlafFardinens Schmerlen 
Sich lange genug ei^getzt. Prinzessin • . .fassen Sie . Sickl 
Sie rtfcrken doch , tpricht er , ich wollte nur scherzen: 
Zudem» was that ich,^ das nicht, ganz .unvMrhis* 

derlich. 
Die alles zerstörende Zeit dereinst an Ihnen verfllMCf 
, Nun isagen Sie Sich, was Ihnen besser beliebet. 
Zu. bleiben wie Si6 sind, hingegen so viel Verstand 
Zu haben als mfigUch ist ; oder, so sci>0nr.vifVl ehmakkl 

■ y . - zu werden? — 

^o visl Verstand als möglich? versetzt sie mit stolss9 

Geberden* 
- Man' spricht manierlicher , Herr , mit Damea jn nsi- 

nem. Land! . 



S 1%M WS T%K GE&A.VO. 



33' 



J43 



nd! aU ob e§ daran mir fehbn könnte I Herr 

^ j ^ - , Ncgeti 

den. verzeihen Sie , mir , alt, vi^e ein. Sänften* 

träger. 
ndl man iagt auch feo was zu Standespersoneif 

wie ich I 
en Sie Ihroxi Verstajid für Sich, 
eben mir wieder was ipir Ihr höllischer Zaubec 

genommen I — ■ « / 

)ll«t du auch «tehendes Fufses bekommen, 
st nichts bessers werth, erwiedert verächtlich 

der Mohr: 
ibe' deinenf Wunsch ! Geh wie du hergekommen» 
h den Meiischtover stand an deine Blondhcit 

. -5 Verlor, 

.1 > 

Bj« WO möglich« noch b)önder und albernet' 

als zuvor! 



1 



34- 

N . ... .~. ' ■ Y«. ■. . .... 

•ag^ ich , utid suche 4>ey Weifsen und Mohren 
was du nicht hast , — der unvergleichlichen 

Thoren, ^ 
bor genug se^t so blond und abgeschmackt du bist» 
lieben zu können; mich rechne för verloren, 
ieidti 'Helden dazul Der steht so lange gefroren. 
Lue Zeii erfallet ist. 
^0ger hält sein Wort; Die Blonde findet sich 

selber, , 
»nnel Wieder in sich,, und fliegt von dem magi» 

i sehen Ort, 

reude hupfend wie junge Rehekälber, 
nem..2ielker des Mohren aus seinen Augen fort, 



.tmm^^fmm'm'm^it 



i44 . D s R n E ü E A x A i> X t« 



A n , m e r k u n g c n. 



1 ) Sokratisehe Grazien — 

Vermuthlich «lue A.n»pieluiig auf die marmornen Bilder dei 
GraBien , welche vor dem Eingang des Schosses sn Athen 
Itaudea , und ein ; Itigeudwerk. des nehmiichen Sokratcs wr 
Ten, der in' der Folfe Piatonen, .Alcibiaden und Xenofomoi 
bildete. Diese Grazien waren bekleidet. Die Idee sie zu b«^ 
kleiden iMirde ihm Bhre machen, wenn er'dlnr Erfinder dj^ 
von wäre. Aber P'a^usanias berichtet uns, die Mode, d^ 
. Karitiunen / nackend , zu bilden und zu xnahlen , sey ertt, ti« 
spätem Zeiten aufgekommen, ohne daCs er eigjentlich halW 
Entdecken können , wann und von wem« 

. %) Wm liätten die Oschatiteyexi hierin vor dm 

Negern voraus? 

Dieser Vers und etliche verhergeheude und folgende laat^ 
ten in der ersten Ausgabe so: , 

Mein Herr, yerseut die Infantin» Sie kennen Bitf- 

f ardinen, / 

So viel ich höre, noch nicht. f£s ist für sie zu klein 

Dem männlichen Überm uth zur Unterhaltung za 

dienen. 

Mein Herz gesteht.den s6hön6n Fakardinen^ 

Pen Vorzug, mit dem sie so viel sich wissen,, nim» 

mermehr ein. 

..4.nbeten mögen sie uns, %^x iinsern J^ien8ten-«i4 _ 

weihn, .1 

Uns amüsieren , uns scliützen , auch , iür uns ststi j 
* , ben —I allein j 

Sich schmeicheln , dafs wir dann sie yfiei^t lielxiB i 

müssen, -^ | 

Mein Herr, mit Ihrer Erlaubxüfs , ' und Aller lißnt ( 

Narzissen» ' « 

Dazu spricht B 1 a f f i^ r d i n e nein* 



Sie !Bli: v tek 6 e s a^ n «• > • 145 

• Bey- tier aeuen Bearbeitung dieses Gedichtei' wir dem Dich'* 
ter verschiedenes iu. dieser Stelle mifslülli^-; unter andern 
maclL di« kindische Art Blaffardinens , indenr sie voii\ 
sich s«lbst spricht, ihren Nahmen sü nentieu, ahstatt ich 
oder iliich zn Sitten. Sie mnfste also vet&nder^ werden, 
und dadurch wurde es ki^thwendig, da£i die schönen 
Fakurdiiien den Oschanteyen Flatz mächen ' mnla« 
ten;' wozu /YiFeiter nichts rokinöthen war« als die billige 
Voraussetzitfig ; ' dals BUffai;dinen , «nstatt 4^ H am il t o u i- 
i G h e n Fakärdius , der Köni^ der schwarzen Inseln U z i m» 
Oschantey ans dem Wintermährchen, gerade im 
Sinne gesehwebt habe. 'Der letztere schickte sich sogar 
^eit besser hieher^ weil- es sicÄ jnst trifft, dafs der Keben* 
imhler^, dem er von seiner aügefoeteten' Gemahlin aufgeopfert 
wird , f in f4 e g e r ist. 

.^S) In4Qm tie bia üben .Knie den Roc)l sarOck« 
.- - streift — 

Ipfric viel Impertinenz man auch einer Tochter Bambo's , und 
wie viel EitellLeit einer so sehr in sich selbst verliebten 
Kärrin wie Bla0ar&iiie zutrauen mag , so ist doch nicht z\i 
lAuguen , dafs man sie hier ai^f eine Art sprechen und han- ' 
dein liüt, die sehr hart gegen die gemeinen Begriffe von 
Sittsamkeit und Anständigkeit verstöfst. Weil Entschuldi- 
^ligen in einem solchen Falle eigentlich nichts entschuldi- 
gen, lo wollen Wir lieber huren, was den Dichter Verleitet 
|ia^en mag, den Karak^r der abgeschmackten Biaffardsne 
so weit zu treiben, und ob sich nicht vielleicht zum we- 
iügsfen die poetische "Wahrheit desselben rechifertieeii läfst. 
ttns ditnkt , ein paar Beyspiele , dafs Damen , die in Ansicht 
Üer ' Sitiigkeit ihres Karakters dieser Bambo*sto0}iter weit . 
Vorgehen '•' tiugefähr das Nelimlichc gethau h^üeu, was Blaf- 
fär£ue thut, um unsorn Helden von der Allgewalt ihrer 
^eitz^ zu ilberf Uhren , sollten hinlänglich scyn,, oep Dich« 
ter'g^gen alle billige Vorwürfe Viber diesen Punkt sicher zu 
iteBeu. Glttcklicher Weise können wir uns zu diesem Be- 
" liiÜ küf die schöne Z e m t ü d e aus den Mille et un Jour, 
(idtic? An^'^la in Oozzi*s glücklichen Bettlern) und 
auf eine Anekdote, welche Graf Hamilton Von Mifs Stuart 
einer ,I^f^«9 im Hofe ]$Löing Karls IU ^on-Bx^lai^d, erzählt, 
i>cTufen. Es ist wahr « Zemrude ^ da sie dem Kadi unter 
dem Nähmen der Toclfter des Färbers Usta Omar einen Be- 
tftcii macht, um ilim durch diesen Bfelrüg einen Streich zn 
spielen t d^n er zwar -ftb^rflitesig verdient hat , der aber daf- 
1UB an ihr ni<^t weniger tadelhaft ist -^ treibt die Demon* 

WxsiiAi^t Schriften« tV. B. X 



9 - * t 



M6 



Dm& xmvB AxA^i 



▼«B% so mit als BlaflMüoPt 
aBei» daimr koaat der Ictattcra tm Siattcs» da& «ie nidit» 
■wie jcae, die Absi^t hat den Aictcr n -r »rlik.hrca, 
•oadetm Om Uols durdi den Ansoec^cni -mm dcr^QpMC* ^1 
übcfxeagcn Win, dafe der Bcfcr bc^ ihtrer 8iUik> 
i Sade den Vcrirrad siebt kitte ^vriMacm soBca» 




behauptete, 
St«art*«) 
Tiei gcsagi 
alle Anwesende xa Ai^ryiinneti der 
lA Haadltous "^Maacires dtt. Gaamte de Grmtmmmtvi^ W^ 
ist. Ka^ einem soAc^mh histoiischen Bejspiel 
m CTbcifliif», si<^ Bocb a«f die drey Göttjnnesg 
Vsm nw Bichter über ikte Schönhcst audiien, odcrsal 
die Anekdote, die ziir frbainiTi* des Tempels der TeAHl 
Kallipyga Gelegenheit gegeben haben soll, 
wcrilcn.' 



% 

4) Herr Futatorins ^— 



KanJuer. den "wa aus dem ^m. Itieile des Tristras 
Shandy ab allgemein bekanuil roraiutfetzen , und rem 
frechem nur zit riel Kopien in der 'Welt hcmmgehea. 



^ ) den Bid tob eiaeoi wMuaKuwcatea Man^t^ n» s> W* 

läi eri nnr e mich keines andern Gevrähnmanns als Fre- 
f^ons Cdejk Ton Voltaircn so übel mÜshandeitcn Vetbsen 
der Anni^ Uteraire ) für die Anekdote von. de«& Ismidse 
%ebkitn Jnv^enal, N. Boilean, die ich auch anderswo fr 
Kunden xn haben glanbe, dals er in seiner Kindhext tob 
einem Truthahn aof eine Art rerstümmeit >rorden tcy, ^r» 
durch sich «eine Gleicfagblti^eit oder -riebaehr scu^ Gioll 
l^e^en das schöne Geschlecht ganx simpel cfkläica las«. 
"Wenn die Anekdote wahr ist , «so Itatte Boileau wmn sA^ 
Her galligen Satyre auf die vVeiber dier das Mitladcn dl 
den Unwillen der Beieidigten rcrdient. 

6) VoB- unten der betten Njmfe tob Yenloo stt 

rergleicIieB 

Eine Vcrgleicfanng, womit der IKkhter Iflallardinc«» jnit m 
scheint, eben kein grolses Kompliment machen. wills dam 
sie scheint mehr, anf die Dppi^cit alt die Konekthoft vmi 
Tirrlichkcit dcf- Fonnen zn dciuca. 



7 



JQ f A ar ^ u E A »i A » i •» 147 



/ 



. A C H T E R G E ^ A N ö, 

'' '"' ' 1. ^ i . , 

^Blltgtit^ Willen 4er Herreil und FraU^^ 

Sehn wir indessen ein Lwenig nach Fräulein Scha« 

Und ihteni Ritter -uns nm , den-^vir Terliefsen« aU ihn 
JUi^ffflUfte»i;jUieb^ werke; die /U^n^e. ^< edösen^; 
Ein nngenanntery Palftdin 

Zn^hindern.:«ich Terjrnafs. Der Ntsflgeiroxpitiei)^ Acl^e^ 
Ein feiner ^anu« und prangte in grün getchmeUteiji 

mt' 'ktmtehlfyia!'mmck a^ Bnl&lr rotb gtofsen Ta« ^ 

Pf^.;^in^;die Miene tiatte tich; Ehrfut^htziiyersebAffesri 

^•in entfliehn? 

Ätit , tief ^^^*rtteti und tpriöh ,-^ki kortifiitst dtfiu 
:"3i,ijuv^*i..i JIM -.l.'.*..- . ^'.idiflS4sc.'Daine?t ' ' ;: s:^ ' 
Auf wel^herlay Aji «f^escliah, ich hab* ein älteres Recht* 
Herr JLa£Fe» versetet dpjtr« aB(0^'»;i§h-l^n «ia. Ql^aiq: 

zum GescUecht* • 

^ Und trag ein 3ieh3vert an der Ilüft^» und Boreaf 

ist mein N^hnie. 
fl^i^ahxiie» kpH^ht jener, ist schön, icti' mache dem 

M^ KoDij^tnenti-^allein , ioh .tn\l die Dame haben t 
l^^irifUt^scl^eyt dieser ergrimmt) dieDame haben. Du? 
Verzeihn Sie, iVtadan^,; man mufs die ungezog|iien Knaben 
Ein ^f^i^ Hö^Uchkeit lehr^en^ Di^fs sagend «pringt^ 

\" . er vÄm Fferd,' 

tJii4 ^^' A^^ t€l)up'pig0ii Schild und zieht fein rit^ 



terlich Schwert, 






' 148 Db. ASBirsAiiiAvir. 

3- 
^ein Gegner ist eben to echn^ row teinem Gaule sa 

«folgen» 

I/nd ihm • wie wenig er sich rox Pochem fdscbtf^/ in 

«eigen. . : 

Ein tchrecklAclier. Kampf begann. Die Hiebe fielen 



so diißk 



T 



j ■. <.; 



Wie Hagel aal IMm^und Schild. SHi iimpbettinit^cft» 
• «her 'St&tke, * * 

« 

Mit giaiühem M^he» mk gleichem diflck» ^ ;' 

Und gleich erfahi^n der ritterlichen Werke : 
per Enkel Fakardina» engIcicKentanQt und argrimiBC 
Dafs ihm der grfiqft Ritter zum leicht geglaubten Siege 
Durch seinen "Widerstand dk Hotfhung fast 'benimitt^ 
firfihrtdaTsseiQeCTestalt, dievieHVeb^ridh» mcht la^^ 



» / - I 



4. 
ßchon hatte dcnr .Kampf . zyrey Yiertelsiandeii gew|h^ 

Als beide« um-AthMU «zu schöpfen» die Schwerter 

—M '..,,■! -^ ■',.; 4.. Tuheu lalien. 

Noch waren beide' uniVersehrt» 



* t • 



».■ ..ij<.>.<| . ^ J 



r 



Und WQ^iten itzt eben die Schilde zum nejien Streit 

umfassen, 

Alt eines Dritten Erscheinung sie iU' der Arbeit störte 

Es hatte» geweckt Tom Donner ihrer Streiche» 

Der 'Triton lange durchs Schilf der Fehde «ogeeeha} 

Nun vnrd derSpafs ihm zu lang*: „Dieilerren feditett 

schön, / ^' / 

» ■ , '' ' , ." . 

Ruft jpr dazwischen » allein »so könnte' der Tag Ver- 

. \ .\ ^^,^g«*^n . . .; 

Und wArde Jiichts .ausgemacht; ich rathe zum Ver«' 
^ gleiche. 



4 C. B, T £ li G £ S A 9 G. 



Md 



Die Le^te raufen sich hier und anrissen nipht warum ! 

Denn, diete neue Helen^f'teit eurer Erlanbnifs» ihr 

~ Herren« 

Ist, wie sie stehe und geht, mein yvahres Eigenthum, 

Wal könti€ es uns helfen» sie in dreyXh^le zu zerren? 

(Wiewohl das Ganze vielleicht zu viel für Einen ist) 

l}.m bald aus der Sache zu kommen, en^tiphieide sie sei« 

, her den Zwist! 

Sie ist ja grofs genug, um für sich selbst zu wählen.'* 

Top! riefen die Ritters der alte Wassermann spricht 

Wie ein Orakel! *-r und jeder; damit es» ihn zu 

verfehlen. 

. . - .,. ^ 

Slichft mdglich ley« enthlöfset sein Gesieht* ' 

' ' ' . ' 

• / . .. 

6. . 

Der grüne Ritter nähert der Dame sich ehrerbietig 

^ Und spricht: ich hoffte« viellei<;ht(.zn abermüthig» 

lEs hätte ihr ^ahnendes Herz von ferne mich schQU 
' i erkannt: •' 

Allein so gänzlieh ist doch aus ihren schönen Ge« 

X danken 

Der arme Karamell nicht» diefs wß^ ich zuglanben« 

verbannt,; ^ 

Um zwischen ihm und einem Fremden zu schwanken* 

Mein Herr» versetzt die Infantin» wiewohl ich» was 

^ Sie mir da 

J^u sagen die Ehre gethan, nicht allzu wphlverstandent 
So klang es doch »'als wären Sie ziemlich nah 
Mit mir verwandt. Ich weifs von keinen solchen Banden* 



e- 



l5d D £^ R H S TT S A M A 9 i f* 



Ein Mimn tqh Feigenholz, yon Erz • von Ojf^ tov 

^ V '-Stein,- "^ "• ••>' 

Von wa^Sie wollen, nnd einer von Fleitcl^ and B^ 

Gilt mir gleich viel; ich fühle dasselbe fAr beide; ''.'. 

Für beide — l^^ichts, und sag* es kein^ini zu L.eide. '^ 

Sie sprechen, mein Herr, von einem altern lle«ht? v 

- Ich wcifs nicht was Sie vielleicht belieben Recht & 
, nennen, 

AUein da» giebt kein Recht daf> S3e mich Itngtfr 

lenuiii 

. Und zum Beweise, dafs einer von Ihrem Geschledtt 

JVIir was der andere gilt, soll dieser edle Knecht 

(^ie zeigt auf Bx>reas hin) sich meinen 'Ritter 

nennen I 



• V I 

Was hSr' ich . Gönet ! ist'* mfigUch? hört' ich xeehtt 

Rief Karamell aus, und zog halb sinnlos selnea' 

^ Degen. 

Humm! — > humrat der Triton, hier müssen wüf 

uns dazwischen legen, 

Sonst giebt*8 ein neues Stiergefecht! 

Ich bin ein Gott, ihr Herren! zwar nur. voni sweyte«* 

Range, 

Doch wieset, ein ganzes Heer von Helden wie ihr seyd 

Mit meiner zweygezackten Stange 

In Kröten iind Frösche*'zu wandeln, ist eine Kleinigkeit 

Fär meinesgleichen. Kann i^h zufrieden mich geben, 

Morbleu ! so soll niir kein andrei mix einenFinger heben ! 

\ 






y ■ 



A c H 'i^i^. G £ SA 19 ö. x^t 



inen das Fidaerisimnier • das liier so züchtig 

steht; 

iicht häfslich , wie ihr seht, 

icl^ Moral trotz euerm EpiktetI 

mter uns) gewisse Sachen 

sn gewissen Grad ihr interessant zu macheii» 

Lt der Knoten! Der Rittör Boreas / 

>nn er will» in sechs his sieben Tagen ' 

sem Funkt uns seine Meinung sagen! 

zu alt» und gönn^ ihm gern den SpaCi« 

einer ist» sich auch an diefs Problem zu war 

gen. 



me, aus Fcu'cht es mdchte der alte Wasser- 
mann 

ehr Ton ihreni^ GeheinoniTs verschwatzen^ 

1 imi Herzen begierig die Angen ihm aotzu- 

kratzen« 

ron der Sonne, die sich zu neigen begann»' 

bfs» ihren Beschützer zum Abzug anzutrei- 
ben. 

)er hätten sich gern vorm Scheiden noch ge- 
letzt, 

»s Tritons Zinke rieth ihi^n ruhig zu bleiben. 

pi^ichc er zu Karamellen» so bleibe doch 

gesetzt ! 

ir ]* dafs,dein Zorn die Leute nur ergetzt; 

chen #ie da kann leicht sich besser beweiben. 



t 



]5i| D SA 9 XUS A je .4.0 I i* 

« 

Komm mit in meine Grotte! ifh i&hxe gnteo Wein; 

(Ich wollte mit keinem Faun^ ihn tauschen, 

WieWohl ich ein Wa^sergot^ bp ) Weg mit de? Lie* 

bespein ! 

Noch gestern schenkte mir ihn die Ungetreue dort ein» 

Allein wir wollen uns wohl auch ohne sie berauschen ! 

If'on Kaxamell denkt ganz leis^ in seinem Herzen; 
- Dein Wein, 

Wie gut er ist« würde noch besser zu ihren Küssen seynl 

Doch» weil ihm das Bessere fehlt» so folgt er dem 

führenden Gotte 

JSnm NektJirschlauch in seine Muschelgrotte, 

Und lä£s^ die keusche Snltania mit ihrem. Allars allein. 

12. 

V 

Sie tranken die ganze Nocht, und als Aurora die Pfoit# 

Des iy[orgens''erö£Fnete, legt der Triton sich aufs Ohr, 

Und Karameil dankt ihm, und eilt aus diesem "94» 

hafsten Orte»; 

Um Dindonetten (als die er sich nun i;ur Götttn 

«erkor) 

IJSu suchen. Er ül^etUefs sich seiner schütz^den Fee, 

Und seinem Klepper» l>is ihn aus einer waldigen Höbt 

Ein helles Geschrey die Stimme zuFufs verfolgan heifit» 

Die er zu kennen gUubt. Er schlüpft durch Hecken 

und Ruthen 

Und dic^t rerv^achsnes Gesträuch, tmd hat in Irenig 

Minuten 

Den Felsen erttiegeii; wo ihm ein seltsamer Anblidt 

sich weist» 



V 



, , - ■ _ - . ( '■ • 

m&e war schon unterm Horizonte» 

'■■' ' " ' , ' ■'■-"•'•.? 

(ah er. Boeb heile genüge ein starkes Midchen 

;egen einCTi ^gehörnten ^eitmauligen Sileni') 

ndem Wanste» sich wehrte so gut es wufsi* 

und konnte. '\' * 

nen Haaren vermlschjt Jag auf dem Boden verstreüjC 

ts^e Theü von ihrem seidnen Gewände» 

Ltter kam noch eben zu rechter Zeit ; 

wenig fehlte, so war das arme Ding im Stande» 

sten Natur. Sie wehrte zwar sich gat» " 

dem Faune wuchs mit jedem Angriff der Muth« 

r ' 

ift der Kitter • indem er mit der Fläche 

inem Degen dem Fsun deii breiten Rücken mifst» 

acht ein Biedermann sich des zärtern Geschlech- 

, tes Schwäche 

lese Weise zu Nutz? «Zurück! das Fräuldn ist 

üem Schutze ! IVlei,n Stand verbindet mich dafs. 

ich sie räche, 

!*eufel» oder wer du bist 

stzt der Faun, indem er die schmerzenden Hüf* 

' "tea siöh reibet). ' ' 

^eht mein Mädchen dich an?.-^ Du schlägst 

nicht übel, doch seh lechc 

hsl du dich, mit Erlaubnifs, auf unser Faune n- 
* rechi. 2) 

ineinsi; du» es sey ihr &nst, wenn sich di^ 

Dirne sträubet? 



V 



•' 



^•Jl.>»' 



s54 D s K a s u X A K 1 o I •• 

'»»Mein Ernst? — das garstige Tkier! Itorr Ritter, j 

^Uub^n Sie nar - . •.. 
Dem hiftlichen Mensoben kein Wort ; er lfigt^<. ift, ^ 

seinen Rachen ^^ ' « 
HaVne{ der Junker, sieict^o! Sie ist es! Stimme» FigoTi ■ 
Und alles rereinigt sich » mich xam gläcklichstei^ {■ 

Manne zu machen. 
Prinzessin» fährt er fort» nnd kfifst ihr die atlafsne HandL 
Sie kennen ^och Karamelln noch ? — Ich zi^h* im gtii^; 

zen Land '^ . 

I 

Sie aufzasachen umher» und» Dank den Amoretten 
Die mich geleitet ! ich langte zu rechter Zeit noch sa» 
Sie aii^ den Klauen von, diesem Wilden zu retten. -* 
Der Herr ist ziemlich grob für einen Edelmann ! 

(Fällt ihm der Faun ins Wort) Nichts von dem 
A ' , Rechte zu sagend 

* Das bey uns Faunen' die Mädchen» die sich in Hains 

wagen» ^ .^ 

Seit unfürdenklichen Zeiten für gute Prisen erklitti^ 
Sprich selbsti verkehrtes Ding! was kannst du. aber 

mich klagen ? \, ^w . 

Sag% iiaV ich dich nicht vollauf mitl^atteln und Tfä£> 1 

fein genährt» 'J| 

. pich und dein Eichhorn ? und sag\ wer bracht* es dir "^'^ 

zurück^? 
Wer stieg auf jeden Baum und . kroch duroh jedes im\ 

Strauch» , , . »h, 

Und brach sich um deinetwillen wohl sehnmaU M^ 

schier das Genicke? ^l 
Dein kleiner Faun» nicht^wahr? Kaum liel>t* ich mei« 1 

nen Schlauch I 

So'zlfrtlich wie dich! Und gabst du nrir picht die fDu 

freundlichsten Blicke? Jl^o 



y 



A C U T ER GfiSARO, . 355 



A 



»7. 

t^ t alles was er spricht. . 

t die Prin^eisia) ist wahr ; den Leatep ein 

freundlich Gesicht ' » '" 
i,*hört' ich stets, sey juViger Damen Pflicht; 

ixnerfrfia, sagte mir^s tiiglicb. lJji|d wena ioh 

ihm gefalle« 

hrt ' es ihm ? Das mfis se^^ ;wir . PffttieiE alle ' 
m lassen. ^^U^» das ist .die Saehe nicht* i 
Ören Sie rnar» Helrr Ritter, — ich schäme mich ^ 

.' l***t ?» »tt *?8en;* ' 

mich— denken Sie nur! da^ .anversc&ftmte:. 

Gesicht! 

^,wüj er mich! — „HeiratheOr Sie? ^— einr 
"' ' Wicht ' - - 

?** — Kicht anders! Sie können ihn selber 

frhgenl • . • 

/ ■ • . / 

) • ■ . . . ' ..^ 

iht den gansen langen Tag -> 

»hts als Tön den kleinen Faunen 

^ - ' . . i 

er diesen VVald bevölkern will; ich mag 

Igen v^ie er .spricht! Sie würden darüber er-. 

staunen! 

;n Sie *elblt — Sie kennen doch meinen Papa? 

firde mein Papa zu solchen Enkeln sprechen?^ 

lem Schwiegersohn mit ^Hörnchen , wie dieser 

da? 

de mich ohne Gnade mit eigner Hand erstechen I 

' . ' '' 

i er (fiel der Waldlhänn ein) 

leiben lassen ! Doch stili ! W02u die Kinderey^n ? 



SgS D S A Sl^lTE A K Jt D rt. 

Du weifst« nein Sdifttz* ich bin kein gro&er ^pi^eoherj 

Allein — (hier schviringt er den Thyrsut ) gefop^ 

will ich nicht tejntl 

Mich £reut des Ritters Ankunft; er toll Ton meiiiciB 

Wieui 

Auf deine Gesundheit trinken ! ( Er füllt, diefs' sageiii 

• / defi Becher) 

£s Uhe die Br^ut« Herr Ritter! r- l^einen Groll! H 

Dein Nähme? — „Karamel 1^1 — (Jut! mein cnttr| 

Faunchen soll '-'^ 

Den NahmenlQir^mell haben» es ist ein hübscher Nalimc!^ 

Der Ritter trinkt, und mahlt nun selbst der Damc^ * 

Aus billiger Furcht vor seinem Thyrsusstabt 

Der kleinen Faunen Reitz mit warmen Farben ab. 

Noch mehr Vertra^eii dem Waldmann abznge winneiii 

ßang Karamell seincf Braut den Bacchut auf Naxoi 

vor. 

Der Faun begleitet das Lied mit der Pfeife. Die Ds^ 
^ ' me verlor 

Kein Wort davon; die Mnsik erweckt die schlii^l^ 

naernden Sinnen, 

Und kurs, es kommt so weit, zumahl da Karaoicll s 

Dafs Dindonette dem Faun die Hand auf morgen ^^ 

So bald Aurora winkt, in Hymeiis nächster Kapelle 

Die Seine zu werden. Er meint, wa;rum, nicht auf d^ 

Stelle? ' 

Doch, Dindonette war ein wohl ^rzognet Kindi 

Und eine Sommernacht entschlupft bey;fn Sehlaneti 

geschvfind. 



f ^ « ^ f 






I 21. 

lolfpung» nyorgen frflh die si^hönste Frau zu habesL 
seit Ariadnens . Kröne den Sternenhimmel ziert» * 



nr« 



>atyr o«ler 3ilen den Gürtel -aufgeschnürt» r 

unserli,]?aiiii in die Laune», a^^s VVohls^yil aUf^ 

der Knaben 

Mädchen« womit er die Erde mit ihr zu üßllen 

• gedenkt, . / 

bauchigsteü seiner Krüge zu leeren; 
^rofser Becher wird Amorn und Cytheren 
bindoneuen tjihd, ihren Fai^n,unculis zu Etf^^tepu 
t 'geleert und wieder eingeschenkt» \' 
adlioh Raufipl4.0Qd Schla| Jf^fi zwiijgf» njtfzukl^nf^. 

22. 

nkt auf ein Lager yot9 -^IppicH vetmischt mit Ro- 

^en hin. ,1 ' 

ichläft so ruhig u^d tief als woUf er nicht wier 

der erwachen. 

at ihn' 2er Ritter erwartet! Die fechöhe PförtiieriA 

fiimxtiels'kam eben heraus »dem Morgen *aulzi^ 

machen; 

tmfateti fie^fiiehn ödet nie! -^-'D^r zärtlich« Rii^ ' 

, ter verlor 

: eiheit Mometit« Er lud-tein Fräulein auf deii 

Rücken» 

^okUchi den Felsen hinab» Jandl. ^etilen B»«t^ 

liador» ■■ > • ^ 

liefs sein ritl^lich Pferd, ein 'schöner getiegertex 

' Mohr) . .^ 

rief^ indem er ihn sattelt, in komisch - ernstem 
* Entzücken : 

welcher schönen Last wird dich mein Fräulein 

drücken ! 



a58 



DsK RSü% Amai>, X». 



23- 

Mit Dindonettans schöner Lait 

XJiid mit dem wärmtten der Ritter, die iemaUf xittoib 

Trabt Brilßi^dot iihlier au^ üngebali^teh n&TdAt.^' 
Hiiff mädtthenbafter; Furcht sie m^chtis fallen, oii^j 
Das Fräulein" ihren 6eichat£er am Gürtel ein 

Als nach den strengsten Regeln der Klugheit Taths«ii|| 

Der Ritter war ein schlauer Merker, ^ ; j 

Allein ,' bekanntlich » zugleich ein gröfser Platonlst; .] 

ndmanchiss«' was Folgen .hätte bey andern «lltägliml 
,:....;^ r* Leuten.; ' "^^ 

•19& ÜUiUii iiim^^ i^u^W^uten. 



ciil U'A ^ 



k«"i-> ■•' 






Denn alles, vrptä die tnfantin dadtfrcli ihm Anla(i gik 
War ein K|ipuelchen aus der Meufysik der Lieoe» ] 
If^ R?^»P^ iang^V Oifkurs, dergleicta»,e|^t Jtojp^a^j 
jper sy wsch.^», i^igin hielte — der , ^ wenn ; If^ 

.,,.,.., reimen wollte. 

Soeh schwer lieh die Zeit vid bess^s $^1« ibx 
^ ,., t < - ben sollte; 

Koch schlechter «vielmehr ; ' denn: ^ 'As . wird -dniSiÜ 

Hand geküfst, 

Säwvllen^anehdflr Arm ; -^ ein Äriki/*d#r^. wieifac^ 



An Weifse und leierlicher Rundung und Elfenbein 
i i ' iicher^Glktte 



•»., , 



^<J9 



Den schönsten im Land, das so>eich an schdneaji 

fraun ist^ 
In Mahoms Paradies* nichCs n^chgegebon 



I 



▲ CHT£H Gesa HO. IjjQ 

.•■■Vi' , ■ *' / . "<•' 

Früuleiit* wiewohl sie nicht , immer io. ihrem 

itopfe find « 

s sie hey seinen Figuren und Fräsen denken sollci^ 

xiff dofii, d*(s er ihr yya$ Schönet sagen wollet 

L fühlte desto mehV » je minder )ie Terstand. 

n Uligklek mischt ein Stur ue^ mit fiberströmendeiü 

Regen 

. . .» .j. ». ... i V < > ' ' 

i unversehens ins Spiel. I^ Feuer eingehalll 

eint rinddium die ganze \Natur» und unter deü 

schmetternden Schlägen 

Donnere hmchet^dte Wa)4. Das aufgaechreokte Wi}4 

h ' ängstlich' Ton 'Bergen herab. Der Ritter hält 

, >: . ^deif. Schild, 

*•* 

Dame ^i:^tGhirmeBv-,u|n%onst dem töUeft $^w|a' 

- I « 

aß, 

müssen we^phen, da ist kein andrer Rath, , , .^ . 

1 thun, WM D.ido einst und ihr Trojaner that* ' 

sh, sollte nicht mit einem Platonisten, ^ 

: «inem; Manne« der nur den geistigen Wiedeflchem ' 

: Seele Uebc^ ein Mädchenij'Yf^ewohl allein, , ^ 

ich sidier in ei^ier Höhle und einem Tempel seyn? 

«aeenes machte die Probe, 3) ^wiewohidie %%• 

sumsten - ^ - 

\ Achseln sQcken. Indefs' gesteht selbst Busen« 

bäum din,4) ' ^ ^ 

I sicherste «ey.» wenn Zeit und Ort v€ leiden, 

\ Probo lieber xu rermeiden«. 



' i€o DBRSEirB Akas'i*. 

» • • . . 

DbcK Noth hat kein Gesetz. Der ftiteorliefand mu 

eiiimahl 

oicli solus cum sola in einer dunkeht^HöIild. 

Das Fräulein, in* der That» war stfriir idie ehrli^d 

■ ' ■ '' Seele '->:<' v«> 

Die jenialilfl vegetiert^', nur etwat «tt materjaL 

Was Karamell ihre Seele sehr höflich zu iienneii gs* 

' • ruhte; -ö^^ 

War wirklich, dem Bochütaben nach, äUlin in ihraa 
' ' * ■'- ^ Blute. 

I[i66h hitte tiicht ^n di«^ doh manthavsa Nutsi 

••- ^''* ^ •• '.-, gemuclH?:' 4^:. 

Zuniahl da Dindonette, statt Unglück zu trerhäteOf 
Sb^icttvörsichtig war ,' ' sd 'fort» Von alian»' V^t^Ucht, 
Dem Messet selbst die iLehle darzubieten« 



68- 

Sie fuhif bey Jedem Blitze, von dön^'der f^uHge S^eii 

Dieihitern Schlünde der HöUe ve^oid^. 

So ängstlich in Karamellen hinein ' ' ' ' 

Als^ o1> ^sie sich ganz th ihn verkrieetreil'' Wollte: 

XJnd er, nach' dem ersten Anblick 'zu tfehltefsen. 

Schien eben kein Mann, der seiner Fyllis su Fdfiü 

Ditf Schäfers tunde Ter seuifzt. Auch mur^e der itU^ 

' ^ kern Natur, ^ 

Die selten ihr Recht ''verliert , v die Kunst 'zuweilsi 

weichen. 

Kein andrer Wufste den schlauen Ejfikur 

So gut« wie er» mit Plato zu vergleichen. 



.Achter GESANG» 261 

20. 

JVoxr jeaein nahm er di« Praxis« von diesem die Theorie. 

Er schalt» zum Exexnpel, in feinen Gegensätzen 

Den Amor aus, der seinem eignen Ergetsen \ 

Der Schönen Unschuld und Ruhm gewohnt Ist nach- 
zusetzen : 

Die reine Liehe« die ächte Sympathie, 

Lebt» sprach er» vom blofsen AnscHaun« so wie der 

Kolibri 

Tom Uofsen Geruch der Blumen« Dafs Seine Hand 

inzwischen 

^ttf iurer Achsel liegt » vielleicht 

Auch unvermerkt finter ihr Halstuch sich schleicht» 

SindDin^e» woriti sein Geist nicht Zeit hat sieht« 

mischen* 



. 50. 

Und gleichwohl pflegt davon, zumahl im begeister- 
ten Stand » 

Der Fantasie » das Blut elektrisch Zu werden \ 

Di^ Seele» vom Stagytiteji die sensitive genannt» 

Unfähig dem fliegenden Geiste nach Platpns himmli- 
schen Erden 

Zu folgen» bleibt icurück im irdischen Geiwand ; 

Und glaubt nicht» dafs sie müfsig bleibe! , 

Ein körperlicher Gegenstand • 

Wie Dindonette, giebt Stoff zu manchem Zeitvertreibe : 

Hier ist^s » zumahl in einer stürmischen Nacht» 

Wo die Gelegenheit leicht» sehr leicht zum Diehe 

macht. >^ 

. WiBZiAi^Ds Schriften» IV. B« Xi 



•^ 



i62 



DxH VIBVB AnAOlf« 



31. 

Auch wisieii die Götter, vpie weit (nachdem derLokH 

' - ■ (j 

in' den Sfären , ' < '■■ 

Sich wieder gelegt) die Sachen gekommen yrätea» 

Wenn nicht ein glücklicher Zufall (so glücklich ib 

Marmontelt 

If^ ur ett Jemens) dem Fortgang Karamella 

>In Zeiten noch Einhalt that; wiewolil» iMtfirlidMC 

Weise, 

Auf w«nig Minuten nur. Der Umstand ist to Höh 

Dät» ihn zu schildern das kleinste Dichterlein « 

Zu gut sich dünkte. Wir sagen demnach gans leise: 

Es giebt Geschäfte — die auch der Grofa - Sultan, . 

Und galt* es sein Leben» nicht anders als S^hst tc^ 

richten kann. 



^2. 



Dergleichen vor Damen zu diun, passicrrt für eine Sicli 

Die Lanselot Gob.o an Seinem Pudel sogar 5) 

Unhöflich fand. Wo siehst du, dafs ich to etWil 

mache, ^ \ 

( Spricht Lanzelot Gobbo zi:^ ihm ) ich, der doch oBenlitf 

M^r als ein Pudel bin? — Kurz Ton der Sad^ ftt 

' ' kommen. 

Der Ritter hatte jehr höflich auf joinen AugenUick : 

Von seiner Gebieterin Urlaub genommen. 

/Und kehrte so eben, getrost und leichter, zurück: 

Als ihm Termuthlich ein Sylfe, der für die Dum 

wachtfi, 

Aufeinroahl einen Strich durch seine {lechnong machte* 



Wl 






> A c STEH Gesa xT'G# x6$ 

33- 

Rge mit gutcp Bedacht eiitSylfe; wiewohl «r 

zuleuc 

Deus ex n\achina ist, so gut als irgend ein 

, andrer 

^fiter Homer in Bewegung gesetzt; 

dafs (wie hier) ergriffen von Nacht und Wet- 
ter, ein Wandrer 

Pferd an cinen^!äaum vor einer Hole bindt» 

'ferd sich los reifst, das Freye gewinnt« ^ 

ichlänfta jenes durchaus sich nicht will haltest 

lassen,'. 

•■-■•' , . •■'"., 

la er^s beym fliegenden Zügel zu fassen . 

benS getrachtet, ihm auf den Rücken voltischier^ 

Reiter uiid.Rors zuletzt den Weg verliert: 



54^ 

3iBge, die ohne Sylfen sich schon sehr oft begaben ; 

s kann natürlicher seyn« Allein, wenn ^lles da» 

ia gerufen komnat, just wenn wir^s ^Öthig hsben 

ine Jungferschaft , ein Leben , oder > so was 

tten, — diefs, litebe Pamassische Brüder, 

isern Statuten in jedem Falle zuwider, 

ücht (wie unser mLykurgus beliebt) 

ignus vindice nödus dem Wunder Ansehn 

giebt : 6 ) 

in der äufsersten Notli darf sich ein Dichter et» 

laubexi 

1 solche heroische Mittel den Helden hwaus zu 

schrauben. 



\ 






%64 



De-A S£U£ AlftAOXSi 



35- 

Wie vAkx ^x Kredit der Wunder in mise^ Tagen faul« 

So iet doch« um Dindonetten «^ d^t beste Mädchen d« 

Welt» - . 

Zu retten » und reiii Ton aller Makel 

^ Einst upter die Haube txx, bringen , beyiti Kaitor! keü 

Mirakel > 

Wozd der Dichtet sich nicht verpflichtet hält : 

Und •wahrlich t -seit Pop'e in iseiner geraubte^ 

Locke?) ^ "^' 

' Bey seitler Heldin Unterrocke - 'H 

Kicbt minder als fünfzig Sylfen auf^ininUil angestelkV 

Ist Einet wohl nicht zu viel, um den von Dinde^ 
» ' nett^^n' 

Vor Karamells Flatonismus — in einer HdU zu xttta^- 



M^ 






Ä C H T B IV G E 8 A K C. 



i6s. 



V a rr i a n . t e tu 



Stanze 54 und 35, 

joacli dem Veim ^;^iot' dignus vin^cmadur u. s. >nr. lüftet 

ia der erstjeu Ausgabe Wie folget : . 

-; . : , ■ , . X , . ■ - ' , ; 

• • ' > I » 

I>i^fs ist gerade dei: Fall, worin, vrixufit befinden. . f 
Um Din^ohetten, dkB beste Mädchen der Welt, 

,-•"1 t 14 •, 

AuB ^er Fäfailiel^eirztt winden». 

\%U na^k den Pflichten der Xiebe, die'aoch den SibH« 

ter yetfbindeii, , 

Sein Mittel» wozu der unsre sich nicht verbunden 

/ hllti :J 

^umahl da Popels geraubte Locke 

Uns offenbart , dafs jedem Unterrocke 

Ein Schutzgei&t zugegeben tey. . 

Ob die TOn AtlaXs hierin ein Privilegium haben» ' 

.Ui^d ob nicht Mutter Natur zuweilen ihre Gaben 

Jluch in Flanell versteckt, steht euerm Urtheil' f rey*. 

^ir sind zufrieden den Ritter so weit entfernt ^tU 

haben, 

Dafs Bambo^s. ehrliche Tochter auf ihrer Lagerstatt 

Zum wenigsten, von ihm nichts xu be«oi;gen hftt. . 



/ . 



.} 









/ n 



m 



Den 9IIUB AxAllIi. 



A IV m-cr li u n g.e ii. 



t) Dm gegen einen gehörnten weitfnattligen$ile%!;ie 

Die Faunen, von deren einem hier die ^^de ist , helfiMl 
bey den {griechischen Dichtern Silenen, oder viehm^ 
ist diefii der g^cmeiue Nähme der alten Fannen, iind ün^^ 
•Gudersten Verstände ^desjenigen unter ihnen, der den Bf^i' 
phus überall auf seine A ^ügen -wie ein Stailmeister beg^ 
tet« und «von den Poefenüiid Mahlem «obeoeichnelufirit^ 
^ Oh; sein; L^en ein ewiger ^u«ch »e^t 

s) Das FaunenrecHt« 

iuf welches der Faun hier «ich beruft, soheiiit tid 
de* berüchtigten JurU di^ini , oder Rechts des S t%f>v 
jLern zu seyji, welches in uasern Tagen, der Filo^fie IjJ.' 
Trotz, seine, eiserne Stime gegen jedes aiidere',' soear^^eg^: 
da», was bisher allgem^i^i |tir Völkerrecht aneiktnat 
wurde, erhebt» und unsrei; KachJ^ommenscl^aft die trösdr 
che Aussicht giebt , entwed^ Europa von Stufe nu itufe » 
dem f aun^haf ^en Zustande der A s i a t i s c b.« n S t Vp p ei^ 
bewohnet hejrabsiniten, oder luuer den Seepter dergifJj 
fsen Nemesis ( aitf deren Herabkunft man imi^ichonsola^, 
gehoben heifst) das Vernunftsre.cht ttber d^s Faust 
recht luid Seh wertrecht endlich ani immer tritunfie}^ 
äü s^hen« ' ' • '- ^♦* 

\ 

^) Theagenet machte die Probe« .. 

S. Heliodor Roman vonTheagenes und Chariklea, I. Tbtd|; 
Vtes\6uchv 1. Kä^. 9h S03 der BleinhardisoÜen Üb^J 
Setzung. 

4) Buienbaam.^ 

Dieser berühmte Jesuit wird hier genannt , weil er einer dtf I 
nachsichtvollsten Moralisten und Kasuisten seines Ordeol 
war; wiewohl er, auf . einer ^andern Seite, die iVechte ^ 
pUpstlichen Bind- und Löseschliissel gegen die weltlichni 
Gew akhaber so weit ausdehnte , dafs sogar das ehmahli^ 
Parlemeut von Toulouse sic^ gedrungen fftdd seine Moral- 



Achter Gbsavio« 



167 



Theologie zum Feuer zu verdammen, als die T nachdem 
sich sohon mehr als fünfzig Auflagen vergriffen hatten) 
im J. 1757. von einem Theologen eben dieses vielgestaltigen 
lind unzerstörbaren Ordens irvieder neu aufgelegt Vrurde. 

5) Lanselot Gobbo — p 

£. Shalc^peares two Gentletnen of Verona, Act. 
IIL lyidt fkQt 1 hid thtfe stil^ mark me , and Ido as 1 
jdo ?' When ditist thou see me heave up inj leg and mak« 
waler against a Gentlewoman's farphingalef — - 

6 ) wie anserm Lykargat be}iebt — 

Höras giebt in seiner Epistel an die Pisonen den tragi- 
ichen Dichtem das Gesetz': 1 

^ec "Deus intersit, niH dignut vindtce nodus 

Infiderit — . . , 

.d. i. (nach der Rammlexischen Übersetzung) ,,Man mu& 
keine Gottheiten einmischen, wofern nicht zur ^at^irickliuig 
eine übernatürliche Kraft erfordert -mrd." ■— Eine Gottheit« 
welche wie gerufen daher kommt, blofs um — dem Pbcs 
f en aus der Noih zu helfen faeüst ein Dens ex macbina^ 

' ■ ■ , '' * j 

7) Und wjibrlich» seit Pope tu f. w* 

,Tp fifey chosen Syfphs, ofrpecial note, 
We triUt th* importane charge , iht p^eticoat, 

]R,'of the L. Canto IL v. 117. 
Et mnü diesen Posten fCü: sehr gefäi^rlich gehalten haben! 






i . l 



I _ 



^Q 



D ER 19 B V E A M ▲ B Z f . 



N E ü N T li Ä ^GESANG.. 



wämim» 



lliiDpfolilonySey »ie demnach, die gate dicke SeeU« 
D^m Sy If en, der ihre Tag^^d und itiren Umeirof^ 

/^ schaut, r 

Wenn anders die Lampe, die aus dem Innern de^r Höhle 
Uns eben in die. Augen blifftt,- ^ r ) ü 

Nicht einen Gnomen verräth« — -Wie dem. aiiiph^|<f|| 

far im ^4 

Ist^s hohe Zeit nach Schathlliösen su fragen, ' 
Mit welcher DonBbreas schon swey Tage nnl 

eine Nacht ..• '• 

Davon gerieten ist. Die Wahrheit frey zu sagien, "^ ' 
Wir lieben sie nicht genug ihr eiliger nachsiijageo, 

Und ihre Tugend ist just wi^S den wenigsten Kujumer' 

uns macht. 



8. 



-» I 



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^^fi^ 



. MdchtV AUS; ihr werden w^s will, wenn oluie ~S€bft*i 

* , ', tuUiösent. V 

, Uns möglich wäre , den arme^v Aniadis 
Von einer Stellung zu erfösen, 

> Worin seit Erschaffung der Welt kein Held sich setiffi? 

lie(^. 

Nun aber, da ihn nur die Für$tin deVvPcesiÖ seif 
Entzaubern katin, nun tritt ein stärker Beweggrund efll 

\ fCLT ihr Geschick nicht unbesorgt ^u seyn. 

Wir Ue(sen sie., seit sie dorn Triton und ihrem «ItSB 

Getreuen 

' Den Abschied gab , in der Obhutk eines neuen 

Becichatzers , wie gesagt , zwey Tage schon alleiii« 



tß 



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' . ■ ■ ' ' 's 

i t 

Herr Bore«» fahrte den otnlnbteik jtfikhinen^ ' - ' i - 
(Zu dem er, wii? wisiea-iiicht 'me? noch W'^itri? "^ 
Gekommen war) mit ^z Tbat ; denn rauher und stür- 

Ketn Köi^Wiitd. €^n ali dieser Edelmann. 

Zwäf luitt^ ier die h&ie G^ohnlieit , bey alli^ A^tfö 

..'hL~'' •'■■:. . r/, . von< Damen ■ •..:.-! 

Altmoditehcp Komplimente, in platten Witz gehüllt»« '> 

( Womit «i^^ deinen Sack aas Trauerspielen und Drameit 

Ühd alten Rotnanen in mdfslgieii StundcM gefüllt} 

Mit Tieleiti Ftunk und Bbiiibk^^ auszukramen, 

Pie meist bey den Zofen ihm besser als bey den Da- 

-xnton bekamen: ' ' -^ -■■■- i 



r . 



:■ t ; » ; » V N 



\ 



Allein im Grunäe war tchwerlic^ ein Kalitni£&' ^ 
9 Von Fibern JgrÖber als eir ; efn llelner schmeich^lkideV 

^ :,.:.■"* ..'I I>Tiiok)*' -f« » fl-riA 

^ Von seiner nervigen Fan^t , wenn er die Augen rollte 

^ ^ Und seinen Korydon recht i'Sytlich'spiielen wollte; '^ 

liefo immer eiti blaues Mahl auf einer, weifsen Hand. 

• • \ " -^ 

, Bey einem Mähne wie Er War jedbr Widerstand \ ' 

^ Beleidigung ; konnte steh wöhl ein Mäith Wie Ißr ent* 

' ' . "-■' >"■• ' ' '' ^s'^ilieTsett,' ^^ " "•'/ i>'^"i ^ . 

-^ Was euch so manche Töft selbst -^ schenkt, anl)eut. 
Durch kleine Schmarotzerkflnste^ durch Unterwür- 
Und Miifilft ^teiiädtelir «rtic^ldi^ben xii m&stf^h? * 



tT^ 



D s K 19 « v e. A M A i> I f.. 



/" 



Er pSe^i^o bry jedem AnliM^ mit groftem SeUittgefdU 

Zu seilten Vera:auteii sa #i^fn: man. hätte (Jarecte 

den $chönieii 

Den albernen Übermutk^Mixage wohnen. 

Das/ Bifschen Gewalt, das ihi^en ein blaftes Svmennid 

Im TaiW^ über uns gebe» so sinnlos ^ussiidehiieii» 

dich al» Gebieterinnen der Männer antusehn. 

Ha ^ rief er, wflfsten dip Gecken die Würde der MsM* 

<- heit zu scbätxen. 

Und. hätten, anstatt sogleich die weifse Fahne wehi 

Zu lassen, den Witz, sich selbst in ihrlea Vorfhal 
., zu setzen« - 

Dit Pnppeii^ sollten wohl bald bey um um Gnad^ flshn! 



6. 

Ieh;bit|Ee tiusendmahl ab, dafa solche Lästerungem 

Wobey mir selbt die Kaar,e zu Berge 8tehn> 

Auch nur in der dritten Person aus meinem MoMf 

** . , tgehn ! 

Was niiifs, von der; Pflicht, die Wahrheit zu sagpb 

gedrungen, ^ . 

Eito armer Diehter, der an nichts Böses denkte 

Kicht seil»» l^ersonen oft sprechen lassen! 

Und war* es billig, > den Mann, de^ uns VergnAgsB;. 

schenkt 



.' f ' 



Und schenend Ws^hei^ Jehrt , für fremde SQnden jKii 



•:..•.% i^J..V ■^' -;-^ 



• fi»a ' « 



* hassen? 



Die Menschen, und jede^ mir seinem eignen Gesick^ 
Schdn od«K.MISiÜ9hKsn mtl^ltfn ist leiiM eri«a Pfiiohti 



.\--^-^ 



N ;r ,y KT » K G 1 1. A lg «. ^Ji} 



Tin. ^b/igen » yventt; der Enkel ^(^ ^c^en FAluir^ia;!) 

In fachen des eiihdi^ea^Gesclilechts.wie eiii':<9f«hreiV'S^i 

tan dachte. 

So müssen wir auch bekennen, dafi Bambo^s Tochter ihn . 
V^ eine Sch/99e. yerniag enipfindUch ftililen machte; 
Was gegetk den wüdeiten Heiden, und wär^ ^r der 

r / . Dcidlchi^I gaT, i) ,,\- 

Die Schöne Termajg^ sobald sie den schwachen Ort ge- 

. , . landen;-.:,: u. ; ; . ' ; .u:«- 
Wobey sie ihn JMsen tf^nfs« Ihr wifsty Achill es War 
Am ganzen I^ii^e^jqicht zu yerT^nde^t-^ ,a'.[: / ' 
( Weil Thetis nach ^er Geburt im Stpc, ihn: abgespult } 
Pie Ferse nur tiasgenoaimen« wobej die Göttin ihn hielt» 

Ijc ' ' ■.-:.': 'r, !• . ;" : :: .; / ? •• ' • ':' :', 

' Doch, wifsi ihr auch dafs >diefs MShtchen « wie grofs« * 

Von unsenti ganzen Geschlecht ein- feines Sinnbild ist? 

EinManp sey t^fifx genug mit lliese?i lieh z^schlagefu 

8^7 bteit geschultert» wie Atlas, dM; ^tprn||ew^lbe zii 

- tragen, 

^ey weiser als Kaj^o^ gelehrter 'als eii| .Enzyklopädist«. 
Er laufe so schnell. Dlüie Achill, sey schöner als Nar«« 

/ *«issm, ,. ,. - < ., ^ .. 

Und räsonniere snbtile^ a}s Sokr%(fS an;i Ilyssus: , 

Er mache Verse .wie Msro» und Gold 'wie Trismegist» 

' Und Republiken wie Plato ; er sie^^^e Alexander«^ 

Ülk'd efs* und verdaue so brav wie die Helden am Sk«* 

jnander;^) 



Jji D B Ä W £ U E A M A x> r «. 

Knn,9et«t ani »iebeti det^«nen (wici Zeüsetk ehitt geüi^) 

"Ein lAehX vott einem Manna zusMnmeir, 

Dem selbst die Götter Homers mit Ehrerbietung uch 

' JiabJii; " ' '■■^■- 

Feie sey er' arü ganzen Leib, er Wandle auf Fluthtiii 

dutob/FIamineii« \li: 

Und spiele mit Ldtv^it so £rey, wie mit Lämmern eiii 
'p * r ,- Qefen«rscher Hirt: , > :i 

"Ein Fleckphen bleibt, ^e ihn zu überwinden 

Was LieicKtes isti und dieses Ftedtchi^ wird 

Die Ideinb Iris So gttFals ihre G(itlifei finäen. ': 

Vtetlängt ihr dfts gänze^ Geheimiiif9> ihr ScHdn^n, 1^ 

iJDvLTcU Sprödethun trefft ihr unfehlbar den übel 

befestigten Ort. 



c« 



lt>* 



.a/Af 



Der stolze fibrii?JiWaTU in vier unJ zwanzig StutideE 

Däiiifrch iö gesefefnifeiHi^ äh wie ein {fandschuh g^msehi 

' Die Dame hietr äazti sich um so mehr verbünden» ' 

We^ihh deir'l^H tön* Vielleicht atif atgV Gedanken g«^ 

. ''\ " bracht. 

Eilf Stürme» aufs weihigste» Vurd^n so tapfer abge« 

' '• •••■^''^» :-»* ^' '.; schlagWi;- * ^ *: ; ^ '': 

Dafs er den Muth Verlor den zwölften auch zu wagen» ■{ 

Und k^ur gedut%t zu werden nicht wetitg Schwier^ .; 
' ' : ' - -■ keit tod. ^ 

S6 lagen nngefthV die B&chen« - , . ':^ • ^* 

Als etwa am dritten Tage der Sonne mittäglicher BtaiUI ',( 

Tn einem schöneh Park tie nöthigte Halt zu luadken. 



/, 






tpchten «ben 4eii Bauoi» der ««1 meisten Schatte» 

gab. 

- einmahl standen seclis schöne eefiiigelte Kiuben 

vor ilmen» 

r emsig» die fremde Dame Standsmäfsig zubedieneili. 

r eii^e hielt ihr rferd» ein andrer half ihr herab« 

dritter winkte mit freundlichen Mitenen 
einer Laube» wo* unter gewölbten Schasminen 
: Rosen durchwebt » dem königUchen Gast 

vierter mit «Polstern yon rstchem Damast^ .. 

1 Boden belegt, indefs die beiden letaten 

Tischchen» von — was ihr wollt » mit goldnes 

Körbchen «besetzten. 



ICnaben ichieneii so stumm und taub, zu seyn« 

hätte die Kunst sie aus Farischem Stein 

'ildet ; doch ' luden sie alle durch Winken und 

harmloses Lächeln 

Toehter Bambo's 2u ihren Erfrischüi^en ein; 

chäftigt mit nektarnem Eis und geistigem perlen* 

dem Wein 

zu bedienen» mit Tänzen und Sprangen sie zu ex* 

ßreuus 

1 ihren Busen« der unte)? Spitzen von Mechelii 

ruhig stiejg und fiel; mit Ihren Flügeln zu fächeln« 

'r Boreas stand indessen an seinem Baum allein» 

unbehaglich als stand* er auf scharf gespitztem 

V fiechebti b, 



I 



. ß 



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I * 



174 . D fe K V £ u e *A X ▲ 3> Z- 8. 

£r «und mit geruh^fter Stirne bey tdinem Pferde anü 

xnachte 

Sehr gcofse Aag^n, dafs niemand an seine Gegenwiit 

dachte. 

Aieft alles schien in einem bezauberten Hain 

Viel Gutes nicht i»i profezeih^n. 

Zum Überflttfs stärken ihn noch in seinen^ schwarsel 

Verdachte 

Die lo&en Knaben » die ihm Gesichter Verleihen, 

Wovon ihn, wenn er sie in seine .Sprach* übersettK^ 

Der Inhalt nicht besonders ergetetes 

2nniahl sich die Dame bey allem so unbefangen benabQ 

Wie eine/ die eingeladen zu einem F^ste kam» 



Docb Was ztt thun? Ihn dürstet; die Knaben bietet 

ihm Wein . 

Acu grofseÄ Gläsern an» wiewohl, mit schelraiichit 
' i \ Mienen ; 

/Üad w^isliüh macht ex den Schlufs, das Beste dOifif 

• seyn. 

Sich dieses Palliativs, so weit «i rleicht* za bedienes* 

Der Dame «chien indefs die kleine Galanterie, ' 

Von Wem sie auch kam, zu gefallen. Nur £ui^ 

' ' macht ihr Müli*: i 

Die Ganymeden, gewöhnlichen Axüoretten 

In allem übrigen ähnlich , sie waren es leider t auok 

In ihrem Kostüm. Man kennt hierin den' Gebrsndl 

2u Pafos : ihr ganzer Ornat war ein Kranz von Violettsi* 



n., 



i 



\ V 



Nit ü Ä «r« R Gesa h •• »7^ 

VTeüchenkraifs i»t in der That nicht viel 

ichtigen Wangen , wie Schatulliösent waren» 

Lninier währendes Errötlien zu ersparen. ^ 

^hlöfs die Augen zwar halb; allein beym raschm 

Gewühl 

kleinen Götter ^der Geister 

\ sie nicht immer so ganz von ihren Sinnen Mei- 

ater, 

auf das lose Kinderspiel \ ' 

licht zuweilen- ein Seitenblick entfiel« 

»ey (was auch die Ursach* heifsen moclite) 

BLerz im erröthenden Busen ihr etwas höher pochte» 



itf. ^ 

V 

Boreas fafst nun Muth dem Fräulein sich zu 

nahn, ^ 

m man es sagen darf» Prinzessin (iängt , der 

Ritter 

einetA Miene» die er von einem Leichenbittn; 

»rgt zu haben schien» zu Schatulliösen aa) 

eben s^hr anberaumt aus ; ich nehme viel Anth^il 

. daran. 

wüfste nicht» warum ich traurig sehen sollte»*' 

iedert die Dame» mit einer M*inauderie 

nicht die verbindlichste war. — Wofem sick 

Madame die J^iloh* 

1 anzuhören g«beB wollte^ ^ ' 

- ^würde mich's traurig machen» Herr Ritter. 

glauben Sie? 



, r ■■>« 



176 



D S A BS Vjs A X A I>,1 t« 



^7- • . 

Sie sind.tebr gütig!*' ^ Und Sie sehr ^igtig'niA^ 

so quälen t — ^' 

«»Sie "V^ünicHfn vielleicht, mein Herr« voii mir btfiEi|^| 

EU seyn? 

ich bin ni^ht gern zur Last; Sie haben nur zu 

len!" — 

Mein Fräulein^ fällt Don Borea« ein, ^ 
Bey Sankt Georg ! Sie setzen mich auch, auf frobei^l^ 
Die einen Job — Er murmelt die Worte, zum Tohii 
Zu ^b ringen fähig wären, in seinen Bort hü 
Und schenkt , TermuthUch sich besser zu fassen. 
Von perlendem Fin de Brie ein mächtiges ^afsglasdlk] 

_ . ein. 
„Die Qualen sind; wohl nicht feurig, die so ikk; 

löschen lassen?** 

18- 

Spricht jene. An Antworts Statt schenke Borsat 

abermahl ein. . 

Die Amorn. die ihn gern bald benebelt gesehen hattflb 

C^nd «ehr besorgt für immer frischen VVein, ^ ^ 

Und singen ihm , während er trinkt , Balladen vs^ 

Kanzonetten, 
Bey deren einschläferndem Ton noch ein mahl so ifift. 

und so leicht 

Bürgundiens duftender Nektar den Gaunken hinab li^ 

sciileicht. 

Bis durch die vereinigten Kräfte der gallischaiT liw 

und Weine * 

Der tapfre Mann sein Sorgenschweres Haupt 
Hin auf die Polster neigt, und Jlmors BrAder idi' 
/ / • seine 

Gebietende Dame der Lust ihn länger so qoäleft 1m^ 

raubt. 



fi £V ja T i^A G £ 8 A n o, X77 

»•9- .."'•. 

1 4Ag er Sit i^lmarchen an • weg wardn die Arno- 

rettex?« 

'^^ifs Wlit wie. Die Dame blieb allein ; 

lyeil ein SiibcrgeWölk den ttretigen Sonuenscheia 

ampfen begann p entschliefst st^ sich , im Hain 

TV^andeln zu gehn. Ein Rasen , mit Vipletten « 

Anemonen uhd bunten Aurikein besät» 

.,.•.•."♦•■■••■■■ ■ . - 

t ihren irrenden Fu.fs> durch Gänge von Zyp^restea 

ei,ne Thür • die weit |erö£[net stekl;, , ' 

irten — in Gärten ^~ worih der hungrigste- Poet 

IX lief, die T«jEelstunde von seinem Mäcen zu 
., Vergessen« , s^ 

flÖ4 

\ Wunder von Hirsthfelds Künste von 2^efyrii , 

(fo schien es) und Fioretr 
jdutter de^ Grazien selbst zum Sommef#it^;Qgebauw 
on die I1|fa|iUi|«^in täfsem Staunen verloren, 
^i|i^ndfäitige|ti Rc^tzq .beschaut« :;.( . 

itte -^ rathet einoMihl •— zur Burg ^deS bezaa» 

b er t eV^M^thfre n, 

aus yrvt die Fürstin,) der Blonden» vor kutzeni» 

nicht ohne Müh' 

x%i gebracht « wiewqhl mit der heilsamen SJausel« 

dafs sie 

scb^nen versteinerten Kitter tum P&nde lassetr 

mulste ; 

hichtesi, Wovon die Schw^ester, eSr wäre depin 
*"^" ' durch Magie, 

li wislen konnte. Und wirklich auch nichts wuIste. 
BXiAVDs Schriften, IV« B. , M ' , ,^ 



1 



\ 



. *'^.-t ■-i»1 



178 



Dfh k£Us Amadi«. 

1 

21. 



Wir selber iLönnen nicht sagen. a|if ¥f elcl^i; -OlOlk 
- ' der Mohr 



- ^ 



(Ein schelmischer «Iter Knabe J) dem armen veri^il^ 

^ ten iElitter '. ' , ^ 

Die höchste Gegend im Garten zum Ruheplatz euMi ^ 

Dott sollt'* er, rin^i umher Toii einem goldenen 6m^ 

Mit Bltimentöpfeh besetzt , bis an den halben Leib,| 

Umgeben, in einer Stellung, die einst den Antiqi 

Zu schafiFen geben vnrd, das wundervolle Weib 

Erwarten, die ihn, trotz allen Skrupeln, Gefahre: 

Und Kosten und Schäden ,"' die ^"hr die^ Unter'nelUQi^ 

Befrejen soll von diesem' Zauber todi 



^ät. r: 



• it 






etilus ( würde ein alter ^ r f y r i s t « s) ^ , 
hlin» ein Kardan,ein Rosenkreilr 



Ihr böser Getilus 

Ein RödcUlint ein Kardan,ein Rosenlireite' 
' ' zfcrr sagen) 

Trieb ihrem Verhängnifs sie *2u.' Ich, dessien SaSI. 
y. .. ' ' nicht isi'^- '■ ~ •• •* 

Die asmeiF'Dtodnen ünnöthig anzuklagen; 

Ich sage getad^ heraus : nicht' Batans Trug luid'Qi^j 

27icht Fleisch und Blut, neinl etwM> das nooh.-m! 

•• -krgerht >-■-■• »>'f'5 

Als beide, — was alle Erentöchter . ' i' 

Verführt, aer' ewige Feind ron ihrer und imipifl 



Ruh\ 






Mit einem Worte, der^orwit2 trieb tie dasul 
Sie sieht, von ferne, den schönen Gartenwächttf 






y 



N A 11^ Tx H ,6£ t A n a. 179 

r . . 23. 

did *i«bt ihn in ToHer Bewegung sq unbewiglich stehn 

Alf war* er Steine Ihr scheint diefs Fäitomen 

I>er tJeinen Mähe, werth^ sich näher hin za machen. 

War denn » wenn ja die Dänaonen soviel um ünsre 

Sachen , 

Sich kt^minenH' kein Damen da, gleich diesen Augenblick 
^ In einen blauen Zentauren oder Drachen 
' Sich umzukleiden 9 und Baiaabp^s Tochter zur^Ack 
^ Bia^an den äufsersten Wald» wohersie kam, au jagen? 
%» Sie schlummern wohl auch mitunter i«— Kein MettMh 

... kann seif ^ni Geschick 

Bntrinnen — Die Kette der Dinge — Was sollen , was 

können wir sagen I 

,t, • - " \ — .' ' .. . ■ ' . ■ . ■ . ,. , 



A 



f 



♦ »i.Vi. 



^enng« kein. Genius kam! Sie stieg die Terrasse hinan« 

Und ist schon . nahe genug um ohne Fernglas su seilen« « 

Sio'Stuut» wieleiobt zu- err^tfaen# bleibt Reiben An^h* 

blick stehen. 

Und ctstj naichdem 'sie so wenig zutüd^als trorw^rti 

Vorsticht die Arme^ zurfick zu gehen« 
' 2iü sp&t! ZU spät J. das Ärgste w^^- gpsehekett ! 
TJngla<^liches «Nlld^hen^ — O TQchtor Bambo^s, wozu 

Treibt euet Y^rhänghifo euch . von Kaschmir bis td 

' *- t .:.; :• .f'^yr- ^ den Höhen . ' 

Ibe» himmelfctÜU^diM Atlas? ^~ Du •Ärmste! iilr 

<t- j'"7'»'} "■ ' deine Rtih^ 

Hast du 1>ereits zU Tiel -gesehen ! ! \ 



-: V 



ago 



D s a' n £ U £ A K ▲ D I •• 



,;äi 






f 

IniieMen sey es sum Ruhm ilit nacffagetagt « sie tthK^ 

Bcym ersten Anblick gleich die kleinei»« Augen idedh^ 

Ein Schauer fuhr, durch ihre keusehen Gliedez* vv' 

Bit lief* so yrut ihr Fufs, gelühint vom SchsecktÜ 

sie trug» 

^in kleiner Labyrinth ron neu besdi<»riieii Hedb^ 

Bot ihr^ die ipächste* Zuflucht an. ' 

D^ Argwohn flostert» sie hab* es gethan 

Vm ihren lüsternen Vor witx vor Zeugen zu rers 

iJSan konnte bequem durch diese Hecke sehn, 

' Und Amadis » wie gesagt« war wirklich ein Fänomeaf 

Was (denkt sie) mag es bedeuten? Wen stellt es yort 

Ist^s möglich 

Dafs Kunst auf diesen Grad sich in Natur verstellt?, 

Man glaubte von wallendem Blute die starken Amw 

geschwellt. 

Die« wie smn^Uxnarmen , sich, ö^ena:-*. und doohiit 

unbeweglich! 

Wie lockig d^s, Haar auf den Nacken ihm fällt! J 

Welch eine Figur 1 Man könnte nichts sierliduil 

,-• ^' drechseln!-. 

Ist's ü^armoi^? is«'s Elfenbein ?fr^Ni6ht doch I Es lebfi 

ea^ athmet, ea ina£s 

In diesem Augenblicke die Atti|Qde wechseln ! .(.., 

So spricht sie und. guckt hervor, und sieht« nict^ 

o^t Vef^düüfi^ 

Sich sehr betrogen von einem beynah untrdglichsi 

SQhlufs. 



^3 






N B ü N T s n ' G £ 8 A 9 o* gg 

»27. 

l^t Fräulein machte • 2u ihren andern Verdiensten« 

Den Ansptuch, von allen schönen Künsten % 

3ie feinste Kennerin zu seyn: 

»ie spürte in einem Gedicht» in einer Zeichnung, die 

/ Mängel 

Ait kritischer Kälte heraus ; sprach technisch von 

'Kontur, 

''on reinen Foianen, von Ausdruck« von schöner Natur ; 

Entzifferte wie ein Odip' die Räthsel vbbl Mexkur,' 

nd disknpi^rte wie ein Engel. 

>och lehnte sie sehr bescheiden, wenn jemand Schuld 

-' . ihr gab 

)lbst Virtuosin >u seyn» den Titel von sich ab. 

Die Ehre» sprach iie erröthend, gebührt^ ihr nicht; 

sie kannte 

ie Kunst nnd sich zu gut dazu! 

Uta Tanzen gehörte noch mehr als ein Paar neuie 

Schuh^; 

nein! Sie war nur eine Dilettante." — * 

J\T Ungnen nicht, das was man Kennerschaft nenn^ 

t auch an Da^en ein schönes Talent: 

Hein diefs schöne Talent ^^ o! hört es, ihr Mädchen 

alle! 

IT» die ein verdächtiger Stern mit schotten Talenten 

. begabt, 

Sofern ihr^s an euch selbst nicht schon erfahren habt 

>. nehmt es tu Herzen! — £s brachte did Tochtei: 

Bambo's zu Falle ! 



IgÄ 



D E a ;19 E ü X 



; A M A x> CS* 



-A. , 



♦ ftp. 

Sie denkt: Es kann am Ende doch nur 'ein 

•eyn> ^"r 

Und ist. es ein Werk der Kanst» so.wdsde naicli^s ewif 

gereu*n 

Es nicht genauer betrachtet sn haben. 

Vielleicht ist der Nähme des Meisters am Fufsgeltil' 

eingegraben ; 

$chöfiheiten sind in der Nähe vielleicht daran ta 

Vielleicht auch Fehler zu entdecken. 

Die in der Ferne verschwinden. Wa» h^lt mißh« 

zu gehn ? 

W^er sieht mich hier durch diese Hecken? 

Was bätt^ ich CJrsach* so zaghaft zu seyn ? 

Zwar ist^s ein Mannt doch nur ein. Mann 
^ 3tcini 



3Ö. 

, Gic schleichi;. Indem sie behutsam nach allen SeitÜ 
\ '- ■ schieler, . r-J 

In schlängelnden Linien näher und immer näher 

Nun steht sie ihm gegen über, und hUn^ e|:st s 

tcm an 

• t .- 

Was itzt in vollem Glan% ihr in die Aogcn spi^lb^i 
Pänn im nier kuhner und kühner, zuletzt ni jLt allem 
Den eine Dilettantein ähnlichen Fällen IftUc^. 
>ivr nicht mit. so gelaCsn^m Blut, 
• Welch herrliches Werk T Wie könnt* es so vollkom 
80 idealisch, aus Menschei^händen kommen? 
Von weichem sichtbarn Gotte ward da» Modell 



r 



<' • I 



men? 



/ ^ 



Döfch »ein! et ist i«in Ideal 1 

\Vo sieht man 'eines, dts so den Sehet tSusche? 

Nein /nein! diefs «ftfaiyiende Lebeh «scha/Fc weder Pin- 

-sei noch Stahl} 
Man fahlt, mit den 'Au^en sogar^in'^ diesem scfiönen 

,^./ .«r. Fleische. ^ 

CUitjschieVaWilrme' ^virallen — Es athmet wirklich! 
Ihm zirkelt Blut tin den Adern; ich Wette, dürft^ ieh'tf 

Vikd legte die Ha^pd ihm ^ufs Her^ , ich föhlt^ es unter 

/ ihr sch^gen. 

/ P Tochter Bambp^i ^Wfi^^^ ^^° Gedanke war diefs ! } 
„XJnd doch, warum nicht? was hätte die strengste Tu- 

gend dagegen. 

80 sachte als möglich die Hand auf ein Herz ^on Mar« 

, ' mor- au legen? 



ff< 



. ^»Wft Ut ik zu wagen? Am Ende« ^vot2( diesem bleit'* 
» , < denden- Schein» . 

4 

'^- ?l*V doch ein hlofees BJW TOn St^.l" . 

Sich recht davon i^ übeirzeugen, 

> Sntschliefst die Kennerin sich « getrost hsnaai zu steigen : 

l X>och, wie sie s6 nahe^sich sieht, trifft ihre Fantasie 

^> Idh lyeifs nieht was; ihr Gehirn', iish ,weifs nicht wie« 

^ KolTOBt pldtslich aus allen seinen Falten ; ' '-. ' 

-vt Ihr schwindelt ; sie mnfs, um nicht zu fallen, sich halten« 
*^ ' . ' 

^«' Legt in der Bet&ubung die Hand — ich kann nicht sä- 

^' - 'r ....;.-: .' ■ -•« gen^'Wi^rafif,'''"' ..i'*'-'^^^ 

V; Und — Am adis wacht aus seiner Bezauberung auf. 



* - f 



x84 



DSRHEVE AlfA^IS. 



35- 
Wo ist der Mann, der in ein^mr tolcheii M^üUli 
Zum Leben ^ed«r ioferttehntr * ' ^ y!* 

Die Schöne, ^l^ren Work es wSre» yor sich Mliiii:':^i, 
Und seine Dankbarkeit in Schranken halte« könnte! 
yVas kann er weniger thun, als ihr Vo»' diosciii ktoA 

Die Erstlinge weihen, die wieder durch ihre fier# 

rung erwaarmdkiif '-' **^ 
Entsacke^ und Dankbarkeit lassen in diesem Augen 
Die Freyheic ihm nicht, anf diefs und jenes stiikierfil 

Was ihren Schrecken vielleicht geschickt war sQ Tit* 
, «tiricten : 

Sie Eitiert mit einem Schrey aus seiner Uinanii|p(! 

•üfOJpk. ■ 



.1 



34. . 

Zum Unglflck glitscht ihr rechter Fufs im ^^URi 

Sie fällt <— auf weiches Grat und. ohne Schaden %WBt\ 

Allein (wa« hier gerade das allertphUmniei^ War)'^*; 

Sie hat das Mifsgesdiick , den Ritter nachzuaieheo* 

Kun fodre ich ungesehene die Weisen rmdr N«^ 

heraus» 

Viid sage; Versuchtes» und sinnet mir- einen 2iiflK 

.., \ ; aui— ■ 

STochinehr* Ufu aUe der Menschheit gefaitsige WeiWr 

Den Arimanius« Tyfon, Beelsebab* Sehfr 
, wen, und wie 

Sie alle h^ifsep» die Feinde der KalokagathifH^I 

Die ^rofien 8cibp|^. und ersten Beweger des BÖ* 



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>■--, »' M 



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35- 

Lafst sie mit allen Vetdaniinteii » in ihrem Parlament 

y^saminelt» noch einen ersinlpefi» der seiner Pre^iÖ»^ 

sen 

l)ip ßeelc{;y9ür Gram vom Leibe zii lösen 

.Geschickter wäre» — so fern als Satan im gleichen 

Moment 

. Pie d r i 1 1 e P er o n ^ von welcheriey Geschlechte» 

Zu dieseni, an sich selbst so sim.peln , Zufall brächte« 

Man braucht nicht viele Kenntnifs der Welt» 

Zu wissen» wie oft das Yerhängnifs der Unschuld oder 

' Ehre . 

Des ^rmen Erdenvolko dergleichen Fallen stellt: 

Allein» wermeritessich zur Warnung und zur Lehre? 



35. \ 

Wer» der des wahrexl Verlaufs der Sache so kundig 
* * nicht war* 

. Als wir» und kam* auf einmahl so hinter den Hecken 

daher 

Gegangen» und sähe cwey Personen 

So seltsam vom blofsen Ungefähr 

Im Grase zusammen gruppiert » wer hielt 'nicht ihrer 
^ ' < zu schonen 

Für Thorheit und sträflichen Leichtsinn vielmehr 
t Als Menschenliebe? <^ So ging es Boreassen! 

Der » zwey Sekundeit » nachdem det Fall geschah» 

r .^ Die Dame die er suchte im Grase liegen sah: 

\' VVie kannte bey solchem Anblick ein Mann wie Er 
" . sich fassen? ^ 



f 



i8^ 



2./ 
\ 



Der n-s v'v. A m a i> i •• 



37' 



BostüTxt und' finnlös it,eht er da. 

Guckt immer wieder hin, uni) fragt sich» 'ikwiflcliei 

Zweifel 

Und Überzeugung, selbst: i»Wie? narrt mich' hier der 

Teufel? . .^ 

UnraÖglicK sah ich — was ich sah I •* 

Noch in^roer starrt er hin ; gleich einem 'Fieberkra^ikalJ 

Der in 'den Hölleuschlund blickt, -betäubt und ob» 

GedankeA : 

Doch plöulich ergiefst sich jsein feuriges Blut < 

Durch alle Adern — - er zieht mit allen schw^ellenden 

Händen^ 

Den Säbel • luid stürzt hervor » in eifersüchtiger Wutki 

Um beide mit Einem Streich in Karoni Nachen xa 

senden. 



•1 



1 ». . ' « • < 






Nbvrte^ Gesan«. i87 



V 



V a r i a n t e n. 



Stanze 6. 



• 



jiacli dem Vcrjrse.: »— fürfremde Sünden zn Hass en, , 
^id folgende Verse der eriten Ausgabe, einem HoraziscUeu 
Gesetze zu Folge, weggeschnitten worden. 

Der Himmel behüte die werthe, Cliristenbeit 

Und alle Welt vor Fädren und iNeron«n, 

Mede^n» Klyteranos^rAn» und. andern Standet« 

persone^ 

Von dieser Art I Sie machen uns keine gute Zeit. 

Doch , dafs man defswegen den Dichter bdschreyt* 

Ist wahre Ungerechtigkeit. 

Ist* wie Demokritus sagt» der Globus, so lang 

und so breit v 

Er ist» mit Narren bedeckt, — so lafst'un^ mit ihm 

lachen l 

Und weint ihr lieber ?. von Hersen. gern , ^o weinc4 

l^ur mutUet dem Dichter nicTit zu, euch befsre Mwr 

8i:hen zu machen 

Als wirklich Natur und Kunst sie machen zu können 

scheint. ^ . 

Dafs Thraso ein Prahler t dafs Jago ein falschhr 

- Freandf 

Orbil ein Finsterling . Tartüff ein echäridlicher 

Bube, 

Arman^de zu sehr ein Geist, Agnes^ zu sehr ein 

Thier, 

Marulla geschwitziger ist als eine Wochenstube,. 

Europa Jnpitern selbst am liebsten «in einen Stier , 



^. tKiJ»«^ 



•1 



>88 



DsH ü^.VB Abiaos«. 



Verkleidet 8ieiit» •=- viras kann der Dichter daför? 

Ja ! y\rScrt der Mann, von welchem hier 

Die Red* ist» der Mann im Monde! Dann möchtea 

' die Damen ai^f ewig . 

Mir ihre Gnaden entüehii» in einen eisernen Käfich 
Mich sperren « Gesichter .mir machen « kurz« «lies^ Er* 

sinnliche mir 

Zu Leide thuni — Denn wer zu dichten sich et* 

kahnet 

Was unsern gebietenden Frauen präjudizieren iann, 

Ich sag^ es laut , der ist kein hübscher Mann. 

Und hat das ärgste « was Frauen uns drohen können» . 

verdienet. 

Stanze 19. 
In Girten » bey deren Anblick der liungrigste Poet 
Das Unglück hätte« die Mahlzeit, zti vergessen» 
Zu der il^n sein hoher Gönner, der Midas Nasidiei^ 
Aus schvildigekn Dank lür eine Ode gebeten,' 
Worin Perikles und Mäcen 
Und Colbert die £hte haben dem Midai nachstt^^« 



treten, u. •• w. 



-m 



Stanze 24, 

«ach den Worten: Du' Ärmste, für deine ]^uh* hast' 

du bereits zu viel gesehen! . '. 

„Fiat jttstitia! •— ^nd sollte das M'enschengel 

\ schlecht* 

Zu Grunde gehn und keiner übrig bleiben , 

Der an die Wand pifst!** — Nun, so weit die Sache« 

f zu treiben» 

Gestrenge Herren und Freunde vom s t; r il^ c e n R e c\l% 



< ^ j 



1. 



jDiefs m^cht« Schwierigkeiten linden. 

Doch, zum Beweise daft wir gehörig empfinden« 

Wie sehr iuib Mentchlichleit und Sansus conimunit yexm 

binden ' 

Gerecht^ zu teyn» soll auch X wiewohl wir sie 

Nicht lieben ) SchattulHösen ihr volles Recht geschehen. 

Wir sagen demnach: sie hatte, bezaubert durch die, 

Magie 

Der Nengier, Ein mahl nur den Helden angese- 
hen, u. ». w. 



A n m e r k ü n g e ;pi. 



1 ) nnd war* er der Dedschial gar. 

„Dedschial oder Dadschial <8agt Herbelpt) bedeu« 
tet im Arabischen ei^ntlich ( einen lAignfiT und' Betrieger, 
in^leichen auch eiüen der nur Ein Auge und Eine Augen.. 
braue hat ; wie der Antechrist billig beschaffen seyn 
mu£^, welchen die Mahonunedaner mit diesem l^ahmen be* 
legen.'* — Sic glauben,, auf das Wort des T a m i m • a 1 • D a r i 
(eines von den Sahaba oder Gefährten Mahommeds', der 
die beschichte des Antechnsts unmittelbar aus dem Munde 
der Frofeten geschöpft zu haben versicherte) dafs dieser 
I)edschial vor dem Ende der Wcdt erscheinen luid grofsen 
Uiifug anrichten, endlich aber von Christus (der nach der 
Meinung der Moslems noch nicht gestorben ist ) bey seirier 
zweyten Zukunft werde überwunden Wenden, u. s. f. 

2) wie die Helden am Skamander. 

Homers Helden sind bekannter MafseU I^eute von grofsem 
Appetit, In den Zeiten dieses ^Dichters hat^e man noch 
xäue andere als sehr natürliche BegriSe von der irliuskäelig- 
Iceit; oder richtiges, man hatte gerade die, welche jeder* 
saaiui zu alleu Z^ten gehabt hat ; aber mau liels sich noch 



190 



D £ A n s V £ ' A ac A |> X «• 



nicht f infalleii ,, sich derselben zu, schämen. K»lehai| 
«Is und trank an Agaznemnoiil Tafel , und Uefs et, sich so 
gut schmecken als irgend ein Prälat o'^er $a)^e]^nteudeni ui\ 
der .Christenheit .: «aber es fiel i&üi nicht ein, «ufserhaib 4cr 
Tafel auf die Vergnügungen der Zunge und des Gaumens 
zu schimpfen. Theorie und Fi^axis >var damahls einerleTi 
denn die Leute teuer Zeit -waren rohe einfältige Leute, m\ 
konnten lioch keine Distinkziouen machen. 

-5) ein alter ForfyHtt u^ i. f. 

Die neuem Flatonike* .von der Alexandrinischen/ Sch^ 
( tinter welchen Pprfyrius einen grofsen 14 ahmen hi^; 
und deren schwärmerische. Theosofie, im sechzehnten Jäbl^^ 
hundert, unter ändern, aitch von unserm heriUimten BeucIr^J 
lin oder Kapnio wieder aufgewärmt w^urde) waren {^ 
waltige^ Geisterseher. Die u n s i p h t b ar e W e 1 1 war ihWj 
ungleich bekannter als die sichtbare » in welcher sie idbncf 
Fremdlinge blieben. Sie klasdifizierten die Geister so zuvcF'' 
sichtlich^ als liinueüs die Pflanzen tutd^Thiere, wiescs 
einer jeden Gattung üire Vcrrichtuugdu au, tind schriebt»* 
die Mittel tind Wege vor, wie mau mit ihnen in Gemein; ,| 
sdhaft treten , und sie sich sogar unterwürfig mpichen könnfc 
Der Satz , Üafs ein jeder Mensch seineu eigenen Dämon bab^ 
machte einen wesentlichen Punkt ihrer Dogmatik aus. 

. 4) die Feinde der Kalbktgattkie» 

d. i. der Tugend, die, nach der Sokrstisch«n VorBteUiulJi' 
art, in habitueller Verbindung des moralisch S c h ö n e n n ai 
Outen, im Innern des Menschen soatoM ala in tmatf] 
ätiXserlidien Thutt uiid liasseu, besteht. ^ 



lO I ■ I «MI II i 



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jblBi^i 5, E ü, p A 91 A I> 1,U - 191 



ZEHNTER 6 £ 9 A K p. 



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Hoffnung, der weise Merlin, der ungern Heldexi 

' ijchützt, 

erd* in der bringenden NotS, -virorin wit im neun« 

'- .'•' ■f** '- ' -ten Oesange '^ .--J 

* ■ ■ • "i ■ ' , . ■ 

Dl liefsen, das Beste thuii, kehren wir itzt 

. Di n d o n e 1 1 e n zürAck, 'diel iioch in der Höhle sitzt» 

cht weyüg erstaunt , warum ihr Ritter so lange 

y seinem Getfchäfte verweilt. \Noch immer donnert 
« ' * ^* und bKtzt 

irv WolkentliÜrmer Zevs » und ach! so ttn)>es6hflt2t 

[t Stunde'; worin die Geister auf Abenteuer gehen» 

i ödesten Walde verlassen sich zu sehen, / 

etwas war ihr noch 'liie in ihrem Leben geschehen« 



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dessen t da klein Hitter kömiheh will» 

in Geist sich sehen läfst, und alles wieder still 

I Himmel wird, beginnt sie sich zu fassen, 

id denkt :* £r fiel wie aus dem Mond herab, 

$t da ich miek dem Faun auf Gnad^ und Ungnad^ ergab l 

er^hätte von Karamellen sich damahls träumen las&en ? 

tr Zufall kann mir ja wohl noch einmahl günstig Seya 

id einen andern in diesen Wald verj^hlagen ; 

tf Regen folgt gewöhnlich Sonnenschein', 

id moxs^ ^^ A^^^ ®^^ ^^g' F%S' lueiiie.Amme zu. 

. : sagen, ^v 



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D s a H £ U B A' Sf A 9 I ik 



Was aucli clie filoftofi»che Zixnit 

Entgegen haben mag (die», wie bekannt« dea Ammea 



Nie ganstig war) ich nei^no diefs Vtoiunft! i 



A 



I I 



Mit allen seinen Epigrammen 

Jid Murciam Sdgt Seneka nicht, n^hr. ij ,^j 

Sehr weitlich rafft deo^nach mein Fräulein sich 

safnroen« 

Legt ihre schöne Last • ypn Schlummerdfij 

schwer. 

Auf einen Kanapee von Moos und dürren' Blättenw 
Den l&ngSt ei|i Sturm für sie gepolstert, hin. 
ynd Aberläfst mit glücklich leichteip Sinn 
Sich'Selbu dem Schlaf »und ihre Sorgen den Glktaa» 



Und da sie noch im ersten Schliimmer lag» 

Zur Stunde, lyenn Aurora Stirn und Wangen 

Zu sohminkeu pflegt auf einen Feiertag, r 

' Kommt aus dem innersten Schlünde der Höhle wsi p'J 

gangen ;, ^ 

Ob ein Gespenst, Gnom, oder Nekromant« / 
Ist ungewifs« Ihzd hing ein langes <7ewai\d , ,. , 
y on hagern Schultern herab ; er trug ein Licht in 

Hand, ^ 

Auch schien^s als ob es gröfser mit jedem Schritte 

Das Fräulein wäre vor Angst in die. £ingeWelde 
- > ■ ' • '■' ' ''Erde' 

Gekrochen , hätte der Sohlaf den Schreck itictic 

/wandt. 



D 
B] 



V I 



_ / ; . 

!Döc1i, um je beider {e lieber teuch i»us dem Wundet 

tu helfen, 

6ö wisset : es 'vyhi kein nächtUcIies Duhstfantom, / 

Kein Dämon aus der Luft» kein unterirdischer Gaom» 

Viel weniger einer Vpn Obetohs lieblichen Elfen. 

£• war ein Wesen ünstex Art» 

Von Fleisch u|id Bein, trug einen langen tlart. 

Und Haare» die fibel gekämmt ihm nm die JLendeit 
. schlugen, ^ 

Gerade so ^ wie man in alten Büchern liest, " 

Dab auf dem^ Kaukasus einst sich Seiüke» gleichen ttttgeni 

Mit Einem Worte, der Mann war ein. Gynlnos^• 
; list. ß) 



■ 6. 

Sein Daseyti ganz dem ^mverwandten Beschjineii 
tTon deiii was ist, nach I^lato — • oder, i\ach Fo 
Von dem was nicht ist, 3) sU w^hen,und allen Um* 

(Gift für jiio Weisheit!) iiuf ewig tu meiden, entfloh 

l>er £hrenihähh bereits im Morgen deiner Jugend 

In diese Gruft ^ um in der hohen Tugend» , 

»,im Dunkein «^ nichts ^u sehti, und, weil 
; - e r g a t n i c h t s t Ji'u t, " 

Nichts böses zu tiiün,** Sich ungestört-^u üben« 

Und, unetbittlicli den tliieirischen Tr lieben, 

<Das hohe Ideal von Wahr und Schön und Gut 

/ • 

Blofs durch Abstrakzion zu lieben* 



\ 



. - ■ '\ ' ■ 



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DXKNEUE AmADIS. 



Sein Blut war gleichsam nur ein Bluc^ « 

Wie das • to Epikur den Gittern zu^eiclirieben, 4) 

Und dafs ybn Eva^s Schlangenbrut 

Je eine vermögend wäre ihm sein Gehirn zu rerich!«» 

bcn^ * 

Und irgend ein schlommemdes Fflnkcben zur FlamWi 

aufzuwehn» ' '-^f 

Eh hätte «ich der Mann des Himmele Sturz rersduk! 

«»Was wurde (so pflegt* er oft zu einem Narren za'ttF 

gen. 

Der unzertremilich von ihm in seiner Einsanikdl 

I . ' ' war, ^ - -'i 

Und den er genödiigt war sogar, < 

Gern oder ungemj beständig mit sich herum zU tragen), 



»• 



1'^ 



8- 

Was wurde aus allen dfn Sch5nen> woran die Dick 

terschaar 

Sich heischer singt, der schönen Magellone^ 

Der Schönen mit dem goldnen Haa^r, 

Der Königin Genievra, der Leda , der > H«» 

sione? 

Sieh, Lüstling, sieh den grinsenden Schädel hier« > 

Statt wallender Locken von Maden umkrochen i 

An diesem Schädel hing voll glühender Begier 

Ganz Griechenland einst; in diesen faul^^n Knoehfll, 

Zu liegen war der Wunsch, der Stolz der bidbü^^ 

Welt, 



.1 



Undii&mor selbst erhielt ihn nur um bare» Geld* ^ 



m 



I 



Z « H N r E ii G E 8 A n o. 1 195 

9- 

e» 'ekler Sybarit» da schaudetst mit '^Grauen zu* 

racke? ^ ^ 

würdigst Frynen itzt nicht einen deiner 
! . ^ Bücke? M * 

» die , zu acliön üdr jedes mindre Lobt 

nteles einst zum V^nusbild erhob?" 5) 

glaubet nicht wie hocb d^r Mensch die Nase 

por Warf» wenn er sich in diesem M e Ji i p p i s c h e n 

Ton 6) ^. 

riet » die Schönheit seyrnur eine Seifenolase: 

in lief euch der lilosofische Hase 

... ■ \ 

iieitien Gedanken mit Ossa und Pelion 7) ^ 

L mit der ganzen Welt, wie ein Kind mit der Klap« 

per, davon. ' 

m li^tt* er sich iitkrk genug geföluet 

nackte Gewimmel der Töchter des alten Ozean 

Lcfijgöltig änzusehu » und selbst Zy thereen , za 

' l|^hn,< . j • 

tm Zefyr den tcbhimvier^den Arapr an ihrem Bu* 

•en kühlet» 

ugnter Dämon i besorgt für seinen Rahüi« 

rt ihm und seinem field^nthum, 

er^s am wenigsten siob eingebildet hätte« 

M^g^i«ntbehrie Gelegeiiheit zu: 

lieht in ilirer eÖrtiarifen Ruh*. 

ürzt# doch tüfs bestürzt, die ruüde El|^dd* 

nette« 









ig6 Dea »buk Ama Ol u 

11/ ^ 

Er zittert einen ScHritf sürück 

Und hätte Uie Ijuupe beynah Yor Schrecken hSla 

Usaen. 

Doch einem Itfanne wie «r geEieint^s » sich schnell » 

^ fassen ; 

Kichtt anzustaunen ist der Weisheit Meisteritüick^ 

Er wähnt ihn täusche sein halh benebelter Blick« 

Und denkt: »»Wie bald ist ein Gespenst geteheo^^^ 

Zumahl bey falschem Lampenlicht; 

Was bildet die Fantesie aus nächtlichen DOnstettsiil 

nicht? 

Doch habt ihr Muth genug dem Geist zu JjBibc ^ 

gehen, - . - 

So bleibt von ^eluy nicht Einer stehen.** 



xfi. 

'^ Er hält dieLarop* empor und sieht niitt[cliftr£enas0i4 

Noch einraahl — Götter Iwekh ein Stack , ^m 

Organisierten Stoffs, zu eii^em Mädchen gebildet w ,1 

Auf dürres Laub gestrecjfc! Der Lampe Schein -T0^ 

güldet . J^ 

Die vollste Brust und cÄn gerundet Kni«, 

Wovon der, .Gott des Schlafs die leichte Dif^ppeits^l 

' Aus Lüsternheit ein wenig vregges^ebcttu kI 

AUmähJich schleicht der-Erainit 

Sich immer kühner lun£fii> . and fühlt knit fAtf 

^ . Schritt vi 

Sich jpehr erweckt den Ateister so eines Wtrks m^ 
^ , loben. 



' / 



Zehiit£r GstAiio. 197 

# 

tVie Psyche, die Lamp' in der bebenden Hand» 

Halb athemlos vox Schrecken und Entzucken« 

Als sie den schönsten der Götter in diesem Drachen « 

fand 

Den ihr die Schwestern gedroht, w^e Psyche vor 

r , Ämorn stand. 

Und ihn verschlang mit unersättlichen Blicken: 

S0 froh best&rzt, nur freylich nicht so schön« 

Blieb uns^ Troglodit vor Dindonetten stehn ; 

Und wer ihn dessen straft« dem würd^ es ohn^ Zwei« 

fei . 

An seinem Platze nicht besser- ergehn, 

Grofs ist der Schönheit Macht! Wir sehn*s an Mil« 

tons TeufeL 8) 



j - . ' 

Ein einziger Blick auf Eva schilfert die Pein, 

Die Furien selbst, in Satans Busen ein; 

Cr fahlt erstaunt die längst verlernten Triebe 

Des ersten.Engelsstauds , vergifst «warum er kaiht 

Ein Tropfen Wonne fliefst in seinen ewigen Gram» 

Und seine Wuth zerschmilzt in Liebe. . 

Indessen 'müssen wir doch zur Ehre des Weisen gt* 

stehnj 

Ffir einen, Mann« der gänzlich unerfahren 

In solchen Dingen war « und wohl in zwanzig Jah* 

ren 

Nichts halb so TerfdbTerif ches gesehn ^ 



198 



I>s« ^xvs Am APIS« 



15- 






Zog seine Gfmnoso&e sich ziemlicli auf «l^r SoLIin^^*! 

•■ " * . 

»•Wie? (spricht er zu sich) ich hätte das innere Wt^'j 

sen der Dinge ' 

So lange studiert und darum mich aus der Welt Tä^|v] 
I bannt. 

Und fühlte vor diesem Skelett von Sennen« Knorpdi]; 

und Knochen, 

Mit JVtuskeJn ausgestopft, n^it weifsem Ledex bespanalf^j 

IVlein feiges Herz im Busen pochen? 

Ey! schickt sich das für einen beynah entkörpertsn 

G^ist? V 

* 

Für einen Geist, der sich n^it blbfsen Ideen 

Schon zwanzig vplle Jal^re speist I 

Nein ! nimmetmehr soll diefs geschehen ! 



16. 

Ich will Qewale inir thun, braucht^s auch ein wenig 

Zeit, 

Bit meine Vernunft den Zauber der Sinne zerstrentt: 

Und meine Augen selbst die grofse Probe bestehen» :|f| 

.Sie, wie sie wirklich ist, nicht wie sie scheint« zuseh^j 

Was hälfen dir, mein guter Freund, 

Die Weisen, die dich nun schon zwanzig Jahre lehceBf 

Der Schein sey niemahls was er scheint, 1 

Und Kinder lassen sich nur ron dem was gleilst Im^ 

thören? ^ 

Es sey beschlossen! Ich will so lange vor ihr stehlt« 



Bis mir*8 gflingt nur Adern und Knorpel ^ i^ ihr vi 

•ehni« 



;l: 



« ' 



; Z'S H-$9 TE n' G 1^ 8 A R O« y'^99 

• ■ 17- ■ ■ ■ ■ 

I 

Sin kühner «VoTsatz war^t« und ihm zu Folge lehnt 

Der weise. Thor dem Mädchen gegen über 

Sich an die Wand, Und heftet, ah wollt^ er jede Fiber 

Zerlegen, auf ihren Buten, wo Anfior schlummernd 

' ' sich dehnt. 

Den anatomisciien Blick. Allein, w^s er gewähnt 

Erfolget ^nicht* Denn ach ! je länger je lieber 

Wird ,ihm der süfse Betrug ; bis siph der arme Mann 

Die Wirkung seines Versuchs nicht mehr yerbergen 

kann» 

Und, da die bessere Seele ihn Elends fliehen hciistt, 

V 

Mit aller Gewalt sich kaum dem täuschenden Zauber 

entreifset. 

Er flicht'^ „Und könnt' er fliehn?** — Welch eine 

Frage das ist ! 

JAein Herr, man ist umsonst wohl, kein Gytnnosofist: 

• Er hätte, dächtMch, die Kunst der Selbstbeherrschung 

zu lernen« 

Doch Zeit genug gehabte Noch einen einzigen Blick« 

Noch einen , den letzt^en xipch,! und einen, noch zurück 

Am Ausgang der Höhle • und nun — sich äiif ewig zu 

entfernen« 

jyei Vorsatz verdiente doch wohl noch einen Seiten« 

blick? 

Wahr ist^s« so hatte der Mann nach sein^ Vettenif 

^en Sternen, 9) 

In seinem Leben nie geguckt. Doch al^es dieft 

W^d wieder gut gemacht indem er sie yerliefs« 



209 



p X Ü « S IT X A )C A B X s« 



19, 

Kur den Entschltifst sich gana zn entfernen«. ir'efwiM 

Die MenschlichkeU ihm. Sie 'so allein £u lasset 

In diesem Gegentlreil vom ird''schen P^radiet 

Das ^rme K!ind vielleicht verschmachten ^u lassen* ^ 

War grausam. Mufs er deni^, um nicht zu Iktheä^ 

sie hi^ssen? ^ ^ 

GiebtV keinen, Mittel weg? -— Ein guter Gedanke! -^ 

Gewifs ^ 

Giebt*s einen Mi[ttelweg ! -— ^un\ Häfslichen .und sasi 

Schönen 

Lafst mit det Zeit das Auge sich gewöhnen. , 

Gewohnheit •— und Sättigung — macht in Kalypio'l 

Arni den ülyfs 

Kach seinev Alt?ii und seinen Fdsei^ sich sehnen, xo) 






i 
I • 

Ihm ekelt vor dem Aufenthalt 

Per einen Gott im Fluge haltet würde; "> 

£Ln Leben auS Freuden gewebt wird ihiti zur drdcloiK 
"^ den 3fir(^ii 

Und. unausstehlich die schöpste Nyn^&ngestalt. 
Das Schaus|)iel des schönen ]^atur . das den «o micltil; 

entzweite * 

Pev es (wie jener im Flato) zum et8t«n Mahl «^ 

blickte, A«) 

Xrgetzt den kaum^ der täglich es geniefsr« - ' 

Kattirlich mufs es ib^tn s o mit diesem Mädchen g^Mi; 

Sie, die ihm itzt gefährlich ist» ::v 

Wird er zum zeh^ntenMahl schon vielgela(kniNr4di0^ 



' V 



Z £ H n T X A 6 ^ 8 A n O* ^01 ^ 

Irlicli folgt hieraus der Sohliifs« ' ^ 

} • eh er Zdit hat zu erkranken, 

ifnach npd nach ihr Gift verlieren mufs« — 

irrte noch in diesen weipn Gedanken« 

zwischen den verwebten Rankeh« 

um den Mund der Höhle sich ziehn, '\ ■ 

Mädchen mit irrendem Tr^tt und Augen ala suchte^ 

sie ihn 

voT sich wagt. Er sieht ihr durchs Gesträuche 

gegen« und, wenn sie im Schlaf ein reitzeud Weib . 

ihm schien, 

däudit ihm» dafs ihr jetzt der Nymfen Königiii 

•weiche^ 



iewohl, die Wahrheit zu sagen« die Grazien eben 

nicht viel ^ 

r Dindotletten gethan» so gab ihr docn das Spiel 

s Windes mit ihren Haaren, und ihre nymfenh'aft« / 

Üeidung« ihr watschelnder Gang, und kurz der 

ganze Ton 

d unbedeutende Ausdruck von ihrer? runden Person, 

L weifs nicht was « worin sich einer leicht V6r* 

gaffto- 

it ihrem AbenteuV mit d^m Faune hatte fär sie > 
[i ^bel gekämmter Mann mit Katzenfellen behangefi 
chts sehr Erschreckendes mehr; denn ihre Faintasie 
tat ziichu dabey. Der Mann kam auf sie zugegan- . 

gen. 









lOZ 



Der !9 e u e A m a s I 8. 



'^3* * ' ^ 

'i 
«,Gat! denkt sie, wenigstens i8t> ein Wesen .ipeiiier ; 

Was kdmmert mich sein Katzenfell^ sein Bart? j 

OewifsHch wird er mich zu essen nicht ▼erlangim.'! 

War' es ein hübscher Herr mit feinen glatten 'Wangw 

Gewesen « so hätte sie auch sich nipht darüber be* 

trübt; 

Indessen nimmt sie ihn so gut der Wald ihn giebt. a 

Und nun erhob sich zwischen ihnen. 

Ein» onderbare^ Gespräch» woxpitWir dem Lesern 

dienen 

Geneigt sind« wenn wir vorher die Musen« nadi ; 

Gebuhr, 

Zu Hülfe gerufen haben. — So höret ipich dem» 

o. ihr. 



2/\. 



\ 



ih 



Ihr Musen, denen im Himmel, auf Erden 
Und in der fabelhaften Nacht 3 

Der Schatten von allem was war und ist und eiiHtj* 

soll werden. 

Nichts unbekannt isr; die ihr so manche Schlacht 

Von Göttern und (Menschen gefochten am Skamand^l 

Und alles -y^s (Menschen und Götter unter^ einander . : 

i Gesprochen, und was sie bey Tag und bey Nacht .^\ 

'Gedacht «geträumt, vollbracht und nibht vollbradbt; j. 

Dem alten ganger am Mäander, .0-' 

Der arm und blind sich sang und Popen reich gf 

macht« ^ 



\ 



Z E H 9 T £ A G B 5 A 19 •• 20^ 

Za oBteitbaren gexuHtet — denn , wäret Ihr nicht ge- 

"vresen. 

TVo wflrden wir -wohl die schönen Gespräche lesen 
Die Ritter. Achilles mit seinen Pferden hielt, 13D 
7nd alle die feinen Dinge Tiramit der • Wolkentrei- 

srhitzt vom Gezanke der himmlischen Weiber, 

3ie göttliche Galle xuWeilen sich, kühlt? — 

>agt an, ihr Musen, was sprach ,die Tochter Bambo^s, 

die Eunde, 

Und welche Antwort erth^ilte der Trogtodite daire^uf ? 

i,Sie schöpfen Luft, mein Herr, in dieser Morgen-^ 

stunde?" — 

Und Sie Madam , stehn mit Auroren auf? - 



^ 25. , ' 

An einer Dame ist diefs was> Seltnes! ,— > „Morgen-* 

stunde 

'Hat, 'sagt das Sprichwort, Gold im Munde; 

Wiewohl, die Wglirheit frey zu gestehn, 

Kie meine Sache war sehr zeitig aufzustehn/*^ ^ 

Uns andre, mein Fräulein, die ,nach den Sterne^ s^hn» 

Keifst sonst gewöhnlich der Tag zu Bette gchn. 

,9Sie sehen also nach den Sternen? , 

Und, wenn man fragen äarf, was sehen, Sie d^n 

da?" 

Sehr viel, Madam, sehr viel ist da zu lernen; ' 

Wir sehn dort was geschiebt, geschehn wu:d, updr 

geschah. 



/ \ 



do4 



Dbk'nrvs AXADIt. 

«7- 



Durch der Gestirne all mögende Influenzen 

Erstreckt sich die Macht der Söhne der heil^gai 

Theurgie, 

Per weisen^ Meistert* bii an die äuCsersten Grc» 

sen 

Ton beiden Wehen. Tn Luft und Ozean 

Und in der Erde sind uns die Geister unterthan; 

Wir herrschen unheschrankt in jedem Elemente. 

Gednikenflügel sind mcht so/geschwind 

Als ich dieTs alles« 'wovon umgeben -wir sind« 

Wenn ein gewisser Stern mir seinen Einflnfs gönntei 

In klares Gold verwandeln könnte. 



«8- , 

Ein diamantner Palast mit Marmor inkrastiert ^4) 

Erhöbe sich, aus diesem öden Sande 

In einem Augenblick bis in die Wolken geführt. 

Und ringsum sollten in Flo^rens reichstem Gewände 

Die Gärten der Hesperiden, wie Paradiese» bluhn« 

Der Weise, dem die Natur zu ihrem Magazin 

Den Schlüssel gab» thut diefs und gröfsre Sachen 

In ei&em Augenwink. — „Das war* erstaimlic&i 

> spricht " 

Das Fräulein, und sieht dem Mann* erwartend itf 

^ Gesicht; 

Darf man Sie bitten, die Probe gleich auf de» Scdi 

zu machen?** 



/■ , 



\ I Z £ fi K T £ & G £ i J^ 9 «• . 105 

I» vtixtetzt der neue Trismegiit, 

>hl es Kleinigkeit für meines gleichen ist» 

ts ich doch um etwss Aufschub bitten. 

aShert sich bereits mit immer st&rkern Schritt- 

.-:■• ... ^ •- /■ .-len ^_ ■ . ^. 

otse Werk dem Ptuät der Zeitigungi 

* 

^erk» /worüber ich schon zwanzig Jähre Wache« 

badet in Morgenro^h.&ichder grftne kad» 

m e is c h e Jl^ r a ch e. 15) 

na es ihn £ahm..su machen Dianent 

Tauben gelung; 

aig Tagen , Tielleicht in wenigen Stunden. 

ihres astralischen Sohn* das mystisciv« 

Weib entbunden! 



SO. , V 

... _ . . , . 

eser greise Moment sich jeinmahl eingestellt, 

ui, Madam, ist unser die Welt! 

achen Sie ja , mein Herr , dafs alles Je bälder je 
, . lieber 

inde kommt! Ich brenne vor Ungeduld." 

ibgt nicht minder; auch wir* es längst vorftliier» 

ufschub ist nicht meine Schuld; 

mstand h&lt mich auff^isin Umstand, den ich 

inimer 

>ens gesucht. Vielleicht Ijat ^i^se Nacht 

luiyerhofft ans Ziel, gebucht ; 

länzt in Ihren Augen ein stärker Hoffnungs«^ 
^ . < Schimmer, 



fto6 



D E n ^ n B U E A K A B I •« 



31 



• % 



»' 



Jn meineii Augen? wie tö?**.-^ Gedaldl lUid k<Sm 
-. - ^ Sie an i 

Wie Hermes in seiBem Buch vom Steine^ 

so kann 

Ilat £ r o f i e Werk allein durch einen reinen MaUi 

Der nie von^ Aniorf Fackel brannte»^ 

Und eine Jungfrau» die noch kein Manit edkannte, .j 

Zu 5tande< koihmen. Sie eeh^ die Sch^vierigkeit 

' ]Diefs Paar zu finden; xnan reisete weit und breit 

Und suchte vergebens. Üoch fänd^ es sicli'endlidiiMi 

müssen 

Sie beide bey mitternUchtlicher Zeic ' 

In' eine Grotte sich verschHefsen» 



32- ' 

Und« während der .Vogel der Sonne in ihia 

Flammen reift» 

ßich ansehn » stumm und kalt, ohn* alle sinn^che Re*^ 

6»^ög, 

Wie Geistei;» welche bereits den ]^5rper abge8treifti.(j 

Denn nur die allerkleinite Bewegung» ' V^ 

Der kleinste Versuch»' den Raum» der sie» dief>| 

Schritte^ weit» ll 

Entfernt » . zu verkürzen , • die kleinste Lüsternheitf 

Wär^s auch niir mit ddn Fingerspitzen 

Sich anzurühren» erschreckt/ verjagt, zeritt«iit ^ 

Die reinen s o 1 a r i s c h e n G ef i s t e r » did'um den 

' ,^gfil sitzen .. : 'V 

[Jnd seine hermetische Glttth mit ihren^Flfigelh erhittev* f I 



Nv 



.\ ' ' ' ■ 

2 's u n T E R G £ s A n o. S07 

33- 

:, zeigte sich nur ein GlimmeT von Begier, 

lang* im Er^ae wir stehn und unverwandt ein« 
^ ander 

achten) worüber ein ekler Salainander 

Nase rfinipfen könnte, weg ist mein Elixier! 

elbst die HoEnung ist' hin, den Fehler gut ztt 

machen. ' 

in Herr, Sie sagen mir da sehr wunderbare Sachen, 

setsst di« Schöne) indessen, wofern Sie nichts vdazil 

eine Jungfer bedürfen, die ohne böse Lüste 

1 Jahre, wofern Sie wollen, so kalt wie eine Büste 

azuschaun sich getraut» so leben Sie immer in Riih^'! 

S4-. 

Jungfer, mein Herr» bin ich!" —.[So bin ich 

/ - glücklich , erwiedert 

weise Mann; denn ich, der seit dem zwanzigsten 

Jahr 

Theil bekämpfe^ der mich den Thieren des Fel- 
des verbrüdert, *- 

ihn zu dämpfen schon längst so glücklich wart ' 

jenseits der Sterne weit mehr als diesseits der Son* 

nenbahn lebe, 

bin wohl Aicht zu stolz, wenn ich für das micjbi 

in noch gröfserer Seelengefahr 

lokrates einst an Frynens Seite war. 

diese Nacht demnach! — ,Jch wollte, rief Dindo- 

nette,, 

Sonne ginge logldch in dieser Minute zu Bette.^* 



. & . 

208 Der r b u b A m a d i t^ 

Intwiichdn thAt der Mann sein MögUelisteft bis i 

* ' hin ^ , 

Dal Fräulein zu unterhalten» und baute die prichti 

aten Schlösser 
Mit Hülfe des Steins, wovon er in. seinem Sinn 
3chon Meister war. Doch» ob ihr desto besser 
Die Wurteln und Haselnüsse gQichmeckt, 
I^Vomit er gastfrey ihr die Mittagstafel deckt, 

Ist zweifelha,ft ; wiewohl- er, die Mahlzeit nacbij 

bessern, 

|n seinen dereinst zu erbauenden Schlössern 

Avii Kosten der |;uten Fee Mab 

Ein wahres Göttermahl ihr gab. 

Auch spart er den Athoxi nicht, der rundesten all« 

Seelen * 
Die. edle hermetische Zunft un^ .die Filosofie 
Der Weisen am Nil und Oxus zu empfehlen. 

Es war dem Fräulein sie. höre den blauen Bart« 

. zählen; 

Auch schlief sie endlich so sanft, als da die jLoa^ 

sie 

• • , ■ •■ ^ 

^Koch wiegte» darüber ein. Durch dieses Mittclyc^ 
' strichen 

.Zwey Drittel vom' Tage sie wufste selbst nicht wüb^ 

Und endlich kommt die Nacht heran geschlicheSi ^ 

Worin das Werk, dem sie erwartungsvoll' \ 

Entgegen sieht» vollendet Werden soU« j 



. *f. '* 



,. Z E H VH.T 2Jft G B 8 A n O. 200 

' 37. 

•n steht mit iliegendein Haar um ihren weifsen 

Nacken 

Tochter Baoibo^s im ^Kteise ; schon bkcen aus toI- 

"' len Backen 

Sonnengeister in die Ghith — '> 

in « weil unsern Helden und seine Dafne der Wuth 

prüden Boreas ndch ausgesetzt zu sehen 

CJdxuh* macht, so mag das Fräulein wohlgemutJi 

Schutz der solarischen Geister noch eine Weile 

stehen r 

r werden su recliter Zeif schon wieder nach ihr 
" sehen. 

t eilen wir » • Schatutliösen und .unsern Paladin 

einem der kitziichsten Händel; wo möglich» her* 

aus zu ziehn. ' 



{ • i- ■ 



ßmtm 



I 1 ^ . 



V 



^xxXiJ.vx>8 Schriften, VF,M, 



n 



7- t| 



110 



D&B IIEUE AlCASXa« 



A n m e r 



u n 



S 



c n. 



1 ) Mit allen seinen Epigrammen ad MarctaSk -~ y 

S. Senek.a*s Trostschrift an Marcia, eiile vornehse 
mische Dame, wegen eines ver dienst vt>llen Sohnes, de 
Tod sie schon drey Jahte bevreiiit hatte. Auch mtibte 
Schmerz in der That schon erschöpft 8e3m, lun durch sol 
locos communest in einem so gezierten Vortrage, g< 
au -weisen. 



ft) det Mann War ein Gymno^olut. 

Pie 03nnnosofisten oder-i^ackten Weisen sollen eine 
von filosofischen Orde^ unter den alten ludiem geweice. 
seyn, deren Griuidsatze luid Lebensweise mit deuen, die «rt. 
J. J. Rousseau in seinem Dircours sur V inegcUue wgi^. 
set , viele Aluilichkeit gehabt zu haben scheinen. Die «Dff 
führlichsten Nachrichten von ihnen geben uxk Stribo^ 
Filostratus und Potfyrius, von welcheu die beid^ 
letztem (, wiewohl sonst grofse Freunde des^Wunderluureill 
sichi auf den Bardanes und Onesikr a tus , als 
zeugen, berufen. Das Ansehen eines Filostratus ist Ha ciffltt 
Oeschichtschreiber nichts : aber es ist mehr als hinlingli^ 
die Dichtimgeiv eines komischen Poeten zu unterstätiea« 
"Wenigstens scheint luiser Dichter von dem hohen und 
natürlichen Begriffe , den dieser Sofist in sedier iLegei 
vom Apollouii^s von d<^n Gymno»ofisteu giebt» Q04 
genheit genommen zu haben, ihn zu einem theosoi 
Schwärmer und eingebildeten Kandidaten ' des groÜB«! 
heimnisses der hermetischen Filosofie, det 
der Weisen , zu macheu. Wie übrigens dieser Gymüösoili^J 
von den Ufern des Ganges in eine Höhle ^es Berges AtUi 
Afrika gekommen sey , möchte wohl ohne HtUf e der 
sehen Fre^^ieit nicht zu erklären seyn ; wiewohl die 
auch von äthiopischen Gymnosofisten sp^rechen j 
Schiller er vielleicht gewesen seyn konnte. 



* * 



3) Von dem was ut u. •• w« ' 

Knr das w^as wahrhaftig ist, verdient, nach PUt^J 
und J. M. L e 9 u i n i o« die Aufmerksainkeit des Weisen, i||4i 



.er 






Z]ftHIiTtf]lGB8AKO* £11. 

cUtin stimmen wit ihnen htf\ mit dem- einsig^ext VoTt>elialt9 
dai^ sie uii« i>rlaftWn, uns zuweilen afiich an dem -\Vas uur 
• o scheint ^zw erliwtigen; eine Ergotzlichkeit , die iint 
<der erstere lim so weiligeT- versagen kann, da er sie sogar 
^.en Bewohnern der. überhimmlischen Gegenden 
asugeste^t. Die Filosofle des in Ostindien, Siam, China, ii. s. w. 
lioch verehrten Fo oder Fo^c, wiewohl sie mit der plato- 
jüschen vielleicht näher verwandt ist , scheint , btichstählich 
gei^ommeii , gerade das Gegeutheil von ihr ^ denn eines sei« ' 
Aer geheimen Dogmen soU gewesen seyn: „Die höchste 
Vollkommenheit und Seligkeit ^ bestelle in der Vereinigung 
-mit dem Iie,eren» aus welchem alles entstanden «ey, und 
in weiches sich alles wieder verliere. " 

4) Wie da8»>fio £pikur den Göttern zugeschrieben.« 

i,Die GötteX' haben einen m^ischlichen Leib , sagt i-^iikur, 
' 4ber nur gleichsam einen Leib, und das Blut, das darin 
, jsirkuliert , ist nur gleichsam ein Blut." Ciceffi da Nm 

5) zum Venusbild erhob« 

XyieTs versichert uns wenigstens Athenäus) wiewohl in 
Aer Abhandlung über die Ideale der Alten einige 
alicht ganz unerhebliche Zweifel dagegen yorkonunen. 

* ^ ' ♦ 

< 6} in dissfem Menippistheil Ton« 

^as heroische BUsonnement,,' das in den votgchenden Ver« 
<ei» dem Gymnosofisten in den Miuid gelegt wird , gehörte 
eigentlich dem Lucian zu, der im^ igten seiner I'odtcnge* 
spräche seinem Giinstling Menippus die Ehre davon gicbt« 
( S. soo im 2£weyteu Bände der Übersetzung von Luciaju samtU"' 
iihea Werken*) 

*f) mit OsSft und t^elion^ 

. So hiei[sen die zwey thessalischen fierge. Welche die neun« 
' j'älirigen Riesen O t u s tmd üfialtes aus ihren öitzeu ris- 
sen, tun sie aui den Olymp zu wälzen, und solcher Gestalt 
den Sitz der Götter zu ersteigen^ Homer Odyss. XI. und 
Ij u c i a n 8 \Verke , atet Band 6. 167« 

g) Wir^söben^s an Miltons Teufel« 

d. Pa^radise Lost, B. IV. v, 558» ti. h Der Wäbrheit «Ut 
Steiier iRüftsen wir sages^dalk unser Dichter sioh einige Fref- 



V 



212 D £ H If £ IT B A M A D X •• 

heit mit dem guten Milton k.eTausmmmt , und ^venf Schön- 
heit arllein zuschreibt, wag 4)ey diesem die 'Wirkuug dft 
ersten Eindrucks ist , den die Schönheit und Unfscbuld 
der'beiden ersten Menschen auf den gefallneu Erzeug 
macht. 

9) nacli seinen Vettern, den Sternen -« 

Kach ,der hermetischen und zoroastrischen Filosofie sind 
iittsre Seelen mit den Sternen verwandt; beide sind gött* 
liehen X^eschlechts. 

10) Nacli seiner-AIten — 
Ad vetulam tarnen Ute suam -proper ahat eie, < 

\ V • 

11 ) Det einen Oott im Fluge halten würden 

Mit diesem Zuge vollendet Homer sein zauberisches 6€- 
mählde Toh der Insel mid Grotte der Kalypso im fiuiftea 
Oesang der Odyssee. 

12) wie jener im Plato, "jl 

Eine Anspielung auf die berühmte allegorische Barstellims 
des Zustandes der menschlichen Seele , so lange sie unter der 
Herrschaft der Sinnen steht, In Vergleichiuig mit dem, da 
sie zum Anschauen des imelleiCtuellen \\^iren gelaxigt} /ia 
Anfange des 7ten Buchs der A^publik Flatous. 

15) Die Ritter Ac|iilles mit seinen Pferden hielt« 

Madam Dacicr findet ihren geliebten Homer auch in die* 
8er Erdichtung bewundems-würdig. „ Die "Weisheit ist 
ungemein, sagt sie,' mit der er dieses tVundör vorbereitet 
TUid behandelt hat. Denn. 1) sind dies^ Pferde von un- 
sterblicher Abkunft, unßL haben s ) schon-den Tod des 
Panroklus beweint, mithin bereits . Proben ihres Gefühls 
und Verstandes abgelegt; 3> thut ihnen die (Göttin Juno dea 
Mund auf|4)hatte der W^idder des Fryxus, einer al- 
ten Sage zu Folge, auch gesprochen; 5) konnte Homer gar 
wohl von dem Wunder mkBileams £ s e 1 i n gehört ha- 
ben, welcher der Herr den Mund aufthat, dafs sie geschei- 
der mit dem Profeten sprach, als er ihr antwortete; und 
6) kommt dem Vater der Difchter die Autorität cihes grofsen 
Gcschichtschr eibers , des Titus JLivius, zu Sutten, der 
(sogar etliche Jahrh^underie später) erzahlt» dafs vor der un* 



\ f 

> Z S H N T SR G E t A X9 a« . 'S>5 

' ■ II m - 

% 

glücklichen Schlacht bey Kai^nä ""ein Ochs ausgerufen habe : 
Roma cavel** — « Alle diese «tattlichen Gründe überzeugen 
den kalten und geg^n die Frau Dacicr ein w^enig erbitterten 
P.ope so wenig, da£ß er es vfeliaehr ganz ungereimt findet, 
erwas Ungereimtes mit Vcrnuuftgründcn rechtfertigen zu 
-wollen^ „ Die Zeiten , auf w^elche man sich defshalb beruft^ 
iagt e%, Waren wundervolle leiten} das Volk hatte 
einen allgemeinen Geschmack an Wundem und Zeichen» 
und wie könnt* es ande'rs seyn? Poeten und Priester unter- 
Jbielten ' diesen Ges^mack. ** — Biefs sey- alles, meint, er, 
Yiras man von der Sache sagen können und im Grunde be« 
darf Homer atich keiner andern Rechtfertigung, zümahl da 
vielleicht kein Volk in der Weit ist, das nicht eine my- 
thische Zeit gehabt hätte , worin Thiere sprachen« 

14) Ein diamantner Palast, mit Marmor inkrustieiti»\ 

8 o w^ill Stütan Schach Baham den Palast haben > w^orin 
der König Straufs den König von Tinzülk bewijthet. 
' Quire qu*ll sera admirahle de heauce, sagt er, c'est qu*il 
aura encore Vauant/cige de ne reuefnbler U auciin de ceux 
qu*on, naus et donnes jusquHci, et que votre -Conte en serct 
Tfiille fois plus iiueressa/u. Oh.' poiir les Palais, ja puu 
dire Sans me vanter, que J*ai un gout unique. Ah quct 
Conte! part. III» • 

15) ScUon badet iii Moigenroth sich der grüne kad« 

meitfche Qrache» u. s. w« 

Ohne- uns in eine, für die Profanen doch immer unzuläng. 
lichfe Erklärung dieser vier viel bedeutenden Verse 
und andrer in diesem Gesänge vorkommender Dunkelheiten 
einzulassen, begniigen wir uns den Liebhabern der 
hermetischen Filosofie ins Ohr zii sagend dafs fiiur 
denjenigen , der Augen zum Sehen bat , der kiirzeste Weg, 
das grofse Werk der Weise ir ( welches der d r e y- 
mahl gröfste Hermes in seiner sm|Tagdnen Ta- 
fel in mehr als ägyptische Finsternifs eingehidlt zu haben 
scheint) glücklich zu Stande zu bringen, in diesem Gelange 
fio deutlich angezeigt ist, dafs «ie^ von dem Augenblick 
an, da sie in den Innern Sinn desselben eingedrungen 
' sind, alle die verworrenen und (wie die leidige Erfahrung 
geWhrt hat) so leicht in gefährliche Irrg'ängr verleite^iden 
Vorschriften des Königs Geber, des H a y m ü u d L. u 1 1 u s, 
des groüsen Aureoliis' Filippus Th« ofras tus 4>om. 
Castus Pavacelsus von Hohenheim, und einer 



S14 D E.R V m n % A M A x> I ft. 

Menge anderer Adepten völlig entbehren,. Und gleichwohl 
versichert sejn köniiefi , dafs sie von diesem grolseit Ge' 
heimnir« eben so viel wiesen , als besagter König Geber , ja 
der Köui^ Saloibo selbst. Doch tragen wir kein Bedeiu 
ken zu ge,8tehon, dafs derjenige, der den beriihmten Siegel- 
ring des leiztem in seine Geivalt bekommen könnte, sidi 
auch ohne den Stein und die solarische (Quintessenz sehr 
wohl befinden wi'ird^, indem der blofoe Besitz diesem TaliS* 
mans aller Talismanen sogar einem Frofanezi unumsohiib[&te 
Gewalt über alle Elemente und Geister giebt : wie niemaiu, 
den unbekannt 8e3m wird , der die A^rabischen und 
Persischen Mährchen mt gehöriger Aulmerksaii^r 
i^le^en hat, ^ 



•^».«ilMMMIMaMaaMMMM^ 



' \ 



I 

t 



1} y m V M V B. A IC A x> I •• di5 

£ I. li F T E R G £ S A 1^ G. 

• -i— -.^-. ' • ^ 

iclus ist mir mehr verbafst, lU einen pichter sü 

sehen» 
!r seine Allgewalt ^ ur^rausamkeit mifsbraucht. 
n^nne sich» wenn er will, den Schöpfer seiner 

• Ideen» 
id ibdre die Rechte, die 'wir dem Ti t a n zugestehen« 
r einst den Einfall gehabt, aus Le^m in Wasser 

^^ getaucht 

i Mittelding von Gott und Thier pi drehen» 
d ihm nur eben so viel von Serie eingehaueht 
. man» um gut xu seyn». ±ur höchsten Nothdiirlt 

braucht; 
n 8ag\ es stand bey ihm» sie wie er wollte zu 

schaffen» 

Helden oder Thersiten» zu Weisen oder Lauen: 

t TTohtr Doch wifst» Wer allles» was er kann« 
aubt sich hält ; wer » wenn kein äulsres Gesetz ihn 

bindet» ^ 

: Güte grofses Gesetz in seinem Herzen niohc 

findet» 
I wär^ er Kaiser im Mond » mir ist er ein Tyrann ! 
Jiasse den Dichter — er würde anf einem Thron« 
Nero seyn — den unser Leiden ergetzt» 
r» biofs, sich uns als Meister vom tragischen Tono . 
zeigen» seine Geschöpfe aus Jammer in Jammer 

Tersetzt» V 

1 dafe wir » sie leiden zu sehn , uns desto empfin 
, lieber grämen» 

;h alle Mühe sich giebt» uns für sie ein^ 




2l6 



D S II K B V S A M A 1> 1 f • 



per sein Gehirn ertcYiÖpft« um sie, durch eine Keth!' 

Von unerhörten. Fährlichkeiten 

Zu Wasser und Land, ins Verderben zu leiten; 

Durch Räiiber in wüsted Sci^össern, Algierische Skll*J 

verey, , 

Pest, Hungersiioth. Gefahr yoti wilden Leuten 

Gefressen» oder von Heiden mit vielen Feierlichkeit^ 

Dem Drachen geopf ert-'za werden ; drauf in der Bo* 

barey 

Aus einem Fenster (su dem auf seidenen Stocken 

Sein Held im Taumel verliebter Schwärmerey 

IßropoT stieg, der Minne Frucht airf glühenden Lippei | 

XU pflücken ) ^ 



Durch einen gewaltigen Sprung, der Wutli 

Des Bassa, der hier wie ein kleiner Sultan haaset 

Und dessen Säbel ihm schon um beide Ohren sauislf 

Entfliehend, den Kopf zu unterst sich in die schiir 

mende Flut 

Des lybisqhen Mtexts zu stürzen , die ihn gar unsanft 

wieget, 

Bi^, da er nicht mehr kann und just 

Sein lefztes in manus spricht, ein Boot zu HölTiluB 

flieget. 

^uf efnmahl findet er hier sich an der liebenden Biafli 

Für die er das alles seit langen sieben Jahren 

Erlitten, um 'derentwillen er Länder luui Meere durch» 

fahren ; 



Denn karz, der Kapitän , ein rosenwangiger Held, 
Ist — seine Pr^Eessin selbst ; die seit der letzten Schei* 

düng 
Durch tausend Gefahren^, \y-orin sie die halbe Weh 
Zu, sehen bekam , zuletzt in dieser Verkleidung 
So glücklich geweseri, der Favorit - Sultane 
Des Kaisers zu Fez zu gefallen, viel Gold und eine 

^ " Tartane, ^ ^ 

Um heimlich zu fliehen, von ihr empfangen, und so 

fort. ' ^ 

Nun glaubt ihr die Prüfung»] ahre der a^men verlieb- 
ten Sieelen 
Vorüber, da günstige Winde sie dem erwünschten Port 
So nahe gebracht % dafs nur npch sieben Meilen feUen. 

'' Nichts minder ! Ein neuer Sturm , dergleichen, seit die 

Welt 
In Angeln geht, noch nie erwandert worden. 
Zersplittert ihr öchifl, und treibt — Ihn durchs den 

grofsen Belt 
Nach Neu - Guinea »Sie von Quito zu den Horde» 
Am Tanais. So irren die Kreuz und die Quer - 
Durch alle Zonen der Erde die Armen hin und her. 

Bis« da sie wohl hundertraahl gestäupt, vergiftet, ins 

Meen 
Geworf eUf erstochbn , gehängt , ja][gar beschnitten wor« 

den. 

Nach sieben entsetzlichen Jahren der ausgemergelte 

Tfopf ' 

-Von einem Helden — sein Liebchen, mit abgezogen 
^ ' «cm Schopf» — 






9^8 



Der 9 b u b A h a j> % $• 



Aln 'Orontario - See — g,e b r a t Vn wieder findee ; & ) 

Nur halb gebraten zwar, damit der arme Mann, 

Zu dessen Verfolgung sich Himmel mit Hölle verbio* 

det. 

Von ihr t und sie yon ihm » noch Abschied nehmen 
^ kann* 

Nun sag* ich förmlich und erkläre: 

Wenn ich Kliramolin de^ drey Arabien wäre, a) 

Und ein romantischer Wüthrich dieser Art, 

Ein solcher Tausendkünstler in neuen Seelenqualeni 

Beträte mein öebiet, bey des Profeten Bart! 

Er sollte mir theuer für alles diefs bezahlen! 



8. 

Doch , nun besinn* icd mich erst , wie lang* ein schuUt- 

'' loses Paar 

Auf mei^e Hälfe schon wartet , das in der JLebensge* 

fahr. 

Worin es schwebt, ich länger nicht stecken lasten 

" wollte 

Und wenn ich das Land Dorado dadurch gewinneA 

sollte. 3 ) 

Denn in dem zehnten Theile von einem Pulsschla» raabt 

Don Boreas, der Gift und Flammen schnaubt« 

Mit seinem breiten krummen Säbel ' 

Der Schönen einen Verehrer , der wie ein Ätna brenne» 

Und macht unglücklicher Weise den Amadis zam 

' Fragment, 

Tn solchen Fällen hilft Homer durck einen Nebel ; 



l ' 



> dB z L V t £ R G s V A IV' e. S19 

9. 

'h einen Nebel , der zwitchen den Feind nnd ävA 

Helden^ sich stellt : 

n )>ey einem Helden, der just zu Boden falle« 

int dieses Mittel » wozu er unentbehrlich ' 

Füfse bri^ucht , ein wenig zu gefährlich ; 

L stellen' wir, nach Horaz, nicht, gerd Müschi* 

nen an, 

Zufali oder Witz den Knoten lösen kann. 

also je bälder je lieber auo diesem Handel zu kom- 
men, " 

bisset: es hatte der Neger, der hier als Jlerr 

befahl, 

seiner Gesellschaft aus einem Gartensahl 

i aufgehobener Tafel den Weg hieher genommen. 

10. 

n trat er in den grünen Gang, 

an die Terrasse führte, -wo Amadis kaum noch 

ge'stnndon, 

SchatulliÖsens I^nd ihn aus den Zauberbanden 

ey te , so sieht er den Ritter und eixte Dame , so 

lang 

Tvaren, ihn auf die Nase , die Dame rücklings sin- 
ken, " 

, einen Augenblick drauf, Don Boreassens Stahl 

Wuth gezückt auf sie herunter blinken. 

Neger «war ein Zauberer aus der Zahl 

jovialischen l^eute, die gern zum Spafs euch 

schrauben, . 

h wirklich Böses ^ zu thun sich selten nur erlauben. 

/ 



220 



D Ik ü 9 E TT S . A M ▲ D r tf 



XU 

Ißt m«b tur Kurzweil blofs sein Spiel 

Mit unsern JEUttern und Damen» als ausgemacbtoi 

Gecken 

Und Näriiilnen » wie er sagte, die 'man ein wenig n 

' . necken 

Sich kein Gewissen macht» und deien naan selten i»' 

viel - , ' 

Beysamnien findet. Allein» von Boreajssen, '. 

Vor seinen Augen im Ernst Tragödie spielen zu la^: 

sen. 

Das fand er nicht fOrgut. Er reckte seinen Stab» , 

Und plötzlich glitscht an unserm liegenden Ritter • 

Der Streich » den Boreas fahrt • unschädlich zur ßdt 

herab» 

Und seine Klinge zerstiebt in tausend Splitter. 



12. 

IDon Boreas steht betäubt, ier sieht sich um» erbHät 

Den Neger und eine Dame im Amazonepkleide 

Mit schnellen Schritten sich nähernd» erschrickt 

Zuxy ersten Mahle ( was weder Turk noch Heide . 

Auf ihn vermochte» seitdem er Athem zieht) 

Schiefst eiiien grimmigen Blick ^uf Amadisen». 

flieht 

Tief ins Gebüsche » sein edles Pferd zu suchen» 

Schwingt sich hinauf» und jagt mit vielem 

Und Drä^m davon, der sufsen HofFuung;^^ volU 

Dafs unser Ritter ihm noch den Stretch bei 
\ soll. 






»3- 

Diefi^«f« zu reclinen vom Fall der keuschen Scha* 

tuUiöse,' 

' ' . ' '' ■ . 

CP«r unters 'Helden Fall, nicht ohne nuncherley bösö 

Vermüthungen» nach sich zog) begab aufs längste sich 

In zwanzig Sekunden. Und Amadisen zum Ruhme 

Bemerkt die Geschichte« er habe so züchtiglich 

Wiereine Vestalin, die ihre jungfräuliche Blume 

Gleich ihren Augen bewahrt« votA Busen der achönea 

Madam» 

Auf 4<cn im. Fallen sein Mund zu liegen kam» 

2uruck sich gezogen. • Doch , plötzlich aufzdrstehen 

UHs« nach der Sachen Gestalt, der Wohlstand niöht 

geschehen« 






14. 

Dafs imser Held sich nun gerade so benahm - 

War (unter uns gesagt) nichu minder als falsche 

Scham, 

£r hatte von zwanzig Sekunden zum wenigsten zehn 

vonnöthen» 

Dem kleinen Zufall « worin der Neger ihn neulich 

betreten, 

^bhelfliche Mafs zu, geben. So viele Gegenwart 

X>e8 Geiste* in einem Umstand der delikatesten Art« . 

beweiset • nac^ unsrer demüthigen Meinung^ 

^dr seine Zucht und Weisheit vidi: 

3>och für deft Neger» dei^ schlechtweg nach der Er« 
^ / scheinung , , 

Urth«iltef bewies sein Zandern gerade das Widersf iel« 



/ 

I 



A2ft D B R N B V < A K A X> I 8* 

■»5.. 

Sa geht^s in der Welt! Man schiebt unendlich tclinelle, 

(Oft ohne e| selbst zu merken) sich an 4esandeni 

' Stelle« 

Und unsre eigene Tugend ist , 

Gewöhnlich das Mafs » woran mm fremde naifse. 

So schon die Ordnung war, worin der gute Ritter 

Vom Boden sich erhob > der Neger dachte Saturn 

Nicht minder noch mehr. So^gar die jung» Dame, 

-^ die, s^umm ,' ^ 

Und seitwärts stehend^ ihn hinter • dem dünacn Ge» 

gitier 

Yön ihrem Fächer betrachtet» läfst durch Exrddien 
^ verstehen, 

Sie könne sehr gut — « durch einen Fäche^ •ehea« 



1(5. 

Wa» 'S chatuM lösen betrifft , so nehmet selber ab» 

Wie wenig der Zufall ihr IVIufse sich zn besinnen gab« 

Was sollte, was konnte sie unter allen 

Umständen wenigers thi^» als gleich in Ohnmacht 

'fallen? 

Ich meine, rom Augenblick an,, nachdem das Ober- 

mafs 

y<m kenscher Furchtsamkeit sie mit dexa Ritter ins 

• Gras ' 

Gezogen hatte. Diefs ist ffi^r alle Schatnlliösen 

In solchen Fällen stets dös, sicherste Mittel gewesss« 

IVtan weifs %icht ;was begegnen kann ; . 

Kicbt jeder liöbsche Mann ist auch ein weiser Mans* • 



t 



E I X. V T E A G E t A If O, 223 

' ' ' ' , ■ ' 

letztf et h&tte sieh nun emanzipieren wollen ««^ 

vraT»der Wohlstand doch gerettet. Hatte sie 

t Augen ohne Licht, mit aufgelöstem Knie 

tfliehen» und« ohne den Mi^nd zu Offnen^ schrey^ 

seilen? 

I gleichem Grunde blieb, sobald Gesellschaft kamr 

\ kluge Oame'noch immer in defer Ohhnuche 

liegen. 

ch hier verliefs, zu ihrenv MifsvergnOgen» 

1 Ritter sein guter Geist. Sie glähtei ifir ihn voc 

Scham 

ihrer Qhnma^t sogar. Er sollte^ Himmel twd Erdd 

Hülfe gerufen haben» mit Angst in Ton und Ge« 

berde: ' 

»8- 

1 Hülfe» mein Herr, zu Holfe!-^ Maclam» luinV 

Himmels willen, 

r Fläschchen mit englischem Salz und, eine Wdte 

dafür!"N 

gleichen Figuren , mit guter Manieir 

Spiel gemischt » helfen viel um böse Gedanken zu . 

stillen. 

Ritter, der leider I nichts^ von allem diesem that^ 

gegen beym Anblick des , Mohren und seiner klei- 
nen Brünette 

lussah, als ob man ihn bey einem Hochverrath 
littelbar ertappet hätte, 

en durch diefs wunderliche Betragen ' ^ 

und dio «xme Prinzessin stillschweigend anzu- 
klagen. 



«♦ 



D B a R B IT B^A u A r> l •• 



Vergebens erttattet er ihnen . aüsfahrlichen tx^i 

. Bericht, ' 

• • ■ , i . • ■* 

Wie dieser Zulkll »ich unschuldiger Wfise begeben.: 

Der Neger widersprach swar n^cht; 

(So schwarz er war« so wufst^ er doch zu leben) 

X>och alles, was der Ritter spricht . I 

Kann seine schelmischen Zweifel niclit heben. 

Ein skeptisches Rümpfen der Nase, wobey er laaefliC 

und scharf 

Dem Ritter ins Auge sah, die Lippen überwarf 

Erklärte deutlich genüg, er glaube 

Bafs' jener in - teiikeiii ' Bericht sieh einige F^eyhett 0^ 
' Uube«: . 






20. 

Indessen ^eign«te sich, sobald man Zeit gewsirn^ 

Sith besser anzttschn, ein Auftritt tyotfVViedererlflBl^j 

nifs' 

2war wink« die schöne Brünette dem Ritter ifa|^ 

kann^ 

Sich fremd zu stellen , und ihrer. Herzen Ver« 

Pem Schwarzen nicht sichtbar zu machen; 

Herr Anu4is 

War nun einmahl im Gang Sottisen ztrbe^dieBt 

„Er freute sich jnächtig (w/ewohl Sein^^Blick es»!l 

bewies ) 

Die £hre zu haben das Fräulein wieder zu sdia4* 

4 ■ • 

Und was dergleichen war , das immer » wie 

hiefs. 

Auf alte Bekanntschaft den Neger schlielseiilttli 




• 4 



L 
5 

i 

V« 



■^ ■^ . r"*^ 



' • . 21. " '. 

Nitn vfsr üftr Koliiiichon, um ärgerm vorstibeugen» 

Kein IUth| als^den Grufs ^uerwiedcrn, dem Möhren» 
'^ ^ Wa» wir sclion " . 

Von ihrer fiekatinnchaft wissea, zu beichten» und 

blofs da^on / 

Wie nahe der ichö.xie Ritter am Hetzen ihr lag, zu 

Verschweigen. 

Diefs alles War ichön und gut« Alleih die Nymfe im 

Gras, 

Die man hey dieser Erzählung ein wönig zu lange ver* 

gafs. 

Ward» wie natürlich» tuletzt der jOhnitiacht überi- 

drfissig, 

AU eheü da sie» roll Grimm» selbst aufzustellen 

I schlussig 

Und jiah* am Bersten war » der' holde Amadis 

Sich endlich (ei^ wenig spät) um siev bekümmert wies. 

Auf einmahl fmg er ^n gewaltig Lerm zu machen ; 

Dasi Frlulein eilte sogleich mit ihrem Salz herbey» 

Erkannte die Schwester mit einem zärtlichen Schrey» 

Und beide thaten» was nach Gestalt der Sachen 

Erfodert wurde » mit aller Zieretey 

Des strengsten Wohlsunds wieder zum Leben zu 'er* 

' \ Wachen. , 

Wie zärtlich die Töchter Bambo^s einander an die Brust 

Gedrückt » mit welchem Strome von^ Worten sie sich* 

die Lust ' 

Des Wiedersehens bezeugt» ist überflosug zu sag^n; 

Doch schien*der erste Bliök in beider Augen zu fragen : 

WiBLAHDS Schrif teiii IV. B* P • 



4 



Ai 



■.'■»1, 



Aft6 



Dka »BUS Amao 



1 f. 



A", 



23, . , ■ 

»«Kennst du den Ritter «uch ? " und schon im ert tev^SH: 
Strahlt jeder aus dem Auge der Schwester 
Di« iNebenbuhlerin ^urüök. 

I 

Viel eher werden drey Jungen sich um zwey 

nester 

In Güte rertragen» als um ein einzelnes Hers 
Zwey Schönen» Schwestern' zumahL Sie hatten ;^; 

wenig Sekunden» 
So fein sich jede glaubt , einander' ausgefunden« 
Und» mitten unter halb lachendem Scherz, ^ 
Und kalten Kflssen und wiederhohkem Umfassen, 

Was jede in ]9«^^& yerschlofs -sich deutlich 

lassen, " 



.' 



>% 
'41 



24, 

Dafs fibrigens SchatuUiÖse es sich cur Pflicht gettiadrli 

'Der ernsthaft*horchenden Schwester, die nur ins 

chen lacht» 

Von allem Bericht zu ertheilen» was» seit sie 

; , Tugend 

Vor jenem gefährlichen Riesen in SicherHeit geh 
Ihr zugestofsen , und^dafs «i|B mit gutem Bedacht 

Nichts angeführt» was nipht Frau Beaumont 

Jugend 

Zum Beyspiel erzählen durfte; dafs vieles Wan 

Und edel und schön in ihrer £rzä|ilung g^woiden» 

Was ganz natürlich» doch ihr nicht allzui rOhitilich ffü^ 

Das elles erwattet nian schon von Damen aua i 

Orden* 






V E I X, t * B n G B * A R o. ai9 

«5. 

/ / 

virÜhrcle* hätten sie sich allein 

heu, Schwester Koliüschette» 

|leichfalis diefs und das zu beichten gefunden hätte« 

iesem Pupkte nichts schuldig geblieben seyn, 

sh Mädchen prahlt nicht gern mit einem solchen 

Verehrer 

Amadii war? Allein» sie haben den Neger snni 

Hörer, 

dessen gläsernen Augeh der Argwohn sichtbar 
f schielt. 

billig mufst* er es übel empfinden. 

Kitter zum sweyten Mahl schon in seinem Wege 

zu finden, ' 

aoch die Erinnrung des ersten Sich völlig abge^ 

iülüt. 

26. 

1 sein Verdacht begann allmähliüh zu rersch winden» * 

tn der schöne Paladin 

schlatien Kolifischon kokettisches Bemflhn*. 

ihren Blicken sein Herz zu umwinden, 

r auszflweichen als zu begünstigen schien. 

seiiiigen waren so ganz in Schätulliösens Busen, 

feuchten Augen koncentriert, 

>b -— Da haben 'wir^s I Nun fehlt ein Reim auf 

Busen! 

wer aus Hühners Register mir einen alle* 

giert, 

fnihi magnus JpoÜo! — Denn jene von Musen« 

M!edat«n« 



■\ • * s^r' 



ft28 



Dmn msusAicAiait« 



»7- 

K r 6 tt f e n und Arethüien und andern 

Uten 

Sind gar zu abgenützt. Auch sehwör^ ich bey allen Baut 

Der grofsen Diana » wenn wir dereinst nach Lampei ; 

dusen 4*) 

Mit Doxval» Diderot» und einer ]£olonie ' '-^^ 

Von tapfern Konttan^ien ziehn , die schöne 
\ iDoLratie 

Von Filosofen anzupflanzen» 

Wo Etten und Trinken und Lieben und Singen 

( Tanzen ^, 

Und in die Komödie gehn» der Finis ho norum 

Soll durch ein Grundgesetz» bey Strafe auf Zwirn itj 
V tanzen. 

Der Reim» um derentwillen ein Mann die Nägel Vfh[ 

frifst» 

' es- ' 

Attt untrer Republik yerbann^ teynl — Doch» 

gebungl 

Der Geist Capriccio führte trotz ajLIex /untrer 

ttrebung^ 5 ) 

Ünt. öfter alt er tollte in SeicelTwege hinein; 

Wir wollen in Zukunft» wo möglich» 'weiter ü^^ 

Die Rede» denk^ ich» war — von Schatulliötent Bi 

Worin» trotz ihrtm Fischfl» Herr Amadit tick 
- tehr 

Verloren hatte » daft zwanzig Empuseii 6) 

Und alles Getümmel von einem wuthenden Heer» 

Und alle Koketterie Ton hundert Kolifischetten 

Aus seiner Träumerey ihn nicht gezogen bitten. 



-x 



v«\ ?%£:!» 



El X. V T i: R Gesa iv a-» 

£9. . 



£2f 



.uTsein fiberx«agt* er sich» 

y dieser Buten sehr viel dem nehmlichen Busem v 

glich* , ' 

ihn» ;Bvrsr nur gexnahlt, im Thurro des Druiden 

- , ^ entzückte. 

.1 . . ■ *• ■ >. , , 

jedem Blick entdeckt sich ein neuer Zug 

Ähnlichkeit. Nun war der Enthusiasmus 'im 

riug! 

rvar sein Ideal, was er yerkörp(*rt erblicl^te ;. 

Wollust -athmende Reitz, gehüllt in Sittsamkeic» 

ihre ganze Person ergossen; 

Grazie voller Ernst« die« in sich selbst verschlos* 

sen, ; ^ 

tcht seyn will» nicht sich entgegen beut; 



30. 

8 beides» Te^eint» seigt'ihm in Schatullipsen 

Göttin» die er längst zur Dame sich erlesen« 

vorging in seinem Kerzen entdeckt ihr ei» 

schmachtender Blick» 

einem Seufzei:» den er« aus seii^cri^ Lippen zu eilen 

:i£Een» noch früh genug hascht» ihn in zwey Half* 

^ ten zu thellen ; "^ " 

eine drückt er in feine Brdst zurück» 

.utidre darf ihr nur ntit leisem zefy tischen Tone 

ehen« wie sehr er brenne, und bitten« dafs ü» 

ihn 

itllzu grausamen Proben verschone ; 

(T — ihre Tugend schreckt den armen Paladin ! 



^/ Dkr xr X u e A m a d r •• 

Mit welchem G;rande» toll der Leser bald erfahren r 

Win haben sie lange genug in ihrer Maske gesehn» 

Und , nm die Wahrheit nicht zu sparen. 

Wir liefsen von ihrer Maske uns keine Nase drehn« 

Sie war dazu gemacht « Ton seines Piatons Lebren 

Den alten Nifus zu bekehren» 7) 

Dem ftufsere Schönheit der innern Widerscheoi 

heifst. 

Mein guter Nifus» dich und deinen Flato in Ehrsal 

Der schönste Leib beweiset für den Geist 

Wu ein Tergaldeter Schild fat ächten Wein be* 

weistf 



SÄ- 

Indessen hatte die Dame ein Temperament geftii« 

den» 

Durch welches Geist und Leib bey ihr ' 

In schönstem 'Einverständnifs stunden: 

Sie hatte das Ititeresse von^ beiden klüglich verbim* 

den» 

Sie nährte den Geist init Witz und mit Vergnfl^ 

das Thier. 

Diefs hätte man allenblls ihr noch fibersehen kdi* 
. . nen. 

Allein die Gleifsnerey! Dem Ansehn nach so kalt 

Wie Eis zu seyh » und in geheim zu brennen s 

Die strengste Richjterin von jeder die m^ liebt 

Und deren Werth oder Reitz dem ihrigen Scotts 

gicbt;. 



. E,it..F:i^R Gesamt. «34 

I 

Die Freuten rerdflinmdn die ihr ant xneisteir gefia* 

Und, während sie; klug wie ein Almanach, 

Maximen und weite . Sprüche und Lebensregelx 

sprach^ , 

9teU niederwärts mit ihren Blicken zu» zielen : 

Diefs » \tir ges tehen\s • sind Züge , die ihrem Earak- 

tei nicht 

Viel Ehre machen > so yiel sie von ihrer Tugend 

spr^ch^ 

80 ehrbar sie thut,vSO «übtil sie sentimentalisieret« * 

So schhui die Grazien sind »womit die Kunst sie zie» 

r«Jt,8) '* 

80' niedlich ihr FnCi» so schön ihr Busen ist« . ^ 

Und so yergeisteit der Ritter die kleine Hand ihr 

külst. 



- 54- 

Empfindlich hatte sie wohl schon mehr als Einer ge* 

sehen ; 

Nur die Gefälligkeit« es zu rechter Zeit zu gestehen. 

Nur diefs, was durch den Zauber der süfsen Sympathie > 

Die Lust verdoppelt» gewann man niemahls Aber sie« 

Jetzt wurde zum ^sten Mahl in ihrem ganzen Leben . 

Die Mask^ ihr etwas beschwerlich: allein 

Zti zärtlich», oder es auch vielleicht zu frOh zu seyn» 

pie£i»5d^nkt sie» hiefse ihm zu verstehen geben» 

Sie habe» da er noch wjiß eine Herma stand, 9) 

Ihn fohärfer ins Auge, gefafst als sie bekennbar fand. 






t^t 



D s R' SSV« A X A. 9 I i« 

SS- 



Selbst Dindonette würde lo etyrff «icht g«He1i(|iiI i 

Und gleichwohl war et nicht leicht» gewisse KeUa* 

ideen ,' 

Sich aus dem Sinne pn schafiEen» so oft ihr tchlridmit 
/ ' 'der Bück 

Auf seiner Persbii yerweilte» die wirklich «in 

sterstflck 

Der Plastik war; noch schwerer» nichV^öther «< 

Scharlach £U werd^» 

Wenn etwa» bey all^r -Sorgfalt ihr Auge sogleich s«r* 

Erden 

.Herunter glitfchen zu lassen, der Ritter sie über dv 

That 
Ertappte, So richtig ist^ daCs nieoiand sein Qewifies. 
So gi^nalich, wie er wünscht» zu seinen Diensten lutt 
Was hatte sie denn zu befürchten von seinen SchlüMSB? 

36, 
. Gewifs ist» dafs eV unti das» was ihre Bewundrung erra§» 

Da er noch Marmor schien, sich selbst kein Staubchit 

mehr . * 

Als andre Leute zu achten pflegte. ' 

Er hielt es , wie billig , für so ein Ungefähr 

'Wie Schönheit» Geburt» und Gold» und andre fokb 

Gabcu ^ 

Um derentwillen wir kein Kecht an Beyfall habeii* 

Sehr ferne war er demnach von jenem böten ' V< 

Den sie in ihiti nicht aufzuwecken 

So ängstlich war; und glaubt er in ihrem Älidc w 

•htd^keii ''S 

Was «einer Liebe Hoffnung macht : > •• H 






I 



Eai^rtBR Gbs'akto. 



«35 



37- 
80 nennt er^t. Sympathie» nennt tugendhaCtet Errötben 
Die Gluth» 'die Ihr^n Wangen von Anemonen •Beeten 
Die Farbe giebt. -r So viel gewinnet man 
Bey diesen *8cbwärxneriscben Herren 1 ^ 

. Man bsancht sein^Kabinet vor ihnen .ni(^ht au tp^rren. 

' Gesetzt »fie träfen euch bey einem Giton an, 10) 

Sie fänden ihn sogar aof euerm Sofa Hegen : 

Sie dachten das Beste davon , das glaubet sicherlich l 

Und würden, ^he sie euch fdr schuldig' hielten , ak^ 

sich 

' Den Frevel il^rer Augen rögen^ ' 



u 






■ < • 'S' 

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V 






4' 



\ 



S54 D B- R II m u X A K ▲ I ••> 



Anmerkungen.' 



i) Am Orontario • See gebnjten wieder findet. 

Diefs gak einer Art von sf^-wermüthigen BeMaiieii , die ^ 
berübnite Frevot duröh itixkt JMempires tttm Horrnne dt 
Qualite und besonders durch seinen Cleveland eine Zeit lang 
sur IViode gemacht hatte , in welchem (wenn i<:h mich an- 
ders noch recht erinnere ) dieses hier erwähnte ^ eben so cnt 
setzliche als unerwartete WiederEndcn zweyer Liebenden 
Torkonunt, und auf eine Art dargestellt ist» d^e einem lüm* 
nibalen das Herz zerreKsen müTste* 

2} Wenn ich Miramolin u. %^ yt* 

IJMtiramolin ist der Titel , den eine Folge von Marc^Ju. 
sdschen Fürsten atis dem Geschlechte der Almoravidea 
bey den europäischen Scribenten der mittlem Zeiten fuhrt 
£v scheint aus Verstümmelung des arabischen Titels Emir* 
al-Mumenin, ( Befehlr haber der AechtgUubigen ) den sie, 
iiach dem Beyspi^l der Kalifen zu Damaskus und Bagdad, 
amiahmen, entstanden zu seyn. In den alten französischen 
Bitter - Romanen filmet man, in diesem Sinne, auch wohl 
Überhaupt von allen Emiri^' muhamedanischer Völker das 
Wort Admiral gebraucht, welches vermuthlich glcichei 
Ursprungs ist." ^ . 

5) das Land Oorado. . 

Eldorado wird den meisten tmsrer I«eter »ak dem G an* 
d i d e als ein Land bekaxmt seyn , wo Gold und Silber ge> 
meiner als bey uns Zinn uiid Xupf er ist , und die linder 
auf der Gasse mit Edelsteinen, wie bey uns mit Kiescliii 
fpielen», Um so seltsamer ist's, dafs diefs Xand und seine 
vorgebliche Hauptstadt Manoa vor 80o Jjüiren ilir wirk- 
lich gehalten und mit eiu^r Leidenschaft , die dea eingebil- 
deten Schätzen desselben gleich war , durch tausend Gefab: 
ren und Abenteuer gesucht wurde. Ein iungeir Officier, 
Kahmens Franz Orellanä, der unter dem berühmten £r> 
•ber^r von Peru Frans )P i s a r r o diente , hatte durch eint 



i 



1 



I 
I 



Eil» y e k .6 s a n • • • 295 

im. Jahre 1540 eigenmächtig, mit allem sch^Itmeriteben He* 
Toismus eines äohtei^ Don Quichotte, wiewohl fruchtlos 
unternommene . Entdecktingsreisc in die damahls noch last 
ganz imbekannten^LjInder von Sftd • Amerika , die sich von 
der Ostseite der And es bis an den Ocean erstrecken, den 
ersten Grund asu diesem Mfthrchen gelegt; indem* er den' 
fpanischen Hof durch die -wundervollen Erzälünngen , / die 
€r bey seiner Zuritckkunft von seinen vorgeblichen Ent- 
deckungen grolser Städte, worin .l*empi^l und Paläste mit 
Ziegeln von gediegenem polde gedeckt waren, einer grofsen 
Amazonen - Aepublik , und dergl. mit vollen Backen machte^ 
ra' Beförderung einer vorhabenden eweyten Heise in diese 
neu en(;deckten und so reiche Aiisbeute versprechenden Xän* 
der zu bewegen suchte. In kurzem -Terbfeitete sich ein« 
Sage, dafs' ite Innern von Guyana ein XiAnd, £ldorad<y 
genannt , zu finden key , wo das Gold so gemein sey , als in. 
^uiropa die Gassensteine; und mehr brauchte es in einer 
Epoke, die a^ ^cl^yvärmerischen , unternehmenden und such 
neuen Dingen heiichungrigen Menschen so fruchtbar yrar, 
lücht, um eine Menge exaltierter Köpfe zu. wetteifernder 
Aufsuchiuig ddeses goldnen Schlaraffenlandes , anzureitzen. 
Durch die Schwierigkeiten des Abenteuers und die Menge 
derer, denen es mifslungen war, nur desto mehr angefeuert^' 
iintemahm es endUoh im Jahr 1597 der berühmte Entdecker 
^ovi Virginien', Sir "Walther Haleigh, auch di« 
£ntdeckuifg von Eldorado zu versuchen; fand aber, 
nachdem er , den Oronoko • Strom hinauf, lan^e mit hartnäk* 
kigem Eifer gesucht , nichts , das seiner Erwartung entspro^ 
chen hätte. Um jedoch wenigstens den Auslachern nicht ge> 
irronnen zu geben, publicierte er, nach seiner Ziirückkuilft, 
eine Nachricht von Guyana, worin er nicht nur keck 
Versichert, d^fs dieses Land an, Gold, edelu Steinen, Per^ 
len, Balsam, Gewiirzen, Zucker, Weihrauch ^Baiunwolle^ 
^ Beide, und andern köstlicheh "Waaren —welche man von 
Aen Einwolmem gar deicht gegen Messer, Beile und Niirm 
|»crger Klempnerwaaren eintauschen «könne — reicher «ti 
irgend eines in der Welt, und mit einer Menge grolser und 
prächtiger Städte angefOUt sey , sondern sogar von der Guya* ' 
nisphen Hauptstadt Manoa, als der gröfsten und mächtigsteif 
Stadt in der ganzen neuen und alten' Welt , und von einem 
Btaat kriegerischer Amazoneti, (von welchen er alles sagt, 
^$99» /die Alten yron den asiatischen und europ&isdxen Ama« 
sontn gefabek haben ) tmd von Völkeni ohne Kopf, welche 
J^Q%en* Nase und Mund auf der Brust haben, und von den 
jh&rgcn Kas8^ipagotos,dle den S^ Kass>^pa umgeben on^ 



»36 



DsR ti t V m Jk>iAOit. 



ganz «18 geditgenam Go^de bestehen -r aU von Din^ , 
•jjITlclii,, die er zwar nicht selbst gesehen, habe , in deren ■ 
Wirictiichkeit er .aber nicht den mindesteii Z^eiSel tetse.'. ^ 
XJnd. fto gewifs kennte mfui s^ch damahis atush fiirdie uagr 
reimtegten luid handgreiflichsten Liigen, -w^m'sie nur aus 
der neuen Welt kam^n , AufiueiJLsamkeit vund. Glaüboi 
versprechen , dfid schon im J. 1599 zu Nüjmbei:^ ciiie lat^. 
^ nische Übersetzung dieses — Anhaugs s[iu^X>)ici.a,ns^ wa&« 
Tcr Geschichte, nüt ciper sehjr emstUchen Schutis-iuMl 
Xnitz- Vorrede, und einer topografiscl^en Karte 'von Jt>dfl%j 
3lus Hondt heraus kam., auf welcher I«taten;L souderliä 
die grofse IV^etropolis Mauoa>die Amazonie«» und di« 
Männer ahne Kopf <d«e auch auf der Titel-Vi^mK 
anv sehen sind) gar stat^tlich figurieren^ und d-iarch a%; 
mitteibaie Anschauung you ihrem 'X^aseyn iü|0^^ 
»engen. . ,, ^, 



N 



4) "^^^^ '^^ dereibst nach Lampedosen n. t. w«^ 

„Ich wurde verdrieJDslich^ (Ulst Di de^rot, seinen' JE^thuniif 
ten^Dorval in den Dialogen hinter dem Fils TuU^^t 
' tagen ^ wenn ich iu die Komödie ging , imd den N^iPBi(|. 
den ihan von dem Schauplatz ziehen konnte» mit der vn^, 
gen Aufmerksamkeit verglich, die man • äu-wendetf/fillp' 
Schauspieler zu bilden.. O meine Freunde, rief ich dlnsp; 
ausi "wenn wir jemahls nach Lampeduse zieJ^iJ|,. 
tim fern vom'festen Lande, mitten jj^ij den ^m 
gen des. Meeres, ein kleines Völkcli^n : 
Oliicklichen zu stiften, so spJLlen die Schautfi^r 
Jer^nsre Prediger seyh, \\. &, w. Alle VöUter haben iM'; 
Sabbat; wir wollen d^n unsrigen auch haben. An diciit 
festlichen Tagen wollen wir uns Äne schöne Tragödie y^ 
stellen lassen,' die uns die Leidenschaften fürchten ^itaky 
«ine gute Komödie, flie uns in unsern Fi|ich|:en uuterwdH: 
und uns Geschmack an selbigeji einflölse. << -~ XMampedMI^I 
oder eigcnllicher Lampadosa, ist übrigens eine! 
Üeine, unbewohnte, und katun ^ewohi^^re Insel i 
>Sicilieh und Afrika, wo die filospfisch^ Kolozüe, 
DorvalHiahin fiihren wilV, grofse IVIühe h^ben wucd, ^^ 
lieh zu sey^, oder es wenigstens nicht anders als vannf^ 
magern Bedingungen seyn wird, dafs die X/eidensciu 
denen er durch seine schönen Tragpdien zuvorkonmca 
entweder gar nich» hervorkeimen , i)der doch \Mns tf 
an NaKrupg, gar bald wieder von selbst „erlösdney!» 
scinji Frediger aUo nicht viel zu shun finden werden.:* ' 



5) Der Geist Capriccio — 

— • nie ciens anbnos et peetora, vetjans 
Spiritus (t^c apreis montanis nomen adeptiu, 
Ignoti^m Lotio nomen ; pic to^ibusille 
IrUerdum cusistens operi , nee segniiu imtans 
VcLtihus , ante alios JMusir gratissimus hospes -^ 

"Wie F. Ceva diesen Geist, deij, er mir Kecht derFröh-' 
lichkeit zuxH Gefährten giebt, karakterisiert. . S. deu 
438teu inBodmexf neuen kritischen Briefen. Zürch 174g. 

I 

6} daft zwanzig Empusen -^ 

Die Empnsa war bey den griechischen Ainmen un^cfälir 
yvn& man in einigen deutschen Provinzen die I^achtfrau 
nennt. Sie hatte einen Menschen - luid einen Esels- Fufs, 
konnte alle mögliche Gestalten annehmen, iind fraf» die 
kleineii Kinder, wenn sie nicht fromm seyn wollten. Der * 
Sofist Filostr^tus schämte sich nicht, im^ Leben des ApoUo- 
»ius von Tyana in vollem Ernst ei^i lyiährchen von einer ' 
solchen Empusc zu erzählen, welche der Filosof Menippus' 
geheirathet haben würde, wenn Apollonius nicht zu gu- • 
tem Glücke am Hochzeittage dazu gekotnüen wäre, und die 
Braut gezwungc^n hätte, ihren EseUfufs zu zeigen, und zU 
bekennen, dafs sie den Menip^us aus kein^em andern Grunde 
an sich gelockt habe, als um ihn erst recht gut zu futtern 
und dann aufzuessen. Ein erbauliches Legendenstückchen, 
welches gleichwohl der Jesuit Delrio, unser ehrlicher 
Erasmtts Fran-cisci, und zwanzig andere ihres Schla- 
ges jenem blinden Heiden glaubig nachzuerzählen kein 
Bedenken trugen. ^ ^ 

7)' Den alten Ni^is zu bekehren u. s. w. 

AugustinNifu^, einer der berühmtesten Männer der 
Zeic Fapsts Leo X. iit Italien^ behauptet diesen Satz in sei- 
nem Traktat de Amon* , worin er seinen Lesern luiter an* 
dern eine kleine Partikularität von sich selbst vertraut, die, 
der Kaivetät seines Karakters.Ehre macht, so übel ihm auch 
die gravitätischen Pedanten seiner Zeit und der ehrliche 
Mbreri defswegen mitgespielt haben. Mein ganzes Leben 
durch, sagt Nifus, habe ich die schönen Mädchen lieb ge- 
habt ; doch mit ^inet tugendhaften und keuschen Liebe, 
setzt er hinzu, und erklärt sich hierüber sehr uinständlich 
in einer ötelle seines Buches de mnlicr^ aulUu. Wie viele 



«38 



1} % A-' H B tr B A M A 9 1 f • 



Filosofeu siiid ehrlich grenug, eine Neigung, di* sic'adt 
allen empfindenden Wesen gemein haben , so offenherzig «u * 
gestehen? Seine Zeit- und Handwerksgenossea machten ihm 
sogar ein Verbrechen daraus, ^ber datVir bewiesen sich die \ 
DAmen desto erkeimtlicher g^gen ihn, und, wie Anakreo« 
und St. Erremont, "vjrar er noch in 'teinem siebzigtteii 
lalVre wohl b«y ihnen gelitten^ > 

9) Die Grazien, womit die Kirnst tie zieret. 

Die Ironie in diesem Verse bedarf wohl keiner Erklänin^ 
Gekünstelte Grazien hören auf Gra^ieu zu^eyn; und 
diefs war es , was der erste Mahler oder Bildner , der die« 
holdseligen Göttinnen. völlig entkleidete, durch ihre NacJ* 
heit andeuten wollte, die mit der Nacktheit einer trunkuol 
Milnade nicht zu vermengen ist. Indessen ist nicht xa 
läuguen , daf» die Kunst es auch in diesem Punkte bis ffl» 
einer Art ^on Täuschung treibeii kann ; und es giebt FäU«^ 
wo nur das unverdorbenste Geflihl und der feinste oi" 
schmaek die naive Grazie, die, allein diesen Nahmen re» 
dient, von derjenigen zu unterscheiden weils, die d»e 
Frucht der K u n s t^ der Nachahmung, und einer durch 
lange Übung natürlich gewordeneu und daher heynahe öa* 
merklichen B e s t r e b u n g ist. 

9) da ex noch wie eine Herma stand. 

Die ältesten Götterbilder waren blofse Steine: sogar Aawrl 
^nd die Grazien wurden nicht anders vorgestellt. Mit der 
Zeit setzte man Köpfe, auf diese Klöt2i^ , und diese Aft to» 
Bildsäulen hiefscn bey den Griechen Herma. 

10 ) Gesetzt sie träfen euch bey ein^m Giton iit. 

Giton, ein aus dem Petronius bckamiter schön« 
Kiube, von der übel berftchti^ten Klasse, welche rond« 
Griechen Ganymedcu und von den Bömem Katami' 
ten genannt wurden» steht hier für jeden andern seiütf 
gleichen. ' 



I 



. • C. M. WIE LANDS 

ÄMMTLICHfi WERKE 



FÜNFTER B A/N D 




iä^*«^4ft4««^'' 



DER NEUE AMADIS' 

Z WETTE» TU EIL. 
DER TERKLAGTE AMOR. 



L E I P Z I|G 
BEI GsoRO loACain Gösca&«. v^^V 



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ZWÖLFTER GESANG. 

]3er Neger hatte indessen, um feine hoben Gaste 

Nach Standesgebühc zu bewirthen, und ihnen von 

« seiher iMacht 

Ein kleines Mi^ster zu weisen, zu einem herrlichen Feste 

Den Plan sich ausgedacht. Er liebte Vergnügen und 
1 Fracht, 

Und Cwie gesagt) eswufste, sdtdem es Negern gegeben^ 

Kein Neger besser als er, zumahl mit den Damen, zu 

leben. 

Die erste beste, die seinen kleinen Staat 

Auch nur zufälliger Weisö betrat. 

Fand -sith, im Walde^ sogar, von Syifen and Amoretten 

Wie eine Prinzessin bedient, fand La^beiH Ruhebetten, 

'■ si. . .' •; 

Erfrischungen, Sorbet, Schokolar, 
tlnd auch bey Nacht, auf einer Ottomahe, 
Was . eine reisende Sultane . . 
Um wohl zu söhlafen no,thig hat. 
Ob ptnüfsige oder'bOse Leute 

Hierüber Glossen gemacht, und, über den Anlafs £roh| 
Einander ins Ohr gefragt, was diese Grofsmuth bedeute, 
Ist leicht zu errathen. Die Welt ist einmahl so! 
Wir nehnien ein Ding ai^f seiner besten Seite, ^ 
Vorausgesetzt et habe deren zwo* 

Wi£i«AKDt Schriften, V. B* A^ 



1 

\ 

Denn tollten wir je bey einem Anachoreten 
Ein Nymfchen Ton sechzehn (Sn% niinder oder ipehi) 
Allein in seiner Zelle betreten« 

Dann freylich fier es uns etwaf. schvtrer - /j ' 

Za glauben,, er habe mit ihr den Rosenkranz tabetSD 
Sich eingeschlossen; wiewohl so was von angefahx 
Begegnen k;um. Doch, den;t sey vrie>ili|B wolL^ - 
Der Neger, der sich selbst sein volles Retkt erwies 
Und wenig oder nichts von seinem Reits sich Terhielfi 
Spieitbey der ^iden Frinmeisep als Meister leiaf 

JVoUe. . 



4. . - 

Kaum KiUiipfte der Sonnewagen ini AbeBdineet hiiulb 

ßo sah man den ganzen Garten (er g^b 

Den Geistern nur. einen Wink) in buntem Feaer stehen. 

Die Schwestern gesunden» sie hatten an Bambo^s 

I ^ofe . sogar 

(Wiewohl der Sultan ein Freund von Feuerweden 

war) 

Nur Schatten werke • verglichen mit diesem, geseheis. 

Die Bäume, die Aste, das piub, die Blumen, aUsi 

schien 

Dnrchsiciiijg', wie funkelnde Steine im Sonnenvchein» 

.;>.if' tu glohn: \ 

Dem alten Proteus gleich verwandisU tick* hier« dsi 

Feuer » ^ [• 

In tAusend Wunderg^stalten und schinunexnd» Abes* 

teuer. \ ' 



.5. I 

Bald ,f^ijit$| wQf m4i^ Luft gleich Waattritrahlen exnpöt. 

Bald 8Uebf^lB^ip;^n2«odeu Flocken, wie Sobnee, sur^ 

Erde nieder. 

Bald tch^int es m Hammende^ Strömen,' wie fliefsendo 

Lava, wider j- 

Hier Wilsclien sith" neue Gestirne der Sfären erstad« 

-^ .i i' . -^ ;•:•>. w _ . nendem ^ör, 

Don steigen feurige Drachen, wie aus dem Avernus« 

, ,w ... ' ' . .- ■ '- life'rvor,- '•-^* •":■ ' 

JÜifd Söhätteln Dotaner utid Blitz von ihxeoi schwatztsli 

,.I Gefieder. 

Bin langer gruiver Qang «durch 4en, !f|l<Q^/}|$regeT sio . : 
r "• Zum. schönsten Garrensahle leitet,-. ,_. . ',. 

Wird plötzlich .vpr ihren Augen zu einet Galerie ' 
- , Voll Schildereyeü , wozu Vulkan die Farben bereitet« 

Jgier.iBähert Zeu:*» iil himmUspherFlAhiniBil gehalk,; 
]3er schönen Sem ele sich» ein Gott in göttlichem 

^ .... ~A\.. ^ /..;.' Staate. •., ..^ , ' 

Der Tochter des S^tnubf s,; zu spät erkennt sie im tödt* 

: , , , , .; HchenflUtbe, o , 

Df T Nebe^btthlerin Wa^h ; 2 ) ihr Mund , ihr Bus^ 

[ V ^ ' ' ■ ' ' schwiiIt""^ ' 'V 

Von liberirdischem I^euer; doch in deti erlöschenden 

• ;r;'--:'. •- ••-•i( f . . : Blicketr '-^ • ' ' ^ -^^ 

liatobt'^ selbst' mit Tx»desatigst »Ic^ 'fV'Dlldstigef Ei^t^ 



^ ''' * zücken. 



IhTTgeg«! Aber ittgr« in Junotis IMajestäe ' -' . 

Und hohen Reitz i^i^leidet , das schöne Ungeheuer« 
DiH Z^^t» -an'iitiQiiev^virrmessenem 'Feu«r >^ .:.' ^ s) 
Die keusche Gbiillhliii''^u rächen, aus einer Wolke 



y 



1 



4 D £ a N E V ^ A K A I>*X s. 

7- 
,Von C^Htterweia tranken und beifsem Vctlaiijg^'' 
Schleicht Tantal« Sohn an Inf Hmid iierbey» '' 
Voll Ho£Enung, bald* von Junons Armen uni£angeiif 
Zu wissen wie süfs der Kufs der höchsten Göttin sey. 
Die falsche Juno scheint« ihn s^^rker jui ents^d^n» . 

Halb lächelnd halb erzürnt sich seinem Kufs su ent* 

winden: . . 

, ■ .,.*...■ - 

Sie schlüpft ihm aus der Hand, er setzt ihr hitzig nach; 

:StradLS fallt ein schwarzer Dunst das 'ganze Schlafge* * 

• > mach. 

Ein Wirbelwind/ mit donnernden Biitzen beladen. 

Ergreift und spiefset den Frevler ah Flegethons schro^ 

fen Gestaden. 



Durch solche Stehen , wo Schrecke , Erstaunen uni 

Vergnügen, 

Auf seltsame Weise vermischt, das Auge gefallig be« 

.'ttügeri, ' 

Führt seine 6äste der Mohr in einen neuen Sahl,' 

per steh noch einem Sinne därcli seine Wunder empfakL 

Aus allen, Ecken erschallten Gesänge, und Symfonieo« 

Wie Bambo^s Töchter sie nie an ihrem Hofe gehört; 

(Mit diesem §«w<)hxüichen Lobsr ^ard das KotosdEC 

. < • beehrt) 

Sie wünschten« iuki alle die Lust in sich hinein sa 

Ganz Ohr zu «e3m: aber der Neger^ dem ihr Entzfik« 

ken gefiel» 

Entzog sie unvernlerkt dem süfsen OhrenspieL 



2 w öx. s T £ n , G E S'A^^* 5 

i 

£s tcliweben unzählige Sylfen, wie Liebesgötter ge- 
bildet, 

Auf Rotexige wölken daher« die leichten Flügel yergfll- 
. det. 

Bey ihrem 'säuselnden Flug er^ofs sich ein lieblicher 

Duft V 

Von Nelken, Zitronenblüthen und allen Quintessenzen 

Der Blumen . im Fandies. Ihr ' buntes »■ ^wimmelndes 

, Glänzen - 

Entzückte das Aug^, und in der mittlem Lufc , 

Erschienen , unzählige Regisnbogen ' ' 

Auf tausendfältige Art in Liebeskneten Verzogen« 

Worin, nicht ohne Yerdrufs des schönen Amadis» 

Der Nähme der beiden Schwestern sich, leicht entzif- 
fern liefs. 



10. , 

Stolz glänzt im Auge jdes Wirths« in den Augen der 

Weiblichen Gäste 

VoUkommena'Luftt. Doch, soll ich^s euch gestehxif 

Ich hätte mich bey einem epieben Feste . 

Bald -satt gehört, geschmeckt, geröchen und gesehn. ' 

£in leichtes Mahl in» «falbst gepflanzten Schatten, - , 

Durch deren dünnes Gewebe dii^ Abendsonne scheint, 

Beym> roseslbekränzten* Becher: ein , muntrer sokrati* 

scher Freund, 

Und, ehe zum Schlaf die ruhigen Sinnen ermatten« 

Aus einem Münde, wo ReitK und Unschuld blüht« 

Zur sanften Theotbe. «in fröhliches Lied.rt* i / . 



* > 

X 






liK^ii «strs^ Am x^ i i». ^ 



Knnfd 



11- 

Diefi henn* . ich mit ein Fest ! — Dpcjb keuer. 

* verwehrt 

Vorn blofsen Hören bey jmeincnv Fest^ zu .gähne|^ \^j 

Und seine Freuden von PiacUt und Zauber der 

zu entlehnen. 

£iti jeder reite» vor mir, sein, kleines hölzernes 

Kach seiner VV^eise; diefs ist der Wahlsprach 

Kamönen ! 

Er säum* es, wenn er will, anstatt beym Kopfe htjdj 

' jScliwai\iri . 

Wir wollen ihm su Gefallen, nur leise drüber laci 
Die groTteK(]tj8^., den alten häftUciien Draphen, 

"Der uns zum Bösen versucht, sein Spiel verlieren^ 

macKen^ 

''s ' . _ ^ 

Ist guter Muih upd Toleranz, 



.1. V* 



Koch schallte der fröhliche lärm des Festet weit ilp^ 

AU vor deis Schlosses goldnen Thoren 

Eifr^' Ritter sich* hören liefsj der seinen VWg v< 

Und, weil ein glücklich ungefähr , 

Zu einem Schmaus ihn bringt, (wenn iinderf 

^' Ohren " - ■••'•? 

Keiti Ntfchcgaist ftifk.*) fAt besser fand« davon« 

VVie einer den .seine"» Muttet zu. guter .Giai 

r* geboren. 

Auch seinen Antheil tu nehmen, als, wie ein^Brdi 

Bey ,^utem Appetit und f unbefriedigte«! «Üttagen^b' 

Sein NachtqiHuüet im ^ Fre^eii . mufsovcklfiB^K»; l u« 



^'4*1 



Wofern eX; Dajsc und guten Humor 

Zu bringen schwört« (liefs ihm auf sein bescheidenes 

Fragen 

liebst seinem Grufs der Herr des Schlosses tagen) ^ 

So öfEnec ihm sogleich das Thor. . 

Der Ritter schwur, er habe seit mehr a)8 drey fsig Stunden 

Noch keine Zeit zum Tafelhalten ' gefunden ; 

Und« wms den Humor betrifft» lafst euch die Sorge 

vergehn, _ 

(Sprach er zu einem Edelknaben) 

So bald wir mit unterm Magen uns erst rerglicheB 
r haben« t 

SOi «oUt ihr eu|Br*^Wniid«r «cüuiL 



>4- 

Auf dieses wurde mein Mann, beym Schein von hiüi« 

^ dert Fackeln, 

Und» auf des Negers Wink, beym Spiel 

Von hundert tchnarrenden Geigen, die^ ihm entgegen 

^rackeln, 

Herbey geführt. Der Empfang verspradi nsc^t yifL. 

Allein derj^remde war kliig. Ihm winkten bli|ikendfl( 

Flaschen, 
Und Schüsseln« wovon der Duft ein Göttermahl Arer- 

sprach, c 

Und Schönen , die ein Verlangen dem Neger sie weg«' 

znhaschen 
Beym erst^ Anblick erweckten. Der Ritter bezeigte 

' demnach " . 

Sich. mächtig vergnügt, in solchen Zaubergründen _ 

So gute Musik und fO gute; Gesellschaft zu Enden, . ' 






\ 



8 



Dba h'^vb AwAi»it4 



Die Damen stellten sich an, als Witre de» Eremden 

' Gesicht«. . 

Das Neueste was sie sähen. Er, der niuht erst seic 

gestern 

Die Welt bereiste, versund den Wink der tchöoes 

' Schwestern, « 

und stellte sich gleiolifalls als kenn* er sie nicht. 

Der Neger seines Orts thut was dem |ierrn vom^Hanis 

Geziemt, und heiCst den Ritter zu seinem besten Weioi 

Und allem, was sein Schlofs vermag, willkommen seyn: 

Und drani erfplgt«' wie billig i «ine Pause, 

Worin sich der Fremde durch seinen Hunger dem MM» 

Und durch die schönste Reihe ron Zähnen den Dunen, 

empfahl« 

4 

I • 

Indessen ging ein mächtiger göldner Pokal, 

Bereichert mit Amethysten, Rubinen und Topasen, 

Auf un sei'S Ritters und seiner erlauchten Vettern, Basen 

Und Neffen Wohlergehn^ und auf die glückliche Wshl 

Von einer schönen Braut» 3 ) tmd so weiter— so man« 

chesmahl 

Vom Neger zu ihm und von ihm zi^m Neger , bii 

beider Nasen 

Dem Kamm ron einem kalkuttischen Hahn 

Die Farbe streitig machtfn* Kaum setzte ^tt Ritter 

nieder. 

So kommt der höfliche Wirth mit einem vollen wiedei* 

Man glaubt» et h^tbe dicis aus Politik gethan:' 



% 



\ 



,\ 



ZwoLVTB.A Gesang« 



R (X£ S A N G« , ^ 

Denn seiender TiTaubensafr von SohirM» Alikmte« 

Vom Vorgebirg* uiid vom Vet uy 

Dem Ritter darch die Adern ranntcu 

Vergals er unvermerkt» daffr keine der Damen ihn 

[ /kannte« 

Er fühlt auf einmahl einen Beruf 
Galant zu seyn und zärtliche Stachen zii tagen« 
Sein Hers, das nun yon doppeltem Feuer glühtf 
Zur Rechnen' und linken anzutragen^ 

Und, wie auf einen Moment der Neger seitwärts 
- sieht, 

Verliebte IBtürme auf Wangen und Arme zu wagen« 

»8- 

Die schöne Kolifischoa, die auch sich berufen 

fühlt 

Den Ritter durdh ihre Künste der keuschen Schwester 

'zu stehlen, 

( Dit ihn nacji ihrein Brauch nur durch die Wimpern 
^ beschielt) 

LieCs ihres Ortes es ihm nicht an Ermunterung fehlen« 

Der Neger, w^<^wohl er bereits dem Zustand nahe war» 

Worin der Vater Silen, von einem nervigen Paa^ , 

Satyren halb zu beiden Seiten getragen. 

Halb taumelnd auf seinem Thier, dem tiegergezoge* 

nen Wagen 

Des ^Bacchus folgt, sah. blinz^nd noch immisr genug. 

Zu sehen » dafs seine Göttin sich etwas verdächtig 

betrug. 






^ 
/ 






10 



D S li 1« B' if^ E A M A 2> X »^ 



Was solh^ er thQTi?Ee warsa wenigi dim Dl^tdM' 

JDefswegen zu spielen» zu riel, den Blindisn dabsf 

zu machen r, . ., -U 

IZnmahi, da Scliatulliöse, mit ihrem Araadii >/ 

In Augen gespräche yerüeft, nicht 'sehr geneigt su^; 

wies. . I 

Zu seinen plumpen . Schmeicheleyen 1 

Noch «01:ur, noch Hand noch Lippen 1)erzuleihei|.' %^ 

Das Klügste d&ucht ihm demnach, H.muf^ See tot 

I-üneU I , ^ V ; 

Den Nebenhuhler zu stürzen. Allein Herr Hutt 

raell ' «, 

j(Ihr habt doch schon, dafs £r es war, errathen?) 

War in der ^acchischen Kunst ein Mann von gioÜMB, 

• * Tbaien. 



/ M 



20. 



■ nüSl 



v «' 



Er hielt's ^ür Ritterpflicht, bcy einem Trinkgelsg 

Vom "Kampfplatz eher niclit zu weichen, • 

Als bis sein Feind zu Boden lag: 

"Ein skythiscbes Axiom, worin a^f diesen Tag 

Ihm zwischen dem Ister und Rhein viel edle 

gleichen. 

Er wehrte sich» wie eiti Athlete, wiewohl Herr 

Beym dritten Deckelglas ihn schon im Stiche liiM 

Bis endlich , ganz aufs Haupt geschlagenr 

Und .ohne GefüM von Gnomen zU. Bette getragiBt 

Der Neger das Feld und die Stchötien dem Siegeir 

liefs. 



lerr Karäitidlliirttp den alten Riilim' der Skyiten,^ " . 
^on welchen er Landsmann Wat, behauptet wie"em- 

3och, VortbfU davon zu defati^yieb 'diefsmahl auf* 

Sr tiatte den SUg zu^tjieucr erkaufen müssen:, ihm 

^ / . ^ ' rSlÄhlen ,/ ;. 

3i« starren Augen, er «pit^j:e vejrgeben,» x^n einem Kuts. 

;>en luibe^veglicl^eii Mu»d< hixz,^ w?der Hand noch i 

Fufs " 

■ •..'•■. I' .'••, , «~ ^, . ■^ 

Qi)ch«Zune:e wölken mehr von ihni Befehle nehmen, 

^r folgte demnach der Dornen gutem Rath, 

Jnd legte» nicht' ohne 'des Sieges ein wenig sich zv 

sciiäraen, 

kul einen . Sofa sich hin in seinem volleu Staat/ 






■ -02. 

Herr Amadis blieb -nunjqaehr ,' wfÜwöhl mit Jl^eifsch-^ 

heits Wächtern 

Von allen Seiten umringt, alleih "bey Bambo's Töchtcrln>* 

Doch, da noch immer ein jeder 'Versuch mifslang' ' 

Den Kolifi schon auf seine Zärtlichkeit Wagt^» , 

Bewies ihr auf einmahl der Lerchengesang 

Dafs es auf unserer Hälfte ^er Erdenk^gel tagte, 

$ie nahm die Schvyes^er bejm '^ Arm , wie zär tl^c}ie , 

Schwestern thun. 

Und wünschte dem spröden Ritter mit Lächeln, wphl 

, . .r .zu,ruhu. ./ . , , 

Vier Sylfen leiteten sie, beym Schimmer 

Yon Fackein aus Al^eJ^oIz» in ihre bestimmten Zinuuer« 



. i ~- 



\ 



191 



D B n Ti z y t A, M. A o .1 n» 

»5. 



'• «»j 



Der Sclilafgott senkte n»n sein blByeriiiot lUbengefieder 

Im ganzen Sclilofs auf alle A^genlleder: 

Nur unter Held allein, dpn seine Schw&rmerey 

Beredet dafs der Schlaf ihm unanständig s^y» 

Geht» glacklich in seinem Walm, um unter duftes- 

den Bäuihen 

Von seinem Ideal mit offnen Augen zu tziameiu 

Indem er noch beschäftiert war, * ^ 

Was ihm, bey längerm Bedacht, ein wenig söndeifMf 

In seiner Entzauberung schien sich selber auszulegeilt 

Dfiucht ihm» e^ höre was im nächsten Gange sidi 

regen. 



24. 



^■t, 



Er unterscheidet das Bauschen von einem seidnen Gfl* 

'*■ wand. 

Und» nach der Logik der, Liebe» Wen konnte di 

Rauschen rerkanden 
Als seine Göttin? Denn, b 4 wie viel empfand .; 

Bey diesem Rauschen sein Herz ! — Er eilet sie sft 

findep. 

Und findet— Kolifisfchetten, clie» ohiyi ihniti 

sehn. 

In tiefen Gedanken ging. Er bleibt voll Ünmuth steha^J 

Denn umzukehren und zwischen den MyrtenheckenT 

phn* einen scheinbaren Grund, vor ihr sich sa vei^^ 
^'•' '* " • ' stecken» - --'■;";■ ' - 

Schien gegen die'tlegeln des Wohlstands zu geho. 

Und mit su weniget Schonung aein Hers lUt 'bOOT'^ 
• '■■"■ ■ decken.. , • ■'■■■-:'^'^^- 






Z yt 6 j. Tf V E K Cr Ei A 9 a. ^g 

: blieb d^itahüi^, in HofFriütig von ihr gesohlt 

i wetden» wie getagt, an einer £cke nthn, 

Ot ohne'initt j^eflissentlich aus^^uVveichen. 

i nicht vermeiden Eanh, an ibra vorbey zu streichen« 

>,idenkt er^ intkfs sie anfeblbar mich sehn. 

lein sie fand' fdr gut mit ihrem Fachet zu 8|>if§leit, 

|d 9 ohne nur einen Blick auf' seine Person zu schie» 

• '" • 'r' len, " • '^ ••■ • 

mz langsam ihren Weg zu gehn. 

ar diefl Yerachturfg? — Wer könnte sich ver- 

■ ' ■ ' • - ■' '^wehreh' *• ' 

einen* Zweifel wie dies^h' sich selber aufzuklären? 

tuch einen Seitengatig sobleich^ ernochmahls sieb 

afs sie ihn sehen mulii. Alleinrdie Daitie sah» 
A sie vdrflber war, zur Liivken im .Gebüsche v 
wey schönen gehaubten Täubchen « die dort sich 

_\ 4chnä)>elten* ««•. v : r 

[ex dächte wohl» dafs so wenig genug ist» die See* 

lenxuik' 

>n «einem v^elden su stören?— »Wie? Geftein. 

Abend bey Tische 

zärtlich f-mid jetzt bis zur Beleidigung. kdt! 

B schien ihm so viel mit ihren Augen zu sagen; 

'«T^B nur som Zeitvertreib ? WavV &b h a t u 11 i Ö i tt 

zu plagen ? 

'tx\ gar ein andrer Mann, dem jene Zärtlichkeit; 

galt?" 






/ 

( 






-r^j 



ik D n fi 9 A V S A ^ A D X 



s. 



«7- 
Dief^ Unrecht gii|g il^i^tel tun «p vif^ipe^i^II^iiai 

Da sie ein Morg«Rg«vv:and,.woiDit..4i«j4^^f3^.8clieni^ 
Gewählt zu haben schien um ihre N3^£fxigesult/^ 
|n ^^n yerföhrecis^h lic^z^ feu^e^^i, .. _ ; , ^ 
War't Grille» o4er was war's, ^^rsMerf^^^^^ bewlilil 
Und will sie vielleicht sich nur an^seiner Verwimnä 

'.. .• f'g"'«»? ,. ... ,...,T5 

Er ward sich selbst und; ^tm Licht und den Nymfal 

gestalten ^ram» i 

Und doch, ich i^eifs nicht wie e^ kam, 

"j ■ '*■•'•'•, , • ... .' . . 



t 



ocn, ICQ .weiLB niuui, wtc «3 ».aiu. 
Befand er bald darauf« Jn einetn kleinen Fieber 
^«"^"sR'«?^,F^«Äl»PÄ«9.ft;«»*i.4cr Sci^ö^en^egen fite«^ 



# 



J^tft; könnte^ sie ^cht. umhin, das £eiiitf Komplinkemil 
Womit er sie begWiff^; ihm höflich wieder za gebcs* 
Sie stellt sich kläglich^ als^-eine, die «b^n- ; ^ 

Den wieder geftmdeneiti Freund in «itrenl' Fremden in 

j! ./j :/ > , ■ , ■.•.^.' -. ■ ■'■-' 'kennt..-- •• ^:>^| 

O! ruft sie^ des gütigen Zufalls! Wie find' ichSi 
., . .mein Bester, r . > ') 

So unrerhofFt in diesen Gärten hier? 

Wo, wenn man fragen'' dirrf, wo' haly^ 'Sit 
1 •-" - - Schwester» 

Die Bl er 11 de , g^Ialtteii ? — Jeddck, • -ttir «Üeart 

buhlt '60 IDftff - :i -j» 

$^e zu ; beriohtiin « Wie.^ i'c h » nacIrdÄin; .wie 

.. >> genommen/ 

l^it Blön^uta^i^teft» , deixi SeiLf;«e«rV IH^ 

Schiofs gekommfli. 



'^e ichlexid^rt» bud^m lie erzählt, an seinero Ar^ne ,töTt^ 

XJiid nittiiDt« stls war* es blofs ein Werk des Zalallf 
^ ., . . gewöseii, 

Uen Wej^ unmeAlich nach dein Ort 

Wo SchatalliOse des Bitters Bezauberunc (oifzu* 
y losen • 

Di6 E(hce gehabt. Sie traf ea auf ein Haar» 

IDafs^sie die Stelle,' bey welcher ganz sachte vorbei^ 
T '/.'.,.., . 2U1 schieichen ^ , 

Cr Miene mitcht, in eben dem Nä Erreichen» 

I>a sie mit ihrer Geschichte fertig war. 

Das Feuer» das aaf den Wanden des armen iRittert 
* brannte, ^ ' . 

Yiorrieith ihr> dafs er 4en Ort nur gar zu gut erkannte* 

• ■* 

Betroffen suc^it.er» wiewohl yerstohlner Weise» nur. 

In ihren Aug^ auf, ob diefs Ihr Gedanke gew^ssexi? 

Allein;, diß ßfl^Uv^fr, Kreatur „ ,• 

LieTs selten in ihren Augen, was sie nicht wollt c» le^pn« 

Nun, spraciiue» mein Herr,, idh dächte wir i^p^Hn 
, , > . *un^ hier ' 

Auf dieses^ Siulengestell, und Sie erzählten mir 

Was Ihnettj seitd^em wir lin» trennten, für is^<»n0 
- Arantüren 

Begegneten» JZwar hat Fama , die Wahrheit zo sagen, 
^ /'.'.. 'dai^on . . ,.'..■ 

Uns etwas ins Ohr geflüstert; allein, die kennt man 

schön! '-'- i; . ' 

Sie pflegt die Geschichte gern ein wenig zu brodiere«.' 



\ 

, / 






I 

iG Da* IT a V s A X A xy I s. 

Die Fama? — > (spricht mein UM mit glftliendei 

Wailgen) Madam, 
Ich'fciib ihr TerbimAen» yvoiem sie diese Mühe sich nahm, 
Doch hitt* ich nicht gedacht, dafs solche Kieinigkd' 

tcn — 
Beiclheidenheit! ruft die Prinzessin : an einem Minus 

wie Sie 
Sind Dinge bemerkenswürdig, die nichts an ändert 

bedeuten« 
Docl 1, um Vergebung, mein Herr, wenn diese Melodie 
Ihr Ohr yiell^cht yerietat ? -^ t>Sie schersen" — 

Und Sie erröthen? 
«,Das dach tMcih nicht**— Zum brennen !—. „So 

mufs der gestrige Wein"— 
Aufrichtig, mein Herr, ich ^ehe nicht ein 
Vi^arujn Sie verlegen sind;, was Bütten Sie das yon* 

nöthen ? 

32. 

Dochf — Nun crrath' ich es — richtig! das lölt dtt 

lUthsel mir auf! 
Bekennen Sie, Ritter, Sie sind ein kleiner Ungetreasr? 
Sie ipielen gerne den Damenbefreyer, 
Allein, Sie letsen, so scheint*s, auch einen Preis darani 
«,Frin£essin,ich sehe Sie wissen'* — Voa 

Ihrer geheimen Geschichte 
Bin ^nrenig m^r, ' mein Herr, als einem gewissen Fast 
Behagen mag— »,Madam| aus diesem Ton iit 

klar 
Dafs Ihnen die Sache in einem falscliet 

Lichte**' — 
Verzeihen Sie mir !, Auch 'darin irren Sie Sich ; 
Ich hibe sie von der Q&elle'; der JNeger bewixthete mich 



Z w ö z. r^ s R G B • A M •• rj 

, ^ 33* * 

)Ait jedfita Urniund davon« Es ^rar, man mufs. g»* 

Stehen, 

Sin tückischer Einfall ton ihni »^ Sie in dexh drohen- 
den Staiidi, ^ 

SYorin er, wie man sagt* hey Blaff ardinen Sio 

fand« ^ 

[>en Nymfen züni Schtecken so lang^ In seinem Gar-* 

ten stehen * 

Su hissen, bis sich« wet Weifj aus Welchem Felonlandj 

3ie Ohermeisterin von allen Freziäisen 

lieher verirrte, mit eigner keusch^t Hand 

Den Zauber knoten aufzulösen. 

2s Wj^r s^hr glücklich^ mein Hert, dafs ^diesd iH 

Schatulliösen 
Ig bald zu Ihrem Tröste sich fand! 



34- 

>te hfitte ia ^ben so leicht «m andern Ende der Erddtt 

Versteckt seyn können und lange vergebens erwartet 
-v^ ' wetden. — 

»Ppinzessin« (versetzt der Ritter mit etwas Ungeduld) 

4 ich geb^ ich Preis ;%ut schohen Sie, darf ich bitten^ 

)es Ruhmes von einet Damej die ohne ihre Schuld 

chon mehr als zu viel um meinetwillen gelitten!" — ^ 

•ie haben Röcht, mein Herr; es wäre lieblos, ihr 

)ia Olinmachti worin sie lag, 2uin Yonr^f macheit 

* zu wollen, 

yie hät^Q sie nicht in 'Ohnmacht fallen 8 qllen? 

o wie die Sache lag, was that sie als ihta Gebüht? 

WxsJbAVPt Schriften, V« B« J) 



/ 

• ■ 



) I 



Igr D a M '»■ ft O B A M A D I t. 

35- ^ 

1 • • • 

Wo uc dLn Aftdchen Ton feinem Gefähl ffir £hi^ 

Die gegen das Unheil der Weh, das Hiexnand mehc 

eis wir 

Zu furcbten hat» fo fett gepanzert vi^äre. 
Um nicht dasselbe zu thnn? Und wirklich, verzeüieil 

Si^ mir, • 

Lafst fOr ein Madchen» zdmahl £tir eine Prinz^sin, 

von Ehre, 
Dia wenigstens das, was vield den bösen Scheifl^ 

Za^ nennen pflegen, scheut, sich schwerlich ein Us* 

fall erdenken. 

Worin es Terdriefslicher wäre ?ur Ohnmacht gezwan- 
gen zu seyn. 

Das weifs ich» gerietV ich je In solch* ein Ungidck hioeiiti 

Ich würde mich selbst in meinen Thränen ertränLeo! 



Bedenken -^i«. selbst, mein Herr, — Hier fand Jtr 

Paladin, 

Der bis hieher auf glühenden Kohlen gelegen. 

Es länger auszustehn gdh^ über MenschenverinÖgen« 

Schon schwebte ein derber Fluch auf seinen Lippeni > 

als ihn 
Zu gutem Glücke die Ankunft der Dame seiner Gedankoi 
Zum zweyten Mahle befreyt. Zwar £ng sein hoker 

Begriff 
Von ihrer Tagend bereits ein wenig an 2tt wanken: 
Allein er Jiätte zur Schmach, auf einem Kinberschtf 
An Kettex^ ^u tudern , sich eher verglichen. 
All länger gemartert su seyn mit solchen Wetpenitichei« 



2WÖI.VTX|I^ GSSA 9Jh 



*f 



57- 

SuItatiitoehteT d^ckiei^ demnacH 

eben voh feiner Geduld der letzte Faden brteb« 
Kucken war in seiner ersten Regubg ; 
)in, sie kam — - an Karatnells h,ttn\ 
fs stimmte ilugs die zweyte Bewegung 
.n Grade tiefer herab« Sein E^opf war itzt zu Watiü, 

nur ein Stäubchen mehr als er bereits ertragen ' 

räglich ZQ iinden. Ihm schwoll das Hc^z empor, 

hätte sich gern mit der ganzen Welt geschlagen« 

l wirklich nahm er den Ritter» statt bey der Hand« 
' beym Ohr; 



SO- 

.1 , ** 

ir blofs ans Zerstreuung. Aucli, fern, dafs er^t 

geröget hätte» 

aügte Herr Earamell sich, mit seinem ilegma» 

tischen Ton 

mgen : Diefs ist mein Ohr , Herr Ritter \ -— Selbst 

' KoliAsch6tt6 

I an tu i^erken , sie habe die Indiskrezicm 

weit 'getrieben* und snchtö den Fehler gut «a 

machen« 

fand man lioh wieder geschickt von nichts bedeu* 

tenden Sachen 

chwatzen, anlachen» sii tändeln; und unser Paladin 

in dies fremden Ritters und ^hatulUösent Betragen 

tts » dai ihm Grund zn geben schien, 

i teino Freundschaft* ihr sein Zntraun Jui»u« 



X 



HO 



D SR it'b V » Am ad sirt* 



39- 

So kann, trotz deinem Falkenblick» 

Ein warmer Kopf oit falsch aas wahren BemedLUBgei 

schlie£ien! 

Wir hielten^ nehmlich biilier mit einem Geheimaifil,' 

zurück,^ . 

Das wir dem I^escr, suh rosa, nunmehr eröffnen müis«»^ 

Dafs Karamell lange schon an Schatulliöie«^ 

hing. 

Als diese aus Angst vor dem Riesen ins] N^tz des 

m tons ging, 

• XSni welchen Dank, ffir alles ^ein Bestreben 

Ihr zartes HerzN zu gewinnen, der arme Bitter emi 

Da sie den Vorzug vor ihm Doti Bore aasen geg»^ 

ben : 

Diefs wird dem geneigten Leser in frischeili GedidifJ 

nifs noch schweben« 



o 



40. 

■ . , ■' ■ , 

In KaramMls Busen lag das Unrecht tief verwahrt» 

Das er du|xh ihre Wahl erlitten zu haben glaubtsi 

Wiewohl er, da ihn der Zufall mit Dindoaett 

' gepaart. 

Sich eincK kleine Zerstreuung erlaubt^ 

So schwur er doch — und schwur^s bey ki^emBlät' 

Nichts sollte die Ungetreue vor seiner rächende« 

Beschützen, sobald ft dazu nur eine Gelegenhe^ 

Nun hatte sie, eh^ er^s gehofft, das Glück in sein« 

Gespielt, un^der neue Beweis Von ihrem W 

Trieb ihm die Galle nun vollends ins Blut: 



hi 



^ . 



.1 , 

4ida^r Bich, clur<ih? eifi6n der dienslli^ren GeStet 

Haose, mit kichter Mßlie zuxaMeUtet .' ., \ , 

n.ihxem Geh^inmifs gemacht« so war die Schwlot 

rigtein , 

zht groffl» den Angriffsplan gehörig anzulegen. 

r Dame ielbst war ei^e Gelegenheit, 

tt /Vfdeder in Achtung bey ihm zusetzen» nicht ent? 
. t gegen. 

hatten sich alsQ^ so bald sich dies^ gescfgif ^ 

einem Spaziergang in den Alleen , , 
I Parks bestellt, von sülser Hoffnung gesäugt, 
landpE iwediselsweise naich Xai^nizhi^rgehen^ . 

42- . \ 

1 weil man d^s Ritters rermeintUche Klage 

leuer zn untersuchen beschlossen ( was bey Tage 

ht thulich war) so wurde, von SchaculUösen zu« 

letzt ' ' 

einem Gartengemach die erste. Stunde vor Morged 

einem TitC' a'tete, doch ungern, aufgesetzt. 

nnKaramell, der die Verachtuiig vielleicht zu 

wenig; verborgen . ' 

i sie' ihm einfiöf^t ,' hsitte mit einem entfallenen 

' Wort 
li merken UsseA « ihm sey der schwache Ort 

ti ' ihrer Tugend bekannt. Diefs mhcht ihr £&£ 

Amadis Sorgen ; ^ • 

e leicht pflanzt so ein Verdacht auf einen Freund 
. V . " »ich fort l ' 



*», 



'■fn ■ *ir|i"-f. "p** 









43- 
Zum ÜnglAck dafs^ Tersteckt iil . «inem Kabtii0t^''^< 
Bey dieser Bestellung ein ^uge suge^en war« "^ \^t^ 
.Bin junger Gnom; und» was noch M^ilimmef.'f^ 
Der Kammergnom der schönen K o 1 i f i • c h e t e t ; 
* Ein kleiner Schalk , wie Pagen meistens tind« "^^ .v.^t^l 
per seine gutherzige; Lust ip andrer Plage findt» 

und» wenn er (Gelegenheit sieht, durch seine %^aäaa!i{ 

\ reyen - - 

£in zärtliches Paar um einen BLetiiei-^-vou^ :^ 
Zu bringen , oder um nichts z wey Freunde zu ild 



zweyen, ^ : t:4 



$ich einbildiv es schiokö der Himmel ein grorsl»» OIw| 

ihm zu. 




t 



4 

r 



Wen ein Geschöpf von dieser edeln KUsse 

Von ungefähr behorcht, rerksse ^ 

Sich drauf, es werd^ ihm iiicl^t besser «reehn 

Als IVIidas dem König. Der hatte längere Öhre«^'' 

Als man an seiues gleichen zu sehn ^ 

Gev7olint ist; Tiicht, als h^tte die Dame, die ihn 

boren. 

An einem Faun «ich versehn ; Apollo h^tte iex^ 

nio;» 
Bey einem bekannten Anlafs, der Setner MajettH ' 
Gesch^iAck und inneres Ohr ein ^enig 

Verdächtig machte»^ die Ohren um etliche J) 

erhöht. 



:/Tf 




■^ Ctsi: 



45- 

i 

)]r Midis, wie leicht' zu etac1iteih,^'trtig ebe« keiik 

Verlangen 

, diesem Zuwachs vom Hofe den GlCtckwunsch zii 

empfangon;. 

-Gegentheil Terbarg er diese Zies. 

gut er konnte. £r war der Erfmder. der frygisohen 
'^ ■ i. Mützen, 

* über die Ohren gehn/ Allein vor deinem Barbier 

an er fry^ischen Mütze Isu sitzen« 

r <eiiie^ Sache von gröfsrer ;&ch wkrigkeit . :>. , / 

er gedachte, znniahl wenn im Kalender die Zeit 

-'I r . * 

n ^Haaf - absdineidcn kam. £«!#«' 4111« dem Handel 

zu kommen» ' 

"Mann witdixi geheilte in Sid nnd iPflicht genom« 

men, 

«•1 ' ' -' ... ^' - 

ichw5rt, d^s Übc^mafs von Majestit j 

Königsohreii. /vor allen ^ben^igen Seelen» . 

leb ihm die seinigen sind, bis io sein Grab zu Ttx^ 
i '. hebJ«en. j 

: Tage schleicht^ von seinem Geheimnifs gebläht» 

sinnig den Kopf gesenkt 1 die Stirn in politischea 

Falten,..,. ._,- 

arme Barbiet herum » doch länger es äassuhaltea 

keine Möglichkeit. Die Kroniksagt, er sey 

jenem l)erahmti^n Barbier zu Bagdad' ithidierr ge^ 
(.- '■ ' 'wesen^- " >'.-'«,-.•: -'J 

dessen enthaltsamer Zunge wir alle zweyfelsfr^ v 

lusend und Einer Naoht die seltnen Proben gelesen. / 



"31 



r 



» •» » ' 

Jhn 8clirec](t des, Königs Zoriii iim logt tig^ f ein tlien- 

rer Eid; , . 

Mit; l^ei4ei^ wir doch wal^licU nich^ 9ia «paften! 

Poch sein Geheinifiirs bey sich veifaülenzu lassen 

Und endlich daran ku bersten , ist keitie gleinigk^ 

Indessen I d;i ihn sein flid doch när, ror leb^ndi^ 

gen Seelen, 

Verpflichtet, die iSchmach des l^Önigs za verhehhn« 

$o giebt sein Genins- endlich ihm einen, JEanfall ein, 

Wobey» wie er glaubt, fein Bauoh^ mit seinem Si^ 

bestehet. 

£v schairt ein l^qh in di« Brde, und murmelt leiis 

hinein ^ 

Wai lim lichtTag« Jaog scboii9(P.f9biedkUchau%ebläbet, 

48' 

Crkichtert schleicht sich nun der gute Mann daron, 
Und glaubt es schön gemacht stthabtftfi: f 
Allein im - nächsten Lenz , wächst ^ ^wo- et aufgegrabeili 
tJiii kleiner WaÜ von Eohr, Und ein vesrath'risclier Ton,- 
ßo oft mit säuselndem Fittig ein Sohn von Z«fjrr uod 

: Floren: 

^ anweht, flüstert aus dem Roh? 
ipem, der es hören will, ins Ohr; 
])er XQnig Mida« ha|/-r^ S^^lsöhren« 

J)er erste,« dere^ hö«t„ hat's kaum d«» Nachbar yertrsül' 
So spricht von denj Wander bereits gan» Fr j^gicn übet- 



t\ l\ß 



Z W Ö L V T B A G E. f A H •• S( 



f 



« Varia n t e n. 

. \ ' - ■ , ,■ 

Stanze ^,'54, 

\Et war sehr glüclLlicb fdr Sie^ mein !Herr» in Schat 
* tülliösen 

Die Dame so bald zn finden. Sie hätte z|i Samarkand,. 

Smolensko« Pecking, wer weifs an welchem Ende der 
: J^den - ; 

'Versteckt seyn können und langei vergebens erwart^ 

wenden, — . . < 

l::^, Frii^zes^in , versetzt der Ritter mit etwas Unceduld» 

Verschonen Sie wenigstens doch die liebenswürdigst^' 

Damet" — , . 

Wie, Ainadis? Schwärmen Sie gar? Wer hindert Sie 

denn_, die Damb 

. i(Sie wissen vermuthlloh Dicht, ihr Nähme 

irt Schatulliöse) zum Dank für ihre voreilende 
1^ . Huld 

I^.Za 'Würdigen wessen Sie wojlen. Auch mufs ich 
^^^- ^ : tagen , es wäre 

S^*Sehr lieblos (nichts Stärketi zu sa^dn) aus ihrer Ohn- 
f ■ ' N macht ihr 

f Ein grofses Verbrechen zu machen. Sie that blofs ihr« 

r >- ' ^ ^ ^ Gebühr. \ 

US Wo ist in der gansen Welt, da« Meer und die Atmo- 
■ ' Mix« 






"^ JÜIit eingeschlossen , ein M&dchcn von feiner Euapfin- 
i|;" ^ düng dei^ Ehre, ' - 

I Die weniger thäte? Und wirklich» erlauben ^ie mir, 



E. - 



I > 



$6 ^D.S J| H S'V B A'K A I> I s. 

Läfst für ein Mädchen von Ehre lich kaum ein Fall 

eKdenken« 

Worin es rerdrieftlicliei^ wäre bey einer Schwacnlieit 
i sich 

Ergriffen xa sehn. Wahrhaftig« ich wtlrde mich 

Vo^ Qram in ^tv See ypn meinen Thirinevi eitränkei. 



Stanze 44, 45- 

Die Wahrheit war'» es jiatte sie Föbus dem KÖnij; 

ISiej einein bekannten Anlafs erhöht« 

Der Seiner Frygischen Majestät 

Geschmack und inneres Ohr ein wenig 

t^erdächtig ipachte. Don Midas* wie man sich 

Leicht vorstellt» trug nun efben kein Verlangen« 

Zu diesem Zuwachs Öffentlich 

Vom ' Hof und den fremden Ministem den • Gluckwuntck 

^ fiu empfangen, n, s, Wt 



A n m.e r k u n g e n* 



-i).Dem alten Piroteus gleich* 

Proteus ist einer' von, clcä Meergattcm der »w«yt«i Ord* 
nung bey den alten Dichtem.^ Er besals die Gabe der W-eis* 
sägimg; man mufttte' ihn aber vorher • bindeit,' un^ ehe q^ 
dazu kommen licfs, nahm er alle mögliche Gestalten an» 
daher das Sprichwort, veräaiderUc^er als Proteus, und dU 
Horaziiibhe Vers : quo teneojn vuttiu miuctiittm f roten 
nodo? * 



\ I 



^fjJer- 



Zw.i^?.;FT«A Gb-»AS •• 



•7 



s) Der Nebenbuhlerin Wtit^u 

Jimo, eifetsüöhtig' über ^ diese sterbliphe Nebenbiihlerin, ^ 
hatte ihr unter der entlehnten Gestalt, ihrer Amme den bö- 
cen Bath gegeben, .sich von Jupiter einen Besuch in der 
ganzen Mpje^tät, "Worin er sich seiner Gemahlin zu nähern 
pflege, atis^ubitteu. Er kam also mit Bonner i^iä Blit«« 
und Semele wurde das Opfer davon. 

« - ' ^ • , • » , . » . 

g) Von" einer schönen Brant — 

JDiese I'ormen Von der uralten' Gewohnheit , es einander zu- 
zubringen, so platt sie uns jetzt vorkommen, waren, zur' 
Zeit, da dieses 'Gedicht gemacht wurde, npc)i ß^ dei]^ gr^(ilr 
f in T)&eUe von Deutkchlaud iibUch, /.-vr 






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DREYZEHNTEÄ GESANG». 



I. 

Inzyrischen^hatt« HierrTulpan vom Hausch der gestn* 

^ gen Nacht 

Sich wieder hergestellt.,, und grofse Anstalt gemacht 
Den Damen und Hictero* mit denen er Spafs zu haben/ 
.. , .gedenket. 

Die .2Seit zu rertreihini. Man wurde dieses Mahl, 

Kach' einem unendlichen Schmaus ini 'gtöften Spiegiel* 

sahl,- 

Mit einer Opera buffa von seiner Erfindung l^^ 

" schenket; ^ 
Denn unser Mann war alles was ihr wollt: 
Er hatte ein mächtig Talent zu Gastereyen und Festeiii 
Er machte auch Yerse ^ so, sol — sie klangen nicht 

^um. besten. 
Doch desto besser klang sein Gold. 

Man lobte an «einem Schauspiel — Verzierung iis3 

Mascliinen, 

Ihm kostete alles diefs nur einen Zaubersichlag ; 
Mit tausend krystallnen Leuchtern macht* er die Nacht 

zum Tag, ' , . ' 

Schuf Zaubergärten auy Wüsten und hiiefs den Winter 
■ / grünen; 

Doch , dafs der letzte der Negern , wenn Sylfen und 

» • Gnomen ihm dienen, 

Den grofsenNeguz selbst hieri]| verdunkeln mag, 
I^t keine Xunst. Die Herren und. Damen, erboben 
Auch seine Musik u allein , was diese betrifft. 
So können wir seinen Geschmack am Bunten vlvA 

S c h w e r c h nicht lobsüi 
Dehn uns ist beides Ohrengift« 



\ 



D H S'X X XHRTSR GejI XU O» 

3. ' 



\ 



I lebe 6 a 1 uji p \ und Haste, und du » erzogen tob 

Musen ^ 

nd Grazien« Sohn der Natur, mein Pergolese^ 

du!i) 

lir hören , wenn du das Schwert iifk ^ef zerrissenen 

Busen 

>er göttlichen Mutter beweinst, mitweinende Sera« 

fim zu; 

nd o! wem wallet ni^ht, von neuen Gefühlen um* 

i fangen, 

bs Herz Tor innigem Verlangen 

la sterben den süfsen Tod , in den dein himmlische» 

I4ed 

}tn sanft entschluftimemden Geist, von Engelsharfea^ 

"^ umgeben« 

linüber in Elysium zleh^ ^ 

ies Weisen Übergang zu einem bessern Leben ! 

M Ihm , ihr Priester der Musenkunst, studiere 

»«n höhen Geschmack des Wahren gepaart zum Schd«' 

nen, 

'4e Kunst xnit starken 0«füh}en den Busen auszudehtien« 
^ Ktmst, die Steine beseelt und Seelen den Leibern 

■ entfahrt. 
s;3rd stolz genug den neuen Marsynssen s) 
5>e eitle Kunst zu überlassen« 
%f, ähnlich einem Zauberfest» 
B^ ihrem schimnaernden Prunk das Herz yerhungeni 

läfst, 
£t Tönen spielt yn9 Gaukler aus den Taschen» 
^ immei^ blenden will und immer überraschen« 



, «.(F-C 



Dba mm 



V m AxA^oxt: 



]!)af Scliaaspiel , oie Taftl • nnd alles ttat xlttn 

lob! vorfiber, 

Xfnä aacL der Neger — der g^tn im Guten sieh 

nahm» 

Xfncl schdnen Augen, umringt mitPl^ sehen, gegen 

Zerstreut durch') e n e» sehr leicht von diesenzun 

' bekam — 

Ward, zwischen Seyn und Nichtseyn .Cn^ch sei 

• Gewohnheit} verloren^ 

Zum Tröste der Damen, zu Bette bugsiert, 
Kurz, alles im Hause Stchlief, und lag noch auf 

Ohren : 
Als um die Zeit , wenn vor Auroren 
Die braune l^acht in Dimmer ung sich Terliert, 
Die keusche Wittwe des Triton, in deben Sc 

drappierty 



Sieh, eingedenk ihres Versprechens, nacli dem 

stimmten Orte, 
Beym funkelnden Lichte der S^ic^, f^irginisi) 
Von ihren Füfien tragen liefs. 
V Sie fand, wie billig, an der Pforte 
Des Sahls Don Karamellen schon, 
60 frisch und schmuck wie weiland Seladon» 
Mit offnen Armen ihrer warten. 
Sie spricht: Ich dichte,' mein Herr, weil*» nod 

diesem Salil 
Sehr dunkel Ist, wir gingen in den Gartezi? . 
Doft haben wir doch die Sterne zu Zeugen« «— #t^ 

andexmahl» v 



vD R ST £ A II N «TE K "G KS.A m O. ft 



^enn^t ni;ien beliebt» FrinzeBsin; nur diel)(mahl 

nicht! Ich bitte 
emüben Sie Sich in meine kleine HQtte» 
e ist mit einem Sofa möbliert" — 
lit einem Sofa» mein Herr? — »Auf dem sichre 

hertlich lieget, 
[an wird so sanft darauf gewieget!" — • 
[ein Herr» Sie haben mic^ zu einem {Schritte ver» 

führt, 
^obey^ichMühe habe mich für mich selbst zn halten. 
Le sehen wie weit mein Vertrauen auf Ihre Weisheit. 

geht! — 
Ich kenne, versetzt der Ritter, und ehret die Majestät 

on Ihrer Tugend » Madam ; hier ist , sie su entfalten, 

« 

/ 

Üe schönste Gelegenheit da : sie soll bey Ihrem alten 

Jaubärtigen Triton nicht besser versorgt gewesen 

seyn ! 

«ruhen Sie alle Skvnpel für überflüssig tu halten ; 

Le waren wohl eher mit einem Don Boteas al- 
lein!"— 

Hiefs, fällt sie ein, diefs ist es eben, 

^as» Ihnen den Schlüssel zu meinem Betragen za 

geben, 

fiefs leidige T^te^ä-thte mit abgenöthigt hat. — »• 

Ich bitte Sie» schönste Prinzessin, kein Wort hievoa 

zu verlieren ! 

Vo niemand klagt, findt keine Vertheidiguhg Statt; 

ie sind in dem Altef Sich selber zu regieren. 



5% D B » H S V S ▲ M A S X t» 

Wct. hat ein Brecht sti fragen , w^s machen Sie cU? 
Und köx^nt* ich allenfalls durch das was jüngst gt- . 

schäh ' . 1 

Beleidigt scheinen, so ist — ich schwör^s bej ällsir 

Kreisea . 

Bes Ptolemiischen Himinels! — Ein einziges Mitt4 

nur 

IVUr Ihre Unschuld eu beweisen. •* — . 

Und welches? fragt die sanfte Kreatur« 

Mit lispelndem Ton. — „ Es ist, mich kurz zu fassen, 

Aut diesen Sofa Sich gnädigst niederzulassen — «< 

Was für ein grillenhafter Mann 

Sie sind! Ich sehe nicht, was diefs beweisen ktmu 



Doch, Itmen gefällig su teyii, dabin ich! — „Reitzenda . 1 

* Gütel 
Wie «ehr verbinden Sie mjchl In diesem Angenblick 
Wird alles Vergangne zum Traum. Der mülst* eis 

doppelter Skythe» 
Ein Karaibe seyn, aus einem knotigen Stück 
Von Eichenholz gehackt , der sich, so nahe bey Ihneo» 
Auf einem elastischen Sofa, vom Morgenstern 'beschie* 

\ nen, 

laicht sehnte, den leisesten Wunsch gercitzter Kachbegier 
Zu Ihren Füfsen auszuhauchen. " — > 

Wie, Karamell? (spricht die Dame) Sie reden so mit . 

mir? 

Vergessen Sie nicht, mein Herr, ein ^wenig Re^ekc 

SU brauchen i 



^ 



1 



ii. 



/ 



Der.Bitter, nicht sehr durcB diese Griinarsse geschreckt» 

Erwieder^: »Sie ichetxenf l'lrini^essin ! Wer weifs es 

besser » wie brünstig. 

Wie Ifinge Si« Karazn eil liebt j, und ach! Sie fodeim 

Respekt! 

Itzt, da der Stern der Liebe zum ersten iVIahrihn günstig 

Bescheint» Respekt! Sie selbst^ was däjshten Sie voii 

' ihm» 

Wofern er» wie ein Thor» die ftchönsteii der Morgen- 
stunden 

£nt8Ghlflp{en lieCie?" — Mein Herrj Sie wenden un* 

geitüm! 

Vermefsner! was Laben Sie je in ineinem fiettageH 

' gefunden» ' 

Das eine Sprache wie diese —> „Prinzessin fällt er ein» 

loh bitte Sie» zwingen Sie naich nicht» indiskret zu Sejn 1 



Nichts vom Vergangnen zu ^ägen (ich will Sie Boreasieflr 
Und Ih;ren Wassermann selbst ganz gern vergesspil 

lassen) ^ 

Alleii;!» ich weifs Sie lieben den cchöhen Amadis; 
Sie haben Sich ihn zur Dankbatkeit Verbunden ; 
Der Stand» worin S^e ihn in diesem Gai'teVt gefunden« 
Di6 Gun^t» die Ihre Hand ihn damahls fühlen liefs. 
Diefs nennt man Proben, die keinen 'Zweifel erlauben ! 
Sie sehen, Erläutrungen wären bey mir nicht angewandt^ 
Was brauchen Sie das? Ist Ihnen mein Herz nicht 

längst bekatint? 
teil will von allem nichts zu Ihrem JNachtheil glauben : 

j 

'WisztAWDs Schrif^en^ y.ltf. C 



\ 

\ 



S4 



DsavBU^ A 



A o I t. 



Doch» tprechen Sie telbct» Tezdieift so Tiel ]^dMI^| 

heit 

^ An Ihrer Seite nicht eack ein wenig Dankbarkeit ?" 

Die Dame leofxte, schwieg nnd fiel in tiefe GedanU 

Nor lafst ihr» sich frey ra enuchlietsen, der Gramafli 

keine Zeit, 

Und endigt, was weiCi ich wofär, sich ziemlich w 

an bedanken. ^ 

2ain Unglück stiefs unmittelbar 

An eben diesen S|Jil, worin wir Schatalliösen 

Beschäftigt sehen die Zweifel des Riuers aufzoldfOI^I 

Ein kleines Boudoir an, das ihnen unbekannt ifil» 

Und — rathft» wer darin gewesen? 



m 



14, 



yp^'M 



Wer ander» als A m a d i s selbst? — Das ^war ein half- 

lieber Streich! 

i 

So geht*s, wenn man yergifst, dafs Wände Ohren habeal 
Der naseweise Gnom von einem Edelknaben 
War einzig Schuld daran ! Nun denket selbst» wie endf 
Bey einer solchen Verhandlung die dritte Person ge£ds2 
Sie wuIsten zwar noch nichtt» und glücklich 

für -sie ! 

Doch Amadis» dessen Rolle bey diesem Finnhir' 
^ ^ spiele 

Die angenehmste > nicht war, fand desto gröfsre BMf. 

Sich selbst in Fassang zu halten. Schon folgte 

raschen Triebe 
Der^zornigen Seele sein Arm, d^m Trieb 

Liebe; 




ID a X T Z E H N T £ A G S S A 11 o. 35, 

h wollt* er dbn Degen ziehn, und hätte iatch fii* 
. , r. * ' nen Stofs 

Y schuldige Seelen dem Orkns zugesendete 

n, erschrecket nicHt! die Gefahr ist nicht so grofs; 

1, da er ziehen will* so war ihm das JSfsen ent- 
wendet. 

hatte der schelmi»dhe Gnom >aus schlauer Vorsicht, 

gethan, 

Spafs^ dadurch Tollst&ndig zu machen« '., ■ 

lustig wird es seyn (er mufs zum voraus lachen) 

n Amadis , schiiAubetid und roth wie ein g^reitz« 

, ; ter Hahn, : .\ . :' 

Degen aus. der ^heide ziehei^, 

nur ein hölzernes Eisen in »einen 'tlAhdeti sit^ 

het! 



\ 



f -.6. 



11 

&llen dieser Art kommt einen! Biederm«nfl , 

S e n e k a vortre/Tlich zu Statten : * 

lagi uns gegen den Zorn , was man nur tagetl 

' kann 

n Witz und kaltes Blut sich mit Rhetorik gatten« 

i Weiser sollte den Thoren, den Wurm» di« 

Mucke »^ die ihn 

f 

ochen, mit seinem Zorne beehren? 

lollten ^ingej die nicht zu seinem Wesen gehören« 

schlüpfriges Weil> » ein kleiner Baladin 

einem Gnom, in seiner Ruhe stören, 

aus 9ioh selbst herauf in ihren Wirbel ziehn?** 






» / 



5^ D B Ik »M V B A K A B X •• 

17. 

Mit solcbe^ Fräsen kahlte der Ritter 

8ich selber rollends ab« so wie sich das Ungewittef 

In seinem Blute zenheilte; und* merkten wif*f 

So dächte wohl keine Seele i^rtm» 

Dafs sieben Achtel davon dem kleinen Gnom gehöreoi 

Der so besonnen war, sein EiseA in H0I2 zu verkÜi^ 

ren. 

Er hat nichts dringenders nun » ills ans dem vethtth 
[ Ji. . / ten Schloff ^ 

Sich auf der ^Stelle BU yerbAnjuen; 

Er schleicht sich unbeiüerkt fort, besteigt. sein edks 

RbA. 

Und T0itec im groben Trott roa 4«nnen4 

Iß« 

Schon ritt er einen halben Tag, 

Unmutklg, — wie ein Fucht , der einen HahnerscUsg 

'Zix wohl verschlossen fand , mit eingezogenem Baocbs 

Gesenktem Schwi^if ui^d melanehoHsphem Blickf 

Unwillig sich entfernt , und nach denv Hofe surfick 

Oft trautig schielt, und seinem aufwirbelnden Rauche« 

J)m Gleichnifs« in der That.^ist von den edelsten 

nicht» 

Doch immer so gut, ials, Wenn in einem erhabnen 

Gedicht 

Den Ajax, der dem Schwall der Feinde langsam #et' 

chet, 

AltvAte« Homer mit. einem Esel trdrgleichet; 



ff 



Dhsitzehntex Gcsaug« 57 

■ \, 
WiewoKl Herr Dacier uii$ mit gutem Fuge' f>eleliiti 

I>a(s ^znmahl das Thier mit langen Ohren 

In höherm Ansehn 8tan4> al^ seit es seinen Werth 

Durch die Vergleichungen verloren. 

Womit man» auf seine Kosten, zweybeinige Thiere 

' beehrt. 4) , 

]>er Kitter also hing die Ohren 

Und Sprach kein Wort: als endlieh Ferafis, 

Sein Sekretär ,' nach öfterm Husten , es ws^te 

Und seiinen Herrn um den Grund von dieser Traurig* 

keit fragte : 

Darf man sich unterstehn, Herr Bitter Amadit, 



Zu fragen, warum Sie so hastig aus eineni Schlofs Sich 

< ' entfernteif, 

TVoTtn wir so wohl uns 'befanden, uud Damen ken« 
.. • ^ ^ nen lernten, 

dergleichen man in diesem wilden Refier 

^vL finden schwerlich hoffen konnte, 

Jnd just, da ein näher Yerlxältnirs sic& anzuspinnen 

begonnte, 

^o rasch Sich entfernten? Sie sind, vergeben Sie mir, 

iin wenig zu spröd, und haben die Thränen auf 

Ihrem Gewissen« 

)ie ein so unverhoffter EDtsphlufs 

>er schönen Schatulliöse unfehlbar kosten mufs* 

ch irrte mich, wie iöh sehe, gar sehr in meinen 

Schlüssen. 



\ ^ 



•/ 






58 



_ • • • 

Der VBUfc As«A»rs* 



"-/. 
.;•. 



' *j 



«1. 

Sin tiefer Seufzet war alles • Was unser HeM 

•V 

Verseute. i>iefs nahm sein Begleiter für itiUe 

.viriUigung auf. 

Zu plaudern so l^ng^ er vrollte; ntid also sprach # 

"weiter : 

Ich ^be mich zwaT für keinen Zeichendenter, 
Allein» nach naeineni Systieari, hat mair dio A 

zum -11» 3e|ii)» 
Und wer berufen' ist« bey iwequ 
V(>A Amorn angeschofsnen Leuten 

In einer bequeipeo Euifernung , wie unser einerj il 

stßhn, ; 

Benverkt oft tausend Kleinigkeiten» 

J>ie dem^ der selbst im Spiel verwickelt ist » «ntgelui 



PieiPni^, das wollt' ich beschwören , wiewohl si|| 

so zöclrtig thut - 

^Is ob sie den heiligen Kotb der Göttin Ceres trfig^ 

Hat nicht blofs gleichkam Fleisch und. Blut, 

Ihr schlüpfriges Auge» das.^ Wallen in ilureni ButeSf 

die Gluth 

,Vf>n ihren Wangen, beweist ihr sprödes Ansehn iQg^; 

Mfin Hörr, Sie wurden geliebt! ~ Night, daCi 1(1^; 

eben damit 

' _ • 

Behaupten wollte» die Liebi? der schönen schatuttiösei} 
Sey von der e m p f rn d s a m e n Art gewesen» - 

"V^'ie jene zwischen dem schönen |» p r t h a r it 
Und seiner Prinzessin» wovon wii: im Bhlier leien; 




/ iD Ä E Y 2 E H N T E R G S 8 A 9 0. . 5^ 

• ' A3. V . 

Npch wie die Liebe der Sympathie 

Die ^ristram uns 8o sentimentaliscli beschrieDexlT & ) 
. «»Ama.ndu8j^r> Amanda Sie, . » V • 

Pie. durch ein hartes GescUick, Er Ost» Sie We8t^ 

getrieben. 

Sich zwanzig Jahre lang nie sehn und einzig liebpns 

E r, von Korsaren gefangen und nach Marokko gebracTitf 

Wo sich die Tochter des Kaisers in seine Figur ver- 
narret, 

yiei Jahre in einem Thurm ihn füttert,, Tag und 

Nacht 

Mit Locken und Weinen i^nd Flehn die Haut zu eng* 

. » ihm macht, ' - 

Und» ihrer Reitze gewifs; stets seiner Besserung harret; 

24. ; ) 

Und endlich, da er w^ie Pech an seiner Amanda hält. 

Den prächtigsten Hals , der den von Auroren und 

Floren 

Und Frynen verdunkelt hätte, entblöfst, zu Füfsen 

ihm fällt. 
Und fleht, zum wenigsten nur die einzige LieV in der 

Welt' 
Ihr anzuthun, imd ein Messer ihr in die Brust zu. 

' . ' bohren; ' 

Doch alles umsonst! Indessen Amanda mit nacktem 

i V Fufs *"' 

Die Welt durchläuft, vom schroffen Kaukasus 
Nach Kadiz, von da zurück zur Stadt dei Alabandus, v6) ^ 
Und Berg und- Thal, und die Ufer von jedem berähm- 
^v ten Flufs ' v 

Mit feinem Nahnten erfüllt» Am a«idus, t^chAraan*. 

dus I 



V 






25- 

Kichu denkt, iiicbu fn4ti% ph ihn« vor lanier 

nicht .^Seit 
Zum Essen und Trinken hau und, vreon tie aui 

Pgkeit 
Auch endlic|i einschlafe» nur von ihreni Ama 

trliuznet; 
Tor keiner Stadt sich Unger säutnec 
Als unter dem Thoire ^n fragen : O sagt mir, al 

sch^\rind» 
' Ist mein Amandns picht (lier? -^ Bit ^ndlid 

der Verhoffen, 
{Nachdem sie beide, sich suchei/d. die Crde ras 

loffen, 
Sie, Tor dem Thor zu Lyqn, \to sie za Haus 
£in)inder in die Arme rennen, 
\Jlid| jda sie kaum' vor Freud« noch rufen köni 



J^ebt mein Amandus^ noch? — < im i 
J.ebt meine Amanda j chea Augenblic 

^ur Erde sinkend, die liebenden Seelen verhai: 
3o weit läfst wo}il die Frinzessin die Sachen ohi 
!^icht kommen I iVIir däucb|;, sie weifs das Lei 

ser zu brauchen, 
XXncI f^blt iToh) scbwerlicb von Mutter Nai 

f ' ' bestinimt 

■ 

Von Sf^ntimens und von Tdeen zu leben. 
Mein gnädiger Heyr» Sie müssen mi^ vergebei 
Sie suchen ein Ideal -^ Allein , der Weise nur 
Die Dinge wie sie sind, und was der Topf b< 
\\\urat Hanger zu Götterkost, *- wie unser^ J 

uns lehretf 



\ 

P A B Y Z B B N V Bli G^^SAHO» 4> 

27. 

» 

Hert F e T a f i 8 bStte | da ^ in Gedaxiken verirrt« 

Sein Herr auf «ein {l^den nicht achtet ) noch lange to 
, , fortgedahlet, , 

kh durch, ich weirt nicht yvzs , das aus den Bflschen 

strahlet, 

fxn Staunen dieser » und jener im Plaudern gebeminet 

wird, 

Sie nähern sich, und sehn durchs grüne Gitter 

Der Hecken einen feinen Ritter» 

Der einxnahl ^ber das andre zum Zeiiyertreibe gähnt» 

Tn blauen Waffen mit. Gold an einen Baum gelehns, 

Br jiatte den Ort, vfie es schien, zum Mittagsmam 

erkoren; 

Zum wenigsten macht^ ein Zv^erg mit langen Faunen^ 



^8- . ' . 

SicH viel ztl thun, den Boden mit einem Tafeltuch 

SZii decken , und eine Pastete mit andern Niedlich» 

keiten 

Vor seinem Herren auszubreiten. 

Der weise Feräfis f^nd den angenehmen Geruch, 

Der ihm entgegen weht, von guter Vorbedeutung; 

Sehr froh, dafs sich sein Prinz nicht abgeneigt .bezeigt 

Den fremden kennen zu lernen. Sie folgen also der 

Leitung 

Der spürenden Nase. Man langet an, man steigt 

Vom Pferd, und gleich im ersten J^ntgegengehen^ ; 

Ist beiden, sie hätten. dnander schon irgendwo ^«%«\wtt\. 






f * 



4* 



Der hsve Amaois» 



29. 



Kaum haben die Herren sich getianier 

Int Auge geblickt» so erkennt mit angeBehmem 

Der schöne Amadit stracks im blauen Bitter den- 

Der von der Fee, durch die er dem Zaubertbom 

entkommen. 

(Wovon vielleicht» was nnkngst Ferafit 

Ersäblte, noch Sparen in eoerm GedichmiCi liefii) 

An seiner Stelle Besitz genommen. 

Als seine Fantasie sich abzukühlen beeann^ 

Willkommen, ruft er, und drflckt ihm beide Hiii%- 

wiilkommen, 

Herr Antiseladon! Wie tre£Fen wir hier uns»! 



30. 

Gestehen Sie roir^s, Herr Bruder, Sie Sachen AbenteiMi 
In diesem Gebirge? — „Nicht da(s ich wilCste* versett 
Der Qlj^e ; man wird der üngeheuej," 
Verwünschten Prinzessinnen , Feen, tmd Riesen lat^ 

Zwerge -zuletzt 

So satt, dafs einer vor ihnen nach Grönland Aäcbtfli'^ 

mochte. 

Und wär^ es auch auf einem Fischerkahn. *.' «- 
Herr Bruder, das nenn^ ich Spleen» erwiedett.; 

jener ; man dächte ^ 

Was Ihnen die armen Prinzessen und Feen zu La3^- 

gethan. — . 

ts Nur gar in viel Gutes, Herr Bruder» die reine WsId' 

heit zu sagen, '*" 

Und mehr als Fleisch und Blut geschickt sind zu ertn^ 

gen. 



J> R X Y 2 X H'I^^V E Ji G £ SA F S. 45 

I 3»* 

^ Vieitt Üiiglack* niit Eiiüem Wort, üt — dafa kh zu 

glucklich bin. 
'Sie halten diefs vermnthlicb für baren Eigensinn? , 
Ich prahle nicht gern , doch s o ist wahrlich nicht län- 
ger zu leben ! 
Die Damen sollten sich wirklich ein wenig theurer 
' geben. 

- O! goldne alte Zeit, wo bist du hin geflohn. 
Die einst die 3;ärtlich6n Ufer des sanften LigiLon be* 

, glückte? ' 

. AU ihren frommen , verliebten , getreuen S e 1 a d o i? 
A s t r ä a um einen Kufs auf ewig ins Elend schickte); 
\Jxa einen armeh Kufs zu Lindrung seiner Qual, ^ ^ 
Den ptf al^ Npufe yerkleidet> auf ihren Lippen stahl l 






Da Jahre kam^n und gingen, eh sich ein Hitt erfrechte 
Und bleicher als ein Gespenst , den ' Hut in der beben- 
den ^Hand, - 
IVIit stammelnder Zunge der strengen Hirtin gestand« 
Dafs er — doch ihrem Geschmacj^ am ewigen Jungfer- 
stand 
Ünprä judizier lieh — fein Herz ibr^ern zum Opfer 

brächte! 
Da man zehn f rüfnngsjahre nicht mehr als billig fand. 
Und eh das liebende Paar um den ersten Kufs sich ver- 
glich. 
Oft mehr als die Hälfte von beider Leben verstrich ! •• — 
UnHSie, ruftAmadifi, wollten hiezu die Stimme geben? 
Sie wünschten Sich wirklieh , im Ernst , in Seladons 

iZeiten zu leben? 






44 



D^R HSV» Amadis« 



55- 

Waf haben* GraottiDer Ihnen dia unsern aap. 

thtn? — 

„Herr Ritter, hören Sie nar erst meine GetchichtB m. 

Sie werden, das bin ich gewifs » mir Ihren BejfülgB* 

ben; 

In einem. Stündchen Ut alles ebgethan ! 

Doch lassen Sie uns vorher mit Saft von 

Eeben 

IXnd finem leichten Mahl, so gut der Mantelsack 

Ydn meinem Zwerg es giebt, die Lebensgmtter ed» 

sehen. 

Tax unser s gleichen tangt kein leckerhafter Geschmad; 
Der Zufall pflegt in Bergen uxid Öden Gebüschen ^ 

Uns irrenden Rittern gar oft noch schlechter aa£n* 

tischen» *■ 

1.1 



Da£tzbhi9tea Qemajxc. 45 



r i a n t e n« 



Stanaie 3- 

— — Und da» erzogen am Bniett 

>er Grazien f Sohn der Natur ^ mein Pergolese, dul 

)it hören 4 wenn .da scherzest, *} entzückt die grie- / 

chischen Oilusen« 

St hören« wenn du das Schwert im tief zerrissenen 

Busen 

>6r göttlichen Mutter beweinst« mitweinende Engel 

dir zu. ^ 

yii, ihtem lieblingi entdeckte das groise Geheimnifi 

die Harzen ^ 

kttmächtig tvk rühren die Göttin äarmonit« 

)er ^nfalt hohe Kunst ! Wir fühlen wahre Schmerzen 

'ief in der Brust und wünschen ewig sie 

OA fühlen« D^m Wilden selbst, von dessen rauher 

Wange - 

\ie sanfte Thränen gerollt, wird Warm in seiner Brust^ 

xttaunt jBrfahret er bey deinem hohen Gesänge* 

;oxn ersten Mahl 4er Thränen göttliche Xust. 

Stanze 4- 

1 ihmi« ihr Amiionen, Studiert 

^en hohen Oetchmack » das Wahre zum iuigeflltl>teiiu 

Schönen 

s edler Einfalt gepaart; die KunK zu mahlen mit 
\ Tönen u. s. w. 

•) Z. B. der bekannten, und ehmahls, da an vortreff- 
lichen Komposizionen in diesem Fache noch grofscr JMaii- 
gel war> so sebr Iwlicbten Scrva Padrona. 



Ifi D & s V s V E A sc A D I •« 

Zwischen der 4ten und 5ten Stanze 

^ijt Folgeildes weggelassen: 

Nach dietem Seitentpriing — xa bilÜgem VetdmTi 

Von jedem ächten Zöilaif 

Wiewohl ein solcher dafür in teinem Exemplare ' 

(Falls er ein eignes Termag) die beleidigten Regeh 

und sich 

Mit einem langen rächenden Strich 

Versöhaen kann — sehn wir uns um nach nnseni 

zärtlichen Paare, 

Pas« eh der BSorgen erwacht» ungleicher ^rwartiii" 

^- gen voll,' 

In einein G^tensahl zusammen kommen. soll« 

^ Stanze 1^ nacli dem dteii Venes 

Ca fangt man mit sich selbst 2u räsonnieren anl 

Welch häfsliches Ding um den Zorn \ Er ist der scbö- 

^ neh Natut ' 

Zuwider t ist ungrorsmuthig • ist schädlich hebt mit 

Schatten« , 

Haut iu jdie Luft • imd trifft siich selber nur % 
Unmöglich ist^s ihn mit der Weisheit zu ganen. 

Stanze 17. 

£r endigt endlich damit, für einen Fanlasten den Sohl 

Von. seinem Vater, die Dame und ihren Endymion 

Unwürdig seines Zorns zu erklären. 

Und da ihm beides spornt aus diesem verhafsten Sohloli 

Sich auf der Stelle zu verbannen^ ^ 

So «ollleicht er leise sich fort« u« 9« w* 






DAETZfeiHRTEH OE 'IjfA HO. 47 

Stanze 26 ■ , 

»ind folgende Verse w^^ggeschnitten worden. ' ^ 

:!i lob^ ich sie darum. So gailz zur Lust gebaut« 

s 813, mit solchen Augen und einer so glatten Haut 

1 solchen Alabasterarmen , . ^ 

lenea sie den alten Titoh sogar* 

3 alt und jLalt er auch in Aurorens Armen wat« 

suchen könnte zum Jüngling aufzuwärmen, 

denk' ich» eine Dame nicht von der Natur be- 
stimmt u. s. w/ 

r wollte sich» zum Exempel, in einem Gasthof 

nicht, 

nh Vater Öromius nicht gleich Wein Von Nuits 

• bescheret, . 

Afsmannshäüser behelfen ? .Bey ausgelöschtem Licht 

i alle Katzen schwarz , wie Avicenna spricht» 

l wa^s man nicht hat, ist leicht, bey dem wa^s 

man hat, entbehret. 

Das Horar.ische Gesetz, luxxirianti» €omjyes€etf muls 
eicht nirgends strenger angewendet werden , als in 
rzliafteii iiud humoristischen Gedichten , wiewohl uns 
. hier das ns quid nimis immer die Hand zurück hal* 
muTs. 



/ /' ... y 






48 



D 



BUB ÄMAOli» 



« " 



* "i 



A n m e r k u 



n 



gen. 



■i;' 



1 ) und da ^ mein Fetgolese # da , ' p. f« 

Um das, vVas in diescT musikalucheu Digression 

Kennern der Musik und gerechten Schätzern 

Verdienste bu einseitig ,' unrichtig und iibertrieben 
jna§, EU enischuWigeu , bedarl es vielleicht nichts 
als' zu bemerken: erstens, daHs der I>ichter hier ohne 
Prätensipn blofs nach seinem eiguetl iudiTidueUoi 
schmack und nach dem sehr beschräiikteu Umfange^ 
daraahligen Kenntnisse' in diesem Fach lirtheilie; ^iml _, 
dafs diese Verse vor 24 Jahren geschrieben vrurdenj tOL^ 
Zeit , da die Licbhaberey am Schvreren lüid B tt«t 
■wirklich dem guten Geschmack in der Musik gefiihrhift 
-werden schien ^ und die Kn''oluzion noch nicht angce 
■war, welche der grofse Gluck i/f enige Jahr« darauf L 
dramatischen Musik bewirkte. Übrigeiis verlieft Pergdl 
nichts dadurch VOi^ seiuen Verdiensieu, dafs er ia der Ji 
da die Tonkunst -röix Stufe zu Stufe bis zu einem Grai 
Vollkoilunenheit empor stieg, wovon man. vor vierzig Ji_ 
noch keinen Begriff hatte, so wohl im ko|nischen df 
pathetischen Fache übertroffen w^ordeu ist ; oiid seixi 
mater, welches nach deni Lrtheil eines Gre^jkry (in 
Memoires sur la Musique etc* ) alles in gicj^ ^gy«. 
i^as der Kirchenmusik im pathetischen Styl eigen seyii 
•wird, mit aller seiner öimpÜcität, in 'Ansicht der gl 
"Wirkung« die es auf jeden Hörer von reinem Gefühl 
un verwöhntem Ohr thun mu£s, immer einzig -in seiner 
bleiben, und von keinem spatem Meister, -wie gro6 
reich auch sein Genie und w^ie tie^ er in die Geh 
der Harmonie eingedrungen seyu mag, jemahls « 
irrerdeu« / 

2) dei^ neuen Marsyassen* 

Der Satyr Marsyas ( sagt die poetische! Legende der Grit. 
machte dem Apollo deu Vorzug auf der Flöte streitig, 
muTste dafür , im ei^eutlich&Leu Vers>taude j mit seiner . 
t>ezahleü; eine Rache, die den Sieg des. Gottes über d^l 
armen Satyr sehr verdächtig macht, imd woraus sich seh 
lieh eine andere Lehre ziehen läAt , ih dafs mau mit Mi« 
tigern nicht tun den Vorzug in lalenteüj ^onuf sie 
Spruch Imachen, streiten solL 



I 



D KB T es H I« TJiii O fe 8 A n O. 1^ 

5) «S^Jirix. Virginis. 

So nennt näu eiueii Stern der ersten GrÖfse im secnsten 
Stcriibild' oder Zeichen des ' Thie^kreises , ■Welches den 
Nahmen der Jungfrau f iihrt. 

4 ) Womit man , auf seine Kosten n. t. w* 

„ Zu Homers Zeiten , sagt differ gelehrte M^ni , tvaren die 
Esel noch nicht 96 verachtet , äIs sie ^cut zu Tage sind j ihr 
liiahme war noch nicht 2u einem Schimpfworte jgemacht 
■worden , und Könige ritten noch auf üselui Homer koiinto 
also den Ajax ohne Übelstand mit einem Esel vergleichen, 
sonderlich, da die Rede blofs von' seiner Hartnäckigkeit^ 
6tärke und Geduld ist; und ^an kann C^e^t er hinzu) iil>er 
dieses Gleichnifs nicht spotten ohne eine Gottlos 
sigkeit zi^ begehen, indem Gott selbst ti in den 
Miuid des Fatriatchen Jdkobs gelegt hat, da dieser in dem 
letzten Segeil, den^ er seinen Suhfien eriheilt, sagt : Isaschar 
wird scyn wie ein starker Esel. " (^liemUrqites sur Ict Poe* 
txque d* Aristotd chap. 29.) Madame Da cier, nachdem 
sie dieses heroische Häsonnement ihre^ Gemahls zu Becht- 
iertigung Homers angeführt, hat, erklärt, nach ihrer Art, 
rund.' heraus ; qu*il iCy a, rieti de plus beau que cette 
image. Und wirklich ist es fein Vergutigen , aus allem , was 
gelehrte tincl scharfsinnige Ausleger iüber diese Saclie gesagt 
haben, zu ersehen, wie Viel Öchönes sich über einen Esel 
:fagen Uüst« 

5) Die Tristram u. 8. w. 

S. Life and Oplnioiu of Tristram Shandy VoL VIL p. 113. ff* 

6 ) zur 'Stadt des Alabandus. 

Die Stadt Alabanda in Karlen führte diesen Nahmen von 
ihrem Stifter Alaba^ndus, dem Sohn einer' Meernymfe 
lind pntel "eines Flusses. Ihre Künstler waren ilires schlech- 
ten Geschmacks w:egen ^ verrufen , dafs Al ah an die um 
opus zum Sprichwort wurde, um eine elende Kuiistarbeit 
zn bezeichnen. Dafs sie die Ehre, in diesem Gedicht aUs 
der l Vergessenheit gezogen zn wcrdeji, blofs d.Qm. Reim auf 
Amandus zu danken hat, versteht sich von selbst; wie* 
wohl man diesen IVeim in Joiiann Hübners Reijnregigter vet* 
gcbeus suchen wiÄde. ^ 

WifiLAKss Schriften > V. &• D ^ 



€0 



DsK HS VE A 



I f. 



VIEBZEHNTEB OKSAKG. 

Kaufo hatte der dienttbaure Zw^erg das Tiscloiicli KC(| 

genomiuen. 

So hieTiHerr AntiteUion 
2a teineiii griechischen Wein d«n schonen Ritter wln 

kommen. 

Sein geistiges Öhl erhitzte beiden schon 
Die Fantasie » als jener • nach seinem VersprecheOa 
Wie folget • begann an seinem Gaste zu sprechen: 
„Man moTs gestehen, Herr Ritter, "wetin andei« 

sehen Reche 
Und Unrecht ein Unterschied ist • so hat das 

Geschlecht 
Viel Grund, sich über nnter Betragen 
In Ansicht seiner au beklagen. 

2. 

Gesetzt anch alles sey wahr, im Wortverstande um 
Was, seit ErschaHung der Welt, die Zunft der Mis|^| 

gynen, i) 

Die Juvenalen, die Popen und KrebillioBti^ 

ihnen * ^ 

Zum Unglimpf nachgesagt : so ist doch offenbar, 

Dafs alle Gebrechen, die wir so scharf an ihnen ifig^j 

Uns Männern ganz allein, nar ans %a Schulden !><$'*'] 

Unedd haben wir ein Vorrecht ausgefibt. 

Das nicht des Geistes, das nor der Knochfen Stirks 

giebt. 

Und ans dem schönsten und besten von allen GescUf j 

fen , dem Weihen 

Blolf eine Poppe gemacht za onserm Zeitvetueibi' 



V I E A Z £ H » T & H G £ S A' N O, 



5* 



Allein aucli hiet entdeckt sich die gan;o Bisarrieta 

Von unscrm Betragen. Tyrannisch machen wir sie, 

Anstatt, zum Gegenstand« zum Opfer von uhserm Vet* 

gnflgenj 

Und wenn wir alles g^than« die Macht zum Wid erstehrt 

X)en atmen Seelen zu nehmen, die, während wir wei- 
nen und flehn 

Ünd«^ schmeichelnden Hündchen gleich, zu ihreti'^ 

Füfsen uns schmiegen, 

Sich keines solchen Streichs versehn. 

Uns glücklich zu machen glauben und wirklich uji aet 

Vergnügen 

Mehr als ihr eignes geniefsen : dann heben wir unserni 

Kämm, 

' tJnd prahlen mit Siegen, wie über dK9 harmlose Lami^ 



Der Wolf erhält. Wir adeln an uns zum Verdienste 

War ti« entehrt; wir 'bieten die ganz» Macht ' 

Von Amors SofistiL auf, und brauchen tausend Künst# 

Den Genius einzuschläfern, ^er ihre Unschuld bewacht» 

In süfse Gefühle und unbekanntes Entzücken < 

Di^ holden Seelen su schmelzen, die, unerfahren in 
^ r Tücken 

Und, gleich unföliig ^um Trug und ji^um Verdacht», 

Dui'ch ihre Unsdiuld selbst ita Netze sich verstricken^ 

Und wenn dann end^ph in einer Vei;fLlhreri8ch schönen 

Nacht, 

pin Augenblick, ^aiieyexxiank die Rinnen su schlaf^ 

rig bewachti / 



WA D ft H li B U C A >K A D I f ; 



Der Augenblick • dem wir so lange mit Sclimettea 

Bntgegen gesehn, der uns so manchen falsch«!! Schwur, 

80 manche Tbräne gekostet — ein Augenblick, wo 

die Natur 

Sich^mit der Liebe versichwöTt, die nichts liesorgendea 

Herzen 

Uns in die Hände zu spieleil — sie endlich fiber- 

schleicht: / 

^ Dann sind- wir noch tuclüos genug der armen Betrog- 

nen zu lachen. 
Die <^aal betrogen zu seyn durch Hohn noch anzufiiclleB, 
Uiid unsern unrühmlichen Sieg dem ganzen Erdenkreti 
Mit lautem Krähen kund'zu machen. '* — 

Dank sejr dem Himmel, dafs ich hierin mich scholdloi 

weif» l 



Fällt Atna'dis ihin int Wort: Ich bin nicht unerfahren, 
Setzt er erröthend. hinzu • allein ich mtifs gestehn, 
IDaTs, wo ich mit zärtlichen Damen mich je verwik* 

Mt ^esehn, 
^ 816 die Verföhrerinnen waroi. -»• 
„Ich wünschte (-versetzt mit einem Tragödienton, 
Der ziemlich komisch klang, Herr An ti sola don) 
. Von meiner Wenigkeit ein Gleiches rahmen zu könneo» 
Indessen sind doch die Schönen, (wie herzlich gern 

|ch sie ac^ch 
Vertheidigen möchte, nach Bitter-Pflichf und Gebrtocb) 
Auf jeden Fiäl sehr unvorsichtig zu nennen* 



egt» was tiGh nickt iängnen liftts daf Mannsyolk 

ohne Schonen^ 

tt weiblichen Gute mit I][ncUnk zu lohnen« ' 

ie jedeA Mädchen unzäKligemahl 

n Mutter und Tarnen höH: wer ^heifst die gutem 

Kind^,. 

arcli U^uiend Exempel gewarnt, yqn ihten yereli*. 

- ' rern gelinder , 

. von den fibrigen denken? — ^ Doch alle diese Moral 

gar ZvU abgenutzt dabej uns aufzuhalten ! 

^ machen s just wie unsre lieben Alten, 

d trösten uns damit» dafs unsre jiinge Welt» ' ^ 

m Ansehn nach, nicht weit vom Stamme fällt» 



8- 

also auf meine ^schichte nicht länger watten sa 

lassen^ 

wissen Sie denn, mein Herr, dafs eine grofto' 

Stadt 

Cekenlande, von ihren schmutzigen Gassen 

9 kothig« zubenaiint, mich jung gesehen hat. 

meinem Lande sieht ein Knabe von sechzehn Jkh** 

ren, 

n leidlicher Bildung bnd langen blonden Haaren, 

B ganze schöne Geschlecht für gute Beute an. 

wimmelt Hof und Stadt von so^Shen Gynäko« 

fagen>&) 

s ihren kleinen Eroberungsplan 

t jedes beliebig« Herz stets in der Tasche tragen« 

•• • ' \ . 



V 



M 



Dka veub A 



▲ I>. 1 9» 



Ton diesen Gecken nun, Herr Ritter, "war andi 

Man unteffcbied mich bald , und meinen NahmeaH] 

melden 

Ersparte mir halben Weg: der Kiümi tliat nidir £ 

mich 

Als ich verdiente; kurz, ich galt für einen Heldea« 

Zum Unglück oder Glück für meinen besagten Ri 

Gab mir ein Zufall ein, mein neues Heldentum 

Alf einer F e e zu bewähren. 

Die über Adern hohen Geschäfte, den Geist sich ao&t* 

klären. 

Nicht merkte, dafs ihr, trotz seinem hohen ,Flngf 

in laeva partfi mamillae so gut "wie andern 

«<düu^. 3) • 



i 



Kichts diuchte ihr Anfangs schwerer %n fassen. 

Als dieser innerlich^ Zug 

Zu meiner kleinen Person « ^en* sie mich sehen n 

lassen 

Ans Unschuld kein Bedenken^ trug. ' i] 

Wir suchten dsa Urgrund davon — im Lande 

Ideen. 

-TJad in dem ursprünglichen. Stande, worin, ich wA" 

n^cht wo,^ !4j 

Wir uns vor misrer pebort zum ersten M^hle gesdiea, 4% 

Sie lächeln der Grille? Allein, die F^e dachte null Ml' 

Und hätte sie ^iese Grille im Pia to' nicht gefuiite^ 

Ich hia- gewift . sie hatte sie selbst crfuxldeiu 

^ \ 



\ 



y 1 £ i^ 2 £ H M T & n ;G S 9 A K «• QQ 

IX. 

Von allen mensclilicben Dingen schien ihr 

Das geiatigste— Liebe zu seyn, just das was Men- 
schen und Thi'er 

Am meisten unterscheide, und einer höhern Sföre 

Ulis näher rücke. Denn dafs» was ihr so schön 

Und geistig däuchte » die viscentripeta wäre. 

Woraus, wie Büffon meint, sich jedes Fänom'en 

Der Liebe ganz ungezwungen und von sich selbst 

erkläre, * 

Das \7ollte die gute Frau sich nimmermehr gestehn. 

Diefs War nun eine von ihren Eii^enheiten, 

Und über diesen Funkt war nicht mit ihr zu streiten» 

\ 12,. l 

Indessen fand sie sich doch in manchen Stunden und 

Tagen, 

Sie wufste selbst nicht von was, noch wie, hoch 

wa, gerührt. 

Und — > kurz, es zeigte sich endlich, die reine Wahr- 
heit zu sagen, 

Dafs JBüifon Recht behielt. Diefs hatte sie kaum 

verspürt. 

Da, Herr, da hätten Sie ihre Klagen 

Selbst hören, selbst sehen sollen wie sich die Fran go« 

ziert 1 

Yon ihrem System den Fall z}\ überlebe \ 

Sie schwur das könne sie nicht, und wirklich fing ich an 

Für ihr Gehirn in Sorgen zu schweben. 

Und gleichwohl that sie» was andre in ihrer Lagt 

gethan: 



*' l< 




'"l 



• 13- 

'l * 

Qie lebte so »tiirk wie suvor. Doch » «eK* idi jbbAm 

Die Ehre hatte» verehrte die gute Daipe inir H 

Diefs seltne KabinetstOck hier 4| 

In mwcm Buten » ein 6tfiek das ituf dec wAM 

Erden i 

I^ie leinet gleichen gehabt; erklärte mir davon ^| 

Die Eigenschaften , und tpraph : Hier , Antiieli 

' Empfangen Sie dietcn Fächer , und woUen Sie 

Hache 

Kicht eben to streng erfahren als xäftlicb ich Sisp: 

* liebt. 

So schwören Sie mir — ^ an t ich die leichteste $fi(hk 

Doib ohne welche nein Hers sich nie sulriedei 

gicbt — 



14. ' 

$0 ichwören Sie mir, nicht eher anfsuhören 

Sis jedes leere Feld, das dieser Fächer führt» 

Mit seinem gehiirigen Bildnifs geziert» . f 

Sie bis sum Anschaun überfuhrt, . 

DaCs alle von meinem Geschlecht in eben den vOriH 

gehören. 1, 

Worin Sie mich iniaiiert. 

Was konntVich maehen» Herr Bruder? — Sie 

so gut geschworen 

Als ich: denn that ich^s nicht, so waren meine Ouii 

Das wenigste sicherlich» was ich dahej gewagt. 

Und nun • mein Herr • nachdem ich Ihnen gesagt. 



Sl 



»5- 

h Hundert F^er — Sie können sie slhlen —> 

f meinem Fächer tind» V7ie viele, nfeinen Sie» 

fehlen? 

A ein 3B ig es noch, ein einzige« Bildchen fehlt; 

sind et hundert, wohl gosählt!" 
's möglich? rief Herr Amadis, neun und neunzig?' 
id diese, wie es scheint, in ziemlich kurser Zeit! 

bleibt gewiTs das hunderte Feld nicht einzig 

seiner Art, — „ Ich hoff* es soll nicht weit 

n seiner Bestimmung seyn, versetzt der Ritter rom 

^ Fächer; 

Lt, iüat er fort, indem er beide Becher 

Lt Weine füllt, H^rr Ritter, stoCien Sie an! 

leben die neun und neunzig!"— Sie leben, ruit 

mit X.achen ' 

IT schöne Amadis ncfii, weil ich*s nicl^t; hindent. 

kann» ^ 

iewohl^ sie ihrem Geschlecht sehr wenig Ehre mä* 

chen! 

iessen wünscht* ich doch, Wofun es thulich ist / 

efs Wunder von einem Fächer mit eigenen Augen 

zu sehen« — * 

Ton Herzen gerne , versetzt der Antiplatonist, 

)ch ohne Gefährde der sämmtlichen Damen und Feen, 

tn "welchen die Ehre dabey ein wenig betroifen ist! 

er, Ritter, nehmen Sie hin. *' -— Bey S k o g u 1 a und 

Mist, 5) 



V 



» 



r7?w*! 



1.S» 



38 



Dbk «bvb AMAx>->-ak 



Buft A m a d i • • wie er davon die zarten Flfigel enl 

Was zärtlicher Schönen! und alle so vielfach 

gestaltet! ^ 

„Ich «eh^ yersetxt der andre» ein luerlicher NachthiliMi 

Kann auch an Bildern das Urtheil ein ^svenig 

Indefs gesteh* ic)i su« die meisten gehen' noch mit 

Sie finden 'wenigstens von germanischen, bxittiscfac«i| 

watschen 

Und maurischen Damen, aus jedem Weltrefier» )f 

Von jedem Mafs und Wuchs» iron braunen, bloi 

und rothen. 

So gut sie auf meinen Reisen das Glück mir angebofea^l 

Die /ächten Originale in-^ diesem Souvenir.* 

18- ' 

Sie sind ein glflcklicher Frins l Das nenn^ ich begabt 

. von Feien ! 

Ruft Amadis aus, — und doch ( Sie massen mir vtf^l 

zeihen) 

Begreif ich nicht, wie man, wie Siov, nur kommt 

und sieht und siegt. — 

„Ich denke, erwiedert s^in Freund, was uns am mti* 

sten betrügt 

Ist, dals wir dem weiblichen Geist «u viele GrOii^^ 

lichkeit leihen. 

Und daTs • wenn^s uns mifslingt , die Schuld an nof 

selber oft liegt. 

Zwar läugne ich nicht, dafs manche schöne Kinder a 

^ Ihr Ebenbild auf dem Fächer mir jiiemlich sauer genudtt« 

Qoch (unter uns } die meisten ergaben sich geschwhtdfls 

Als ich> und als sie selbst gedacht. 



»9- 

Ichen . lE^obihingen kommt ( wie bcy der Haimi-' 

ballen ^ ' 

äsarn) freylich sehr viel auf einen guten PUn, 

if die Kunst dorn Feind in die Flanke zn fällen» 

vM auf die Klugheit» doch mehr auf den Augen«* 

blick an. ^ 

Lesern sogleich Gebrauch zu machen wisseti» 

lenn^ ich den Gipfel der ächten Eroberungskunst. 

r*s» %\xvBL BeyspieU.blors die unvörhoEte Gunst 

iifalls» was mir die Ehre verschafEce* Sacha* 

rissen 

eil Geliebten zu rächen « von dem sie verrathen 

sich hielt ; 

ündchen später, so hatte ihr Blut sich abgekühlt. 

Elitter» sehen Sieher! Wer solltrdiaser Spröden» 

leser Yestalenmiene • mit diesem abschreckenden 

Blick, . 

lenschlidbes anzüsinnen sich nur im Traum ent« 

blöden? 

ch es w«gen durfte^ war freylich blofses GlQck. 

nnte doch billig hoffen in ihrem |^abinettt 

Seugeh- sicher zu seyn? Wie hätte -sie jemahls 

davon 

räumen zu lassen , auf ihrem Ruhebette 

irem. O v ji d in der Hand, auf eiqtn Endymion 

Tizian mit ausdrucksvollen Geberden 

ihmachtenden Angen gesenkt, von mir erwischt 

zu werden? 



V 



l 
\ 
/ 



^ > 



Dsm. «BVB AiK-ik^it.' 



21. 



Dem Zofdl gans alleiii md ikrer Tri« 
Iin Gnuid das UDglflck bcysoinesseii; 
Audi bin ich flberseogt, däU ▼ön der guram 
AfOih Blindste ein Drittel tick bloCs mnfidliger 



Weul, 



Der Fiinflnfi der iulteni Dinge Ist iricUicJL wnn^, 

bar. 

Im Rosenmond, nnd in den sdtwfllen Tagen 6) 

Wenn Sirius wathec, beluidick amncbe na sckifi#| 

GefiUligkeiten sn Ttrsagen, 

Die vienehn Tage savt>r und. bemad 

stariL genug fohlte • sie selbst dem Hedmles sbii'' 

tc)klag4 



I 



ts. 



Indessen gbnben Sie mir, mein trauter Aibadiib 

Um einen Platz mit Vortheil au berennen. 

Hingt alles davon ab, das Innre ^nrohl zu kennen. 

Vom Zufall bleibt der Erfolg doch imtner 

Allein die schwache Seite von ein«n Karakter 

reu, 

DieCs nenn* ich das wahre Geheimnirs, ihn wis il^'^ 

wollt zu fahren. 

... j 

Vor jedem neuen Gegenstand 

Ein andrer Mann! Ein Momus bey galligen Sprödn»:^ 

Bey Zärtlichen lauter Gefühl, voll stiller Zucht bcf^ 

Blöden, 

Bey Ernsten ein Sittenlehrer, bey Muntern ;]aiin^: 

Tand, 



I 

s 



V I E R Z S H n T K K G IB t A t« a. 6l 

25. 

bey-'Bulropen ein Stier» ein lan&er Schwan 

bey L'eden« 

sliwachex^ein kleiner Sakripant, 

Olir bey den Keheüten Mus e n die lauter 

Orakel reden, 7i) 

ihwärmer bey Schwlrmerinnen , und bey Kok^C« 

' ten galant, ^ 

war niein Talisman. In meinen Knabenjahrcn 
ich^s im Nepos schon dem Alcibiades ^V^« 
in» seitdem ich die Welt in ritterlichem Trab 
ziehe» wie Sie sehn» stnir wohl dabey gefahren« 
nnen nicht gleuben » mein Herr » wie weit 

nzige Regel uns bringt: gefällig su rechter 

Zeit. ' 

«4. . 

$be sie Ihnen in allen andern Sachen 

inen Pas$e-pmrtouti allein insonderheit 

Glück bey Damen und durch die pameu b« 

machen» 

chts von solcher Wirksamkeit. 

[inderspiel thut öft«rs Wunderdinge. ./ 

' 1 ft T i e n setzte mich ein seltner Wurn;i in OunfC» 

nrelchem die Kennerin sich den schönsten der 

Schmetterlinge 

ire Sammlut^g erzog ; bey andern die edle Kunsjt 

ild aus Papier tu schneiden , zu stricken » zu bro« 

dieren» 

»pchen schwatzen tu lehren » Dianchen zu karei* 

sieren» ^ 



Db» «Bti« Am 4k- BIS. 



«5- 



^i 



Üad'zWftnsig andwe Kitiitte von dieser Vfiekä^üiat,i 

WoHn ich dU Bhie hatte, in meiner schöfien 2iet 

Für einen grofsen Mann zu passieren«^ \^^ 

'Und manche Tagend dadurch ein wenig irre ta 

ren. 

-IndeCi ist allet, was ich damit gewann» f' ' ' 

Bin ekler Geschmack» den nichts mehr reitzen 

Schon Jahre lang durchstreir ich Th^er^ und 

'TSiid fiherlasse den Rett der schönen VYtit 

*Oelegenheitlich — meinem Zwerge, 

Dets wie Sie ihn sehn« for keinen geringen ^ 
\ tick bäht: 



26. 

^r Tühitit sich wenigstens laatr mit seinen kle^l 

- . - .Gab^n ' -»' 

( Wiewohl er eben, kein Adon 
Zu seyn gesteht) doch -manchen Köni^tohn 
Bey nuincher Venus sthon dethronisiert zu haben. 
Allein das hunderte Feld? fällt nnset Ri^ 

* ein. 

Das Werden Sie doch vermuthlich nicht' allein ., 
Brach liegen lassen wollen? — »,Dafern ich's w»*] 

\ (erwiederf 
Der blaue Ritter) so bindet mich meih Schwui; .; 
Und etwas» das ich seit kurzem von einem Freaubl 

erfuhi:. 

Hat meinen Eroberuugsgeist von neuem ein weB%. 

fiedert. ' 



*■% 



f ■ 



t 
•^ I B A Z B H N T £: A ^ B 5 A il O. - 6« 

in blasser inilcIilclxteT Ritter, ich^weifs nicht wi« 

genannt, ' 

In wahter Svladon, machte mir eine Dame b«* ^ 

. kannt,.. 

He, wie er sagt, in diesen Wäldern irret. 

Ir bete^ sagt er, -die Wilde schon Sieben Sommer an; 

Ir habe , sie zu erweichen » ^ae&n möglichstes gethaA, 

reduldet, geseufzt, geweint, gegirret, 

fnd nichts Yeriiiocht: io dafs, nachdem ihm nun\ ' < ^ 

)ie Lust vergangen sey ihr länger' nachzujagen«' 

r fest beschlossen habe, sich ihrer abzathun, - 

^nd sich der «rsten » die ihm besegne » anzutragen« ^ 

; . - i - . 

. .. / 

(ie Dame, so schwor der arme Dulder mir, 

>y schöner als Juno , allein kein lybisches Thier : 

jy halb so grausam. Vermuthlieh lag der. Feh« 

/ 1er ' 

» 

n' seiner Methode. Wie dem auch seyn mag,, ich bin 

Dtschlossen « das hunderte Feld und m^ine Sieges- 

mähler 

it dieser Mcn«ch^£resserin 

[>llzählig zu machen," -^ Viel Glück zum Unter- 
nehmen I • ' 

hrxnttthlich wird der Erfolg die Erwartung nicht 

beschämen, 

»rieht unser Held: indefs gesteh' ich unverblümt. 

h wün«ch» meinen Freund durch edlere Sieg« 

berühmt. 



-«5^ 



) ' --•;.;*t.p?f| 



64 



D s a 



O B A M AD I «. 



ap. 



Umnöglichkuiti ich mein Hers mit 

•öluieii> 

'Ein sanftes Geschöpf» ^em gegen den tJbennatfi> k 

Des stirkern Oeschlechu die Natur nur zärtliche 

lind Thranen ^^ 

Zu Wolfen Terliehtzii mirshandeln .mickaltem 

Uiid» wenn sie zuletü das Opfer Von unsern 

geworden. 

Mit grausamer Hand noch ihre Ehre su tnorden; ; 

Dazu, ich sag^ es frey • ^uid^ ich kein Hers in 'sur:^ 

Ich kann im NothfaU. Tiegern und Löwen, 

Hyänen und ^iK^pldsbänen ins Weifse im Auge 

Diefs kann ich nicht! und hin mir selber 

dafür. ^— 



So« ; 
«»Herr, Bruder» erwiedert der Ritter in blaaen Wi 

Wiewohl die Natur mein Hers -^us spröderm 

erschaffen, 

8osag^ ich, imd sagt* es voraus, Sie haben völlig 1 

Im übrigen seh* ich doch nicht, w^rum wir 

schönen Geschlecht < 

Mit Tugenden j die es nicht hat noch suchet, sei 

cheln wollten. 

Und was die Schönen und wir dabey gewinnen so1Ik>^ 

Ich hasse den Bösewicht auch, so gut ein Biedenos^j 

Ihn immer hassen soll und kann. 

Der durch Betrag und niederträchtige Ränke ' 

In schuldlose Herzen sich schleicht; doch, dsCi^l 

Dem verdenket 






;^enn » zum Exempel i der Tein4 di^^ F^^tmig * 

6clilecht<4)e wacht» 

lit Vertheidigunj|»^ISnt*te1ij gehörig zu verBehen 

umt, die Aufsenwetke und nahe geliegnen Höhen, 

öfst und übel besetzt« recht wie linit Vorbedacht 

ireii ^iebtj kurz sich schlecht und lässig rertheidigt» 

, »ag* ich» in solchem Fälle die Schwache des 
^' {'eindäi benätzt, 

einet Maxime « die sich aufs eute Kriegsges^etz 

stützt. "^^ V 

leichnifsj Hetr Ritter, und' Ihre Maxime beleidigt 

ärtlich^s Ohr. erwiedett unser Mätiri: 

lochte wohl wissen i was uns berechtigen kann 

^ibliche tieti Itir^ine Pestütig zu halten; '^ 

irir erobern müssen? ^-* ^«Ich findet b^y Netiem 

Und Alten 

ht jener) tn älleii 2eiteti und in der ganzen Welt 

i dieses Bild die Sache vorgestellt ; . . 

;lauben Sie mir» es stände nur schlimmer uiti die 

^ Sitten - 

pii es' anders wäre. £s geht uns wie den firitteh, 

enen die Grund vetfassüng sich nur durch Zwie*» 

ttacht erhält. 

, wenü ds Ihnexi itöch weiter mu mit sil reisen 

einfällt* 

rd es Zeit fieyri aufzubrechen ; • 

können uns unterwegs noch länget hievon be- 
sprechen.*^ 



tiAirm Schriften, V.B. * • ^ 



^ 



V 



* «1 



€6 



Dskmeus^Akasik 



A n m e r 



u n g 



e n. 



♦ r 



1 ) die Zunh der Misogynen it. S. w. 

Wi^ verschiedeil atich in dem, hier geuauut an KleeUattc voi 
Misogynen, oder W eiber f ein dru , jeder von dcu 
zwey andern ist , so haben doch alle drey diesea hä&lichen 
üahinen nur xn sehr verdient ; der letzte besonders ( ob er 
«choii in einem gewissen ^iun ein gror>er Xjiebhaber vjcA 
MxpertMS in arte gewesen seyii mochte) ist im Grunde gi*ii« 
samer mit den Weibern umgegangen als irgend ein andrer 
d e c e n t e r Schrif uteller« 

a) Gynftkofagen« 

Bin SeitenwoTt zu Anthro'pofag>ea (man Sprech in bei- 
den das g niöht nach französischer Art w^ie svh, sondern 
iKrie unser deutsches g aus ) vvovon das letztere Meuscben« 
frcsser . sd wie das erstere W ei b p v f x e s a e r bezeichnet. 

5) In JttePa parte maniilkie, ' 

Dieses Büschen Z^atein wollen wir unsem jungen Herren» 
SU einer meinen, Übung I ih'en !|^reniidiun«i zu doUasK* 
sehen überlaifsen. £s ist ein halber Vers ^us dem Juvenil 
•-» laeva in parte mamillae nil saUit arcadico juvenu --• 

4) Worin — wir vor unsrer Geburt u, s. w. 

Wer einige Erläuterung dieser Stelle bedarf» den. ^aüssca 
irvir auf das erste Sti'ick der Sympathien iinsers Auton» 
auf eine gewisse Ohoriambische Ode im vierten Bande der 
Bremischen Bey träge, und auf den Traum der Tba- 
mar in Bodmcrs Noachide — eincpi Gedicht , welches 
keiuesw^egs im Lethe unterzusinken verdient , — verweisen. 
Im Voyage de Zuhaa au Pa'is des tdees wiirde man 
vergebens Licht über das ^ was in diesen Versen dunkel ist» 
suchen. 

5) Bey Skogala ai|d Mise — 
Göttinnen der alten nordischen Dichter. 



YltfiZt^fttBU. ^ssAiro. 



s,- ■ 



67 



6 ) Im Kosenmond und in den 'tchw.ülen Tagen u. 8. w* 

iDiefs beaiieht sich auf eine Anekdote von einet franzö^i- 
echen Dame des vorigen Jahrhunderts, welche unter veriraii- 
ten ^Freunden bekannt haben soll , der May sey der einzige 
Monat im Jahre , worin sie nicht f iir ihre Tilgend stehen 
•wollte, wenn si,e das Unglück hätte auf . die Profee gesetzt 
zu w^erden. "Wir etinnem uns diese' Anekdote gelesen zu 
haben» aber nicht wo. 

7 } Granz OHr bey den zehenten Musen — ' 

Der Titel der zehenten Muse war ohne Zweifel unefldlicli 
schmeichelhaft für die Dichterin K o r i n n a , oder welche 
andere es war, die'zilcrst dailiit dekoriert würde; WJr es 
-vermuthlic)! auch damahls »och , da ein griechischer Blu- 
snendichter semem Mädchen zu Ehren versicherte, es gebe 
vier Grazien, zehn Museü und i wey Afroditdil. Aber 
seitdem diese Schmeiche).ey so häufig verschwendet worden 
ist , dafs mau nur allein mit allen zehnten Musen den gan- 
zen Helikpn bedecken könnte , scheint diese Benennung zti 
jteinem andenx Gebra^ich mehr zu taugen , als zu dem irondu 
•cheu» der lu diesem Verse von ihr gemacht wird. 



■I it *i 



-» 



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'i^ 



68 



D £ R S K^ X A K A 1> X ti 



f'ü NFZEHNTER QESAKOii 



!• 



Di^ Ritter ttab«teii noth nicht eine Meile lang» 
Und schwätzten von tausend Dingen « womit. 

aus guten Gründen, 

Den Lauf der Geschichte zu hemmen far jetit 
^ ^ nöthig finden. 

Als unvermerkt ein sanft absteigender Hang' 

Sie aus dein Wald in eine Gegend brachte» 

Wo Antiseladon auf e^nmahl Halt.e machte. , 

Es war das lieblichste Thal, daS sich ein Möi 

Zum Aufenthalt erwählen könnte» 

«Wenn ihm ein günitiger Stern die freye Wabl 

gönnte, 
iiDa sind wir I rief Herr Antiseladon« . 



Hier ist der Ort» den mir der tlitter nannte» 

Das reitzende Thal» woraus verliebte Vers^ 

ihn bannte ; ^ 

Hier ist d^er kleine sich schlängelnde Hufs I ^^ 

Der zwischen Rosen irrt ; dort ii> des Wäldchens 

Der kleine Tempel ; dort,|hinter den Pappeln, die fii 

'Es kapn nicht fehlen, in dieser Gegend mufs 

Die nehie Dian^ sich uns mit ihren Nymfevi 

hüllen." 

Von welcher reden Sie? «- fragt unser Paladin. 

t. Von eben dieser, mit welcher ich fest totschlosi 

Des Fächers^ letztes Feld zu fülleta. 



/ 



F u II V z E H in TS H Gesjuvo. .69 

aussen wissen , die Dame • die etwas grillenhaft 

scheint» . 

3r sich (sagte mir ihr abgedankter Freund ) 

ihren Schwestern, die schon seit einigen Jahren 

;h Berg nnd Thal auf Abenteuer fähren. 

gter Seladon, sobald er den Unfall erfuhr, 

it, wie natürlich, sich auf die ßeine, die. Spur 

Dame, die er liebt, in diesem Gebirge zu su« 

chen ; . v . , 

acht in jeder Kluft , in jedem kohlen Baum, 

findet sie endlich bey diesen jungen Buchen, 

inem Kostüm, wie ihm kein Fiebertraum 



4. • ' ■ 

:tlrriseher zeigen könnte. Sie war in eine Diane« 

ihr GefolgVin J^ymfen und Faunen übersetzt; 

it etwa in eine moderne Diane, 

aufser Köcher und Pfeil und einem Mond voi^ 

I^ahne 

St^nband^ in allem andern das alteJCostunk ver- 
letzt; 

ine iDian^ ä la grecquef mit blofsen Arinen und 

Beinen, * . 

wie sie auf geschnittnen Steinen 

prüfende Auge der Kenner ergetzt. 

Mode setzt Knöciiel voraus« Wie Homer an Thetis 

sie preiset, 

er auch nicht jede Göttin un'S gern die Knöchel 

weiseti" . " 



A 



^ ' / 



70 



P 9 1^ 9 S ff It A >C A Z> I •• 



Sa sprach der Ritter vom Fächer* I>oc&».ioi| 

den LfCser nicht 

In dunkeln Vermutliungen üren zu lasfien» 

Er9tatten wir ihm, ganz kurz, umständlichem Beric 

Von dem • was Leoparden ( yoii -vrelcher der 

ter spricht} 

Begegnete , seit wir sie im vierten Gesänge verl 

Das schöne goldene Schlots » das ihr so nahe s< 

Das nehmliche Schlofs, worin wir unsern l^aladk 

Mitdrey Von Bambp^s Tf^chtern zu se^n di^Ehr«^] 

Schien leider! je stärket sie lief , je weiter vori^ 

fliehn. 

Und tauchte sich immer in gi^auere Schatten» 



Als endlich die dunkelste Nacht ihr, alle Hoffnung entni 

iSo WttTste #le anders sich nicht mit ihren Nymfso 

retten. 

Als eine Art von ziemlich luftigen Betten 

Aus dürrem Laube ^u machen , w^ie einst der söl 

' ülyfs. 

., Wie gut sie geschlafen habe» diefs (sagen dieAmij 

Sey etwas « worüber sie uns , ^wiewohl sie ihr 

gethan^ 

Um auf den Grund zu kommen , im Zweifel 

mutsten. 
Wohl oder übel , genug der Morgen brach heranJ 

Die schwarzen Hänimlinge mlufsten den höchsten 
' , fei besteigen. 

Allein, da wollte kein ^oldnes Schlofs steh zeigeill 



'Atif Tide Meilen vingHim auch nicKi: 'dlh' ströhernet 

, ' . Dach. . . 

■» • ^ ■ . . 

Bey dieser Nachricht drjlng ein allgemeines Ach 

Ans Icdem Busen. Sie hätten» ao süchtig sie waten» 

Von zwanzig austrfdischen Riesen den Anzug lieher« 

erfahre». ..'..•. ^ 

Zam Unglück war der Morgen ziemlich külil ; . 

Die armen Kiüdet! Sie schmiegten, einander ^nzu* 

flammen» , . 

Mtt Armen und. Beinen rerschvänkc* wie« Bienen» sidh 



.1 f zusammen; 



Ein Houdon hätte. aus ihrem Gewühl 

Sich vschbne Gruppen sammeln köimen* . 

Allein auch dieser Trost» wär^s ja ein Trost zu nen- 
nen, 

Beförderinnen der Kanat auf ihre Kosten zn seyn» 
«War ihnen versagt. - . Zuletzt fiel L e o^ a r d e n ein» 
Es könnten die Schwarzen, die ihr Gefolge Termehren» 

Der Westen und Schürzen im' Notlilall^wohl entbeh« 

reii, 
jWomit sie» nicht sovi^ohl aus Wohlstand als zum Sta^t» , 
Bekleidet waren. Der ganze weibliche Rath 
Klatscht diesem Einfall zu; man' fai^d ihn klag arid 
. : ; bülig. 

Und kdrz die Möhren mufsten,, unwillig oder willig» 

Ztji Gunsten der Dame und ihrer Najaden 

Sich ihrer gestreiften Westen und ruhden Schürzen 






7» 



jD X Ji IT s u m A J9 A x>'i SV 



/ r 



/^' 



Die Nymfen putzen damit ti^cji Jir 4lie WetI» 

Und tcbmeicbfeU^n sich /sie säken wie ächte On 

In ihretn neuen /Anzug aus ; 

Denn bey den meisten bejecl^teit die SchUrzen 

die Waden. 

Uie lieften , um dem Kostüm getreu zu seyn « 

.^Band\ 

Ihr binigei,Haar die weifsen Soliult^Tn umfliegaiit 

's 

Und schnitten» die Arme blofs zu kriegen, 

_ • * 

Die Ärmel dev W^^ttcn iregi $elbst Leoptti 

empfand 

Ein königstöchterliches Vergnflgen, 

Als lie/des ganzen. Kopfs länger, in ihrer Mi^te 

Wie einer Diane geziemt. Die neuen Oreaden 

Durchs tretften^itzt Berg und Thal in ihrer Kairi 

f * . . *I * tracht» 

Bis endlich , beym stillen Lichte der schönsten 
,., metnaohi^ . 

In yorbesa^^m Th4et versteckt von den ]R.osei 

den « 

Des kleinen Flusses » der arme T r eb i s o n d 

Die Göttin und ihre Nymfen im Bade|i» / 

]V}it wenig Drapperie beladen^ . ^ 01 

2iifälHger Weise beschlich. Zum Unglück scliiibil M 

Mond ' T - 

In vollem Qlanz« £r glaubte sich sicher vor 

flicken i _ * 
Doch ihn verrieth ^mletzt, sein allzu lautet 



,ty 



^.\\ 






FVNVZEHIVTEli Ob 9 AN a. 73 



' V 



Her, neue Aletäon wird gehört, vgttsuclit« ^elcmdon^v 

Und von der Nyinfenschaat (der^s nicht an Herz ge* 

bricht 

An Einen Ma,nn sich xu wagen ) mit Bfeükr^zeti ' 
' gebunden« 

Im helle jnngfräuliche Mondenlicht 

Dianen vorgeführt. Sie zürnte fa(t zum Rasisn. . 

I>af8 der Vermeftne» der mit profanem Gesicht 

In y^ren Reitzen gewühlt, noch Odem in seiner 

, Nasen , ■ 

Behalten sollte;- und wenn sie ^cn armen Wicht 
. In keinen Rehbock oder Hasen ^ : -• .: 

' Verwandelte » lag^s gewifr an ihrem Willen nicht. 



Auf seinen Knieen und ohne die Augen anfzuheben, 

B6echwor si^t Unit heitsen Thräfieii »' laut 'Schluchzend/ 

Blömurant, 

Ihm lieber den Tod mit Einem Blicke zu geben 

Als ihn zu verbannen. Umsonst! Er soll zur Strafe 

leben! 

Soll leben . soll , auf «wig aus ihren Augen verbannt. 

Zu seiner Qual ihr Bildnifs mit sich tragen. 

Und (wenn er will) sein Leid den stummen Felsen 
' s , klagen. 

Denn, sollt^ «r kühn genug seyn und nur dem Wieder- 
hol sfigen . 

Was er ' gesehn , so ist ,ein jäher Tod ; 

Da^ kleinste^ womit ihtt^ die Göttin bedroht. 






74 



D B R -9 « V £ A M A 



]> It. 



»'S-' Vi 

yViB köfmte ^i« dtölze nur den GedanlLcn ettni^» 
Dafs einer im Sunde seyh sollte, gerichtlich za^sd^ir^J 

ren — sie sey 

Ein Weib. "«^ Wie grillenhaft ! wird ■ manche L«*^ 

rin sagen : 
Indessen kennen wir «wey bis^ drey. 

Und zweifeln nicht» zäUte man recht» daCs^ ihrer ii 

etU<ihe wiren. 
Die sich in diesem Punkt f Ar Leoparden erklären. 
Diefs also, geneigter Leser, ging 
Voran , eh' sich der Ritt^sr vom» Fächer» 

J}e$ ganzen Männerstamnrs selbst aufgeworfner ISA 
, eher. 

Des Mädchens Übermath zu züchtigen unterfing. 



Pie'Rlbter» seit wir von ihnen i^uf ku^rze ZeitAKl] 

, schied genommen» 

Sind nun dem Lager der Göttin so iiahe; gekoi 
Dals.Antiseladon bereiu das Urtheil fällt, u 

Es lohne sich ^rklich der Mähe nach ihrem BiUi] 

', zu streben." ^ 

Er sah sie » bedeckt ron einem grünen GeWt 
Auf eineifck Blunenthron, vpn i|iren Nymfen umi 
Und ihr zu Füfsen lag auf seinem rechten Knie 
Ein mächtiget Ritter« Es schien , als höre sie 
Das war er ihr sagte» wö nicht mit gfinstigen 

Doch auch' mit solchen niöht an, di6 ihn zu 8< 

^ / ' tohienen* .\ ... 



:«l 



^:: 



'F V 18 7 S S B 9 T B JA ,G,K « A 11 0*ü 75 

ini^» den keiner nocH kanntet war weder roia*^ 

der noch mehr 

»reas! •*— ynd wie kommt der auf einmahl 

hiehcr ? , , 

Ihr -^Nachdem er den Park des Negers ver* 

lassen, 

idlich dem schönen Ritter vergebens aufzupassen 

ete» ward er vom Zu&U (der, im VorbeygehiL ^ 

gesagt, 

dne und grofse Welt, so übel xiicht, regieret, ) i ) 

lopardens Spur geführet. 

1 die Göttin ayf der Jagd — 

gd? ruft hi)»: ein Verserichter; 

iterhändl^r , ein Lügner und ein Dicht#r 

itf. * 

cht vergefsUch seyn ! Wo nahm sie denn den 

Sjer, ^ 

aer Diane gebühft, und Bogen und Köcher her ? — 

Cricikaster , man jagt verschiedene Dinge, 

> h n i t X e r , F li e g e n Schach - Baham und Kai« 

ser Domizian« 

Leoparde-— Seh metter linge, 

was bekümmert uns ^iefs? G,enu|^« der l^ali- 

ban a ) ; 

(ie> und fand lin ihr , so wie er sie erblickte« 

ich für s^n Bedürfnifs schickte. 

irne, denkt er, steht mir an; 

schewt Sit wild, doch hab' ich schon wildere 

eingetlian. 



I 



laABg Ton Geticht « der Juno Wacht und BttiCB^ 

Der Pallaf Augen, grofs und grau. 

Der 311011 und die Miene von Venus und von Meda* 

«en 

Zu gleichfeb Th^ilen entlehnt, wievrolil^nicht so geiuii 

Dafs , wenn sie sich vergafi, nicht die' Meduse zuwei- 
len I 

Die Venus verschlungen hätte; ein Anoftzonenschritt. 

Und, kurz, das Ganze mit allen seinen Theilen ^ 

Schien ihnn gemacht', die Vyunde zuzuheilen, ^ 

Womit Mifs SchatuUiöse sein tapfres Herz durchschnitt. 

Um diesen Preis thate wohl selbst Herr Roltal 
< einen Ritt 1 






X8* 
Auch Leopardei wiewohl bey seinem Anblitic xa 

schUgen 

Ihr Herz verschfnäht, empfindet ich weifs nicht wel- 
chen Hang 

Ihn besser als Bl^muranten, den Seufzt , zu e^ 

, traget^/ 

Die Sympathie geht immer ihren Gatig. 

Sie fand an Tapfern stets vorzügliches Wohlbehagen, 

So wie die Trompete ihr besser als sanfte Flötül 

' klang; 

Auch hatte der Ritter das Glück den Nymfen einso* 

leuchten : '^ 

Sie warfen vor ihrer Göttin in haH>em Kreise sich lu** 

Und Scandea nicht auf, bis sie den Eijgensinn 

Der Stolzen zu seinem Vortheil erweichten; 



V. 



F U n 7 Z £ H 19 T B K d £ f A ST O* 



.'77 



19, ' 
> fern wenigitent • dafs sie sich ihti 

krem Beschützer« so laoge sich ihre Schweitera 

nicht iänden, 

len liefs. Man konnte die ^ache nicht hestisr 

wenden. 

einer schönen Prii^essin herum im Lande ziehn» 

in den Zeiten der irrenden Ritter 

t was es heut zu Tag^ ist. Die Nonne hinterm 

Gitter 

ichrer nicht, als damähls auf freyem Felde, [a gav 
illen Gebüschen .und dunkelt^ Felsenschlünden» 
schöne j^ngelika selbst bey ihren fieschütz^rn 

war ; 

wohl ^ir von Aznprs Schlichen auch d^onahls- 

. Proben finden. 



\i 



20. \ 



•> ■ 



unden die Sachen, als An tiseladon , ^ 

unser Held mit aufgezognen Visieren, • , t , 

Sj^ere. gefällt > sich Leoparden^ Thron .; 

Ehrfurcbt nähern^« sodann behende von ihrea 

Thieren ^r' 

unter gluschen» um sich und alles, 'Wfts 

Liebes -und Gutes zu ihren Diensten vermögen, 

h Rittergebrauch der Dame zu Ffifsen tu iegei|. ^ 

in kaum warf 4er rauhe B o r e a s - r : 

i ersten Blick auf unsem schönen Ritter; 

sog sich um seine Stirn ein schwarze|i Unf;e)inv 
" ter. 



--•■'•^w^' 






I 

73 , D B A n c V s A M A n i f • 

Sein rollend Auge funkelt Wnth« 

Die Adern tch wellen, et kocht e^in feuriges Blait 

Die Wange gloht, etblaf$et, färbt sich wieder 

^^it braunerm Roth, die dicke Lippe w^ir^ blai^ 

Und« ohne dafs der Respekt vor seiner (gebieltti 
• . Ftau 

Ihn halten kann« wirft er vor ihr sich t^eder« 

' Und scimaubt : .«Der Knabe hier« der Ihrer Msjeül 

Sein glattes Mädchengesicht zu weisen 

Geldsten sich läfst, ^st« wie er geht und steh^ 

Eih Schurke« und läugnet er^s« traun! so will 1« 

ihm beweisen I /1 



/ 



i 



. 22. 

Ein doppelter Schurke I das soll ihm mein 

Eisen« 

Gestatten Sie mir*s« in seine Zähne beweisen; 

Beweisen«^ dafs er am Himmel« an seiner 

treu« 

An allen Damen und mir ein feiger Verräther 

Das lagst' du« Kannibal« fällt trotzig 

Ihm Antiseladon ein, und wirft den Handschah' 

••Wer spricht von dir? erwiedert velUchtlich 

1 . protzig 

Der nerrige Enkel des grofsen Fakardin; t 

Kimm deinen Handschuh auf« und r sieh'» in ik 

> Ruh\ 

"DotXi hinter den Mädchen« dem SpjLel»~das.dii- 
^ ' «n^eht. lu,«* • 



V 



-,■"* 
.*^' 



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i 

\ 

I 



E ü a K z E ir N 05: E^ ». P « i A ?i ». ..79 

I 

I 

u lögtt «1 , 8<^g^ ich» versetzt cler Ritter 19^ bj|iia«ii 

Waffen, 

\\ wiederholir et, clu lugst ! Der schöne Ritter hier« 
en du zu; lästern wagst, .f;c>y-i^se so einem Laffisa - 
^ie du, durch.* seine Rache zu grofse Ehre. Mit 

att dii''s zu thun; niein Arm soll Rache ihm rar« 

' schajffenl 

ie Göttin, deren Ohr dein Lästermaul entweiht« 

at, mir d(au deri Beyfall abzutchiagen, * 

erwils zu vi^l Gerechtigkeit» 

9VX ! schrey t der Wilde* ich seh^ aus. deinerflastigkeit 

n hast vefmuthlich mehr als £ine Haut zu wagenj^ 



ß4- . ' 

im/gebe nodi eine Minute dir zum Bedenken Zeit«*' 

^ht länger geprahlt, ruft jener, fort, mache dich 

. . bereit f.— 

r^ schöne Paladin stand während, dieser Scene» ,' 

^ seine ^anze, gelehnt, mit einem Anstand da*^ •« / 

^ ß^°6^^^°^^*' was um ihn, her. geschahr 
^lit näher an als einen der S()ji^e ' . . / 
a Priester Johann. 3 ) ^in wenig stieg' . ihm 

das Blut. j 

seine Wangen, doch nur, um ihrer blühenden 

Schöne , ^^ 

kT Reitz und die Miene zu geben von einem Mann 

von Muth. / ■ . 

^ l^ymfen- wurden ihm alle vom ersten Au&tVax ^wx.. 



/ 



r" 



s^ 



Daa um US AxÄxitf; 



ä5. 

ftt'jtSüem Blick, aut Augen ihm zne^diidec ^ 

Worin Bewunderung sich mit särtlicher Angst te^ 

menge* 

Straft ein Gestinclikirt ilän zu, das ihm ein Hers vtf^ 

pfändet. . i 

Allein der Ritter, dem Streit ein -Ende zu tticheB) 

wendet 

Sieb an die Prinzessin and [spricht : Von ^welchem Di- 

roon gedrängt ^ 

Der tlitter hier j vemittthUcb des Lebens tkberdr&ii^ 

Mich anfällt« weifs ick' nicht. Nie hab* ich ib. 

gesehn. 

poch ist er ja zu sterben schlüssig. 

So soll ihm , wie er will • geschehn ; 

Mehr Worte wären aberflüssig. 



j. " 



"... a.6. . 

Mein Nahm'' isr Amadis — „So tfifs 

Klingt' meiner nicht; doch pflegen deines gleichen 

Vdr seinem blossen Slang schon länger zu erbleichäk 

Als deine Amme den Windeln dichentliers.'* — 

Nim^n deine L^ßz^t Mann, und höre anf zu pralilfls! 

Spricht; A m a d i ir, -^ und du , von deren Strahlen 

Beym ersten Blick mein Herz in heiligem Fsoff 
; ' ' ^ ^ ' ' schmolz^" 

Begünstige, Göttin, ipeinen Stolz 

Nach deines Beyfalls Ehre zu ringen. 

Und lafs durch feinen W^ink meiii Unternehmen g^ 
-• ' gen! • 



i 



F u 9WZEHV WE1^ GsiAifa* gi 

»7' 

Mit clleiem krlftigen Rittergebete 

Uipfiifsc er feinen gewichtigexi Sper, 

Und ichreitec , wie zum Getön der lydilclien 

Flöte 

TEin fröhlicher Tänzer» Sieg athmcnd einher« 

I>ie tpröde Göttin telbst scheint ihm ihit witmettl 

Blicken 

« 

Geheime ^Ansehe nachzutchicken« 

Allein wie oft und schwärmerisch er liach ihr 

Sich umgesehn, erröthen wir zu ineldeni' 

2<war lohen wir GefUhl an einem Helden, 

Vnd» artig mit Damen zu seyn, ist jedes Mannet 

Gebühr : 



Allein ron jedem schönen Busen 

Sogleich in rollem Brande zu stehri» 

Und lauter Zwitter von Charitinnen und Musen« 

Von Pallas und Venus in allen Frauen zu sehn» 

In *Bambo*s Töchtern sogar« wovon fünf nach ein^ 
f ander ^ 

Di» Ehre gehabt sein Herz in ihrem Wirbel zu 

drehn: 

Diefs würde« wir müsseti^s Selbst gestehn« 

Mit allen Thaten des grofsen Folexander4) 

Nicht gut gemacht. Bey fhi « war^s nun zur andern 

Natur 

Gei^orden, und Ferafis« sein Sekretär» beschwur« 

WlEl^AITDS W. V. B* F 



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- .% • ,^.i 



8« 



D Bj;A ZI E U £ A' M' A 1> X t«' 



29- 
Er hab^ ihn « an Einem Tage » zwey Damen » der eintt^ 

früh. 

Der andern im Mondschein , mit aolcher Ekitasie 

Dafc ihm die Thränen am Backen herunter gelofoi 

Beweisen gehört, dafs jede von ihnen die erste sejr« 

Die g&nzlich sein Herz erfülle; tuid ging dann» wiÜj 

Verhoffen, 

Am nächsten Tage vielleicht < der Paroxysmais voi 

So war ihm, als ob er aus einem Fieber erwacht: 

Mit Einem Wort» in diesem Fache» 

Dank seiner Schwlrmerey! waV utiaer armer, Held %M 

Ein Don Quichotte» so^ut aU. einer in der Wc 

Wiov'^eit er. räic Leoparden die tragische ^Liebe^J 

^ - ' . '^osse ' 

Getrieben hätte > das bleibt dahijn gestellt: 

Zum Gluck für ihn und uns r^ft, ihn die Ehni:|l 

Denn B o t e a s tummelt sich schon auf seinenl dl 

sehen Rosse 

^ In weiten Kreisen herum und strotzt nach M 

keit; 

Ihr dächtet , kofs und Reiter werde^ 

.Von E^er Seelö belebt; sie wiehern beide 

•* Streit, 

>■« 

Und werfen die Nüstern empor und stampfen 

lieh die Erde. 

^ ' \_ ■ ■ ■ , 

Man sah dafs beiden des Kampfes Gefahr 

•-■- ^' ^ , ' 

Und Lanzei^brechen gewohntes Lustspiel "W]Ur» 






V 

9 



F u N z' z E H N «r £ k G fi s^'A li o. 85 

Und^ nun r n^clidem üim^ un^et Held 

Sein edles Pferd« yden Enkel des sclmellen Bajardo, 

. > . beschritten« 

(D^O^ wie ihr wifs^, Rinaldo iron Montajban geritten) 

Und mic geliQfteteni' Spet an seinen Platz sich stellti, 

Nun t glaubt ihr % werden wir stracks , die Zeit euch 

zu Vertreiben, 

/ Den schreckhchsten Kampf« der je ge-^esen« beschreib 

' ^ ben? ^ 

Kichc icl^! — aus mancherley Gründen! Fürs erste* 

weil ich Streit 

tJnd Fehden jeder Art« auf hundert Meilen weit, 

Von ganzenv Herzen « so sehr wie S.ancho P,änsa^ 

hasse. 

Man streitö nun/ im lernst «* ttta Köpfe« oder sium Spätre 



^ . .1 ^ ■ • t »1 ■ ; • I 



32. 

li-e' tä na cnpriä ä'i ' xriit Lan^seit i mit Fedei^) « oder 
V ' . . i auch 

Mit HaSenpa^peln « W6mit « nach neuestem Brauch^ 

Um sich die Köpfe nicht ohne Koth zu twagen« 

Die leichten kritischen ^Titippen am Mus^berge Sich 
, - : sahlagen $ « , i 

Fürs Äwejrtc* Weil wit den Bingen, wovon wir 

< nichts verstehn« 

(So'Wfnig« mit ihrem Beyspiel' hierin uns vottugehtt 

Sehr weise Männer Biedenken tragen) 

Nicht gern Gemähide # wie jenet Mahler , WSgön« 

JDer unter seine Figuren aus kluger V-orsicht schriebe 

Diefi ist ein Schaf« und diels ein Hühnerdieb I 



-; ■ -v«Vi 



84 



Den zisus Aai.Ax> 



X 0. 



' . » , 33- 
Wir könnten zwar, wo uns die Farben fehlen/ 
Ben Aribsc, und — din er lelbit bestahl — . 
Den alten Amadis bestehlen. 
Den Theuerdank, die Ritter vom heili^eff Gnt 
:Den Herkuliskus/ und andere dicke Bücher 
Von diesem Schlage : wir wären t^enigstens sicher • 
Dafs unser Plagiat dem Völkchen , das aus Pflicht 
Schnell sc^hreiben mufs und ungleich schneller Ittäkt 
Verborgen bliebe, so gut als ihm verborgen gew^j 



Wie ofi^reund Lucian aus unserm Munde sprick. 



41 



Doch, ohne die Gründe, zu häufen, der erste ob' 

letzte von allen 

Gilt tausend, und tausend da^ti, denn |Lurz, wir WoJ^l 

len nicht, 

Un4 lassen uns auch, wie bjillig^^erii ge&llen 

Wenn mancher denkt, wir können nicht. 

Wir sejbst gestehn, mit Maro, ohne Röthe, 

^on omnia possumus önines, 5) Doch komi 

su;gutex» ,Glück^ 

Zvvey eiserne Manner auf einer alten Tapete 

In achtem Gotnengeschinack , die diesen Augenbl 

Uns gegen über hängt » dem Dichter zu Hülfew^ 
^ . rennen. 

In voller Wutli» so schnell die. Roese laußa 

' ' °*"» ■■ „. 



'••',» 



— - ■ _<■* 



FirnrzsH.vT £, a G e s A m g. 35 



I I 



35. 

i)xe Lanzen eingelegt , die Augen zugedrückt» 

Auf Pferden wie Elefanten, mit stolzen Büschen ge- 

tchinfickt# 

Einander entgegen; es zittert unter dem SchLig 

JDes mächtigen Hufes der Boden • die Itosse schnau« 

' ben Flammen, 

Öic Ritter Tod , — und itzt — o ! welche Zunge ver- 
mag 

Zif sagen, mit welcher Gewalt? iti^t stofs^ sie zu« 

sammen, 

Mit solcher Gewalt, dafs beiden auf Einmahl der Tag 

Zn Nacht erlischt, und beide, wie fest geschlossen 

£11^ jeder gleich in seinem Vortheil lag, 

X>eni Sattel entrückt« mit ihren taumelnden Rossen 

Z^r ■ ■ '■ 

Zax Erdd stürzen. — Von Wort zu Wort ist 

diefs ' 

Was wir zu schildern hatten , und , Dank der alten 
- ' Tapete I 

So schlecht es ist, so hatten wir^s gewifs 

ISTicht halb so gut gemacht. — > Der schöne Amftdit, 

CFür den manch stilles Stofsgebete, 

Indem der Zwerg zum A^igrifF bliel, 

Auf schönen Lippen vergebens empor gestiegen) 

tjag noch in Ohnmacht da, nachdem sei[n Gegner 

schon 

Sich wieder aufgerafft , der iut mit gierigen Zügen 

Der Rjicht Wollult trank. Doch AiitiseUdon 



/ 






86 



D B K 9- S V B A M A ^ i •• 



Von Grimm entbrannt, den Kannibalen siegprangen . 

' Und Beines F^euodes xminiul^m hlgtndulam, 6) 

Zum Orku< flattern zw «ebn -^ Heb\ ruft er^ deimi! 

' Kapini 

Nocb niclit «o hoch« der Preis ist nicht' 90 lei^tiv 

■ ^ erlangen \ 

Zieh, Feigei;! hoffe nicht der H^che zu entgehn! 

laicht nnbegleitet soll mein Freund deiv Acheron leba 

P u folgst ilun 9 oder i c h i — »Gut \ Wenn da 

Blut zu vergeuden 

So eilig bist« lafs lehn (schreyt jener^) welcher 
• beideii 

Die Ehre haben wird, bey Pluto zur Tafel zu gebn; r 

JD»! nimm! di^fs wird den 3treit entscheiden! 

iNicbt doch, versetzt der blaue Kavalier« 

per Streich ging in die X^uft, Herr Prahler! mets 

'• ' • 'Manier 

W^r immer in solchen Fällen nur durch die 
. tu sprechen. 

Tzt folgte Hieb auf Hieb -^ und W4ihren4 di« 

■ , ^ nun 

Ihr möglichste^ thun einander die lläls« zn brediii^) 

3agt, schöne Leierinnen, was soll der Dichter 

Ypn beiden niufs Einer »terben; diefs UIh «idi 

Verletzung , :^^ 

Per RittergebcÄuchQ nicht andern ; nur itf: die Ji 

wer? 

Wir möchten doch» aus gebührender Schäiziuig^. 

per Pamen« welch« vielleicht von beiden eifi^NO 






' K' 






F ir 1« s z E 9 K T E II G £ 8 A fq o, 87 

39- 

Gewogen' sind ah dem anderti • in einer to wichtigen 
c • Sache 

Niekt ohne ihren Rath zu Werke gehn. Die Rache 

Des schönen Attadis Mrird hier nicht iti Rechnung 
• . , .. gebracht; 

Er ift nicht halb lo todt. aU, wir irielleicht gedacht. ' 

Zwar wollten wir wetten» dafs Boreas virenig Gönnet. ^ 

Npph ^önnerinnen hat : yodoch sein, Widerpart, 

f Wiewohl ein grofser Herzenkenner)^ 

Ut auch nicht der Beste ; und weder die Are 

^on seiner Theorie,.' noch von den- Mitteln iipd Wegen 

(Wodurch er sie erwarb^ kann^ uns zur Nachsicht beWe* 



40. 

^ir wollen indessen suh rosa gestehn, 

A^ir liaben uns Mühe gegeben» von einer Anzahl 

Schönen, 

3ie un& die Ehre erweisen bey unsern Versen -— zu 

- ^ gähnen^ , 

'n aller Stille die wahre Gesinnung auszuspähn/ , 

lus Einem Mund erklärten sich alle sehr gütig 

?Üv Antiseladon^ „Man sehe ,. sagten Vie, leicht« 

»ein . Hefz sey nicht sa schlimm • als wie er selbst 

vielleicht 

ius falscher Eitelkeit glaube. YerwegexiT» übermüth%, 

Leichtsinnig £ flatterhaft, undankbar, ungerecht, 

Diefs wären im Grunde vielmehr Gruiidzüge von sei- 
nem Geschlecht, 



y X 



». 



1 



V-rS5 



88 



CSR 8 BOB AkAA*«« 



• 4». 

Als Fehler seinet Karaktert; iBa» mOfitce der Wdtwij 

begeben. 

Um nicht mit Männern wie er» und mit noch Idili*] 

' xtitrti, za leben'; 

Cr %ey, mit allein dem» ein Mann von feinem Vc 

Den eine Teirnanftsge Frau» wenn sie mit leichttt] 

Und guter Manier ih^ zu behandeln / ^pirüfate» 

Zu einem der besten Männer ualehlbiur 
* ' inafsie.«* — 

So sagten die holden Geschöpfe. Vnd d^ man 

hat 

Zu glauben » cUff yom ganzen v^erfammeltjßn Wl 

, Senat 

Die grofse Mehrheit hiesn die Stimme gftbe: 

So (terbe'Boreas» und Antieeladon lfl)l< 



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F'V 19 T t X.U Jl Y SJi GxtAH«« ^ 



A n m e r k ti n g c n. 



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i) Toxn Zufall» •* dec die Welt so übel «idii