(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Das magusanische Europa, oder: Phönizier in den innen-landen des europäischen Westens bis zur ..."

Google 



This is a digital copy of a bix>k lhat was preservcd for gcncralions on library sIil-Ivl-s before il was carcfully scanncd by Google as pari ol'a projeel 

to makc the world's books discovcrable online. 

Il has survived long enough Tor the Copyright lo expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subjeel 

to Copyright or whose legal Copyright terni has expired. Whether a book is in the public domain niay vary country tocountry. Public domain books 

are our gateways to the past. representing a wealth ol'history. eulture and knowledge that 's ol'ten dillicult to discover. 

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this lile - a reminder of this book's long journey from the 

publisher lo a library and linally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries lo digili/e public domain malerials and make ihem widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their cuslodians. Neverlheless. this work is expensive. so in order lo keep providing this resource. we have laken Steps lo 
prevent abuse by commercial parlics. iiicIiiJiiig placmg lechnical reslriclions on aulomatecl querying. 
We alsoasklhat you: 

+ Make non -commercial u.se of the fites We designed Google Book Search for use by individuals. and we reüuesl lhat you usc these files for 
personal, non -commercial purposes. 

+ Refrain from imtomuted qu erring Do not send aulomated üueries of any sorl to Google's System: If you are conducling research on machine 
translation. optical characler recognilion or olher areas where access to a large amounl of lex! is helpful. please contacl us. We encourage the 
use of public domain malerials for these purposes and may bc able to help. 

+ Maintain attribution The Google "walermark" you see on each lile is essential for informing people about this projeel and hclping them lind 
additional malerials ihrough Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use. remember that you are responsable for ensuring lhat what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in ihc United Siatcs. lhat ihc work is also in the public domain for users in other 

counlries. Whelher a book is slill in Copyright varies from counlry lo counlry. and we can'l offer guidance on whelher any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be usec! in any manncr 
anywhere in the world. Copyright infringemenl liability can bc quite severe. 

About Google Book Search 

Google 's mission is lo organize the world's information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover ihc world's books wlulc liclpmg aulliors and publishers rcacli new audiences. You can searcli ihrough llic lull lexl of this book on llic web 
al |_-.:. :.-.-:: / / bööki . qooqle . com/| 



Google 



Über dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches. Jas seil Generalionen in Jen Renalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Well online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 

Das Buch hat Jas Urlieberreclil ühcrdaucrl imJ kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich isi. kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheil und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar. das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren. Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Original band enthalten sind, linden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Niitmngsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichlsdcstoiroiz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sic diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sic keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zcichcncrkcnnung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist. wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google- Markende meinen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sic in jeder Datei linden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuchczu linden. Bitte entfernen Sic das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sic nicht davon aus. dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich isi. auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sic nicht davon aus. dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechlsverlelzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 

Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Wel t zu entdecken, und unlcrs lül/1 Aulmvii und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. 
Den gesamten Buchlexl können Sic im Internet unter |htt : '- : / /-■:,■:,<.-: . .j -;.-;. .j _ ^ . .::-;. -y] durchsuchen. 



V 



D 



ÖJ\ 







y 



D 






■i 



TV 




\ ■' 



SKYTHO-G AALEN 



IN 

ORCHOMENOS und KYRENE 

BRITANNIEN und IRLAND 

y 

AM 

MITTEL- ISTER 

IN • 

SPANIEN, GALLIEN, ITALIEN und dbn INSELN. 



Vom Geh. lUth ▼. DONOP« 






• - * 

* 



4 • 

• * J • •• * • 

. ... ••• ; - • ' 






> ' ' - > 



HILDBUAaHAViBN UND MBW-TOÄK: 

VERLAG 
DEM BIBLIOGRAPHISCHEN INSTITUTS, 



18 8 4. 



•• -9 









• • «• ~ ; * » > 

' * *" • A 



DAS 



MAGUSANISGHE 

E U R O P A. 



VIERTE ABTHEILUNG. 






SKTTHISCHES EIN VOLK UND 

EINSPRACHE 

IN 

HOCH" UND VORDER-ASIW, NORD-AFRICA, 



OST- vn» WE8T-BVR0PA. 



D 



^ C j,v 






•> • •» ¥■ 






VERLAG DES 

BIBLIOGRAPHISCHEN INSTITUTS. 

18 3 4 



* 






fr;--- 



fc V- 







%**&. 



i*M 



^■4*Ji?V. 



a&&^ -'■ ***tosi ■ ' 

s 33£*^- ■■ ■•-:■■■ 

. V *? * ■ r * • ... .■• 



v>.". . 



;t<- . 










■• : ■..••• ••■•• 
>•' ' ... - ' 



•T. *#»• -■'.» * • 

'• *>*-.. *;A- V- v :. >,»'- 

_ • ••»*„ "■ »--*" 

- -.v ^-<t3*^ 










;•»• 


-.*•••:.., 




'•,.•- JS 




•• .' :r\\. 


:.» ' 


>-Jvs.{ 


» 




. 






-** mw- ■ 




•■•r- '•: ■ - 




MJU.T-- 


' - • 








:-?*£*•..•"■-■■ 

• ■ ,t- 



■■"<: V- 

* t. • • 






■f?. 



■i>* •••• <^(r /•.- • ■ 
• . •* . .- ***• 















/V 




>■- . • v.;.'.. 

jfc-v-'.v.-W,- 

Wif-X' •- ■" -^ : 



rT." .»* • 









«•.. 



t 




• i... '.' 



«.• 



•« >. •*•►•• . 



,s " ' V.iT/.-. 



i # ;- 







.r.\ 



> i. 
'y- 






;.i- 



• '••«■••. 

■ ' •. *• • 
•• ■.•*«•■ 

■ ".■•' : . -?•■•" 

•■':.#"■•■■ 
1 >. <: -l:: ' 



.-■; /■ ■«■f.-. •• ■ .»>v.. r .;-- 

•:</■ . ,4T ■. •■.'•■•-■tf^^i 






■• • • - t$s 

• 4 »j* 

.: • «t-f * .«V-t: 









■PMMM 



I. 

SKYTHO -COLCHI SCHE 

MIN YE R 

IN ORCHOMENOS UND KYRENE 

nach den Chronicles of Eri. (ä.) 

Zu Müllers Orchomenos. 



Nach der Chronologie jener Chronicles geschieht es um 9808. v. 
Chr., dass die 6 aal of Sciot of Er, Irisch: Volksstämme der 
Pfeile der Helden, Skythen -Stämme, sich zur Linken des Son- 
nen -Aufgangs (an den Oxus- Höhen) niederlassen. Zur nämlichen 
Zeit (0967) lässt Arriatt (6) mit Dionysus Dewanichi am Indns die 
Indische Zeitrechnung anheben, und nur wenig abweichend (0868) 
stellt in jene Zeit der Dabistan den Ursprung der Dynastie der Ma- 
habaden (c). Die Skythen der Chronicles sieben um 5347. v. Chr. 
nach dem Indus, und ihr Führer heisst Absail. 

Ebenfalls nur wenig abweichend (6878) entsteht nach Giame* al 
Hekajat um jene Zeit ein lang dauerndes Reich der D-abschel- 
im am Indus, und nach dem Dabistan mit Huscheng die Herrschaft 
der Paeriodekeschi in Parsis (c). 

In westlicher Ausbreitung vom Indus ziehen die Skythen in 8 
Stämmen, Ard - fears und Dubars (Tapuri) über Tigris und Nieder- 
Enphrat, wo sie Magh - sean- ar, die Ebene der Altväter, 
gründen, nach Ard-mionn, die Hochhöhen, Armenien. Hier 
stiftet (8844 v. Chr.) (c.) Ard -fear- Naoi, der hohe Mann der 
Arche, ein neues Skytho-Gaalen- Reich, das sein Sohn, Ja-foth, 
der Ländergründer, bis zum Gabun -Casan, pron. Gou-Casan*), 
Schmidtspfad, Caucasus, ausdehnt, alles Land zwischen Moir- 
Eri-Caun, dem Meer der Höhen von Eri, mare Hyrcanum- 
und Moir-Eis-aun, dem Meer der Menge der Flüsse, Mar« 
Kuxinum, erfüllt, und ihm, Albanien, Iberien, und Colchis begrei- 
fend, den Namen Ib-Er, den Sitz von Er, giebt. Nach seinem, 
8178. v. Chr. erfolgenden Tode giebt die Wahl Ogs, des jüngsten der 
Brüder (Og, jung) Stoff zu Bruderzwist. In den Days of Fada, 
den Tagen der Gründungen, nach 8178« v. Chr. anhebend, er« 
folgen hieraus Trennungen. Og-eag-eis, Ogs- Völker-Min- 
derung, ziehen ab, erst mit Ja-fan, dem Auswanderer, west 
warte, dann mit weitern Führern, die die Chronicles nicht nennen, 
aber nach Gaoi-ata-eloac ziehen lassen, und als Dubar Gaalen be- 
zeichnen. 

«0 Noch Jetzt nennen , nach Klaproth Kauk. Spr. p. 8. die Armenier den 
Caucasv«: jiabkas. 

1 



— 2 — 

Ans Javan lässt die Genesis: Elisa, Tharsis, Kithim und Do- 
danim, und aus allen diesen wieder die Völker der Inseln der Hey- 
den hervorgehen. 

Josephiis nennt als Söhne Javans und Thires: Jonier, alle Grie- 
chen und Thraken, und als Söhne Gomers und Thobels: Galater und 
Iberen. Nach den Chronicles, die den weitern Erfolg des Zugs Ja- 
fans verschweigen , gründen die über Gaoiataeloac gezogenen Naoi- 
mad-eis, zerstreuten Söhne Naois, die Gaalen des Dubai", 
Alg-ef-.be» der Bits der machtvollen, edlen Er, Mgatbia, 
am Duoro, dem Wasser, DUro (Plüiius, Tapori amDuro) und dar- 
auf Bualsce das Land des Pflugvieh,*, Paesici, Vaseonia, am 
Ebro. — Bald folgt ihnen, aua Ib-Er auf dem Meerwege überSgadan, 
Sidon, heranziehend, und auf Schiffen Sidons , der Königin der Schiffe, 
Calma und gründet 1480. v* Ohr. das Reich von Gaal-ag, Galaecia. 
Aus ihm zieht 1240. Eocaid, über die Bearna, Schluchten und 
Abgründe, Pyrenäen, nach Eooaidtan, Boeaid's Land, Aqui- 
tanien, nach Oconnor das Stammland der Gaal-dun-seis, Berg- 
g aalen,, Wajdenser,. und Aiarcad, über« Meer schiffend, gründet 
1006. v. Chr. das Reich von Eri in Hibernien. Aus den auf die Chro- 
nicles rückgestützten Gaalduaseis origiuirt das Magusanische Europa 
Abth. III. Bellovesen und Sigovesen und aus allen diesen Elemen- 
ten ist die Gaalische Völker -Tafel zusammengesetzt, die dort zu 
, p. 186 gegeben ist« Jener Völkertafel aber fehlt, wie den Chronicles 
selbst, noch einige nähere Beleuchtung der angenommenen Ausbrei- 
tung der Javaniten auf griechischem Boden* Coraig-ia, dem Fel- 
senlande, Graecia, und des Durchzugs durch. Africa, im nähern 
Westen des Nils. Dort wird der gekannte früheste, noch dem heroi- 
schen Zeitalter heimfallende Völkerstand an der Schwelle des von 
Müller fleissig erforschten Minyer - Staats — hier der wichtige in die 
Linie des Westzugs, vom Nil ab, fallende Pnnct von Kyrene viel- 
leicht einige Anhalten gewähren. Es müssen aber einleitend einige 
nicht zu übersehende Umstände vorausgeschickt werden: 

1. Pbrygien, das Geburtsland der Erdmutter, die vermeinte älte- 
ste Heymath der Sprache des Menschen, es soll von Acmon, dem 
Sacken, aus Armenia kommend, in Acmonia seine erste Gründung 
erhalten haben (fcengk d. Fresn. Tabl. chrono!, p.9. nachSteph. Byz.)« 
Armenien war, nach den Chromcle», Gründung Ardfear- Naois, de« 
Archen -Mannes, und wohl nicht unwahrscheinlich ist es sein Anden- 
ken, das in XTBSIT02 (wie Naoi) die Arche, im Wald von Coe- 
lene, Coil-ain, der heilige Wald, im NOB und der Arche der 
Münzen des späterh auf dem Boden jenes Kvßmoq erbauten Apameas, 
früher und spät noch bis in römische Zeit der« in Pbrygien fort- 
lehrte. Sein Volk biess im selbst gegebenen, schon in Art», und Erl- 
erne frühparsischer Geschichten und Mythen durchblickenden Namen: 
Er, Er-ili, der Held (4), die Helden-Völker (das deutsche er, 
Ehre, He», Heer etc. überall den Mann bezeichnend, griechische ifeaifc 
fetei*. heroa). In dem Namen war der Begriff des Mannes, fear, 
fir, der Mann, substunirt, und aus dem Männer -Helden -Volk 
gfeng Acmon, Aic-mionn, Hauptstamm, Höhen- Stamm, 
Acmonia, Aic-mionn-ia, Land der Höhen -Völker, hervor. 
Da wird, Phrygia gerne de* Ursprung ans Fir-aie-ia, daa Land 
$es Stammes der Männer zugestanden werden wollen.*) 

ft) 1000 Jahre vor Alexander herrschte dort auf dem Boden des Herrn Ce- 
Bel, Cybele und des Steins der Südsage Ag-deas, Agdis, ein König Gordftn, 
C*or-deas, die Schaafe, Hirten des Südens am Woll-saek- 
FIuss, Bacad - ollad - uisg, Pactolns, und schlang den die Herrsch*« 



— 3 — 

2. Von Armenien* Hünen erfolgt nach den Chronicles dte Aus- 
breitung, aus der im Zuwachs von Albanien, Iberien, und Colchis 
das grosse Ib- Er -Reich Ogs entstellt. Jenes Colchis, Colg-eis, 
die Schwerdter -Menge, die Heimln der Chalibi, Colg-ib-ih, 
Völker des Sitzes der Schwerdter, der Sit« des Metallschmel- 
zen«, das hier die Chronicles ihre Skythe-Gaalea erlernen lassen, es 
ist der speciellere Punct, ans dem Japets Kinder, Javan, und andere 
in den Chronicles nicht benannte Japets Söhne, Ogs Brüder (Gemer 
nnd Thobel des Jeeephus) beyde mit Og- eng -eis aussieben» Und 

ersterer, Ja - fan der Chronicles, *)T> der Genesis, Jmp f Imttp, 
lawav der Griechen, zieht auch den Chronicles nach dem Westen, 
und darum schreibt ihm die Völkertafel den Einzug nach Nordgrie- 
chenland wid die Gründung der Aborigenen Italiens zu. Wie aber 
dort im unmittelbaren Abzug aus Armenien in Phrygia sich ein Fir- 
aic-ia bildete, so erscheint nun auch hier in Colchis, wie auf früh- 
griechischem Boden, wieder ein Phryzos, und so wohl in Ihm etat 
Fir - aic- aos, Kir-aio - seis, ein Bund, eine Menge den 
Stammes der Männer. Die westlich gezogenen Bündner bringen 
dem tarakisch - thessalisch - böotischen Boden ein neues Geschlecht, 
und darum wird Nephele, No-fuil, das nene Geblüt, nur Mut- 
ter des Phryxos und Ellens, Kl-ain, der machtig-erhabenen 
ehr- nnd preiswürdigen. 

8. In der ganzen Zuglinie, welche die Chronicles, Nenntas, und 
das Magnsanische Europa jene Völker durchlaufen lassen, sind es 
«wey Haupt -Merkmale, die theüs den Skythen -Ursprung selbst« thetis 
kn Werke ihrer Hände ihr Bagewesenseyn bezeichnen nnd verkündi- 
gen. Sie sind Allodeis, Völker der Urzeit, der alten Tage, 
jene Herolde aber sind ihre Grabhügel, tuaim, der über dem 
Todten errichtete Hügel (tum-ulus) und die Entwässerungen 
der Strommündungen (Deltas am Ganges, Indus, Tigris, Ml 9 Dara- 
das, Anas, Baetis, Rhodanus, Eridanus, Ister« Vistula-Badaun etc.) 
und der Binnen -Seen (Kopais, Styinphalus, Tritonis etc.). 

Und auf griechischem Boden sind es Aloiden, die Heerführer der 
Thraken, auf libyschem Aloiden, die Poseidons Kinder sind, sie sind 
die Helden, Er, zu Land und zu Meer, und Canal ~ Gröber und 
Austrockner der versumpfenden Bergthäler (Müllers Orchomenos. 
p. 887); und Aloide wohl was Tityos, Tethaos, das Sonnen - 
Volk, die Verbrüderung der Sonne (Kaste sonnendienender 
Priester), dessen Leiche der Riesenhügel von Panopäus deckte, Mül- 
ler. 169., und Aloiden sind es, nach Pindar lphimedias Stamm, die auf 
Naxos und Anthedon in ihren Grüberhügeln (Müllers Hünengräbern) 
verschwinden« 

So schon gewissermaasen mit der durchherrschenden Ansicht be- 
freundet, mag die Forschung über die Einzelgegenstande begonnen 
werden. 

I. Das erste Land, das von Colchis ausgehend die Javaniteu be- 
treten, ist Bithynien; oder, zogen sie nördlicher, das Früh-Magogia 
im Caucasus- Norden zwischen Tanais und Rha. Beyde mögen ihre 
Kamen dem Wasser -Rücktritt des frühern Einmeers verdanken. Bi- 
thynia, Beadh - tan-ia , das Land der Wellen -Region, 
Beadh-dun-ia, Land der Hügel der Wellen, Magogia, Maga- 
og-ia, das Land der jungen, neu entstandenen, Ebenen. 

Asiens bedingenden Knoten, das Vor -oder Seitenbild des die Herrschaft in Bri 
stehenden Geschick - Steins , LiafaH — und so jener gordische Knoten und 
Agnat and IJataU, aus gleich die neu errungen« Herrschaft bedeutend«« &yuihaj. 

1* 



— 4 — 

Auf Europäische» Boden gelangen sie Eiterst sn dar nteerbe- 
kränzten Küste, und nennen hiernach das Land: Traig-ke, das 
Land der Meeresküsten, Thrake. 

Es empfängt sie milderer, wärmerer Himmel, Tempes heymathli- 
cher Boden, und dämm heisst ihnen das neue Land: Theth-aille- 
ia, das schöne warme Land, Theasalia. 

Hier wie im tiefern, südlichen Vordringen werden sie, die ersten 
da gesehenen Skythischen Reuter (Pindars innotaig Xaolg. Pytb. 5. 
antistr. 7) die ersten Stierbändiger und Pflüger, und darum erschei- 
nen sie dort als: Caun-tarb, Stierbändiger, Kentauren, und 
der Landstrich führt fortan den Namen Bo-eat-tan, die alte Re- 
gion des Pflugviehs, Böotien, das Ogygische. 

Hier nun tauchen aus dem Dunkel Völker auf, Gründungen und 
Herrscher. 

• Koch an Ogeageis, den Volks- Sammtquell aus den Völkern Ogs, 
erinnernd erscheinen mit Ogygos (Müller p..t30.) Aic-eat-ain- 
eis, die Menge des ehrwürdigen Alten-Stammes, Hectenes. 

In- der Vorhuth des Völker -Einzugs, am südlichsten Punct der 
damals eindringenden , setzen sich : Men-ih, Mund-fiingang- 
Vorhuth-Völker, Minyi. Hier nach ermüdendem Zug der Ruhe 
geniesend, zeichnet bald ihre Cbaris sie als gesellig, lebensfroh, ge- 
mächlich (Macrobier, gerechteste der Menschen, pacatum genus) aus, 
und auch in Min-ih, Mian-ih, freundliche Völker, Völker 
von Gemüth, rechtfertigt sich ihr Minyer-Name (Müller p. 180). 
Als Gemeinname der frühesten Völker des ganzen Landstrichs bis 
und mit Attica erscheinen neben jenen AUod-eis, Alt -Völkern, Aloi- 
den, Aeonen, Ai-o (o statt na, nach Vallancay, männliche Nach- 
kommen) Erden-Söhne und Ogygen nach oben Ogs -Völker, und 
weissen nach Athamas und Aeetes der Griechen und Og der Cbroni- 
cles offenbar auf Colchis hin, — auf eine Heymath, die auch durch 
die Brodnamen der Athamantiden: 'yfpaptxc?, aea£<c, nach aran- 
aic-seis, Menge der Brodstämme, Brodarten deutlich ge- 
nug bezeichnet ist (nach Athenäus, Müller 204. not.) 

Nun zu den Gründungen. Noch sind die Katabothren nicht ge- 
graben, die jenen Aloiden, den des Bergbaus und der Minirkunst kun- 
digen Colchen, das Daseyn verdanken, die sich hoch auftürmenden 
Kephissos- Wasser bilden ein gewaltiges Binnen- Meer, dem die Ein- 
wanderer in Loc-caun, der Haupts ee, Leukon (der früheste Ko- 
pais-Name), den bezeichnenden Namen geben. 

Die später fruchtbare Ebene von Orchomenos erscheint da meh- 
rentheils noch überflnthet, doch erbietet ein Inselpunct eine wfllkommne 
Lage zur sichern Erbauung frühesten Wohnsitzes und Aufbewahrung 
mitgebrachter Colchischer Schätze. Der Insular - Bau und Scbatz- 
thurm und Hauptsitz des Er -Volks erhält den Namen: Er-caun- 
inis, die Insel des Haupts von Er, Erchomenes. 

Dem Hauptsitz folgen zwey weitere Ursitze an den Ufern des 
Sees. Es entsteht Eat-ain, die ehr- und preiswerthe Alte, 
Athene, und El-aos-eis, die Verbrüderung der Gewaltigen, 
Eleusis. (Hier der Keim zu den böotischen etc. Phratrieen?) 

Es treten Volkshäupter aus dem mythischen Dunkel hervor. 
Noch in skytbischer Sitte des verlassenen Iberischen Ogs -Reicht 
erscheinen die frühesten als Bas-luis, Vorstände des Volks, 
Wahlherrscher, ßactUlq: Min-bas, der freundliche Vorstand, 
Minyas — Eat-ogh-el, der gewaltige Held, der alte, Eteo- 
cfes. Bald tritt Gewalt an die Stelle der Wahl, aus Wahl - werden 



— 5 — 

Gewaltherrscher, Bas wird sn Ca an, und als Tv$€twoe tritt qua 
Ercaun, das Haupt Er, Ergynos auf. (Müller p. 169.). 

Jener frühe von Minyas gestiftete, topische Minyer -Mythus, zu- 
gleich das Bild des National -Typus seiner Verehrer, der Charts -My- 
thus, er eröffnet einen Blick auf eine weite den Erdkreis umschlin- 
gende Völker - Verwandschaft. Schon auf den Oxus- Höhen ent- 
spriesst dem Tater -Skythen die Idee: die notwendigsten Bedingun- 
gen der Erhaltung des (Menschenlebens, Nahrung und Obdach, als 
vom Himmel zur Erde gefallene Göttergeschenke zu betrachten. Dort 
fallen Schaale, Pflug, Beil vom Himmel zur Erde (Herodots Skythen- 
Sage). Ueber Indus, Tigris und Euphrat führen die Chronicles ihre 
Sky tho - Gaalen nach Armenien, und aus ihnen erwächst Phrygien, 
und treu jener Uransieht der Vfiter füllt auch hier, im südlicheren 
neuen Sitz, Ag-deas, die Sage des Südens, Agdis der grosse 
Stein, auf Ce-Bel, dem Boden des Herrn, dem Cybele-Berg 
vom Himmel zur Erde. Er wird als Bild der Lebensmutter, Biot- 
Sean, das alte Leben, in Pessinus aufgestellt, und noch dort am 
Boristhen huldigt ihm der Skythen -Sohn im Namen: Tahiti, Tabiot, 
diessdas Leben (Herodot) (#). Aus Ogs Reich erbildet sich der 
Sgug der Javaniten, aus ihm gehen Minyas und Minyer hervor, und 
auch auf sie erbt die Grundansicht der Frühväter fort. Hier auf Mi- 
nyer - des Skythen Sohns Boden fallen ebenfalls Steine vom Himmel, 
und gelten dem dankbaren Erdenkind, dem Aeonen, als die Götterge- 
schenke des Frohsinns, des Lebensgenusses in geselliger Freude. 
Und so müssen jene Steine, als solche, und in Bezeichnung ihres ho- 
hen Sinns den Namen: Car-eis, die Menge der Steine; Cor- 
eis, (Concert) Harmonie, gesellige Einigung zu Musik 
und Tanz, Charts, erhalten. Es entstehen Charitesien, und in ih- 
rer Verbindung mit, einer andern Quelle entsprlesenden, Garnelen 
eröffnet sich ein erster Seitenblick zu jenen Stammbrfidern von Ky- 
reae» Früh- Minyer wie jene Kyrene Gründer, beyde Allod-eis, Aloi- 
den, Früh-Colchische Bergbauer und harmlose Hirten — Gold, Ei- 
sen, und Schaafe ihr Eigenthnm, jenes bewahrte der Schatzthurm 
von Orchomenos und der am Nil (?), dieses ergruben sie aus böotisch- 
eubdischen Minen (Colg- eis, XulxvS) und aus den Atlas -Adern und 
dem Flnsssand von Irasai, dem Erzboden, Irasa (Plinius), und 
das Schaaf, ihr Reich thmn, Caor, es verkündigt sich hier am 
Kopais, wie dort am Tritonis - See , in den allwaltenden Coronos 
Gründern, den Gründungen der Coronäen, Cbüroneen, Kyrenes selbst, 
und in den Hirten -Festen der Carneien. Aus dem Weiterzug jener 
Frühgründer Kyrenes , ursprünglich gleich Colohisohen Ogs - Völ- 
kern, lassen Chronicles, Nennius, und Girald, der Kymre, Gaalen- 
Völker Irlands hervorgehen, die jene als Cathac- Gaalen, dieser als 
Alanisch- Japetidische Skythen, der letzte als Gaidelas genauer be- 
zeichnen. Und auch in diesem fernen Westen verlasst die Söhne die 
Ur- Ansicht der Ur- Väter nicht. Hier, nach der Cathac - Gaalen- 
Sage der Chronicles, war einst Lia-fail, der Stein des Schick- 
sals, das offenbare Seitenstück der Charts - Steine der Minyer, wie 
des Agdis von Cybele, vom Himmel zur Erde gefallen, und so war 
in ihm der Weltkreislauf Skythischer Ur- Sagen, und Ur- Ansicht 
vollendet. Bis hieber war es überall nur Erhaltung, Veredlung, und 
Schicksals -Leitung des Menschenlebens, die die fromme Ansicht des 
alten Skythen -Stamms als Göttergeschenk geehrt, und in's Sammtbild 
des Herabfallen« vom Himmel zusammen geflochten hatte. Nun aber 
unter der Hand des tiefer greifenden, meditirenden Griechen, nun 
auf gleicher Grundansicht fortbauend, wenn auch in weit späterer 



— "*^ 



_ 6 • — 

Katt ansgemahlt, mu«s «ich das Leben, da« Daseyn de« Men sc hen 
selbst jenem Urbild de« frühesten Hauntstammee angepasst uad ange- 
reiht werden« 

Nun mos« Prometheus da« Lebensfeuer vom Himmel bringen tmd 
es geht die erweiterte Ansicht zum Nachbar Boristhen hinüber, die 
Lebens -Erhalterin, Cybele -Tahiti , wird dort (nach Tebitha, die 
Lebenswftrme, Zeichen, Folge, Beding der VitaMtät) zugleich 
aar Lebens -Geberin, Kstia- Tahiti. Auf böotisch-thessaliachen Boden 
mnss Cadmus aas den Zähnen des Feuer - Drachen (trag, das 
Fe «er, im besondern Besug auf lieben, von Vallaacay als den Quell 
von Rogits , bisher schlecht oder gar nicht gedeutet, angesehen) Men- 
schenleben hervorgehen lassen, und wieder durch Steinwürfe aus 
Dencalions Hand muss der ersäufte Boden neue Bewohner erhalten. 

So* war es skythische Ur ansieht, die in der allmanligen Ausbrei- 
tung der Völker gleichen Stamms immer kennbar wiederkehrt, in der 
wachsenden Cuitur immer mehr erweitert und mehr erbildet hervor- 
tritt, und den ganzen Umkreis jener Frühwelt umschlingt, zugleich 
aber als kaum verwerfliches Denkmal des Frühzugs und der Volks- 
Eingehtirung selbst noch der sputen Nachwelt erhalten ist 

Auch über eine Mittel- Station jener Wanderung der Javairiien, 
Ankunft in Thessalien und Weiterzug, scheint eine hellenische Sage 
(das ausschliessliche Criterion der geistigen Thätigkeit eines Urvolks, 
freyer Art, nach Müllers wanderschönen Stelle p. 148.) sich wohl 
deutlich genug auszusprechen. • „Es kommt, naoh Pausanias, der 
Flüchtling Athamas, der Sohn des Aeolus, zu Andreas, dem Sohn 
des Flusses Penens. Die Hoehgegend um Lapfaystion wird «ein Wohn- 
sitz, er vererbt den neu errungenen Boden an Koronos, und dieser 
gründet Koroneia. Andreas hat eine Tochter Leukon« zur Frau, und 
sein Sohn ist Rteocles, König der Andreis, der Diener der Chariten." 

Auch dem Penens, Binn-uisg, das Wasser der Spitzfel- 
sen, nmaste erst der Abzug ins Meer eröffnet, er der Seeküste zu- 
geführt werden *) 

So war vor der Ableitung der Flnss ein Wasser , dem die Aus- 
mündung in's Meer, die Seeküste fehlte, und genau dieser Begriff 
liegt im Wort: An-traig- uisg, seekitstenloses Wasser. 
SSu ihm, dem Flass und seinem Sohn, jenem Wasser kommt Atbamas, 
der Flüchtling, der Erden -Sohn, Aeone, der Sohn des Weltgründers 
Jafoth* Eolus, des Wissenden, jetzt in der Wanderung begriffen. 

Eine Höhengegend, die Höhe um Laphystion, ist es, die in dem 
Wassergewirr der Einzügling zur Niederlassung auszeichnen muss* 
Hirten hatte er herangeführt, Hirten ^ Caoir-eann-eis, das Volk 
der Schaafhirten, bevölkern seinen neuen Sitzboden, und auf den 
Weideplatzen des Sandbodens, auf Chüroneas hellleuchtendem Sande 
(Mullor 86., den die Maulwürfe scheuen im Gegensatz von Orchome- 
nos fettem Waizenboden p. 87.) erblüht die früheste Niederlassung der 
Hirten in Koroneia. Die Andreiden, die Bewohner der Peneus- Ge- 
wisser verbreiten und einigen sich mit den Einwohnern des Lettcons, 
Loc-Caun, Kopais, und nun auf Minyer, der Chariten -Diener Boden 
tritt Eteocles, König, ßaodsvg > der Minyer, hier auch König der 
Chariten dienenden Andreis au£ 

Hieran reihen sich schon bey fluchtigem Durchlaufen der Miiller- 
schen Forschungen in seinem Orchomenos, Erinnerungen an die hier 

*) Ist es nicht die Ableitung des Penens , die der Fabel der Giganten fEr- 
tfensiihne, Ai-onen, Ce-gneat) Arbeit (der Alolden, Minirer aas Cohshi- 
seher Schule) «wischen Ossa und Pelyos «am Grand liegt? 



— 7 — 

aufgestellte Ansicht, wenn auch immer, zumal bei gleicher Krklir- 
Uchkeit aus hellenischer Ansicht und Sprache, die Deutungen mehr 
möglich als wahrscheinlich seyn mögen, in so fern nicht zu Caio» 
(Fragment) Skythischem Sammtnrsprung der Griechen und Römer 
und zu VaBancays und Oconnors Behauptung zurück gegriffen wird, 
dass auch die Sprache der Frohhellenen ihren Urquell in Skytho- 
Irischer suchen müsse. Immer das von den Chronicles berichtete 
Geschichtsdatum festgehalten: dass nach Jafoths Tod und der durch 
Wahl überkommenen Regierung Ögs, des jüngsten der Brüder, dort 
in Iber Bruderzwist entstanden, der zu Trennung, im besondern zu 
Jafans, des ältesten Bruders, westlichen Auszug hingeführt — festge- 
halten: dass das Volk ein sonnendienendes, Baal verehrendes, nächst 
dem so Berg -als Ackerbau kundiges Hirtenvolk skytbJschen Ge- 
blüts gewesen — sich zu dem durch die Chronicles »geweckten und 
vielfach unterstfitzten, durch Valiancays Irisch Grammar nur noch 
mehr verfestigten, im Magus. Buropa III. Abth. aber welter, in 
Deutung fast aller Personen und Ortsnamen skythiseher Sagen, Ge- 
genden und Mythen Herodots und der Geographen aus Irischer Spra- 
che , entwickelten Glauben bekennend : es sey die Irische, noch jetzt 
fast unvermischt und in ursprünglicher Reinheit erhaltene, Sprache 
noch als Nachhall der frühen Sprache der Skythen anzusehen und 
brauchbar: — in jenem Festhalten und in diesem Glauben dringen 
sich die folgenden Concordanzen auf: 

Auszugsort, ausziehend Volk, Veranlassung und Umstände des 
Aussugs mögen bezeichnen: 

Kytissoros, aus Aea-Kotcnis (f), der Herades der Minyer. Mül- 
ler p. 104. Sgiot-eis-er-aos , die verbündeten Helden 
des Skythen- Volks aus Ai, dem Erd- Lande von Colg- 
eis, der Schwerdter Menge. 

Die Widderopfer und Widder, jene als Retter aus Tod dro- 
hender Noth p. 1115., dieser als Trüger des Fliehenden p. 171. 173., • 
sie mögen den durch den Abzug Jafans und seiner Völker und 
Heerden, Og-eag-eis, aus dem Reich Ogs, aus Colchis, ge- 
stillten Bruderzwist bezeichnen. 

Der Sonnendienst Baals scheint erkennbar: 

in der von Müller p. 147. beobachteten Kette von Spuren des' 

. Apollo -Dienstes durch Phokis und Böotien, der in geaaurer Er- 
forschung der Oertlichkeit, wohl in dem durchherrsehenden Um- 
stand der Höhenlage noch bestimmter auf den, vom delphisch - 
cretiscben Apoll verdraugten, Baal, dem in den Chronicles die 
Höhenfeuer Brannten, liinweissen dürfte. 

In Tityos, dessen Mythus den Phlegyera, also Aleidea, Altvöl- 
kern gehört, p. 190. Teth-aos, das Sonnenvolk, den Baal 
des Sonnenvolks, den der kretische Apoll mordet, der vom Dienst 
des neuen Sonnengottes verdrangt Wird, dessen Priester - JLei- 
chen der Hügel von Panopiius deckt. 

In Galaxios, dem Lebethrisohen (n. 149.), wohl sicher nicht 
erotischer oder delphischer Apoll schon nach dem hellenischen, 
jal mehr dem Hirten der Frühzeit heimialleud, Gaal- aic-aos, 
(Gott) des verbrüderten Gaalen -Stamms. Auch der He- 
leontische — El-at-o, die mächtigen Krdensöhne — Bakis 
(p. 146}, mag auf frühere Lärm- und Jubel -Feste Baals, vielleicht 
VterbOderu der spatern Baehiaden, hindeuten. Bakis dann aus 
Bachftire, Trunkener, Beice, schreiende« Heulen. 
Vaüancay Grammar. n, XLV1II, 



_ 8 — 

öitte tmd Gebräuche des •kytaieeaen UrsUuames, wie sie Mcfc noch 
au den Chronicles hervorleuchten, mögen gleichfalls Wer zu erken- 
nen seyn. Zu den wichtigsten gehört: 

Die wohl schon aus Herodota Ursage hervorgehende Sitte der 
Kasten-Abtheilung des Volks, so weit ea nicht dem Königs -Stamm 
selbat angehörte. Sie waren Krieger, Ackerbauern und Hirten. 
• Im Golchiscaeu Aufenthalt , vielleicht früher achon in den Erzber- 
gen der alten Scythia, mag der Bergmann noch einer oder meh- 
reren jener Kasten zugewachsen seyn. Am wahrscheinlichsten der 
des Kriegers und Ackermannes, weil diesen beyden die Frucht 
der Muhen, Eisen zu Waffen und Pflugschaar, den mehrsten Nu- 
tzen verhiess. So erscheint Eolide, Aeone, Aloide, Tifyos, Ky- 
tissoros, Miayer etc. als Sammt-Coronos und Phlegyer als Ka- 
sten - Name, jener den Hirten, dieser den Krieger und Ackerbauer, 
beyde zugleich Bergmann bezeichnend und so und darum sind Area 
(jfgof, tollo, Qoaow, frango, Mars und Acker) und Chryse tzQvvq 
das bergergrabene Gold) die Aeltern des Phlegyers, p. 184. 
Selbst ^er Phlegyer - Name scheint dem Alt -Volk anzugehören, 
wenn Vallancay Recht hat, und, ihm nach, die Irische, hier die 
8kythische erläuternde Sprache Schwester oder Tochter der Se- 
mitischen ist Dann mag leicht aus dem Geschäft des Trennen«, 
Spalten*, Zerreissens des Ackerbodens und der Berggange , dem 

Acker v und Bergbauer ausübe Pheleg, der Name Phlegyer entstan- 
den seyn. Es streiten aber für diese Ansicht noch andere Um- 
stände. — Erst durch die Kraft,' Muhe und Kenntnis* des Berg- 
manns , der Geschäft - geeinigten Krieger - und Bauern - Kaste, 
war des Peneus Sohn, der kostenlose Antraiguisg, Andreus ab- 
geleitet, dem kriegerischen Bergmann wohnbar, dem ackerbauen- 
den pflügbar, beyden nährend gemacht, wenn er auch im kaum 
vertrocknetem Nass noch Weideboden versagte, nnd so musste 
Andreis, mit Ausschluss der Coronen -Hirten, sich in Phlegea- 
tis umwandeln, p. 184. Phlegyer sind es, die Theben erobern 
p. 185., sich nach Böotien ausbreiten. Nun wird auch der Leukoa- 
Kopais entwässert, die Eisenminen, Chalkis, angehauen, und dem 
Land Ackerbau und Name, Bo-eat-tan, gebracht So erscheint 
Erginos, der Phlegyer, dort als Eroberer, Krieger, Gewalt- 
herrscher, p. 186., zugleich aber als Sohn der ihn nun nährenden 
Buzyge, der Ochsenspannerin, Bo-saoi-ke, des Landes der 
Kenntniss des Pflugviehs, und* aus jenem Bo, das Pflug- 
vieh, geht Butes, Eri-botas, Stierhirt, Pflüger von Eri, 
Butes, der thrakische Boreade auf Nazos Diodors, vielleicht selbst 
jenes Rind des Cadmns hervor. Dann mag selbst eine Identität 
sichtbar werden zwischen dem , als Sky the schriftkundigen Krie- 
ger Erginos, und jenem Sohriftbringer Gadmos, aus Cath, die 
Schlacht, Cath-ih, Krieger, Gath-ih-aos, verbün- 
dete Krieger, Cath-ih-bos, Haus der Krieger, Kadmea, 
dem Gadmos, dessen Name dort in Greta auf Schild, Speer und 
Jlelmbusch, p. 217., also den Krieger hinweiset. Dann ist Gad- 
mos selbst nicht PhÖniker, aber aus dem nämlichen Sammtstamm 
hervorgegangen, dem, naoh den Chronicles, auch der PhÖniker, 
wie der Gaale Galaeotas, später Irlands, Sprache und Schrift ver- 
dankt, und lösen sich so Müllers nicht ungerechte Zweifel. (Wan- 
delt und einigt sich so nicht die ganze Sage von Ergtnos Erobe- 
rung Thebens, und Gadmos Drachensieg, und Zähne -Saat» indem 
von Hymnus auf den Pythischen Apoll gebotenen medio, in dem 



— 9 — 

einfachen Vergang: da* waldbedeckte Btiotien C«e* Hymnus p. W6.] 
wird durch Waldbrand, Feuer [der Drache, drag, das Feuer] 
urbar gemacht, und aus dem Asche -gedüngten Ackerboden Eden 
Dracaenzähnenj gehen Ackerbauer [Menschen] hervor?) 

Aus der Iberischen Ost- Heymath bringt, nach den Chronicles, 
Eolus, neben Baalspriestern, OUam und Ard-OUam, Yolkslehrer 
und ihr Vorstand, und Schrift nach Gaalag, Galaecia. Dort 
schwört bey Iths Tod, Marcad, der Gaalen Herrscher, beym Geist 
Baals, die Männer bey der Sonne, die Weiber bey Mond und 
Sternen. Jene Priester und OUams erscheinen als Kaste, und je- 
ner Schwur Marcads deutet auf Mysterie. Und auch hier auf 
Samothrake und im spStern Eleusis stossen wir auf Mysterie, wie 
früher auf unverkennbare Kastenform des Priesterstandes, und der 
jenen beyden Mysterien -Sitzen gemeine Gründer heisst, sicher 
nicht im Person -Namen, Saon, wohl eben so nach Sean, der 
Alte, wie der Hochpriester der späten „nach dem Mag. Kur. 
gleichem Stamm entsprossenen Gothen: Sinistus nach Sean« 
nous - ta, diess der Kluge, der wissende Alte." 

Kennmiss der Frühgeschichte und Frühsprache des Volks war 
zweifelsohne einer der Hanptgegenstande der der Priesterkaste 
anvertrauten, von ihr bewahrten und gepflegten Mysterie. Auch 
in Gaalag war Führung und Reinerbaltung der Volkschronick, 
also der Geschichte, der Schrift und der Sprache der Altvordern 
das bestimmte Gesokaft des Ard Ollam. Und hier, in Ptooa, wohl 
auch ans dem Munde eines solchen Mysterienpflegers, hier tönt 
die Sprache der Frühhirten, Coronos, Caoir-eann, die Carische 

Zange OO Car, Schaaf, Schaaf weide) dem Perser - Gesandten, 
gerade dem entgegen , der in ihr die Sprache auch seiner Frühzeit 
• und Urheymath erkennen musste, p. 14b. , und wohl sicher war es 
ein Begegnen heiligen Geheimwissens der Heymath, das dort bey 
Ales in Xerxes, dem wissenden Magier, die fromme Scheu er- 
zeugte, p. 163. 

Noch sind es zwey, nach den Chronicles sich als entschieden 
Sky tho - gaalisch darstellende Gebräuche, die hier anf griechi- 
schem Frühboden ihre Seiteobüder finden. Den Gefallenen, den 
Helden, Herrscher etc. feyerte das trauernde Volk, die Männer 
im Kriegs -Sang, war-soiig, die Weiber im Toden -Sang, dead- 
song, und die Sitte blieb noch dem Iren unserer Tage heilig. 
Oll bedeutet In ihrer Sprache: den Leichnam, den Toden. 
Und wohl sicher ist es gleiche Frühsitte, auf die noch spat, zu 
Plutarchs Zeit, die Weiber: Oleia, Verderberin (nach 8lpog, trun- 
cus corporis, oloXv£ia, ululo, ploro, wohl mehr: die den Toden 
beklagende), und die Männer: Psoloeis, Bas -oll -eis, JLei- 
chenzugs-Vcrstände, Trauernde^ in Orchomenos hinweissen. 
Der weitern Sky tho - gaalischen Sitte der Errichtung von tuaim, 
Grabhügeln über dem Toden, sind oben schon des Tityis 
Biesenhügel bey Panopäus und die Hügel der Aloiden - Gräber auf 
Naxos und bey Anthedon zur Seite gestellt worden. 

Auch in einzelnen auf diesem Boden spielenden Eigen- und Orts- 
namen versagt die Irische Sprache die angemessene Deutung nicht 

Ischys, der Rosstummelnde , p. 196., Eacseis, die Menge 
der Reitpferde — Kamvg xoQtovov p. 198, der Eleatide (aber 
wohl nicht Epirote, sondern Ghersonese von Eleus, und so Wäch- 
ter des südlichen Eingangs des HeHesponts,. wie Kyaneen die des 
' Mord- Ausgangs des Bosporus, nach dem Hund der Nehalennia, 



— 10 — 

die Belgischen Mundungs-Iaseln aaeh Kraneen, Kynesii äa der 
Strasse des Hemdes etc.). 

Caun - Caoir- eann, Haupt der Hirten, oder Cuin- 
caoir-eanu. Hand der Hirten — Kyaneen selbst p. t&9. 
wfe in ScyHaischer Meerenge die 6 Hunde Haupter, Cuin-ain, 
die ehr - und preiswerten Hunde, wohl vorzugsweise 
dem Hirten -Volk als treue Wächter nöthig und heilig — das Vor- 
gebürg Daskylion, p. 899., Ta-Scilly, diess das losgeris- 
sene, dnrch Wassergewalt getrennte (wie Ceylon, Sici- 
Uen, Scylla, griechische und italische Scillaen, der Cilypenns, die 
Kalpis Spaniens und Bithyniens, Kullen, Scilly- Inseln etc.) — der 
Seehafen Kythoros, p. 294., Sgtot-er-aos, die verbündeten 
Skythen -Helden — Ahraphens, der Sohn des Sonnengotts von 
Ptoon, p. 147., Aio-raighe - aos , Genossenschaft des 
Stammes der Strahlenden — Lehadeia nfi dem Buch aus 
Trophonios Hohle, p. 152., und dem Pythagorlschen Buch des 
Apollouios, p. 190., Leabar-deas, das Buch des Südens. 
War diess vielleicht der Grund, warum hier der Trophontos der 
Höhle identisch war mit Hermes, dem Schriftlehrer, hier dem 
Sohn lschys (des Beuters, Kentauren) und Goronis (Caoir -eann- 
eis, der Hirten)? p. IM« — Phorbas, der Ringer, der Heerführer 
der Phlegyer, p. 188. Fatre-bas, das Haupt der Wächter. 
(Leiste Kraftinstrengung der alten Baaldiener gegen den pythischen 
neuen Gott?) Waren Herodots barbarische Magneten, mit nicht 
hellenischer Kleidung, vielleicht noch ein dort spat noch erkenn- 
barer Stamm jener Alt-VWker? dann Magnesa, Magh-Sean, 
Ebene der Alten, Coracae, Coraigh, der grosse Felsen, 
Boebe, am See, Bo-be Stelle des Pflugviehs. Cellar. 107a 
1079. Müller p. 851. 

II. Wichtiger, einflussreicher noch auf den Glauben an die Vfil- 
kertafel, vielleicht auf den dunkeln Sammt- Ursprung aller Minyer 
einiges Licht zurückwerfend, ist der Punct von Kyrene. Dort finden 
wir Minyer wie auf griechischem Festlande und Inseln , und gleichem 
Volksstamm gehören wohl zweifelsohne die Emim, Nephelim, Gy gan- 
ten, Cegneath, Erdgebohme der Genesis, wie die Menäischen 
Weyhrauchhändler Arabiens und die Namengeber des fernen Kyrene- 
Nachbars Menlx, Men-uisg, das Minyer- Wasser, in dessen 
Nahe die Äthiopischen Achämenes noch das Band zwischen Achaer 
und Minyer verrathen, das auch auf griechischem Boden sichtbar ist. 
Ihnen snmmtlich weisst die Termuthung die Gemeinheymath anf den 
Höhen Armeniens an. • Dort zeigt die Genesis in Noah den zweyten 
Tater des Menschengeschlechts; dort, in der Armenia Saga, erkennt 
Cato undBerosus (desAnnius) diezweyteMenschenheymath; dort las- 
sen die Chronicles durch Ardfear-Naoi das neue Skythen -Reich von 
Ardmionn gründen, das seine Kinder dem Osten und Westen Europens 
zusendet, und von hier lässt die Vermuthung die Nephelim, No-fuil, 
das neue Geblüt, Nephele ausgehen — Wortlaut, Name, und 
Grundbegriff, der sich vielleicht noch in späten Sagen Scandinaviens 
und Germaniens in Niflungen und Nibelungen zum Angedenken Sky- 
thischer Urherkunft fort erhalten hat. In Erklärung des Namens: 
Armenia wird, wenn sie auch scheinbar vom Begriff jenes Ard-mionn 
abweicht, wohl die, nach Cellar ins, anderseitig unterstützte Bocharti- 

scae Deutung aus ^"If», Harminni den Vorzug behaupten. Der 
Hochberg war naturgemäss das Bild der Mutter der Fluthen, und diesen 
Sinn mag daher der alte Namengeber seinem Harminnt unterstellt 



— 11 - 

haben. Dana aber Ist jener Unterschied «wischen Ard-mlonu, die 
Hochhdhe, und Harmmnt, der Berg der Fluthen nur scheinbar, zu- 
mal wein bedacht werden »1188, dass in den Kmderjahren der Sprach- 
büdung der verwandte Begriff nn verwandten Wortlaut hinführte; 
wie diese in der uralten (Sprache dar Iren hier In Men, der Mund, 
Ausmund, Mündung des Flusses und Mlonn, Hdhe, Einstund, 
Quelbnund des Flusses wirklich und unt se eher der Fall gewesen zu 
seyn scheint, da der Seitenbegrin? durch das Majin etc. der Hebräi- 
schen Mutter oder Schwester hier in die Bildung des Worts wohl 
leicht eingewirkt haben mag. So wäre also jenes Minni wohl awei- 

fetsohne aus Majtn, Maja, Mijn, überall der alten Wurzel rTTO flu- 
xit etc. hervorgegangen. Das nautische Handwerk aber erscheint 
überall wo Minyer auftreten als das Hauptgeschäft jenes Volks. 
Dem Griechen, Mythographen, Dichter und Historiker sind sie Argo- 
nauten, Insel - Bevölkeret*, und Stifter transmariner Colonieen, in 
Arabien aber mit Weyhrauch handelnde Kustenvblker, also sicher 
seefahrende Kaufleute. Auf diese Weise scheint sich aus dem Na- 
tional - Typus des Volks sein Ursprung in Heymath und Name auf dem 
Puncte von Armenien, Har- minni*) zu conceutrlren, und so die 
Nachricht der Chronides «ich mit der Genesis zu emigen, und «ich 
einander wechselsweise au belegen. 

Nun zum Haiiptgegenstande Kyrene selbst ! Portugiesische Schrill- 
steiler, nach Vallancay's Grammar, lassen Galaeci vom libyschen 
Bagradas kommen, undBracara gründen. Nennhis ffihrt Alanisch -Ja- 
phetische Skythen vom Nil durch Africa nach Spanien und von da 
nach Irland. GirnMus Cambrensis lässt Gaidelus vom NB nach Irland 
ziehen, und die Chorea Gigantum, Irland'« Biesenstetne , die Clegh- 
oir, aus Africa dorthin bringen. Sallust kennt Japhet als den Grün- 
der der Mauretanen , und mit Plinius und Varre Perser und Armenier 
als Spanische Einzüglinge* Allen diesen stehen die Irischen Chroni- 
sten und Irische Volks -Sage im Ueberaug aus Africa nach Spanien, 
und von da nach Irland, in Bezug auf letzteren selbst Tacitus nur 
Seite. Im besondern lassen die Chronicles of Eri Gaal of Sciot of 
Er, Naoi-maid-eis und Og-eag-eis in den Days of Fada den Ta- 
gen der Gründungen aus Ögs Reich von Iber ausziehen, und über 
Gaoi«- ata -eloac, als Dtibar-Gaalen (Tapuren Skythen, Tapori am 
Duro, Plin), die Lusitanische Küste am Duro erreichen, und dort 
Algerbe und Buaisce gründen, endlich spater ausgezogene Calma- 
Gaalen den Boden von Gaalag, Galaecia, erringen, diese nach Ir- 
land übergehen , wo sie das Reich der Erimionn gründen , und so be- 
legt sich die Nachricht von Josephus, der in Gomeriten und Thobels 
Kindern die Väter aller Galater und Iberen erkennt. 

Nomadae und Numidae, beyde wohl schwerlich im bekannten grie- 
chischen Sinn Nomaden , fanden sich in Arabien und Nordafrica , also 
in der Zog- Linie jener Kinder Ardfear -Naois, der Naoi-mad-eis, 
zerstreuten Naoi-Söhne; da blieb über den Africanischen Durch- 
zug nur das problematische Gaoi - ata - eloac zu lösen übrig. In 
Wahrannahme der Catastrophe, die in Untergang der 300 Heracleeu 
dem Atlanten -Reich ein Ende machte, und nach gaoi, trügerisch, 
wagte das Magusanische Europa die Deutung durch Gaoi-ata-el- 
aic, der Stamm der mächtigen Vater des trügerischen 
(Landes), und nebenher durch den hoch sonderbaren auf Irische Spra- 
che hindeutenden Einklang mehrerer Guanchen- Worte auf den Cana- 

*) Schon Jeremias scheint ein Frdhminyer-Reich in jener Urgegend gekannt 
oder gesacht zu haben. Er nennt LI. *7. jenes Har-iaJnui: das Reich Minni. 



— 12 — 

rien r.. B. Gay-ota, Ar Hauptgott, sogleich Haupt - Sü*der etc. (g) 
und Balbys Nachricht: der am Atlas, im alten Urlande, der grossen 
Gaetalia, aufetossenden, der Gnanchen - Sprache ähnlichen, Amazigh- 
gpraehe, ermuthigt, den Glauben und die Vermuthiing; daas unter je- 
nem Ga,oiataeloac wohl der vom Nil gekommene Gaydelas- Skytho 
des Giraldus, der Gaidelas aller übrigen Irischen Chronisten so oft 
isu Deutung des Kelten -Namens missbraucht, — dass darunter Atlas, 
Atlanten, und Atlantis erkannt und verstanden werden dürfe. (So 
aus Ata-el~aos, Atlas, aas Gaoiataelaos, Gaidelas und Gaetalia.*) 
Dies« nun in die Reihe mancher anderer nicht unwichtiger Schrift- 
stellen der Alten, mehrerer Mythen und Namendeutungen, die die er- 
sten Abtheil ungen des Magusanischen Europa zusammengestellt, ein- 
gewebt, hat nun in der dten Abtheilung das schärfer ausgezeichnete 
Bild eines an Irland und Spanien auf den Grund der Chronicles und 
ihrer Zeugen anzuknüpfenden Durchzugs durch Africa geliefert, das 
rückwärts weiter auf jenen Auszug aus Ogs Reich zurückgeführt 
und darinnen basirt wurde. Um dem Ueberzug aus Golchis und Pon- 
tus nach dem Nil die Brücke zu bereiten, war eine genauere For- 
schung über Sardanapals und Persans Frühgründung Cilieiens, und 
das , noch in^ Josuas . Gaal - el - ia - , dem Land der mächtigen Gaalen, 

Galilaea, nnd seinen Ö^TÄ Gojim, erkennbaren, Früh - Aethiopeu- 
Reich der Kephiden in die Zuglinie eingewebt worden« Am Nil selbst 
gab das für historisch zu achtende Hyksos- Reich um so eher einen 
Festpunct, da der in Hyksos wie in Pales am Indus und im Cott, 
Cotti-am Oxus durchlaufende Begriff: des Hirten zugleich die frü- 
here, und in ihr genau die auch von den Chronicles berichtete Durch- 
zugs- Linie vollkommen bezeichnete» So blieb zwischen Poatus und 
Nil nur noch in Arabien, und zwischen Nil und den wirthbareren At- 
las-Gegenden nur noch im Syrten- Lande eine Lücke übrig, die aus- 
gefüllt werden musste. Leicht mag jene erste schon durch Cellarius 
und seine Quellen eingeebnet werden können, da überall hier, im 
mythisch und frühgeschichtlich wenig gekannten Lande, nur Laut- 
und Sprach -Anklänge im Stande sind für Völker- und Sprach- Zu- 
sammenhang einige Anhalte zu bieten. Es weissen hier in Arabien : 
Numadae, auf Numidae Africas, rückwärts auf die aus Og's 
Reich ausziehenden; vorwärts auf die in Lusitanien, später Hi- 
bernien einziehenden Naoi-mad-eis der Chronicles« 
Massalla, auf Massiles und Massasyles Nord -Africas. 
Macae des Mela (*); auf die Cinyphiscben Macae der Syrien« 
Maguza auf die, weitern Maguren, Magusen Africas und Euro- 
pas, nnd zurück auf der Chronicles Ur - Magusa, - das Magh- 
Sean-ar, Ebene der Altvordern, am Tigris. 
- Darrae gentes. rückwärts auf Dahae, mit Daix, Dara; vorwärts auf 

*) Hier erscheint eine Stelle Salmsts von besonderer Wichtigkeit Er 
sagt Bell. Jugurth. 17. 18.: „Sed qai mortales initio Africam habuerint , quU 
que postea accesserint , aut quo modo inter »e permixti »int, quamquaiu ab e«i 
fama, quae plerosque obtinet, diversum est, tarnen, ut ex ÜbriH Puuicis, qui 
regi.s Ifiempsalis dicebantor, interpretatum nohis est, utiqne rem sese habere, 
eultoras ejus terrae pntant, quam paucissimis dieam. Ceternm fldes ejus rei 
penes auctoris erit Africam initio habnere Gaetuli (Gaoiataelaos} 
et Libyes (Eingebohrne) etc. Sed postquam in Hispania Hercules, sicut 

Afri putant, interiit, exercitas ejus brevi dUabitur. £x eo numero Medi, 

Persae, et.Armenii navibus in Africam trans vecti proximos nost ro mar i 
locoa oconpavere etc. — Persae — pauUarim per oomrabia Gaetulos secuin mi- 
scuere ; — seihet ipsi Numidas appellavere — Media autem et Anneniis acces~ 
sere Libyes ; — Gaetuli — matnre oppida babaere. Nam, freto dlvisi ab Hispa- 
nia mutare res Inter sc institneramY* 



— 18 — 

Dar*, Daradus, Daradt, Regten, Flu**, Volk«? Hesperiens, die 
Duor Dorienses, und Duria Europeris. 

Camari In*, und Homeritae, auf Gomer, den Stamm -Vater, 
Joseph** Galater Vater, auf Gomer , die Atlas -Regton, Gomer 
die Canarien - Insel, Gontariten, Germara, Kymri, Cimbri. 
Sprachlich auf Cumar, Gebürgs Land, Berg und ThaL 

Ger rat und Gerar, auf Gerasa Arab. Petr., Gerar Judaeae, 
Gerasa am Jordan, Gerrhua Fluss Albaniens, Gerasa am Möo- 
tis, Gerri Volk und Gerasa Skythiens; vorwärt« auf Gern auf 
Menix. 

Baetis- Fluss rückwärts auf Baetius, und vorwarte auf den Ln- 

r aitanischen und Sicilischen Bätis. 

Pharan, die Wüste, auf Pyrrhenen Albaniens und am Donau- 
Ursprung, auf Pyrhenaen, nach bear na, Klüfte und Schluch- 
ten, über die, nach den Chronicles, Eocaid aus Gaalag nach 
Eocaidtan, Aquitanien, zieht, 

Catheni, Cataraei, Catabanl Arabiens, Cadesbarnea Inder 
Wüste, in der Genesis XIV. 7. der Brunn Mispat, auf Cath- 
Schlacht, Cath-ih, Krieger, letzterer Lagerpunct der 
Krieger Kedorlahomors, auf Ca tb- ei s-bior, Brunnen der 
Kriegerhaufen, Cath-eis-bearna, Abgründe der Kriegerhau- 
fen« Cathac - Gaalen , Catti. 

Attene, auf das Ur-athenae der Stammvettern am Kopais, vor- 
wärts auf die dem Tritonis entsteigende Athenae, Pallas, die 
libysche, Erfinderin der (Hirten)- Flöte. Creuzer IL 643. nach 
Pales Ind. Palace, Irisch Hirten, die Hirtin, Onka, nach Og- 
Jiam, Geheimschrift, die Schriftbrin gerin $ Ogham, das 
Weberschiff, die Weberin, sprachlich Eat-ain, die ehr- und 
preiswürdige Alte. 

Emim, der Nephelün, Giganten - Sitz, Nofuil, Ce-gneath, der 
Krdgebohrnen, zu Keriathaim Gen. XIV. 5. Cath- air- ain 
der ehrwürdige Hauptsitz, und Minai, Diodors Weyh- 
raucbhändler , auf Minyer in Griechenland, Kyrene und Menix 
Min-uisg, Minyer-Wasser (wieDaix, Da-uisg, Daher- 
Wasser). 

Carnaim von Astaroth, wieder Nephelim, Genesis XIV. 5. Ca- 
rana, Strabos maxima Minaeonun, Cariatta, Cauranani, 
die Heerdenreichen des Plinius , auf die stainmvetterlichen grie- 
chischen Coronos, die Coronaeen, Chaeronaeen, und Kyrene, 
später auf den Macedonischen: Koronus der Ziegenstadt: Aegae. 
Im besondern sprachlichen Bezug: 

Amorrhaei am Asphalt -See, auf A-moir-ih, am Meer 
wohnende Völker. 

Cynos, nach Juba Canis Ins. hier wohl weder vom Griechen 
noch Römer benannt , auf Cuin, der Hund, auf Cynomolchi, 
Plinius Hnndshäuptige Aethiopen , Cuin-mullac^ Herrn, 
Häupter der Hunde, auf Canaria Ins« und die Kyaneen des Pon- 
tiu, wie die Kynesii des Cuneus. 

Riphearma, nach Plinius: hordeum bedeutend, auf aran, Brod, 
ornad, Gerste. 

Emischabales, nach Plln. oppidum camelorum bedeutend, auf 
Caball-eis, die Menge der Packpferde, Lastthiere, Im- 
uisg-caball-eis, Hochwasser der Lastthiere. 

Mari ab a, nach Plin. dominus omnium bedeutend, auf Mar- 1- ab, 
der ausnehmend grosse Herr des Landes. 

Sygaros Ins., quem canes non intrant, Plin., auf Herodots Hügel 



- u — 

und Manne? Zegerlee, da» Ir. Sa- car~ eis-unter dem 

Steinhaufen. 

Cauranani, nach Plln. ditfesuni armento bedeutend, auf Caeir- 

eaan-ih, die Schaafhirten, Hirten -Völker, and alerinnen 

zugleich eine vielleicht nicht au verwerfende Bürgschaft für die 

eben den Mhhellentschen Jfocero? gegebene Deutung. 

Nun schon sichern Schrittes werden die vertriebenen Hirten vom 

NU den weitern Westsug antreten dürft». Da »teilt eich der wüste 

Typhon entgegen, Hercules unterliegt ihm, und die Gazelle, die 

Wassergrabende ^\? 4 l Jaala, Herodots Oryx, "00vg, ans oqvoot» 
(nicht 0(pi$), muss Ihn wieder in's Leben rufen. Libyscher Glühaand 
und Stickwind hemmen die Reise, Wasserquellen und Regenzeit be- 
darf es um sie wieder zu beleben* Da müssen zum Zwischenlager 
Oasen gesucht, und zu Zeit -Niederlassung bereitet werden. Die er- 
ste sich erbietende muss den Nil- Hirten, dem Skythen -Sohn Absaila 
zu Stiftung des frühesten HeOigthums am Salzberg -See, Saill-mionn, 
Salzberg, Salmonaeus, lacus SaUnarum (Nennius), dienen. Es be- 
zeichnet hier der Widder den opfernden Hirten, und der fens Sdia 
(Plin. T. 4.) den Sonnengott, Baal, dem dort das früheste Opfer galt. 
(Sonne und Mond, Baal und Re, Elemente der Libyschen Religion. 
Herodot IV. 188.) Unweit davon bilden die Ufer der Tritonis eine 
Nachbar -Oase, die zur Niederlassung einladet, und an dieser Stelle 
blüht später das reiche Kyrene. Hier, in der Lüwenheymath, ver- 
kündet zu Ogyges Zeit (Müller p. 355) der Kampf der Nymphe Ky- 
rene den Sieg der Hirten, Gaoir-eann, über die Löwen der Wüste, 
hier, auf dem Boden der Sonne, hier ist Aristfios, des Jägers und Hir- 
ten, Grlnos, Grianon, der Sonne Sohn, des Battos, Bataas, 
Herrschers rechte Heymath y hier entsteigt Athenae Ooka und die 
Tritonische, mit der Gazelle Jaala, vielleicht selbst Poseidon den 
Hluthen des Sees.*) Und so entsteht hier die früheste Kyrene als 
Niederlassung der Hyksos, als Niloten: Epaphos- Kinder, der Pales 
vom Indus, Cott vom Oxus, überall Hirten, im besondern den Namen 
erhaltend aus dem Skythogaalischen Caoir-eann, derSchaaf- 
hirte, Caor-ain, das ehr- und preiswürdige Schäaf, zu- 
gleich aber, als Nachbar des Hammenischen Sonnengottes der Libyer 
aus Ge-Re-aln, Land des ehr- und preiswürdigen Mondes. 

Diese Namensdeutung wird schon durch die eben bemerkte Nach- 
richt Herodots, wie die des Plinius über den Sinn von Cauranani un- 
terstützt, es steht Ihr aber ausserdem noch die Heiligkeit der Scbaafe 
der Amonier, der Schaafreichthum der Gegend in Pythias Munde 
(Herodot) wie die noch heutige Berühmtheit der Kyrenftischen Schaafe 
zur Seite, und CalUmachus, der Kyrenaer, nennt, in Erinnerung an 
die namengebenden Pales -Hirten, den Tritonis, Palantias, zugleich 
allenfalls auf den eigentlichen Sinn der Pallas - Hirten - Namens der 
hier entsprossenen Athenae hinweissend. Noch einige andere Um- 
stände sind dieser Ansicht günstig: 

Off* soll am Tritonis entstanden seyn. Man versetzt diese Hey- 
math an den Triton des Kopais, und in so ferne wohl mit Recht, als 
auch dort in BOotien ein hellenischer Mütterboden 'der Schrift und 
des aus ihr hervorgehenden Wissens gesucht werden muss. Aber 

<0 Das Wasser, In den Gosmogonieen aller Völker, der alte Herr, Bede- 
cker des Landes, Bas - eat - tan , Bos-eat-tan, der alte Herr, Haus, des Laii- 
de«, Poseidon, hier am Tritonis der Vater de» EurypUos (_Eri - beul - aos, 
Bund der einziehenden Er -Volker, Vater der Aleiden, AUod-efs, Alt-Völker, 
die den Geuwydebaa bringen). 



- lt — 

auch kW Tritonts 4er PeatspeVe gelangten jene Urvater der Schrift, 
als Friih-Paesici des Oxus, die Gründer der Bramineakaste, und 
der Paesachi-Schrift der Pale«, spater Ja leer aeymisch, von we 
Kölns, der Herrscher in Gaalag, seinen Gaalen die Schrift zufährt, 
die Skythen, die dann am Kbro wieder In Paesici zum Urnamen 
greifen, und ihn in Basken noch in nnsern Tagen tragen. Dem 
Sammtstamm fciess Athenae JEat-aia, die ehr- und preissw&rdige 
Alte, und Ongha, und Ogaam umlasst in Irischer Sprache, nach Val- 
lancay den Sammtbegrln' des geheimen Wissens, und der Getieim- 
schrift, und diese letztere ist es, die, dem ganzen von jenen Skythen 
durchlaufenen Weg folgend, dem Mysterien -Diener Tibets: Uken, 
dem Brammen von Canara, wie dem Druiden Hiberniens: Ogham 
heisst, die kaum verkennbar so dem sogenannten Celtiberlschen Al- 
phabet, als der Schrift der Jersey -Münzen, und den Hellslngschen 
Runen zum Grunde liegt, und, nach Legis Fundgruben 1. 54. not Im 
Uki der problematischen Goldmünzen von Podmocle wiederklingt« 

Ein zweyter nicht unwichtiger Umstand erbietet steh aus der dem 
aus Colchis ausziehenden Ogeageis beywohnenden Kenntnis* des Berg- 
baus, des Metallgewinnes aus den Erzadern und dem Flusssano. 
Noch die spätem griechischen Kyrene-, und die frühem phonizisefc 
(nicht carthagisch) genannten Bagae- Münzen, jene in der grossen 
Zahl in allen Metallen (44 verschiedene Typen in Gold, 40 in Silber, 
36 in Bronze, allein bey Mionet), in der sie unsere Sammlungen 
noch heute nach Jahrtausenden schmücken, sprechen für den unge- 
messenen Erz -Reichthum jener Gegend. Und aueh noch auf vorgrie- 
chische Zeit und Sprache deutet das zu Plinius Zeit schon veraltete 
Irasa am Tritonis, aus Iras-ai, der Erzboden, — und Battos, 
der Tberaer, findet, nach Plndar, dort schon Antanoriden „in eherner 
Wehr." 

Noch eine dritte Eigentümlichkeit, die den Schlnss auf vorgrie- 
chische Gründung Kyrenes, wie auf die hier aufgestellte Ansicht über 
seine weltumkreissenden Frühgründer zulasst, vielleicht rechtfertigt, 
ergiebt sich aus Herodot Dort in Kyrene stossen ihm, dem Griechen, 
zwey nicht griechische Worte auf, die er nach Laut und erkundeter 
Bedeutung wieder berichtet: Battos, den König, und Zegeries, zu- 
gleich Maus und Hügel bedeutend; und beide Laute deuten sich in 
gleichem oder verwandtem Sinn aus den Sky tho - gaalischen Worten: 
Bathas, das Oberhaupt, und Sa-car-eis, unter dem Stein- 
haufen, wahrscheinlich dem Wohnsitz jener Thiere, und wahr- 
scheinlicher noch der Gegenstand, der eigentlich die Aufmerksamkeit 
des, einer hieratischen Idee begegnenden Forschers hier aufregte« 
An jene Zegeries, Sacareis, Mause und Steinhügel, aber knüpft sich 
die, wenn auch vielleicht zu weitgreifende und abenteuerliche, dock 
hier nicht au übergehende Idee: eines weiten, sich darin verrathen- 
den und eoncentrirenden, alte und neue Welt umschlingenden, hiera- 
tischen Cyclus. Die Maus, der Athor und Butes des Nils, wie dem 
Sminthaeus in Troas heilig (Cuper Harpocrates p. «18 seq.) — Stein - 
Biesen und Steinhaufen, als Götterbilder und Gdtterwehnnng ver- 
ehrt und angebetet, die Budha - Cotosse in Bactiiana und Cey- 
lon, Deocalli am Indus und in Nepaul, Memnon; — Osymandias 
und Marco« am Nil, die Nurachen Sardiniens, die Coloasalsteine 
Clogh-oir, auf Irisch -Britannischem Boden, auf Bornholm und bey 
Coloehau (Colanoorum Ptol.) wie Im Westen der Missouri- Quellen 
(Calais Travels) die Teoealtt m Mexico, der Sonnen- Coloss von Rho- 
dus etc. — verschmelzen sie nicht sämmtUeb in Heredots Zegeries 
und ihrer Wohnung SacareiB? Auch jene Arabische, nach Plinius 



— 16 — 

den Rund oiwnigäagttcae Sysjnroa, verkündigt sie sieh nicht schon 
durch diese Nachricht, als SacraHum, heiliger Steinhaus -Bits des 
heiligen Thieres, dessen Ruhe vom Honde nicht gestört werde» durfte? 
80 und auf dem sonst gebahnten Wege symbolischer Einigung, hier 
der Helle mit dem Dunkel, des Nichts mit dem Schatten, des Tags 
mit der Nacht, zugleich der kei/ntretbenden Sonnen- Wärme und der 
kefmveraichtenden Maus, des Guten mit dem Bösen, so werden alle 
jene Gebilde au Symbolen Baals , Budhs des frühern Morgenlands und 
Irlands, Votans Mexicos, überall der Sonne, und so mag auch der 
uralte Zagraeus der Frühthraken nichts anders gewesen seyn, als 
das Steinhaus eines Urthrakischen Sonnengottes! 

In Rückkehr zu Kyrene nnd den oben bemerkten Münzen der 
Pentapole darf, nicht übergangen werden, dass einige derselben sich 
als nicht unberedte Zeugen einer vortheräischen , dem mythisch - 
heroischen Zeitalter heimeilenden Gründung Kyrenes, und eines auf 
Schaaf, Schaafbirten hindeutenden Namensursprunges darstellen. Wäh- 
rend auch nicht ein Typus auf jene angebliche Thera- Heymath hin- 
weisst, deuten dahin sc ß. in Widder, und Schaaf, auch den Wid- 
derhdmern an Nicht - Amnions - Köpfen die Nr. 131. 1:16. 137. 35. 
Mionets und Pelerins Heraclea T. no. Die auf Mionets 49. und Pe- 
lerins Ptolomais Cyr. vorkommende Thiarenform, völlig ungriechisch, 
geigt rückwärts nordöstlich auf armenisch -phrygisch-artäisch - per- 
sisch-indische, vorwärts nordwestlich auf Baal - Thars und Sardtni- 
sche Formen Sardopators- Makeries, nach dem Magus. Eur. gleicher 
skythischer Urherkunft als jene kyrenäischen Hirten. Mionets Nr. 29. 
27. 28. 83. 34. und Hiuiters Nr. XI. XII. der Tafel 23 erinnern in 
dem petasirten Reuter an den Plinischen Pharusier-Zug des Liby- 
schen Hercules (Magus. Eur. 1.) und selbst die Hunterischen No. IX. 
X. in ihrem IA201SOS sprechen für die Ansicht, wenn man bey dem 
Viergespann an die libysche Heymath desselben sich erinnert, dem 
Minyer-Volk von Jolkos und Kyrene das Gold und pferdereiche Col- 
cbis zum Gemein -Vaterland angewiesen wird, und wohl mag selbst 
Pindarn die Kunde jenes artäisch - sky thischen Ursprungs der Ahnen 
Jasons vorgeschwebt haben, wenn er Pytb. 4. Str. 6 diesem Helden: 
weisspfferdige, Uvxijmw, Väter giebt. 

Alle diese einer vortheräischen und Frühgründung Kyrenes zur 
Seite stehenden Grunde sind jedoch nur aus Argumentation geschöpft, 
und müssten der von Herodot wohl zuerst als Geschichtsdatum berich- 
teten , nachher häufig nacherzählten Thermischen weichen , wenn es 
nicht gelingen sollte, jenes Krgebniss der Argumentation eben mit je- 
nen Nachrichten zu einigen. Zweifel, müssen erlaubt seyn, denn 
schon Plinius, nach der Entstehungszeit Thera's selbst, wie er sie 
in die 135. Olympiade seist, muss die Meynung einer Kyrene -Grün- 
dung durch Theräer nicht getheilt haben. Herodot selbst macht die 
Entstehungszeit Kyrenes dadurch zweifelhaft, dass er die Theräer 
in der Zeit nach Libyen stehen lftsst, wo Tartessus zuerst von Grie- 
chen besucht wurde, während doch schon die Argonauten Tartessus 
kannten 5 auch Pindar lässt (Pyth. ö. bei Thiersch p. 263.) Aristote 
Battos dort schon Antanoriden, in eherner Wehr, # finden, ihnen in 
Ehrfurcht Opfer bringen, hier erst seinen tj(x»e vbm Volke ehren, 
laooißng (nicht die Stadt gründen), die andern Könige (doch wohl 
die frühern von Kyrene) , die helligen, ihre abgesonderten Grabstät- 
ten erhalten, und (Pyth. 4. p. 245.) die Stadt nur in Rathregierung 
pflegen (als Bathas, Vorstand, nicht als Gründer und Herrscher); 
endlich schreibt Herodot dem Battus wohl eine Gründung von Zoa zu, 



— 17 — 

und ern&hlt von eine« Weine* der Kyrenäer unter fktt, nirgend aber 
gedenk! er einer Gründling von Kyrene selbst. 

In jenem Einigungs-Versuche nun Ist es nöthig nnf die Quelle 
zurück nn gehen, ans der jene Therfitsche Gründungs -Sage hervor 
gegangen. Nicht viel über 100 Jahre nach jener vermeinten Grün- 
dang lebt Pindar) und wohl er, und zwar ausschliesslich) war der 
Gewährsmann des kons nach Ihm, vielleicht noch mit ihm lebenden 
Herodets, der mm, zum Vorbilde aller spfitern Erzähler, die Dichtung 
Pindars in gesehienttiche Begebenheit umbildete) den Dichter vielleicht 
nur halb verstanden (hatte, ihn vielleicht nur halb verstehen durfte. 
Jener Pindar selbst aber, der sattsam geschichts - und mythenkun- 
dige, der Boote, gewiss Ist ihm zuzutrauen, dass es ihm gelungen 
seyn möge, den die Urgeschichte seiner Väter verhüllenden Myste- 
rien-Schleyer su lüften, auf seinem Heymathbeden) dem classischen 
für Frühschrift) Frühsprache, Frühgeschichte, über den wahren Ur- 
sprung seines Volks , des Stammgenossen jener Kyrenäer , Runde zu 
erspähen. Daher vielleicht) wohl auch aus des Gastfreunds , Demo- 
phttns, des Kyrenäers- Munde, wusste>er dann, dass seine Minyer am 
Kopais und die am Tritonis der Syrte, einem und dem nämlichen) dem 
Colehisch - Armenischen Japhets - (Bolus-) Stamm entsprossen, dort 
Orchomenos hier Kyrene, das frühe, gegründet, dort den Kopais 
hier den Triton entwässert und zur lieblichen Oase umgewandelt) 
dort die Böotischen hier die Minen von Irasa ergraben, dort in den 
Gefilden der Coronäen, hier auf Kyrenes Auen ihre Scnaafe gewei- 
det haben. 

Aus dem nämlichen Mysterien- und Freundes - Quell hatte er die 
Kunde: des weitern westlichen Weltzugs jener Kyrene - Gründer , ih- 
rer Ausbreitung über den weiten Atlas -Boden Libyens und in's dun- 
kle Abendland Africas und Europas. Und diese Kunden waren es, 
die er in der Tinte und Haltung wieder gab, wie sie dem Mysterie 
behandelnden Dichter seiner Zeit rathsam, nöthig und gewöhnlich 
war, wie sie auch häufig aus dem Geschichtsschreiber jener Tage der 
strengstolzen Herrschaft und Bann - Sorge hellenischer und ägypti- 
scher Priester und Mysterie -Wächter, aus Herodot, wohl oft zum 
Schaden der geschichtlichen Wahrheit und Wahrhaftigkeit hervorleuch- 
tet. Von dieser Ansicht ausgegangen) gebe man dem Glaubeu Raum) 
da» 

Pindar habe bezeichnen wollen. 

(bey Thiersch in: 

p. 229. (dir Tyro) dem es wissen- die gemeinschaftliche Japhetische 
den, sage ich: gemeinsam (Eolus-) Herkunft der drei Haupt- 
ward dem Kretheus sammt stamme , des Colchischen (Atha- 
dem verwegenen Salmonella mas, Og) Thrakisch- hellenischen 
Geburt aus Mutterleib. (Kretheus, Jafan) und libyschen 

(Salmoneus, Gorner) Sammt- und 
Sammelpunct der drei Hauptquel- 
len alles äeht hellenischen Mythus 
und Mysterie von Oolohis, Samo- 
thrake, und Libyen (»> 
p. 3dl. Phrixos Geist. die Colchieche Sonnenreligion) 

Kenntniss der Frühgeschichte) des 
Bergbaus, der Schrift etc. 
p. 287« Lichtross - Bebende) in*- Armenisch - artäisch - skythische 
xi'roiW) Väter. Herkunft des Minyer -Volks. 

% 



• _ 18 — 

p. *&. in Na*es Gefil* «riosen t>aa Verschwinden, letzte Vrt- 

Iphimedias Stamm etc. kommen der Bat -ans, rerbtinde- 

* öto* eto. ten Alten,. Otos, der Allod-eis, 

Völker der Vorzeit, Alotden, «f 

p. 218. Kolchos Frau, Siamtwa* CeJchis, den Auszug -Ort der 

Frfinfcyrener. 
p. *87. Die Kraft -schwaredunkeln, Bergbau «ad Scaauedekunst der 
xeXaivamiooi , Kelchen - Getanen, Bergmann «ad Waffen- 
Volles, ackmidt in BergsckntutJS und Koh- 

lerochwfincfe. (Vielleicht auch die 
schwänzen €olcher Hevodots nichts 
Anders.) 
p. JM7. mit der Volkasonaar nach Die Ankunft der Hirten, Cauraaa- 
den Auen Neilos des Kre* ni, Kimmtos, Cao1r-eahn, am 
niden «u ziehen. Nil. (k) 

p. »IS. (der Medeia Weissagung) Ans Colchis naefc . dem Nil gezo- 
elnst wird ans diesem be- gene 'Hirten Werden Hnmmom» 
flutheten Land (Coiohts am ttnd Kyrene gründen» 
Snxin, Eis -nun, Menge 
der Flüsse, oder Nil, anfi- 
el , der mächtige Strom) 
Epapbos- Tochter (Nlloten) 
Abschösslroge für Stadt- 
Pflanzungen ziehn in Zeus 
Amnion Gehöfen* 
p. 213. dereinst für das siebzehnte Es wird die Gründung im 17ten 
Geschlecht. Menschen - Alter nach dem Auszug 

aus Colchis erfolgen, 
p, 813. daselbst (in Ammons Ge>- Es wird dann der Tritonis entwas- 
ktffen) wechseln sie für sert, das Pferd (der Pharusier) 
schuppengeflügelte Meer-** eingeführt, und das . Viergespann 
delphine schnelleilende Bos- dort erfunden werden« 
se, und für Schiffruder ent- 
stürmend Geschirr, 
p. 215, Er empfangt den göttlichen den künftigen Sitzboden 
Schall etc. 
, in der §alzfluth etc. äuge- im Abend der Syrien, 
rafft am' Abend, 
p. 315. Euripylos (Eri - beol - aos, Das Frühvolk, die Frühgründer 
der Bund der einziehen- Kyrenes, dte Maoretfer («<p&u& 
den 'Er - Völker), des un- fdem quod «V#«£tov, die Unsterb- 
«wtogbaren erdumfnngen- liehen), hfer personlflctrt in Euri- 
den Schnttevers Sohn. pylos, den Emgehörigen in das die 

Erdedoyehlanfende Weltherrscheu- 
de Japetiden-Volk. 
p. 215. Ah diess Land (die Schol- Auf dem Boden des Westens von 
le, das Abendland) wart! Kyrene, dem des Adas und Hes- 
der unaustilgbare Keim perfens ward in früher, unvor- 
I'ibyas, vor der Zeit (n^fr denklicher (der mythisch heroi- 
<cü£mo ausgestreut» sehen) Zeit das Heien der Atlan- 

ten gegründet. (Sallusts Vater der 
Marucii, Mauritanen, Japetus, der 
«Hamm w Vater -der 'Atlanten, <*** 
Atlanten - Reich der Säuischen 



- ft» - 

Priester bey? Piato, der Hercules, 
. dem der Westen gehorcht; bey 
Aristoteles. (0 
p. »17. (der Kyrene - Gründer, Au« der Mischung mit den Binge- 
weltziehende Japhets-Sohn) bohrnen der Scholle» jenes Abend - 
erlangt in der fremd -ent- Janas (den Firgneat, Manngezeug- 
v «prossenen Ebefrauen La* teh, auf felis feineia» Spante» dem 
ger erlesene Sonne« Jjande der Ehe der Cbronicles) ge- 

ben Qala(er und Iberen, Josephus 
Corners und Thobels Kinder. her* 
vor. 
«nd diese, in dies« Eyland und daraus entsteht die Herrschaft 
(aus der abendwärts ge- der Janhetiscben Gaalen im Abend- 
Jloesenen Scholle gebildet) lande Africas und Europas, dem 
geführt, sehen einen Mann Land des Dunkels (Josephus) der 
aus ihrem Geschlechte der . Germara (Stephanus nach Aristot.) 
dunkeln Flur -König. und Cimeri, die die Sonne nicht 

sehen (Argonaut. Orph.). 
Darf nun diesem Pindarischen Gedichte dieser Sinn als stoffge- 
bend untergestellt werden, ist es jene in den Myeterienhöhlen der 
Sootfechen Priester und Orakelgeber vergrabene und aufbewahrte 
Begebenheit aus früher mythisch -heroischer Zeit, diePindar auf diese 
Weise irfs Piohtergewand verhüllt darstellen wollte $ dann wird sein 
Gedicht selbst als geschichtlicher Beleg der hier aufgestellten Ansicht 
dienen, das eingewebte Oifamov aber als aus dem historischen Zu- 
sammenhang der Theräer mit Lacedämon und seinen Minyschen Lands- 
kuten hergenommenes , vielleicht notwendiges Ableitung« - und 
Schutzmittel gegen Hierarchie und Mysterien -Eifersucht seiner Zeit 
angesehen werden dürfen. Dann aber» und sonderbar genug, findet 
Pindar, .nach wohl 1300 Jahren, noch an Nennius einen unverdächti- 
gen, wenigstens hinsichtlich Pindar» sicher partheylosen, gleiche Oert- 
fiehkeit und gleiche Zeit der Begebenheit berichtenden Zeugen, sobald 
nur die Cbronicles über die Zeit jenes Auszugs aus Colohis gehört 
werden dürfen. Diesen Auszug lassen jene iu den: Days of Fada» 
den Tagen der Gründungen, beym Hebräer den Tagen Pbalegs, nach 
Japhets Tod erfeigen» den sie ins Jahr 2172. v. Chr. setzen Nimmt 
man Josephus folgend für diese frühe Zeit, statt Herodots 83^ hier 
36 Jahre fuV» Menschenalter an» so fällt der Ablauf der Pindarischen 
17 Generationen auf 1554. v. Chr. Nennius nun lässt seine aus der 
Heymath nach dem Nil gezogenen Alanisch -Japetisohen Skythen, die 
ihm über Spanien nach Irland kommen, zur Zeit der Flucht durchs 
rothe Meer vom Nu abziehen» und 42 Jahre auf den Durchzug durch 
Africa verwenden. Jener Meer-Uebergang aber fällt ins Jahr 15Ö6. 
v» Chr., er nimmt sonach das Jahr 1*54. v. Chr. als die Epoche de« 
Auftretens Alans auf Europäischem Boden » und mit ihr würde folglieh 
jene von der Aledeia prophezeihte Gründung Kyrenes» Libyas und des 
dunkeln Abendlandes völlig zusammen fallen» und auch Nennius lässt 
jene Niloten auf der Reise: ad aras Philenorum et ad Lacum Salina- 
rum kommen, der hier kaum was anders aeyn kann als Herodots 
Ammon teoner Salzquell» oder der Tritonis der Urzeit selbst, also an 
namtielier Stelle, zu nämlioher Zeit, wo und wann Pindar jenes 
Beise-Prognosticen der Coioherin in Erfüllung gehen lässt. 

Satt aber auch jenem in die Legende verwebten Orakelsprooh 
das mystisohe Gewand ausgezogen werden» so geschieht diess wohl 
Mtf .die einfuchste Weise in Annahme der hier aufgestellten Vermu- 



- «• — 

thung des eigentlich historischen Hergangs: Frohe schon, vom My- 
thos Cadmus .und Memhliaros zugeschrieben, mag eine Minyer-Colo- 
nie, skythisch- armenischen, dann colchischen Ursprungs, vielleicht 
aus thessalisch-böotischem Frühboden ausgeschifft, jenes spater ^Phera 
genannte Eyland entdeckt, dem kargen Boden Nahrung abgezwungen, 
und ihm nach seiner Natnrbfldung den Namen: Cailk-uisge, das 
Kalk- Wasser , oder Caluisge, pr. Caliske, das elngesohlossene Was- 
ser gegeben haben. Es passt wenigstens der Sinn des griechischen 
K<*lXr}0*8 — eben so wenig auf die, vom alten und neuen Geographen 
geschilderte, abschreckende Naturbeschaffenheit jener Insel, als an- 
derseits die von Tournefort gegebene Beschreibung und Abbildung 
von Santorin dem Sinne jenes Gailk- oder Cal-uisge, vollkommen 
entspricht.— Baustein -Eylande und Felsen, Cailk-uisge, die ein gros- 
ses Binnen- Wasser, Cal-uisge, umschliessen. Mit Mindern, eey es 
aus Lemnos, oder festländischem Minyer- Boden, vielleicht Phlegtern, 
Bergleuten, Schmieden, sog die Kunde dieser Landsmanns - Colonie 
Caluisge nach Laconiens Taygetes hinüber. (Ta-gou-ead-eis, diess 
die Schmiede der Stirne, des Vorlands. Der Taygetes, wohl Pythias 
weisse Gegend, wo das verschwundene Tegea gelegen. Tegea, 
Ta-gou, diess der Schmid, die Gebeine Orests in der Schmiede zu 
Tegea.) Hier vom Spartaner gedrängt führt Theras einen Minyer- 
Theü zu den Landsleuten auf Caluisge, und giebt in Thera der Insel 
des neuen Aufenthalts seinen Namen. Bald aber scheitert an der 
wildverbrannten Natur des Bodens die Hoffnung, da länger haussen 
zu können. Nun wird die Zuflucht zum Orakel «genommen* Hier 
waltet in finsterer Kluft die Kunde des frühen, von der Myeterie auf- 
bewahrten und bewachten München, in Colchis convergirenden Volks- 
und Blutsziisammenhangs zwischen den Hülfefragenden, und den Um- 
wohnern der glücklichen Syrten. Da erfolgt der Spruch der Pythia, 
der, seinem Orakelgewand entkleidet, nichts mehr und nichts anders 
heisst als: Zieht hin zu euern Stammbriidera, Minyern wie ihr, die 
seit der Urzeit den fruchtbaren Weideboden Libyas bewohnen! Und 
so mag den leicht Herodots theräische Kyrene - Gründung, die er 
selbst, eben wie Pindar, nirgends als Selbstgründung der Therüer, 
die letzterer nur als Pflege - und Rathregierung, der Form des Sky- 
thisch en Bathas - Regiments darstellt, sie mag sich leicht in eine the- 
rmische Niederlassung bey stammverwandten Minyern, Pindars Anta- 
noriden in eherner Wehr, mit ihrer frühem Königs -Reihe, der heili- 
gen, in jenen libyschen Oasen umwandeln. Und gleiches möchte 
wohl zweifellos der Fall seyn, wenn, zumal Raoul Rochettes Pfad 
verfolgend, die Frühtage mancher andern, angeblich griechischen, mi- 
lesischen, phocniscben etc. Gründungen schärfer ins Auge gefasst, von 
jener Fackel beleuchtet und entkleidet von Dichterschmuck, und Pan- 
hellenismus, der Geburt aus Priesterzwang und Mysterien - Furcht, 
in ihr wahres Licht gestellt werden wollten! 

Nunmehr wird die Kühnheit einer sich aufdringenden Bemerkung 
in etwas gemildert erscheinen, und ihr daher hier am Schlnss dieser 
Verhandlung der Platz gegönnt werden dürfen, der ihr eigentlich 
gleich an der Spitze derselben hätte angewiesen werden sollen. 

Ueberall lagert sich ein Gewebe Skythischer Laut- und Begrifls- 
Anklänge, dicht und rftthselhaft, um die dunkle Wiegenzeit griechi- 
schen Gebrauchs, Sagen und Mythen. Uranus und Gaea, Titanen und 
Giganten haben schon als Gaalenbilder im Mag. Eur. III. Platz, und 
ans der Skytho - Gaalen Sprache als Feuer und Erde Sonnen - 
und Erd - Kinder ihre Deutung gefunden. Auf ostphrygischem 



— »1 - 

Boden Cybele und Agdts lieferten oben die Begriffe von: Erde des 
Herrn , and Sage des Südens. Im Rücktritt der Gewässer , der 
Hyrcanischem und Euxinischem Meere neue Ufer gab, den Taurus- 
Nerden wasserfrey machte, Bithynien ans den Wellen auftauchen, 
der alten Sumpf -Ebene, Mah-eata, im Gegensatz von Mah-og-ia, 
der jungen Ebene, den Namen Müetis entstehen liess, in diesem \a- 
twrerei^iiss musste der Dardanische (Ta-ar-tan, hier Land ven Er) 
Ida zuerst sichtbar werden, und da den Namen, erst I-ta, hier In- 
sel! daan Jat-ta, hier Erde! hier Land! erhalten. Bald wurde er 
Mittelpunct religiöser Zusammenkunft, er Ehren Baals und seines 
menschenbeglückenden ewigen SSeitmaases. Da umstanden • den Berg 
das Jahrsfest feyernde Musik -Chöre, Cor - bein - aos, Musiker, Cori- 
bantes, und, in Bezeichnung der Wochen des Jahrs, Baal- Rinn, 
Baala-Bing, aus 13 vierwöchentlichen Baalshäusern zusammengesetzt, 
S2 Priester und Wächter der astronomischen Mysterie, Idaot-doot- 
eile, tieferfahrne in Wissen und Kunst, IdaeidactylL Auf jenem asia- 
tischen Festboden entsteht nun dem noch bildlosen Baal des Skythen : 
im weissen Stein des Aeolischen Grynäum, ein frühestes Sonnenbild 
in der Sonnenstadt Skythischer Eolideu-Japetiden. (Apollo Granniis 
in Sehottland, wie im Elsass, Grannus in Thera und Kyreue, Grynaus 
hier in Aeolien, alle aus Griaoan, Ir. die Sonne, an letztem Orte 
mit Strabo's: fiartüop agjfaro* nul wag noXvnxi}g Xi&ov Xtvxov, eben 
wie Liafail, white as snow, der Baalslein der Irischen Gaalen. Mag. 
Eur. 111. 116. So jener Grynaus wohl das älteste, noch Skythische 
Herkunft, Ansicht und Sprache verkündende Baals -Gebilde, dann, 
und so fern Lykius mit ihm identisch, hier in Westasien der Ueber- 
gang aus bildlosem Baal -Dienste der Eingeweihten, der Alten, Sean, 
Saon auf Samothrake und Eleusis, zum Bild -Dienste Baals, Apolls, 
der Sonne des Volkes in Lycia, Luis - ce, Land des Volkes. Ist doch 
die Herleitung von: Patara am Xanthus, aus Athar-at, Vater- 
boden am Sean-uisg, Wasser, Flnss der Alten, wohl schwerlich 
zurückzuweisen; -r liegt doch der enge Bezug jenes Pataräus mit 
Baal, dem Wochen -Vater des Ida, in Ipdoiiayirw deutlich genug vor 
Augen! 

Nun betritt Skythischer Sonnen- und Mond -Dienst» Baal und 
Be, die Inseln. .Samoa und Samothrake werden, jenes in Sam-aos, 
Sam-inis, Sam-i, zu Sonnengenossen^ Sonnen -Insel, dieses in Sam- 
i-traig-ce, zur Sonnen -Insel des Küstenlandes. 

Delos und Rhene erhalten in Teth, pron. Teh-el-aos, Genossen- 
schaft der mächtigen Sonne« Bonnendiener, und Re-inis, Re-i-ain, 
Mondinsel , ehrwürdige Mondinsel , den Namen. Hier , vor allen 
am frühesten, lehrt Skythischen Glauben an Unsterblichkeit, Ölen, 
der Hyperboräer, OU-ain, der Leichnam, der Ehrfurcht und des 
Preisses werih, und verdankt so seiner menschen veredelnden Lehre 
den Namen, in dem er noch nach Jahrtausenden fortlebt. Auch auf 
Thrakiscbem, dem Küstenlands - Boden erklingt seine heilbringende 
Lehre. Hier predigt sie Orpheus, Oir-fos, das Licht des Ostens, wie 
dort am Ister- Strand bei Geten, Eac-geat-ih, Stutenmilch -Völkern, 
den Skythen Sam-ol-seis, dem Volk der hehren Sonne, Zamolxis, 
Sam- oll -seift, die Leichname der Sonne (geweiht); und so erkennt 
wohl mit Recht Creuzer in Zamolxis einen orphisch morgenländischen 
Lehrer der Unsterblichkeit. Der Absail-Skythe zog nach Nil und 
Libya, dem in frühester wundergleicher Gultur und Bevölkerung er- 
blühendem, und dort geht aus ihm, seinem Glauben und seiner Spra- 
che Baal auf SaU^mioiin, Bei des Salzbergs, der kühne Salmoaeus- 



— 92 — 

Absall, der Bolus -Japets- Sohn, hervor, und ans Tritonisclieui Ge- 
wässer, dem Laens Salinarum, entsteigt Athene, Eat-afn, die ehr- 
würdige Alte , Onkä, die Wissende, Ogham, Geheimnissen, Geheim- 
schrift, die Weberin, Oghe, das Weberschiff, die Kriegerin, Olghe, 
der Held, Pallas, die Hirtin, Pnlace, der Schäfer, der Hirte, und Po- 
seidon, der Herr des das Land einst bedeckenden Meeres, Bos-eat- 
tan, Bas-eat-tan, alte Wohnung des Landes, alter Herr des Lan- 
des etc. 

Kundigem Federn mnss es überlassen bleiben diesen vernickel- 
ten Faden ab- und weiter zu spinnen! Sind es doch gleich Skythi- 
sche Elemente , die unsere Forscher schon in manchen Afythen-Thei- 
len der Griechen erkennen au müssen glauben! Creuzer, n. S95. 

Nur zu Delos , dem Lenchtpnncte auf dem dunkeln Uebergangs- 
Pfade des Skythen und seiner Lehre, noch ein Wort. Die Insel soll 
gleich nach ihrem Entstehen, gleich mit den Göttern, vor Ölen schon 
die hyperboreische Jungfrau Arge beherbergt, so Skythen, Ar, Er, 
den jungfräulichen Boden, Ar-ce, Er -Land,, betreten haben. Bffan- 
nert giebt ihr, aus Herodo tisch er, nicht nachgewiesener Stelle, viel- 
leicht aus Stephanms oxvundtx, lat. Cynthiada, den Beynamen Sky- 
thiada, der Skythen -Insel mit jenem Ar-ce gleichbedeutend. Sie 
heisst bei Homer, als. Wachtel -Land völlig bedeutungslos: Ortygia, 
aber als Aor-teac, Sonnen -Haus, hoch bedeutsam und auf Delos, 
Teh-el-'aos selbst hinweisend, und ein weiterer Name: Asteria, er- 
innert an die vom Oxus an den Skythen - Zug bezeichnenden Asta 
(siehe unten) und au jene Gaalagischen Baalpriester -Wohnung von 
Asti-ef-ets, und lfisst uns billig dort in Delos eine Sonnen -Prie- 
sterschaft (die Schule Oleris?) erkennen. Jedenfalls lässt sich vom 
bekannten Erzreichthuni der Insel erwarten, dass sie vorzugsweise 
die Aufmerksamkeit jener Über Tmolus, Toll-mionn, Berg der Berg- 
leute, herangezogenen Colchischen ErzgrBber, Chaliben, nicht ent- 
gangen seyn werde Sägt doch von ihr Strabo X. 2.4 dass sie schon 
in den heroischen Zeitaltern die höchste Ehre genössen, und ist doch 
die genaue, bis in späte Griechenzeit hineinreichende, Verbindung der 
Insel mit dem Hyperboreer -Volk allbekannt. Vielleicht ist es aber 
auch ihr weiterer Name: Kynthos, der auf Skythisehen Ursprung hin- 
weisst, und in dem Falle auch dem weit verbreiteten, jedenfalls ur- 
alten, aber eigentlich immer noch heymathlosen Wolfs -Mythus sein 
rechtes hyperborfiisch - skythisches Vaterland anweisen würde, wo 
es schon Pausanias zu suchen scheint, wenn er Corinth. 31. das 
Wolfs - Symbol den Amazonen zuschreibt Nach xvtov ist jenes Kyn- 
thos den Griechen: die Hunde -Insel. Aber schon Plato (im Cratyl.) 
hielt jenes xiw für barbarisches Wort, und auch dem Iren heisst 
der Hund: Cuin, Cu. Offenbar den Wolf dem Hundegeschlechte, 
im besondern der Spielart der grossen grauen Windhunde, Cu, a 
gravhonnd, zuzählend, nennt er den Wolf: Cu-alladh, pron. Cual- 
lab, wahrscheinlich corrnmpirt aus Cuailb, Grauhund der Hochberge, 
vielleicht ursprunglich und aus längst vergessener Kunde des frühern 
Caucasischen Wohnsitzes Cu-ailb-binn, den Hund Albaniens. War 
nun jener Wolf von Delos ein skythischer Cuin, Cu, dann war jener 
Kynthos -Name auch ein skythischer, und es tritt aus dem Wolfs- 
bilde der Hund als Haupt -Element hervor, es verschwindet die 
Wildheit, und Treue, und Wachsamkeit , zu Schutz und Schirm tritt 
an die Stelle, und darum war es 

die Inselgruppe am Eingang desPontUs, die Planeten, Kyaneen,— 



— *8 - 



der entgegengesetzte Eleatisohe Eingang in« Aegeische Meer, 

KaiPtvg Xoqojvov t — 
die nördliche, frühest erschienene, Zugangs -Insel der Cycladen, 
Plankte wie jene, mit der uralten Waohtstnbe und dem es- 
planadirten Waehtgipfel des Kynthus- Berges (Tournefort 
p. 486.) Kynthos, — 
der Zutrittspunct zu Xanthus und dem Sacrar von Patara, Cya- 

nea (Plin.), — es waren 
die Wächter des Pelorus, Skyllas Hundehäupter, — 
die Wacht -Völker der Strasse des Hercules, Kynesil, — 
die Wacht -Inseln am Eingang um Arabische Meer, Cynos, — 
die Wächter der Gorgen des Atlas, Cynomolchi, — endlich 
die Schirm- Inseln der Ost -Atlantis und Hesperiens, Canaria — 

vielleicht auch 
die der Scheide und Maas, der Hund der Nehalennia; — 
es waren alle diese Wacht- und Schirmpuncte, die in ihren Namen 
und Bildern an Cuin, den Hund, das Bild der Treue und Wachsam- 
keit, den unentbehrlichen und unzertrennlichen Geführten des Hirten, 
erinnern, wahrend sie alle zwar im Bereiche jenes .grossen Skytho~ 
Gaalen-Zugs, wohl aber, wenigstens grossentheils ausser dem der 
griechischen Namengeber gelegen sind, daher, jene Termuthung des 
Pausanias rechtfertigend, den Glauben erregen mögen: jenes Wolfs- 
bild sey skythischen Ursprungs, und hat>e in seiner Urbedeutung den 
Begriff der treu wachenden und schützenden Götter bezeichnet *). 
Und so mag Delos im BLynthos -Namen und Apoll der Lykftische am' 
frühesten dem Skytheogründer die schützende Insel, und IJaal den 
Schirmgoit bedeutet haben. Auch hy ein möchte dann schwerlich <jem 
ersten Namengeber ein Wolfsland gewesen seyn, es lässt vielmehr 
das auch hier in Jjycia. und Xanthus erkennbare Wiederkehren des 
Licus und Sanaa, das sich von Ceylon ab über Colchis und Pontus 
bis nach Gallien. Italien und Germanien verbreitet, es lffsst vermn- 
then: dass der Namengeber in I>ycia, Luis-ce-ia, die Kasten -Sitze 
des Volks, und in Xanthus, Sean-uisg, denFluss (ler Edlen, Priester, 
Alten, habe bezeichnen wollen. Dann wXre der Lycfiische Schütze 
mit Bogen und Pfeil, Apoll der Bogenschütze selbst, nichts anders, 
als, nach Sciot, der Pfeil und der Skythe, der skythische Pfetisehü- 
tze. Noch liefert der Name Jijlog, Delos, Dilos, bselos, Dsilos ei- 
nige Skythische Reminiscenzen. Dsilos, Dsil war Sonnen -Insel» und 
Sul, wohl SiXa und Sol bildend, ist Skvthogaal'ischer Sonnen -Name. 
Die Insel war die erste der Cycladen , die als Trümmer der Lectonia v 
oben an Scllly, die losgerissenen, erinnerten, sie war dem Mythus 
Meergeburt und lag dicht an Rherie und Micone. — Sollte da der' 
Rückblick auf jenes Skythogaalische Scilly, getrennt, abgerissen durch 
die Flutli, sollte er da wirklich als überkühn und unzulässig er- 
scheinen? 

«0 Herodot. CV. Mela H. 1. PJinius IM. **. wtaen von Skythen, die 
des Nachts sich in Wulfe verwaudeln. Ist da nicht im Wolfshund ein Skythi- 
itches BUd : des von der Nachtwache, ihrer Treue und Wachsamkeit erwarteten 
Schutzes zu erkennen f 



IL 

Zu Nennius. 



2So vielleicht mächte jene Lücke im Jarnos -Zug der Völkertafel 
nothdürftig ausgefüllt, die Africanische Durchzugs -Linie eintgermsas- 
sen ergänzt erscheinen. Wohl nicht unwahrscheinlich durfte eine 
gleich gerichtete Forschung in den dankein Tagen der Früh-Jonier 
und Dotier zu der Ansicht entsprechenden Resultaten führen, wenn 
auch unfehlbar da manches den Blick in jene frühe Ferne hemmendes 
und trübendes Hinderniss aufstossen möchte. Die wohl immer noch, 
zu wenig bearbeitete Frühzeit der Dorischen Völker, und das schon 
im Alterthum gar zu sehr, und vielleicht bis zum Unkenntlichen um- 
gerissene Frühfeld der Jonier, schon dieser einfache Umstand wird 
hinreichen jene Befürchtung zu rechtfertigen. - Hier wird zu einiger 
nähern Beleuchtung des Bildes in seiner Totalität, im besondern zu 
nicht unkräftiger Unterstützung der Völkertafel des Magusan. Eu- 
ropa der oben mehrfach angezogene Nennius dienen. Auch er musste 
nur zu lange das Schicksal der Irischen Chronisten thetten, für fa- 
belhaft, und mehr oder weniger werthlos gehalten zu werden. Viel- 
leicht war es jenen Chronicles of Eri vorbehalten, und vielleicht ge- 
lingt es den auf jene rückbegründeten Ansichten, die hier vorgelegt 
sind, den guten Glauben an Nennius und sein Verdienst herzustellen. 
Jedenfalls wird ihm, sobald er von den Samuelischen Interpolationen 
gereinigt ist, ein gewisser historischer Werth nicht abgeleugnet wer- 
den können. Hierzu wird eine gedrängte Aufreihung einiger Bemer- 
kungen zum reinen Text, wie er in der Bertramischen Ausgabe, 
Havniae 1758, vorliegt, genügen, und der wörtliche Stellen -Auszug 
bey der Seltenheit des Buchs nicht unwillkommen seyn. 
Praefat. Gaale: „Nennius non condemnandus Auetor ex annaltbus 
etc. Scotorum ffiberniensium et Saxonum composuit Historiam." 

Zu seiner Zeit also hatten Irisehe Schotten Annalen ihrer Vor- 
zeit, und diese wurden von ihm benutzt. Nach dem in Vallancay's 
Grammar abgedruckten alt - Irischen Gedichte über die Umstände der 
Confection des Sean&gasmor, grossen Buchs des Alterthums, war es 
zweifelsohne eben jenes zu St. Patricks Zelt entstandene Werk über 
Irische Geschichten, das, neben andern Schriften und Sagen, genea- 
logisch-historischen Inhalts, hier unter den Schotttech -hibernisohea 
Annalen zu verstehen ist Dann aber muss Nennius der alten Irisohen 
Schrift und Sprache kundig gewesen seyn, das wohl unschwer zu 
glauben ist, da er Cönobiarch eines Kymrisoh-gaaüsohen Klosters 



- «ft — 

war, da schon sein Name: Nennjio anf Kymrischen Ursprung hindeu- 
tet , und da das Alt -Brittische, nach Vaüaricay, Dialect des Irisch- 
Gaalischen, damals L J. 8B&. nur noch wenig vom Sächsischen cor* 
rumpirt oder verdrängt seyn konnte« 

Pag. 1. „Ego Nenntas S. Elbodi etc. discipulus etc." 
Der Name des helligen Blbodns deutet ebenfalls auf Ky m- 
risch-gaalische wie Irische Sprache. Er ist wohl Romanlsfarung, hier 
mit Christianisirnag ziemlich gleichbedeutend, des gaalischen Würde- 
Namens: El-bathas, pr. El-bas, der hohe Vorstand (des. 
Ctinobii Banchorensis) und beweiset, wo nicht für den gaalischen Ur- 
sprung des Mannes, doch sicher für den damals dort noch bestehen- 
den Gemein -Gebrauch der gaalischen Sprache, wenigstens im Coeno- 
bio selbst, und somit für die Sprachkunde des Nennins. Diesem 
aber mnss bekannt gewesen seyn, dass jene Annalen früher noch in 
grösserer Menge vorhanden waren, sonst hätte es nicht eine ampia 
seges derselben seyn können, die (p. &) dem ausländischen Erndte- 
mann nur Beate ward. Uebrigens ist sein Glaube an die Wahrhaf- 
tigkeit jener Annalen so hochwichtig als in der ganzen Stelle: „nee 
vilescat in anribns andlentinm historiae veritas, quam imperito lin- 
guae (latinae) vomere exarare sie ansa est mea rnstieftas etc. Nee 
ergo te pigeat, diligens lector, excussis verborum paleis, historiae 
grana horreo memoriae condere; quonlam non quis dicat, aut quali- 
ter dicatur, sed quid dictum sit yeritatis testlmonio magis attenden- 
dmn esse probatur (p. 4. 5.)" ganz unverkennbar ausgedrückt. Tau- 
send Jahre war der Schriftsteller der Begebenheit und der Sprache 
der Urkunde, die sie erzählte, näher als wir, ein Umstand der doch 
wohl jenen guten Glauben des durch seine Naivität schon als unbe- 
fangen sich empfehlenden Historikers als beyfallswerth und manchen 
Zweifel beschwichtigend darstellen sollte! 

P. & Ego Nennins etc. aliqua excerpta acribere curavi, qnae 
hebetudo gentis Britannlae dejeeerat, qula nullam peritiaa 
habuerunt, neque ullam commemorationem in libris posuerunt 
doctores illlus insulae Britannlae. Ego autem coacervavf 
omne quid inveni etc. et de scriptis Scotonun, Anglorum- 
qne etc. et ex traditione veternm nostrorum. 
In Britannien selbst also keine geschriebenen Bücher der Ge-* 
schichten des Volks, wohl aber bei Scoten, Iren, und Angeln, Sa-' 
xen. Hier vielleicht der frühe Keim der Eifersucht und des Miss- 
trauens, womit seit je die Irischen Geschichten, wohl selbst unser 
Autor, behandelt und beurtheilt worden sind. Zugleich aber der 
Grund, warum die Frühgeschichte der Kelten, überhaupt des We- 
stens, nur hOchst sparsam, vielleicht gar nicht, aus der allein übri- 
gen genuinen Quelle, der Sprache und der Geschichte der Iren, un- 
terstützt, hergestellt, nnd ergänzt worden ist. Der Engländer, zu- 
nächst zn Kenntnis« der Sprache und der sprachlichen Geschichts- 
Urknnden berufen, verachtete beyde, misstraute den letzten, die er, 
wohl häufig Im Mangel des Selbststudiums der Sprache, für Fabel 
ausgab , — der Keltograph aus armorischer Quelle hatte nur ärmli- 
che und fragmentare HÜMsmittel , nur Sprachtrümmer (Pfisters Gesch. ' 
t. 16. not. 2.) und eigentlich so gut wie gar keine, eigene Frühge- 
schichte aus nationeller Quelle, er griff daher nur zu gern, und fast 
gezwungen zu Ergänzung aus Phantasie, zuweilen vielgelehrter, aber 
sattsam heterogener Zusammenstellung; — der Baske blieb mehr 
oder weniger gleichgültig, mehr besorgt um Aufrechthaltung seiner 
volluthiiniliohen Abgeschlossenheit) als um Ergrabung der Sporen 



- u - 

seiner dunkeln Urgeschichte; — beyde Aber, der Armare wie der 
Baske, sie hatten aus Paadoras Büchse nur au oft das Loos des 
Wechsels und der gewaltsamen Mischung mit fremden Sprach - und 
Sitte - Elementen gezogen, wahrend hin auf Heinrich U. dem bluts- 
verwandten Iren vergönnt war, sich in ziemlich ungestörter Ruhe, 
und jnehrentheils in ursprünglicher Reinheit zu erhalten; ja jene durf- 
ten nicht einmal von den ihnen etwa zu Gebote stehenden Quellen 
die Ergiebigkeit erwarten, die nur dort in Irland gesucht werden 
musste , weil jene Irischen . Gaalen es ausschliesslich waren,, deren 
gallaecischen Vorvätern, nach den Chxenictes, ihr Eolus die Schrift 
und das Institut der Volkschronik brachte, wahrend eines Daseyns 
armorischer und baskischer Frühannalen nirgend gedacht wird. Was 
nach Straho die Turdulen noch aus ihrer dunkeln Frühzeit gerettet 
hatten, wohl sieher , noch späte Früchte der Begentensorge jenes 
Kölns* es muss bald unter dem Gewicht des römischen Jochs erstickt 
aeyn, den jene ätraboniscjie Kunde findet bis auf Horazens; „peritus 
Iber" (Carm. II.. 20,) nirgends einen Nachhall, nicht einmal bey dem 
landsmännischen, sonst wohl tüchtig in die Geschichte seines Vater- 
landes eingeweihten Mela, wenn immer auch es wahrscheinlich Tur- 
detanische Chronicken gewesen seyn mögen, aus denen noch Varro, 
und aus ihm Pliniu* ihre laconischen Berichte über Iberische Frühzeit 
schöpften. Der Gelehrte des Nordens und Ostens endlich, der Scan- 
dmave und Deutsche, zurückgeschreckt durch die Ferne jener Fund- 
grube, und durch das Urtheil des nähern sonst arbeitsamen und ein- 
sichtigen -englischen Forschers, musste sich damit begnügen seine 
Keltenwelt und Keltenzeit aus den mehr oder , weniger heterogenen 
Brachstücken - und Zeugnissen ans .<der Ferne und vom Hörensagen 
zusammen zu setzen , die Römer und Griechen, grossentheUs in my- 
thischen und Dichterformen, immer aber nur als Fragmente, zurück- 
gelassen haben. So konnte die Geschichtsforschung im dunkeln Felde 
der frühesten, Vorzeit Europeus, zumal des Westens, kein anderes als 
ein lücken- und räthseihaftes Bild des Frühkelten und seiner Schick- 
sale liefern 9 wie es wohl zweifellos das ist, das aus der Unzahl von 
Federn floss, die das so Unentwirrbare entwirren wollten. Gewiss, 
die einzige noch leuchtende Hoffnung beruht auf gründlicher und em- 
siger Benutzung der allein reinen Irischen Quelle! Man studire* da- 
her nur die Irische. Sprache, bereichere sich am Fundboden der Insel 
selbst durch Auffindung altertümlicher schriftlicher Nachricht , er- 
kläre aus Sprache und Funden die seither zur Fabel herabgewürdig- 
ton Volkssagen un# 'GeschiCjbtsbücher , studire vor allem die Ueber- 
bleibsel aus Patrices Zeit) das Seanachasmor, den Psalter etc. Kütt- 
ners Briefe etc. a, i. und dann gehe man in Kenntnis« dieser Quel- 
len und dieser Sprache in Frühgeschichte und Frühgeogranlüe Euro - 
pas hinein, und zuverlässig wird die Urzeit des Westens, mit jener 
Fackel beleuchtet, anders gestaltet und heller erkennbar aus ihrem, 
Diunkel hervortreten. 
P. SO, Novissime etc. venerunt Scott a partibus Hispaniae ad Hl- 
berniajn. Prunus autem homo venit Partholomäus [Partho- 
lanus nach Variante p. 7.J cum nulle hominibus, tarn viris 
«uam mulieribus, et creverunt usque ad ouatuor millia ho- 
minum et venit super eos niortalitas, et in una septünana 
omnes perierunt, et non remansit ex Ulis nee unus. Secun- 
dus ventt *d Qiberoiam Nimech quidam filius agnominis, 
qui fertur navigasse euper mare annum et dimidium, et postae 
tenuit nortum in Hibernia, graotia navibus eius , man- 



•fttene ibidem «er uraltes »1000 , et iterum aavigavit cum 

suis, reversusque est Ad Hispaniam. 
Diese Erzählung ist sichtbar ans Irischen Geschichten geschöpft. 
Auch diese berichten eine früheste Ankunft Pajrtholans in Irland. Gi- 
raldus nennt ihn: fiUu» Serae, de stirpe Japhet, filii Noe. .In der 
auch von Giraldus heriehteten Begebenheit des Volkssterbens entwik- 
kelt eich der Ursprung des Namens. Die Volkssitte, hauig in den 
Chronicles berichtet -lind noch jetzt herrschend, könnt den Toden- 
Sang und ihn sangen sonst nach den Chronicles Weiber und Barden. 
So entstand ans der Erinnerung, der Foyer jener Volks -Calamität 
der Name: Bard-ell-aitt, der Sängerbarde der ehrwürdi- 
gen Leichen*). Nach Partholan lassen die Irisehen Chronisten; 
Nemedi, Giraldus: Nemedus Agnomini filius, natione Scythicus, nach 
Irland kommen, ohne den Herkunftspunot genauer zu bezeichnen* 
Das Magusan. Kar. erkennt , den Einzug Partholans. und der Nemedi, 
jenen in den, nach den Chronicles am frühesten eingezogenen Cathac- 
Gaalen, diese in einem vermutheten nächstfolgenden Ueberzug aqui- 
tanisoher Nemeten, ans Gauaciseken Nemeten hervorgegangen, den 
die Triaden unter dem Einzug Brjdains aus Gwind {Veneti, Vendee) 
und IiOghrewiss (Liger ie, XiOgh - er - uisg , Loire) verstehen. Des 
Nennius mortalitas und des Giraldus Nemetenkrieg gegen Giganten 
(Eingebohrne) hält das Magusan. Eur. , für den von den Chronicles 
berichteten Conflict zwischen Cathac-Gaalen und panans, und giebt 
ihm die Folge des Einzugs von Cathi~enehlani, Belgae, Brigantes 
und Kimri in Britannien, und der Chatten, Beigen etc., und spater 
Cknri und Saxones auf dem Festland* 80 erscheint demnach, bis 
auf die Rückkehr nach Spanien , Nennius in völliger Concor d an» mit 
den Irischen Chronisten, den Chronicles, den Triaden, mit Giraldus 
und dem Magusanischen Europa mit seiner Vßlkertafel. 
P. 23. Et postea venerum paulatim a partibus Hispaniae, et tenue- 

runt regiones plurimas. Novissime venit Clamhoctor 

[Olamboctor Var. p. 7.J et ibi habitavit cum omni gente sua 

ttsque hodie. 
Diess ist der im interpolirten vorigen Capitel VH. in milee 
Hispaniae corrumpirte, allen Geschieh tschreibern, Irlands gemeine 
Milester- Einzug (Mil-Espan, der Held aus Spanien) aus Spa- 
nien., den die Chronicles unter Marcad erfolgen lassen und aufs 
Jabr 1006. v. Chr. setzen. Selbst der Name Clamhoctor scheint 
sich aus den Chronicles erklaren und rechtfertigen zu lassen. Der 
Ahnherr jener Milesier und Gründer ihres Spanischen Reichs von 
Gaalag war aus dem Iberischen Vaterland im Morgen ausgezogen 
und niese Calma. Natürlich war er ihr Held aus Osten und diesen 
Sinn hat Clamhoctor in Calma- ogb-d-oir, Palma, der Held 
des Osten. Auch die Variante: Qlamhoxjtor, als Qllam-ogh- 
d- oir, der Lehrer und Held des Osten*, findet in den Chroni- 
cles ihre Rechtfertigung. Aus ihnen geht für Ollam der Begriff von 
Lehrer des Volks hervor. Calmas Sohn, Eolus, stiftete jene Ollam, 
die er seinen Gaalen ans der östlichen Heymath zuführte, und so 
nag leicht jenen OlamhOjCior seinem und seinen Vaters Andenken ge- 
golten haben» 

*) Nach der oben gewagten Vermnthung über Ölen« Unsterblichkeits-Lehre, 
mag leicht in dieser Irischen Parthoiau - Sage die Nachricht des Herüberkom- 
mens jener Skythen - Lehre auf Irischen Boden erkannt werden dürfen, und 
wären dann auch jener Ölen von Delos und Orpheus Von Tnrake solche Bard- 
oU-aia gewesen. 



— »8 — 

p. 93. In Britanala quoque Historeth, Istoriai Ullas tennit DaJrie- 
tarn cum suis. Butte autem tenuit Eubeniam Insularn com 
suis. 
Der Verfasser geht nun an Britannischer Frühzeit aber, aeim. 
quoque aber lasst der Vermutaung Baum, dass auch sein Hi alte- 
re th eia aus Irland herüber gezogener Gaale gewesen seyn möge. 
Dann Ist Historeth, Istorins-Sohn, Kind des nen errnngenen Insel* 
Bodens , der dem Ausznglande von Eri im Osten lag, Eis-d -oir- 
lnis, die Völkerhaufen der Morgen-Insel, und auch !Dal- 
rieta, ans Dal-rlaghta, das in die Länge sich ausdeh- 
nende Reich, der Retehstheü (wohl Küstenniederlassang) , verrath 
den gaalisehen Namengeber. Im Uebergang musste Man, Eubonta, 
besetzt werden. So entstand der Insel aus Albe am, das Land 
des Einschreitens, Auftritt, Staffel, der Name Eubonia, und 
als Eintritten iinct^ Mund, der neuen Ausbreitung erhielt sie den von. 
Beul-ke, Mund-, Etngangsland, Butte, den hier Nennius dem 
Herrscher auf Man beylegt. 
Pag. BS. Filii autem Yethan obtinuerunt regtonem Dimectonem. 
Et in aliis regtonibus se dilatavernat, i. e. guiher cet 
guely, donec expulsi sunt a Cuneda et a filiis eins ab 
omnibus regionibus Britannicls. 
Jetzt und hier kommt nun auch der Brittische Eingebohrne, das 
Bodenkind an die Reihe. Er ist es , den hier Nennius als filius Ve- 
than, i. e. guiher cet guely beseiehnet, und darinn vielleicht den 
Fingerzeig über den eigentlichen Ursprung des Namens und der Be- 
deutung der Kelten giebt. Vethan nämlich wie oetguely werden wohl 
für Benennungen gehalten werden dürfen, die der dort einziehende 
Gaale dem dort gefundenen Eingebohrnen gegeben. Dann bedeutet 
nach feod, Scholle mit der Frucht die sie trügt, und tan, 
Land, feod -tan, jener filius Vethan nichts anders, als den Sohn 
der Scholle , den Eingebohrnen, und ganz gleiche Bedeutung des Nen- 
nischen cetguely, völlige Rechtfertigung der von Nennius gebrauch- 
ten Redeform: filius Vethan, L e. guiher cet guely, zugleich aber 
wohl, endlich einmal, eine authentische ; pragmatisch urkundliche 
Auslegung des so viel gedeuteten Kelten- Namens, liefern die Chro- 
nicus II. 4. wo es von den in Irland vorgefundenen Eingebohrnen 
heisst: they are Firgneat, Cegail, born of the elements of^his 
land, wozu p 19. not. d. der Commentator bemerkt«: aborigenea 
were by the Iberiens oalled: Firgneat, native, and: Ce-gatl, exha- 
lation from the earth (ce, Erde, gail, Hauch). Sie, die Eingebohrnen, 
flohen vor Ith, wie der Hirsch vorm Jäger) natürlich entstand ihnen 
neben jenem mehr genetischen, Ce-gail, auch der historische von 
Cealt-ih, die sich verbergenden Völker, die dem Einstig- 
ler weichenden, Gebürg und Wald suchenden Eingebohrnen (coli, lr. 
coet, Wallis, Wald, ooil-ih, Waldvölker). Ein solches Wald - und 
Gebürgsland bot dem Eingebohrnen des Nennius die Wildniss der 
Friihtage von Wales und Cornwall, wo noch Ptolomüua Deuteten 
kennt, und wo noch heute eine Mischung irisch gaalischer Sprache, 
mit einer andern, dem Boden gebarenden, sichtbar ist. Cuneda, 
Caun-eata, das alte Haupt, -der alte Völkerherr, ist es, der 
sie, nach Nennius, auch dort verdrängt, auch bis dorthin die Mi- 
schung mit Gaalen-Volk verbreitet, aus der jene Sprachmischung 
dann ganz natürlich hervorgeht So wird ja wohl über den gaali- 
sehen Ursprung des Kelten -Namens ein Zweifel nicht mehr bleiben, 
und so vielleicht Owen Pughe, wie Oconnor, sich gegen Mono mit 



diesen Zengnuseu der Chronicles und NenuJus wannen können, dann 
aber der unabsehbaren Menge von Heriettungen des Kelten -Namen* 
der Abschied dahin gegeben werden dürfen: dass eben überall unter 
Kelten, aborigenen,. nichts anders als Firgneat, Kingebohrne an 
verstehen seyen, die der Uebenuacht der einalehendea Ostvölker: 
Javauiten, Gemaritea, ThnbaUten', Galater, Iberen, der Titanen - 
Sonnenvoiker der Mythe, fiberall Caucasischen Gaalen - Japetiden 
weichen, spater in Sprache und Blut sieh mit ihnen mischen, und 
von den Einztiglfngen die Namen erhalten, den genetischen: Firgneat, 
Cegall der Chronicles, nW Vethsn, cet guejy des Nennius, Gigan- 
ten, Rrdensuane des Mythos, und den historischen: Cealt-ih, die 
sieh verbergenden Ydlker, nalxot, CelUe der Geschichte. 

P. 24. Si quis scire voluerit, quanto tempore fuit inhabitabO» 
et deserta Hibernia, sie mihi peritissimi Scotorum 
nuntiaverunt. Quando venerint filil Israel transeondo ru- 
brum mare, venerünt Aegyptil et secuti sunt dimersique in 
mari, ut scriptum refert Erat in illls diebos vir nobills de 
Scythia cum magna familia apad Aegyptlos, expulsus regno 
suo, et ibi erat, quando Aegyptii demersi sunt, ipse non 
ivit ad per8eqiiendum populum domini. Uli autem, qui tu« 
perfaeraot, inierunt consilium, ut expellerent illum, ne re- 
gnnm illorum obsideret et oecuparet, quia fratres Ulorum 
submersi erant in rubro mari; slcque expulsus est. At Hie 
per XL et duos annos ambulavit per Africam, et venit ad 
aras PhUinorum per Lacum Salinarum, et venit inter 
Rusicadam et montes Azare, et venit per flnmen Malva, 
transiitque per maritimam ad Columnas Herculis, navigans 
per mare Tyrrhenum, et applieuit ad Hispaniam, habitavit- 
que ibi per mukös annos, et crevit, nimisque multipllcatus 
est, et gens ejus multfplicata est. Et postea venenint ad 
Hiberniam, mille duobus annis post mersionem Aegyptiorum 
in mari rubro, et venerünt ad regiones Dalrieta, in tempore 
quo regnabat Brutus apud Romanos, a quo Consules ^sse 
coeperunt etc. 

Hier bekennt sich der Verfasser ausdrücklich mar irisch -gaalisch- 
skylbischen Herkunft seines Historeth, des Herrschers von Dalrieta. 
Zugleich bezeichnet er hier wun erstenmal die Spanischen- Einafig- 
linge Irlands als Skythen, wie er sie in der Folge häufig nennt, und 
entsteht darin die Concordans mit Varro, der den Iberen Spaniens 
das Gaucaslsche Inerten zum Vaterland anweist, wie mit den Chro- 
nicles, in welchen Eolus, der Gaale von Gnalag, seinen, später nach 
Irland eingezogenen Gaalen, Wen Gaal of Sciot, die Urheymath nur 
Linken des Sonnenaufgangs beaeiohnet. Nilabwarts verfolgt nun der 
Skytbe des Nennius wie der Gaidelus vom NR, des Giraldus, genau 
den nämlichen Westweg, den das Magusan. Europa den Magusanern, 
und Oconnor in den Chronicles den Gaalen von Gaoiataeloae aaweisst, 
die nach den Chronicles in Dubar- Gaalen, Tapuri- Skythen, Tapori 
am Dum, wieder auftreten. Nur dort am Malva mag eine dem Nen- 
nius nicht ku Obren gekommene Trennung erfolgt seyn, die die Grün- 
dung Hesperiens und vielleicht des Gaalen -Reichs auf Atlantis, dem 
Ruad-iat, Rothland, Erythia, der Gaalen zur Folge hatte. Es 
stellt sich mithin auch hier Nennius mit den Chronicles und dem Ma- 
gusan. Eur. in den vollkommensten Einklang, und nur die verschir- 
denen Zettannahmen möchten eine Abweichung darbieten, die jedoch 



WSM mir scheinbar »Ich darstellen rank«, wenn seine Nachrichten in 
Ihre* Total- Zusammenhang ins Auge gefasst werde». 

Nennius datirt den Abzug ▼©« MM auf die Zeit de» Durchgangs 
ider Kinder Israel durchs rothe Meer. Dieser fiUlt nach Samaritanfr- 
scher Zeitrechnung auf 159«. v. Ohr« * - 

Nach 42jahrigem Durchzug durch Africa- lSast er Alauns den Eu- 
fropBisehen Boden erreichen. Dies giebt 1654. r* Cur, Mach 1008. Jah- 
ren nach jener Flucht laraeis gelangen die Skythen über Spanien 
nach Irland und Dalrieta, mithin in dem Jahre 554. v* Chr» In 
seinem eigenen Zusatz: dass diese an Brutus d. iL Zeit gesche- 
hen, rerrttih sieh aber Ungewißheit oder Irrthum, denn jener Brutus 
ist nicht früher als 500 v. Chr. au setzen. , Dieser Zeit -Ansäte wird 
also unberücksichtigt bleiben müssen. Es bleibt mithin in Nennius 
nur der Festpunct, von 1,554. für die erste Ankunft jener Skythen 
in Kuropa. 

Für diese Begebenheit nimmt im Mangel bestimmter Bezeichnungs- 
mittel die Zeittafel des Magusan. Europa die Zeit zwischen 1630. und 
1490. v» Chr., letzteres als der Einzugs -Zeit Calmas, die die Chro- 
nicles lehren. Das Mittel dieses Zeitraums würde in geringer Abwei- 
chung von Nennius auf 1560 v. Chr. fallen. Die Concordanz wird 
aber durch die Stelle: 
P. 27. Brüones venerunt in tertia aetate mundi ad Britanniam, 

Scithae autem U e. Scotl in quarta aetate miuidi obti- 

uuerunt Hiberniam. 
noch sichtbarer. Hier scheint Nennius sich selbst zu berichtigen. Da 
er nach p. 8. 9. von Adam, bis Noah das erste Weltalter auf 2042, 
von Noah bis Abraham das zweyte auf 942 Jahr rechnet, und hier, 
nach Bertrams Vorrede das Geburtsjahr Christi auf 5210 der Welt 
gesetzt ist, 

so fällt sein drittes Weltalter auf 2026 — 1082. v. Chr. 
und sein viertes auf 1082 — 601. — — 
Hier lasst er demnach seine Britones, gewiss keine andern als 
die Gründer Dalrietas, aus Irland herüberkommende Brydaüis, Breo- 
tan-ih, Völker des Feuerlandes (Tuistenfeuer, Höhenfeuer Baals) 
schon vor 10S2. einziehen luid es ist die Zeit nach 1217 v. Chr., in 
welche das Magusan. Kuropa den ersten' Britannischen Gaalen^ Ein- 
zug von Gathac-Gaaleu und Nemedi - verlegt* Welter aber ziehen 
nach den Chronicles 1006. die Milesier, die hier Nennius im Auge 
gehabt haben mag, in Irland ein, und füllt- Hrithti* dieser Einzug in 
die Zeit nach 1082, die ihm Nenniua anweiset. Es bedarf also nur 
der Annahme t dass Nennius unter den Bsszüglingea Britanniens jene 
Brydafns, und unter denen Irlands die Milesier verstanden, um eine 
^Übereinstimmung der Zeltangaben zwischen Nennius, den Chronicles 
und der Zeittafel des Magusan. Europa hecbeyzufunrenj wie sie aus 
jener dunkeln Zeit und auf jenem dunkeln Felde kaum treffender zu 
erwarten ist. 
P. 80. Britones a Brüte dfott Brutus fuit ilitis Hiscioais, Htocion 

t Alani , Alanus & Beae SMviae, Re» Silvia f. Numae Pam- 

pWH, Pamphilus f, Aseaaii, Ascanlus f. Aeneae, Aeneas f. 

Anchisae, Anchises. t Vrois, Tros f. Dardani, Dardanus t 

Füre, Füre f. Juvani, Juvanus f. Janhet» *) 

*) Abgesehen von der sonstigen 'Abentheaeifiehkelt dieses Stammbaums, 
erbietet er doch manche Sonderbare Ooncordansea. Aus Javan , Jon , geht hier 
«machst »lire, FeJi-JBr-a, Hier das Oehlut von Bf, wie dort ftephele., No- 



r- « - 

Ufer ergtebt sWh »förderst der Grund der obigen IrägeirZeifct 
angäbe, unbekannt Mit dem Namensurspruug ans dem gaattsoben 
Sreo-tau, erinnerte die LautaTuriiehkeit an jene« Britta* der Römer* 
und darum musste der Britonen Binsug so viel als möglich «etaer 
Zeit angepasst werden. So erscheint didss wohl ais Römische Er* 
findung, Wie sieh denn überbaust in jenem gansen fStemma als Haupt« 
Ingredienz römische Ansteht, mit Volkssage gemischt ganz unfehlbar 
verrSth. Das Stotouria selbst aber mag daher dem römischen Sfieital» 
ter zugeschrieben werden müssen. 
P. 91. Iste Japhet VH. nües habuit, prkntts Gommr, a quo «all!, 
sectiadus Magog, a quo Scythae ae Gothl, tertlus Ajetasma> 
a quo Midi, etiartue Jttval, a quo Grade* , qnmtus Tubal, 
a qno Hiberes, sextus Meseeh, a quo Cajpadeees, septima* 
Trojas a quo Traces. 
Die Uebereinstimmung mit Jesephus €* VI. in seiner Entwicke* 
lung der Genesis ist xn voHstftnrftg, als daas die Nachricht des NeoA 
niiis «elbst einer andern Beit als der der sehe» etwas vorgerückten 
Studien der Coenobien, also der «mischen Celumbill and Nemans 
zugeschrieben werden könnte* Hier ist wohl die Volkssage völlig 
einflusslos geblieben. 
P. 31. Primus home de genere Japhet venttad Raropsjm, Alan** 
nomine, cum trmue Ullis suis, querwri aomma haec sunt: 
Hesicion, Armenon, Negno. Hesicion anteav hafniit IV» 
filios, quorum nomtna sunt: Francus, Romanus, AUemanu* 
et Brito, a quo prtmo Brttanflla babitata est Armenon atf- 
tem habuit filtos V. Hi sunt Gothua, Walagothus, Oebidua, 
Burgundus, Longobardus. Neguo antem habet IV. fiuoa, 
quortiht nomina haeO sunt* Waudalus. Saxe, Bogaras, Tar- 
gus. Ab Hisicione primogenito Alani ortae sunt quatnor 
gentes: Franc! , Latini, Alemanl et Brltoaes. Ab Armenone 
autem seeundo filio Alani ort! sunt Gothf, Walagothi, Ce* 
bMi, Burgundl et Longöbardi. A Negno autem terato filio: 
Bogari, Wandali, Saxones et Tariaci. 
Hier ist sichtbar an die Volkssage jeuer Inseln über das früheste 
Europäische Auftreten ihrer Alt- Vordem, der Völkerstand der Zeit 
des Schriftstellers angeknüpft. Alle Europäer, Griechen, Nord- und 
Ostvölker allein ausgenommen, erhalten hier den Japhe tisch -Sky- 
thischeu, an die Ankunft in Spanien aurtickweieendea Ursprung, und 
schon hierinn erglebt steh eine aiemlieh auftauende Conoardatta mit 
der Völkertafel des Magusan. Kurepa. Gewiss aber na» diesen 
Nennischen Nachrichten einiger Werth nicht versagt werden können, 
wenn bedacht werden will, dass sie knra nach Carl dam Grossen, 
zu einer Zeit geschrieben wurden, in der die eigentlich deutsehe 
Voflt&sage, zugleich mit «äehrifturkunde und Mythe, und die auf alles 
dieses gegründete Frühgeschichte ihren fast güatttdiea Untergang 
gefunden hatte, einer Zeit, wo, nordische Sagan ausgenommen, in 
denen der geschichtliche Kern häufig nur schwer berausaufinden ist, 
frühere Geschichte jener Völker nur aus sparsam belehrenden römi- 
schen und griechischen, gleichzeitige aber nur aus Byzantinischen 

fuil, das neue Geblüt hervor; Javan-Jon ist hier wie im Mythus der Griechen 
Stammvater. v«it Dsffasau* 4md T*os, und hier wie heym Röniar stammt An- 
cltyses .und seine Nachkonunenschaft aus troigch-dardantaQbem (Ta-sr-tan, 
hier da* Land von Er) Oeblüte. Ist jenes lettre aus Fuil - Er -e ^uwamiuenge- 
selzt, fto erinnert Her Name an File, der von 1903—1910. v. Cur. in Ib-Jfii 
herrscht. S. die fceittafel. 



- 9S - 

und Frimldsche* und Len gooa r di achen Quelle* erschöpft werden 
kennte. Jene aber waren wenig zuverlässig und doch höchst lüeken- 
halt, und diese damals nech auf Gregor and den fabelhaften Frede- 
gar, und auf Paulas Diaconus eingeschränkt, und Beyde hauen kaum 
»ehr als ihre Franken und Longobarden im Auge. 

So möchte Nennius, wie hier von Samuels Interpolationen gerei- 
nigt, wohl zuverlässig mehr Beachtung verdienen, als man ihm seit- 
her hat schenken mögen. Auf keinen Fall wenigstens wird ihm die 
Eigenschaft des einzigen uoiversauschtlsten Ethnographen nach der 
Völkerwanderung und bis zu seinen Tagen strittig gemacht oder ab- 
gesprochen werden können. 

Nun znr Darstellung selbst« Zur Zeit des Schriftstellers «ersch- 
ien Gotho-Sueven im Süden der Pyrenäen — Franken hatten die al- 
ten Namen der Galli, Belgae, West - Catti, Sigambri, — Gothi, 
Burgondi, Cepides, Longobardi den grössten Theil der Suevischea 
Volksnamen, — AUemanni die Reste jener Suevi, — Saxones endlich 
die der Chauci, Bructeri, fiberall jener nichtsuevischen Germanen 
verschlungen, — Britones (Brydain- Völker) erfüllten Brittische In- 
seln, — und der Lateiner herrschte noch vom schwarzen bis zum 
tyrrhenischen Meere, und so erscheint sein Völkerbild als völlig voll- 
standig. Es steht aber auch dasselbe in ziemlichem Einklänge mit 
den Annahmen des Magusan. Europa, das mehrentheils auf die Chro- 
nicles rückbegründet ist. Dieser Einklang entsteht dann, wenn, wie 
nichts hindert, vorausgesetzt wird: dass bey Nennius Hesicionische 
Alanen mit Dubar-Gaalen der Chronicles — und Nennius Armenoni- 
sche Alanen mit Calma-Gaalen der Chronicles und des Magusan. 
Europa gleichbedeutend sind. 

Das Magusan. Europa muthmaast den frühesten Franken -Ursprung 
aus Cattisch-Sigambrischen Gefolgen (ro), es lässt Catten aus Ca- 
thac-Gaalen, Cath-ih, hervorgehen, und Cathac-Gaalen, gehören 
zum Stamm Dubars. 

Nennius bezeichnet die Franken als Nachkommen Hesieions. 
Das Magusan. Europa rechnet alle Sueven, Gothen, Longobar- 
den, Gepiden, Burgunden etc. zu den Calma-Gaalen; sucht in ihren 
frühern ruhigen Eibsitzen einen Erimion-Bund, der den Geogra- 
phen den Stoff zum Hermionen-Namen gegeben. 

Nennius führt Gothi und Walagothi (damals zum Theil in Spa- 
nien, dem Ur-Gaalen Lande, daher vielleicht Gaalen- Gothen) Ce- 
pidi, Burgundi und Longobardi als Nachkommen Armenons auf. 
Es bleiben mithin bey Nennius nur übrig: 

Saxones et Tarinci, beyde in Saxonen (n) und Thüringer, jene, 
bey Ptolomaeiis, vor, diese nach der Völker -Wanderung fast ma- 
gisch die Weltbühne betretend. — 
•' Wandali und Bogari, VandaJen und Bojoaren, beyde wenigstens 
zweifelhafter Herkunft — 
und diese vier schreibt er Negno zu, vielleicht in Folge einer noch 
zu seiner Zeit und dort bewahrten Kenntnis* eines spätem — 
Negno der jüngste der Brüder — Skythischen Nachzugs, vielleicht 
aus gleicher östlicher Heymath des Caucasus, allenfalls mit dem 
frühesten Odin in Verbindung stehend? (die Alanen der Völkerwan- 
derung?) 
Seine noch Übrigen Alanen und Hesieions -Kinder, Latin! und Al- 
lemänni, sie sind als Mischvölker von Haus aus zu sehr bekannt, 
um jener Concordanz auf irgend bedeutender Stelle Eintrag thun 
zu können. Uebrigens sind es auch nach den Chronicles Dubar- 



— 33 ■— 

Gaalen, also Im Sinne des Nennius Hesicions- Alanen, die dasMagu- 
san. Europa am frühesten vom Ebro her die Alpen übersteigen, und 
dort Javanische Staiumvettern , mithin die zwey Haupt - Elemente des 
daraus später in Mischung mit Pelasgern sich bildenden Lateiner - 
Volks, finden lässt. 

Der Verfasser fahrt fort: 

P. 33* Alanus autem, ut ainnt, fuit filius Fethevier, fil. Ogomura, 
fil. Thoi, fil. Boib, fil. Symeon, fil. Mair, fil. Ethac, fil. Aur- 
thac, fil. Ecthet, fil. Oothz, fil. Abirth, fil. Ra, fil. Esra, 
fil. Israu, fil. Bath, fil. Jona, fil. Jabath. Hanc genealogiam 
inveni ex traditione veter um, qui incolae fuerunt in primis 
Britanniae [temporibus]. 

Hier endlich kehrt der Verfasser zur schlichten, von allen fremd- 
artigen Zusatz -Elementen gereinigten , Volkssage über seine voreu- 
ropäische Vorzeit zurück. Mag immerhin das tiefe Dunkel der weit 
entlegenen Zeit, die sie begreift, der weite Zeitraum, den sie um- 
fasst, selbst ihre anscheinende Lückenlosigkeit, jener Stammtafel den 
Anstrich des fabelhaften und abenteuerlichen geben; so wird doch 
die absolute Unmöglichkeit einer Wahrhaftigkeit derselben nie darge- 
than werden können, mithin es zulässig erscheinen jenem Fabelan- 
strich einige Umstände entgegen zu setzen, die für ihre, wenigstens - 
theUweise Glaubwürdigkeit zu sprechen scheinen. 

Im allgemeinen und oben an muss die Bemerkung Platz greifen, 
dass, bis auf die Juden, wohl überall keine, wenigstens keine Euro- 
päische Volkssage so weit in's graue Alterthum zurück geht, als die 
Irische. Schon die Chronieles und die Zeittafel des Magusan. Europa, 
so weit sie auf jene begründet ist, von 1006. v. Chr. bis tief in die 
präadamitische Urzeit zurückgehend, und doch dort durch Arrian, 
den Dabistan, und Giame al Hekajat (s. oben) belegt, müssen so 
lange für die Glaubwürdigkeit der Stammtafel des Nennius sprechen, als 
Unächtheit und Ungrund der Chronieles nicht dargethan ist. Schon 
St. Patrick Hess die seiner Zeit in Irland vorhandenen genealogischen 
Nachrichten , die aufs Alterthum und Volks geschiebte Bezug hatten, 
zusammen bringen, und dem da entstandenen Seanachasmor einwe- 
ben, und so war wohl jenes zu Nennius Zeit sicher noch mehr ge- 
kannte nnd benutzte Werk das Depositorium der Irischen Früh sage, 
aus dem Nennius schöpfte, und in gutem Glauben an die Wahrheit 
«chdpfen konnte, da es unter den Augen des Heüigen — des Oberkö- 
nigs — und des ganzen versammelten Volks entstanden war. 

Weiter mag der Umstand kein ganz verwerfliches Zeugnis« ab- 
geben, dass ein Theil der Namen der Stammtafel unfehlbar der Iri- 
schen, ein anderer der mit ihr in diabetischer Verwandschaft stehen- 
den Hebräischen Sprache gehört. 

Endlich wird die in der Chronologfsirung des Stammbaums zu 
Tage tretende vielseitige Concordanz einen nicht unkräftigen Grund 
zu erbieten geeignet se yn. Die beyden letzten Zeugen mögen also in 
jener Chronologisirung gehört, diese aber in Bezug auf Josephus hö- 
heres Alter der frühern Menschen in der Art gebildet werden, dass 
Japhet's Tod, in Folge der Angabe der Chronieles, auf 2172 v. Chr. * 
gesetzt, und das Menschenalter statt des */ 3 Jahrhunderts auf 36 Jahre 
angenommen wird. 

Jabat stirbt 2172. Ja-foth, der Ländergründer. 

Jona. 2172 — 2136. wohl Gomer. Gou-mar der grosse Schmied. 

Auszug von Ogeageis und Nomadeis aus Iber 



— 34 — 

»ach Gaofataeloac, Gaidelas • Graadbild tu 
Pindar8 Medeia-Prophezeihung. 

Bath. 2186 — 2100. Batkas, Herr, Häuptling. Anführer. 

Israu. 2100 — 2064. 

1Ssra. 2064 — 2028. 

Ra. 2028 — 1092. 

Abirth. 1992 — 1956. Hier ungefähr enden die Tage der Gründlin- 
gen, days of Fada, der Chronicles, die der 
Hebräer die Tage Phalegs nennt. 2247—2006. 
v. Chr. nach Hebr. Z. B. 

Oothz. 1956 - 1920. 

Ecthet. 1920 — 1684. Atc-thet, Stamm der Sonne) Gründer 

Aurthac. 1884 ■*— 1848. Aoir-aic, Sonnenstamm, j von. Ta- 

oir-seis, dieses das Sonnen-Volk, 
Tarsus ; S ul - i h , Sonnen - Völker , Soli 
überhaupt Ciliciens, Sard anapal und Per- 
seus. 
Ethac. 1848 — 1812. Eat-aic, Alten-S tamm. 

Main 1812 — 1776. Mar, der ausnehmend grosse Gründer 

von Mar- 1- ab. Mariaba Arab. 

S ymeon. 1776 — 1740. 

Boib. 1740 — 1704. Bo-ib, diess die Stelle des Pflug- 
viehs. Ackerbauender Hyksos am Nil. 

Thoi. 1704 - 1668. der phönizische Thoot am Nil? 

Ogomum. 1068 — 1682. v Nun häuft der Zufall die Concordanzen auf 
Tethevir 1632 — 1596. I eine höchst auffallende Art Wie der My- 
Alanus. 1596 .— 1560. J thograph Ogmios zuerst am Nil, wahrschein- 
lich — Magus. Kur. HI. 27. — als Fluss und Meergott, auftreten lässt, 
so erscheint hier Ogomum und zwar ebenfalls am Nil, da nach Nen- 
nius die Scythen erst 1596. v. Chr. von dort abziehen. Dem Dichter 
und Historiker sind es Minyer, Seefahrer, die Kyrene gründen, und 
hier ist es Ogomum, O.gh-mjin, der Held der Fluthen, aus 
Ardfear, Naois, des Archen Mannes, des FliUhmanns Stamm, es ist 
Ogh-min oder Og-min, der HelcMer Minyer, oder der jün- 
gere Miny er- Stamm, der Hammonium, Kyrene, Iiibya und 800 
Heracleen im Hesperien Africas und Europas gründet, der hier in 
Europa in Ogmios als Volks- und Sprachgründer, in gleichem Bild 
als dort am Nil (Kirchers Osyris, Iiucians Ogmios) auftritt , v und hier 
in der schwarzen Farbe des. Bilds seine Gründung der libysch - aethio- 
pischen Atlanten verkündet, endlich als Hercules (Aristoteles) den gan- 
zen Westen, Pindars dunkle FJur, Josephus und der ArgonauUken 
Land des Dunkels beherrscht. Fast noch überraschender spielt der 
Zufall in Fethevir und Alanns. Zuvörderst trifft, wie oben schon be- 
merkt, der Ablauf der siebenzehn <Menschenalter, wo Pindars Medeia- 
Spruch in Erfüllung gehen sollte,. die Zeit, wo, nach Nennius, jene 
Nil- Skythen zuerst in Spanien landeten, und des Magusan. Eur. An- 
kunft Pubars am Duro, in 1594 — 1560. v. Chr. hier genau mit der 
Zeit Alans, des ersten europaischen Japhetiden des Nennius zusam- 
men. Dann ist es bey Pindar und Anollonius, Eurypylos, der die 
Scholle des künftigen westlichen Wohnsitzes bietet — der Name 
wurde oben aus dem Irischen: Eri - beul- aos, das Einzugs-? 
Eingan g.a -Volk von Eri gedeutet, hier ist es jenes Volk, das mit 
Fethevir vom Nil ab- und in Libya einzieht — und gleicher Sinn 
liegt in EvQvnvkog, der Tnür-, Eingangs -Oeffner, Eingangs -Finder 



— 8* — 

Bndlfeh ist fcridarn, wie Apollonius, jener Enrypylos der Schol- 
len-Mann; und hier ist Fethevir, als Y e o d - f l r, ebenfalls, der S c h o I- 
lenmann. So, vielleicht, war es die vom Griechen errungene Kun- 
de der Frühgeschichte Libyas, des sattsam rüthselhafter Weise früh 
bevölkerten und früh gebildeten, und die erkundete Bedeutung der 
dort im Andenken gebliebenen Namen von Fethevir und Eribeiilaos, 
die den Grundstoff zu jener Eurypylos- Episode in Pindar und Apol- 
lonius gegeben. 



HL 

Das Magusanische Europa halt die Germanischen Ost -Völker, 
wie sie Tacitus, PHnüis, und nach ihnen noch Ptolomaeus kennt, für 
Gaalen. Aus ihnen lasst es so die beyden frühem Brennus, — als 
den Galatiscben Gründungs - Zug, zuletzt die Völkerwanderung selbst 
hervorgehen. Darum mussten noch in Berg - Fluss - Orts - und Völ- 
kernameii des Ptolomaeus , des letzten Geographen vor jener Weltbe- 
gebenheit, die Spuren der gaalischen Sprache aufgesucht werden. Wie 
weit diess gelungen, muss dem Urtheil der kennerischen Lesewelt 
anheim gestellt bleiben. Jenen Völkern schreibt die Vermuthung Berg- 
bau und Schmelzkunde zu, und sucht die Spuren in der grossen Zahl 
der über den ganzen ungeheueren Umfang jenes vorzeitlichen Gaalen- 
Landes verbreiteten, von der Numismatik noch wenig oder gar nicht 
erforschten Münzen. Britannien, Gallien, Spanien, und Germanien 
liefern derselben, und die Gelehrten jener ersten Länder bezeichnen 
sie, bescheiden aber schonend, als unbekannte (desconocidas) oder 
Ungewisse (incerti), zuweilen als Celtic - Coins, und Reguli und Häupt- 
linge Galliens und Spaniens. Der Deutsche Numismate hielt früher 
die, eine grosse Abtheilung erfüllenden, Regenbogenschüsseln für go- 
thische / Münzen, in einem Sinn, der sie zu Kindern der Völkerwande- 
rung machte, weitere bezeichnete er im wenig bedeutsamen Namen 
der cel tisch -gallischen, und die neuern Führer in dem Felde beleg- 
ten sie, die Ehrwürdigkeit des Fundbodens vergessend, mit dem Na- 
men: Barbari, und wohl hauptsächlich war es dieser neu eingeführte 
Kunstaasdruck , der von der Lust zu weiterer Erforschung zurück 
scheuchte, und einen wohl nur zu grossen Theil jener Denkmäler 
der Frühzeit den Schmelztiegeln zuführte. Rudings Annais of the 
Coinage, der Jerseyer Münzfund, und die Bemerkungen des Magusa- 
nischen Europa über durchlaufende Typen- und Material -Verwand- 
schaft, haben nun wohl ziemlich ausser Zweifel gesetzt, dass alle 
diese Münzen unverkennbare Spuren einer gewissen Einkindschaft 
tragen, und dass sie, kaum ausweichbar, einem und dem nämlichen 
frühen Hauptvolksstamm*) zugeschrieben werden müssen. Doch auch 

*) Die früheste Spur einer Pragekunst im Westen Karopens findet sich, wohl 
an nicht geatmeter Ortsstelle, in den Chronicles of Kri. Hier. II. 306. erlegt 
Eunda einen ausgezeichnet grossen Hirsch«, und lasst sein Bild auf Silberstucke 
aas den Bergen Nord -Irlands prägen, die die Schönen des Landes zum Schmuck 
tragen. • Eunda herrscht 456—461. v. Chr. also kaum nach Gelon I. von Syracus, 
und Alezander I. von Macedonien , deren Münzen , chronologisch gewiss , unter 

friechiscJten Münzen oben an stehen. Bey der KinzelsteHung, in der sich die aus 
iaalag nach Pri 1006. v. Chr. eingezogenen Gaalen erhalten, muss ihnen aber 

3 * 



— 36 — 

hierüber wird erst die richtende Welt in weiterer Prüfung das Ur- 
theil fällen. Solleil aber Im besondern jene Völker der Völkerwan- 
derung die Prager eines Theils jener Münzen gewesen sein, so 
möchte die Verteidigung einer solchen Ansicht wohl die" Pflicht her- 
beiführen, die bis zur Völkerwanderung fortgesetzte Thätigkeit jener 
Stempel einigermaasen glaublich zu machen. Und hierzu scheint es 
nicht an Mitteln zu fehlen. Um die Münzen selbst, von denen es sich 
hier redet, einmal im SammtbUd darzulegen, und dann wieder zu 
classificiren, wird es nöthig seyn, den Zeitpunct kurz vor der Völ- 
kerwanderung etwas näher in's Auge zu fassen. Es ist aber gerade 
an dieser Stelle die Geschichte jener Gegend äusserst arm, und nur 
die Marcomannenkriege, die theilweise jenen Heerd der Wanderung 
überzogen, mögen als einflussreiches geschichtliches Ereigniss ange- 
sehen werden dürfen. Aber auch die Nachrichten über jene Kriege 
selbst suchen wir beynahe umsonst in gleichzeitigen oder spätem 
Schriftstellern. Alles, was wir wissen, beschränkt sich fast einzig 
darauf: dass die Antonine sie führten, dass sie nur mit wechselndem 
Glücke sie schlugen, und dass der Erfolg dem Reiche eine nur wenig 
ständige Eroberung sicherte. Früher hatte August sich des rechten 
bonauufers, Trajan in Dacien sich eines Theils. des linken bemeistert, 
immer aber war aus diesen Siegen wenig mehr als ein gewisser Nach- 
bar -Einfluss zu erwarten gewesen, und dieses wirklich mehr als 
Geburt römischer staatskluger Verschmitztheit, als römischer Waffen- 
gewalt bemerkbar geworden. Marbods und Vannius Geschichten, und 
der von Doinitian übernommene Tribut sind dessen Zeuge. So wer« 
den die Marcomannenkriege als Hauptscheidepunct und eigentlich 
Kinflus8 herbeiführende Begebenheit angesehen werden dürfen. Un- 
bedenklich wird unter andern diesem Einfluss die Folge zugeschrie- 
ben werden können: dass. zwar das innere Volksleben nur wenig 
Aenderung erfahren, und so der Münzprägung ein Hinderniss nicht 
erschienen, in dieser aber die gewohnten Typen neuem, die Tagsbe- 
gebenheit und ihre Helden feyernden, Platz machen mussten, und dass 
im besondern der Stempelschnitt die n%u vom Nachbar, nun theilweise 
Mitein wobner, erlernte Schrift aufnahm, ohne der Volkssprache der 
Präger den Abschied zu geben. So erscheinen nun dort Münzen mit 
gaalischen Worten in römischer Schrift geschrieben. Hieraus schon 
erbildet sich als Sammtgegenstand der ganze Complex der schriftlo- 
sen und beschriebenen , goldenen - und Silbermünzen , die das linke 
Donauufer jener Gegend in grosser Zahl geliefert hat , und noch täg- 
lich liefert, zugleich aber die Ausscheidung: dass die mit römischer 
Schrift versehenen, wiewohl überhaupt alle Silbermünzen der Zeit 
während- und nach-, die übrigen, wohl fast durchgängig güldenen, 
der vor den Marcomannen Kriegen zugeschrieben werden müssen. 
Die C lasse der sonach der frühern Zeit angehörenden Münzen wird 
reichlich ausgefüllt: durch die grossen Podmocler- und Nisch burger - 
und die weitern Funde an Goldmünzen des Marcomannisch-quadisck- 
dacischen Bodens. Wohl mögen sie, so gedacht, für Münzen aus den 
Scbmelztiegeln der, nach Tacittis, eisengrabenden, also schmelzkundi- 
gen Gothinen hervorgegangen, also gothinische — gothische Münzen ge- 
halten werden. In ihrer Form vexrathen sie das Festhalten an der 

nothwendig schon vor 1006. v. Chr. die dort unter Eunda gerühmte Pr&gekunst 
nicht fremd gewesen seyn. Also auch ans jener Nachricht Bergbau, Schmelz - 
und Pragekunde schon vor fast 3000. Jahren den Bewohnern West -Europas 
durch die Chronicus beurkundet 1 Eröffnet sich da nicht für die Numismatik ein 
ältestes , unabsehbares Feld V 



— 3t — 

Gemeinsitte der ConvexitÄt und Concavitftt, die jener ganzen euro- 
päischen Münzfamilie, im besondern den Brittischen und Jersey -Mün- 
zen und den vorzugsweise dem Kalten- Boden, wie hier dem Donau- 
Umwohner gehörenden Regenbogenschiisseln eigen ist (o). Schrtft- 
spnren, nicht römische, zeigen nur wenige derselben, es erscheint 
aber da auf das höchste auffallend , dass eine Verwandschaft so mit 
keltiberlscher Schrift als mit nordischer Rune durchleuchtet, wie denn 
sogar Legis, Fundgruben des Nordens. 1. 54 nota, auf einer dersel- 
ben das Wort: Uki gelesen hat, das kaum verkennbar auf jenes my- 
steriöse Uken, Oghem, von Tibet, Indus und Ganges bis Hibernien, 
Geheimwissen und Geheimschrift bedeutend hinweisst, und so jenes 
Germanische Prägevolk als den Irland mit Europas Osten und Norden 
verbindenden Mittelpunct darstellt und erkennen lässt. Der Typus 
jener Goldmünzen ist durchschnittlich das freilich häufig formlose und 
verschieden geformte Bild eines einfachen, zuweilen doppelten Her- 
zens, oder eines weitern polypenförmig dargestellten sonstigen edeln 
Eingeweides, und so allenfalls für symbolische Darstellung des Le- 
bens, seiner Erhaltung und Portdauer, Gesundheit, Heilung etc. z'i 
halten, vielleicht auch, in localer Beziehung, auf Daseyn und Wirk- 
samkeit warmer, jenem Baal-Belenns-Siamus heiligen Bäder hin- 
deutend. 

Vor der Verabschiedung dieser Ciasse werden noch einige Be- 
merkungen gehört werden müssen. Zuvörderst erhalten in dieser 
Ansicht die Nachrichten des Tacitus (Germ. 5.) ihr vollkommnes Licht. 
Gold war dem Germanen jener Zeit geläufiger und bekannter als Sil- 
ber, darum griff er nach römischer Silbermünze. Er war nicht so 
Neuling im Münzwesen, dass ihm die römische Platte -Fälschung ent- 
gangen seyn sollte, darum verlangte er serrati. — Ihm träumte 
von den Lorbeerköpfen der Auguste nichts gutes für die Ruhe seiner 
Heymath, und darum vermied er den Eingang der Imperatoren- Mün- 
zen, und Hess nur consularische , bigati, zu. Ueberall musste der 
Marcomanne Geld kennen, wenn der römische Speculant in Marbods 
Regia Geld verdienen wollte. Weiter erweckt eine der Nischburger 
Münzen in der Figur, die ein Kreuz erhebt, die Vermuthung einer 
schon vor der Völkerwanderung bey jenen Völkern bestandenen 
Kreuzes -Verehrung. War doch schon die fulminatrix jener Antonine 
eine Christenlegion! Mögen dock Gothen wohl schon als Christen 
den Schauplatz der Wanderung betreten haben! Endlich legt schon 
Pipin den Böhmischen Slaven einen Tribut von 500 Mark auf, die 
Mark zu 900. Münzstücken, und der Name wohl der frühesten Münz- 
sorte jener Gegend ist Scot. Ist der Name Mark, als Bezeichnung 
Metaligewichts wirklich älter und vor Pipin im Westen gebräuchlich, 
oder erinnert er hier vielleicht an frühere Marcomannische Schmelzer 
und Präger? . Hat jener Münz -Name, Scot, einen bekannten frühe- 
ren Ursprung? oder ist auch er wie überhaupt Schutt (Wehrwall) 
Schütz, Schütze Schild, Schoss, und seilt um, seudi etc. alle aus Sgiot, 
Pfeil, Sgian, Messer, Goth, die Lanze, und Gou, der Waffenschmied, 
der sie alle schmiedete hervorgegangen? Auch für den Uebergang 
aus der altern Ciasse in die der Zeit während und nach den Marco - 
mannenkriegen fehlt es nicht an Zeugniss gebeuden Münzen. Die 
Hauptcriterien jener beyden Classen waren: Gold, coneave Form und 
Ihtestinaltypus für die erstere — Lateinschrift und Silber für die 
zweyte, und beyde Eigenschaften einigen die Biatec- Münzen des Wie- 
ner Cabinets und Neumanns. Sie sind güldene Regenbogenschüsseln 
mit dem Typus des Doppelherzens wie jene Münzen Von Nischburg 



— 3& — 

und Podmocle , und sie liefern auf der Coürexseite BIAT in lateini- 
scher Schrift — Grund genug ihnen jene Ehrenstelle anzuweisen. Ein 
weiterer ihfre Wichtigkeit in localer Hinsicht noch bedeutend erhöhen- 
der Umstand wird unten zur Sprache kommen. Nun zu den Münzen 
zwischen den Antoninen nnd der Völkerwanderung. Sie tragen, wie 
eben gesagt, mehrentheils lateinische Schrift , das Material ist Silber 
und die Typen der Avers sind: Kopfe, und der Revers: Pferde, Reu- 
ter und zuweilen phantastische Bilder. Zu ihrer genaueren Sonder- 
ung ist es nöthig abermals zur Geschichte zu greifen. Seit August 
wehen die römischen Fahnen längs des rechten Donauufers vom 
Rheinwinkel bis nach Pannonien und Mösien hin. Im besondern war 
seitdem dem norddonauischen Germanen seine Norisch - Dardanische 
Tormauer gegen Padus und das sinkende Reich Alexanders hin (Dar- 
dania) verloren gegangen. Noch aber ruht dort die Gewalt Roms auf 
schwachen Füssen. Dräuend steht ihm der von jenem Rheinwinkel 
eingezogene Marbod mit stündlich wachsender Bundesmacht gegen- 
über. Ein erster Versuch gegen ihn scheitert an der noch dauernden 
Geblütsanhänglichkeit, die er in jenen abgelösten süddonauischen 
Stammvettern aufzuregen weiss. (Auch hier erscheinen, merkwürdig 
genug, wie in Kyrene, der Hessen -Franken- und Thüringer -Sagen 
bei VeUejus II. 110. zwey Batto als Anführer im Pannonischen Auf- 
ruhr. *) Nun zertrümmert im Nordwesten die Herrmannsschlacht die 
Frucht mehrjähriger blutiger Anstrengung und jetzt bat die Gefahr 
den höchsten Gipfel erreicht, per Donausüden, selbst der Rheinwe- 
sten nur erst gewaltigt und sattsam aufstandslustig — im Innern 
zwey gewaltige Bundesmassen, Cherusken lud Marcomannen, voraus 
sichtlich nur zu geneigt sich aufschublos im gemeinsamen Zweck zu 
einigen, den Gemeinfeind zu vertilgen. — Da muss es der jungen rie- 
sigen Kayser-Ronia klar werden, dass sie Gefahr lauft, wie schon 
einmal vor 400 Jahren, nochmals vor der Kraft des jetzt obenein ge- 
reizten Nordmanps die stolzen Zinnen beugen zu müssen. Der tü- 
ckisch-schlaue Herrscher findet da Rath. Zwist unter den Bundes- 
häuptern, unter den Bundesgliedern selbst, muss die Gefahr bannen. 
Armin , mit ihm Sennonen, Langobarden, nur erst Marbod - Genos- 
sen, sie müssen gegen Marbod wafinen, und es ersieht da der schein- 
bar mittelade kaiserliche Jüngling den Augenblick der brechenden 
Macht Marbods, um im Yannisohen Quaden- Reich den Donaulegtonen 
eine Vormauer zu begründen, Nicht genug! Armin muss als Opfer 
häuslichen, — vom Römer genährten Zwists fallen — und, sichtbar 
und gestanden (Tac. Ann II. 62.) von römischer Arglist aufgeregt, 
tummeln sich auf des einst gefürohteten Marbods -Boden Hermundu- 
ren, Gothen etc., nur erst Genossen des von Marbod gestifteten Bun- 
des. Marbod fällt und bald folgt ihm im Sturz sein Verdränger Ca- 
tualda, und nur mehr erstarkt geht im Untergange beyder die Kraft 
der neu gestifteten römischen Vormauer im Vannius- Reich hervor* 
Nun und mit Tiber verschwindet umsichtige Arglist vom römischen 
Throne, und Blutgier und weibisohe Thatenlosigkeit treten an die 
Stelle. Unbekümmert sieht Claudius den Untergang Vannius, des Rö- 
merfreunds und Römerknechts, und ohnmächtig und schimpflich schei- 
det Pomitian aus Paeisch-Quadischeu Kriegen. Pas junge Weltkay 

*) UeberaU mächte eine Zusammenstellung der an Jenes SKythische Bathas 
erinnernden Personennamen einen Blick in den Vrtlkerziusammennang der Früh- 
zeit eröffnen. An ihrer Spitze steht vielleicht schon der Semiramis gegenüber ein 
Indischer Strabo-bates (Breiteno. etc. Volkers tamme etc. p. 6ft, wanrscheuUiCO 
nach Ctesias.) wie. Sabattus, des Janas Mitregent, nach Beroau«. 



— 30 — 

serreich wird zinspflichtig, bis Trojan mit festerer Hand die Ztfgel 
ergreift. Er geht über die Donau, und Dacien wird zur römischen 
Provinz. Noch aber bieten die Bergketten im Westen nnd Norden 
der neuen Provinz das Verbindungsmittel den Völkern gleiches Stamms, 
im Westen, Norden und Osten. .Da dringt Antonin in jene fiergkrämse 
Daciens (Antonius: DACIA cnm monüoulis. Eckh. VII. 5), und nun 
ist das Quadenland enge bedrängt. Noch aber ist die Einverleibung 
bedenklich. Dem Vorgang des Drusus folgend , begnügt man sich je- 
nem Lande einen König zu geben (Antonins: HEX QÜADIS DAT US. 
Eckh. VII. 16.) und Marc Aureln bleibt es vorbehalten, im Donau- 
übergang die Marcomannen und ihre Genossen über den Haufen zu 
werfen C Aureis: VIRTUS AUG. Eckh. VII. 00.) und den Legionen, 
die den Krieg auskämpfen sollen, in der Hauptschlacht, die ihn zum 
zehnten Male als Imperator begriisst (Eckh. VII. 65.), die blutige 
Bahn zu brechen. So viel aus der Geschichte jener Gegend, und der 
Zeit, die uns hier in den Münzen beschäftigt. In Folge jener Kriege 
der Antonine nun mögen wohl Postirungen bis tief an die Mittel - 
Oder, es mögen Tribut- Zahlungen und Mannsehaf ts - Stellungen ent- 
standen seyn; eine völlige Verrömerung, gänzliche Unterjochung aber 
kennt so wenig die Geschichte jener Zeit; als sie durch die Folge- 
zeit wahrscheinlich gemacht wird, und so wird die oben geäusserte 
Vermuthung nicht zu kühn- seyn, dass die Kriege im eigentlichen In- 
nern Volksleben» in Religion, Sitte, Gesetz, Sprache, Verkehr etc. 
nur wenig geändert, im besondern der Münzprägung ein Hinderniss 
nicht herbeygefdhrt haben. Eine gewisse Nachahmungslust jener Prä- 
gevölker leuchtet schon aus frühern Copien griechischer und römi- 
scher Münzen hervor, die die Wissenschaft als Plagta Barbarorum 
bezeichnet, ebenfalls ohne das eigentliche Präge volk zu nennen oder 
zu kennen, wenn auch zweifellos wenigstens die erstem Ulyrike 
und Dardania, einem früheren und umfassenderen, gehört haben mö- 
gen. Jetzt in dem Wechselglück der Kriegsjahre sah der Boden 
stattonirte Rtimerbeere , mit ihren Kriegscassen und Münzen, und 
so erbildete sich die Kunde über die Form und Potenz der vorzüg- 
lich wegen der durchherrschenden Gradlinien sich dem Stempelschnitt 
empfehlenden römischen Schriftzeichen. Da natürlich erwachte die 
Idee, die neue Kunde zu Darstellung der Worte der Landessprache auf 
Münzen zu benutzen, und so erscheinen von da an auf jenen Barha- 
ris gaalisch- germanische Worte mit römischen Buchstaben, zuweilen 
aus* älterer Erinnerung mit griechischen untermengt, zuweilen und 
theüweise, in Folge der Neuheit des Unternehmens und noch mangel- 
hafter Manipulation des Grabstichels im Eingraben der Schriftzüge, 
in der Bewegung von der Rechten zur Linken, und hieraus Münz- 
schriften, die dem Forscher so lange unerklärliche Räthsel bleiben 
mnssten, bis die Sprache gefunden war, der die Laute, die sie ga- 
ben, gehörten. Also: gaalisch- germanische Worte durch römische 
Schriftzeiohen geschrieben, nichts anders und nichts, mehr, als das 
Vorbild der Sitte, der nach mehr als tausend Jahren noch heute fast 
alle unsere deutschen Münzstätten huldigen. Diess angenommen er- 
klärt sich wenigstens ein Theil jener problematischen Münzen,, die 
dann, wenn die Erklärung zulässig, sich zu wichtigen Denkmalen 
eines historisch armen Zeitabschnitts jener Fnndgegend erhoben se- 
hen. Es bleibt da zuvörderst fest*, dass Eckhel und Neumann Recht 
haben, wenn sie jene Münzen der Donauumgehung zusoli reiben. Pe- 
lerin selbst will aus dem Umstand, dass er sie unter den unbekann- 
ten gallischen aufführt, nicht geschlossen, haben, dass sie. fundbodlich 



— 40 - 

und heymathlich jenem Lande gehören. Es wird weiter daran fest- 
gehalten, das» im Mittel des Fnndbodens der den beyden Zeitdassea 
gegebenen Münzen sich die Dacisch - Quadisch - Marcomannischen 
Berge, also Carpathiscber Westabhang und Manhardsberg erheben. 
In allen diesen Voraussetzungen würden sich jene Münzen der zwei- 
ten Ciasse ungefähr in die folgenden Abtheilungen ausscheiden : 

A. Volksglaube über Ursprang und Frühheymath verrathende, 

B. Historische, Tagsbegebenheit und ihre Helden feiernde, 

C. Geographische, auf den Präge -Ort hinweisende; 

Zu A) Aquitanien, Eocaidtan, nach den Chronicles von Eocaid, 
dem Galläoischen Gaalen gegründet, war das Mutterland der Gaal- 
dunseis, Berggaalen, aus denen $ der Ansicht des Magnsanischen Eu- 
ropa nach , jene Marcomannen, Gothen etc. als Sigovesen hervorge- 
gangen. Es würden: 

1) demnach dieser Ciasse angehören: alle die Münzen mit der 
Inschrift: ECCAIO, HCCAIO , sie sind, bis auf eine vielleicht 
irrthümlich als bronze beschriebene Pelerinische, sfimmtlich von Sil- 
ber. Wiczays No. 7414. 7515. haben weiter in gebundener Schrift 
die Worte Ar und Ak, die zu Ergänzung der Hauptworte bestimmt 
zu seyn scheinen. Nach Ar, der Held, das Er -Volk, und Aic, der 
Stamm, würde dann Eocaid -ar auf das Er- Volk, Eocaid* , Eocaid - 
Aic, auf den Stamm Eocaid's, zugleich aber nach: Eocaid, kriege- 
risch, auf kriegerisches Er -Volk, kriegerischen Stamm hindeuten. / 

2) Weiter würden hierher die von Wiczay und Neumann gelie- 
ferten Münzen zu rechnen seyn, die einen schreitenden Hahn mit 
rückwärts sehendem Menschenkopfe darstellen. Wie Aquitanien 
Sammtheymath aller jener Völker, so war der Breisgauische Hhein- 
punct Auszugspunct früher für alle jene Sigovesen - Gaalen , spater 
für die Belg-tectosagischen Marcomannen, die Marbod ostwärts ab- 
geführt Von jenem heymathlichen Rheinwesten hörten sie nun vom 
belehrenden Römer: dass er Gailia heisse, und dass Gallus den Hahn 
bedeute. Der Sitte aller Münzen jener Gaalen - Völker treu, dem 
Sonnenpferd die Bewegung von der Linken zur Rechten und so die 
Richtung sonnenwarts zu geben, schreitet auch hier der Mensch — 
Hahn, Gallier, Gaale, morgenwftrts und richtet den Blick auf die im 
Westen zurückgelassenen frühern, spätem und letzten Wohnsitze 
Aquitaniens und des Rheinwinkels. 

Zu B) Neben den obigen wenigen historischen Reminiscenzen ist 
es ein nur ganz einfacher Schlüssel der den Zugang und die Ringe- 
hörung in diese Classe eröffnet* Es ist der Umstand: das die Irisch- 
Gaalisohe Sprache die Worte: Rig-Cann-mar- und Ata in der Be- 
deutung von Führer - Häuptling - ausnehmend gross — und Vater 
kennt. Hiernach möchten zu dieser Classe zu rechnen seyn: 

1) die Nummer 7517. Wiczays mit der Inschrift: IGL4RIX und 
dem beystehenden gebundenen ATA. In Igill, dem Legionen - König 
und in Vibellins, Jubillius dem Hermunduren - Führer ist jener Name 
sogar der Geschichte nicht fremd, und wird daher um so unbedenk- 
licher in jener Inschrift die Bedeutung: Igtl, der Führer und Vater 
und die Bezeichnung irgend eines Grossen erkannt werden dürfen. 

2) Die Münze Eckhels, Neumanns und Wiczays , bey letzterm 
No. 7488 mit der Inschrift COVNOS. Als Caun-nous betont be- 
deutet das Wort: den klugen einsichtsvollen Häuptling, und 
schon in der gewühlten Form der Darstellung seines Brustbilds, un- 
ter den Pallas -Attributen, erscheint in Unterstellung eines Einflus- 
ses römischer Ansteht und Lehre; Uebereinstimmung mit dem Sinne 



- 4t — 

der Blunsschftft Es mg Ate Münze übrigens irgend einem ausge- 
zeichneten Gefolgherrn jener Völker «ad jener Zeit gegolten haben. 

Nun folgen Mannen , die einen Benag auf die Begebenheiten jener 
Zeit der Antonine errathen na lassen, und eine Concordann mit rö- 
mischer Geschichte and Numismatik su bieten scheinen* Zuvörderst 
hatte An tonin angeftthr ein Jahr vor seinem Zuge in die Dacischen 
Berge hey seiner Adoption den Namen: Aelias erhalten, und so wird 

3) die Münze hieber gerechnet and als Ailio-Rig gelesen, als Ae- 
lias der Führer (Imperator) gedeutet werden können ? die Eckhel 
p. 170. mit AIIVO. XIB, Naumann p. 148. mit AL4I0. XIR aufführt. 
Vielleicht deutet der Umstand: dass die Hauptseite der Münze weder 
den Namen noch den Kopf des Imperators trügt , wo nicht auf die 
immer noch nicht vollendete Unterwertung der neuen Provinz, doch 
wenigstens darauf: dass damals noch der Präge- Ort Römischer Herr- 
schaft nicht unterworfen gewesen. Nebenbey gehört die Eckhelische 
Manne nach ihrem Revers zugleich zu den obigen Münzen (sub A.2.). 

4) Schon auf näher gerückte Gewalt und Rtnfluss deutet der Avers 
der fünften Münze Kekhels. Hier deckt ein belorbeerter, offenbar ein 
Imperator - Kopf einen darunter stehenden behelmten, und mag daher 
die Münze gern für das Seitenstück der dem Jahr 140. gehörenden 
HEX QUADIS DATUS gehalten werden dürfen. Durch ihr BIATKC 
reiht sie zugleich in die Classe sub C. und möchte dann vielleicht die 
Geschichte durch die Nachricht ergänzen, dass damals and dort An- 
tonin Heilung und Genesung gefunden. 

5) Die Aehnlichkeit des Averstypus mit der vorigen wird die 
Hieranreihung der Eckhelischen No. 10. rechtfertigen. Dann als auf 
die obige Tbronvergebung Hinweis send würde nicht ohne Wahr- 
scheinlichkeit in dem Namen der Kehrseite der Name jenes Quaden- 
Königs erkannt werden dürfen, den die Geschichte verschwelgt. AI-' 
lenfalls und zumal wenn im Revers /licht Löwe sondern Wolf ge- 
meint ist, steht £0gar die Möglichkeit zu Gebot, jenen Namen in Ana- 
logie mit dem Typus zu deuten. Irisch betest der Wolf, Geschlechts- 
eingehörnng in besonderer Aehnlichkeit mit dem grossen Windhund: 
cu, achtend: Cu-allaid'. Die genauere Bezeichnung des Thieres als 
nicht Hausthier, liegt im Wort: beat'. So würde die Zusammense- 
tzung von Cu-beat'-allaid' den Begriff vom wilden Hund, Wolf, 
geben, und in der Aussprache in: Cubehs-alaiv, sich der Eckhelli- 
schen Schriftform: COßlSOVIO^^I, Litteris dubiis, wie er sagt: 
als Cobisolio , . gelesen, last vollkommen nähern- 

Es folgen die Münzen, die Aureis Zeit angehören mögen. Sein. 
Donauübergang und die ihm folgende blutige Schlacht hatten ihm den 
Eingang in das Herzland des Feindes eröffnet, und erst von jetzt an 
wird ein tieferes römisches Eindringen in der Richtung über Marco- 
mannisch -quadisohen Boden gegen die Flussthaler, im besondern und 
vorzugsweise der Oder angenommen werden dürfen. Da wird zu- 
vörderst 

6) der Friedens- auf Eokhels No. 3. so auf jenen Donauübergang 
und die dort geschlagene Hauptschlacht deuten, wie der Lorbeerkopf 
ihn selbst bezeichnen, und in ATTA mit dem Vaternamen: Pater Pa- 
triae, ehren. So würde diese Münze sich als Seitenstück jener dem 
Jahr 17» gehörenden VIRTÜS AUG. darstellen. Eckhel p. 00. 

7) Weiter werden die mit FARlLlß beschriebenen Münzen, Eck- 
hel No. 2., hierher gerechnet, und als Arüio, Aurelio, um so mehr 
gelesen werden dürfen, da in Irischer Sprache das F zu den muta- 
blen, in der Punctirung ganz verstummenden Consonanten gehört. 



— 4» — 

8} Auch die von Eekhei No. 1., Neumana p. 14a Wiczay Nr. 7407. 
Mieaet Suppl. I, p. 161. n. 2. aufgeführte» Münzen mögen allenfalls 
hierher gehören. Nur AD NA scheint da als zweifelfreye Lesart 
übrig au bleiben* Dann vielleicht möchte diese Inschrift als Anrel 
geltend , und als Nachahmung römischen Vorbilds angesehen werden 
dürfen. Dass den Legionsadlern die Legtonsbezeichnung, der sie ge- 
hörten, eingegraben war, nag allenfalls aus den wenigen dafür spre- 
chenden Funden glaublich hervergehen. Wie aber die VexiUea» und 
Insignien der Cohorten und anderer Abtheflungen bezeichnet waren, 
darüber schweigt die Geschichte vollkommen. Es bleibt demnach die 
Vermuthung erlaubt, dass sie eine mehr den Moment ihrer Zeit fei- 
ernde Bezeichnung getragen haben mögen , und so möchte es nicht 
au kühn seya , anzunehmen : dass es der Name des jeweiligen Impe- 
rators gewesen, den die Inschrift jener Vexillen, so raiimbeschränkt 
als es die Vexillen -Fahnchen selbst waren, verkündet haben. Nun 
erscheint nicht gar. lange nach Aurel- in römischer Numismatik die 
Benennung des Imperators als: Dominus noster. Schwer lässt sich 
glauben, dass jene Benennung erst damals und zuerst durch den 
Münzstempelschnitt die Römerwelt betreten habe- Sicher war sie 
früher schon im Leben und im Gebrauche. Augusts DN auf Marmor, 
Hadrians DN auf Thon, Antonius und Aureis Kvqwg auf Münzen be- 
legen die Ansicht vollkommen. Eckh. VIII. 3Ö&. Nimmt man hier- 
nach an: dass schon zu Aureis Zeiten jene Vexillen auf ihren Fähn- 
chen die Inschrift AD NA in Kraft der Bezeichnung von: AureÜua 
Dominus Noster Augustus getragen haben, so erklärt sich jene Münz- 
achrift leicht als Nachahmung der den Imperator , hier und jetzt den 
neuen Herrn* bezeichneten Schrift der römischen Fahnen. Eine frei- 
lich etwas harduinisirende Erklärung, die aber da vielleicht nachsich- 
tig ürtheil ansprechen dürfte, wo aUe sonstigen Erklärungsmittel ab- 
geschnitten sind. Die übrigen Züge mögen auf den Fahnen sich auf 
Cohorte etcl bezogen haben, una aus Unkunde zugleich auf die nach- 
ahmende Münze aufgenommen worden seyn. 

Auch die beyden folgenden mögen der Zeit Aureis und seiner 
Marcomannen- Kriege gehören. Wegen seiner Leistungen im Nori- 
cum war Helvius, der den Holzhandel mit dem Kriegshandwerk ver- 
tauscht hatte , von Aurel zur Senatorenwiirde befördert worden. 
Es deutet dies« unfehlbar auf Auszeichnung in jenen Kriegen, und 
so waren es allenfalls jene Waflfenthaten, die der Besiegte, um den 
{Sieger durch Schmeicheley zu besiegen, oder milder zu stimmen, al- 
lenfalls aber auch gezwungen in der 

9) hier anzureihenden Münze feyerte. Es wäre dann das mit Lor- 
beer und Gemma bekränzte Bild der Wiczaysohen No. 7516. der Kopf, 
und ]£LVIO MAR, dem ausnehmend grossen Helvius, der 
Name des früheren Feldherrn, spätem Cäsars. 

10) War aber dieser Typus aus Schmeichelsinn hervorgegangen, 
so erwachte in jenen wechselvollen Tagen, in einem Augenblicke 
freyerer Bewegung, bald der nur gezwungen zum Schweigen ge- 
brachte Nationalstolz wieder, und da erhielt, bitter -witzig genug, 
das Pferd, das dort den Sieger trug, in Zutheilung der Attribute des 
Raubs und der Gewalt — Kquus currens, sed cujus pedes pro ungu- 
lia habent ungues avi* rapacis, et cauda est leonis, Eokh No. 15 — 
seine wahre Natur wieder, und es verschwand nun das ehrende mar, 
und das kalte, blos die Stelle bezeichnende Big, trat in £VOI V RIX. 
statt ftbVIO RIX an die Steile. 



— 43 — 

Zu C.) Hier mochte die Rechtfertigung der dorclteiTscneaden An- 
sicht etwas schwerer zu bewirken seyn, da sie nur aus Combiaatto- 
neu zu erlangen steht, die ihrerseits wieder auf nicht weniger ge- 
wagte Combinationen rückbegründet werden nässen. Dech wird der 
Versuch nicht gerade frevelhaft erscheinen, da wenigstens einige fe- 
ste Anbaltspunete zu Gebote stehen, und benotet werden kennen« 
Jene Puncto sind: das Daseyn eines Orts in jener Gegend, den Pte* 
lomfius Robodunum nennt — die Isis -Verehrung der Sueven, von der 
Tacitus erzählt — und die Kunde : dass Re in der Sprache der gaa- 
1 Ischen Mythologie den Mond, die Nachtwohnung Baals, der Sonne, 
bezeichnet. 

Aus diesen Daten erkannte das Magnsanische Europa, im Isis« 
dienst der Sueven den Re * Monddienst der Gaalen — im Manhards- 
berg, der Zinna Silva, einen gaalischen Re-mionn, Mondsberg — und 
in Robodunum, aus Re t der Mond, both, das Haus, und dun, der 
Hügel, ein gaalisches Rebothdun, Hügel des 'Hauses der Isis, 
der Re, des Monds. 

.Nach Herodot erhielt die Estia vom Skythen den Namen Tahiti, 
wohl schwerlich in einem andern Sinne, nach Biota, das Leben, als, 
in Ta- biota, Tebitha, diess das Leben, die Lebeaswfirme, dem: der 
Lebens Erhalterin. Unfehlbar lag in jener Isis der Sueven, der 
Re der Gaalen, als einer Gottheit, die dem Leben, und Wärme ge- 
benden Baal, der Sonne, zur Seite stand, völlig der nämliehe Begriff 
zum Grunde. Tahiti, wie Re, Isis, erhielten das von Baal ausge- 
hende von ihm gegebene Leben *). Da nun teao im gaalischen mit 
both gleichbedeutend: das Haus bezeichnet, so ergiebt sich zwi- 
schen Re-both, uod Biot-teac die vollkommenste Begriffs-Iden- 
tität: — beyde bezeichnen das Haus, die Heymath, das HeUigthiaa 
dar göttlichen Lebenserhalte rin. Durch diese Ansicht nun 
erläutert sich der Sinn jenes Herz- und Ringeweide- Typus der frü- 
heren, wie die Concordanz zwischen Revers und Avers der Gold- 
münze, die oben als den Uebergang bezeichnend aufgeführt ist. Ea 
ist aber ein weiterer Nebentypus einiger silberner Biatec - Münzen, 
der nicht unberedt für obige Ansicht spricht. Die Idee eines Neben- 
einanderstehens und Gemeinwirkens von Feuer (Sonne) und Wasser 
leuchtet aus allen cosmogonischen Gebilden der Alten, zumal dann 
hervor, wenn man eine schaffende Maturkraft zusammensetzen und 
sie deifipiren wollte. Jener Belen der Gallier, unzweifelhaft Nachge- 
bilde Baals, Bels, des gaalischen All- und Eingotts, des wahrschein- 
lich schon zu Cäsars Zeit verdrängten und vergessenen, er war tor* 
pischer Gott der Aquitanen , wie nach den Belenus - Spuren in Craia 
und Mebndia, der Gaalen Noricnms und Daciens. Dort am Fuss der 
Pyrenäen, wie hier in Norischer Alpe, Carpathen, Luna Silva und 
Orcynia waren es die warmen Bäder die er beherrschte, und die ihm 
heilig waren. So entwickelt sich auch hier und aus jener Uransieht 
das Entstehen jenes Belen-, vielleicht selbst Belenus -Namens aus> 
Bel-ain, zugleich rein gaalisch: preisswerthe Sonne, und gaa~ 
lisch semitisch: Sonnenquell, dem wieder das rein gaalisohe Bel- 
ain-uisg: das Wasser der preisswerthen Sonne entspricht« 
Jenen letzten Namen erhielt nun das Allbeilkraut, als an jenem heis- 
sen Heilquell gewachsen, der in folgender Romanisirung zu. Belenunda, 
zuletzt Belenuncia wurde. (Belainuisg, Sonnen -Feuer und Wasser, 

*) Der Baal »Begriff des Gaalen Hegt umfassend in den Worten der CÄro- 
nictes IL 3*. 33. „As Baal, the ti#ft, and head, and ttfe of the World et*' 4 



— 44 — 

Dürre und Hegen, erklftrt «iek «o nicht die ron Mone II. 417. berich- 
tete Sitte des ettften Jahrhundert«? nicht vielleicht die erhaltene 
Volksansicht über Ursprung der Regenbogenschüsseln ans dem Re- 
genbogen, auch Produet ans Sonne nnd Regen, nnd der Glaube an 
Heil- und Gesundheit -sichernde Kraft des Besitzes derselben?) Mit 
dem Heilgott zog auch sein Heilkraut zu ungern Ost- Gaalen herü- 
ber, und so dürfen wir auch hier in ihm das Symbol erlangter oder 
geholter Heilung erkennen. Ein hfiuflg wiederkehrender Typus auf 
jenen Blatec- Münzen ist nun ein dreyblÄttriger Zweig von einem 
Scanellreuter getragen. Der Numismate, griechische Bfldaerey auf 
gaalische Münzen anwendend, erkennt in jenem Zweige das ge- 
wohnte Bild der hedera. Nichts aber steht im Wege ihn für das der 
fbrmverwandten Belenuncla zu halten, und dann tritt dieser Neben- 
typus in die vollkommenste Concordanz nicht nur mit den Herz- und 
Eingeweide -Typen der frühern Goldmünzen, sondern auch mit der 
Deutung , die oben der Inschrift BIATEC der Silbermünzen gegeben 
worden. So ist jener Schnellreuter selbst nichts anders als der Eil- 
bote, der von Biot-teac, der Wohnung des Lebens, von Rebothdun, 
dem Hügel des Hauses der Lebensgöttin Re- Isis -Tahiti Heilung und 
Genesung holt oder bringt Ist aber, wie allgemein angenommen, 
Brunn für das Robodunum des Ptolomaeus zuerkennen, so möchte 
kaum etwas im Wege stehn den Spielberg für den Gemeinprügeort 
aller jener Münzen der beyden Zeiträume zu halten. Nach der An- 
sicht des Magusanischen Europa waren es Gothpn , Gothinen , die als 
Bergleute, Schmelzer und Prager über den ganzen Suevenboden in 
Leibgedingsitzen verbreitet waren. Ihr Altpriester hiess S i n i s - 1 u s, 
der dort aus Sean-noiis-ta, diess der einsichtige, wissende 
Alte, gedeutet ist. Ein gaalischer Beyname Belens war Siannus 
(Mone Heyd. II. 415. 416.), und auch dieser erhält aus Sean-nous, 
der einsichtige Alte seine Deutung. So waren wohl nicht un- 
wahrscheinlich jene Sinisten hier Priester des Belen- Siannus, und so 
möchte für sein Heiligthum, für den Tempel -Hausdienst jener Sini- 
sten wohl kaum ein passenderer Ort erfunden werden können ^ als 
jener Sitz der Leben - und Heilungspender, Belen und Re, eben jenes 
Rebothdun, Robodunum. Daraus würde hier ein Doppeldienst von 
Bei und Re entstehen, aus dem, in Romanisirung von Re in Isis, 
dem diesen Dienst hier vorfindenden Römer, der Name der Isis- Bei 
erwuchs, der in deutscher Zunge sich in Spielberg umbildete. Darf 
hier eine Einigung von Belen und Re — darf der Spielberg als der 
Gemeinprägeort aller jener Münzen erkannt werden; so ist wohl die 
Vermuthung nicht zu kühn, dass auch die sechs Kugeln mehrerer 
jener Goldmünzen auf einen hier ebenfalls heimischen weitern Dienst 
jener Cabirischen AIcis hinzudeuten seyn mögen, und dann würde 
jener Spielberg als das Gemein - Sacrar der ganzen gaaltschen 
Baal -Trias, Baal, Re, und Treasnasc, Sonne, Mond, und Sterne 
angesehen werden dürfen. Auch auf Oertlichkeit der allgemeinen 
Volksversammlungen , auf eine Tobrad - Natur jenes Robodunum 
scheint, in der vom Magnsan. Eur. gegebenen Deutung aus Ib -Er- 
dun, der Hügel, Stelle von Er, der weitere Name Robodunums, 
der von Eburodunum hinzudeuten, und würde so für jenen Ort, 
als das Saramtheüigthum der höchsten LandesgÖtter, den Sammtver- 
aammlungspnnot, Tobrad, aller jener Er -Völker, den Sitz der Heil- 
kunde und Heilmittel, endlich den Mittelpunot einer Metten Münzaus- 
breitung in sich vereinigend, das Bild einer ungemessenen Wichtig- 
keit in jenen frühen Tagen entstehen, das nur durch die einbrechende. 



- 45 — 

Alle» Gewesene veivcMIngende Slavenzelt verwischt werden konnte, 
und erst jetzt wieder »um hellen Lieht hervorgerufen wird, wenn 
es der hier versuchten Dentin*; des Biatec der Museen gelingen 
sollte , den Beyfiül der Kenner nu erhalten. Zuletzt möchte sieh 
hieraus eine neue Ansicht über das Quadea-Volk selbst eröffnen. 
Waren es Gothen, die hier schmiedeten und prägten, so möchte hier 
wohl ein ältester und vorzüglich concentrirter Gothen-Sitz sich glaub- 
lieh, vielleicht nöthig machen. Hier hätten demnach die einziehenden 
Gothen - Gaalen nnerst den Ersreichthum des Bodens bemerkt, und 
hier ihre Schmiede, Gou, den ältesten und ersten Sitz aufgeschlagen, 
dadurch aber sich den bezeichnenden Ehrennamen: Gou-eat-»lh> 
die alten Schmiede- Völker, erworben, der in dieser und der 
gleichbedeutenden Form von Gou-eat-eis, leicht in Quadi, und 
in Marc Aureis: Kvaöcug übergehen konnte. Auch Ammians Ju- 
thugi und der noch in jener Gegend lebende Name: Gutta scheint 
für diese Ansicht nu sprechen, aus der sich dann der Grund leicht 
ergeben dürfte, warum der Quaden- Marne in der Völkerwanderung 
versehwindet (Reichard Germ. IM seq.)* 



IV. 

> 

Nunmehr wird der Pfad würdig bereitet und sattsam beleuchtet 
erscheinen, auf dem sich den verdienstvollen Humboldtischen For- 
schungen genähert werden darf. Sie sind es recht eigentlich, die den 
Muth geben der Hoffnung zu leben , es werde den Vermuthungen eine 
günstige Aufnahme nicht versagt werden wollen , die die dritte Ab- 
theilung des Magusanlschen Kuropa aufzustellen gewagt hat. Die 
Hoffnung nmsB um so mehr belebt erscheinen > da die Chronicles, auf 
welche jene Vermuthungen gebaut wurden, unläugbar den Erlahrun- 
gen, Behauptungen, und überhaupt den Ansichten Humboldts zur Seite 
stehen, und ihnen da und dort zum Schlüssel dienen. Jene Humbold- 
tische Schrift mag es also auch seyn, die als Schlussstein angefügt, 
jene ganze weit gedehnte Forschung beschliessen soll. Das wenige in 
dieser Absieht noch zu Sagende wird in Bemerkungen zu Einzel- 
stellen ; und in einen Versuch zerlallen, das Ganze der Hypothese 
des Magusanischen Europa den als Resultaten der Forschung im 
Humboldtischen Werke aufgestellten Grundzügen anzupassen. Zu 
den Einzelstellen gehört: 

1) der Name Eus-cal-dun-ac, und Er-d-al-dun-ac, den der 
Baske sich selbst und seinem Nachbar, nnd fiuscara, den er seiner 
Sprache giebt. Zuvörderst ist hier nicht Vaske, sondern Baske ge- 
schrieben, im Glauben an die Chronicles, die das Land: Bu-ais - ce, 
pron. Buaiske, nennen, und in Annäherung an das schon aus Baotrisch- 
Sogdlanischen Boden vorleuchtende , am Hoch - Ebro nachklingende 
Paesici der Alten. Buaisce hiess, nach den Chronicles, jenem Sky- 
thischen Einzügling: das Land des Plugsviehs, und hieraus würde 
sich sonach das heutige Biscaya und im besondern Ipuscoa wie das 
Vasconia und Vescitania der Alten erklären. Welter wird, abermals 
auf die Chronicles gestützt, die zwey verschiedene Gaalen- Stamme, 



— 48 - 

4ntMmiM«n f ftaatsoe, den CsJunts, Gaalag gründen, beyde 
aber aus dem nämlichen Skythen -Gesehlechte von Abseil hervorge- 
hen lassen, es wird angenommen werden dürfen: dass beyde Haupt- 
etämme, wen auch in verschiedene« Dialectea* dech eine und die 
nämliche Sprache ehemals gesprochen haben. Ihre Trennung, nach 
dea chronologischen Daten der Chronicles, erfolgte* die frühere, vom 
Caucasus ab, am 8172. v. Chr., also vor nun circa 4000, die spätere, 
neym Abzug der Geal-tag-Gaalen nach Irland, 1006. v. Chr., mithin 
vor B8tt Jahren, eine Zeitlaage, die ein bedeutendes Abweichen von 
allen äussern «rund formen und Criterien der Sprache um so mehr 
nur nothwendigen Folge haben mussie, da die Baskische, als Spra- 
che eiaee Continentalvolks allen den Einflüssen ausgesetzt blieb, die 
Einzug und Nachbarschaft fremder Sprachvölker anf sie äussern muss- 
ten, während die Irische, als Sprache eines durch Jahrtausende iso- 
Hrt, eigentlich noch heute un vermischt gebliebenen Insularvolks sich 
mehr in ihrer ursprünglichen Reinheit erhalten konnte. Diese voraus- 
gesetzt wird es ja wohl erlaubt seyn dem Geheim - Schrein , der den 
Ur-Sinn mancher baskischer Namen verschliesst, den Schlüssel der 
Irischen Sprache zu leihen, wenn übrigens auch hier es unmöglich 
erscheint, der erst in der langen Zwischenzeit der Trennung ausge- 
bildeten Grammaticalform von heute überall zu entsprechen. Sicher 
führten jene Völker jene Namen für sich selbst und für ihre Sprache, 
lange ehe sie und die Sprache etwas vom kunstgerechten grammati- 
schen Bau derselben, vielleicht nicht einmal von Flexion der Laute 
in den Casus der Declination etwas wussten. Unter diesen Einschrän- 
kungen muss es zulässig erscheinen, den Volksnamen von: Eus-cal- 
dun-ac, als: Eis-cal-dun-aic, oder Eis-gaal-dun- aic zu 
lesen, und als: die Menge des in die Höhen verschlossenen 
Stammen, oder: die Menge der Gaalea dea Höhen- Stam- 
mes zu deuten. Dann ist es genau der Sinn des Namens der Gaal- 
dna-seU, Berg-Gaalen, die unter Ogs Regierung aus Gaalag über 
Beama, Schluchten und Abgründe, über die Pyrenäen zogen, und 
die das Magusan. Europa für den Stock der Bellovesen und Sigove- 
aen erkennt. Der weitere Volksname: Er-d-al-dua-ac (p. 58.) 
als Erid-ail-dun-aic gelesen, würde, das D als euphonisch Eri, 
von aü trennend, den Begriff von: andere Er-Völker vom Ho- 
len -Stamm, und darinnen vollständig den Sinn wiedergeben, den 
der Baske noch heute damit verbindet, wenn er in Spanien das Ca- 
eteUanisehe, in Gescogne das Französische darunter versteht, wenn 
auch wohl früher jener Begriff etwas beschränkter genommen war, 
und nicht unwahrscheinlich einst dem Stamm votier von Gaalag und 
£ocatdtau galt. Eben ao leicht wird sich der Name der Sprache: 
Suscara {p. 54.) aus dem Irischen deuten lassen, da aus dem Iri- 
schen: aradh, pr. arav, sprechen, Eis, die Menge, das Volk, 
•und ce, pr. ke, das Land eich ungefähr in Eis-ce-arav, der 
Pegriff von: Sprache des Landes des Volks, Volks-Spra- 
che, entwickelt. Die fruhgefiihlte Notwendigkeit einer solchen schei- 
denden Bezeichnung der dem eigentlichen Bodenherrn gehörenden 
Sprache acheint sich schon aus dem historischen, von den Chronides 
.berichteten, das Daseyn einer bedeutenden Anzahl phönizischer Ein- 
wohner voraussetzenden Umstände zu erklären: dass die Bewohner 
jener Gegend seit je dem Paffniker als See- and Bergleute vertrags- 
mäßig dienen mausten. 

$) Die vorzugsweise auf spanischem Boden vorkommende En- 
dunj; tan, tani, in Landschaften - und Völkemamea (p. dB.) erklärt 



— 47 — 

eich einfach und treffe»* mm dem Irische»: Tan, der Bezirk, 4Ie 
Landschaft, und igh, pron. in, die Völker. 

9) Eine merkwürdige Concordanz «wischen basktscher und iri- 
scher Sprache bietet das basktsche O, die Höhe (p. 69.). flehen .die 
Wortbildung ans einem einsigen Vocale möchte den beyden Sprach- 
schwestern der Hebräischen Sprache wohl ausschliesslich eigen seya, 
jrächstdem aber bedeutet im Irisehen A eben so: die Höhe, den 
Hügel, -wie im Baskischen O. 

4) Rben so wird das Irische Cal, umschlossen, eingeschlos- 
sen, umgeoen, umgranzt, umkreist, dann der Deutung der baskischen 
Namen (p. 68.) zu Hülfe kommen, wenn die Deutung nicht geradezu 
aus Gaal, der Volks stamm, tribus, der Gaale nar 4£o£iyr, ge- 
wonnen werden kann. 

6} Das baskische Car (p. 68.) im Begriff der Höhe, weiset auf 
das Irische Car, Caren, ein Fels, wie Men, Maen (p. 69.) 9 zu- 
gleich Berg und Macht bedeutend, auf das Irische gleich doppelt 
bedeutende: Mionn, Berg und Oberhaupt, Re- mionn, Mondberg, 
Eri-mionn, Oberkönig von Eri. 

6) Die Endungen: briga (p. 82.) und magus scheinen einen Blick 
in die ansserste Friihzeit, vielleicht den frühesten Grund, der die 
Völker in sich schied, sie erst in abgesonderte Kasten theilte, dann 
su eigentlich geschiedenen Völkern umformte, zu eröffnen. Die Be- 
merkung, dass in Baskischer Sprache häufig in den Worten, zuwei- 
len in einzelnen Buchstaben eine den Sammt begriff herbeyf uhrende Zu- 
sammensetzung von Einzelbegriffen sichtbar wird, ist auch bey der 
Irischen Sprache von Vallancay u. a. gemacht worden. Sie möchte 
wohl allen Ursprachen gelten, und eben als Criterium der Eigenschaft 
als Primitivsprache angesehen werden dürfen.^ Im Irischen sind der 
Hinweissnngen an's Semitische so viele uiÄ so mancherley, dass au 
irgend ein Verwandschaftsband zwischen beyden zu glauben fast zur 
Notwendigkeit wird, und gleicher Fall wohl möchte es mit Baski- 
scher Sprache seyn, wenn es möglich wäre, sie auf ihre ursprung- 
liche Reinheit zurückzuführen. Der leider nicht vorliegende Versuch 
des Bartholomeo , im Pönulus die Baskische Sprache wieder zu er- 
kennen, wie Vallancay und Oconnor darinnen die Irische wieder er- 
kannt haben, muss jenem Ziel bedeutend nahe führen, jedenfalls, 
wenn er gelungen ist, die Identität Baskischer und Irischer Sprache 
ansser Zweifel setzen. Nun zum Gegenstand selbst : Die früheste Schei- 
dung in den Völkern selbst ging wohlda hervor , als vom Hirten sich der 
Ackermann trennte, und in dieser Trennung mag zugleich der Grund 
sichtbar werden, der, neben dem Wandel - Zelt- des Hirten, dem 
Ackermann erst überall feste, standige, Einzel- dann Zusammen - 
Wohnung mehrerer entstehen Hess. Sonach erscheint also Ackerbau 
und das dadurch zu erzielende Getreide als früheste Veranlassung 
der Anlage von Wohnorten, dann aber Brunnen und Wasser als 

notwendige Bedinge des Fortbestehens derselben. IS, Bar, bedeutet 

in Semitischen Sprachen zugleich Getreide und Ackerfeld *K&, Ber, 
aber Brunnen. Im Irischen keisst: Aran, das Brod, und Arbar, 
das Korn, der Roggen, wohl in Zusammensetzung von Ar, Acker, 
und Bar, Frucht, oder von Ar an und Bar bestimmter: die Acker - 
die Brod-frucht bezeichnend, eben wie Branar, der Brachak- 
ker, aus Bar, Getreide, an, ohne, und Ar, der Acker auf 
den Grundsinn von getreideloser Acker hindeutet. Bir bedeutet 
Wasser, wohl im besondern Brunnenwasser j nach Bior, die 



- 48 - 

0*elle, im Gegensatz von Uisge, Wasser. Es einigen mithin in 
BarundBir sich die Begriffe, ans denen Veranlassung undKrhaltungs- 
Beding der Wohnorte hervorgeht. Jene Wohnorte , im Gegensätze 
der Zelte der Hirten, bildeten demnach schon frühe das scheidende 
Ciiterimn zwischen den heyden Valkstheilen, den Hirten nad den 
Ackerhauern, so mussten sie also bald seihst au Symbolen der 
Stammscheidung erwachsen, and so miisste ihnen) ans Aice, Stamm, 
* gar leicht der Bezeichnungsname: Bar-aice, Bir-aice, Stamm 
des Getreides, der Brunnen, im Sinne von Stamm der zusnm- 
menwohnenden Ackerbauern entstehen, der im Verlauf der Zeit auf 
jenem G aalen- Boden, zumal im Munde des Römers, in Briga über- 
ging. *) Für eine solche Ansicht scheinen einige Umstände zu spre- 
chen. Zuvorderst sind es die, in jener frühen Zeit wohl dem Acker- 
bau wenig entsprechenden und wenig zugänglichen Gebürgsgegenden 
des Nordens und des Innern, die mit geringer Ausnahme fast gar 
keine Briga aufeuweissen haben. Die wenigen dort vorkommenden 
jaftgen auf eine Ausnahme von der allgemeinen LandesbeschafenheU 
hindeuten. Auch die Ost - und Südostküste kennt keine Briga, wenn 
ihr auch alte Stadtgründungen nicht fehlen, und mag diess den Grund 
darinnen finden, dass nicht Iberischer Ackerfleiss, sondern Phönizi- 
sche und Punische Gewinnsucht, wohl hauptsächlich auf die Goldberge 
von Orospeda (Or, das Gold) und die Silbergruben der Marianina 
gerichtet, jenen Puncten das Entstehen gaben. Zuletzt ist es der 
Umfang des alten Gaalag, Galaecia mit Asturia, der Norden des Duro, 
der wohl ausser Nemetobriga, und Coeliabriga gar keine Briga auf- 
zuweissen hat, und auch dieser Umstand wird durch den Bericht der 
Chronicles erklärlich, der nirgends Ackerbau uud feste Wohnung; auf 
dem Boden von Gaalag kennt, sondern, bis auf die Priesterwobnung, 
Asü, auf dem Berge von*Asti-er-eis, nur von Zeltwohnungen- re- 
det. Hingegen findet sich die Mehrzahl jener Briga im flächen* Kü- 
stenland XiUsitaniens und den wenigen Niederungen und Ebenen an 
den Flüssen des Mittellandes, also den früheren und späteren Nieder- 
lassungen der dem Dubar- Stamme zugehörigen Iberen. Ueberhaupt 
aber weisst auf ein solches Entstehen und solche Bedeutung des 
.Worts Briga das Irische Brugh, Baskisch Brugua in der Bedeu- 
tung von Urbs, oppidum, die ihnen Eckard Orig. Germ. j>. SO bey- 
legt, und durch Vallancays Irisches Bruacbaile, suburbs, Gram- 
mar p. 127. unterstützt ist. (Eine weitere Erklärung jenes Briga, als 
Lautverstümmelung von breo-ceann siehe unten.) In Briga, als 
Hauptzweck, und Erhaltlingsmittel bezeichnend, also die Spur des 
frühesten Entstehens solcher Niederlassungen, dann aber auch viel- 
leicht in Magus ein Wink über die chorographische Oertlicbkeit der 
Puncte, die die Urväter dazu auswählten. Schon im Magusanischen 
Europa ist sich, unter Anführung der Gründe, gegen die unbedingte 
und abschliessende Eingehürung des Worts in Celtische Sprache er- 
klärt. Ätt, mac, mag; hat (Vallanc. Gram. V.) nach Buxtorf auch die 
Bedeutung von: castrorum metatio, deutet also auf Grundvermessung, 
Vertheilung hin. Magh bezeichnet im Irischen die Ebene, und 
Uisge das Wasser. So würde Magus den Wohnsitz in der 
Ebene am Wasser bedeuten, und wirklich lag Maghsean-ar, 
die Ebene der Altväter, in den Niederungen des Nieder - Tigris. 
Und wohl überall wird man einer solchen Ebenlage an See oder Fluss 

**) Auch in der Sprache von Thrake, des Alt -Sitzes der Gaalen Javans, 
hatte nach Sirabo tZijlvßyia) Bgm #© Bedeutung von n6liq. 



— 49 — 

begegnen, wo ein solche» Magus anfetösst, wenigsten« scheint die» 
in den noch erhaltenen Irisehen Ardmag, Ratmag, Drommag etc. der 
Fall en seyn. Dass Übrigens das Iberische durch alle Zeiten durch 
erhaltene Hanpüand im Norden des Ebro, das eigentliche Buaisce der 
Chronicles, ein solches Magus nicht aufznweissen hat, mag leicht in 
der NatnrbeschasTenheit jenes mehr oder weniger ebenenlosen Gebirgs- 
landes seinen Grund finden. Sicher deutet jenes Buaisce mehr auf 
Einführung des Pflügen« und Feldbaus überhaupt, als auf Reichthum 
aa Ackerboden, den in jener frühen Zeit die Natur jener Gegend 
versagte. Eine Vermuthung , die selbst die Chronicles in der Nach- 
richt unterstfitzen: dass die Gaal of Buaisce durch Vertrag gebunden 
waren, den men of Feine, Phönikern zu Wasser und in den Einge- 
weiden der Erde zu dienen, also ihre Zeit mehr dem Ruder und der 
Berghaue als dem Pfluge zu widmen. Schwieriger möchte es seyn, 
den Mangel der Magus im übrigen Iberischen Spanien, zumal der Ge- 
gend zu erklären, die sonst so reich an: Briga ist. Gehörte jenes 
Magus vielleicht ausschliesslich dem Skythen -Stamme Ardfears an? 
und welsst es uns so allenfalls auf die Eingehörung der Gründer in's 
Geschlecht der mit Calma eingezogenen Kinder Ardfears? Eocaidtan- 
Gaalen, Bellovesen, Sigovesen, Iren? Deutet dann der Mangel an 
Magna im alten Gaalag vielleicht auf eine ephemere, auf den Aufent- 
halt in Spanien beschränkte Rückkehr zum einfachen Hirtcnleben der 
Vater, wie sie aus den Zeltwohnnngen der Gaal of Gaalag, von de- 
nen die Chronicles erzählen, hervorzuleuchten scheint? Auf jenes 
Mah-uteg der Skythen aber würden dann die begrüTs verwandten und 
fast lautgleichen Worte der verschiedenen andern Sprachen hin- 
imd zurückweissen. Krst musste der Ort da seyn, und der wurde 
durch's Sky falsche Mahuisg, Ebene am Wasser, bezeichnet, aus 
dem schon dem Skytho- Germanen in Hns, Bedeutung und Marne: 
der Wohnung entstand, wie sie im weiter ausgedehnten Sinne der 

Semite, Phöniker etc. in *t1373 9 Magor, in seine Sprache aufnahm. 
Aus Zusammen wohnen entstaud liäussiick- verwandscuaftlich Band, und 
darum bezeichnete diess der Germane durch jenes Mag, Magen, 
nud darum war auch, dem Beigen sein Magusanus zugleich als Deuso- 
niensis, Desanaus - Dioda , der Gott der Verwandten -Liebe. Auch 
iu sonstigen hieher bezügigen Worten erscheint der Skythe als Sprach- 
lehrer. Asti ist ihm Wohnung, wie Esse dem Germanen und ISN 
uod rät; , Eg ? Eshen, dem Semiten, Rauchfang, Grundfeste und Rauch, 
tiod tatia ist dem Griechen wie Vesta dem Lateiner die Göttin des 
Heerdfeners. Teac bedeutet dem Skythen die Hütte, überall Be- 
deckung, und daher das Dach, Decke, und Tectum des Deut- 
schen und des Römers. Wohl schon stattlichere Wohnstelle kannte 
der Skythe Dom, wie der Deutsche seinen Prachtbau Dom, Lateiner 
und Grieche aber sein Haus: domus und öopog. 

Nun zu den Humboldtischen Resultaten. Da wird die Nebenein- 
anderstellung die Uebersicht erleichtern: 
1) „Die Vergleichung der alten Ortnamen der Iberischen Halbinsel 
„mit der Vaskischen Sprache be welsst, dass die letztere die 
„Sprache der Iberer war, und da dies Volk nur Eine Sprache 
„gehabt zu haben scheint, so sind Iberische Völker und Vaskisch 
„redende gleichbedeutende Ausdrücke.^ 

Die Chronicles lassen aus Skythischem Sammtstamme von Absail 
zwey Hauptstamme hervorgehen: Dubar-Gaalen (Tapuri- Skythen) 
und Gaalen von Ardfear-$aoi, letztere als Kinder Jatfoths. Japhets, 

4 



- 80 — 

genauer bezeleJmet Itabar -Ganten (Tapori amJftnro) find Ittten «He 
Gründer von Algerbe und Buntste, Jatfoth» €2atma~Chmleu die voa 
Gaalag, und aus letztern ziehen wieder Kocatd~Gaalen nach Hocaid* 
ran, und zuletzt Gaalag- Gaalen mit Frau »ad Kind naeh Sri» Irland. 
Wonach maehen die Chronicles, in Gaal oflteer of Baaisee, swischea 
Basken und Iberen keinen Unterschied , wenn sie auea unter Iberea 
im weiten Sinne, als aus der Caucaeischen letzten Stammheymath, 
loerien, ausgesogen, in Gaal of Iber of Gaalag, und Gaal of Iber 
of Buaisce alle in Eis «feine- im, Hispaaia, eingesogene Skythlsch» 
Iberische Gaalen verstehe». So erseheint das HumboMtische Resultat 
als durch die Chronicles belegt. 

2) „Die Vaskisclien Ortnanten finden sich, ohne Ausnahme, auf der 
„ganzen Halbinsel, und die Iberer waren daher auf derselben in 
„allen ihren Theilen verbreitet" • 
Durch den gänzlichen Abzug der Calma - Gaalen von Gaalag frü- 
her 1240. v« Chr. nach Eocaidtan, später 100Ö. v. Chr. nach Äri, wa- 
ren nur noch Dubar- Gaalen also Iberen im engern Sinne auf der 
Halbinsel zurück geblieben, und so steht auch dieses Resultat mit den 
Chronicles im vollkommenen Einklänge. 

3) „Es giebt aber unter den Ortnamen der Halbinsel andere, von 
„welchen die Yergleichung mit den Ortnamen der von Gelten be- 
iwohnten Lander zeigt, dass sie Celtisehen Ursprungs sind; und 
„an diesen lassen sich die Wohnsitze der mit den Iberern ver- 
„mischteu Gelten auch da auffinden, wo uns die. geschichtlichen 
„Zeugnisse verlassen." 

Hierzu die Bemerkung unten unter 5. 

4) „Hiernach wohnten nun die mit Gelten unvermengten Iberer nur 
„um die Pyrenäen herum, und an der Seeküste. Die Vermi- 
schung bey der Nationen nahm die MitteUander, Lusitaniea, und 
„den, grossten Theil der Nordküste ein." 

Frühe schon geben die Chronicles in ihren Cathac - Gaalen Grund 
einen Abzug aus Algerbe nach Irland zu vermuthen, auch der Sardf- 
sebe Noras von Tartessus weisst auf einen Abzug von der Südwest- 
küste, zuletzt wird Gaalag durch den Abzug nach Irland dem früher 
ins Innere zurückgewichenen Eingebornen wieder eröffnet; darum und 
daraus entstehen: unvermischte Iberen an PyrenSen, die Küsten -Ibe- 
ren an Süd* und Sildostküste später mit Galthager* gemischt, Ioeren- 
Mischüng mit sogenannten Kelten, den Eingebornen, 4m lauern, Kett- 
iberern, und weniger gemischte später in's Land ihrer Urvater zu- 
rückgezogene Eingeborae, Kelten 9 Celtici, in GaUaeeia und überall 
an den Westküste». Hieraus also völlig das oben angeführte Hum- 
boldtische Bild. 

5) „Die Iberischen Gelten waren zwar den Gelten, vom welchen 
„die Gallischen und Arktischen alten Ortnamen, nebst den noch 
„In Grossbritannien mA Frankreich lebenden einhetmtechen Spra- 
chen herstammen, in der Sprache gleich; allein sie waren 
„vermuthtich keine blossen Pffanzvölker Gallischer Stumme (aus 
„einem zurückbleibenden Stamm einzeln auswandernde Mann- 
„schalt) wie die Verschiedenheit des Character» und 
„de r Ei *r ichtun ge» zeigt. Sie meehien in Gafiien vor Men- 
„schengedenken sitzende, oder früher eingewanderte VoUtshau- 
„fen seyn. Auf jeden Fall war In ihrer Vermischung mit den 
„Iberern nicht der uns von den Hörnern her bekannte Ballische 
„Character, sondern der Iberiselie vorwaltend.** 



— 51 — 

Alt diese» Kesultat entwickelt sink als Kern die Bemerkung 4er 
Spraehgleichheit, neben der Character- und Sitte -Verschiedenheit 
zwischen den Kelten, genannten Bewohnern Britannien« , Galliens 
und Spaniens, und genau dasselbe Bild entsteht , wenn das aar die 
Chronieles und Nennias gebaute Kelten r Bild des Magnssnischeu Eu- 
ropa unterstellt wird* Die Chronieles lassen ihre Gaalen in Spanien 
und Irland Firgneats, Manngeborne, Manngezengte vorfin- 
den, denen das Magnsan. Buropa Fen-gneaths, Weibgeberne, 
Veneti, in Gallien nur Seite setst. Nennius erxählfc von: filii Vethan, 
nach feod, die Scholle, tan, Land, Eiogebornen; Kindern der 
Schofle in regtone Dimectorum, dem heutigen Cernwall, und nennt 
sie: Cetguely. Selbst die Itabncaea Aberigenes, ia Erinnerung an 
die römische, der Euphonie huldigenden 2<unge, die sie betonte, schei- 
nen an jene Firgneat anzuklingen« Einen Hauptaug im Character 
der ansiehenden Gaalen bezeichnen die Chronieles in der Stelle II. 
IIa „Die Kinder von Eri wollen nicht Sclare» seyn, noch wollen 
sie über Sclavea herrschen." Pioaya von HaUcarnassj in so fem er 
unter den Erdgebornen Giganten, Eingeborne versteht, bezeichnet alle 
Kelten als Eingeborne, wenn er (Äadlof Kelt. 69«) den Gigant Keltus 
voreinst ober ganz Kelteuland herrschen lasse, und JParthentus ver- 
rfitb den Ginnben an Mischung mit Gaalen, wenn ü»m Qladlof ib.) aus 
Mischung mit Britannus (Breortan, Gaalen) Tochter, Keltus hervor- 
geht. Aus diesen Elementen setate sich dos Magnsan. Kuropa das 
Keltenbild, wie es über den ganzen Westen Europas sich ausbrei- 
tet, auf die Weise zusammen: das« darunter überall d{e E in ge hör- 
nen der Britannischen Inseln, Galliens, Spaniens und 
Germaniens, wie, als Aborigenes, Italiens zu verstehen 
seyen, die erst dem Einzug ^er Gaalen überall gewichen, 
daher von diesen den Namen Ceilt-Jh, die sich verber- 
genden Völker, wie, als Eingeborne, den von Cegail er- 
balten, später aber in allmählicher Mischung in so fern 
gleiche. Spraehe angenommen, als der Zusatz zu der al- 
lenfalls, verschiedenen Muttersprache überall der näm- 
liche, der der Gaal- Iheren Sprache, gewesen. So er- 
scheint also auch dieses Humboldtische Resultat, da» Kind einer tie- 
fen Forschung, JUohtgeburt aus tiefem Dunkel, mit den Chronieles 
und den darauf gebauten Folgerungen und Yermuthungen im vollkom- 
mensten Einklänge* Uebrigens Hegt in Owen Pughes und Oconnors 
gleicher Deutung den Kelten -Namens zugleich das Bekenntniss zu 
gleicher, wenigstens ähnlicher Ansieht, Auch Lloyd,, dessen Stimme 
hier wohl vorzugsweise gehört zu werden verdient, wenigstens in 
Bezng auf Irland, scheint gleicher Meinung zu huldigen. In völliger 
Uebereinstinunung mit den Chronieles kennt er, nach Mone L 30., in 
Irbuid nur zwey Volksstämme; Ureinwohner, und Spanische Ansied- 
ler, Sootten. Jene nennt er: Gwydhel, offenbar das nämliche als 
Nennius: Cetguely, dem Cengk>merat aus Cegail, Anshauch der 
Erde der Chronieles, und Coed, Wallisisch, wie Cöil, Irisch, der 
Wald, und Cealtih, sich verbergende Völker, und als Kccards Gaid- 
hffl, die er, Or. Germ. XX. XXlt, in Waldhügelbewohner übersetzt. 
Klarer noch wird der historische Grund jenes den £ingebornen bey- 
gelegten Namens, wenn Iths Bericht über die neuentdeckte Insel ge- 
bort wird. Er erzählt von ihr, Chron. I. 71.. 86«, sie sey ein Land 
der Wälder, und der Einwohner vor Ihm geflohen, wie 
der Hirsch vorm Jäger. Diess also wären die Irischen Kelten 
und ihr Namens - Ursprung fast geschichtlich nachgewiesen. Eine in's 

4* 



— M - 

Mittel tretende Klang- Aebnlichkeit mag da die Veranlassung Btt Ver- 
wirrung der Begriffe gegeben haben. Nach den Chronicles stehen' 
Gaal of Sciot von Gaoiataeloac, nach Gtraldu* der gkythe Gatdelus 
vom Nil, über Spanien nach Irland. 80 entsteht den in Gaidelas ein 
Skythisch-Scol tisch Kinzfiglervolk , neben einem Cegail, Gwydhel, 
cet-guely, Eingebornen, der zu Cealt-ih, Kelten wird, und 00 er- 
scheint die nOthige Namens- und Begrütsscheidung von Gwydhel* Ce- 
gail, Cetguely, Cealt-ih, eingeborne, waldversteckte Völker, Kel- 
ten, und Gaoiataeloac, Stamm der mächtigen Väter des Traglandes, 
Atlanten, Gaidelas- Skythen, an der Hand der Chronicles und Giral- 
diis im hellsten Lichte *). Es entwickelt sich aber zugleich hieraus' 
der Glaube an eine tiefe ethnische Kenntnis» der frühesten Schöpfer 
des Uranus -Mythus, und an den Urquell derselben aus Skythiachen 
Elementen, sobald man dem Mythus den Zweck unterstellt , einmal 
überhaupt androgonische Ideen zu geben, und dann über den Völker- 
ursprung Phöniziens und Europas sich auszusprechen. Hort erwachst 
eine wohl hochmerkwürdige Concordanz zwischen der Genesis, der 
Phönizischen Kosmogonie, und den in Cegail ausgesprochenen andro- 
gonischen Ansichten der Skytho - Gaalen. Die Genesis lasst den Men- 
schen aus einem Erdenklos bilden, und durch den Hauch Gottes be- 
leben. Kolpia, der Hauch des Geistes, ist dem Phöniker der Ur- 
sprung aller Dinge. Uranus und Gaea, Ur-ain und Ce, Feuer und 
Erde , werden dort schon , wie spfiter bey den Griechen, die Elemen- 
te, aus denen Titanen, Sonnen- Kinder, und Giganten, Erdensöhne, 
hervorgehen. Also der Mensch, Sonnen- und Krdenkmd, zugleich 
Titane und Gigante*, aus Gaea, der Erde, wie dort aus dem Erden- 
klos hervorgegangen, hier von Kolpia, dem Hauch des Geistes, nach 
Bo chart dem Mund Gottes belebt, wie dort durch den Hauch Gottes. 
Und nun der Skytho-Gaaie, mit seinem heiligen Ur-Feuer, Ur- 
ain, den ehrwürdigen Sonnenkindern, Tetk-atn, und den 
Erdgebornen, Cegneat, er setzt Namen und Begriff seines Au- 
tochtlionen in Cegail aus Erde, Ce ; und Hauch, gaü (an Kolpia 
anklingend, gail-biot, Hauch des Lebens) zusammen, offenbar 
im vollkommenen Einklänge mit Moses und Sanchoniaton. Hier, den 
Völkerursprimg betreffend, kennt sonach der früheste Uranus- Mytho- 
graph, nur Giganten, fifrden- im beeondern Bodenkinder, Antoohtho- 
uen, und Titanen, Sonnenkinder, Kinder des Sonnen- des Morgen- 
landes, im Gegensatze des dunkeln, des Abendlandes« und genau diess 
ist das Bild, was aus dem Skytho -gaallschen Cegail und Firgneat, 
den Eingebornen, im Gegeusatz der in Europa eingezogenen Baals- 
Kinder, der Sonne Kinder, der Skytho -Gaalen, Galatern und Ibe- 
ren des Josephus etc. hervorgeht. Schon im Titanen- und Giganten- 
Mythus lag daher die aus Skythischem Wissensqueü geschöpfte Kun- 
de: des Solitaren Nebeneinanderstehens von Eingebornen, und *on 
aus Osten eingezogenen Völkern auf Europaischem Boden, und- wohl 
nicht ohne irgend eine, wenn auch vielleicht nur dunkle, Kunde des 
wahren Zusammenhangs mag es geschehen seyn, dass Hesiod gerade 
Japetos unter seinen Kindern der Gaea mit aufzählt. War jene Kunde 
vielleicht geschöpft aus damals schon messender Quelle Skythischer 
Annalen, vielleicht argonautischer Traditionen, aus einem Abaris 

*) Eben so stellt Asctepiades Myrleanus bey Strabo zwischen Pyrenäen 
und Kbro, also im Ibe*et>- Basken -Lande, als Einwohner der allerfrühe- 
steit Zeit die Igleten oder Gleten auf— offenbar dortige t'e-gail, Firgneat, 
Cealt-ih der Chronicles, Eingeborne, Bodenkinder im Gegensatz der dort einge- 
zogenen Iberen, VergL Peazeis Strabo p. 495. 



— 53 — 

(nb air, sagen) in dem Sinne, wie ihn Creuzers lumiadse Stelle n. 
145. auffasst? einer Quelle , die der spatere Grieche zwar gestehen 
muss und gestehet» wenn er auch seiner Selbstsucht es nicht versa- 
gen kann, die Wahrheit in dem Abaris -Mythus zu Verkappen, die 
aber doch aus dem Hyperboreischen Vaterlande und dem Pfeil, Sgiot, 
Pfeil und Skythe, durchleuchtet. 

6) „Ausserhalb Spaniens gegen Norden findet sich, wenn man das 
„Iberische Aquitanien und einen Theil der Käste des Mittelmeers 
„ausnimmt, keine Spur von Iberern. Namentlich gehörten die 
„Caledonier nicht zu dem Iberischen, sondern dem Celtischen 
„Stamm. " 

Hier weichen, soviel Irland betrifft die Chronicles ab, jedoch nur 
in so fern, als die nach den Chronicles aus Spanien nach Irland ge- 
zogenen Gaalen in obigem Resultat als Kelten bezeichnet werden 
sollen. Es stebn aber Chronicles und Völkertafel dem Resultat in 
soweit zur Seite: dass es nicht Iberen von Buaisce,. wohl aber Ibe- 
ren von Gaalag waren, die Aquitanien gründeten, dass es aber hin- 
gegen eigentliche Iberen von Buaisce, Dubar- Gaalen, waren, die 
unter dem heroischen Bilde des Hercules vom Heinfeld, des Moaoe- 
cus, Reoaranus, Labron etc. Liguren, Ligustica im Westen und 
Osten der Cottischen Alpen gründeten. Ueber Caledonen und schotti- 
sche Scoten siehe unten. 

7) „Gegen Süden aber sassen die Iberer auf den drey grossen In- 
„seln des Mittelmeers, wie geschichtliche Zeugnisse und Vaski- 
„sche Ortsnamen zugleich be weissen. Doch waren sie vermuth- 
„lich , wenigstens nicht alle , aus Iberien oder Gallieu dort ein- 
gewandert, sondern hielten diese Wohnsitze vor Menschen Ge- 
„denken inne, oder kamen aus dem Osten her." 

Von einer Ausbreitung auf die Inseln des Mittelmeers schweigen 
die Chronicles. Doch wissen sie von einem ganz frühen Abzug aus 
Algerbe, längst der Seeküste bis zum Rrguss des Ebro, der die 
Gründung von Buaisce zur Folge hatte. Den Führer dieser Gaalen 
nennen sie Fialloac, was die VtMKertafel um so mehr an Siolaus er- 
innert hat, da in Irischer Sprache das punctirte F seinen Eigenlaut 
völlig verliert Die ErKlarlichkett von Trinakia, Skyila, Charybdia, 
Sardopator, Makeris, Noras etc. einer Menge Sardiseber Orts- und 
Personennamen in Verbindung mit Azonis merkwürdigen Stein von 
Caralis (Munter) hat die Vermuthung, als ganz mit den Nachrichten 
der Alten concordirend , fast zur Gewissheit erhoben. 

8) „Ob sie auch zu den Urvplkern des festen Landes von Italien 
„gehörten ist zweifelhaft. Doch finden sich mehrere vaskische 
„Ortsnamen daseihat, die eine solohe Vermuthung begründen 
„können." 

Auch hier begegnet die Vermuthung des Magnsan. Europa der 
Humboldt Ischen Bemerkung auf mehrfache Weise. Erst ganz frühe 
schon lasst jene vom Osten, her, hier noch theils an der Hand der 
Chronicles, Javaniten einziehen, und aus ihnen Umbern, Osken, Si- 
knleretc. hervorgehen. Es folgen Iberen, Dubar -Gaalen von Buaisce, 
die, über Pyrenäen und Alpen klimmend, Liguren und Ligustica bil- 
den, dorten als Turasenen, Tur-ruad-isean, Alte des Rothlands, 
Erithias, des Atlantis auftreten* und denen die oben bemerkten He- 
rolden des Hercules gelten* Zuletzt zieht mit Gaalen -Völkern, ei- 
ner Mischung von Ahzüglingen von Buaisce (Eis - cal - dun - ac, 
Gaai-dun-seis) und von Gaalag und Eocaidtan, Belloves über Pen- 
niusch-Rh&tische Alpe ein! und gründet die Jtodecopoiitie, und den 



— 54 — 

fuskeu-Btftd (Ta-aos-ce, dies« das Bundesland), Und 00 müssen 
die Spure« der Skythisch - Iberischen Sprachen am frühesten ans Cau- 
casischeni Heymathboden, und folgend aus neugewonnenen Europäi- 
schen Sitzen hergezogen, dort, wie wohl überall auf Italischem alten 
Lande nachklingen. 
9) „Die Iberer sind von den Gelten, wie wir diess durch Griechen 
„und Römer, und in den Ueberresteu ihrer Sprachen kennen, in 
„Cbaracter und Sprache verschieden. Es giebt indess keinen 
„Grund, alle Verwandschaft «wischen beyden Nationen abzu- 
„ttngnen; die Iberer kennen vielmehr wohl selbst ein 3*11 den 
„Celten gehöriger und früher von ihnen abgezweigter Stamm 
„seyto." 

In Annahme des zu 5. aufgestellten Bildes eines Ifebenetaander- 
stehens von Rtngebornen und eingezogenen Gaalen über den ganzen 
Boden von Europa , also von Völkern verschiedenen Stamm - Ur- 
sprungs , aber durch Mischung entstandener Sprach - Aehullchkeit, 
wird steh auch hier, wo es sich im besondern von Spanien redet, Ate 
völlige Concordanz mit dem ersteh und HaUfcrtgUed diese« Resultats 
ergeben. So bleibt tan ganzen Umfang jener Resultate nur der einzi- 
ge, nicht einmal eigentliche Dissfdialpunct übrig: ob die Iren ffir Kel- 
ten und volksthiimlich geschieden vom Baskisch -Iberischen Gaalen? 
oder ob sie beyde, Iren und Basken, im Glattben an die Chronicles, 
für Gaalisch -Iberische St ammgenossen Caucäsischen nächsten Stamm- 
ursprungs zn halten! Der völlige Mangel einer der ErzShhmg der 
Chronicles widersprechenden, die Iren, im Gegensatz von Gaalen, 
für Kelten erkläre» den Angabe der Alten — ihre vielmehr fast vollkom- 
mene Mchtkenntniss der Insel, ihrer Völker und Geschichten — die 
auf die Nachrichten der Alten begründeten fn obigen Resultaten selbst 
ausgesprochenen Zweifel an Kinvolksthum Spänischer Kelten mit allen 
andern — auf einer $ — hingegen die einstimmigen und einstimmen- 
den Berichte aller Irischen Chronisten aller Zeiten über nächste Her- 
kunft der Iren aus Spanien — die unverkennbaren Sprachenklänge, 
die die Sprachen Irlands, und Hochschottlands, Wales und Bretagne, 
unter sich und diese alle mit dem Baskischen verbinden, und wohl 
durch alle alte Sprachen Europas und des Orients durchlaufen — die 
durch Wahrannahme der Chronicles, der Chronisten, unter diesen im 
feesondern üe^ Nenhius und Giraldus, sich erbietende Lösung für eine 
ungemessene Kahl von historischen, ethnischen und sprachlichen Rftth- 
seln, die sich um die dunkle Wiegenzeit der Geschichte und Geogra- 
phie des Westens lagern — die ans den Chronicles hervorgehende, 
unmöglich absichtlich eingelegte, zum Theil höchst auffallende Con- 
cordanz mit anerkannten Mythe -Geschichte- und Zeitdaten, im be- 
sondern die sach - und qrtgemässe Erklärlichkeit wohl aller von He- 
rodot und den Geographen aufbewahrten Skythischen Worte und Na- 
men aus Irischer Sprache: — alle diese gewichtigen Umstände auf 
der andern Seite werden hinreichen alten Zweifel zu bannen, und im 
Iren den Skythisch- Iberisch -Caucäsischen Urstammgenossen der Bas- 
ken erkennen zu machen! 

Und so wird die Hoffnung nicht täuschen , dass die auf die Chro>~ 
aioles gebaute Forschung des Magusanischen Europa in den vorange- 
fangenen, jenem Stützpuncte ganz fremden, verdienstvollen Httmbold- 
tischen Resultaten ans der Sprache der Basken, eine ihrer kräftigsten 
Stützen erkennen darf! Ein Erfolg, der nothwendig zugleich günstig 
auf das Urthett über Aechtheit und Wahrhaftigkeit der Chronicles 
selbst zurückwirke« aus* (pj 



- 5« - 

Dana aber würden die Bilder Humboldt«, wie Bitter«, die Kinder 
ihres Fleisses, und theilweise der Argumentation, sie würden ans 
der einfachen, schmucklosen Erzählung der Chronicus ihre historische 
Weihe erhalten. Denn wie im Wechseldienst die Ghronicles jenen 
Hiunbeldtischen Resultaten znr Seite stehen, so ist dies« der gleiche 
Fall mit den tief* and scharfsinnigen Forschungen in Ritters Vorhalle, 
sobald nur der hier durchleuchtende, wohl weniger von den Alten 
getheilte, vielmehr in Justins Skythen*) —überall der Griechen hehren 
Hyperboreer -Bilde verleugnete Glaube an die Wildheit des Skythen, 
die ihn cum gerechten und milden Buddhisten untauglich machen soll, 
sobald jener Glaube schwindet, und vor dem Skytbo- Gasten -Bilde 
der Chronicles zurück weicht. Wahrlich , jener Skythen- Vater, wie 
er selbst seine Kinder belehrt, jener Bolus, wie er denkt, handelt 
und spricht, sie sind nicht mit dem Namen der wilden Skythen zu be- 
legen! Auf den genialisch von Ritter eröffneten Pfad, den vom bak- 
trischen Oxus ausgesponnenen, über Taprobaae, Indus und Csu- 
casus, Hellas, Japygien, und die Inseln, an Iberien ange- 
knüpften Faden, werfen die Chronicles: in ihrem Linken des Son- 
nenaufgangs — Oxus *r- .Sgeind — Indus — Ardmionn — Ar- 
menien — Gou-casan — Caucastis — Jat-ban — die Javantten 
Hellas und Italiens — Gaoiataeloac — die Atlantiden — Dubar- 
Gaalen, Gaal of Iber of Algerbe, of Bnaisce — Iberen vou 
Algerbe und Basken — Calma«>Gaalen, Gaal of Iber of Gaalag — 
Iberen von Galaecia — das taghelle Licht, sobald nur ihr Skytbe au 
Ritters Buddhisten, Ritters Buddha zum Baal der Skythen und der 
Chronicles werden kann! Und diess neben einer Unzahl sachlicher 
Daten, die die Chronicles theils bestimmt, theils iudicirend bieten, 
scheint beyiiahe nothwendig und geboten, sey es nnr aus dem einzt- 
gen einfachen sprachlichen Umstand: dass Budh, irisch die Sonne, 
Cor, Klang, Einklang, cabhair, pr. Caur, Hülfe, Beystand (viel- 
leicht Urstoff zu Bild und Namen des Cabiren?), beydes Hauptele- 
mente in der Buddhas- Idee, coraigh, car, den Felsstein, Budd- 
has wie Baals Bild, bedeutet, und dass das wichtige den Indus an 
den Pontus knüpfende, den ganzen Boden des SemUismus der Urzeit 
durchziehende Apathurias, das Athara des Ktesias, sich aus dem Se- 
mitisch-irischen: Abbatur, Athatr-ia, Vater der Erde, des Landes 
deuten lasst. Kine genauere Aufzahlung der Ffille, wo sich die An- 
sichten der Vorhalle mit denen des Magusanischen Europa und den 
Erzählungen der Chronicles unverkennbar und häufig treffend begegs^. 
neu, würde hier zu weit und au vielfach eintretenden Wiederholun- 
gen fuhren. • Nur in einiger Rechtfertigung der, von Ritter abweichen- 
den, oben der Maetis gegebenen Deutung, mag die Bemerkung hier 
Platz finden: dass aus den Chronicles an mehreren Stellen die Sitte 
der Skythen durchleuchtet, das Meer als den Spiegel, die Ebene der 
Tiefe, face of the deep, zu bezeichnen. Ihnen galt demnach Magh, 
pron. Man, die Ebene, so für Land als für stehendes — eben wie 
tan, dan fü> Land und für messende* Wasser — und Skythen, im- 
besondem Skythen von Jath- Seiet, nach den Chronicles aus Iberia 
nach dem Caucasus- Norden gezogen, werden es dooh wohl seyn, de- 
nen dort die Namengebung zuzuschreiben ist. Dann bedeutete der 
Name Maetis, aus Mah«eata, die alte Ebene, Site Meeresflache, 

*) Justin H. t. „Scythis.— Juatitia gentis ingeniia ctttta, non legibus.— TsntD 
pms in Ulis fM/fctt VlUoram ignoratio, quam ft his LtiraedsJ öognitio virtu- 
tls etc. " 



- 66 - 

im Gegensatz von Magogfa, aus Magh-Og-fa, ille neu entstandene, 
nach Rücktritt der Gewässer erbildete Ebene des Landes. Müeten 
und Sanromaten sind dann nichts anders als timwohnende Skythen- 
Völker, jene Mah-eata-ets, Völker des alten Wasser- 
Spiegels, diese Saor-mah-eata-eis, fr eye Müeten. Es hat 
dann auch Plintus recht gehört und recht berichtet, wenn er VI. 7. 
den Skythen - Namen jener Maetis: Temerinda, als mater maris 
deutet, denn In Skythen -Sprache heisst Ta-moir-imthih nichts 
anders, als: hier der Beginn des Meeres, hier der Ptract, Von 
dem das Meer ausgeht Auch die hier vorkommenden, zum Theil 
nach Herodot bestimmt der Skythensprache angeschriebenen, Pluss- 
namen: Borrysthen, Hyrgis^ Porrata, gehen wohl ungezwungen und 
passend aus: Borr -ufsg - tan, sehwellender Landftnss, 
Urgs-uisg, aufbrausend Wasser, Borr-eata, alter Was- 
sers ch wall hervor. Ritter und Bremer knüpfen Colchis an Indus 
und Ceylon, der erste findet das Ende seines Fadens im Inerten des 
Europäischen Westens. Einer der sichtbaren Führer sind Galibt Ta- 
probanes, und Chalybi des Caucasus, luid auch in Galaecia jenes 
Iberiens kennt Justin XLIV. 3. ein Chalyben-Volk als vorzügliche 
Eisenschmiede, und einen eisenhartenden Chalybs - FIuss. Die Chro-" 
nicles führen ihre Skythen vom Indus über Colchis und das Caucasi- 
sehe Iberien , nach dem Ebro , und die Sprache jener Weltzfigler er- 
kennt das Magusanische Europa in Taprobanes wie Colchischen Ga- 
lyben, Chalyben und Phasis, Im Hypanis des Boristheniden und 
des Indus, in Tanasserim, Sttriava, Rachia Taprobanes, Ta- 
probane selbst, wie in Samanüern, den Sonnenpriestern des frü- 
hesten Kingotts, Budba-Baal. Cal-ib-ik, Völker des eingeschlos- 
senen Sitzes (in Bergen, Minen, Gewässern etc.). Fos-uisg, Was- 
ser des Lichts, Sonnenflnss. Ghi-panir, Samso, heiliges Wasser. 
Tan-eis-shoir, Völker des Ost - Landes. S u r, Erforscher, R i o g h, 
König. Ta-foras-binn, hier die Rettungshöhen. S a m - a i n, preiss- 
würdige Sonne. So wird eine Bestätigung der Ansichten der Vor- 
halle ans den Nachrichten der Chronicles schwer verkannt werden 
können, und somit auch die in diesen Bogen gewagte Vermuthung 
sich leicht mit jenen Ansichten in Einklang stellen lassen! 

Ist doch überhaupt der mehr ans idealem Gewebe zusammenge- 
setzte , aus einer geahneten Möglichkeit und vermeinten Wahrschein- 
lichkeit erbildete Baum des Magusaners, wie er jetzt und seit dem 
^Erscheinen der Chronicles den eingeimpften historischen Zweig des 
Skytho-Gaalen erhalten hat, ist er doch dem Boden, in dem er Ge- 
deihen erwartet, nichts weniger als exotisch. Sind doch seine Früchte, 
dem Forscher auf jenem Boden, dem alten wie dem neuern, langst 
bekannt, und für annehmlich erkannt! Sie sind vereinfacht nichts an- 
ders, als: 

Eingehurt Europaischer Völker und Sprachen, letztere ganz frühe 
in wohl möglicher Verschiedenheit. — 

Völker und Sprachen dann gemischt im Zusatz von einem und 
demselben Element, dem Volke und der Sprache der Sky tho - Gaalen, 
früher Hoch- und Südost- Asiens, zuletzt Caucasiens. — 

Hervorgehen dieses einziehenden. Volks, aus dem Stamme, zu 
dem Japhet gehört — 

Und gewiss diese Resultate sind nicht ketzerisch -kühner Natur, 
eigentlich nicht einmal etwas neues! 

An Europaischen Au t och t honen hat wohl im Ernst noch niemand, 
und eben 00 wenig gezweifelt, als an der Wahrheit eines Caucasi- 



— 5t — 

sehe« Kinnugs, und JapetHen hat je schon die alle Welt an den 
Haiiptpuncten Europens gefunden, und als solche erkannt! Da scheint 
in der Lehre der[Chronicles nichts neu,, als der verschiedene Rinzugs- 
weg, auf dem ihre Gaalen den Europäischen Boden betreten, wenn 
sie Jath-Sciot (Jaaygen, Mfteten etc. die Belgae des Mela) nörd- 
lich — Javaniten westlich vom Caucasus abziehen — und Dubar 
und Calma theils atif dem atlantischen, theils auf dem Seeweg, den 
Westen bevölkern lassen. 

Selbst der Glaube an Skythtsche Urherkunft der Hauptbevölkerer 
Karopens ist nicht neu, und es gehen seine Bekenner bis weit in das 
Mittelalter zurück. *) 

Nur ein Haupt - Resultat der Forschung scheint neu, und wohl 
nicht unwichtig. £s ist die, wohl bis zur Eviden» gediehene Identi- 
tät der Irischen Sprache mit der der alten Skythen, so weit diese 
sich noch aus Völker -Orts- und Personennamen bey Historikern und 
Geographen erkennen Iftsst**); es sind die aus einer so festgestellten 

*>) La Tom* d'Auv. Origbies. Gauloises. Hamb. 1801. p. 957. — Nennius, 
un des plus andens auteurs anglois, de uteme que Huntington fönt remonter l'orl- 
gine de» Irlandois , et cell« des Eeossois aux Scytbes , dont Jls avoient conserve 
les moeurs et toutes les Coutumes. Mais ce sentlment a trouvö Jusqu'icl peu de 
Partisans : il ne paroit cependant pas exisler plus de doute sur l'ongine des Ir- 
landois , des Ecossois , et de tous les peuples de l'Angieterre , que sur Celle des 
Celtes, des lberes et Celtiberea, des Galileis, des Gotbs, des Vandales, des llieiis, 
des Alains, des Steves ou Esclavons, des peuples de la Scandlnavie, des Germains 
etc. Tous ces peuples ont eu incontestabfement les Celto - Scytbes pour ancetres, 
et sont sortis du trono de cet arbre antlqae , dont les nombreux rameaux ont om- 
brage autrefois presque tout 1'ancien monde, et dont les meines profondes et 
aussi anciennes que la terre, paroissent avoir pris.naissance en Asie, le berceau 
originel des bonunes. C'est donc ä tort que Ion a reproche aux Grecs , davoir 
confondu presque tous les peuples oceldemaux sous le nom des Celto - Scytbes, 
et davoir par la, assure-t-on, vendu l'hjstoire de lancienne Gaule Utsxplfcsble, 
ou au moins tres obscure. 

**) Die Wichtigkeit des Resultats wird die Wiederholung entschuldigen. 
Die von den alten Schriftstellern theils mit, theils ohne Bedeutung, als Skythlsoh 
aufgeführten', im Magusan. Europa in. und in diesen Bogen aus Irischer Sprache 
gedeuteten Namen und Worte «ind, zusammengestellt, die folgenden: 

Die Geographen; Sassones; Sagiot- tan -eis, Pfefl- 
Alani; Al-aun-ih, Völker des gros- Lands -Völker, Skythen. 

sen Flusses. S u a r d e n i ; Shoir - dun- ih , Völker der 
Alanorsi; Al-aun-or-seis, Haufen Osthöhen. 

des grossen Gold - Flusses. Tectosaces; Teac - seis , Hütten- 

D a i x ; Da- uisg , Wasser der Dahae. „ Völker. 

D aha e ; Da-ih, Daben- Völker. Aorsi; Aor-seis, Ost- Völker, Son- 
A r i a c a e ; Erik - aice , Er - Völker- nen -Völker. 

Stamm- Chatae; Cath-ih, Völker der Schlacht, 
Paisicae; Buaisce, Land des Pflug- Krieger. 

viebs. Marchus; Mar -uisg, gross Wasser. 

Edones; Ead-tan-eis, SUrnland- Araxes-, Ar-aic-uisg, Wasser des 

Völker. Er -Stamms. 

Gotieri; Cotti- Er, Er -Hirten. Silis; Sul-uisg, Sonnenffuss. 

Asaei: Aos-ih, Bund- Völker. Ochus; Og-aisg, jung Wasser. 

Tapuri; Ta- foras - ih , Völker des Borysthenes; Borr-uisg-tan, scliwel- 

Rettungspfads durchs Wasser, der lender Landfluss. 

Tauren. Hyrgis; Urgs- uisg, braussender Plus?. 

Jotae; Goth-ih, Speer- Völker; Gou- Porrata; Borr-eata, # alter Schwall. 

d-ih, Schmiede -Volker. Phasis; Fos-uisg, Licht -Fluas. 

Gomari; Gou-mar-ih, die grossen Getae; Eac-geat-ih, Stutenmilch- 
Schmiede: Geimar-ih, Völker des Völker. __ 

Dunkels. Maete s ; Mab- eat- ih, Völker der aj- 
M e n a p i ; Min - ab- in, Völker der lieb- ten Ebene. 

Heben Gegend. Sauromates; Saor -mah- eat-eis, 
G r y :i a 1 ; Grian - ih , Sonnen - Völker. freye Maeten. 

Syebi, Suobeni; saoi - büm - ih, Abaris, abair, sprechen, abar-eia, 

Vleigeiehrte — Herren - Völker. Sprach - Völker. 



Identität heivefjphenden Felgernngen not IJmisanNPenfcaag Knropüi- 
scher Völker und Sprachen, Unbedenklich werden Skythen auch da 
verstanden werden dürfen, wo der Grieche von Hyperboreern redet. 
Bann aber liegt in seinem Hyperboreer -Bude, wenn es in seiner 
Totalität auifcefasst wird* unfehlbar da« Geständnis«: dann er in wich- 
tigen Mythen -Elementen, und somit selbst der Sprache, int Skythen 
den Lehrer und Urahn erkannt. Xenophon giebt den Skythen die 
Herrschaft über Europa, und Aritis bekennt den Jüdischen (Skythen-) 
Ursprung der lianedaenMMiter« Kaust lasst sich st weif ein, dass eine 
eindringendere Forschung in die Tiefen grieofciachen Wissens und 
griechischer Lehre nicht noch bestimmtere Anhalten liefern sollte. 
Gleich die frühesten Bilder, die jenen historischen Mythographen vor- 
sehwebten, sie klingen unverkennbar in den Gebilden skythischer 
Frühtage wieder, die uns die Chronicles vor die Augen stauen» Og, 
und seine Ogeageis, sie sind den Chronicles Mythen, und es geschieht 
zwischen 2172. und 1950t v. Chr. in den Tagen der Gründungen, den 
days of fada, dass sie mit Ja-fan aus- und dem Westen zuziehen. 
Hier herrscht dem griechischen JMythographen xa Jupiters Zeit, 
1904 — 1788. v. Chr., Ogyges bey Ectenen- Booten und in Athen, usd 
dieser geht (1793. v. Chr.) in der nach ihm benannten Fluth unter — 
ein Bild, das, in dieser Örtlichen und seitlichen Zusammenstellung von 
Ogyges in Böotien und Jupiter in Thessalien, kaum einer andern 
Deutung f&hig seyn wird, als der eines dadurch bezeichneten Unter- 
gangs der Ogygen, ihrer Herrschaft, Volkstümlichkeit, Religion« 
Sprache etc., in den Kämpfen zwischen Baal und seinen Dienern und 
den siegreichen Chroniden; mithin auch darinnen das Gestita dniss und 
Erinnern an einen früheren Zusammenhang des Volks und seiner Re- 
ligion mit Ogyges, dem Caucasischen Skythen und seinen Ogygen. 
Auch Jupiters Stammbaum fiült dadurch in's Geschlecht Ardfear- 
Naoi, des grossen Fluthmanns der Chronicles hinüber, dass bey He- 
siod sein Ohm eben so Japetoa htess, wie dort der Mythe Ja-foth 
eben jenes Ardfear Sohn war. Jen ist dem Griechen der StammYater 

Anacharsis, An-acar-seis, schar- Plinius: 
felose, strengelose CmildeJ Völker. Parapanisus; Bar-ban-nisg, Was- 

_- _ . . ser mit weisser Oberfläche, weiss» 

tteroaot: Decke 

Targetaus; Ta-ar-eac-geat-aos, *, Ä — ',«..*.. « A «.«.. i^**«, ui<* 

hier Er , der Stutenmilch - Bund. ' * * » "j"* i J* £ moi * " batbih > Wcr 

Arpoxais; Ar-bo-alc-sels, Haufen des Meeres Anfang. 

des Stamms des Acker viehs. Morlmarnsa, das mare mortumn der 

Colaxais; €oH -> ate-seis. Haufen Clmbern; Moir-märw-utsg, Wasser 

des Waldstanuns. des Meers des Todes, 
paralates; Öar*el - athalr, Vater 

der höchsten Gewalt. L u c 1 a n * 

Auchates; Ag-cafh -eis, Haufen des «- k _ s 

Krieger -Ruhms. JWanau; MarW, der Tod. 

?' attia ft r Ji ; rt ^" i,l ^ m ;Äl Kr te 2ß"9i »*r, äusserst, letzt 
Amarampaus; Aal- ratha - fooüi, r n *ilisi*\i it m .^ 
pron. Amra-bos, Hans des Äeitbo- ■* o*>AjGail, Hauch, 
gens des Tages. Ä _,__.. _ ^ _ Iv**$> Seis, Menge, Vielheit. 

— j. sgean, Messer, Dolch. 

Gnia-im, hochgelehrt 




jCn « y x, Goran- rangati, Blutter-Bimsel. 

sager.' ' ' Auch Loclans Uebersetzuhg des Sky- 

Artimpasa; Ard-im-bas, Herr des fhiacheii: 

Kn^rSs^AÜ^-eifl Senehefreve *«ra*ea, *H Freuiiawhaftsgeiilen, 

Enares,Aii-ar-eis, seneneire> e. ßC heiiit mit Cor - aic , etarnm d«* *"»- 

Mar cell in: klang*, Harmonie, zn conooidiren- 

Lithinura pyrgum; Litha-buigan I-ucian v. Pauly. 994. 
Stein -Borg. 



— 5t — 

der tarier, und Ja -ftin, der Auswanderer, tot der Ja-nrth-8eha, «er, 
nach den Chronides von Ogeagets bereitet m» Ib-Rr Back den We- 
sten, also nach den Beden Iontons ateht. — Ans He*, den Ardfear- 
Naoi der Chronides, Übst der Hebräer, selbst ans den Skythen- 
Stamm der Chronides entsprossen, in der Gehen!» den Bfosaischen 
Tummelplatn des Menschen, in Westen Tnrans and der Hoch -Rhe- 
nen Asiens, bevölkern, und Jesephus Übst ans den Sühnen Japhete, 
Jafoths der Chronides, alle Völker Kleinasiens and Europas hervor- 
gehen. Den Römer- Glauben , griechischer md hebriUscher , mit den 
Chronides coaceräireadei) Ansicht entsprechend, verkünden Calo and 
Sempronfe/J, wenn sie— jener ans Skythen -Saken das Menschenge- 
schlecht wieder anflehen, and Colonieen per orbem anagehen, dieser 
Sabfiner ans Sagen entstehen lassen. Saunst Badet, auf libysche 
Hiempsals- Bücher gestützt, in Westen Enropas Armenier, Meder und 
Perser, sanntlioh Gaal ef Seiet, in Spanien, Gaetnli, als Bewohner 
des Gaolataelaos der Chronides ebenfalls Skythe-Gaalen in Africa, 
wo Plinins Daher nnd Pharuster (Perser, Parther, also nach Skythen) 
in Gelbige des libyschen Horcrtes kennt; Seneca Hast Perser Rheia- 
nnd Elb- Wasser trinken, und Justin. II. 1. kennt die Skythen als 
das älteste Volk, Älter als Aegypter, and als dreimalige Beherrscher 
Asiens. Also bey Griechen, Hebräern nnd Römern des Alterthans 
das durchschimmernde Bekenntniss nun Glauben aa Skytalschea Ur- 
sprung des Volks, seiner Sprache, seiner Cultur und seines Gottes- 
dienstes in frühester Form. Die neuere Welt aber beschäftigt ein 
schon zu Annos Zeit gekanntes, überall sichtbares, ntt saaehnender 
Kenntniss immer mehr hervortretendes, aber rfttbselhaftes Band, das 
die Sprachen des Westens an verklimgene und lebende den hohen 
Osten* knüpft — und hier in jenem Osten herrsehte in früher vorhi- 
storischer Zeit, aber in Zeitdauer nnd Rannausdehaaag unbeschränkt 
mid'ungemessen) es herrschte dort das Welt -Volk der Skythen, des- 
sen 1500 jähriger Herrschaft über gans Asien erst Ninus ein finde 
machte. Justin. II. 8. So schwebt in der Grund -Erforschung des Zn- 
sammenhangs der Völker, aumal der rätselhaften Familien -Aeha- 
Ucbkeit ihrer Sprachen der alten wie der aeaen Zeit überall nichts 
anders als ein Skythen -Bild vor, das UrvoBc selbst aber nnd seine 
Ursprache, die allein im Stande sind jenes BIM au belesen, sie liegen 
langst im tiefen Dunkel vergraben. Jetat erscheinen die Chronides 
und mit ihnen die Hoffnung jenes Dunkel emlgenaassen schwinden an 
sehen. Theils in bestimmten Angaben: 

Then did they spread themselves front füre flobd ef Sgeind (In*- / 

dns) even to the banks of Tethgris (Tigris) ete. aa# movlng te- 
wards the Sttns going rench te the Ailreidg-eta rRuphrates) and 
they Decame Lords of all the lande oa this aide etc. And Absafl 
{Dabschelim) he H was who went eut be fs in the host fron the 
Land of the Elements (Oxus- Höhen) of whieh our great fathers 
were formed. And Daire was he, wae cendooted the childfrea 
of the Land to this aide Affridg- eis —-and the raoe of Daire {Ar- 
Da-ih, Helden der Daher -Völker, Artaei) were Chiefs ef the 
earth. Chren. I. 5. 6. 
theils auf dem Pfade kaum trüglicher Argumentation eröffnen sie den 
Blick in's tiefe historische Zeitalter der Ost- nnd Westwelt. Sie ent- 
falten den Auge das Bild 'des Entstehens den frühesten vorassyrisenen 
Weltreichs der Sakischen Daher, der DabscheUm und Dewanichis an 
Indus, der Mahabaden and Artfter in Parsis, der Aosbreitung jener 



- 4» - 

Herrschaft bis.su Tigris, Eupfcrat, und den Gränzen Aegypteasj und 
des Mittelmeers r~ und eine neue Gründung, die Tigris- und Kiiphrat- 
Höhen, die Länder zwischen Oaspischem und schwarzem Meer bis 
nun Caucasns, das grosse Reich Magogs, Ogs, begreifend, beschliesst 
die Nachrichten der Chroaicles über die' Skythen -Reiche auf Asiens 
Boden. Jetist sehen wir Jafan der Chronicles mit Ogygen von Iberien 
aus dem Westen zuziehen, den wir in Joniern und Ogygen Westar- 
Mens und Griechenlands wieder erkennen ; ihre Gaoiataelaos finden wir 
in Gaetulen und Atlanten auf libyschem Boden wieder, wo auch Xu- 
uidae in Naoi -mad- eis wieder an Ardfear-Naoi erinnern; in Spa- 
nien gründen Dnbar-und Calma- Gaalen der Chronicles, alle aus 
Iberien ausgezogen, die Reiobe von Algerbe, Bnaisce, und Gaalag; 
aus letzterem erbildet sich ein nordpyrenäisches Eocaidtan; Irland 
aber erhalt Cathac - Gaalen aus Dubar - und Milesier aus Calmas 
Skythen-Geblüt; letalere erfüllen heute nooh den Irischen Boden, und 
in jenen Cathac- Gaalen erkennt die Vermuthung die Stammväter 
früh- britannischer Ein Wohnung, Clamhoctor und Historin des Nennins, 
wie die der Beigen, Cimbern, Saxonen, Catten und Franken,, wäh- 
rend jenes Eocaidtan zum Mutterland der Bellovesen und Sigovesen 
wird. »In allen nicht- Irischen Ritzen wandelt sich, in vielfacher Mir 
achung die Sprache des Sammtvolks bis zum schwer erkennlichen, 
nur in Irland, dem abgeschlossenen Insularboden, erhalt sie sich in 
einer Reinheit, die es möglich macht, allen Sprachtrümmern aus alter 
Skytbenzeit Deutung und Bedeutung abzugewinnen. 

So wäre dann und daduroh das Mittel geboten, dem auf Stamro- 
Etngehörung hindeutenden Typus der Europäischen Kationen unter sich 
und mit dem Orient den Räthsel- Schleyer zu lüften, und den Sammt- 
Sprachquell, der vom West- Ocean bis zu den Indischen Meeren sicht- 
bar ist, im besondern die Verwandschaft germanischer Sprachen mit 
Pehlvi und Samscrit zu bestimmen und zu erklären, ohne zu Hero- 
dots geringfügigen Germanen die Zuflucht nehmen zu müssen. So* 
wird und muss die Irische Sprache, in ihrer vorzugsweise erhaltenen 
alterthümliohen Reinheit dazu dienen, die feinern Fäden erkennbar 
an machen, die die altern Sprachen unsers Europäischen Bodens an 
einander und an die des Orients knüpfen, und so mnss in jener Spra- 
che, als einer noch lebenden, ein Anhaltpnnct und Medium gefunden 
werden können, um das die Forschung sich leichter und sicherer be- 
wegen kann, als diess um die schwer zugängliche des Samscrit, und 
die andern längst verklungenen des nähern und fernem Ostens ge- 
schehen kann. Vielleicht gelingt es dem unten angereihten Versuch 
einer Zusammenstellung von Irischen, Deutschen, Lateinischen und 
Griechischen Worten, die bey gleicher und ähnlicher Bedeutung ähn- 
lichen Wortlaut bieten, das hier vorschwebende Bild einigermassen 
au beleben. Im besondern soheint. für irgend einen Zusammenhang 
Germanischer mit Irisoher Frühzeit der Umstand Aufmerksamkeit zu 
▼erdienen: dass die einfachsten Lebensmittel, meist noch des Hirten- 
standes, die dazu nöthigen Gerätschaften, und die Hausthiere unse- 
rer Vorfahren vom Iren mit ähnlioh lautenden Namen bezeichnet wer- 
den: Bier, Beoir; Meth, Mead; Cyder, Seidar; Milch, Meilg; 
Wein, Fionj Salz, Saill; Käse, Caise; Apfel, Uballj Birne, 
Biorra; Feige, Figid; Erbse, Ar-beis (ar), Pis; Bohne, Pon- 
(aire) — Kohl, Bretonisch Caul — Buddel, Buideall; Kork, Cork; 
Stöpsel, Stopa; Pot, Topf, Pota; Trinkhorn, Cornn; Kneif- 
Messer, Scian; Gabel, Gabalj Kohle, Gual — Mähre (Pferd), 



— «1 — 

Marc; Gurre (Pferd), 6umm; Kuh,Bu; Bnok,B<M*a;Hfc?^CMn? Ka- 
tze, Cntetc. — Auch der den Germanischen Sprachen wohl eJgeataiaiiii- 
cben,hier fast durchgängigen« du and dort in or in 5 « Lateinische übergegan*- 
genen, den: ein Geschürt übenden* Mann bezeichnenden Kndsylbe: er, 
begegnen wir inniger Wiederholung, wohl aiemlieh auf gleichem Weg, 
im besondern aus Fear, der Mann, gebildet, in oir 4er Irischen 
Sprache. Z. D. Loingseoir, der Schiffer, ans bong, das Schiff — 
Carradoir, der Kftrner, ans Carra, der Karren — Crn-nnadoii) 
der Zimmermann, ans Crann, der Bannt — Cumadoir, der Ver- 
fertiger, Fabricant, ans Cnmus, Macht, Ffihfgkeit, Geschicklich- 
keit — 8 ladt oir, der Rffnber, aus Slad, Raub — Muilleoir, der 
Müller, ans Muillenn, die Miihle — Fealltoir, der Verräther, ans 
Feall, Verrath — Saigitteoir, der Bogenschütze, aus Saigiot, der 
Pfeil — Slaaaigteoir, der Heyland, aus Slainte, Gesundheit, Wohl- 
fahrt — Tonnadoir, der Gerber — Claideadoir, der Grabenma- 
cher — Poiteoir, der Trinker, aus Pota, Topf, Trinkgefass — 
Spealadoir, der Münder — Bearradolr, der Barbier — Meal- 
toir, der Betrüger, ans meallad, betrügen — Idirteangtoir, der 
Doümetecher (wörtlich Z wischenzüngler) — Bracadolr, Malzer — 
Fnasgaltoir, Erlöser — Figeadoir, Weber — Foirgniteoir, 
Baumeister etc. 

Eben so möchte das genauere Studium der Irischen Sprache das 
Mittel bieten, auch Im Griechischen und Lateinischen den dunkeln 
Herkunftsweg einzelner Worte zu enthüllen. So z. B. verrath sich 
der Grund, warum der Grieche die Brücke, den trockenen Wasser- 
übergang vom Land zum Land, yiyvQa genannt, aus dem Irischen 
Ce, das Land, und foras, Uebergang, Pfad übers Wasser. Gleicher 
Fall ist es wohl mit qpAsy, die Ader. Sie heisst im Irischen, zugleich 
einen anziehenden Fingerzeig über den kindlich - naiven Bildungsweg 
jener Sprache selbst gebend: Fuillbos, wörtlich, nach FuiB, das 
Blut, und Both, pron. Boh, Bons, die Wohnung, das Haus, das Blut- 
haus, Weiter möchten die Worte: fepö?, UqoIo/oc, aus welchem letz- 
tem Composito wohl der Römer sein: Religio gebildet, ihren Ursprung 
ans Irischer, dem Nachklang der alten Skythen - Sprache nicht ver- 
langnen können. Im Irischen heisst: Iris, das geoffenbarte Gesetz, 
und Leag, Leagad, lesen, letzteres also die Begriffe von Schrift und 
Wort in sich vereinigend, so dass beyde Irischen Worte ollenbar 
vollkommen den Begriff wieder geben, der dem UqoIo/oc der Grie- 
chen^ und der Religio der Römer zum Grunde liegt. Eben so Imber 
und ofißqog des Lateiners und Griechen, letzteres wohl nuwnothdürf- 
tig und mehr künstlich als natürlich aus bfiov §hv hergeleitet, neben 
dem Irischen gleichbedeutenden Im-bior, wörtlich Himmels -Quell, 
Höhenwasser. Vorzüglich wichtig ist das unverkennbare Durchschim- 
mern Skytho - gaalischer Chalyben- Schule aus Colchis und Spanien 
im Felde der Metallkenntniss und der Orte, wo Griechen und Römer 
ihre Metalle holten. Colchis und Spanien die Heymath jener Schätze, 
iiod Colchisch- Spanischelberen In Colg-eis, Or-cruisg, Argfod, 
Casan-tir-eider, und Stann, die Lehrer der griechischen und 
lateinischen Metallnamen: x*l*o$ Z9^ ai J* ä<*yvQog, xaaaitt^og, 
und auruiu, argentum, und stannum. Uebrigens liefert jenes 
Argtod noch ein weiteres interessantes Resultat. Es ist sichtbar aus: 
argl, weiss, und dem od zusammengesetzt, dem wir in Fe -od, trag- 
bare Erdscholle, und All -od -eis, Völker der alten Tage, begegnen. 



- e« - 



mmuc% Acgi-ed, wie woW wahreeaelidch, wörtliek und in 
die glniuliiaJlfii setaetet: Weise-Gut, m entsteht in gleicher Zer- 
ejttederung Ar Keod, der Begriff von anoewealioh Gut, und ffir AUod, 
ans AU, eis »dem, andere«, also beweglich Gut; sogleich aber in 
dem Netanbegrsse von Allod-eis, Völker der allen Tage, in Feod 
and AllDd die Urkunde: dam der Mensch, der Mann der alten Tage« 
der Nomade Iraner hewegBeh Gut, sein Zelt und seine Heerde kann- 
te, nie naneMregUeh Gut, das erst mit dem Ackerbau und fester Woh- 
nung in die Beine seiner Begriffe eintrat. 



• » 



ZUSÄTZE. 



Zu ß. 1. (*.) 



Hier ist nicht der Ort, über die Aechibeit der C&ronicles of Eri au 

rechteil und sie EU vertbeidigeu. Schon der um Irische Frühgeschichte 
wohl verdiente Name: Oeoaaor, med der des Ehrenmannes, dem die 
Schrift gewidmet ist, Sir Francis Bürdet, mögen gültige Zeugschaft 
gehen, dass hier Ten FÜlsehung, und vorsausHchem Trage nicht die 
Hede seyn kann. Oeonnera eigene schmucklose Aeiisserung darüber 
ist Prefece IX. die «sagende: 

„Tai* hsstety is a Mtteral translation inte theEagüsh toague (from 
the Pheesnean dmlect of the Scythian langnage) of the anolent ma» 
nuscripts weich have, fbrtunalely fbr the worid, heem presenred 
Ihrongh so ntaay ages, eaaneea and vidssitiides* 

Sfcould any capetous person he ineüned to entert*** suepkfcHi of 
the antiquity of these maauscripte, I bey leave to ohscrve, that 1 
de not presusse to afinrm that the \ery skins, whether of sheep or 
of goats, are of a date eo old as the events recerded; bot this 
I will assert, that they m«et he faithful transcripts from the most 
aaeient reeerds? it not heeing within the ränge of pessibility, ettfcer 
from their style, language, or Contents , that they could have been 
ferged.« 
Wenn seiche Kamen und solche Worte auch die Strenge der Crf- 
tik nicht entwafihen dürfen, so müssen sie doch wenigstens dem Zwei- 
fel und dem Urtheü so lange Aufschob gebieten, bis die Fälschung 
wahrscheinlich gemacht, oder an den Tag gebracht ist. 

Inhalt selbst, Dsctio*, und eine Menge cum Theil buchst anfal- 
lender Coacordansen machen jedoch die von Mono, Kättner und Val- 
lancay geweckte Yermnthuag des Magnsaaischen Enron* III« 493. 
uicht unwahrscheinlich: dass das der Oconnorschen Uebeieetsung ver- 
gelegene alte Irische Manuserif t ein hier zum ersten Maie im Zusam- 
menhange den Tag erblickendes Exemplar des unter St. Patricks Ae> 
gen und Kiunuss entstandenen Sean-aghas-mer, grossen Buchs 
der Sagen des Altert kums, seyn mügs. Jenes aus allen damals 
in Irland vorhandenen alten Schriften ausammengetragene und durch 
eine Comite von Königen, Priestern und Gelehrten redigirte Werk 
wurde nach des Oberkünigs, des Adels und St. Patricks Aftsrdntmg 
an alle Kirchen uns! die ihressen des Kelchs vertheüt. In den Jossen* 
den stürmen, gfteng es, wie schon Nenfiius erwähnt, wohl gnsssen> 
theils verloren, oder geriete», sumst in der mit Heinrich II, ei nlr e mn *- 
den methodischen Yerin^terung , in bland selbst in Vergessenhell 



- 64 — 

Bekanntlich gehören die Oconnor zu des sogenannten Königsfanulien, 
und diese sämmtlich hatten ihre Hausarchive, und spät noch in den 
Hans -Barden ihre eigenen Archiv- Vorstünde. Leicht man; daher seit 
8t. Patricks Zeit ein solches Exemplar im Oconnorschen Hausschatz 
vergraben gelegen, und jetzt erst in Oconnor« ; des eifrigen Irischen 
Patrioten, Uebersetzung das Tageslicht erblickt haben* Jedenfalls 
wird dem das Werk selbst od befangen lesenden Forscher sich die 
Ueberzeugung aufdringen, dass es unmöglich Mysttncation oder nackte 
Hirngeburt seyn kann. Die in Vallancays Irish Grammar, p. 182. 
befindliche Nachricht über das Entstehen jenes Seanachasmor, wie 
sie dort aus einem neben stehenden alten Irischen Gedicht in's Eng- 
lische übersetzt ist, wird ungefähr auf folgende Art sich deutsch wie- 
dergeben lassen: 

,/Von der zu St. Patricks Zeit bestellten Comite zu Prüfung der 
Urkunden -Sammlung, genannt: das grosse Alterthum. Aus .ei- 
nem uralten Autor: 

Der gelehrten Verfasser dieser Urkunden Auswahl, wegen ihrer 
Wahrhaftigkeit: Sean-agas-mor benannt, waren nenn. Sie waren 
von der Volksversammlung gewühlt, und berühmt wegen ihres Wis- 
sens und Redlichkeit. Drey Könige, drey Prälaten, und drey Ken- 
ner des Alterthums. Die Prälaten waren: der andachtige St Pa- 
trick,, der fromme Benin, und der weise Cair-neaoh. Die Könige 
waren: Laogalre, der Herrscher in Irland, ein Fürst tief erfahren 
in der Herkunft der Geschlechter; neben um der scharfsinnige 
Daire, Ulsters kriegerischer König. Der dritte: Coric, ein Fürst 
berühmt durch Wissenschaft und Kriegskunst, der mächtige König 
von Munster. Drey Alterthumskenner nächst ihnen prüften die al- 
ten Urkunden, und reinigten sie nach ihrem Wissen,* der gewissen- 
hafte Dnhhthaoh, der kenntnissvolle Feargus, und Rosa, der grosse 
Sprachkenner. Diese neun durchgingen die Annalen ihrer Vorfah- 
ren, löschten Irrthümer und Geburten des Trugs und der Unwissen- 
heit, und bestätigten, in Zeugschaft erprüfter Wahrheit, jene Ur- 
kunden, und die Stammtafeln des edeln Geblüts, und so kamen 

- diese berichtigten Urkunden auf uns, die unwürdigen SprössJinge 
unserer tapfern Altvordern. 

Nachdem Annalen und Urkunden so durch die Sorgsamkeit und 

- Gelehrsamkeit jener auserwühlten Comite' durchgesehen waren, be- 
fahl der König unter Zustimmung des Adels,. dass sie der Treue 
der ehrwürdigen- Prälaten des Reichs übergeben werden sollen, 
welche sie dann in lesbare Schrift umschrieben, und, «um Nutzen 
der Machwelt, in den Buchsammlungen der Kirchen niederlegten. 
Mehrere dieser ehrwürdigen Handschriften sind bis diesen Tag er- 
halten, und mehrere Abschriften davon beanden sieh in den Händen 
der Wlssbegierfgen." 

Es laset sich erwarten, dass dem Leser eine Probe der durch die 
ganzen Chrenides dorchherrschenden , auf gleichseitiges Entstehen 
hindeutenden Dictum ntobt unwillkommen seyn wird. So viel diese 
in Uebersetsuog von Uebersetzung kenntlich zu erhalten möglich bleibt, 
nag dless im folgenden versucht werden. Oconnor versichert «war 
wörtlich übersets» au haben, und auch hier ist die Uebersetanng so 
viel möglich wörtlich dem englischen Text treu geblieben, immer aber 
möchte es au kühn seyn zu erwarten, dass im Nachbild das Grund- 
bild unverändert wiedergegeben sey» Abgesehen von der welthisto- 
rischen Wichtigkeit des Sammtinhalts der Chronicles wird der die 
JRegierungszelt Bolus, des SOfters §et Volkschronik, darstellende 



- 65 — 

Abschnitt bcjr Witten , und vorzüglich deshalb für den anstehendsten 
gehalten werden dürfen, weil er über den moralischen nnd politischen 
Typus jenes Frühvolks die wichtigsten Aufschlüsse bietet Er ist 
der folgende: 

„Nun war es nicht Daita, der Erstgeborne Bnars, sondern es 
war Bolus, der auf den Sitz seiner VÄter gerufen wurde. Und 
Bolus, bevor er gewählt wurde, und noch in den Tagen seines 
Vaters, war gesogen nach Ib-Er unserer Yftter, und nach dem 
Land von Aol-mag (Iberlen am Caucasus, Heymath, das Sidoni- 
sche PhOatzien), um dort Kenntnisse au holen, und es war sein Be- 
gehr auch gen Magsenar, dem Wohnsitz unserer Urväter zu ge- 
langen; aber die Schwierigkeit war starker als sein Wille. Und 
Bolus verweilte ein Jahr und einen Zeitbogen des Jahres (Ratha, 
ein Vierteljahr) au Sgadan (Sldon) und lernte hier seine Gedanken 
niederlegen in Zeichen und Bildern vor den Augen der Menschen« 
Ich bin dieser Bolus, der Sohn Bnar, Sohn Airt, vom Geschlecht 
Calma ans Ardfear, der ich diese Worte schreibe, zur Lehre für 
die, welche sind,' und die, welche kommen werden; um dem Men- 
schen au lehren, sich selbst zu beherrschen, auf dass sein Ver- 
stand die Leidenschaft in Unterthftnlgkeit erhalte; um es zu lehren 
den Führern und Häuptern der Gaalen, und den Gaalen ihres Ge- 
schlechts, des berühmten auf Erden. Und diese Worte habe leh 
geschrieben, wie sie fortgepflanzt worden von Mund zu Ohr, von 
Geschlecht zu Geschlecht, und die Zeiten habe ich gegeben nach 
der Zeichenzahl der Baalsringe, und diese Worte sind wahrhaft, 
da sie lauten nach der Ueberlieferung der ihnen vertrauenden Men- 
sehen, doch zuverlässiger siiid die Zeiten, die sich gründen auf 
die Umschwünge Baals, der nicht Irren kann. Aber ich, Bolus, 
habe nicht verzeichnet die Worte der Priester, den neun Baalprle* 
stern überliefert am Anbeginn, weil mein Verstand sie nicht be- 
greifen kann; mein Sinn Iftsst den Glauben nicht zu, dass Baal je- 
mals geredet haben solle mit einem der Kinder dieser Erde. Bevor 
die Priester waren, hörten wir da nicht schon Worte, gesprochen 
vom Vater zu seinen Kindern, und hörten sie da nicht die Stimme 
des Vaters unter der Decke ihres Zeltes, jeder in seiner Wohnung, 
ehe noch die Versammlung versammelt war rund um Ast!, die 
Wohnung der Priester? Lehrte dann nicht jeder Vater den Kin- 
- dem seiner Lenden: 

Gleb Preiss und Dank Baal, dem Vater des Lichts und des Lebens! 
I Vergiesse nicht das Blut des Nfichsten ohne gerechte Ursache! 

Nimm nicht heimlieh was eines Andern ist! 
Entferne Falschheit von deinen Lippen — Falschheit verkehrt das 

Recht! 
Entferne Neid aus deinem Herzen — Neid reibt den Geist auf! 
Entferne Schmeichele^ von deiner Zunge — Schmeicheley ver- 
blendet das Urtheil! 
Zolle Achtung deinem Vater, richte dich nach seinem Willen, 
sey du ihm eine sichere Stütze seines Alters! 
i Liebe und ehre deine Mutter, deine Hand folge dem Wink ihres 

Auges, dein Fuss gehorche dem Lattte ihrer Stimme — denn 
die ersten Schmerzen, die du ihr machtest, sie wurden be- 
• tohnt durch die Freude an deinem Gedeihen, hüte dich aber 
der Mntter Herz au betrüben, schon der Wille dazu wird 
dir zum Stachel deines Geistes werden in allen kommenden 
Tagen! 

5 



fitrette nicht mit deinem Bruder - Einigkeit zienU Brüdern! 

Liebe und schütze, deine Ssh wester! 

Liebe die Wittwe, nähre den Waisen, dea Vaters, seines Staate, 
beraubt, der nicht mehr hört die süsse Summe der Matter! 

Hilf dem Armen., dem Bedürftigen, Geängstigt w, aey gütig und 
behiilflich dem Fremden, getrennt von der Wohnung der 
Seinen I 

Sey barmherzig gegen jede lebende Creatur! 

Wache, deine Leidenschaft im Gehersam gegen, die Vernunft zu 
behalten, vor allen* aber thne einem Andern ntebt, was du 
nicht willst , dass dir geschieht! . 

Bewahre den Rahm deines Geschlechts I Lebe frey oder stirb! 

Was haben alle diese Dinge zu thun mit Erhaltung von Feuern, 
mit Hinstreben nach LandtheUen? 

Und als Eolua neun Jahre regiert hatte, setzte er Dalta, seinen 
Bruder, auf seinen Sitz, und zog nach Sgadan, und wohnte dort ein 
Jahr, und es kam zwischen ihm und Ramah, dem Könige des Lan- 
des yon Aoi-mag, ein Vertrag zu. Stande. Und Ramah sandte 01- 
lam, su wohnen unter den Gaalen von Gaalag, und die Lehrer aus 
Aoimag brachten Kenntaiss zu den Edlen, und lehrten sie in ge- 
setzter Rede zu verhandeln, wie in Aoimag, eben so in Gaalag. 
Ueberdem lehrten die Männer aus Aoünag den Gaalen die Kunst 
Schiffe zu bauen, und sich darinnen zu bewegen über die Flächen 
der Tiefe. Und es halfen die Gaalen den Kindern von Feine (Phö- 
nifcem) in den Eiügeweiden der Erde im Lande von Eis-feine, denn 
die Kinder von Ib-$r im Land ihrer Väter CColchte) waren kun- 
dige Werkleute im Auffinden der Erze. Und Eoliu sandte neun 
ans den Söhnen von Ib-Er, die Klügsten der Kinder des Landes 
nach Aoimag um dort ihre Kenntniss zu mehren. Und zur gesetz- 
ten Zeit, naoh drey Jahren, kehrten die Manner zurück, und Bolus 
berief die Häupter der Gaalen nach Britet-gneol (grosso Versamm- 
lung) und sprach zu ihnen: Nur durch seine Vernunft ist der 
Mensch unterschieden von dem Thier des Feldes, aber was nützt 
ihm die Vernunft, ist sie nicht richtig geleitet? Hat der Mensch 
seine Begierden mit allen andern Thieren gemein, die ihn oft auf- 
reiben., so muss die Vernunft sie bezähmen. Nun said Lehrer un- 
ter uns., lasst uns jedem der OUam in den verschiedenen Gegenden 
Landestheile anweissen, auf dass er lebe frey von anderer Serge, 
als der die Jugend auf den Weg der Erkenntniss zu fuhren. — 
Gaalag hat bis jetzt noch zu wenig weise Männer gezogen! — 
Und es ward so! und die Ollam erhielten ihre Landestheile, und sie 
wählten unter sich Tarlat, den Sohn Leir, zu seya Ard-OUam. 
Und Tarlat schwur in Gegenwart der Versammlung: zu bewahren 
die Schriften, die dolus in seine Hand gelegt, aufzuzeichnen die 
Tage der Gaalen, Verfälschung zu verhüten, und sie zu erhalten 
so lange er lebe. 

Als nun Eolua achtzehn Jahre regiert hatte, da begah * icn > 
dass Ramah, der König der Kinder des, Landes von Aoimag starb, 
und Amram, sein Bruder, trat an seine Stelle. Und Amram sandte 
Briefe an Eolus des Inhalts: die Kinder von Ib-Er in Eis -feine 
haben unterlassen den Trjbnt zu bezahlen. Wünscht Eolus, dass 
Knechte Amrams deshalb herüber kommen, lieber als dass Eolus 
seine Knechte nach Sgadan schicke, so geschehe es! Und Eolus 
rief zusammen alle Fürsten und H&upter des Volks , und je einen 
von neun aus den Gezeiten der Gaalen» und Tarlat war an seinem 



— w — 

PI»*«, und er verlas tat die Wette Amrauts, IM es Hef etn lau- 
tes Murren darch die Versammlung» Und als es wieder stille war, 
erheb sieh fioltis in der Mitte, und legte in die Hand Tarlats Worte 
für Amram, und sie lauteten also: Beta*, der Sohn Rnnrs, aus 
dem Geblüt Calma, des Geschlechts ven Ardfear, der Fuhrer der 
Gaul of Seiot of Iber In Gaalag, an Amram, König in Aoimag. 
Hundert und ein und vierzig Baals -Ringe sind verlaufen, seit Galma 
und Ronard Weher gezogen mit Kindern von Gaal of Seiot of Iber, 
in Schüren von Feine, tun vertragenen und bezahlten Lohnt Seit- 
dem haben wir flrey gelebt, nnd ist in diesen Tagen einen- Tributs 
nicht gedacht worden. Haben wir nicht das Land von uneern Vä- 
tern, und sollen wir es nicht so unsern Kindern hinterlassen? Gan- 
lag ist nicht und war niemals Eufeine. Als Lonrae (von Ardmionn) 
gedachte Ib-Er mit Tribut zu belegen ,• antwortete ihm da nicht 
File (von Iber): die* Männer von Iber wollen keinen Tribut zahlen. 
Will Lonrae herüber kommen? der Weg ist offen, und vielleicht 
.... So antwortet heute Eolus und die Kriegerhaufen von Gaa- 
lag! Und die Worte waren gut. Und die Knechte Amram, mit 
den Worten Eolus, und Morlat, der Fürst aus Gaalag zogen gen 
Aoimag. Und in schicklicher Jahreszeit kehrte Morlat zurück, mit 
Briefen von Amram sagend: Kidar, der Knecht Amram, irrte; der 
Tribut war gefordert von Meorl, den Herrn der Kinder von Iber in 
Buasce. Und es kamen nun Boten von Meorl zu Eolus und säg- 
ten: Amram von Aoimag verlangt Tribut von uns. Die Kinder 
von Feine sind habsüchtig und trügerischer Art. Seilen wir uns fü- 
gen, so wird kurze Zeit vergehen, und die Gaal of Seiet werden 
unterjocht werden. Lass die Manner von Iber, Naoimadem und 
Ogeageis, eines Sinnes seyn, und weder Amram, noch alles Volk 
der Erde wird im Stande seyn, sie zn bedrücken! Und Eolus ant- 
wortete und sprach: Bestand ein Vertrag zwischen ihnen und euch? 
Und die Boten antwortetet: Ja; ihnen zn helfen auf den Flächen 
der Tiefe-, und in den Bingeweiden der Erde von Eisfeine. Und 
Kolas sprach: habt ihr den Vertrag erfüllt? Und die Beten sagten: 
Ja. Und Eolus sprach zn ihnen: Kehret heim zu den Zelten eurer 
Wohnung, und lasst alle Kinder der Gaalen von Iber seyn gleich 
einem Manne, zu widerstreben dem Unterdrücker, frey zu leben 
oder zu sterben! Und Amram reizte auf die Völker, seine Knechte, 
an der andern Seite des Dnor gegen Gaalag; aber sie waren nicht 
zu bewegen. Und die Knechte Amram suchten Gelegenheit nu- pla- 
gen die Kinder des. Landes von Bnäsce, aber nach einer Weile 
hörten sie auf. Und es wuchs der Ruhm der Gaalen, und sie nah- 
men zu an Zahl und an Kenntnis» ohn' Unterlass. 

Eolus sprach zu den Ollam: Nähret die Gemüther der Jugend, 
lasst es den Ruhm Eolus seyn , seinen Geist den Kindern der Erde 
zu hinterlassen, wenn das gröbere, aus dem sein Leib zusammen- 
gesetzt ist, mit andern Elementen vereinigt werden wird, oder ver- 
nichtet — so sey es! 

Und als Eolns einmal zwanzig und dreyzehn Ringe regiert 
hatte, fühlte er sich schwach, gleich der Müdigkeit des Sterbenden, 
und er sandte nach seinem Sehne, Don, und nach mir, Tarlat. 
Und zu Don sprach er: Wenn du gewühlt wirst zu sitzen auf dem 
Stuhle deiner Väter, so sey Du! und lehre den Gaalen sich zu be- 
wahren für den Ansehlagen der Kinder von Feine, denn sie sind 
habsüchtig und trugvoll, mit den Lippen ehren sie Baal, aber in den 
Werken achten sie nur de* Retahthunts! Mein Sohn, brauche dei- 

5* 



_ es — 

neu Verstand, lerne ihm deine Sinne unte rwerfen ? gteb nicht Glau- 
ben den Worten, die dein Ohr hört, hin da nie durch und durch 
geprüft hast , und gewiss bist , dass der Verstand dein Urtheil lei- 
tet, vor allem dass nicht Eitelkeit der eigenen Meinung daran 
Thefl hat. Wenn du die Werte in deinem Hersen miederlegen 
willst 9 die dein Vater niedergeschrieben, so werden sie dir ein 
Achats seyn, aus dem du Nutzen ziehen und dir Glückseligkeit be- 
reiten wirst immerdar. Und sich zu mir, Tarlat, wendend, sprach 
er: Tarlat, nähre den Geist der Jugend, bewahre die Schriften 
von Eelus, wache über die Chroniken der Tage , halte ihnen den 
Trug ferne, lehre die Kinder von Gaalag die Tugend üben, und sie 
werden glücklich seyn. Und dless waren die letzten Worte Bolus, 
die ich, Tarlat, hörte. Eolus, der weiseste der Söhne von Iber, 
sein Geist wohne unter den Menschen, der im Guten sein Gluck 
fand, und mied, was böse war! Und alle Kinder den Landes 
trauerten um Bolus, und nannten ihn ihren Vater und Lehrer." 
Noch ist hier ein Umstand zur Sprache su bringen, der sonst 
vielleicht geeignet seyn möchte, Verdacht gegen die Chronicles zu 
erregen. Es ist diess das völlige Stillschweigen derselben über Name, 
Xaste, und Religion der Druiden, denen mau doch einen Hauptsitz in 
Irland anzuweisen gewohnt ist, wenn immer auch dieser gewohnten 
Ansicht kritisch ausreichende Begründung wohl fehlen möchte. Darum 
giebt Oconnor, der Uebcrsetzer der Chronicles, dem Druidismus Bri- 
tanniens einen fremden Ursprung, den er in Phönisien sucht, und ver- 
schliesst ihm den Boden Irlands vollkommen. Wirklich geben auch 
die Chronicles nicht den entferntesten Grund, auf das Daseyn solcher 
Druiden zu schliessen, wie sie Cäsar und andere in Gallien etc. ken- 
nen gelernt haben. Des Cüsars Druide ist der gewaltige Edle, Herr 
über Leben und Tod, Lehrer und Richter seines Volks; der Irische 
Baal -Priester nur Wächter und Erhalter der heiligen Baalsfeuer auf 
den Höhen des Binnen- Landes und der Küsten, nur Nachtfährer des 
Reisenden im Gebirge und Pilot des nächtlichen Küstenfahrers, ausge- 
schlossen vom Volksunterricht und von der Volksversammlung * und 
trotz wiederholter Versuche, in stetem Kampfe gegen Ollams und die 
Eolischen Institutionen, nie mächtig genug sich der Volksmeynung 
zu bemeistern, und sich aus der untergeordneten Stellung empor kii 
schwingen. Eben so verrathen die Chronicles durchaus keinen andern 
Dienst als den monotheistischen Baals«, in Sonne, Mond und Sterne, 
wenn immer auch Marcads Schwur bey Baals Geist auf Mysterie und 
eine gewisse theocratische Urform hinweiset. So hangt Oconnors 
Behauptung lediglich von dem Urthefle ab, das die Kritik über die 
Aechthelt oder Unfichtheit der Chronicles auszusprechen sich für be- 
fugt halten wird. Hätte er aber auch Unrecht, mfisste wirklich dem 
Druidismus der Zugang zur Insel eröffnet werden; so wurde dennoch 
in Annahme der oben vermutheten eigentlichen Entstehungsart der 
Chronicles aller Verdacht schwinden müssen. Angenommen, der Drui- 
dismus habe wirklich in der Insel gehaust, es seyen die Chronicles 
aber, als Seanagasmor, Geburt der Zeit Sauet Patricks; so war es 
damals noch nicht das Sammtvolk, es waren nur die Grossen, allen- 
falls die Majorität der Menge, die sich zur neuen Lehre bekannten. 
Sicher trieb dann da noch Druide und Druidismus im Stillen und Ver- 
borgenen sein Spiel. Prälaten > neue Religionslehrer, St. Patrick, der 
Apostel, an ihrer Spitze, waren es, die im Bande mit Wahlkönigen 
und Gelehrten die Redaction der Annalen und ihre Säuberung von 
Geburten des Trugs und heidnischer Unwissenheit übernommen hat- 



- 69 - 

teil. Da, und unter solchen Umstanden, war es nur natürlich, zweck- 
gemass, und Gebot der Klugheit,, den Eingott Baal zwar in Ehren 
und Wurden su lassen, seine Eingottheit vielmehr mögliehst heraus- 
zuheben, über den Druidischen Irrpriester aber und seine Irrlehre das 
strengste Stillschweigen su beobachten, und so möchte auch diese 
Eigentümlichkeit der Chronicles weniger ihrem Glauben schaden, als 
vielmehr die oben geäusserte Vermuthnng nicht nnkr&ftig unter« 
stützen. 

Zu S. 1. (b und e). 

Arrian (Creuzer 1. 582.) setzt Dewanichi 0049. Jahre tot Alexan- 
der. 
Alesander in Indien um 895. v. Chr. Daraus ent- 

steht für 

Dewanichi die Zeit von 6367. v. Chr. 

Der Dabistan setzt den Ursprung der frühesten Dynastie in Par- 
sis, der Mahabaden, in die Zeit um 6362. v. Chr., wenn die Bechnung 
auf folgende Weise gestellt' wird : 

Die Mahabaden herrschen durch 8? Regierung» -Zeiten vor Hu- 
scheng. Eine solche Regierungsperiode aus jener Urzeit des ho- 
hem Menschenalters zu 46 Jahren angenommen geben jene 82 Re- 
gierungen der Mahabaden einen Zeitraum von (MM). Jahren. 
Hnsehengs Zeit nach feleioh unten f&Ht in 637$. v. Chr. 

Daraus entsteht für den Ursprung der Ma- 
habaden die Zeit von 6368. v. Chr. 

Gemaleddin Mahomet al A on kej Verfasser des Giame al Hekajat 
(Herbelot Bibl. Orient voce Dabschelim) nennt als Zeitgenossen Hu- 
sch engs: D-abschel-im, als Stifter einer langen Reihe Dabschelim- 
Könige in Soumenat des Indus. Huscheng setzt der Dabistan auf: 
6084 Jahre vor Jezdedgerd> Tod , und der Tod jenes letzten Sassa- 

nideh fallt um 
052. u nserer Zeitrechnung. Es entsteht mithin für Dabschelim und 

Huscheng die Zeit von 
6378. v. Chr. 

Auch die Zeitangabe der Chronicles von 8844. v. Chr. für den 
Einbruch Assyrischer Völker findet sich bey Justin. I. 8. I. 6. belegt. 
Dort giebt Trogns der Assyrischen, Herrschaft 1300 — und der Mo- 
dischen 350jährige Dauer. Die letzte geht in Cyrus circa 560 v. Chr. 
unter. Es setzt sonach Tragus Pompejus den Anfang des Assyrischen 
Welt-Reichs auf 8210. v. Chr. wahrend die Chronicles jene Völker 
2244. zuerst am Tigris auftreten lassen. 

Vielleicht überall lässt sich an der Hand der Chronicles für die 
von den verschiedenen Schriftstellern berichteten Begebenheiten jener 
dankein Frühtage eine nicht ganz unwahrscheinliche Zeitfolge auf- 
stellen, wenn nach Anleitung der im Magusan. Eitr. I. 181. sq. IT. 
439. 440. not. benutzten Daten das Aufhören des Hyksos-Reichs auf 
circa 8000. v. Cbr. und die Festpuncfc der. Chronicles von 4053 und 
8244. v. Chr. angenommen werden , jener für die Westbewegnng vom 
Indus ab, fieser für das erste Erscheinen Assyrischer Völker, am 
Tigris: 



— T« — - 

4088. v. Chr. Abzug vom Inda«. Cfarenicles. 

66b. jährige Ausbreitung westlich, als Folge des Kriegs zwischen 
Vexoris Und Tanaus, bis zu den Grausen Egyptens. Dairs 
Herrschaft über die Welt der Chron Justin. I. 1. 

8408. v. Ohr. Dann entstehender , durch 1600 Jahre dauernder Tri- 
but und Skythen -Herrschaft über Asien. 

2844. v. Chr. Vordringen Assyrischer Völker gegen Tigris und Nie- 
der -Euphrat (Belus 2250). Ardfears Entweichen nach Arme- 
nien. Chronicles. Der Druck des östlichen Völker -Einbruchs 
hat ein Vorrucken der Skythen im Westen bis zum Nil zur 
Folge und daraus entsteht 

8888. t. Chr. dort das Hyksos-Reich. Manethon. Es erfolgen mitt- 
lerweile 

8170. v. Chr. Skythen -Auszüge aus Armenien — Chron. — in süd- 
licher Richtung (Ataelaos, Dnbar- Skythen),, die schon 

1998. v. Chr. die Folge haben, dass Ninus den 1600 jährigen Tribut, 
von den Skythen aufgelegt, von den Babylonischen Zwangs- 
herrschern fort erhoben , wieder aufhebt, (Justin. II. 3.); zumal 
jene Armenischen Auszüge, sich mit Zugtheilen der 

1888. v. Chr. in Egypten nach 348 jahriger Herrschaft - Manethon - 
zertrümmerten Hyksos verschmelzend, das Reich der Ostätbio- 
pen, Tarsus, Soli, Sidoa, Asealon, Joppe, ßerar etc. gründen, 
und dadurch es Ninus rüthlich erscheinen machen, seine Baby- 
. Ionische Residenz an den böhern Tigris in das neugegriutdete 
Ninive zu verlegen. Die Ostaethiopen (Aethiopen, und Sidonier 
des Menelaus) breiten sich über Arabien aus (Erember des 
# Menelaus, der Stamm Ada, Horaeriten, Minyer etc.). Es kommt 

zwischen dem seinen Stammbrüdern nachgezogenen Abraham 
undPhigol — im Hebräeridiom dem Gaalen-Schwerdt — (Genesis) 

1978. v* Chr. ein Vertrag zu Stande. Noch halten am Nieder -Nil, 
die Hyksos -Reste in grosser Zahl Sais Abaris (Saoi-eis-abair, 
Sprachgelehrte Völker), die Sprachstadt besetzt, bis 

1904. v. Chr. Themosis durch Vertrag den Auszug von 240000 Mann 
bewirkt (Josephus), die theils östlich (die Salems - Gründer des, 
Josephus) theils nördlich (Pelasger) theils westlich (Gaetulen 
Sallusts, Salmonella, Absail - Skythen) abziehen. Nun treibt 
aus dem Nilosten der Hunger zu den Vorräthen Egypteu». Um 
Josephs Zeit, zugleich mit Hebräern, zieht 

1778. v. Chr. Simeon, der Sohn Mair (Nennius) aus Marlaba Arabiens 
zum NU herüber, dessen Nachkommen Ogomum (Ogmfos)' und 
Fethevir (der Sohollenmann des Nennius, Eurypilos Pindars) 

1608. ▼. Chr. gleichzeitig mit östlich abziehenden Hebräern, sich west- 
lich den vorangegangenen Zngbrüdern , den nunmehrigen Grün- 
dern Hammoniums, Kyrenes (Pindars Antanoriden) und Hespe- 
riens (die 800 Heraeieen, Perseus in Lyxus etc.) zuwenden, 
mit denen 

1664. v. Chr. Alänus, Fethevirs Sohn (Nennius, Dubar der Chron? 
Tapori des Plüüus) den Europäischen Boden des Duro betritt. 



Zu S. *. (rf.) 

Dieses Ar, Er, des Iren, den Helden bedeutend, im Deutschen 
den Mann bezeichnend, vielleicht der ürstoff des Namens Geninw»> 



V 



- Vi - 

als altes Skythen wert, und als alter Sammtname des Slcytheu- Volks 
genommen, den Schlüssel zu so vielen tlieils r&thselliaften mythischen, 
historischen, geographischen etc. Namen jener grauen Vorzeit bietend 
(Senar, Art, Eri, Erienne, Artfier etc.), es belegt sich, wohl ziemlich 
entscheidend, zugleich die Deutung des Artaer- Namens Magna, 
III. bestätigend, aus Herodians Stelle bey Creuzer 1, 786. 



Zu S. & O) 

Dieses Tahiti steht in seiner Deutbarkeit nicht allein und iaoflrt 
an jener Stelle Herodots. Auch' die weitem dort berichteten Oirts- 
und Öötter- Namen der Skythen sind ans gleicher Irischer Sprach- 
quelle gleich deutbar. Amaramp&us, an anderer S teile Bxampfius, 
jenes in der Bedeutung des heiligen Pfades, bezeichnen beyde elften 
der Quell -Seen des Hypanis. Letzteres erklärt sich au« Alc-sam- 
bos, Haus der Sonne des Stammes, ersteres ans Am-ratha- 
both, pr. Amra-bos, Haus des Zeithogens des Tags, von Son- 
nen Auf- bis Niedergang, also der Tag- Sonne. Jener See mithin 
Sonuenteieh , vielleicht Seitenstück, vielleicht selbst das dunkle Vor- 
bild des Sonnenteiehs der Frähgeographen, der dahin führende Pfad 
aber eben so ein heiliger wie der von Colancorum , der zum Hayn 
der Setanoaen führte. Mag. Enr. HI. 

' Oetasyrus, Apoll bezeichnend, au« Bata-sur, der alte 
Erforscher, Deuter etc. hier wohl mehr dem griechischen Orakel- 
Gott verwandt, und als Gott der bey dem Skythen -Volk, nach He* 
rodot, hochbeglaubigten Wahrsager und Wahrsagung gedacht. 

Artimpasa, Urania die Herrin der Himmel Bezeichnend, aus 
Ard-lm-bns, Herr des hohen Himmels. 

Es bleibt so an jener Stelle des Herodots nur der Poseidon - 
Name: Thamimasades, und der Erdname: Apia ungedentet. Ersterer 
aber als nur der KOnigskaste gehtfrig, nicht volkstümlich, war ei- 
gentlich kein Gott der Skythen, letztere überhaupt schwerlich Voll- 
Gott., nur Frau des ohnehin nicht skytbisehen Jupiters , den der Sky- 
the dort schlechtweg, wohl mit atta, abba, der Vater, kindlich spie- 
lend, Papa nennt — Uebrigens klingt das Irische ab, Herr, Haupt, 
ai, Land, Erde, gar nahe in den Laut jenes Apia hinüber. Zählte 
vielleicht der Skythe jener Zeit und jener Gegend den Boden seines 
Insitzes in die Reihe von Halbgöttern, die ihm griechische Nachbar- 
schaft und Lehre zugeführt hatten? Um aber ausser diesen beydeh 
und Ltpoxais auch nicht einen von Herodot als Skythiseh aufgeführten 
Namen aus IrHcher Sprache angedeutet zu lassen, kommen selbst die 
Chronicles zu Hülfe. Herodot erzählt von Skytbisehen Enares, an 
einer Stelle als Wahrsager, an anderer als Hetlarzten. Die Chroni- 
cles berichten von einer Seuche, die viele Menschen aufgerieben, na- 
mentlich vom Iberischen Königsstamm de» Glas nur einen Zweig im 
Kinde: Ci-Er übrig gelassen*, der in ehter Höhle durch Tag und 
Nacht fortgesetzten Brand von Meer- Moos vor der Ansteckung be- 
wahrt worden, und bey eingetretener Mündigkeit den Namen: Enar 
erhalten, weil er der allein überlebende seines Geschlechts gewesen. 
Sprachlich geht nach: en statt an, los, frey, -und ar, Plage, Verwü- 
stung etc., aus Enar der Begriff von: der Plage frey, frefreyt, 
befreyend, also genau der Begriff hervor, den dort Herodot den Ena- 
res, als Heilärzten, . und wieder den Wahrsagern beylegt, die den 



Streue nicht mit deinem Broker — Einigkeit ziemt Brüdern! 

Liebe und schütze* deine Ssh wester! 

faebe die Wittwe, nähre den Waiden, dea Vaters, seines Staate, 
beraubt, der nicht mehr hört die süsse Stimme der Mutier! 

Hilf dem Armen, dem Bedürftigen, Geäagstigten, sey gütig und 
bebülflich dem Fremden, getrennt von der Wohnung 4er 
Seinen I 

Sey barmherzig gegen jede lebende Creatur! 

Wache deine Leidenschaft im Gehersam gegen die Vernunft zu 
behalten, vor allem, aber taue einem Andern nicht, was 4a. 
nicht willst , dass dir geschieht! 

Bewahre den Ruhm» deines Geschlechts Z Lebe frey oder stirb! 

Was haben alle diese Dinge zu thun mit Erhaltung von Feuern*, 
mit Hinstreben naeh LandtheUen? 

Und als Eolus neun Jahre regiert hatte, setzte er Dalta, seinen 
Bruder, auf seinen Sitz, und zog nach Sgadan, und wohnte dort ejin 
Jahr, und es kam zwischen ihm und Bamah, dem Konige des Lan- 
des von Aoi-mag, ein Vertrag zu Stande. Und Bamah sandte 01- 
lam, zu wohnen unter den Gaalen von Gaalag» und die Lehrer aas 
Aeimag brachten Kenntnis* zu den Edlen, und lehrten sie in ge- 
setzter R<e<te zu verhandeln, wie in Aoimag, eben, so in Gaalag. 
Ueberdem lehrten die Männer aus Aoünag den Gaalen die Kirnst 
Sehnte zu bauen, und sich darinnen zu bewegen über die Flächen 
der Tiefe. Und ea halfen die Gaalen den Kindern von Feine (Phö- 
niketn) in. den Eingeweiden der Erde im Lande von Eis-feine, denn 
die Kinder von Ib-$r im Land ihrer Väter CColchis) waren kun- 
dige Werkleute im Auffinden der Erze. Und Eolus sandte neun 
aus den Söhnen von Ib-Er, die Klügsten der Kinder des Landes 
nach Aoimag um dort ihre Kenntniss zu mehren. Und zur gesetz- 
ten Zeit, naoh drey Jahren, kehrten die Männer zurück, und Bolus 
berief die Häupter der Gaalen nach Brite t-gnepl (grosse Versamm- 
lnng) und sprach zu ihnen: Nur durch seine Vernunft ist der 
Mensch unterschieden von dem Thier des Feldes, aber was nützt 
ihm die Vernunft;, ist sie nicht richtig geleitet? Hat der Mensch 
seine Begierden mit allen andern Thieren gemein, die ihn oft auf- 
reiben., so musa die Vernunft sie bezähmen. Nun, smd Lehrer un- 
ter uns., laset uns jedem der Ollam in den verschiedenen Gegenden 
Landestheile anweissen, auf dass er lebe frey von anderer Sorge, 
als der die Jugend auf den Weg der Erkenntniss zu führen. — 
Gaalag hat bis jetzt noch zu wenig weise Männer gezogen! — 
Und es ward so! und die Quam erhielten ihre Landestheile, und sie 
wählten unter sich Tarlat, den Sohn Leir, zu seyn Axd-OUam. 
Und Tarlat schwur in Gegenwart der Versammlung: zu bewahren 
die Schriften, die Eolus ia seine Hand gelegt, aufzuzeichnen die 
Tage der Gaalen, Verfälschung zu verhüten, und sie zu erhalten 
so lange er lebe. 

Als nun Eolus achtzehn Jahre regiert hatte, da begab sich, 
dass Bamah, der König der Kinder des, Landes von Aoimag starb, 
und Amram, sein Bruder, trat an seine Stelle. Und Amram sandte 
Briefe an Eolus des Inhalts: die Kinder von Ib-Er in Eis -feine 
haben unierlassen den Tribut zu bezahlen. Wünscht Eolus, dass 
Knechte Amrams deshalb herüber kommen, lieber als dass Eolus 
seine Knechte nach Sgadan schicke, so geschehe es! Und Eolus 
rief zusammen alle Fürsten und Häupter des Volks, und je einen 
von neun aus den Gezeiten der Gaalen» und Tarlat war an seinem 



— er — 

Mai«, and er verlas las* die Wette Amraatt, Und es Hef etn lau- 
tes Murren darch die Versammlung» Und als es wieder sttDe war, 
erbeb sieh Bolus in der Mitte, und legte in die Hand Tarlats Worte 
für Amram, und sie lasteten also: Bokui, der Sohn Enars, ans 
den Gefeint Calma, des Geschlechts von Ardfear, der Führer der 
Ctaal of Sciot of Iber la Gaalag, an Amram, König in Aoimag. 
Hundert und ein und vierzig Baals -Ringe sind verlaufen, seit Calma 
und Ronard Weher gezogen mit. Kindern von Gaal of Sek* ef Iber, 
in Schiffen von Feine, um vertragenen und bezahlten Lohnt Seit- 
dem haben wir flrey gelebt, und ist in diesen Tagen eine» Tributs 
nickt gedacht worden. Haben wir nicht das Land von ungern Vft- 
tern, und aollen wir es nicht so unsern Kindern hinterlassen? Gaa- 
lag ist nicht nnd war niemals Bisfeme. Als Lonrae (von Ardmionn) 
gedachte Ib-Er mit Tribut zu belegen,* antwortete ihm da nicht 
Füe (von Iber); die* Männer von Iber wellen keinen Tribut zahlen. 
Will Lonrae herüber kommen? der Weg ist offen, und vielleicht 
.... So antwortet heute Bolus und die Kriegerhaufen von Gaa- 
lag! Und die Worte waren gut. Und die Knechte Amram, mit 
den Worten Bolus, nnd Morlat, der Fürst aus Gaalag zogen gen 
Aoimag. Und in schicklicher Jahreszeit kehrte Morlat zurück, mit 
Briefen von Amram sagend: Bidar, der Knecht Amram, irrte; def 
Tribut war gefordert von- Meorl, den Herrn der Kinder von Iber in 
Buasce. Und es kamen nun Boten von Meorl zu Bolus und säg- 
ten: Amram von Aoimag verlangt Tribut von uns. Die Kinder 
von Feine sind habsüchtig und trügerischer Art. Seilen wir uns fü- 
gen, so wird kurze Zeit vergehen, und die Gaal of Seiet werden 
unterjocht werden. Lass nie Männer von Iber, Naoimadem nnd 
Ogeageis, eines Sinnes seyu, und weder Amram, noch alles Volk 
der Erde wird im Stande 803m, sie zu bedrücken! Und Bolus ant- 
wortete und sprach: Bestand ein Vertrag zwischen ihnen und euch? 
Und die Boten antwortetet: Ja; ihnen zu helfen auf den Flächen 
der Tiefe-, und in den flingeweiden der Erde von Eisfeine. Und 
Kölns sprach: habt ihr den Vertrag erfüllt? Und die Beten sagten: 
Ja. Und Bolus sprach zu ihnen: kehret heim zu den Zelten eurer 
Wofannng, und lasst alle Kinder der Gaalen von Iber sevn gleich 
einem Manne, zu widerstreben dem Unterdrücker, frey zu leben 
oder zu sterben l Und Amram reizte auf die Völker, seine Knechte, 
an der andern Seite des Duor gegen Gaalag; aber sie waren nicht 
zu bewegen. Und die Knechte Amram suchten Gelegenheit zu- pla- 
gen die Kinder des Landes von Buäsce, aber nach einer Weile 
hörten sie auf. Und es wuchs der Buhm der Gaalen, und sie nah- 
men zii an Zahl und an Kenntnis» ohn' Unterlass. 

Eolus sprach zu den Ollam: Nähret die Gemüther der Jugend, 
lasst es den Buhm Bolus seyn, seinen Geist den Kindern der Erde 
zu hinterlassen, wenn das gröbere, aus dem sein Leib zusammen- 
gesetzt ist, mit andern Elementen vereinigt werden wird, oder ver- 
nichtet — so sey esl 

Und als Eolus einmal zwanzig und dreyzehn Biege regiert 
hatte, fühlte er sich schwach, gleich der Müdigkeit des Sterbenden, 
und er sandte nach seinem Sehne, Don, und nach mir, Tarlat. 
Und zu Don sprach er: Wenn du gewählt wirst zu sitzen auf dem 
Stuhle deiner Väter, so sey Bui und lehre den Gaalen sich zu be- 
wahren für den Ansehlagen der Kinder von Feine, denn sie sind 
habsüchtig und trugvoli, mit den Lippen ehren sie Baal, aber in den 
Werken achten sie nur des Reichthums! Mein Sohn, brauche dei- 

5* 



- $«. - 

fitreite »fett mit deinem Bruder - Eiingkelt ziemt Brüdern! 

Liebe und schütze deine Schwester! 

hiebe die Wittwe, nähre den Waisen, den Vater«, seines Staate, 
beraubt, der nicht mehr hört die süsse Stimme der Matter I 

Hilf dem Armen., dem Bedürftigen, Geängstigten, sey gütig und 
bebülflicn dem Fremden, getrennt von der Wohnung 4er 
Seinen I 

Sey barmherzig gegen jede lebende Creatur! 

Wache deine Leidenschaft im Gehersam gegen die Vernunft za 
behalten, vor allem, aber thue einem Addern nicht, was du 
nicht willst, dass dir geschieht! . 

Bewehre den Ruhm, deines Geschlechts l liebe frey oder stirb I 

Was haben alle diese Dinge zu thun mit Erhaltung von Feuern, 
mit Hinstreben naeh Landtheilen? 

Und als Eolua neun Jahre regiert hatte, setzte er Dalta, seinen 
Bruder, auf seinen Sitz, und zog nach Sgadan, und wohnte dort qin 
Jahr, und es kam zwischen ihm. und Bamah, dem Könige des Lan- 
des yon Aoi-mag, ein Vertrag zu Stande« Und Bamah sandte Ol- 
lam,. zu wohnen unter den Gaalen von Gaalag, und die Lehrer aus 
Aoimag brachten Kenntniss zu den Edlen, und lehrten sie in ge- 
setzter Rede zu verhandeln, wie in Aoimag, eben, so in Gaalag. 
Ueberdem lehrten die Männer aus Aoimag den Gaalen die Kunst 
Schiffe zu bauen, und sich- darinnen zu bewegen über die Flachen 
der Tiefe. Und es helfen die Gaalen den Kindern von Feine (Phö- 
nikeen) in. den Eingeweiden der Erde im Lande von Eis-feine, denn 
die Kinder von Ib-$r im Land ihrer Väter CColohis) waren kun- 
dige Werkleute im Auffinden der Erze. Und Eolus sandte neun 
aus den Söhnen von Ib-Er, die Klügsten der Kinder des Landes 
nach Aoimag um dprt ihre Kenntniss zu mehren. Und zur gesetz- 
ten Zeit, naoh drey. Jahren, kehrten die Männer zurück, und Eolus 
berief die Häupter der Gaalen nach Britet-gneol (grosse Versamm- 
lung) und sprach zu ihnen: Nur durch seine Vernunft ist der 
Mensch unterschieden von dem Thier des Feldes, aber was nützt 
ihm die Vernunft, ist ßie nicht richtig geleitet? Hat der Mensch 
seine Begierden mit allen andern Thieren gemein, die ihn oft auf- 
reiben., so muss die Vernunft sie bezähmen. Nun smd Lehrer un- 
ter uns, lasst uns jedem der OUam in den verschiedenen Gegenden 
Landestheile anweissen, auf dass er lebe frey von anderer Serge, 
als der die Jugend, auf den Weg der firkenntniss zu führen. — 
Gaalag hat bis jetzt noch zu wenig weise Männer gezogen! — 
Und es ward so! und die Quam erhielten ihre LandestheUe, und sie 
wählten unter sich Tarlat, den Sohn Leir, zu seya Ard-OUam. 
Und Tarlat schwur in Gegenwart der Versammlung: zu bewahren 
die Schriften, die Eolus in seine Hand gelegt, aufzuzeichnen die 
Tage der Gaalen, Verfälschung zu verhüten, und sie zu erhalten 
so lange er lebe. 

Als nun Eolus achtzehn Jahre regiert hatte, da begab sich, 
dass Bamah, der König der Kinder des« Landes von Aoimag starb, 
i|nd Amram, sein Bruder, trat an seine Stelle. Und Amram sandte 
Briefe an Eolus des Inhalte: die Kinder von Ib-Er in Eis -feine 
haben unierlassen den Tribut zu bezahlen. Wünscht Eolus, dass 
Knechte Amrams deshalb herüber kommen, lieber als dass Eolus 
seine Knechte nach. Sgadan schicke, so geschehe es! Und Eolus 
rief zusammen alle Fürsten und Häupter des Volks , und je einen 
von neun aus den Gezeiten der Gaalen, und Tarlat wer an seinem 



- w — 

Platz, und er verift» Im* die Wette Amranis, IM es IM «In lau- 
tes Murren durch die Versammlung» Und als es wieder stille war, 
erheb sieh Bolus in der Mitte, und legte in die Hand Tarlats Worte 
für Amram, und sie lauteten also: Bolus*, der Sohn Rnars, aus 
dem Geblüt Calnm, des Geschlechts reo Ardfear, der Fuhrer der 
Gaal of Sciot of Iber In Gaalag, ad Amram, König in Aoimag. 
Hundert und ein und vierzig Baals -Ringe sind verlaufen, seit Calma 
und Ronard Weher gesogen mit Kindern von Gaal of Sek* of Iber, 
in Schiffen von Feine, um vertragenen und bezahlten Lohnt Seit- 
dem haben wir flrey gelebt, und ist in diesen Tagen eine» Tributs 
nicht, gedacht worden. Haben wir nicht da» Land von unsern Va- 
tem, und sollen wir es nicht so unsern Kindern hinterlassen? Gaa- 
lag ist nicht und war niemals Eisfeine. Als Lonrae (von Ardmionn) 
gedachte Ib-Er mit Tribut zu belegen, antwortete ihm da nicht 
File (von Iber): die Manner von Iber wollen keinen Tribut zahlen. 
Will Lonrae herüber komme»? der Weg ist offen, und vielleicht 
.... So antwortet heute Bolus und die Kriegerhaufen von Gaa- 
lag! Und die Worte waren gut. Und die Knechte Amram, mit 
den Worten Bolus, und Morlat, der Fürst aus Gaalag zogen gen 
Aoimag. Und in schicklicher Jahreszeit kehrte Morlat zurück, mit 
Briefen von Amram sagend: Ridar, der Knecht Amram, irrte; der 
Tribut war gefordert von Meorl, den Herrn der Kinder von Iber in 
Buasce. Und es kamen nun Boten von Meorl zu Bolus und sag- 
ten:. Amram von Aoimag verlangt Tribut von uns. Die Kinder 
von Feine sind habsüchtig und trügerischer Art. Seilen wir uns til- 
gen, so wird kurze Zeit vergehen, und die Gaal of Seiet werden 
unterjocht werden. Lass die Männer von Iber, Naoünadeis und 
Ogeageis, eines Sinnes *»yu, und weder Amram, noch alles Volk 
der Erde wird im Stande seyn, sie zu bedrücken! Und Bolus ant- 
wortete und sprach: Bestand ein Vertrag zwischen ihnen und euch? 
Und die Boten antwortetet: Ja; ihnen zu helfen auf den Flächen 
der Tiefe-, und in den Bittgeweiden der Erde von Bisfeine. Und 
Bolus sprach: habt ihr den Vertrag erfüllt? Und die Beten sagten: 
Ja. Und Bolus sprach zu ihnen: Kehret heim zu den Zelten eurer 
Wohnung, und lasst alle Kinder der Gaalen von Iber seyn gleich 
einem Manne, zu widerstreben dem Unterdrücker, frey zu leben 
oder zu sterben! Und Amram reizte auf die Völker, seine Knechte, 
an de* andern Seite des Dnor gegen Gaalag; aber sie waren nicht 
zu bewegen. Und die Knechte Amram suchten Gelegenheit zu -pla- 
gen die Kinder des. Landes von Buasce, aber nach einer Weile 
hörten sie auf. Und es wuchs der Ruhm der Gaalen, und sie nah- 
men zrt an Zahl und an Kenntniss ohn' Unterlass. 

Bolus sprach zu den Ollam: Nfihret die Gemüther der Jugend, 
lasst es den Ruhm Bolus seyn, seinen Geist den Kindern der Erde 
zu hinterlassen, wenn das gröbere, aus dem sein Leib zusammen- 
gesetzt ist, mit andern Elementen vereinigt werden wird, oder ver- 
nichtet — so sey es! 

Und als Bolus einmal zwanzig und dreyzehn Ringe regiert 
hatte, fühlte er sich schwach, gleich der Müdigkeit des Sterbenden, 
und er sandte nach seinem Sohne, Don, und nach mir, Tarlat. 
Und zu Don sprach er: Wenn du gewählt wirst zu sitzen auf dem 
Stuhle deiner Väter, so sey Du! und lehre den Gaalen sich zu be- 
wahren für den Anschlagen der Kinder von Feine, denn sie sind 
habsüchtig und trugvoli, mit den Lippen ehren sie Baal, aber in de» 
Werken achten sie nur de» ReJckthumt! Main Sohn, brauche dei- 

5* 



— 76 — 

Tartaros immer weiter westlich fortlegte, sie lag im Norden der 
Strasse. Darum weisst Kirke den Irrfahrer vor allen in's Gewäs- 
ser des Oceans, der ihre Insel umspült, an des Oceans tiefem 
Gesprudel aber, am Punct der Wassermischung, da findet er im 
nacht umhüllten Kimmerier -Lande den verheissenen Eingang 
zum Aides, und es ist der Hauch des Nordens, der ihn von 
der Insel ab dahin führt. So ist wohl die Lage der Insel unverkenn- 
bar und genau so beschrieben, wie sie im Orphlschen Gedicht örtlich 
bezeichnet ist, und stände da der Ansicht nichts im Wege als Helios 
leuchtender Aufgang und das Neigen der Sonne CXII. 4. 29.). Wohl 
aber werden beyde hier nicht hindernd erscheinen, wenn man der 
dichterischen Licenz ihr ewiges Recht lassen, und dem Dichter er- 
lauben will, seinem Sonnenkinde auch mitten im Lande des Dunkels 
den Anblick des Vaters zu gönnen. Eben so erbietet Kirkes weitere 
Reisevorschrift das mindeste Räthsel nicht. Der anfänglich von der 
Insel ab zu haltende Cours durch den Ocean, langst des Festlandes, 
bis zu jenem Gestrudel, der Strasse, war schon bey der vorigen Reise 
zum Aides vorgeschrieben und bezeichnet, jetzt bedurfte es nur der 
Bezeichnung des von der Strasse ab zu suchenden Punctes, und der 
wurde in den Sirenen -Inseln gegeben. Diese lagen im Busen von 
Pästum , freylich weit genug von jenem Gestrudel entfernt, aber doch 
nicht zu weit, um von der Ansicht zurückzuschrecken; denn so über 
Entfernung von der Aea und der Strasse ab, als über die Dauer der 
Fahrt schweigt das Gedicht selbst vollkommen. Es dürfen also jene 
Sirenusen an der Stelle, wo sie damals lagen und als Galli noch heute 
liegen, kühnlich als der erste Festpunct der vorgeschriebenen Rich- 
tung durch das Mittelmeer angesehen werden. Und von hier aus 
erst, nicht von Aea selbst, trennt sich der der Wahl .offen gelassene 
Doppelweg, und auch in diesem ist die richtige geographische Bezeich- 
nung der hier zu berücksichtigenden Oertlichkeiten nicht zu verken- 
nen. Im nahen Süden der Sirenusen lagen Skylla und Charybdis , und 
die Aeolischen Inseln. Diese hatte der Dichter selbst oben (X. 3.) 
schon: in nXwjj wjao» als nietyx&ivug, Plankten, bezeichnet. Es 
führte also wirklich von den Sirenusen, genau nach Kirkes Beschrei- 
bung, die Rechtsrichtung über jene Plankten, und um Triaaktas West- 
spitze, die Linksrichtung aber durch Skylla und Charybdis. Und auch 
der Vorzug, den Odysseus, in der Wahl, der letztern gegeben, möchte 
aus den Drangsalen der früheren Reise sich leicht erklären, wenn die 
Ziegeninsel auf Aegusa, und Poliphems Grotte in die Höhlen des Erix 
verlegt werden darf (in eine Gegend, wo wenigstens Simois und Sca- 
mander an den früheren Gaaien- Boden von Ta-ar-tan, Dardania — 
Troas, und Er-uisg, Erix, und Bäetls überhaupt an Gaaien von Eri 
erinnern). So möchte demnach aus dieser Stelle der Odyssee aller 
Zweifel und alles Dunkel schwinden, und zugleich ist es die Stelle, 
wo das Bekenntniss Homers, sein geographisches Bild aus der Argo- 
nautik, im besondern vielleicht einer spat im Orphischen Gedicht be- 
nutzten, geschöpft zu haben, offen und unzweydeutig vorliegt. Hier 
nämlich ist es ihm die von Aeetes, also von Kolchis, rückkehrende 
Argo, die einzig vor Odysseus jene Gegend des Mittelmeers be- 
fahren CXII, 69 — 73.). So, ohne Kolchis zu nennen, bezeichnet der 
Dichter Kolchis als den Punct, von dem seine geographische Kunde 
des Westens ausgegangen, und vermag demnach Homers Aea keiaen- 
falls das Herodotische Aea -Kolchis am Phasis zweifelhaft zu machen. 
Wohl . aber möchte die im Magusan. Europa HI. jener Argonauten- 



— T7 — 

# 

Rückkehr angewiesene Zeit von circa 930. v. Chr., als den Homeri- 
schen, nach den Parischen Tafeln In 907. v. Chr. feilenden Zeitalter 
gar. an nahe liegend, einige Zweifel erregen. 

Eine andere Ansicht der speciellern Jasons -Kpopee, als Kelten- - 
gtied der allgemeinen Argonantik, von der gewohnten völlig abwei- 
chend, vielleicht die eigentlich in Kolchis nnd Jolkos heyinathliche, 
eröffnet sjch, wenn, wie wohl not big, der Kolcherin Medea auch, 
wie oben der Schwester Kirke, zur kolchischen Namens - Heymath 
verholfen wird. Sie ist dort die Tochter des Skvthisch - Kolchischen 
Pflüger -Königs, des alten Erd- Manns, Ai-eata, Aeetes, und die 
Umschifferin der Erde. So wird sie, die den Süden suchende Pflüge* 
rin, wohl treffend genug, in Meas-deas, die südlichen Ernd- 
ten, den Namen erhalten können.. Diese Ansicht gewinnt noch an 
Gewicht, wenn Strabo und das Orphjsche Argonauticon gehört wer- 
den. Jener, in seinen Climaten, setzt, von Kolchis in der Parallele 
des Borysthenes ausgegangen, alles Land CelUcas, Spaniens, Italiens, 
und Griechenlands in den Süden von Kolchis — und dieses findet, 
sprechend genug, genau am Puncte des Eintretens in jene südlichem 
Kreise im westlichen Weltmeer ein Eyland der Ceres. So dürfte in 
der argonautischen Medeias - Fahrt wohl ursprünglich die Bedeutung: 
eines von Kolchis aus und durch Kolchisch-Skythisches Altvolk, AI-* 
lod-eis, Aloiden, dem Norden, Westen und Süden zugeführten. Ge- 
treidebaas enthalten und verhüllt liegen, und hierauf würden dann 
hinweisen: die Getreideschaufel (Odyss. XI. 122.) — die Ceres -Insel 
der Argonauten, — die Dioskuren bey den Küsten -Kelten des Ti- 
mäus — die mannichfachen Verbindungen Jasons mit Cadmos und sei- 
nem Rind Ergynos mit Bussyge — die Namensdeutung Böotiens selbst, 
Bo-eata — die Aloiden -Mütter Eriboa, Eri-bo, Pflugvieh de, 8 
Kr- Volks, und Iphimedia, wieder eine MedeTa, Rrndtebringerin — 
die Aloiden Libyens — selbst das wohl Medela, in jenem Sinne, und 
Aloiden, die sie einführten, zugleich anziehende herbstliche Erndte- 
fest, Jttöa, — und so erliielten wir ein Sonnen- und Erdland im kol- 
chischen Morgen und ein Sonnen - und Erdland in der Kirkelschen 
Aea im Westen, eine Demeter-Ceres- Heymath, Skythische Sonne- 
und Mond -Insel, Teh-el, machtige Sonne, Del-os, Be-i-ain, 
ehrwürdige Mond -Insel, Rhene, mit Arge, Ar-ce, Skythen- Land, 
und Opis, dem modio (Magusan. Eur. II. 875.) im Osten, und eine 
Ceres -Insel im Westocean, alle als Symbole des Europa durchzie- 
henden Sonnendienstes und Getreidebaues. Wenn aber im besondern 
Jason der Aeolide, Japetide, es ist, den die Argonauük der SkyttMN- 
Minyer Medela, das güldene Vlies, und Phryxos Geist aus Colchia 
holen — den Westen Europas umkreisen — nach Libyen, der Aloiden 
Hey math, dem reichen Gold - Schaaf - und Korn- Land — endlich 
nach Hellas einführen lüsst; so war das Bild nichts anders, als die 
dankbare Erinnerung an die heilsame Verbreitung — Jason — des 
Prachtbaues — Medela — der Schafzucht, — das Vlies, Caor-ain 
— der Metallschmelzkunde — das güldene — und der Erkenntnis« 
des psychischen Wesens, das im Sonnenbilde die Welt regiert — 
Phryxos Geist, Baal, Baals Geist, bey dem Marcad, der Sohn Eolns, 
schwört — alles aus Kolchis dem Westen, Libyen und Hellas zuge- 
führt. — Dann auch, und bey der kaum zu bezweifelnden Einkind- 
schaft Hebräischer mit Skythischer, nun Irischer Sprache, möchte es 
nicht zu kühn seyn, in jenen Kindern Nepheles, No-fuil, des neuen 

Geblüts, Phryxos und Helle, aus p^D, Pherik, die Aehre, und Vw 



— »8 — 

• 

£1* der Widder, d» aftmlMie, Im b ca on den i auf da* kemeiche 
4drfte* und seinen Sonne» -Widder -Gott hinweisende Bild erkennen 
ssu wollen. Weiter darf eben bey jener Einkinfechaft ein Umstand 
nteafc anberührt bleiben, wenn er auch nur in % der Concordann, die er 
erbietet, einigermaassen bedeutend erscheint» *Ea wird da an die im 

Magosan. Europa II. £75. der Op», Ops, ans «T^-WS Aephah, dem wpl 
der LXX, der Modins gegebenen Deutnng erinnert, in Phryxus jenes 
Coiebis an Hellas knüpfendes Gebildes, im Verfolg der obigen An- 
steht, ein Hauptverbreiter des ans Colchis auf griechischen Boden ge- 
brachten Frachtbaas erkannt werden dürfen — and dann liefert die 
Argonautflc ein weiteres Zeugfites, wenn sie neben Jason mit seiner 
Bfedea, der Bildlichen Erndtebringerin, dem Phryxus Chatkiepe, den 
Cölobisehen Modius, auch Aeetes, des Erdmanns, Tochter, als 6a:- 
tut zuführt (Ap. Rhod. v. 1140.)- Auch unter Areia, Aretias, mit 
den Chalkeriden, wird nach Ar-iat, pron. Aria, das Land 
von Er, und Colg-eis, Schwerdter Menge, also Erzland, ein 
Beyname von Kolchis verstanden werden dürfen, und dann sind die 
vom Simois und Xanthus (dem Alten -Fluss) faergewehten Aehfter und 
Aretiadlschen Herrscher, die Senats- und Staramgötfer der Phlegyer, 
Hlnyer, Jasons und Cadmus, sie sind nach Aic-ai-ih, Völker 
des Brdlandstamms, nichts anders als Kotobische über das Ni- 
sche -Dardaniscn- Mythische Bri-feld (Ta-ar-tan) herangezogene 
Erdensöhne. 



Zu S. 12. O) 

Die Hindeutungen der, nach Baiby der Amazigh Sprache der At- 
las-Völker verwandten Sprache der Gnanches auf die hier für die 
Sprache der Atiantiden genommene Irische, die aus ihr hervorgehen- 
den Hinweisungen selbst auf Daseyn und Untergang der so zweifel- 
haften und oft bezweifelten Atlantis sind wohl auf das höchste auffal- 
lend zu nennen. Schon der Name der Hauptinsel, den sie wohl 
schwerlich vom Griechen oder Bömer erhalten, Canaria, deutet sich 
im Einklang mit seiner von den Alten berichteten Bedeutung aus Cuin- 
ar-ia, Land der wild verheerenden Hunde, der Volksname, 
Guanches, aber aus Gaoi-oe-ain-seis , das ehrwürdige 
Volk des trügerischen Bodens, und hierinnen schon auf das 
Gftoi-ftta-eloac der Cbronioles, das Gaetulia der Geographen, die 
Gaidelas des Giraldus und der Irischen Chronisten , und auf AUas 
und Atlantis des Afagusan. Europa hinweisend. Der Volksname er- 
halt aber zugleich Aulass und Grundstoff der In ihm liegenden Haupt- 
idee durch Guayota und eben jenen Inselnamen Canaria, Cuinaria. 
Jener Guagota, Gaoi-ata, der trügerische Vater, ist ihr bö- 
ser Gott, Haupt- und Ein -Sünder, in der nur ihn herbergenden Hölle, 
Echeydi tfytdva Hesiods? Aegis Diodors?}, und der Ort dieser Hölle 
und der Lagerplatz jenes Unseligen ist ihnen der Crater des Pics, und 
hier also und dadurch der Punct bezeichnet, wo ihr Erinnern und 
Sage sie Ursprung und Entstehen jenes Trugs finden lasst, der Punct, 
der in Kraft symbolischer noch jetzt Africanischem Boden eigener 
Bezeichnung der Katastrophe, des Phönomens wohl' der Insel selbst 
den Namen gegeben .hat — jener Hundskampf mit der Sonne noch 
beute in Africa das Bild der Sonnenfinsternis», wohl leichtlich auch 
des Erdbebens. — Vor allem auffallend endlich, in Erklärlichkeit aus 



— T» — 

Irisches Spreche -und hrm enlwtehender' völliger Concorden« mit 

Wesen und Form der Beal~Theocratie der frühen Oktalen , wie sie 

aus den Chronicles hervorleuchtet» sind die verschiedenen Namen, 

die , nach Dorville, die Guancbes einem und dem nämlichen höchsten 

Wesen gehen. . Dieses heisst ihnen: 

Achuhuranan, spanisch betont: Atschnhnranan — Adh-saoi- 

ain-raighe- ainn, pron. Adsuaiaraham , der Ring des 

preis8-uud ehrwürdigen Lichtstrahls» Reservat des 

Messens — also: Baal -ainn, Baals-Ring, Jahres - Sonne, 

Mysterie, astronomisches Räthsel (Zeit -Gott, Krouos). 

Achuhnchamar, span. Atschuhutschuinar — Adh- saoi-ain- 

taoiseach-mar, pron. Adsuaintausahmar, der unendlich 

grosse Führer, ehr- und preisswürdig, Reservat 

des Wissens — also: Baal, der Allherrscher, der die Welt 

regiert, der Geist Baals, bey dem Marcad schwört, Mysterie, 

mythisches Räthsel. 

Achguayaxerax, span. Atschgayacherach , — Adn-gaoi-ce- 

reaetae, pron. Adgukeratah, der Regierer des zum 

Trug bestimmten Landes, also: Baal, die Sonne der 

Truginsel der Atlantis, der sichtbare Lenker und Herrscher, 

das sichtbare Haupt der Theocratie der Gaalen, vor dem sie 

das Haupt beugen. VergL Dorville Gesch. d. Völker. IV. 500. 



Zu S. 1*. (A.) 

Hier erscheint ein Wechseldienst zwischen Mela und den Chro- 
sicles. Die Chronicles lehren: dass die Umwohner der Nordküste 
Spaniens Sciot of Gaalag, Sciot of Buaisce, Gallaecische und Baski- 
sche Skythen waren, — dass Beul-oe, Beige, in skythisoher Spra- 
che ein Stirnland, Beul- ce- in, Stirn lands - Vorvölker bedeutet; und 
rechtfertigen so Melas Promontorium Scythicum an jener spanischen 
Nordküste, und seinen Sammtnaanen der Skythen Stirnvölker: Belgae» 
am Taoais, III. 1. 9. HL ö. 1. , nwey Stellen, die ihm so oft und un- 
gerechter Weise Tadel und Missdeutung zugezogen haben. Und Jtf ein, 
seiner Seits bezeugt auf diese Weise und durch jene Stellen den 
Chronicles: dass im Basken seiner spaten Zeit noch die seitdem ver- 
schwundene Erinnerung an den skythischen Ursprung fortlebte,, das» 
der Gehrauch Skythogaalischer Sprache noch in seinen Tagen beym 
Skythenvolk am Tanais herrschend war, und dass Oconnor und das 
Magugan. Europa daher nicht irren, wenn sie in Irischer Sprache 
Identität mit alt- Skythischer erkennen. 



Zu S. 17. (t\) 

Mehrere Umstände, im besondern das bekannte Aerius -Stemma, 
tasten die Wahrscheinlichkeit einer Identität des griechischen Aeolus 
mit Japhet, dem Jat-foth der Chronicles durchschimmern. Zuvör- 
derst werden wohl überall unter Aeofidcn die ältesten Velfcsgründer 
Nif griechischem Boden , mit Aloiden, den Altvölkern, gleichbedeutend 
erkannt werden dürfen. Javan, der von der Bibel und Jesephns an- 
erkannte, überall schwer an verkennende Stammvater der Früh- 



— 80 — . 

Griechen, der Sat-ban, Auswanderer, der Chronicles, er war Jat- 
foth Sohn, und Jat-foth bedeutet: den Länder -Gründer, 'und völlig 
gleicher Sinn liegt in layira$ 9 den Völkerführer, Stein Beynamen, 
den Pindar (Pyth. IV. 107. ed. Thierse* p. 284.) dem Aeolns beylegt. 
Jenes stemma, nach der Pindar» - Ausgabe Wittenb. 1096. p. 195. 
ist das folgende: 

Aeolns 

AthamasKretheiis Salmoneus Dejonius 

I 
Cephalus. 

Ausgegangen davon: dassEolus in Skytho-gaalischer Sprache den 
Weisen, Wissenden, Kenntnissvollen bedeutet, ist es klar, dass Bolus 
nur als ehrender Beyname, psychisch moralische Eigenschaft des 
Trägers bezeichnend, zu nehmen und zu behandeln ist. Japhet nun, 
als Vater der Skythischen Weltvölker, . wie ihn die Ghronicles wohl 
unantastbar hinstellen; er war zugleich durch jene Völker der Urva- 
ter alles Wissens, das sie über den Erdkreis verbreiteten, und ver- 
diente daher wohl mit jenem ehrenden Beynamen belegt und bezeich- 
net zu werden. Die Versendung seiner Kinder und die Ausbreitimg 
seines Wissens in alle Welt gab dem griechischen My thographen aus- 
reichenden Stoff, ihn in Aeolns der Liparäen zum Vater der in alle 
Welt laufenden Winde, zum Lehrer des nautischen Wissens, viel- 
leicht, als Hipos Sohn, des Epos, Gedichts, Rede- Schreibe- Kunst 
£wie dort Bolus In Gäalag) umzubilden, und ihm den Sitz im Mittel 
der WelttheÜe des neuen Wissens, der neuen Gultur, anzuweisen — 
zugleich aber In jenem Stemma ihn als den Urquell alles Wissens, 
alles mythischen Glaubens wie der Mysterie selbst darzustellen. Die 
nächste Heymath alles Wissens und Glaubens des Urgriechen, sofern 
überhaupt Einzug von Völkern und Lehre anzunehmen ist, wird wohl 
schwerlich wo anders, als, vom Brennpuncte des höheren Orients 
ausgegangen, in Golchis, Phrygien, Libyen, zuletzt Samothrake zu 
suchen, Cretrt als der spätere Sammel- und Durchgangspunct des 
Ausströmens der Weisheit vom Nil und Phöntzien her anzusehen seyn. 
Bann wären es jene vier Heymathspuncte der frühesten, später zum 
Theil verdrängter oder umgebildeter Götter- und LehrbegrHTe, die das 
Stemma des Skythisch - armenischen Japhet -Aeolus, in Urkunde der 
Sammteingehtirung in jenem Sammtquellf darstellen wollte. Dann be- 
zeichnete jenes Stemma: 

' in Athamas — Ur- Sonnendienst, eine Baals -Theocratie mit Volks- 
vorständen , Bas -litis, Priestern und Lehrern — Golchis. 

in Kretheus — Skythisch: Ceart-aos, Bund des Rechts, überein- 
stimmend mit Pindars Rechtssprüche darlegenden Kretheiden 
Pyth. IV. p. 831. ed. Thiersch, und dem alten Samothrakischen 
Gerichtshof Creuzer II. 856. griechisch nach: %gifi*(ivov , der 
Sclüeyer der Samothrakischen Initiirten — Samothrake. - 

in Salmoneus — Skythisch: Saill-mionn, Salzberg, Herodots Am- 
monium, Ammonischer Salzberg, der Triton, Lacus Salinarum 
des Nennius. Virgils Aen. 6. Salmoneus, der über die eherne 
Brücke zieht, von Jupiters Blitz erschlagen wird (der früheste 
Libysche Baal, der aus dem Erzlande, Colohis, nach Iras-ai, 
dem Erzlande Libyens zieht, der Baal der Oase, der vom Zeus 
Ammonius verdrängt wird) die Wiege der Sputa - und Webe- 
kunst, Geheimwissens und Geheimschrift, Wallen und Strategie, 



— 81 — 

Gyyn, Ogfafti», Schrift, Oghe, Wetterschiff, Ofgfce, Kampfer, Held; 

Gebrauch der Wagen und Schiffe, Poseidon , Bos-eat-tan — 

Libyen 
In Dejontas Sehn Cephalus — skytuisch: Ce-Bel, Erde de« Herrn, 

Cybele , Natur - uad Erdkunde — Phrygten. 

Koch mag dem frühesten Büdner jenen Stemmas die Nebenidee 
gegenwärtig gewesen seyn imd beschäftigt haben, in demselben sei- 
nen Aeoius zugleich als den ceneentrischen Hauptquell alles Wissens, 
im besendern als den Vater der Hanptagentien zu bezeichnen, die seit 
je die Welt regieren, und ewig regieren werden. Beligion, Ackerbau, 
Elsen — Athamas. — Krd- überall Natur «Kunde — Cephalns-» Schrift, 
Gold, Schifahrt - Salmoneus - und das ewige Recht — Kretheus — 
alles Kinder des Ureuells alles Wissens: Bolus. 



Zu S. 18. OO 

In der 5. Epode p. 985. bey Thiersch erhalt der Pflegevater Chei- 
ron das nämliche Epitheton, als hier der Nil, KqopIÖ*. Diess der 
Grund, warum hier zu Caer-sin die Zuflucht genommen worden. 
Die Verbindung Chefrons mit der Charielo konnte ihn doch unmöglich 
znm Kroniden im gewohnten Sinne machen! Der Dichter mass also 
wohl überhaupt mit seinem Kgoriöa, hier bey Cheiron wie dort beym 
Nil, einen andern au den sonst gewöhnlichen Begriff, wenn auch ver- 
steckt, verbunden haben. Wenigstens passt die Rechtfertigung des 
Nil -Epitheton aus dem Zeus NÜos des Parmenide» (p. 218t not) kei- 
nenfalls auf Cheiron, und möchte auch in Anwendung auf den Nil im- 
mer noch problematisch erscheinen* 



Zu B. 19. (/.) 

Wie dort auf griechischem Boden der Mythus Tityos, Teth-aos, 
Sonnenvolk und Phlegyer kennt, so treten auch hier auf Aethiopi- 
schem Mlthras, Mithr-aos, Sonnenvolk, und Phlegyer, und »war als 
Gesetzgeber und Beligionsstifter auf. Creuzer h 47a 



Zu S. 39. (m.) 

Im Bestreben den gaalischen Ursprung der Germanen ; ans denen 

die Franken hervorgegangen, glaublich zu machen, ist sich dort Ma- 

gusan. Enr. III. 318 seq. bemüht worden, Attuarier, Hasan, Phara- 

mund, Chlodowich, Merov&er, Salier, Ripuarer, Franke, Feudum, 

Allod, Baron, Vasall, Leudes et*, aus irisch -gaalischcr Sprache zu 

deuten. Vielleicht darf hier weiter noch angereiht werden: 

Sagibare. Er war jedenfalls Mann von Gewicht, Rechtskundiger 

und Beysitzer des aus Franken, faire -ain, Baron, ehrwürdigen 

Wächtern zusammengesetzten Gerichts. Aus«Saoi - faire- ain, 

kundiger Wächter (des Rechts) nicht Richter, gebietender 

Wächter, Baron, würde sich sein Beruf ergeben, für richtige 

Anwendung des Gesetzes su wachen* Später, aber wohl aus 

6 



^ 9» - 

je»«» Sagibar» »CTttapfMfen , sj s p h oin on an* «ton Getichts- 
. bannen 

Scabini, wohl ebenfalls aus Saoi-binn, die Vielgelehrten, 
Med gebietenden erklärlich, und w> «ehe« den Uebergang 
vom Gesetzwachter Mint Richter benefchnend. Ihnen sitzt der 

Grafio vor, und wohl mag«s «eine Schreihkunde gewesen seyn, 
der er den Ehrenplatz verdankte. Dann würde sich nein Amts- 
nnd Würdename, genau bezeichnend, aus Graf-ain, der ehr- 
würdig« Schreiber erklären. JJem Grafio nassen auch noch 

Baehibnrgi «er Seite. Hier fiten vielleicht jenes Burg} zugleich 
anf die Ciasse der Franken , aus der jene Beysifcer genommen 
wurden, und Auf die (tectlicbkei* der Gerichtsstelle selbst. R e a c h t 
bedeutet Recht, Gericht» ift burgua aber liegt sQweJ||l 
der Begriff von Stadt, als der von einem befriedigten, ein- 
gehegten Bezirk überhaupt, also im besondern der Mallober- 
gien, als Gerichtsstellen. So würde unter jenen Rachiburgen, 
nach Reacht-burgua» der Rechtskundige Städter, Bei- 
sitzer des Gerichts auf Malloberg zu verstehen seyn. 
Die mit Schellen versehenen ffeerden der Franken sind - bekannt, 
und in dem ihre UnverletzMchkeJt sichernden Gesetz: 

Boneati genannt. Luden, |II. 7C8. War in jenem Gesetz und un- 
ter SQnasti im besondern der vorzüglich den, Schutz des Gesetzes 
bedürfende nächtliche Sammeiaunet der Heer de, Pferg, Hprde, 
verstanden, so erklärt sich jener Name wohl ziemlich treffend 
aus; Son-asti« die klingende Wohnung, 4 der klingende 
Bammelort« — Leichter, noch ist iß 

Aran-manoth« Mone Heyd» IL lad. not, dem Augustmonat, der 
neu Brod b^ngt, nach Aran, Brod, der Brodmonat zu er- 
kennen. Vielleicht ist selbst dem wohl unerklärten 

Chrenechrude der Frühfranken auf diesem Weg eine nothdurftige 
passende Bedeutung abzugewinnen. Jedenfalls einigten sich im Wort 
die Begriffe: eines Erschlagenen, Toden, Begrabenen, und eines 
ihm und seinem Grabhügel gebührenden Rechts. Der Grabhügel 
von Erde hiess dem Gaalen: tuaim, der von Steinen, im beson- 
dern der 4es böslich Erschlagenen: Carn*). Ceart bedeutet 
recht, wa* rechtens ist« So würde sich aus Garn- ceart 
der Begriff v4>n: Recht des Grabhügels des Erschlagenen, 
mithin ziemlich der Sinn entwickeln« der sich als in jenem Chre- 
nechrude gelegen vermuthen lässt* Mone II. 144' 145. — Es mag 
hier das 

Dadsisas des Indlculus folgen. Mone hatte wohl guten Grund 
die Auslegung als: $nd<enessen niebt für ausreichend zu halten, 
und doch möchte es schwer seyn, in allenfalls zu verteidigender 
Zulassung von Tod, für Dad, und dann wohl einzig übrig blei- 
bender Hetlejtung aus Toden- Sitte« Le&heagehrauch, die Um- 
wandlung von Sinns in Sttte zu rechtfertigen« Vielleicht und in 
Annahme des gaalteohen Ursprungs .fön dag Volk und seine Spra- 
che lag dem Wart eine recht sinnvolle , zugktohr den bey Gaalen 
und Franken mehrfach belegten Urskythischen Glauben an Uu- 
sterbBehkeit verrathende Bedeutung «um Grunde. Rod giebi den 
Begriff von: Land hier und dort« diesseits und jenseits. 
Bit bedeutet £ahe, und ansät* sattsam genug; also Dod- 
sit, La»4 der Ruhe diesseits i*nd jenseits, &.o4~«Asat, 

#) nach O^mcies u> 16. not d. 



band genug fir diesseits und jenseits. Sin Wortefbn, der 
es wohl erklärlich machen müebte, warm das Wort gerade «u- 
ter den fitaerilcgia super defunctos, ad sepulcra, im Indlealut 
seinen Plats gefunden» Gar leicht, mag daaa eine Begriffver- 
schmelnnng auch eine Jjamverschmelnung herbeygefiihrt, ao ans 
Dod-sit und Ded-sasat stob der baut: Dadsisas, tat Begriff von: 
Land genug Mir Hube fir hier and dort herausgebildet haben, 
«ad wäre daaa überhaupt unter Dadsisas das Grab, der Grabbü* 
gel verstanden worden. Mono IL 146. not. — Endlich muss hier 
noch einmal na dem 
Antrustte zurückgekehrt werden. Wohl mächte die mehrfach 
vorkommende trustis und trustis regia die im Mag. Bar« 111. ver- 
glicht* Deutung zweifelhaft machen, wenn gleich es nimmermehr 
möglich teyn wird jenen Aatrustfo aus trustis, Im gewöhnlichen 
Sinne* der Treue, und an, Irisch wie deutsch ohne zu erklären 
und zu behaupten. Eine andere, weniger die Lauteinzelheiten 
Berücksichtigende Deuttugsmfiglichkeit liegt vor, wenn sie auch 
übrigen* ihren frühesten Quell ebenfalls tan Irischen wird suchen 
müssen^ Es ist dfeas unser noch heutiges norddeutsches Drost. 
Bas altdeutsche Truthtn, fränkische htmilo truthhf, coelorum do- 
minus 4er Hymnen, das tratbta nnseran, dominum nostrum, im 
Eymbelo apostolico des Weisseuburger Mönchs (Eecard etc. fu- 
certi sfonaent etc. p. 65,), das- dribten in der Torrede an Alfreds 
Sftstscben Gesetzen her Beshorn, das Drottin der Gothen (Verel 
bist. Gotbr. 4. fft.J — sie reiben sich sftmmtNcu oben so sicher 
am das fränkische Antrnstto, als zugleich mit diesem an den 
Sammt- and Gemelaurspriing aus dem Irischen Tarrad, be* 
schirmen, beschütaen. Ist aber nach dem orientalisch - 
kiadMebon Bfldungsgesetne der Irischen Worte, Tarrad selbst 
Wieder aus Dair, die Eiohe, die schützende, das Sehirmdaeh 
de» Naturklades, das Symbol des Schutzes ia allen Zeiten, und 
adn, bestimmt, geeignet, entstanden; dann leicht mag in 
TrutMa, wie m Autruetto, mehr der Sinn von Sehnt« und Schirm, 
als der von Herrschaft — es mag im Druiden -Kamen, weite er 
auch zuletzt von da*?, der Eiche- hergeleitet werden muss, eben- 
Mb der Doppels*» des Baums seIWst und des von ihm gewahr- 
ten Schatzes gelegen haben. Vergt. Lingen Kl. Sehr. I. £9. 6q. 
A» diese meist etymologtseben Gründe reihen sich fitr die im 
ftfagus. Europa aufgestellte Ansicht des gaaltsch- germanischen Ur- 
sprungs der Prunken auch mehrere historische. Im wesentlichen we^ 
nig von Luden abweichend sucht Mannert den Entstehungsgrnnd des 
Frauenbünde» im Herandrlngen des damals südwestlich nm sich grei- 
fenden Sftxenbowdes. Auch nach seinem Wide jener frühesten Fraa- 
kenzeit ersekeint dem jungen Bunde eine doppelte Tendenz: die ^er 
Veitnefcftgung gegen den Nordosten, und die des Angriffs gegen den 
Webten. Und ztemtfeh fthnHohe Ansicht liegt dem im Magnsan. Europa 
aufgestellten Bilde zum Grunde. Nach Ihm entsteht zuerst eine Wäch- 
ter- uns? Webranstalt, mehr im Osten des Rheinufers, in AK- Yaren 2 , 
aus der anfanglich periodische, später dauernde Einfalle in den We- 
ste* hervorgehen. Die leitende Grundidee lag in der Deutung des 
AK-Varf aus Kat-fltfre, AH?- Wächter. Es wird also jener Name 
nicht als #er eines Einzel -Volks, sondern als Bezetebnungf eines aub 
Veiber- Einigung entstandenen , von diesen übernommenen, vieHetcHt 
nur periodischen, von den Zeitumstanden gebotenen Geschäftes ge* 
nomine n. Bat wirklich scheint hierauf schon der Umstand* btnnndeu^ 

6* 



— 84 - 

teil: dass der Harne Aitvari inner auf RheinaShe ataweisend; nur 
einmal zu Tibers Zeit bey . Vellejus , und dann erat wieder in Julians 
Zagen bey Marceil in vorkommt. Wäre Einzelvolk dauernd mit dem 
Namen bezeichnet worden, gewiss würde es der Aufmerksamkeit des 
Xacitus und Ptelomiius siebt entgangen seyn. So mag leicht der Au- 
genblick der Gefahr, früher bey Tibers Eindringen übern Rhein, spa- 
ter entweder beym Herannahen eines erwachten und wachsenden Sa- 
xeubttnds, oder die Wehr gegen Julian solche Volks -Einigungen auf 
Wachen und Wehren, AU-Vari, geboren haben. 

Vielleicht aber erbietet weiter eine Vermuthung und Cönjectur 
das Mittel, durch engere Nationalität der anfanglich den Bund der 
Franken bildenden Völker, den Zusammentritt selbst noch erklärli- 
cher, und ihn und sein Entstehen auf diese Weise vom Saxenbund 
unabhängig zu machen. Wie wenn in dem Complez jener Völker in 
ihren eigentlichen Hauptelementen diejenigen Cimbern- Reserven er- 
kannt werden dürften, deren. Cäsar erwähnt, und die er den Advati- 
kern su Vorvätern giebt? Eine gewisse Vereinigung historischer mit 
geographischen Daten scheint der Vermuthung das Wort zu reden. 
Schon in Ambiorix, des Ebnronen, Rede, Cäsar de B. G. V« 27. leuch- 
tet genau das nämliche Würde- und Amtsverhältniss der Eburonea- 
Künige hervor» wie dieses bey den früheren Franken -Königen siebt- 
bar wird« Ollenbar im Gegensatz von Beigen, und in Bezeichnung 
abgeschiedener Nationalität sind es Advatici, Ceudrusi, Caerasi und 
Pömani, die Cäsar II. 4. mit dem Sammtnamen: Germani belegt. Von 
ihnen wissen an gleicher Stelle die Rem! zu erzählen: sie seyen aus- 
schliesslich Teutonen und Cimbern, die früher über den Rhein geso- 
gen, und Cäsar selbst, II. 29. berichtet die Teutonisch - Cimbrtscbe 
Herkunft der Advatici, und zwar aus den, beym Zug nach Italien, 
um Rhein zurückgelassenen Reserven, in der Stelle VI. 32. aber rech- 
net er zu jenen Condrusi: Segni, die, sonst nicht vorkommend, 
wohl deutlich genug auf 8 ig- ambri. hindeuten, und erkennt abermals 
in beyden: Germani. Endlich sind es VI. 37. seq. bestimmt und aus- 
drücklich jene Slgambri, die das römische hager stürmen, gewiss 
mehr in der Absicht den bedrängten Eburonen- Brüdern zu helfen, als 
sich in ihre Beute zu theilen» Advaticum, das heutige Tongern, der 
Hauptsitz jener Advatischen Cimbern, es lag im Tongern -Lande, in 
das Cäsar unter andern Eburonen einziehen, und wo Tacitus zuerst 
den Germanen -Namen entstehen lässt — und Germanen, und wohl 
diese Germanen sind es, aus denen, nach Procop und Agathias, sieh 
die Franken erbüden. Dort ist der Hauptfluss die Maas, und in sein 
linkes Ufer ergiesst sich die Jar, in sein rechtes die Beritine, Darf 
man nun zwischen Sieg undRur im Rhein -Osten, gegen Colin, Achen, 
Mastricht, und Tongern hin, die Ausbreitung, jener vom höhern Mit- 
tel - Rhein herabgezogenen Cimbern . als Cäsars Eburonischen etc. 
Rhein -Uebergang und Tacitus dortiges Entstehen des Germanen-Na- 
mens veranlassend annehmen; so erscheinen in Sig-ambren — Sig- 
C ambri, siegreiche Cimbern, die der Sieg den Namen geben — in 
Eburonen, Ceraesi, und Germani aber die Namengeber: die Eburonen 
der Flüsse Beruine und Foron, vielleicht der Orte Bern und Bera- 
wein; die Geras! der Orte Cherat an der Maas, Keer an der Foron, 
Caersfeld an der Gulpe; die Germani (nunc Tungri) des Flusses Jar, 
Jer, Ger im Tongerlande (vergL Theatre d. 1. guerre etc. bey Hutter 
in Frcft.). Dann freylich müssen die Sigambern aus den Reihen der 
Sigovesischen Calma-Gaalen der Völkertafel scheiden., und mit dem 
nähern filutsfreunde, dem dann gleich Cataac-gaaUscken Cattea in 



- 8* - 

eigen VeriMndtmg treten, es wir* über dadurch der nfiaere Grund 
der Sigambrisch-Cattisehen Mischung im früheste« Frankenbund , zu- 
gleich der eines gewiesen, schon in Casars dortigen Feldzügen sicht- 
bar werdenden, über den Rhein reichenden innigern Volksverbaads 
erklärlich; es rechtfertigt sich, mehr als ans den Sigambrischen Strelf- 
zngea, das besondere Äagenmerk, das der Römer zu Sicherung sei- 
ner Belgien auf die Sprengung jenes Sigambrischen Stützpunctes legte; 
es wird das dortige Entstehen der dem Tiber entgegentretenden Att- 
Vari eben so klar, als die erste Zusammensetzung der Principalele- 
nente des frühesten Frankenbnndes um den Sigambrischen, den Bund-* 
sern den Künigsstamm liefernden, Hauptkern, der, der Sache nach; 
ein Wachterbund. Bat- faire, Attuari, Wachtbeden, Faire* ain-ee, 
vorhanden war, lange ehe der Name Franke in der Geschichte ge- 
hört wurde. So setzt sich für jene erste Rheinübergangszett und Ge- 
gend das Cünbro-gaaltsche Bild zusammen: In Jar und BemJne wie- 
derklingen die Volkssammtnamen von Er and Ib-Er; dem Summe!- 
puncto der Gewässer des neuen Sitzes wird nach Maass, Einigung, 
Concentratlon , der Name Maas; die Höhen zwischen Rhein und Maas 
erfüllen Car-eis, Völker der Steine, Ciiresi; und Baeut-ain-ib, acht- 
bare Rinschreiter, POmant, in der Rhein - Niederung aber verkündigt 
sich Skytho-gaalische Ursitte der leibgedingten Kastensitze, in Xan- 
ten, Sean-tan, Bezirk der Alten, und Aseiburgum, Bis-ce-burgna, 
Sitz im Land der Menge, des Volks. An der Spitze überziehen die 
Maas Advatici, Adh-foth-alc, Stamm zu Gründungen bestimmt, Co- 
lonisten, und gründen Advaticum, Adh-foth-teac, die Hütten der 
Gründer. Sie bilden Wer die Thfire zum Beigenlande, und darum hefe- 
sen sie zugleich, nach Doras die Thfire, Thoringi, Tongri, Tnngri. 
Und durch diese Thüre dringen, sich des römischen Jochs enthebend, 
die Franken Chlodios, gehen von der neugebauten Barg, Diest, Dls- 
bsrgum (Dis-asti, Dis-bürgua, eins wie das andere die Doppelwoh- 
rnuig, Doppelstadt bedeutend, Wendelins: Diest etc. duos Borges 
eomplectitur etc. major Kakenborch-Cath-ac-burgua, Stadt desKrie- 
gerstamms etc. Sagittar Ant. Thur. II. 1. 189.), *os, dem Römer zu 
Leihe, und dringen ihn zurück bis zur Somme. 

So kann aus der geschichtlich wohl nicht zu bezweifelnden Rich- 
tung des Cimbrischen Hauptzugs über die Mittel - Donau sogar das 
Pannonia des Gregor der Fabel entrissen, and der Frankengeschichte 
als vollkommene Wahrheit zurückgegeben, überall von Cäsar bis Gre- 
gor In den Geschichten jener Spectellern Gegend Einklang hergestellt 
werden. . In den zwey Festpunoten, einmal des Cimbrischen Frühor- 
spruogs aus den Fluthtrümmern Cambrias, und dann einer Sigambern- 
Had ihrer Genossen Herkunft aas Casars Cimbern- Reserven, reichen 
sich dann Cimbern- und Franken -Sagen und Geschichten schwester- 
lich die Hand, und es geht ans diesem Amalgama, ein steh wechsel- 
seitig unterstützendes, dadurch in sich festes historisches Gemälde 
hervor. Cimbern des deutschen Nordens, ein in dunkler Zeit durch 
Meeresfluth aus Cambria Britanniens (die Chronieles) vertriebener 
Volkstheü (die Sage der Cimbern- Fluth, die Brittin Cambria Urmut- 
ter der Sigambem. Mono Heyd. II. 184. not. *)) verlassen ihre Sitze 
im EU» -Norden, den Küsten des todten Meeres, Mrir-marw, (Mau- 

.. . *) Für den Slgambem-Urspnmg aus Cimbern, und dieser ans Skythogaa- 
Jf<*en Kymri, ist die, wenn auch isolirt stehende und sonderbare Nachricht des 
Trogus Pompejos wichtig : dass Sugarahern und Ambern Alexandern im Indischen 
«ün x¥i ***™ Mann Fu88 volk und 6000 Manu Reuterey entgegen gestellt. Ju- 



— 8v <— - 

rwpBlft des Ravenaaten mit dea Frankea-Iiiaieu* Pia» Hertkaaa»- 
Daaen-Jband der Franken des NigeUas. Falkeast. Aafc Nordg.II. 45.) 
und überschreiten im Südost -Zug die Mttteieeaau (Sieambria* Sego- 
dunum an der Donau, Gregors Panncoischer Heraasug der Fraakea- 
väter). Sie sehlagen beym Nortschen Noreta (Ntiriag) die Römer un- 
ter Papirftas, and erreichen Rhein, Gallien, and Pyrenäen. Dort von 
Celtiherea zurückgewiesen , Teutonen und Ambrenen, den Zugge- 
nossen, die südlichere Zugrichtung nach Italien überlassend, wählen 
sie den Weg über die schon im Kampf mit dem Römer erspähten Tau- 
ren der norisebea Alpen. Im Zuzug überschreiten sie den Mittel- Rhein, 
und hier trennt sich ein zurückbleibender Theil des Volks. (Die Vä- 
ter der Advatiker, Sigamhern, Eburaoen etc. die Cimhri mediterranei, 
Huaibalds Basan, Bathan, pr. Bas-ain, der ehrwürdige Vorstand, mit 
seinem Eiegast, Alg-asti, Wohnung der Vornehmen, au Basanis- 
heim, Bensheim, damals noch am Nicer IMuae 11.121.164. not.]. 80 
Franei am Niecr noch zu Avitus Zeit. Sidon Ap. Cana. VII. &10. seq.) 
Bald sieben diese den, Rhein abwärts. Ks entsteht an Sieg und Rar 
ein weiteres fiigambern-Laod, und aus ihm bringen Sharonen und 
Ihre Genossen den Kr, Ib-Er, Germanen -Name» auch aa den Hoaea 
und Thälern der Maas, und hier und aus diesen Germanen des Rhein- 
Ostens und Westens erwachsen im Sinken der Römer -Macht Fran-> 
ken', die im Zuzug stammverwandter Catten, Chamaren etc. bald To- 
xandern und Morinen mit sich vereinigen, sich bis nur Seekaste, Moir, 
dem Satastrand, SaUl, ausbreiten, und so zu Moir -faire und SauV 
ih, Meerwftohtern, und Säte- Völkern, Mevoväera und Saliern wer- 
den, und den Brüdern am Rhein, den Ripa* faire, Ulerwfichtera, Ri- 
puaren über das neu errungene SafaBland, die terra Salica, hinüber, 
die Hand bieten. (Sollte Hardains [Plin. H. N. aot. C. V. ad I*ib IV. J 
Grund oder vielmehr Maehtspruoh wirklich kräftig genug seyn, der 
Ansicht in ihrer Totalität in den Weg na treten? Sollte er vermö- 
gen 1 den klaren Zusammenhang der oben ausgeführten Caesarianisehen 
Berichte zu entkräften? Soll es nicht im Gegen theil Nachdenken er- 
wecken und verdienen: dass Pliaius hier in der Rhetnaähe Cimbri 
mediterrane! kennt, Sioambern aber übergeht, während kein einstiger 
alter Schriftsteller, der Sigambern auffuhrt, etwas von jenen Cim- 
bern weiss?} 

Auf dem oben versuchten Weg scheinen sich mehrere dem Ge- 
genstand der frühesten Frankenheymath, behandelnde SchrÜtsteHen 
einigen xu lassen. Zuvörderst ist es der Panegyrist Censtantia des 
Grossea, der den von den Römern nie betretenen, Boden» zwischen 
Elbe und Meer als Ursitz der Franken genau bezeichnet. Nach Fal- 
kenstein Ant. Nordg. I, 51. not. b. sagt er: Quid losnnr rursus, tnti» 
ans Franoiae natioaes non jam ab his locis, quae olim Romani inva- 
serant (also weder Nord -Belgien, noch Friesland, noch Zwtsohen- 
laad awisohen Elbe, Weser und Rhein), sed a proprüs ex origine snl 
sedtbus (den Cimbrisehen Stammsttaen der Sigambern -Franken) atejie 
ab Ultimi* Barbariae Httormus (deu Nord- und Ostsee- Küsten) avtil- 
sas etc. Der Raveanate schreibt: Quart* at hora noctis Norman- 
norum est patria, quae et Dania ab antfquis. dieitur, cujus ad fron- 
tem Albes ß vel patria Albis. Maurungauia (Moir - mar w, die Ostsee 
der Cimbern) oertissime antiquitus dicobatur. In qua Albis patria 
(dem Cimbern- Sitz Im Eibnorden) per inultos annos (bis aum Cimbern- 
Zug) Franconiro Itaia (die Franken - Ahnen , eile Cimbern) remo- 
rata est. 



- «r — 

Ftiholdus ItigeHus, Mtdr Ludwig dem Frommen*, tilgt In tfeber- 
einstimmung mit dem Panegjrristen und im beseadern demRaveiinsiteu: 

Hie populus porre veteri eognonrfne Dem 

Ante voeabantnr, et vocitantnr adhue. 

Nort — qaoque Francisco dicuntur nomhfe — Maiint, 

Veleces agiles, armigerfqne ninris. 

Ipse «uidem populus late permotus (am Cambria eingezogen) 

habetur, 

Iiinfre dapes qnaerlt, tncolft atque mare. 

Puleher ablest facie eultuqne statuque deeorus, 

Undfe genas Francis adfore fama refert* Falkeast. A. 1. p. 

Radlich wird ta Annahme der obigen Ansteht jede« Wert der 
Gregorianischen Erzählung aar historischen Wahrheit erhoben, wenn 
er lf. 9. sagt: Hanc nobis notitifim de Francis memorati Mstoricf re- 
liquerunt, regibus non nominatis. Tradant enfm multi eosdem de 
Pnnnonia faisse dlgressos (noch hl den Cimbrischen Hänfen im Cim- 
brischen Donau -Uebergang). Kt primnni qufdem ltttora Rheni amnis 
(früher die Necker-, spater die »leg- Gegend) incoluisse. (Hasan in 
Basanisheim , Sigambern an Sieg und Rar). Dehtnc transacto Rheao 
(Eburonen etc. - Uebergang) Thuringiam (Tongern, Doras, das 
Thorland) traasmeasse, tbique jtufta pagos Tel cfvftates* (dfe Gheven 
der lex Salica) reges crinitos super se creavisse, de prima, et, ut 
ita dicam, nobiliori suorum familia (aus Sigambrtschen Volks- 
theil, Chlodowlch, der Slgambre). 

Noch möchte es nOthig seyu, dfe Art, wie jene vermuthete Früh- 
bildnng der Terra Salica der frühesten Frankenzeit mit dem bald er- 
scheinenden Salmeuea Gesetze in Verbindung gesetzt werfen könne, 
gruttdziigHch zu entwickeln. Darüber scheint kern Zweifel, das« je- 
nes Gesetz nickt auf einmal sondern aBmaHlch, am wahrscheinlichsten 
in den zwey Perioden kurz vor und nach Annahme des Cbitsteathuihs 
Rntstehnng und Sanction erhalten. 

Chlodowtclm Taufe aber fSMt bald nach der grossen Anemanaen- 
Schlacht, sie epochislrt also zugleich den neuen grossen Zuwachs an 
Herrschaft und Einflnss, den durch jene Schlacht der nun schon zum 
Franken« Äefeh erwachsene Franken -Bund erhallen hafte. Schon in 
diesen einfachen Voraussetzungen erbietet sich das Mittel die obige 
Ansicht mit dem Gesetze in Verbindung zu setzen, das als Lex Sa- 
iten zuverlässig nrspriingfteh an die Terra Salica gebunden war. Diese 
Jässt unsere Vermuthung sich anfänglich zwischen Nieder -Rhein und 
der Seeknste erbilden. Hier kennt Gregor in der Stelle, wo er von 
der Franken -Frfthzeit redet schon pagos vef ctvitrttes, denen reges 
criniti vorstehen, und giebt dadurch den Glauben, dass Kiurichtungeri 
damals und dort schon eingetreten, wie sie das Gesetz selbst m Gbeve, 
Gauen, und proceres derselben erkennen Übst. In jenem Gesetze 
nun, wie es wohl offenbar erst unter Chlodowtoh und nach ihm sein» 
Vollständigkeit im besondern seiue geographische Ausdehnung erhal- 
ten, sind es Salagheve uUd Bodogheve die oben austeken. Da er- 
scheint die Möglichkeit, wo nicht Wahrschemlicbkeit, das* es diese 
beyden oben an gesetzten Gbeven gewesen, ih die schon gleich an- 
fänglich jene früheste und eigentliche Terra Salica gethellt Worden, 
und die Gregor anter seinen: pagos Vel civitates verstanden und be- 
zeichnet haben mag. Unschwer würde dann erkannt werden dürfen: 
der Salagbeve in der Küstengegend , dem Salz- Strande, Satll, sein 
Hanoi ort vielleicht in Cassel, Casan-s*iH, dem Salzpfad, auf wel- 
chem dem BianenMnder das Salz zwgöfRbrt worden, froher schon Gaa- 



lisch -belgisoaer Sanfffad, vmü Römer Ja Casteflum Nervionu« um- 
gewandelt — der Bodoghewe, zugleich, nach der Variante tob Art- 
gast, Artgheve in der Ardennen- und Maas -Gegend Mit dem Haupt- 
ort Bodegven (Bognes) bey Huy. 

Hieraus wurde hervorgehen, dass erst nach der Schlacht von 
Tolbiacum, und der aus ihr hervorgehenden Erweiterung des Fran- 
kengebiets (jam tui sumus. Gregor. II. 90. Alemanni — se in ditlo- 
nem Ghlodoves tradnnt. Fredegar. c. 21.) im Mayn- Süden und Rhein- 
Osten, das Gesetz weitere Ausbreitung und Ausbildung und in dieser 
die weitern neuen Gheven: den Wisogheve und Windogheve erhalten 
habe. Und dann und so würde der alte Vers am Rathhaus zu Winds- 
heim, und die in demselben angesogene Frankische Chronik die lau- 
tere Wahrheit gesprochen haben: 

Pharamundus, der Franken -r Herr , 

Bath vier gelehrte Manner sehr, 

Sie sollten fränkisch Gesetz statuiren, 

Chlodovaus that sie declariren, 

Windogast der verstandige Mann (sapiens , sinistus) 

Fing die Stadt Windsheim au bauen an, 

Nach Christi Geburt 428. Jahr, 

Sagt die Fränkisch Chronik offenbar. Falkenst, Aat» Nordg. 1. 56. 



Zu S. 32. (n.) 

Für die Eingehörung der Saxen in den Gaalen- Stamm spricht 
noch ein Umstand , der bisher noch nicht beachtet worden ist Auch 
die Sachsen kannten, wenn auch aus ihrer Sagenzeit; Hundinger 
(Birken Heldensaal p. 45.) und in ihrer Frühgeschichte kommen Kai- 
dormenn vor. Schon Runs stellt burgundische Hendinos und Sinistus 
mit gethischen Kindin und Sittist zusammen, ohne einen tiefer liegen- 
den Kinigungspunct anzugeben. Diesen bietet für 

Hundinger und Ealdormenn der Saxen 

Hundinger und Kindin, und Sinist scandinavischer und germani- 
scher Gojthen 

Hendinos und Sinistus der Burgunden 

Chindinga (Scheidungen) der Hermunduro- Thüringer und 

Sapientes der Franken 
die Irische Sprache in Ceann-duine, wörtlich Haupt -Mann, Ceann- 
dun, Haupt -Feste, Feste des Oberhaupts, und Sean-nous-ta, die» 
der einsichtige Alte, Aelteste. 

Seilte da noch ein Zweifel an gaalischer Stamm- und SamuteUi- 
gehörung aller Gothen, Burgunden, Saxen, Hermunduren und Thürin- 
ger übrig bleiben? Giebt es gewichtigere Criterien der Yolksthnoi- 
lichkeit als König, Oberhaupt, und Hochpriester? grösseren Beweis 
für Einkindschaft als Bezeichnung jener Begriffe aus einer und der- 
selben Sprache und durch einen und denselben Wortlaut? — Ueber- 
all muss es für die Einkindschaft von Saxen als Cathac - Langobar- 
den als Sigovesischen - und Bojen, als Bellovesischen Calma-Gaalen 
eine günstige Yermuthung erwecken, wenn Warnef rid L. I. und C. 2fc 
sagt: Bojoarii et Saxones ejusdem linguae bomines appellantur — und: 
Bojoarios cum Longobardis sine interprete sermonem conseruisse. 

Zum Schluss noch ein Wort über jene mysteriöse Herthiw- InseL 
Aus dem Grunde der Nachricht des Tacitus: dasa jener Herthuf- 



Dienst »toten Nationen eigen gewesen, deren Sitae Heickard in BoNen- 
wig nnd Holstein ludet, erklärt steh dieser ausgezeichnete Schrift- 
steller für Alsen als die Herthun- Insel des Tacitns, und dafür ist sie 
auch im Magusan. Eur. IIL 354. genommen* 

Gleich passend aber anf die Sitae jener sieben Volksstamme, und 
mehr noch sich der von Tacitus beschriebenen Lage der Insel: im 
Ocean, nähernd , wurde Helgoland erscheinen , wenn immer jener 
Autor unlängbar auch das baltische Meer an andern Stellen mit jenem 
Kamen belegt. Es waren vorzüglich solche die Flossmündnngen nnd 
Ansmündnngen der Meerengen beherrschenden Insellagen, anf die jene 
Früh -Gaalen einen besondern Werth legten. Diess bezeugen, ist 
fiberall die Hypothese zulässig , die Kyaneen, Cuin-atn, an Bospbo- 
ros nnd Hellespont, die Kynesü an der Strasse, und wohl ohne Zwei- 
fel der Hnnd der Nehalennien anf Walchern. Hier nun am Eibflusse; 
Elbe wie Weser und Jahde -Mündung bewachend, liegt Helgoland, 
wohl noch im heutigen Namen auf frühere Heilighaltung hindeutend, 
und sein alter Name war: Foseti, nnd der deutet im gaalischen Fos- 
eata, das alte Licht, das Urlioht, auf einen früheren Licht- und 
Sonneudienst, dem die im Magusan. Europa dem Herthus -Namen ge- 
gebene Deutung vollkommen entspricht Dann wäre Foseta der Name 
der Gottheit und Herthus als Errathauisg der des ihr geheiligten Sees* 
Noch zu Tacitus Zeiten mag übrigens der Dienst auch noch an an- 
dern Puncten jener Gegend, wohl auch selbst in Alsen sichtbar , der 
See selbst aber auch hier auf Helgoland in den nun und seitdem zu- 
gleich mit dem Foseten-Heiiigthume ertrunkenen Niederungen vor- 
handen gewesen, und eben in jenem Untergange im Wasser der 
Grand zu suchen seyn, warum das Wiederauffnden jenes Herthus- 
Kylands seither so viele Schwierigkeiten geboten hat. VergL Hof, 
Gesch. d. Oberfl. nnd die dort gegebene alte Karte von Helgoland. 

Wie wenn in jener Foseta der Europäischen Frühgaalen in Na- 
men nnd Begriff das Vorbild der € JSozla, Featia y Yesta der Griechen 
und Römer erkannt werden dürfte? Leuchtet vielleicht schon aus 
Ceylon, der alten Buddha -Mutter, und aus Kolchis, dem Sonnen- 
lande, beyde frühere Gaalen -Sitze der Chronicles, in Phasis, Fos- 
uisg, dem Licht -Wasser, Sonnenlluss, dem Foseata der Gaalen des 
Westens, ein Leitstern herüber, der zugleich die dunkle Wiegenzeit 
jener Yesta erhellt? Der Ursprung dieser Vesta ist wenigstens zwei- 
felhaft, jedenfalls uralt, ihr Dienst aber schon, wenn auch in be- 
schränkterer Bedeutung, dort am Borysthenes in Tahiti dem stamm- 
verwandten Skythen nicht fremd. In den Grundbegriffen der Göttin 
begegnen wir eben so unzweydeittig des Tacitns Herthus -Bezeich- 
nung als dem Sinne der Worte Fos-eata und Errathauisg in gaali- 
scher Sprache. Herthus deutet Tacitus als terram matrem. Plotinus 
erklärt Hestia als den Geist der Erde. TimSus nennt die Erde 
selbst Hestia. Numa hielt Yesta für die Erde (Festes) und Ovid sagt: 
Vesta eadem est quae terra. Mater aber ist im Munde des Römers 
der gewohnte Ehrenname der Yesta. Ihr Grundbegriff war : die Kraft 
des Innerfeuers der Erde und des Himmels, also des Licht- und 
Warmestoffs, und gleicher Sinn geht ungezwungen aus Fos - eata, 
wie ans Errathauisg hervor, sobald in jenem Ur- Licht, Ur-Fener, 
in diesem die Frühlingskraft in Sonne und Erde gedacht wird. Diess 
giebt in Foseta -Herthus das Bild einer gewissen idealen Einigung der 
erwachenden Naturkraft der Erde mit der erwachten Wärme der 
Sonne, und so und daraus mag auch leicht der in Hestia vorkom- 
mende Wechselbegriff bald von Erde bald von Feuer entstanden und 



- 99 - 

e r kl ärlic h ecy«, wem er nicht vieffetcht fberhaupt «o verstanden 
werden muss. Noch nfihere Verwandschaft von Test* und Herthus, 
letzte in jenen Sinne und Deutung als: Erde, Sonne , Wasser, vom 
Winterschlaf erwacht, das junge Leben der Natur, bezeichnet das 
«mite nnd früheste Opfer der grünen Graser auf Hestlas Peneraftlren, 
nnd die auch bey Sphinx, Widder und Krone* auf den Winter ver- 
drängende Frfihlingssonne hindeutende Verhüllung des Hinterhaupts 
an Hestia- Bildern. Aneh auf den im mysteriösen Herthus - Dienst 
mit spielenden See scheint die der Vesta, wie den Frühlings -Sonuen- 
Mithras, geweihte Farbe des Lauchgrün hinzuweisen, und wehl möchte 
de den Vestalinnen obliegende Sorge des Wassers einen Bezog auf 
jene Elemente der Herthus -Idee errathen lassen. Sollen die Priester- 
innen der Cinthern, die verlangen: frey hey den Vestalinnen bleiben 
zu dürfen, nicht zugleich an Herthus - Foseta und Yesta erinnern? 
Jedenfalls würde sich , würe sie möglich und annehmbar zu machen, 
die Feststellung jener Einklänge zwischen Foseta - Herthus , und 
Vesta reichlich lohnen, da dadurch sowohl der dunkle Ursprung des 
Vesta- Dienstes, sein Urzusammenhang mit Licht- und Feuerdienst 
des Orients, Mithras nnd Baal -Buddha sich ins Licht stellen, als al- 
ler Zweifel über die Oertlichkeit der Herthus - Insel verschwinden 
würde. Vergt Creuzer. IL 68». 674. 



Zu S. 87- OO 

Schon im Magusanrischen Raropa II. 67. not ist ein grosser Theil 
der germanischen Münzen, die durch die Benennung der lte£enbogen- 
schüsseln genauer bezeichnet sind, dem alten Gatten - Volke zuge- 
schrieben, und ein bedeutender Fund an dergleichen Goktmünzen, die 
kürzlich in der Gegend von Gassei ergraben wurden, seheint dieser 
Attribution und Classification das Wort zu reden. Es wurde dort 
(p. 68.) unter die Catten- Münzen auch eine in der Umgegend von 
Mannheim, Odenwald oder Donnersberg, gefundene Münze mit einge- 
rechnet, die schon Döderlein gekannt und bekannt gemacht, und die 
sich in den Sammlungen des Herrn Ackermann zu Mannheim befin- 
det Ein weiteres Esempiar dieser nämlichen Münze ist nun ganz 
vor Kurzem in der Nike Meteingens , ter alten Gatten «Boden der 
Ober - Werra gefunden , und den Münzen dieser Glasse Und dieser 
Gegend eingereiht worden, die der Verfasser dieses Aufsatzes gesam- 
melt hat Bey veränderter und erweiterter Ansieht Wird nunmehr 
auch die Deutung dieser Münze einige Aendernng erfahren müssen. 
Dort sah man, einer nicht zu verachtenden AitMrkftt folgend, hey 
der vorwaltenden Unmöglichkeit die Münze selbst zn sehen" und zu 
prüfen, man sah tu dem Typus der Hdhlseite den Arcturtts mit sei- 
nen 8 Trabanten, oder Hesperiden - Aepfeln, nnd ein phönlzfsch Schiff 
mit Patftken. Jetzt und seitdem man die Ueberneugung gewonnen: 
dass Gatten wie Sneven für Gaalen — aus einem und dem nämlichen 
Mythusqttell gleiche religiöse Ansicht und Formen schupfende Völker - 
für Baal- (Budh, Sonne [Ite-^füis, Mefld) nnd TreasnaOt- (Aleis, 
Sterne) Diener zu halten, jetzt mttss auch dieser wehl unzweifelhaft 
Gaf tischen Münze die Deutung Unterstellt werden: dass sie in ihren 
+ Thau im Mittel (gleich dem Sennenrnde des Hu, der Gueph Hiero- 
glyphe, dem Nebentypus der Jersey - und anderer altgnflisoher Mfin- 
nea, dee Ja Grahertunden im Bretogn« ~ Sonr^ber— an der Aster- 



- »t - 

Wagner — am Dolmar — VariscU — bey ScheaUtB — Haan — etc. 
häufig wiederkehrenden Symbols des im fing eingeschlossenen Kren- . 
»es) Baal, Butt, hier den Wodan, Budh-aia des Gatten — tat den 
Kann unten, Basis Naehtwohming, Be, den Mond, In iaburnea-Form 
— und in den Kugeln oben, die Treasnaot, Steine der Gaalen, Alnia 
der Soeven, darstellen sollte. 

So wurde dann, wenn liberall der Ansieht (Haube beyauntessen, 
auch diese Münae die Samnteingehdrung von Gatten und Snevea ia 
einen und den nämlichen Velksstamm, den der Iberischen Gaalen, 
hier in der gleichen mythischen Anaich t, vom El» - Osten Ms nont 
Rhein verbreitet,, verkündigen! Dort, Ten Taje, Itaro, und Ebro ein- 
gezogen in Kri, dem alten Gaalen -Lande Baal, Re y and Tre*s- 
nact — wie hier bey Casars Rliein-SuevenC&rtten) Bai» Jbuna und 
Vulcan, und bey Tacitus Blb-Sueven, Regnater onainn ftoas, 
Isis, und Alcis — und jene Isis-Re, als Baals Nachtwohaung im 
Meer eben so in Idburnen-Form , die bey Soeven sehen Tacitus 
kennt, auf der hier im Nachbarlande des Rcnuon ns, Rani -Höhn** 
Bergs, der Cattischen Buconia, gefundenen Gatten -Manne, wie dort 
auf der Snevisch-gotUniachen, auf die Budorge», Remien», Man- 
hardsberg, und die Alcis von Rawa hinweis e n den Mtmoe, die das 
Magusanische Europa III. ÄB9. Taf. II« £*> 16. beschreibt and in Ab- 
bildung giebt. Und gerade diese Libnrnen-Fonm ist es, die fiir die 
gaalische Urheymath der Idee, des Mythus, and des Symbols na spre- 
chen scheint. In Befteichnung eines kleinem Fahrseugs einigen sieht 
schon sanderbar genug, griechische, römische, mtd irische Sprache, i 
und die letztere bezeichnet noch heute in. Idbeam ein Fahrseug, das 
sich dadurch auszeichnet* dass es statt Hintertheils swey Verdertaeile - 
hat, und gerade solche irisch -gaalische Libearn, SehuTe, hinten wie 
vorn gleich gestaltet, sind es, die sich auf den beyden Müsmen, der 
Cattischen, und der Suetisch-gethialschen, darstellen, and die in der 
obigen Deutung für die Ubusnn der Re-Isis genommen sind. So 
wird zukünftig die Numismatik sieh» schwersten entbrennen können, 
Cettiberiseben, CeltogaJftischen und barbarischen Hunnen den Abschied 
an geben. An die Stelle der ersten werde» bjfekisch^ turnetaaisohe ~ 
Eis-ce-Münnen, Oscensen, treten — Geltsnndlisehe Milanen. Britan- 
niens und Galliens werden Gaal- Iberischen von Breo tan and Kecaid- 
tan, dem alten, grossen, weichen — und vom Rhein bis cor Weich- 
sel and Mittel -Donau wird ein neues grosses Germanisches Munsfeld 
sich eröffnen, indem die Barbari sich in Gntttocho, Suevftscae and 
Gotbisch - Marcemnnnische umwandeln and ausscheiden — und so 
wird bald, voranglich an der Hand der Sprache und AU- Schrift der 
Gaalen - Sprachen , wie sie in Schottland, Irland, Wales, Nieder - 
Bretagne and um die Pyrenäen noch leben, in* der Analysis der Ty- 
pen durch die Nachrichten der Ghronioles über Mythus and Sitte der 
Friihvötker jener Munnlitnder geführt and begründet, es- wird bald 
jene ausgebreitete Münzfaatilie , Jersey- and Iris -Mitosen an der 
Spitze, die Rhrenatufe unter den Geschiehtsdenkmfilern ersteigen, * 
die ihr, als Zeugen und Zeitgenossen der frühesten Zeit bis, zw Völ- 
kerwanderung, durch die Glaantage römischer Weltherrschaft durch, 
und von ihr unbehindert, mit hohem ,-eauME ve rk a nnt e m Rechte ge- 
bührt« 



Zu 8. 64. O) 

Zu dieser hochwiohtlgen, zuerst den Blick in die dunkle Frühzeit 
des Europäischen Westens eröffnenden Hnmboldcischen Schrift, erbie- 
ten sich, in Beyzug der Irischen Sprache ; der Angaben der Chroni- 
cles und anderer Irisehen Chronisten , wie des auf jenes alles gebau- 
ten dritten Thefls des Magusanischen Europa, noch die folgenden Be- 
merkungen, die hier nicht unwillkommen aeyn werden. 

Unfehlbar ist es der Baskische Sprachquell, wo vor allem die 
Deutung Baskischer Ortsnamen geschöpft werden muss. Aber selbst 
nach Humboldts Bemerkung ist das Baskische von bente offenbar ia 
Laut, Wortfügung, da und dort selbst Wortbedeutung nicht mehr die 
nämliche Sprache, wie sie es vor 8000 und mehr Jahren die der Na- 
mengeber war. Waren, nach den Ghronicles, Basken- und Iren- 
Völker eines und des nämlichen Skythischen Hauptstammes, so musste 
ihre Sprache nur dialectisch geschieden aus Skythischer Ein - und 
Ur- Sprache hervorgegangen seyn — und dann muss, bey der offen- 
bar überwiegenden Reinerhaltung des Iriseben, nicht nur Rückgriff 
zur Irischen Sprache erlaubt seyn, auch dann wenn Deutungen aus 
Neubaskischer Sprache wirklich vorliegen, sondern es muss sogar 
zulässig erscheinen, den Schlüssel au Neubaskischen Worten zuwei- 
len in Irischer Sprache zu suchen. Dadurch wird sich das folgende 
Verfahren entschuldigen. 

Zu pag. 88. Asta, dort aus Acha, Aitza, bask. Fels. —* Für das 
Irische Asti, Wohnung, sprechen: Asti-er-eis, Wohnung 
der Er-Menge, auf den Bergen der Volksversammlung, die 
Priesterwohnung zu Erhaltung der Baalsfeuer auf jenen Höhen 
von Bri-tetgne - ol — Asta, der Volksversammlungsplatz der 
Turdetaner — die 'karti des Cecrops — das griechische outi?. 

Astigi — Asti-tig, ir. Hüttenwohnung, Wohnungshütte 
im Gegensatz des Zeltes, wohl auch selbst Zelt, da tig, teag, 
den Begriff von: Decke jeder Art giebt. 
p. 84. Asturia, Astures. — Wohl aus obigem Astiereis, nach 
den Chronieles der Zusaramenkunfts - und Sammelplatz aller Gas- 
ten von Gaalag und Buaisce, wohl auch anfänglich der von Eocaid- 
tan (Luous Asturum). 
p. 85. Iria, Ulla, Dia, dort aus Iria, Ulla, üria, bask. Stadt, 
Gegend, Ura, bask. Wasser — II, El, ir. hoob, machtig. 
Ulla auf hohem Berge, der Berg Ulla bey St. Sebastian. Duor, 
ir. Wasser, im besondern Flusswasser* Ist das Vorsetzen des 
D vor U, wie kaum zu bezweifeln, eben so sprachgemäss wie vor 
I (p. 38. Diluron statt Duron), so entsteht zwischen Ura bask. 
und Duor ir. fast völlige Identität. Siehe übrigens die Humboldti- 
sche Bemerkung über Aturus. p. 93. 
p. 87. Laouris dort aus dem lateinischen Laous, unterstützt durch 
langotua, das im Baskischen von still stehendem Wasser ge- 
braucht wird — Lac, Logh-urgs, ir. der aufbrausende 
See, vielleicht der Quell «See der Guadiana. Logh wohl dämm 
heute aus der Sprache der Basken verschwunden, und in der der 
Iren erhalten, weil Landseen im Basken -Land zu den seltenen, in 
Irland zu den häufigen.. Erscheinungen gehören, 
p. 89. Iliberi, Il-bir, ir. die gewaltigen Quellen, die hohen 
Quellen. 

Ileosca, Il-eis-ce, ir. Land der mSohtigen Menge, 
nach unten: Land der machtigen Iberen. 



' Ktosea, Bat-eis-ce, ir. Land der alteulberen. Ueber- 
haupt mag, nach Og-eag-eis, Naoi-mad-eis, Allod-eis etc., je- 
nes im allgemeinen Vielheit, Menge bezeichnende Eis dem AJt- 
Iren, wie überall dem Alt -Iberen den Saramtbegriff: des alle Ra- 
sten unifassenden Volks der Iberen, der Iberischen Oaalen gege- 
ben haben, während fem Bathas, pron. Bas, die Herrnfaftiilie, 
Kaste des Herrscherstamms, Alga, die Vornehmen, Edlen, CJau- 
führer, und Lus, Lius, die Kaste der Gemeinen, der Gefolge- 
Männer, der Clan -Leute bezeichnete. Im besondern mag, nach 
Euscaldunac , dann jenes Eis dem Baskischen Iberen für Bezeich- 
nung seines Baskischen Sonder- Gaalen- Stamms gegolten haben* 
Die Sprache der Basken aber behielt und erhielt jenes eis, seis, 
in einfachster sprachlicher Bedeutung als Vielheit, Menge bezeich- 
nend in sa, za, und waren dann eis, seis, des Iren, und sa, 
za, des Basken identisch, und nur dialectisch verschieden. So 
und darum wird es nicht überkühn erscheinen im eia von Ens- 
caldunac und Euscara die Bezeichnung und Bedeutung des Baski- 
schen, vom Galäkisehen und Galäkisch - aqnitanischen geschiedenen^ 
Sonder -Gaalen- Stamms erkennen zu wollen. 
80. Elibyrge, El-burgua, ir. mächtige Stadt. Vielleicht 
Tartessus nur Bezeichnung einer Gegend, eines Landstrichs, viel- 
leicht jenes Elburgua Ehrenname des verschollenen Tartessus, und 
dann auf seinen Trümmern erbaut. 

Ilerda, in Il-er-ta, hier die mächtigen Er, völlig irisch, 
eben wie 

llergetes, in Il-er-ce-d-eis, (mit euphonischem D, wie 
in Gaoi-d-eis, Gades), Volk des Landes der mächtigen 
Er> oder, waren jene Früh -Väter der Hergeten vielleicht Hirten, 
Il-er-geat-eis, Milchvölker der mächtigen Er (die Tar- 
tessierdes Gargorus, Cear-caor-eis, Wachs- und Scannt» 
Völker, Wachs- und ächaaf-Menge). 

Urso, dort aifh Uria, bask. Wasser. Sollte nicht die Was- 
serarmuth der Gegend, auf einer, und Sphinx und Stier der Urso* 
Münzen, auf der andern Seite, eher an das irische Ur, Feuer, 
Sonnenfeuer, Elementarfeuer, erinnern? dann Urso, viel- 
leicht Berg -und Schmelzstadt, Ur-za, irisch -baskisch, viel 
Feuer, Ur-saoi, pr. Ursaäh, ir. Feuer erfahren, Feuer 
gelehrt, der Sphinx so überall auf Elementarfeuer und Sonne, 
als im besondem auf das Geheimniss der Schmelzkunde, der Stier 
auf Sonne hindeutend? 

33. Solorius mons, dort aus Selon, bask. Wiese, Ura, bask. 
Wasser — Sul-oir-nisg, ir. Wasser der Morgensonne, 
oder, vielleicht .wegen goidreicher Bäche, Sul-or-uisg, ir. Was- 
ser des Sonnen-Goldes. 

94. Iturria, bask. der Quell. Vielleicht als I-duor früher 
irisches Wort, nun verklungen! und doch vielleicht auf gleichem 
Wege In baskischer Sprache entstanden ^ und hier noch erhalten. 
I heisst im Irischen die Insel, mithin Subsumtion des Begriffs 
von höchster Einzelung, Duor, Wasser, im besondern Fluss- 
wasser, so I-duor, der Fluss'im Stande der höchstmöglichen 
Eimzelung, mithin : Quell. Dass Irische , wie Baskische Sprache 
auf solchem Weg überhaupt ihre Worte zu bilden pflegt, ist von 
Humboldt, Vallancay u. A. mehrfach bemerkt worden, liegt wohl 
überall im Charaoter der Primitivsprachen, dass aber der Ire im 
besondern bevm Gegenstand des Wassers so genetisch und analy- 



*- »4 — 

theh KU Werke Kit gehen geweint Ist, beweiset «ein Int-bior, 
der Regen, wörtlich i Himmelsquell, Höhenwasser, and seinBoth- 
uisge, Regenbogen, wörtlich Hatte dee Wassere, im beson- 
dern beym Flusswasser: Ea-Duer, Flosa -Arm, wörtlich Ein- 
Fluss, Flnss in der Einzelheit. 

Itnrissa, I-duer-ui*g, fr. Wasser des Flussquells, 
vielleicht das heutige Sorfa in der Nähe der Duro- Quellen. 

Turiase, mit dem Eisen hortenden Wasser (dem Cbalyben- 
Stt«, Celg-ib, Schwerdtersits, Justins), Duor-Iras, ir. 
Flvsswasser des Erzes, 
p. Sft. Turtga dort in quellenlos übersetzt — I-dnor-eag, quel- 
lenmangelnd, Duor-eag, Flnsnwasser entbehrend, floss- 
' los. Vielleicht Pferdeweide, Duor-eae, Pferd eflu gg. 

p. 36. Bitturia, wohl aus Bätis, und dieses aus Beadh-eis, Wel- 
lenmenge (S trab os schiffbare Aestuarien Bäticas), sonst Baetnria 
aus Beadh-duor-iath, pr. Biduoria, Region der Fluss- 
wellen. 

p. 97. Kelliim - Cal, ir. verschlossen, eingeschlossen,— 
Qkellum, O bask. A. ir. der Hügel, O-cal, bask. - ir. der ein- 
geschlossene Hügel. 

Ära , bask. Fläche mag wohl das nämliche seyn, als das iri- 
sche Ar, Acker, Ackerland. 

p* £& Aria, bask. Hammel, Arria, bask* Stein, beydes wohl 
nur diabetische Verschiedenheit von Caor, ir. Scbaaf, Car, 
XTaren, ir. FeU, Stein. VergL Caracca des Ptolomaua für Ar- 
riaoa, die Cabia-Form von Abia p. 43. 

fk 40* Bal&a, dort ans balsatu, bask« vereinigen — Bai, ir. 
Platz, Stelle, Wohns.it«, Saoi, pr. Saab, ir« gelehrt, der 
Gelehrte* *&jhi Baten, vielleicht Sun einer turdetanischeft frühen 
Volksschule, vielleieht aueh nach. Sa ei, der irischen Anrede mit 
Herr, Monsieur, Sennor, Sir, gleichbedeutend, ein Herren-Sitz. 

pw 41. Barnaeis, dort ans barna, barnaceya, bask. innerlich, 
tief — Bearna, ir. Abgründe, Schluchten, Höhen und 
Tiefen, der Pyrenäen -Name der Chrontcles, Beam von heute, 
Pyrene des Sehwarzwalds, die Waste Paaren und Cades barnea 
der Genesis, Bearn-aic- ei», ir. Menge vom Stamm der 
Schluchten, Pyrenäenbewohner. 

Techo> dort Herbergung — Tig, Teag, ir. Hütte, Zelt, 
jede Art Dachung, Decke. 
' Barnm, Barea, Barunbea, bey Isarramende in der Be- 
deutung von Teoho, bask. Dach, Decke -— Bar, h*. das Aeus- 
edrste* ftt se fern und als Aensserstes des Hauses das Teag 
des Iren ebenfalls Bar. 

Bednnesier, dort ans b-e, bask. niedrig, Fne, Gegend - 
• Be-dun-eis, ir. diess die Bergvölker (den mehr gebirgigen 

Astnriens). 
p. 48. Gara, bask. Höhe, Gipfel, Car, Caren, lr. Fels« 

€abia. Aueb dem Irischen cab mag der Begriff des Fassens, 
Anfnehmene zum Grund liegen; in Cab-hair, helfen, beystehen, 
Oab-all, Packthier, Käme*, Pferd, €aob* innerer Mund, eaob- 
im, ick verzehre ete. 
p. 49. Sollte nach eeraig> ir. grosser* Fels jene» Cerensische 
Ufer des Pfmins , nicht aneh viefleicht einen Felsenstrand beaeich- 
nen können? 



l». 44. 'Coaier, Kyneten, Gunter, dort aus gan baafc» 4er 
le tx I e. Oben sehen sind als metaphorische Beaeichnnng jeoe Völ- 
kernamen aus Cuin-eia, Hunde- Menge , als Wächter Völker 
gedeutet und verstanden, uad dabey an Kyaneen in Norden und 
Süden des Bosnhorus, an Cynos am Zugange sunt Arabischen, 
an Kynthos am Eingänge des Iearischen, Sa-Kynthos an dem 
zum «Ionischen Meere, an Kyne molchen in den Atlas -Gorgen, 
Canarien an der Stirn des alten Erythia- Atlantis, Ruad-iath, 
Rothland , und den Hund der Nekaleania in den Batavisehen 
Flussmiiadungen erinnert werden. Der von der Metapher entklei- 
dete,- einfach das Geschäft und Ob Bestimmung jener Kynesier be- 
xeiehnende Name scheint uns in dem Fraxinns ifusitaniens und 
Bastitaniens aufbewahrt geblieben au seyn: Faire- aic-ain-aos, 
ir. Genossen des ehrwürdigen Wächterstamms. 

Edulius mens. Aus diesem offenbar romauisirten Gebirgsna- 
men möchte sieh neben Idub-eda, Orosp-eda wohl auf das frühere 
Daseyn eines: Berg bedeutenden Worts: Ed, Eda^ schliessen 
lassen, vielleicht Ead, Eaden, ir. die Stirne. 
p. 4*. Escua, Eseadia, IfcrxMOux, vielleicht in fiis-cu, Eis-eu- 
d-ia, ir. Menge den Hunde, Land der Menge der Hunde, 
abermals eine weitere Bezeichnung der Sitae jener Kynestschen 
Wächter der Strasse, 
p. 46. Das bnakisehe Lamfaroa, dunner Regen, erinnert an das 
Irische El-im-bior, Hohen«- Wasser, Regen, und giebt viel- 
leicht den Fingerseig: wie. die beyden Schwestersprachen blos 
durch Centmetiett der Cempesiten und Umwandlung der Vocal- 
Lante sieh von einander geschieden; eli-iM-BioR, irisch, das 
naiukehe als LaMBRoa, baskisch. 

Lastigi, Lus-tig, ir. Velkssütten. 
p. 47. liissa, Li os, ir. die Feste. Wegen Fraxinus siehe eben 

au p. 44. 
p. 4a Mearus, nur., dort aus mea, bask. eng, leeker, hohl — 
Mi-ar-uisg, ir. Theil des verheerenden Wassers, vielleicht ein 
reissender Rergstranu Hier erscheint das baskische mi, dinne, 
als Grundidee des Irischen Mi, ein The iL 

Miaius iuv., dort aus Mihia, bask. Znnge — Min-uisg, 
ir. das liebliche Wasser. In den Chrondcles hat der Fftusa den Na* 
nens Min. 
p. 40. Munoa, menhoa, bask. Hügel ist gleichbedeutend mit dem 

irischen; mionn. 
r« M. Salduba, dort ans Saldoa, bask. Schaafherde — Saill- 
<*nb, ir. &oawavn«Salx, Berg^SalaCdieSalxqnetten von Saiduba 
P. 78.). . * 

*• Ä Sannium nuv. wohl eben so ein Cantabrischer Sean-aun, 
,i v, Alt-Fluas, wte der Shannon Irlands, und der aus Senonen, 
dem Land der Alten, Sean, herniessende Sequana Galliens, die 
Sannen Ceylon» und des Caueasns, die Troischen und Lyclschen 
Xanthus, die Renan der Alpen nnd Nerfcums. 
P- **. Raattania den Btotemeus, im Gegeüsatn von Iiusitanta, und 
»* das Büd der. Iberischen Volkssitte in Spanien und Irland, den 
Boden j»u fceibgedingen anzuweisen und an vertheilen. (Eri ia 
**? Wrth right es* the 0aal, eack ha* his nortton etc.). Dann in 
frühester Zety; und ursprünglich namengebend jenes BastRanea, Ba- 
J**»ea, als Ratkas, pron. Bas-tan, Landtheil des Herrn 
«tfl seiner Kaste, den Rae-fcuia, Volke- Vorstands, fcusUa- 



nla, als Luis-tan, Landtaell der Gemeinen, und das txi 
Römer- und Griechen -Zeit verschollene, Ten den Chreui&es ge- 
nannte uud jetzt wieder aufgelebte Alg-er~be, wörtlich: diess 
die Edlen, tapfern, mächtigen von Er, Landtheil des Adels. 

Vasconia, dort aus baso-coa, bask. zun Wald gehö- 
rig — das Buais-ce der Chronicles im engeren Sinne in 86 fern 
unter Vascones nicht alle Iberen des Nord - Boro verstanden wer- 
den dürfen. Buaisce übrigens im Irischen nach Oconnors eige- 
ner Uebersetznng : das Land des Zugviehs bedeutend. 

Uescitania, allenfalls aus Eis-ce-tan, ir. Landtheil im 
Lande der Menge, im Lande der (baskischen) Iberen. Die wich- 
tige, den umsichtigen Forseher verrathende Bemerkung Humboldts: 
dass alle alten Schriftsteller jenes: Vascones standhaft mit V oder 
Ua, nie mit B schreiben, steht wenigstens dem Rückgriff zum Bu- 
aisce der Chronicles nicht im Wege, da nach Vallancay, Gram- 
mar etc. p» 18. das B au den mntabeln Consonanten gebort, und 
puncnlrt den Laut von V annimmt, eine Eigentümlichkeit jener 
Frühsprache, die in Rechtfertigung der alten Schriftsteller, zugleich 
dem Ursprünge aus dem Buaisce der Chronicles das Wort redet. 
Aus den verschiedenen, unter sich getrennten Lfegepuueten der 
mehreren Osoa im Ebro- Norden, der Vasconen, der Uescitanen, 
der Pasiken, wie sie ihnen die Alten, sämmtUch freylich in einer 
verhftttnissmassfg sehr sputen Zeit, anweisen, geht übrigens eine 
Sita «Mischung und Einzelung hervor, ganz in Ueberetnetimmung 
mit dem Bilde der früheren Lage der Dinge, wie es die Chroni- 
cles ans frühester Zeit aufstellen , die offenbar dort men of Feine 
Phttniker«, unter Gaal of lber within Buaisce, Baskischen Ibereo- 
Gaalen, wohnen lassen. Sind Cantabern und Artabern nicht, 
wie schwer wai glauben, für Nachkommen der wenigen Gaalag- 
Craalen zu halten,, die beym Abzug mit Kind und Kegel von 1006- 
v. Chr. in Gaalag zurückblieben, so sind in denselben entweder 
nachgerückte Eingeborne, Kelten, Celtici, oder öaskisone Iberen 
zu erkennen, die nach jenem Absage Besitz von dem nun offenen 
Gälükischen Ceann-Iber und Ard-Iber genommen haben, in 
welchem letzten Fall dann Ptolomäus mit seinen Paesici eiue 
Ausnahme von der von Humboldt bemerkten Regel machen würde. 
50. Au sei,, dort für Baskische Iberen genommen, und mit Ku* 
und Osca des Basken -Landes zusammengestellt. Ausci, als Aqui- 
tanen, gehören nach den Chronicles zu dem Sonderstamm der Gaa- 
lag -Gaalen, jenes Kus aber, als Volksbezeichnung scheint nach 
oben dem Sonderstamm der Buaisce - Gaaten eigen gewesen *u 
aeyn. So mag vielleicht jenem Au sei« Namen, wie dem der Osci 
Italiens, das Irische aos, Brüderung, Einigung, Bund, «um 
Grund gelegen nahen, und würde dann Ausci, in Aes-ce-i*» 
ir* Völker des Bundes« Landes, auf einen Aquitaniscaen Völ- 
ker-Bund hindeuten, wie jene Osci und Ausones Aos-ain-eis, 
Völker des ehrwürdigen Bundes, auf eine Frünverbindoog 
der ersten Italischen Einzuglinge , der Javaniten. 

Elimberrum, der Hauptort jener Ausci, El-im-bior, fr« 
machtiges Höhenwasser, Regenwasser, aus der OertUehkeit, 
vielleicht aber auch, nach bior, Quell, Ursprung, metapho- 
risch den Ursprungs- und Sammelpumct der Bundesmacht, El- im, 
Macht- Culminatien, bezeichnend. 

Eusi, bask. bellen, Eusia, das Bellen, nach Humboldt 
ursprünglich Ton, Klang, Gesehrey bedeutend, und so vielleicht 



— *r ~ 

das imartJe^We' T * l m ui Hi er de* ?tfikbn«ttfens, Eis, bezeichnend, 
und ans jenem Eisltervorgegangen. 

5a Die von Flore« bemerkte AehnBekkeft des AU -Iberischen Al- 
phabets mit dem Osciseheu Italiens, neben der von VaHancay nach- 
gewiesenen Erklarliehkeit der noch erhaltenen fleischen Worte 
ans dem Irischen^ möchte wohl- einen - gewichtigen Bestätigungs- 
grond abgeben, io für Humboldts Iberen in Italien, als fftr* die 
Jataniten, dann die Tnrasenen und Liguren, zuletzt die Gaaldun- 
sels — ÜeHovesen; sftmmtHek Skytho-Gaalen, die das fifagusaoi- 
sehe Europa ans Armenien,' dem Pyrenffischen Basken -Lande> 
und Gallien, dem alten grossen Eoeaidtan, AquitanJen nach Ita- 
lien, herfther stehen lässt. . 

00. Die von Hlspnnta in den Chronieles gelieferte Deutung; ist 
Els-fetne-'iath, pren.Efsfeiniä, ir. Land der Ehemänner, 
der Ehe, aus dem Namen des Mutterlands: PhÖnike, Feine*-ce, 
hervorgegangen, mithin' dadorch phöriiktscbe Namengebung, *nnd 
früheste Anwesenheit der PhOnfter im Lande bezeichnend. 'Der 
Flnss Ebro, Iberusj kommt Im Text der Wrlttng of Kölns selbst 
vor einmal bey* Gelegenheit der Larfdung Ffelfoacs vor (the en- 
traaceof Iber to the water« of the deep), die die Gründung von 
Bnafsce zur Folge' hatte. In der Demonstration deutet Oconnor 
den Namen Ibertis ans Ib-er-itisg, das Wasser der Stelle 
von Er, des Er -Sitzes, Wasser von lb-er, in Hinweisimg auf 
das Auszugs -Land, das 1 Caucasisohe Iberlen. So Mitte demnach 
jenes Iberlen des Cfeucasns, wie der Flnss Inertis- seinen Xanten 
dem Er- Volk' *m Verdanken. Ib im Irischen» erscheint als demon- 
strative Ortsbezeichnung, and möchte vielleicht in gleicher Kraft 
maassgebend im barikischen Ib-illt, gehen (Tb- eil, ir. anderer 
Platz); ib-~enl, setzen; Ib-ar?a, Thal (Stein ^Heymatft, Stein»» 
Sit*?),- Ib-aya, Fittss (Wasser- Stelle?) erkennbar seyn. 

Htspalis, nack f sldor von der Stirapttage ' so genannt, Äis- 
baf-utsg, Wassernlat« der Menge, Menge der Was- 
Berplätze. 

63. Hedeta, Edetaner, am Ebro, wohl die Grenzvölker der 
noch zu Stnibos Bett erkennbaren Kette bUttsdier Tberen -Völker 
zwischen Anas und Ebro, und darum Jfcad-eata, Ead-eata- 
tan-ih, ir. alte Stirne, Völker des Landthelis der al- 
ten Stirn«, alte Graozvölker, sinnreich mit Aeduern, Beigen 
«ad Votattn (Ifeei-* oe) Galliens und Germantens (Tectosagen, Mar- 
comanften), den Skythen - Beigen des Meia, den Volscen 'Ita- 
liens etc. 

Oretnnt, Oir-tftn-ih, ir. Völker der Mo4*genregion, 
oder Or-eat-tan-ih, Völker des alten Gold-Landes, 
dann vielleicht * im Idubeda , • der Morena , nacn fiar-dub-ead, 
Stirn (Berge) des alten Schwarz^ das älteste Berggold, 'wie 
im-Or*speda-0iacn' Or, Gold) tind SdloHns das Waschgold Spa- 
niens, vom Gaaleh* Wegen des freyerri Erscheinens, vielleicht 
Sonnengold genannt. 

•4. Urgis, dort wanserlbs, ohnerachtet der Nffhe des Flusses, 
und darum auf OneH- Mangel bezogen — urgs, ir. brausend, 
aufbrausend, stürmisch, vom Wasser gebraucht • 

<*5. Arialdunusn, Eri-eil-dun, ir. Höhe. Feste anderer 
Kr-Völker, Eri-e*l-duine, dufteres* Er- Volk. 
' Artoruat nient.', dort in Mariani m. 'Wieder erkannt, und 
das wohl mit.Itotftt, da die ganc . nalrt 'Vorw>iidsehaft jener Ibe- 

7 



- fi - 

reu -Sprache* n fe for HehruueuM en aackajmubtfen auMmt, data 
auch jenen das Mem Servile . 4e» Semiten nickt fremd gewesen 
seyn möge. (Arsieua, Marsicua, Aersi, Marsi etc.) 

p. 68. Callaici, ihr SUxland, 4m Galaecja des »teere, nennen die 
Chronicles: 4raal-ag, ir. Eig eathum, Besitnthum der Gas- 
ten, eigentlicher nack agk, appoiated, den Genien zum Un- 
terhalt angewiesen, bestimmt. Hey #>n Callaici der Homer - und 
Griechen - Zeit darf nickt vergessen werden, dass sie schwerlich 
für Mite ursprüngliche Skythe- Gäulen au kalten sind. Per Aus- 
zug ^er Müesier unter Marcad war wohl au umfassend, tun eine 
.Fortdauer des Volksstamms dort annehmen au dürfen. Nur in al- 
ten Ortsnamen, Cean-iber, Cantabern, Ard-iker, Artabern, 
CasanrAin~eider f Cnsjterides, Bree-oeana, Brigantiam, 
Asti-er-eis, Asturis, Duor, Durius, Fir-ol, Ferrol, Sam-ur, 
Zamora etc., mag die Sprache die Namengeber überlebt haben, 
die Völker der Römertage waren sicher iheils »uruckgekehrte 
Landes r Kinder, Autochthoaea, Firgueat, . gelten, Celtici, oder 
nachgedrungene Gaal «f Iber of Buatsee, Basken -Ikerea, oder 
Mischung aus beyden. Kur die Bracareases und Herminni, jene 
wegen ihrer Sagen, diese wegen ihres an die Erimion Irlands an- 
klingenden Namen, und der gewissen BinaelsteUung, in der sie so 
Caesars Zeit bey Dio erscheinen, mögen als Nachkommen jener 
Trümmer, jene .des Algarblschen Dubar-, diese den Gaalag- Sky- 
then Stamms angesehen werden dürfen. 

Calpe, im Magusan. Kurepa, wie Calpe Bithyniens, der Cily- 
penus Sinus etc. aus Scillybtnn, kr. die vom Wanser ge- 
trennten Spitzfelsen, hergeleitet. 

Carissa, Car-eis, ir. Felsen-Menge. 

n. 70l not. 75. Der Zusammenhang Slavischec mit Griechischer Spra- 
che mag sich wohl am leioktesten aus der gleich Skythiscken Ur- 
herkunft beyder erklären. Bey jener wenigstens ist sie nicht su 
bezweifeln, wenn Slaven ans Sarmaten, und diese mit Mieten, 
Getan, und Jaxygen aus den Jatk-Sciot der Ckronicles hervorge- 
gangen sind. 

n. 72. Salsus. Sollte Saill, ir. Salat, Weltwort wie es Ist, wirk- 
lich der baskischen Sprache völlig fremd geblieben seyn? jenes 
Sal erst dem Homer das Daseyn verdanken? 

n. 74. Alco, dort aus ai, nkal, bask. können, ahala, Kraft, 
inConcordan« mit dem Irischen alg, alga, tapfer, edel, mäch- 
tig. (Hat vielleicht hier der ältere Brutus nein Ahala geholt und 
verdient? vergl. die Consularischen Junia.). 

n. 7a, Hangt jener Arganthonius ans dem SUber- Lande vonTar- 
tessüs nicht allenfalls mit Argiod, ir. Silber zusammen? 

Avarus, Abair, ir. sprechen, so jener Avarus Sprecher, 
Bedner. 

Carauaius, dort aus gura, bask. heck, uaea, Land, 
Hochländer, vielleicht nach Caeir-eaan, Schaf er, Hirte (vergl* 
Caraunani Arab. bey Piinius.). 

ColicJia*, ..Coleb as, nach Colg-aos, ir. Schwerdt- Ge- 
nossen vielleicht Führer bätischer Scbwerdt- Männer* 

p. 76. Connöb**, Ceaan-bas, ir. Haupt* Vorstand, Haupt-Herr, 

„ Häuptling. 

G argocis und Qabidia siehe unten» . . . 

j>. 77. lraMce„\yvM als Hannjbals Gemahlin Herrin, Gebieterin *■- 

* . gleich PnjMecn; ^tt,>Mnteh, «ad GuaUsch; Mallac. 



- t» - 

Lusclous, Lus-cln, ir. Volkshaupt 
p. 79. Norax, der tartessische Gründer der netten Bardischen Co- 
lonie Im Osten der Mauerstadt, wohl Identisch mit Flaüoac der 
Chronfcles, den Jolaus der Historiker, aus No-oir-aic, ir. der 
nene Stamm im Osten. 

Uxamas sarmatische Mattem. Sarmaten, Saor-mah- 
eat-eis, ir. treye M&etea, ans den Jath-Sciot der Chroni- 
cles hervorgegangen, also unfehlbar mit den Iberen Spaniens einen 
und desselben Caucasisch- Iberischen Stammes, und so jene Stelle 
des Sfftus höchst bedeutsam bezeichnend und wichtig — gleiche 
Sitte inltefestigungsformen, am Mfietis wie In Spanien, bejr Sar- 
mateu wie bey Spanischen Iberen. 

Virtatus, Fear-iath, ir. Mann des Landes, im beson- 
dern vielleicht Mann aus der Kaste der Gemeinen, nach Justin. 
IiXIV. 2. zehnjähriger tieerfBhrer und doch nicht zum Herrseher 
gewählt, wohl weil er nicht zur Königsfamilie gehörte. 

p. 87. Bricaecium, Breo-aic, ir. Fener-Stamm, oder Bri- 
aic, flrf-cine ir. Stamm der Hügel. 

p. 89. Cantabrl, Arlabri. Vielleicht geben die Chronfoles über 
den Namea jener Völker einige Auskunft. Sie wird in der unter 
Ardfear, 104»— 1030. v. Chr., vom Volk beschlossenen Verthei-, 
lang und StaUoniruag der Psieator iber ganz Gaalag zu suchen 
eeya, die zugleich ein anziehendes- und belehrenden BIM der 0eo- 
gfunaie jenes frühesten «anlag liefert. Die mehrere Verständlich- 
keit macht es nftthlg die Steile der Chrooieles I. Oft. seihet reden 
*u lassen* Sie ist in Uebersetzung die folgende; 

„Ardiear spricht [zur Velksveronmmtuugl? So utöge es euer 
Wille seyu, dass die Zahl der CrefuKar {Priester) eey 56, wie 
sonnt, und drüber noek 8 Priester und der Ard-Cruimtar, zu 
• wohnen unter den Zellen von As ti -er- ein [Locus Asturum], 
und 3 Priester zu Ästiger- ee [Asturieum, Astorga, wörtlich: 
Bodo» d^r Wohnungen von Rrl, und B Priester zu Rr-asti 
[Rf-Wotmungen], und 1 Priester zu 8am-ur fZamora, wörtlich: 
Sonnenfesjer], und 4 Priester vom Morgen gen Abend längs Ceann- 
Ib-Kr of Kr- et» unter Sa-breid [wörtlich: unter den (Berg)- 
fteihenv Cantabriseke Bergkette, Pola de Lew* , Ceann-Iber, 
wörtlich: Höhen von Iber, oder Bbro-Höhenl, zum Dienst der 
Bels enden und Fremden, entlernt von den Wohnungen der Ihri- 
gen, und B Priester zu Br- not [Irun? wörtlich: Boden von Kr] 
uuö7 »PMester in den Zelten derCmalen in Flr-ol [Ferro*, wört- 
Beb: berühmter Mann], die hier sett den Tagen der alten Zelt 
weinen, Männer des Ruhm«, hier um die Seefahrer zu untentti- 
tnen, umringt von den Gefahren der Tiefe. Und weiter t Prie- 
ster an der Nerdeette der Fürth iber den Duer [DuriueJ und ei- 
ner an der Sidseite der Fürth iber die Wasser des MM [Mtnius] 
Und 7 andere Priester zwischen Min und Mlranda [Mir-aim-ta, 
hier def Theilnngsflus«, noch heute ttaUiztsch-Asturiseher Grenz- 
luss) zu Unterhaitang der Feuer auf bey den Seiten von Ard- Iber 
IPrem. Artabnim wörtlich: Hoch- Sitz von Ery UM den See- 
mann durch die Finsternis der Nacht ztt leiten.** ' ' 

p. 0*: Jfetfe* ttrigantlitm ist für die Ansicht der Gaalen Ausbreitung 
von der höchsten Wichtigkeit Es kommt da alles, aber auch ein- 
zig- darauf an, seine rechte Heymath aufzufinden. Je nachdem 
der Keife, in* softes Augenblick seines Erscheinet» auf der welt- 

7* 



— im — 

* 9 

bahne der eigentlichen C^acMehte des. Westens für vom ßaalen- 
1 bereu verschieden, oder in Blut und Sprache schon mit 4hm ver- 
mischt angesehen wird, zerfallt jene Hejmath in die Jrey Falle: 
dass Brigantium entweder rein keltisch, oder gemischt kelto-gaalisch, 
oder endlich rein gaalisch seyn muss. Ob für die beydea ersten 
Ilerknnftswege sich irgendwo Autoritäten auflinden lassen, möchte 
wenigstens hoch problematisch erscheinen. Für den dritten tr.eteu 
die Chronicles ein , die offenbar an der Stelle des Brigantium Ga- 
läciens der alten Geographie ein Breo-'ceann der Gaalen von 
Gaalag kennen, das in der Sprache des- aus jenem Gaalag nach 
Irland gezogenen Volks noch heute: das Feuer-Haupt, Feuer- 
Berg h' a n p t bedeutet , w&hrend die Chronicles den Entstehungs- 
grunl des Namens durph wiederholte Hinweisungen auf Leucht- 
feuer zeigen, die dort zum Besten der Nachtfahrt auf dem J^eer 
brannten, und deren 'Erhaltung dem Volke in dem Grad als reli- 
giöse "Pflicht erschien, dass die Sorge dafür eigends angestellten 
Priesjtern nur Pflicht gemacht war. Jedenfalls erscheint sodscIi 
• das 7 Brlgnnttam der Callaikef 'als zweifelloses Erbstück aus gas* 
lischer Frühreit, und somit, als Zusammensetzung von breo und 
ceADi ausser aller Yernfndiing- mit einem als- keltisch genomme- 
nen briga»' Jenes breo, hv Feuer, stempelt nun auch, war das 
Wort Hiebt phöniktech, den fötalen nnm- Namengeber Britanniens, in 
Breo-tan, ir. Fener^L and, unter welchem Namen jenes Land, 
üi den' Chronicles auch mehrmal: Metall -Land genannt, wobl 
am frühesten m der Geschichte mit Bergbau in Dun-mianac, 
ir. H4igel des Bergbaus (Devon), eben in jenen Chronicles* vor- 
kommt. So wird es ntitaig, abt?r auch möglich erscheinen, der ei- 
gentlichen! und besondersten Bedeutung jenes breetanf die Spur 
zukommen» Teth, ir. $ an n^en* Wurme* Tetbgne, pren, Ttoni, 
wörtlich nach 4 et h.-gaeatb, Würroeaeugend, ein Sonnen-^ a- 
jHen der Alt-Iren, Deae, der Süden, und Teite^ Feuer; auf 
einer- — und B reo, im Sinn von Leuchtfeuern, weiter vonFeneru 
eines. Küstenlandes, das Migleich MetallrLand ist, auf der andern 
{Seite. Da wird und kann der eigentliche Begriff von Free .un- 
möglich zweifelhaft bleiben, im Gegensatn von Sonnen- vonHeerd- 
feuer etc. war es das dem Naehtfahrer «u Wasser und nu Land 
Sicherheit .und Leitung .gewährende +- das dem Krieger und Acker- 
mann Waffe und Pfugaehnar verschallende Feuer, ea war d»s 
Leuchtfeuer der Hüben desGebirgs und de* Strandes, das Schmelz- 
feuer der Krze, das der Gaale als Gabe seines Baals heilig Welt, 
durch Baalpriester pflege* Hess, und, vielleicht in idealer. Verblö- 
dung mit den Dünen und Hüben, auf denen jene Feuer brannten, 
den Bergen* denen die Krne ergraben waren, in denen die Sehmels- 
feuer. loderten, nach Brt,ir»Q.erg, Hübe, mit dem Namen: Breo 
belegte. .Und gleicher oder verwandter Namensbognlndung be- 
gegnen wir Im Auffassen- der OertBchkettsbeseaaffenneit niler der 
Puncte, .wodie Geographie ta {tätlicher Biohtiutg Brigantien, Bre- 
getien etc. vorkommen laset» In den Ziigangs-Taülem der 5 Dnrance 
lind Stack beginnen die Leuchtfeuer der Ptnde dort über Co ttische, 
hier über, N orlse.be Alpe, und dort kennt der Geograph ein Bri- 
gantium (feriancon) wie aJeeBrigaa*i«m(Breeeia)a£eliea, Bri- 
gantium (BrUen) im Mittel, uud.denHpcbpfad der Breonea.CBren- 
ner) nördlich. Im af ten T e c t o s ag e n - Lande (Dachsburg, Dachs- 
land) dsm «Jer Volcen (Beol-ee, Beigen) von den Beigen der 
Y,e*eg,*n XFos, fcicfct, Fe^erJ.und. «es Bchwnr^nraUes um- 



— m — 

schlössen, hfcr müssen zum' Schutz' der Rheinfahrt und der Ge- 
birgspässe des Westens nnd Ostens die Höhen sich mit häufigen 
Baalfeuern umkränzen, nnd darum heisst das Land: Breo-eis-ce, 
Land der Feuer-Menge, Brisgavia. 

Den Hanptpfad zum L'andfluais, Tan-aub, Landflnss, pa- 
nribins, der den Osten äurechliesst, den ftber den Winter-Schnee 
des Schwarzwalds , beleuchten dfe Feuer von Breo-ce-ban, 
Leuchtfeuer des Weisslandes, Brlgobanna, und nun weiter 
sin* es Leuchtfeuer, Hie die Gefahren des nächst aufstoßenden 
Land -Sees, Logh-Breo-ceann, See der Feuerhaupter, 
LacusBrigantinus, und der chaotischen Eng-Pfade des Rhein -Thals, 
Brigantinm, Bregenz, Bannen. Endlich schützt Bregetium die 
Fahrt auf de^r Donau, und Breo-eisria, Land der Feuer-. 
Menge, Borussia, in TinzahlicltenKftstenfenren (plinins) längs des 
glucklich erreichten Strandes,, die auf dem Meere Baals, des Herrn« 
Abalns (Baal); Amalchium, (Mullac). 

80 führt dieses Briganttnm von Po , Donau , und Ost -See her, 
von* jenem fernen Prä usl er -Lande des Delphischen Tcmpelstür- 
mers, Brennus, bis zu Bhein- und. Donau-Quellen lmd Höhen, auf 
der BellQves- und Sigoves-Strasse «tes Magusanischen Kuropa, über 
Gallien, dem alten, Eocaid-tan, und Pyrenäen, nach Gaalag der 
Chronicles zurück, wo diese ihr Breo-ceann erreichten, und von 
dem sie die Gründer Eocaidtans ausziehen lassen. 

Der Mangel jener Breo, Brifeantien bei baskischen und bat ischen 
1 bereu möchte nun fast auf Mangel jenes wohl t hat igen Instituts 
bei jenen (»aalen- Völkern schliessen lassen, und doch ist es ihnen 
vielleicht auf dem eben gebahnten, völlig gleichem Wege ebenfalls 
zuzuführen. Klnmal Basken und Bäten ins allgemeine Gaal-Ibereu- 
Band aufgenommen, erscheint es leichter sie diabetisch unter sich 
und vom Gaalag-Gaalen zu trennen, als sie von hieratischer Volks- 
ansicht, und von auf diese begründeter Volks- Sülle loszureissen. 
Wicht Galltzten, das alte, Gaalag, ausschliesslich — {Spanien seihst, 
die 'ganze Halbinsel, sie ist last überall Küstenland, mehr als viel- 
leicht irgend ein Theil des Coptiqents von Flüssen und Bergketten 
durohsohnitten. An den Küsten wie auf den Gebirgspfaden und an 
den Furthen der Flüsse wurden Leucht- und Leit-Feuer von gaa- 
lischen Baalspriestern gepflegt, das lehren die Chronicles von Gaa- 
lag. Warum soll der milde Sinn, der in dieser Anstalt weht, wa- 
rum soll er nicht auch dem Gaalen am Koro nnd am Bätis zuge- 
traut , warum nicht auch da nach Spuren einer solchen Gaalen- 
Sitte sich umgesehen werden? Und diese liegen vielleicht ganz 
nahe, und in dem ganz einfachen Umstände: dass die alten Schrift- 
steller, eben wie sie oben bey Vasoonen gethan, überall die ihnen 
anfctossenden Kamen in dem Toulaut wiedergaben, in dem sie 
ihr Ohr berührieu. Jene* Breo, das wir so von den Chronicles 
kenpen lernen, sie geben es in allen ihren Brigantieu, wie in Bri- 
tannien, staudhaft in Bri wieder, und gewiss die Mehrzahi jener 
Briga Spaniens finden wir an solchen Pitncten wieder, woKfiston- 
FIuss- oder Berg -Lage an die Oertlichkeit aller jener Brigantien 
erinnert. Soll da nicht die Vermuthung erwachen: dass B reo vom 
' Gaalen jener Zeit als Bri' ausgesprochen und betont worden sey? 
Und dann würden jene häufigen Br ig a des nichtpl)önikischenSpanieus, 
als Breo-ceann, Breo -Bri, Ceanh-caohn betont, die Stellen be- 
zeichnen, wo am gaal ischen, nichtphönikischen Meeres.- Straude, 
an Fluss- Kurtacn nnd Gebirg* -»Pfaden die Baaifeuer4wUiaclwc and 



- IM — 

baskischer Jbeiei brannten, ni dam wfire auch jenes tonische 
briga rein gaaliscbes Wort, und käme nur der Laatweehsel des 
Schlusslauts; caohn in ca, ga, auf Rechnung nach wohnender Kelt- 
iberen, oder Keltiken, oder der spatern Römer. Auf diesem Wege 
würde sich dann auch der Mangel jenes Briga in den Kustenge- 

Snden des Mittelmeers, und die allgemeine Ausbreitung über die 
rlgen Theile Spaniens erklären. Jener Landstrich gehorchte 
Phobikern, später Carthagern, und über das übrige Spanien waren 
im frühesten Eindringen eines CuHurstandes jene Skytho - Gaalen 
verbreitet, denen jene Anstalt das Daseyn verdankt, und deren 
Sitze spater nach den verschiedenen Ansaugen die JLandeseinge- 
borenen, Celtici, und Mischvölker, Celtiberen, einnahmen, .ohne die 
gefundenen gaalischen Ortsnamen au vertilgen*). 

p. §7. Dunum^Dun, Ir. Hügel! Hügel-Feste* Durum-Duor, 
ir. Wasser, Fluss, 

p. 100. Die Zweifel wegen des, gleich Brigantiiun, allgegenwärtigen 
Ebora, Ebura werden sich im Glauben an die Chronicles und 
an Varro lösen, die den Kamengebern das Caneasisohe IberJea 
zum Vaterland gaben, und den Namen jener Landschaft aus Er, 
dem Volksnamen, in Ib-Er, Sit«, Stelle von Er, hervorgehen 
Hessen. So verdankt Iberien des Cauoasus seinen Namen, Kr, 
dem Volk, das dort Qgs Reich stiftete, und Iberus der Fluss, 
Iberen, die Gaalen Spaniens, und dieRboren, Ebnren etc. die 
Städte der Gaalen in und ausser Spanien die ihrigen jenem Can- 
casisohen Iberien, aus dem nach den Chronioles und Varro ^ie 
Grunder und Nainengeber ausgezogen. 

p. 108. Seg, das Löscher vom deutsehen Sieg herleitet, auch eines 
jener häufig wiederkehrenden, und grossentbeils darum den Kelten 
zugeschriebenen Worte. Im Irischen bedeutet Sigion, den Hel- 
den, den siegreichen Kampfer, $igion-ih, Helden-Völ- 
ker. Wegen der Segusen, Segontten etc. Sigoves eto, siehe Ms- 
gusan. Eur. III. 

p. 103. Numidae Arabiens und Afrioas, Nemeten Spaniens, Ne- 
Uiossus und Nemausus Galliens, Nemeten Germaniens, Ni- 
meoh des Nennius, Nemedius des Giraldus, die Irischen Nc me- 
dian», alle Gaalen -Skythen,, als Stammkinder Ard-fear-Naoi, 
Naoi**mad-eis, zerstreute Naois- Haufen, Naeis- Völker 
der Chronioles. 

p. 105. Talamina, Pal, ir- Gegend, min, liebliob, angenehm. 
Vindius mons, Vindeleia. — Dem eingezogenen, die Ehe 
einrührenden, in Kasten geschiedenen, in Leibgedingen 'für Lebens- 
dauer sitzenden Volke musste Mischung mit dort gefundenen Ein- 
geborenen fast nothwendig Sonder- Sitze jeuer Mischlinge herbey- 
fu)iren; so vielleicht aus fen-gueat-ih, Feneti, jene Berge der 
Sonder- Sitz der mit Gaalag-Gaaleu sioh mischenden Firgaeat, 
Eingeborenen, und dann hier das Urbild alier Veneten. 

p. 107. Astura* An die Baal ehrende, dem Mensenen, seinem Diener 
nützliche Anstalt der Breo- Feuer, mögen sioh die aus gleich 
hieratischer Sonnen- und Feuer -Ansieht entsprungenen, religiös- 
volksthümlich sieh darstellenden Asta anreihen. Wörtlich, wohl 
aus dem. Vrwor* T$, As, Es, Feuer des Semiten hervorgegangen. 



*1 Ansb in dem Brie innias des aHen Xuthia CSkythia?) SicUiens, 
Thucyöides kennt, mochte ein Skythisches Breo - ceann der frühesten Gaalei 



das 
... , Gaaleh er- 

kannt werden dürfen, sie mögen als Javaniten Astticn her, oder als MaKerideu 

mtt JgiajfcH^Jgfrasrflflca* wttHwm he* die Pmi fc Hrefrn nahm. 



- 10« - 

heb* Art*, Afttf, die Wohnung, und Astura, Astl-ur, Woh- 
nung des Feuers, Urfeuers, ewigen Feuere. Von Asta 
und A stieret s wisset wir, im Glauben an Strabo and Chrotfleles, 
gewiss: dass steVenammloags-PlitKe, jenes der Turdetaaer, die- 
ses der Gaalag-Gaalea waren, ron letzteren , durch die Cbroul- 
cles, dass dert Baalfeaer brannten, die webt betrachtlich und Kahl- 
reich seyn mussten, da ihre Erhaltung nicht weniger nie 69 Prie- 
ster, die Dienenden angerechnet, beschäftigte. Das wird hinrei- 
chen, am den Begriff sa fxiren^ den Religion , Volksglaube find 
Volksitte an jenes Asta und Astnrn knüpfte. Gewiss waren 
sie sammtlick Sammelpuncte jener Skytho-Gaalen-Stamme, ürtNch 
besthnnite, unabänderliche nnd nnverlegbare VoOcsversammlungs- 
Ptiitne auf HVhenpnncten, anf denen fortdauernd Baalsfeuer unter- 
halten wurden. Weiter lernen wir aus den Chronicles: dass nur 
Zeit jeaer periodischen' Convente auch die Zugangswege nu jeaen 
Pnactea durch Hffhenfener durchs ganze Land bezeichnet und be- 
leuchtet waren, und auch diese Asta begleiten uns fast über*« 
gaase Feld der Oaaleu- Süsse und ihrer Ausbreitung, tsumal der 
ostliehen, die ihnen Humboldt und das Magusaaische Buropa geben. 
Gleich an kynesischen Wuehtpunct, der Suawestspitse des nur erst 
vom Dabar der Chronicles gegründeten Algerbe verrfth sich das 
erste und wohl früheste im ftfenSsthftus - Hafen, Mtn-nsti-uisg, 
Wasser des lieblichen Asti, wo noch Strabo (bey Pennet 
p. 480) ein Asta kennt. Koch in spftter Straboaischer Turdeta- 
neu -Zeit ist es ein Asta am Bütte, das jenen Völkern «um Sam- 
melpnnct dient (Strabo bei Pens, p 433> Gaal-ag, Baafsce, und 
Bocaidtaa-Gaalen der Chronicles sammeln sich um die Feuer- 
Hohen von Asti- er- eis. (Lucas Asturum) bfgureu, SprOssliage 
der Gaai-Iberen von Buaisce gründen cm Asta hl den Bergen 
von Ligastica (Fun. I. ISO. 8), Bellovesische und Sfgovesfoche 
Eocald-Gaalen Urkunden Gaalen-Sitz nnd Gaalen- Ansicht, jene 
in Astura von Lalium (Plin. I. 1*0. 16.), «tese In Astura der 
Dorischen Berge und in Estionen nnd Aestiern #sr Dona« und 
der Ostsee , letztere wieder mit Küstenfeuern (Plinius). So 
reichen sieh jene Brlgantien, und diese Asta und Astura die 
Hand, um die dunkeln Pfitde jener Früh-lbern an erleuchten. 
Selbst te die vorspanische, die aussereuropaweae Wanderaeit der 
Gaalea aus den Tagen der Gründungen, days ef Fada, scheint 
jenes Asti, in dem oben entwickelten Bimt hinübernuweissen , nnd 
dadurch eben diesen Sinn nur urskythischea Ansieht nU erheben. 
Ahm, der edle Skytho des Nennius, DQbar, der Tapure, der Chro- 
nicles, kommt vom NB, über Gaofataelon*, Gaettttta, «ad gründet in 
Algerbe des iussersten europäischen Südwestens seineu Feuerberg, 
Asti, im Meaüsthaus-Hafea — und Cecrops, auch ein Nflote, auch 
dort Fremdimg, er errichtet den Boden des Rarauütsthe* üusser- 
steasüd- Ostens, and erreicht dort seine 12 Feuerberge, Airq, ' 
TM, Es, die spüter auf der Aoropolts vereinigt Athen den Ursprung 
und den Namen geben. Es ist gerade und ausschliesslich jene Sky- 
then -Strasse der Chronicles und des Magusanischen Europa, der 
vom Oxus bis Hesperieti die sftmmtlfchen Asta der alten Geogra- 
phie folgen rAsta^beui (Asti - binn) Ify rcaniae ; Asta ßragianae ; 
Asta-cenus Sin, und Astaoum (Asti-'oeann) Bltnynfiae; Asta- 
cns Syriae; Asta-boras, (Asta-borr-utsg) am Nil; Asta-cures 
(Asta- caor- eis, Asta der gehaafv&IkerO der Syrten irad Inner- 
LiMensj Arta^oliioln (das Asta de* hohen: Herrn; ard-atn-Bal, 



• Sapdanapaf», de* CHruMerc Cflieieopp ^atanay und Bfasvotaaiens) 
Mauretaniens; und an der Spitze alter dieser Atta die Skythischea 
Asturtoaai (Aati-ur-ceann). Es ist endlich wieder der Aate- 
ria-Name, in dem die Ursitae des Sonneudfeuates, Deine, Rho- 
dus e(c. prangen, «ad Skythen- Ursprung verkünde*. 

Sonderbar geaug, aber gewiss nicht ahne,, weaa auok kaum er- 
. ktitrlicbeu, doch sieher ausreichenden Grund, x verlasst aas im 
grossen Eocaid -tan der Frühzeit, nad ia Bri jenes Astt vollkom- 
men. Weder (n Gallien noch ia Irland acbeiat sich dafür eine 
. Spur an erbieten* l>ert mag es gerjie römischer Politik zuge- 
schrieben «ad angetraut werden dürfen» dass sie jene Anhalten 
. der Erinnerung an. früheres Einvolksthum, .überall Volkskraft mit 
. Stumpf und Stiel ausrottete — aber hier, im eigentlich unverletzt 
gebliebenen Genien -»Bodenl Er bietet wohl Tobrad, ir. Wahl, 
. Belob« tags -Königs -Wahl -Orte, in Baalfeueru leuchtend, das ur- 
. väterliche Asti aber bleibt vergessen. Darf der Grund dieser 
sonderbaren Anomalie vielleicht in der übergrossea Ausdehnung 
des in «I Königreiche getheilten, durch deaErimioaa, später Ard-ri, 
wieder geeinigten Landes gesucht werden, die schon durch die 
Entfernung ein geregeltes und ae umfassendes Zueammenkomxaen 
unmöglich machte , wie es uns die Chronicies in Asil-er-eis 
kennen lernen? 
p. 100. Giri, Samacrit, Gera, Hora, Slavisch« Gera, Baskisch, 
. Car, Carea, Iris oh, 090?, Grleokiseh, und aa ihrer Spitze Bor, 
. Har, Semitisch, überall gleich: Berg, Höhe, Fels bedeutend — 
sollten sie sammüioh nicht auf eine gewisse Ursprtiagsheymaih 
hinweisen, wenn, wie hier, die skythi*£he Etakmdscnaft der Völker, 

• die jene Sprachen sprachen, durch die Chroaicles gewjssermaaseen 
histprisoh ydargelegt ist?' Skythen am Indus wie ia Aromen,' im 
Caucasus- Korden (4atk~Sciot, Sarmaten) wie in Süd -Ost- und 

• West -Europa». 

p» 127. Die Verdichtung Baskischer (Iberischer) Ortsnamen gerade hey 
Vascoaen und bauschen Turdelanen scheint mit der Nachricht der 
Chrpnioles etazukltagen, dass Algerbe und Buaisce. am frühesten 
und von einem und demselben Sonder -Skythen -Stamm,, dem der 
Dubar-Gaalen» Tappri des Piinius, Tapurea-* Skythen, gegründet 
worden, .Ehen so mag leicht der Grund der Minderzahl im eigentlichen 
Lusitaiiien in den ebenfalls von den Chronicies berichteten, zwei- 
fellos vorzugsweise- 4i» Küsten betreffenden, Frtihauszugen Fial- 

. loao (Jolaus, Borax) nach Baasen und- den Inseln, und Cajh- 
acs nach Irland r in der daraus hervorgehenden Minderung der 
Ganlen, und Mehrung der zwischen Tajo und D uro röckkehreaden 

. Eingeborenen, Keltici au finden seyn* Verschwindet aber, im all- 
gemeinen, nicht aller Zweifel und alle Schwierigkeit, die aus, ei- 
nem angenommenen, von der Geschichte nirgends gebotenen Vor- 

. nauejenseyn zweyer völlig geschiedener Stammapracben, einer bas- 
kisch -iberischen und einer keltischen, und aus der Voraussefaung 
hervorgehen, .es. müsse jene Grundscheidung noch in den alten 

. Ortsnamen erkennbar seyn -*- verschwinden sie nicht in der von 
der Geschichte wohl nirgends bestrittenen Voraussetzung: dass 
es ein namenlose* Ur* und Sprachvolk gewesen, das erst in Mi- 
schung mit einziehenden Gaalen in Spanien und später auf andern 
Puocten Europens von diesen den Kelten -Namen, und eine Misph- 
spraohe erhalten die schon nicht anders, als in dieser mehr oder 
weniger vollendeten Mischung in Qrta - und Personennamen, ajc die 



-^ in» - 

keXfambe in *Ue* Gitogrt ptfe Wrt Goschiehte auftritt? Wattetfeine 
solche Ansicht, ein solcher geschichtlicher Hergang nicht lebendig 
genug im KeUiberen Spaniens, In Plutarcbs Kimbern als Kelto-* 
Skythen, Strabo'a Alpenvolkern als Kelto-Lygtern, Dioden galli- 
schem Kelte-Galatia.? Sind, diese Benennungen nicht sammüieh 
ffir Spuren einer, wenn auch dunkeln und schwer zuganglichen 

• (Dtoders und Maroellins eigene Worte) doch damals noch vorhan- 
denen» spater in den Annalen des selbsuchUgen Römers verschwun- 
denen Kunde des wirklichen Hergangs zu halten .und au . erken- 
ne»? Soll da der Umstand nicht gewichtig und schlagend erschei- 
nen: dass die Deutung keltischer Eigennamen seither nur aus Iri- 
scher, nunmehr wohl «weifellos Gaalischer Sprache hat gelingen 
wollen — . dass die überwiegende Mehrzahl der Personennamen, 
die Cäsar als Gallier auffuhrt, aus Irischer Sprache gedeutet wer- 
den kann — und dass Radlofe Kelten -Worte ebenfalls »um grossen 

. Theil offenbar Irische Worte wirklich sind* Sollten denn nicht 
endlich einmal, die Zeugen gehört, geprüft und, gegen .einander 
abgewogen werden, die de,n Einzug der Iren — Renten, ans 
Spanten laugnen — oder* im Einklang mit den wenigen Stim- 
men der Allen, behaupten? Ueberall in der Welt, auf dem histo- 
rischen Schauplatz greift man nach der Volkssage, wo die Ge- 
schichte nicht hinreicht —.nur in Irland allein soll sie verstummen 
und nur Lüge werden. • 

p. 129. Nach den Chronicles ist der Name, Iberer ursprünglich ein 

. rein ethnographischer, aus dem Volksnamen Er hervorgegangen. 
Kur in so fern wird der der spanischen Iberen. zugleich zum geo- 
graphischen und historischen 9 dass ihr Auszugsland, Ib-Kr, das 
lberia des Caucasus gewesen, das eben aus jenem E r den Kamen 
Jb-Er, Sitz von Er, erhalten. In dieser Angabe -stehen aber 
die Chronicles .nicht ganz ohne Stutze. Schon Josenhu» welsst 
Iberen npd Galatern, die Armenische, Varro, hier wohl abermals, 
wie in seinem Spanischen Perser -Einzug, aus Turdetanischen Quel- 
len schöpfend, den Iberen die Iberisch -Caucasische Heymath an 
(vergl. La Tour Orig, d. Gaules. 3.B.p.257.), und auchSallusts per- 
sisch«* modisch -armenische Heroulesbegleiter ist Zug über Africa 
nach Spanien, die er aus Hiempsals- Büchern geschupft, alle, in 
Einklang mit PJato's Erzählung 4er Saitiscben Priester, sie mögen 
schwer auf eine andere als eine solche Kunde und Ansicht hinweissend 
geachtet werden *). Es erglebt sich aber auch aus den Chronicles 
als nothwendig, dass die Halbinsel zuerst, freilich sehr frühe schon, 
wohl vor 1600 v. Chr. \tm den Sidon|schen Phonikern, den men 
of Feine, von Hamatb, Aoi-mag, besucht,. und mit Bergbau und 
dem Namen: Eis- feine ^iath, pron. Eisfeineia, belegt worden. 

• Schon 1503 v. Chr. führen Phöniker Iberische Gefangene nach 
Spanien in die Bergwerke ab, und schon vor 1600 v- Chr. nach 
den Chronicles, 1354. nach Nennius Zeitrechnung, wurde Algerbe, 
und von da aus Buaisce, und 1490, v. Chr. Gaalag gegründet, 
und alle diese Gründer fanden dort sehen ein Eisfeinia, und Fir- 
gneat, Eingeborene, im Dienstverhältniss zu men of Feine auf dem 



*} Für Bhn'siksthmn Colchisch- Iberischer und Spanischer Ibeten möchte 
wohl auch der Umstand ziemlich entscheidend sprechen: dass die beyden Oeff- 
ntmgspuncte dort des schwarzen — liier des Mlttetmeers den gleichen Namen : 
CaTpe führen, wahrend in SKytho~ff*alischer Sprache: CafAe, Mundloohloriacej 
Oeflfcmg, hednutst». 



lf66f und tt omf KHgBWtMM wBt KMO^ Makronen und Bergleute 

te phonikiscfcem Sold. 

y. 18* Auck die kier angesogene Na eur tskt Strabo's scheint «(Mi in 
der BrnühluBg der Ohrmilele« Kit' begründen, sobald jene« Schrift- 
steBer nickt mefcr Kenntnis* des engern Voiksursorungs and Zu- 
sammenhangs angetraut und aitgemuthet wird, als er, der Wahr- 
scheinHehkeit nach , wirklich haben konnte, da ihm, wie wohl nur 
mit weniger Ausnahme allen alte» Schriftstellern , die Kenntnis* 
der lberenspraehe völlig abgtong. Kr redet hier von Tardetanen, 
bätischen lberen, Im Geaensani von andern lberen, denen er Ton 
jenen Verschiedenheit in Spruche und Sehriftge brauch anschreibt. 
Jene, die Bäten, waren nach den Chronicles Nachkömmlinge des 
Dubar-Einaugs, der Algerbe gegründet. Die andern, theils »war 
ebenfalls Dubar-Gaatea, aber langst, wohl mehr als 1600 Jahre 
vor Strabo, naek dem Kbro gesogen, die Gaal of Iber of Baaisce— 
tkefls, waren seine Callaikea auch wirklick noch Gaaiea, Calma- 
Gaalen, ans Ardfear, nicht Dubar- Stamm, seit 1480 Jahren Gran- 
der von Gaalag, die Gaal of Iber of Gaalag. Dort amEbro musste 
die nun 14- 1600 jährige Trennung von Tardetanen zu Strabo's 
Zeit die Sprache, wenn sie auch früher nicht einmal dialeottech 
verschieden war, bedeutend gelindert haben — hier zwischen Tar- 
detanen und alt-gaalischen Galaken bey Stammverschiedenheit 
ohnehin diabetische Abweichung nothwendig so sichtbar werden, das« 
die Verschiedenheit auch dem Nichtkenner der Sprache bemerk- 
bar wurde — und so erscheint wohl Strabo's Bemerkung und Nach- 
richt auch aus der von den Chronicles berichteten Lage der Dinge 
gana natürlich und fast nothwendic hervorgehend. Daraus mag 
sich dann leicht auch sein: ov pia töiu erklären und rechtfertigen 
lassen. Die ganze Stelle gilt offenbar Weniger einer Grandver- 
schiedenneit der Sehriftntige selbst, als der des Gebrauchs dersel- 
ben. Sie stellt mithin der Annahme, dass überall uranf&aglich 
die lberen Spaniens sich gleicher Schriftnüge bedient, nichts in den 
Weg. Zu den den Tardetanen benachbarten Galäkea, wohl über- 
all zuerst auf Europäischem West-Boden, brachte um 1870 v. Chr. 
Kotus die Schrift aus Sidcn, und bestellte dort au ihrer Pflege, 
Georaucksverbreitung und Erhaltung OBam und Ard-Öüam. Wahr- 

' scheinlich gieng sie von hier an Baskischen und Bätischen Volks- 
genossen über. Hier aber mangelte jene pflegliche Behandlung und 
Aufsicht auf Beinerhaltung — sohon die Verschiedenheit der Dia- 
lecte, wie sie sich im Lauf der Zeit in Turdetanla, in Bualsce, 
und in Gaalag erbildete, musste auf den Gebrauch der Schrift, mit- 
unter auch jener Sohriftzüge selbst, nothwendig einwirken, und 
schwerlich fand also Strabo noch bey seinen sonst schriftgelehrten 
Turdetanen gleichen Sohriftgebrauch mit dem anfänglich aus der 
Kolus- Schule erhaltenen, wahrscheinlich sohon einen solchen, in 
dem die Mischung mit Phonlklsohem Sohriftgebrauch, wohl auch 
selbst Schriftatigen aus den Zeiten der BMithe von Tartessus, Ga- 
dir etc., einer Zeit, wo schon wenige Sidonier, die Urlehrer der 
Schrift des Kolus, als nach ihnen früher Tyrler, später Karthager 
jene Nachbarküsten der Turdetanen besuchten, aufgenommen war. 
Diess angenommen,, und in der wohl einfachen und zulässigen 
Voraussetzung: dass aus- Tyrlsch-phönfldschen und Karthagisch- 
punischeu Schriftzügen und Schriftgebrauch nicht nothwendig auf 
gleiche Sidonisck-phönjkische geschlossen werden müsse, findet 
diese Ansicht vielleicht selbst in den Chronicles einen Beleg. War 



— tei - 

dm ni 1MB •• C%r. aas Halst in Solos atlerate Sohrlft die da- 
malige 4er Sideatscaea Phsanaer, anal ea jene Schrlftzftge, die 
aecn in deae Law» of Art, avnae »teile Chrao. D. gegeben, auf- 
bewahrt sind; so schrie*«« jene Friheftlerter daauna tob der Lia- 
ken mr Beenten, wharead snHere Tyrer «ad Karthager unatrettfg 
vea der Rechtem aar Linken schrieben, aad aa aUeatalle mag ea 
diese bedeutend«, auch deat Niealepraehkeaaer anfallende Ver- 
sehiedeahelt an «lebraaeh der Sohrlft, die TorseaJedene Sohriftne- 
wegnng gewesen sevn, die der Bausche Tardetaae vom Taftes* 
sfech-GndfrisebeB,, spater Katthaaeatoehea Patoker- Nachbar ge- 
lernt hatte, aad die Wer Straee Antass aa seiaer Bemerknng gab. 
Jedenfalls aad immer aber leuchtet jene teeUrte Stelle Strabo's, 
neben Heraaens perttas Iber, nie ghlanonder, gewiss nicht am ver- 
we rfea d e r Beleg für Aechthett der Nachricht der Cbroirtclee, die 
den Gnmdznsammenhang jener senderbaren ErseheUrang einer 
SchriAkaade im Borftpaischen Westea aus undenkbar frftner vor- 
histeriseher Zeit lehren, aad ee ihrer Seite der Wahrhaftigkeit 
Strabo'e das Wart reden, aad an Bälle kommen. 

P« 1%. Bat Strabo- aa der hier angesogenen Stelle anter Ineren, 
denen die Aqnitanen gleichen, ahne Iberen aa seyn, 
Basken -leeren verstanden; so hat er «war die gewohnte Voflts- 
benennang der Ghronielaa verfehlt, aber gann die Lage der Sache 
se bezeichnet, wie sie aaa der Erzantang de* Chroafcles her- 
vorgeht* 

Die Chranftelea nimlirh nennen Baskteoha wie Gealea tob Gaa- 
lag, beyde gleich aad ohne Unterschied: Gant of Seiet of Iber, 
Iberen, die Gaatea von EocaJd-taa, aber, die Aenitaaea, lassen 
sie aassohlieaelieh ans Gaalag hervorgehen. FBr die Wahrschein- 
Kehkeit der VermathiiBg, dasa 8trabo, and wohl überall seine 
Zeit, unter Iberea aar Baskische and B&Usehe Iberen, nrsprnag- 
ücbe Dubar-Gaalen, verstanden, streitet der Umstand: dass seit 
Mareens Ansang aue Gaalag aaeh Irland, 1006. v; Chr., also aa« 
geffihr eben so lange vor strabo, es sich wohl erwarten laset, dass 
der Iberische Urvölaatjnas sieh schneidender im Basken aad Ba- 
ten, als in dem sicher in überwiegendem Maasae mit Eingeborenen, 
Keltiei, Nickt*- Gealen, gemlschtea Gaatekea erhaiteit hat. Dort 
ha Basken»- aad Turdetanen-Iionde damals noch reine Goal- ibe- 
ren des Skythischea Dobar- Stamms, hier in Galaecla, dem attea, 
■eck mörderischer Schlacht, Senchea> Hunger, verlassenen Gaa- 
»g, nach wiederholter, noch bis Gfisare Seit fsrtdanernder Aaa» 
Wanderung, (die Hermiiri) aar Trfinamtr jener seit KMO. Jahren 
abgezogenen Calma-Gaalea vom Skythen- Stamm, Ardfear-Naol, 
se Strabo's Zeit vielleicht nur noch eben in jenen Hermini Cäsars, 
ia Melas Promoatoriam ScytbJcam, and dem dem Laad gebliebe- 
nes Frnhnamea: Gnlaeda erkennbar, aaa überschwenglich aad ia 
dem Grad mit sc an is chen Urvolkern, den Firgneats der Chront- 
cles, gemischt, dass hier voa Gesohiehtsohreibern aad Geographen 
jener Tage die sonst durch : Celtiberi gewöhnlich heaoiehaete Mi- 
«*nng gang vergessen, und jenes Galaeeav par oxceBeaoe dea 
Keltiei aam WohnsHa angewiesen wird; 

P» 136. Und so wird denn aaeh die Tardetanisehc Muaaachrlft der 
Ansicht ein irgead bedeutendes Hindern«* nicht in dea Wog steJ- 
leD ) sie vielmehr aad awar hoehgewicatig BBterntitaea, wenn jene 
Schrill mit der in den Law* of Eri, ia dea Chronicles, bewahrten 
Uta * Schrift veratiobea> nad bedacht werde« will, dass, wie 



«che« bemerkt, jeitn «seet v*rt«Urfs«i«sdg >«p«t*i Zeit geao- 

• reade Tardetaamehe Antobet. #tU sicher ans Mischung PftOoi- 
ttsce -sidoaisrJi^t^uüiseher UreenrJft, der <Eel«*« Schrift, mit Paö- 
jaJeaehHyriaeeer, «ad ftunaca)- knrthngfsehcr Schrift ans den Ta- 
get früher von Tartessns <md Gadjr, später von Carthagena , %u- 
semeiengescfamolseir eeyu mag — einer Misehaarg, die auch der 
Celtiberischea, wie der Bunen~ Schrift der Horaer von Ton der n, 

. aogar der Schrift 4er Siberischea Steine: (Nene Nord. Beytr. v. 9410 
offenbar nickt* gm» fremd ist, und einmal erkannt* and anerkannt 
alten jenen Alphabeten, wie den Heisingfsohen, den Fodmocler — 
überall nördlichen und germanischen Ronen, vielletobt selbst den 
Etrustdscliea and Oskisehen Alphabeten-, in jenem frühest- enro- 
pnmobea Botest Alphabet der Gaalea aus früher Sidoatsch-phftni- 
kischer Sehöle, einen nad den nämBchenr Ur- und Grundstoff an- 
weisen würde* 

136. In den zwey Hauptsätzen dieses 40. Abschnitts scheinen sich 
i4le Ansichten am bestimmtesten und' concentrisch um die Hanpt- 
puncte an einigen. Herr von Hamboldt erkennt da alle 1 bereit 
Spanten* für ein Bin- «ad Stamm* Volk, bis auf diafcotisehe Ver- 
schiedenheit einer and der nämlichen Sprache. Gleiches gehe aus 
der Erzählung der Careuiclos hervor. Wenn diese nun unter je- 
nen Iberern auoh Iberen von Gaalag. kennen , und van diesen Ko- 

• caid-taa and Efi, Aquitanien und Irland, gründen lassen; so er- 
scheint Volks- und Spradiverwandschaft von Aquitanen und Iren 
mUBaskischea and üfttiseken Iberea Spaniens eben so als einfache 
aber nothwendige Folge, als das HumboJdtteofce Auffinden Rnski- 
eoner Ortsnamen in Ljgunten und den- Inseln des Mittelmeers aoth- 
wendig Iberische Ausbreitung auch m jenen Gegenden voraussetzt. 
Herr von, Humboldt kennt weiter als Nicht- Iberen, hier nur Kel- 
ten, neben Fhönikern der Frühzett, and alsst den Kelten- Na- 
men bey den fremden PflauzvOUcern Spaniens entstehen. Ks 
sind ihm sonach Iberen als fremde Pflanavülker: Eingezogene, 
während der Einzug oder Inasita der Kelten dahin gestellt bleibt. 
Und völlig gleiche Ansicht leuchtet daran» hervor, wenn das Ma- 
gnaaalsehe Europa, auf. die Angaben der Ghrentcles; ihre Ftr- 
gneats, Ce-gail, auf Nennias Cet^gue^y, fiWi Vethan, gestützt, 
die Kelten für Eingeboren« halt, ihnen den Name«: Gealt-ih von 
den Gaalischea Eranlehern .geben, ihre UrSptaehe sieh mit der der 
Gaalea mischen . mest, i und so den Ursprung des Kelten- Namens 
deswegen nothwendig auf die Halbinsel verpflanzt, weil dort 
zuerst die Namengeber: mit dem so benannten Valk in Berührung 
kamen. So stehen bey Humboldt, wie in den Cthrentdes und dem 
liagusanischen> Baropa, Eingeborene und Binaieher, Firgneat, Kel- 
ten, und Phüniker and Gaal-Iberea einmal einfach in -sich getrennt 
Und isolirt einander gegenüber, dann ia der Halbinsel neben und 
unter einander ~ und wohl mag es 'auoh Humboldts innerste Mei- 
nung se*n> vQrbenabtlioh eines allenfaihagen ebeamassigea östli- 
chen Einzugs der. frühesten Urzeit, gfote* den OHronioles und dem 
Magusaniseben Europa, jenen Kelten* der Geschichte, als Autoeh- 
thonen, einen Heranzug zu ersparen, von dem die Geschichte nichts 
weiss, and 4en ihnen auch nioht ein alter Schriftsteller zamii&et, 
wenn Diener und Mareellin nicht falsch gedeutet, des Joseph us 
Galater nicht gewaltsam in. Kelten nmgeschanen werden. 

. Dass übrigens die Keltische Spraehe, wie überalt die. Mehrzahl 
> der Snrachim fifeiapeas,. als Ftoduot der Mischung der Ursprachen 



— 4M — 



der Eingeborenen der .1 nruiUimo»ifttgnUrtOBiiti|M mit de* «1er 
verschiedenen Sinnen -Iberen- Stamme, die dort im Osten und 
Westen eingezogen» njoht> anders als in dieser, zugteieh Verschie- 
denheit und AehnlichkeH bietenden Jtieofaferm dje Schwelle der 
Geschickte und überall des historischen Zeitalters betreten konnte, 
erscheint nur als natürliche und noth wendige Folge einer Ansicht, 
die jenem weiten Boden Autochthonen zuschreite, und ihnen übef- 
all das nämliche Volk und die ntaHohe Sprache xnffilirt. 80 .viel- 
leicht, sind; • Chronicles und Mngntnnisches Europa dazu geeignet, 
grundzüglich die Daten . zu einer chronologischen, Me Elemente 
entwikelnden Mischungsgeschichte eines Theils der Europaischen 
Sprachen *u liefern. Soll überall In .den Sprachen Europäischer 
Autochthonen irgend eine Scheidung vorgenommen werden, so wird 
diess, neben BerjiclwJchtfgung eines den -Geologen wahrscheinlich 
erscheinenden Frühzusamraenhangs der Brittischen Inseln mit dem 
Festland, im grossen und allgemeinen kaum' anders geschehen 
können, als: in Annahme einer durch, das Buropmecfce Gürteige- 
bürge, Hamas, Alpen, und Pyrenäen, bewirkten örtlichen Sprach- 
scheide. Dann würde der Süden jener Gebürge ata die Hejmsath 
einer Sfidetiropauchen — der Korden derselben als die einer Nord- 
europäischen -—.jene vielleicht als: Sud-riphSische, diese als Hy-« 
perboreische zu bezeichnenden Ursprache erscheinen, und sich so 
aus den sich folgenden VÖlkereinzAgen die ' folgenden Mischung** 
Elemente der Sprachen 4er versehMenen Lander entnickoau;. 1 



Spanien ' 

bis circa 1000. v. Chr. Ursprache der Ein- 
geborenen« 



um - 1600. - •• 

1600 — 1554. - - 

nach 16*4. - . ~, 

1490. - - 



Sprache der PWni- 
ker. 

in Algarbe Dubar- 
Gaalen. • 

In Buaisce Algarbi- 
sche Gaalen. 

in Gaalag Calma- 
Gaalen. 



Süd-riplüttsch, 
Sky thisch - phönikisch. 
Sky leisen- dnbarfeofc 
Sky thisch -dubarisoh. 
Skythistit- calmaiscb. 



ftyperboreiscbJ 

Sky tnisch - calmaisch. 



B*caid-tan, Südwest- und Nord -Gallien. 

bis - 1240. y. Chr t Ursprache der Ein- 
geborenen. 
1240. - ' - ' Gaalag -Gaalen. 

Lignsttea, Südost- Gallien und Nordwest -ItRÖen/ 

bis circa 1400. v. Chr. Ursprache der Ein- 
geborenen. S&d-riphameh. 

Back - 1400- -. - • Btutece-Gafdea,U- . V 

guren. . Skythisch -dobariseh. 

u m -,1000. - - Eocaid-tan-Gaalen, 

. Bellovesea. . ShyAkieck-eeJaisJtnji. 

Kri, Irland. 

bis circa 1300. v. Cer. Ursprache der Ein* 

geborenen. . iHyperboreinon. . 
0* - .1600. - - . Algarbische Gaatett» • 

.totkae,J»Aitemm». Äkytkmchndubarisch. 



.1 



- tf - 



T. 



1817. - 
W08. - 



ekjthleca-calmalsck 
Karden. (Ur-teuta*iseh?) 
OaaUg- «aalen, Ä- 

lesler. Mythisch- calmalsch. 



-Üb, Britannien* 

circa 1800. t. Chr. Ursprache 4er Üb* 

* isoa - ■ 

low. - - 

1481. - • 



Catbac-4aalea,Brf- 
gante» etc. 

Phöaiker mit 
Gaateg-Gaalen. 
Laerefcunug Britannien* 



B < y|p6Fu01 , 6toCaa 



Bkytalseu-dubaritci. 
Skythlseu- phbnlkisch. 
Skythisch - calmaisch. 
vom Festland. 



Ja u l ce, Balaton und Nordwest - Germanien. 

Mt circa 1888. V. Ohr. Ursprache der lum- 

goberonon. 

«at • 188*. • - IriaeaeCataae-flaa~ 

' lea. Catten, Ba- 
tavea etc. 



Hyporbe^eJncb. 



»ky thiscb - dubarfech. 



Hyperboreisch. 



ftareV Germanien i» Ria- Nor*». 

bis dtoea 1081. t. €ar. Ursprache derlta- 

geborenen. 
1081* - - Cathac-Gaalennu- 

nachat nun Brt- 
tanaiefl.CJmbern, 
Gamferfcren etc. Skythlsefc-dubarfeca. 



Bfid-Ost- und Nordost- Germanien. 

bat dl«» 1688. t. Chr. Ursprache 4er Bin- 

geborenen! 
•• sOOfc - -- Eocäldtan- Ganten, 

Bigoveeen. 



BtvperbareiscB. 

Skythiseb-calmakch. 

Bo und hiernach mögen schon die Römer im besondern in Spa- 
nien nirgend ganz reine und un goml s thl e Spnacae mehr varaenia- 
den haben; die verhaltttJssmassig reinste Iberen- Sprache im Nor- 
den des Ebre,, und in einem schmalen Landstrich zwischen der 
Stundung des Ebro und der des Anas; und die vetafiltnissinfeslg 
reinste Ursprache des Landes an West - und Nordwestküste in 
Lusitanien und CfeUnten — vftBsjr gemischt* Syrern - und Ursa- 
che im Innern des Landes; und Mischung jener Ursprache mit Ibe- 
rischer, Paönifcisoher und Punischer an Sud- und Ostküste. 

187. Den Gewaarsmaam ader die Quelle der hier anftelnarleii 
Nachriefet des PttttHis kennt man «war nicht mit BesttnwtheK, 
zweifelsohne war sie jedoch aus der auf Volks -Ärntnemng Bnd 
9raduaaa gebaute* Volkssage jener Gaalea, vielleicht aus den 
Varro nach zugänglichen , ihm , als mehrjährigem Praefecten Sp*- 
nlens, verständlichen Geschichtsbüchern der Turdetanen hervorge- 
gangen, auf gleiche Ufeise wie Ballusts. and wohl aaeft Cnto» 
Nachrichten an», den Hiempenls- Büchern der Numiden und BW- 
retaaen, die, schon naeh SMtaets Nachrichten- oal fes fr » ihren Fr- 
apmag aus den . Triiianmin jenen AfricanJschen Skytho-0Ml eB ' 



- tu — 



unoagestclü 

Vsrre's und Plinius: Pbarusler mit Hercules in Hesperien, 
Perser im Spanten; Iberen Spaniens Mi Iberia am Caucnsun 
hervorgegangen — 
Sallusts: Gntuli In Libyen; Pener, Armenier und Meier in 

Spanien, Alle mit Hercules einbezogen — 
Cnte's: Skythen mit dem principutus Origfais — 
Plato's: Atlanten der Baltischen Priester in Africa und Eu- 
ropa — 
Jose paus: Galater und Iberen Spaniens nie Sfibne Thnbalo 

und Gomers — 
Aller Geographen*. Numidae In Arabien und Atrien — 
Pindars und Apollonius: EurypUes, der ScboUenmanu, 
and der Same der Scholle in Lybien und der dunkeln Flur — 
Nenntus: Scythae-Sceti unter Ogomum und Alan, den ed- 
lem Skythen , am Nil in Africa, Spanien, Irland, Britannien, 
überall Europa — •• 
Glraldus, GaJdelus am NO, Spanien ud Iriand «^ 
Der Irisehen Chronisten: Chore» Gigantum Irlands aus 
Africa herübergekommen, Gnldelns, frühere Nltoten, optiere 
Spanier, nun in Irland, Beins, Ogomum etc. vom Uli -» 
Der Portugiesen: Braoarenser vom stegrates — esjsuoi 
Der Cbronicles: Gaoialacloac und Naoimadeie, dst nach 
Spanien, und thetfweise nach Irland sieben — • 
aBe jene Namen und Vflker fiberall als Bezeichnung der vor 
dem historischen Selialter Africa durchsiebenden, 
dann den Boden European betretenden, dort Gaotulen, 
Nnmlden, Atlanten etc., hier auerst in Spanien Algerbe 
und Baalsee, und die Prüh- Insulaner des Mittelmeers 
gründenden Skythen - Völker: Sacken, Daher, Taparen, 
undPaestcae im Urakythenlande am Oms, Bruminenriter und Schrift* 
lehrer der Pales am Indus, «aal of Seist of Ib-Rr Im Cancasi- 
seben Iberien, Ostftthlopen In Hamath, GaHlea und Joppe, der 
Stamm Ada, Erember in Arabien, Hyksen und Pnthonsier am Nil, 
Gfittdi nnd Nmnklae am Adas, Pnarnsier und Daher In Hesperien, 
überall Weiss -Aethiopen, West-AeibJopeu m Lybien t Hesperien, 
und Ruad-ia, Erythia, dem Land der weissen Rethlhuder, der 
frühesten Tur-ruad-seaa, Tarasenen — und nun ht Europa Dn- 
bar-Gaalen der Chronielos, Vapori am Dnro (PUnJ, Paestoi am 
Kbro (Ptolom.), Sardus - Heracles - Makeris und seht BegleRer Je- 
laus in Sardinien and den Inseln, Und so erscheint 'der Rinnng 
des Sonder «-Skythen'^ Stamms jener Diibar-Gaalen, der nächsten 
und eigentlichen Vorfahren der Bütischea und Baskischen leeren, 
4er Caume-Gaato» Irlands, Britaaaiens, Nord- nnd Nordwest- 
Genunaien* mehr bekannt, gefeyert und belegt bey den Schrift- 
Btellern alter und mittlerer Zeit, als der des nur von den Chroni- 
elos gekannten und berichteten Gallicischen Sonder - Skythen - 
Stamm» der Iberischen Calma-Gaalea, der Irland die MUesler, 
**m Norden der Pyrenäen Aquitanen, und aus diesen Italien die 
Bellovesen nnd Germanien die Sigovesen augesendet!*) 

n**> Der fww i c h tto is Beuge Aar diese Nsenrfeht der Chfsnbnes und das 
Spa^-Äeriwiee^^ sner Iberen Ifra n ien f, Baasefcer, Bssblr- 

£2 er «v™ Gatisltcher, ist wohl Vom» mi oben bemerttter Walle, wo er sssdriiefc» 
u <* «Haren nnd Cettlberea Spaniens die Heymath am Fuss des Caucssus , swf- 



- it* •— 

1>. 14i. 'We'hie* Autogene ffteflfe'de* Ptfntai^ Ate «tieft In den dor- 
tigen {Spanischen Gewässern Cassiteriden einen Platts anwelsst, 
wird, wenn sie neben den Tyrtschen 'Castorf,' Bremer ? Kntd. I. 07. 
und neven'Dfodor V. Sfc noch weiteren* Btofcignteses bedurfte, bey 
Irgend genauerer Ansicht , wohl auch von Strato und Dio Cassius 
taferXttgt und unterstützt. Im aHgemdmen ist es kaum möglich, 
Strabo's Cassiteriden , «nmal bey seinen Nachrichten über die 
ZJnn - Productfon im ganzen Norden- des Tajo , so weit ' weg und 
am Südwest -Rnde Britanniens su suchen. Im besonder* -kOnnen 
die Cassiteriden des P. Crassus nur da gelegen haben, wo sein 
' Wirkungskreis ats Legat Ciliar», «dem;- wie sich aus seinem Her- 
minen-Zug ergebt, eigentliche Seeschiffe fehlten, nur Küstenfahr- 
zeuge zu Gebote standen, also im Bereich* der spanischen Präuir 
sie KU suchen erlaubt seyn* 

Auca die Zufuckt- Inseln, die Dio den Hermini, nach Er- 

. mionn»ih 9 Volker der Kr -Berge, des Herminius, offenbar den 

Trümmern der nach Irland abgezogenen Gasiag-Gaalen, anweiset, 

können, im ganzen Zusammenhanget .der Brnuaiuag, Iumuu* andere 

gewesen «eyn> als eben jene Cassiteriden den Grasjus. und »Plintus, 

«mrck- Wasser Umgerissene Festlandtaoile an spanischer, früherer 

Ganten» Koste. 'Dann aber gehören,' neben dem Land-Nameu: 

'•Galaecia, und neben Melas Promontorium Seythteum, jene Cassi- 

' teriden, »u den sprechendsten Zeugnissen für die Wahrhaftigkeit 

der Chronieles der Irischen Chronisten und Volkswagen. Lfest 

"••• «icfe tiir.Oalaecia ein elnfaehecer und glaublicherer Mameusur- 

-< Sprung denken, als den in Gaitla« die Chronieles bieten? Wo 

:i ein' Promontorium soytaioiint mt, da müssen dock wohl Skythen 

>• nejrn* oder gewesen seyn} Wo Cassiteriden Skytho - gaalische 

-"• Sprache Urkunden, da wenden dock wohl Sky tbo -gaalisehe >a- 

' mengeber- eiast gehaust haben, müssen? Skythen aber sind den 

: Chronicles* die fränern Umwohner .jenes. Vorgebürges, und dass 

Cnsän-tirv eider irisches, also fikytho^gaalisches Wort ist, dass 

•' es in Gastun, Pfad, Tir, Land, und. eider, zwischen, noch beute: 

•' den Wasserpfad zwischen Land und Land bezeichnet' — dass es 

•>- nach an britannischen Küsten, in der grossen, sonst wohl für die 

•• FrühMrm Boropens wichtigen FluuV von 1081. v. Chr., Ja der da 

* ' erfolgten gewaltsamen LosreJssnog von Landtheilen (jCimbriscbe 

: Fluth? Kntstehung der «cilly und Durchbruch des Canais?) na- 

■••» mengenend.. erscheint — aüe» das lehren uns die Chronieles, wo 

-•• .es I. 67. •heisst: 

' •'• ' *„And when Ardffear hau* rtfted -fof the eourse of lorteen rings, 
1 the waters of the mighty sea delttged the extrenrfty of Breo- 

tan and tore a passage thro and thro, leaVing many fra- 
* ' ' ' gments In the midst of the waters* seoaratei nrom the laud, 

and many were they who perished te the depths. Alas^ > 

wozu der üebersetzer p. 68. bemerkt : ; " 

„The words : passage thro and thro is itt the Originale Cftfiftfl- 

, tir- eider, (he litteral signtfication'of which is: a potb between 

the land, and the fragments separate* is in the Original r Scaoi- 

«ehe* sehwnrsem tn« C a sni s chtm Meeiv, anweiset, und die GtefchnaaUateit der 
yiüts«. Beige imdUattptafte in den. seyism Reden, dem SpaalaeVn und dflu 
Vaueasisemm, «1» 3eteg anfährt. Vrgl. La Tsnr d'Auv. Or. Gaul p. 1*0. 

' ' * ' • ' ... • - • . .\% , ;-. 



_ 118 — 

tead, pron. Scflly, which meana ft loosing, ufttying, or Sepa- 
ration."*) 

Uebrigens wissen die Chronicles auch, 1385. v. Chr. etc., von 
grossen Ueberschwenunungen der Küsten von Gaalag zu erzäh- 
len, und leicht und wahrscheinlich mag da die nämliche Naturer- 
scheinung den nämlichen Namen, der Cassiteriden, herbeigeführt 
haben, wenn auch auf den so entstandenen Inseln schwerlich je- 
mals Zinn geholt worden ist, und wenn auch die Inseln selbst 
seit Strabo eben so vom Wasser verschlungen sind, als seine 
Dianische Planesia. 

Auch das der alten Geographie fremd gebliebene, als Fir-ol 
in den Chronicles mehrfach I. 63. 66. 74. vorkommende, noch heu- 
tige Ferrol mag als ein solches geographisches Zeugniss aufge- 
führt werden dürfen, und wohl werden dem Auszug von dorther, 
nach Fir-ol-beol-ce, Mündungsland der Ruhm -Männer, die be- 
rühmten und gefeyerten Firlbolg der Irischen Chronisten den Ur- 
sprung verdanken müssen. Wichtiger noch für die Chronicles er- 
scheint das von Vallancay, Grammar p. XLIII., bemerkte Wie- 
dervorkommen der alten Galicischen Flussnamen: Dour, Douvana, 
Brlgus, Limeas, Monoda etc. in den Flüssen des alten Jerne: Pur, 
Däuraha, Brigus, Limni, Madonus etc. 
p. 150. 160. Strabo's namenloser Gott der Celtiberen und ihrer Nord- 
nachbarn, also der Iberen wird schwerlich ein anderer seyn, als 
jener formlose Baal der Gaalen, bey dessen Geist Marcad an Iths 
Grabe schwur. Eben jener Racheschwur Marcads, der Männer 
bey der Sonne, der Weiber bey Mond und Sternen, er scheint 
den ganzen Zusammenhang der reichen , hier von Humboldt ge- 
sammelten Lese vom dürren Feld vollständig zu entfairen. Mit 
jenem unsichtbaren Baal der Mysterie nämlich hängen dann die ge- 
heimnissvollen Mondnachttänze, Mondfeyer überhaupt, der Halb- 
mond in Kahnform, Liburna, Libearn, ir. ein Kahn, auf Spani- 
schen wie auf Germanischen Münzen, hier wie dort, in Beglei- 
tung des Sterns völlig natürlich zusammen, denn der Mond, Re, 
war jenem Gaalen die Nachtwohnung Baals im Meer, also Kahn, 
und Sterne, Treasnasc, seine Begleiter. Auch der Stier und Halb- 
mond der Bätischen Münzen von Baillo, Obulco, Orippo etc. errin- 
gen durch diese Ansicht, der Stier als Milhras-Bild, zugleich 
mithr, ir« Sonne, der Stier des Hu, der Halbmond in Kahnform als 
Rimmon, zugleich Re-mionn, ir. Mondberg, Mond, die schon von 
Florez geahnete orientalische Heymath aus früheren Gaalen -Si- 
tzen im hohen Osten. 

Die mehreren Drey- und Vier- Steine des Strabo am Cuneus 
sind ebenfalls zuverlässig nichts anders als Trümmer von Carnac's, 
der dort sonst heymischen Gaal- Iberen von Algerbe, und wohl 
mag mit ihnen eine Nachricht Justins in Verbindung stehen,' die 
allenfalls zugleich auf einen hier zu suchenden Vebergangspunct für 
Sitte, Mythus und Sprache, ausAfrica nach Irland hinweisen dürfte. 
Justin. (XLIV. 4.) nennt den ältesten Tartessus-König: Gargoris, 

*} Jenes Casantireider kommt mehrmals und in Sinnverbihdung in den 
dffonictes vor, die es nicht unwahrscheinlich macht, dass darunter nicht Britan- 
nien selbst , und nicht der Pfad zwischen Soilly und dem Britannischen Festland, 
somit wohl der Canal , als nur erst entstandenes , noch gefährliches Fahrwassei 
verstanden worden. Kaum 30 Jahre nach der Fluth läuft Rh. Britannien im Ge- 
steht, nicht in Casantireider ein, sondern umfährt Scflly. Chron. I. und Chron. n 
M giebt Eterial die Warnung: Casantireider zu meiden, und nicht nach dein Ale» 
tajl- Land CBritannien} zu gehen, 

8 



_ ii4 — 

efn ttame, der, ans «W Spfafene der frühesten Algnrben, der Dn- 
bar-Gaalen der Chronicles, aus Car-cor-eis, Menge der Klang- 
Sfeine der vom Lob Baals ^ des preis werthen, ßaal-ain, erklin- 
genden^ hergeleitet, eben so auf Cnrnac am Cuneus und in Irland, 
als auf die Chorea Giganttim hindeutet, die nach Gtraldus ans 
Afrlca nach Irland gebracht waren*). Gleicher Sprachquell ver- 
rSth sich aus dem Kamen des Nachfolgers jenes Gargoris, der hier 
bey Justin als Saatlehrer gerühmt und Habidis genannt wird. 
Nothwendig war dort, in der Gegend, wo noch zu Strabo'a Zeit. 
Aestuarien einen grossen Theil des flachern Bodens bedeckten, 
notliw'ehdtg war da in 1 fallieren tagen jene Wassermasse noch 
bedeutender, Durch das sich entgegen stemmende, damals noch 
vorhandene, Ruad-iath, Erythia, um dfe Anas - Mündungen höher 
aufgestaut. Da musste dfe Einführung des Pflugs und der Saat 
bedingt und abhängig erscheinen vom Rücktritt der Meeres- und 
Ablauf der Finss-Wellen, und dieser war nur von einem Phäno- 
. men zu erwarten, wie es im Untergänge jenes Rothlands -wirk- 
lich erfolgte. Nun durchzog der Pflug den von den Wellen des 
Meeres und des Anas verlassenen Briden, und so entstand ans 
A-beidh-eis, frey von der Wellehmenge , dem Mythns 0er KÖnigs- 
Name: Habidis. So vielleicht Hegt überall, in jenem noch ganz 
Unbeachteten Rabidis-Mythus ein metaphorisches Bild jener Kata^ 
Strophe selbst, den Elementenkampf und seine Folgen, den Unter- 
gang des Rothlands, und die Gründung von Tärtessus und seiner 
Fluren darstellend — dann aber ein fflld, das abermals Chronfcles 
und Argonantik an einander knüpft. In jenen Habidis -Aben- 
thenern, seiner wunderlichen Erhaltung zu Wasser und zu Land, 
zumal zuletzt ans den Fluthen des Öceans, „tnter furentes aestus, 
ac reciprbcantes undas," Meer- und Anas- Wellen ; — leicht mag 
darinnen eine Volkssage jener Frfthalgarben der Chronicles, der 
Augenzeugen jener Schrecknisse erkannt werden, hier auf dem 
Schauplätze selbst die Begebenheit eben so im Habidis - Mythus 
feyernd, wfe es später auf »ardischem, von Algarbe aus bevölker- 
ten Boden, ans der Erinnerung und Sage der Väter, im Kataklis- 
mus des Azunischen Carälis - Steins (Munter, Mag. Enr.) geschah. 
Trügt aber diese Vermnthnng nicht, so ist das Urbild ienes Ha- 
bidis-My thus des Algarben , der Kataktismus seines Saroischen Co- 
loiiisten, es ist kaum etwas, anderes, als die Katastrophe-, in der, 
nach den ^Chronicles, Lugad mit all seinen Begleitern auf Ruad- 
iath, Rothfand, den Tod findet, der Untergang jener grössern Rry- 
thia selbst. Und so reichen sich auch hier Chronicles und Argo- 
naut ik die Hand, jene, wenn sie Lngäds Tod auf Ruad-iath in 
1257. v. Chr. setzen, diese und aus ihnen Herödot, wenn sie von 
den Griechen zuerst die Argonauten Tärtessus kennen lernen las- 
sen, deren frahrt in Lugads Zeit fjtllt. 

Die in der Note ISO. erwähnte Gewoftnheft der Gätiteier, Stein- 
haufen zu bttden, ist wohl späte Nachahmung der über die Früh- 
welt cter dunkeln Urzeit verbreiteten Volkssitte i Jjfe in Nefcanl 
Deocalli, am Nil Marcoli, in Mexico, am Missuri und Ohio Teo- 

<*") Enger nocn An Justins Nachricht scheint sich eine Weiter jnflgjjche Deu- 
tung anzuschliessen. Jener Gargoris ist es dort , der den Ctineten des Tartessas- 
Walds (noch nicht Tartessus-Stadt) die Kenntntss des Honigs bringt Noch wa- 
ren sonach Jene (unefdi Hirten. Bienen und Schaafe machten ihre Habe and fü- 
ren Relchtlram aus — und genau diese Lage ist ea, die jener Gargoris -Name in 
der Deutung aus Ceir-caor-eis, Wachs und ScJmafe in Menge', beäeiemtet. 



- tu — 

©aflt, «y von Ihdn* bis nach West-feuropa €anmo entstehen 
Hess, 
p. 16». Aneh die Chronictes Wissen nichts von Wefltgeschenkett, und 
as&gen daher die des Tempels von Gadir wohl Phbnlkischen Ur- 
sprungs seyn. Justins keiliger Berg ist hochwahrscheinlich eben 
jetter Berg Ten Astterels, und dann das von jenem Berg verbannte 
Eisen , «rspriingllch nicht das der Pllugschaar, sondern die hier 
verbotene Wadfo bezeichnend, 
p. 108<>-Ift5. Abgesehen von Salvertes Behauptung einer froheren 
allgemeinere Sprachherrechaft, einer Baskischen über die ganze 
Halbinsel, and einer Breteniseh - schottisch - irischen tiber ganz 
IffankreMh) letntere neben der Erklärlichkeit der Ballischen Per- 
sonennamen Cfisars ans dem frischen, wird in Hinsicht der Sprach- 
wie der Volksansbreifting surOrderst alles darauf ankommen: ob 
und wie Barthoiomeo seine Aufgabe: im PftnuTus die Baskische 
Sprache wieder ku erkennen und nacbsuweisen, gelöst hat, und 
ob AechtheK und Wahrhaftigkeit den Chrenlcles of Erl eugestah- 
den werde« muss» die fftr Iren, Auuttnnen und Basken nur einen 
und den nämlichen Volks«- und Sprtfchqiiell , Aen 8k jthisch -Iberi- 
schen vom -Caucasus und den Hocken Armeniens, kennen und an- 
heben. Wenn fibrigens 
p. 167. Herr von Humboldt sein Beweisthema dahin vereinfacht: su 
zeigen, «iass Iberer ata der Bev&Ikernng Nbfd-GaHiens und Bri- 
tanniens keinen Antuen hatten; so erscheint mich jenes Thema 
von den Chronictes voiffjg uttterstütBt, sobald mir unter Humboldts 
Iberen, nicht die Iberen der Chronfcies, sondern nur die speciel- 
len iberen von Bunfsce, Basken, gedacht und Verstanden Werden. 
Aussen Kesslich ans Iberen von «anlag lassen die Chroiricfes früher 
Kocahftau gründen, dann, im Band mit men «f Feine, Phönikern, 
In «reo -tan den Bergban ferftffneh, «uletnt sich jener westlichen 
Waldinsel bemächtigen, die sie nach erkundeter InsnlaHbrm mit 
dem Namen: Er-4* Insel von Er, belegen — und so bleiben den 
Carenieles Aussäge und überall •Stfhicfltsale der Otammvettern von 
Bliaisee Inst völlig fremd — eine fcifeke die nun durch Humboldts 
schfttxbare sprachliche Forschungen Mir Beäuge ergänzt erscheint, 
indem sie uns Baskischen Iberen - Stamm m Ligustiea, Ober-Italien, 
und den Inseln erkennen lassen, 
p. 167 — 17». Für eine Iberische ÄevMkertiag der Inseln, wie Ita- 
liens , geben die Chreufcle* nirgends bestimmte Anhalten , ohne je- 
dnch durch dies Schwelgen irgend einen directen SBweifetgrtmd au 
erbieten, da überall, wie oben gesagt, die gante Frojectton der 
Writings *f Kölns., jener Cbronicies of «ri bestimmter, und seit 
Calinas Btanug in Gaalag amssohliesslich auf Schicksal und Be- 
gebenheit •desjenigen <J«at -Iberischen Sooderstainuu gerichtet ist, 
der eben unter jenem Cato* m Hump* Gaalwg gegründet und von 
<fta nach Irland hinüber gesogen Ist. Ans früherer Zeit, vor jener 
Gsatag-drundting von 1406. v. Ott., wissen die Chrenlcles, in 
Bezug auf JSnropa, nur nu erahnten: 
am Iranesten von einem Auszug Ja-fane, des (Sohns Ja-ibths, 

mit Og-eag-eis , ans Ari-mioan nach Westen — ^ 
dann tu* einem weiteren dortigen Auszug, mit Waoi -tttad - eis, 
der «ich über Gaoiataeleae (Gaetutta) nach Spanien beWegt, 
Und dort Alg-er-be gründet • ~- • 
endlioh vnn einem tTebefgang tibet den «ou-Oasan, der ein 
Beta, dar fauVfeigt 4m ttnrden jener dSerge *«r Felke hat. 



Aus Algerhe gebt Urnen Jan», fotlica der Kutte folgend, Fialoac 
bis zur Mündung des Ebro , wo Buaisce gegründet wird. An die, 
nach den Chronicles, aus Gaalag ausgesogene Eocaidtan- Gründer 
knüpft Oconnor östlioh ziehende Gaaldunsets, in denen das Magu- 
saa. Europa Bellovesen und Sigovesen erkennt , die wohl das hi- 
storische Zeitalter Galliens, Italiens und Germanien» eröffnen. 

Aus sänimtlichen diesen Daten entsteht für die Inseln des Mit- 
telmeers nichts als der Anklang des Fialoac der Chronicles, der 
von Algerbe aus dem Meerpfad an den Küsten folgt, an den lo- 
laus des Mythus und der Sardinischen Geschichte Wohl aber stel- 
len sich der Bedeutendheit jenes Anklangs mancherlei gewichtige 
Gründe zur Seite: wie Fialoao ist Sardus — Makeris und Iolaus 
selbst Libyer und Atlantide — Noraz kommt von Tartessus, wie 
Fialoac aus Algerbe — der Sarde feyert im Kataklismus des Ca- 
ralis- Steins wohl wahrscheinlich eben die Erythia zertrümmernde 
Fluth, die ihn von Algerbes Boden nach seinem neuen. Sita hin- 
überführte, die der Algerbe im Habidis-Mythus ehrte — der Adler, 
dort auf der Zabes -Münze zu den Füssen des Makeries -Sardus 
er heisst irisch: Fiolar, pron. Iolar — der Verjunger, Iolaus des 
Mythus findet im Irischen: iol, verwandeln, und aos, das Alter 
den Grund seines Iolaus -Namens — eine Menge Bardischer Orts- 
uad Personennamen findet die Deutung in Irischer Sprache — und 
das Frühvolk der Bardischen Balearen weiset deutlich genug auf 
den Weg hin, den jener Fialoac -Iolaus genommen. 

Corsica und Sicilien gehen da ganz leer aus — aber jenes wird, 
nach Seneca, von Liguren, in denen er auch Spanier erkennt, 
also Iberen und zwar wohl zweifelsohne Iberen von Buaisce be- 
völkert, da die Chronik von Gaalag-Gaalen nichts weiss, die dort- 
hin gezogen, und Algerbe-Gaalen wohl überall hier schwerlich in 
Betracht kommen können. Kaum wird der Glaube einer Recht- 
fertigung bedürfen, dass Ligustica, Luis-ce, Luis-tig-ce, überall 
die Liguren wie das Lycus mulier desPausanias aus Gaal- Iberen, 
und zwar Buaisce-Iberen, und im besondern aus der Volkskaste, 
Lus, Luis, derselben eben so hervorgegangen, wie überall Lusi- 
tani aus den Algerben, im besondern Andalusen, andea-lus, das 
grosse Volk, aus den Bäten, die Lingonen aus den Eocaid-Gaalen, 
wieder die Italischen Lingonen aus den Bellovesen, und die Ger- 
manischen Lygen aus den Sigovesen. Trinakia, sicher wohl der 
älteste Marne Siciliens, es ist wie Scylla und Charybdis, wie Aetna 
und Erix, Simois und Bätis völlig Skytho-gaalisch, an frühere und 
spätere Sitze jener Skytho-Gaalen erinnernd, und wohl möchte, 
wie oben schon bemerkt worden, jener Trinakia-Name als Tri- 
ain-aic-i, Inseln des ehrwürdigen Dreyatamms, jener Insel -Trias 
überhaupt als Sammtname gegolten haben, während Seylla und 
Sicilia selbst nach dem Irischen SciUy auf die Losreissung vom 
Festland hindeutet» die dort die Sage der Alten beschäftigt. Trt- 
ain-aic-i, die. Dreystammsinsel, Scaoilead-i, pron. SciUy-i, die 
losgerissene Insel, Sicilien selbst und im besondern. Auch aus 
Trogus Pempejus scheint eine ähnliche Ansicht bey Justin hervor- 
zuleuchten. Dort (IV. 1. B) ist Siciliens älterer Name, in Ver- 
stümmelung fies Homerischen Trinakia, Trinacria, und später erst 
erhält es den von Sicania. Hier soll ans c iP*i/*or, ruptnra, das 
Vorgebürge Rhegium, die Losreissung vom Festland durch Was- 
ser bezeichnen, und genauest gleichen Sinn giebt das Irische Scil- 
ly, und SciBv-i-ift, daa Land der vom Wasser losgerissenen Ifl- 



- Ü7 — 

sei. Unter diesen Umstanden muss es erlaubt seyn, bey ftlodors 
Frfihnamen des Leontinischen Feldes: Xuttaia an ein Skythia 
der frühesten Zeit zu denken, zumal wenn jenes Xuthia in sei- 
nem Bezirk In Brieinnias ein völlig Skytho-gaaüsches Breo-ceann 
anfsuweissen hat, ja wenn sogar im Cocains Justins der Cyclo- 
pen-Mythns völlig skythisirt erscheint. So nämlich nennt dort Ju- 
stin den ältesten König der Insel, und ßou-cal bedeutet: den ein- 
geschlossenen Schmidt, offenbar im einfachen historischen Sinn, 
des nunmehr dort durch Wasser umschlossenen Schmiedevolks. 
Und aus jenem Gocalus mag dann, nach Gou-cal-ab, der Herr 
(Patriarch) der eingeschlossenen Schmiede, jener Cyclopen-Name 
selbst, also auf dem Wege Scythogaalischen Völker- und Sprach- 
Kinziigs in Sioillen entstanden seyn. *) Für die Herrschaft dieser 
Sprache in jener Zeit und auf jenem Boden spricht auch die Deut- 
barkeit des dort vorkommenden Sclaven-Nameus Micytho aus Mt- 
Sciot, Thefl-Skythe, Halb-Skythe. Und so möchten auch diese 
Bemerkungen den Ansichten Humboldts über Iberische Anwesen- 
heit in den Inseln zur Seite stehen. Auch Italien bleibt den Chro- 
nieles fremd — aber Jafan, der Japetide zieht dort nach dem We- 
sten — und das Feld Iliums, Dardania, Ta-ar-tan, der Er -Sitz, 
ist es, an den sich alle Italische Frühzeit knüpft — Etruskischer 
Frühmythu» verrftth die Ostheymath (Grenzer); Sprache und Schrift 
sind Aramäisch; wie Oskische Sprache Irisch (Ynllancay), nnd 
Oskfeche Schrift AH -Iberisch (Florez); vom Pontus her kommt 
Sabbatius, der Sacke, des Annischen Berosus nach Italien, nnd 
lehrt und regiert dort mit Janus; Janus, Camese, und Saturn, die 
Italischen Völker-Väter des Cato , sind ihm Skythen des Phöniker 
nnd Sackenstamms — von anderer, der West-Seite, her ist dort 
Coelus, ein weiser Atlantfer, zuletzt aus dem nächsten Westeu 
herübergezogen, und der Hercules der dortigen Heracleen ist wie 
Ogmios und Baal Tharz ein Gallisch -Iberisch -Atlantisch -Liby- 
soher. — In Liguren erkennt der Spanier Seneca Spanier, und 
I/igustisehes Ufer im Osten und Westen der Alpen herbergt eine 
Reihe von Heracleen, sicher nicht griechischen Ursprungs, und 
bietet baskisch -Iberische Orts -Namen — endlich führen Alpen- 
Strassen den ebenfalls nicht griechischen Hercules nach dem Pa- 
dns, nnd im ersten Aufdämmern der Geschichte ist es Belloves, 
der seine Völker aus den Gauen des späteren Gallia dem Boden 
Nord-Italiens zufuhrt. — Da ist doch wohl Stoff genug, um dem 
Bilde der Frühbevölkerung Italiens die lebendigsten Farben zu 
leihen: Erst und nranfänglich , nach Berosus im 19. Jahr der Se- 
miramis, 1994. v. Chr., Javaniten vom Pontus, über Jonien und 
Thrake herangezogen, mit Sabatius aus Araenia Saga, dem Sa- 
ft) Hier scheint sich eine Combinatlon zu erbieten, deren Kühnheit wohl 
mehr in der Neuheit liegen , und die daher vielleicht nachsichtige Aufnahme an- 
sprechen dürfte. \Vie wenn der ChaJyhe mit dem Cydopen, Anstäns einaugigter 
Arimaape mit Homers einaugigten poKphem in einander verschmolzen, ein Bild, 
aus Skythischer frühester Berghau- und Schmelzkunde hervorgegangen, erkennen 
Hessen? Der Chalybe war Bergmann, Schmelzer und Waffensohmidt, wie der 
Cyejope ebenfalls Schmelzer und Schmidt, jener wie dieser in seine Berghohle ein- 
K&chlossen , Cal, und der Arimasne, der Nachbar des Gotywächters, wohl eben-' 
falls Schmelzer. Nach Cal-ib-ih, Volk im verschlossenen Sitz, Gou-cnl- 
ab, eingeschlossener Schmidt, Ist es also jener Verschluss, Ca], der Cha- 
lyben und Cy dopen, es ist die Bfaaugigkeit vielleicht schon, wW heute, das 
pornaoge , die Waffe gegen das Schmelxfeuer , die fen, Gtfdaclunelzejr Arimasnda 
and Polyphem den SisenBctaneUer einigt. 



- U9 — 

ck*», 4*r hier als Jana« -Baal, Cemas-Baal regiert, wa$L als Sa- 
turn, und wieder Janus lehrt — Aborigeues. 

pann Iberen Tom Südrande der Pyrenäen , erat gegen Ruad- 
aun, den Rothfluss, Rhodauus und diesem aufwart* aber Cottische 
und Pouninische (Summus Penninus, Sempione, SiranJonj Alpe ge- 
zogen , und hier bis gegea Arno und Tiber Mn ein Ligustica und 
eine Heracleen- Kette gründend — Turaeenen, Rothläader, At- 
lautier. 

Weiter Mischvolker von griechischem und Insular -Boden her 
in mehr wechselnden Kiazelniederlassungen der Frühzeto erkenn- 
bar — Hellenen, Pelasger. 

Endlich Eocaidtan-Gaalen von jenem fluad-aun über das rhati- 
sebe (Buteneu) Kl-fotb-ia, Helveten-Land unter BeUoves herange- 
zogen, dort Gaal-dua~seis, Berg-Gaalen, hier Grunder 4er Dode- 
copolitien, Tusken, Ta-aos-ce-ih, hier Volker des Bundes- Landes. 
Also: neben und mit Autochthonen , wenn Italien welche hatte, 
und als vuleanifche* Product nicht vielleicht erst spät wohnbar 
(ai-uea> neue Wohnung, Aeneas) wurde, successive Mischung 
erst von Asiatischen Skythen -Iberen — dann von Kuropaischen 
Skytben^Iberen vom Ebra — weiter von Pelasgo - Hellenen einer 
Mischung von NiloUschen Skythen-Iberen und Javaniten <!es frühe- 
sten Armenischen Auszugs *~ endlich wieder von Europäischen 
Skythen- Iberen von Eoeaidtan, ihrerseits aus Calma-Gaal-1 bereu 
von Gaalag entsprqssen — und so vorherrschend Skytke - Iberi- 
sches Element in Blut und Sprache! 

So vielleicht löst sich auf einfachst leichtem Weg das Rälhsel, 
wenn es eines ist, das der engen Verwandschaft lateinischer mit 
griechischer, zugleich aber auch dieser beyden {Sprachen mit de- 
nen des Orients und dem Europäischen Spraejistamm, den man den 
Germanischen zu nennen gewohnt ist, ohne bis jetat mit seiner 
eigentlichen Heymath völlig im Reinen au seyn. Offenbar aber 
kann das Auffinden eines solchen Sprachsammtquells in noch leben- 
den Sprachen Europens, und die Möglichkeit einen solchen Maas- 
stab zum Vergleich, anzulegen, offenbar kann und muss diess da- 
hin führen, die Analytik der einzelnen jener Sprachen über ihre 
seitherigen Schranken auszudehnen , eben jener Verwandsohaft 
nur noch tiefer auf den Grund zu sehen, und sie in ihren man- 
niohfachen Verzweigungen leichter und sicherer zu verfolgen, zu- 
mal wenn, was freylich schwer zu erwarten ist, es möglich- seyn 
und gelingen sollte, die Sprachen Irlands, Hochschottlands, Wa- 
les, Nieder-Bretague, und der Baskischen Pyrenäen -Gegend viel- 
leicht zugleich die der Alt-Friesen auf eine gewisse Grund-Einheit 
zurück zu führen, und dann griechische und lateinische Sprache 
in dem Standpunct aufzufassen, ehe sie angefangen, jede für sich 
ihr eigenes Sprachleben au leben, und sich aus sich selbst weiter 
heraus zu bilden. 
Eine Nachholung zu p. 168. wird hier am Sehluss den besten 
Platz finden. Der Verfasser kommt hier auf die Britannischen Inselo, 
wo, nach ihm, sich keine irgend sichere Spur eines Daseyns von Ibe- 
ren-Basken findet. Auch diese Behauptung, Iberen ausschliesslich 
für Basken genommen, steht ganz uneingeschränkt fest, auch im Ge- 
genhalt der Nachrichten der Chronicles und der Übrigen Chronisteu 
jener Inseln. Nur Gaal-ag-Gaalen, nirgend Bnaisce-Gaalen lassen 
die Chreniolea im Vebergang über Bearaa Eoeaidtan, das spätere 



Gallien , grijndeo. Nach Irland ziehen ihnen am frühesten Cathac- 
Cia.-iieu, wahrscheinlich aus Algerbe, also wieder nicht Buaisce-Gaa- 
len, deuen später Gaalag - Gaalen , die MUesier, dorthin folgen, und 
die Begleiter der Phöniker, die 1030 v. Chr. den Bergbau in' Breotan 
eröffnen , sind ebenfalls Gaalen von Gaalag, nicht von Buaisce. Nen- 
nius weiss gar nichts von einem Einzug nach Gallien, wenn immer 
er auch Franci ans Alanisch- Spanischetn-Skythen-Stamm hervorge- 
hen lasst. Nach Irland gelangt ihm erst Partholau, wohl jener Ca- 
thac, also nicht Baskischer Algarbe, dann, Nimech, wohl vom IiOgh- 
rewiss, Ligeris, und Gweindt, Vendee, 4er Triaden, herübergezo-r 
gen, endlich Clamhoctor, der Gaalagscbe Itfüe-Espan, MUesier der 
übrigen Chronisten. Gleiche Einzugsfolge berichtet Giraldus. Aus 
Irland nun ziehen den Chronisten Breac und Brydain nach Britannien 
(Breotan, Traigrce) und gründen c|ort Brigantes und Walliser, und 
Neu nius lässt Hb torin das früheste Reich von Dalrieta errichten. 
Nach allem diesen also ^Igarbische - und Gaalag -Iberen in Irland, 
und von da in Britannien, in Gallien aber ausschliesslich Iberen von 
Gaalag, mithin in Britannien und Gallien nirgends eigentlich Baskische 
Iberen, und so die Behauptung Humboldts aufrecht erhalten und über- 
all bestätigt. So darf in Britannien eine Spur Baskischer Abkunft 
aus Baskischem Sonderstamm nicht gesucht, und kann dort nicht ge- 
funden werden, wenn auch und während Oconnor dort im grössten 
Theile West-Britanniens die Iberische Sprache der Gaalen von Gaa- 
lag, der heutigen Iren wieder findet, und während Vallapcay die alt- 
brittische Spraohe mit Alt-Irisoiier, also Spanisch-Iberischer für iden- 
tisch hält — und wenn der Humboldtische Grund für Verschiedenheit 
britannischen Bluts vom Baskischen: der der Britannischen Uebereiu- 
st im in wog mit Gallien, wenn er, streng richtig, den Britannen vom 
Basken trennt, so einigt er anderer «Seits, die Erzählung der Chroni- 
cus belegend, den Britannen mit dem Iberen von Gaalag, aus dem 
die Täter der Historinischen Frühbritten wie der Aquitanen hervor- 
gegangen. Gallien unmittelbare, wie Britannien theils ebenfalls un- 
mittelbare, theils über Irland mittelbare Colonie der Iberen von Gaa- 
lag, sie mussten nothwendig unter sich mehr TJebereinstimmung ver- 
ratben, als mit dem zwar volksverwandten aber stammverschiedeneu 
Basken, der weder an Galliens, noch an Britanniens und Irlands Be- 
völkerung Theil hatte. ' 

Üebrigens ist hier noch ein Umstand nicht zu übersehen, der im 
Felde der Forschung der Verwandsohaft der Gaalea-Völker aus der 
Sprache von hoher Wichtigkeit ersoheint. Bey den verschiedenen, 
unter sich bedeutend abweichenden Dialecten der verschiedenen Bas- 
ken-Bezirke, möchte wohl, zmnal eben wenn es sich von Verglei- 
chung mit andern Sprachen handelt, viel darauf ankommen, den Be- 
zirk auszumitteln, wo erwartet werden darf, dass die Sprache vor- 
zugsweise ihre altertümliche Form und Reinheit beibehalten habe; 
eine Erforschung, die um so un erlässlicher erscheinen dürfte, wenn 
bedacht wird, dass von den frühesten Zeiten an, die mit PhÖnikern 
gemischte Einwohnung \a jenem Lande auf die' Sprache desselben 
fast nothwendig merklich eingewirkt haben muss, dass es also eigent- 
lich wohl nie eine vollkommen reiue Basken-Sprache gegeben haben 
mag. Zu Auffindung eines solchen, zum Zweck vorzugsweise brauch- 
baren Bezirks scheinen aber selbst die Humboldtischen Forschungen 
dann das Mittel zu bieten, wenn voraus angenommen wird, dass je- 
ner Bezirk nur da zu suchen sey, wo die alten Basken wirklich und 
vorzugsweise heimisch geweseji sind. Hierüber nun höre man zu- 



— IM — 

erst die Geographie der Chronicles. Ton der Ebro -Mündung ans 
aufwärts gründet Fialloac sein Buaisce. Den Duro hinauf zieht Calma, 
und dann nach Norden, und da findet er die Dubar-Gaalen von Bu- 
aisce. Gaalags Gränzen ergeben sich aus den Priester -Stationen, 
die unter Ardfears Regierung regulirt wurden. Sie berührten bey 
Er-aoi, wohl dem hentigen Irun, die Nord -Küste, bewegten sich 
landeinwärts über die Osthöhen der Cantabrischen Berge, Ceann-Iber, 
zum Ebro, wo nach Mir-aun-ta, hier der Scheidungsfluss , noch im 
heutigen Miranda des Ebro, der Gränzpunct im Fluss sichtbar ist, 
gegen die Quellen des Puro, Soria und nun längs dem Fluss, wieder 
über ein, Miranda des Duro, heute Portugal von Spanien, damals Gaa- 
lag vom übrigen Eisfeinia scheidend, bis zur Westküste. Im Calmas- 
. Einzug musste nothwendig ein Zurücktreten der Eingeborenen ent- 
stehen, die früher dem Einzügler feindlich entgegenstanden, später 
sich mit jenem mischten. Den Zufluchtsort bezeichnet das Nam-ar- 
ram, pron. Navarram, das Qconnor in: die Berge der Feinde 
übersetzt, und der in Fen-gneath-ih, pron. Fenetih, oben gedeutete 
Vindius mons. Kampflos überzieht Eocaid, der Gründer Aqnitaniens 
die Bearna, und giebt dadurch der Gaalagischen Gränzansdehnung bis 
bu den Füssen der Westpyrenifen, den Thälern von Ronceval und 
Bearn nnr noch mehr Wahrscheinlichkeit. So fällt das 'heutige Bis- 
caya mit Guipuzcoa, ein Theti Castiliens und Leons, endlich Asturien 
und Gallizien in das Loos der alten Gaalen von Gaalag, das heutige 
Arragonien und Catalonien in das der Gaalen von Buaisce, und die 
Berge Navarras erscheinen als. Sitz zurückgedrängter, steh verber- 
gender, Ceplt-ih, Landes -Eingebornen ,- alles in der Zeit vor dem 
Auszuge nach Irland. 

Fun zieht Marcad und seine Gaalag -Gaalen mit Weib und Kind 
ab« Natürlich rücken in die verlassenen Sitze zunächst und wohl 
hauptsächlich in die westlichem die seither in die Berge zurückge- 
drängten Eingebornen ein, und nun entsteht in den Qststricheu des 
alten Gaalag Mischung dieser Eingebornen mit gleichfalls nachrücken- 
den Nachbarn von Buaisce — und hieraus erbildet sich der Zustand 
der Vülkersitze, wie und wo sie die alten Geographen finden. So 
und darum heissen ihnen die Galläken im allgemeinen Celtioi, in Be- 
zeichnung der reinen, mit Iberen-Basken unvermischten Eingebornen, 
die Paskisch-Kelüschen Bewohner der Ebro-Quellen, Paesici, und die 
alten reinen, nur mit Phobikern gemischten Buaisce -Gaalen am Mit- 
tel- und Unter -Ebro, Vascones und Vescitani. Und diesem sonach 
völlig mit den Chronicles concordirenden Gemälde der Alten entspre- 
chen denn auch die Bemerkungen von Humboldt und von La Tour 
d'Auvergne, wenn jener im Lande der alten Vasconen im Verhältnis* 
zum Baum die grösste Zahl Baskischer Ortsnamen findet, und wenn 
dieser den Baskischen Dialecten Biscayas keine oder schwer erfindli- 
che, der Sprache und Sitte der Arragoqier aber eine solche Aehu- 
lichkeit mit Bretonischer Sprache und Sitte erkennt, dass er kein 
Bedenken findet sich darüber p, 119. auf folgende Art zu äussern; 
„Annoncer que les Breton» Armoriques et les Aragonais ne formoi- 
ent anciennement qu'un meme peuple, une meme nation* en un mot, 
que leur origine est la meme etc." 

Hiernach schon mochte eine Vergleichung mit Gaalisohen Spra- 
chen der Britannischen Inseln nur weniger sicher auf Biscayische und 
Guipuzcoaische Dialecte gebaut werden können, und wenn Hum- 
boldts Aeusserung des mehreren Vorkommens Baskischer Ortsnamen 
im Lande der Vasconen mit La Tours Wiedererkennen des Bretonen 



— tSi - 

im Arragonier eine Art von Üebereinstbnmimg bieten , und trenn xrei- 
ter Humboldt und La Tour sich im ürtheil über den Zusammenhang 
der Sprachen der Inseln nnd Nieder -Bretagne'* und somit Galliens 
begegnen; so erbietet sich doch darin eine Abweichung: dass Hum- 
boldt ein Herfiberreichen der Aehnlichkeit über die Pyrenäen nicht 
gefunden haben will, während La Tour im Arragonier in aller Hin- 
sicht den Blutsverwandten seines Bretonischen Vatervolkes erkennt — 
ein Zusammentreffen , das vielleicht einzig dadurch erklärlich wer* 
den möchte, dass Astarloa, Erro, Larramendl sich vorzüglich, viel- 
leicht einzig mit den Dialecten von Biscaya und Guipuzcoa beschäf- 
tigt haben, die nach obiger historischer Zergliederung kaum für rein- 
baskisch werden gehalten werden können, wenn auch wirklich die 
Ursprache der Basken als Hauptelement in ihnen vorherrschen sollte. 

Auch der r&thselhafte Ursprung der Caledonen, wie überhaupt 
die Schottische Frühgeschichte darf aus den Chronicles und der An- 
wendung Irischer Sprache, im besondern auf die sparsamen Geschichts- 
daten der Römer, einige Aufklärung erwarten. Vom Römer lernen 
wir zuerst jene Caledonen, ihre Wohnsitze als Berge und Wälder 
kennen, und ein Heerführer derselben heisst: Galgacus. Der Volks« 
name der Caledonen ist völlig Irisch, und bedeutet, im Einklänge 
mit der Beschreibung, die der Römer von ihrem kaum einmal gesehe- 
nen Lande macht, in Coil-dun-els, Coil-tan-eis, Menge, 
Volk der Waldhügel, des Waldlandes, Cal-a-dun, Hügel* 
umschlossene, und so erscheint Walter Scotts Uehersetzung, wohl 
aus dem Hochschottischen , in Waldmftnner völlig richtig. Der 
Name Galgacus ist den Chronicles nicht fremd. Cealgac, der Bru- 
der Calmas, herrscht im Caucasischen Iberien, zur Zeit des Calma- 
Auszugs; Gialcad, Oleols Sohn^ von 550 — 541. v, Chr.; und Gialcad, 
Erstgeborner des 854. erschlagenen Ugoin, von 854 bis 337. v. Chr. 
in Irland. Der Name bedeutet: den listigen, verschlagenen, schlauen. 
So ist jener Galgacus der Caledonen entweder Ire, Anführer Irischer 
Hülfsvölker, oder der Caledone bediente sich in Namens - Zuteilun- 
gen Irischer Sprache, wenn er nicht selbst Ire war. Die Chronicles 
endlich enthalten eine Nachricht , die allenfalls auf jene Caledonen 
hinweisen möchte. Zwischen 800-^270. v, Chr. unter Ugoin -Moi*a 
Regierung landet in Loc-Teobal an Irischer Nordküste ein Haufe von 
1685 Mann, lauter Jünglinge, kein alter Mann und kein Knabe, star- 
ken Gliederbaues, fürchterlichen Anblicks, am Nacken den Schwerdt- 
riemen, und die Hand mit langem Spiess bewaffnet. Sie kommen zn 
Schiff vom Norden, ohne Mundvorrath, und nennen sich Feotar, und 
ihren Führer Cruiten, neben dem sie noch 80 Häuptlinge haben. Von 
ihrer Sprache sind nur einzelne Worte den Gaalen, auch nicht ei- 
nes den herbeigerufenen Danans verständlich. Die angebotene Nie- 
derlassung im Lande verweigern sie, verlangen aber Weiber und 
Friedensbündniss, und erhalten beydes unter dem Beding, dass den 
Söhnen aus den mitziehenden Töchtern der gaalischen Häuptlinge die 
Herrschaft über die neue Heymath gesichert werde. Im feierlichen 
Act der Bündniss- Weihe streuen die Fremden aus ihrem Lande mit- 
gebrachte Erde, darauf fussen sie, den mit der Spitze in den Boden 
geatossenen Speer in der Linken, die Rechte zum Schwur bey der 
Kr de erhoben, und die Vertragsworte werden zur Volkschronik nie- 
dergeschrieben. Von 100 Töohtern des Landes, unter denen 10 
Töchter Irischer Häuptlinge, begleitet, kehrt nun der Haufe zu sei- 
ner Heymath zurück, und der Punct der Abfahrt ist Ard-tain, an der 
Nordost-Küste der Inael Bald darauf erscheinen jene men of Feotar, 



- tw - 

hier tarn Crnttens-liAnd, üb er wog »qf 4er Bahne der Chronieles. 
Lajoire war von seinem Bruder Gialcad ermordet, sein Sohn , Duac, 
«ich stumm stellend und deshalb Jtyaon, der Stumme, genanut, nach 
Cruitens-^and der Feotar geflüchtet Kr zieht in Begleitung von 200 
Feotar-Kriegern *ur Blutrache nach Irland herüber. Ein Nordsturin 
durch drey lange Tage und s&wey kurze Sachte (der Römer Bemer- 
kung in Severe Caledonen-Zug) treibt sie bis zur Mündung des Slainge 
am Südostende der Insel. Hier gelandet durchziehen sie in nördli- 
cher Richtung das Land, uud wenn die Kinder Ibers zu Ehren des 
machtigen Baal die Kniee beugen, a>nn nestreuen die Söhne Feotar 
den Boden mit vaterländischer Erde, und beten zu den Geistern des 
Grundes. Das Unternehmen gelingt, Maon erlegt den Doppelniörder 
Gialcad, der ohne Grabhügel (Tuaim) in die Grube der ebenen Erde 
gelegt wird*), und Mann, der Stumme, spricht, und erhalt daher 
den Namen: Labrai, der Sprechende , unter dem er den Königsstuhl 
seiner Väter, später den Erintfonn-Thron besteigt. Jener Landungs- 
punet von Slainge (Wexford) aber erhält zum Andenken der Landung 
der Männer von Feotar aus Cruitensland den noch jetzt bestehenden 
Namen: Logh - Garman. 

Diese Erzählung der Chronicles scheint wichtige Aufschlüsse zu 
erbieten. Die Ankunft auf proviantlosen Schiffen, die Landungsorte, 
der frühere in Febal, dem Busen von Londonderry, der spätere, nach 
sechztgstündiger Fahrt mit Nordsturm erreichte von Slainge, die Bhede 
yon Wejcford, der Abfahrtspunct zur Heymkehr in Ard-tain, jetzt Bei- 
fest, die Zuflucht; die Maon zu. tyer, dem Feqtar-Häuptling, nimmt — 
alles «Jiess deutet sichtbar auf eine den Irischen Nord- und Nordost- 
küsten ganz nahe gelegene Heymath jener Feotar, im hohen Nordwe- 
sten Britanniens, wohin Geschichte und Geographie der Alten die Wohn- 
sitze der Caledonen verlegen. Die Waffen jener Feotar - Männer, 
Schwerdt und Spiess, Cqlgund Cran der Gaalen, im Gegenhalt der 
Steinschleuder und Jteule der nordischen Dan ans, mit denen diese den 
Gaalen bey Iths Einbruch entgegentreten; die Einzelworte der Feo- 
tar -Spraohe <Jem Gaal-Iberen verständlich, der Danaus, vom Norden 
eingezogen, völliges Niehtyerstehen auch nur eines der Feotar- Worte, 
nie weissen eben so auf frühere, wenn auch unbedeutende, Mischung mit 
fraaleu, als auf einen andern, wohl noch mehr nördlichen Urs itz jener 
Danan, deren Worte: Stanolidden, Oldanmaot, Cloden, in Steinklippe, 
Alt -Dänen -Macht, Leute, an Germanische Sprache anklingen, überall 
$uf Blut- und Stammverschiedenheit zwischen Danan und Feotar. 
J>Äe Verehrung der Erde und der Geister des Grundes, im Gegensatz 
der Baal -Verehrung der Gaalen, zeigt auf Hjfordland, und auf JEinge- 
burt, Bodenkinder überhaupt. Und so, vielleicht nicht unwahrschein- 
lich, war jener Feotar -Name selbst g$ajisch, und Vebersetzung des 
jenen Fremdlingen und ihrer Sprache gehörenden: Cruiten, Cruit 
(Kraut, Bodenfrucht, Bodenkind, selbst Boden?) in's Gaalische Feod, 
Erdscholle mit der Frucht, die sie trägt, oder in Foidh, Wald, und 
dann gleichbedeutend: Feod-ar w\p den filiis Vethan des Nennius, 
dort den Eingeborenen des südwestlichen Britanniens, Fpidh-ar mit 

#3 Den Studien aas den Gräbern kommen die phrpnlcles mit mehreren No- 
tizen zu Hülfe: Sie keimen I) T na im, Erdhücel an der SteUe des Falls über 
dem Leichnam des Kämpfers errichtet 2} Carn, Steigbügel über dem des meuch- 
lings gemordeten Gaalen. 3) Gruben unter ebener Erde, den Verbrecher noch nacJi 
seinem l'ode äjls den Reihen und dem Andenken vertilgend, endlich 4-J Gräber 
der eingezogenen Nordvölker, der Danan, Betten unter ebener Erde, mit vier Stei- 
nen, bey Koni, Füssen, und auf fceyden Seiten, 



— 1M — 

dem Caledonen, CoMuneis -Namen, in dem sie to der Geachieiite auf- 
treten. Au» den Schluss der Erzählung aber geh*, wichtig, wenn 
auch bäckst sonderbar und auffallend, Immer jenes Cruit- Kraut un- 
terstützend, und von ibm unterstützt, es gebt in G arm an der eigent- 
liche Volksname hervor 9 an den vielleicht die Grampisohen poch- 
berge Caledooiens, wo nach Walter Scott Severus schlug, wieder an 
erinBern geeignet sind» (80 vielleicht ein Blieb: eröffnet in die dunkeln 
Tage nordischer. Germanisch -tute tonischer Urzeit: Dan an, nordische 
Germano - tuistonen, 1017. v. Chr. noch vor der 1081. v. Chr. erfolg- 
ten IiOsreissnng Britanniens vom Festland nach Irland hinübergezo- 
gen — Feotar-Cruit-Garman, ebenfalls Germano -tute tone, aber 
durch und seit jener, nun mehr als 700jährigen Jbosreissung jenem 
stamm verwandten, seit mehr als 800 Jahr getrennten Danan entfrem- 
det, in Mischung mit Siluren in Sprache nnd Waffen dem Gaalen nä- 
her geführt. Dann Germanen wie Danen, in Garm-an und Dan -an 
uralte und Sammtaaroen des Tutetonischen Germanen -Stamms, der 
Germanen -Name nicht erst nuper additum, der Danen -Name nicht 
aus dem, dem Sigovesen-Gothen den Namen verdankenden Codanus 
entstanden. So ein eingeborenes Einstamm- und Sprachvolk überall 
im Norden, festländischem und seit 1031. v. Chr. insularisohem, ver- 
breitet, das in den Qhronicles in -Danan nnd Garman die Spnr sei- 
nes Daseyns, und in seinem Krddienste die Spur, dem Osteinzug 
widerstrebender, tellurtecher Beügion verkündet.) Im besondern 
Bezog auf den Caiedonen- Ursprung setzt sich wohl aus allem 
diesen mit einiger Wahrscheinlichkeit die folgende Vermuthang zu- 
sammen: Auch der Norden Britanniens hatte in der Urzeit seine 
Eingeborenen, eben wie Irland und Spanien in Firgneat und Ce«-gail 
der Cbronicles und Südbritannien in filii Vethan i. e. cet-guely dea 
Kennius. Beschreibend, aber nur erst sp&t neben Cajedenen, unbe- 
kümmert um früheres Binvolksthum , nennen sie die Römer Picti* 
Sehr frühe schon erfuhren die Gegenden im näheren Norden des Clyda 
eine Mischung mit Gaalen. Es waren diese Gaalen von Gaalag, 
1036. v. Chr. mit Phobikern nach den Bley- Minen von Dun-mlaaac* 
Devon, gezogen, bald sich mit jenen Gelahrten verfeindend, nnd dem 
JSorden des Landes zuziehend. Das factum der Mischung selbst liegt 
zwar nicht in den Cbronicles vor, wohl aber das des nordwärts ge- 
richteten Abzugs aus den Gruben von Devon, aus dem nnd der da- 
von zu erwartenden Ausbreitung Ooonnor mit hoher Wahrscheinlich- 
keit das Entstehen der Siluren herleitet, und eine Gaalen-Ausbreitung 
bis zum Clyde hin beweisst die unverkennbare Herkunft der dortigen 
Ortsnamen aus Gaalischer Sprache. Ueber den Abzug aus Devon 
sagt Oconnor, die Cbronicles ezcerpirend, Demonstr. CCLXXXIII. : 
„Die Chronicles of Eri lehren klfirlich, dass Gaalen von Gaalag, 
und von Buaisce (von Buatece-Gaalen in B reo tan und Dunmianac 
wissen die Chronicles in Oconnors Uebersetzung nichts) im Dienst 
in den Minen von Dunmianac, mit denen die Sidonier betrügerisch 
getheilt, den Grubenbau verlassen, und, nordwärts steuernd, sich 
an den Küsten, Im-aon-ar, dem heutigen Man, gegenüber gesetzt 
haben, von wo aus sie sich dann weiter nördlich und östlich aus- 
gebreitet. u 
Aus. dieser Nachricht der Chronicles > der durch die Namensher- 
kunft der Orte bewiesenen Ausbreitung bis zum Clyde, der Wahr- 
scheinlichkeit der Annahme: dass in jener Ausbreitung der früheste 
Keim des Siluren - Volks zu suchen sey — aus allem diesen im Zu- 
saauaeuhatt mit Ganten- Walen und Gaaltechen Einaelwortea, mit 



- 1*4 - 

denen 4er Jftagltng aas Craltens-LaHd den Irischen Böden betriet , es 
Mass daraus der Glaube an eine Mischung der Eingeborene» am 
Clyde-Ufer mit eingezogenen Slluren-Gaalen fast nothwendig hervor- 
gehen , wenigstens sieh vollkommen rechtfertigen. Und so mag es 
denn geschehen seyn, dass irgend eine Ursache aus diesen im Clyde- 
Norden und im Westen der Grampisclien Berge sesshaften, mit Siluren 
gemischten Eingeborenen einen Hänfen Jünglinge mit Mischsprache 
nnd Gaalischen Waffen nach Irlands naher Nordküste hinüberführt, 
der mit Irischen Weibern, und einer Successions-Form der bevor- 
rechteten weiblichen Linie, die Oeonnor, Ohren. II. 383. not-, die Ca- 
ledonische nennt, in die Heymath zurüokkehrt, dort im neuen , der 
Sprache des Taterlands der neuen Stammmütter entlehnten Namen von 
Coil-dun-eis ein neues westliches Pioten- Reich der Caledonen grün- 
det, und, sonderbar genng, im Volksnamen von Garman und dem Erddien- 
ste an die Germanen des Tacttus und seinen: Tttisto terra editus erinnert* 

So sind es Eingeborene — ungemischte, Bieten; und, früher mit 
Gaalischen -Siluren, dann, durch Irische Weiber, mit gleich Gaalischen 
Iren gemischte, Caledonen, die bis nach Severe Zeit den Norden 
Britanniens erfüllen, und kann dort nicht eher vonSooten und Scotia 
die Rede seyn, als bis Im Jahr 858 n. Chr., der Zeit, wo Eocaid Ca- 
irbre, der kriegerische Cairbre, unter dem Namen Rig-Fada, ir. Kö- 
nig der Gründung, Irisobe Sooten dort einführt, und im Clyde- Nor- 
den dem neuen Sitz in Dal-rig-fada, ir. Theil des Gründer -Königs, 
Dalrieta (das später nördliche, im Gegensatz des frühern und südli- 
chem des Nennius) und Ard-gael, ir. Gaalen- Höhen, Argyle, die 
neuen Namen giebt. 

Zwischen 450. und. 550. folgen dann Einzel -Eineiige von Juten, 
Saxen, und Angeln, und im Mittel, 503., erscheint Feargus, der Irische 
Schotte, der sich im Süden jenes Dalrieta und des Clyde setzt, den 
Königsstuhl , Liafail, aus Irland herüberführt, und dort Gaal-adh- 
biadh, pr. Galawia, ir. Land zum Unterhalt der Gaalen bestimmt, Gal- 
loway, gründet Vergl. Chron. Demonstr. p. CCJLXXXIV. CCLXXXV. 
CCCXXXHI. 

So und hieraus endlich stehen seit dem 5. Jahrhundert dort nur 
Picten und Sooten, unter diosen ältere, Attaootten, Kata-Soiot, Alt- 
schotten, die Schotten von Dalrieta, einander gegenüber, und verhallt 
so seit jener Zeit der Caledonen -Name in dem der mit ihnen seit 
300 n. Chr. also seit 800 Jahren verschwägerten Scoten-Iren, die 
zum Schutz früher gegen Römer, später gegen Saxen sich in Caledo- 
nisehen Frühsitzen ansiedeln,, und «Q das alte Cajedonia in Sootia 
umwandeln. 



Zu S, 59. O) 

Bey dem hohen Werthe, den Cato's Zeitgenossen und Landsleute 
auf seine Origines gelegt, und bey der Wichtigkeit ihres Einklang» mit 
den Nachrichten der Chronicles, und der darauf begründeten, hier ver- 
suchten Darstellung, darf die genauere Vorlegung der treffenden Stel- 
len hier nicht unterlassen werden. Sie finden sich, angeblich in Frag- 
menten und ungeordnet aus den Collectanets vetustis ctijusdam Gui- 
lielmi Bfantuani, bey dem sonst verrufenen Annius von Viterbo, in 
seinen Commentariis Antiquitatnm Paris. 1512 fol. Die Zweydentig- 
Iteit der Quelle kann nicht abhalten, .jene ätellen hier wörtttoh> mit 



— IS» — 

den Bemerkungen de« Amtiae, einfliessen tm lassen, aumal die Con-r 
cordanz mit den Nachrichten der Chronicles in dem Grade auffallend 
ist, das« die Alternative fast kategorisch erscheint: das* entweder die 
Chronicles selbst aus Jjuiisehem Hojze geschaltet, oder dass hier die 
Annisohen Berichte Seht und unverfälscht seyn müssen. Eine billige 
und gerechte Kritik mag entscheiden» und dem Cardinal von Este auf 
die Frage antworten: Messer Annfto onde aveto preso tutte queste 
coglionerie? Die Stellen seihst sind die folgenden: 

p. JLV1II. fragm. 2. Catonis: „Italtae splendidissinia origo fuit tum 
tempere tum origine gentis. Coepit enim aureo saeculo sub prin-r 
cipibus diis, Jano, Camese, Saturn«, geute phoenica et Saga, quae 
post inundationem terrarum per orbem prima colonias misiu 
Et de mundi quidem origine autores non paria seaUunt. NamChal? 
daei sibi sempiternitatem persuadent. Phoenicibus vero ac Sagis 
ntagis placet origo. Inter utrosque convenit anteNinum circiter 
annis 250, quibus duravit aureum saeeulum, terrae fuisse 
inundatas et in Scythia&aga renatum mortale genug. Sive 
enim ah aeterno mundum ezisUmes — prineipatus origiuia 
eemper Scythia tribuitur, a quibus auetis colonias per orbem 
misaas ferunt." 

Hierzu bemerkt Annius: „Est autem Saga lingua Aramaea 
id quod Sangni lingua Sahina , et ab ea Sanctus Sacerdos lin- 
gua Latina. Unde Sagam Festus pro Sacerdote expiatrice ex-\ 
poenit, et D. Hieronymus; libro interpretationuui , pro sacrificule 
et immolatore i. e. pontifice interpretatur. Quare illa prisca gen* 
post diluvium dieta est Saga Le.pontificia et thusca sive sacrifico- 
la, quia, teste Beroso, religiones et ritus aJano edoeta primum fuit. u 
Es endet hier also, nach Cato, das güldene Zeitalter und es be? 
ginnt das Wiederaufleben des Menschengeschlechts in Sakischem Sky-r 
tnen-Lande, Skythia Saga (bey Berosus : Armenia Saga) 250 Jahr vor 
Ninus. Diess trifft mit den Angaben der Chrontcles zeitlich .und sachlich, 
wenn diese au Assurs (Eis-Soir) Zeit ihren Ardfear Naoi, den grosr 
sen Mann des Schiffs, Fluthmann, das Skythen -Reich von Ardmion 
gründen, und aus diesem Ja-fan mit Ogeageis, Jath-Sciot und Gaoia- 
taelaes, Calma und Ronard ausziehen lassen. Die Principes Dii, hier 
schon durch: gente Phoenica et Saga hinlänglich als Skythen bezeich- 
net, sind auch sprachlich vollkommen Skythischen Ursprungs: Janus, 
Ain-aos, das ehrwürdige Zeltalter, aureum saeeulum, oder Jath-nous, 
pr. Janous, das Land der Erkenntnis«, des Wissens — Camese, 
Ce-mass, wörtlich: eoncentrirte Erdkraft, mythisch ein Skythischer 
Name Baals, der Sonne ( — The grand features of the Scythian race — 
were: — the adoration of the sun personified by the name of Baal, 
Cemas etc. Chron. I. ex.) — Saturnus, Saoi-tur-nae, der hochge- 
lehrte Anfuhrer, Häuptling — alle sichtbar auf Einführung aller Art 
von Kenntnis«, Religion, Schrift, Ackerbau etc. hindeutend. 

Auch der von Cato berichtete Skythen- Glaube an Weltschöpfung, 
im Gegensatze der Weltewigkeit der Chaldaer, belegt sich einiger- 
maassen durch die Worte der Chronicles 1,2: It is said Baal formed 
every thing from the earth, the water, and the air, and in to man 
aJone breathed the spirit of fire, pure esseace of himself, the effect 
whereof is reason — und eben so belegt sich die Deutung, die Festus, 
Hieronymus, und Annius selbst dem Aram&ischen, also Armenisch- 
semitisch-skythischen Worte Saga gegeben, in Shagach, pr. Shaga, ein 
Weiser, und stellt den Grundbegriff her, in dem Sangni und Sanctus 
in Sabinische (Oskisch-etruskiÄCh-skythisch, conf. Vallancays Gram- 



- 1S6 "— 

ntnr) und Lateinische ftptmcbe fib orgCKa agen *** Endlich Ist In dem: 
gente— enae — misit, dem hier festgehaltenen Sfngitiar, die nanilicte 
Kinkindschaft tob Phcnütern und Sagen — in dem dem Scythen An- 
geschriebenen principatus originls gaas das nämliche Bild erkennbar, 
das durch die Chrontcles über die früheste Volkeransbreitung eröffnet 
und dem Auge grundrögWch dargestellt Ist, Jafan im Südosten Eu- 
ropene, Aat-Selot Im Nordosten, nnd Skythen darch Dabar und Causa 
im Westen! So steht jene Stelle Cato's, als Geschieh tsdatum, ebei 
Wie die durch Festns nnd Hteronymus verstärkte Sprachbemerkung 
des Annias, sachlich, chronologisch und sprachlich mit den Chrontcles 
im voUkounnensten Einklänge, und es müssen AnniiU wie Oconiors 
Manuscript nothwendig ans einer und der nämlichen Quelle des Trugs 
und der Lüge dann geschupft haben, wenn jene Aenaserung Cato's 
tmScht und ans Annius Gehirn hervorgegangen ist. Ein solches, schwer 
vorauszusetzendes Consortium turpe würde dann kaum anders erklär- 
lich erscheinen, wenn anders nicht auch Oconnor der Fälschung oder 
Erdichtung angeklagt werden soll, als in der wohl nicht minder küh- 
nen, jedenfalls nie erweisbaren, Voraonahnie: dnss es Annius «der 
■einem Mantnanfschen Gewährsmanns vergönnt gewesen, «ich Einsicht 
und Kenntniss des Oconnorschen Manuscripts und der Irischen Sprache, 
in der es geschrieben war, nu verschaffen, nnd dass jenes Manuscript, 
vielleicht Patriks Seanagasmor selbst nichts weiter als Hirngespihnste 
sey. Anderer Seite, nnd mit Stgonins und Casp. Barth (Animadv. ad 
©all. etc. Gap. 3.) angenommen, dass die Stelle wirklich aas Cato's 
Griffel hervorgegangen^ möchte sich ein seither nicht beachteter Grand 
rn Entfernung des Verdachts, welcher der Erzählung anklebt, wohl 
allenfalls auffinden lassen. Wohl hauptsächlich mag jener Verdacht 
darinnen beruhen: dass Cato hier den Völkern seiner Zeit einen Ur- 
fiammt- und den Skythen - Ursprung an weiss t, von dem seine 8eh> 
genossen auf römischem und griechischem Boden nichts gewwsst, we- 
nigstens nichts berichtet haben. Da entsteht nun natürlich die Ver- 
flacht erzeugende Frage: woher dem Referenten jene Kunde gekom- 
men, die seiner Mitwelt verborgen blieb? Und auf diese Frage möchte 
schon das Geburtsland des ehrehwertuen und hoebgeprtesenen Man- 
nes (Corn. Neues.' Cato, C. 3.) ziemlich ausneteheade Antwort erbie- 
ten. Er War Uticenser und Numtde, und jenes sein Vaterland war, 
nach Sallust (Bell. Jug.), fch Besitze alter, in pttcrischer Sprache ge- 
schriebener Geschichten, der Hiempsals-fiucher, die Nachrichten über 
die früheste und Ursreit Libyens, Spaniens, überhaupt des Westent 
lieferten. Deicht konnte demnach Cato, als ftuaüde der pnnischen, 
neiher Muttersprache* mfichtig, hier aus Quellen geschafft haben, die 
andern, seinen lateinischen und griechischen M ilschriltstellem unau 1 - 
jganj^teh Äraren und unzugänglich Mienen*). 

#) Dass Cato xaA Trogus Poinpeias ans gleichem tynen geschöpft, *cW*rt 
aus Justins .Vorrede hervorldgefren. Vieflefcht sogar kannte Justift soW* jene 
Fragmente , deren Erdichtung jetzt dem Annius zugetraut wird.. Wenigstens t» 
feine gewisse Concordsnz zwischen eben jenen Fragmenten, und den SKythen-Ge- 

Schichten des Trogus schwer zu verkennen. Cato's Skytliisches PtthcTpat, HM 
äs alles überragende Sfcythen - Alter des Trogus tJastat II. i.} — Cato's «w- 
alter des Ninus tmd die Ninnszeit des Trogus (Justin II. 3.\, in der er den SKV 
thea-Trlbut aufhören Jässt, beyde Angaben in «joh völlig übereinstimmend, wenn 
die Chronologie der Chronicles unterstem wird. Nlnns, hey Cato, clr6a 750 J»u? 
nach der Katastrophe, in den ChrAnicles als Bissoirs vflÄterflttfh bezeichnet, «** 
fenf M44. v, Chr. datfrt — folglich Cato's Nim», und TcSgns Ifiaas , der de» 
lMMkährigfen Tribut ein Ende macht nach der Zeitrechnus« der Chronicles u» 
1994. v. Chr. — und völlig gleiche Zeit erscheint, weYin der Tigris -UeT>erg*hg 
vöft 46to. v. tfor. der Chronlctes , nu der erste »»schritt voia lüdas her, «0* 



= lftt - 

Nim Kitt der minder bedeutsamen, IM Wesentlichen mit der fcato- 
nisthen fibereinstittimeiiden, vielleicht) Wie Barth ve>miuhet, dfetter 
nachgeschriebenen Stelle Semprons. Von ffcr findet sieh in Anritt» 
Antiq. Buch IX. fol. MXIV* der folgende Ausnug ans* dem 6<»* Frag- 
ment der Chorogrnphia Italiäe: 

Mnntes tenent Saft in i, qtifbiw Saga est origo etc. ■— wezu Air- 

»nis bemerkt: Infi» Sabinis Caspiä-Saga est origo gräeea. In 

Wiederholung setzt er hinzu: Quem Aramaei etfftiHsci Sagam dt* 

eunt, eundem Säbini vocarit Sagni et Remani Saneturri, 1. e. Sa- 

cerdtöem eitpiatorem et purum — und hier beruft er stta auf B&- 

rostis; von dem er Im XV. Buch fol. &X. den folgenden Auszog 

giebt: Necesse est fgitur nos e praentisais confiteri, qued et Chal- 

daei et Scy thae - scribunt : Siocato ab aqtti» orbe noa nM nisi 

dtotos octo bbmines in Armenla Saga, et ab hin orane homtema 

geaua in terrte semmatum, aügne ob id Oeythas reete dicere et 

»ppellare Noam onräinm deerum mäjerum et minoram patrem * et 

bamanae gentis aucterem etc. -*- und hierzu weiter sägt Anaius : 

All. OXIlb Sagae Thnsci et Human! origina sunt, aftadqüe utrtsatte 

praeeipue Sagtna nomea manatt: cui argnmento est, quod * Sagte 

Saguntum arbs anti«uisaima fuit Hispanis, ut etiam noaninis deri- 

vatio probat. Thuscos item cognemine Sagos fuisse satis expUca- 

Tim us. Quamobrem Etruscae litterae Sagae sunt, et sermo lere 

illis Sagus, ut in multis vocabulis apparet. 

Soviel nun zuvörderst die Aeusserung Semprons betrifft, so ist 

sie Völlig die nämliche in Bezug auf Sabiner, als die Cate's In dem 

auf ade Völker Italiens und fiberall der damaligen vom Römer gekannten 

Welt, und auch der Von Sempron den Sabinern angewiesene ftfergsfta} 

wie Ihr, geschichtlich bekanntes, Wissen und Lehren geht aus ihrem 

Namen r Säbini, hervor, wenn ihm im Irischen, also Sakisch-Skythi- 

schen: Sa-bmn-ih, Völker unter den Bergspitzen, und Saoi-binn-ih, 

hochgelehrte Völker, letztes völlig mit Shaga gleichbedeutend, der 

Ursprung gegeben wird. 

Die Berosus-Stelle mag nun acht oder von Annlus erdichtet seyit, 
so ist und bleibt es auf das höchste auffallend, dass die Chaldäer uVnt 
Skythen jenes Berosns gerade das schrieben und berichteten, waa Her 
die wtml 350 Jahre nach Annius zum ersten Male das Lieht erblicke*?- 
den Ohrbnicles ihrem Eölus, dem Skythen-Fürsten in Gaalag und frü- 
hesten Chronisten in den Mund legen, wenn es dort Chron. I. 7. 8. 
bey Ardfear-Naots Ted hefsst: and all the people meaned inwardly, 
and tney p'oured fotth lamentatiöns loudly, invoking the spirit of Ard- 
itear, cnlling Mm Naöi, the ehesten of Baal for the preservation of the 
race of Afrsal, and the Gaal-Nasi ? whom the streams of bleased Affrid- 
geia (Ruphi-ätl did bear in safety to.Ardmionn (Armenia). 

Gleiche Räthsel und gleich seltsame Erscheinungen, in gleichen 
und ähnlichen ttohcördahzea nieten die Anniusischen Anmerkungen: 

eine Zeitlange Von 5— CtiO jahfceh fem* Volksaasbreitung und zn Vollendung Jener 
den Tribut neTfteyfuhrendeb Eroberung Asiens bis zu den Gränzen Aegyptens an- 
genommen wird : 

4063. V. Chr. Uebergang über den Tigris unter Dair Cdem Ar-ta, Artaeer, 

Ta-irou$, hier der Wissende, Tattaus, Justin I. l.J 
fr 5€ö3Änrtöe Zeit der pkytheÄ- Ausbreitung des Stamms Dairs , der , nach den 
. Chronfcleä am*»s die Welt beherrscht, also 

S49^ v. Clkr. Vollendung der ÄroIHferung und Beginn des 
töOOJttirftgea Tributs, der zu Nim» Zelt, also 



v 



10**. V. Chr. aufhört. 



_ 1*8 - 



V 



AtfriuA weiss vom Casplsch-Salüsch-griecUscben Vätern der Sa« 
blner — und jenes Skythenland am Moir-Eri-ceann, Hyrcaaum Mare, 
ist es, aas dem die Chronicles Jafan, den Vater aller Jonier, Thraken, 
Früh-Italer und Griechen dem Westen zuziehen lassen. — 

Annius liisst In Saga Aramäische und Etruskische Sprache zu- 
aammenfliessen — und Plinius IV. 17. erzählt : dass alle Skythen jen- 
seits des. Jazartes vom Perser: Sacae, von den altern Volkern: (anti- 
g.uQ Aramaei genannt werden. — • • 

Weiter sind bei Annius auch Hispani ebenfalls Sagae — und nach 
den Chronicles erhalt Spanien in Eisfeineia seinen Namen, und in Al- 
gerbe, Buasce und Gaalag seine drey Frühreiche von und durch Sky- 
tho-Gaalen eben aus jenem Caspisch-Caucasischen Iberien. — 

Endlich sind Etruskische Sckriftauge nach Annius Sakiscjpe, die 
Sprache selbst die der Saken — und Aramäische Schriftzüge wurden 
längst auf den Engubütlschen Tafeln entdeckt — und Vallancay und 
Humboldt erkannten, jener in Oskischer Sprache die IrJsoh-gaaJiscbe, 
dieser in Ortsnamen jener Italischen Frühgegend Baskisch -iberisch- 
gaalische, beyde also Skytho-gaalische, Sakische Sprache, und Östl- 
iche Schrift ist nach Floren die nämliche als die der Alt-Ibereav 

Noch ist es eine weitere Stelle jenes Anninsischen Berosus, die 
hier bemerkt, und mit den Angaben der Chronicles verglichen zu wer- 
den verdient. In einer Gegeneinander über -Stellung wird die üeber- 
aicht sich erleichtern. ' 



Dort heisst es: fol. CXXV.h 
Eodem anno Sabatius Saga aPonto 
solvit in Italiam. 



Anno XII. Semiramidis Saba- 
Uus Saga cum Jano regnat. An- 
no XVII. Semiramidis Sabatius 
Saga docet agriculturam et ali- 
quantulum religionis. 



Die Chronicles erzählen: dass 
nach Ja-foths Tode, 2172 v. Chr. 
Ja-fan mit Ogeageis aus Arme- 
nien westlich abgezogen. So musste 
der in seiner westlichen Ausbrei- 
tung Italien erreichende Zug vom 
Pontus herkommen. 

^)ie Chronicles kennen days of 
Fada, Tage der Gründungen, wie 
die Hebräer : Tage Phalegs, und ge- 
ben ihnen, fast jenen gleich, die 
Zeit von 2172 bis 1950 v. Chr. 
Sonach würde die Ankunft der 
Javaniten (Jonier in Asien, Dö- 
rfer, nach Doras, die Thüre, Eu- 
ropäische Thür- Völker in Traig- 
ce, dem Küstenlande, Thrake) in 
Italien in jene Zeit fallen müssen. 
Diese Ankunft ist hier in Janus 
und Sabatius, dem Saken, perso- 
ninzirt, und nach der Regierungs- 
zeit der Semiramis chronologisirt. 
Diese herrscht: nach fiusebius von 
2006 bis 1965 — nach Lenglet du 
Fresnoy von 2122, v. Chr. an. Ihr 
12tes Jahr fällt also: nach Eu- 
aebius in 1994., nach Lenglet in 
9110., ihr 17tes aber nach jenem 
in 1969., nach diesem in 2105. y. 
Chr. — es entsteht mithin nach 
beyden so für Berosns als für die 



- 1*9 - 

Chronleles eine vollkommen glei- 
che chronologische Angabe, 

Jener Sabatius Saga aber, der 
mit Janas regiert, und Ackerbau 
und Religion lehrt, er wird schon 
In seinem Namen, als ein solcher, 
als Mitregent und Lehrer in Saoi- 
bathas, der gelehrte Vorstand, 
Herrscher, Shaga, der Weise, voll- 
kommen bezeichnet. 
So wenig diese ganze Auseinandersetzung gemeint ist oder geeig- 
net seyn kann, die Apologie des Annius zu versuchen., so möchte sie 
doch vielleicht dazu dienen, dem mildern Urtheile des Slgonius und 
Barth, im Gegensatz der etwas absprechenden Kritik des Cardinais 
von Este , des Vossius (de bist, graec. I. 13. , de -bist, lat I. 5.) Lu- 
dovicuar Vives (de trad. Discipl. V.) Jöchers (Gel. Lex. v. Annius — 
Berosus — Cato — ) Hederichs (Schriftsteller etc. v. Berosus — Oato — ), 
einige mehrere Farbe zu geben, und es daher nicht unangemessen er- 
scheinen, schliesslich eben jene den Dominicaner betreifende Stelle 
Barth« aus seinen Animadv. ad Galli Confess. sermonem. Cap. 8. 
p. 62. hier einzurücken: 

„Exstant libelli aliquot, nominibus Berosi, Archilochi, et aliorum, 
qui cum his jungi consueverunt Eos libellos, nequaquam recte, sen- 
tiunt clarissimi viri, Ludovicus Vives, Caspar Varrerius, Jos. Scaliger, 
Octavianns Ferrarius, alii innumeri, cum totes atque singulos dam- 
nant ingenuüatis, et J. Annfo, primo edltori, fictos autumant. Quod 
enim, per Deum immortalem! prodigtum fuerit, cladstralem illum, et 
minime tarn profunde doctum monachum talia comminisci potuisse? 
Ais miUta inease Acta, minime pro üs auctoribus. Nee nos negamus, 
iaterpolatos universos illos aueteres, rnptos, fractos, minime bona, 
aut fide aut intelügenUa tran&latos; tarnen antiquitus ex legitimte ve- 
risque auetoribua exoerptos talia argumenta sunt, ut, quaeeunque ad- 
feruntnr, omnia evanescant Vel unum Catenem mihi vide: Cense, 
recense, damna etiam, ut übet; videbis tarnen veri illius Catonis, et 
fateberis etiam, ingenium, stilnmque superesse ; quos mentiri aut fin- 
gere non fuit taüum homüuun. Omnino aliquando docebimus , et per- 
suadebimus, pnto, parum maxunos viros judicii sut memores fuisse, 
qui tino impetn talia omnia projeeerunt, quae ad aetatem sequiorum 
cap tum concinnata, summorum tarnen sunt scriptorum reliquiae. Etiam 
Sempronium ilius*; quis fuerit, videor coniectura adseeutus, qui, aut 
valde fallor, aut Catonis et Fabii Pictoris nobis ista fragmenta ex- 
cerpsit, quibus alii postmodum succedentes alter alter! peregrinos il- 
los scriptores, ut potuerunt, adjeeerunt; ea quidem persuasione sibi 
satisfaeientes; quae tunc omnium animos oecupaverat, Ethnicorum ni- 
mirum libros, cum superstitionibus et erroribus eorum, a divino eultu 
maxime alienos, aut penitus abolendos esse, aut, si aliqui ferri et in 
bibliothecis haberi possent, ita decurtandos arbitratu monachorum eru- 
ditiouis opinione insigniorum, ut nil penitus, vel ita parum auotores 
suos resiperent, ut Christianis patribus natos praeferre valerent." 



9 



• • 



ERGÄNZTE VOLKERTAFEL 

DER 
EUROPÄISCHEN 8KYTH0 - G AALEN. 

I« Erster Zug. 

9170. ▼. Chr. zieht ans Armenien lat-ban, Iat-foth Sohn, mit Og- 

eag-eis westlich ah. 
lavaniten : lonier , Phrygen , Bithynen in Asien. 

Thraken, Thessalea, Minyer, Ogygen, etc. In Griechenland. 
Aeoliden, Aloiden etc. 

Umbri, Sabin! , Ausones-Osci, Sicuii etc. in Italien. 

II. Zweyter Zug. 

8179— 1054. v. Chr. zieht ans Armenien oder Iberien ein Skyüien- 
theil südlich ab, die am Reiseziel am Duro in Dubar-Gaalen der 
Chronloles nnd Tapori des Plinins als Tapnren-Skythen zu erken- 
nen sind. Die Chronictes liefern nur den Durehzugspunct von 
Gaeiataeloac, Gaetulia, zum Anhalt der Richtung. Nennius kennt 
Seythae und Giraldus Gaidelas am Nfl, die Seythae lägst ersterer 
vom Nil ab über den JLacns Salinarum, die arae Philenornm zum 
Flnss Maiva, von da nach Spanien gelangen, wo sie (1554. v. Chr.) 
als Alanne, der erste europäische Iapetide auftreten. Als geschicht- 
liche Notizen können auf diesen Zug bezogen werden: 

die Aethloven des Menelaus; 

Sardanapal-Perset», die Gründer von Tarsus und Soli (Ciliciens); 

das OstaeJhiopen- Reich mit Ioppe und Sidon, Hemath, die 8i- 
donier*des Motteten», die Gojim in Galilea, dem Gaalen-Ijande 
des Josna; 

die Brembem des MenekM», der Stamm Ada in Arabien; 

die Hyksos am Nil; 

Snlmoneus <absall) ta der Hammonischen Oase; 

die Anienoridischen FrühkOnige Kyrenes; 

die Libyer des Menelaus, Westätaiopeu, Atlanten , Hesperier, 
Pfcarnsier am. Dara ete. tan besondern die Gaetnii SaUusts ; 

die 300 Heracleen Hesperiens, der Perseus-Oienst zu Lixus etc. 
Vom NU ab , in Auflösung des Pales-Hyksos-Reichs zerfällt jener 

Skythen-Zug in drey verschiedene Hauptscheidungen: 
1. ein TheU zieht östlich zurück und gründet Philistaea* Canaan, 

und Neu-Phönlke; 
£ ein anderer bezieht im Norden die nahen Inseln* Cret»; Cy~ 



^ 181 - 

peru, Rhodos und liefert den Grundstoff en den Pelasgern Klein- 
Asiens und des Peloponneses ; 
3- der dritte verfolgt weiter die Westrichtung, gründet den frühe- 
sten Baaldienst im Hammoniuni , Frübkyrene, die grosse Gaetu- 
lia, und das grosse Atlanten-Reich auf dem Boden Hesperiens 
und des Inselreicbs der Atlantis (Ata-el-aos, Ruad-iat, Krythia). 
Aus Hesperien und den Inseln durch Erdbeben (Canaria, Cuin- 
ar-iat, mit Guayota) vertrieben ziehen Yolkstheile: 

a) westlich auf ruhigem Atlantischen Boden, Americanisches 
Festland. Kor- Völker, Peruvianiscber Sonnendienst, Guan- 
chische Sprachvölker am Oronoco, Votan (Budh-aln) ausAma- 
gumecan des Ostens (Magura) in Mexico etc. Shavanoes, AI« 
gonktn, Lemappen etc. an der Küste, an Ohio, Missouri etc. 

b) nördlich oder nordöstlich gelangt, nach den Chronicles, Dn- 
bar (der Tapuri-Sky the , die Tapori am Durius des Plinjus), 
nach Nennius, Alanus, der Iapetide, an den Duor, Duro, In 
ELs-fcine-ia , Hispania, und gründet hier Alg-er-be. (Jo- 
sephus Galater und Iberen als Nachkommen Gomers und 
Thubals; Sallnsts Perser, Meder und Armenier in Spanten 
nach den Hiempsals- Büchern; Plinius und Varro's Perser in 
Spanien; Varro's Caucasisch - Iberische Heymath der Spani- 
schen Iberen, vielleicht aus den Chroniken der Tttrdetanen; 
Tartessus, Taardeasseis, Gades, Gaoideis, Baal Tharz, Baal 
Agaddir etc.). 

Aus Algerbe zieht aus; 

«) Norax, Noir-aic, aus Tartessus, Taar-deas-seis, der 
Gründer der Sardischen Nurachen, und Fialoac, nach den 
Chronicles der Stifter des Ebro-Reichs von Buaisce (Pae- 
sici am Kbro), nach Mythus und Sardischen Geschichten 
Jolaus, der Vater der lolaer, Sardus und Makeries, Sar- 
den und Makeriden auf Sardinien und Sicilien. (Triain- 
aic-i-ia, ScilJy, Car-ib-deas, Scilly-Ma, Eat-atn-a ete.) 
Aus Buaisce übersteigt ein Iberen- Theil die ßearna, Py- 
renäen, und Meer-Alpen, und gründet dort zwischen Rho- 
danus (Ruad-aun) und Tiber Jjigustica. Ogmios, Mono* 
cäus, Labro, Recavanus, Coelus der Atlantier; Massa, 
Alesia, Nemausus, P. Münocäus, P. Labronis, Pisa eto. 
die Turasenen , Tur-ruad-sean, Alte des Rothlands, der 
Atlantis, Eritbia. 

Jenen Norax und Fialoac folgend (they would raove on 
the face of the waters in search of their brethern, led by 
two of the race to the extrem ity of the world of Land to 
the suns goiog, as they had heard etc.) lassen die Chro- 
nicles 

ß) Cath-ac nach Irland ziehen. (Wohl der nämliche als Par- 
tholan des Nennius, des Giraldus, und der Irischen Chro- 
nisten). Der Einbruch nordischer Völker (1217. v. Chr.), 
die sich selbst: Dan-ba, Dan- an, ihre Knechte: Cloden, 
den Iiiafail-Stein : Stanclidden, und ihr Reich: Oldanmact 
(Old- Dan -Macht) nennen, hat die Zertrümmerung und 
Auszüge jener Cathac-Gaalen zur Folge, Zwey derglei- 
chen zersprengte Trümmer, der eine an den Südwest- 
enden, der andre in den nordwestlichsten Küstengegen- 
den der Insel, melden die Chronicles II. 6. 88. folg. Nach 
Iriseuen Chronisten sieben Breac und Brydtan Östlich und 



— 18f — 

grumten im nahen Trafg-ce, Küstenland des Osten« Bri- 
ganten und Walliser. "Nach Nennius stiftet Historin das 
Frtihreich von Dalrieta. Das Magusan. Europa hält bey- 
des fflr Cathac - Gaalische Einzüge in Britannien und das 
damals noch nicht wassergeschiedene Festland. So er- 
scheinen jene Cathac-Gaalen in Belgae , Brigantes , Catti- 
euchlani, Curoari etc. fn Britannien, und im Weiterzug in 
Belgae, Menapi, Catti, Cauci, Frist etc. auf dem Festlande. 
Aus jenen Cumari, Kymri, Britanniens ziehen durch die 
grosse Fllith von 1081. v. Chr. geschreckt Volkstheile 
über die noch nicht ganz gesprengte Brücke, und finden 
Im Eibnorden als Cimbern und Saxonen Raum zu neuer 
Niederlassung am Moir-marw-uisg, dem todten Meere, 
dem Maurungania des Ravenaten, dem Lande der Deni- 
Nortmant des Nigellus. Nach 900 Jahren gebietet hier 
Uebervölkerung, vielleicht auch von den Inseln her eindrin- 
gende Gothen (Gefion, Gou-fen) und Burgunden (Burgunda- 
laud, BornhOltn) den Auszug. Im südöstlichen Nachbar, 
dem SuevisChen Hermionen , den bluts- und sprachver- 
wandten Stammbruder erkennend, sucht ein Cimbro-Sky- 
thischer Volkstheil Aufnahme und nährenden Boden in 
Oder- und Weichsel - Niederungen. Gewaltsam hier zu- 
rückgewiesen dringt die Kraft des Zugs bis zu den gleich 
blutsverwandten Bojen an der Südseite des Mittel -Isters 
(Pannonia des Gregorins). Hier findet ein Tbeil Unterkunft 
(Cimbrfana, Mithridats Kampfgenossen), die Reihen wer- 
den durch Bojen ergänzt (Bojorich) und der Westzug, das 
Siidpyrenäische Urvaterland suchend, dem wehrenden Rö- 
mer zum Trotz, bis zu jenen Hochbergen fortgesetzt. 
Hier zurückgewiesen reift der Rntschluss Italischen Boden 
zu gewinnen, für die Rückkehr und Wiederholung des 
Versuchs aber sich am Rhein-Strom eine Schutzwehr zu 
errichten. Diess geschieht in den Mündungsgegenden des 
alten Neckers (Bensheim, Basanisheim, Cimbri mediterra- 
nei) und nun zieht der Haufe dem Untergange in denRait- 
dtnschen Feldern entgegen. Aus der Rhein -Wehr aber, 
hier schob Alt -Wächtern, Kat- faire, Attuaren, erbildet 
sich ein frühestes Wächter-, ein Franken -Volk unter 
Bas-ain, Basan, das bald als Sig-cainbern, Caerasen, Pß- 
manen, Eburonen die Gegend des Mittel-Rheins einnimmt, 
Advaticum, nnd das neue Thürland, Boras, Tongria, Tho- 
rin »ia, gründet, dort zuerst den Namen: Germanen in's 
Leben ruft, Cftsarn an Cimbern-Muth und Herkunft erin- 
nert, dann als Attuaren Tiber und Julian in den Weg 
tritt, und in Einverleibung von Cattcntheilen , den näch- 
sten Du barischen Urstam ms vettern, als Franken die Schwelle 
der Weltbühne beschreitet. 

In die beym Cimbern- Auszug verlassenen nördlichsten 
Sitze dringen nun Gothen (Jiitland), und Burgunden (Bur- 
gundaland, Bornholtii), Sigovesische Gaalen, ein, und im 
nähern Norden und Süden der Eider, Eat-duor, des Alt- 
fiusses, dem Namen des Flusses der verlassenen Heymath 
nachgebildet (Eider-Flass iu Irland), erwacht der seither 
im Cimbrischen Sammtaamen verklungene Urskythische 
Name der Saxonen, die in ihrem Fosete (Helgoland) und 



- 13? — 

Hadolaum noch- das Andenken an Indlsch-Colchlsche Früh- 
zeit (Phasis) uud an die Ueberkuolt aus britannischer 
JPluih xu den neuen Elb- Sitzen feycrn (Hadeln). 

III. Dritter Zug. 

1954—1950. v. Chr. unter Dorcas Begiemng zieht ans Iberlen ein 
Skythentheil über den Caucasus, und gründet dort Jat-sciot {Sky- 
thenland). In der Folge breiten .sich diese Völker westlich und 
nördlich aus: 

1. um Tanais, Mäotis und Boristhen : Mäetes, Mah-eat-eis, Völ- 
ker der alten Ebenen. Melas Belgae , Beol-ce, Land der Mün- 
dungen, Beol-ee-ih, Mündungs-Mund-Stirn-Grftnz-Völker. 
g. um den Ister (Uisg-tir, Landfluss): Getae, Eac-geat-ih, Pferde- 
Milch 7 Völker 
a) um' die Mündungen , überall den Nieder -Ister: Thiragetae, 

Duor-eac-geat-ih , Pferde-Milch-Völker der Gewässer. 
bj im Norden derselben: Thissagetae, Tuat-eac-geat-ih, Pferde - 
Milch-Völker des Nordens. 
3. höher am Ister und im Weichsel-Osten: Sarmati, Saor-mah- 
eat-ih, freye Mueten, oder Eis T aran-eat-ih, Haufen der alten 
Brod Völker, Agricolen im Gegensatz der getischen Hirten. 

a) Mösi, Meas-ih, Völker der Krndten. 

b) Jaoi, Daci, Da-ih, Daer- Völker, Da-aic, vom Daer- Stamm. 

c) Jazygi, Jat-sciot- ib , Völker des Skythenlandes $ T*"P ? Joz- 
ih; verpflanzte Völker, wie Julia Traducta aus Jtns, und 
dann Ptolomäus Metanastae nur Uebersetzung von Joz und 
Jazygi. 

IV. Vierter Zug. 

1499. v. Chr. unter Cealg-acs Regierung zieht Calma ans Iberien 
aus, gelangt über Sldon in Sidonischen Schiffen übers Mittelmeer 
an den Duor, und gründet hier 1490. v. Chr. das Gaalen- Reich 
von Gaalag (Galaecia). Von hier zieht 

1. 1249. y. Chr. jEJocaid über dfe B^arna (Pyrenäen) und gründet 
dort Eooaid-tan, Aquitania. Aus Aquttanlen zieht 

a) nach 1240. und vor 1217. v. Chr. eine Abtheilung riemedi- 
scher Arverni, Naoi-madeis Ardfears, nach Irland. (Nimech 
des Nennius, Neinedius des Giräldus, Nemedians der Chro- 
nisten). Sie theilen seit 1917. die Schicksale der Cathac- 
Gaalen, der Gaidelas des Giräldus. SpRter und aus einem 
Aquitanien,, da,s damals den ganzen Boden Galliens umfasste 
(Salvertes armorische Sprache km Jura), zieht 

b) 1100 — 1000. v, Chr. eine bedeutende Volksmenge über Jura 
und Vogesen, gegen den I\hein, den Schwarzwald und die 
Alpen. Gaal-duii-sefs , BerggaaTen Beqi-ce-teag-seis* Volcae 
Tectosages , Grftazhuttenvölker , Marcomanui , El-foth-ih, 
Helveti, Völker der mächtigen Gründung. Caesars Tectosa- 
gen-Uefyergang; Dachsburg und Dachsland rechts und links 
am Rhein, Beigen im Schwarzwald und in den Vogesen, im 
preisgau, Breo-eis-ce mit den Hünengräbern von Eboringa, 
Eb ringen etc. Von hier ans trennen sich aMe Zugvölker: 

<*) pellovesen beziehen im Alpen-Norden Rhone und Rhein- 
queilen, Rhäten im »Wen Nora -Ost- und Mittel-Italien. 



— 134 — 

Veneten, Cernien, Senonen, Bojen. Die Dodecopolitien 
und der Tusken-Bund. 
0) Sigovesen erfüllen die Don an-, Elb-, Oder- und Weich- 
selgegend Östlich bis ku den Grunzen der Sarmaten des 
9. Zngs, nördlich bis zur Ostsee. Hermionen, Sueren. 
Im besondern: Yenedi, Licates, Estiones, Breoni, Isarn- 
oirici (Norici), Herrn un dort, Quadi, Illyri, Breuci, Osi 
etc. Ifiogs und um die Donau — Senones, Ligi, Burgii, 
Gotbint, Aestü, Venedi, Pharodeni, Laugobardi etc. «wi- 
schen der Donau und Ostsee. Der Senonen- spater Mar- 
comannen -Bund. 
Aus Gaalag sieht 
£ 1000. v. Chr Marcad mit dem ganzen Volk nach Irland ab. 
Golam, Mil-Espan, ifc'ohl auch, nach Fir-ol-beol-ce , das Möa- 
dungsland der berühmten Männer, die Firlbolg der Irischen 
Chronisten. Dort wird dem Lande der Name Er-i, die Iosel 
von Er gegeben, dasselbe in drey Gaalen-Reiche, Gaelen, Mu- 
main, und Ullad, getheilt, und diese in einen Bund unter Eri- 
mionn, Eri- Haupt, später Ardri, Hochkönig, genannt, verbun- 
den, dem später auch jene Danan in Oldanmact, zwischen dem 
Meere und dem rechten Shannon-Ufer, bey treten. 

AUS allem diesen entsteht für die grosse Europäische Völker -Familie 
des Skythen -Stamms ungefähr folgendes Stemma: 

Sakisch- Dänische Skythen: unter Ab sali am Indus, unter Dair 
am Tigris und Phrat. 
X* Dahae, Alani, Suobeni, Asaei, Jotae, Tectosaces etc. unter Ard- 
fear-Naoi in Armenien. 

Japetische Skythen. 
X Unter Jafan: 
Jonier: Phrygen, BUhynen, Dardanier etc. in Asien. 

1. Aeoliden, Alolden, Ogygen: Thraken, Mygdonen, Ma- 
gneten, Thessalen, Athamanten, Ectenen, Minyer, Booten, Do- 
rier etc. in Griechenland. 

2. Aborigenen: Umbern, Osken, S abiner, Ausonen, Siculer 
etc. in Italien. 

II. . unter unbenannten Führern: 
Jath-sciot: Mäeten, Geten, Thyrageten, Thissageten, Sarma- 
ten, Mösen, Daken, Jazygen (Siginnen?). 
DI. unter Calma. 
Calma- Gaalen, Gallaeken: ältere Artabern, Cantabert, 

Asturen, Briganten, Nemeten, Herminen etc. 
1. unter Eocaid: 
Aquitanen: Avverner, Santonen, Biturigen, Volcen, Aeduer, 

Senonen, Lingonen, Veneten, Aulerken etc. 
d) Irische Nemedians. 

h) Gaaldunseis: Tectosagi ; Helveti, Hhein- Marcomannen, 
Nemeten etc. 

«0 Bellovesen: Rhäten, Cennen, Carnen, IUyren, Vene- 
ten, Senonen, Lingonen, Bojen etc. 
ß) Sigovesen: Vannen, Licaten, Estionen, Noriken, Breo- 
nen, Sneven, Hermionen: Marc o mannen , Quadeu, 
Hermunduren, Aestier, Pharodenen, die Kasten der Se- 
nonen, Lygen, Gothen, Borgten und Langobarden etc. 



— 135 — 

2. unter Marc ad. 
Irische Milesier. 
B. Paesici, Edones, Chomari, Grynäi, Sasones, Suardeni, Aorsi, 
Chatae etc. unter Dubar. 

Tapuri- Skythen, Dubar-Gaalen, Ata-el-aos. 
I. Ostaethiopen, Sidonier, Gojim, Erember, Homeriten etc. in 

Asien , 
IL Hyksos, Gaetuli, Westaethiopen, Atlanten, Hesperier 
etc. in Africa und der Atlantis, 

1. Pelasger in Asien und Europa, 

2. Votan etc. in America, 

3« Bäten in Europa: JLusitanen, Basitanen, Algarben, Vettooen, 
Turdetanen, Oretaoen, Editanen etc. 

0} unter Norax: Balearea, Corsen, Sarden, Iolaer, Makeriden, 
Nurachen etc. auf den Inseln des Mittelmeers. 

b) unter Fialoac: Iberi, Vaacones, Paesici etc. zwischen 
Ebro und Rhodanus, 

Ligures, Turaseni, Ambronea etc. zwischen Rhodanus und 
Tiber. 

c) unter Cathac: Irische Cathac-Gaalen. 

«) nach dem Festland gezogene Belgae, Germani: Mo- 
rinl, Menapi, fiatari, Cananefates, Frisones, Chauci, 
CatU etc. 
ß) nach Britannien gezogene : Brigantea, Cattieuchlani, Bel- 
gae, Cumari, und aus letztem 
aa) Saxones, 
bb) Cimbri, aus denen: 

Sigambri, Caerasi, Paemanes, Eburones, Advatici, 
Tongri etc. früher Germani, später Franzi. 



SKYTHB5CH.GAALISCHE FRÜHGESCHICHTEN 

AUS ZUSAMMENSTELLUNG DER CHRONICLES OF ER! 

MIT SCHRIFTSTELLKN EINIGER ALTEN BIS NENNIUS 

UND GIRALDUS CAMBBENSIS. 

§. i. 

Skythen am Ozas und dem höhern Norden des Imaus. 
Von circa 6400. bis circa 5800. v. Chr. 

In den Frühvtilkern Hochasiens erwacht ein Geist der Bildung — 
oder er wird ihnen durch den Einzug irgend eines ersten und frühe- 
sten Ciüturvolks zugeführt. Eins oder das andere liegt zum Grunde, 
wenn der Hindu seinen Dewanischi, den Entwilderer, am Indus, der 
Artaer seine Mahabaden in Iran, und das Er- Volk seine Baalskinder 
zur Linken des Sonnenaufgangs auftreten lässt. Von allen den ver- 
schiedenen Nachrichtgebern, Arrian,Dabistan, und Bolus, dem Er-Chro- 
nisten, wird das 64. Jahrhundert vor unserer Aera als die Zeit der 
Begebenheit bezeichnet (1). Jener Chronist giebt dem Aufenthalt am 
Oxus eine circa 1000jährige Dauer (2). In diesem Zeitraum, dem 
Kindesalter der Cultur, erblühen Stamme- und Geschäftseinigungen. 
Targetaus, der Stutenmilchtrinker, wird zum Vater des Arboxais, des 
Ackermanns, Lipoxais, des Kriegers und Hirten, und Colasais, des 
Herren-Stamms der Hütten (3). Nicht Kraftaufwand nach aussen, 
nicht Eroberung und Herrschaft, nur Besserung und Sicherung des 
Innerzustandes ist das Ziel. Auch in Ausbreitung über den Bergen 
der Heymath soll dem Nachbar nicht Unterjochung, nur Ruhe und Be- 
haglichkeit zugeführt werden (4). Ein bildloser Ein-Gott-Diest Baals 
zügelt auf dem Wege der Offenbarung durch seine neun Priester (5) 
den Willen der frommen, lebensfrohen Gemüther, und hier schon wird 
die Grundfarbe des Bildes aufgetragen, das im mild-frommen Hyper- 
boreer, im freundlich-frohen Chariten, im Maerobier, dem gerechteren 
der Menschen, pacatum genus, die Frühwelt durchzieht, und noch den 
späten Bolus- und Kocaids -Gesetzen der Skytho-Gaalen in der For- 
mel: „wir wollen nicht Sclaven seyn noch über Sclaven herrschen/' 
zum GrundgesteU dient. Auf Skythischem Urboden des Ostens einigen 
sich die Hirten, Cottl; und Pflüger, Pfluggelehrte, Bö-saoi- 
ce, naiaixai; in den Bergen, den Rettungspfaden durch die 
Fluthen, Ta-bhoras, Tapuri in den Tauren j sie einigen sich zum 



— 1S7 — 

Gehorsam unter pairlarchaTHchen Wahfterrsebern unfl Pflegern, 
Bathas; ans reinem tm vermischtem Geblute 4er Bewahrer des 
Wissens, Wächter de« Volksheüigthums, eines Königs und Herren* 
stamms , Saoi-aice, Sakae, und zum Schatz und Trotz gegen den 
Ruhestörer and unbefugten Angreifer erbildet sich ein eigener Stamm 
der Krieger, Cath-ih, Chatae (6). So zum Einrollt verschmolzen 
führen die Stutenmilch- Völker, Eac-geat-lh, Getae des Ur- 
landes, in vereinter Kraft, Mass-eac-geat-ih, Massagetae, 
den stolzen Kamen des Helden-Volks, Er-ln, Ar-ih, Ar-ta, 
Ta-Ar, Artaei, Dahae. Früh gefühltes Bedürfnis« fuhrt bald zu Ent- 
deckung und Benutzung der Bodenschätze, und so entstehen Schmied e, 
mächtige Schmiede, Gou, Ass-gou, As-iotae, die Metalle, 
Mi an, Menapia, und Salze, Saill, SiUs-Jaxartes, ergraben und ver- 
arbeiten. 

1) Siehe die Zusätze unter b. 

2) Chronicles of Eri. I. 5. — Our great fathers dwelt on the left side 
of the snns rising, beyond thesources of the great waters, of days 
marked whtlst Baal performed 1011 circuits in his coorse. The« 
did they spread themselves from the flood of Sgeind even to the 
banks of Teth-gris etc. 

3) Herodots Frfihskythen und ihre Sagen. Magusan. Eur. III. 

4) Justin. I. 1. Principio rerum T gentium, nationumque Imperium penes 
reges erat: quos ad fastigium hujus majestatis non ambitio popu- 
laris, sed speetata Inter bonos moderatio provehebat. Populus 
nullis legibus tenebatur, arbitria principum pro legibus erant. Fi* 
nes imperU tneri magts, quam proferre mos erat: intra suam cui- 
que patriam regna finicbantur. — Chron. II. 2iS. the children of 
Eri would not be Slaves, nor will they rule over Slaves. — Curtius. 

5) Chronicles I. 81. — - the words said by the Priests, to have been 
delivered to the nine Priests by Baal, from the beginning etc. 
Chron. II. 89. — we will not bow the head save to Baal only. 

6) Siehe die Aufreihung der Völker der Scythia magna. Magusan, 
Eur. III. 



f. 2. 

Skythen im Süden des Oxus bis Taprobene. 
Von circa 5800. bis circa 4000. v. Chr. 

Dem Herrscher am Salzfluss, Saill-uisge, Suis, Ab- 
s *iU (1) und dem Panier seines Zugs (2) folgen Er-Männer aller 
Kasten, Sakae, Paisikai, Dahae, Tapuri, Chatae etc. ans dem über- 
völkerten Heymathboden der Himmels-Berge, Im-a, Im aus, 
nach den Bergen und Flussthalern des nahen Südens. So werden die 
grossen Rr-Reiche, Ar-iath, Aria, auf dem Baal-Boden, Baal- 
c e, Balk, im heiligen Er-Lande, Eri-ain, Erianne, Iran, und 
ta den Indus-Höhen, Aria-verte, und Thalern, Magh-duor, Ma- 
dura, gegründet. Hier giebt die Pfeilwaffe, Sciot, dem Kr -Volk 
«Jen Namen der Skythen, der Ruhm den: der ruhmvollen Haufen 
der Kr-StKmme, Er-aic-ol-eis, Heracles, und so und darum 
ist Balk Skythische Gründung, es herrschen Ar USische HeracUden in 



— 188 — 

Iran, und die Hanfes der Alles, Ta-seaTi-els, ein Heracles 
Dosanes, ein Sohn Absaills, mit der langen Keine seiner Nachfolger, 
D-abscheMm, am Indus. Und auch- für jenen-Abzug Absaills, für den 
Anfang« der Art&iscben Pärtodekescbf, der Herrschaft der Manns- 
Nachkommet) der Alten, Ua-Sean, Huscheng, in Iran, and der 
Dabschelim am Inda« kennen Chronieles, Dajristan und Giame al He- 
kajet, nur eine und die nämliche Zeitbestimmung (3). Ueberall ist es 
der nämliche Sonnengott des immer jungen Gewässer«, Og-uisg, 
Chats, der" Baal def iieHigen FlussesH^uor-ain, Turnus, dem 
im neuen Lande hege Heüigthumer errichtet werden, "in Balk und auf 
den aussersten H'oehspitzen des RetttfngspfaöfV, Ta-bhoras- 
binn, Taprobeije, Bndh, Budba, in Iran Btithr, Mithras, und in den 
Ebenen. des Flusses, Magh-duor, Mjtdura, Grian, Crios-aln, 
Crtshna (4). Hier erhält der Fluss den Namen des gewaltigen 
Flussgewässers, Am hall, pron. Aun-el fc TrTsg, Nüus (5); Pai- 
sikft werden zu Vätern der Brachmanen, und der 1 Pates-Hirte des In- 
dus zum Schüler der Paisachl- Schrift (ß). In Taprobene aber sind 
es die Ha>ujfen des Morgenlandes, Tan-eis-shoir, Tanesse- 
rim f7), die" Alt e n — S e an * e i s, Soanes, und dyHBl r z gr £ b er , C o 1 g- 
ib*ih, GaUbi, 4ie dort ihre Sitae aufschlagen. So entsteht ein frühe- 
stes grosses Eri-enne, Iran, den ganzen neuen Schauplatz des Volks- 
lebens von Er begreifend, und ihn vom Vätersitz an den heiliges Was- 
sern, Duor-ain, Turan scheidend. Um den Bndh Baues und Tapro- 
benes sammeln sich Früh-Budhisten, am Mithr Mithras- Diener, und so 
erbttdet sich in dunkler Frühzeit neben jenem Bergverschlossenen 
Balk ein Kri-enne vedjo kn Süden des Meers derEr-Höhen, Moir- 
Kri-ceann, Hircanum, und ein Aria-verte in den Höhen und Niede- 
rungen des Indus; die Sprache und Schrift der Alten, Sean, Sind, 
Tscbin, Zend, aber ist es, die überall dort den Ur-stamm-Typus auf- 
recht hält und verkündigt. Im Zeitverlauf werden Budhisten im Nor- 
den und Süden der gewaltigen Himmels-Berge, Im-al-a, 
Himaleh, auBactrern und Indern, und der Mithras-Diener zumParsen, 
Perser, Reuter und Feuer-Diener, im Stamm vaterland des Oxits, aber, 
bis zu Alanischen und Tapuri-Bergen erhalten sich die Urstämme in 
ihren Namen bis zum Erwachen der alten Geographie jener Gegend 
zu Xerxes und Alexanders Zeit, und wieder bis zu ihrem Verstum- 
men in den Tagen des grossen Alexandriners, und noch heute sind 
sie in jenen Steppen nicht ganz verklungen. 

1) Chron. I. 6. — and Ab-saiU, he it was who went out before the 
host from the Land of (he Elements, of which our great fathers 
were formed etc. 

2) Neben dem auf Zug-Leitung deutenden before the host in der 
eben angezogenen Stelle der Chronieles ist es noch ein anderer 
nicht unwichtiger Umstand der zu dem im Text aufgeführten: Pa- 

. nier des Zugs die Veranlassung gegeben» In den Chronieles 
I. 8. geben die Gaalen dem Ardfear, nach seinem Tode, den Na- 
men: Naoi, the chosen of Baal for the preservation of the race of 
Absal, and the Gaal-Nasi. Jenes Gaal-Nasi, offenbar die von 
Absal geführten Gaalen bezeichnend, würde wörtlich unerklärt 
bleiben müssen, wenn das hebräische: Nissi, mein Panier, in 
der Bedeutung wie es Exodi X. 15. vorkommt, nicht zu Hülfe 
genommen werden dürfte. Darf diess aber geschehen, so entsteht 
die hochmerkwürdige Concordanz : dass Absais Panier gerade die 
Gegend des Asiatischen Hochlandes durchzieht, die der Zend- 



— 139 — 

Avesta : das Land der Fahne, des Paniers, nennt Bann sind jene 
Gaal-Nasi eben nichts weiter als die ausgezogenen Skythischen 
Iranier, im Gegensatz der in der Oxus-Heymath zurückgebliebenen 
Skythischen Titranier. Dann endlich erbietet sich vielleicht, neben 
dem Sam sc titanischen , noch ein anderer Skytho-gaalischer Begriff 
für Dewa-nischl in: Gott, mein Panier, und so eine Identität 
zwischen Dewanausha und Absail, die beyde ihre Völker nach 
Vaharadtipar, Affridg-eis, Phrat- Jenseits , führen. 

3) Siehe die Zusätze sab c. 

4) Baal, Budh, Mithr, Grian, Crios, Crtsna, Sam, Sul, Cemas, Oin, 
Aor, etc., sämmtlich Benennungen der Sonne in Gaalischer Sprache. 

5) Nilus, ein Friihname des Indus. 

6) Braminen halten sich für Nachkommen der Paisikae. Die Schrift 
der Pales heisst Paesachi. Orient. Collect« etc. Ouseley. Vol. II. 
N. I. p. 34«. Magusan. Eur. II. 537. not. 

7) Tanesserün , eiff Name der Frühbewohner Ceylons. Ritter's Vor- 
halle. 



$. 3. . 

Skythen am Phrat, and Skythen-Herrschaft bis zum Mit- 
telmeer, bis zum Anheben der Assyrischen Monarchie. 

Von circa 4000. bis circa 2960. v. Chr. 

Dem Aufenthalt am Indus geben die Chronides of Eri eine 1804 jah- 
rige Dauer (1). Unbekannte Ursachen, vielleicht grosse Fluthen und 
Erdrevolutionen (die Losreissttng Ceylons? die mosaische Schöpfung 
als metaphorische Darstellung der damals erfolgten Bildung des mo- 
saischen Menschen-Schauplatzes?), vielleicht Religions-Kriege (Obsieg 
der den alten Budha verdrängenden Bramas-behre?), vielleicht über- 
all Uebervölkerung (Dewana-ushas Auszug?), nöthigen zum Abzug. 
So ziehen 4053. v. Chr. Budhistische Baal-Diener, Indus-Skythen, 
Indo-Scythae, Alt-Hirten, Eata-Cotti, Atacotti, Er-Hirten, 
Ar-Cotti, Arachotti, Hirten, Pales, vom Indus, Indische Heracli- 
den, Ta-sean-eis, Dosanes, auch Dahae-Artäer, Dalr der Chronioles, 
der nun zum Herrn der Erde wird (3) , sie ziehen dem Westen zu. 
Die Eisgewässer, die weiss bedeckten, Barr-ban-uisg, Pa- 
ropamisus, die Höhen der westlichen Indus - Zuflüsse werden über- 
schritten, und da zuvörderst ein Land der Er-Hirten, Ar-cotti- 
iath, Arachosia, errichtet. In allmähliger Ausbreitung durch circa 
500 Jahre über jene unermesslichen vom Dara, Bagrades und Ara- 
xes (3), bewässerten Ebenen erreicht man die Niederungen, das Feuer- 
Land, ür, Ur benetzenden, des Hitze sprühenden, Tethgris, 
Tigris, und des schnell aufstürmenden Stromes, Affridg- 
eis, Phrat, und hier wird ein Baalsitz, Be-Baal, Babel, und ein 
Rbenensitz der Alt-Vordern, Magh-seanjir, Senaar, ge- 
gründet (4). Nun gelangt die Kunde der sich nähernden Ausbreitung 
des gewaltigen Volks zn den fernen Ufern des schwarzen Kreis- 
Stroms, Og-came, Okeanos (5). Dort herrscht Vexoris und wagt 
es sich dem Volksstrom entgegen- zu stemmen. Er unterliegt den 
Waffen des einsichtigen Skythen- Führers , Ta-nous, Tanaus, 
und flüchtet in seine Sumpfheymath, der Skythe aber folgt ihm bin zu 



-r- 140 — 

Aegypteus and des l*a*des Grinsen am Mittelmeer, und so wird der 
JSkythe Justins »um Herrscher in Asien, der Indus-Artäer, Dair der 
CJironicles Kam Herrn der Erde (6). So ist am ,3500. v. Chr. die 
Umformung and Kinform des Colossal-Gebietes vom Paropamisits bis 
»lim westlichen Meeresstrande vollendet, dort überall das Siegervolk, 
seine Religion, Sitte, and Staatsform verbreitet. Nun und von da an 
erinnert ein massiger Tribut die Völker jener Länder an die Herr- 
schaft des gewaltigen aber milden Skythen, zugleich aber bereitet 
ihnen die Ruhe von Innen und von aussen ein güldenes Zeitalter (7). 
In diesem Zustand gedeiht und wuchst die Menge der eingezogenen 
Kr-Völker in dem Grade, dass sich Auszug ntithig macht. Sich an 
Vexoris Fluchtzug und die da erpriifte Unwiderstehlichkeit Skythischer 
Waffen erinnernd, wird 2500. v. Chr. ein erster Uebergang nach dem 
Nieder-Nil versucht, und darinnen der Grund zu dem 500jährigen 
Hyksos-Reich gelegt (8). Doch bald droht den Vätern an Tigris und 
Phrat Gefahr vom nahen Osten her. Volksschwärme wohl aus frühe- 
rer Indus- Heymath, den verlassenen Halbinseln, wohl auch Früh- 
Söhne des Morgenlandes, STioir-ce, Serica, sie zeigen sich an 
den Ostgränzen des neuen Skythischen Bundes-Landes, Aos-ia, 
Asia (?), und schon 

2250. v. Chr. betritt dorten Belus, der Fuhrer von Morgenhaufen, 
Kis-shoir, Assur, die Buhne der Weltgeschichte (9). 

1) Chron. I. 5. — and when 1304 rings were'cöntpleted, tuen did onr 
fathers of these days pass to this side of Teth-gris, and moving 
towards the süss going reach to the Affridg-eis etc. 

2) Chron. I. 6. — and Daire was he who conducted the cbildren of 
the land to this side Affridg-eis, and the race of Daire were Chiefs 
of the earth etc. 

3) Dara, Bagrates, und Araxes sind hier absichtlich aus den Flüssen 
jener Gegend hervorgehoben, der Dara, weil er an den- Data:, Da- 
aisg, des Skythischen Mutterbodens erinnert, und westlich auf den 
Dara, Daradus, Hesperiens, den heutigen Duuro (Maunert X. II.), 
und die Europäischen Duor, Dur©, und die Dana der Alpen und 
der Donau hinweist — der Bagrates, weil ein Bagradas 
in Libyen vorkommt, in dem die Sage der Gaüzischen Braca- 
rensen die Heymath erkennt (Vallancay Irisch Grammar) und der 
Araxes, weil er offenbar den Skythen als Namengeber verkündigt. 

. Ar-aic-seis, Haufen .des Er-Stawms, Ar-aic-uisg, 
Wasser des Er-Stamm*. 

4) Chron. 1. 6. — and all that went forth from Magh-sean-ar etc. 

5) Og-came, uxtavog, der früheste Name des Nils. 

<0 Chron. I. 6. and Daire — die obige Stelle sub 2). Justin. I. 1. 
Fuere quidem temporibus antiquiores [vor Ninus] Sesostris Aegy- 
pti, et Scythiae Rex Tanaus, quorum alter [Sesostris f in Pontuui, 
alter [Tanaus] usque Aegypttun excessit eto. Justin. II. 3. Primus 
Scythis bellum indixit Vexoris rex Aegyptius — quos [Scytjiasj 
cum tanta qeleritate venire rex [Vexorisj addidioisset, in fugam 
vertitur, exercituque cum omni apparatu belli relicto, in, regniun 
trepidus se recepit. Scythas ab Aegypto paludes prohibuere : inde 
reversi Asiam perdomitam vectigalem fecere* modioo iributo, 
roagis in titulum imperii, quam in victpriae praemium, imposito 
etc. — His igitur Asia per mille quingentos aonos vectigalis fürt. 
Pendendi tribiui finem Ninus, rex Assyriorum, imposuit. 

7) Der 1300jährige Tribut hört, nach Justin, zu Ninus geit, um 2000. 



— 141 — 

v. Chr. auf. Der SkytHseh-Aegyptische Krieg und des Tribut« 
Anheben muss also um 3500. v. Chr.- gesetzt werden. Nach Cato 
fallt das güldene Zeltalter In die Zeit vor Kinns (siehe ZusStze 
unter q). 

8) Der Untergang des, nach Manethon bei Josephns contra Ap. f. 
p. 1039. ed. Col., 511 jährigen Hirten-Reichs wird kaum anders 
als nm 9000. v. Chr. gesetzt werden kffnnen. Es muss also we- 
nigstens seine erste Begründung in die Zeit nm 2500. v. Chr., also 
die der Skythen-Herrschaft über Asien fallen. 

9) Chron. I. 6. when 1809 rings were marked on the banks of Af- 
fridg-eis, a multitude from the snns rising, beneath the laud of the 
first abode of onr great fathers (den Oxus-HOhen) poured in lipon 
the land of onr fathers that then lived (am Tigris und Phrat) 
like nnto a swarm of loeusts, or clonds of bnrning sands, yea 
even as a torrent of mighty waters, that over whelmeth allthings. 
And the mnltitndes for numbers not to be connted, as the sands of 
the sea, as the stars of the heavens — speaking wiüi a thousand 
tongues diverse one front another — fierce and cruel, came over 
our fathers. 

And many of the Gaal were made captives — and many lay in 
death, whose State was happier than that of his fellow. 

And Ard-fear, chief of the race, and all the heads of the peo- 
ple who stood in the presence of the Chief, dwelling ronnd about 
the tents of Ard-fear, escaped from the edge of the sword of 
Eis-soir etc. 



*• *• 

Skythen-Reich in Armenien, Ausbreitung bis zum Cau- 
casus, Javans Westzug, und Gründung des Ost- 

aethiopen- Reichs. 
Ton 2250. bis circa 8000. v. Chr. 

Beym Bindringen der Ostschwärme sind es zuerst die Arachosi- 
ßchen Bewohner der Gott geweihten Höhen, Ad-Dio-beann- 
ij> Aethiopen, die dem Druck weichen, und die Zuflucht bey den Ar- 
ktischen Stammvettern des Ober-Tigris suchen müssen. Hier und mit 
diesen gerathen sie bald unter Assyrische Herrschaft, und nur ihr In- 
*itz behauptet durch die Stürme der folgenden Zeit den an die Namen- 
geber erinnernden Namen (1). Die bis zu den Tiefpnncten des Phrat 
aufgerollten Völker der südlichem Ebenen vermögen es nicht den 
Vatersitz von Senar gegen den andringenden Feind zu behaupten. In 
«wey Haufen (2) verlassen sie den mehr als 1800jährfgen Insitz, und 
an der Stelle des Baal-Sitzes, Be-Baal, Babel, in der Ebene 
der Altvater, Magh-Sean-ar, Senar, in der Fluss-Region, 
Duor-aoi, Dura, erwächst die Zwing-Feste des neuen Herrn (3). 
Verfolgt von den Kriegern Beins und seines Verbündeten, Arictis, des 
Arabers (4), stürmt ein der Pflege Ard-fears fremder Theil der Ver- 
drängten westlich fort, bis znr Meeresküste, und findet nur in den 
J^eis- s chl lichten, Bearna, Pharan, Ruhe und Schutz. Hier hinter- 
wsst er in unvergänglichen Schriftzügen die Spur seines Daseyns (5) 
«M gelangt zn den mächtigen Brüdern am Riesenstrom, die ihn fort- 
»» ia ihr Schicksal verflechten. Weniger im Abzug beunruhigt (0), 



- 14* - 

vertonen tncli die Skytbea- Haufen Ard-fear» Massenar, und folgen 
dem Aufsteigen de» Stromes. Hier erreicht man zuerst ein Hügel- 
land der Ebenen, Magh-dun-iatb, Mygdonia, und bald wird 
der Hochsitz im Quellgebürge, Ard-mionn, Harminni, Ar- 
menia gegründet (7). Zwischen dem hohen Mann, Ard-fear 
(Dioders höchsten Alten, Bar-Sean, Barsanes) und den Asien 
noch durchsiehenden Beins (Diodors Ninus) kommt der Friede zu 
Stande (8), and nun sammeln und mehren sich die Massen de« Er- 
Volks um den Hochsitis des Völker- Vaters, Ard-Iear. Der Führer 
aus der Flnth der Völkerwellen endet 

£318. v. Chr. dort in Armenien sein ruhmvolles Leben, sein dankba- 
res Volk ehrt ihn und sein Werk im Namen: des hohen Mannes 
4er Arche, Ard-fear-Naoi, und am Weststrande des Euphrats errich- 
tet, deckt der mächtige Erdhügel, Titaim-el, seine Gebeine (9). 
Sky (bischer Sitte getreu ruft die Wahl den jüngsten der Söhne zum 
Regiment. Der älteste, Sean, Sem schlägt seinen Wohnsitz in der 
südöstlichen Nähe des Vatersitzes auf, und wird da zum Stifter der 
Hebräer und ElamKen, die bald dem Scepter des Assyrischen nenen 
Weltreichs huldigen müssen, wenn es auch ihrem Baal-Priester-Stamm, 
den Bewahrern des iirälterlicben Wissens, den Chnldüern gelingt, den 
neuen Gewaltherrschern Achtung und EinOuss abzugewinnen (10). In 
Ausbreitung im Nordosten, Norden und Westen des Armenischen 
Hauptsitzes erhält und verdient sich jener jüngste der Söhne Ard- 
fear-Naois den Namen des Ländergründers, Jath-foth, Japhet, 
und des Weisen, Bolus, Aeolus (11). Im Osten erfüllt die neue 
Herrschaft die Artäischen Saum- Lande des Meeres der Er-Hö- 
hen, Moir-Eri-ceann, Mare Hyrcanum, Hyrcania, das in späte- 
rer Sonderling der Armenischen von Iberischen Reichen, zum grossen 
Mittel-Lande, Middhe-iath, Media magna, erwächst, und sich des 
Assyrischen Scepters bemeistert. Im Norden dehnt sich Japhets Reich 
bis zu den Hohen des Schmidts-Pfads, Gou-casan, Caucasus, 
und alles Land zwischen jenem Meere der Er-HÖhen, und dem der 
F 1 u s s m e n g e, E i s - a u n, Euxinus, wird von Er- Völkern erfüllt (12). 
Ein dort gesessener Schmiedestamm der Thubaliten flieht über's Ge- 
birge (13), der eingezogene Er-Skythe aber giebt dem östlichen 
Hochlande den Namen der Hochspitzen, Ailb-binn, Albania, dem 
Mittel-lande den des Sitzes von Er, Ib-Er, Iberia (14), in des 
erzreichen Bergen des Westens aber, belehrt vom abgezogenen Thu- 
baliten mehrt er seine Pf eil wa ff e, Sciot, durch Tubals-Spiess, 
Cran-Tubal, und Schwer dt, Colg, der Sohn der Himmels- 
berge, Im-a, Imaus, der gewaltige Schmidt des Oxus, Ass- 
Gou-ta, Assiotae, der in die Erzgange Taprobenes verschlossene, 
Cal-ib-ih, Galibe, er wird hier zum Wanenschmldt, zum Volk der 
Schwerdterheymath, Colg-ib-ih, und das Land heisst fortan das der 
Schwerdter-Menge, Colg-eis, Colchis. Im Westen, auf dem 
Boden des Herrn, Ce-Baal, Cybele, gründet ein Armenisch-Sa- 
kischer Höhen-Stamm, Aie-mionn, Acmon (15), Acmonia, ein 
neues Land des Stammes der Männer und Helden., Fear- 
aic-iath, Phrygia, und hier wird der frommen Erinnerung an Ard- 
fear, den hohen Archen-Mann, ein heiliger Hayn, Coil-ain, 
Caelene, geweiht; ein Denkmal, das, Dank dem Stempel des schon 
späten Römers, noch bis zu unsern Tagen fortlebt (16); Hier, auf 
Baals-Bergen sendet Baal, nach, frommen Skythen-Glauben der milde 
Geber der in der Nordheymath vom Himmel gefallenen Gaben, hier 
sendet er aus seinen Höhen den Stein der Sage de« . Süden *, 



— 148 — 

Ag*-de»s, Agdu, das Vorbild de» Steinbilds des Baals der Oase (17), 
wie des Geechlcksteins des Baals des tiefen Westens, dessen magi- 
scher Kraft; noch heute der späte Skythensobn huldigt (18). Jat-fota 
stirbt , und der jüngste , Og, aus sieben (fünf) Hinterbliebenen Söh- 
nen wird sunt Begmieat berufen (19). Seit 8172. ▼. Chr. fuhrt er es 
mit gewaltiger Hand, die Wahl selbst aber gebiert Bruderzwist und 
Trennung. Gleich anfänglich ziehen mit dem ältesten der Brüder, dem 
Auswanderer, Jath-bhan, Javan, weiberlose Haufen, Noachi- 
den-Trnmner, Naoi-mad-eis, Ogs-Völker, Og-eag-eis, 
dem Westen au (80). Auf früherem Wellenboden, Beadh-tan- 
iatb, Blthynia, entsteht ein Land der Auswanderer, Jath- 
bhan-iath, Jonia (21), hier ein frühestes Er-Land, im Westen, 
Ta-Ar-tan, Dardania, ans diesem erbildet sich ein Troer -Reich, 
mit dessen Untergang die Geschichte der Griechen anhebt, aus dem 
Jonlsck-phryglsch-colchisckeu Völkerheerd aber entstehen weitere 
Westzüge, ans denen Thraken, Mygdonen, Magneten, Thessales, 
Kentanren, Hectenen, Minyer, Phlegier, Coronen, Booten, überall 
Aeonen, Aloiden, und Aeoliden des griechischen — Ansonen-Osken, 
Sabiner, Umbrer, Bleuler, Janus, Saturn, Camese, alle Saken- Ge- 
blüts und Skythen-Ursprungs (®D des italischen Bodens hervorgehen. 
Die vorgefundenen Autechthonen nennt der einziehende Skythe: Ein- 
geborne, Firgneat; eine Benennung, die bald in Aborigenen ver- 
stümmelt und irrthumlich dem Namengeber selbst beygelegt wird (33)« 

Kurz nach Javan zieht ein weiterer Theil jener Naoi-mad-els 
und Og-eag-eis, wohl im besondern Saken, mit Cotti, Chatae, Ta- 
pari etc. dem Süden zu (24). Tauren und Armenische Tibarenen sind 
es, die vorzugsweise den Tapurisch-Skythischen Einzügling, die He- 
bronisehe Ogyges-Eiche den Ogygen, die Arabischen Numadae den 
Nomadeis, und Pamascus den Saken verkünden. Im Schutz der 
Wächter des Gebürgspasses , am Fluss der Alten, Sean-uisg, 
Xaataus, im Sitz der VSter, Be-athair, Patara, im Landtheil 
des Volks, Luia-ce, Lycia, hier wird der Stamms-Sonne, Gria- 
nan, Grynaeus, ein HeUigthum errichtet. Der Baal Turans, der 
Herr, der hohe preisswürdige Baal, Saoi-ard-ain- Baal, 
Sardanapal, der Sohn des heiligen Turan-Stamms des Schirm- 
Stromes, Anac-ain-duor-aic-seis, Anakendaraxes,.er erbaut 
im waldlosen Felslande, Coil-eag-iath, Cilicia, die Städte 
der Sonnenkinder, Ta-aor-seis, Tarsus, Sul-ih, Soli, und 
weiter dem Kr» Fluss, Er-amhan, Erana, durch die Engpässe 
der Flosa berge, Amhan-a, Amanus, folgend, gelangen die Züg- 
ler ins Land der Ebenen, Aoi-magh, Hamath, und hier entsteht 
eia neuer Sammelpunot der VUlker, ein Land der mächtigen 
Gaalen, Gaal-el iath, Galilaea (der Gojim) mit seinen Pracht- 
gründungen, im Innern die Stadt des Kraft punets des Herrscher- 

stamms, Ta-mass-saoi-aice, pfeftn, Damsdfeek, Damascus, 
«od am Meeresufer die Fischstadt, Sgadan, Sidon, die Königin 
der Schiffe. Es erbebt sich um die schirmende Eiche der Ogygen, 
°gfges, eine Stadt des Er-Sitzes, Cathair-Ar-be, Kirlath- 
Arba, später der S*t* der Er-Senne, Ib-Er-oin* Hebton, ge- 
nannt, und bald ist die Ausbreitung von den Honen des Nerdtaurus 
bis zu den Felswüsten Arabiens vollendet, und das Beich der Schirm- 
y**er, Anac-ia, Bnakim, gegen den Assyrischen Gewaltherrscher, 
1» den Gottgeweihten Borgen, Ad*»D*o-beann, Aethiopen, 
gegründet, und nun sieht die Küste in Joppe und Gerar neue Sitae 



— 144 — 

der Oberherrn des Landes, A*-f~muIlaeh, Abimelech, erwachset, 
die nun und von hier mu diesem Ostreich der Aethiapen die Aus- 
breitung Ms zu Arabiens Südküsten erkämpfen, dörten den Stamm 
Ada, Er-Troglotyden, Er-uambri, Erember einfuhren, in Nu- 
madae und Homeriten aber an ihren Naoi, und Oou-mar, den gros- 
sen Schmidt, Gomer, den Hanptf uhrer des Zugs ans Ardmionn er- 
innern. 

Jüan um circa 8000 t. Chr. ist die Verbindung mit den Hyksos- 
Brftdern am Nil. hergestellt, dem nun lßOt^ährigen früher Skythisohen, 
dann Babylonischen Tribut ein Ende gemacht, dem Assyrischen Ge- 
waltherrscher in den Bergen des Phrat- Westens, nördlich an's Arme- 
nische Skythen-Reich , südlich an die wilde Bergwüste Arabiens an- 
gelehnt, ein so gewaltiger Wehr- Wall entgegengedammt, dass dieser 
es für gut und gerathen erkennt, die babylonische Zwingfeste der 
Wacht der Satrapen zu vertrauen, den Kdnigssüz selbst aber auf 
weniger bedroheten Boden des Ober -Tigris nach Ninive zu verlegen. 



I) Adiabene am obern Tigris. 

•8) Die in Irland aufgefundenen Cath-ac-Gaalen sind nach Chron. H. 
nicht vom Stamme Ardfears, und schon die Stelle der Chronicles 
über den Abzug von Massenar deutet auf eine Mehrheit der Sky- 
thischen Volkshaufen, die sich dort ans einander geschieden, wenn 
es Chron. I. 6. heisst: and Ar d- fear, Chief of the race, and all 
the heads of the people, who stood in the presence of the 
Chief, dwelling round about the tents of Ard-fear etc. 

3) Chron. I. 7. — And Eis-Soir made the earth to groan for the 
weight which they laid on the places where theretofore had stood 
the tents of Ardfear and the heads of the GaaL Did they not 
raise up dwellings durable, and walls round about, and a watch 
touser to look over the land on every side? 

4) Diodors Bündniss zwischen AriÜus und Ninus. Die Annahme des 
. Beins, oder wie sonst der erste Gründer der Monarchie* geheissen, 

statt Ninus, wird keiner Rechtfertigung bedürfen. Anoh Justin 
nennt jenen Eroberer Ninus. 

5) Die Keilschrift auf Sinai. Vergl. Pocoke T. LIV. u. LV. wo vor- 
züglich in 78. am Schluss alsdann auffallende Aehnlichkeit mit 
der Schrift der Jersey-Münzen erkennbar ist, wenn die Kamm- 
Linie als oberer Schrifttheil genommen wird. Eben so in einigen 
Stellen von 50. 57. und 64. Ein Umstand, der für die Forschung 
der Heymath jener r&thselhaften Münzschrift von hoher Wichtig- 
keit zu seyn scheint. 

6) Chron. 1. 7. — And the foemen of the East sheathed not the sword 
for one entire Ring etc. 

7) Chron. 1. 6. And Ard-fear floated on the bösem of blessed Af- 
freidg-eis, and the waters bare up his little sein!, tili he lighted 
on the piain of Ard-mionn, and all that went forth front Magu- 
sean-ar dwelled in Ard-mionn, and Ardfear ruled that land as 
aforetime — but in person. 

6) Diodor. und Chron. I. 7> — amd when one ring was completed, 
there was peace. 

9) Chron. I. 7. & 

10) Diese Ansicht begründet and entwickelt sich ans der besser un- 
ten noch weiter angeführten. Stelle des Josephus. 

II) Siehe die Zusfttze unter i. 



^ 144 - 

1B) Cht. 1/ 17. I« the days of Deroa the N«*ades UM all Um land 

between Kis-amhan and Kri-ceann. 
IS) Chr. 1. 17. etc. he drave the Gaal of these land (nnto Gaba- 

Casan) over the mountains that raa Iron red ho* etc. over the 

land of Tu-bhal etc. 

14) Chron. 1. 17. etc. he placed 61a«, bis brother, over the land of 
Tu-bhal, calling itlb-Er. 

15) Nach Stephanus Ist Acraon Armenischer Sake und Grfnder Aemo- 
ntas nnd Phrygiens. Herodots Europäisch Maoedoalscher Einzug 
der Phrygen ist mit dieser Nachricht in Einklang zu setzen ver- 
sucht im Mag. Eur.'III. 

160 Vergleiche Mag. Eur. III. 

17) Diese Combination ist so kühn, das» sie wohl einiger Bechtferti- 
gung bedürfen möchte , vielleicht reicht die nota zu 8.2., dazu hin 
und mag sich daher hier darauf bezogen werden dürfen. 

18) Der Liafail der Iren und Scoten, Jacobs pillow in Westminster. 

19) Chron. I. 16. — and they did chose Og the youngeat of all the 
sons of Jat-foth to rule the land. 

90) Chron. 1. 16. — and they took their departure, Jat-ban and Og- 
eag-eis, from Ardmionn, moving westward etc. — no damsela 
took they, for they said, we will soin ourselves unto the mai- 
dens of the land , whither we may go. 

91) Im Bon Dehesch XIII. Zend Avesta III. p. 77. heissi ein Meer: 
Zaren Djahbun, Javans Meer, in der Bedeutung: Wurzel der 
Grösse, der Unermesslichkeit, in gleichem Sinn wie der Skythen- 
Name der Möotis: Temerinda, mater .maris, Ta-moir-imthib , hier 
des Meeres Ausgang, Ausfluss, also Wurzel und Anfang. Nach 
Wahl (Vorder- und Mitt. Asien p. 683) jenes Javans -Meer, das 
schwarze, dann im allgemeinen das Mittelmeer. 

22) Cato in fragm. siehe Zusätze unter q, 

23) Die Benennung Aborlgenes gehört weder lateinischer noch grie- 
chischer Sprache. Bey der Natur des gaalischen F, dass es im 
pnnctirten Zustand verstummt, möchte leicht angenommen werden 
dürfen, dass aus hirgneah, wie sich fhirgneath ausspricht, Höri- 
gen und weiter Aborigen um so leichter geworden, da griechische, 
lateinische und gaalische Sprache sich im Sinn von ytvviöti\q y geni- 
tus, und gneath begegnen. 

94) Dieser zweyte Auszug aus Armenien ist von den Chronicles nicht 
erzählt, wohl aber an mehreren Stellen deutlich genug angedeutet 
Die wichtigste ist die folgende: Chron. I. 96. — They (Calma und 
seine Begleiter) directed their Steps (vom Duro) towards the An- 
gers of Baal (nordwärts) tili they reached the tents of their race, 
and their Chief was Dubar (Tapuri- Skythen) front Gaoiataeloac, 
he who conducted the Childern of Ib-Er (also Caucasier), not of 
the captivity (nicht die kurz vor Calma den men of Feine, Phobi- 
kern , in die Hände gefallenen Iberen) bnt those of the Gaal , who 
went out from Ib-Er in the days of fada (den Tagen der Grün- 
dungen, der Zeit Jat-foths, des Ländergründers), seven score 
rings gone by to that land on the ihr side of Dnor (Duro) sonth- 
ward; from whence did Gaoiataeloac conduct them from Naoi- 
maid-eisiat (ein Nnmidia auf dem Europäischen Festland im Süden 
des Duro, schon in alter Geographie verklungen, vielleicht das 
Beich Gerions, und des Gargoris Justins) and tbereott did they 
abide, calling their portion Alg-er-ba, aller our race. Zu die- 
ser Stelle bemerkt Oconnor p. 98. not. m.: this brief notice di- 

10 



- 14« - 

«e*ta tMtfigr to, <** «rlgm *f Hüte Pf tke CUUtw of Ib-Kr, wko 

emigrated from Iber to Afrie, and front theace Co Spain — eine 
ttemerkung, die in ihr tagteUes Licht tritt, so bald in Gaoiataeloae 
Gaeiulift verstände», und 4amit die traditionelle Herkunft der Bra- 
carensea vom Libyschen Bagrates, und die Skythen und GkUdelas 
(Gaetulen) in, Verbindung gesetzt worden dürfen, die nach Neuniu* 
und Gir aldus Carabrensis vom Nil durch Africa nach Spanien her- 
über- kommen. Bin mehreren über den Durchzug durch. Africa 
seifest siehe unten. Die hier folgende Verschmelzung oder viel- 
mehr bfelof jeche Einreibung des Ostäthiopischen Kephiden und de* 
aegyp tischen Hyksos- Reichs, aus dem zugleich der Stand der 
Diuge, wie sie Abraham am Jordan gefunden, sich entwickelt, 
wird einer, eigenen Rechtfertigung nicht bedürfen, da er fast 
notwendig aus der Rinformung der Nachrichten der Genesis und 
Manethons (Joseph, c. Ap.) hervorgeht» 



* 6. 

Das Hy*:s.08- Reich und sein Untergang. Ph&niker und 

Cananiter, Philister und Pelasger, Libysche Aethiopen 

und Atlanten) die ersten Skythen-Einzüge in Ost- und 

West-Europa, 

Von circa 2000. bis circa 1300. v. Chr. 

Das Andenken an Vexoris schimpfliche Flucht hatte sieh Aegyp- 
tern uud Skythen gleich tief eingeprägt — ohnedem drängte die Meh- 
rung vom Kuphrat her die Volksmassen dem Westen zu — da waren 
schon vor 500 Jahren Gaalische Kinztigler bis zum Schwarz- Strom 
vorgedrungen , denen bald nach weitern 350 Jahren die von Eis - soir 
verdrängten Bruder folgten. Da fliehen Götter und Menschen in die 
Felsen, Wasserstürze und Wüsten der Flusshöhen, im Andenken an 
die Ströme der durchlaufenen Heymathen erhält der Fluss den jenen 
gleichen Namen (1) , Nieder - Aegypten wird Sky thischer Herrschaft 
unterworfen, Memphis zum standigen Königssitz erkiest, im Osten des 
Bubastue, zur Wehr gegen den geförekteten assyrischen Nachbar, eis 
neuer Herren-Priester- und Mysterien -Sitz, Saoi-eis, Sais, 
und Sprach -Stadt, abhair- eis, Abaris, erbaut (2), und so das 
Skytyische Hirtenreich begründet. Nach besänftigtem ersten Schre- 
cken hatte sich der Aegypter um ein Thebajsches Höhenreich am 
Ober-Nil gelagert, und dem gewaltigen Fremdling die Niederung 
überlassen. Jetzt aber, im ScheUelpiinct der stündlich wachsendes 
Gefahr, im Augenblick der bevorstehenden Einigung von Hyksos und 
Aethiopen,, jetzt, um 2000 v. Chr., ermannt sich AUsfraginuthosis, 
der König von Theben > er wirft sich im Muth der Verzweiflung auf 
die Haufen, der Usurpatoren, und das 500jährige Hirtenreich zerstiebt 
In östlicher und nördlicher Flucht zu den Sitzen der neu herangezo- 
genen Brüder-Aethiopen, der nördlich dem Meere zugedrangte Ueber- 
rest aber verschliefst sich in die Mauern der unbezwinglichen Feste 
von Abaris (3). Seit $i£Jt 15 Menschenallern hatte der Skythe den 
wasserdurchschnittenen fteu-Boden des Delta bewohnt , der Weide so 
widrig, als dem Ackerbau günstig — die Lage am Strome und am 
Meere, $ie Wohnung im ft|ijpel- und Uebergangsjand für die Bedarf- 



— 14» — 

Bisse der 1n die FhisshWiem zuruxskgedrlliigtett Etugebofuen; die Met 
erzwungen herbeygeffihrte Sitte der Wohnung in fetten, der wie- 
derkehrenden periodischen Flnth trotzenden Sitzen mit den daran ge- 
knüpften Formen häuslicher Verbindung — alles dies» hatte im Zelt- 
verlauf den vor aOO Jahren eingezogenen Hirten zum Ackerbauer, 
SchuTfahrer, Kaufmann, Stadtbfirger, Hausherrn und Ehemann umge- 
wandelt — zugleich aber den einfachen religiösen Ansichten, die er 
mit an den Nil gebracht, dort manchen Zusatz, in vermeinter Aus- 
bildung manche aegyptislrende Entstellung herbeygefithrt — und 6o 
tot es nicht mehr der eingesogene Er-Hirte, der Diener seiner Ein- 
Gott-Sonne, es ist der verfeinerte St&dtegründer und Ehe-Stifter, 
Feine-aiee, Phönike der Ackerbauer, Kaufmann, Ceannaidhe, 
Canaaiter, mit vervielfältigtem Baal-, Sonne-, Mond-, und Sterne- 
Dienst, der vom Nil ab Ostlich den weyhrauchhandelnden MenSer (4) 
an Arabiens West- — und ein Phftnrfke und Cananiter an seine Ost- 
Küste hinüberführt und dorten in Ur-Tyrus und Aradus (5) ein frü- 
hestes Phftnizlen gründet, das wohl erst in den Tagen zwischen Ja- 
cob und Josda nach den Küsten des Mittelmeers fibergeht (0). Hier, 
um das urvftterliohe Sidon verbreitet, erwächst bald und schnell ein 
Staat, die ganze Küstenstrecke zwischen Klson und Orontes einnefr- 
mend, sonderbarer Bildung, kein Land, keine Landesgränze, nur 
Kinzelgebiete ummauerter Kinzetniederlassiingen, unter sich verbun- 
den nur durch gleiche Beligfon und gleiches Kaufmannsgeschüft, das 
bald einzelne Küstenörte aus dem Dunkel jener Zeit zu hellen Licht- 
«uneten erhebt, die bekannte Welt im listig -kühnen Sinn durchzie- 
hend, und im Austausch gegen die ersten Caititrelemente sich mit 
ihren Schützen bereichernd. 

Im Ffocktstig vom NU hatte sich vom Haufen ein anderer Veflcs- 
thetl abgetrennt. Neben jenen Cananiten ziehen Geschäfts- und Sian- 
gesenderte Stumme, Nicht -Kaufleute, Nicht -Seefahrer, mehr noch 
Hirten und Baaldiener der minder veränderten früheren Form, dem 
Norden zu. Per Cananite setzt sich in die Ostflankd des Aethiopen 
im Nordosten des Jordans, und bildet da ein zweytes Mittel-Land, 
midlie- lata, Mtdian, Zwischen Aethiopen und Assyrer. Die andern 
sammeln sich in GfaHlaea. Da entsteht anf dem Boden Baals, C e - 
Baal, Gebai, nnd auf Hochbergen ein Dienst der Höchsten Sonne, 
Sul-lm, Soltnta, Salem, eine Wohnung dem Alt -Priester, 
Both-Sean, Bethsean, und eine dem Haupt Aer lehrenden, 
Mullaeh-sBftgodh, Melchisedeeh , und in noch dauernder Furcht 
wird letztere, die heilige Statte der Juden, zur Wehr gegen den 
Assyrer, zur Feste ummauert (7). Bald gehen aus diesem Volks- 
theile weitere Nord- und Westzfige hervor. Dfe trennende Wande- 
rung und ihre Eile bezeichnet der bald einziehende semitische Sprach- 
bruder in dem dem Volke gegebenen Namen der Pelasger, Phelesch, 
and Kflwandefer, Philister, Pheletl (eine wettere Deutung siehe un- 
ten §. 6. n. 2.), nnd der Auszogsheerd, das Ufertand, erhalt den Na- 
men PMlistaea, in Krinnerung an frühere Heymath, Schicksale und 
Gewerbe aber den des Landes der Pales- Hirten, Pales-tan, Pale- 
stina. Der Nordzug führt jenen Pelasger in und durch den ganzen 
Busen Vorder -Asiens, und nach den Nordgegenden Griechenlands 
hinüber, wo er in dem früher eingezogenen Javaniten einen Skythl- 
schen trstammsbruder vorfindet, der Westzug aber Inachiden, Ena- 
kims, und Ceerops an südlichere griechische Küste. 

Am Tigris, ha Lande des Feuers, Ür, ür, war bey den der 
Assyrischen Herrschaft gehorchende* Skythen^- Stammen Sems; den 

10« 



— 448 — 

. zerstreuten Söhnen Naoia, Naoi-mnd-eis, eine neue Lehre 
erwacht. Tom Klfer der Priester des Gottes des alten Glaubens, 
vom ChaldSer gedrängt (8) greifen die Kinder Hebers zum Wander- 
staab, und suchen Zuflucht und Aufnahme bey den Stamm vettern am 
Jordan. Hier ist im Augenblick der Ankunft die Lage der Dinge 
nicht überall günstig und nur Niederlassung einladend. Ein Kriegs- 
sustand mit dem nahen gewaltigen Assj-rer, die Ruhe nach aussen 
durch die Aethioplschen Klein- Bezirke der Pflegen, Bas-ain, Ba- 
san, wenig gesichert, im Innern durch die wirren Ein- und Auszüge 
häufig gestört, macht das Bleiben bedenklich, eingetretener Hunger 
unmöglich. Da beschließt der Häuptling, Ab-ram, Abram, die 
Reise bis zu den Brüdern in Abaris, dem Stapelort des Getreydes (9) 
fortzusetzen. Aber aueh hier findet die neue Lehre wenig Eingang, 
und gefährdeter noch ist die Ruhe, dem erbitterten und unversöhnli- 
chen Feind am Ober -Nil gegenüber. Nach dem Jordan zurückkeh- 
rend trifft Abram dort eben zeitig genug ein, um dem Gesuch um 
Aufnahme den Anspruch wegen erworbenen Verdienste unterzustel- 
len. Fünf Aethiopische Pflegebezirke haben dem Assyrer den Gehor- 
sam aufgesagt; Kedorlahomor , der Sairape des Herrschers in Ninive, 
Ist mit Heeresmacht über die Berge der Völker- und Sprach-Gran- 
ze* abhair, abarim (10) herübergezogen, er hat die Aethiopen von 
, Astarot, Sus, und Emim über den Haufen geworfen, und den Ver- 
heerungszug bis in die Schluchten der Kriegerhaufen, Cath- 
eis-bearna, Cadesbarnea, fortgesetzt. Da werfen sich ihm jene 
Aethiopen-Führer entgegen, sie unterliegen, und werden geplündert 
und gefangen. $un greift der Fremdling, der Hirtenfiihrer , Abram, 
zu den Waffen, schlagt und verjagt den Assyrer, befreyt die Gefan- 
genen., stellt ihnen das verlorene Gut wieder zu, und empfangt dafür 
den Segen Melchisedeks, des Hochpriesters der Sonne zu Salem. 

Jetzt 1976. v. Chr. kommt zwischen ihm und dem ruhmvollen 
Gaalen-Führer, Fio-ol, Fic-gaal, Phtgol, dem Feldherrn des 
Aethiopischen Ober-Königs, Ab-i-mullaoh, Abimelech, ein Auf- 
nahme - und Schutz bündniss zu Stande. Der alte Er- Sitz, Ca- 
thair-Ar-ba, Kiriath-Arba, der Sitz der Er-Sonne, Ib-Er- 
oin, Hebron, mit seiner bedeutsam der fernen Zukunft vorleuchten- 
deu Scbirmeiche der Og-Völker, Og-eag-eis, Ogyges (11); 
der schirmenden, Anac, Enakim, er nimmt Ab-ram und die Sei- 
nen auf — und so wissen bis zum Abzug Jacobs nach Aegypten die 
heiligen Bücher auf jenem Theile des Aethiopen-Bodens nichts von Phö- 
nikern und Tyrus, wohl aber von Sidon, von Enakim, dem Riesen- 
volke der frühern Tage, von Aethiopen mit ihrer Quelle im Stamm 
Dan (12), von Ogygen mit ihrer Eiche, neben Cananiten und Phili- 
stern , in denen noch Strabo Aegyptisch-Arabisch-Phönikische Misch- 
völker Palästinas erkennt (13), eben so wie es der Sky the ist, dem Jo- 
sephns die Erbauung des uralten Bethseaa-Skythopolis zuschreibt (14). 

Dort am Nil war es dem grossen Skythen-Haufen der Hyksos 
von Abaris gelungen, sich noch lange des heranstürmenden Aegyp- 
ters zu erwehren. Spät erst um 1900. v. Chr. vermag Tlfemosis durch 
Unterhandlung sie zum Abzug zu bewegen, und sie schlagen den 
Westzug /lach den Libyschen Wüsten ein (15). Ein erster Sammel- 
punct ist dort die Oase des Salzbergs. Hier im Löwen-Lande, Leobh- 
iath, Libya, am Einigungspunct der Menge, Amoon, Ammonium, wird 
dem Baal der Väter, nach Sinn und Sitte der Väter ein Heiligthum 
errichtet. Aber schon hier scheidet neue Lehre in neuen Göttern die 
Genossen, auch ein Typhon, der mit Heracles streitet* In kühnen 



— ■ 149 — 

Math aegyptischer Gatter -Schaffung wird dem Au- und Ein -Gott 
Baal, der Sonne, ein. Herr des Alten Erdverschlusses, des 
Meeres, Bas-eata- tan, Bos-eata-tan, Poseidon, zur Seite ge- 
setzt, und seine Glaubigen vertrauen dem Element seiner Herrschaft, 
und genrinnen übers Meer Greta nnd von da die griechische Halbin- 
sel, die Insel der Zugänge, und der Vielmündungen, Peloponnesos. 
Da wird Ar- cead-iath, Arcadia, das erste Er-Land, ihre frü- 
heste Gründung, und von hier aus erreichen sie in nördlicher Aus- 
breitung die Wohnsitze der Javaniten und der näheren pelasgisched 
Stammbrüder.' Die den neuen Irrlehrer ausstoßenden, wenn auch 
selbst dem bild'losen Baal der Vater im heiligen Widder ein Bild un- 
terstellenden, sonst treuer an Sitte und Glaube der Urheymath hal- 
tend, sie umweiden mit zahlreichen Heerden den Tritonis, enthalten 
sich des Genusses des Fleisches der milchgebenden Kuh, und das 
neue Baal-Bild, der heilige Widder, Caor-ain, Kyrene, erhält 
hier sein eigentliches Heiligthum. 

Aus der Hand der Sonne, Baal Grlanan, Grannus, erhalt 
der Pflege- Herr, Bathas, Battus, Aufsicht und Gewalt über Hir- 
ten und Heerden; aus den Atlas- Adern und dem Flusssand des Erz- 
bodens, Iras-ai, Irassa, werden Erze ergraben, auch hier dem 
grossen Schmidt, Gou-mar, Gomer, und dem Schwerdter- 
sit», Colg-ib, Chalybe, eine Werkstfttte errichtet — und so wird 
Grannus zum Vater des Battus, und spatere Einzüglinge gleichen Ge- 
blüts finden hier Antanoriden schon mit eherner Wehr, und Gräber 
der heiligen Pflegekönige (10). • Hier, im Vollgenuss der Ruhe und 
Behaglichkeit eines geregelten Hirtenlebens, wandeln sich bald die 
Tage, Iol-aos, Iolaus(lT), des verbrausten Sturms, in die güldene Zeit 
der früheren Vergangenheit, und ihre dankbare Erinnerung folgt fort- 
an den gesegneten Fusstapfen (18) der Ruhm -Haufen des 
mächtigen Rr - Stammes, Er-aic-ol-eis , Heracles. Bald 
mahnt die Mehrung des Volks gebieterisch an Weiterausbreitung. 
So hat sich hier ein Eingangs-, ein T hur- Volk von Er, Eri-beol-aos, 
Kurypylos, gebildet, ein Saame der Völker, in den Tagen der Vor- 
zeit, nfi^v *Qtxg, ausgestreut, über Libyen und die Scholle der Un- 
stern Abendlander (19). Der westliche Wanderzug jener Ruhmhau- 
fen, Heracles, führt die Genossenschaft der gewaltigen Va- 
ter des Männer-Stammes, Ata-el-ua-aio, Ataeloac, Ata- 
el-aos, Atlanten, den Hochbergen zu, die vom Volke den Namen 
erhalten. Sie wie ihre Insassen werden dem hohen Gotte geweiht, 
Ad-dio-bean, Aethiopen, Noaohiden, Naoi-mad-eis, Numidae, erfül- 
len das Land zwischen Gebürge und Meer, Völker und Lander der 
Sonne in ihrer Hitzkraft, Mass-sul, Massyli, Tethgne-tan, 
pron. Tinni-tan, Tingitani gehen aus ihnen hervor, der Herr, der 
hohe Baal, Saol-ard-Baal , der Frühgründer von Tarsus, verkündigt 
sich in Sardabal auch als den Gründer Mauretaniens, und an den 
Westküsten am Weltmeer erblühen 800 Heracleen. Bald erkunden 
diese Heracliden- Atlanten die Nähe weiteres wohnbaren Landes im 
Westen (20). Den Hercules-Säulen gegenüber, im Gesicht des Fest- 
landes liegt die grosse Insel , die den Zugang zu den übrigen eröff- 
net. Diese bilden ein Inselmeer, mehr Festland als Inseln, dessen 
Sammtumfang grösser als Asien und Libyen ist. Es liegt unter der 
Linie, das ganze Jahr kennt dort nur eine Tag- nnd Nachtlange, um 
Mittag hat die Sonne keinen Schatten, und nie sieht man dort das 
Sternbild des Baren. Dieses Festland besteht aus sieben grossen In- 
seln, und milde heilsame Luft, und fruchtbarer Boden verheissen 



— IM — 

Am Bewohner Gesundheit und langes Leben* Auch auf diese Sieben- 
Insel sieben Indus-Skythen und Stammbrüder der Creter, die Atlan- 
tiden hinüber, und »eben ihr den Manien der verlassenen Hochsitze. 
Sie und ihr heymatbl icher Budh dringen bis zum äassersten Westen, 
ihm wird die Insel selbst geheiligt, in ihm der Höchste erkannt; und 
seinem Dienst, der Väter Sitte treu, weisse Rosse geweiht (21), 
Mond and Sternen aber gleiche Ehre erwiesen. Wie in der Heymath 
scheiden sie sich in Stamme und Kasten, die die Aeltesten patriarcha- 
lisch regieren; sie sprechen, wie in Abaris, in den Zangen aller im 
Weltzug durchlaufener Völker 5 gleich dem blutrerwandten Chaldüer, 
dem Lehrer Babylons, treiben sie Sternkunde, und kennen Schrift 
von oben nach upten, aus sieben Zeichen, jedes vierfach anders ge- 
stellt, achtundawanstfg Buchstaben liefernd; und eine Hohrfrucht ist 
es, die ihnen das Brod liefert. Zeitlich und sachlich Seitenbild der 
Skytko-tyrischen fünfjährigen Agenten, und Vorbild der Skytho-gaa- 
lischen Bri-tethgne-ol von Eri, kommen sie je in fünf Jahren auf der 
Hauptinsel zusammen, au Verfestigung der Verlassang, und Schlich- 
tung der Zwistigkeiten. Gleich dem Oberkönige, Erimionu, in Eri, 
ist es hier der Oberkönig, Atlas, in dessen Händen die höchste Ge- 
walt ruht, über das ganze Inselreich und seine Einzelst&mme (22). 
Das Land steht im Rufe hoher Weisheit, und tragt den Namen des 
Both-Landes, Ruad-iath, Erythia (88). Die südöstlichste der Sieben- 
Inseln erhalt als Wachterin des Eingangs vom Kr-Hirten den Namen : 
der Insel der (wachenden) Hunde von Er, Cuin-Er-i. Sie 
aber ist es, aus der bald Verderben, Zerstörung und Untergang in 
Flammen und Fluthen hervorgeht; der Hund von Er, Cüiu-Kr, 
er wird bald zum Verderber, zum verheerenden, Cniu-ar (24), 
Cuüwar-1, Canaria, und in die Bilderreihe der Umwohner tritt er für 
. alle Zukunft als das Symbol der schreckhaften Maturerscheinung (25), 
und der. Crater des Pics wird nun zur Lagerstätte des schrecklich 
getauschten Vaters, Gapi-ata, Gayota, wie der Pic selbst 
zum Vater, des Trugs, zum Ur- und Mittelpunot der Katastrophe. 
Die Sieben -Insel zerfallt in Trümmer von Feuer und Asche, ein 
Meer schwimmender Kräuter bedeckt ihre einstige Stelle im Welt- 
meere, und hemmt und erschwert die Fahrt. Die Westbewohner 
flüchten auf den nahen festländischen Westen, Feuer- und Asche- 
Geborene, Flüchtlinge aus Osten (26), Budhas Söhne der Siebea~InseI 
aus Amagumecau mit der Spraohe von Tschen (27) erreichen den 
nördlichen — Feuer- und Sonnenvölker den südlichen Theil jenes 
Festlandes (28), wo sie, erst nach Jahrtausenden wiedergefunden, in 
Sage und Sprache die Urblutsverwandschaft mit den abgetrennten 
Brüdern des alten Festlands verkünden (20): Von den Südosttiteilen 
des grossen Insellandes nimmt Africanische Südwestküste die Flücht- 
linge auf/ die ihrer Summsprache bis zum heutigen Tag treu bleiben 
(30). Auf den Trümmern, jener zerrissenen Canaria, des Zerstörungs- 
und Truglandes, fristet ein Einwobnerrest das arme Leben. Um den 
Fuss des verstummenden Vulcans sammeln sich Haufen des ehr- 
würdigen Stammes der Getäuschten, Gaoi-ain-aio~seis, 
Gusntohes, Sie sind es, die in der Leerstelle ihres Vaters des Trugs, 
Gaoii>ata, Gaiota* unter dem Crater des Bios, den Pio selbst als den 
Brennpunot jener Verwüstung bezeichnen« und noch bis in späte Jahr- 
hunderte Mythus, Sitte und Sprache der Urväter bewahren (dl). Auch 
die dem Ausbruch näher gelegene Festlandsküste Africas wird durch 
die Katastrophe unwohnbar gemacht, auch hier treiben Flammen und 
Fluthen Mir verderbliche» gpiej. J>a verschwinden die 900 ßtrscieen, 



— 1*1 — 

im4 ihre Bewohner fliehen theils nttrdlich nach den noch runfgern 
Tlteilen der Hieben- Insel, theils suchen sie die unerschütterlichen AI-* 
]ss~Sitze, die nnn den Stamm der mächtigen getauschten 
Väter, Gaoi-ata-el-aic, Gaoiataeloac , aufnehmen, and so er- 
halten die Völker den Namen der Entkräfteten, A-mass-igh, 
Amazigh, und das Land den von Gaoi-ata-el-iath, Gaetulta, und 
so geht der Hercules der Hiempsals- Bücher in Spanien zu Grunde, 
und aus seinen Heracliden gehen die grossen Gaetulen hervor. Nu* 
der Nordosten jenes Rothlandes, spater ebenfalls dem Untergänge 
geweiht, and da als letzte Spur der Sieben-Insel verschwindend, er 
bietet den Unglücklichen einen kurzen Zufluchtsort (88). Dort im' 
Gesicht der Küsten Europens noch auf trügerischer Klippe, 
Gaei-d-els, Gades, wird ein Wohnort errichtet, dorthin and auf 
die Hirten- In sei, Cotti-inis, Cottinussa, führt der Hirte, 
Caoir-eann, Gerion y seine Heer den. Auch das nahe Festland 
wird beschritten, und dort den Felsen des Meereinsturzes der be- 
zeichnende Name des Mundlochs, Cailbe, Calpe, und des Ein- 
gangsfelsen zum Lande, A-beol-iath, Abila, gegeben. Noch 
ist es der Hirte, der mit seinen Heerden die seltenen Trockenlagen 
durchsieht, da sind Bienenwachs und Schaafe, Cear-caor- 
eis, Gargoris (33), sein einziger Reichthnm, bald aber auf gewal- 
tigem Wellenboden, A-beadh~eis, Habidis (84), zieht der 
Pflug die Furche, und nun entsteht dort ein Süd sitz der Er-Hau- 
feo, Ta-Er- deas-seis, Tartessus, und im Aufsteigen der abge- 
leiteten Wassermassen, Amhan-eis, Anas; Beadh-eis, Bätis, 
errichtet der ZügUng aus Imaischer, dann Taprobeniscber, Catica- 
sisch-Colobischer, zuletzt Irasalsch-atlantischer Schule, der Chalybe 
an den Er-Bergen, den Marianischen Höhen seine Werkstadt, und 
die früheste Europäische Knappschaft der Silber- Berge, Ar- 
gied-dnn-aos, Argantonius (85), und so betreten in kaum zu be- 
stimmender Zeit, aber wohl sicher vor 1800. v. Chr. die ersten Sky- 
then a|s hesperische Atlanten und Alte des Rothlands, Tur- 
rand-sean, Turasenen, den Boden Westeuropas. 

Dort im Osten hatte sich die Lage der Dinge nicht gerade be- 
deutend geändert. Nach 27jithriger Regierung Ogs, 2172 — 2145 v. 
Chr. hatten durch 191 Jahre unbenannte Skythen-Fürsten dem verein- 
ten grossen Reiche vorgestanden. Der letzte in der Reihe war Dor- 
cas, der 1054. v. Chr. zur Regierung kam. Unter ihm zog ein Gaa- 
len-Tbeil über den Caucasus, und es entstand dort, im Norden des 
Gebürgs, ein neues Skythen-Land, Jath-Sciot (36), das sich bald 
nördlich und westlioh verbreitete, und Afüeten, Sarmaten, und Geten 
den Ursprung gab , und so war auch der Osten Europens dem Sky- 
then-Volke geöffnet, und dieser Skvthentheil war es, den die erwa- 
chende Geschichte als die einzigen und eigentlichen Skytien der hi- 
storischen Zeit kennt und anerkennt. Aus ihm ging der unermeßli- 
che und weit verbreitete Slaven-Stamm hervor, in dessen Weststäin- 
aen in Zechen und Leoken stoh noch deutlich die Mischung von ur- 
skythischen Jazygen, und der Völkerwanderung entzogenen Germa- 
nischen Lygen versündigt. 

Am Caucasus hatte Dorcas das grosse Reich gespalten, nnd im 
4. Jahre seiner Regierung 1950 v. Chr. seinem Bruder Glas die Re- 
gierung in lb-Er übertragen. Das Armenische Hauptreich, dessen 
weitere Geschichte die Chronicles nicht kennen, es mag wohl leicht 
sich in das Medisohe umgewandelt haben, das in der Folge dem As- 
syrischen scepüer gehorchte, und gegen 800 v. Chr. nach 1300 jahri- 



— 159 — 

ger Datier jenem Reiche selbst ein Ende machte. Glas in Iber stirbt 
1088. v« Chr. und die Regierung seines Nachfolgers File hat in der 
Dauer von 88 Jahren nichts bemerkenswerthes, als einen fehlgeschla- 
genen V ersuch Lonracs, des Sohns Dorcas, das Reich von Iber dem 
' Armenischen zinsbar zu machen. Nach Files Tod aber tritt in den 
Chronicles eine Lücke von 898. Jahren ein, nach deren Ablauf 1614. 
▼• Chr. die Wahl Dair auf den Thron ruft. Zu seiner Zeit eröffnen 
die Erzbildner und Waffenschmiede seines Reichs einen Handelsweg 
durch Armenten gegen Osten und Süden, und abermals zieht ein 
Volkstheil nach dem Norden des Busens von Albanien. Das ist alles, 
was die Chronicles of Kri aus dieser Zeit Iberiens zu berichten wis- 
sen (37). 

Auch der Boden Sudwestasiens hatte in diesem Zeitraum keine 
bedeutenden Begebenheiten erfahren. Noch stand da ein precäres 
Aethiopen-Reich, mit Hebräern, Nil -Flüchtlingen und Eingeborenen 
vermischt, dem Assyrer gegenüber, dessen Kraft damals noch zu sehr 
in Indischen, Bactrischen und Medischen Kriegen sich anstrengen 
musste, um dem Westen fühlbar werden zu können. 

Im Laufe sieben ausgezeichnet fruchtbarer Jahre hatte die Vor- 
sicht der Aegyptischen Regierung unermessUche Vorräthe aufgespei- 
chert* es folgten nun am Nil wie um den Jordan sieben Hungerjahre, 
nnd nun trieb die Noth zu jenen Vorräthen. Darum zog Jacob und 
die Seinen zum Nil, und wohl mag gleiche Noth zu gleicher Zeit 
auch den Aethiopen Arabiens dorthin getrieben haben. Nach Nennius 
Stammtafel herrscht da Simeon, der Sohn Mairs, und wohl ist er 
der vornehme Skythe, den jener Schriftsteller, aus seiner Heymath 
verdrängt, um diese Zeit am Nil weilen lässt (88). Ueber öOO Jahre 
hatte der verdrängte Delta-Bewohner seinen Wohnsitz am Ober-Nil 
aufschlagen müssen : sicher ist es diese Zeit, der Theben seine Grös- 
se, seine 100 Fürsten-Höfe verdankt, aus derem jeden 10000 Krie- 
ger auszogen. So war der Nieder-Aegypter am höhern Nil sesshaft, 
dem Nieder-Nil fremd geworden. Auch das 500jährige Ankämpfen 
gegen den rastlosen Feind hatte Blut gekostet Nun räumten die 
Hyksos das Feld, es zogen zuletzt 840000 Mann aus Abaris — not- 
wendig musste da Nieder-Aegypten in der nachfolgenden Zeit jener 
Brodzüge am grössten der Uebel, an Yolksmangel leiden. Diess, 
wohl mehr als Josephs Blutsfreundschaft, bannte den Hebräer an den 
Boden Aegyptens, und wohl gleicher Grund gab, dem Hirtenhass 
zum Trotz, dem Skythen dort Niederlassung und neue Heymath. 

Einige Jahrhunderte ändern die Lage der Dinge. Die täglich 
wachsende Zahl der Fremdlinge wird dem Bodenherrn gefährlich, und 
droht mit Wiederholung des kaum ausgespielten Hyksos-Drama; Da 
greift der Aegypter zu sattsam kräftigen Mitteln dem Fremden den 
Aufenthalt im Lande zu verleiden. In grosser und ganzer Masse 
zieht 1596. v. Chr. der Hebräer aus, und Moses, der Führer, in der 
Wahl der Heymath für das nun heymathlose Volk, wirft den Blick 
auf die Wohnsitze, die den Vätern früher die Gastfreundschaft einge- 
räumt hatte. Das Land mit den unzählich getheilten Volksinteressen, 
in Einzelung und selbst der Grösse der Ausdehnung des eigentlichen 
Herrnvolks längst entkräftet, das Land Ganaan muss die Beute der 
ehemaligen Gäste werden. Aber das Wohlleben Aegyptens, die Ent- 
wöhnung vom Kriegshandwerk, selbst von jeglicher Ordnung, sie ma- 
chen den Zügler wenig geschickt sich jene Wohnsitze mit Gewalt 
zu erkämpfen, und ohne Kampf ist Aufnahme von 600,000 Mann 
nicht zu erwarten. Da greift der Führer zum harten aber nothwen- 



— 143 — 

digen Mittel» In Verzögerung auf langen mühseligen Gebtirgsmärseiien 
Ordnungsliebe, Abhärtung uad den Muth der Ungeduld und Verzweif- 
lang herbeyzuflühren. Nur mit Mühe erreicht er seinen Zweck, und 
die Folge sieht auf dem Boden der Bnakim — Aethiopen und Philister 
ein neues ldst&nmiges Hebräerreich. 

Der Skythe greift auf dem Segenboden Aegyptens »um Ackerbau, 
und es mehrt sich die Menge. Drum heissen die Nachfolger des Herrn 
der Alt-Menge, Sean-Maon, Simeon, hier Bo-ib, die Stelle des Pflug- 
viehs, und Og-maon, Ogomum, die Jung -Menge. Gleichseitig mit 
dem Hebräer muss der Skythe das Land räumen. Er sieht den vor- 
angesogenen Brüdern nach, auch, ein SchoUen-Mann, Feod-fir, Feth- 
vir, ist ihr Fuhrer, über den Salzsee und die Altäre der Phiienen, 
die Asare Berge und Rusioade geht der 42jährige Zug durch Africa 
nach dem Fluss des Ober-Herrn, Mullach-aun, Mullaoha, 
Malva, und auf der Meerfahrt durch die Hereules-Säulen gelangt um 
1660. v. Chr. Alanus, der Tapuri-Skythe, Dubar der Chronicles, an 
den Dnor, Duro (89). Hier im neuen Numiden- Lande mit den frü- 
her eingesogenen Stammbrüdern, den Turasenen, verschmolzen wird 
in lirväterlicher Sitte nur Verkeilung des neuen Bodens geschritten. 
Nach den Haupt-Kasten in Leibgedinge vertheilt entsteht da ein Land- 
theil der Pflege-Herrscher, Bathas-tan, Bas-tan, Basti- 
tania, Basitania, ein Sitz der fidlen, Führer, von Rr, Alg-Er- 
be, und ein Land theil des Volks, Luistan, Lusitania, zur 
Wacht aber, am Eingang zum Land und zum Meer, wird dort einer 
Sender-Kaste des ehrwürdigen Wächter-Bundes, Faire-aic- 
ain-os, Fraxinus, im Büd der Hunde- (Wächter) Haufen, Cuin- 
eis, Kynesii, Sitz und Leibgeding angewiesen. 

1) Amhan-el, pron. Aunel, der gewaltige Strom. 

2) Josephus contra App. 

3) Das Hyksos-Reich nimmt in der weitem Folge dieser Darstellung 
eine zu bedeutende Stelle ein, als dass es nicht ndthig erscheinen 
mochte, die ganze betreffende Stelle des Josephus contra App. I. 
cap. 5. hier einzurücken. In derAndillyschenDebersetzung p. 700. 
lautet sie folgendermaassen : 

„Sons le regne de Timäus — Dien permit, que — une grande 
armee d'un peuple, qui n'avoit nulle reputation, vint du cote de 
l'orient, se rendit sans peine maitre de notre pajrs, tua une partie 
de nos princes, mit les autres a la chaine, brula nos villes, et 
traita si cruellement les habitans, qu'il en fit mourir quelques uns, 
reduisit les femmes et les enfants en servitude, et e*tablit pour 
Roi un de sa nation nommee Salatis (Saill-eata?). Ce nouveau 
prince vint a Memphis, imposa un tribut aux provinces tant supe- 
rieures, qu'inierieures, et y etablit de fortes garnisons, principale- 
ment du cote de l'orient, parcequ'fl prevoyoit que Iorsque les As- 
syriens se trouveroient encore plus puissants, qu'ils ne l'etoient. 
l'envie leur prendroit de conquerir ce royaume. Ayant trouve 
dans la Contree de Saite, a l'orient du fleuve Bubaste une vüle 
autrefois nommee Avaris, dont la Situation lui parüt tres anvanta- 
geuse, il la fortifla eztremement, et y mit et aux environs tant de 
gens de guerre que leur nombre etoit de 240000. II y venoit au 
tems de la moisson, pour faire la recolte, et la revue de ces trou- 
pes etc. n n' y eut rien que ces siz Rois ne fissent pour tächer 
d'exterminer la race des Egyptiens, et on les nommoit tous Hycsos, 
c'est a dire, Roi pasteura. — Quelques uns diaent, qu'ils etoient 



- 1*4 — 

Arabea eke." — Josepfcus fSart Wer fort: »Cto meute Attlenr (Ma- 
nethoD) dit, qne lorsque ces «ix Rote ei oenx qui vinrent apres 
enx earent regne en Egypte durant 511 ans, les rote de la The- 
»aide ei de ee qui restoit de PEgypte, qui n'avoit point ete dornte, 
declarerent la guerre a ces pasteurs: que cette guerre dar» long 
tems; ma&s qu 1 ennn )e roi Alisfragmuthosis les vainquit: et qu' 
apres avoir chasse d'Egypte la plus grande partie, ceux qui reste- 
rent se retirerent dans un Heu nenne Avaris, qoi conteneit 10000 
mesures de terre; et l'enfermerent d'une tres forte mnraüle, ponr 
y etre en surete ete. Que Themosis, fils d'Almfragmnt hosi a , les 
alla attaquer avec 460000 honunes; maia que, desesperaat de les 
pouvoir forcer, 11 traita avec eux a condition qu'iis sortlroient de 
l'Egypte ponr se retirer ou ils voudreient, aaas qu'ea leur 11t au- 
cun mal : qit'ainsi leur nombre etant de «40000 ils s'en allereat 
avec tous leurs Mens hors de l'Egypte a traversle desert deSyrie, 
et qne craignant les Assyriens , qui domiaoient aiers dans tonte 
l'Asie, ils se retirerent dans un pays, que l'on nomine aujourd'hni la 
Jndee, ou ils bdtirent une viHe capable de contenir cette grande 
aiultitude de peuple et la nommerent Jerusalem.* — Kar genauer* 
Bezeichnung der Zeit jenes Abzugs aus' Avaris berechnet Josepbus 
ans den Hegferungsjahren der Einzelkönige zwischen Themosis 
und Danans : „que ceux , que Ton nonunoit Pasteurs — aortirent 
d'Egypte 898 aas avaat que Danaua allit a Argon etc. — Ans 
allem diesen ergiebt sicä: 

dass das Anheben des ffykses-Reicas in die Zeit der noch nicht 
begründeten Assyrer-Herrsehaft fetten müsse — „lorsque les As- 
syriens se trouveroient plus putesanU» qu'iis ne l'eteient." 

dass jenes .Saitische Abaris am Ostarm des Nils gelegen haben 
müsse — „ä I'orient du fleuve Bubaste}" 

dass es die Getreydevorräthe beherbergt habe — »paar y faire 
faire la recolte;" 

dass der Auszug der Abariten, 888. vor Danans, so spät erst 
erfolgt ist, dass ihm die Gründung Salem«, das sehen Abraham 
vorgefunden, unmöglich zugeschrieben werden kann; 

dass daher jene Gründung den früher von AUsfragauthosis Ver- 
triebenen zugeschrieben werden muss; endlich 

dass Josephus nothwendig geirrt haben muss, wenn er die Sä- 
len* gründenden Hyksos für die aus Gasen ausgezogenen Hebräer 
ausglebt; 

Aus allem diesen ist in der obigen Darstellung: 

dem Einzug der Hyfcsoa die SBefc von $300. bis um SB50» v.Chr. 
angewiesen^ 

die Gründung Salema dem ersten Abzug der Hyksoa zur Folge 
gegeben, und dieser in die Zeit vpr Abraham gesetzt ; 

der zweyte Abzug, der der Abariten, nach Bfanethona Angabe 
von 893. vor Danaus, in die Zeit um 1900. v. Chr. verlegt» 

Das ganze oben aufgestellte Bild ist also geschichtlich und chro- 
nologisch vollkommen auf ManethonsJSaohriehten begründet, nur der 
Erfolg des spütern .Auszugs notwendiger Weise dem frühem zu- 
geschrieben, weil nur dadurch die Conoordanz mit der Genesis er- 
reicht werden konnte. Es bleibt sonach nur der Abzug der Aba- 
riten bei Manethon erfolglos, und er den Berieht darüber schuldig. 
An ihn hat die Darstellung einen Westzug geknüpft, der nolhweu- 
dig zu irgend einer Zeit statt gefunden haben muss, und so wird 
diess Beginnen ntaat als zu kühn erscheinen. 



— IM — 

■ 

4) Dioden 

5) die Bahrain-Inseln. VergL Bremen Entdeck, ans dem Altertaum. 
10 Erst spfit um Davids Zeit erscheint Tyrus in den heiligen Bu- 
chern. Bett Joauas Zeit aber Jet die Geschichte jener Gegend 

* in dem Grad vollständig darinnen enthalten , dass schwer an ein 
Verschweigen einer so wichtigen Begebenheit, als es der Phöniker 
Umzug war, an glauben seyn möchte. Da bleibt wohl nichts übrig 
als jene Gründung in die Zwisohenaeit von Jacob bis Josua ku 
verlegen, snmal anch Herodots Nachrichten über die Zeit der Ent- 
stehung von Palaetyrns keine feste Anhalte gewähren. Nach Jo- 
sephus XVIII. 8. war Tyrus beym Anfang des Tempelbans £40 
Jahre alt. Aber das war nach Hirams Brief schon das jüngere, 
das Insel - Tyrus. Gleich unbestimmt ist Justins Nachricht X V1U. 3. 
auch er redet wohl von Neu- Tyrus. 

7) Josephus c. App. in obiger Stelle« 

S) Anch hier wird Josephus, und «war wegen der Wichtigkeit der 
seither wohl nur wenig geachteten Stelle, wörtlich gehört werden 
müssen. Er sagt im 7* Cap. seiner Judengeschichten, p. 17* der 
Uebersetsung von Andilly: 

„Abraham etoit an bommo tres sage, tres prudent, de tres graad 
esprit, et si eloquent, qu'il pnuvoit persuader tout ce qu'il veulolt. 
Comme nul autre ne regaloit en capacite et en vertu, il doana 
aux hommes une connolsance de la grandenr de Dieu beauceup 
plus parfaite quils ne l'avoieut auparavant. Car II fnt le prämier 
qui osa dire quü n'y a qu*ua Dieu; qne runivers est rouvrage de 
ses malus; et que c'est a sa seule böntö, et non pas a nos pro* 
pres forces, qne nous devons attribuer tout notre bonaeur. Ce 
qui le portoit a parier de la sorte etoit, qu' apres avoir atteative- 
ment considere ce qui se passe sur la terra et sur la mar* le 
eours dn soleU, de la Inno, et des etoiles, U avoit aisement juge 
qu'il-y-a quelque puissance superieure, qui regne leurs mouvemens : 
et saus laquelle toutes choses tomberrient dann la confusion,. et 
dans le desordre: qu'elles n'ont par elles-memea aucun ponvoir 
de nous procurer les avantages que nous en tirons: mais qu'elles 
le recoivent de cette puissance superieure, a qui elles sont ah- 
solument soumises: qui est ee qui nous oblige a lhonorer seul, 
et a reconnoitre ce que nous lnl devons par des continuelles actione 
de graces. Les Chaldeens et les autres peuples de la Afesopetamfte 
ne pouvant souffrir ce discours d'Abrahamt s'eleverent contre lui. 
Ainsi par le commandement et avec le seoours de Dieu il sortit 
de ce pays, ponr aller habiter en la terra de Chanaam etc." — 
Hierzu Cap. 8: 

„(Pharon) lui (a Abraham) permit de conferer. avec lea plus sa- 
vants hommes de son royaume. Cette Conference fit connoitre 
sa vertu, et lui acqult une extreme reputation: car ces sagen 
d'Kgypte etant de divers sentünent, et cette dtversite causant entre 
enx une tres grande division, il leur fit ei clairement connoitre 
qu'ils etoient tous fort eloignes de la vertte, que les uns et les 
autres (Aegypter und SkyUiische Abariteu) admirerent egalement 
la grandeur de son esprit, et ne pouvoient asses s'etonner du dun 
qu'il avoit de persnader. II voulut bien meme leur enseigner l'a- 
rithmetique et lastrologie, qui leurs etoient inconnues: et c'est 
par lui que ces sciences sont passes de Chaldeens ans Egyptieas, 
et des Egyptiens aux Grecs etc. u 

Meist aus dieser Stelle ist die der obigen DarsteUung mim 



- IM — 

Grunde liegende Anrieht geschöpft Sie ist es, die dem Glauben 
das Siegel aufdrückt, aller Mythus und aller Glaube, der seit je 
vom Osten dem Westen zugezogen , er müsse auf Armeniens Hö- 
hen seine letzte und Urheymath suchen. Dort war Acmon hey- 
misch, und Acmon war der Gründer Phrygiens, und Acmon war 
der Vater des Uranos, und Atc-mion, ein Höhenstamm zog nach 
Senaar, und dort ward Ur, das Feuerland, sein zweytes Vaterland. 
Als Gründer Acmonias ward er zum Vater des Cybele-, als Vater 
des Uranus zu dem des Dienstes der Ghroniden, und aus ihm gieng 
dort in Ur Feuer- und Jehova- Dienst hervor. Hier in Babylon 
hatte bey Verdrängung der Skythen, Belag, der neue Reichsstifter 
den Götterthron Baals eingenommen. Wenig mag diese Canoni- 
sation den Ansichten jener Tage zugesagt haben, mit dem Unter- 
gange seiner Gründung geht er selbst, der Gott, spurlos zu Grunde. 
Von Armeniens Höhen aber war frühe schon ein Semeten- Stamm 
Naois jenem Lande, dem Südosten, den Ebenen Von Senaar (Ge- 
nesis) , M agh Seanar, zugezogen. Mit ihm sein Baal-Priester, der 
Chaldaer, dem Baaldiener die Priesterkaste, wie es der Levite 
dem Jehovadiener wurde. Der speculative, in sich und seine Zeit- 
wende verschlossene, Cal, Chaldaer, in seinen astrononiisch- 
physicalischen Studien geraden Weges der natur- philosophischen 
Forschung zngeführte Grübler, bald hatte er dem Baal seiner Va- 
ter den Frühursprung aus heiligem Elementar-Feuer,Ur-ain, 
Uranus, ergrübelt, und so zog, mit dem wachsenden Einfluss jener 
Gelehrten, ein Feilerdienst ans dem Feuerlande, Ur, in die Mauern 
Babylons ein , der sich , einem durchziehenden , ephemeren Sabais- 
mus trotzend, bis in die späte Perser- Zeit erhielt, und manchen 
Strahl dem Westen zusandte. Nun erstand aus Hebers Stamm, 
wohl auch Baal- Priester, Chaldaer, ein Haupt der neuen Secte, 
Ab-ram, der neuen Lehre, Ab-rabach, es erstand Abraham, 
und nun musste Baal, und Ur-ain, dem Ein- und Allschöpfer, Je- 
hovah, dem allein anbetenswerthen All-Herrn, Adonathadh, 
Adonaf, weichen — und so war es wohl nicht Mos der Hunger, 
der den verketzerten und vertriebenen Neu-Lehrer nach dem Nil 
trieb , sondern der auch aus andern Stellen der Genesis vorlench- 
•tende Wunsch, der neuen Lehre auch unter den Baaldienern von 
Abaris Anhänger zu verschaffen. 

9) Josephus c. App. 

10) Die Abarim Berge im Osten des Jordans. Abhair, sprechen: Land- 
und also Sprach-Gränze zwischen Assyriern und Skythen-Aethiopen. 

11) Die Ogyges-Eiche bey Hebron. 

12) Auf der Specialkarte des Stammes Dan im Atlas von Jansen ein: 
Föns Aethiopum. 

18) Cellar. II. 

14) Joseph, o. App. • 

15) jenem Durchzug durch Africa Glauben und Autoritäten zu verschaf- 
fen, ist sich schon durch alle Abtheilungen des Magusanischen Bu- 
ropa und auch hier in Text und Noten mehrfach bemüht worden. 
Und doch scheint eine, wenn auch zum Theil wiederholende Zu- 
sammenstellung der aus dem Zugboden selbst sich erhebenden 
Gründe nöthig und unerlasslich. Der Leser wird des Zusammen- 
hangs halber den Wiederholungen verzeihen, und dem Gegenstand 
selbst noch einmal seine Aufmerksamkeit schenken wollen ! 

Africa, seit der Urzeit bekannt, in Sagen und Mythen, vom fol- 
genden Geographen und Historiker des Alterthums gefeyert, und 



— 1*7 ■ — 

▼erhandelt, — und 'doch noch heute j^g r aphta ch und historisch 
wenig mehr als terra incognita, es bietet Rfitasel, schwer au lo- 
sende Probleme, zur Lösung aufreizend, die Lösung zur Erlan- 
gung völligen Lichtes in der Geschichte der Westwelt unumgäng- 
lich not Mg machend. Oben an stehen die Thatsachen : eines zwey- 
fachen M enschenstammes, unter sich organisch, fiberall physicalisch 
geschieden, und doch beyde seit dem Erwachen der Geschichte 
dem nämlichen climatischen Boden gehörend — einer weit verbrei- 
teten Sammtsprache, die im Osten heymisch ist, nnd der geschicht- 
lichen Brücke gebricht — einer Frühbevölkerung und Frühcnltur, 
zu der der Schlüssel fehlt. Nur Geschichte ist im Stande solche 
Raihsel zu lösen. Aber Africa, nimmt man ihm seine Mythen, hat 
keine Geschichte, ausser Aegypten kein Geschichtsvolk; Kyreneund 
Karthago standen und giengen unter, diess ist fast die ganze Ge- 
schichte Africas. Hier also bleibt und ist kein ander Mittel als zum 
Mythus und zur Combination zu greifen. Mögen die Ansichten so 
verschieden seyn, als sie wollen, darin werden sie übereinkommen 
müssen: dass Africa, im Süden wie im Norden gleich um den Ae- 
quator gelagert, dass es, in völliger Abnormität gegen alle ande- 
ren Welttheile, unmöglich zwey ganz verschiedene Menschen- 
Racen zugleich hervorbringen , dass ihm ursprünglich nur die 
schwarze gehören konnte, dass also die nnfarbige eingezogen seyn 
müsse. Schwerlich wird es nach Diodors III« 4. sorgsamer und 
völlig bezeichnender Ausscheidung noch weiteren Beweisses be- 
dürfen: dass der Grieche, des Wortsinns des Aethiopen- Namens 
unerachtet , unter Aethiopen nicht Neger , sondern unfarbige Men- 
schen verstanden habe. Nur der wilde und sehr wilde Umwohner 
des hohen Nils und des weitern Südens, mit stumpfer Nase und 
krausem Haar, war schwarz, und hiess so mit Recht mömtfu Alle 
andern Aethiopen in und ausser Africa, Diodors Schrift- und My- 
th'enlehrer, Scenitae, UqoI, Hesperii etc., waren sicher unfertige 
Rinsüglinge , weit vom Negerstamm verschieden. Eben so kate- 
gorisch ist die Annahme: dass der Einzug nicht anders gedacht wer- 
den kann, als in der Richtung vom Morgen her. Und gerade Züge, 
und Volkaztige, und Züge vom Osten zum Westen sind es, auf die in 
Dionysos, Hercules, Osyris und Sesostris der Frühmythus Africas, in 
Sru die Gaalen- Geschichte der Ghronicles hinweiset. Wie kam 
Poseido-Atlas nach Hesperien, wo er den Libyens die Sternkunde 
lehrte (Aetian, fragm. Eustath.), wie die Titanen nach Tartessus, 
wie Sru an den Duor, wenn sie nicht vom Osten gegen Westen 
Africa durchzogen? Der Volksstrom, wie er in seiner Wirkung 
erkannt wird, er muss lange, er muss aus reichem Culturboden 
geflossen seyn, sonst -hatte er das Resultat Libysch - aethiopisch- 
atlantischer Bevölkerung und Bildung unmöglich liefern können. 
So entsteht nothwendig jenem Libyer, Leukfithiopen und Atlanten 
eine Osthey raath, eine im Dunkel der Frühwelt vergrabene Ein- 
zugszeit aus frühem Culturlande, und zu alle dem wohl schwer- 
lich eine andere Brücke als die der Erdzunge von Suez, der schmale 
Pfad, der den Hyksos zum NU führte, auf dem Dionysos und Her- 
cules nach Libyen und Hesperien herüberzogen. Also der Osten 
und dort der auszumittelude Auszugsort selbst und der reiche 
CoJturquell aus vorhistorischer Zeit. Noch diesseits jener Suez- 
Brücke, aber wohl eben auch im Gefühle der Notwendigkeit der 
Voraussetzung einen solchen Einzugs, rata Mannert, X II. p. 171. 
auf Aegyptea, Aber auch der weisse Aegypter bedarf eines aol- 



- 168 — 



eben Gebwtsbriem, und wo Meftet 4er weife Nflwesten auch nur 
eine Spur rein und Uraegyptischen Mythus, Aegyptiscaer Sprache, 
VollmtkümUcbkeit und Sitte? Wohl lasst der Mythus Osyris, die 
Fabel-Geschichte Sesostris Weitet ge unternehmen vnd vollbringen— 
«her überall malt die Geschichte selbst jenen Aegypter als wenig 
sag- od wanderlustig, «od nirgends, bis auf Herodots raebr nn- 
wahrscheinlicke als zweifelhafte Reicher, haben jene Züge Sparen 
•der Colonien hinterlassen, die den Aegypter als ©runder verra- 
then. Vergebens sucht der Forscher auf Africas weitem Boden 
■ach Gebilden aus rein Aegyptiseher Mythen-Schule, nirgends er- 
bietet sich eine Spar von Sprachgleichheit oder Sprachverwand- 
achaft mit Aegypten, immer stand, und heute noch steht Aegyten 
als Sprachinsel da, und wer vermag a. B. in Mannert* Charak- 
teristik des Numiden, treffend dem Skythen-Bild der Alten und der 
Chronieles, Justins Partnern und Taeitus Germanen ähnlich, wer 
vermag in ihr einen Schatten Aegyptischer Nationalität zu erken- 
nen 9 Gewiss I Aegypten war nicht die Heymath des frühen weis- 
sen Afrleanert, und wird da der Blick dem hohem Osten ange- 
wendet werden müssen. Hier glänzen Indus und Nteder-Buphrat 
als Leuchtsterne der Bildung aus dem Dunkel jener Friilraeit. Aber 
■ Bramiaen sind Kinder der Sky frischen Paisikae; Chaldaer, die 
Weisen Babylons, als Semiten ebenfalls Skythischen Geblüts, and 
Im Skythen-Ursprung schmilzt, nach Cato, das neue Menschenge- 
schlecht zusammen. Und- Skythen-Heymath der Chronieles ist es 
und ihre Skythen-Völker sind es, aus der und mit welchen Dewa- 
nauseha des Hindu nach Vaharad-npar, dem Phrat-Jenseits, der 
Pales-Hirte nach dem Nil, Heracles mit Perseus und Jolaus über 
den Nil nach Hesperien und Westeuropa sieht — Skythen sind es, 
die die Chronieles aus Gaoiataeloac, NennHis und Giraldas, letale- 
rer als Gaidelas, vom Nfl durch Africa nach Spanien herüber Bie- 
nen lassen, an» den Elementen jenes Heracles-Zugs gehen Plinios 
Pharusier, Strabo's Maureu, und SaBuets Libyer und Gaetalen 
hervor, und am Tritonis lebt bey Maxyera noch zu Herodots Zeit 
die Kunde des Trojanischen Ursprungs. 

Schon das möchte hinreichen, um in dem hühtosan Felde die 
historische Lücke nur Nothdurfl zu ergänzen. Aber auch Skythen- 
Mythus und Skythen-Sprache ist es, die uns durch die Wüsten and 
Garten Libyens begleiten. Das Kriterium Skythischen Glaubens, 
jener monotheistische Baal -Dienst, er hallt an allen Puneten Li- 
byens wieder. Den Suria-Osyris Kern Indisch «aegyptischer My- 
thologie nu gesehweigen, sind Dionysos, und Heracles, und Per- 
seus, und Jolaus, der Phönix, sie sind alle Sonnen- Götter — und 
Sonnen -Dienst der Libyer, Aethiopen und Atlanten erfüllt alle 
Nachrichten der Alten. Auf der Septhaania kennt ihn Jambulus, 
In Lixus verkündigt ihn das Perseus-HeittgUram, in Hesperien Ae- 
gypan, in Kyrene ist Grianan-Grannus der Vater des Battus, und 
Sonnen-Brunn, Frühbild des Gottes und Name lassen Beinen Zwei- 
fel über Skythischen sonnendienstHchen Ursprung des Hammo ntam s. 
Die Oasen-Bewohner sind, bey Herodot, esrionische Saurier, doch 
wohl nichts anders als Sonnenvölker, Sam-ih, von Ooroene, also 
Phrat-Skythen von Admionn, und offenbar ist des Curttus (TV. 7.) 
Kämmens -BfldS, das frühere, das eigenthehe der Mysterie, es ist 
ein Stein in Nabelform, und so Seitenstück nnm phrygisch-skvtiii- 
schen Agdis, wohl dem Cybeie- Stein des spätem Pessinus, nnm 
weissen Sommnstein de» Grianaa-GrinamclieB ApoOs > and mm 



-IM - 

ratet Gescatckatetn, 4e» Liafcü 4er Irischen Skytbo-Gnalen. 
Dan» wird in dem Schia% das dort i» Hammonium des Stein trägt, 
leicht weitere Anspielung an. den Vater des Gründervolks, Ard- 
fear-Naoi, den hohen Archen-Mann, eben so erkannt werden dür- 
fen, wie in dein im heiligen Haya, Coil-ain, Caelene, erbanten 
KTBJLT02 mit der NO&, Arcbe seiner spaten Münzen, und 
weiter dem Wagen, auf dem der Baal -Priester von Eri seinen 
Liafeil Baals durch die Volkshaufen fuhr. Selbst der Name, wie 
er aus dem tiefsten Dunkel der Frühacit beriiberklingt, deutet auf 
Volkszug, Volkshaufen, und auf den Skythen als Namengeber, 
Ammaon, ir. Volksmenge , eben so wie des Curtius dreifach um- 
mauerte: munitie regia tyrannorum veterum, auf KdnigsiUs, im 
Ifttttetpunet einer Volksniederlassung, überall aber einen Boden, 
der früher wirthbarer war, als er schon zu Camhysea Zeit er- 
scheint. 

Nun nu den weitem Sprachandeutungen, die, über den ganzen 
Boden Libyens verbreitet, auf Skythische Sprache hinweisen, dem 
Tress der etymologischen HülfsmitteL An Semitischer Natur der 
Aethiopen-Spracbe zweifelt wohl Niemand, so wenig als daran, 
dass die noch von Eusebiu* n. A. bemerkten Anklänge an Pbtini- 
zische Sprache schwerlich ausschliesslich der ephemeren Kartha- 
ger-Herrschaft, oder dem Handelsverkehr von Tyrus und seinen 
Colonieen zuzuschreiben seyn mögen» Aber auch Semitische Spra- 
chen, wie Phönixische, sie sind, wie die Irisehe, ans gleichem 
Mutteruuell, der Skythischen hervorgegangen. Unter den sn er- 
klärenden Namen selbst steht der des Welt- TheUs eben an. Per 
Grieche nannte ihn Libya, der Römer Afriea, wohl ein Einwohner- 
volk, JSseatbia, und aUe bleiben den Grund der Benennung schul- 
dig, und weder römische noch griechische -Sprache vermögen da 
Auskunft nu geben. Nothwendig muss da beym Eingeborenen und 
seiner Sprache der Ursprung gesucht, dann aber vor allen Dingen 
der Bück den Eigentümlichkeiten des Landes zugewendet werden. 
Allein die Muhe ist vergebens, da die Sprache des Landes längst 
verklungen ist. Da bleibt nichts als der Glaube der Fruhherrschaft 
derjenigen Sprache, die in jenen Lauten eine Bedeutung herbey- 
fiihrt, die jenen Eigentümlichkeiten entspricht Nun bezeichnet 
der Sfeythe unter Leobh-iath ein Löwenland, und Libya ist 
wohl die eigentliche Heymath dieses Königs der Thiere und seines 
Hofstaats — er versteht unter Affreidg ein schnell und stür- 
misches Entstehen von Hügeln, und Africas Landberge ent- 
stehen im Nu aus der Gewalt des Windes — er nennt E-scath- 
iath ein Land dem der Schatten mangelt, und Schatten- 
losigkett ist es, die in den Sandwüsten Libyens nur die Oasen 
wohnbar macht*). Auch die hier aufetossenden Orts-, Landschafts- 
und Völkernamen einigen sich um den Glauben zu befestigen, dass 
in früher Zeit eine und die nämliche Sprache es gewesen, die vom 
Catabathmus bis cum Westocean gesprochen worden, und dass 
diese Sprache die Skythische war. Schon jener Catabathmus selbst 
mag seinen Namen dem Abzug der Krieger von Abaris, und einem 
vom ihnen dort bezogenen fliegenden Lager, der Krieger 

*>3 Nur einmal schmelzen da sachlich Römer- und Griechen-Nachrichten zu- 
sammen. Plinius weiss, dass aus Persern Pharusier entstanden, und Kepkene 
war ein griechischer Name des WeJttheÜs, Kephen aber, nach Herodot, griechi- 
sche Ihwewmwg dm Perser. 



_ 160 - 

einer Zug-Rast, Cat-abadh, zu verdaunen haften. Die Vofla- 
naufen, Ammaon, gründen das Hammonium, der Vätersitte treu 
(Uambri, Umbri Ital., Er- uambri, Erember Arab.) beziehen die 
Knakim die Höhle» Uambri, des Salzbergs, Anac-ombri, und die 
Ufer des Hanptgewässers, Ceann-uisg, Kinyps bedecken 
Ebenen-Völker, Magh-ca-ih, Makkäi. Jetzt betritt der 
Äug das Land, wo das weite Meer anhebt, und es erhält natürlich 
den Namen des Landes des Stammes des ausnehmend 
grossen Meeres, Mar-moir-aic-iath, Mannarica. Dem 
heiligen Widder, Caor-atn, wird in Kyrene in der Nabe des 
Volkssammelplatzes, der Volksmenge, Ammoon, Hammoninm, 
ein Heiligthum errichtet. Dort ist der Pflegeherr, Bathas, 
Battus, ein Sonnensohn, Grianan, Gramms, und Stein- 
haufen, Sa-car-eis, Zegeries, werden zur GÖtterwohnung, 
in der Pentapole aber erwachsen Urgründungcn, am äussersten 
Landpunct, Bar-ce, Barke, nnd auf dem Erzboden, Iras-ai, 
des Binnenlandes Irasa. Die Pfade des erreichten Gebfirges dro- 
ben Gefahr, da errichtet der sorgsame Skythe Leuchtfeuer in 
den Felsen, Asta-car-eis, Astacares, und die Krhaltndg und 
Scjiluehtenwacht übernehmen die Häupter der Hunde, der 
Wächter, Cuin-mullach, Cynomolchi. Sie sind Nachbarn der 
Garamanten und diese ▼errathen in Car-amhaa, der Fels flu ss, 
den Sitz an den Felsenreihen des südlichen Stromgebietes. Am 
Hauptfluss, Ceann-uisg, Kynips, dem Flussgewässer, Dour, pr. Djur, 
Gyr, entsteht Cathair, pr. Cahr-mar, die Hauptstadt, Garmara,Ga- 
rama. Gaetulia deutet auf Gaoiataeloac der Chronicles, die Gai- 
delas, vom Nil nach Spanien gezogen, des Giraldus, und in Gaoi- 
ata-el-iath, Land der gewältigen getäuschten Väter, 
auf ein Entstehen in Bückkehr aus den Schrecken der Katastrophe 
im Westen, nach Sallust und seinem Hiempsals-Buch, der Ver- 
nichtung des Libycus auf Spanischem Boden. Aethiopen, Atlanten, 
Numfden, Massasylen, Tingitanen, aus Ad-dio-beann, Ata-el- 
aos, Naoi-mad-eis, Mass-sul-els, Tethgne-tan-ih, alle 
gehen sie aus der Skythensprache der Iren hervor, und so wird 
Augustin, de civ. Dei. XVI. 6. wohl recht bemerkt haben, wenn er 
dem Mehrtheil der Africaner nur eine Sprache zuschreibt. 

Noch einige andere auf Geschichtszusammenhang hinweisende 
Puncto des Innern Africa dürfen der Beachtung des aufmerksamen, 
dem möglichen Zufall sein gediegenes Recht gerne einräumenden 
Beobachters nicht vorenthalten werden. Dem Saken und Daer des 
Oxus und Indus und Caramaniens begegnen wir in Flüssen, Ber- 
gen, und Völkern Africaa: Amsaca, Saken-Fluss, Amhan- 
saoi-ce; Saicapola, Saoi-ce-bal, Saken-Stelle; Dara, 
Daradus, Daradae. Der Bagrates des Tigris Ostens findet zwey 
Namensbrüder im fernen Libyen, und der Lusitanische Bracaren** 
will dort früher gehaust haben. Dem Syrisch -Arabischen Pharan 
CBearna) dient hier in Africa ein Pharan der Garamenten als Brücke 
zum Uebergang nach dem Bearna (Pyrenäen, Pyrenen) Europen*. 
Das Wohnen in Erdhütten, Erdhöhlen, in der Sprache: (Jam- 
bri, verräth sich als Volkssitte noch in den Chronicles. Dort be- 
wohnt Cier, der einzig übrig gebliebene Sprössling des Fürsten- 
Mutes, die Höhle am Strand von Gaalag. So sind es Skythische 
Troglotyden, die Justin als Ambri und Sigambri am Indus; Homer 
als Erember in Arabien j Solin als Vmbri in Italien kennt; und 
hier sind es die Trümmer der von Josua und seinen Nachfolgern 



— 161 — 

«ersprengten Enafcim — Aethiopen, die als Anncombri die Höhlen 
des Ammoniums oder jener Berge im nahen Süden beziehen — 
und so mag Procop. Tand. II. 10. doch wohl nicht so ganz ge- 
fabelt haben, wenn er Knakim- Flüchtlinge den Africanischen Bo- 
den suchen , und sie bis tief in den Westen der Nordküste vor- 
dringen lässt, zumal sie dort überall nur Brüder und Stammgenos- 
sen, also leicht bereitwillige Aufnahme fanden, und sogar die Chro- 
nieles in ihren: Morgen-Haufen, von Sru-amac, Sur-anac, 
dem Syrer-Enakim , geführt, die 1006. v. Chr. die grosse Schlacht 
von Sanrar (die Titanen-Schlacht von Tartessus) schlagen, wohl 
deutlich genug an jene seit dem Fall Jerichos , 1Ö55. v. Cbr. bis 
va Davids Eroberung von Jerusalem um 11 50. v. Chr. unablässig 
verfolgten Anacs-Kinder erinnern. Im Südwestwinkel liefern viel- 
leicht die Orpbis, Or-uisg, Goldfluss, Or-fos, Gold-Licht, den 
Schlüssel zu dem Chiffre-Bericht des Hanno — goldreiche Flüsse 
und aufmerksame Bewacher der Schätze fand er und meinte er, 
wenn er von Fenerströmen und flammenden Küsten sprach, und 
anderes durfte er seinen misstrauischen Geheimnissmannern von 
Carthago nicht berichten, und daher wohl überall der zwischen 
Erzählung und* Fabel schwankende Text des Periplus. Am Nasen- 
Theil des Festlandes, dem Punct, wo die, Küste sich rasch' östlich 
zurückzieht, und dann ruhiger südlich fortsetzt, da wohnten: die 
Nasen-Völker des Landes der schnell entstehenden 
Hügel, Affreidg-ce-sron-eis, pron. Affreikeroneis, Aphrike- 
rones. War doch die Volkssitte : den Volksnamen aus dem Volks- 
sftz* und dessen Aehnltchkeit mit Kopfthellen : Stirne, Ead, Aedui, 
Hedetani etc., Mund, Beoi, Volcae, Befgae etc. zu bilden, war 
sie doch vom Oxus und Tanais bis zum Ebro, Rhodanus und Rhe- 
nus deutlich genug beurkundet. So wird der Skythensprache kühn- 
lich die Ausbreitung bis dorthin angewiesen, die Sichelwägen der 
hetzerischen Aethiopen wie diese selbst, Pharusii, Phanrusü etc. 
als Skythisch und als Skythen erkannt werden dürfen, und dann 
kann es nickt wundern, dass noch Leo Afrioanus tief im Mittel- 
Africa ein altes Gaalen-Land, Gaal-eat-tan, Güalata, vor- 
findet. VgL Mannert X. IL 599. 

Selbst die heutigen Saramtnamen jener Völker scheinen, wenn 
auch von den Alten nicht genannt-, der alten Zeit und Sprache an- 
zugehören, und auch sie widerstreben der Skythensprache nicht. 
Abgesehen vom Namen der Berbern, den' der Araber wohl schwer- 
lich vom Griechen and Römer erborgte, da ihn schon der Hindu 
und Aegyptor kennt, und er jenem Hindu und Aegypter wie dem 
Griechen und Römer wohl eben so nichts weiter als Nicht- Hindu, 
oder Aegypter, Nicht- Grieche, Nicht-Römer bedeutete, wie der 
Hebräer unter Gojlm den Nichti-Hebraer verstand, abgesehen hier- 
von sind es die Namen: Tuarlk und Amazigh, die hier berück- 
sichtigt werden müssen. Jener erste im Gegensatz des Negers 
des Südens, den Nordraann bezeichnend, ist vollkommen und viel- 
leicht ausschliesslich aus der Sprache derSkytbogaalen zu erklä- 
ren, und bietet dann einen neuen Grund für den Früheinzug aus 
Skythischem Nordlande. Dem Skytho-Gaalen heisst Tuath, pron. 
Titas, der Norden, und Big, der Führer, also Tuah-rig, der 
Zugführer aus Norden, der nördliche Rinzüglfng. Gleich er- 
klärlich erscheint aus gleicher Quelle der Amazigh - Name , zumal 
wenn die hypothetische Vernichtung des Atlanten-Reichs dem Ur- 
sprung des Volksnameas als gruadgebend unterstellt wird« Mass 



— 16* — 

betest Im Irischen Kinignngs- Schwer- Pun et der Kraft, 
lgh, die Völker, und a Ist ein privativum. So durch jene Ka- 
tastrophe des Stütz- and Anhaltpuncts beraubt, konnte den Trum- 
. mern jenes gewaltigen Väterbundes, Ata~el-aos, kaum ein anderer 
Käme entstehen, als der: der entkräfteten Völker, A-mass- 
igh, Amazigh — und die Sprache dieser Amazigh war es, die auch 
der Gunntches sprach, und Gomer ist beute noch zugleich der 
Name einer Amazigh-Landschaft, und einer Insel in der Gruppe 
der Ganarien, und hier nannte der Gunntches sein Wurzelbrod 
eben so: Ar an, wie heute noch dem Iren Ar an Brod bedeutet. 
So mag endlich auch der schon dem Allerthum angehörende Name 
der Mauri ein Sammtname und Erbstück und Nachhall der Sky- 
thenzeit und Skythensprache seyn. Nach ihm benannte der Römer 
sein Mauretania, ohne dass der Grund jener Benennung vorliegt. 
Im Munde des Skythen aber mag er ursprünglich wohl den dort 
vorgefundenen Eingeborenen bezeichnet haben. Schwarz war zu 
allen Zeiten und wohl bei allen Völkern die Farbe des Todes, 
und Marw bedeutet im Irischen: den Tod. Auch Nas heisat im 
Irischen der Tod, und wären sonach Nas-amoon, Haufen des 
Todes, die Nasamones ebenfalls als Schwarze bezeichnet; sind 
sie aber, was wohl wahrscheinlicher, wie die andern Libyer, Nicht- 
schwarze, so mögen sie leicht ihren Namen dem Wohnsitz auf den 
T öden -Haufen der von ihnen erschlagenen Psilly zu danken haben. 
Sollte solch dunkelm Frühboden und solch dunkler Frühzetfe mit 
Billigkeit mehr noch und treffendere Daten abverlangt werden kön- 
nen? und alle diese Daten laufen zusammen in Geschichte und 
Sprache des Iren — Scoten — der Geschichte, die in Sage und Volks- 
chronik, im noch heutigen Volksnamen, wie in Anreihung und Con- 
eordanz der Berichte der Alten sich an die des Urskythen anknüpft, 
der Sprache, die in unzählbaren Fallen vom Oxus und Indus, Cau- 
casus, Libyen und Alteuropa eben so wiederhallt, wie sie sich 
kaum verkennbar noch heute als Schwester der Semitischen — 
und als Mutter Griechischer, Lateinischer, Germanischer, und Sla- 
vischer Sprachen verkündigt» 
10) Die oben verhandelten Stellen Pindars. 

17) lolatis, der Verjünger, loL in verändern, aos, Alter. 

18) Kamphanum, Perseus, Sardus etc., homo boni pedis. 

19) Pindar. 

20) Hier ist abermals zur Atlantis gegriffen. Sie erscheint durchaas 
nicht als notwendiges Kettenglied in dieser Darstellung; aber sie 
bietet Lösung für manches sonst gar nicht, oder ohne sie schwer 
zu lösendes Räthsel; es stehen ihrem ehemaligen Daseyn keine die 
Möglichkeit hindernden Gründe im Wege; und aus dem Daseyn 
der Sage läset sich auf irgend einen Grund der Sage, also auf ein 
einstmaliges Daseyn der Insel selbst mit eben dem Hecht schlieasen, 
wie man sich für berechtigt aber zugleich verpflichtet halt, allem 
Mythus einen Grund aus der Wirklichkeit unterzustellen. In ei- 
ner neuem scharfsinnigen Darstellung wird Theopomp als vorsätz- 
licher Lügner beseitigt; in Solons Bericht eine Platonische Erfin- 
dung erkannt; und all das nicht anders als mit Beehr, weil eine 
schon vor dem JSrwaehen griechischer und römischer Geographie 
längst verschwundene Insel nothwendig ausser dem Bereich jener 
Geographie, nothwendig als dem Mythus verfallen erscheinen nmaste. 
Anderes Pflichtgebot erscheint dem historischen Forscher. Auch der 
versunkene Schauplatz menschlichen Lebern und menschlichen Wir- 



. — 16» — 

kens muss ihm heilig seyn. Duron muss er auf jene Sagen hären, weil 
sie da sind, er muss sie festhalten, weil und so weit sie ausschliess- 
lich das Mittel bieten historisch-ethnischen Erscheinungen alter und 
neuer Zeit Aufklärung zu verschaffen; er darf ihnen anhängen, 
weil bis jetzt dem Naturforscher aus seinen Untersuchungen nir- 
gends eigentlich Unmöglichkeit*-, nicht einmal völlig umfassende 
Unwahrscbeinlichkeits-Gründe, immer nur Zweifel hervorgingen. 

Die Sage — sie ist alt, uralt, und weit verbreitet. Theopomp 
'und Plato stehen da nicht allein. Schon vor 1200. v.Chr. kennen die 
Chronicles of Eri ein Rothland, Ruad-iath, im Rufe hoher Weisheit, 
und Lugad, der Skythen- Fürst in Gaalag, findet dort mit seinen 
Begleitern den Untergang. Hesiods Erythia und Eustathius atlan- 
tische, Erythia, sie sind sicher Bruchstücke der Atlantis. Vater 
Herodot kennt Berge durch Africa durch bis zu den Säulen des 
Hercules, und noch welter, wo sollen die wurzeln als auf der 
Atlantis? Diodors namenlose Insel, jenseits der Hercules - Säulen, 
im Meere, im Westen Libyens, von verschlagenen Phtinikern ent- 
deckt, ein reiches glückliches Eyland und Göttersitz, es ist wohl 
Bild aller jener Westinseln, der Gruppen als ein und einziges Eyland 
gedacht, und so abermals Theil- Trümmer der zerrrissenen Atlantis. 
Jambulus Sieben-Insel, und des Unbekannten Paochaea, schon den 
Namen nach, "la/ißos, carmen, Hup-Faitt, All-Erde, Theopomps AU- 
Continent, sie sind Gedichte, Jambulus kein Reisender, die Insel 
nicht wirklich bereist, Fahrt-Abentheuer, ihre Dauer und Richtung, 
Einsehiffuagspnnct etc. nicht Thatsache, nur Ausschmückung, dich- 
terische Behandlung einer vorhandenen historisch- geographischen - 
Sage — Paochaea mit dem Drey-Volk, Indern, Skythen, und 
C retern, schon wegen der letztern der Lage in Indischen Meeren 
fremd, sonst in den Hauptzügen des Gemäldes völlig das Seiten- 
bild zur Atlantis der Saiten, zur Sieben -Insel des Jambulus und 
der Insel Diodors — in allen nur, aber immer die bleibende Grund- 
idee und Hauptsache : ein grosses Insel-Land der Frühzeit unter 
der Linie und den Wendezirkeln. 

In ruhiger und klarer Besonnenheit überzeugt sich der Weise 
von Stagira von der Wahrscheinlichkeit des Daseyns eines solchen 
Festlandes, der Glaube wird zum System, und in dem Wasser, in 
dem der Mensch der vorhistorischen Zeit seine Atlantis kannte, in 
dem Aristoteles und seine Schüler das antipordmustische Land 
suchten, da fand die kühne Nautik nach 1800 Jahren seit dem Sta- 
giriten das neue Festland, das nun seit 300 Jahren das laute Zeug- 
niss giebt, es müsse früher nothwendig ein Mittelland die Brücke 
sswischen alter und neuer Welt gebildet haben. Gewiss die At- 
. lantis stand , denn sie lebt in der nie trügenden , nie aus leerem 
Nichts sich erbildenden Sage — sie stand, denn sie lebt in gleich- 
zeitigem Gesobichtszeugniss — sie muss gestanden haben, denn 
nie ist aus, ihren Wirkungen erkennbar l Und allen jenen Gegen- 
ständen der Sage, der Platonischen, der Diodorischen, der Septi- 
nanta, und der Panchaea, allen ist der Character der Lage im 
West-Oeeaa so gleich, so rein, and so unverkennbar aufgedrückt, 
dass sie trotz Rhodomans Taprobane, der andern Sumatra, oder 
Madagaacar, trotz des Euhemems arabischer , Panchaea nirgends 
anders als dort gesucht, nirgends als eben in jener Atlantis iden- 
tisirt werden können. Also ein früheres, Europas Südwest- und 
Africas Nordwestküsten nahe berührendes, bis zur Nähe America- 
nischen Festlands und Inselgruppen ausgedehntes, dann allmählig, 

"if 



- 164 - . 

xnletzt noch nach Hesiods Zeit, bto auf Bernraden, Azoren, Cana- 
rien, Cap-Verdschen Inseln, vielleicht Ascension, Trinttat, und 
Helena , verschwundene» Fest-Land ähnliches grosses Insel-Land! 
Frühe ein Fretum längs Africanischer und Europäischer Küste, 
dann verschwunden und für lange Zeit, tlanno, Sataspes, noch 
beute im mer de Sargasse*) schwer schiffbar, der Saiten: tunc 
navlgabile. Diess die Atlantis der Alten, wie und wo sie gesucht 
werden muss. Das gleichzeitige Geschieh tszeugniss liefern die Chroni- 
cles of Eri, wenn sie, sonderbar genug, für Zeit und Sache sich den 
Priestern von Saus als Zeugen zur Seite stellen. 

Der Be weiss dieser Behauptung wird nicht besonders schwer 
fallen. Der Äegypter, zumal sein Priester, gefiel sich im Spiele 
mit grossen Zahlen bei Zeitangaben^ Die 17000 Jahre zwischen 
Hercules und Amasis, und andere Angaben der Äegypter bey He- 
rodot bezeugen dieses. Da wird die Vermuthung gerne zugelas- 
sen werden Wollen, dass unter Jahren* jener Zeit und jenes Volks 
Jährest heile, und in diesen die ihm von Herodot beygelegten 
Monate von SO Tagen verstanden Werden dürfen. Jene Summe 
von 9000 im Munde der Saiten aber ist zu rund, als dass sie ohne 
weiteres einer Rechnung an die Spitze gestellt werden könne. Mehr 
schon möchte sich dazu Solons Zeit eignen, die gewöhnlich in den 
Lauf des 6ten Jahrhunderts V. Chr., im Mittel also auf circa 550. 
v. Chr. gesetzt Wird. Oben an in chronologischer Festigkeit aber 
stebt die Abgabe der Chronicles, die den Untergang von Ruad-iath 
im Untergänge Lugads und seiner Begleitung auf 1857 Baals-Ringe 
vor Christo setzen, sobald nur eben jener Ruad-iath, Hesiods Ery- 
thia, Ptölorriaus Eurithia, für identisch mit Plato's Atlantis gehalten 
werden dürfen, und das eben soll aus dieser chronologischen For- 
schung hoffentlich hervorgehen. Die Zeit des Ruad-iatb-Untergangs 
wäre also von den Chronicles auf 707* Jahre vor Solon gesetzt, 
und diese zu 867% Tagen geben 358,838 Tage oder 8606 Monate 
zu 80 Tagen, und diess Wäre dann die Zahl, aus der im Munde 
jener Priester 9000 Jahre geworden. So bedürfte es nur desGt&u- 
■ bens! dass der Äegypter statt 8806 sich der runden Zahl von 9000 
bedient, und es wäre dann jene Priesterangabe mit den historisch- 
chronologischen Festterminen von Solons Zeit, und dem Untergänge 
- des Rothlandes in den vollkommensten Einklang gestellt, — und 
gewiss der BeWeiss: dass die Chronicles die Platonische Priester- 
sage belegen, wäre schon dadurch vollständig genug geführt. Aber 
evidenter noch erscheint die Wahrheit der Behauptung, feister noch 
stellt «ich die Zeit der Anwesenheit Solons in Aegypten, wenn 
eine Zeitberechnungsart in 's Auge gefasst wird, die in der Friih- 
zeit wohl bey allen Völkern der alten Welt Glaube und Beachtung 
gefunden. Mögen Bailly und La Place, und Barrow und Diodor, 
mögen sie gegen die Griechen und die Astronomen vom Fach ihre 
Angäben verfechten, — genug jene Franzosen «neben den lOjänri- 
gen Cfyclns schon bey den Früh-Chinesen, Barrow kennt Bin schon 
vor Metdns Zeit bey den Braiuinen , und Diodor auf der Insel der 
' Hyperboreer des aussersten Westens, und den Metons-Cyclas der 
Griechen kennt Jedermann«. Also -eine und die nämliche Beobach- 
tung ans der'Frunzett von China bis Irland! und der Äegypter 

*} siehe de l' Lsle Mappe Monde aus den Papieren der Pariser Aeadesiie, 
bey Orten» in Amsterdam, wo das Mer de Sargasse nicht nur den ganzen Raum 
zwischen Azoren; Canüsrien' und Cap»-Verd-Insehi , sondern auch eine Streck 

längs Africaniscber Koste zwischen »0 Und «*<* : S. 9: eifült. 



— 16* — 

soll sie nicht gekannt, nicht geachtet haben? Dfodors Nachricht 
wenigstens, sie belegt sich umfassend in den Soith-leag, dem 19 
jährigen Cyclus der Skytho-Gaalen in Irland, des Volkes, das lange 
vor Metons-Zeit, schon 1006. v. Chr., dort einsog und seitdem mit 
den Griechen in keiner Art von Verkehr stand, — und hier ist es, 
in der astronomischen Chronologie der Iren, wo jener dort nun 
seit mehr als 2800 Jahren heymische Cyclus seine genauere Zer- 
gliederung findet. Schon sein Name Soith-leag, das gelesene 
Wort $foitk, scheint nach aussen zu deuten, da Soith der Spra- 
che selbst fremd ist. Soll er nicht an die Sothis-Cyclus des ägypti- 
schen Durchzugs-Landes erinnern? des Landes, das wie der Ire 
einen 600jährigen Phönix -Cyclus, Phenicshe, kannte, das im Phö- 
nbc-Iolaus sich eine Zeit- Verjüngung, den Phönix im Adler-Bild 
dachte» während im Irischen lol, verändern, Aos, das Alter, und 
lolar den Adler bedeutet. Der Cyclus selbst zerfiel in 10 Baals - 
ringe, und der Baalsring in 13 Sonnenhäuser, unter denen das 
2te, Blat, Blüthe, April, das 8te Bael tethgne, Sonnen- Wärme, den 
anhebenden Frühling, May, das 6te Meps, Erndte, den Sommer, 
August, das lOte Geimxa, Winter, den Wintersanfang, December, 
das Ute Sneacta, Schnee, Januar, das 12te Siocan, harter Frost, 
Februar, 10., 11., und 12. also den Winter bezeichnen. Das Bank- 
haus, wohl gemeint unter dem Irischen Dadfygee, einem Sonnen- 
namen der Iren, und dieses dann an Dadgha, das Feuerhaus, und 
die 27 Izedh des persischen Ferver erinnernd , wenn auch dieses viel- 
leicht calend arisch genommen werden darf, es bestand sonach als}/^ 
von J/|9 von 19 mal 365 */£ Tagen aus circa 28%% Tagen, und 
daraus entsteht für die 125? Baalsringe zwischen Christi Geburt 
und dem Untergang des Rothlandes die Zahl von 16341 Baalshäu- 
sern zu 28% a Tagen, also 459110 f£ Tagen. 

Auf gleiche Weise die Jahre der Saiten als solche Baalshäuser 
genommen und gerechnet, die Summe von 9000 als arithmetisch 
unabänderlich unterstellt, entsteht für jene 9000 X %&%» die Sum- 
me von 25286554 3 Taggn. 

Es fiel sonach die Zeit des Untergangs des Rothlandes auf 

459119 Tage v. Chr. 
und die Zeit der Erzählung der Satten auf 252865 — vor Sölon, 

daraus entstand für die Zeit Solons vor 

Christo die Zahl von 206254 Tagen, 

oder 564 — 565 Jahren, und diese Zeit wird mit der Geschichte 

leicht vereinigt werden können , da Solons Anwesenheit iu Aegypten 

zweifelsohne in die Tage vor dem Untergange des, bydisohen Crü- 

sus-Reic^s gesetzt werden muss. 

So wohl wäre die Concordanz der Chronicles und der SaYs- 
Priester sachlich und zeitlich für bewiesen zu erachten. Ist aber 
hierdurch die Identität der Begebenheit und ihrer Zeit hergestellt, 
so wird über die des Landes, das jene Begebenheit erfahren, der 
Atlantis der Sagten, der Erythia des Hesiod, und des Ruad-iath 
der Chronicles ein weiterer Zweifel nicht zu befürchten oder, zu 
bekämpfen seyn. Der eigentlich geschichtliche Hergang aber stellt 
sich etwa auf die folgende Weise zusammen: 

Pas Frühvolk, «Jas Africa seine unfähigen Bewohner zuführte, 
und den Nprdeq des Welttheils bis zuni Weststrande erfüllte, die 
Skythischen Ataelaos, Atlanten, die dem hohen Reifgebiirge den 
Kamen gegeben, hatten, im Westoceau eine nahe liegende, sich 



— 166 — 

weit westlich ausdehnende Inselgruppe, in der Gesammtheit ein 
bedeutendes Festland bildend, entdeckt, und ihr seinen Atlas -Xa- 
nten beigelegt. Die in den westlichem Inseln vorgefundenen roth- 
farbigen Eingeborenen hatten den weitern Namen Ruad-iath, des 
Bothlandes veranlasst. Früheres Schicksal des Landes, ein allmäh- 
lich westlich vorrückendes stückweise» Verschwinden einzelner 
Inseln war im Dunkel vergraben geblieben , die dunkle Knndo des 
Daseyns einer Ruad-iath-Atlantis aber war durch die Kette der 
stamm- und sprachverwandten Völker hindurch bis zu den Höhlen 
von Safs gelangt, und hatte hier in den Annalen der Priester seine 
Stelle gefunden. Eben so die Nachrichten von den Vorzügen des 
tropischen Wunderlandes, und diese waren es, die sich, spät noch 
in der Sage fortlebend, der Geister der Dichter bemächtigten, und 
in diesen die Bilder jener Septimania, jener Panchaea, überall der 
Inseln der Glucklichen, der Seeligen etc. hervorriefen. Jetzt 1857. 
v. Chr. rückte das Verderben näher; es traf nun auch das Herz- 
theil jenes Rothlandes, Azoren, Canarien und Cap-Verd- Inseln 
giengen als Trümmer aus der Katastrophe hervor, und den Raum 
des versunkenen Landes erfüllte ein schwer schiffbares Schlamm- 
Meer , das der Gewalt de» Windes und der Wellen weichend , im 
Laufe der Zeit die Stelle wechselt, ohne je ganz die Zeugschaft 
seines Ursprungs zu verleugnen. Auch die Kunde dieser Begeben- 
heit fand den Weg zum Nil, zugleich aber im Munde der das Eu- 
ropäische Festland suchenden Flüchtlinge, der frühesten Europäi- 
schen Rothlands-AUen, Tur-ruad-sean, Turasenen, den zum Osten, 
und hier erreicht sie das Ohr der Griechen, die ihre Fabelzeit nun 
mit jenem Krythia des Westens schmücken , wahrend der Bardi- 
sche Iolaer, selbst aus jenem Turasenen-Geblüt entsprossen, in der 
Volkssage die Kunde des erfahrnen Schicksals heilig bewahrend, 
ihr spät noch im Kataclismus des Iol-Steifts (Munter) ein Denk- 
mal setzt. 

Noch ein Umstand, wenn auch ohne Beweisskraft , darf doch 
seiner Sonderbarkeit wegen hier nicht mit Stillschweigen übergan- 
gen werden. Vielleioht giebt er tiefern Forschern Stoff zu weitern Com- 
binationen. Es ist das Hinweisen der Zahl 9 in der Zeitangabe der 
Priester auf die sicher dem Frühskythen bedeutungsvolle und hei- 
lige Neun-Zahl. Agit 9 Priestern sprach Baal am Anbeginn — aus 
9 Baals-Vorschriften bestand der früheste Gesetzcodex — 9 Zelt- 
genossen wohnten in jedem Gaalenzelt — 9 Vormünder führten 
die Regentschaft während der Unmündigkeit — 9 mal 9 Jünglinge 
wählte Calraa zu seinen Begleitern — jeder dieser wieder weitere 
9 — und 9 mal 9 Jünglinge führte Ronard dem Calma-Zug nach — 
je einer von 9 wurde von Eolus zum Reichs-Rath gerufen — und 
noch zu St. patriks Zeit bestand die Comite zur Fertigung des 
Sean-achas-mor aus 9 Mitgliedern etc. War der Saiten -Priester 
Mos Wiedergeber und Echo Skythisoher Berichte, durch den Mund 
Skythisoher Sprach- und Mythenvölker bis zu ihm gelangt? 

Nun zu America, zu dem Lande, das seit der Entdeckung, 
und mit täglich zunehmender Kenntnis» und Erforschung, täglich 
mehr den Blick auf jenes Mittelland der Frühzeit hinlenkt. Ein 
frühes, längst untergegangenes Volk, in seinen unermesslichea. 
Prachtwerken noch fortlebend, vom Mittelpunct Mexicos aus bis 
zu den Savannen der Mowhawks, und bis zu den Ganadischen 
Seen, alles mit zahllosen Gründungen, Knoohenbergen, wie mit 
Ackerfurchen und Clok-oira erfüllend — verklungene und noch 



— 167 — 

lebende Volkssage; Mythos und Sprache — alle« nach Einsog Tom 
Osten her, nnd auf Ostheymath hinweisend — wahrhaftig schon 
Bfootezumas Reden, schob der Sonnendienst der Incas; die Pyra- 
miden nnd Sonnensäulen Mexicos und Perus, Veraudriers Ackertar- 
chen, Mexicos Calender nnd Codices, Hnetlapallan und dieArchäologia 
americana, nnd Adelungs und Vaters Sprachforschungen, nie rei- 
chen hin, nm den Glauben an eine Festlandsbrücke zwischen neuer 
und alter Welt völlig nnd unumgänglich nöthtg dar- und festzu- 
stellen. Das Volk war der Ktirperbildung des heutigen Amerlca- 
nischen Wilden fremd; es bauete, bildete und betete wie der Ae- 
gypter; Yotan mit sieben Söhnen hatte es aus dem Osten einge- 
führt; es sprach die Tsend-Sprache; aus Feuer und Asche war der 
Sfaavanoes entstanden, und Ostlich eingesogen; eine allen Stam- 
men verständliche, und doch keinem Stamme von heute gehörende, 
die Algonkia- Sprache, sie klingt am Oronoco, an Congos- Küsten 
Africas, in Irisch-baskischen Sprachen Europens, wie diese in der 
der Guantches der Canarien, und diese wieder in der Amazigh- 
Sprache der Völker des weiten Atlas, endlich am Gaocasus und 
in der Tschuktschen-Heymath wieder! Kann da jener Brücke eine 
andere Lage angewiesen werden, als die, die der Alten Sage ihrer 
Atlantis giebt, im Westen der alten Welt? Soll die Aleuten-Kette 
des hohen rauhen Nordens, wahrlich ein neuer Volks- und Budhs- 
Pfad, soll er die Brücke abgeben, der Pygmäe ein Colossalwerk 
errichten? Soll Irrfarth durch Sturm und Strömung fortgerissen, 
den Vo tan» -Sohn dort abgesetzt haben? wo bleibt dort der Cen- 
tralpunot von Mexico, und die Ostherkunft der Sage, dort wie hier 
die Unermesslichkeit des Gründervolks, und der Sagenursprung 
aus Feuer und Asche, und dort wie hier die Sprachkette, die jene 
neue Welt hauptsächlich an den Westen der alten bindet. Und, 
vor allem, ist nicht jener Landübergang mindestens eben so proble- 
matisch, als das, doch duroh Sage unterstützte, Daseyn der At- 
lantis? nnd ist eine so frühe, nothwendig wiederholte nnd doch 
unbemerkt gebliebene Schifffahrt über's weite Meer ohne Compass, 
zum Theil ohne Polar- Stern, glaublicher, ihre Zweifel leichter zu 
beseitigen, als die, die dem Daseyn jener Atlantis in dem Wege stehen? 
Einen , wenigstens in seiner Partheylosigkeit in Bezug auf das 
hier besprochene Schisma, nicht unwichtigen Beleg liefert Glass 
(Kanar. Ins. Lpz, 1777.). Ohne an die Atlantis und ihr Schicksal 
der Sage zu eriqpern, giebt Madeira, das er für Plutarchs gluck- 
se eliche Insel erkennt, ihm Anlass sich über das Verschwinden der 
Menschen von jener Insel, die die Portugiesen menschenleer lan- 
den, zu äussern. Da erinnert er sich des Umstandest dass fast 
% jeder der Kanarischen Inseln jetzt mit calcinirten Felsen, Bims- 
steinen und schwarzem Staub oder Asche bedeckt sind, welches 
vormals von feuerspeienden Bergen, deren Ueberbleibsel man noch 
in jeder dieser Inseln findet, ausgeworfen seyn rouss. Da hält er es 
p. 176. nicht für unwahrscheinlich : „dass viele der Eingeborenen dnreh 
solche gewaltige Ausbrüche (man sehe die Beschreibung des Erd- 
bebens von 1704. p. 259.) umgekommen , und dass die übrigen aus 
Furcht ihr Land verlassen, und neue Wohnungen aufgesucht." 
Auch er also, der sorgfältige Forscher an Ort und Stelle, er hält 
einen Untergang von Land und Menschen, und zwar in einem 
Maasse und Umfange, vor dem der Glaube unserer Tage zurück- 
schreckt, er hält ihn nicht für unmöglich, selbst nicht für unwahr- 
scheinlich. Wahr ist es, unsere Jahrbücher enthalten glücklicher- 



- 168 — 

Weise keine Nachrichten von ähnlichen Ungeheuern Kalnrhrfimpfen — 
aber wie alt sind sie? und doch stehen ihren dunklern Vertagen, 
eben wie die Atlantis-Sage, auch Sagen von Weltflnthen voran, an 
denen Niemand zweifelt, weil der Geolog aus dem, was ist, auf 
das^ was war, schliessen darf! Und das gleiche zu thun soll dem 
Historiker und Ethnographen nicht vergönnt seynl Doch genug! 
Bald, auf den Schultern Cabreras, der Archäologia, und vorzuglich 
Kingsborougas, bald wird der Transatlantier in jener Atlantis «ich 
die Brücke erkämpfen, auf der er seine Urvater , ihre Götter, und 
ihre Sprache der Urheymath zuführen kann. 

Nun noch einmal zurück auf Glass und seine Guantches. 'Wa- 
ren die Canarien Landtrümmer der Atlantis, so waren die Guant- 
ches wohl sicher Volkstrümmer ihrer Frühbewobner. Diese ISsst 
die Ansicht au dem Skytho-Gaalen-Volk gehören, aus dem über 
Spanien der Ire hervorging; für den nächsten Uebergangspunct 
aber erkennt sie die nahe Westküste Africas. Die Guantches wa- 
ren also ursprünglich und zunächst Libyer, und dafür mag sie 
sehen der Alte erkannt haben, wenn er Libysche Autolala kennt, 
und zugleich der. Eurythia, Junonia des Sebosns, den Namen: Au- 
tolala beylegt. UeberaU mag in jenem Namen eine nirgend ge- 
nauer zur Sprache gebrachte historisch-ethnische Kunde der Grie- 
chen verhüllt liegen. Der Grieche hatte von einem Ur- und Selbst- 
volk gehört , allen Libyschen Volkstammen zum Grunde liegend, 
er hatte in Volk und Sprache den Urtypus desselben selbst als 
durchherrschead wiedererkannt, und dieser war es, den er mit dem 
Namen amolaog xmd avrolokog, Selbst- Volk, Eigensprache, bezeich- 
nete, und darum nannte er die Völker die ihn trugen Antololes, 
er und der Bömer aber blieben der Nachwelt den Grund der Be- 
nennung schuldig. Vielleicht schied er darin in den Libyern selbst 
wieder diejenigen aus, die in Blut und Sprache ihren Urstamm am 
reinsten erhalten hatten. Das Vorkommen des Namens an ver- 
schiedenen Puncten scheint wenigstens jenem Zusammenhang nicht 
entgegen zu stehen. Die Guantches also zunächst und ursprünglich 
Autololen und Libyer. Und auch diese Ansicht theilt Glass. p. 181. 
wenn er sie auch nach p. 163. wohl aus sichtbar irrigem Grunde 
erst spät dort einziehen lässt. Seine Gründe gehen aus dem Ver- 
gleiche mit Libyscher Sitte und Spraohe hervor. Schon Vater und 
Balby hatten in der Guantches-Sprache die der Amazigh - Atlanten 
erkannt, und aus Forsters und Dorvilles Nachrichten ist oben sich 
bemüht worden die Concordanz mit Skythogaalischen Gottesan- 
sichten, Gebrauchen und Sprache nachzuweisen. Glass liefert nnn 
in einem Vocabular die Naohweisung der Aehnlichkeit der Guaot- 
caes-Sprache mit dem Shillha - Dialect der Libyer, die ebenfalls 
da und dort zum Theil auffallend an die Irische Sprache erinnert, 
und daher billig hier eine Stelle erhalten muss: 

Lancerote undFu- Shillha. Irisch. 

ertaventura. 
Aho, Milch. Agcho. Lacht 

Tomassen, Gerste. Tomzeen. 

Tezzeses, Stäbe zu Tezezreat, eine Baum- 
Waffen, art 
Mahay, tapferer Mann. Ogh-magb, He1d.(Oki- 

ma, Held in der Spra- 
che der Algonkin.) 



— 169 - 



Gnapfl, Mutze. 



Caipin, Mfitse. 



Gomera. 

Gomera, Name der In- Gumeri , Africaner- (Gemeriten , Homeri- 

sei. Stamm. ten). 

Taginaste , Baumart, Taginast, Palmbaum. Teag, Hütte. 

vielleicht die Hütten 

liefernd. 
Tahoyan , Rock von Tahuyath, Bett- Tuch, Teag, jede Art Bede- 

Ziegenfeü (Herodots Decke. drang. 

Aegys). 



Hierro. 
Ahemon, Wasser. 



Aran, Brod ans Far- 
renkrantwnrzcl p.93. 
(das Brod auf der In- 
sel des Jambulus). 

Eraoranzan, Name der 
mannlichen Gottheit. 

Moneyba , weibliche 
Gottheit, (an ewa, 
iwa, der Shavanoes 
erinnernd.) 



Amon. 



Amhan, Flnss. (Aboa 
Taymam, der heu- 
tige Name eines Arms 
des Gyr - Flusses, 
Mannen X II. 539. 
not.) 

Aran, Brod. 



Er-aor, Sonne von Kr. 



Canaria. 

Acoran, Gott (vielleicht 

Sonnenname ausCor). 

Almogaren, Gotteshau- 



Talmogaren. 



ser. 



Magades, Nonnen-Art, 

wohl überall heilige 

Jungfrauen. 
Tamoganteen, Häuser, Tigameen. 
T ah aran, Schaaf. 
Carianas, Körbe. 



Atay cate , grosses 
Herz. 

Atir tisina, Name wo- 
mit sie Gott anriefen. 



Carian. 
Tarkist. 



Aor, Sonne« 

Carn, Sonnensteine der 
Iren. Carnac in Ir- 
land, Bretagne, am 
Nil und Indns. 

Maigdean, Mädchen. 



Tig, Haus, Hiitte. 
Caor, Schaaf. 



Ater, hocli, erhaben. Ard, hoch, mächtig. 
(Mons Ater.) Libysch; 
Athrair, Berg. 



Palma. 

Benehoare, Name der Beni-Howare, Africa- Binn-aor, Spitsfelsen 

Insel. (Baniuri-Au- nerstamm vom Atlas, der Sonne. 

totales?) 
Tigo, Tigot, Himmel. Tigot. Tig-eat, alte Decke. 



— IT» — 



Aguyan, Hund. 

Adeyhamen , District 
▼Ott Wasserquellen. 

Adago , Ziegenmilch. 
(Ad, Samscr. Ziege.) 

Abora, Gott. 



Douwaman. 



Cnin, Hand, Cu-ain, 
ehrwürdiger Hund. 

Ata-amhan, Vater des 
Flusses. 



Ab-aor, Herr-Sonne. 



Teneriffa. — Hier erkennt Glas« weniger Aehnlichkeit mit Liby- 
scher , mehr mit Peruviantscher oder anderer Ameri- 
caniseher Sprache (pag. 181. not.). 



Achtneche, lies: Adshlnedshe, der 
Inselname der Guantches. 



Ad, Irisch, bestimmt, geweiht, hei- 
lig; Saoi, Herr, Wissender; Inis, 
Insel, daraus: 

Ad-saoi-inis, Insel, dem Wis- 
sen, der Mysterie geweiht, 
Insel der Mysterie. 
Ata-saoi-inis , Insel des Ta- 
ters des Wissens, derMy- 
sterie. 
fiinn-gneatb, pron. Binn-gneah, fo 

den Felsspitzen geboren. 
Ad-saoi-aor-ain, die heilige Sonne, 

der Mysterie geweiht. 
Ata-saoi-aor-ain , heilige Sonne, 
Vater der Mysterie. 

Ad-saoi-amhan, der Fluss der 

Mysterie geweiht. 
Ata-saoi-amhan, der Fluss, Vater 

und Herr, Vater der Mysterie. 



Vincheni, die Eingeborenen. 

Achoran, lies: Adshoran, Erhalter 
des Himmels und der Erde. Nach 
d rübiger Bedeutung wohl die 
Sonne als mysteriöser Himmels- 
und Erde- Gott. 

Achaman, lies: Adshaman, Erhal- 
ter des Himmels und der Erde. 
Nach drüben wohl mysteriöser 
Fluss- Wasser- und Meer^Gott. 
(der Saiten : Poseidon-Atlas der 
Atlantis? und so vielleicht Acha- 
man der früheste und libysche 
Ur-name Poseidons, die Syrte 
aber darum seine Heymath, weil 
dort bey Achamanen sein Dienst 
entstanden war.) 

In der Sprache der Guantches Licht über Name und Heymath 
Poseidons! quael qnalia! quanta! und doch vielleicht nicht g» nzl 
unwahrscheinlich, zumal bei dem heiligen Dunkel, das die Trito- 
nisgeburten deckt, und die Wiege Poseidons in tieie Schatten bullt. 
Gewiss aus dem Niederschlag dort heymisch gewordenen Skythi- 
nchen Wissens, an Indus, Phrat, und Nil gesammelt, aus ihm « nd 
der neuen Tritonis-Heymath gieng dem Hellenen, zumal dem des 
Südens, ein neues Licht hervor. Auf Creta, noch im Uebergange, 
wird der Baal des Ostens zum Chroniden phönizisch-ägyptiscöer 
Schule, in Gott des alten Sa'to umgeboren, in libysche Tinten g e " 
taucht, — Zeus, Amalthea, die Ziegen-Idee libysch (Herodot). Vom 
nämlichen Felsen des Rechts, Ceirt-a, Creta, dem Sit« Mi- 
no«, des Altrichters,* zieht Gesetzlichkeit und Recht, aus AwjJ " 
nischen Salzbergen, Salmonäus , und Brzadern von Irasa über Cy* 
prus uod Rhodus, die Kupfer- uod Teichinen -Lander, Ssln- vtl * 
Erzkunde hinüber. Vom Rande des Tritonis geht Pferdezucht un* 



— 17t — 

f>ferdedienst, Schifffehrt und Feldbau, Hippius, Poseidon, der Aloi- 
den Tater, aus den Wellen selbst Kriegs -Webekunst, der Inbe- 
griff alles Wissens, Tritonia-Onca-Paüas, hervor, und alles diess 
erhält der Halbwilde der Halbinsel aus der Hand des von hier aus- 
gezogenen Pelasgers, und so muss es sich der Mühe lohnen, den 
überreichen Quell der Erkenntniss und des Heils bis zu seinen in- 
nersten und verborgensten Zuflussarmen zu verfolgen! und gewiss 
wird in diesem Streben auch manche Kühnheit verzeihlicher er- 
scheinen — und sp wird ja auch dem Layen Nachsicht nicht ver- 
sagt werden wollen, wenn er es wagte die Schleyer der Vorzeit 
zu lüpfen, und die so viel bezweifelte Atlantis abermals in Schutz 
zu nehmen. 
21) Leukippe, von Sterblichen auf die Atlantis gebracht 
23) Hauptzüge aus dem Platonischen Atlantis-Bild! der Jambulus - In- 
sel, und der Panchaea etc. 

23) Chronicles. I. 

24) Cuin, ir. Hund, ar, Verwüstung. 

25) Der Hunde-Kampf mit .der Sonne, Büd der Sonnenfinsternis* bey 
den Africanern. 

26) Nach der Sage der Shavanoes heissen sie Picka, im Sinne der aus 
Feuer, und Asche entstandenen, und sind von Osten her an die 
Küste von Florida gekommen. 

27) Nach den Mexicaniscben Sagen kam Votan mit sieben Söhnen 
vom Morgen her, und brachte aus Amagumecan (Amazigh) die 
Tsend-Sprache. Dieses erinnerte oben an Budha, die Septimania, 
und Zinge, Frühnamen Aethiopiens, wie an Sind, und die Budha- 
Heymath von Tsin, Ceylon. 

28) Peruvianer und Kor- Völker am Oronoco. 

29) SO) La Hontans Algonkin und die allen Stämmen verständliche 
Algonkin-Sprache. Volksname und ein Theil des Vocabulars nach 
Vallancay Ir. Gr. mit Irischer Sprache concordirend. Sonstige 
Verwandschaft der Americanischen Sprachen mit denen am Oronoco, 
der Küste von Congo, den Gaalischen in Europa, einer Gegend 
des Caucasus, und den Tsuktschen nach Vater, Balby etc. siebe 
Mag. Eur. III. 

31) Siehe Mag. Eur. HI. und oben Zusätze unter g. und S. 12. not. 

32) das Ruad-iath der Chronicles, in seinen Trümmern noch Hesiods 
Erythia. 

33) 34) Justin. XLIV. 4. Tartessiorum rex vetustissimus Gargoris, 
meUis colligendi usum primus invenit. — Huic — nepos — succes- 
sor regni destinatur. Nomen Uli impositum Habidis — barbariun 
uopulum legibus junxit, et boves primus aratro domari, frumenta- 
que sulco quaerere docuit — plebs in Septem urbes divisa. — In 
parte Hispaniae, quae ex ins Ulis constat, — Geryon etc. 

35) Arganthonius, der reiche alte König von Tartessus. 

36) /Chronicles I. 

37) Chronicles. 

38) 39) Siehe den obigen Auszug von p. 24. des Nennius. Nach dem 
Alanus-Stemma des Nennius und dessen oben versuchter Chrono- 
logisirung fallen in die Zeit vom Nil-Aufenthalt von circa 1776 v. 
Chr. bis zu Alans Ankunft in Europa circa 1560. v. Chr. Simeon, 
Boib, Thoi (auch zu Davids Zeit herrscht ein Thoi in Sidon), 
Ogomum, Fethevir und Alan. Uebrigens giebt jene Erzählung 
und Africanischer Reisebericht die sonderbare, aus der schwer in 
einem Klosterwinkel Cambriens um 800 zu suchenden Kenatniss 



— 17» — 

des Ptolomaeuj hervorgehende Alternative; % das* entweder jene 
ganze Stelle des Nennius, und «war sehn spät erst interpolirt 
sejrn müsse, oder das« seine Annalisten und Nachrichtgeber der 
Geographie Nordafricas schon lange her völlig kundig waren. Alle 
dort vorkommenden Ortsnamen: Lacus Salinarum, arae Phüeno- 
rum, montes Azate, Rusicade, Humen MaJva, alle kennt auch 
Ptolomaeus! 



Von Calmas Auszug ans Iber bis zum Uebergang der 
Sk ytho-gaalischen Milesier von Spanien, nach Irland. 

Von circa löOO. v. Chr. bis circa 1000. v. Chr. 

Die eigentliche Aufgabe der Chronicles ist die Geschichte der 
nach Irland eingezogenen Skytho-Gaalen, die die Irische Geschichte 
unter dem Namen der Milesier, Mil-Espan, der Helden aus Spanien, 
kennt. Darnm blieben die Chronicles über die weiteren Schicksale 
der Skythen Armeniens nach der Abtrennung — wie über die der 
Jath-Sctot nach dem Abzug von Iber unbekümmert, und darum muß- 
ten auch hier jene Armenier und Mäeten der Geschichte und ihren 
weiteren Hülfsquellen überlassen werden. Auch die Geschichten des 
Skythenstamms, den die Chronicles von Dubar über Gaoiataeloac, und 
Nennius von Alanus über Africa nach Spanien einführen lassen, be- 
schäftigen den Chronisten nur höchst bruchstücklich. F i all o a c wen- 
det aus Algerbe der Ostküste zu und gründet am Kbro 
die Gaalen von Buaisce. Daraus entwickelt die Völkertafel der 
Europäischen Gaalen die Gründung der Insel Völker ; die als Baleareo, 
Sarden, Iolaer, Makeriden etc. in die geschichtliche Zeit hinüber ge- 
hen, und vom Ebro selbst aus die Herkunft der Liguren und Turasc- 
nen. Noch wissen die Chronicles von nach Irland schon vor 
1217. v. Chr. gezogenen Cath-ac- Gaalen, die dorthin den Ge- 
schickstein, Liafail, einbringen, dort schon Firgneath, Eingeborene, 
vorfinden, und die von eben 1217. dort einbrechenden Nord- 
völkern, den Panans, überwältigt werden. Nur Algerbe 
kann ihnen zum Auszugspunct, und nur die Zeit vor Calnia, vor 
1490. v. Chr. zur Auszugszeit angewiesen werden $ und dann treten 
sie , jene Cathac-Gäalen der Chronicles in völlige Identität mit Par- 
dolan, Gaidelas, und Nimech, die Nennius, Ciraldns, und die Iri- 
schen Chronisten früh und vor den Milesiem nach Irland einziehen, 
aus Africa die Chorea Gigantum einführen lassen, — und jene Cathac- 
Gaalen Irlands sind es, die sich in His torin von Dalrieta des Nennius, 
in Brydain und Breac der Chronisten als früheste Irische Einzüghog e 
Britanniens erkennen lassen , und an die deshalb die Völkertafel die 
Gründung festlandischer Beigen und Nord- Germanen, im besondern 
Kimbern knüpft, welche letztere in ihren Folgezügen zu Vätern der 
Öaxen und Franken werden. 

So bleibt für eine aus den Chronicles nachzuweisende Frühge- 
schichte der Skythen, die nach Europas Westen herüber gezogen, 
nur die des Skythenreichs in Iber bis zu Calmas Auszug, und dann 
die des Reichs von Gaalag, bis zum. Uebergang jener GaaJag-GA*l ell > 



— 173 — 

l 

der Mflesier, nach Irland — und diese ist es, die im chronologisch, 
auf die Chronicles gestützt, genauer entwickelt werden soll. 

A. Special-Reich von Iber, in Albanien, Inerten, und Colchis. 

1950. v. Chr. war dieses Reich durch Dorca, in Spaltung des gros- 
sen Armenisch-Iberischen Reichs von Og entstanden, und Glas, 
Dorcas Bruder, hatte da zuerst die Alleinherrschaft in Iber 
übernommen. Die weitere wenig lehrreiche Geschichte des 
Reichs bis 

1514. v. Chr. ist oben schon grundzüglich berichtet. Da hatte Dair 
die Regierung geführt, bis 

1498. v. Chr. ihm Cealg-ac folgte. Dieser hatte sich der Wahl 
seines beliebteren Bruders Calma widersetzt und es war ihm 
geglückt den Gewählten durch Gewalt und Faetion zu verdrän- 
gen. Im Namen ward ihm das Schanddenkmal gesetzt, und 
Calmas nächstfolgender Auszug schliesst in den Chronicles seine 
und die Geschichte des Reichs von Iber. 

B. Skytho-Gaalen-Reioh von Gaal-ag(l). 

1492. v. Chr. Calma schied im Frieden ans Ib-Er. Mit Ihm zog ein 
Haufe von 810 Jünglingen und 00 Mädchen und noch auf dem 
Marsch führte ihm sein Bruder Ronard einen wettern Haufen 
von 81. Jünglingen und 9 Mädchen zu. Früher war durch un- 
bekannten Zufall ein Trupp Iberen unter Anführung Cuir, eines 
Jugendfreunds von Calma, in die Gefangenschaft der Sidonier 
gerathen. Sie aufzusuchen wird jetzt das nächste S&iel der 
Reise. Man erreicht Sidon, Sgadan, wo damals Nargal in Aoi- 
mag, Hamath, herrscht, und erkundet von ihm den Aufenthalt 
des Gesuchten in Spanien, Eis-feine-iath. Da wird beschlos- 
sen, die Reise bis dorthin fortzusetzen. In gedingtem Lohn 
liefert Nargal die Schilfe zur Ueberfahrt, man steuert erst süd- 
lich, dann westlich, und es fuhrt die Küstenfahrt bis, Spaniens 
Küste zur Rechten, die Welt des Landes in der Welt des 
Wassers endet. Nach neuntägiger Fahrt, nördlich steuernd, 
betreten die Reisenden das Land der Ströme des grossen Was- 
sers. Sie linden hier am Duor Eingeborene, Fir-gneath, und 
hören von Blutsverwandten, von Skytho-Gaalen, die dort schon 
Nargal, dem Phöniker, men of Feine, zinsbar, und dienstbar 
sind, in den Eingeweiden der Erde, und auf den Flächen der 
Tiefe. Im Aufsuchen jener Brüder, den Strom rechts lassend, 
wird nördlich die Landreise fortgesetzt. Nargal, in Phöniker- 
Treue, hat getäuscht, Cuir und seine Genossen hat entweder 
das Meer, oder die Mine des Phönikers verschlungen, sie sind 
nicht aufzufinden, und die Chronicles wissen nichts von ihrem 
Schicksal. Aber andere Blutsfreunde , wenn auch gleichfalls 
im Phöniker-Sold in den Bergen. oder auf dem Meere, sie wer- 
den dort am Ebro gefunden. • Es sind die Dubar-Sky then , die 
in den Tagen der Gründungen* aus Iber. ausgezogen, über Gae- 
tulia, Gaoiataeloac, zum Duor gelangt, erss Algerbe gegrün-* 
det, und nun am Ebro ein Gaal-Skythen-Reich von Buaisce 
errichtet haben. Tapuri, Tapori, Atlanten, Turasenen« Den 
Ankömmlingen wird zwischen Duor, den Schluchten , Bearna, 
Pyrenäen, und dem Meere • 

1*90. v. Chr. der neue Wohnsitz angewiesen, und dort entsteht ein 
neue» Gaal-Skythen-Ueich von Ganta* 



— 474 — 

Ueber die Herrscher in Gaalag, die Dauer »ihrer Regierung and be- 
deutendere Begebenheit geben die Chronicles die folgenden Auf- 
schlüsse: 
Von 1490 bis 1475. v. Chr. 

Calmas 15jährige Regierang. Sein Grabhügel, Tuaim, wohl 
der erste in Westeuropa, wird in Bri-tethgne-ol-duiae, dem 
Hauptversammlungsort des Volks, wörtlich: dem Sonnenhügel des 
berühmten Volks, errichtet* 
Von 1475. bis 1458. v. Chr. 

Ronard, der Bruder Calmas, und Mitzugf uhrer, regiert durch 
17. Jahre. 
Von 1458. bis 1487. 

81jährige Regierung von Duil, Calmas Sohn. Gegen das Ende 
seiner Regierung Seuchen und grosse Sterblichkeit. Der ganze 
Fürstenstamm von Glas stirbt aus, bis auf Ci-Er, Duijs Sohn, 
der in einer Höhle durch stetes Räuchern mit See-Moos erhalten 
wird, und daher den Namen Kn-ar, Seuche-frey erhält. 
Von 1427. bis 1368 

59jährige theils vormundschaftliche theils eigene Regierung 
Enars. Die Vormundschaft führten neun Häuptlinge aus der Wahl 
des Volks. 
Von 136a bis 1335. 

Diess die merkwürdige, wohl eine Frühcultur des Westens vor 
dem historischen Zeitalter epochisirende 33jährige Regierung des 
Kölns, des Stifters der Volkschronik, die hier als Writings of 
Eolus, und naeh ihm fortgeführt, als Chronicles of Eri vorliegt. 

Jene Cultur, wenn auch längst im Sturme der Zeiten und der 
Völker untergegangen, doch noch aus Strabo's Turdetanen-Bü- 
chern herausschimmernd, heute noch in mehrentheils mechani- 
schen Räthseln gigantischer Schöpfungen auf Europäischem, sogar 
Americanischem Boden fortlebend, sie muss einer. Entstehungszeit, 
einem Entstehungsquell angehören, den die Geschichte durchaus 
nicht kennt 1 Sollte er annehmlicher geboten werden können, als 
hier in den Nachrichten der Chronicles über jenen Früh weisen 
des Westens? — Zum ersten Male erscheint hier eine Baals-My- 
sterie, von neun Ur-Priestern gepflegt — eine Baals- Theokratie 
in der Hand jener Priester, gestützt auf Revelation und ein Mo- 
ralgesetn, vollkommnes Ebenbild des mosaischen, dessen Rein- 
heit, Einfachheit und Umfang in Erstaunen setzt, und durchaus 
auf gleichen Quell hinweist. Der Herrscher aus selbsterdachtem 
Gotteswillen, er kennt die sicherste Grundlage Beiner Herrschaft 
im umdunkelten befangenen Sinn des Beherrschten, in der Un- 
wissenheit des Volks. Während der stammgesippte Nachbar des 
' Rothlandes am Nil und Tritonis weiter ausgebildet , hell in 
«einem Wissen glänzt, sieht Gaalag auf seinem Boden keine 
Weisheit erwachsen. Da erwachen dem sinnenden Herrscher 
der Volkswahl Widerwillen, Zweifel und Wünsche. Das par- 
lamentarisch regierte und regierende Volk, zumal seine Vor- 
stände, sollen sie dem Einfluss der Priester unzugänglich, soll 
die Priestermacht gebrochen werden, sie müssen reden und. schrei- 
ben lernen. Gefahrlos muss der Mann des Zeltes sich über Fur- 
then und Felspässe bewegen können, wenn es gilt, sich, durch 
Baals Höhenfeuer gerufen, zur Ratbpflege um den König zu sam- 
meln. Ungebändigt schlägt das Meer die Küsten, es muss dem 
Strandbewohner dienstbar werden. Darum *4eut JEolna nach dem 



— 175 — 

Lande der Väter. Er wfll Ms zur Urheymath te der Ftassebene 
dringen , bis Masenar, dem Urborn alles skythtschen Wissens, 
ans dem einst auch der Bruder des Rothlandes schöpfte. Aber 
der Quell fliesst nicht mehr in altväterlicher Reinheit, Beins und 
- die selbstklugen Schöpfungen des Chaldäers haben ihn getrübt, 
Uranus ist an die Stelle Baals getreten, der Sohn des früheren 
Baals, der frühere Herrscher im Lande, er ist jetzt dort Ketzer 
und verdächtig. — So mnss Eolus sich begnügen, mit Rama, dem 
König «in Aoimag, den Freiindesbund zu errichten, die Urgeschich- 
ten seines Volks zu erforschen, und die Ausführung seines Vor- 
habens vorzubereiten. Nach einjährigem Aufenthalt in Sidon sieht 
Gaalag die Rückkehr seines geschieht«- und schriftkundigen Für- 
sten. Bald folgen ihm von dorther Ollam, die den Häuptling Re- 
de- und Schreibekunst lehren, überall dem Volke den Pfad der 
Tugend in Selbstbeherrschung zeigen. Schiffbau und Schiffahrts- 
kunde gehen aus ihrer Lehre hervor, und der Frühbergmann von 
Colchis greift hier in Gaalag zu Fäustel und Schlegel. Der Baal- 
feuerdienst auf den Höhen von Asti-er-eis, dem Sammelpuncte 
der Volksberathung, an den FIuss-Furthen, den Gebürgspüssen, 
und den Küstenfelsen, zur Sicherung des Wanderers und See- 
fahrers wird geregelt , und der Pflege der Priester vertraut, die- 
sen in Leibgedingen, der frühesten Spur eines Lehnwesens im 
Frnohtgenuss auf Lebenszeit, der Unterhalt angewiesen, und das 
Institut der Volkschronik begründet. Die Zuverlässigkeit der 
Thatsacheii; auf den zweifelfreyen Glanben an die Wahrhaftig- 
keit der Volkssage, die Zeitangaben auf die Untrüglichkeit der 
Zeitbeobachtungen der Urväter gründend, greift Eolus selbst zum 
Griffel, und giebt, was er über die Geschichte der Väter erkun- 
det, und was er selbst erlebt und gethan; und noch sein später 
Redigent, aus den Tagen St. Patricks, er ehrt das seltene Für- 
stenverdienst, und noch seltnere Fürstenbeginnen, indem er das 
Selbstwerk Eolus als Writings of Eolus von dem scheidet, was, 
aus dem Griffel der Ard- Ollam stifttingsmässig geflossen, der 
Nachwelt als Chronicles of Eri überliefert wird. Heber das Sta- 
tut des allmählichen Entstehens und der Forterhaltung der Chro- 
nicles giebt hier schon und in der Folge der Text die Auskunft: 
dass dem Ard -Ollam jenes Geschäft zur eigenen Standespflicht 
dahin gemacht war: dass bey jeder Volksversammlung das Be- 
gebniss der nächsten Vergangenheit von ihm in die Chronik ein- 
getragen, und der alte und neue Inhalt jedesmal In öffentlicher 
Verlesung zur Kenntnis» des Volks gebracht werden miisste. 

Mit dem Bericht über einen verunglückten Sidonischen Versuch 
Eolus und Meorl , den Fürsten in Buaisce in's Netz der Zinsbar- 
keit zu verlocken, und mit Lehren und Ermahnungen, dem Sohne 
-noch vom Sterbebett gegeben, und zum ersten Male von Tarlat, 
dem ersten Ard-Ollam, verzeichnet, schlieast dieser inhaltreiche 
Lebenslauf. 

Von 1335 bis 1268. 

67jährige Regierung von Don, des Sohnes Bolus. Fortgang und 
Wachsthum nautischer Kenntniss. Das Meer erhebt sich zu ver- 
heerender ' Ueberschwemmung. (Vorbote des Untergangs von 
Ruad-iath.) Zwistigkeiten mit Ramah von Aoimag, beigelegt durch 
Vertrag: die im Sidonischen Sold arbeitenden gaalischen Bergleute 
tollen unter gaalischer Aufsteht stehen, nach Beendigung der 



- 176 - 

verdingten Arbeit ungehindert neymkebren,. dagegen der Gaale zu 
Schiff sich nicht über eine Tagreise von der Küste entfernen. 

Von 1268 bis 1237. 

11jährige Regierang von Lug ad, Dons Enkel* Er ist Astronom 
und Naute, und hinterlässt Schriften über Sonne* Mond und Ster- 
ne, die Welt des Landes und die Welt des Wassers. Er be- 
hauptet darinnen: die Erde stehe nicht fest, und sejr keine Flache, 
und die Welt des Landes gegen die Welt des Wassers ende nicht 
an Gaalags Küsten. Er zieht mit Gefolge nach Ruad-iath, dem 
Roth-Land, das im Rufe grosser Weisheit steht, und findet dort 
mit allen seinen Begleitern den Untergang (die Atlantis gebt un- 
ter). Seine Schriften werden zu den Chrenicles hinterlegt. 

Von 1257 bis 1240. 

17jährige Regierung Cean-mor, Lugads Bruder. In tiefem Frie- 
den gedeiht der Volksunterricht, und wachst die immer mehr sieb 
ausbreitende Volksmenge. 

Von 1240 bis 1220. 

20jährige Regierung Cean-ard, Lugads Sohn. Ein alterer, in 
der Wahl ausgeschlossener Binder, Eocaid, zieht mit einem Hau- 
fen über Bearna, die Pyrenäen, und gründet an jener Seite der 
Berge Eocaid- tan , Aquitanien. Nach der Mitte der Regierung 
Ceanards wird Gaalag von Hungersnoth heym gesucht, es folgt 
ein Kuhsterben, und die Hälfte der Bevölkerung geht nu Grunde. 

Von 1220 bis 1204. . 

16jährige Regierung Mar-cath, Ceanards Sohn. Hunger und 
Seuche wiithen fort. Er endet durch einen Stur« vom Pferde. 
In seine Zeit, 1217. v. Chr., fällt nach späterer Nachricht der 
Chrontcles, der Einbruch nordischer Danan in Irland, der Aus- 
züge der Cathac-Gaalen zur Folge hat. (Breac, Brydain, Histo- 
rie in Dalrieta. Briganten, Bütten, Beigen, Cattieuchlani, Kymri, 
Gaal-ei* -Walliser in Britannien; Beigen, Catten etc. aufdem 
Festlande, auf damals noch stehender Festlandsbrücke hinüber- 
gezogen). 

Von 1204 bis 1185. 

19jährige Regierungs Cuir, Ceanards Sohn. Harfenton ist ihm 
mehr werth, als die Weisbettschule der Ollam. Er stirbt weni- 
ger dem Alter, als der Zeitverschwendung unterliegend. 

Von 1185 bis 1163. 

22jährige Regierung Aod, Marcaths Sohn. Musik, Mährchen, 
Possen und Tanz treten an die Stelle von Weisheit und ihren 
Lehren. Pas dauert Tag und Nacht durch 22 Jahre der Regie- 
rung Aod in Gaalag! Weiter hatMurchad (Ard-OllanO nichts *n 
berichten über die Regierung Aods. 

Von 1163 bis 1159. 

4jährige. Regternng von Ib-E r, Aods Sohn. Er wird von Faw 
ermordet. 

Von'1159 bis 1141. 

18jährige Regierung von Ma-ol, Aods Sohn. Der Volksunter- 
richt sinkt immer tiefer, mit ihm Ansehn und Einfluss der Oüam. 
Die Priester erheben das Haupt. 

Von 1141 bis lila ■ _ 

23jährige Regierung Iber, des Sehne Mael. Die Priester w* der ~ 
setzen sich der Verlesung der Volkschrönik. Das Volk besteht 
darauf und sie wird verlesen. Weiteres Staken des VolkflUfcter- 
richts. . Iber stiebt, wie er lebte, *Js Priesterknecht. 



— 1*7 — 

Von 1118. bis 1065. 

63jährige Regierung Mar-cath, Ibers Sohn. Trägheit erfüllt 
»eine Tage. Die Ollam klagen über Verfall der Wisseilschaft 
und des Volksruhms. Die Priester verlassen Asti,' die Feuer der 
Berge, und überlassen die Sorge ihren Dienern — sie erzwingen 
Opfer mit Gewalt — und drängen sich in Haufen in die Versamm- 
lung der Gemeinen. 

Von 1085 bis 1066. 

19jährige Regierung Noid, Sohn Marcads. „Er lebte neunzehn 
Jahre in der Reihe der Könige von Gaalag, das ist alles, was 
ich, Sulard (Ard-OIlam), von ihm sagen kann." 

Von 1066 bis 1045. 

21jährige Regierung Og, Sohn Marcads. Es wandern viele Gaa- 
len, darunter viele Häuptlinge nach Buaisce aus. Auch zieht 
Falb mit einer Colonie über Bearna, alle des Priesterdrucks müde. 
(Diess die Colonie der Berg-Gaalea, Gaal-dun-seis , Waldenser, 
die die Osthöhen Eocaidtans, Rhein- und Rhonehöhen beziehen, 
und ans denen im Zuzug von Eocaid-Gaalen Bellövesen und Si- 
govesen hervorgehen. (Siehe die Völkertafel.) 1046. v. Che zie- 
hen Volkshaufen aus Aoi-mag in Eis-feine ein, und werden, in 
Erinnerung des Vorschubs, den dort Calma zum Ueberzug und 
Eolus zur Beförderung der l£enntniss und Wissenschaft gefunden, 
von den Gaalen gern aufgenommen. Sie erzählen von Unruhen 
in ihrer Heymath. (Davids Philister- etc. Kriege.) Og stirbt und 
nur die Priester betrauern seinen Tod. 

Von 1045 bis 1060. 

15jährige Regierung Ard-fear, Ogs Sohn. Grosser Sturm im 
Wahlact durch' die Priester erregt, die sich abermals erfolglos 
der Verlesung der Chroniken widersetzen. Feilimid, des Ard- 
Ollams, Obsieg. Nun werden die Chroniken unter alleinigem Vor- 
wissen des Ard-OUam im eigenen Zelte des Königs in einer Ki- 
ste aufbewahrt und verborgen, und das Priesterwesen neu gere- 
gelt. Seit Maol haben sie sich von 56 bis auf 227 mit 127 Laad- 
theilen vermehrt, sie werden auf 9mal 9 Crnimtar mit Einschluss 
des Ard-Cruimtar und zweyer Priester zur Wohnung nächst Asti- 
er-eis zurückgeführt, und ihre Geschäfte und Stationirung durchs 
ganze Land festgesetzt: 
Zur Wohnung auf Asti-er-eis, Bewahrung und Sorge für die 

Schriften der Priester, des Ard-Cruimtar und 2 Priester 8. 
Zur Unterhaltung der Höhenfeuer auf Asti-er-eis, und ge- 
nauer Aufzeichnung der Zeit und Jahreszeit in den Bü- 
chern der Priester . . 56. 

Zur Unterhaltung der Asta, Leuchtfeuer an Flussfurthen, 
Bergpässen und den Küsten, zum Besten der Wanderer und 
Seefahrer, von denen nur frey willige Spende, und nur we- 
gen Nachtführung, genommen werden darf: 2 7M Asti- 
er-ce, 2 zu Er-asti, 1 zu Sam-ur, 4 auf Cean-ib-Er, 2 zu 
Er-aoi, 2 zu Fir-ol, 1 am Duor, 1 am Min, und 7 zwischen 
der Mündung des Min und der des Miranda ... 29. 
Volksunterricht und Gesetzlichkeit, die Eolus-Grundungen leben 
In Verlesung der Chroniken wieder auf, und die alte gute Ord- 
nung kehrt wieder. Gegen das Ende der Regierung Ard-fears 
häufen sich neue Ankömmlinge aus Aoimag, es gelangen Sido- 
nische Botschaften nach Gaalag und Buaisce, Sidonische Schiffe 



- 178 — 

kreuze» vor Breo-ceann, und nehmen Gaalen auf, die mit Bach 
Breo-tan ziehen, und von da an gelangen von dorther unterir- 
dische Schutze nach Gaalag, bald aber auch die Trauerpost, dass 
1031. ▼. Cbr. eine grosse Flurh die Knden Breotans betroffen. Land- 
tbeiJe werden abgerissen, Scaoilead, Scilly, und es bildet sich 
ein neuer Wasserprad zwischen Land und Land, Casan-tir- 
eider, Cassiterides. (Dnrcbbrucb des Canals. Noch anf den 
Trümmern der stückweise verschwindenden Landbrücke retten 
sich Kimren-Thefle aus der (Kimrischen, Cimbrischen) Flu(h, 
die erst an der Norder-Elbe ruhigere Sitze finden, und dort xu 
Vätern der Cimbern, und Saxen, später jene im Vereine mjt 
Gatten zu Gründern des Frankenreichs werden , diese in der 
wiedergefundenen Heymath den Thron der Angeln -Saxen er- 
richten.) Siebe die Vülkertafel. 
Von 1080 bis 1085. 

5jährige Regierung von Bille, Sohn Engasc, Sohn Marcad«. 
' Es beschweren sich die Gaalen die nach Dun-mfanac (Devon) 
in Breotan gezogen, wegen erschwerter, oder von den Kauf- 
teilten, Phtinikern, Cananitern, verweigerter Rückkehr, und Iiht 
* BUIes Sohn, wird zur Untersuchung der Beschwerde nach Breo- 
tan gesendet, um die Sache in Güte vorzutragen. Bey seiner 
Zuruckkunft berichtet er: von Wind und "Wellen westwart« 
von Breotan getrieben, sey er zu einem andern unbekannten 
Land gelangt, wo die Bewohner vor ihm geflohen, wie der 
Hirsch vorm Jager. Dieser Bericht über ein vom Metall-Lande 
verschiedenes , weiteres bewohntes Land erinnert Bille an I<u- 
gads Behauptung: ea gebe noch mehr Land zur Linken voii 
Gaalag. Bille war verdrüsslich und untluttig, denn er war alt, 
aber er war gerecht. 
Von 1085 bis 1006. 

17jährige Regierung von Eocaid, BiUes Sohn. Die Priester 
verreizen die unter Ogs Regierung eingezogenen Phöoiker von 
Aoimag gegen die Gaalen. Jene Fremden, hier Filisüm, ihr 
Vaterland Filistia genanntes), werden durchVolksbeschlüss ausge- 
trieben, und zerstreuen sich von unruhigen Gaalen-Priestern be- 
gleitet unter alle Völker Spaniens. Diese von ihnen aufge- 
regt, brechen in Asti-er-eis ein, werden aber von den verei- 
nigten Gaalen von Gaalag und von Buaisce unter Eocaids Füh- 
rung vertrieben. Nun verspricht Jathram, Jtönig von Aoimag« 
siebenjährigen Trtbut-Erlass allem Volk von Eisfeine, wenn sie 
die Gaalen unterjochen. Daraus entstehen 6jährige Gränzkriege 
zu Land und zu Wasser, welche die Gaalen nöthigen die Ast** 
Feuer der Granzen und der Küsten auszulöschen. 
1017. brechen die Feinde in Gaalag ein, und setzen beymKrguss des 
UÜIeam über den Duor. . Sie werden bey Sam-ur geschlagen 
und aus dem Lande getrieben. Kocaid erhält den Beynanen: 
Golam, der mächtige Held. Die Priester werden gedemüthiget, 
Ordnung und Rühe hergestellt, und zwischen allen Gaalen des 
Stammes von Iber, von Gaalag, Kocaid tan, und Buaisce ein 
Schutz- und Trutzbündniss errichtet, gegen alle sudlichen Eid- 
brüche. Auf erneuerte Klagen aus Dun-mianac kommt »K 
Jathram ein Vertrag auf Schadenersatz und künftige Freybe- 
handlung der dortigen Gaalen zu Stande. Nun 
1008. überzieht unter Sru-anac's Anführung ein gewaltiger H»* fc 
von Morien- Völkern (Syrischen finakua, Trümmer der von der 



— IT» .- 

Heferäera zersprengten Ost'aetaiopen, AmMkfam, Amhan-el- 
aic, Amoriten, A-moir-ih etc.) gleich einer Fluth das Land tob 
Eis- feine, und die Stämme von Aoimag, Phöniker Sidonier, In 
Kisfeine, und die Firgneath, Eingeborenen, und die Gaalen 
von Bnaisce und Algerbe rufen an den Namen Eocaids, des 
Siegreichen, sie zu führen gegen den Verwtister. Es kommt 
zwischen Samur und Duör zur blutigen Völkerschlacht, die 
Tilanenschlacht von Tartessus, die Gaalen unterliegen, Eocaid 
fallt , mit ihm seine Tapfern, und drey seiner Söhne. Hier die i 
wichtige Stelle: „Eocaid fall, but not perish, his spirit will / 
endure etc. p. 79. — their bulk to wit, their spirit will endure, 
Co animate man of other times etc. p. 82. Baal himself can 
destroy but once, so ceased angiiish of body and of mind, the 
spirit of the victime tben is free as its kindred elements , pure 
mixture of air and fire etc. u p. 85. Der Sieger fuhrt Menschen 
und Vieh, alles was jung ist, mit sich forty und zieht über 
Beama, die Pyrenäen, und so wird Gaalag zur Wüste. Nun 
wird Eocaids Sohn, Marc ad, zum Oberhaupt gewählt. Es 
entsteht grosse Dürre, Menschen und Vieh sterben. Da rftth 
Ith zum Auszug nach dem von ihm entdeckten Land, Drey 
Schiffe, mit 140 Jünglingen bemannt, werden ihm mitgegeben, 
und er richtet seinen Lauf nördlich. Mittlerweile wachst das 
Elend in Gaalag. Hunger und Pest wüthen. Da kommen die 
Schiffe zurück, und Lugad, Iths Sohn, berichtet: „Als wir 
nordwärts (der Küste entlang) steuernd Breotan in's Gesicht 
bekamen, liefen wir nicht ein in den Wasserpfad zwischen 
Land und Land, Casan-tir-eider (den Canal), sondern wir um- 
segelten (kept clear) die losgerissenen Landtheile, ScUly, und 
am achten Tage, nachdem wir Dua-niianac (Devon) aus dem 
Gesicht verloren, sahen wir Land vor uns, und dasselbe zur 
Linken lassend steuerten wir 4 Tage und Nächte, dann nah- 
men uns die Stromgewässer der Küste auf. Nun liess Ith den 
Drittheil der Mannschaft zur Schiffs wacht zurück, und zog mit 
den übrigen landeinwärts. Hier fand er zwey verschiedene 
Stämme, verschiedene Sprachen redend, den zahlreichern in 
Knechtschaft des minder zahlreichen, die Herren übel gesinnt 
gegen ihre Knechte, und daher diese erfreut über die Ankunft 
der Fremden, und ihnen gewogen. Nun verlangte Ith den An- 
führer zu sprechen, und nach zwey Tagen zu ihm geführt zu 
werden , zugleich aber hielt er Rath, und die Meinung gieng 
dahin: Warum sollen wir weiter gehen? Haben wir nicht ge- 
nug gesehen? Lasst uns zu unsern Brüdern nach Gaalag, und 
mit ihnen hieher zurückkehren, und das Land gewinnen! Aber 
Ith sagte: Nein! würde man nicht sagen, wir hätten uns ge- 
fürchtet? Lasst Gol zu den Schiffen zurückgehen, und wenn 
wir nicht nachkommen, dann, Gol, eile nach Gaalag, und wie- 
derhole zu Marcads Ohr die Worte Iths: Lass Marcad die 
Kinder von Ib-Er hieher führen, um hier die Zelte der Gaalen 
aufzurichten! Da bat Gol zurückzugeben, doch er sprach ver- 
gebens. Und wir zogen noch einen Tag behutsam weiter. Und 
am Morgen machte Ith den Führern bekannt, dass er an der 
Stelle bleiben, und hier nur 2 Tage lang die Ankunft des An- 
führers erwarten wolle, und wir verweilten hier. Und als der 
zweyte Tag halb verlaufen war, da gewahrten wir einen sich 
nähernden Haufen« und als nie uns näher kamen, sahen wir 



— 180 — 

grosse Keulen fn Ihren Moden, keine Schlendern, noch Bogen, 
noch scharfe Kriegswaffe, und wir sogen ihnen entgegen, trolz 
ihrer Zahl, und die Manner waren schön anzusehen, ja sehr 
schön! Und oftmals hörten wir den Ruf: Danba, und Danas, 
und die Herren traten, Angesichts unserer, die Knechte unter 
die Fasse, und nannten sie: Cioden. Nach kurzem sahen wir 
Banden sich rund um uns sammeln, und sich eilen, zwischen 
uns und die Schiffe zu kommen. Da sprach Ith: Lasst uns 
den Rückweg offen erhalten, wir sind unserer zu wenig! Nun 
erhohen die Kinder des Landes ein lautes Geschrey, und schleu- 
derten Steine auf uns mit grosser Kraft, und wir spannten 
unsere Bogen, und ergriffen unsern Tubals-Spiess. Die Gaalen 
waren enge bedrängt, und wir bewegten unsere Streitkräfte 
gegen die Menge, Und diess wahrte durch drey Tage. Da 
kamen unsere Brüder, geführt von Gol, bis auf neun, die zur 
Schiffswache zurückgeblieben wareo. Und sie kamen heran, 
Öffneten sich den Weg, fielen in's Treffen, und legten da ihre 
Gefallenen nieder. Nun aber fiel auch Ith, mein Vater, und 
noch lebend brachten wir ihn zu seinem Schiffe. Und ich, Lu- 
gad , ging nicht auf mein Schiff, sondern blieb bey meinem Va- 
ter, und kurz vor seinem Rnde rief er mich, und sagte: Las» 
Marcad die Gaalen führen nach dem Lande der Wälder, die 
Knechte werden ihm helfen, das Laud zu gewinnen." Nun 
schwört Marcad, der König, bey dem Geist Baals, die Fürsten 
von Iber und alle Gaalen-Manner bey der Sonne; und alle Wei- 
ber und Mädchen bey Mond, Re, und Sternen, Treasnasc (nach 
Oconnor, Chron. II. 138. die Constellation des Orion), den Tod 
Iths zu rächen, und nun 
1006. v.Chr. ziehen nach 484jährigem Aufenthalt inGaalag, der Clan 
von Breo-ceann, Gaal ot Schot of Ib-Er, Naoi-mad-eis , Og- 
eag-eis, (nach Nennius im 4. Weltalter, nach 1088. v. Chr., 
Clamhoctor, nach den Irischen Chronisten, Golam, MU-Espan, 
Firlbolg, Fir-ol-beol-ce , aus Fir-ol an der Küste) nach Irland 
hinüber. Schon im Gesicht der Insel angekommen, erreicht 
die Flohe noch ein gewaltiger Sturm, und zwölf Schiffe zer- 
brechen und die Führer Colba und Ci-Er werden den Wellen 
zur Beute. Marcad, lolar, und Blat, die Söhne Eocaids, Er, 
der unmündige Sohn Ci-Ers, und Lugad, des Sohn Iths, errei- 
chen glücklich das Ufer. Der Feind stellt sich ihnen in Ueber- 
inacht, zwanzig gegen einen, entgegen, und es kommt zur 
Schlacht. Bald gehen die Firgneath zu den Gaalen über, und 
die Danan fliehen. Auch im erneuerten Treffen des zweyten 
Tages unterliegen die Danan, und am dritten senden sie Frie- 
densboten zu Maread. Acht Jahre vorher hatte ein phönizi- 
sehes Schiff, von Breotan nach Gaalag steuernd und dorthin 
verschlagen, an jener Küste einige Gaalenmänner zurückgelas- 
sen. Diese, der Sprache der Danan mächtig, dienen als Dol- 
metscher, und es kommt der Friede zu Stande. Die Danan 
überlassen die Insel und die Firgneat dem Gaalen, und der 
Gaale das rechte Shannon-Ufer bis zum Meere dem Danan, 
und der Danan, an dem Orte des geschlossenen Vertrags er- 
richtet einen hellen Denkstein, und der Gaale belegt die Stelle 
mit dem noch heute fortdauernden Namen Mag-mor-tiomna, 
in der* Mähe von Dundalgan. Von jenen Dolmetschern erfahren 
nun die Gaalen, dass jene «hergegangenen Cioden, das* sie 



<> 



— 181 — 

Firgneath, Ce-gafl, das heisst Eingeborene, ans Erde md Hauch, 
Gean-tir, Boden-Gezeugte sind — dass die Danan nun vor Sil 
Jahren von Norden her einzogen, und die Firgneat zu ihren 
Knechten machten — dass beyde, Danan und Firgneat von 
Baal nichts wissen. Nach drey Monden setzen sieh drey Hau- 
fen in Bewegung um das Land zu erforschen. Olam und Prie- 
ster, Barden und Spielleute werden den Häuptern zugetheilt, 
Weiber und Kinder ziehen mit ihren Clans, und den Ziehenden 
zeigen die Firgneat den Weg. Da verfolgt Marcad, und* mit 
ihm Er, sein Neffe, die Südrichtung bis zur Meeresküste. Zum 
Weststrande gelangt, erreicht er die Klippen, in denen Ci-Kr 
den Tod gefunden, und dort haust ein Haufen Gaal-Iberen. 
Die neu gefundenen Brüder sprechen Mischsprache, doch gröss- 
tentheils Gaalisch, sie erzählen verwirrt seltsame Dinge, und 
wissen nichts weder von Gaalag, noch von Dunmianac. Spä- 
ter erst j nach mehr als 900 Jahren, unter Eocaid-Fadla's Re- 
gierung, verräth sich ihr Zusammenhang mit den in den hohen 
Nordwesten gesprengten Cath-ac-Theilen , den Trümmern der 
Algarben, schon vor 1490 v. Chr. eingezogen, und durch die 
1217. einbrechenden Danaas überwältigt und zersprengt Mar- 
cad findet die Mündung des Alt-Flusses, Sean-amhan, Shannon, 
er folgt dem Strome bis zum Ursprünge, und wendet sich dann 
abendwärts bis zur Meeresküste, und immer an dieser fortzie- 
hend gelangt er wieder zu der Stelle, von der er ausgegangen, 
und so ist nun erforscht, dass das neu gewonnene Land eine 
Insel ist, und darum erhält es und trägt es fortan den Namen: 
Kr-i, der Insel von Er. Die Insel wird nun unter Marcad, der 
den Namen Ib-Er annimmt, Iolar und Er, den unmündigen, 
in drey Königreiche getheilt, Ib-Er in Mummain, Munster, Io- 
lar in Ullain, Ulster, und Er in Gaelen, Leinster eingewiesen, 
den Königen, Edlen, Olam, Priestern,. Barden, und Spielleuten, 
jedem zum Genuas auf Lebensdauer ein Landeefchell ausgesetzt, 
und so das neue Reich der Gaal of Sciot of Ib-Er of Gaalag 
in Er-i gegründet, dessen Geschichten, und Erimionn — Ober- 
könig, Rigkönig, Ard-Olam — Ober Olam, und Ard-Cruimtar 
— Oberpriester -Reihen, die Chronioles bis zur Geburt Christi 
in ununterbrochener Folge berichten» 



1) Von hier an bis zum Schluss ist alles , und fast wörtlich aus den 
Chronicles genommen, und deswegen die Einzelaufführung der 
Beweisstellen unterlassen. 

£) Abraham, bey seinem Einzug in Canaan, findet dort schon Dama- 
sak, Sidon, Enakim, und Philister. Die Völker mussten demnach 
vor ihm eingezogen, die Städte vor ihm gegründet seyn» Oben 
war alles dieses dem Einzug Skythischer Völker, der Osiäthiopen 
der Frühsage zugeschrieben, bis auf Philister alle Namen aus 
Skythischer Sprache gedeutet worden. Jetzt und an obiger Stelle 
erfahren wir nun, dass Filistim, Philister, Men of Feine, Phöni- 
ker, Aoi-magh, Hamath, und Sgadan, Sidon, alle ein und das 
nämliche Volk, Land, Stadt bezeichnen, dass.es also schon zu 
Abrahams Zeit, eben in jenen Sidoniern, dort schon Phöniker 
gab, wenn auch Abraham von Phönikern nichts weiss." So viel- 
leicht ^ und nicht unwahrscheinlich war auch das Tylus und Ära- 



— 18» — 

du* 4er Bahrain- Inseln schon Gründung der Ostäthiopischen Men 
of Feine, die als der Stumm Ada des Koran am frühesten tu Ara- 
bien einziehen, und dann wohl Palaetyrns nicht von jenen Ara- 
bischen PbÖnikern, sondern, zwischen Jacob und Josua, von Si- 
donischen Men of Feine gegründet. Jedenfalls aber wird der Ur- 
sprung des Philister-Namens, der Filistim^und Filistia der Chro- 
nicus in der Skythensprache jener Aethiopen-Enakim gesucht 
werden müssen. Dazu scheint es nicht an Mitteln «u fehlen. 
Schon die Gleichbedentung von Nephelim (einmal Tyrannen auf 
Erden, dann wieder lange Leute) und Enakim (bald Riesen, bald 
Anaks Söhne, immer Volk) scheint weniger auf eigentlichen Wort- 
ninn als auf die historische Bezeichnung eines neuen grossen Volks 
hinzuweisen. Nephelim wie Rnakim, jenes aus No-fnil, neu Ge- 
biete, dieses ans Anac, Beschirmer, beyde durchs hebräische im 
zu Volksnamen erhoben, sie liefern im Irischen, der Sprachschwe- 
ster des Bebraischen, den eigentlichen Sinn der Worte, die hier, 
(zumal 4. Moses XIII, 88. 84.) in geschichtlicher Bezeichnung 
zusammentreffen. Schon hieraus entwickelt sich der Gebrauch 
des Worts Fnil, Blut, Fuil-ua, Söhne gleichen Geblüts, zur 
Bezeichnung gleichen Volksstammes , als in der Sitte jenes Ur- 
volkes begründet Aber auch die Geschichte der Skythen, wie 
sie die Chronicles und Nennius erzählen, liefern Anhalten für diese 
Ansicht. Jene kennen zwischen 1983 und 1910 v. Chr. einen 
File, als Herrscher in Iber, und wohl ist er der nämliche, den 
Nennius (p. 81. cap. XII.) in seinem romanisirten Alanus-Stemma 
als den Japhets-Enkel Füre aufführt. File, als Fuil-e, hier 
das Ge blute, deutet auf Filrstenstamm , wie des Franzosen 
prinoe du sang, Füre, als Fuil-Er-e, hier das Geblüt 
von Er, auf Er- Volk, im Sinne des: eiusdem sanguinis des 
Tacitus. So wird unbedenklich Filistim, und Filistia aus Füll- 
eis-ih, Fuil-eis-iath, beydes mit euphonischem d Fuilelsdih, 
Fuileisdiah gelesen und als die Völker der Haufen des 
Geblüts, das Land der Haufen des Geblüts (von Er) 
gedeutet werden, dürfen. Auf diesem Wege ergiebt sich dann 
auch einiger näherer Aufschluss über Caphtorim und Casiuchim, 
die Väter der Philister, des Volks, das schon Abraham kannte, 
dessen Name zur Griechenzeit längst verschollen war, so dass 
ihn nicht einmal Joseph us, der Jude, kennt. Caphtorim und Cas- 
iuchim waren nach Moses Mizraimiten, als solche aber Chusiten, 
und Chamitische Noachiden. Soll aber daraus ohne weiteres fol- 
gen, dass jene Philister Väter Aegypter, aus Aegypten zur Ver- 
treibung des Stammes Ava ausgezogen waren? An Armeniens 
Bergen sammeln die Chronicles, wie die Mosaischen Bücher, alle 
Noachiden. Üeber die Zeit, wenn jene Chamiten nach Aegypten 
eingezogen, Iässt uns Moses ohne Nachricht, und auch die Chro- 
nicles wissen nichts davon, wenn nicht der Aufschluss darüber 
In dem nach 2172 v. Chr. erfolgten Abzüge aus Armenien nach 
Gaoiataeloae gesucht werden darf. Moses selbst schrieb erst 
sf>ät, die ersten Bücher wenigstens sicher nicht vor circa 1556 
v. Chr., das fünfte kann er, wenigstens den letzten Theil, un- 
möglich selbst geschrieben haben. Gewiss hatte er einen grossen 
Theü seiner Nachrichten aus Aegyptischer Quelle geschöpft So 
erscheint es wohl möglich, dass er in feinem Theil Aegyptischer 
Bevölkerung seiner Zeit Mizraimische Noaohiden, unter ibnea 
Caaktoriiiitond Caatochim erkannte, ohne dass daraus die Noth- 



— 183 — 

wendigkett hervorgeht, diesen Philister -Vätern den Aegvptischen 
InsItz schon vor dem Auszug gegen Ava anzuweisen. Ehen so 
wenig hindernd , oder Onkelos und aller Interpreten Deutung* auf 
Cappadocien ausschliessend , ist jenes Ai des Jeremtas. Waran 
muss es hier nothwendig Insel bedeuten? Rann ihm nicht eben 
so snt der Sinn von trocknem, wohnbaren Land unterstellt wer- 
den? Schon Cappadociens Lage «wischen Mesopotamien , sey en 
als Flussinsel, oder als Flachland gedeutet, und Bithynien, letz- 
teres In Beadh-tan-ia, Blhtania, Wellenland , auf Wasserröcktritt 
hinweisend , rechtfertigt eine solche Deutung, ohne der der Insel 
in den Weg zu treten. 80 kann wohl fiberall unbedenklich Cap- 
padocien in jenem Caphtor erkannt werden. Casluohim deutet 
Bochart auf Colchis, und es tritt auch hier nach obigem «ein 
Rückblick auf die wohl irrige Ansicht Herodots nicht hindernd 
ein. Also <7asluchim Colchis und Caphtorim Cappadocien, und- aus 
Colchis und über Cappadocien zogen der obigen Darstellung nach 
die Noacbiden, die Skythischen Ost&thiopen nach Hamath und 
GalOaea ein, aus denen die Filistim der Chroniclesj Abrahams 
und Moses Philister hervorgingen« 

Auch für die, ohnedem in den hochasiatisch- zugleich phftni- 
ko-agyptischen Tinten ihrer Mythen auf Herkunft aus Skythi- 
schem Hyksos-Geblüt hinweisenden, Jlüaayoi der Griechen erbie- 
tet sich auf diesem Wege eine, bey dem sonst nicht unwahr- 
scheinlichen Zusammenhange zwischen Pelasgern und Philistern, 
nicht gerade unannehmliche, seither nicht zur Sprache gekommene 
Deutung und Ursprung des Namens und des Volkes aus dem, mit 
Filistim sachlich gleich bedeutenden, Skythischen: Full-eis- 
aic-ih, Völker-Stämine der Haufen des (Er) Geblütes. 

Uebrigens erzählt Justin XVIII. 3. den Heranzug der Sidons- 
Gründer, die auch ihm Tyrus erbaut haben, genau eben so, wie 
die obige, auf die Chronlcles gestützte Skythengeschichte; denn 
wohl zweifellos ist in seinem: patriae solo die Oxusheymath, im 
Assyrium stagnnm das Wassergewirr, Teiche , Canäle etc. der 
Phrat- und Tigris- Wasser bey Babylon, und im mari proximum 
litus die Küste des schwarzen, des Aegaeischen, zuletzt Syrischen 
Meeres gemeint und zu verstehen. „Tyriorum gens oondita a Phö- 
nieibus fuit, qui, terrae motu vexati, relicto patriae solo, As- 
syrium stagnum primo, mox mari proximum litus incolue- 
runt, condita ibi urbe, quam a piscium ubertate Sidona £in den 
Chrouicles: Sgadan] appellaverunt. Nam piscem Phönices Sldon 
[Sgadan, irisch eine Art Häring, Sardelle] vocant. u 

Schimmert durch all dieses nicht ein sich von Armenien und Col- 
chis aus zum und über den Nil nach Libyen bewegender Aethio- 
penzug durch? Caphtor-Cappadoclen im Anheben — Kepheus zu 
Dje-be, hier Gott, hier Gottessitz, Joppe, Caphtor-Pfailister im 
Mittel, und Caphtorim— Kopten am NU. Ist je eine Vergleichnng 
der Frühsprache der eigentlichen, vom sonstigen Aegypten getrenn- 
ten Kopten, mit Irischer Sprache versucht worden? und doch 
möchte der Versuch lohnen, und selbst in die dunkle Geschichte 
Früh-Aegyptens manches Licht bringen ! Sollte denn die kaum mehr 
zweifelhafte Nilbrücke eines grossen Theüs der Skytho-Gaalen des 
Westens dort gar keine Spuren des Uebergangs hioterlässen ha- 
ben? weniger als nach allem obigen der ganze Nil -Westen? 
Mächten doch Adelungs und Vaters Vorarbeiten über AehnlichkeU 
Americanischer Sprachen mit denen der Basken, der Congo-Aä*ca- 



— 184 — 

ner, de« Grusinischen Caueasus- Stammes, und der Tsuktechi 
Asiens — weiter Balbis und Glass Anklänge sswischen Gaant- 
ches- und Amazigh- Sprachen — Vallanoays Zusammenstellung 
▼ob AJgonkin, Oskisch, und Prisca, Oconnors von Hebräisch, La- 
teinisch , und Griechisch, aller mit der Irischen Sprache — endlich 
die von Humboldt angedeutete Verwandschaft zwischen SJavischer 
und Griechischer Sprache — also den Sprachen von lauter Völ- 
kern, die die Ansicht ins Urskythenland flicht — möchten sie doch 
bald einen gewichtigen Zusammensteller finden! Gewiss das Bild 
einer Primitivsprache wenigstens aller Frühvölker der Krde vom 
Phratwesten an würde darinnen so lebendig hervortreten, dass es 
zum sichern Leitfaden auf dem vielleicht weniger dunkeln, ab 
durch Menge der Ansichten verdunkelten Pfote der Völkerher- 
kunft dienen könnte! 



SEMITISCHE UND GAALISCHE 
HERLEITUNGEN. 



L Linder, Berge, Flüsse etc. 

Abftlufl, b*3, Baal, der Herr« II. 195. 
Baal, Bei, Sonne , Herr. 

Abnoba, 1313 52 , Wald der Sprossen, des Entspriesens. L 135. 414. 

Acmonia, Aic-mionn-ia , Land des Stammes der Höhen. 

Advaticum, Adh-fota-teac, Hütten der zur Gründung bestimmten, der 

Colonisten. 
Aea , Ai-ia, Erdland. 

Aea-Kirke, Al-ia-Cirq, Land des Sturmwinds. 
Aethara, Athair~aoi, Boden der Väter. III. 272. 
Aetna, Eat-ain-a, der ehrwürdige Alt-Berg. 
Akraphaeus, Aio-raighe-aos, Bund des Stammes der strahlenden. 

Albion, V^H) Halbin, Weissland. I. 158. 411. 

Albania, Ailb-binn, Hochspitzen. 

AlbiS; Ailb-uisg, Hochwasser. III. 854. 

Alco, Alga, die Edlen. 

Algarbia, Alg-er-be, Sitz der Edlen von Er. III. 69. 

Alpes, *"ft&~b? , Hel-pena, hohe Spitzen. I. 182. 410. 
Alsen Ins., Alg-inis, Insel der Edlen, (der AIcis). DU. 855« 

Amalchiom , Mb», Malca, Herr, König. II. 196. 
Amarampaens , Am-ratha, pr. Amra-bot* p. Amrabos, Haus des Zeit- 
bogens der Tagsonne. 

Amasiae therm., Ö 1 *»!! » Amis, warme Quelle. I. 16a 421. 

Amisia 11., Aman, pr. Aun-eis, Menge der Flüsse, Flusszusammen- 

lanf. III. 850. 
Amsaca 11., Aman-Sac, Flnss der Saoae. III. 271« 
Andreas, An-traig-uisg, seeküstenloses Gewässer. 
Anemurium, An-moir, meerfrey. III. 268. 
Appenninus mons, "PJfliaD-MS Ab-penna-en, Wald, Spitzen, Berge. 

1. 123. 412. 

Aquitania, "jTnK W«, Aehid-etan, Viehweide im Ueberflnss 1.159. 411. 
Eocaid-tan, Land Eocaids. III. 71. 

Arcantomagus, TfoETD^'sp« , Arch-ant-magor, langzeitige Woh- 
nung. X 174. 418. 



- 18B — 

Ardennen, 1 n ^*^ Ä ? Ard-ett, Hochgebürge. L 188. 412. 
Arela, Aretias, Ar-iat, p. Aria, Land von Er. 

Arelatnm, üb« 1 "!», Arelim, die Helden. I. 174. 418. 
Argyle, Ard-gael, hoher Gaalen-Sitn, Gaalen-Hdhen. . 

Argentoratum , 'VV^lW'ipÄ , Arch-ant-jrad, alter Pfad sum Flosa. 

I. 174. 431. 
Arialdanum, Eri-eil-dun, Eri-eil-duine, Teste anderer Kr, anderes 

Er -Volk. 
Arimagdus II., Eri-mag-duor, Flu» der Ebene von Eri m. 1383. 

Arkelar, hfl i>K tritt, Arch-el-har, Arcles-Berg. 1.141. 490. 

Armenia, ^fä^?!» Har-minni, Berge der Fluth. 
Ard-mionn, Hoch-Berge. III. 07. 

Arola, Arara, '"in«, Ahar, schleichend, trage. I« 148. 415. 

Artakia, Ar-teac, Hütten von Eri. 

Artig! , Ar-tig, Hütten von Eri. 

Ascibnrgum, Eis-ce-burgua, Stadt des LändtheOs der Menge/ 

Assenoden, fnK""Y? , Ass-adon, dem starken Adonat I. 138. 419. 

Asta, Asti, Wohnung. 

Astabeni, Asti-binn, Wohnung der Spitzen. 

Astaboras, Asti-borr-uisg, Wohnung am Wasser-Schwall 

Astacenus, Asti-ceann, Hauptwohnung. 

Astacnres, Asti-caor-eis, Wohnung der Sehaatmenge. 

Astura, Asti-ur, Wohnung des Feuers. 

Asturta, Asti-er-eis, Menge der Er- Wohnungen. 

Asturicani, Asti-ur-ceann , Haupt der Feuerwohnung. 

Atax II, Atac, Riesen (Eat-aic, Altstaram, Urstamm). 

Athene, Eat-ain, die ehr und preiswürdige Alte. 

Atlas, ttbntt , hochschweben, erhaben seyn. I. 283. 4188. 
Ata-el-aos, Bund der mächtigen Yfiter. 

Baette, Beadh-uisg, Wasser der Wellen: 
Baeturia, Beadh-duor-ia, Land der Flusawellen. 
Basitania, Bas- tan, Region der Herren. 

Bacenis, Buconia, •p*"Tltt3 f Baehon-en, Gebürg der Wachtthürme 
(Rhön, Taunus, Pohlgraben) I. 184. 414. 

Baduhenna, f* nia » Both-en, Nachtgebürge. I« 188. 418. 

Budh<-ain, ehrwürdige Sonne. 
Balsa, Bal-saoi, Sitz der Herren, der Gelahrtheit, des Lernens. 

Baltieum mare, b*a , Baal, der Herr. 

Baal, Bei, der Herr. HL 883. 

Barbetomagus, n'TtanYtt^a, Barbethmagor, Getreyde- Hasser-Stadt. 

I. 179. 480. 
Barnacis, Bearn-aic-eis, Haufen des Stammes der Schluchten, PyrenSer. 

Belgia, ^«"»""abö, Pheleg-iar, theflende Flüsse. L 180. 411. 

Beol-ce, Mund-land, Mündungs-land, Gränzland. 
Bithynia, Beadh, pr. Bi-tan-ia, Land der Region der Wellen. 
Bebe," Bo~be, Sitestelle des Pnugvftehs. • 
Boeotia, Bo-eat-tan, alte Region des Pflugviehs. 
BorJsthenes, Borr-uisg-taa, brausend-schwellender -Landnuss. 
Borussia, Borr-uisg-ia, Land des schwellenden Wassers, Breo-uisg- 

ia, Land des Feuers und Wassers, des Bernsteins. III. 321. 
Brigaetium, Bri-oin, Höhen-Stamm. Brio-aice, Steuer - Stamm. 



— 187 — 

Tlrigantia, Bree-ceann, FeuerhSupter. III. 79. 
Brigaatius lac, Logh-Breo-ceann, See der Feuerhfiupter. III. 163. 
Brtegavia, Breo-eJs-ce, Land der Menge der Feuer« 
Brijgobana, Breo-ee-ban, fVeialand der Feuer. 

Britannia, ^3Ä ITtt, Barat anac, Zinnfeld. I. 157. 410. 

Breo-tan, Region der Feuer, m. 
Bndorgis, Buda-oir-ce: Land des Budh des Ostens. Hl. 856. 
Buitc (Mona ins.), Beol-ce, Mund-Eintritts-Land. 

Caelene, Coil-ain, der heilige Wald. 

Cadesbarnea, Cath-eis-bior, Brunnen der Kriegerhaufen, Cath-eis- 

bearna, Schluchten der Kriegerhaufen. 
Calisia, Cal-eis, die eingeschlossenen. III. 353. 
Canaria, Cain-ar-ia, Land des verheerenden Hundes. 
Carissa, Car-els, Stein-Menge. 
Carroriunum, Caren-dun, Felsen-Feste. III. 887« 

Cartris, 'SpT-'lp Kar-dereeh, kühler, frischer Weg. II. 197. 
Cassiterides, Casan-their - eider, Wasserpfad swischen Land und 

Land. III. 78. 
Casurgis, Casan-urg-uisg, Pfad der ungestüm brausenden Wasser. 

III. 353. 
Cassel, Casan-Saill, Salzpfad. III. 440. 
Caucasus, Gaban, pr. Gou-casan, Schmidts-Pfad. IH. 87. 
Chalcorychii mout., Cal-coraign, umschliessende grosse Felsen, Caük- 

or-eag, Kalkgebürge ohne Gold. III.. 873. 
Charyhdts, Car-ib-deas, südliche Stelle des Felsen. 
Chulusus, Cal-uisg, das umschliessende Wasser, GrSnzfluss. III. 857. 
Cilicia, Coil-eag-ia, Land ohne Wald. III. 868. 
Cilypenus sin., Kalpes, ScaoiJlead, pr« Scilly-binn, getrennte Fels-* 

spitzen. III. 109. 

T.ZÜ-'by, Gel-pena, Hochspitze. II. 198. 
Culancornm, Coil-ain-coraigh, der grosse Felsstein des heiligen Walds. 

III. 351. 
Colchis, Chalkis, Colg-eis, die Schwerdter-Menge. 
Coridorgis, Coraid-oir-ce, Land der östlichen Krieger. III. 850« 
Coracae, Coracesium, Cragus, Corycns; Coraigh, der grosse Fels-' 

stein. III. 868. 

Cottiae Alp., 113, God, eingeschnitten. I. 188. 483. Cott, Hirten. 
Cottinusa ins., Cotti-lnis, Insel der Hirten. 10. 489. 
- Cybele m., Ce*Bel, Boden des Herrn. 
Cynos ins., Cuin-inis, Hunde-Insel. 

Daix fl., Tusca fl.; Da-uisg, Wasser der Dahae. III. 871. 878. 
Dalrieta Brit., Dal-riaghta, in die Lange gedehntes Reich. Reichstheil, 

Dal-rig-fada, Theil des Königs der Gründung. 
Dardania, Ta-ar-tan, hier die Region von Eri. 
Daskylion prom., Ta-Scilly, hier das getrennte, losgerissene. 

Delos, T^-Vn, Tel-aos, Hügel, Kraft IL 878. 

Teth, pr. Teh-el-aos, Volk der mächtigen Sonne. 
Diemel 11., Tuaim-el, gewaltige GrabhügeL III. 440. 

Dolmar, tilTrTfVH, Dola marom, Ebene auf der Rohe. I. 134. 414. 
Itaro, Duria 11., Duor, Wasser. 

Duromagus, *VÖE "n, Dur magor, Ebenenwohnung. L 175. 480. 
Duor-mag, Wasser-Ebene. 



— 188 — 

Edder, Eyder, Eat-duor, AK-Wasser. 

Eleusts, Eleusa, El-aos, Bund der Gewaltigen. IBL 863. El-eis-eis, 
Meage der Uebermacht 

Ellmberrium, El-üu-bior, machtige HOhenquellen. 

Elibyrgue, El-burgua, nächtige Stadt. 

Elusa« fir bn, Alusa, Beute. I. 203. 491. 

Emischabales Ar., Caball-eis, Menge der Packpferde, Im-uisg-caball- 
eis, HOhenwasser der Lastthiere. 

Emathta, Hamath, Aoi-mag, ebene Erde. III. 69. 

Knares, An-ar, Plage-frey. 

Enzel, Insel B., Henzel, Hesel, Hesel B., Aln-Sul, ehr- und preiswür- 
dige Sonne. IIL 296. 

Ephesus, rtfWlTin.. Heva-es-aos, Allmutter, Feuer, Kraft. 

Tl2" l tü«"!TO ,, K, Aepha-es-os, Modius, Feuer, Kraft IL 876. 

Epigia, P^&K, Epik, ThaL IL 198. 

Erana, Er-aman, p. Eraun, Eri-Fluss, Er-aüt, ehrwürdige Er. III. 283. 

Eiidaaus, •JTH'VT, Har-dun, Berg, Niederung. t pT~Sl ta ]ST" ta lt ,, J, Har-ha- 
ra-dun, vom Berge geschwängerte Niederung. IL 189. 
Ert-tau, Fluss, Region von ErL 
Erinnis ins., Er-inis, Insel von Er. 
Erythia, Ruadh-ia, Rothland. IIL 71. 
Etosca, Eat-eis-ce, Alt-Volksland. 
Eubonta Ina» (Mona), Ai-beam, Land des Einschritte. 
Euxinum mare, Moir-eis-aun, Meer der Menge der Flüsse, m. 68. 
Exampaeus, Aic-sam-bos, Haus der Sonne des Stamms. 

Firol, Fear-oll, berühmte Männer. 
Foseta ins. (Helgoland), Fos-eata, Alt-Licht, Ur-Lieht 
Francia, Faire -ain-ce-ia, Land des Bodens der ehrwürdigen Wäch- 
ter. IIL 318. 
Frideslar, Faire-ead-lar, Vorplatz der Stirn-Wächter. HI. 440. 

Furca, p^lö« Farak, zerrissen, zerspalten. I. 153. 483. 

Gabreta, NT"PÜ, Gab-reda, fahrbarer Bergrücken. I. 129. 423. 
Galaecia, Gaal-ag, Besitzthum der Gaalen. 111. 70. 

GaUia, rta? Galah, Wanderer. I. 159. 411. 

Gaal-iat, pr. Gaalia, Land der Gaalen. 
Galoway^ Gaal-adh-biadh, pr. Galavia, Land den Gaalen bestimmt. 

Garumna, tpJ. Garaph, reissend. I. 196. 414. 

Geba B., 53, Gab, Bergrücken. I. 133. 414. 

Gebennae, "p*-^ Gibben-en, vielgipfelig Gebürg. L 123. 412. 
Geismar, Eis-mar, die ausnehmend grosse Menge« 

Graecia, IpD, Garach, Felsen. I. 329. 425. 
Coraigh-ia, Land der Felsen« 

Graji Alp., lytt, Graji, Wasser einsaugen. I. 123. 423. Coraig, 
grosse Felsenmassen. 

Grimsel, byrtfHip- Keren-aos-el, Glanz, mächtig, hoch. 1. 153.423. 

Hedeta, Ead-eata, alte Stirne. 

Hegetmatia, Eac-eat-mah-ta, diess die Ebene der alten Pferde. III. 353. 

Helium, Vn-b*, El-jon, Elion. I. 139. 419. 

Hercynia, V^"^ K ; Erez-en, Harzgebürg. L 124. 413. 



I 



- 169 - 

Hibernla, Jerne, Ot)2~*ü9, Rhenus, jenseitige Zuflucht I. 140. 411. 

Er-i, Insel von Kr. 
Htepalis, Eis-bal-uisg, Wasserplatz der Menge, Menge der Wasser - 
platze. 

Hispania, "JBÜ, Saphan, Canlnchen. I. 156. 410. 

Eis-feine-ia, Land* der Ehe. III. 60. 
Hyrcanum mare, Moir-Eri-ceann, Meer der Höhen von Eri. III. 68. 

Iapigia, piß«- 1 »*, Ii-epik, Steinfelsen-Thal. 
Iberia, Ib-Er, Sit» von Er. III. 6a 
Iberits, Ib-Er-uisg, Wasser des Er-Sitzes. 

Ida, 9T, Ida, Wissen, I. 398. 430. 

lat, pron. Ia-ta, hier Land, hier Erde. 
Idubeda, E-dub-eata, hier das alte Schwarz. (Bergsalz? Waschgold?) 

Kat-dub-ead, Stime des Alt-Schwarz. 
Ilerda, El-er-ta, dies« die mächtigen Er. 

üliberri, ^"V^, fil-ber, Höhe-Brunnen. I. 215. 421. El-bior, hohe 

Quellen. 
Jllyrike, Eil-ear-aic, das andere Ende des Stammes. III. 169. 

llosca, IpnDfirt», El-es-car, hohe Feuer-Stadt. I. 207. 422. BI- 

ete-ce, hohes Volksland. 
Irasa, Iras-ai, das Erzland. 

Iturissa, T*"**nö, Tur-ez, Steinbock. 207. 421. 

Duor-uisg, Wasser des Flusses, des Duor. 

Katvtvg Koquvov, Cuin-caoir-eann, Hund der Schaafhlrten; Ceann- 

caoir-eann, Haupt der Schafer. 
Kalpe, Caübe, Mundloch, Oeffnung. 
Kiriathaim, Cathair-ain, ehrwürdige Hauptstadt. 
Knüll B., Ceann-el, das mächtige Haupt. III. 440. 
Koronos, Coronea, Chaeronea, Kyrene, Caoir-eann, der Schaafhlrte; 

Caor-ain, das ehrwürdige Schaaf; Ce-re-ain, Boden des ehrwür- 

digen Monds. 
Kyaneen, Cufn-ain, ehrwürdige Hunde (Wächter). 
Kynthos, Cuin-inis, Hunde-Insel. 
Kythoros, Sgtot-er-aos, Bund der Er-Skythen« 

Lacuris, Logh-urgs, brausender See. 

Lagnus, D^Tlb, Lag-nus, Irische Zuflucht. II. 197. 

Lasciburgum, Lios-ce-burgua, Stadt des befestigten Landes. III. 830. 

JLasiigi, Lois-teag, Hütten des Volks. 

Latris, Y'lK^ünb, Lat-erez, brennend Harz. II. 193. 

Lavfnlum, ÄWTteb, Laba-nea, Brandwohnung. I. 271. II. 3ia 

Larissa, ■p9*T"b> Le-Ressen, (Stadt) der Alten. I. 374. 

Lebadia, Leabar-deas, Buch des Südens. 

Lemanus Iacus, Logh-Ie-aman, See der rinnenden Wasser, des flus- 

ses. III. 162. 
Leukon (Kopais) Logh-ceann, Haupt-See. 
.Llssa, Lies, Festung. 

Lithinum pyrgum, Litha-burgua. Stein-Stadt. III. 276. -*~ 
Losanente, Logh-Sean, See der Alten. III. 162. 

Ludomagus, "näö-"»^ Lud-magor, Wohnung an der Krümme. 1.176. 419. 



— i»0 — 

hü&dmnm, Lugta-du», die jüngste Festung, m. 858. 

Lusitania, •jrpsfttb, Lus-etan, Mandela in Menge. I, 154. 410. 
Luis-tan, Region des Volks. 

Maas fl., Mass, Sammelpunct, Kraftnunct, 
Magnesia, Magsean, Ebene der Alten. . 
Magogia, Mag-og-ia, Land der jungen Ebenen. 

Magna KpJÖ?—Ä33, Mag-iska, Wohnung des Wassers. 

Mag-uisg, Ebene am Wasser. 
Marcbns II., Mar-uisg, das ausnehmend grosse Wasser. III. 974. 
Mari&ba, Mar-ai-ab, der ausnehmend grosse Herr des Landes. 
Marobudum, Mar-both, das ausnehmend grosse Hans. III. 857. 

Massalia, Massa, T9~TO£, Maos-as, mächtiges Schlosa. I. 160. 494. 

Massel, Mass-el, Kraft-Einigung. III. 240. 

Mattium, Mez, Mag-Sean, Ebene der Alten. III. 440. 

Mearns II., Mi-ar-oisg, Tbeil des verheerenden Wassers, wilder Baefc. 

Melibocus, t^ÖS^bw, Melech-bochus, Herr der Erstgeburt, Früh- 
reife. I. 185. 418. 

^piS-ÄlVtt , Millo-boker, geräumiger Versammlungsplatz 
der Hirten. 

ITttrvtiffQ, Millo-bachar, llWKbfc, Melo-bachar, ^Ttt-tf!:?:, 
Melech-bochan, Sammelort zur Wahl, Wahlhaufen, Kö- 
nigs-Prüfung, Königs-Wahl. 

IWrte», Milla-bochan, Rede der Prüfung. 

Mullac - bachal, Staffel des Herrn , Staffel cum Herrn. 
III. 297. 
Meliodnnum, Muilenn-dun, Muhlen-Hügel. In. 859. 
Menesthaeus, Min-asti-uisg, Wasser der lieblichen Wohnung. 
Menix ins., Min-uisg, Wasser der Minyer. 

Mentonomon, "pEtt^im-Ti», Min-theman-hmon, Hafen der Sudküste, 

von Volksmenge rauschend. II- 192. 
Minius II., Min-uisg, liebliches Wasser. 
Molochat, Mulucha ff., Mullao-aun, Fluss des Herrn* III. 271. 

Monaecaeus port., p}3>""p3, Min-uk, E^tg-Hafen« 

Morimarusa, n^^^^Ta, Mor-morasa, Myrrhen- (Harst, hier Bern- 
stein) Besitzung. 

JlWi»— *1)a, Mari-morasa, KSnigs-Besitzimgl 
Moir-marw-uisg, Wasser des todten Meeres. IIT* 8801 

Nemausus; YHW!r:»3, Nea-maos, die wohnbare Feste. I. 179. 424, 

Mieden-Stein, Nialh, die Helden. III. 440. 

Nomisterium, Neamh-asti-Er, Himmels-Wohnung von Er. m. 859« 

Oeaotria, •W! i T*, Ain-itra, Quelle des Pechs. I. 848. 48P. 
Okellum, O-cal, umschlossener Hügel. 

Onesia thermae, »«-p*, FeuerqueUen. I. 808.. 4M. 

Osca> hpnöan, Hues-car, Feuerstadt. 1. 907. 498. Eisce, Volks-Land. 

Osericta, Vttr*OsV Es-erez, Harzfeuer (Bernstemfeuer) IL 195. 

Orchomenos, Er-ceann-inis, Insel des Haupts von Er. 

Örcynla, Ütr-ceann-ia, band der Osthftupter (Ostberge). OL 854- 



Pannonia, 0^5 C, Peninim, Coralle, Perle» kostbares Meerproduet, 

räthlich glänzend (hier Bernstein, der Bernsteinmarkt). II. 204. 
Patara, Athair-ai, Boden der Vftter. 
Penens, Binn-uisg, Spitsfelsen-Wasser. 

KpöJ-rfcB , Pena-iska, Spitsfelsen- Wasser. 
Pessinus, Biot-sean, das alte Leben. 

Phabiranum, "rrprrrrrjj Pha-biran, Schloss an der Mündung. 1.175.480. 
Phaais, Fes-uisg, Wasser des Lichts. 
Ph&nike, Feine-ce, Land der Ehe. IIL 188.. 
Phrygia, Fear-aic-ia, Land des Stammes der Männer. 

Poranica, "ip""'p* h T"mND, Phara-ranan-car, Stadt der dickbelaubten 
Zweige. I. 807. 488. 

Pregei, Vöf'sp-^a, Ber-rech-el, hohe junge Brunnen. II. 198. 

Bior-rig-el, Brunnen des mächtigen KOnigs* 
Pyrenaei, Bearna, Schluchten und Abgrunde, m. 71. 

Var-panrWlslö , Para-ranan-en, Gebürg der dichtbe- 
laubten Zweige. I. 183. 418. 

Ratomagus, *TOtt~T a n, Irad-magor, Wohnung am Flusszugang. 4181 
Rawa, Rabach, der Lehrer. III. 858. 

Redintuinum, Re-dun-duine, Volk der Re-Höhen, Mondberge. III. 858. 
Renne ins., Re-ain-i, Insel der ehrwürdigen Re, des Monds , Re-lnis, 
Mond-Insel. 

Rhenus, 512% rann, rauschen. 

Rhodanus, tPyi'H , Rhodanim,. Gelb-(flu**). I. 185. 414. 

Ruad-aman, Rothfluss. 
Riphearma, Arab. OrnaiJ, Gerste, Aran, Brod. 

Robodunum, Re-both-dun, Hügel, Feste des Hauses der Re, des- Moni 
des. UI. 885. 

Salduba, SaiU-dub, Sehwars-Sabs. 

Samland, ÖD, San», weit her sichtbar, wohlriechende Sache. II. 198. 

Sanna, FI2D , Sana, Weisheit. I. 144. 415. 

Sean, Alt. 
Sauntam, Seaa-aun, Altfluss. 

Scaldi», tfiW, Schalom, Heil, Ruhe. I. 187. 415. 

Semana , *p*~01D, Sam-en, fern sichtbar Gebfirge. I. 185. 413. 

Sam-ain-a, die Höhe der preiswürdigen Sonne. 
Senaar, Mag-sean-athair, pr. Masenar, Ebene der Alt- Vftter. III. 87. 

Sequana, plö, Sacan, Nachbar. I. 188. 414. 

Sean-aun, Altfluss. 
Shannon, Sean-adn, Altfluss. 

Sicüia, Skylla, Scyllaen, ScHlr, Ceilon, Seaoillead, pn Scüly, le«ge~ 
rissen (durch Wassergewalt). 

Sila, *bo, Sela, Fels. I. 848. 489. 

Silto Maurit. et Soyth. fl., Sul-utsg, Sosnenwasaer, Saül-trfsg, Sala- 

Wasser. III. 878. 
Sölden, Stil-dun, Sonnen-HügeL III. 158. 
Soli, Snl-ih, Sonnenvölker. III. 884. 
Soloriua mons, Sul-or-uisg, Wasser des Sonnengoldes. 
Sjrgaroa ins., Zegeris, Zagraeus, Sa-car-eis, unter den Steinhaufen/ 



- lflt - 

— - Talamina, Dalmin, liebliche Gegend. 

Tamesis, Dftn, Themes, schmelzen. I. 130. 415. 

Taprobene, Ta-foras-binn, der Fels, diess der Pfad durchs Wasser. 

III. 281. 
Tapuri, mons Tanras, Ta-fbras, diess der Pfad durchs Wasser. 

Tarnadae? li-^Ü, Tarar-nad, Sturzwoge. I. 148. 423. 

Tarquinium, V-P""* 10 ' Tur-kinjan, Eigenthum des Stiers. II. 299. 

Tarsus, Ta-ar-seis, diess die Haufen von Er. 

Tartessus, Ta-ar-deas-sets, diess die Sfid-haufen von Er. III. 269. 

Tecelfa, Teac-el-ia, Land der mächtigen Hütten. III. 350. 

Thessalia, Teth-aille-ia, das schöne warme Land. 

Thrake, Traig-ce, Küsten-Land. 

Trinakia, Tri-atn-aic-i, Insel des ehrwürdigen Dreystamms. 

Turiaso, Duor-Iras, Erzfluss. 

Turiga, Duor-eag, flussmangelnd. ' 

Urso, Ur-saoi, Feuer-Keiintniss (Schmelzstadt). 

Vasconia, Paesicae Scyth., Paesici Hisp., Buais-ce, Land des Pflng- 

viehs. 
Viadus, Jath-uisg, Landfluss. III. 223. *). 

Viarra, W Jaar, Holz. I. 140. 415. 
Visurgis, Uisg~urgs, brausend Wasser* III. 440, 

Wehre, Faire, die Wächter. III. 432. 

Werkel, Faire-aic-el, der machtige Stamm der Wächter. DI, 432. 

Wisner B., Uisg, das Wasser. III. 432. 

Xanten, Santen, Sean-tan, Region der Alten. 
• Xanthus n\, Sean-uisg, Wasser der Alten. 

n. Völker. 

Achaei, Aic-ai-ih, Völker des Stamms des Erdlandes. 

Advatici, Adh-foth-aic, Stamm der zu .Gründungen bestimmten. 

Aedui, Eaden-ih, Stirnvölker, Granzvölker. III. 180. 

Aeones, Al-o, Sohn des Erdlandes. 

Alani, Al-aun-ih, Völker des grossen Flusses, m. 272. 

Alanorsi, Al-aun-or-seis, Völker des grossen Gold-flusses. III. 272. 

Aloides, Allod-eis, Völker der alten Tage. 

Ambarri, Aiin-bior-ih, Völker der Flnssquellen. DI. 133. 

Amorrhaei, A-moir-ih, Völker am Meere. 

Ariacae, Eri-aic, Stamm der Er- Völker. HI. 273. 

Arii, Ar-ih, Er- Völker. III. 241. 

Artabri, Ard-Ib-Er, Hochsitz von Er. 

Artaei, Ar-ta, diess der Held. III. 268. 269. 

Artholt, Ard-taoi-ih, Völker der Höhen-Krümmung (Sero?). DI. 243. 

«0 Für diese Herleitimg , und überall den Skythischen Ursprung spricht der 
sonderbare , auf Volkssitte hindeutende Umstand : dass neben Jenem Viadus die 
Hauptflüsse des theils anerkannten, thetts üier vermutheten SKythen- Bodens in 
Deutung aus Irischer Sprache in ihren Namen den nämlichen Begriff des Lanu- 
flusses darstellen: Danuv-ius, Tan-auv; Ister, Uisg-Ur; Tyras,Tir-iiis& 
Tanais» Tan-uteg; Vistuia, Uteg-üur; Boristhen. Bvrr-uisg-tan, brausend" 
schwellender JL.ananuss. 



- IM - 

Asaet, Aosci, Ost, Ausones, Oscl, Aos-Ih, verbündete Völker, Aoa-ce, 

Biindner-Land. Itl. 273. 366. 
Atlantes, Ata-el-aos, Bund der mächtigen Vftter. 
Attacotti, Eat-Sciot, Alt-Schotten. 
Attuari, Eat-faire, Alt-Wächter. 111. 317. 

Auchates, Agh-cath-eis, Wafenthaten der Kriegerhaufen. III. 1870. 
Aviones, Awan-eis, Flusawoaner (an der Awe) III. 354. 

Bargnsi, ^W^ä) Bar-gusi, Getreyde bringende, f. 207. 417. 

Bastarne«, IIT'Tä, Bas-darar, Beute, fortstossen. 1. 216. 438. II. 150. 

Bedunesil, Be-dun-eis, Völker der Höhen-Sitze. 

Belgae, Volcae, Beol-ce, pr.Viol-ce, Mundland, Eingangsland. IÜ.174. 

Bituriges, Beadh, pr. Bi-tür-ih, Völker des Landes der Wellen. III. 165. 

Bajoari, BoYo-faire, Bojtsche Wächter, 

Borani, Borr-ain-ih, Völker des achtbaren Schwalls. III. 243. 

Britanni, Breo-tan-lh, Völker des Feuerlandes. HI. 179. 

Burgii, Burgiones, Burgua-lh, Städter, Völker der Städte. III. 841. 

Cadurci, "Hp, Kadur, schwarz gebrannt, t 206. 417. 

Caledoni, Cott-dun-ih, Völker der Waldhügel * Coü-tan-ih, Völker des . 

Waldlandes; Cal-a-dun, Bergumschlossene. 
Cananefates, Ceanu-aun-foth-ets, Völkergründung, Colonie am Haupt- 

fluas. III. 903. 

Cantabri, ^'"Dtt— p* Can-tabori, Hütten In Bergen« L 213. 410. 
Cean-Iber, Häupter von Iber. 

Carl, *D, Car, Schaaf, Weide. I. 326. 424. 
Caor, Schaaf. 

Carpi, "»B**»a, Garaphi, durchbrechende, tf. 160. 

Cathylci, Cath-ih-eil-ce, Land anderer Cath-Völker. ttl. 190» 

Caiti, Cath-ib, Völker der Schlacht, Krieger. III. 195. 

Caiti -euchlant, Cath-ih-eil-geine, Geschlecht anderer Cath- Völker. 
1U. 199. 

Cattuari, Chasuarl, Cath-ih-faire, Cattische Wächter. 

Celtae, Ceilt-ih, sich verbergende Völker, Ce-gail, Eingeborene, Erd- 
Hanchgeborene. 

Chalibi, Galibi, Colg-ib-fh, Völker des Schwerdter - Sitzes (Kolchfe), 
Gaal-ib-ih, Völker des Gaalen-Sitzes. Cal-ib-ih, Völker des ver- 
schlossenen Sitzes. 

Chauci, Cath-aic-ih, Völker des Cäth-Stamms. m. 1&5. 

Cherusci, Car-uisg-ih, Völker der Wasser und Felsen. III. 313« 

Cintbri, Kymri, '»'TOS. schwarz, dunkel. 

Geimar-ih, Völker der dunkeln Regton, des Winterlandes,» 

Cumar-ih, Völker des unebnen Landes mit Thälera und 

Bergen. III. 199. 378. 
Cottieri, Cotti-Eri, Eri-Hirten. III. 273. 
tynomolchi, Cuin-mullach, Herren der Hunde (der Wächter). 

Dahae, Da-ih, Dahervölke*. HL 273» 

Eberi, Iberi. I. 416. 21ä. 

Ectenes, Aic-eat-ain-eis, Völker des ehrwürdigen Alten-Stamms, Aic- 

tan-eis, des Stamralandes. 
Editani, Ead~tan-ih, Völker des Stirnlandes. 

13 



- 194 - 

Edones, Ea*-ata-ets, Völker 4er ehrwürdigen Stinte. HI. 979. 
EJysii, El-ciseis, Haufen der gewaltigen. HI. 24<h 
Er-dal-dnnar, Eri-d-eil-dQn*»aJc, Höheastamm anderer Eri-Völker. 
Eudoses, Eat-aos-eis, Haufen des alten Bundes (an der Eyder, EaU- 
duor). II I. 2,54. 

Knganes, ycr~*9 9 It-gon, Sternhaufen-Bewohner. II. 85. 
Enacaldunac, Ela-oal-doiL-aic, Menge des in Höhen verschlossenen 
Stammes. 

Eie-gaal-äun-aic, Menge der Gaalen des Htmen-Staouaes. 

Fanesii, EftcTED, Phana-es, vor dem Feuer. II. 193. 
Fervir, Faire-fear, Wachter-mann. III. 243. 

Franci* Faire- ain-ce-ih, Völker des Bodens, der ehrwürdigen Wächter. 
in. 318. 

Gabali, b9~n:i, Gabel, hohe Bergrücken. I. 805. 410. 

Geptfes, Ce-buid-eis, Mischvölker. III. 242. 

Getae, Eac-geat-ih, Pferdemilchvölker. 

Gothi, Gothini, Gothones, Jotae, As-iotae, Goth-ih, Speer -Völker, 
Gou-tan-ih, Völker des Schmiedte - Landes , As -gothi, Asgooih, 
mlichtige Speer-Völker, Schmiedtevölker. Ansen. HL 226. 273. 

Grynaei, granni, Grian-ih, Sonnen- Völker. III. 243. 274; 

s, Gaoi-ce-ain-seis, ehrwürdig Volk des trügerischen Bodens. 



Heleontes, El-ai-t, Söhne des mächtigen Erdlandes. 
Helveti, El-foth-ih, Völker der machten Gründung, aachüge Colonie. 
III. 206. 

Helvicones, > p9~3 > >bi H r, Helvik-gon, einziehen, wohnen. II. 160. 

El-fic-ceann, Haupt der mächtigen Führer, mächtige Füh- 
rer. III. 240. 
Hermini, Er-mionn-ih, Völker der Er-Höhen» 
Hermiones, Er-mionn-eis, Völker der Er-Häupter. III. 223. 
Herraundari, Er-mionn-duor-ih, Völker der Wasser derEr-HSupter, der 
Er-Höhen. 

Re-roionn-duor-ih, Völker der Wasser der Mondberge 
(Luna Silva). 
Hernli, Er-eil-ih, andere Völker von Er. IIL 243. 
Hunnivari, Hunni-faire, Hunnen,- Wächter. 

Iazyges, lat-sciot-ih, Völker des Skythenlandes. 

Iberi, "**U2, Kberi, Jenseitige, Herübergekommene. I. 416. 

Ib-Er-ih, Völker des Er-Sitzes. 
Hergetes, El-Er-geat-eis, Milchvölker der mächtigen Er. 

Josci, T3r~ , *> Ii-os, Steinhaufen. I. 417. 

Kentauri, W9», Cana~thur, Stierbändiger. t 3701 431. 
Ceann-larb, Hangt des Stiers, StierhSndiger. 

Laestrigones, Luis«- traig-aun- eis, Häufen des Flusses des Küstsn- 

volks^ Flussmenge des Küstenvolks. 
Langobardi, Leaghan-Bard, Lanzen-Barden. III. 247. 
Lapithi trab , Lapith. fester Sitz. I. 340. 431. 
Latobriges, "»a'na-ün?, Lat-barigi, Flammen hauchende Priester. 

I. 151, 418. 



— tu - 

I 

Lepontii, TfiSh, Lebftna, weiss. It. 85. 

I*igi, Lngf, Lntt, Lusi, Leute, Chfod, Hled; Luis, das Volk. ID. 292 

Ligures, •nW-b«, El-gur, mächtiger Fremdling. I. 814. 416. 

Levoni, Illevoni, JSl-Iibon-ih, Völker der gewaltigen Ueberschwem- 

mafig. lflt. 846. 
Logiones, Leaghan~eis, Lanzenvölker. III. 942. 

Maeefes, Mah-ent-ete, Völker der alte« Ebenen. 

Marsigai, Mar-sigion-ih, ausnehmend grosse Sieger. III; 241. 

Maaaasfliy Massyli, Mass-sul-ih f Völker der Bonne im Sammelpunct 

der höchsten Sonnenhitze. III. 271. 
Menapi, Min-ab-ih, Völker der lieblichen Gegend. HI. 274. 
Merovaei, Moir-faire r Meer- Wächter. III. 818. 

Minyi, Diyvö, Mmfm, FInthmSnner. 

Men-th, Mund-Völker des Eingangs, üfin-ih, freundliche, 
liebreiche Völker, Mian-ih, Völker von Gemüth. 

Nuithones, Naoi-tan-eis, Völker der Schiff-Region. III. 254. 
NumiJae, Nemetes, Kaei~»ad-efe, Haufen der zerstreuten Kinder 
Naoi. III. 104. 

Ogyges, Og-eag-eis~, Minderung der Völker Ogs, ausgezogene Völker 

Ogs. III. 69. 
Oretani, Or-eat-tan-ih, Völker des alten Gold-Landes. • 
Oromansaci, Kri-mionn-aic, Erimionn-Stamm. III. 426. 

Ostiaei? STTimöK, Es-thura, Feuer, Weg neigen. II. 198. 

Paesici, Paisicae, Vasconi, Basken, Buals-ce, Boden des Pflugviehs 

III. 69. 273. 
Paralates, Bar-el-athair, Vffter der höchsten Gewalt. HI. 278. 

Pelasgi, 'nJrlöbö, Pheles-goi, Wandervolk. I. 3?5. 424. 
Pharodeni, Faire-ead-ain, ehrwürdige Stirnwächter. III. 257. 

Pharusii, Parrhasii, Frisii, TBID, Pharash, Reuter, Pferd, I. 808. 427. 

Phlegier, ab©? Pheleg, theilen, zerreisgen. 

Picü> 171P&9 Picodi, gemusterte. I. 205. 416. 
Poemani, Baein-ain-ih, Völker des ehrwürdigen Einzugs. 

Sabin!, Saoi-binn-ih, hochgelehrte, gebietende Völker, Sa-bion-ili, 
Völker unter den Bergspitzen. 

Salassi, T2~8bö, Sela-ass, Fels-Assen. II. 86. 

Salii, Saill-ib, Völker des Salzes, des Satastrandes, der Meeresküste. 

in. at8. 

Sarmates, Saor-mah-eat-eis , freye Mäeten, Völker der alten Ebenen. 

Sassonesj Saxones, Sagiot-tan-eis, Völker des Skythen-Landes. IU,25& 

Scythae, Gaal of Sgiot of Er, Stumme der Pfeile der Helden, £ky- , 
tben-StfUnme von Er. 

Semnones, Senones, Sean-atn, ehr- und preiswiirdige Alte. III. 165. 

Sitones, Sig-tau-em, Völker des Landes der Sieghelden. III. 243. 

Suardeni, Suafdones, Shoir-dun-eis, Völker der östlichen HügeL III. 251. 

Saethans, «Saoi-tan-eis, pr. Swetanes, Völker des Landes der Kennt- 
nis«, Forschung, Gelehrsamkeit, der Herren, Gebieter. III. 243. 

Saobeni, Syebi, Suevi, Saoi-binn, pr. Swebinn, hohes Wissen, kennt- 
nisreiche Herren. III. 274. 

13* 



- IM — 

Taurisci, npttM aM> ftri, Thur-iska, Geburg-Wasser. II. 880. 
Tapnri, Tibareni, Tibarani, Tapori, Dubar, Ta-foras~ih* Tauren- 
Völker. III. 261. 263. 
Tectosaces, Teac-seis, die Menge der Hütten. 

Teichines, D^lS-bn, Thel-gonim, Hügelbewohner, f. 83& 488. 

Ta-alga, diess die Edlen. Vornehmen. 
Thoringi, Tongri, Doras-ih, Thür- Völker. 

Thyrreni, röT^MÄ, Tsur-raaa, laut rufen, verfolgen. I. 339. 431. 
Tingitani, Tethgne, pr. Tinni-tan-ih» Völker des Fcuerlandes. III. 871. 
Turaseni, Rutenes, Rh&tl, Tur-ruadh-sean, Alte des Rothlandes. 
III. 171. 

Varini, Faire-ain, ehrwürdige Wächter. IIL 254» 

Veneti, Fengneath-ih, aus der Ehefrau geborene Völker. III. 192. 

Vethan fiüi, Feod-tan-ih, Völker der Scholle des Landes, Eingeborene. 

Viberi, t lNOr*$ 9 Ii-ber, Felsbrunnen. II» 85. 

Vibisci, Ib-uisg-ih, Völker der Stelle der Gewässer. HI. 165. 

Waldenses, Gaal-dun-seis, Völker der Höhen-Stämme, Berg-Gasten. 

IIL Götter-, Personen- und Sach- Namen. 

Aeneas, N^-y^, En-nea, wohnbare Oberflache. I. 871. 429. 
Aeolus, Eolns", def Weise, Wissende. 

Aesar, ta lM"tt3N, Es-har, Fetterberg. II. 207. 
Acmon, Aio-mionn, Höhen -Stamm. 
Agdis, Ag-deas, Sage des Südens. 

Alcis, tKrttt, Halkim, Geleits-Engel. II. 190. 

Alga-eis, die Mächtigen, Kraftvollen, Edlen, tu. 328. 

Alcmene, tWtMpbÄ. Alkum-em, aufstehend Volk. I. 291. 423. 

Ambactus, 1pD""73K.. Em«-phakad, Volksaufeeher. I. 199. 422« 
Ambiorix, Aun-bior-ig, König der Flussquellen. III. 184. 
Anakind araxes, Anac-aln-duor-aic-seis, Menge des Stammes des Was- 
sers, des ehrwürdigen Beschützers. III. 264b 

Antaeus, Y"i2~Ärr"p.* • Anan-ta*»aos> gewaltiges Wolkesgemaclu 

I. 224. 428. 
Apaturia, Athara, Abba-tur, Aithar-ia« Tater des Landes» 
Apia, Ab-ai, Herr des Erdlandes. 
Ugapixig, ǣǣ<?, Aran-aic-eis, Brodstftmme> Brodarten. 
Aran-manoth, Aran, Brod. Augustmonat» 
Ardfear-Naoi, der hohe Mann der Arche« 
Arge, Ar-ce, Boden von Er, Skythenboden« Hekoarge, aic-ar-ce, 

Boden des Er-Stammes. 

Arkles, V^-fi"!«, Arach-el, mächtiger Wanderer. I* 291* 424. 
Arpis, Ar-beasgh, der ungestüme Häuptling. 

Arpoxais, Ar-bo-aic-seis, die Menge des Stammes des Pflugviehs und 
der Aecker. 

Artemis, Öttrrin, Har*-temes, der Schmeteberg. II. 27L 
Artimpasa, Ard-im-bas, Herr des hohen Himmels« 
Assur, Eis-shoir, die Menge vom Morgen. 
Aurthac, Aoir-aic, Sonnen-Stamm. 



- 1»7 — 

Baron, Faron, Faire-aln, ehrwürdiger Wächter. 

Basan, Basinus, Battos, Batto, Bathan, pr. Bas, Vorstand. 

BaaiUv?, Bas-Luis, Vorstand des Voll». 

Boduognatus, Both-ua-gneath, der Zeltgeborene. 

Boib, Bo-ib, Stelle des Pflugviehs. 

Buddha, Budh, die Sonne. 

Buzyge, Bo-saot-ce, Boden der Kenntnis* des PflugviehSt 

Cadmns, Cath-aos, Kriegerbund, Cath-ba«, Kriegervorstand, Catk-bos, 

Kriegerhaua. 
Camese, Cemass, verdichtete ErdJpraft, mythischer Sonnen-Xannen der 

Skythen. 

Carmentis, yTSE^ttlp, Kara-manda, Schioksals-kundig. II. 305. 
Cativnlons, Cath-ih-viol-ee, Miind-Granzland der Catten, Krieger. 
Cattomar, Cath-mar, der ausnehmend grosse Catte, Krieger. 
Catualda, Cath-val-ta, diesg das Feuer der gohlacht, der feurige Krieger. 
Cavarinus, Cabiren, cabhalr-im, ich helfe. 
Charts, Car-eis, die Menge der Steine, Cor-eis, Concert, gesellige 

' Einigung zu Bfyi&ilt und Tqnz. (H*)]?, Schicksal^ 
Chrenechrude, Carn-ceart, Berechtigung des Grabhügels des Erntor*- 

deten. 
Cimberius, Gein-bior, Quellgeboren. 
Clamhoctor, Calma-oigh-d-oir, Calma, der Held ans Osten. 
Cocains, Gou-oal, der eingeschlossene Schmidt. 
Connobas, Ceann-bas, Hauptvorstand. 

Consus, Ö*)D~a}pj Cum-sus., Errichter des Pferdes, n. 300. 
Cres, Vll, Gres, zermalmt, zerstossen. 
Cretheus, Ceart-aos, Bund des Rechts, Gericht 

Cyclop, Gou-cal-ab, Haupt der eingeschlossenen Schmiede. 

i 
Dadsisas, Dod-sit, Dod-sasat, Land genug zur Rahe für hier und dort. 
Dumnaous, Dun-gnet, auf den Hügeln, in der Feste geboren. 

Ecthet, Aic-teth, Stamm der Sonnenhitze, 
Ellen, El-ain, die ehrwürdigen, machtvollen. 

Embratur, Imperator, *lTrTJ l, p""Ütt> Em-bara-dur, Volk, Wahl, Ge- 
schlecht, Reihe. II. 321. 
Ergynos, Er-oeann, Haupt von Er. 
Eribotas, Eri-bQ, Pflugvieh von Eri. 

Estia, Vesta, Foseta, NniüN, Estha, Feuer* II. Sit. 

Fos-eata, Alt-Licht, Ur-Lioht. 
Eteocles, Eat-Qigh-el, der machtvolle Held der Alten. 
Ethac, Eat-aic, Alt-Stamm. 

Evander, ■YV^ST-ilB^ Epha-hbin-dor, Zeitalter des modius. II. 800. 
EvqvTtikos, Eri-beol-aos, Bund des Eingangs von Er. 

Faramund, Faire-mionn, Oberhaupt der Wächter» 

Fethevir, Feod-fear, Schollen-Mann. 

Feudum, Feod, Scholle mit der Frucht, die sie tragt. 

Galaxies, Ganl-aic-seis* Ifaufen des Gaaleo- Stamms. 
Gargoris, Car-cor-eis, Menge der Klang-Steine. 
Gefion, Gou-fen, Schraiedts-Frau, die Gtotfiitt. 
Gigantes, Ce-gueata, Erdgeborene. 



- 198 - 

Glessum, ttK-b*, Hel-*s, Gottes-Feuer. If. 161. 
Corner, Gou-mar, der ausnehmend grosse Schmidt. 
Grafio, Graf-ain, der ehrwürdige Schreiber. 
Guayotta, Gaoi-atta, Vater de* Trugs. 

Habidts, A-beidh-eis, wellenlos. 

Herthus, Er~i*thn-uisg, das Frilumgs-Waaser. 

Japaet, Ja-Mb, der UadeigriMer. 

Janes, WW, Jona- es, Taube, Feuer, Janus, T7*"*2"S Jona-os, 
Taubenkraft, Wlrthbarkeit. II. 309. 

Ain-aos, die heilige Zeit, Jat-nous, das Laitd des Wis- 
sens. 
Javan, Jat-bau, pr. Ja-ftra, der Auswanderer. 

Inachus , JM* , Anak, der Enakide. I., 843. 425. 
lolaus, Fiol-aos, Verwandter des Alters, Verjünger. 

Tibl^y Iolah, Gazelle, 
fschys, Eac-seis, Menge der Reitpferde. 
Istorinus, Eis-d-oir-inis, Insel der Menge im Osten. 

Kolaxais, Coil-aic-seis, Menge des Stammes der Wälder, Cött-teac- 
seis, Menge der hölzernen Hütten. 

Komasene, fy-lDtap, Kimosh~en, Künosh- (Papirus-) Quell. IL 308. 
König, Ceanu-igh, Haupt der Völker. 

Kynura , *?ll5 Kinnor, Saitenspiel. I. 337. 430, 

Kythissorös, Sgiot-eis-Er-aos, Bund von Er, dem Haufen der Skythen. 

Lemurales, Vä"^^»^ , Le-mora-el, der mächtigen Erscheinung, 
GespensJ. II. 314. 

Lothar, Chlothar, Luis-athair, Vater des Volks. 

Luoumones, troä-tttp^roV, Lugh^kum-manim, Zähler, Aufrichter der 
Tafeln. IL 316. 

Ludwig, Cblodoväus, Luis-fio, Führer des Volks, der Leudes, Lehn- 
herr. 

Lycaou, f»*~A , Leg-gon, bey anders Sprechenden wohnen. 1.344. 407. 

Mair, Mar, der ausnehmend grosse. 

Makatos, rnnpft, Makaghoth, Kaufmannsgut. II. 909. 

Malajot, nwb», Malcutb, Königthum. I. 844. 435. 

Mantus , Tte-S^M, Handa-aos, Kraft des Wissens. IL 304. 
Medea, Meas-deas, Erndten des Südens. 
Mioytho, Mi~Sciot, Halb-Skytbe. 
Minyas, Min-bas, der freundliche, liebreiche Vorstand. 
Moritasgus, Mar-taoiseach, pr. Mar-tausaJi, der ausnehmend grosse 
AnfiUirer. HL 183t 

Nephele, No- f uilV da&f neue Geblüt. 

Norax, No-oir-aic, der neue östliche Stamm. 

Nasua, Nous-ua, der einsichtige Mann. III. 184. 

Oetasyrus, Eata-sur, der alte Erforscher, Wahrsager. 
Og, Og, jung. 



_ 109 — 

Ogmios, Ogomum, Ogh-mjin r Held der Fluthen, Ogh-mfn, Held der 
Minyer, Og-miu, jüngerer Minyer, Ogh-mionn, Haupt der Helden. 

Ölen. Ol-ain, der ehr- und preiswertste Leichnam. 

Onka, Oyya, Oghe, Weberscbtff, Oghan», Geneinroftsen, GeheMfcftbnriR. 
Weberin, Schrlftbringerin. 

Opis, MD'Wj Epha, modins. II. 275. 
Orpheus, Oir-fbs, das Licht des Ostens, 

Partolan, Bard-oll-ain, Barde, Sänger der ehrwürdigen Leichen. 

Perenna, y**- ta l!i, Ber-en, Brunnen-Quelle. II. 317. 
Phorbas, Faire-bas, Vorstand der Wächter. 

Phoroneus, ^ÄäVib, Pheromae, der Zimmermann. I. 844. 427. 

Phryxos, pi*lB> Pherik, Aehre. 

Fear-aic-aos, Fear-aic-seis, Bond, Menge des Stammes 
der Männer. 
Psoloeis, Bas-oll-eiS; Vorstand, Führer der Leichen. 

Rachiburgi, Reatfot-burga, Rechtsgelehrte «tftdter, Malberg-Seyeitzer.- 
Rasena, J13TDK*!, Besonn, Anführer, 1©% Resen, die Alten. 1.846. 408. 

Sabntiua, Sag», Saoi-bathas-Shagach, der gelehrte Vorstand, der Weise. 

Sagibaro, Saoi-faire-ain, der gelehrte, gebietende Faron. 

Salmonella, SaiU-mionn, der Salzberg. 

Samanaei, Mm-ain, die ehr- und preiswerthe Sonne. 

Saon, Sean, der Alte. 

Sardanapal, Sa-ard-ain-Baal, unter dem honett nreiswfirdigen BaaL 

IH. 864 
Sater, Sa-dalr, unter der Eiche. III. 484. 
Saturnus, Saot-tnr-nae, hochgelehrter Häuptling. 
Scabini, Saoi-binn, hochgelehrte, hochgebietende. 
Sinistus, Sean-nous-ta, diess der verständige, irissende Alte. 
Sonesti, Son-asti, schallender, klingender Sammelpunct (Pferg der 

fränkischen ScheUen-Heerdnu). 

Tahiti, Ta-biot, diess das Lebest Tenttha, die Lefeettswürme. 
Targetaus, Ta-ar-eac-geat-aos, diess Er, Bund der Pferdemilch. 
Tasgetius, Taoiseach, Anführer. JH. 183. 
Tityos, Teth-aos, Bund des Feuers, der Sonne, Sonnen- und Feaer- 

priester-Kaste. 
Trimarkesia, Teann-ar-eac-ein> Flügel der verneeienden Rosse; IW- 

marc-eis, Haufen der Drey-Pferde. HI. 4M. 
Tum-ulus, Tuaim, Hügel über dem Todten. 

Vasall, Uasall, guter edler Herkunft (ua, nritanttehen Geschlechts). 
Virdomarus, Fear-to-mor, der ausnehmend gross« Mann. III. 188. 
Viriatus, Fear-iath, Mann des Landes. 
Viridorbc, Fear-ead-oir-rig, König der ftstUohe» Stirnmänner! 
zer. HI. 183. 

Warnacher, Faire- ain-a-car, der strenge Faron. 

Wodan, Votao, Baduenna, Budh-ain, die ehrwürdige Sonne. 



- w» -* 



Acar. 
Aer. 

Aidide. 

AJlb-biaA. 

Alle. 
Afle-flb. 

Aü-im. 

Ainlm, 

Alm», Baal- ata. 

Atngeal. 

Airgiod. 

Alte. 

Alga. 

Aman« 

Am -rata«, pr. 
Antra, 

Anac-ol. 



Schaff, aaaer. 

Ehrerbietig. 

Alpen , Hochspi- 
tzen. 

Bin anderer. 

Anderer Platz, 
anderswo. 

Ich nähre. 

Name. 

Jahrs-Rings 

Engel. 

Silbe*. 

flache. 

Tapfer , edel, 

kraftvoll. 
Flosa. 
Tag-Bogen, Tagt 



Aer. 
Alpe«. 

Alias. 
Ali-ubi, alihL 

A!q. 

Nomen. 

Annus. 

Angelas. 

Argentunv 



'A4 



Amnjg. 



Anccoire. 
Arg. 
Ar-im. 
AsaaL 



Attbair. 

BacoL 

Patade. 

Halb. 
Bal-eta, 



fc'. 



Balla, 
Bathas-Luis, pr, 

Basliüa. 
Beut. 

Peinv 

Beoir. 

Biao. 

Wu. 

Biorra, 

Biota. 

Bo. 

Bobal. 

Bocaib 



Beschützer, 

Seele. Anima. 

Anker* Ancora. 
Weiss. 

|chnfluge,ackere. Ar«. 

Esel. Asinua. 

Wohnung, Wohn? 
ort, im beson- 
dern derWKch- 
ter des heiligen 
Feuers. 

Vater. Pater. 

Prügel) Stock, Bacillus. 
Backel. 

Junge, wachsen- Puer« 
der. 

Stammler. Balbu*. 

Stelle der Men- 
ge, Stadt. 

Wall. VaUunv 

Volks^Vorstand, 
König, 

Schild. 

Fusstapfe, 
Schritt. 

Bier. 

Pein, Strafe. Poena* 

Tropfen, Flüssig- Bibo. 
keit, 

Birne. 

lieben. Vita. 

Kuh. Bos. 

Viehstaft fttvile, 

Bock. 



MÜg* 



"Aiof. 



"Ovoua, 

Axr\ (noxa, dam- 
num). 



"Ava£. 

r*»w, VW** 

v Ayxva** 
Jtyog. 

"Aviv, im bebil- 
dern die Verei- 
nigung der 19 
glarij des Ce- 
crops. 



ITutdog. 



niUq. 



Jßctoikifg> 






Jßiog. 



- f«< - 



Brac. 

Brathair. 

Bugsa. 

FuideaJ. 

Buile. 



Caball, Capal). 
Cad - aim. 

Caük. 

Cain. 

Caintic. 

Caise. 

Cal-astrad-en. 

Can. 

Caor. 

Carq. 

Cara. 

Carra. 

Castarr*. 

Cat, 

Cath-aoir. 

Ce. 

Ceasd. 

Ceforaa, 

Ceüte« 

€eir. 

CL 

Clor. 
Cios. 

Ciot. 

Ciste, 

Claideam. 

Cleath. 

Clp. 

Cluin-im. 

Colaim - uin, 

Colg. *) 

Comaü. 

Cor. 

Cork. 

Cornn. 

Corp, 
Co«. 

Creiür, 
Croide. 



Am» 

Bruder. 
Buchse. 

Buddel,Flasche. 
Schlag, Streich, 
Beule. 

Pferd, Lastpferd. 

Ich falle. . 

£alk. 

Keusch , rein. 

Sang, Gesang. 

Käse. 

Jemanden allein 
einschliessen. 

Wenn? 

Schaaf. 

Steinhaufen. 

Lieb, theuer. 

Karren. 

Wanst, Bauch, 

Katze. 

CanzeI,Catheder» 

Erde. 

Frage. 

Pfad über Was- 
ser zum Land. 

Verhehit,verbor- 
gen. 

Wachs. 
Wer? der, 
Hände. 
Abgabe« 
Was? 
fitste. 
Schwerdt. 
Korb, 
tfagel. 
|ch höre. 
Säule, Pfeiler. 
Schwerdt. 
Häufung, Haufen, 
Chor. 
Kork. 

Becher , Trinl;-> 
hörn. 

Körper. 
Fus. 
Becher. 
Berz. 



Brachte«, 
Freier, 



CabaUus, 

Cado. 

Calx. 

Candidas. 

Canttouuu 

Caseus. 



Quandcu 
Aries, 

Carus. 
Carrus. 

Catus feli*. 
Cathedra. 

Quaestio* 



Celatus. 

Cera. 
Qui. 

Quaestua. 

Quid. 

Cista. 

Gladiu*. 

Calathus. 

Clavis. 

Columna. 

Accuroulatjo, 
Chorus. 



Corpus. 
Pes. 

Crater. 
Cor. 



JWtf. 
Koria. 



Kolaar^otov 
(Carcer). 

Kqiog. 
XtQ/tdg. 

Kd&eÖQV. 



KyQog. 

JCtorq. 

Kdlaöog. 

JÜU5». 

Xakxog. 

Xogog. 



Ho1)g- f 
üCjoaiiip. 

KuQÖla. 



büdrtJ SJÄ** ^ nA ? h Col &i Schwerdt, wohl überhaupt Erz und Erzwaffe, «e- 
ten^SJS 1 !? • 52? VaterJaud der Chalyben , dem nach Griechenland eiiigeführ- 

w «der, das zum Vaterland , dem Zinn den von Kaooiugog. 



Colli. 

Cnine. 

Curaav 

Dal. 

Deas. 

Deor. 

Dia - doras. 

Diu. 

Dom. 

Doraa. 

Dun. 

Duor. 

Eac. 

Eac-aos. 

Eacgraos. 

Eaden. 
Kar. 

Eata. 
Eiris. 
Er. 
Eric. 



Faire. 

Fear. 
FeodL 

Figld. 

Fion. 

Fionn. 

FocaX 

Fora*. 

Foa. 

Freamtir,pr.Fra- 
hir. 



Hund. 
Winkel (Knie.) 
Sorge , Amt 

Thefl. 
Rechts« 

Zähre, ThrSne. 
Zweythürig. 
Zeitweile. 
Dom, Bau. 
Thüre, Thor. 
Dune. Hügel. 
Wasser. 

Reitpferd. 

Retterhaufell. 

Hunger, Dürftig- 
keit. 

Antlitz, Stinte. 

Frühling. 

Alt. 

Freund. 

Held. 

Wehrgeld; Sühn- 
geld. 

Wächter, Wehr- 

mann. 
Mann. 
Scholle mit der 

Frucht. 

Feige. 
Wein. 

Schön, fein. 
Wort. 
Wasserpfed, 

Fürth. 
Licht. 

Bruder. 



Canls. 



Cura. 



Dexter. 

Lacryma. 

Biforte. 

Diu. 

Domus. 



Etyuns. 
Eques. 
Esuries. 



Ver. 
Vetus. 

Heros. 



Vir. 
Feudum. 

Ficus. 
Vinum. 

Vocalis. 



Frater. 



Fuil. 
Fuü-ua. 


Blut. Geblüt. 

Geblüts - Nach- 
komme männ- 
lichen Ge- 
schlechtSySohn. 


ftilius. 


Fuin. 
Fuil-bos» 


Ende. 

Ader, Blut-Haus. 


Finis. 


Gab-aim. 
Gabal. 
Gaber. 
Gsi-lact. 


Ich habe. 

Gäbet 

Ziege. 

Milch uaigeron- 


Habeo. 

Caper. 
Lac. 



Kvw. 



ds$tog. 

daxQV. 

dl&vqog. 

Ar\v. 

A6aog, t 

ßvqa. 

u Tdmq. 



XpLa 
Eidog. 



» «i 



"Eoiog (Amor). 
flQwg. 



2vxt). 
Ölvog. 



Ilogog, 



4>vl. 



<*A«ty. 



rdk*s. 



- §«• - 



Gardad f gort Garten. 

Gearran. Pferd, Gurre. 

Geim-ratha, pr. Winter. 

Geimra. 

Gein. Geschlecht. 

Gein-ead-lac. Geburtstag. 



Geug» 

Glaim. 

Glor. 

Gluu. 

vocac» 

Graf-aim. 

Gual. 

Ib. 

Wir. 

lm-bior. 

Inls. 
In-tinn. 
Iras. 
Iris. 



Hortu*. 

Hiems. 

Genus. 



Zweig, 
laut Getöse, 
lauter Preis*. 
Knie, 
vrctiufen. 
Ich schreibe, gra- 
be ein. 
Kohle. 



Clamor. 
Gloria. 
Genn. 
Gnatus, natu*. 



Hier, zur SteHe. Ibi. 

Zwischen. * Inter. 

Himmels - Was* Imber. ' 
ser, Regen. 

Insel. Insula. 

Absicht. ' Intentio. 

Erz. 

Gesetz der Offen- 
barung, Reli- 
gion. 



Xtfjia. 

rtvog. 

revs&Xt) (origo, 
ortus. 



ToVw. 

rptpHog, natirus, 

rgaqw. 



tty*/Joos. 



kamb, pr. Lauv. 

Lar. 

Utar. 

keabar. 

Leaghan. 

Leigh-im. 
Liaih. 

Libearn. 



Lin. 
Logo. 

IiU8. 

Matgdean. 

Magh-Cath, pr. 
Macah. 

Mamma. 

Marach. 
Marc 

Margad. 

Matthair. 
Me. 



Links. Laevus. 

Haasflur. Lares. 

Heimlich. Latro. 

Buch. Liber. 

Lanze. Lancea. 

Ich lese. Lego. 

Stein. 
Schiff mit zwey Liburna. 

Vorderteilen 

ohne Hinter- 

theil. 

Linnen. Lfmitn. 

See, Lache* Lacus. 
Volk. 

Magd, Mädchen. 
Schlachtfeld. ; 

Mutter, Mamma, 
Amme. 

Morgen. 
Pferd, Möhre. 
Markt, als Orts- 

bezeichnung. 
Mutter. Mater. 

Ich, mich. Me. 



Mamma, Matter- 
brust. 



Aaiof. 

Ad&Q* 9 latenter. 

Aiyw. 
Aldos- 

AißVQVOV. 



Au>ov. 

AaxKoq, fovea. 
Aaofr 



Maxn, pugna. 

Mdfifiot, Mutter- 
name. 



JMe. 



~ S94 - 



Measg-iflL 

Mead. 

Meas. 

Meilg. 

Middhe. 

Miao. 

MO. 

Mios-cais. 

Modh. 

Mogh, pr. Mob. 

Molr. 

Mortaol. 

Mos. 

Mugh-aün. 

Naduir. 

NaoL 

Nas-cras, 

Nataire. 

Nead. 

INeam, pr. Neav. 

NL 
Niadh-Cath, pr. 

Nia-Cah. 
Ni-mogh, pr. Ni- 

moh. 

No. 

Nooi. 

Noua, 

O. 

Ocht. 
Ogasteir. 

Olr. 

Oir-t-ruis. 

Oisrid, 
Olain. 
Or-Cruisg. 



Piobpan, 
Pia, Ar-pta. 
Pon-aire, 
Pota. 

Pont 

Radh-aim. 
Radht-aire. 

Raighe. 
Reacht. 
Red.' 



Ion 

Meth. 

Erndte. 

Milch. 

Mitte. 

Gemüth. 

Honig. 

Hass. 

Sitte, Art. 

Mensen, 

Meer. 

TotL 

Mörtel. 

Gebrauch. 

Icfc tödte. 

Katar. 

Sohtff, Arche, 

Jjeichnam. 

Natter. 

Nest. 

Wolkenhimmel. 

Nicht. 

Schlachtheld. 



Misceo. 

Messis. 

Median, 

Mens. 

Mel. 

Modus. 

Homo, 

Marc 

Mors, Morbus 

Mos. 
Macto. 

Katar«. 
Kavis. 



lywi. 



Nidus, 

Nebala. 

Ne. 



Nicht - Mensch, Nemo. 
Niemand. 

Neu. Novusl 

Nacht. Nox. 

Verstand, 

Ohr. Aurig. 

Acht (Zahl). Octo. 

Gastirer, Gast-? 

wirth. 
Osten. "Orten*. 

Tages - Anbruch. 
Auster. 

Wolle. Lana. 

Gold, Schmelz- Aürum. 

tiegel. 

Pfeife. Tibia, 

Erbse, Arbeis. 

Bohne. 

Topf, Po t, Trink- Potax» 



Pfund. 

Ich sage. 

Redner, Spre- Oratoiv 

eher. 
LiohtstrahL 
Recht. 
Saohe, Ding. 



Miaov. 
MiU. 



Mottet, fiaium. 



Wavg. 
Ntxqog. 

Nsonila. 
Niyog. 
Mrj. 
JVka. 



Tiiag. 
NvS. 
IYovg 

Ovg. t 
*OxTto. 



"Ot&QOQ. 

Xqvoog. 



Jtl6i7$, bibax. 



f D.'. 



f fim. 



Radius, 

Rectum, 

Res. 



_ toi - 



Rig. 


Ktinig. 


Rex. 


' 


Ros. 


Rose. 


Rosa. 


'FoSoy. 


Ruadh. 


Roth. 


Ruber« 


'£qv&q6$. 


Saide. 


Site. 


Sedes. 




Saighiot 


PfeiL 


Sagitta. - 




Saill. 


»als. 


Sal. 


"Jk+ 


SamhaiL 


Gleich, ähnlich. 


Similis. 




Samrad. 


Sommer. 




• 


Sasat. 


Sattsam, genug. 


Satte. 




Scaff. 


Schiff. 


ScyphUS. 


JWier. 


Scath. 


Schatten. 




Sciatn. 


Schild. 


Scutnm. 




Scriob-alm. 


Ich schreibe* 


Scribo. 


- 


Sdoirm. 


Sturm. 






Se. 


Sechs. 


Sex. 


'iE?. 


Se. 


Ihn, er, sich. 


Se. 




Sean. 


Alt, ein Alter. 


Senex. 




Sean - attiiaiir- 


Verein der Alt- 


Senatores. 




aos. 


Väter. 






Seidar. 


Cider, Obstwein. 






Seomra» 


Zimmer,Gemach. 






Serbo. 


Hirsch. 


Cervus. 




Sic. 


Trocken. 


Siccus. 




Sneac-ta. 


Schnee. 


Nix. 




Socair. 


Sicher. 


Securus. 




Son. 


Ton. 


Sonus. 




Sraid. 


Strasse. 






Sron. 


Nase. 


No. 


'Fiv. 


Statut. 


Zinn. 


Stannum. 




Staid. 


Städte, Stelle, 
Standpunct. 


Statio. 


2tdoig. 


Stol. 


Stuhl. 


Sella. 


4 


Stopa. 


Stöpsel. 






. Suaim, pr. Suav. 


Lieblich. 


Suavis. 




Suas. 


Aufwärts; 


Sus. 


" 


Suid-im. 


Ich sitze. 


Sedeo. 




Sul. 


Sonne. 


Sol. 


mu>g. 


Sulas. 


Licht, Glanz, 
Helle» 




Zilag. 


Ta. 


Da, hier. 






Taoiseach, pr. 


Anführer, Ord- 




Taoota, ordino, 


Tausah. 


ner. 




constituo. 


Tarb. 


Stier. 


Taurus. 


TotVQog* 


Teac. 


Dach, Deckung, 
Hütte. 


Tectum. 


2tiyH. 


Tearm-ann. 


Gränze. 


Terminus. 


Tigfta. 


Teth-ratha, pr. 


Sommer, Zeitbo- 




Otosia. 


Te-raha. 


gen derWärme. 




w 


Time. 


.Achtung, Ehr-» 
furcht. 




Ti/tii,h<aot,la,U0. 


ToO. 


Wille. 


Voluntas. 




Toit 

n* 


Ganz, das Ganze. 


Totus. 


t6. 


Tonna. 


Tonne. 







- «•• - 



Acar. 

Aer. 

Aidide. 

Ailb-WOA. 

Alle. 
Afle-flb. 

Aü-Au 

Ainlm, 

Alm», Baal-ata. 

AiogeaL 

Airgio<|. 

Alte. 

Alga. 



Schaff, Moer. 40er, 

J*uft. A€r. 

Ehrerbietig. 

Alpen, Hoetapi- Alpe«. 

tzen. 
Bin anderer. Alias. 

Anderer Platz, Ali-ubi, alihjL 

anderswo. 



Um 



Ich Bahre. 

Name. 

Jahrs-Rings 

Engel. 

Silben. 

{lache. 



AIo. 

Nomen. 

Annus. 

Angelas. 

Argentunb 



Tapfer , edel, 

kraftvoll. 
Flosa. 

Am - ratha , pr. Tag-Bogen, Tag« 
Antra. 



Arnulf. 



Anac-ol. 



Anccoire. 
Arg. 
Ar-im. 
Asaal. 

Aati. 



Atthälr. 

9acol. 

9*isde. 

Halb. 
Bal-eta, 

Ball*. 



Beschützer, 

Seele. Anima» 

Anker, Ancera. 

Weiss. 

Ich.pflvge,ackere. Ar«. 

Esel. Asinus. 

Wohnung, Wohn? 
ort, im beson- 
dern der Wäch- 
ter des heiligen 
Feuers« 

Vater« Pater. 

Prügel, Stock, Bacillus. 
Backel. 

lange, wachsen- Puer. 
der. 

Stammler. Balbas. 

Stelle der Men- 
ge, Stadt, 

WaU. Valium. 



Bathas-Ltiis» nr< Volks •♦ Vorstand, 



Baslui*. 
Beut. 

Poinu 

Beoir. 

Biaa. 

«in. 

Biorra, 

Biota. 

Bo. 

Bobal. 

Bocai|. 



König, 
Schild. 
Fasstapfe« 

Schritt. 

Bier. 

Pein, Strafe. Poena. 

Tropfen, Flüssig- Bibo. 

keit, 
Birne. 

Leben. Vita. 

Kuh. Bos. 

ViehstaO. feovile, 

Pocfr. 



Ä 



^. 



'Ovopa. 
£ra. 



V 



"Atq (noza, dam- 
num). 



"AvaS. 

"Ayxvai*» 

jtyyog. 

9 Aqo»> 

"Aotv, imbeson- 
dern die Verei- 
nigung der 12 
«fori} dos Ce- 
crops. 



Ihudoo* 



JloUg. 



paoikvg* 



21iva). 



Jßiog. 



- m - 



Brac. 

Brathair. 

Bugsa. 

fluide*]. 

Buile. 



Caball, Cfcpal). 

L'ad-aim. 

Cailk. 

Caiq. 

Caintic. 

Caise. 

Cal-astrad-en* 

Can. 

Caor. 

Carq. 

Cara. 

Carra. 

Castarr. 
Cat. 

Cath-aoir. 
Ce. 

Ceasd. 
Ceforaa. 

CeUte« 

Ceir, 

CL 

Clor. 

CiQS. 

Ciot. 
Ciste. 

Claideam. 
Cleath. 
CIp. 
Cluin-im. 

Golaim-uiu. 
Colg. *) 

Cömail. 
Cor. 
Cor*. 
CorniL 

Corp. 
Cos. 

Creitir, 
Croide. 



Brachte«, 
Frater. 



Ära« 
Bruder. 
Buchse. 

Buddel,Flasche. 
Schlag, Streich, 
Beule. 



Pferd, Lastpferd. CabaUus, 



Ich falle. 
Kalk. 

Keusch , rein, 
gang, Gesang. 
Käse. 
Jemanden allein 

eioschliesaen. 
Wenn? 
Schaaf. 
Steinhaufen. 
Lieb, theuer. 
Karren. 

Wanst, BauchV 
Katze. 

Can%el,Catbeder. Cathedra. 
Erde* 

Frage. Quaestio. 

Pfad über Was- 
ser zum Land. 

Verhehlt,verbor- Celatu*. 
gen. 



Cado. 

Calx. 

Candidus. 

Cauticum. 

Caseus. 



Quandcu 
Aries, 

Carus. 
Carrus. 

Catus felifu 



Cera. 

Qui. 

Quaestus. 

Quid, 

Cista. 

Gladin«. 

Calathus. 

Clavis. 



Wachs. 
Wer? der, 
Hände. 
Abgabe. 
Was? 
Kiste. 
Sohwerdt 
Korb. 
KageL 
|ch höre. 
Säule, Pfeiler. Cplumna. 
Schwerdt. 

Häufung, Haufen, Accumulatjo, 
Chor. Chorus. 

Kork. 

Becher , Trinl(-> 
hörn. 

Körper. Corpus. 

Fus. Pes. 

Becher. Crater. 

Berz. Cpr. 



JZuffc 

jtaßdXkqg. 
Koria. 



KoXaüTTjowv 
(Carcer), 

Kqtog. 
XiQpdg. 

Kd&eÖQv. 



Xelp, 

Kaiaöog. 
JÜU5». 
Xakxog. 
Xofwg. 



Hofig^ 
KuQÖla. 



bildet» fttS^ *¥• n ? ch Co ^i SchWerdt, woW überhaupt Erz und Erzwaffe, ge- 
t en ir« .?S*!f » fe* Vaterland der Chalyben , dem nach Griechenland eingeführ- 

ü£ETL*S V *f *** Namen Xakx6g ebeB "> *<* ehen habe °» **> <**«- 
w wer, aas Ziou Vaterland, dem Zinn den von jKoaofafo;. 



— «08 — 

Her dunkeln Frfihzeit, die Spuren aufeusuchen und darzulegen, die 
das Geschichtsdatum gründen und stützen müssen, und das Mittel, je- 
ner Pflicht zu genügen, kann nur von der alten Geographie geboten, 
die Spuren nur ans ihr ermittelt Werden. Die Absicht nun, in dieser 
Ansicht der zu machenden Anforderung zu entsprechen, hat den hier 
folgenden Versuch geboren, an den, wenn es ihm gelingt sich Ein- 
gang zu verschaffen , leicht in Gleichbehandlung die Erforschung des 
übrigen Bodens angereiht werden kann, den jene Skythengeschichten 
dem Weltvolke zur Buhne seines Volkslebens anweisen. 

Er, Ar, Eri, Ari, sind die Ur- und Sammtnamen des Skythen- 
volks von Kölns, dem Chronisten, und Eri er und Arier derSamntt- 
name der Iranier der Zendsage, Artäer der Frühname der Perser 
— das Urauszugsland des Er -Skythen lag da, wo das Turan des 
Iranier s, zur Linken des Sonnenaufgangs, an den Quellhöhen der 
grossen Flüsse, Indus, Oxus, Jaxartes (Kleuker Z. A. II. 208. not.) 
und so werden die Voraussetzungen: dass Er-$kythen für identisch 
mit Iranier, die grosse Skythia identisch mit Iran — und dass das 
Auszngsland des Er-Skythen für identisch mit dem Toran der Zend- 
sage zu halten sey, sie werden einer eigenen apologetischen Vertei- 
digung nicht bedürfen. 



A. Toran - Iranische - Skythen-Geographie 

ans Iranischer Zeit. 

$. 1. Die Iranischen Skythen der frühesten Zeit, wie wir sie 
bis zum Verdringen der Morgenvölker (£is~soir, Zohakiden, Assyrer) 
aus den Chronicles of Eri kennen lernen, mögen wohl eine ganz ein- 
fache Geographie gehabt haben. Die verlassene Heymath der Hoch- 
berge und des FlussgeSders der Mutterströme, Jaxartes, Oxus etc., 
wohl in mancher seit der Trennung entstandener, vielleicht die Tren- 
nung selbst herbeyführender Verschiedenheit in Sitte, Mythe etc. 
überhaupt Bildung widrig, selbst feindselig dem Iranier entgegenste- 
hend, sie nannten sie, unvergessen der dem Mutterboden schuldigen 
Achtung: Tur-aln, heilige Elementar-Erde, the Land of the 
Elements, of which our great-fathers were formed. Chron. I. 6. 
Duor-afn, Land der heiligen Flüsse, Turan. Den eigenen neu 
errungenen Sitz, Balk, Indus, Tigris Gegend begreifend, nannten sie 
nach ihrem Urvolksnamen: Er-ain, Er-ih-ain, heilige Er, heilige 
Er-Völker, Ar-iath, pron. Aria, das Er-Land, Iran, Eri- 
enne der Zendsage. Aller Iranische Osten war ihnen Soir-ce, Ost- 
Land, Serien, die Völker Soir-eis, Ost-Haufen, Seres; aller 
Westen Siar-iath, pron. Sihr-ia, Westland, seine Völker Siar- 
ih, pron. Sihr-ih, Westvölker. Hochgebürge und wirres Gewis- 
ser verschlossen den Osten, er blieb daher unbesucht und ungekannt 
nnd dunkel. Nicht so der Westen. Hier mögen es Einzel -Skythen, 
eingezogen in Iranischer Zeit seyn, die vorzüglich in Cappadocien 
noch die alte Geographie als Leuko-Syrer kennt, und den später dort 
eingezogenen moschischen Armeniern zur Seite stellt. Schon damals 
wohl erhielten jene neu erforschten Landstriche nach ihrer Bodenbil- 
dung die noch in spätere Zeit übergegangenen Namen. So nannte 



— «09 — 

maa das von Tigris und Parat umklammerte, mehr Hfigel als Berge 
zeigende Flachland Jath-da-cal, umschlossenes Land, Hide- 
kel der Genesis, Magh-dun-iath, Land der Ebenen and Hü- 
gel, gleichbedeutend mit DWpö, pö"^!!, Paddan-Aram, Har- 
Paddan der Hebräer, Mesopotamia, im besondern Mygdonia der Grie- 
chen. Man fand Bergreihen, Ta-bhoras, pr, Taforas, Pfade 
durchs Wasser, Tauren, und das von ihnen, von Tanrus und 
Antitaurus gabelförmig durchschnittene Land, die Ebenen um Halis 

und Melas, das Cappadocia des Griechen, "ftncD, Caphthor des He- 
bräers, erhielt den Namen: Gabh-tur, pron. Gaftur, des gabel- 
förmig durchschnittenen Landes. So würde demnach das 
hier zu zergliedernde Asien der Iranischen Zeit in die vier Haupttheile 
zerfallen: 

I. Turan — der Geographen Scythia extra et intra Imaum. 

II. Iran — Bactriana, Sogdiana , Hyrcania, Margiana, Ana, Indus - 
und Tigris - Gegend. 

III. Mygdonia, das Mesopotamia — und 

IV. Gabhtur, das Cappadocia der Griechen. 

Noch aber muss einigen allgemeinen Bemerkungen hier gleich 
eingSnglicb der Platz angewiesen werden. 

1) Alle hier vorkommenden über den ganzen Asiatischen Schau- 
platz verbreiteten Namen, bis auf die wenigen, mit # bezeichneten, 
Länder -Berg- und Flussnamen, die schon Eolus nennt, sind solche, 
wie sie in der verhältnissmassig späten Zeit alter Geographie noch 
vorkommen und genannt werden. 

2) Es versteht sich, dass hier angenommen werden mnsste : dass 
der Ursprung und das Alter der Namen den Zeiten folgen muss , in 
denen die Namengeber, hier die Er-Skythen, nach Eolus die Gegend 
bewohnten, die die Namen aufbewahrt hat. So gehört die Mehrzahl 
der Namen a) in Turan der Zeit schon um 6400. v. Chr. anhebend; 
b) die Iranischen fangen mit circa 5300. v. Chr. an; cj die des gros-» 
sen von Ardfear-Naoi gegründeten Armenischen Reichs können, uner- 
achtet der schon früheren Eingehörung Armeniens, Mediens etc. ins 
grosse Iran, nicht wohl anders als nach jener Gründung in 2244. 
v. Chr. entstanden seyn; d) die Namen eines frühesten Javania in 
Vorder- Asien, wie die eines ChusiteiirGomeriten-Reiohs dir Ost&thio- 
pen in Südwest-Asien, müssen in die von Eolus auf 2170. v. Chr. 
und folgend gesetzte Auszugzeit aus Armenien und Jberien fallen, die 
die Cbronicles: days of Fada, Tage der Gründungen, nennen. 

8) Der den Einzel* Worten, die zur Deutung der Namen ge- 
braucht wurden, zum Grund liegende specieUere Sinn wird die Beur- 
teilung der Deutung selbst bedeutend erleichtern, und ist der fol- 
gende: 

a) Land. Erde, Boden, bewohnter Boden: Ce, pron. Ke; Tur; Tir; 
Aoi; Ai; zuweilen in Abkürzung J. Land im politischen Sinne 
grossem Umfangs: lath, pr. Ia, nicht ja, sondern i-a; Ce; 
Tur, Landschaft, Landstrich, Bezirk, Region; Tan; AjOi. Sitz- 
boden in engerer Bedeutung, Leibgeding$ Ce, Tan. Stelle des 
Wohnsitzes: Bai. Haus, Wohnung: Asti, Both, Dom» Zelt, 
Hütte, jede Wohnung unter Dach: Teag, Tig. Stall: Bai. JErd- 
höhle, Keller: Uambri. Stadt, im besondern befestigte: Ca- 
thair, pr. Cahar. Hocbgebürge langer Ausdehnung: Ta-bhoras, 
pr. Taforas. wörtlich; hier Pfad durchs Wasser. Wildes Fels- 
SpiUen-Geburge; Ailb-binn. Schluchten und Abgründe, Berg- 

14 



— st« - 

wüste: Bearna, Gebürg, Bergketten überhaupt: Saab*, Mionn, 
Breid. Ausgezeichnete Höhe: Im, Ceann, Höhe im Gebürge, 
Höhe in den Höben: Beasg-im. Einzelner Berg: Mienn, A. 
Fels, Bergspitze, Gipfel: Beann, Binn. Grosser Stein: Coraig. 
Hügel: Dun. Ebene: Magh, pron. Mah. Ackerboden: Ar. Vor- 
gebürge: Ceann. Strand, Meeresküste: Traig. Insel: Inis, I. 

b) Wasser. Wasser überhaupt: Uisge. Quelle: Bior, Bir. Regen: 
Im-bior. Flusswasser: Duor. Meer: Moir. Bienen-Meer, Meer- 
Enge , Meerbusen: Dod-amhan, pron. Dodaun, wörtlich Fluss 
zwischen Land und Land. See, Landsee: Logh, Log. Strom: 
Amhan, Duor. Strom gekrümmten Laufs: Bad ha, pr. Raha. 
Fluss, Bach: Duor, Uisge. 

c) Auf die Ortsnamen würkte weiter häufig ein: die Weltgegend: 
Osten: Soir, Oir. Süden: Deas. Westen: Siar. Norden: Tuath, 
pr. Tuah. Sonne: Baal, Sul, Grian, Cemas, Sam. Mond: 
Re. (Bcyde wohl ohne Ausnahme auf Höhen.) Hauptname des 
Skythen -Volks: Er, Ar, wörtlich: Held, Helden. Volk überhaupt, 
nur im Plural: igh, pron. ih, wörtlich: die Völker. Volkshaufen: 
Amoon, Eis, Seis, letztere wörtlich: Mengen, Plural von Menge. 
Patriarch, Familienvater, Hirten-Herr und Führer: Ab. Häuptling, 
Clan -Führer: Ceann. Volksvorstand, Ortskönig, Pfleger, Einzel- 
glied der Königsfamilie, Bathas, pron. Bahas. Oberkönig, Ober- 
herr: Mull ach. Vater, Väter, Vorfahren: Atthair. Alte, Vor- 
nehme, Herrenkaste: Sean. Horde, Clan, Volk: Luis, Las. 

4) Die wahrscheinlich dem tiefern Kenner aufstossenden Aehn- 
lichkeiten und gleiche. Deutungsmöglichkeit im Osten aus Indischen, 
Alt-Persischen etc., im Westen aus Phönizischen, Hebräischen, Ara- 
bischen, Chaldäischen etc. Sprachen, werden dem Totalgewicht der 
Darstellung nicht schaden können, zumal eine Verwandschaft aller 
jener Sprachen mit der unterstellten Irischen Sprache, als dem am 
reinsten erhaltenen, noch lebenden Dialect der Sprache der alten Sky- 
then, nnnmehro wohl zu den unläugbaren Thatsachen gehört. 

5) Können den Deutungen nicht bessere unterstellt werden: so 
möchten sich aus denselben für die Ur- im besondern die Cultur-Ge- 
schichte des Sammtvolks die folgenden, nicht uubedeutenden Resul- 
tate ergeben; 

a) die Tapuri-Berge, Ta-bhoras, Pfade durchs Wasser, zeu- 
gen, nach dem Alter des Namens, von einer schon vor 6400. v. Chr. 
im Osten des Caspischen Meeres statt gefundenen grossen Fluth, 
die sich, nach Ta-bhoras in Taprobene, und allen Tauren Asiens 
und Europens, auch über jene Länder ausgebreitet haben mag. Ist 
so vielleicht der berühmte Al-borz des Parsen auch nichts weiter 
als ein Iranisch -Skythischer El-bhoras, gewaltiger, mx>her 
Wasserpfad? 

fr) Turan weiss nichts von Baal, Bndh, überhaupt irgend einem Son- 
nennamen. Es kennt nur Sam, Sonne, als Weltkörper und Ge- 
stirn, und Aor, die Morgenröthe. Kannte der Turauter keinen 
Sonnen -Dienst? war er reiner bildloser Monotheist? Dann wäre 
schon hier der Grund des Meiniingskriegs »wischen Turanfer und 
Iranier, gefunden. Oder huldigte auch, er schon dem orientalischen 
Glauben der Unnennbarkeit und Unaiuspreekliehkeit des höchsten 
Wesens, des Aoum des Hindu y Jehovah des Hebräers etc.? dann 
wäre es bey ihm, wo die Ur- quelle jenes Glaubens gesucht wer- 
den mfisste. Fragen, die iner nicht werden ansgemittelt werden 
kennen I Gewisser wohl. deutet die. Gleiehbedeuttajg. den fiUuti, in 



- tu - 

mebi Monte*, Sattf-bhra, in Sakae, Snol-atce, einmal als Lehrer, 
Gelehrter, Lernender, dann als Herr, Gebieter, anfein frühes Tu- 
ranisches Regiment des Wissens, auf bürgerftcHe Gewalt der Leh- 
rer and. Priester hin. Bndha, Budh, sey er nach Jones kraushaa- 
rfgtem Budha-BiW dem Gehirn des farbigen, oder sey er dem des 
nniarbigen llfenschenstantmes entsprossen, Immer bleibt Ihm eine 
Bactrisoh- Indische Heymath wohl aasgemacht und unbestreitbar. 
Und doch bietet der ganze Turanlscne, Iranische, überall der ganze 
Asiatische Boden auch nicht eine geographische Spar seines Dien- 
stes! und doch kommt er In Mexico vielleicht als Votan, in Ir- 
land gewiss, in der Germania magna wahrscheinlich als 
Budh, die Sonne, wieder zum Vorschein l Mögen Manner der 
tiefern Weihe diese Räthsel lösen, hier wird es erlaubt seyn, einst- 
weilen sich an jene Sitte des Inders , Hebräers , Aegypters etc., an 
jene Sitte eontempfativen Verstuuimens in Gegenwart der Gottheit 
KU halten. Bis auf das in seiner isoltrten Stellung hoohzweifelhafte 
Baal in Baal-ce, Balk, kennt auch weder Iranischer, noch Arme- 
nisch-Iberischer, noch Javanisch* Asiat iscfler> Boden die geringste 
Spur von Baal« Erst im Armenisch-Iberischen Auszug der Gome- 
riten, und hier erst In der Jordan-Gegemt wird er hSuflg sichtbar, 
wahrend Grian, Cemas, und Sul, letzteres wieder vorzugsweise 
um den Jordan, auf Iranischem und späterem Javaniten- und €to- 
merften-Boden nicht selten vorkommen. 

c) Jotae, Ass-iotae, aus Goii, der Schmidt, Goth, der Speer, 
weisen anf Bergbau, Schmelz- Hammer- Feuer, Waffenschmiede 
schon in Tnraii und vor der Auszngszeit von dort hin. Zugleich, 
erinnern sie an die Gold und Silberschmiede, die, bey Diodor, Ni- 
nus in Bactra findet, an den Gou-Casan, Schmiedspfad, Caucasus 
des Ostens, die Cal-ib-ih, die Galiben Taprobenes, an Gothinen, 
des Tacitus Eisengraber, und an Jornandes Gothen - Heymath des 
Ostens. 

«Q Auch der Feldbau scheint nach Ar-aice, Ackerstamm, Aria- 
cae, und Bo-saoi-aice, Stamm der Kenntnis» des Pflug- 
viehs, Paesici, dem Turanier nicht fremd, aber eben nach jenem 
Saoi in der Hand der Priester und Herren-Kaste gewesen zu seyn. 
Eben so muss 

• 

e) Turan schon die Schrift gekannt haben, weil es die dort ausgezo- 
genen Paesici waren, die am Indus zu Lehrern der Paisaohi-Schrift 
der Pales-Hirten wurden. 

f) Cottieri, Chatae, Ariacae, Paesici und Sacae Turans deuten in 
Cett, Hirten— Ca th, Krieger— Ar, Acker— Be, Pflugvieh — 
und Saoi, Gelehrte, Priester, Herren, oder Sagach, Leh- 
rer auf schon in Turan bestehende Kastenformen, und diese An- 
zeigen breiten sich auch über den Übrigen Asiatischen Boden aus. 
Ton den Alga, den Edeln, Gewaltigen, als Sonderkaste, fin- 
det sieh in Asien keine Spur, dort steht immer nur dem Luis, Lus, 
Volk; der Sean, Alte, und in ihm begriffen Ab, der Familien- 
vater und als solcher Führe/, Bathas, Bas, Vorstand, Orts- 
kön-ig, Pfleger, Mullach, Ab-i-mullach, König, Ober- 
könig, Herrscher gegenüber. Erst auf Europa 1 isehem, Algarbi- 
schen Und vielleicht Germanischem Boden kommen in Alg-er-be, 
und Alg-eis, Alcis, jene Alga zum Vorschein. Sonst kennen Eolns und 
die Chronieles in Gaal-ag, Gallaeof*, und Er-i, Irland: Oberkönig, 
König, Eri-mionn, Ard-Big, Big— Fürsten und Edle. Alga— Priester? 

J4 a 



Lehrer, Singer. Cruimtar, Ard-olkun, OHa* und Bard — und 
Volk, Luis. 

ff) Von der bis zu den Kynesiern des Conen*, den Fraxinus Spa- 
niens, den Vardäern des Isters, Pharodenen und Varinen des Cha- 
lasns etc. häufig erkennbaren Volkssitte: die Hauptzugänge von 
Wasser- Land- oder Gebürge her zu bewachen, und den Faire, 
Wächtern, in Achter Hirten-Sitte, vielleicht schon Iranischer (Sura, 
der Wächterhund), Bild und Namen des Hundes, Culn, beyzulegen, 
findet sich im Zeitalter Naois im Vardanus Iberiens die erste, 
dann im Colchischen Cyaneus-Fluss die weitere Spur, der dann in 
spaterer Zeit der Auszüge Javans und Gomers die Cyaneen Bithy- 
nlens, das Pisldisch- Lyrische Cyanea, und die Cynus- Insel des 
Persischen Meerbusens folgen. Kben so mag 

h) ans dem Asta-binn, Asta-ceann etc. in Astabeni, Astaceni, Asta- 
cum, Hyrcanien* und Indiens sich ergeben, dass jene wohlthatige 
Anstalt der Leuchtfeuer au Gebirgspässen, Furthen, Vorgebür- 
gen etc. Asta, die später in Spanien, vorzüglich Galaecia, so aus- 
gebildet erscheint, scTion der Iranischen Zeit das Entstehen ver- 
dankt. (Vielleicht DjemsMds rothleuchtende Feuer, Atresch, Zend, 
Atesch, Pehlvi, Feuer?) 

i) Hat die Deutung' von Zuthi, Isatichae, aus Sagiot-ih, 8giot-ih Recht 
so fällt die erste Spur des Skythen-Namens in Iranische Zeit und 
Persisch -Parthiachen Boden. Deutlicher schon verkündigt den Na- 
men der Moos Scydisses in Noachischer Zeit. 

k) Weder Turan noch Iran geben Spuren von Stadt, überhaupt be- 
deutendem Festsitz. Ganz isolirt erscheint erst in Noachischer 
Zeit ein Armenisches Kertha, auf Cathair, Stadt, hindeutend. Erst 
in der Jordan-Gegend, in Enakim— Aethiopien-Zeit häufen sich jene 
Kiriath, Kariath, wohl anfänglich Marathons Wehrgründungen gegen 
den Assyrer. 

I) Liegt der Grund nicht in der Armuth des Vocabulars, so Ist es 
merkwürdig: dass die Deutungen rast nirgends auf eine Spur vul- 
canischer Bodenbeschaffenheit hinweisen. Freylich mag leicht das 
Wort selbst in der langen Zeit des Aufenthalls auf {Spanischem und 
Irischem Boden aus der Sprache verschwunden seyn. Was soll der 
Ire seit 1498 v. Chr. In Gallicien, seit 1006. v. Chr. in Irland, was 
soll er von vulcanischen Eruptionen wissen? 



I. Tur-ain — Duor-ain — 
Turan. 

Imaus M. Im-a, Berg der Höhe, 
Himmelsberg. 

AlaniM. et P. Al-amhan, pr. Alaun, 
grosser gewaltiger Fluss-wohl 
Sammtnamc aller jener Sky- 
then des Ozus und Jaxartes. 

Tapuri M. et P. Ta-bhoras, hier 
der Pfad durchs Wasser, Grund- 
begriff aller Tauren. 

Syebl M. et P. Saoi-be, diess die 

» Wissenden, die Herren. 



Sacae P. Saol-aic, Herren-Stamm 

— Sagach, Lehrer. 
Massagetae P. Mass-eac-geat-ib, 

Elnigiuig der Pferde - Milch- 

VWker, 
Dahae P. Ta-ih, hier Völker, wohl 

Sammtname wie Alani. 
Daix FL Ta-nisg, hier Wasser. 
Essedones P. Eis -dun -eis, Hau- 
fen der Hügel-Menge. 
Ariacae P. Ar-aic, Acker-Stamm. 
Paesicae P. Bo-saoi-aic, Stamm 

der Kundigen — der Her» des 

Pflugvieha. 



— «18 — 



Edones P. B-dttn*ei»j Hänfen ohne 
Hügel : Ebenen - Bewohner. 

Camae, Camacae P. Cam-aic, 
Stamm der Krümme. 

Euchatae P. Aic-cath-ih, Völker 
des Kriegerstamms. 

Cottleri P. Cott-Er-ih, Er-Htrten- 
Völker. 

Oetaei P. Eata-ih, AU -Völker. 

Jastus Fl. Jase-uisg, Fischfluss. 

Sammitae P. Sam-eata-ih, alte 
Sonnenvölker. 

Jotae, Ass-iotae P. Gou-eata, 
Alt - Schmiede. Goth-ih, Speer ~ 
Völker. 

Aorsi P. Aor-seis, Völker der 
Morgenröthe. 

AbU P. Ab-ih, Völker der Haus- 
väter. 

Cathae P. Cath-ih, Schlaoht- Völ- 
ker, Krieger. 

Charanni P. Caor-ain, ebrwilrdlg 
Sebaaf — Car-amhan, Car-aun, 
Felsfloss. 

Jaxartes Fl. Jaso-ar-d-uisg, Fluss 
unserer Fische. 

Suis Fl. SaiU-nisg, Satefluss. 

n. Er-ain, Iran. 

a) Sogdiana, Bactriana, 
Hyrcania, Margiana« 

Ochus Fl. Og-uisg, jung Wasser. 

Oxiis FL Ufeg-uisg, Wasser der 
Wasser. 

Dargomanes Fl. Dearg-amhan, 
Rothfluss. 

Artamis FL Ard-amhan, . hoher 
Fluss. 

Dargidns Fl. Dearg-ead-uisg,Roth- 
Stirn -Fluss. 

Balk, Baal-ce, Boden, Leibgeding 
der Sonne , Baals, Budhs, Beol- 
ce, Mundland- die östlichste 
und eigentliche Eintrittsprovinz 
In Iran, Standort der Budha- 
Colesse. 

Pascae P. die obigen Paesici. 

^ogdi p. Sa-oguisg, längs Ochus« 

Swai p. die obigen Oetaei. 

Chorasmü P. Coraig. grosse Fel- 
sen. 

Araxes Fl. Ar-aio-seis, Völker 

des Acker-Stammes. 
Grtnaei P. Griau-ih, Sosmenvölkec 



Hyrcania, Er-ceann, Er-Häupter, 
Er-Höhen. 

Astabent P. Asta-blnn, Hochspi- 
tzen der Asta-Feuer, wohl »u 
Deckung der Meerfahrt. 

Chrindi P. wohl obige GrinaeL 

Margiana, Moir-ce, Marce, Meer- 
land, ausnehmend grosses Land. 

Margus FL Moir-uisg, Mar-uisg, 
Meerfluss, ausnehmend grosser 
Fluss. 

Dahae Aparnt, Bearna, Schluchten 
und Abgründe. 

oJParopamisits,Aria,Dran- 
giana, Gedrosia. 

Paropamisus M. Bar-ban-uisg, 
Aeusserstc Höhe der Weissge- 
wässer, Eisberge. 

Emaus M. Im-a, wie Imaus. 

* Caucasus M. Gou - Casan, 
Schmieds-Pfad. 

Aria, Ar-iath, pr. Aria, Er-Land. 
Areius FL Ar-uisg, Er-Fluss. 
Etymander Fl. Ead-amhan-duor, 

Gewässer des Stirn flttsses. 
Aracotti P. Ar-Cott , Er-Hirten. 
lohthyophagi P. die obigen Jastae» 
ey India. 

* Indus FL Sgeind, unstät, bald 
reissend, bald schleichend. 

Cantabra FL Ceann-ib-Kr, Er- 
Sitae -Höhen (Cantabri, in den 
Chronieies : Cean-Ib-Er in Gaa- 
Iag). 

Saparnus FL Sa-bearn-uisg, Fluss 
längs der Wüste (Sa-breid in 
Gaalag). 

Soamus FL Saol-amhan, Herren- 
fluss, Sean-amhan, Fluss der Al- 
ten (Sequana — Sennonum Gal- 
liae, Shannon In Irland). 

VindiusM. der gletchbeuamteVin- 
dius Asturiens. 

Astaceni P. Asta-ceann, Asta- 
Höhen. 

Ariaces P. die obigen Ariacae. 

Carei P. Car, Caren, die Felsen. 

Sabracae P. Saoi-bar-aice, Stamm 
der höchsten Herren. 

Arasaci P. Ar-saoi-aice, Stamm 
der Herrn von Er, Er-Saken. 

Massaca, Mass-Saoi-aice , Eini- 
gung der Saken. 

Samarabriae P. Sa-moir-breo, 
Feuer längs dem Meer. 



— «14 — 



Cathaei P. die obigen Cbatae. 

Sambi B. (Stadt der BrachmaneD) 
Sam-be> Sam-ba, hier die Sonne. 

Baris Fi. Bar-uisg, fiusaerater 
Fluss. 

Solenis Fi Sul-ain-uisg, heiliger 
Sonnea-Floss. 

Taprobene Ins. Ta-bbora»-binn, 
hier die Hochspitze des Pfads 
durchs Wasser. 

Soana Fl. Sean, die Alten. 

Padale im Delta, Bar-dal, ausser«- 
ster Theil. 

Hippalunt Mare (nach Itin. Alex. 
S.110. Medtol. 1617. edtt. Majo. 

. bey Creuzer II. 12. not.) da* 
Indisch-persische Meer, Moir- 
Ib-Baal, Meer des Baal-Sitses. 
Heymath des Oanaes? wahr- 
scheinlicher wohl nach Hippa- 
lus , den freylich angeblichen 
Erforscher des dortigen Passat- 
Windes. Berliner Taschenbuch. 
1629. p. 40. 

Mare Erythraeum. Schon Curfcius 
(VIII. 9. X. 1.) macht sich über 

. die Deutung aus tyv&yog lustig» 
An den Inselkönig als Namen- 
geber wird im Ernst Niemand 
glauben. Gleichwohl hat die 
alte Geographie für das ganze 
grosseKiistenland keinenSammt- 
namea. Wie wenn es der Er- 
Skythe: Eri-tir, Er-Land, die 
Küste Eri-traig, Er- Küste, das 
Meer selbst Moir-Eri-traig,Meer 
der Er- Küste, und darum der 
Iranier desZend: Zare-Ferakh- 
Kand, Moir-fear-aic-ceann,Meer 
der Vorgebürge des Münncr- 
Stammes genannt hätte? 
4) Parsis, Parthia etc. 

Achaemeni P. Aic-amhan-ih, V.öl- 
ker des Fluss-Stammea , nach 
Duor-ain, ursprüngliche Tura- 
nier. 

* Tigris FI. Teth-gris, pr. Te- 
grte, Funken der Hitze. 

Oroatis FL Or-eat-uiag, alter 
Gold fluss. 

Bagrada Fl. Bag-radha, Bogenfluss 
des Bag-Gehürges (Bagrades hl 
Libyen). 

ftrisoana Fl. Bir-eis-amhan, Strom 
der Queilen-JÄenge. 



Grants FJ. Griaii~*aag, Sonnen- 
Fluss. 

Susa, wohl nun Bus, Umwand- 
lung von Gott, Chett, Chus etc., 
, der Hirte, alles dies« ans Cos, 
der Fuss. (Aueh In Aegypten 

- Sa«, So», der Hirte).' 
Cossaei P. nach jenem Cott aiu 

Cos, Cos-ib, Hirten-Völker, »ie 
geben sich weniger mit Feld- 

r bau ab, als Paraetaceni. Strabo 
XVI. 512. Semiten kehren in 

. die frühere Senar - Heymath, 

- »ach iMag*enar,Mesene, zurück, 
und bilden da die drey Kasten: 
der EUmais; der Edelu, Chal- 
daei, Priester und Gelehrte, «od 
Cossaei, Hirten. Eine Krieger- 
kaste, Chatae, frey lieh durften 
nie auf den »wa Assyrische* 
Boden' nicht mitbringen.. 

Elimais B.EMm-eis, Mengen der 
hohen Gewaltigen, El-im-a, 
Hochberge der Gewaltigen. Kli- 

. mais magna ex parte aspern. 
Strabo XVI. $1S. 

Paraetaceni P- Bar-eata-ceani-ih, 
Völker der aussersten Althöhen. 
Gentes montanae. Strabo XVI. 
512. Paraetaceni —asperis mon- 

; Uhus freii. Strabo XV. ö03. 

Passagardas, Pasargadas, Bas-ar- 
gardadh, Garten unseres Kö- 
nigs. Cyri sepulcrum in h o r t o. 
Strabo. Wohl schon Iranische 
Urgründung, wje 

Ecbatana, Eacbathas-ain , beilige 
Pferde der Könige, und 

Hecatom - nvlog Parthiae, so we- 
nig den Griechen «iBuscbreibes 
als Hecatompylos des Libycus; 
Eac-eat-on, Sonne der altes 
Pferde, alte Sonnen-Pferde. 

Aracia Ins. Ar-aic-i, Insel des 

. Er-Staauns. 

Garamania* Car-amhan-ia, Land 
des Felsflusses. 

Isatichae, Zuthi P. Sagiot-U>, 

. Pfeü Völker, Skythen. 

Sarus Fl. Siar-uisg, West-Fliiss. 

Ogyris Ins. Og-ur-inia, Og-ur-th, 
Insel des jungen Feuers , junge 
Feuer-Insel, vielleicht videaui- 
sche Neugeburt. 

Tyrrina Im. Tir-inie, kattd-IweL 



— «15 — 



Camfeene WU Cemfts-ata, MKge 
Sonne (Media und Armenia bis 
flsnai Araxes, früher iategrtren- 
de Theüe Irans, unten im Ard- 
mieaa-Reictt Naois aufgeführt). 
O Assyria. 

* Assyria R. vom Skythen: Eis- 
Soir, Hänfen des Ostens -ge- 
nannt, 

Calaehene R. Cal-aic-ain, der ver- 
schlossene ehrwürdige Stamm, 
ehrwürdige Grana-Stamm. 

Adiabene R. Ad-Dio-binn, Gott 
geweihte Felssnitnen. 

m. Magh-dan-iath, Mygdonia, 
Mesopotami*. 

Mygdonfn R. Magh-dun-ia, Ebene 
nnd Hiigel*I*nd. 

*Ku*hrntesFl.Affridge-eis, Wei- 
ieuhanfen bildend , schnell auf- 
schwellend« 



Careemis, Cathaür, m\ Car-Ce- 

mas, 8onnenstadt* 
* Senar,' Mesene, Magh-sean- 

aithair, pr. Masenar, Ebene der 

AKväter. 
Marias M. Mass-nisg, Einignng 

der Gewässer. 
Hatra, Eider-a, zwischen Bergen, 

in media solitudiae, Ammian. 

XXV. 26. 

IV. Gabh-tur, Cappadocia. 

Cappadocia , "nnölD Kaphthor , 
Gabh-tur, pren. Gaftur, gabel- 
förmig dnrehschnittenLand durch 
Tannis nnd Antitaurus. 

Halys Fl. Saill-uisg, Salzflus*. 

Mazaca, wie das Masaca Indiens. 

Argaeus M. Ar-ce t Er-Boden. 

Sanis Fl* wie der Sarus von Par- 
sis. 

Lycos Fl. Lus-ce-uisg, Flnss des 
Landtheils des Volks. 



Diese Iranisch -Skytliische Geographie scheint sich denn auch 
leicht an die des Vendidad anpassen zu lassen, und mag hier der 
Vendidad sogar da»« dienen, \§t seiner Reihenfolge der Wohnstatten, 
die Rngbewegnng lichter daraustellen und zu belegen, die ans der 
Erzählung des Kölns in den Cbronicles of Eri hervorgeht. Nach die- 
sen zieht der Skythe, Gaal of Sciot of Er, von der Linken des Son- 
ne**jUf)gaags , Oxns und Jaxartes, vom Osten des Caspischen Meeres 
Rtts T nnd bewegt sich nach dem Indus, also in der Raup tr ich tung ge- 
gen Süden. Im Anssug suvOrderst dem Meerufer, dem sichersten 
Führer folgend, mtiss er da nnerst über Sogdiana nnd Hyrcania sich 
ausbreiten, nnd über Margiana und Bactria den weitern Süd- vom 
Indus ab den West -Zug nach Tigris und Eupfarat verfolgen, den ihm 
jene Erzählung des Eeius anweist. Daraus entsteht der folgende Län- 
derdnrchsng nach Cfaronioles und Vendidad: 

1) Hyrcania. BRI-ceano, Er-Höhen, ERI-AIN. Im Vendidad der er- 
ste Site ERIENE-vedjo. 

2) Sogoiana. SAOl-CE, Saken-Land. SIOC-CE, Frost-Land. Ven- 
didads nweyter Sife, SOGH-do. Ariman und. seine Fliegen, Frost 
»od Schnee, bringen den Heerdem Tod, machen der Viehweide 
ein Ende *). 

3) Margiana, noch ans Meer granzend, auch hier durch jenen gros- 
sen Wasserablauf vielleicht erst gebildeter MOIR-ce, Meerboden, 
Vendidads dritter Sit» MOOR-e. 

..*} Offenbar, und nach Ormuzd eigener Beschreibung seines Früh-Eriene, 
ReUurt unter die Gegensätze gut und böse, Tag und Nacht, I/teht und Dunkel, 
"» denen Ormuzd und Ariman einander gegenüber stehen, auch Sommer und Win- 
***• Da sind Arunans Fliegen gewiss nichts anders als Schneeflocken. 



— 916 — 

4) Bactrim». Es war BAC-an', Thuraagel, BACH-al, Stufe, Thiir- 
land siini weitern Südzug unter Absais Fabaen. Im Yendidad die 
vierte Seegens-6egend, BAKH-di der grossen Fahrt, des grossen 
Zugs. 

8) Nun trifft der Zug die Niederung, eininsularisch Bbenlaud, um 
den Aria~See ausgebreitet. Da mögen nach Nisaei P. und Nisa 
am Meru wohl auch Nisaei Campi gesucht werden dürfen. Den 
Stamm, den in früher Urzeit Absal, nothwendig durah diese Ge- 
gend, zum Indus geführt hat, nennt Bolus: den Stamm Nasi. 
Nas-i heisst wörtlich: Insel des Todes, und Nesa heisst im 
Zend: todter Körper. (Kleuker III. 896.) So mag leicht jenes 
Mittel-, das Insel-Land zwischen lauter Hochbergen, jener Nasi- 
Sitz , die fünfte Wohnstadt, die des Ueberfiusaes, der reichen Nie- 
derung, das NESAE des Yendidads seyn. Hier aber, wo in Baal- 
Budh von Ballt, in den Sonnen-Pferden der Nisäen, im Sonnen- 
dienst des Meru sich das Entstehen neuer religiöser Ansicht ver- 
räth, wo der monotheistische, bildlose Glaube der Väter offenbar 
eine Aenderung erfährt, hier weiss auch der Yendidad von ver- 
damm! ichen Zweifeln, Arimans Werk zu erzählen. Schwerlich 
war der hier anhebende Meinungskrieg blutlos, und darum nannte 
den Sitz jenes Stammes der Skythe: Nas-i, die Insel des Todes, 
aus dem das Nesae des Zend hervorgieng. Sicher gehören unter 
jene Gegensätze , Ormuzd und Ariman , auch Iran und Turan 
selbst, und dann ist unter den verdammlichen Zweifeln, dem Ari- 
mans Werk, im Munde Zoroasters nichts anders zu erkennen, als: 
Apostasie vom Glauben des Turaniera, des Ur- Ariers, Ari-man. 

6) Das Land wird auch übers Gebürge des Südens, bis zu den Nie- 
derungen des Indus ausgedehnt. Man giebt ihm den Ur-Namen des 
Yolks und es entsteht ein grosses AR-IA, Er-Land — Yendidads 
sechste Seegens- Gegend : hARoIu, wegen Volksmenge berühmt. 
Aber eben diese Volksmenge ist es, die den durch die ParopanU- 
sischen Eishöhen, Bar-bon-uisg, verkümmerten Fruchtertrag 
fühlbar macht, und darum ist es die höchste Armuth, die im Yen- 
didad Arimam hier her bey führ L 

7 — 13) Es folgt nun die Ausbreitung den Indus abwärts bis Tapro- 
bene, und vom Indus westlich bis zu Nieder- Tigris und Phrat. In 
diese Strecken würde der siebente bis und mit dreizehnte Ort des 
Yendidad fallen, die hier speciell-örtlich wieder aufzufinden schwer 
seyn möchte. Nur der zehnte: Herekheeti, als und aus: Kr- 
aic-eata, der Alt -Stamm von Er, scheint auf die ArJaces 
der Südwest Küste, die frühern Ariacae Inner-Skythiens, Ariakea 
Margianas hinzuweisen* Als Bezeichnung einer Regtmentsforui 
mag allenfalls der neunte Ort erkannt werden. Er heisst, nach 
Bhode, im Yendidad : Kheante, und Keanier (vielleicht wie Kajani- 
den, Kajamors, ursprünglich aus Ceann, Häuptling,' Cean-mor, 
ausnehmend grosser Häuptling) ist der Würdename der spfltern 
Herrscher in Iran. Auch die Raghia Taprobenes (Big, König, 
Riagagd, Königreich) mögen im zwölften Orte: Raghan erkannt 
werden dürfen. 

14) Nun am Tigris angelangt, entsteht nach dem Berichte der Cbro- 
nicles dort in Masenar die erste eigentliche und Hauptniederlas- 
sung. Dieser Name, wohl in Mesene, wie in Senar erhalten, und 
durch sie beglaubigt , scheint in seiner Bedeutung : Ebene der AH- 
Yäter, mehr geschichtlich, und einen ganzen liandstrich, die da- 
malige Niederung zwischen Tigris und Phrat, bezeichnend, ß* 



— »17 — 

wird alno der Scfclnss auf das Bestehen eines weitem eigentlichen 
Ortsnamens nicht unzulässig, dabey nur nöthig seyn, die specielle 
Ortsbeschaffenkeit der engern Niederlassung selbst nicht aus den 
Augen Kn verlieren. Kr, der Held, ist der Ur~ und Sammtname 
den Volks. Er Ist es, der offenbar in Höre nnd Sri des Zend, 
im Arier-Namen des Iraniers wiederklingt. Jenes Skythische Er 
•nnaiinrirt den Begriff von Manu , Fear, nnd mag selbst wohl ans 
diesen hervorgegangen seyn. Es fehlt nflehstdem nicht an Spuren 
der Sitte des Volks, den: M&nner, Fear -Namen auf seine 
Wohnsitze überzutragen. Weiter heisst: Ainn, der Ring, nnd be- 
Keichnei, auf Oertlichkeit angewendet, einen vollendeten Ortlichen 
Einsckinss. Einen solchen Ertlichen Einschlags durch Tigris- und 
Pbrat-Ctewasser bot die Stelle, an welcher jene frühe Niederlas- 
sung gelegen« Leicht kann daher jener Ceatralpunct des Helden- 
Er- Männer- Fear- Volks, bis ihn Eis-soir zerstörte nnd auf seine 
Zeltstiitten die Zwingfeste von Babylon erbaute, er kann in ört- 
• lieber speciellerer Bezeichnung den Namen: Fear-ainn, Ring, Ring- 
mauer, umschlossener Platz der Männer, getragen haben. Dann 
wäre dies Fear-ainn 'der vierzehnte Ort Vendidads, der der Glück- 
seeiigkeit, dort Ver-ene genannt, nnd treffend genug, und in Ein- 
klang mit jener Namensdeutung nnd Ortslage beschrieben, als: 
Ver, die Burg, weitJassend, und vierseitig eingeschlossen (Ainn, 
Herodots Viereck-Mauern Babylons) $ Ver, der Keim der Manner 
(Fear) und Weiber $ Ver, die grosse Burg von Wasser umgeben 
(Ainn), das sich in Strömen (Tigris und Euphrat) ergiesst; Ver, 
mit den immer fruchtreichen Goldfeldern (die Getreyde - Ebene 
Dura). 
15 u. 16.) Der fünfzehnte und sechzehnte Ort des Vendidad wurde 
dann in den Gegenden entweder nördlich zwischen Fear»ainn, Ver- 
ene, und Eri-ceann, Eriene-vedjo, oder nordwestlich in Mag-du- 
nia, Mygdonia, und Gabhtur, Kaphthor-Cappadocia gesucht wer- 
den müssen. Vgl. Rhode, Zend-Sage. p. 60. ff. Hieraus wurde 
ein dreifaches Iran entstehen. Das erste — unmittelbar nach dem 
Abzug aus Turan — das Eri-ene vedjo, skytbisch Eri-ceann, Hyr- 
canien, nach seiner Lage zugleich Iranisches Stirn -Land, Baden, 
und darum Heden des Iraniers. Das zwey te — nach Vollendung 
der grossen Ausbreitung, vor dem Einbruch der Tanasserim, Mor- 
genvölker, in Taprobene und am Indus, der Eis-soir, Morgenvöl- 
ker, am Tigris — das grosse Iran der Djemshids- der früh -Ira- 
nischen Zeit: zwischen Oxus, Indus, Phrat, und Araxes und den 
Meeren: Ferakh-Kant, Fear-aic-ceann, im Süden, und dem Zare~ 
kam, Moir-Cam, dem gekrümmten, im Norden. Das dritte — 
nach Iiosreissung des Indus-Landes, nach Verdrängung der Eis- 
soir-Zohakiden, und Irans Wiederherstellung durch Arbaces-Feri- 
dnn — das engere eigentliche Iran, mit vier Winkeln, von vier 
Seiten begrfinzt, zwischen Phrat, Araxes, Oxus, und den West- 
hergen des Indus, auch ein Stirnland, Eaden, Heden des Iraniers, 
ein Ver, vorne (an der Phrat-Stirne) wie hinten (im Tigris-Osten) 
von milden Herrschern (Keaniden, Ceann, Bas) regiert. (Rhode 
p. 76.) So wäre das frühere Ver Djemshids, das Masenar-Fear- 
ainn des Skythen identisch mit dem Babylon des Assnr-Belus-fiis- 
eoir, in dem, in Zohakiden-Assyrer-Zeit, Nimrod, Neamh-radha, 
das Firmament, der Himmelsbogen, den Chaldäern die Sternkunde 
lehrt, und PersepoUs dann ein jüngeres,' vielleicht erst nach der 
Zohakiden Vertreibung und hergestellter Iranisoher Herrschaft von 



— tl8 — 

Feridnft |tajf find i las V«r, tamr aber noch alt geang, am smKy- 
ro* Zeit dnreh sein AHer Karrwcht wm gebieten, und den peiiti- 
sobeh Frömmler in seinen Zwecken mi dienen. Rhode p. 81. 
Vor Verabschiedung des geographischen Feldes msss noch ein 
SeJtenbliek auf jenen berühmten Albordj geworfen werden« Die ge- 
wichtigsten Forscher der nenern Zeit haben fber seine I*age eine 
verschiedene, unter sich unvereinbare Meinung. Es kann hier nicht 
die Absieht, nicht die Hede davon seyu, Urtheil oder Entscheidung 
an füllen, aber der bescheidenen Aenssenng einer weitem «ad neuen 
Ansieht wird der Zntritt nicht verwehrt seynl Die neue Ansiebt 
gründet sieh «nf die nemo Ausdehnung, die , auf die ChronJdes und 
die darauf genanten Skytheegeschichten gestiftet, dem ältesten, einem 
•grosseren Iran gegeben werden musste. Vorzüglich Bhode'n verdienst- 
liehen Forschnagen ist es sn verdanken, dass* nach Sprache, Sitte, 
nnd mythischer Haaptansieht, aber Gemeinursprung and früheres Ein- 
voiksthum den Indern und Iraniers ein Zweifel kaum mehr obwaltet. 
Jener Ur-Sammt- nnd VeflEsqueil ist nnn im Hr-Skythen-Vefk des 
Rolus gefunden «nd geboten. Bolns weiss nichts von Iran, aber sein 
Kr- Volk verbreitet er über den ganzen Iranischen Boden , nnd zu- 
gleich die Indas-Gegend, von der die geogr aphi sche Brforaehnag des 
«Ken Iran nur Venig Kunde nimmt. Da arasa es erlaufet sern, in 
Aufsuchung der Iiiegestatte jenes Alhordj nach den neu angewach- 
senen Indus-Boden mit ins Auge an fassen. Hier erbietet eich der 
Bern, der in seiner aiterthümlichen Celebritat wenigstens dem Al- 
hordj nichts nachgftebt. Alhordj ist Sonnenberg nnd Ormuzd-SiU, die 
Wohnung der Bonne und aÄer Planeten — nnd Mern ist der Bonnen- 
berg, der Götterberg, auf dem alle Planeten wohnen. (Rhode a. 1. 
p. 91.). Auf Albordj haust Mithra. (Rhode 02.) nnd Mern daakt si- 
cher seinen Namen dem Bamseritanisehen Mihir, die Sonne , und Me- 
lier, Mithra, Zend, und Mit hr, Skythisch, ist die Sonne. — Oben 
wurde dem Ormuzd~Orte Nesae der. Ursitz, die Heymath einer neuen 
Lehre angeschrieben, Nesae bey Nisäen- Völkern, bei Nisaiscaen Fel- 
dern gesucht, der Name ans dem Skythischen: Nas, Tod, denrZend: 
Mes , Neaa, todter Körper gedeutet — and hier an Mern glftaat das 
£>antbeoh des Hindu, er ist der Kernptinct alles Indischen Wissens 
und Glaubens, Nisaer sind seine Umwohner noch nu Alexanders Äeit, 
ein Nysa liegt bu seinen Füssen, «nd auch hier, in der Mern-Umge- 
taing, in Nisjnschen Feldern, wüthete einst Pestilenz nnd Tod. (Cel- 
lar. p. 863.). Soll da nicht in Mern der Albordj des frühesten Iran 
fttjemshids erkannt werden dürfen? nicht die Vermuthnng erwachen, 
dass, nach dem liosreissen des Indus-Landes nach Zohak-Eissoirs 
Einbruch, jenem Hochberg vom Baktrier in den Oxus-Höhen, vom 
Armenier, voranglich wohl dem westlichen Trans-Caucasier Skythisch- 
Armenischen Stammes, in den Bamincationen Caucasisch- Albanisch- 
Armenischer Hochberge, ein nener Pinto angewiesen worden? Ist 
übrigens die Stelle in Jeschd Mithra: Albordjs- Gewässer, nur mit 
Schiffen wm überfahren ; nach Moore nnd Sogdi Saamen bringend 
(Rhode p. 92.) , ist sie wirklich gewichtig genug, um vom Mern, als 
Albordj des Früh-Irans zurückzuschrecken? Indus ist doch wenig- 
stens eben so schiffbar als Oxus, von dessen Scbhtbarkeit die Alten 
schweigen. Wer steht dafür, dass in jener Stelle des Jeschd Mithra 
Moore und Sogen aar substituirt, der spätem engern Irans-Gränze, 
jenem verlegten Albordj angepasst sind? Steht sie doch sonst auch 
einem georgischen Albordj, wie sieh ihn Anonetil dachte, wohl kei- 
«eswegea im Wege, da dann Arages andX?aapis eh ea Meer dieGewäs- 



— #19 — 

SOT WN8 OCMMTglNMQ AlhsSMj« VN Oben! SO gOOsJpvst Sind, VaUnott 

nach Moore nad Segda au fetermhree, Ate din Wmmt des exus, 
überall der Baktrischea Berge. Wenn aber, wie wobt ausser Zwei- 
fel ist, nater Kare-tf erakb-Kand der Indische Oceaa verstanden wer- 
den muss, so möchte allenfalls Alberdjs Lage in Kieukers Send-Ave- 
sta III. 78. 76. /or genau genug besefoaaet angesehen werden dürfen. 
Jhwt ist: Hoeiadum €ebürg und Albordjs Abk&mmttag, er sammelt 
das Wasser der QneUea nnd des Himmels*), and ergiesst es mitten 
in den Zare-Perakh-Kand. Psg. 76. ist selbst mare-Fecaka-lüind 
Werk des Alberdj nach mittäglicher Seite — Arssnsw, 0end: Pal- 
Jast der Bache, Ard-uiag-ur, mkyth. Heehgewasser des Ur-Feners, 
ist da Zare~FerakhHKands Mutters.nell, der sieh mittäglich ans 
dem Afeboroj ergiesst. Kann da Albordj wohl wo anders gesucht 
werden, als entweder in den Quellhohea des Phrats nnd Tigris, oder, 
nach dem H*r£indu, den Indns Berge« des ZendVAresia, nad dem 
an FersJdi-Kand .erinnernden Sinns Oanthi 4er alten Geographie, wohl 
wahrscheinlicher in denen des. Indus, in Meru nnd seinen Naohbar- 
bergen? Kann er ja doch, als täglicher Ansganganonot der Himmels- 
körper dem Iranier unmöglich irgendwo anders als im Osten gelegen 
haben 1 So weit ^m geographischen Concordannen , nun auch zu de- 
nen aus Sprache, Geschichte, Mythus, Sitte und Chronologie. 

Zu den wenigen sprachlichen scheinen gerechnet werden au dür- 
fen: HORB, Herr, und KR, Held - KHEAK, KEAlf, aweifeHos Wür- 
dename des Herrschers v undCKANN, Oberhaupt, Häuptling— AVAN, 
Wasser, nnd AMHAN, pron. AWN, Fiuss — »ESA, todter Körper, 
und NAS, Tod — BUDH, Flnss, und BADHA, Flu» im bogenförmi- 
gen Laut Hieher möchte, aumal in SmtpMnoJrnng der breitern Zend- 
Worte an die einfacheren Lnutformen der Skythen -Muttersprache, 
weiter gehören: BN, ENE und AIN, heilig, ehr- und preisswürdig — 
EETI und RATA, alt — HBDBN und BADEN, Stirne, das Vorlie- 
gende — VER und FEAR, Mann — ZEBVANE AKRRRNR und ER~ 
AIN-AICR-ER-AIN, als ursprünglich Skythische fainreeationslormet: 
heüiger Held, heiliger Stamm-Held, heiliges Kr(Volk), heiliger Er- 
Stamm — KHOBE ME2DA0, und KR -M ANS -TA, hier der Held, hier 
Er in Vollkraft — AVESTA und F08EATA, Alt-Licht — vielleicht 
selbst das an so vielen Puneten der vermutheten Ausbreitung des 
Volks, Sindus, Singe, Siagaus, Tschend etc. wiederkHngende ÄEND 
imd SGEIND, bald ruhig, bald stürmisch bewegt, das ge- 
treue Bild des WeKsuglenreiks und seiner Schieksalel Auch der 
Grund der so häufigen Zweifel über die Reehtdeutang des oben so 
häufig vorkommenden Worts: Sur, scheint sich aus der Skythen- 
Sprache des Iren au erbieten. Dort bedeuten die beyden, nahe in 
Sur zusammenklingenden Worte: Soir und Siar, jenes den Osten, 
dieses den Westen. 

Eine geschichtliche Coacordann zwischen Chroniolee, Kend, In- 
dus~Sage i und den 4aeschiehtsdaten der Alten , und in gewisser Hin- 
sicht selbst der. Genesis scheint sich in der Zobaks-Episode au erbie- 
ten. Das vor- Armenische -Skythenreich der Chronicles, das von Ma- 
senar-Mesene, das frühe Iran Djemshids, das Babylons-Reich der 
Geschichte, ein frühes Reich auf Vaprobene, und am Indus, erliegt 
einem fremden Eroberer. Bey Bolus ist es Eis-Soir, das Morgenrolk, 

*) Eine sonderbare, wohl merkwürdige Concordanz m Sprach-Siite swi- 
scaen Zend und Irisch bietet der Regen. In Zend heisst er: Men-goher-as- 
man .wörtlich : Himmeis-Perlen, Im Irischen: Im-bior. wörtlich: Rümnels-Was* 
"w>Hmwi»kH2uaH* . 



- SM - 

I» Zend Zobak, der TuUi f viefleichft neh Ta-soir, Wer OstrBHter, 
am Indus Tanasserim, Taa-eis-sotr, Morgeavftlker-Land , In den be- 
schicktem Assur, den Hesekiel des Morgenländer nennt, der jenen 
Frührcieh, bey Justin Ninus, der dem 1 WOjährigen Skythentribot ein 
Rode macht. Nun wird Zobak von Feridun, dem Zögling des Schmied« 
Gao (Fear- dun, Mann des Gebürges, Fear-duine, der Mann 
er-selbst, das Männer-Volk, Gou, der Schmied) das Assy- 
rer-Reieh durch Arbaces und Betest« überwältigt, nnd vielleicht sind 
es Trümmer jener So Ir- Völker, Zohakiden, die den frühem Soir-ce, 
Serien, den Boden der Ostheymnth wieder suchen, und dort in El- 
nbinstones Afghanen-Königen von Sohaks Geblüt, in den Fürsten 
von Chor des Afghanen-Stamms der Snrier, in den Snriern der 
Wüste Kohl, vielleicht auch in Suren und Asnr in Tibet und Kopi 
wieder erkannt werden können. 

Aus diesen historischen entwickeln sich denn auch chronologi- 
sche Concordansen , in denen vorzüglich Zend-Sage nnd Chronicles 
sich einander gegenseitig unterstützen. Sind jene Sohakiden nnd Su- 
ren von Afghanistan, Kobi, nnd Tibet, und die Tadschik« Elphinsto- 
nes würklich Zöliaka- und Tazi-Trümmer, so rnuss wohl über Iden- 
tität des Einbruchs von Eis-soir der Chronicles, und dem Zohaks des 
Zend aller Zweifel schwinden. Dadurch stellen sich denn auch die 
weitern Hauptpuncte der Zend-Sage chronologisch ziemlich fest. Sie 
sind: die Zeit Feriduns, nnd die Zoroasters. Aber auch die zwey 
Festpuncte der Chronicles über Eissoirs und Anquetfls über Zoroa- 
sters Zeit, dort über die annehmbare Dauer des Assyrer-Reichs, hier 
über die Geschlechtstafel Zoroasters, sie führen abwärts und auf- 
wärts auf eine und die nämliche Zeit für Feridun. Um in der bekann- 
ten Geschichte chronologisch für jene Daten festen Fnss zu lassen, 
scheint daher alles anf Feststellung jener Zoroasters-Zeit zu beruhen. 
So viel ist gewiss, dass hier nur von einem nacb-Feriduniscben Zo- 
roaster die Rede soyn kann; fällt daher Feriduns Zeit noch in den 
Bereich des geschichtlichen Zeitalters, so muss auch Zoroaster die- 
sem anschüren. Anquetil bey Kleuker III. 5. durch sattsam gewich- 
tige Gründe unterstützt, lässt Zoroaster um 650. v. Chr. auftreten, 
und für diese Zeit scheinen auch sonstige bekannte Geschichtsdaten 
zu sprechen. Offenbar weht in Zoroasters Lehre der Geist eines 
wiedererwachten Ehmals, Glaube und Lehre und Volksform früher 
Väter, nun in ihrer neu erstandenen Kinder-Gemeinde, in einem ver- 
jüngten Iran wieder ins Leben gerufen. Kann die Persische Ge- 
schichte irgend einen Zeitpunct aufweisen, der treffender dem dort 
unterliegenden Bild entspricht , als eben jene Zeit um 650. v. Chr. ? 
Schon im Sturz Sardanapals , unter den Mauern Ninives hatten sich, 
nach Ctesias-bey Diodor, Meder, Bactrer, und Chaldäer, dieser nicht- 
Assyrer, nur Vorstand des Assyrers Babylons im Beins- Tempel , im 
Rathe und im Felde, lauter Elemente der früherem Herren im Iran 
Djemsbids, sie hatten sich dort wieder zusammengefunden und geeinigt. 
Es folgte eine Zeit getrennter demotischer Sonderherrschaft von Sa- 
trapen und Volksstämmen (Herodot * und Diodor) bis , mit Ausschluss 
Babylons, sich alles um den Thron des neuen Meder-Reiobs sammelte. 
Nun erhob sich aus dem Mittel der Perser-Hirte, und stürzte den Me- 
der-Thron zu Boden, und bald erstand das alte Iran, Parsis, Baby- 
lon, das Iranisch -Skythische Verene-Masenar, Bactrien und Medien, 
alles wieder unter einem frommen Djemsbids -Sohn vereinigt Es 
herrscht dort seit 500 v. Chr. Cyrus, der Achämenide, aus Djemshids~ 
Feriduns Blut, aus dem auch Zoroaster entsprossen, et herrscht über 



Vtilker eines Untaams, einer Ursprache, aber aus dem Druck mehr 
als lOOOjäbriger Usurpation mit wo nicht verschwundenen, doch ent- 
stellten, serklittetten , kraftlosen National-Typus hervorgehend. Da 
laset eich von Cyrus, wie ihn die Geschichte malt, gewies ee laset 
eich von ihm , und der damaligen Lage der Dinge, zumal bey seinen 
Absichten auf das der Restauration allein noch fehlende, zugleich mit 
dem Schwerdt und mit der Meinung zu bekämpfende Babylon, es lässt 
•teil erwarten, dass da alle früheren, die Kraft gebenden und stäh- 
lenden Binde- und fiinigungsmiUel, Sage, Geschichte, Glaube, Lehre, 
Gesetz, Sprache etc., wie sie das einst gewaltige Bin- Volk, von Er, 
Irans Helden, die Artfier, verbunden und umschlungen hatten, eifrig 
wieder aufgesucht und hergestellt wurden — und diess gewiss war der 
wahre Boden, aus dem ein Zoroaster und eine Zoroaster-Lehre, wie 
wir ihn und sie kennen, fast nothwendig hervorgehen musste, und so 
wird Zoroaster dieser Zeit angehören müssen, weil es ausschliess- 
lich diese Zeit ist, die sich eng an den Geist der Zoroaster- Bücher 
anschliesst. Schon hieraus ergiebt sich, dass da weder vonCyaxares 
noch Darios I. die Rede seyn kann. Dort keimte erst die Wiederher- 
stellung Irans, hier blühte sie als längst schon vollendet. Cyaxares 
von 635 bis 505. v. Chr. lebte zu früh, Darios von 622 bis 488. v. Chr. 
zu spät. Ob nun unter Gustasp Cyrus, oder sonst ein gleichseitiger 
Iranischer Grosser (vielleicht Hystaspes, als Satrape in Bactrien, wäre 
es sonst mit dem Gustasp des Zend vereinbarlich) gemeint und ver- 
standen seyn mag, wird als ziemlich gleichgültig unentschieden blei- 
ben dürfen: so viel aber ist gewiss, dass die Geschichte von einem 
Baetrischen Sonder-Reich zu Cyrus Zeit nichts weiss — dass sie nur: 
Cyrus in Asia, kennt — und dass es Cyrus ist, von dem Xenophon 
erzählt: unter ihm seyen zuerst die Magier eingeführt worden, er 
habe von nun an den Gattern nach der Weise geopfert und gedient, 
welche ihm von den Magiern angegeben worden, und seinem Bey- 
spiel hätten hierauf die übrigen Perser nachgeahmt. Cyrop.VULl.B8. 
nach Creuzer I. 67». not. Jener Zoroaster von 550. v. Chr. nun 
stammt in der fünfzehnten Generation (Kleuker III. 7.) von Feridun, 
dem Verdränger Zohaks ab. Dies giebt für Feridun und Zohaks Ver- 
treibung die Zeit um 1050. v. Chr. Zohaks Reich aber muss mit dem 
der Assyrer der Geschichte dann wohl identisch seyn, wenn das Ende 
der Assyrer-Herrschaft geschichtlich in die gleiche Zeit fällt. Da 
kommt es auf die jener Herrschaft zu gebende Dauer an. Auf 2222 
v. Chr. setzen die Tafeln des fleissigen und gründlichen Lenglet die 
Fresnoy p. 7. die Zeit des Beins, des Gründers des Assyrer-Reichs, 
und auf 2244. v. Chr. fällt nach Eolus die des ersten Einbruchs von 
Kissoir. So mag diese Zahl des Kölns wohl als jener Reichsanfang 
angenommen werden dürfen. Ueber die Dauer, bey den vorliegen- 
den, überall unter sich abweichenden Angaben Herodots, Justins, Vel- 
lejus und der Chronologen, verdient wohl ohne Zweifel Diodor, der 
aus Ctesias schöpfte, vorzüglich gehört zu werden. Aber auch er 
stellt die verschiedenen Angaben von 1400 Jahren und 80 Generatio- 
nen, also 1000 Jahren neben einander. Da wird wohl im Mittel von 
circa 1900 Jahren die Wahrheit gesucht werden müssen, Hm so mehr 
da auch die 86 Könige des Eusebius gleiche Zeitdauer liefern. Hier- 
nach fiele dann: 
Zohaks Einbruch in Iran, Belus-Assura in Babylon, Tanasserim in 

Ceylon, Eissoir in Masenar in 2944. v.Chr. 
Zohaks Vertreibung, Feridun* Zeit, Sardanapals Tod, in 1044. 

v. Chr. und 



— *9t _ 

s^raasters xM Gustasps Zelt, ftnücta Genwrutioiie* -- «KT Jahre 

nach Feridutt in 544. v. Chr. 

Und auf diesem Wege erhielte tun auch die Regenteafblge der 
Zend-8age seil Feridun und bis an Secaader» Tod, also bis m eine« 
freylieh hochwichtigen Wendepunct Persischer Geschichten, der Rpe- 
ehe, aus der die Wiederzerstückelung des kam« zusammengebrach- 
ten Iran, die leiste Stunde des letalen Iran hervorgeht, sie ertlUt ia 
den anerkannten ehronologiscben Geschichtsdaten eigentlich histori- 
schen Werth vnd Haltung. Nach Rhode p. 94«. waren zwischen Fe- 
ridnn und Seeanders Ted 898. Jahre verstrichen. I#asse man nun 
Feridun, der 1044k v. Chr. Zohak überwältigt, die Grossthat noch 
88. Jahre überleben, so fülle sein Tod tat 1016. v. Chr. und der Se- 
eanders in 884. v. Chr. eben so genau in die Zelt, die die Geschichte 
dem Tod Alexanders anweist , als die Gostasps — Zoroasters nvft der 
geschichtlichen des Cyras zusammenfallt. Im Allgemeinen wird daher 
Coneordana «wischen Cbronielee, Zend*8age, und sonstiger Geschichte 
Im chronologischen Felde nicht verkannt oder gelfiugnet werden klo- 
nen. Aber Rhode hat Zweifel gegen die Identität von Gustasp und 
Cyauares, und alle diese Zweifel müssen bey der hier entwickelten 
Ansicht wieder lau« werden« 

Unverkennbar, nnd p. 186. selbst gestanden, liegt jenen Zwei- 
feln Vorannabme und Glaube an eine frühe und vorhistorische Zelt 
Zoroasters znm tiefste« Grunde, nnd die Zweifel gelten woniger der 
Zeit, im b e s onde r n die Anouetil Zoroastern angewieses, als vielmehr 
überall der Annehmbarkelt irgend einer der Geschichte gehörenden, 
chronologisch feststellbaren Zeit jener Daten der Zend-Sage, sonst 
wohl möchten sie aus Rhede's Feder leicht schlagender hervorgegan- 
gen seyn. Eben so unverkennbar aber, und- eben so gestanden sind 
es, neben geographischen, selbst ethso-pelitiechen, »um Scbluss auf 
ein bestimmtes, ausgeschiedenes Volk berechtigenden, auch histori- 
sche Elemente, die h&uftg aus den Zend-Büchern hervorleuchten. Ist 
der Versuch erlaubt den geographischen Thefl ins Leben na rufen, 
weil die alte Geographie dazu das Mittel bietet, ans dem ethno-politi- 
schen auf ein bestimmtes Volk hinsuscMiessen, weil es an Criterien 
su Voskerausscheiduug schon in jener frühen Zeit nicht fehlt — wa- 
rum soM e* verwehrt seyn , da wo , nnd weil die Weltgeschichte die 
Hand bietet, auch den historischen Thett gleichem Versuch ara unter- 
werfen? Jenes Theils Grundthema ist: ein würkHches, nicht Mo» 
phantastisch-ideales Friihreich, periodisch unterdrückt, dann wieder 
hergestellt. Die Altern Festpuncte sind: Djemehid und Ho in, die jün- 
geren, schon genealogisch-chronologisch an einander gekettet, Feri- 
dun und Zoroaster. Jenen gehurt das Friihreich, diesen die Perioden 
der Usurpation und Wiederherstellung. Den loteten, wird eine, wenn 
auch gebrechliche, Stütze geboten, nm daran in der wirklichen Zeit 
wurzeln au können. Warum mussdle Stütae ohne weiteres als un- 
nüu weggeworfen werden, Mos wefl es nicht gelingen will, auch 
den, altern- Ptoncten gleiche Stützen an bieten? Warum sollen sie 
s&funH£ch ins Meer des Frühdtmkels nurückgestossen werden, wefl 
die Fackel der Geschichte es versagt, auch jene früheren Puncto zu 
beleuchten? Mag doch Djemsbid und Hont In jenem Dunkelmeer 
schwimmen, so lange ihnen die Geschichte festen, trocknen Boden 
nicht bieten, kann. — Ferfdun mit Zohak, nnd Zoroaster aber, sie 
müssen der Geschichte eingereiht werden dürfen, eben wefl es mög- 
ltoh ist* sie- dörte* eismremen, — Und so wir* dm Bmuptgrundlage 
jener Zweifel hier und so lange nicht au furchten seyn, al» emefrü- 



— ttt — 

t 

here tmd vorMsfttfsthe Zelt eines Zoroaster* de* Jutfnennfen Gene- 
ration nach Feridun , als nothwendig ans den Zend-Büehern hervor- 
gebend , nicht nnnmstbsslioh erwiesen ist. — Die Zweifel selbst dre- 
hen sich hauptsächlich: 
«*> lim das Schweigen der Zend-Büchcr ober den Untergang des Aj§- 

nyrer-Reichs; 
bj um das Vermissen aller -Spur einer jbu Cyaxares Zeit doch schon 

längst eingetretenen Trennung des Meders von Perser; 
c> um das Nichterw&hnen Ninives und Babylons; 
«i> nn das ans den Zend-Büchern hervorgehende Bild des sittlichen 
und geselligen Zustandes des Zend- Volks, unter völliger Ver- 
schweigung des gebildeten Meders des Cyaxares, nur auf den ein- 
fach frithalterHchen Hirtenstand hindeutend; 

e) um die dort durchleuchtende Kenntnis» der Metalle und ihrer Be- 
arbeitung, die sonst geschichtlich dem Baotrer zugeschrieben wer- 
de f endlieh 

f) um die dem Cyaxares, kann vcrmetdlich, ananwetsende Residenz 
zu Rebatana. 

Der bedeutendere Thefi dieser Zweifel mag" wohl .im- Obigen 

schon seine Erledigung gefunden haben. Sotheüs in Wiederholung 

ergiebt sich darauf die folgende Antwort: 

Zu. a) In Feriduns Sieg über Zoaak , war in den Zendbücbera der 
Sturz der Assyrer wirklich angedeutet , und wohl- nur Genüge 
gefeyeri. 

95a ö. c} der oben supponirte Zweck der ganzen Berufung Zoroa- 
aters erklärt und rechtfertigt jenes Schweigen. Cyrus, im Her- 
vorrufen der neuen Lehre des alten Glaubens, errang naeh Volks- 
kraft in Volks-Einheit, nach Herstellung des alten und einen Iran. 
Der Zohaks-Zeit gehörte die Scheidung des Meders tos* Perser, 
wie das Entstehen der Assyrischen Zwingfesten, der Metropolen 
von Nünve und Babylon, Da nvusste das Verlöschen aller Erin- 
nerung an jene* Usurpation und flire Folgen ihm als' Mittel xu sei- 
nem Zweck erscheinen, und darum mussten Zoroasters Bücher 
über jede Trennung und Scheidung im Iranischen Sammt- und 
Kiavolk , wie über Nünve und Babylon, alles aus jener Usurpation 
hervorgegangen, völlig stumm bleiben, und sich an dem Act: Zo- 
hak und Djemshid, und Zoaak und Feridnn genügen lassen. 
Zu d) Der Früh-Iraaier war Hlrte, und überall galt es hier Hervor- 
rufen und Rückführung des Frühzustandes — andern war es der 
Perser , der damals an der Spitze der Iranier stand, und er war 
mehreatheil* noch Hirte (Herodof) wie seine und die VÄter seiner 
Stamm - nun Reichsgenossen — da musste wobt das Zend-Buch, 
vom Perser-Cyrus dicttrt, so den verfeinerten Meder, als den 
grübelnden, tiefgelehrten Chaldaeer vergessen, und das Bild des 
Birtenstaades vorgelte« lassen. 
Z« ej Der Ruf des Bactriecbeu Goldschmieds,, es ist wahr, er datirt 
schon ans grauer Ninas-Zeit (Dfteder) — aber auck Feriduns Pa- 
nier war Sao, des nickt Bactrischen Schmiedes Schurzfell, schon 
am Da**, im Norden, ans dem auch der Baktre ausgesogen, schon 
dort hausten Ass-iotae r gewaltige Schmiede, über einen- Cauca- 
sus, Gou-Casaa, Schmieds-Pfad, waren Schmiede nun» Indus ge- 
nügen, und Oattben, Gal-HMk, Bergiente in die Minen Taprobe- 
nes. So war die Kunst Dicht Baktrisefa Sondergut, sondern sie 
gekürte überall dem Sammtvolk des vom Norden eingesogenen 
Ariers r de» aoeh Massagete, Partner, Bkytto, mit den» Gold- 



— SM — 

schmuck in Wafta, Lyder (Herodot I. 94) und Perser, mit Weth- 
geschenken und Gold - und SUbermünsen, Eunda, der Skythe in 
Brt zugehört, der schon vor 400 ▼. Chr. dorten Silber mit den 
Hirschzeichen prägen lässt. (Siebe Chron. II.). 

9Ea f) Der Grund der Zweifel an* Cyaxares Ecbatana-Residenz kamt 
nur auf der Vorannahme einer Bactrischen-Residenz Gustasps be- 
ruhen. Diene tat aber wohl schwerlich in irgend einer Stelle der 
Zend-Bücher deutlich und zweifellos bezeichnet. Uebrigens trifft 
der Zweifel die hier entwickelte Ansicht wenigstens insofern nicht, 
als hier Ecbatana nirgend dem' Cyrus nur Residenz angewiesen 
ist, wie sie denn mit Wahrscheinlichkeit auch wirklich nicht da- 
für wird angenommen werden können. 

Xenophons Cyrus Resldensenwechsel «wischen Babylon, Sosa 
und Ecbatana gehört offenbar der spätem Cyrus -Zeit. Sonst 
schweigt die Geschichte darüber, und bleibt da nichts als Argu- 
mentation, wenn es gilt ihm eine standige Residenz auszumiUelo. 
Ecbatana war zwar nach Herodots bestimmter Angabe Residenz 
des Cambyses. Aber Cambyses Zeit und die seines Vaters, voa 
der sich hier redet, waren himmelweit Ton einander verschieden. 
Hier um 550. v. Chr. erscheint Cyrus noch als Mitregent mit sei- 
nem, ihm wohl billig immer verdächtigen Gross vater, dessen Re- 
sidenz sonst Ecbatana war. Sie war Medischer Königssitz und 
Cyrus war Perser. Nur Sorglosigkeit und Stumpfsinn, gewiss 
nicht Seelengrösse würde es verrathen, wenn Cyrus jenen Astya- 
ges und sich selbst dem Hofschwarm und natürlich den Anhängern 
des alten Regiments überlassen und anvertraut hätte. Öicher hauste 
Cyrus nicht in Ecbatana, und sicher musste er es bedenklich fin- 
den, Aslyages ferner dort wohnen zu lassen! Erzählt doch Ju- 
stin, bestimmt: dass Astyages der Rüekkehr in sein Media 
entsagt, und vorgezogen habe, in Hyrcanien seinen Satrapensite 
aufzuschlagen. Da bleiben Susa, Persepolis und Pasargada wohl 
allein zur Wahl übrig. Soll Herodot, Strabo und Plinius io ih- 
ren mehrfachen Angaben über Susa in Einklang gesetzt werden, 
so wird diess kaum anders als in der Annahme geschehen köonen: 
dass es erst Darios, Hystaspes Sohn, gewesen, der dorten die KÖ- 
nigsburg erbaut, Susa zu seiner Regia erhoben habe. Nach Per- 
sepolis war Cyrus siebenmal gewallfahrtet (Rhode p. 83.) , dort 
also darf seine Residenz nicht gesucht werden. Da bleibt nur Pa- 
sargada, und dieses ist es, für das mehrere Gründe sprechen. Per 
Fiuss, an dem es lag, erhielt den Namen: Cyrus, und dort, im 
Garten, errichtete er sein Grabmal — er war Achamenide aus 
Djemshids Stamm, als solcher Pasargade, und da war Pasargada 
seine eigentliche und rechte Heymath — dort hatten die von ihn» 
berufenen nächsten Umsteher des Throns, die Begleiter der Maje- 
stät, seine Magier, einen eigenen festen Sitz — und schon die 
obige Namensdeutung von Pasargada , wohl richtiger Pasargarda, 
als Bas-ar-gardadh , Garten unsere Königs, muss wohl die Wahl 
auf Pasargada lenken. Und auch in den beyden letzten Orten er- 
bieten sich neue Gründe für die hier vertheidigte Ansicht. Perse- 
polis, Feriduns heiliger Männer-Ring, Fear-ainn, Ver-ene, das 
hehre Wahrzeichen des von ihm niedergekämpften Zohak — das 
Nachbild des ür- Ver-ene Djemshids, des entweihten, in dessen 
Viereck-Mauern die Assyrische Taube genistet hatte — es war in 

> Meder-Zeit vergessen, vom Restaurator wieder zu. Ehren gebracht, 
durch ihn Feriduns Andenken und HeÜigUuua wieder hergestellt - 



iPer- 

i sind 
*uben 



<*urcli 

* Zo- 
Äura- 

* der 

fcwei- 
ö an- 
Ölker, 
enden 
& Da- 
«ne- 
unter 

BMUB 



l 



eine 
vom 



bis. 

* Chr. 

* Aus- 
tterr- 
• — die 

* *ny- 
^>iese 
. **icht 
■ von 
^ nur 
f**nem 
*->- ist 
^*aden 

**rda- 
S»iaks 
**l>er- 



Ubu,, 
"nuer 



•ioaor 
«rieb, 
?t im 
Über- 

1 xveil 
J» Und 

^fiind 
1 eine 



eigene Aera hervorgerufen. Gewinn war die Unrwälzung, die mi dem 
seit Beieste, den Chaldäer, mehrhundertjfthrigen demotischen Regiment 
dort in Babylon, dem ältesten Kenigsboden der Welt , eine wiederauf- 
lebende Königsgewalt hervorgehen iiess, gewiss war sie an sich schon 
wichtig genug, um eine neue Aera su begründen. 

8) In der nächsten Zeit nach dem Sturze des Assyrer- Reichs 
bis zum allmäbligen Entstehen Modisch -Panischer ued Neu-Assyri- 
scher Könige von Ninive und Babyion ist hier den Angaben Herodots 
und Diodors, die demotische Zwischenregierungen berichten, — in 
der Modischen Königsreihe selbst Dioder, nach Ctesias — sonst in 
den Jahresangaben den Lengletschen Tafeln gefolgt — überall aber 
vom Festpuncte; Cyrus 586. v. Chr. in Asien, aufwärts gerechnet. 
Per Vorzug, der hier Ctesias gegeben Morden, wird einer eigenen 
Apologie nicht bedürfen. Er schrieb in der Nähe von Cyrus Zeit, am 
Orte, der den Begebenheiten zum Schauplatz gedient, und schöpfte 
seine Nachrichten aus Archival- Quellen, die wohl schwerlich allge- 
mein zugänglich waren, während Herodot, wenn auch Cyrus Zeit et- 
was näher, doch aus der Ferne und nach Hören -Sagen berichtete, 
der'Unzuverlässigkeit der hier von ihm gebrauchten Quellen nicht zu 
gedenken, die schon aus seiner offenbar irrigen 520jährigen Dauer 
des Assyrer -Reichs hervorgeht; Larchers und Bouviers Ansicht: er 
habe darunter nur die Dauer der höchsten Blüthe jenes Reichs ver- 
standen, können die Angabe zum chronologischen Gebrauch doch 
nicht tauglich herstellen, da es immer noch problematisch bleibt, wenn 
jene Bliithezeit begonnen, und wenn sie aufgehört. Hingegen erhält 
hier Herodot und mit ihm Diodor und Ctesias eine bedeutende, zeit- 
her wohl nicht beachtete und unerwartete Stütze in der Bedeutung 
der Namen, die aus jener Zeit Zend-Sage und Diodor -Ctesias den 
Herrn in Iran und Medien beylegen, sobald die Sprache der Kr -Sky- 
then für identisch mit der Arier- Sprache der Iranier geachtet wird. 
Jene Griechen reden von Nicht-Königen, Herodot von einem Dejoces, 
der den Richterstuhl mit dem Königsthrone vertauscht, Diodor vom 
einem Arbaces, der mit Chaidäern und Baktrern im Bunde Sarda- 
napal stürzt, dann von einem Arbaces, des Madauces Vater, der die 
Medische Königsreihe eröffnet, und Bundehesch nennt, ungefähr von 
jener Zeit Feriduns anfangend, ein Keanier- Regiment. Wird dem 
allen die Sprache des Er -Volks untergelegt, wie sie in der des Iren 
noch heute fortlebt, so werden jene Keanier, wie jene Arbaces, in 
Ceann, Häuptling, und Ar-Bas, Arier-Vorstand, Pfleger, 
sämmtlich zu Volkshäuptern mehr demotischer Form, und entsprechen 
so völlig der Nachricht Herodots und Diodors. Fast noch auffallen- 
der sieht sich auf gleichem Wege die genauere Biographie des De- 
joces, wie sie Herodot liefert, durch Ctesias Königsreihe unterstützt 
und beglaubigt. Herodots Dejoces war, ehe er König wurde, gerech- 
ter und strenger Richter im Arier- Lande. In Ctesias Königsreihe 
fällt seine Richterzeit in die eines Fürsten, den Ctesias: Arbianen 
nennt. Bian heisst Strafe, im besondern Leibes- und Geldstrale, 
vom Richter erkannt, und so Ar- bian unbedenklich: der stra- 
fende Richter der Arier. Dejoces eigentliche Königsregierung 
weiter fällt in die Zeit des Artäus des Ctesias, und auch Artäug, aus 
Ar-taoiseach, pron. Ar-tausa, erklärt sich als Oberster, Lei- 
ter des Arier-Volks. So überhaupt scheint sich im eigentlichen 
Wortsinn von Bas und Tausa, Volksvorstand und Oberster, 
der Uebergang vom demetisehen zu einem mehr königlichen Regiment 
in den Namen Arbaces, Ar -Bas, und den um folgenden Madauces, 



- 227 — 

Artias, ArtÄusr M ad -Uns«, Ar-tausa, wohl demllMi deutlich 
erkennen* xn lassen. Nor der Name Aspadas, als. As-Batbas, A s - 
Bas, wie Astyages vom Nicht -Griechen, also Arier genannt wurde, 
scheint auf irgend eine Rückkehr snr frühem niedern Wurde des 
Oberhauptes hinzuweisen, vielleicht erst der Zeit seines Hyrcaniscben 
Satrapen -Amts zu gehören. Ueberall aber löst sich die scheinbare 
Divergenz von Herodot und Ctesias wohl In der einfachen Bemerkung 
Diodors: dass den Aspadas die Griechen Astyages genannt haben, 
und liegt dann der ganze Unterschied zwischen heyden Schriftstellern 
nur darin, dass Herodot seinen Meder- Königen die Griechischen, 
wohl eher Special -Modischen, Ctesias denselben die Medischen Arier- 
Namen bey gelegt. Beyde haben wenigstens gleiche Regierungsdanern. 
Aspadas -Astyages ist beyden der unmittelbare Vorgänger des Cyrus, 
heyden regiert Artabarnas — Cyaxares 40 — Artades — Phraorles 
83 Jahre, und die 53 Jahre des Oejoces theflen sich bey Ctesias un- 
ter Arbianes, den Richter, und Artäus, den König der Arier. Auch 
sonst erscheint Ctesias als Commentator Herodots. Wie Herodots 
Medische Königsgeschichte mit Dejoces anhebt, eben so ist Ctesias 
gleichzeitiger Artfius der erste Mederkönig, der bey Ctesias eigent- 
lich handelnd im Cadusier- Kriege etc. auftritt — wie Herodot Cya- 
xares in Skythen - Kriegen beschäftigt, eben so Ist es der gleichzeitige 
Artibarnas, der bey Ctesias mit Saken, die die Griechen Skythen 
nennen (Herodot) in Krieg verwickelt ist. Und so Ist es vielleicht 
Ctesias, der hier und in diesem Saken-Kriege, der dunkeln und ver- 
wirrten Nachricht Herodots das Licht des wahren geschichtlichen Zu- 
sammenhangs unterstellt. Von Saken -Kriegen des Cyaxares hatte 
Herodot gehört, von einem Kriege, der im Osten spielte, und Cyaxa- 
res von Ninives Belagerung zurückdrängte. Saken waren ihm, dem 
Griechen, Skythen, und für Skythen kannte er, der Grieche, keine 
andere Heymath, als Pontus- und Möotis- Küsten. Sollten min diese 
Skythen Cyaxares von Ninive verdrängen, so blieb nur das von He- 
rodot ergriffene Mittel: jene Skythen zur Linken des Caucasus im 
grossen Umweg zum Kriegsschauplatz des Obertigris hin sich bewe- 
gen zu lassen. Es lag mithin die ganze Divergenz zwischen Herodot 
und Ctesias einzig in der Marschlinie, die Herodot gezwungen war 
anzunehmen, weil er Saken nur als Skythen, und ihnen einen andern 
Wohnsitz nicht kannte als den Westen des Tanais. Auch Herodots, 
von keinem andern Schriftsteller unterstützte, 28jährige Dauer der 
Skythenherrschaft wird sich wohl in Ctesias mehrjähriger Daner des 
Saken - Kriegs aullösen, zumal sie schon bey Justin auf 8 Jahre zu- 
sammenschmilzt. Die Doppelerscheinung der Skythen Herodots, im 
lautlichen Buche einmal als Flüchtlinge gütig heym Meder aufgenom- 
men, dann mit grosser Heeresnutcht Cyaxares von Ninive zurück- 
schreckend , sie mag gern in einer geschichtlichen Doppelbegebenheit 
ihren Grund , diese eben jene Verwirrung in der Erzählung herbey- 
gefilhrt haben. Früher ein weniger bedeutender, von andern Histori- 
kern nur wegen der daraus entstandenen rhapsodischen Fehde zwi- 
schen Medern und Lydern beachteter Besuch transcaucasischer Sky- 
then, später jener Saken -Krieg im Osten. 

So werden die auf die Daten der Tafel einwirkenden Voraus- 
setzungen wohl hinlänglich beleuchtet und gerechtfertigt erscheinen, 
jjnd nun zu Aufsuchung fernerer Concordanzen -geschritten werden 
dürfen. Eine der gewichtigsten erbietet die Allgemeinheit der Zend- 
»prache und des Medern, Persern und Bactrern gemeinen Arier -Na- 
mens. Und Wer ist es der, da« ganze Beweiathema: der Identität der 

15» 



- M8 — 

Er -Skythen des Bolus und 4er Iranier der Zend-Sage erschöpfende, 
in überschwenglicher Beweiskraft glänzende Umstand, der obenan- 
steht: dass, nach Hesychtus. Herodian und Stephanus, jener Pener 
und Persergenosse unter seinem ArtÄer eben so den Helden ver- 
stand, als der Kölns -Skytbe unter seinem Kr. Bey völliger Gleich- 
beit eines Yolksnamens in Laut und Bedeutung, wie sie hier vorliegt, 
sollte da wirklich ein Zweifel über VolksidentitSt noch zu bekämpfe* 
übrig bleiben können? 

Weniger ergiebig erscheint die Forschung nach Spuren von Con- 
cordanzen aus dem Felde der hieratischen Ansicht und* der VoHts- 
sitte. Nur höchst spärlich sind die Nachrichten der Chronicles über 
Beligion, Glaube, Sittengesetz und Sitte jener Früh -Skythen, und 
doch schimmert auch hier Verwandschaft und Concordanz mit dem 
Iranier unverkennbar durch. Der Pischdadier gelangte durchs Ohr, 
auf dem Wege unmittelbarer Offenbarung zur Kenntniss . Ormuzds 
und seines Willens — gleichmassig erhielt der Skytbe am Anbeginn 
sein Baals -Gesetz durch Offenbarung („es redet da Baal mit den neun 
Baalpriestern am Anfang")? wenn auch schon Kölns an diesem Zwie- 
sprach zwischen Gott und Menschen Zweifel Äussert. Nächstdem 
hat die Skythen -Sprache In Iria ein eigenes Wort für den Begriff: 
des geoflenbarten Gesetzes, und wer mag es unter allen diesen zu- 
sammenwirkenden Umständen geradezu unmöglich halten, dass es je- 
nes Arier- Wort war, das mit zu den frühesten, langst vergessenen 
Elementen eines vorhistorischen, die erste Offenbarung entgegen neh- 
menden Zeretoschtro geborte. Immer Ist es seltsam und beroerkens- 
wertfier Umstand; dass die Zoroasters-Zeit des Kudoxus von €348. 
v. Chr. genau mit der Zeit, wo im Anfang Baal mit seinen Priestern 
sprach, mit den 6368. und 6367. v. Chr. zusammentrifft, In der des 
Bolus Skythen den Oxus betreten, Dewanichi bey Arrian am Indus 
auftritt, und das Mahabaden- Regiment des Dabistan beginnt. (Siehe 
.oben S. 1. 69.) Neben einander und sich einander folgend stehen: 

dem Iranier: dem Skythen: 

Zervane Akerene der Geist Baals als Urgott, Schöpfer u. Weltherr 

Ormuzd Baal als Licht und Lebensquell und Be- 
gierer 

Korschid Grian als Senne 

Mab Be als Mond 

Sura Treasnasc als Sterne. 

Dem Iranier, wie dem Skythen war weiter der Glaube an Unsterb- 
lichkeit gemein, und auch aus dem Vergleich der Zend- Bücher mit 
den Chronicles geht hervor, dass Iranier und Skytbe gleich weit von 
jedem Bilderdienst entfernt, und im tiefen Grunde Monotheisten waren« 

Auch der Vergleich des Sittengesetzes von Eolus und Eocaid- 
Fadla mit dem der SgendV-Bücher liefert eine auffallende Aehalichkeit, 
sobald die letztern auf die einfache Meralgruodlage zurückgeführt 
werden, die den Hauptschmuck des Baalgesetzes der Skythen macht. 
Wie dem Iranier, so war auch dem Skythen Belnheit und Reinlich- 
keit des Körpers religiöse Pflicht, und auch sonst,, bis auf die hoch- 
wichtige Abweichung in Behandlung der Todten, erbieten die Nach- 
richten über Volkssitten nirgend einen bedeutenden Unterschied «wi- 
schendem Iranier der Zend -Bücher und dem Er-Skythen des Eolns. 

Freylieh wird gar manche Einzelheit dieser Darstellung gewich-* 
tigen, zum Theil schwer auHöslichen Zweifeln unterliegen, unter denen 
eben jene Sitte Differenz in Behandlung der Todten* wenn auch durch 



— 8*9 — 

die Hügelgräber des Schäumte sehe» sehr gemildert, wohl eine erste 
Stelle einzunehmen verdient — und doch ist vielleicht die Hoffnung 
, nicht su kühn, dass, im Festhalten an der Totalität der Ansicht, der 
strengste und gewissenhafteste Forscher im Zendfelde ein besonderes 
Bedenken nicht werde finden wollen, im Iranier der allerfrühesten 
Zeit den Er -Skythen von Ozns und Jaxartes eingezogen zu erken- 
nen. Nur noch eine Bemerkung; darf hier am Schluss der Einschal- 
tung nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Es ist der son- 
derbare, schwerlich zufällige Umstand : dass jener ganze weile Iran- 
Boden auch nicht einmal zu Anquetils Zend-Vocabular zurückgeführt 
hat, während er eine grosse Menge geographischer Namen bot, die, 
nach Laut und nicht unpassender, zum Theil aus den Alten belegter 
Bedeutung sich leicht und fugsam an eine Herleitung aus der Sky- 
then-Sprache anschlössen. Liegt es an der Armuth des Anquetilschen 
Vocabulars? Oder ist Anquetils Zend vielleicht überall jünger als die 
alte Geographie, erst der Zeit nach Ptolomäus, allenfalls Babekans, 
des Reformators gehörig? Beydes wohl schwerlich der Fall, wahr- 
scheinlicher noch, dass eben jene Zend-Sprache nie eigentlich lebende, 
im Volksleben gebrauchte und gesprochene Volkssprache — immer 
nnr Sprache der Magier, der Priester, heilige Mysterien, vielleicht 
hieroglyphische Schriftsprache gewesen, vom Volke so weit es der 
Mage nöthig fand verslanden, aber nicht gesprochen. Das einzige 
Rud des Zend, aber auch dies nicht vonAnqnetü, sondern von Kleu- 
ker Z. A. III. 7a, hilft in' der Erklärung des Skythischen Rad ha, 
der Bogen, nicht die Waffe, sondern die Form der Linie, in Bezeich- 
nung des Flusses aus der Form seines Laufs, und ist so vielleicht 
nicht unwahrscheinlich das Skythenwort Radha die Mutter des Zend- 
Wortes Rud. Dann aber ist es wohl jenes Radha -Rud, das dem Rha 
Skythiens, dem Homerischen Rhodius Iliums, als Geburten Skythisch- 
Iranischer Zeit und Sprache, wie weiter denen Bagradha Gedrosiens 
und Libyens, dem Jordan als Radh-aun, den Da-radha Caramaniens 
und Hesperiens, den Bracarensen Lusitaniens als Früh-Bagraden , den 
Rhodanen und Eridanen Europen» den Skythisch- Iranischen Stempel 
aufdrückt. Jedenfalls fordert der die Ansicht im grössern Umfange 
unterstützende Umstand Aufmerksamkeit und Beachtung: dass Hero- 
dots Skythisohe Götteraamen, oben aus Irischer Sprache gedeutet, 
ebenfalls mit Ausschluss von Zend, in Pars! und Pehlvi fast gleiche 
Bedeutung finden: Tahiti, oben Tebitha, Lebenswarme, Tabat, Parsi, 
er erwärmt — Papftus, oben Papa, Vater, Baba, Parsi, Vater — Ar- 
timpaia, oben Ard-imbas, Herr des hohen Himmels, Art-pada, Pehlvi, 
grosse Herrscherin — Thammasades , Taman-zadeh, Parsi, der allen 
Dingen, zur Geburt hilft Vgl. Kleuker Anhang. I. 323. not Auch 
die Stellen in Kleukers Anhang, die über die Natur der Zend-Sprache 
einiges Lioht verbreiten, werden hier nioht unbemerkt bleiben dürfen: 
Zend in Virasps Zeit todte Sprache (p. 31.), Zend nur in Zoroasters 
Zend-Büchern vorhanden (p. 83.), zu Zoroasters Zeit fasste Niemand 
den Sinn des Zend fp. 83.), Zendbücher in einer todten Sprache ge- 
schrieben (p. 29.), Zend eto. eine ganz todte Sprache, von den Pär- 
sischen Priestern etc. verstanden (p. 48 ff.). 



— «30 — 

9 

B. Skythen -Zeit und Geographie seit 

Ard-fear-Naoi. 

8. 8. Am Nieder-Euphrat, tu den Ebenen von Masenar war das 
Iranische Skythen-Reich zu Grunde gegangen. Die Iodustbfiler, durch 
Eissoirs und der Tanasserim Einbruch getrennt vom übrigen Irani- 
schen Westen, gehorchten neuen Herrn, deren Namen die Geschichte 
nicht nennt, wenn sie auch der Indische Mythus wohl kennen mag, 
Das übrige Iran wurde dem Theil der Morgenvölker zur Beute, den 
Eolus Eis-soir, die Geschichte Assyrer nennt Da zerfallen die alten 
Herrn in Iran in drey Haupttheile. Der eine bleibt dem Iranischen 
Boden treu, und ergiebt sich, bis auf nicht ausbleibende bessere 
Zeit, ins Joch der neuen Herrn. Ein anderer, woht hauptsäch- 
lich von den Stämmen der Saken, Tapuren, Päsiken, und Chatten zu- 
sammengesetzt, stürmt westlich nach der Halbinsel, und dem Nil, und 
legt dort den ersten Grund zu Arabern und Hyksos, wie im Weiter- 
zng Gätulen und andern Libyern. Der dritte, der Stamm Ard-fears, 
wird durch Gründung von Ard-mionn, Armenien, zum Stammvolk al- 
ler Caucasieiyund Naoi-mad-eiS; Noachiden. So erwächst auf Asiens 
Boden hier ein neues Geblüt, Nofuil, Nephele, Nephelim, Arme- 
nische Er-Skytben der Chronicles, Nephele, Phryzus und Hellen der 
Griechen, Skythen- Väter des Cato, Noahs- Kinder der Genesis. Von 
den drey Söhnen Ardfear-Naois nehmen die Chronicles von Gaal-ag 
und Er-i nur Jath-fot, Japhet, in ihre Erzählung auf, weil er der 
Stammvater der Gaalen ist, deren Geschichte sie speciell beschäftigt. 
Die Bibel liefert die Ergänzung. Die Taube hat den Oelzweig ge- 
bracht, zwischen Ardfear und Eissoir ist der Friede wieder herge- 
stellt. Nun, von Charaiten- Theilen begleitet, zieht Naois Erstgebor- 
ner, Aeltester, Sean, Sem, wieder nach der verlassenen Tigris-Hey- 
math, nun unter Eissoirs Herrschaft. Hier erhalten jene Semiten neue 
und Kastensitze, der der Edlen werden die Höhen von Elimais, der 
der Hirten, Chamiten (Cam, gekrümmten,- dienenden), Cossäern, die 
Nachbarhöhen, der Priesterkaste, Chaldäern, der Winkel des Flusse 
westens und seines Ergusses ins Meer angewiesen. Dieser Flusswe- 
sten, als ausser den Gränzen des alten Iran liegend, gehörte in ver- 
gangener Iranischer Zeit schon dem West-Lande, Siar-iath zu, 
hier entstand durch jene Chaldäer die Hochschule für Astronomie, 
und ihr Zögling, Abraham, war es, der die Wissenschaft zum Nil 
brachte (Josepuus) , und so wird es wohl jenes Chaldäische Siar-iath 
seyn, was Manethon in seinem Sothis- Buche unter den im S e ria- 
disch en Lande befindlichen Säulen über den Hundsstern gemeint hat. 
KuseJ>. Praep. Ev. I. 9. So entstand im Südwestwinkel des Phrat- 
Ergusses zwischen Phrat, dem Meere, und den Gränzbergen des We- 
stens, die Völker und Sprachen schieden, den Abarim-Bergen (Abair- 
im, Sprachhöhe), ein Skythisches Chaldaea auf Assyrisch-Syrischem 
Boden. Aber die nur zu gewöhnliche Vermengung von Chaldäern und» 
Babyloniern droht Verwirrung — auch an andern Ptracten Asiens 
giebt es Chaldäer, die zum Theil zugleich Chalyben genannt werden 
— das erhöht noch die Verwickelung — gleichwohl ist ohne klare 
Begriffsbegränzuog: von Chaldäern in und um Babylon und im Gegen- 
satz Assyrern als dortigen Herrschern und Gewalthabern, und wieder 
von den Chaldäer- Chalyben im Nordwesten und Südwesten Asiens 
klare geographische Ansicht nicht zu erlangen. Jene Ausscheidung muss 
also hier versucht werden. Ein früheres Babylonisches Reioh geht in 



— «31 - 

der neu entstandenen Assyrer-Herrschaft unter, Masenar unterliegt 
Kiasoir, darin sind Geschichte und Chronicles einig. Die Chaldäer 
sind Semiten, diese Noahs- Kinder, Noah der Bibel, wie Naoi der 
Chronicles, jener anf Ararat, dieser in Ardmionn, eine und die nämliche 
Person, Skythe und Armenier — also Armenien, wo noch Xenophon Chal- 
däer kennt, die Chaldäische Frühheymath, ans der der Chaldäer Baby- 
lons nach seinem Chaldaea, der Skythe Masenars wieder nach 9f asenar, 
Sem und Cham nach Senar gezogen. Dort fand er den Assyrer, den 
Bis-soir, das Morgenvolk mit 1000 Zangen, üea frühem Verdränger 
der Väter (Chronicles), den Assnr, Nieht-Chusiten, der aus Senat 
kommt nnd Ninive baut (Genesis X. 11.)? er findet ihn da als Herr und 
Gebieter. So muss nach Chronicles, Geschichte, und selbst der Ge- 
neeis, die zwey Assur kennt, neben jenem Nicht - Chusiten noch einen 
Chus-Sohn Assnr, der aber kinderlos ist (Gen. X. 22.), es muss dem 
Assyrer Babylons der Skythen-Stamm und die Skythen-Sprache, die 
mit dem Chaldäer, dem Noachiden, Naois-Kindern , eingezogen, voll- 
kommen fremd seyn. Völlig: gleiche Lage der Sache geht auch aus Diodor 
hervor. Ihm ist (L. II.) Chaldäer in Babylon nur Name der Priester, 
Gelehrten, Astronomen etc., sie stammen von den ältesten (vorassy- 
rischen)» Bewohnern Babylons (Masenars), und Chaldäer ist Belesis, 
der sich mit Arbaces, dem Meder, zum Sturz der Assyrer verbündet, 
wohl zum siohern Zeugniss, dass er kein Assyrer war. Nächst alle 
dem nennt zwar das Sem-Stemma der Bibel den Chaldäer nicht, aber 
als Chusite, also Noachide und Skythe, erscheint er aus der Ueber- 
setxung der Interepreten von Cushdim in Chaldäer. Jener Cushdim- 
Chaldäer wohnte im Babylonischen Assyrer-Lande, eben dorther zog 
später der Chutim des Talmndisten , und von dort brachte dieser sei- 
nen Götzen: Nergal, in Hahnen-Form, mit ins Land Samaria (Gesen. 
752.). Chaldäische Magier sind es, die den gleichen Namen: Nergal 
• führen — und Gal heisst Skythisch: der Hahn, wohl offenbar in par(H 
somatischer Verbindung mit Gaal, Volksstamm, Tribus, und Nargal 
ist Skythen- und Sidontscher Königs-Name — und Nargal was Chief 
of Aoimag (Hamath) at that time (1492. v. Chr. Chron. I. 24.). — So 
wird ja wohl nichts im Wege stehen , jene Chutim der Talmudisten 
und die Cushdim der Interpreten, beyde für Volksgenossen und unter 
sich identisch, vielleicht nur in Kasten- Verschiedenheit, Cossäer, Hir- 
ten, und Chaldäer, Priester, beyde für Nicht- Assyrer , Nicht-Babylo- 
nier, aber in Assyrien und Babylon wohnend, für Semiten-Chusiten, 
Nitois-Kinder, Skythen zu halten. Dann aber steht der Anwendung 
der Skythen-Sprache auch hier nichts weiter im Wege. Es kann 
dann nicht zweifelhaft seyn , dass unter jenen Cushdim , dem Cossäer 
der alten Geographie, im Gegensatz des Eis-soir — Assyrers, unter dem 
er wohnte, das Skythiscbe Hirtenvolk, Cotti, Chotti, Cos, Chus, von 
Armeniens Hüben nach Senar, dem frühern Wohnsitz zurückgekehrt, 
gemeint und verstanden ist. Eine Kaste jenes Volks aber war: Cal- 
teag, Ceilt-teag, in seine Zelten verschlossen, verborgen, nicht Hirte 
nnd PAüger, sondern, wie Abraham (Josephus) in jenem Verschluss 
mit Gott und der Natur beschäftigt, Priester, Gelehrter, Astronom, 
Wissender, und das zwar mit dem Erfolge, dass der Einfluss jener 
Kaste bey dem rohen Morgenhanfen sich bald zu einer hierarchischen, 
einer Chaldäer-Herrschaft in Babylon erhob, und so im Sprachgebrauch 
den Chaldäer ohne weiteres zum Babylonier machte. Der Begriff end- 
lich von jenem Cal, verschlossen, eingeschlossen, Ceilt, verborgen, 
löst auch das Bäthsel, warum der Colchisch-Caucasische, wie der 
Armenische, der Eiseagräber dos Pontiachen Mossinäken, und der 



SatebergmaMi des Arabische» Oci rl ors (Stephanus und Strabo), war- 
um sie sfimmtlich eben so Chaldfter beteen, als der Chaldaer, der 
Priester und Sternseher vom Tigris. Dieser war Cal-teag, CeUt-teag, 
Ins Zelt, dieser Cal-t-a, Ceilt-n, In den Berg, in seine Kremmen ver- 
schlossen, verborgen (Teag, Zelt« A, Berg). Und eben so erscheint 
ans dem Sinne jenes Cal der Grund, warum der Bergmann neben 
Chaldfter auch noch Chalybe genannt wurde, im Namen^ der sicher 
dem Chalybs, jraAi'y, eben so cum Grunde lag, als jralxo?, die Kra- 
walle so gut wie Colchis selbst, aus dem sie wohl hervorgegangen, 
die ihrigen dem Skythischeu Colg, das Schwerdt, verdanken. Cal-a- 
Ib-ih, Colg-ib-ih bedeuten dem Skythen: Völker des verschlossenen 
Berg-Sitzes, des Schwerdter-Sltzes. So und nunmehr wird dem Geo- 
graphen Friih-Skythiens nicht gewehrt werden wollen, im Südostwin- 
kel seines grossen 

Y. Siar-iath, pron. Sjhria, des Westlandes, 
ein Cal-t-a-iath, Cnl-teag-ia, Chnldaer-Land, als Provinz und Leib- 
geding einer Semitisch-Chusa'isch-Skythischen, aber nicht Hebräischen 
Priesterkaste aulzunehmen, wenn es auch, als dem Sonder-Dialect 
eines Semitisch-Chusaischen Stammes unterworfen, nirgend besonders 
an die Skythen -Sprache des Japhetiden erinnert', nicht zu gedenken, 
dass in diesem Nachbarwinkel Babylons, zuverlässig die Sprache des 
Herrn, des Assyrers, ihr Becht und ihren fiiafluss behauptet hat. Nur 
die Orcheni P« scheinen die oben gewagte Vermuthuog zu unter- 
stutzen: dass die Ur-Idee eines Elementarfeuers, Ur, als Mut- 
ter und Grundquell aller Dinge aus Skythisch - Ckaldäischer Schule 
hervorgegangen. Jene Orcheni sind nach Strabo XVI. eine Chalduische 
Seele, die nach Plinius VI. 26. die dritte Chald&er-Lehre ge- 
nannt wurde, und Ur-gein bedeutet: aus Elementarfeuer ge- 
boren, Schöpfung aus Elementarfeuer — und so möchte viel- 
leicht der Ur-ain, heiliges Elementarfeuer, Uranus -Mythus 
hier eine seiier frühesten Heymathen, auf Skythen-Boden und aus 
Skythiscber Ansicht entsprossen, finden, und es so klar werden, war- 
um gerade Acraon, der Sake und Armenier, der Gründer eines 
phrygtschen Acmoniums, Aic-mionn, der Höhenstamm, der Mut- 
terstamm des Chaldäers wie des Phrygen, warum gerade er zum 
Vater des Uranus werden musste. Immer, in Bezug auf den Ur- 
siamm-Boden der Chroniden, bleibt es merkwürdig, dass die Münzen 
Phrygiens verhältnissmässig den Jupiter- Typus, zumal den des Jupi- 
ter Infans, so häufig wiederholen — unter 1016. Kümmern Mionets 
165 Mal, darunter 6. Jupiter Infans, in Greta unter 385. Nummern 
52. und darunter viermal Jupiter Infans. Auch der Grund, aus dem 
der neuen Lehre der Chaldäer-Secte gerade die dritte Stelle angewie- 
sen werden musste, scheint sich aus obiger Ansicht zu entwickeln. 
Nur ein ungenannter, bildloser Ein-Gott steht sichtbar in Zervane 
Akerene des Iraniers oben an, das geht auch aus der Baals- Ansicht 
des Eolns, des Wissenden, Mysteriekundigen hervor — das war die 
erste Lehre so Tu raus, wie des frühesten Irans: im folgenden Irau 
schon wurde das Ein- Wesen gespalten, es zerfiel in schauende, Zervane 
Akerene, und in erhaltende und regierende Kraft, Ormtizd, und das war 
die zweyte Lehre. Auf den Höhen Armeniens, der i?/t}°ta-Heymath, 
vielleicht nnter den Schrecken vulcanischer Erscheinungen, erwachte 
die Ansicht eines allwirkenden, schallenden und vernichtenden Elemen- 
tarfeuers, vom Armenier-Zögling dem Chaldaer, Naturphilosophen, und 
dem Phrygeu mehr ausgebildet, es verschwand da Zervane Akerene 
und Ormuzd, und Ur-ain, Uranus trat an die Stelle, und sq wurde 



- «33 — 

die ChaMaer - Seele der Orchenen zu Schöpfern und Lehrern einer 
dritten Lehre, aus der von Phrygiens Bergen herab der Westwelt ein 
Uranus-Mythus mit Titanen und Giganten, und ein Theilregiuient von 
Chroniden zugeführt wurde. In Abrahams Schule aber wurde jene 
naturalistische Chaldäer- Lehre verworfen, unter und in Jehovah die 
erste und reine Lehre wieder hergestellt, und darum wurde er aus 
Ur, Orchoen, von jenen Orcheni als Ketzer vertrieben und musste 
zum Wanderstaab greifen. So war Abrahams Jehovah eigentlich nichts 
mehr und nichts anders, als der Zervane Akerene, All- und Ein-Gott, 
Schöpfer und Begierer, wie er es dem frühesten Iranier gewesen 
war, nichts anders als: der Geist Baals de« Kolus-Hky then , und wie 
die Identität Jehovahs und des Baals-Geistes die Chronicles beurkun- 
den, eben so verkündigt sich die Jehovahs und Zervane Akerene im 
Buche Esther (Vulg. XVI, 16.), wo der Perser -Monarch sagt: wir 
befinden aber, dass die Juden — Kinder des höchsten, grössten und 
ewigen Gottes sind, der unsern Vorfahren und uns diess Reich ge- 
geben hat, und noch erhält. 

Vom Standpnncte eines Chaldätschen Skythismus ausgegangen, 
ist es hier wieder die Skythen -Sprache, die vielleicht zur Enthüllung 
des eigentlichen Sinnes einer Stelle der Genesis hinleitet. Dort X. 10. 
errichtet Nimrod ein Reich, und seine Bcstandtheile sind Babel, Erech, 
Acad, und Calne in Senar. Von einer Nimrods-Dynastie, als in jenem 
Reiche herrschend, bietet die Genesis keine Spur. Wie wenn jenes 

Reich, ein geistiges, eine Botschaft, mDtfbtt, Malacuth (Ges. 597.), 

ein Gottesdienst, rDttbtt äthiop. (Ges. 603), ein Reich des Wissens 
und Glaubens — Nimrod der Zoroaster der Babylonier, der Gründer 
jener Chaldäer-Schule gewesen, aus der auch Abraham hervorgegan- 
gen? Schon das robfc?? der Reineckischen Bibel, wenn das 33 initiale 

für U servile gehalten, und weiter rD?H gelesen werden darf, deutet 
auf Sternkunde, leuchtenden Stern, Sterndienst, im Syrischen bestimmt 
auf Firmamentsdienst, cultus coeli, und erinnert in seinen Dienern, 
den Weibern, an den Mond und Sternendienst der Weiber der Gaa- 
len-Skythen von Gaalag. Gesen. 608. 608. Chron. I. 88. Von Städ- 
ten, und dass in Babel, Erech, Acad und Calne Städte -Namen zu 
verstehen seyen, weiss und sagt die Genesis nichts, nur Babel tritt 
als Babylon in alter Geographie auf, und Edessa für Erech, Nesibia 
für Acad, und Chalonitis und Ctesiphon für Calne, sind nur höchst 
schwankende, kaum annehmbare Erklärungen, zumal die Notwen- 
digkeit, aus jenen Worten Städte hervorzurufen, im Text nirgends 
bezeichnet oder geboten ist. Babel im Syrischen bedeutet, in Ueber- 
einstimmung mit Mosis Erklärung: Sprachverwirrung. Acad, sonst 

unhebräisch, wird unschwer als compositum von Trift achad, erster; 

HN, ach, wie ^3, cad, Krug, Topf, Eimer, irden GefSss, überhaupt 

Thongebilde; endlich n"DN, agida, Gewölbe, im Samintbegriff von: 
erstes Thonziegelgewölbe, erster Backsteinbau angenommen werden 
dürfen. Calne, nach der Wittenberger Bibel von 1696, wohl aus Ws, 

heisst: vollkommen, 1*1733, Nimrod, endlich, selbst wörtlich: wir wol- 
len uns empören. Die aus diesen Worterklärungen hervorgehende 
Ansicht nun erhält Farbe und Leben durch die im nächstfolgenden 
1 lten Capitel gegebene genauere Beschreibung des Thurmbaues selbst» 
Näher noch zur Entwicklung und zur Feststellung des dem Vers zu 
gebenden Sinnes fuhrt der Nimrod-Name selbst, wenn die Skythische 
Bedeutung desselben gehört and zum Grund gelegt wird. Als Neackide 



— S84 - 

war er ja Äythe, uad ao war et aeflae eigentliche Muttersprache, la 
der sein Name in Neam-radh, den Himmelsbogen, das Firmament be- 
deutete. An« allem diesem setzt eioh für jene Stellen der Genesis, 
eine die andere erklärend und bestätigend, der folgende Sinn zu- 



*HJ33, Nimrod, der sieh und seine Warte erhebt, Neam-radh, der 
Himmelskundtge, Vater der Astronomie, gründet eine neue Lehre 

r^Dttbö, Malacuth, einen neuen Firmaments und Sternendienst; 
röbtt, Meleketh. In den Tagen der Sprachverwirrung, bS2, Babel, 
der Eissoir« (Assyrer-) Herrschaft^ die in tausend Zungen sprechen 

(Chren. I. 6.), errichtet er im Lande Senar 'Wo y*)K? Masenar 
(Chr. I. 7.), ein Hochgebäude, l ?ptf » Erech, das erste Ziegelgewölbe, 
%K, Acad, den hohen Thurm (Chron. I. 7.), die Sternwarte, und 
bringt es aar Vollendung, !"ttb!D, Calne. 
Der auf die Chronicles gebaute, hier überall zum Grunde liegende 
KkythUmus, der Skythe, als eigentlicher Ost- und West-Aethiope ge- 
dacht, rechtfertigt sich aus dem Berichte des Epiphanias in der vom 
Chronicon Pascbale aufbewahrten Stelle. Dort heisst es in p. 40. der 
Pariser Edition von 1688; 
A diebus Noe post diluvium — Scythismus perstittt — und: 
Gentilitatis medium tenuere Barbarismus (Assyrer) Scythismus, et 
Hellenismus (die schon abgezogenen Javaniten) donec Abraham etc. 
— weiter und im besondern Bezug auf Nimrod, und die seinem Na- 
men gegebene Skythisohe Deutung: 

p. 36. Natus est alias ex tribu Sem, Chus appellatus, genere Ae- 
thiops, ex quo progenitus Nembrod, gigas, quem — ahmt Persae — 
inter coelestia astra conspici, buneque Orionem nuneupant. 
und jenes: ainnt Persae des Epiphanius scheint sich durch eine aus 
verehrter Hand erhaltene Nachricht zu bestätigen. Es soll nämlich 
jener Nimrod heute noch in Persischer Sage leben. Er steigt da bis 
zum Himmel empor, stürzt bis zur Erde herunter und erhebt sich 
aufs Neue. Wichtiger aber erscheint jene Berichtsstelle in ihrer selt- 
samen Concordanz mit dem Glauben der Irischen Skythen, und wei- 
ter der unverkennbaren Aehnlichkeit der Nachrichten der Chronicles 
mit denen der Bibel. Jener Skythen-Ein- und All-Gott ist Baal, und 
das ist und bleibt er, wenn auch Mond und Sterne, Re und Treas- 
nact, Re als Baals Nachtwohnung (das Rimmon des Syrers, wie des 
Iren, Vallancay Grammar. pref. LI.), Treasnact als seine leuchtenden 
Begleiter ebenfalls verehrt werden. Dort erkennt der Parse seinen 
Vater der Sternkunde, Nembrod, im Orion-Bilde wieder, und hier ist 
es die Orion - Constellation , die der Skytho-Ire in seinen Treasnact 
verehrt. Chron. II. 138. Dort Jerem. VII. 18. XLIV. 17. 18. 19. 25. 
ist es ein leuchtender Stern, der ein Gegenstand abgöttischer Vereh- 
rung Israelitischer Weiber ist (Gesen. 602.), und hier sind es die 
Skythen- Weiber von Gaalag, die bey dem Monde und ihren Treas- 
nact, Sternen, wie ihre Männer bey Baal der Sonne, ihr König, bey 
Baals Geist schwören! Chron. I. 88. Und so und hiernach wäre jenes 
Meleketb, der leuchtende Stern, nicht Venus, sondern Orion des Par- 
sen, wie des Skj r tbo-Iren, und in ihm der neue von Nimrod gestiftete 
Sternendienst erkennbar. Vielleicht aber war es dieser Orion-Name, 
in dem die Wiege der ganzen Uranus-Idee erkannt werden darf, und 

in dem sich denn auch der Grund des hebräischen ("Htti) Nimrod- 
Namens entwickelt. Er war, jenem Wortsinne nach> Abtrünniger, er 



- 98» - 

tmr es, der in •einem Ur-ato, Elementar-Feuer, die Rin-Gotthett des 
Baal seiner AH -Vordem beeinträchtigte, im Feuer der Fixsterne, 
Orion, em anderes, ein Elementarfeuer erkannte, das auch dem Baals-« 
Sonnenfeuer Entstehen und Nahrang gab, and darum erhielt die Con- 
stellation den Ur-ain — Orion-Namen, nnd dämm nannte ihn der alt- 
glaubige Semite Nimrod. Und anch dieser Zusammenhang einer Sky- 
fhisch-Aethiopisch-Chaldüiseh- Armenisch -Phrygischen Heymath des 
Uranus-Mythus möchte in einer Stelle jenes Chronicon Paschale be- 
legt erscheinen, wo es p. 36. heisst: 

Kx tribu Sem — . ex gigantum prosapfa — vir flornit Chronns (Cron, 

irisch, die Zeit), seu Saturnns appellatns etc. 

Auch das in dem hier vermutheten Zusammenhang, eben wie 
wohl in der biblischen Erzählung selbst etwas räthselhafte Missfalletf 
Jehovahs an jenem Observatorie möchte nicht gerade schwer zu er- 
klären seyn. Moses war Schuler der Priester von Hierapolls, viel- 
leicht selbst Eingeweihter. Die Stimmung jener Priester ist durch 
die wenig günstige Aufnahme deutlich genug belegt, die dort Abraham 
mit seinem astronomischen Unterricht gefunden. (Josephus.) So wohl 
mag in jener Erzählung eine Reminiscenz aus des Erzählers Noviziat 
von Hlerapolis erkannt werden dürfen. Unmöglich konnte jener Prie- 
ster einer Neu -Lehre hold seyn, die seine Mysterie dem Volke zu- 
gänglich zu machen drohte. 

So und nach allem diesem wäre jener viel besprochene Thurm * 
von Babel nichts .anders gewesen, als die erste Sternwarte auf Erden, } 
auf dem Ur-Boden des alten Masenar errichtet, und nur erst in die- • 
ser Bedeutung für die folgende Zeit hochwichtig, und werth in die v 
biblischen Urkunden des menschlichen Geschlechts aufgenommen zu 
werden, zugleich aber erscheinen auch hier die Nachrichten der Ge- 
nesis mit denen der Chronicles im vollkommenen Einklang, wenn 
letztere von tausend Zungen reden, in denen jene eindringenden Mor- 
genvölker sprachen, nnd wenn sie jene Völker an den Zelt-Stellen 
von Masenar Steingebäude und einen hohen Wacht -Thurm errichten 
lassen- 

Die übrigen Strecken jenes weiten Landstrichs zwischen Ama- 
nus und Libanon, Euphrat und dem Mittelmeer mögen zu Iranischer 
und nächstfolgender Zeit nur von selten durchziehenden Hirten-Hor- 
den besucht worden seyn. Da war es nur Beschaffenheit des durch-" 
weideten Bodens: Pfadigkeit eines Gebürgs, Waldbedeckung, Bienen- 
schwärme etc., die die Aufmerksamkeit des Hirten in Anspruch nahm, 
und so vielleicht verdanken 

Castus M. der Wiederhat! jenes Castus der Seythia extra Imanm 
an Sericas Gränzen, also wohl acht- und tnr-skytbisohe Benen- 
nung, in Casan, der Pfad, 

Coele Beg. in Coil, der Wald, 

Cyrrhestan R. in Cear-eis-tan, Land der Menge des Bie- 
nen-Wachses etc. 
schon jenen Frühskythen den Namen. Ueberhaupt war jener Gegend 
das Loos gefallen dem Herrscherwechsel zum Spielball zu dienen. 
In mehr oder weniger kurzen Zeiträumen folgten sich da Assyrer, 
Ostäthiopen, Pelasgerzüge, Phöniker, Hebräer, endlich Lyder, Perser 
und Griechen, und vorzüglich in der Cultur dieser letzten gtengen 
Spuren und Trümmer der Frühzeit vollends zu Grunde. Darum kann 
diese Gegend für diese Forschung nur karge Ausbeute liefern, und 
auch diese scheint mehr der nachiranischen Skythen-, der nächstfol- 
genden Zeit Gomer-Chamitisoher Aethiopen anzugehören. 



_ m - 

g. 8. Ardfcar-Naeis Arm e nis che Neugrffmiung, eigentlich an- 
fänglich nur die Trümmer des grossen Iran »wischen Araxes, Hoch- 
tigris, und dem Hyrcanischen Meere, das Armenia und Media der al- 
ten Geographie begreifend, hatte unter ihm, seinem Mohne Jata-fot 
und Enkel Og eine Ausbreitung der Skytho-Gaalen zwischen Caspi- 
schem und schwarzem Meere, nördlich bis »um Caueasus zur Folge. 
The Nomads filled all the land between Eis-amhaa and Eri-ceaun. 
Cbron. L 17. Der frühere Wasserdurchbruch des Bosporus und Hel- 
lesponts, der den Welttheilen neue Grausen gab, und die Lectonia 
nertrummerte, und in öcaoilead, Landtritmmer vom Wasser losge- 
rissen, in Cycladen umwandelte, hatte dort in der Meer-Enge selbst 
•in Dod-amhaa, Wasserstrom »wischen Land und Land (Javans De- 
nan) gebildet Die awey nun entstandenen Nachbarmeere hatten die 
das Küstenland bedeckenden- Gewässer in ihre nun beuferten Tiefen 
aufgenommen. Da waren die Flachgegenden des Pontus und Bithy- 
mJens (Abeadh, wellen -los) wasserfrey worden, und zwischen jenen 
Meeren neue wohnbare Rhenen entstanden. Und darum gab nun der 
Skythe Ogs dem neuen grossen Ogs-Reich den Namen von: 

VI. Mag-og-iath, Land der jungen, neu entstandenen, 
Ebenen« Magogia. 

Jenes Ogs-Reich bestand demnach aus dem Landstrich, den die 
alte Geographie unter Media, Armenia. Albania, Iberia, Colchis und 
Ponton begreift. 



d) Media, Armenia. 
Media R. Midhe-ia, Mittel-Land. 
Atrapatene R. Athair-both-ain, 
. heilige Wohnung der Vater. 
Caspius M. Casan-binn, Felssplss- 

nen Pfad. 
Choatras M. Ce-athair, Boden der 

VSter. 
Coronas M. Caor-ain, heilige 

Schaafe. 
Parchoatras M. Bar -ce-athair, 

fiusserster, höchster Boden der 

Vater. 
Tapuri P. die Turanischen, Ta- 

probenischen etc. 
Cadusi P. am Meer. Cath-uisg, 

Krieger der Gewässer. 
* Armenia R. Ard-mionn, Hoch- 
Höhen. 
Lycus Fl. Luis-ce-nisg, Wasser 

des Landtheils des Volks. 
Pliasis Fl. Fos-uisg, Lichtfluss. 
Araxes Fl. Ar-aic-seis, naufen 

des Er-Stanims. 
Abo M. Ab-a, Berg des Herrn, 

A-bo, des Pflug-Viehs. 
Oroman Fl. Name des Ober-Eu- 

pbrats, Ard-mionn*amhan, Ar- 

. uieuiens-Fluss, er wurde auch 

Pixurates genannt, Bugsa-ur-eata, 



GefSss des alten Ur- feuern 
(aus vulcanischen Bergen). 

Arsania Fl. Ar-sean-amhan, Fluss 
der Alten von Rr. 

* Caueasus M. Gaban-Casan, pr. 
Gou-casan, Schmieds-Pfad. 

Tanrus M. Ta-bhoras, hier der 
Pfad durchs Wasser. 

Seydisses M. Sciot-eis-els, Sky- 
then-Völker-Haufen. 

Corazins M. Coraig, grosser Stein. 

Ararat M. Ar-a-radha, Bogen der 
Er-Berge. 

Kardu, Kadrun, Gordiaei M. Car- 
dun, Steinhfigel. 

Sacabene R. Saoi-ce-binn, Berg- 
spitzen des Saken-Landes. 

Comisene R. Cemas-ain, heilige 
Sonne. 

Kephene R. Kophen, Indiens — 
Kepheus in lope, Kephene statt 
Perser, Kephene statt Africa, 
wichtiger aber wohl schwer er- 
klärlicher Name. 

Arseta R. Ar-Saide, Fr-Sitz. 

Bagradavene R. Bagradha-binn, 
Bergspitzen des Bagradha — 
hier also wohl auch ein Bag- 
Ge bürge und Bagraden wie in 
Caramanien und Libyen. 



- tw - 



ArtagegMtft, Ar-teag-gardadn, 

Garten der Er-Zelte. 
Kerthä Armenna, Karth» Syris 
Urbs. Hesychius. Cellar 898. 
Cathair Stadt. 
bj Albania, Iberia, Col- 
chis, Pontus. 

* Albania R. Ailb-bian, wirre 
Hodu^itxen. 

Ceraunii M. Car-amhan, Feis- 

Fluss. 
Soana Fl. Sean-amhan, Alten- 

Flosa. 
Hyreanum Mare, Moir-Eri-ceann, 

Meer der Er -Höhen, Er-Vor- 

gebürge. 

* Iberia R. Ib-Er, Sitz von Er. 
Arragon Fl. Ar-aic-ceann, Höhen 

des Er* Stammes. 
Castus Fl. Casan-uisg, pfSdiger 

Fluss, Fkiss-Pfad. 
Phrixi, Fear-ate, Mannerstamm, 
Armeno - Chalybes , Cal - ib - eis, 

Völker des verschlossenen Siz- 

zes, Armenische Bergleute. 
Saeassani P. Saoi-ce~sean, Alte 

des Saken-Laudes. 
Harmastis, Ar-mass, Kraft - Eini- 
gung von Kr. 
Colcais R. Colg-eis, Schwerdter- 

Menge. 
Tereatae P. Tnr-eat-eis, Haufe» 

des alten- Bodens (der Geest). 
Arrichi P. Ar-aio-ih, Völker des 

Kr- Stamms. 
Vardanus Fl. Fahre - tan - uisg, 

Flnss des Wüchterlandes. 
Sueno-Colchi, Sean, Alte Colchen. 
Achala R. Aic-ai, Stamm -Boden; 

Stamm^Land. 
Corax Fl Coraig, grosser Stein* 
Suani P. Sean, die Alten. 
Coriei P. Caor-aic-ih, Völker den 

Sehaaf-Stamms, Schaaf-Hirten. 
Coli P. Cell-ih, Völker des Ge- 



- birgt«- Anhangs, wdrt&cfa: des 
aufsteigenden Bodens. 

Cyaneus Fl. Cuin-amhan, WÄch- 
ter-Fluss, wörtlich Hunde-Fluss. 

Charieis FL Car-eis, Steinmenge* 

Aea, Ai, Erde, Boden. 

Cy ta, Ce-deas, Südland, patria Me* 
detae, Meas-deas, Süd-Erfcäteiu 

Lazae, Lazi P. Luis. Las, Volk» 

Iris FL Iris, das geoffenbarte Ge- 
setz vielleicht Baal- Priester* 
Sitz der frühesten Zeit, spater 
in Comana, dann 

Zela, der tumnlus etc. Sal-a> 
Sonnenberg. Cellar 38 i. 

* Mare Euxinum, Moir-Eis-aua, 
Meer der Strom -Menge. 

Halys FL Saill-uisg, Salzfluss. 

Thermadon FL Tearm-od-aiaj 
ehrwürdige Ijaadesgranze. 

Phanaroeam, wohl Leucosyre* 
wie in Chadista, dann Bau-* 
aram, weisse Syrer, in. Sky- 
tho-Semltischer Zösammeasea- 
zung. 

Cottiora in Tibarenorum regione» 
GetU- Er, Tapurische Er-Hir-" 
ten. > 

Chalybi P. Cal-ib-ib, wie oben 
in Armenien, hier Eisengrase* 
der Mossinäken. Von ihnen 
sagt Strabo XII. 37B. Chaldaei 
«lim dicti Chalybes. 

Sanni P. Sean, Alte. 

Mossinaeci P. Mos- sean -aic-ih, 
Stammvölker der Alt-Sitte, nach: 
Mela und Plinias, tatewirta 
Völker, wie Japodes (Strabo> 
alle Thraken (Herodot) Sflures 
Brit. und Sneviscbe Arier (Ta- 
eitns). Plinias nennt sie, an hm 
Tour d'Auvergnes KopfbUdnng 
der Bretouen. erinnernd: Ma- 
croeephnlL 



f. 4. Ogs Wahl zum Könige in Ard-mionn hatte Unfrieden un- 
ter die Brüder gebracht, der bald Auszüge zur Folge hatte. 

I. Per erste von den Chrenides berichtete, und dort auf »170. 
v. Chr. fallende ist der Zug Jath-bhans, des Auswanderers; 
Im Geleite «iner weiber losen Volksmenge, von Og-eae-ets, 
Ogs- Reutern, berittenen Jünglingen, zieht er aus Ardmionn 
westlich ab. Das ist alles, was die Chronicies von ihm und den 



fcaiclcsaleu seines 2Sugt ernnslen* Jfuon den oMgeu Skytheugeecaicti~ 
ten wird er auf jenem Zag zum Gründer von 

Vit Jath-bhan-tath, pron. JaJunia, Javans Land, Land 
der Auswanderer 
ewes frühesten Javania, loola» Gabhtur, Kaphtor bis zu Hoch- und 
Mittel -Halys war von Leucosyrern« Skythen der Iranische« Zeit — 
Magogia, Ogs Reich, Hesekiels Magog, bis an Thermodon und Iris 
von Armenischen Og-8kythen erfüllt - da blieb nur der Westen jener 
Flfisse dem Einzüge der JavanJten offen. Zur ungefähren Bezeteh- 
■nag des Umfang* jener ersten Javaiiiten-Gründung wird das schwarze 
md aegetacae Meer, Zend Avestas Dschabans- (Javans-) Meer im 
Morden und Nordwesten, im Süden und Südwesten 9 Carien etoge* 
schlössen, der Phryxus-Fluss, und die Spuren trfihesten Sky (Machen 
Bonnendienstes auf Festland und Inseln, Myrinä, Grynaum, Samos, 
Dolos etc., zum sichersten Führer dienen. Neben der Sammtbenen- 
mang: Javania, ans dem Namen des Zugführers oder der Zügler selbst 
erhielt das Land und seine Einzeltheile weitere Namen, theils wieder 
ans dem einziehenden Volk, theils aus der historisch -pbysiealisch- 
Ohorographisohen Eigenthümllchkeit der Bezirke. IHe weiberlosen 
Fremdlinge waren ein M&nnerstamm, Fear-aic, von den Höben 
waren sie herabgezogen, also ein Höhenstamm, Aic-mlonn, und 
daraus entstand dem Lande ein weiterer Sammtname von Fear- 
aio-ta, Phrygia, Aic-mionn-ia, Acmonla, bald ie Mionn-ia, 
MeoaJa, abgekürzt. Die Er-Massen gelangen bis aum Meere, hier 
■etat dieses dem Wefteraug Hinderung entgegen, so müssen sich dort 
die Er-Haufen, Ta-ar-.seis, verdichten, au Niederlassung im Kü- 
stenlande nfftaigen, und daraus entsteht diesem der Name: Ta-Ar- 
tan, hier Er-Land, Dardania. Das fruchtbare Mittel- und das weide- 
reiche Gebürgsland Im Süden verdienen die Namen: Meas-ia, desErndte- 
mades,Mygia, und Caor-Ia, Car-ia, des Schaaf-dea Felsenlandes, Ca-riA. 
Früher, vielleicht damals noch in nahe liegender Vergangenheit, hatte 
das Meer die jetzigen Ufergelaude bedeckt Der Boden des hier mu- 
letat zurückgetretenen Wassers hiess daher Beadh-duu-ia, Land 
der Wellenhügel, Bithynia, mit seinem A-beadh, wellen- 
freyen Abydus, dem zuerst inselartig dem Wasser entstiegenen 
Berghaupt, J-ta, hier Insel, Ida, und Cailbe, Calpe, dem 
Mundloch der neu gesprengten Meeresdanung. Bald lockt die 
aeamale Meerenge, Dod-amhan, Dod-aun, Wasser zwischen 
Laad und Land, das Dedan Javans, zum Uebergang. Da wird je- 
ner Er-Haufen, jenes Dardanien zu Doras, der Thüre der Zügler, 
Titos, Troas — die durch und von dorther einziehenden zu Dor-ih, Thnr- 
vettere, Doriera, und so betreten Skythische Javaniten, Ionler-Dorier 
den Boden Hellas. Wenn dieser ganzen Darstellung auch bestimmte 
Zeugnisse in den historischen Schriftstellern des Alterthums abgehen 
sollten; so ist doch die wes^armenisehe Ausbreitung Javans schon in 
der Genesis erkennbar und darauf die unwidersprochene Nachricht 
des Josephus gegründet Phrygische Sprache ward als die $lteate 
der Welt erfunden, und endlich ist die Phrygische, überall hoch- und 
vorder -Asiatische Urheymath einiger Hauptmythenkreise so unver- 
kennbar und so unbestritten, dass dadurch jener Mangel wohl für er- 
setzt wird gehaltea werden dürfen. Hierzu kommt, dass es auch am 
Mnaztypen nicht fehlt, die, naher oder entfernter, zum Theil völlig 
sprechende Belege jener Darstellung abzugeben geeignet sind« 
•J.Gaal und Gal heisst Clan, Tribas, zugleich der Hahn. 
Gaal ist also gleichbedeutend mit Sein In Ar-Seis, den Grün- 



— »39 — 

dem tm Ta-ar-taa, Dardania, und so Gel der Halm pMfenemsjtlsch 
Bild von Gaal, Ar-Seis. — Alle Münzen von Dardanus (Mionet II. 
654.) führen den Habntypus, ohne das« die Numismatik für diesen 
Typus seither einen aasreichenden Grand aufgefunden hat. So 
werden jene Münzen gern und unbedenklich für historische Denk- 
male des Prägeorts,, seinen Gründern geltend, die Er -Gründung 
selbst belegend, angenommen werden dürfen. 

bj Skepsier waren Dardanier, Dardanier nach obiger Darstellung 
Skythen. In Dardanum herrscht im Anbeginn eine Priamus-Dynastie, 
und Pream bedeutet: den Ersten , auf der Skepsis-Münze Mionets 
JSo. 851. mit CKHWIJIN JAPA und dem Sagittar zu Pferde, wird 
es daher erlaubt seyn einen Skythen und Priamiden zu erkennen. 

cj Die oben als Namensgrund angenommene Fruchtbarkeit Mysiens, 
wird durch die häufig auf Mysiens Münzen wiederkehrenden Typen: 
der Ceres, ihrer Fackeln, des Füllhorns, des Moduls, Mohnköpfe, 
Aehren etc. sprechend genug belegt. Mion. II. 514. No. 13. 16. 23. 73. 
103. 191. 122. 12*. 138. 139. 149. 143. etc. — Eben ao möchte der 
Pegasus, das Donnerross, häufig Gebürge bezeichnend, in Mionets 
Kummern 4. 5. 6. 7. S. 10. 13. 63. 64. 65. 56., die obige Namens* 
deutung Caricns, als Felsland belegen. 

dj Beredter noch sprechen die » Phrygischen Münzen für die obige 
Darstellung. Unter ihnen stehen einige offenbar historische Typen 
von Laodicaea und Synnada oben an. Die Laodicaea- Münze Ca- 
racaljas ist Mion. IV. No. 320. 775. und die Synnada-Münze des 
Macrinus No. 995. beschrieben. Dort erscheinen Phrygia und Karia 
mit bei härmten Haupt als Gründerstaaten personificirt , jedes mit 
seinem Namen bezeichnet, neben einander stehend, jenes ist durch 
zwey Simulacrea als Bringer neuen Gottesdienstes — Baal-Cybele, und 
He-Hbea, Senne und Mond, jedes auf seinem Dindymus, Dun-dun, 
Berg der Berge — dieses durch Aehren und Füllhorn, als Frucht- 
und Weide-bringend symbolisirt. Noch deutlicher spricht der Ty- 
pus der Synnada-Münze. Hier steht wieder die Phrygia als Staa- 
teogründerin, und neben ihr ISINJIN in Bezeichnung eines frühern 
Ieniens, Javaniens. Sie führt wie oben in der Linken ein Gottes- 
bild — den frühesten Ein -Gott, Baal — zu ihren Füssen aber ein 
Schiffs vorder theil, bey ihrer völlig mediterranen Lage offenbar ge- 
schichtlichen Sinnes, also wohl zweifelsohne in Kraft der Bezeich- 
nung; eines aus phrygischein Mutterlande, aus einem Ur-Ionia aus- 
gezogenen Ur-Ioniers, Javaniten, und seines Meerübergangs »ach 
Europa. Neben ihr erscheint ein Krieger, behelmt und im Waffen- 
nantel, in der Hand das, unfehlbar, troische Palladium, und hinter 
ihm die Inschrift: JJIPIESLN, im Zusammenhange mit jenem 
IJUVSIN offenbar auf Doras, die Thüre, Troas, und die frühere 
Volkseinheit im Afutterlande der lonier-Dorier, ihren Ursitz und 
die Thüre aus der, und durch die sie hervorgegangen, hinweisend. 
Auch die autonomen Synnada -Münzen bieten ziemlich unzweydeu- 
tige Belege. No. 979. wieder mit der, wohl sonst mit Synnadas Lage 
schwer zu vereinigenden, Inschrift: AfLPIEJIN ISINJIN^ und dem 
symbolischen Stein im zweys&uUgen , mit dem Stern verzierten 
Tempel, deutet, nicht unwahrscheinlich, in den zwey das ganze 
Gebäude des Gottesdienstes stützenden Säulen und dem Stern auf 
die Skythische Trias der Javanischen Phrygia, im besondern der 
Synnada-Sean-atthair, Alt-Väter- Gründer, in Baal, Sonne, Re, 
Mond, und Treasnact, Sternen. Der Stein selbst ist schwerlich 
Bild der Synnadisehen Steinbrüche, glaublicher, weil würdiger, das 



- »4« - 

des Agdfs, Ag-deaa, des Stete* der Süd-Sage, auf Ce-Baal, 
Baals-Boden, dem Cybele-Berg zur Erde gefallen, das Seiten- 
stflck und Vorbild der Chariten-Steine, des Steins von Gryneuin, 
Grian, Sonne, dem des Baal-Sonnenpriesters von Hammoainm, 
und des Gesehicksteins, Liafail, des Skythen Irlands— und so 
in Einigung der Legende mit den Typen auf jenen Skythisch-Javanisch- 
Phrygischen Ursprung der lonier and Dörfer hindeutend. Auf No. 982. 
mit der Inschrift: 2TNNAJESIN IJimSlN ist in dem dort ausge- 
prägten Berg jener Ce-Baal, Cybele, Dindymus selbst wohl ohne 
Zweifel abgebildet, dann aber ist der Kopf des Avers wohl schwer- 
lich der des ohnedem hier exotischen, wenn nicht ebenfalls von 

. hier ausgezogenen, Serapis, sondern der eben jenes, ebenfalls Weis- 
heit und Wissenschaft, Bart, und Fruehibau und Cultur, Modius, 
bringenden Baals der Skythenväter, dessen Weiheboden jener Berg 
war, des frühesten All-Gottes, den der Phryge hier: 2MTC nA>N- 
4EM0C nannte, und so den Zeus-Mythus der Griechen-Zeit an 
den Baal Skythisch- Phrygischer Ur-Zeit knüpfte. Offenbar und 
wohl vernehmlich genug ergeben alle diese Phrygischen, im beson- 
dern Synnada- Münzen das Daseyn Phrygischer Volkssage, nach 
welcher Phrygien und Carlen Mutter und Stammland aller nach 
Hellas herübergezogenen lonier und Dorier gewesen. Uebrigens 
kann es nicht auffallen, dass gerade Synnada es ist, das in den 
Münzen sich als vorzügliche Bewahrerin der Ur-Sage des Landes 
verkündigt. Es lag am Fasse des Cybele — Dindymus, auf heiligem 
Boden Phrygischer Ur-Zeit, an den Hüben, von denen am frühesten 
die Vater sich über den Westen verbreitet haben mussten, die Bffar- 
sias und Mäander Ihre Wasser zuführten, au den Grunzen des Alt- 
Skythlschen Irans -Reichs von Gabhtur gegen das neue Skythen- 
Reich Naois und seiner Nachkommen, nahe an der Stelle, am rech- 
ten Phrat-Ufer, wo Naoi einst landete, wo ihm sein Tnaim, Grab- 
hügel, errichtet wurde CCbron. I.), also an dem Punct, wo alte -und 
neue Zeit sich ertlich berührten, und so den ächten, fruchtbaren, 
stets aufgefrischten Sagenboden bildeten; es lag in enger Nachbar- 
schaft mit dem eigentlich Phrygischen Sagenquell, dem uralten Cae- 
lene-Kybotis-Apamea, und der Phrygischen Ur- und first-Gründttng 
Acmonium selbst Der Ort war, nach seinem ungriechischen Na- 
men, Und seinen Ungeheuern Steinbrüchen, zuverlässig uralt, nad 
vorgriechisch — und so darf vielleicht, in Herleitung des Namens 
aus Sean-atthair, Seau~atta, Alt-Väter, Ur-VÄter, in 
ihm Naois Landungs- und Begrabnissplatz, schon ein Phrygisc&es 
Seanattair, Senar, Nachbild des Mag-sean-atthair des Tigris und 
Phrats, also Skythische Urniederlassnng der Phrygia- Gründer, dann 
vielleicht in jenem Berge des Münztypus der Grabhügel Naois er- 
kannt werden. — Eine andere Deutung darf jedoch hier nicht ver- 
schwiegen werden, die Valesius jener Synnada -Münze giebt, und 
die sich der gewichtigen Zustimmung unsers Spanheims p. 883. edic 
Elzevir. zu erfreuen hat. Dort ist auf den Grund einer Nachrieht 
des Stephanns: dass griechische Colonisten unter Phrygiern ge- 
wohnt, der Synnada-Name * aus owraim, cohabito, gedeutet, und 
aus jener* Colonie das lonrtuv und Jo^utav der Münzschrift erklärt. 
Der Forseher mag prüfen und entscheiden 1 

e) Nun zu den nicht minder wichtigen Münzen von Apamea. un- 
fehlbar beurkunden sie eine enge -Verbindung zwischen Phrygen 
und Armenier, und ein Hinanreichen Phrygischer Sage bis an Noans 
Zeit, sey er der der Genesis oder der Naoi der Chrenioles. Den 



— «41 — 

ltahlstreft ober Volksaltar zwischen Aegypter und Aethiopen, und 
den Obsieg des Letztem berichtet Diodor. Das ist zuversichtlich 
nicht der schwarze, der wilde Aethiope, es ist der Chusite, Noahs 
Kind, der Nnoiide, Naoi-mad-eis , der Gaetule, Gaoi~ata-eloac, der 
Africa bevölkernde und durchziehende Skythe der Chronicus. Dem 
fäkythen räumt bey Justin, dem Phrygen bey Herodot der Aegypter 
den Vorzug des höhern Alters ein. Stephanus weiss, dass Acriio- 
nia die friiheste und älteste Gründung in Phrygien, dass sie von 
Acmon, Maneas Sohn, Sake und Armenier gegründet ist, und Acmon 
ist Täter des Uranus, des Chroniden- Vaters. Diese ganze Nach- 
richt weist auf Skythischen Urquell. Phrygia ist Fear-aic-ia, Ar- 
menien ist Ard-mtonn, Sake Saoi-ce, und Uranus Ur-ain, und dazu 
Kronos Chron, die Zeit. Es Messt also in diesem Skythismus der 
Grundstoff der Berichte Diodors, Justins, Herodots und Stephanus 
dahin zusammen : dass jene Armenischen Naoi-Skythen das älteste 
Volk und Phrygiens Grunder sind. Und so erscheint es als Vor- 
sicht des immer vorsichtigen Vaters der Geschichte, wenn er die 
Sage des selbstsüchtigen Makedonen: der Phryge sey Ur-Europaer 
und Früh-Makedone, erst aus Europa nach Asien hinübergezogen, 
dort zum Gründer Armeniens worden — wenn er sie nur als Sage 
aufführt und nur als Sage behandelt. In Phrygien, um die Quell- 
hohen der Mäander-Gewässer, wo Marsyas, unfehlbar im Bilde der 
Verdrängung einer frühern Priesterschaft, Dienstes und Lehre, mit 
Apoll kämpfte, dort kennt die alte Geographie Gegend und Ort, 
den sie Celaene nennt. In und um dieses Celaene ist alles wich- 
tig, weil alles uralt und heilig, alles Skythisch, alles Einklang der 
ChronicJes ist. Marsyas und Mäander, sie sind dem Phrygen hei- 
lig, Cellar II. 158., sie entspringen aus dem Berge: Aulocrenas, 
Ol~ol-carn-as, der gewaltige Stein-Grabhügel des ruhmvollen Leich- 
nams — Signia, Sean-gne-a, altgeborner Berg, Ur-Berg, ist 
der Name des Bergs, zu dessen Füssen Celaenae liegt, Plinins V. 39. 
— Als Stempel alterthümficher Heiligkeit des Orts ziert ihn eine 
BasileYades grossen Cyrus, Garten und Park, und Coil-ain heisst: 
der heilige Hayn. Xenophon Cyrop. nach Cellar. 158. 159. 
Auf Celaenes Boden war, wenn Celaene und Kibotis nicht gleich- 
zeitig, ein Kibotis entstanden, das noth wendig ebenfalls an jenen 
Naoi erinnern muss, der in dem Boote, das ihn einst rettete am rech- 
ten Purat-Ufer im hohen Hügel begraben liegt. Selbst der Sybille 
entging eine gewisse Verbindung' zwischen der Oertlichkeit von Ce- 
laene -Kibotis, und den Armenischen Sagen über Rettungsschiff, 
Bettungsort etc. nicht, sie sang nach Eckhel III. 138: 

Est vero in Phrygiae Celaenes continente 

Inaccessus longe porrectus Mons, Ararat vero vocatur — — • 

Inde nascnntur fontes magni fluvii Marsiae. 

In hujus sublim! vertice arca (xi^wtö?) quievit 

Recedentibus aquis etc. 
Die Sybille sucht demnach eben wie die Chronicles die Landungs- 
etelle Naois am rechten Phrat-Ufer, und bezeichnet dafür, statt des 
Armenischen, den Alten sonst unbekannten Ararat, hier als Quell- 
berg des Marsyas unverkennbar den Aulocrenas, dessen Skythen-Name 
Ton Ol-ol-cara-as durch diese Nachricht der Sybille wohl vollstän- 
dig genug gerechtfertigt erscheint. — Gewiss ! Celaene war Ur-Volks- 
heiligthum des Frfih-Phrygen , älter als Meder- und Perser-Zeit, 
alter als jede Einwanderung griechischer Colonisten in jene fernen 
Phrygtschen Höhen! Dort war von der Pietät des frommen Java- 

16 



- «4f - 

Bit eii, des Baaldieners, dem Andenken des hohe« Ahnherrn, Ard- 
fear, ein heiliger Hayn, Coü-atn, geweiht , im Berg und dem ihm 
gegebenen Namen die Erinnerung an den hohen Grabhügel, Cam- 
ps, der seine ruhmvollen Gebeine, Ol-ol, deckte, gefeyert und er- 
halten. Hier war Baal sein gewaltiges ältestes Hochfeuer, Mar- 
sean-asta, ein Er-Skytisch-Iranisches Atesch, entzündet, zur Feuer- 
wacht eine gewaltige älteste Priester wehnung, Mar-sean-asti, eine 
Baal-Priesterschaft errichtet, die nur erst in Zeit Griechischer Herr- 
schaft dem, Baals Stelle einnehmenden, Sonnengott der Griechen 
ku weichen gezwungen wurde — Marsyas und Apoll. — Da 
wurde aus dem Leichenhügel Ardfears ein Griechischer Flötenqaell, 
immer aber noch liefs der Phrygische Nachkömmling ArdJfears sich 
nicht von Heilighaltung der Gewässer verdrängen, die dem heiligen 
Berge entsprossen Maren. — So, wahrscheinlich, einigem sieb alle 
einzelnen Eigentümlichkeiten der engern Oertlichkeit von Celaene 
zu Herstellung einer der obigen ähnlichen Ortegeschichie, und wird 
da, schon wegen zeitlicher Unmöglichkeit Griechischer Namenge- 
bun£, die Herleitungsmöglichkeit von Aulocrenis, aus n^rrj mit 
avlog, die Darstellung zu entkräften nicht vermögen. Hielt doch 
Plinius, der einzige Schriftsteller, dem wir die Erhaltung des Berg- 
namens verdanken, hielt er doch selbst den Namen nicht für grie- 
chisch, wie sich zuverlässig aus der gebrauchten nur durch suppo- 
nirte Ellipse von oqoq erklärliche Genitiv-Form: Aulocrenis, erken- 
nen lässt! Ist doch dem Griechen die Umwandlung des dort ge- 
fundene?, ihm unverständlichen* wenn auch heiligen Boden verratben- 
den, Ol-ol-carn-as in AvXokqtJh) wohl zuzutrauen* zumal sie ihm 
das willkommne Mittel bot, seinem Flöten-Gott auf den. Trümmern 
vergangener, nur noch im Namen lebender Urzeit einen Triumph 
zu bereiten! — Und nuu zu alle dem eine Area, xt,ß&n6g, mit dem 
2VJ2J£-Namen auf Münzen des Apamea, das auf den Trümmern je- 
nes Celaene-Kibotis erbaut worden — erscheint da nicht jenes Ce- 
laene als der eigentliche und Wahre Boden und Schauplatz der Kin- 
der Naois, Synnada, Seaft-atta als die Hauptniederlassung der Ard- 
fear-Gaalen, Celaene, Coü-ain, als Naois heiliger Hayn? Kann 
der Glaube an die Chronicles of Eri verwerflich erscheinen * wenn 
die Zeugen auf solche Art sich aufhäufen? Und wenn auch der 
Credit der Sybilliniscben Bücher noch so schwankend wäre, immer 
würde diese Stelle laut genug für Zusammenhang Celaenes mit der 
Fluthsage sprechen. 

Nuu werden die Münzen selbst dem Auge näher gerückt wer- 
den müssen» Sie sind es , gewiss , die sich eines ausgezeichnetem 
und eigentlich Weltgeschichtlichen Werths erfreuen dürfen. FHith, 
und daraus hervorgehendes Menschengeschlecht gehörten immer z» 
den Frühbildern der Alten. Cato, bey Annius, 'weiss von Flu" 1 
und, einem aus Skythengeblüt hervorgehenden nenen Menschenge- 
schlecht — Indischer und Griechischer Mythus verflechten Weltflu- 
tben und Menschenentstehung in ihre Cyclen und Cosmogonieen - 
auch das plastische Feld bietet Spuren jener Ansicht und Friihsa- 
gen: Azunis merkwürdiger Stein des Sardischen Caralis (Munter 
Sendschreiben) spricht von Kataklysmus und Restaurator, und wohl 
mag auch der Stempelschneider der frühen Zeit seine Typenbilder 
von jener Sage entlehnt haben. Bas scheinen z. B. schon die fr* - 
besten Ctimae- Münzen, EckheUs antiquissimi , zu beweisen. ^ 
steht die Concha marina, das Bild der Fluth, und der Hanaus, *W*> 
xmlbs, und rvfia ist xaiaxltofiog, und xavkog penis, wie wieder *fy*« 



— «4a — 

Frucht in Matterleib — und der Avers einer andern Cumae-Münze 
(Mionet No. 137.) zeigt den mit einem Oelzweig |bekränzten Kopf 
(Noahs?) mit verlängertem Hinterzopf CLingam — Phallus - Bild, wie 
an Indischen Götterbildern, dem Tyr-Bilde von Rhetra, auf Jersey- 
und andern früh -Gallischen Münzen) , der Revers den Fischinen- 
jschen, Fluthmann. Die Concordanz mit der Fluthsage der Genesis 
und in ihr mit dem Berichte der Chronicles aber spricht nirgend 
wohl sich deutlicher und bestimmter aus, als eben in jenen Apa- 
jnea- Münzen. Mionet führt sie IV. p. 234. seq. in den Nummern 
85t. 256. 261. auf, und Eckhel III. 132. seq. beschreibt sie folgen- 
dermaassen: 

Area undis enatans, in qua vir et mulier medio corpore exstantes. 
Extra eam, vultu averso proceduat mulier stolata, et vir quasi 
sago indutus, dexteram ambo attollentes. Arcae operculo snperne 
insistU avicula, inde altera in aere librata oleae ramum nnguibus 
stringit. Arcae fronti inscriptum NJl... 
Vollkommen die nämliche ist die Beschreibung Mionets, nur dass 
hier der vir et mulier ohne weiteres für Deucaliou und Pyrrha ge- 
nommen sind, und dass auf No. 251. bestimmt: NJIK gelesen wird. 
Historisch, wenn auch mythisch- und traditionell-historisch, sind 
jene Typen wohl ohne allen Zweifel, und dafür sind sie auch von 
allen und den vielen Numismateu gehalten worden , die an ihnen 
ihre Federn und ihren Scharfsinn versucht haben. Nur darinnen 
weiebeu in der Hauptsache die Erklärer unter sich von einander 
ab, dass. Eckhel in der Gesammtheit der EinzeUheile des Typus 
die Noachiscbe, Andere die Deucalionische Fluth erkennen wol- 
len. Immer bleibt der Haupt - Typus : das Schiff, in Archen - 
Form. Stände er allein und trüge die Area überall mehr die 
Schiffs- als die Kasten -Form, so möchte er leicht seinen ein- 
fachen Grund in den frühern Kißmbg - Namen des Prägeorts finden. 
Aber es ist der Arche der Noe-Name aufgeprägt, und auch die 
Vogel lassen, ohne weitere Hülfe sich nicht mit jenem Frühnamen 
des Orts in Verbindung bringen. Romer und Grieche wussten nichts 
von Noah, beyde hatten bis jetzt der mosaischen Erzählung des Jo- 
sephus nicht geachtet, oder ihr nicht geglaubt — und mm erscheint 
auf Römisch - griechischen Münzen auf einmal und fa«t magisch 
schnell Noah und seine Arche mit ihren Vögeln- Soll der Stempel- 
sebneider dort hoch am Eupbrat, soll er seinen Grabstichel ge- 
hraucht haben, um jene Erzählung des Josephus zu verewigen? 
Wohl sicher nicht! wohl sicher ein anderer Grund, anderer Typen- 
quell nicht erfindlich, als eben Frühsage des Prägeorts, erstarkt und 
erbalten durch Erinnerungen von der Oertlichkeit der Umgebung 
und der bekannten: ins graue AHerthum zurückführenden Geschichte 
de» Ortes geboten. Also Volkssage, im Münztypus gefeyert und 
verewigt! Alte Völker haben alte Sagen. — Gewiss hätte auch 
Pessinus einen reichen Schatz zu bieten und geboten, wäre es 
nicht unter der Galater Herrschaft geratheu, hätte nicht früher 
schon Bern ihm den Cybele - Stein , den nothwendigen Brenn - 
und Etrebpunct aller Erinnerung aus alter früher Zeit, aus den 
Bänden zu winden gesucht. Jenes Beginnen des Römischen Se- 
nats, soll es nicht selbst schon auf ein, vom Römer gekanntes, Da- 
seyn früh - Phrygiscber Sage hindeuten , dem unübertrefflichen 
Alter Romas Gefahr drohend, ein früheres Weltreich kennend, grös- 
ser und gewaltiger als das Römische. Schon in der Nachbarschaft 
musste Armenische und Phrygische Sage zusammenschmelzen — 

16* 



— «44 — • 

Naoi selbst, seine Rettungs- und Reichsgründlings -Geschichte dem 
Armenier und dem Phrygen, der ans jenem hervorgegangen, ge- 
mein «6311. Per Apameense im besondern wnsste weiter: dass er 
den Boden Celaene - Kibotis K den der Regia des Cyrus, dass er den 
heiligen Mutterboden der heiligen Flusse, überall ein Sacrar seiner 
frühesten Altvordern bewohne, und nothwendig musste schon der 
Kibotis -Name an Schiff, Zeit, und Person seines, des Armenisch- 
Phrygischen Naois erinnern. So kam leicht und natürlich jenes 
Rettungsschiff mit dem Namen des Erretters, des Naoi der Skythen, 
seine Geretteten, Ankömmlinge und Empfangende, es kamen die 
Friedensboten zwischen ihm und Eissoir, Tauben und Oelzweig, 
sie kamen als historische Urkunden der Geschichte und Sage des 
Prägeorts unter die Typen seiner Münzen, und so werden jene 
Münzen zu gewichtigen Belegen der Nachrichten der Chronicus 
über Ard- fear -Naoi, und den westlichen Abzug seines Enkels Ja- 
van. Deucalion und Pyrrha, von denen auch Eckhel nichts wissen 
will, sie sind ja hier ohnedem nichts weiter, als eine Gebnrt der 
numismatischen, hier eine Ortssage nicht ahnenden, Ausleger, im 
Typus selbst das mindeste nicht enthalten, das zum Rückgriff zu 
jenen spätem FInthmenschen und Phantasieschupfungen, zu Ver- 
setzung des Deucalionischen Fl uth Schauplatzes aufs Plateau voa 
Sangarius, Halys und Mäander berechtigen könnte, Während Taube, 
Oelzweig, wie Sagus und Stola mit der Deucalions - Sage kaum in 
irgend eine Verbindung möchten gebracht werden können. Es bleibt 
da zur Rettung dieses Deucalions der Numismaten ein anderes Mit- 
tel nicht, als das allenfalls in Deucalions Herkunftsort gebotene, 
das des Glaubens an Verschmelzung Ogygischer und Deucalioni- 
scher Fluth in beyder Herausbildung aus der Noahs-Kpopee der 
Genesis, und der Rettungsfahrt des Naoi der Chronicles. Wenn 
nun auch Verteidigung oder Bekämpfung eines solchen Glaubens 
hier am unrechteu Orte stehen würde, so ist doch die Mosaiscbe 
Geschichte Noahs zu eng und zu auftauend der Naois - Geschichte 
des Eolus ahnlich und verwandt, als dass ihr hier nicht einige Auf- 
merksamkeit geschenkt werden sollte. Nächstdera ist sie für die 
VÖlkerverwandschaft aus jener frühen Äeit von der höchsten Wich- 
tigkeit. Ist Noah und Naoi eine und dieselbe, der Geschichte ge- 
hörende Person, so sind unfehlbar alle Nöachiden der Genesis und 
des Josephns, und wieder alle Naois-Skythen der Chronicles ein 
und desselben, Armenischen und Oaucasischen Bergen gehörenden 
Volksstamms. Hebräer, Aratnäer, Chaldäer, alle übrigen Semiten 
und Chanuten, Cananfter, Phöniker etc. sind eben so ursprüngliche 
Skythen, wie Armenier, Ogsvölker, Iberen und andere Caucasier, 
Gätulen, Numiden, Ost- und West-Aethiopische Chusiten, überall 
Japhetiden der Stämme Javans, Gomers und der andern Brüder. 
So freylich ists kein Wunder, wenn z. B. Grundlage Phönizischer 
Chamiten- mit Hebräischer Semiten -Sprache zusammentrifft, beyde 
nur als Dialecte einer und derselben Muttersprache erscheinen — 
und wenn Nargal, der König Sidons, des Calma- Gaalischen Alter- 
thümlers Faltam Erzählungen der Geschichten der Väter versteht, 
ohne dass die Chronicles für nöthig finden, wie sie es sonst %n 
thun gewohnt sind, einer Dollmetscherhülfe zu erwähnen. Für jene 
Identität Noahs und Naois aber sprechen die folgenden Concordan- 
zen in der Genesis und in den Chronicles: 

Noahs vorfluthliche Heymath war wohl ohne Zweifel das Senar, 
in das die Nöachiden nach der Fluth zurückkehrten, und jenes 



— «45 — 

« 

Senar ist sicher nirgendwo anders als Im Näherungs-Puncte des 
Nieder- Tigris, und Nieder- Euphrats zu suchen — 
und dort lag, nach Senar und Messene der alten Geographie das 
Mag-Seaa-attbair, Masenar Naois. 
Ans jener Heymath Noahs ward er durch Fluthen vertrieben, 
und Mieder durch Fluthen in der Arche vom Untergang gerettet, 
und das hohe Armenien war sein Landungsplatz — 
und auch Naoi entOoh aus Masenar einem Einbruch unzähliger 
Völker des Ostens, unwiderstehlich wie die Fluth, die alles 
überströmt; Affridg-eis, schnell aufschwellende Gewässer, Ueber- 
schwemmung und Hochfluth entzieht ihn und die Seineu dein 
Schwer dt Eissoirs, und zu Schiffe erreicht er in Bergfahrt die 
Hochberge, Ard-mionn, Armenien. 
Genau ein Jahr wächst, steht und fällt Noahs Fluth, da bringt 
die Taube den Oelzweig — 

und genau ein Jahr ist verlaufen, da wird es .Friede zwischen 
Naoi und Eissoir. 
Noahs jungst geborner Sohn ist Japhet, seine Enkel Javan 
und Og — 

und Jath-foth ist Sohn, Jath-bban, pron. Ja van, der Auswande- 
rer, und Og, der Jüngling, sind Enkel Naois. 
Sem ist der älteste der Söhne Noahs — und Sean heisst in 
Naois-Sprache: der Alte, Ael teste. Cham ist verflucht und soll deu 
Brüdern dienstbar seyn — und Garn heisst: der gekrümmte, ge- 
beugte — Japbet wird Ausbreitung verbeissen — und Jath-foth, 
pr. Ja-fot, heisst: der Ländergriinder — Noahs Rettungsmittel ist 
die Arche, das Naois das Schiff, und nach ihm erhält er den Na- 
men: Naoi, das Schiff — Assur, der aus Senar auszieht, baut Ni- 
nive — und Eissoir erobern Masenar, und bauen dann auf den Zelt- 
städten der Skythen einen hohen Thurm und schwere Steinhäuser 
(offenbar Babylon, Ninive etc.)« 

Schon diess wird hinreichen, die Ueberzeugung zu begründen, 
dass Noah und Naoi identisch sind, und dass es ein Band gemein- 
schaftlichen, in Noah -Naoi zusammenlaufenden Volks - Ursprungs ist, 
dass die Skythen der Chronicles und alle Noachideu der Genesis an 
einander knüpft. — Dann wohl kann es kaum mehr zweifelhaft blei- 
ben, dass die Mosaische Fluthsage nichts anderes ist, als episches Ge- 
dicht, dem der geschichtliche Vorgang zum Grunde lag, wie er aus 
der ungeschmückten und historisch einfachen Erzählung der Chronicles 
hervorgeht — und dann wieder und weiter ist es kein Wunder, dass 
dunkle Erinnerung an Fluth, und ein Menschengeschlecht, * aus dem 
Grieche und Römer hervorgegangen, dass sie die Phantasie des Grie- 
chischen Mythenbildners beschäftigte, und dem Streben des Römischen 
TJrsprungserforschers zum Anhalt diente, wenn es nicht bestimmter 
historischer Bericht war, der in den Elementen der Hiempsals-Bücher 
seines Vaterlands ihm vorgelegen hatte. Endlich kann gar leicht das 
Andenken an jenen Naoi, seine Schicksale und Thaten, in Mosaischer 
Noahs -Form, sich auch ohne Genesis und Hebräische Chronisten iu 
jenem Ostwinkel des dem Naoi- Schauplatz ganz nahen Phrygiens 
erhalten haben, zumal in Apamea, die ihre Cistophoren mit dem sonst 
unerhörten: auris humana, als Sagenstadt und Bewahrerini mysteriö- 
ser und traditioneller Sagen numismatisch stempeln. Hunters No. 4. 
von Mionet übergangen. 

Nun zurück zu unsern Javaniten und ihren Vebergang nach 
Europa, in so fern derselbe Mittel bietet, auch rückwirkend die Ja- 



S> 



- «47 — 

jach Stephanns Frfihname von Thrake). Die dritte und letzte 
vythen-Hey math , die von Ib-Er, und Ailb-binn, Iberia und Al- 
«t, feyert der fromme Skythen-Sohn im Flussnamen des Ib-Er- 
j, Hebrus, und im Gebürgs- und Landnamen Ailb-binn, Albania. 
tzt ist das Vorland und seine Kästenlage erkundet, und nun er- 
hält es den Namen des Küsten -Landes, Traig-ce, Thrake. südliche 
und westliche Ausbreitung geht nun ihren Lauf. Im Süden entste- 
hen die Namen; des Hügel- und Ebenen- Landes, Mag-dun-ia, Myg- 
donia; des sohttnen warmen — schönen Süd- Landes, Teth-aille-ta, 
Deas-aille-ia, ThessaHa; derf alten Plugvieh-Landes, Bo-eat-ia, Böo- 
tia, und, wie dort in Taartan, Dardanta sich Doras, Dor-ih, TMirvül- 
ker bildeten, so sind es hier wieder Dor-ih, Thnrvölker, Dort, die 
den Eingang zum tiefern Sude« eröffnen. (So sind es jene Javaulten, 
Ionier-Dorier, die den entbrennenden Pelasgtschen fiyksestheilen, 
Cecropiden, Cadmeern, Danaern etc., sämmtlich gleich Skythischen 
Ur — wenn auch nicht Ardfear-Naols -Stammes, anfänglich weichen, 
endlich aber nach langem Weehserkampf als Kr-aic-el-aos, Heracli- 
den, die alte Herrschaft wieder herstellen 1 .) Herodots Myser und 
Teuerer dringen bis zum Meere, das den wettern Westzug hemmt. 
Es erhält 9 in Erinnerung an das verlassene Jayans-Meer, Zare 
Dschaban, den Namen eines weitern Javans- Meeres, Mare Ionicum. 
Bald wird erkundet, dass das Meer nicht Selbst -Meer, nur Meerge- 
burt, Tochter des Oceans *), nur: Wasser zwischen Land und Land, 
Dod-awn, Etder-iath, ist, und so erhält die ganze Küstengegend **J 
den, eigentlich dem besäumten Gewässer geltenden, Namen: Dod-awn, 
Dodona, und das Wasser des höheren Busens deri> mit Dod-awn 
gleichbedeutenden, von Eider -ia, Adria. Im Nordwestlichen Ueber- 
gang nach dem Westlande bietet die Küste unzählbare Inseln, Klip- 
pen und Scheeren. Da muss das Skythenfahrzeug, die Libearn ***), 
zwey Yordertheile ohne Hintertheil, an beyden Enden gleich zum 
Wellensphnitt geschickt, zur Rückfahrt nicht des Um wenden«, nur 
des Vebertrags des Steuers von einer Spitze zur andern bedürfend, 
es muss die Libearn helfen und nützen, und von ihr erhält die Küste 
selbst den Namen: Libearn-ia, Liburnia. Nun ist die Bodenbeschaf- 
fenheit des neuen Landes vom Osten zum Westen zur Genüge er- 
forscht, und nun giebt, nach jener, man ihm den Namen: des Landes 
der Gross-Steine, der Felsen, Coraig-ia, Graecia. Noch im Scheiden 
vom Griechischen Boden erwacht die Erinnerung an den Urvater und 
die Ur- Sitte des Volks-Stamms. Zu den Füssen der hier gefundenen 
llochpfade 4 urch « Wasser, Ta-bhoras, Tauren, greift der neue Colo- 
nist zum Namen des Japhetiden, der Japhets-Haufen, Jath-foths-cis, 
Ja-fots-eis, Japodes, und hier pflegt jener Japode spät noch der ur- 
väterlichen Sitte der Mossinäken, Mos-sean-aic , des Stamms der Ur- 
Sitte , und der Thraken (Herodot), der der Hautfärbung f). Nun ist 
Italiens Boden betreten. Sumpf und Wassermassen drohen den Un- 
tergang. Da weiss der Delta -Gräber des Indus*, Phrat und Tigris 
Rath zu schaffen, — Hier im Lande der Haufen des (neuen) Geblüts, 
in Fuil-eis-tan werden die gewaltigen Philistini-Abzüge eröffnet, der 

«0 Stephanus: seeundum Thrasybulum CDeäona) a Dodona ima ex Oceani 
Nyxnpha etc. 

*#) Stephanus: Dionysias: Dodonae resio immensa extenta est. 

*##) Libearn: a kind of vessel , a ship with twoprows, wo stern, heut»» 
nech Irisches Fahrzeug. Oconnor Deinonstr. p. L'CII. vergi. die Fahrzeuge der 
Sutanen. Tacitus Genn. c. XLIV. 

f ) strabos Catasticli, gefärbt wie die Mossinaeci des Pontus, und alle Thra- 
Ken. flerodot. \\ 7. 



— 248 — 

Boden dem ehrwürdigen Slirn-Volke, Ain-ead-eis, AUWolk, Ain-eat- 
eis, Ennetes (Herodots Aotenoridcn, also Tencrern) *) wohnbar ge- 
macht, tind dem nun geregelten Fluss der Dreyname gegeben: der 
Rothßuss, Buadh-awn; Fluss der Kr-Völker, Er-ih-dawn; und, ia 
Erinnerung seiner frühem Gefahren, das Wasser des Ertrtuikens, 
Badadh-uisg, pron. Badahuisg, Padtis. Nun im Vordringen bereiten 
sich die Völker neue Sitze. Zuerst und an den ehrwürdigen Fels- 
Spitz-Bergen, A-binn-ain, den Apenninen, ergraben sich Uambri ihre 
Krd höhlen wohuttng , ümbri, und Ifings den Spitzbergen selbst, Sa- 
binn-ih, schlagen Sabin! ihre Zelte auf. Hier aber wird die ans dem 
langen Zug und daraus hervorgegangenen Niederlassungen entstan- 
dene Volksminderung fühlbar. Dem vorgefundenen Eingeborenen, 
Firgneat (in A borigen verstümmelt) muss Widerstand entgegenge- 
setzt, dieser durch Einigung und Bündniss, Aos, der Ein zeis tarn me, 
Aic, bewirkt werden. Es entsteht Biindes-Land , Aos-ce, Ta-aos-ce, 
Bündner, Aos-ce-ih, Osci, Ta-aos-ce-ih , Tnsci, ehrwürdige Bündner, 
Haufen des heiligen Bundes, Aos-ain-eis, Ausones, und so erwachst 
bald dem Sammtland ein neuer und frühester Sammtname, der des 
ehrwürdigen Bundes- Landes , Aos-ain-ia, Ausonia, Wie aber aus 
dem gewaltigen Bund, El- aos, Elaeus, den Haufen des gewaltigen 
Bundes, El -aos -eis, Eleusis, an Hellespont und Kopais, dort die 
Grundlagen bootischer Phratrieen hervorgehen, eben so erwachsen 
hier auf Ausoniscbem, auf Bündner -Boden die Formen und Verbin- 
dungen, wie sie nach dem Einzug der Tnrasenen vom Ebro in den 
Dodecopotitten, und weiter nach Einzug der Bellovesen, und spät noch 
bis zur Zeit der Lateiner- Kriege bey jenen Völkern Italiens sichtbar 
werden, f Und wohl mag überall jenes Bündner- Wesen die kräftigste 
Schutzwehr jener Früh-Javaniten gewesen, in ihm der Grund der 
Erhaltung des immer mensohensch wachen Javaniten-Hanfens unter 
und gegen die wahrscheinliche Ueberzahl der gefundenen Eingebore- 
nen zu suchen seyn, denn überall wo Ionier-Javaniten auftreten, bis 
in die späte Zeit Ionischer Colonieen-Stiftnngen , da entstehen auch 
Dodecopolitieen, und Sechs-Städte. Herodot I. 132. 135.) So erstarkt 
und kampfgerüstet zu Angriff und Wehr erfüllen die Zügler das ganze 
Festland bis zum Meere. Bald aber zertrümmern die Wellen den 
Aueonischen Boden **), es entsteht «ine vom Wasser losgerissene, 
durch Wasser getrennte, Scaoilead, pron. Skilli, Insel, J, die hier- 
nach den Namen Skilli- J, Sicilia, das wassergesehiedene Volk den 
der Skilli-ih, Siculi, erhält. 

Nun zu den Einzelpuncten jenes frühen Asiatischen Javania, die 
allenfalls der frühesten Zeit ihre Namen verdanken: 
C;aneae Ins. Cuin-ain-i, Insel des alten (Wasser-) Verschlus- 

der ehrwürdigen Hunde (der ses, alte Insel. 

Wächter des Bosporus). Macaria Ins. (Lesbps) Mah-car-i, 

Tenedos Ins. Duu-eaden, Stirn- Insel der Steiuebene, 

Düne. Phanaeus M. (Chii) mit seinem 

wf h x« - Phrys, Fear-eis, Männer- edelu Wein, Fion, Wein, Fion- 

Menge. aos, Weinbrüderschaft, Winzer. 

Calydnus Ins. Cal-eat-tan, .Land 

**) So ITerodots Medisch - Teucrisclie Ennetes, Livins Paphlagonische. Vor- 
Romtoche Veneten, und wieder Livius und Sirabos Gallisch-Bellovesische Venetes 
durch die wenig kühne Annahme vereinigt : dass die letzten die Wohnsitze «er 
frühem foezogeu. 

**j siliiis Ital. XIV. 11. Ausoniae pars magna iacet Trinacria telias etc. 



— »49 - 



Sjtmos Ins. Sam-aos, Sonnenbru- 
derschaft, Sonnendiener, Bon- 
nenpriester. 

Jmbrasus Fl. Im-bior, Hohenwäs- 
ser, Regen. 

Icaria Ins, Car-i, Felsen -Insel, 
nach 

Draconum, seinem Vorgebürge, 
Prag, Feuer, vielleicht vtilca- 
nisch, und darum: deserta. 
Strabo X. 

Mysia R. Meas-ia, Land der 
Erndten. 

Dyndimus M. Dun-dun , Berg der 
Berge, der Rhea (Re, Re-a, 
Mondberg) heilig. 

Granicus Fl. Grian-uisg, Sonnen- 

flllSS. 

Gargariis M. Car-caren, Fels der 
Felsen. Vertex montis Idae. 
Hesych. Cellar. 45. 

Edon Fl. Ead-awn, Stirnfluss. 

Astyra, Asta-tir, Land der Asta- 
feuer (über den Olymp). 

Troas R. Doras, Thüre, Eingang, 
Ausgang. 

Abydus Proin. A-beadh, wellen- 
frey. 

Ida M. I-ta, hier Insel. 

Dardania R. Ta-ar-tan, hier Er- 
Land. 

Scamander FL Saoi - ce - amhan- 
duor, Wasser des Saken-Flus- 
ses — Rhodius, Ruad-uisg, 
Rothfinss, Xanthus, Sean-uisg, 
Alten -Fluss. Das Griechische 
Xanthus also Zusammensetzung 
von Laut und Sinn der Namen 
ein und desselben Flusses: 
Ruad-uisg, Sean-uisg. Plinius 
irrt, wenn er V. 80. sagt: Hö- 
rn ero celebrati — Rhodius — • 
vestigia non haben t. Noch eine 
Dom na - Münze mit /JAPJA- 
jyiJlDT F0J10C hat den lie- 
genden Rhodius. Homer II. «V. 
74. Quem Xanthum vocant 
Dil, homines autem Sea- 
man drum. AeIianL.YllI.de 
animal. c. 21. Oves Scaman- 
drum bibentes fulvas efficit — 
fluvio Scamandro — aliud no- 
men (Rhodius, Ruad-uisg) ad- 
scitius o vi um color imposuit. 
Also: ein und der nämliche 



Fluss, von den Sitzen der Al- 
ten, Priester, Götter, dii, Scan- 
uisg, Xanthus, von den frühen 
Saken-Umwohnern, homines, 
Saoiceamliandoor, Scamander, 
von der Farbe seines Bettes 
und seiner Gewässer Ruad- 
uisg, Rhodius und wieder Xan- 
thus genannt. 

Sangarius Fluv. Sean-car-uisg, 
Felsfluss der Alten, ad San- 
garium Phrygum vetera domi- 
cilia. Strabo XII. 891. 

Cybele M. Ce-Faal-e, hier Boden 
Baals. 

Bithynia R. Beadh-dun-ia, pr. Bi-' 
dunia, Land der Hügel der 
Wellen. 

Dascyllaeum Prom. Ta-skilli, hier 
losgerissen, getrennt. 

Arganthonius M. Argiod-dnn-aos, 
Knappschaft des Silberbergs 
(der Tartessisehe Arganthonius). 

Grynium, Grian, Grianan, Sonne. 
Sein weisser Stein ursprünglich 
Bal-Bel-Stein derEr-Mannefam 
Manner-Fluss , Fear - aic - nisg, 
Phryxus, wie der Beistein des 
Cy-bel-e Bergs, der Stein des 
Hammoniums, und der schnee- 
weisse Liafail des Er-Mannes 
von Eri ; hier auf dem Frühbo- 
den stehend, auf dessen Trüm- 
mern die Eolische Colonie sich 
ansiedelte, und den Skythen 
Baal zum Griechen -Apoll um- 
wandelte. Eben so 

Myrrhinum, Mithr- ain, pr. Mih- 
ratn, heilige Sonne, gleichfalls 
unverkennbare Spur Skythisch- 
Irauischen Sonnendienstes. Mar- 
tials Myrrhinischer Apoll. IX. 
Epigr. XLII. 

Moeonia R. Mionn-ia, Hühenland, 
wenn nicht abkürzend Aic- 
mionn-ia. 

Mäander Fluv. - Mi- am hau- duor, 
Wasser des Grenzflusses. 

Marsyas Fl. Mar-sean-asta, aus- 
nehmend grosse Asta-fener. 

Aulocrenis, 01-ol-carn-as, gewal- 
tiger Steingrabhügel des ruhm- 
vollen Leichnams. 

Celaene, Coil-ain, heiliger Hayn. 



— 950 — 

Phrygia B. Fear-aio-ia, Land Capros FJL Gabher~uisg, Biegen- 
des Mfinnerstammes. fluss. 

Gallus Fl* Gaal-uisg, Gaalen- Astacenus Sin. Asta-ceann, Asta- 

Fuss. höhen, Leuchtfeuer am Pro- 

Acmonia, Aic-mioon, Höhenstamm, pontis. 

Synnada, Sean-atthair,Sean-atta, Calpe Prom. Caübe, Oeffnttng, 

Alt- Vater. Mundloch (zum Bosporus, wie 

Lyells Fl. Luis-ce-uisg, Flitss dort Calpe in Spanien), 
des Volkstheils. 

II. Xichfc weniger kärglich ist in den Chronicles der zweite 
Auszug aus Ogs Reich ausgestattet. Nur gelegentlich und erst beym 
«päten Zusammen (reffen Calmas mit D üb ar- Gaalen am £bro erfahren 
wir: dass jener Gaalen-Stamm des Ebro in den Tagen der Gründun- 
gen, days of Fada, also kurz nach Jath-foths Zeit aus lb-Er aus- 
gezogen, dass er mit Naoi-mad**eis (Numiden) und Og-eag-eis über 
Gaoi-ata-eloao (Gaetnlia *)), 140 Jahre vor Calma, also 1630. v. 
Chr. am Duor angekommen, dort im Süden des Flusses, Alg-er-be, 
spater am lb-Er, Ebro, unter Fiolaoc, Jolaus, Buais-ce, Vasconia, 
gegründet habe, uud dass er, Dubar, der Tapure, einem andern Sky- 
then-Stamm gehöre, als Ard-fear, der Stammvater Calmas und der 
Gaalen von Gaal-ag, Gallaecia. Weiter geht Eolus Bericht über die- 
sen Auszug nicht, und nur Yarro steht ihm in so fern zur Seite, dass 
auch er das Vaterland der Iberen Spaniens am Caucasus sucht. 
Oconnor aber, der Uebersetzer der Chronicles , erkennt in jenen über 
Gaoiataeloac zum Dnor herübergezogenen Yölkern: die über Africa 
nach Spanien gelangten Skytho-Gaalen, die Gaidelas, die die Irischen 
Chronisten aller Zeit nach Irland einziehen lassen. Die obigen Sky- 
then-Geschichten sehen darinnen und verstehen darunter: die histo- 
rische Grundlage des Hercules-Perseus-Jolaus-Zugs, und als Zug- 
folgen: die Gründling der Ost-Aethiopen in Südwest- Asien, der Hyk- 
sos am "Sil, der weissen eigentlichen West-Aethiopen, Libyer, Gae- 
tulen, Hesperier und Atlanten in Africa, und darin zugleich und im 
weitern Uebergange nach West-Europa den Schlüssel zu Portugie- 
sisch-Irisch-Britannischen Sagen und Geschichten, den Bagratisch- 
Libyschen Stammvätern der Bracarensen, den Africanisphen Foghmor, 
Bardolanen, vom Nil gekommenen Gaidelas des Giraldus und aller 
Irischen Chronisten, und den ebenfalls über Nil, Africa, Spanien nach 
Irland und Britannien gezogenen Japetischen Alanen- Skythen des 
Nennius. 

So viel nun den Zugtheil vom Nil ab westwärts betrifft, so liegt 
er schon in jenem mythischen Bilde selbst, dem Libycus-Zuge über 
Atlas nach Hesperien, dem Kampfe mit dem Typhon der Wüste, der 
Libyschen Sonne und Antaeus, den Hesperiden-^Aepfelo, Gerions Rin- 
dern etc. klar genug vor, und die von Plinius, Strabo, Sallust etc. 
dem Zuge gegebenen Folgen in Pharusii, Mauri, Gaetuli, Libyes etc. 
in Africa, Medern, Armeniern und Persern in Europa malen das Bild 
nur noch lebendiger aus, und unschwer schmiegen sich an sie eben 

■O Vallancay Essay, London 1618. p. 109. These fancient Irisch') tradi- 
tions iiiform us, that those contitiental ancestors sojourned for several generaltons 
in Getluige Cthe Getulia of the RonfaiiuQ, and in this aecount, stnpped of hs 
poetical garb, we find the original of the ifame of Gaidhil, which with that of 
Pheni tue irish retained througn all ages. They teil us moreover, that Ute Gai- 
üils inigrated from Getluige into Spaiii, and thence, after a considerable time, 
ihto Ireland. Dies ist eine Stelle aus einem anonymen Briefe an den Heraus- 
geber der London. Chronica von 1772. 



- *5i — 

/reite Erzählungen der Chronisten Portugals, Irlands und Britanniens 
— und am Haupt- und Krst-Ankunftspnnct selbst, am Duor, Duriti*, 
wie am zweyten, am 15 -Er, Iberus, reichen steh Bolus, und Ptolo- 
umeus und Pünttis und Mela die Hand, jener wen* er Dabar am 
Duor landen, Fialoac am Ib-Er, Buais-ee gründen, Skythen 
Spaniens Mordküste bevölkern Utsst, diese wenn sie spät noch« 
Tapori am Dttrius, Paesici, ein Vaseonia am Iberus, der 
letxte au Asturiens Strande ein Promontorium Scythicum 
kennen. 

So wird in jenem Gaoiataetoao und Naoimadeis der Chronicles) 
unbedenklich Gaetuiia und Numides, dann aber eine unverkennbare, 
wenn auch leise Hindeutung auf jenen Africa-Weg der Einznglinge 
in West-Kuröpa erkannt, der Durchzug selbst sonst als hinlänglich 
belegt angenommen werden dürfen. Auch in Hinsicht der Frage: 
woher ursprünglich, und aus welchem speeiellen Japetidea- Stamme 
sie gekommen, reiht sich Josephns an Varro und Kölns, indem er alle 
Iberer und Galater von Gomer ausgehen laset. Nur die freylieh 
kaum minder wichtigen Fragen: in welcher Richtung gelangte der 
Zag zum Nil? wo hat er geographische und sonstige Spuren hinter- 
lassen, die auf Aufenthalt, Niederlassung, überall Ausbreitung hin** 
deuten? sie sehen sich mst gfinzlich ohne Antwort« Ausser einer* 
Nachricht des Josephiis und Hezechieis, letztere in einer allenfalls 
annehmbaren Deutung, wird schwerlich dft ein historisches Zeugnis« 
aufgefunden werden können. Öls auf einige iconium -Münzen, zwei- 
felhafter Beweiskrüftigkeit, versagt auch die Numismatik hier völlig 
ihre hülfreiche Hand, und so wird kaum ein Mittel bleiben, als zu 
Ausfüllung der Lücke nach den verschiedenen mythisch heroischen 
Bildern zu greifen, die in jenen Gegenden auf jene Begebenheit hin- 
zuweisen scheinen. Auch hier giebt Josephus gleichfalls durch jene 
SM eile dadurch ein willkommnes Anhalten, dass er dem Osttithiopen- 
Keich der Fabel einen bestimmten Boden unterstellt, und das Anknü- 
pfen an die rückwärts gelegenen Spuren erleichtert. Die hier sich 
erbietenden Puncte sind: das an dieEnakim der Genesis sieh anknüp- 
fende Kephiden-Reich von- Jope, mit der Heroide des Perseus und 
der Homeriten-Reihe Arabiens, und an sie knüpft sich rückwärts der 
Sard anapal und Perseus- Mythus von Cilicien «nd fconium. Die Vor- 
frage über die Zeit des Auszugs bietet keine Schwierigkeit, und ist 
bald beseitigt. Abraham um 2000. v. Chr. tndet am Jordan Enakim, 
und die Dubar-Gaalen von Ib-Er zogen dort aus: in den Tagen der 
Gründungen, in denen von Jatfoth Und seinen Söhnen, Jatfoth starb 8172* 
v. Chr. Javan zog 2172. v. Chr. aus, und, gleiche Ursache gleiche 
Folgen bringend, wird auch der Dubar-Zug, der Tapuren-Zug unter 
Gotner, zu gleicher Zeit erfolgt seyn. Auch über die Bestand theile 
des Zugs 80 h eint es nicht an I/icht zu fehlen. Dass es Skythen wa- 
ren, geht schon aus Hezechiels Gog und Magog hervor. Thogarmas 
Gomeriten sind sie ebenfalls nach Hezeehiel. Ueberali Gomeriten und 
Chusiten müssen sie gewesen seyn, das beweist sich in den Zugfol- 
gen: Chus wird Vater aller Aethiopen und Libyer, Gomer der aller 
Iberter und Galater, und Gomer klingt in der ganzen Zug-Ausdeh- 
nung wieder: Gomer, die Insel an Africas Westküste; Gomer, die 
Atlas -Region; und Homeriten, Fürsten und Völker in Arabien, 
Nächst dein mag vielleicht für die allgemeine Skythen - Eingefrtirung 
jenes Zugvolkes selbst der Perseus einen Grund darbieten, der vom 
Iconium des Tanrus an, bis zum Lyxtts des Afrlcanischen Westens 
über Cilicien, Joppe, den Nil und ganz Afrio» standba* de» Zug be- 



- *Ä* - 

gleitet Sein Jolaus wenigstens ist es wohl ohne Zweifel, der als 
Fialoae from Gaoiteloae , the son of Gaoiataeloao, als Gaetule, in den 
Chronicles auf Spanischem Boden auftritt, — und dieser ist völlig Sky- 
thisch. Einmal bedeutet, auf jenen Jolaus- PhOnjx anspielend, Jolar 
den Adler, auch einen Sonnen-, einen Feuer -Vogel, und weiter auf 
den Mythus jenes Jolaus - Phönix hinweisend heisst Jol-aos: Verjün- 
gung, Umwandlung des Alters. Perseus seihst ist Orientale, Parse, 
Sonnengott, leicht vom Sonnendiener »um Sonnengott erhoben, Grün- 
der Cilicischer Sonnenstfidte , und eines Sonnendienstes am Nil und 
in Hesperien, schon Djemsbids Verene, unser Fear-ainn, Mänuerriug, 
war wie Estachar sicher Sonnenstadt — und Fear-scis (Perseiu») 
bedeutet : den Manner-Haufen der Er-Skythen. Schon jetzt wird die 
historische Grundlage sichtbar werden, die den Mythen der Gründun- 
gen von Icouiiim und den Städten. Ciliciens zum Fussgestell dient. 
Pas Ogs-Reich der Cbronicles begreift Colchis, Iberien, Albanien, das 
alte Thubals-Land, und Armenien bis zu den Moschischen Bergen — 
und Gog ist, nach Hezechiel, Fürst in Mesech (Moschischen Bergen) 
und Thubal (Colchis, Iberien, Albanien). Die Dubar-Gaalen, die dort 
ausziehen, sind nach den Chronicles mit Bogeu und Pfeil (Sciot), 
langem Spiesse (Cran Tubal), Schild und Schwerdt (Colg) 
bewaffnet, und sie sind Og-eac-eis, Ogs-Beuter — und nach He- 
zechiel ist ihrer ein grosser Haufen, die alle Tartschen, und 
Schilde, und Schwerdt führen, ihnen soll der Bogen aus der 
Linken geschlagen, der Pfeil ans der Rechten geworfen werden, 
und Og und gross Volk kommt alle /<u Boss. Jenes Ogs-Land 
ist es, aus dem jene Dubar-Gaalen ausziehen — und aus Ogs-Ort 
von den Enden gegen Mitternacht, wo das Haus Thogarma liegt, 
zieht bey Hezechiel das Heer heran. So herrscht über Auszugszeit, 
wahrend Ogs Regierung, Auszugsort und Ausziehende die vollkom- 
menste Concordanz zwischen Kölns und Hezechiel. Die erste Bewe- 
gung nach Austritt aus den Moschischen Bergen erfolgt, dem nord- 
westlichen Abhang des Antitaurus folgend, in südwestlicher Richtung, 
denn hier ist es, wo der Verfasser der Fastorum Siculorum in dem 
Perseus von Iconium die Spur des Zugs erkennen liisst. Diese Stelle 
des wenig benutzten Buchs ist nicht allein für die hier entwickelte 
Ansicht, sondern überall für den Perseus -Mythus selbst von der 
höchsten Wichtigkeit, indem sie zugleich an die hohe Frühzeit erin- 
nert, von der hier die Rede ist, zugleich aber auch jeuem Mythus 
unfehlbar die Grundlage eines fluthlichen Bildes unterstellt. .Leise 
Hindentung auf einen solchen fluthlichen, Vorder-Asien gehörigen Per- 
seiis-BegruT bietet schon das Danake, als Fahrgeld, und die Her- 
kunft des Worts aus Persischem Sprachquell. Creuzer Symb. IV. 
41. Aus der Vorlage jener Stelle der Fasti selbst wird sioh die An- 
sicht noch genauer entwickeln, sie lautet, nach Kckhels (Nunini. vet. 
p. 872.) Uebersetzung folgendermaassen: 
Et conscenso navigio Persaus ex ea regione discessit, et in 
Assyriam meditans Lycaoniae flnes ingressus est. At Ly- 
caones re comperta infesta acie ei oecurrere, quos ille Gorgonei 
capitis ope devicit. Subinde In vjeum delatus, cui nomen Aman- 
drae, ex eo urbem effeoit. — Urbem appellavit Iconium etc. 

Zu Schiffe also, auf dem Wege nach Assyrien, kommt Per- 
seus nach Amandra in Lycaonien, und aus Amandra wird Ico- 
nium. Nach der Tanrus-Lage Iconiums, also des frühern Amandra, 
kann da an eine ScbiftTahrt, zumal im Zwecke einer Reise nach As- 
syrien, hier sicher dem frühesten Babylonischen, mithin von Norden 



— S53 - 

oder Nordwesten' her, nicht anders gedacht Werden, als in' Unter- 
stellung einer Fluth, den Norden und Nordwesten desTanrus und An - 
titaurus bis zu den Nord - und Nordwestabhängen jener Gebürge er- 
füllend. Hier findet Perseus Amandra und Lycaonen. Beydes in Un- 
terstellung Skythischer Sprache weist auf .Fluth- Rücktritt in Fluss- 
Rot stehung, und anf Volksanhänfung, so gut durch Flucht aus der 
Kluth, als durch örtliches Frey werden von derselben veranlasst. 
Amhan-düor helsst Flnss- Gewässer, und Luis-ce-amoon, Lycaonen, 
ist aus Luis-ce, Volksboden, und amoon, Volksanhänfung zusammen- 
gesetzt, und, entstand hier vielleicht jenes Fahrgeld , Danake, so lag, 
nach Daoin-ce, Menschen -Boden, auch jenem Namen der Begriff: 
neu sich zusammenfindender Menschen zum Grunde. Die Lycaonen 
werden durchs Gorgo-Haupt zur Ruhe gebracht, dort stellt der Rück- 
tritt der Fluth, das Ende der Assyrischen Kriege, zuerst Friede und 
Ruhe wieder her. Schwer verkennbar liegt hier im Gorgonen-Haupte 
mit seinen Schlangenhaaren und der Lingua ejecta das Bild des Fliuh- 
endes, des hergestellten Friedens mit den Morgenvölkern verhüllt. 
In wirren Unzähligen Wasserarmen, Canäleu, yiuotfa, verläuft die 
Fluth, die Uebermacht des Assyrers verschwindet in der ungeheuren 
Ausbreitung — die Fluth, jener Kissoir-Einbruch , ist die Stimme , die 
Sprache, ylüaon, die Zunge, lingua ejecta, in der Drama zum Hindu, 
Jehovah zum Hebräer, Baal zum Sbythen redet, und wieder ist es die 
FllHe, ylüooa, dort krishuas, hier des Sonnengottes der Hyperboreer, 
später Apolls, in der die Wiederkehr zum ruhigen Hirtenleben be- 
zeichnet ist. So ist Perseus Skytho-Iranier, Perser und Perser- Va- 
ter, der dem Schwerdt Kissoirs entrinnt, er ist Fluthmann, Noah, 
Naoi, der die Fluth gewältigt, den Assyrer- Frieden erkämpft;, der 
Heros, der Führer der Fear-seis, Männerhaufen, der den von der 
Fluth, dem verheerden Assyrer -Krieg, entvölkerten Ländern neue 
Völker, und mit ihnen Ackerbau und Krieg, die ewigen Gesellen 
menschlichen Beysammenseyns, wieder zuführt — und so muss die 
Harpa sein Attribut werden, sie, die falxkamata (Ovidius Met. L*. IV. 
v. 718) muss als Bild des Nähr- wie des Wehrstandes in ihrer 
'Form zugleich Harken, Pflug und Sichel, und die Mordwaffe darstel- 
len: den Tubals-Spiess , Cran Tubal, des Iberisch-Colchischen Sky- 
then des Kölns, die Tartschen der Ogs- Völker Kzechiels, die Waffe 
des Griechen (Macedonische Münz-Harpa), wie die Haiebarde, Spiess- 
angel, Spiess-Beil, des Sueven-Gothen (Agathlas) und die Francisca 
des Franken. Bald gewahrt die Sagacität des mythischen Bildners, 
dass es seinem Perseus, als Fluthmann, noch an der Tinte fehlt, die 
die snpponirte Allgemeinheit der Fluth, ihr allmähliges, vom Osten 
nach Westen gerichtetes Zurückweichen, die durch den Fluth-humus 
erhöhte Fruchtbarkeit des Bodens bezeichnet. Da muss das Bild das 
Symbol der Bewegung, den Fuss erhalten, der Fuss zum Segengeber 
werden, es muss der fromme Colone des Cydnus und des Nils den 
Heros im Bilde seines segenreichen Fusstritts, der der Jol-Stadt des 
Bagrates im Namphannm-Namen (homo boni pedis) ehren, sein Fuss 
selbst muss der Mittelmeer-Insel den Ichnusa-Nainen geben, und spät 
noch muss der Jol-Stadt- (Caralis, Cahr-Jol-aos) Bürger jener Insel 
ihn als : Restaurator ex Cataclismo feyern (Azunis - $tein bey Mun- 
ter). So wird es doch wohl nicht für Anmaassung oder unverzeih- 
liche Kühnheit gehalten werden wollen, wenn in dem dunkeln zu 
durchwandernden Felde die Zuflucht, zu jenem Perseus - Gebilde ge- 
nommen wird , das den Zügler auf seinem ganzen Zug vom Taurus 
bis zur Hesperischen Küste begleitet, und, wenigstens nach jener 



- 864 - 

«teUe 4er Fnatt, weht sicher der Zeit nftobet der Noachischen Fluth, 
der Zeit unsere Naot-Skythen, gehört, in der die Chrenicles unsere 
Ilabar- Gaalen» über ihr Gaoiataeloac, nach Spanien ziehen lassen - 
und wohl wird sich jene Fahrer- Wahl im ae «per entschuldigen, wo 
nicht rechtfertigen lassen, da es eben jener Peraeua ist, der in sei- 
nen Attributen der Harpa nnd des Gorgoaenhaupts über Lycaonien 
noch dem Zuge folgt, den oben die Jaraniten genommen« 

Nun denFear-aeis-, Peraeua- Spuren folgend, wird der weitere 
Südweg, den jene »aalen genommen, sieh leichter erkennen lassen. 
Gleich von Icenium nb führen sie Taurisehe Pforten (ftrlae) und die 
Cydniis-Gewaaser zum Meere, das hier wie oben, den Weiterzog 
hemmend, ein Ta-ar-seis, Er-aahaufung, Tarsus entstehen macht. 
Unter dem hohen heiligen Baal (wörtlich Sa*ard-aia-II**l, Sardana- 
pal), dem Leiter und Begierer der Haufen des beilijsen Flusses (wort- 
lieh Anac-ain-duor-aie-seis, Anakmdaraxes) dem Ur-Turanier, wird 
hier unterm Volkshaufen , Taarseia , Tarsus, Baal eine heilige Statte, 
Feuerhaua (die Tarsus -Münzen mit Fenerhatts, und Jolaus PaDnii) 
errichtet, nnd seinen Bildern, Sonne, Sul, in Sul-Jh, Soli, und Mond, 
Gealach, in An-gealach, das Mendwasser, Aochiale Niederlassungen 
geweiht, dem Lande selbst aber zu Ehren der Parelaten aus Cola- 
sais, Coil-aic-aetB-Stamm, die das Regiment führen, und schon jen- 
seits Tauritt In Tarlais den Namen hinterlassen haben, der Name 
Ceil-afc-ia, das Land des Waldstammes, CUicia gegeben. Hier ist 
es, wo in jenem Anak-indaraxea uns die erste Spur jener Enakim 
«er Jerdaasgegend entgegentritt, die uns erst mit den Hainmonisclien 
Aaac-ombri wieder verlassen, und hier kommt Josepiius mit seiner 
geographischen, von Hezecbiel unterstützten Besehreibung des Beicns 
der Cttussfier~Aethiopen, die die Fabel Ostaethiopen »mer «Jer *e- 
pheus- Herrschaft von Jone nennt, zu Hülfe* Beyde Zeugen puisseu 
daher hier gehört werden. Josephuo aagt C. VI, in AndiUys Veoer- 
setzung: . 

Les Enfants de Cham occuperent la Syrie et tons les paya, f™ 
sottt depuis les monts d> Amane et dn Liban jusqu'a la mer Oceaa- 
ne, auxquels ils donnerent des noms, dont les uns sont aiypurd w 
entierement igoores, et les autres si corrompus, q«'* peia e i« s 
pourroit on reeoanoitre. II n'y a qua les Ethiopiens, dont Uins, 
Fun des qnatre Als de Cham, fut le prince, qui opt toujonrs con- 
serve leur nom, et non seulement en ce paye~la,, mala meme <w» s 
tonte PAsie en les nomine eocore aujonrd'hui Chuseens. 
Josephus kennt hier also Chamitisch - Chussäisohe Aethiopen vom 
Amanus an bis zur Meeresküste des Arabischen Südens , genau dem 
Landstrich, auf dem die Fabel ihre Ostaethiopen handelnd au«r ew " 
lftssr, und eben so genau die Ausbreitung, die Hezeehiel v. 13. seinen 
Ogs- Völkern gtebt. Auoh der Untergang und Verstümmelung fl er 
Namen kann zu keinem Zweifel berechtigen, da in dem Völkerge- 
wirr, dessen Schauplatz die Gegend war, das ebenfalls Heaechiei ▼• 
8. 18. bezeugt, dieses wohl als notwendige Folge erscheint *» 
wird jene Stelle des Josephus so wenig weiteren Commeatnrs, a« » r 
Anziehen und Benutzung, wie es hier geschieht, einiger VerüM»**- 
gung bedürfen. n n 

Eben so treffend und der Darstellung nützlich sind die Stauen 
Hezechiels im 88. und 8». Capttel, über deren Natur, ob sie P****; 
sseyhung, oder Erzühlung sind, nach Pols Synopsis, die Interpret«» 
im tiefen Dunkel und Zweifeln befangen sind, Pols eigene W«n» 
(nnd weM zugleich UrtheU> sind die folgenden s Sed quäle stt hoc ff? 



— 855 — 

Gog et Magog oractdnra ego nescio; haec fHidem nondum eveniste 
suspicor; locus hie valde torquet interpretes, — sed inulta hie oecur- 
runt, quae historicum aliquid sonant, ut — constat ex nominibus 
locorum, gentium etc. Diese Aeusserung, verbunden mit dem Titel: 
des Homers der äebräer, den Pol Ezechiel giebt, sprechen wohl laut 
genug über Pols eigene Meinung. Des Eusebius frommes Streben 
der Stelle durch Beyziehung des Skythen -Einbruchs unter Cyaxares 
die prophetische Natur zu retten , erscheint als völlig nutzlos, wenn 
bedacht wird, dass Hezechiel jünger war, als jenes Ereigniss, und 
das* das Volk Israel, so viel man aus heiliger und Profangeschichte 
weiss, in jener Begebenheit nirgend handelnd aufgetreten ist. Die 
Gründe für die eine oder die andere Ansicht mögen aber übrigens so 
vielfach und so gewichtig seyn, als sie wollen, immer werden sie 
der eigenen Entscheidung Hezechiels weichen müssen, wenn er selbst 
XXXIX. 8. sagt: »Siehe, es ist schon kommen und geschehen, spricht 
der Herr Herr, das ist der Tag, davon ich geredet habe." So ge- 
wiss kann, darf und muss jene Stelle als historische Erzählung an- 
gesehen, behandelt und benutzt werden, und dann ist sie für das 
hier verhandelte Thema auf das höchste lehrreich und ergiebig. Sie 
ist der eigentliche Cement, in dem sich alle Nachrichten der Chro- 
nicles, der Bücher Moses und Josuas, des Josephus, der Profauscri- 
benten und der Mythenschreiber, wie sie jene Zeit und Gegend be- 
treffen, unter sich einigen und atnalgamiren. Wie sie über Auszugs* 
zeit, Auszngsort und Auszugsvolk mit den Chronicles zusammentrifft, 
ist oben schon bemerkt. Eben so treffend ist die Concordanz mit 
den Chronicles, wenn der Hauptschanplatz, auf dem Hezechiel seine 
Ogs-Völker auftreten lägst: die Berge Israels, das Land vom Schwerdt 
(Josuas) wiedergebracht, das Land ohne Mauern (im Grundtext: 

niT-'jg , der Ebenen, Flachgegenden des Jordans und der Küste) , das 
Land aus vielen Völkern zusammengekommen, ans den Heyden zu- 
sammengerafft (das viel- und misch - völkerige . Galilaea , Gojim), 
das Reich Arabia, Dedan, und die Kaufleute auf dem Meere (Skaba, 
Tarschisch) r. 8. 11. IS. Id., endlich die Stadt Hamona (XXXIX. 16.), 
wenn er als das notwendige Durchzugsland eines sich von Iberien 
nach Gaetullen bewegenden Zugs ins Auge gefaast wird. Das Schwerdt 
eines jeglichen gegen den andern (v. 91.) ist das treue Bild der Tage, 
aus denen eben jenes Viel- und Mischvolk Galilaeas hervorging. 
Der Feuer- und Schwefelregeu (v. 23.), das Umkehren der Berge und 
zu Bodenfallen der Wände und Mauern (v. 20.) , das Schwerdt , das 
der Herr auf allen seinen Bergen ruft (v. 21.), das Reinigen des Lan- 
des ($XX1X. 16.); sie sind offenbar alle nichts anderes, als Sodoms 
Katastrophe, Josuas Einbruch, und Jerichos Fall, und überall die 
Verdrängung jener Ogs-Yölker von jenem Boden, und ihre Flucht 
nach dem Ml- Westen, also die Erinnerung aus den Büchern Moses 
und Josaas. In der Ausbreitung, wie sie aus v. 8—13. hervorgeht, 
entsteht die völlige Concordanz mit dem Ausbreitungs-Sebauplatz der 
Chusiten-Aethiopen des Josephus, und der Bohne der Ostaethiopen 
der Fabel — und in den Tbogarma-Gomeriten Hezechiels, den Chu- 
sitea-Aethiopen der Josephus, den Kepbiden der Fabel, und wieder 
dem Zufluchtsort Hamona Hezechiels, verschmelzen die Anakim Cili- 
ciensgr iinder, die Anakim der Genesis, und die Anaoomhri (Anac- 
uambri, troglody tische Anakim) der Hamonia der Geographen, eben 
wie Homeriten, Völker und Dynastenreihe Arabiens der Geographen 

und Chronisten. Auch über Hammonium hinaus, in 0*1D, Pharas, 



— «56 — 

Persern, t5S3> Kusch, Mauren, und tttö Phut, Libjern (v. 5.) weist 
Hezechiel auf den Weg der Dnbar-Gaalen nach Gaettillen, und stützt 
die Nachrichten von Ptinfns, Strabo, {Saunst, fiber Pharusier, Perser, 
Meder, Armenier, Gaetnlen, Libyer etc., die Alle aus jenem Zug 
hervorgegangen. — Und hier müssen die concordfrenden Stellen 
Priscians 321. 988. Aviens 270. 858. und wieder der Fastorum Sicol. 
von hoher Wichtigkeit erscheinen. Zu letztern werden gerechnet 
werden müssen: die, zumTheil oben schon aufgeführten, welche aber 
den Skythismus Noahs und seiner Zeit Zeogniss geben — 
Chron. Paschal. Paris. 1088. p. 49. A diebus Noe post dfluvfom 
Scythtsmus perstitit. — Gentilitatis medium tenuere Barbarismus 
(Assyrer) Scythismns (Noachiden im Allgemeinen) et Hellenismus 
(schoa abgezogene Javaniten) donec Abraham etc. 
weiter die, welche sich über jenes doppelte Aethtopien bis nach dem 
Hesperlschen Meere und Gades hin ausführlich und bestimmt aus- 
sprechen, und so die ganze Friihbevülkerung Nord-Africas jenen aus 
Japhetiden und Chamiten bestehenden Aethiopen zuschreiben — 
p. 29. Nomina regionum Cham: Aegyptus cum adjacentibus, Ae- 
thiopia qnae Indos spectat, et altera Aethiopia, ex qaa 
oritur Aethiopum fluvius Nilus appellatus, qni et Geon, Thebais, 
Libya quae ad Cyrenen proteuditur, Marmaris cum regionihus 
contiguis, Syrtis quae tribus constat populis, Nassamonibns, Macis 
et Tautamaeis, Libya altera, quae a Lepti ad Herculis colum- 
nas e regione Gadium porrlgjtur etc. 

p. 90. Cham et Japhet regiones Hesperii maris Ostia disterminant ete. 
eben so die, welche, Priscians Iberen v. 269. erläuternd, bestimmt 
über die Gründer der Ralearen und darüber berichten, welche Phöni- 
ker für die Gründer von Gades zu halten sind. 
p. 416. Ins. Yalearicae. — Hamm inhabitatores füerunt Cananaei 
fugientes a fiteie Jesu filii Nave, nam et Sidona qui coadiderunt, 
et ipsi Cananaei. Gadis autem Jebnsaei condiderunt, et ipsi süai- 
liter profugi etc. 
endlich die, welche über Identität überall von Aethiopen und Enakim 
mit jenen nachfluthlichen Skythen kaum mehr einen Zweifel lassen: 
p. 86. Nattis — aHus — ex — Sem, Chus — genere Aethiops — 
ex quo Nembrod, gl gas, — und: ibid. Ex tribn Sem — ex gi- 
g an tum prosapia — Chronus etc. 

Schon hieraus geht wohl zur Genüge hervor, dass Hezechiel nü 
nicht gemeiner Kenntniss der Frühgeschichten seines eigenen Volks 
und überall der Friihvölker vertraut gewesen seyn müsse, und dass 
daher in ihm Pol wohl mit Recht den Homer der Hebräer erkannt 
habe. Ein anderer Umstand noch macht es sogar wahrscheinlich, 
dass Hezechiel der Skythische Ursprung seines Volks und selbst sei- 
ner Geschichten nicht unbekannt gewesen, wenn auch die Zeit, * a 
der, und der Ort, wo er schrieb , in der Gefangenschaft zu Babylon, 
ihm allenfalls verbot, vernehmlicher und überhaupt mehr im histori- 
schen Tone zu sprechen. Es ist der Umstand: dass in einigen ent- 
scheidenden Stellen er sich nicht -Hebräischer Worte bediente, die 
aus der Skythen -Sprache erklärlich sind, und dass er in seiner Vi- 
sion C» I. und IX schwer verkennbare Kenntniss der Hauptdaten aus 
der Skythengeschichte des Eolus verräth. Die Worte im Grundtext 
C. XXXVIII. 13. sind fitad, Sheba, \T^ 9 Dedan, ÖShfc, Tarscbiscn, 
und b-;^n, Chaschmal.'l. 4. 27. VIII. 2. — Sheba, im hebräischen 
bedeutungslos, möchte sich aus Shabh,' Berge, und A, Berg, so Stfabh-a> 



— 857 - 

i 

Berg der Berge erklären lassen, dann leicht die ganze Hfthenkette 
bezeichnen, die die Westküste jener eigentlichen Weyhrauch-Hey- 
math mit -der Ostküste verbindet, und auf deren Einzelhöhen später 
die verschiedenen Saba nnd Sabata entstanden, die dort die alte Geo- 
graphie kennt. Hier und damals umfasste der Name den ganzen 
Landstrich, der die Gelebrität der Halbinsel selbst, in ihrer hohen 
Handelswichtigkeit im Prodnct des Weyhrauchs begründete, nnd 
wurde daher billig vom Uebersetzer für Arabien selbst genommen. 
Unserm Gomeriten-Zng würde dann jenes Shaba den Namen verdan- 
ken, eben. wie die dortigen Hörnernen- Völker mit der merkwürdigen 
Homeriten-Dynastie, die ihren Ursprung bis vor die Zeit der Flucht 
ans Aegypten zurückführt. — Es folgt Dedan, ebenfalls nicht He- 
bräisch und schon in der Genesis vorkommend. Dod-amhan, pron. 
llod-aun, bedeutet im Sky tho-gaalischen : Wasser, an beyden Seiten 
von Land umgränzt, also — im Gegensatz von Logh, Landsee, und 
Amhan , Fluss — Meerenge , Meerbusen. In den Gegenden , die jene 
Frühzüge beschreiten, kommt die entsprechende Natnrbildnng, in gran- 
dioser Anwendung, die das Wort sicher fordert, dreymal vor, der 
Propontis mit Hellespont nnd Bosporus als Grunze Asiens und Euro- 
pens..; das rothe Meer als die Asiens und Africas; und der Persische 
Meerbusen als Scheidung Vorder -Asiens vom Indischen Lande. Je- 
ner erste gehörte in den Javans-Zug, die beyden letzten in die Kreise 
des Gomeriten-Chamiten-Zugs. Darum schreibt Moses sein Doda- 
nim (Gen. X. 4.) Javan zu, nnd wäre darunter der Propontis etc. 
und die Westküste Nordgrieehlands, die Dodonaeische Region, zn 
verstehen. An den Küsten des rothen Meeres hingegen würde das 
Dedan zu snchen seyn, das Tyrus die Decken liefert (Hezech. XXVII. 
20.), und das, wo sich die Kinder Keturas aufhalten (Gen. XXV. 8. 
Jes. XXI. 13. Jer. XXV. 23. XL1X. 8. Hezech. XXV. 13). Das Dedan 
endlich, aus dem Ebenholz und Elfenbein, die bekannten Pro d acte 
Indiens, ausgeführt werden (Hezech. XXVII. 15«), es kann wohl 
schwerlich ein anderes seyn, als das des Persischen Meerbusens. 
Welches dieser letzten beyden Dod-aun aber Moses mit seinem De- 
dan Gen. X. 7. gemeint hat, kann hier unentschieden bleiben, da 
eines wie das andere den Namen dem nämlichen Gomeriten-Chamiten- 
Zug verdankt. — Nun Tarschisch, das so häufig vorkommende und eben 
so häufig über die Oertüchkeit Zweifel erregende I Je verwickelter 
jene Zweifel sind — und das müssen sie in hohem Grade seyn, da 
sie längst schon den Sprachforschern wichtig genug erschienen, an 
Stellen, wo nicht anders zu helfen war, lieber die Zweifel selbst in 
dem aus Schifffahrt, Schiffgut, Meerlage etc. abstrahirten Grundbe- 
griff: das Meer zu versenken, ohne auf rein sprachlichem Wege dazu 
berechtigt zu seyn — desto willkommner wohl möchte es erscheinen, 
ein Mittel geboten zu sehen, das allen jenen Ungewissheiten ein Ende 
zu machen verspricht. Und auch dies liegt auf dem betretenen Wege 
der Sinnerforschung des Namens aus der verklungenen Sprache der 
vergessenen Namengeber. Ta-Ar-seis, in ganz genauer Betonung: 
Taarschihsch heisst wörtlich: hier Ar-Haufen, und bezeichnet sonach 
eine örtliche Anhäufung jener Er- Völker. Phöniker, Wie zweifelsohne 
Früh- Hebräer, beyde Stamm- und Sprachvettern der Skythischen Na- 
mengeber, jenes Er- Volks selbst, sie verstanden noch den Sinn, und 
nahmen Wort nnd Name in seiner Betonung in ihre Sprachen auf, 
und es blieb das Wort, lange noch nachdem seine eigentliche Bedeu- 
tung dem Gedächtniss entschwunden war, als sinnleere Ortsbezeich- 
nung, zuweilen vielleicht in Bezeichnung des so nach dem Ausfuhr- 

17 



— S58 - 

ort benannten Kaufmannsgutes. Solche Anhäufung musste vorzfig- 
lich da entstehen, wo das Meer dem Zuge oder der Ausbreitung 
Schranken setzte, und wirklich sind es auch durchgängig solche Ku- 
stenpuncte, denen die verschiedenen Tarschisch gehören. So erreichte 
der Javans-Zug über Phrygiea und Bithynien sein Dod-aun, Doda- 
nim, die Küste, und es entstand dort Taarseis, Dardania, und die 
Bithynischen Tarsen des Stephanus — Gomers Zug gelangte an der 
Mundung des Cydnns zum Meere, und dort erbaut Perseus wieder 
ein Tarsus. In Fortsetzung des Zugs tritt ihm der Persische Dod- 
aun, Dedan, in den Weg, auch hier müssen sich die Massen häufen, 
im Meerbusen selbst werden die Inseln besetzt, Tylos und Aradns 
(Ar-adh, zum Unterhalt von Kr bestimmt, adh, appointed), und dies 
ist die Muttergründung des Handels nach und vom Indus , des Pbö- 
nikers, der später dem Andenken jener Muttersitze sein Tyrus und 
Aradus am Mittelmeer erbaut. Auch jene Küste muss daher in je* 
ner Zeit das Bild eines Taarseis, Tarschisch, geboten haben, zumal 
als Indischer Marktplatz, und darum wird dort ein Tarschisch ge- 
sucht werden dürfen, wenn dort auch keine bestimmte Einzel-Ort- 
griindung den Namen bis cum Erwachen der Geographie bewahrt 
und hinüberträgt. Ueber Africa, »um Theil vielleicht die Atlantis, 
erreichen die Kinder jener Er-sets, an Europens Sud westspitze einen 
weitern Sammelpunct, ebenfalls, wie dort in Arabien, nicht engern 
Localpunct, sondern überhaupt waldigen Küstenstrich an den Mün- 
dungen des Anas, Justins Saltus Tartessicus (XLIY. 4.). Hier sieht 
die Folgezeit eine Hoch-Burg, El-byrga, El-burgua, entstehen (Ste- 
phanus nach Hecatäus), der Landstrich selbst aber, im Andenken des 
mehrfaunüertjäbrigen Aufenthalts im Süden, erhält den vom Griechen 
und Römer dort noch gehörten Namen von Ta-ar-deas-eis , hier die 
Er- Haufen des Südens, Tartessus — und dieses Tarschisch— Tartes- 
sus, der Aufenthalt der Argiod-dun-aos , der Knappschaft des Silber- 
Bergs, Arcanthonius, es wird in heiligen und Profanbüchern fortan 
der Stapelplatz von Silber, Zinn, Bley, und Bernstein, das von und 
über hier den Küsten des Mittelmeers zugeführt wird. Nach allem 
diesen ist es 

Dardania, die Tarsus des Stephanus, die Genesis X. 4. Javan zu- 
geschrieben sind; 

Tarsus Ciliciae, von dem Jonas I. 3. IV. 2. die Rede ist; 

Tarschisch, ein Arabisches, die Küstengegend im Gesicht der Bah- 
rain Tylos und Aradus, die die Waaren: Gold, Silber, Elfenbein ' 
Affen, Pfauen, vielleicht auch junge Löwen, damals Insignien < 
der höchsten Gewalt, lauter Indische Prodncte, herüberführte. 
Hezech. XXXVIII. 13. I. Kön. X. 22. II. Chron. IX 21. I. Kön. 

XXII. 49. II. Chron. XX. 36. j und es ist 

Tarschisch — Tartessus, das bey Jerem. X. 9. Silberblech, bey H e- 
zech. XXVII. 12. Silber, Eisen, Zinn, Bley liefert, und dessen 
Verschwinden von der Bühne des Welthandels von Jeremfo* 

XXIII. 1. beklagt wird. 

Auch die weitern Tarschisch Hezechiels I. 16. und X. 9. mö- 
gen wohl schwerlich für Edelstein oder Türkis gehalten werden köa~ 
nen, wenn nicht etwa Luthers: wie blos der Farbe und dem Gl*** 
gegolten haben soll, und nach dem Grundtext selbst gegolten haben 
kann. Die Stellen selbst aber sind an sich schon rfithselhaft, wahr- 
scheinlich absichtlich dicht verhüllter Bedeutung, und wie die obige® 
Stellen dea-38. und 39. Capitels .Steine des Anstossens für die InW 



J 



- 959 - 



preten. Hier erscheint abermals in btttptt Chashmal ein nicht - he- 
bräisches Wort, und dies Wort ist es, um das sich ziemlich aus- 
schliesslich der ganze Sinn der Stelle dreht. Offenbar muss diese 
Verhüllung absichtlich geschehen, die Stelle nur dem Schreiber selbst, 
und dem Eingeweihten, dem Sach- und Sprachkenner verständlich 
gewesen seyn. Und auch hier scheint, im Zusammenhalt mit der To- 
talität des ganzen Gesichtes, die Skythen -Sprache das Räthsel zu 
lösen und das Mittel zu bieten, in den eigentlichen Sinn des Gesich- 
tes einzudringen, das dann nichts anderes und nichts weiter war, 
als die .Darstellung der Urgeschichte des Skythen -Volks, aus dem 
auch der Hebräer hervorgegangen, also der Väter auch des Prophe- 
ten und seiner Bruder in der Gefangenschaft, alles in grandiosen 
Aufrissen zusammengetragen, und in die Hauptdaten zusammen gefasst. 
Freilich gebot ihm die Zeit, in der er lebte, und der Ort wo er 
schrieb: er war Gefangener eben des Volks, das einst seine Urväter 
vertrieben hatte, er schrieb an dem Ort, aus dem seine Urväter ver- 
trieben waren, — freylich gebot ihm alles dies seinem Drang zum 
Erzählen, zum Theil zum Berichtigen, Fesseln anzulegen, seine Dar- 
stellung möglichst zu verhüllen, und so wählte er die Form einer 
Vision, und reihte, wahrhaftig mit Meisterhand, gerade an den ent- 
scheidenden Stellen Worte ein, die einst der Sprache seiner Väter 
gehürten, jetzt aber wahrscheinlich nur wenig vom Grosstheil seiner 
Brüder, gar nicht von seinen strengen Herrn in Babylon, ausschliess- 
lich von seinen Weihebrüdern, den gleich - Eingeweihten, verstan- 
den werden konnten. Nun zur Darstellung der freylich gewagten 
Ansicht selbst. Sie dreht sich hauptsächlich um jene beyden, der 
Sprache des Propheten fremden Worte Tarschisch und Chaschmal, 
jenes wie oben im Sinn von: hier Er -Haufen, dieses nach Ca, hier, 
Sam, pron. Schahm, Sonne, El, gewaltig, mächtig, in dem von: hier 
die gewaltige Sonne. Schon mit diesem einfachen Schlüssel wird es 
möglich seyn, in das Innere des geheimnissvollen Gebäudes einzu- 
dringen, wenn die Voraussetzung zulässig erkannt wird, dass Heze- 
chiel in der Form seiner Vision die Hauptdaten der Ur- Geschichte 
seiner Väter darstellen und erzählen wollte. Eben so einfach sind 
die weiteren Unterstellungen: dass im Winde das Bild der Bewe- 
gung, des Zugs — in den phantastischen Thiergebilden wieder Bilder 
bedeutenderer Zeitabschnitte, Hauptperioden in der Volksgeschichte 
erkannt werden dürfen. Nun wird eine ganz kurze Parallelisirung 
die Ansicht völlig klar machen. 



Vom hohen Turanischen Norden 
her kam Baal, Ca-sam-el, mit 
seinem Dienst, und den ihm die- 
nenden Er-Völkern. 



Hesekiel, der Sänger, lebte im 
4ten Zeitalter jenes Er -Volks, 
seiner Stammväter, — die Zeital- 
ter waren: das Turanische, das 
Iranische, das Noachische, und 
das nach Phalegs Tagen, den 
days of fada, Tagen der Grün- 
dungen, in denen der Dichter — 
Seher lebte. 



V. 4. Es kam ein ungestümer 
Wind von Mitternacht her, mit 
einer grossen Wolken voll Feuer, 
das allenthalben umher glänzte, 
und mitten in demselben Feuer 
war Chaschmal. 

V. 5 — 13. Vier Thiere sind es, 
die Hezechiel im Geiste sieht, 
das letzte: Mensch-Adler (Jolar, 
Jolaus, Fialoac, Mitfahrer jenes 
letzten Zugs), sie gehen stracks 
vor sich, und gehen, wohin der 
Wind stand (unwiderstehlich und 
unaufhaltsam ihr Zug). 

17« 



— 860 — 



Volksanh&ufung, Taarseis, war 
der Grund jede« der viermaligen 
Sitzwechsel. 



V. 15. 16. Das wie vier Rüder 
aussehende Ein -Rad ist Grund- 
lage und nächstes Mittel zu Be- 
wegung der Thiere, und die Ra- 
der waren Tarschisch 

Nunmehr und im Zusammenhalt aller oben bemerkten Concordanzen 
wird sich wenigstens so viel ergeben, dass es nicht Frevelmuth war, 
Hezechiel hier als Zeugen aufzuführen, und so wird denn, mit höhe- 
rer Zuversicht , das Feld zwischen Taurus und Arabischer öüdküste 
der etymologischen Forschung eröffnet werden dürfen. 



VIII. Das grosse Reich der Ost-Aethiopen (Adh-Dio-biun, 

Gott-geweihte Höhen). 



Pisidia R. Beasg-ün, Hoch-hohen 
(des Taurus). Insident verticem 
Pisidae. Plin. V. Extremitates 
Tauri montes tenen t. S trabo XII. 
899. 

Soliinus M. Sul-im, Sonnenhöhe. 

Ljcia R. Luis-ce, Yolks-Boden. 

Cragus M. Coraig, grosser Felsen. 

Xanthus Fl. Sean-uisg, Alten- 
Fluss. 

Patara, Be-athair, Vater -Sitz, 
P-athair, der erste Vater, Val- 
lanc. Essay, etc. p. 64. Be- 
adhair, Ort der Anbetung. 

Arycandus Fl.' Eri-ceann-uisg, 
Fluss der Er- Höhen. 

Chimera M. (ignivouins) Gaoi- 
mar-a, Berg des grossen Trugs. 

Cyanea, als Bergpass zum Hei- 
ligt hum von Patara, Cuin-ain, 
heilige Hunde (Wächter). 

Massycites M. Mass-Sciot, Sky- 
then-Massen. 

vMilyas R. Mil-ia, Honig-Land. 

Cabalia R. Caball-ia, Land der 
Pack -Pferde. 

Lycaonxa R. Luis - ce - araonn, 
Volks - anhäufungs - Boden. 

Pariais, die Parelaten. 

Amandra (Iconium) Amhan-duor, 
Flussgewässer. 

Cilicia R. Coü-aic-ia, Land der 
Colaxais. 

Anemurium Prom. An-moir, Meer- 
frey. 

Arimagdus Fl. Ari-magh-dnor, 
Fluss der Ebene von Er. 

Eleusa Ins. El-aos, gewaltige 
Briiderung. 

Soli, Soloe, Sul, Sonne. 



Tarsus, Tar-ar-seis, hier Er? 
Haufen. 

Anchiale, An-gealach, Mond' 
Gewässer. 

Perseus, Fear-seis, Manner- 
Haufen. 

Amanus M. Amhan-mionn, Berge 
der Flusse. Aman um , qui Sy- 
riam a Cilicia in aquarum di- 
vortio dtvidit. Cic. ad Att. L. 
V. ep. XX. 

Syria R. Star-ia, Westland. 

Comagene R. Com-magh, ge- 
krümmte Ebene. 

Cy rresthica R. Cear - eis - tan, 
Land der Menge des Bienen- 
W 7 achses. 

Chalcidene R. mit Chalcis, Colg, 
Schwerdt, Erz-Waffe, und Clia- 
lybonitis (wie oben Colchis und 
Chalyben). 

Coele - Syria R. Coü - Siar - i* t 
waldiges West-Land. 

Palmyrene R. ßal-mor, grosse 
Strecke (Wüste) so Bal-mor 
mit Tacbat-mor, Tadmor gleich- 
bedeutend. Gesen. 1207. 

Samosata, Sam - aos - eata, alte 
Sonnen -Brüder. 

Meliboea Ins. Mel-ib, Sitz des 
Honigs. 

Casius M. Casan* Pfad. Vielleicht 
der Schlüssel zu allen Casius, 
pfadige, wegsame Berge (Cae- 
sia silva?) 9 darum Zeus Casius 
in Pfeiler - Pforten , . Pylae, 
Portae. 

Aradus Ins. Ar-adh, kr-geweiht, 
zum Auf- und Unterhalt ange- 
wiesen. 



- «61 - 



Bambyce, Syrls Magog, mit dem 
Dienst der ^iargatis. Mag-og, 
junge Ebj 

Damas^HiTpb^, Ta-raass-Saoi- 
<hier der Boden der Saken, 
der Herren -Massen, Tamass- 
Sachach, hier Haupt - Lehrer- 
Sitz. Julians eigentliche 
Gottes-Stadt. 

* Phönike B. Fen-aic-ce, Land 
der Eheweiber, der Ehe. 

* Sidon, Sgadan, eine Fischart, 
Sardelle etc. 

Lycos Fl. Luis-ce-nisg, Flnss 

des Volkstheils. 
Tamyras Fl. Ta-mir, hier die 

Grunze. 

* Hamath R. Aoi-magh, Land 
der Ebene (das Land, in dem 
nach den Chronicles Sgadan 
lag, zuweilen dort: Land der 
men offeine, und Filistta). 

Hemath-Zoba, nach Shabh-a, der 
Gebiirgstlieil der Palmyrani- 
schen Wüste, dann identisch 
mit Aram-Soba. 

Cananaei Pop» Ceanaidhe, Kauf- 
leute. 

Philistaei P. Fuil-eis, Haufen des 
Geblüts, Stamms. 

Palestina R. Pallace-tan, Land 
der Schaafhirten, der Pales. 

Remon, Rimmon; Re - mionn, 
Mondberg, dort häufig wieder- 
kehrend, wie heute noch in Ir- 
land. Vallanc. Grammar. 

Salem, Solyme, Sul-im, Sonnen- 
höhe. 

Kiriath, Cathair, Stadt. 

Beth, Both, Haus, Wohnung. 

Jordan Fl. Ruad-aun, Rothfluss, 
Jar-d-aun Westflnss , • Eri-d- 
aun, Er-Volks-Fluss. 

Jericho, Er-aic-a, Berg der Er- 
Stamme. 

Bersabe, Bir-shabha, Quelle der 
Berge. 

Emmaus, Im-a, Hochberg. 

Ai, Aoi, Land, Erde. 

Ain, Ain, heilig, ehrwürdig. 

Bethsean, Both-sean, Wohnung 
der Alten, später Skythopolis 
genannt. (Talmud — ista loca 
erant paria Bethseani, quam 



eubjugarunt Israelitae adsceh- 
dentes in Aegypto etc. Cellar. 
640. Also hier Skythen vor Jo- 
sua.) 

Irsames (Heliopolis) Er-Sam, Er- 

' Sonne. 

Bethsames, Botb-Sam, Sonnen- 
haus. 

Galilaea R. Gaal-el-ia, Land des 
gewaltigen Stammes. 

Panaeus M.fons Jordanis. Cellar. 
478. Ban-a, der weisse Berg, 
wohl Skythischer Name des Li- 
banon, Ban noch in "j^?, weiss, 
erkennbar. 

Scala-Zor, ^151 rroV»0, auch ein 
Sul-im, Sonnenberg. 

Acco, 122!, Aic-ce, Stamm-Boden. 

Belus Fl. Baal-uisg, Baals- Was- 
ser. 

Carmel M. Car-amhan-el, ge- 
waltiger Felsfluss, wohl Früh- 
name des Kison, dem Berge ge- 
blieben. 

Genesareth, ^£3 9 Kinnereth; 
Moir-ceann-star-iath, Meer der 
Westlands - Hohen. 

Capharnaum, Gabh-ar-amhan, ga- 
belförmig vom Fluss durch- 
schnitten Feld. Cellar. 493. 

Thabor M. Quellberg des Kison, 
Ta-bior, hier die Quelle, Grund- 
sinn des hebr. "von, Berg? 

Ecbatana, Aic-bathas-ain, ehr- 
würdiger Königsstamm, wohl 
alte Skythische Basanie. 

Hernion M. Er-roionn, Re-mionn, 
Er-Berg, Mond-Berg. 

Thirza, QiqgU, Oagal, alter als 
Samaria, vielleicht auch ein 
vergessenes Taarseis der Sky- 
then-Tage. 

Gebal M. Ce-baal, Baals -Boden. 
(Cybele M ) 

Ebal M. A-Baal, Baals-Berg. 

Joppe, IBJ* Japho, genau die Be- 
tonung von Jath-foth, dem 
Sohne Naois. 

Capharsaba campus, Gabh-ar- 
shabh - a , gabelförmig durch- 
schnitten Berg-Feld. Cellar. 580. 

Dothan, die Stelle wo Joseph ver- 
kauft wurde. Jacob wohnt iu 



- »ea — . 



Hebron, der Weldetlats na*s 
also Jn Hebrons Nahe gesucht 
werden. Dort lag östlich das 
todte Meer. Von Gilead nach 
Aegypten musste der Weg längs 
der Westküste jenes Meeres 
führen. So vielleicht hiess das 
Meer selbst wie jene Kiislen- 
gegead dem Knakim - Skythen : 
Dod-aun, Wasser auf beiden 
Seiten Land. Cellar. 53Ä. 
Bezetha, Katvonohs, der vierte 
Hfigel Jerusalems, als Both- 
eata, die alt- Wohnung, viel- 
leicht die Friihbefestigung Sa- 
lems, von der Manethon weiss. 
KanoTToXtg deulet wohl schon 
auf frühere Anlage. 
Machpbela, Saras Begräbnissplatz. 
Gen. XXIII. 9. Magh-beala, 
Todtenfeld. 
Kiriath-Arba, Cathair-ar-both, 
pron. ar-boh, Stadt unserer 
Wohnung. 
Ogyges- Eiche bey Hebron, Og- 
eac-eis, Haufen der Ogs -Reu- 
ter (die Og-eac-cis der Chre- 
nicles), sonst altberiihmte Oert- 
lichkeit. Cellar. 568. 
Zoar , wahrscheinlich Salissa, 
dann das Baal -Salissa II. Kön. 
IV. 43. Saill-uisg* Salzwasser, 
das Salis Civitas bey Hebron? 
Für die Skythen- Kingehörun«* 
der Enakim spricht: Equites 
sagittarii indigenae Zoarae. 
Kotit. Iniper. CeJlar. 575. 
Kiriath-Bal, Catliair-Baal, Baals- 
Stadt. 
Athar, nn?, Athair, die Väter, 

Adbair, Anbetung. 
Gerar, Car-ar, Er-Felsen. 
Kiriath - Sann*, Cathair - Sean, 

Alten -Stadt. 
Gath, in qua gigantes, flui voca- 
bantur Epakim etc. Euseb. Go- 
liaths Geburtsort. Cath, Schlacht, 
Gol-iath, Held des Landes. 
Gath, GoMi, der lange Spiess, 
Goliaths Weberbaum. 

Gaalaad R. Gaal-adh, den Ga*- 

len angewiesen. 
Anoer, Ar-a-JRr, unser Er-Berg. 



Arnon FL Ar-amhan, Er^Flims, 
unser Fluss, ungestümer Fluss. 

Senir, Sean-Er, Er-Alten. 

Siov M. (Hermon) fiHröi Senn, 
die Alten. Cellar. 61«. 

Baal-Hermon M. Baal-Er-mionn, 

Baal des Er-Bergs. 
Baalgad, Baal -cath, Baal der 

Krieger. 

Hauran R. 73^"* **• montes e 
guorum vertice per flaininam 
factum est indicinm novi aoui. 
Cellar. 623. Ur-ainn, Feuer des 
Jahrs, des Baal-ainn, Baal- 
Rings. 

Bathanea, Basan, Bathas, Bas, 
Herr, König, Vorsund. Eine 
Skythische Basanie. 

Astaroth, Asta-ard, hohes Asta- 
feuer. 

Astaroth-Carnaim, Asta-ard-car- 
neam, hohes Astafeuer der 
Himmels-Felsen. Duos montes 
magnos etc. Glossa Talmud. 
Cellar. 629. 

Golan, Golam, mächtiger Held. 

Gamela, Cam-el-a, Berg der ge- 
waltigen Krümme — angusto dif- 
ficili accessu ut caudae simile 
Her— ad urbem meantibus. He- 
ges. Cellar. 082. 

Abarim M. Abair-im, Hohen der 
Sprachen. Cfcaldäer, Assyrer 
und Enakim scheidend. 

Mare Jazer, Moir Jaso-Er Meer 
der Er -Fische, im Gcgensats 
des fischlQson todten Meers. 

Baaru, ubi humiis aquas calidas 
effert. Cell. 660. Bior-ur, Feuer- 
quellen. 

Beel-meon* prone montem, Baal- 
ntionn, fyuils-Berg. 

Nebo M. Neamh-a, pron. Neav-a, 
Himmelsberg. 

Phasga, Pisga M. Beasg-im, sehr 
hoch* 

Sittim, Sattim, Sead-im, Hoch- 
sitz, Seidein, durrer Sand. 

Arce, Ar-ce, Er-Boden. 

Cadmonaei P. Cath-mionn, Krie- 
ger-Berg, Cadmus (Cadmonäer 
vom Hermon?) mit Schild und 
Helm. 

Midtan, R< Midhe-ia, Mittel-Land, 



— «68 — 



la, im vallis Salinarum, Saftl-a, 
Salzberg. Vom Hebräer zu *re 



Se!a, 

Salzberg. 

Sela, Fels, hiernach vom Griechen 

zu niiQa gemacht. Cellar. 683. 

Pharan, T^KB, Bearna, Schluch- 
ten und Abgründe. 

Kades-Barnea, ??.13 E5*Tj3, die 
Gegend der Wüste bis wohin 
Kedorlahomors Krieger vor- 
dringen. Gen. XIV. 7. Cath- 
eia-bearna, Schluchten der Krie- 
gerhaufen , der Gefechte. 

Eziongeber ., Eat-sean-gabh-air, 
alt-ehrwürdige Ziege, im cu- 
mulirten Begriff von alt, der 
Zeit nach, eata, und alt als 
ehrwürdig (wie Senator des 
Römers, Sennone des alten, 
Grauen des spateren Deutschen) 
sean. Hier vielleicht Mittel- 
Stelle und Uebergangspunct des 
Meudesianischen Ziegendienstes 
vom Indus zum Nil. 

Arabia, Ar-ab-ia, Land unserer 
Häuptlinge, der Er-patriarchen. 



Cafani P. Cath-ain, ehrwürdige 
Krieger. 

Cauchabeni P. Cath - aic - binn, 
Gipfel . des Kriegerstammes. 
Hier sonderbare Nachbarschaft 
von Catten und Chauken! 

Baelis FL Beadh-eis, Wellen- 
Menge (Bätis in Spanien). 

Homeritae P. Gomeriten. 

Minaei P. Minyer (Armenischen 
Stammes). 

Saba, in monte etc. Cell. 703. 
Shab, Berg. 

Mariaba, Mar-i-ab, ausnehmend 
grosser Laudesherr, mit dem 
Beysatz: Baramalacum , Bar- 
mullach, höchster Oberherr. 

Carana , Caor - ain , ' ehrwürdig 
Schaaf. 

Ascitae P. Sciot-ih, Pfeil-Völker, 
Skythen. 

Ophir (wenn Diodors Goldwäsche 
"Anrigog örtlich genommen wer- 
den kann und darf) Ab-or — 
Wasser -Gold, also Wasch- 
gold. 



ITI. TJeber einen dritten Auszug aus Iberien sind die Chronjcles 
gleichfalls einsylbig, es ist aber dies der Auszug, der Herodot seine 
1000jährigen, überall den Griechen die Skythen geliefert hat, die so 
häufig ihre Schriftsteller beschäftigen, er ist es, aus dem Asiatische 
und Europäische Sarmaten, Geten etc. der alten, Slaven, Tataren 
der mittlem und neuen Zeit unfehlbar hervorgegangen, Und so wird 
er in seinen Folgen Zeugen genug aufzuweisen haben. Es erschei- 
nen da alle West -Slaven als Jazygisch-Getisch-Sarmatische — alle 
Ost- Slaven, Russen und Tataren als Ost-Sarmatische Skythen, und 
zumal bey letzten, den Tataren, ist es bemerkenswert» , dass ihr 
Ogischan, als Og-eis-ceann, Haupt der Ogs-Völker, wörtlich und hi- 
storisch völlig Skythisch, dass sie sogar den Urnamen ihrer Väter, 
den von .Er, Fear, in ihrer Sprache in der Bedeutung von Er, der 
Mann, erhalten haben. Gleich merkwürdig ist es, dass die Völker 
dieses Stammes im äussersten Westen Ihrer frühern Ausbreitung vor 
der Völkerwanderung, in eben dem Namen (Jazygen) wieder auftre- 
ten, mit dem sie die Chronioles den Nordfuss des Caucasits betreten 
lassen , und dass auch Ptolomaeus in seinem Beysatenamen Metanasthen 
zu erkennen giebt, dass seine Jazygen früher in anderen Sitzen ge- 
wohnt haben. Endlich darf hier die so häufig getadelte, weil unver- 
standene. Stelle des Mela nicht unbemerkt bleiben, wo er den Sammt- 
namen: Belgae für alle Skythen im Tanais- Westen kennt, und offen- 
bar die Nachricht der Chronicles, Sitte, und Sprache der Skythen 
zur Seite hat (Beol-ce, Mund -Land, Vorland, Beigen in Irland, 
England und Belgien.) Für die hier zu entwickelnde Frühgeogra- 
phie jener Völker ist nur die Strecke zwischen Rha und Tanais zu 
behandeln. Der Osten fallt grösstenteils schon in Turan, der We- 
sten gehört nicht mehr Asien* 



- »64 — 



IX. JAlh-Scioe, Skythen-Land, Sarmatia Asiatica. 



Rha Fl. Radha, pr. Raha, Bogen, 
krumme Linie, nicht Waffe, al- 
so in Bogen Messender Strom. 

Tanais Fl. Tan-ulsg, Landfluss, 
wie Borr - eis - tan - nisg , an- 
schwellender Landfluss, Borys- 
thenes; Uisg-tir, Landfluss, 
Ist er; Tan-aun, Landfluss, Da- 
nnbius; Jalh-uisg, Landflnss, 
Viadus; vielleicht auch Uisg- 
tur, Landfluss , Vistura ftir Vi- 
siuta. 

Mffetis Jalus, Mäetes Pop. Mah- 
eat-uisg, Mah-eat-eis, Wasser, 
Volker der alten Ebene. Mee- 
resfläcbe in den Chronicles im- 
mer: piain of the deep, also 
M'Rhrscheinlich magh, im Ori- 
ginal. 

Sauromates P. Saor-mah-eat-eis, 
freye Sarmateu, wohl Herodots 
Königs - Skythen. 

Essedones P. (Calchis juncti mon- 
tinm cacuminibns Plin. VT. 7.) 
Kis-dun-eis, Völker der Hügel- 
menge. 

Psathis Fl. Fos-eata, das alte 
Licht, wie die Phasis in Indien 



und Colchis, Fos-uisg, Liebt- 
Aus». 

Vardanus Fl. Faire-d-aun, Wäch- 
ter -Fluss. 

Suani P. Soana FL Scan, die 
Alten. 

Jaxamatae P. am Tanais, Jasc- 
amhan, Fisch -Fluss. 

Zichi, Zingi P. Sciot-ih, die Jath- 
sciot der Chronicles. 

Asturcani P. Asta-ur-ceann, Hö- 
hen der Asta-Feuer. 

Siraceui P. Siar-ceann-ih, Völ- 
ker der West-Höhen. 

feuardeni P. Soir-dun-ih , Völker 
der Osthöhen. 

Didnri P. Dis - duor - ih , Völker 
der Zwey- Flüsse, zwischen 
Udtis und Soana. 

Bosporus, ßo-eis-bhoras, Was- 
serpfad der Menge des Viehs, 
Pflugviehs. 

Temerinda , Scyihae Moeotin vo- 
cant, quod signülcat: matrem 
Maris. Plin. Vf. 7. Ta-moir- 
imthigh, pr. Tamorimthi, hier 
die Stelle, von wo das Meer 
ausgeht. 



IV. Kin vierter von den Chronicles berichteter Auszug aus 
jenem Caucasisch- Iberischen Stammlande der Europaischen Frühbe- 
völkerung und Mischung mit dort schon gefundenen Firgneat, Gail- 
tir, Gein-tir, Eingeborenen, ist der der Bruder Calma und Ronard. 
Er ist es, der die Chronicles, als eigentliche Jahrbücher der Galaeci- 
schen, spater Irischen Gaalen, vorzugsweise beschäftigt Aus ihm 
gehen nach den Chronicles selbst Gallizische Gaalen, die Gaalen von 
Gaal-ag, und aus diesen Gaalen von Kocaidtan, Aqnitanen, und* Gaa- 
len von Er-i, Irische Gaalen, die Mil-Espan, Milesier, und aus dem 
Norden dieser letzten Scoten und, kaum verkenn bar, Caledonen Nord- 
Britanniens hervor. An die Eocaidtan-Gaalen knüpft Oconnor östlich 
sich ausbreitende Gaal-dun-seis , früheste Waldenser, in denen oben 
die Grundlage der Bellovesen und Sigovesen, in letztern aber das 
Mischungselement erkannt ist, ans dem Süd- und Ost -Germanen bis 
zu den Sevo-Bergen im Norden hervorgegangen sind, während gleiche 
Mischling in Alpenthälern und Nord -Italien den Bellovesen, endlich 
gleichgemachte Bevölkerung Britanniens , Belgiens und West- Germ a- 
niens einem von den Chronicles ebenfalls berichteten Gaalen-Rinziig 
nach Irland, nicht vom Calmas-Stamm , und schon vor 1217. v. Chr. 
erfolgt, zugeschrieben ist. Der Zug Calmas selbst, so weit er, nach 
den Chronicles, Asien durchläuft, ist zwischen Ib-Er, Iberien, und 
Sgadan, Sidon, wo die Meer-Reise anhebt, nur Durchzug, ohne Spur 



V- . ^\- : -l " " —'-.865 - '-/i 

;■•■ ^. r»ft«*J 

'*".;.' ehrigea Aufenthaltes, oder Niederlassung, mithin für die Friiheeogra- -' 
;V .. phie Asiens "nur iß so fern von Bedeutung: dass sction 1 Uta. v. Chr. 
."'' v'Calma dort in Sidon, in Aol-mag, Hamatii. Filisiim als racu of Feine,', 
: .- v ' 7'J-iilso PhJlniker : lin<iet. Efir Ursprung und Früh geschieh le jenur.Pluf*- - j: 
' ''/■['•■'. ntker." selbst, wie für die Frühgeschichte ldiropens selbst auor'ist <*»-"!' 
-,. ■■■...&: '. hochwichtig am den Chronicles zur erfahren: 
g|: •...' ' das» der Phöniket jener Zeit, mit d. in I!)or|sclienÖkylIiDii „.. 

«£,.." in Sonne, Mond und. Sternen seine Gült er erkannt, uud hey ib 

^J . geschworen — . Chron. p. 85. 

%'. \ - ■ dass 'Nargal, 4«r.JU)nig in Sidon,. den Skythen Feit» ... . 

■■ Erzählungen versüntlep , ohne^M»^« t-'hri.iiide* llfrlmcVschcr e* 
." w&hjteri, dass mithin, die Sprache 'der Skyüien und die itlicr I'h4-' r "-- 
;.'•. ülk*r' von. Sidon.. eine und dfe nÜmlielie ^«wesen -»- Chron, >.S(. '■■'■■ 

;\ - y '■■ (ErldSrllc hielt und" LautglelcÜteK. der ,S[iracIic im Pühitlüa mit - 
V- ■ : : Irischer und BaifWsbhBr.)- ■■■'"'•." : • '.» 

C"' ; -."'- daas schon Feitara, der Skytbe, der Scnreibektmst mächtig war V 

;'■': >- Chron. p. 35. 

".:. dasa Eolas jene Kunst schon inj 1360. y. Chr. auf Kpanlsct 

i Soden verpflanzte. Chront p.35. (ScbriftkUnde, öfj. , ,11 f .u: , i ni .f. 

; Torde tauen, AehnltobJteit Turdetanischer Schrift mil OskisdiRr.)"- 

dass die Chronicles von Tyrus nichts Wissen, wohl nber!8i<fö 
V ' -; ; schön: Kflnlgiif djv.SchilTe «ennen, dass Calma in szenischen S'l' 

Jr: fen die EetejwMsW'iAMfDnn nacht, ohne wiüiretifi äotMtt 

h'-V-i"- ■' *' itt'ialr3en*,''aprtr^ie den SldöjOler als : den trügerischen ilmi.et' 
«l',--'- gierigen Ziffsherrk Spanien» bezeichnen — Chr p. 2°~ a — , "" h 

£;' \'. ,' dass schon 1403. v. Chr. ifiiii KiinWOb'nung ttpntsj 

f *v •' Firgneat,' Eingeborenen, theils atts' Algerbe uad BBHBM Gaa- 

'■W*fc.-.; leu-S kälten, .theils ans Meu of Feine bestanden, und Duyde ers/e .. 

■7, »".*..'■ dem Sid^nter zur See und in den Bergwerken glna- und dicustban ■'. 

f. ," .:; . .gewesen.- JoKF 

m .; ; 

^t-C .•■■'.•:■■.-... -,-& 

: { •', ■ ■ .■■ -■-■ ; 'X;iiy 



■" : &y ■.*&;! 



-Ör.- 



• • 









*:*- 



• . * * 



-.-.1 ••**• .->■*.•• 



.» • 
, ». 

• .' r 

•f 

*. * 

■» « 

• • 

2f • * 



•■ > 



•** .« 



» #. 



9 









i 



*• 






« • 















DRUCKFEHLER- BERICHTIGUNGEN. 



Seite MrtfetleW von oben: nachJaala 

ltfc«4 Joutssv 
~ 18 — 37 v« a statt Schall 1. 

Schell. 

— 26 — '9 y. unten st, postae 1. 

posUa. 

— — - — -K^y.*d\ st« den 1. dem»« 
-— «► — ■ HJ v. ii« st bezeichnet 1, 

bezeichnet 

— 32 — 9 y. o. st. nniversolisch- 

tisten 1. universalischtischen. 

— 35 not. 7 y» u. st. Hier» IL lies 

Bier IL 

— 49 Zeile 13 y. n. st. kannte lies 

nannte. 

— 53 — 19 v. o. st» Heinfeld lies 

Steinfeld, 

— 53 — 33 v. o. st. Siolans lies 

Jolaus. 

— 56 — > 80 y. o» st Samso lies 

Samsc. 

— 57 not * pennlt st. yendn lies 

rendu, 
: — 83 Zeile 8 v. tu statt Alt-Varen 

L AU-Varen* 

— 83 — 5 y. o* st. Alt-Varen 1. 

AU- Voten. 

— 84 — 9 y o. st Alt-Varen 1. 

Att-Vären, 

— 85 — 19 y. o* st Cütsesi l Cac- 

• rast* ' . 

— 86 — 22 ?. o; st Chamaren 1. 

Chatnqven. 

— 86 pennlt. st lioia 1. ßinea. 

r — 93 Zeile 8 y..u. st Sonna lies 

Sannai 

— 101 — 22 v. o. st. erreichten 1. 

errichten* 

— 103 — 20 y. u. st Ibern 1. Ac- 

ren» 

— 103 — 11 v. u. st errichtet 1. 

erreicht. 

— 103 — 10 y. u. st erreicht 1. er- 

richtet, 

— 103 — 5 v» n. st. Dragianae lies 

Drangianae. 

— 106- — 8 y. n. st schon wenige* 

I. scaon, wenigem. 



Seite Uft aeflft 3 v. o. st Casten 

Cawtm. 

— US — 14 v. o% statt erlaubt 

s*$n LeHtmbU. 

— IIA — aty.n. statt a potb fies 

— llJh — 2ft v. o» st Donvana 1. 

•Daurana. 

— 12* — 26 v. o. st Oeolt-ih L 

CeaU-ih* 

— 121 — 20 ▼. n. st Teobal fies 

FeobaL * 

— 124 — 14 v. u. st 300 n. Gbr* 

1. 300 9. Chr. 

— 131 — 20 ▼• n. stRecayannsl. 

Recaranus* 

— 136 —12 y.n. stDiest \. Dienst. 

— 136 — 8 v. n. st Maerobier, 

L Maerobier. 
— • 137 — 1 v. o» st patriarchar- 
llchen L patriarchalischen. 

— 137 Zeile 6 v. u» st Erianne 1. 

Erienne. 

— 145 not 17. Z. 14 y. o. st sota 

zu S. 2, 1. nota p. 158 unten. 

— 145 Zeile 21 v. o. st soin Liom. 

— 147 — 17 v. n. st shagodh 1. 

shagodh. 

— 151 —-9 v. n. st Lecken lies 

Leeken. 

— 155 — 24 v. n. st tomberrieat 

L tombervient* 

— 166 — 15 v. o. st Semeten 1, 

Semiten. 

— 159 — 11 v. n. st Landberge 

1« Sandberge. 

— 160 — 6 v. o. st Magn-ca-ih 

L Magh-ee-ih. 

— 160 — 9. v. n. st Garamenten 

1* Oarawusnten*> 

— 162 — 27 v. u. st Iren-Scoten 

— der L Iren-Seele», der 

— 163 — 13 y. o. st atlantische, 

Erythia 1. atlantische Erythiä. 

— 163 •— 20 y. o. st serrrissenen 

1» ffCITfSSenen» 

— 164 — 9 v. o. st. Trinitat lies 

Trinidad, 



MtftltS Zettel» v. o. et, Geimxa L Saite 118 Zeile 14 ▼. o. it Flol-aoe L 

CMam» Joi-oot, 

— 108 — 0T.O.H westlich lies — 81« - 21 v. «. ft Bar-ben- 

•e» WmUm gegm Orte*, vfog L fior-öan~«ug. 

— KT — 10 r. «. etatts deeArd- — 880 — 18 v. o. ft Kopi Uea 

Qntetar L def Ärdf-Qr uhKtw r. XobL 

— 178 — 81 ▼. o. at Tonntragea — 881 — IT v. e. st Longlet die 

I. Mi «erfragta. L LengUt du. 

— 181 — 18 t. o. at Rigktog 1. —811 — 1 v. o. et VoUualtar fiae 

Rig-KB*ig. Volk»aUer+ 

— 18t — 8 v, o, it Urskythen- —846—81 v.u. at Bo-eis-biio- 

laad h ür-8ixthen-B<md. im L Bo-eu-bkormt. 

— 188 — 18 ?. o. at Waschgold L w 818 — 15 r. «.et Omi Im 

Btrggold. Ctunn, 

— 180 — 10 ?. o. et Mar-ai-ab l — 818 — 4 v.o. stEr-ih-dawn l 



-»188 — 80 *. n. st Aun-bior-ig — 8M — 88 ▼• o. at TerieJe liea 

Uj^m lkfom mim AmIm* 



fW*4, 



> 



\ 




iii 



AWK i ö 1926