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Full text of "Das Pflanzenreich. Regni vegetabilis conspectus. Im Auftrage der Königl. preuss. Akademie der Wissenschaften hrgs. von A. Engler"

Univ. or 
Toronto 

LlBRAPV 






f 

Das 

Pflanzenreich. 

Regni vegetabilis conspectus. 

Im Auftrage der Königl. preuss. Akademie der Wissenschaften 

herausgegeben von 

A. Engler. 



)M^r, *-^< 



iv. 237. Primulaceae 

mit 311 Einzelbildern in 75 Figuren und 2 Verbreitungskarten 



von 



F. Pax und R. Knuth. 



Ausgegeben am 14. November 1905. 




Leipzig 

Verlag von Wilhelm Engelmann 

1905. 



QK 



Primulaceae 



F. Pax und R. Knuth.*) 

(Gedruckt im Januar 1005.) 

(Lysimachiae Juss. Gen. (1789) 95). 

Wichtigste Literatur. Allgemeines und Systematik: Ventenat, Tabl. regne 
veget. II. (1794) 285. — Endlicher, Gen. pl. (1836—40) 729. — Schnizlein, 
Iconogr. II. (1843—70) t, 156. — Ledebour, Fl. ross. III. (1846—52) 8. — Duby, 
Mem. fam. des Primulacees in Mem. Soc. phys. d'hist. nat. Geneve X. (1843); in DC. 
Prodr. VIII. (1844) 33. — Lindley, Veg. Kingd. (1847) 644. — Reichenbach, 
Icon. Fl. germ. XVII. (1855). — Miquel in Fl. brasil. X. (1856) 257. — Bentham 
et Hooker f. Gen. II. (1873) 628. — Hooker f. Fl. Brit. Ind. III. (1882) 482. — 
Pax in Engler u. Prantl, Pflzfam. IV. 1 (1889) 98. 

Morphologie: Duchartre, Observations sur l'organogenie de la fleur in Ann. sc. 
nat. 3.' ser. II. (1844) 279. — Payer, Traite d'organogenie (1857) 611 t. 153. — 
Van Tieghem, Structure du pistil des Primulacees in Ann. sc. nat. 5 ser. XII. (1869) 
329. — Pfeffer, Blütenentwicklung der Primulaceen in Pringsheim's Jahrb. VHI. (1872) 
194. — A. Braun, Über die Placenta der Primulaceen in Verh. bot. Ver. Brandenburg 
XVI. (1874) 49. — Eichler, Blütendiagr. I. (1875) 322. — Öelakovsky, Vergl. 
Darstellung Placenten in Abh. böhm. Ges. Wiss. Prag 6. Folge VIII (1876) 48. — Pax, 
Monographische Übersicht Arten Primula in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 75. — 
Widmer, Europ. Art. Primula (1889). — Schumann, Blütenanschluss (1890) 363. 

Anatomie: Kamienski, Vergl. Anatomie der Primeln Diss. Straßburg (1875); 
in Abh. naturf. Ges. Halle XIV. (1878) 143 t. II.— XI. — Westermaier, Vergl. Anat. 
Pflanzen in Monatsber. Akad. Wiss. Berlin (1881) 1050. — Van Tieghem et Douliot, 
Groupement des Primeveres in Bull. Soc. bot. France XXXIII. (1886) 126. — Sole- 
reder, System. Anat. (1899) 566. — Nestler, Hautreizende Primeln (1904). 

Teratologie: Masters, Vegetable Teratology (1869). — Penzig, Pflanzenterato- 
logie II. (1894) 122. 

Biologie: Schott, Wilde Blendlinge österr. Primeln (1852). — Darwin, On 
the two forms of dimorphic condition in the species of Primula in Proc. Linn. Soc. VI. 
(1862) 77; Different forms of flowers (1877). — Kerner in Österr. bot. Zeitschr. XXV. 
(1875) 77. — P. Knuth, Blütenbiologie II. 2 (1899) 301. 

Geographische Verbreitung: Pax, Monograph. Übersicht (siehe unter Morpho- 
logie). — L. Blanc et E. Decrock, Distribution geogr. Primulacees in Bull. Herb. 
Boissier VI. (1898) 681. — R. Knuth, Geogr. Verbreitung der Primulaceen in 82. Jahresb. 
Schles. Gesellsch. Breslau (1905) 6. 

Character. Flores actinomorphi, rarissime zygomorphi, bisexuales, sed saepis- 
sime dimorphi, heterostyli, 5- vel rarius 4 — 7-meri, propbyllis destituti. Calyx dr per- 
sistens, saepe subfoliaceus. Corollae tubus brevis vel elongatus, hinc inde brevissimus 



*) Partem generalem et genus Primulam exposuit F. Pax, genera reliqua R. Knuth. 

A. Engler, Das Pflanzenreich. IV. 237. \ 



2 F. Pax u. R. Knuth. — Primulaceae. 

vel subnullus et tunc corolla choripetala; lobi imbricati, integri vel emarginati. Stamina 
epipetala, rarius staminodiis episepalis aucta. Ovarium superum, rarius semiinfenim, 
uniloculare; placenta centralis, libera, sessilis vel stipitata, ovulis numerosis, spiraliter 
vel vcrticillatini insidentibus vel immersis praedita. Ovula hemianatropa vel dz sub- 
campvlotropa, integumentis 2 praedita. Fructus capsularis, varie dehiscens, oligo- vel 
polyspermus. Semina angulala vel angulato-eompressa, binc inde umbilicata. Embryo 
parvus, umbilico parallelus, albumini carnoso vel corneo immersus. 

Herbae perennes vel annuae, rarius suffrutices, biaxiales. Folia exstipulata, nunc 
omnia basalia, nunc caulina, alterna, opposita vel verticillata, simplicia vel lobata. 
Flores axillares et solitarii, saepius racemosi, paniculati, spicati vel ad apicem scapi 
umbellati. 

Vegetationsorgane. Bei der Keimung entwickelt sich aus dem Samen eine dikotyle 
Keimpflanze, deren Hauptwurzel gewöhnlich bald abstirbt und durch Adventivwurzelu 
ersetzt wird, wie dies im einzelnen für mehrere Beispiele von L üb bock (Seedlini.- II. 
(1892) 177) dargestellt worden ist. Nur bei Cyclamen erscheinen pseudomonokotyle 
Keimpflanzen. Entwicklungsgeschichtlich zuerst klargestellt sind diese Verhältnisse der 
Keimung von Gessner (Bot. Zeitg. XXXII. (1874) 801), denen Hildebrand (Gattung 
Cyclamen (1898) 93) nur wenig Neues hinzufügen konnte. Aus den Studien Gessners 
geht hervor, dass die Knolle von Cyclamen das angeschwollene Hypokotyl des Eml. 
darstellt, dessen Dickenwachstum durch erhöhte Tätigkeit des Markgewebes bedingt 
wird. Das plastische Material hierzu liefert das Endosperm, das von dem gefalteten 
großen Kotyledon ausgesogen wird. Dieses erste Blatt der Pflanze tritt über die Erde, 
ergrünt und wird zum ersten Laubblatte. Danach besitzt der Embryo nur einen Koty- 
ledon, neben welchem ein zweiter nur der Anlage nach nachgewiesen werden kann; 
dieser wird dann später zum zweiten grünen Blatte der Pflanze. Die Lebensdauer der 
Primulaceen erstreckt sich bald auf ein einziges Jahr, bald erscheinen perennierende 
Formen, die ein mehr oder weniger verholzendes Rhizom besitzen von sympodialem 
Aufbau. Für die Gattung Primula habe ich früher ausführlich gezeigt, dass sämtliche 
Arten zweiachsig sind und terminale Blütenschäfte entwickeln; das Sympodialglied nächst 
höherer Ordnung entspringt aus der Achsel des letzten unter der Inflorescenz stehenden 
Laubblattes, entwickelt sich früher oder später und schließt nach der Ausgliederung 
einer Anzahl von Laubblättern wieder mit einer Inflorescenz ab. Neben diesen die 
Sympodienbildung bedingenden Sprossen erscheinen aber in der Achsel anderer Blatter 
noch Bereicherungssprosse, die vielfach in ihrem Wachstum auffallend zurückbleiben. 
Die Zahl der Laubblätter an den Sympodialgliedern ist eine verschieden große. Sinkt 
sie auf Null herab, so werden diese Sprosse rein reproduktiv und die Pflanze wird 
aus einer perennen eine hapaxanthische Annuelle, wie die Glieder der §N<»n 
aus der Gattung Primula und manche Androsacc-Arlen. Natürlich gelangt nicht immer 
der aus der Pluiuula sich entwickelnde Spross zur Blüte, sondern die Pflanze bedarf 
hierzu mehrerer Jahre, wie dies in lückenloser Untersuchung Buchenau (Verfa. I><>t. 
Ver. Brandenburg VI. (1864) 194) für Glaux maritima (Fig. \ A) nachgewiesen hat. 
Die aus dem Samen (B) sich entwickelnde Keimpflanze (C) bleibt klein und entwiik.lt 
aus der Achsel des einen Kotvledons den Erneuerungsspross (De) für das nächste Jahr, 
der seinerseits eine kräftige Adventiv -würze! treibt. So überwintert dieser als Kno 
wahrend die Keimpflanze am Ende des ersten Jahres abstirbt. Im nächsten Jahre 
wiederhol! sich die Bildung solcher Erneuerungssprosse {Ee) } wobei diese mehr und 
mehr autark en , ohne dass es schon zur Blütenbildung kommt In einem gewissen 
All. r tritt eine neue Sprossform in Gestalt von Ausläufern auf, die aus der Achsel von 
Niederblattern dicht unter der Erdoberflache entspringen und horizontal hinkriechen. So 
I /•' den Beginn einer solchen Läuferbildung) den Erneuerungsspross c am 
relativen Hauptsprosse selbst entsprungen, und den Erneueruni: oem 

kurzen Läufer hervorgegangen. In Hg. I ist die Pflanze noch mehr erstarkt. 1 ».-r- 
artige Ausläufer linden sich auch hei Trientali$ und selbst eine kleine Gruppe v"ii 



F. Pax u. R. Knuth. 



l'riiuulaceae. 



Primeln ist durch Läuferbildung charakterisiert; die von Trientalis sind von Hildebrand 
in Flora LIX. (1876) 537 näher beschrieben worden. 

Sehr verbreitet sind grundständige Blattrosetten und blattlose Schäfte (Primula), 
deren Blütenzald wechselt; die Hochgebirgstypen dieser Form zeigen dann vielfach ein 
polsterförmiges , dichtrasiges Wachstum und kleine Dimensionen der Blätter, wie z. B. 
manche Audrosacc. Beblätterte Stengel charakterisieren die J^ysimachia-Arten, unter 
denen diejenigen der hawaischen Inseln strauchigen Wuchs zeigen, und kriechende Formen 
enthalten die Gattungen Ardisiandra, Lysimachia, Anagallis, Primula u. a. In der 
Gattung Hottonia begegnen wir Schwimmpflanzen mit tief zerschlitzten, submersen 
Blättern. Die Winterknospen entstehen hier an den Enden von blattachselständigen, 
ausläuferähnlichen Sprossen, indem die Blätter im Herbste knospenartig zusammen- 
schließen. Aus ihnen erwachsen im nächsten Frühjahre neue, wurzellose Individuen, 
deren Hauptachse als Blütenschaft aus dem Wasser emporsteigt. 




Fig. \. Sprossentwickelung von Glaux maritima L. Erklärung im Texte. — Nach Pax und 
Buchenau in Engler-Prantl, Pflzfam. IV. \. H4. 



Die spiralig oder quirlig angeordneten, in der Knospenlage gefalteten oder gerollten 
(revolutiv oder involutiv) Blätter sind teils einfach, teils mehr oder weniger gelappt, wi.- 
bei manchen Primeln und einigen Arten von Androsace und Pomatosace. 



Anatomische Verhältnisse. Eine große Zahl von Primuläceen zeigt normalen 
Stammbau, einen einfachen Gefäßbündelcylinder, der von einer durch deutliche Cas- 
parysche Punkte ausgezeichneten Endodermis umzogen wird. Bei Primula officinalis 
und den Aurikel-Primeln aber liegt außerhalb des normalen Cylinders ein zweites 
Bündelsystem, das in direktem Zusammenhange mit den \<\\< ntivwurzeln steht; dabei 
ist bei Pr. officinalis und verwandten Arten innerhalb dieses >reseau radieifere« ein 
einfacher Bündelring vorhanden, während bei den Aurikeln mehrere Bündel auf dem 
Querschnitte erscheinen, die bisweilen ganz unregelmäßige Orientierung besitzen. Diese 
Verhältnisse sind von Kamienski und Van Tieghem eingehend behandelt worden. 



F. Vax u. R. Knutli. — Primulaceae. 




Der Blattbau ist bifacial; an den Blattzähnen liegen häufig Wasserspalten (Fig 2) in der 
Ein- oder Mehrzahl. 

Von Interesse erscheinen bei den Primulaceen die Sekretionsorgane. Im Innern 
des Gewebes finden sich teils Sekretzellen mit rotbraunem Inhalte, die z. B. das Blatt 
von Anagallis und Centuneulus rotpunktiert erscheinen lassen, 
teils sclüzogen entstandene Intercellularen mit ähnlichem Inhalte, 
wie sie bei Lysimachia-Arlen , Coris und Samohts auftreten. 
In den genannten Beispielen sind die Sekretlücken geschlossene, 
von einem Epithel ausgekleidete Bäume, die im übrigen dureil 
vielfache Übergänge mit gewöhnlichen, Sekret erfüllten Inter- 
cellularen verbunden werden. Oxalsaurer Kalk scheint zu fehlen. 
Neben einfachen Gliederhaaren oder seltener tternartig 
verzweigten Trichomen (Androsace) erscheinen bei den Primu- 
laceen sehr häufig auch Drüsenhaare mit ein- oder mehr- 
zelligem Stiele und einzelligem oder durch Längswände geteiltem 
Köpfchen (Fig. 3). Die Drüsenhaare scheiden verschiedenartige 
Sekrete aus, einen klebrigen, bisweilen rotgefärbten, oft bal- 
samisch oder harzig riechenden Stoff, oder einen weißlichen 
bis gelblichen Körper, der bei vielen Primeln den mehlartigen 
Überzug an den vegetativen Teilen bedingt; die einzeln' m, 
y krystallinischen Teilchen desselben sind schon in kaltem Alkohol 

Fig. 2. Primula sinensis leicht löslich. Von besonderem Interesse aber sind die neuer- 
Lindl. Längsschnitt durch dings von Nestler (Hautreizende Primeln. 1904) genauer stu- 
einen Blattzahn mit einer Vierten Sekrete einzelner Primeln geworden, die der Sektion 
Sinenses angehören und mehr oder weniger giftige Eni 
schaften besitzen. Am giftigsten ist Pr. obconica. Auch hier 
entsteht das Sekret, wie allenthalben (Fig. 3), unter der empor- 
gehobenen Cuticula, welche schließlich platzt und das Sekret 
herablaufen lässt. Das Sekret zeigt, auf einen Objekt ti 
gebracht, in der gelblich-grünen Grundmasse nach kurzer Zeit 
gelbe Krystalle des monoklinen Systems, bisweilen von relativ 
großen Dimensionen. Das Sekret, einschließlich Krystalle, ist unlöslich in Wasser, löslich 
in Alkohol, Äther, Chloroform, Benzol, konz. Schwefelsäure und Salzsäure. Nach den 
von Nestler mitgeteilten Versuchen kann es keinem Zweifel unterliegen, dass das von 

den Drüsenhaaren abgesonderte Sekret eine Sub- 
stanz enthält, die hautreizende Wirkungen ausübt 
und bei vielen Menschen sehr unangenehme und 
lästige Erkrankungen hervorruft, gegen die aber 
manche Individuen immun sind. Weniger giftig 
wirken Pr. sinensis, Pr. Sieboküi und Pr. oort» 
soides, während sich als durchaus unschädlich 
erwiesen Pr. officinalis, mcgascurfülia. flnrihunda, 
Auricula X hirsuta, capitata, farinosa, japoi* 
liirsiiin, Clusiana, minima and m.- 

Die mit großer Umsicht ausgeführte ArbeÜ 
Kamienskis hat als Gesamtergebnis das Resul- 
tat geliefert, dass der anatomische Ran für die 
Glieder der Familie kein.' unterscheidenden Merk- 
male zeigt. Demgegenüber aber betonte Wester- 
maier, dass die Schlussfolgerung Kamienskis 
Fig". 3. Primula sinensis Lindl. DrQ- modifiziozt werden müsse, wenn man die Funktion 
senhaare, a und b mit Sekretblase; in der Gewebe mit in Rechnung zieht und berücksich- 
d diese bereits geplatzt. Vergr. 4 42. — tigt, dass einzelne Organe in ihrem Bau \ ers. lii« - 
Nach De Bary, Vergl. Anat. 95. denen äußeren Lebensbedinimniren sich snge] 



bündel, in einem zart- 
zelligen Epithem endend; 
o Epidermis der Blattober- 
seite, u der Blattunterseite. 
Vergr. 4 45. — Nach De 
Bary, Vergl. Anat. 390. 




F. Pax u. R. Knuth. 



Primulaceae. 



5 



haben. Und in der Tat findet z. B. die kräftigere Ausbildung des Aerenchyms bei 
Lysimachia thyrsiflora, bei Glaux und Hottonia in den größere Ansprüche an Feuch- 
tigkeit stellenden Standorten dieser Pflanzen ihre Erklärung, wie anderseits etwa die mit 
Schleim ausgekleideten Interoellularen im Blatte alpiner Primeln [Pr. Auricula, Auricula X 
hirsutu, Clusiana, Wulfmkma, minima u. a.) einen wirksamen Transpirationsschutz 
bedeuten, der für Pr. clatior, ofßcinalis u. a. nicht erforderlich ist. Von diesem Ge- 
sichtspunkte aus hat v. Lazniewski (in Flora LXXXII. (1896) J54) den Blattbau 
zahlreicher Arten der genannten Gattung eingehend erörtert. 

So kam Westermaier unter Berücksichtigung derartiger Erwägungen in der Tat 
zu dem Schlüsse, dass die Primulaceen einen charakteristischen Zug in ihrem Bau 
aufweisen, der sich auch als Familiencharakter ansehen lässt: es ist das Vorhandensein 
eines Bastringes mit innenseitig 
sich anlehnenden Gefäßbündeln, 
wie ein solcher in der Anlage 
durch Fig. 4 dargestellt wird. 

Blütenverhältnisse. Blü- 
tenstand. Bei manchen Pri- 
mulaceen ist der vegetative Teil 
von der Blütenbildung nicht scharf 
geschieden, indem die Blüten in 
der Achsel von Laubblättern auf 
kürzeren oder längeren Stielen 
erscheinen [Lysimachia nummu- 
laria, Glaux)\ bei den meisten 
freilich kommt es zur Bildung 
von Blütenständen, die den Bau 
von Bispen [Lysimachia -Arten), 
Trauben [Lysimachia-Arten, Sa- 
molus), Ähren (Lysi?nachia-Aiien) 
oder häufig auch Dolden zeigen. 
Letztere sind dann locker oder 
dicht und können in typische 
Köpfchen übergehen, wie bei man- 
chen Primeln. Die Dolden stehen 
auf einem längeren oder kürze- 
ren, blattlosen Schafte, der bei 
Hochgebirgstypen bisweilen sich 

stark verkürzt. Pr. acaulis schaltet zwischen die Hochblätter, aus deren Achseln die 
langgestielten Blüten entspringen, und die Laubblätter kein dünnes, blattloses Internodium 
(Schaft) ein, und die Blüten erscheinen dann grundständig inmitten der Blattrosette. Dies 
Verhalten führt hinüber zu Cyclamen, bei deren Arten die Einzelblüten aus der Achsel 
der Laubblätter auf der Oberseite der Knolle entspringen. Die Zahl der Blüten in der 
Dolde schwankt innerhalb beträchtlicher Grenzen; an den > einblütigen« Dolden deutet 
das, wenn auch in rudimentärer Form, vorhandene Involucrum die seilliche Stellung der 
Blüte an und ihre nur pseudoterminale Natur. Fehlt das Involucrum aber völlig, so 
bleibt die Frage unentschieden, ob man es mit einer reduzierten 1 Dolde oder einer lang 
gestielten Einzelblüte zu tun hat. Das erstere könnte vielleicht für Primula § Omphalo- 
gramma, das letztere für die Gattung Bryocarpum zutreffen. 

Gar nicht selten erscheinen, teils in normalem Verhalten, teils als gelegentliches 
Vorkommen, etagenförmig übereinander gestellte Dohlen bei der Gattung Primula und 
Hottonia, und die in der Natur etwas beschränkte Zahl dieser Partialinflorescenzcn 
pt< igert sich durch die Kultur nicht unerheblich. 

Die Involucralblätter schwanken zwischen blattartiger Ausbildung und pfriemlicher 
Gestalt. Eine Gruppe von Primeln zeigt auffallende Spornbildungen an den Bracteen, 




Fig. 4. Primula sinensis Lindl. Entstehung des Bast- 
ringes b und der innen an ihn sich anschließenden Gefäß- 
bündel im Blütenschafte. — Nach Haberlandt, Physiol. 
Pflzanat., 477. 



6 



F. Fax u. R. Knuth. — Primulaceae. 



die nach abwärts gerichtet sind und bei Pr. involucrata die Länge von 5 mm erreichen. 
Die Galtung Samolus besitzt die Tragblätter an den Blütenstielen bis zu halber Höhe 
> heraufgerückt«. Dadurch wird habituell der Eindruck von Vorblättern erweckt, die in 
Wirklichkeit den Primulaceenblüten immer fehlen. 

Diagramm. Die von Duchartre, Wigand (Grundlegung der Pflanzenteratologie 
(1850) l\ Anm.), Pfeffer und Frank (Pringsheim's Jahrb. X. 230) studierte Ent- 
wickelungsgeschichte der Primulaceenblüte lehrt, dass an der Blütenachse von Lysimadiin 
die Kelchblätter nach 2 /s Divergenz (Fig. 5 As) entstehen, frei untereinander, das erste 
Kelchblatt entweder rechts vom Tragblatte und die übrigen in linksläufiger Spirale folgend, 
oder links vom Tragblatte bei rechtsläufiger Spirale; später erfolgt erst ein gemeinsames 
Emporheben der Kelchblätter auf einheitlichem Bingwalle. Darauf entsteht innerhalb des 
Kelches ein niedriger Ringwulst, aus dem die 5 Staubblätter (Ca) sich herausdifferen- 
zieren; an ihnen bilden sich die 5 Blumenblätter (Cp) frei untereinander als dorsale 




Fig. 5. Lysimachia vulgaris L. A — D Junge Entwickelungsstadien der Blüte. Erklärung im 
Texte. E Fertig gebildete Blumenkrone p, angeschnitten mit den am Grunde vereinten Staub- 
blättern a; g Griffel. — Aus Frank. Botanik II. 10. 



Auswüchse. Wesentlich später werden Krone und Andröceum auf gemeinschaftlicher 
Basis emporgehoben. Demnach bleibt die Krone in ihrer Entwickelung (Fig. 5 7> 
fallend zurück, und es bedarf daher die gegenteilige Angabe Payers, dam bei 
mohu die einzelnen Cyclen streng akropetal ausgegliedert werden, einer weiteren 
Bestätigung. 

Danach bietet das Diagramm der Primitlaccen (Fig 6) noch einige Schwierig* 
dar. Auf die quineuncial deckenden Kelchblätter, deren erste beiden beim typischen 
Fehlen der Vorblätter seitlich fallen, bald nach vorn, bald nach hinten (A) konver- 
gierend, folgen die Blumenblätter mit imbricater oder gedrehter Deckung und in 
gleicher Zahl die epipctalen, mit der Krone mehr oder weniger vereinten Staubblatter. 
Von den zahlreichen Versuchen, welche die epipetale Stellang der Staubblätter erklären 
Wollten (vergl. hin/u l'.ix in Engler's Bot. Jahrb. X. 14 3), hat nur die allere, wieder 
Mm Eichler und mir verteidigte Ansicht allgemeine Anerkennung gefunden, derzufolge das 



F. Pax u. R Kimth. 



Primulaceae. 




Fig. 6. Diagramm von A Primula acaulis !L.) Hill; B Glaux 

maritima L., ausnahmsweise vierzählig : C Lysimachia thyrsi- 

flora L. — Nach Eichler, Blütendiagr. I. 323. 



Andröceum aus einem diplostemonen Bau durch Unterdrückung eines äußeren Staminal- 
kreises hervorgegangen ist, denn es finden sich bei mehreren Gattungen (Soldamlla, 
SamohtSi Lysimachia (Fig. 6(7)) die Glieder dieses Kreises noch in staminodialer Aus- 
bildung vor; auch ist es Van 
Tieghem gelungen, die Ge- 
fäßbündel für diesen äußeren 
Kreis auch dort noch nach- 
zuweisen, wo die Glieder selbst 
nicht mehr in die Erschei- 
nung treten. Das von Mar- 
chand beobachtete Auftreten 
von Knospen zwischen Blu- 
menblättern und Staubblät- 
tern (Eichler, I. 327) er- 
weist deutlich, dass Blumen- 
blätter und Stamina zwei di- 
stinkten Kreisen angehören. 

Endlich folgt das Gynöceum, das als einheitlicher, geschlossener Ringwall angelegt 
wird, aber durch die recht häufig mit 5 bis 4 Zähnen sich öffnende Kapsel sich als 
aus 5 Carpellen bestehend erweist. Die nicht sel- 
tenen Vergrünungen der Blüten lehren, dass in sol- 
chen Fällen statt des einfächrigen (Fig. 6) Frucht- 
knotens ein Kreis von 5 freien Blättern erscheint, 
welche mit den Staubblättern alternieren. Die an 
die freie Centralplacenta sich anknüpfenden Theorien 
sind von mir (Engler's Bot. Jahrb. X. Hb) früher 
zusammengestellt worden, so dass hier nur das 
tatsächliche Verhalten (Fig. 7) erörtert zu werden 
braucht. Danach erhebt sich in dem einfächrigen 
Fruchtknoten ein gestielter oder seltener sitzender 
Gewebekörper, mit zahlreichen Samenanlagen be- 
setzt, der selbst in eine im Griffelkanal endigende 
Spitze ausläuft, ohne dort aber mit dem Griffel- 
gewebe zu verwachsen. 

Plastik der Blüte. Außer der weitaus vor- 
herrschenden Fünfzahl, die durch alle Cyclen hin- 
durchgeht (Fig. 6 A, C), begegnen auch 4-zählige 
(Fig. 6i?), 6- ja auch 9-zählige Kreise; die Sieben- 
zahl ist für Trientalis typisch. Höchst beachtens- 
wert ist die Gattung Pelletiera, die auf einen 5- 
blättrigen Kelch nur 3-zählige Quirle folgen lässt 
(Fig. SF). Wie schon bei dieser Gattung die 
Krone stark reduziert ist, so erscheint sie auch bei 
Asterolinum klein, und bei Glaux fehlt sie voll- F 'S- 7 - Anagallis arvmsis L. A junge 
ständig. Mit Ausnahme von Coris (Fig. 8 G—J), Blütenanlage, l Kelchblatt, e Bluraen- 
die unregelmäßige Blüten besitzt, ist die Ausbil- blatta Staubblatt i- Fruchtknoten, 
j j r»i-. u-n ... i_ j • . * Centralplacenta. B alleres Mudium, 

düng der Blutenhülle sonst aktinomorph und neig fl Fruchtknotcnwand , „ Xarbe> 8 Cen . 

mir bei einigen Lysimachia-Arten (nach Wydler) tra ipi ace nta . C ausgebildeter Frucht- 
end einigen Dionysia zu Zygomorphie mit median knoten mit Griffel gr, n Narbe, p Pollen- 
liegender Symmetrieebene. An der Krone unter- körner, sk Samenanlagen. D unreife 
scheidet man Bohre, Schlund und Saum, und das Frucht. — Nach Sachs, Lehrb. 
Verhältnis dieser 3 Teile zueinander bestimmt die 

äußere Form der Krone. Ist die Röhre stark verlängert, dann ergibt sich die 
trichterförmige Krone der Primeln, ist der Schlund kräftig entwickelt, so erhält man 




> 



F. Pux u. R. Knuth. 



Primulaceae. 



die Glocken von Soldanella. Beachtenswert ist die Corolle von Cyclamen und Dode- 
catiieon (Fig. SÄ) mit den scharf umgebogenen Kronzipfeln. 

Die mit introrsen Antheren versehenen Staubblätter besitzen bisweilen ein zuge- 
spitztes Connectiv; ihre Filamente sind frei oder (Lysimachia (Fig. Bif), Dodecatiieon) 
am Grunde schwach miteinander vereint, allermeist der Blumenkronröhre eingefügt 
(Fig. 8 C — E, J). Die episepalen Staminodien zeigen fadenförmige (Fig. 8 K) oder 
schuppige Gestalt. Der Fruchtknoten ist nur bei Saniolus (Fig. 8K) halbunterständig, 
sonst herrscht durchweg hvpogyne Insertion. J)ie Samenanlagen, deren Entwickeln Ur- 
geschichte von mir früher (Entwickelungsgeschichte des Ovulums von Primula. Diss. 




Fig. 8. Blüten und Früchte von Primidaceen. A Dodccathean meadia L. — B Lysimachia 
thyrsiflora L. — C Blumenblatt derselben. — D — E Lysimachia pentapctala Bunge, Blumenblatt. — 
jP Pdleticra verna St. Hil. — Coris monspcliensis L., Blüte. — H Kelch derselben, längs durch- 
schnitten. — J Blumenkrone derselben, aufgeschlitzt und ausgebreitet. — K Samolus VcUerandi 
L., Blüte im Längsschnitte. — L Tricntalis curopaea L. Frucht, aufgesprungen. — M AmagtMU 
arvensis L., sich öffnende Frucht. — Nach Schnizlein, Nees, Delessert aus Engl« i-l'nmtl. 

Pflzfam. IV. \. 4 01. 



Breslau 4 888) studiert worden ist, werden bei manchen Gattungen durch das ;in- 
grenzende Placentargewebe überwallt Ihr Nuecllus, der seitlich am Ovularhöcker 
scheint, wird von i Integumenten umhüllt, die in basipetaler Folge entstehen; ei 
wenig kräftig entwickelt, und das innere integument besitzt eine »Grenzschicht«, indem 
dir innerste, dem Nucellns unmittelbar anliegende Schiebt ihre Zellen senkrecht rar 
Längsachse des Embryosacks streckend zu einer aus prismatischen Zellen bestehenden 
Palissadenschicht wird. 

In der Kultur variieren die lVimulaceen, und insbesondere die häufig ;ils Zier- 
pflanzen gezogenen Primeln innerhalb weiter Grenzen; doch machte schon Mai 



F. Pax u. R. Knuth. — Priniulaceae. 9 

(On some points in the morphology of the Primulaceae in Transact. Linn. Soc. 2. ser. 
I. 2 85) darauf aufmerksam, dass nur gewisse Species eine solche Variabilität zeigen, 
wahrend andere, wie Pr. eortusoides und Pr. japonica, ziemlich konstant sind. Ab- 
gesehen von den verschiedenen Farbenvariationen, die namentlich bei Pr. acaulis X 
offi'-iii'tlis und Pr. aurieula X hirsuta einen fast unerschöpflichen Reichtum zeigen, 
iMsen sich die bei den Kulturprimeln auftretenden Abweichungen vom normalen Bau 
auf folgende Gesichtspunkte zurückführen: 1. Fasciation des Schaftes; 2. Verwachsung 
von Blüten; 3. Spaltung des Kelches in 5 freie Blätter; 4. Verlaubung der Kelchblätter ; 
5. Petaloidie des Kelches; 6. Vermehrte oder neu aultretende Zahnelung der Blumen- 
blätter oder Spaltung derselben; 7. Spaltung der Krone in 5 freie Segmente; 8. Ver- 
mehrung oder Verminderung der typischen Gliederzahl; 9. Gefüllte Blüten, hervor- 
gegangen durch Petaloidie der Staub- bez. Fruchtblätter oder durch seriale Spaltung 
der blumenblattartigen Teile der Blüte. Die außerordentlich reiche Literatur über 
solche teratologische Fälle ist zuletzt von Penzig a. a. 0. sorgfältig zusammengestellt 
worden. 

Bestäubung. Die in den meisten Fällen lebhaft gefärbten Kronen funktionieren 
als Schauapparat, und damit verbindet sich nicht selten ein schwacher Geruch. Je 
unscheinbarer die Blüte wird, desto leichter erfolgt Selbstbestäubung. P. Knuth hat 
für Lysimaehia vulgaris z. B. gezeigt, dass diese Art in 3 verschiedenen Formen auf- 
tritt, die in verschiedenem Grade an Fremdbestäubung angepasst sind. An sonnigen 
Stellen des Festlandes wächst f. aprica P. Knuth, Blütenbiol. II. 2 (1899) 302, aus- 
gezeichnet durch große Kronen, deren Zipfel 4 2 mm lang und 6 mm breit werden, 
nach außen umgebogen sind, goldgelb und am Grunde rot gefärbt erscheinen. Der 
Griffel überragt die Staubfäden um einige Millimeter. Es ist daher Fremdbestäubung 
bei Insektenbesuch gesichert, spontane Selbstbestäubung erschwert. An schattigen 
Standorten, an denen der Reichtum an Bestäubern abnimmt, findet sich die f. umbrosa 
P. Knuth mit schräg aufwärts gerichteten, 1 mm langen, 5 mm breiten, einfach hell- 
gelb gefärbten Petalen und einem Griffel, der dieselbe Länge zeigt wie die Staubfäden. 
Spontane Selbstbestäubung muss daher bei ausbleibendem Insektenbesuche unvermeidlich 
eintreten. Zwischen diesen beiden Formen steht eine dritte, f. intermedia P. Knuth, 
die an sonnigen Grabenrändern wächst, sich bald der einen, bald der anderen nähert, 
und bei welcher Selbstbestäubung leichter als bei f. aprica, schwerer als bei f. um- 
brosa eintreten kann. Die unscheinbare Blüte von Centuncuhcs ist an Selbstbestäubung 
angewiesen, und ebenso dürfte sich vermutlich Pelletiera (Fig. SF) verhalten. Auch 
bei Androsace tritt bei fehlender Fremdbestäubung leicht Autogamie ein. 

Bei vielen Arten der Familie erhalten die Blüten wirksame Schutzvorrichtungen 
gegen das Eindringen tropfbar flüssigen Wassers, im besonderen bei den Sippen, welche 
den Gebirgsfloren angehören. Sie beruhen einmal in der Orientierung der Krone, die 
als hängende Glocke ausgebildet wird (Cortusa, Soldanella), oder in einer eigenartigen 
Einschnürung der Kronenröhre am Saume, wie sie in schwacher Ausbildung schon bei 
Samolus Fig. $K), viel deutlicher bei vielen Primeln, bei Androsace entgegentritt. Damit 
vereinigt sich nicht selten die Bildung von Schlundschuppen, die anatomisch aus einem 
lockeren Gefüge langgestreckter, schlauchartiger Zellen bestehen, und von keinen be- 
sonderen Gefäßbündeln versorgt werden. Sie stehen häufig epipetal, bisweilen auch 
zwischen den Blumenblättern, bisweilen zu einem Ringe untereinander vereint. Wenn 
auch ihre oft andere Färbung als die Krone selbst die Wirkung des Schauapparates 
noch erhöht, so wird man die Hauptbedeutung der Schlundschuppen doch darin erblicken 
müssen, dass sie Wassertropfen auf dem tellerförmigen Saume der Blüte festhalten und 
zusammen mit der in der Bohre eingeschlossenen Luft nicht eindringen lassen. 

\ 'ii-1.' I'i imnlaeeen entwickeln Pollenblumen, so die homogame Gattung Lysimaehia; 
ferner Tricntalis mit protogynen bis homogamen Blüten, und Samolus, gleichfalls 
homogam; bei den beiden letzteren Gattungen ist der Insektenbesuch auch äußerst 
spärlich, nur für Lysimaehia ist eine größere Zahl von Dipteren als Bestäuber 



10 



F. Pax u. R. Knuth. — Primulaceae. 



s I 



^ 



A 



i 



B 



^ 



beobachtet worden. Anagallis besitzt homogame Pollenblumen, die nach P. Knuth des 
Insektenbesuches entbehren, während Smith in England EflticttU Morio an den Blüten 
beobachtete. Die Krone öffnet sich des Morgens und schließt sich Nachmittag« um 
2 — 3 Uhr; dabei muss notwendigerweise eine Berührung von Narbe und Antheren 
und somit ausgiebig Selbstbestäubung erfolgen, da nach Kern er das Öffnen und Schließen 
jeder Blüte dreimal stattfindet. 

Die Gattung Cyclamen mit ihren protandrischen Pollenblumen ist nach Kern er. 
Ascherson und Hildebrand anfangs an Insektenbestäubung, später an Windbestäubung 

angewiesen. Die Pollen- 
körner sind am Anfang 
der Blütezeit klebrig, später 
bilden sie pulverige Massen. 
Schon in der Knospe öffnen 
sich die Antheren, doch 
kann eine Bestäubung der 
höher stehenden Narbe 
nicht erfolgen, zumal sie 
noch bei einzelnen Arten 
durch einen Schutzkranz 
vor dem Pollen bewahrt 
erscheint. Eine Honigsekre- 
tion fehlt, dagegen scheinen 
die Bienen die am Grunde 
des Fruchtknotens stehen- 
den Keulenhaare auszu- 
saugen. Die Antheren bil- 
den einen Streukegel; aus 
ihnen treten durch eine 
Öffnung an der Spitze die 
Pollenmassen heraus. An- 
fangs kann der herabfal- 
lende Pollen auf die Narbe 
nicht gelangen (Fig. 9j4); 
indem aber der Neigungs- 
winkel (Fig. 9Ä—C) stetig 
abnimmt, wird schließlich 
eine Stellung erreicht, in 
welcher der herabfallende 
Pollen die Narbe treffen 
muss (Fig. 9C). Es Kann 
somit am Anfang der Blü- 
tezeit eine Selbstbo^ 
bung schwerlich eintreten. 
Insektenbesuche durch Pollenfall er- 




e 



d 



M 



\ I \ 

< i >• 

Fig. 9. Cyclamen persictim Milk A Lage der Blütenteile am 
Beginn der Blütezeit. B zur Höhe derselben. C gegen Schluss 
derselben, a Blütenstiel, b Fruchtknoten, c Fallrichtung des 
Pollens, d Richtung des unteren, e des oberen Teiles des Blüten- 
stiels. — Nach Ascherson in Ber. deutsch, bot. Gesellsch. 
X. 315. 



die am Schlüsse der Blütezeit bei ausbleibendem 
folgen muss. 

Ebenso häufig wie Pollenblumen begegnet man in der Familie als Anlockungsniittel 
einer Sekretion von Honig, in geringer Menge bei der homoganien Glaux maritima, ferner 
bei Androsace und Soldanclla, welche beide homogam bis protogynisch Bind; Solda- 
nella kann als Bienenblume aufgefasst werden. Die genannten Gattungen tragen 
homostyle (oder isostyle) Blüten, doch giebt Kerner für manche Androsace Heterostytte 
an. In au8getekhneter Weise aber tritt durch Heteroetylie ein Blütendimorphismni 
entgegen bei rViumfa, Donglasia, Dionysia und Hottoitia, vielleicht auch hei noch 
anderen Gattungen; so ist nach H. Knuth auch Lprimoehia erispidem Man.- Bem&L 
heteroslvl. 



f. l'.ix u. K. Knutli. 



Primulaceae. 



11 



Im Jahre H93 entdeckte Konrad Sprengel die Heterostylie von Hottonia (Entd. 
Geheimnis Natur 103), und ein Jahr später fand Persoon (in Usteri, Neue Annal. Bot. 
5. Stück 1794. 10) dieselbe Erscheinung bei Primula. Die langgriflligen Blüten (vergl. 
liinzu Fig. 10 u. 11) haben einen langen Griffel mit einer abgerundeten, mit großen 
N.irbenpapillen besetzten Narbe, welche hoch über 
den Antheren steht, während letztere viel tiefer 
der Blumenkronröhre eingefügt sind. Die Pollen- 
körner sind relativ klein. Die kurzgrifflige Form 
besitzt einen kurzen Griffel mit flacher Narbe, 
welche unterhalb der Antheren steht, während 
letztere dem oberen Teile des Schlundes ein- 
gefügt sind. Die mehr rundlichen Pollenkörner 
sind größer, die Narbenpapillen dagegen kleiner, 
als bei der vorigen Form. Damit ergeben sich 
auch Unterschiede in der Form der Krone. Ge- 
mäß der Insertion der Staubblätter erweitert 
sich die Bohre der langgriffligen Pflanze (Fig. 1 0) 
schon etwa von der Mitte an, bei der kurz- 
griffligen Form erst hoch am Schlünde. Auch 
in der Größe und der Zahl der Samenanlagen 
scheinen mir bei den beiden Formen Unterschiede 
vorzuliegen, obwohl ich konstante Verhältnisse 
nicht erkennen konnte. Auch sonst ist auf 
Differenzen hingewiesen worden, auf welche hier nicht näher eingegangen werden soll, 
wie z. B. auf die verschiedene Blütezeit der Pr. aaricula, deren langgrifflige Form ihre 
Blüten früher entwickelt als die kurzgriffligen Stöcke. 

In der Natur sollen nach den Angaben einiger Autoren, namentlich von Breiten- 
bach (vergl. Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. 122), von typisch heterostylen Primeln 




Fig. 4 0. Primula offtcinalis (L.; Hill. 
Zwei Blüten, längs durchschnitten, a lang- 
grifflige, b kurzgrifflige Form. — Nach 
Frank, Lehrbuch II. 324. 




e. "T^ ^r f. 

Fig. \\. Primula viscosa All. A Kurzgrifflige, B langgrifflige Form. C u. D Narben. E u. 
F Narbenpapillen. u. // Pollenkörner, trocken. J u. Ä" feuchte Pollenkörner der kurz- bez. 
langgriffligen Form. L Querschnitt der langgriffligen Form kurz oberhalb der Narbe. — Nach 

Hermann Müller. 



auch homostyle (isostyle) Formen sich hier und da zeigen, doch befinden sich meine 
eigenen Beobachtungen in völligem Einklänge mit den Studien von Widmer, denen 
zufolge im wildwachsenden Zustande homostyle Formen heterostyler Primeln kaum zu 
erwarten sind. Im Gegenteil haben alle Erfahrungen gelehrt, dass ein Pflanzenstock 



12 



F. Pax u. R. Knuth. — Priraulaceae. 



immer nur Blüten einer Form produziert, sowie dass in der Natur beide Formen an- 
nähernd gleich häufig begegnen. Die Heterostylie der Primulaceen ist aus homostvlem 
Baue phylogenetisch abzuleiten, was außer sonstigen Erwägungen namentlich aus der 
Tatsache hervorgeht, dass einzelne Primeln konstant auf dieser Stufe stehen geblieben 
sind. Das bekannteste Beispiel hierfür bietet Primula longiflora All. Auch in der 
Kultur zeigen nach den Beobachtungen von Darwin und Hofmann (Bot. Zeitg. XI. V. 
(1887) 743) einzelne Primeln die Neigung, zur Homostylie zurückzuschlagen. 

Hottonia und Primula entwickeln Honigblumen. Die wenigen homostylen Primeln 
sind entweder an Selbstbestäubung angepasst (Pr. mollis Nutt.) oder bei Selbstbestäubung 
unfruchtbar [Pr. vcrticillata). Manche von ihnen erweisen sich als protandrisch, wie die 
auf langrüsslige Sphingiden angewiesene Pr. longiflora All. Die heterostylen Primeln 
sind homogam und gehören in die Gruppe der Hummel-Falterblumen; für die ein- 
heimischen Pr. elatior, acaulis und officinalis kommen als Bestäuber außer der Hummel 
in Betracht der Citronenfalter (Rhodocera Rhamni), in zweiter Linie Bombyciden, \'< 



2. Pr. Steboldü. 

3. Pr. ob<< 



4. Pr. Jili 

5. Pr. pycnoloba. 

6. Pr. Clark 

7. Pr. Rosthornii. 

8. Pr. ei 

9. Pr. Litten, 

i0. Pr. barbicalyx. 



\ I . Pr. malixt i 

K%. Pr. orcodo 
\:\. I' alyx. 

\ ;. Pr.blattarifü 



lVimula. 21 

1. Folia membranacea, ambitu oblonga, grosse crenata, 
crenis denticulalis. 

* Pedicelli calycem aequantes 15. Pr. cortusoidcs. 

** Pedicelli graciles, calycem valde superantes . 16. Pr. saxatilis. 

2. Folia memhranacea, ambitu rotundata, lobat.i. 

* Folia bullata. Flores violodori 17. Pr. violodora. 

** Folia non bullata. 

f Foliorum lobi oblusi 18. Pr. mollis. 

ff Foliorum lobi acuti. 

(3 Lobi ovales, numerosi, paucidentali. 

A Calyx glaber h'b.Pr.Kaufmanniana. 

AA Calyx pilosus 20. Pr. polyticum. 

OO Lobi trianguläres, numerosi, multiserrati. 

A Corollae tubus calycem duplo superans 21. Pr. gt mnifnUn. 
AZ\ Corollae tubus calycem 3 — 4-plo su- 
perans 22. Pr. Paxiana. 

OOO Lobi trianguläres, 7, serrati 23. Pr. septemloba. 

3. Folia chartacea, suborbiculata, subtus glauca . . 24. Pr. chartacea. 
II. Stamina ima basi tubo inserta 25. Pr.Jieucheri folia. 

ß. Petiolus basi ampliatus 26. Pr. vaginata. 

1. Pr. sinensis Lindl. Coli. bot. (182 1) t. 7; Hook. Exot. Fl. (1823/27) t. 105; 
Sims in Curtis, Bot. Magaz. (1825) t. 2564; Lodd. Bot. Cab. t. 916, 1926; Dubv in 
DC. Prodr. VIII. (1844) 35; F. A. Haage in Gartenflora X. (1861) 405 t. 346; Morren, 
Belgique bortic. (1861) 33, (18G4) 291, (1866) 194; Fl. des serres XX. (1874) 153, 
XML ^1877) 145; Penzig in Alt. soc. Venelo-trentina VII. (1 880) fasc. 1 t. V et VI; 
Kudigas in Lemaire, Illustr. hört. (1884) 27, (1885) 44; Franch. in Bull. Soc. bot. 
France XXXIII. (1886) 65; Hegel in Gartenfl. XXV. (1816) 150; Pax in Englers Bot. 
Jahrb. X. (1889) 167; Forbes and Hemsl. in Journ. Linn. Soc. London XXVI. (1889) 
42; Gard. Cbron. I. (1889) 115 f. 16; I. (1902) 269 f. 84, 85; Sutton in Journ. Et 
Hort. soc. London XIII. (1891) 99; J. D. Hook, in Curtis, Bot. Magaz. (1897) t. 7559; 
Diels in Engler's Bot. Jahrb. XXIX. (1900) 520; Nestler in Ber. deutsch, bot. Gesellsch. 
XVIII. (1900) 200; Retzdorff in Gartenfl. LH. (1903) 104; Nestler, Hautreizende Primeln 
(190 4) 34. — Pr. praenitem Ker-Gawl. in Bot. Reg. (1821) t. 539. — Pr. setulosa 
Kickx in Mem. Soc. Linn. Paris IV. (1826) 31 t. 3. — Pr. Mandarina Hoflms. in 
Otto et Dietr. Allg. Gartenzeitg. III. (1835) 194 t. 1. — Pr. scmperflorens Loisel. ex 
Steud. Nom. ed. 2. II. (1841) 396. — Auganthus praenitens Link, Handb. 1.(1829] 
415. — Oscaria chinensis Lilja in Lindbl. Bot. Notiser (1839) 39; in Linnaea XV. 
(1841) 259. — Primulidiwn sincnse Spach, Hist. nat. veg. Phaser. IX. (1840) 
355. — Tota praeter corollam plus minus pubescens. Folia petiolata, 8 — 10 cm longa 
et lata, rotundata, basi d~ cordata, lobata, lobis inaequaliter inciso-dentatis; petioli quam 
lamina longiores. Scapus folia superans, 10 — 20 cm altus, umbellam multifloram vel 
umbellas 2 — 3 superpositas gerens; involucri folia pedicellis breviora. Calyx basi ad 
1 cm diametiens, nervis numerosis striatus, corollae tubum subaequans, primum ovato- 
vciitricosus, anguloso-plicatus, demum extumescens, fundo lato planiusculo intruso prae- 
ditus. Corollae albae vel roseae vel rubrae, 3 — 3,5 cm diametiehtis liiiibus explanatus, 
laciniae late cordatae emarginatae. Capsula glabra. 

Central -China: Prov. Hupeh, sonnige Kalksteinfelsen bei Ichang am Jang-tze 
(Watters, Delavay, Henry n. 1103; Wilson n. 16l!). Allgemein als Kalthaus- 
pflanze in Kultur und erst neuerdings als wildwachsende Pflanze an dem oben ge- 
nannten Standorte nachgewiesen; seit 1820 aus chinesischen Kulturen in Europa be- 
kannt; schwach giftig, vergl. Nestler u. Retzdorff, 1. c. — Anzucht entweder aus 
Samen, den auch die halbgefülltenSorten zu einem ziemlich großen Prozentsatze er- 
zeugen, oder bei ganz gefüllten aus Stecklingen. Die Aussaat erfolgt von Anfang April 



22 F- l' ax u. R- Knuth. — Primulaceae. 

bis Ende Juni in flachen Schalen mit sandiger Lauberde, wobei der Same nur ganz 
dünn bedeckt wird. Bis zum Aufgehen stellt man die Aussaat dunkel und mäßig 
feucht auf lauwarmen Fuß unter Glas. Die Keimung geschieht nach 1 — 1 4 Tagen, 
worauf die Schalen in ein lauwarmes Mistbeet dicht unter Glas kommen, mäßig feucht 
und gegen intensive Sonnenstrahlen geschützt. Nach mehrmaligem Pikieren in eine 
aus gleichen Teilen bestehende Laub- und Mistbeeterde, erstarken die Pflänzchen. Über 
Sommer senkt man die Pflanzen in ein kaltes Mistbeet dicht unter Glas ein, hält sie 
hier nach dem jemaligen Verpflanzen einige Tage geschlossen und sorgt für reichliche 
Luftzufuhr und mäßige Beschattung. Bei Eintritt des Frostes bringt man die Pflanzen 
an einen hellen, luftigen Ort des Kalthauses, wo sie bei 6 — 8°C. über Winter mäßig 
feucht gehalten stehen bleiben. Die gefüllten Primeln sind am schönsten im /weiten 
Jahre; im dritten Jahre benutzt man dieselben zur Vermehrung. Nach dem Verblühen 
werden die Pflanzen dann etwas wärmer gestellt, und entweder die zur Vermehrung 
geeigneten Triebe abgeschnitten und bis zur Bewurzelung in ein geschlossenes, nicht zu 
warmes Vermehrungsbeet in Sand gesteckt, oder man umwickelt den Wurzelhals der zu 
vermehrenden Pflanze mit Moos (Sphagnum), in dem die jungen Triebe ebenfalls bald 
bewurzeln (Hölscher). 

Nota 1. Planta eulta quoad anibitum foliorum, magnitudinem folii loborum et dentium, 
ilorum colorem, flores simplices et plenos , calycis dentes, corollae lobos integros vel laciniato- 
fimbriatos inter limites vastas variat. Formae hortenses a cl. Sutton loco supra citato optirue 
enumerantur. 

Nota 8. Stirps hybrida e Pr. sinensi Q et Pr. officinali 3 orta a Lubatsch zossensi 
edueta in Gartenflora XXXIV. (1886) 52 enumeratur. Flores albo-virides, fauce luteo praediti 
describuntur. Affinitas naturalis inter Sect. Sinenshim et Vernalium haud manifesta evadit, et 
origo hybrida plantae Lubatschianac mihi ceterum ignotae adhuc certissime dubia remanet. 

2. Pr. Sieboldii E. Honen, Belgique hortic. XXIII. (1873) 97 t. 6; Pax in Engler's 
Bot. Jahrb. X. (4 889) 168; Nestler Hautreizende Primeln (1904) 40. — Pr. cortusoides 
Miq. Prol. Fl. japon. (1866/67) 283; Jinouma Yokussai, So-Mo-Kou Zoussetz. ed 2. 
(4 874) III. 18; Franch. et Savatier, Enum. pl. Japon. I. (1875) 299. — Pr. cortu- 
var. amoena Lindl. in Gard. Chron. (1862) 121 8; J. D. Hook, in Curtis, Bot. Magaz. 
(1865) t. 5528; L. Van Houtte in Fl. des serres XVIII. (1869/70) 163; XIX. (1873) 
35. — Pr. cortusoides var. grandiflora A. Verschaffelt in Lemaire, Illustr. hört. Wl. 
(1869) t. 599. — Pr. gracilis Stein in Samenkatal. bot. Garten Breslau (1881) 3. — 
Tota praeter corollam pubescens. Folia petiolata, 6 — 10 longa, 4 — 6 cm lata, ovato- 
oblonga, basi cordata, lobata, lobis numerosis, inaequaliter dentatis; petioli quam laniina 
longiores. Scapus 10 — 20 cm altus, folia longe superans, umbellam simplicem multi- 
floram gerens; involucri phylla brevia, angusta. Calyx infundibuliformis, laciniae anguste 
trianguläres lanceolatae , acutae , post anthesin ad 1 5 mm aecrescentes , subfoliaceae, 
glabrae. Corollae albae, roseae vel purpureae tubus calycem paulo superans, laciniae 
latae, emarginatae. 

Japan (Keiske, Siebold, Bürger, Hilgendorf!, Savatier n. 1092!); 
Kiusiu (Pierot); Nippon (Maxiwowicz!, Yatabe!, Makino!). — Transbaikalien: 
Nertschinsk (Karo n. 339!); auf sumpfigen Wiesen. — Seit der Mitte der 60  
pallidus, nervis prominulis ornatus, lobi deltoidei, acuti, brevissime puberuli. Corollae 
roseo-violaceae tubus calycem duplo superans, tubulosus, limbus ad 20 mm diametiens, 
lobi bilobo-emarginati. Capsula oblonga, inclusa, glaberrima. 

\iuurgebiet und Mandschurei, bis an die Nordgrenze von Korea; westwärts 
mit Sicherheit bis zum Altai und Alaschan reichend; in humusreichen Felsspalten. 
Alaschan (Prz ewalskü); Altai (Bunge!); Amurgebiet (Korshinski!); Peischan-Hoch- 
ebene, auf Basalt (Komarov). — In botanischen Gärten seit Beginn des vorigen Jahr- 
hunderts in Kultur; das älteste Exemplar, welches ich sah, aus dem Berliner botan. 
Garten von 4 806! — Kultur wie Pr. cortusoides. 

Nota. Species optima, foliis saepe crispulo-lobatis, pedicellis stricto- erectis, valde elongatis, 
calycis minoris struclura facile distinguenda. Fortasse nomen in Pr. patentem Turcz. mutandum. 

4 7. Pr. violodora Dünn in Card. Chron. 3. ser. XXXII. (4 902) 4 29. — Pubes- 
cens. Folia petiolata, 4 — 6 cm longa et lata, reniformia vel orbicularia, saepe bullata, 



28 F. Pax u. R. Knuth. — Primulaceae. 

basi cordata, lobata, lobi bicrenati; petioli laminam superantes, pilis violaceis vestiti. 
Scapus 20 — 30 cm altus, umbellas 2 — 3 superpositas, rarius 1 gerens; bracteae parvae; 
pedicelli 3,5 — 5 cm longi. Flores violodori. Calyx subglaber, viridis, basi angustatus, 
lobi tubum paullo superantes, acutissimi, valide nervosi. Corollae roseo-lilacinae lubus 
cylindricus, calycem superans, ore luteo praeditus, limbus ad 2 cm diametiens, lobi 
obcordati. 

Centralchina: Prov. Hupeh (Wilson n. 923!). 

Nota. Affinis Pr.molli, calyce viridi, valide nervoso, subglabro, basi angustato distimta. 
Flores violodori. 

18. Pr. mollis Nutt. ex Hook, in Curtis, Bot. Magaz. (1854) t. 4798; Manen, 
Belgiq. bortic. (1855) 55; L. Van Houtte in Fl. des serres XII. (1 857) 9'; Walpers, 
Annal. V. (1858) 465; Hook. f. Fl. ßrit. Ind. III. (1882) 484; Pax in Kngler's Bot. 
Jabrb. X. (1889) 168. — Molliter hirsuto-pubescens. Folia petiolata, ± 8 cm )• 

7 cm lata, basi profunde cordata, sinu clauso praedita, ambitu cordata, sinuato-lob.it a. 
crenulato-denticulata , molliter pubescentia; petioli dense pubescentes, 6 — 10 cm longi, 
laminam aequantes vel superantes. Scapus pubescens, 20 — 25 cm longus, post aiitl. 
ad 40 cm accrescens, folia multo superans, umbellas 3 — 5 multifloras gerens; bracteae 
lanceolatae, superiores angustiores; pedicelli ad 2 cm longi. Calycis intense rubri, 
molliter hirsuti, ad 1 cm longi, post anthesin ± accrescentis tubus lurbinatus, lobi 
patentes, acuti. Corollae intense roseae tubus calycem excedens, ad 1,5 cm longus, 
limbus ± obliquus, 1 — 2 cm diametiens, lobi obovati, emarginati. — Fig. 16. 

Osthimalaya: Bhutan (Booth). Als Kalthaus- und Freilandpflanze in Kultur: 
von Nuttall (Rainbill-Prescott) aus Samen erzogen und seit der Mitte der 50er Jahre des 
vor. Jahrhunderts eingeführt. — Kultur am besten als Topfpflanze, die im kalten K 
trocken und frostfrei überwintert wird. Anzucht leicht aus Samen, den man gleich nach 
der Reife aussät. Bei nicht allzugroßer Kalte hält sie bei guter Bedeckung mit Fichten- 
zweigen auch im Freien aus. Liebt schattigen Standort und kräftigen Boden (Hölscher). 

19. Pr. Kaufmanniana Regel in Acta horti petropol. III. (1874) IM: Pax in 
Engler' s Bot. Jahrb. X. (1889) 169. — Folia pubescentia, deinde glabrescentia, petio- 
lata, 4 — 5 cm longa et lata, basi cordata vel subcordato-truncata, ambitu orbieularia, 
lobata, lobi ovales, numerosi, paucidentati; petioli 4 — 8 cm longi, pubescentes } ± glabres- 
centes, laminam superantes. Scapus basi molliter pubescens, superne glabrescens, 1 V> — 
20 cm altus, folia superans, umbellam multifloram gerens; bracteae lanceolatae, 
acutae; pedicelli bracteis breviores, ad 1 cm longi. Calycis glabri vel subglabri, 6 — 
1 mm longi tubus turbinatus, lobi erecti, acuti. Corollae roseo-violaceae tubus caljcem 
excedens, ad 1,5 cm longus, limbus ad 15 mm diametiens, lobi obcordati, emarginati. 

Centralasien, Turkestan: Alexander-Gebirge (Brotherus!); Wernyi (Semenow!); 
Iligebiet (Krassnof!); Almedin (Fetisow!); Thianschan, Zauku (Semenow); obere 
Waldregion, von 1000 — 3000 m. 

20. Pr. polyneura Franch. in Morot, Journ. de bot. IX. (1895) 448. — Fofil 
petiolata, 2 — 6 cm longa et fere lata, subtus cinerascentia vel lanuginosa, supra pilotula, 
late deltoidea vel suborbiculata, sub-11-loba, lobi late ovati, obtuse dentati vel crenati: 
petioli 10 — 20 cm longi, laminam multo superantes. Scapus 10 — 40 cm altus, folia 
multo superans, pubescens, umbellam solitariam, nroltifloram vi umbellas 2 — 3 sup«T- 
positas gerens; bracteae lanceolatae; pedicelli bracteas multo cxcedentes, villosi. < 
cylindricus, longe tubulosus, pilosus, multinervius, lobi lanceolati, acurainati. Corollae 
piirpurascentis tubus cylindricus, calycem duplo superans, limbus 12 — 15 mm diami 

lobi profunde bilobi. 

Centralchina: Szechuan, Kiala u. a. d. Handelsstraße von Batang nach Litang 
Prinz Henri d'Orleans). 

Nota. Specietn non vidi, calyce multinervio insigiirni. 

21. Pr. geraniifolia Hook. f. Fl. Brit. lud. III. (1882) 484: Pax in Kngler's 
Bot Jahrb. X. (1889) 169. — Brevissiinc pubescens. Folia petiolata, 4 — •"> cm longa 



Primula. 



29 



et lata, basi cordata, ambitu orbicularia, 11 — 15-loba, lobi trianguläres, mulüdentati, 
acuti; petioli 6 — 12 cm longi, laminam longe superantes. graciles. Scapus 20 — 25 cm 




Fig. 1 6. Primula mollia Nutt. A Habitus. B Calyx. C Flos. — Icon. origin. 



30 F > Pwt u. R. Knuth. — Primulaceae. 

altus, umbellam solitariam vel 2 superpositas gerens ; bracteae parvae 5 — 6 mm loi 
lineares, angustae; pedicelli 1 — 1,5 cm longi, graciles. Calyx campanulatus, glaber, 
ad 8 mm longus, lobi acuti. CoroJlae roseae tubus calycem superans, limbus l,;j cm 
diametiens, lobi leviter emarginati. 

Osttibet: Chumbi-Tal, zwischen Sikkim und Bhutan, 3000 m (Dungboo!, King!). 

Nota. Folioruin lobi acuti; ambitus foliorum Geranii species nonnullas optimc simulans. 
Icon Hookeriana in Curtis, Bot. Magaz. (1888) t. 69S4 cum planta typica a nie visa et cum 
diagnosi autoris (in Fl. Brit. Ind. 1. s. c. data] haud bene congruit et speciem aliam, fortasse 
novam sistit. 

22. Pr. Paxiana Gilg in Engler's Bot. Jahrb. XXXIV. (1904) Beibl. No. 75. 56. — 
Elata, speciosissima. Folia petiolata, 7 — 12 cm longa, 12 — 17 cm lata, tenuissime 
membranacea, e basi aperte cordata reniformia, acuta, multilobata, impriniis ad nervös 
parce pilosa, subciliata, nervis primariis 3, in nervös ternos solutis, prominulis percuna, 
lobi 7 — 12, breviter et late trianguläres, denticulati; petioli laminam longe superai 

25 cm et ultra longi. Scapus elatus, 40 — 50 cm altus, sparse puberulus, umbellaa 
3 — 4 superpositas, 2,5 — 5 cm inter se distantes, 4 — 6-floras gerens; bracteae parvae 
lere subulatae; pedicelli graciles, breves, demum 1,5 cm longi. Calyx campanulatus. 
8 mm longus, strigilloso-puberulus , lobi acuti. Corollae coerulescenti-lilacinae tubus 
calycem fere 3-plo superans, cylindricus, limbus ad 2,5 cm diametiens, lobi obov.it i. 
profunde bifidi. — Fig. 17. 

Kiautschou: Lauschan-Gebirge, Lauting; bei Dongerow, an feuchtem, graa 
Bergabhange, zwischen Steinen, 300 m, selten (Zimmermann n. 336!). 

23. Pr. septemloba Franch. in Bull. Soc. bot. France XXXII. (1885) 265; Pax 
in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 169; Forbes and Hemsl. in Journ. Linn. Soc. XXVI. 
(1889) 42; Diels in Engler's Bot. Jahrb. XXIX. (1900) 520. — Tota pilis albis mollibus 
adspersa. Folia petiolata, ad 9 cm diametientia, ambitu orbiculata, profunde cordata, 
sparse pilosa, ad tertiam partem 7-lobata, lobi late ovati, obtusi, denticulati; petioli 
hirtelli, laminam longe superantes, 10 — 15 cm longi. Scapus ad 30 cm altus, gracilis, 
pilis patentibus vestitus; bracteae lineari-lanceolatae, obtusae; pedicelli cum bracteis pubes- 
centes, bracteas duplo superantes. Calyx glaber, tubuloso-campanulatus, lobi lanceolati, 
acuti. Corollae purpureae tubus calycem superans, 12 — 14 mm longus, limbus 8 min 
diametiens, concavus, lobi obovati, emarginati. 

Centralchina, Yun-nan und Szechuan, an schattigen Standorten. — Yun-nan: 
Wälder am Fuße des Likiang-Gletschers (Delavay n. 12); Kulapo, an der Straße von 
Tali nach Hokin (Delavay!). Szechuan: Berg Omei, 2600 m, schattige Schlucht (Faber!). 

24. Pr. chartacea Franch. in Bull. Mus. hist. nat. Paris I. (1895) 64; Diels in 
Engler's Bot. Jahrb. XXIX. (1900) 520. — »Folia longe petiolata, chartacea, glabra, 
ovato-suborbiculata, basi leviter cordata, obscure crenato-dentata, subtus glauca, pinna- 
tim sub-7-nervia, utraque facie crebre fusco-puncticulata. Pedunculi (i. e. scapi) 
saepius plures, 2 — 3-flori; pedicelli tenuissime puberuli. Calyx pedicello duplo brevior, 
urceolatus, ad medium 5-fldus, lobis oblongis, obtusis, punctis rubris, resinosis praeser- 
tim ad marginem conspersis. Corolla roseo-lilacina, hypocraterimorpha, lobis oi 
bitidis. Pedicelli post anthesin incrassati, calyce vix accrescente. Capsula aphai 
tubum non superans.« 

Centralchina, südliche Mittelgebirge von Szechuan: Longki, in Bainbus- 
beständen (Delavay), und an schattigen Felsen bei Tchcnfongchan (Delavay n. 41H i . 

Nota. Speciei mihi ignotae diagnosis sec. cl. Franchet verbotenua reiterata est Ab 
Omniboa speciebus aflinibus differt foliis chartaceis, subtus glau.-i-. 

25. Pr. heucherifolia Franch. in Bull. Soc. bot. France \\\lll. [1886) 6.V. in Nour. 
Arch. Mus. hist. nat. Paris 2. sex. X. (1887) 55; l'a\ in Kngler's Bot. Jahrb. \. 1889) 
169; Forbes and Hemsl. in Journ. Linn. Soc. XXVI. (1889) 39; Diels in Engler l 
Jahrb. \\l\. (1900) 520. — Folia petiolata, profunde et anguste cordata, rotanda U , 
vix ad quartana partem 7 — 9-loba, sparse pilosa, lobi ovato-deltoidei, inaequaliter «lentati: 
petioli pilis rufis villosi. Scapus folia longe superans, pube brevi pulverulcntus simulque 



Primula. 



31 



breviter pilosus, umbcllam 3 — 4-floram gerens; bracteae breves, lineari-lanceolati, pulve- 
rulenti. Calyx anguste campanulato-tubulosus, lobi lanceolati, acuti. Corollae purpura- 
scentis tubus cylindricus, calyce triplo longior, limbus concavus, 12 — 14 mm diametiens, 
lobi breviter bilobi. Stamina lere ima basi inserta. 




B 

Fig. M. Primula Paxiana Gilg. A Habitus. B Flos. C Corollae lobus. — Icon. origin. 



32 F- Pax u. R. Knuth. — Primulaceae. 

Ostabhang des tibetanischen Hochlandes: Mupin (Delavay); Yun-nan: 
oberhalb Hokin und Tapintze, 1800 m (Delavay!). 

2 6. Pr. vaginata Watt in Journ. Linn. Soc. XX. (1882) 4 t. 2 f. B; Hook. f. 
Fl. Brit. Ind. III. (1882) 484; Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 169. — Puberula 
vel glabra. Folia petiolata, e basi cordata orbiculata, subseptemloba, lobi parum promi- 
nentes; petioli 3 — 4 cm longi, folia aequantes vel paullo superantes, basi abrupte et 
late vaginato-dilatati. Scapus folia superans, 6 — 8 cm altus, glaber, umbellam 3 — 
6-floram gerens; bracteae 6 — 8 mm longae, lanceolatae, pedicellis breviores; pedi* ■••Ui 
± 1 cm longi. Calyx late campanulatus/ pilosus, ad 5 — 6 mm longus, lobi triangu- 
läres, subacuti. Corollae lilacinae tubus calycem superans, ad 5 mm longus, ore annu- 
latus, limbus 1 cm fere diametiens, lobi late obcordati, emarginati vel l-dentafi. 

Sikkim-Himalaya: Laghep, 3000 m (C. B. Clarke!). 

Nota. Species parviflora, petiolis basi manifeste vaginantibus valde insignis. 

Sect. 2. Fallaces Pax. 

Fallaces Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 170. 
Die Arten dieser Sektion sind sämtlich auf Japan beschränkt. 

Clavis specierum. 

A. Scabro-pilosula 27. Pr. jesoana. 

B. Pilis dr mollibus vestita. 

a. Calyx ultra medium fissus; lobi acuti 28. Pr. kisom 

b. Calyx fere vel vix ad medium fissus. 

a. Calycis lobi ovati, obtusi, mucronulati 29. Pr. Reinü. 

ß. Calycis lobi angusti, subulati, acuti 30. Pr. tosacti- 

Nota. Species hujus sectionis certissime affines videntur Sect. Sinensium, sed Capsula 
cylindrica, calycem multo superante distant; fructus autem tantum in una specie bene noti sunt. 
Pr. megaseaefolia a me olim in hanc affinitatem relata nunc melius inter Sect. Carolin • •Warn 
ponenda videtur. 

27. Pr. jesoana Miq. Prolus. Fl. japon. (1866) 283. — Franchet et Savatier, 
Enum. pl. Japon. I. (1875) 299; Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 170. — Pr. 
yedoensis Franchet et Savatier, Enum. pl. Japon. II. (1879) 429. — Folia petiolata, 
ad 7 cm longa et lata, cordato-rotundata, breviter subacute angulata et dentata, raera- 
branacea, margine scabro-pilosula; petioli 8 — 15 cm longi. Scapus folia supeiiins, 
umbellas 2 superpositas, 2 — 4-floras gerens; bracteae lineares, parvae; pedicelli bracteas 
superantes, ad 2 cm longi. Calyx glaber, ultra medium fissus, vix 1 cm longus, lobi 
lanceolati, acuti. Corollae (rubellae?) infundibuliformis tubus calycem duplo superans, 
lobi cuneato-obcordati, tubum fere aequantes. 

Japan: Jesso (Sugerok nach Miquel). 

28. Pr. kisoana Miq. Prolus. Fl. japon. (1866) 283; Jinouma Yokoussai, So- 
Mo-Kou Zoussetz ed. 2. III. (1874) 22; Franchet et Savatier, Enum. pl. Japon. I. (1875) 
299; Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 170. — Pr. hirsuta Siebold in Sched. 
ex Miquel. — Villosula-pubescens, demum glabrescens. Folia petiolata, ad 6 cm longa 
et lata, cordato-rotundata, breviter et obtuse pluri-angulata et crenata, crenis rob- 
< alliferis praedita. Scapus pauciflorus, 2 — 5-florus; bracteae lanceolatae; pedicelli ad 
1,5 cm longi. Calyx hirtellus, 1 cm fere longus, ultra medium fere ad basin fissus, 
lobi lanceolato-lineares. Corollae (rubellae?) tubus calycem duplo superans, apice dilatatus, 
lobi tubo breviores, obcordati, late emarginati. 

Japan: Kiso, alpine Hegion (Keiske). 
Nota. Species vix rite nota. 

«9. Pr. Eeinii Franchet et Savatier, Knum. pl. Japon. II. (1879) 428; Pax in 
Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 170. — Pilis elongatis, pluricellularibus praesertim ad 



Primula. 33 

petiolos et foliorum superüciem inferiorem dense vestita. Folia petiolata, 4 — 4 5 cm 
diametientia , rotundata vel reniformia, basi profunde cordata, vix ad tertiam partem 
inciso-crenata, lobi se invicem obtegentes. Scapus foliis vix longior, umbellam 2 — 6- 
ßoram gerens; bracteae lanceolatae, pedicellis breviores; pedicelli parce pubescentes, 
i aivees demum superantes. Calyx glaber, 5 mm longus, ad medium lobatus, lobi ovati, 
obtusi, calloso-mucronulati. Corollae pallide violaceae tubus calycem vix duplo superans, 
lobi profunde bifidi. 

Japan, Nippon: Auf dem Berge Haksan in der Provinz Kanga (Savatier n. 29 H). 

30. Pr. tosaensis Yatabe in Tokyo Bot. Magaz. IV. no. 45 (1890) I. t. 14. — 
Folia petiolata, membranacea, subtus pubescentia, ciliata, 4 — 5 cm diametientia, basi 
cordata, orbicularia vel latissime ovata, leviter lobulata, lobi acuti, dentati; petioli 
pubescentes, 3 — 5 cm longi, laminam subaequantes. Scapus folia superans, ad 1 cm 
altus, post antbesin saepe magis elongatus, pubescens, apicem versus glabrescens, um- 
bellam 2 — 4-floram, simplicem vel umbellas 2 superpositas gerens; bracteae breves, 
subulatae, 5 — 6 mm longae; pedicelli ad 1 cm longi, glanduloso-pubescentes. Calyx ad 
8 mm longus, tubidosus, vix ad medium fissus, lobi anguste trianguläres, acuti. Corollae 
pallide purpureae tubus apicem versus leviter dilatus, calycem duplo superans, limbus 
3 cm diametiens, ore annulatus, lobi ovati, emarginati. Capsula longe cylindrica, ± 
curvata, ad 1,5 cm longa, 3 mm crassa, quam calyx 2,5 — 3-plo longior. Semina atro- 
brunnea, papulosa. 

Japan, Nippon: Prov. Tosa, bei Nanomura (Watanabe), bei Yasuimura (T. 
Makino), an feuchten Felsen und in Bergwäldern. 

Sect. 3. Monocarpicae Franch. 

Monocarpicae Franch. in Bull.'Soc. bot. France XXXIII. (1886) 64; Pax in Engler's 
Bot. Jahrb. X. (1889) 171. 

Das Verbreitungsgebiet liegt in Centralchina, von Ostbirma durch den Yun-nan bis Kansu. 

IIa vis specierum. 

A. Folia in axillis gemmas non proferentia. 

a. Folia longe petiolata; petioli laminam longe superantes . .31. Pr. malacoides. 

b. Folia breviter petiolata; petioli quam lamina breviores vel 
laminam aequantes vel vix superantes 

a. Folia basi ± cordata. 32. Pr. Forbesii. 

ß. Folia exteriora basi truncato-rotundata, interiora in pe- 

tiolum attenuata 33. Pr. androsacea. 

B. Folia in axillis gemmas proferentia 34. Pr. gemmifera. 

31. Pr. malacoides Franch. in Bull. Soc. bot. France XXXIII. (1886) 64; Pax in 
Engler's Bot. Jahrb. X. (4 889) 171 ; Forbes and Hemsl. in Journ. Linn. Soc. XXVI. (1889) 
39. — Monocarpica, gemmas non proferens, inferne pilis albis hirtella, superne glabra. 
Folia longe petiolata, illa Erodii inalacoidis simulantia, 6 — 8 cm longa, 5 — 6 cm lata, 
tenuiter papyracea, glabrescentia , late ovata, subtus nonnunquam parce albo-farinosa, 
supra pallide viridia, basi aperte cordata, late 6 — 8-lobata, lobi acute inciso-dentati ; 
petioli laminam superantes, 12 — 18 cm longi. Scapus folia ± superans, umbellas 2 — 
6 superpositas, mullifloras, inter se distantes gerens; bracteae breves, lineari-lanceolatae, 
acutae, subtus albo-farinosae ; pedicelli filiformes. Calyx sub anthesi vix 4 mm, limbo 
accrescente et expanso circ. 8 mm diametiens, dense albo-farinosus, e basi sphaerica cam- 
panulatus, lobi breves, acuti, post anthesin accrescentes, patentes. Corollae roseae tubus 
cylindricus, gracilis, calycem paullo superans, limbus paullo concavus, 10 — 12 mm 
diametiens, lobi obcordati. Capsula globosa, inclusa. 

Yun-nan: Auf Kulturfeldern bei Tali (Delavay!). 

A. Engler, Das Pflanzenreich. IV. '237. 3 



34 



F. Pax u. R. Knuth. — Primulaceae. 



32. Pr. Forbesii Franch. in Bull. Soc. bot. France XXXIII. (l 886} 64; Pax in 

Engler's Bot. Jahrb. X. («889) 171; Forbes and Hemsl. in Journ. Linn. Soc. XXVI. 

(1 889) 38; Collett and Hemsl. in Journ. Linn. Soc. XXVIII. (1891) 81; Hook. f. in Curtis. 

Bot. Magaz. t. 7246 (1892). — Annua, inferne pilis albis subhispida. Folia petiolata. 

3 — 5 cm longa, 2V2 — * cnl ' a ^ a ? e üas ' leviter cordata ovata, obtusa, leviter multilobata, 

membranacea, lobi parum prominentes, 
irregulaiüter denticulati. Scapus folia multo 
superans, gracilis, 15 — 60 cm altus, pube- 
rulus, superne parce albo-farinosus , uin- 
bellas 2 — 5 inter se distantes, multifloras 
gerens; bracteae parvae; pedicelli bracteas 
multoties superantes, 1 — 2 cm longi, fere 
filiformes, post anthesin elongati. Calys 
infundibuliformis, farinosus, ad 4 — mm 
longus, lobi ovati, subacuti. Corollae roseae 
tubus angustus, calyceni paullo tantum 
superans, limbus hypocrateriformis , 10 — 
1 5 mm diametiens , ore obtuse 5-dentato 
dentibusque inflexis praeditus, lobi obcor- 
dati, emarginati. Capsula globosa, calyce 
inclusa. 

Vun-nan: Tapintze bei Tali, sum- 
pfige, feuchte Orte, (Delavay n. 31 1 !, 
858); Mengtze, 2000 m (Henry n. 98.33! . 
— Ostbirma: Shan States, 1000 m 
(Collett). — In die Kultur eingeführt 
durch Vilmorin-Paris im Jahre 1891. — 
Behandlung als einjährige Topfpflanze im 
luftigen Kalthause. Anzucht im zeitigen 
Frühjahre aus Samen, der sofort nach dem 
Keimen in Schalen pikiert und möglichst 
hell gestellt wird. Die kleinen Sämlinge, 
die oft schon nach der Kntwirkelung der 
ersten Blätter blühen, pflanzt man nach 
einigen Wochen in eine mit etwas Laob- 
erde untermischte Heideerde, der reich lieh 
Sand beigefügt wird, in Töpfe und kulti- 
viert die Pflanzen im luftigen Kasten oder 
niedrigen Kalthause unter Vermeidung zu 
großer Feuchtigkeit (Hölscher). 

Nota. Planta locis aridis, sterilibus. 
parvula et macra evadit, foliis vix 2 cm longis, 
i cm latis, scapo 10 cm fere alto, floribus 
minoribus praedita. 

33. Pr. androsacea Pax n. spec. — 
Annua. Folia exteriora manifeste petio- 
lata, 1,5 cm longa et paullo angustiora, 
orbiculari-nvata, basi subcordalo-truncata, 
interiora 2 cm longa, 1 cm lata, elliptica, in petiolum attenuata, omnia opaca, pilis 
albis obsita, demum glabrescentia, glaucescentia, efarinosa, obtusa, simplictter crenato- 
dentata; petioli pilosi, lamina breviores, fere 1 cm longi, foliorum interiormn sobalatt 
Scapus folia longe superans, 6 — 8 cm altus, rarius altior, glaber, umbellain simpfieem, 
multifloram vel umbellas 2 superpositas gerens; bracteae parvae, 4 mm longae, lanceo- 
latae. brevissime pubescentes, leviter farinosae; pedicelli filiformes, 1 — 1,5 cm longi 




Fig. 1 8. Primula androsacea Pax. A Habitus. 

B Folium. C Calyx. D Flos. E Corolla longi- 

tudinaliter secta, explanata, cum pistillo. — 

Icon. origin. 



l'iimula. 35 

Calw infundibuliformis, angustus, farinosus, 4 mm longus, lobi ovati, subacuti. Corol- 
lae roseae tubus calycem paullo superans, limbus hypocrateriformis, fere 10 mm dia- 
metiens, ore piano praeditus, lobi latc obcordati, emarginati. — Fig. 1 8. 

Yun-nan: Mengtze, 1500m (Henry n. 10454!). 

Nota. Species affinis Pr. Forbesii, foliorum forma, pctiolis valde abbreviatis, corollae 
fauce edentato di versa; foliorum forma ad spcciem scquentem accedit. 

34. Pr. gemmifera Batalin in Acta horti petropol. XI. (1891) 491. — Habitus 
Saxifragae species simulans. Annua, monocarpica, gemmas in axillis foliorum a planta 
leviter deciduas et jam sub anthesi excrescentes proferens. Folia 13 — 15 mm longa, 
7—8 mm lata, spathulata, in petiolum 10 — 12 mm longum, anguste alatum attenuata, 
repanda vel irregulariter dentata, efarinosa, viridia, minutissime glanduloso-pubescentia. 
Scapus elongatus, folia superans, 9 — 10 cm altus, parce albo-farinosus, umbellam 3 — 
4-floram gerens; bracteae acutae, lanceolatae, farinosae, basi gibbosae; pedicelli 14 mm 
longi. Calyx sub antbesi 7 mm longus, campanulatus, violaceo-viridis, parce farinosus; 
dentes lanceolati, acuti. Corollae magnae, violaceae tubus 1 1 mm longus, limbus fauce 
annulo luteo decoratus, lobi late ovati, emarginati. 

Centralchina: Kansu, Bergabhänge am Flusse Czan-ho (Grum-Grshimailo). 

Sect. 4. Floribundae Pax. 

Floribundae Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 171. — Evotrockis Raf. Fl. 
tellur. II. (1836) 76. — Sect. SpJwndylia Duby in DC. Prodr. VIII. (1844) 34 ex parte. 

Das Areal erstreckt sich mit sehr lückenhafter Verbreitung vom Westhimalaya durch Bri- 
tisch-Beludschistan, Südarabien, die Halbinsel Sinai bis in das abessinische Bergland. 

Clavis specieruni. 

A. Efarinosa, pubescens. Calyx profunde fissus; lobi patentes vel 

subrecurvae 35. Pr. floribunda. 

B. Farinosa vel calvescens. Calyx late campanulatus, non fere ad 
basin fissus; lobi non recurvi. 

a. Folia anguste lanceolato -spathulata, obtusa, crenata vel in- 

ciso-serrata. Corolla puberula 36. Pr. Auclieri. 

b. Folia elliptica vel oblongo-lanceolata, acuta, serrata vel biser- 
rata. Corolla glabra. 

a. Flores majores, 2 cm vel ultra diametientes. Calycis lobi 
integerrimi. 

I. Bracteae involucrales uninerviae. Folia oblongo-lan- 
ceolata 37. Pr. verticillata. 

II. Bracteae involucrales 1 — 3-nerviae. Folia elliptica . 38. Pr. simensis. 
ß. Flores minores, 12 — 15 mm diametientes. Bracteae in- 
volucrales 3-nerviae. Calycis lobi denticulati .... 39. Pr. Boveana. 

C. Species incertae sedis, escaposa, efarinosa, albo- vel aureo- 

lanata 40. Pr. Lacei. 

35. Pr. floribunda Wall. Tent. Fl. nepal. (1824—26) 43 t. 33; Duby in DC. 
Prodr. VIII. (1844) 35; Boiss. Fl. Orient. IV. (1879) 24; Hook. f. in Curtis, Bot. Magaz. 
(1883) t. 6712; Hook. f. Fl. Brit. Ind. III. (1882) 495; Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. 
(1889) 172; Hook. f. in Gard. Chron. Newser. XIX. (1883) 113 f. 17. — Pr. obovata 
Wall, ex Duby, 1. c. — Androsace obovata Wall. Herb, ex Duby, 1. c. — Glanduloso- 
pubescens. Folia 7 — 8 cm longa, 3 — 4 cm lata, elliptica vel ovata, acuta vel obtusa, 
membranacea, in petiolum latum, folio breviorem angustata, irregulariter denticulata. 
Scapus 10 — 20 cm altus, umbellas 3 — 5 superpositas, inter se distantes, multifloras 
gerens; bracteae sessiles, foliaceae, ovatae vel lanceolatae, acutae, dentieulatae, inferiores 
2 — 3 cm longae, 1 — 1,5 cm latae, superiores minores; pedicelli 1 — 1,5 cm longi, post 

3* 



36 P- I >ax u > B- Knuth. — Primulaceae. 

anthesin ad 2 cm elongati. Calyx 5 mm fere longus, ultra medium fissus, late cam- 
panulatus; lobi acuti, post anlhesin reflexi. Corollae aureae, odoratae tubus gracilis, 
calycem duplo superans, ad 1 cm longus, lobi obcordati, rotundati vel levissime emargi- 
nati. Capsula ovata, laevis. Semina granulata. 

Var. ct. typica Pax. — Corollae limbus 10 — 12 mm diametiens. 

Westhimalaya (Falconer!, Hooker u. Thomson! ,, von Knmaon bis Kasbmir 
und Afghanistan: In niedrigen Lagen von 800 — 2300 m, an schattigen, feuchten 
Felsen oder an Bachufern. Sansedara (Waljich), am Karkaulee (Wallich), Deyra Doon 
(Wallich!), Simla (Griffith n. 3517!, Munro n. 1935 ex parte!, Warburg n. 
Afghanistan (Griffith). — Seit 1883 als Kalthauspflanze in Kultur. — Behandlm . 
Topfpflanze hell und luftig bei 6 — 8° C. Anzucht aus Samen, den man Anfang Januar 
in Schalen im Kalthause aussät, mäßig feucht hält und nicht mit Boden bedeckt. Nach 
erfolgter Keimung pikiert man die kleinen Pflänzchen in mit sandiger Laub- und Heide- 
erde gefüllte Schalen. Nach mehrmaligem Verpflanzen allmählich an Luft und Lichl 
gewöhnt, härtet man die Pflanzen so weit ab, daß nach Ablauf einiger Wochen die 
Fenster ganz entfernt werden können, so daß dann nur Schutz gegen grelles Sonnen- 
licht und anhaltende Niederschläge gegeben wird. Im Oktober in ein helles Kalt- 
haus gebracht, blühen sie fast den ganzen Winter hindurch von Dezember bis April 
(Hölscher). 

Nota. See. G. Watt in Report, bot. coli. S. W. Persia by Major Sawyer (4 894) 93 >Pr. 
floribunda var.c etiam in Persia austro-occidentali crescere dicitur. Ex hac ditione autem nulla 
species generis flaviflora adhuc reperta est. 

Var. ß. grandiflora Pax in Gartenfl. XLV. (1896) H 3 t. U24. Flores quam 
in typo duplo majores, 2 cm vel paullo ultra diametientes, intensius aurei. 

Kulturform europäischer Gärten. 

Nota. E. H. Jenkins in Gard. Chron. 3. ser. XXIX. (1904) 476 sub nomine Primulac 
kewensis hybridam hortensem inter Pr. flortbundam et verticillatam enumerat, mihi adhuc 
ignotam. 

36. Pr. Aucheri Jaub. et Spach, Illustr. pl. Orient. I. (1842 — 43) 97 t. 49; Duby 
in DC. Prodr. VIII. (1844) 34; Boiss. Fl. Orient. IV. (1879) 23; Pax in Engler's Bot. 
Jahrb. X. (1889) 173. — Glanduloso-puberula. Folia cum petiolo 3 — 4 cm longa, 
7 — 10 mm lata, anguste oblongo-lanceolata, obtusa, membranacea, subtus parce albo- 
farinosa, adulta calvescentia, eglandulosa, in petiolum brevissimum attenuata, crenata 
(= var. crenata Jaub. et Spach) vel inciso-serrata (var. incisa Jaub. et Spach). Scapus 
10 cm altus, breviter glanduloso-puberulus, umbellas 3 vel plures superpositas, 5 — 7-floras 
gerens; bracteae puberulae, lineari-lanceolatae, serrulatae vel inciso-serratae, nunc flores 
superantes, nunc pedicellos vix aequantes; pedicelli 1 cm fere longi. Calyx 1 cm fere 
longus, campanulatus, lobi lineari-lanceolati, hinc inde serrulati. Corollae citrinae, extus 
tenerrime puberulae tubus gracilis, 1,5 cm longus, limbus 7 mm fere diametiens. lobi 
ciliati, ovati, obtusi vel vix emarginati. Capsula parva, subglobosa, laevis. 

Arabien: Prov. Mascat, feuchte Felsen am Gebel Akadar (Aucher-Eloy n. 5236). 

37. Pr. verticillata Forsk. Fl. aegypt.-arabica 42 (1775); Vahl, Symbol. I. (1790) 
15. t. 5; Lehmann, Monographia Primul. (1817) 92; Duby in DC. Prodr. VIII. (1844) 
35; Jaub. et Spach, Illustr. pl. Orient. I. (1842 — 43) 98 J V. (1853—57) t. 438. — 
Pr. rrrti'-ilhifa var. ti/pica Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 172. — Eglandulosa, 
glaberrima, vix farinosa. Folia membranacea, lanceolata vel ovato-lanceolata, non fari- 
nosa, acuta vel acuminata, irregulariter et argute serrulata. 10 — 20 cm longa, in 
petiolum brevem, late alatum attenuata. Scapus 50 — 60 cm altus, umbellas pluns, 
superpositas, multilloras gerens, sub umbellis farinosus; bracteae uninerviae, inferiores 
lanceolatae vel lanceolato- lineares, acuminatae, argute serrulatae, 9 cm longae, 3 cm 
latae, quam pedicelli longiores, superiores minores, angustae, integerrimae, pediccllis 
breviores; pedicelli graciles, 2 cm longi, demum ad 6 cm long, elongati, sub flore fari- 
nosi. Calyx ad 1 cm longus, profunde partitus, campanulatus, lobi lineares, integri. 
Corollae luteae, odoratae, glabrae tubus gracilis, cylindricus, ad 3 cm v«l ultra longus, 



Primaria. 37 

limbus ad 2 cm diametiens, lobi obcordati, levissime emarginati. Capsula globosa, glabra. 

Südarabien: Temen; feuchte Orte, an Bachufern (Botta); am Berge Kurma 
(Forskai), Menacha (Schweinfurth n. 1395!). 

Nota. Bracteae, pedicelli calycesque variant leviter farinosi vel fere glafari, 

38. Pr. simensis Höchst, in Herb. Schimper (1842) n. 662; Jaub. et Spach, 
Illustr. pl. Orient. V. (1853 — 57) t. 440. — Pr. Boveana A. Hieb. Tent. Flor, abyss. 
II. (1851) 15. — Pr. verticillata Oliv. Fl. trop. Afr. III. (1877) 488. — Pr. vcrticillata 
var. simensis Mast, in Gard. Chron. (1870) 597; Pax in Engler's Bot. Jahrb. X. (1889) 
172. — Pr. verticillata var. simensis Hook. f. in Curtis, Bot. Magaz. (1873) t. 6042. 
— Pr. Courtii Hort. Veitch. ! — Eglandulosa, calva vel farinosa. Folia membranacea, 
ovato-elliptica, acuta, irregulariter et argute serrata, 5 — 12 cm longa, 2 — 5 cm lata, 
in petiolum brevem, late alatum attenuata. Scapus 10—50 cm altus, umbellas plures, 
superpositas, multifloras gerens; bracteae 1 — 3-nerviae, inferiores lanceolatae vel ovatae, 
acuminatae, argute serratae, 3 — 6 cm longae, I — 2 cm latae, quam pedicelli longiores, 
superiores minores, subintegrae, pedicellis breviores; pedicelli graciles, 1 Y 2 — 2V2 cm 
longi, demum ad 4 cm long, elongati. Calyx sub anthesi 7 — 10 mm longus, profunde 
partitus, post anthesin exerescens, campanulatus, lobi triangulari-lanceolati, integri. 
Corollae glabrae, luteae tubus gracilis, cylindricus, 2V2 — 3 cm longus, limbus 2Y2 cm 
diametiens, lobi late ovati, levissime emarginati. Capsula globosa, inclusa. 

Var. ct. farinosa Schweinf. Beitr. Fl. Aethiopiens (1867) 86. — Plus minus fari- 
nosa. Folia saepius minora, scapo manifeste superata. 

Abessinien: Prov. Semien, 3000 m (Schimper, 1854!), Uodgerate (Petit!) — 
In Kultur. — Kultur gleich P. floribunda (S. 35), nur empfindlicher gegen Nieder- 
schläge im Winter (Hölscher). 

Var. ß. eusimensis Pax. — Pr. verticillata var. simensis Schweinf. 1. c. — 
Efarinosa vel subefarinosa. Folia majora, scapum saepius subaequantia. 

Abessinien: An Felsen, die von Schmelzwasser durchtränkt sind, auf feuchtem, 
kaltem Boden, nicht unter 2000 m. Prov. Semien: Bachitgebirge (Schimper n. 150!, 
236!); Silkegebirge (Schimper n. 662!); Urahutgebirge, Erareta, 3500 m (Schimper 
n. 740!); Uodgerate (Petit!). 

Nota. Pr. verticillata, simensis, Boveana, antea' pro varietatibus speciei unius sumptae, 
mihi nunc melius pro speciebus distinetis habendae sunt. 

39. Pr. Boveana Decne. in DC. Prodr. VIII. (1844) 35; Jaub. et Spach, Illustrat. 
pl. orient. V. (1853—57) t. 439; Boiss. Fl. Orient. IV. (1879) 23. — Pr. involucrata 
Sweet, Hort. brit. (1839) 562; Jaub. et Spach, Illustr. pl. Orient. I. (1842 — 43) 98. — 
Pr. verticillata Link et Otto, Icon. pl. select. hört. bot. berol. (1828) t. 51 ; W. J. Hook, 
in Curtis, Bot. Magaz. (1828) t. 2842; Decne. in Ann. sc. nat. 2. ser. II. (1834) 
246. — Pr. verticillata v. Boveana Mast, in Gard. Chron. (1870) 597; Pax in Engler's 
Bot. Jahrb. X. (1889) 173. — Eglandulosa, plus minus farinosa vel glabra. Folia 
membranacea, rhomboidea vel spathulata, acuta vel acuminata, irregulariter serrata vel 
hinc inde sublobato-incisa, 4 — 20 cm longa, 2 — 7 cm lata, in petiolum alatum, quam 
lamina breviorem attenuata. Scapus 14 — 15 cm altus, umbellas plures, superpositas, 
multifloras gerens; bracteae (saltem inferiores) sessiles, foliaceae, 3-nerviae, rhombeo- 
ovatae, acuminatae, argute serratae, pedicellos superantes, superiores minores ; pedicelli 
graciles, 2 — 3 cm longi. Calyx sub anthesi 8 — 15 mm longus, post anthesin aecrescens, 
campanulatus, lobi triangulari-lanceolati, acuminati, denticulati. Corollae glabrae, luteae 
tubus gracilis, cylindricus, ad 2 — 2,5 cm longus, limbus plus minus 1 cm diametiens, 
lobi late ovati, vix emarginati. Capsula globosa. — Fig. 1 9. 

Sinai: Am Berge St. Katharina (Ehrenberg!, Bove n. 52!, Schimper n. 254!), 
Wadi el Arbain (Botta!), an quelligen Stellen und in feuchten Felsspalten. — 1825 
von Otto im Berliner bot. Garten kultiviert und von hier in die Kultur eingeführt — 
Kultur wie Pr. floribunda, S. 36 (Hölscher). 

Nota. Pr. Boveana variat foliis farinosis et efarinosis, sed etiam folia subtus farinosa 
saepissime mox calvescunt, qua de causa varietates ut in Pr. simoisi vix diagnosci possunt. 



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F. Fax u. R. Knuth. — Primulaceae. 



Adest in herbario Schlechteriano specimen Pr.