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Full text of "Commentar zur Alfijja des Ibn Malik;"

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COMMENTAR ZUR ALFIJJA 



DES 



IBN MALIK 



AUS DEM ARABISCHEN ZUM ERSTEN MALE ÜBERSETZT 



VON 



F. DIETERICI, 

DR. PH., A. O. PROFESSOR AN DER UNIVERSITÄT ZU BERLIN, ORDENTL. MITGLIED 
D. DEUTSCHEN MORGENLAND. U. D. PARISER ASIAT. GESELLSCHAFT. 




BERLIN, 

FERD. DÜMMLER'S VERLAGS - BÜCHHANDLUNG. 

1852. 



HERRN 

PROFESSOR Dr. H. L. FLEISCHER 

IN LEIPZIG 



ZrGKKIGNET. 



VV eim ich Ihnen diese Blätter darbringe, hochgeehrter Herr Professor, 
so wollen sie Ihnen nichts weiter sagen, als dal's unter allen den 
grofsen, fremden Eindrücken, welche der helle und doch schlummernde 
Orient meinem Auge bot und an deren warmer Erinnerung sich die 
Seele des Heimgekehrten noch fort und fort laben wird, dennoch die 
einst von Ihrer Meisterhand mir vorgezeichneten Wege der arabischen 
Sprachwissenschaft scharf, klar, und unverwischt vor meinem Blick ge- 
blieben sind. Wohl stand ich am Ufer des Nil, der in seinem heiligen 
Rauschen uralte Märchen und Geschichten vorplaudert; voll ihrer ruhigen 
Grüfse sah ich die Pyramiden ragen, die uralten Marksteine der Weltge- 
schichte, und in den leisbewegten Palmen zitterte es, wie ein stiller Nachhall 
der Klage von dem einst hier geknechteten Volke Abrahams, oder wie 
ein frommes Gebet des sinnigen Israeliten von Alexandria — und bei 
alle dem, was dort unser Herz so tief und sanft beschleicht, habe ich 
aufmerksam mich zu den Füfsen des arabischen Scheichs gesetzt, 
und von seinem beredten Munde sorgsam die geheimnifsvollen , feinen 
Regeln seiner Sprache gelernt, denn ich wufste von Ihnen, wie ohne 
die schärfste Erkenntnifs des Ersten und des Grundes ein Weiter- und 
Höherschreiten unmöglich sei, und an Ihrer Weise des Forschens sah 
ich, bis wohin man so gelangen könne. 



So gebe ich Ihnen dieses Buch mit Zutrauen und mit Bangigkeit 
zugleich; Sie werden (ich hofl'e es) mit Freude sehen, dafs ich den 
\on Ihnen gezeichneten Wegen nachgegangen bin, nachdem ich schon 
lange aufgehört habe, als Ihr Schüler zu arbeilen, und dann aber auch 
werden Sie mit geübtem Auge gewifs manches finden, was Sie anders 
wünschen, ja vielleicht tadeln. Doch es kann nur der irren, der s ei- 
tlen Weg weiter gehen will, und so werden meine Irrthümer selbst 
Ihnen sagen, dafs ich meine Bahn zu meinem Ziele hin fest und 
treu wandle. 

Hochachtungsvoll 



Ihr 



F. Dieterici. 



VORWORT. 

Üjs erscheint als ein gewagtes Unternehmen, dafs, nachdem 
de Sacy und Ewald, zwei Meister ersten Ranges, zwar von 
ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus, aber beide mit ganz 
ungewöhnlichem Scharfsinn und tiefer Wissenschaftlichkeit 
die Grammatik der arabischen Sprache bearbeitet haben, ich 
es versuche, in deutscher Uebertragung die von mir vor et- 
was mehr als einem Jahre im Urtext, von den Fehlern der 
Morgenländischen Ausgaben kritisch gesäubert herausgegebene 
arabische Original-Grammatik dem gelehrten Publikum vorzu- 
führen. Wie wird sich der Fremdling in seinem engen schola- 
stischen Gewände neben den feinen Gebilden dieser Meister 
ausnehmen? Die Besorgnifs, dafs das Urtheil grade nicht gün- 
stig für den Araber ausfallen möchte, hätte mich beinah dazu 
bewogen, das knappe Kleid, in welches schon die Abfassung 
einer Grammatik in 1000 Versen ihn gebannt hat, ganz zu 
lösen, und nur in Umrissen oder einer Ueberarbeitung das 
Original deutsch wiederzugeben. Dagegen aber sprachen bei 
mir folgende Gründe. 

Wenn es wahr ist , was der gewichtige Beurtheiler 
des Originals in der Zeitschrift der deutschen morgen- 
ländischen Gesellschaft IV. pag. 405 sagt, dafs der Ibn 
c Akil einer Masse Goldes zu vergleichen sei, welches von 
den Orientalisten ausgemünzt werden müsse; so glaubte ich 
als Herausgeber mehr die Pflicht zu haben, eine Schmelzung 



und Läuterung des Stoffes zunächst durch ihic Uebersetzung 
zu erleichtern, uls das Gold nur mehr leichthin auszuwaschen ; 
selbst wenn bei diesen ersten Schmelzungsversuchen noch 
manche Schlacken mit unterliefen. Dann aber niufstc ich 
mir sagen, dafa die grammatische Commentarsprache für 
jeden, der sich mit der arabischen Literatur beschäftigt, von 
Bedeutung sei, da ja alle Commentare in dieser Weise ver- 
fallt sind, und ich durch dieses Buch bei diesem schwierigen 
Studium dem Strebenden eine Hülfe bieten wollte. Denn 
wer nicht eine Zeit lang an dieser zähen Speise nagt, kommt 
schwerlich je zu einer genaueren Kenntnifs der arabischen 
Sprache. 

Sieht man aber ab von der fremdartigen Einlassung 
dieser Grammatik, so hoffe ich, dafs in Hinsicht des Scharf- 
sinns und der Klarheit der Darstellung doch der Fremdling 
bei uns Ehre einlegen wird. 

Mehr noch als die ungewöhnlichen Formen, in denen 
sich dieser arabische Grammatiker bewegt, möchte vielleicht 
die ganze Eintheilung seines Buches ihm vorgeworfen werden. 

Es ist auch jedenfalls richtig, dafs wir den arabischen 
Grammatikern die Zusammenstellung des Stoffes zum Vor- 
wurf machen, während wir ihrem Scharfsinn und ihrer Klar- 
heit bei den einzelnen Abschnitten Gerechtigkeit wiederfahren 
lassen. Dennoch kann man behaupten, dafs die Anordnung 
der Alfijja den Anordnungen anderer Original-Grammatiken 
weit vorzuziehn sei. 

Bei meinen grammatischen Studien haben mir von den 
jetzt durch Herrn Consul Wetzstein bereicherten Schätzen 
unsrer Königl. Bibliothek folgende Manuscripte und Bücher 
zu Gebot gestanden, welche ich hier in zeitlicher Reihenfolge 
nach einander anführe: 
1) Abu Bakr 'Abdu-1-kähir al-G'urg'äni ibn c Abdi-r-rah- 

män (f 471) mi'atu-l-'ämil (nach der Ausgabe von 

Th. Erpenius und der vollständigeren Hs. ms. or. 4°. 



274) vgl. de Sacy anthologie grammaticale p. 233, Ewald 
grammatica arabica I. pag. 17, n. 1. 

2) Hariri (f 515) mulhatu-l-i c räb (Wetzst. nr. 73. 74,), 
vgl. de Sacy 1. 1. pag. 145. 

3) Zamaljs'ari (f 538) al-inmüdag' mit dem Commentar des 
G'amäl al-milla wa-d-din Muhammad ibn S'ams ad-din 
c abdi-l-gani al-Ardabili (Wetzst nr. 75), vgl. de Sacy 1. 1. 
pag. 240. 

4) al-Mutarrizi (f 610) al-misbah (msc. or. quart. nr. 274 
und Oct. 29), vgl. de Sacy pag. 234. 

5) Ibn al-Häg'ib (f 646) die Käfija in der römischen Aus- 
gabe von 1592. 

6) Ibn MäJik (f 672) die Alfijja. 

7) Ibn Ag'rüm (f 723) die Ag'rümijja nach der Ausgabe 
von Th. Erpenius. 

8) Ibn al-Wardi (| 749) die wardijja (Wetzst. nr. 152, 76). 

9) Ibn His'äm (t 762) mugni-1-labib (ms. or. fol. 62), vgl. 
de Sacy 1. 1. p. 185. 



Betrachten wir diese 9 grammatischen Schriften, so müs- 
sen wir drei verschiedene Standpuncte in Hinsicht der Be- 
handlung des grammatischen Stoffes anerkennen. 

Der erste Standpunct, welcher uns bei der Behandlung 
des grammatischen Stoffes entgegentritt, ist die Rücksicht auf 
das Eegens. Am deutlichsten tritt diese Art der Behand- 
lung in den 100 Regens von al-G'urg'ani hervor, und es 
mag hier zur Charakterisirung dieses Standpunkts die Ein- 
theilung dieses Buches folgen, da die aufserdem aus Hss. 
zu ergänzende Ausgabe von Erpenius nicht jedem zur Hand 
sein möchte. Solcher Regens in der Syntax gebe es , sagt 
der Verf. 100. Diese zerfielen in zwei Theile : 

1) Die wörtlichen (lafzijja); 2) die ideellen (ma c nawijja). 

Die ersteren, die wörtlich hervortretenden, zerfallen dann 



wieder n. in die durch den Gebrauch eingeführten (as-sa- 
m&'ijja); und b. die eigentlich regelrechten (al-kijäsijja.) Der 
ganze Schwerpunkt fällt bei dieser Eintheilung der Gram- 
matik in die erste der beiden angeführten Untei'abtheilungen, 
Dämlich in die durch den Gebrauch eingeführten Partikeln, 
denn deren giebt es 91, welche Verfasser in 13 Capiteln be- 
handelt: 

1) Die Partikeln des Genitiv. 

2) Die Partikeln, welche das Nomen in den Accusativ und 
das Ilabar in den Nominativ stellen (inna und die Ver- 
wandten). 

3) Die zwei Partikeln, welche das Nomen in den Nomina- 
tiv und das Habar in den Accusativ stellen (mä lä 
ähnlich dem laisa). 

4) Die Partikeln, welche das einzelne Nomen in den Ac- 
cusativ stellen (Wäw des Mitseins, illä der Ausnahme 
und die Partikeln des Anrufs). 

5) Die Partikeln, welche das Imperfectum in den Nasb 
stellen. 

6) Die Partikeln, welche das Imperfectum in G'azm setzen. 

7) Nomina, die das Imperfectum in G'azm stellen. 

8) Nomina, welche indeterminirte Worte als Tamjiz in den 
Accusativ stellen. 

9) Die Nomina Verbi, die entweder den Nominativ oder 
den Accusativ regieren. 

10) Die Verba defectiva, die das Nomen in den Nominativ 
und das Ilabar in den Accusativ stellen (käna etc.) 

11) Die Verba des Beinaheseins. 

12) Die Verba des Lobes und des Tadels. 

13) Die Verba des Herzens. 

Von den eigentlich regelrechten Kegens, al-kijäsijja, giebt 
es nur sieben: 

1) das Verbum im allgemeinen; 2) Participium activi; 
3) Participium passivi; 4) die ähnelnde Sifa (Verbaladjectiv); 



5) das Masdar; 6) das Mudäf; 7) das volle Nomen ismun 
tämmun, vgl. de Sacy Gramm. IL 67. besonders p. 559 f. 

Die zweite Hauptabtheilung, die ideellen Regens, besteht 
nur an zwei Stellen: 1) beim Mubtada 5 und Habar; 2) beim 
Verbum Imperfectum. Das Regens beim Verbum Imperfec- 
tum ist, dafs es an der Stelle des Nomen steht, vgl. zaidun 
jadribu = zaidun daribun. Das Regens beim Mubtada^ und 
Habar ist das Wesen des Mubtada 5 . 

Schon ein Blick auf die Eintheilung des Stoffes drängt 
uns zu der Ansicht hin, dafs hier gar wenig auf das We- 
sen der Sprache Rücksicht genommen ist. Die Erscheinun- 
gen derselben sind nur ihrem Aeufseren nach classificirt, 
aber nicht ihrem Wesen nach aufgefafst und dargestellt. 
Dennoch hat diese Weise einseitiger Behandlung das Ver- 
dienst, eine kurzfafsliche Darstellung des grammatischen 
Stoffes zu geben, und ist deshalb mehrfach befolgt worden. 
So finden wir im Misbäh von al-Mutarrizi fafst dieselbe Ein- 
theilung, indem das erste Buch derselben fi-1-istilähät an- 
nahwijja und das letzte fi fusül min al- c arabijja zu jenen 
drei Capiteln hinzugefügt ist; das erste der beiden gleichsam 
zur Einleitung, und das letzte um das bei dieser Anordnung 
nicht Erwähnte nachzuholen. al-Mutarrizi sagt uns selbst, 
dafs er dies Buch zusammengestellt habe zum Unterricht für 
seinen Sohn Mas c üd, vgl. de Sacy Anthologie grammaticale 
p. 233. Auch ist nicht zu leugnen, dafs zu einem solchen Zweck 
diese fafsliche Anordnung wohl passend sei; ja man kann 
sogar behaupten, dafs dieselbe bei einer höhern Fassung des 
Begriffes des Regens in seinem tiefern Zusammenhange wohl 
zu einem wirklichen System hätte führen können. So jedoch 
ist dieselbe, indem sie an dem vereinzelten Regens äufserlich 
haftet, zu einer mehr lexikalischen Zusammenstellung gewor- 
den, und der praktische Werth einer solchen hat auch den 
Ihn His'äm zur Abfassung seines grammatischen Lexicons 
bewogen. Wir finden im mugni-1-labib jede einzelne Partikel 



genau behandelt, und die einzelnen Gebrauchsweisen dersel- 
ben aufgezählt. 

Eine andre Weise die Grammatik zu behandeln, finden 
wir in dem Inmüdag' des Zamahs'ari, so wie in der Kä'fija 
von al-Ilag'ib und /.um Theil in der Ag'rümijja. Die in 
der arabisehen Grammatik so eingebürgerte Eintheilung in 
Nomen (ism), Verbum (fi'l) und Partikel (harf) ist hier zum 
Schema geworden, um danach alle Erscheinungen der Sprache 
cinzutheilen. In wiefern das gelungen sein mag, wird schon 
aus der Anführung der einzelnen Capitel des Inmüdag' her- 
vorgehn. 

Nachdem Zamahs'ari jene drei Gattungen angegeben 
hat, behandelt er zunächst das Nomen. Das Nomen zerfällt 
in 15 Arten (asnäf fol. 5 v). 

1. Appellativum (ismu-1-g'ins). 
11. Eigenname ( c alam). 
III. Das Declinirbare (fol. 7 v. al mu c rab). 

Bei dieser Abtheilung verweilt der Verfasser sehr lange, 
indem er alle hierbei zu erwähnenden Unterabtheilungen 
behandelt. Zunächst behandelt Verf. die vollständige und 
unvollständige Declination (munsarif und gairu munsarif), 
worauf er fol. 8. v. zur Flexion (i ( räb) übergeht. Er definirt 
„i ( räb" als eine Aenderung am Ende des Worts, sei es No- 
men oder Verbum, durch eine Veränderung der Regens im 
Anfang. 

Hierauf behandelt Zamahs'ari die in den Nominativ ge- 
stellten Worte (al-marfu f ät). Ursprünglich (aslän) stehe im 
Nominativ das Fä c il, dazu bilde den Anhang (al-mulhak bihi): 

1 ) Das Mubtada 3 , das müsse determinirt sein, denn es werde 
beurtheilt (li'annahu mahkümun c alaihi), und nichts könne 
beurtheilt werden als nachdem es determinirt sei. 

2) Das Habar, das müsse indeterminirt stehn, denn durch 
dasselbe werde geurtheilt (lPannahu mahkümun bihi). 

3) Das Habar von inna und dessen Verwandten. 



4) Das Habar von lä. 

5) Nomen von mä und lä, die ähnlich sind dem laisa. 

Folio 21 v. geht Verf. zu den im Accusativ stehen- 
den Worten (mansübät) über. Auch hier unterscheidet er 
die ursprünglich im Accusativ stehenden Worte d. i. das 
Object al mafSil, das in 5 Gattungen zerfalle: 1) al-maFulu- 
1-mutlak ; 2) al-maf c ül bihi und al-munädä; 3) al-maf f ül 
fihi; 4) al-maf'ül ma t ahu; 5) al-maf c ül lahu; den Anhang 
hierzu bilden sieben Gattungen fol. 25. v.: 1) Häl, 2) Tam- 
jiz, 3) die Ausnahme (al-mustatnä), 4) Habar von käna, 5) No- 
men von inna, 6) Nomen von lä zur Verneinung der Gattung, 
7) Habar von mä und lä, ähnlich dem laisa. — Folio 29. r. 
behandelt Zamahs'ari die Genitive (al-mag'rürät) in der wört- 
lichen und gedachten Annexion (idäfa ma f nawijja und idäfa 
lafzijja). 

IV. Die Consequens (at-tawäbi ( ) (fol. 30. v.). 
V. Das Indeclinable (al-mabni fol, 35. r.). 
VI. Der Dual (al-mutannä fol. 39.). 
VII. Der Plural (al-mag'mü c fol. 40. r.). 
VIII. Das Determinirte (al-ma c i'ifa). 
IX. Das Indeterminirte (an-näkira). 
X. Das Masculinum (al-mudakkar). 
XL Das Femininum (al-mu^annat fol. 44. v.). 
XII. Das Diminutivum (al-nuisaggar fol. 46. v.). 

XIII. Das Kelativnomen (al-mansüb fol. 50. r.). 

XIV. Das Zahlwort (asmä>u-l- c adadi fol. 52. r.). 

XV. Die mit den Verben engverbundenen Nomina, al-as- 
mä^-l-muttasilatu bi-l-af c äli (al-fä c il; al-marül; as-si- 
fatu al-mus'abbaha). 
Folio 57 behandelt Verf. das Verbum, welches er in 11 
Arten zerlegt: 

I. Das Perfectum (al-mädi). 

IL Das Imperfectum (al-mudari 1 . ar-raf ( u; an-nasb; al- 
g'azm). 



III. Der Imperativ (al-amr). 

IV. Das Transitivum (al-muta c addi). 

V. Das Intransitivum (;.'airu-l-muta c addi). 
VI. Das Passiv (al-mabni lilmaf ( üli). 
VII. Verba des Herzens (af c älu-l-kalbi). 
VIII. Verba defectiva (al-af f älu-n-näkisa). 
IX. Verba des Beinaheseins (af ( älu-l-mukärabati). 
X. Die zwei Verba des Lobes (n c lai-l-madhi). 
XI. Verbum der Bewunderung (fi ( lu-t-ta ( ag'g'ubi). 

Folio 70. geht Verf. dann zum dritten Abschnitt, dein 
Harf über, das er folgendermafsen classificirt: 

Die Partikeln des Genitiv hurüfu-1-idafati oder al-g'ärratu: 
Die dem Verbum ähnelnden Partikeln al-hurufu al- 
mus'abbahatu bi-1-fiSfi. 

Die Partikeln der Verbindung ( c atf). 

Die Partikeln der Negation (nafj). 

Die Partikeln der Erregung (hurüfu-t-tanbih). 

Die Partikeln des Anrufs (hurüfu-n-nidä). 

Die Partikeln der Bewahrheitung (tasdik, vgl. na c am). 

Die Partikeln der Ausnahme (istitnä). 

Die zwei Partikeln der Anrede (hitäb; Ta und Käf). 

Die Partikeln der Verbindung (sila). 

Die zwei Partikeln der Darthuung (tafsir, an, ai). 

Die zwei masdarartigen Partikeln (masdari). 

Die Partikeln der Anreizung (hurüfu-t-tahdid). 

Die Partikel der Annäherung (takrib kad). 

Die Partikeln des Futur (istikbäl). 

Die Partikeln der Frage (istifhäm). 

Die zwei Partikeln der Bedingung (s'art; in, lau). 

Die Partikel der Ursache (ta ( lili, kai). 

Die Partikel der Verwehrnng (ar-rad c u, kallä). 

Die Läm (al-lämät). 

Tä feminini (tä^u-t-ta^nit). 

Das bestätigende Nun (an-nünu-1-muwakkidatu). 



Das Ha des Schweigens (hä/'u-s-sakti). 

Wenn wir dem berühmten Gelehrten Zamaljs'ari auch in 
diesem Buche als einen scharfen Denker bei der Behandlung 
des Einzelnen erkennen, so müssen wir doch gestehn, dafs 
schon die Anordnung des Stoffes die Möglichkeit einer Syn- 
tax vollständig verhindert. Die Eintheilung in Nomen, Ver- 
bund und Partikel hat in Hinsicht der Etymologie, in der 
man jede Erscheinung besonders betrachtet, ihr volles Recht, 
aber eine Syntax, ein Betrachten vollständiger Sprachver- 
hältnisse, ist bei diesem etymologischen Standpunct unmög- 
lich. Durch diese Eintheilung selbst werden die Sprach- 
erscheinungen mehr auseinandergerissen als zusammengeordnet. 
Man betrachte nur, wie in der einen Unterabtheilung al-mu c rab 
der ganze syntaktische Gehalt der Sprache zusammengehäuft 
ist. Ueberhaupt bietet das Schema Nomen, Verbum und 
Partikel mehr nur drei Reservoirs, in welche die einzelnen 
Erscheinungen zusammengeworfen sind. 

Betrachten wir dagegen die Anordnung unsers Buches, 
so läfst sich hier eine Art von System auffinden, welches 
eine syntaktische Anordnung viel eher als jener Iexicalische 
und etymologische Standpunct möglich macht. 

Die Alfijja geht auch von demselben Puncte aus, von 
dem die andern Grammatiker ihren Weg begonnen, der 
Rede (kaläm) und ihren Bestandteilen. Das Nomen, Verbum, 
die Partikel bilden zunächst den Gegenstand der grammati- 
schen Behandlung; doch behandelt Verf. nur ganz kurz die 
Eigenschaften dieser Sprachtheile, wobei denn die Flexion 
(i c räb) den Mittelpunct bildet, und man könnte somit die 
Abschnitte von I — VH als Einleitung betrachten. Mit Ca- 
pitel VIH beginnt die eigentliche Behandlung des Thema's. 
Das Mubtada D und Habar bildet den ersten Theil der syn- 
taktischen Sprachverhältnisse. Ein Anfangs- und ein Aus- 
sage-Wort nur neben einander gestellt bilden dem Araber 
einen Satz. Ein Bild wie „Zaid ein Löwe", oder eine An- 



Behauung wie „ c Amr schlagend" müssen dem Araber zum 
Ausdruck eines Gedankens dienen. Das ist der Charakter 
des unstaten unruhigen Wüstenlebens. Der Gedanke ist hier 
so kurz wie möglich gefafst, die Verbindung zwischen den 
zwei Begriffen ist ausgelassen, denn man überläfst es dem 
Hörer, beide in seinem Geiste in das richtige Verhältftifs zu 
stellen. Das Bewufstsein von der grofsen Gewalt, welche in 
dieser kurzgefafsten Rede liegt, ist auch heute noch nicht 
erloschen. Als ich einst in der Wüste bei Petra (W. Müsa) 
zu unsern Führer sprach, ob nicht ihre Erbfeinde, die Bani 
Sahr uns überfallen möchten, erwiederte er lä tahftf SVid 
niinr „fürchte nicht c Ai'd ein Tiger". Ein Flammenblick und 
die Erhebung der geballten Faust gaben die oeste Erklärung 
der kurzgefafsten Rede, denn in den zwei Worten concen- 
trirte sich das ganze Wesen des Beduinen. 

Zur Darstellung dieses Verhältnisses genügen dem Ara- 
ber zwei Nominative oder ursprüngliche Casus. Aber damit 
ist auch das Maafs voll und die Kraft des Nominativs er- 
sehöpft. Tritt irgend eine kleine Ideenzuthat hinzu, so tritt 
auch der Accusativ hervor. Diese Zuthat kann eine halb- 
verbale sein, nämlich ein defectives Verbum wie käna sein, 
existiren als, und seine Verwandten, oder eine Partikel, die 
dem Verbum gleicht, wie inna; siehe, fürwahr; und dann tritt 
nur ein Accusativ hervor. Bei käna dem Verbum fällt der 
Accusativ auf das Aussagewort, weil ja das frühere Anfangs- 
wort das Subject des Verbum vertritt; bei der Partikel hin- 
gegen fällt das Gewicht des Einflusses auf das zunächst 
stehende Wort, das Mubtada\ Ist die Zuthat aber eine voll- 
ständig verbale, so hat sie die Macht, beide Gebiete sich zu 
unterwerfen, dies tritt ein bei zanna und den Verwandten. 
Capitel VIII bis XV behandeln diesen Nominal -Satz, und 
mit Capitel XVI geht Verf. dann zu den eigentlichen Ver- 
balsätzen über. 

Die Kürze und Abgerissenheit der Anschauung, welche wir 



bei den Nominalsätzen fanden, tritt uns auch in den Ver- 
balsätzen entgegen. Das Verbum ist dem Araber nicht die 
belebende Verbindung zwischen Subject und Object, sondern 
die arabischen Grammatiker scheuen sich nicht, das vorge- 
stellte Verbum mit dem darin liegenden Pronomen als einen 
Satz für sich zu betrachten. Folgt demselben noch zur Be- 
stätigung des Pronomen ein Fä c il, so ist das Satzgebilde ein 
Ganzes. Vgl. käma zaidun gleich huwa kä?imum sei. zaidun. 
Nur der im Verbum noch liegende Zeitbegriff bevorzugt den 
Verbalsatz vor den Nominalsatz. Zu diesen einfachen Ge- 
dankenabschlufs genügt natürlich der Nominativ; kommt aber 
irgend eine Zuthat (fadlatun) noch hinzu, so tritt der Accusa- 
tiv hervor. AV eine solche bezeichnen die Araber schon das 
einfache Object des Verbum (pag. 142); in „daraba zaidun 
'amrän" ist ( amrän gleichsam nur hinzugefügt, das daraba zu 
bestimmen. Noch viel deutlicher tritt dies aber bei den an- 
deren Objecten hervor. Das allgemeine Object, vgl. ich ging 
den Gang des Zaid; das Object des Motivs, vgl. ich schlug 
meinen Sohn zur Erziehung; das Object des Inhalts, vgl. 
weile hier eine Zeit; das Object des Mitseins, vgl. ich ging 
mit dem Nil — diese Verbindungen bieten alle Accusative, 
welche eine nähere Bestimmung dem Verbum hinzufügen. 
Deshalb nennt auch de Sacy den Accusativ le cas adverbiale. 
Neben dieser Zuthat zum Verbum finden wir aber bei 
den Verbalsätzen eine andere zu den Nominalbestandtheilen 
derselben. Dies gilt besonders vom Häl, der eine nähere 
Bestimmung dem Fä l il giebt und im Arabischen eine Haupt- 
rolle spielt, vgl. er kam als ein reitender. Ferner kann man 
hierher rechnen die Ausnahme es standen die Leute aufs er 
Zaid. Die Ausnahme kann freilich auch zum Object treten 
und somit eine zweite Zuthat zu der ersten bilden, ich ging 
bei keinem vorüber als bei Zaid. Das gröfste Gebiet 
unter den hinzugefügten Bestimmungen hat endlich das Tam- 
jiz, das entweder die Gesammtbestimmung des Wesens einer 



Substanz, vgl. ihm eine Spanne Landes, oder den Gesammt- 
begriff der Beziehung erklärt, vgl. gut ist Zaid an Seele; 
ich bepflanzte die Erde mit Bäumen. In unserm Buch wer- 
den diese Verhältnisse des Verbalsatzes in Cap. XVI — XXVII 

behandelt. In den bisher beobachteten Sprachverhältnissen, 
welche mit der Satzbildung genau zusammenhängen, haben 
wir eigentlich nur den Nominativ und Accusativ wahrgenom- 
men, von denen besonders der letztere in so reicher Fülle 
hervortrat, dafs oft mehrere Accusative als Zuthaten zu den 
ursprünglichen Satzgebilden hinzugefügt wurden. Der Ge- 
nitiv trat uns nur zufällig entgegen bei den Verben, die ihr 
Object durch eine Praeposition erreichen. 

Mit Capitel XXVIII beginnt unser Buch die Genitiv- 
Verhältnisse zu behandeln. Der Genitiv, welcher nur das 
Abhängigkeits-Verhältnifs zweier Nomina darstellt, ist natür- 
lich bei weitem nicht von dem Gewicht als der Nominativ 
und der Accusativ. Die Annexion, die reine, welche ein 
blofses Abhängigkeits-Verhältnifs darstellt, und die nicht reine, 
in der noch eine Art der Rection stattfindet, ist der Gegen- 
stand der Capitel von XXVIII— XXXV. Hier darf es uns 
nicht Wunder nehmen, dafs, da Etymologie und Syntax bei 
den arabischen Grammatikern nicht getrennt sind, auch die 
Formenlehre der Participia und des Masdar diesen Capiteln 
eingestreut ist. 

Von hier ab ein gewisses System in der Anord- 
nung des Stoffes herauszufinden ist unmöglich, die Ver- 
mischung der Formenlehre und der Syntax ist den arabi- 
schen Grammatikern zu sehr angeboren. Es werden nur 
einzelne Wortverhältnisse nach jenen beiden Hauptcapiteln 
der arabischen Grammatik behandelt. Dennoch treten in den 
Abschnitten von XXXVI — LXXIV noch gewisse Massen 
hervor, welche durch eine innere Ideenverbindung zusam- 
menhängen, so Capitel XXTX — XLIII die Consequens, 
welche sich dem voraufgehenden Worte unmittelbar in glei- 



chem Verhältnifs anschliersen; dann XLIV — LH der Anruf 
und dessen Analogen, und endlich der Schlufs LXIX bis 
LXXIV die Lautlehre. Dazwischen liegen die Veränderungen, 
deren die Nomina fähig sind. 

Auch den weltberühmten Hariri kann man von diesem 
Vorwurf, dafs er syntaktische und etymologische Spracher- 
scheinungen zusammengeworfen, nicht frei sprechen, wiewohl 
er bisweilen danach zu ringen scheint, die Klippe zu vermeiden. 
In seiner mulhatu-l-i c räb geht er auch zunächst von der 
Eintheilung der Sprache in ism, fi c l und harf aus. Beim 
Nomen wird zunächst das Determinirte und Indeterminirte 
unterschieden, beim Verbum (fol. 2. v.) Perfectum, Im- 
perfectum und der Imperativ. Fol. 16 behandelt er den 
i c räb nach den vier Gattungen des Nominativ , Genitiv, 
Accusativ und G'azm, doch nimmt er hierbei Gelegenheit, 
das manküs und maksür zu behandeln (fol. 20, und fol. 22) 
wie den Dual, Plural und auch den Pluralis fractus. — 
Fol. 31 behandelt dann Hariri die Partikeln des Genitiv und 
35 die Annexion, der kam das Habarartige sich anschliefst. Ha- 
riri hat somit die einzelnen Wortverhältnisse hier zusammen 
zu behandeln gesucht, ehe er zu dem Satz übergeht. Fol. 38. r. 
geht er zum Mubtada 5 und Habar und deren verschiedenen 
Regens über. Das Regens auf das Mubtada 3 ist inna nebst 
Verwandten; das Regens auf das Habar ist käna mit Ver- 
wandten; das Regens auf beide ist zanna und Verwandten, 
das Regens ohne Wirkung ist Hamz der Frage, hal, bal, la- 
kin, haitu, läm des Anfangs, amä, alä. 

Fol. 41. v. wird dann das Fä c il behandelt, 44. das 
Passiv, 45. das Object maf c ül bihi, 48. das Masdar im Ac- 
cusativ = maf ( ül mutlak, maf c ül lahu, maf c ül ma f ahu; fol. 53. 
häl, fol. 55. tamjiz. Beim Tamjiz wird ni ( ma und bi 5 sa, wie 
auch habbadä, endlich werden kam und die Zahlwörter 11 
bis 99 erwähnt. 

Fol. 56, 57. wird das Zarf der Zeit und 59 das Zarf 



des Orts behandelt und pag. 60 die Ausnahme. — Auch bei 
Ilariri beginnt nach dem Abschlufs der beiden Haupttheile 
der Grammatik eine Nachlese fol. 64. at-ta ( ag'ubu fol. 66. 
al-igra. fol. 67. kommt Ilariri noch einmal auf inna und des- 
sen Verwandten wie auf käna zurück und behandelt 70. v. 
mä: 71. v. beginnt dann an-nidä mit seinen Unterabtheilun- 
gen; 77 wird das Diminutivum behandelt; 83 das Relativum 
und 85 die Consequens; 88. die Partikeln der Verbindung; 
1)0. ma la jansarifu die schwache Declination; 99. das Zahl- 
wort; 101. Capitel von den das Nasb bewirkenden Partikeln; 
104. hala, alä, laula, laumä; 105. die fünf Paradigmata; ja- 
fa c lani, taf"aläni, jaf c alüna, taf c alüna, taf c alina; 106. das 
G'azm; 109. Capitel von dem Bedingungs- und Nachsatz; 
110. Capitel von den Indeclinablen. 

Das Buch von Ibn al-Wardi folgt in jeder Beziehung 
der Anordnung der Alfijja. Mubtada? und Habar ist von 
Pag. 6 — 16 behandelt, das Fä f il und die Maf c ül, wie die 
Ausnahme, den Häl, das Tamjiz 16 — 24. Hierauf folgt die 
Annexion 25. Selbst in den nachfolgenden Capiteln finden 
wir fast ganz dieselbe Anordnung. 

Wir erkennen somit in diesen drei letzten Büchern zwar 
nicht eine vollständig durchdachte Anordnung, wohl aber müs- 
sen wir eingestehn, dafs den früheren Anordnungen gegenüber 
doch hier eine Gruppirung der zusammengehörigen Capitel an- 
erkannt werden mufs, und können diese Behandlung der Gram- 
matik den andern Behandlungen gegenüber eine syntaktische 
nennen. — Wir müssen freilich eingestehn, dafs jener Vorwurf, 
welchen Prof. Dr. Ewald, jedenfalls der geistreichste Semit der 
neueren Zeit, den arabischen Grammatikern (Gott. gel. Anz. 
1830 nr. 81.) gemacht hat, dafs sie nämlich nie zu einem 
eigentlichen System gelangen, gerecht sei; doch kann man 
auf der anderen Seite wohl geltend machen, dafs das We- 
sen der arabischen Sprache hierzu die Veranlassung gege- 
ben hat. 



Wilhelm v. Humboldt zeichnete die Sprachentwicke- 
lung aller Völker so vor, dafs der Drang zur Aeufserung 
und Mittheilung rasch und unwillkührlich die schlummernden 
Sprachkeime wecke, und diese müfsten sich dann rasch bis 
zu der Stufe entfalten, auf welcher die Sprache ihren in sich 
vollständig organischen Bau erreiche. Dann beginnen erst, 
wenn es die Geschichte mit sich bringt, die Umbildung von 
aufsen her durch Mischung von Völkerstämmen; endlich tritt 
mit der steigenden Cultur der Völker die Periode ein, in 
der die Gebildeten sich der Sprache als solcher bewufst wer- 
den, sich gegen sie kehren und ihr mehr eine glatte Form 
geben vgl. Abhandlung der Berliner Akademie 1820. vgl. 
pag. 242, 243. Betrachtet man nach dem Kanon, welchen Wil- 
helm von Humboldt aller ferneren Sprachforschung als sicheren 
Weg vorgezeichnet, die arabische Sprache, so mufs man geste- 
hen, dafs für sie die Zeit der Entwicklung und das Bestehen 
in ihrem vollendeten organischen Bau sehr lange gewährt hat. 
Schon durch die Wüste war sie vor fremden Einmischungen 
bewahrt und trat nach langem Bestehen vollkommen entwickelt 
mit anderen Völkern in Berührung. Selbst als die Gebilde- 
ten die arabische Sprache wissenschaftlich zu behandeln such- 
ten, war das Bewufstsein von dem Ursprünge und der ei- 
gentlichen Heimath so gewaltig, dafs man stets zu der Sprache 
in der Wüste seine Zuflucht nahm, vgl. Ewald gramm. 
arab. I. 19, doch nur etwa bis zum dritten Jahrhundert der 
Flucht, s. Laue Zeitschr. der D. M. Ges. III, 91. Wenn 
ein Volk schon seine Geschichte nicht verleugnen kann, so 
kann es noch viel weniger eine Sprache. Die arabische 
Sprache kann ihr Entstehen und ihre Entwickelung, die in 
der Wüste Jahrtausende hindurch stattfand, nicht verleugnen. 
Das unstäte Leben der Wüste aber kann eine systematische 
Sprachentwickelung nicht liefern. Der kühne Unternehmungs- 
geist, der rasche Entschlufs, die Furchtlosigkeit undUnstätigkeit 
des Wanderlebens spiegelt sich in der Wüstensprache wieder. 



Lassen hat in seiner indischen Alterthumskunde (I. 
pag. 416 fol.) hervorgehoben, dafs der ruhigen Objectivität 
des indogermanischen Geistes, die leicht erregbare Subjectl- 
vität der Semiten gegenübersteht. Nirgend zeigt sich dieser 
Unterschied so deutlich als in der Sprache; der kurze, ab- 
gerissene, ohne ausgebildeten Periodenbau hingestellte Satz 
der Semiten, ist gegen den durch die reine Denkthätigkeit 
dargestellten und wohlgebauten indogermanischen Satz weit 
zurückgeblieben. Wenn aber selbst den eingebornen Gram- 
matikern der Inder und Griechen es nie gelungen ist, bei 
einer so mit reiner Denkthätigkeit organisirten Sprache ein 
System zu behaupten, wie sollten wir das bei den Original- 
grammatikern der semitischen Sprachen erwarten. Ein Ori- 
ginalgrammatiker steht ja schon an und für sich zu sehr in 
und nicht über der Sprache. Dennoch kann man behaupten, 
dafs man nur, nachdem man den Standpunct der Original- 
Grammatiker genau durchforscht hat, Mittel genug habe, eine 
systematische Bearbeitung der semitischen Grammatik zu be- 
gründen. *) 

In Betreff der Art meiner Uebersetzung erlaube ich mir 
zu bemerken, dafs es mein Streben gewesen, die Textverse 
so wie die citirten **) Stellen wörtlich zu übersetzen. Bei dem 
Commentar ist freilich die Uebersetzung eine hier und da 
kürzende, da die scholastische Weitschweifigkeit eine wörtliche 
Treue unmöglich macht. Doch war es meine Meinung, das 
nichts Wichtiges in der Uebersetzung des Commentars feh- 
len dürfe. 

Da seit langer Zeit hier in Berlin nicht arabisch ge- 



*) „His igitur Arabum grammaticis indigenis diligentibus ad linguam 
cognoscendam diligenter esse utendum , horum leges et opiniones esse 
ante omnia consulendas, nemo est qui jure dubitet" sagt Ewald 
(gr. ar. I, 18). 

**) Bei den citirten Versen habe ich den Supercoramentar der 
neuesten Ausgabe in Bülä£ 1265 d. H. verglichen. 



druckt worden ist und das arabische Corpus zu grofs war, 
um mit den Vocalen dem deutschen Text eingereiht zu wer- 
den, sah ich mich zu einer Umschreibung genöthigt; ich 
wählte dazu die in ihren Grundzügen von Prof. Fleischer 
ausgegangene und meist in der Zeitschrift der deutschen mor- 
genländischen Gesellschaft angewandte, nämlich nach der 
arabischen Buchstabenfolge: 

3 Hamza, in der Mitte und am Ende; b, t, 
t, d, d, g', h, h, d, d, r, z, s, s', s, d, t, 
z, ( ( c ain), g, f, k, k, 1, m, n, h, w, j. 
Die durch die mancherlei Abzeichen veranlafste Schwie- 
rigkeit des Druckes hat mehrere Druckversehen unvermeidlich 
gemacht, von denen bei weitem die gröfsere Anzahl sich indefs 
auf die ersten drei, von mir leider wegen hindernder Verhält- 
nisse nicht durchweg überwachten Bogen beschränkt. Jeder nur 
einigermafsen kundige Leser wird die Verbesserungen leicht 
finden. Im Uebrigen aber hoffe ich, eingedenk des grofsen 
Nutzens, den de Sacy's Anthologie grammaticale bei ihrem 
fragmentarischen Charakter, gestiftet hat, dafs vorliegendes 
Werk in seinem ganzen Zusammenhange auf dem Gebiet der 
arabischen Philologie die grammatischen Studien (und das 
sind die fundamentalen) fördern werde: die am Ende ange- 
hängte, nach dem uns geläufigeren System europäischer 
Grammatik angelegte Uebersicht des hier gebotenen Mate- 
rials wird vielleicht nicht blofs für die Anfänger in solchen 
Studien das Auffinden erleichtern. 

Berlin, im September 1852. 

F. Dieterici. 



Inhaltsverzeichnis». 



Seite 
I. Die Rede und ihre Bestandtheile (al-kaläm) . . 1 — 6 

II. Das flexionsfähige und das flexionsunfähige Wort 

(al-mu c rab al-rnabni) 6 — 22 

III. Das Unbestimmte und das Bestimmte (an-näkira 
al-marifa) 22 — 30 

IV. Der Eigenname (al- c alam) 30—33 

V. Das Demonstrativuni (ismu-1-is'ära) 34 — 35 

VI. Das Conjunctiv-Nomen (al-mausül) 35 — 45 

VII. Das durch die Partikel der Bestimmung Bestimmte 

(al-mu c arrafa bi'adäti-t-ta'rifi) 45 — 48 

VIII. Das Wesen des Anfangsworts (al-ibtidä') . . . 49 — 6 7 
IX. käua und seine Verwandten (käna wa'a/iawätuhä) 67 — 76 

X. mä lä lata inna ähnlich dem laisa 7 6 — S2 

XI. Die Verba des Beinaheseins (af älu-1-mu/i.ärabati) 82 — 87 
Xu. inna und seine Verwandten (inna wa'aßawätuhä) . 87 — 100 

XIII. Das lä zur Verneinung der Gattung (lä allati li- 
nafji-1-g'insi) 100—107 

XIV. zanna und seine Verwandten (zanna wa'aÄawätuhä) 107 — 115 
XV. a'lama und arä 115 — 118 

XVI. Das regierende Subject (al-fa c il) 118—128 

XVII. Der Vertreter des Fä c il (an-nä'ibu c an al-fä c ili) . 128—133 
XVIII. Die Zurückhaltung des Regens vom Regime (is'ti- 

gailu-W ämili 'an al-ma c müli) 133 — 139 

XIX. Das transitive und intransitive Verburn (ta c addi-l- 

fi'li waluzümuhu) 139—143 

XX. Der Conflict in Bezug auf die Rection (at-tanäzu c u 

fi-l- c amali 143 — 146 

XXI. Das allgemeine Object (al-maf c ülu-l-mudaiu) . . 147 — 153 

XXII. Das Object des Motivs (al-niaf ül lahu) . . . 153—155 

XXIII. Das Object des Inhalts (az-zarf) 155 — 159 

XXIV. Das Object des Mitseins (al-maf c ülu ma'ahu) . 159 — 162 



XXVI 

Seite 

XXV. Die Ausnahme (al-isti/na) 162—170 

XXVI. Der Zustand (al-Aal) 170—182 

XXVII. Die Specificirung (at-tamjtz) 182—185 

XXVIII. Die Partikel des Genitiv (Äurufu-1-g'arri) . . 185—194 

XXIX. Die Annexion (al-id&fa) 194—210 

XXX. Das Miu/af an das Ja der ersten Person (al- 

miu/afu ila jä'i-1-mutakallimi) ...... 210 — 212 

XXXI. Die Rectionskraft des Masdar (i c mälu-l-masdari) 212 — 216 
XXXII. Die Rection des Participium activi (i c rnälu-smi- 

1-faili 216 — 221 

XXXIII. Die Bildung des Masdar (abnijatu-1-inasadiri) . 221—225 

XXXIV. Die Bildung der Participia act. und pass. und 
der ihnen ähnlichen Eigenschaftsworte (abnijatu 
asnia'i-l-f;f ilina wal-maf c ülina was-sifati al-mu- 
s'abbahati biha 225—228 

XXXV. Das dem Part. pass. ähnelnde Eigenschaftswort 

(.siia) as-sifatu al-mus'abbahatu bismi-l-fa'ili . 228 — 232 
XXXVI. Die Verwunderung (at-ta'ag'g'ubu) .... 232 — 236 
XXXVII. nfnia und bi'sa und das nach ihnen sich Rich- 
tende (ni'ma wabi'sa wama g'arä mag'rähumä) 236 — 242 
XXXVIII. Die Form des Vorzugs (af ' alu-t-taftfili) . . . 242—248 

XXXIX. Das Eigenschaftswort (an-na'tu) 249—255 

XL. Die Bestätigung (at-taukidu) 255 — 258 

XLI. Die Verbindung (al- c atf) 259—260 

XLII. Die Verbindung der Anreihung (atfu-n-nasa£i) 261 — 268 

XLITI. Das Permucativ (al-badal) 269—271 

XLIV. Der Anruf, Vocativ (an-nida) 271 — 27 7 

XLV. Das Munäda annectirt an das Ja 1. pers. (al- 

munädä al-mut/äfu ilä ja'i-1-mutakallimi) . . . 277 — 278 
XL VI. Nomina, die nothwendig im Vocativ stehn (as- 

mä'un lä zamat an-nida) 278 — 27 9 

XL VII. Der Hülferuf (al-is%am) 2 79—280 

XLVm. Die Klage (an-nudbatu) 280—282 

XLIX. Die Wegwerfung eines Theils des Worts (at- 

tarÄim) 282 — 286 

L. Die specielle Hervorhebung (al-i/itisas) . . . 286 
LI. Die Warnung — die Anstachelung (at-taÄrfir 

al-i^rä') 286 — 288 

LH. Die Nomina des Verbum und des Rufes (asmä'u- 

1-afali wa-1-a.s-wati) 288—290 

LHI. Die beiden Nun der Bestätigung (nüna-t-taukidi) 290 — 294 

LIV. Die zweite Declination (mä lä jansarifu) . . 294 — 304 

LV. Die Declination des Verbum (i f rabu-l-Fi r li) . 304 — 312 



xxvu 

Seite 

LVI. Die Regens des G'azm ( c awämilu-l-g'azmi) . . 312 — 318 

LVII. Lau 318 — 320 

LVIIT. aniraä, laulä, laumä 320 — 322 

LIX. Die Setzung der Aussage von al-ladi und al (al- 

iÄbäru billatZi wa-1-alifi wa-1-lämi) 322 — 326 

LX. Das Zahlwort (al-'adad) 326 — 331 

LXI. kam, ka'ajjin, kadä 331 — 332 

LXII. Die Berichtung (al-Aikäja) . , 332 — 334 

LXIII. Das Femininum (at-ta'ni<) 334 — 338 

LXIV. Das verkürzbare und das gedehnte Wort (al- 

ma/.sür al-mamdüd) 338 — 340 

LXV. Die richtige Bildung des Dualis und Pluralis 
sanus vom Verkürzbaren und Gedehnten (al- 

malcsux al-mamdüd) 340 — 344 

LXVI. Der Pluralis fractus (g'ain c u-t-taksiri) . . . 344 — 355. 

LXVn. Das Diminutivuni (at-tas</iru) 355 — 360 

LXVIII. Das Relativnomen (an-nasabu) 360 — 367. 

LXIX. Die Pause (al-wa&f) 367—371 

LXX. Die Neigung des Tons (al-imäla) . . . . 371 — 3 75 

LXXI. Der Formeuwechsel (at-tasrif) 375—381 

LXXIL Der Zusatz des Hamz der Verbindung (zijädatu 

hanizati-1-wasli) 381 — 383 

LXXIH. Das Setzen der Permutativ- Buchstaben (al- 

ibdälu) 383 — 399 

LXXIV. Die Assimilirung zweier Buchstaben durch Tas'- 

did (al-id^äm) 399—401 



Corrigenda 



Die in der Vorrede pag. XXIII erwähnten Druckversehen beziehen sich hauptsäch- 
lich auf die Umschreibung folgender sieben Worte: 

Für käma und seine Ableitungen lies käma. 

Für G'asra 1. G'azm. 

Tür Sibawaihi 1. Sibawaihi. 

Für Habar !. Ilabar. 

Für G'är wa Mag'rfir 1. G'ürr wa Mag'rtü . 

Für Kur 1. Kur. 

In ähnlicher Weise steht a für ä pag. 20, 1. adriät. 21, 2:; kädi, 26, 11 rjj&humä, 
28, 89 ijjähumu, 36, 25 mimniä, 43, S lä. 

i für i. pag. 6, 14 c Ali, 24, 25 akramani, 28, 5 arähumni, 40, 5 a'g'abani. 40, 24 
g'ä'ani, 41, 32, 36, 39; 42, 20 jn e g'ibuni. 

i für i pag. 6, 28, 30 gi'ta : 20, 2 hija. 

u für ü in abfi G, 14; 10, 12; 41, 10; in jad'ü 21, 31; 22, 2. ahü 13, 10. 

Ferner ist bis pag. 4S das Alif quiescens durch cursiv a umschrieben, was später als 
unpassend aufgegeben ist 

Bei den eingeführten punctirten Buchstaben sind dann noch folgende Versehen zu 
erwähnen: 

t Für t_ pag. 35, Z. 23 tamma, 4S, 8 härit. 

d für d in alladi 37, 3; 40, 1. Z. ; 42, 28; 46, 32. 

d für d pag. 7, 24 darbän. 

d für d pag. 17, Z. 6 aradüna; 24, 18, 24 idribi; 41, 7 al-afdalu. 

d für d hada. 

h für h 15, 37 Talhüna; 23, 7 sähibun. 

h für h 4, 15; 38, 27 al-Ahfas'; 13, 10 ahü. 

Für alä 1. e alä 18, 11; 42, 5. 

Für nida* 1. nidä' 4, 23. 

k für k 14, 23 ff. kamaräni; 20, 37; 21, 14 murtaki; 30, 3, 4 katni kati; 30, 10 
lähik 45, 12 kädin bis. 

pag. 26, 1, 2 1. antum antunna. 

pag. 29, 27 1. Scheide für Schneide. 

pag. 39, 11 1. musiimätun für musimätun. 

pag. 44, 13 1. ihm für ihn. 

33 1. murra billadi für murralladi. 

pag. 45, 4 1. activi für activi. 

Von Seite 49 an ist das System der Umschreibung consequent durchgeführt. In der 
L'ebersetzung selbst verbessere man pag. 108, 11 für „und wenn wir finden" und für- 
wahr wir fanden. 



,,-Ejs sprach Muhammad Ibn Mälik: ich lobe meinen Herrn, 
Gott, den besten Herrscher; — seegnend den erwählten Ge- 
sandten und sein Geschlecht, die Vollendung Erstrebenden, 
Erhabenen. — Ich flehe Gott zur Hülfe an für ein Tausend- 
versgedicht, in dem die Hauptpuncte der Syntax kurz zusam- 
mengefafst sind. — Es stellt das Fernste in zusammenge- 
drängter Rede nah und spendet reichlich durch Erfüllung v . 5. 
einer Versprechung. — Es erheischt Wohlwollen ohne Un- 
willen, übertreffend das Tausendversgedicht des Ibn Mu c ti. — 
Wiewohl dieser durch seinen Vorgang Bevorzugung erlangt 
und meinen schönen Lobspruch verdient hat. — Gott wird 
reiche Gaben mir und ihm auf den Stufen des Paradieses 
zusprechen." 



I. Die Rede und ihre Bestandteile. 

„Unsere Rede (Kaläm) ist ein Ausdruck (Lafz), der 
einen Sinn giebt wie „steh aufrecht". Nomen, Verbum und 
Partikel sind Wörter (Kalim), wovon das Einheitsnomen (Ka- 
lima) Wort ist. Das Gesagte (Kaul) ist eine allgemeine 
Bezeichnung; doch wird bisweilen mit einem Wort auch eine 
Rede bezeichnet." 

Erkl. „Rede" als terminus technicus bei den Gram- 
matikern ist eine Bezeichnung für den Ausdruck, der einen 
solchen Sinn giebt, dafs man den Satz darauf schliefsen kann. — 

1 



2 I >i v Rede und ihre Bcstandtheile. 

Ausdruck ist ein Gattungsbegriff, der die Rede, das Wort, 
die Wörter, und ebenso auch das Ungebräuchliche wie das 
Gebräuchliche umfafst. — In dieser Erklärung wird daher 
durch ..der einen Sinn giebt" das Ungebräuchliche, und durch 
..einen solchen, dafs man den Satz sehliefsen kann" das Wort 
und einige Wortniassen (unvollendete Satztheile) ausgeschie- 
den: nämlich die, welche aus drei und mehr Wörtern be- 
stehen, doch keinen vollständigen Sinn geben, vgl. in käma 
zaidun. 

Die Rede wird nur zusammengesetzt entweder aus zwei 
Nominibus, vgl. zaidun ktVimun, oder aus einem Verbum 
und einem Nomen vgl. käma zaidun, so wie das Beispiel 
des Verf. istakim, das ein Subject anta in sich birgt. 
Der Verf. überhebt sich durch die Anführung dieses Bei- 
spiels der Aveitläufigereii Erklärung. — Durch die Worte 
„unsere Rede" zeigt Verf. an, dafs die Erklärung nur für den 
terminus technicus der Grammatiker gelte, aber nicht für die 
Lexicographen, bei denen Kaläm ein Name ist für Alles, was 
geredet wird, gleich viel ob es Sinn gebend ist oder nicht. 

Kaum. (Worte und Wörter) ist ein Gattungsbegriff, des- 
sen Einheitsnomen Kalima ist. Dies ist entweder ein Nomen, 
nämlich dann, wenn es auf einen Sinn hinführt, ohne einen 
Zeitbegriff damit zu verbinden, oder ein Verbum, wenn es 
einen Sinn giebt mit der Verbindung eines Zeitbegriffs, oder 
eine Partikel, wenn es nicht an sich einen Sinn ausdrückt, 
sondern erst in einem anderen. — Kalhn sind aus drei und 
mehr Wörtern zusammengesetzte Worte. 

Kalima, „Wort" ist der Ausdruck, der bei der Sprachbil- 
dung bestimmt ist zur Bezeichnung eines Einzelbegriffs. — 
Diese Erklärung schliefst auf der einen Seite das Ungebräuch- 
liche wie auf der anderen Seite die nicht in einem Einzel- 
begriff bestehende Rede aus. 

Kaul, Gesagtes, umfafst nach dem Verfasser alles; es 
gilt von der Rede wie den Worten und dem Wort. Einige 
behaupten, es bezeichne ursprünglich nur den Einzelbegriff. 
— Im Worte wird bisweilen die Rede gemeint. So gebraucht 
man von „es giebt keinen Gott als Gott" die Bezeichnung, das 
Wort des reinen Bekenntnisses. — Die Bezeichnungen „Rede" 
und „Worte" passen bisweilen auf eine Aussage gleich rich- 
tig, bisweilen gilt nur das Eine von ihnen vgl. vom ersten 




ßtizcoZv' ÖJieet^cc^ ee&L*J 








viteKctew SüT^Am^ ß&dVfäft}, 



'-&* (JtzwJb&fec/ } ffl/0 . 




okc/ glrft^ZM 







lA/dttAStt 1 *^) 




(^arr^J^^vc) , 




qla#&0<Ajyp 



al - kalam. g 

kad käma zaidun. Hier gilt sowohl die Bezeichnung 
„Rede", da es einen vollständigen Sinn giebt, als auch 
„Worte", weil es aus drei Wörtern zusammengesetzt ist, 
dagegen ist die Bezeichnung, Worte, allein gültig bei in 
käma zaidun, die Bezeichnung Rede nur bei zaidun 
kiVimun. *) 

„Eine deutliche Unterscheidung für das Xomen ergiebt 
sich dadurch, dafs es möglicherweise 1) im Genitiv, 2) mit 
dem Tanvin, 3) im Vocativ, 4) mit al und 5) mit einem Prä- 
dicat stehen kann." 

Erkl. Zu den Unterscheidungszeichen des Nomen gehört: 

I. Der Genitiv, der a. durch eine Partikel, b. durch die 
Annexion, c. durch die Apposition hervorgerufen wird. 

Verf. fafst diese 3 Fälle in seinen Ausdruck (G'arr) Genitiv 
zusammen. 

II. Das Tanvin zerfällt in 4 Klassen: 

a. Das Tanvin der vollständigen Declinabilität, (Tanvinu-t- 
Tamkini) am vollständig declinablen Xomen. 

b. Das Tanvin der Unbestimmtheit (Tanvinu-t-Tankiri), das 
Bestimmte von dem Unbestimmten zu unterscheiden. — 

<•. Das Tanvin der Correspondenz (Tanvinu-1-Mukäbala), 
d. i. das, welches an den regelmäfsigen weiblichen Plu- 
ral tritt, da es dem Nun des regelmäfsigen männlichen 
Plural entspricht. 
d. Das Tanvin der Stellvertretung (Tanvinu-l-'iwadi), dies 
enthält 3 Unterabtheilungen es ist: 

<*. Stellvertretend für einen ganzen Satz bei id vgl. hi- 
na 3 idin vgl. kur. 56, 82. AVenn der Todesseufzer 
bis zur Kehle gelangt, zu der Zeit werdet ihr ein- 
sehen. 



*) In Rücksicht auf ihre AVeite ordnen sich somit die Begriffe bei 
den Grammatikern folgendermafsen : 

I. (Lafc) Ausdruck ist der weiteste Begriff, der alles Gebräuch- 
liche und Ungebräuchliche umfafst. 

II. (Ä'aul.) Gesagtes umfafst alles Gebräuchliche. 

III und IV. (Kaläm.) Rede, die auch für Worte gilt, und (Kalim) 
Worte, die auch für Rede gelten. 
V. (Kalima), der Einzelbegriff. 

1* 



4 Die Rede und ihre Bestandtheilc. 

. Stellvertretend fiir ein Wort bei kullun kiVimun 
kullu in san in kiVimun. 
y. Stellvertretend für einen Buchstaben vgl. g'awärin 

g'aw&rl. 
Das Tanvin der Modulation (Tanvinu-t-Tarannumi) findet 
bei den Reimen statt, welche durch einen schwachen Buch- 
staben (Alif, Waw, Ja) los sind. 

Vgl. „Verringere den beschuldigenden Tadel und den 
Vorwurf, und sprich, wenn ich's getroffen, fürwahr da hat er's 
getroffen." 

Vgl. „Es nahte die Abreise aufser, dafs unsere Reitthiere 
noch nicht mit unserem Gepäck gewichen und es war, als ob 
sie schon gegangen." 

Das überm äfsige Tanvin *) (at-Tanvinu-1-gäli) welches 
al-Ahfas' festgestellt hat, tritt an die gebundene Heime. 

Vgl. „Wohl oft mag es manche (Wüsten) geben von 
dunklen Tiefen, deren Durchgang öde ist." 

Verf. meint offenbar, dafs alle Arten des Tanvin zu den 
Eigentümlichkeiten des Nomen gehören, doch ist das nicht 
wahr, das Tanvin der Modulation und das übermässige, tritt 
sowohl zum Nomen, als zum Verbum, als zur Partikel. 

Zu den Eigenthümlichkeiten des Nomen gehört der Vo- 
cativ (an-Nida ( ), ferner al, womit der Artikel bezeichnet wird, 
endlich die Möglichkeit ihm ein Prädicat zu geben (al-Isnäd), 
(i. h. dafs von ihm etwas ausgesagt werden kann. Verf. ge- 
braucht das Participium passivi (musnad) für das masdar 
(Isnad). 

„Ein Verbum tritt klar hervor durch das Tä in fa ( alta, 
ti, tu, und in atat, durch das Ja in iTali und das Nun 
in akbilanna." 

Erkl. Das Verbum wird unterschieden durch das ta des 
Subjecta (Fa il), das mit Damm in der ersten Person, mit Fath in 
der zweiten Person masculini, mit Kasr in der zweiten Person 
icinmini, mit Cr'asm in der dritten Person fem. steht. Durch 
das ruhende Ta in atat scheidet man das Ha, welches sich an 
die Nomina hängt und die Vocale der Declination hat, aus, 



*) Vgl. Freytag Verskunst p. 324 und 311 



61&uogju) <n~ 



täte ^ca/v/i^u^d yfa^), 




al-kälam. 5 

ebenso auch das, welches den Partikeln sich anhängt vgl. 
lata, rubbata, tummata, das ruhende Tä an diesen Parti- 
keln ist selten. Ferner wird das Verbum unterschieden durch 
das Ja in if c ali, d. h. durch das Ja des Subjects im Impe- 
rativ und das Ja der zweiten Person feminini im Imperfec- 
tum; das Ja des Pronomen hingegen, welches das Ja der 
ersten Person in sich begreift, tritt an Vcrba, Nomina und 
Partikeln. Ebenso ist das schwere wie das leichte Nun des 
energischen Futurum ein sicheres Zeichen des Verbum. Vgl. 
Kur. 96, 15. Wir wollen fürwahr fassen beim Vorderhaar. 
Vgl. Kur. 7, 86. Wir werden fürwahr dich herausbringen o 
SVaib. 

„Aufser diesen beiden (dem Nomen und Verbum) giebts 
die Partikel wie hal, fi und lani. Einem Verbum Imperfec- 
tum kann lam voraufgehn wie lam jas^ainma. Das Perfectum 
der Verba unterscheide durch Ta und bezeichne mit dem Nun 
das Verbum Imperativi, wenn ein wirklicher Imperativ dar- 
unter verstanden wird." 

Erkl. Die Partikel unterscheidet sich vom Nomen und 
dem Verbum dadurch, dafs sie von den Kennzeichen dersel- 
ben frei ist. Die angeführten drei Beispiele machen auf die 
beiden Abtheilungen der Partikeln aufmerksam. Hai deutet auf 
die nicht speciell zugetheilten Partikeln hin, da es vor No- 
mina und Verba tritt und fi und lam auf die speciell zuge- 
theilten, fi steht speciell vor dem Nomen, lam vor dem 
Verbum. 

Das Verbum zerfällt in Perfectum, Imperfectum und Im- 
perativ. Merkmal das Imperfectum ist, dafs lam vor ihm stehn 
kann. Merkmal des Perfectum ist die Anhängung des Tä 
des Subjects (Fail). Vgl. Du seist gesegnet Besitzer der Hoh- 
heit und Mildthätigkeit. Wie schön ist die Frau Hind. 

Merkmal des Imperativ ist die Annahme des Nun der 
Bestätigung wie auch die Form des Imperativs. Bedeutet 
das Wort einen Imperativ-Sinn, doch nimmt es das Nim der 
Bestätigung nicht an, so ist es ein Nomen Verbi. 

„Der Befehl, wenn er nicht das Nun annehmen kann, 
ist ein Nomen wie sah und hajjahal." 

Formen wie sah und hajjahal werden nicht als Impc- 
rativa, sondern als Nomina Verbi behandelt, wiewohl sah die 



(i Das FlexioDsiahige und Flexionsunfahigi . 

Bedeutung vod uskut, schweig, und hajjahal die Bedeutung 
von akbil komm heran, hat. 



II. Das Flexionsfähige und Flexionsunfähige Wort. 

„Das Nomen zerfallt in das flexionsfähige und flexions- 
unfäliige Wort, das letztere ist ein solches wegen einer Aehn- 
lichkeit, die es der Partikel annähert." 

Erkl. Das Nomen zerfallt in zwei Theile. I. Das Flexions- 
fahige d. i. dasjenige, welches frei ist von der Aehnlichkeit 
mit einer Partikel. II. Das Flexionsunfähige d. i. dasjenige, 
welches einer Partikel ähnelt. 

Beim Verf. beschränkt sich die Flcxionsunfähigkeit auf 
die Aehnlichkeit mit der Partikel, wie er auch die Aehnlich- 
keit in den beiden folgenden Versen speeificirt. Auch nach 
der Lehrweise des Abu l Ali-al-Färisi wird die Flexionsun- 
fähigkeit auf die Aehnlichkeit mit der Partikel und ihrer Sinn- 
verwandten beschränkt, wie auch in der That Sibawaihi aus- 
drücklich aufstellt, dafs jede Ursache der Flexionsunfähigkeit 
auf die Aehnlichkeit mit der Partikel zurückführt, dasselbe 
erwähnt auch Ibn Abi-r-Rabi ( . 

„Die Aehnlichkeit mit der Partikel besteht in der for- 
mellen Aehnlichkeit, wie in den beiden nominibus von g'ftanä, 
und der ideellen, wie in matä und hu na. Ferner in einer 
Stellvertretung des Verbum, ohne Einflufs zu erleiden, und in 
einem in seinem Grundwesen gegebenen Bedürfnifs." 

Erkl. Verf. erwähnt die Aehnlichkeit mit der Partikel 
an 4 Orten. — 1) Die Aehnlichkeit in der äufseren Form 
wie, dafs das Nomen mit einem Consonanten geformt Avird. 
Vgl. ta in g'rta, das als Vcrbal-Subject ein Nomen ist, doch 
i-t ee flexionsunfähig, Aveil es nur von einem Consonanten, wie 
die Partikel, gebildet wird; ebenso nä in g'r'tanä, das auch ein 
Nomen ist, als Verbal-Object, doch ist's flexionsunfähig, da es 
ähnlich der Partikel nur von 2 Consonanten geformt wird. 

2) Die ideelle Aehnlichkeit, sie zerfällt in 2 Theile: 
'/. Die Aehnlichkeit mit einer vorhandenen und 









/ 



/ 



nl-murab al-mabn). 7 

b. die Aehnliohkeit mit einer nicht vorhandenen Partikel. 

a. Ein Beispiel vom ersten Fall ist in ata, dies ist flexionsun- 
fähig, weil es der Partikel der Bedeutung nach ähnlich 
ist, denn es wird gebraucht zur Frage und zur Be- 
dingung — In beiden Fällen ist matä (bei den Arabern 
ein Nomen) einer vorhandenen Partikel, dein Alif der Frage 
und dem in der Bedingung, ähnlich. 

b. Ein Beispiel vom zweiten Fall ist hu na, (bei den Arabern 
ebenfalls ein Nomen), dies ist flexionsunfähig, da es einer 
Partikel ähnlich ist, die hätte gebildet werden sollen, aber 
nicht gebildet worden ist. Denn die Hinweisung (Is'ära) 
ist ein Begriff, der eine Partikel für sich beanspruchen 
kann; so wie man für die Negation mä, für das Prohibitiv 
lä, für den Wunsch laita, und für die Hoffnung la'alla 
setzt, und dergleichen mehr. Die Nomina demonstrativst 
sind unflectirbar, weil sie in der Bedeutung einer suppo- 
nirten Partikel ähnlich sind. 

3) Die dritte Aehnlichkeit des flexionsunfähigen Worts 
mit der Partikel besteht darin, dafs es das Vcrbuni vertritt, 
ohne Einflufs vom Agens zu erleiden, so die Nomina verba- 
lia vgl. daräki zaidän, daräki ist flexionsunfähig, da es 
der Partikel darin gleicht, dafs es Einflufs ausübt, ohne von 
einem andern Einflufs zu erleiden. Dagegen in dar- 
ban zaidän, darb an zwar idrib vertritt, doch nicht 
flexionsunfähig ist, da es von einem ausgelassenen Verbum 
in Accusativ gesetzt ist, entgegengesetzt dem daräki, das, 
wenn es auch adrik vertritt, doch keinen Einflufs erleidet. — 
Das Resume des vom Verf. Erwähnten wäre also, dafs das 
Masdar, welches an die Stelle eines Verbum tritt und die 
Nomina verbalia, beide an der Stelle von Verben stehen, 
doch erleidet das Masdar Einflufs von dem Agens und ist 
deshalb flexionsfällig, da es der Partikel nicht ähnlich ist. 
Die Nomina verbalia hingegen erleiden keinen Einflufs vom 
Agens und werden daher flexionsunfähig, da sie der Par- 
tikel somit ähnlich sind. — Des Verfassers Meinung ist 
darauf begründet, dafs das Verbalnomen keine bestimmte 
syntaetische Stelle im Satze findet, doch ist dies eine Streit- 
frage, die wir unten beim Verbalnomen behandeln werden. 

4) Die vierte Aehnlichkeit des flexionsunfähigen Wor- 
tes mit der Partikel beruht im notwendigen Bcdürfnifs. Dies 



S Das Ftoxion8f&hige and Flexionsunföhige. 

ist z. I». das Conjunctivnomen al ismu-1-mausul vgl. illadi, 
denn es bedarf in allen Füllen des Conjunctiv-Satzes d. i. ei- 
ner üjiila. Ea gleicht somit der Partikel in der Nothwendig- 
Uiit des Bedürfnisses und wird demnach flexionsunfähig. — 
1 las Resumd der beiden Verse ist, dafs die Flexionsunfähig- 
U.-it in 6 Wortklassen stattrindet: 1) dem Pronomen perso- 
nale; 2) dem C'onditionalnomen; 3) dem Fragenomen: 4) dem 
Demonstrativnomen; 5) dem Verbalnomen; 6) dem Conjunc- 
tivnomen. 

„Das flexionsfähige Nomen ist dasjenige, welches von 
der Aehnlichkcit mit der Partikel frei ist." 

Erkl. Das flexionsfähige Nomen ist der Gegensatz von 
dem flexionsunfähigen. Das Flexionsunfähige ist dasjenige, 
welches der Partikel gleicht, somit ist das Flexionsfähige das- 
jenige, welches der Partikel nicht gleicht. Das flexionsfähige 
Nomen zerfällt a. in starkes d. i. dasjenige, dessen letzter 
Consonant kein schwacher ist, vgl. ardun und b. in schwa- 
ches d. i. dasjenige, dessen letzter Consonant ein schwacher 
ist vgl. suma eine Wortform von ismun, die deren sechs hat. 
Das flexionsfähige Nomen wird ferner eingetheilt in: ( 
<(. vollkommen declinationsfähiges d. h. die erste Decli- 

nation, vgl. zaidun: 
b. unvollkommen declinationsfähiges d. h. die zweite Dc- 

clination, vgl. Ahmadu; 
e. das Indeclinable d. i. das Flexionsunfähige. 

Das Deolinable ist das Flexionsfähige, welches in zwei 
Theile zerfallt, in die erste d. i. die starke und die zweite 
d. i. die schwache Declination.*) 

„Das Verbum Imperativi und Perfecti ist unflectirbar, **) 



*) Da die arabischen Grammatiker (i'rab) Flexion für Verba und 
Nomina gebrauchen, haben wir zunächst die Ausdrücke flexionsfähig 
für mu'rab und flexionsunfähig für mabni eingeführt. Hier, wo der Verf. 
eine andere Eintheilung erwähnt, gebrauchen wir das Wort Declination 
and zwar für: 

mutamakkinun amkana die erste starke Declination, 

für mutamakkinun </airu amkana die zweite schwache Declination, 

für </airu-l-mutamakkini das Indeclinable. 

**) Der Ausdruck Flexion wird gebraucht vom Verbum in dem 
Sinne : Fähigkeit den Indicativ, Subjunctiv, Jussif zu bezeichnen. 



al-mu'rab al-mabni. 9 

man flectirt dagegen das Imperfectuni , wenn es frei ist vom 
engverbundenen Nun der Bestätigung oder Nun feminini. Vgl. 
Sie setzen in Erstaunen, den, der bezaubert worden." 

Erkl. Nachdem Verf. das Flexionsfähige und unfähige 
bei dem Nomen abgehandelt, geht er zum Flectirbaren und 
Unflectirbaren beim Verbum über. Die Lehrweise der Schule 
von Basra läfst die Flexionsfähigkeit beim Nomen ursprüng- 
lich sein, bei dem Verbum sei sie dagegen nur abgeleitet. 
Die Schule von Küfa behauptet, dafs sie beim Nomen und 
beim Verbum gleich ursprünglich sei. Das erste ist das 
Richtige. — Dijä^u-d-Din Ibnu-l-Ilg 5 , *) berichtet in seinem 
ausführlichen Commentar (al Basit) zur Käfija, dafs einige 
Grammatiker behaupten, die Flectirbarkeit sei ursprünglich 
im Verbum, nur abgeleitet beim Nomen. 

Das Unflectirbare beim Verbum zerfällt in zwei Klassen: 

a. Das, über dessen Unflectirbarkeit man einig ist, wie das 
Perfectum, das unflectirbar auf a ist vgl. daraba, so 
lange sich nicht das Wäw pluralis damit verbindet und 
es mit u setzet, oder ein mit einem Vocal versehenes 
Pronomen Nominativi und es in Ruhe versetzt vgl. 
darabta. 

b. Das, über dessen Unflectirbarkeit man uneins ist. Die 
überwiegende Meinung ist, dafs es unflectirbar sei, 
nämlich der Imperativ. Unflectirbar ist dieser nach der 
Schule von Basra. Flectirbar nach der Schule von Küfa. 

Das Flectirbare vom Verbum ist das Imperfectum, dies 
ist aber nur flectirbar, wenn sich weder das Nun der Bestä- 
tigung, sei es leicht oder schwer, noch das Nun Feminini 
mit ihm verbindet. Schliefst sich aber das Nun der Be- 
stätigung nicht ganz eng an, ist es nicht unflectirbar, wie 
z. B. wenn Alif Dualis dazwischen tritt, vgl. hal tadri- 
bänna ursprünglich hal tadribäninna, oder das Wäw 
Pluralis oder Ja der 2 pers fem. vgl. hal tadribunna, hal 
tadribinna, für hal tadribünanna und hal tadribinanna. 
— Das eine Nun wird weggenommen wegen des Zusammen- 
stofses derselben Buchstaben. 

Ist das Imperfectuni vom unmittelbar verbundenen Nim 
der Bestätigung und dem Nun feminini frei, wird es flectirt, 



*) Hag'i Khalfa II. Nr. 183Ü. cf. Käfija V. 970 



1() 1 >;is Flexionefüliige und Flexionsuniähige. 

und es ist nur unflectirbar, wenn das unmittelbar verbundene 
Nun herantritt AI -Ablas' sagt dagegen, dafs das Inipcr- 
fectum mit dem Nun der Bestätigung unflectirbar sei, gleich- 
viel ob dasselbe eng mit ihm verbunden ist oder nicht. 
Andere dagegen sollen behaupten, dafs das Futurum Hectir- 
bar sei, selbst wenn das Nun der Bestätigung damit eng ver- 
bunden wird. 

Ein Beispiel, in dem das Nun Feminini eng verbunden 
wird, ist tadribna. Das Verbuin ist unflectirbar auf den ru- 
henden Buchstaben. Verf. berichtet in einigen seiner Bücher, 
dafs über die Unfiectirbarkeit dieser Form kein Streit sei, doch 
streitet man darüber wie der Lehrer Abu-1-IIasan Ihn ( Us- 
für in seinem Commentar zum Idah*) berichtet. 

„Jede Partikel verlangt die Untlectirbarkeit. Die ursprüng- 
liche Form des Unflectirbaren ist die Endung auf einen ru- 
henden Buchstaben. Doch giebt es deren, die auf Fath, Kasr 
und Damm ausgehen wie aina amsi haitu, lam ist ein 
Beispiel von dem Ausgehn derselben auf einen ruhenden 
Buchstaben." 



den Fall kommt, etwas auszudrücken, zu dessen Ausdruck sie 
nöthig hätte fiectirt zu werden (d. h. weil sie nur ein Ver- 
hältnifs ausdrückt) vgl. im Beispiel ahadtu min ad-darä- 
himi wird der Theilbegriif aus dem Worte min ohne Flexion 
verstanden. Das Flexionsunfähigc endet ursprünglich mit ei- 
nem ruhenden Consonanten, denn diese Forin ist leichter als 
die, welche mit vocalisirten Consonanten endet. Das Flexions- 
unfähige endet mit vocalisirten Consonanten nur wegen einer 
Ursache, wie z. B. um sie vom Zusammenstofs zweier ru- 
henden Consonanten zu bewahren, auf Fath vgl. aina auf 
Kasr vgl. g'airi, auf Damm, vgl. mundu. Als mit ruhen- 
den Buchstaben endigend vgl. kam, idrib, ag'al. Aus den 
angeführten Beispielen geht hervor, dafs die Flcxionsunfähig- 
keit auf Kasr und Damm nicht beim Verbum, sondern nur 
beim Nomen und der Partikel vorkommt, die Flexionsunfä- 
higkeit auf Fath und einem ruhenden Buchstaben beim No- 
men, Verbum und der Partikel stattfindet. 



*) h&h. Vgl. Hag'i Klnilfa I 510—512. Nr. 1564. 



;il- mural) al -mahnt. 11 

„Den Nominativ und Accusativ setze als Flexion dem 
Nomen und Verbum, vgl. ich will fürwahr nicht fürchten. 
(L an ahäba). Das Nomen hat für sich allein den Genitiv, 
das Verbum hat allein die auf einen ruhenden Consonanten 
endende Form. (Das G'asm). Setze den Nominativ mit Damm, 
den Accusativ mit Fath, den Genitiv mit Kasr., vgl. das Ge- 
denken Gottes an seinen Knecht erfreut. Setze in G'asm 
durch einen ruhenden Buchstaben und Alles, was wir noch 
nicht erwähnt haben, ist nur stellvertretend, vgl. es kam 
der Bruder der Kinder von Namir." (ahii bani namirin). 

Erkl. Es giebt 4 Flexionsweisen: 1) Nominativ auf Damm, 
2) Accusativ auf Fath, 3) Genitiv auf Kasr, 4) die g'asmirte 
Form. Der Nominativ und Accusativ ist beim Nomen und 
Verbum, der Genitiv nur beim Nomen, die g'asmirte Form 
nur beim Verbum im Gebrauch. Das, was hierüber hinaus- 
geht, ist nur stellvertretend wie Wäw Damm, Ja, Kasr, 
Alif Fath vertritt, worüber wir nun handeln werden. 

„Setze den Nominativ mit Wäw, den Accusativ mit Alif, 
den Genitiv mit Ja bei den Nominibus, die ich jetzt beschreibe." 

Erkl. Verf. behandelt die Nomina, die mit stellvertre- 
tenden Consonanten fiectirt werden. Dies sind 6 Nomina 
abun, ahun, hamun, hanun, fühun, und du mälin, 
die mit Wäw im Nominativ, mit Alif im Accusativ und mit 
Ja im Genitiv auftreten. Die gewöhnliche Annahme ist, dafs 
sie mit diesen Consonanten flectirt werden, wie auch die Verse 
aussagen; doch das Richtige ist, dafs sie mit den auf diesen 
Consonanten supponirten Vocalen nectirt werden, so dafs 
nichts etwas anderes vertritt. 

„Hierher gehört auch du wenn es eine Verbindung dar- 
thut, und famun, wenn das Mim von ihm wegtritt." 

Erkl. Du und famun gehören hierher unter Bedingun- 
gen, nämlich du mufs die Bedeutung vom Inhaber haben, da- 
durch verwahrt sich Verf. vor dem du der Tanten, das die 
Bedeutung von alladi hat und unflectirbar ist, du im Nomi- 
nativ, Genitiv und Accusativ. 

Vgl. „Wenn ich irgend Vermögende, Edle treffe, fordere 
ich von ihrem Besitz nur das, was mir genügt." 



12 Dm Flexionsfabige und Flexionsanfahige. 

Bei famun ist die Bedingung gestellt, dafs das Mim 
von ihm weicht, vgl. fü, f&, fi. Weicht Mim nicht, wird es 
mit Vocalen llectirt. 

„Hierher gehört abun, ahun, hamun auch hanun, 
doch die defective Declination ist bei dem letzteren besser. 
Bei abun und den zwei folgenden ist die defective Decli- 
nation selten, und sie auf eine Endung zu beschränken, ist 
noch gewöhnlicher, als sie defectiv zu behandeln." 

Erkl. Gewöhnlich behandelt man abun, ahun, hamun 
wie die erwähnten du und famun, so dafs man sie mit 
Consonanten declinirt, Wäw für den Nominativ, Ja für den 
Genitiv, Alif für den Accusativ. Später erwähnt Verf. noch 
zwei andere Behandlungsweisen. Bei hanun hingegen ist das 
lein classische, es mit sichtbaren Vocalen auf dem Nun zu 
decliniren , ohne schwache Consonanten , doch ist die 
volle Declination auf Wäw, Ja, Alif auch erlaubt. Wie- 
wohl sie sehr selten vorkommt, und al-Farra 1 sie verwirft, 
steht sie doch durch die Anführung des Sibawaihi fest und 
der, welcher sich erinnert (der positive Zeuge) liefert Beweis 
gegen den, der sich nicht erinnert, (d. i. der negative). Bei 
abun und den beiden folgenden erwähnt Verf. noch zwei 
andere Declinationsarten. Die Wegnahme des Wäw, Ja 
und Alif, worauf die Declination mit sichtbaren Vocalen 
eintritt. 

Vgl. „Seinen Vater hat c Adi im Edelsinn nachgeahmt, und 
wenn Jemand seinem Vater zu gleichen sucht, thut er nicht 
Unrecht." 

Diese defective Declination ist selten. Die andere Weise 
ist, sie auf Alif im Nominativ, Genitiv und Accusativ enden 
zu lassen. 

Vgl. „Fürwahr sein Vater (des Stammes) und der Vater 
seines Vaters haben im Ruhme die beiden äufsersten End- 
punete *) erreicht." 

Die Merkmale des Nominativ, Accusativ und Genitiv 
sind hier die auf Alif supponirten Vocale, wie bei der be- 
schränkten Declination darseiest ist. 



*) Dual im Accusativ auf Alif vgl. Mawä/.if 209 ed. Soerensc" 
vgl. pag 14. 



al- mural) al-mabni. \% 

Das Resume: Bei abun, ahun und hamun giebt es 
drei Declinationsweisen: 1) die bekannteste auf Waw, Ja 
und Alif: 2) auf Alif in allen Fällen: 3) dafs man die 
drei Vocal-Consonanten ihnen nimmt. Dies ist selten. — 
Bei hanun giebt es zwei Declinationsweisen: 1) die defec- 
tive, dies ist die gewöhnliche, und 2) die volle, diese ist selten. 

„Die Bedingung dieser Declinationsweise ist, dafs diese 
Nomina zwar in Annexion stehn, doch nicht mit dem Ja der 
ersten Person. Vgl. Es kam der Bruder deines Vaters als 
erhabener." (ahu abika). 

Erkl. Die Grammatiker erwähnen 4 Bedingungen für 
die Declination mit Consonanten. 

1) Dafs diese Worte annectirt werden, werden sie nicht 
annectirt, flectirt man sie mit sichtbaren Vocalen, vgl. hada 
abun. 

2) Dafs sie nicht an das Ja, der ersten Person annectirt 
werden, vgl. abi im Nominativ, Genitiv und Accusativ. Denn 
in diesem Falle werden sie mit den auf dem Ja supponirten 
Vocalen und nicht mit Consonanten declinirt. Dies wird 
noch später behandelt werden. 

3) Dafs sie nicht in der Diminutivform auftreten, denn 
als Diminutiva werden sie mit sichtbaren Vocalen declinirt. 

4) Dafs sie im Singular stehn, denn im Dual und Plu- 
ral werden sie mit sichtbaren Vocalen declinirt. 

Verf. erwähnt von diesen vier Bedingungen nur die beiden 
ersten. Der Vers läfst verstehn, dafs sie angelehnt werden müssen, 
doch nothwendig an etwas anderes als das Ja der ersten Pers. 
Möglich ist aus den Worten des Verf. auch die beiden letz- 
ten Bedingungen heraus zu verstehen, denn das Pronomen 
personale in jadafna geht auf die erwähnten Nomina zurück 
und diese sind nur als Singulare und nicht als Diminutiva 
erwähnt. Die Bedingung dieser Declination ist also dafs abun 
und die erwähnten Verwandten an etwas anderes als das Ja 
der ersten Person annectirt werden müssen. — Du kommt nur 
in der Annexion vor, doch wird es nicht an Pronomina son- 
dern nur an appellativa, die keine Eigenschaftsnamen (Sifa) 
sein können, annectirt, vgl. du malin doch nicht du kä°imin. 

„Mit Alif setze den Dual im Nominativ, wie auch kilä 
(beide) wenn es als annectirt mit einem Pronomen personale 



14 l 1as Flexionsfäbigc und Flexionsunfähige. 

verbunden wird, so auch kiltä, itn&ni und itnatani ge- 
hen wie ibnäni und ibnatani. Das Ja vertritt in allen 
Fallen das Auf im Genitiv und Accusativ nach einem Fath, 
welches unwandelbar bleibt." 

Erkl. Nachdem Verf. die 6 Nomina behandelt, bei de- 
nen in der Declination Vocal-Consonanten die Vocale vertre- 
ten, erwähnt er den Dual, der auch mit Consonanten declinirt 
wird. Die Definition des Dual ist: Der Dual ist ein Aus- 
druck, der zwei bezeichnet durch eine Vermehrung an seinem 
Ende, der aber der Abstreifung dieses Zusatzes und der 
Verbindung eines gleichen mit sich fähig ist. — „Ausdruck 
der zwei bezeichnet" umfafst in dieser Definition sowohl den 
Dual, als auch die Worte, deren Sinn schon zwei umfafst. 
Vgl. Das Paar. Die nähere Bestimmung „durch eine Vermeh- 
rung am Ende" scheidet Worte wie das Paar aus. Die zweite 
nähere Bestimmung „fähig der Abstreifung" scheidet Worte 
wie itnäni zwei aus, denn dies Wort kann die Vermehrung 
nicht abstreifen, man sagt nicht itnun. Die dritte nähere Be- 
stimmung „fähig der Verbindung eines gleichen mit ihm" 
scheidet das aus, was der Abstreifung und zugleich auch der 
Verbindung eines anderen mit ihm fähig ist, vgl. die beiden 
Monde al-kamaräni. Dies gestattet die Abstreifung, man 
sagt kamarun Mond, doch wird mit ihm ein verschiede- 
nes, nicht ein gleiches verbunden. Al-kamaräni ist gleich 
kamarun wa s'amsun. 

Der Dual wird mit Alif declinirt, so auch das dem 
Dual ähnliche d. i. dasjenige, worauf die Definition des Dual, 
d. h. die, dafs er 2 bezeichnet durch eine Vermehrung 
oder dergleichen, nicht pafst. Das ist das an dem Dual an- 
geschlossene. Kilä, kiltä, itnäni, itnatani sind dem 
Dual angeschlossen, da die obige Definition des Dual auf 
sie nicht pafst. Doch schliefsen sich kilä und kiltä nur 
dann an den Dual an, wenn sie an ein Pronomen personale 
annectirt sind, vgl. kilähuma. Werden sie an ein Substan- 
tiv annectirt, stehen sie mit Alif im Nominativ, Genitiv und 
Accusativ. Itnäni und itnatani hingegen, die an den Dual 
sich anschliefsen, werden wie die wirklichen Duale ibnäni, 
ibnatani behandelt. — Im Genitiv und Accusativ des Dual 
tritt Ja an die Stelle des Alif, doch geht demselben stets 



al-nrarab al-malmi. J5 

ein Fath vorauf, um sie von dem Ja. Pluralis zu untci'schci- 
den, dem nur Kasr voraufgehen kann. Das liesume des 
Verf. ist, dafs der Dual und das ihm angeschlossene im No- 
minativ mit Alif, im Genitiv und Accusativ mit Ja sich de- 
clinirt. Das ist auch die gewöhnliche Annahme. Doch die 
richtige Ansicht Aväre, dafs der Dual und sein Anschluß 
durch supponirte Vocale im Nominativ auf dem Alif und im 
Genitiv und Accusativ auf dem Ja sich decliniren. Die vom 
Verf. erwähnte Behandlungsweise, dafs der Dual mit seinem 
Anschlufs sich auf Alif im Nominativ, und auf Ja, im Ge- 
nitiv und Accusativ declinire, ist die gewöhnliche, doch giebt 
es noch eine andere, dafs man den Dual mit seinem Anschlufs 
in allen Fällen auf Alif declinire, vgl. zaidäni auch im 
Genitiv und Accusativ. 

„Setze den Nominativ mit Wäw, mit Ja, den Genitiv und 
Accusativ des Pluralis sanus wie von ( amirun, mudnibun." 

Erkl. Verf. behandelt hier den dritten Abschnitt der 
Declination durch Buchstaben, nämlich den Pluralis sanus und 
das, was danach geht. Dieser declinirt sich im Nominativ 
durch Wäw und im Genitiv und Accusativ durch Ja. Durch 
die Beispiele deutet Verf. das an, was auf diese Weise den 
Plural bildet. Dies zerfällt in zwei Klassen: 1) Nichtabge- 
leitetes d. i. Festes (G'ämid). 2) Abgeleitetes, Eigenschafts- 
wort, d. i. (Sifa). 

Beim ersten, dem Nichtabgeleiteten, wird zur Bedingung 
gestellt, dafs es der Eigenname sei eines männlichen vernünf- 
tigen Wesens, frei vom Tä feminini und der Zusammensetzung. 

Ist das Wort kein Eigenname, bildet es diesen Plural 
nicht, so sagt man nicht rag'ulüna, wohl aber rug'ailüna, 
da das Diminutiv eine Eigenschaft einschliefst. 

Der Eigenname eines nicht männlichen Wesens bildet 
auch diesen Plural nicht, zainab bildet nicht zainabüna. 
Der Eigenname eines zwar männlichen, aber unvernünftigen 
Wesens bildet diesen Plural auch nicht, vgl. lähikun, ein 
Pferdename, bildet nicht lähiküna. — Hat das Wort ein Tä 
feminini, bildet es diesen Plural auch nicht, vgl. Talhatu 
bildet nicht Talhüna, wiewohl die Kufenser dies erlauben. 
Ebenso bildet ein zusammengesetztes Wort diesen Plural nicht, 



v. 35 



!(/, Das Flexionsfahige and Ftexionsanfahige. 

vgl. Sibawaihi bildet nicht Sibawoihüna, wiewohl dies 
einige gestatten. 

Beim zweiten, dem Eigenschaftswort (Sifa), wird zur 
Bedingung gestellt, dafs es die Sita eines männlichen ver- 
nünftigen Wesens sei, frei vom Tä feminini, auch nicht zu 
den Wortklassen von af/alu, fVhVu, oder fa ( lanu fa c la 
gehöre, wie auch nicht zu denjenigen, in welchen masculinum 
und femininnm dieselbe Form haben, wie z. B. luVidun nicht 
h;Vidüna bildet, da es die Sita eines weiblichen Wesens 
ist. Und ebenso bildet säbikun nicht den Plural säbiküna, 
da es die Sita eines Pferdes, also eines unvernünftigen We- 
sens, ist. ( Allämatun bildet nicht 'allämüna, da es das 
T& feminini hat, ahmaru bildet nicht ahmarüna, da es zur 
Wortklasse af l alu fa c la :> u gehört. Sak ranu bildet nicht 
sakränüna, da es nach dem Paradigma fa c länu, fVlä geht. 
Sabürun bildet nicht sabürüna, da sein masculinum und 
femininum dieselbe Form hat. Diese Bedingungen deutet 
Verf. durch die Beispiele an, denn Simirun ist der Eigen- 
name eines männlichen vernünftigen Wesens, frei vom Tä 
feminini und von der Zusammensetzung. Deshalb ist der 
Plural ä mir ü na. Die erwähnte Sita deutet Verf. durch 
m u d n i b u n an , da es die gestellten Bedingungen erfüllt, 
deshalb ist der Plural mud nihil na. 

„Ebenso verhält sich das diesen beiden ähnliche, daran 
schliefst sich an c is'rüna mit seiner Kategorie, wie auch 
ahlüna, \i\iia, 'älamüna und ( illijjuna, der Plural ara- 
düna ist abnorm. Sinüna, oder sunüna mit seiner Kate- 
gorie wird bisweilen wie hinun declinirt, bei manchen gilt 
dies sogar als das Durchgängige." 

Erkl. „Das diesen beiden ähnliche" bezeichnet die No- 
mina propria, welche die bei ( ämir erwähnten Bedingungen 
erfüllen; wie auch die Eigenschaftsworte, welche den bei 
mudnibun erwähnten Bedingungen entsprechen. c Is'rüna 
und die Zehner bis tis'üna gehn dem Pluralis sanus, in Avel- 
chem die Form des Singularis erhalten bleibt, analog; da sie 
aber keinen entsprechenden Singularis haben, denn man sagt 
ja nicht 'is'run u. s. f., so sind sie dem Pluralis sanus an- 
geschlossen. Ahlüna schliefst sich ebenfalls diesem Pluralis 
an, da sein Singular ahlun als ein fester Gattungsbegriff 



al-mifrab al-mabni. \y 

den oben gestellten Bedingungen nicht entspricht, so läfst 
auch Yilu«, d<as keinen wörtlichen Singular hat, c alamüna, 
dessen Singular ein unabgeleiteter Gattungsbegriff ist und 
c illijjüna, das oberste Paradies, da es nicht ein vernünf- 
tiges Wesen bezeichnet, die Bedingungen unerfüllt. Ara- 
düna ferner ist Plural von ardün, einem unabgeleiteten 
Gattungsbegriff feminini generis. Alle diese Worte sind des- 
halb dem Pluralis sanus nur angeschlossen. — Sanatun und 
seine Kategorie bezeichnet alle die dreiradiealigen Nomina, 
deren letzter Stammbuchstabe weggefallen und dann durch 
Tä feminini vertreten ist und die keinen Pluralis fractus bil- 
den, vgl. tubatun, tubüna, etc. Dies ist die gewöhnliche 
Behandlungsart dieser Wortklasse. Haben sie aber den Plu- 
ralis fractus, vgl. s'afatun pl. s'ifahun, bilden sie nur ab- 
normer Weise noch einen Plural nach Analogie des Pluralis 
sanus, vgl. zubatun pl. fr., zubän plur. san. zubüna. 

Sana tun kommt bisweilen in der Form von hinun vor, 
d. h. dafs sin i nun und seines gleichen bisweilen das Ja 
festhalten und die Declination auf Nun vorkommt, vgl. sini- 
nun, nin, nän. Auch "kann man dieser Form das Tanvin 
nehmen, doch ist dies seltener als es zu lassen. Man ist 
uneins über die durchgängige Geltung von dieser Form, doch 
das Richtige ist, dafs sie nicht durchgängig gilt, sondern 
sich auf das wirklich Gehörte beschränkt. Vgl. Die Tradition: 
O Gott, setze ihnen Jahre, wie die Jahre des Josef nach 
einer Lesart, (sininän kasinini). 

Vgl. „Verschont mich mit Nag', denn die Jahre in dem- 
selben treiben loses Spiel mit uns Alten, und haben Unbärtige 
zu Greisen gemacht." (saninahu). 

Dieser Vers beweist, dafs as-saninu nach al-hinu 
geht mit Festhaltung des Nun trotz der Annexion. 

„Das Nun eines Plural und des ihm Angeschlossenen 
setze mit Fath, wenige sprechen es mit Kasr. Das Nun des 
Duals aber und seines Anschlusses behandelt man grade um- 
gekehrt, merke auf." 

Erkl. Nun Pluralis steht nur selten mit Kasr wie im Verse. 

Vgl. „Wir kennen wohl GVfar und die Söhne seines Va- 
ters und bekümmern uns nicht um die Geringen anderer 
Stämme." (äharini). 

2 



]v; Pas FtexionaflUiigfl und Rexionsunfilhige. 

b'erner: Vgl. »Ißt denn »las ganze Loben nur Lagern 
und Aufbruch] Bchonl es nicht meiner und stellt mich nicht 
sicher.* 4 

..Was wollen denn die Dichter von mir, da ich schon 
die Markscheide der Vierzig überschritten habe." (al-arba c ini).*) 

Das Kasr des Pluralis ist nicht eine anerkannte Wort- 
Fonn, wenn das auch mancher denkt. Das Dual-Nün hat recht- 

mäfsig Kasr, docli ist Fath eine anerkannte Form. 

Vgl. „Auf zwei schnellen Schwingen hat sich (der Kata) 
eines Abends erhoben, es war nur ein Augenblick und er 
verschwand." (ala ahwadijjaina). 

Der natürliche Sinn des Verf. ist, dafs das Nun Dualis 
mit Fath sieh wie das Nun Pluralis mit Kasr verhalte, hin- 
sichtlich der Seltenheit, doch ist dies nicht so, denn Nun 
mit Kasr im Plural ist abnorm, Nun mit Fath im Dual aber 
anerkannte Wertform. 

Es giebt zwei Meinungen darüber, ob das Fath der 
Dualform mit Ja speciell zuerkannt sei, oder ob es sowohl 
bei ihr als der Dual form auf Alif stattfindet, der natürliche 
Sinn der Worte des Verf. wäre das zweite. 

Vgl. „Ich kenne von ihr den Hals und die zwei Augen, 
und zwei Nasenlöcher, diedrazellen gleichen." ( f ainänä, zabjanä). 

Man sagt selbst dieser Vers sei fingirt. sodafs man sich 
nicht darauf berufen könne. 

„Die Worte, welche mit Alif und Tä (auf ätun) den 
Plural bilden, stehn im Genitiv und Aeeusativ zugleich mit 
Kasr." 

Erkl. Nachdem Verf. die Fälle, in welchen Consonanten 
Vocale vertreten behandelt hat, geht er auf die Fälle über, 
in welchen Vocale Vocale vertreten. Das sind zwei Ab- 
schnitte. 

1) Pluralis feminini sanus wie muslimätun. Der Zusatz 
., sanus" schliefst den Pluralis fractus aus, nämlich den, in 
dem die Bildung des Singular nicht beibehalten wird. Verf. 



') Nach dem Coimnentar müfs s'aarä'u gelesen worden. 



al-murab al-mabni. 19 

meint mit seinem Tä und Alif die Zusatz-Consonantcn, wo- 
durch Fälle wie kudätun ausgeschlossen sind, da Alif hier 
nicht ein Zusatz, sondern aus Ja übertragen ist vgl. ursprüng- 
lich kudajatun; ebenso sind Worte wie abjätun ausge- 
schlossen, da hier Tä radical ist. Gemeint sind die Worte, in 
deren Plural die Endung ätun ein Mittel ist, den Plural zu 
bezeichnen, vgl. hindätun. Dies schliefst Worte wie ku- 
dätun und abjätun aus, denn beide sind Plurale, die ätun 
in sich haben, doch bezeichnen sie nicht wie unsere Fälle 
durch ätun den Plural, sondern die Bezeichnung des Plural 
beruht in der Form. Durch diese Erörterung wird der Ein- 
wurf abgewiesen, den man mit kudätun und abjätun dem 
Verf. machen könnte. Man versteht wohl, dafs es für Verf. 
nicht nothwendig war, „als Vermehrungsbuchstaben" hinzuzu- 
fügen. Die Regel dieses Plurals ist, dafs er mit Damm im 
Nominativ und mit Kasr im Genitiv, wie auch im Accusativ, 
wo Kasr Fath vertritt, steht. Einige meinen, dafs er im Ac- 
cus itiv undeclinirbar sei, doch ist dies nichtssagend, da nichts 
sich vorfindet, was die Unflectirbarkeit bewirken könnte. 

„So verhält es sich auch mit 'ülätu und demjenigen, 
welches als Nomen proprium gebraucht wird, wie adri c ätun, 
in ihm wird dies auch angenommen." 

Erkl. } ülätu geht wie Pluralis fem. sanus und steht mit 
Damm im Nominativ, mit Kasr im Genitiv und Accusativ. 
Doch ist's nicht ein Pluralis fem. sanus, sondern ihm ange- 
schlossen, da es keinen wörtlichen Singular hat. Ferner be- 
handelt Verf. den Pluralis fem. sanus oder seinen Anschlufs, 
die man als Nomina propria setzet. Vgl. adri c ätun, das mit 
Kasr im Accusativ steht, wie es war, bevor es als Nomen 
proprium gebraucht ward. Das Tanvin wird ihm nicht genom- 
men, so ist wenigstens die richtige Lehrweise, doch giebt es 
deren noch zwei: 1) Dafs es im Nominativ mit Damm steht, 
und im Genitiv und Accusativ mit Kasr, doch das Tanvin von 
ihm weicht. 2) Dafs es im Nominativ mit Damm, im Genitiv 
und Accusativ aber mit Fath steht, ohne Tanvin. 

Vgl. „Ich strebte sie zu erschauen von Adri f ät, da ihr 
Stamm in Jatrib weilte, eine hohe Aussicht brachte ihre 
Wohnung nah." 

2* 



•jo Das Flexionsf&hige and Flexionsnnfähige. 

Adri f at mit verschiedenen Lesarten. 

„Im Genitiv steht mit Fath die schwache Declination, 
wenn sie nichl in Annexion tritt, oder nach al folgt." 

Erkl. Der zweite Abschnitt, in dein ein Vocal einen 

anderen vertritt, ist die schwache Declination. Die Kegel ist, 
dafs sie im Nominativ mit Damm, im Accusativ und Genitiv 
mit Fath steht. Im Genitiv vertritt das Fath Kasr, wenn das 
Wort nicht in Annexion tritt, oder nach al steht, denn dann 
wandelt es sieh nach der starken Declination mit den drei 
Vocal en ab. 

„Setze für Fülle wie jaf ( aläni, tad'ina und tas'alüna, 
das Nun als Nominativ. Seine Wegnahme ist das Merkmal 
für die G'asmirtc und die Accusativform. (Nash). Vgl. Du 
bist nicht eine solche, dafs du X T ngereehtigkeit erstreben 
möchtest." (taküni, tarümt). 

Erkl. Nach der durch Stellvertretung gebildeten Decli- 
nation der Nomina, handelt Verf. über die beim Verbum 
durch Stellvertretung stattfindende Declination. Jafalani 
ist das Paradigma für i\cn auf äni gebildeten Dual, 
gleichviel, ob zu Anfang Ja oder Tä steht. Tad ( ina ist 
das für die mit Ja gebildete zweite Person fem., tas'alüna, 
das für den durch Wiiw pluralis gebildeten Plural, gleichviel ob 
er mit Ja oder Tä anfängt. Diese fünf Fälle stehn im No- 
minativ mit Nun, in der g'asmirten und der Accusativform 
ohne dasselbe. Das Nun ist somit Merkmal des Nominativ, 
der Wegfall desselben, aber Zeichen des G'asm und des Nasb, 
vgl. Kur. 2, 22. Und wenn ihr es nicht thut, ihr werdet es 
aber nicht thun, so wahrt Euch vor dem Feuer, (tafalua). 

„Nenne schwach Nomina wie mustafä und murtaki, 
(der zu Edelthaten sich erhebt). Beim ersten wird die ganze 
Declination im Sinne behalten. Dies nennt man auch die 
beschränkte Declinationsweise. (Maksiir). Von der zweiten, 
der defectiven (Mankos), ist der Accusativ klar, doch der 
Nominativ und Genitiv wird nur intendirt." 

Erkl. Verf. geht auf die Declination der geschwächten 
Nomina ein, als Beispiele dazu dienen mustafä und mur- 
taki. Mustafä, ist Paradigma für die Worte, deren letzter 
Radical ein feststehendes Alif mit vorhergehendem Fath ist. 



al-murab al-mabni. 21 

Murtaki ist ein Beispiel von den Worten, deren letzter 
Radical ein Ja mit vorhergehendem Kasr ist. Beim ersten, 
dem Alif Jnit voraufgehendem Fath werden alle Declinations- 
vocale snpponirt, denn es ist auf Alif beschränkt. Das 
Beschränkte (al-maksnr) ist nämlich das declinirbare Nomen» 
dessen letzter Buchstabe ein feststehendes Alif ist. Diese 
Definition schliefst zunächst Verbalformen wie jardä und in- 
declinables wie da aus. Mit dem Alif vermeidet man das 
Defective, wie al-kädi und der Zusatz: „das Feststehende" 
schliefst den Nominativ Dualis aus: denn das Dual -Alif steht 
nicht fest, sondern verwandelt sich im Genitiv und Accusativ in 
Ja. — Das Defective (al-manküs) ist das declinirbare Nomen, 
dessen letzter Stammbuchstabe ein feststehendes Kasr ist, 
wie murtaki. „Nomen" schliefst Verbalformen wie jarmi, 
„Declinirbares", Indeclinables, wie alladi, und „mit vorauf- 
gehendem Kasr" das, welchem G'asm voraufgeht, wie z. B. 
zabjun, ramjun, aus; denn diese sind nach der starken Decli- 
nation sich abwandelnde geschwächte Worte. — Die Regel 
des Defectiven ist, dafs der Accusativ hervortritt, vgl. (dä c ija) 
Kur. 46, 30: oh mein Volk antwortet dem Rufer Gottes. 
Der Nominativ und Genitiv aber tritt nicht hervor, weil sie 
auf dem J ä zu schwer auszusprechen sind. Das Zeichen des 
Nominativ in al-kadi, ist ein auf dem Ja supponirtes Damm, 
wie im Genitiv ein auf Ja supponirtes Kasr. Aus dem Er- 
wähnten heraus kann man verstehen, dafs das Nomen nie ein 
Wäw mit voraufgehendem Damm zum Endconsonanten hat, 
freilich beim Indeclinablen kommt das vor, vgl. huwa, doch 
nicht beim Declinablen, die 6 Worte ausgenommen, vgl. im 
Nominativ abühu. Die Küfeuser erlauben dies noch an zwei 
Stellen: 1) Bei der Verbalform, die als Nominalform gesetzt 
wird, vgl. jad c u: 2) Bei fremden Wörtern, vgl. samandu 
kamandu. 

„Diejenigen Verbalformen, deren letzter Radical Alif, 
Wäw oder Ja ist, sind als geschwächte bekannt." 

Erkl. Verbalformen, die auf Wäw mit voraufgehendem 
Damm, auf Ja mit voraufgehendem Kasr, auf Alif mit vor- 
aufgehendem Fath ausgehn, vgl. jagzü, jarmi, jahs'ä nennt 
man geschwächt. (mu c tallun). 



22 Das Unbestimmte und das Bestimmte. 

„Auf dem Alif intcndirc alle nicht g'asmirten Formen, 
mache den Accusativ bei Formen wie jad'u und jarmi klar. 
Intcndirc bei ihnen den Nominativ, und wenn du das G'asm 
setzest, nimm alle drei weg, so wirst du eine feststehende 
Regel erfüllen." 

Erkl. Verf. behandelt hier die Beschaffenheit der De- 
clination auf dem geschwächten Verbum. Auf dem Alif wird 
Nominativ und Accusativ supponirt. Bei zaidun jahs'ä ist 
Merkmal des Nominativ- Zustandes ein auf dem Alif (Ja ver- 
tritt hier nur Alif) supponirtes Damm. Bei lan jahs'ä ist 
ein auf dem Alif supponirtes Fath Merkmal des Accusativ. 
Dagegen ist die g'asmirte Form klar, denn der letzte Con- 
sonanl wird dann weggenommen, vgl. jaljs'a. „Mache deut- 
lich den Accusativ von Fällen wie jad ( ü, jarmi, vgl. jad f uwa, 
jarmija, wo auf dem letzten Stammbuchstaben Fath klar 
hervortritt, doch intendire den Nominativ in ihnen, vgl. jad ( ü, 
jarmi. Zeichen des Nominativs ist ein auf Wäw und Ja sup- 
ponirtes Damm. ,.Nimm weg alle drei beim G'asm, d. h. 
Alif, Wäw und Ja, vgl. jagzu, jahs'a, jarmi. Zeichen 
des G'asm ist die Wegnahme der drei Consonanten Alif, 
Wäw, Ja. — Das Resume ist: Der Nominativ wird suppo- 
nirt auf Alif, Wäw, Ja. — Das G'asm tritt klar hervor bei 
allen dreien durch ihre Wegnahme, der Accusativ ist klar 
beim Ja und Wäw, wird aber im Sinne behalten beim Alif. 



III. Das Unbestimmte und das Bestimmte. 

(an-näkira al-ma'rifa). 

„Unbestimmt ist dasjenige Wort, welches al als ein auf 
die Bedeutung Einflufs übendes in sich aufnimmt, oder ein 
die Stelle vom eben Erwähnten vertretendes." 

Erkl. Das Unbestimmte ist das, welches al annimmt, 
das in ihm die Bestimmtheit bewirkt, oder das, welches an 
die Stelle des al annehmenden Wortes tritt. Diese Erklärung 
schliefst die Worte aus* welche das, die Bestimmtheit nicht bewir- 



an-oakira al-marifa. 23 

kende al, annehmen. Wenn z. B. ein Eigenname wie c abbäsun 
das al annimmt, bewirkt dies nicht bei ihm die Bestimmtheit, 
denn 'abbäsun ist bestimmt, bevor al davortritt. Als Bei- 
spiel von dem, das die Stelle eines al annehmenden Wortes 
vertritt, diene du in der Bedeutung Inhaber. Du Inhaber, 
ist ein Unbestimmtes, zwar nimmt es al nicht an, aber es 
vertritt ein al annehmendes sähibun. 

„Das anders als dies beschaffen ist, ist Bestimmtes, vgl. 
hum Sie, du dieser, Hind, ibni mein Sohn, al-gulämu 
der Diener und alladi welcher." 

Erkl. Das Nicht -Unbestimmte ist das Bestimmte, dies 
zerfällt in 6 Abschnitte: 1) Pronomen personale. 2) Das 
Nomen Demonstrativum. 3) Das Nomen proprium. 4) Das 
mit al Versehene. 5) Das Conjunctivnomen. (>) Das, was 
einem von diesen annectirt wird. Vgl. ibni mein Sohn. 

„Das sich auf ein Abwesendes oder Gegenwärtiges be- 
ziehende wie anta du, huwa er, benenne als Pronomen." 

Erkl. Das auf einen Abwesenden sich beziehende ist 
Pronomen; vgl. huwa, ebenso das sich auf einen Gegen- 
wärtigen beziehende. Das letztere zerfällt in zwei Theile: 
1) Die angeredete zweite Person, wie anta, oder: 2) Die re- 
dende Person, wie anä ich, nahnu wir. 

„Das verbundne Pronomen (Suffix) ist dasjenige, womit 
man nie anfängt und was mit illä in ungebundner Rede sich 
nicht verbindet. So wie das Ja und Käf im Satz (ibni 
akramaka) „Mein Sohn hat dich geehrt"' und das Ja und 
Ha in „f ordre von ihm was er besitzet." (salihi mä malaka). 

Erkl. Das hervortretende Pronomen zerfällt in das Ge- 
trennte und Verbundene. Das Verbundene ist dasjenige, mit 
dem man nie anfängt, vgl. akramaka. Auch kommt es 
nicht nach illä in der freien ungebundenen Rede (Prosa) 
vor, sondern nur abnormer Weise in der Poesie. 

Vgl. „Ich nehme meine Zuflucht zum Herrn des Thro- 
nes vor einer Schaar, die an mir gefrevelt. Ich habe Nie- 
mand zum Helfer als ihn." (illähu). 

Vgl. „Ich mache mir nichts daraus, wenn Du meine Haus- 
genossin wirst, dafs keine andere aufser Dir, mir nahe kommt." 
(illäki). 



•_>.{ Das Unbestimmte und das Bestimmte. 

„Allen Pronominibus ist die Unfleetirbarkeit nothwendig, 
und die Form dos im Genitiv stehenden ist wie die des im 
Aeeusativ stehenden." 

Erkl. Alle Pronomina sind indeclinable, da sie der Par- 
tikel in der Festigkeit gleichen. Deshalb stehn sie weder im 
Diminutiv, noch im Dual, noch im Plural. Steht einmal fest, 
dafs sie indeclinable sind, so giebt es solche, die gleich sind 
im Genitiv und Aeeusativ wie jedes Pronomen Accusativi 
und Genitivi, das verbunden wird. Vgl. ka in akramtuka 
als Aeeusativ, in bika als Genitiv, wie auch solche, in de- 
nen Nominativ, Genitiv und Aeeusativ gleich sind, wie z. B. 
nä. Hierüber handelt der folgende Vers. 

„Zum Nominativ, Aeeusativ und Genitiv eignet sich nä, 
vgl. in erkennen uns an, (binä), denn fürwahr (innanä,) wir 
haben erlangt (nilnä) die Gaben." 

Erkl. Das Wort nä steht im Nominativ in nilnä, im 
Aeeusativ in innanä, im Genitiv in binä. So steht auch 
Ja in idribi im Nominativ, in akramani im Aeeusativ, 
in bi im Genitiv. Ebenso auch hum, vgl. hiini kä°itnüna, 
akramtuhum. Iah um. Doch erwähnt Verf. diese beiden 
letzteren nicht mit nä, weil nä in allen 3 Fällen in derselben 
Bedeutung und als verbundenes Pronomen (Suffix) auftritt. 
Ja hingegen zwar in allen drei Fällen Suffix ist doch nicht 
in derselben Bedeutung, vgl. in idribi ist es die zweite Person, 
in akramani die erste. Endlieh hum in allen drei Fäl- 
len zwar dieselbe Bedeutung hat, doch steht es im Nominativ 
als ein getrenntes Pronomen und in den andern Fällen als 
Suffix. 

„Alif, Wäw und Nun werden zur Bezeichnung der drit- 
ten und anderer Personen gebraucht, vgl. kämä und i c lamä." 

Erkl. Alif, Wäw und Nun gehören zu den Suffixen 
des Nominativs, für die dritte und die zweite Person. — Der 
Verf. hat sich nicht gut ausgedrückt, denn „das andere" um- 
fafst die zweite und erste, doch dienen die drei Buchstaben 
durchaus nicht zur Bezeichnung der ersten Person, sondern 
nur für die der zweiten und dritten. 

„Zu den Pronominibus Nominativi gehört das Verbor- 
gene, vgl. if ( al, uwäfik, nagtabit, tas'kuru." 



an-nükira al-ma'rifa. 25 

Erkl. Das Pronomen zerfällt in Verborgenes und Her- 
vortretendes, das Verborgene wieder in das notwendiger und 
erlaubterweise Verborgene. Das letztere ist dasjenige, an 
dessen Stelle das Hervortretende stehen kann. Das erstere 
hingegen ist dasjenige, an dessen Stelle das Hervortretende 
nicht stehen kann. Vier Stellen erwähnt Verf., an denen 
die \ erbergung nothwendig ist. 1) Der Imperatif 2. Pers. 
Sing., vgl. if ( al seil. anta. Dies Pronomen ist nothwendig 
verborgen, da das Hervortretende seine Stelle nicht einneh- 
men kann; man sagt nicht, if c al zaidun. Sagt man if ( al 
anta, ist das Pronomen anta die Bestätigung des in if f al 
verborgenen Pronomen, aber nicht Subject; da if c al seiner 
richtigerweise entbehren kann. Steht aber der Imperativ 
im Singularis Feminini, oder im Dual, oder im Plural, tritt 
das Pronomen hervor. 2) Das Imperfectum, dessen Anfangs- 
buchstabe Hamz ist, vgl. uwäfik sei. anä. Sagt man uwä- 
fik anä, ist anä nur Bestätigung des verborgenen Pronomen. 
3) Das Imperfectum, dessen Anfangsbuchstabe Nun ist. — 
Vgl. nagtabit sei. nahnu. 4) Das Imperfectum, dessen An- 
fangsbuchstabe das Tä der zweiten pers. sing. masc. ist, vgl. 
tas'kuru. In allen andereren Fällen Imperfecti tritt das 
Pronomen hervor. — Dies sind die Fälle, in denen nothwen- 
dig das Pronomen verborgen wird. 

Ein Beispiel, in dem die Verbergung möglicher Weise 
stattfindet, ist zaidun jakumu sei. huwa. Hier kann das 
sichtbare Pronomen seine Stelle einnehmen, vgl. zaidun ja- 
kumu abuhu. Dies findet statt bei jedem Verbum, das an 
eine dritte Person masc. oder fem. angelehnt wird, vgl. Hin- 
dun takümu, oder an das ihm in der Bedeutung entspre- 
chende, wie zaidun kä^imun sei. huwa. 

„anä, huwa, anta, kann im Nominativ und in der 
Trennung stehn. Die Abzweigungen sind nicht ungewifs." 

Erkl. Das hervortretende Pronomen, welches Verf. jetzt 
behandelt, ist Suffix oder getrennt. Das Suffix steht, wie 
oben gezeigt ist, im Nominativ, Accusativ und Genitiv, das 
Getrennte steht im Nominativ und Accusativ, doch nie im 
Genitiv. Vom Getrennten, im Nominativ stehenden giebt es 
12 Formen: anä, 1. prs. sing, nahnu, 1. prs. plur. , oder 
plur. majestaticus ; anta 2. prs. sing, msc, anti 2. prs. sing. 



26 I >m Unbestiuuule und das Bestimmte. 

fem., antumä 2. }>rs. dual, com., au tum 2. prs. plur. msc, 
antun na 2. pro. plur. fem., huwa 3. prs. msc. sing., hija 
:). pro. fem. Bing., humä 2. prs. dual. com. huin 3. prs. plur. 
msc., Ininna 3. prs. plur. fem. 

..Das aecusativc in der Trennung stehende Pronomen 
ist ijjäja. Seine Abzweigungen lassen keinen Zweifel." 

Erkl. Die accusativen getrennten Pronomina sind der 
Zahl nach 12: 

ijjäja l.prs. sing., ijjänä l.prs. plur., oder Plur. majestaticus: 
ijjäka 2. prs. sing, msc, ijjäki 2. prs. sing, fem.: 

ijjäkumä 2. prs. dual, com.; 
ijjäkum 2. prs. plur. msc. ijjakunna 2. prs. plur. fem; 
ijjähu 3. prs. sing, msc, ijjähä 3. prs. sing, fem.; 

ijjahumä 3. prs. dual, com.; 
ijjahum 3. prs. plur. msc. ijjähunna 2. prs. plur. fem. 

„Bei freier Wahl kommt das Getrennte nicht vor, wenn 
möglicherweise das »Suffix stehn kann." 

Erkl. In keiner Stelle, in der man das Suffix setzen 
kann, darf man davon zum getrennten Pronomen abweichen. 
Die Fälle ausgenommen, welche Verf. erwähnen wird. Für 
akramtuka kann man nicht sagen akramtu ijjäka, da 
man hier das Suffix setzen und akramtuka sagen kann. 
Vgl. das Wort des Propheten zu Ibnu-s-Sajjäd, wenn er es 
ist ( jakunhu) wird dir nicht Macht über ihn verliehen wer- 
den, wenn er es aber nicht ist, so ist es für dich nicht gut, 
ihn zu tüdten. — Ferner das Wort des Propheten zur f A'is'a. 
Nimm dich in Acht du kleine rothe, dafs du es seist (takü- 
niha). Ist es nicht möglich, das Suffix zu setzen, ist aus- 
schliefslich nur das Getrennte möglich. Vgl. O du, dich 
habe ich geehrt, (ijjäka akramtu). Das Pronomen kommt in 
der Poesie auch getrennt vor, trotz der Möglichkeit, es als 
Suffix zu setzen. 

Vgl. „Beim Auferwecker, dem Erben der Todten, da hat 
die Erde sie aufgenommen für ewige Zeiten." (daminat ijjahum). 

„Setze als Suffix, oder getrennt ha in salnlhi und bei 

dem, was ihm ähnlich ist. Bei kuntuhu ist die Streitfrage 

63. überliefert, so auch bei hiltanihi. (Du hast mich für ihn 



an-näkira al-ma'rifa. 27 

gehalten). Ich ziehe vor, es als Suffix, ein anderer aber, es 
in Trennung zu setzen." 

Erkl. Diese beiden Verse behandeln die Fälle, in de- 
nen man das Pronomen getrennt setzen kann, wiewohl es als 
ein Suffix stehen könnte. Salnihi ist ein Beispiel von den 
Verben, die zwei Objecte regieren, von denen das zweite 
nicht ursprünglich ein Aussage -Wort (Habar) ist, [wie die 
Verba cordis ursprünglich ein Anfangs- Wort (Mubtada 5 ) und 
ein Habar regieren] und beide Pronomina sind, vgl. ad- 
dirhama salnihi, hier kann hi als Suffix aber auch getrennt 
stehen, vgl. salni ijjähu. Der natürliche Sinn des Verf. ist, 
dafs sowohl die Verbindung als die Trennung hier auf ganz 
gleiche Weise stattfinden kann, so ist auch die Ansicht der 
meisten Grammatiker. Doch der natürliche Sinn beim Siba- 
waihi ist, dafs das Suffix nothwendig sei ; die Trennung dagegen 
nur in der Poesie vorkommt. — Wenn das Habar von käna 
und seiner Verwandten ein Pronomen ist. ist die Verbindung 
und Trennung möglich, doch streitet man, was in beiden 
Fällen vorzuziehn. Verf. zieht die Verbindung vor, vgl. 
kuntuhu, Sibawaihi hingegen die Trennung kuntu 
ijjähu. Verf. zieht so auch die Verbindung bei Fällen wie 
hiltanihi vor, d. h. bei jedem Verbum, das zwei Objecto 
regiert, von denen das zweite ein Habar ist, und dessen beide 
Objecte Pronomina sind. Sibawaihis Lehrweise ist, dafs das 
Gewählte ebenfalls die Trennung sei, vgl. hiltani ijjähu. 
Sibawaihis Lehrweise ist gewichtiger, denn so kommen diese 
Fälle häufig in der arabischen Sprache vor, wie Sibawaihi 
berichtet, und er hat unmittelbar mit ihnen verkehrt. 
Vgl. Wenn Hadäm redet, so haltet sie für wahrhaft, denn 
die rechte Rede ist das, Avas Hadäm geredet, (saddikühä). 

„Stelle das Speciellere beim Suffix vorauf, doch bei der 
Trennung stelle voran, was du willst." 

Erkl. Das Pronomen der ersten Person ist specieller, 
als das der zweiten, und das der zweiten ist specieller, als 
das der dritten. Kommen zwei Pronomina zusammen, die 
im Accusativ stehn und von denen das eine specieller als 
das andere ist, so ist, wenn sie beide Suffixa sind, die Vor- 
anstellung des Specielleren nothwendig. Vgl. a'taitukahu, 



28 1 >iis Unbestimmte und chis Bestimmte. 

a'taitanihi, aber man sagt nicht mit der Voraufstellung des 
Suffix 3. prs, a'taituhüka und a'taitahüni. Zwar erlauben 
dies einige. Hierher gehören die fremdartigen Ausdrücke, 
die [bnu-1-Atir, vom c Utmän überliefert; „die Lüge liefs 
sie mich (arähumni) für einen Satan ansehn". Ist aber eins 
der Pronomina getrennt, so kann man wählen, ob man das 
Bpeciellere voraussetzen will oder nicht: vgl. ad-dirhama 
a'taituka ijjahu und a ( taituhu ijjaka. — Die Worte des 
\ crl. sind aber nicht unbeschränkt zu fassen, denn das we- 
niger specielle kann dann nur in der Trennung voraufstehn, 
wenn keine Unklarheit zu befürchten ist. Wo man eine sol- 
che fürchtet, ist die Voranstellung nicht gestattet, vgl. zai- 
dun a'taituka ijjahu. Hier ist die Voranstellung nicht 
möglich, man sagt nicht a c taituhu ijjaka, da man dann 
nicht weifs, ob Zaid der Genommene oder der Nehmende ist. 

„Bei der Einheit der Rangordnung setze die Trennung 
nothwendig. Bisweilen erlaubt die dritte Person die Ver- 
bindung." 

Erkl. Kommen zwei Pronomina zusammen, die beide 
im Accusativ und in derselben Rangordnung stehn, d. h. 
sind sie beide der ersten, zweiten oder dritten Person, ist es 
nothwendig, eins von ihnen getrennt zu setzen, vgl. a ( taitani 
ij j aj a u. s. f. Sind aber beides Pronomina der dritten Per- 
son und ihre Wertform verschieden, werden sie beide auch 
verbunden, vgl. a c taituhumahu. Das bezeichnet Verf. mit 
dem Vers in der Käfija. 

Vgl. ,3ei irgend einer Verschiedenheit und bei Fällen, 
wie die Erde hat sie aufgenommen, hat der Verszwang Not- 
wendigkeit erfordert." (daminat ijjahumu-1-ardu). 

Dieser Vers wird oft in manchen Handschriften hier in 
die Alfijja gestellt, doch gehört er nicht dazu. \ erf. meint 
mit dem Beispiel: ,.dic Erde hat sie aufgenommen", dafs 
Fälle, in denen das Pronomen getrennt steht, während die 
Verbindung desselben nothwendig wäre, durch den Verszwang 
hervorgerufen seien/' 

„Vor dem Ja 1. prs. setze das Nun der Abwehr noth- 
wendig. laisi kommt bisweilen im Verse vor." 



an-nakira al-mai-ifa. 29 

Erkl. Wird das Ja 1. prs. mit dem Vcrbum verbunden, 
hängt sich ihm nothwendig das Nun an, welches das Nun 
der Abwehr heifst, da es das Verbiun vor dem Kasr schützt. 
vgl. akramani. Bisweilen fällt es abnormer Weise bei laisa weg. 

Vgl. ..Ich habe mein Volk geschätzt als unendliche 
Menge, da die Edlen aufser mir geschwunden sind." (laisi). 

Beim Verbum der Verwunderung nach der Form af ( ala 
giebts Meinungsverschiedenheit ob das Nun der Abwehr not- 
wendig ist. Vgl. Wie bedürftig bin ich der Gnade Gottes (ma 
afkarani und afkari), doch das richtige ist, dafs es noth- 
wendig sei. 

„Laitani ist gewöhnlich, laiti dagegen selten, bei la c alla 
verhält es sich umgekehrt, frei steht die Wahl bei den übri- 
gen. Beim Verszwang haben manche von den Früheren 
minni und c anni ohne Tas'did gesetzt." 

Erkl. Verf. behandelt die Regel des Nun der Abwehr 
bei den Partikeln. Bei laita wird es nur selten weggelassen. 
Vgl. Wie der Wunsch des G'äbir, da er sprach: möchte ich ihn 
doch treffen und dengröfstenTheil meines Vermögens vergeuden. 

Gewöhnlich ist im Arabischen das Nun bei laita zu 
setzen, vgl. Kur. 4, 75. O wäre ich doch unter ihnen (lai- 
tani). Umgekehrt von laita verhält es sich mit la c alla. Das 
Richtige ist die Wegnahme des Nim, vgl. Kur, 40, 38 die 
Worte des Pharao: „Vielleicht (la ( alli) werde ich die Mittel- 
stufen ersteigen." Selten ist die Setzung des Nun. 

Vgl. Ich sprach, leiht mir ein Beil (eine Feile) vielleicht, 
dafs ich damit aushöhle ein Grab (eine Schneide) für ein 
glänzendes, berühmtes (Schwerdt). 

Bei den Verwandten von laita und la c alla hat man 
freie Wahl. So sagt man inni und innani, anni und an- 
nani, ka'anni und ka'annani, läkinni und läkinnani. 
Bei min und ( an ist das Nun der Abwehr notlvwendig, nur 
abnormer Weise kommen sie ohne dasselbe vor. 

Vgl. ,,0 du, der du fragst, nach ihnen und nach mir, 
( ( ani) ich gehöre nicht zu Kais, und Kais nicht zu mir (mini)." 

„Für ladunni ist selten Laduni, und bei kadni und 
katni genügt bisweilen die Form ohne Nun." 

Erkl. Fein ist ladunni mit dem Nun, vgl. Kur. 18, 75. 
Schon hast du von mir Entschuldigung erreicht. Selten ist 



30 Her Eigenname. 

die Wegnahme des Nun, wie es in einer anderen Lesart vor- 
kommt. Häufig steht bei kad und kat das Nun, vgl. kadni 
und katni. Selten ist die Wegnahme desselben, vgl. kadi und 
kati mein Genüge. Beides findet sich im Vers. 

Vgl. Es genügt mir die Hülfe der beiden Hubaib, genug 
der Imam ist nicht karg und kein Ketzer, (kadni ja min nasri- 
1-ljubaibaini kadi). 



IV. Der Eigenname. 

,.Ein Name, welcher das schlechthin Genannte als Indi- 
viduum setzt, ist sein Eigenname wie Ga c far, Hirnik, Ka- 
ran, c Adan, Lähik, S'adkam, Haila, Wäs'ik." 

Erkl. Der Eigenname ist der Name, welcher das schlecht- 
hin, (d. i. das ohne beschränkende Beziehung auf die erste, 
zweite und dritte Person) Genannte individualisirt. Der Gat- 
tungsname umfafst das Unbestimmte und das Bestimmte. 
Der Ausdruck „der das Genannte mdividualisirt", ist ein spe- 
eifischer Unterschied, der das Unbestimmte ausschliefst. — 
Der zweite Zusatz „ohne beschränkende Beziehung" schliefst 
die übrigen Bestimmworte (Determinativa) , wie die Prono- 
mina aus. da diese als Individuum zwar setzen, jedoch mit 
der beschränkenden Beziehung auf die erste . zweite und 
dritte Person. Verf. führt dann Eigennamen von menschlichen 
und anderen Wesen an, um aufmerksam zu machen, dafs 
mit Eigennamen vernünftige und unvernünftige bekannte We- 
sen benannt werden. GVfar ist Eigenname eines Mannes, 
Hirnik, der einer arabischen Dichterin, der Schwester des Ta- 
rafa Ibnu-l- f Abd der Mutter nach. Karan, Name eines Stam- 
mes, c Adan, der eines Orts, Lähik (die Erreieherin), der einer 
Stute, S'adkam (weitschenklich), der eines Kameelhengstes, 
Haila, der eines Schafes. Wäs'ik (der schnell gehorchende), 
der eines Hundes. 

„Der Eigenname kommt vor als Name, Zuname und 
Beiname, setze den letzteren nach, wenn er mit einem anderen 
in Verbindung steht." 

Erkl. Der Eigenname zerfällt in drei Klassen: 1) den 
Namen, 2) den Zunamen, 3) den Beinamen. — Name ist 



al-'silam. 31 

hier derjenige, welcher weder Zuname noch Beiname ist, 
vgl. zakl. Zuname ist derjenige, dessen Anfang abun oder 
ummun bildet. Beiname ist derjenige, der auf Lob oder 
Tadel hindeutet, vgl. Schmuck der Gläubigen, oder Kameel- 
Nase (zainu-l- c äbidin, anfu-n-näkati). Der Beiname mufs 
nachstehn, wenn er mit einem Xamen zusammensteht, wie 
Zaid, die Kameel-Nase. Die Yoranstellung desselben ist nicht 
möglieh aufser selten. 

Vgl. „Die Nachricht, dafs der Inhaber des Hundes 
( Amru. der beste von ihnen an persönlicher Würde, in Batn 
S'irjan (liegt), um ihn herum heult der Wolf." 

Nach dem natürlichen Sinn des Verf, wäre die Nach- 
stellung des Beinamen nöthig, wenn er mit einem andern, d. i. 
dem Namen und Zunamen, zusammensteht, doch mufs er nur 
nothwendig dem Namen nachgestellt werden. Steht der Bei- 
name mit dem Zunamen zusammen, so hat man die Wahl, 
welches von beiden man voranstellen will. — In einigen Ma- 
nuscripten tritt daher für den zweiten Halbvers „und setze 
den Beinamen nach, wenn er den Namen begleitet." Dies 
ist besser, weil es von dem Einwurf frei ist, den man hier- 
gegen machen kann. Denn es ist eine bestimmte Erklärung, 
dafs die Nachstellung des Beinamens nur beim Zusammen- 
stofs mit dem Namen nöthig ist, woraus man schliefsen kann 
dafs es beim Zusammentreffen mit dem Zunamen nicht nö- 
thig sei. Hätte Verf. anstatt siwähu gesagt siwähä, würde 
man nichts dagegen sagen können, da die restitutio gewesen 
wäre, ,.aufser dem Zunamen" und das aufser dem Zunamen 
ist der Name. 

„Sind beides EinzelbegrifFe , stelle sie bestimmt in 
Annexion, wo nicht, lasse als Apposition das Nachstehende 
folgen." 

Erkl. Kommt der Name und der Beiname zusammen, 
sind sie entweder beide Einzelbegriffe, oder beide zusammen- 
gesetzte, oder der Name ist zusammengesetzt und der Bei- 
name ein Einzelbegriff, oder umgekehrt. Sind beide Einzel- 
begriffe, lehrt die Schule von Basra die Annexion als noth- 
wendig. vgl. sa ( idu. di, da kurzin. Die Küfenser erlauben 
die Apposition, vgl. sa c idun kurzun. sa c idin kurz in, sa ( i- 



32 De Eigenname. 

dän kurz an. Sa c id, ein Schnappsack, [hnen stimmt Verf. 
in andern Büchern bei. Sind sie nicht beide Einzelbegriffe, 
sondern beide zusammengesetzte, oder ein zusammengesetzter 
und ein Einzelbegriff, oder ein Einzelbegriff und ein zusammen- 
gesetzter, ist die »Stellung als Apposition nothwendig, man .setzt 
das zweite als Apposition des Ersten. — Auch ist der Abbruch 
zum Nominativ und zum Accusativ möglich, zum Xom. mit Ver- 
schweigung des Anfangswortes d. i. huwa. zum Acc. mit 
\ erschweigung eines Verbum d. i. a'ni. Man bricht vom Ac- 
cusativ zum Nominativ und vom Nominativ zum Accusativ. 
vom Genitiv zum Nominativ und zum Accusativ ab, vgl. hadä 
zaidun anfa-n-näkati seil. a c ni, ra'aitu zaidän anfu- 
D-nakati, seil. huwa. endlich marartu bizaidin anfu, 
fa-n-näkati. 

..Die Namen sind übertragen wie Fadl, Asad oder im- 
provisirt wie Su c ad und Udad; ferner auch Sätze, oder durch 
Mischung Zusammengesetztes. Letzteres wird declinirt, wenn 
es nicht auf waihi endet. Verbreitet ist unter den Eigen- 
namen das Annectirte. wie c Abdu-s'amsin und Abü-kuhafa." 

Die Eigennamen zerfallen in improvisirte, das sind die, 
welche bevor sie als Eigenname auftreten, nicht von etwas 
anderem gebraucht wurden, vgl. Su'äd, Udad und übertragene, 
nämlich die, welche, bevor sie als Eigennamen auftraten, in 
Gebrauch kamen. Sie können übertragen sein entweder von 
einem Eigenschaftswort, vgl. härit, oder einem Masdar, vgl. 
Fadl, oder einem Gattungsnamen, vgl. asad. Diese sind 
declinubar. — Der Eigenname kann ferner Uebertragung 
von einem Satze sein, dann gilt die liege], dafs er unverän- 
dert gesetzt wird. vgl. kama zaidun und zaidun kä-'imun 
als Eigenname. Dieser Fall gehört zu den zusammengesetz- 
ten Eigennamen. Hierher gehört auch das durch Mischung 
Zusammengesetzte, vgl. ba'labakku und ma'dikariba, 
endlich siba waihi. Endet das aus Mischung Zusammenge- 
setzte nicht auf waihi, ist es declinirbar. Daraus geht her- 
vor, dafs. wenn es mit waihi schliefst, es nicht declinirt wird, 
sondern indeclinable ist. Die declinirbaren Eigennamen die- 
ser Art gehn nach der schwachen Declination, auch kann 
man sie indeclinable auf Fath setzen, vgl. ba r labakka in 
allen drei Fällen. Auch kann man sie als zwei in Annexion 



al-'alam. 33 

stehende Worte decliniren, hadru, ri, ra mautin. Sibawaihi 
steht indeclinable auf Kasr. Einige erlauben bei ihm die schwa- 
che Declination. — Hierher gehören auch die durch An- 
nexion zusammengesetzten Eigennamen wie f abdu s'amsin 
und abü kuhäfata mit vollständiger Declination auf dem an- 
nectirten ersten Wort. Die vom Verf. angeführten Beispiele 
ergeben im ersten Theil eine Declination mit Vocalen, vgl. 
c abdun und mit Consonanten, vgl. abü, im zweiten Theil 
eine starke Declination, vgl. s'amsin und eine schwache 
vgl. kuhäfatu. 

,,Man setzt für manche Gattungen, Eigennamen gleich 
den Eigennamen von Personen der Form nach, das ist allge- 
mein. Hierhergehört auch ummu c irjatin für den Scorpion, 
und ebenso tu ( älatun für den Fuchs. Ihm ähnlich ist bar- 
ratu für al-mabarratu und fag'äri für al-fag'ratu." 

Erkl. Der Eigenname zerfällt in zwei Theile, den Ei- 
gennamen der Person, und den Eigennamen der Gattung. 
Der Eigenname der Person Int zwei Regeln, eine ideelle 
nämlich die, dafs damit Jemand in seiner Individualität be- 
zeichnet wird, vgl. zaidun und eine formelle, nämlich die, 
dafs das Häl (das Zustandswort) nach ihm eintreten kann, 
ferner die Unmöglichkeit, es nach der starken Declination zu 
flectiren, wenn ein anderer Umstand zu dem, dafs es Eigen- 
name ist, noch hinzu kommt, vgl. hadä ahm a du (ha da tritt 
hier herzu) endlich die Unmöglichkeit al davorzusetzen. 

Der Eigenname einer Gattung ist wie der Eigenname 
einer Person in seiner formellen Regel, hadä usämatu 
mukbilän. Man giebt ihm nicht die erste Declination, kann 
einen Zustand nach ihm setzen und al tritt nie davor. Die 
ideelle Regel des Eigennamen der Gattung ist gleich der 
Regel des Indeterminirten in der Hinsicht, dafs es nicht spe- 
ciell Einen in seiner Individualität bezeichnet, denn von je- 
dem Löwen gilt der Name Usäma Tapferer etc. Der Eigen- 
name der Gattungen wird von körperlichen Dingen gebraucht, 
wie obige Beispiele zeigen, aber auch von Begriffen. 



34 r>*is Domonstrativum. 

V. Das Demonstrativum. 

(Ismu-l-IsYua). 

..Mit da weise hin auf einen Singularis Masculini. Auf 
di, dih, ti, tä, beschränke dich zur Bezeichnung des Fe- 
mininum." 

Erkl. Auf einen Sing. Masc. wird mit da hingewiesen, 
Die Schule von Basra hält das Alif für zum Wort gehörig, 
die von Küfa aber für einen Servilbuchstaben. Auf das Femi- 
ninum weißt man hin durch di und dih, mit ti, tä und 
dihi mit Kasr furtivum unter dem Ha und dem voll auszu- 
sprechenden, dann durch tibi mit ruhendem Ha wie auch mit 
dem Kasr unter demselben, das sowohl als furtiv, als auch 
voll auszusprechen ist. ferner mit dati. 

„dani, täni wird gebraucht für den Dual im Nomina- 
tiv, in anderen Fällen gebrauche daini, taini, dann erfüllst 
du die Regel." 

Erkl. Dual. Masc. ist im Nominativ dani, im Gen. und 
Acc. daini. Dual. Feminini im Nom. täni, im Gen. taini. 

..-Tilä ist das Hinweisungsnomen auf den Plural in allen 
Fällen. Es mit Madda zu setzen, ist vorzüglicher ( ( ülä :) i). 
Bei der Entfernung sprich es mit Käf, als Buchstaben ohne 
das Läm, oder mit demselben. Das Läm ist nicht erlaubt 
wenn du Ha voraufsetzest."' 

Erkl. Das Demonstrativ für den Pluralis Masc. und 
Fem. ist 'ülä. Das Erfordernifs dieses Wortes ist, dafs man 
es als Demonstrativ für das Vernünftige sowohl, als das Un- 
vernünftige gebraucht. Gewöhnlicher aber gebraucht man 
es beim Vernünftigen. Ein Beispiel vom Gegentheil ist: 

• Vgl. „Tadle die Lagerstätten nach dem Lager in Liwä 
und das Leben nach jenen Tagen.'- (ba c da 5 ülä?ika-l-ajjämi). 

^ülä hat zwei Wortformen: 1) Die Form mit Madda 'ülä^i, 
das ist die Form der Hig'äziten, sie kommt im Ivurän vor. 
2) Die kurze, sie ist die Form der Tamimiten. — Das, wor- 
auf man hinweist, hat zwei Stufen, die Nähe und die Ferne. 
Die bisher behandelten Formen gebraucht man bei der Hin- 






Isnni-1- Is'ära. 35 

Weisung auf etwas nahes, will man dagegen das Ferne mit 
dem Demonstrativ bezeichnen, setzt man Käf dazu, vgl. däka, 
oder Käf und Lara, vgl. dälika. Käf ist die Partikel der 
Anrede und hat hier keine Stelle in der syntaktischen An- 
ordnung, darüber ist kein Streit. Geht aber die Partikel der 
Erregung, nämlich ha, dem Demonstrativ vorauf, steht 
K äf allein. 

Vgl. „Ich sah, dafs Arme sowohl mich kennen als auch 
die Leute jenes weitgespannten Zeltes." (hädäka). 

Hier darf man nicht hä dälika sagen. Der natürliche 
Sinn der Worte des Verf. ist, dafs man für das, worauf man 
hinweist, nur zwei Stufen, die Nähe und die Ferne habe, 
wie wir auch erörtert haben. Doch nach der Ansicht der 
Mehrzahl giebt es drei Stufen. 

1) Die Nähe, daraufweist man hin mit da und di, ohne 
Läm und ohne Käf. 

2) Das in der Mitte Stehende, hierauf weist man mit der 
Form hin, in welcher Käf allein steht, däka. 

3) Der in der Ferne, hierauf weist man hin durch die 
Form mit Läm und Käf, vgl. dälika. 

„hunä und hähunä ist das Demonstrativ für das dem 
Orte nach Nahe, verbinde damit Käf bei der Hinweisung in 
die Ferne. Dann sind auch tamma oder hannä, oder hu- 
nälika, oder hinnä hierfür Demonstrativa." 

Erkl. Mit hunä weist man auf den nahen Ort hin, man 
setzt noch hä der Aufmei'ksammachung davor, vgl. hähunä. 
Auf den Fernen deutet man nach der Ansicht des Verf. durch 
hunäka, hunälika und hinnä hin, sowie mit tamma und 
tammata. Nach anderer Ansicht ist hunälika das Demon- 
strativ für das in der Mitte Stehende und hinnä für das Ferne 



VI. Das Conjunctiv -Nomen. 

(al-Mausül). 

„Das Mausül der Nomina ist alladi, Femininum allati. 
Das Ja setze im Dual nicht, sondern dem ihm vorhergehenden 

3* 



36 Da* Conjonctiv-Nomen. 

Buchstaben schliefse das Zeichen des Dual an (d. i. dem 
Dal). Das Nun zu tas'diren, ist kein Fehler. Auch das Nun 
von daini und taini wird tas'dirt, womit eine Stellvertre- 
tung beabsichtigt wird." 

Erkl. Das Mausül zerlallt in das Nominale und das 
Partikelartige. Der Partikelartigen , welche Verf. nicht er- 
wähnt, giebt es Fünf. 

1) an, dies wird mit einem Verbum verbunden, das sich 
flectiren läfst, im Perfectum, Imperfectum und Imperativ. — 
Steht nach ihm ein nicht (vollständig) flectirbares Verbum, 
wie Kur. 53, 40, dafs nichts dem Menschen gehört, aufser 
was er erstrebt (an laisa), ferner Kur. 7, 184 und dafs es 
möglich ist, dafs ihr Lebensende nahe ist (an c asä), so ist 
es ein aus dem schweren an na erleichtertes. 

2) an na wird verbunden mit seinem Nomen und seinem 
(Attribut) Habar. Vgl. Kur. 29, 50. Genügt euch nicht, 
dafs wir fürwahr herabsandten (anna anzalnä). — Das aus 
dem schweren anna erleichterte an wird mit seinem Nomen 
und Prädicat zwar verbunden, doch ist sein Nomen wegge- 
nommen und das des Schweren wird gesetzt. 

3) kai steht mit dem Verbum Imperfecta Ich kam zu 
dir, damit du ehrest den Zaid (kai tukrima). 

4) mä, das Masdar ur.d Zarfartige (eine Zeit oder Ort 
ausdrückende), vgl. mä dumta muddata dawämika. Das 
nicht Zarfartige ist wie c ag'ibtu minima darabta zaidän. — 
Dies wird mit dem Perfectum und Imperfectum verbunden. 
Vgl. darum, dafs sie den Tag des Gerichts vergafsen (bimä 
nasu«). Auch steht mä mit einem Nominal-Satz, doch ist das 
selten. — Das Masdar- und Zarfartige mä wird gewöhnlich 
mit dem Perfectum, oder dem durch Läm negirten Imperfec- 
tum verbunden, selten steht es mit einem Imperfectum, das 
nicht durch L am negirt ist. 

Vgl. „Ich schweife herum, so lange ich will, dann kehre 
ich zu meinem Hause zurück, dessen Besitzerin eine läs- 
sige ist." (utawwifu mä utawwifu). 

• 

5) lau wird mit Perfectum und Imperfectum verbunden. 
Verf. spricht von dem Nominal -Mausül, und hütet sich vor 
dem Partikel- Mausül, die die erwähnten Fünf sind, und 



al-niaustil. 37 

die man daran erkennt, daft man das Masdar an ihre Stelle 
setzen kann. 

Die Nominal-Conjunction ist alladi Mase. Sing., allati 
Fem. Sing., setzt man sie in Dual, läfst man das Ja wegfal- 
len und es tritt an seine Stelle Alif im Nominativ, vgl. al- 
ladäni, allatäni und Ja im Gen. und Acc, vgl. alladaini, 
allataini. Wenn man will, setzt man das Nun wegen des 
ausgefallenen Ja -mit Tas'did, vgl. alladänni, allatanni. 
Vgl. Kur. 4, 20. Diejenigen von Euch, die es begehen. Auch 
ist das Tas'did bei der Form mit Ja möglich nach der Schule 
von Küfa, vgl. alladainni, allatainni, vgl. Kur. 41, 29, 
oh Herr, lafs uns die sehn, welche (alladainni). Dieses 
Tas'did kann auch bei dem Demonstrativ da und tä stehn, 
vgl. dänni, tänni, wie auch beider Form mit Ja, dainni, 
tainni nach der Schule von Küfa. Mit dem Tas'did will 
man eine Stellvertretung vom weggenommenen Alif bezwecken, 
wie bei alladi und allati gesagt worden ist. 

„Der Plural von alladi ist aPulä und alladina für alle 
drei Casus, manche sprechen den Nominativ mit Waw. — 
Auf allati und allä?i wird allati in Plural gesetzt und 
allä'i kommt im seltenen Fällen wie alladina vor." 

Erkl. Plur. Masc. ist aPulä ganz allgemein, gleichviel 
ob es vernünftige Wesen bezeichnet oder nicht. Vgl. Es 
kamen zu mir die, welche thaten (aPulä). — Bisweilen wird 
aPulä auch für Pluralis Feminini gebraucht, vgl. den Vers, 
in dem beide Fälle vorkommen. — (Der Tod) wird aufrei- 
ben die, welche sich panzern auf solchen (Rossen), welche 
du siehst am Tage des Schreckens, wie die vorausziehende 
Weihe. — Für den Pluralis Masculini des Vernünftigen sagt 
man alladina im Nominativ, Genitiv und Accusativ. Einige 
Araber, nämlich die Hudaiiiten sagen alladüna mit dem 
Waw im Nominativ. 

Vgl. „Wir sind die, welche (alladüna) am Morgen, am 
Tage von Nuhail kamen zu einem gewaltigen Angriff." 

Plur. Fem. ist allati und alliVi mit Wegnahme des Ja. 
Auch ist die Setzung des Ja erlaubt, so allati und alhVi, 
bisweilen kommt alladi in der Bedeutung von alladina vor. 



38 Das Conjunctiv- Nomen. 

Vgl. „Und nicht sind unsere Väter, die ihren Schoofs 
zur Wiege uns gebettet, wohlthätiger als er." (allati). 

„man, mä und al kommen dem Erwähnten gleich, so 
ist auch du beim Stamme der TViten bekannt. Wie allati 
ist bei ihnen auch da tu, und an die Stelle von allati tritt 
dawätu." 

Erkl. man, mä und al sind dem Erwähnten darin gleich, 
dafs sie eine Form haben für Masc. Fem. Dual und Flur. 
Meistens wird mix von Unvernünftigen gebraucht, aber auch 
bisweilen von Vernünftigen, vgl. Kur. 4, 3. Heirathet was 
(mä) von den Frauen Euch gefällt. Ferner, wie man sagt, 
Preis dem (mä), der Euch uns dienstbar gemacht hat, und 
Preis dem (mä), dessen Lob der Donner verkündet. Umge- 
kehrt wird man meist von Vernünftigen gebraucht, bisweilen 
auch von anderen. Kur. 24, 44, dazu gehört was (man) auf 
allen Vieren geht. 

Vgl. „Ich weinte zu einem Kata-Schwarm, als er bei mir 
vorüberzog, und Leute wie ich, haben wohl Ursach zum 
weinen. O Kata-Schwarm ist nicht einer, der (man) mir 
seine Schwingen leiht, vielleicht dafs ich fliege zu dem, den 
ich liebe." 

Das al steht bei Vernünftigen und anderen. Man ist 
über dies Wort uneins. Einige sagen, es sei ein Nominal- 
Mausül und dies ist das Richtige; andere, es sei ein Partikel- 
Mausul; andere, es sei eine Determinativ -Partikel und habe 
gar nichts Conjunctionartiges an sich. 

man und mä sind, wenn sie nicht masdarartig sind, an- 
erkannter Weise zw T ei Nomina. Das masdarartige mä gilt 
richtiger Weise für eine Partikel, al-Ahfas* hält es für ein 
Nomen. 

Die Gebrauchsweise der Tanten bei du ist, dafs sie du 
als eine Conjunction für Vernünftiges und Unvernünftiges 
halten. Am gewöhnlichsten gebraucht man es in einer Form 
für Masc. Fem. Sing. Dual, und Plur. Manche sagen im 
Fem. Sing, dätu im Plur. Fem. dawätu, auch setzen es ei- 
nige in Dual und Plur., vgl. dawä, dawüa im Nominativ, da- 
wai und dawi, im Gen. und Acc. ferner dawätä, im Nom. 
dawätai, Gen. und Acc. Dual. Fem., ferner dawätu Plur. 



al - mausül. 39 

indeclinable. Der b'ailj Bahä'u-d-Din Ibn Nahhäs sagt, seine 
Declination sei wie die Declination des Plur. Fem. sanus. 
Gewöhnlich aber gilt von der Conjunction du, dafs sie in- 
declinable sei. Einige flectiren sie mit Wäw im Nom., mit 
Alif im Acc. und mit Ja im Gen., so dafs die Form dieses 
du dem du, das die Bedeutung von sähib hat, gleich kommt. 
— So wird der pag. 11 angeführte Vers auf beide Arten 
überliefert (min du und min di). da tu ist nach dem clas- 
sischen Gebrauch indeclinable auf dem Damm, im Nom. 
Acc. und Gen. wie dawätu. Einige decliniren es wie mus- 
imätun, im Nom. mit Damm, im Gen. und Acc. mit Kasr. 

„Wie mä ist da nach dem mä der Frage, oder dem 
man, wenn es nicht des grammatischen Einflusses beraubt 
wird." 

Erkl. da wird von den übrigen Demonstrativen als 
Conjunction gebraucht, es hat wie mä nur eine Form für 
Masc. Fem. Sing. Dual, und Plur. Um da als Conjunction 
zu brauchen wird bedingt, dafs ihm mä oder man der Frage 
voraufgeht, vgl. man da g'ä^aka; man, ein Fragewort, ist 
in diesem Satze ein Anfangswort (Mubtada J ). da ist Con- 
junction im Sinne von all ad i, dies ist Habar (Aussagewort) 
von man und gä 3 aka die Sila (, Verbindungssatz) zur Con- 
junction. Die restitutio man alladi gä'aka, ebenso vgl. mä 
da fa'alta; mä ist Mubtada 5 , da Conjunction und dies ist Ha- 
bar von mä, fa ( alta ist die Sila. Das zurückkehrende Pro- 
nomen (der c ä 5 id) ist weggenommen, restituirt wäre es mä 
da fValtahu. man und mä kann mit da aber auch als ein 
Wort zur Frage gesetzt werden. Bei mädä ( indaka ist 
mädä Mubtada 3 gleich ajju s'aPin und ( indaka sein Ha- 
bar, d ä ist hier seines grammatischen Einflusses beraubt, denn 
es ist ein Theil eines Wortes. Das ganze mädä ist ein 
Fragewort. 

„Alle Mausül, nach denen eine Sila nothwendig steht, 
umfassen in sich ein entsprechendes Pronomen." 

Erkl. Alle Mausül, seien sie partikel- oder nominalar- 
tig, müssen eine Sila nach sich haben, die ihre Bedeutung 
specialisirt. Die Sila eines Nominal- Mausül mufs ein dem 
Mausül entsprechendes Pronomen umfassen, sowohl in Hin- 



J() l>as Conjunctiv-Nomen. 

sieht des Numerus als des Genus, vgl. g'ä'ani-lladi da- 
rabtuhu etc. Bisweilen kann das Mausül der Form nach 
ein Sing. Mast-, sein, seinem Sinne aber nach ein Dual oder 
Plur. Dann kann man es entweder der Form nach oder 
dem Sinn;' nach betrachten, so sagt man a c gabani man 
kainii und man kamürv nach Mafsgabe dessen, was man be- 
zeichnen will. 

„Ein Satz, oder ein dem Satz ähnliches wird als Sila 
dem Mausül beigegeben. Vgl. Wer bei mir ist, ist der, des- 
sen Sohn verpflegt wird." (man ( indi-lladi-bnuhu kufila). 

Erkl. Die Sila eines Mausül darf nur ein Satz oder ein 
Satzähnliches, d. i. ein Ort und Zeitbezeichnung (Zarf) oder 
eine Praeposition mit ihrem Anhang (G'är wa Mag'rür) sein. 
Dies gilt von der Sila, die nicht die von al ist, deren Kegel 
später folgt. Für einen Mausül-Satz werden drei Bedingun- 
gen gestellt. 1) Es mufs ein Aussage-Satz, 2) er mufs frei 
vom Verbuni admirandi, und o) keiner Rede vor ihm be- 
dürftig sein. — Aussage-Satz schliefst die anderen, wie den 
Forderungs- und den Wunsch-Satz aus, so ist nicht ein Satz 
wie g'ä'ani-lladi-dribhu erlaubt, wiewohl al-KistVi dies 
meint, noch ein Satz wie g'ä?ani-lladi laitahu kä'imun. 
Gegen die Ansicht des His'äm. — Nach der zweiten Bedin- 
gung ist der Admirativ-Satz ausgeschlossen, so ist nicht ein 
Satz möglich wie g'a'ani-lladi ma ahsanahu, Avenn wir ihn 
auch als Aussage -Satz annehmen. Die dritte Bedingung 
schliefst Sätze aus wie g'ä^ani-lladi lakinnahu kä'imun. 
Denn dieser Satz verlangt noch einen anderen vor sich, vgl. 
ma ka ( ada zaidun lakinnahu kä?imun. Bei dem Zarf und 
dem G'är wa Mag'rür wird bedingt, dafs sie beide vollstän- 
dig sind, d. i. dafs in der Verbindung ein Sinn liegt, vgl. 
gVani-lladi c indaka und g'ä 5 ani-lladi fi-1-baiti. Das 
Agens in beiden ist ein nothwendig weggenommenes Verbum, 
seine restitutio g\Va-lladi-stakarra c indaka. Sind sie 
nicht vollständig, ist die Verbindung derselben mit dem Mau- 
sül nicht möglich, weder g'ä?a-lladi bika*), noch g'ä'a- 
lladi-1-jauma. Es kam der heute. 



°) Sätze wie g'ä'a-lladi bika haben für den Araber keinen Sinn, 
da sie keinen Agens in sich haben, bika steht virtuell im Accusativ; 
wenn nun der G'är wa Mag'rür ein Accusativ ist, haben wir kein Agens. 



al-mauAiil. 41 

„Eine reine Sila ist die Sila von al, selten ist die Sila 
von al ein flectirtes Verbum." 

Erkl. al steht nur mit einer reinen Sila in anderen 
Büchern sagt Verf., dafs er unter einer reinen Sila ein Fä ( 'il 
(Participium activi), oder ein Maf f ül (Participium Passivi) 
oder ein gewöhnliches Adjectiv verstehe. Das umfafst nicht 
Fälle wie al-kuras'i und al-afdalu. Darüber, dafs al vor 
ein gewöhnliches Adjectiv als vor ein Verbundenes (mausüla) 
tritt, giebt's verschiedene Ansichten. Üngewifs ist die Wahl 
des S'aih Abu -1 -Hasan Ibn ( Usfür in dieser Streitfrage^ 
einmal hält er es für ein Verbundenes (mausüla) und ein an- 
dermal verneint er es. Abnorm ist die Verbindung des al 
mit einem Verbum Imperfecti. 

Vgl. Du bist kein Schiedsrichter, mit dessen Urtheil man 
zufrieden wäre (alturdä), weder der vom edlen Stamm nach 
der Mann des klugen Raths und der Streitkunde. 

Die meisten Basrenser erlauben dies nur in der Poesie, 
Verf. läfst dies aber nach einem anderen Buche auch in der 
freien Rede zu. Bisweilen kommt es abnormer Weise beim 
Nominal-Satz und dem (Zarf) vor. 

Vgl. „Zu den Leuten gehören sie, von denen der Ge- 
sandte Gottes ist, ihm haben sich die Nacken der Söhne 
Ma c addi's unterworfen." (minal-kaumi ar-rasülu-llahi minhum). 

Vgl. „Wer nicht aufhört zu danken für das, was er hat, 
der ist würdig eines wohlhäbigen Lebens." (^alä-l-ma^hu). 

„ajjun ist wie mä, es wird declinirt, so lange es nicht 
annectirt wird und der Anfang seiner Sila ein Pronomen ist, 
das Aveggenommen worden." 

ajjun ist wie mä darin, dafs es nur eine Form für Masc. 
Fem. Sing. Dual und Plur. hat. Es giebt bei ajjun vier Fälle. 

1) Dafs es annectirt und der Anfang der Sila erwähnt 
wird j u c g'i b u n i a j j u h u m h u w a k ä'i m u n. 

2) Dafs es nicht annectirt, doch der Anfang seiner Sila 
nicht erwähnt wird j u f g'i b u n i aj j u n k o?i m u n. 

'6) Dafs es nicht annectirt und doch der Anfang seiner 
Sila erwähnt werde ju ( g'ibuni ajjun huwa kä'imun. 

In diesen drei Fällen ist es mit den drei Vocalen declinirt. 

4) Dafs es annectirt, aber der Anfang seiner Sila Aveg- 
genommen wird ju'g'ibuni ajjuhum ka'imun. In diesem 



42 Das Conjunctiv-Nomcn. 

Fall steht es indecliuable auf Damm, vgl. Kur. 19, 70. Dann 
wollen wir herausholen von jeder Seite den, der von ihnen 
am meisten gegen Gott gefrevelt, (ajjuhum as'addu). 

Vgl. ,,Wenn du triffst die Sühne Mäliks grüfse den, der 
von ihnen sehr^trefflich ist." (ala ajjuhum afdalu). 

Die Versworte umfassen die drei ersten Fälle, schliefsen 
aber den vierten Fall aus. 

„Einige flectiren ajjun allgemein, und in dieser Weg- 
nahme richten sich auch andere Worte nach ajjun im Fall, 
dafs man einen Verbindungssatz zu lang findet, doch ist er 
nicht zu lang, so ist die Wegnahme selten. Man verweigert 
selbst, dafs (das Pronomen) weggenommen werde, wenn sich 
das Uebrige zu einem vollständigen Verbindungssatz eignet. 
Die Wegnahme zeigt sich bei ihnen häufig, wenn ein ver- 
bundenes sich zuriickbeziehendes Pronomen ('ä'id) durch ein 
Verbum oder Eigenschaftswort (vgl. man narg'ü jahab) im 
Accusativ steht." 

Erkl. Einige Araber decliniren ajjun allgemein mit 
drei Casus, d. h. auch wenn es annectirt wird und der An- 
fang seiner Sila wegfällt, vgl. ju ( gibuni ajjuhum ka?imun, 
ra f aitu ajjahum kä'imun, marartu bi'ajjihim kä-'imun. Danach 
werden auch die beiden oben erwähnten Citate verschieden 
gelesen. In den Fällen, wo das auf das Mausul sich zu- 
rückbeziehende Pronomen d. i. der 'a^id wegfällt, kann derselbe 
im Nominativ, oder in einem anderen Casus stehn. Steht 
der c ä°id im Nominativ, fällt er nicht weg, aufser wenn er 
als Mubtada 5 auftritt und sein Habar ein Singular ist. Man 
sagt nicht g'ä^a-lladäni käma, sondern kämä, so auch 
g'ä'a-lladäni duribä, (kämä und duribä haben im 
Alif einen 'Ä?id, während käma und duribä indecli- 
nable sind, — ) weil in kämä der c ä?id als activ-subjeet, 
und in duribä als passiv-subjeet im Nominativ steht. — Das 
Mubtada 5 (der Sila) fällt bei ajjun weg, auch wenn die Sila 
nicht lang ist, vgl. ju c gibuni ajjuhum kä?imun. Doch 
wird der Anfang der Sila nicht bei anderen als ajjun ge- 
nommen, aufser wenn die Sila lang ist, vgl. g'ä-'a-lladi 
huwa däribun zaidän. Hier kann huwa wegfallen. — 
So sagt man auch, ich gehöre nicht zu dem, der dir sagt übles, 



4 

« 
m 



al- mausul. 43 

(vgl. mä anä billadi ka?ilun laka sü 3 än). Ist aber die Sila 
nicht lang, ist die Wegnahme des c ä?id selten, wiewohl 
dies die Küfenser als regelrecht erlauben, vgl. g'ä-'a-lladi 
kä'imun, ursprünglich g'ä-'a-lladi huwa kä°imun, so Kur. b', 
155. „Zur Vervollständigung dessen, welches das Beste." So 
erklären sie auch in la sijjamä zaidun das mä als Mau- 
sul und zaid als Habar eines weggenommenen Mubtada* gleich 
la sijja-lladi huwa zaidun, es giebt keine Gleichheit mit 
dem, was Zaid ist. Der ^id, der hier Mubtada^ wäre, ist 
notwendigerweise weggefallen. Dies wäre somit eine Stelle, 
wo nothwendig bei einem anderen als ajjun der Anfang der 
Sila weggenommen wird, während die Sila nicht lang ist 
und das sei regelrecht und nicht abnorm. 

Die Bedingung für die Wegnahme des Anfangs der Sila 
ist, dafs das ihm Folgende nicht geeignet ist, eine Sila zu 
bilden, wie wenn nach ihm ein Satz oder ein vollständiger 
Zarf, oder ein G'är wa Mag'rür folgt, vgl, 1) g'a'a-lladi 
huwa abühu muntalikun, 2) g'ä^a-lladi huwa c indaka 
3) g'ä?a-lladi huwa fi-d-däri. — Hier darf man huwa nicht 
weglassen, denn die Rede danach giebt einen vollständigen 
Sinn und man weifs nicht, ob etwas von ihm weggenommen 
ist oder nicht, so sind auch die übrigen Beispiele, ohne Unter- 
schied zwischen ajjun und den übrigen. — Diese Regel be- 
schränkt sich nicht auf das Pronomen allein, wenn es Mubtada 1 
ist, sondern das Feststehende ist, dafs, Avenn das Folgende 
die Wegnahme oder Nichtwegnahme ertrüge, die Wegnahme 
des ^id nicht erlaubt ist. Dies findet z. B. statt, wenn in 
der Sila ein anderes Pronomen, als das weggenommene sich 
befindet, was auf das Mausul zurückbezogen werden könnte, 
vgl. g'a?a-lladi darabtuhu fi därihi. Hier kann man das 
ha von darabtuhu nicht wegfallen lassen. 

Hierdurch wird die Unbestimmtheit, die in den Worten 
des Verf. liegt, klar, denn er sagt nicht deutlich, dafs, wenn 
das auf das Pronomen Folgende eine Sila zu bilden geeignet 
ist, es nicht weggenommen wird, gleichviel, ob das Pronomen 
im Nominativ, Genitiv oder Accusativ steht, gleichviel, ob 
das Mausul ajjun oder ein anderes ist. Vielleicht zeigt der 
natürliche Sinn des Verf., dafs die Regel auf das Pronomen 
Nominativi und auf die anderen Mausul als ajjun, beschränkt 
sei, denn er spricht eben davon. Doch verhält sich die Sache 



1 1 Das Conjnnctiv-Nomen. 

nicht so, sondern das Pronomen Avird weder bei ajjun noch 
Im i einem andern weggenommen, wenn das Folgende eine 
Sila für sich bilden kann, gleichviel, ob es im Nominativ, 
Genitiv oder Accusativ steht. 

Die Bedingung, dafs das Pronomen Accusativi wegge- 
nommen werden kann, ist, dafs es verbunden und durch ein 
vollständiges Verbum, oder ein Eigenschaftswort (Participium) 
im Accusativ stehe, vgl. g'ä-'a-lladi darabtuhu. Vgl. 
Kur. 74, 11. Eafs mich und den ich als Einzigen ge- 
schaffen.*) Ist er es, den Gott als einen Gesandten ge- 
schickt hat? 

Vgl. "Was Gott dir giebt, ist Güte, lobe ihn deshalb, 
nicht ist bei einem anderen als ihn iSutzen oder Schaden. 

Die Worte des Verf. erforderten den Sinn, dafs dies häufig 
sei, doch ist's nicht so. Häufig ist zwar die Wegnahme des 
Pronomen von einem vollständigen Verbum, aber bei dem 
Eigenschaftswort ist die Wegnahme des Pronomen selten. Ist 
das Pronomen getrennt, kann es gar nicht weggenommen 
werden, vgl. g'ä'ani-lladi ijjähu darabtu. So kann auch 
das Pronomen nicht wegfallen, wenn es zwar verbunden, aber 
es durch etwas anders als das Verbum oder Eigenschaftswort 
im Aeeusativ steht, nämlich durch die Partikel, vgl. g'ä J a- 
lladi innahu muntalikun. — Ebenso ist die Wegnahme 
nicht gestattet, wenn das Pronomen zwar im Accusativ doch mit 
einem defectiven Verbum verbunden steht, vgl. g'ä-'a-lladi 
känahu zaidun. 

„So verhält sich auch die Wegnahme des Pronomen, 
das durch ein Eigenschaftswort im Genitiv steht, wie du bist 
Richter (anta kadin) nach der Aufforderung des, der da rich- 
ten kann." 

„So verhält sich auch dasjenige, was im Genitiv steht, 
durch das, was das Mausul in Genitiv stellt, wie man ging 
vorüber bei dem ich vorübergegangen (murra-lladi marartu) 
und er war wohlthätig." 

Erkl. Nachdem Verf. über das Pronomen Nomirtativi und 

das Pronomen Accusativi gehandelt, spricht er über das Pro- 



") Es ist ÄalaJfctn zu lesen. 



al- mausül. 45 

nomen Genitivi. Das kann im Genitiv stehn durch die An- 
nexion oder die Partikel. Steht dasselbe im Genitiv durch 
die Annexion, fallt es nicht weg, aufser wenn es im Genitiv 
steht durch die Annexion des (Parti ciprum activi) Fä c il, das 
in der Bedeutung des Präsens oder des Futurum steht, vgl. 
g'ä-'a-lladi anä däribun aläna au gadän. Hier wird das Ha 
von däribun Aveggenommen. Ist aber das Pronomen durch 
etwas anderes in den Genitiv gestellt, wird es nicht weggenom- 
men, vgl. g'ä'a-lladi ana gulämuhu, oder anä madrübuhu, 
oder anä däribuhu amsi. Die im Verse angedeutete Ku- 
ränstelle ist, urtheile, worüber du Richter, vgl. ikdi mä anta 
kädin für mä anta kädihi. — Durchs Beispiel überhebt 
sich Verf., das Eigenschaftswort zu beschreiben. Ist aber 
das Pronomen durch eine Partikel in den Genitiv gestellt, wird 
es nicht weggenommen, aufser wenn vor das Mausül dieselbe 
Präposition der Form und Bedeutung nach tritt, und das 
Agens in beiden materiell gemeinschaftlich ist, vgl. marartu 
billadi mararta bihi. — Hier kann bihi wegfallen. 

Vgl. Du A'erbargst die Liebe zu Samra :> lange Zeit, offen- 
bare jetzt, was du von ihr offenbaren kannst. 

Sind die beiden Partikeln verschieden, ist die Wegnahme 
nicht möglich, vgl. marartu billadi gadibtu c alaihi. Hier 
kann ( alaihi nicht wegfallen, vgl. ferner marartu billadi 
marartu bihi c alä zaidin. Hier kann bihi nicht wegfallen 
wegen der Bedeutungsverschiedenheit der beiden Partikeln. 
Das erste bi vor dem Mausül ist das des Anhangs, das vor 
dem Pronomen aber das Ursächliche. Ebenso ist, wenn die bei- 
den Agens verschieden sind, die Wegnahme nicht erlaubt, vgl. 
marartu billadi farihta bihi. Verf. überhebt sich durch 
das Beispiel die voraufgehenden Bedingungen zu erwähnen. 



VII. Das durch die Partikel der Bestimmung Bestimmte. 

(al-mu'arrafa bi'adäti- t-ta c rifi). 

„al ist die Partikel der Bestimmung oder Läm allein. 
Für Namatun das du bestimmt kennst, setze an -n am a tu." 



46 Daa durch die Partikel der Bestimmung Bestimmte. 

Erkl. Die Grammatiker sind in Hinsicht der Bestim- 
mungspartikel al nneins. al-Hattl sagt, al ist das Bestimmende, 
Sibawaihi hingegen meint, es sei Läm allein. Bei Halil ist 
das Hamz ein wesenhaftes Hamz, bei Sibawaihi aber das 
Hamz der Verbindung, das herbeigezogen ist um den i*u- 
henden Buchstaben auszusprechen. Das bestimmende al ist 
1) zur Erinnerung, vgl. Kur. 73, 15, Iß. "Wie wir zu Farao 
einen Gesandten (rasulän) geschickt und Farao war wider* 
spenstig gegen den Gesandten (arrasüla). 2) Steht al die 
Gattung zu erschöpfen. Vgl. Fürwahr, die Menschen (al- 
ansäna) sind im Verlust. Ein Kennzeichen für dieses al ist, 
dafa man kullun an dessen Stelle setzen kann. 

3) Zur Bezeichnung des Wesens, vgl. der Mann ar-ra- 
g'ulu ist besser, als die Frau, d. h. dieses Wesen ist besser, 
als jenes, namatun ist eine Art von Teppichen pl. anmä- 
tun. Auch bedeutet es eine Menge von Menschen, deren 
Sache dieselbe ist. 

„Auch ist al pleonastisch, feststehend wie bei alläti, 
aläna, alladina endlich alläti. Auch steht es wegen eines 
Verszwangs wie banätu-1-aubari, so auch, du bist gutwil- 
ligen Herzens (an-nafsa) edler Kais." (kaisu-s-sari). 

Erkl. Das pleonastische al zerfällt in a. das Notwen- 
dige und b. das Nichtnothwendige. Das Nothwendige ist 
z.B. in alläti einem Götzennamen und in aläna einem Zeit- 
umstand, auf Fath indeclinable. Man ist uneins über das 
vortretende al. Einige sagen, es ist die Bestimmungspartikcl 
der Gegenwart, da aläna gleich hadä-1-wakta sei, somit 
wäre es nicht pleonastisch ; andere dagegen , worunter der 
Verf., meinen es sei pleonastisch. Die Form sei indeclinable, 
weil sie die Bedeutung einer Partikel umschliefst, nämlich 
die des Läm der Gegenwart. Dann führt Verf. als Beispiel 
alladina und alläti an, um die Conjunction, vor die al 
tritt zu bezeichnen. Sie sind indeclinable, deshalb, weil die 
Bestimmung der Conjunctionen erst durch die Sila erfolgt, 
und somit ist das al pleonastisch. Dieser Ansicht tritt Verf. 
bei. Andere behaupten, die Bestimmung der Conjunctionen 
erfolge durch al, wenn al dabei ist; wenn al aber nicht da- 
bei ist, erfolge sie durch die intendirte Bedeutung des al, 
vgl. man und mä. Hiervon ausgenommen sei ajjun, denn 



al-mu c arrafa bi'adäti-t-ta'rifi. 47 

dieses würde durch die Annexion bestimmt. Nach dieser 
Lehrweise ist al nicht pleonastisch. — Die Kuränstelle 1, 5. 
den Weg derer, (siräta- ladina) die du begnadigst, beweise 
nicht, dafs al pleonastisch sei, da es ja möglich sei, dafs es 
abnormer Weise weggefallen, auch wenn es wirklich bestim- 
mend wäre, wie man salämu c alaikum ohne Tanvin spreche 
für as-salämu. — Das nicht nothwendig pleonastische tritt 
aus Verszwang vor Eigennamen, vgl. in folgendem Verse 
banätu-1-aubari eine Art von Trüffeln. 

Vgl. „Bei Gott, ich habe dir gesammelt die (gewöhnlichen) 
Trüffeln und die grofsen weifsen und habe dir verboten, die 
Töchter der Zottigen (eine Art kleiner schlechter Trüffeln)." 
al steht hier pleonastisch. — al-Mubarrad sagt banätu- 
1-aubari ist kein Nomen proprium und al ist nicht pleonastisch. 
Hierher gehört auch das aus Verszwang vor den näher 
bestimmenden Zusatz (Tamjiz) tretende al. 

Vgl. Ich sah dich, wie du dich abwandtest als du erkann- 
test unsere Häupter; du kannst entbehren o Kais des f Amru. 
(tibta-n-nafsa). 

al ist hier pleonastisch nach der Annahme, dafs der näher 
bestimmende Zusatz (Tamjiz) nur indeterminirt steht, so die 
Schule von Basra. Die von Küfa erlaubt, dafs er determi- 
nirt sei. — al ist bei ihnen nicht pleonastisch. — Auf die 
beiden Verse spielt Verf. oben an. 

„Vor einige Eigennamen tritt al, um einem Wink zu 
geben auf das, wovon sie übertragen worden, vgl. al-fadl, 
al-härit und an-nu c män. Die Setzung des al und seine 
Wegnahme sind gleich." 

Verf. behandelt das al, wenn es einen Wink auf das 
Eigenschaftswort, die Sifa, wirft, d. h. wenn es vor dem Ei- 
gennamen steht, der als Nomen proprium gesetzt ist, nach 
Uebertragung von Wörtern, die das al annehmen, vgl. hasa- 
nun, al-hasanu. Gewöhnlich tritt hier das al vor die aus 
dem Eigenschaftswort übertragenen Nomina propria wie bei 
al-härit, auch tritt es vor die aus dem Masdar übertragenen 
Nomina propria, vgl. al-fadl, auch vor die aus einem Ap- 
pellativum, ohne Masdar zu sein, übertragenen wie an-nu c män, 
ursprünglich ein Bezeichnungswort des Bluts. Vor diesen 
drei Klassen kann al stehn in Hinblick auf die ursprüng- 



110. 



48 Das durch die Partikel der Bestimmung Bestimmte. 

liehe Bedeutung und auch wegfallen in Hinsicht auf den jetzi- 
gen Zustand. Der Sinn, das al vorzusetzen, ist, dafs man 
auf das Eigenschaftswort hinleiten will, von dein das Nomen 
proprium übertragen ist. — Das Resume: Avill man bei dem 
aus dem Eigenschaftswort übertragenen Nomen proprium an- 
deuten, dafs es als Eigenname gesetzt sei, nur um eine gute 
Vorbedeutung abzuleiten, setzt man den Artikel; so steht al- 
liarit, um anzudeuten, dafs die Person als Ackerbauer lebe. 
Will man aber darauf nicht hinleiten, läfst man al weg. So 
giebt die Setzung des Artikels einen Sinn, der bei der Nicht- 
setzung des Artikels nicht würde herausgezogen werden kön- 
nenn, und al sind also nicht blofse Vermehrungsbuchstaben, 
wie einige erwähnen. Auch ist die Setzung und Weglassung 
derselben nicht gleichgültig, wie Verf. offenbar meint, sondern 
beide sind nach den zwei erwähnten Fällen zu beurtheilen. 
Wird ein Wink auf die ursprüngliche Bedeutung gegeben, 
setzt man al, wo nicht, läfst man es fort. 

„Bisweilen wird ein Annectirtes (Mudäf) oder ein von 
al Begleitetes, wie al- f akabatu zum überwiegenden Theil 
Eigenname. Setze nothwendig die Wegnahme des al, wenn 
es im Vocativ oder in der Anlehnung steht, bei anderen Fäl- 
len fällt es nur bisweilen fort." 

al steht bei dem zum überwiegenden Theil als Eigen- 
name Gesetzten, vgl. al-madinatu eigentlich jede Stadt, doch 
meist die Stadt des Propheten, so auch al-kitäbu das Buch 
des Sibawaihi, sodafs, wenn sie allgemein hingestellt sind, das 
Verständnifs nicht zu etwas anderem hineilt. Dies al wird 
nur beim Vocativ und der Annexion weggenommen, so vgl. 
ja sa ( iku, nicht ja-s-sa ( iku und madinatu-r-rasüli. 
Bisweilen fällt es auch in anderen Fällen abnormer Weise 
aus, vgl. hadä c ajjükun täli f an für al-ajjüku, den Stern- 
namen. Auch sind die überwiegend als Eigennamen ge- 
brauchten Wörter annectirt. So werden die Ausdrücke Ibn- 
r Umar, Ibn- ( Abbas,Ibn-Mas c üdmeistals die* Abdallah gebraucht, 
aber nicht von anderen Kindern so genannter Väter, wiewohl sie 
auch diesen richtigerweise zukämen. Sie sind überwiegend 
nur für diese gültig, so dafs, Avenn Ibn- c Umar allgemein 
steht, kein anderer ( Abdallah als er verstanden wird. Diese 
Annexion trennt sich nie, weder im Vocativ noch in einein 
anderen Casus, vgl. ja-bnu 'uraara. 



al-mubtada'. _j.(j 

VIII. Das Wesen des Anfangsworts. 

(al-ibtidä'). 

„Im Satz: zaidun f ädirun man i'tadara (Zaid ent- 
schuldigend den, der sich entschuldigt) ist zaidun Mubtada 5 
(Anfangswort) und f ädirun ein Habar (Aussagewort). — In: 
asärin däni (sind diese beiden gehend), ist das erste ein 
Mubtada 5 , und das zweite ein Fä c il (Activ-Subject), das genügt. 
Nach dieser Weise richte dich. Wie das Fragewort ist auch 
die Verneinungspartikel. Jedoch sind auch wohl Fälle erlaubt v. 11; 
wie: fä 5 izun ülü-r-ras'adi (seelig sind die Rechtwandelnden)." 
Erkl. Verf. erwähnt, dafs das Mubtada 5 in zwei Theilc 
zerfällt: 1) ein Mubtada 5 mit einem Habar, 2) ein Mubtada 5 
mit einem Fä c il, das die Stelle des Habar vertritt. Ein Bei- 
spiel vom ersten ist zaidun ( ädirun man i c tadara. Hiermit 
sind die Fälle gemeint, in denen das Mubtada 5 nicht ein 
Eigenschaftswort ist, das die Eigenschaften enthält, welche 
im zweiten Fall erwähnt werden; also zaidun Mubtada 5 
c ädirun Habar und man i c tadara, ein Maf c ul (Passiv-Ob- 
ject) von c ädirun. In: asärin däni ist a Fragewort, särin 
Mubtada 5 , däni ein Fä c il, das die Stelle des Habar vertritt. 
Alle ähnlichen Fälle sind in dieser Weise zu behandeln d. i. 
jedes Eigenschaftswort, das sich auf ein Frage- oder Vernei- 
nungswort stützt, vgl. akä 5 imun az-zaidäni und mä kä 5 i- 
mun az-zaidäni. Stützt sich das Eigenschaftswort nicht auf 
eins solcher Wörter, dann ist dasselbe nicht Mubtada 5 ; so ist die 
Lehrweise der Schule von Basra, al-Ahfäs' ausgenommen. Das 
Mubtada 5 setzt ein substantives Fä c il oder ein getrenntes Pro- 
nomen in den Nominativ, vgl. akä 5 imun antumä, so dafs die 
Rede danach vollständig ist. Ist aber die Rede nicht vollständig, 
so ist das erste Wort nicht Mubtada 5 , vgl. akä 5 imun abawälm 
zaidun; zaidun ist hier nachgestelltes Mubtada 5 , kä 5 imun 
vorgestelltes Habar und abawähu Fä c il von kä 5 imun. Un- 
möglich kann man kä 5 imun als Mubtada 5 setzen, denn es kann 
sich dann nicht mit seinem Fä c il begnügen, da akä 5 imun aba- 
wähu keinen vollständigen Sinn giebt. Ebenso kann ein Ei- 
genschaftswort nicht Mubtada 5 sein, wenn es nur ein verborge- 
nes Pronomen in den Nominativ stellt. So kann im Satze mä 
zaidun kä 5 imun walä kä f idun, kä ( idun nicht als Mub- 

4 



50 Das Aniiuigswort. 

tada' angesehn werden, noch das in ihm verborgene Prono- 
men als ein Fä ( il, das des Habar entbehrt, denn es ist nicht 
ein von ihm Getrenntes. Doch findet über diese Frage eine 
Meinungsverschiedenheit statt. 

Es ist kein Unterschied, ob die Frage in einer Partikel, 
wie im obigen Beispiel, oder in einem Nomen beruht, vgl. 
kaifa g'&lisun al- c amräni; so ist auch kein Unterschied, 
ob die Negation durch die Partikel oder durch das Verbum 
ausgedrückt ist, vgl. laisa kä'imun az-zaidäni; laisa 
ist ein ü'ansitives Verbum, kä?imun sein Nomen, az-zaidäni 
das Fä c il, das die Stelle vom Habar von laisa vertritt. In: 
<>airu kä'imin az-zaidani ist gairu Mubtada 5 , kä'imin 
im Genitiv durch die Annexion und az-zaidani ein Fä'il, 
das die Stelle des Habar von gairu vertritt, denn die Be- 
deutung ist: nicht stehend sind die beiden Zaid. gairu 
kä'imin wird behandelt wie mä ka?imun. 

Vgl. „Kein Nachläfsiger ist dein Feind, so wirf von 
dir die Tändelei und lafs dich nicht täuschen durch die auf- 
tauchende Scheinwolke von Frieden (gairu lähin Sdäka)." 

Vgl. „Nicht bedauert ist eine Zeit, die verstreicht mit 
Sorge und Trauer (gairu ma^süfin c alä zamanin)." 

gairu ist Mubtada 5 , ma-'süfin im Genitiv durch die An- 
nexion, ( alä zamanin ein G'ärr und Mag'rür an der Stelle 
des Nominativ durch ma J süfin, weil es anstatt des Fä f il 
steht. f alä zamanin vertritt die Stelle des Habar von gairu. 
Den Abü-1-Fath Ibn G'inni fragte einst sein Sohn nach der 
Analyse dieses Verses und er war zweifelhaft. 

Die Basrenser aufser al-Ahfas' lehren, ein solches Eigen- 
schaftswort sei nicht Mubtada 5 , aufser, wenn es sich auf eine 
Negation oder Frage stütze. al-Akfas' und die Küfenser neh- 
men dagegen an, dafs diese Bedingung nicht nöthig sei. In * 
kä-'imun az-zaidani analysiren sie kä'imun als Mubtada J , 
az-zaidäni als Fä r il, das die Stelle des Habar vertritt. Dies 
deutet Verf. mit dem Beispiel fä 5 izun ülü-r-ras'adi an. 
Das Eigenschaftswort kann als Mubtada 5 betrachtet werden, 
auch wenn weder Fragewort noch Negation vorhergeht. Verf. 
meint, Sibawaihi habe sich entschieden, dafs diese Bedingung 
nicht nothwendig sei, wiewohl dies schwach begründet ist. 
Hierher gehört der Vers: 



al-mubtada'. 51 

Vgl. „Und besser sind wir bei den Menschen als ihr, 
wenn der wiederholend Rufende sagt: zur Hülfe!" 

Vgl. „Kundig sind die Lihbiten, drum schätze nicht 
gering die Rede eines Lihbiten, wenn Vögel vorbeiziehn." 

„Das zweite ist ein Mubtada 3 und dieses Eigenschafts- 
wort ein Habar, wenn es in einem andern Numerus als dem 
Singular mit dem Mubtada 3 übereinstimmend steht." 

Erkl. Das Eigenschaftswort und das Fä ( il können sich 
einander entsprechen im Singularis, Dualis und Pluralis oder 
sich nicht einander entsprechen. Hier giebt's zwei Fälle, ei- 
nen verbotenen und einen gestatteten. Entsprechen sich beide 
im Singularis, vgl. akä 3 imun zaidun, können zwei Fälle 
stattfinden: 1) das Eigenschaftswort ist Mubtada 3 , und das ihm 
Folgende ein Fä c il, das die Stelle des Habar vertritt; 2) das 
Nachstehende ist nachgestelltes Mubtada 3 und das Eigen- 
schaftswort vorangestelltes Habar. Vgl. Kur. 19, 47. „Bist 
du abgeneigt von meinen Götzen, o Abraham (arägibun anta 
c an alihati)?" Von den beiden Auslegungsweisen ist die erste 
d. i. ragibun als Mubtada 3 zu fassen, die beste, weil f an 
älihati ein Ma c mül (Regime) von ragibun ist. — Nach die- 
ser ersten Auffassung ist es somit nicht nöthig, das Regens 
von dem Regime durch ein Fremdartiges zu trennen, (da anta 
Fa c il von ragibun ist), was bei der zweiten Auffassungsweise 
nothwendig wird, denn dann ist anta dem ragibun fremdar- 
tig, da anta Mubtada 3 wird und ragibun als Habar keinen 
Einflufs auf das Mubtada 5 nach richtiger Auffassung hat. 

Folgen sich Mubtada 1 und Habar im Dual oder Plural, 
so ist das nach dem Eigenschaftswort Stehende ein Mubtada 3 
und das Eigenschaftswort vorgestelltes Habar, so der Verf., 
wie es auch das Anerkannte in der arabischen Sprechweise 
ist. Nach der Wortform akalüni al-baragitu (es frafsen 
mich die Flöhe), kann das Eigenschaftswort (akaluni) ein 
Mubtada 3 sein und das Folgende ein Fä ( il, das des Habars 
entbehrt. Folgen sich beide nicht in entsprechender Form, 
so giebt es verbotene und erlaubte Fälle. Verboten sind Fälle 
wie akä 3 imani zaidun und akä 3 imüna zaidun, dagegen 
erlaubt sind Fälle wie akiVimun az-zaidäni und akiVimun 
az-zaiduna, denn dann ist nur möglich, dafs das Eigen- 

4* 



52 Uas Anfimgsworl 

Bchaftswort ein Mubtada 3 und das nach ihm Stehende ein 
1-ViSi ist. welches das Habar vertritt. 

„Man setzt ein Mubtada 3 in den Nominativ als ein solches; 
ebenso stehl das riabar im Nominativ durch das Mubtada 3 / 1 

Erkl. Die Lehrweise des Sibawaihi und der meisten 
Basrenser ist: das Mubtada 3 steht im Nominativ als solches 
und das Uahar steht im Nominativ durch das Mubtada 3 . Das 
Regens des Mubtada', (das auf das Mubtada 3 einwirkende 
d. i. l ämil), ist ein geistiges, uämlich, dafs das Nomen ent- 
blofst ist von jedem wörtlichen Regens, das nicht nur pleona- 
stisch oder dem ähnlich ist. In: bihasbika dirhainun wird 
bihasbika als Mubtada 3 betrachtet, wiewohl es Eintiufs er- 
leidet von einem pleonastischen bi. Das Kegens des Habar 
ist dagegen wirklich wörtlich da, dies ist nämlich das Mub- 
tada 3 . Das „ihm ähnliche" schliefst Fälle wie rubba ra- 
g'ulin kiViinun aus; hier ist. zwar ein wörtliches Regens, 
doch ist rag'ulin als Mubtada 3 betiachtet, und sein Ilabar 
steht im Nominativ. Ein durcli VVäw mit diesem Genitiv 
verbundenes und im Nominativ stehendes Wort beweist dies, 
vgl. rubba rag'ulin kä 3 imun wainra'atun. So ist die 
Lehrweise des Sibawaihi. Einige meinen, dafs das Regens 
auf das Mubtada 3 und das Habar eben das Wesen des Mub- 
tada 3 (IbtidiV) sei, so dafs das Regens in beiden ein ideelles 
sei. Auch sagt man, das Mubtada 3 stehe im Nominativ als 
solches und das Ilabar im Nominativ durch das Wesen des 
Mubtada 3 und das Mubtada 3 selbst. Auch sagt man, sie 
setzen sich gegenseitig in den Nominativ, das Habar das 
Mubtada 3 und wieder das Mubtada 3 das Ilabar. Die rich- 
tigste Auffassung ist die des Sibawaihi und diese Streitfrage 
ist eine von den nutzlosen. 

„Das Habar ist der den Sinn vervollständigende Theil, 
vgl. „Gott ist gütig und die Wohlthatcn sind Zeuge (al- 
lahu barrun wal-ajädi s'ähidatun)." 

Erkl. Verf. definirt das Ilabar damit, dafs es der Theil 
sei, der den Sinn vervollständigt. Dagegen kann man das 
Fä'il anführen, vgl. käina zaidun, denn von ihm gilt, dafs 
es den Sinn vervollständigt. Man definirt ferner das Habar, 
es sei der Theil, aus dem mit dem Mubtada 3 ein Satz ge- 



al-mabtada'. 53 

bildet werde. Hiergegen kann man das Fä c il nicht anführen, 
denn es bildet nicht mit dem Mubtada 3 , sondern mit dem 
Verbum einen Satz. Verf. hat also das Habar mit etwas 
definirt, was auch von anderen gilt; doch verlangt die Defi- 
nition, dafs sie allein auf das, was durch sie bestimmt wer- 
den soll, passe. 

„Das Habar kommt vor als Einzelwort und auch als 
ein Satz, der die Bedeutung von dem umfafst, als dessen 
Prädicat der Satz gesetzt ist; aber wenn nun der Satz dies 
selbst der Bedeutung nach ist, so genügt der Satz allein. 
Vgl. ,, Meine Rede ist, Gott ist mein Genüge und nichts wei- 
ter (nutki al-lahu hasbi wakafä)." 

Erkl. Das Habar zerfällt in Einzelwort und Satz. Ist 
es ein Satz, kann dieser das Mubtada 3 der Bedeutung nach 
selbst darstellen oder nicht. Stellt er das Mubtada 3 nicht 
ausschliefslich dar, mufs er ein Band haben, dafs ihn mit 
dem Mubtada 3 verbindet. Das Band kann ein Pronomen 
bilden, welches auf das Mubtada 3 zurückführt, vgl. zaidun 
käraa abühu; auch kann das Pronomen nur supponirt sein, 
vgl. as-samnu manawani bidirhamin = manawani 
min hu; oder ein Demonstrativ mit Bezug auf das Mubtada 3 , 
vgl. Kur. 7, 25. „Die Kleidung der Gottesfurcht dies ist besser 
(walibäsu-t-takwä dälika hairun)"; oder die wörtliche Wieder- 
holung des Mubtada 3 , diese ist meist beim emphatischen Aus- 
druck, vgl. Kur. 69, 1. „al-häkkatu mä-1-häkkatu, 
das Unvermeidliche , was ist das Unvermeidliche ," und 
Kur. 101. 1. „der Gerichtstag, was ist der Gerichtstag?" 
Auch kommt es an anderen Stellen vor, vgl. zaidun mä 
zaidun. Endlich kann es ein allgemeiner Ausdruck sein, 
der das Mubtada 3 mit umiafst, vgl. zaidun ni f ma-r-rag'ulu. 
Ist aber der Satz, der als Habar vorkommt das Mubtada 3 
der Bedeutung nach, ist ein Band nicht nothwendig, so im an- 
geführten Beispiel, wo al-lahu hasbi der Sinn von nutki ist. 

„Das (nicht abgeleitete) feststehende Einzelwort ist leer, 
das abgeleitete hingegen hegt ein verborgenes Pronomen 
in sich." 

Erkl. Das Einzelwort, welches als Habar auftritt, ist 
entweder unabgeleitet oder abgeleitet. Ist es unabgeleitet, 



JJ l Das Anfangswort. 

sagt der Verf., isl es leer von dem Pronomen, vgl. zaidun 

aljüku. al-Kisä'i. ar-Rummäni und eine Menge ineinen, es 
führe ein Pronomen mit sich, so zaidun ahüka sei. huwa. 
Die Basrenser unterscheiden; entweder, sagen sie, enthält das 
Unabgeleitete die Bedeutung des Abgeleiteten oder nicht. 
Hat es die Bedeutung des Abgeleiteten, vgl. Zaid ein Löwe, 
zaidun asadun, d. h. ein rüstiger, so fuhrt es das Pronomen 
mit sich; wo nicht, hat es kein Pronomen wie im obigen Bei- 
spiel. Ist das Habar abgeleitet, so sagt Verf., dafs es ein Pro- 
nomen mit sich führe, vgl. zaidun kiVimun sei. huwa. So 
verhält es sich, wenn es nicht ein Substantiv in den Nomi- 
nativ setzt. Diese Regel gilt nur für das Abgeleitete, welches 
den Weg des Verbum geht, wie das Participium activi oder 
passivi, das vcrbalartige Adjectiv (as-sifa al-mus'abbaha) und 
die Comparativ-Form. 

Das Abgeleitete hingegen, was nicht den Weg des Verbum 
"geht, trägt kein Pronomen in sich, wie die Nomina instru- 
menti, vgl. miftäh. Dies wird von fataha zwar abgeleitet, 
doch hat es kein Pronomen. So verhält es sich auch mit 
dem Ruinen des Orts und der Zeit, vgl. marman. Das Ab- 
geleitete, welches den Weg des Verbum geht, fuhrt nur dann das 
Pronomen mit sich, wenn es nicht ein Substantiv in den 
Nominativ setzt, thut es dies, so hat es kein Pronomen mit sich, 
vgl. zaidun LVinum gulämähu, gulämähu steht im 
Nominativ von kä^imun und dies birgt kein Pronomen in 
sich. Das Resume: Das Unabgeleitete führt gar kein Prono- 
men mit sich nach den Küfensern, auch hat es kein Prono- 
men nach den Basrensera, aufser, wenn es als Abgeleitetes 
gedeutet wird. Das Abgeleitete hat nur dann ein Pronomen 
mit sich, wenn es kein Substantiv in den Nominativ setzt 
und den Weg des Verbum geht, vgl. zaidun muntalikun sei. 
huwa; geht es nicht diesen Weg, so hat es kein Pronomen 
mit sich. 

„Stelle das Pronomen überall heraus, wo etwas folgt, 
durch dessen Bedeutung dasselbe nicht dargestellt wird.'* 

Erkl. Wird das abgeleitete Habar so gesetzt, dafs das 
Pronomen darin sich auf das Subject zurückbezieht, wie zai- 
dun kä-'imun sei. huwa und setzt man nach dem abgeleite- 
ten Habar huwa oder dergleichen, indem man dasselbe deut- 



! 



al-mubtada*. 55 

lieh herausstellt, vgl. zaidun kiVimun huwa, so erlaubt Si- 
bawaihi zwei Aulfassungsweisen : 

1) dafs das Pronomen eine Bestätigung des in ka'imun 
Verborgenen sei; 2) dafs es das Fä c il von ka'imun sei. 

So verhält es sich, wenn das Pronomen sich auf sein 
Subject bezieht; bezieht es sich aber auf etwas anderes, mufs 
man das Pronomen deutlich hervortreten lassen, gleichviel, 
ob eine Zweideutigkeit zu befürchten ist oder nicht: so lehrt 
die Schule von Basra. Die Schule von Küfa hingegen meint, 
wenn eine Zweideutigkeit nicht zu befürchten ist, stehe bei- 
des frei, vgl. zaidun hin dun däribuhä; hier kann man 
huwa setzen oder auch nicht. Bei einer Zweideutigkeit hin- 
gegen wie bei zaidun c amrün däribuhu mufs man huwa 
hinzufügen, da dies darstellt, dafs Zaid das Fä c il ist, vgl. 
zaidun c amrün däribuhu huwa. Verf. wählt in diesem 
Buche die Weise der Basrenser, in einem andern die der 
Küfenser. Man hört Falle nach beiden Weisen. 

Vgl. „Meine Leute, die Spitzen des Ruhmes, Gründer 
davon sind sie (bänühä für bänühä hum); wohl weifs die 
Wahrheit davon c Adnän und Kahtän." 

„Man setzt als Habar ein Zarf (Orts- und Zeitbestim- 
mung) oder eine Präposition, indem man die Bedeutung von 
„seiend" oder „er ist beständig", erzielt." 

Erkl. Ist das Habar ein Zarf (zaidun Sndaka) oder 
steht es im Genitiv (zaidun fi-d-däri), so sind diese abhängig 
von einem noth wendiger Weise Weggefallenen. Einige, wo- 
runter Verf. erlauben, dafs das Weggefallene ein Nomen oder 
Verbuni sei. Supponirt man ein Nomen wie kä^inun, gehört 
das Ilabar zu dem der Einzelbegriffe, supponirt man aber 
ein Verbum wie istakarra, so ist es ein Habar, das durch 
einen Satz gebildet wird. Die Grammatiker sind hierüber 
uneins. al-Ahfas' behauptet, ein Habar sei immer ein Einzel- 
begriff, denn es hänge sieh immer an ein supponirtes Nomen wie 
kä^inun oder mus takirr un. Dies wird auf Sibawaihi zu- 
rückgeführt. Dagegen sagt man, in beiden Fällen finde sich 
ein aus einem Satz bestehendes Habar vor, da es an ein 
ausgefallenes Verbum sich wie istakarra hänge, dies wird 
auf die Mehrzahl der Basrenser zurückgeführt und auch auf 
Sibawaihi. Auch sagt man, es sei entweder ein Habar, das 



56 ' );1S Anfangswort. 

durch einen Einzelbegriff, wenn man raustakirrun, oder 

ein Ilabar, das durch einen Satz gebildet wird, wenn man 
i>takarra supponirt, das meint auch Verf. Abu Bakr Ibnu- 
s-Sarräg' setzt sowohl das Zarf als auch das in den Genitiv- 
Gestellte als einen Theil für sich: sie gehören bei ihm we- 
der zu dem Ilabar, das durch einen EinzelbegrifF, noch zu dem, 
das durch einen Satz gebildet wird. Sein Schüler Abu c Ali 
al-Färisi überliefert dies in seinen S'iräzijjät. Dies ist falsch, 
denn sie hängen sich an ein nothwendig Weggefallenes, wel- 
ches abnormer Weise bisweilen hervortritt. 

Vgl. „Du hast Macht, wenn dein Herr mächtig ist; 
ist er schwach , so bist auch du seiend in der Mitte der 
Dimmacht." 

Wie nothwendigerweise das Eegens des Zarf und des 
G'ärr wa Mag'rür wegfällt, wenn sie als Habar stehn, so fällt 
auch nothwendig das Regens fort, wenn beide (Zarfund G'ärr 
wa Mag'rür) als Sifa stehn, vgl. marartu birag'ulin ( in- 
daka oder fi-d-däri, oder als Hai, vgl. marartu bizaidin 
( indaka und fi-d-däri, oder als Sila, vgl. g'ä?a-llacli 
c indaka und fi-d-däri. Doch mufs bei der Sila das Weg- 
gefallene nothwendig ein Verbum sein, wogegen die Regel 
der Sifa und des Hai wie die voraufgehende des Habar ist. 

„Das Nomen der Zeit ist nicht das Habar von einem 
Concretum; giebt dies aber einen vollständigen Sinn, so setze 
es als Habar." 

Erkl. Die Ortsbestimmung tritt als Habar auf, sowohl 
von einem Concretum als auch von einem Abstractum. Die 
Zeitbestimmung tritt als Habar vom Abstractum auf im Ac- 
cusativ, oder im Genitiv durch fi stehend; dagegen kommt 
sie, sagt der Verf., nicht als Habar eines Concretum vor, 
aufser w r enn sie einen vollständigen Sinn giebt, vgl. al-hi- 
lälu-1-lailata „der Neumond diese Nacht." Giebt sie kei- 
nen vollständigen Sinn, so steht sie nicht als Habar eines 
Concretum. Dies ist die Ansicht der einen Partei, worunter 
Verf. Die andere Partei verbietet dies aber allgemein, und 
kommt dergleichen vor, wird es künstlich gedeutet. So ist die 
Lehrweise der meisten Basrenser. Andere hingegen, wozu 
Verf. gehört, erlauben dies als gar nicht abnorm, nur müsse 



al-mubtada'. 57 

es einen vollständigen Sinn geben; giebt es hingegen einen 
solchen nicht, so sei es verboten. 

„Es ist nicht erlaubt, das Mubtada 3 als indeterminirtes 
Wort, wenn es nicht einen vollständigen Sinn giebt, zu setzen; 
vgl. bei Zaid (ist) ein Tiger ( ( inda zaidin namiratun); ist nicht 
ein Mann unter Euch (hal f'atän fikum); nicht ist uns ein 
Freund (mä hillun lanä); ein Mann von den Edlen ist bei 
uns (rag'ulun min al-kirämi c indanä); eine Lust zum Guten 
ist gut (ragbatun fi-l-'jairi ljairun); eine fromme Handlung 
schmückt ( c amalu birrin jazinu). Hiernach werde behandelt 
das, was nicht aufgeführt ist." 

Erkl. Die ursprüngliche Gebrauchsweise beim Mubtada' 
ist, dafs es ein Determinirtes sei. Bisweilen ist es ein Inde- 
terminirtes, doch nur unter der Bedingung, dafs dasselbe ei- 
nen vollständigen Sinn giebt. Ein vollständiger Sinn geht aus 
jedem der Fälle, die Verf. erwähnt, hervor, es sind deren sechs: 

1) Dafs das Habar als ein Zarf oder ein G'ärr wa Ma- 
g'rür ihm voraufgehe; ist das Voraufgehende nicht derartig,' 
so ist es verboten. 

2) Dafs vor demlndeterminirten ein Fragewort voraufgehe. 

3) Dafs vor demlndeterminirten eine Negation voraufgehe. 

4) Dafs es ein Eigenschaftswort bei sich habe. 

5) Dafs es einen grammatischen Einflufs ausübe. 

6) Dafs es annectirt sei. 

Dies sind die vom Verf. hier (erwähnten Fälle, ein An- 
derer vermehrte sie nach den sechs erwähnten, nämlich: 

7) Dafs es eine Bedingung sei (man jakum akum). 

8) Dafs es eine Antwort sei (vgl. rag'ulun als Antwort 
auf die Frage man c indaka). 

9) Dafs es ein allgemein Umfassendes sei (kullun jamütu). 
10) Dafs es eine Theilung in Gattungen ausdrücke. 

Vgl. „Ich kam heran kriechend auf beiden Knieen; ein 
Gewand hatte ich angezogen, ein anderes zog ich nach (fa- 
taubun labistu wataubun ag'ur)." 

11) Dafs es ein Anruf an Gott sei (vgl. Kur. 36, 1. 
salamun c alä äli jäsina). 

12) Dafs es den Sinn der Verwunderung enthalte (vgl. 
mä ahsana zaidän). 

13) Dafs es ein Stellvertreter von einem beschriebenen 
Hauptwort sei (vgl. mu 3 minun ljairun min käfirin). 



Dag Ä.nfangs\rort. 

I h Dafa ea ein Diminutiv sei, da ein Diminutiv ein 
Eigenschaftswort in sieb schliefst (vgl. rug'ailun c indan&). 

L5) Dafa ea in der Bedeutung des Beschränkten stehe; 
vgl. s'arrun aharra (Ja nabin nur etwas Uebles hat das 
wilde Thier mit Hauer knurren lassen, vgl. Meidäni I. 675. 

Di» rest. ist hier mä aharra illa „nicht läfst knurren 
als", oder s'ai'un 'aziniun, „etwas Gewaltiges macht knurren." 
In diesem Falle gehört es in die unter Nr. 13 erwähnte Klasse, 
da ea ein Eigenschaftswort hat. Das Eigenschaftswort kann 
hervortreten oder aupponirt sein, und hier ist es supponirt. 

16) Dafs vor ihm das AVaw des Zustands stehe. 

Vgl. „Wir reisten bei Nacht, da schon ein Stern leuch- 
tete (wanag'nnm kad adiVa), seitdem aber dein Gesicht er- 
schien, hat sein Glanz alle Strahlenden verdunkelt." 

17) Dafs es verbunden sei mit einem Detenninirten 
(zaidun warag'ulun ka'hnäni). 

18; Dafs es verbunden sei mit einem Eigenschaftswort 
(tamimijjun warag'ulun fi-d-däri). 

19) Dafs mit ihm ein Beschriebenes verbunden werde 
(rag'ulun wamra'atun tawilatun fi-d-däri). 

20) Dafs es ein Unbekanntes sei, vgl. Amrulkaised.Slane38. 

Vgl. „Ein Riemen (Amulet) ist zwischen seinen Knö- 
cheln (murassa c atun baina arsägihi): verdorrte Knöchel hat 
er, der einen Hasen sucht." 

21) Dafs es nach laulä stehe. 

Vgl. „Gäbe es nicht Geduld (laulä-stibärun), so würde 
jeder Liebende untergehn, wenn ihre Kcitthierc sich zum 
Fortgehn erhoben haben." 

22) Dafs es nach dem fa des Nachsatzes stehe, vgl. 
Meid. 1, 34. „Wenn ein Waldesel entkommt, so ist ein an- 
derer im Stamm, in dahaba f airun fa c airun fi-r-rahti." 

23) Dafs vor das Indetcrminirte das Läm des Anfangs 
trete (larag'ulun kir'imun). 

24) Dafs es nach dem aussagenden kam stehe. 

Vgl. „Wie viel Tanten von väterlicher und mütterlicher 
Seite hattest du nicht G'arir! Krummbeinige, die für mich 
meine Kamcelc melkten (kam ( ammatin laka)." 

Einer der späteren hat diese Zahl auf 30 und mehr Stellen 
gesteigert. Die, welche ich nicht erwähnt, habe ich ausfallen 



al-mubtada'. 59 

lassen, weil sie sich auf die erwähnten Pralle zurückführen 
lassen, oder weil sie nicht richtig sind. 

„Die ursprüngliche Stellung des Habar ist, daf's es nach- 
stehe; man erlaubt auch die Voranstellung, wenn dieselbe 
nichts schadet." 

Erkl. Ursprünglich ist das Mubtada J voran und das Ila- 
bar nachzustellen; denn das Habar ist hinsichtlich der Be- 
deutung ein Eigenschaftswort des Mubtada 3 und verlangt rich- 
tigerweise nachzustehen, so wie das Eigenschaftswort. Es 
kann vorangestellt werden, wenn keine Undeutlichkeit dadurch 
entsteht. Einige behaupten, dafs die Lehrweise der Küfenser 
die Voranstellung des Habar verwehre, das nach der Schule 
der Basrenser nachgestellt werden könne. Das mufs noch 
untersucht werden. Einige behaupten, dafs die Basrenser und 
Küfenser darin übereinstimmen, Sätze wie „fi därihi zaidun" 
zu erlauben, also sei nicht wahr, dafs die Küfenser die Vor- 
anstellung ganz allgemein verbieten. So sagen einige , und 
darüber schwebt noch die Entscheidung. Freilich verbieten 
die Küfenser bei Fällen wie zaidun ka?imun, zaidun 
käma abühu, und zaidun abühu muntalikun die Voran- 
stellung des Habar; richtiger war's, sie zu erlauben, da nichts 
hindert. Vgl. „gehafst ist der, der dich hafst (mas'nirun man 
jas'na'uka) ; " mas'ntfun ist hier voraufgestelltes Habar. 

Vgl. „Dessen Mutter ist kinderlos, mit dem du allein zu- 
sammentrafst; er verweilt klebend an der Klaue des Löwen 
(kad takilat ummuhu man kunta wahidahu)." 

Hier ist kad takilat ummuhu voraufgestelltes Habar. 

Vgl. „Ich treibe mein Reitthier zu einem Könige (al- 
Walid Ibn c Abd al-Malik Ihn Marwän), dessen Vaters Mutter 
nicht zu Muhärib gehörte; nicht war sie mit Kulaib ver- 
schwägert (ilä malikin mä ummuhu min muhäribin abühu)." 

mä ummuhu min muhäribin ist vorgestelltes Habar. 

Abü-s-Sa c adät Hibatu-1-lahi Ibnu-s'-S'ag'ari der S'arif 
überliefert, dafs die Basrenser und Küfenser übereinstimmend 
das Habar vorauszustellen erlauben, im Fall es einen Satz bil- 
det; doch ist das nicht richtig, wie wir schon oben das Ge- 
gentheil hiervon von den Küfensern berichtet haben. 

„Verwehre dies, wenn die beiden Theile als determinirt 
oder indeterminirt gleich sind, ermangelnd der Erklärung, 



r,(i Das Infangswort. 

ebenso wenn das Verbum Habar ist, oder das Habar im be- 
schränkten Sinn gebraucht wird; ferner wenn dasselbe an 
etwas, das mit dem Lam des Anfangs versehn ist, oder an 
etwas, was die erste Stelle verlangt, angelehnt ist, vgl. „wer 
ist mir Hülfe bringend (man li mungidän)." 

Erkl. Das Ilabar zerfällt in Hinblick auf seine Voran- 
stellung vor das Mubtada 3 und seine Nachstellung in drei 
Fälle: 1) der, in dem die Voranstellung und die Nachstel- 
lung möglich ist, davon haben wir schon gehandelt; 2) der, 
in dem die Nachstellung des Habar nöthig ist; 3) der, in 
dem die Vorausstellung des Habar nöthig ist. Hier handelt 
Verf. über den Fall, der die Nachstellung des Habar noth- 
w endig verlangt, und er erwähnt 5 Puncto : 

1) Dafs beide, Mubtada 5 und Habar, determinirt oder 
indeterminirt seien, geeignet als Mubtada 5 gesetzt zu werden, 
ohne dafs es etwas gäbe, was das Mubtada 5 vom Habar un- 
terschiede, vgl. zaidun ahüka; sagte man hier ahüka zai- 
dun, so würde das Vorangestellte Mubtada 5 werden, da man 
es doch als Habar setzen will, ohne dafs es ein Anzeichen 
davon gäbe. Ist aber ein Anzeichen da, dafs das Yoraufge- 
stellte ein Habar sei, so ist die Voranstellung gestattet, vgl. 
abü jüsufa abü hanifata. Das Habar abü hanifata kann 
hier voraufstehn, da bekannt ist, dafs man den Abü Jüsuf 
mit dem Abü Hanifa vergleicht und nicht umgekehrt. 

Vgl. „Die Söhne unsrer Söhne sind wie unsere Söhne; 
doch unsere Töchter, ihre Kinder sind Nachkommen von fer- 
nen Verwandten (banüna, banü abnä?inä)." 

Bei diesem Verse ist bekannt, dafs die Aussage auf die 
Enkel geht. banüna ist vorgestelltes Habar und banü 
abnä 5 inä nachgestelltes Mubtada 5 . 

2) Dafs das Habar ein Verbum sei, das das Pronomen 
des Mubtada 3 als ein verborgenes in den Nominativ setzt, vgl. 
zaidun käma, wo käma mit seinem supponirten Fä c il ein 
Habar von zaidun ist. liier kann man nicht käma zaidun 
sagen in der Weise, dafs zaidun ein nachgestelltes Mubtada 1 
und das Verbum ein vorgestelltes Habar sei; sondern dann 
ist zaidun Fa'il von käma und der Satz besteht dann nicht 
mehr aus dem Mubtada" und Habar, sondern aus Verbum 



al-mubtada'. ß] 

und Fä c il. Setzt aber das Verbum ein Substantiv in den 
Nominativ, vgl. zaidun käma abühu, so ist die Voranstel- 
lung möglich, vgl. käma abühu zaidun. Wir haben oben 
die Streitfrage hierüber erwähnt. — So ist auch die Voran- 
stellung möglich, wenn das Verbum ein sichtbares Pronomen 
in den Nominativ stellt, vgl. az-zaidäni kämä. Man kann 
hier sagen kämä az-zaidäni. Dann ist az-zaidäni nach- 
gestelltes Mubtada 5 und kämä vorgestelltes Habar. Einige 
verwehren dies. Hiernach wäre des Verf. Rede so zu fassen: 
„wenn das Verbum Habar ist, so verlangt Verf. die nothwen- 
dige Nachstellung des Verbal-Habar in allen Fällen." Jedoch 
ist's nicht so, sondern nur dann ist dies nothwendig, wenn 
das Habar ein Pronomen des Mubtada 3 als ein Verborgenes 
in den Nominativ stellt. 

3) Dafs das Habar durch innamä oder durch illä be- 
schränkt sei, vgl. innamä zaidun kä^imun und mä zai- 
dun illä lpVimun. Hier kann kä^imun nicht vor zaidun 
gestellt werden, nur abnormer Weise kommt dies bei illä vor. 

Vgl. „Fürwahr o Herr, nicht ist aufser bei dir die Hülfe 
zu hoffen gegen sie (hal illä bika an-nasru), und nicht ist 
aufser auf dich Verlafs (hal illä c alaika-l-mu c awwalu)." 

4) Dafs es ein Habar von dem Mubtada 3 sei, vor dem 
das Anfangs -Läm steht, vgl. lazaidun kä'imun, nie kä'i- 
mun lazaidun, denn dem Anfangs-Läm gebührt der erste 
Platz, abnorm ist dann die Voranstellung des Habar. 

Vgl. „Mein Ohm bist du (ijäli Wanta), und wenn G'arir 
Jemandes Ohm ist, erlangt er Hoheit und ist geehrt an Oheimen." 

5) Dafs dem Mubtada 3 die erste Stelle in der Rede ge- 
bühre, vgl. die Fragewörter, wie man li mung'idän, nicht 
li man mung'idän. 

„Bei Fällen wie ( indi dirhamun und li watarun ist 
die Vorausstellung des Habar nothwendig; dasselbe gilt, w r enn 
darauf ein Pronomen zurückgeht, welches einen Theil dessen 
bildet, wovon durch das Habar erklärend ausgesagt wird; 
ferner wenn es nothwendig die erste Stelle verlangt. Vgl. 
„Wo ist der, den du kennst als einen Helfer (aina man c alim- 
tahu nasirän)." Das Habar von dem Beschränkten setze v . 135. 
stets voraus, vgl. „Nichts haben wir aufser die Nachfolge 
des Ahmad (mä lanä illä-ttibä f u ahmada)." 



62 Da? Anfangswort. 

Erkl. Diese Verse behandeln den dritten Abschnitt, näm- 
lich die nothwendige Voraufstellung des Ilabar an vier Stellen: 

1) Wenn das Mubtada 3 ein Indeterminirtes ist, das durch 
nichts anderes möglich gemacht wird; als durch die Voraus- 
Btellung des Habar und das Habar ein Zarf oder G'ärr wa 
Mag'rür ist, vgl. 'indaka rag'ulun und fi-d-däri-mra c a- 
tun. Es stimmen die Syntaktiker und der Sprachgebrauch 
überein, die Nachstellung des Habar dann zu verbieten. Hat 
aber das Indeterminirte einen die Vorausstellung ermöglichen- 
den Grund, so sind beide Fälle möglich; vgl. rag'ulun za- 
rifun c indi und l indi rag'ulun zarifun. 

2) Wenn das Mubtada 3 ein Pronomen umt'afst, das auf 
etwas im Habar zurückgeht, vgl. fi-d-däri sähibuhä. Das 
Pronomen geht auf ad-däru, einen Theil des Habar zurück. 
.Man kann daher nicht sagen sähibuhä fi-d-däri, damit das 
Pronomen nicht auf etwas dem Worte und der Stufe nach 
Nachstehendes sich zurückbeziehe. Verf. sagt eigentlich: es 
ist die Vorausstellung des Habar nothwendig, wenn auf das- 
selbe ein Pronomen vom Mubtada 3 zurückführt. So ist der 
wörtliche Ausdruck des Ibn ( Usfur in einigen seiner Bücher. 
Doch ist dies nicht richtig, denn im erwähnten Beispiel geht 
das Pronomen nur auf einen Theil des Habar, nicht auf das 
Habar selbst zurück. Nothwendig mufs man hier das weg- 
genommene Annectirte in den Worten Verf. c äda c alaihi er- 
gänzen; restituirt: kadä idä ( äda f alä muläbisihi, dann 
wurde das Annectirte nämlich muläbisu Aveggenommen, und 
es trat das Ha, woran es annectirt war, an seine Stelle. 

Vgl. „Ich ehre dich mit Ehrfurcht, und nicht hast du 
Gewalt über mich, aber die Füllung eines Auges ist der Ge- 
liebte desselben." (miPu c ainin habibuhä). 

Es ist eine Streitfrage darüber, ob man Fälle wie da- 
raba gulämuhu zaidan erlauben darf, wiewohl das Pro- 
nomen darin auf etwas dem Worte und der Stufe nach Nach- 
gestelltes geht; doch giebt es, so viel ich weifs, keine 
Streitfrage, Fälle wie sähibuhä fi-d-däri zu verbieten. Der 
Unterschied ist der, dafs bei Fällen wie daraba gulämuhu 
zaidän, das, worauf das Pronomen zurückgeht, und das, wo- 
mit das Pronomen verbunden ist, ein gemeinschaftliches Re- 
gens hat; wohingegen in sähibuhä fi-d-däri das Regens 



al- mubtada'. (J3 

dessen, womit das Pronomen verbunden wird, und das, worauf 
das Pronomen zurückgeht, verschieden ist. 

3) Wenn dem Habar die erste Stelle gebührt, wie aina 
zaidun; man sagt nie zaidun aina, weil das Fragewort 
die erste Stelle haben mufs. 

4) Wenn das Mubtada 3 beschränkt ist, vgl. mä fi-d- 
dari illä zaidun. 

„Die Wegnahme dessen, was bekannt ist, ist ei'laubt, 
wie man sagt „Zaid" nach der Frage: wer ist bei Euch? 
Auch in der Antwort von „wie ist Zaid?" sprich „krank", denn 
von Zaid kann man absehn, da er bekannt ist." 

Erkl. Mubtada 3 und Habar werden vollständig weggenom- 
men, möglicher oder gewisser Weise, wenn darauf etwas hin- 
weist. Hier erwähnt Verf. das möglicher Weise Weggenom- 
mene. Das Habar fällt weg, wenn man nach der Frage „wer ist 
bei Euch (man Sndakumä)?" antwortet: Zaid sei. ist bei uns 
(Mndana). Achnlich ist nach einer Ansicht der Fall: ich ging 
heraus und siehe den Löwen, d. i. und siehe der Löwe 
gegenwärtig, idä-s-sab c u hädirun. 

Vgl. „Wir sind mit dem, was wir, und du mit dem, 
was du hast, zufrieden; doch die Ansicht ist verschieden." 

Das Mubtada 5 fällt weg, wenn du z. B. fragst kaifa 
zaidun, und man antwortet saht hu n, d.h. huwa sahihun. 
Wenn du willst, stellst [du beides klar hin; vgl. Kur. 41, 
46. „Wer wohl handelt, so ist's für seine Seele (falinafsihi) 
und wer übel thut, das Uebel fällt auf sie (fa f alaihä)." Hier kann 
man sagen, so ist sein Guthandeln für seine Seele (fa c amaluhu 
linafsihi) und das Bösehandeln gegen sie (fa^sä/'atuhu c alaihä). 
Bisweilen fällt sowohl Habar als Mubtada'' weg, wenn etwas 
auf sie hinweist; vgl. Kur. 65, 4. „Und diejenigen von 
euren Frauen, welche an ihrer Reinigung verzweifeln, so ist 
wenn ihr zw r eifelt, ihre Zeit drei Monde und diejenigen, 
welche nicht menstruiren, sei. ihre Zeit ist drei Monde." 
Mubtada 5 und Habar fielen weg, da das Voraufgehende 
darauf hinweist, doch wurden sie nur weggenommen, weil 
sie an die Stelle eines Einzelbegriffes treten. Das Natüi'- 
lichste ist, dafs das Weggenommene ein Einzelbegriff sei, 
rest.: al-lä'i lam jahidna kadälika. Am besten ist dieser 



(1 1 Das Anfangswort. 

Fall zu vergleichen mit der Antwort „ja' 4 auf die Frage: ist 
X.iid stehend? ja sei. Zaid ist stehend. 

„Nach laulä ist die Wegnahme des Habar überwiegend 
nothwendig, und bei einem ausdrucklichen Schwur steht dies 
fest; dasselbe gut bei dem Wäw, das den Sinn von ma c a 
ausdrückt, vgl. „jeder Handwerker mit dem, was er betreibt 
(kullu säni'in wamä sana c a);" endlich vor einem Hai, der 
nicht Habar von demjenigen ist, dessen Habar schon im 
Sinne behalten ist, vgl. „Mein Schlagen den Diener, wenn 
er übel thut (darbija-l- c abda musi'iin)" und: „Am vollkom- 
mensten ist mein Erklären die Wahrheit, wenn sie geknüpft 
ist (manütan) an Weisheitssprüche." 

Das Ilabar wird nothwendig an vier Stellen weggelassen; 
1) Wenn es Habar von einem Mubtada 5 ist nacli laulä; 
nur abnormer Weise steht es. 

Vgl. „Wäre nicht dein Vater und vor ihm c Umar ge- 
wesen, würde der Stamm Ma c add dir die Schlüssel überge- 
ben haben (laulä abüka walaulä kablahu f umaru)." 

Verf. erwähnt hier, dafs die Wegnahme nach laulä 
nothwendig sei, aufser in seltenen Fällen. Dies ist eine Lehr- 
weise; eine andere ist, dafs die Wegnahme durchaus nothwen- 
dig, und dafs das dieser Regel widersprechend Vorkommende 
zu erklären sei. Eine dritte Lehrweise ist, dafs das Habar 
entweder ein allgemeines oder ein beschränktes Sein aus- 
drücke; ist es ein allgemeines, so ist die Wegnahme noth- 
wendig; ist's ein beschränktes, kann etwas darauf hinleiten 
oder nicht; vgl. laulä zaidun lakäna kadä = laulä 
zaidun maug-'üdun. Leitet nichts darauf hin, mufs es er- 
wähnt werden, vgl. laulä zaidun muhsinun ilajja ma 
ataitu; führt aber etwas darauf hin, kann man es setzen 
oder wegnehmen, wie wenn man nach der Frage: „Ist 
Zaid wohlthätig gegen dich?" antwortet: „wenn nicht Zaid, 
wäre ich untergegangen (laulä zaidun sei. muhsinun ilajja)." 

Vgl. den Vers des Abü-l- c Alä ;, i-l-Ma ( arri: „Der Schrecken 
vor ihm schmilzt jedes Schwerdt; hielten nicht die Scheiden 
dieselben, würden sie zerfliefsen." 

Diese Lehrweise wählt Verf. in einem anderen Buche. 



al-Mubtada'. 65 

2) Wenn das Mubtada 3 ein ausdrücklicher Schwur ist, 
Vgl. la c amruka la-'af'alanna rest. la c ainruka kasami. Hier 
darf man das Habar nicht ausdrücken. Vgl. ferner jaminu- 
1-lahi la 3 af c alanna rest. jaininu - 1-lahi kasami. Hier 
ist nicht ausschliefslich nothwendig, dafs das Weggenommene 
ein Habar sei, da es Mubtada 3 sein kann, vgl. kasami ja- 
ininu -1-lahi; wogegen bei la c amruka es nothwendig ein 
Habar ist, da das Läm nur vor das Mubtada 3 tritt. Ist das 
Mubtada 3 kein ausdrücklicher Schwur, so ist die Wegnahme des 
Habar nicht nothwendig, vgl. c ahdu- 1-lahi la 3 af ( alanna 
== c ahdu-l-lahi f alajja. f alajja kann wegfallen und ge- 
setzt werden. 

3) Wenn nach dem Mubtada 3 ein Wäw als Ausdruck des 
Mitseins folgt. Vgl. „Jeder Mann mit seinem Landgut", 
kullu rag'ulin wa dai atahu rest. kullu rag'ulin wa dai c a- 
tuhu muktarinäni. Das Habar nach dem Wäw des Mitseins 
ist supponirt. — Man sagt, eine restitutio des Habar sei nicht 
nöthig, denn die Bedeutung sei: jeder Mann ist mit (raa ( a) 
seinem Gute (d. i. Lebenserwerb). Das sei eine vollständige 
Rede, die nicht der restitutio eines Habar bedarf. Diese 
Weise wählte Ibn c Usfür in der Erklärung des Idäh. Ist 
aber das Wäw nicht Ausdruck des Mitseins, wird das Ha- 
bar nicht nothwendiger Weise weggenommen, vgl. zaidun 
wa c amrün kä 3 imäni. 

4) Wenn das Mubtada 3 ein Masdar ist und nach ihm 
ein Häl (Zustandswort) folgt, das die Stelle des Habar ver- 
tritt, ohne geeignet zu sein, als Habar betrachtet zu werden. 
Das Habar fällt nothwendiger Weise fort, da das Zustands- 
wort seine Stelle vertritt, vgl. darbija-l- c abda musi 3 än, 
darbija ist Mubtada 3 , al- c abda sein Regime und mu- 
si 3 än ein Häl, das die Stelle des Habar vertritt. Das Habar 
ist nothwendiger Weise weggnommen ; rest.: darbija-1 ( abda 
idä käna musi 3 än, wenn man das Futurum bezeichnen will, 
und id käna, wenn man das Perfectum darstellt. musi 3 än 
ist Hai eines verborgenen Pronomen in käna, das in c abd 
erklärt ist, idä käna und id käna sind Zeitbestimmungen 
(zarfu-zamanin), die die Stelle des Häbar vertreten. Verf. 
macht aufmerksam, dafs das weggenommene Habar ein sup- 
ponirtes sei, vor dem Häl, das die Stelle des Habar vertritt, 
wie die Erörterung davon voraufging. Verf. wahrt sich vor 

5 



(5(5 Pas Aafaogswort. 

dem l läl. das geeignet wäre, Habar vom erwähnten Mubtada 3 

eu sein, wie man nach al-Aljfas' zaidun ka'imän sagt, zai- 
dun als Muhtada', dessen Habar weggenommen sei, rest.: t_-A- 
bata k;Viman. Dieses Iläl kann als llabar auftreten, vgl. zai- 
dun kä'imun, so dafs nicht das Ilabar nothwendig weg- 
genommen werden niufs, entgegengesetzt dem anderen Beispiel 
darbi ja-1-Sibda musfän. Hier ist das Iläl nicht geeignet 
Habar des voranstehenden Mubtada 3 zu sein, man sagt nicht 
darbi }a-l- c abda musfun, denn dem Schlage wird nicht die 
Eigenschaft beigelegt, dafs er übelthuend sei. Das an dieses 
Masdar Aimectirte geht nach der Regel des Masdar. Vgl. 
atammu tabjinija-1-hakka manutän bilhikami. — 
atammu ist Mubtada 3 , tabjlnija daran annectirt, al-hakka 
pass. obj. zu tabjinija, manutän Hai, das die Stelle des 
llabar vertritt; rest.: atammu tabj inija-1-hakka idä käna 
manutän, oder id käna manutän bilhikami. 

Verf. erwähnt nicht die Stellen, in denen das Mubtada 3 
nothwendig wegfallen mufs, doch in einem anderen Buche 
giebt er vier an. 1) Das Adjectiv, welches zum Nominativ 
abgewandt ist, zu einem Lobe, Tadel oder Mitleid, vgl. ma- 
rartu bizaidin al-karimu. Das Mubtada 3 ist hier noth- 
wendig ausgelassen, rest. huwa-1-karimu. 

2) Dafs das llabar ein solches sei, dafs ihm ein ni ( ma 
oder bi 3 sa speciell zukommt, vgl. ni c ma-r-rag'ulu zaidun 
rest. huwa zaidun. 

3) Redensarten wie al-Färisi sie angiebt. Vgl. „Auf mein 
Gewissen, fürwahr ich will es thun" (fi dimmati la^af'alanna). 
fi dimmati ist llabar eines nothwendig weggefallenen Mub- 
tada', vgl. fi dimmati jaminun, so die ähnlichen Stellen, 
in denen nämlich das Habar den Schwur offen ausdrückt. 

4) Dafs das Habar ein Masdar sei, das die Stelle desVerbum 
vertritt, vgl. sabrun g'amilun = sabri sabrun g'amilun. 

„Man setzt zwei oder mehr Worte als Habar von einem 
(Mubtada 3 ) wie : Sie (sind) Fürsten, Dichter." ' (hum sarätun 
s'u f arä J u). 

Erkl. Die Syntaktiker sind uneins, die Mehrheit des 
Habar von einem Mubtada 3 zu erlauben ohne die Verbin- 
dungspartikel (zaidun kä'imun dähikun). Ein Theil, worun- 
ter Verf., erlaubt dies, gleichviel ob zwei Habar in der Be- 



kana und seine Verwandten. (57 

deutung von einem sind, vgl. „dies ist süfssauer" (hadä hul- 
wun hämidim) oder nicht. Einige behaupten, als Habar stehen 
nie mehrere Worte, aufser wenn die beiden Habar in der Be- 
deutung des eines einzigen stehen; ist dies nicht der Fall, so 
tritt die Verbindungspartikel ein. Kommt etwas ohne Verbin- 
dungspartikel im Arabischen vor, wird ihm ein anderes Mub- 
tada 5 supponirt. Vgl. Kur. 85, 14. 15. „Er ist der Vergebende, 
der Liebreiche, der Besitzer des Thrones, der Gepriesene." 

Vgl. „Wenn Jemand einen Mantel besitzt, so bin ich Avie 
er; mein Mantel ist für den Herbst, Sommer und Winter." 

Vgl. „Er schläft mit einem Augapfel und wahrt sich mit 
dem andern vor dem Tod; er ist wachend, schlafend." (huwa 
jakzänu nä^imu). 

Manche meinen, der Habar dürfe es nie mehrere geben, 
aufser wenn sie von einer Gattung sind, so wenn beide Ha- 
bar EinzelbegrifFe sind, vgl. zaidun LViraun dähikun, 
oder zwei Sätze, vgl. zaidun käma dahika. Ist aber das 
eine ein Einzelbegriff, das andere ein Satz, erlauben sie dies 
nicht. Doch kommen häufig bei den Kurän - Erklärern und 
sonst Fälle vor, wo sie dies erlauben; vgl. Kur. 20, 21. „und 
siehe, da war er (der Stab) eine Schlange, er lief." (fWidä 
hija hajjatun tas c ä). Sie analysiren tas ( a als zweites Habar, 



IX. kana mit seinen Verwandten. 

(käna wa'a/i a wätuhä). 

„kana setzt in den Nominativ das Mubtada 5 als sein 
Nomen, und das Habar in den Accusativ, vgl. ( Umar war ein 
Herr, (kana sajjidan c umaru). Wie käna ist zalla, bäta, 
ad ha, asbaha, am sä, (er war am Tage, bei der Nacht, am 
Vormittag, am Morgen, Abend) auch sära er war, laisa 
er war nicht, zäla er schwand, bariha er wich, fati\a er 
hörte auf und infakka löste sich. Diese vier läfst man fol- 
gen auf etwas, was einer \ erneinung gleicht, oder einer 
Verneinung selbst. Aehnlich wie käna ist däma, wenn mä 
ihm voraufgeht, vgl. „gieb so lange du findest einen Dir- 
ham." — (m;i dumta musibän dirhamän). 

5* 



ßg kann and seine Verwandten. 

Erkl. Verf. behandelt nacli dem Mubtada 3 und Habar 
die Worte, welche die Setzung eines Mubtada 3 aufheben. 
Das sind zwei Klassen: a. Verba und b. Partikeln. Die Verba 
sind: 1) käna mit seinen Verwandten. 2) Die Verba des 
Beinaheseins (af'älu-1-mukärabati) und 3) zanna mit seinen 
Verwandten. Die Partikeln sind: 1) mä mit seinen Verwand- 
ten, 2) lä zur Verneinung der Gattung und 3) inna mit 
seinen Verwandten. Verf. beginnt mit der Erwähnung von 
kana und seinen Verwandten. Dies sind alles Verba aner- 
kannter Weise aufser laisa. Die Mehrzahl behauptet, laisa sei 
ein Vcrbum; al-Färisi in einer seiner beiden Meinungen, und 
Abu Bakr Ibn S'ukair behaupten, es sei eine Partikel. Es 
setzt das Mubtada' in den Nominativ, das Habar in den Accusativ. 
Das in den Nominativ Gestellte heilst sein Nomen, das in den 
Aeeusativ Gestellte sein Habar. Diese Verba zerfallen in zwei 
Klassen: 1) in die, welche diese Rection ohne alle Bedingung 
haben, und 2) in die, welche sie nur bedingungsweise haben. 
Bei diesen letzteren giebt es wieder zwei Unterabtheilungen. 

1) Die bei deren Rection zur Bedingung gesetzt ist, dafs 
ihnen eine wirkliche Negation oder eine supponirte, oder we- 
nigstens etwas einer Negation ähnliches voraufgeht, das sind 
vier: zäla, bariha, fati^a, infakka, vgl. mä zäla zaidun 
kiVimän. Hier geht eine wirkliche Negation vorauf. Vgl. Eine 
supponirte Partikel geht vorauf in Kur. 12, 85. „Bei Gott, 
du hörst auf Josef zu erwähnen, d. i. du hörst nicht auf'' 
(tafta 3 u für lä tafta 3 u). Die Negation wird nur bei dem 
Schwur regelrecht weggenommen, wie im erwähnten Kurän- 
vers; abnormer Weise aber auch ohne Schwur. 

Vgl. „Ich höre auf Ich höre nicht auf, so lange Gott 
mein Volk bestehn läfst, Gott zu danken, mich umgürtend, 
ein edles Rofs reitend." (abrahu für lä abrahu). 

Er will hiermit sagen, dafs er (Hadäs' Ibn Zuhair) nicht 
aufhört, andere entbehren zu können, so lange ihm sein Volk 
bleibt. Dies ist die beste Auslegungsweise. 

Ein Beispiel, wo ein der Negation ähnliches d. i. die 
\ erweigerung, (vgl. lä tazal) voraufgeht, ist: 

Vgl. „Ö Genofs, schürze dich, nicht höre auf, des To- 
des zu gedenken; ihn zu vergessen, ist ein offenbarer Irrthum." 



käna wa'aAawätuhä. (>9 

Ferner der Anruf wie: lä jazälu-1-lahu muhsinän Haiku. 

Vgl. „Merk auf, o magst du wohl behalten bleiben 
Haus von Maija trotz des Verfalls, nicht höre auf der Re- 
gengufs sich zu ergiefsen auf deine Sandwälle." 

2) Das Verbum, welches als Bedingung seiner Rection 
verlangt, dafs ihm mä, das Masdar- und Zarfartige voraufgeht 

— d. i. däma, vgl. mä dumta — muddata dawämika, 
vgl. Kur. 19, 32. „Er hat mir aufgetragen zu beten und 
Almosen zu geben, so lange ich lebe" (mä dumtu hajjän). 

Die Bedeutung von zalla ist das Qualificirtsein des Sub- 
jeets mit der Aussage am Tage, bäta hingegen bei Nacht, 
adhä am Vormittag, asbaha am Morgen, am sä am Abend, 
sära ist das Uebergehn von einer Eigenschaft zu einer an- 
deren. Die Bedeutung von laisa ist die Verneinung; ohne 
nähere Bestimmung dient es zur Verneinung des Gegenwärti- 
gen, (laisa zaidun kä'imän d. i. aläna) bei der näheren Be- 
stimmung der Zeit aber nach Mafsgabe. Die Bedeutung von 
mä zäla ist, dafs die Aussage unauflöslich mit dem Subject 
nach der Mafsgabe, die der Zustand verlangt, verbunden sei 

- ausharren, bleiben, feststehn. 

„Das nicht im Perfect Stehende regiert bisweilen gleich 
ihm, wenn das Nicht-Perfectum davon im Gebrauch ist." 

Diese Verba zerfallen in zwei Klassen: 1) Die, welche 
die vollständige Flexion haben, dies sind alle aufser laisa 
und däma. — 2) Die, welche die vollständige Flexion nicht 
haben, laisa und däma. Bei den Verben, die die voll- 
ständige Flexion haben, macht der Verf. darauf aufmerk- 
sam, dafs das Nicht-Perfectum von ihm. nämlich das Imper- 
fectum, die Rection Perfecti hat, Kur. 2, 17., „es ist (jakunu) 
der Gesandte für Euch Zeuge"; ebenso der Imperativ u. Part. act. 
Vgl. „Nicht ist jeder, der Freundlichkeit zeigt, seiend 
dein Bruder, wenn du ihn nicht triffst, dir Hülfe bringend. * 
(käMnän ahäka). 

So verhält sich auch das Masdar. Man streitet über 
das defective käna, ob es ein Masdar habe: doch richtig ist, 
dafs es ein solches hat. 

Vgl. „Durch Geschenke und Milde herrscht der Mann 
in seinem Stamm, und es zu sein, ist dir leicht." (kaunuka ijjähu). 



Iten. 

Nur di<; unvoll.-tändigo Fh-xion hat däma und lai.-a 

uii'l von denen, fiir ihren Anwendung die Negation und 

ichen Bedingung ist, d. h. von zäla und seinen 

\ . gebraucht man weder den Imperativ noch das 

ir. 

„Bei allen di< - \ . laube. da.- Ilabar in die 

zu .stellen, doch ▼erwehrt ein jeder, dasselbe bei däma 
voran- zu stellen." 

ErkL P2s ist bei diesen \ erben nicht nothwendig, die 
Habar dem Nomen vor oder nachzustellen, man kann sie in 
die Mitte, d. h. zwischen Verbum und Nomen setzen, vgl. 
folgende Beispiele: käna fl-d-diri s&hibuhft. Hier darf das 
Nomen nicht vorgestellt werden wegen des Pronomen, das 
sieb dann auf etwa- der Rangordnung und dem Worte nach 
Nu').. beziehen würde. Vgl. käna ahi rafiki, wo 

rafiki nicht vorgestellt werden darf, da sonst die syntakti- 

Anordnung dunkel wäre. Vgl. käna kä J iinän zai- 
dun. Hier tritt das Habar in die Mitte. Vgl. Kur. 30, 46. 
Pflicht für uns die Hülfe der Gläubigen." So 
erlauben auch die übrigen Verba, sowohl die vollständig 
flectirbaren als die nicht vollständig flectirbaren, das Habar 
unter den erwähnten Bedingungen in die Mitte zu stellen. Der 
Verf. I berichtet eine Meinungsverschiedenheit über 

die erlaubte Vorstellung des Ilabar von laisa vor das No- 
men; richtig ist, es zu erlauben. 

\ gl. „Frage, wenn du unkundig bist, die Menschen nach 
uii- und nach ihnen, denn nicht ist gleich ein Wissender und 
ein Unkundiger." (falaisa sawä'än 'älimun wag'ahi'du). 

Ihn Mu'ti behauptet, dafs das Ilabar von däma dem 
Nomen nicht voraufgeht, doch richtig i.-t, dies zu erlauben. 

Vgl. ..Keine Lust hat das Leben, so lange seine Freu- 
den verkümmert sind durch das Gedenken an Tod und Alter." 

Xcri'. deutet an, dafs alle Araber oder alle Syntaktiker das 
Habar von däma demselben voraufzustellen verwehren. Meint 
Verf. damit, dafs man das Habar von däma nicht vor mä, 
das mit däma stets verbunden ist, stellen kann, so ist dies 
zuzugeben. Will er aber sagen, dafs sie verbieten, es vor 
däma allein voraufzustellen, und so fafst es sein Sohn, so 
od des Zweifel-. Die natürliche Auffas- 



käna wa'a//awütuliu. 71 

sang ist, dafs die Voraufstcllung des Habar von däma vor 
däma allein nicht verboten ist, vgl. lä ashabuka mä kä J i- 
män däma zaidun. 

„So verhält es sich auch mit der Vorausstellung eines 
Habar vor mä der Verneinung; setze es so, dafs ihm etwas 
folgt, nicht, dafs es folgt." 

Erkl. Es ist nicht möglich, dafs das Habar dem mä 
der Verneinung voraufgeht. Hier sind zwei Fälle zu un- 
terscheiden. 

1) Der, in dem die Verneinung Bedingung der Rection 
ist, vgl. mä zäla. Hier kann man das Habar nicht vorstel- 
len, wiewohl dies Ihn Kaisän und an-Nahhäs erlauben. 

2) Der, in dem die Verneinung nicht Bedingung zur 
Rection ist; auch hier ist die Voranstellung nur von einigen 
gestattet. Der mittelbare Sinn Verf's. ist: wenn die Verneinung 
durch etwas anderes als mä bewirkt wird, ist die Voranstel- 
lung möglich, wiewohl auch dies manche verbieten. Ferner 
ergiebt der mittelbare Sinn, dafs man das Habar vor das 
Verbum allein setzen kann, wenn die Verneinung durch mä 
stattfindet, vgl. mä kä > imän zäla zaidun. 

„Es ist gewählt, zu verwehren, dafs ein Habar von laisa v . 150. 
voraufgehe. Das vollständige Verbum ist dasjenige, welches 
sich mit einer Nominativsetzung begnügt. Die anderen sind 
defectiv und die defective Behandlung in fati'a, laisa, zäla 
wird immer befolgt." 

Erkl. Die Syntaktiker sind uneins, die Vorausstellung 
des Habar von laisa vor dasselbe zu erlauben. Die Küfenser, 
al-Mubarrad, az-Zag'g'äg' und Ibnu-s-Sarräg' wie auch viele 
späteren, worunter Verf., verweigern es; Abu c Ali al-Färisi 
und Ibn Burhan erlauben es, vgl. kä^imän laisa zaidun. 
Man streitet über die Ueberlieferung von Sibawaihi. Einige 
führen auf ihn die Erlaubnifs, andere die Verwehrung zu- 
rück. Doch kommt im Arabischen kein Fall vor, wo das 
Habar von laisa offenbar voraufgestellt wird, sondern nur 
Fälle, in denen die Vorausstellung des Regime des Ha- 
bar stattfindet, vgl. Kur. 11, 11. „Merkt auf am Tage, 
wenn (die Strafe) sie erreicht, wird nicht sein (die Strafe) 
von ihnen abgewendet" (alä jauina ja^tihim laisa masrüfän 



72 ktaa und seine Verwandten. 

c anhum). Dieses Beispiel führt der für sich an, welcher die 
Yorausstcllung des Habar vor laisa erlaubt, doch darauf 
mufs man enviedern, dafs jauma j a'tihim das Regime des 
Habar (masrüfan) ist und somit geht es dem laisa vorauf. 
Nun behauptet er, das Regime geht nicht vorauf, aufser wo 
das Regens voraufgehn kann. — Diese Verba zerfallen in 
zwei Klassen: 1) die, welche vollständig und defectiv sind, 
und 2) die, Avelche nur defectiv sind. Vollständig sind die, 
welche sich mit dem in den Nominativ Gesetzten begnügen, de- 
fectiv die, welche sich nicht mit dem in den Nominativ Ge- 
setzten begnügen, sondern ein in den Accusativ Gesetztes ver- 
langen. Alle erwähnten Verba können als vollständig behan- 
delt Averden, aufser fatPa, zäla imperf. jazälu, d. h. nicht 
zäla imperf. jazülu, welches vollständig ist. Vgl. zälat 
as'-s'amsu (es schwand die Sonne); endlich laisa, denn es 
wird nur defectiv gebraucht. 

Vgl. Beispiele von dem vollständigen Verbum Kur. 2, 
280. „Wenn es giebt einen in schwierigen Umständen (in käna 
du c usratin), so ist Frist bis zum Wohlstand," d. i. wenn ge- 
funden wird. Ferner: 11, 109. „Ewig darin zu bleiben, so 
lange Himmel und Erde währt" (mä dämati-s-samäwätu wa-1- 
ardu). 30, 16. „Preist Gott am Abend und am Morgen" (hina 
tumsüna wahina tusbihüna). 

„Das Regime des Habar geht dem Habar nicht vor- 
auf, aufser wenn dasselbe als Zarf, (Zeitbestimmung) oder 
als G'ärr wa Magrür (Praeposition mit ihrem Anhang) vor- 
kommt." 

Erkl. Es kann dem käna und seinen Verwandten das 
Regime des Habar nicht voraufgehn, wenn es nicht ein 
Zarf oder ein G'ärr wa Mag'rür ist; dies umfafst zwei 
Fälle: 1) Dafs das Regime allein dem Nomen voraufgeht 
und das Habar dem Nomen nachgestellt sei, käna ta c ämaka 
zaidun äkilän. — Dies ist bei den Basrensern verboten, 
bei den Küfensern aber erlaubt. 

2) Dafs das Regime und das Habar dem Nomen vor- 
aufgehe und das Regime dem Habar vorausgehe, käna 
ta ( ämaka äkilan zaidun. Das ist nach Sibawaihi verbo- 
ten, doch erlauben es einige Basrenser. — Aus den Worten 
Verf's. geht hervor, dafs wenn das Habar mit seinem Re- 



käna wa'a/*awätuliä. 73 

gime dem Nomen voraufgeht und das Habar vor dem 
Regime steht, der fragliche Punct möglich ist, denn nicht 
schliefst sich dann dem käna das Regime seines Habar an, so 
dafs man sagt käna äkilän ta c ämaka zaidun; nicht ver- 
wehren dies die Basrenser. — Ist das Regime ein 
Zarf oder G'ärr wa Mag'rür, kann es unmittelbar nach käna 
gesetzt werden bei den Basrensern und den Küfensern (käna 
( indaka zaidun mukimän). 

„Das Pronomen des Sachverhältnisses (Pamiru-s'-s'ä-'n) 
intendire als Nomen, wenn das offen hervortretende Pronomen 
den Gedanken erzeugt, dafs es nicht möglich sei." 

Erkl. Wenn im Arabischen etwas vorkommt, Avas zu- 
nächst so zu betrachten wäre, dafs dem käna und seinen 
Verwandten das Regime seines Habar sich anschliefse, deute 
es danach, dafs in käna ein Pronomen verborgen liege, und 
dafs dies das Pronomen des Sachverhältnisses sei. 

Vgl. „(Sie sind wie) Igel, welche um ihre Häuser lau- 
fen, darum, dafs f Atijja (Bruder des G'arür) sie daran 
gewöhnt hatte." (bimä käna ijjähum f atijjatu c awwadä). 

Dies läfst sich erklären, dafs in käna ein verborgenes 
Pronomen sei, nämlich das Pronomen des Sachverhältnisses 
(Pamiru-s'-s'ä ;> n) und dies sei das Nomen von käna; also rest. 
bimä käna huwa ai as D -s'änu. c atijjatu ist dann Mubtada 5 
und c awwada sein Habar, ijjähum Regime von c awwada. 
Der aus Mubtadä* und Habar bestehende Satz ist Habar 
von käna. Somit steht hier nicht zwischen käna und seinem 
Nomen das Regime des Habar, denn das Nomen von käna 
ist ein Pronomen vor dem Regime. 

Vgl. „Sie waren am Morgen so, dafs die Dattelkerne 
den Lagerplatz bedeckten, nicht aber alle Kerne wex-fen die 
Armen weg." (wa laisa kulla-n-nawä tulki-1-masäkinu , rest. 
laisa huwa ai as'-s'änu). Das Pamiru-s'-s'ä-'n ist Nomen von 
laisa, kulla-n-nawä im Acc. durch tulki und tulki-1-ma- 
säkinu ein Verbum mit Subject als Habar von laisa. 

„Bisweilen wird käna pleonastisch zu einer Füllung ge- 
setzt, vgl. wie richtig ist die Wissenschaft der Früheren." 
(mä käna asahha ( ilma man takaddama). 



7 | k;ui;i mit seinen Verwandten. 

Verf. behandelt hier den dritten Abschnitt, nämlich das 
pleonastische kana. lbn c Usfür bemerkt, dafs käna plconastisch 
Btehe /wischen zwei eng zusammenhängenden Dingen wie 
Mnhtaila' und riabar (zaidnn kana kä'imun); zwischen Verbum 
und dem von ihm in den Nominativ Gesetzten (lam jüg'ad kana 
mitluka); zwischen Sila (Verbindungswort) und Mausül (dem 
Verbundenen) (g'ä'a-lladi kana akramtuhu); zwischen Siia 
(Beschreibungswort) und Mausüf (dem Beschriebenen) (ma- 
rartu birag'ulin kana ka'imin). Dies kann man aus der allge- 
meinen Ausdrucksweise des Verf. abnehmen. — Jedoch steht 
es regelmäßig plconastisch nur zwischen mä und dem Ver- 
bum der Verwunderung. Von seiner pleonastischen Stellung 
zwischen anderen hört man nur, plconastisch stehe es zwi- 
schen Verbum und dem von ihm in den Nominativ Gestellten. 
Vgl. „Es gebar Fätima, Tochter des Hurs'ub, den Kalama; 
unter den Söhnen des ( Abs wird keiner gefunden, der treff- 
licher war." (lam jug'ad käna afdalu minhum). 

Auch hört man es pleonastisch zwischen der Sifa und 
dem Mausüf. 

Vgl. „Wie aber dann, wenn ich vorübergehe an der 
Wohnung eines Stammes und Nachbarn von uns, die edel 
sind?" (wag'iränin lanä känü kirämi). 

Abnorm ist die pleonastische Stellung von käna zwi- 
schen der Präposition und ihrem Anhang. 

Vgl. „Die Fürsten von den Söhnen Abu Bakr's stritten 
an hohem Sitz auf ausgezeichneten edlen arabischen Rossen." 
(tasamä c alä käna-l-musawwamati-l- ( iräbi). 

Meistens steht käna pleonastisch im Perfectum, abnorm 
im Imperfectum. 

Vgl. „Du bist ein preislicher Edler, wenn ein feuch- 
ter Nordwind weht." (anta takünu mäg'idun). 

,,Man nimmt käna weg, läfst aber das riabar stehn, 
nach in und lau ist dies häufig bekannt." 

Erkl. Oft nimmt man käna weg und läfst sein Ha- 
bar stehn. 

Vgl. „Was gesagt ist, ist gesagt, mag es Wahrheit sein 



käna wa'a/mwätuhä. 75 

oder Lüge: wozu dient deine Entschuldigung von etwas Hin- 
gesagtem?" (in sidkän wa 5 m kadibän). 

So auch nach lau, vgl. „komm zu mir mit einem lieit- 
thier, wenn es auch ein Esel ist" (walau himärän). — Ab- 
norm ist ferner die Wegnahme desselben nach ladun, vgl. 
„Von der Zeit, wo die Kameeistute den Schwanz aufhob 
(min ladu s'aulän), bis dafs sie Junge hatte." 

„Nach an wird immer mä für käna stellvertretend ge- 
setzt; vgl. „darum, dafs du fromm bist, rühme dich." (ammä 
anta barran). 

Erkl. käna wird weggenommen nach dem Masdararti- 
gen an und an seine Stelle tritt mä, doch bleibt sein Nomen 
und sein Habar, vgl. das angeführte Beispiel, in dem kunta 
wegfällt, doch das von ihm getrennte Pronomen (anta) bleibt. 

Vgl. „O Abu Huräs'a, was anbetrifft, dafs dir ein zahl- 
reicher Stamm (ammä anta da nafarin): fürwahr auch mei- 
nen Stamm frafsen die Hyänen nicht." 

Man darf käna und mä nicht zusammenbringen, da das 
letztere das erstere vertritt, und man das Vertretende und 
das Vertretene nicht zusammenbringen kann, wiewohl al-Mu- 
barrad dies erlaubt. Man hört im Arabischen keinen Falb 
dafs käna weggenommen und mä an seine Stelle getreten, 
doch sein Nomen und Habar geblieben w 7 äre, aufser wenn 
das Nomen von käna ein Pronomen der zweiten Person ist. 
Man hört es weder mit dem Pronomen der ersten Person, 
noch mit einem Substantiv; doch wäre regelrecht, es ebenso 
wie beim Pronomen der zweiten Person zu erlauben. Siba- 
waihi giebt in seinem Buche das Beispiel ammä zaidun 
dähibän. 

„Von dem g'azmirten Imperfectum von käna wird Nun 
weggenommen; doch ist das eine Wegnahme, die grade nicht 
nothwendig ist." 

Erkl. Setzt man käna in's Imperfectum, j a k ün u, so nimmt 
man bei der g'azmirten Form das Damm. Dann stofsen zwei ru- 
hende Buchstaben zusammen: daher wird Wäw wegen des Zu- 
sammenstofses weggenommen, die Form wird also jakun. Die 
Regel verlangte, dafs nun weiter nichts weggenommen würde, doch 



76 kana mit seinen Verwandten. 

nehmen einige das Nun zur Erleichterung weg, wegen des 
häufigen Gebrauchs, vgl. lam jaku. Diese Wegnahme ist 
erlaubt, nicht nothwendig. Sibawaihi'a Lehrweise und die 
seiner Anhänger ist, dafs dieses Nun nicht beim Zusammen- 
treffen mit einem ruhenden Buchstaben weggenommen werde, 
man sage nicht lam jaku-r- rag'ulu ka?iman, wiewohl Jünus 
dies erlaubt. So wird abnormer Weise gelesen lam jaku- 
11 ad in a kafarü. Trifft es aber mit einem vocalisirten Con- 
sonanten zusammen, dann sind nur die beiden Fälle möglich, 
dafs dieser vocalisirte Buchstabe ein Suffix sei oder nicht. Ist's 
ein Suffix, wird allgemein das Nun nicht weggenommen, vgl. 
die Worte des Propheten zu ( Umar wegen des Ihn Sajjad: 
„wenn er es ist (in jakunhu), wird dir keine Macht über ihn 
verliehn; ist er es nicht, frommt es dir nicht, ihn zu tödten." 
Hier ist die Wegnahme des Nun nicht erlaubt. Ist es aber 
nicht ein Suffix, kann man es wegnehmen oder stehen lassen. 
Der natürliche Sinn des Verf's. wäre, dafs kein Unterschied 
hierbei stattfinde, ob kana das Defective oder das Vollständige 
sei, vgl. Kur. 4, 44. „Wenn eine gute Handlung stattfindet, in 
taku hasanatun, vervielfacht er sie (d. i. ihren Lohn)." 



X. Abschnitt über mä, la, lata und inna, welche 
dem laisa ähnlich sind. 

(inä, lä, lata, inna). 

„Wie laisa läfst man auch mä regieren ohne in bei 
dem Bleiben der Negation und der Anordnung, wie be- 
kannt ist. Das Voraufgehn der Praeposition oder des Zarf 
erlauben die Gelehrten. Vgl. „Nicht beschäftigst du dich mit 
mir." (mä bi anta ma c nijjän). 

Erkl. In diesem Abschnitt erwähnt Verf. den Theii der 
das Mubtada 3 vernichtenden Partikeln, welche die Eection 
von käna haben, d. i. mä, la, lata, inna. — mä regiert nach 
der Kegel der Tamimiten nichts, wie man sagt mä zaidun 
ktVimun. Es ist ohne Kection, weil es eine Partikel ist, die 
sich nicht speciell zutheilen läfst, indem es vor das Nomen 
und vor das Verbum tritt. Was aber nicht speciell zu einem 



mä, lä, lata. inna. 77 

Thcil gehört, dessen Regel ist, dafs es nicht regiere. Die 
Hig'äziten liingegen geben ihm eine Rection, ähnlich der von 
laisa, weil es ihm darin gleicht, dafs es zur Verneinung des 
Gegenwärtigen, ohne nähere Bestimmung dient. Man setzt 
das Nomen in den Nominativ und das Habar in den Accusativ. 

Vgl. „Ihre (der Schaar) Jünglinge umgeben ihre Väter 
mit grollender Brust, und nicht sind sie wahrhaft ihre Kin- 
der" (mä humü aulädahä). 

Doch hat nach ihnen mä nur unter Bedingungen diese 
Kection, von denen Verf. vier erwähnt : 

1) Dafs nach ihm nicht in pleonastisch steht, in diesem 
Fall ist die Rection nichtig; vgl. mä in zaidun kä'imun, kä'i- 
mun im Nominativ, der Accusativ ist nicht erlaubt, wiewohl 
einige es gestatten. 

2) Dafs die Negation nicht durch illä aufgehoben wird, 
vgl. mä zaidun illä ka-'imun, im Gegensatz zu einigen, die 
es erlauben. 

3) Dafs sein Habar nicht seinem Nomen vorausgeht, ohne 
ein Zarf oder G'ärr wa Mag'rür zu sein. Geht es vorauf, so ist der 
Nominativ nothwendig, mä kä^imun zaidun; darüber streitet 
man. Ist aber das Habar ein Zarf oder G'ärr wa Mag'rür, 
geht es vorauf. Vgl. mä fi-d-däri zaidun, mä ( indaka 
c amrün. Man streitet dann über mä, ob es regiere oder nicht. 
Derjenige, welcher es als regierend setzt, sagt, dafs das Zarf 
oder G'ärr wa Mag'rür von mä im Accusativ stehe. Doch 
wer es nicht regieren läfst, sagt, dafs beide an der Stelle des 
Nominativ stehn, weil jedes von beiden Habar des nachfolgenden 
Mul>tada J sei. Das zweite ist auch der natürliche Sinn 
des Verf., denn er bedingt für die Rection des mä, dafs 
Mubtada J und Habar nach mä in der Ordnung, welche be- 
kannt ist, folgt; nämlich, dafs das Mubtada 5 voran und das 
Habar nachgestellt sei. Die Folgerung davon ist also, dafs 
wenn das Habar voraufgellt, mä nichts regiert, gleichviel, ob 
das Habar ein Zarf oder G'ärr wa Mag'rür ist oder nicht. 
Dies hat er in einem anderen Buche dargestellt. 

4) Dafs das Regime des Habar nicht dem Nomen 
voraufgehe, es müfste denn ein Zarf oder G'ärr wa Mag'rür 
sein. Geht es vorauf, verfällt die Rection, vgl. mä ta'ämaka 
zaidun äkilun. äkilun kann hier nicht im Accusativ stehn, 



j g niä. l;i. lata. inna. 

und wer die Rection doch gestattet, wiewohl das Ilabar vor- 
aufgeht, erlaubt das Bleiben der Rection bei dem Voraufgehn 
des Regime nach dem Schlüsse a potiori wegen der Nach- 
Btellung des Habar. Auch sagt man, dies sei nicht nöthig 
(anzunehmen) wegen der in dem Regieren -lassen bei dem 
Voraufgehen des Regime liegenden Trennung zwischen der 
Partikel mä und ihrem Regime. Dies findet nicht bei dem 
Voraufgang des Ilabar statt. Ist das Regime ein Zarf oder 
Gr'ärr \\;i Mag'rür, so ist die Rection von mä nicht kraftlos, 
vgl. mä 'indaka zaidnn mukimän, denn mit dem Zarf und 
dem (i'ärr \\ a Mag'rür nimmt man sich Freiheiten, die man 
sich sonst nicht erlaubt. Diese Bedingung läfst sich abneh- 
men aus den Worten des Verf., weil er die Erlaubnifs, das 
Regime des Ilabar voraufzustellen, auf den Fall beschränkt, 
dafa das Regime ein Zai-f oder G'arr wa Mag'rür sei. 

5) Dafs mä nicht wiederholt werde; wird es wiederholt, 
ist die Rection kraftlos, vgl. mä mä zaidun kä?imun. Das 
erste ist verneinend, und das zweite verneint die verneinende 
Kraft der Negation, so bleibt es Position, also kann kä^imun 
nicht im Accusativ stehn. 

6) Dafs nicht ein afflrmirtes Wort an die Stelle des Ha- 
bar von mä gesetzt wird; steht es, ist die Rection kraftlos, 
vgl. mä zaidun bis'aPin illä s'aPun lä j^ba'u bihi == 
„Nicht ist Zaid etwas aufser etwas, um das man sich nicht 
kümmert." bis'aPin steht an der Stelle des Nominativs als 
Habar vom Mubtada\ das zaidun ist. Nicht kann es an der Stelle 
des Accusativ als Habar von mä stehn. Einige erlauben dies. 

Sibawaihi's Meinung in diesem fraglichen Punct erträgt 
beide Auf fässungs weisen, erstlich die Bedingung zu stellen, 
dafs kein afflrmirtes Wort an die Stelle des Habar trete, und 
zweitens, dafs diese Bedingung nicht nöthig sei. Denn nach obi- 
gem Beispiel sagt er: „beide Ausdrucksweisen (nach mä seil., 
die der Ilig'äziten und die der Tamimiten) sind gleich." Nun 
streiten die Ausleger, worauf sich dieser Ausspruch beziehe. 
Die Einen sagen, es gehe auf das Nomen, das vor illä steht; 
er meine damit, das mä habe darauf keine Rectionskraft und 
beide Ausdrucksweisen stimmen überein, dafs es im Nomina- 
tiv stehe. Das sind diejenigen, welche für die Rection von 
mä bedingen, dafs nicht etwas Afflrmirtes an die Stelle sei- 
nes (erst negativen) Habar gesetzt werde. Andere behaupten, 



ma. 1;\. lata, imia. 71) 

dies beziehe sich auf das Nomen, welches nach illä steht. 
Die Meinung sei, dafs es im Nominativ stehe, gleichviel, 
ob mä als das Hig'äzitische oder Tamimitische gesetzt wird. 
Dies behaupten die, welche zur Kection von ma nicht bedin- 
gen, dafs kein affirmirtes Wort an die Stelle seines Habar 
trete. Die Rechtfertigung jeder dieser Lehrweisen und das 
Ueberwiegen- lassen des von beiden Gewählten, nämlich des 
zweiten, pafst nicht in dieses kurze Compendium. 

„Halte dich an den Nominativ eines durch läkin und 
bal Verbundenen (ma c tüf), nach dem durch ma in den Accu- 
sativ gesetzten Wort, überall wo es eintritt." 

Erkl. Wenn nach dem Habar von mä ein Verbundenes 
vorkommt, mufs es entweder die Affirmation fordern oder nicht. 
Fordert es die Affirmation, ist der Nominativ des nach ihm 
stehenden Nomen allein nothwendig, d. i. nach bal und lä- 
kin, vgl. mä zaidun kä^imän läkin kä c idun, da das Wort 
Habar eines weggefallenen Anfangsworts ist; rest. läkin huwa 
käldun. Hier ist der Accusativ von kä c idun als Verbin- 
dung zum Habar nicht möglich, denn mä agirt nicht auf das 
Affirmirte. — Verlangt die verbindende Partikel nicht die Affir- 
mation wie wa, so ist Nominativ und Accusativ möglich, 
doch gewählt ist der Accusativ, wiewohl auch möglich der 
Nominativ, mä zaidun kä^imän walä kä c idän. Da Verf. 
die Notwendigkeit des Nominativ speciell auf den Fall be- 
schränkt, wenn das Nomen nach bal oder lakin steht, so 
ist abzunehmen, dafs der Nominativ nach anderen nicht noth- 
wendig ist. 

„Nach mä und laisa regiert bi den Genitiv des Habar 
und nach lä und der Verneinung von käna steht das Habar 
bisweilen im Genitiv." 

Häufig wird das bi in dem durch laisa und mä negir- 
ten Habar hinzugefügt, vgl. Kur. 3ü, 37. „Ist nicht Gott ge- 
nügend (mä rabbuka bikäfin) seinem Knecht; 39, 38. , ; Ist nicht 
Gott mächtig, Besitzer der Rache; 11, 123. oder 27, 95.*) 
„Nicht ist dein Herr unbekümmert um das, was sie thun'-; 
3, 178. „Nicht ist Gott ungerecht gegen seinen Diener". Es 



") In dieser Stelle steht im A'uran ed. Fluegel talamüna. 



80 Okk. 1;\. lata, iinia. 

ist zur pleonastischcn Stellung des l>i nicht spccicll nothwen- 
dig, dafa daa mä das hig'&zitische sei, wiewohl dies Einige 
ineinen, Bondern es stellt nach diesem sowohl als nach dem tami- 
mitischen. Sibawaihi und al-FarnV berichten das pleonastische 
bi nach mä von den Tamimiten. Man braucht diejenigen gar 
nicht zu beachten, die das verwehren: es findet sich bei den 
Dichtern. Schwankend ist die Ansicht von al-Färisi; einmal 
Bagt er, es stehe nur pleonastisch nach dem hig'äzitischen 
mä und ein andermal sagt er, es stehe pleonastisch im ver- 
neinten Habar, auch kommt das pleonastische bi im Habar 
von 1 ä vor. 

\ gl. „Sei mein Fürsprecher am Tage, wo kein Für- 
sprecher das geringste hilft (bimugnin), dem Sawäd Ibn Kärib." 

Ferner steht es im Habar des durch lam verneinten käna. 

Vgl. „Wenn die Hände ausgestreckt werden nach der 
Reisekost, gehöre ich nicht zu den Eiligsten (bia ( g'alihim) von 
ihnen, da der Gierigste der Eiligste ist." 

„Auf indeterminirte Worte bekommt lä dieselbe Rection 
wie laisa. Auch haben lata und in diese Rection. Nicht 
hat lata irgend eine Rection, aufser auf eine Zeit. Die Weg- 
nahme des in den Nominativ Gesetzten ist häufig, das Ge- 
gentheil selten." 

Verf. behandelt jetzt lä, lata und in. Der Hig'äziten 
Lehrweisc bei lä ist, dafs es wie laisa regiere, der Tamimi- 
ten aber, dafs es nicht regiere; doch regiertes auch bei den 
Hig'äziten nur unter drei Bedingungen: 

1 ) Müssen Nomen und Habar zwei indetex-minirte 
Worte sein. 

Vgl. „Tröste dich! nicht ist etwas auf der Erde blei- 
bend und keine Zuflucht sichernd vor dem, was Gott be- 
stimmt." (lä s'aPun f alä-l-ardi bäkijän). 

Vgl. „Ich half dir, da du keinen Genossen hattest als 
einen treulosen, so dafs du aufgenommen wurdest in eine 
Burg, die durch Bewaffnete fest bewahrt ist." (id lä sähibun 
gaira hädilin). 

Manche meinen, lä habe auch auf determinirte Worte 
Rection, vgl. Näbiga: „Sie erschien in der Weise einer 
Liebenden; als ich ihr folgte, entfloh sie, und liefs den Wunsch 



lrut. lä, lata, inna. gj 

in meinem Herzen. Sie setzte sich fest mitten im Herzen, 
ich begehrte nichts aufser ihr und liefs nicht ab von ihrer 
Liebe." (lä anä bägijän siwähä). 

Verf. widerspricht sich in Betreff dieses Verses, einmal 
sagt er, er sei durch Deutung zu erklären, ein andermal sagt 
er, dafs die analoge Behandlungsweise erlaubt sei. 

2) Darf sein Habar nicht seinem Nomen voraufgehn, 
lä lwVimän rag'ulun ist nicht erlaubt. 

3) Darf die Verneinung nicht durch illä unterbrochen 
werden, man sagt nicht lä rag'ulun illä afdala min 
zaidin. In diesem Falle ist der Nominativ nothwendig. 
Verf. wendet diesen beiden Bedingungen seine Aufmerksam- 
keit nicht zu. 

Das verneinende in regiert nach den Basrensern und al- 
Farrä 5 gar nichts. Doch behaupten die Küfenser, al-Farrä 1 
ausgenommen, es regiere wie laisa. 

Dieses lehren von den Basrensern Abü-l- ( Abbäs al-Mu- 
barrad und Abü-Bakr Ibnu-s-Sarräg', Abu c Ali al-Färisi 
und Abü-1-Fath Ibn G'inni. Dies wählt Verf. und denkt, 
dafs in der Rede Sibawaihi's ein Hinblick hierauf ruhe, auch 
hört man es bisweilen. 

Vgl. „Nicht ist er herrschend über irgend einen, aufser 
über den Schwächsten der Besessenen." (in huwa mustaulijan). 

„Nicht ist ein Mann todt durch das Ende seines Lebens, 
sondern dadurch, dafs man ungerecht ihn behandelt und er 
hülflos ist." (ini-l-mar'u maitän). 

Ibn G'inni erwähnt im Muhtasab, dafs Sa c id Ibn G'ubair 
die Stelle im Kur. 7, 193. „Nicht sind die, welche ihr aufser 
Gott anruft, Knechte eures gleichen" (ini-lladina tad ( üna min 
düni-1-lahi 'ibädän) mit dem Accusativ von Sbäd lese. — 
Es wird beim Nomen und Habar von in nicht zur Bedin- 
gung gestellt, dafs sie indeterminirt seien, sondern in agirt 
auf Indeterminirte und Determinirte. 

lata ist das verneinende lä, dem das Tä Fem. mit Fath 
zugesetzt wurde. Die Lehrweise der Mehrzahl ist, dafs es 
wie laisa regiert, d. i. das Nomen in den Nominativ und 
das Habar in den Accusativ setzt, doch ist es sein specielles 
Recht, dafs mit ihm nicht das Nomen und Habar zugleich 
erwähnt werde, sondern nur das Eine von ihnen Das Häu- 

6 



£2 Die Verba des Beinahesems. 

figcre ist im Arabischen das Nomen wegfallen und das Habar 
stehen zu lassen. Vgl. Kur. 38, 2. „Nicht ist vorhanden Zeit 
zum Entkommen" (lata hina manasin, rest. läta-1-hinu hina 
manasin), bisweilen liest man abnorm lata hinu manasin, 
so dafs das Nomen wegfiel und das Habar blieb. Sibawaihi 
berichtet, dafs lata nur auf al-hinu agirt. Darüber streitet 
man, die Einen sagen, es regiere nur das Wort al-hinu, doch 
nicht das demselben Synonyme wie as-sä c atu, Andere da- 
gegen meinen, es heifse so viel, dafs es nur die Nomina der 
Zeit regiere, al-hinu und die Synonyma. 

Vgl. „Es bereut der Frevler, doch nicht zur rechten 
Zeit der Reue, die Ungerechtigkeit ist ein Weideplatz, der 
dem ihn aufsuchenden schlecht bekömmt." 

Die Worte Verf. ertragen beide Ansichten. Doch lehrt 
er das zweite im Tashil. Die Lehrweise des al-Aljfas' ist, 
dafs es nichts regiere, und dafs, Avenn nach ihm etwas im 
Accusativ stehe, dasselbe durch ein verschwiegenes Verbum 
in den Accusativ gestellt sei, vgl. im Kur. 38, 2. sei arä zu 
suppliren: lata arä hina manasin, „nicht sehe ich eine Zeit 
des Entkommens." Steht das Wort im Nominativ, ist es ein 
Mubtada\ dessen Habar ausgefallen ist; Gott weifs was rich- 
tig ist. 



XI. Die Verba des ßeinaheseins. 
(af'älu-1-mufrärabati). 

„Wie käna ist käda und ( asä. Selten haben sie ein 
anderes Habar als ein Imperfectum. 

Erkl. Den zweiten Theil der das Mubtada 3 abolirenden 
Verba bildet käda und seine Verwandten. — Verf. erwähnt 
als solche 11 Verba. Unbestritten werden alle als Verba be- 
trachtet, ausgenommen ( asä. az-Zähid berichtet vom Ta c lab, 
dafs c asä eine Partikel sei, dies wird auch auf Ibnu-s-Sar- 
räg' zurückgeführt. Richtig ist, c asä als Verbum aufzufassen, 
worauf die Verbindung des Tä Subjecti und deren Analogen 
hinführt, vgl. f asaita. Diese Verba heifsen die Verba des 
ßeinaheseins, wiewohl sie es nicht alle sind. 



al-af älu-l-mu£äraba. 83 

Sie zerfallen in drei Klassen: 1) Die das Beinahesein 
bedeuten, nämlich kada, karaba, aus'aka. — 2) Die ein 
Hoffen bezeichnen, nämlich c asa, harä, ihlaulaka. 3) Die 
den Sinn von „Anfangen" haben, nämlich gVala, tafika, 
ahada, c alika, ans'a'a. — Von einem Theil ist das Ganze 
benannt. Alle treten vor ein Mubtada? und dessen Habar. 
Sie setzen das MubtacW als ihr Nomen in den Nominativ 
und das Habar desselben setzen sie als das Ihrige an die 
Stelle des Accusativ. Das Habar dieser Verba ist nur ein Im- 
perfectum und selten steht es in der Gestalt eines Nomen 
nach ( asä und kada. 

Vgl. „Oft hast du mich beschuldigt, immer auf mich 
eindringend ; thu das nicht, denn fürwahr vielleicht werde ich 
wohl künftig fasten." (inni f asaitu sä } imän). 

Vgl. „Ich kehrte zum Stamm Fahm zurück, beinah that ich 
es nicht; wie viel ihres gleichen habe ich verlassen, da sie 
arm waren." (wa mä kidtu a'ibän). 

In den Worten des Verf. ,,aufser Imperfectum" liegt 
eine Mehrdeutigkeit, denn das umfafst ja das Nomen, das 
Zarf, den G'arr wa Mag'rür, den Nominalsatz und den Ver- 
balsatz, der kein Imperfectum hat. Diese alle sind nicht sel- 
ten als Habar von c asä und kada. Selten aber kommt das 
Habar als Nomen vor. Der Verbalsatz mit Perfectum aber 
kommt nie als Habar von kada und ( asä vor. 

„Selten ist, dafs das Imperfectum ohne an nach f asä 
steht, doch bei käda verhält es sich umgekehrt." 

Erkl. Die Verbindung des Habar von c asä mit an ist 
häufig, selten steht es entblöfst davon, dies ist die Lehrweise 
des Sibawaihi. Die Mehrzahl der Basrenser behauptet, dafs 
das Habar von c asä nur in der Poesie von an entblöfst ste- 
hen könne. Im Kur. steht es nur mit an verbunden, vgl. Kur. 5, 
57: „Vielleicht kommt Gott mit der Befreiung" 17, 8: „Es 
kann sein, dafs sich Gott eurer erbarme." ( c asä rabbukum 
an jarhamakum). 

Als Beispiel des f asä ohne an: 

Vgl. „Vielleicht, dafs der Trauer, in der du dich befindest, 
eine nahe Freude nachfolge." ( c asä-l-karbu jakünu wara'ahu). 

6* 



£4 D«< Verb« des Beinalieseins. 

Vgl. „Vielleicht bringt ( rott eine Freude, denn er bekümmert 
sich täglich um seine Geschöpfe." ( c asi farag'unja > ti bihi-1-lahu). 

Von kada erwähnl Verf., dafa es im Gcgentheil von 
:is;'i. das Habar von an entblöfsl habe, selten ist's damit verr 
bunden. Das Gegentheil hiervon lehren dir Spanier aus- 
drücklich, nämlich dafa die Verbindung desselben mit an 
nur allein in der Dichtung vorkomme. — Ohne an kommt 
es im Kur. :.', 66 vor. ..Da schlachteten sie sie. doch beinah hät- 
ten sie es nicht gethan. *) (wo mä kädü jaf'alüna). 5), 118. 
..Nachdem heinahe abgewichen waren die Herzen einer Scliaär 
von ihnen." (kada tazi.'u). 

Mit an kommt käna vor in der Ueberlieferung : ..bei- 
nahe hätte ich nicht das 'Asr-( rebel gehalten, bis die Sonne 
heinah niedersank" (ma kidtu an usallija). 

Vgl. „Es geschah heinah. dafs nieine Seele entfloh, als 
er eingehüllt war in (Leichen-) Linnen und Gewändern." 

(kädati-n-nafsu an tafida 'alaihi). 

„Wie ( asa ist harä, doch wird sein Habar nothwendig 
mit an verbunden gesetzt. Bei ihlaulaka setzt man an 
wie bei harä. Nach aus'aka ist die Nichtsetzung des an 

selten." 

Erkl. hara hat wie f asa die Bedeutung der Hoffnung, 
doch mufs man nothwendig das Habar mit an verbinden. 
"Weder in der Poesie noch sonst wird das Habar desselben 
von an entblößt; so ist auch ihlaulaka stets mit an verse- 
hen. Vgl. „Vielleicht regnet der Himmel." (ihlaulakat as-sa- 
m;Vu an tamtura). Das gehört zu den Paradigmen des Si- 
bawaihi. aus'aka verbindet meist sein Habar mit an, selten 
nur steht es ohne dasselbe. 

Vgl. „Wenn die Menschen um Staub gebeten werden, bei- 
nah würden sie, wenn gesagt wird, gieb her, unwillig und 
verweigern." (Waus'akü an j amall u). 

Ohne an steht es im Verse: 

Vgl. „Der, welcher vor seinem Tode flieht, ist nahe daran, 
dafs er in einer seiner Unbedachtheiten darauf stufst." (jüs'iku 
juwäfiku). 



*) Im A'ur. ed. Flügel taf'alüna. 



al-af äla-l-mu/«kraba. 85 

„Wie käda ist in der richtigen Sprache karaba. an 
wegzulassen ist bei Worten, die den Beginn ausdrücken, 
noth wendig, wie: Es begann der Treiber zu singen (ansVa 
as-stViku jahdu). So ist tafika, gVala, ahada und c alika." 

Erkl. Von karaba erwähnt Sibawaihi nur die Ent- 
blöfsung seines Habar von an. Verf. giebt grade das Ge- 
gentheil bei der richtigen Sprache an, nämlich es sei gleich 
kada, d. i. häufig sei die Entblöfsung des Ilabar von an, 
selten die Verbindung damit. 

Vgl. „Beinah schmolz das Herz von seiner Gluth, wenn 
die Berichtet* sagten, Hind ist böse." (karaba-1-kalbu jadübu). 

Verbunden ist an mit dem Habar von karaba im Verse: 

„Es tränkten (die Stute) die Besitzer der Milde mit ei» 
nein vollen Eimer auf den Durst, beinahe schon war ihr 
Hals in Stücke gegangen." (karabat a'näkuhä an takatta c a). 

Gewöhnlich ist die Form karaba, selten aber kariba. 

Alle Verba, die den Beginn einer Handlung ausdrücken, 
können ihr Habar nicht mit an verbinden, da zwischen ihnen 
und an ein Widerspruch stattfindet, denn sie bezeichnen das 
Gegenwärtige, an aber das Zukünftige, wie die Beispiele be- 
weisen, (tafika zaidun jad'ü, gVala jatakallamu , aljada jan- 
zimu, ( alika jaf c alu kada). 

„Man gebraucht das Imperf'ectum von aus'aka und 
käda, nicht andere Formen. Auch gebraucht man noch die 
Form müs'ikun." 

Erkl. Von den Verben dieses Capitels wird nur käda 
und aus'aka vollständig fiectirt, da von beiden das Imperfec- 
tum gebraucht wird. Vgl. Kur. 22, 71. „Beinah überfielen sie" 
(jakädüna). al-Asma f i giebt vor, dafs nur das Imperfectum 
jüs^iku gebraucht werde, nicht das Perfectum aus'aka, doch 
ist das nicht richtig; denn al-Halil berichtet den Gebrauch des 
Perfectum, vgl. den obigen Vers pg. 84. — Freilich ist der 
Gebrauch des Imperf'ectum häufig, selten der des Perfectum. 
Auch kommt das Participiuin activi vor. 

Vgl. „Beinah wird unser Land wieder Heimath wilder 
Thiere, eine Wüste, als Gegensatz des (jetzigen) trauten 
Umgangs." (müs'ikatun ardunä). 



g£ Die Verb« des Beinaheteins. 

Da Verf. aus'aka Bpeciell hervorhobt, zeigt er an, dafs 
das Participium von käda nicht vorkomme, doch ist es nicht 
80, sondern ea kommt in der Dichtung vor. 

Vgl. »Ich Sterin; aus Traurigkeit am Tage vonftig'äm, denn 
ich spreche wahrhaft: Fürwahr icli bin Ff and desjenigen, das 
mir beinahe zustöfst." (billadi and kä'idu). 

Dies liat auch Verf. in anderen Büchern erwähnt. 

Die Worte des Verf. lassen abnehmen, dafs aufser käda 
und aus'aka von den Verben dieses Capitels Impcrfectum 
und Participium niclit vorkommen. Andere behaupten das 
Gregentheil; so berichtet der Verf. des Insäf den Gebrauch 
des Impcrfectum und Participium von ( asa, ja c si, ( äsin; al- 
G'auhari den des Impcrfectum von tafika, und al-Kisä^i 
berichtet den Gebrauch des Imperfectum von gVala. 

„Nach c asä, ihlaulaka und aus'aka kommt bisweilen 
an mit dem Impcrfectum Subjunctivi vor, um ein zweites, 
welches nicht steht, entbehrlich zu machen." 

Erkl. c asä, ihlaulaka und aus'aka werden als Defec- 
tive und als Vollständige gebraucht. Von den Defectiven haben 
wir schon gehandelt. Vollständig sind sie, wenn sie an an 
mit dem Verbum angelehnt sind, vgl. ( asä an jaküma. an mit 
dem Verbum steht an der Stelle eines Nominativ als das 
Activ-Subject von r asä, ihlaulaka und aus'aka. Sie ent- 
behren dadurch das in den Accusativ Gesetzte, welches ihr 
Ilabar ist. Dies geschieht, wenn dem Verbum kein Substantiv 
folgt, welches durch das Verbum in den Nominativ gesetzt 
sein könnte. Folgt aber ein Substantiv, vgl. ( asä an ja- 
küma zaidun, so lehrt der Lehrer Abu ( Ali as'-S'alaubin, 
dafs das Substantiv durch das \ erbum nach an im No- 
minativ stehe. an und das ihm Folgende ist ein Fä'il 
für *asa und das ist vollständig ohne Habar. al-Mubarrad, 
as-Sairäfi und al-Farisi erlauben sowohl die Auffassung von 
as'-S'alaubin als auch die andere, dafs das dem Verbum nach 
an Folgende im Nominativ durch c asä steht als Nomen des- 
selben, an mit dem Verbum dagegen stehe an der Stelle 
eines Accusativ durch ( asä. Vor dem Nomen und Verbum nach 
an geht sein Fä ( il, d. i. ein Pronomen, vorauf, das 
auf das Nomen von f asä zurückgeht. Dies kann darauf 
zurückgehn, wiewohl jenes Nomen nachsteht, weil dasselbe der 
Ordnung des Sinnes nach voraufgeht. 



al af 'älu-1-muMiaba. 87 

Sichtbar ist die practische Folgerung dieser Streitfrage 
im Dual, Plural und Femininum. Nach denen aufser as'- 
S'alaubin sagt man c asä an jakümä az-zaidäni etc. mit 
dem Pronomen im Verbum. Denn das Substantiv ist nicht 
in den Nominativ gestellt durch dasselbe, sondern es steht 
im Nominativ durch f asa. Nach as'-S'alaubin hingegen ist 
nothwendig f asä an jaküma az-zaidäni etc., ohne Prono- 
men im Verbum, da dasselbe das Substantiv nach ihm in 
den Nominativ stellt. 

„Entblöfse ( asä (von seiner Rection) oder setze in den 
Nominativ das Pronomen durch dasselbe, wenn das Nomen 
vor ihm schon erwähnt war." 

Erkl. f asä wird von den übrigen Verben speciell her- 
vorgehoben, darum, dafs wenn ein Nomen vorhergeht, mög- 
licher Weise ein Pronomen in ihm verborgen sein kann, das 
auf das vorausgehende Nomen zurückgeht, so lehren die 
Tamimiten ; oder dafs es vom Pronomen entblöfst sei, so leh- 
ren die Hig'äziten. Die practische Folge dieser Auffassungen 
zeigt sich beim Dual , Plural und Femininum ; vgl. nach den 
Tamimiten Hindun c asat an taküma etc., nach den Hig'ä- 
ziten dagegen Hindun ( asä an taküma etc. — In den übri- 
gen Vex-ben dieses Capitels mufs man nothwendig ein Pro- 
nomen denken, man kann dasselbe nicht weglassen. Man mufs 
sagen az-zaidäni g'a c alä janzimäni, nie g'a c ala. 

„Erlaube bei ( asä das Fath und Kasr über dem Sin, 
aber das Fath ist das Gewähltere.'' 



XII. inna und seine Verwandten. 

(inna wa'a/iawätuhä). 

„inna, anna, laita, läkinna, la c alla und ka'anna 
haben grade die umgekehrte Rection von käna. Vgl. Für- 
wahr Zaid ist wissend, dafs ich ebenbürtig bin, (inna zaidän 
( älimun bPanni kuf°un). Aber sein Sohn hat Groll." (lä- 
kinna-bnahu du digni). 



83 "wa um l 6cine Verwanden. 

Erkl. Dies ist der zweite Theil von den Partikeln, welche 
das Mubtada 3 aboliren, nämlich die erwähnten sechs. Siba- 
waihi zählt deren nur fünf auf, er läfst an na ausfällen, da 
es ursprünglich inna sei. inna und anna dienen zur Be- 
stätigung, ka'anna zur Vergleichung , läkinna zur Zurück- 
nahme, laita zum Wunsch, la c alla zur Hoffnung und Be- 
aorgnif8. — Der Wunsch (laita) bewegt sich im Möglichen 
und Unmöglichen. Vgl. „Stünde doch Zaid auf; kehrte doch 
die Jugend heut zurück." Die Hoffnung bewegt sich aber nur 
im Möglichen. Die Hoffnung und die Besorgnifs unterscheiden 
sich ferner so, dafs die Hoffnung auf das Geliebte, die Be- 
sorgnifs aber auf das Verabscheute sich bezieht. 

Diese Partikeln regieren das Gegentheil von kann; yic 
setzen das Nomen in den Acusativ und das Habar in den Nomi- 
nativ. Nach den Basrensern üben diese Partikeln auf beide Theile 
Einflufs, nach den Küfensern aber haben sie keinen Einflufs 
auf das Habar, sondern es bleibt nur im Nominativ stehn, 
den es vor dem, dafs inna davortrat, hatte. Es ist das Ha- 
bar des Mubtada'. 

„Beobachte diese Anordnung aufser in Fällen wie „Wäre 
doch in ihr oder hier ein anderer als der Uebelredende." (laita 
fihä au hunä gaira-1-badi). 

Erkl. Bei den Wörtern dieses Capitels ist die Voraus- 
stellung des Nomen und die Nachstellung des Habar nöthig, 
aufser wenn das Habar ein Zarf oder G'ärr wa Mag'rür ist, 
dann ist die Nachstellung nicht nöthig. — In dieser Bezie- 
hung kann es zwei verschiedene Fälle geben. Erstlich, dafs 
die Vor- und die Nachstellung des Habar möglich sei, wie im 
Beispiel im Verse: laita fihä gaira-1-badi; oder es ist die 
Vorstellung nothwendig, vgl. laita fi-d-däri sähibahä, da 
sich das Pronomen ha nicht auf etwas dem Worte und der 
Anordnung nach Nachgestelltes beziehen kann. Das Re- 
gime des Habar kann nicht dem Nomen vorausgestellt werden, 
wenn es kein Zarf und kein G'ärr wa Mag'rür ist. Vgl. inna 
zaidän äkilun ta ( ämaka, doch nie inna ta ( ämaka zaidän 
äkilun. Aber auch, wenn das Regime ein Zai*f oder G'ärr 
wa Mag'rür ist, ist die Voraufstellung des Regime vor das 
Nomen nicht erlaubt, vgl. inna zaidän wätiku'n bika, oder 
inna zaidän pfälisun c indaka, aber nicht inna bika 



inna wa'aAawätuhä. gy 

zaidan watikun, oder innac indaka zaidan g'älisun, 
wiewohl dies Einige erlauben und dafür den Vers anführen: 

Vgl. „Nicht tadle mich ihretwegen, denn mit ihrer Liehe 
ist dein Bruder im Herzen getroffen und zahlreich sind seine 
schweren Bekümmernisse.'' (inna bihubbihä aljäka musäbu-1- 
kalbi). 

„Das Hamz von anna setze mit Fath, wenn ein Masdar 
es vertreten kann, in anderen Fallen setze es mit Kasr." 

Erkl. anna und inna haben drei Fälle: 1) die Not- 
wendigkeit des Fath , 2) die Notwendigkeit des Kasr, 
3) die Möglichkeit beider. 

Nothwendig ist Fath, wenn anna durch ein Masdar er- 
setzt werden kann, wie wenn es an der Stelle eines durch 
das Verbum in den Nominativ oder in den Accusativ Gesetz- 
ten steht, oder an der Stelle eines durch eine Partikel in den 
Genitiv Gesetzten. Verf. sagt, wenn ein Masdar es ersetzen 
kann, nicht wenn ein Einzelbegriff es vertreten kann. Denn 
bisweilen vertritt ein Einzelbegiüff dasselbe, wenn es auch ein 
Kasr hat. zanantu zaidan innahu kä^imun. Hier steht 
Kasr, wenn auch ein Einzelbegriff es vertreten kann, denn 
es steht an der Stelle des zweiten Objects. Ein Masdar kann 
inna hier nicht vertreten, man kann nicht sagen zanantu 
zaidan kijämahu. 

Kann aber anna nicht durch ein Masdar ersetzt w r erden, 
so steht es nothwendiger oder erlaubter Weise mit Kasr, 
d. h. es giebt zwei Fälle: 1) dafs Kasr nothwendig ist; 
2) dafs Fath und Kasr erlaubt sind. Die Nothw endigkeit des 
Kasr behandelt Verf. im folgenden Verse. 

„Setze inna mit Kasr als Mubtada 3 und beim Anfang 
einer Sila, dann wo inna einen Schwur vervollständigt, oder 
wo man durch ein Verbum des Sagens die eigenen Worte 
anführt; endlich wo es an der Stelle eines Zustands- Satzes 
steht, wie: „Ich habe ihn besucht, und fürwahr ich hatte Hoff- 
nung.'"' (zurtuhu wa^inni du amalin). Man setzt es auch mit 
Kasr nach einem Verbum, dessen Rectionskraft durch Läm 
Buspendirt wird. Vgl. „Wisse dafs er fürwahr Gottesfurcht 
hat." (i ( lam innahu ladü tukä). 

Erkl. Das Kasr von inna ist an sechs Stellen nothwendig;. 



90 '"»» »n<l 9t3n* Verwandten. 

1) Wenn in na als Mnbtada' steht im Anfang der Kcdc. 
Hier kann anna nicht stehn, denn anna verlangt die Nach- 
stellung. Einige erlauben anna als Mubtada 3 zu stellen. 

2) Wenn inna als Anfang einer Sila steht. Vgl. g'ä'a- 
lladi innahu kä'imun, Kur. 28, 76. „Wir verliehen ihm 
solche Schätze, deren Schlüssel mit Anstrengung trug eine 
Schaar von kräftigen Leuten." 

3) Wenn es steht als ein Nachsatz des Schwures und in 
seinem Ilabar L am ist, wa-1-lahi inna zaidän laktVimun. 

4) Wenn es in einem direct erzählenden Satz steht. 
Steht es nicht in ihm, sondern geht die ßede nach der Weise 
von zanna, so setzt man es als anna, vgl. atakülu anna 
zaidän kä'imun = atazunnu. 

5) Wenn es in einem Satze an der Stelle des Zustandes 
steht, wie zurtuhu wa^inni du a malin. Vgl. Kur. 8, 5. „Wie 
dich hervorgehn liefs dein Herr aus deinem Hause nach 
Recht, während (wa'inna) ein Theil der Gläubigen widerwil- 
lig ist." 

Vgl. „Nicht gaben sie mir und nicht bat ich sie aufser 
so, dafs mich mein Edelmuth abhielt (in sie ferner zu 
dringen)." 

6) Wenn inna nach den Verben des Herzens steht und der 
durch inna eingeleitete Satz durch Läm verhindert wird, 
von den Verben des Herzens unmittelbar regiert zu werden. — 
Steht aber Läm nicht beim Habar, setzt man anna. Dies 
sind die Fälle, die Verf. erwähnt. Es wird gegen ihn 
geltend gemacht, dafs er Stellen ausgelassen habe, wo inna 
mit Kasr stehen müfste. 

1) W^cnn es nach dem eröffnenden alä steht, vgl. alä 
inna zaidän kä'imun. Vgl. Kur. 2, 12. „Merk auf, fürwahr 
sie sind die Unvernünftigen." 

2) Wenn es nach haitu steht, vgl. ig'lis haitu inna 
zaidän g'älisun. 

3) Wenn es in einem Satze steht, der das Habar eines 
Concretum *) ist, vgl. zaidun innahu kä'imun, so weit. 



*) Das //abar eines Abstraetum dagegen i.-t mit anna einzuführen, 
.gl al-Äikmatu an na hu. 



inna wa'aÄawätuliä. <)\ 

Doch trifft den Verf. dieser Vorwurf nicht, denn alle 
drei Fälle sind mit inbegriffen in den Worten des Verf. 
„setze mit Kasr das inna im Anfange", denn in allen diesen 
Fällen steht inna wegen des Anfangs. 

„Nach idä der Ueberraschung oder einem Schwüre, nach 
dem kein Läm steht, wird inna, anna auf zwei Weisen be- 
richtet. Ebenso verhält es sich mit dem, welches auf fa des 
Nachsatzes folgt. Dies ist durchgängig in Fällen wie „die 
beste Rede ist, dafs ich preise." (Ijairu-l-kauli anni inni 
ahmadu). 

Erkl. Es ist möglich, inna und anna zu sagen, wenn 
es nach idä der Ueberraschung steht. Setzt man inna, vgl. 
harag'tu fa 3 idä inna zaidän kä^imun, so steht es als Satz; 
die restitutio: harag'tu fa^idä zaidun kä^imun. Setzt man 
anna, steht es mit seiner Sila als Masdar. Dies Mas- 
dar ist dann Mubtada"* und das idä der Ueberraschung sein 
Habar, vgl. harag'tu fa^idä anna zaidän kä'iraun; rest. 
fäidä kijämu zaidin. Auch kann das Habar weggenom- 
men sein, also rest. harag'tu fa^idä kijämu zaidin mau- 
g'üdun. Nach beiden Weisen kann der Vers erklärt werden. 

Vgl. „Mir schien Zaid, wie man sagte, ein Herr zu sein, 
siehe aber, da war er der Knecht in Beziehung auf Nacken 
und Backen." 

Ebenso kann man inna und anna setzen, wenn es in 
dem Nachsatz eines Schwures steht, doch in seinem Habar 
Läm nicht vorkommt, vgl. den Vers: 

Vgl. „Setze dich (Frau) von mir an die Stelle des Fern- 
gehaltenen, des Schmutzigen, des Gehafsten, oder du müfstest 
schwören bei deinem Herrn, dem Erhabenen, dafs ich der 
Vater dieses Knäbleins sei." (anni, inni abü dajjälika-s-sabijji). 

Verf's. Rede ergiebt den Sinn, dafs inna und anna 
nach dem Schwüre möglich sei, wenn nicht in seinem Habar 
ein Läm steht; gleichviel, ob der Satz, womit man schwört, 
ein Verbalsatz sei, in dem das Verbum ausgesprochen, vgl. 
halaftu inna, anna zaidän käMmun, oder nicht, vgl. wal- 
lahi inna, anna zaidän kä^imun, oder ob er einNominalsatz 
ist, vgl. la c amruka inna, anna zaidän kcVimun. So ist auch 



92 i" n:l '"" i - L '' ,K ' Verwandten. 

in na u. anna möglich, wenn es nach dem l'a des Nachsatzes steht. 
vgl. man ja'tini fa'i anahu mukramnn, in na and sein Regime 
ist dann «'in Satz, in dem die Bedingung erwiederl wird. — 
anna mit Beiner Sila steht gleich einem Masdar als ein Mub- 
tada', dessen Habar weggefallen ist, vgl. man ja'tini lä'ikrä- 
muhu maug'&dun; auch kann es Habar eines weggenommenen 
M ubtada' sein, vgl. fag'aza°uhu-l-ikrß.mu. Vgl. Kur. 6> 54. 
in beiden Weisen: „Es schrieb euer Herr sich selbst Mitleid 
vor, dafs wenn Jemand von Euch (man minkum) etwas Uebles 
ilmt in Unkenntnifs, darauf nachher bereut und recht handelt, 
BO i>i er viel vergebend und mitleidig." (la'innahu oder fa'an- 
nahu ;.' aiürun). Mit innahu als Satz, ein Nachsät/, von man; mit 
annahu als Mubtada', dessen Habar weggenommen fal- 
gufränu g'azä'uhu oder als Habar eines weggefallenen 
Mubtada 3 f a g'a z ä\i hu-1- g u fr a n u. 

So ist auch inna und anna möglich, wenn es steht 
nach einem Mubtada 1 , das dem Sinne nach eine Aussage 
ist, und ebenso das Ilabar von inna und anna selbst eine 
Aussage und der Aussagende ein und derselbe ist; vgl. 
das Beispiel im Verse hairu-1-kauli inni oder anni 
ahm a du. Hei anna setzt man anna und seine Sila gleich 
einem Masdar als Ilabar von hairu, inni ahmadu hin- 
gegen ist ein Satz als Habar von hairu; wie man sagt: 
„Das Erste meines Lesens, preise den Namen deines 
Herrn, des Höchsten." (äwwalu kirä'ati sabbihi-sma rabbika- 
1-a'lä). Dieser Satz braucht kein verbindendes Glied, denn 
der Satz i.-t das Mubtada' dem Wesen nach selbst, wie: meine 
Rede Gott ist mein Genüge. (nutki-1-lahu hasbi). Sibawaihi 
giebt das Beispiel awwalu ma akülu inni, anni, ahmadu-1- 
laha: „Das Erste, was ich sage, ist, dafs ich Gott preise." 

Er erklärt inna nach vorher erwähnter Weise, nämlich, dafs 
dieses gehört zu der Kategorie des Aussagens durch ganze 
Sätze. Hiernach lichtet sich eine grofse Anzahl Früherer 
und Späterer wie al-Mubarrad, az-Zag'g'äg', as-Sairäfi, Abu 
Bakr Ihn Tähir und dazu die meisten Syntaktiker. 

„Nach inna steht in Begleitung des Ilabar Läm des 
Anfangs, wie „ich bin fürwahr ein Zufluchtsort." (inni la- 
wazarun). 

Erkl. Läm des Anfangs kann vor das 1 lahar von inna 



inna wa'aAaw&tnhä. <)# 

treten. Dies Lam tritt naeh seiner Regel vor das erste Wort, 
da ihm die erste Stelle gebührt. Eigentlich müfste es dem- 
nach vor inna treten; da aber Lam Partikel der Versiche- 
rung ist und ebenso inna, verschmäht man die Vereinigung 
zweier Partikeln, die denselben Sinn haben. Dies Lam tritt 
nicht vor das Ilabar der übrigen Verwandten von inna. Die 
Küfenser erlauben es vor dem Habar von läkinna. Sie 
citiren den Vers. 

Vgl. „Es tadeln mich •wegen meiner Liebe zur Lailä 
meine Schmäher, aber ich bin sehr getroffen von ihrer Liebe." 

Mau exegesirt, dafs in la ( amidu das Lam pleonastisch 
sei wie im Habar von am sä. 

Vgl. „Sie zogen eilig vorüber und sprachen: wie ist 
euer Herr? es erwiederten die, welche gefragt wurden: er ist 
fürwahr erschöpft." (amsä la mag'hüdän). 

Wie Lam auch abnormer Weise pleonastisch im Habar 
eines Mubtada 3 steht; vgl. „Die Mutter des Hulais ist eine 
sehr alte Frau, die sich begnügt vom Fleische mit dem 
Halsknochen. 

al-Mubarrad erlaubt Lam vor dem Habar von anna. 
Abnormer Weise liest man es Kur. 25, 22. „aufser dafs sie 
essen die Speise." (illä annahum la ja'kulüna-t-üiMma). 

„Dem Lam folgt nicht das Verneinte, auch nicht Verba, 
die wie radija sind. Bisweilen folgendergleichen dem Lam 
mit kad, wie: Fürwahr dieser hat sich erhoben über die 
Feinde als Sieger." (lakad samä c alä-l- c idä mustahwidän). 

Erkl. Ist das Habar von inna negativ, tritt Lam nicht 
vor dasselbe, bisweilen jedoch geschieht es in der Poesie. 

Vgl. „Ich weifs, dafs das Uebergeben und Belassen 
sich nicht ähneln und nicht gleich sind." (lala mutas'äbihäni). 

Wenn das Habar ein vollständig declinirbares Perfectum 
ist, ohne mit kad verbunden zu sein, so tritt Lam nicht davor, 
wiewohl al-Kisä 3 i und His'äm dies gestatten. Steht aber das 
Verbum im Imperfectum, so tritt das Lam davor, ohne Unter- 



;)4 inna und seine Verwandten. 

Bchied, ob es vollständig fleotirbar sei oder nicht. Steht aber 
sanfa oder bs vor dem [mperfectom, so streitet man, ob 
das Lam davortreten kann. Nach der richtigen Meinung ist 
La in möglich, wenn saufa Bteht; stellt aber nur sa, ist es 
Belten. I.-t das Perfectum ein nicht vollständig fleetirtes, so 
ist der natürliche Sinn des Verf., dafe er das Davortreten 
des Lam -«stattet, so vor ni'ma und bi\sa. So ist die Lehr- 
weise des al-Abfaa' und al-Farra 5 . Man überliefert, dafs Si- 
bawaihi dies nicht erlaubt hat. — Wenn das vollständig flec- 
tirbare Perfectum mit kad verbunden ist, kann Läm davor- 
treten. (Vgl. inna zaidän lakad käma). 

„Das Läm verbindet sich mit dem in die Mitte treten- 
den Regime des Habar, ferner mit dem Unterscheidungs- 
Pronomen und dem Nomen, vor dem das Habar seine 
Stelle hat." 

Erkl. Steht das Regime des Habar in der Mitte zwi- 
schen dem Nomen und dem Habar, so tritt das Läm des 
Anfangs davor. Dabei ist aber nöthig, dafs das Habar dann 
ein solches sei, welches das Läm richtiger Weise vor sich 
stehen läfst. Vgl. inna zaidän la ta'ämaka äkilun. — Ist 
dies aber nicht der Fall, kann es auch nicht richtiger Weise 
vor dem Regime des Habar stehn, wie z. B. wenn das Ha- 
bar ein vollständig flectirbares Verbum Perfecti und mit kad 
nicht verbunden ist. Man sagt nicht, wiewohl Einige dies er- 
lauben, inna zaidän lata ( ämaka akala. 

Da Verf. nur das Davortreten des Läm vor das in die 
Mitte gestellte Regime des Habar erwähnt, läfst er entnehmen, 
dafs das Läm nicht vor das Habar tritt, man sagt nicht inna 
zaidän lata c ämaka la'äkilun. Bisweilen hört man dergleichen, 
so wird berichtet, inni labihamdi-1-lahi lasälihun. — 
Das Läm des Anfangs tritt ferner vor das Unterscheidungs- 
Pronomen, vgl. inna zaidän lahuwa-l-kä'imu und im 
Kur. 3, 55. „Denn dies fürwahr, es ist die wahre Geschichte." 
(inna hädä lahuwa-1-kasasu-l-hakku). Dies Unterschcidungs- 
Pronomen damiru-1-fasli unterscheidet das Habar und die 
Sifa, vgl. zaidun huwa-l-kä } imu, sagt man nur zaidun 
al-kä^imu, so kann man al-kä-'imu als Habar und als Sifa 
von zaidun betrachten; steht aber huwa, kann al-kä 5 imu 
nur als Habar von zaidun genommen werden. Die Bedin- 



inna wa'aÄawätnba. 95 

gung des Unterscheidungs-Pronomen ist, dafs es in der Mitte 
stehe zwischen Mubtada } und Habar, oder zwischen dem was 
ursprünglich Mubtada 5 und Habar ist, vgl. inna zaidän la- 
huwa-l-kä^imu. Das La m des Anfangs tritt vor das No- 
men, wenn dasselbe nach dem Habar steht, vgl. inna f'i-d- 
däri la zaidän. Vgl. Kur. 68, o. „Fürwahr du hast einen 
Lohn, der dir nicht vorenthalten ist." (inna laka la'ag'rän). 
Auch liegt im Verse, dafs wenn Lam vor das Unterschei- 
dungs-Pronomen oder das nachgestellte Nomen tritt, es nicht 
vor dem Habar steht; man sagt weder inna zaidän lahuwa 
laka/'imun, noch inna lafi-d-däri lazaidän. 

Das in dem allgemeinen Ausdruck des Verf. Liegende 
ist, dafs jedes Regime, wenn es in die Mitte tritt, das Lam 
vor sich stellen kann, wie das reine Regime, der G'ärr wa 
Mag'rur, das Zarf, das Häl (Zustand); doch haben die Gram- 
matiker verboten, das Lam vor das Häl treten zu lassen. 

„Die Verbindung von mä mit diesen Partikeln hebt die 
Rectionskraft derselben auf, nur bisweilen läfst man die 
Rection." 

Erkl. Das mä, wenn es nicht das Conjunctions-mä ist, 
verhindert die Rection von inna und seinen Verwandten, im 
Fall es mit ihnen verbunden wird, aufser bei laita, wo die 
Rection bleiben kann oder auch wegfallen. Der Verf. meint 
offenbar, dafs mä, wenn es sich mit diesen Partikeln verbin- 
det, sie von der Rection zurückhält. Nur selten regieren sie 
dann noch. Dies ist die Lehrweise mehrerer Grammatiker 
wie az-Zag'g'äg'i und Ibnu-s-Sarräg'; al-Ahfas' und al-Kisä^i 
überliefern innamä mit dem Accusativ des Nomen: innamä 
zaidän kä^mun. Richtig ist die erste Lehrweise, dafs diese 
Partikeln mit mä nicht regieren, laita ausgenommen. Was 
al-A'fas' und al-Kisä^i berichten ist abnorm. Das Con- 
junctions-mä, in der Bedeutung gleich alladi, verhindert die 
Rection dieser Partikeln nicht, wie auch nicht dasjenige mä, 
welchem die Bedeutung des Masdar beigelegt wird (mä al- 
masdarijja). Vgl. „Fürwahr, der Umstand, dafs du gehan- 
delt hast, ist schön." (inna mä fa c alta hasanun = inna fa c laka 
hasanun). 

„Man darf in den Nominativ setzen das mit dem von inna 



96 inna and seine Verwandten. 

in den Accusativ Gestellten Verbundene, nach dem die Con- 
Btruction vollendet." 

Erkl. Folgt nach dem Nomen und Habar von inna 
eine Verbindungspartikel, sind bei dem Nomen, welches der- 
selben folgt, zwei Fälle möglich: 1) Der Accusativ als Ver- 
bindung zum Nomen von inna, vgl. inna zaidan kä'iinun 
wa'aiuran. 2) Nominativ (inna zaidan kä'iinun wa'amrun) 
gewöhnlich aufgefafst als der mit der eigentlichen Stellung 
des Nomen von inna verbundene, denn dies ist ursprünglich 
im Nominativ, da es Mubtada 3 ist. Dahin geht auch der na- 
türliche Sinn der Rede des Verf. Andere sagen, dafs es 
Mubtada 3 ist und sein Habar weggenommen, vgl. wa c amrün 
kadälika. Dies ist das Richtige. Stellt aber die Verbindung, 
bevor die Construction von inna vollendet ist, d. h. bevor 
inna das Habar angenommen, so ist bei der Mehrzahl der 
Grammatiker nur der Accusativ gestattet, vgl. inna zaidan 
wa'ainrän ku'iiiu'un. Einige erlauben den Nominativ. 

„Dein inna schliefst sich an läkinna und anna, doch 
nicht laita, la'alla und ka 3 anna." 

Erkl. In Hinsicht der Verbindung mit seinem Nomen 
ist die Regel von anna und läkinna wie die von inna. Es 
i-t der Nominativ und der Accusativ gestattet, wenn die Con- 
struction vollständig ist. 

Hingegen bei laita, la'alla und ka 3 anna ist nur der 
Accusativ bei dem Verbundenen erlaubt, gleichviel, ob es 
voraufgeht oder folgt. al-Farrä 3 erlaubt den Nominativ bei 
den drei Partikeln, sei es, dafs sie dem Habar voraufgehn 
odef ihm nachgestellt sind. 

„Dem inna wird das Tas'did genommen, dann hat es 
selten Rectionskraft. Nöthig ist Läm, wenn es nicht regiert. 
Manchmal kann man es entbehren, wenn offenbar ist, was 
ein Redender hat bezeichnen wollen." 

Erkl. Steht in, hat es gewöhnlich keine Rectionskraft. 
Dann raufs man auch Läm hinzufügen, um es vom negati- 
ven in zu unterscheiden; selten nur hat es Rectionskraft. 
Sibawaihi und al- Alfas' berichten Fälle, dafs es dennoch 
Rection ausübe. Läm ist dann unnöthig. da, wenn die Sache 
so ist, keine Verwechslung mit dem negativen in stattfinden kann. 



iiiim wa'aÄawätuhä. «17 

Eine Verwechslung mit dem negativen in findet nur statt, 
wenn es rectionslos und der Sinn nicht klar ist. Ist der Sinn 
klar, kann auch in diesem Fäll Läm wegfallen. 

Vgl. „Wir verschmähen Unterdrückung, wir gehören zum 
Stamme Mäliks; fürwahr der Stamm Mäliks ist edler Abstam- 
mung" (wa^in mälikun känat kiräma-l-ma ( ädini). 

Hier ist keine Verwechslung mit dem negativen in mög- 
lich, da der Sinn aufs Positive hindrängt. 

Die Grammatiker streiten über dieses Läm, ob es das 
Läm des Anfangs sei, welches davortritt zur Unterscheidung 
des negativen und des erleichterten in, oder ob es ein ande- 
res sei, welches zur Unterscheidung herbeigezogen ist. Siba- 
waihi hält es für das Anfangs -Läm, das zum Unterschied 
vortritt. Der practische Nutzen dieser Streitfrage zeigt sich 
bei dem Streit des Ihn Abü-l- f äfija und des Ibnu-1-Ahdar 
über die Stelle der Ueberlieferung. „Wir Avissen fürwahr, 
dafs du ein Gläubiger bist." kad c alimnä in kunta la- 
mumiinän. 

Das Anfangs-Läm verlangt bei in nothwendig das Kasr; 
doch wer es für ein anderes hält das zum Unterschied herbeige- 
zogen wurde, setzt an. Vorher schon stritten sich darüber Abü- 
1-Hasan c Ali Ibn Sulaimän aus Bagdad d. i. al-Ahfas' der Kleine, 
und Abu c Ali al-Färisi. al-Färisi behauptet, dafs es ein anderes 
als das Anfangs-Läm sei, das zum Unterschiede herbeigezo- 
gen. Das meint auch Ibn Abü-1- C äfija; dagegen meint al-Ahfas' 
der Kleine, es sei nur das Anfangs-Läm, welches zum Un- 
terschiede eintritt; so auch Ibnu-1-Aljdar. 

„Wenn das Verbum nicht ein das Mubtada 3 abolirendes 
ist, findest du es meist nicht mit diesem in verbunden." 

Erkl. Wird die leichte Form in gesetzt, treten zu 
ihm nur die Verba der Mubtada^-Abolition wie käna und 
seine Verwandten und zanna mit den seinigen. Vgl. Kur. 2, 
138. „Fürwahr sie (die Kibla) ist beschwerlich aufser für 
die, welche Gott recht leitete." (wa^in känat lakabiratan). 
68, 51. „Fürwahr die Ungläubigen möchten beinah dich 
wanken machen mit ihren Blicken." 7, 100. „Fürwahr 
wir haben gefunden die meisten derselben als Ungerechte." — 
Selten tritt ein nicht abolirendes Verbum nach in; so sagen 

7 



(>£ inna und seine Verwandten. 

Einige „Fürwahr es schmückt dich deine Socio, in jazinuka 
lanatsuka, und fürwahr os entehrt dich sie." — So Sagt man 
auch: „fürwahr ich putzte aus deinen Schreiber mit der Peit- 
sche." al-Ahta.s* erlaubt, „fürwahr os steht ich." (inkama la'ana). 

Vgl. »Es möge verstümmelt werden deine Hand, für- 
wahr du tödtetest einen Muslim (in katalta lamusliman), über 
dich ist die Strafe des absichtlichen Todtschlägers verhängt." 

„Verliert an na das Tas'did, zieht sieh sein Nomen zu- 
rück. Das Habar setze als Satz nach an. - ' 

Erkl. Wird das Tas'did von anna genommen, so bleibt es 
in seiner Reetion, aber sein Nomen ist nur ein weggenomme- 
ne.- Pronomen der Sachlage und sein Ilabar nur ein Satz. 
Vgl. 'alimtu an zaidun ka'imun 'alimtu anhu wa 

zaidun ka'imun. — Bisweilen tritt das Nomen von an 
hervor, ohne ein Pronomen der Sachlage zu sein. 

Vgl. „Hättest du mich zur Zeit des Wohlstandes um 
deine Scheidung gebeten, hätte ich sie nicht verweigert, wo- 
bei du eine Freundin geblieben wärest." (falau anki). 

„Ist das Habar von in ein Verbum, aber weder ein Wunsch, 
noch eine unvollständig flectirbare Form; so ist das beste 
die Trennung durch kad oder eine Negation, oder eine Auf- 
Behubapartikel, oder durch lau, doch selten ist die Setzung 
von lau." 

Erkl. Ist das Habar des leichten an ein Nominalsatz, 
braucht man keine; Trennungspartikel, wie ( alimtu an zaidun 
ka'imun. Hier ist keine Trennungspartikel zwischen an 
und seinem Habar, aufser wenn die Negation beabsichtigt wird, 
wo dann die verneinende Partikel dazwischen tritt. Vgl. 
Kur. 11, 17. „Und dafs es keinen Gott giebt als ihn, und 
seid ihr nicht Gottergeben." Ist das Ilabar von an ein Ver- 
balsatz, so kann das Verbum entweder flectirbar sein oder nicht. 
Ist es unvollständig flectirbar, steht keine Trennungspartikel. Vgl. 
Kur. 53, 40. „Und dafs dem Menschen nichts gehört, als was 
er erarbeitet." 7, 184. „Und dafs vielleieht ihr Lebens- 
ende naht" (wa'an ( asä an jaküna kad iktaraba ag'aluhum). 

Ist das Verbum flectirbar, kann es ein Wunsch sein oder 
nicht. Ist es ein Wunsch, tritt die Trcnnungspartikel nicht 
dazwischen. Vgl. Kur .24, 7. „Und das fünfte Zeugnifs ist (dafs 



inna \va'a/<awiituliä. 99 

sie sagt), dafs Gott über sie zürne" nach der Lesart gadiba 
im Perfoctum (an gadiba-1-lahu 'alaihä). Ist das Verl »um 
kein Wunsch, meinen Einige, mufs die Trennungspartikel ein- 
treten, außer in seltenen Fällen. Doch eine Partei, 
wozu auch Verf. gehört, meint, sie könne stehn und auch 
wegfallen; doch besser ist, man setzt sie. 

Es ist viererlei, das als Trennungspartikel auftritt. 

1) kad, vgl. Kur. 5, 113. „Dafs wir wissen, dafs du uns 
wahr berichtet." (an kad sadaktanä). 

2) Die Partikel des Aufschubs sa und saufa. 

Vgl. „Er weifs, dafs es Kranke unter euch geben wird." 
( l alima an sajakünu minkun mardä). 

Vgl. „Wisse, denn die Kenntnifs des Mannes nützt ihm, 
dafs fürwahr alles eintreten wird, was bestimmt ist.*' (an 
saufa ja'ti kullu mä kuddirä). 

3) Die Negation, vgl. Kur. 20, 91. „Sehn sie denn nicht, 
dafs er (der Götze) nicht zu ihnen eine Rede zurückbringt?" 
(an lä jarg'i c u ilaihim kaulän). Ferner 75, 3. „Meinen die 
Menschen, dafs Avir fürwahr nicht sammeln ihre Knochen?' ; 
(an lan nag'ma l a). 90, 7. „Meint er, dafs ihn keiner ge- 
sehn?" (an lam jarahu ahadun). 

4) Lau. Doch selten erwähnen es die Grammatiker 
als Trennungspartikel, vgl. Kur. 76, 16. „Und dafs, wenn 
sie ständen auf dem Pfade" (wa'an lawi-stakämü). 7, 98. 
„Ist nicht Rechtleitung gewesen für die, welche erben das 
Land nach ihren Bewohnern, dafs, wenn wir gewollt hätten, 
wir sie betroffen hätten für ihre Sünden." (an lau nas'ä-'u 
asabnähum). 

Ein Beispiel, wo die Trennungspartikcl wegfällt, ist: 

Vgl. „Sie wissen, dafs man auf sie hofft, und spenden, 
bevor sie sehr gebeten werden." ( c alimü an ju'ammalüna). 

Vgl. Kur. 2, 233. „Für den, der will die Säugung voll- 
ständig machen" nach der Lesart des Nominativ man aräda 
an jutimmu. Nach einer anderen Auffassung ist hier an 
nicht aus an na erleichtert, sondern es ist das an, welches 
das Imperfectum in den Accusativ setzt und der Nominativ 
nach ihm in jutimmu wäre abnorm. 

7* 



100 imiM und seh» Verwandten, 

..Auch ka'anna kommt ohne Tas'dld vor; dann wird das von 
ilun in den Accusativ Gestellte im Sinn behalten, bisweilen 
aber stehl ea auch wirklich.* 1 

Erkl. Bei ka'an behält man das Nomen im Sinn und 
sagt von demselben durch einen Nominal- oder Verbalsatz, 
der mit Lift m beginnt, aus. Vgl. Kur. 10, 25. ..Als oh sie ge- 
stern nicht dagestanden hätten" sei. die Saaten (ka'an lam 
tagna biPamsi). 

Auch wird derselbe durch kad eingeleitet. 

Vgl. „Es nahte der Abmarsch, aufsei* dafs unsere Reit- 
thiere noch nicht fortgegangen waren mit ihren Lasten, doch 
beinahe schon.*' 

Das Nomen von ka'an ist in diesen Beispielen wegge- 
nommen, es ist nämlich ein Pronomen der Sachlage 
ka'an hu. Der folgende Satz ist dann dessen Ilabar. Bis- 
weilen aber steht das in den Accusativ Gestellte, wiewohl selten. 

Vgl. ,, Mancher Busen von glänzendem Halse, als ob 
-<ine beiden Brüste zwei Biichschen wären." (ka'an tadjaihi). 

tadjaihi, Nomen von ka'an. Eine andere Auffassung 
liest tadjahu, dann ist das Nomen von ka'an ein Pronomen 
der Suchlage, das weggefallen ist ka'an hu; tadjahu huk- 

kani ist dann ein Mubtada' und Habar in der Stelle des Nomi- 
nativ als Ilabar von ka'an. Es geht auch tadjahu als No- 
men von ka'an zu setzen, nach Art derjenigen, die alle Ca- 
-n- des 1 )ii:d auf Alif bilden. 



XIII. Das lä zur Verneinung der Gattung. 

(la allati linafji-1-g'insi). 

„Die llection von inna gieb dem lä bei einem Indeter- 
minirten, sei es, dafs es einzeln steht oder mehrere Mal." 

Erkl. Die dritte Klasse der das Mubtada' abolirenden 
Partikeln ist la, mit dem man die bestimmte Aussage über die 
totale Verneinung der ganzen Gattung bezeichnen will. Bei 
Fällen wie „nicht ein Alaun stehend" lä rag'ulun kä'imän 
soll das .,nicht" nicht die ganze Gattung verneinen, da man 
die Verneinung eines Einzelnen und die einer Gattung ver- 
stehn kann. AVill man die ganze Gattung verneinen, kann 



lä alkiti liii;ilji-l-^"insi. ]()! 

man nicht sagen lä rag'ulun kiVinian bal rag'uläni. 
„Nicht ein Mann ist stehend, sondern zwei." Dagegen, will 
man die Verneinung nur auf einen Einzelnen erstrecken, kann 
man sagen. „Nicht ein Mann ist stehend, aber zwei." 

Dieses la setzt das Mubtada 5 in den Accusativ und 
das Habar in den Nominativ. Es ist gleich bei dieser 
Rection, ob ein einzelnes oder wiederholtes lä steht. Vgl. 
„Keine Hülfe und keine Stärke als bei Gott." (lä haula 
walä kuwwata illä bil-lahi). Das Nomen und Habar dieses 
lä ist nur indeterminirt, nie detenninirt. Kommt ein Deter- 
minirtes vor, mufs es als indeterminirt ausgelegt werden. 
Vgl. ,,Ein Streit, aber kein Abu Hasan dazu," (kadijjatun walä 
abä hasanin lahä) d. i. nicht ein sogenannter. Als Beweis, 
dafs es als indeterminirt behandelt wird, dient, dafs es ein 
indeterminirtes Eigenschaftswort zu sich nimmt. Vgl. „Kein 
erbarmungsvoller Abu Hasan für sie." (lä abä hasanin han- 
nänän lahä). — Man trennt gewöhnlich lä nicht von seinem 
Nomen; geschieht es aber, verliert es die Rectionskraft. Vgl. 
Kur. 37, 46. „Nicht ist in ihm (dem Wein) tückische Kraft." 
(lä fihä gaulun). 

„Setze in den Accusativ durch dasselbe ein annectirtes Wort, 
oder das diesem ähnelnde, und hiernach erwähne das Habar 
im Nominativ. Setze das alleinstehende mit Fath wie „keine 
Macht und keine Stärke" und setze das zweite als ein in 
den Nominativ oder Accusativ Gestelltes, oder als ein (damit) 
Zusammengesetztes, so dafs, wenn du das erste in den Nominativ 
gestellt hast, du das zweite nicht in den Accusativ stellen darfst." 

Erkl. Nothwendiger Weise finden beim Nomen von lä 
drei Fälle statt: 

1) Kann das Nomen von lä ein annectirtes sein. Vgl. 
„Kein Diener eines Mannes (ist) gegenwärtig." (lä guläma 
rag'ulin hadirun). 

2) Kann es dein Annectirten ähnlich sein, d. i. jedes 
Nomen, welches mit dem folgenden zusammenhängt, sei es 
durch eine Rection, wie lä täli l än g'abalän zähirun (Keiner, 
der den Berg ersteigt, ist sichtbar), und lä hairän min zai- 
din rakibun (kein Besserer als Zaid ist reitend), oder durch 
eine Verbindungs -Partikel, vgl. lä talätatan wa talätina 
l indanä (Nicht sind drei und dreifsig bei uns). — Das, was 



!(>•_» 1;\ /.ur Verneinung der Gattung. 

dem Anmvtirten gleicht heilst inutawwalun oder mam- 
tülun, d. i. das Gedehnte. Der Regel nach steht das An- 
neotirte mit dem ihm Aehnlichen im Accusativ der äufse- 
ren Wortform nach. 

;'. ) Kann es ein Einzelnstehendes sein, d. i. weder an- 
nrctiri noch dein Anneetirten ähnlich. Dies umfafst also 
auch den Dual und Plural. Der Kegel nach bleibt es in 
der Form, auf die es in den Accusativ gesetzt wurde, da es 
mit lä zusammengesetzt ist und mit ihm verbunden wie ein 
Wort dasteht, ähnlich wie das Wort hamsata c as'ara fünfzehn. 
— Doch ist seine ursprüngliche grammatische Stellung der 
Accusativ durch lä, da es dessen Nomen ist. Das Einzeln- 
stehende, welches weder im Dual noch im Plural auftritt, 
steht unflectirt auf Fath im Accusativ (vgl. la haula wa la 
kuwwata), ebenso der Dual und Plural in den regelrechten 
Accusativen aina und ina, da sie mit la zusammengesetzt sind. 
Die Küfenser und az-Zag'g'äg' behaupten, dafs in lä rag'ula, 
rag'ula flectirt sei und nicht als ein unflectirtes stehe, al- 
Muharrad meint muslimaini und muslimina seien in lä 
muslimina, muslimaini laka flectirt. Vom Pluralis fem. san. 
behauptet ein Theil, dafs er unflectirbar stehe in seiner Ac- 
cusativform, d. i. auf Kasr. 

Vgl. „Fürwahr an der Jugend, deren Folge der Ruhm 
ist, ergötzen wir uns, doch giebts kein Vergnügen am Alter." 
(wa lä laddäti lis'-s'aibi). 

Einige erlauben Fath, vgl. lä muslimäta laka. 

Das Habar steht im Nominativ nach dem Nomen von 
lä als durch lä in den Nominativ gestellt. Nach dem Verf., 
mehreren anderen und nach Sibawaihi, steht dasselbe, wenn 
das Nomen annectirt oder dem ähnlich ist, auch durch lä im 
Nominativ; ist aher das Nomen ein Einzelnstehendes, ist man 
uneins über den Grund des Nominativ im Ilabar. Nach Si- 
bawaihi steht es nicht im Nominativ durch lä, sondern als 
Habar eines Mubtada"*, da nach seiner Lehrweise lä mit sei- 
nem einzelnstehenden Nomen an der Stelle des Nominativ 
steht als Mubtada J , und das nach ihm in den Nomi- 
nativ gestellte Nomen ist demnach ein Hahar von diesem 
Mubtada\ Danach hat bei Sibawaihi lä keine Rections- 
kraft in diesem Fall, aufser auf das Nomen. al-Ahfas' da- 
gegen meint, dafs das Habar im Nominativ stehe durch lä, 






i 



lä allati Iinafji-1-g'insi. 1()3 

und dafs lä- Rectionskraft auf beide Theilc übe, wie bei dem 
annectirten Nomen und dem ihm ähnlichen. 

Steht nach lä mit dem ihm folgenden Nomen eine Vcr- 
bindungspartikel und ein indeterminirter EinzelbegrifF und 
wird lä wiederholt, können fünf Fälle stattfinden. — Das 
Ma'tuf f alaihi kann unflectirbar auf Fath stehn mit lä, 
oder im Accusativ, oder im Nominativ. Steht es unflectirbar 
auf Fath mit lä, können beim zweiten Nomen von lä drei 
Fälle stattfinden: 1) Kann es unflectirbar auf Fath stehn, da 
es mit dem zweiten lä zusammengesetzt ist, welches wie inna 
regiert, (lä haula wa lä kuwwata illä bil-lahi). 2) Kann es 
im Accusativ stehn als verbunden mit der grammatischen 
Stelle des Nomen von lä, dann ist das zweite lä überflüssig 
zwischen der Verbindungspartikel und dem Verbundenen. 

Vgl. „Keine Verwandtschaft giebts zur Zeit und keine 
Freundschaft; der Rifs wird zu weit für den Stopfenden." 
(lä nasaba-1-jauma wa lä hullatan). 

3) Kann der Nominativ des Verbundenen stehn. Es giebt 
hier drei Auffassungen: 

1) Dafs es verbunden sei mit der eigentlichen gramma- 
tischen Stelle von lä und seinem Nomen, denn sie stehn ei- 
gentlich im Nominativ als Mubtada :> nach Sibawaihi. Dann 
ist lä überflüssig. 

2) Dafs das zweite lä die Rection von laisa habe. 

3) Dafs es im Nominativ stehe als Mubtada' und lä 
keine Rection auf dasselbe ausübe. 

Vgl. „Dies ist bei Eurem Leben die Niedrigkeit recht 
eigentlich. Keine Mutter habe ich, wenn dies so ist, und 
keinen Vater." (lä'umma li in käna däka walä abu). 

So können, wenn das mit lä Verbundene im Accusativ 
steht, die drei erwähnten Auffassungen gelten, nämlich die 
Indeclinabilität, der Nominativ und Accusativ. Steht das mit 
lä Verbundene im Nominativ; gelten fürs zweite nur zwei 
Ausdrucksweisen : 

1) Die Indeclinabilität auf Fath; vgl. „Kein Geschwätz 
und keine Beschuldigung ist bei ihnen, und was sie reden 
ist ewig bestehend." (lä lagwun wa lä ta^tima fihä). 

2) Der Nominativ, vgl. lä rag'ulun wa la-mra'atun. 



1 « » 1 l;i bot Verneinung der Gattung. 

Der Accusath ist beim zweiten nicht möglich, denn er 
ist beim vorausgehenden Fall nur möglich wegen der Ver- 
bindung von 16 mit dem Nomen und la regiert liier nicht 
den AcCUSath : BOmil tVdlt der Accnsativ weg. 

„Ein Einzelwort, das als Eigenschaftswort einem In- 
declinablen '"Igt, setze richtig mit Fath, oder in den A.C- 
cusativ oder in den Nominativ. 

Erkl. Ist das Nomen von lä indeclinable und wird es 
näher beschrieben durch ein Einzelwort, das sich ihm 
anschließt, d. h. das nicht durch eine Trennungspartikel von 
ihm getrennt wird, können heim Eigenschaftswort drei Fälle 
stattfinden. 

1) Es steht indeclinable auf Fath, da es mit dem No- 
men von la verbunden ist, vgl. lä rag'ula zarifa. (Kein 
geistreicher Mann ist da). 

2) Es steht im Accusativ mit Hinblick auf die eigent- 
liche grammatische Stellung des Nomen von lä. — Vgl. la 
rag'ula z arifän. 

3) Es steht im Nominativ in Hinblick auf die eigentliche 
grammatische Stellung von lä mit seinem Nomen, denn sie 
sind bei Sibawaihi an der Stelle des Nominativ. — Vgl. 1 ä 
rag'ula zarifun. 

„Das, was sich weder anschliefst noch ein Einzelwort ist, 
setzt man nicht indeclinable, sondern in den Accusativ oder 
Nominativ." 

Erkl. Nach dem Voraufgehenden können, wenn das Ei- 
genschaftswort ein Einzelwort ist und ebenso das Wort, dem es 
beigelegt worden, und wenn ferner das Eigenschaftswort sich 
anschliefst, bei demselben die drei Fälle stattfinden; ist aber 
das einzelnstehende Adjectiv dem einzelnstehenden Substantiv 
nicht unmittelbar angeschlossen, sondern tritt zwischen beide 
eine Trennungspartikel, kann man unmöglich das Eigenschafts- 
wort indeclinable setzen, sondern der Nominativ oder Accu- 
sativ ist allein möglich, lä rag'ula fihä zarifun und lä 
rag'ula fihä z arifän. Die Unflcctirbarkeit auf Fath fällt 
aus , da dieselbe allein beim Eigenschaftswort erlaubt ist, 
wenn keine Trennungspartikel da ist, weil das Eigenschafts- 



hl aliud linafji-I-y'insi. 105 

wort mit dem Nomen gleichsam ein zusammengesetztes Wort 
bildet. Beim Eintritt einer Trennungspartikel ist aber keine 
Zusammensetzung möglich, wie auch nicht, wenn das Be- 
schriebene kein Einzelnstehendes ist; vgl. lä täli ( än g'aba- 
län zarifän. Daran ist kein Zweifel, dafs die Unflectirbar- 
keit auf Fath im Eigenschaftswort bei einer Trennungspartikel 
unmöglich sei, gleichviel, ob das Beschriebene ein Einzelwort 
ist oder nicht. Ist das Eigenschaftswort kein Einzelbegriff, 
sondern ein annectirtes Wort oder dem ähnlich, ist nur No- 
minativ und Accusativ möglich, nicht die Indeclinabilität auf 
Fath; gleichviel, ob das Beschriebene ein Einzelwort ist oder 
nicht, oder ob zwischen ihm und dem Eigenschaftswort eine 
Trennung eintritt oder nicht. Vgl. lä rag'ula sähibu, oder 
sähiba birrin fihä und la gulama rag'ulin fihä sä- 
hibu, oder sähiba birrin. 

Das Resume der beiden Verse: Ist das Eigenschafts woi't 
ein Einzelwort und ebenso das Substantiv, und tritt keine 
Trennung ein, sind die drei Ausdrucksweisen beim Eigen- 
schaftswort möglich. Sind aber beide nicht so, ist nur der 
Nominativ und Accusativ, aber nicht die Indeclinabilität 
möglich. 

„Wird lä nicht wiederholt, sprich dem Verbundenen zu 
das, was dem Eigenschaftswort mit der Trennung zugetheilt ist." 

Erkl. Wie oben gezeigt, sind, wenn mit dem Nomen 
von lä ein indeterminirter Einzelbegriff verbunden und lä 
wiederholt wird, die drei Fälle, Nominativ, Accusativ und In- 
declinabilität auf Fath möglich. Wird aber lä nicht wieder- 
holt, ist beim Verbundenen das erlaubt, was auch beim ge- 
trennten Eigenschaftswort erlaubt ist, nämlich Nominativ und 
Accusativ, doch nicht die Indeclinabilität auf Fath. Man sagt 
also lä rag'ula wa-mra'atun und wa-mra 5 atan, doch nicht 
lä rag'ula wa-mra 5 ata, wiewohl al-Ahfas' diesen Fall be- 
richtet mit der restitutio der Wiederholung des lä. So ist 
auch, wenn das Verbundene kein Einzelbegriff ist, nur No- 
minativ und Accusativ möglich, gleichviel, ob lä wiederholt 
wird oder nicht. Dies gilt alles nur, wenn das Verbundene 
indeterminirt ist; ist es aber determinirt, kann es nur im No- 
minativ stehn. 



10() tl /.ur Verneinung der Gattung. 

„Theile dem lä mit dem Hama der Frage das zu, was 

ihm ohne das Harns zustand." 

Erkl. Tritt vor das la zm • Verneinung der Gattung das 
llamz, bleibt es in der Keetion und den Kegeln, die eben 
erwähn! sind. Auch das Verbundene und das Beschreibungs- 
wort behalten dieselben Kegeln, wie wenn llamz nicht da- 
vorgetreten. So stellt dies der \ erf. ganz allgemein hin. 
Doch sind hier Unterabtheilungen zu beobachten. Meint 
man nämlich mit der Frage einen Vorwurf oder eine wirk- 
liche Frage nach der Negation, so gilt von diesen beiden 
das oben Angegebene, nämlich dafs seine Kection bleibt, und 
alles bisher Erwähnte von den Kegeln des Verbundenen oder 
des Beschreibungsworts, oder der Erlaubnifs es nicht regie- 
ren zu lassen. Ein Beispiel des Vorwurfs: alä rugiVa wa- 
kad s'ibta = „Giebt's etwa noch keine Bekehrung, da du 
schon alt bist?" 

Vgl. „Giebt's denn noch kein Zurücktreten vom Uebel- 
thun für den, dessen Jugend schon wich und ein Ergrauen 
des Haares ankündigte, dem die Alterschwäche folgt?" 

Ein Beispiel der Frage nach der Negation ist: 

Vgl. „Sollte Salma keine Geduld haben oder hat sie 
Festigkeit, wenn mich getroffen, was meines gleichen wi- 
derfahren?" (alä-stibära lisalmaV 

Wird aber mit dem alä ein Wunsch bezeichnet, so ist 
die Lehrweise von al-Mäzini, dafs es bei denselben Kegeln 
bleibt. Darauf läfst sich auch die allgemeine Ausdrucksweise 
des Verf. deuten. Sibawaihi's Lchrweise aber ist, dafs ihm 
seine Kectionskraft auf das Nomen zwar bleibt, doch sei we- 
der erlaubt, es rectionslos, noch das Eigenschaftswort und das 
Verbundene in den Nominativ zu setzen mit Hinblick darauf, 
dafs es Mubtada 5 sei. Ein Beispiel, wo es zum Wunsch ge- 
braucht ist alä mä'a raä'an bäridän. 

Vgl. „Möchte doch ein Leben hingeschwunden sein, 
dessen Rückkehr möglich ist, so dafs es wiederherstellt, was 
die Hand der Nachläfsigkeiten zerrissen hat." 

„Häufig ist in diesem Capitel der Wegfäll des Habar, 
wenn bei dessen Wegfäll klar ist, was man sagen will." 



zanna und seine Verwandten. 107 

Erkl. Weist etwas auf das Ilabar des die Gattung ver- 
neinenden lä hin, ist naeh den Tamimiten und TiViten die 
Wegnahme desselben nothwendig, bei den Hig'äzitcn erlaubt. 
Dabei ist kein Unterschied, ob das Ilabar ein Zarf oder ein 
G'&rr \va Mag'rür ist oder nicht. 

Findet sich aber keine Hinweisung auf das Habar, ist 
nach Allen die Wegnahme desselben nicht gestattet, so die 
Tradition: „Es giebt keinen grofseren Eiferer als Gott." 
(la ahada agjaru mina-1-lahI). 

Vgl. „Keinen Edlen von den Knappen giebt's, dem der Mor- 
gentrunk gebracht wird." (la, karima mina-1-wildäni masbühu). 



XIV. ^anna und seine Verwandten. 

(canna wa'aAawätuhä). 

„Setze in den Accusativ durch das Verbum des Herzens beide 
Theile eines neu begonnenen Satzes, ich meine durch ra 5 ä, 
häla, c alima, wag'ada, zanna, hasiba, za c ama, so wie 
( adda. Ferner hag'ä, darä, gVala, welches den Sinn von 
glauben hat, ferner hab und ta'allam und die dem sajjara 
ähnlichen. Durch sie setze das Mubtada' und Habar in den 
Accusativ." 

Erkl. Dies ist der dritte Abschnitt der Verba, die das 
Mubtada 3 vernichten, nämlich zanna und seine Verwandten. 
Sie werden in zwei Theile getheilt: 1) in Verba des Herzens, 
2) in Verba der Verwandlung. Die Verba des Herzens zer- 
fallen wieder in zwei Theile: 1) In die, Avelche das Sichere 
bezeichnen; deren erwähnt Verf. fünf: ra'ä sehen, ( alima 
kennen, wag'ada finden, dara wissen und ta'allam er- 
kenne. 2) Die, welche auf das überwiegend Wahrscheinliche 
hinleiten; deren erwähnt Verf. acht: häla meinen, zanna 
glauben, hasiba rechnen, za ( ama vermuthen, c adda zählen, 
hag'ä denken, gVala setzen, hab gieb. 



li i^ Mona and Beine Verwandten. 

Vgl. „Ich habe Gott erkannl ala den gröfsten von Allen 
an Thatkratt und reicher als sie an Heeren." (ra 5 aitu-l-laha 
akbara). 

Hier ist ra'ä für das Sichere gebraucht. In der Bedeu*- 
tung von meinen Btehl es im Kur. 70, (!. „Fürwahr, sie halten 
(die göttliche Strafe) für fem" (innahum jaraunahn ba'idän). 

Vgl. Für ( alima: „Ich kenne dich als den Spender 
der Wohlthat, zu dir sind mit mir aufgebrochen die- trappen- 
den Reitthiere der Sehnsucht und Hoffnung." ('alimtuka- 
l-l.adila). 

Vgl. Für wag'ada. „Und wenn wir finden die meisten 
\on ihnen gottlos." — (wa 3 in wag'adnä aktarahum lafasikina). 

Vgl. Für darä: „Du bist bekannt als der rechtschaf- 
fene Erfuller des Bündnisses, o c Urwa, sei also glücklich, 
denn die Glückseeligkeit an der RechtschafFenhcit ist lobens- 
werth." (durita-1-wafijja). 

Vgl. Für ta ( allam in der Bedeutung von i ( lam: „Er- 
kenne als die Heilung der Seele die Bändigung ihres Fein- 
des, wende üufserste Milde an bei Schlauheit und List." 
(ta'allam s'ai'ä'a-n-naf'si kahra c adu\vwiha). 

Dies sind die Verba, die auf das Gewisse gehn. Zu de- 
nen , welche auf das überwiegend Wahrscheinliche sich be- 
ziehn, gehört z. B. hala, das aber auch bisweilen das Ge- 
wisse bezeichnet. 

Vgl. „Es nannten mich die Keuschen ihren Ohm, und 
ich kannte mich als einen, der einst einen Namen hatte; da 
\\ urde ich nicht mehr damit benannt, da er mir doch trüber 
gehörte." 

Auch wird zanna bisweilen für das Gewisse gebraucht, 
vgl. Kur. 9, 119. „Sie wissen, dafs es keine Zuflucht vor 
Gott giebt aufser zu ihm." 

Vgl. zu hasiba: „Ich rechnete, dafs die Gottesfurcht 
und die Güte die am besten zutragende Waarc ist, wenn der 
Mann schwer wird, d. i. stirbt." (hasibtu-t-tukä wal-g'uda 
haira tig'äratin). 

Vgl. zu za f ama: „Und wenn du von mir vermuthest, 
dafs ich übereilt gegen dich handelte, wisse, ich habe, nach- 



zasmn wa'aäawätnh&. l()j) 

dem du von mir fern wärest, fürwahr getrunken die Beson- 
nenheit statt Unbesonnenheit." (fa^in taz ( uniini leuntu ag'halu 
fikum). 

Vgl. zu 'adda: „Zähle nicht den Freund als deinen 
Genossen im Wohlstand, denn der Freund ist nur Genofs im 
Mangel." 

Vgl. zu hag'ä: „Ich hatte in Abu ( Amr einen Bruder 
des Vertrauens vermuthet, bis uns einst Unglücksfalle betra- 
fen." (kad kuntu ahg'ü abä c amrin ähä tikatin). 

Vgl. zxi g'a c ala, Kur. 43, ]8. „Und sie glauben, dafs die 
Engel, die Diener sind des Erbarmens, weibliche Wesen seien." 
(wagValü-l-malä'ikata inatän). g'a f ala in der Bedeutung 
glauben untei'scheidet Verf. von dem gleich sajjara — ma- 
chen, denn das gehört zu den Verben des Verwandeins, nicht 
zu den Verben des Herzens. 

Vgl. zu hab: „Ich sprach, beschütze mich, o Abu Mä- 
lik, wo nicht, halte mich für einen untergehenden Mann." 
(fahabni-mra :) an halikän). 

Verf. macht im ersten der Verse aufmerksam, dafs die 
Verba des Herzens in solche zerfallen, welche beide Objecte 
in den Accusativ setzen, und in solche, die nicht dazu ge- 
hören. Diese zweite Klasse hat wieder zwei Unterabtheilun- 
gen: a. die intransitiven, b. die nur auf ein Objcct transitiv 
sind. Das sind die, welche den Anhang zu der ersten Ab- 
theilung der Verba des Herzens bilden. Die Verba der Verwand- 
lung, nämlich die, welche dem sajjara gleichen, sind auch 
auf zwei Objecto transitiv, die ursprünglich Mubtada 3 und 
Habar waren. Einige zählen deren sieben. 

1) sajjara, vgl.: „Ich liefs werden den Lehm zum Krug." 
(sajjartu-t-tina ibrikan). 

2) gVala, vgl. Kur. 25, 24.: „Wir kamen zu dem, was 
sie gethan, und machten es zu zerstreuten Atomen." (fag'a'al- 
nahu habä'an). 

3) wahaba, vgl.: „Es setze mich Gott als dein Löse- 
geld." (wahabani-1-lahu fidäka). 

4) tahada, vgl.: Kur. 18, 76. „So würdest du genom- 
men haben einen Lohn." (latalmdta c alaihi ag'rän). 



HO ramm and seine Verwandten. 

5) ittaljada, vgl.: „Es nahm Gott den Abraham zu 
Beinen \ ertrauten an." (ittaljada-1-lahu ibrahima halilän). 

(>) taraka, vgl.: „Und wir liefaen Einige von ihnen da- 
mals gegen andere anwogen." (taraknä ba'dahum jamüg'u 
i'i ba'din). 

Vgl. „Und ich zog ihn grofs, bis ich ihn zu einen 
Bruder des Volkes gemacht hatte und sein Bart nicht mehr 
brauchte abgewischt zu werden.'' (idä mä taraktuhu ahä-1- 
kaumi). 

radda, vgl.: „Die Schicksals-Stürme warfen den Frauen 
vom Volke Harb ein so volles Maafs zu, dafs sie dabei er- 
staunt standen; es machte ihr schwarzes Haar weifs und ihr 
weifses Antlitz schwarz." (radda sVürahunna-s-sauda baidä). 

„Von den vor hab erwähnten Verbis gilt speciell, dafs 
sie sich als der Suspension fähig und rectionslos setzen las- 
sen, hab steht nothwendig im Imperativ wie auch ta f allam. 
Für das Nicht -Perfectum der Verba, aufser diesen beiden, 
setze alles das fest, was von ihm gewufst wird." 

Diese Verba zerfallen, wie oben erwähnt ist, in zwei 
Theile: 1) Verba des Herzens, 2) Verba der Verwandlung. 
Die Verba des Herzens zerfallen wieder in flectirbare und 
unflectirbare. Die Flectirbaren sind die aufser hab und 
ta c allam. Von ihnen wird gebraucht das Perfectum, Im- 
perfectum, der Imperativ, Part. Act. und Pass. und der 
Infinitiv. Alle diese Formen haben Rection, und sind auch 
rectionslos wie das Perfectum. Unflectirbar dagegen sind die 
Imperativa hab und ta c allam = i c lam. 

Vgl. die beiden Verse pag. 108, 110. 

Die flectirbaren Verba des Herzens haben allein die 
Suspension und die Flexionslosigkeit. Unter Suspension ver- 
steht man das Weglassen der Rection der äufseren Erschei- 
nung, nicht der Bedeutung nach. Die Rection fällt we- 
gen eines Hindernisses weg, vgl. zanantu lazaidun 
kä-'imun. Hier verhindert Läm den Accusativ, doch steht 
zaidun virtuell im Accusativ, denn verbindet man etwas 
damit, so setzt man es in den Accusativ, vgl. zanantu la- 
zaidun kä'imun wa f amrän. Die Rectionslosigkeit dagegen 
ist das Weglassen der Rection der wörtlichen Erscheinung 



zanna wa'a/<awätuhä. Hl 

und dem Sinne nach, nicht wegen eines Hindernisses. Für 
das Imperfectum und andere Tempora gilt dasselbe in Hin- 
sicht der Suspension und Flexionslosigkeit wie für das Per- 
fectum. Bei den unflectirbaren \ erwandten von zanna 
findet weder die Suspension noch die Flexionslosigkeit statt, 
so verhalten sich auch die Verba der Verwandlung. 

„Erlaube die Rectionslosigkeit dieser Verba, wenn sie nicht 
im Anfang stehn, und supponire ein Pronomen der Sachlage 
oder das Lara des Anfangs bei Fällen, die die Rectionslo- 
sigkeit des Voraufgehenden vermuthen lassen. Setze noth- 
wendig die Suspension vor der Verneinung durch ma, in 
und lä. Das Lam des Anfangs und des Schwures verhält 
sich auch so und dem Fragewort ist dies auch nothwendig." 

Erkl. Es ist die Rectionslosigkeit dieser flectirbaren 
Verba erlaubt, wenn sie nicht im Anfang stehen, sondern etwa 
in der Mitte oder zu Ende. Stehen sie in der Mitte, sagt 
man, dafs die Rectionsfähigkeit und ihre Rectionslosigkeit 
gleich erlaubt seien; auch sagt man, es sei besser, sie als 
rectionsfähig zu behandeln; stehen sie aber am Ende, ist es 
besser, sie als rectionslos zu behandeln. Stehn diese Verba 
voran, ist ihre Rectionslosigkeit bei den Basrensern verwehrt, 
und sie regieren nothwendig. Kommen Fälle vor, wo man 
trotz ihres Voranstehens ihre Rectionslosigkeit vermuthen 
könnte, so werden sie so interpretirt, dafs das Pronomen der 
Sachlage verschwiegen sei. 

Vgl. „Ich hoffe und sehne mich, dafs ihre Liebe nah 
ist, aber nicht bilde ich mir es ein, dafs von dir bei uns 
eine Schenkung sei." (mä iljalu ladaina minki tanwilu). 

rest.: ihäluhu. Das Ha ist das erste Object und ladaina 
minki tanwilu ein Satz an der Stelle des zweiten Objects, 
dann findet keine Rectionslosigkeit statt. 

Ein Fall, in dem man Lam des Anfangs supponiren mufs, 
ist: Vgl. „So bin ich gewöhnt, dafs es zu meiner Natur ge- 
hörte, dafs ich nämlich fand, der Haltpunct des Betragens 
sei die Bildung, (annt wag'adtu miläku-s'-s'aimati-l-adabu = 
anni wag'adtu lamiläku-s'-s'aimati-l-adabu). 

Somit gehört dieser Fall zur Suspension, nicht zur 
Flexionslosigkeit. Die Küfenser behaupten und ihnen folgt 



\\2 zanna and -eine Verwandten. 

Abu Bakr az-Zubaidi, wie auch Andere, dafs die Flexionslo- 
sigkeit des Vorangestellten erlaubt sei und halten nicht für 
nöthig, die beiden \ eree so zu interpretireh. Verf. sagt, „ei*- 
laube die Rectionsloaigkeit" am hinzudeuten, dafs die Rections- 
losigkeit nicht nothwendig sei, sondern freistehe, wie auch die 
Kection. Dagegen ist die Suspension nothwendig, wenn nach 
dem Verbum das verneinende nia oder in steht. Nach eini- 
gen wird Kur. 71, 54. so interpretirt : tazunnüna in labit- 
tiim illa kalilan, „ihr meint, nicht weiltet ihr als kurze 
Zeit." Doch Andere sagen, dies gehöre in keiner Beziehung 
zur Suspension. Denn die Bedingung der Suspension sei, 
dafs, wenn das in Suspension Setzende weggenommen wird, 
das Agens auf das Folgende regiert und die zwei Objecte in 
den Accusativ setzt. Doch kann man dies bei dieser Stelle nicht 
anwenden, da, wenn man das in Suspension setzende in weg- 
nimmt, das tazunnüna doch nicht auf labittum einen 
regierenden Einflufs übt, da man nicht sagen kann tazun- 
nüna labittum. So ist die Meinung dessen, der so redet. 
Doch stimmt er vielleicht nicht überein mit dem, was man 
allgemein annimmt, dafs nämlich die Bedingung, welche er 
erwähnt, nicht bei der Suspension gestellt wird und dadurch, 
dafs die Grammatiker den Kuränvers als Beispiel der Suspen- 
sion anfuhren, bezeugen sie dies. So wird auch das Verbum 
mit der Suspension construirt, wenn nach ihm das negative 
lä steht (vgl. zanantu lä zaidun kcVimun walä ( amrün) oder 
Lam des Anfangs (vgl. zanantu lazaidun kä/'imun) oder 
Läm des Schwures (vgl. ( alimtu lajakümanna zaidun). 
Kein Grammatiker rechnet sie zu den die Suspension bewir- 
kenden. Ebenso verhält es sich mit dem Fragewort. Hier giebt 
es drei Arten: 1) Dafs eins der beiden Objecte das Frage- 
wort sei ( c alhntu ajjiüium abüka). 2) Dafs es an das Fra- 
gewort annectirt sei ( c alimtu gulämu ajjihim abüka). 3) Dafs 
vor dasselbe die Frage-Partikel trete (alimtu azaidun c indaka 
am 'amrün). 

,.'alima in der Bedeutung: wissen und zanna in der 
Bedeutung: Verdacht haben, regieren nothwendig nur* ein Ob- 
jeet im Accusativ." 

Erkl. f alima, synonym dem c arafa, regiert nur ein Ob- 
jeet, vgl. Kur. 16, 80: „Gott liefs euch hervorgehn aus dem 



zanna wa'aAawätuhä. H3 

Schoofse eurer Mütter, ohne dafs ihr etwas wufstet." (lä 
ta'lamüna s'aPän). So ist es auch mit zanna dem ittahama 
gleichbedeutend, das auch nur einen Accusativ des Objects hat. 
Vgl. Kur. 81, 24. „Er ist nicht Gegenstand des Meinens hin- 
sichtlich des Verborgenen." (ma huwa alä-1-gaibi bizaninin). 

„Dem ra ) ä mit dem Masdar ru'jä träumen, theile die v. 21: 
Construction von c alima zu, das, wie vorher angefühlt ist, 
zwei Objecte erzielt.'" 

Erkl. Bedeutet ra 3 ä träumen oder eine Erscheinung 
im Schlaf, so regiert es zwei Objecte wie das vorher erwähnte 
c alima. Verf. bezeichnet dies ra^ä durch die Zusetzung des 
Masdar ru'jä, d. h. behandle ra'ä mit dem Masdar ru 5 jä 
wie f alima behandelt wird, das auf zwei Objecte transitiv 
ist. Er bezeichnet hiermit deutlich das den Traum Bedeu- 
tende, denn wenn auch ru'jä bisweilen für andere Bedeutun- 
gen von ra'ä als Masdar steht, so ist doch gewöhnlich, dafs 
es sein Masdar in dieser Bedeutung ist. Vgl. Kur. 12, 36. 
„Fürwahr, ich sah mich, indem ich Wein ausdrückte." (inni 
aräni ä f siru hamrän). 

Vgl. „Es machte mich wach Abu Hanas', Talk ixnd 
c Ammar, bisweilen auch Utälä. Sie erschienen mir im Schlaf, 
als meine Genossen (arähum rufkati), bis dafs vorüber war die 
Nacht und dahin schwand. Da war ich wie der, welcher 
zur Tränke läuft nach einer Luftspiegelung, doch keine Trän- 
kung erreicht." 

„Man darf hierbei nicht, wenn eine Hinweisung fehlt, 
das Ausfallen beider oder eines der Objecte erlauben." 

Erkl. Nur wenn sich eine Hinweisung auf das Object 
vorfindet, darf man das eine oder beide ausfallen lassen, 
(hal zananta zaidän kä'imän, Antwort: zanantu). 

Vgl. „Nach welchem Buche oder welcher Sunna siehst 
du ihre Liebe als einen Vorwurf gegen mich an und rech- 
nest sie dazu?" (watahsibu). 

Ein Beispiel vom Wegfallen des einen Objects wegen 
der Hinweisung darauf wäre: hal zananta ah ad an kä?i- 
män, Antwort: zanantu zaidän. 

8 



114 ranna und seine Verwandten. 

Vgl. ,,D u hast in meinem Herzen, glaube nichts ande- 
res (lä tazunni gairahu), die Stelle eines Geliebten, Geehrten 
eingenommen." 

Dies ist die richtige Auffassung der Grammatiker. Führt 
aber nichts darauf hin, dafs etwas weggenommen sei, so ist 
die Wegnahme weder beider noch eines von beiden erlaubt. 

,, Wie tazunnu behandle takülu, wenn es sich einem 
Fragewort anschliefst und keine Trennung durch etwas an- 
deres eintritt, als durch ein Zarf, oder durch etwas einem 
Zarf ähnliches, oder durch ein Regime von takülu. Tritt 
aber durch eins von diesen eine Trennung ein, kann es ge- 
schelm." 

Erkl. käla ist der Art, dafs, Avenn ein Satz nach ihm 
steht, dieser in der directen Rede auftritt. Der Satz nach 
käla tritt eigentlich an die Stelle des Acc. als Object, und 
man kann käla nach der Weise von zanna gehn lassen, so 
dafs es Mubtada 5 und Habar als zwei Objecte in den Accu- 
sativ stellt wie zanna. Bekanntlich haben die Araber hierin 
zwei Lehrweisen, die erste und gewöhnliche Auffassung ist, 
dafs käla nicht wie zanna geht, aufser unter Bedingungen, 
von denen Verf. so wie die meisten Grammatiker vier erwähnt: 
1) mufs das Verbum im Imperfectum stehn; 2) in der zwei- 
ten Person, was Verf. durch takülu andeutet; 3) mufs ihm 
ein Fragewort voraufgehn; 4) darf zwischen ihnen d. i. 
zwischen der Frage und dem Verbum keine Trennung ein- 
treten, durch etwas, das weder Zarf, noch Mag'rür, noch ein 
Regime des Verbum wäre. Wird es durch dergleichen getrennt, 
thut diese Trennung dem takülu keinen Schaden. Ein Bei- 
spiel, in dem sich alle Bedingungen finden, wäre a takülu 
'amrän muntalikän. 

Vgl. „Wann sagst du, dafs die eilenden Kameele tra- 
gen die Mutter des Käsim und den Käsim?" 

Steht das Verbum nicht im Imperfectum, regiert käla 
nicht zwei Objecte nach diesen Lehrmeistern. Dasselbe gilt, 
wenn es zwar im Imperfectum steht, doch ohne Tä der zwei- 
ten Person, oder wenn ihm keine Frage voraufgeht, oder 
ihm eine Frage zwar voraufgeht, aber sie getrennt wird 
durch etwas, das weder ein Zarf noch ein Mag'rdr, noch ein 



zanna wa'aAaw&taha. ||f> 

Regime von takülu wäre, vgl. a 3 anta takülu zaidun 
muntalikun. Dagegen vgl. a ( indaka takülu zaidän mun- 
talikän oder afi-d-däri takülu zaidän muntalikän 
oder a f ämrän takülu muntalikän. 

Vgl. „Nennst du unkundige die Söhne des Lir'ajjun, 
beim Leben deines Vaters beschwöre ich dich, oder sich un- 
kundig stellende." 

Finden sich alle erwähnten Bedingungen vor, kann man 
Mubtada' und Habar in den Accusativ als Objecte von ta- 
kiilu setzen, oder auch in den Nominativ nach der Weise 
der Wortanführung. 

„Man behandelt käla auch ganz allgemein wie zanna 
nach der Auctorität von Sulaim, vgl. nenne diesen gütig." 
(kul da mus'fikän). 

Erkl. Die zweite Lehrweise der Araber ist die des 
Sulaim, wonach käla ganz allgemein wie zanna geht mit 
dem Accusativ beider Objecte, gleichviel, ob es im Imper- 
fectum steht oder nicht, und ob die erwähnten Bedingungen 
in ihm stattfinden oder nicht. 

Vgl. „Sie sprach, und ich bin ein verständiger Mann, 
dieses beim Leben Gottes ist ein Israelit." (kälat hadä 
isrä-'inän). 



XV. alama und ara. 

„ra 5 ä und c alima regieren transitiv drei Objecte in der 
Form von ara und a c lama." 

Erkl. Drei Objecte regieren sieben Verba, dazu gehört 
a c lama und arä. Verf. erwähnt, dafs ihre ursprüngliche 
Form c alima und ra^ä sei und dafs sie nur mit dem Hamz 
drei Objecte regieren, denn bevor Hamz davortrat, regierten 
sie nur zwei. Das Davortreten des Hamz fügt ihnen noch 
das dritte Object hinzu, nämlich das, was Fä ( il war, bevor 
Hamz davortrat. Das Fä ( il wird in diesem Fall Mafül. 

8* 



v. 220. 



110 a'lama und arii. 

Denn es ist das Wesen des Hamz, dafs es das Fa ( il zum 
Mafül macht. War das Verbum, bevor Hamz davortrat, 
intransitiv, wurde es nachher transitiv auf ein Object; war 
es vorher transitiv auf ein Object, wurde es nach seinem 
l>a vortreten transitiv auf zwei Objecto; war es transitiv auf 
zwei Objecto, wird es durch das Davortreten von Hamz tran- 
sitiv auf drei. 

„Was allgemein galt für die zwei Maf^ül von ( alima, 
gilt auch richtig für das zweite und dritte." 

Erkl. Es gilt für das zweite und dritte Maf ( ül von 
'aliina und arä, das, was für die zwei Objecte von c alima 
und ra'ä feststand, nämlich dafs sie ursprünglich Mubtada 5 
und ilabar sind, ebenso die Möglichkeit sie rectionslos zu 
setzen und zu suspendiren in Bezug auf jene beiden sc. 
Mubtada 3 und Habar. Ferner, dafs man beide Objecte oder 
eins von ihnen wegnehmen kann, wenn etwas darauf hinleitet, 
vgl. a c lamtu zaidan c amrän kä?iman. — Das zweite 
und dritte dieser Objecte sind ursprünglich Mubtada 5 und 
Habar. Es ist möglich, das Agens in Bezug auf sie kraft- 
los zu setzen. Vgl. f amrün a ( lamtu zaidan kä?imun, und 
die Ueberlicferung: „Der Segen, thut uns Gott kund, steht 
bei den Grofsen." So ist auch möglich die Rectionskraft des 
des Verbum in Bezug auf sie zu suspendiren, vgl. a c lamtu 
zaidan la'amrun ka/'imun. Auch kann man eins von ih- 
nen oder beide, wenn etwas darauf hinführt, weglassen. 

„Wenn die beiden Verba ohne Hamz ein Maf c ül regie- 
ren, erreichen sie mit dem Hamz zwei derselben. Das zweite 
von ihnen ist wie das zweite der beiden Maf ( ül von kasä 
und dies ist ihnen in jeder Kegel nachahmend." 

Erkl. Wie voraufgeht regieren ra } ä und c alima, wenn 
das Hamz der Uebertragung vor sie tritt, drei Maf ( ül; doch 
in diesen beiden Versen zeigt Verf. an, dafs dies nur dann 
von ihnen gilt, wenn sie, bevor Hamz davortrat, zwei Objecte 
regierten; regierten sie aber vorher nur eins, wie, wenn ra 3 a 
in der Bedeutung von ab s ara er sah, stand und f alima in 
der Bedeutung von ( arafa erkannte: so regieren sie mit Hamz 
nur zwei Objecto. Das zweite dieser zwei Objecte ist wie 
das zweite Object von kasä und a f tä darin, dafs es nicht 



a'Iama unil arä. 117 

möglich ist, es als Habar vom Ersten zu gebrauchen; ferner 
darin, dafs es gestattet ist, es mit dem Ersten wegzunehmen; 
dann auch das ZAveite wegzunehmen und das Erste zu lassen; 
endlich das Erste wegzunehmen und das Zweite zu lassen, 
selbst wenii hierauf keine Hinweisung stattfindet. Ein Bei- 
spiel, wo beide weggelassen sind, wäre a c lamtu waVtaitu 
so wie wa'ammä man a ( ta wattakä. „Und was anlangt den, 
der giebt und fürchtet Gott." Ein Beispiel, wo das Zweite 
weggenommen und das Erste gelassen ist, wäre a f lamtu 
zaidan, vgl. Kur. 93, 5. „Und fürwahr Gott wird dir ge- 
ben und du wirst zufrieden sein (walasaufa ju c tika rabbuka)." 
Ein Beispiel, wo das Erste genommen und das Zweite ge- 
lassen ist, vgl. waa f taitu dirhamän, vgl, Kur. 9, 29. „So 
dafs sie geben den Tribut von einer Hand, d. i. glatt von 
der Hand weg, während sie sich demüthig unterwerfen." 
(hatta ju c tü-l-g'azjata). 

„Wie das behandelte arä ist nabba^a, aljbara, had- 
data, anba'a, auch habbara." 

Erkl. Verf. giebt sieben Verba als drei Objecte regie- 
rend an. Ueber arä und a c lama hat er schon gesprochen, 
jetzt folgen die anderen fünf. Zu nabba 5 a: 

Vgl. „Ich wurde berichtet (nubbr'tu zurSita juhdi il- 
lajja), dafs Zur c a, wie denn die Thorheit ihrem Xamen ent- 
spricht, zu mir bringe die seltensten Dichtungen." 

Vgl. zu c ajjbara: „Was hindert dich, wenn du mir 
als krank gemeldet bist (idä ukbirtini danifän), und dein 
Mann eines Tages versclrwunden ist, zu mir zurückzukehren?'« 

Vgl. zu haddata: „Oder ihr verweigertet, was von Euch 
gefordert wurde; von wem aber seid ihr berichtet (man hud- 
dittumühu), dafs er über uns Herrschaft übe?" 

Vgl. zu anba^a: „Mir wurde berichtet von Kais, (un- 
bi'tu kaisän) und nicht erforsche ich ihn als einen solchen, für 
welchen man ihn ausgiebt, als den Besten der Bewohner 
von Jaman." 

Vgl. zu habbara: „Ich wurde benachrichtigt (hubbirtu 
saudä'a-l-gamimi maridatan), dafs Sauda^ von al-Ga- 
mhn krank sei. und ich ging um sie zu besuchen von mei- 
ner Familie in Egypten." 



1 1 j> Das regierende Subject. 

Verf, erwähnt, dafa arä bisweilen drei, bisweilen zwei 
Objecte regiert; dies«- Verba sind ähnlich ara, sie regieren 
drei und zwei Objecte. 



XVI. Das regierende Subject. 

(al-Fa'il). 

»SS. „Fä ( il sind die zwei in den Nominativ gesetzten Wörter 

in den zwei Sätzen atä zaidun munirän „es kam Zaid, 
indem leuchtete sein Antlitz" und ni c ma-l-fatä „wie schön 
ist der Mann." 

Erkl. Verf. behandelt den Nominativ, welchen das voll- 
ständige Verbum verlangt, d. i. das Fä ( il oder dessen Stell- 
vertreter. In diesem Capitel behandelt er das Fä c il, und dies 
ist das Nomen, an welches ein Verbum nach der Weise von 
fa ( ala oder seinesgleichen angelehnt ist. Sein regelrechter 
Casus ist der Nominativ. „Nomen" umfafst hier das reine No- 
men, vgl. käma zaidun und das, was als solches erklärt 
werden mufs, vgl. ju c g'ibuni an taküma — kijämuka. 
Die nähere Bestimmung, „das Avoran ein Verbum angelehnt 
ist" schliefst dasjenige aus, woran etwas anderes angelehnt 
wird, wie sonst ein Wort, vgl. zaidun ahüka, oder ein Satz, 
vgl. zaidun käma, oder etwas, das virtuell ein Satz ist, wie 
zaidun kä'imun gulämuhu. Der zweite Zusatz „ein Ver- 
bum nach der Weise von fa f ala" schliefst das Wort aus, 
woran ein Verbum nach der Weise von fu f ila angelehnt 
wird, denn dies ist der Stellvertreter vom FäSl. — „Seines- 
gleichen" in obiger Erklärung ist das dem erwähnten Verbum 
Gleiche, d. i. das Part. act. oder das ähnliche Eigenschafts- 
wort und das Masdar, ferner das Nomen verbi wie haihäta, 
das Zarf, G'ärr wa Mag'rür, die Form des Vorzugs af f alu. 
Auf die erwähnten Fälle weist Verf. hin durch „die beiden 
in den Nominativ Gestellten", d. h. durch das Verbum, oder 
das dem Verbum ähnliche in den Nominativ Gestellte. Er 
giebt zwei Beispiele von dem durch das Verbum in den No- 
minativ Gestellten, das Eine steht im Nominativ durch ein 
flectirtes Verbum, das Zweite steht durch ein unflectirbares 



al-Fä c il. H9 

Verbuni im Nominativ, durch ein dem Verbo ähnliches steht 
wag'huhu in „munirän wag'huhu" im Nominativ. 

„Nach einem Verbum steht ein Fä c il; steht ein sichtbares 
Wort d. i. ein Nomen substantivum da, so ist es dies, wo 
nicht, so ist ein Pronomen verborgen." 

Erkl. Das Fä c il steht der Kegel nach, nach dem es in 
den Nominativ Stellenden sc. nach dem Verbum oder seines- 
gleichen. Es darf nicht voranstehn vor dem, was es in den 
Nominativ stellt; kommen solche Fälle vor, wie az-zaidäni 
käma, so ist az-zaidäni Mubtada 5 , nicht vorgestelltes Fä c il 
und das Verbum nach ihm setzt ein verschwiegenes Prono- 
men in den Nominativ. So ist die Lehrweise der Basrenser. 
Die Küfenser aber erlauben in allen diesen Fällen die Vor- 
anstellung des Fä c il. Der Nutzen dieser Streitfrage zeigt 
sich nicht in der Form des Singular Avie zaidun käma; 
aber nach den Küfensern kann man sagen az-zaidäni 
käma und az-zaidüna käma, wogegen nach den Basren- 
sern man az-zaidäni kämä und az-zaidüna kämü, mit 
dem Auf und dem Waw im Verbum setzen mufs, die die 
beiden regierenden Subjecte sind. Darauf zielen im Verse 
die Worte „nach einem Verbum steht ein Fä c il." Das Ver- 
bum und das ihm Aehnliche mufs ein in den Nominativ Ge- 
stelltes haben; entweder ein offenbar Hervortretendes, da wo 
keine Verschweigung stattfindet, oder ein Verborgenes, wenn 
dasselbe nicht hervortritt. 

„Stelle blofs das Verbum, wenn es an einen Dual oder 
Plural angelehnt wird, vgl. fäza-s'-s'uhadä^u, „es starben 
die Zeugen". Bisweilen sagt man sa c idä und sa c idü, und 
das Verbum ist angelehnt an das nach ihm offenbar Her- 
vortretende." 

Erkl. Der grofse Theil der Araber lehrt, dafs wenn 
das Verbum an ein Nomen substantivum im Dual oder Plu- 
ral angelehnt ist, es von einem Merkmal entblöfst sein mufs, 
das den Dual oder Plural anzeigt. Es ist dann, Avie Avenn 
es an einen Singular angelehnt wird. Setzt man aber das Ver- 
bum mit dem Dual- und Plural -Buchstaben (kamä az-zai- 
däni), geschieht dies nicht, um ein Merkmal an das Verbum 
zu bringen, dafs das nach dem Verbum stehende sichtbare 



120 Das regierende Subjcct. 

Nomon von demselben in den Nominativ gestellt wäre, und dafs 
die mit dorn Verbum verbundenen Buchstaben Alif, Waw, 
N un solche Buchstaben wären, die den Dual oder Plural 
des regierenden Subjects anzeigten; sondern man betrachtet 
das sichtbare Nomen als ein nachgestelltes Mubtada\ und 
das vorgestellte Verbum und was mit demselben verbunden ist, 
als ein Nomen, das durch das Mubtada 3 in dem Nominativ steht. 
Der Satz steht dann an der Stelle des Nominativ als Ilabar 
vom nachstehenden Nomen. Auch kann es nach einer an- 
dern Weise gclafst werden, nämlich das, was mit dem Verbum 
verbunden ist, sei das von demselben in den Nominativ Ge- 
stellte wie voraufgeht, und das nach ihm sei eine Apposition 
zu dem Pronomen (d. i. Alif, Waf, Nun), das mit dem 
Verbum verbunden ist. — Die Lehrweise eines Theils der 
Araber, nämlich der Kinder des Harit Ibn Ka c b ist wie as- 
Saffär im Commentar des Buches sagt, dafs man, Avenn das 
Verbum an ein sichtbares Wort im Dual und Plural ange- 
lehnt wird, man ein Merkmal ihm beigiebt, das den Dual 
und Plural anzeigt, so wie das Tä in kämat das Femininum 
bei allen Arabern anzeigt. Das Nomen nach dem erwähnten 
Verbum sei durch dasselbe in den Nominativ gestellt wie hin- 
dun im Nominativ steht von kämat. 

Vgl. „Er übernahm selbst die Bekämpfung der Ketzer, 
nachdem ihn schon im Stich gelassen der Nahe und der 
Ferne" wakad aslamähu mub c adun wahamimun. 

Vgl. „Es tadelt mich meine Familie wegen des Kaufs 
der Palme, und sie alle beschuldigen mich" (jalümünani ahli). 

Vgl. „Es sahen die Züchtigen das graue Haar schim- 
mern in meinem Backenbart und wandten von mir die glän- 
zenden Wangen." (ra-'aina-l-gawäni). 

Die Worte Verf. sa c idä und sa c idü bedeuten, dafs 
bisweilen beim Verbum, das an ein sichtbares Wort ange- 
lehnt ist, ein Merkmal den Dual oder Plural zu bezeichnen 
steht; doch zeigt Verf. durch „bisweilen sagt man" an, dafs 
es selten sei, so verhält sich auch die Sache. Es ist selten, 
wenn man das Verbum als ein an ein folgendes of- 
fenbares Wort Angelehntes setzt. Hingegen, wenn man 
das Verbum betrachtet als angelehnt an das Alif, Wäw, 



al-Fä'il. 121 

Nun, und das nach ihm stehende offenbare Wort als Mub- 
tada 5 oder Badal (Apposition) vom Pronomen in dem Verbum, 
so ist diese Construction nicht selten. — Diese seltene Aus- 
drucksweise zeigen die Grammatiker an mit dem Beispiel 
akalüni al-barägitu „es frafsen mich die Flöhe". Verf. 
führt als Beispiel in seinen Büchern die Stelle nach der 
Lesart an: „es wechseln sich bei Euch Engel in der Nacht 
und Engel am Tage ab" (jata c äkabüna fikum malä^ikatun). 
al-baragita und malä^ikatun stehe als Fä f il von akalüni 
und jata c äkabuna. 

„Ein Verbum das verschwiegen wird, setzt in den No- 
minativ das Fä f il, vgl. Zaid in der Antwort auf die Frage 
wer liest?" 

Erkl. Findet eine Hinweisung auf das Verbum statt, 
kann es wegfallen und sein Fä c il bleibt stehn, vgl. das Bei- 
spiel im Textvers. Auch wird das Verbum nothwendiger 
Weise weggenommen Kur. 9, 6. „Wenn einer der Vielgöttrer 
dich um Schutz anfleht". So verhält sich jedes Nomen im 
Nominativ, das nach in oder idä steht; es ist nothwendig 
durch ein weggefallenes Verbum in den Nominativ gestellt, 
vgl. Kur. 84, 1. .,Wenn der Himmel sich zerspaltet". So 
ist die Auffassung der grofsen Masse der Grammatiker. 
Doch handeln wir darüber weiter unten beim Capitel von der 
Abwendung (Is'tigäl). 

„Das Tä Fem., welches dem Perfectum sich anschliefst, 
wenn es für ein Fem. steht, ist Avie: Hind erträgt nicht Un- 
bilde." (abat hindu-1-adä). 

Erkl. Dem Verbum Perfecti, das an ein Fem. angelehnt 
wird, hängt sich ein ruhendes Tä an, welches anzeigt, dafs das 
Fä ( il ein Femininum ist, gleichviel, ob es im wirklichen oder 
metaphorischen Sinne steht. Es sind hier zwei Fälle: 1) wo 
es nothwendig, und 2) wo es möglich ist. 

„Dies Tä Fem. ist nur nothwendig bei dem Verbum ei- 
nes Pronomen, das mit demselben verbunden ist, oder an ein 
weibliches Wesen denken läfst." 

Erkl. Tä Fem. hängt sich an das Perfectum an zwei 
Stellen: 1) wenn das Verbum an ein Pronomen Fem., das 
verbunden ist, angelehnt wird, gleichviel ob es in Wahrheit, 



122 Das regierende Subject. 

oder nur übertragener Weise Fem. ist, vgl. Hindun kämat, 
as'-s'amsu tala c at; ist aber das Pronomen getrennt, steht 
das Tä Fem. nicht: hindun mä käma illä hija. 2) Wenn 
das Fa ( il offenbar ein wirkliches weibliches Wesen ist, vgl. 
kämat hindun. Es versteht sich nach den Worten des 
Verf., dafs es nur an diesen beiden Stellen nothwcndig steht. 
Tä Fem. ist nicht nothwendig bei einem sichtbaren Femini- 
num, das aber nur übertragener Weise ein solches ist, vgl. 
tala c at und tala c a, as'-s'amsu, und auch nicht im Plural wie 
weiter unten behandelt wird. 

„Bisweilen erlaubt die Trennung (des Fä'il vom Ver- 
bum) die Weglassung des Tä in F'ällen wie: „es kam zum 
Richter die Tochter des Stehenden.'' (atä-1-kädija bintu-1- 
wäkifi). 

Wird das Verbum und sein wirklich weibliches Fä'il 
durch etwas anderes als illä von einander getrennt, ist die 
Setzung und die Wegnahme des Tä erlaubt, besser aber 
ist die Setzung. 

„Die Wegnahme des Tä Fem. bei der Trennungspartikel 
illä Avird vorgezogen. Vgl. „Niemand ist rechtschaffen als die 
Mägde von Ibnu-l- c Alä." (mä zakä illä fatätu-bni-l- c alä). 

Erkl. Steht zwischen dem Verbum und dem Fä c il Fem. 
illä, ist die Setzung des Tä bei der Mehrzahl nicht erlaubt; 
man sagt nicht mä 'kämat illä Hindun. Bisweileu 
kommt es bei den Dichtern vor; vgl. „nichts blieb als die 
hüglichen Bergreihen." Die Worte des Verf., „dafs die 
Wegnahme der Setzung vorgezogen werde", zeigen eigent- 
lich an, dafs die Setzung des Tä erlaubt sei, doch ist's nicht 
so. Meint Verf. damit, dafs die Weglassung des Tä der 
Setzung vorzuziehen sei, mit Rücksicht darauf, dafs die 
Weglassung in Prosa und Poesie, die Setzung aber nur 
in der Dichtung vorkomme, so ist's richtig. Will er sa- 
gen, die Wegnahme sei häufiger als die Setzung, so ist es 
nicht richtig, denn die Setzung ist sehr selten. 

„Die Wegnahme des Tä Fem. kommt bisweilen vor auch 
ohne eine Trennung; bei dem Pronomen des metaphorischen 
Femininum kommt sie in der Dichtung vor." 



al-Fril. 123 

Erkl. Das Tä wird bisweilen von einem Verbum genom- 
men, das an ein wirkliches Femininum angelehnt ist, ohne 
eine Trennung; doch ist das sehr selten. Sibawaihi berichtet 
käla fulänatu. — Bisweilen wird das Tä Fem. von einem 
Verbum, das an ein Pronomen eines metaphorischen Prono- 
men Fem. angelehnt ist, weggenommen, doch kommt das al- 
lein in der Dichtung vor. 

Vgl. „Keine Wolke tröpfelt Regen wie sie, und keine 
Erde grünt in der Weise wie sie." (walä ardun abkala). 

„Das Tä mit einem Plural, der nicht sanus masculini 
ist, ist wie das Tä mit dem Singular von al-labinu; die 
Wegnahme desselben in ni f ma-l-fatätu (wie schön das 
Mädchen) hält man für gut, denn das Ziel nach der Gat- 
tung ist darin klar." 

Erkl. Lehnt sich das Verbum an einen Plural, kann dies 
ein Pluralis sanus sein oder nicht; ist es ein Pluralis sanus, 
darf man das Verbum mit Tä Fem. nicht verbinden, vgl. 
käma az-zaidüna. Ist es kein Pluralis san. masc, kann 
es ein Pluralis fractus für ein Masc. oder Fem. sein oder 
ein Pluralis sanus Fem. Bei diesen drei Fällen kann man 
Tä setzen oder weglassen. Die Setzung des Tä geschieht, 
weil es sich bezieht auf eine Schaar, die Weglassung, weil 
es auf den Plural geht. — Verf. zeigt mit dem Beispiel 
darauf hin, dafs Tä mit Pluralis fractus und dem Plura- 
lis sanus fem. wie das Tä mit dem sichtbaren Nomen, das 
eine metaphorische Femininal- Bedeutung hat, sich verhält; 
vgl. labinatun, man sagt kusira und kusirat al-labinatu. 
Bei ni c ma und seinen Verwandten ist, wenn das Fä c il ein 
Femininum ist, die Setzung und Weglassung des Tä erlaubt. 
Selbst wenn das Fä c il ein wirkliches Femininum ist, gelten 
beide Fälle. Dies ist nur darum möglich, weil im Fä c il eine 
Umfassung der Gattung erstrebt ist und es wird behandelt 
wie der Pluralis fractus, indem man Tä setzt und wegläfst. 
Es gleicht demselben darin, dafs das damit Erzielte eine 
Mehrzahl umfafst. Die Worte des Verf. sagen aus, dafs die 
Wegnahme für gut gehalten wird, doch die Setzung dessel- 
ben ist besser. 

„Das Ursprüngliche beim Fä c il ist, dafs es verbunden 



124 Das regierende Subjcct. 

stehe, dagegen beim MaiVil ist ursprünglich, dafs es getrennt 
sei. Bisweilen kommt aber das Gegentheil des Ursprüngli- 
chen vor, und bisweilen steht das Maf l ul vor dem Verbum." 

Erkl. Ursprünglich schliefst sich das Fä c il dem Ver- 
bum an, ohne dafs etwas beide trennt, denn es ist wie der 
Theil von ihm. Deshalb wird auch das Ende des Verbum 
mit ruhenden Buchstaben gesetzt, wenn es ein Pronomen der 
ersten oder zweiten Person ist. Man setzt es mit ruhenden 
Buchstaben nur aus Widerwillen gegen das Aufeinander- 
folgen von vier bewegten Buchstaben. Dies ist aber nur 
in einem und demselben Worte unbeliebt und daher führt 
dieser Umstand darauf hin, dafs das Fä ( il mit seinem Verbum 
wie ein Wort ist. — Beim Maf ( ül ist dagegen ursprünglich, 
dafs es vom Verbum getrennt wird, dadurch, dafs es nach dem 
Fä c il steht. Es kann vor dem Fä c il nur dann stehn, wenn 
es von dem frei ist, was wir weiter unten erwähnen, so sagt 
man daraba zaidän f amrün. Bisweilen steht das Maf ( ül 
vor dem Verbum. Es finden hiex-in zwei Fälle statt: 1) dafs 
die Voranstellung nothwendig ist, wie z. B. wenn das Mafcül 
ein Bedingungs-Nomen, vgl. ajjän tadrib adrib; ein Frage- 
Nomen, vgl. ajja rag'ulin darabta; wenn kam der Aussage, 
vgl. kam gulämin malaktu, oder ein getrenntes Pronomen 
steht, das wenn es folgt, verbunden werden mufs, vgl. 
ijjäka na c budu. Würde dies Maf c ül nachgestellt, müste es 
nothwendig verbunden werden, vgl. na c buduka. Daher mufs 
das Maf ( ül hier vorstehn; ein entgegengesetzter Fall wäre: 
addirhamu ijjahu aHaituka, denn hier ist's nicht nüthig 
ijjiihu voranzustellen, da wenn man es nachstellt, man das- 
selbe verbinden und trennen kann. 2) Dafs die Vor- und 
Nachstellung möglich ist, vgl. daraba zaidun c amrän und 
c amrän daraba zaidun. 

„Stelle das Mafül nach, wenn eine Verwechslung zu 
befürchten ist, oder das Fä ( il ein Pronomen ist, das nicht 
beschränkt wird." 

Erkl. Das Fa c il mufs stets dem Mafül vorangehn, wenn 
eine Verwechslung des einen von ihnen mit dem anderen zu 
befürchten ist; so ist's, wenn die Analyse dunkel ist und nicht ein 
Umstand sich vorfindet, welcher das Fä f il vom Maf c ül unter- 



al-Fail. 125 

scheidet, vgl. daraba müsä f isä. raüsä mufs hier Fä c il 
sein und f isä Maf f ül. So lehrt die Mehrzahl. Einige erlau- 
ben die Voranstellung des Maf c ül in diesen und ähnlichen 
Fällen und führen als Grund an, dafs die Araber einen 
Zweck haben in der Undeutlichkeit, ebenso wie in der deut- 
lichen Darstellung. Wenn aber ein Umstand das Fä c il vom 
Maf'ül unterscheidet, ist die Voranstellung und die Nachstel- 
lung des Maf ( ül möglich, vgl. akala müsä-1-kumaträ 
und akala-1-kumaträ müsä. Auch ist die Voranstellung 
des Fä ( il und die Nachstellung des Maf c ül nothwendig, wenn 
das FiVil ein Pronomen ist, das nicht beschränkt wird, vgl. 
dar ab tu zaidän; ist es aber beschränkt, mufs es nachstehn, 
vgl. mä daraba zaidän illä anä. 

„Das durch illä oder innamä Beschränkte stelle nach; 
bisweilen steht es voran, wenn ein Zweck dafür deutlich ist." 

Erkl. Wird Fä f il oder Maf f ül durch illä oder innamä 
beschränkt, steht es nothwendig nach. Bisweilen läfst sich 
das beschränkte Fä c il oder Maf c ül vor das Unbeschränkte 
voraufstellen, wenn das Beschränkte von dem andern deutlich 
unterschieden ist. Dies kann geschehn, wenn die Beschrän- 
kung durch illä stattfindet. — Findet aber die Beschränkung 
durch innamä statt, ist die Voraufstellung des Beschränkten 
nicht möglich, da es nur durch seine Nachstellung als ein 
Beschränktes deutlich ist, grade in entgegengesetzter Weise 
als das durch illä Beschränkte; denn dies wird erkannt da- 
durch, dafs es nach illä steht, gleichviel ob das Fä c il oder 
Maf ( ül vorausgeht oder nach dem Verbuni steht. Vgl. das 
beschränkte Fä c il in: innamä daraba c amrän zaidun 
und das beschränkte Maf f ül in: innamä daraba zaidun 
c amrän. Vgl. dagegen mä daraba c amrän illä zaidun 
und mä daraba zaidun illä f amrän. 

Ein Beispiel des durch illä beschränkten Fä f il, das vor- 
aufgeht, wäre mä daraba illä zaidun c amrän. 

Vgl. „Nur Gott weifs was in uns erregt hat ihre Tä- 
towirung am Abend als sich entfernten die Bewohner des Wohn- 
platzes."*) (falam jadri illä-1-lahu mä hajjag'at lanä wis^ämuhä). 



v. 240. 



s ) Der Commentar liest inä'i für änä'i. 



126 l 1flS regierende Subject. 

Ein Beispiel des durch illä beschränkten Maf c ül wäre 
ma daraba illa c amran zaidun. 

Vgl. ,,Ich versah mich zur Keise von Lailä durch die 
Unterredung einer Stunde, und es vermehrte ihr Wort nur 
um das Doppelte das, was in mir war." 

Das durch innamä Beschränkte läfst eingestandener 
Mafsen die Voranstellung nicht zu. Das durch illa Be- 
schränkte bietet drei Lehrweisen: 1) Die Lehrweise der 
meisten Basrenser, von al-Farrä-* und Ibnu-1-Anbäri, ist, dafs 
das durch illa Beschränkte Fä c il oderMaf c ül sein müsse; ist es 
Fall, so sei seine Voranstellung verboten, man könne nicht sagen 
ma daraba illa zaidun c amrän. So erklärt man auch 
den obigen Vers auf andere Weise, nämlich ma hajjag'at 
lanä, als Maf f ül eines weggenommenen Verbum sc. darä, 
dann geht das beschränkte Fä ( il nicht vor dem Maf c ül vor- 
auf, denn dies ist nicht Maf c ul eines erwähnten Verbum. 
Ist aber das Beschränkte ein Maf ( ül, so ist seine Voranstellung 
möglich, vgl. ma daraba illa ( amrän zaidun. — 2) Die 
Lehrweise von al-KisiVi; dafs die Voranstellung des durch 
illa Beschränkten sei es Fä ( il oder Maf c ül erlaubt sei. 
3) Die Lehrweise einiger Basrenser, welche al-G'uzüli und 
as' - S'alaubin für gewählt hält, dafs die Voranstelluug des 
durch illa Beschränkten nicht möglich sei, sei es Fä c il 
oder Mafül. 

„Häufig sind Fälle wie: es fürchtet seinen Herrn f Umar 
(Ijafä rabbahu ( umaru); abnorm aber sind Fälle wie: es schmückt 
seine Blüthe den Baum." (zäna nauruhu as'-s'ag'ara). 

Erkl. Häufig ist im Arabischen die Voraufstellung des 
Maf c ül, das ein Pronomen umfafst, welches auf das nachge- 
stellte Fä ( il sich bezieht, vgl. das erste Beispiel. Dieses ist 
gestattet, Aviewohl darin eine Beziehung auf ein der äufseren 
Erscheinung nach Nachgestelltes ist, weil das Fä c il dem Sinne 
nach dem MafS'il voraufgeht; denn ursprünglich wird das 
Fä c il mit dem \ erbum verbunden, folglich steht es in eigent- 
licher Stellung voran, wenn es auch in der äufseren Erschei- 
nung nachtritt. Wenn nun aber das Maf c ül ein Pronomen 
umfafst, das sich auf das bezieht, was mit dem Fä f il verbun- 
den ist, so ist die Frage, ob dann die Voranstellung des Maf f ul 






al-Fä'il. 127 

vor das Fä c il möglich sei. Hierüber ist Meinungsverschieden- 
heit; vgl. dar ab a gulämahä g'äru hindin. Der, -welcher es 
erlaubt, und das ist das Richtige, begründet die Erlaubnifs 
so, dafs, da das Pronomen sich auf das bezieht was mit dem, 
verbunden wird, dessen eigentliche Stellung das Voran- 
stehn ist, es gleich sei als ob es sich auf dasjenige selbst 
bezieht, dessen eigentliche Stellung das Voranstehn gebietet, 
indem das mit dem Voranstehenden Verbundene wie das Vor- 
anstehende selbst sei. Dagegen ist abnorm, dafs das Prono- 
men vom voranstehenden Fä c il auf das nachgestellte Maf ( ül 
sich bezieht, vgl. zäna nauruhu as'-s'ag'ara; das ist des- 
halb abnorm, da eine Beziehung des Pronomen auf das der 
eigentlichen Stellung und Form nach Nachgestellte sich darin 
befindet, as'-s'ag'ara ist Maf c ül, nachgestellt in der wirklichen 
Erscheinung. Ursprünglich mufs es vom Verbuni getrennt sein, 
es ist also auch der eigentlichen Stellung nach dem Fä c il 
nachgestellt. Diese Behandlungsweise ist bei der Mehrzahl 
der Basrenser verboten und wenn etwas dergleichen vorkommt, 
erklären sie es anders. Dagegen erlaubt sie Abu c Abdi-l- 
lahi at-Tuwäl, der zu den Küfensern gehört und Abü-1- 
Fath Ibn G'inni; ihnen folgt der Verf. 

Vgl. „Als die, welche ihn verfolgten, den Mus c ab sahen, 
wurden sie erschreckt und beinahe hätte er gesiegt, wenn ihn 
das Schicksal unterstützt hätte/- (lammä ra 3 ä tälibühu mus c abän). 

Vgl. „Seine Güte bekleidete den Gütigen mit den Gewändern 
einer Herrschaft. Es erhob den Freigebigen seine Freige- 
bigkeit zu den Gipfeln des Ruhmes.'" 

Vgl. „Gesetzt, dafs ein Ruhm Jemanden der Menschen den 
ganzen Zeitlauf leben liefse, so würde den Mut f im sein Ruhm 
ewig leben lassen." 

Vgl. „Es vergelte statt meiner dem c Adi Sohn des Hätim 
sein Herr, wie man vergilt den heulenden Hunden, und schon 
hat ers gethan." 

„Es vergelte den Abu Gailän sein Sohn für seine Gröfse 
und Wohlthaten wie man vergilt dem Sinnimär. *) 

*) Ein griechischer Künstler, der dem Nu'män Sohn des Amrul- 
k&is einen Pallast baute, worauf dieser ihn von oben herunterstürzte, 
damit er keinem andern einen solchen erbaue. Com. 56, vgl. Maidäni h 8. 



[28 Das regierende Subject 

Wenn das mit dem vorangehenden FiVil verbundene 
Pronomen sich auf dasjenige Pronomen bezieht, welches mit 
dem nachstehenden Malawi verbunden ist, ist diese Behand* 
lungsweise verboten, vgl. daraba ba c luha sähiba hin- 
din „es schlug ihr Esel den Genossen der Hind". Einige 
zwar berichten «las Gegentheil. 



XVH. Der Vertreter des FA'il. 

(an-na'ibu 'an al-fä'ili). 

„Es tritt ein Maf f ül bihi an die Stelle des Fä ( il in 
allem, was diesem gebührte, vgl. „es wurde geschenkt das 
beste Geschenk." 

Erkl. Das FiVil wird weggenommen und das Maf ( ül 
bihi an seine Stelle gesetzt, dann wird das dem Fä ( il Gebüh- 
rende, A\ie die Notwendigkeit des Nominativs, die noth wen- 
dige Nachstellung nach dem es in den Nominativ Setzenden 
und die Unmöglichkeit der Wegnahme, demselben zugetheilt. 
Vgl. nila hairu nä/Hlin, hairu nä?ilin ist ein Maf c ül bihi, 
das an die Stelle des Fä c il tritt ursprünglich näla zaidun 
haira nä'ilin. — Das Fä ( il fiel weg, d. i. zaidun, und das 
Maf'ül bihi wurde an seine Stelle gesetzt. Man kann nicht 
sagen hairu nä'ilin nila in der Weise, dafs hairu nä 5 ilin 
ein voraufgestclltes Maf f ül sei, sondern nur so, dafs es ein 
Mubtada 3 und der ihm nachfolgende Satz (d. i. nila) sein 
Habar sei. Das Maf c ül, welches an die Stelle des Fa ( il tritt, 
ist hier ein verborgenes Pronomen, vgl. nila huwa. Ebenso 
kann hairu nä^ilin nicht wegfallen, so dafs man nur sagte nila. 

„Den ersten Radikal des Verbum setze im Perfectum 
mit Damm und das nach ihm Verbundene (d. i. den zweiten 
Radikal) mit Kasr. vgl. wusila. Setze denselben (den zwei- 
ton Radikal) im Imperfectum mit Fath. Man bildet von 
jantahi, als die erwähnte Form Junta ha." 

Erkl. Der Anfang des Verbum, dessen Fä c il nicht ge- 
nannt wird, steht stets mit Damm. d. i. gleichviel ob es 



an-nä'ibu 'an al-fä'üi. 129 

Perf'ectum oder Imperfectum ist. Mit Kasr steht die vorletzte 
Sylbe Perfecti und mit Fath die vorletzte Imperfecta 

„Die zweite Silbe der Formen, die auf das Medial-Tä folgen 
(d. i. die fünfte und sechste Form), setze Avie die erste un- 
bestrittener Weise, und den dritten Buchstaben der Formen, die 
mit dem Hamz der Verbindung beginnen, setze wie den 
ersten." 

Erkl. Ist das wegen des Maf c ül passiv gebildete Ver- 
bum mit dem Medial-Tä gebildet, wird die erste und zweite 
iSylbe mit Damm versehn; vgl. tadahrag'a pass. tuduhrig'a. 
Wird die Form eröffnet durch das Hamz der Verbindung, 
so steht der erste und dritte Buchstabe mit Damm, vgl. 
istahlä pass. ustuhlija. 

„Setze mit Kasr oder einem undeutlichen Vocal den er- 
sten Buchstaben eines dreiradicaligen Verbum, welches im 
zweiten Radikal schwach ist. Kommt das Damm vor wie 
in bü ( a, so erfrage es." 

Erkl. Wird ein dreiradikaliges Verbum mit schwachem 
Mittelbuchstaben als Passiv gebildet , steht sein erster 
Radikal auf drei Arten; 1) mit einem deutlichen J, vgl. 
kila. 

Vgl. „Es ward gewebt (hikat), da es gewebt wurde, so 
auf zwei Leisten, dafs es die Dornen herabrifs und nicht 
zerstochen wurde." 

2) Das reine deutliche U. 

Vgl. „Wenn doch, doch nicht nutzt zu etwas: das wenn 
doch, wenn doch Tugend verkauft würde (bü c a), so würde 
ich sie kaufen." 

Dies ist die Sprachweise der Bani Dubair und Bani 
Fak c as. Beide gehören zu den Gebildeten der Bani Asad. 

3) Die undeutliche Aussprache, d. h. einen Vocal, der 
zwischen dem Damm und Kasr schwankt, auf den ersten Ra- 
dical setzen. Dies zeigt sich nur in der Aussprache, nicht 
in der Schrift. Danach wird bei den Sieben Kur. 11, 46. 
gelesen: „Es wurde gesagt: o Erde, verschlinge dein Wasser 
und o Himmel, halt an, und es zog ein (wagüda) das Wasser." 

9 



130 I'"' Vertretet des Fa'il. 

„ Wenn durch eine Vocalisation Verwechslung zu be- 
furchten ist, vermeidet man dies, und was bisweilen bei bä'a 
gesehn wird, geschieht bei Verben wie habba." 

Erkl. Wird ein dreiradikaligcs Verbum mit schwachem 
mittleren Stammbuchstaben, nachdem es in's Passiv gestellt 
ist, an das Pronomen der ersten, zweiten oder dritten Person 
annectirt, kann es ein Wäw oder Ja, zum mittleren Radikal 
haben. Hat es W&w, ist nach Verf. Kasr oder der Mittel- 
laut auf dem ersten Radieal nöthig. Damm darf da nicht 
stelin, damit es nicht mit dem Activ verwechselt werden 
kann. Ist Ja der mittlere Radikal, ist nach Verf. Damm 
oder der Mittellaut aus demselben Grunde nöthig. So sind 
die Worte des Verf. aufzufassen, nämlich: Ist eine Verwechs- 
lung bei den voraufgehenden Formen d. i. bei Damm, Kasr oder 
dem Zwischenlaut zu befürchten, geht man davon zu einer 
Form ab , wo keine Verwechslung stattfinden kann. — Er- 
wähnt ein anderer, dafs das Kasr beim Verbum mit Wäw 
und das Damm bei dem mit Ja stehe, und der Mittellaut 
das Gewählte sei, so ist dies nicht als nothwendig zu erach- 
ten, denn das Damm kann bei dem Verbum mit Wäw und 
das Kasr bei dem mit Ja stehn. Das, was für den ersten 
Radikal von bä ( a gilt, dafs nämlich Damm, Kasr und der 
Mittellaut erlaubt sei, gilt auch für Verba mit Doppel- 
buchstaben. 

„Was dem ersten Radikal von bä f a widerfährt, tritt 
auch klar hervor bei dem Buchstaben, welchem der Mittel- 
radikal sich anschliefst wie bei iljtära, inkäda und dergl." 

Erkl. Beim Passiv gilt für den Buchstaben, dem der mitt- 
lere Stammbuchstabe sich anschliefst, nämlich in allen Formen 
nach ifta f ala und infa ( ala, die einen schwachen Buchstaben 
zum zweiten Radikal haben, dasselbe, was für den ersten Radikal 
von bä c a feststeht, nämlich dafs Damm, Kasr und der Mittel- 
laut stehn kann. Man kann das Tä und Käf in uhtura 
und unküda auf die drei Weisen aussprechen. Danach 
richtet sich auch der Vocal des Hamz. 

„Ein dazu Befähigfes, nämlich ein Zarf oder Masdar, oder 
eine Präposition pafst zu einer Stellvertretung des Fä ( il." 

Erkl. Wenn kein Mai *ul bihi(Passiv-Object) sich vorfindet, 



an-nä'ibu c an al-fä'ili. 131 

stellt man ein Zarf oder G'arr \va Mag'rür, oder ein Masdar an 
seine Stelle, doch müssen diese dazu passend sein. Hierdurch hütet 
er sich vor dem dazu Unpassenden z. B. wie das Zarf, das nicht 
flectirt wird, d. i. das, in dem der Accusativ nothwendig ist, 
vgl. sahara, oder das Masdar, das nicht flectirt werden kann, 
vgl. ma f äda-l-lahi. So auch das Zarf, Masdar oder G'arr 
wa Mag'rür, die keinen neuen Sinn hinzufügen; man kann 
nicht sagen sira waktun oder duriba darbun, auch nicht 
g'ulisa fi darin, dagegen sagt mau sira jaumu- l-g'um c ati, 
duriba darbun s'adidun, murra bizaidin. 

„Nicht vertritt etwas von diesen, wenn in der Rede ein 
Maf c ül bihi sich vorfindet, doch bisweilen kommt es vor." 

Erkl. Die Lehrweise der Basrenser, al-Ahfas' ausge- 
nommen, ist: dafs, wenn nach dem Verbum, welches im Pas- 
siv steht, weil sein Fä ( il nicht genannt wird, ein Maf c ül bihi, 
ein Masdar, ein Zarf, und G'arr wa Mag'rür tritt, nur das 
Mafcül bihi an die Stelle des Fä ( il gestellt werden könne, 
vgl. duriba zaidun darbän s'adidan jauma-l-g'um c ati 
amäma-1-amiri fi därihi. Wenn das Maf c ül bihi sich 
vorfindet, kann nichts anderes an der Stelle des Fa c il stehn und 
was von der Art vorkommt, ist abnorm oder zu interpretiren. 
Die Küfenser erlauben die Setzung eines anderen an die 
Stelle des Fä c il, wenn auch das Maf c ül bihi sich vorfindet, 
sei es, dafs es voranstehe oder nachfolge. Sie zeigen als 
Beweis auf mit der Lesart des Abu G'a c far, Kur. 45, 13: 
„Damit zugetheilt werde dem Volk das, was sie gewonnen" 
(lijug'za kauman bimä känü jaksibüna). 

Vgl. „Nicht wird um Erhabenes ermüdet aufser ein 
Edler, noch heilt einer den Irrenden aufser der, welcher den 
rechten Weg hat." 

Die Lehrweise von al-AMas' ist, dafs, wenn etwas ande- 
res als das Maf f ül bihi diesem voraufgeht, man beide 
an die Stelle des Fä f il setzen könne; man sage duriba fi-d- 
dari zaidan und duriba fi-d-dari zaidun. — Geht 
aber keine von den drei erwähnten Wortklassen vorauf, mufs 
das Maf c ül bihi an die Stelle des Fä c il treten. 

„UebereingekommenerMafsen vertritt bisweilen das zweite 
Maf c ül (als das passive) von der Verbalgattung kasä, das 

9* 



132 Der Vertreter <les Y\'\\. 

IVi il in den Füllen, WO man vor einer Verwechslung si- 
cher ist." 

Erkl. Steht ein Verbum, das zwei Mal" nl regiert, im Passiv, 
so is< zu unterscheiden, ob es der Gattung von a c tä oder 
der von zanna angehört. Gehört es zur Gattung von a'ta, 
kann man nach \ eil', das erste und zweite: als Stellvertreter 
des FäSl setzen, worin man vollkommen übereinstimmt, d. h. 
wenn keine Verwirrung durch die Setzung des zweiten er- 
folgt. Ist dies aber der Fall, muPs man das Erste als Stell- 
vertreter setzen, vgl. hei a c taitu zaidan c amran. Hier 
kann heim Passiv nur das Erste das FaSl vertreten, weil 
beide nehmend sein können und dadurch eine Verwechslung 
zu befürchten ist. Die im Vers erwähnte Ucbercinstimmung 
gilt dafür, dafs man das Zweite als Nominativ setzen kann, 
wenn keine Verwechslung zu befürchten ist. Will Verf. be- 
zeichnen, dafs eine Uebereinstimmung von Seiten aller Gram- 
matiker stattfinde, so ist es nicht richtig, denn die Lehr- 
weise der Küfenscr ist, dafs, wenn das Erste determinirt ist 
und das Zweite indeterminirt, die Setzung des Ersten an der 
Stelle des Fä ( il möglich sei, vgl. u c tija zaidun dirhamän. 

„Bei den Verben der Gattung zanna und arä ist die 
Verweigerung gewöhnlich angenommen, doch sehe ich kein 
Hindernifs, wenn das Ziel klar ist." 

Erkl. Ist ein Verbum auf zwei Maful transitiv, von 
denen das zweite ursprünglich ein Ilabar ist, wie zanna und 
seine Verwandten, oder ist es auf drei Maf c ül transitiv, so 
ist das Bekannte bei den Grammatikern, dafs die Setzung 
des Ersten (als Stellvertreter) nothwendig sei. Die Setzung 
des zweiten ist bei der Kategorie von zanna verwehrt, ebenso 
ist die Setzung des zweiten und dritten bei der Kategorie von 
a'lama verboten. 

Ihn Abü-r-Rabi ( und der Sohn Verf's. berichten die 
Uebereinstimmung der Grammatiker darin, dafs die Setzung 
des dritten Objects (als Stellvertreter) bei a'lama verboten 
sei. Andere meinen, wie auch Verf., dafs die Setzung des 
Ersten nicht allein möglich sei, weder bei Verben wie zanna 
noch bei der Kategorie von a c lama, doch darf keine Verwechs- 
lung stattfinden. Vgl. zunua zaidan kä'iniun, u'lima 



an-nä'ibu 'an al-fä'ili. 133 

zaidan farasuka musrag'än. In Betreff der Setzung des 
dritten Objects als Stellvertreter bei u c lima berichten Ibn 
Abü-r-Rabi f und der Sohn Verf's. die Uebereinstimmung in 
Hinsicht der Verwehrung, doch ist's nicht so; Andere be- 
richten das Gegentheil. Wenn aber eine Verwechslung statt- 
findet, darf man allein das Erste bei den Verben wie zanna 
und a'lama als stellvertretend setzen. 

„Was aufser dem Stellvertreter noch an das in den No- 
minativ Setzende angehängt wird, mufs im Accusativ stehn." 

Erkl. Die Kegel des Maf'ül, welches an die Stelle des 
Fä c il tritt, ist dieselbe wie die für's Fä c il selbst. Wie also 
das Verbum nur ein Subject in den Nominativ setzet, so 
setzt es auch nur ein Maf c ül in den Nominativ. Hat also 
das Verbum zwei Mafail oder mehr, setzt man das Eine von 
ihnen an die Stelle des Subjects und setzet die übrigen in 
den Accusativ: u c ti zaidun dirhamän. 



XV11I. Die Zurückhaltung des Regens vom Regime.*) 

(is'ti</älu-rfimili 'an al-ma'müli). 

„ Wenn das Pronomen eines voraufgellenden Nomen, v> 255 - 
das seiner Form und Stellung nach im Accusativ steht, ein 
Verbum von demselben zurückhält; so setze das voraufge- 
hendc Nomen in den Accusativ durch ein Verbum, das ver- 
schwiegen wird und nothwendig mit dem schon klar ausge- 
sprochenen übereinstimmt." 

Erkl. Die Zurückhaltung (Is'tigäl) besteht darin, dafs 
ein Nomen voraufgeht und nach ihm ein Verbum steht, wel- 
ches regiert a. entweder das Pronomen des voraufgehenden 
Nomen selbst, oder b. doch ein mit ihm in Verbindung Ste- 
hendes, d. h. ein an das Pronomen des voraufgehenden No- 
men Annectirtes, vgl. zu a. zaidan darabtuhu und zai- 
dan marartu bihi, zu b. zaidan darabtu gulamahu. — 



*) Is'tigäl ist die Vorwegnahme der Rectionskraft eines Regens. 



\,)\ Die Zurückhaltung ilos Segens vom Regime. 

Die Verse VerPs. heifsen restituirt: Wenn das Pronomen 
einea voraufgehenden Nomen ein Verbum von diesem Nomen 
durch den Accusativ des Pronomens der Form oder der Stellung 
naoh zurückhält, so ist das Verbum durch das Pronomen des Nomen 
zurückgehalten, das vorhergehende Nomen zu regieren. In beiden 
Beispielen zu ". hält man durch das Pronomen das Verbum 
von zaidan zurück; darabtu aber fafst das Pronomen im- 
mittelbar, marartu hingegen durch eine Pracposition, so 
dafa es der Form nach im Genitiv, dem Sinne nach im Ac- 
cusativ steht. Fände die Zurückhaltung nicht durch das 
Pronomen statt, so würde das Verbum zaidan regieren, wie 
es jetzt das Pronomen regiert.*) — Der Sinn des zweiten 
Text-Verses: Befindet sich Nomen und Verbum in erwähn- 
ter Gestalt, ist der Accusativ des voraufgehenden Nomen er- 
laubt. Die Grammatiker sind uneins über das, was das 
Nomen in den Accusativ setzt. Die meisten sagen, es stehe 
im Accusativ durch ein nothwendig verschwiegenes Verbum, 
denn das repraesentirende (Pronomen) und das repraesentirte 
(Nomen) verbindet man nicht in eins. Das verschwiegene Verbum 
sei dem Sinne nach mit dem sichtbaren übereinstimmend und 
dieses letztere schliefse das mit ein, womit es dem Worte und 
dem Sinne nach übereinstimmt: zaidan darabtuhu = da- 
rabtu zaidan darabtuhu. Die zweite Lehrweise ist, dafs das 
Nomen durch das nach ihm folgende Verbum im Accusativ stehe; 
so ist die Ansicht der Küfenser. Doch sind sie wieder unter sich 
uneins; Einige sagen, das Verbum regiere das Pronomen und 
das Nomen zu gleicher Zeit. Doch erwiedert man dagegen, dafs 
nicht ein Regens das Pronomen eines Nomen und auch das sicht- 
bare Wort regieren könne. Andere sagen, es regiere das 
sichtbare Wort und das Pronomen sei nicht regiert. Dage- 
gen wird behauptet, dafs die Nomina nicht mehr ohne Rection 
stehen, nachdem sie mit ihrem Regens verbunden wor- 
den sind. 

„Der Accusativ ist nothwendig, wenn das voraufgehendc 



*) Nach der arabischen Grammatik regiert jedes Verbum ursprüng- 
lich einen Accusativ; den Genitiv regiert es nur mittelbar und auch 
dann sind Pracposition mit Anhang eigentlich ein Accusativ. — Dabei- 
ist zaidun marartu bihi ein Nominalsatz dessen 7/abar ein Satz ist, 
hingegen zaidan marartu bihi sind zwei versteckte Verbal-Satze. 



al-is'ti^äl. 135 

Nomen sich solchen Wörtern anschliefst, die speciell dem 
Verbum angehören wie in und haitumä." 

Erkl. Die Grammatiker erwähnen, dafs die Fragepimete 
dieses Capitels in fünf Fälle zerfallen: 1) der, in dem der 
Accusativ nothwendig ist; 2) der, in dem der Nominativ 
nothwendig steht; 3) die Fälle, in denen beides zwar statt- 
finden kann, doch der Accusativ vorwiegt; 4) die Fälle, in 
denen beides zwar stattfinden kann, doch der Nominativ vor- 
wiegt; 5) wo beide Casus gleicher Weise stehn können. 
Den ersten Fall behandelt Verf. im Verse. Der Accusativ 
des voraufgehenden Nomen ist nothwendig, wenn er nach 
den Conjunctionen steht, die sich nur dem Verbum an- 
schliefsen, wie nach den Conjunctionen der Bedingung in, 
haitumä; vgl. in zaidän akramtahu akrimka und hai- 
tumä zaidän talkahu fa'akrimhu. — Hier mufs der Ac- 
cusativ stehn und man darf nicht den Nominativ setzen, so 
dafs er Mubtada* wäre, da dies nicht hinter diesen Partikeln 
statt hat. Einige erlauben, dafs das Nomen nach ihnen stehe 
und der Nominativ sei bei ihnen nicht als Mubtada 5 verboten. 

Vgl. „Nicht sei traurig, wenn ich das Vermögen durch- 
gebracht; wenn ich aber untergegangen, dann sei traurig." 

„Wenn das voraufgehende Nomen einem Worte folgt, 
das allein mit dem Mubtada 5 steht, so setze nothwendig im- 
mer den Nominativ. So auch , wenn das Verbum einem 
Worte folgt, das nicht so steht, dafs es voraufgehend von 
von dem nachfolgenden regiert wird." 

Erkl. In diesen beiden Versen behandelt Verf. den 
zweiten Abschnitt, nämlich den, in welchem der Nominativ 
nothwendig ist. Der Nominativ des Nomen, von dem das 
Verbum zurückgehalten wird, ist nothwendig, wenn dasselbe 
nach solchen Worten steht, die speciell das Mubtada 5 ver- 
langen, wie z. B. nach idä der Ueberraschung, da nach die- 
sem idä das Verbum weder sichtbar noch supponirt vor- 
kommt. So ist auch der Nominativ des vorgestellten Nomen 
nothwendig, wenn das Verbum, das durch das Pronomen zu- 
rückgehalten wird, einer Partikel folgt, bei der das Nachfol- 
gende nicht das ihr Voraufgehende regiert, wie bei den 
Bedingungs- und Fragepartikeln und dem verneinenden 



136 Die Zurückhaltung dos Regens vom Regime. 

inä. Vgl. zaidun in lakitahu fa'akrimhu, zaidun lial 
clarahtahu, zaidun ma lakituhu. 

Der Aeeusativ ist hier nicht möglich, denn das, was das 
ihm \ oraufgehende nicht regieren kann, kann auch nicht ein 
Wort repräsentiren, welches das vor ihm Stehende regiert. 
Wer die Etection des diesen Partikeln Folgenden auf das 
Voraufgehende erlaubt, und somit sagt zaidfin ma lakitu, 
erlaub! den Aeeusativ zu setzen durch ein supponirtes Regens 
und sagt demnach mit dein Pronomen zaidan ma lakituhu. 

„Gewählt ist ein Aeeusativ vor einem Vcrbum, das ein 
Streben ausdrückt und nach solchen AVorten, die meistens vor 
dem Verbum stehn. So auch nach einem Verbindungswort, 
welches ohne eine Trennung, mit dem Regime eines vorher- 
gehenden Verbuni sich verbindet." 

Erkl. Dies ist der dritte Abschnitt, d. i. der, in wel- 
chem der Aeeusativ gewählt ist. Dies findet statt, wenn 
nach dem Nomen ein Verbum steht, welches ein Streben an- 
zeigt, wie der Imperativ, Prohibitiv und der Wunsch, vgl. 
zaidan idribhu, zaidan lä tadribhu, zaidan rahi- 
mahu-1-lahu. Ebenso ist auch der Aeeusativ gewählt, wenn 
das Nomen nach einer Partikel steht, die meistens mit dem 
Verbum verbunden vorkommt, wie z. B. das Hamz der Frage, 
vgl. a zaidan darabtahu. — So ist auch der Aeeusativ 
gewählt, wenn das Nomen, von dem die Rection zurückge- 
halten wird, nach einer Verbindungspartikel steht, der ein 
Vcrbalsatz voraufgeht, sodafs keine Trennung zwischen dem 
Verbindungswort und dem Nomen eintritt, vgl. kama zaidun 
wa f amrän akramtuhu. Ist aber eine Trennung zwischen 
dem Verbindungswort und dem Nomen, verhält sich das No- 
men, wie wenn nichts voraufginge, vgl. kama zaidun 
wa'aramä f amrun fa'akramtuhu. Bei ( amrün ist Accus, 
und Nom. möglich, doch der Nom. gewählt, während in 
kama zaidun wa^ammä c amrän fa-'akrimhu der Ae- 
eusativ wegen des im Verbum liegenden Strebens gewählt ist. 

„Folgt das Verbundene einem Verbum, durch welches 
von einem Nomen ausgesagt wird, verbinde es nach Wahl." 

Erkl. Der Fall, in dem beide Casus gleicher Weise 
möglich sind, ist vorher als der fünfte erwähnt. Es bestimm- 






al-is'ti#äl. 137 

ten die Grammatiker, dafs dadurch, dafs das Nomen, von 
welchem das Verbum abgehalten wird, nach einem Verbin- 
dungswort steht, dem ein Satz mit zwei Auf'fasungen vorauf- 
geht, der Nominativ und Accusativ gleicherweise stehn kann. 
Ein Satz mit zwei Auffassungen ist ein Satz, dessen Anfang 
ein Nomen und dessen Ende ein Verbum ist, vgl. zaidun 
käma und c amrün akramtuhu. Der Nominativ steht in 
Hinblick auf den Anfang und der Accusativ in Hinblick auf 
das Ende. 

„Der Nominativ ist in anderen als den vorübergeführten 
Fällen überwiegend. Thue das, was freigestellt ist und lafs, 
was nicht freisteht.'* 

Erkl. Dies ist der vierte Theil, dafs beide Casus ste- 
hen können, der Nominativ aber gewählter ist. Dies hat 
Statt bei jedem Nomen, bei dem nicht etwas sich vorfindet, 
was den Accusativ oder Nominativ noth wendig macht, noch 
was den Accusativ vorwiegen läfst, noch was beide Fälle 
gleicherweise erlaubt. 

In Fällen wie zaidun darabtuhu, ist der Nominativ 
gewählter, denn nicht zu subintelligiren ist dem Subintelligi- 
ren vorzuziehn. Einige meinen, dafs der Accusativ nicht 
erlaubt sei wegen der Beschwerlichkeit des Subintelligirens, 
doch ist das ohne Gehalt. Sibawaihi und andere von den 
Häuptern der arabischen Grammatiker überliefern diese Fälle 
häufig, Abü-s-Sa c ädät Ibnu-s'-S'ag'ari in seinen Dictaten vom 
Accusativ führt folgenden Vers an: 

Vgl. „Einen Reiter haben sie hinterlassen, einen hart- 
näckigen, keinen furchtsamen oder schwachen unvermögenden." 

Hierher gehört Kur. 13, 32. „In die Gärten von ( Adn 
werden sie eingehn, g'annäti c adnin jadhulünahä." 

„Die Trennung eines durch eine Praeposition oder An- 
nexion Zurückgehaltenen wandelt sich ab wie die Verbindung." 

Erkl. Es giebt keinen Unterschied bei den voraufge- 
henden fünf Fällen, ob das Pronomen verbunden wird mit 
dem Verbum, das durch dasselbe zurückgehalten wird, vgl. 
zaidun darabtuhu, oder getrennt ist von ihm durch 
eine Praeposition, wie zaidun marartu bihi, oder durch 



1-38 Die Zurückhaltung lies Regens vom Regime. 

eine Annexion, vgl. zaidun darabtu gulamahu. — Vgl. 
die angeführten Beispiele. 

„Behandle in diesem Capitel ein BeschreibungSAvort mit 
der Rection gleich mit dem Verbum, wenn nicht ein Hin- 
dernifs eintritt." 

Erkl. Das Eigenschaftswort, welches regiert, wird in die- 
sem Capitel wie das Verbum behandelt, d. i. Part. Act. und 
Part. Pass. Ausgeschlossen ist das Nomen verbi, da es kein 
Eigenschaftswort ist, so auch das Eigenschaftswort, das nicht 
regiert, Avie das Part, act., Avelches im Sinne des Perfectum steht, 
vgl. zaidun ana däribuhu amsi, denn Avas nicht regiert, 
repräsentirt auch kein Regens; vgl. dagegen zaidun, zaidän 
anä däribuhu-1-äna au gadän. — Verf. envähnt im 
Vers, dafs vor das Beschreibungswort ein Hindernifs treten 
kann, das ihm verAvehrt auf das Voraufgehende Rectionskraft 
zu üben, z. B. A\enn der Artikel vortritt zaidun anä-d-dä- 
ribuhu, denn das nach dem Artikel Stehende kann das dem- 
selben Vorhergehende nicht regieren. 

„Das an ein Appositiv (at-tabi ( ) angehängte Wort ist 
Avie das an das AA'irklich selbst vorkommende Nomen ange- 
hängte." 

Erkl. Es ist erwähnt, dafs es bei diesen Wortklassen 
gleichgültig ist, ob das Pronomen an das Verbum angehängt 
wird, oder von demselben durch eine Praeposition oder Anne- 
xion getrennt ist. Jetzt erwähnt Verf., dafs das mit dem Appositiv 
Vermischte Avie das ursächliche EigenschaftsAvort (as-sababi*) 
sich verhält. Dann nämlich, AAenn das Verbum etwas Fremd- 
artiges regiert und ihm das folgt, AA r elches das Pronomen des 
vorhergehenden Nomen umfafst AA r ie ein EigenschaftsAvort, 
(vgl. zaidän darabtu rag'ulän juhibbuhu), oder eine erklärende 
Apposition (zaidän darabtu c amrän abähu), oder ein speciell 
durch AA T a Verbundenes (zaidän darabtu ( amrän wa 3 ahahu), 
so findet die Verbindung damit ebenso statt, Avie die mit 
dem ursächlichen EigenschaftsAA r ort, so steht zaidän da- 
rabtu rag'ulän juhibbuhu an der Stelle von zaidän 
darabtu gulamahu. Das Resume ist, dafs das Fremdar- 



*) Vgl. de Sacy Gram. II, 198. 



ta'addM-ffli waluzumuhu. 139 

tigc, dem man etwas folgen läfst, worin sich das Pro- 
nomen des vorhergehenden Wortes befindet, ebenso ange- 
selin wird, wie etwas Verwandtes. 



XIX. Das transitive und intransitive Verburn. 

(ta'addi-1- ffli waluzümuliu). 

„Das Merkmal des als transitiv gesetzten Verbum ist, 
dafs man das Hä, welches nicht das des Masdar ist, damit 
verbindet." 

Erkl. Das Verbum zerfallt in das transitive und intran- 
sitive. Das Transitive ist dasjenige, welches sich mit seinem 
Object ohne Präposition verbindet; das Intransitive hingegen 
ist dasjenige, welches nur durch eine Praeposition sich mit 
seinem Object verbindet oder das kein Object hat. — Das 
Verbum, welches sich mit seinem Object direct verbindet, 
nennt man transitiv und Eindruck machend (wäki ( ) und 
übergehend (mug'äwiz). Das was sich nicht so verhält, ist 
das feststehende (läzim), ohnmächtige (käsir), intransitive 
oder das durch eine Partikel transitive. Merkmal des tran- 
sitiven Verbum ist, dafs ein Hä damit verbunden wird, wel- 
ches auf etwas anderes als das Masdar zurückgeht, das ist 
das Hä des passiven Objects (maf c ül bihi). Das Hä des 
Masdar hingegen verbindet sich mit dem transitiven und in- 
transitiven Verbum, zeigt also nicht die Transitivität oder 
Intransitivität desselben an. 

„Setze durch das transitive Verbum das Object in den 
Accusativ, wenn es nicht die Stelle eines Fä f il vertritt, vgl. 
ich studierte die Bücher." 

Erkl. Das transitive Verbum mufs sein Object in den 
Accusativ setzen, wenn dies nicht das Fä c il desselben ver- 
tritt. Ist dies aber der Fall, ist der Nominativ nothwendig. 
Auch steht das passive Object (maf c ül bihi) im Nominativ 
und das Fä ( il im Accusativ, wenn keine Undeutlichkeit zu 
befürchten ist, vgl. „es zerrifs das Kleid den Nagel" (lja- 
raka at-taubu-1-mismara). Doch ist das nicht regelrecht. 



140 Dm trausitivt.' und intransitive Vcrbum. 

sondern beschrankt sich auf die gehörten Falle. Die Verba 
transitiva zerfallen in drei Klassen: 1) die, welche zwei 
Objecto regieren, und diese haben wiederum zwei Unterab- 
theilungen, a. die Verba, bei denen beide Objecte ursprüng- 
lich Mubtada 3 und Ilabar sind, vgl. zanna, und b. die, deren 
zwei Objecte diese eigentümliche Beschaffenheit nicht ha- 
ben; 2) die, welche drei Objecto regieren, und 3) die nur 
ein Objeet haben. 

„Das Intransitive (lazim) ist das Nicht -transitive. Es 
wird die Intransitivität der Verba festgehalten, die eine na- 
türliche Eigenschaft bezeichnen, vgl. nahima er war gierig; 
so auch die vierte Verbalform der vierradicaligen Verba, 
vgl. if x alalla, das der Form ik ( ansasa ähnelnde (die dritte 
Form der vierradicaligen Verba), das was eine Reinheit oder 
Schmutz, oder einen Zufall bezeichnet, oder das, was über- 
einstimmt mit dem ein Objeet Regierenden, wie madda 
und imtadda." 

Erkl. Das Intransitive ist das, was nicht transitiv ist, 
d. i. das, mit dem nicht das Ha des Pronomen, welches sich 
nicht auf ein Masdar bezieht, verbunden wird. Die In- 
transitivität ist für alle Verba bestimmt, die eine natürliche 
Anlage bezeichnen, so auch für alle vierradicaligen Verba in 
der dritten und vierten Form, ferner für die Verba, welche eine 
Reinheit oder Schmutz, oder einen zufälligen Zustand be- 
zeichnen; oder die, welche sich richten nach den nur ein 
Objeet Regierenden, vgl. madadtu-1-hadida famtadda. 
Die Verba hingegen, die sich nach den zwei Objecte 
Regierenden richten, sind nicht intransitiv, sondern transitiv 
auf ein Objeet. Vgl. c allamtuhu an-nahwa fata ( al- 
lainahu. 

„Mach transitiv das Intransitive durch die Praeposition; 
wenn dieselbe weggenommen wird, so gebührt der Accusativ 
dem Abhängigen aus Uebertragung. Bei an na und an wird 
allgemein die Weglassung der Praeposition gestattet, wenn 
kein Doppelsinn sich ergiebt, vgl. Fälle wie: „ich bewun- 
dere, dafs sie sühnten" ( f ag'ibtu an jadü)." 

Erkl. Das intransitive Verbum verbindet sich mit sei- 
nem Objeet durch die Praeposition; bisweilen fällt die Prac- 



t;i'ailili-l-fi'li walu/.ümiilui. \^.\ 

position weg und es verbindet sich dann selbst direet mit 
seinem Object. 

Vgl. „Ihr gingt beim Wohnsitz vorüber, ohne ange- 
halten zu haben; eui*e Rede ist mir dann verwehrt." 

Bei der Mehrzahl ist die Wegnahme der Praeposition 
nicht regelrecht, aufser bei an und anna, sondern 
kommt nur in gehörten Fällen vor. Abu- 1- Hasan c Ali Ibn 
Sulaimän aus Bagdad, d. i. al-Ahfas' der Kleine lehrt, dafs die 
Praeposition regelrecht weggenommen werden könne auch bei 
anderen als jenen beiden unter der Bedingung, dafs nur eine 
Praeposition und eine Stelle der Wegnahme möglich ist. Ist 
nicht eine Praeposition allein möglich, so kann sie nicht 
weggenommen werden, vgl. ragiba, das mit c an und fi con- 
struirt wird; so ist auch, wenn die Stelle der Wegnahme 
nicht klar hervortritt, dieselbe nicht gestattet, vgl. ahtartu- 
1-kauma min bani tamimin. Man kann min nicht weg- 
nehmen, da man dann nicht weifs, ob min vor al-kaumi 
oder vor bani tamimin stehen sollte. Was an und anna 
anbetrifft, so ist bei ihnen die Wegnahme der Praeposition 
regelrecht erlaubt, vgl. f ag'ibtu an jadü für c ag'ibtu 
min an jadü. Entsteht aber eine Undeutlichkeit dadurch, ist 
die Wegnahme nicht möglich; ragibtu fi an taküma. 

Man ist uneins über die grammatische Stelle von an 
und anna bei der Wegnahme der Praeposition. al-Ahfas' be- 
hauptet, sie ständen an der Stelle des Genitiv; al-Kisä'i lehrt, 
ihre eigentliche Stelle sei der Accusativ; Sibawaihi gestattet 
beides. Das Resume": dafs das intransitive Verbum 
Object vermittelst einer Praeposition regiert. Wenn das von 
der Praeposition Regierte nicht an oder anna ist, steht die 
Wegnahme der Praeposition nicht frei, aufser manchmal in 
gehörten Fällen. Ist es an oder anna, so ist die Wegnahme 
regelrecht gestattet, wenn kein Doppelsinn zu befürchten ist. 

„Ursprünglich ist das Voraufgehn eines Fa il dem Sinne 
nach wie man im Satze: „ich will bekleiden den, der euch 
besucht mit einem Gewebe aus Jaman." (albisun man zä- 
rakum nasg'a-1-jamani). 

Erkl. Regiert das Verbum zwei Objecto, von denen 
das zweite nicht ursprünglich ein Habar ist, steht ursprünglich 



] \-j Dm iransitivt- und intransitive Verbum. 

daa voran, was dem Sinne nach Fä'il ist. Im obigen Bei- 
spiel i<t man erstes Object und nasg'a-1 - j B in a ni zweites. 
Ursprünglich mnfa man voraufgehn. Möglieb ist die Vor- 
aufstellung dessen, was nicht dem Sinne, nach Fä'il ist. Dies 
ist aber dem Ursprünglichen zuwieder. 

„Nothwendig ist die ursprüngliche Stellung wegen einer 
zufallig eintretenden Ursache, das Aufgeben dieser ursprüng- 
lichen Stellung wird bisweilen als nothwendig angcsehn." 

Erkl. Die ursprüngliche Stellung, d. i. die Vorauf'stcl- 
lung des, was der Bedeutung nach Fa5il ist, ist nothwendig, 
wenn etwas dies Verursachendes, nämlich die Furcht vor Un- 
deutlichkeit, eintritt, vgl. a c taitu zaidan c amrän. Bisweilen 
ist nothwendig die Voraufstellung dessen, was dem Sinne 
nach nicht Fä c il, und die Nachstellung dessen, was der 
Bedeutung nach Fä c il ist, vgl. a'taitu ad-dirhama sa- 
li il, ahn. 

„Die Wegnahme einer Zuthat gestatte, wenn dieselbe 
dem Sinne keinen Eintrag thut, wie dies die Wegnahme des- 
sen, was als Antwort eingereiht ist oder was beschränkt 
wird, thun würde." 

Erkl. Die Zuthat ist das Gegentheil des Wesenhaften. 
Das Wesenhafte ist das, was man nicht entbehren kann, Avic 
das Fä'il; Zuthat hingegen ist das, was man entbehren kann, 
wie das passive Object (al-mafül bihi). Die Wegnahme der 
Zuthat ist erlaubt, wenn sie dem Sinne nicht schadet, vgl. 
Kur. 92, 5. „Was anlangt den, der giebt und sich wahrt"; 
ferner 93, 5. „Fürwahr dein Herr wird dir geben und du 
wirst zufrieden sein"; ferner 9, 29. „Bis sie geben den Tribut." 
Schadet aber die Wegnahme der Zuthat, ist dieselbe nicht erlaubt, 
wie, wenn das passive Object in Erwiederung einer Frage 
steht, vgl. man darabta, Antwort darabtu zaidan, oder 
es beschränkt ist durch illa vgl. ina darabtu illä zaidan. In 
beiden Fällen darf zaidan nicht wegfallen, da beim ersten 
eine Antwort ohne zaidan nicht statt hat, und beim zwei- 
ten ohne zaidan die Negation ganz allgemein bliebe, wäh- 
rend sie doch nur für die anderen als zaid gelten soll. 

„Weggenommen wird das die Zuthat in den Accusativ 



at-tanäzu'u fi-l-'amali. 143 

Setzende, wenn es bekannt ist; bisweilen ist seine Weg- 
nahme nothwendig." 

Erkl. Man kann das die Zuthat in den Accnsativ 
Setzende wegnehmen, wenn etwas darauf hinleitet, vgl. man 
darabta, Antwort zaidän. Bisweilen ist die Wegnahme 
desselben nothwendig, wie voraufgeht im Capitel von der Zu- 
rückhaltung (Is'tigäl). 



XX. Der Conflict in Bezug auf die Rection. 

(at-tanäzu c u fl-l-*am ali). 

„Verlangen zwei Regens die Rection auf ein Nomen, 
dem sie voraufgehn, so hat eins von ihnen die Rection. — 
Das zweite hat bei den Basrensern näheren Anspruch, doch 
andere wählen das Gegentheil als näher stehend." 

Erkl. Das technische Wort „Conflict", ist ein übertrage- 
ner Ausdruck davon, dafs zwei Regens auf ein Regime sich 
wenden. Die Regens müssen vor dem Regime stehn, denn 
wenn die Regens nachstehn, ist keine Frage mehr in Betreff 
des Conniets. Eins von den Regens regiert, das andere da- 
gegen steht müfsig und regiert nur das Pronomen des re- 
gierten Nomen. Es ist kein Streit zwischen den Basrensern 
und Küfensern darüber, dafs jedes einzelne der Regens das 
sichtbare Wort regieren könne, aber man ist uneins über 
das, was das Bessere sei. Die Basrenser sagen, das zweite 
sei dazu fähiger, weil es dem Regime näher stehe; die Kü- 
fenser dagegen meinen , dafs das Erste besser sei , weil es 
voraufgehe. 

„Lafs das Rectionslose das Pronomen des Nomen, das 
beide sich streitig machen, regieren; setze nothwendig, was 
als solches behandelt wird. Vgl. „Sie thun beide wohl und 
es thun übel deine beiden Söhne ," und „ es schweiften aus 
und waren ungerecht deine beiden Knechte." 



144 De' Confliot in Bc/.ug auf die Rection. 

Erkl. Setzt man das eine der beiden Fa'il als Regens 
flir das sichtbare Wort und das andere rcctionslos, so lafs 
das ßectionslose das Pronomen des sichtbaren Worts regieren. 
Nothwendig mufs man das Vcrbnm mit dem Pronomen setzen, 
wenn »las vom Fa'il Erstrebte der Art ist, dafs seine Erwäh- 
nimg nöthig ist, und man es nicht wegnehmen darf wie 
auch nicht das Fa'il. So sagt man juhsinani wa jusi'u- 
bnaka oder juhsinu wa j usiYini-bnaka, nicht juhsinu 
wa jusi\i-bnäka, da die Wegnahme des Pronomen die 
Wegnahme des Fa'il betreibt, das Fa'il aber erwähnt wer- 
den mufs. al-Kisä 5 i zwar erlaubt dies, sich stützend auf 
seine Lehrweise, dafs es erlaubt sei, das Fa'il wegzunehmen; 
auch erlaubt es al-Farrä?, darauf sich stützend, dafs beide 
Fa'il zugleich das sichtbare Nomen regieren. Dieses ist von 
beiden darauf gegründet, dafs die Setzung eines Pronomen 
beim Ersten verwehrt ist, wenn das Zweite regiert, und dies 
ist grade das, was wir als das gewöhnlichste der beiden 
Lehrweisen in diesem Punct erwähnt haben. 

„Bringe zum ersten (Regens), das rectionslos steht, nur ein 
Pronomen, welches lediglich den Nominativ veitritt; hingegen 
setze seine Wegnahme nothwendig, wenn dasselbe nicht das 
Habar ist, und stelle dasselbe nach, wenn es das Habar 
selbst ist." 

Krkl. Wie erwähnt ist, mufs, wenn eins der beiden 
Regens das Substantiv regiert und das andere rectionslos 
steht, dies letztere das Pronomen des Substantiv regieren. 
Man mufs das Pronomen setzen, wenn das vom Verbum 
Verlangte nothwendig erwähnt werden mufs, wie z. B. das 
Fä c il oder sein Stellvertreter. Kein Unterschied ist hinsicht- 
lich der Nothwendigkeit das Pronomen zu setzen, gleichviel, 
ob das Erste oder Zweite rectionslos steht, vgl. juhsinani 
wajusfu -"bnäka und juhsinu wajus^äni - bnäka. — 
Steht aber das vom rectionslosen Verbum Verlangte nicht im 
Nominativ, so mufs es ursprünglich entweder ein Wesenhaftes 
sein, nämlich ein Object von zanna und dessen Verwandten, 
denn dies ist ursprünglich ein Mubtada 5 und ein Habar, oder 
nicht. Ist es kein Wesenhaftes, kann es vom Ersten oder 
Zweiten verlangt werden. Ist es vom Ersten verlangt, ist 
die Setzung des Pronomen nicht möglich, man sagt darabtu 






at-tanäzu'u fi-l-'amaü. IJ.5 

wa darabani zaidun oder marartu wamarra bi zai- 
dun und nicht setzt man das Pronomen und sagt darab- 
tuhu wadarabani zaidun etc. 

Nur bisweilen kommt es in der Dichtung vor. 

Vgl. ,,Wenn du ihm gefällst und ein Genofs dir öf- 
fentlich gefällt, so sei im Geheimen bewährend das Bünd- 
nifs. — Weise dann ab die Berichte der Verleumder, denn 
selten sucht ein Verleumder etwas anderes als die Trennung 
eines Freundes." 

Verlangt das zweite Regens das Object, ist die Setzung 
des Pronomen noth wendig, so sagt man darabani wada- 
rabtuhu zaidun, aber nicht tlarabani wa darabtu zai- 
dun. Man kann das Pronomen nicht weglassen, nur selten 
kommt es in der Dichtung vor. 

Vgl. „Zu c Ukäz verblendeten seine (des Panzers) Strah- 
len die Schauenden, wenn sie auf dieselben blinzten." 

Hier ist abnormer Weise im Verszwang das Pronomen 
weggenommen (für lamahühu), ebenso wie die Rection des 
ersten rectionslosen Verbum auf das Pronominal-Object ab- 
norm ist, das doch ursprünglich nichts Wesenhaftes ist. 

Dies alles findet statt, wenn das nicht im Nominativ 
Stehende ursprünglich nichts Wesenhaftes ist. Ist es aber 
ein solches, kann das es verlangende (Verbum) das Erste 
oder das Zweite sein. Ist es das erste (Verbum), ist noth- 
wendig das (Object) als Pronomen nachzustellen, vgl. zan- 
nani wa zanantu zaidAn kä^imän ijjähu. Ist es aber 
das zweite (Verbum), setzt man das Object als Pronomen 
verbunden oder getrennt, vgl. zanantu wazannanihi zai- 
dän kä'imän und zanantu wa zannani ijjähu zaidän 
kä-'imän. Der Sinn beider Verse ist: 

Setzt man das erste Verbum rectionslos, s_o bringt man 
damit kein Pronomen, das nicht im Nominativ, sondern im 
Accusativ oder Genitiv steht, zusammen, vgl. darabtu wa- 
darabani zaidun; es müfste denn das Object ursprünglich 
Habar sein, denn dann ist seine Wegnahme unmöglich und 
es mufs nothwendig nachgestellt werden, vgl. zannani wa- 
zanantu zaidän kä'imän ijjähu. Es versteht sich daraus, 
dafs das zweite Verbum allgemein mit dem Pronomen steht, 

10 



1 1'! Pas transitive und intransitive Wibuni. 

gleichviel, ob dasselbe im Nominativ, Genitiv oder Aocusativ 
i-t, und ob es ursprünglich ein wesenhaftes ist oder nicht. 

„Setze es (das Objeet) alfl Substantiv, wenn ein Pronomen 
riabar ist, von einem andern als dorn, was mit dem erklä- 
renden (Substantiv) übereinstimmt. Vgl. „Ich halte den Zaid 
und 'Ann- für zwei Brüder im Wohllehen, und sie beide 
halten mich für einen Bruder." 

Erkl. Nothwendig mufs man das Objeet des rectxons- 
losen Verbum als ein Substantiv hinstellen, wenn bei seiner 
S.tzung als Pronomen es nicht übereinstimmte mit dem, wo- 
durch es erklärt wird, da es ursprünglich Ilahar ist von 
dem. was mit dem Erklärenden nicht zusammenstimmt. Dies 
i-t der Fall, wenn es ursprünglich Ilahar eines Singularis ist 
und das es Erklärende im Dual steht. 

Vgl. das Beispiel azunnu wajazunnäni zaidän 
wa'amrän ahawaini; zaidän ist erstes MaPfil von azunnu. 
'amrän damit verbunden, ahawaini zweites Maf c ul von 
azunnu. Das Ja ist erstes Mafid zu jazunnäni, es fehlt 
also sein zweites Mafcul. Bringt man ihm ein Pronomen 
und sagt azunnu wajazunnäni ijjähu zaidän wa c am- 
ran ahawaini, wäre ijjähu übereinstimmend mit dem Ja, 
da beide im Singular stehn, doch stimmte nicht dazu das 
sich darauf Beziehende, nämlich ahawaini, da ijjähu ein 
Singular und ahawaini ein Dual ist; es verschwände also 
die Uebereinstimmung des Erklärenden und Erklärten, was 
nicht erlaubt ist. Es müfstc somit ijjahuma stehn, dann 
aber stimmte nicht das zweite Objeet ijjahuma, das ursprüng- 
lich Habar ist, mit dem ersten Objeet, welches ursprünglich 
ein MubtadV ist (dem Ja), da das erste Objeet im Singular 
und das zweite im Dual steht, das Ilabar aber und das 
Mubtada 3 übereinstimmen mufs. Da nun die Uebereinstim- 
mung nicht bei der Setzung des Pronomen möglich ist, so 
ist es nöthig, das Substantiv hinzustellen, vgl. azunnu waja- 
zunnäni ah an zaidän wa'amran ahawaini. Bei diesem 
Beispiel ist dann nicht mehr von einem Conflict die Rede, son- 
dern jedes Regens regiert ein sichtbares Wort, so ist die 
Lehrweise der Basrenser. Die Küfenser erlauben, das Ob- 
jeet als Pronomen zu setzen in Rücksicht auf das, Avovon 
die Aussage gilt. Sie erlauben auch die Weglassung desselben. 



al m«n("Qlii-l-miid;i/,u. ] 17 

XXI. D c as allgemeine Object. 

( a 1 in a f Qlu-1- di u / 1 a k u ). 

„Das Masdar ist das Nomen von demjenigen, das aufser 
dem Zeitbegriff zu den beiden vom Verbum bezeichneten 
Dingen gehört, vgl. amina am nun." 

Erkl. Das Verbum bezeichnet zwei Dinge: 1) das Fac- 
tum, und 2) die Zeit. Z. B. käma bezeichnet ein Stehn in 
einer vergangnen, jakümu das in einer gegenwärtigen oder 
zukünftigen Zeit; kum ein Stehn in der Zukunft; kijämun 
dagegen ist das Factum des Stehens. Das Factum ist eins 
von den beiden vom Verbum bezeichneten Dingen, und das 
ist eben das Masdar. Das allgemeine Object ist das in den 
Accusativ gesetzte Masdar entweder zur Bestätigung des 
Regens, oder zur Erklärung seiner Gattung oder Zahl, vgl. 
darabtu darbän, sirtu saira zaidin, darabtu darba- 
taini. — Man nennt es allgemeines Object, w T eil richtiger 
Weise ihm der Begriff des Objects zukommt, ohne an die 
Setzung einer Praeposition und ähnlicher Dinge gebunden 
zu sein; entgegengesetzt den anderen Objecten, denn die an- 
deren Objecto tragen diesen Namen nur beschränkt auf die 
Setzung einer bestimmten Praeposition, vgl. maf-ül bihi, 
maTril fihi, maf c ül ma f ahu, maf c ül lahu. 

„Das Masdar wird durch seines gleichen, oder durch ein 
Verbum, oder ein Adjectivum in den Accusativ gesetzt. Dafs 
vuis Masdar der Ursprung dieser beiden letzteren sei, ist die 
bevorzugte Meinung." 

Erkl. Das Masdar steht im Accusativ durch das Mas- 
dar oder Verbum, oder Adjectivum. Die Basrenser lehren, 
das Masdar sei die Wurzel, wovon das Verbum und das Ei- 
genschaftswort abgeleitet sei; die Küfenser dagegen behaup- 
ten, das Verbum sei die Wurzel und das Masdar davon ab- 
geleitet. Einige lehren selbst, das Masdar sei die Wurzel, 
davon werde das Verbum und von diesem wiederum das 
Eigenschaftswort abgeleitet. Ibn Talha behauptet, dafs jedes 
von beiden das Masdar wie das Verbum eine selbstständige 

10* 



148 Das allgemeine Object. 

Wurzel sei and nicht sei das Eine von dem Anderen 
abgeleitet 

Die erste Lehrweise ist das Richtige, denn in jedem 
Zweige \ai die Wurzel enthalten und »'in Mehr. Das Ver- 
Itiim und das Eigenschaftswort stehen in einer solchen Be- 
ziehung zum Masdar, denn beide bezeichnen das Masdar und 
ein Mehr. Das Verbum nämlich bezieht sieh auf das Mas- 
dar und die Zeit, und das Eigenschaftswort auf das Masdar 
und ein Fä'il. 

„Das allgemeine Object thut eine Bestätigung oder eine 
Art, oder eine Zahl dar, vgl. „ich ging zweimal nach der 
"Weise eines Gradgehenden." 

Erkl. Das allgemeine Object zerfällt in drei Arten: 
1) es ist bestätigend, vgl. darabtu darbän; 2) es ist eine 
Gattung darthuend, sirtu saira di ras'adin; 3) es ist eine 
Zahl anzeigend, darabtu darbatan wa darbat aini wa 
darabatin. 

„Bisweilen wird das Masdar vertreten von einem seine 
Bedeutung habenden Wort, vgl. „beeifere dich jedes Stre- 
bens und freue dich des Frohseins." 

Erkl. Bisweilen wird das Masdar von einem seine Bedeutung 
habenden Worte vertreten, wie z. B. von kullun oder badun, 
die an das Masdar annectirt werden, vgl. Kur. 4, 128. „Nei- 
get nicht mit jeder Zuneigung (lä tamilu kulla-1-maili)", oder 
wie von einem Masdar, das dem Masdar des wirklich gesetz- 
ten Verbum gleichbedeutend ist, vgl. ka f adtu g'ulüsän. So 
wird es auch von dem Nomen demonstrativum vertreten d p 
rabtu dälika-d-darba.*) Einige meinen, dafs wenn ein 
Demonstrativum das Masdar vertritt, nothwendig das Masdar 
als Eigenschaftswort mufs hinzukommen. Das ist eine Sache 
näherer Betrachtung. Sibawaihi führt das Beispiel an za- 
nantu däka = zanantu daka-z-zanna. Hier steht däka 
ohne Eigenschaftswort. Auch wird das Masdar von seinem 
Pronomen vertreten, vgl. darabtuhu zaidän seil, ad-darba, 
vel. Kur. 5. 115. „Nicht will ich Strafe zufügen einem der 



*) dälika ist hier als das Substantivum und aJ-darba als das 
hinzugefügte Eigenschaftswort betrachtet. 



al niaf ülu-1-murtadu. 149 

Geschöpfe"; oder auch von seiner Zahl, vgl. Kur. 24, 4. 
„schlaget sio achtmal"; oder auch von dem Instrument da- 
rabtuhu sautän. Hier ist das Mudäf weggefallen und das 
Mudäf ilaihi an seine Stelle gesetzt, vgl. dar ab tu hu 
darba-s-sauti. 

„Das Masdar zur Bestätigung stell immer in den Sin- 
gular, das andere aber stelle in Dual, Plural und Singular.'* 

Erkl. Das Masdar, welches sein Regens bestätigt, darf 
nicht im Dual oder Plural stehn , sondern nur im Singular, 
denn es steht in der Kategorie der Wiederholung des Ver- 
biun, und das Verbum steht weder im Dual noch Plural. 
Steht das Masdar nicht bestätigend, so erklärt es die Zahl 
oder die Art. Verf. erwähnt, dafs sein Dual und Plural mög- 
lich sei. In Betreff des die Zahl darthuenden ist kein Streit, 
dafs der Dual und Plural erlaubt sei. Bei dem die Art dar- 
thuenden ist anerkannt, dafs Dual und Plural erlaubt sei, 
wenn seine Arten verschieden sind, vgl. „ich wandelte die 
beiden Wandel des Zaid (sairai zaidin), den guten und den 
schlechten." Offenbar meint Sibawaihi, dafs regelrechter Weise 
weder Dual noch Plural erlaubt sei, sondern dafs man sich 
hierbei auf die gehörten Fälle beschränke. Dies ist auch 
das Gewählte bei as'-S'alaubin. 

„Die Wegnahme des Regens beim bestätigenden Masdar 
ist verwehrt, jedoch giebt es in anderen Fällen Freiheiten 
wegen einer Hinweisung." 

Erkl. Das Regens des bestätigenden Masdar kann nicht 
wegfallen, denn das Masdar ist ausgesprochen zur Bestäti- 
gung und Bestärkung seines Regens und die Wegnahme des- 
selben träte damit in Widerspruch. Ist das Masdar nicht 
bestätigend, wird sein Regens weggenommen wegen einer 
Hinweisung darauf erlaubter oder notwendiger Weise. — 
Der Sohn Verf. sagt, dafs die Worte „die Wegnahme des 
Regens vom bestätigenden Masdar ist verwehrt", ungenau 
seien, da darb an zaidän ein bestätigendes Masdar sei und 
sein Regens nothweiulig weggenommen werden müsse. Dies 
ist, wie folgen wird, nicht richtig und was er beweisen will 
in Betreff der Behauptung, dafs das bestätigende Regens weg- 
fallen müfste, gehört nicht hierher, denn das erwähnte 



1 ;»( i Dm allgemeine Object 

Beispiel i~; nicht Bestätigung, Bondern Imperativ, frei von 
der Bestärkung, an der Stelle von idrib, da es in dessen 
Sinne gesetzt wird. So verhält es sieh auch mit allen Bei- 
spielen, die er erwähnt; denn das Masdar vertritt hier die 
Stelle des Regens, dasselbe bedeutend und vertretend. Das 
wird auch dadurch bewiesen, dafa man sie beide nicht zu- 
sammensetzen kann, wogegen die Zusammenstellung einee 
Bestätigenden und Bestätigten nie verwehrt ist. Ferner wird. 
daß dieser Fall nicht zu dem sein Üegens bestätigenden M:i : - 
dar gehöre, dadurch bewiesen, dafs das bestätigende Masdar 
zweifellos nicht regiert, wogegen man heim .Masdar, das an 
die Stelle des \ erbum tritt, streitet, ob es regiert oder nicht. 
Richtig ist, dafs es regiere. In darban zaidan steht zai- 
dan durch darbän im Aecusativ; auch sagt man, es stein- 
im Aecusativ durch ein weggenommenes Verbuin, d. i. idrib. 
Nach den Ersten steht darb an an der Stelle von idrib, 
insofern es die Bedeutung und die Rection desselben hat; 
nach dem zweiten steht es an dessen Stelle, zwar hinweisend 
auf die Bedeutung desselben, aber ohne Rection. 

„Das Regens des Masdar mufs nothwendig weggenommen 
werden, wenn das Masdar als Vertreter seines Verbum auf- 
tritt, vgl. nadlan, das die Bedeutung von undul hat.' ; 

Erkl. Das Regens des Masdar wird nothwendig wegge- 
nommen, wenn das Masdar als \ ertreter des Verbum steht. 
Dies ist regelrecht beim Imperativ, Prohibitiv und dem 
Wunsch, kijäinän lä ku'üdän = kum kijäinän walä 
tak'ud ku'üdän: und zum Wunsch sakjän — sakäka-1- 
lahu. So wird auch das Regens des Masdar nothwendig wegge- 
lassen, wenn das .Masdar nach einem Fragewort steht, mit 
dem der Vorwurf gemeint ist. 

Vgl. „Wie Lässigkeit (atawäninj nachdem schon das 
graue Haar dich überzogen." 

Selten ist die Wegnahme des Regens des Masdar und 
die Setzung des Masdar an seine Stelle bei einem Verbum, 
mit dem kategorisch das 1 biliar gemeint ist, vgl. ifStl waka- 
rämatan, d.i. ukrimaka. Das Masdar steht in diesen und 
in ähnlichen Beispielen im Aecusativ durch ein nothwendig 
weggenommenes Verbum, und das Masdar vertritt dessen 
Stelle, indem es dasselbe bedeutet. 

Vgl. was Sibawaihi anführt : „Sie ziehn an Dahnä vorüber, 



al maTfila-l-m0Aütu. 151 

indem ihre Bündel leicht sind, und kehren wieder von Darin 

mit vollen Kisten. Zu der Zuir. wo de _. (stc Thr.il ihrer 

täfte die Menschen beschäftigt, raube, a Zumik, das 

Gut wie def Fuchs." i fanadlän zuraiku -1 -mala nadla-t- 

ta alil.i). 

. erlaubt hier zuraiku durch nadlän in den No- 
minativ zu setzen, doch ist das noch zweifelhaft; denn wenn 
nadlän als Stellvertreter der zweiten Person Irnperativi steht, 
so daß) die restitutio undul ist, kann zuraiku nicht im 
Nominativ stehn, denn die zweite Person Iinr. 
sichtbare Nomen nicht in den Nominativ, also auch seine 
Stellvertretung nicht. Ist nadlän hingegen Stellvertreter der 
dritten Person Irnperativi, so dafs die restitutio lijandul 
kann zuraiku im Nominativ stehn. doch ist berichtet, dafs 
das Masdar nicht die Stelle eines Imperativs dritter Person 
vertritt, sondern nur die zweite Person Irnperativi. 

„Das Regens des Masdar, das zu einer Unterscheidung 
dient, wie in der Kuränstelle immä mannä, wird weggenom- 
men, wo es immer vorkommt." 

Erkl. Das Regens des Masdar wird nothwendig __ - 
nommen, wenn dasselbe vorkommt zur Dfesjon /-Darlegung 
des Endresiütats vom Vorhergegangenen, vgl. Kur. 41 . I 
„Endlich wenn ihr sie niedergeschlagen haben werdet, M 
bindet fest die Fessel, dann nur entweder freiwillige Losge- 
bung oder Loskaufung (sollt ihr gewähren»" fäimma inan- 
nän baduwaimmä fidäan: mannän und fi da an sindzwei 
durch ein nothwendig weggelassen a Verbuni im Accus 
stehende Masdar. Die restitutio. Gott weiis es an. 
immä tamunnüua mannän waimmä tafdüna iidäan. 

W S verhält es sich auch mit einem wiederholten oder 

beschränkten Masdar, wenn es als Vertreter eines Verbum 
auftritt, das sich auf ein Goncretum stützt." 

Erkl. Das Regens Lines Masdar wird nothwendig 
genommen, wenn das Masdar ein Verbum vertritt] welches 
sich an ein Concretnm anlehnt, d. h. welches demselben als 
Ilabar dient und das Masdar wiederholt oder besehrä:. 
vgl. zaidun sairän sairäu rest. zaidun jasiru sairän: 
jasiru wurde nothwendig weggenommen, da die Verdoppe- 



l, r >2 Das allgemeine Object 

lang an Beine Stelle tritt; vgl. stun beschränkten Maedar: mä 

zaidun i 1 1 ;'i sairän: rest. Ulli jasiru sairän; jasiru fiel 

nothwendig weg wegen der in der Beschränkung liegenden 
Sinnes-^ erstärkung, welche an die Stelle der Wiederholung 
tritt. Wird das Masdar nicht wiederholt und nicht beschränkt, 
ist die Wegnahme nicht nothwendig, vgl. zaidun sairän 
rest. Kaidun jasiru sairan. 

..Dazu gehört auch (las Sogenannte, das sich selbst, oder 
das ein anderes Bestätigende. Das Erste ist z. B. ich schulde 
ihm 1000 eingestandenermafsen, und das Zweite ist z. B. 
mein Sohn bist du in der That als reine Wahrheit." 

Erkl. Zu den Masdar, deren Regens nothwendig weg- 
genommen wird, gehört das Masdar, welches genannt wird 
«Im- sich seihst Bestätigende, und das etwas anderes Bestäti- 
gende. Das sich selbst Bestätigende ist dasjenige, welches 
nach einem Satz steht, der keine Idee zuläfst, als die im 
Masdar liegende, vgl. lahu c alajja alfun ( urfän = i'tirä- 
l'än rest. ätarifu i ( tiräfän. Es wird so genannt, weil es 
den Satz vor ihm bestätigt und dieser ist das Masdar selbst, 
in dem Sinne, dafs dieser Satz die Idee keines anderen Mas- 
dar zuläfst. — Das etw r as anderes bestätigende Masdar ist 
dasjenige, welches nach einem Satze steht, der sowohl die 
Idee des Masdar als auch eine andere Idee erträgt, so dafs 
der Satz durch die Setzung des Infinitiv zu einer ausdrück- 
lichen Erklärung darüber wird, vgl. anta-bni hakkän. 
Dies heifst, das ein anderes bestätigende Masdar, denn der 
Satz vor demselben pafst auf dasselbe und auf etwas ande- 
res, vgl. anta-bni, kann im wirklichen und metaphorischen 
Sinn gebraucht werden, vgl. wie: „du bist bei mir in der 
Liebe an Stelle eines Sohnes", doch das hakkän „in der 
That'' deutet hin, dafs die Sohnschaft wirklich ist. So erhält 
der Satz durch das Masdar einen Eindruck. Das Masdar 
ist hier etwas anderes bestätigend, weil ja nothwendig das 
Einprägende und das dem eingeprägt wird von einander ver- 
-ehieden ist. 

„Ebenso verhält es sich mit dem die Vergleichung ent- 
haltenden Masdar nach einem Satze wie: „ich habe ein Wei- 
nen wie das Weinen der Unglücklichen." 



al maf ülu-I-muda/.u. 153 

Erkl. Das Regens des Masdar mufs weggenommen werden, 
wenn man damit eine Vergleichung beabsichtigt nach einem 
Satz, der das Fa c il des Masdar dem Sinne nach umfafst, 
lizaidin sautun sauta himärin. Geht vor diesem Masdar 
kein Satz vorauf, so mufs nothwendig der Nominativ stehn, 
vgl. sau tu hu sau tu himärin. So ist es auch, wenn ein 
Satz voraufgeht, der nicht das Fa c il dem Sinne nach umfafst, 
hadä sau tun sautu himärin. Verf. befafst sich zwar nicht 
mit dieser Bedingung, doch versteht sie sich aus seinem 
Beispiel. 



XXII. Das Object des Motivs. 

(al-mafül lahu). 

„Das Masdar steht im Accusativ als Object des Motivs, 
wenn es eine Verursachung darthut. Vgl. „Sei freigebig 
aus Dank und diene." Es ist vereint mit seinem Regens der 
Zeit und dem Fä c il nach. Wenn aber eine der Bedingungen 
vermifst wird, so setze es durch die Praeposition in den Geni- 
tiv. Dies wird auch nicht verwehrt, wenn die Bedingungen 
sich vorfinden, vgl. „wegen einer Enthaltung ist dieser ge- 
nügsam." 

Erkl. Das Object des Motivs ist dasjenige Masdar, wel- 
ches eine Ursache darthut und das mit seinem Regens 
Zeit und Fä c il gemeinschaftlich hat. Vgl. das erste 
Beispiel g'ud s'ukrän; hier ist die Zeit des Dankens auch 
die Zeit der Wohlthat, auch ist das Subject, die zweite Per- 
son, dasselbe. Vgl. darabtu-bni taMibän: „ich schlug 
meinen Sohn zur Erziehung". taMibän ist ein Masdar, 
welches die Ursache bezeichnet, da es richtig zur Antwort 
stehn kann, warum der Schlag geschah; und dies hat mit 
darabtu die Zeit und das Fä ( il gemeinschaftlich. Die Regel 
dieses Masdar ist, dafs es im Accusativ stehen kann, wenn 
diese drei Bedingungen darin erfüllt sind, nämlich: 1) dafs 
es ein Masdar ist, 2) es eine Ursache kund giebt, 3) dafs es 



IM 



Da.- Olyecl dC8 Motivs. 



mit seinem Segens in der Zeil und dem Fä'il übereinstimmt. 
Fehlt aber eine dieser Bedingungen, ist allein der Genitiv 
mit der Ursach -Partikel möglich, nämlich mit li, min. I'i 
und bi. Die Bedingung, dafs es Masdar sei, fehlt in gptuka 
Lissamni (ich kam zu dir wegen der Butter). Als Beispiel, 
indem es mit Beinern ßegens nicht der Zeil nach übereinstimmt, 
vgl. -, 1 >n kamst heute zu mir, um morgen geehrt zu wer* 
den (gptani-l-jauma liPikrami gadan)." 3) Als Beispiel, in dem 
es mit seinem Regens nicht ein F;Vil hat, vgl. „Es kam Zahl, 
damit 'Amr ihn ehre (g'a'a zaidun li'ikriiini ( annin lahu)". — 
Auch wird der Genitiv mit der Praeposition nicht verwehrt, 
wenn auch alle Bedingungen erfüllt sind, vgl. hadä kani'un 
lizuhdin. Einige glauben, dafs zur Setzung des Accusativ 
genüge, dafs es Masdar sei. Es sei nicht nöthig, dafs es 
mit seinem Regens in der Zeit und dem Fä'il übereinstimme 
und erlauben den Accusativ von ikrämun in beiden vorauf- 
gehenden Beispielen. 

„Selten ist, dafs bei der Praeposition das von al Ent- 
blöfste stehe, doch im Gegentheil verhält es sich mit dem 
von al Begleiteten, man citirt: „Nicht will ich still sitzen 
aus Furcht vor der Feldschlacht, wenn auf einander sich 
thürmen die Schaaren der Feinde." 

Erkl. Das Object des Motivs, welches den vorerwähn- 
ten Bedingungen genügt, kann drei verschiedene Fälle ha- 
ben: 1) kann es von al und der Annexion entblöfst sein; 
2) kann es durch al bestimmt sein; 3) kann es in der An- 
nexion stehn. Bei allen drei Fällen ist erlaubt, es mit 
den Praepositionen der Ursache zu verbinden, doch meistens 
steht der Accusativ da, wo es frei ist von al und der An- 
nexion, vgl. darabtu-bni taMibän. Al-G'uzüli glaubt, der 
Genitiv sei nicht erlaubt entgegengesetzt dem, was die Gram- 
matiker klar dargethan haben. Das mit al Versehene ver- 
hält sich grade umgekehrt, gewöhnlich ist der Genitiv, vgl. 
darabtu-bni lit-ta'dibi. Doch kann der Accusativ stehn, 
so steht es im Text-Verse. 



Vgl. „Hätte ich doch an ihnen Leute, die, wenn sie 
aufsitzen, zur Beute sich zerstreuen zu Rofs (fursänän) und 
zu Kameel." 



a--Zarf. 155 

Das in Annexion Stehende kann gleicherweise im Accu- 
sativ und im Genitiv stehn. Das läfst sich aus den Worten 
Verf's. entnehmen; da er erwähnt, dafs der Genitiv des von 
al Entblöfsten und der Accusativ des mit al Stehenden sel- 
ten sei, so läfst sich abnehmen, dafs in dem Annectirten nicht 
selten einer von beiden Fällen, sondern häufig beide Fälle 
vorkommen. 

Vgl. den Accusativ im Kur. 2, 18.: „sie stecken ihre Fin- 
ger in ihre Ohren vor dem Blitzen aus Furcht vor dem Tod" 
(hadara-1-mauti). 

Vgl. „Ich vergebe das schnöde Wort dem Edlen, ihn 
mir zu bewahren und wende mich von der Schmähung des 
Niedrigen aus Edelsinn (takarrumän) ab." 



XXIII. Das Object des Inhalts, welches Zarf genannt wird. 

(az-Zarf). 

„Das Zarf ist eine Zeit- oder Ortsbestimmung, welche 
durchgängig den Sinn von fi ergiebt. Vgl. „liier weile 
ich einige Zeitpunkte." 

Erkl. Verf. definirt das Zarf, dafs es eine Zeit oder 
Ortsbestimmung sei, welche durchgängig den Sinn von fi 
umschliefst. So ist im Beispiel (hunä-mkut azmunän) hunä 
Zarf des Orts und azmunän Zarf der Zeit. Jedes von ihnen 
umfafst die Bedeutung von fi. — Vei'f. nimmt hierdurch die 
Zeit- und Ortsbezeichnungen aus, die nicht den Sinn von fi 
umschliefsen, wie wenn die Zeit- und Ortsnomina als Mub- 
tada 5 oder Habar stehn. Vgl. „Der Tag von c Arafat ist ein 
heiliger Tag (jaumun mubärakun)", ferner ad- dar u lizai- 
din. Sie heifsen nicht Zarf, wenn es sich so verhält. So 
verhält es sich auch mit dem, was von ihnen als Genitiv 
vorkommt, vgl. sirtu fijaumi-l-g'um ( ati. Doch ist bei 
diesen eine Meinungsverschiedenheit, ob es grammatisch Zarf 
zu nennen sei. So verhält es sich auch mit den Zeit- und 
Ortsbezeichnungen, welche als Passiv-Object (Maf c ül bihi) im 



15(3 Das Object des Inhalts. 

A< scu&ativ Btehn, vgl. banaitu-d-dara und „ich schaute den 
Tag des Kameels." Bei Fällen wie dahaltu-1-baita wird 
zwar die Bedeutung von fi umschlossen, aber nicht univer- 
sell. Denn bei den speeiellen Nomen des Orts darf fi nicht 
weggenommen werden und ad-dara im Beispiel dahaltu- 
d-dfira steh! nicht als Zarf im Accusativ, sondern weil es 
dem passiven Object ähnelt. Das Zarf verlangt die Bedeutung 
von fi universell, diese aber haben dieselbe nicht universell. 
Dies wäre die Erörterung der Worte Verf's. Dagegen läfst sich 
einwenden, dafs, wenn ad-dara im Accusativ steht, da es 
dem Passiv-Object (al maf ( ül bihi) gleicht, es nicht den Sinn 
von fi verlangt, da das passive Object diesen Sinn nicht hat 
und so auch das ihm ähnelnde nicht. Folglich bedarf es 
nicht des Wortes bittirädi universell, um diese Fälle aus- 
zuschliefsen, denn schon der Zusatz „was den Sinn von fi 
umfafst", schliefst diese Fälle aus. Gott weifs es. 

„Setze das Zarf in den Accusativ durch ein deutlich 
darin vorkommendes käna, wo dies nicht steht, intendire es 
als supponirt." 

Erkl. Die Zeit- und Ortsnomina, welche den Sinn von 
fi umfassen, stehn der Regel nach im Accusativ. Sie stehn 
im Accusativ durch das darin liegende Masdar oder Ver- 
bum, oder Eigenschaftswort. Offenbar meint Verf., dafs nur 
das darin Liegende es in den Accusativ setzt, das wäre nur 
das Masdar; doch verhält es sich nicht so, sondern sowohl 
dies als anderes wie das Verbum und das verbale Eigen- 
schaftswort übt diesen Einflufs aus. Das den Accusativ des 
Zarf Bcwh-kende ist entweder erwähnt, wie die Beispiele zei- 
gen, oder erlaubter Weise fortgenommen. Auch ist es not- 
wendiger Weise weggenommen, wenn das Zarf als Beschrei- 
bungswort steht (marartu birag'ulin ( indaka), oder als Ver- 
bindungssatz (g'iVa-lladi ( indaka) und als Zustandssatz (marartu 
bizaidin f indaka). — Dasselbe geschieht, wenn das Zarf ein 
Habar im Zustande ist, oder ursprünglich ein solches war, 
vgl. zaidun ( indaka und zanantu zaidän ( indaka. Die 
restitutio geschieht bei anderen Fällen als der Sila (Verbin- 
dungssatz) durch istakarra oder mustakirrun, hingegen bei 
der Verbindung einesPronumen relativumnur durch istakarra, 
denn die Sila kann nur ein Satz sein und das Verbum mit 



az-Z*A 157 

seinem Subject ist ein Satz, das Participium aber mit der in 
ihm liegenden Person ist kein Satz. 

„Eine jede Zeitbestimmung ist für den Accusativ empfäng- 
lich, doch nicht so die Ortsbestimmung, sie miifste denn un- 
bestimmt sein wie die sechs Richtungen, die Maafse, und die 
Ortsbestimmungen, welche von Verben geformt werden wie 
mann an von ramä." 

Erkl. Das Nomen der Zeit nimmt den Accusativ an, so 
dafs es als Zeitbestimmung steht, sei es vag, vgl. sirtu lahza- 
tan, oder genau bestimmt nämlich durch Annexion, vgl. sirtu 
jauma-l-g'un/ati, oder durch ein Eigenschaftswort, vgl. sirtu 
jaumän tawilän, oder durch eine Zahl, sirtu jaumaini. 
Doch das Nomen des Orts nimmt den Accusativ nur in zwei 
Gattungen an, erstlich als vages, zweitens wenn es vom Mas- 
dar unter zu erwähnenden Bedingungen gebildet wird. Vage 
Ortsbestimmungen sind die sechs Richtungen, oben, unten, 
rechts, links, vorn, hinter und dgl., ebenso die Maafse wie 
ein Pfeilwurf, eine Meile, eine Parasange, Raum von zwei 
Parasangen; zweitens die vom Masdar gebildete Ortsbestim- 
mung, vgl. mag'lis. Sein Accusativ ist regelrecht unter der 
Bedingung, dafs sein Regens aus seiner Wortform genommen 
sei, vgl. ka c adtu mak c ada zaidin. Ist dies nicht der Fall, 
so ist allein sein Genitiv mit fi möglich, vgl. g'alastu fi 
marmä zaidin; g'alastu marmä zaidin ist dagegen ab- 
norm. Beispiele von dieser Abnormität sind die gewöhnli- 
chen Ausdrücke, er ist von mir entfernt um den Sitz der 
Hebeamme (mak c ada-l-käbilati), oder um den Hundestall 
(mazg'ara-1-kalbi), oder in dem Abstände wie der Ort der 
Plejaden (manata-t-turajjä), d. h. seiend am Sitz der Hebe- 
amme etc. Das regelrechte wäre fi mak ( adi etc. zu sagen, 
der Accusativ ist in diesen Fällen abnorm, nicht regelrecht 
entgegengesetzt der Ansicht von al-Kisä?i. 

„Die Bedingung, dafs dieses regelrecht sei, ist, dafs es 
als Zarf für das steht, was ursprünglich mit ihm inbegrif- 
fen ist." 

Erkl. Die Bedingung, dafs das vom Masdar Abgeleitete 
regelrecht im Accusativ steht, ist, dafs es als Zarf für das 
steht, was ursprünglich darin enthalten ist, d. h. dafs es in 



I 58 Daa Objeol des Inhalt-. 

den Accusativ gesetzt sei durch das, was mit ihm in der 
Ableitung von einer Wurzel übereinstimmend ist. Der na- 
türliche Sinn der Worte Veifs. ist, daß die Maafse 80W0hl 

als tlii- vom Masdar gebildete Ortsbestimmungen, vage Be- 
stimmungen seien. In Betreff der Maafse meint die Mehrzahl, 
dafs sie zu dem vagen Zarf gehören, denn wenn sie auch 
bekannt sind dem Maafse nach, sind sie doch unbekannt 
der Eigenschaft nach. Der Lehrer Abu c Ali as'- S'alaubtn 
meint, dafs sie nicht zu dem vagen Zarf gehören, da sie ja 
de in Maafse nach bekannt sind. Die vom Masdar geformten 
( h-t.-lirMimiiiungen sind theils vag, vgl. g'alastu mag'lisän, 
theils genau bezeichnet, vgl. g'alastu mag'lisa zaidin. Die 
natürliche Ansicht des Verf. wäre, dafs auch marnia von 
ramä abgeleitet sei, doch ist es dies nicht nach der Lehrweise 
der Basrenser. Denn sie lehren, dafs es vom Masdar nicht 
vom Vcrbum abgeleitet sei. Wenn nun feststeht, dafs der 
speciell bezeichnete Ort, d. h. der, welcher solche Seiten, die 
ihn abgrenzen, hat, nicht im Accusativ als Zarf stehe, so 
wisse, dafs man gebrauchen hört den Accusativ aller speciell 
bestimmten Orte mit dabala, sakana und dahaba, vgl. 
dahaltu-1-baita etc. Die Leute streiten hierüber, man sagt, 
es stehe abnorm im Accusativ als Zarf; Andere, es stehe 
im Accusativ, da eine Praeposition ausgefallen sei; auch 
sagt man, es stehe im Accusativ, da es dem passiven Ob- 
jeet ähnlich sei. 

„Das sowohl als Zarf als auch nicht als ein solches vor- 
kommende Wort ist dem Sprachgebrauche nach durchaus 
flexionsfähig. Flexionsunfähig sind die Worte, welche immer 
als Zeitbestimmung oder dergleichen stehn." 

Erld. Das Nomen der Zeit und das Nomen des Orts 
zerfallen in das Flexionsfähige und das Flexionsunfähige. Das 
Flexionsfähige ist von den Zeit- und Ortsbestimmungen das, 
was als Zarf und nicht als solches vorkommt, vgl. jaumun 
und makänun, denn diese kommen sowohl als Zarf vor, 
als auch als Mubtada* und als Fä f il. Das Flexionslose hin- 
gegen ist das, was nur als Zarf oder seinesgleichen gebraucht 
wird, vgl. sahara, wenn man die Morgenröthe eines be- 
stimmten Tages meint. Meint man dagegen nicht einen be- 
stimmten Tag, ist das Wort flectirbar, vgl. Kur. 54, 34. „Die 



&z-Zarf. 150 

Familie des Lot ausgenommen, welche wir haben entfliehen 
lassen an einem Morgen.*)" Sahara und f'iiuka sind nur 
Zarf. Nothwendig tritt als Zarf oder seinesgleichen 'in da 
auf. Mit dem dem Zarf Aehnlichcn bezeichnet Verf. ein 
Wort, das die Grenze des Zarf nicht überschreitet, aufser 
darin, dafs es als Genitiv durch min steht, vgl. min 'indi 
zaidin. Doch steht ein solches Wort mit keiner anderen 
Praeposition, man sagt nicht harag'tu ilä c indihi. Wenn 
das \ olk so redet, ist es ein Fehler. Man unterscheidet hier 
drei Fälle: 1) die Ortsbestimmung steht im Nominativ, Ge- 
nitiv und Accusativ; 2) das dem Zarf Aehnliche steht nur 
im Accusativ, als Zarf aber auch im Genitiv durch min; 
3) das Zarf vollständig unflectirbar wie amsi. 

„Bisweilen vertritt ein Masdar eine Ortsbestimmung, dies 
ist häufig bei der Zeitbestimmung." 

Erkl. Selten vertritt das Masdar die Ortsbestimmung, 
vgl. g'alastu kurba zaidin = makana kurbi zaidin. 
Das Mudaf makana wird Aveggenommen , und sein Mudaf 
ilaihi tritt an seine Stelle und wird Avie dasselbe behandelt; 
es steht nämlich im Accusativ wegen des Zarf. Dies ist nicht 
als Regel durchführbar. Man sagt z. B. nicht ätika g'u- 
lüsa zaidin = makana g'ulüsi zaidin. Dagegen steht 
das Masdar oft an der Stelle der Zeitbestimmung wie ätika 
tulü ( a-s'-s'amsi, kudüma-1-hag'g'i, „ich kam zu dir beim 
Aufgang der Sonne, oder bei der Ankunft der Pilger." Hier 
wird das Mudaf weggenommen und das Mudaf ilaihi wird 
wie dasselbe behandelt, dies ist regelrecht bei jedem Masdar. 



XXIV. Das Object des Mitseins. 

(al-maf'ülu ma'ahu). 

„Das dem Wäw folgende Wort wird in den Accusativ 
gesetzt als ein Object des Mitseins in Fällen wie siri wa- 
t-tarika musri ( atan, „schreite aus auf dem Weg eilend." 



*) Stehen diese Worte auf die Frage zu welcher Zeit und an wel- 
chem Orte, sind sie Zarf. 



160 Dm Objed «los Mitseins. 

Nach der richtigsten Meinung ist dieser Accusativ durch 
«la< voraufgehende \ erbum oder das ihm Sehnliche hervor- 
gerufen, nicht durch das Wäu." 

Erkl. Das Objed «K-s Mitseins ist «las Nomon, welches 
nach einem Waw der Bedeutung „mit" im Accusativ steht. 
Das Wort steht im Accusativ durch das Vcrhiun oder das 
demselben Aehnliche, welches ihm voraufgeht. So steht im obi- 
gen Beispiel attarika durch siri im Accusativ. Als Beispiel 
eines «1cm Verbum Aehnlichen, das den Accusativ bewirkt, 
vgl. zaidun sa^irun wa-t-tarika und a'g'abani sairuka 
w a-t :-t tarik a. Eine Parthei glaubt, dafs das AVAw das Ob- 
jed dea Mitseins in den Accusativ setze, doch ist das nicht 
richtig, denn jede dem Nomen speciell angehörende Partikel, 
die nicht wie ein Theil von ihm ist, regiert nur den Genitiv 
wie die Praepositioncn. Die Partikel, welche wie ein Theil 
vom Nomen ist, ist al. Diese gehört speciell dem Nomen 
an. doch regiert sie nichts, da sie wie ein Theil des Nomen 
auftritt. Dies wird dadurch bewiesen, dafs das Regens über 
das al hinausgeht, vgl. marartu bi-1- g ul Ami. Aus dem 
angeführten Beispiel \ erfs. geht hervor, dafs man Fälle wie 
die oben erwähnten richtig als Object des Mitseins betrach- 
ten darf: nämlich jedes Nomen, welches nach einem den Sinn 
von ma c a habenden Waw steht, während ein Verbum oder 
dergleichen voraufgeht. Das ist von dem, was die Gramma- 
tiker lehren, das Richtige. — Ebenso geht aus dem zweiten 
Textvers hervor, dafs ihm ein Regens voraufgehn mufs; man 
saut nicht wa-n-nila sirtu, „mit dem Nil bin ich gegan- 
gen." Alle stimmen darin überein. Was aber das Vorauf- 
gehn des übjeets des Mitseins vor dem mit dem Regens 
Verbundenen betrifft, vgl. sara wa-n-nila zaidun, so ist 
darüber Streit. Richtig aber ist, dies zu verbieten. 

„Einige Araber setzen nach dem raä der Frage, oder 
nach kaifa den Accusativ durch ein verschwiegenes Ver- 
bum kana." 

Erkl. Dem Object des Mitseins mufs ein Verbum oder 
dergleichen voraufgehn, wie die Beispiele gezeigt haben. Doch 
kommt im Sprachgebrauch der Araber der Accusativ dessel- 
ben auch nach dem mA und dem kaifa der Frage vor, ohne 
dafs ein Verbum ausgesprochen würde, vgl. mäanta wazaidän, 



al-maf'ülu ma'alm. Jßj 

„was bist du mit Zaid", oder kaifa anta wakas f atan min 
taridin, „wie (kamst du) mit einer Schüssel gebrochenen 
Brotes." Die Grammatiker legen es so aus, dafs das Object des 
Mitseins hier im Accusativ stehe durch ein verschwiegenes 
Verbum, das von käna abgeleitet sei. = mä takunu wa- 
zaidän etc. 

„Die Verbindung (durch „und" al ( atf ) ist, wenn sie ohne 
eine Schwäche der Rede möglich ist, richtiger. Der Accusativ 
ist gewählt, wenn durch die Verbindung die Rede beeinträch- 
tigt ist. Der Accusativ ist aber nothwendig, wenn die Ver- 
bindung nicht möglich ist, oder glaube an die Verschweigung 
eines Regens, so wirst du das Richtige treffen." 

Erkl. Das Nomen, welches nach dem Wäw steht, kann 
entweder mit dem Voraufgehenden verbunden sein oder nicht. 
Ist seine Verbindung mit demselben möglich, kann dies mit 
einer Schwäche stattfinden, oder ohne eine solche. Ist die 
Verbindung möglich ohne eine Schwäche, so ist dieselbe rich- 
tiger als der Accusativ, vgl. kuntu anä wazaidun ka-1- 
aljawaini. zaidun in den Nominativ als Verbindung zu 
dem verbundenen Pronomen zu setzen ist besser, als es in 
den Accusativ als Object des Mitseins zu stellen. Denn die 
Verbindung ist möglich wegen der eingetretenen Trennung 
[zwischen dem verborgenen Pronomen und dem Substantiv] 
und die Gemeinschaft (Setzung zweier Worte in denselben 
locus grammaticus) ist besser, als die Nicht- Gemeinschaft. 
Ebenso ist bei sära zaidun wa c amrün der Nominativ von 
c amrün besser als der Accusativ. — Ist die Verbindung nur 
mit einer Schwäche möglich, so ist der Accusativ wegen des 
Mitseins besser als die Gemeinschaft, weil man dann die 
Schwäche vermeidet, vgl. sirtu wazaidän. Hier ist der 
Accusativ von zaidun besser als der Nominativ, wegen der 
Schwäche der Verbindung mit dem im Nominativ stehenden, und 
mit dem Verbum ohne eine eintretende Trennung verbundenen 
Pronomen. Ist aber die Verbindung nicht möglich, so ist 
allein der Accusativ w r egen des Mitseins oder wegen der Ver- 
schweigung eines Verbum richtig. Vgl. „Ich speiste sie mit 
Stroh und frischem Wasser, c alaftuhä tibnän waraä'an 
bäridän"; mä'an steht im Accusativ wegen desMitseins, oder 
wegen der Verschweigung eines Verbum, das für dasselbe 

11 



[02 Die Ausnahme. 

pafst; die restitutio: wasakaituhä „und tränkte sie". Vgl. 
Kur. 1<>. 72. „Vereinig! euch in euren Sachen und euren 
(i. Dosaen (ag'mFo amrakum was*uraka?akuui)." Hier kann man 
s'uraUä'ak um nicht mit ainrakiini verbinden, denn die Ver- 
bindung geschieht stets in der Absicht, das Regens zu wie- 
derholen, aber man sagt nicht ag'ma'tu s'uraka?i, sondern 
nur ag'ma'tu amri. Somit steht hier der Accusativ wegen 
des bütaeins durch die Wiederherstellung des ma ( a, oder es 
steht der Accusativ durch ein passendes Verbum, vgl. ag'mi'ü 
amrakum wacfina'ü s'urakä'akum. 



XXV. Die Ausnahme. 

(al - isti/na). 

,,Alles, \vas man durch illä nach einem feststehenden 
vollständigen Abschlufs ausnimmt, steht im Accusativ. Nach 
einer Verneinung, oder dem ihr Aehnlichen ist geAvählt das 
Verbundene als Consequcns zu stellen, stelle dagegen in den 
Accusativ, das, was sich abschneiden läfst. Nach den Tami- 
miten kommt hierbei eine Appositionsstellung vor." 

Erkl. Der regelrechte Casus für die durch illä bewirkte 
Ausnahme ist der Accusativ, wenn sie nach Vollendung der 
bejahten Rede steht, gleichviel, ob sie verbunden oder 
getrennt steht, vgl. käma-1-kaumu illä zaidän. Die rich- 
tige von den Auffassungen der Grammatiker ist die, dafs 
das der xVusnahmc Voraufgehende dieselbe durch die Ver- 
mittelung von illä in den Accusativ stelle. Verf. wählt in 
einem anderen Buche die Lehrweise, dafs illä das in Accu- 
sativ Setzende sei und meint, dafs dies die Lehrweise des Siba- 
waihi wäre. So ist auch der erste Vers zu verstehn, d. h. 
im Accusativ steht dasjenige, was von illä bei dem Ab- 
schlufs einer bejahenden Rede als Ausnahme gesetzt wird; 
steht diese aber nach dem Abschlufs der Rede, welche nicht 
bejahend ist, nämlich derjenigen, welche die Negation oder 
dergleichen, das heifst das Prohibitiv und die Frage umfafst, 
so kann die Ausnahme verbunden oder getrennt sein. Ver- 
bunden heifst soviel als, dafs sie ein Theil von dem Vorauf- 



al-istimä'. 163 

gehenden sei, getrennt dagegen, dafs sie nicht ein Theil da- 
von sei. Ist sie verbunden, kann der Accusativ wegen der 
Ausnahme stehn, auch kann man die Ausnahme als Conse- 
quena (at-täbi c ) von dem in der Analyse Voraufgehenden setzen, 
und dies ist das Gewählte. 

Das gewöhnlich Angenommene ist, dafs die Ausnahme eine 
Apposition (Badal) von ihrem Antecedens (al-matbü c ) sei, vgl. m ä 
käma ahadun illä zaidun, und illä zaidän etc. Es kann 
zaidän im Accusativ wegen der Ausnahme, oder als Ba- 
dal von ahadun im Nominativ stehn, und dies letztere ist 
die gewählte Auffassung; so sagt man mä marartu bi^aha- 
din illä zaidin und illä zaidän. Daher sagt der Text- 
vers: „es ist gewählt die verbundene Ausnahme als Conse- 
quens zu setzen, wenn sie nach einer Negation oder dergleichen 
steht." Ist aber die Ausnahme abgeschnitten, ist nach der 
Mehrzahl der Araber der Accusativ allein möglich, vgl. mä 
käma al-kaumu illä himärän. Die Tamimiten erlauben 
auch dann die Ausnahme als Apposition zu setzen. Die Be- 
deutung der beiden Verse ist: dafs die Ausnahme, welche 
durch illä gesetzt wird im Accusativ steht, wenn die Rede 
bejahend ist und die Ausnahme nach Vollendung derselben 
eintritt. 

Verf. deutet auf diese Beschränkung hin, da er die Regel 
derNegation hierauf erwähnt, so dafs die unbeschränkte Fassung 
seiner Rede darauf hinführt, dafs die Ausnahme im Accusativ 
steht, gleichviel, ob sie verbunden oder getrennt ist. Ist aber 
die Rede nicht bejahend d. h. kommt eine Negation oder 
etwas ihr Aehnliches in derselben vor, so ist gewählt die ver- 
bundene Ausnahme als Consequens zu setzen. Nothwendig 
ist der Accusativ der getrennten Ausnahme nach den ande- 
ren als den Tamimiten; die Tamimiten erlauben aber auch 
die getrennte Ausnahme als Consequens zu stellen. 

„In der Negation kommt bisweilen ein anderer Casus 
als der Accusativ eines Voraufgehenden vor; wähle aber den 
Accusativ, wenn dies eintritt." 

Erkl. Geht die Ausnahme dem vorauf, von dem sie 
ausgenommen wird, kann die Rede bejahend sein oder nicht. 
Ist sie bejahend, steht nothwendig der Accusativ der Aus- 
nahme, vgl. käma illä zaidän al-kaumu. Ist die Rede 

11» 



164 Di fl Ausnahmt'. 

nicht bejahend, ist der Accusativ derselben gewählt, vgl. mä 
kama illä zaidän al-kaumu. 

Vgl. »Iöh habe keinen Helfer als den Stamm Ahmads 
und keine Lehrweise als die Lehre des Wahren." 

Jedoch wird auch der Nominativ in diesem letzteren 
Fall überliefert. Sibawaihi sagt: „Jünus zeigte mir an, dafs 
Leute, auf deren Kenntnifs im Arabischen man vertraut, sa- 
gen mä li illä ahuka näsirun, indem sie das zweite durch 
Umstellung als Badal des ersten setzen." 

Vgl. „Fürwahr sie hoffen von ihm Fürbitte zur Zeit, 
wenn kein Fürbitter vorhanden ist als die Propheten." 

Der Sinn des Textverses ist: bei der voraufgehenden Aus- 
nahme kommt bisweilen der Nominativ vor, und zwar wenn 
die Eede nicht bejahend ist, vgl. mä kama illä zaidun 
al-kaumu, doch gewählt ist der Accusativ. Daraus, dafs 
Verf. das Vorkommen eines anderen Casus als des Accusativ 
speciell nur der Negation beilegt, geht heiwor, dafs bei der 
bejahenden Rede der Accusativ allein vorkommt, vgl. kama 
illä zaidän al-kaumu. 

„Wenn ein dem illä Voraufgehendes noch freie Kraft 
hat für das Nachfolgende, so ist's, als ob illä nicht dastände." 

Erkl. „Wenn das dem illä Voraufgehende für das Fol- 
gende Rectionskraft übrig hat, das heifst, wenn es nicht oc- 
cupirt ist durch das, was es verlangt, so ist das nach illä 
stehende Nomen mit der Declination flectirt, welche das vor 
illä stehende erforderte, bevor illä eintrat, vgl. mä kama 
illä zaidun etc. Dies ist die blofse Ausschliefsung *) (al- 
istitnä^u-l-mufarragu). Sie kommt nicht in bejahender 
Rede vor. 
300 „Setze rectionslos das illä, welches nur zur Bestätigung 

steht. Vgl. „Keiner geht an ihnen vorüber, als der Mann, 
als der Erhabene." (lä tamrur bihim illä-1-fatä illä-l- c alä :> i). 



*) Anm. at-tafri^ru, al-mufarra^u Ausleerung, das leer Hinge- 
stellte gilt als terminus technicus für die Ausnahme, bei der das, wovon 
sie ausgenommen wird, nicht erwähnt ist, vgl. de Sacy Gr. II. 566. 
Wir wählen die Ausdrücke: „die blofse Ausschliefsung" für al-mufar- 
ragu und „die vollständige Ausnahme" für ^airu-1-mufarra^i. 



al-istimä*. 1G5 

Erkl. Wird illä um eine Bestätigung zu erzielen wie- 
derholt, hat es keinen Einflufs auf das, wovor es steht, und 
es giebt. keinen anderen Sinn als die Bestätigung des ersten. 
So ist seine Rectionslosigkeit zu verstehn. Dies hat Statt 
bei der Apposition (Badal) und der Verbindung ( c Atf), vgl. 
ina marartu bPahadin illä zaidin illä ahika. Das 
zweite illä bezeichnet hier nicht eine selbstständige Ausnahme. 
So ist in dem Beispiele des Textverses al- f alä J i Apposition 
von al-fatä. Ein Beispiel für die Verbindung ist der Vers: 

Vgl. „Nichts ist die Zeit als eine Nacht und ihr Tag, 
nichts (wa'illä) als der Sonne Aufgang und ihr Untergang." 

Zur Apposition und Verbindung ist es wiederholt in der 
Stelle: 

Vgl. „Nichts hast du von deinem alten Kameel als seine 
Arbeit, als seinen Trab und raschen Gang." 

„Wird illä zwar wiederholt doch nicht zu einer Bestä- 
tigung, so lafs bei einer blofsen Ausschliefsung den Ein- 
flufs des Regens auf eins von den Worten übrig, die durch 
illä als Ausnahme auftreten, den Accusativ der anderen kann 
man nicht entbehren." 

Erkl. Wird illä wiederholt, doch nicht zur Bestätigung, 
d. h. ist es ein solches, durch welches die im Vorhergehen- 
den erzielte Ausnahme von neuem erzielt wird, so dafs, wenn 
es wegfiele, dieser Sinn nicht verstanden würde: so mufs 
die Ausnahme entweder eine blofse Ausschliefsung sein, 
oder eine vollständige Ausnahme. Ist sie eine blofse Aus- 
schliefsung, läfst man das Regens mit einem beschäftigt 
und setzt das Uebrige in den Accusativ, vgl. mä käma illä 
zaidun illä c amrän illä bakrän. Hier ist nicht eins spe- 
ciell dem Regens zugewendet, sondern mit w T elchem du willst, 
läfst du das Regens beschäftigt und setzest das andere in 
den Accusativ. Ueber die Fälle bei der wirklichen Ausnahme 
handeln folgende Verse: 

„Bei einer vollständigen Ausnahme setze beim Vorauf- 
gehn des Ausgenommenen den Accusativ des Ganzen regel- 
recht und nothwendig. Setze den Accusativ wegen einer 



166 D> c Ausnahme. 

Nachstellung und bringe das eine in der Form, wie wenn es 
ohne einen Zusatz wäre. Vgl. ,.Nicht erfüllen \ ersprechun- 
gen aulser «in Mann, aulser ein Erhabener." Handelt es 
sich um das Richtige, wende die vorhergehende Kegel an." 

Erkl. Die Ausnahme muß dem. wovon sie ausgenom- 
men wird, entweder voraulgehn oder nachstehn. Steht die 
Ausnahme voran, ist der Aecusativ des Ganzen nothwendig, 
vgl. käma illä zaidän illä 'amrän illä bakrän al-kaumu, 
gleichviel, ob die Rede bejahend ist oder nicht. 

Steht die Ausnahme nach, mufs die Rede entweder bejahend 
sein oder nicht. Ist sie bejahend, ist der Aecusativ des Ganzen 
nothwendig. vgl. käma-1-kau mu illä zaidän illä c amrän 
illä bakrän. Ist sie nicht bejahend, wird eins von den Worten 
behandelt, so wie es behandelt werden würde, wenn die Aus- 
nahme nicht wiederholt würde und wird als stellvertretend 
von dem Voraufgehenden gesetzt, dies ist das Gewählte; oder 
es steht im Aecusativ, und dies ist selten, wie voraufgeht. 
Was das Uebrige betrifft, ist der Aecusativ nothwendig, vgl. 
rnä käma ahadun illä zaidun illä c amrän illä bakrän. 
Wenn du willst, setzest du ein anderes von den Uebrigen 
als Stellvertretung, vgl. das Beispiel im Text lam jafü illä- 
mru } un illä c alijjun; ''imru'un ist hier Badal vom Waw 
in jafü. So ist die Regel im Verse, d. i. setze in den Ae- 
cusativ alle Ausnahmen, wenn sie dem wovon sie ausgenom- 
men werden nachstehn, im Fall die Rede bejahend ist. Ist 
sie nicht bejahend, setze das Eine von ihnen so ilectirt, wie 
es rlectirt worden wäre, wenn die Ausnahmen nicht wären 
wiederholt worden, und setze das Uebrige in den Aecusativ. 
Die Bedeutung der wiederholten Ausnahmen ist dieselbe wie 
die der Ersten, so dafs die Zugehörigkeit und Nicht -Zuge- 
hörigkeit aller dieselbe ist. — In: käma-1-kaumu illä zai- 
dän illä c amrän illä bakrän sind alle ausgenommen. In: 
mä käma illä zaidun illä amrän illä bakrän sind alle 
eingeschlossen; und ebenso bei mä käma ahadun illä zai- 
dun illä amrän illä bakrän. 

„Setze als Ausnahme das durch gairun im Genitiv Ste- 
hende, dies selbst aber flectirt durch das, was durch illä ei- 
ner Ausnahme beigelegt wird." 

Erkl. Es werden im Sinne von illä, um eine Ausnahme 
zu bezeichnen, Worte gebraucht, von denen einige Nomina 



al-istimä'. Iß7 

sind wie gairun, siwän, suwän und sawä^un; einige da- 
gegen Verba wie laisa und lä jakünu; einige endlich, Verba 
und Partikeln zugleich, wie halä, c adä, häs'ä. Verf. hat 
alle wirklich erwähnt. Was nun gairun, siwän, suwän und 
sawä?un anlangt, so steht die Ausnahme durch sie regelrecht 
im Genitiv wegen ihrer Annexion daran, gairun wird flec- 
tirt durch dasselbe, wodurch die Ausnahme mit illä flec- 
tirt war, vgl. käma-1-kaumu gaira zaidin. gaira steht 
im Accusativ analog dem käma-1-kaumu illa zaidän 
mit dem Accusativ zaidän. So sagt man auch mä 
käma ahadun gairu zaidin und gaira zaidin, indem 
man gairu als Consequens oder in den Accusativ setzt. Ge- 
wählt ist, es als Consequens zu setzen. Man sagt mä käma 
gairu zaidin, gairu noth wendig im Nominativ, analog dem 
mä käma illä zaidun. Ferner sagt man mä käma aha- 
dun gairu, gaira himärin, mit dem Accusativ gaira bei 
anderen als den Tamimiten und als Consequens gairu bei 
den Tamimiten, wie man sagt mä käma kaumun illä hi- 
märun und himärän. siwä steht gewöhnlich mit dem 
Kasr des Sin, Einige setzen es mit Fath und Madda; Einige 
setzen Sin mit Damm und verkürzen die Form (suwä); Ei- 
nige setzen es auch mit Kasr und Madda (siwä^un.) Diese 
Form erwähnt Verf. nicht. Selten nur erwähnt man sie 
wie al-Fäsi in seiner Erklärung der S'ätibijja. Die Lehr- 
weise des Sibawaihi, al-Farrä^ und Anderer ist, dafs siwä nur 
als Zarf stehe: es stehe im Accusativ als ein solches und 
dieses bezeichne die Ausnahme. Nach ihnen tritt es aus 
dieser Eigenschaft nur beim Verszwang. Verf. hält für ge- 
wählt, dafs siwän wie gairun sei, und ebenso behandelt 
werde im Nominativ, Genitiv und Accusativ. 

„Bestimme für siwän, suwän und sawä'un am rich- 
tigsten das, was für gairun bestimmt war." 

Erkl. Ein Beispiel, in dem siwän im Genitiv steht, ist die 
Ueberlieferung: „Ich habe angerufen meinen Herrn, dafs er 
über mein \ olk Keinem den Sieg verleihe, der Anderen 
als ihm selbst angehöre, (min siwä anfusihä)", oder ferner: 
„Ihr seid nichts unter den Völkern aufser euch, als wie ein 
weifses Haar im schwarzen Stier, oder wie ein schwarzes 
Haar im weifsen Stier." 



168 Dfo Annahme. 

Vgl« ..Nicht sprechen Bobimpfliohes, die zu ihnen gehö- 
ren, weder wenn (de unter uns, noch wenn sie hei Anderen 
sitzen, W8 lä min s;nv;ini;i." 

Im Nominativ stellt siwän in folgendem Vers: 

\ gl. „Wenn eine edle Handlung verkauft oder gekauft 

wird. SO i-t ein Anderer als du (fasiwäka) der Verkäufer und 

du der Käufer." 

Vgl. „Nichts bleibt übrig als die Ungerechtigkeit, die 

wir ihnen vergelten, wie sie gethan haben." 

Im Aeeusativ ohne Zarf zu sein, steht siwän im Vers: 
Vgl. „Bei Dir ist ein Bürge der Wünsche für einen 

Hoffenden; fürwahr, wer einen Andern als Dir (\va 5 inna siwäka) 

vertraut, ist unglücklich." 

Siwäka steht liier im Aeeusativ als Nomen von inna 
zum Beleg der Rede des Verf's. Die Lehrvveise des 
Sibawaihi und der Mehrzahl ist, dafs siwän immer im Zu- 
stande des Zarf verbleibe, außer im Verszwang, und die Stel- 
len, auf die man sich fürs Gegenthcil berufen konnte, liefsen 
sich anders interpretiren. 

„Bilde die Ausnahme durch laisa, halä, c ada und ja- 
künu nach lä, indem du sie den Aeeusativ regieren läfst." 

Erkl. Vgl. käma-1-kaumu laisa, halä, ( ada zaidän, 
oder lä jakünu zaidän. Die Ausnahme steht im Aeeusativ 
als Habar von laisa und lä jakünu, deren Nomen ein ver- 
borgenes Pronomen ist. Die gewöhnliche Auffassung ist, 
dafs es sich auf einen Theil beziehe, den man aus der Ge- 
sammtheit herausnehme, so dafs die restitutio von laisa zai- 
dän wäre laisa ba'duhum zaidän. hiuva ist nothwendig 
verborgen. In halä zaidän und c adä zaidän steht zaidän 
im Aeeusativ als Object. halä und c adä sind zwei Verba, 
deren Regens nach gewöhnlicher Annahme ein Pronomen ist, 
das, wie voraufgeht, auf einen Bekannten aus dem Volke sich 
zurückbezieht, und dies ist nothwendig verborgen. Verf. 
hebt hervor durch jakünu nach lä, dafs bei der Ausnahme 
durch käna nur jakünu gebraucht werde, und dafs es nur 
nach lä, nicht nach einer andern von den Partikeln der Ne- 
gation stehe wie lam, lammä, lan, in, mä. 



al-istimft*. 169 

„Setze durch die zwei dem jakünu Voraufgehenden, d. i. 
durch halä und ( adä den Genitiv, wenn du willst; nach mä 
setze sie mit dem Accusativ, auch kommt der Genitiv bis- 
weilen vor." 

Erkl. Geht mä vor halä und c adä nicht vorauf, kann 
man sie als Praepositionen mit dem Genitiv verbinden, vgl. 
käma-1-kaumu halä zaidin. Von Sibawaihi wird der 
Genitiv nach ihnen nicht überliefert. al-Ahfas' berichtet 
nur den Genitiv durch halä. 

Vgl. „Aufser auf Gott, hoffe ich auf keinen als auf 
Dich, ich rechne meine Familie nur als Theil von der Deinen." 

Vgl. „Wir liefsen die Spröfslinge von c Aug' (Pferde) 
auf der Ebene verweilend indem wir sie niederwarfen für die 
Adler. Wir überlieferten ihren Stamm dem Tod und der Ge- 
fangenschaft mit Ausnahme der Greise und kleinen Kinder." 

Geht mä diesen Partikeln vorauf, ist der Accusativ bei 
ihnen nothwendig, vgl. käma-1-kaumu mä halä zaidän. 
Das mä ist hier das Masdarartige, halä und ( adä sind seine 
Sila. Ihr Fä c il ist ein verborgenes Pronomen, das auf ir- 
gend einen sich bezieht wie dies oben bestätigt ist, 
und zaidän ist Object. So ist die gewöhnliche Auf- 
fassung. al-Kisä^i erlaubt bei ihnen den Genitiv nach 
mä, da dies pleonastisch stehe und halä und f adä zwei 
Praepositionen seien. al-G'armi berichtet im S'arh den Ge- 
nitiv nach mä von einigen Arabern. 

„Wo halä und c adä mit dem Genitiv stehn, sind es 
zwei Partikeln, wie sie zwei Verba sind, wenn sie mit dem 
Accusativ stehn." 

Erkl. Es ist kein Streit darüber, dafs sie als Praepo- 
sitionen zu betrachten sind, wenn sie mit dem Genitiv, und 
als Verba, wenn sie mit dem Accusativ stehn. 

„Wie halä ist häs'ä, doch hat es mä nicht bei sich, 
man sagt auch häs'a und has'ä, merke beide Formen." 

Erkl. Die bekannte Auffassung ist, dafs häs'ä nur 
Praeposition sei. al-Ahfas', al-G'armi, al-Mäzini und al-Mu- 
barrad, wie eine Menge, wozu Verf. gehört, behaupten, dafs 
es wie halä als ein Verbum gebraucht werde und das ihm 



1 , Die Ausnahme. 

Nachfolgende in den Accusativ setze, oder es als Pracposition 
mit dem Genitiv stehe. 

Eine andere Parthei, worunter al-FarnV, Abu Zaid al-An- 
säri und as'-S'aib&nJ berichten den Accusativ durch häs'ä. 
Vgl. ..' I Gott, verfiel) mir und dem, der dein Wort hört, 
aufsei- dem Satan und Abu-1-Asbag. 

VgL „Nimm Kurais' aus (has'ä kurais'an), denn Gott 
zeichnete sie aus vor den Geschöpfen durch den Islam und 
die Keligion." 

\ erf. sagt, dafs häs'ä wie ljalä insofern sei, dafs es das 
Folgende in den Accusativ oder Genitiv setze; doch geht 
ihm mä nicht vorauf, wie dem ljalä. Dies ist meist so, doch 
bisweilen steht es in seltenen Fällen mit mä. Im Musnad 
des Abu Umajja at-Tarsüsi heifst es vom Ibn c Uinar, dafs 
der Gesandte sprach: „Usäma ist mir der geliebteste der 
Menschen, ausgenommen (mä häs'a) Fätima. 

Vgl. „Ich sah die Menschen Kurais' ausgenommen, für- 
wahr wir sind die besten derselben im Handeln." 

Man gebraucht die Formen has'ä, häs'a und has'ä. 



XXVI. Der Zustand. 

(al-//äl). 

„Der Häl ist eine in den Accusativ gestellte hinzutre- 
tende Eigenschaft, welche ausdrückt „in einem Zustand'', vgl. 
als ein Einzelner gehe ich." 

Erkl. Verf. definirt den Häl dadurch, dafs er eine hin- 
zutretende Eigenschaft sei, die in den Accusativ tritt um auf 
eine Lage hinzuweisen; so ist in fardän adhabu, fardän 
ein Häl, weil die erwähnten beschränkenden Bestimmungen 
sich darin vorfinden. Das „hinzutretend" schliefst die Eigen- 
schaft aus, welche als wirkliche Satzstütze vorkommt, vgl. 
zaidun kä^imun. Die zweite nähere Bestimmung „um eine 
Lage auszudrücken", schliefst die abgeleitete Specificirung 



al-HU. 171 

aus, vgl. lil-lahn darruhu färisän. = „Gott gehört seine 
Leistung, seine als Reiter = welch trefflicher Reiter ist er."*) 
Dies ist richtigerweise eine Specification, Tamjiz, kein Zu- 
stand, Häl, da damit nicht die Bezeichnung einer Lage er- 
zielt Avird, sondern die BeAVunderung seiner Ritterlichkeit, 
und dies ist gesagt, um das an ihm BeAvunderte darzuthun, 
nicht seine Lage darzustellen; ra 5 aitu rag'ulän räkiban 
verhält sich auch so, denn räkiban steht nicht da, um eine 
Lage (habitus) zu bezeichnen, sondern zur Specialisirung des 
Begriffs „Mann". Die Worte Verf. mufhimu fi hälin sind 
gleich lid-dalälati f alä-l-hai 5 ati. 

„Vorwiegend ist der Häl ein Uebertragenes , im Wesen 
Abgeleitetes, doch ist dies nicht als nothwendig erachtet." 

Erkl. Meistens ist der Häl ein Uebertragenes , im We- 
sen Abgeleitetes. Die Bedeutung der Uebertragung ist, dafs der 
Begriff nicht notliA\endig dem damit Beschriebenen anhafte, vgl. 
g'ä 3 a zaidun räkiban. räkiban ist eine (übertragene) Ei- 
genschaft, da sie von Zaid getrennt AA r erden kann, Avenn er 
als ein Gehender kömmt. BisAAeilen kommt der Häl als eine 
untrennbare, d. h. als eine inhaftende Eigenschaft, vor, vgl. 
„ich rief an Gott als Erhörer (da c autu-l-laha sami c än)." Vgl. 
„Es schuf Gott die Giraffe, länger an ihren Vorderfüfsen als 
an ihren Hinterfüfsen" (jadaihä atwala min rig'laihä). 

Vgl. „Sie brachten ihn langgestreckt an Knochen (sabta- 
l- c izämi), wie Avenn sein Turban die Standarte AAäre unter 
den Männern." 

Hier sind die drei Worte sami ( än, atAvala, sabta, 
ZAvar Häl, doch inhaftende Eigenschaften. Bisweilen kommt 
der Zustand als ein (unabgeleitetes) Primitivum (g'ämid) vor, 
was Verf. im folgenden Vers behandelt. 

„Häufig kommen die Primitiva als Zustand vor, ohne 
Schwierigkeit bei einer Preisangabe, oder bei dem, das eine 
Erklärung darthut. Vgl. „Verkaufe es das Maafs (muddan) 
für so viel, oder Hand um Hand, d. i. die Hand des Kau- 



*) darru Milchstrahl (wie zubda Sahne) wird auf alle Vorzüg- 
lichkeiten (fudul) übertragen. 



172 Der Zastand. 

fenden an der Hand des Verkäufers, und ws kehrte wieder 
Zaid zur Schlacht ein Löwe, d. i. wie ein Löwe." 

Erkl. Häutig- koinint der Hai als ein Primitiv vor, wenn 
er ein Maafs bezeichnet, so ist im ersten Beispiel „bi ( hu 
nnid da n bikadä" muddän, ein Primitiv als Hai; doch 
sieht er im Sinne eines Abgeleiteten, da die Bedeutung ist, 
„verkaufe es so, dafs jedes Maafs eine Drachme etc. im Werth 
steht." Auch steht der Hai häufig als Primitiv, wenn er eine 
wechselseitige Thätigkeit bezeichnet, vgl. verkaufe es bi'hu 
jadan bijadin, Hand um Hand, d. i. für baare Leistung; 
oder zur Vergleichung, vgl. karra zaidun asadan, d. i. 
gleichend dem Löwen, jadan und asadan sind Primitive, 
doch können sie als Hai stchn, da sie offenbar abgeleitete 
Begriffe erklärend darthnn. — Hieraus und aus dem Vorher- 
gehenden ist klar, dafs die Grammatiker lehren, dafs der 
Hill ein Uebertragenes , Abgeleitetes, d. h. dafs es überwie- 
gend auch wirklich dieses sei, doch dafs es dies nicht durch- 
aus sein müsse. 

„Wird der Häl der Erscheinung nach determinirt, so 
bedenke, dafs er indeterinirt dem Sinne nach stehe, wie z. B. 
Du allein strebe." 

Erkl. Die Lehrweise der grofsen Masse der Grammati- 
ker ist, dafs der Häl nur indeterminirt stehe, und dafs der 
Häl, welcher der äufseren Erscheinung nach determinirt steht, 
dem Sinne nach indeterminirt sei, vgl. „sie kamen alle sammt, 
gVü-l-g'ammä^a; er schickte sie zur Tränke arsalahä- 
1-Sräka, ig'tahid wahdaka strebe allein, kallamtuhu 
fähu ilä f ij ja, ich sprach ihn, seinen Mund an meinen 
Mund." Alle diese Accusative sind der Erscheinung nach 
determinirt, aber durch Indeterminirte zu erklären. Die 
Bagdädenser und Jünus meinen, dafs allgemein die Determi- 
nation des Häl ohne weitere Interpretation gestattet sei, sie 
erlauben g'ä^a zaidun ar-räkiba. Die Küf'enser machen 
einen Unterschied und sagen: schliefst der Häl die Bedeu- 
tung der Bedingung in sich, kann man ihn richtig als determi- 
nirt setzen; wo nicht, ist's nicht richtig. Ein Beispiel, in dem 
der Häl den Sinn der Bedingung umschliefst, wäre zaidun 
ar-rakiba ahsanu minhu-1-mäs'ija. Hier könnten die 
beiden Häl determinirt stehn, da sie durch die Bedingung 



al-ift!. 173 

sich erklären lassen = Zaid, wenn er reitet etc. Schliefst 
aber der Häl keine Bedingung ein, kann er nicht determinirt 
stehn, g'tVa zaidun ar-räkiba ist falsch, da es nicht gleich 
g'ä-'a zaidun in rakiba ist. 

„Ein indetenninirtes Masdar kommt als Hai häufig vor, 
wie „plötzlich (bagtatan) stand Zaid auf." 

Erkl. Es kommt dem Hai zu, ein Eigenschaftswort zu 
sein, d. i. er leitet auf eine innere Bestimmung und ihren 
Träger hin, wie kä'imun ein stehender. Dafs der Hai als 
Masdar vorkommt, ist gegen die ursprüngliche ßegel, da ein 
Masdar nicht den Träger mit bezeichnet. Doch "oft kommt 
ein Häl als indetenninirtes Masdar vor, wiewohl dies eigent- 
lich nicht normal ist, sondern dem ursprünglichen zuwider läuft. 
Im obigen Beispiel ist bagtatan gleichbedeutend mit bägi- 
tän. So ist die Lehrweise des Sibawaihi und der grofsen Masse. 
al-Ahfas' und al-Mubarrad dagegen behaupten, dafs bagtatan 
im Accusativ als Masdar stehe, und dafs das Regens daiin 
ein Weggenommenes sei, vgl. tala c a zaidun jabgatu bag- 
tatan. Bei ihnen ist jabgatu der Zustand, nicht bagtatan. 
Die Küfenser lehren, wie auch jene beiden, bagtatan stehe 
im Accusativ als Masdar, aber bei ihnen ist das in den Accusativ 
Setzende das erwähnte Yerbum, hier tala c a, da dies durch 
ein Verbum von dem Stamm des Masdar erklärt werden 
könne, tala c a bagtatan ist gleich bagata bagtatan. Sie 
erklären tala f a durch bagata und setzen dadurch bagta- 
tan in den Accusativ. 

„Das mit dem Häl Versehene steht gewöhnlich nicht 
indeterminirt, aufser wenn es nachsteht oder speciell hervorge- 
hoben wird, oder es nach einer Negation und dergleichen 
hervortritt, vgl. nicht soll sich überheben ein Mann gegen 
einen Mann leichtsinnig." 

Erkl. Das mit dem Häl Versehene steht regelrecht de- 
terminirt, meistens steht es nicht indeterminirt, aidser wenn 
ein Umstand sich vorfindet, der dies gestattet. Das ist 1) 
dafs der Häl dem Indeterminirten voraufgehe, vgl. fihä 
kä 5 imän rag'ulun. Hiex-her gehört der Vers, welchen Si- 
bawaihi anführt: 



1 7-1 Dor Zustand. 

Vgl. ..Am Körper ist bei mir, als ein deutliches, wenn 
du 68 erkennen wolltest, ein Dahinschwinden, und wenn du zum 
Zeugen riefst das Auge, bo würde es zeugen. 

Vgl. „Nicht tadelt ein mich Schmähender meine Seele 
als nine solche wie sie ist, und nie hat ein Tadler meiner Ar- 
inutli SO abgeholfen wie das, was meine Hand erworben hatte." 

2) Dafs die Indetcrmination durch ein Eigenschaftswort, 

oder (.ine Annexion speciell hervorgehoben wird. Eine spe- 
cielle Hervorhebung durch ein Eigenschaftswort, vgl. Kur. 
11. 3. „Und in ihr wird getrennt eine jede weise Angelegen- 
heit als eine von uns ausgehende." 

Vgl. „Oli Herr. Du rettetest den Noah und warst ihm 
gnädig, da er herumgetrieben wurde in einer das Meer durch- 
schneidenden Arche als einer gefüllten. Und er lebte, indem 
er seinem Volke deutliche Offenbarungsverse predigte, tau- 
send Jahre aufser fünfzig." 

Ein Beispiel, in dem die Indetermination durch die An- 
nexion speciell hervorgehoben wird, ist Kur. 41, 9. „In vier 
Tagen als gleichen (fi arba c atin ajjämin sawiVan), dies für die 
Fragendeu." 

3) Dafs die Indetermination nach einer Negation oder 
dergleichen, d. h. der Frage und der Prohibition, steht. Ein 
Beispiel nach einer Negation ist der Vers: 

Vgl. „Nicht ist bestimmt vor dem Tod ein Zufluchtsort als 
schützend und du siehst ihn nicht von einem zurückbleibend." 

Hierher gehört auch Kur. 15, 4. „Nicht haben wir eine 
Stadt vernichtet, aufser so, dafs sie ihre bestimmte Schrift 
hatte (mä ahlaknä min karjatin illä walahä kitäbun ma'lü- 
mun)." lahä kitäbun, ein Satz, steht an der Stelle des Hai 
von karjatin, da der II al der Indetermination stehn kann, 
weil die Negation voraufgeht. Es kann dieser Satz nicht 
eine Sifa von karjatin sein gegen Zamahs'ari, denn Wäw 
trennt nicht die Sifa von dem Mausüf, auch hindert illä 
daran, da man illä nicht zwischen die Sifa und das Mausüf 
setzen kann. Abü-1-IIasan al-Ahfas' hat in seinen Masä?il 
deutlich dargethan, dafs dies nicht angeht, so wie auch Abu 
c Ali al-Färisi in der Tadkira. 



al-Z/al. 175 

Ein Beispiel des Häl mit einem Indeterminirten, das der 
Frage folgt: 

Vgl. „O mein Freund, ist etwa ein Leben bestimmt als 
ein bleibendes, so dafs du für dich Entschuldigung fändest 
dafür in die Ferne zu hoffen?" 

Ein Beispiel des Häl von einer Indetermination nach 
der Prohibition hat Verf. schon erwähnt, vgl. den Vers des 
Katari Ibn al-Fug'ä^a. 

Vgl. „Nicht stütze sich einer auf die Flucht am Tage 
des Treffens, wenn er fürchtet (mutaljawwifän) den Tod." 

Der Häl kommt auch bei dem Indeterminirten vor, ohne 
die erwähnten Gestattungsgründe. Vgl. „Ich ging an einem 
Wasser vorüber so breit wie ein sitzender Mann"; ferner: 
„Er schuldet mir 100 an blanken Waffen (alaihi mPatun 
bidän)." Sibawaihi gestattet fihä rag'ulun kä^imän. In der 
Ueberlieferung heifst es vom Gesandten „er betete sitzend 
(kä c idän), und es beteten hinter ihm die Männer stehend 
(ldjämän)." 

„Man verwehrt bisweilen einen Häl, dem von einer 
Praeposition abhängenden, voraufzustellen; doch verbiete ich 
es nicht und bisweilen kommt es vor." 

Erkl. Die Lehrweise der grofsen Masse der Gramma- 
tiker ist, dafs es nicht erlaubt sei den Häl, dem Wort, zu 
dem es gehört, und das von einer Praeposition abhängt, 
voranzustellen, man sagt nicht marartu g'älisatan bihin- 
din. al-Färisi, Ibn Kaisän und Ibn Burhän erlauben dies. 
Diesen folgt Verf., weil man es bisweilen so hört. 

Vgl. „Wenn fürwahr die Frische des Wassers mir, wenn 
ich durste und schmachte, lieb ist, so ist sicherlich sie geliebt." 

Vgl. „Wenn Kameeischaaren erbeutet werden und Wei- 
ber, so werdet ihr fürwahr euch nicht entfernen ohne die 
Tödtung Hibäls zu rächen." 

Die Voraufstellung des Häl vor dem, dem es angehört, 
ist erlaubt, wenn dasselbe im Nominativ oder Accusativ steht, 
vgl. g'ä 5 a dähikän zaidun, darabtu mug'arradatan 
hindän. 



17(5 Der Zustand. 

„Erlaube nicht einen Hol von dem Mudäf ilaihi, aufser 

wenn das Mudaf eine luction auf den II AI verlangt, oder 
dasselbe entweder ein Theil seines Mudäf ilaihi ist, oder wie 
ein Theil desselben, und nicht geh fehl." 

Krkl. Es ist nicht erlaubt, dafs ein Hai von dem Mu- 
dät ilaihi vorkommt außer, wenn das Mudäf zu den Wort- 
klassen gehört, die eine lveetion auf das 1 läl richtigenveise 
haben, wie z. B. das Participium act., oder das Masdar und 
ähnliehe Wortgattungen, die den Sinn des Verbum cinschliefsen, 
vgl. hadä däribu liindin mug'arradatan, a'g'abani ki- 
jamu zaidin musri'än, vgl. Kur. 10, 4. „Zu ihm geht eure 
Rückkehr insgesammt (ilaihi margYukum g'anü'an)." 

Vgl. „Es spricht meine Tochter, fürwahr dafs du weg- 
gehst allein heut zum Kampf, läfst mich als eine Vaterlose 
zurück." 

So ist auch der Hai von dem Mudäf ilaihi erlaubt, wenn 
das Mudäf ein Theil von dem Mudaf ilaihi ist, oder wie ein 
Theil desselben darin , dafs man durch das Mudaf ilaihi das 
Mudaf richtigerweise entbehren kann. Ein Beispiel, in dem 
das Mudaf ein Theil des Mudaf ilaihi ist, vgl. Kur. 15, 47. 
„Wir rissen aus, was in ihren Herzen von Hafs Avar, da sie 
Brüder sind, naza'na mä fi sudürihim min gillin ih- 
wänän". i^wänan ist Hai von hum, dem Mudaf ilaihi in 
sudürihim, da das Mudäf sudürun ein Theil von hum ist. 
Ein Beispiel, in dem das Mudaf wie ein Theil vom Mudäf 
ilaihi darin ist, dafs das Mudäf durch das Mudäf ilaihi, ent- 
behrt werden kann, vgl. Kur. 16, 124. „Darauf offenbarten 
wir dir: folge der Religion des Abraham als eines wahrhaft 
Frommen (ittabi ( millata ibrahima hanifän)". hanifän ist 
Häl von ibrahima und millata ist wie ein Theil von ibra- 
hima, da man es durch dasselbe entbehren kann. Ist aber 
das Mudäf nicht der Art, dafs es richtigerweise auf den Häl 
Rection ausübt, ist es ferner weder ein Theil, noch gleich- 
sam ein Theil von seinem Mudäf ilaihi, darf man nicht den 
Häl davon setzen. Man sagt nicht g'ä-'a gulämu hindin 
dähikatan entgegen der Ansicht von al-Färisi. Verf. sagt, 
dafs diese Form einstimmig verboten sei, doch ist das nicht 
richtig, da die Lehrweise von al-Färisi es erlaubt ; so überliefert 



von ihm der S'arif Abü-s-Sa c ädät Ibnu-s'-S'ag'ari in seinen 
Dictaten. 

„Wird ein Hai durch ein flectirbares Verbum oder ein 
demselben ähnelndes Eigenschaftswort in den Accusativ ge- 
setzt, so kann man ihn voranstellen; vgl. „als ein eilender 
ist dieser Reisende", und „als ein aufrichtig dienender rief 
Zaid Gott an". 

Erkl. Der Hai kann vor das ihn in den Accusativ 
Setzende treten, wenn dies ein flectirbares Verbum ist oder 
ein Eigenschaftswort, welches dem flectirbaren Verbum gleicht, 
d. i. welches den Sinn des Verbum und die Buchstaben 
desselben vollständig hat, und ferner das Femininum, den 
Dual und den Plural annimmt, wie das Participium act. und 
pass. und das ähnelnde Eigenschaftswort ; vgl. zur Voranstellung 
des Hai vor ein flectirbares Verbum muhlisan zaidun 
da c ä, und zur Voranstellung des Häl vor ein ähnelndes Ad- 
jeetivum musri c än da rähilun. Setzt aber ein unflectirba- 
res Verbum den Häl in den Accusativ, darf man denselben 
nicht voranstellen, vgl. mä ahsana zaidän dähikän. Ueber 
das Verbum admirandi kann man nicht disponiren, folglich 
auch nicht über das Regime desselben; dasselbe gilt, wenn 
ein dem flectirbaren Verbum nicht gleichendes Eigenschaftswort 
den Häl in den Accusativ setzt wie die Comparativform 
af c alu, vgl. zaidun ahsanu min f amrin dähikän. Hier 
darf der Häl nicht vortreten, denn afcalu tritt weder als 
Dual, noch als Plural, noch als Femininum auf. Man kann 
über seine Formen nicht frei verfügen, also auch nicht über 
sein Regime. 

„Ein Regens, das zw r ar vollständig den Sinn des Ver- v . 345. 
bum, aber nicht seine äufsere Form hat, regiert nicht, Avenn 
es nachgestellt ist, wie tilka, laita und ka^anna; selten 
kommen Fälle vor, wie Sa c id als ein verweilender in Hag'ar." 

Erkl. Man darf den Häl nicht setzen vor sein Sin- 
nes -Regens, d. i. dasjenige, was zwar vollständig den Sinn 
des Verbum, doch nicht seine äufsere Form hat, wie die 
Nomina demonstrativa, die Partikeln des Wunsches, der Ver- 
gleichung, das Zarf oder G'ärr wa Mag'rür. — Vgl. tilka 
hindun mug'arradatan etc., zaidun fi-d-dari, oder c in- 

12 



178 Dei Zustand. 

d:ika ka'imän. — Der Hai kann hier nicht vor sein Sin- 
nes-Regens treten. Nur bisweilen geht der II a l meinem Re- 
gens voran, wenn dieses ein Zarf oder CiYirr \\a Mag'rur ist, 
vgl. zaidun ka'imän 'indaka, sa'idun mustakirrän fi 
hag'arin, und Kur. 30, 67. „Und die Himmel als zusam- 
mengerollte sind in seiner Rechten (nach der Lesart mat- 
wijjfttin)." al-Aljfas' erlaubt dies als regelrecht. 

..Fülle wie: „Zaid allein ist brauchbarer als ( Amr mit 
Hülfe", sind gebilligt als etwas, das nicht schwach begrün- 
det ist." 

Erkl. Wie voraufgeht, hat die Comparativ-Form af c alu 
keine Reetionskraft auf einen voraufgestellten Häl. Hiervon 
wird dieser Fall ausgenommen, d. i. wenn etwas vor sich 
selbst in einem Zustand ausgezeichnet wird, oder vor etwas 
anderem in einem anderen Zustand, denn dann regiert es 
zwei Zustände, den einen, der ihm vorangestellt ist und 
den anderen, der ihm nachgestellt wird, vgl. zaidun kä 5 i- 
män ahsanu min hu ktVidän und zaidun mufradän 
anfa r u min ( amrin mu c änän. — So ist die Lehrweise der 
Gesammtheit. as-Sairäfi meint, es seien beides Habar, durch 
ein weggenommenes käna in den Accusativ gestellt, und es sei 
weder die Voraufstellung dieser beiden Häl vor die Com- 
parativform noch ihre Nachstellung erlaubt. 

„Bisweilen kommt der Hai als eine Mehrzahl vor so- 
wohl für einen Einzelbegriff als für das, was kein Einzelbegriff 
ist; merke das." 

Erkl. Es ist die Mehrzahl des Häl erlaubt, sei es, dafs 
das, zu dem er tritt, ein Einzelbegriff ist oder in der Mehr- 
zahl steht, vgl. a. g'ä'a zaidun räkibän dähikän. Beide 
Accusative sind Häl zu zaidun, ihr Regens ist g'ä 3 a. 
b. lakitu hindän mus ( idän munhadiratan. mus c idän 
ist Häl von Tä in lakitu und munhadiratan Häl von 
hindun, das Regens für beide ist lakitu. 

Vgl. „Es fand mein Sohn als ein fürchtender seine 
beiden Brüder als zwei ihm helfende, so dafs sie Beute er- 
reichten." 

Wenn der Sinn klar ist, wird jeder Häl auf das, wozu 
er pafst, bezogen; ist aber der Sinn nicht klar, wird der erste 



al-//äl. 179 

der beiden Hill zum zweiten Nomen und der zweite von ihnen 
zum ersten Nomen gesetzt. In lakitu zaid an mus'idfin 
munhadiran, ich fand herabsteigend den Zaid aufsteigend, 
ist mus ( idän Hai von zaidan und munhadiran Häl zum 
Ta in lakitu. 

„Das Regens des Hai wird bisweilen durch denselben 
bestätigt, vgl. „nicht sollst du schaden auf der Erde als Ver- 
derbender (lä ta'ta fi-1-ardi mufsidän)." 

Erkl. Der Häl zerfällt in den bestätigenden und nicht 
bestätigenden. Der bestätigende zerfällt wieder in zwei Theile, 
wovon den ersten Theil, d. i. den Häl, der sein Regens be- 
stätigt, der Verf. in diesem Vers behandelt. Ein solcher ist 
jedes Eigenschaftswort, welches auf den Sinn seines Regens 
hinfuhrt und von ihm entweder dem Worte nach verschieden 
ist, das ist das häufigere; oder mit ihm dem Worte nach 
zusammenstimmt, und dies ist das seltenere. Als ein Beispiel, 
vom ersten Fall diene das im Textvers gegebene Beispiel 
wie auch Kur. 9, 25. „darauf wendetet ihr euch zurückgehend." 
Als Beispiel vom zweiten vgl. wa'arsalnäka lin-näsi ra- 
sülän, „wir haben dich gesandt zu den Menschen als Ge- 
sandten." Vgl. Kur. 16, 12. „Und er unterwarf euch zu Dienst 
die Nacht und den Tag und die Sonne, Mond und Sterne als 
zum Dienst bestimmte (musahharätin) durch seinen Befehl." 

„Bestätigt der Häl einen Satz, so ist ein verschwiegenes 
Pronomen, dessen äufsere Form nachgestellt wird, sein Regens." 

Erkl. Dies ist der zweite Theil des bestätigenden Häl, 
nämlich der den Inhalt eines ganzen Satzes bestätigende. 
Der Satz mufs ein Nominal-Satz sein, dessen beide Bestand- 
teile primitive determinirte Worte sind, vgl. zaidun ahuka 
( atüfän wa 5 anä zaidun ma c rüfän. „Zaid dein Bruder als 
wohlgeneigter und ich bin Zaid als ein bekannter." 

Vgl. „Ich bin ein Sohn der Dära als ein bekannter 
(ma c rüfän == uhakku ma c rüfän), in ihr ist mein Geschlecht, 
und bezeugts Menschen! ist in Dära etwas von Schmach?" 

Dieser Häl kann nicht vor jenen Satz treten, auch nicht 
in die Mitte zwischen Mubtada 5 und Habar. 

12* 



350. 



[30 Dot Zustand. 

„An die Stelle des lifil kann »'in Satz treten, vgl. „es 
kam Zaid und (er war) beabsichtigend eine Reise." 

Erkl. Ursprünglich ist beim Hai, dem Hitbar, und der Sifa 
der Einzelbegriff, doch tritt ein Satz an die Stelle des Hai 
■wir auch an die des Ilabar und der Sifa. Nbthwendig ist 
dabei »in Verbindendes, welches beim Hai-Satz entweder ein 
Pronomen ist. vgl. g'&'a zaidun jaduhu c ala ra'sihi, oder 
ein Wäw, welches ein Waw des Häl, oder Wäw des Anfangs 
(lbtidä') genannt wird. Ein Kennzeichen dieses Wäw ist, dafs 
id an Beine Stelle richtigerweise treten kann, vgl. g , a > a zai- 
dun wa ( amrun kä'imun. oder das Pronomen und Wäw 
zusammen g'a?a zaidun wahuwa näwin rihlatan. 

„Der Hai-Satz , welcher einen Neusatz bildet und durch 
ein bejahendes Imperfectum ausgedrückt ist, nmfalst ein Pro- 
nomen, ist aber frei vom Waw. Bei dem Hai- Satz mit ei- 
nem Wäw supponire nach demselben ein Mubtada 3 und setze 
das Impcrfcctuin als ein an dasselbe Anncctirtcs." 

„Erkl. Der Satz, welcher als Hill vorkommt, liifst sich, 
wenn er durch ein bejahendes Imperfectum eingeleitet wird, 
nicht durch das Wäw verbinden, sondern er wird nur durch 
das Pronomen verbunden, vgl. gä 5 a zaidun jadhaku; und 
„es kam 'Ann-, es wurden vor ihm die Handpferde geführt." 
Wäw darf hier nicht vor den Häl-Satz treten. Kommt im 
Arabischen etwas vor, das scheinbar sich so verhält, wird es 
so interpretirt, dafs das Mubtada 3 nachdem Wäw verschwie- 
gen und das Imperfectum ein llabar von diesem Mubtada 3 
sei, vgl. kumtu wa'asukku 'ainahu = wa^anä asukku. 

Vgl. „Als ich fürchtete ihre Klauen, entfloh ich, während 
ich den Mälik ihnen zum Pfände liefs." 

„Der Häl-Satz steht, den vorhergehenden ausgenommen, 
mit Wäw oder einem Pronomen, oder mit beiden." 

Erkl. Der liäl-Satz ist entweder ein Nominal- oder Ver- 
balsatz und das Verbum steht entweder im Imperfectum oder 
Perfectum. Jeder von ihnen, der Nominal- und der Verbal- 
satz, ist ein positiver, oder negativer. Wie voraufgeht, be- 
gleitet Wäw nicht den Satz, der durch ein positives Imper- 
fectum eingeleitet wird, sondern er wird nur durch ein 



al-//al. lgl 

Prononmen angeheftet. In diesem Vers erwähnt Verf., dafs, 
jenen Fall ausgenommen, der Iläl-Satz durch Wäw allein, 
oder durch das Pronomen allein, oder durch beide kann an- 
geheftet werden. Diese Regel umfaßt a. den Xominal-Satz 
und b. den Verbal -Satz, sei er bejahend oder verneinend. 
Das Imperfectum kann nur verneinend, das Perfectum hin- 
gegen bejahend und verneinend sein. Vgl. die Beispiele 
g'ä'a zaidun waSxmrun kä'innin etc. Auch umfafst diese 
Regel das durch lä negirte Imperfectum, vgl. g'ä\i zaidun 
walä jadribu c amrän mit dem Wäw. Verf. erwähnt in 
einem anderen Buch, dafs man dies Imperfectum nicht durch 
das Wäw verbinden dürfe, wie das bejahende Imperfectum 
und dafs das, was scheinbar so vorkomme, durch die Ver- 
schweigung eines Mubtada 5 erklärt werden müsse, wie nach 
der Lesart des Ibn Dakwan die Stelle: Stehet beide auf 
und nicht werdet ihr folgen fastakimä walä tattabi c äni. 

„Bisweilen wird das weggenommen, was auf den Iläl v. s: 
einwirkt, einen Theil von dem Weggelassenen zu erwähnen, ist 
verwehrt." 

Erkl. Das Regens des Iläl wird erlaubter- und not- 
wendigerweise weggenommen. Erlaubterweise wird es z. B. 
weggelassen bei der Frage kaifa g'Pta? Antwort: räkibän 
sc. g'Ptu. So, wenn einer sagt, du bist nicht gereist (lam tasir) 
und der andere antwortet, balä musri c än ja eilend sc. sirtu; 
vgl. Kur. 75, 4. „Rechnen die Menschen, dafs wir fürwahr 
nicht sammeln werden ihre Knochen, ja mächtig sind wir, 
dafs wir gleich machen ihre Finger rest., ja wir wer- 
den sie sammeln als mächtige." Ein Beispiel, wo das Regens 
des Hai nothwendig weggenommen werden mufs , ist, 
zaidun ahüka c atüfän, Zaid ist dein Bruder als ein wohl- 
geneigter, und dergleichen Fälle, in denen der Iläl den In- 
halt eines Satzes bestätigt, wie dies schon vorher behandelt 
ist. So ist es auch beim Iläl, der die Stelle des Habar ver- 
tritt, vgl.-darabtu zaid an kä'iinän rest. idä käna kä'i- 
män. Beim Capitel über das Mubtada\ vgl. pag. 65, ging die 
Erörterung hiervon schon vorauf. Ein Fall, wo das Regens des 
Iläl nothwendig wegfällt, ist: as'taraitu bidirhamin u a- 
sä'idän, oder „ich habe als Almosen gespendet einen Dinar 



!>;_> nie Speeifieirong. 

und weniger reat. dahaba**t-tamanu siVidan, oder „das 
( faspendete war niedriger." 



XXVII. Die Specificiruiig. 

(at-Tanijiz). 

„Ein Nomen in der Bedeutung von „min von", das ein 
indeterminirtes Wort erklärt, wird in den Accusativ gesi-zt 
als Tamjiz, regiert von dem Wort, welches es eben erklärt 
hat, vgl. eine Spanne (von) Land, ein Maafs (von) Weizen, 
zwei Pfund (von) Honig, oder (von) Datteln." 

Erkl. Tamjiz wird genannt „erklärend", und „Erklä- 
rung", oder „darthuend" und „Darthuung", oder „speeifiei- 
rend" und „Spccificirung". Ein Tamjiz ist jedes indetermi- 
nirtc Wort, das die Bedeutung von min umsehliefst und zur 
Erklärung der ihm voraufgegangenen Gcsammtbestimmung 
dient, vgl. täba zaidun nafsän. Diese Definition schliefst 
durch die Bestimmung „das die Bedeutung von min um- 
schliefst" den Iläl aus, der den Sinn von fi einschliefst, und 
die zweite Bestimmung „zur Erklärung der ihm voraufge- 
henden Gesammtbcstimmung" schliefst das aus, was die Be- 
deutung von min zwar hat, in dem aber keine Erklärung zu 
dem Voraufgehenden enthalten ist, wie z. B. das Nomen des 
1 ä , das zur Verneinung der Gattung dient. 

Der Ausdruck: „Zur Erklärung der ihm voraufgehenden 
Gcsammtbestimmung" umfafst ZAvei Gattungen des Tamjiz. 
1) Das die Gcsammtbestimmung des Wesens einer Substanz 
Erklärende, dies ist das, welches nach den Maafsen steht, 
d. h. nach dem Abgemessenen (lahu s'ibrun ardän), oder dem 
Gemessenen (lahu kafizun burrän), oder dem Gewogenen (lahu 
manawäni c asalän), oder dem Gezählten (Sndi is'riina dirha- 
män). Dieses Tamjiz steht im Accusativ durch das, was 
es erklärt. 

2) Das Tamjiz, welches den Gesammtbegriff der Bezie- 
hung erklärt, ist dasjenige, welches ausgesprochen wird zur 
Erklärung des Fä ( il oder des Maful, woran das Regens 
sich hängt, vgl. täba zaidun nafsän; is'ta'ala-r-ra'eu 



at-Tarnji*. 183 

s'aibän, „es schimmerte das Haupt an grauem Haar; ich 
bepflanzte die Erde mit Bäumen (s'agai-än); wir liefsen die 
Erde fliefsen an Quellen ( c ujünän)." Im ersten Beispiel ist 
nafsän ein vom Fä c il entlehntes Tamjiz, im dritten ist s'ag'a- 
rän ein vom Maf c ül entlehntes Tamjiz. Es erklärt nafsän 
das Fä c il, woran das Verbum sich hängt und s'ag'arän er- 
klärt das Maisöl, woran das Verbum sich hängt. Das in 
dieser Gattung das Tamjiz in den Accusativ Setzende ist 
das voraufgehende Regens. 

„Nach diesen und den ihnen ähnlichen Fällen setze das 
Tamjiz in den Genitiv, wenn man es in Annexion stellt, vgl. ein 
Maafs Weizen als Nahrung. Der Accusativ ist nach dem 
Annectirten nothwendig, wenn der Fall ist, wie z. B. die 
Fülle der Erde an Gold." 

Verf. deutet hier auf das hin, was er vorher von dem 
Gemessenen erwähnt hat. Das sind die Bestimmungen einer 
Ausdehnung, eines Raummaafses, oder eines Gewichtes. Der 
Genitiv des Tamjiz ist nach diesen durch die Annexion mög- 
lich, wenn nicht die Maafsbestimmungen an etwas anderes 
annectirt werden, vgl. f indi s'ibru ardin. Wird aber die 
Maafsbestimmung an etwas anderes als das Tamjiz annectirt, 
ist der Accusativ des Tamjiz nothwendig. Vgl. „Nicht ist 
am Himmel das Maafs einer flachen Hand von Wolke, ka- 
dru rähatin sah ab an." Ferner Kur. 3, 85. „Fürwahr nicht 
wird angenommen von Einem von ihnen die Fülle der Erde 
an Gold." 

Das Tamjiz der Zahl wird im Capitel von den Zahlen 
behandelt werden. 

„Durch die Comparativform af'.alu steht meist das dem 
Sinne nach Fä c il Seiende im Accusativ, vgl. du bist höher 
an Wohnsitz." 

Erkl. Das Tamjiz, welches nach der Comparativform 
af ( alu steht, mufs in den Accusativ gestellt werden, wenn 
es dem Sinne nach Fä'il ist; ist's aber nicht so, so steht das 
Tamjiz im Genitiv durch die Annexion. Das Kennzeichen, 
dafs etwas dem Sinne nach Fä ( il ist, ist dafs man es richti- 
gerweise als Fä c il setzen kann, nachdem man die Compara- 
tivform als Verbum gesetzt hat. Im obigen Beispiel anta 



134 ' lio Spodflcirimg. 

all manzilän kann man sagen anta l ala manziluka. Ein 
Beispiel, in dem das Tamjiz nicht dem Sinne nach FiVil ist, 
wäre zaidun aTalu vag'ulin. liier ist der Genitiv des 
Tamjiz durch die- Annexion DOthwendig, wenn nicht die Form 
afalu an etwas anderes als das Tamjiz annectirt wird, denn 
dann wird es in den Accusativ gesetzt, vgl. anta ai'dalu- 
n-näsi rag'ulän. 

„Nach allem, die Bewunderung ausdrückenden, setze das 
Tamjiz, vgl. wie edel ist Abu Bakr als Vater (akrim hi'abi 
bakrin abän). a 

Erkl. Das Tamjiz steht nach jedem, das die Verwunde- 
rang bezeichnet, vgl. „Göttlich ist deine Leistung als Ge- 
lehrter; Zaid genüge dir als Mann; in ihm ist Genüge als 
Wisser; o meine Gattin! was bist du für eine Gattin." 

„Setze in den Genitiv durch min, wenn du willst, jedes 
Tamjiz, aufser das mit einer Zahl stehende und das dem 
Sinne nach Fä'il seiende, vgl. „sei gefällig an Seele tib 
nafsän, so wird dir Nutzen gewährt." 

Erkl. Das Tamjiz kann durch min in den Genitiv tre- 
ten, wenn es nicht Fä c il dem Sinne nach, und nicht Tamjiz 
einer Zald ist; man sagt weder täba zaidun min nafsin, 
noch c indt c is'rüna min dirhamin. 

„Das Regens des Tamjiz steht ganz allgemein voran, 
doch das Vcrbum mit der Flexion geht ihm selten voraus." 

Erkl. Die Lehrweise des Sibawaihi ist, dafs die Vor- 
aufstellung des Tamjiz vor sein llegens nicht möglich sei, 
gleichviel, ob dasselbe ein flectirbarcs ist oder nicht. al-Kisä?i, 
al-Mftzini und al-Mubarrad erlauben die Voranstellung des 
Tamjiz vor sein flectirbarcs Regens, man sagt nafsan täba 
zaidun. 

Vgl. „Wie, es trennt sich Salmä durch den Weggang 
von ihrem Geliebten, während sie doch an Seele der Tren- 
nung nicht hold war." 

Vgl. „Ich habe aufgegeben meine Geistesruhe wegen 
der Ferne der Hoffnung, und nicht bin ich abgeschreckt von 
den Lüsten, da doch mein Haupt schon schimmert vor 
Alter." 



at-Tamji/.. 185 

Verf. stimmt den Genannten in anderen Büchern bei, 
setzt dies aber hier als einen seltenen Fall. Ist das Regens 
nnflectirbar, verwehrt man die Voraufstellung desTamjiz, gleich- 
viel, ob jenes ein Verbnm oder etwas anderes ist. Bisweilen ist 
auch das Regens flectirbar, aber die Voranstellung wird nach 
Allen verwehrt, vgl. kafa bizaidin rag'ulän, hier kann 
man rag'ulän nicht vor kafa stellen, wiewohl es ein fiectir- 
barcs Verbum ist; denn es steht im Sinne eines unttectirbaren, 
nämlich im Sinne des Verbum admirandi. 



XXVIII. Die Partikeln des Genitiv. — Praepositionen. 

(Aurüfu-l- g'a r r i ). 

„Dies sind die Partikeln des Genitiv, nämlich min, ilä, 
hattä, halä, häs'ä, c adä, fi, f an, f ala, mud, mundu, 
rubba, li, kai, Ava, ta, ka, bi, la c alla, mata." 

Erkl. Alle diese 20 Partikeln sind speciell dem Nomen 
zugetheilt und regieren den Genitiv. Ueber halä, häs'ä und 
( adä haben wir schon bei dem Abschnitt über die Ausnahme, 
pag. 169, gehandelt. Selten erwähnt man kai, la c alla und 
mata unter den Praepositionen. 

kai ist Praeposition an zwei Stellen: 1) wenn es vor 
das raä der Frage tritt, vgl. kaimah gleich. Das mä der 
Frage steht durch kai im Genitiv. Das Auf fällt wegen des 
Vortritts der Praeposition weg, und man setzt das Ha der 
Pause. — 2) Im Beispiel g'i'tu kai ukrima zaidan 
ist ukrima ein Verbum Imperfectum , es steht im Accusativ 
durch an, das nach kai verschwiegen ist. an und das Ver- 
bum sind durch ein Masdar restituirt, das von kai abhängt, 
die restitutio wäre, g'Ptu kai ikrämi zaidin gleich lPi- 
kraini. 

Der Genitiv durch la f alla ist eine Sprachform der 'Ukailiten. 

Vgl. „Vielleicht ist Abü-1-Migwär ein dir nah Verwand- 
ter (la ( alla abi-1-migwäri)." 

Vgl. „\ iclleicht hat Gott euch ausgezeichnet vor uns in et- 
was, fürwahr eure Mutter hatte einen zerrissenen Geschlechtstheil." 



186 Dk Partikeln des Genitiv. 

la'alla ist eine pleonastische Praeposition, die vor das 
Mubtada? tritt, wie l>i in bihasbika. Nach dem Sprachge- 
brauch dei Tkailitcn setzt man auf das letzte Läm Fath 
und Kasr, auch wird der Wegfall des ersten Läm berichtet, 
man sagt 'alla und ( alli. 

in atä wird von den Iludailitcn als Praeposition gebraucht. 

Vgl. „Er ließ sie hervorgehn aus seinem Aermel mata 
kummihi." 

Vgl. „(Die Wolken) tränkten sich mit Mccrwasscr, dar- 
auf breiteten sie sich aus von den grünen Mccrwogen als 
zischende, brausende." 

Verf. behandelt später die übrigen von den zwanzig Par- 
tikeln. 

laulä zählt Verf. in diesem Buch nicht zu den Prac- 
positionen, doch erwähnt er es in anderen. Sibawaihi 
läfst laulä zu den Pracpositionen gehören, doch regiert es 
nur Pronomina, vgl. lauläja etc. Das Ja, Käf, IIa ist nach 
Sibawaihi durch lau in den Genitiv gestellt. al-Ahfas 3 meint, 
dafs es an der Stelle des Nominativ als Mubtada 5 stehe und 
das Pronomen des Genitiv stehe an der Stelle des Nominativ- 
Pronomen; lau habe keine Rection auf dasselbe, wie es auch 
nicht auf ein sichtbares Nomen Rection hat, vgl. laulä zai- 
dun la'ataituka. al-Mubarrad meint, dafs die Zusammen- 
setzung lauläka etc. nicht im Arabischen vorkomme, doch 
ist er dadurch widerlegt, dafs es wirklich vorkommt. 

Vgl. „Machst du gierig auf uns die, welche unser Blut 
vergiefsen, aufser dir (lauläka) zeigt sich für unsere Achtung 
kein Hasan." 

Vgl. „Auf wie viele Wahlstätten wärst du gestürzt, 
war ich nicht gewesen (lauläja), so wie durch seine Masse 
herabstürzt, das von der Spitze des Berges herabsinkende." 

„Thcile bestimmt dem sichtbaren Nomen zu: mud, mundu, 
liattä, ka, wa, rubba und ta. Gieb die spccielle Be- 
deutung der Zeit dem mud und mundu und dem rubba 
mit indeterminirten Begriffen, das ta gebrauche nur bei al- 
lahu und rabbu. Was man überliefert von Fällen wie 
rubbahu fatä (wie mancher Mann) ist selten, so kommt 
auch kahä und dergleichen vor." 



/airüfu-1-g'arri 187 

Erkl. Zu den Praepositionen, welche nur sichtbare No- 
mina regieren, gehören die sieben, welche im ersten Verse 
erwähnt sind, man sagt weder mud hu noch in un du hu, das 
gilt auch von den übrigen, mud und mundu setzen von 
dem sichtbaren Nomen nur das Nomen der Zeit in den Ge- 
nitiv. Ist die Zeit eine gegenwärtige, so ist mud gleich fi, 
vgl. „ich habe ihn gesehn an unserem Tage, heute (mud 
jauminä)." Ist die Zeit eine vergangene, hat mud die Be- 
deutung von min. Vgl. „Nicht habe ich ihn gesehn seit dem 
Freitag", clas wird Verf. am Ende des Capitels weiter erwäh- 
nen. Ueber das von hattä Abhängige werden wir handeln, 
wenn Verf. es erwähnt, abnormer Weise nur regiert hattä 
ein Pronomen. 

Vgl. „Und nicht bei Gott finden die Menschen einen 
Mann bis auf Dich (hattäka) o Sohn des Abu Zijäd." 

Doch ist dies nicht als Norm hinzustellen, wenn es auch 
Einige meinen. Der Sprachgebrauch der Hudailiten setzt an 
die Stelle des Ha ein ( Ain. Ibn Mas f üd liest Kur. 23, 25.: 
„sie erwarteten es bis zu einer bestimmten Zeit ( c attä hinin)." 

Das Wäw wird nur gebraucht beim Schwüre, so auch 
Tä; doch darf man das Verbum des Schwures nicht mit er- 
wähnen. Das Tä regiert nur das Wort all ah u, auch hört 
man den Gebrauch desselben mit rabbu, wenn dies an al- 
ka c batu annectirt ist, vgl. tarabbi-1- ka c bati. Oft hört 
man auch tar-rahmäni. al-Haffäf erwähnt auch bei der Er- 
klärung des Buches, dafs man sage tahajätika, doch dies 
ist befremdend. 

rubba regiert nur Indeterminirtes , bisweilen kommt es 
abnormer Weise mit dem Pronomen der dritten Person vor. 

Vgl. „Einem Schwachen habe ich rasch den Bruch sei- 
ner Knochen geheilt und oft habe (rubbahu) ich ihn, den 
zum Verderben bestimmten, von seinem Untergang gerettet." 

ka steht ebenfalls selten mit dem Pronomen. 

Vgl. „(Der wilde Esel) liefs hinter sich Dinäbät zur 
Linken in der Nähe, und den weithingebreiteten Berg eben 
so nah (kaha) oder näher." 



188 Die Partikeln des Genitiv. 

Vgl. »Du siehst keinen Gatten wie ihn (den wilden 
Esel) und keine Gattin wie sie (die Eselstuten) kahunna: 
aufser einen sie streng beherrschenden." 

So ist der Sinn des Verses, dafs rubba und ka selten 
mit einem Pronomen gebraucht werden. 

„Durch min hebe als einzeln hervor, thue klar die nä- 
here Bestimmung dar, ferner bezeichne damit bei räumliehen 
Verhältnissen den Ausgangspunct; bisweilen kommt es auch 
vor, um den Ausgangspunct von zeitlichen Verhältnissen zu 
bezeichnen. Pleonastisch steht es bei einer Negation und 
dem ähnlichen, es setzt in den Genitiv ein indeterminirtes 
"Wort. Vgl. „Nicht giebt's für einen Ungerechten eine 
Ausflucht." 

Erkl. Min zur Hervorhebung eines einzelnen (lit-tab- 
f idi), vgl. „ich nahm von den Dirhem", so wie Kur. 2, 7. 
„Von den Menschen giebts welche, die sagen wir glauben 
an Gott." Die Gattung bezeichnet min näher (libajani-1- 
g'insi) Kur. 22, 31. „Verabscheut den Schmutz", d. h. 
Götzen. — Den örtlichen Anfangspunct (li^ibtidiVi-l-gajati) 
bezeichnet es in Kur. 17, 1. „Preis dem, der seinen Diener 
reisen läfst bei Nacht von der Moschee al-Haräm zur Mo- 
schee al- c Aksa." Ein Beispiel, in dem es den zeitlichen An- 
fangspunct bezeichnet, vgl. Kur. 9, 109. „Fürwahr eine Mo- 
schee, die gegründet wurde auf Gottesfurcht vorn ersten 
Tage an, ist würdiger, dafs du darin stehst." 

Vgl. „Sie wurden auserwählt von der Zeit des Schlacht- 
tages bei Halima bis heute, wo sie gemacht alle Erfahrungen." 

Ein Beispiel des pleonastischen (az-ziVidatu) wäre mä 
gWani min ahadin. Bei der grofsen Masse der Basrcnser 
steht min nur unter zwei Bedingungen pleonastisch: 1) dafs 
durch dasselbe ein indeterminirtes Wort im Genitiv stehe; 
2) dafs ihm eine Negation oder etwas dem ähnliches, d. i. 
eine Prohibition, oder eine Frage voraufgehe. Es steht nicht 
pleonastisch bei einer Affirmation, auch setzt es nicht ein 
detcrniinirtos Wort in den Genitiv. Man sagt nicht g'iVani 
min ahadin entgegengesetzt der Meinung des al-Ahfas', der 
die Kuranstelle 46, 30.: „er wird euch vergeben eure Sün- 
den" hierher rechnet. Die Küfenser erlauben auch in aflir- 



Aurftfa-I-g'ani. 1 89 

mativcn Sätzen min plconastisch zu setzen, doch unter der 
Bedingung, dafs der abhängige Genitiv indeterminirt sei, man 
kann nach ihnen sagen kad kana min matarin. 

.,Das Ende zu bezeichnen dient hattä, li, und ilä. Eine 
Stellvertretung zeigen min und bi an." 

Erkl. Das Ende des Ziels (intilnVu-1-gajati) wird durch 
ila, hattä und li bezeichnet. Das Ursprüngliche von die- 
sen dreien ist ila, deshalb setzt es sowohl das äufserste Ziel, 
als auch ein anderes in den Genitiv. Vgl. „Ich ging gestern bis 
zum Ende der Nacht, oder bis zur Hälfte (ila nisfihi). hattä 
hingegen setzt nur das äufserste Ziel, oder das damit Ver- 
bundene in den Genitiv, vgl. Kur. 97, 5. „Heil ihr bis zum 
Anfang der Morgenröthe." Man könnte nicht (hattä nisfi) sa- 
gen. Der Gebrauch von li zur Bezeichnung des Endes ist 
selten, vgl. Kur. 35, 14. „Jedes von beiden läuft bis zur 
bestimmten Schicksalstunde." 

min und bi haben den Sinn von „an der Stelle von": 
vgl. Kur. 9, 38. „Seit ihr etwa zufrieden mit der gegen- 
wärtigen Welt anstatt der zukünftigen", femer 43, 60. „Wenn 
wir gewollt, hätten wir anstatt eurer Engel gesetzt auf die 
Erde, welche auf einander folgen." 

Vgl. „Ein Mädchen, welches nicht gegessen weich be- 
reitetes und nicht anstatt des Gemüses die Melone geko- 
stet hat." 

bi im Sinne von „anstatt badala" kommt in der Ueber- 
lieferung vor: „Nicht erfreuen mich statt ihrer die rothen 
Kameele." 

Vgl. „Hätte ich doch statt ihrer ein Volk, das, wenn 
es aufsitzt, zerstreut angreift zu Rofs und zu Kameel." 

„li wird gebraucht den Besitz oder dem ähnliches zu 
bezeichnen, ebenso wird es, um transitiv zu machen und die 
Ursache zu bezeichnen, nach classischem Gebrauch angewandt. 
Ferner steht es pleonastisch. Die Zeit- und Ortsbestimmungen 
suche durch bi und fi auszudrücken, nur bisAveilen be- 
zeichnen die zwei letzteren die Ursache." 

Erkl. Oben ist erwähnt, dafs li das Ende bezeichnet, 
hier wird angeführt, dafs es auch den Besitz bedeute, vgl. 



1«K) Die Partikeln «los Genitiv. 

„Gott gehört, was im Himmel und was auf der Erde ist." 
Amh das dem Besitze Aehnliche bezeichnet li, so: die Decke 
der Stute lil-farasi. Dann macht li transitiv, Vgl. Kur. li>, 
|(>. „Gieb mir von dir einen Sohn, der mich beerbe, und 
erbe vom Stamme Jacob." Dann drückt li eine Ursache aus. 

Vgl. ,, Fürwahr mich erregt wegen meines Denkens an 
Dich eine Freude, wie die Sperlinge sich schütteln, die der 
Regen benäfst." 

Regelrecht steht li pleonastiseh, vgl. Kur. 12, 43. „Wenn 
ihr Träume auslegt." bi und f! dienen beide die Zeit- oder 
Ortsbestimmung und die Ursache zu bezeichnen, vgl. Kur. 37, 
137. „Fürwahr ihr geht an ihnen vorüber am Morgen und 
bei der Nacht." Den Grund bezeichnet es Kur. 4, 158. „So 
haben wir wegen einer Ungerechtigkeit von denen, welche 
das Judenthum bekennen, ihnen liebliche Dinge verwehrt, 
welche ihnen erlaubt waren, und wegen iln-er häufigen Ab- 
wendung vom Pfade Gottes." 

f i wird häufig zur Orts- oder Zeitbestimmung gebraucht, 
vgl. fi-1-masg'idi und auch zur Ursache, vgl. das Wort des 
Propheten: „Ein Weib ist in die Hölle gekommen wegen ei- 
ner Katze, welche sie fing, doch weder fütterte sie dieselbe, 
noch liefs sie sie von den Thiercn der Erde fressen." 

„Durch bi bezeichne die Hülfe, mache transitiv, bezeichne 
den Austausch und das Anhängen, gebrauche es ferner wie 
ma'a, min, f an." 

Erkl. Nach dem Vorausgehenden bezeichnet bi die Zeit 
und den Ort, so wie die Ursache. Hier erwähnt Verf., dafs 
es die Hülfe, d. h. das Instrument ausdrücke, vgl. „ich schrieb 
mit dem Rohr, bi-1-kalami; ferner, dafs es transitiv mache, 
vgl. Kur. 2, 16. „Es entfernte Gott ihr Licht." Fei-ncr be- 
zeichnet es den Austausch wie Kur. 2, 80. „Das sind die, 
welche erkaufen das Leben der Welt für das Zukünftige." 
Es drückt dann das Anhängen an etwas aus, vgl. „ich ging 
vorüber an Zaid (bizaidin)". Dann steht es im Sinne von 
m aa, „ich verkaufte das Kleid mit seinem Mustersaum (bi- 
tirazihi)"; dann von min, „wir tranken vom Meerwasser (bi- 
mä^i-l-bahri)" ; dann im Sinne von ( an, „es fragte ein Fragcr 
nach einer eintretenden Strafe (bi'idabin waki c in)." Auch 



//urüfu-1-g'arri. \i)\ 

steht bi, die Begleitung auszudrücken: „Preise mit Lob dei- 
nen Herrn (sabbih bihamdi rabbika)". 

,/alä dient die Höhe zu bezeichnen, so wie es den Sinn 
von fi und f an hat, durch c an bezeichnet der Verständige 
den Hinausgang über etwas. Auch kommt ( an an Stelle von 
ba c da und f ala vor, wie auch ( ala statt ( an bisweilen ge- 
setzt ist." 

Erkl. c alä wird häufig gebraucht, die Höhe zu bezeich- 
nen, vgl. „Zaid auf dem Dache"; ferner im Sinne von fi, vgl. 
Kur. 28, 14. „Er drang ein in die Stadt zur Zeit der ( c alä 
hini gaflatin) Sorglosigkeit ihrer Bewohner." f an zeigt häufig 
den Hinausgang über etwas an, vgl. „ich warf vom Bogen 
c an al-kausi." Auch steht es im Sinne von ba c da, vgl. 
Kur. 84, 19. „Fürwahr ihr werdet aufsteigen von einem 
Zustand in den anderen." c an steht ferner im Sinne von c alä. 

Vgl. „Bei dem Gott des Sohnes deines Onkels nicht 
bist du bevorzugt in irgend einer Achtung vor mir ( f anni), 
nicht bist du mein Richter, dafs du mich bewältigst." 

Vgl. „Wenn mit mir zufrieden sind die Söhne Kus'airs, 
so gefällt mir beim Leben Gottes ihr Wohlwollen." 

„Man bezeichnet die Vergleichung durch ka, bisweilen 
auch die Ursache, pleonastisch kommt es zur Bestätigung vor." 

Erkl. ka kommt häufig zur Vergleichung vor, auch be- 
zeichnet es die Ursache, vgl. Kur. 2, 194. „Erinnert Euch 
seiner, weil er (kamä) euch recht leitete." Pleonastisch kommt 
es zur Bestätigung vor, vgl. Kur. 42, 2. „Nichts ist so wie 
es." Pleonastisch steht es im Ausspruch Ru 5 ba's. „Sie (die 
wilde Eselstute) ist von dichten Weichen und Länge ist in 
ihr." Es berichtet al-Farrä 5 den Fall, dafs zu einem Araber 
gesagt wurde; Wie macht ihr Milchkäse? und er erwiederte, 
„wie leicht kahajjinin". 

„ka wird auch als Nomen gebraucht, wie auch f an und 
c alä, deswegen tritt min vor diese beiden letzteren." 

Vgl. „Wollt ihr aufhören (mit Spenden), aber nimmer 
wehrt den Frevlern etwas wie Lanzenstöfse, bei denen ver- 
geblich ist Salböhl und Zupfleinewand." 



1J)2 Die Partikeln des Genitiv. 

' ala und 'an werden wie zwei Nomina behandelt, wenn 
min vor sie tritt, ( ala ist dann gleich faukun oben und 
'an gleich g'anibun Seite. 

Vgl. „(Der Kata) flog in der Frühe auf von seinen 
Jungen, die schrieen, nachdem die Zeit ihres Durstes vollen- 
det, und von den Eiern in merkmallosen Wüsten." 

Vgl. „AVohl sehe ich mich als Stichblatt für die Lanzen 
bald zur Rechten (min c an jamini) und bald von vorn." 

"mud und mundu sind zwei Nomina, wenn sie den No- 
minativ setzen oder einem Verbuni voraufgehn, vgl. „ich kam, 
seit er rief." Wenn sie eine Vergangenheit in den Genitiv 
setzen, sind beide wie min; bei dem Gegenwärtigen halte die 
Bedeutung von fi fest." 

Erkl. mud und mundu werden als zwei Nomina be- 
trachtet, 1) wenn nach ihnen das Nomen im Nominativ steht, 
vgl. „nicht sah ich ihn seit dem Freitag (mud jaumu-1-g'u- 
m'ati)", indem mud ein Mubtada 5 und das Folgende ein Ha- 
bar ist; — 2) wenn nach ihnen ein Vcrbum folgt. Vgl. g'i 3 tu 
mud da c a, mud steht an der Stelle des Accusativ als Zarf, 
sein Regens ist g'Ptu. Einige gestatten sie als zwei Habar 
von dem, Avas nach ihnen steht, zu betrachten. Steht nach 
ihnen ein Genitiv, sind beides Präpositionen, und zwar im 
Sinne von min, wenn der Genitiv etwas Vergangenes; und 
im Sinne von fi, wenn der Genitiv etwas Gegenwärtiges be- 
zeichnet, vgl. „ich habe ihn gesehn seit heute (mud jauminä), 
gleich heute." 

„Nach min, c an, bi wird mä plconastisch hinzugesetzt 
und hindert sie nicht an der Rection, die bekannt ist." 

Erkl. raä tritt pleonatisch an diese Partikeln und hin- 
dert ihre Rection nicht, vgl. Kur. 29, 11. „Durch ihre Sün- 
den wurden sie ertränkt". Vgl. „Ueber ein kleines werden 
sie am Morgen reuig aufwachen", vgl. 3, 153. „Durch Gottes 
Gnade warst du mild gegen sie." 

„Es steht mä ferner pleonastisch nach rubba und ka 
und hält sie von der Rection zurück. Bisweilen schliefst mä 
sich ihnen an, ohne dafs der Genitiv gehindert werde." 

Erkl. Vgl. zum ersten Fall: „Fürwahr die Esel sind 



Äurfifa-1-g'arri. 193 

die schlechtesten Reitthiere so wie die Ilabat ät die schlech- 
testen unter den Söhnen Tamims." 

Vgl. „Häufig sind unter ihnen Kameel-Heerden und 
vortreffliche Renner, zwischen denen Füllen sind." 

Bisweilen steht mä pleonastisch, ohne die Rection zu hin- 
dern, doch selten. 

Vgl. „O Mäwijja, gar mancher Einfall zerstreuter Reiter 
ist wie das mit dem Stempel eingebrannte Zeichen." 

Vgl. „Wir wollen unserem Genossen helfen, indem wir 
wissen, dafs er ist wie alle Menschen, er leidet Unrecht und 
thut Unrecht." 

„rubba fällt weg und behält dennoch die Rection nach 
bal und fa. Nach wa ist dieser Gebrauch häufig.'* 

Erkl. Nur bei rubba gilt, dafs man die Praeposition 
wegnehmen darf und die Rection lassen, wenn es nach wa 
folgt, was wir später erwähnen. Selten fällt rubba nach fa 
und bal weg, vgl. seinen Wegfall nach wa: „Gar manche 
Wüsten giebts mit ödem Durchgang." 

Vgl. seinen Wegfall nach fa: „Manche Schwangere so 
wie du habe ich bei Nacht besucht und Säugende, ich zog 
sie ab von dem jährigen Knaben mit den Anmieten." 

Vgl. seinen Wegfall nach bal: „Gar manche Stadt giebts, 
deren Staub die weiten Wege anfüllt, doch werden ihr Linnen 
und ihre G'ahramtische Stoffe nicht gekauft." 

Gebräuchlicher ist noch die Wegnahme des rubba nach 
w a , auch kommt abnormer Weise vor, dafs der Genitiv durch 
ein weggenommenes rubba steht, ohne dafs etwas voraufgehe. 

Vgl. „Manche Spur einer Wohnung (giebts), auf deren 
Trümmern ich stand, beinah endete ich mein Leben ihret- 
wegen." 

„Bisweilen wird auch bei anderen als rubba der Geni- 
tiv bei einer Wegnahme gesetzt, manches davon erscheint 
durchgängig." 

Erkl. Der Genitiv steht durch eine weggenommene 
Praeposition aufser bei rubba in zwei Weisen: 1) durch- 

13 



!>).( Die Annexion. 

gängig; 2) nicht durchgängig. Nicht durchgängig ist er z. H. 
beim Ausspruch des Ru'ba auf die Frage desjenigen, der 
Sagt, „wie befindest du dich heut morgen", Antwort: wohl 
(hairin fiir 'alfi hairin). 

Vgl. „Wenn gesagt wird, welche Menschen sind die 
übelsten als Stamm, so weisen auf Kulaib die Finger an den 
Händen." 

Vgl. „Mit manchem Edlen vom Stamme Kais ging ich 
um, bis er stolz ward und aufstieg zu den Höhen." 

Durchgängig ist diese Ausdrucksweisc, wenn man z. B. 
sagt, für wieviel Dirham hast du das gekauft (bikam dirha- 
min). dirhamin steht im Genitiv durch ein weggenomme- 
nes min nach Sibawaihi und al-Halil; durch eine Annexion 
nach az-Zag'g'äg'. Nach der Lehrweise der beiden Ersteren 
ist das in den Genitiv Setzende weggenommen und seine 
ßection übriggelassen. Dies ist nach ihnen durchgängig bei 
dem kam der Frage, das zur Specificirung dient, wenn eine 
Praeposition davortritt. 



XXIX. Die Annexion. 

(al-idäfa). 

„Ein Nun, welches sich der Declination anschliefst, oder 
ein Tanwin, nimm weg von dem, was du in Annexion setzest, 
vgl. der Berg Sinä, das zweite Wort setze in den Genitiv 
und supponire min, oder fi, wenn nur diese passen. Wähle 
li für die anderen Fälle; specialisire das erste Wort, oder 
gieb ihm die volle Determination durch das sich Anschliefsende." 

Erkl. Will man ein Nomen an ein anderes annectiren, 
wird beim Annectirten (Mudäf) das Nun, welches der Decli- 
nation sich anschliefst, d. h. das Nun des Dual und des Plu- 
ral weggenommen, so wie das Tanwin. So verhält es sich 
auch mit dem, was an die beiden (den Dual und Plural) an- 
geschlossen wird. Das woran annectirt wird, (Mudäf ilaihi) 
tritt ins Genitiv- Verhältnifs. Man ist uneins über das, was 
das Mudäf ilaihi ins Genitiv- Verhältnifs setzet. Man sagt, 



al-irfafa. 195 

es stehe im Genitiv - Verhältnifs durch eine im Sinne behal- 
tene Partikel, nämlich li, min oder fi; auch sagt man, es 
stehe durch das Mudäf im Genitiv. In diesem Fall geschieht 
die Annexion im Sinne von li nach allen Grammatikern. 
Einige aber meinen, die Annexion geschehe auch im Sinne 
von min und fi. Diesen Weg wählt Verf. Die genauere 
Bestimmung ist, dafs, wenn nur die Wiederherstellung durch 
min und fi pafst, so mufs die Annexion in der Bedeutung 
stehn, welche seine Wiederherstellung speciell verlangt, wo 
nicht, so geschieht die Wiederherstellung im Sinne von li. 
Die Wiederherstellung durch min ist nur möglich, wenn das 
Mudäf ilaihi von der Gattung des Mudäf ist, vgl. hätamu ha di- 
din. Die Wiederherstellung durch fi ist nur möglich, wenn 
das Mudäf ilaihi ein Zarf ist, in das das Mudäf fällt, vgl. 
a ( g'abani darbu-1-jaumi zaidän, d.i. darbu zaidin fi-1- 
jaumi. Vgl. Kur. 2, 226. „Für die, welche sich losschwören 
von ihren Weibern, giebt es eine Wartezeit in vier Monaten." 
Kur. 34, 32. „Fürwahr Betrug bei der Nacht und dem Ta- 
ge." Ist die Wiederherstellung nicht allein durch min oder 
fi möglich, so ist die Annexion im Sinne von li. 

Zuletzt weist Verf. darauf hin, dafs die Annexion in zwei 
Theile zerfällt, nämlich in eine reine und eine nicht-reine. Die 
letztere ist die Annexion eines Eigenschaftsworts, welches dem 
Verbum Imperfecti gleicht, an sein Regime, wie wir später er- 
wähnen werden. Diese verleiht dem ersten Nomen weder 
eine Besonderung noch eine Determination. Die reine An- 
nexion hingegen ist die, welche sich nicht so verhält, und 
welche dem Mudäf eine Besonderung verleiht, im Fall das 
Mudäf ilaihi ein indeterminirtes Wort ist, vgl. hadä gulämu- 
mra^atin, oder sie verleiht eine Determination, wenn das 
Mudäf ilaihi ein Determinirtes ist, vgl. hadä gulämu 
zaidin. 

„Aelmelt das Mudäf dem Verbum Imperfecti als ein Ei- 
genschaftswort, so wendet es nicht von der Indetermination 
ab. Vgl. „Mancher (ist) hoffend auf uns; grofs an Hoff- 
nung; einer dessen Herz erschreckt ist; der gering an Hülfs- 
mitteln ist." — Diese Annexion wird genannt „die dem Worte 
nach", und jene die Reine „die der Bedeutung narh." 

Erkl. Hier behandelt Verf. den zweiten Theil der An- 

13* 



1;),; DlC Annexion. 

nexion, nämlich die Nicht-reine. Verl', bestimmt sie als die ei- 
nes Eigenschaftsworts, welches dem Verbum [mperfecti ähnelt. 
Dies isl jedes Participium Act. oder Pass. im Sinne des ge- 
genwärtigen oder zukünftigen Zustands, oder ein dem Parti- 
cipium ähnliches Eigenschaftswort, wie hasanu-l-wag'hi, 
Kali In- 1- l.i ij ali. Est «Ins Mudäf entweder kein Eigenschaftswort, 
oder ein Eigenschaftswort ohne Regens, ist die Annexion 
eine reine, wie z.B. heim Masdar, vgl. darbu zaidin, oder 
Participium aetivi im Sinne der Vergangenheit, vgl. däribu 
zaidin amsi. Die niehtreine Annexion drückt weder eine 
Besonderung noch eine Determination ans, dcshalh tritt auch 
ruhha davor, wenn sie auch an ein determinirtes Wort an- 
nectirt ist, vgl. ruhha räg'ina und wenn durch dasselhe das In- 
determinirte besolmeben wird, vgl. Kur. 5, üb\ „Als Opfer- 
thiere, die gelangen his zur Ka'ba". Nur zur Erleichterung 
dient diese Annexion und ihr Nutzen beschränkt sich auf die 
Wortform, weshalb man sie die wörtliche nennt. Die reine 
Annexion hingegen bezeichnet eine Besonderung und Deter- 
mination, weshalb sie die Annexion dem Sinne nach heifst, 
auch wird sie die Reine genannt, weil sie frei ist von der 
Intension der Lostrennimg, grade im Gegensatz von der 
Nicht-reinen, die durch Lostrennung restituirt werden kann, 
vgl. hada däribu zaidin al-äna ist gleich hadä däri- 
bun zaidän. Der Sinn beider Worte steht einzeln für sich, 
und es wird nur in der Absicht zu erleichtern annectirt. 

„Die Verbindung des al mit diesem Mudäf wird verge- 
ben, wenn al auch mit dem zweiten Worte verbunden ist, 
vgl. „der Dichte (des) am Haar", oder doch mit dem Worte, 
woran das zweite annectirt wird, vgl. „Zaid der schlagende 
das Haupt des Sünders." 

Erkl. al kann nicht vor das Mudäf treten, dessen Annexion 
eine reine ist; man sagt nicht hadä-1-gulämu rag'ulin, 
denn die Annexion tritt an die Stelle von al, somit ist die 
Zusammenstellung beider unmöglich. — Auch bei der nicht- 
reinen Annexion verlangt die Regel, dafs al nicht vor das 
Mudäf trete, weil beide, al und die Annexion sich wechsel- 
weise vertreten. Da aber diese Annexion die Intention der 
Trennung hat, so wird al verziehen, vorausgesetzt, dafs al 
vor das Mudäf ilaihi tritt, oder vor das Wort, woran das 



al-u/äfa. I97 

Mudäf ilailii wiederum annectirt ist, vgl. zaidun ad-däribu 
ra'si-1-g'äni. Tritt al weder vor das Mudäf ilaihi noch vor 
das Wort, woran das Mudäf ilaihi wiederum annectirt wurde, 
so ist das Fragliche (das al vor dem Mudäf) verwehrt. 
80 verhält es sich, wenn das Mudäf weder im Dual steht 
noch auf einen Pluralis sanus msc. in den Plural gesetzt ist. 
Es pafst für diese Regel, wie aus dem Beispiel hervorgeht, 
nur der Singularis und der Pluralis fractus für Femininum 
und Masculinum, endlich Pluralis sanus fem. Steht aber das 
Mudäf im Dual oder Pluralis sanus msc, so genügt, dafs al sich 
bei Mudäf vorfinde, und es wird nicht bedingt, dafs es auch 
beim Mudäf ilaihi stehe. — Dies behandelt der nun fol- 
gende Vers. 

„Es genügt al beim Eigenschaftswort; wenn dasselbe 
im Dual oder Plural vorkommt, so geht es nach deren Weise." 

Erkl. al beim annectirten Eigenschaftswort, wenn dies 
Dual oder Plural ist, folgt der Weise des Dual, d. i. der für 
den Dual bestimmten Regel. So kann auch der Pluralis msc. 
sanus es entbehren, dafs al sich beim Mudäf ilaihi vorfinde, 
vgl. hadäni-d-däribä zaidin, hä-'ulä^i-d-därib ü zai- 
din. Das Nun fällt wegen der Annexion fort. 

„Bisweilen erwirbt ein zweites dem ersten, dafs es Fe- 
mininum wird, wenn dasselbe einer Wegnahme würdig er- 
achtet wird." 

Erkl. Bisweilen erwirbt ein Mudäf masc. von dem Mu- 
däf ilaihi fem., dafs es auch ein Femininum wird. Dies ge- 
schieht unter der Bedingung, dafs das Mudäf zur Wegnahme 
sich eignet, so wie auch dazu, dafs das Mudäf ilaihi an seine 
Stelle treten kann, und doch darunter derselbe Sinn verstan- 
den Averde. Vgl. „Es wurde abgeschnitten einer seiner Fin- 
ger", ba c du asäbi c ihi; ba'du kann Femininum sein, da es an 
asäbi'u annectirt, und dieses ein Femininum ist, und weil man 
ferner durch asäbi c u seiner entbehren kann. 

Vgl. „Sie (die Frauen) schritten, so wie bewegt wer- 
den die Lanzen, deren Spitzen das Vorüberziehen sanfter 
Winde hin und her biegt." 

Häufig; ist das Mudäf Feminin und erwirbt das Mascu- 



igg Die Annexion, 

linuin von dem Maseulinnm seine- Mudaf ilaihi unter den 
vorhergehenden Bedingungen, vgl. Kur 7, 54. „Fürwahr 

dafl Mitleiden Gottes (rahmata-1-lahi karibun) ist nahe den Wohl- 
timenden." rahmatu erwirbt das Masculinum, da es an al- 
lahn anneetirt ist. Palst das Mudäf weder zur Wegnahme, 
noch dazu, dafs man es durch das Mudäf ilaihi entbehren 
kann, kann man es nicht als Femininum setzen; man sagt nicht 
„harag'at ;/ulämu hindin". 

„Ein Nomen wird nicht an ein solches anneetirt, das mit 
demselben sich als eins dem Sinne nach darstellt. Interpre- 
tirc anders Stellen, die diese Construction vermuthen liefsen." 

Erkl. Das Mudäf ist entweder spcciell nur für das 
Mudäf ilaihi bestimmt, oder es läfst sich durch dasselbe be- 
stimmter bezeichnen. Natürlich mufs dasselbe etwas anderes 
sein , da kein Ding sich durch sich selbst specieller bestim- 
men oder determiniren läfst, und nicht wird daher ein No- 
men an das anneetirt, was mit ihm sich als eins dem Sinne 
nach darstellt, wie z. B. zwei Synonyma, oder wie das be- 
schriebene Substantiv (al-mausuf) und sein Eigenschaftswort 
(Sifa). Ausdrücke, die dies vermuthen liefsen, müssen an- 
ders interpretirt werden, vgl. sa ( idu kurzin. Dem äufseren 
Schein nach wäre dies die Annexion von etwas an sich selbst, 
denn mit sa c idun und kurzun will man ganz dasselbe be- 
zeichnen; doch wird das erste richtig als der Bekannte, und 
das zweite als der Name aufgefafst, als ob man sagte: Es . 
kam zu mir der sogenannte Kurz, d. i. der mit diesem Na- 
men bezeichnete. — So wird auch die ähnliche Annexion 
zweier Synonyma erklärt, vgl. jaumu-1-hamisi Donnerstag. 
Bei dem Fall, wo scheinbar das Mausüf an die Sifa annee- 
tirt wird, mufs die Interpretation stattfinden, dafs das Mudäf 
ilaihi weggenommen ist, indem es mit der Sifa beschrieben 
wurde, vgl. habbatu-l-hamka^ = habbatu-1-baklati- 
l-hamka ; i, „die Beere des thörichten Krautes". al-hamka :> u 
ist sonach Sifa zu al-baklatu, nicht zu al-habbatu. Dann 
wurde das Mudäf ilaihi al-baklatu weggenommen und die 
Sifa desselben an seine Stelle gesetzt. 

„Einige Nomina werden stets anneetirt, doch kommen 
einige von diesen auch vor als einzelnstehende der äufseren 
Erscheinung nach." 



al-Wäia. 1L ,() 

Erkl. Die Nomina, welche die Annexion noth wendig 
verlangen, zerfallen in zwei Klassen: 1) in solche, welche die 
Annexion dem Worte und dem Sinne nach nothwendig ver- 
langen, die also als einzeln stehende, d. h. ohne Annexion 
nicht gebraucht werden. Hierher gehören Worte wie ( inda, 
ladä, siwa; ferner kusärä-s'-s'ai'i die Enden des Dinges 
und ebenso humada Grenzen im Sinne des äufsersten Ziels. 
2) In solche, die die Annexion dem Sinne nach verlangen, 
ohne die wörtliche, wie kullun, ba c dun, ajjun. Es ist mög- 
lich, dafs sie einzeln ohne Annexion stehn, denn manche von 
den die Annexion dem Sinne nach verlangenden Worten 
Averden der Erscheinung nach als einzelnstehend gebraucht. 

„Von manchen nothwendig annectirten Worten wird ver- 
wehrt, dafs sie, wo sie vorkommen, vor einem sichtbaren 
Nomen stehen, vgl. wahda allein, labbai hier ist, dawalai 
wechselweise, sa c dai heil; abnorm ist, dafs jadai vor lab- 
bai tritt." 

Erkl. Zu den Worten, die die Annexion wörtlich ver- 
langen, gehören die, welche nur an Pronomina annectirt wer- 
den, vgl. wahdaka. labbaika eigentlich verweilen, d. h. 
zwei Verweilungen für dich sc. mache ich, wenn du es ver- 
langst; dawälaika d.h. eine Sache von einem zum andern über- 
gehen lassen, wechselweise; sa c daika eine Glückspendung 
nach einer anderen. Selten ist die Annexion von labbai 
an das Pronomen der dritten Person. 

Vgl. „Fürwahr, hättest du mich gerufen, während um 
mich eine weite Strecke mit gefüllten weiten Strömen w T ar, 
gewifs ich hätte geantwortet Erfüllung ihm, der mich ruft." 

Abnorm steht labbai an ein sichtbares Nomen annectirt. 

Sibawaihi führt an: „Ich rief bei dem, was mich 
traf, den Miswar herbei, und da waren die beiden Hände 
Miswars (zur Hülfe)." 

So erwähnt dies Verf. Avis Sibawaihis Kede geht aber 
hervor, dafs dies weder bei labbai noch bei sa c dai abnorm 
ist. — Sibawaihi's Lehrweise ist nämlich, dafs diese beiden 
Duale seien und nach Art des Masdars durch ein weggenom- 
menes Verbum im Accusativ ständen. Doch werde mit die- 



O(K) Die Annexion. 

son Dualen die Vielheil erzielt, wonach diese beiden Worte 
zum Dual nur einen Anhang bildeten. Vgl. Kur. 67, 4. 
..Dann blicke noch zurück zweimal", (1. h. öfter, weil darauf 
folgt: „so wird der Blick zurückkehren stumpf", und nicht 
kehrt der Blick Stumpf zurück von zweimal. Somit ist nur 
möglich, dafs mit dem zweimal vielmal gemeint sei, wie 
auch labbaika nicht das Zweimalige bezeichnet. Ebenso 
verhält es sich auch mit den übrigen Verwandten in Betreff 
obiger Erklärung. Des Jonas Lehrweise ist, dafs diese For- 
men ursprünglich nicht Duale, sondern Formen mit verkürz- 
barem <t seien, deren Alif in Jfi verwandelt worden, weil es 
mit dem Pronomen steht; ebenso wie das Alif von ladä 
und f alä verwandelt wird, wenn es mit dem Pronomen zusammen- 
kommt, vgl. ladaihi. Dagegen erwiedert Sibawaihi, dafs, wenn 
die Sache so wäre, doch das Alif derselben mit dem sicht- 
baren Nomen sich nicht in Ja verwandeln dürfe, wie auch 
nicht bei ladä und c alä. Es werde also erfordert labbä 
zaidin zu sagen. Dagegen verwandeln diese Worte, wenn 
sie in Annexion mit einem Substantiv stehn, Alif in Ja, vgl. 
labbai jadai, und dies fuhrt darauf hin, dafs sie Duale sind 
und nicht Formen mit verkürzbaren a. 

„haitu und id verlangen nothwendig eine Annexion an 

ganze Satze; steht aber id mit der Nünation, kann man es 

400 allein stellen. Das dem id dem Sinne nach gleichende, an- 

nectirc erlaubtcrweise wie id, vgl. „da (hina) er kam, wurde 

er verworfen." 

Erkl. Nothwendig verlangt haitu und id die Annexion, 
doch können sie nur an Sätze annectirt Averden. — haitu 
wird an Nominal- und Verbal- Sätze annectirt; abnorm ist 
seine Annexion an einen Einzelbegriff. 

Vgl. „Siehst du nicht an dem Ort des Hundssternes ein 
aufgehendes Gestirn schimmern? Es strahlt wie die leuchtende 
Sonne." 

id wird an Nominal- und Verbal- Sätze annectirt, man 
kann den Satz, woran es annectirt ist, wegnehmen und 
dafür das Tanwtn bringen, vgl. Kur. 56, 83. „und ihr wer- 
det dann sehen". Es kann hier die Annexion der äufseren 
Erscheinung nach fehlen, da das Tanwin die Stelle des Satzes, 



sd-irfäfa. 201 



Verbal- und nicht an Nominal -Sätze annectirt, wiewohl das 
Manche behaupten. Das dem id ähnliche, d. h. die ihm 
darin gleichenden Worte, dafs sie auch Zarf einer nicht be- 
grenzten Vergangenheit sind, können wie id an Nominal- 
und Verbal-Sätze annectirt werden, vgl. hinun, waktun, 
zamanun, jaumun. Sie werden wie id an Sätze annectirt, 
möglicher- doch nicht notwendigerweise. Gehört aber ein 
Zarf nicht der Vergangenheit an, oder ist es begrenzt, kann 
es nicht wie id behandelt werden, sondern es hat den Sinn 
des Imperfectum, und läfst sich wie idä behandeln, wird 
daher nicht an Nominal- sondern nur an Verbal-Sätze annectirt. 
Das Begrenzte wird nicht an einen Satz annectirt, vgl. 
s'ahrun, haulun, sondern nur an einzelne Worte, wie s'ahra 
kadä den und den Monat. 

„Setze Indeclinable oder declinire das dem id analog 
gehende; betrachte die Indeclinabilität eines Nomen, dem ein 
Verbum im Perfectum folgt, für gewählt. Vor einem Ver- 
bum Imperfectum aber, oder einem Mubtada 3 , setze die Flexion 
des Nomen, doch wird der, welcher das Nomen unflectirt 
setzt, nicht als irrend betrachtet." 

Erkl. Die an Sätze annectirten Nomina zerfallen, wie 
voraufgeht, in zwei Klassen: 1) die, welche nothwendig an Sätze 
annectirt werden; 2) die, bei denen die Annexion an einen 
Satz frei steht. Verf. sagt hier, dafs bei den Worten, bei 
welchen die Annexion frei steht, die Flexion und Unflectir- 
barkeit des Nomen möglich sei , gleichviel, ob sie an einen 
Verbalsatz, der mit einem Perfectum oder Imperfectum be- 
ginnt, oder an einen Nominalsatz annectirt wird, vgl. hadä 
jaumu, ma, g'iVa zaidun. Dies ist die Lehrweise der Kü- 
fenser, welcher al-Färisi und Verf. folgt; doch ist bei dem 
an einen mit einem Perfectum beginnenden Verbalsatz annec- 
tirten Nomen die Indeclinabilität gewählt, bisweilen steht die 
Flexion und die Indeclinabilität. Vgl. „Zur Zeit ( c alä hini, na), 
da ich tadelte das Alter wegen der jugendlichen Liebe." Bei 
dem Wort aber , das vor einem Imperfectum oder einem 
Mubtada 5 steht, ist die Flexion des Nomen gewählt; doch die 
Indeclinabilität auch gestattet. So liest man nach den Sieben 
Kur. 5, 119. „Dies ist der Tag (hadä jaumu, ma, janiä'u 



202 Die Annexion. 

etc.) an dem die Aufrichtigkeit den Aufrichtigen nutzt. So 
betrachtet Verf. dies als gewählt Dir Lehrweisc der Basren« 
Ber ist, daß in allen Worten, die an einen mit dem Eraper- 
fectum beginnenden Verbalsatz oder an einen Nominalsatz 
annectirt sind, nur die Flexion gestattet sei; die Indeclinabi- 
litiit alier mir bei denen, die an einen Verbalsatz, der mit 
einem Perfectum beginnt, annectirt sind. Dies ist die Kegel 
von den sich erlaubter Weise an einen Satz annectirenden 
Worten. Das aich nothwendiger Weise an einen Satz annec- 
tirende aber mufs indeclinable stchn, weil es der Partikel 
gleicht, indem es des Satzes bedarf, vgl. haitu, id, idä. 

„idä verlangt nothwendig die Annexion an V erbal-Sätze. 
Vgl. „Sie wenn er hochfahrend ist." 

Erkl. idä niufs sich stets an einen Vcrbalsatz, und darf 
sich nie an einen Nominalsatz annectiren, wiewohl al-Ahfas' 
und die Küfenser dies behaupten. Sätze wie ag'i^uka idä 
zaidun kä'imun sind unerlaubt. Bei Sätzen wie ag'Puka 
idä zaidun käma steht zaidun durch ein weggelassenes 
Yerbum, aber nicht als Mubtada 1 , im Nominativ, so ist die 
Lehrweise des Sibawaihi, dem al-Aldäs' widerstreitet, indem 
er dasselbe als ein Mubtada 3 betrachten läfst, dessen Habar 
das nach ihm stehende Verbum sei. as-Sairäfl meint, es gäbe 
keine Meinungsverschiedenheit zwischen Sibawaihi und al- 
Ahfas', darüber, dafs das Mubtada 5 nach idä stehen kann, 
nur finde eine solche zwischen ihnen in Betreff des Habar 
statt. Sibawaihi setzt dasselbe nothwendig als Verbum, al- 
Ahfas' aber erlaubt, dafs es ein Nomen sein kann. Im obi- 
gen Beispiel kann nach Sibawaihi und al-Ahfas' zaidun 
Mubtada 3 sein, nach al-Ahfas' aber kann man sagen agVuka 
idä zaidun kä } imun. 

„kilä und lciltä wird an das annectirt, was zwei innig 
Verbundene vernmthen läfst, und determinirt gesetzt ist." 

Erkl. kilä und kiltä gehören zu den Nomen, welche 
eine Annexion dem Sinne; und der Wertform nach verlangen. 
Sie werden nur an ein der Wortform nach im Dual stehen- 
des Detenninirtea annectirt, oder doch an ein dem Sinne, 
wenn auch nicht der Wortform nach in dein Dual stehendes 
Wort. 



al-idiü*. 203 

Vgl. „Fürwahr für das Gute und das Uebele giebts 
eine Grenze, diese beiden sind klar und deutlich hervortretend 
(Commentar liest kabal)." 

Bei zwei von einander getrennten gebraucht man kilä 
nicht, man sagt nicht kilä zaidin wa'amrin, doch kommt 
es abnormer Weise vor. 

Vgl. „Beide mein Bruder und mein Freund fühlten 
mich als Arm im Schieksalswcchsel, und wenn schweres Uebel 
sie heimsuchte." 

„An einen determinirten Singularis annectire ajjun nicht 5 
wird ajjun aber wiederholt und will man die Theile bezeich- 
nen, annectire es. Dem Determinirten theile die Conjunction 
(mausüla) ajjun zu, doch umgekehrt verhält es sich mit dem 
Beschreibungswort ajjun. Ist ajjun Bedingungs- oder Frage- 
nomen, so vervollständige allgemein damit die Rede." 

Erkl. Zu den Nomen, welche die Annexion nothwendig 
dem Sinne nach verlangen, gehört ajjun. Es wird nicht an 
ein determinirtes Einzelwort annectirt aufser, wenn es wie- 
derholt wird. 

Vgl. „Fragt ihr nicht die Leute, ob ich, ob ihr besser 
und edler wäret an jenem Morgen als wir uns trafen." 

Ebenso verhält es sich, wenn man die Theile bezeichnen 
will, vgl. ajju zaidin ahsanu. „AVas von Zaid ist das 
schönste, d.i. welcher Theil? die Antwort: sein Auge. Dieser 
Fall tritt nur ein, wenn man eine Frage damit erzielt, ajjun 
dient zur Frage, zum Bedingungs- und Beschreibungswort 
und zur Conjunction. 

Von der »Conjunction erwähnt Verf., dafs sie nur an ein 
Determinirtes annectirt werde ju c g'ibuni ajjuhum kä'imun. 
Andere erwähnen, dafs es auch an Indeterminirte annectirt 
werde, doch ist dies selten, vgl. ju ( g'ibuni ajju rag'ulaini 
kämä. Beschreibungswort (Sifa) ist das ajjun, welches Sifa 
von einem Indeterminirten, oder lläl von einem Deter- 
minirten ist. Dies wird nur an ein Indeterminirtes annectirt, 
vgl. marartu birag'ulin ajji rag'ulin. 

\ gl. „Ich nickte dem Habtar heimlich zu. Bei Gott 



204 Die Annexion. 

(wie herrlich) die Augen dos Eiabtar als was für eines Jun- 
kers (ajjamfl als I läl)." 

Das ajjun der Bedingung und der Frage wird an das 
Determinirte und [ndeterminirte annectirt, ganz allgemein, 
gleichviel, <»!> sie im Dual, Plural oder Singular sind, jedoch 
mit Ausnahme des determinirten Singular, denn an einen sol- 
chen wird nur das ajjun der Frage annectirl und zwar in 
den Fällen, die vorher erwähnt sind. Wisse dafs ajjun, 
wenn es Sifa oder Häl ist, die Annexion dem Worte und 
dein Sinn»' nach nothwendig verlangt. Ist ajjun das dei 
Frage, der Bedingung oder der Conjunction, verlangt es die 
Annexion dem Sinne, nicht dem Worte nach. 

„Man bestimmt als nothwendig die Annexion von ladun, 
der Genitiv und Aecusativ von gudwatun ist bei den Ara- 
bern durch ladun selten. Von inaSa gehraucht man selten 
mä. Es wird Fath und Kasr für einen ruhenden Buch- 
staben, der verbunden wird, überliefert." 

Erkl. Zu den Nomen, welche die Annexion nothwendig 
verlangen, gehört ladun und ma'a. ladun dient, den 
äufsersten Anfangspunct zu bezeichnen in Ort und Zeit. Es 
ist bei den Arabern indeclinable, weil es der Partikel darin 
gleicht, dafs es nothwendig nur einen Gebrauch hat, nämlich 
als Zeit- und Ortsbestimmung den äufsersten Anfangspunct 
zu bezeichnen; ferner, weil es nicht erlaubt ist, damit etwas 
auszusagen, ladun tritt nicht aus seinem Gebrauch als Zari, 
aufser, wenn es im Genitiv durch min steht, und das ist 
das häufigste. Es kommt im Kurän nur mit min vor, vgl. 
18, 64. „Wir lehrten ihn von uns eine Kenntnifs", vgl. 18, 2. 
„damit der Prophet warnend verkündige gewaltigen Zorn von 
Seiten Gottes." 

Der Stamm Kais declinirt es, daher die Lesart des Abu 
Bakr vom c Asim min ladnihi in der letzten Stelle. Ersetzt 
Dal ruhend und giebt ihm den leichten Vocal U. V erf. sagt, 
dazu kann auch der Vers gerechnet werden. 

Vgl. „Ee entstand das Zittern in meinem Rücken von 
Mittag an bis zum Nachmittag (min laduni-z-zuhri).- 

Das sich an ladun in der Annexion Anschliefsende steht 
im Genitiv, gudwatun ausgenommen, welches man nach la- 
dun in den Aecusativ setzt. 



■I-uftft. 205 

Vgl. „Mein Füllen hörte nicht auf vom Morgen an 
(ladun gudwatan) bis die Sonne dem Untergang nahte, 
von ihnen so fern zu sein wie der fortgejagte Hund." 

gudwatan steht im Accusativ als Tamjiz, so hält es 
Verf. für gewählt. Auch sagt man, es sei Habar von ei- 
nem weggenommenen käna rest. : ladun känat as-sä c atu 
gudwatan. gudwatun kann auch im Genitiv stehn und 
das ist das Regelrechte. Der Accusativ ist eine Selten- 
heit im Verhältnifs zur Kegel. Verbindet man mit gud- 
watan nach ladun etwas, so ist der Accusativ dessel- 
ben möglich als Verbindung dem Worte nach und der 
Genitiv in Hinblick auf den Ursprung, vgl. ladun gudwa- 
tan wa c as'ijjatan oder wa ( as'ijjatin. Dies erwähnt al-Alj- 
fas'. Die Kufenser berichten den Nominativ von gudwatan 
nach ladun. Der Nominativ steht durch ein Aveggenomme- 
nes käna = ladun känat gudwatun. 

ma c a ist ein Nomen des Orts, der Genossenschaft oder 
der Zeit derselben. Bekannt ist von ihm Fath auf c Ain. Es 
ist declinirt mit dem Fath der Declination. Einige Araber 
setzen es mit ruhenden Buchstaben. 

Vgl. „Meine Gattin ist von Euch und meine Liebe 
mit Euch(ma c kum), wenn auch mein Besuch bei Euch selten ist." 

Sibawaihi meint, dafs das Ruhen des c Ain nothwendig 
sei, doch ists nicht so, es steht auch mit Fath und zwar ge- 
wöhnlich. Es steht in der Ruhe nach der Wortform des 
Stammes Rabi c a. Bei diesen ist es auf dem ruhenden Buch- 
staben indeclinable. 

Einige meinen, dafs ma c mit ruhendem c Ain eine Par- 
tikel sei. an-Nahhäs behauptet die allgemeine Uebereinstim- 
mung darüber, doch ist das irrig. Sibawaihi meint die Form 
mit ruhendem c Ain sei ein Nomen, und das ist das Regel- 
rechte, wenn ein vocalisirter Buchstabe sich ihm anschliefst. 
Ich meine, dafs es mit Fath nach der gewöhnlichen Annahme 
stehe: die Form mit ruhendem Buchstaben ist dagegen beim 
Stamm Rabfa gebräuchlich. Schliefst sich aber ein ruhender 
Buchstabe an, so läfst der, welcher ma ( a als Zarf in den 
Accusativ setzt, das Fath, und sagt ma ( a-bnika. Der aber, 
welcher es auf einen ruhenden Buchstaben indeclinable setzet, 



206 Die Annexion. 

setzt Dia 1 mit Kasr wegen des Zusammenstofses zweier ru- 
henden Buchstaben, vgl. maS-bnika. 

„Setze mit Damm als indeclinable »las Wort gairu, 
wenn du vermilst das, woran es anmvtirt war, supponirend 
was vermifst wird: kablu ist wie gairu, ba c du, hasbu, aw- 

walu, dünn, ebenso die Seiten und ( alu. Man setzt kablu 
und die nach ihm folgenden als Aeeusativ, wenn sie indeter- 
minirt stehn." 

ErkL Die erwähnten Nomina gairu, kablu, ba ( du, 

hasbu. awwalu, dünu, fei-ner die sechs Seiten sc. halfu, 
am&mu, fauku, tahtu, janünu, s'imälu, ferner c alu kom- 
men in vier Fidlen vor. Sie stchn indeclinable in einem 
und werden declinirt in den übrigen Fällen. Sic werden de- 
clinirt, 1) wenn sieder äufseren Form nach annectirt werden, 
oder 2) ihr Mudaf ilaihi zwar weggenommen, aber doch in- 
tendirt wird. 

Vgl. „Auch vorher (min kabli) riefen stets Verwandte 
ihre Verwandtschaft an, aber die Zuneinung macht ihm kei- 
nen Verwandten geneigt." 

In diesem Fall bleiben sie wie das dem Worte nach An- 
nectirte und stehn nicht mit dem Tanwin; aufser wenn 
8) ihr Mudaf ilaihi weggenommen und weder dem Worte noch 
dem Sinne nach supponirt wird, so dafs sie Indeterminirtc 
sind, vgl. in lyur. 30, 3. „Gott ist der Befehl vorher und 
nachher," nach der Lesart min k abiin wa min ba c din. 

Vgl. „Da glitt mir herab der Trank, während vorher 
(kablan) ich mich beinah beim frischen Wasser beängstigt 

fand." 

Dies sind die drei Fälle, in welchen diese Worte flectirt 
werden; der vierte Fall, bei dem sie nämlich indeclinable 
auftreten, tritt ein, wenn ihr Mudaf ilaihi weggenommen und 
dessen Sinn, nicht dessen Wortform supponirt wird, denn 
dann stehn sie indeclinable auf Damm, vgl. „schmächtig un- 
ten (min tahtu), breit oben (min c alu)." Abu f Ali al-Färisi 
führt den Fall an, „fang an mit diesem zuerst", awwalu 
mit Damm als indeclinable, weil man das Mudaf ilaihi dem 
Sinne nach supponirt: mit Fatli declinirt, da weder der 



al-i</ufa. 207 

Wortform noch dem Sinne nach das Mudäf supponirt 
wird, und mit der schwachen Declination, weil es Be- 
schreibungswort ist und die Form eines Verbum hat; mit 
Kasr endlich, weil man das Mudaf ilaihi der Wortform 
nach supponirt. Verf. weist im ersten Vers auf die vier 
Fälle hin, „supponirend das Vermifste" bezeichnet, dafs diese 
Worte indcclinable auf Damm stehn, wenn man das Mudäf 
ilaihi wegnimmt und es dem Sinne, nicht der Wortform nach 
supponirt. Der dritte Textvers weist mit „Sie flectiren als 
Accus." auf den dritten Fall hin, dafs das Mudäf ilaihi weg- 
genommen und weder die Wortform noch der Sinn desselben 
supponirt wird, dann sind diese Worte indeterminirt und declinirt; 
„als Accusativ" bezeichnet, dafs diese Worte im Accusativ 
stehn, wenn keine Praeposition davortritt, tritt aber eine da- 
vor, stehn sie im Genitiv. Mit den zwei übrigen Fällen, 
d. i. dem ersten und dem zweiten befafst sich Verf. nicht, 
denn ihre Regel ist deutlich erkannt vom Anfang des Capi- 
tels her, d. h. die Declination dieser Worte und das Aus- 
fallen des Tanwin. 

„Das dem Mudäf sich anschliefsende Wort (d. i. das 
Mudaf ilaihi) steht, wenn jenes fortfällt, als Stellvertreter des- 
selben in der Declination." 

Erkl. Das Mudäf fällt weg, wenn ein Zusatz dasteht, 
der darauf hinleitet. Das Mudäf ilaihi tritt an seine Stelle 
und wird wie das weggefallene behandelt, vgl. Kur. 2, 87. 
„Sie wurden getränkt in ihren Herzen mit dem Kalbe durch 
ihren Unglauben — mit der Liebe zum Kalbe", vgl. Kur. 89, 
23. „Es kam dein Herr (d. i. der Befehl deines Herrn)", 
hier wurde das Mudäf weggelassen und das Mudäf ilaihi wie 
dasselbe behandelt." 

„Manchmal setzt man das Uebriggelassene in den Genitiv, 
wie es vor der Wegnahme des Vorangehenden war, doch un- 
ter der Bedingung, dafs das Weggenommene ähnlich dem, 
womit es verbunden wurde, war." 

Erkl. Oft nimmt man das Mudäf und läfst das Mudäf 
ilaihi im Genitiv so, wie es war, als das Mudäf erwähnt 
wurde, doch geschieht das nur unter der Bedingung, dafs 
das Weggenommene dem, womit es verbunden wurde, ähnelte. 



208 Die Annexion. 

Vgl. „Hältst du etwa joden Mann für einen rechten und 
jedes in der Nacht angezündete Feuer für ein Feuer (der 
Gastfreundschaft)?" 

Die Bedingung ist hier wirklich erfüllt, die Verbindung 
geschieht mit einem dem Weggenommenen identischen Wort 
(d. i. kulla). — Auch fällt das Mudäf weg und das Mudäf 
ilaihi bleibt im Genitiv, wenn auch das Weggenommene nicht 
identisch dem Ausgesprochenen, sondern ihm entgegengesetzt 
ist, vgl. Kur. 8, 68. „Ihr wollt das Vergängliche der jetzigen 
Welt, Gott aber will (das Bleibende) der zukünftigen." = 
bäkija-1-ähirati. Einige erklären diese Stelle auch mit 
'arada-1-ähirati, so dafs das Weggelassene dem Ausge- 
sprochenen ganz ähnlich sei. Doch ist das Erste richtiger, 
wie auch Ibn Abi-r-ßabi c in seinen Commentar zum 3 Ieläh sagt. 

„Das Zweite fällt weg und das Erste bleibt in demsel- 
ben Zustand, in dem es war, als es mit jenem verbunden war 
unter der Bedingung, dafs es an etwas mit dem, woran das 
Erste annectirt war, Identisches verbunden oder an dasselbe 
annectirt ist." 

Erkl. Das Mudaf ilaihi fällt weg und das Mudäf bleibt 
in dem Zustand, als ob es wirklich ein solches bleibe, so 
dafs ihm das Tanwin genommen wird. Am häufigsten ge- 
schieht dies, wenn mit dem Mudäf ein Nomen verbunden 
wird, das an ein Wort annectirt ist, das dem vom ersten No- 
men weggenommenen Wort identisch ist, wie man sagt: „Gott 
schneide ab Hand und Fufs dessen, der es sagt (jada warig'la 
man kälahä urspr.: jada man kälahä warig'la man kälahä)." 

Vgl. „Der Regen hat die Länder getränkt, das Ebene 
und das Unebene; angehängt sind die Halfter der Hoffnun- 
gen an die Saat und die Milchheerden." 

Bisweilen geschieht dies auch, wenn ein Mudaf nicht 
mit etwas dem vom ersten Weggenommenen Identischem ver- 
bunden wird, vgl. den obigen\ ers pg. 206. min kabli ohne sein 
Mudäf ilaihi ist in dem Zustand, als ob es ein Mudäf wäre, 
während doch nicht mit ihm ein Wort verbunden ist, das 
an ein dem genommenen Identisches annectirt wäre; so liest 
man abnormer Weise lä haufu f alaihim = lä haufu s'afin 
'alaihim. Dies ist die Auffassung, die Verf. erwähnt, so ist 



ai-Wäfa. 209 

die Lehrweise von al-Mubarrad. Sibawaihi's Lehrweise ist, 
dafs ursprünglich kata c a-l-lahu jada man kälahä wa- 
rig'la man kälahä gesagt wurde, dann wurde das Mudäf 
ilaihi von rig'la weggenommen, und darauf rig'la zwischen 
dem Mudäf, d. i. jada und dem Mudäf ilaihi, d. i. man kä- 
lahä eingereiht; hiernach tritt die Wegnahme beim zweiten, 
nicht beim ersten ein, entgegengesetzt der Ansicht von al- 
Mubarrad. Einige Erklärer des Buchs sagen, wie auch al- 
Farrä 5 meint, beide Nomina seien an man kalaha annectirt, so 
dafs eine Wegnahme weder beim ersten noch beim zweiten 
stattfinde. 

„Die Trennung eines Mudäf, das einem Verbum, welches 
ein Object oder Zart' in den Accusativ stellt, ähnlich ist, ge- 
statte, (wenn sie durch das von jenem Verbum als Regime 
oder Zarf im Accusativ stehende bewirkt ist) ; auch ist die 
Trennung eines Schwures nicht getadelt. Gezwungen aber 
findet man eine solche, wenn sie durch einen fremdartigen 
Begriff, ein Eigenschaftswort oder einen Anruf bewirkt ist." 

Erkl. Nach dem Verf. kann bei der ungezwungenen 
Rede (Prosa) eine Trennung eintreten zwischen dem Mudäf, 
wenn dies ein dem Verbum ähnliches, d. h. Masdar oder 
Fä ( il ist, und dem Mudäf ilaihi, durch das, was das Mudäf 
als Object, Zarf oder dergleichen in den Accusativ setzt. Ein 
Beispiel, in dem die Trennung durch ein Maf c ül stattfindet, 
ist im Kur. 6, 138. „So wurde aufgeputzt vielen der Viel- 
götterei", dafs ihre (Priester) Genossen ihre Kinder tödteten," 
nach der Lesart des Ibn f Amir: katlu aulädahum s'ura- 
kä 3 ihim. Ein Beispiel, in dem zwischen das Mudäf und 
das Mudäf ilaihi ein Zarf tritt, welches von dem Mudäf im 
Accusativ steht, ist der Fall, welcher von Einigen, auf deren 
Arabisch man sich verläfst, angeführt wird: „dafs du einen 
Tag deine Seele mit ihrem Gelüst zusammenläfst, ist für 
sie ein Streben zu ihrem Untergange (tarku jaumän 
nafsika)." Zwischen dem Mudäf, welches ein Partici- 
pium act., und dem Mudäf ilaihi, das ein Maf f ül dieses 
Mudäf ist, tritt nach der Lesart einiger Ahnen eine Tren- 
nung in der Stelle ein: „halte nicht Gott für brechend seine 
Verheifsung gegen seinen Gesandten (muhlifa wa f dahu ru- 
suliiii)." Ein Beispiel der Trennung durch etwas dem Zarf 

14 



•_>!(» Die Annexion. 

ahnliehe.- findet sich in der Ueberlieferung dos Abü-d-Darda\ 

„Habt ihr nicht meinen Genossen mir gelassen tavikü li 
sähihi". Die Trennung kommt ferner in der ungezwun- 
genen Keile (Proaa) durch den Schwur vor. al-KisiVi be- 
richtet den Fall hada yulamu wal-lahi zaidin. Bisweilen 
tritt in der gezwungenen Rede (Poesie) eine Trennung zwi- 
schen dem Mudaf und dem Mudaf ilaihi ein, a. durch etwas 
dem Mudaf ganz fremdartiges, b. durch ein Eigenschaftswort 
desselben oder c. durch einen Anruf. 

Vgl. a. „Wie eines Tages, geschrieben ward das Buch 
durch die Hand, eines Juden, indem er die Linien einan- 
der näherte, oder auseinander hielt." 

Vgl. zu b. „Ich entfloh, da Muradi schon sein Schwerdt 
genäfst vom Sohn des Abu Tälib dem S'aih der Abätih." 

Vgl. „Fürwahr, wenn ich schwöre vor dir, schwöre ich 
mit dem Schwüre eines Schwörenden, der wahrer ist als dein 
Schwur." 

Vgl. c. „Die Uebereinstimmung mit Bug'air, o Ka c b be- 
freit dich davon, dafs dich ereile der Tod und du ewig weilst 
in der Hölle." 

Vgl. „O Abu c Isäm, es ist als ob der Klepper des Zaid 
ein Esel wäre, der mit dem Zügel zerrieben ist." 



XXX. Das Mudaf an das Ja der ersten Person. 

(al-murfäfu ilä jä'i-l-m utakallimi). 

„Das Ende des an Ja Annectirten, setze mit Kasr, wenn 
es nicht mit einem selnvachen Buchstaben steht, vgl. ramin 
und kadä, oder dasselbe wie ibnäni und zaidani ist. 
Was diese alle anbetrifft, so wird das Ja, nachher das Fath 
als Regel befolgt. Das Ja und Waw wird darin verschlungen. 
Steht der Buchstabe vor Waw mit Damm setze denselben 
mit Kasr, so wird er leicht. Ein Auf erhalte bei den For- 
men, die auf ein verkürzbares Alif ausgehn. Nach den Hudai- 
liten ist seine Verwandlung in Ja gut." 

Erkl. Das Ende des an das Ja 1. pers. annectirten Worts 



al-muc&fu ilä jiVi-1-nmtiikallimi. 211 

steht mit Kasr; aufser, wenn es mit einem verkürzbaren 
Alif (Maksür), oder auf Ja mit voraufgehenden Kasr endet 
(Manküs), und ferner weder im Dual noch im Plural sanus 
masculini steht, also es ein auf festen Consonanten endender 
Singularis, ein solcher Pluralis fractus und Pluralis sanus 
fem., oder ein Wort mit schwachen Endbuchstaben ist, das 
nach der Weise der auf festen Consonanten endenden sich 
abwandelt, vgl. gulämi, gilmani, fatajäti, dalwi, zabji. 
Ein Wort mit schwachen Endbuchstaben kann ein Maksür, 
oder Manküs sein. Ist's ein Manküs, wird sein Ja mit dem 
Ja lpers. verschlungen und das letztere mit Fath versehn, 
vgl. kädijja (mein Pachter) in allen drei Casus. — Dasselbe 
geschieht auch im Genitiv des Dualis und Pluralis sanus, vgl. 
gulamajja und zaidijja für gulämaini li und zaidina 
li. Hier fällt Nun und Läm weg wegen der Annexion. Das 
Ja wird im Ja verschlungen, und das Ja der ersten Person 
mit Fath versehn. Im Pluralis sanus sagt man in allen Ca- 
sus zaidijja urspr. zaidüja. Wäw und Ja treten zusam- 
men, während das ruhende Wäw voraufgeht. Wäw wird in 
Ja verwandelt und ebenso Damm in Kasr, damit das Ja 
richtig stehn könne. So entsteht die Form zaidijja. Beim 
Nominativ Dualis hingegen wird das Alif erhalten und das 
Ja lpers. mit Fath gesetzt, vgl. zaidäja. Das Maksür wird 
gewöhnlich wie der Nominativ des Dual behandelt, vgl. c asäja 
mein Stock. Doch die Hudailiten verwandeln das Alif dieser 
Form und verschlingen es im Ja der 1. pers., Ja 1. pers. steht 
dann mit Fath, vgl. ( asajja. 

Vgl. „Sie (meine Söhne) eilten zuvor nach meiner Liebe 
(hawajja d. i. dem Tode), gestreckten Laufs eilten sie ihrer 
Liebe zu (ihrem Tode) und wurden ausgerottet, und für jede 
Weiche ist ein Ort der Niederstreckung." 

Das Resume: Ja 1. pers. wird bei einem Manküs, d. i. ei- 
nem auf Ja mit vorhergehendem Kasr endigenden Worte und 
einem Maksür, d. i. einem auf verkürzbaren Alif endigenden 
Worte mit Fath versehn, vgl. rämijja und ( asäja. Dasselbe 
geschieht im Dual, vgl. gulamäja im Nom. und gulamajja 
im Accus, und Gen., ferner bei dem Plur. Masc. sanus, vgl. 
zaidijja im Nom. Gen. und Acc. Das Wäw im Plur. Masc. 
sanus und das Ja beim Manküs, so wie beim Plur. msc. san. 

11 * 



212 Uic Rectionskraft des Masdar. 

und beim Dual wird mit ,1a 1 perö. verschlungen. War der 
vor dem W&w plur. stehende Buchstabe mit Damm versehn, 
als W aw noch dastand, mufs dieses Damm bei der Verwand- 
lung dos Waw in da in Kasr übergehn, damit Ja richtig 
stehe. War aber der Buchstabe nicht mit Damm, sondern 
mit Fath versehn, vgl. mustafauna, blieb Fath erhalten, 
vgl. m us t ata j ja. Ist der Endbuchstabe eines Worts Alif, 
wie im Dual und dem Maksür, so wird er nicht in Ja ver- 
wandelt, sondern bleibt erhalten, gulämäja und Sisaja. Die 
Hudailiten allein verwandeln das Alif des Maksür und sagen 
'asajja. Bei anderen als diesen vier Fällen ist beim Ja so- 
wohl Fath als G'azm möglich, man sagt gulamija und 
erulami. 



XXXI. Die Rectionskraft des Masdar. 

(i'mälu-l-masdari). 

„Schliefse das Masdar hinsichtlich der Rection seinem 
Verbum an, gleichviel, ob es annectirt ist und mit oder ohne 
al stehe, im Fall dafs ein Verbum mit an, oder dessen Stell- 
vertreter dafür stehn kann. Selbst das Nomen eines Masdar 
hat Rectionskraft." 

Erkl. Das Masdar hat die Rectionskraft seines Verbum 
an zwei Stellen. 1) Wenn es die Stelle des Verbum 
vertritt, vgl. darb an zaidän. zaidän steht im Accus., da 
darbän idrib vertritt, auch ist ein Pronomen darin wie in 
idrib verborgen; 2) wenn statt des Masdar an mit dem 
Verbum, oder mä mit dem Verbum supponirt werden kann. 
Diesen Fall will Verf. in diesem Abschnitt behandeln. Ful- 
das Masdar kann man an supponiren, wenn man ein Perfec- 
tum (mudl), oder ein Futurum (istikbäl) erzielt, vgl. c ag'ibtu 
min darbika zaidän amsi, oder gadän = min an da- 
rabta zaidän etc. mä läfst sich für das masdar sup- 
poniren, wenn man das Präsens (Häl) damit bezeichnen will, 
vgl. ( ag'ibtu min darbika zaidän aläna rest. minima 
tadribu etc. Dieses Masdar, wofür man supponiren kann, 
regiert in drei Fällen: 



i'mälu-1-masdari. 213 

1) Als Annectirtes, vgl. c ag'ibtu min darbika zaidan. 

2) Als ein von der Annexion und von al entblöfstes, 
d. i. wenn es mit dem Tanwin steht, vgl. c ag'ibtu min 
darbin zaidan. 

3) Als ein mit al versehenes, vgl. c ag'ibtu min ad- 
darbi zaidan. 

Die Rection des annectirten ist häufiger als die des mit 
Tanwin versehenen und die Rection des mit Tanwin verse- 
henen Masdar wiederum häufiger als die des mit al ausge- 
rüsteten Masdar. Deshalb erwähnt Verf. zunächst das An- 
nectirte, dann das von al und der Annexion entblöfste, 
endlich das mit al versehene Masdar. — Ein Beispiel der 
Rection des mit Tanwin versehenen Masdar, vgl. Kur. 
90, 14., „oder eine Waisenspeisung an einem Hunger- 
tage." 

Vgl. „Durchs Schlagen mit den Schwerdtern auf die 
Häupter von Leuten entfernten wir ihre Schädel bei dem 
Mittagsschlaf." 

Zur Rection des mit al versehenen Masdar: 

Vgl. „Ein Schwächling, zu schaden seinem Feinde, denkt, 
dafs die Flucht die Lebensfrist verlängere." 

Vgl. „Fürwahr du mit dem Beklagen des c Urwa, nach- 
dem er dich ernährt und unsere Hände sich nach ihn ge- 
streckt (ihn getödtet), bist wie der Mann, der die Kameele 
antreibt, während schon die Sonne erglänzt und die Vögel 
des Todes auf ihnen sitzen." *) 

Vgl. „Die Reiter schnell anstürmender Rosse wufsten, 
dafs ich angriffe und nicht abstehe vom Schlagen den 
Misma c ."*) 

Das Nomen des Masdar hat bisweilen die Rection des- 
selben. Das Nomen des Masdar ist das Wort, welches dem 
Masdar in der Bedeutung gleicht, doch von ihm dadurch 
verschieden ist, dafs es der Form oder dem Sinne nach frei 



*) Der zweite Vers: lakar-ra^ uli-1-Äädi wa&ad tala'n-d- 
duJiH wa iair u-1-manäjä fau/.ahunna awäfci'a. 

**) Nach dem Commentar ist misma' ein Nomen proprium. 



214 Die Rectianskraft des Masdar. 

igt von einem Theil dessen, was in Beinem Verbnni liegt, 
ohne etwas dafür zu setzen. So ist ( ata\in gleich dem 
ft&'un dem Sinne nach, doch verschieden von ihm, da es 
vom Ilam/. frei ist, das sich heim Verbum findet, vgl. aHfi,. 
'ata'un ist frei vom Hamz der Form und dem Sinne nach 
und nichts tritt dafür ein. Durch diese Bestimmung hütet 
sich Verf. vor dem, was von etwas im Verhum Liegenden 
zwar der Form nach frei ist, aber nicht dem Sinne nach; 
denn dies ist nicht ein Nomen des Masdar, sondern ein Masdar 
selbst, vgl. kitalun, ein Masdar von katala ist zwar frei 
vom Alif im Verbum, doch nur der Form, nicht dem We- 
sen nach, weshalb man auch bisweilen katala, kitä- 
1 ä n sagt, indem man das erste Alif in Ja wegen des vorauf- 
gehenden Kasr verwandelt. — Der zweite Zusatz „ohne etwas 
dafür zu geben", schliefst die Worte aus, die zwar frei sind 
von manchem, das im Verbum sich vorfindet, die aber etwas 
an die Stelle des Fehlenden setzen, denn diese sind nicht No- 
men des Masdar, sondern Masdar selbst, vgl. ( idatun Masdar 
von wa f ada, ist zwar frei vom Wäw des Verbum der Er- 
scheinung und dem Wesen nach, doch tritt dafür tä fem. 
ein. Der Sohn Verf's. meint 'ata'un sei ein Masdar, und 
das Hamz desselben sei weggenommen zur Erleichterung, 
doch ist das im Gegensatz zur Erklärung anderer Gram- 
matiker. 

Ein Beispiel von der Rection vom Nomen des Masdar: 

Vgl. „Wie eine Undankbarkeit (wirfst du mir vor) nach- 
dem du den Tod von mir zurückgestofsen , und nachdem du 
mir gegeben ein hundert frei weidender." 

Vgl. Die Ucberlieferung des Muwatta c . „In Folge des 
Küssens eines Mannes seine Frau ist die Abwaschung." 

Vgl. „Wenn sicher ist die Hülfe Gottes dem Manne, 
so findet er nicht eine Hoffnung schwierig, aufser sie wäre 
leicht gemacht." 

Vgl. „Durch deinen Urngang mit den Edlen wirst du 
zu ihnen gerechnet, nimmer findest du bei anderen die Er- 
füllung von Versprechen." 

Die Kection vom Nomen des Masdar ist selten, und wer 
denkt, daß) alle die liection desselben erlauben, irrt, denn das 



i' mala- 1 - iiia*dari. 215 

Gegentheil hiervon ist bekannt. as-Saimari sagt die Rection 
desselben sei abnorm, indem er den ersten der Beispielsverse 
anführt. Dijä ( ud-Din Ibnu-l- c Ilg' sagt im Basit: „Nicht liegt 
fern, dafs das die Stelle des Masdar Vertretende auch seine 
Rection habe und berichtet von Einigen, die dies wirklich als 
Regel aufstellen." 

„Nachdem das Masdar sein Mudaf ilaihi in den Geni- 
tiv stellte , vollende im Accusativ und Nominativ seine 
Rection." 

Erkl. Das Masdar wird annectirt an das Fä c il und setzt 
dasselbe in den Genitiv, darauf setzt es das Maf c ül in den 
Accusativ, vgl. ( ag'ibtu min s'urbi zaidin al- c asala, oder 
das Masdar wird annectirt an das Maf c ül und setzt dann das 
Fä ( il in den Nominativ, vgl. c ag'ibtu min s'urbi -l- c asala 
zaidun. 

Vgl. „Es zersti-euen den Kies ihre Vorderfüfse in jeder 
Mittagshitze wie die Wechsler die Dirhem wegwerfen beim 
Prüfen." 

Dieser zweite Fall kommt nicht etwa nur in der Poesie 
vor, wiewohl Einige das meinen. Man betrachtet in dieser 
Weise Kur. 3, 91. „Gott kann von den Menschen verlangen 
das Pilgern nach der Ka c ba, von dem, welcher die Reise- 
mittel im Vermögen hat (walil-lahi ala-n-näsi hag'g'u-1-baiti 
man istatä f a)." — Hier wird man als Fä f il zu hag'g'u er- 
klärt, doch wird dies dadurch widerlegt, dafs der Sinn dann 
wäre, dafs Gott von jedweden verlangen könne, dafs der 
Vermögende nach der Ka ( ba pilgere; doch ist es nicht so, man 
ist Apposition von an-näsi, die rest. walil-lähi ala-n-näsi 
mustati c ihim hag'g'u-l-baiti. Auch sagt man, man ist 
Mubtada 5 , dessen Habar weggenommen, rest. man istatä c a 
minhum fa c alaihi dälika. 

Das Masdar wird auch an das Zarf annectirt, dann setzt 
es das Fä c il in den Nominativ und das Maf ( ül in den Accu- 
sativ, vgl. f ag'ibtu min darbi-1-jaumi zaidun f amrän. 

„Im Genitiv steht das dem in den Gen. Gesetzten sich 
Anschliefsendc, doch wer bei der Folge die ursprüngliche 
Stelle beobachtet, thut auch wohl." 



216 Di* rection de* l'mtieipiuni activi. 

Erkl. Wird das Masdar an das Fa'il annectirt und dic- 
Bea I-a'il steht im Gen. der Form nach, der eigentlichen Stel- 
lung aber nach im Nom., kann man heim folgenden Be- 
schreibungs- und \ erbindungsworte und anderen, sowohl auf 
die Form hinblioken und dasselbe in den Gen. setzen, als 
auf die eigentliche Stellung und es in den Nom. stellen. 

\ gl, ..Bis er (der wilde Esel) seinen Abendmarseh zum 
Mittagsmarsch machte und sie (die Stute) zur Eile trieb, so 
wie eitrig strebt der sein Kecht Verfolgende, wenn ihm Un- 
recht geschehen ist.'' 

Wird das Masdar an das Mar'Vd annectirt und steht dies 
der Erscheinung nach zwar im Genitiv, doch der eigentlichen 
Stellung nach im Acc., kann man auch bei dem ihm folgen- 
den auf die äufsere Erscheinung, oder auf die eigentliche 
Stellung Kücksicht nehmen. Die eigentliche Stellung ist im 
folgenden Verse berücksichtigt: 

Vgl. „Ich nahm sie als Schulden an vom Hassan aus 
Furcht vor dem Mangel und Zahlungsverzögcrung." 



XXXII. Die Rection des Participium activi. 

(i'mälu-smi- 1-fä'ili). 

„ Wie sein Verbum verhält sich das Part. act. in der 
Rection, wenn es nicht den Sinn Perfecti hat." 

Erkl. Das Part. act. ist entweder mit al verbunden, 
oder davon entblöfst; ist es entblöfst, regiert es wie sein 
Verbum den Nom. und Acc. im Fall, dafs es im Sinne des 
Futurum oder des Praesens steht, vgl. hada däribun zaidän 
al-äna au gadän. 

Es regiert, weil es die Form des Verbum hat, in dessen 
Bedeutung es steht. Dieses Verbum ist Imperfectüm und 
das Partie, act. hat die Form desselben, da es mit ihm in 
den voealisirten und ruhenden Buchstaben übereinstimmt. 
Wie die Form däribun zusammenstimmt mit jadribu, so äh- 
nelt Part. act. dem Verbum, in dessen Bedeutung es dein Wort- 



fmälu-smi-l-ft'ili. 217 

laut und dem Sinne nach auftritt. Steht aber das Part. act. 
in der Bedeutung des Perfectum, regiert es nicht, da es nicht 
wie das Verbuin geht, in dessen Bedeutung es steht. Es 
ähnelt ihm dem Sinne, nicht der Form nach. Daher sagt 
man nicht hadä däribun zaidan amsi, sondern das Part. 
act. mufs in der Annexion stehn, vgl. ha da, däribu zaidin 
amsi. al-Kisä'i erlaubt dies Part. act. als regierend zu setzen. 
Hiernach betrachtet er Kur. 18, 17. „Und ihr Hund ist dre- 
hend seine beiden Vorderfüfse in der Vorhalle." — Andere 
nehmen diesen Fall aus danach, dafa es die Erzählung eines 
vergangenen Zußtandes sei (als Imperf. historicum). 

„Dasselbe rindet statt, wenn das Part. act. sich an eine 
Frage- oder Anruf-Partikel, oder an eine Negation anschliefst, 
ferner, wenn es als eine Sifa oder als Praedicat vorkommt." 

Erkl. Das Part. act. regiert nicht, aufser, wenn es sich 
auf etwas Vorhergehendes stützt, Avie wenn es steht, 1) nach 
der Frage, vgl. adäribun zaidun amrän; 2) nach der 
Anruf- Partikel , vgl. ja täli'än g'abalän; 3) nach einer 
Negation, vgl. mä däribun zaidun 'amrän; 4) wenn es 
als Eigenschaftswort vorkommt, vgl. marartu birag'ulin 
däribin zaidan; oder 5) wenn es als Hai steht, vgl. 
g'ä^a zaidun räkibän farasän. Verf. fafst diese beiden 
Fälle zusammen in „und es als Sifa oder als Prädicat vor- 
kommt", d. h. wenn es als Habar steht. Habar umfafst dann 
Avieder das Habar des Mubtada 5 , vgl. zaidun däribun 
'amrän und das Habar oder Maf c ül eines das Mubtada 3 abo- 
lirenden Verbum, vgl. käna zaidun däribän c amrän und 
inna zaidan däribun 'amrän, zanantu zaidan däri- 
bän 'amrän, a ( lamtu zaidan 'amrän däribän bakrän. 

„Auch ist das Part. act. Beschreibungswort eines Weg- 
genommenen, das bekannt ist, und dann vindicirt es sich die 
beschriebene Rection." 

Erkl. Es stützt sich auch das Part. act. auf ein im Sinne 
behaltenes beschriebenes Wort und regiert die Rection sei- 
nes Verbum wie wenn es sich auf ein erwähntes stützte. 

Vgl. „ A \ ic viele giebts, die da ihre Augen füllen mit 



218 Wg Rectiot] >U> Participium activi. 

dem Eagenthura eines Andern, wenn die wie Elfenbeinbild- 
ohen glänzenden Frauen zu den Steinchen gehn."*) 

Vgl. „Wie (ein Hook), der mit dem Ilorn einsl den 
Felsen Btiefs, um ihn zu Bch wachen, aber nicht schadet er 
ihm. Mindern ea zerspaltet sein Hörn der Gemsbock." 

„Ist das Part act. eine Sila zu al, so beliebt man, es re- 
gierend zu setzen, sowohl im Sinne das Perl', als im Sinne 
anderer Tempora." 

Erkl. Steht das Part. act. als »Sila zu al, regiert es als 
1 Vit'. Futur und als Praesens, da es dann an die Stelle des 
Verbum tritt, denn die Sila mufs ein Satz sein, vgl. hadä-d- 
däribu zaidän al-äna, gadan, amsi. Dies ist die gewöhn- 
liche Angabe der Grammatiker. Eine Anzahl der Grammatiker, 
wie al-Rummani, meint, dafs, wenn Part. act. als Sila von al 
steht, es nur als Perfectum regiert, nicht als Futurum, noch als 
Praesens. 

Einige meinen, dafs es überhaupt nicht regiere, und dafs 
das nach ihm in den Accus, gestellte Wort durch die Verschwei- 
gnng eines Verbum im Accus, stehe. Zu verwundern ist, 
dafs diese beiden Lehrweisen Verf. im Tashil erwähnt und 
Bein Sohn Badru-d-din in seinem Commentar meint, dafs 
das Part, act., wenn es als Sila von al steht, als Perf., 
als Futurum und als Praesens eingestandener Weise regiert. 
Arfich sagt er hernach: „Alle Grammatiker sehen gern, das 
Part. act. regierend zu setzen", nämlich, wenn es Sila von 
al ist. 

„Die Formen fa f( älun, mif'älun oder fa c ülun, stehn 
bei einer Vielheit an der Stelle von fä f ilun. Sie sind der- 
selben Rection werth als dasselbe hat, doch ist dies selten 
bei den Formen fa ( ilun und fa ( ilun." 

Erkl. Die Menge zu bezeichnen, werden diese Formen 
gebildet. Diese Formen regieren die Rection des Verbum 
in derselben Weise wie das Part. act. Die ersten drei 
rectionskräf'tig zu setzen, ist häufiger, als die beiden letzten 
so zu behandeln. Von diesen beiden ist wieder fa c ilun 



*) Das .Steinwerfen in Mina bei Makka. Der Sinn des Verses 
..mancher strebt vergebens". 



i'iiuilii-Mifi-I-lYi' iii. 219 

häufiger rectionskräftig als fa ( ilun. Uebcr die Form fa cc ä.lun 
vergleiche bei Sibawaihi, wie Einige reden: „Was den Honig 
betrifft, so bin ich Trinker, (ammä-l- ( asala fa 3 anä s'ar- 
räbun)". 

Vgl. „Als ein Bruder des Kampfs vielfach bekleidet mit 
den Kriegskleidern, nicht ist er einer, der zu Weibern viel 
als ein krummbeiniger kriecht." 

Die Form mif c alun, vgl. wie Einige sagen, „fürwahr ein 
Erwürgen der Fetten von ihnen laminhärun bawä?ikahä" 
— Die Form fVülun: 

Vgl. „Am Abend, wo Su ( dä (so schön war, dafs), wenn 
sie erschienen wäre einem Mönch in Duma, um den Kauf- 
leute und Pilger sind, derselbe seine Religion gehafst hätte 
und entzündet wäre zur Begierde, denn sie erregt zur Be- 
gierde die Geduldigen." 

Die Form fa ( ilun regiert nach einigen Arabern in: „Für- 
wahr Gott ist ein Hörender den Ruf dessen, der ihn ruft." 
Ueber die Rection der Form fa'ilun citirt Sibawaihi: 

Vgl. „Er ist einer, der Dinge fürchtet, die nicht scha- 
den, und vertraut auf das, was ihn nicht rettet von den 
Geschicken." 

Vgl. „Es kam mir zu, dafs sie meinem Ruf schmähen, 
die Eselfüllen der beiden Karmel (Com.: karmilaini) haben 
starkes Gebrüll." 

„Die anderen Numeri werden dem Singular gleich ge- 
stellt in Regel und Bedingungen überall, wo sie regieren." 

Erkl. Der Dual und der Plural hat die Regel des Sin- 
gular hinsichtlich der Rection und der übrigen Bedingungen, 
die vorher erwähnt sind. 

Vgl. „Die im heiligen Hause ohne Trennung wohnenden 
aschgrauen Tauben, als sich an Makka gewöhnt habende."*) 

Vgl. „Darauf fügten sie hinzu, dafs sie in ihrem Stamme, 
veroebend wären ihre Sünden, ohne ruhmrediir zu sein." 



) Der eiste Halbvers: al kdana tu-1-baita «aira- 



220 Die Rection 



„Setze durch das die Rection Ausübende eine Folge in 
den Accus, oder Gen., dies verlangt den Accus, der ande- 
ren Worte." 

Erkl. Beim Part. act. ist die Annexion an das sich ihm 
anschliefsende Regime möglich, so wie auch der Accus. Hat 
das Part. act. zwei Regime, und hat man es an eins dersel- 
ben annectirt, ist der Accus, des anderen nöthig, vgl. hadä* 
mu c ti zaidan dirhamän. 

„Setze in den (Jen. oder Accus, »las dem Genitiv fol- 
gende Wort, vgl. der erstrebende Hohheit und Vermögen 
(mubtagi g'ähin wa malän) ist der, der sich erhoben." 

Erkl. Das Wort, welches dem vom Part act. durch die 
Annexion in den Gen. gestellten Wort folgt, kann im Gen. 
und Accus, stehn: im Gen. in Hinblick auf die äufsere Er- 
scheinung, im Accus, durch die Vcrsehwcigung eines Ver- 
bum. So ist die richtige Ansicht. — Nach der bekannten 
Auflassung aber steht der Accus, in Hinblick auf die eigent- 
liche Stellung des in den Genitiv Gesetzten. Beide Lesarten 
finden sich im Verse: 

Vgl. „Dessen, der hundert edle weifse Karneole giebt, 
und ihren Knecht ('abdihä und f abdahä), während zwischen 
ihnen ihre Fidlen umhertreiben." 

Vgl. „Bist du nicht sendend den Dinar zu unserem 
Bedürfhifs, oder den c Abdu-Rabbin, den Bruder des c Aun 

des Sohnes Mi räk's?'' 

„Alles, was dem Part. act. zugeschrieben wird, bekommt 
auch das Part. pass. ohne Bevorzugung, so dafs dieses wie ein 
Verbum passivi hinsichtlich der Bedeutung ist, vgl. der, dem 
Genüge gegeben ist (al-nnftä kafäfän), hat genug." 

Erkl. Alle über Part. act. voraufgehenden Bestimmun- 
gen, wie dafs es, wenn es von al entblöfst ist, Rection ausübt, 
im Fall es im Sinne des Praesens oder Futur steht, unter 
der Bedingung nämlich, dafs es sich stützt, (d. i. annectirt 
steht); ferner, dafs es mit al versehn ganz allgemein regiert; 
gelten auch für das Part. pass. Ebenso wie die Regel des Part, 
pass. ist dem Sinne und der Rection nach die Regel des Verb. 
denn es setzt sein Object in den Nominativ so wie 



abnijata-1-masädiri. 22 1 

das Verbum. Hat es zwei Objecte, steht das eine im Nom. 
und das andere im Accus., vgl. al- mu'tä kafäfän jakfafi. 

Das erste Regime ist ein verborgenes Pronomen, das auf al 
zurückgeht; dies steht im Nom., da es an der Stelle des 
Fa'il steht, und kafäfän ist das zweite Object. 

„Auch wird es annectirt an ein Nomen, das dem Sinne 
nach im Nom. steht; vgl. „der Gelobte in Betreff des Zie- 
les ist der Gottesfürchtige , mahmudu- 1 - makasidi al- 
wari'u/" 

Erkl. Beim Part, pass. ist*s möglich, dafs es an das 
durch dasselbe in 'den Nom. Gestellte annectirt werde, man 
sagt für zaidun madrübun c abduhu, zaidun madrübu- 
l-'abdi. Man annectirt das Part. pass. an das, was durch 
dasselbe in den Nom. gestellt ist, vgl. al-wari c u mahmüdu- 
1-makasidi, urspr. al wari'u mahmiidun makäsiduhu. 
Dies ist beim Part. act. unmöglich, man sagt nicht marartu 
birag'ulin däribi-1-abi zaidan für marartu birag'ulin 
däribin abühu zaidan. 



XXXIII. Die Bildung des Masdar. 

(abnij atu- l-masädiri). 

„Fa ( lun ist die regelrechte Form des Masdar der Tran- 
sitiva mit 3 Radicalen, vgl. radda, raddun." 

Erkl. Das dreiradicalige transitive ^ erbum bildet sein 
Masdar nach der Form fa ( lun regelrecht und durchgängig. 
Dies erklärt bestimmt Sibawaihi an mehreren Stellen, vgl. 
daraba darbän. Einige meinen, dafs diese Regel nicht 
allgemein sei, doch das ist nicht richtig aufgefafst. 

„Die Klasse der intransitiven Verba auf fVila bildet 
fa c alun, vgl. farahun, g'awän und s'alalun." 

Erkl. Das Masdar der intransitiven Verba der Form 
fa c ila kommt regelrecht auf fa c alun vor, vgl. fariha fara- 
h ä n etc. 



■j-2-2 I ic Bildung dos Maftdar. 

„Die intransitiven Verba der Form ta'ala wie ka'ada. 
haben die Form fu f ülun durchgängig für »las Masdar, vgl. 
gadft, wenn nicht dae Verbuni *1 1 *^ Form fi'älun oder f'a'a- 
länun, oilcr tu' ahm fordert fi'älun ist bei den eine 
Weigerung bezeichnenden Verben gebräuchlich, fa'alanun 
bei den Verben, die eine Orts- Veränderung bezeichnen, lu'a- 
lun ist bei den eine Krankheit oder einen Ton bezeichnen- 
den Verben gewöhnlich, während nach fa f llun das Masdar 
der rinen Wandel oder Schall bezeichnenden Verba sich 
bildet" 

Erkl. Das Masdar eines intransitiven Verhorn der Form 
ta'ala bildet sieli regelrecht auf fu c ülun, wenn nicht das 
Masdar die anderen erwähnten Formen verlangt. — Die eine 
Weigerung hezeichnenden Verba verlangen die Form fi'älun, 
vgL abä ibäWn. Es verhingt die Form fa'alanun jedes 
Verbum, das eine Orts- \ eränderung hczeichnet, vgl. täfa 
tawafanän. Die Form fu'älun verlangt jedes Verbum, 
das eine Krankheit oder einen Schall hczeichnet, vgl. sa ( ala 
Mialän und na'aba nu'ahän. Die Form fa'ilun dient zum 
Masdar den einen Gang oder Schall bezeichnenden Verben 
damal a damilän galloppiren, na'aba na c ibän krächzen. 

„fu'ulatun und fa 'älatun gebührt der Form fa ( ula, 
vgl. sahula-1-amru es ist leicht die Sache und zaidun 
g'azula, Zaid ist klug." 

Erkl. Bildet sich ein V 7 erbum nach der Form fa'ula 
und ist es nur intransitiv, so bildet sich das Masdar nach 
der Form fu'ulatun, oder fa'älatun, vgl. sahula suhü- 
latan und fasuha fasähatan. 

„Was als dieser Weise widersprechend vorkommt, das 
gehört der Ueberlicferung an, vgl. suhtun Unwille, ridän 
Wohlgefallen." 

Erkl. Das in diesem Capitel Voraufgegangene ist die 
feststehende Kegel heim Masdar des dreiradikaligen Verbum; 
was dem zuwiderläuft ist nicht als Kegel aufzustellen, sondern 
man heschränkt sich dabei auf die gehörten Fälle. 

„Bei den nicht aus drei Buchstaben bestehenden Ver- 
balformen vgl. als regelrechte Masdar: von kaddasa 



abnijatu-t-ma«ädiri. 223 

takdisun, von zakkä tazkijatun, von ag'mala ig'mälun, 
von tag'ammala tag'ammuluu, von ista ( äda isti ( ädatun, 
dann von akäma ikämatun; hier ist das Tä meist nöthig. 
Bei den Formen, die ein Hamz der Verbindung zu Anfang 
haben, steht vor dem Endbuchstaben ein Madda und Fath, 
während Kasr dem zweiten .Buchstaben folgt, vgl. istifa'an. 
— Mit Damm steht der vierte Buchstabe in Fällen wie ta- 
lamlama." 

Erkl. Verf. erwähnt die Masdar der Verbalformen, 
welche nicht aus drei Buchstaben bestehn. Diese sind alle regel- 
recht. Die Form fa <f ala kann von Verben mit starken oder 
schwachen Consonanten gebildet werden. Bei den aus star- 
ken Consonanten gebildeten Verben bildet sich das Masdar 
nach taf c ilun. Vgl. „Es redete Gott zu Mose ein Reden 
(taklimän)." Bisweilen wird das Masdar dieser Formen nach 
fi cc alun gebildet, vgl. Kur. 78, 28. „Sie nannten lügnerisch 
unsere Verse (kiddäbän)", oder auch nach fi f älun. Wird 
die Form von Verben mit schwachen Radicalen gebildet, ist 
das Masdar in derselben Weise, doch wird das Ja, der Form 
taf c ilun weggenommen und Tä an dessen Stelle gesetzt, so- 
mit wird das Paradigma taTilatun, vgl. von zakka tazki- 
jatun. Selten wird von diesen Verben die Form taf c ilun 
gebildet. 

Vgl. „Die ganze Nacht liefs sie auf- und niedergehn 
ihren Eimer (tunazzi tanzijjän), wie hüpfen läfst ein altes 
Weib einen Knaben." 

Hat das Verbum ein Hamz zum Radical, diesen Fall er- 
wähnt Verf. nicht, so bildet es das Masdar nach taf c ilun 
und tafSlatun, vgl. hatta 5 a tahtPän und tahtPatan. — 
Die Form af f ala bildet bei einem Verbum mit drei starken 
Consonanten das Masdar nach if c älun. Bei einem Verbum 
aber mit schwachem mittleren Radical wird der Vocal des 
zweiten Radical auf den ersten übertragen und der zweite 
Radical fällt weg. Man setzt an die Stelle desselben meist 
Tä fem., vgl. ikämatun für ikwämun. Die Stellvertretung 
durch dies Tä ist gewöhnlich, doch fällt dasselbe auch bis- 
weilen fort, vgl. Kur. 21, 73. ikäma-s- saläta. Die Form 
tafa t( ala bildet das Masdar tafa C( ulun. Die Verbalfoi'men, 
deren Anfang durch Hamz der Verbindung gebildet wird, 



22 | Di( Bildung dos Ma*dnr. 

M'i/i'ii den dritten Buchstaben bei der Bildung des Masdar 
mit Kasr und fügen »-in Alif vor drin Endbuchstaben «'in. 
Dies gilt von den drei Formen inl'a'ala, ifta ( ala und istaf- 

'ala. Wird dir Form istafala von Verben mit einem 

schwachen mittleren Radical gebildet, wird der Vbcal des 

/weiten liadieal auf den ersten übertragen und jener wegge- 
nommen, dafür fugt man nuthwendig das Ta fem. an, vgl. 
isti'ädatun für isti'wadun. Formen wie talamlama I lü- 
den das Masdar mit Damm auf dem vierten Buchstaben. 

.. I m'o Form fa'lala bildet als Masdar fflalun oder 
i'a'lalatun, betrachte als regelrecht die zweite, nicht die 
erste Form." 

Erkl. Das Masdar von fa'lala kommt in der Form 
ti'l.älun vor, vgl. dahrag'a dihräg'än und in der Form 
I'a'lalatun. Die letztere ist die regelrechte, vgl. dahrag'a 

dahrag'a tan. 

„Bei der Form fä'ala ist das Masdar ffälun und mu- 
la'alatun. Andere Formen, die vorkommen, halten sich im 
Gleichgewicht mit dem Gebrauch." 

Erkl. Alle Verba wie fä'ala bilden das Masdar nach 
fi'älun und raufä c alatun, vgl. däraba diräbän muda- 
rabatan. Die Formen des Masdar der nicht aus drei Buch- 
staben bestehenden Verba, welche im Gegensatz zu den er- 
wähnten Formen vorkommen, sind doch nicht als regelrecht 
aufgestellt. Der Sprachgebrauch bildet hier das Gegenge- 
wicht, so dafs man die Formen nur mit Vorsicht wagen darf. 
Wie man beim Verbum mit schwachem Radical für tanzij- 
jän, tanzijjatan bildete, so gebraucht man auch von hau- 
kala das Masdar hikälun, während haukalatun die rich- 
tige Form wäre. 

Vgl. „O mein Volk, schon bin ich sehr alt, oder dieser 
Zeit genaht. Das schlimmste Alter (hikälun) der Männer 
ist der Tod." 

So kommt auch als Masdar von tafa cc ala tii ( älun vor, 
vgl. tamallaka timlakun, während die regelrechte Form 
t am all ukun wäre. 

v. 455. „I'Vlatun ist die Form, welche das Einmalige bezeichnet, 



abnijatu asmu'i-l-fä. r ilina wal-maf c ülina was-silati al mus'abbabati biliä. 225 

vgl. g'alsatun. fi c latun dient die üufsere Form zu bezeich- 
nen, vgl. g'ilsatun." 

Erkl. \V r ill man das einmalige Geschehn des Masdar 
eines dreiradiealigen Verbum bezeichnen, bildet man die Form 
fa c latun. Dies geschieht, wenn das Masdar nicht mit dem 
Femininal-Ta gebildet wird. Ist dies der Fall, fügt man 
zum Masdar ein Wort hinzu, um die Einheit zu bezeichnen, 
wie z. B. wähidatun. Will man die äufsere Form aus- 
drücken, gebraucht man das Paradigma fi c latun, vgl. g'a- 
lasa g'ilsatan hasanatan. 

„ Durch das Tä bilde das Nomen unitatis vom Masdar 
eines Verbum mit mehr als drei Buchstaben. Abnorm ist 
eine Form wie himratun bei solchem Masdar." 

Erkl. Will man die Einheit bezeichnen von dem Mas- 
dar eines Verbum mit mehr als drei Eadicalen, fügt man 
zum Masdar das Tä fem. hinzu, vgl. ikrämatun. Selten 
kommt die Bildung der Form ficlatun bei anderen als drei- 
radiealigen Verben vor, vgl. die Bildung der Form al-him- 
ratu von ahtamara, vfs:l. al- c immatu von ta f ammama. 



XXXIV. Die Bildung der Participia act. und pass. 
und der ihnen ähnlichen Eigenschaftsworte. 

(abnijatu asm$'i-l-f& |C ilina wal-inafülin a was-sifati al- 
m u s'a b b a k ati b i h ä ). 

„Nach dem Paradigma fa c ilun bilde Part. act. von ei- 
nem dreiradiealigen Verbum, vgl. gada.'' 

Erkl. Will man Part. act. von einem dreiradiealigen 
Verbum bilden, geschieht dies nach dem Paradigma fa'ilun. 
Dies ist als Regel zu betrachten bei jedem Verbum nach 
der Form fa ( ala mit Fath auf dem mittleren Stammbuchsta- 
ben, gleichviel, ob das Verbum transitiv oder intransitiv ist, 
vgl. daraba däribun, dahaba dahibun und gada gä- 
din. Geht das Verbum nach der Form faSla mit Kasr des 
mittleren Kadical, ist es transitiv oder intransitiv. Ist es tran- 

15 



226 Dk Bildung d. Part, act a. pass.u. d. Omen ähnlichen Eigenfiohaftsworte. 

>itiv, so ist die regelrechte Form dea Pari. act. ebenfalls 
i:i ilun. vgl. rakiba rakibun. Ist es aber intransitiv, oder 
i-t das dreiradicalige Verbum nach der Form fa c ula, ge- 
braucht man nicht beim Part. act. die Form la'ilun aufser 
in gehörten Fällen. — Das behandelt Verf. im folgenden 
Vers« • 

„Diese Form ist schon beim Verbum ia'nla und 
faila. wenn letzteres nicht transitiv ist; die regelrechten 
Formen Bind dann la'ilun, af l alun und f'aMänu, vgl. 
as'ifun, Badjanu und ag^iaru." 

Erkl. Die Form Part. act. nach fVilun ist selten beim 
Verbum der Form ia'nla, vgl. hamuda hämidun, ebenso 
beim Verbum der Form l'a'ila, wenn es transitiv ist, vgl. 
amina aminun. Die regelrechte Form des Part. act. bei 
intransitiven Verben der Form fa'ila ist fa ( ilun, vgl. na- 
dira und nadirun odcrfa'länu, vgl. c atis'a 'ats'anu, end- 
lich af alu. vgl. g'ahira ag'haru. 

..Die Formen fa c lun und fVilun sind vorzuziehen bei 
Ia'nla. vgl. dahuma daljmun, g'amula g'amilun. Die 
Formen af'alun und fa'alun sind als Part. act. hierbei selten; 
ähnlich wie la'ilun kommt auch bisweilen fa c alun vor." 

Erkl. Die Formen f'a'lun und fVilun als Part. act. sind 
Im'i einem Verbum wie ia'nla vorzuziehen, vgl. daljuma 
daljmun, g'amula g'amilun. Die Formen af ( alu und 
fa c alun kommen sehen als Part. act. von Verben wie fa c ula 
vor, vgl. katuba ahtabu und batula batalun. Wie vor- 
aufgeht, ist die regelrechte Form für das Part. act. von ei- 
nem Verbum nach fa c ala la'ilun, doch bisweilen kommt 
eine andere Form hierbei vor, vgl. taba tajjibun und s'äha 
s'aihun, s'äba as'jabu. 

„Die Form des Imperfectnm ist bei den nicht nur aus 
drei Buchstabon bestehenden Verben gleich der des Part, act., 
vgl. muwäsilun mit dem Kasr des vorletzten Buchstaben 
(des vom letzten befolgten) und dem Damm des Mim, das 
zugesetzt ist und voraufgeht. Setzt man Fath an die Stelle des 
Kasr entsteht die Form des Part, pass., vgl. al-muntaziru." 

Erkl. Die Form für das Part. act. von Verben mit 



abnijatu asmä'i-I-fä' ilina wal-maf ülina was-sifati al raus'abbahati biliu. 227 

mehr als drei Buchstaben ist auch die Form des Impcrfectum 
nach der Zusetzung des Mim mit Damm im Anfang. Das 
dem letzten Buchstaben Voraufgehende steht mit Kasr ganz 
allgemein, d. h. gleichviel, ob es mit Kasr stand im Imper- 
fectum oder mit Fath, vgl. kätala, jukätilu mukätilun 
und tadahrag'a, jatadahrag'u mutadahrig'un. Will man 
Part. pass. von einem Verbum mit mehr als drei Buchstaben 
bilden, so ist die Form gleich der des Part, art., doch steht 
mit F'ath das vorher mit Kasr Versehene, nämlich der vor- 
letzte Buchstabe, vgl. mukätalun und muntazarun. 

„Beim Part. pass. eines Verbum aus drei Radicalen 
ist allgemein die Form maf c ülun angenommen, wie dasselbe 
z. B. von kasada vorkommt." 

Erkl. Will man das Part. pass. eines dreiradicaligen 
Verbum bilden, bildet man durchgängig die Form maf c ülun 
als regelrecht, vgl. kasada maksüdun. 

„Es vertritt in überliefernten Fälle fa c ilun dieses maf- 
( ülun, vgl. fatätun oder fatän kahilun." 

Erkl. FVilun vertritt die Stelle von maf c ulun, indem 
es den Sinn desselben bezeichnet, so vertritt g'arihun 
mag'rühun und kahilun makhülun. Doch ist dies nicht 
als Kegel hinzustellen, man beschränkt sich dabei auf die 
gehörten Fälle. Der Sohn des Verf. meint, die Form fa f i- 
lun vertrete häufig maf ( ülun, doch ist es nicht als regel- 
recht nach allgemeiner Uebereinstimmung betrachtet. Hin- 
sichtlich der Behauptung, dafs darüber allgemeine Ueberein- 
stimmung herrsche, kann man noch seine Betrachtung anstellen. 
Der Sohn des Verf. sagt im Tashil im Capitel über das 
Part, act., da wo er die Stellvertretung des fa c ilun für maf- 
c ülun erwähnt, es sei nicht regelrecht gegen die Ansicht ei- 
niger. Ferner sagt er in seinem Commentar, einige meinen 
diese Form sei regelrecht bei allen den Verben, die nicht 
die Form fa c ilun im Sinne von fä c ilun gebrauchen. Hat 
aber das Verbum die Form fa l ilun im Sinne von fä c ilun, 
so vertrete diese F^orm nicht regelrechter Weise das Part, 
pass. Auch sagt er im Capitel vom Masculinum und Femi- 
ninum, die Bildung der Form fa c ilun in der Bedeutung von 
maf c ülun sei bei ihrer Häufigkeit nicht als regelrecht be- 

15* 



. ..,iu Part paas. fchaabuta Bignisehafiswort (Äfiv). 

trachtet So beaeichnel et dorl als die Richtigste der beiden 
Meinungen dieselbe wie hier. 

Dies verlangt nicht nothwendig die Verneinung des Gd- 
gentheils. Man kann den Sohn des Verf. damit entschuldigen, 
dafs er nicht die allgemeine Uebereinstimmung darüber, dafs 
t'a'ilnn nicht iiiafüliiii ganz allgemein, d. h. in jedem \ er- 
bum vertrete, behaupte. Dies verhall sich auch so, indem 
es gestützt ist auf das, was sein Vater im Commentar dea 
Tashil erwähnt, dafs der, welcher dies für regelrecht hält, es 
Bpeciell mir hei dem Yerbum gestattet, das nicht die Form 
fa c ilun im Sinne von i'ailun hat. — Verf. macht durch 
das Beispiel im Vers darauf aufmerksam, dafs bei der Form 
i'a'ilun, welche gleichbedeutend ist dem maf c ülun, masc. 
und fem. gleich sind. Dies behandeln wir noch weiter un- 
ten beim Femininum. Verl', meint im Tashil, dafs fa c ilun 
mai'ülun nur in Hinsicht der Bedeutung vertrete, nicht in 
der Eection. Man sagt nicht niarartu birag'ulin g'ari- 
hin 'abduhu, so dafs c abduhu im Nominativ durch g'a ri- 
ll un stünde. Andere behaupten aber gradezu, dafs dies 
erlaubt sei. 



XXXV. Das dem Part. pass. ähnelnde Eigenschafts- 
wort (/Sifa). 

(as-.sil'atu al-mus'abbahatu bismi-l-fä'il i). 

„Eine Sifa, durch die man richtigerweise das regierende 
Subject in den Genitiv setzen kann, ist die dem Part. act. 
ähnelnde." 

Erkl. Nach dem Voraufgehenden bezeichnet man als 
Sifa dasjenige Wort, das ein Abstractum und ein Wesen 
ausdrückt. Diese Definition umfafst Part, act., Part, pass., 
die Comparativ-Form und die ähnelnde Sifa. Als Merkmal 
der ähnelnden Sifa bezeichnet Verf. dies, dafs man die Geni- 
tivirung ihres reg. Subjects durch dieselbe gutheifsen kann, 
vgl. hasanu-1-wag'hi, ursp. hasanun vvag'huhu. wag'- 
huhu steht hier im Nominativ durch hasanun. Dies geht 
nicht an bei den Eigenschaftswörtern anderer Klassen. Man 



as-sifatu al-nms'abbaliatu bisiiii-1-fa'ili. 229 

sagt nicht zaidun däribu-1-abi c amrän für däribun 
abühu Sxmrän. Doch kann wie voraufgeht, das Part. pass. 
an das von ihm in den Nominativ Gesetzte annectirt sein. 
Man sagt zaidun madrübu-1- abi. Dies wäre dann dem 
ähnelnden Eigenschaftswort analog. 

„Die Bildung dieser Sifa von einem Intransitivum gilt 
nur für das Praesens, vgl. tähiru-1-kalbi reines Herzens, 
g'am ilu-z-zähiri schön an Erscheinung." 

Erkl. Die ähnelnde Sifa wird nicht von einem Transi- 
tivum gebildet, man sagt nicht zaidun kätilu-1-abi ba- 
krän für kätilun abühu bakrän, denn diese Sifa wird 
nur von einem Intransitivum gebildet. Auch geschieht dies 
nur für die gegenwärtige Zeit, mau sagt also nicht zaidun 
hasanu-1-wag'hi gadän oder amsi. Durch die gegebenen 
Beispiele deutet Verf. an, dafs die ähnelnde Sifa, wenn sie 
von einem dreiradicaligen Verbuni gebildet wird nach zwei 
Formen sich bildet: 1) Die dem Imperfectum ähnliche Form, 
vgl. tähiru-1-kalbi, diese ist selten. 2) Die dem Imperf. 
nicht gleichende Form und diese ist häufig, vgl. g'amilu-z- 
zähiri. Wird aber diese Sifa von einem nicht aus drei 
Buchstaben bestehenden Verbum gebildet, mufs sie nothwen- 
dig dem Imperfectum analog sich bilden, vgl. muntaliku- 
1-lisäni. 

„Die Rection des Part. act. von einem transitiven Ver- 
bum gebührt auch dieser Sifa nach der beschränkenden Be- 



Erkl. Für die ähnelnde Sifa steht die Rection des Part. 
act. eines transitiven Verbum fest, nämlich der Nominativ 
und Accusativ, vgl. zaidun hasanun al-wag'ha. In ha- 
sanun steckt ein im Nominativ stehendes Pronomen und 
dies ist das Fa c il; al-wag'ha steht im Accus., weil es dem 
regierten Object (al-maf f ülu bihi) gleicht, denn hasanun 
gleicht dem däribun und regiert wie dieses. Die ähnelnde 
Sifa regiert nach der beim Part. act. bestimmten Weise, sie 
mufs nämlich wie jone.< einen Stützpunct haben. 

„Die Voraufstellung seines Regime ist verwehrt; auch 
ist nöthig, dafs das Regime mit ihm in Beziehung stehe." 



230 1^3 dem P*rfc i>;is>. alinoiiuic Eigenschaftswort (.Sita). 

Erkl. Da die ähnelnde Sita in Hinsicht der Rcction 
eine Abtheilnng vom Pari. act. bildet, hat es weniger Rections- 
kraft und man kann ihm nicht sein Regime voranstellen, wie 
dies beim Part. act. möglich ist. Man sagt also nicht zai- 
dun al-wagha hasanun, wie man sagen kann zaidnn 
'ami'iin daribun. Auch regiert die ähnelnde Sifa mir et- 
W88 mit ihr in Verbindung Stehendes, vgl. zaidun hasanun 
wag'huhu, doch nicht etwas Fremdartiges. Man sagt nicht 
zaidnn hasannn c amrän, wogegen das Part. act. das in 
Beziehung Stehende und das Fremdartige regiert, vgl. zai- 
dun daribun gulämahu und daribun 'amrän. 

„Setze durch die ähnelnde Sifa, sei es, dafs sie mit oder 
ohne al steht in den Nom. Accus, und Gen., das mit al Ver- 
sehene und das mit denselben als an al Annectirtes, oder da- 
von Entblöfstes, sich Verbindende. — Doch mache von dieser 
Sifa, wenn sie mit al steht, den Gen. eines Nomen, das von 
al und der Annexion an das ihm Folgende frei ist, nicht 
abhängig. Das was hiervon nicht frei ist wird bezeichnet 
als etwas das im Genitiv stehen kann oder auch nicht." 

Erkl. Die ähnelnde Sifa kann mit al oder ohne dasselbe 
stehn, doch bei keiner dieser beiden Annahmen ist das Re- 
gime frei von sechs Umständen: 

1) Dafs das Regime mit al ßtehe, vgl. al-hasanu-1- 
wag'hu, hi, ha und hasanun, nu-1-wag'hu, hi, ha. 

2) Dafs es ein Mndäf von etwas mit al Versehenem sei, 
vgl. al-hasanu wag'hu, hi, ha-l-abi, und hasanun, nu 
wag'hu, hi, ha-l-abi. 

3) Dafs es Mudäf von dem Pronomen des beschriebenen 
Worts (al-mausüf) sei, vgl. marartu bi-r-rag'uli-1-hasani 
wag'huhu, hihi, hahu und birag'ulin hasanin wag'- 
huhu, hihi, hahu. 

4) Dafs es Mudäf von einem Mudäf des Pronomen des 
beschriebenen Wortes sei, vgl. marartu bi-r-rag'uli-1- 
hasani wag'hu, hi, hja, gulämihi; oder birag'ulin ha- 
sanin, ni wag'hu, hi, ha gulämihi. 

5) Dafs das Regime Mudäf sei von einem von al ent- 
blöfsten Worte ohne die Annexion, vgl. al-hasanu wag'hu, 
hi, ha abin und hasanun, nu wag'hu, hi, ha abin. 



as-sifatu al-mus'abbaliatu bismi-l-fä c ili. 231 

6) Dafs das Regime von al und der Annexion entblöfst 
sei; vgl. al-hasanu wag'hän und hasanun wag'hän. 

Dies sind 12 fragliche Fälle und das Regime kann in 
jedem dieser Fälle entweder im Nom. oder Accus., oder Gen. 
stehen, woraus sich 36 Formen ergeben. 

Vgl. so die Grundverse : „Setze durch sie (die ähnelnde 
Sifa) in den Nom. xlccus. und Gen. mit al", d. h. wenn 
diese Sifa mit al steht, (vgl. al-hasanu) „und ohne al", d. h. 
wenn sie ohne al steht, vgl. hasanun, „das mit al Verse- 
hene", nämlich das Regime, welches dem al sich zugesellt, 
vgl. hasanun, nu-1-wag'hu, hi, ha, „und das mit dersel- 
ben als an al Annectirtes, oder davon Entblöfstes sich Verbin- 
dende", d. i. und das Regime, welches mit der ähnelnden 
Sifa verbunden ist, wenn das Regime annectirt an al, oder 
frei von al und der Annexion ist. Das „als Annectirtes" 
umfafst das Mudäf, des mit al Versehenen, vgl. wag'hu-1- 
abi und das Mudäf des Pronomen des beschriebenen Wortes, 
vgl. wag' hu hu; so wie das Mudäf, welches an das Prono- 
men des beschriebenen Wortes annectirt ist, vgl. wag'hu 
gulämihi; ferner das Mudäf des ohne al und die Annexion 
Stehenden, vgl. wag'hu ab in. — Ferner liegt in den Wor- 
ten, „und nicht setze durch sie in den Genitiv etc." dafs diese 
Fälle nicht alle frei stehn, sondern von ihnen, wenn die Sifa 
mit al steht, vier Fälle verwehrt sind. Es ist verwehrt in 
den Genitiv zu stellen: 

1) Das Regime, das ein Mudäf von dem Pronomen des 
beschriebenen Wortes ist, vgl. al-hasanu wag'hihi. 

2) Das Regime, das Mudäf von dem Mudäf des Prono- 
men des beschriebenen Wortes ist, vgl. al-hasanu wag'hi 
gulämihi. 

3) Das Regime, das Mudäf eines von al entblüfsten 
Wortes ist, und nicht in Annexion steht, vgl. al-hasanu 
wag'hi ab in. 

4) Das Regime, welches von al und der Annexion ent- 
blöfst ist, vgl. al-hasanu wag'hi n. 

Der Sinn der Verse ist: setze nicht in den Gen. durch die 
ähnelnde Sifa, die mit al versehn ist, ein Nomen, das von 
al und der Annexion an etwas mit al Stehenden frei ist, wie 
die vier Fälle. Was hiervon nicht frei ist, kann im Gen. 
Nom. und Accus, stehn, vgl. al- hasanu-1-w ag'hu , hi, ha 



232 I) ''-' Verwunderung. 

und al-hasanu wag'hu, hi, ha-l-abi, so wie auch der Gen. 
Nom. and Accus, eines Regime in allen Fällen erlaubt ist, 
wenn dirse Sifa ohne al .steht. 



XXXVI. Die Verwunderung. 

(at-ta'ag'g'ubu). 

„Sprich in der Form af c ala nach mä zur Verwunde- 
rung, oder setze af c il vor das durch bi in dein Genitiv 
stehende Wort. Das dem af c ala Folgende setze in den 
Accusativ, vgl. „wie treu sind unsere beiden Freunde, wie 
aufrichtig sind sie mä aufä halilainä wa asdik bihimä." 

Erkl. Die Verwunderung wird in zwei Formen ausge- 
drückt: 1) ma af ( alahu, 2)' af c il bihi, vgl. zum ersten mä 
ahsana zaidan. mä ist Mubtada 3 und zwar bei Sibawaihi 
ein vollständig indeterminirtes, und ahsana Verbum Perfec- 
tum, dessen Fä ( il ein verborgenes Pronomen ist, das auf mä 
zurückgeht, zaidän ist Object zu ahsana. Der Satz ist ein 
Habar von mä dessen rest. : s'ai 3 un = „etwas hat schön 
gemacht den Zaid". Bei der zweiten Form ahsin bizaidin 
ist ahsin \ erbum Imperativi, dessen Sinn aber die Verwun- 
derung, nicht der Befehl ist. Sein Fä c il steht durch bi im 
Genitiv, und bi ist pleonastisch. Dafs die Form af c ala bei 
der Verwunderung ein Verbum ist, ist dadurch klar, dafs 
das Nun der Abwehr ihm nöthig ist, wenn das Ja 1. pers. 
damit verbunden ist, vgl. „wie bedürftig bin ich der Ver- 
zeihung Gottes(mä afkarani)." Dafs die Form af^il bei der 
Verwunderung ein Verbum ist, wird dadurch klar, dafs das 
Nun der Bestätigung zu ihm tritt. 

Vgl. „Wie mancher liefs sich, nachdem er hundert Ka- 
rneole besessen hatte, eine kleine Heerde gefallen; wie sehr 
ist zu erwarten, dafs er eine lange Armuth ertragen wird 
(ahri bihi und ahrijan)." 

Das dein af c ala Folgende steht im Accus., da es ein 
Passiv-Object ist. asdik bihimä ist ein Jjeisjiiel der zwei- 
ten Form. Wh- haben oben gezeigt, dafs ma ein vollständig 



at-ta r ag'g'ubu. 23o 

Indeterminirtes ist*), und das ist das Richtige. Der nach- 
folgende Satz ist ein Habar davon, i-est.: s'aPun ahsana 
zaidän. — al-A!jfas' meint dagegen, dafa mä eine Conjunc- 
tion (mausüla) sei, und der Satz nach ihm sei die Sila da- 
von, das Habar davon sei weggefallen, rest.: alladi ahsana 
zaidän s'aPun c azimun. Andere meinen, es sei das mä 
der Frage und der Satz nach ihm, ein Habar davon, rest.: 
ajju s'ai'in ahsana zaidän. Andere meinen, es sei ein 
indeterminirtes Beschriebenes (näkira mausüfa), und der fol- 
gende Satz sei die Sifa dazu, das Habar aber sei wegge- 
nommen, rest.: s'aPun ahsana zaidän c azimun. 

„Die Wegnahme dessen, worüber man sich wundert, 
halte für erlaubt, wenn trotz der Wegnahme sein Sinn doch 
deutlich hervortritt." 

Erkl. Es ist erlaubt, das, worüber man erstaunt, näm- 
lich das im Accus. Stehende, und das durch bi im Genitiv 
Stehende wegfallen zu lassen, wenn darauf etwas hinführt. 

Vgl. „Ich sehe, wie der Mutter des c Amr Thränen her- 
abrollen, beim Weinen über c Amr, wie ist sie doch gedul- 
dig (ma käna asbara für asbarahä)." 

Ein Beispiel der zweiten Form, vgl. Kur. 19, 39. „Wie 
hörend sind sie und schauend (asmi c bihim wa absir rest.: 
bihim)." 

Vgl. „Und dies, wenn er den Tod trifft, trifft er ihn 
als ein Gepriesener, und wenn er einst reich war, wie wür- 
dig ist er dessen (fa^ag'dir seil, bihi)." 

Das, worüber man erstaunt, fiel nach der Form af c il 
weg, obgleich diese Form nicht mit einer ähnlichen verbunden 
ist, und dieser Fall ist abnorm. 

„Bei beiden Formen ist von altersher die Verwehrung 
der Flexion nach einer allgemein anerkannten Kegel noth- 
wendig." 



*) Das mä tamina ist gleich s'ai'un,.d. i. etwas; hierzu kommt 
ein Prädicat. 

Das mä näfcisa bedeutet „was' 1 , worauf eine »S'ifa folgen nuil's. 



234 l 1 ' Verwunderung. 

Erkl. Das Verbum der Verwunderung läfst sich nicht 
rlectiren , sondern beide Formen müssen nach einer Weise 
gehen, von af'ala wird nur das Perfectum, und von af c il 
nur der Imperativ gebraucht, und hierin giebt es keine ab- 
weichende Meinung. 

„Bilde diese beiden Formen von einem dreiradicaligen 
Verbum, das rlectirt wird, comparationsfähig und ohne Ne- 
gation ist, auch kein Beschreibungswort hat, das der Compa- 
rativi'orm gleicht, und das nicht nach fu c ila (dem pass.) geht." 

Erkl. Für das Verbum, von dem man das Verbum der 
Verwunderung bilden will, stellt man sieben Bedingungen: 

1) Mufs es dreiradicalig sein, denn man bildet diese 
Form nicht von Verben mit mehr Radicalen. 

2) Mufs es flectirbar sein, denn unnectirbare wie ni'ma 
bi 3 sa, ( asä, laisa bilden diese Formen nicht. 

3) Mufs seine Bedeutung eine Compar-ation zulassen. 
Man kann diese Form nicht von Verben wie mäta bilden, 
da darin nicht das Mehr eines Dings vor dein andern lie- 
gen kann. 

4) Mufs es ein vollständiges Verbum sein, nicht defectiv, 
wie kana und seine Verwandten; wiewohl die Küfenser dies 
gestatten. 

5) Darf es nicht negativ sein. Hierdurch nimmt Verf. 
die noth wendig negirten Verba wie mä c äg'a, oder die mög- 
licher Weise negirten aus, wie mä dar ab tu. 

6) Darf das Beschreibungswort des Verbum nicht nach 
der Form af c alu gebildet werden, wie dies bei den Verben, 
die eine Farbe bezeichnen der Fall ist, vgl. sawida aswadu. 

7) Darf es nicht im Passiv stehn; von duriba zaidun 
bildet man nicht mä adraba zaidän, um die Bewunderung 
eines Schlages auszudrücken, der auf ihn fiel, damit man es 
nicht mit der Bewunderung des Schlages verwechsle, den er 
ausgetheilt. 

v 480. J5 Dic Form as'did, as'adda oder ähnliches vertritt eine 

Admirativform da, wo eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist; 
das Masdar des Verbum, bei dem eine dieser Bedingungen nicht 
erfüllt ist, steht darauf im Accusativ. Nach der Form ai'il 
mufs man dasselbe nothu endig durch bi in den Genitiv setzen. 



at-ta* ag'g'ubu. 235 

Erkl. Die Verba, welche den Bedingungen nicht voll- 
kommen genügen, erreichen ihre Admirativform durch as'did 
und dergleichen, oder durch as'adda und seines gleichen. 
Das Masdar dieses Verbum, das den Bedingungen nicht ent- 
spricht, steht im Accusativ nach der Form af c ala als Maf f ül, 
und im Genitiv nach af c il durch bi, vgl. mä as'adda dah- 
rag'atahu und as'did bi dahrag'atihi, vgl. mä akbaha 
f awarahu und akbih bi c awarihi. 

„Beurtheile als Seltenheit Ausnahmen von der erwähn- 
ten Kegel, betrachte aber nicht als Regel das in dieser Weise 
Uebei-lieferte." 

Erkl. Kommt die Bildung des Verbum admirandi von 
einem der Verben vor, von denen wir erwähnten, dafs sie 
die Bildung der Admirativform nicht zuliefsen, so wird dies 
als Seltenheit behandelt, aber nicht als Regel: so wenn man 
von uhtusira gebraucht mä ahsarahu „wie kurz gefafst 
ist es" indem man die Form af c ala von einem Verbum passi- 
vum, das mehr als drei Buchstaben hat, bildet. So sagt man 
auch mä ahmakahu (wie dumm ist er), von hamika einem 
Verbum, dessen Eigenschaftswort sich nach der Form af c alu 
bildet, vgl. ahmaku. Ebenso sagt man auch mä a c sähu 
und a ( si bihi, „wie möglich ist es" vom unflectirbaren Ver- 
bum f asä. 

„Bei den Verben dieses Abschnitts wird das Regime 
nicht voraufgestellt, dasselbe mufs nothwendig mit ihnen ver- 
bunden werden. Durch das Zarf oder G'ärr wa Mag'rüi 
wird das Object gebräuchlicher Weise getrennt, doch besteht 
hierüber noch Streit." 

Erkl. Man kann das Regime eines Verbum admirandi 
nicht vor dasselbe stellen, man sagt weder zaidän mä ah- 
sana noch bizaidin ahsin. Es mufs mit seinem Regens 
verbunden sein, und es kann keine Trennung zwischen beide 
durch etwas Fremdartiges stattfinden. Für mä ahsana 
mu c tij aka-d-darähima sagt man nicht ma ahsana-d-da- 
rähima mu c tijaka. Hierbei ist kein Unterschied zwischen 
dem im Genitiv Stehenden, und dem anderen. Man sagt auch 
nicht für mä ahsana märrän bizaidin, ma ahsana bi- 
zaidin mär ran. Ist das Zarf oder Mag'rür Readme eines 



230 Die Verwunderung. 

Verbtim admirandi, so ist die Trennung zwischen dem Ver- 
bmn admirandi und seinem Regime eine Streitfrage. Die 
bekannte Auflassung ist, dafs die Freistellung unterstützt 
werde, entgegengesetzt der Ansieht von al-Ahfas', al-Mubar- 
rad und derer, die mit diesen zusammenstimmen. as-Saimari 
leitet die Verwehrung von Sibawaihi ab. Ein Beispiel, wo 
die Trennung in der Prosa vorkommt, ist der Ausspruch des 
Amn'i-bn Ma'di-kariba. „Wie trefflich die Söhne Salhns, 
wie schön ist in der Feldschlacht ihr Angriff und edelmüthig 
bei der Noth ihre Geschenke und fest im Edelthun ihre Be- 
ständigkeit (raä ahsana fi-l-haiga :, i likä^ahä etc.)." Ebenso 
der Ausspruch des ( Ali, seegne Gott sein Antlitz, als er bei 
c Ammär vorüberging, und von seinem Antlitz den Staub 
wischte: „Wie schwer lastet es auf mir, dafs ich dich sehe, 
o Abü-1-Jakzän niedergeworfen, zur Erde gestürzt (a c ziz 
'alajja abä-1-jakzäni an araka etc.)." — Ein Beispiel, wo die- 
ser Fall im Verse vorkommt, ist der Ausspruch einiger Ge- 
nossen des Propheten. 

Vgl. „Es sprach der Prophet der Gläubigen, rückt vor! 
und wie lieb war es uns, dafs er vorrücken liefs (wa 3 ahbib 
ilainä an jaküna mukaddimän)." 

Vgl. „Meine zwei Freunde, wie würdig ist der Ver- 
ständige, dafs er angesehn werde als ein geduldiger, aber 
es giebt kein Mittel zur Geduld (mä ahrä bidi-1-lubbi an 
jurä sabürän)." 



XXXV11. ni'ma und bi'sa und das nach ihnen sich 
Richtende. 

(ni'ma wa bi'.sa waina g'ara mag'rähumä). 

„Zwei unflectirbare Verba sind ni'ma und bi'sa, die 
entweder zwei mit al verbundene Worte, oder zwei Worte, 
die Mudäf von Worten mit al sind, in den Nominativ setzen, 
vgl. ni r ma f ukbai-l-kuramä „wie schön die Vergeltung 
der Edlen." Sie setzen ein Pronomen in den Nominativ, 
das von einem Tamjiz erklärt wird, vgl. ni'ma kau- 
män ma's'aruhu (wie schön seine Sehaar an Leuten)." 



ni'ma wä Wsa. 237 

Erkl. Die Lehrweise der grofsen Mehrheit der Gram- 
matiker ist, däfs ni f ma und bPsa zwei Verba sind. Das 
zeigt sich deutlich, da das Ta feminini daran tritt, vgl. ni c mat. 
Eine Anzahl der Küfcnser, worunter al-Farrä* meint, es seien 
zwei Nomina und man sucht dies dadurch zu beweisen, dafs 
die Praeposition nach der Redeweise einiger davor tritt, vgl. 
ni c ma-s-sairu alä bi'sa-l- f air a, „wie schön die Reise 
auf einem wie schlechten Esel''; vgl. raä hija bini f ma-l- 
waladu, in dem Beispiel: „Sie ist nicht, dafs man sagen könnte, 
wie hold ist das Kind; ihre Hülfe ist Weinen, und ihre Fröm- 
migkeit Spitzbüberei." Man erklärt diese Fülle so, dafs niSna 
im 



d bPsa als zwei Regime von einem weggenommenen Ver 



ÖÖ' 



bum des Sagens stehn, welches als Sifa von einem weggefalle- 
nen Substantiv steht, und dieses sei ein Mag'rür, nicht ni c ma 
und bPsa. rest.: ni c ma as-sairu c ala c airin makülin fihi 
bi c sa-l-airu und mä hija biwaladin makülin fihi 
ni c ma-l-waladu. Die Sifa und das Mausüf (Beschriebene) 
fiel weg und man setzte an ihre Stelle das Regime, indem 
man ni c ma und bPsa dabei in ihrer Eigenschaft als Verba 
liefs. Diese beiden Verba lassen sich nicht flectiren, und 
nur das Perfectum wird von ihnen gebraucht. Sie müssen 
ein durch sie in den Nominativ Gestelltes haben und dies ist 
dreierlei: 1) ist es mit al versehen, wie im Kuran vorkommt 
ni c ma-l-maulä, ni c ma-n-nasiru. Man streitet über die- 
ses al. Einige sagen, es sei wirklich für die Gattung, so 
dafs man die ganze Gattung lobe wegen des Zaid, dann er- 
wähne man den Zaid speciell, so dafs man ihn zweimal ge- 
priesen. Auch sagt man, al sei metaphorisch die Gattung 
zu bezeichnen, als ob man den Zaid übertragungsweise zur 
Bezeichnung der ganzen Gattung gebrauche. Auch sagt man, 
es sei zur Erinnerung. 

2) Dafs dasselbe an das mit al Stehende annectirt sei, 
vgl. 1 a n i c m a d a r u - 1 - m u 1 1 a k i n a , „ fürwahr o wie schön 
ist die Wohnung der sich Wahrenden." 

3) Dafs dasselbe ein Pronomen sei, welches durch ein 
indeterminirtes Wort, das nach ihm als Tamjiz im Accu- 
sativ steht, erklärt ist, vgl. ni c ma kaumän maVaruhu. 
In ni l ma ist ein verborgenes Pronomen, das durch kaumän 
erklärt ist, und maVaruhu ist ein Mubtada 3 . Andere mei- 
nen, maVaruhu stehe durch ni c ma im Nominativ, es sei 



238 ni'imi und bi's:i. und das Dach ilmcn sich Richtende. 

das F;Vil, und es gebe hier kein Pronomen. Einige meinen, 
kau man sei Hai, andere es sei Tamjiz, vgl. Kur. 18, 48. 
,,N\ ie Bchlimm ist es, als Vertretung für die Ungerechten 

(l'Tsa li/.-zälhnina badalanV 

Vgl. „N\ ie schön an Zufluchtsort ist der Herr, wenn 
zu furchten ist das Ungestüm des Frevlers, und die Macht 
des Grollenden (lani'ma mau'ilan al-manlä)." 

Vgl. „Es spricht meine Gattin während sie aufklagt, 
wie hälslich ein Mann, und fürwahr, was mich betrifft, wie 
häfslich die Frau." 

„Ueber die Vereinigung eines Tamjiz (Unterscheid ungs- 
worts) und eines hervortretenden Fä ( il herrscht wie bekannt 
bei ihnen Streit." 

Erkl. Die Grammatiker streiten, ob die Vereinigung 
des Tamjiz und des sichtbaren Fä c il bei ni c ma und dessen 
Verwandten erlaubt sei. Einige behaupten, dies sei nicht 
möglich wie man von Sibawaihi her überliefert hat, man 
sage nicht ni ( ma-r-rag'ulu rag'ulän zaidun; andere ge- 
stattet! dies und führen als Beleg folgende zwei Verse an. 

Vgl. „Die Taglibiten, wie häfslich ist ihr Stammvater 
als \ ater, und wie häfslich ihre Mutter mit dürrem Hinter- 
theil, das sie sich vielfach umgürtet (bPsa-1-fahlu fahluhum 
fahlän)." 

Vgl. „Versieh dich mit Kost wie dein Vater uns mit 
Kost versah, wie schön ist die Kost, Kost deines Vaters als 
Kost (ni'ma-z-zädu zadu abika zädän)." 

Einige machen einen Unterschied und sagen, wenn das 
Tamjiz einen überfliefsenden Sinn über das Fä'il giebt, kann 
man beide vereinigen, vgl. ni c ma-r-rag'ulu färisän zai- 
dun; wo nicht, so sei dies nicht gestattet. Fälle wie ni f ma- 
r-rag'ulu rag'ulän zaidun seien verboten. 

„mä in Fällen wie ni'ma mä jakülu-1-fädilu ist ein 
Tamjizartiges, auch sagt man, es stehe als Fä c il." 

Erkl. mä steht nach ni c ma und bPsa, man sagt ni c ma 
mä oder niSmmä und br'samä, vgl. Kur. 2, 273. „Wenn 
ihr öffentlich fromme Spenden gebt, wie schön sind sie (fa- 



ni'ma wa l>i\sa. 239 

ni c immä)." Vgl. Kur. 2, 84. „Wie häfslich ist das, womit 
sie ihre Seele erkaufen (bPsamä)." — Man ist uneins über 
dies ma. Einige sagen, es sei ein Indetcrminirtes, und das 
Fä'il von niSna sei ein verschwiegenes Pronomen. Andere 
meinen, es sei Fä c il und sei ein determinirtes Wort, so ist 
die Lebrweise des Ibn Harüf, die er von Sibawaihi ableitet. 

„Es wird das speciell Bezeichnete nach einem Mubtada* 
oder nach dem Ilabar eines Nomen erwähnt. Nie steht es 
am Anfang." 

Erkl. Nach ni'ma und seinem Fä c il wird ein in den 
Nominativ gestelltes Nomen erwähnt und dies ist das speciell 
zum Lobe oder Tadel Heiworgehobene. Das Kennzeichen 
desselben ist, dafs es pafst um als Mubtada 3 gestellt zu wer- 
den, und das Verbum mit dem Fä c il als Habar desselben, 
vgl. ni'ma-r-rag'ulu zaidun. 

Bei der Analyse dieses Satzes giebt es zwei anerkannte 
Auffassungs weisen: 1) dafs zaidun Mubtada 3 sei und der 
Satz vor ihm ein Habar desselben: 2) dafs zaidun Habar 
eines notwendigerweise fortgenommenen Mubtada 3 sei. rest. 
huwa zaidun, d. h. der Gelobte ist Zaid. Manche ver- 
wehren die zweite Auffassung und halten die erste für not- 
wendig. Auch sagt man, zaidun sei ein Mubtada 3 , dessen 
Habarein Weggenommenes wäre, rest.: zaidun al-mamduhu. 

„Geht eine Anzeige auf das speciell Bezeichnete vorauf, 
genügt ein Satz wie al- c ilmu ni c ma-l-muktanä walmuktafä 
(die Kenntnifs wie schön sie zu erwerben und ihr zu folgen)." 

Erkl. Geht etwas vorauf, das auf das zum Lobe, oder 
zum Tadel speciell Bezeichnete hinleitet, braucht man dasselbe 
nicht darauf zu erwähnen, vgl. die Rede Gottes über Hiob, 
Kur. 38 , 44. „Wir haben ihn befunden als ausharrenden, 
wie trefflich der Diener, denn er ist wahrhaft reuig sc. Hiob:" 
Das speciell zum Lob Hervorgehobene fiel weg, da das Vor- 
anstehende darauf hinführt. 

„Wie bi c sa setze sä?a; die Form fa c ula von einem drei- 
radicaligen Verbum gebrauche wie ni'ma ganz allgemein 
freistehend." 

Erkl. Es wird sä\a zum Tadel gebraucht, so wie bPsa. 
Sein Fä c il ist das, was FäSl von bPsa war. Dies ist entwe- 



•210 ni'ma und lü'sa. und das nach ihnen rieh Richtende. 

der mit al ausgerüstet, vgl. sä^i-r-rag'ulu zaidun, oder 
an das mit al Versehene umectirt, vgl. sfi?a gulämu-1- 

kaumi zaidun. Ferner ist sein Fa c il das Pronomen, wel- 
ches durch ein nach ihm Btehendes [ndeterminirtes erklärt 
wird, vgl. >:i'a rag'ulän zaidun, vgl. Kur. 7, 17(5. „Wie 
Bchlecht der Zustand dca- Leute, die zum Lügner machen 
-:i'a matal&n al-kaumu." Es wird nach sä'a das spceicll 
zum Tadel Hervorgehobene erwähnt, wie auch nach bi'sa 
mit der voraufgehenden Analyse. Verf. sagt ferner, man 
könne von jedem dreiradicaligen Vcrbum eine Form auf 
Im' nla bilden, um Lob oder Tadel zu bezeichnen. Diese 
Verba würden wie ni'ma und bi 3 sa in allen voraufgehenden 
Regeln behandelt, vgl. s'arufa-r-rag'ulu zaidun und la'u- 
ma-r-rag'ulu bakrun „wie gemein ist Bakr als Mann". Das 
nothwendige Erfordernifs von dieser Regel wäre, dafs man z. B. 
von 'alima sagen könnte 'aluma-r-rag'ulu zaidun. Verf. 
und sein Sohn führen Beispiele davon an; andere aber sa- 
gen klar aus, die Verwandlung von c alima, g'ahila, und 
sami f a zur Form fa'ula sei nicht erlaubt. Denn wo die 
Araber in dieser Weise diese Verba anwenden, lassen sie 
die Form auf Kasr im mittleren Stammbuchstaben und ver- 
wandeln es nicht in Damm. So müssen auch wir diese Verba 
in ihrem ursprünglichen Zustand lassen und sagen c alima- 
r-rag'ulu zaidun „wie weise ist als Mann Zaid"; so auch 
die anderen Formen. 

„Wie ni'ma ist habbadä, vgl. h abbadä-l-fä f ilu da 
„Wie lieblich der das thuende". Will man einen Tadel be- 
zeichnen, sprich lä habbadä." 

Erkl. Man sagt zum Lobe habbada zaidun und zum 
Tadel lä habbadä zaidun. 

Vgl. ..Gebt acht; wie lieblich ist das Volk der Wüste, 
aufser dafs man, wenn man von Majjun spricht, sagt, wehe ihr." 

Man streitet über die Analyse. Abu c Ali-l-Färisi in den 
Bagdadijjät, Ihn Barhän und Ibn Härüf meinen, die erwähnte 
Bei die Lehrweise des Sibawaihi, und dafs, wer anders sage, 
ihn falsch beurtheile. Verf. hält für gewählt habba als ein 
Verl .tun Perlectum zu betrachten, und da als sein Fä'il; das 
spceicll Hervorgehobene könne Mubtada 5 sein, und der Satz 



ni'ma wa bi'sa. 241 

vor ihm Ilabar, auch kann es Habar eines weggenommenen 
Mubtada 3 sein, rcst.: huwa zaidun, d. h. der Gelobte, oder 
der Getadelte ist Zaid. al-Mubarrad in dem Muktadab, Ibnu-s- 
Sarrag' in den Usül und Ibn His'äm al-Lahmi behaupten, was 
auch Ibn 'Usfiir für gewühlt hält, dafs habbadä ein Nomen 
sei und zwar Mubtada 5 , und das speciell Hervorgehobene 
Habar desselben, oder habbadä sei ein vorgestelltes Ila- 
bar, und das speciell Hervorgehobene ein nachgestelltes 
Mubtada*. habba werde mit da zusammengesetzt und als 
ein Nomen hingestellt. Andere, worunter Ibn Durustawaihi, 
meinen, habbadä sei ein Verbum Perfecti und zaidun sein 
Fä c il. habba wurde mit da zusammengesetzt und als Ver- 
bum hingestellt. Dies ist die schwächste Lehrweise. 

„Schliefse dem da das speciell Erwähnte an, was es auch 
sei, lafs dies nicht von seiner Form abweichen, und dies ist 
einem Sprichwort ähnlich." 

Erkl. Steht das speciell zum Lobe oder Tadel Erwähnte 
nach da, so wird, in welchem Zustande jenes auch sein mag, 
da im Sing. Masc. Fem. Dual. Plur., nicht verändert. Es 
wird nicht wegen der Verschiedenheit mit dem speciell Her- 
vorgehobenen geändert, sondern verlangt nothwendig im Sing, 
und im Masc. zu stehn. Dies geschieht, weil es dem Sprich- 
wort gleicht, und das Sprichwort ändert sich nie. So sagt 
man: „im Sommer hast du (Frau) die Milch verloren" (d. i. 
nach geschwundener Gelegenheit strebst du nach etwas) für 
Masc Fem. Sing. Dual. Plur. in derselben Form, ohne es 
zu ändern. Ebenso sagt man auch habbadä in allen Casus 
und Genus, und läfst da nie aus seiner Sing. Masc. Form 
treten, sonst müfste man sagen habba di hin dun etc. 

„Ein anderes Wort als da setze durch habba in den 
Nominativ, oder durch bi in den Genitiv. Steht da nicht, 
wird häufig das Ha mit Damm versehn." 

Erkl. Steht nach habba ein anderes Nomen als 
da, sind zwei Behandlungsweisen möglich: 1) der Nominativ 
durch habba, vgl. habba zaidun, und 2) der Genitiv durch 
ein pleonastisches bi, vgl. habba bizaidin. Die ursprüng- 
liche Form ist habuba, dann werden die beiden Bä ineinan- 
der verschlungen, und so entsteht habba. Steht nun da 

16 



■>]■_' Die Form dea Vorzugs. 

nach hahba. muß Ha Fath haben, vgl. habbadä; folgl 
ihm aber etwas anderes, kann IIa mit Damm oder Fath Btehn, 
vgl. hubba zaidun und hahba zaidun. 

Vgl. „Ich sprach. tödtel ihn (dem Wein) weg von Euch 
durch seine Mischung, wie küstlich ist er (habba und hubba 
bih&) als getödteter, wenn ei getödtet wird." 



XXXVIII. Die Form des Vorzugs 

(af'alu-I-taf./ili). 

„Bilde von den Worten, von welchen die Form der Be- 
wunderung gebildet wird, die Form af c alu für den Vorzug, 
verschmähe, was zu verschmähen." 

Erkl. Von den Verben, welche die Formen der Ver- 
wunderung bilden, kann man zur Bezeichnung des Vorzugs 
ein Eigenschaftswort nach der Form afalu bilden, so kann 
man sagen zaidun afdalu min 'amrin, wie man auch sa- 
gen kann ml afdala zaidan. Von den Verben, welche die 
Form der Verwunderung nicht bilden können, kann man auch 
nicht die Form des Vorzugs bilden. So wird diese Form 
nicht von Verben mit mehr als drei Buchstaben gebildet, 
weder von dahrag'a noch von istahrag'a; auch nicht von 
unhYcfirbaren Verben wie niSna und b?sa; ferner nicht von 
den Verben, die zum Ausdruck der Vorzügliehkeit nicht pas- 
sen, wie mäta, fanija; auch von keinem Verbum defectivum 
wie käna und seinen Verwandten; dann von keinem negir- 
ten Verbum wie mä daraba; auch nicht von einem Verbum, 
von dem schon ein Beschreibungswort auf af c alu vorkommt, 
vgl. hamira, ahmaru; endlich nicht von einem ins Passiv 
gesetzten Verbum. Abnorm ist die Redeweise huwa ahsaru 
min kada, da hier die Form des Vorzugs von uhtusira 
gebildet ist, das doch mehr als drei Buchstaben hat und im 
Passiv steht. Ebenso ist abnorm zu sagen aswadu min 
halaki-1-gurabi (schwärzer als die Schwärze des Raben) 
und abjadu min al-labani, weifser als Milch. Man bildet 
abnormer Weise die Form des Vorzugs auf af c alu von ei- 



afaln-fc-tafifili. 243 

nera Verbum, dessen Eigenschaftswort sich schon nach die- 
sem Paradigma bildet. 

„Wodurch man die Verwunderungsform ausdrückt, drücke 
auch die Form des Vorzugs aus, wenn ein Hindernifs sich 
vorfindet." 

Erkl. Wie voraufgeht, erreichte man bei den Verben, 
welche den gestellten Bedingungen nicht genügten, den Sinn 
der Verwunderung durch Formen wie as'addu. Ebenso er- 
langt man bei den die Bedingungen nicht erfüllenden Verben 
durch diese Form den Sinn des Vorzugs, wie man mä as'adda 
humratahu sagt, so sagt man auch huwa as'addu hum- 
ratan. Doch stand das Masdar beim Verbum der Verwun- 
derung im Accus, nach as'adda als Maf c ül, und hier steht 
es im Accus, als Tamjiz. 

„Der Form des Vorzugs af ( alu wenn dieselbe von al 
entblüfst ist, verbinde immer im Sinne, oder in der wirkli- 
chen Erscheinung min." 

Erkl. Die Form des Vorzugs af f alu befindet sich noth- 
wendig in einem der drei Fälle. Sie ist 1) von al entblüfst, 
oder 2) annectirt, oder 3) mit al versehen. Steht diese Form 
von al entblüfst, mufs entweder im Sinne oder in der wirk- 
lichen Erscheinung min stehn, welches das, vor dem man den 
Vorzug giebt, in den Gen. stellt, vgl. zaidun afdalu c am- 
rin. Auch fällt min mit seinem Gen. fort, wenn eine Hin- 
weisung darauf stattfindet, vgl. Kur. 78, 32. „Ich bin reicher 
als du an Gold, und mächtiger an Leuten (wa a c azzu nafa- 
rän)." Aus den Worten Vei*f. läfst sich entnehmen, dafs die 
Form des Vorzugs, af c alu, wenn sie mit al oder annectirt 
steht, nicht mit min versehen ist. — Man sagt weder zai- 
dun al-afdalu min c amrin noch zaidun afdalu-n-näsi 
min c amrin. Am häufigsten steht min, wenn die Form des 
Vorzugs Habar ist, wie in der erwähnten Kuränstelle. Häufig 
kommt dies im Kurän vor. Bisweilen fällt auch min fort, 
wiewohl die Form des Vorzugs Habar ist. 

Vgl. „Du nahtest, schon stellten wir uns dich vor Avie 
der Mond, noch schöner (ag'mala). Es blieb mein Herz in 
der Liebe in die Irre geführt." 

1Ü* 



_> j | Die F..rm des Vorrage. 

agfaalu die Form dea Vorzugs steht im Accus, als IIa 1 
von ta in danauta und min fiel weg, rcst.: danauta ag*- 
mala min al-badri. 

..Im diese Form af'alu an ein [ndeterminirtes anneetirt, 
oder von al entblöfst, verlangt sie nothwendig das Masc. und 
den Sing." 

Erkl. Die Form des Vorzugs af c alu ist in diesen Fällen 
Stets Masc. Sing., sie tritt weder als Fem. noch als Dual, 
noch als Plur. auf. 

500. „Folgt diese Form dem al, mufs man sie anpassen; ist 

sie an ein Detcrminirtes anneetirt, hat man nach den Ein- 
sichtsvollen zwei Aiit'fassungsweisen. So verhält es sich, wenn 
man den Sinn von min intendirt; intendirt man denselben 
nicht, ist es dem, womit es verbunden wird entsprechend." 

Erkl. Steht die Form des Vorzugs af ( alu mit al, mufs 
sie sich nothwendig dem Numerus und Genus des Voraufge- 
henden anpassen, vgl. al-afdalu, al-afdalani, al-afdalüna, 
al-fudla, al-fudlajäni, al-fudalu, al-fudlaj ätu. Man 
darf diese Anpassung an das voraufgehende Wort nicht auf- 
geben, vgl. az-zaidüna al-afdalüna, doch nie az-zaidüna 
al-afdalu. Ebenso darf man nicht min damit verbinden. 

Vgl. „Und nicht bin ich stärker an Zahl als sie, 
und die Würde ist nur dem an Zahl Starken (walastu bi-1- 
aktari minhum hasän)." 

Hier erklärt man, dafs al pleonastisch stehe, ursprüng- 
lich sei lastu bPaktari minhum; oder auch dadurch, dafs 
minhum an etwas Weggenommenes, das von al entblöfst 
ist, sich hänge, nicht an etwas mit al Stehendes rest.: lastu 
biPaktari aktara minhum. 

Wird die Form af'alu an ein Determinirtes anneetirt 
und damit der Vorzug bezeichnet, giebt es zwei Behand- 
lungsweisen : 

1) Kann man sie wie eine von al entblöfste behandeln, 
so dafs sie sich dem voraufgehenden Wort nicht anpafst, vgl. 
az-zaidani afdalu-1-kaumi etc. 

2) Kann man sie wie eine mit al verbundene behandeln, 



af c alu-t-taf ( /ili. 245 

dann mufs sie sich dem voraufgehenden Wort anpassen, vgl. 
az-zaidäni afdala-1-kaumi etc. 

Es ist nicht die erste Weise allein möglich, wie Ibnu- 
s-Sarräg' ineint, da beide Weisen im Kurän vorkommen. 
Vgl. als Beispiel, wo sie sich nicht anpaßt Kur. 2, 20. 
„Fürwahr du wirst sie finden als die zum Leben gierigsten 
Menschen (latag'idannahum ahrasa-n-näsi)." Diese Form 
palst sich dagegen an, vgl. Kur. 6, 123. „So haben wir einge- 
setzt in einem jeden Flecken die gröfsten ihrer Verbrecher 
(gValnä akäbira mug^rimiha)." Beide Weisen finden sich in 
der Ueberlieferung: „Soll ich Euch nicht berichten über die, 
welche mir von Euch die liebsten sind, und am nächsten 
stclm am Tage der Auferstehung (bPahabbikum ilajja Ava-'akra- 
bikum minni); es sind die schönsten von Euch (ahäsinukum) 
an Sitten, die edel Spendenden, die, welche sich anschlicfsen, 
und an die andere sich anschlicfsen." — Die, welche beide 
Weisen gestatten, sagen, das nichtigste sei die Anpassimg; 
deshalb wirft man dem Verf. des Fasih seinen Ausspruch 
vor fa-htarna afsahahunna, ermüfstc von al-fusha bilden 
fushähunna (wir setzen als gewählt das Richtigste von ihnen). 

Will man mit dieser Form nicht den Vorzug erzielen, 
ist allein die Anpassung gestattet, vgl. an-näkisu wal- 
as'ag'g'u a c dalä bani marwäna (der fehlerhafte und ge- 
brechlichste sind die beiden Gerechten bei den Kindern 
Marwans, a c dalä gleich c ädih\). 

So sind auch die Worte des Textes zu verstehn, näm- 
lich beide Weisen, die Anpassung und Unterlassung dersel- 
ben sind bedingt bei dem, das mit der Annexion den Sinn 
von min, d. h. den Vorzug, supponirt. Wird dieser Sinn 
nicht bezweckt, mufs man diese Form dem, womit es ver- 
bunden ist anpassen. Man sagt, dafs Kur. 30, 26, eine Stelle 
sei, wo die Form af c alu nicht den Vorzug bezeichnet. „Und 
es ist der, welcher die Schöpfung beginnt, darauf läfst er sie 
wieder zurückgehn, und dies ist ihm leicht (wahuwa ahwanu 
'alaihi)," ferner: „Euer Herr ist eurer kundig" (rabbukum 
'alama bikum). 

Vgl. „Wenn man die Hände ausstreckt zur Kost, bin 
ich nicht der Schnelle von ihnen, da die Gierigsten die Schnell- 
sten sind (lam akim biVg'alihim = lam akun bi ( ag'ilihim)." 



a d; i ':. Porm das Vonuga. 

Vgl. „Fürwahr, der welcher den Himmel erhob, erbaute 
uns ein Haus, dessen Säulen mächtig (a'azzu) und lang sind 
(atwalu)." 

al-Mubarrad sagt, dieses sei als Kegel aufzustellen, doch 
Amine behaupten, dafs dies nicht der Fall sei, und das isl 
das Richtige. Der Verf. (]<■•> Wadih erwähnt, di<- Grammati- 
ker nähmen dies nicht an, denn Ahn c Ubaida sage über die 
erste Kuranstelle, ah wann sei gleich hajjinun und im Verse 
des Farazdak sei a'az/.u und atwalu gleich c azizatun, 
tawilatün; aber die Grammatiker widerstreiten dies dem Abu 
Ubaida und behaupten, er habe dafür keinen Beweis. 

„Will man mit dem auf min folgenden Worte eine Frage 
ausdrücken, stelle min vor jene beiden Worte, vgl. mim- 
iiKin anta hairun, von wem bist du besser. Bilden diese 
Worte aber eine kategorische Aussage, stellt man min nur 
selten voran." 

ErkL Wie erwähnt ist, setzt man nach af c alu, der 
Forin des Vorzugs, wenn sie von al entblöfst ist, die Prae- 
position min, um das, wovor man auszeichnet, in den Gen. 
zu setzen, vgl. zaidun afdalu min c amrin. min und der 
Gen. verhalten sich zu der Form af'alu wie das Mudaf 
ilaihi zu dem Mudaf. Man kann es also nicht vorstellen, 
wie das Mudaf ilaihi nicht vor das Mudaf treten darf, aufser 
wenn das in den Gen. Gesetzte ein Fragenomen, oder einem 
Fragenomen annectirt ist. In diesem Fall mufs man min 
mit seinen Gen. voranstellen, vgl. min ajjihim anta afdalu 
und min gulämi ajjihim anta afdalu. — Bisweilen 
kommt abnormer Weise auch bei anderen als Fragewörtern 
die Voranstellung vor. 

Vgl. „Sie sprach zu uns: geseegnet deine Ankunft, und sie 
gab zur Rcisekost frischen Honig, nicht war, was sie (sonst) 
als Kost bot, süfser als er (bal ma zawwadat minhu atjabu)." 

Vgl. den Vers des Dü-r-rumma: „Kein Tadel war an 
ihnen aufser, dafs die Schnellste von ihnen langsam schrei- 
tend war, und dafs nichts träger war a'ls sie (la s'aPa min- 
hunna aksalu)." 

Vgl. „Wenn AsnuV einst im Gehen wetteifert mit einer 



afalu-t-taWili. 247 

Senftengenossin, so ist Asmä 5 lieblicher als diese (asnuVu 
min tilka-t-ta ( inati amlahu)." 

„Selten setzt die Form des Vorzugs das sichtbare No- 
men in den Nominativ, vertritt sie aber ein Verbum, geschieht 
dies häufig. Vgl. „Nimmer siehst du unter den Menschen 
einen Genossen, der würdiger wäre der Güte als der Freund 
(aulä bihi-1-fadlu min as-sadiki)." 

Erkl. Die Form des Vorzugs, af c alu, mufs dazu passen, 
dafs ein Verbum an ihre Stelle tritt oder nicht. Kann ein 
Verbum nicht ihre Stelle vertreten, setzt sie das sichtbare 
Nomen nicht in den Nominativ, sondern nur ein verborgenes 
Pronomen, vgl. zaidun afdalu min c amrin. 

In afdalu ist ein verborgenes Pronomen, dafs auf zaidun 
sich zurückbezieht. Man sagt nicht: marartu birag'ulin 
afdalu minhu abühu, so dafs abühu im Nominativ durch 
afdalu stünde, aufser in einer schwach begründeten Rede- 
weise, die Sibawaihi überliefert. Pafst aber die Form des 
Vorzugs, af c alu, dazu, dafs man ein Verbum an ihre Stelle 
setzen kann, kann sie, wie allgemein anerkannt wird, das 
sichtbare Nomen regelrecht in den Nominativ setzen. Dies 
findet überall da statt;, wo die Form af c alu nach einer Ne- 
gation oder dergleichen steht, und das vor ihm im Nomina- 
tiv Stehende ein Fremdartiges ist, das vor sich selbst nach 
zwei verschiedenen Gesichtspuncten bevorzugt wird. Vgl. 
„Ich sah nie einen Mann, in dessen Auge die Schminke bes- 
ser war, als sie war im Auge des Zaid (mä ra\aitu rag'ulan 
ahsana iTainihi-l-kuhlu minhu fi c aini zaidin) al-kuhlu steht 
im Nominativ durch ahsana, weil das Verbum an seine 
Stelle treten kann, vgl. mä ra^aitu rag'ulan jahsunu fi c ai- 
nihi-1-kuhlu. Vgl. die Ueberlieferung : „Nicht giebt's Tage, 
an welchen Gott die Fasten angenehmer wären, als an den 
10 Tagen des Dü-1-hig'g'a (ahabba ilä-1-lahi fihä-s-saumu 
minhu)." 

Vgl. den Vers des Dichters, den Sibawaihi anführt: 
„Ich ging vorüber am Thal der wilden Thiere, und nicht 
sähe ich ein Thal wie das Thal der wilden Thiere, in dem, 
wenn es dunkelt, weniger Caravanen wären , die absichtlich 
dahin gelangten, und kein gefährlicheres, aufser in wieweit 
Gott die Nachtwandler beschützt (akalla bihi rakbun)." 



248 Dm Eigenschaftswort 

Im Text deute! Verf. «Ion ersten Fall in der ersten 
Hälfte des ersten \ erses und den zweiten Fall in der zwei- 
ten Hälfte an. 



XXXIX. Das Eigenschaftswort. 

(an -na' tu). 

,,Ks folgt in der Analyse dem vorhergehenden Nomen 
das Eigenschaftswort, die Bestätigung, die Verbindung, die 

Apposition." 

Erkl. Das Conseqnens (at-täbi c n) heilst das Nomen, wel- 
ches mit dem ihm Voraufgehenden die Analyse durchaus ge- 
mein hat. Diese Definition umfafst alle Consequcns wie auch 
das Ilabar eines Mubtada 5 und den im Accus, stehenden 
Hai. Der Zusatz „durchaus" schliefst das Habar und den 
im Accus, stehenden Hai aus, da diese zwei nicht durchaus 
mit dem Voraufgehenden eine Analyse gemein haben, sondern 
nur in einigen Fällen, während die Consequens in allen Fäl- 
len mit dem Voraufgehenden eine Analyse haben. Das Con- 
sequens zerfällt in fünf Klassen: 1) das Eigenschaftswort 
an-na c tu; 2) die Bestätigung at-taukidu; 3) die erklärende 
Verbindung c atfu-l-bajäni; 4) die Verbindung der ordnen- 
den Reihe Sit fu-n-nasak; 5) die Apposition al-badal. 

„Das Eigenschaftswort ist ein Consequens, welches das 
Antecedens entweder durch seine eigene Beziehung, oder 
durch Beziehung dessen, was sich ihm anhängt, vervoll- 
ständigt." 

Erkl. Verf. definirt das Eigenschaftswort dadurch, dafs 
es das Consequens sei, welches sein Antecedens vervollstän- 
digt, dadurch dafs es eine seiner wirklichen Eigenschaften, 
oder eine sich ihm grade anhängende Eigentümlichkeit, 
d. i. ein mit ihm in Verbindung Stehendes, vgl. marartu 
birag'ulin karimin abühu, erklärt. Der Ausdruck „das 
( lonsequens" umfafst alle jene Fünf, doch dieser Zusatz schliefst 
alle, aufser das Eigenschaftswort aus. — Das Eigenschafts- 
wort dient zur speciellcn Hervorhebung, vgl. marartu bi- 



an-na'tu. 249 

zaidin al-hajjäti, oder zum Lobe, vgl. marartu bizai- 
din al-karimi, wie auch: „Im Namen Gottes, des sich 
erbarmenden Erbarmers;" oder zum Tadel, vgl. Kur. 16, 100. 
„Flehe Hidfe bei Gott gegen den Satan, den mit Steinen ge- 
worfenen (min as'-s'aitäni ar-rag'imi);'" oder um Mitleid zu 
erregen (marartu bizaidin al-maskini); oder zur Bestägung, 
vgl. Gestern, (das Vergangene) kehrt nicht zurück, vgl. Kur. 69, 
13., „wenn geblasen wurde in die Posaune ein Blasen (naf- 
hatun walndatun). 

„Dem Eigenschaftswoi't wird in Betreff der Determina- 
tion und Indetermination dasselbe verliehen als seinem Ante- 
cedens, vgl. geh vorüber bei Leuten. Edlen (bikaumin 
kur'amä?a). 

Erkl. Das Eigenschaftswort stimmt seinem Antecedens in 
seiner Analyse, und der Determination oder Indetermination bei. 
Bei einem determinirten Wort setzt man kein indeterminirtes 
Eigenschaftswort, auch tritt zum indeterminirten kein deter- 
minirtes Eigenschaftswort. 

„Das Eigenschaftswort verhält sich in Hinsicht des Sing. 
Masc. etc., wie das Vcrbum; befolge, was sie befolgen.'' 

Erkl. Die Anpassung des Eigenschaftsworts an sein 
Antecedens geschieht in Hinsicht des Sing. Dual. Plur. Masc. 
Fem. nach der Kegel des Verbum. Setzt das Eigenschafts- 
wort ein verschwiegenes Pronomen in den Nom., pafst es 
sich seinem Antecedens ganz allgemein an, (vgl. zaidun ra- 
g'ulnn hasanun, und zaidäni rag'uläni hasanäni), wie sich 
Abs Verbum anpassen würde, wenn man anstatt des Eigen- 
schaftswortes ein Verbum setzte, vgl. rag'ulun hasuna. 

Setzt das Eigenschaftswort ein sichtbares Nomen in den 
Nominativ, geht es in Beziehung auf Masc. und Fem. dem 
sichtbaren Nomen analog; doch in Hinsicht des Dual und 
Plur. bleibt es Sing, und geht wie das Verbum, wenn dies 
ein sichtbares Nomen in den Nominativ setzt, vgl. marartu 
birag'ulin hasanatin ummuhu = hasunat uinmuhu, 
vgl. marartu bimra'ataini hasauin abawahuma und 
birig'älin hasanin aba'uhum = hasuna abawahuma 
und hasuna äbä'uhum. 

Das Resume: Setzt das Eisenschaftswort ein Pronomen 



250 Das Eigenschaftswort. 

in den Nominativ pafsl ea sich dem Antecedens an in den 
Tier Klassen der zclm Analyse- Verhältnissen: 1) im Casus, 

_' ) der Determination oder Indetermination, .*>) dem Genus, 
I ) den Numerus. *) 

Setzl aber das Eigenschaftswort ein sichtbares Nomen 
in den Nominativ, pafsl es sich ihm an in zwei Fidlen von 
Füllten, in einem der Analyse-Bestimmungen, d i. dem Casus 
und einem der J )etenninntion und Indetermination. Die fünf 
übrigen Fidle sind Masc. Fem. Sing. Dual. Plur. — Das Eigen- 
schaftswort befolgt hier die Regel des Verbum, wenn es ein sicht- 
bares Nomen in den Nominativ setzet. Lehnt es sieh an ein Fem., 
wird es Femininum, wenn es auch einem Masculinum beige- 
geben ist; lehnt es sich an ein Masc. wird es Masc, wenn es 
auch einem Fem. beigegeben ist; lehnt es sich an einen Sing. 
Dual oder Plur., steht es doch im Sing., wenn auch das von 
ihm Beschriebene sich anders verhält. 

„Setze als Eigenschaftswort abgeleitete Begriffe wie 
sa ( bun schwer, daribun scharf, und dergl. wie auch da, 
du und das relativ Bezogene." 

ErkL Man kann nur Abgeleitetes als Eigenschaftswort 
setzen, sei dasselbe ein solches der Form, oder nur der Aus- 
legung nach. Unter abgeleitet versteht man hier das, was 
vom Masdar entlehnt wird, um ein Abstractum und den Trä- 
ger desselben zu bezeichnen: nämlich das Part. act. und pass., 
das dem Part. act. ähnelnde Eigenschaftswort, und die Form 
des Vorzugs. Das als Abgeleitetes Ausgelegte ist das De- 
monstrativ, vgl. marartu bizaidin hadä, d. i. der auf den 
hingewiesen wird. Ferner du in der Bedeutung Herr, und 
auch das relative, vgl. marartu birag'ulin di mal in oder 
bizaidin du käma. Endlich das Belativbezogene , vgl. 
marartu birag'ulin kuras'ijjin = muntasibin ilä ku- 
rais'in. 

„Man setzt als Eigenschaftswort einen indeterminirten 
»Satz und verleiht ihm das, was man ihm als Ilabar verleiht." 



*) Die zehn Fülle der Analyse: I. Casus: 1) Nom., 2) Gen., 
:3) Accus.: II. : 4) Determination, 5) Indetermination. ; III. Genus: 6) Masc, 
7) Fem.; IV. Numerus: 8) Sing., 9) Dual, 10) Plur. 






an-na'tu. 251 

Erkl. Der Satz steht als Eigenschaftswort, wie er als 
Habar oder Häl vorkommt. Er ist als ein indeterminirtes 
Eigenschaftswort zu deuten und deshalb steht er nur beim 
Indeterminirten als Eigenschaftswort, vgl. marartu birag'u- 
lin käraa abühu = abühu kiVimun. Ein Satz steht nie 
als Eigenschaftswort eines Determinirten, falsch wäre zu sa- 
gen marartu bizaidin abühu kä'imun. — Einige meinen, 
dafs es erlaubt sei, einem mit dem Artikel al determinirten 
Worte einen Satz als Eigenschaftswort beizufügen. So be- 
trachtet man Kur. 36, 37. „Und ein Zeichen ist ihnen die 
Nacht, aus der wir herausziehn den Tag (waäjatun lahumu- 
1-lailu naslahu minhu an-nahära, naslahu als Eigenschaftswort 
von al-lailu)." 

Vgl. „Bisweilen ging ich vorüber bei dem Gemeinen, 
der mich schmähte, dann ging ich weiter und sagte, er meint 
mich nicht ( c alä-l-la :> inii jasubbuni)." 

Der Satz, welcher als Eigenschaftswort auftritt inufs ein 
Pronomen haben, das ihn mit dem Nomen verbindet, doch 
fällt dies auch weg, wenn etwas darauf hinleitet. 

Vgl. „Ich weifs nicht, ob die Entfernung sie geändert 
hat, oder die Länge der Zeit oder Geld, das sie erlangten 
(am mälun asäbü, vgl. für mälun asabühu)." 

Vgl. Kur. 2, 45. „Wahrt Euch vor den Tag, wo nicht 
vertritt eine Seele eine andere in irgend einer Weise (lä 
tag'zi nafsun c an nafsin s'aPan = lä tag'zi fihi)." Ueber die 
Art, wie an dieser Stelle das Pronomen wegfiel, giebts zwei 
Auffassungen. Die Einen sagen, es wurde auf einen Stofs zu- 
sammen mit fi weggenommen; die Anderen behaupten, dafs 
es nur allmählig wegfiel, zuerst fi, worauf das Pronomen 
dem Verbum angehängt wurde, vgl. tag'zi hi, dann fiel das 
verbundene Pronomen weg, so dafs tag'zi blieb. 

„Verwehre, dafs hierbei ein Satz, der ein Streben ausdrückt, 
vorkommt; findet sich ein solcher vor, setze eine Wort- An- 
führung, die darin liegt als verschwiegen; dann wirst du das 
Rechte treffen.'* 

Erkl. Ein Satz des Strebens steht nie als Eigenschafts- 
wort, man s;igt nicht marartu birag'ulin idribhu, sondern 



252 D* 8 Eigenschaftswort 

ein solcher steril nur als Uabar, entgegen der Ansicht des 
U»mi-1-A nliäri. man sagt zaidun idribhu. Der frühere Aus- 
druck des Verf. v. 511. „Es wird ihm verliehn, was ihm 
.il- riabar verliehen wird," läfsl vermuthen, dafs jeder Satz, 
der als riabar auftritt, auch als Eigenschaftswort stehn könne ; 
deshalb macht \ erf. in diesem Verse diese Beschränkung. 
Dann sagt Verf., dafs, wenn etwas vorkommt, das dein äufsc- 
ren Anschein nach vermuthen liefse, dafs ein Satz des Stre- 
bens als Eigenschaftswon Btehe, dies durch die Verschwei- 
gung der Rede -Anführung erklärt werden könne, so dafs 
das Verschwiegene Eigenschaftswort ist und der Satz des 
Strebens von der verschwiegenen Rede -Anführung regiert 
werde. 

Vgl. „Bis dafs, da die Nacht dunkelte und sieh mit dem 
Taglieht vermischte, sie mit Wasser gemischte Milch brach- 
ten, die der Art war, dafs man sagen konnte, hast du je ge- 
schn den Wolf (g'a'u bimadkin lud ra'aita-d-dPba kat)?" 

Scheinbar wäre hal ra'aita-d-di' ba kat als Eigenschafts- 
wort zu setzen von madkin, und dies wäre ein Satz des 
Stiibens, doch ist's nicht so wie es den Anschein gewährt, 
sondern es isi ein Regime xon der verschwiegenen Rede- 
Anführung, und diese ist Sita von madkin rest.: bimadkin 
makülin fihi. Fragt man, ob diese restitutio stets nöthig 
sei bei einem Strebesatz, der als Ilabar steht, so dafs zai- 
dun idribhu stets wäre zaidun makülun flhi idribhu, 
so mufs man antworten, dafs hierüber Meinungsverschieden- 
heit herrscht. Ibnu-s-Sarräg' und al-Färisi setzen dies für 
noth wendig, aber die meisten halten es grade nicht für 
nuthwendig. 

„Man setzt häufig als Eigenschaftswort ein Masdar, doch 
bedingt man nothwendig für dasselbe den Sing, und das 
Masc. aus." 

Erkl. Häufig ist der Gebrauch eines Masdar als Eigen- 
schaftswort, vgl. marartu birag'ulin c adlin, birig'älin 
'adlin, binisä'in 'adlin etc. Das Masdar steht seiner ur- 
sprünglichen Bedeutung zuwider als Eigenschaftswort, denn 

es bedeutet ein Abstractum, aber nicht dessen Träger. Man 
mufs dasselbe also interpretiren, entweder, dafs 'adlin an der 



an -na' tu. 25o 

Stelle von c ädilin stehe, oder man erkläre es durch die 
Wegnahme eines Mud&f, vgl. birag'ulin di c adlin; dann 
fiel di weg, und c adlun trat an seine Stelle. Endlieh kann 
man es hyperbolisch fassen, indem man die Person als We- 
sen des Abstractum betrachtet, selbst metaphorisch oder durch 
eine gewagte Behauptung. 

„Wenn ein aus mehreren Gliedern Zusammengesetztes Ei- 
genschaftsworte bekommt, die etwas Verschiedenes ausdrücken, 
vertheile sie, sie durchgängig verbindend; doch thut man das 
nicht, wenn diese Eigenschaftsworte in einem Worte zusam- 
mengehn. 

Erkl. Wenn ein nicht in einem bestehender Ausdruck 
mit Eigenschaftsworten gesetzt wird, mufs das Eigenschafts- 
wort in sich Verschiedenes oder Zusammenstimmendes bezeich- 
nen; bezeichnet es in sich Verschiedenes, mufs man durch 
die Vcrbindungspartikel die Eigenschaftsworte trennen, vgl. 
marartu bi-z-zaidaini al-karimi wal-bahili. Bedeutet 
der Ausdruck aber Verbundenes, setzt man den Dual oder 
Plural, marartu birag'ulaini karimaini. 

-„Das Eigenschaftswort zweier Wörter, die Regime sind 
von zwei der Bedeutung und Rection nach einigen Wörtern, 
lafs ohne Ausnahme in Folge treten." 

Erkl. Wenn zwei Regime von zwei Regens, die der 
Bedeutung und der Rection nach einig sind, mit einem Ei- 
genschaftswort versehn werden, so lafs das Eigenschaftswort 
in Folge treten zu dem beschriebenen Nomen, im Nom. Gen. 
und Accus., vgl. haddattu zaidän wa kallamtu c amran 
al-karimaini. Sind die beiden Regens und ihre Rection 
verschieden, so ist nothwendig, die Construction abzubrechen, 
und ist verwehrt sie in Folge zu setzen, vgl. g'a'a zaidun 
wadahaba c amrün al-Sikilaini mit dem Accus, wegen Ver- 
schweigung eines Verbum sc. a ( ni, und im Nom. nach Ver- 
schweigung eines Mubtada 5 sc. huwa. 

„Sind der Eigenschaftsworte viel, und schliefsen sie sich 
einem ihrer Erwähnung Bedürftigen an, läfst man sie in der 
Folge auftreten." 

Erkl. Werden die Eigcnschai'tswurtc wiederholt und ist 
das beschriebene Nomen nur durch sie insgesammt klar, mufs 



25 1 Das Eügenaehaftswort. 

man alle in der Folge auftreten lassen, vgl. marartu bi- 
zaidin al-fakfhi as'-s'ä'iri al-katihi. 

„Brich die Constructioii ab, oder lals die Folge eintre- 
ten, wenn das Nomen ohne sie alle bestimmt, öder durch 
einige von ihnen klar hervortritt; brich ab als Darthuender." 

Erkl. Ist das beschriebene Nomen ohne sie alle klar, 
kann man bei ihnen allen die Folge oder den Abbruch ein- 
treten lassen. Ist das Nomen deutlicher bestimmt durch eins 
von ihnen ohne das andere, nnd's man bei dem es deutlicher 
bestimmenden die Folge eintreten lassen: bei dem aber, das 
zur Bestimmung nichts beiträgt, kann Abbruch und Folge 
eintreten. 

„Setze beim Abbruch in den Nom. oder Accus, ein Pro- 
nomen als Mubtada 3 oder ein den Accus, Regierendes, das 
nicht hervortritt." 

Erkl. Geschieht der Abbruch vom beschriebenen No- 
men, tritt das Eigenschaftswort in den Nom. wegen der Ycr- 
Bchweigung eines Mubtada 3 oder in den Accus, wegen der 
Verschweigung eines Verbum, vgl. marartu bizaidin al- 
karimu seil, huwa oder al-karlma, d. h. a c ni. Man niuls 
das den Nom. oder Accus. Kegiercndc verschweigen und 
darf es nicht hervorheben. Dies ist richtig, wenn das Ei- 
genschaftswort zum Lobe steht, vgl. marartu bizaidin al- 
karimu, ma, oder wenn es den Tadel ausdrückt, vgl. ma- 
rartu bi'amrin al-habitu, ta; oder wenn es Mitleid erre- 
gen soll, vgl. marartu bihälidin al-maskinu, na. Dient 
aber das Eigenschaftswort zur speciellen Hervorhebung, ist 
die Yerschweigung nicht nothwendig, vgl. marartu bizai- 
din al-hajjata. 

„Das beschriebene Nomen und das Eigenschaftswort, 
welches man subintelligiren kann, kann man weglassen, doch 
tritt dies selten beim Eigenschaftswort ein." 

Erkl. Das Nomen kann wegfallen, und das Eigenschafts- 
wort an seine Stelle treten, wenn etwas darauf hinführt, vgl. 
Kur. 34, 10. „Mache lange sc: Panzerhemden." Auch wird 
das Eigenschaftswort weggenommen, wenn darauf etwas hin- 
führt, doch ist das selten, vgl. Kur. 2, t!ß. „Sie sagten, jetzt 



nt-tiiukiilü. 2f>f> 

hast du gebracht das Recht, d. i. das deutliche", vgl. Kur. 11. 
48. „Fürwahr er ist nicht von deinen Leuten sei. den Ent- 
gehenden " 



XL. Die Bestätigung. 

(at-tauk idii). 

„Das Nomen wird bestätigt durch an-nafsu und al- 

'ainu mit einem Pronomen, das zum Bestätigten paPst. Setze 
heide Wörter nach der Form af'ulun in den Plural, wenn 
sie nicht einem Singularis folgen. Beachte das." 

Erfcl. Die Bestätigung zerfällt in zwei Theile: 1) die 
wörtliche, davon handelt Verf. später, und 2) die dem Sinne 
nach stattfindende. Die Letztere zerfällt wieder in zwei Gat- 
tungen: Erstlich die, welche die Yermuthung aufhebt, dafs ein 
dem Bestätigten annectirtes Wort zu subintelligiren sei. Uebcr 
diese handelt Verf. in diesen zwei Versen. Man bedient sich 
dazu zweier Worte an-nafsu und al- ( ainu, vgl. g'iVa zai- 
dun nafsuhu oder c ainuhu. nafsuhu und c ainuhu sind 
die Bestätigung von zaidun, und heben die Vermuthung 
auf, dafs die restitutio sei: g'tVa habaru, oder rasülu zai- 
din. — an-nafsu und al- ( ainu, müssen an ein Pronomen 
annectirt sein, das dem bestätigten Worte sich anpafst, vgl. 
g'ä?a zaidun nafsuhu, ( ainuhu. Steht das bestätigte Wort 
im Dual oder Plural, setzt man die beiden Worte nach der 
Form af ( ulun in den Plural, vgl. g'a'a az-zaidäni anfu- 
suhumä oder a c junuhumä, oder g'ä'a az-zaidüna anfu- 
suhum, a c junuhum. 

„kullän erwähne bei einer Zusammenfassung, ebenso 
kila, kilta und g'arafun mit dem Pronomen verbunden." 

Erkl. Dies ist die zweite Gattung der Bestätigung, 
die dem Sinne nach stattfindet, nämlich diejenige, welche die 
Vermuthung aufhebt, dafs man nicht zusammenfassen wolle. 
Hierzu wird gebraucht kullun, kilä, kilta und g'ami'un. 
So dafs man mit kullun und g'ami'un einen Begriff bestä- 
tigt, der Theile so in sich schliefst, dafs man einige von ihnen 



256 Hie Bestätigung. 

an die Stelle des Ganzen setzen kann, vgl. „g'ä'a-r-rakb n 
kulluhu oder g'ami'uhu (ea kamen die Reiter allcsamnit);" 
dagegen sagt man nicht g'ä'a xaidun knllnlm. Durch kilfi 
bestätigt man einen Dual mase. and durch kiltft einen Dual. 
fem., vgl. g'a'a az-zaidani kilahumd und g'a'a al-hin- 
dani kiltahuma. Alle diese Worte müssen an ein Prono- 
men annei'tirt sein, das dem bestätigten Wort sieh anpalst. 

..Man gebraucht auch wie kullun das Part. act. fem. 
von 'amma, wie eine Znthat bei der Bestätigung. 

Erkl. Die Araber gebrauchen, um die Zusammenfassung 
zu bezeichnen, wie kullun f ammatun, annectirt an das Pro- 
nomen des Bestätigten, vgl. g'iVa-l-kaumu ( ämmatuhum. 
Selten rechnen die Grammatiker dies Wort zu den Ausdrücken 
der Bestätigung, doch thut es Sihawaihi: deshalb sagt Verf. 
wie eine Zuthat, da die meisten Grammatiker es nicht erwähnen. 

..Nach kullun setzt man als Bestätigung hinzu ag'ma'u, 
g'am'ä'u agnia c üna und g'uma c u." 

Erkl. Zur Bestärkung der Zusammenfassung setzt man 
nach kullun noch ag'ma c u und die anderen erwähnten For- 
men, ag'ma'u folgt dem kulluhu, g'ain'iVu dem kulluha, 
agnia'una dem kulluhura und g'uma'u dem kulluhunna. 

„Auch ohne kullun steht bisweilen ag'rna f u, g , am < a > u, 
a u"m a r i'i na und g'uma'u." 

Erkl. ag'ma'ti wird bisweilen zur Bestätigung gebraucht, 
wenn auch kulluhu ihm nicht voraufgeht, so auch die lin- 
deren Formen ohne den Voraufgang der entsprechenden 
Formen von kullun, doch meint Verf. dies sei selten. 

Vgl. „O wäre ich doch ein gesäugtes Knäblein und es 
trüge mich die Kleinnasige ein ganzes Jahr. Wenn ich weinte, 
kiifste sie mich viermal, dann bliebe ich die Ewigkeit beim 
weinen (ad-dahra abkä ag'ma'a)." 

„Gicht die Bestätigung eines Indeterininirten einen be- 
friedigenden Sinn, wird sie gestattet. Die Basrenser jedoch 
verwehren sie allgemein." 

Erkl. Die Lehrweise der Basrenser ist, dafs die Bestä- 
tigung des Indeterininirten nicht möglich sei, gleichviel, ob 



at-taukidu. 257 

dasselbe ein begrenztes sei wie Tag, Nacht, Monat etc. oder 
nicht, wie z. B. „Zeit". Die Küfenser hingegen, denen Verf. 
beitritt, lehren, dafs man bei begrenzten Indeterniinirten die Be- 
stätigung eintreten lassen kann, da dadurch ein neuer Sinn 
hinzugefügt werde, vgl. sumtu sah ran kullahu und: „es 
knarrte das Wasserrad den ganzen Tag." 

„Begnüge dich beim Dual mit kilä und kiltä ohne die 
Formen der Paradigma fa'lä'u und af f alu." 

Erkl. Wie erwähnt ist, wird ein Dual durch die bei- 
den Worte an-nafsu und al-'ainu, ferner durch kilä und 
kiltä bestätigt. Die Basrenser lehren, man gebrauche keine 
anderen Worte zur Bestätigung des Dual, man sage nicht 
gWa-1-g'ais'äni ag'ma ( äni etc., da man durch kilä und 
kiltä derselben entbehren könne. Die Küfenser erlauben 
dies jedoch. 

„Bestätigt man das Pronomen, welches mit an-nafsn 
und al- f ainu sich verbindet, so geschieht das nach der 
Setzung des getrennten Pronomen. Dies gilt bei dem im 
Nominat. stehenden. Man bestätigt auch in anderen Casus 
stehende Pronomina, doch ist danrt diese Beschränkung nicht 
nothw endig." 

Erkl. Die Bestätigung des im Nomin. stehenden und 
mit an-nafsu oder al- c ainu verbundenen Pronomen ist 
nur möglich, nachdem dasselbe durch ein getrenntes Prono- 
men bestärkt ist, vgl. kümü antum anfusukum, doch nie 
kümü anfusukum. Bestärkt man aber das Pronomen durch 
etwas anderes als an-nafsu und al- c ainu, so ist dies nicht 
nothwendig, man sagt kümü kullukum und kümü antum 
kullukum. So ist es auch, wenn das bestätigte Pronomen 
nicht im Nomin., sondern im Accus, und Gen. steht; man 
sagt marartu bika nafsika wie marartu bikum kulli- 
kuni, ra'aituka nafsaka und ra'aitukum kullakum. 

„Die wörtliche Bestätigung kommt als eine wiederholte 
vor. vgl. geh geh." 

Erkl. Dies ist der zweite Theil der Bestätigung, näm- 
lich die wörtlich durch die Wiederholung des eisten Wortes 
selbst ausgedrückte. 

17 



258 DJ« Bestätigung. 

Vgl. „Woi wohin sind die Fliehenden (Commentar: an- 
nug'&tu) nail meinem Maulthier? es kommen zu dir die Er- 
reichenden: halt an, halt an!" 

Vgl. Kur. S( . ) . 22. „Gewifs, wenn zertrümmert wird die 
Erde in Trümmer." 

„Nicht wiederhole den Ausdruck eines verbundenen Pro- 
nomen, aufaer mit dem Wort«' zugleich, mit dem es verbun- 
den IM." 

Erkl. W i 11 man die Wiederholung des verbundenen 
Pronomen zur Bestätigung gebrauchen, mufa man das Wort 
mit dem es verbunden ist, mit -wiederholen, vgl. marartu 
bika bika, nicht aber marartu bikaka." 

„So verhalten sich auch die Partikeln, diejenigen aus- 
genommen, denen der Begriff der Antwort zukommt, wie 
na c am, bala" 

Erkl. So verhält es sich auch, wenn man die Bestäti- 
gung der Partikeln ausdrücken will, die keine Antwort be- 
zeichnen. Es mufs mit der zu bestätigenden Partikel das damit 
verbundene Wort wiederholt werden, vgl. inna zaidän inna 
zaidän ka'imun, doch ist nicht inna inna zaidän kä^i- 
mun erlaubt — Bezeichnet die Partikel eine Antwort wie 
na c am, bala ja, g'airi gewifs, ag'al jawohl, -"i so ist's und lä 
nein, so kann man sie allein wiederholen (lies: wag'&za) 
Fragt man „stand Zaid? „antwortet man: ja ja na ( am na ( am 
nein nein la lä, oder doch doch balä bala. 

„Mit dem Pronomen Nomin., welches wohl getrennt steht, 
bestätige jedes Pronomen, welches verbunden ist." 

Erkl. Es kann mit dem Pronomen Nominat., das getrennt 
ist, jedes verbundene Pronomen bestätigt werden, sei es in 
den Nominativ gestellt, vgl. kuinta anta, oder in den Ac- 
cusativ akramtani anä, oder in den Genitiv, vgl. marartu 
bihi buwa. 



ai-'atf. 259 

XLI. Die Verbindung. 

(al- e a*f). 

„Die Verbindung (al- c atf) bringt entweder eine Erklä- 
rung oder Anreihung. Zunächst handeln wir über die erstere. 
Die Verbindung, welche eine Erklärung giebt, steht in der 
Folge und ist der Sifa ähnlich. Die wahre Absicht der Worte 
ist dadurch enthüllt." 

Erkl. Die Verbindung zerfällt in zwei Theile, in die 
Verbindung der Anreihung ( c atfu-n-nasaki) und die Verbindung 
der Erklärung ( ( atfu-l-bajäni); die letztere behandelt Verf. 
zunächst. Die Verbindung der Erklärung ist das pri- 
mitive Consequens, welches der Sifa darin gleicht, dafs es das 
Antecedens erklärt und nicht selbstständig ist. Vgl. „Es schwur 
bei Gott c Abü Hafs ( Umar." c Umaru ist ( atfu-l-bajän, denn 
es bestimmt klar den Abu Hafs. In obiger Definition schliefst 
„das primitive" die Sifa aus, da diese entweder abgeleitet, 
oder als solche zu deuten ist. Der Zusatz „das Consequens" 
schliefst die Bestätigung und die Verbindung der Anreihung 
aus, denn beide erklären nicht das voraufgehende Wort. 
Ebenso ist die primitive Apposition al-badalu al-g'amidu 
ausgeschlossen, da dieselbe selbstständig ist. 

„Setze die Verbindung übereinstimmend mit dem Vor- 
aufgehenden, sowie das EigenschaftsAvort mit demselben über- 
einstimmend ist." 

Erkl. Da die erklärende Verbindung dem Eigenschafts- 
wort gleicht, mufs sie sich dem Voraufgehenden anpassen, wie 
auch das Eigenschaftswort in Hinsicht der Casus, Determi- 
nation und Indetermination, des Genus und des Numerus. 

„Beide können bisweilen indeterminirt sein, wie sie auch 
determinirt sind." 

Erkl. Die meisten Grammatiker lehren, dafs es verbo- 
ten sei, die erklärende Verbindung und das voraufgehende 
Wort indeterminirt zu setzen. Andere aber, wozu Verf. ge- 
hört, erlauben beide indeterminirt zu stellen, wie sie auch 
als Determinirte erscheinen. Als Stelle, wo beide indetermi- 
nirt erscheinen, führen sie an Kur. 24, 35. „Sie Avird ent- 

17* 



2(J(> Die Verbindung. 

zündet von einem gesecgneten Baum, einem Oelbaum"; fer- 
ner 14, 19. „Er wird getränkt von einem Wasser, einem 
Wundwasser." 

„Als passend zur Apposition (badal) werden Eälle ange- 
sehen, die sieh anders verhalten als „o mein Diener Ja f mar 
(ja gulämi ja c mara)," ferner andere als „al-bakrijju bis'- 
run". Nieht ist probabel, solche als Apposition zu setzen." 

Erkl. Alles, was als erklärende Verbindung auftritt, kann 
auch als Apposition gelten, vgl. .,ich schlug den Abu ( Ab- 
dallah, den Zaid. Hiervon nimmt Verf. zwei Fälle aus, in 
denen das in der Folge stehende Wort allein als erklärende 
Verbindung aufgefafst werden kann: 1) Wenn die Folge ein 
detenninirter Singular ist, der declinirt wird, und das Vor- 
aufgehende im Vocativ steht, vgl. ja gulämi jaSnara. Hier 
kann man ja'mara nur als erklärende Verbindung fassen, 
doch nicht als Apposition; denn die Apposition steht nur, 
wenn man das Regens wiederholen will, nothwendig müfste also 
ja f maru indeclinable auf Damm stehn; da, würde ja wieder- 
holt, es sich so verhalten würde. — 2) Dafs das Consequens 
frei von al sei, das Voraufgchende aber mit al stehe und 
auch die Sifa mit al daran annectirt sei, vgl. anä-d-dä- 
ribu-r-rag'uli zaidin. zaidin kann hier nur als erklä- 
rende Verbindung gefafst werden, nicht als Apposition von 
ar-rag'uli; denn die Apposition steht mit der Absicht, das 
Regens zu wiederholen; nothwendig wäre also die restitutio 
anä-d-daribu zaidin. Dies ist aber nicht möglich, weil, 
wie wir im Capitel der Annnexion gesehn haben, die Sifa 
mit al nur an das mit al Versehene oder an dessen Mudäf 
annectirt wird. 

Vgl. „Ich bin der Sohn dessen, der den Bakriten näm- 
lich den Bis'r so hinterliefs, dafs die Raubvögel schwebend 
ihn beobachteten (anä-bnu-t-täriki-1-bakrijji bis'rin)." 

bis'r in mufs hier erklärende Verbindung sein, da man 
nicht restituiren kann anä-bnu-t- täriki bis'rin. — Verf. 
giebt an, dafs es nicht zu erlauben sei, bis'rin als Apposi- 
tion zu gebrauchen, um auf die Lehrweise von al-Farrä 3 und 
al-Färisi hinzudeuten. 



'arfa-n-nasa&i. 2(51 

XLII. Die Verbindung der Anreihung. 

('aifu-n-nasaH). 

„Ein Consequens, das durch eine vermittelnde Partikel 
stattfindet, ist die Verbindung der Anreihung ( ( atfu-n-na- 
saki); vgl. „spende besonders Liebe und Lob dem, der 
treu ist." 

Erkl. Die Verbindung der Anreihung ist das Conse- 
quens, welches durch die Einschiebung einer von den zu er- 
wähnenden Partikeln mit ihrem Antecedens verbunden Avird. 
Die Bestimmung, dafs die Partikel zwischen beide trete, 
schlierst die anderen Consequens aus. 

„Diese Verbindung geschieht allgemein durch wa, 
tumma, fa, hattä, am, au. Vgl. ,,In dir ist Aufrichtigkeit 
und (wa) Treue." 

Erkl. Die Partikeln der Verbindung zerfallen in zwei 
Klassen: A. die, welche das Verbundene mit seinem Antece- 
dens ganz allgemein, d. h. dem Worte und dem Sinne nach, 
vereinigen. Diese sind 1) wa und; 2) fa, dann: g'ä J azaidun 
fa c amrün; 3) tumma darauf; 4) hattä bis auf, sogar; vgl. 
„es kamen die Pilger, sogar (hattä) die Fufsgänger"; 5) am 
etwa und 6) au oder. — B. Die Partikeln, welche nur der 
wörtlichen Erscheinung nach vereinigen. 

„Nur der Worterscheinung nach setzt als Consequens 
bal, lä, und läkin. Vgl. „Nicht erschienen Männer, son- 
dern (läkin) ein kleiner Knabe." 

Erkl. Diese drei Partikeln vereinen das zweite mit dem 
ersten zwar in der Casus -Bestimmung, doch nicht dem 
Sinne nach. 

„Verbinde mit Wäw ein in Hinsicht des Sinnes sich 
anschliefsendes oder voraufgehendes Wort, oder ein in Ge- 
nossenschaft und Uebereinstimmung auftretendes." 

Erkl. Nachdem Verf. die neuen Verbindungspartikeln 
angegeben, erwähnt er die Bedeutungen derselben. Wäw 
dient allgemein zur Vereinigung, so lehren die Basrenser. 
Sagt man g'ä'a zaidun wa'amrün, so deutet dies auf die 



2Q 2 Die Verbindung der Anrcihung. 

Vereinigung beider in Rücksicht auf das Kommen. c Amr 
kann vor oder nach, oder zusammen mit Zaid gekommen 
sein. Dies wird nur klar durch das damit Verbundene, vgl. 
g'a'a zaidun wäamrün ba f dalm. — So wird mit dem 
Waw das sich Anschliefsendc, Voraufgehende und Beglei- 
tende verbunden. Die Küfenser lehren, \va zeige; die Anord- 
nung (tartib) an; doch werden sie widerlegt durch Kur. 23, 39. 
„Nichts ist es als unser Leben in dieser Welt, wir sterben 
und leben (nainutu wanahjä)." 

„Wäw wird speciell zur Verbindung desjenigen gebraucht, 
was das Antecedens nicht entbehren kann, vgl. „es wurde 
in Reihe gestellt dieser und mein Sohn." 

Erkl. Wäw wird speciell unter den Partikeln der Ver- 
bindung hervorgehoben darin, dafs es da als VerbindungS- 
Partikel gebraucht werde, wo man sich nicht mit dem ersten 
Wort allein begnügen kann. Vgl. „Es stritten sich Zaid und 
( Amr", oder „es war in Genossenschaft Zaid und c Amr." In 
diesen Fällen kann Fa oder eine andere Vcrbindungspartikel 
nicht stehn." 

„fa dient zur Anordnung bei dem Anschluß und tumma 
zur Anordnung bei der Trennung." 

Erkl. fa bezeichnet die Nachstellung des Verbundenen 
nach seinem Antecedens, wie wenn es ein daran Geschlosse- 
nes wäre; tuinma hingegen die Nachstellung desselben, wenn 
es als ein Getrenntes, d. h. als ein Fernstehendes von dem 
Antecedens auftritt; vgl. Kur. 87, 2. „Der, welcher schuf 
und darauf (fa) ordnete"; ferner Kur. 35, 12. „Gott hat euch 
geschaffen aus Staub, dann (tumma) aus einem Wassertropfen." 

„Speciell wird fa gebraucht zur Verbindung dessen, was 
nicht Sila ist, mit dem, wovon feststeht, dafs es Sila sei." 

Erkl. fa allein verbindet das, was deshalb keine Sila 
sein kann, weil es vom Pronomen des Mausül frei ist, mit 
dein, das Sila sein kann, da es jenes Pronomen in sich schliefst, 
vgl. „das was fliegt, so dafs Zaid zornig wird, sind die Flie- 
gen (alladi jatiru fajagdabu zaidun ad-dubabu)." Weder Wa 
noch tumma kann hier stehn, da fa immer den ursächlichen 
Zusammenhang anzeigt, so da/s man mit demselben das Band 



'atfu-n-nssa&i. 263 

(des Pronomen) entbehren kann. Sagte man alladi jatiru 
wajagdabu minhu zaidun ad-dubäbu, so wäre dies 
möglich, da man dann das Band des Pronomen einfügt. 

„Einen Theil verbinde durch hattä mit seinem Ganzen; 
hattä bezeichnet das äufserste Ziel von seinem Antecedens." 

Erkl. Bei dem durch hattä Verbundenen wird zur 
Bedingung gestellt, dafs es ein Theil von seinem Antecedens 
sei, und die äufserstc Gränze für dasselbe in Hinsicht der 
Vermehrung und Verminderung desselben bezeichne. Vgl. 
„Es starben die Menschen, sogar (hattä) die Propheten." 

„Mit am verbinde das dem Hainz der Gleichstellung 
uder das dem für ajjun genügenden Hamz Folgende." 

Erkl. am zerfällt in zwei Arten: 1) das abgeschnittene, 
worüber wir später handeln; 2) das verbundene. Dies ist 
dasjenige, welches nach dem Hamz der Gleichstellung steht, 
vgl. Kur. 11, 25. „Es ist gleich für uns, ob wir ungeduldig 
sind oder (am) ausharren"; oder welches nach dem Hamz, das 
ajjun vertritt, sich findet, vgl. azaidun c indaka am c am- 
r ü n = a j j u h u m ä. 

„Manchmal wird das Hamz weggeworfen, wenn man bei seiner 
Wegnahme vor einer Unverständlichkeit des Sinnes sicher ist." 

Erkl. Das Hamz der Gleichstellung und das für ajjun 
genügende Hamz fällt auch bei der Sicherheit vor einer 
Zweideutigkeit weg. am bleibt dann verbunden, wie es war, 
als Hamz noch dastand, vgl. nach der Lesart des Ibn-Mu- 
hais Kur. 2, 5. „Es ist gleich für sie, ob du sie ermahnst 
(andartahum) oder nicht." 

Vgl. „Bei meinem Leben, ich weifs nicht, wenn ich auch 
sonst kundig bin, ob sie geworfen mit 7 oder 8 Steinen." 

„am giebt den vollständigen Sinn eines Abschnitts, oder 
hat die Bedeutung von bal, wenn es frei ist von dem, wo- 
durch es vorher näher bestimmt ist." 

Erkl. Geht vor am weder das Hamz der Gleichstellung 



*) Nach dem Comnientar ist fam&nijä ein Fehler des Verf.; es 
mufs Ja man in heifsen. 



2G4 D' c Verbindung der Anreihung. 

noch das ajjun vertretende Hamz vorauf, so ist es ein abgeschnit- 
tenes und ergiebt die Zurücknahme wie bal, vgl. Kur. 10, 
38, 39. „Es giebt darin keinen Zweifel vom Herrn der Ge- 
schöpfe, BOndern nur sie sagen: er hat ihn erdichtet!" Vgl. 
„Fürwahr es ist ein Kamee! oder besser Schafe (innahä la'i- 
bilun am sVi'un)." # % 

„TVfit au Dezeichne eine Auswahl, eine Freistellung oder 
Eintheilung. Ebenso gebraucht man au, um etwas dunkel 
auszudrücken, oder einen Zweifel zu bezeichnen; auch ge- 
währt es den Sinn der Zurücknahme von etwas." 

Erkl. au gebraucht man, die Wahl zu bezeichnen, vgl. 
ljud min mäli dirhamän au dinärän. Ferner stellt au 
etwas frei, vgl. g'älisi-1-hasana au ibna sairina. Es ist 
der Unterschied zwischen diesen beiden Fällen, dafs die Frei- 
stellung die Zusammenfassung nicht verwehrt, was bei der 
Wahl hingegen geschieht. Dann bezeichnet au eine Einthei- 
lung, vgl. al-kalimatu au ismun au fi ( lun au harfun. 
Dann stellt au etwas dem Hörer unbestimmt dar, vgl. g'ä'a 
zaidun au c amrün. Man will den Hörer in Ungewifsheit 
lassen, wenn man auch den Kommenden kennt. Ferner drückt 
au einen Zweifel aus, vgl. g'a?a zaidun au l ararün, indem 
man selbst zweifelhaft über den Kommenden ist. 

Vgl. „Was meinst du von Hausgenossen, vor denen 
ich bange, denn nicht kenne ich ihre Anzahl aufser nur im 
Allgemeinen. Es waren achtzig oder mehr um acht. Wenn 
nicht die Hoffnung auf dich gewesen, hätte ich schon meine 
Kinder gemordet." 

„Bisweilen vertritt au das wa, wenn der Redende für 
eine Undeutlichkeit keine Möglichkeit findet." 

Erkl. Bei der Sicherheit vor Undeutlichkeit wird au in 
der Bedeutung von wa gebraucht. 

Vgl. „Er kam zum Halifat, und (au) es war ihm ent- 
sprechend, wie zu seinem Herrn Musä kam als passender." 

„Wie au, ist in der Beziehung das zweite iminä, vgl. 
entweder diese oder die Entfernten (immä immä)." 

Erkl. immä, dem ein anderes immä voraufgeht, hat 
den Sinn von au. Es bezeichnet eine Auswahl, eine völlige 



'atfu-n-nasa&i. 265 

Freistellung, eine Eintheilung, eine Unbestimmtheit, oder ei- 
nen Zweifel, (vgl. die Beispiele analog wie auf pag. 264.). 
Dieses immä ist nicht eine Verbindungspartikel, wiewohl Ei- 
nige dies meinen, da Wäw vor dasselbe tritt und eine Verbin- 
dungspartikel doch nicht vor eine andere treten kann. 

„Schliefse läkin an eine Negation oder Prohibition; lä 
folgt einem Anruf oder Imperativ, oder einer Bejahung. 

Erkl. läkin gebraucht man nach der Negation zum 
Verbindungswort, vgl. mä darabtu zaidän läkin c amrän; 
ferner nach der Prohibition, vgl. lä tadrib zaidän läkin 
( amrän. lä steht als Verbindungswort nach dem Ani'uf, 
vgl. ja zaidu lä ( amrü; ferner nach dem Imperativ, vgl. 
idrib zaidän lä c amrän; und nach der Bejahung g'ä^a 
zaidun lä c amrün. Man bedient sich weder des lä nach 
der Negation als VerbindungspartikeL noch des läkin in 
der bejahenden Rede. 

„bal ist wie läkin nach beiden Satzformen, die mit lä- 
kin in Verbindung stehn, vgl. nicht war ich an einem Wei- 
deplatz, sondern (bal) in einer Wüste. Uebertrage durch 
dasselbe auf das zweite die Aussage vom ersten in der affir- 
mativen Aussage und dem deutlichen Imperativ." 

Erkl. Bei der Negation und Prohibition wird bal als 
Verbindungswort gebraucht und es ist wie läkin darin, dafs 
es die Aussage von dem Vorausgehenden bestätigt und das 
Gegentheil davon für das Nachfolgende bejaht, vgl. mä käma 
zaidun bal f amrün und lä tadrib zaidän bal ( amrän. 
bal bestätigt hier die Negation und Prohibition des Vorauf- 
gehenden, stellt aber dagegen positiv das Stehen des ( Amr 
und den Befehl, ihn zu schlagen, hin. Es wird also als Ver- 
bindungswort für die affirmative Aussage und den Imperativ 
gebraucht. Es bedeutet mithin, dafs man das Erste aufgiebt, 
und überträgt die Aussage davon auf das Zweite, so dafs 
das Erste sich so verhält, als ob man darüber schwiege. 

„Setzt man die Verbindungspartikel nach einem verbun- 
denen Pronomen nominativi, läfst man entweder durch das 
getrennte Pronomen oder ein anderes Trennungswort 
die Trennung eintreten. Ohne Trennungswort kommt es 



266 D« Verbindung dei Anveihung. 

häufig in clor Dichtung vor: sei überzeugt, dafs dies schwach 
begründet ist." 

Erkl. Setzt man die Verbindungspartikel zum verbun- 
denen Pronomen nominativi, so mufs eine Trennung zwischen 
demselben und dem, womit es verbunden ist, eintreten. Diese 
Trennung- geschieht häufig durch das getrennte Pronomen, 
vgl. Kur. 21. 55. „So wäret nun ihr und eure Väter in ei- 
nem offenbaren Irrthum (lakad kuntuin antum waWbiv'iikuin 
fi dalälin mubinin). aba 3 ukum ist verbunden mit dem Prono- 
men in kuntuin, worauf die Trennung durch antum statt- 
findet. Auch geschieht die Trennung durch etwas anderes, 
als das Pronomen, wie z. B. durch das Mai^ül bihi, vgl. 
Kur. 13, 23. „In die Gärten von c Adan gehn sie ein und 
wer rechtschaffen ist (g'annätu c adnin jadhulünahä waman 
salaha)." man verbunden mit wa geht an, da es durch 
das maf c ül bihi, ha, in Trennung steht. So ist auch eine 
Trennung durch lä der Verneinung möglich, vgl. Kur. 6, 
149. „Nicht waren wir Vielgötterei-, und nicht unsere Väter 
(mä as'raknä wa lä äba'unä)." äbä'unä ist verbunden mit dem 
nä. Dies ist möglich, weil durch lä zwischen beiden eine 
Trennung stattfindet. Das verborgene Pronomen nominativi 
ist in diesem Fall wie das verbundene, vgl. Kur. 2, 33. „Be- 
wohne du und dein Weib das Paradies (uskun anta wazau- 
g'uka-1-g'annata)." zaug'uka ist hier verbunden mit einem 
verborgenen Pronomen in uskun; dies ist gestattet, da eine 
Trennung durch das getrennte Pronomen stattfindet. In der 
Dichtung kommt häufig die Verbindung mit dem erwähnten 
Pronomen ohne Trennung vor. 

Vgl. „Ich sprach, als sie herankam und blendende Mäd- 
chen, die hin und her wankten wie die wilden Kühe der 
Wüste, die auf dem Sande hin und her irren." 

Dies kommt auch selten in der Prosa vor. Sibawaihi 
berichtet „inarar tu birag'ulin sawä'in wal- c adamu (ich 
oing vorüber bei einem Manne, von dem es gleich war, ob 
er da war oder nicht)." 

Aus der l\ede des Verf. kann mau entnehmen, dafs die 
Verbindung mit einem getrennten Pronomen nominativi nicht 
einer besonderen Trennung bedarf, vgl. zaidun mä käma 






c aifo-n-nasaJH. 267 

i IIa lnuva wa c amrün. Ebenso verhält sich das Pronomen 
aecusativi, sei es getrennt oder verbunden, vgl. zaidun da- 
rabtuhu wafamrän und ma akramtu illä ijjäka wa'ara- 
rän. Bei dem Pronomen genitivi hingegen wird die Verbin- 
dungspartikel nur mit ^\ iderholung des dasselbe in den 
Genitiv Setzenden eingeführt, vgl. marartu bika wa bizai- 
din. So ist die Lehrweise der Mehrzahl. Die Küfenser er- 
lauben marartu bika wazaidin; ihrer Auffassung tritt. 
Verf. im folgenden Verse bei: 

„Die Wiederholung eines den Genitiv Regierenden bei 
der Verbindung mit einem Pronomen genitivi wird auch als 
nothwendig gesetzt; doch halte ich es nicht für nothwendig, 
da der andere Fall sowohl in der Prosa als richtigen Dichtung 
bestätigt wird." 

Erkl. Die Mehrzahl der Grammatiker setzen die Wie- 
derholung eines den Genitiv Regierenden nothwendig, wenn 
es mit dem Pronomen genitivi verbunden wird; doch be- 
haupte ich das nicht, da in der Prosa und Poesie Fälle der 
Verbindung mit dem Pronomen genitivi ohne Wiederho- 
lung des den Genitiv bewirkenden Wortes vorkommen. So 
vgl. Kur. 4, 1. „Wahret euch vor Gott, bei welchem und 
den Mutterleibern ihr Euch untereinander bittet," nach der 
Lesart des Hamza w r al-arhämi. 

Vgl. „Heute verweiltest du spottend auf uns und uns 
schmähend; geh fort, nicht ist an dir und dem Weltlauf et- 
was zu verwundern (bika wal-ajämi)." 

„fa wird auch mit seinem Verbindungswort weggenom- 
men; wenn keine Undeutlichkeit ist, steht wa allein mit der 
Verbindung eines Regens, das zwar entfernt worden ist, des- 
sen Regime aber, um eine irrige Meinung zu entfernen, blieb." 

Erkl. fa fällt mit seinem Verbundenen Aveg, wenn et- 
was darauf hinleitet, vgl. Kur. 2, 182. „Ist einer von Euch 
krank, oder auf einer Reise, so tritt für ihn eine Anzahl an- 
derer Tage ein." Hier ist fa'aftara und fa c alaihi zu sup- 
pliren. So verhält sich auch wa, vgl. „der Reiter und die 
Kameelc sind müde (räkibu-n-näkati talihäni = räkibu-n- 
näkati wa-n-näkatu talihäni)." wa steht unter den Partikeln 



2(>8 We Verbindung der Anreihnng. 

iUm- \ erbindung darin ganz allein, dafa es ein weggelassenes 
Regens verbindet, dessen Rection geblieben ist. 

Vgl. »Wenn eines Tages die züchtigen Jungfrauen hcr- 
VOrgehn und sie lang ziehen die Augenbrauen und schmücken 
die Augen (zag'g'ag'na-l-hawäg'iba \val- l ujüna rest. waka- 
halna-l- c ujüna)." 

„Die Wegnahme eines Antecedens, das deutlich ist, er- 
laube hierbei; es ist richtig, das Verbum mit dem Vcrbum 
zu verbinden." 

Erkl. Es fallt bisweilen das, womit man verbindet, weg 
wegen einer Hinweisung darauf. Hierher rechnet man Kur. 45, 
30. „Wurden denn nicht meine Verse Euch vorgelesen (afa- 
lam takun ajati tutla c alaikum)." az-Zama' s'ari erklärt: 
alam ta^tikum ajati falam etc., so dafs die Worte, mit 
denen man verband, wegfielen. Die Verbindung hat nicht 
allein beim Nomen, sondern auch beim Verbum statt, vgl. 
jakümu zaidun wajak c udu." 

„Verbinde mit einem Nomen, das einem Verbum ähnlich 
ist, ein Verbum; auch thue das Gegentheil, du wirst es leicht 
finden." 

Erkl. Es kann das Verbum mit einem dem Verbum 
ähnlichen Nomen wie mit dem Part. act. verbunden werden. 
Auch umgekehrt kann mit dem Verbum, welches an der Stelle 
des Nomen steht, ein Nomen verbunden werden. Vgl. zum 
ersten Fall Kur. 100, 3. „Bei den am Morgen einen Einfall 
Machenden und die dadurch Staub aufwühlen"; ferner 57, 17. 
„Fürwahr die spendenden Männer und Frauen, und die Gott 
geliehen haben (inna-1 musaddikina wa'akradu-l-laha)." 

Vgl. zum zweiten Fall den Vers: „Ich fand ihn einst, 
als er seinen F'eind vernichtete und gebend ein Geschenk 
haarreichen Kameelen gleich." 

Vgl. „Die ganze Nacht bewirthete er sie mit einem 
schneidenden Schwerdt, welches auf seinen Schenkeln bald 
mäfsige, bald unmäfsige Strafe ausübte (jaksidu wag'aMru)." 



2U5* 



XLIII. Das Permutativ. 

(al-badal). 

„Das Consequens (at-täbi 1 ), auf das ein Ausspruch ohne 
eine Vermittelung hinzielt, ist das sogenannte Permutativ 
(al-badal)." 

Erkl. Das Permutativ ist das Consequens, aui' welches 
eine logische Aussage (an-nisba ist die Beziehung des Prae- 
dicat auf das Subject) ohne eine Vermittelung bezogen wird. 
In dieser Erklärung ist „Consequens" ein Gattungsbegriff'; 
doch der Zusatz, „worauf das logische Urtheil bezogen wird", 
ist ein specifischer Unterschied, der das Eigenschaftswort, die 
Bestätigung und die erklärende Verbindung ausschliefst, da 
alle diese nur das, worauf die logische Aussage bezogen 
wird, vervollständigen; doch nicht das sind, worauf diese 
Aussage selbst bezogen wird. Der zweite Zusatz „ohne Ver- 
mittelung" schliefst das durch bal oder wa Verbundene aus, 
denn hierauf ist zwar die Aussage bezogen, doch durch eine 
Vermittelung. 

„Das Permutativ kommt entweder als ein quantitativ Ent- 
sprechendes vor, oder als ein Theil, oder als ein mit Inbe- 
griffenes, oder wie ein durch bal Verbundenes. Dieses be- 
ziehe auf die Zurücknahme, wenn sie mit Absichtlichkeit 
verbunden ist; ohne Absichtlichkeit wird ein unabsichtlicher 
Fehler dadurch verneint, vgl. „besuche ihn, den Hälid; küfs 
ihn, ich will sagen die Hand; erkenne ihn an, d. h. sein 
Recht; nimm Pfeile, ich will sagen Messer." 

Erkl. Das Permutativ zerfällt in vier Klassen: 1) das 
Permutativ des Ganzen fiir's Ganze, das ist das mit dem 
wozu es gesetzt ist, zusammenstimmende Permutativ, ihm 
gleich in der Bedeutung, vgl. zurhu Ijälidän; 2) das Per- 
mutativ eines Tbeiles fürs Ganze, vgl. kabbilhu al-jada; 
3) das Permutativ des Inbegriffs, d. i. das, welches einen 
abstracten Begriff im Antecedens angiebt, vgl. i c rifhu hak- 
kahu; 4) das Permutativ, welches von seinem Antecedens ver- 
schieden ist; dies vergleicht Verf. mit dem mit bal verbunde- 
nen. Dieses Permutativ zerfällt in zwei Abtheilungen: 1) das 
Permutativ, dessen Antecedens absichtlich gesagt wurde, wie 



270 Das Permntativ. 

es selbst absichtlich gesagt ist. Dies heifst das Perimitativ 
der Zurücknahme oder das der Meinungsänderung, vgl. „ich 
habe gegessen Brod, Fleisch." Zuerst will man anzeigen, 
dafs man Brod afs, dann ändert man die Meinung, anzuzei- 
gen, dafs man auch Fleisch afs. Diesen Fall bezeichnet Verf. 
im zweiten Textvers: „Das Pcrmutativ gleich einem durch 
bal Verbundenen bezeichne als eine Zurücknahme, wenn sein 
Antecedens absichtlich gesagt ist, wie es selbst absichtlich 
gesagt wird." — 2) Der Fall, dafs nicht das Antecedens, son- 
dern nur das Pcrmutativ absichtlich gesagt ist. Der Redende 
irrte sich, und die Folge davon war, dafs er das Antecedens 
setzte; deshalb heifst dies Pcrmutativ das Pcrmutativ des 
Fehlens und Vergessens; vgl. „ich sah einen Mann, einen 
Esel." Du wolltest zuerst sagen, dafs du einen Esel gesehn, 
und irrtest in der Erwähnung. So sind die Textworte des 
zweiten Ilalbverscs zu erklären: ist das Antecedens nicht ab- 
sichtlich gesagt, so heifst das Pcrmutativ das Pcrmutativ des 
Fehlens, denn es entfernt den voraufgehenden Irrthum. Das 
erwähnte Beispiel ljud nablän mudä erträgt beide Ausle- 
gungsweisen. 

„Für das Pronomen des Gegenwärtigen setzt man das 
Substantiv nicht als Permutativ, aufser wenn dasselbe eine 
Umfassung von mehreren darthut, oder den Sinn von einem 
Theil, oder den von einem Abstractum in sich begreift; vgl. 
„fürwahr du, o deine Freude hat geneigt gemacht." 

Erkl. Das Substantiv steht nicht als Permutativ für ein 
Pronomen der ersten und zweiten Person, aufser wenn es 1) das 
Permutativ eines Ganzen von einem Ganzen ist, und den 
Sinn einer Zusammenfassung mehrerer hat, oder es 2) ein 
Permutativ des Inbegriffs ist, oder endlich 3) es das Permutativ 
eines Theils von einem Ganzen ist. Vgl. zum ersten Fall 
Kur. 5, 114. „Es ist uns ein Fest, für den Ersten von uns 
und den Letzten von uns (takünu lanä c idän li'awwalinä wa- 
änirinä, awwalina ist Permutativ für nä)." Bezeichnet das 
Permutativ nicht eine Zusammenfassung, so ist dies verboten, 
wie ra 5 aituka zaidän verwehrt ist (denn hier habe ich nur 
ein Individuum, keine Mehrheit). 

Vgl. zum zweiten Fall: „Lafs mich, denn dein Geheifs 



al-badal. 271 

wird nicht befolgt werden; nicht hast du mich gefunden, 
meine Geduld ungenügend (mä alfaitini hilmi mudaSin, hilmi 
Permutativ des Inbegriffs für ni)." 

Vgl. zum dritten Fall: „Er bedrohte mich mit Kerker 
und Fessel, meinen Fufs, und mein Fufs ist stark an Soh- 
len, d. h. die beiden Füfsc (mein Fufs ist Permutativ des 
Theils für mich)." 

Ans dem Gesagten läfst sich entnehmen, dafs das Sub- 
stantiv unbedingt als Permutativ vom Substantivum steht, 
wie auch voraufgeht, und dafs für das Pronomen 3. pers. 
das Substantiv ganz allgemein auftritt, vgl. „besuche ihn 
den Hälid." 

„Das Permutativ eines das Hamz der Frage dem Be- 
griffe nach enthaltenden Wortes folgt dem Hamz; vgl. „wer 
ist dieser, Sa c id oder c Ali (man da asa ( idun am c ali)?" 

Erkl. Setzt man das Permutativ eines Frageworts, raufs 
man das Hamz der Frage dem Permutativ voraufgehn lassen. 

„Das Verbum steht als Permutativ eines Verbum; vgl. 
„wer zu uns kommt, uns zu Hülfe ruft, dem wird geholfen." 

Erkl. Wie das Nomen als Permutativ eines Nomen vor- 
kommt, so steht auch das Verbum als Permutativ eines Ver- 
bum, vgl. man jasil ilainä j asta c in binä ju c an, jasta c in 
Permutativ von jasil, vgl. Kur. 25, 68. „Wer dies thut, 
wird Sünde begehn, es wird verdoppelt ihm die Strafe." 

Vgl. „Fürwahr über mir Gott, dafs du huldigst, du wirst 
genöthigt wider Willen oder kommst freiwillig." 



XLIV. Der Anruf, Vocativ. 

(an-nida.'). 

„Für den in der Ferne oder gleichsam in der Ferne 
Angerufenen (al-munäda) gebraucht man ja, ai, ä; so auch 
a j a und haja. Hamz gebraucht man für den Nahestehenden, 
wä für den Beklagten, wie auch ja: dies wird aber bei der 
Undeutlichkeit vermieden." 



272 Der Anruf, Vocativ. 

Erkl. Das Munada mufs entweder ein Beklagter (man- 
düb) sein oder nicht. Steht es nicht in der Klage, kann es 
entweder entfernt und gleichsam entfernt sein, wie der Schla- 
fende und der Nachläfsige; oder nah. Ist es fern oder 
gleichsam lern , so hat man dafür die Partikeln des Anrufs 
ja, ai, ä, aja und ha ja; ist es nah, steht dafür Hamz, vgl. 
azaidu akbil. Steht es in der Klage, so beklagt man sei- 
nen Verlust, oder man ist von ihm in Schmerz versetzt. Hier- 
für gebraucht man w& oder auch ja, wenn keine Verwechs- 
lung mit dem Nichtbeklagten stattfindet; ist aber eine solche 
vorhanden, gebraucht mau wa allein und ja ist verboten. 

„Das Michtbeklagte, das nicht durch ein Pronomen Aus- 
gedrückte, und das nicht zur Hülle Gerufene steht bisweilen 
ohne die Anrufs-Partikel; wisse das. Dies ist bei einem Gat- 
tungsbegriff und dem durch ein Pronomen demonstrativum 
Ausgedrückten selten. Wenn Jemand es verwehrt, stelle dich 
auf die Seite der Tadelnden." 

Erkl. Die Wegnahme der Anrufs-Partikel ist weder bei 
dem Beklagten möglich, vgl. wä zaidäh, noch bei dem 
Pronomen, vgl. ja ijjäka, noch bei dem um Hülfe Angeru- 
fenen, vgl. ja lizaidin. In den anderen Fällen ist die Weg- 
nahme dieser Partikel gestattet; doch ist die Wegnahme der- 
selben bei einem Pronomen demonstrativum und desgleichen 
bei einem Gattungsbegriff so selten, dafs die meisten Gram- 
matiker es verbieten, jedoch eine Anzahl derselben es erlaubt. 
Diesen folgt Verf. Eine Stelle, in der die Anrufspartikel 
bei einem Demonstrativum wegfiel, ist Kur. 2, 79. „Dann 
Ihr, o die ihr da seiet (hä^ulä^i), ihr tödtet euch selbst." 

Vgl. „O du, enthalte dich der Thorheit (dä-rSwä'an), 
denn wenn das Haupt von grauem Haar schimmert, giebt's 
nicht mehr einen Weg zur Jugendliebe." 

Ein Gattungsbegriff steht ohne Anrufspartikel in asbih 
lailu werde Morgen, Xacht, für ja lailu und: komm zur 
Nacht o Schlummer atrik karä. 

„Setze unveränderlich das determinirte Munädä, das ein 
Einzelbegriff ist, in der Form, die in seinem Nominativ fest- 
gestellt ist." 



an-nidä'. 273 

Erkl. Das Munädä ist ein Einzelbegriff, oder annectirt 
oder dem ähnlich. Ist es ein Einzelbegriff, ist derselbe ent- 
weder determinirt , oder absichtlich als indeterminirt gesetzt, 
oder nicht absichtlich indeterminirt. Ist es ein determinirter oder 
absichtlich indeterminirter Einzelbegriff, wird derselbe in sei- 
ner Nominativform unveränderlich gesetzt, wiewohl er an der 
Stelle des Accus, als Object steht; denn das Munädä ist dem 
Sinne nach ein Maf f ül bihi, das von einem verschwiegenen 
Verbuni, an dessen Stelle ja tritt, im Accus, steht, vgl. ja 
zaidu, urspr. ad ( ü zaidän. 

„Supponire Damm bei einem Wort das unflectirbar stand, 
bevor es in den Vocativ trat, und man behandle dasselbe wie 
ein Wort, dessen Indeclinabilität neu eintrat." 

Erkl. Ist das Munädä indeclinable, ehe es in dem 
Vocativ steht, so wird, nachdem es in den Vocativ gestellt 
ist, seine Indeclinabilität auf Damm supponirt, vgl. ja ha da. 
Dies geht dann nach der Weise eines Wortes, dessen Indecli- 
nabilität durch den Vocativ neu hervortrat, so dafs sein Fol- 
gewort in Rücksicht auf das supponirte Damm im Nominativ 
steht; in Rücksicht auf die eigentliche grammatische Stelle aber 
im Accus., vgl. ja hadä-l- c äkilu, la, analog dem ja zaidu- 
z-zarifu, fa. 

„Den indeterminirten Einzelbegriff, die Annexion, und 
das derselben Aehnliche setze ohne Widerstreit in den Ac- 
cusativ." 

Erkl. Ist das Munädä ein determinirter Einzelbegriff, 
oder absichtlich indeterminirt, steht dasselbe indeclinable in 
seiner Nominativ-Form, wie erwähnt ist. Ist es aber ein in- 
determinirter Einzelbegriff d. h. unabsichtlich indeterminirt, 
oder annectirt oder dem ähnlich, wird derselbe in den Accusativ 
gestellt; vgl. zum ersten Fall kaulu-l-a c mä Rede des Blin- 
den, ja rag'ulän hud bijadi. 

Vgl. „O Reiter (ajä räkibän), wenn du dahin kommst, 
so melde meinen Genossen von Nag'rän, dafs kein Wieder- 
finden stattfindet." 

Als Beispiel vom zweiten Fall vgl. ja guläma zaidin; 
vom dritten ja täli c än g'abalän o aufsteigender den Berg. 

18 



274 T> CT Anruf. 

Hiefse einer Dreiunddreifaig, bo stände der Vocativ ja tala- 
tatan watal&tfna. 

„Worte wie Kaidun stehn mit Damm; setze Fath in 
Füllen wie azaidu, da-bna sa c idin, so fehlst du nicht." 

Erkl. Ist das Munäda ein Einzclwort und Eigenname, 
wird es ferner besehrieben durch ibn, das an einen Eigen- 
namen annectirt ist, und steht endlich keine Trennung zwischen 
dem Munäda und ibn, so hat man zwei Weisen: 1) die In- 
declinabilität auf Damm, vgl. ja zaidu-bna c amrin, und 
2) die Setzung des Fath, indem man die Form des vorher- 
gehenden Wortes auf das Folgende überträgt, vgl. ja zai da- 
bna Simrin. Es ist nothwendig, das Alif von ibn ortho- 
graphisch wegzunehmen, wenn es sich so verhält. 

„Das Damm w r ird verlangt, wenn weder dem ibn ein 
Eigenname, noch dem Eigennamen ibn sich anschliefst." 

Erkl. Wenn ibn weder nach einem Eigennamen, noch 
nach ihm ein Eigenname steht, so mufs das Munäda mit 
Damm stehn, und Fath ist verwehrt, vgl. 1) ja gulämu-bna 
'anirin; 2) ja zaidu-bna ahinä. Der Eigenname mufs 
mit Damm und ibn mit Alif stehn, wenn es sich so verhält. 

„Mit Damm oder im Accus, steht ein Wort, das beim 
Verszwang mit der Nünation steht. Dies hat Statt bei den 
Fällen, in denen die Richtigkeit des Damm klar ist. 

Erkl. Ist ein Dichter gezwungen das Munäda mit Tan- 
win zu setzen, so bekommt dies Wort das Tanwin und steht 
mit Damm, auch kommt in gehörten Fällen der Accus, vor. 

Vgl. .,Heil Gottes o Regen (matarun) über sie, doch 
nicht über dich o Regen (ja mataruj Heil." 

Vgl. „Sie schlug ihre Brust meinetwegen und sprach, 
o l Adi (ja f adijjän), schon haben dich bewacht die Wächter." 

„Beim Verszwang allein kann ja und al vereinigt werden, 
aufser bei al-lahu und den als Namen gebrauchten Sätzen; 
am häufigsten ist al-lahumma mit der Stellvertretung; ab- 
norm ist jä-1-lahumma in Gedichten." 

Erkl. Die Partikel des Anrufs und al kann nur beim 
Namen Gottes zusammenstehn, so wie auch bei Sätzen, die 
als Namen gebraucht werden, ausgenommen im Verszwang. 



nn-nidü'. 275 

Vgl. „O ihr zwei Jünglinge, die ihr beide entfloht, hütet 
euch uns ein Uebel zuzuziehen (fajä-1-gulämäni)." 

Beim Namen Gottes und den als Namen gebrauchten Sätzen 
ist dies möglich, man sagt jä-1-lahu mit der Trennung des 
Hamz und der Verbindung desselben. Bei dem, dessen Na- 
men ar-rag'ulu muntalikun ist, sagt man jä-r-rag'ulu 
muntaliku akbil. Am häufigsten ist bei al-lahu die Form 
al-lahumma mit dem tas'dirten Mim, stellvertretend für 
die Anrufspartikel. Abnorm ist die Vereinigung des Mim 
und der Anrufspartikel. 

Vgl. „Fürwahr ich. wenn mein Schicksal herannaht, rufe 
aus j ä - 1 - 1 a h u m m a." 

„Das Consequens des mit Damm stehenden Munädä setze 
nothwendig, wenn es annectirt und ohne al ist, in den Accus.; 
Vgl. azaidu dä-1-hijali o Zaid der Schlauheit besitzende." 

Erkl. Ist das Consequens des mit Damm stehenden 
Munädä annectirt und nicht mit al versehen, so ist der Accus, 
nothwendig, vgl. ja zaidu sahiba f amrin. 

„Andere als solche Consequens setze in den Nominativ 
und Accus., und setze wie ein selbstständiges Wort ein an- 
gereihtes Permutativ." 

Erkl. Bei den Worten, welche nicht wie das erwähnte 
Annectirte sind, kann Nom. und Accus, stehn: das heifst bei 
dem mit al versehenen Annectirten und dem EinzelbegrifF, vgl. 
ja zaidu- 1-karimu, ma-l-abi. Das, was von der erklären- 
den Verbindung und der Bestätigung gilt, gilt auch von der 
Sita, vgl. ja rag'ulu zaidun, zaidän und ja tamimu 
ag'ma ( üna und ag'ma c ina. Aber das Verbindungswort der 
Anreihung ( c atfu-n-nasaki) und das Permutativ (badal) ha- 
ben die Regel eines selbstständigen Munadä. Sie müssen im 
Nominativ stehn, wenn sie EinzelbegrifFe sind, vgl. ja rag'ulu 
zaidun und ja rag'ulu Avazaidun; so wie sie im Accusativ 
stehn müssen, wenn sie annectirt sind, vgl. ja zaidu abä 
c abdi-l-lahi und ja zaidu waabä c abdi-l-lahi. 

„Wenn das Wort in der Anreihung (al-mansük) mit 
al steht, sind beide Ausdrucksweisen möglich; doch wird der 
Nominativ vorgezogen." 

18* 



27»' Der Anruf. 

Ki kl. Das in der Anreihung stehende Wort kann nur 
mit Damm Btehn, wenn es ein Einzelwort ist. welches 
durch etwas anderes als al determinirt wird. Ist es aber 
durch al determinirt, sind Nominativ und Accusativ möglich. 
Das Gewähltere bei al-Halil und Sibawaihi, denen Verf. folgt, 
ist der Nominativ, vgl. ja zaidu wa-1-gulämu, ma, vgl. 
Kur. 34, 10. „O Berge, macht wiederkehren mit ihm die 
Stimme und die Vögel." 

„Das mit al versehene ajjuhä hat eine Sifa nach sich, 
welche nothwendig bei dem Determinirten im Nominativ steht. 
Es kommt ajjuhä da und ajjuhä-1-ladi vor; ajjun mit 
etwas anderem als diesem zu beschreiben wird verworfen." 

Erkl. Man sagt ja ajjuhä-r-rag'ulu und ja ajjuhä 
da und ja ajjuhä-lladi fa c ala kadä. ajju ist als Munädä 
ein auf Damm indeclinabler EinzelbegrifF. ha steht pleonastisch, 
ar-rag'ulu ist dann Sifa zu ajju. Der Nominativ dieser 
Sifa ist nach den meisten Grammatikern nothwendig, weil sie 
eigentlich als Gegenstand des Rufs intendirt ist. al-Mäzini er- 
laubt als regelrecht den Accus., so wie man bei ja zaidu az- 
zarifu, fa den Accus, und Nom. setzen kann, ajju wird nur 
durch einen mit al versehenen Gattungsbegriff beschrieben wie 
mit ar-rag'ulu, oder mit einem Demonstrativum, vgl. ja aj- 
juhä da akbil, oder durch eine mit al versehene Con- 
junetion ja ajjuhä-lladi fa c ala kadä. 

590. „Das mit einem Demonstrativ Stehende ist wie ajjun 

hinsichtlich der Sifa, wenn die Weglassung derselben die 
Determination vernichtet." 

Erkl. Man sagt ja hadä-r-rag'ulu. Der Nominativ 
von ar-rag'ulu ist nothwendig, wenn hadä als Verbindung 
zum Vocativ gesetzt wird, wie auch der Nominativ einer Sifa 
von ajjun nothwendig ist. Wird aber das Demonstrativ 
nicht als Uebergang zu dem Vocativ des ihm Nachfolgenden 
gesetzt, so ist der Nominativ seiner Sifa nicht nothwendig, 
sondern Nomin. und Accus, sind möglich. 

„Bei Fällen wie sa c du sa c da-l-ausi wird das zweite 
in den Accus, gesetzt; das erste setze mit Damm oder Fath, 
so wirst du es recht machen." 



al-nninäda al-nmc/äfii ilä jä'i-l-mutakallimi. 277 

Erkl. Man sagt ja taimu taima c adijjin. Nothwendig 
steht das zweite im Accus.; beim ersten ist hingegen Damm 
und Fath möglich. Steht das erste im Nomin. mufs das 
zweite im Accus, stehn, entweder als Bestätigung, oder we- 
gen der Verschweigung von a c ni, oder als Permutativ, oder 
als erklärende Verbindung, oder als Vocativ. Wird das erste 
in den Accus, gesetzt, so ist es nach Sibawaihi's Lehrweise 
an das nach dem zweiten Nomen Stehende annectirt, und 
das zweite zwischen dem Mudäf und Mudäf ilaihi pleonastisch 
eingeschoben. Die Lehrweise von al-Mubarrad hingegen ist, 
dafs das Mudäf ilaihi des ersten, welches gleich dem Mudäf 
ilaihi des zweiten ist, weggefallen sei, ursprünglich sei also: 
ja taima c adijjin taima ( adijjin. Das erste c adijjin fiel 
weg, da das zweite darauf hinleitet. 



XLV. Das Munädä annectirt an das Ja 1. pers. 

(al-munädä al-muJäfu ilä j ä'i-1-mutakallinii). 

„Bilde das Munädä, dessen Ende wenn es an Ja l.pers. 
annectirt wird, keinen schwachen Buchstaben hat, wie f abdi, 
c abdi, c abda, c abdä, abdijä." 

Erkl. Wird das Munädä an Ja 1. pers. annectirt, kann 
es einen starken oder schwachen Buchstaben am Ende ha- 
ben. Ist der Endbuchstabe schwach, so folgt das Wort der 
Regel anderer Worte, wie bei der Annexion an Ja 1. pers. 
voraufgeht. Ist derselbe aber stark, finden fünf Fälle statt: 
1) Wegnahme des Ja, so dafs man sich mit Kasr begnügt, 
vgl. ja f abdi, dies ist das häufigste; 2) die Setzung des Ja 
als ein ruhendes, vgl. ja ( abdi; dieser Fall ist dem ersten 
zunächst in Hinsicht der Häufigkeit; 3) die Verwandlung des 
Ja in Alif, dann Wegnahme desselben, so dafs man sich mit Fath 
statt dessen begnügt, vgl. ja c abda; 4) die Verwandlung des 
Ja in Alif, doch so, dafs man es stehn läfst und das Kasr 
in Fath verwandelt, vgl. ja f abdä; 5) die Setzung des Ja 
mit Fath versehen, vgl. ja ( abdija. 

„Fath, Kasr und die Wegnahme des Ja steht fest 



278 Nomina, die DOthwendig im Vocativ stchn. 

in jä-bna uinmi, ma; jä-bna c ammi, ma: „o Sohn meiner 
Mutter, meines Ohms, du kannst dem nicht entgehn." 

Erkl. Wird das Munädä an ein, an Ja 1. pers. annec- 
tirtes Wort aimectirt, so mnfs man Ja setzen, aufscr in Fällen 
wie ibnu iimmi, oder ibnu c ammi. Ja wird hier wegge- 
nommen wegen des häufigen Gebrauchs und das Mim steht 
mit Kasr oder Fath, vgl. „Komm lieran, o Sohn meines Ohms 
(akbil jä-bna ( amma, mi)." 

„Beim Vocativ kommt ab ata, ti; ummata, ti vor; setze 
es mit Kasr oder Fath; für Ja ist Tä stellvertretend." 

Erkl. Beim Vocativ sagt man ja ab ata, ti; man darf 
Ja nicht setzen, denn Tä vertritt Ja und man kann das Ver- 
tretende und das Vertretene nicht zusammen bringen. 



XLVI. Nomina, die nothwendig im Vocativ stehn. 

(asmä'u läzamat an-nida'). 

„fulu ist eins von den Wörtern, die speciell nur im 
Vocativ vorkommen ebenso lu'mänu, n au manu. Durchgän- 
gig kommt zur Schmähung des Femininum die Form ja ha- 
bäti vor, sowie beim Imperativ eines dreiradiealigen Ver- 
bum. Häufig wird zur Schmähung eines Masculinum die 
Form fu c alu gesetzt, doch setze diese Form nicht regelrecht. 
In der Poesie kommt fulu auch im Genitiv vor." 

Erkl. Nomina, die nur im Vocativ gebraucht werden, 
sind z. B. ja fulu = ja rag'ulu, ferner ja lu'mänu in 
der Anrede an einen sehr niedrig Gesinnten; ja naumänu 
in der Anrede an einen sehr Verschlafenen. Dies kommt im 
Sprachgebrauch bei einigen bestimmten Fällen vor. Zur 
Schmähung und zum Tadel des Femininum ist beim Vocativ 
durchgängig der Gebrauch der Form fa f äli indeclinable auf 
Kasr, vgl. ja lakä f i. So ist auch der Gebrauch der Form 
fa c äli, indeclinable auf Kasr, regelrecht von allen dreiradi- 
ealigen Verben zur Ausdrückimg eines Imperativs, vgl. na- 
zäli gleich inzil. Häufig ist der Gebrauch der Form fu ( alun 
im Vocativ, wenn man damit speciell den Tadel eines mann- 



al-isti<yäva. 279 

liehen bezeichnen will, vgl. ja fusaku; doch ist dies nicht 
als regelrecht anerkannt. Manche Nomina, die nur speciell 
im Vocativ gebraucht werden, kommen in der Dichtung vor, 
auch wenn sie nicht im Vocativ stehn. 

Vgl. „Es irrte ab mein Kameel in der Wüste bei ei- 
nem Geschrei (Commentar: fi lag'g'atin): halt zurück diesen 
von jenem ! " 



XLVII. Der Hülferuf. 

(al-isti^rä<a). 

„Wird ein im Vocativ stehendes Wort zum Hülferuf ge- 
setzt, so steht es im Gen. durch la, vgl. ja la-1-murtadä 
o zur Hülfe Gott geliebter." 

Erkl. Man sagt ja lazaidin li f amrin o Zaid zu 
Hülfe dem f Amr. Der zu Hülfe Gerufene (al-mustagat) steht 
im Gen. durch la; und der, für den man um Hülfe ruft, 
(al-mustagätu lahu) durch li. Das Lam steht nur deshalb 
mit Fath bei dem Mustagat, weil das Munädä an der Stelle 
eines Pronomen steht, und Läm bei einem Pronomen Fath 
annimmt. 

„Setze Fath bei dem Verbundenen, wenn man ja wie- 
derholt; in anderen Fällen setzet Kasr." 

Erkl. Verbindet man mit dem Mustagat noch einen 
anderen, wiederholtman entweder ja oder nicht. Wiederholt man 
dasselbe, so ist Fath des Lam noth wendig, vgl. ja lazaidin 
ja la f amrin. Wiederholt man ja nicht, so ist Kasr nothwen- 
dig, vgl. ja lazaidin liSimrin, so wie auch li nothwendig 
ist bei dem, um den man zur Hülfe ruft (mustagat lahu). Im 
Verse wird diese Regel mit den Worten, „in anderen Fällen 
bringet Kasr" d. h. in anderen Fällen als bei dem Mustagat 
und dem damit verbundenen zweiten Wort, mit dem ja wie- 
derholt wird, setze nothwendig Lam mit Kasr. Es steht mit 
Kasr bei dem verbundenen Worte, mit dem j ä nicht wiederholt 
wird und dem Mustagat lahu (für den man um Hülfe ruft.) 

„Das Läm des Mustagat wird von Alif vertreten, und v. eoo. 



280 Dta Klage. 

ebenso wie das Mustag&t wird das eine Bewunderung enthal- 
tende Wort al-muta c ag , g'ab behandelt." 

Erkl. Man nimmt das Lam des Mustagät fort und 
stellt, statt dessen Alif an's Ende des Worts als Stellvertre- 
tung, vgl. ja zaidä li c amrin. Aebnlich dem Mustagät, 
behandelt man (al-muta l ag'g"ab) das Bewunderte, vgl. ja la- 
d-dähijati o über das Unglück und j ä la-l-'ag'abi o über 
das Wunder. Diese stehn im Genitiv durch la, wie das 
Mustagät. Es vertritt das Alif das Läm in dem Muta'ag'- 
g'ab (ja c ag'abä lizaidin). 



XL VIII. Die Klage. 

(an-nudbatu). 

„Das für das Munadä Geltende lafs auch für das Mandüb 
(den Beklagten) gelten; das Indeterminirte wird nicht bei der 
Klage gebraucht, wie auch nicht das unbestimmt Aiisgespro- 
chene. In der Klage steht das Conjunctionsnomen in Bezug 
auf die Person, welche bekannt ist, vgl. wä man hafara 
„Wehe über den Verlust dessen, der den Brunnen Zamzam 
gegraben." 

Erkl. al-mandüb ist der, über dessen Verlust man 
Schmerz empfindet, vgl. wä zaidäh und der, über den man 
sich beklagt wä zahräh. Nur das determinirte Wort kann 
in der Klage stehn, nicht ein indeterminirtes, man sagt nicht 
wä rag'uläh; auch nicht das unbestimmt Ausgesprochene (al- 
mubhamu), wie z. B. das Demonstrativ, man sagt nicht wä hä- 
däh. Das Mausül (Conjunctionsnomen) kann nur dann in der 
Klage vorkommen, wenn es von al frei ist und dasselbe durch 
seine Sila deutlich gemacht wird, vgl. „wehe über den Ver- 
lust dessen, der den Brunnen Zamzam grub." 

„Dem Ende des Mandüb füge Alif hinzu; ist der vor- 
hergehende Buchstabe auch Alif, so fällt es weg. Das Tan- 
win des Wortes, Avodurch der Sinn des Mandüb vervollstän- 
digt wird, ist dem Tanwin einer Sila ähnlich; hiermit hast 
du den Wunsch erreicht." 



an-nudbatu. 281 

Erld. Es wird dem Ende des angerufenen Mandüb Alif 
hinzugefügt; ein Alif, das diesem Alif voraufgehn sollte, wird 
weggenommen, vgl. wä müsah. Das Alif von Müsä fällt 
weg, und man setzt das Alif, welches die Klage bezeichnet. 
So fällt auch am Ende einer Sila oder eines anderen Wortes 
ein Tanwin in diesem Falle weg. 

„Setze nothwendig zu dem Endvocal einen correspondi- 
renden Consonanten hinzu, wenn das Fath Zweifel erregt." 

Erld. Ist das Ende eines Wortes, woran Alif der Klage 
sich hängt, ein Fath, so hängt man das Alif der Klage ohne 
Veränderung an, vgl. wä guläma ahmadäh; ist es aber 
ein anderer Vocal, ist ebenfalls Fath nothwendig, aufser, wenn 
dasselbe Ungewifsheit bewirken würde. Ungewifsheit bewirkt 
es nicht in Fällen, wie wä zaidäh, doch würde es dieselbe 
bewirken, bei Fällen wie wä gulamahüh und wä gulä- 
makih, urspr. wä gulämaki und wä gulämahu. 

Nothwendig ist die Verwandlung des Alif der Klage 
nach Kasr in Ja, und nach Damm in Wäw. Thäte man das 
nicht, sondern nähme Damm und Kasr weg, und setzte Fath 
mit dem Alif der Klage, so dafs man sagte wä gulämakäh 
und wä gulämahäh: so wäre die Form des Mandüb in der 
2. pers. fem., gleich der in der 2. pers. masc, ebenso diese 
Form in der 3. pers. masc. zu verwechseln mit 3. pers. fem. 
So sind die Worte Verf. zu verstehn. Ist das Ende des 
Mandüb mit den Vocalen Fath Damm, oder Kasr versehn, 
verbinde damit ein entsprechendes Wäw oder Ja, wenn Fath 
Zweideutigkeit hervorriefe. Ist dies aber nicht der Fall, so 
setze das Ende des Worts mit Fath und lasse demselben Alif 
der Klage folgen. 

„Das in der Pause stehende Wort vermehre um das Hä 
der Ruhe, wenn du willst, doch kann auch das Madda stehn, 
worauf dann das Hä nicht hinzutritt." 

Erkl. Steht das Mandüb in der Pause, so steht nach 
dem Alif das Hä der Ruhe (wä zaidäh), oder man stellt die 
Pause auf Alif (wä zaidä), worauf man dann Hä nicht mehr 
verbindet, aufser im Verszwang. 

Vgl. „Wohlauf o c Amr c Amr und c Amr, Sohn des 
Zubairäh." 



289 Die Wegwerfung eine« Theil« dos Worte. 

..I >. »rjenige, «reicher im Vocativ das Jfi als ruhend sich 
denkt, sagt vvl c abdijfi und wä 'ahdä." 

Ki kl. Wird ein an da 1. pers. annectirtea Worl nach 
ihr Auffassung desjenigen, der das Jfi als ruhend betrachtet, 
als Mandüb gesetzt, so sagt man wa c abdija mit Fath des da 
und Anhängung des Alif der Klage oder jfi 'ahdä mit Weg- 
nahme des da und Anhängung des Alif der Klage. »Setzt 
man aber die Klage nach der Auffassung dessen, der Ja weg- 
nimmt und sich mit Kasr begnügt, oder nach der Auffassung 
dessen, der Jfi in Auf und Kasr in Fath verwandelt, worauf 
er Alif wegnimmt und sieh mit Fath begnügt; oder nach des- 
sen Ansicht das Ja sich in Alif verwandelt und dies dann bleibt; 
igt man wa 'ahdä, nicht anders. Setzt man in Klage nach 
der Weise dessen, der das Jfi mit Fath versieht, so sagt man 
wä 'abdijä: nicht anders. Das Resume: dafs es nur zwei 
Ausdrucksweisen giebt, nämlich wä 'ahdijä und wä Sibdä 
nach der Auffassung dessen, der Ja in Ruhe versetzt. 



XLIX. Die Wegwerfung eines Theils des Worts. 

(ut-tarAim). 

„Beim Tarhim nimm das Ende des im Vocativ ste- 
henden Wortes weg, vgl. ja su f ä bei dem der ruft ja 

Su'äd." 

Erkl. at-tarhim bedeutet nach dem allgemeinen Sprach- 
gebrauch die Sanftmachung des Tones. 

Vgl. „Sie hat eine Haut wie Seide, und eine Sprache, 
eine sanfte (mit sanften Rändern) nicht geschwätzig und nicht 
zu karg." 

In der grammatischen Terminologie ist tarhim die Fort- 
nalnne der Endbuchstaben eines Worts beim Vocativ. 

„Gestatte das Tarhim ganz allgemein bei jedem Wort, 
das durch Ha im Fem. steht und das durch die Weg- 
nahme desselben im Tarhim steht. Die Form lafs dann so 
vollständig (nimm nichts weiter fort). Verwehre das Tarhim bei 



at-tarAiin. 2#3 

den Worten, die von diesem Ha frei sind, die Eigennamen 
ausgenommen, welche aus vier und mehr Radicalcn bestehn, 
und ohne Annexion oder Satzbildung vollendet sind." 

Erkl. Das Munadä mufs entweder durch Ha im Fem. 
stehn oder nicht. Bildet es durch Ha das Fem., kann man 
es in das Tarlum setzen, d. h. gleichviel, ob es Eigenname 
ist, vgl. fätimatu oder nicht, vgl. g'ärijatun; gleichviel, 
ob es mehr als drei Buchstaben hat wie in dem Beispiele, 
oder nur drei Buchstaben, wie s'ätun, also ja fätima, ja 
g'ärija, ja s'ä, vgl. „o Schaafe steht still", mit Wegnahme 
des tä Fem. wegen des Tarhim, hierauf wird nichts weiter 
weggenommen. Der zweite Theil besteht aus solchen Wor- 
ten, die nicht durch Ha das Femin. bilden. Diese Worte 
stehn nur unter Bedingungen im Tarlum; 1) müssen sie vier 
Buchstaben oder mehr haben; 2) müssen sie Nomina propria 
sein; 3) dürfen sie nicht solche Composita sein, die durch 
Annexion oder Satzbildung gebildet sind. Von ( utmän und 
gVfar bildet man l utma und g'a t fa. Ausgeschlossen sind 
also Wörter, die nur drei Buchstaben haben, ferner Wörter, die 
keine Eigennamen sind und nach der Form fä c ilun gehn; fer- 
ner Composita, die durch Annexion, wie ( abdu s'amsin, oder 
durch einen vollständigen Satz, wie s'äba karnäha, gebildet 
sind. — Keines von diesen steht im Tarhim, wogegen das durch 
Mischung Zusammengesetzte (tarkibu mazg'in) durch die Weg- 
nahme seines Endes im Tarhim steht. Dies Letztere läfst sich 
aus den Worten des Verf. entnehmen, da er es nicht als Aus- 
nahme setzt. Bei dem, dessen Name ma ( di kariba ist, sagt 
man ja ma ( di. 

„Mit dem Endbuchstaben nimm den voraufgehenden weg, 
wenn dies ein weicher und ruhender Servilbuchstabe ist, der 
zu vier oder mehreren voraufgehenden Buchstaben hinzutrat. 
Eine Meinungsverschiedenheit ist nur bei Wäw vind Ja, de- 
nen Fath voraufgeht." 

Erkl. Nothwendig mufs mit dem Endbuchstaben der 
voraufgehende wegfallen, wenn derselbe ein Servilbuchstabe 
ist, der schwach und ruhend steht, und als der vierte oder 
ein noch späterer auftritt, vgl. ( utmän, mansür; man sagt 
ja c utma und ja mansu. Ist dieser Buchstabe weder ein 
serviler, vgl. muhtärun, noch ein schwacher, vgl. fir c aunu, 



•>,x.j r>ie Wegwerfung ainea Theib des Worts. 

noch ruhend, vgl. fcanawwarun, noch endlich der vierte, 
vgl. mag'idun, so ist die Wegnahme desselben nicht ge- 
Btattet, vgl. ja mulita, ja kanawwa, ja, mag'i. Was fi- 
i aiinu und seinesgleichen betrifft, d. h. diejenigen Worte, 
vor dessen Waw oder Ja ein Fath voraufgeht, vgl. gurnaik, 
so ist dabei eine Meinungsverschiedenheit. al-FarnV und al- 
G'armi sagen, dafs beide wie maskinun und mansürun 
gehen, man sage ja fir l a und ja gurna. Andere Gramma- 
tiker behaupten, dies sei nicht gestattet, man sagt nach ihnen 
ja t'ir'au und j a gurnai. 

„Das Ende eines zusammengesetzten Wortes nimm fort, 
selten ist das Tarlum eines Satzes, das hat l Amr berichtet." 

Erkl. Voraufgeht, dafs das durch Mischung zusammen- 
gesetzte Wort im Tarlum stehn könne, hier erwähnt nur Verf., 
dafs man das Wort durch die Wegnahme des Endes in das 
Tarlum stelle. Von ma ( di kariba sagt man j ä ma c di. 

Wie erwähnt ist, steht das in einer Satzbildung Zusam- 
mengesetzte nicht im Tarlum; doch erwähnt Verf. hier, dafs 
es selten im TarMm stehe und dafs c Amr, d. i. Sibawaihi 
( c Amr ist sein Name, Abü-bas'r sein Zuname und Sibawaihi 
sein Beiname) dies von den Arabern berichtete. Doch was 
Sibawaihi bestimmt im Capitel vom Tarlum angiebt, ist, dafs 
dies nicht geschehe. Verf. aber verstand aus einigen seiner 
Worte in einigen Capiteln von der Relativ-Beziehung, dafs 
er dies erlaube, man sage von ta^abbata s'arrän, ja 
ta'abbata. 

„Supponirt man, nach der Wegnahme des Wegfallenden, 
so behandle das Uebrige, wie man gewohnt ist. Supponirt 
man nicht das Weggenomme, behandle das Wort so, als ob 
es ursprünglich durch den letzten übrigbleibenden Consonan- 
ten abgeschlossen wäre. Nach der ersten Auffassung sprich 
bei tamüd ja tamü, und nach der zweiten ja tami." 

Erkl. Bei dem im Tarlum stehenden Worte sind zwei 
Formen möglich: 1) dafs man das Weggenommene suppo- 
nirt; 2) dafs man es nicht supponirt. Das Erste bezeichnet 
man als die Wortform dessen, der die Buchstaben erwartet, 
das Zweite als Wortform dessen, der die Buchstaben nicht 
erwartet. — Setzt man das Tarlum nach der Form des (das 



at-tar/nm. 285 

Uebrige) Erwartenden, läfst man das Uebrige nach der Weg- 
nahme, so wie es war mit Vocal oder ruhend; man sagt von 
g'a c far, ja g'a c fa nnd von härit ja häri. Setzt man das Tar- 
Mm nach der Weise des (das Uebrige) nicht Erwartenden, so 
setzt man das Ende des Woi'ts, wie man damit verfahren 
würde, wenn dies das Ende des Wortes wirklich wäre. Man 
setzt es indeclinable auf Damm und behandelt es als voll- 
ständiges Nomen, man sagt ja häru, ja g'a c fu. Bei tamud 
sagt man nach der Form dessen, der die Buchstaben erwartet, 
ja tamü mit ruhendem Wäw und nach der Form dessen, 
der die Buchstaben nicht erwartet ja tami, das Wäw in Ja 
und das Damm in Kasr verwandelt, da man es als vollstän- 
diges Nomen behandelt und kein declinables Nomen sich fin- 
det, dessen Ende Wäw mit voraufgehendem Damm wäre, 
ohne dafs Wäw nicht in Ja und Damm nicht in Kasr ver- 
wandelt würde. 

„Setze die erste Weise nothwendig bei AVorten wie 
muslimatun; gestatte beide Weisen bei Worten wie mas- 
lamatu." 

Erkl. Steht im Tarhim ein Wort, in dem Tä fem. den 
Unterschied zwischen Masc. und Femin. bildet, wie in mus- 
limatun, mufs man dasselbe in das Tarhim nach der Weise 
des (das Ende) Erwartenden setzen. Man sagt also ja mus- 
lima. Man darf es nicht nach der Weise des (das Ende) 
nicht Erwartenden behandeln, man sagt nicht ja muslimu, 
damit dies Wort nicht mit dem Vocativ des Masc. verwechselt 
werde. Aber ein Wort, das Tä fem. nicht zum Unterschied 
zwischen Masc. und Fem. hat, wird auf beide Weisen behan- 
delt, von maslamatu sagt man ja maslamu, ma. 

„Wegen des Verszwangs setzt man das Tarhim, ohne 
dafs das Wort im Vocativ steht, doch mufs dasselbe zum 
Vocativ geeignet sein." 

Erkl. Nach dem Voraufgehenden ist das Tarhim die 
Wegnahme der letzten Buchstaben in einem Wort, das im 
Vocativ steht. Bisweilen wird wegen des Verszwangs das 
Ende des Wortes genommen, wenn es auch nicht im Voca- 
tiv steht, unter der Bedingung, dafs es überhaupt zum Vo- 
cativ passe. 



v. G20. 



286 l 1 ' Bp«cfeö« Hervorhebung;. 

Vgl. „Fürwahr wie trefflich ist der Mann, dessen Fcuer- 
glanz Tarif, Sohn des Malik (ibnu mali), in der Nacht des 
Hungers und der Kälte von ferne erblickt." 



L. Die specielle Hervorhebung. 

(al-iAtisä«). 

Das Iljtisus ist wie ein Vocativ ohne ja, wie der Aus- 
druck aj juhä-1-fatä in der Folge nach urg'üni. P>isweilcn 
kommt dies ohne ajjun als Folge von al vor, vgl. wir, ich 
ineine Araber, die freigebigsten der Spendenden." 

Erkl. Das Iljtisas gleicht dem Vocativ der Wortlbrm 
nach, doch ist es in dreierlei Hinsicht von ihm verschieden: 
1) Steht mit ihm keine Partikel des Vocativ; 2) mufs ihm 
etwas voraufgehn; 3) steht al bei ihm. Vgl. „Ich thue das 
und das, ich der Mann (af c alu kadä ajjuhä-r-rag'ulu)," und 
den Ausspruch des Propheten: „Wir Schaaren der Prophe- 
ten, nicht werden wir beerbt, was wir hinterlassen ist Gottes- 
schatz nahnu ma c äs'ira rest. ahussu ma ( äs'ira-l-anbijä J i." 



LI. Die Warnung — die Anstachelung. 

(at-ta&dir — al-i^rä'). 

„Ein Wai-nender setzt ijjaka und as'-s'arra, so wie 
ähnliche Ausdrücke durch ein nothwendig verschwiegenes 
Wort in den Accusativ. Ohne ein Verbindungswort gilt dies 
bei ijjä; bei anderen Fällen ist die Verbergung des Verbum 
nicht nöthig, aufser bei einem Verbindungswort oder einer 
Wiederholung, vgl. ad-daigama, ad-daigama den Löwen, 
den Löwen, oder „du Nachtwandler." 

Erkl. Die Warnung ist die Aufinerksammachung des 
Angeredeten auf etwas, wovor er sich hüten mufs. Geschieht 
diese durch ijjaka und verwandte Formen, mufs man das 
in den Accusativ Setzende verschweigen, gleichviel ob ein 



at-ta//c/Ir -- al-iprä'. 287 

Verbindungswort sich vorfindet oder nicht, vgl. ijjäka \va- 
s'-s'arra. ijjäka steht im Accus, durch ein nothwendig 
"weggenommenes Verbuni, d. i. dich warne ich; zum zweiten 
vergleiche ijjäka an tafala kadä, d. h. dich warne ich 
davor, dafs du so thust. Geschieht die Warnung ohne ij- 
jäka und dessen Verwandten, so braucht man nicht das in den 
Accusativ Setzende zu verschweigen, aulsei wenn eine Ver- 
bindungspartikel sich vorfindet, vgl. mäzi ra^saka wa-s- 
saifa: o Mäzin hüte dein Haupt und vermeide das Schwert; 
oder wenn das Wort doppelt steht, vgl. den Löwen, den 
Löwen, d. i. hüte dich vor. — Steht aber das Wort mit ei- 
ner Verbindungspartikel oder einer Wiederholung, so ist die 
Verschweigung und Setzung des in den Accus, stellenden 
Wortes möglieh, doch kann man es auch hervortreten lassen, 
vgl. al-asada oder ihdar al-asada. 

, f Abnorm ist ijjäja noch abnormer ijjähu o ihn, w r er 
dies als regelrecht betrachtet, schweift vom graden Wege ab." 

Erkl. Das Recht der Warnung ist, dafs sie sich auf 
die zweite Person beziehe, abnorm ist sie bei der ersten 
Person, vgl. „hütet Euch vor mir, und dafs einer von Euch 
den Hasen nehme." Noch abnormer ist die Warnung bei der 
dritten Person. Vgl. „Wenn der Mann die Sechzig erreicht, 
nehme er sich in Acht, (fiv'ijjähu) und hüte sich vor jungen 
Mädchen." Dergleichen wird in keiner Weise als regelrecht 
betrachtet. 

„Den Angestachelten (al-mugrä) behandle wie den Ge- 
warnten, doch ohne ijjä in jeder Hinsicht, die wir durchge- 
gangen sind." 

Erkl. Die Anstachelung al-igrä J ist das Geheifs für 
den Angeredeten sich an etwas Löbliches zu halten. Diese 
gleicht der Warnung darin, dafs wenn eine Verbindungspar- 
tikel oder eine Wiederholung vorkommt, man nothwendig 
das in den Accusativ setzende Wort verschweigen mufs, wo 
nicht, ist das nicht nothwendig. ijjä wird hierbei nicht ge- 
setzt. Ein Beispiel, in dem die Verschweigung des in den 
Accusativ setzenden Worts nothwendig ist, wäre ahäka 
ahäka deinen Bruder, deinen Bruder, oder ahäka wal-ih- 
säna ilaihi deinen Bruder und das Wohlthun gegen ihn. 



288 Die Nomina des Verbum und des Hufes. 

Ein Fall, in dem Verschweigang nicht nothwendig wäre, 
wäre ahftka, d. h. halte dich an deinen Bruder. 



LH. Die Nomina des Verbum und des Rufes. 

( a s m ä' u - 1 - a f ä 1 i w a - 1 - a s w ä t i ). 

„Ein das Verbum vertretendes Wort wie s'attana ein 
grofser Unterschied, sah schweig, nennt man ein Nomen 
des Verbum. Ebenso ist awwah und mah enthalte dich. 
In der Bedeutung des Imperativ, vgl. amina, kommen diese 
Nomina häufig vor; in anderer Bedeutung wie z. B. wai 
weh und haihäta weit entfernt, stehn sie selten." 

Erkl. Nomina des Verbum sind Worte, die an der Stelle 
der Verba hinsichtlich des Sinnes und der Rection stehn. 
Häufig haben sie den Sinn des Imperativ, vgl. mah = uk- 
fuf enthalte dich und ämina in der Bedeutung istag'ib 
erhöre. Auch stehn diese Nomina im Sinne des Perfectum, 
vgl. s'attana = iftaraka es ist ein Unterschied, s'attana 
zaidun wa c amrün; haihäta = ba ( uda wie haihäta-1- 
c akiku fern ist der Karneol (wenn man den Siegelring ver- 
loren hat); auch stehn diese Nomina im Sinne des Imper- 
fectum, vgl. awwah = atawag'g'a f u ich leide Schmerzen; 
wai = a f g'abu ich wundere mich. Beide Fälle sind nicht 
als regelrecht bestimmt. Bei den Nomen, die den Vocativ 
erfordern, ist gesagt, dafs der Gebrauch der Form fa c äli als 
Nomen des Verbum indeclinable auf Kasr als regelrecht für 
alle dreiradicaligen Verba gelte, vgl. daräbi. Dies erwähnt 
Verf. hier nicht, da er sich mit jener Erklärung begnü- 
gen kann. 

„Zu den Nomen des Verbum gehört c alaika und dü- 
naka nebst ilaika, so sind auch ruwaida und balha No- 
v. 630. m j na j eg Verbum, wenn sie einen Accus, regieren; bewirken 
sie aber den Genitiv, so sind sie zwei Masdar." 

Erkl. Unter den Verbalnomen giebt es welche, die ur- 
sprünglich ein Zarf sind oder durch eine Partikel im Genitiv 



asmä'u-1-af äli \va-l-a.v\väti. 289 

stehn, vgl. c alaika zaidän halte dich an Zaid, oder ilaika 
zu dir, d. i. bleib wo du bist; ferner dünaka zaid an, d. i. 
fafs ihn. Andere Worte werden als Verbalnomen und als 
Masdar gebraucht wie ruwaida und balha. Steht das Wort 
nach diesen beiden im Genitiv, so sind sie beide Masdar, vgl. 
ruwaida zaidin == irwäda zaidin; ruwaida steht durch 
ein verschwiegenes Verbum im Accus. Folgt ihnen aber ein Wort 
im Accus., sind sie als zwei Nomina des Verbum zu betrachten. 

„Diesem Nomen gebührt die Rcction des von ihm ver- 
tretenen Wortes; stelle ihnen das, was sie regieren, nach." 

Erkl. Dem Nomen des Verbum steht die Rection zu, 
welche dem Verbum gebührt, das sie vertreten; hat das Ver- 
bum nur einen Nominativ, ist das Nomen verbi ebenso: so 
enthalten sah und mah zwei verborgene Pronomina gleich 
dem uskut und ukfuf. In haihäta zaidun steht zaidun 
im Nominativ Avie es durch ba c uda geschieht. Regiert das 
Verbum den Nominativ und Accusativ, ist das Nomen des 
Verbum ebenso, vgl. daräki zaid an = adrikhu und da- 
räbi c amrän. In beiden Nomen des Verbum sind verbor- 
gene Pronomina und zaidän und c amrän stehen durch diese 
Nomina in dem Accusativ. Das Regime des Verbalnomen 
mufs nothwendig nachstehn und darf nicht vorgestellt werden, 
entgegengesetzt dem Verbum. 

„Bestimme die Indetermination den mit der Nünation 
stehenden Worten; die Determination ist bei den anderen klar." 

Erkl. Das Zeichen, dafs die sogenannten Nomina des 
Verbum wirklich Nomina sind, ist, dafs die als Nomina des 
Verbum bezeichneten Worte das Tanwin sich anhängen, vgl. 
sah, sahin; hajjahal, hajjahalän, lun. Sie hängen sich 
die Nünation an, um die Indetermination zu bezeichnen. Die 
mit dem Tanwin stehenden Worte sind indeterminirt, die ohne 
dasselbe stehenden aber determinirt. 

„Die dem Nomen des Verbum ähnelnden Worte, durch 

die unvernünftige Wesen angeredet werden, setzt man als 

Nomina des Lautes (Interjection); so auch die Worte, welche 

nur einen Laut vollständig nachahmen, vgl. kab. Beide 

Gattungen sind indeclinable, und dies wird als nothwendig 

verlangt." 

19 



290 Tut heulen Nun der Bestätigung. 

Erkl. Die Interjectionen sind Worte, die wie die No- 
mina des Verbum behandelt worden, insofern man sieh mit 
ihnen zum Ausdruck einer Anrede an das Unvernünftige, 
oder zur Wiedergabe eines Sehalles begnügt. — Vgl. zum 
ersteren hala zur Anhaltung der Pferde, c adas für das 
Maulthier: zum zweiten kab für den Schlag des Schwertes 
und g&k für den Raben. Die Nomina des Verbum und des 
Tons sind alle indeclinable. — Wie beim Capitel über das 
Indeterminirte und Determinirte voraufgeht, sind die Nomina 
des Verbum indeclinable, da sie der Partikel darin gleichen, 
da fs sie Verba vertreten und keinen Einflufs erleiden. Die 
Interjectionen sind indeclinable wegen ihrer Aehnlichkeit mit 
dem Nomen des \ erbum. 



LIII. Die beiden Nun der Bestätigung. 

(nunä-t-tau kidi). 

v . t,35. .,Das Verbum erhält eine Bestätigung durch zwei Nun, die 

wie die beiden Nun in idhabanna und aksidanhumä sind." 

Erkl. Dem Verbum hängen sieh zur Bestätigung zwei 
Nun an; das Eine ist das Schwere, vgl. idhabanna, und 
das andere das Leichte, vgl. aksidanhuma. Beide kommen 
zusammen im Kur. 12, 32. vor. „Fürwahr er wird eingeker- 
kert und wird zu den Gedemüthigten gehören." 

„Diese beiden Nun verstärken den Imperativ und das 
Futur, wenn sie um eine Forderung oder Bedingung zu 
bezeichnen vorkommen, und dem immä folgen. Ferner stehn 
sie als positives Futur im Schwur. Selten folgen sie nach 
mä, lam, lä oder einer andern den Nachsatz bedingenden 
Partikel aufser immä. Das Ende der bestätigten Verbal- 
forni setze mit Fath, vgl. ubruzan." 

Erkl. Man hängt die beiden Nun der Bestätigung an 
den Imperativ, vgl. idriban zaidän und an das Futurum, 
welches eine Forderung anzeigt (litadribanna) oder das als Be- 
dingung vorkommt, nach dem durch mä bestärkten in, vgl. 
Kur. 8, 59. „Und welche du irgend (immä) im Kampfe 



nünä-t-taukidi. 291 

fängst, bewege durch sie die Hinterstehenden zur Flucht." 
Dasselbe findet statt bei einem Futur, das als Nachsatz zu 
einem positiven Futur-Schwur steht, vgl. wa-1-lahi lata- 
dribanna zaidän; ist derselbe nicht positiv, wird er nicht 
durch Nun bestätigt, vgl. wa-1-lahi lä taf c al kadä; so 
verhält es sich auch wenn der Schwur im Praesens steht, 
vgl. wa-1-lahi lajakümu zaidun. Selten tritt dieses Nun 
zu einem Imperfectum, das nach dem pleonastischen m ä steht, 
ohne dafs dasselbe von in begleitet wäre. Vgl. „Gewifs mit 
irgend einem Auge werde ich dich hier sehn bi c ainin mä 
arajannaka hähunä"; ebenso ists bei einem Imperfectum, 
das nach lam steht. 

Vgl. „Es wird ihn der Unkundige so lange er ihn 
nicht kennt, für einen S'aih halten, der mit dem Turban auf 
.«einem Thron geschmückt ist," 

Ebenso verhält es sich mit dem Imperfectum, das nach 
dem negativen lä steht, vgl. Kur. 8, 25. „Hütet euch vor 
einem Unheil, welches nicht diejenigen von Euch, welche 
Unrecht gethan haben, ausschliefslich treffen wird." — Eben- 
falls sind diese Nun selten bei dem Imperativ, welcher 
nach den Partikeln der Bedingung steht, immä ausgenommen. 

Vgl. „Wenn du von ihnen einen fassest, so kommt er 
nimmer wieder; der Tod der Bani Kutaiba kühlt deinen 
Zorn." 

Das durch Nun bestätigte Verbum ist unflectirbar auf 
Fath, wenn ihm nicht ein Alif, Ja oder Wäw des Prono- 
men folgt. 

„Bezeichne ein solches Imperfectum vor einem aus schwa- 
chen Buchstaben gebildeten Pronomen mit den Vocalen, die 
als homogen bekannt sind. Nimm diese Pronomina weg, 
Alif ausgenommen; und ist der letzte Buchstabe des Verbum 
ein Alif, so setze durch dasselbe eine nicht auf Wäw oder 
Ja im Nominativ stehende Form mit ja, vgl. is ( ajanna, 
sa c jän. Nimm Alif Aveg, wo diese beiden Buchstaben (Wäw 
oder Ja) im Indicativ stehn. Beim W"äw und Ja wird ein 
homogener Vocal erzielt, vgl. ihs'ajin ja hin du mit Kasr 
und ja kaumu ihs'awun mit Damm. Verfolge die Analogie 
gleichmäfsig fortbildend." 

19* 



292 ™ e beiden Nun iler Bestätigung. 

Eikl. Das durch diese Nun bestätigte Verbum steht, 
wenn das Alif des Dual oder Wäw des Plural oder Ja 2. pers. 
fem. mit ihm verbunden wird, mit Fath vor dem Alif, mit 
Damm vor dem Waw, und mit Kasr vor dem Ja. Das Pro- 
nomen fällt weg, wenn es Waw oder Ja ist, und bleibt, wenn 
es Alif ist. Vgl. tadribanni, tadribunna und tadribinna 
für tadribaninna, tadribünanna und tadribinanna. 
Das Nun fällt weg, weil ähnliche Buchstaben sich hier ein- 
ander folgen, dann wird Waw und Ja weggenommen, weil 
zwei ruhende Buchstaben zusammenstofsen und so entstehn 
diese Formen. Alif fällt nicht weg w T egen seiner Leichtig- 
keit, so entsteht die Form tadribanni. Das Damm bleibt um 
Waw, und Kasr um Ja anzudeuten. Dieses gilt, wenn das 
Verbum drei starke Radicale hat. Hat es aber einen schwa- 
chen, kann das Ende durch Alif, Waw und Ja gebildet wer- 
den. Ist W r äw oder Ja der Endbuchstabe, fällt derselbe 
wegen des Waw und Ja des Pronomen aus und der vor 
dem Waw 7 des Pronomen stehende Buchstabe versieht sich 
mit Damm, mit Kasr der vor dem Ja des Pronomen, vgl. 
tagzüna, tarmüna, tagzina, tarmina. Hängt man an 
diese Formen das Nun der Bestätigung, behandelt man sie 
wie die Verba mit starken Stammbuchstaben. Man nimmt 
das Nun des Indicativ und Wäw und Ja der Pronomina weg, 
vgl. tagzunna, tarmunna, tagzinna, tarminna. Dies 
findet statt, wenn das Nun der Bestätigung sich auf Wäw 
oder Ja (als Ausdruck des Subjects) stützt: stützt es sich 
aber auf Alif, so wird das Ende der Form nicht weggenom- 
men, sondern Alif bleibt und der ihm voraufgehende Buch- 
stabe wird mit einem homogenen Vocal, d. i. Fath versehn, 
vgl. tagzuwänni, tarmijänni. Ist der Endbuchstabe des 
Verbum Alif und steht das Verbum im Indicativ mit anderen 
Buchstaben als Wäw und Ja, wie z. B. mit Alif und dem 
verborgenen Pronomen, so wird das Alif am Ende des Verbum 
in Ja verwandelt und mit Fath versehen, vgl. is c ajanni. 
tas c ajänni, is c ajanna. Hat aber die Form im Indicativ 
ein Wäw oder Ja als die in ihm liegenden Subjecte, so wird 
Alif weggenommen und es bleibt Fath das davor stand, wäh- 
rend Wäw mit Damm und Ja mit Kasr steht, vgl. ihs'a- 
wunna und ihs'ajinna. So ist's, wenn das Nun der Bestä- 
tigung sich diesen Formen anhängt; ist das aber nicht der Fall, 



nunä-c-taukidi. 293 

so steht weder Wäw mit Damm noch Ja mit Kasr, sondern 
beide stehn in Ruhe, tahs'auna, taljs'aina, ihsau, iljs'ai. 

„Das leichte Nun der Bestätigung steht nicht nach Alif, 
sondern nur das Verstärkte, das Kasr des Nun ist gewöhnlich." 

Erkl. Das leichte Nun der Bestätigung steht nicht nach 
Alif, man sagt nicht idribän, sondern es mufs das tas'dirte 
mit Kasr sein idribänni, entgegengesetzt dem Junus, der 
das leichte Nun nach Kasr erlaubt; bei ihm mufs dasselbe 
auch mit Kasr stehn. 

„Man füge ein Alif vor dem Nun der Bestätigung hinzu, 
wenn man ein Verbum, dafs sich an das Nun femin. anlehnt 
mit dem bestätigenden Nun versieht. 

Erkl. Wird das Verbum, welches sich an das Nun 
feminini lehnt, mit dem Nun der Bestätigung versehn, so mufs 
man das Nim feminini und Nun der Bestätigung durch ein 
Alif trennen. Dies geschieht wegen des Widerwillens den 
man hat, ähnliche Buchstaben auf einander folgen zu lassen, 
man sagt idribnänni. 

„Nimm ein leichtes Nun der Bestätigung wegen eines 
ruhenden folgenden Buchstaben weg; dasselbe geschieht nach 
einem anderen Vocal als Fath., wenn du abbrichst. Stelle, 
wenn du das Nun in der Pause weggenommen hast, die drei 
Buchstaben wieder her, welche seinetwegen in der Verbindung 
ausfielen. Setze an die Stelle des Nun nach einem Fath ein 
Alif in der Pause, vgl. für kifan kifä. 

Erkl. Folgt dem durch ein leichtes Nun bestätigten 
Verbum ein ruhender Buchstabe, so mufs das Nun wegen des 
Zusammenstofses zweier ruhenden Consonanten wegfallen, 
vgl. idriba-r-rag'ula urspr. idriban ar-rag'ula. Das Nun 
der Bestätigung fiel weg, weil es mit einem ruhenden Buch- 
staben zusammentrifft, d. i. mit dem Läm der Determination. 

Vgl. „Verachte nicht den Armen vielleicht, dafs du ei- 
nes Tages tief dich beugst, während das Schicksal ihn erhebt. "• 

So nimmt man auch das leichte Nun der Bestätigung in 
der Pause, wenn es nach einem anderen Vocal als Fath, d. h. 
nach Damm und Kasr steht; dann stellt man das wieder her, 



294- D* 8 /.weite Declination. 

was wegen des Nun der Bestätigung wegfiel, vgl. idribun 
in der Pause idribü; idribin in der Pause idribi. Man 
nimmt uns leichte Nun der Bestätigung wegen der Pause weg 
und stellt das Wäw oder Ja wieder her, welche man wegen 
des Nun der Bestätigung genommen. Steht das leichte Nun 
der Bestätigung nach einem Fath, setzt man statt des Nun 
in der Pause ein Alif, vgl. für idriban idriba. 



LIV. Die zweite Declination. 

(mä lä j ansarifu). 

„Die Flexion (as-sarf) ist ein Tanwin, das auftritt, um 
eine Qualitätsbestimmung darzuthun, in Folge deren das No- 
men vollständig flectirbar ist." 

Erkl. Gleicht das Nomen der Partikel, so heifst es in- 
declinable (mabnij oder unflectirbar (gairu mutamakkinin); 
gleicht es nicht der Partikel, heifst es declinable (mu c rab) 
und flectirbar (mutamakkin). Das flectirbare Nomen zerfällt 
in zwei Klassen: 1) das dem Verbum gleichende, dann heifst 
es schwach declinirt (gairu-1-munsarif ) oder „flectirbar" nicht 
durchaus (mutamakkinun gaira amkana); 2) das dem Verbum 
nicht gleichende, dies heifst vollständig declinirbar (munsarif ) 
oder flectirbar durchaus (mutamakkinun amkana). Zeichen 
der vollständigen Declinabilität d. i. der ersten Declination 
ist, dafs das Nomen im Genitiv Kasr hat, sei es, dafs es mit dem 
al oder der Annexion, oder ohne beide steht; ferner dafs die 
Flexion eintritt, d. h. das Tanwin, welches weder das der Gegen- 
überstellung (mukäbala), noch das stellvertretende ist, und wel- 
ches eine Qualitätsbestimmung bezeichnet, die darin besteht, dafs 
sie das Nomen berechtigt als vollständig declinable bezeichnet 
zu werden, d. h. dafs das Nomen dem Verbum nicht gleiche*) 
vgl. marartu biguläinin, Avagulämi zaidin wa-l-gu- 
lämi. — Das Tanwin der Gegenüberstelluno; wäre das in 



*) Denn das Verbum hat zwar Nominativ-Indicativ ar-raf'u und 
den Aceusativ-Subjunctiv an-na.vbu, aber nicht den Genitiv al-g'arru. 



mä lä jaiuarifu. 295 

adri c ätin und das Tanwin fem. plur. sanus. Das Tanwin der 
Stellvertretung ist das in g'avvärin, da es Ja, vertritt. Dies 
steht auch bei der unvollständigen Declination. — Dem un- 
vollständig declinablen Worten hängt sich dieses Tanwin 
nicht an; dasselbe steht im Gen. durch Fath, wenn es nicht 
annectirt wird, oder al nicht davortritt, vgl. ahmadu. Wird 
es aber annectirt oder tritt al davor, so steht es im Genitiv 
durch Kasr, vgl. b Pa h m a d i k u m, b i - 1 - a h m a d i. Dem Nomen 
wird die Flexion nur dann verwehrt, wenn dabei zwei Ursachen 
von den neun Ursachen sich vorfinden oder eine von ihnen die 
an der Stelle von zweien steht. Die neun Ursachen sind in 
zwei Viersen zusammengefafst. 

Vgl. 1) „Abweichung (die Bildung durch Aende- 
rung der Form); 2) Eigenschaft eines Adjectiv; 3) Fe- 
mininum; 4) Determination; 5) Fremdnamigkeit; 6) Plural; 
7) Zusammensetzung; 8) das servile Nun mit vorhergehen- 
dem Alif; 9) die Verbalf'orm. Diese Regel ist nur annähe- 
rungsweise Bestimmung." 

Das an der Stelle von zwei Ursachen Stehende ist 
1) das verkürzbare Alif feminini, vgl. hublä oder das ver- 
längerte, vgl. hamrä?u; 2) der Plural, der die äufserste 
Länge erreicht hat, al-g'am c u-l-mutanähi, vgl. masäg'idu. 
Darüber handeln wir noch besonders. 

„Alif fem. verwehrt ganz allgemein dem Wort, welchem 
es sich anschliefst die Flexion, wie es auch immer steht." 

Erkl. Das Wort, in welchem Alif fem. sich findet, kann 
nicht die vollständige Flexion haben, gleichviel, ob Alif das 
Verkürzbare oder das Verlängerte ist; gleichviel, ob das 
Wort als Eigenname auftritt oder nicht. 

„Das Alif fem. verhindert die Flexion der Vermehrungs- 
buchstaben in der Form fa c länu bei einem Eigenschaftswort, 
dafs frei davon ist mit Tä fem. beschlossen zu werden." 

Erkl. Dem Nomen wird die Flexion verwehrt, wenn es 
als Eigenschaftswort steht und die Sylbe änu pleonastisch 
hinzutritt, unter der Bedingung, dafs sein Femininum nicht 
durch Tä fem. gebildet werde, vgl. sakränu. Dies hat die 
vollständige Declination nicht, da es als Eigenschaftswort 



296 Die /.weite Declination. 

stellt und änu als Vermehrung dazu tritt; auch die gestellte 
Bedingung erfüllt ist; denn man sagt beim Femininum nicht 
sakränatun, sondern sakra. Steht aber das Masculinum in 
der Form faManu und das Femininum als faM anatun, so hat 
diese Form die vollständige Declination, vgl. rag'ulun sai- 
fanün fem. saifänatun. 

..kin ursprüngliches Eigenschaftswort und die Form af'al u 
bilden nicht das Femininum durch Ta." 

Erkl. Das Eigenschaftswort wird gehindert (an der voll- 
ständigen Declination) unter der Bedingung, dafs es ursprüng- 
lich, d. h. nicht zufällig sei; wenn noch hinzukommt, dafs 
es nach der Form af c alu geht und Tä fem. nicht annimmt, 
vgl. ahmaru. Nimmt aber diese Form Ta fem. an, so hat 
sie die vollständige Flexion, vgl. armalun fem. armalatun, 
während ahmaru die Flexion nicht hat, da man im Femin. 
hamnVu sagt. Dieses Wort ist an der Flexion verhindert, 
weil es ein Eigenschaftswort ist und eine Verbalform hat. 
Ist aber das Eigenschaftswort zufällig wie z. B. arba c un, 
das nicht ursprünglich ein Eigenschaftswort, sondern Zahl- 
wort ist und dann als Eigenschaftswort gebraucht wurde, so 
hat dies keinen Einflufs die vollständige Flexion zu verwehren. 

„Setze ohne Einflufs auf die Declination das zufällige Ei- 
genschaftswort, vgl. arba c un und das zufällige Nomen; so 
▼erhält sich adhamu Fessel, weil es ursprünglich als ein Ei- 
genschaftswort gesetzt war, dessen vollständige Flexion ver- 
wehrt ist; ag'dalun, ahjalun, af c än haben vollständige 
Flexion; bisweilen aber setzt man sie als verwehrt davon. (i 

Erkl. Ist das Nomen nach der Form af c alu als Eigen- 
schaftswort gebraucht, so ist es nicht ein ursprüngliches, son- 
dern nur ein zufälliges, vgl. arba c un. Dann setze es un- 
wirksam, d. h. berücksichtige es nicht in Hinsicht der 
Verwehrung der vollständigen Flexion, wie man auch das 
zufällige Nominelle unberücksichtigt läfst in Worten, welche 
ursprünglich Eigenschaftsworte waren; vgl. adhamu für 
kaidun. Denn dies ist ursprünglich ein Eigenschaftswort 
für etwas, worin eine Schwärze ist, dann wird es wie die 
Nomina von jedweder Fessel gebraucht, aber trotzdem ver- 
wehrt man es von der vollständigen Flexion in Hinblick auf 



mi lä jansaritu. 297 

den Ursprung. Worte wie ag'dalun für den Habicht, alj- 
jalun für den Vogel und af c än für die Viper sind keine 
Eigenschaftsworte. Ihr Recht wäre die vollständige Flexion 
zu haben, doch verwehren einige ihnen dieses, weil sie den 
Schein des Eigenschaftsworts in ihnen berücksichtigen, vgl. 
ag'dalu der Starke, ahjalu mit der Bedeutung der Verstel- 
lung, af c ä mit der Bedeutung des Verwerflichen. Man findet 
sie ohne die vollständige Declination, weil sie eine Verbalfonn 
haben, und zweitens Eigenschaftsworte zu sein scheinen. Ge- 
wöhnlich giebt man ihnen aber die vollständige Declination, 
da sie nicht wirkliche Adjectiva sind. 

„Die Verwehrung eines abgeleiteten Wortes, das zugleich 
Eigenschaftswort ist, findet hei den Worten matnä, tulätu 
und uharu statt. Die beiden Paradigmata matnä und tu- 
lätu werden so von den Zahlen eins bis vier gekannt." 

Erkl. Zu den die vollständige Flexion verweigernden 
Worten gehört die geänderte Form des Nomen und das Ei- 
genschaftswort. Dies hat statt bei den Zahlwörtern, die in- 
declinable auf fu c älu und maf c alu stehn. tulätu ist abge- 
leitet von talätatun talätatun und matnä von itnäni 
itnäni. — Diese beiden Paradigmata finden sich bei den 
Zahlen von eins bis vier, auch hört man sie für die von 
fünf und zehn. Einige meinen, sie kämen auch von 6, 7, 
8 und 9 vor. Ferner gehört zu den Formen, welche die 
vollständige Flexion deshalb nicht haben, weil sie abgeleitet und 
Eigenschaftsworte sind, so uharu von äharu. Als reines 
Ergebnifs stellt sich aus den Worten Verf's. dar, dafs das 
Eigenschaftswort, wenn es änu als Vermehrungsbuchstaben 
hat, wenn es dem Verbum gleicht, und abgeleitete Formen 
bietet, an der vollständigen Flexion verhindert ist. 

„Verbürge Pluralen, die den Paradigmen mafä c ilu und 
mafä c ilu ähnlich sind, die Verwehrung von der vollständi- 
gen Flexion." 

Erkl. Die zweite Ursache, Avelche selbstständig für sich 
die Verwehrung der Flexion bewirkt, ist der möglichst 
lange Plural. Dieser umfafst alle Plurale, nach deren Alif 
noch zwei Buchstaben, oder drei, von denen der mittelste 
ruhend ist, folgen, vgl. masäg'idu, masäbihu. Ist der 



298 wotc Decfination. 

Plural den Formen mafä'ilu und mafiVilu ähnlich., so ist 
derselbe von der Flexion verwehrt, wenn auch der Anfangs- 
buchstabe nicht Mira isi . vgl. dawäribu und kanädilu. 
[st jedoch der dritte Radical mit «'inen VocaJ versehen steht 
die Flexion, vgl. saj&kilatun. 

,,Kin mit einem .sehwachen Buchstaben versehenes Wort 
wie al-g'awari lafa im Nomin. und Gen. wie säri sich 
abwandeln." 

Erkl. Ist dieser d. h. der möglichst lange Plural mit 
einem schwachen Stammbuchstaben am Ende versehn, so läfst 
man denselben sich wie die defectiven Formen abwandeln, vgl. 
sarin. Man setzt sie mit Tanwin und supponirt Nomin. und 
Genit. Das Tanwin steht an der Stelle des weggefallenen Ja. 
Im Accus, setzt man das Ja und versieht es mit Fath ohne 
Tanwin, vgl. g'awärin Acc. g'awärija, ursprünglich im Nom. 
g'awäriju; das Ja fiel weg, und an seine Stelle trat das 
Tanwin. 

„Das Wort saräwilu hat mit diesem Plural eine Achn- 
lichkeit, welche ebenfalls die Flexionsunterlassung erfordert." 

Erkl. saräwilu, da es die Form des möglichst langen 
Plural hat, ist an der vollständigen Flexion gehindert, indem 
es jenem Plural gleicht. Einige meinen, dies Wort könne mit 
der Flexion und ohne dieselbe stehn; Verf. wählt aber die 
Auffassung, dafs es sich nicht vollständig fiectiren lasse. 

„Wird durch die erwähnte F"orm ein Eigenname oder 
etwas dem ähnliches bezeichnet, so ist die Verwehrung der 
Flexion richtig." 

Erkl. Wird ein möglichst langer Plural oder etwas 
ihm durch die Aehnlichkeit der F'orm sich anschliefsendes 
als Nomen proprium gesetzt, so wird ihm die Flexion 
verwehrt , da es als Eigenname steht und den frem- 
den Worten gleicht. Denn kein arabischer Singular geht 
nach dieser Form. Von einem I^igennamen masäg'idu, 
masäbihu gebraucht man nur die schwache Declination. 

„Dem Nomen proprium verwehre die vollständige F'lexion, 
wenn es in enger Zusammensetzung verbunden ist, vgl. 
ma f dikariba.'- 



mä lä jansarifu. 299 

Erkl. Die Flexion ist verwehrt durch die Eigenschaft 
des Nomen proprium und die Zusammensetzung, vgl. ma c di- 
karibu im Nomin., ma f dikariba im Gen. und Acc; ba c la- 
bakku, ka. Man übt die Flexion auf den zweiten Theil 
aus und verwehrt die vollständige, da das Wort ein Eigen- 
name und zugleich zusammengesetzt ist. 

„So verhalten sich auch die Nomina propria, die die 
zwei Vermehrungsbuchstaben der Form fa c länu enthalten, 
vgl. gatafänu, isbahänu." 

Erkl. Dem Nomen wird die vollständige Flexion ver- 
wehrt, wenn es als Nomen proprium steht und die beiden 
Vermehrungsbuchstaben änu darin sich finden. Man verwehrt 
die Flexion aus diesen beiden Gründen. 

„So verhält sich auch ganz allgemein ein Femininum 
auf Ha fem. Als Bedingung, unter der ihm die vollständige 
Flexion verwehrt wird, ist gestellt, dafs das Wort mehr als 
drei Buchstaben habe, oder wie g'üru, sakaru, oder zaidun, 
als Name einer Frau, nicht eines Mannes, sei. Zwei Behand- 
lungsweisen giebts für die Eigennamen, w T elche weder eine 
früher vorhandene Masculin-Form noch eine fremdartige 
Form hatten wie hin du; doch ist die Verwehrung richtiger." 

Erkl. Die vollständige Flexion wird auch verwehrt durch 
die Eigenschaft des Nomen proprium und das Femininum. 
Steht das Wort durch Ha fem. im Femininum, so ist die 
vollständige Flexion ganz allgemein verwehrt, d. h. es gilt 
gleich, ob der Eigenname ein Masculinum bezeichnet, vgl. 
talhatu, oder ein Femininum wie fätimatu; gleichviel, ob 
es mehr als drei Buchstaben hat oder nicht, vgl. tubatu, 
ta-, kulatu, ta. Ist das Wort durch die Beziehung Femi- 
ninum, d. h. ist es Nomen proprium für ein weibliches We- 
sen, so besteht es entweder aus drei Buchstaben oder aus meh- 
reren. Besteht es aus mehreren, so hat es die vollständige 
Flexion nicht, vgl. zainabu, ba, su f ädu, da. Hat es nur 
drei Buchstaben, von denen der mittlere vocalisirt ist, so hat es 
auch die vollständige Flexion nicht. Ebenso hat es dieselbe 
nicht, wenn der mittlere Buchstabe vocallos und das Wort 
ein fremdes ist, vgl. g'üru oder von einem Masculinum auf 
ein Femininum übertrafen ist, vgl. zaidun als Name einer 



300 Die zweite Declioation. 

Frau. Verhält sich aber das Wort nicht so, nämlich so lern 
der mittlere Bachstabe zwar vocallos steht, doch das Wort 
weder fremdartig noch von einem Masc. auf ein Fem. über- 
trafen ist, 80 hat es sowohl die vollständige Flexion als die 
\ erwehrung davon, doch ist die Verwehrung besser. 

..Das durch die ursprüngliche Setzung und durch die 
innere Determination Fremdartige kann, wenn es drei Buch- 
staben überschreitet, die vollständige Flexion nicht haben." 

Erkl. Die vollständige Flexion beim Nomen wird auch 
verhindert durch die Fremdartigkeit und die innere Deter- 
mination. Die Bedingung davon ist, dafs es in der fremden 
Sprache ein Eigenname mit mehr als drei Radicalen sei, 
vgl. ibrahimu, isma ( ilu. Diese Worte haben die vollstän- 
dige Flexion nicht, da sie Eigennamen und fremdartig sind. 
Ist das fremdartige Wort nicht Eigenname in der fremden 
Sprache, sondern in der ai'abischen, oder ist es in beiden 
indeterminirt, vgl. lig'ämun als Eigenname und nicht als 
solcher; so setzt man das Wort mit vollständiger Flexion. 
Auch giebt man die vollständige Flexion den fremdartigen 
Eigennamen mit drei Buchstaben, gleichviel ob der mittlere 
Buchstabe mit Vocalen oder ohne Vocal steht, vgl. s'ata- 
run, nühun. 

„Dasselbe ist der Fall mit Wörtern, welche Formen ha- 
ben, die dem Verbum speciell zukommen oder überwiegend 
von diesem gebraucht werden, vgl. ahmadu, ja c lä." 

Erkl. Die vollständige Flexion des Nomen findet nicht 
statt, wenn dasselbe ein Nomen proprium ist und nach einer 
Form geht, die dem Verbum durchaus oder vorzugsweise 
zukommt: 1) Speciell sind dem Verbum zugetheilt die For- 
men, welche sich aufser beim Verbum nur selten finden, so 
fu c ilu, fa cc alu. Nennt man einen Mann duribu, oder 
kallamu, verwehrt man diesem Nomen proprium die voll- 
ständige Flexion. Die Formen, welche beim Verbum über- 
wiegen, sind die, welche häufig beim Verbum gefunden wer- 
den, oder die einen Zusatz haben, der auf eine Verbal- 
Eigenschaft, und nicht auf eine Nominal-Eigenschaft hinlcitet, 
vgl. itmidu, isba c u. Diese beiden Formen sind beim Verbum 
häufig aber nicht beim Nomen, vgl. die Imperative der dreiradi- 



ma lä jansarifu. 3()| 

caligen Verba idrib, isma ( . Gebraucht man daher itmadu, 
isba c u als Nomina propria, so haben sie die vollständige 
Flexion nicht, da sie Eigennamen und zugleich Verbalformen 
sind. — 2) Formen wie ahmadu und jazidu. Hamz und 
Ja drücken im Verbum Eigenschaften, d. i. die erste oder 
dritte Person, doch nicht im Nomen Eigenschaften aus. Diese 
Form ist überwiegend verbal, d. h. sie findet sich dort vorzugs- 
weise. Die vollständige Flexion ist diesen Formen verwehrt, 
weil sie Eigennamen sind und Verbal -Formen haben. Ist 
aber die Form weder speciell dem Verbum zugetheilt noch da 
überwiegend, so ist die Flexion nicht verwehrt, vgl. darabun. 
Denn diese Form findet sich beim Nomen und Verbum 
gleich oft. 

„Die Wortformen, in denen ein Alif zum Anschlufs 
hinzugefügt wird, werden, wenn sie als Eigennamen gesetzt 
werden, nicht flectirt." 

Erkl. Die vollständige Flexion ist dem Nomen verwehrt 
wegen der Bedeutung als Eigennamen und des verkürzbaren 
Anschlufs-Alifs, vgl. c alkä, arta. Diese haben die Flexion 
nicht, da sie als Eigennamen stehn und das Anschlufs-Alif 
haben, welches dem Alif feminini in der Hinsicht gleicht, 
dafs die Formen, in denen es sich findet, in diesem Fall, 
d. h. wenn sie als Eigennamen gebraucht werden, das Tä 
fem. nicht annehmen. So bildet man von c alkä nie c alkä- 
tun, wie man von hubla nicht hublätun bildet. Ist das 
Wort mit dem Anschlufs-Alif kein Eigenname wie c alkä und 
arta bevor sie als Eigennamen gebraucht wurden, so haben 
sie die Flexion, denn in diesem Zustande gleicht das Alif 
in ihnen nicht dem Alif feminini. Dasselbe findet statt, wenn 
das Anschlufs-Alif gedehnt ist wie c ilbä?un. Man flectirt 
das Wort, worin es vorkommt, sei es Eigenname oder ein 
Unbestimmtes. 

„Der Eigenname hat die vollständige Flexion nicht, wenn 
er durch Abweichung entstanden ist, wie die Form fu c alu 
der Bestätigung oder wie tu c alu. Die Abweichung und in- 
nere Bestimmtheit bewirken die schwache Declination von 
saharu, wenn damit die Individualisirung (d. h. die Be- 
schränkung auf den heutigen Tag) bezeichnet wird." 



;5(|0 Die zweite Dcclination. 

Erkl. Hie vollständige Flexion eines Nomen, das als 
Eigenname gebraucht wird oder demselben gleicht, und in 
dem die Abweichung stattfindet, wird stets verwehrt. Dies 
geschieht an drei Stellen: 1) bei den Bestätigungs- d. i. 
Verstärkungs-Worten der Form fu c alu. Sie haben die voll- 
ständig' Flexion nicht, da sie den Eigennamen ähneln und 
man in ihnen abgewichen ist; vgl. g'uma'u urspr. g'a- 
m'awatun, denn der Singular ist g'am c a?u, man weicht also 
von g'am ( äwätun zu g'uma'u ab. Diese Form ist determi- 
nirt durch die supponirte Annexion d. i. g'uma f uhunna. 
Die Definition dieser Worte ist der Definition der Eigenna- 
men darin ähnlich, dafs auch sie determinirt sind doch in 
der Wortform eigentlich nichts determinirendes liegt. 2) Die 
Eigennamen, bei denen man zu der Form fu c alu abweicht, 
vgl. c umaru urspr. ( ä mir un. Diese haben die Flexion nicht, 
da sie als Eigennamen stehn und in ihnen die Abweichung 
statt hat. 3) sahara, wenn man damit einen bestimmten Tag 
bezeichnen will, vgl. „ich kam zu dir Freitag morgen (g'Ptuka 
jauma-l-g'um ( ati sahara)." sahara hat die Flexion nicht, 
-wegen der Abweichung, und weil es dem Eigennamen ähn- 
lich ist, denn man weicht hier von as-sahara, das ein be- 
stimmter Begi'iff ist ab. Das bestimmte Wort mufs ursprüng- 
lich mit al stehn und man weicht hier davon ab. Die Be- 
stimmung von sahara gleicht der Bestimmung des Eigen- 
namen von der Seite, dafs man es nicht mit dem Artikel 
ausspricht. 

„Setze indeclinable auf Kasr die Form fa c äli als einen 
Eigennamen Feminini. Dies ist ähnlich dem g'us'amu. Bei 
den Tamimiten flectire das indeterminirt Stehende von allen 
den Worten, auf Avelche die Determinirung Eindi'iick machte." 

Erkl. Ist der Eigenname nach der Form fa ( äli, vgl. 
hadämi, so haben die Araber zwei Behandlungsweisen. Die 
Iliir'azitcn lassen es indeclinable auf Kasr, vgl. hadämi; die 
Tamimiten flectiren es nach der schwachen Dcclination, da 
es als Eigenname steht und die Abweichung in ihnen ist, 
urspr. hädimatun, räkis'atun, worauf man zu hadämu 
und rakäs'u abwich, wie man von c ämirun und g'äs'imun 
zu c umaru und g'us'amu abwich. Verf. giebt an, dafs das Wort, 
welches die vollständige Flexion aus dem Grunde nicht hat, weil 



ma hl jansarifn. 303 

es als Eigenname steht und dazu noch eine andere Ursache hatte, 
die vollständige Flexion bekomme, Avenn die Eigenschaft des 
Eigennamen dadurch, dafs das Wort indeterminirt steht, weicht; 
da dann die eine Ursache entfernt ist, und eine Ursache die 
Verhinderung an der Flexion nicht bewirken kann, vgl. ma c di- 
karibun, gatafänun, fätimatun etc., die alle Eigennamen 
waren und deshalb die vollständige Flexion nicht hatten, 
weil dazu noch eine Ursache hinzukam. Setzt man diese 
Worte aber indeterminirt, so haben sie die vollständige 
Flexion, weil nun die eine Ursache entfernt ist, indem sie 
nicht als mehr als Eigennamen stehn. 

Das Resum^: Die Eigennamen haben die vollständige 
Flexion nicht, bei der Zusammensetzung, der Vermehrung 
durch änu, dem Femininum, der Fremdartigkeit, der Ver- 
balform, dem verkürzbaren Anschlufs - Alif , und der Ab- 
weichung. 

„Die defectiven Formen von ihnen wählen in ihrer Flexion 
die Weise von g'awärin." 

Erkl. Alle defectiven Formen, deren entsprechende Pa- 
radigmata bei dem vollständigen starken Verbum die vollstän- 
dige Flexion nicht hatten, verhalten sich ebenso, aufser dafs 
sie wie g'awärin darin gehn, dafs sie im Nominativ- und 
Genit. mit dem stellvertretenden Tanwin stehn und im Accus. 
Fath ohne Tanwin haben, vgl. kädin als Eigenname einer 
Frau. Denn das entsprechende Paradigma beim starken Ver- 
bum wäre däribu als Eigenname einer Frau. Dies hat die 
vollständige Flexion nicht, da es als Eigenname steht und Fe- 
mininum ist. So hat auch kädin die vollständige Flexion nicht, 
da es als Eigenname und als Femininum steht. Es gleicht 
dem g'awärin darin, dafs es am Ende Ja mit voraufgehen- 
dem Kasr hat und ebenso geht. 

„Wegen Verszwangs und entsprechender Stellung wird 
das Wort flectirt, dem diese Flexion verwehrt war. Auch 
wird bisweilen das Flectirbare nicht flectirt." 

Erkl. Beim Verszwang kann das unvollständig Flectir- 
bare vollständige Flexion haben, vgl. „Schau aus mein 
Freund, ob du nicht Kameelreiterinnen siehst (min za c ä :> ini)." 
Dies ist häufig und hierin stimmen die Basrenser und Kü- 



V. 



304 Die Declination des Verbum. 

fenser überein. Auch kommt die Flexion wegen der entspre- 
chenden Stellung vor, vgl. Kur. 76, 4. „Fufs und Nacken- 
fessel im Feuer." saläsilän ist hier flectirt, weil es in der 
Stellung dem Nachstehenden entspricht. Die Verhinderung 
dos vollständig flectirbaren Worts an der Flexion wird im 
\ erszwang von einigen erlaubt, von anderen aber, nämlich 
den meisten Basrensern verwehrt. Man beruft sich in Hin- 
sicht der \ erwehrung auf die Stelle: „zu denen, welche sie 
gezeugt haben, gehört der c Amir der lange und breite." 
Man verwehrt hier dem c ämir die Flexion, während doch 
nur die Patenschaft als Eigenname hervortritt. 



LV. Die Declination des Verbum. 

(i'räbu-1-fTli). 

„Setze ein Imperfectum in den Nominativ (Indicativ), 
wenn es von einem Regens des Accusativ (Subjunctiv) und 
des G'azm frei ist, vgl. tas c adu." 

Erkl. Ist das Imperfectum von einem Regens des Accu- 
sativ (Subjunctiv) und einem Regens des G'azm frei, so steht 
es im Nominativ (Indicativ). Man streitet darüber, was den 
Indicativ bewirke. Die Einen meinen, es stehe im Indica- 
tiv, da es an der Stelle des Nomen stehe; in zaidun ja- 
dribu stehe jadribu an der Stelle von däribun und des- 
halb sei es im Nominativ (Indicativ). Auch sagt man, es 
stehe im Indicativ, weil es frei sei von einem Regens des 
Accus. (Subjunctiv) und einem Regens des G'azm, so ist die 
Meinung des Verf. 

„Durch lan setze in den Subjunctiv, wie auch durch kai 
und an; dies letztere darf aber nicht nach einem Verbum 
des Wissens stehn. Durch an nach zanna setze den Sub- 
junctiv, halte aber auch den Indicativ für richtig. Im letz- 
teren Fall, halte es für das aus an na erleichterte an; dies 
ist durchgängig." 

Erkl. Das Imperfectum steht im Subjunctiv, wenn bei 
ihm eine denselben regierende Partikel steht d. i. lan, kai, 



i'räbu-1-fi'li. 3Q5 

an, idan, vgl. lan adriba, g'Ptu likai ata c allama, uridu 
an taküma und idan ukrimaka im Nachsatz von ätika. 
Steht an nach c alima und solchen Verben, die etwas Siche- 
res bezeichnen, so mufs der Indicativ des Verbum folgen, und 
in diesem Fall ist an aus anna erleichtert, vgl. Silimtu an 
jakümu urspr. annahu jakümu, an ist das erleichterte 
anna; das Nomen desselben fiel weg und es bleibt nur das 
Habar. Dieses an regiert nicht den Subjunctiv, denn es hat 
nur der Form nach zwei Buchstaben, ist aber eigentlich 
dreibuchstabig; jenes hingegen ist zweibuchstabig der Form 
und dem Wesen nach. Steht an nach zanna und dgl., d. h. 
den Verben, die das Wahrscheinliche bezeichnen, so sind 
bei dem folgenden Verbum zwei Auffassungen möglich: 
1) der Subjunctiv, in dem man an als eine den Subjunctiv 
regierende Partikel bebandelt; 2) der Indicativ, da es aus 
dem schweren anna erleichtert ist, vgl. zanantu an ja- 
kümu, jaküma. Die restitutio beim Indicativ: zanantu 
annahu jakümu. an ist das erleichterte anna, sein Nomen 
fiel aus, und es blieb das Habar, nämlich das Verbum mit 
seinem Subject. 

„Einige setzen an da, wo es richtigerweise die Rection 
haben könnte, ohne Rection, indem sie es als das ihm ver- 
wandte mä betrachten." 

Erkl. Einige Araber geben dem den Subjunctiv regie- 
renden an keine Rection auf das Verbum Imperfect. Wenn 
an auch nicht nach den Verben, die das Gewisse oder das 
Wahrscheinliche bezeichnen, steht, so tritt doch das Verbum 
nach ihnen in den Indicativ, indem diese es wie das 
verwandte masdarartige mä betrachten, weil beide mä und 
an das gemein haben, dafs sie sich durch das Masdar wie- 
derherstellen lassen. Man sagt uridu an takümu, wie man 
sagt c ag'ibtu minima taf ( alu. 

„Man setzt durch idan das wirkliche Futurum in den 
Subjunctiv, wenn es voransteht und das Verbum gleich nach 
ihm verbunden ist, oder dicht vor demselben der Schwur 
steht; Subjunctiv und Indicativ sind beim Verbum möglich, 
wenn idan nach einer Verbindungspartikel steht." 

Erkl. idan gehört zu den den Subjunctiv regierenden 

20 



30(j Pie Declination des Verbum. 

Partikeln, doch regiert es den Subjunctiv nur unter Bedin- 
gungen: 1) mufs das Verbum wirklich Futurum sein; 2) mufs 
es am Anfang stelm; 3) darf zwischen ihm und dem Sub- 
junctiv keine Trennung eintreten; vgl. ätika, Antwort: 
idan ukrimaka. Ist aber das Verbum nach ihm Praesens, 
so steht es nicht im Subjunctiv, vgl. uhibbuka, Antwort idan 
azunnuka sadikan; azunnu stehi hier im Indieativ. So 
mufs auch das nachstehende Verbum im Indieativ folgen, 
wenn idan nicht zu Anfang steht, vgl. zaidun idan ju- 
krimuka. Geht dem idan eine Verbindungs-Partikel vor- 
auf, so ist beim Verbum Indieativ und Subjunctiv möglich, 
vgl. wa'idan ukrimuka oder ukrimaka. So ist auch der 
Indieativ nach idan nothwendig, wenn zwischen idan und 
dem Verbum eine Trennung eintritt, vgl. idan zaidun ju- 
krimuka. Geschieht jedoch die Trennung durch den Schwur, 
so steht das Verbum im Subjunctiv, vgl. idan wal-lahu 
ukrimaka. 

„Zwischen lä und dem Lam des Genitivs ist das Her- 
vortreten von an, das den Subjunctiv regiert, nothwendig. 
Fehlt lä, so regiert an, sei es, dafs es hervortritt oder ver- 
schwiegen ist. Nach der Negation von käna mufs man nothwen- 
dig an verschweigen; so wird auch nach au, an dessen Stelle 
richtigerweise hattä oder illä stehn kann, an verschwiegen." 

Erkl. Unter den übrigen, den Subjunctiv regierenden 
Partikeln hat an speciell die Eigenschaft, dafs es sichtbar 
hervortretend oder verschwiegen regiert, an tritt sichtbar 
hervor, wenn es zwischen dem Läm des Genitivs und der 
Negation lä steht, vgl. g'Ptuka lPallä tadriba zaidän. 
Möglicherweise kann man an hervortreten lassen, wenn es 
nach dem Läm des Genitivs steht und die Negation lä nicht 
dabei ist, vgl. g'Ptuka lPakra'a und li 3 an akra'a. So ver- 
hält es sich, wenn das negative käna ihm nicht vorangeht. 
Ist dies aber der Fall, mufs man an nothwendig verschwei- 
gen, vgl. mä käna zaidun lijaf c ala, vgl. Kur. 8, 33. 
„Nicht ist Gott, dafs er sie bestrafe, während du unter ih- 
nen." Nothwendig mufs an nach dem au, das durch hattä 
oder illä restituirt wird, verschwiegen werden, an wird 
durch hattä restituirt, wenn das Vei'bum vor ihm zu denje- 
nigen gehört, die eine nach und nach aufhörende Handlung 



i'rühul-fi'li. 307 

bezeichnen. Es wird durch i 11 a restituirt, wenn os nicht so 
ist; zum Ersten: 

Vgl. „Ich werde das Schwere leicht finden, bis dafs (au) 
ich die Wünsche erreiche. Nur dein Ausharrenden geben 
sich die Ploffmmgen zur Leitung hin." 

Vgl. zum Zweiten: „Wenn ich nur die Lanzen eines 
Stammes befühlte, so zerbrach ich ihre Knöchel (unteren 
Enden), aufser wenn sie (au) recht standen." 

„Nach hattä ist ebenfalls die Verschweigung von an 
nothwendig, vgl. „sei gütig, damit du den Traurigen erfreust 
(hattä tasurra)." 

Erkl. hattä gehört zu den Partikeln, die nach sich die 
Verschweigung von an verlangen, vgl. sirtu hattä adhula- 
1-balada „ich ging, damit ich endlich einträte in die Stadt." 
hattä ist eine Partikel des Genitivs und adhula steht im 
Subjunctiv durch ein nach hattä supponirtes an. So verhält 
es sich, wenn das folgende Verbum ein wirkliches Futurum 
ist; ist es aber Praesens, oder kann es durch ein Praesens 
erklärt werden, so steht das Verbum nothwendig im Indicativ. 

„Das dem hattä Folgende setze, wenn es ein Praesens 
ist oder darauf zurückgeführt werden kann, in den Nomina- 
tiv. Setze in den Subjunctiv das Futurum." 

Erkl. Du sagst sirtu hattä adljulu-1- balada mit 
dem Indicativ, Avenn du dies während du eintrittst aus- 
sprichst; so ist es auch, wenn der Eintritt schon stattfand und 
man die Erzählung dieses Zustandes beabsichtigt (Imperfec- 
tum historicum).*) 

„Nach dem fa im Nachsatze einer reinen Negation oder 
eines reinen Strebesatzes regiert an; die Verschweigung des- 
selben macht den Subjunctiv nothwendig." 



*) Es giebt somit bei Äattä vier Fälle: Äattä ad/iulu heifst ganz 
abgesehn von der Absicht, 1) bis ich eintrat, Imperfectum historicum, 
oder 2) bis ich jetzt eintrete, Praesens, 3) hattä adÄula heifst, damit 
ich einträte, Futurum, und 4) hattä daÄaltu: bis ich wirklich eintrat, 
Perfectum. 

20* 



;{0<^ Die Declination des Verbum. 

Erkl. an setzt das Imperfcotum in den Subjunctiv, 
während es nach einem fa, das den Nachsatz zu einer rei- 
nen Negation und einem reinen Strebesatz einleitet, wegfal- 
len mufs, vgl. ma ta^tina fatuhaddit anii, „nicht kommst du 
zu uns, dafs du uns erzählen könntest." Vgl. Kur. 35, 33. 
., Nicht werden sie vernichtet, dafs sie sterben (fajamutü)." 
Eine Negation ist rein, wenn sie von einer Position frei ist; 
ist sie aber nicht frei davon, so mufs das Verbum nach fa 
im Indicativ stehn, vgl. mä an illä ta'tinfi fatuhaddi- 
tunä, „nichts geschieht als dafs du zu uns kommst und uns 
erzählst." Der Strebesatz umfafst den Imperativ, Prohibitiv, 
den Segenswunsch oder die Verwünschung, die Frage, den 
Vorschlag, die Anreizung und den Wunsch. 

Vgl. den Imperativ in: „Komm zu mir, o Kameelin, 
lauf einen weitausgreifenden Trab zu Sulaimän, dafs wir dann 
uns ruhn (fanastariha)." 

Vgl. den Prohibitiv Kur. 20, 83. „Seiet nicht widerspen- 
stig (lä tatgft) darin, dafs euch nicht mein Zorn treffe." 

Vgl. den Anruf: „O mein Herr hilf mir, dafs ich nicht 
verlassen sei." 

Vgl. „Mein Herr, verleih mir Glück, dafs ich nicht 
abweiche vom Wandel der auf besseren Pfaden Gehenden 
(falä a ( dila)." 

Vgl. die Frage Kur. 7, 51. „Haben wir Fürbitter, dafs 
sie für uns bitten (fajas ? fa ( ü)?" 

Vgl. den Vorschlag (al-ardu): „Willst du nicht ab- 
steigen bei uns, dafs du Gutes erreichest (fatusiba)?" 

Vgl. „O Sohn der Edlen, willst du nicht nahen, so dafs 
du sähest (fatubsira) was sie dir schon berichtet, denn nicht 
ist ein Sehender wie ein Hörender." 

Vgl. die Anreizung Kur. 63, 10. „Wenn du mich doch 
nicht zurückgelassen hättest bis zur nahen Zukunft, so dafs 
ich spenden und zu den Wohlthuenden gehören könnte (fa^as- 
saddaka wa'akünä)." 

Vgl. den Wunsch: „O hätte ich doch Geld, dafs ich 
spenden könnte davon." 



i'rabu-1-fi'li. 309 

Vgl. Kur. 4, 75.: „O gehörte ich doch zu ihnen, dafs 
ich grofses Heil davon trüge!" 

Ein Stx-ebesatz ist rein, wenn er weder durch ein No- 
men verbale noch in der Forin einer Aussage ausgedrückt ist. 
Ist er durch eins von diesen beiden ausgedrückt, so mufs das 
dem fa folgende Verbum im Indicativ stehn. Vgl. „Still, so 
will ich dir Avohl thun sah fa ) uhsinu ilaika." Vgl. „Du 
hast genug geredet, dafs die Menschen schlafen (fahasbuka- 
l-haditu fajanämu-n-näsu)." 

„wa ist wie fa, wenn es den Sinn von ma f a gewährt, 
vgl. „nicht sollst du kräftig sein und zugleich Furcht zeigen." 

Erkl. In allen Stellen, in welchen das Imperfectum durch 
die nothwendige Verschweigung von an nach fa im Sub- 
junctiv steht, steht es auch durch ein nothwendig verschwiegenes 
an nach dem wa, das ein Mitsein bezeichnet, im Subjunctiv; 
vgl. Kur. 3, 163. „Während Gott noch nicht diejenigen von 
Euch, welche kriegten, kennt, und auch noch nicht (waja c lama) 
die Ausharrenden." 

Vgl. „Ich sprach, rufe du, während ich will rufen 
(wa :> ad ( uwa), denn dafs zwei Rufer rufen, giebt gröfsere 
Rufkraft." 

Vgl. „Verwehre nicht eine Untugend, die du selbst thust, 
eine grofse Schmach ist es dir, wenn du sie gethan (wata 5 - 
tija mitlahu)." 

Vgl. „War ich nicht euer Nachbar, während zwischen 
mir und Euch Liebe und Brüderschaft w r ar (wajaküna)." 

Bedeutet aber wa nicht ein Mitsein, sondern will man 
damit nur eine Gemeinschaft zwischen zwei Handlun- 
gen darstellen, und will man das dem wa folgende Ver- 
bum als Habar zu einem Aveggenommenen Mubtada* setzen, 
so ist der Subjunctiv nicht möglich. Daher sind z. B. im 
Satz lä ta^kuli-s-samaka wa tas'ribu, ba, bi,-l-labana, 
drei Auffassungen möglich: 1) G'azm wegen der Gemein- 
schaft der beiden Verba; 2) Indicativ wegen der Verschwei- 
gung eines Mubtada 3 = wa'anta tas'ribu-1-lab ana; 3) der 
Subjunctiv wegen der Prolribition, beides zusammen zu thun 

nicht ueschehe es von dir, dafs du den Fisch essest, und 



31() Die üeclinfttion des Verbuin. 

zugleich Milch trinkest. Das letzte Verbum ist dann durch 
ein verschwiegenes an regiert. 

..Nach einem nicht negirten (Vordersatz) setze G'azm, 
wenn fa ausfällt und der Nachsatz intendirf Avird." 

Erkl. Im Nachsatz eines nicht negativen Satzes, setze 
bei den vorher erwähnten Fällen G'azm, wenn fa ausfällt 
und der Nachsatz doch intendirt wird, vgl. zurni azurka; 
so ist es auch bei den übrigen Fällen. Ob der Nachsatz im 
G'azm steht durch die im Sinne behaltene Condition = zurni 
wa'in tazurni azurka, oder durch den Vordersatz, darüber 
sind zwei Meinungen. Das G'azm kann bei einer Prohibition 
nicht stehn; man sagt nie mä ta^tinä tuhadditnä. 

„Für ein G'azm nach einer Prohibition ist die Bedin- 
gung gestellt, dafs man vor lä in setze. Dabei ist kein 
Widerspruch." 

Erkl. G'azm ist bei dem Ausfallen von fa nach einer 
Prohibition unmöglich aufser unter der Bedingung, dafs die 
Bedeutung sich durch die restitutio eines Eintritts von in 
vor lä ergebe. Man sagt lä tadnu min al-asadi taslam, 
da den richtigen Sinn gäbe: in lä tadnu. Doch kann man 
G'azm nicht setzen, wenn es heifst lä tadnu min al-asadi 
ja'kuluka, da nicht richtig wäre, in lä tadnu min al-asadi 
ja'kuluka. Dies erlaubt zwar al-Kisä^i, darauf bauend, dafs 
bei ihm der Eintritt des in vor lä nicht als Bedingung ge- 
setzt werde; er setzt G'azm bei dem Sinn in tadnu min 
al-asadi ja'kulka. 

„Ist der Imperativ durch eine andere Form als if^al 
ausgedrückt, so setzt man den Nachsatz nicht in den Sub- 
junetiv, sondern wählt G'azm." 

Erkl. "Wie oben erwähnt, ist der Subjunctiv nach fa 
unmöglich bei dem Imperativ, welcher durch ein Verbalno- 
men oder durch die äufsere Form der Aussage angedeutet 
wird: fällt aber fa weg, so setzt man den Nachsatz mit 
G'azm, vgl. sah uhsin ilaika. 

„Das Verbum nach fa steht im Subjunctiv, wenn es die 
Hoffnung ausdrückt, wie auch bei dem den Wunsch aus- 
drückenden Verbum der Subjunctiv steht." 



i'rjlui-l-fi'li. 311 

Erkl. Alle Küfeaser erlauben, dafs die Hoffnung wie 
der Wunsch behandelt werde und der durch fa verbundene 
Nachsatz im Subjunctiv stehe, wie dies beim Nachsatz des 
Wunsches der Fall ist. Ihnen folgt Verf., vgl. Kur. 40, 38. 
„Vielleicht dafs ich erreiche die Regionen, die Regionen der 
Himmel, und dann von oben ihn (den Gott des Mose) schaue 
(fa } attali ( a in der Lesart des Hafs nach c Asim)." 

„Wird mit einem blofsen Nomen ein Verbum verbunden, 
setzt man dasselbe in den Subjunctiv, sei es dafs an steht 
oder wegfällt." 

Erkl. Durch ein weggefallenes oder gesetztes an kann 
nach einer Verbindungspartikel, der ein reines Nomen vor- 
aufgeht, d. i. ein Nomen, mit dem man nicht den Sinn eines 
Verbum bezeichnen will, der Subjunctiv stehn. 

Vgl. „Das Anlegen der c Abä > a (schweren Mantels), 
während mein Auge heiter ist, ist mir lieber als das Anle- 
gen feiner weicher Kleider (lubsu c abä?atin watakarra c aini)." 

takarra steht durch ein weggefallenes an im Subjunc- 
tiv. Dies an kann wegfallen, da ihm ein reines Nomen 
voraufgeht. 

Vgl. „Fürwahr ich und der Umstand, dafs ich den 
Sulaik tödtete, dann aber den Blutpreis für ihn bezahlte 
(tumma a c kilahu), ist wie der Stier, der geschlagen wird, 
wenn die Kühe nicht trinken wollen." 

Vgl. „Wäre nicht die Erwartung eines ungestümen For- 
derers, den ich dann versöhnte (fWurdijahu), nicht würde ich 
einen Zeitgenossen dem anderen vorziehn." 

Vgl. Kur. 42, 50. „Nicht kommt es dem Sterblichen 
zu, dafs Gott ihn anrede, aufser als Offenbarung, oder hinter 
einem Vorhang, oder dafs er ihm sende einen Boten Cau 
jursila nach wahjän). 

Ist das Nomen nicht rein d. h. wird damit der Sinn ei- 
nes Verbum ausgedrückt, so ist der Subjunctiv des verbun- 
denen Verbum unmöglich, vgl. at-tä 3 iru fajagdabu zai- 
dun ad-dubäbu: „Diejenigen Thiere, welche fliegen, worauf 
Zaid zürnt, sind die Fliegen", jagdabu ist verbunden mit at- 
tä^iru, welches kein reines Nomen ist, sondern an der Stelle 



312 l*' e Regens des G'azm. 

des Verblim darum steht, weil es die Sila von al ist, und 
die Sila ursprünglich ein Satz sein inufs: at-tiViru = al- 
ladi jatiru. Als man al setzte, wich man vom Verbum 
zum Part. act. ab, da al nur vor Nomina tritt. 

„Abnorm ist bei der Wegnahme von an der Subjunctiv, 
iiuCmt in einigen vorkommenden Fällen; nimm an was ein 
gültiger Zeuge d. i. eine Autorität überliefert hat." 

Erkl. Alle übrigen Fälle, in denen der Subjunctiv durch 
ein weggefallenes an steht, sind abnorm, vgl. „befiehl ihm, 
dafa er es grabe (murhu jahfiraha,)", so auch „fafs den Räu- 
ber bevor er dich lasse (hudi-1 lassa kabla ja 5 hudaka)." 

Vgl. „O du, der du mich abhälst, dafs ich zugegen 
Bei (ahdura) beim Kampfe und dafs ich Theil nehme an 
den Ergötzungen, kannst du mich ewig leben machen?" 



LVI. Die Regens des G'azm. 

('awämilu-l-g'azmi). 

600. „Durch La und Läm setze G'azm im Verbum im Sinne des 

Imperativ, so auch durch lam und lamm ä „noch nicht". Setze 
G'azm durch in, man, ma, mahmä, ajjun, matä, ajjana, 
aina, idmä, haitumä und annä. idmä ist eine Partikel 
wie in, und die übrigens Regens des G'azm sind Nomina." 

Erkl. Die Partikeln, durch die man ein Imperfectum 
in G'azm setzt, zerfallen in zwei Theile: 1) die, welche nur 
ein Verbum in G'azm setzen; diese sind: a. das Läm, wel- 
ches den Imperativ bezeichnet, vgl. lijakum zaidun („stehe 
doch Zaid auf"); oder einen Anruf, vgl. „möge doch dein 
Herr über uns verfügen lijakdi"; b. lä, welches die Pro- 
hibition bezeichnet, vgl. Kur. 9, 40. „Sei nicht betrübt (la 
tahzan), Gott ist mit uns"; oder das eine Verwünschung oder 
Anwünschung ausdrückt, vgl. „o Herr, bestrafe uns nicht"; 
c. lam und lammä, welche eine Negation bezeichnen. Diese 
sind beide speciell dem Imperfectum bestimmt, doch ändern 
sie dessen Sinn zum Perfectum, vgl. lam jakuin zaidun. 



' awamilu-l-g'azini. 313 

nicht stand auf Zaid. Das durch lammä Negirte ist nur 
mit der Bedeutung der Gegenwart verbunden, „noch nicht 
ist c Amr aufgestanden"; 2) die, welche zwei Verba in G'azm 
setzen, d. i. die Conjunction; a. in, vgl. Kur. 2, 284. „Wenn 
ihr offenbart, was in euren Seelen ist oder es verbergt, wird 
Gott euch zur Rechenschaft ziehn (wa 5 in tubdü au tuhfühu)." 
b. man, vgl. „wer schlechtes thun sollte (man ja f mal), dem 
wird danach vergolten." c. mä, vgl. „was ihr Gutes thun 
mögt (mä taf c alü) Gott wird es wissen." 

d. mahmä, vgl. „Sie sprachen, was du immer für Zei- 
chen bringst (mahmä ja^tinä bihi), fürwahr du willst uns 
damit verführen, und nicht glauben wir dir." 

e. ajjun, vgl. „Was ihr immer in der Anrufung Got- 
tes für eine Anrede gebraucht, wisset er hat die schönsten 
Namen (ajjän mä tad c ü)." 

f. matä, vgl. „Wenn du zu ihm gelangst (matä ta 5 - 
tihi), während du gehst nach dem Glanz seines Feuers, so 
wirst du das beste Feuer finden, bei dem der beste Anzün- 
der ist." 

g. ajjäna, vgl. „So oft immer wir dich schützten (aj- 
jäna mr'minka), warst du sicher vor anderen, und wenn du 
nicht Sicherheit von uns erreichtest, hörtest du nicht auf 
zu furchten." 

h. ainamä, vgl. „Wo nur immer der Wind sie sich 
hinbiegen läfst, beugt sie sich hin (ainamä tumajjilhä)." 

i. idmä, vgl. „Fürwahr, wenn immer du thust (idmä 
ta'ti) das, was du anderen befiehlst, wirst du den, dem du 
befohlen, gehorsam finden." 

k. haitumä, vgl. „Wo nur immer du stehst (haitumä 
tastakim), wird Gott dir Glück verleihn in der Zukunft." 

/. annä, vgl. „Meine beiden Freunde, wie nur immer 
ihr zu mir kommt, ihr kommt zu einem Freunde, der nichts 
anderes thun wird, als was euch gefällt (annä ta 5 tijänija)." 

Die Partikeln, welche zwei Verba in G'azm setzen, sind 
alle Nomina, in und idmä ausgenommen. Dies sind ur- 
sprünglich zwei Partikeln, wie auch die Wörter, welche nur 
ein Vcrbum in G'azm setzen, alles Partikeln sind. 



,q i Die Regem des G'azm. 

„Die erwähnten Nomina verlangen zwei Verba. Eine 
Conditioo (s'art) geh* vorauf, und es folgt der Nachsatz 
(vazä), der auch als (Antwort g'awab) bezeichnet wird." 

Erkl. Die im vorigen Verse erwähnten Regens des 

G'azm verlangen zwei Sätze nach sieh, wovon der eine, der 
Voraufgehende, Bedingungssatz (s'art) und der zweite, der 

Nachgestellte, Antwort (g'awab) oder Nachsatz (g'azä) heifst. 
D.r erste Satz mufs ein Verbal -Satz, der zweite sollte 
es ursprünglich auch sein, doch kann er auch als ein No- 
minal-Satz auftreten, vgl. in g'ä 5 a zaidun akranituhu und 
in g'ä\i zaidun falahu-1-fadlu. 

„Man findet beide Sätze im Perfectum oder Imperfectura, 
oder in verschiedenen Zeiten." 

Erkl. Sind Vorder- und Nachsatz zwei Verbalsätze, 
so gehen sie nach vier Weisen: 1) Beide Verba sind Per- 
fecta, dann sind beide virtuell g'azmirt, vgl. Kur. 17, 7. 
„Handeltet ihr wohl, so handeltet ihr für euch selbst wohl." 

2) Beide Verba sind Imperfecta, wie Kur. 2, 284. „Wenn 
ihr offenbart was in eurem Innern, oder es verbergt, so wird 
Gott dafür von euch Rechenschaft verlangen." 

3) Das erste Verbuni ist Perfectum und das zweite Im- 
perfectum, vgl. Kur. 11, 1<S. „Wenn er das irdische Leben 
und seinen Prunk will, so wollen wir ihnen ihre Werke in 
derselben vollständig belohnen." 

4) Das erste ist Imperfectum und das zweite Perfectum. 
Vgl. „Wenn mich einer täuscht mit etwas schlechtem, so bin 
ich für ihn wie ein Würgeknochen zwischen seiner Kehle 
und seiner Schlagader." 

Vgl. die Ueberlieferung: „Wer nur immer in der höchst 
werthvollen Nacht zum Gebet sich erhebt, dem wird, was 
vorher geschehn, vergeben." 

„Nach einem Perfectum ist es gut, den Nachsatz in den 
Indicativ zu stellen, aber nach einem Imperfectum den Indi- 
cativ des Verbums zu setzen, ist schwach." 

Erkl. Ist im Vordersatz ein Perfectum und im Nach- 
satz ein Imperfectum, so kann man das Imperfectum mit 
G'azm oder in den Indicativ stellen. Beides ist gut, vgl. 
in g'jr'a zaidun jakum f amriin und jakümu c amrün. 



' uwümilu-l-g'azmi. 315 

Vgl. „Wenn zu ihm kommt ein Freund am Tage einer 
Bitte, so spricht er: nicht verborgen ist mein Geld und nicht 
verwehrt." 

Ist aber im Vordersatz ein Imperfectum und ebenfalls 
im Nachsatz, so muPs das letztere mit G'azm stehn: der In- 
dicativ ist schwach. 

Vgl. „O Akra*, Sohn des Häbis, o c Akra c , fürwahr du, 
wenn dein Bruder niedergeworfen wird, wirst auch du nie- 
dergeworfen." 

„Verbinde mit fa sicher einen Nachsatz, der, wenn er 
für in oder eine andere Partikel als Vordersatz gesetzt würde, 
sich nicht als solchen setzen liefse." 

Erkl. Kann der Nachsatz nicht Vordersatz sein, so mufs 
er mit fa verbunden werden, wie z. B. der Nominalsatz g'a/'a 
zaidun fahuwa muh sin un, oder der Imperativ g'ä'a zai- 
dun fadribhu, oder der durch mä oder lan negirte Ver- 
balsatz, vgl. in g'ä'a zaidun famä adribuhu und falan 
adribahu. Kann aber der Nachsatz ein Vordersatz sein, 
wie z. B. ein Imperfectum, das weder durch mä oder lan 
negirt, noch durch die Aufschubspartikeln noch durch kad 
verbunden ist, oder auch ein vollständig conjugirbares Per- 
fectum, das nicht mit kad verbunden ist; so ist es nicht noth- 
wendig, den Nachsatz durch fa zu verbinden, vgl. in g'ä-'a 
zaidun jag'Pu c amrün oder käma c amrün. 

„Es vertritt fa das idä der Ueberraschung, vgl. wenn 
du gütig bist, siehe (idä) so üben wir Vergeltung." 

Erkl. Ist der Nachsatz ein Nominalsatz, so mufs man 
denselben mit fa verbinden. Man kann das idä der Ueber- 
raschung an die Stelle von fa setzen, vgl. Kur. 30, 35. 
„Wenn sie ein Uebel trifft wegen dessen, was vorher ihre 
Hände bereitet hatten, siehe (idä), so verzweifeln sie." Verf. 
fügt nicht die Beschränkung hinzu, dafs der Satz ein Nomi- 
nalsatz sein müsso, da er sich dessen überheben kann und es 
aus dem Beispiel hervorgeht, vgl. in tag'ud idä lanä inu- 
käfa\itun. 

„Wenn das Verbum nach dem Nachsatz mit fa oder wa 
verbunden wird, so kann es dreifach behandelt werden." 



;>!('» Die l> I'udl 

Erkl. Steht nach dem Nachsatz des Vordersatzes ein 
Imnerfeetum durch fa oder wa verbunden, so kann man es 
dreifach behandeln. Man kann es in G'azni, Indicativ und 
Subjunctiv setzen, vgl. Kur. 2, 284 mit allen drei Lesarten; 
..wenn ihr offenbart oder verbergt, was in eurem Innern ist, 
so wird euch Gott zur Rechenschaft ziehn und wird verge- 
ben (fajagfir, firu. fira), wem er will." 

Vgl. ,,Wenn Abü-Käbüs untergeht, su geht der Frühling 
Menschen und der heilige Monat unter. Wir fassen nach 
ihm an das Schwanzende (d. i. das schlechteste) eines Le- 
bens, welches in Betreff des Kückens keinen Buckel hat." 

..Im G'azm oder Subjunctiv steht ein Verbum nach wa 
oder fa. wenn es von den beiden Sätzen umgeben ist. 

ErkL Steht zwischen dem Verbum des Vordersatzes 
und des Nachsatzes ein Imperi'ectum mit fa oder wa ver- 
bunden, so kann es im G'azm und Subjunctiv stehn. Vgl. 
in jakum zaidun wajahrug" oder jahrug'a hälidun 
ukrimka. 

Vgl. ..Wer sich uns naht und demüthig ist . wir nah- 
men ihn als Gast auf: nicht fürchte er Ungerechtigkeit oder 
Beleidigung, so lange er bleibt." 

..Der Vordersatz macht einen Nachsatz entbehrlich, der 
schon bekannt ist; das U/mgekehrte kummt bisweilen vor, wenn 
der Sinn verstanden wird." 

Erkl. Man kann den Nachsatz eines Vordersatzes weg- 
nehmen. Dies findet statt, wenn eine Hinweisung auf die 
Wegnahme sich vorfindet, vgl. anta zalimun in fa'alta; der 
Nachsatz fiel aus, weil anta zalimun darauf hinführt, rest. 
anta zalimun in f a c a 1 1 a fa?a n t a zalimun. Dies kommt 
häufig in der arabischen Sprache vor: doch das Umge- 
kehrte, die Wegnahme des Vordersatzes und die Begnügung 
mit dem Nachsatz ist selten. 

Verl. ,,Entlafs sie, denn nicht bist du ihr ebenbürtig, wo 
nicht, so erhebt sich das Schwcrdt über deinen Scheitel." 

.Wenn ein Vordersatz und ein Schwur zusammenkom- 
men, so nimm den Nachsatz des Nachgestellten weg, dies 
ist nothwendig." 



' aw*imilu-l-g'azmi. 317 

Erkl. Beide, der Vordei-satz und der Schwur, nehmen 
einen Nachsatz für sich in Anspruch. Der Nachsatz eines 
Vordersatzes stellt entweder im G'azm oder mit fa verbun- 
den. Der Nachsatz eines Schwursatzes wird, wenn er ein 
bejahender Verbalsatz, der mit dem Imperfectum beginnt, ist, 
durch Läm oder Nun bestätigt, vgl. wal-lahi la'adribanna 
zaidän; beginnt derselbe aber mit einem Perfectum, so wird 
er mit Läm und kad verbunden: wal-lahi lakad käma 
zaidun. Ist der Nachsatz des Schwures ein Nominalsatz, 
so wird er durch inna und Läm, oder durch inna allein, 
oder durch Läm allein verknüpft, vgl. wal-lahi inna zai- 
dän lakä-'imun, wal-lahi lazaidun kä'imun, wal-lahi 
inna zaidän kä 3 imun. Ist derselbe ein negativer Verbal- 
satz wird er durch mä, lä oder in negirt, vgl. wal-lahi 
mä, lä, in jakümu zaidun. Ebenso ist es mit dem ne- 
gativen Nominalsatz. Kommen nun Vordersatz und Schwur 
zusammen, so wird der Nachsatz des von ihnen Nachgestell- 
ten weggelassen, da der Nachsatz des ersteren darauf hinleitet. 
Vgl. in käma zaidun wal-lahi jakum c ararün, man 
nimmt hier den Nachsatz des Schwures weg, weil der Nachsatz 
des Vordersatzes denselben andeutet. Vgl. wal-lahi in käma 
zaidun lajakümanna ( amrün, man nimmt den Nachsatz 
des Vordersatzes weg, da der Nachsatz des Schwures darauf 
hinfuhrt. 

.,Wenn beide sich einander folgen und ein Nomen (Mub- 
tada 3 ), das ein Habar hat, voraufgeht, so lafs ganz allgemein 
den Vordersatz ohne Furcht vorwiegen." 

Erkl. Kommen Vordersatz und Schwur zusammen, so 
hat das Voraufgehende den Nachsatz, und wird der Nachsatz 
des Nachgestellten weggenommen. Dies ist der Fall, wenn 
ihnen nicht ein Mubtada' voraufgeht. Ist aber dies der Fall, 
überwiegt ganz allgemein der Vordersatz, d. i. gleich viel, 
ob er vorauf oder nach steht. Der Vordersatz hat alsdann 
den Nachsatz und der Nachsatz des Schwures fällt we<r, vel. 
zaidun in käma wal-lahi ukrimhu und zaidun wal- 
lahi in käma ukrimhu. 

„Bisweilen überwiegt auch nach einem Schwur ein Vor- 
dersatz, wenn auch ein Mubtada 3 nicht voraufgeht. 



318 Lau. 

Erkl. Selten kommt es vor, dafs der Vordersatz den 
Schwur überwiegt in dem Fall, dafs beide zusammenkommen, 
der Schwur voraufgeht und ein Mubtada 3 mit Habar nicht 
voransteht. 

Vgl. „Bei Gott, wenn du uns prüfst nach dem Kampfe 
einer Schlacht, wirst du uns nicht von dem Blute des Vol- 
kes frei finden (la'in munita la tulfina)." Lam steht hier als 
Einleitung eines ausgefallenen Schwurs, rest.: wal-lahi 
la'in. in ist eine Condition, deren Nachsatz tulfina im 
Gazra steht. 

Der Nachsatz des Schwures fiel weg, da der Nachsatz 
des Wirdersatzes ihn andeutet. Wenn man wie gewöhnlich 
verführe, dafs der Nachsatz des Schwures, weil dieser vor- 
anstellt, stehn müfste, so würde man la tulfina im In- 
dicativ sagen. 



LVII. Lau. 

„lau ist eine Conditional- Partikel heim 
ten steht sie vor einem Imperfectum, doch nimmt man es 
wohl dann auf." 

Erkl. lau wird auf zweifache Weise gebraucht: 1) ist 
es masdar artig; das Kennzeichen dafür ist, dafs an an seine 
Stelle treten kann, vgl. wadidtu lau kama zaidun = ki- 
j am ahn. Darüber ist oben beim Mausül (pag. 36.) gehandelt 
2) Es ist ein conditionales; gewöhnlich folgt ihm dann ein Per- 
fectum dem Sinne nach, vgl. lau käma zaidun lakumtu. 
Sibavvaihi definirt lau, dafs es eine Partikel für das sei, was 
in früherer Zeit im Fall war künftig einzutreten, weil ein 
anderes eintreten sollte, seil, aber nicht eingetreten ist (par- 
ticula indicans quoderat eventurum). Bisweilen steht auch 
nach lau ein Futur dem Sinne nach, vgl. Kur. 4, 10. „Für- 
wahr es sollen diejenigen fürchten, welche, wenn sie dürftige 
Kinder nach sich hinterliefsen (lau tarakü), dann auch fürch- 
ten würden. 

Vgl. „Wenn Lailä-1-AlJalijja mich grüfsen würde, wäh- 
rend unter mir Steine und Steinplatten, fürwahr ich würde 



lau. 319 

freundlich wieder grüfsen, oder es würde ihr zurufen eine 
Eule, von der Seite des Grabes aus rufend." 

„lau ist wie in spceiell dem Verbum zugetheilt, doch v. :io. 
was lau anlangt, so wird bisweilen an na mit ihm verbunden." 

Erkl. Das conditionale lau kommt speciell nur beim 
Verbum vor, und tritt nicht vor das Nomen, wie auch das 
conditionale in. Doch tritt lau vor anna, dessen Nomen 
und Habar, vgl. lau anna zaidän kiVimun lakumtu. 
Man ist uneins, wenn es sich so verhält. Einige behaupten, 
lau bleibe speciell dem Verbum zugetheilt, anna mit seiner 
Folge stehe an der Stelle des Nominativ eines Participium 
durch ein weggefallenes Verbum, rest. „lau tabata anna 
zaidän kä'imun lakumtu, wenn es feststeht, dafs Zaid 
steht. Andere aber sagen, lau höre dann auf speciell dem 
Verbum anzugehören; anna mit seiner Folge stehe vor ei- 
nem Mubtada^, dessen Habar wegfiel, an der Stelle des No- 
minativ, vgl. rest. lau anna zaidän kä?imun täbitun la- 
kumtu = lau kijämu zaidin täbitun. Dies ist die 
Lehr weise des Sibawaihi. 

„Folgt ein Imperfectum dem lau, wird es zum Perfec- 
tum gewandt; vgl. „hätte er sein Versprechen gehalten, 
hätte er genug gethan (lau jafi kafä)." 

Erkl. Folgt ein Imperfectum dem lau, so wird sein 
Sinn zum Perfectum umgewandelt. 

Vgl. „Die Mönche von Midian und die ich dort ge- 
sehn zu haben mich entsinne, weinend, aus Furcht vor der 
Höllenstrafe sich kauernd; wenn sie angehört hätten, wie ich 
angehört ihre Rede, sie würden sich niederwerfen vor c Azza, 
Haupt und Knie beugend." 

Dieses lau mufs nothwendig einen Nachsatz haben. Es 
hat zum Nachsatz entweder ein Perfectum, oder ein durch 
Lam negirtes Imperfectum. Ist der Nachsatz ein positiver, 
ist er gewöhnlich mit Lam verbunden, vgl. lau käma zai- 
dun lakäma c amrün, doch kann man dies auch wegneh- 
men lau käma zaidun käma c amrün. Ist der Nachsatz 
durch Lam negirt, hat er Lam nicht, vgl. lau käma zaidun 
lam jakum c amrün. I«t derselbe durch ma negirt, so ist er 



320 amm;i. lanlft, laoma. 

meist von Lara entblöfst, doch kann er auch damit verbunden 
werden, vgl. lau kama zaidun mä kama c amrün und lau 

kama zaidun lamä kama 'amrün. 



LVIII. amma, laula, laumä. 

„amma ist wie mahmä jaku min s'ai'in, was nur im- 
mer geschehen mag; fa verbindet sich nothwendig mit dem 
Wort, welches dem nach jenem stellenden folgt." 

Erkl. amma ist eine Partikel, um das Zerfallen in meh- 
rere Theile auszudrücken. Es steht an der Stelle der Con- 
ditional-Partikel in und des Verbum im Vordersatz. Deshalb 
erklärt es Sibawaihi durch „was nur immer geschehn mag". 
Das nach ihm Erwähnte ist der Nachsatz des Vordersatzes 
und deshalb ist fa dabei nothwendig, vgl. amma zaidun 
famuntalikun — „was nur immer geschehn mag, so ist 
Zaid fortgehend." Somit tritt amma an die Stelle von mahmä 
jaku min s'aPin und es wird: amma fazaidun munta- 
likun, darauf wird fa zum Habar gestellt amma zaidun 
famuntalikun. 

„Die Wegnahme dieses fa ist in der Prosa selten, aufser 
wenn Worte mit ihm zugleich ausgefallen sind." 

Erkl. fa mufs, wie voraufgeht, nothwendig gesetzt wer- 
den, nur bisweilen fällt es in der Dichtung aus. 

Vgl. „Was nun der Kampf, so ist kein Kampf bei Euch, 
sondern nur ein Herziehn in pomphaften Paradegängen." 

Auch in der Prosa fällt dies fa aus, häufiger und auch 
seltener Weise. Häufig, wenn der Ausspruch mit ihm weg- 
fällt, vgl. Kur. 3, 102. „Was nun (amma) diejenigen betrifft, 
deren Gesichter schwarz geworden, (zu denen, spricht Gott): 
„habt ihr verläugnet, nachdem ihr den Glauben angenommen 
habt." Selten findet dies im umgekehrten Falle statt, vgl. 
die Ueberlieferung: „was nun weiter, was denken denn die 
Männer, die Verträge schliefsen, die nicht in der Schrift 
Gottes sind," amma baMu mä bälu für famä bälu. So 
kommt es im Sahih des Buliäri vor. 



1 



ammft, laute, lauraä. 321 

„laulä und laumä verlangen nothwendig zuerst zu 
-lehn, wenn sie eine Unmöglichkeit bei einem Sein ver- 
binden." 

Erkl. laulä und laumä haben zwei Gebrauchsweisen: 
zunächst bezeichnen sie die Verwehrung von Etwas wegen der 
Existenz eines anderen; dann stehn sie nothwendig zu An- 
fang und treten nur vor ein Mubtada 5 , das Habar fällt nach 
ihnen nothwendig weg. Sie müssen nothwendig einen Nach- 
satz haben : ist dei-selbe ein positiver, so wird er meist mit 
Läm verbunden; ist er durch mä negirt, steht er meist 
ohne dasselbe; ist er aber durch lam negirt, steht er 
nie damit, vgl. laulä zaidun laakramtuka rest. laulä 
zaidun maug'üdun. In dem Capitel vom Ibtidä (pag. 64.) 
ist dies schon behandelt 

,. Durch beide Partikeln hebe wie durch halla, allä, 
alä deutlich die Anreizung hervor. Setze sie vor das 
Verbum." 

Ei kl. Die zweite Gebrauchsweise "von laulä und laumä 
ist, dafs sie die Anreizung (Tahdid) bezeichnen. Sie sind dann 
speciell dem Vcrbum zugetheilt, vgl. laulä darabta zai- 
dän. Will man durch sie einen Vorwurf (at-taubih) bezeich- 
nen, so steht das Verbum im Perfectum; will man mit ihnen 
einen Antrieb (al-hattu) zur Handlung bezeichnen, so hat 
das Verbum den Sinn, des Futurum an der Stelle des Im- 
perativ, vgl. Kur. 9, 123: „Warum ist nicht aufgebrochen 
von jeder Schaar vou Ihnen eine kleine Zahl, dafs sie for- 
schen in der Schrift (laulä nafara = lijanfir)." Die übrigen 
Partikeln der Anreizung sind ebenso zu betrachten, allä 
fa'alta, halla darabta. Das leichte alä ist wie das tas'- 
dirte allä. 

„Bisweilen schliefst sich an laulä und laumä ein Nomen 
an, welches an ein verschwiegenes oder sichtbares Verbum, 
das nachgestellt ist, angehängt wird.'' 

Erkl. Bisweilen steht dennoch ein Nomen nach den 
Partikeln der Anreizung, das durch ein verschwiegenes Ver- 
bum oder durch ein Verbum, welches dem Nomen nachgestellt 
ist, regiert wird. 

21 



322 l y>0 Seteung der Aussage von alladi and al, 

Vgl. "• „Jetzt nach hartnäckigem Streit schmäht ihr mich, 

warum nicht das früher thun (hallä-t-takaddumu), da die Her 
zen noch nicht erbittert waren (rest.: halla wug'ida-t-ta- 
kadduinu)." 

Vgl. „Ihr Söhne von Dautara zähltet mir die besten Ka- 
tneele als euren höchsten Ruhm vor, warum nicht (zähltet 
ihr vor) die gewappneten behelmten Streiter?" 

Ein Beispiel vom zweiten Fall ist: laula zaidan 
darabta. 



LIX. Die Setzung der Aussage von allacfi und al. 

(al-iÄbäru billadi wa-1-alif wa-1-lämi). 

„Das wovon man sagt „setze ein Habar von ihm durch 
all ad i, ft das wird ein Habar von alladi, das als Mubtada 1 
vor demselben Platz nimmt. Was aufser diesen beiden noch 
steht, setze in die Mitte als Sila, deren sich zurückbeziehen- 
des Pronomen ein Stellvertreter des den Satz vervollständi- 
genden Habar ist; vgl. alladi darabtuhu zaidun „der, 
den ich geschlagen habe, ist Zaid", dies war früher dar ab tu 
zaidän. Wisse woher man jenes nimmt." 

Erkl. Dieses Capitel setzen die Grammatiker zur Prü- 
fung des Sü-ebenden und Uebung desselben, wie sie das 
Capitel von der Uebung (in der Flexion der Buchstaben) in 
dem etymologischen Theil dazu gebrauchen. Sagt man zu 
dir, „sage ein Habar von irgend einem Nomen durch al- 
ladi aus", so wäre der natürliche Sinn davon, dafs man alladi 
als Habar von diesem Nomen setzte; doch verhält sich die 
Sache nicht so, sondern das als Habar gesetzte ist grade 
dieses Nomen und das, von dem das Habar gesetzt wird, ist 
nur alladi, wie du wissen wirst. Man sagt das bi in bil- 
ladi stehe in der Bedeutung von f an; es wäre, als ob man 
sagte: „sage aus von alladi". Man will dies damit bezeich- 
nen: wenn man zu dir dies sagt, so nimm alladi und setze 
es als Mubtada', und setze dies Nomen als Habar von al- 
Nimm ferner den Satz, in welchem das Nomen steht 



.il-i//h;*iru biDfkfi wa-1-alifi wa-l-lämi. 323 

und setze ihn in die Mitte zwischen alladi und sein Ha- 
bar, welches eben jenes Nomen selbst ist. Setze den Satz 
als Sila zu alladi und behandle das auf das Mausül alladi 
sich zurückbeziehende Pronomen als einen Stellvertreter von 
jenem Nomen, welches du zum Habar gemacht hast. Sagt 
man zu dir „setze ein Habar zu dem zaidun im Satze da- 
rabtu zaidän, so sagst du alladi darabtuhu zaidun. 
alladi ist Mubtada\ zaidun Habar, dar ab tu »Sila von al- 
ladi, und hu in darabtuhu ist ein Stellvertreter von zai- 
dun, das du als Habar gestellt hast. Dies ist ein sich auf 
alladi zuriickbeziehendes Nomen. 

„Durch alladäni, alladina und allati gieb das Ha- 
bar an, die Uebereinstimmung mit dem gesetzten (Habar) 
beobachtend." 

Erkl. Ist das Nomen, in Betreff dessen man zu dir sagt, 
„sage von ihm ein Habar/' ein Dual, so mufs das Mausül im 
Dual stehn, vgl. alladäni; steht es im Plural, so steht das 
Mausül ebenfalls im Plural, vgl. alladina, und steht endlich 
das Nomen im Femininum, so folgt alladi auch im Femi- 
ninum. Das Resume: dafs das Mausül nothwendig mit dem 
Nomen übereinstimmen mufs, von welchem durch dasselbe 
ein Habar ausgesagt wird, und das Habar mufs dem, wovon 
es ausgesagt wird conform sein, Singular mit Singular, Dual 
mit Dual, Plural mit Plural, Masculinum mit Masculinum 
und Femininum mit Femininum. Sagt man „gieb ein Habar 
an von az-zaidaini in darabtu-z -zaidaini,' : so sagst du 
alladäni darabtuhumä az-zaidani, und so in den an- 
deren Beispielen. 

„Die Fähigkeit nachgestellt und determinirt zu werden, 
ist für das Wort, wovon eine Aussage gemacht wird (für das 
logische Subject) festgestellt. Davon gilt auch als Re- 
gel: dafs man seiner durch einen fremdartigen Begriff, oder 
durch ein Pronomen entbehi-en kann, beobachte was die 
Araber beachten." 

Erkl. Bei dem Nomen, dessen Habar durch alladi 
stattfindet, giebt es Bedingungen: 1) dafs es sich nachstel- 
len läfst; man leidet nicht, das Habar durch alladi zu setzen, 
von einem Wort, das zu Anfang stehn mufs, wie von dem 

21* 



;.}•_> .j Setutng der Aussage von aila./i und al. 

Conditionalnomen, dem Fragewort man mä. 2) Dafs es sieh 
determiniren läfst; man setzt kein Habar von einem Häl 
(Zustand) oder Tamjiz (Specification). 3) Mufs man das 
Nomen durch einen fremdartigen Ausdruck (ag'nabi) entbeh- 
ren können. Man setzt nicht das Habar von einem Prono- 
men, das den Satz, der als Habar vorkommt, verbindet, wie 
z. B. vom Ha in zaidun dar ab tu hu. 4) Dafs man seiner 
durch ein Pronomen entbehren kann. Man setzt nicht die 
Aussage durch alladi von dem Mausüf ohne seine Sifa, 
noch von dem Mudäf ohne sein Mudäf ilaihi. Bei dar ab tu 
rag'ulän zarifan setzt man nicht das Habar von rag'u- 
lun allein; man sagt nicht alladi darabtuhu zarifan ra- 
g'ulun. Denn wenn man von ihm das Habar setzte, so stellte 
man an seine Stelle ein Pronomen. Dann wäre die Be- 
schreibung eines Pronomen nothwendig, doch wird weder 
das Pronomen beschrieben, noch wird durch dasselbe be- 
schrieben. Setzt man aber das Habar von einem Mausüf 
mit seiner Sifa, so wäre es möglich, weil der befürchtete 
Fall entfernt ist alladi darabtuhu rag'ulun zarifun. So 
setzt man auch nicht das Habar von dem Mudäf (guläma) 
allein, bei darabtuhu guläma zaidin; denn wie feststeht, 
tritt ein Pronomen an seine Stelle, und das Pronomen steht 
nicht als Mudäf. Stünde aber das Mudäf mit seinem Mu- 
däf ilaihi, so wäre dies möglich, da das Verwehrende entfernt 
ist, vgl. alladi darabtuhu gulämu zaidin. 

„Man setzt das Habar durch al von einem Nomen, des- 
sen Verbum schon voraufging; wenn richtigerweise die Bil- 
dung einer Sila von dem Verbum für al stattfinden kann, 
vgl. die Bildung des Wortes wäkin von wakä-1-lahu- 
1-batala." 

Erkl. Man setzt das Habar durch alladi von dem No- 
men, das in einem Nominal- oder Verbalsatz steht. Will 
man das Habar von zaidun in zaidun kä-'imun setzen, so 
wäre dies alladi huwa kä-'imun zaidun. Bei darabtu 
zaidän setzte man das Habar: alladi darabtuhu zaidun. 
Durch al wird das Habar von dem Nomen nicht gesetzt, 
aufser wenn dasselbe in einem Verbalsatz steht, und dieses 
Verbum richtig von sich die Sila von al bilden läfst, wie 
das Part. act. oder Part. pass. Man bildet das Habar nicht 



al-iAbäru billarfi wa-1-alifi wa-1-lämi. 325 

durch al von dem Nomen, das in einem Nominalsatz steht; 
auch nicht von dem Nomen, das in einem Verbalsatz vor- 
kommt, dessen Verbum nicht vollständig flectirbar ist, wie 
von ar-rag'ulu in ni c ma-r- rag'ulu; da man von ni ( ma 
nicht richtiger Weise die Sila von al gebrauchen kann. Man 
setzt auch das Habar von Gottes Namen, wie man von wakä- 
1-lahu-l-bat ala (Gott bewacht die Helden) sagt al-wäki- 
1-batala- 1-lahu. Auch giebt man ein Habar dem al-ba- 
tala, so dafs man sagt al-wäkihi-1-lahu-l-batalu „der 
von Gott Bewachte ist der Küstige." 

.,lst das, was von der Sila von al in den Nominativ ge- 
stellt wird, das Pronomen eines anderen Worts als al, so 
wird dasselbe besonders als ein getrenntes gesetzt." 

Erkl. Wenn das Beschreibungswort, welches als Sila 
von al vorkommt, ein Pronomen in den Nominativ stellt, 
so kann sich dasselbe entweder auf al zurückbeziehn oder auf 
etwas anderes. Bezieht es sich auf al zurück, so wird es 
verborgen; geht es aber auf etwas anderes, so wird es ge- 
trennt, vgl. ballagtu min az-zaidaini illä-l- c amrina 
risälatan. Will man hier ein Habar setzen zu tu in bal- 
lagtu, so sagt man al-muballigu min az-zaidaini ilä- 
l- f amrina risälatan anä. In al-muballigu ist ein Pro- 
nomen, sich auf al zurückbeziehend, und das mufs nothwendig 
verborgen werden. Setzt man aber in diesem Beispiel ein 
Habar zu az-zaidäni hiefse es: al-muballigu anä min- 
humä ilä-l- f amrina risälatan az-zaidäni. — anä steht 
im Nominativ durch al-muballigu, es bezieht sich nicht 
auf al zurück, denn mit al wird hier ein Dual bezeichnet, 
und dieser ist gerade das Wort, wozu ein Habar gesetzt wird; 
also ist die besondere Setzung des Pronomen nothwendig. 
Will man in diesem Beispiel zu al- c amrina ein Habar setzen, 
heifse es: al-muballigu anä min az-zaidaini ilaihim 
risälatan al- c amrüna. Auch hier mufs das Pronomen 
besonders gesetzt werden. Ebenso mufs man das Pronomen 
besonders setzen, wenn man in diesem Beispiel zu risäla- 
tan ein Habar setzt; denn das durch al hier bezeichnete 
wäre ar-risälatu. Das Pronomen aber (in ballagtu), wel- 
ches von der Sila in den Nominativ gestellt ist, ist die erste 
Person, vgl. al-muballi truhä anä min az-zaidaini ilä- 



,j t Das Zahlwort. 

l-'amri na ris&latun (ana steht im Nominativ durch di< 
Sila von al). 



LX. Das Zahlwort. 
(al-'adad). 

„taläta und die bis zu 'as'ara folgenden Zahlwörter 
sprich mit ta bei einer Aufzählung, deren Einheiten Mascu- 
lina sind. Im entgegengesetzten Fall entblöfse dieselben 
davon. Das Bestimmende setze in den Genitiv Pluralis, meist 
in der Form des Pluralis der Geringheit." 

Erkl. Ta steht bei taläta und den folgenden Zahlen 
bis Zehn, wenn das durch dieselben Gezählte Masculinum ist; 
ist es hingegen Femininum, fällt Tä weg. Diese Zahlwörter 
werden an einen Pluralis annectirt, vgl. c indi 'talätatu ri- 
g'alin wa 5 arba f u nisä'in u. s. f. bis zu c as'ara. Hat das Ge- 
zählte einen Pluralis der Wenigkeit und der Vielheit, so wird 
das Zahlwort meist an den Pluralis der Wenigkeit annectirt, 
vgl. c indi talätatu aflusin nur selten talätatu fulusin. 
Ein Fall, in dem es nicht in der gewöhnlichen Weise vor- 
kommt, vgl. Kur. 2, 228. „Die entlassenen Frauen warten 
für sich ab drei Menstruationen" talätata kuru'in, während 
ein Plural der Wenigkeit akru ? un existirt. Hat aber das No- 
men nur den Plural der Vielheit, wird das Zahlwort an die- 
sen annectirt, vgl. t^alätatu rig'älin. 

„mPatun hundert und alfun tausend annectire an einen 
Singularis, dem mPatun folgt selten auch der Pluralis." 

Erkl. mfatun und alfun gehören zu den annectirba- 
ren Zahlwörtern, doch werden sie nur an einen Singularis 
annectirt, vgl. f indi mi'atun rag'ulin und alfu dirhamin. 
Selten kommt die Annexion von mPatun an einen Pluralis 
vor, vgl. Kur. 18, 24. „Sie verweilten in ihrer Höhle 300 
Jahre taläta ini'atin sinina nach der Lesart von Ilamza 
und al-Kisä'i. 

Das Resuimi: Die annectirbaren Zahlwörter zerfallen in 
zwei Theile: 1) Diejenigen, welche mir an einen Plural an- 



;il- c nclad. 327 

nectirt werden, das sind drei bis zehn; 2) diejenigen, welche 
nur an einen Singular annectirt werden, das sind mi'atun 
und alfun, so wie ihre beiden Duale; die Annexion von 
mPatun an den Plural ist selten. 

„Setze ahada und verbinde es mit c as'ara in der Zu- 
sammensetzung, wenn du ein gezähltes Masculinum bezeich- 
nen willst. Beim Femininum sprich ihda c as'rata. S^in 
steht nach den Tamimiten mit Kasr. Bei den anderen Zahl- 
wörtern, als aha dun und ihda. thue absichtlich dasselbe 
was du mit diesen beiden gethan hast. Dem talätatun bis 
tis ( atun und den dazwischen liegenden Zahlwörtern kommt, 
wenn sie verbunden werden, das Voraufgehende zu." 

Erkl. Verf. behandelt nun die zusammengesetzten Zah- 
len. Zehn wird mit den Zahlen unter zehn bis auf eins 
zusammengesetzt, vgl. ahadu Sis'ara bis tis c atu 'as'ara, so 
beim Masculinum; beim Femininum sagt man ihda Sis'rata 
bis tis l u 'as'rata; für das Masculinum ahadu, itnä, für 
das Femininum ihda, i tu ata. Von drei bis neun verhalten 
sich die Zahlwörter nach der Zusammensetzung wie vorher. 
Man setzt Tä, wenn das Gezählte ein Masculinum ist, und das- 
selbe fällt weg, wenn dasselbe ein Femininum ist. Was nun 
'as'aratun betrifft, (dies ist der letzte Theil), so fällt das 
Tä fem. bei ihm fort, wenn das Gezählte ein Masculinum 
ist und es bleibt dagegen stehn, wenn es ein Femininum ist. 
Von dreizehn an sagt man talätata ( as'ara rag'ulän und 
taläta asVata-mra^atan. Ebenso verhält sich ( as'ratu 
mit ahadu und ihda, mit itnäni und itnatäni, vgl. itnä 
c as'ara rag'ulän mit Weglassung des Tä, vgl. itnatä 
Ss'rata-mra'atan mit Setzung des Tä. S'in kann in 'as'rata 
beim Femininum ruhend sein, doch steht es mit Kasr in der 
tamimitischen Wortform. 

„Setze itnatä vor c as'rata und itnä vor c as'ara, je 
nachdem du das Masculinum oder Femininum bezeichnen 
willst. Ja ist für die anderen Casus als den Nominativ. 
Setze die beiden Formen durch Alif in den Nominativ, und 
Fath ist gewöhnlich bei den anderen zusammengesetzten Zah- 
len in beiden Worten." 

Erkl. Verf. erwähnt hier, dafs itnä 'as'ara für das 



g28 Das Zahlwort. 

Masculinum ohne Ta im ersten und zweiten Wort, und 
itnatä 'as'rata im ersten und zweiten Wort mit Tu für das 
Femininum steht. Dann macht er darauf aufmerksam, dafs 
die zusammengesetzten Zahlen alle indeclinable sind, das erste 
Wort sowohl als das zweite, vgl. ahada c as'ara mit dem 
Fath beider Theile. Hiervon ist ausgenommen itnä c as'ara 
und itnatä 'as'rata, denn das erste Wort wird mit Alif 
flectirt im Nominativ und mit Ja im Genitiv und Accusativ 
gleich dem Dual, aber der zweite Theil steht indeclinable 
auf Fath. 

„Setze das Tamjiz (Bestimmung) der Zahlwörter von 
Ss'rüna bis tis c üna in den Singularis, vgl. arba c ina hina 
40 Zeiträume." 

Erkl. Verf. erwähnt hier die einfachen Zahlen, das sind 
die von c is'rüna bis tis c üna. Sie haben nur eine Wortform 
für Masculinum und Femininum. Ihr Tamjiz steht nur im 
Accusativ Singularis, vgl. c is'rüna rag'ulän und c is'rüna- 
rara^tan. Bei den Zahlen über den Zehnern wird das Mehr 
vor denselben erwähnt und die Zehner durch Wäw verbun- 
den, vgl. ahadun waSs'iüna u. s. f. bis tis c atun wa ( is'rüna 
mit Tä für das Masculinum. Beim Femininum sagt man 
ihdä wa^is'rüna bis tis'un wa'is'rüna ohne das Tä. Das 
reine Ergebnifs: die Zahlworte zerfallen in vier Klassen: 
1) die Annectirten; 2) die Zusammengesetzten; ö) die Einla- 
chen; 4) die Verbundenen. 

„Man setzt das Tamjiz zu den zusammengesetzten Zah- 
len wie zu Ss'rüna, behandle beide gleich." 

Erkl. Man setzt das Tamjiz zu einer zusammengesetz- 
ten Zahl, wie zu c is'rüna und dessen ^ erwandten. Es steht 
dasselbe im Accusativ Singularis, vgl. ahada f as'ara rag'u- 
län, ihdä 'as'rata-mra^atan. 

„Wird eine zusammengesetzte Zahl annectirt, so bleibt 
die Indcclinabilität, und das Endwort wird bisweilen flectirt." 

Erkl. Die zusammengesetzten Zahlen kann man an et- 
was anderes als ihr Tamjiz annectiren. aufser itnä *as'ara, 
denn dies wird nicht annectirt, man sagt nicht itnä c as'a- 
raka. Wird die zusammengesetzte Zahl annectirt. so ist die 



al-'adad. 329 

Leinweise der Basrenser, dafs beide Theile in ihrer Inde- 
clinabilität verbleiben, vgl. hadihi hamsata ( as'araka mit 
Fath am Ende beider Worte. Bisweilen wird das letzte de- 
clinirt, wiewohl das erste indeclinable bleibt, vgl. hadihi 
hamsata c as'aruka. 

„Bilde von c itnäni und den höheren Zahlen bis 'as'ra- 
tun eine Form, analog dem fä c ilun von fa c ala. Ende sie 
im Femininum mit Tä, doch so oft das Masculinum steht, 
setze die Form fä'ilun ohne Tä." 

Erkl. Es wird von itnäni bis c as'ratun ein Nomen 
der Form fä c ilun entspi-echend gebildet, so wie man sie von 
fa f ala bildet, man sagt tänin, tälitun u. s. f. bis c äs'irun 
ohne Tä im Masculinum und mit Tä im Femininum. 

„Will man Einen von der Zahl, die diese Form bildet, 
bezeichnen, annectirt man sie ihr wie einen Partitiv (der 
Vierte von vieren). Will man hingegen bezeichnen, dafs das 
Geringere dem Höheren gleichgestellt wird, so ist es w 7 ie das 
Wort g'ä c ilun zu behandeln." 

Erkl. Die Form fä ( ilun, die vom Zahlwort gebildet 
wird, hat zw r ei Gebrauchsweisen: 1) steht sie allein, vgl. tä- 
litun, tälitatun; 2) steht sie nicht allein, dann wird sie 
gebraucht entweder mit dem, wovon sie abgeleitet ist, oder 
mit dem Wort, welches dem, wovon sie selbst abgeleitet wird, 
voraufgeht. — In dem ersten Fall mufs man die Form fä f i- 
lun an das ihr Nachfolgende annectiren, so dafs das Vorauf- 
gehende die Stelle von ba ( du vertritt. Man sagt im masc. 
tälitu talätatin u. s. f. und im Fem. tälitatu talätin 
im Sinne von der, die Eine von dreien. — Im zweiten Fall 
sind zAvei Weisen möglich: 1) die Annexion des wie 
fä ( ilun gebildeten Zahlworts an das sich ihm Anschliefsende 
(eine wirkliche Annexion); 2) dafs diese Form mit dem 
Tanwin steht und das sich ihm Anschliefsende durch dasselbe 
in den Accusativ tritt. So wie man beim Fä ( il sagt däribu 
zaidin und daribun zaidän, so sagt man auch räbi c u ta- 
lätatin und räbi c un talätatan, räbi c atu talätin und 
räbi c atun talätän dem Sinne nach gä c ilu at-talätati ar- 
ba c atan oder g'ä ( ilun at-talätata arba r atan. So sind die 
Worte Verf's. zu verstehn: willst du mit der Form fä < ilun 



330 Das Zahlwort. 

die von itnäni und den folgenden gebildet wird, das Ge- 
ringere an Zahl gleich dein Höheren setzen, so behandle es 
wie g'a c ilun, so dafs es an sein Maf c ül annectirt werden, 
oder auch mit dem Tanwin stehn und dasselbe in den Ac- 
cusativ setzen kann. 

„Will man eine Form bilden, die wie täni itnaini zu- 
sammengesetzt ist, so hat man beide Arten der Zusammen- 
setzung. Oder annectirc die Form fä l ilun in beiden Fällen 
an eine Zusammensetzung, die vollkommen ausspricht, was 
du meinst. Bekannt ist, dafs man sich mit hädi c as'ara 
begnügt und den Aehnlichcn vor 'is'rüna und den Analogen. 
Stelle die Form fä'ilun in beiden Fällen vor ein Wäw, wel- 
ches mit Fleifs gesetzt ist." 

Erkl. Wie voraufgeht, wird die Form fä'ilun von einem 
Zahlwort auf zwei Weisen gebildet: 1) dafs mau damit ir- 
gend einen Theil der Zahl, wovon sie abgeleitet ist, bezeich- 
nen will; 2) dafs man die geringere Zahl gleich der höheren 
setzen will. Will man nun die Form fä'ilun von einer zu- 
sammengesetzten Zahl gebrauchen, um den ersten Sinn zu 
bezeichnen, d. h. um einen Theil von dein, wovon sie abge- 
leitet wird, auszudrücken, so können dabei drei Weisen statt- 
finden: a. dafs man zwei Zusammensetzungen hat, von wel- 
chen der Anfang der ersten die Form fä ( ilun, fäSlatun, 
und das Ende c as'ara, t as'rata ist; der Anfang der /-weiten 
ist ahadun, ihdä etc., vgl. tälita 'as'ara, talätäta c as'ara. 
Alle vier Formen sind indeclinablc auf Fath. b. Dafs man 
sich beschränkt auf das Anfangswort der ersten Zusammen- 
setzung, dasselbe flectirt und es an die zweite Zusammen- 
setzung, die in beiden AVorten indeclinable bleibt, annectirt, 
vgl. talitu talätäta f as'ara und tälitatu taläta c as'rata. 
c. Dafs man sich auf die erste Zusammensetzung be- 
schränkt, die indeclinable im ersten und zweiten Worte bleibt, 
vgl. tälita c as'ara und tälitata as'rata. 

Man gebraucht die Form fä'ilun von den zusammenge- 
setzten Zahlen nicht, um zu bezeichnen, dafs man die gerin- 
gere Zahl gleich der höheren bezeichnen will, man sagt nicht 
räbra ( as'ara talätäta f as'ara und so bei allen übrigen. 
Deshalb erwähnt dies Verf. nicht, sondern beschränkt sich 
auf die Erwähnung des ersten Falles, hädi ist umgekehrt 



kam, ka'ajjin katfä. S'61 

aus wähl dun, und hädijatun aus w ah i da tun entstanden. 
Man setzt den eisten Buchstaben nach dein letzten, hadi wird 
nur mit ( as'ara und hädijatun nur mit c as'rata gebraucht und 
ebenso mit c is'rüna und dessen Verwandten. Die vom Zahl- 
worte gebildete Form fä c ilun wird vor den Zehnem ge- 
braucht, die damit verbunden werden, vgl. hadi waSs'rüna 
und täsi c un waSs'rüna. Sie kommt in beiden Gestalten, 
d. h. fä c ilun für Masculinum und fä c ilatun für's Femini- 
num vor. 



LXI. kam, ka'ajjin, kadä. 

„Gieb eine nähere Bestimmung (Tanijiz) dem kam in 
der Frage, wie man eine solche dem c is'rüna giebt. Vgl. 
„Wie viel Personen erheben sich" (kam s'aljsän sainä). Ge- 
statte das Tamjiz durch ein verschwiegenes min in den Ge- 
nitiv zu stellen, wenn kam einer wirklich gesetzten Praepo- 
sition voraufgeht." 

Erkl. kam ist ein Nomen, was daraus hervorgeht, dafs 
eine Praeposition davor treten kann, vgl. „mit wie viel Pal- 
menstämmen ( f alä kam g'idSn) hast du dein Haus überdacht." 
kam ist ein Nomen für eine unbekannte Zahl, es mufs 
nothwendig das Tamjiz haben, vgl. kam rag'ulän Sndaka. 
Bisweilen wird dasselbe weggelassen, weil etwas darauf hin- 
leitet, vgl. kam sumta = kam jaumän sumta. kam ist 
eine Frage- und Aussagepartikel. Das Tamjiz von kam als 
Fragepartikel steht wie das Tamjiz von- Ss'rüna im Acc. 
Sing., vgl. kam dir h am an kabadtu; doch kann dasselbe 
auch im Genitiv stehn durch ein verschwiegenes min, wenn 
dem kam eine Praeposition voraufgellt, vgl. bikam dirha- 
m in as'taraita hadä = bikam min dirhamin. Tritt 
aber die Praeposition nicht vor kam, mufs das Tamjiz im 
Accusativ stehn. 

„Gebrauche kam, indem du von ihm aussagst, wie von 
zehn oder hundert, vgl. kam rig'älin oder kam maratin. 
Wie kam ist ka'ajjin und kadä. Das Tamjiz beider steht 
im Accusativ, oder verbinde damit min, so hast du das 
Kichtiire getroffen." 



332 1 > i o Berichtnng. 

Erkl. kam wird für eine Mehrheit gebraucht und nä- 
her bestimmt durch eine im Genitiv stehende Mehrheit, wie 
'as'ratun, oder durch einen im Genitiv stehenden Singular, wie 
mPatun, z. B. kam gilmanin malaktu gleich katirän 
min al- gilmani. Aehnlich wie kam dient kadä und ka-'aj- 
jin, um eine Menge zu bezeichnen. Das sie näher Bestim- 
mende steht im Accusativ oder im Genitiv durch min. Das 
Letztere ist das Gewöhnlichere, vgl. Kur. 3, 140. „Wie viel 
Propheten gab es mit denen stritten" (kam min nabijjin kä- 
tala ma ( ahu); ferner: „So und soviel Dirham habe ich beses- 
sen (malaktu kadä dirhamän)." kadä wird einfach gebraucht, 
aber auch doppelt gesetzt, vgl. malaktu kadä kadä dir- 
hamän, oder auch als ein Wort, dem ein gleiches ver- 
bunden ist, vgl. malaktu kadä wakadä dirhamän. 
kam mufs am Anfang der Rede stehn, sei es Frage- oder 
Aussagepartikel, man sagt nie dar ab tu kam rag'ulän; 
ebenso ist's mit kaVjjin, doch umgekehrt mit kadä. 



LXII. Die ßerichtung. 

(al-Äikäj a). 

„Gieb Bericht (d. i. Genus, Casus, Numerus) durch aj- 
jun, von dem, was einem Unbekannten gebührt, sowohl in 
der Pause als Verbindung. In der Pause berichte, was dem 
Unbekannten gebührt, durch man. Das Nun vocalisire all- 
gemein und füge den Vocalbuchstaben hinzu. Sage manäni 
und manaini nach dem Satz li ilfäni bibnaini, „ich 
habe zwei Genossen an zwei Söhnen", und setze die Form 
in Kühe, dann thust du Hecht. Sprich zu dem, der sagt 
„es kam ein Mädchen atat bintun" manah. Das Nun 
vor dem Tä Dualis ist vocallos. Das Fath ist selten und 
verbinde Tä und Alif dem man (vgl. manät) nach da bi- 
niswatin k alif „(dieser giebt sich mit Frauen ab)". Sprich 
manüna und manina, wenn gesagt wird: „Es brachten 
Leute anderen Baumwolle g'ä 5 a kaumun likaumin ku- 
tuna." Wird man verbunden, ändert sich seine Form nicht. 
Als Seltenheit ist manüna in der Poesie bekannt." 



al-Aikäja. 333 

Erkl. Fragt man durch ajjun nach einem Unbekannten, 
der in der voraufgehenden Rede erwähnt war, so giebt man 
in ajjun die Endflexion wieder, welche das Unbekannte hat, 
sowohl Masculinum als Femininum, sowohl Dual als Plural. 
Dieses geschieht bei ajjun in der Verbindung sowohl als in 
der Pause. Man sagt zu einem, der zu mir sagt: „es kam 
ein Mann", ., welcher denn?" ajjun, gen. ajjin acc. ajjän. 
Eben so sagt man in der Verbindung, „welcher denn o Mann" 
ajjun ja fatä, gen. ajjin, acc. ajjän, im Femininum ajja- 
tun, im Dual ajjäni, ajjatäni, gen. und acc. ajjaini, aj- 
jataini, im Plur. nom. ajjüna, ajjätun, gen. und acc. 
ajjina, ajjätin. Fragt man nach einem vorher erwähnten 
Unbekannten durch man, wird in demselben die Flexion 
wiedergegeben und den Vocalen auf dem Nun ein entspre- 
chender \ ocalbuchstabe hinzugefügt, so dafs in demselben 
das Masc. Fem. Dual Plural wiedergegeben wird; jedoch 
geschieht dies nur in der Trennung. Wenn einer sagt, „es 
kam zu mir ein Mann", so fragst du manu, mani, manä 
im Dual man an, manain mit ruhendem Nun. Beim Fe- 
mininum sagt man manah im Nomin. Gen. und Accus., im 
Dual mantän, mantain, mit ruhendem Nun vor dem Tä 
und ruhendem Nun des Dual, selten nur steht Nun vor dem 
Tä mit Fath manatän und manatain. Im Plur. Fem. bil- 
det man manät, so auch im Gen. und Accus. Im Plur. 
Masc. heifst es manün, man in mit ruhendem Nun. Nach 
g'ä'a kauraun fragt man manün, nach marartu bikau- 
min oder ra^aitu kaumän fragt man manin. So wird 
man behandelt, wenn man dadurch etwas wiedergiebt in der 
Pause, steht es aber in Verbindung, so giebt man nichts da- 
durch wieder, sondern es hat nur überhaupt eine Wortform, 
Man würde immer sagen man ja fatä. Selten kommt in 
der Poesie auch manu na in der Verbindung vor. 

Vgl. „Sie kamen zu meinem Gastfeuer, und ich sprach, 
wer seid ihr (manüna antum)? sie erwiederten die G'inn, ich 
sprach, lasset's Euch wohl bekommen in der Nacht." 

„Vom Eigennamen gieb Bericht nach man, wenn das- 
selbe von einer Verbindungspartikel, die damit zusammen- 
hängen sollte, entblöfst ist." 



334 Das Femininum. 

Erkl. Man kann von einem Eigennamen durcli man 
die Form berichten, wenn diesem nicht eine Verbindungs- 
partikel voraufgeht. Sagt Jemand g'iVani zaidnn, so kann 
man tragen man zaidnn, ebenso nach einem Genitiv man 
zaidin und nach einem Accus, man zaidän. Es wird in 
dem nach man erwähnten Eigennamen die Form von dem 
in der früheren Rede erwähnten Eigennamen wiedergegeben, 
man ist Mubtada 3 und der ihm folgende Eigenname ist sein 
Habar, oder es ist ein Habar von dem nachher erwähnten 
Eigennamen. Geht aber dem man eine Verbindungspartikel 
vorauf, so kann man in dem Eigennamen nach ihm nicht die 
Form des Eigennamen vor ihm wiedergeben, sondern derselbe 
mufs nothwendig im Nominativ stehn, da der Eigenname 
dann ein Ilabar von man ist, oder ein Mubtada 5 , dessen 
Habar man ist. Nach g'ä^a zaidun, ra 3 aitu zaidän, ma- 
rartu bizaidin kann man nur sagen waman zaidun. Die 
Wiedergabe der Form tritt unter allen determinirten Begrif- 
fen nur bei den Eigennamen ein. Man sagt nie nach der 
Aussage ra 3 aitu guläma zaidin, man guläma zaidin.. 
sondern nothwendig man gulämu zaidin für alle Casus. 



LXIII. Das Femininum. 

(at-ta'ni*)- 

„Kennzeichen des Femininum ist ein Tä oder Alif. Bei 
einigen Nomen supponirt man das Tä, vgl. al-katifu, die 
restitutio wird erkannt durch das Pronomen und dergleichen, 
wie durch die Wiederkehr des Tä bei der Diminutiv- Form." 

Erkl. Ursprünglich ist das Nomen ein Masculinum, und 
das Femininum ist eine Abzweigung vom Masculinum. Weil 
das Masculinum das Ursprüngliche ist, so kann das Mascu- 
linum eines Kennzeichens entbehren, das es als solches dar- 
thut. Weil aber das Femininum eine Unterabtheilung ist, 
bedarf dasselbe eines das Femininum darthuenden Kennzei 
ehens. Diese sind Tä und das verkürzbarc wie das gedehnte 
Alif, doch überwiegt das Tä im Gebrauch. Deshalb wird 
es bei einigen Worten supponirt, vgl. c ainun, katifun. Auf 



at-ta'ni/. ;J35 

das Femininum , welches kein sichtbares Kennzeichen hat, 
weist man durch die Rückbeziehung des Pronomens als auf 
ein Femininum hin, vgl. al-katifu nahas'tuhä (die 
Schulter ich habe sie gebissen) und dergleichen. Auch thut 
man das Femininum dadurch dar, dafs das Eigenschaftswort 
im Femininum steht, vgl. „akaltu katifän mas'wijjatan" 
(ich habe gegessen eine Schulter, eine gebratene); endlich 
auch durch die Wiederherstellung des Tä im Diminutivum, 
vgl. katifun kutaifatun. 

„Das Tä schliefst sich nicht als Unterscheidungszeichen 
der Form fa c ülun in der ursprünglichen Bedeutung an, auch 
nicht den Formen mif c älun, mif c ilunund mif c alun. Kommt 
das Tä bei einem von diesen als Unterscheidungszeichen vor, 
so ist es abnorm an ihnen. Bei der Form fa c ilun, vgl. ka- 
tilun ist dies Tä meist verboten, wenn es seinem Mau- 
süf folgt." 

Erkl. Wie erwähnt ist, wird dieses Tä nur zur Unter- 
scheidung des Mascul. vom Femin. zugesetzt. Am häufigsten 
ist dies der Fall bei den Eigenschaftsworten, vgl. kä^imun 
kä'imatun, selten aber bei dem Nomen, das nicht Eigen- 
schaftswort ist, vgl. rag'ulun, rag'ulatun. Doch giebt es 
auch Eigenschaftsworte, welchen dieses Tä sich nicht anhängt, 
nämlich die Eigenschaftsworte nach der Form fa c ülun in 
der Bedeutung von fä ( ilun. Verf. nimmt -die Wörter nach 
fa c ülun, die den Sinn von maf c ülun haben, aus, er nennt 
jene (fa c ülun im Sinne von fäSlun) ursprünglich, weil sie 
häufiger sind als die letzteren, vgl. s'akürun sabürun = 
s'äkirun säbirun. Hat aber die Form fa'ülun die Bedeu- 
tung von maf c ülun, so hängt sich Tä ihnen an, vgl. ra- 
kübatun markübatun. Ferner hängt sich Tä nicht 

an ein Eigenschaftswort der Form mif c älun, vgl. „imra^atun 
mihdärun" (eine viel Delirium habende Frau); auch nicht an 
ein Eigenschaftswort der Form mif c ilun, vgl. „imra'atun 
mi c tirun" (eine sich sehr parfümirende Frau^). Ebenso hängt 
sich Tä nicht an die Form mif ( alun, vgl. „migs'amun" (den 
nichts von seinem Ziel Avegen seiner Tapferkeit abbringt). 
Hängt sich diesen Eigenschaftsworten Tä fem. an, so ist das 
selten, und man kann sich nach solchen Formen nicht rich- 
ten. Die Form fa ( ilun hat entweder den Sinn von fäSlun 



336 D*s Femininum, 

oder den von mafülun. Hat sie den Sinn von f iVilun. so 
hat sie das Tä fem.; nur in seltenen Fidlen fällt es weg, vgl. 
Kur. 7. 54. ..Fürwahr die Gnade Gottes ist nah (karibun) 
den "Wohlthuenden" Kur. 36, 78. „Wer wird lebendig ma- 
chen die Knochen, wenn sie angefressen (ramimun) sind." 
Hat die Form fa ( ilun die Bedeutung von maf c ülun, so 
wird sie wie ein Nomen gebraucht oder nicht als ein solches. 
Wird sie wie ein Nomen gebraucht, d. h. folgt sie nicht 
ihrem Mausüf, hängt sich Tä derselben an, vgl. hadihi da- 
bi h a t u n m a d b u h a t u n. Wird diese Form aber nicht 

wie ein Nomen gebraucht, so dafs sie ihrem Mausüf folgt, 
wird meist Tä von ihr weggelassen, vgl. imra^atun g'ari- 
hun = mag'rühatun. Nur bisweilen hängt dann Tä sich 
an, vgl. fi ( latun hamidatun = mahmudatun. 

,,Das Alif Fem. ist verkürzbar und gedehnt, vgl. untä- 
L-gurri, die Verbreitung der ersteren Form, d. i. das ver- 
kürzbare Alif wird dargelegt durch die Form von urabä, 
tülä und mar ata, dann durch die Form fu l lä als Plural, 
Masdar oder Eigenschaftswort, vgl. s'ab ( ä, und hubärä, 
summahä, sibaträ, dikrä, hittitä, wie kufurrä so auch 
hullaitä mit s'ukkärä; von anderen Formen als diesen 
gieb an, dafs sie selten vorkommen." 

Erkl. Alif fem. zerfällt in zwei Gattungen: 1) in das 
verkürzbare, vgl. hublä, und 2) das gedehnte, vgl. harara ) u. 
Beide haben bestimmte Wortformen, von denen es bekannt 
ist, dafs sie das Eine oder das Andere haben. Das Verkürz- 
bare hat bekannte und seltene Formen. Zu den bekannten 
gehören fu c alä, vgl. urabä für Unglück; ferner fu ( lä als 
Nomen substantivum, vgl. buhmä für eine Pflanze; auch als 
Eigenschaftswort, vgl. hublä und als Masdar, vgl. rug' ( a. 
kommt diese Form vor; ferner fa c alä, vgl. als Nomen ba- 
radä, als Masdar maratä, als Eigenschaftswort hajadä, 
vgl. himärun hajadä (ein Esel, der vor seinem Schatten 
aus Lebhaftigkeit ausweicht). G'auhari behauptet, unter den 
Eigenschaftsworten komme kein anderes nach der Form fa c alä 
vor, doch findet sich noch g'amazä. — Ein verkürzbares 
Alif hat ferner die Form fa c lä als plur., vgl. sar c ä von sa- 
ri c un; als Masdar, vgl. da c wä; als Eigenschaftswort kaslä. 
Hierher gehört ferner fu c älä, vgl. hubärä (ein Vogel) es 



at-tä'ni/. 337 

kommt als Masc. und Fem. vor; lerner fu cc alä, vgl. sura- 
mahä; ferner fi f allä, vgl. sibatra; ferner fi ( la, vgl. als 
Masdar dikrä, oder als Plur., vgl. zirba plur. von zari- 
bänun, dies ist ein kleines Thier, wie die Katze, mit 
stinkendem Hauch; die Araber meinen, es lasse seine Blä- 
hungen in das Kleid ihres Verfolgers fahren und der Ge- 
ruch vergehe nur mit dem Kleide; vgl. noch hig'lä plur. 
von hag'alun. Unter den Pluralen giebt es nur zwei nach 
dieser Form. Ferner gehört hierher fi cc ilä, vgl. hittitä 
in der Bedeutung von hat tu Anreizung; ferner fu c ullä, 
vgl. kufurrä die Palmenknospe; ferner fu C( aila, vgl. hul- 
laita die Verwirrung; „endlich fu C( älä, vgl. s'ukkärä eine 
Pflanze." 

„Das gedehnte Alif findet sich in folgenden Formen: 
fa c la 3 u, äf c ald?Uj dessen mittlerer Radical mit allen drei Vo- 
calen stehn kann; fa'Tala'u; dann fuSihVu; fu'luliVu, 
fa ( ülä?u, fä ( ilä?u, fi c lijä :, u, maf f ühVu, dessen mittlerer Ra- 
dical mit allen drei Vocalen stehn kann; so wird auch bei 
der Form fa c älä°u der erste Radical mit allen drei Vocalen 
genommen." 

Erkl. Das gedehnte Alif fem. ist in vielen Wortformen. 
Verf. macht auf einige aufmerksam und zwar: f a c hVu als Nomen 
oder Eigenschaftswort, dessen Masc. entweder af c alu ist, vgl. 
hamrä/'u, oder auch nicht, vgl. dimatun hathVu anhalten- 
der Regen. Das Masc. hiervon ist nicht ahtalu, sondern 
hatilun; so sagt man auch näkatun raugiVu, aber nicht 
g'amalun arwagu; ebenfalls sagt man imra'atun häsnä'u, 
aber nicht rag'ulun ahsanu. al-hatlu ist das Aufeinan- 
derfolgen des Regens und der Thronen, so wie das Fliefsen 
derselben. Hierher gehört weiter ai'aliVu, af c ila ? u, af c ula 5 u, 
vgl. arbaSVu, arbu c a?u, arbi f a°u für den vierten Tag in der 
Woche; ferner fa c lala > u, vgl. f akrab;Vu, Femininum von 
al- c akäribu; dann fu'ahVu, vgl. kusasä'u gleich kisäsun 
Rache; dann fVTuliVu, vgl. kurfusiVu; dann ftVuhVu, vgl. 
t äs'urä°u; dann fä'ihVu, vgl. kasi ( a 3 u Mauseloch; dann fi ( li- 
jä'u, vgl. kibrija\i; dann maf c ulä?n, vgl. mas'jühä?u, plur. 
von s'aihun; dann faSihVu, der mittlere Stammbuchstabe 
mit ä, ü, i, vgl. dabükiVu, katiriVu, baräsä'u, eine Wort- 
form von barnasa'u die Menschen; Ibnu-s-Sikkit sagt: „ich 

22 



338 1>a> rerkünbare und das gedehnte Wort. 

weife nicht, was für ein Mensch (ajju-l-barnas;Vi) er ist." 

Häufig isl die Form fa l ahVu, der erste Radical mit allen drei 

Vbcalen, vgl. hujahVu Stolz, g'anafiVu ein Ortsname und 
sijara\i ein Kleid mit gelben Streifen. 



LX1V. Das verkürzbare und das gedehnte Wort. 

( a 1 - m a Je s ü r a 1 - m a m d ü d ). 

„Verlangt ein Nomen nothwendig vor seinem Ende ein 
Fath und hat es eine ähnliche Form wie asafun, so mufs 
das entsprechende Wort mit schwachem letzten Stammbuch- 
staben regelrechter Weise verkürzbar sein, vgl. die Flurale 
fi'alun und fu c alun im Plural von fi c latnn und fu c latun, 
wie ad-dumä." 

Erkl. Das Verkürzbare ist das Nomen, dessen Decli- 
nationsbuchstabe (d. h. der Buchstabe, auf dem die Declination 
stattfindet) ein stetes Alif ist. Diese Definition schliefst also 
Verba wie jardä; Partikeln, die auf ein indeclinables Alif 
enden wie da, und den Dual, vgl. zaidäni, aus, da bei die- 
sem das Alif sich im Gen. und Accus, in Ja verwandelt. 
Das verkürzbare Wort zerfällt in zwei Arten: 1) das als 
Kegel aufzustellende; 2) das im Gebrauch bisweilen so vor- 
kommende. Das als Regel geltende ist jedes Nomen mit 
schwachem Endradical, das ein Analogon unter den starkra- 
dicaligen hat, und mit einem steten F^ath auf dem vorletzten 
Radical versehn ist. Hierher gehören die Masdar der Verba 
neutra nach der F'orni fa c ila, vgl. fa c alun, der mittlere Ra- 
dikal hat F^ath. Ist der dritte Radical schwach, so mufs das 
Wort verkürzt werden, vgl. g'awija, g'awän, denn das 
analoge Wort mit starkem Radical hat nothwendig Fath auf 
dem vorletzten Radical; vgl. fi f alun plur. von fi c latun 
und fu ( alun plur. von fu c latun, so mir an pl. von mirja- 
tun, mudän plur. von mudjatun. Denn ihre analogen For- 
men mit starkem Radikal wären kirabun und kurabun 
von kirbatun und kurbatun; so]verhält sich auch ad- dum ä 
plur. von dumjatun einen Götzen und dergl. bedeutend. 



al-maÄsfir al-mamduil. 339 

„Ein Wort, welches vor seinein Ende noth wendig ein 
Alif verlangt, ist, wenn das Madda in einer ihm entsprechen- 
den Form sicher bekannt ist, wie das Masdar der Verba, v - <?• 
bei den Formen, die mit einem Hamz der Verbindung be- 
ginnen, vgl. ir f awa und irta^ä." 

Erkl. Das Gedehnte ist ein Nomen, an dessen Ende 
ein Hamz steht, dem ein pleonastisches Alif vorausgeht, vgl. 
hamrä'u, kisä^un, ridä^un. Diese Definition schliefst Verba 
wie jas'ä/'u aus, wie auch solche Worte, die zwar ein Hamz 
mit einem voraufgehenden Alif haben, doch nicht mit einem 
pleonastichen , vgl. mä'un. — Das Gedehnte zerfällt wie das 
Verkürzbare in normales und nur bisweilen vorkommendes. 
Normal ist jedes Wort mit schwachem Endradical, dessen 
Analogie bei den starkradicaligen Worten nothwendig das 
Alif vor seinem Ende hinzufügt; so sind die Masdar der 
F"ormen, die ein Hamz der Verbindung zu Anfang ha- 
ben: vgl. ir c awä, i/iwä/'un, irta^ä, irti^Vun, istaksä, 
istiksä^un, und dazu die Analogen bei den Starkradicaligen 
intiläkun, iktidärun, istihräg'un. Ebenso verhalten sich 
die Infinitive der Verba mit schwachem Endradical nach der 
Form c af c ala, vgl. a c tä, i c tä D un, denn das entsprechende 
Starkradicalige wäre akrama ikrämun. 

„Das eines Analogons unter den starkradicaligen For- 
men entbehrende verkürzbare oder gedehnte Wort ist der 
Ueberlieferuns^ anheimges-eben, vgl. al-higa, al-hidä." 

Erkl. Den zweiten Theil bildet das bisweilen als ver- 
kürzbar oder als gedehnt vorkommende Wort. Das hierüber 
Feststehende ist, dafs, wenn ein Wort kein Analogon unter 
den Starkradicaligen hat, vor dessen Endbuchstaben durch- 
gängig ein Fath steht, dafs dann die Verkürzbarkeit desselben 
durch den Spx-achgebrauch festgestellt wird. Ebenso beschränkt 
sich die Dehnung eines Worts, das kein Analogon unter den 
Starkradicaligen hat, bei dem vor seinen Endbuchstaben ein 
Alif hinzugefügt wird, auf den Sprachgebrauch allein, vgl. 
als verkürzbares Wort al-fatä sing, von al-fitjänu; zu den 
bisweilen als gedehnt gebrauchten Wörtern gehört al-fatav'u, 
as-sanä^u etc. 

„Die Verkürzbarkeit des Gedehnten wird allgemein im 

22* 



340 Bildung des Dual und Plur. san. von dem Verkfirzbaren and Gedehnten 

\. r-zwang angenommen, das Gcgentheil findet nur mit Wi- 
dersprach statt." 

Erkl. Es findet kein unterschied zwischen den Basren- 
Bern and Knfensern statt, dafs die Dehnung wegen des Vers- 
zwangs verkürzt werden könne, wohl aber darüber, ob das 
Verkürzbare verlängert werden könne. Die Basrenser ver- 
wehren dies, während die Kü/cnscr es erlanben und als Be- 

die Stell«: anführen: 

VgL „O über die guten Datteln und schlechten, die in 
Stücken in der Kehle und dem Zapfen (al-laluVi) sitzen blei- 
ben; eigentlich (O über dich, was anlangt Datteln und schlecht« 
Datteln)." 



LXV. Die richtige Dildung des Dualis und Pluralifl Banns 
vom dem Verkürzbaren und Gedehnten. 

(a 1-m a k * ü r a 1 - m a m <1 ü <l). 
„Setze an das Ende einen verkürzbaren Worts, wenn es 

ifi den Dual gesetzt wird, Ja im Fall da/V dasselbe mehr als 

drei Badicalbuchstaben hat. Ebenso verhält, sich ein Wort, 
das ursprünglich Ja zum Endbuchstaben hat, vgl. al-fatä 
and ebenso das Unabgeleitete, welches in der [mala steht, 
vgl. matä. In anderen Fällen wird es in Waw verwandelt; 

diesem Ali/' schliefs an, was oben schon bekannt ist." 

ErkL Dem declinirbaren Nomen hängt sich, gleichviel 
,b es einen starken Endbuchstaben hat oder defectiv ist, 
ohne Veränderung das Kennzeichen des Dual an, rgL ra- 

g'ulun rag'ulani, kadin kadijani. [st aber da-; Wort 
verkürzbar, mufs eine Veränderung stattfinden, lai das ver- 
bare Ali/' der vierte ode* noch spätere Buchstabe, so 
adelt ei ich in Ja, vgl. müh an milhajäni, mui 
musta^sajänk J-t Alif als dritter Buchstabe stellver- 
■A /ür Ja, vgl. fatän, so wird dasselbe ebenfalls in JA 
verwandelt, vgl. fatajäni. Eben nrenn Ali/' als 

dritter Buchstabe unbekannten Ursprungs isf und mh dei 
i iron mattl als Eigennamen mattaj 



al-mafoür al-inamdäd. 3^ 

Vertritt Alif als dritter Radical ein Wäw, wird es in Wäw 
verwandelt, vgl. Sisawäni; ebenso verhält es sich, wenn 
Alif als dritter Radical unbekannten Ursprungs auftritt und 
es nicht mit der Imala gesprochen wird, vgl. ilän als Eigen- 
name, Dual: ilawani. Das Resume: Das verkürzbare Alif 
wird in Ja in drei Fällen verwandelt: 1) wenn es als vier- 
ter oder späterer Radical steht; 2) wenn es als dritter Ra- 
dical steht, doch ein Ja vertritt; 3) wenn es als dritter Ra- 
dical unbekannten Ursprungs und mit der Imala steht. 

In Wäw wird Alif verwandelt an zwei Stellen: 1) wenn 
es dritter Radical ist und Alif an der Stelle von Wäw steht; 
2) wenn es dritter Radical unbekannten Ursprungs ist und 
nicht in der Imäla steht. 

Ist die Verwandlung des Alif in Ja und Wäw geschehen, 
so hängen sich die im Anfange dieses Buchs erwähnten Kenn- 
zeichen des Dual an, nämlich äni im Nomin. und aini im 
Gen. und Accus. 

„Worte wie sahrä\i werden mit Wäw in den Dual ge- 
setzt; Worte wie ( ilbä\in, kisä^un und hajä'un können 
mit Hamz oder Wäw im Dual stehn. Den hier nicht er- 
wähnten Worten lafs die volle Form. Das Abnorme wird 
auf den zufälligen Gebrauch beschränkt." 

Erkl. Verf. behandelt den Dual des gedehnten Nomen. 
Beim gedehnten Nomen kann Hamz ein Alif Fem. oder ein 
Alif des Anschlusses (d. i. bei einer Form, die wie ein Fe- 
mininum aussieht, aber nicht ist) oder einen Radical vertre- 
ten; auch kann es selbst ein Radical sein. Vertritt Hamz 
das Alif Fein., so ist das Bekannte, das man es in Wäw 
verwandelt; man sagt von hanirä'u hamraw äni. Vertritt 
Hamz ein Alif des Anschlusses, vgl. ( ilbä 5 un, oder vertritt 
es einen Radical, vgl. kisä 5 un, hajä\in, so sind zwei Auf- 
fassungen möglich: 1) die Verwandlung desselben in Wäw, 
vgl. c ilbäwäni etc. oder 2) man läfst Alif unverändert c il- 
bä-'äni etc. Die Verwandlung ist bei dem Alif des An- 
schlusses besser als Hamz zu lassen, und Hamz, das einen 
Radical vertritt, zu lassen, ist besser, als es in Wäw zu ver- 
wandeln. Ist das gedehnte Hamz ursprünglich, so mufs man 
es lassen, vgl. kurrä > un kurrä^äni. Die Dualform eines 
verkürzbaren und gedehnten Worts, das nach anderer ah 



342 Bildung des Dual und Plur.aan. von dem Verkürzbaren and Gedehnten. 

erwähnter Weise gebildet wird, wird auf den zufälligen Ge- 
brauch beschränkt, wie dafs man von al-hauzalä al- 
hauzalfmi gebraucht, da doch al-hauzalajani regelrecht 
wäre, wie wenn man von hamriVu, anstatt des richtigen 
hamräwäni, hamräwäni bildet. 

„Nimm von dem Verkürzbaren im Plural sowie im Dual 
das, wodurch das Wort vervollständigt wurde, weg; das Fath 
lafs stehen, um das Weggefallene anzuzeigen. Setzt man den 
Plural auf atun, so verwandle das Alif wie man es im 
Dual verwandelt; das Tä eines sich auf Tä endigenden Worts 
entferne notwendigerweise." 

Erkl. Wird ein mit starkem Endradical versehenes Wort 
nach der Norm des Dual in den Plural gesetzt, d. i. auf 
üna, so hängt sich das Kennzeichen desselben ohne Aende- 
rung an, vgl. zaidun zaidüna. Wird das defective Wort 
mit diesem Plural versehen, so fällt das Ja desselben fort. 
Der vor dem Wäw in üna stehende Buchstabe wird mit 
Damm versehn, so wie der vor Ja in ina stehende mit Kasr, 
vgl. kädin, kädüna, kädina. Wird ein gedehntes Wort 
in diesen Plural gesetzt, wird es wie der Dual behandelt. 
Vertritt Hamz einen Iiadical oder dient es zum Anschlufs,*) 
so kann man Hamz entweder stehen lassen oder Wäw an 
dessen Stelle setzen. Von kisä^in als Eigenname sagt man 
kisä 5 üna und kisawüna. Ist aber Hamz ursprünglich, so 
mufs es bleiben, vgl. von kurrä\in kurrä^üna. Beim Ver- 
kürzbaren wird Alif genommen, wenn das Wort auf üna den 
Plural bildet, das voraufgehende Fath bleibt dann als Hin- 
weisung darauf. Von mustafä sagt man mustafauna und 
mustafaina. Wird ein solches Wort auf atun in den Plu- 
ral gesetzt, so wird das Alif wie im Dual verwandelt, vgl. 
hublä hublajätun und von fatän und c asän, zwei Eigen- 
namen; bildet man fatajätun und ( asawätun. Stand nach 
dem verkürzbaren Alif noch ein Tä, so mufs man dasselbe 
wegnehmen, vgl. fatätun fatajätun, kanätun kanawätun. 



*) ilJtak; mulAa/jatun, mulAUatun: das was angehängt wird, 
war oben gebraucht, um eine Form unter die Kategorie derer zu stel- 
len, die Alif Fem. haben: hier aber ist es schlechthin das Anschlufs- 
Alif, das ohne Veränderung der Bedeutung angehängt wird. 



al-ma&sür al-mamdüd. 34.3 

„Bei einem dreiradicaligen, mit starkem mittleren Stamm- 
buchstaben versehenen Nomen lafs den mittleren Radical 
dem ersten in Hinsicht des Vocals folgen, wenn der mittlere 
Radical vocallos, und das Wort ein Femininum ist, welches 
durch Tä beschlossen wird oder davon blofs ist. Setze vo- 
callos einen Consonanten, der einem anderen Vocal als Fath 
folgt, oder erleichtere denselben durch Fath. Man überliefert 
alle Fälle." 

Erkl. Wird ein dreiradicaliges Wort mit starkem ru- 
henden Mittelbuchstaben, als ein Femininum mit Ta versehn 
oder frei davon, auf ätun in den Plural gestellt, so läfst man 
den Mittel -Radical dem ersten in Hinsicht der Vocale ganz 
allgemein folgen, vgl. da f dun da c adätun, g'afnatun g'afa- 
nätun, g'umlu g'umulätun und hindu hinidätun. Der 
Mittelradical kann aber nach einem Damm oder Kasr des 
Anfangs radicals vocallos oder mit Fath stehen, vgl. hindä- 
tun und hinadätun, busrätun und busarätun, doch ist 
das nicht nach dem Fath möglich, wo man den gleichen 
Vocal folgen lassen mufs. Die im Verse gegebene Regel schliefst 
aus durch „dreiradicalig" vierradicalige Eigennamen, vgl. 
z. B. g'a ( far als weiblichen Eigennamen; durch „Nomen", 
Eigenschafts worte, vgl. dahinatun; durch „mit starken Mit- 
telradical" die mit schwachen Buchstaben versehenen; und 
durch „mit vocallosem Mittelradical" die mit vocalisirtem Mit- 
telradical versehenen Wörter. In allen diesen Fällen läfst 
man den gleichen Vocal nicht folgen, sondern läfst den 
Mittelradical so wie er war, bevor das Wort in den Plural 
gesetzt wurde. „Femininum" schliefst ferner das Masculinum 
aus, denn dies steht nicht im Plural auf ätun. 

„Man verwehrt die Vocalfolge zu setzen in Fällen, wie 
dirwatun und zubjatun; abnorm ist Kasr bei girwatun." 

Erkl. Hat das erwähnte Femininum ein Kasr unter 
dem ersten Anfangs -Radical, und ist sein letzter Radical 
Wäw, so kann mau den Mittelradical nicht mit demselben Vocal 
setzen als den ersten, vgl. dirwatun bildend wie diriwa- 
tun, da das Kasr vor Wäw schwer befunden wird: sondern 
der Mittelradical mufs Fath oder G'azm haben, vgl. dira- 
wätun und dirwatun, abnorm ist giriwatun. Ebenso 



344 Pluraüs fractus. 

kann die Vocalfolge nicht stattfinden, wenn der Anfangs- 
Radical mit Damm steht, und der Endradical Ja ist, wie von 
zubjatun nie zubujatun, da Damm vor Ja schwer be- 
funden wird; es mufs heifsen zubajatun oder zubjatun. 

„Etwas anderes als das Erwähnte, ist ein seltener oder 
nur im Verszwang vorkommender Fall, oder es gilt nur bei 
gewissen Leuten." 

Erkl. Die Feminina, welche in Widerspruch mit dem 
Erwähnten vorkommen, werden als seltene oder nur im Vers- 
zwang vorkommende Fälle, oder als bestimmte Wortformen 
gerechnet, vgl. als Seltenheit g'iriwätun plur. von g'irwa- 
tun. Zum Verszwang: 

vgl. „Ich wurde mit Mühen beladen, die mir am Vor- 
mittag Seufzer (zafräti-d-duhä) ausprefsten, doch bei der 
Abendarbeit versagten mir die Hände." 

Drittens vgl. die Redeweise der Hudailiten, von g'auza- 
tun oder baidatun, gawazätun und bajadatun zu bilden, 
während gewöhnlich im Arabischen der Mittelradical mit 
G'azm steht. 



LXVI. Pluralis fractus. 

(g'am c u-t-taksiri). 

„af ( ilatun, af c ulu, dann fi c latun und af c älun sind 
Plurale der AVenigkeit (g'am c u-l-killa)." 

Erkl. Pluralis fractus ist ein Ausdruck, welcher mehr 
als zwei bezeichnet, entweder durch eine in seiner Wortform 
hervortretende Aenderung, vgl. rag'ulun rig'älun, oder 
eine innerlich supponirte Form, vgl. fulkun für Singular 
und Plural. Das Damm im Singular ist wie das Damm in 
kuflun und Damm im Plural ist wie das Damm in usdun. 
Dieser Plural hat zwei Unterabtheilungen: 1) Plural der We- 
nigkeit; 2) Plural der Vielheit g'am f u-l-katrati. Der Plu- 
ral der Wenigkeit bezeichnet in eigentlicher Bedeutung nur 
drei und darüber bis zehn; der Plural der Vielheit bezeich- 
net mehr als zehn bis in's Endlose. Jede dieser Abtheilun- 



y'am r ii-t-taksiri. 345 

gen wird erlaubter Weise an die Stelle der anderen in 
uneigentlicher Bedeutung gebraucht. Beispiele der Plurale 
der Wenigkeit wären: af c ilatun, vgl. aslihatun; afSilun, 
vgl. aflusun; fi c latun, vgl. fitjatun; af c älun, vgl. afrä- 
sun. Alle anderen Formen vom Pluralis fractus sind Plu- 
rale der Vielheit. 

„Einige von diesen drücken ursprünglich genügend eine 
Vielheit aus, wie arg'ulun. Das Gegentheil findet statt bei 
sufä (pl. von safä)." 

Erkl. Bisweilen begnügt man sich mit einer Bildung 
des Pluralis der Wenigkeit anstatt des Pluralis der Vielheit, 
vgl. rig'lun arg'ulun, c unukun a ( näkun, fu^ädun af^i- 
datun; bisweilen mit einigen Bildungen des Plurals der 
Vielheit für einige Bildungen des Plurals der Wenigkeit, 
vgl. rag^ulun rig'älun, kalbun kulübun. 

„Für die Form fa c lun als Nomen mit starkem Mittelra- 
dical ist af c ulun, und für ein vierradicaliges Wort als No- 
men wird diese Form ebenfalls gesetzt; auch gilt sie für 
Wortbildungen wie c inäkun und dirä c un hinsichtlich des 
Madda, des Femininum und der Buchstabenzahl." 

Erkl. af c ulun ist ein Pluralis für jedes dreiradicalige 
Nomen nach der Form fa ( lun mit starkem Mittel -Radical, 
vgl. kalbun aklubun, zabjun azbin, ursprünglich az- 
bujun, dann azbijun, dann wurde dies Wort wie kädin 
behandelt. Im Verse schliefst „als Nomen" das Eigenschafts- 
wort aus; man sagt nicht dahmun plur. adhumun. Es 
kommt vor c abdun plur. a c budun, weil dieses Eigenschafts- 
wort als Nomen gebraucht wird. „Mit starkem Mittel-Radical" 
schliefst Wörter mit schwachem Mittel-Radical aus, vgl. tau- 
bun, c ainun, abnorm ist a c junun. af c ulun ist auch ein 
Plural für jedes Nomen feminini mit vier Radicalen, vor des- 
sen Ende ein Madda steht, vgl. c inäkun a f nukun, jami- 
nun aimunun. Abnorm ist die Form vom Masculinum, 
vgl. s'ihäbun as'hubun, guräbun agrubun. 

„Wenn bei dem dreiradicaligen Wort, das als Nomen 
vorkommt, die Form af c ulun nicht durchgängig gilt, so 
kommt der Plural af c älun vor. Meistens genügt den Ara- 
bern fi c länu für fu c alun, wie sirdänu." 



346 Plnralia firaotas, 

Krkl. Gilt bei ei nein drei radical igen Wort die Form 
afulun nicht durchgängig, so wird dasselbe nach der Form 
;it'ulun in den Plural gesetzt, vgl. taubun atwäbun. Der 
Plural af'älun von der Form fVlun mit starkem Mittel-Bar 
dical ist abnorm. Von der Form fu c alun kommen manche 
Plurale nach af c alun vor, meistens gelm sie nach fi c länun, 
ii uga run nigrfuiun. 

„Bei einem Nomen masc. mit vier Buchstaben, dessen 
dritter Buchstabe ein Dehnungsbuchstabe ist, ist die Form ai' i- 
latun bei den Arabern durchgängig. Setze diesen Plural 
nothwendig bei den Formen fa'alun und fi c älun, wenn sie 
mit einer Verdoppelung oder einer Schwäche versehen sind." 

Erkl. af c ilatun ist ein Plural für jedes Nomen masc. 
mit vier Buchstaben, von denen der dritte ein Dehnungs- 
buchstabe ist, vgl. kadälun akdilatun etc. Nothwendig 
wird af ( ilatun als Plural der Worte erfordert, deren zwei- 
ter Radical verdoppelt, oder deren Endradical schwach ist 
in der Form fa c älun oder fi f älun, vgl. zimämun azim- 
matun, kabä'un akbijatun. 

„fu'lun ist für Worte wie ah in am, hamrä?u, und fi c la- 
tun ist als Plural durch Ueberlieferung bekannt." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Vielheit ge- 
hört fu c lun. Diese Form gilt durchgängig bei einem Ei- 
genschaftswort, dessen Masc. af c alu Fem. fa ( la ) u ist, vgl. 
ahm am humrun. Zu den Paradigmen des Plurals der 
Wenigkeit gehört fi ( latus, aber dies ist nicht durchgängig 
bei irgend ei;: er Wortform, wiewohl es im Gedächtnifs auf- 
bewahrt ist. Zu den Worten, in welchen sie vorkommt, ge- 
hören fatän fitjatun, s'aihun s'ihatun, gulämun gil- 
matun, sabijjun sibjatun. 

„fu c ulun gilt als Pluralform für ein Nomen mit vier 
Buchstaben, das vor dem Endbuchstaben, der kein schwacher 
ist, mit einem Dehnungsbuchstaben versehen ist. Worte jedoch, 
die keine Verdoppelung in sich haben, sind in den meisten 
Fällen gleich dem mit Alif versehenen Worte. fu ( alun ist 
die bekannte Pluralform für fu ( latun und für Worte wie 
kubrä; von fi c latun kommt fi f alun vor, nur bisweilen bil- 
det sich dessen Plural nach fu ( alun." 



gfam" u-t-taUsiii. 347 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fu c ulun. Diese Form gilt durchgängig für alle No- 
mina mit vier Buchstaben, vor deren Ende ein Dehnungsbuch- 
stabe hinzugefügt wurde unter der Bedingung , dafs der 
Endbuchstabe stark sei und keine Verdoppelung darin 
stattfinde. Ist der Dehnungsbuchstabe Alif, so ist kein Unter- 
schied zwischen Masculinum und Femininum, vgl. kadälun 
kudulun, kadibun kudubun. Ist eine Verdoppelung in 
der Form und der Dehnungsbuchstabe Alif, so ist der Plural 
fu c ulun nicht durchgängig, vgl. c inänun c ununun; ist aber 
der Dehnungsbuchstabe nicht Alif, so ist der Plural fu c ulun 
durchgängig, vgl. sarirun sururun. Von den eine Verdoppe- 
lung habenden Worten, deren Dehnungsbuchstabe Alif ist, hört 
man nur die Plurale c ununun von c inänun, hug'ug'un 
von hig'äg'un. — Zu den Paradigmen der Plurale der Viel- 
heit gehört fu c alun. Dies ist eine Pluralform der Nomina 
auf fu c latun oder fu c lä fem. von af c alu, vgl. kurbatun 
kurabun, al-kubrä al-kubaru. — Zu den Paradigmen des 
Pluralis der Menge gehört fi c alun, Pluralis eines Nomen nach 
der Form fi ( latun, vgl. kisratun kisarun. Bisweilen 
kommt der Plural von fi c latun auf fu f alun vor, vgl. lih- 
jatun luhän. 

„Bei Formen wie rämin ist die Pluralform fu c alatun 
durchgängig, bekannt sind Formen kämilun und ka- 
malatun." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fu ( alatun. Dieses ist durchgängig bei allen Eigen- 
schaftsworten nach der Form fä ( ilun, die mit schwachen 
Endbuchstaben versehen und Masculina sind, zugleich auch 
vernünftige Wesen bezeichnen, vgl. rämin rumätun, 
kädin kudätun. Dazu gehört fa c alatun; dies ist durch- 
gängig bei einem Eigenschaftswort nach der Form fäSlun, 
das mit starkem Endbuchstaben versehen, ein Masculinum ist 
und ein vernünftiges Wesen bezeichnet, vgl. kämilun ka- 
malatun. Verf. kann die erwähnten Beschränkungen aus- 
lassen, da er Beispiele anführt, welche dieselben enthalten. 

„Die Form fa c lä gebührt einem Eigenschaftsworte wie 
katilun; zaminun, hälikun, majjitun sind passend 
hierfür." 



348 riuraüs fractus. 

Erkl. Zu den Paradigmen des Pluralis der Menge ge- 
hört fa la. Es dient als Plural für ein Eigenschaftswort 
nach der Form iVilun im Sinne von maf'ülun, das einen 
Untergang oder eine Schmerzempfindung bezeichnet, vgl. 
katilun katlä, g'arihun g'arhä. Hiernach geht auch das 
ihm in der Bedeutung ähnliche in der Form von fa c ilun, im 
Sinne von fiVilun, vgl. maridun mar da, auch von der 
Form fallun, vgl. zaminun zamnä, von der Form fä ( i- 
lun, vgl. halikun halkä und von fai ( ilun, vgl. majji- 
tun mautä. 

„Bei der Form fu c lun als Substantiv mit starkem End- 
radical ist die Pluralform fi'alatun gebräuchlich. Die Sprach- 
bildung hat diese Pluralform selten gesetzt bei fi'lun und 
fa c lun." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fi c alatun. Dies ist ein Plural für die Form fu ( lun 
als Substantiv mit starkem Endradical, vgl. kurtun kirata- 
tun. Auch wird diese Form überliefert beim Nomen nach 
der Form fi c lun, vgl. kirdun kiradatun, oder nach der 
Form fa c lun, vgl. gardun giradatun. 

„Die Pluralform fu cc alun gebührt der Form fä'ilun 
und fä ( ilatun, wenn sie Eigenschaftsworte sind, wie c ädi- 
lun und ( ädilatun. Derselben ähnlich ist fu (t älun beim Mas- 
culinum. Beide Formen sind selten bei einem Worte mit 
schwachem Endradical. 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fu cc alun. Dies gilt als normal bei einem Eigenschaftsworte 
mit starkem Endradical, nach der Form fä c ilun fä c ilatun, vgl. 
däribun dürr ab un. Ferner auch fu cc älun: diese Form 
ist regelrecht bei einem Eigenschaftsworte mit starkem End- 
radical nach fä ( ilun für ein Masculinum, vgl. sä?imun suw- 
wamun. Selten ist die Form fu c( alun und fu <c älun bei 
einem Masculinum mit schwachem Endradical, wie gäzin plur. 
guzzän; man sagt auch guzztVun. Selten ist diese Plural- 
form bei f a ( i 1 a t u n . 

Vgl. „Ihre Ulickc sind hingeneigt zu den Jünglingen, 
bisweilen wohl sehe ich sie von mir nicht abgewandt." 



g'am' u-t-wksiri. 34g 

„Für fa c lun und faMatun gilt als Paradigma des Plu- 
rals fi c älun; selten ist dies bei den Wörtern von ihnen, de- 
ren Mittelradical Ja ist." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fiSxlun; dies ist durchgängig bei der Form fa ( lun und 
faclatun als Substantiv, vgl. ka c bun ki c äbun; oder als Ei- 
genschaftswort, vgl. sa c bun si f abun; sa c batun si ( abun. 
Selten hat es statt bei den Wörtern, deren Mittelradical 
Ja ist, vgl. daifun dijafun. 

„Für fa c alun ist auch fi f älun Paradigma, wenn dasselbe 
keinen schwachen Endradical hat, oder der zweite ßadical 
nicht verdoppelt ist. Dies gilt auch für das fa c alun, wel- v. 8 10. 
ches mit Ta versehn ist (fa c alatun), so wie für fi c lun und 
fu c lun; das nimm an." 

Erkl. fi c älun ist auch durchgängiges Paradigma für fac- 
lun und fValatun, wenn der Endradical weder schwach noch 
verdoppelt ist, ^gl. g'abalun g'ibälun. Auch ist fi ( älun 
durchgängiges Paradigma bei fi c lun und fu c lun, vgl. di 5 - 
bun di 5 äbun. Verf. nimmt die mit schwachem Endradical 
versehenen Wörter aus, so wie die, in denen eine Verdoppe- 
lung stattfindet, wie talalun. 

„Bei fa c ilun als Eigenschaftswort im Sinne von fa c ilun 
kommt dieses Paradigma auch vor; so ist es auch durchgän- 
gig in dem Femininum desselben." 

Erkl. fi c älungilt auch bei allen Eigenschaftswörtern nach 
der Form fa c ilun in der Bedeutung von fäSlun, sei es mit 
Tä verbunden oder davon entblöfst, als Paradigma; vgl. 
karimun kirämun, maridun mirädun. 

„Häufig ist diese Pluralform bei den Eigenschaftswörtern 
nach dem Paradigma fa ( länun und deren zwei Femininen, 
oder bei der Form fu ( länun, ebenso bei der Form fu c lä- 
natun. Setze diesen Plural nothwendig für Formen wie 
tawilun und tawilatun, dann hast du das iiechte erfüllt." 

Erkl. Durchgängig kommt fi ( älun auch als Plural für ein 
Eigenschaftswort nach der Form fa c länun fem. fa c lä und 
fa c länatun vor, vgl. nadmänun nidämun, nadmänatun 
nidämun. So ist fi f älun auch durchgängig bei Eigen- 



;}f>() Pluralis fractus. 

schaftswörtcrn, wie fu ( länun, fu ( länatun. Setze fi c älnn 
nothwendig als Plural fiir alle Eigenschaftswörter nach der 
Form fa c ilun, fa c ilatun mit schwachem Mittelradical. 

„Das Paradigma fu ( ülun gilt für fa ( ilun, vgl. kabi- 
dun; es wird meist demselben speciell zugetheilt. Ebenso 
gilt es durchgängig bei fa c lun als Substantiv, dessen An- 
fangsbuchstabe mit allen Eadicalen sich findet. fa ( alun ge- 
hört ebenso dazu. Der Plural- Form fu c älun ist besonders 
fi c länun bestimmt. Die Form ist häufig bei hautun und 
kä c un, so wie den diesen ähnlichen Wörtern; selten ist sie 
bei anderen." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fu c ulun; dies ist durchgängig bei einem dreiradicaligen 
Substantiv nach der Form fa ( ilun, vgl. kabidun kubüdun. 
Bei solchen Wörtern ist dies Paradigma meistenteils nothwen- 
dig. fu c ülun gilt auch durchgängig bei einem Substantiv nach 
fa c lun, vgl. ka c bun ku c übun; oder nach fi c lun, vgl. him- 
lun humulun; oder auf fu c lun, vgl. g'undun g'unudun. 
Dem Gedächtnifs nach gilt fu c ülun auch bei fa c alun, vgl. 
asadun usüdun. Man sagt, es verstehe sich aus den 
Worten Verf's., dafs dasselbe nicht durchgängig gelte „fa c a- 
lun gehört dazu", denn nicht wird ihm Durchgängigkeit 
beigelegt. Zu den Paradigmen des Pluralis der Menge ge- 
hört fi c länun, welches durchgängig für Worte nach fu c ä- 
lun gilt. Wie erwähnt ist, gilt fi c länun auch durchgängig 
bei fu c alun; auch ist dasselbe durchgängig im Plural der 
Form fu c lun und fa c lun, wenn der Mittelradical Wäw ist, 
vgl. f üdun f idänun, täg'un tig'änun. Selten ist fi c länun 
bei anderen als den erwähnten Fällen, wie a!jun ihwänun. 

„Die Form fa c lun als Substantiv, so wie die For- 
men fa c ilun und fa c alun, die keinen schwachen Mittelrad i- 
eal haben, umfafst im Plural fu c länun." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fu c länun. Dies ist regelrecht bei einem Substantiv mit 
starkem Mittelradical nach der Form fa c lun, vgl. zahrun 
plur. zuhränun; oder nach der Form fa c ilun, vgl. kadi- 
bun plur. kudbänun; oder nach der Form fa c alun, vgl. 
dakarun dukränun. 



•/am ' u-t-taksiri. 351 

„Für die Formen karimun und bainlun ist iValä'u 
die Pluralbildung, so wie auch für die diesen beiden glei- 
chenden Worten. Es tritt an die Stelle von fu c alä 3 u die 
Form af c ilä?u bei einem Worte mit schwachem Endradical 
oder einem Doppelbuchstaben. In anderen Fällen ist dies 
selten." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fValä-'u, welches regelrecht ist für die Form fa c ilun, 
welche die Bedeutung von fä ( ilun hat und ein männliches 
Eigenschaftswort, das einem vernünftigen Wesen beigelegt 
wird, bezeichnet, vgl. zarifun, zurafä^u. Die Formen, 
welche der Form fa c ilun darin gleichen, dafs sie eine Be- 
deutung haben, welche eine wie angeborne Eigenschaft be- 
zeichnet, haben denselben Plural, z. B. garizatun hat den 
Plural IValä'u, wie ( äkilun plur. c ukalä :> u. An die Stelle 
von fu c alä?u tritt bei Wörtern mit einem doppelten oder ei- 
nem schwachen Buchstaben af c ilä 3 u, vgl. s'adidun as'id- 
dä'u, walijjun aulijä'u. Selten ist af^ilä'u als Plural in 
anderen als den erwähnten Fällen. 

„fawä c ilu gilt für fau c alun, fä c alun und fä c ilä'u zu- 
gleich für Worte wie kähilun, hä'idun und sähilun, wie 
auch für fä ( ilatun. Abnorm ist dieser Plural bei färisun 
mit dem ihm Aehnlichen." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fawä c ilu. Diese Form gilt für ein Nomen nach fau c a- 
lun, vgl. g'auharun, oderfä c alun, vgl. täba c un tawäbi ( u, 
oder nach fä c ilä 3 u, vgl. kasi c ä?u plur. kawasi c u, oder nach 
fä f ilun, vgl. kähilun plur. kawähilu. fawä c ilu ist auch 
Plural für ein Eigenschaftswort nach der Form fä c ilun, 
wenn dasselbe ein vernünftiges weibliches Wesen bezeichnet, 
vgl. hä 5 idun hawä-'idu, oder ein unvernünftiges männliche* 
Wesen, vgl. sähilun plur. sawähilu. Bezeichnet das Ei- 
genschaftswort der Form fä'ilun ein männliches vernünftiges 
Wesen, so bildet es nicht den Plural fawäSlu. Abnorm ist 
säbikun plur. sawäbiku. fawä c ilu ist ferner Plural für 
fä c ilatun, vgl. sähibatun sawähibu. 

„fa^Hu setze als Plural für fu ( älatun, fa c älatun, fi c ä- 
latun und die demselben ähnlichen Wörter mit oder ohne Tä." 



352 Pluralis fractos. 

Erkl. faSVilu gehört zu den Formen des Plurals der 
Monge. Diese Form gebührt jedem Nomen mit vier Buch- 
staben, das ein Madda vor seinem Ende hat und durch Tä 
im Femininum steht, vgl. sahabatun saluVibu, oder da- 
von frei ist, vgl. s'amalun s'amiVilu. 

„Nach fa c ali, fa'ala steht im Plural sahrä'uund c adrä y u, 
befolge diese Norm." 

Erkl. Zu den Paradigmen des Plurals der Menge ge- 
hört fa f äli und fa c älä. Beide finden sich gemeinschaftlich 
bei Wörtern nach fVliVu, die Substantiva sind, vgl. sahra'u 
plur. sahari und saharä, oder Adjectiva, vgl. '^adrä-'u, 
'adari, ( adärä. 

„Setze fa ( älijju bei Wörtern wie al-kursijju, die nicht 
wegen der Relation neugestaltet waren, dann folgst du den 
Arabern." 

Erkl. Die Pluralform der Menge fa ( älijju ist Plural 
für jedes dreibuchstabige Substantiv, dessen Ende ein Ja mit 
Tas'did ist, und das nicht als neu auftritt, um die Relation 
zu bezeichnen, vgl. kursijjun plur. karäsijju; man sagt 
aber nicht basrijjun plur. basärijju. 

„Durch fa c alilu und seinesgleichen bilde den Plural ei- 
nes Wortes mit mehr als drei Buchstaben, alle bisher erwähn- 
ten Fälle ausgenommen. Von einem Wort mit fünf Buch- 
staben, das entblöfst steht, wirf nach der Norm den letzten 
Buchstaben weg. Der vierte Buchstabe wird in einem Worte 
mit fünf Buchstaben bisweilen weggenommen, wenn derselbe 
einem Yermchrungsbuchstaben ähnlich ist, doch ohne dafs 
dadurch der fünfte Buchstabe berührt würde. Den Vermeh- 
rungsbuchstaben eines Wortes mit mehr als vier Buchstaben 
nimm weg, wenn er nicht ein schwacher ist, nach dem das 
Ende gleich folgt." 

Erkl. Zu den Pluralformen der Menge gehört fa c älilu 
und seinesgleichen, d. i. jeder Plural, dessen dritter Buch- 
stabe ein Alif ist, wonach noch zwei Buchstaben folgen. Nach 
faSililu steht im Plural jedes vierbuchstabige Substantiv, in 
welchem kein Servilbuchstabe ist, vgl. gVfarun ga f äfirun. 
Auch jedes vierbuchstabige Wort, das einen Servilbuchstaben 



g'am'u-t-taksiri. 353 

hat, wird ähnlich gebildet, vgl. g'auharun plur. g'awähiru. 
— Hiervon sind auszunehmen die vierbuchstabigen Wörter, 
deren Plural schon vorauf erwähnt ist, vgl. ahmaru hara- 
ra'u. — Die fünfbuchstabigen Wörter, welche keinen Ver- 
mehrungsbuchstaben haben, bilden den Plural nach fa c älilun 
regelrecht, der fünfte Buchstabe fällt dabei weg, vgl. sa- 
farg'alun safärig'u. — Man kann den vierten Buchstaben 
eines fünfbuchstabigen Wortes, das keinen Vermehrungsbuch- 
staben hat, wegnehmen und den fünften dann lassen, wenn 
der vierte Buchstabe den Vermehrungsbuchstaben darin gleicht, 
dafs er auch als ein solcher auftritt, vgl. Nun in hadarna- 
kun oder darin, dafs er zu denjenigen Buchstaben gehört, 
die mit denselben Organen, wie die Vermehrungsbuchstaben 
ausgesprochen werden vgl. Dal in farazdakun. Man bildet 
badäriku und faräziku. Häufiger ist das Erstere, nämlich 
die Wegnahme des fünften, und das Belassen des vierten 
Buchstaben, also hadarinu und faräzidu. Ist der vierte 
Buchstabe einem Vermehrungsbuchstaben nicht ähnlich, kann 
man ihn nicht weglassen, sondern es ist allein die Wegnahme 
des fünften Buchstaben möglich, von safarg'alun bildet man 
safärig'u nicht safärilu. Ist ein fünfbuchstabiges Wort 
der Art, dafs ein Vermehrungsbuchstabe darin ist, nimmt 
man diesen Buchstaben weg, er müfste denn ein Buchstabe 
der Dehnung vor dem Endbuchstaben sein, vgl. von siba- 
trä plur. sabätiru, fadaukasun plur. fadäkisu. Ist der 
Vermehrungsbuchstabe aber ein Dehnungsbuchstabe vor dem 
Ende, so fällt derselbe nicht weg, sondern das Nomen wird 
nach fa c älilu in den Plural gesetzt, vgl. kirtäsun karätisu. 

„Das Sin und Tä von Worten wie mustad c in entferne, 
weil ihr Verbleiben die Bildung des Plurals beeinträchtigt. 
Mim ist würdiger zu bleiben als das andere. Hamz und Ja 
sind ihm ähnlich, wenn sie voraufgehn." 

Erkl. Enthält das Substantiv eine Vermehrung, die, 
wenn sie bliebe, die Bildung des Plurals unmöglich machte, 
da schon das Wort die gröfste Länge erreicht hat, zu der 
ein Plural kommt, d. i. die Form fa c älilu und fa c älilu, so 
fällt die Vermehrung fort. Ist der Plural nach einer der 
zwei Formen durch die Wegnahme eines Vermehrungsbuch- 
staben und die Belassung eines anderen möglich, so giebt 

23 



254 Pluralis fraCtDS. 

efl zwei Formen: 1) dafs man den ersten Vermehrungsbuch- 
staben dem anderen vorrieht; 2) dafs es sich nicht so ver- 
hält. Das Kiste wird hier behandelt, vgl. rnustad c in plnr. 
madiVin. Sin und Tä fielen weg, und es blieb Mim, denn 
das steht zu Anfang, und hlofs um die Bedeutung anzuzei- 
gen, vgl. von alandadnn und jalandadun aläddu und 
jaläddu. Man nahm Nun und liefs das Hamz oder Ja. da 
beide an der Spitze, und an einer Stelle stehn, wo beide eine 
Bedeutung bestimmen, (vgl. akümu jakümu) entgegengesetzt 
dem Nim, da dies an einer Stelle steht, wo es keinen ur- 
sprünglichen Sinn ausdrückt. 

„Das Ja, nicht Waw nimm fort, wenn man Worte wie 
haizabünun in den Plural setzt. Dies ist eine feststehende 
Regel." 

Erkl. Umfafst ein Substantiv zAvei Vermehrungsbuch- 
staben und ist bei der Wegnahme des einen von ihnen eine 
Pluralbildung möglich, doch bei der Wegnahme des anderen 
dieselbe unmöglich, so wird der Buchstabe, mit welchem die 
Bildung unmöglich ist, fortgelassen, während man den ande- 
ren läfst, vgl. von haizabünun plur. hazäbinu. Ja fällt 
weg, doch läfst man Wäw, welches man in Ja verwandelt, 
da es ruht und Kasr voraufgeht. Man zieht vor, Wäw zu 
lassen, denn nähme man dasselbe, so würde man auch Ja 
nehmen müssen, denn das Bleiben von Ja macht die Bildung 
des möglichst langen Plural unmöglich. 

„Bei den zwei Vermehrungsbuchstaben von sarandä 
und allen ähnlichen Wörtern hat man die Wahl, vgl. f alandä." 

Erkl. Hat der Eine von zwei Vermehrungsbuchstaben 
keinen Vorzug vor dem anderen, kann man wählen. Von 
sarandä sagt man saränidu mit Wegnahme des Alif und 
Belassen des Nun, und sarädi mit Wegnahme des Nun und 
Belassen des Alif. Ebenso sagt man von c alandä ( alänidu 
und c alädi, dem ähnlich wäre habantä plur. habänitu 
und habäti. Denn es sind hier zwei Vermehrungsbuchsta- 
ben, die zugleich zugesetzt wurden, um das Wort der Kate- 
gorie von safarg'alun anzuschliefsen. Hier hat weder das 
Eine noch das Andere den Vorzug. So verhält es sich mit 
allen Vermehrungsbuchstaben, die zum Anschlufs angehängt 



at-tas'/im. 355 

wurden, vgl. as-sarandä der Starke fem. sarandätun und 
al- ( alandä der Dicke, häufig sagt man g'amalun c ulundä, 
ebenso al-habanta der kurze mit starkem Bauch; man sagt 
rag'ulun h ab an tan mit dem Tanwin und imra'atun 
habantätun. 



LXVII. Das Diminutivum. 

(at-tasjriru). 

„Behandle nach dem Paradigma fu\iilun das dreibuch- 
stabige Wort, wenn es als Diminutivum auftritt, vgl. kudaj- 
jun von kadän, nach fu c ai c ilun und fu c ai c ilun behandle 
ein Wort mit mehr Buchstaben, vgl. dirhamun du- 
raihimun." 

Erkl. Stellt man ein declinirbares Wort als Diminutiv, 
setzt man den ersten Buchstaben mit Damm, den zweiten 
mit Fath. Nach dem zweiten Buchstaben fügt man ein ru- 
hendes Ja, hinzu. Hierauf beschränkt man sich, Avenn das 
Wort nur drei Buchstaben hat, vgl. falsun dim. fulaisun. 
Hat das Wort vier Buchstahen oder mehr, geschieht dasselbe 
mit ihm, doch steht der nach Ja folgende Buchstabe mit 
Kasr, vgl. duraihimun von dirhamun und c usaifirun 
von ( usfürun. Die drei Paradigmata für das Diminutivum 
sind fu f ailun fu c ai c ilun und fu c ai c ilun. 

„Durch dieselben Mittel, durch die man zum möglichst v. 835. 
langen Plural gelangt, gelangt man auch zu den Paradigmen 
des Diminutivum." 

Erkl. Setzt man Nomina als Diminutiva nach der Form 
fu c ai c ilun und fu c ai c ilun, bedient man sich dazu derselben 
Mittel, wie bei der Pluralbildung auf fa c älilu und fa c älilu. 
Nämlich der Wegnahme eines Buchstaben, entweder eines 
ursprünglichen oder eines hinzugesetzten. Man bildet von 
safarg'alun, sufairig'un, wie man sagt safärig'u. Von 
mustad c in bildet man mudai c in analog dem Plural ma- 
dä c in. Man nimmt im Diminutiv das, was man im Plural 
nahm, weg, so bildet man von c alandä das Diminutiv c ulai- 

23* 



356 ^ fts r)iii»nutivain. 

nidun und auch ulaidin, wie man im Plural 'alänidu 

und 'alüdi sagte. 

„Möglich ist die Stellvertretung durch JA vor dein Ende, 
wenn etwas vom Nomen in beiden, dem Diminutivum und 
Pluralus fractus, weggenommen war." 

Erkl. Man kann ein Ja an die Stelle des im Diminutiv 
und Pluralis fractus weggefallenen Buchstaben setzen. Von 
safarg'alun kann man sufairig'un und safärig'u bilden, 
und von habantä hubainitun und habänitu. 

„Von der Norm abweichend sind alle den in beiden Ca- 
piteln festgesetzten Kegeln widersprechende Fälle." 

Erkl. Bisweilen kommt sowohl das Diminutivum als der 
Pluralis fractus von einer anderen Wortform als dem Singu- 
laris vor, und wird gemerkt, aber nicht als Norm aufgestellt, 
vgl. magribun dim. mugairibänun , c as'ijjatun dim. 
'us'ais'ij atun, wie man im Plural von rahtun arähitu 
von batilun abätilu sagt. 

„Dem auf das Ja des Diminutiv folgenden Buchstaben 
wird Fath bestimmt vor dem Kennzeichen des Femininum, 
oder dem Madda. So verhält sich auch der Buchstabe, wel- 
cher dem Madda von afälun voraufgeht, oder dem Madda 
von sakränu und den sich anschliefsenden Wörtern." 

Erkl. Nothwcndig ist Fath auf das dem Ja [des Dimi- 
nutivum folgenden Buchstaben, wenn sich ihm Tä femin., 
oder das verkürzbare und gedehnte Alif, oder Alif der Plu- 
ralform af c älun, oder Alif der Form fa c länu femin. 
fa l lä anschliefst, vgl. tamratun tumairatun, hublä 
hubaila, hamrä^u humaira?u, ag'mälun ug'aimalun, 
sakränu sukairänu. Ist es aber nicht diese Form 
fa c länu, wird nicht der dem Alif vorausgehende Buchstabe 
mit Fath gesetzt, sondern Kaar und Alif in Ja verwandelt, 
vgl. sirhänun surailunun, wie man im Plural sagt sa- 
rähinu. Der dem Ja des Diminutiv folgende Buchstabe 
wird in anderen als den erwähnten Fällen mit Kasr versehen, 
wenn er kein Buchstabe der Flexion ist, vgl. dirhamun 
duraihimun. Ist es aber ein Buchstabe der Flexion, wird 



at-tas#iru. 357 

derselbe mit dem Flexionsvocal versehn, vgl. fulaisun, 
sin, sän. 

„Das gedehnte Alif fem. und Tä fem. werden als ab- 
gesonderte gerechnet, wie auch das dem Ende des Wortes 
wegen der Relation Hinzugefügte und der zweite Theil des 
Annectirten und des Zusammengesetzten. Ebenso werden 
betrachtet die beiden Vermehrungsbuchstaben von fa ( länun, 
welche dem vierten Buchstaben folgen, vgl. za c faränun. 
Behalte im Sinn die Absonderung der den Dual oder den 
Pluralis sanus deutlich bezeichnenden Kennzeichen." 

Erkl. Beim Diminutiv wird weder das verlängerte Alif 
fem., noch das Tä fem., noch das wegen der Relation hinzu- 
gesetzte Ja gerechnet; ebenso auch nicht das Ende des An- 
nectirten, noch das Ende des zusammengesetzten Wortes; 
ferner auch nicht änun, das zu mein' als vier Buchstaben 
hinzugefügt worden, endlich nicht die Kennzeichen des Fe- 
mininum oder des Pluralis sanus. Es schadet nichts, dafs 
alle diese vom Ja des Diminutiv durch zwei ursprüngliche 
Buchstaben getrennt bleiben, vgl. g'ahdabä'u g'uhaidibä'u, 
hanzalatun hunaizilatun, c abkarijjun c ubaikirijjun, 
abdu-1-lahi c ubaidu-l-lahi, ba c labakku bu c ailibakku, 
muslimäni musailimäni, muslimüna musailimüna, 
muslimätun musailimätun. 

„Das verkürzbare Alif fem. wird nicht gesetzt, wenn es 
als Vermehrungsbuchstabe zu Vieren hinzutreten würde. Setzt 
man hubärä als Diminutiv, so gieb die Wahl zwischen al- 
hubairä und al-hubajjiru." 

Erkl. Ist das verkürzbare Alif fem. der fünfte oder 
spätere Buchstabe, so fällt es im Diminutiv weg, denn bliebe 
es, würde es die Bildung des Diminutiv über die Form 
fu c ai c ilun und fu c ai c ilun hinausführen, vgl. karkarä dim. 
kuraikirun und luggaizä lugaigizun. Ist aber dies 
Alif fem. der fünfte Buchstabe, dem Madda als Vermchiungs- 
buchstabe vorhergeht, so kann man das Madda nehmen und 
Alif fem. lassen, vgl. hubärä, dim. hubairä. Auch kann 
man Alif fem. wegnehmen und Madda lassen, man sagt 
hubajjirun. 

„Gieb dem Ursprung wieder den zweiten sanften Radi- 



845. 



358 1>as l'iininutivuin. 

kal, der verwandelt war, kimatuu lals kuwaimatun werden, 
so triffst du das Richtige. Abnorm ist von c idun c ujaidun, 
und es steht fest fiir den Plural von diesen Wörtern, was für 
das Diminutivum bekannt ist. Das zweite Vermehrungs-Alif 
wird gesetzt als Waw, ebenso das Alif, dessen Ursprung 
unbekannt ist." 

Erkl. Ist der zweite Buchstabe des im Diminutiv ste- 
henden Wortes ein schwacher, mufs der ursprüngliche wie- 
derhergestellt werden. Ist sein Ursprung Waw, tritt dieses 
wieder hervor, vgl. bäbun buwaibun. Ist der Ursprung ein 
Ja, wird derselbe in Ja verwandelt, vgl. mükinun mujai- 
kinun. Abnorm ist bei f idun c ujaidun zu bilden, da das 
normale c uwaidun wäre mit Verwandlung des Ja in Waw, 
da dies das Ursprüngliche ist, denn es kommt von c äda 
ja c üdu. Ist der zweite Buchstabe des im Diminutiv stehen- 
den Wortes Alif als Vermehrungsbuchstabe, oder ist Alif 
unbekannten Ursprungs, so mufs es in Waw verwandelt wer- 
den, vgl. däribun duwairibun. Der Pluralis fractus ist 
in den erwähnten Fällen wie das Diminutivum, vgl. bäbun 
abwäbun, näbun anjäbun, däribatun dawäribu. 

„Vervollständige das defective Wort im Dimininutiv, 
dann, wenn es aufser dem Tä nicht drei Buchstaben enthält, 
wie das W r ort mä\in." 

Erkl. Unter defectiv versteht man hier ein Wort, dem 
ein Buchstabe fehlt. Wird ein solches W^ort als Diminutiv 
gesetzt, so steht es entweder mit zwei Kadicalen ohne Ta 
fem., oder versehen damit. In beiden Fällen wird dem Wort 
das Weggefallene restituirt, man sagt von damun dumaj- 
jun von s'afatun s'ufaihatun von c idatun wu ( aidatun. 
Von mä'un, das als Nomen proprium steht, sagt man mu- 
Avajjun. Hat das Wort drei Radicale und ist der dritte 
nicht ein Tä fem., wird es nach seiner Wortform als Dimi- 
nutiv gestellt und ihm nichts restituirt, vgl. s'äkin s'uwai - 
kun. (s'äkin ist gleich as'-s'äki, das meist aus s'ä'ikun 
invertirt ist, vgl. Arnold sept. Muallak 82). 

„Wer mit Tarhim in den Dual setzt, begnügt sich mit 
der ursprünglichen Form, vgl. c utaifun von mi c tafun." 

Erkl. Unter den Diminutiven giebts eine Gattung, die 



at-tas^h-u. 359 

man das Diminutiv des Tarhim nennt. Dies ist ein Ausdruck 
für das Diminutiv des Nomen, nachdem es seiner Vermeh- 
rungsbuchstaben, die es enthalten, cntblöfst war. Hatte das 
Wort ursprünglich drei Radicale, bildet es sein Diminutiv 
nach fu c ailun. Wird damit dann ein Masculinum benannt, 
wird es von Tä entblöfst; ist es ein Femininum, wird Tä 
fem. ihm angeschlossen, vgl. von hämid humaidun, von 
hublä hubailatun. Hatte das Wort ursprünglich vier Ra- 
dicale, bildet es das Diminutiv auf fu f ai c ilun, vgl. kurtä- 
sun kuraitisun. 

„Beende mit Tä fem. die Feminina, die im Diminutiv 
stehn, wenn sie wie sinun nicht drei Radicale haben, so 
lange es sich durch Tä nicht als ein mit Zweifel behaftetes zeigt, 
vgl. s'ag'arun, bakarun, hamsun. Abnorm ist die Weg- 
lassung ohne Zweideutigkeit, selten schliefst sich Tä dem an, 
das mehr als drei Buchstaben hat." 

Erkl. Wird ein Femininum mit drei Buchstaben und 
frei vom Merkmal des Femininum als Diminutiv gesetzt, so 
hängt Tä sich an, wenn man vor Zweideutigkeit sicher ist. 
Abnorm ist dann die Wegnahme des Tä, vgl. sin nun su- 
nainatun, därun duwairatun. Ist eine Zweideutigkeit zu 
befürchten, hängt man Tä nicht an, vgl. s'ag'arun s'ug'ai- 
run ohne Tä, da wenn man s'ug'airatun sagte, eine Ver- 
wechslung mit dem Diminutiv von s'ag'aratun zu befürchten 
wäre. Abnorm ist die Wegnahme, wenn man vor Verwechs- 
lung sicher ist, vgl. harbun huraibun. Abnorm ist auch 
Tä den Worten anzuhängen, welche mehr als drei Buchsta- 
ben haben, vgl. kuddämun kudaidimatun. 

„Man setzt als Diminutiv abnormer Weise alladi und 
allati, so wie da und die Abzweigungen desselben tä 
und ti." 

Erkl. Das Diminutiv gehört zu den specicllen Eigen- 
schaften des declinirbaren Nomen, das Undeclinirbare steht 
nicht, als Diminutiv. Abnormer Weise steht alladi im Di- 
minutiv mit seinen Unterabtheilungen, so wie da und dessen 
Abzweigungen, vgl. von alladi all ad aj ja von allati alla- 
tajjä von da dajjä und von tä tajjä. 



3G0 Das KcliUivnomen. 

I.XVIII. Das Relativnomen. 

( an-nasabu). 

655. „Ein Ja wie das Ja von al-kursijju setzt man hinzu, 

die Relation zu bezeichnen. »Jedes Wort , dem Ja sich an- 
schliefst, mufs Kasr haben." 

Erkl. Will man die Beziehung von irgend etwas zu 
einer Stadt oder einem Stamm, oder dergleichen ausdrücken, 
so setzt man als Ende desselben ein tas'dirtcs Ja mit vor- 
ausgehendem Kasr; die Beziehung auf Dimis'k zu bezeichnen, 
sagt man dimis'kijjun. 

„Ein eben solches Ja nimm von dem "Worte, das es um- 
fafst,fort; ebenso setze das Ta fem. und das prosodisch lange 
A fem. nicht. "Wenn das lange A die vierte Stelle in ei- 
nem Worte einnimmt, dessen zweiter Buchstabe vocallos 
ist, so kann man dasselbe in Wäw verwandeln oder weg- 
nehmen." 

Erkl. Hat das Nomen am Ende ein Ja wie al-kursijju, 
so dafs dasselbe mit Tas'did steht und nach drei oder meh- 
reren Buchstaben auftritt, so mufs man dasselbe wegfallen 
lassen und das Ja der Relation an seine Stelle setzen. Man 
sagt as'-s'äfi f ijju auf den S'äfi c i bezüglich, muzannijjun, 
auf den Muzanni bezüglich. So mufs auch ein Tä am Ende 
des Nomen wegen der Relation wegfallen. Man sagt Mak- 
kijjun bezüglich auf Makka. Dem Ta fem. ist das verkürz- 
bare Alif fem. darin ähnlich, dafs es wegen der Relation 
wegfallen mufs, das findet Statt, wenn dies Alif als fünfter 
Buchstabe oder noch später auftritt, vgl. von hubärä hu- 
barijjun, oder als der vierte steht* während der zweite 
Buchstabe mit einem Vocal versehn ist, vgl. g'amazä und 
g'amazijjun. Ist dies Alif der vierte Buchstabe, aber der 
zweite vocallos, vgl. hublä, so giebt es zwei Weisen: 1) die 
Wegnahme desselben und das ist das Gewähltere, vgl. hub- 
lijjun und 2) die Verwandlung desselben in Wäw hub- 
lawijjun. 

„Einem ähnlichen Laut, der sich entweder nur an- 
schliefst oder ursprünglich ist, kommt dasselbe, was diesem 



an-iiasabu. 361 

Alif bestimmt ist, zu. Für das ursprüngliche Auf wird eine 
Verwandlung gewählt. Das Alif, welches den vierten Buch- 
staben übersteigt, entferne, ebenso wird das Ja des Defecti- 
ven, das als fünfter Buchstabe auftritt, entfernt. Die Weg- 
nahme des Ja als des vierten Buchstaben ist richtiger als die 
Verwandlung desselben. Als festgestellt ist klar die Ver- 
wandlung eines Ja, das als dritter Buchstabe auftritt." 

Erkl. Das verkürzbare Alif des Anschlusses verhält sich 
wie das Alif fem. darin, dafs es wegfallen mufs, wenn es 
der fünfte Buchstabe ist. Vgl. habarkä, habarkijjun; so- 
wie darin, dafs es weggenommen und verwandelt werden 
kann, wenn es der vierte Buchstabe ist, vgl. c alka, c alkij- 
jun und c alkawijjun. Doch ist hier im Gegensatz zu dem 
Alif fem. die Verwandlung das Gewählte. — Das ursprüng- 
liche Alif wird, wenn es als dritter Buchstabe auftritt, in 
Wäw verwandelt, vgl. c asan c asawijjun; ist es der vierte 
Buchstabe, wird es auch in Wäw verwandelt, vgl. müh an, 
milhawijjun, doch fällt es auch aus, vgl. milhijjun, wie- 
wohl das Erstere das Gewähltere ist. Ist es der fünfte oder 
spätere Buchstabe, so mufs es nothwendig wegfallen, vgl. 
mustafän, mustafijjun. Wird die Relation von einem 
defectiren Wort gebildet und ist das Ja desselben der dritte 
Buchstabe, so wird dasselbe in Wäw verwandelt und der 
vorhergehende Buchstabe mit Fath versehn, vgl. s'ag'awij- 
jun von s'ag'in. Ist es der vierte Buchstabe, so fällt es aus, 
oder wird in Wäw verwandelt, vgl. kädin kadijjun, bis- 
weilen kädawijjun. Ist es der fünfte oder spätere Buch- 
stabe, mufs es wegfallen, vgl. mu c tadin mu c tadijjun. 

„Lafs dem verwandelten Ja ein Fath voraufgehn. Bei 
Formen wie fuSlun. fa c ilun fi c ilun setze den Mittelradical 
mit Fath." 

Erkl. Wird das Ja des defectiven Wortes in Wäw ver- 
wandelt, so mufs der voraufgehende Buchstabe Fath haben, 
vgl. s'ag'awijjun, kädawijjun. Bildet man die Relation 
von einem Worte, vor dessen Endbuchstaben ein Kasr vor- 
aufgeht und ist vor dem Kasr nur ein Buchstabe, so mufs 
man eine Erleichterung dadurch eintreten lassen, dafs man 
Kasr als Fath setzet, vgl. namirun namarijjun etc. 



362 Das Relativnomen. 

.,M;in sagt auch ferner für marmijjun marmawijjun, 
doch ist im Gebrauch der Araber marmijjun gewählt." 

Erkl. Ist das Eine der zwei Ja am Ende eines Worts 
ursprünglich und das andere pleonastisch, so begnügen sich 
einige Araber mit der Wegnahme des pleonastischen und 
lassen das Ursprüngliche, welches sie in Wäw verwandeln. 
Von al-marmijju sagt man marmawijjun, doch ist das 
die seltenere Form, gewählt ist die andere, d. h. die Weg- 
nahme, gleichviel ob beide Buchstaben pleonastisch sind oder 
nicht, von marmijjun bildet man wieder marmijjun. 

„Bei Worten wie hajjun mufs der zweite Buchstabe ein 
Fath haben, stelle ihn in Wäw wieder her, wenn er aus dem- 
selben verwandelt war." 

Erkl. Verf. behandelt hier den Fall, dafs das tas'dirte 
Ja nur einen Buchstaben vor sich hat. In diesem Fall wird 
nichts bei der Relation weggenommen, sondern der zweite 
Buchstabe mit Fath versehn, und der dritte in Wäw ver- 
wandelt. Vertritt der zweite Buchstabe nicht Wäw, wird er 
nicht verwandelt, thut er dies aber, so verwandelt er sich in 
Wäw. Man sagt von hajjun hajawijjun, da es von hajijä 
herkommt; dagegen bildet man von tajjun tawawijjun, da 
es von tawä abgeleitet ist. 

„Das Merkmal des Dual nimm bei der Bildung der 
Relation weg; ähnliches ist nothwendig im Plural eines re- 
gelmäfsigen Worts." 

Erkl. Von dem Wort, wovon man eine Relation bilden 
will, nimmt man die Merkmale des Dual und die des regel- 
mäfsigen Plural weg. Nennt man einen Mann zaidäni gen. 
imd accus, zaidaini, so ist das Relativum zaidijjun, 
ebenso von zaidüna, auch zaidijjun und von hindätun 
hindijjun. 

„Der dritte Buchstabe von einem Wort wie tajjibun 
fällt weg, abnorm ist tä^ijjun mit Alif gesprochen." 

Erkl. Steht vor dem Buchstaben, dessen Kasr in der 
Relation nothwendig ist, ein Ja mit Kasr versehn, in dem ein 
Ja noch assimilirt ist, mufs das mit Kasr versehene Ja 
wegfallen, man sagt von tajjibun taibijjun. Die normale 



an-nasabu. 363 

Relation von tajjPun ist tai'ijjun, doch verläfst man die 
Norm und sagt tä-'ijjun, indem man an die Stelle des Ja 
Auf setzt. Ist das assimilirte Ja mit Fath versehn, fällt es 
nicht weg, vgl. habajjaljun habajjahijjun. 

„Die Form fa ( alijjun ist nothwendig bei fa ( ilatu und 
die Form fu'alijjun bei fu c ailatun." 

Erkl. Die Relation von fa c ilatu ist fa c alijjun mit Fath 
des mittleren Buchstaben und der Wegnahme des Ja, im Fall 
der Mittelradical weder schwach noch verdoppelt ist. Von 
hanifatu bildet man hanafijjun. Die Relation von fu f ai- 
latun ist fu ( alijjun mit der Wegnahme des Ja, wenn diese 
Form nicht eine verdoppelte ist, vgl. g'uhainatu g'u- 
hanijjun. 

„Ein Wort derselben Form, das mit schwachem Endra- 
dical versehn, und ohne zwei gleiche Buchstaben ist, hängt 
man dieser Regel an, wenn es auch mit Tä versehn ist." 

Erkl. Die Formen fa ( ilun und fu ( ailun ohne Tä, die 
einen schwachen Endradical haben, gehn nach derselben Re- 
gel, wie wenn Tä dabei wäre, in der Hinsicht, dafs Ja weg- 
fallen und der Mittelradical mit Fath versehn werden mufs, 
vgl. von Sidijjun c adawijjun, kusajjun kusawijjun: 
Haben aber die Formen fa c ilun und fVailun starke End- 
radicale, fällt nichts weg, vgl. f akilun f akilijjun, ukailun 
( ukailijjun. 

„Man läfst vollständig ein Wort wie tawilatun, ebenso 
die, welche dem Wort g'alilatun gleichen." 

Erkl. Einem Wort nach der Form fa ( ilatun, das einen 
schwachen Mittelradical oder einen Doppelbuchstaben hat, 
wird das Ja bei der Relation nicht genommen, vgl. tawilij- 
jun, g'alilijjun. Ebenso verhält sich ein Wort nach dem 
Paradigma fu c ailatun mit einein Doppelbuchstaben, vgl. 
kulailatun kulailijjun. 

„Das Hamz eines mit Madda versehenen Worts wird 
bei der Relation wie im Dual behandelt." 

Erkl. Das Hamz eines Wortes mit Madda ist bei der 
Relation wie im Dual. Ist es hinzugefugt wegen des Femi- 



364 Das Relativnomen. 

ninimi, so wird es in Wäw verwandelt, vgl. hamrä ) u h a iu- 
ra wijjun; ist es hinzugefügt zum Anschlufs, vgl. Hlbä'u, 
oder vertritt es die Stelle eines Radicals, vgl. kisä?un, so 
giebt es zwei Wortbildungen: 1) die Erhaltung des Haraz, 
vgl. ( ilba J ijjun, kisä^ijjun; 2) die Verwandlung, vgl. f ilbä- 
wijjun, kisawijjun. Ist das Haraz wirklich radical, vgl. 
kurrä'uii, so bleibt es unverändert (kurrä^ijjun), nicht anders. 

„Bilde die Eelation vom Anfangswort eines Satzes, ebenso 
vom Anfange eines Engzusammengesetzten; vom zweiten 
Theil bilde die Relation, wenn derselbe eine Annexion, die 
mit ibn oder abü eingeleitet ist, vervollständigt; ebenso wenn 
durch denselben die Bestimmung nothwendig ist. Bei ande- 
ren Fällen als diesen setze die Relation nur vom Ersten, 
wenn man eine Verwechslung nicht zu fürchten hat, vgl. 
c abdu-l-as'hali." 

Erkl. Bildet man die Relation von einem zusammenge- 
setzten Ausdruck, so fällt, wenn derselbe als Satz oder als 
enge Zusammensetzung auftritt, das Ende weg, und man 
hängt das Ja der Relation nur dem ersten Worte an, vgl. 
ta'abbata s'arrän, ta^abbatijjun; ba ( labakku, ba c lij- 
jun. Ist der Ausdruck in einer Annexion zusammengesetzt, 
die den Anfang ibn oder abü hat, oder ist derselbe durch 
das zweite Wort definirt, so fällt der Anfang weg, und dem 
Endworte wird Ja der Relation angehängt, vgl. ibn zubair, 
zubairijjun; abü bakr, bakrijjun; gulämu zaidin, 
zaidijjun. Ist es aber nicht so, und hat man bei der Weg- 
nahme des Endworts keine Verwechslung zu fürchten, so 
fällt das Endwort weg, und man bildet die Relation vom 
Anfange, vgl. amru 5 u-l-kaisi, amrPijjun. Hat man aber 
eine Verwechslung zu befürchten, nimmt man den Anfang 
fort, und bildet die Relation vom Endworte, vgl. c abdu-l- 
as'hali, as'halijjun; c abdu-l-kaisi, kaisijjun. 

„Stelle das Wort erlaubter Weise durch die Wiederein- 
setzung des Endbuchstaben, der weggefallen war, wieder her, 
im Fall dies nicht schon beim Pluralis sanus, oder beim 
Dual geschah. Dies Recht zu vervollständigen, wird nach 
diesem vollständig bedingt." 

Erkl. Hat ein Wort, dessen Relation gebildet wird, nicht 



an-nasabu. 365 

den Endbuchstaben, so mufs derselbe im Pluralis sanus oder 
Dualis wiederhergestellt werden oder nicht. Brauchte der- 
selbe hierbei nicht wieder hervorzutreten, kann man bei der 
Relation denselben wieder herstellen oder es unterlassen, vgl. 
jadun jadawijjun und jadijjun, da man im Dual jadani 
und im Plural bei jadun als männlichen Eigennamen ja- 
düna sagt. Mufs aber der Endbuchstabe im Pluralis sanus 
oder im Dual hergestellt werden, so tritt er auch bei der 
Relation hervor, vgl. abun, abawijjun, da man im Dual 
abawäni sagt." 

„Wie ahun behandle uhtun und wie ibnun bintun. v. 875 
Jünus verwehrt die Wegnahme des Tä." 

Erkl. Die Lehnvcisc von al-Halil und Sibawaihi ist, 
dafs uhtun dem ahun in Hinsicht der Relation folgt und 
ebenso bintun dem ibnun. Von beiden wird Tä wesrere- 
nommen und der ausgefallene Buchstabe restituirt; man sagt 
abawijjun und banawijjun; wie dies bei ahun und ib- 
nun geschah. Jünus behauptet, dafs sie nach ihren beiden 
Wortformen die Relation bilden, vgl. uhtijjun, bintijjun. 

„Verdopple den zweiten Buchstaben eines zweiradicali- 
gen Wortes, dessen zweiter Buchstabe schwach ist, vgl. lä, 
lä^ijjun." 

Erkl. Bildet man die Relation von einem zweiradicali- 
gen Worte, das keinen dritten Radical hat, so mufs der zweite 
Buchstabe entweder stark oder schwach sein. Ist's ein star- 
ker, kann man denselben verdoppeln oder nicht, vgl. kam 
kammijjun und kamijjun. Ist der Buchstabe ein schwa- 
cher und zwar Wäw, mufs man dasselbe verdoppeln, vgl. lau 
lawwijjun; ist aber der zweite Buchstabe ein Alif, wird er 
verdoppelt und an die Stelle des zweiten ein Hamz gestellt. 
Von einem Mann, der lä heifst, bildet man lä-'ijjun, doch 
kann man Hamz auch in Wäw verwandeln, vgl. läwijjun. 

„Gleicht ein Wort dem Worte s'ijatun, dessen erster 
Radical fehlt, so ist die Wiederherstellung desselben, so wie 
Fath auf dem Mittelradical nothwendig." 

Erkl. Bildet man die Relation von einem Nomen, des- 
sen erster Radical fehlt, so hat dasselbe entweder einen star- 



366 D fl s Relativnomen. 

ken oder schwachen Endradical. Ist derselbe stark, wirf! 
hei dem Worte der weggefallene Buchstabe nicht wieder 
hergestellt, vgl. 'idatun Sdijjun. Ist derselbe aber schwach, 
mufs der weggefallene Buchstabe wieder hergestellt werden. 
Nach Sibawaihi niufs der Mittelradical auch Fath haben, vgl. 
s'ijatun s'awijjun. 

„Nimm den Singular zur Bildung einer Relation vom 
Plural, wenn dieser nicht einem Singular durch die ursprüng- 
liche Bestimmung gleicht." 

Erkl. Bildet man die Relation von einem Plural, der 
als Plural verbleibt, so nimmt man den Singular, um davon 
die Relation zu bilden, vgl. farä?idu rel. faradijjun. Dies 
hat statt, wenn dieser Plural nicht nach der Weise der Ei- 
gennamen geht, ist dies aber der Fall, so bildet man die 
Relation nach der Pluralform, man sagt von ansärun an- 
särijjun, und ebenso ist's, wenn der Plural wirklich ein 
Eigennamen ist, vgl. anmärun anmärijjun. 

„Bei den Formen fä f ilun, fa cc alun, fa f ilun entbehrt 
man bei der Relation das Ja. Dies wird angenommen."' 

Erkl. Man kann das Ja bei der Relation entbehren, 
wenn das Wort die Form von fä c ilun in der Bedeutung 
„Besitzer" hat, vgl. tämirun ein Dattelbesitzer. Dasselbe 
gilt bei der Form fa cc älun, die ein Geschäft bezeichnet, vgl. 
bakkälun. Bisweilen hat auch die Form fa a älun die Be- 
deutung von „Besitzer", vgl. Kur. 41, 46. „Nicht ist Dein 
Herr ungerecht (zallämun) gegen die Knechte = Besitzer 
der Ungerechtigkeit." Auch kann man bei der Form fa c ilun 
in der Bedeutung von „Besitzer" das Ja der Relation ent- 
behren, vgl. rag'ulun ta c imun ein Speise habender Mann. 

Sibawaihi citirt den Vers: „Ich bin keiner von der 
Nacht, sondern von dem Tage (nahirun). Ich reise nicht 
am Anfange der Nacht, sondern am Morgen." 

880. »Die Fälle, welche aufser den von mir erklärend durch- 

gegangenen vorkommen, werden auf das Ueberlieferte be- 
schränkt." 

Erkl. Die Fälle der Relation, welche den angeführten 
widerstreitend vorkommen, gehören zu den Abnormitäten, 



al-wa/.f. 367 

die man sich merkt, aber nicht als Norm aufstellt, vgl. al- 
basratu, busrijjun oder bisrijjun; ad-dahru, duh- 
rijjxin; marwu, marwazijjun. 



LXIX. Die Pause. 

(al- waifcf). 

„Für ein Tanwin nach einem Fath setze Alif als Pause; 
das auf andere Vocale folgende Tanwin nimm fort." 

Erkl. Bildet man die Pause von einem mit Tanwin 
versehenen Worte, wird jenes, wenn es nach Fath steht, 
durch Alif vertreten. Diese Regel umfafst sowohl die Fälle, 
in welchen Fath zur Declination steht, vgl. ra 3 aitu zaidä, 
als auch die, in denen Fath nicht zur Declination steht, vgl. 
für ihän und waihän, ihä, waihä. Steht das Tanwin nach 
Damm und Kasr, so fällt es weg, und der vor ihm stehende 
Buchstabe wird vocallos, vgl. g'ä'a zaid, marartu bizaid. 

„Nimm bei den Pronomen die Sila anderer Vocale als 
Fath wegen der Pause weg, ausgenommen beim Verszwang. 
Man behandelt idan gleich einem mit Tanwin versehenen 
Worte, das im Accusativ steht. Bei der Pause wird das 
Nun in Alif verwandelt." 

Erkl. Setzt man die Pause auf Ha des Pronomen, fällt 
die Sila von Ha weg, sowohl wenn dasselbe mit Damm, als 
wenn es mit Kasr steht. Man setzt die Pause auf das ru- 
hende Ha, ausgenommen beim Verszwang. Steht aber das 
Ha mit Fath, vgl. ra 3 aituhä, so setzt man die Pause auf 
Alif, welches nicht wegfällt. Man behandelt idan gleich 
einem im Accusativ stehenden Worte das mit Tanwin ver- 
sehn ist und man setzt für Nun in der Pause Alif. 

„Die Wegnahme des Ja eines sich defectiv endenden, 
und mit Tanwin vei'sehenen Wortes ist besser als die Setzung 
desselben, im Fall das Wort nicht im Accusativ steht; wisse 
das. Ein solches Wort ohne Tanwin verhält sich grade um- v . 885. 
gekehrt. Bei murin ist nothwendig Ja wieder herzustellen. 
Dies wird befolgt." 



368 ßic Pause - 

Erkl. Setzt man die Pause auf ein defectives mit Tan- 
win versehenes Wort, wird an die Stelle des Tanwin ein 
Alif gesetzt, im Fall dasselbe im Accusativ steht, vgl. kä- 
dija. Steht es nicht im Accus., so ist gewählt die Pause 
darauf mit der Wegnahme, aufser wenn das Wort seinen 
Mittel- oder Endradical verloren hat. Man sagt also ha da 
käd, marartu bikäd. Auch kann man die Pause dabei 
mit der Setzung des Ja beobachten, vgl. die Lesart des Ibn 
Katir; „Jedes Volk hat einen Führer hädi." Fehlt aber 
bei einem solchen Worte der Mittelradical, wie bei murin 
part. von arä, oder fehlt der Anfangsradical, wie bei jakin 
als Eigenname, so s-etzt man nur mit der Hinzufügung des 
Ja die Pause, vgl. muri, jaki. Steht das defective Wort 
ohne Tanwin und ist es im Accusativ, so stellt man das Ja 
desselben als einen ruhenden Buchstaben, vgl. al-kädi. Ist 
das Wort aber im Nominativ oder Genitiv, so kann man Ja. 
setzen oder wegnehmen, doch ist die Setzung desselben bes- 
ser, vgl. hadä-1-kädi, gen. bil-kädi. 

„Bei einem Worte ohne das Ha fem. setze den vocali- 
sirten Endbuchstaben mit einem leichten verborgenen Ton 
in Ruhe oder Pause, oder summe ein Damm. Auch pau- 
sire man durch die Verdoppelung der Buchstaben, die we- 
der Hamz noch schwach sind, im Fall sie einem vocali- 
sirten Buchstaben folgen. Ferner überträgt man Vocale auf 
ruhende Consonanten, deren Vocalisation nicht erwähnt wird." 

Erkl. Will man auf ein Wort, dessen letzter Radical 
mit Vocalen steht, die Pause setzen, mufs dasselbe mit Ha 
fem. enden oder nicht. Ist das Wort durch Ha fem. be- 
schlossen, so ist die Pause darauf durch G'azm nothwendig, 
vo-1. fätimatu fätimah. Bildet Ha fem. aber nicht das 
Ende eines Wortes, giebt es für die Pause fünf Formen: 
1) die Ruhe (at-taskinu); 2) die Hinweisung auf den Vocal 
durch einen leisen Ton (ar-raumu); 3) ein Pressen beider 
Lippen nach der Ruhe des letzten Vocals, doch ist dies nur 
nach Damm (al-is'mämu); 4) die Verdoppelung (at-tad c ifu) ; 
die Bedingung dabei ist, dafs der letzte Buchstabe weder 
Hamz noch schwach ist und er auf einen Vocal folgt, vgl. 
g'amalu g'amall: ist aber der vorhergehende Buchstabe 
ruhend, so ist die Verdoppelung verwehrt, vgl. himlu; 5) die 



al-wa&f. 3ßg 

Uebertragung (an-naklu). Dies ist die Bezeichnung von der 
Ruhe des letzten Buchstaben und der Uebertragung sei- 
nes Vocals auf den vorhergehenden Buchstaben ; der- 
selbe mufs aber sowohl ruhend als vocalannehmend sein, 
vgl. ad-darbu. Ist der vorletzte Buchstabe vocalisirt, so 
setzt man die Pause nicht durch Uebertragung, vgl. gVfar, 
dasselbe gilt, wenn dieser Buchstabe zwar ruhend ist, doch 
den Vocal nicht annimmt, vgl. al-bäbu. 

„Die Uebertragung eines Fath von einem anderen als 
mit Hamz versehenen Worte hält ein Basrenser nicht für rich- 



Erkl. Die Lehrweise der Küfenser ist, dafs die Pause 
durch Uebertragung stattfinden kann, gleichviel ob der Vocal 
Fath, Damm oder Kasr ist, und gleichviel ob der Endbuch- 
stabe mit Hamz steht oder nicht, vgl. ad-darub, ad-darib, 
ad-darab in der Pause von ad-darbu, so ar-ridu 5 , ar- 
ridi 5 , ar-rida 5 in der Pause von ar-rid'u. Die Lehrweise 
der Basrenser ist, dafs die Uebertragung nicht stattfinden 
kann, wenn der Vocal ein Fath ist, aufser wenn der letzte 
Buchstabe mit Hamz steht. Nach ihnen kann ar-rida 5 stehn, 
während ad-darab verboten ist. Die Lehrweise der Kü- 
fenser ist besser, da diese sie von den Arabern überliefern. 

„Die Uebertragung ist verboten, wenn ein Paradigma v. 89- 
für die Form fehlt, doch gilt das nicht bei einem mit Hamz 
versehenen Endbuchstaben." 

Erkl. Würde die Uebertragung dahin führen, dafs das 
Wort eine Form gewänne, die nicht unter den Wörtern der 
Araber sich vorfindet, so ist dieselbe verwehrt, aufser wenn 
der Endbuchstabe ein Hamz ist, denn dann ist sie möglich. 
Hiernach ist hadä-l- ( ilum in der Pause verboten, da fi c u- 
lun in der arabischen Sprache nicht vorkommt, wogegen 
hadä-r-ridu 5 angeht, da Hamz der Endbuchstabe ist. 

„In der Pause wird das Tä fem. des Nomen als Ha gesetzt, 
wenn nicht das Ha mit einem ruhenden starken Buchstaben 
verbunden ist. Dies ist selten beim Pluralis sanus und dem 
ihm Aehnlichen. In anderen als diesen beiden Fällen wird 
das Gegentheil berichtet." 

24 



370 Die Pause. 

Erkl. Setzt man die Pause auf ein Wort mit Tä fem., 
so wird, wenn dies Wort ein Verbum ist, die Pause durch 
Tä gesetzt, vgl. hin dun kamat. Ist es ein Nomen im Sin- 
gular, mufs der voraufgehende Buchstabe entweder ein ru- 
hender, starker sein oder nicht; ist derselbe ruhend und stark, 
so setzt man die Pause durch Tä, vgl. bintun, bint; uh- 
tun, uht; ist dies nicht der Fall, setzt man die Pause auf 
Hä, vgl. fätimah, fatäh. Ist dies Wort ein Plural oder 
dem ähnlich, so setzt man die Pause auf Tä, vgl. hindät. 
Selten ist die Pause auf einen Singularis durch Tä, vgl. fä- 
timat; bei einem Pluralis sanus und dem ähnlichen ge- 
schieht sie selten durch Hä, vgl. hindäh, haihäh. 

„Bilde die Pause auf das Hä des Schweigens bei dem 
schwachen Vei'bum durch die Wegnahme eines Endbuchsta- 
ben, vgl. gieb dem, der fordert (a c ti man sa^ala); doch ist 
sie nicht feststehend, aufser bei Fällen wie c i oder ja c i im 
G'azm. Beobachte, Avas die Araber beobachten." 

Erkl. Es ist die Pause möglich auf dem Hä des Schwei- 
gens bei einem Verbum, dessen Ende wegen des G'azm oder 
der Pause wegfiel, vgl. lam ju c ti, lam ju f tih, a c ti a c tih. 
Dies ist aber nur nothwendig, wenn das Verbum, von dem 
der Endbuchstabe wegfiel, entweder nur noch einen Buchsta- 
ben hat, oder nur noch zwei, von denen der eine ein Zusatz- 
buchstabe ist; vgl. c i c ih, ki kih, oder lam ja ( i, lam ja c ih. 

„m ä in der Frage verliert sein Alif, wenn es im Geni- 
tiv steht; schliefse ihm Hä an, wenn du es in Pause setzest. 
Doch ist dies nur dann nothwendig, wenn mä durch ein No- 
men im Genitiv steht, vgl. er hat gefordert die Forderung 
wovon (iktidä^a ma-ktadä)? " *) 

Erkl. Tritt vor mä der Frage ein Regens des Genitiv, 
so mufs man das Alif desselben wegnehmen, vgl. c amma, 
bima, iktidä^a ma-ktadä zaidun. Setzt man nun die 
Pause darauf, nachdem das Regens des Genitiv davorgetreten, 
so ist dies Regens des Genitiv entweder eine Partikel, oder 
ein Nomen. Ist's eine Partikel, so kann man das Hä des Schwei- 
gens daran hängen, vgl. c ammah, fimäh; ist's ein Nomen, so 
mufs man dies Hä daran hängen, vgl. iktidä'amah. 



*) Diese Verse fehlen in der Alfijja ed. de Sacy. 



al-imäla. 371 

„Die Verbindung dieses Ha mit allen Worten, die die 
Vocale eines bleibenden Indeclinablen haben, erlaube. Die 
Verbindung desselben mit anderen Vocalen als den einer 
1 »leibenden Indeclinabilität ist abnorm. Bei der bleibenden 
Indeclinabilität gilt dies Jlä für schön." 

Erkl. Die Pause auf dem Hä des Schweigens ist bei al- 
len Worten möglich, welche mit den Vocalen einer notwen- 
digen Indeclinabilität, die nicht den Vocalen der Flexion 
gleichen, versehn sind, vgl. kaifa kaifah; doch setzt man Ha 
nicht zur Pause bei solchen Wörtern, deren Vocale entweder 
declinable sind, vgl. zaidun, oder den Vocalen der Decli- 
nabilität ähneln, vgl. die Vocale des Verbum Perfectum. Auch 
setzt man Hä nicht nach dem Worte, dessen unveränderlicher 
Endvocal nicht die bleibende Indeclinabilität bedingt, wie 
nach kablu ba c du, oder nach dem im Vocativ stehenden 
Einzelwort, vgl. ja zaidu, oder nach dem Nomen des die 
Gattung verneinenden lä, vgl. lä rag'ula. Abnorm ist die 
Verbindung dieses Hä mit einem Worte, dessen indeclinabler 
Vocal nicht bleibend ist, vgl. min c alu, min c aluh. — Doch 
wird für schön befunden, dies Hä dem Worte anzuschliefsen, 
dessen Indeclinabilität dauernd und bleibend ist. 

„Bisweilen wird in der Prosa die Verbindungsform dem 
der Pause Angehörigen gegeben, häufig ist dies in der 
Poesie." 

Erkl. Man ertheilt bisweilen die Verbindungsform dem 
Worte, das die Pause verlangt. Dies ist häufig in der Dich- 
tung, selten in der Prosa, vgl. Kur. 2, 261. „Nicht ist (die 
Speise) alt und siehe darauf hin". Vgl. „Wie der Brand, 
welcher das Rohr trifft (al-kasabbä)". Bä ist verdoppelt, und 
dies ist mit einem Ausfüllungsbuchstaben, d. h. Alif, verbunden. 



LXX. Die Neigung des Tones. 

(al-imäla). 

„Das Alif, welches am Ende eines Wortes an die Stelle v. 
von Ja gesetzt wird, stelle in die Imäla; ebenso ist auch das 

24* 



372 Die Neigung des Tones. 

Alif, wofür Jfi als Stellvertreter auftritt, ohne dafs eine Ver- 
mehrung im "Worte einträte, oder dafs es zu den abnormen 
Fällen geholte. Ein Wort, dem IIa lern, sich anschliefst, 
wird ebenso behandelt wie ein Wort, das von demselben 
frei ist." 

Erkl. Imäla ist die Bezeichnung davon, dafs man beim 
Fath zum Kasr, und beim Alif zum Ja hinneigt. Es wird 
das Alif in die Imäla gesetzt, wenn es am Ende steht als 
stellvertretend für ein Ja, oder wenn es zu einem Ja, wird, 
ohne dafs eine bestimmte Vermehrung im Worte einträte 
und ohne dafs ein abnormer Fall hier wäre. Das Erste ist 
wie die zwei Alif in ramä und marmä; das Zweite wie 
das Alif in milhä, denn das wird Ja im Dual, vgl. milha- 
jäni. Verf. wahrt sich vor dem Alif, das, wegen der Hin- 
zusetzung des Ja des Diminutivs, Ja wird, vgl. kufajja, oder 
das in einer abnormen Sprachform vorkommt, wie z. B. die Hu- 
dailiten von kafan, das an das Ja der ersten Person annec- 
tirt wird, kafajja sagen. Das Alif, in welchem eine Ursache 
zur Imala sich vorfindet, hat dieselbe, auch wenn sich ihm 
das Ha fem. anschliefst. 

„Ebenso verhält sieh das Permutativ des Mittelradicals 
bei dem Verbum, das sich nach filtu richtet, vgl. das Per- 
fectum von Ijaf und din." 

Erkl. So wie Alif am Ende, tritt auch das Alif in die 
Imäla, welches als Permutativ des Mittelradicals von dem 
Verbum auftritt, und bei seiner Annexion an das Tä des 
Pronomen nach der Form von filtu geht, gleichviel ob der 
Mittelradical Wäw ist, vgl. häfa, oder Ja, vgl. bä c a. Die 
Imäla ist möglich, weil man hiftu, bi f tu sagt. Geht aber 
das Verbum in seiner Annexion an das Tä des Pronomen 
wie fultu, so ist die Imäla verwehrt. 

„Ebenso verhält sich ein Alif, das einem Ja folgt. Eine 
Trennung durch einen Buchstaben oder auch durch zwei 
verzeih, wenn der eine Hä ist, vgl. „Ihre Busentasche (g'ai- 
bahä) kehr um." 

Erkl. Alif tritt in die Imäla nach einem Ja, sei das- 
selbe mit ihm verbunden, vgl. bajänun, oder durch einen 
Buchstaben von ihm getrennt, vgl. jasärun, oder auch durch 



al-iiuälu. 373 

zwei Buchstaben, von denen einer einHäist, vgl. adir g'aibahä. 
Ist aber der eine dieser Buchstaben nicht IIa, so ist die Imala 
nicht gestattet, da Alif von Ja zu entfernt ist, vgl. bainanä. 

„So verhält sich auch Alif, dem Kasr sich anschliefst, 
oder das Alif, das sich an einen Buchstaben anschliefst, der 
entweder auf ein Kasr selbst, oder doch auf ein G'azm, dem 
Kasr voraufgeht, folgt. Die Trennung durch Ha wird hier- 
bei wie keine gerechnet, und wer bei Fällen wie di r ha- 
rn aka die Imala eintreten läfst, dem tritt man nicht entgegen." 

Erkl. Alif tritt in die Imala, wenn ihm Kasr folgt, vgl. 
'alimun, oder wenn es nach einem auf Kasr folgenden 
Buchstaben steht, vgl. kitäbun, oder wenn es nach zwei 
Buchstaben steht, die sich einem Kasr anschliefsen , sei es, 
dafs der Eine von ihnen ruhend ist (s'imlälun) oder beide 
zwar vocalisirt sind, doch der Eine ein Hä ist, vgl. jadri- 
bahä. So wird auch ein Alif in die Imala bei den Wörtern 
gesetzt, in denen Ha trennend zwischen die beiden Buchstaben 
tritt, die nach Kasr stehn und von denen der dem Ha zu- 
nächst stehende ruhend ist, vgl. hadani dirhamäka. 

„Der Buchstabe der Höhe hindert ein sichtbares Kasr 
oder Ja, die Imala zu bewirken, ebenso auch das Rä, wenn 
diese Hindernisse der Imala dein Alif unmittelbar folgen, 
oder durch einen oder zwei Buchstaben getrennt sind. 
Ebenso verhindei-n diese Buchstaben, wenn sie vorgestellt 
sind, die Imala, im Fall sie weder mit Kasr, noch nach einem 
Kasr in Ruhe stehn, vgl. al-mitwa'a mir „versorge den 
freiwillig Gehorchenden." 

Erkl. Die Buchstaben der Höhe sind der Zahl nach 
sieben, h, s, d, t, z, ;.';, k. Alle diese verhindern die Imala, 
wenn ein sichtbares Kasr oder ein existirendes Ja dieselbe 
hervorrufen würde, und wenn einer dieser hohen Buchstaben 
nach Alif steht, sei es unmittelbar verbunden, vgl. sähitun, 
oder durch einen Buchstaben, vgl. näfihün, oder durch 
zwei getrennt, vgl. manäs'itun. Was den hohen Buchstaben 
in Betreff der Verhinderung der Imala zukommt, legt man 
auch dem Rä, das nicht mit Kasr, sondern mit Fath oder 
Damm steht, bei vgl. hadä c idärun, hadani c idäräni. Die 
voranstehenden Buchstaben der Höhe halten die Ursache zur 



»10. 



374 Die Neigung dos Tones. 

Imäla zurück, t-o lange sie weder mit Kasr stehn, noch nach 
Kasr in der Kühe folgen. Man setzt die Imäla bei sälihun 
zälimun kätilun, aber nicht bei tiläbun giläbun oder 
isl&hun. 

„Die Hinderung der Imala durch einen hohen Buchsta- 
ben und durch Rä läfst sich aufheben durch das Kasr des 
Rä, vgl. „gegen einen Schuldner (gärimän) bin ich nicht hai*t. - ' 

Erkl. Kommt ein hoher Buchstabe und ein mit Kasr 
nicht versehenes Rä mit einem mit Kasr versehenen Rä zu- 
sammen, so werden sie von diesem mit Kasr versehenen Rä 
überwunden und Alif tritt in die Imäla. Bei c alä absäri- 
him und däru-1-karäri setzt man die Imäla. — Es ver- 
steht sich von selbst, dafs die Imäla gestattet ist bei Fällen 
wie himärika, denn wenn Alif in der Imäla wegen eines 
mit Kasr versehenen Rä steht, selbst wenn etwas sich vor- 
findet, dafs die Unterlassung derselben verlangen würde, (sc. 
der hohe Buchstabe oder Rä ohne Kasr), so ist die Imäla 
beim Wegfall dieses die Unterlassung der Imäla Verlangen- 
den besser und passender. 

„Nicht setzt man die Imäla, wenn nicht das sie Verur- 
sachende dicht verbunden ist. Bei der Hinderung läfst man 
auch das Getrennte wohl wirken." 

Erkl. Ist die Ursache zur Imäla getrennt, wirkt sie 
nicht, im Gegensatz zur Ursache der Hinderung, denn diese 
wirkt, auch wenn sie getrennt ist. Man setzt atä käsimun 
nicht in die Imäla, dagegen atä ahm ad u. 

„Bisweilen setzt man die Imäla wegen der Entsprechung, 
indem aufser derselben nichts dazu auffordert, vgl. c imädä, 
talä" 

Erkl. Bisweilen wird ein Alif, welches von einer Ur- 
sache zur Imäla frei ist, in die Imäla gestellt, weil es einem 
vorhergehenden Alif entspricht, bei dem die Bedingungen 
der Imäla erfüllt sind; vgl. die Imäla des zweiten Alif in 
Fällen wie c imädä, weil es dem in der Imäla stehenden Alif 
vor ihm entspricht. Die Imäla in talä verhält sich ebenso. 

„Man setzt nicht ein Wort, das der vollständigen De- 



at-tasrif. 375 

clination entbehrt in die Imäla, aufser in gehörten Fallen, 
ha und nä ausgenommen. " 

Erkl. Die Imäla gehört zu den speciellen Eigenschaften 
der vollständig declinirbaren Nomina. Sie findet bei dem 
unvollständig declinirbaren Nomen nicht statt, aufser dafs 
man wohl solche Fälle hört, ha und nä stehn aber regel- 
recht durchgängig in der Imäla, vgl. jadribahä. 

„Das Fath vor dem Kasr eines Rä am Ende setze in 
die Imäla, vgl. „zu dem Leichten neige dich hin, so sind dir 
erspart die Mühen." — So verhält sich auch der Vocal, dem 
Hä Fem. in einer Pause sich anschliefst, im Fall derselbe 
nicht mit Alif steht." 

Erkl. Das Fath tritt in die Imäla vor einem Rä mit 
Kasr, sowohl in der Verbindung als in der Pause, vgl. ba- 
s'arin, lilaisari. So tritt auch in die Imäla der Vocal, 
dem sich Hä fem. anschliefst, vgl. kima, nrma. 



LXXI. Der Formenwechsel. 

(at-tasrif). 

„Eine Partikel und ihres gleichen ist von dem For- 
menwechsel frei, die anderen Wörter aber derselben werth." 

Erkl. Der Formenwechsel ist ein Ausdruck für eine Wis- 
senschaft, in der man über die Gesetze der arabischen Wort- 
bildung, so wie über die den Buchstaben zukommende Ei- 
genschaften der Festigkeit, Vermehrung, Stärke, Schwäche 
und dergleichen nachforscht. Sie hat nur Bezug auf die 
declinirbaren Nomina und Verba; die Partikel aber und 
ihres gleichen berührt diese Wissenschaft nicht. 

„Man sieht kein Wort, das weniger als drei Buchsta- 
ben hat, den Formenwechsel annehmen, das in veränderter 
Form Vorkommende ausgenommen.'- 

Erkl. Die Nomina und Verba, welche nur aus einem 
oder zwei Buchstaben bestehn, nehmen die Flexion nicht an, 
es müfste denn etwas von ihnen weggenommen sein. Die 



37(> De' Formeawechsel. 

geringste Anzahl von Buchstaben, wonach die declinirbaren 
Worte sich bilden, sind drei. Doch kommt bei einigen von 
ihnen ein Defect vor, vgl. jadun, kul, inu-1-lahi, ki 
z ai dan. 

..Die gröfste Länge eine« Nomen besteht in fünf Buch- 
staben, wenn dasselbe ohne Zusatz ist, hat es einen solchen, 
so überschreitet es nicht sieben Buchstaben." 

Erkl. Das Nomen zerfallt in zwei Theile: 1) das mit 
einem Zusatz und 2) das ohne einen solchen. Das mit einem 
Zusatz versehene ist ein solches, von dessen Buchstaben ein 
Theil in der ursprünglichen Form der Wortsetzung nicht 
vorhanden ist. Das Höchste, welches ein Nomen durch ei- 
nen Zusatz erreicht, sind sieben Buchstaben, vgl. ihring'äm. 
Das Nomen ohne einen Zusatz ist dasjenige, bei dem nicht 
einer der Buchstaben bei der ursprünglichen Setzung fehlte. 
Dies ist dreibuchstabig, vgl. falsun, oder vierbuchstabig 
g'a c farun, oder fünfbuchstabig, und dies ist die höchste Höhe, 
saf arg'alun. 

„Den ersten und zweiten Buchstaben setze bei einem 
dreibuchstabigen Worte mit Fath, Damm und Kasr, auch 
steht der zweite vocallos. Dies ist allgemein." 

Erkl. Bei der Bestimmung einer Wortform sind die 
anderen als der Endbuchstabe zu berücksichtigen. Ist das 
Nomen dreibuchstabig hat der erste Damm, Kasr, Fath und 
bei allen diesen Möglichkeiten hat der zweite Buchstabe 
Damm, Kasr, Fath oder G'azm. Hieraus gehn zwölf Bildun- 
gen hervor, die Summe von drei mit vier multiplicirt; vgl. 
kuflun, c unukun, du^ilun, suradun; ( ilmun, (hibukun), 
ibilun, c inabun; falsun, farasun, l adudun, kabidun. 

„fi ( ulun ist ungebräuchlich, die umgekehrte Form ist 
selten, weil die Ai'aber die Absicht hatten, dem Verbum die 
Form fu ( ila zu zuertheilen." 

Erkl. Von den zwölf Bildungen giebt es zwei, von de- 
nen die eine ungebräuchlich und die andere selten ist. Das 
Erste wäre bei fi ( ulun der Fall. Dies ist von Seiten Verf's. 
eine auf das Nichtvorhandensein von hibukun gegründete 
Voraussetzung. Das zweite wäre bei fuSlun der Fall. Dies 



at-tasrif. 377 

Paradigma ist selten beim Nomen, denn die Araber suchten 
diese Form dem Passivum des Verbum (fu c ila) vorzubehalten. 

„Mit Fath, Damm, Kasr setze den zweiten Radical eines 
dreiradicaligen Verbum, füge Fälle wie dum in a hinzu. Die 
höchste Länge sind vier Buchstaben, wenn das Verbum ohne 
Zusatz ist; hat es denselben, so überschreitet es nicht sechs 
Buchstaben." 

Erkl. Das Verbum zerfällt in das zusatzlose, und das 
mit Zusatz versehene, wie auch das Nomen. Das zusatzlose 
erreicht die Länge von vier, das mit Zusatz versehene die 
Länge von sechs Buchstaben. Das dreiradicalige zusatzlose 
Verbum hat vier Paradigmata, drei für das Verbum activum, 
vgl. fa f ala, faSla, fa c ula und eins für das Passivum fu c ila. 
Der erste Radical bei der Wortbildung des Activ steht nur 
mit Fath, weshalb Verf. nur die drei Vocale des zweiten 
Radicals erwähnt und über den ersten schweigt. Hieraus 
ergiebt sich, dafs derselbe nur eine Form hat, nämlich Fath. 
Das zusatzlose vierradicalige Verbum hat drei Formen*. 
1) für das Verbum activi dahrag'a; 2) für das Verbum 
pass. duhrig'a; 3) für den Imperativ dahrig'. Das mit einem 
Zusatz versehene Verbum wird, wenn es drei Radicale hat, vier- 
buchstabig daraba däribun, oder bekommt fünf Buchsta- 
ben intalaka oder sechs Buchstaben istahrag'a. Ist es 
vierradicalig, so wird es bei einem Zusatz fünfbuchstabig 
tadahrag'a, oder sechsbuchstabig ihrang'ama. 

„Ein zusatzloses vierbuchstabiges Nomen kann die Form 
fa'lalun, fi c lilun, fi f lalun, fu c lulun, ebenso die von 
fi'allun und fu c lalun haben. Hat das Wort mehr als vier 
Buchstaben, so enthält es aufser fa c allalun noch fa t lalilun, 
ebenso fu c allilun und fi c lallun. Was sich anders verhält, 
ist dem Zusatz oder Defect zuzuzählen." 

Erkl. Das zusatzlose vierbuchstabige Nomen hat sechs 
Paradigmata: 1) fa^alun, vgl. g'a f farun; 2) fi c lilun, vgl. 
zibrig'un; 3) fi c lalun, vgl. dirhamun; 4) fu ( lulun, vgl. 
burtunun; 5) fi c allun, vgl. hizabrun; 6) fu c lalun, vgl. 
g'uhdabun. — Das fünfbuchstabige Nomen hat vier Para- 
digmata: 1) fa^llalun, vgl. safarg'alun; 2) fa c lalilun 
g'ahmaris'un; 3) fu c allilun kuda c milun; 4) fi c lallun, 



378 1 1,T Formenwech8cl. 

vgl. kirta c bun. — Verf. erwähnt, dafs wenn etwas anderes 
als das Erwähnte vorkommt, so hat es einen Defect, vgl. 
ja dun tlamiin oder einen Zusatz, vgl. istihräg'un. 

„Ein notwendiger Buchstabe ist ein ursprünglicher, ein 
nicht grade nothwendiger ist Zugatzbuchstabe, vgl. Tä in 
uhtudi." 

Erkl. Der Buchstabe, welcher bei der grammatischen 
Flexion eines Wortes nothwendig ausharrt, ist der ursprüng- 
liche, und derjenige, Avelcher bei einigen grammatischen 
Flexionen ausfällt, ist der Zusatzbuchstabe. 

„Parallelisire mit den Bestandteilen von fa c lun die ur- 
sprünglichen Buchstaben eines Paradigma. Bei einem Zusatz- 
buchstaben begnüge dich mit seinem Laut. Verdoppele Läm, 
wenn ein ursprünglicher Buchstabe übrig bleibt, wie Rä in 
gVfar und käf in fustuk." 

Erkl. Will man die Form eines Wortes bezeichnen, 
werden die ursprünglichen Buchstaben mit Fä, c Ain, Läm 
parallelesirt als erster, zweiter, dritter Buchstabe. Bleibt hier- 
nach noch ein ursprünglicher Buchstabe übrig, wird er als 
Läm bezeichnet. Die Form daraba bezeichnet man durch 
fa f ala, zaidun durch fa c lun, gVfarun durch fa c lalun, 
fustukun durch fu c lulun. Es wird Läm nach Maafsgabe 
der ursprünglichen Buchstaben wiederholt. Hat das Wort 
einen Zusatzbuchstaben, wird derselbe mit seinem Laut be- 
zeichnet, so däribun durch fä c ilun, g'auharun durch 
fau c alun, mustahrig'un durch mustaf c ilun. Dies hat 
statt, wenn der Zusatzbuchstabe nicht die Verdoppelung ei- 
nes ursprünglichen Buchstaben ist. Ist dies der Fall, so wird 
derselbe wie der ursprüngliche Buchstabe bezeichnet. 

„Wenn der Zusatzbuchstabe die Verdoppelung eines ur- 
sprünglichen war, setze für denselben im Paradigma dasselbe 
wie für den ursprünglichen." 

Erkl. Als Paradigma für igdaudana sagt man ifau'ala. 
Das zweite Däl zeigt man durch c Ain an wie das erste, da 
dasselbe durch Verdoppelung des ersten entstand. Als Pa- 
radigma von kattala gilt fa cc ala. Man kann diesen Zusatz- 
buchstaben nicht durch sich selbst bezeichnen, man bildet 



at-tasrif. 379 

für igdaudana nicht if ( audala als Paradigma noch von 
kattala fa ( tala noch für karrama fVrala. 

„Behandle als ursprüngliche die Buchstaben von sim- 
simun und ähnlichen. Eine Meinungsverschiedenheit ist bei 
Wörtern wie lamlimun." 

Erkl. Mit simsimun will Verf. ein vierbuchstabiges 
Wort bezeichnen, dessen erster und zweiter Buchstabe wieder- 
holt ist, doch von denen keiner zum Ausfallen pafst. Bei 
dieser Kategorie werden alle Buchstaben als ursprünglich 
behandelt. Kann aber einer dieser zwei Buchstaben ausfal- 
len, so ist Streit, ob man denselben als Zusatzbuchstaben 
betrachten soll, vgl. 1 am lim Imper. von lamlama und kaf- 
kif Imper. von kafkafa. Das zweite Läm und Käf passen 
zum Ausfallen, was daraus hervorgeht, dafs lamma und 
kaffa richtig stehn. Man streitet hierüber und sagt, es seien 
zwei Urstoffe des Wortes; kafkafa sei nicht von kaffa und 
lamlama nicht von lamma, K und L seien nicht zwei Zu- 
satzbuchstaben. Dagegen sagt man L sei Zusatzbuchstabe 
und ebenso K. Auch sagt man, es seien zwei Stellvertreter 
eines verdoppelten Buchstaben urspr. lammama und kaf- 
fafa. Dann würde an die Stelle des einen Doppelbuchsta- 
ben L und K gesetzt. 

„Ein Alif, das bei mehr als zwei Radicalen steht, ist ein v. 930. 
Zusatzbuchstabe ohne Lüge." 

Erkl. Steht Alif bei drei Radicalen, wird es als ihr 
Zusatzbuchstabe behandelt, vgl. däribun, ^dbä-'u. Steht 
Alif nur bei zwei Radicalen, ist es kein Zusatzbuchstabe» 
sondern entweder selbst Badical oder Permutativ eines solchen. 

„Ebenso verhält es sich auch mit Ja und Wäw, wenn 
sie nicht so wie in jir'jir'un und wa c wa c atun stehn." 

Erkl. Ebenso verhalten sich Ja und Wäw, die bei drei 
Radicalen stehn, dann werden sie als Zusatzbuchstaben be- 
handelt, aufser bei einem verdoppelten zweiradicaligen Worte, 
vgl. zum eisten Fall Ja in sairafun, ja r malun, g'auha- 
i'un, 'ag'ir'zun und zum zweiten Fall jir'jir'un ein Vogel mit 
Krallen, wa c wa c at un, Mas dar von waSva ( a. Bei den ersten 



380 Der Formenwcchsel. 

—iii*l \\ ';iw und Jfi Zusatzbuchstaben und beim zweiten zwei 
Wurzelbuchstaben. 

„Dasselbe gilt von Hamz und Mim, die dreien Buchsta- 
ben, welche sicherlieh Radicale sind, voraufgehn." 

Erkl. Man behandelt Hamz und Mim als Zusatzbuch- 
staben, wenn sie dreien Radicalen voraufgehn, vgl. ahmadu, 
mukramun. Gehn sie aber nur zweien Radicalen vorauf, so 
werden sie auch als Radicale behandelt, vgl. ibilun mahdun. 

„Dasselbe gilt von einem Hamz am Ende hinter einem 
Alif, dessen Laut nach mehr denn zwei Buchstaben folgt." 

Erkl. Man behandelt Hamz als Zusatz, wenn es zu 
Ende hinter einem Alif steht, dem mehr als zwei Buchstaben 
voraufgehn, vgl. hamrä'u, c äs'ürä :> u, käsi c ä?u. Gehn aber 
dem Alif nur zwei Buchstaben vorauf, ist Hamz nicht Zu- 
satz, vgl. kisä?un, ridä'un. Hamz ist im ersten Fall ein 
Permutativ von Wäw, und im zweiten von Ja. So ist's auch, 
wenn vor dem Alif ein einzelner Buchstabe vorausgeht, vgl. 
nuVun da 5 un. 

„Nun am Ende verhält sich wie Hamz. In Wörtern, 
wie gadanfarun ist es nicht ursprünglich." 

Erkl. Steht Nun am Ende nach einem Alif, dem mehr 
als zwei Buchstaben vorausgehn, wird es als Zusatzbuchstabe 
betrachtet, so wie Hamz in diesem Falle betrachtet wird, vgl. 
zaTaraiiun, sakränu. Gehn demselben nicht drei Buch- 
staben vorauf, so ist's radical, vgl. makänun zamanun. 
Man beurtheilt auch Nun als Zusatz, wenn es nach zwei 
Buchstaben steht, und ihm wieder zwei Buchstaben folgen. 

„Das Ta des Fem., des Imperfects, ferner das in der 
zehnten und fünften Verbalform ist Zusatzbuchstabe." 

Erkl. Ta ist Zusatz, wenn es das Femininum bezeich- 
net ka'imatun, oder das Imperfectum taf c alu, oder wenn 
es mit Sin steht, vgl. istii'älun und seine Abzweigungen, 
oder wenn es zum Dienst von fa Cf ala auftritt, vgl. ( allam- 
tuhu fata c allama, oder zu dem von fa ( lala, vgl. tadahrag'a. 

„Ebenso ist Ha Zusatz, wenn es in der Pause steht, vgl. 
limah und lam tarah, ebenfalls Lam bei dem bekannten 
Demonstrativ." 



at-tasrif. SSI 

Erkl. Ha wird als Zusatz in der Pause gesetzt. Beim 
Capitel über die Pause ging vorauf, in welchen Fällen das- 
selbe steht, nämlich beim mä der Frage, das im Genitiv 
steht und beim Verbum, dessen Endbuchstaben wegen der 
Pause oder wegen G'azm genommen war, vgl. rah, lam ta- 
rah; ferner bei allen auf einen Vocal endenden Indeclinablen, 
wie kaifah, die ausgenommen, welche von der Annexion 
verhindert sind, wie kablu, ba c du. Dasselbe hat statt beim 
Nomen von dem lä, das eine Gattung verneint, Vgl. lä ra- 
g'ula. dann dem Vocativ ja zaidu, dem Verbum Perfectum 
daraba. Durchgängig ist der Zusatz von Läm in den De- 
monstrativen, vgl. dälika, tilka, hunälika. 

„Verwehre einen Buchstaben als Zusatz aufzufassen ohne 
eine feststehende beschränkende Bestimmung, wenn nicht ein 
deutlicher Beweis dafür klar ist, vgl hazilat." 

Erkl. Kommt ein Zusatzbuchstabe von den zehn in dem 
Worte sa'altumünihä zusammengefafsten vor, frei von 
dem, wodurch sie als Zusatzbuchstaben ausschliefslich bestimmt 
wurden, so behandle denselben als Radical, Avenn nicht ein 
deutlicher Beweis ihn als Zusatz darthut. Ein solcher ist 
z. B. das Ausfallen des Hamz in s'am'alun, vgl. s'amalat- 
ar-rihu s'umülän der Wind wandte sich nach Norden; 
oder der Wegfall des Nun von hanzalun, vgl. hazilat al- 
ibilu, wenn das Fressen der Koloquinthen das Kameel quält, 
oder das Wegfallen des Tä von malakütun in mulkun. 



LXXII. Der Zusatz des Hamz der Verbindung. 

(zijädatu hamzati-1-wasli). 

„Zur Verbindung dient ein voraufgehendes Hamz, wel- 
ches nur gesetzt wird, wenn man damit beginnt, vgl. 
istatbitü." 

Erkl. Man beginnt nicht mit einem ruhenden Buchsta- 
ben, wie man auch nicht die Pause auf einen vocalisirten 
Buchstaben setzt. Ist der Anfang eines Wortes vocallos, so 
mufs man ein Hamz bringen, das mit einem Vocal steht, um 
die Aussprache des vocallosen Buchstaben zu vermitteln. 



382 Der Formcmveol.Ml. 

niest- Hain/. Ihm Ist das Hamz der Verbindung (hamzatu-1- 
wasli). Seinem Wesen nach steht es nur beim Anfang und 
fällt bei der fortschreitenden Rede weg, vgl. istatbitü Im- 
perativ von istatbata. 

..Dies Hamz steht bei dem Verbum Perl'., das mehr als 
vier Buchstaben umfafst, vgl. ing'alä und dem Imperativ 
und Masdar desselben. Hierher gehört auch der Imperativ 
eines dreiradicaligen Verbum." 

Erkl. Da das Verbum ursprünglich Formenwechsel 
(tasrif) hat, ist bei ihm speciell häufig, dafs der erste Buch- 
stabe vocallos stellt, so dafs man des Hamz der Verbindung 
bedurfte. Jedes Perfectum, dafs mehr als vier Buchstaben 
hat, mufs zu Anfang ein Hamz der Verbindung haben, vgl. 
istaljrag'a, intalaka; wie auch der Imperativ istahrig' 
und das Masdar istihräg'un. Ebenso ist das Hamz beim 
Imperativ eines dreiradicaligen Wortes noth wendig, vgl. ihs'a, 
imdi von has'ija und madä. 

„Bei ismun, istun, ibnun, ibnimun hört man dies 
Hamz, diesen folgt itnäni, imru'un und deren Femininum, 
so auch aimunun. Das Hamz von al verhält sich so, 
es wird bei der Frage in Madda verwandelt oder leicht aus- 
gesprochen." 

Erkl. Man kennt das Hamz der Verbindung nicht bei 
einem Nomen, das nicht Masdar eines Verbum mit mehr als 
vier Buchstaben wäre. Nur zehn Nomina sind hiervon aus- 
genommen, vgl. ismun, istun, ibnun, ibnimun, itnäni, 
imru'un fem. imra'atun, ibnatun, ibnatäni und aimu- 
nun im Schwur. Unter den Partikeln steht dies Hamz bei 
al. Da das Hamz in al Fath hat, und ebenso das Hamz 
der Frage, so kann das Hamz der Frage nicht wegfallen, 
damit nicht die Frage mit der Aussage verwechselt werde, 
sondern man mufs an die Stelle des Hamz der Verbindung 
ein Alif setzen, vgl. äl-amiru, oder man mufs es in der 
Aussprache leicht machen. 

Vgl. ,.Ist es wahr, dafs wenn die AYohnung von Ribäb 
weit ab ist, oder abgebrochen wird eine Verbindung, dafs 
dein Herz dann fliegt." 



al-ibd«ilu. 383 



LXXIII. Das Setzen der Permutativ- Buchstaben. 

(al-ibdälu). 

„Die Permutativ-Buchstaben sind in „ha da' tu mutijän" 
enthalten. Setze Hamz am Ende an die Stelle von Wäw 
und Ja nach einem Alif, das als Zusatz steht. Beobachte 
dies in der Form fä c ilun bei den Verben, deren Mittelradi- 
cal schwach ist." 

Erkl. Dieses Capitel hat Verf. zusammengesetzt, um 
die Buchstaben darzustellen, welche allgemein an die Stelle 
von anderen gesetzt werden. Dies sind neun Buchstaben, 
die Verf. in seinem Wort hada'tu mutijän „ich ruhte 
als ein Sattelnder" zusammengefafst hat. In mutijän hat 
er Hamz erleichtert, da er Ja an die Stelle desselben setzte, 
weil dasselbe mit Fath versehn ist , und Kasr vor ihm steht. 
Aufser diesen Buchstaben werden nur abnormer Weise oder 
sehr selten, andere als Permutative gesetzt. Verf. nimmt 
darauf gar keine Rücksicht; so wenn man für idtagVa, 
iltag'a c a schreibt und für usailänun usailälun. Hamz ist 
Permutativ für jedes Wäw und Ja am Ende eines Wortes, 
wenn ein Zusatz- Alif denselben voraufgeht, vgl. du c ä 5 un, 
binä'un urspr. du c äwun und binäjun. Wäre Alif, das 
vor Wäw und Ja steht, kein Zusatz, so würde Hamz für 
dieselben nicht Permutativ sein, vgl. äjatun, räjatun. Eben- 
falls behauptet sich Ja und Wäw, wenn sie nicht am Ende 
stehn, vgl. tabäjunun, ta c äwunun. Hamz ist normaler 
Weise Permutativ für Wäw und Ja, auch wenn ihm noch 
ein Buchstabe folgt, doch müssen sie als Mittelradicale eines 
Part. act. vorkommen und beim Verbum als schwach behan- 
delt werden, vgl. kä'ilun, bä 5 i c un urspr. käwilun bäji c un. 
Man behandelt beide als schwache Buchstaben nach dem Vorbild 
des Verbum. So wie man sagt käla und bä c a, indem man 
den Mittelradical in Alif verwandelt, so sagt man auch kä'i- 
lun und bäYun, und verwandelt den Mittehadical des Part, 
act. in Hamz. Wird der Mittelradical im Verbum nicht als 
schwach gesetzt, steht er unverändert im Part, act., vgl. 
c awira, c äwirun, c ajina c äjinun. 

„Das Madda, welches als Zusatz in der dritten Stelle v . 945. 



384 Da* Setzen der iPernratativ- Buchstaben. 

beim Singular auftritt, erscheint ;ils Ilaraz in Wörtern wie 
kahVidu." 

Erkl. Hamz steht auch an der Stelle desjenigen Buch- 
staben, der sich dem Alif Pluralis in dem Paradigma ma- 
l'ä'ilu anschliefst, wenn derselbe ein Zusatz-Madda im Sin- 
gular war, vgl. kilädatun plur. kaltVidu, sahifatun 
saha'ifu. Ist aber dieser Buchstabe nicht Madda, so tritt 
Hamz nicht an die Stelle desselben, vgl. kisAvarun, kasa- 
wiru, auch nicht, wenn das Madda kein Zusatz war, ma- 
fazatun plur. mafäwizu. Es kommen wohl einige Fälle 
vor, die man merkt, aber nicht als Norm hinstellt, vgl. 
musibatun masä'ibu. 

„Ebenso verhält es sich mit dem zweiten von zwei wei- 
chen Buchstaben, die das Madda von mafä f ilun einschliefsen, 
vgl. plur. von najjifun." 

Erkl. Hamz ist Permutativ für den zweiten von zwei 
weichen Buchstaben, zwischen die das Madda von mafä c ilu 
tritt. Benennet man z. B. einen Mann mit najjifun und 
bildet dann den Pluralis fractus, so sagt man riaja?ifu, in- 
dem man Ja, welches nach dem Alif Pluralis steht als Hamz 
setzt, vgl. awwalu awä'ilu. Tritt zwischen beide Buchsta- 
ben das Madda von mafä c ilu, so wird die Verwandlung des 
zweiten dieser Buchstaben unmöglich, vgl. tawäwisu. Des- 
halb beschränkt Verf. dies auf das Madda von mafäSlu. 

„Versieh mit Fath und restituire Hamz in Ja bei den 
Wörtern mit schwachem Endradical. Bei Wörtern wie harä- 
watun wird dasselbe als Wäw gesetzt. In Hamz verwandle 
das Erste von zwei Waw im Anfang anderer Wörter als sol- 
cher wie wüfija, vgl. wüfija-1-as'ud." 

Erkl. Ist der Endradical von einer der beiden Gattun- 
gen: 1) sahifatun sahä^ifu und 2) najjifun naja^ifu ein 
weicher, wird derselbe dadurch erleichtert, dafs man Kasr 
des Hamz als Fath setzt und das Hamz durch Ja vertreten 
läfst, vgl. kadijjatun plur. kadäjä urspr. kadä 5 iju mit 
Verwandlung des Singular-Madda im Hamz, w r ie bei sahi- 
fatun plur. sahä/'ifu geschah; dann setzte man für das 
Kasr des Hamz ein Fath, dann hat Ja einen Vocal und ihm 
geht Fath vorauf, deshalb wird Ja in Alif verwandelt und 



al-ibdälu. 335 

cs wart! kadä'ä, wird dann Ja an die Stelle von Hamz <ic- 
setzt, so entsteht die Form kadäjä: 2) vgl. zäwijatun plur. 
zawajä urspr. zäwäPiju; an die Stelle des Wäw nach Alif 
plur. setzt man ein Hamz, wie bei najjifun najä'ifu, dann 
verwandelt man das Kasr des Hamz in Fath, worauf Ja in 
Alif verwandelt wird, weil es einen Vocal hat und ihm Fath 
voraufgeht; darauf verwandelt man Hamz in Ja, so entstellt 
zawajä. — Hamz ist nur Permutativ eines Ja, wenn der 
Endradical nicht ein Wäw ist, das im Singular rein ist, vo-1. 
hiräwatun. Ist der Endradical ein Wäw, das im Singular 
rein ist, wird Hamz nicht in Ja sondern in Wäw verwandelt, 
damit der Plural seinem Singular darin gleiche, dafs Wäw 
nach Alif als der vierte Buchstabe hervortritt, vgl. hiräwa- 
tun plur. haräwä für harä^iwu. Das Kasr des Hamz 
verwandelte man in Fath und Wäw in Alif, weil es mit ei- 
nem Vocal steht und ihm Fath voraufgeht, so entsteht ha? 
rä 5 ä, woraus man haräwä bildete, mit Verwandlung des 
Hamz in Wäw. — Es ist nothwendig, das erste von zwei 
Wäw, die im Anfange eines Wortes stehn, in Hamz zu ver- 
wandeln, wenn nicht das zweite Wäw ein Alif der Form fä c ala 
vertritt, vgl. awäsilu urspr. wawäsilu plur. von wäsila- 
tun. Das erste Wäw ist der erste Kadical, und das zweite ein 
Permutativ des Alif von fä ( ilatun. — Ist aber das zweite 
Permutativ des Alif von fä ( ala, kann man ein Permutativ 
nicht setzen, vgl. wiifija, würijä urspr. wäfä. Setzt man 
diese Form ins Passiv, mufs der vor Alif stehende Buchstabe 
Damm haben, und an die Stelle von Alif tritt Wäw. 

„Setze ein Madda an die Stelle des zweiten von zwei 
Hamz in einem Worte, im Fall dasselbe ruhend ist, vgl. ät i- 
run i'tumina pass. von Ptamana, er hat sich etwas anver- 
trauen* lassen. Steht dies Hamz mit Fath nach einein Damm 
oder Fath, so verwandelt es sich in Wäw. Nach einem Kasr 
läfst sich das mit Kasr versehene Hamz allgemein in Ja 
verwandeln. So lafs auch das mit Damm stehende Wort zum 
Wäw sich umwandeln, aufser wenn es am Ende eines Wortes 
steht. Dieses kommt allgemein als Ja vor. Bei a'umu und 
dergleichen sind zwei Aussprachen beim zweiten befolgt." 

Erkl. Kommen in einem Worte zwei Hamz zusammen, 
so mufs die Erleichterung eintreten, aufser wenn dieselben an 

25 



3<K(j Das Setzen der Permutativ -Buchstaben. 

der Stelle des zweiten Kadical stehn, vgl. sa^älun, ra^ftsun. 
Steht dann das erste der beiden Ilamz mit einem Vocal und 
«las zweite voeallos , so mufs an die Stelle des zweiten ein 
prosodisch langer Vocal treten, der dem ersten homogen ist. 
Ist der Vocal Fath, so tritt an die Stelle des zweiten 
Ilamz ein Ali!', vgl. atartu; ist er ein Damm, so wird 
"Wäw an die Stelle des zweiten Hamz gesetzt (ütiru), und 
wenn derselbe Kasr ist, ein Ja, vgl. itärun. Hat aber 
das zweite Hamz einen Vocal und zwar Fath, so wird Ilamz, 
wenn ihm ein Fath oder Damm voraufgeht, in Waw ver- 
wandelt, vgl. awädimu plur. von ädamu für a'tidimu, 
vgl. ferner uwaidimun. — Ist der Vocal des voraufgehen- 
den Hamz ein Kasr, so wird das zweite in Ja verwandelt, 
vgl. ijamma analog von isba c urspr. Pmam. Der Vocal des 
ersten Mim wurde auf das vor ihm stehende Hamz übertragen 
und Mim in Mim assimilirt, so entstand Pamma, und das zweite 
Hamz ward in Ja verwandelt, es entstand ijamma. Ist das zweite 
Hamz mit Kasr versehn, so wird es ganz allgemein in Ja 
verwandelt, d. i. gleichviel, ob der Buchstabe vor ihm a) mit 
Fath b) mit Kasr oder c) mit Damm stand, vgl. a) ajinnu 
Imperf. von an na urspr. ajinnu. Die Form AYard erleichtert, 
indem das zweite Hamz in einen seinem Vocal homogenen 
Buchstaben verwandelt wurde; doch werden die zwei Hamz 
auch unverändert beibehalten, vgl. a'innu. Diese Gebrauchs- 
weise wird jedoch in Wörtern, die nicht Verba sind, nicht ge- 
stattet, aufser in a'immatun; da dies mit dem Permutativ- 
und den eigentlichen Buchstaben vorkommt. Vgl. zu b) Pimma 
ähnlich dem isbi c Imper. von amma urspr. Pmim. Der Vocal 
des ersten Mim ward auf das zweite Hamz geworfen und 
Mim in Mim assimilirt, so entstand die Form Pimma. Das 
zweite Hamz ward nun erleichtert, da man ihm ein dem 
ersten Vocal entsprechendes Permutativ gab, so entstand 
ijimma. Vgl. zu c) ujinnu urspr. u^ninu, da es Imperf. ist 
von a 5 nantu; dann geschah die Uebertragung und Assimili- 
rung, dann wurde durch das Permutativ die Form erleichtert, 
da man für das zweite Hamz einen entsprechenden Conso- 
nanten, wählte, vgl. ujinnu. — Ist das zweite Hamz mit Damm 
versehen, so wird es in Wäw verwandelt , gleichviel, ob das 
erste a. mit Fath, b. mit Kasr oder c. mit Damm steht. Vgl. 
zu d) awubbun plur. abbun urspr. a ) bubun nach der Form 



al-bidälu. 337 

afSilun. Der Vocal des zweiten Radicals wird auf den er- 
sten übertragen, darauf trat die Assimilirung ein, so entstand 
a\ibbun; dann wurde das zweite Hamz erleichtert, indem 
man einen dem Vocal entsprechenden Buchstaben setzte 
awubbun. Vgl. zu b) iwummun analog dem isbu c un 
von amma und zu c) uwummun analog dem ublumun 
von amma. Das zweite Hamz mit Damm wird nur zuni 
Wäw, wenn es nicht als Endbuchstabe auftritt; thut es dies, so 
wird dasselbe ein Ja ganz allgemein d. h. gleichviel, ob das 
erste Hamz mit Damm, Kasr, Fath oder G'azm steht, vgl. von 
kara'a karVun, das Hamz wird dann in Ja verwandelt 
kar'ajun, somit hätte Ja den Vocal und der ihm voraufge- 
hende Buchstabe Fath; deshalb wird das Ja ein Alif, vgl. 
kar'ä. Bildet man eine Form, wie zibrig'un von kara'a, 
vgl. kirMjun, dann wird das letzte Hamz in Ja verwandelt, 
und es entsteht die Form kir^i, so wie das Defective. Bildet 
man eine Forin wie bürtunun von kara J a, entsteht kur'u- 
wun. Damm auf dem ersten Hamz in Kasr verwandelt, 
ergiebt kur^i wie al-müli. Steht das zweite Hamz mit 
Damm und hat der Buchstabe vor ihm Fath, drückt ferner 
das erste Hamz die erste Person aus, so hat man beim zwei- 
ten zwei Weisen: erstlich das Permutativ, vgl. awummu, 
zweitens die wirkliche Setzung des Hamz, vgl. a\immu. Aehn- 
lich sind die anderen Fälle, bei denen das erste Hamz die 
erste Person ausdrückt. Steht das zweite Hamz mit Kasr, 
so kann bei ihm das Permutativ oder der ursprüngliche Buch- 
stabe stehn, vgl. a'innu Imperf. von an na oder ajinnu. 

„In Ja verwandle ein Alif, das einem Kasr oder einem 
Ja des Diminutivs folgt. Thue das bei einem Wäw am 
Ende, dann vor einem Tä fem., und vor den beiden Zusatz- 
Buchstaben der Form fa ( länu. Dieses hält man auch für 
richtig beim Masdar eines Verbum mit schwachem Mittelra- 
dical. Die Form fi c äl aber ist meist regelmäfsig flectirt, 
vgl. al-hiwalu." 

Erkl. Steht das Alif nach Kasr, mufs es in Ja ver- 
wandelt werden, vgl. misbähun masäbihu. Dasselbe ge- 
schieht, wenn ihm ein Ja de3 Diminutivs voraufgeht, vgl. 
gazälun guzajjilun. — Das Wäw wird auch in Ja verwandelt, 
wenn es am Ende nach Kasr oder nach dem Ja des Diminutivs 

25* 
/ 



388 Daf Setaen der Permutativ- Buchstaben. 

steht und ebenso, wenn es dem Tä fem. oder den zwei Ver- 
mehrungsbuchstaben von iVilänun voraufgeht, und der vor 
ihm stehende Buchstabe Kasr hat, vgl. a. radija für ra- 
diwa von ar-ridwänu abgeleitet; b. g'urajjun Diminutiv 
von g'irwun urspr. g'uraiwun. Hier kommen Wäw und 
Ja zusammen, das Erste steht im G'azm vorauf. Waw wird 
in Ja verwandelt und Ja in Ja assimilirt; c s'äg'ijatun Part. 
fem., und so auch s'ug'ajjatun ein Diminutiv für s'ug'ai- 
w a t u n : d. g a z i j a n u n von a 1 - g a z w u. 

Waw wird nach einem Kasr in Ja vei-wandelt, bei dem 
Masdar eines jeden Verbum, dessen Mittelradical schwach ist, 
vgl. säma sijämun urspr. siwamun. Waw wird als schwach 
im Masdar behandelt in Bezug auf sein Verbum. Ist aber 
das Waw im Verbum stark, so wird es nicht als schwach 
im Masdar behandelt, vgl. läwada liwädun. So bleibt es 
auch fest, wenn ihm kein Alif folgt, selbst wenn es auch im 
Verbum schwach ist hala hiwalun. 

„Den Plural eines W'ortes, dessen Mittelradical als schwach 
behandelt wird, oder der ruhend ist, behandle mit dieser 
Schwäche, wo er vorkommt." 

Erld. So oft Wäw als Mittelradical eines Pluralis frac- 
tus steht, und es im Singular als schwach oder vocallos er- 
schien, mufs man dasselbe in Ja verwandeln, wenn der Buch- 
stabe vor ihm Kasr hat und ihm Alif folgt, vgl. tijäbun 
für tiwabun, dijärun für diwärun. Waw ward in Ja, 
im Plural verwandelt, da der vorhergehende Buchstabe mit 
Kasr steht und ihm Alif folgt, wiewohl es im Singular als 
schwacher Radical behandelt wird, vgl. därun; oder dem 
schwachen ähnlich ist, indem es als ein schwacher ruhender 
Buchstabe auftrat, vgl. taubun. 

„Man behandelt Wäw als stark in der Form fi c alatun; 
bei der Form fi c alun kann es beide Behandlungsweisen ge- 
ben, doch behandelt man es besser als schwach, vgl. al- 
hijalu." 

Erkl. Steht Wäw als Mittelradical eines» Pluralis, in 
dem Kasr ihm voraufgeht, wird es ferner als schwacher Buch- 
stabe im Singular behandelt, oder steht es in Ruhe, so folgt 
ihm auch kein Alif, und ist die Form wie fi ( alatun: so mufs 



nl-ibdälu. 359 

Wäw als starker Buchstabe behandelt werden, vgl. c üdun 
c iwadatun; abnorm ist taurun, tijaratun. Hieraus ergiebt 
sich, dafs Wäw nur als schwacher Buchstabe im Plural be- 
handelt wird, wenn Alif nach ihm steht, denn er erwähnt 
speciell bei der Form fi c alatun, dafs Waw in ihr als stark 
zu behandeln sei. Bei fi c alun erwähnt er, dafs Wäw als 
schwach oder stark in ihr behandelt werden könne, vgl. das 
starke in hiwag'un plur. von häg'atun und das schwache 
in kijamun von kam a tun. 

„Das Waw wird als Endradical nach einem Fath in Ja 
verwandelt, vgl. muHijäni und jurdajäni. Nothwcndig 
raufs man Wäw nach Damm für Alif setzen und ebenso für 
Ja, vgl. mükinun; dies erkenne hierfür an." 

Erkl. Steht Wäw am Ende als vierter oder späterer 
Buchstabe nach einem Fath, so wird es in Ja verwandelt a c taitu 
für a c tautu. Wäw wird im Perfectum in Ja verwandelt mit 
Rücksicht auf das Imperfectum ju c ti, wie man auch das Part, 
pass. dem Part. act. analog macht, vgl. mu c tajäni, richtet 
sich nach mu f tijäni, so jurdajäni urspr. jurdawäni, da 
es von ridwänun kommt. Wäw wurde nach dem Fath in Ja 
verwandelt, indem man das Passiv dem Activjurdijäni analog 
bildet. Für Alif mufs man Waw setzen, wenn dasselbe nach 
Damm steht, vgl. bäja c a pass. büji c a. — Steht das Ja nach 
Damm in einem Einzclwort, mufs man es durch Wäw ver- 
treten lassen, vgl. mükinun müsirun, da sie von aikana 
und aisara kommen. Stünde Ja mit Vocalen, würde es nicht 
als schwacher Buchstabe behandelt, vgl. hujämun. 

„Mit Kasr steht ein mit Damm versehenes Wort im v. 960. 
Plural, wie man sagt himun Plur. von ahjamu." 

Erkl. fa c lä 5 u und af c alu stehn im Plural nach fVlun, 
vgl. ahmaru h'amrä'ü humrun. Ist der Mittelradical bei 
dieser Gattung schwach, so wird er in Ja und das Damm 
in Kasr verwandelt, damit Ja richtig stehn könne, vgl. bai- 
dä 5 u bidun. Das Ja wird nicht in Wäw verwandelt, wie 
man es beim "Singular von mükinun thut, da man dies im 
Plural für zu schwer hält. 

„Mache Ja zu Wäw nach Damm, wenn es sich als der 
Endradical eines Verbum vorfindet, oder vor einem Tä, das 



390 Das Setzen der Permutativ -Buchstaben. 

dem Tu einer Form, die man von ramä analog dem mak- 
dnratun bildet, gleich ist. Ebenso ist's, wenn man eine 
Form \\io sabu'änun bilden würde." 

Evkl. Steht Ja als Endradical eines Verbum oder vor 
Ta lern, oder den zwei Zusatzbuchstaben von fa'ulänun, 
und steht mit Damm der bei den drei Grundformen*) ihm 
voraufgehende Buchstabe, somufs man dasselbe in Wfiw verwan- 
deln, vgl. a. kaduwa, b. marmuwatun gebildet von ramä, 
C. ramuwanun ein Nomen nach sabu'änun gebildet. Man 
verwandelt Ja in Waw in diesen Fällen, weil das ihm vor- 
aufgehende mit Damm steht. 

„Ist Ja der Mittclradical der Form fu c lä als Eigen- 
schaftswort, so wird dies auf zwei Weisen bei ihnen ge- 
funden." 

Erkl. Steht Ja als Mittclradical eines Eigenschaftswortes 
der Form fu c lä, sind zwei Weisen möglich: 1) Verwandlung 
des Damm in Kasr, damit Ja unverändert stehn könne, und 
2) das Belassen des Damm, so dafs Ja in Waw verwandelt 
werde; man sagt ad-dikä, al-kisä, so wie ad-dükä und 
al-küsä fem. von adjaku und akjasu. 



„Für den Endradical der Form fa c lä als Nomen ist 
AVäw Permutativ des Ja, vgl. takwä; meistens kommt dies 
Permutativ vor." 

Erkl. Waw ist Permutativ des Ja als Endradical eines 
Substantivs nach der Form fa c lä, vgl. takwä urspr. takjä, 
vgl. dazu takaitu. Ist fa c lä ein Eigenschaftswort, so ist 
Waw nicht Permutativ für Ja, vgl. sadjä. A cimlich wie 
t akwä ist fatwä dem Sinnenach, gleich al-futjä und bakwä 
in der Bedeutung von al-bukjä. Bisweilen wird Waw nicht 
für Ja gesetzt, wiewohl es den Endbuchstaben eines Sub- 
stantiv der Form fa ( lä bildet, vgl. rajjä. 

„Umgekehrt kommt der Endradical eines Eigenschafts- 
wortes nach fu ( lä vor, und dafs kuswä selten ist, ist wohl 
bekannt." 



*) usul bedeutet die Form ohne Veränderung des Endradicals, 
furü'un würden die mit Veränderung bezeichnen. 



al-ibdälo. 391 

Erkl. Das Wäw als Endradical der Form fu ( lä als Ei- 
genschaftswort wird durch Ja als Permutativ vertreten , vgl. 
ad-dunjä, al- f uljä; selten ist die Aussprache der Hig'äziten, 
vgl. kuswä. Ist aber die Forin fu c la Substantiv, bleibt 
Wäw erhalten, vgl. huzwä. 



„Wenn das voraufgehende Wäw oder Ja ursprünglich 
in Euhe steht und sie, sich verbindend, frei sind vom acci- 
dentiellen G'azm , so verwandle Wäw in Ja, sie miteinander 
assimilirend; abnorm ist, dafs denselben etwas anderes gege- 
ben werde als was hier vorgeschrieben ist." 

Erkl. Kommen Wäw und Ja in einem Worte zusam- 
men und geht eins von ihnen mit einem ursprünglichen G'azm 
vorauf, wird Wäw in Ja verwandelt und Ja in Ja assimilirt, 
vgl. sajjidun urspr. saiwidun. Wäw und Ja kommen zu- 
sammen, eins von ihnen geht mit G'azm vorauf, Wäw ver- 
wandelt sich in Ja, Ja wird in Ja assimilirt, so entsteht saj- 
jidun. Stehn aber Wäw und Ja in zwei Wörtern, so macht 
dies keinen Eindruck, vgl. ju c ti wäfidun. So ist es auch, 
wenn Wäw und Ja nur zufällig zum G'azm kommen , vgl. 
ru'jatun und rüjatun. Abnorm ist die Beibehaltung des 
Urspiuinglichen in jaumun aiwamu, abnorm Avird Wäw 
und Ja verwandelt in c awwätun. 

„Für Ja und Wäw mit Vocalen, die ursprünglich sind, 
setze, wenn sie einem Fath verbunden sind und der folgende 
Buchstabe mit Vocal versehn ist, ein Alif. Steht aber der 
folgende Buchstabe vocallos, verhindert er andere Kadicale 
als den Endradical schwach zu behandeln. Was diesen an- 
langt, wird er nicht durch einen vocallosen Buchstaben ver- 
hindert als schwach behandelt zu werden. Ausgenommen 
ist nur Alif oder ein Ja, in welchem ein Tas'did gewöhn- 
lich ist." 

Erkl. Steht Wäw und Ja mit Vocalen nach Fath, so 
werden sie in Alif verwandelt, vgl. käla für kawala, bä c a 
für baja c a. Sie verwandeln sich in Alif, da sie Vocnle ha- 
ben und der Buchstabe vor ihnen Fath hat. Dies gilt, wenn 
ihre Vocale ursprünglich sind, sind sie aber zufällig, rech- 
net man sie nicht, vgl. g'ajalun aus g'ai'alun, und tawa- 



392 ' Permutativ -Buchstaben. 

mini aus luii'amun. Steht aber der Buchstabe nach Waw 
und Ja vooallos, ohne Endradical zu sein, so nuifs derselbe 
erhalten bleiben, vgl. bajanun, tawilun. Ist dies aber der 
Fall, mufs man ihn als schwach behandeln, wenn nicht der 
ruhende Buchstabe nach Wav und Ja ein Alif oder ein ver- 
doppeltes Ja ist, vgl. ramjä, c alawijjun. — Die Regel findet 
statt bei jahs'auna urspr. jahs'ajüna. Das Ja wird in Alii' 
verwandelt, da es mit Vocalcn steht und der Buchstabe vor 
ihm ein Fath hat, dann fiel dies Alif weg, weil es als ru- 
hendes mit dem ruhenden Waw zusammenstieß. 

„Stark ist der Mittelradical bei der Form von fa c alun 
und fa c ilun, wenn es die Form af c alu bildet, vgl. ag- 
jadu ahwalu." 

Erkl. Jedes Verbum, dessen Part. act. nach der Form 
af c alu gebildet wird, mufs seinen Mittelradical als stark be- 
handeln, vgl. f awira aSvaru, hajifa ahjafu; das Masdar 
richtet sich nach seinem Verbum, vgl. c awarun, hajafun. 

„Thut die Form if'ta f ala den Sinn von tafä c ala dar, 
so wird, wenn der Mittelradical Waw ist, derselbe erhalten 
und nicht als schwach behandelt." 

Erkl. Bildet man die Form ifta c ala mit schwachem 
Mittelradical, so mufs sich derselbe richtigerweise in Alif 
verwandeln, vgl. i c täda, da er mit einem Vocal steht und 
der Buchstabe vor ihm Fath hat. Hat aber ifta c ala die Be- 
deutung von tafa c ala, d. i. haben sie Gemeinschaft im Sinn 
des Activum und Passivum, so richtet sich die Form ifta c ala 
nach der andern darin, dafs sie diese Buchstaben als stark 
behandelt, wenn Waw der Mittelradical ist, vgl. is'tawarü; 
ist aber der Mittelradical Ja, mufs er als schwach behandelt 
werden, vgl. ibta c ü. 

„Kommt zwei Buchstaben die Behandlung als schwache 
zu, so wird der erste als stark behandelt. Das Umgekehrte 
ist bisweilen richtig." 

Erkl. Sind in einem Worte zwei schwache Buchstaben, 
von denen jeder mit Vocalen steht, und denen beiden ein 
Fath voraufgeht, so kann man sie nicht zugleich als schwach 
behandeln, damit nicht zwei schwache hintereinander in 



al-ibdälu. 393 

einem Worte folgen. Noth wendig behandelt man den einen 
als stark und den anderen als schwach. Das Richtigste ist 
den zweiten als schwach zu behandeln, vgl. al-hajä al- 
hawä urspr. hajajun, hawajun. Bei dein zweiten und 
dritten Hadical findet sich eine Ursache, sie schwach zu be- 
handeln, und nur der dritte wird als solcher behandelt, da 
der Endbuchstabe die Stelle zur Aenderung bietet. Abnorm 
ist es den Mittelradical als schwach und den Endradical als 
stark zu behandeln, vgl. gajatun. 

„Der Mittelradical eines Wortes , an dessen Ende ein 
dem Substantiv speciell zukommender Zusatz tritt, mufs er- 
halten werden." 

Erkl. Ist der Mittelradical eines Wortes ein vocalisirtes 
Wäw oder Ja, dem ein Fath voraufgeht, und steht am Ende 
ein Zusatz, der nur dem Substantivum gebührt, so kann 
man Wäw und Ja nicht in Alif verwandeln, sondern mufs 
sie als stark behandeln, g'awalanun, hajamänun, abnorm 
ist mähänu däränu. 

„Vor Bä verwandle ein Nun in Mim, wenn es vocallos v. <.i7: 
steht, vgl. man batta-nbidä." 

Erkl. Da die Aussprache eines ruhenden Nun vor Bä 
schwer ist, so ist die Verwandlung des Nun in Mim noth- 
wendig ohne Unterschied, ob es getrennt oder verbunden 
stand. Beide Fälle sind im Beispiele: „Wer abschneidend 
sich von dir trennt, den verwirf." 



„Auf einen ruhenden Buchstaben, der stark ist, übertrage 
die Vocale eines schwachen, der als Mittelradical eines Ver- 
bum vorkommt, vgl. ab in." 

Erkl. Ist Wäw oder Ja als Mittelradical eines Verbum 
mit einem Vocal versehn und ist der voraufgehende Buch- 
stabe ruhend und stark, so mufs man den Vocal des Mittel- 
radicals auf den ruhenden Buchstaben übertragen, vgl. jabinu 
für jabjinu. Ist der ruhende Buchstabe aber nicht stark, 
so wird der Vocal nicht übertragen, vgl. bäja f a, bajjana, 
'awwaka. 

„Die Verba, welche nicht Verba der Verwunderung, 



394 Die Setzung der Pcwüafcativ-Buclistaben. 

auch nicht wie abjadda (der Dten Form) oder wie ahwil (mit 
sehwachem Endradical) sind, werden als schwach behandelt." 

Erkl. Der Vocal des Mittelradicals Avird nur auf einen 
starken ruhenden Buchstaben vor ihm übertragen, wenn das 
Vcrbum weder ein Verbum der Verwunderung noch eins mit 
Doppelbuchstaben (der 9ten Form), noch eins mit schwachem 
Endradical war. Ist es aber ein solches, so findet keine 
Ucbcrtragung statt, vgl. mä abjana-s'-s'ar'a, abjin bihi; 
abjadda, aswadda; ahwä. 

„Aehnlich einem Vcrbum ist in dieser Schwäche ein 
Nomen, das einem Imperfectum gleicht und in dem ein be- 
sonderer Character liegt." 

Erkl. Die Nomina, welche dem Verbum Imperfectum 
entweder in ihrem Zusatz oder in ihrer Form ähnlich sind, 
haben dieselbe Regel in der Behandlung der schwachen Buch- 
staben und der Uebertragung wie die Verba. Ein Nomen, 
das dem Imperfectum in seinem Zusatz gleicht, wäre tibi c un, 
welches ähnlich dem tihlP mit Hamz, von al-bai f u abgelei- 
tet wird, ursprünglich wäre tibji c un. Der Vocal des Ja 
wurde auf Bä übertragen, und so entstand tibi'un. Ein 
Wort, welches dem Imperfectum in seiner Form gleicht, wäre 
makämun urspr. makwamun. Der Vocal des Wäw ward 
auf Käf übertragen, dann ward Wäw in Alif verwandelt, um 
es dem Fath homogen zu machen. Gleicht ein Nomen dem 
Verbum in Form und Zusatz, so kann es von einem Verbum 
übertragen sein oder nicht. Ist es von demselben übertragen, 
wird dasselbe wie mit schwachen Buchstaben behandelt, vgl. 
jazidu; wo nicht, so wird dasselbe als starkradicalig be- 
trachtet, vgl. abjadda, aswadda. 

„mif c alun steht mit starken Radicalen wie mii' c älun; 
das Alif von if c alun und istif c älun entferne bei Verben 
mit schwachen Radicalen. Wegen dieser Schwäche setze 
nothwendig Tä als Stellvertreter. Die Wegnahme desselben 
durch Uebertragung (der Vocale) kommt bisweilen vor." 

Erkl. Da mif c älun dem Verbum nicht ähnelt, so ist es 
passend, dasselbe als starkradicalig zu behandeln, vgl. m i s w ä- 
kun, auch richtet man sich bei mifcalun danach, weil es dem 
mif c älun in der Bedeutung gleicht; es steht mit starken 



al-ibdälu. 395 

Radicalen wie auch mifSllun, vgl. mikwalun und mikwä- 
lun. Hat das Masdar nach der Form if' c älun und istifälun 
einen schwachen Mittelradical, so wird das Alif desselben 
weggenommen, weil es als ein ruhendes mit dem Alif, das 
an der Stelle des Mittelradicals steht, zusammenstöfst, vgl. 
ikämatun und istikämatun urspr. ikwämun und istik- 
wämun. Der Vocal des Mittelradicals wurde auf den ersten 
übertragen, und das Wäw in Alif verwandelt, damit es dem 
Fath vor ihm homogen sei. Es stofsen also zwei Alif zu- 
sammen und das zweite von ihnen ward weggenommen ; dann 
tritt Tä fem. an die Stelle des ausgefallenen und so entsteht 
ikämatun und istikämatun. Bisweilen fällt dies Tä weg, 
vgl. ag'äba, ig'äbun. 

„Was bei der Form if c älun in Hinsicht der Wegnahme 
und Uebertragung geschieht, kann auch bei maf f ülun ge- 
schehn, vgl. mabi c un und masünun. Selten ist die Erhal- 
tung der ursprünglichen Form bei den Verben mit Wäw, 
bei denen mit Ja hingegen ist dies wohl bekannt." 

Erkl. Wird ein Part. pass. von einem Verbum mit 
schwachem Mittelradical, d. h. mit Wäw und Ja gebildet, 
so ist hierbei nothwendig, was bei if c älun und istif c älun 
nothwendig ist hinsichtlich der Uebertragung und der Weg- 
nahme, vgl. Part. pass. von bä f a und käla, mabi c un ma- 
külun für mabjü c un und makwülun. Der Vocal des 
Mittelradicals wird auf den ruhenden Buchstaben vor ihm 
übertragen. Dann stofsen zwei ruhende Buchstaben, nämlich 
der Mittelradical Wäw oder Ja und das Wäw der Form 
maf'ülun zusammen. Das Wäw der Form maf c ülun fällt 
weg, und so entsteht mabi c un und makülun, indem man 
Damm in Kasr verwandelt, damit Ja stehn kann. Selten er- 
hält man dies Wäw bei den Verben, deren Mittelradical ein 
Wäw ist, man sagt taubun maswünun; das normale wäre 
masünun. Nach der Redeweise der Tamimiten erhalten die 
Wörter, deren Mittelradical Ja ist, dasselbe; man sagt nach 
ihnen mabjü'un und mahjütün. 

„Vollständig bilde die Form maf c ülun von einem Ver- 
bum wie c adä; behandle sie als schwach, wenn du nicht das 
Bessere für passend hältst." 



396 Die Setiung der Permutativ-Buchstaben. 

Erkl. Wird die Form maf'ulun von einem Verbum 
mit schwachem Endradical gebildet, so ninfs sie durch Wäw 
oder Ja schwäch sein. Ist sie durch Ja geschwächt, rnufs 
man sie als schwach behandeln dadurch, dafs man das Waw 
der Form maf c ulun in Ja verwandelt und es mit dem End- 
buchstaben des "Wortes durch Tas'did vereinigt, vgl. mar- 
mijjun urspr. marmüjun. Waw und Ja kommen zusam- 
men, das Eine von ihnen geht in der Ruhe vorauf, Waw 
wird in Ja verwandelt und Ja in Ja assimilirt. Dies erwähnt 
Verf. nicht, weil es schon vorher erwähnt ist. Ist das Ver- 
bum schwach durch Waw, so ist es das beste, dasselbe zu 
erhalten, wenn das Verbum nicht nach fa c ila geht, vgl. 
ma c duwwun von c ada. Manche behandeln ein solches Ver- 
bum als schwach und sagen ma c dijjun. Hat das Verbum 
zum Endbuchstaben Wäw, und geht es nach der Form fa f ila, 
so ist es fein, dasselbe als schwach zu behandeln, vgl. mar- 
dijjun von radija, und Kur. 89, 26. „Kehre zu deinem 
Herrn zurück Wohlgefallen habend und wohlgefällig." Die 
Erhaltung des Wäw ist selten, vgl. marduwwun. 

„So findet sich in beiden Weisen die Form fu c ülun 
von den Worten, die Wäw als Endbuchstaben im Plural ha- 
ben, oder in einem Singular, der vorkommt." 

Erkl. Wird ein Nomen nach fu c ülun gebildet, so sind, 
wenn es im Plural steht und der Endradical Wäw ist, zwei 
Weisen möglich: 1) die Erhaltung des Endradicals und 2) die 
Behandlung desselben als schwachen Buchstaben, vgl. c usij- 
jun Plui-al von c asän, ubuwwun Plur. von abun. Doch 
ist's besser, sie als schwach im Plur. zu behandeln. Bei ei- 
nem Singular kann man den Endradical als schwach behan- 
deln, aber auch ihn erhalten. Die Erhaltung desselben ist 
jedoch besser, vgl. ( alä, c aluw r wun. Selten nur kann man 
ihn als schwach behandeln, vgl. kasä kusijjun." 

„Bekannt sind Fälle wie nujjamun und nijjamun für 
nuwwalmun, doch von Wörtern w ? ie nujjamun wird die Ab- 
normität berichtet." 

Erkl. Ist die Form fu (C alun Plural von einem Worte, 
dessen Mittelradical Wäw ist, so kann man dies erhalten oder 
als schwach behandeln, wenn vor dem Endradical kein Auf 



al-ibcliilii. 397 

vorhergeht, vgl. sä'imun plur. suwwamun und sujjamun. 
Ist vor dem Endradical ein Alif, so mufs dasselbe erhalten 
werden; dasselbe als schwach zu behandeln ist abnorm, vgl. 
nuwwämun. Vgl. „Nur ihr Wort hielt in Zaum den Schlä- 
fer (an-nujjäma)." 

„Das Verbum mit schwachem Anfangsbuchstaben ver- 
wandelt denselben in Tä in der achten Form; abnorm ist dies 
beim Hamz, vgl. Ptakala." 

Erkl. Wird die Form ifti c älun und deren Unterabthei- 
lungen von einem Worte gebildet, dessen erster Eadical ein 
schwacher Buchstabe ist, so mufs man den schwachen Buch- 
staben in Ta verwandeln, vgl. ittasala ittisälun urspr. 
iwtisälun. Tritt der schwache Buchstabe an die Stelle von 
Hamz, kann man denselben nicht durch Tä vertreten lassen, 
vgl. akala SteForm Ptakala. Hier tritt an die Stelle des Hamz 
ein Ja. Es ist unmöglich, an die Stelle des Ja ein Tä zu 
setzen; abnorm ist ittazara mit Verwandlung des Ja 
in Tä.*) 

„Tä wird in Tä in den Formen von ifta'ala verwandelt 
zum Zungen -Anschlufs an den Obergaumen. In iddäna 
izdäda iddakara bleibt es Dal." 

Erkl. Steht das Tä der achten Form nach einem Buch- 
staben des Zungen-Anschlusses, d. i. s, d, t, z; so mufs man 
es in t verwandeln, vgl. istabara urspr. istabara. An die 
Stelle von Tä in ifta c ala tritt Tä. Steht Tä der achten 
Form nach d, z, d, so wird es in Dal verwandelt, vgl. die 
Beispiele. Man hält Tä nach diesen Buchstaben für schwer 
und setzt Däl an dessen Stelle, Dal mit Däl wird durch 
Tas'did vereinigt. **) 



„Den Anfangsbuchstaben eines Imperativ und Imperfec- 
tuin von einem Verbum wie wa f ada nimm weg. Bei Wörtern 



*) ittaftada ist nach den Arabern nicht von aha da, sondern 
von tahida gebildet. 

**) In der VIII. Form der Verba mit Däl hat man gewöhnlich 
die Formen itZdakara, uZ cZakara und iddakara, doch ist das Rich- 
tige, Dal in Däl übergehn zu lassen. 



3i>}s Di« Setamg der Permotativ-BachBtaben. 

wie 'idatun ist dies durchgängig. Die' Wegnahme des Hamz 
von af'aln Bteht fest im lmperfectum und den beiden Bil- 
dongcn des \ erbalriomen." 

Erkl. Hat das Perfectum einen schwachen Anfangs- 
buchstaben, vgl. waada, so mufs man denselben im Imperativ, 
[mperfectum und dem Masdar, das mit Tfi lern, steht, weg- 
nehmen. Ist das Masdar nicht mit Ta gebildet, so ist die 
Wegnahme des ersten Kadicals nicht möglich, vgl. wa'ilun. 
So ist auch die Wegnahme des im lmperfectum, Part. act. 
und pass. stehenden Hamz noth wendig, vgl. akrama, ju- 
krimu urspr. ju'krimu. Ebenso ist in mukrimun und 
mukfamun Hamz weggenommen. 

„zaltu und ziltu werden für zalaltu und zalil tu 
gebraucht, so auch kirna für ikrirna; karna wird nur 
überliefert." 

Erkl. Lehnt sich das Verbum Perf. mit einem verdop- 
pelten Buchstaben, dessen Mittelrädical Kasr hat, an das Ta 
oder Nun des Pronomen, so giebt es drei Wortbildungen: 
1) dafs es vollständig stehe, vgl. zaliltu; 2) die Wegnahme 
des Endradicals und Uebertragung des Vocals des zweiten 
Kadicals auf den ersten, vgl. ziltu; 3) die Wegnahme des 
Endbuchstaben und das Lassen des ersten ßadicals mit sei- 
nem Yocal, vgl. zaltu. Das lmperfectum des Verbum mit 
einem verdoppelten Buchstaben, welches nach der Form ja- 
f*ilu geht, kann, wenn es mit Nun Fem. verbunden wird 
durch die Wegnahme des Mittelradicals erleichtert stehn, 
nachdem der Yocal desselben auf den ersten Kadieal über- 
trafen war. Dasselbe geschieht auch beim Imperativ: für 
jakrirna sagt man jakirna, für ikrirna sagt man kirna. 
Verf. deutet dann auf die Lesart des Näfi c und c Asim in 
Kur. 33, 33 hin, karna fi bujütikuin urspr. ikrarna von 
karra jakarru = jakirru. Ibnu-1-Kattä ( i überliefert diese 
Form. Dann wird sie durch die YVegwerfung des zweiten 
Kadicals erleichtert, nachdem der Vocal übertragen ist. Dies 
ist selten, denn diese Erleichterung findet sich eigentlich nur 
bei den Wörtern, deren Mittelrädical mit Kasr steht. 



al-idr/äm. #j)j) 



LXXIV. Die Assimilirung zweier Buchstaben durch 
Tas'did. 

(al-id*/äm). 

„Den ersten von zwei gleichen Buchstaben, die mit Vo- 
calcn stehn und in einem Wort vorkommen, vereinige durch 
Tas'did mit dem folgenden, aufser wenn das Wort nach dem 
Paradigma sufafun, du lu hin, kilalun, lahabun oder wie 
g'ussasun und uhsusa-bi, oder wie hailalun ist. Abnorm 
ist bei alilun und dgl. eine Zerspaltung durch Uebertragung, 
doch wird sie angenommen." 

Erkl. Stehn zwei gleiche Buchstaben mit Vocalen in 
einem Worte, so wird der erste von beiden mit dem zwei- 
ten durch Tas'did vereinigt, im Fall sie weder zu Anfang 
stehn, noch die Worte worin sie stehn, Nomina nach den 
Formen a. fu ( alun, b. fu c ulun, c. fi c alun, oder d. fa c alun 
sind, noch e. der erste von den beiden ähnlichen Buchsta- 
ben sich mit einem schon tas'dirtcn verbindet; ferner /*. darf 
der Vocal des zweiten von ihnen nicht zufällig und g. nicht 
das Wort, in dem sie sich finden, an etwas anderes ange- 
schlossen sein. Stehn sie voran, ist keine Vereinigung der- 
selben möglich, vgl. dadan. So verhält es sich auch, wenn 
einer der erwähnten Fälle eintrifft, vgl. a. durarun, b. g'u- 
dudun, c. limamun, d. talalun, e. g'ussasun plur. von 
g'ässun, f. uhsusa-bi, der Vocal des Hamz ward hier 
auf s übertragen; g. hailalun, d. i. mehrere Mal das Wort, 
„es giebt keinen Gott als Gott sagen", vgl. kardadun, 
mahdadun. Tritt aber keiner dieser Fälle ein, so ist die 
Vereinigung durch Tas'did nothwendig, vgl. radda für ra- 
dada, danna für danina. Es kommen Zerspaltungen vor 
in Wörtern, deren normale Form die Vereinigung durch 
Tas'did nothwendig verlangte, doch wird so etwas als abnorm 
behandelt und nicht als Norm aufgestellt, vgl. alila-s-sikä'u 
„verdorben ist der Schlauch" und lahihat c ainuhu, „seine 
Augen haben zusammenhängende Wimpern." 

„Bei hajija kann man die Zerspaltung (fakku) wie auch 
die Assimilirung eintreten lassen; ebenso verhalten sich Worte 
wie tatasfallä und istatara." 



1<><> Die Assiniilirun^ /wciov Buchstaben durch Tas'did. 

Erkl. Verl', behandelt jetzt die Stellen, in denen die 
.Wimilirung und die Spaltung möglich ist. Bei dem vor- 
her erwähnten mufa die Vereinigung eintreten, aber mit ha- 
jija /»igt Verf. die Fülle an, in denen die beiden gleichen 
Buchstaben zwei Jfi sind, die nothwendig mit Vocalcn stclm. 
Hier ist die Assimilirung cingestandenermarsen möglich, vgl. 
hajja. Ist aber der Vocal des einen der beiden ähnlichen 
Buchstaben zufällig wegen eines Kcgens, so ist die Vereini- 
gung cingestandencrinafsen unmöglich, vgl. lan jahja. Bei 
dem \crbum, das mit zwei Ta beginnt, kann man die Ver- 
einigung eintreten lassen, aber auch die Spaltung. Bei der 
letzteren, und die ist normal, sieht man darauf, dafs die zwei 
ähnlichen Buchstaben zu Anfang stehn. Wer beide asshnilirt, 
will damit eine Erleichterung bewirken, und sagt ittag'alla. 
Beide ähnliche Buchstaben sind vereint, dann steht das eine 
Ta vocallos und man setzt das Hamz der Verbindung, um 
die Aussprache des einen ruhenden Buchstaben zu vennit- 
teln. Ebenso wäre die Norm der zwei Ta in istatara. Hier 
kann man die Spaltung eintreten lassen, da der vor den bei- 
den ähnlichen Buchstaben vorhergehende in Ruhe steht, doch 
kann man auch die Vereinigung bewirken, nachdem der Vo- 
cal des ersten der zwei ähnlichen Buchstaben auf den ruhen- 
den Buchstaben übertragen ist, vgl. sattara, jasattiru, 
gittärun. 

,,Eine mit zwei Tä beginnende Form wird oft auf ein 
Tu beschränkt, vgl. tabajjanu-l- c ibaru." 

Erkl. Man sagt bei tata c allamu und dergl. ta c allamu. 
Eins von den beiden Tä fällt weg und das andere wird ge- 
lassen. Dies ist sehr häufig, vgl. Kur. 70, 4. „Es stiegen 
Engel und der Geist auf ihnen (auf den Stufen des Thro- 
nes) auf und nieder."*) 

„Die Spaltung tritt bei den vereinigten Buchstaben ein, 
wenn der eine Buchstabe ruhend wird, weil er mit dem Pro- 
nomen nominativi verbunden steht, vgl. halaltu. Beim G'azm 
und ähnlichen Fällen steht die Wahl frei." 



c ) ar-rü/tu ist nach den meisten Gabriel, doch sagt man auch, 
es sei ein Engel, den man nicht sehn kann, der aber an der Spitze 
der Engel stehe, vgl. Beidhawi ed, Fleischer zu 70, 4, II. pag. 35G. 



al-idffüm. A0\ 

Erkl. Wird mit dem Verbum, dessen Mittelradical mit 
dem Endradical durch Tas'did vereint ist, ein Pronomen no- 
minativi verbunden, so ist der Endbuchstabe ruhend und es 
mufs nothwendig die Spaltung eintreten, vgl. halaltu, 
halalnä etc. Tritt ein Regens des G'azm vor das Verbum, 
kann man die Spaltung eintreten lassen wie in lam jahlul, 
vgl. Kur. 20, 83. „Der, auf welchem mein Zorn ruht", und 
Kur. 2, 214. „Wer von Euch von seiner Religion abfällt." 
Die Spaltung des Tas'did ist die Gebrauchsweise der Hig'a- 
ziten. Doch ist auch die Vereinigung durch Tas'did mög- 
lich, vgl. Kur. 59, 4. in der Sure der Gerichtsversammlung: 
„und wer da widerstreitet Gott und seinem Gesandten." 
Dies ist die Gebrauchsweise der Tamimiten. Aehnlich dem 
g'azmirten Imperfectum ist der ruhende Buchstabe beim 
Imperativ, vgl. uhlul. Man kann auch hulla sagen, denn 
dem Imperativ kommt dasselbe wie dem g'azmirten Im- 
perfectum zu. 

„Die Spaltung ist bei der Form a f c i 1 der Verwunderung 
nothwendig, die Assimilirung ist auch in halumma not- 
wendig." 

Erkl. Von den Imperativen, in welchen beide Ge- 
brauchsweisen stattfinden können, vgl. uhlul und hulla, 
weicht man in zwei Fällen ab: 1) bei der Form der Ver- 
wunderung af c il, da mufs die Spaltung stattfinden, vgl. 
ahbib bizaidin; 2) bei halumma, denn hier legt man die 
Assimilirung als Gesetz auf. 



„Was zusammen zu fassen ich sorgte, ist vollendet in 
Versen, die die Gesammtheit des Wichtigen umschliefsen; 
die aufzählen die Quintessenz aus der Käfija, wie es erfor- 
dert ein Genüge ohne Mangel. Ich preise Gott, indem ich 
seegne den Muhammad, den Besten der Propheten, der herab- 
gesandt ward; so wie seine Verwandschaft, die glänzende, 
edle, die fromme und seine Genossen, die Erwählten, die 
Trefflichen." 



Systematische Uebersicht des Inhalts. 

(Die Zalilen bezeichnen die Seiten der deutschen Uebersetznng). 

I. Lautlehre. 

Consonantenwechsel, Permutativbuehstaben 383. 

Tas'did 399. 

Hamza 381. 

Wasla 381 f. 

Madda 383 f. 

Veränderung von Alif, Ja, Wä 387 f. 

Imäla 371. 

Pause 367. 

Apocope bei Kufwörtern 282. 

II. Formen- und Wortbildungslehre. 

1) Das Wort, Grundbegriffe 1 f. 

2) Die Flexion lt. 304. 

3) Das Verbum, seine Kennzeichen 4 f.. sein Sinn 147. 

Seine Flectirbarkeit und Flexion S f . 304. 
Transitiv und intransitiv 139. 
Passivbildung 128, beim schwachen Verbum 129. 
Modi 5., Pleonastisches küna 7 4. 
Tempora 5. 
Perfect 9. 
Imperfect 9 f. 
Imperativ 5 f. 

Das Nun der Bestätigung im Imperativ und Futur 290. 
ünregelmäfsige Verba: 

Defective Verba, käna etc., laisa, däma 69. 70. 72. 
jakun 75. 
käda, aus'aka 85 f. 
'asä, iÄlaula£a 86. 
hab, ta'allam 110. 






Systematische Uebersiclit des Inhalts. 403 

4) Das Nomen, seine Kennzeichen 3 f. 

a. Das Bestimmte und das Unbestimmte 22 f. 
Das Flexionsfähige und Flexionsunfähige 6. 
Das flexionsfähige Nomen 8. 11. Flexion 294. 

b. Das Nomen substantivum. 

Einfache Form 2 7 6. 

Relativnomen und Derivatum auf ijjun 360. 

Diminutiv 355. 

Participium activi und passivi und Verwandtes 225. 395. 

Verbalnomen, Masdar 221. 

Plurilitera 3 7 6 f. 

Die beiden Declinationen 8. 

Schwache Declination 20. 
Genusbezeichnung : 

Femininbildung 296. 334. 
Numerus: Pluralbildung 26 7. 

Pluralig sanus 15 f. 

Pluralis sanus feminini 18 f. 

Pluralis fractus 344. 

Plural vom verkürzbaren und gedehnten Nomen 340. 

Dualis 13 f. vom verkürzb. und gedehnten Nomen 340. 
Das Tanwin 3. 
Casus 11. 

Defective, Nomina 158. 159. 
Declination von abun, aÄun etc. 12 f. 
Verkürzung und Dehnung 3 38. 
Der Eigenname 30. 

Seine drei Theile (Name, Zuname, Beiname) ibid. 

Seine zwei Classen (Personen- und Gattungsnamen) 33. 

Bildung desselben 31 f. 

Uebertragene, improvisirte , zusammengesetzte Eigen- 
namen (aus Annexion, Mischung, ganzen 
Sätzen) 32 f. 

Declination und Flexion des Nomen proprium 32 f. 
2 98 f. 

c. Das Adjectivum 2 48. 

Die Comperativform 242. 

d. Das Zahlwort 326 f. 

S) Das Pronomen 23. 24. 25. 

a. Der Artikel 324. (45 f.) 

b. Selbständige Pronomina 

Nominativformen 25 f. 
Accusativformen 2 6. 

c. Das verborgene und hervortretende Pronomen p. 25. 



404- Systematische Uebcrsicht des Inhalts. 

Das nothwendig verborgene 25. 

Das erlaubter Weise verborgene 25. 54 f. 

Das hervortretende 25. 54 f. 
d Suffixa 23. 

der ersten Person 24 in der Flexion 210. 211. 

Einschiebung des n vor dem Ja der 1. Pers. 28 — 30. 
Ausnahmen davon ibid. 

der zweiten und dritten Person 24. 
e. Demonstrativum 34 f. 

der Nähe, da., dl, ti, tä 34. hunä etc. 3 5. 

das etwas entferntere, däka 35. 

der Entfernung, dälika etc. 3 5. 

hunälika. hunäka, hinnä 25. 
/. Relativum (das nominale Mausul) 35 f. 

alladi. allati 35 f. 37 f. 

man, mä, al 88. 

du 38 f. 

da 39. 

ajjun 41 f. 
6) Partikelu, das sie unterscheidende 5. 

Aehnlichkeit des Flexionsunfähigen mit ihnen 6 — 8. 

Unflectirbarkeit 10. 

Präpositionen, s. Syntax. 

Conjunctionen (das partikelartige Mausül) 3 6. 
Vgl. Syntax. 

Interjection , vgl. Syntax (Verwunderung, Frage etc.) 

III. Syntax. 

1) Begriff' des Satzes und der Rede überhaupt 2. 

2) Das Nomen und seine Casus. 

ct. Nominativ, Casus des Fä c il 118. des Mubtada' 49. letzte- 
res anders nach inna und den verwandten Partikeln, wo 
dasselbe in den Accusativ tritt 87 f. 
Das //abar im Nominativ ausnahmsweise, auch nach 
Negationen 7 7 f. 
b. Accusativ nach käna, zanna u. s. w. 6 7 f. 
nach käda u. s. 8. 82 f. 
nach den Partikeln mä, lä, lata, inna 7 6 f. 
des Mubtada' nach inna und dessen Verwand- 
ten 87 f. 
zum Ausdruck des Zeit 155. 156. 
des Maafses 183. 
des Orts 155. 157. 
des Zustandes 17 0. (i/äl). 



Systematische Uebersicht des Inhalts. 405 

zum Ausdruck des Mitseins, besonders nach 
wa 159 f. 
des Motivs 153. 
der Specificirung, Erläuterung 
(Tamjiz) 182. (Vertretung 
desselben durch min 181). 
nach illä s. d. 
' in der Sifa 223. 

c. Genitiv, wodurch er hervorgerufen werde 3. 

des .öabar 7 9. 

der Icföfa 194. 

der Sifa 228. 

nach Präpositionen s. d. 

d. Vocativ 2 71. 

c. Anordnung der Namen im Eigennamen 31 f. 

3) Adjectiv 248. 

der Comparativ 178. 183. 242. 

4) Das Zahlwort 326. 

5) Das Verbum: 

Das Imperfectum nasbatun (Subjectiv) 304. 
Das Imperf. g'azmatum 312. 

6) Das Pronomen: 

Das selbständige darf nicht stehn, wenn da3 Suffix 

stehn kann 2 6. Ausnahmen 26 f. 
Anordnung gehäufter Pronomina suffixa 2 7 f. 
#ikäja 332. 

7 ) Der einfache Satz : 

a. Subject und Prädicat, Mubtada' und 7/abar 49. 
Das Subject (ibtidä') 49 f. 
Das Mubtada' 49. 

mufs determinirt sein 57. 

wann es indeterminirt sein könne 57 f. 

wenn es dies ist, steht es nach dem 7/abar 6 2. 

wann im Accusativ 87 f. 

Wegfall des Mubtada' 66 f. 
Das 7/abar 52 f. 

Stellung desselben (gewöhnlich nach) 59 f. 

seine nothwendige Voranstellung 62 f. 

im Accusativ, besonders bei käna etc. 6 7 f. 
käda etc. 87 f. 

seine Stellung in diesem Fall 70. 7 2. 

und in negativen Sätzen 71. 

das pleonastische käna 7 3 f. 

käna weggenommen 74 f. 



406 Systematische UebersicM des Inhalts. 

Accusativ nach mä, lä, lata, inna 76 f. lä zur Ver- 
neinung der Gattung 100. 
Zarf als 7/abar 55 f. 
Genitiv des 7/abar 7 9 f. 
mit einer Präposition 55 f. 
im Nominativ 87 f. 
Mubtada' und i/abar im Accusativ nach zanna etc. 107. 

Ausnahmen 111. 
Drei Objecte nach ra'ä, 'alima etc. 115. 
h. Verbum und Fä'il 118. 

Stellung des Fail 119. 141. 142. 

Verhältnifs des Numerus zwischen beiden 119. 123. 

Verhältnifs des Genus 121. 

das transitive Verbum mit dem Accusativ 13 9. 

das intransitive erfordert die Präposition (s. d.) 

zwei Verba und ein zugehöriges Nomen 143. 

Zurückhaltung des Regens vom Regime durch ein Pro 

nomen 133. 
Wechsel des Nominativs und Accusativs 135. 
r. Verwandlung des activen Satzes in den passiven 128. 
Das Mafül bihi 128. 
Das Mafül, seine Stellung 124. 
Zarf und Masdar an Stelle des Mafül bihi 130. 

8) Coinnlemente. 

n. des Nomen: 

LMa 194 f. Wegfall des Nun 194. al 19 7. 

Construction bezüglich des Genus 197 f. 

nothwendige und wörtliche Annexion 199. 

Annexion dem Sinne nach 199. 

ka'iiu, \d 200 f. kilä, kiltä 202 f. ajjun 203. ladun 204. 
ma'a 205 etc. 

an das ja der ersten Person 210. 

Hervorhebung 28G. 

Das Nomen actioni's und seine Rection 212. 

Das Nomen agentis und seine Rection 216. 

Sifa 228. wann al stehe 230. 
/-. des Verbum (allgemeines Object) 14 7. 

Arten desselben 148. 

Vorhältnisse des Masdar hierbei 148. 

nach idä 202. 

9) Negativer Satz (vgl. Conjunctionen) 

mä, lä, lata das Mubtada' vernichtend und wie käna 
construirt 7 6 f. 80 f. 
Ausnahmen 7 7 f. 



Systematische Uebersicht des Inhalts. 407 

inna etc. 95 f. 

zäla, bariÄa, fati'a, infakka, däma mit wirklicher oder 

vorauszusetzender Negation setze das 7/abar in 

den Accusativ 68 f. 

10) Interjectionalsatz. 

Verwunderung 232. 

ni'nia, bi'sa und Verwarn lies 23 0. 
Schwur 91. 
Ruf 271. 278. 288. 

mit Ja der ersten Person 2 7 7. 

Apocope beim Ruf 282. 
Hülfeschrei 2 7 9. 
Warnung 286. 
Anreizung 286. 
Klage 280. 

11) Fragesatz, mit lä 106. kam 331. ka'ajjin 333 kat/ä 331. 

Antwort 121. 142. 

Wegfall des Mubtada' und Habar in der Antwort 63. 

12) Anreihung: 

Das Appositiv (at-tabi c ) 248., Verhältnifs im Is'%äl 138. 
Verstärkung durch nafsu etc. 255. 
Relativsatz, alladi etc. 322. 

Sila. durch al 41. (al besonders 45 — 47; ajjun 41. 

-Sila beim nominalen Mausül 39 f. 

Wegnahme des Anfangs der Sila 4 3. 
Copulativsatz ( r atf) 259. (vgl. Conjunctionen). 

durch Copulativpartikeln 261. 
Adversativ oder Restrictivsatz (vgl. Conjunctionen). 

Badal (Permutativ) 269. 

13) Partikeln: 

«. Praepositionen 185., bei intransitiven Verben 140., wann sie 
wegfallen können 141. c adä 169. 'ala 191. 'an 191. ('attä 
187.) bi 189. 190. 192. fi 189. Aalä 169. Ä'as'ä 169. 
Äattä 186. 187. 189. ilä 189. ka 186. 187. 191. 192. 
kai 185. la'alla 185. laulä 186. li 189. matä 186. min 
188. 191. 192. niud 186. 187. 192. mundu 186. 187. 192. 
rubba 186. 187. 192. 193. ta 186. 187. wa 186. 
b. Conjunctionen: 

copulative p. 261. 
W a 2 61 f. 
fa 262. 267. 
/umma 261. 
/«attä 265. 



408 Systematische Uebenicht des Inhalts. 

am 868. 
au 261. 

an 36. bei 'asä etc. 84 f. nach an nia stellvertretend für 

ein ausgefallenes kann 75. 
an na 36. 
kai 3G. 
ka'anna (vergleichend) Mnbtada' im Accusativ, //abar iiu 

Nominativ 87 f. 
disjungirende : 

lau p. 36. 318 nach lau fallt kana aus 7 5. 
illä und das feminine Verbum 122. 

illä und verwandte setzen das Ausgenommene in Accusa- 
tiv 162. (gavmn etc. IG 6.) 
opponirende: 

bal 261. 265. 

bal und läkin heben die Rection der Negation auf, so 

dafs nicht der Acccus , sondern der Nom. folgt 7 9. 
läkinna setzt das Mubtada' in den Accusativ, das //abar 

in den Nominativ 87 f. 
negirende : 

lä allgemein 2 61. zur Verneinung der Gattung 100. 
mä 36. (vgl. negativer Satz). 
Wunsch und Besorgnifs bezeichnende (vgl. Interjectionalsatz): 
lau 36. 318. 
laulä 220. 
laumä 320. 
ammä 320. 
laita, la'alla setzen das Nomen in den Accusativ, H&- 

bar in den Nominativ 87 f. 
affirmative : 
in 96 f. 
anna, inna Mubtada' in den Accusativ .setzend, //abar in 

den Nominativ 87 f. vgl. 91 f. 
wann inna, wann anna 89 f. 
1 a in solchen Sätzen. 



Druck von Trowitzsch u. Sobn in Berlin. 



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