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Full text of "Das römische Recht im ostgothischen Reiche. Eine rechtsgeschichtliche Abhandlung"

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31 






BEQUEATHED TO THE UNIVERSITY 
BY SIR PAUL VINOGRADOFF 1926 




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^mif^e m t i^ i 



im 



<S)fi0atl)tfcl)en Hetcije. 



@tne re(^tdgef(^i(^tlt(^e 9(&(ianb(un^ 



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S^wun Mit OU^eii, 

Itcctot bet Kcd)te unb ^riodtbccntten in flofleif. 



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Z t n a, 

?friebrtd) grommann» 
18 4.'' 



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^mif^r We^i 



im 



tiXtgotlitfctien Hetclie. 



@tne re(^tdgef(^i(i^tlt(^e %b^antlnn^ 



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S^wun Mit OU^eii, 

^cctoi bn 9tcd)te unb ^rioatbccenten in Stojteif. 



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Z t n a, 

?friebrtd) grommann» 
18 4.'' 




. nou qaia relim rerbosos commentarios facere» sed quod in omnibus 
rebus animadrerto id perfectum esse, quod ex omnibus suis partibus 
constaret. Et certe cujusqne rei potissima pars prindpium est. 

Gajus. L. I. de origine juris. 



3 n ^ a 1 t. 



6eite 

I. ' SInUitung > l 

n. 2)ie '^mfd)€nht 3(nf!d^t t>on bem 9te^tdjuflanbe im £)fldotl!)irc^en 

fRtx^t. Scunblage bt^fet 3(nftc^t: ha9 SMctum X^eobeticU 
1, ^iTen ^ec^t^ett. ^tUfunq ber fdr biefetbe betsebra^teit 

95ett)eife» (§ i:) 3 

fernere 9vufu"d ^^>^ Sec^t^eit beö Sbtctum: 

a) 3cu9nifre ald^icittfier 64)nftflcacr^ (§ 2*) ♦ . ♦ 12 

b) |)ttnt>f4rfften. (§30 16 

2« S)er Urheber unb bte Seit ber SlbfalTung be$ Sbictum 

it^eobenci. (§4.) .18 

Sortfel^uttd* (tBenu^ung ber iex fRomana SBifldot^orum 

bei bem «bictum.) (§ ^0 • * • • • • \2 

m. 2)ti richtige 2(n|t<^t t)on bem 9lec^t«autlanbi im iDjIgot^irdS^m 
gleiche. 2>ad 9t jmifc^e Olec^t war bafrAjl gemeine« 8le(^t 
SSebeutung biefe« ®a(^e9. S)rei SSefc^rdnfungen. (§ 6») . * 35 

1. dnfammtn^anq bej behaupteten ^uflanbJ mit fr&beren 
Suflanben: S)ie@ot^en Z^eobori^'« ein SXomifc^e« ^eer* 

2. Entfernung ^toeiex Sebenfen gegen bie richtige Stnflc^t* 

a) eine neue Oere^sebung Zfi^dOtxWi (§ 7«) (unten $ 28.) . 40 

b) (Somes ^ot^orunu 

®e»5^nlli^ Xnfiil^t vom <Some6 <Sotl^ocum. Seren Oebce^n. 

«) SlUbtige Xnfiil^t. ($8.) 43 

(JB(Tf4)ifOf«f IRatiiitf« i» ^«m Xtfotni^'l. 9otl|t : Ronati 

= müM : VtiMti.) (fi •.) 44 

iDet QomeS (Hotl^orum ift ber ^ühtjL müitaxl^ Hn JDftfiotbifd^en 
«ei(^e. ($ 10.) 47 

^) «&9potbet{f(^er fee»e» biefer XuffofTund. (S H.) ... 49 

»ortfe^unfl. (^ 12.) 5^ 

«ortfelung. (S 13.) 57 



IV 

eeite 
Y) 9ttaimnHdUit biifcS eewtife«. (S 14.) 63 

d) Stöbert 9e1timmuns unb XuSfubtungen bcr Xnfid^t «om <Soffle€ 

OotJ^orum. (S 15.) 65 

3. !Die tBetDeire für bte ric^ttdc ^nfid^t oon ^em SXec^tösu? 
flanbe im Oft^otf)ifd)en fRei^ti 

a) S)a9 (S^ictm X^eoberici felbft« (§ 16.) « . * . 72 

b) SDie Unm6dri4!eit einer fRegel, na4 n>eld|»er im einzelnen 
%oXU Don mehren perfdnÜAen 9le4ten bafi an2tm>enbenbe 
benimmt »orben »fire* (§ 17») . . ; . . 75 

c) jDie Umn6dli4i^eit; ara bem (Sbtctum unb einem ©ennani^ 
f4en 6ubf!biarre4te ein @t}flem in confiruirem (§ 18») * 77 

d) ^00 SSer^dltnif ber ^ot^ir^en SBilbung iu ber {Römif^en 

mib bie politif^e eteOung ber (Sotten in 0tom. (§ 19*) * 80 

e) :Cuöfprü4e ber ©otli^if^en Jt^nige« (§ 200 ... 84 

f ) ÜXangel eines 3eudnifre& für bie Geltung beß Got^ifrben 
.Ste*tft (in OCbStrüCto)* (§ 21.) 88 

g) ^ie Senfmdler ber 0te4t&an»enbund aus jener 3eit 

a) Ueberftd^t. (S 2'2.) ^ 

ß) Sie IBeifpitIt bet Xntoenbuna (S(otI>ifd^en 9ted)tS fmb nut 9^m. 

($ 23.) 95 

Y)^®0de8tn finbcn [\äi ^aüt bet Xnmenbung beS Stömifd^en Hled^tS 
auf bie ®otl^en : 

0) icl «ofMetftl. au.). 11^ 

IV. 2n\ommmf)ani bed behaupteten Sujlanbed mit fpdteren Bu» 
jMnbem (§ 26.) 120 

i* @tanb ber Oflgot^en. Libertas Romana. (§ 27-) • 150 

2« !&a^ ^btctilm S^eoberict eine 6(o§e IDeciaration bei be^ 
(le^enben Se^it«. (§ 28.) . 139 

3* Saö Sbtctum S^eoberici fein bCoge^ ^roject. Senul^un^ 
beffelben in ber SoUectto Sanonum Strc^ipraefuli iKnfelmo 
bebicata« (§ 29.) 144 

4. ^avbavt M (JbiftUm. (S 30.) ♦ .149 



L (S i n l e i t u n 0. 

Wlit Siedet Detlangt moti; iai icbcr Sttijclne, weidet su bet SBifs 
fenfc^aft in ein SSerbdltntfl tritt; fein SSirfeti a\i ben SEl&eil eines gtb^ 
ren Suf^nimenbanged benfe« Snbem id^ min biefe @d^rift, bie erfie 
xocl6)t idji bem ^ublifum übergebe; mit ber &blidj|en SSonebe einjulei^ 
ten ^abt, liegt eö mir Dorjütglid^ ob, barjulegen, wie id^ jenen 3ufam^ 
menbang. aufgefaßt f)abt. 9lidj|t ali ob id^ eine 3()>oIogie bed Snl^altS 
unternebmen woUte; bie große ÜRajfe jwar mag iebe neue @rfdj|einung 
um ibre üSered^tigung ; ju erfc^^einen , befragen ; unb bcA lEBebenfen 
auffieOeU; ob nid^t ber ®c|>rifi|leaer etwad ,^ii^lid)exa^' gu feinem 
Zf)tma f)attc »dblen (6nnen: bem SSSiffenfd^aftlic^en aber barf nid^t erfi 
ber gleid^e Znfpvi^ itM Zf^nUi ber SEBiffenfc^aft auf unfere iCrdfte 
unb Sorgfalt beriefen werben« 

2)ad 9l6mifd^e Sted^t ifi burd^ 9Iecet)tion bie ©runblage unfereS 
](^eutigen 9ie(^töiu|lanb6 geworben ; neben bemfelben aber fieJSit aSent» 
balben ein reic^b^ltige^ einbeimifd^eS diedjit gragt man nac^ bem 
Serbittniffe biefer beiben Derfd^iebenen Steckte in ber Xnwenbung auf 
ba§ SebeU; fo Idßt ftd^ {eine anbere allgemeine Antwort geben; a\8 bte 
negatit)e; baß (eineS gu bem anberen ftd^ afö bloßed ©ubffbiarredjit 
fiede* & muß alfo auf jebem einzelnen fünfte erfi m&^fam bie ©rdnge 
jwifd^en beiben ®ebieten gerid^tet werben. Unb boc^ wdre f&r bie @u 
d^erbeit ber Sted^töanwenbung ®roßeS gewonnen; wenn wir eine einige, 
bat gange SSer^dltniß bel^enfd^enbe Siegel befdßen« «^ier entflebt nun 
bie f^age , ob nid^t etwa beö SufaUs SBalten bie ©rdnge balb enger 
balb weiter gefiedPt b^be ; fo baß eine fold^e Sfegel nur ald frommer 
äBunfd^ e^ifiire , ober aber ; ob wir nur ba$ Derlorne SQBort gu fuc^en 
l^aben* Sfi ba§ Se^tere, unb ti ifi gewiß fO; bann fann barfiber, xoai 

0. (SSlb^tn t. 9tt. f 



2 

URS obliegt; (ein Swetfel fein« fRid^t burd^ unfere eigene fftt^timii» 
i)tit ober ttwa burd^ (Sinfiimmigfeit ber JBen^dbrteflen {ann ed gefitnbeti, 
fonbem nur in ber ®efd|)ic$te bcr fRutptxon bed 9{6mifdj|en Siedete un$ 
ofenbar werben, ^iefe ifi^ nad^ meiner SReinung; t>ornebmIid^ in ben 
iurifiifd^en ©d^riftfieHern be§ f^xlteren SRittelalterd niebergelegt^ ttxoa 
Dom @ad^fenf))iege( bis jum 97eid^6lammerger!d^te ; unb auf biefent 
jungfrdulid^en Tldtx i|l nod^ f)d^z Tixbixt 9lotb« Tlbtx bie JBelebrum 
gen ; totld)€ iene ^eriobe in befonberS reid^em ^aa^z bieten n)irb; f ann 
boc^ nur bie ftä^ere 3eit burd^ ibre f)>(!rltd^eren beitrage t)ert)oIIfidnbi- 
geU; unb wo übtxaü fRimxfd^i Siedet mit @ermanifd^em Seben in fBc^ 
täbtung getreten ifi , ba bleibt belebrenber 3Cuffd()lufl über jene fpdteren 
SSerbdItniffc nid^t auS* ^ter ifl freilid^ «ad Sanb bereits jum ®arten 
umgelegt, beffen ^d^te nur be$ S3red^enben barren, aber bie Tixitit 
^edlenigen; ber bi^r Iufln)anbelnb Steine aufliejl, unb Unfraut aui^ 
reifit, ijl iu>ar leichter unb t>erbienj}lofer, bod^ barum nid^t mtnber 
erf)>rieplt4). 

Itoter ben Slomanifc^en 9leid^en f)at bai Ojfgotbifd^e ein befott^ 
bere* Sntereffe; nid^t wegen feines ©nfluffeS auf f^xltere äStlbungen, 
ba eS im ®egentbeile bie för^|ie 2)auer gehabt, unb nid^t einmal <A$ 
untergeorbneteS ®(ieb eineS anberen fortbefjtanben b(^t, fonbem wegen 
ber etgent^&mlid^en ®e{taltung feines 9{e(^tS^uflanbeS , weld^er na^ 
ber btrrfd^enben 9Reinung buxt^ fiberwiegenben (Sinfluß beS 9ldmifd^en 
Stents t>or bem aOer anberen Stomanif^en Steid^e ftd^ auSjeid^net. 2Rit 
biefem Sied^tSgußanbe befd^dftigen ftd^ bie gegenwärtigen JBldtter; fte 
entbalten eine ^ritif ber bisherigen Znfiä)t oon bemfelben, unb baS 
Slefultat biefer ^ritif ifi, bafi baS 9{toiifd^e 9led^t im ID^gotbifc^eti 
IRetd^e eine bti SBeitem größere äSebeutung gewonnen b^t^ alS felbß bie 
Ibmfd^fenbe SReinung tbm beilegt* 



IL Site l)ertrcl)enlre ^n{tcl)t ton J^m Eecljte^uÜanlre int 
€)ltdotl)ifct)en Heiclie. ^runiblage iiätt :2ln(icl^t: 

2ra0 €dtctum ^l^toittxcl 

i. iSeffen Sle^t^eit* Prüfung Uv für biefelbe beigebtat^ten SBeweife. 

§* 1- 

tteberetnfttmmenb wirb Don aQen (Sd^n'ftflellem; meldte ben Sted^tt^ 
jujlönb im Öjlgot^tfd&en Sldd^c berfil&rcna), gdebrt: S]()eobcnd6 l^abe^ 
in ber Zhfi6)t, fefne ®otl()en aümdltg jum Slimif6)m fRz^U l^tn&bet 
ju leiten ; bei feinem 2(ufentl^alte xnfRom imSabre 500 p. C, ein®e$ 
fe|bud^ erlaffen, burd^ n^eld^eö er feine fdmmtlid^en Untertbanen^ ®os 
tf)tnb) toie Siimtx, in bet 2(rt t)abt btnben toollen, bafi als «^älfSred^t 
nad!^ aRaafigabe ber Station balb ba$ ©otbifdbe, batb baS 9i5mifd^e 
JRec^t gelten foBte* 

S)ie ©runblage biefer SRetnung iji bie ©efeiggebung SEb^berid^S. 
2)iefe foU unS in einem mebrfad^ gebrucf tenc) (SbictumSl^eobe^ 



a) A, Pagi Gritica in Annales G. Bamiü, ad A. 500. nuni. V. — RUteri 
Codex Theodosianus Gothofredi. Tom. IL Praefat. p. 2 seqq. — ' @artO* 

riu& S5crfu4 übet bie Sflegierung ber SDflgotJen in Stallen* 1811* ©♦ 77 fg» — 
fSRanfo ®ef(^(^te beS ^flgot^ifcben met(j^ß in Stalten» 1824» ®*92fd« — St. g. 
Sftcumonn ®ie ©tatttSocrfalTung ber ©otjcn ia Stauern (im ^ixmi^, iöanb 27* 
V.) 1826» — ©ans Orbre^t beS SÄittelottcrS* 1829* ©♦ 158 fe» — Oci*- 
(orn tDeutf^e @taatS< unb Ote^tögefr^itil^te« 1834» (4te) §* 4L -^ @ai)tdnt) 
©ef^i^te beS {R6mtf4en me^ts tm Mittelalter« 1834» (2te) j93b« I. e« 32» 33» 
«b* II. Äapr XI. 

h) hierüber l^at eine abmei^enbe Xnfi^t Züxf SSorlfcfnngen über bad iDcutfö^e 
|>rtt)atre4t* 1832» @» 86 fgt / mel^e unten in einem eigenen ICbf^itte ($» 30.) 
befpro^en »erben »irb» 

e) Solgenbe TCbbrücC e ftnb mir befannt geworben : 

1* 



rt et Sitixi erhalten fem. SBoS fonfi nt^ fk bte ^mf^mU TüdfU^t 



1* IDte ^rintepft in : M. Aar. Gassiodori Senatoris V. C yaiiamm L-L. XIT. 
(folgen bie Xitel ber übrigen ffBerfe M (Saffioboruft) Jordani de origine actibm- 
que Getaitun L. I. Edictum Theoderid Regis Italiae. Enodii «Epigoopi Tici- 
neosv Panegyricos. C. SoUii ApoUxnaris Sidonii de Theoderico Rege epistola, 
ex qnibus qaaedam niinc primam edontor caetera ad fidem yetemm exemplar- 
rimn diligenter emendata sunt. Guil. Fomerii antecessoris Aorel. notae in 
Libb.yar. Faxisiis äpud Sebastianum Nivellium sab dconiii yia Jacobaea. 1579. 
fol. (©q6 (Stictum fle^t in adpendice, p. 1.) 

2* JDiefelbe TCu^gabe ej^rt mit berJo^r^Q^I 1589. Qeibe TCbbriidfe ftnb feU 
tcn i ein Exemplar oon 1579 ifl auf ber (Sdtttnger Untt)erfltdt»bltot(ef (üergU 3ii« 
tcaigeniblott berSetpitger Siteraturseitung oon 1808* No.3.p.53.)/ eines üon 1589 
auf ber Jtdniglicben iu 9)ari6 (C. 87L)- — IDie @md(nnng einer XnSgabe ber 
Opera Gassiodori l)et S^ioemu» 1588 (SJ^anfo 8.488.4890 mu^ auf einem 3rr< 
tbume berufen; benn fonfl !5nnte Wanfo, »el^er eine Ctuartauftgabe M (Safliobo« 
ruft bei S^ioeOinS 1583 fennt, niött jene oon 1588 ,,P&risina tertia<< nnb bie IDr* 
t^'f^e (N. 3.) „Parisina qoarta'^ nennen. 

3. Gassiodori opera. Parisüs apad Marcam Orry (nt^t „Drre^^' !0tanfo 
a. Q. SD.) via Jacobaea sab insigni leonis salientis. 1600. 8. (Tom. II mit fort« 
Ittttfenber ^üginirung p. 592. a.) 

4. Lindehbrogii Godex Legom antiquarom Francof. 1607 — 1613. fol. 
(p. 329.) 

5. Cassiodori opera cara Petri Brossaei, Genevae. 1609. 8. (p. 1269.) 

6. Gassiodcni opera somptibos Petri Chovel, Genevae. 1650. 4. (p. 650.) 

7. IDiefelbe ^uftgobe i^ obgebnuft im S^bre 1663. — < SRanfo 6. 490. 

fftgtton ber (Genfer TCttSgabe 1650: „babent qaidem alia exemplaria samptibos Sa- 
maeUs Ghoyet , aHa somptibus Joannis de Toames" (ober Tomaesios = Zbum» 
eifen. Gf. FcAricii Biblt-m. et inf. lat. lY. p. 682.) „sant vero non dirersae edi- 

tiones sed eaedem.<< ferner enod^nt @r eine ®enfer TCuSgabe 1656 „somptibos 
Pbilippi ^amonet ," mlä^i avtä^ @ a40 i glt I) ((Bef(bi(bte II. @. 18. not. a.) fennt. 
6artoriu&(6. 289.) fennt eine (Senfer ttCudgabe oon 1637/ in »elcber fiib baß 
<5bictum ebenfaQft ftnbe^ biefe nennt Gaoignt) cu o. S). „sine loco." 

8. Melch. Goidoit ab Haimensfeld Gollectio Gonstitotionom Imperialiura. 
Franoof. 1713. fol. (Tom. III. p. 18.) 

9. P. GeorgischU Goipos Joris Germanici antiqoL Halae 1738. 4. (p. 2199.) 

10. P. CanctaniLeges antiqoae Barbarorom. yenet.1781. fol. (Tom. Lp. 1.) 

11. G. F. Rhön Gommentatio ad Edictom Theoderid Regis Ostrogotho- 
ram. Halae formis F. Gronerti filii. 1816. 4. 

12. Walter Gorpos Juris Germanid antiqoL BeroL 1824. 8. (Toni.I.p. 381.) 
i&i »irb M fpdter^in ({* 3.) »eigen, baf bie Xndgaben bei bem (Sbictnm Xb^oberici 
eine eigenttümli<be ABi^tigMt babenj bied ift ber Orunb i^rer mnfidnblübeQ Yuf« 
id^lung. 



bdgebtad^t tosothm ifl, mWt {t(| 8U ben dirt biefem (SMctum g^oge^ 
nett ^olgerungett ttut aU fBeftdtiguttfl ttttb utttoefentltd^er 3ufa^« 

(SS fragt ftc^ ,. tf)t ühttaH bte aui bem (Sbtctutn gejogetim Sol^e« 
nittgett gepr&ft )u iDcrbett oerbienett, ob bajfelbe aud^ dd^t fet? 2>te< 
würbe btöber aU burd^ fblgenbe SeugmfTe ooOfIdttbtg betotefen betrachtet« 

L S)cA Sbvotitcott paiifyaUd) erjdblt; ba^ Sbeoberic^ eitti 
2)tatart6 |>ert f^tlaftou Stomett. getnad^t babe: 

INJ. riy uiy in. £v(iiia%ov ftovove)» Tovtai» t^ hei'BBoSo' 
qIxiP , ToS yBvofiiv^ '^PvY^ ^PdfitiQ » 7r^o^A<&€V fi/cr Ywtj cvy»k7iTiit^ 
'PfifM^g, ovoiMxvt 'lovßivaUtt, dtda^novaa avrov, ort TQlccf) ht^ l^a 
iixcioiUvfi ftST« Tov IlavQMlov ^OQfiov, Ntfl svkvvaCov ftC. XClfl iv- 
BY»fov tovg diiioX6ypvg avrav dfiq>otiqc9P (li^mv Blnev uvroig on ü 
fii) Siä- Xfig avifiov ddciu avrolg Sqov xal dicaXXa^ccvs uvzovgy anO" 
xsfpaXl^fo v^g. xcrl Ka^lccnnsg dw rcov ovo itjfieQ&v tlitav %ä doxovv- 
T« rot; voykoig, ÖBÖfoxorBg avtolg< o^ov xal uxf^Xki^iievTtg avrovg, xal 
Si|;acr« X9}^oi)ff i^.^vßevaUa TCQogrjXd'ev ainrco» evx()t^u^rot;aa OTt €vAt;* 
tm^ ^ d^Ki} avv&v. nwlr^avixxrfitv 6 avrog ^P^ xanx tcov AtxoAo- 
)fa)v, xal ayaymv umovg ihtev avrolg. Jiä xl , o l7röti}<raTf e2^ Aiio 
fi^iiqug xal «m^Ua^are «vrot;^, e/^ r^/a ixri ovn InovifiaxB ; nal dns^ 
Kifpikusev xovg ivo diitokoyovg l| a^iqtoxiQiov xmv lUffmv. xorl iyivtta 
q>6ßog.] xal litoh^CB iiixa^w TtB^l inacxov voftov. »al i^Bkd'tavg) o^ 
TtflCBV xr^ 'Paßaiwtxv nohv nuQu^ceXicCMv img ^avcixov avxov. xal 
HBxd d'ivtceov avzov iyhixo ^P^| ^Pdfifig 6 Ix yivovg uvxov Idxtdka- 
^iXog. rpf il ^Aqtwvog x^ Soyiiont S icxiv ^E^mxMvlxfig. 

S&r Sie, toeld^e bie bter gegebene 9lad^rtd^t in tbrem ganjen Unt< 
fange f&r toabr annebmen mic^ten , ifi biefelbe gu einem Jßeweife ber 
Xutbenticitdt beS Sbtctum Zl^toUm ntc^t braud^bor, benn bte bier er;» 

d) p. 757. editionis Raden, »el^e 14 no^ Stitttt (erfe^e* ?n ber TCuegabe 
von S)inborf @» 604« ^ tDiefelbe (Srid^Inng l^at bie fodenannte Ghronographia 
Joannis Malalae L. XV. (ed. Bonn. p. 384). S)ie »iAtfgeren TCbmei^ttngen beö* 
felben »erbe lA angebeiu (nott. e. f.). 

•) üXalaU», na^bem er S^eoberiAft Tfufbru^ naA Stallen; feinen Qieg über 
SDbotMkVer nnb fjein Ser^dltnif {u bem ^ofe in Qfonflantinopel eridtit |at, fi^rt fort:* 

xXt}TtX1) X. T. X. 

f) !SR a UI a( Tpioxorra nnb eben fo na4(er» 

g) SDie SaticaniMe f>f» be^ (S^ronifon nnb eben fo üHtoIala figcn ^icr Vtnin: 



6 

485 , brei Sa^te »or tan ^Cufbnni^ X^oiti&äfi m^ 3t<ikn, ettaffen 
iDorben, alfo tUocA TMbtxa oH» iai (Sbictum SS^tobmti, xotlä^i boS 
beutßd^c ©qxdge ber «^errfd^aft übtt Italien trdgt A). StOrin bereits 
9>agt2) bot bebauptet, bafi baS etidblte (Eretgtttf m(|t in baaSabr 
485^ fonbent in bad 3abt 500 gu fe|en fei, inbem er bte 3(it ber 
^innd^tung ber Siaoloyoi t)on ber 3ett beS y^holtics Siüa^iv*' tmb beS 
^i^ittgej ncub 9lat>enna m6^ obne SSBiQf&r trennt S)enn boS »^post- 
moduin^^ ber tteberfegung S>ufregne'8 ftnbet im Ztxtt gor {eine Unter^^ 
ftt^ung. SRit mebr SBabrfcbetnlidlifeit nimmt 9litterÄ:) an, baf bie 
gonje ergdblung gufammenbiinge, tmbbemnacb gan) in ba^Sabrsoo 
}U fe^en fet^ wobei man ftc^ ttwa benfen müftt, bafi bte £luelle beS 
Gbrontflen nur bte (aföbann rtcbtige) ^nbictia VIIL angegeben , unb 
ftd^ S)erfelbe bei ber £octrung geirrt babe t)* ^efe 3Cnnabme SltttetS 
»irb unterf!&i|t, i^or Zürn burcb bie ibm nocb ni^t bekannte Se^rt ber 
^anbfd^rift im SBatican „««<} 'PaJftijff" (not. 5^.) ; femer baburd(>, bafi 
bte ganje «^anblungSweife Sbeobertd^d eine felbjtdnbigere ©ewalt t)or^ 
«tSfe^t, als bte eineS 83eamten beö C)f}r6>n{f(^^n ^aiferS, xoai Srtn 
bem Sabre na(b feinem (Sonfulate (485) war. SJenigflenS in JtBejie« 
l^ung ju SJimern muß bie§ wabr fein, unb atö fold^e werben bie aufs 
tretenben ^erfonen, S<H:mu8 burcb bie ^orm feinet 9lamen§, Suioenalia 
auSbr&dEIid^ (yi^ avyzkifVMri 'Poifurig) bejeid^net. Snbltd^ beutet audj> 
berJCuSbrucF: ra ysvoiievm ^i^yrPoV^ff auf bte 3ett na(b ber@rfinbung 
ber eigenen «^errfd^aft Z^totmä)^. 2)ie beiben legten ©ränbe fpred^en 



h) Qfn \)iclcn ©teilen beflelben rofrb e8 auf „Romani" kjogen 5 bie ©tabt IRom 
fcmmt üor (tjgl. unten §♦ 4» Äejct ju not. c) ; au§ bcn ^ro*>in|en »oren Älagen ober 
(Sefe^mibrißfeiten t>or bcn Urheber bc5 (Sbictum getommen» {Ed, Theod. in prologo.) 

i) Gritica in Annales G. Baronii a. 500. num. Y. „Rex postmodom , hoc 
,ySCÜicet anno D, decennalihus suis dicato, decreto de singulis^' cet. 

h)l.c...,,f, „Roma discessit ?t Ravennae . , . usqne ad finem vitae habitavit/*" 
„Ultima ostendunt Edictum Theodorici fuisse editom a. D. D. et ab anctore 
„hujos Chronic! male ad Symmachi consnlatum id referri a. D. CGGGLXXXV. 
'„quo Theodoricus neque Italiae'rex neque in Italia erat. Sed a. D rex Ostro- 
„gothoram Romam venit ibidemque per sex mensiom spatium eonnstens tan- 
„dem ad Ravennam adiit*' 

@ine 93erid)tigund M Zintzh barf nUmliä^ nUf^t «erfu^t »erbe« , »eil (Sonful 
ttnb degierundSidi^r M ^aifer» unb, »aß nod^ bebeutenber xft, bie BMm^ stiften 
ben Sauren 484 unb 486 hu bem@nbe eine getoaltfame Sj^erdnberttng eticiben möften* 



fteilttf^ nttt f&x tte Untt^gfett bet Angabe M 3(d^reS 4&5 , etßt auf 
bad SdKlt 500 trgenb wie l(){niun)etfen* 

@d^ burc^ bie liier nad^gewiefene unrt(|>iige d^tangoBe bed (S^to« 
tttfien wirb bte ©laubwurbigleit feiner (Srjdl^Imig iti(^XD6dft, bei SSBet^ 
tem ttie^r ober.burd^ bte J6emer!ung, ba$ baö i^ier gef((|ilberte Säerf<k]&ren 
bed ^nigd , mai a aud^ aud bem lobtMxottt^m 93e{!rebesi l^ett>orges 
gangen fein, ©erec^tigleit unb fd^neDe fSUd^töp^U^ ou^ed^t )U (Rotten, 
bennod^ eben fo üngered^t uab gewa(ttb^ig/ ja l()etmt&dKf4) if} , aU eben 
babiird^ im Sßiberf^rudSie mit feinem mi fonflber belamiten *@^araf ter« 

^inuiocvvfiq wesQfpvog ineuBkrlatcso xol rovg vopiovg iv rja ßißalf 

ducciaavo r&l^mt ^ro{0!t)iu9 tH>n tbm, imbSaffioboruS er^dl^It gar 
Diele S4ae, in »eld^en er ®nabe f&r Siedet ergel()en lief m). SBie foUte er 
l^ter eine fo unmdf ige @traffd^drfitng Derf&gt babenn)? jQabei iß a 
gan) unbeutlid^, xoca unter ben Si;H6Xoyoi gu Derßeben feL üi tfl eben 
fo mif U(^ fte füx fRidfyttx gu balten , wie fix 3CbiooIaten o). 

m) Procop. de hello Goth. Lib. I. cap. 1. (p. 10 ed. Dindorf.) Coffiodori 
Vaiiar. L. I. epp. 18. 37. L. III. epp. 46. 47. 

n) ^wat jie^ Olittcr ben crfhn ^rtifcl be§ @bictum X^coDerici an „priore ita- 

que loco stataimas at si judex acceperit pecuniam qnatinns adyersus capat in- 
nocens contra leges et juris publici cauta judicaret, capite pnniatur'', tOClAet 

grabe ans bem nod^ frif^en 3orne bei Honigs j^ertorgesangen fein unb alfo ben du« 
fommeni^ang beS ^rocebere gegen bie IDifologoi mit ber iDiatajcU veri ^e« 
!afl0U Storno u unb bie 3bentitdt biefer mit bem@bictum ^eoberici ben>eifen foU* 
©egen eine l^ierauß eüoa su »erfud^enbe 9fle(]^tferttgung SI)eoben4iS ifl s^t bemerfes; 
baf uitferen IDifologoi ja ein . ungereii^ter Sprud^ g<tr ni<j^t vorgeworfen »icb; 
fonbern n^ eine f^^ulb^afte Seri^gerung; unb baf , n>ie ee f^etnt, eft fl4 um U» 
Qiaput ber 3uo4!ttaiia gar ni^t i^anbelte. SBefonberß aber iffc el unmürbig, auft ber 
in Solge ber ungerechten IDro^ung xa^ erfolgten SSeenbigung bei Ote^tlftreitel ben 
Se»eil abi^uleiten , ba^ bol frühere 36gem f^ulbl^aft gemefen fei^ -r- S>ie ISerbtn« 
bung^ in »el^e Flitter ben erflen TCrtifcl bei (Sbictum mit ber l^ier crjd^ltcn ÜBege« 
- ben^ett bringt, ift bei^alb unflatt^aft^ »eil biefer tlCrtif el nur einen 0l5mif()^en 0te(^tl» 
fa( (L. 16. L.. ^* $ 5. ad L. Com», de Sicar. § 5. I.de publ. jud.) Kpiebergil^ 
o) S^utange in ber TCnmerlung ju biefer stelle (in ed. Dindorf. Tom. II« 
p. 436.) : „Quid dUcXo^cov voce intdUigat aoctor Chronid band fädle est aßse* 
y,qai: si enim advecati aut patroni, qnae ris est vocaboli" (cf. Cujadi Obss. 
Xniy 1 unb 2.) „n non jadicant: si jadices inteUignntar^ qnos Theodoricus 
,^ab finem Edicti soi Cogmtores et Jura dictantes vocat, numerus videtor ob* 
„sistere , tamet^i ii satis indicantnr Toce xa^CaavTec * neun judices sedent , nt 
i^est in L. 3. G. abi Sexiator. advocati vero stant, nt est in L. 7. G. d« po- 
,,stulando. Verum numerus non obstat , quin judices intelligi possint : nam ttt 



8 

9lad^ biefer83ettac^g erfd^emt ti, fd^n t>on fRttfert ®tanbpunRe 
auS^ MnaxotQ^ unbebenfltd^, in tiefet 9la^ri^t beS^^tonifon pafd^e 
uon einet 2)iata]rt$ )>ett l^eIa{}ou9lomou 23l^eoberi(|^ einen IBe- 
weis ba^t ju finben^ baf boS (auf unS gef ommene,) Sbictum S^eoberict 
im Sabte 500 p. G. n. etlaffen fei. Sd^ fann iebod^ gleid^ l^iet bemet- 
fen^ baf im §*5. bet JBeweid gef&brt n^ben n>itb, baf iai Cbictmn 
md^ oud bem 3a|)te 500 fein f anm 

IL ^rotx ©teKen beS fogem JCnon^mnS SBalef {ijp). 

(p. m. 66.) ^^Theodoricus veniens ingressos orbem yenit 
yyad Senatum et ad Palmam pöpulo adlocutus, se omnia^ 
,,Deo javante y quod retro principes Romani ordiDaverunt, 
yyixiviolabiliter servaturum promittit. Per Tricehnalem tri- 
,,umphans populo ingressus Palatium exhibens Romanis 
,4udos Circensium donavitque populo Romano et pauperi- 
,,bus anno]:^as'^ e« q. s. 

Zta bem bet ©teUe SSotaufgebenben ifi ed gewifl, bafi fte t)On SBor^ 
gingen bti Sabreö 500 fpnifyt SS a I e f i u d metit nun an : 

„an forte legendum, per decennalem'* (jiatt per Tri- 
cennalem) ,jUt haec Theodorici pompa ad decennalia ejus 
„referatur." 



„loquitnr yalentinianos in Norella de confirmandis üs. (10.) notum est 

„ . . interire<< ßtt ber S^at aber tft e0 ni^t fon>o(l bic ^S^eJ^r^o^I ber Olt^ter, n>o« 
bei man etma an @(bteb&ri4ter/ an me^re tDeledirte ober an !8eifi(er benlen fonnte, 
fonbern bie ffie^ei^nund i^ afi^xrr^puv xm (xepuiv, »el^e ben ®ebanfen an 0tiib« 
ter un^mäfTig maäit UebrigenS (atte im SDflgot^ifibeh 0tei4ie, ganj bem St^mif^cn 
0te4te gemd; (|)onmed 4>anbbn(b beß dtoüproceffed I. $ 7. nott. 17. 1&), ber 
|)raefectuS Urbi bie ©eri^t^barfeit in SiDilfa^en fenatorif(ber ^erfonen* (Gass. Yar. 
IV » 42. VI, 4.) IDoA fommt ed au4 t>or ; baf i^m ju bem @nbe ein ßoHege t>om 
itdnige beigegeben »irb* (Yar. I, 23. ber (Senator Qelianud bem ^raefectuft Urbi 
QCgapetud , cf. Yar. 1 , 27.) 3n (Sriminalfa(ben fenatorif^er ^erfonen ri^tete er, 
cbenfaUd bem 9t6mif(ben O^te^te gemdf (^oUmeg a* a» SD» nott. 19. 20.), no(b 
oorgdngigem SSeri^te mit dniiei^nng von fünf Senatoren aU Seifl^enu (Yar. lY, 
22r eil F. Pithoei Adversar* subsedrorom L. II. c. 19.) 

p) 4>tnr« SSalefinS f^attt von Girmonbnd eine (Sbronif mitget^eilt er« 
balten; aud »€l<ber er Qtiniged> SDboa(3|Kr unb X^eoberidj» betreffenb hinter feiner TCns« 
gäbe beßTCmmianuS SRarceUinuft (Paris. 1636. 4.) abbmdten lief« G^on bem f^abr. 
SaleRitö, '»et^er 1681 eine neu< QCnSgdbe M TCmmiann^ beforgte, mar bie CXuelle 
nid^ mebr pgdngli(b. 



9 

S)tefe (Smenbatton Wt^d^ig) fbx txnUitntlx^, bmn^tolopha 
gebe bem X^eoberic^ 37 Slegterungdtal^ter). S)a er nun anerlannter 
SRaafien 526 (30* 3Cugu1i) gejtotben fet, fo mäffe feine Slegientng au(^ 
t)on 489, nid^t blod xok antere jClueUen tt)&Uns), t>on 493 an, gered^^ 
net tDorben fein* 

Sätfamtlxify fmb bie 2)ecennalia unb ibr 92u^en ffiv bie 6bn>nologte 
^agi'd ©tecf en|>ferb , unb eS wixt ^pUtit, wmn man tbm ntd^t, itt 
fd^arfftnnigen SSegrfmbung toegen, bie efmad {&bneQ 2(enberung paffU 
xen laffen tcoÜU* Sine SBegiebung jum (Sbictum Sbeobetici erb^tt aber 
au(b bie fo jured^t gemachte ©teile erft burc^ bie SBerbinbung , in »elc^e 
man fte mit ber anbeten, beffelben Tlnon^muB , gebrad^tbatte)* 

« 

(p, m. 79.) „Igitur rex Theodoricus iUiteratus erat , et sie 
„obruto sensu, iit in decem annos regni sui quatuor literas 
^ysubscriptionis edicti sui discere nuUatenus potuisset/^ 

S)ad ^,in decem aunos^' beute offenbat auf bie S)ecenna(ia l()in, 
n)el(l^e SEb^obetid^ im ^af)xt 500 in fRom gefeiett b<^be (jufolge bet Doti^ 
gen @teOe)* & fei alfo bie im Sabte 500 in 9iom etlaffene Siatuiis 
jsbqI ixaavov vofiov be$ Qi)xotAton |)af(bale ^affelbe, n>a8 bi^ ,,edicti 
sui^' genannt xoixi, ndmlid^ bad une etbattene (Sbictum Sb^obetici* 

äBdte biefeS ,,ndmlid^'' etlaubt, b* b« gemattete eS bie ^tif, febe 
®tn)dbnung eines „(Sbictum^' aui biefet Seit, obet eine$ „Sbictum Sb^o^ 
betici^' auf bad unö etbaltene , gebrucf te (Sbictum Sb^obetict ju be)ieben, 
fo nxite man wegen bed SeweifeS bet 2(utbenticit(lt biefeö leiteten in feinet 
SBetlegenbeit ^enn in mebten ©teden be8 (SafftobotuS n>etben SBeamte 
unb Untettbanen auf ,,6bicte'' t>etn)iefen. „(Sbicte" Sbeobetid^S etwdbnt 
2(tbalatid^ bei SafftoboruS unb bet ^(non^muS SSalefti an anju^b^^nben 
fDxttti. 3Cbet eines SbeilS (dfit ftd^ oft gtabeju ben^eifen, baß mit folcben 
2Cnfäbrungen unfet (Sbictum Sb^oberici nicbt gemeint fein fann, unb 
anbetn AÜ)dl& ftnb un6 eine ganje JCn^abl Stiaffe, fowobi Sb^obetic^ 
aU Xtbalatid^S, a(e felbfi bed |>taefectu6 ^taetotio SafltobotuS etl^alten, 



q) A. Pagi Disäertatio hypatica seu de Gonsulibus caesareis. Lugd. 1682» 
Pars n, cap. 2. nam. XV. proleg. niim. XI. — Critica cit. ad a. D. nam". 

r) de bello Goth. L. I. c. 1. (p. 11. ed. Bonii.) 

$) ndmIiA ßoflloDorus unb bet ^nont)mu& tßaUfix fdbjl, »e(4er bem X(eobe« 
n4 nur 32iRedierundßia]^re suftteibt« — OtloFmingi gibt i^m gar nutSO. Chron. 
V, 3. cf. ®rimm j>elbenfage 6* 38» 

() ÜRanfo e. 139* not. I. u) Rükr l o. p. 6. 



10 

mld^e fkfy ftlhft „QtntUm, dbktü, (EtictaU Drogtamma^' netmnt, tmb 

mithin gleid^en Znf^xnd) mit Um gcbcucften Sbtctum 2:|ieoi)erict f)abm, 
mt>m@Uütn fubinteOtgirt ju xotxtim, in webten ein (Sbtctum SEI^eobc« 
nd^ olE)ne ndl^eren JCuffd^Iu^ ern>d^nt wirb* 

^ie SSttotift füit biefe SSemerfung, oldne beren SBalE^rMt iebevStoei^ 
fei an bet Ztifyt^Ät bei Sbictum Sbeobetici ti)bn^t, unb jebe a\afüi)xlU 
d^re Unterfud^ung &ber biefelbe o^nt Sßert^ fein n>&tbe, ftnb folgenbe: 
Yar. 1, 31. tt)irb ein ,,&ictaU ^fkogtamma" ZbtoUxidß extaib^t] bap 
biefed ntd^t bod Sbictum fein fann, Ubxt bet mitern)4l^nte Snl^aU: 

y,uty si iujurias in Senatoren] quis praesumpserit^ noverii 
„se a Praefecto Urbi legibus audiendum'^ 

t90t>on baS @btctiim fd^weigtt?). 

Var. II, 24. ... . ,,hoc etiam Nos edictali programmate in 
„cunctorum noveritis Provincialiiim notitiam pertulisse." (S§ 

ijl bie Stebe t)on bet in bet folgenben @))ifio(a (25.) enthaltenen 
iBefanntmad^ung. 

Var. II, 35 ,,qiiae etiam ad t6 destinata EcUcta prolo- 

^^quantur.^^ @§ iß wiebetum t>on bet folgenben Spifiola (36.) bie 
Stebe. 

Var. VII ^ 3 y,qui secundam Edicta Nostra inter duos 

,^Gothos litem debeat amputare.'* 

Var. IX y 14. ... . ^^duntaxat in eis causis atque persouis, ubi 

y^te misceri Edicta voluerunt • • . . Memor enim 

^^prius debes esse Edicti^ qui inter alios mavis a te sequen- 

,,da constitui.^^ jBeibe ©teilen jufanunen n^etben unten ($ ii.) 
etfldtt »etben. 

j^olgenbe, ftc^ fetbfi ^^Sbicta^' cet. nennenbe (Stlaffe fennen loit 
ans C^af{toboru6: 

a. SSon ^l^eobetid^: 
Var. II, 25. iim SEejrte „edictale programma*''). 

v) TCber cS ift aud^ ni^t Var. II, 25. gemeint »ie gorncriuS glaubte, fon* 
bem entweder bie @pifloIa legt ft^ felbft biefen 92amen bei (unb bann gei^Srt fte ni^it 
unterste SSemeife von SSerufun^en, mel^e ni^t auf ba$ dictum S^eoberici beiogeu 
»erben bürfen, fonbern in bie ölei^e ber M ftll^ft ,,6bicta" nennenbenerlafie), ober, 
möt ber minber »orjüglidjictt ^eftart „definivimua" bie glei* barauf erwähnte Prae- 
ceptio ad Pf. Urbi data, »el^e un( in Var. I, 32. erhalten ifl, unb morin ed 
^eif t : „si a quoquam irrogata fuerit injuria Senatori coafestim loquax temeri- 
tas legum severitate plectatur.'* 



il 

II, 36. Selbe bioi ,,Edictuni Theoderici regis^^ fibetf Amben* 
VII. „Formola Edicti ad Quaestorem ut ipse spondere debeat, 

„qui Sajonem meretur." ©0 bie Ueberfi^rift; im Ztxtt „edi- 

yjCiele programma/^ 

b. Sott 'Xiti)alaxidi: 

Var. IX 9 2. Edictum Athalarici Registt?). 

Van [Xy 15. Joanni Fapae Athalaricus Rex. 3m Zttttl „Edicti 

„praesentis.^^ (2Dte8 ,,@btctum in ©tmoniacod^' ^at Wlanfo in 

bev t>teriebnten SSeUage obbmcfen laffeh.) 

Var. IX j 18. „Edictam Athalarici Regis.'^ 

ADafi er unb Z^tobtnd^ nod^ mebre Sbifte m&ffen erlaffen l^aben, 
botf aus ber Xeuferung btefer (Spifiola 18. in f. „omnia Edicta^ 
„tarn Nostra qaam Domni avi Nostri^^ defd^loffeq »erben* 

c. JBon SafftoboruS alö $raefectu§ ^raetorio: 

Var. XI, 8. Edictum per proYincias. 

Var. XI, 11. Edictum de pretiis custodiendis Rayennae. 

Var. XI, 12. Edictum pretiorum per Flaminiam. 

Var. XII, 13. Edictum capituli populo. 3m S£e]Cte: „edictali 

programmate definimus.'' 
Var. XII , 28. Edictum Gassiodori Senatoris. unb in Var. Xli^ 

1. (, J)iversis Gancellariis proyinciarum siogularam^^ fd^reibt 

er „Edicta nostra tu primus obsenra.^^ 

JDurd^ bie bi^r nad^gewtefene 2(u$bebnung ber 93ebeutung ber 
SSorte ,,<gbictum, Sbtcta^' mit xozlditt, fowett tS l^xtx barauf an^ 
lommt, @at>ign9 S3b. II. § 61. not. a. (ber 2ten) äbereinjümmt, 
baben bie angef&btten ©teilen be6 Znon^mM SSalefü jebe Sätmxiltaft 
füt bai @bictum SIbeoberict verloren« ^afTelbe gilt t)on ber, in einem 
£(tufbriefe t>om Sabre 551 ))orfommenben, iSerufung ©otbtfc^er ®eifllt^ 
d^en auf ,,aedicta.^' (S3gL $ 26« III.) S&ai grabe bie julegt am 
gef&brte ©teOe beS ^CnonpmuS betrifft, fo muß nocb l^injugefägt 
werben, baß ber ©d^ein, a(S be}6ge ftd^ btefelbe auf ein f^ecieUeS 
(Sbift Sl^eobertd^ , nur baburd^ entjiel^en bnnte, baß fte aud i^rem 

to) ^iefcd )>on !Slanf in ber tireiselj^nteit §dülCiQt, barauf oon (S. 6. 6.<Sr et« 
f4el, ^}{d 1828* 4. (erauftgegeliette @bictum ent^dlt nirgenbft, »te man bo4 
erwarten f 5mite , eine ^tnneifung auf eine frühere au$fü(rli4ere Oefetdebons* 



ig 

3ufammeh]E)ange ^mtfgettffen towbt. iOmn fte ^Sfyct folgenbernido^ 
fett fort: 

• „potuisset. de qua re laminam auream jussit inter— 

,,rasilein fieri, quatuor IHeras regi3 habentem: Theod^ ut 
,jSi subscribere voluisset, posita lamina super chartam per 
,,eam penDam duceret, et subscriptio ejus tantiun videre— 
„tun" 

^f>xttauB ergibt ft(|> umbxozxSlx^, baß „si" ffit quoties fttl)t, unb baf 
„Edicti sui" Äberfegt werben mufi: ^^feiner Sriaffe/' UebrigenS ift 
eS unKar, ob mit bem jebnten Slegterungöial^re ^toim^ um Xns 
ft8 in feinem Saffungdüermigen eingetreten fein föH^ ober tooS fonfi 
ber ®inn t>on „in decem atinos^^ ifl? ob bie „quatuor literae 
Theod/^ \>t>m @riec^tfcben ober t>om ©ot^ifdj^en 3((|>babete ju berfuc^en 
ftnb? 2)te gang^ 9lac^rid^t t>on bem „obrutus sensus Theoderici^' 
ifl mit ®runb in Stoeifel gebogen worbenor). 

gemere Prüfung ber ^ed^t^eit M @bictum. 
a) B^ugniffe gleid()ieitiger @cbrift|leUeiu 

2)ie 93l6f e , in welcher nunmehr bie l^enfd^enbe SCnftd^t bon bem 
(Sbictum Sbeoberici erfcbeint, — benn bie reic^Iid^en ®|)uren ber@els 
tung be$ SnbaltS biefed Sled^tSbuc^eS^ t>on benen §§ 24» 25. I^anbeln 
wtxbm , ftnb aud einem einf ad^en ®runbe }u einem IBeweife ber ®tU 
tung beS Sbictum ü6Q[ig unbrauchbar (t>gL § 22. unten) — fann ju^ 
ndc^fi eine sufdUige, fubjectioe, fein* @d finnen bie för biefelbe belannt 
gemachten fi3en?eife ungludPIic^ %txoifß fein, wd^renb eS an befferen 
nic^t mangelt. 2((8 id^ bie8 ju erforfd(^en fttthU, gelangte id^ gu fbl^ 
genben Slefultatem 

fi3elanntlid^ ifi bie Seit 2l()eoberid[f beö ®rof en tnm einer nic^t vxt^ 



(Historia arcana c. 6. p. 44. ed. Dindorfi) ttnb »ad GuttaS ; Ober »midfloift feine 
frfi^ereit ^ctau^thtx, mit einer dd^nlid^en SSerwe^SInng oon ^ufKnianu» mieberer^d^s 
len^ Cf. Pagi ad a. 528. Ludewiff vita Juitiniani cap. 8. not 35. — -. Uebrt^ 

$en6 toütU büs Sob, »el(|ed (Sttnobinö unb (SafRoboruS ber Silbung S^eoberi^ß 
fpenben, fprd^e ber Xnon))mtt& »a^, bittrer f>o(n fein, ber bo^ gemif ni4^t im 
^lane iener S^rift^ener lag. 



13 

®d)x\ftfttütt gefd^tlbert toorbem SSon ferner emgigen ^ertöte teö 7LU 
ttttf^umi l^obm »tr em fo a\af!if)x\xd)a unb betatQtrteS jBUb bet ^Ifent^ 
Itd^en 3ufl4nbe in einem einzigen S3ud^e fiberfommen, att' t>on tl^r in« 
ben SSariae beS Safftoborud« ^Itd^t^ nat&vltd^er, aU baf man ftc^ ju^ 
etfi }u biefen SBerfen mit Ux ^ojfhung wenbet, in ibnen ga^^treid^e 
Slad)xidfUn übtx eine 93egebenbeit gu ftnben , fo wid^ttg alö eine @e^ 
felgebung 2;b^obericl^8 feiner 3<it erfd^einen mu^te* Unb ba, xoa6 toif 
felbcx erlebt, und t)or 3(nberem gelduftg ifi, n>enn eS barauf anlommt, 
fi3eif^ie(e gu geben, unb baö liebfie Sb^ma gu ergdblungen unb JB>e^ 
trad^tungen , fo f ann man audj^ in @d^riften fold^er 3eitgenof[en, beneti 
bie ^Darjledung t^on 6reignij|en nic^t unmittelbarer 3n)edF xoax, in plfU 
Iofopbif<^<n, |)biIoIogifc^en, rbetorifd^en (ß^ißolae), tbeologifc^en SBer^ 
fen 2(nbeutungen unb ^inweifungen erwarten. Zhtx n>eber Safftobo^ 
rud , beffen S)anf barfeit unb ßrgebenbeit nicbt leidj^t eine ®elegenbeit 
t>erflrei(!^en li$t, in (obrebnerifc^er 6rn)dbnung ber Z1)atm feines U^ 
niglid^en SreunbeS ; feine Sloqueng ober tUoa ba$ SSerbienfl eigner 
Sßitn^irf ung auSguIegen , nocb jene «^iflorifer , noc^ 83oet{)iu6 ober bie 
patres erfäUen in biefer «^inftc^t unfere befc^eibenfle Erwartung* Sßti 
fonber6 auffaOenb ijl baS Schweigen aber eine ©efe^gebung SIbeobe:: 
rid^ it| bem (Sbronifon bed 6afpfoboru8, in welchem bodj) Don 3abr gu 
Sal[)re bie SBobltbaten bed ^ini^i, bi6 auf ®etraibef)}enben unb jBau« 
Un \)\nab, aufgegdbU werben. Stod^ mebr, (Snnobiud, Sifcbof t>on 
Sicinum , \)at ßd^ im 3abre 507 ober 508 a) in einem ^aneg^ricuS 
baö Sob Sbeoberic^i gur befohberen 2(ufgabe gemad^t; er f^d)t {Wtatis 
fo @. 485.) oon ber ©erecbtigfeit unb Ked^tdpflege feined gelben — 
Don einer ®efe|gebung beffelben aber fein SBort* 3n einer anbem 
®(|>rift beS Snnobiud, bem itbtn beS b^iU Spipb^ntuS, ifi aUerbingö 
Don einem gefe^geberifc^en Zltt Slbeoberic^d bie Siebe; allein fpdterbin 
(5 27*) fantr ber jBeweid gefüi^rt werben, bafi biefe (Srgabtung nidj^t 
auf ba§ Sbictum 2!b<oberici gu begieben ifi« S3ei bret anberen ®UU 
Un bagegen ifi eine Segiebung auf baffelbe nic^t audgefd^loffen, obgleid^ 
bie (§10 nad^gewiefene weite Ißebeutung bed SBorteS Sbictum audj> fte 
gu einem S3e weife untauglich mad^t: 

L Anonymus Valesü p. m. 60. ,^Dona et annonas largi- 

a) Gf. Fabricii Bibliothecae medlae et Inf. lat. T« 1 1. p. 306 (ed. Hamburg. 
1734). 9Ranfo e. 436* 



14 

„ins exhibens lados Circenshun et Amphitheatram, ai 

9,etiam a Romanis Trajanas vel Yalentinianus , qaonim tem— 
9,pora sectatos est, adpellaretar, et a Gothis se^aüdum Edi— 
»,,ctuin suam, quem eis constitait, rex fortissimus in omnibas 
„judicaretur/* 

2)te {Beilegung auf ba$ &ictvm SE^eobettct 1)at tnel B^tin, xovA 
aber burd^ bk Serbtnbung mit ian^ frembarttgen Utnfidnbm wkbtt 
xoanltnb, tooUx jeboc^ bie ©c^retbart beS ©d^rifijhQerS, bet Züti 
bunt burd^ etnanber mxft , m 3(nf(^Iag ju bringen xft. 7t^ foQte 
man glauben, bie ®otben bitten anbere «^elbentboten gefeben, aß bafi 
tbnen bie Promulgation eineS (Sbiftd ein Kriterium ber gr6ften Zapftts^ 
feit gen[)efen »dre« £)ber f(^n>ebte bem ^(nonpmud bad ,,non solum 

^yarznis decoratam sed etiam legibus armatam^^ im |>rooemiuilt 

ber Snfiitutioiten r>ox ? 

II. Cassiod. Var. IV, 10. „Provincialinm Gampaniae at- 
„que Samnii suggestione comperimus , nonnuUos, neglecta 
„tempomm disciplina ad pignorandi se studia transtalisse, et 
„qaasi edicto misso, per vulgus licentiam creyisse vitiorum*^' 

di xoixt miglid^, bafl mit bem bei @eite gefegten @bift ber %xtf 123. 

Ed. Theod. gemeint wdre: 

„Gapiendorum pro suo arbitrio pignoram unicuique licen- 
„tiam denejgamas : ita ut , si probabile fuerit ,, hoc agendi 
,^judicis praestet auctoritas/^ 

TSSim oxA fotgenbem ©runbe iß' mir 2)aS ntd^t wa^irfd^licft» £)u 

(S)>i{lo(a f(^ n>eiterl^in: 

„Hoc hactenus fieri nostri ignorantia fortasse pertolerit. 
„Nunc necesse est , remedium de legibus habeat qiiod no- 
„stram potuit intrare notitiam. Froinde edictalis program* 
,,inatis tenore comperto'^ (b« b* nacb Smipfang biefer gegem 
u>drtigen SSerorbnung) „Spectabilitas VesüV^ (ber gonfulartö 
Santpaniae Sobanne^) , „ad cunctorum faciat notitiam per- 
„venire, ut • . ♦ .." 

9lun folgen S3efümmungen fär SdOe , auf KoeU^e ftd^ aud^ im @bts 
ctum Slbeoberici bie Tixtt lo. 125. 124* 153. bejieben, unb ixoox, wad 
ben 2Crt* 125. anlangt, auf ganj gleiche SBeife £). S>a nun baS Sbi^ 

b) nömli^ • ii^^^ liceat cuiqnam «ua sponte nist obKgataiii fonitan pigaiu 
„aufcrrc." 



iS 

cdtm St^eoberici grobe baju bejiimmt war, einzelne ni^t g^l^drig beod^ 
tete gefe^lt^e SBeflimmungen fdmmtnc^en Untertbanen in frtfc^e (Siins 
nerung }u bringen c) , fo fd^eint e6, baß ftd^ eine t|im nad^folgenbe 
@pt{io(a nid^t föglid^ fo, wie bie t)orliegenbe \)&nz auäbrftden f innen 

(Hoc hactenus ut). Unb wenn ic^ nun annehme , bafi bie 

Dorltegenbe Spißola itUt fei afö bad @bictum, fo wirb biefe 3(nnabme 
baburc^ unterftu^t, ba^ bie ^Kbweic^ungen Neffen , wad ber 6onfu(ariS 
6am))aniae allgemein bef annt mad^en foQte , t>on ben SiBefiimmungen 
beS &kt\xm alSbann nid^td !Xuf faOenbed b<^ben , wd^renbman, wenn 
man ba6 (Sbictum für dlter bdlt, eine au^brucflid^e @rwdl()nung ,,bi^ 
folle bem (Sbictum berogirt werben" erwarten börfted)» 

III. Var. IV, 27. 2>iefe ©tette wirb unten im § 23* III. auS^ 
füt)xl\<l^ befpro^en werben* 

fernere Prüfung ber Sled^t^eit be8 ®bictum» 

b) »^anbfd)riftem 

@ar manches @d^riftwer{ be$ 3fltertbum§ ^at (einen anberen SSe^ 
weis feiner Sntfiebung aufjuweifen, aß ben Umjianb, ba^ e« in einer 
fpdteren ^nt einmal reprobuctrt worben i^^ baf ein SKanufcript beS:^ 
felben vorliegt* S}?it einer fold^en Sefd^einigung .m6d^te auc!^ ba§ Sbi^ 
ctum wo|)( einflwetlen bie i^m erregte @tatu§ (SontraDerfta abwenben 
Idnnen; aQein grabeju gebrid^t eS ibm aud^ baram Sag ^ublifum 
unfered SabrbunbertS beftnbet ftd^ im 93eftige feiner einzigen «^anbfc^rift 
be6 gbictum er) ; jebod^ l^aben wir Scugniflk , baß folc^e in frfil&erer 

c) Edicti Prologus^ „ut...quae Barbari Romanique sequi debeant auper 
„expressis articulis , edictis praesentibos evidenter cognoscant/' 

d) SßaS alSbann mit „quasi edicto inisso" o^cr „omisso" gemeint fei, toagc 
iä^ ni4t ju entfdjieiDen» SBoütc man lefen „edicto missi" fo würbe R(]^ ein becnte* 
mer ®inn darbieten» greili* ift es fein „Edictum" Dur* roclieS ©läubiöer in^of« 
fefflonen mittirt »ertxn, aber bie iKerroe^Stanö »on Edictum «nb Decretum ifl für 
biefe 3eit nid^t onftßf ig» cf. Ed. Theod. art. 10. „cujus decreti . . .** 

a) ©iefe ©e^anptung ift wegen iljrer S)^cgati\)ität »erroegen. Snbeffen föitn man 
roo^I behaupten, bas ^ üb liF um fei ni^t im äöeple einer ^anbfcbrift/ ba »eber 
bie 8at)Irei(ien SSerfc ber Steueren, wet*e ba§ (Sbictum in ben Jtrcil ijrer , jum 
ZW fo überaus treffti^en, Unterfu*ungcn gegogen ^aben, no* bie gebrutften Qixta' 
löge einer folgen gebenden, eoUte i<b »iberlegt »erben, fo würbe ber gegenwärtige 



16 

Seit (rtjHrten« fDitft Seugniffe, mt^ ben ndd^ften tmb \Ma^t etn^ 
gdngltc^fien JBmeie t)e( }Ced^t^eft mftta Stäfytbn^ axfima^m, foh 
len je^t gepvfifit »erben. 

3n ben, S l. SRot c. unter i, 2, 5. tmb 5. oufgef&l^rten Tba^ 
^ahm ber Opera Cassiodori tmb in ben F. Piüioei Opera ftnbet 
(td^ ein fBrief be< dtteren $itl&oeu< an ben Senator ebuarbuS 
9RoIaett$&) folgenben 3n|)dtö: 

S)er fBud^b^nbler @ebafltanu$ ^i^tüini c) ebtrte bie Sariae Jbe« 
^afftoboruS; unb ba er ^t^irt batte, bap Dttboeud üSanufcripte beS 
ebictom Sbeobertci beft|ec2), fo bat er ilfin um bie Srlaubniß, baffel^ 
be, ba eS eine £)figotbif(l^e Sted^töqueOe fei, atö Sugabe ber SBartae 
abiubrutfen, welche j^ar — fo meinte man bamalS — b^u^tfacbltc^ 
totc^g für SRimifd^eS Siedet wdren, aber bo(^ mand^e SEb^oborictfc^e 
unb £)flgotbifc^e jBeimifc^ung f)&tUn. $itbou UtU mMifyt fd^on 
ben S)rudF ber Sariae burcb «^ergäbe feiner SRanufcripte unterflu^t, 
unb »iUfabrte gerne ber Sitte vxn baö Sbictum, ja er f&gte au8 
freien @t&dFen bieSegei SSBiftgotborum bei, bamit nid^t, »ie er fagt, 

y^quid Orienti Occidens de eadem gente invideret^' e). ^em 

(Sbictum fe^te er biefen Ißrief an WloU ali Sebication t)or , weil et 
burc^ beQen (Bäte ba$ anbere feiner Sßanufcripte erbalten batte ,ycu- 

„jus beneficio alterum ejus" (Edicti) „exemplar uactua supi." 

§ 3. »edfaSen; aHeS Uebrige aber miüerdnbert bleiben müfTcit* iS muf aber gerfigt 
»erben ; haf, mit Tfusnaf^me fftf^on'^ (1. c p. VII.), 9itemanb ben ÜRangel eines 
SRanufcrtptft auSbrütfli^ hervorgehoben b<it. 

h) jDie Yita P. Fithoei scripta a Josia Mercero (in Tita darbsimorom IGto- 
mm ex rec. F. J. Leichheii Ups. 1686. 8. p. 388.) nennt biefen IBrief ,,Praefatio 
in ]^dictuin Theodorid ad Edoardom Molaeum Senatoren! 1579.^' iDie 3<4^' 
jo^l ijl ungenau* 

c) ein befannter/ fef^r frntbtbarer 2^t)pogra9^ 5 ^^ cicomis, via Jacobaea. 

d) „Theoderid regia edictom cujus iUe exemplaria apud me esse audie- 

Tat.<< JDaf unter exemplaria üllanufcripte su oerfleben feien, barf na4 bem con« 
ftanten ®pra(bgebrau(be iener ätit ni(bt besweifelt werben« (S0 ge^t sunt Ueberfluffe 
1104 au6 ber (91ei<bfteaung mit ben £egeö SBirigotborum (eroor, Don benen ou^brM« 

Ii4 gefügt n)trb: y,nt tandem aliquando ederentur/' 

S)iefe erf^ienen mirüi^ unter bem Xitel: Godids Legnm Visigothomm 

L. XTI. cum Isidori Hispal. Episc. de Gothis , Yandalis et Suevis historia sen 
Chronico. Ex Mblioth. Petri Pühoei. Lut. Paris, ap. Seb. Nivelliom 1579. fol. 

SBgL Surf, Si'rfAttngen* 4>eft 1* >^o^- 1) ^^ aber bie iBeranlafTung }ur heraus« 

gäbe ibidL not. 7). 



17 

2)et Srief tfi Dom 31« ^ecembn 1578^ uiA in bcm fblgetiben SN^re 
etfd^ten bte 9>rince))S feeS ebtctum bei jenem 9ltt>eltiitf aU 3(nl^ang bei 

Qpera Gassiodori. 

2>aS Ittevarifd^ 3eugm$ eineö SDIanne«. wie 4l>ime 9i)^on, n»b 
(i^e8 berfelbe feinem $ateon unb ßoKegen gegen&bet ablegt, t# übn 
Mtm 3n>etfel ergaben« 2)a9 linnte alfo nur no(| tttoa eingewenbet, 
ttnb muß ber fBoUjtdnbtglett toegen tt)tbetlegt »erben, ob bte SRanu^ 
fcxiptt attdl) ddErt toaren, ntc^t einem literartfd^en SSctm^t t^r jDafein 
üerbanften? 

2)ie 3ett t>or (Sntbetfung ber Ißud^brucf erlunfl i# rdc^ an bergld^ 
d^en, tbetld frommen, tf)vli unfrommen ^dlfd^ungen ; aber biefen aUtn 
liegt, mebrober mtnber beutlicb, bod^ immer unoerfennbar , eineXen^s 
benj unter, unb eine fold^e Idfit ficb, angenommen, ba8 (Sbictum fei 
eine Srftnbung fpdterer Sal^r^unberte, bier fcbledj^terbingS nicbt entbe« 
den« Ueberbted aber tragen jene ^robufte immer @puren bed Settat 
terS , weld^em fte ibr (Entfieben t^erbanf en , nxlbrenb baS Sbietum in 
beniemgen ©teilen , bie nicbt ävd einer diteren SRafie unoerdnbert ge^ 
nommen ff nb, bie ®pra(be beS fecb^ten Sabrbunbertö treu tpiebergibt f). 

(Snblid^ müiffenwir avai) annebmen, baß bie 9){anufcrii|)te ^itbou'd 
burcb ibre dupere 93efcbaffenbeit afö au^ einer 3eit berr&brenb ge{iem|)elt 
waren , welcher fowobl Sufi alö Sdbigleit {u ber fo tj>tn enodbnten 
probuctioen Sbdtigteit abging, weil im ©egentbeile biefer @elebrte, 



f) 6o J* f8* leges calcare im Frol. Ed. unb Var. I , ^0. Ennodius in vita 
B. Epiphanii. (bei GcUlandi Bibl. Patrum XI. p. 150. in Sirmondi Opp. I. p. 1012.) 
' Generalitas im Prol. Ed. unb Var. I, 17. 23. VIII, 13. Ennodiu8 in Pane- 
gyr. (Sirm, p. 970.) — Occupationes Nostrae ''im Epü. Ed. «nb in bet fyPrae- 
ceptio quae missa est per Gerxnauum et Garosum Episcopis'^ (gebrud t hd Baro- 
nius ad a. 502. in ben Acta Gonciliorum ed. Colet. Yenet. T. V. p. 457. , unb in 
ber Goncilior. ampliss. Collect, ed. Mansi. Tom. YIII. p. 253. im MS. }u |)an^ 

Bibl. Royale n. 1700 in adpend. p. 11). — , ©ort glaubte man, bicfe ©riefe feien 
nod|^ ni^t gebrudt , obglei^ in ber ^f* oon 93alu}e'& 4><>nb fte^t : „Hoc est ipsom- 

met exeraplar ex quo prodiit editio Nicolai Fabri'* (cf. Baron. L c. anno 
MDXCVIII ab eodem Fabro repositmn in Biblioth. Thuana ex qoa translatum 
est in Colbertinam a. 1680.) ,,Occupationibus Nostris Romanae qoietis amori 
„postpositis ..." — Universitas für Staat im Epil. Ed. unb in ber cit» Prae- 
ceptio regi« (tertia) Ui Mansi 1. c p. 257. p. m. 17. — ÄBettiger beweifen bie 
VuSbrüdfe legibus pulsare unb aggagula. (art. 54. cf. J. Gothofredus ad L. 1. 
Theod. Cod. de repudiis. III, 16.) 

9. (Slöben r. ftt. 2 



18 

fd^rriUI ol[)ne SBBamimg bem ^itUtfum tofirte itbergeben l^abtm 
^ «^etgu bmmt noc^, baß nad^ einer 9>lad^rid^t bei «^etneci« 
citt<^>, Sitibenbfod im Sa^r 1615 eine «^anbfc^tift beiSbictum 
gltiilbMi ^^^ IBetnerfima obbnuf eti Iicfl* Sia a iebo(| bef amtt tfi, 
baß einbenbrog im 3« id02, alfo f&nf Sii^( tM>r begtmienbcm jDnttfe 
fetnef 6ammlung, f>it()ou'ö |>a)»iete mib flSiblietH benu^te, fofamt 
i4, t)attJ(e\bftlmn^>ox(ib^iüftMIS^ biefftöi^ 

vidj^t beS ^einecctuS (9{ote^.) nid^t aß ^in 3eugntp f&x ein britM !R<m 
mtfcri|>t bettad^ten»). 

% SDet tlt^eber mtb bie Seit ber Kbfalfiins bei @btctum S^ej^betid. 
«^iefbufd^ ftebt, meiner 9{eimmg nad^, binreic^nb feft^ ^aß btf 



p) HemMct< AntiquCatcs Gennaiiicae p. dOl. y^Piimam fflod" (EiLThe^d.) 
,,6 oodicibas MStis eztnlH B. Pithoeiu ediditque Pansüs. Postea Xmdenbro* 
yygios alinin nactos .codicem eoadem com varii« lectitoiboa recodendfim dedit 
^yinserukqae Godid legam Germanicamm edito Francofurti MDGXIII.*' K(fo 

„Codices" bei ^t^ou (\mt „alius codex" bei gintenbrog — »enigflcnft breu HuiSf 
di^torn 0tetbUder4i4te; t- § 4L not. b. fagt: ^;be(((nbenbrod na4 einer 4)attb« 
Arift." £)k Xll^tidf eit ^t^u'6 bti berfkinecpl^ ifl mit bemäBorte ^edidit« ni^ 
genau überdnfhmmenb* G6 i^ |u refhingiren nacb folgenben ftBorten bcc citirten 

^iftola : „Terom com eo fere tempore ^ quo editio postulabatur , ab re nostra 
„tantom miKi ptü non esset , — ' nAnili(b * ^^t quomodo institaeram, haec ope- 
n aUqoa jatarem — quod potui, aSenam operam meis exeraplaribas j'aW." 

h) iittbetibrog gebraust iroat bei ben Särtae Eectioneft bie flBorte : „aHi Co- 
dices*«; oHeitt, mas er über baß ^bittum fagt, befibrfinPt ft^ auf ben@a^: „Theo- 

„doricos, qui Edictom composait, rex foit Italiae, Alarid socer." tUlb itt 

ben 9^^t(d<>^<i«i fP^<^t er ft(b über bie su feiner Gonunrung im Tfngemeinen bennt« 

ten ^anbfibriften fO au^ : „qua de caasa sedolam operam dedi , Qt quam emen- 
„datissime hie Codex prodiret: et quotquot MSS. exemplaria yel prece ydi 
„pretiöy sumta nullo parcens, indipisci potui, ea cum yulgatis editionibus 

„Heroldi , Sichardi, Boeiii, Tilü accurate contuli, yarias lectiones «lotavi 

„potissimum autem Franc. Pithoei Tricassini . . . bibliotheca ad haue rem plora 
„adjumenta suppeditayit , quam ulla reliquorum omninm.«' 

i) fOtut^mafungen über baß fpatere e^idffal ber beiben ^anbf^riften 9)tt$ou% 
unb itren gegentodrtiden TCufent^oIf, Rnb ya conflruiren auß (UtiAter'ß JtritifAen 
3at»rbü4)eni 1837» Sebruar* ^rü. Snnf (tf^iSceHen) unb ^eitfibrift fix %m*tU 
«»tfenfibaft. IX. p. 236. . 



i9 

gtbtudtt (Sttctum Xdeo^d itti Uxt^ «^n^i^ftm f>ttibtfjta , M 
tiefem (^ne 4<l$fed &itt titia Mnlfß $l^eoberid^ ipta)« Skmit ift 
5ttglet(|> ^ bte mitttt ttntecfudjittng m fe^etr tinb l^A^fi toic^ttger^^aO» 
inmft gewotmen , tnbem t>on tinn an mtd Um QHcimn feti^ß meitet 
gefc^loffen toetUn tarn, unb jnm gundd^ft fcted^ baßt^ott bm,^ 
Sl^eobend^en; totlitt bie ^efd^td^ ttnnth)^ mn bem £)fl95(li^fU^ 
ter ®xo^t genannten ; ba< (Sbtctum }ugrf<l^ftdkn werben fann^ cM 
bem etttfa<i^en ®ntnbe^ weit fetner betUddsen^ je :|(lt6er {Rom gel^eitff|t 
f)at, mld^e «^eirfd^aft Im bem Xutot bod €l«tmn ottf 

art. !©• ;,urbe venerabili" c) 

art. 111. ,»qtii intra arbem Romain*./' 

fül§t @i barf iebod^ ntd^t ))e¥fd^n)tegen »erben, baß biefer@imib 
nic^ gonj fd^ilufflg tft ; inbem bte Solgemng ber .^errf^afi tt^er 9tott 
ottS ber (Srwd^nung btefer ®tabt im Sbtctom. unjid^ imrb bitn^ 
einen Dergleic^enben Sßßä auf bte iev Stomona S9Siftgetj[|orum/ ^tm 
au4>btefe, obgtetd^ gewtfl ju ether Bett entßanben^ m n)el<l^er bteSGBefi? 
got^n aufer allem SSerll^dltntfe jtt Stom flanben , enthält iSefKmmun; 
gen ä6er Stom unb SfßagifiratuS Urbant d). 2)er @runb ^itk M^ 
f)alb gar nic^t angefäl(^rt werben bärfen, n^enn e& ntd^ einen Unter« 

a) Ä)ie »oUfldnDigc ICbwÄgung aUcr ©rünbc für ttnb wtbcr t)(c TCedJt^fit be5 
Q^ictum , woju bte gedesmdrtige Xb^anblund grof ent()eil$ erft ba6 ^ttexitl lief^, 
»irb am @nbe berfelbcn ($ 290 »ieber aufgenommen merben* äeomentlu^ i»irb bori 
er»9g(n metbm , ob baft (Sbictum ni^t mfUi^t ein jMope^ $r«iect geblieben ift* 

b) 3Q)ei SBefldot^es : S^eobericb I* t 452 degen @$eU S^eoberidi) n. f^n 
@o^tt (©egenflanb ber epiflola ab ^gricolam beS ©iboniuft TCpoHinariS) f 476* 

3»ei ©eflgot^cn : S^eoberid^ , ©o^n be§ 3:rioriu8 mit bem »cfnamen ©trcAo 
t482 (Placido solo Cos.). X^eoberid^, ®o%tt beßS^eobemir (obir aKalawin SR«n* 
f 1. c. p. 13. Dot. (.) ber ®ro^e genannt f 526» 

«ier granftn: :c^eoberi* I., (SMobmig'ß gol^n, ©eranlaffec ber ^ex mtpnano« 
rum i 634* X^eoberi*!!., ejifbcbert'fi 0ot)n, Äonig »on «urgnnb t613* S^eo» 
bcri* ni., a^lob»ig'S ©o^n, Ä5nig »on STJeuftrien nnb »urgunb f 690* Äfjeobe* 
ri4 rV., S^ilperi(b'6 eoftn t 737« 

c) X)a§ (ft ötom* cf. Var. 1 , 1. „Additur etiam venerandae Romanae nr- 
„bis afieeti«.« L. 2. Th. G. de habhu (XIV, ÜO). C^enetabiti« ift bf r ^ 
n&fyxliäft TUttL feer |)aiiptfldbte» Sanctio Pragm. Pro pet. Vi$iL ^ h 9^$$ 
erbredi^t beS 3)?ittelttlter$ ®* 3* ^ot. 1. unb L.2.Th. C Tribut» io ipfb (XI, 2). 

d) J. «. L. 2. brev. [19.] Th. C. de feriis II , 8. „bis adjicimus nataütio» 
„dies urbiam maximaram Romae atque Goii8tantinop<dis.'' 5«^ 9* ^' 3. Th. C. 
de ttttor. ni, 17. „Illnstns PraefectOB Urbis, tjSh^USA .... et fte«tore, cla> 
„riasimti Tird, qoi tvtelaribits cfogäaüoiaSbns preesidet.'''* 

2* 



((d^et4na(l^/ bof in btt itx Stomana aUflget^mm tie JQtteam am 
bcr« i)«f)anbe(t worben 'finb, oK tn bem Sbtctum Sbeoberict, tnbem 
betienerfaji biml^weg bie aufgenommeiieti SonfKtuttonm ^ihübt^ 
IfdUm, nid^t «oteber in 3(ttfiug'Se6ra(l^t ober gor umgednbert tootben 
(bib 0); nxibvenb bie8 bei bemSbtctnm grabe bte Siegel btibet, mib tnbem 
bei le^tevem bie Setpmtttlung mtt bet fMrarift fd^on btm^ biefe Umax* 
Mtmi bewirft »etben foQtCv roif^xtvibM jener baju bie Sinterte« 
totio btente« (Sin ^aat bAmnte IBeifpide, burd^ n>el(^ grabe baS 
^ter in Unter^ung jiel^enbe Setbiltnif erUutert toirb, finb folgenbe. 
äOie Sntetpretatio |u ber citirten L. 3. de tutor. fe^t fiatt bed ^ae^ 
fectud ttrbi cct bie „prkni patriae cum Judice," unb bie Snter^re« 
tatio jur L..4. fli- C- de testam. (IV, 4.) in »eldjer wrorbnet war, 
feof bie bei'm JDfftcium cenfuole it| (Sonfiantino)>eI niebergeleg^en SEefia^ 
ntente bafelbfi (bi$ gur <Sr6pung) aufbewahrt bleiben foQten; lautet 

fo: „Testamenia omuia vel reliquas scriptnras apud Censaales 
„in urbe Roma voluit publicari , hoc est^ ut in reliquis regia- 
„nibus apud cnriae Tiros festaiaenta..*«* gestorum allegafione 
,,firmentur." 

SRan mag nun äber.bte bewetfenbe £raft be$ t>on ber iSnod^- 
nung StonC^ im Sbtctum b^^^g^nommenen 2Crgumentö raebr ober min- 
ber g&nfUg urtbeilen ; fo ifl bod^ jebenfaHd folgenbe S3ett>eiöf&bntng 
gan) entfc^eibenb« 

S)afi boö Sbictum fitr ®otben erlafTen, baß alfo ber Sbeobericuö 
JRey ein (©jl^ ober SBejl5)@otbtf(^er, f ein ?rdnfif(^>er fein muf, folgt 
m^ ber Srnxtbnung ber ®otben im 

ai:t. 145. „Si quis Barbarorum lertio • • • • conventus • • • ad 

„judicem . • • • venire neglexerit •- • • • senteniiam excipiet 

„contumaciae • • • • : dummodo tertio quemlibet CapUlato- 

„mm fuisse conyentum aut cautionis ab eodem emissae iides 

. „ostendat aut cet/* 

2)afi baöSSort Qapxilati 92t^td weiter a(ö eine ebrenbe SSe^eid^^ 
mtng ber @otben ifi; wie ftd^ benn ebenfo unb t>on dbnli4>em Umf(anbe 
bie Sfranfen Srinoft/), bie SSBiniler Songobarben ^) nannten , fagt 
Sornanbed auSbrudKid^ : 

e) eavig nt), ©efd^» K St^ 9t« im ÜK* Ti* IL $ 17. 

f) Becretia CMdehetH Regift cß. ann. 595. cap. 2. (M SB alt er IL p. 9.). 

g) Paului JHacom» de gestis Langob. L. I. c. 9. {M &TOtiu$ p* 750.). 



gr 

e. S5« (bit ®ti>tttt< c. 11. p. 627*) „Diceaeus • • • degit,nQbi-. 
,ylissimos prudentiores Tiros (miS bnt ®efl^) feeitqae si^cer« 
fydotea, . nomen illü FUeatorum contradena. • • • reliquam. 
^yero gentem Gapillatos dtcerä jussit, quod nomen Gothic 
,,pra magno auscipientes adhuc hodie suis cantiombus rf^- 
„miniseuntur/' 

2Me 0la(iM<9t M Sonianbrt t>om XMcinettS ift oft fabeU 
l^aft genannt »orten, nnb t^ ftibft f^Ut fte nU^t f£t Ifttfiovifd^ i); 



A) S^ettetHnd^ ifi fie tn64tt( denommen morbeni&on3;firf Sorf4und(nf>efti«. 
e. 27. 28. eorferimden Aber ba9 JDitttT^e IMtfatreitt e* 30» ®af < 3i»a»til»cS «H. 
dtttm £Liiri(cn ^tWvft (abC/ iPonn tann m4t m^r in TinW^^ ^e^ra^^t »erb», 
»eim bie @ridt(wi9 felbft im fStunbe bieferdueHot »e^en cineft inneren IQüberfpra« 
4»e$ t>emorfen merben m&fU, Bo ift.es aber mit biefer^ bie ben ^Perbitfad, HU* 
janber'ft JJa^foIger, sum 3eitöettojfen ©t)ira*§ mac^^t — ®o8 übrigens bie „pro- 
„priae Icges« betrifft; bie ©icenen« ben (Sotten gegeben ^aben foa, fo »iOi^/ ^4 
bie ^roge nUi^ cißt Bttfammettl^ang mit bem eigentli^ett X^cmo Hefer Xb^anblun^ 
ifl, bie.eteQe bcS -Sonumbe^r Snr nc4maligen ^>rüfttRB ^rfe^en. Gin ^cember, 
tDicenenft,,:fam tta4®ot(^ia inr 3ett «Ift evfia in (Rom.^fAte^ unb n^urbe üom. 
St6nm eiteicuft; »el4er ben $erbtf(a0 beftegt ^atte, mit fofi löntglidfter (Seroalt 
befletbet» S^ie (Sotten folgten in allen 9tit(ten bem dlat^f^Iage M S)iceneu&. „qoi 

„cemens eomm animos -sibi 'in omnibns obedire et • naturale eo» habere läge*, 
„nimn omnem pene philosophiam eos instmxit. erat enim hüjas rei nragister 
yypentos. Nam Ethicam eos emdiyit, ut barbaricos ilnores ab eis compesceret: 
„Physicam Itradens,.. natoraliter propriis legibiu viyere fedt , qnas nsqne nunc 
„oonscnptas Bellägines uancapant': £togis»m instniens eos rittionis supra cae- 
„teras gentes fedt expertos : Practicam ostendens in bonis actibus conyersari 
yysuaait: Theoricem cet.'' 

e^ilter im (SIöfTarium s. v. „^eti^e' { 4« ma^t bie treffenbe flSemerVung, 
baf , »ie man gm6$nK4» Me SBorte M Socnotibcs i^crfh^e, er feinem Soüe ein 
f4lc4te^ (Sompfiment ma^e^,. «irob eiW ba^in na^ fremben ober o^ne (Slefete %tf, 
Ubt.^&tte«. tDo6 fann SomanbeS alfe ttnm6gli4 meinen, baf £)iceneu6 ber erfie ge« 
»efeiv, bec ibnen eigne ®efe^e gegeben* TCber tieUei^t gab er i^nen anbere fiatt ber 
biö^erigen? 3* glönbe, baf überaU ni*t öon®efetcn bie (Äebe ifi; tDiccneu» lehrte 
bie O^bt^en bie ^^tlofop^ie* 9twi »erben bie einzelnen SDiki^finen onfgeiäi)», nnb 
bet lebet bie 9Cn^nioenbnnft iin^ngefägn Sabem er i^iwi bi»9^1ü mitt^eiltt, na- 

toralher proprii» legibus /vnrere fedt. Sott ber p^t^füt Alf boft 9ie4^ »Are eitt 

unbegreiflicber (Sebanfenfprang« 4>einecciu6 ^dlt bie IBeHagine« für bidtetiffte 9te« 
geltt , ontb o^ne fiBa^rf(betnli<b!eit« — X)af bie Q^ot^en f^on jn &i^% Skit, 
»enn fie bamalft f<bon exifiirten, ein 0te4t ^atten> ■ ba« beborf feinei Seroeife» Ober 
3eugnifre6» >Daf aber bafetbe f4on fo früf)e aufge^ei^net fein fo&tc,vf^nnen loir ni^t 
gegen be4 Saeitnft TCntoriÜt nnb be» 3fi)>orit» ouftbdiAi4ie« dettgmf (^nb hoe 



ü t M^^i« cantioaibiu /< f(|»eitim «flctbiitgS tiefe Betiemmng auf bte 
yo^Hfc^e SleUweife eitiiufd^titetr, aSem ^i^ fonimt inrt eine @ttUt 
M GafllobmiS ju «^&tfe, welche ten Oeteotid^ berfelben im Satt)(ei^ 
fl^Ie be« fed^ten Sa^rl^nbert» UvOmUt & ifl bie ttebei#rift t>oii 
Viir»IV^ 41K ,,U«iiv6t«i$ P^vinoialibas etCa^ilkd»^ defeosori- 
^bn* 0t Durnilibas ^ävi^e const^tutis^ <of*.9intflll $ iS« IL% in Ott 
dftt bte angegebene jEBebeutung butc^ bte SBorte bed OonttritS : »»nul- 
^um naüo» nullam promeritos honor excuset/^ tusb n^^ mebr 
bmc| fblgenbe ^raOelfbaen getui^ tpirb: Rubra Var. IX^ 9. ,,Um- 

„versis Gothis et Provincialibüs Saviae et Dalmatiae.*^ Var. I, 
17, „Universis öothis et Romanis Dertonae consisfentibus/' 
Var. I, 28. ,,Üniversis Gothis et Romanis/^ Var. II, 19. III, 
M. 48. 

Tdfo nur einem &oSii^n, nidjit einem Sc4n(tf(|Kti SE^eoberid^ 

fonn iQ& Sbtctum pi^f^mbtn werben; bamt mnf ed ober wn Sbeos 
beridS^ bem ©toßen fein , benn er tfl ber etn^tge ®otbtfd^e SEbeoberid^, 
weld^er nad^ 506 unferer Settted^nung gelebt b<^t Sd^Sbictum tft 
ober fp&tet cid 50a, benn a t(l barin bte im Sa^re 506 i^erfafteO 
StjT Simnana SBipgolbornm benu^ nHM:ben. 



8<ttfetun9« jBeraiftms ber Bei: Slonuma IBt(igo^ocmn bei bem 

dictum* 

SDIefe (Bemi^mig fbU mtnmeb| anf bie SBtife bekoiefen tvcrbci^ 
bQß ^XKtH Imd) Suftdmmenftelinng mebrer TCttiUl beS Sbictmn mit bcn 
rennen IRomtfc&en Xluettett unb mit bet Snterjjtetatto bieSJerwonbtfd^ft 
ber legteren mit bem (Sbictum bargetl^an noerbel ^a lebod^ eine folc^e 
Senponbtfcbdft |Kpet Mrfc^iebene (Srlldntt^^ luii^ti J93enu|ung ber 
SntertMtMio bei bem lüktum, aber mn& Senulttng be« (Ebi^mn bA 
bet !3nter))refati0; fo tom ber SSmtiS, nm bcn eS ^^ ^$xMt, n^ bos 

i«|^ [Sorico] Gothi legmn «stit«ta «cr^tis htibf/e «tNgpbiiirf antea tanUm mo- 
riMi3 ert coMstndbr teBebai^twv Gfaiotticr «. d04.) «tf birfc UüMrflinMi^c 

<ltelft |i« Mttt^meiu 



^m^pißd^mAm, te# tjt^tH mi^, wie |t9ci CU|e M 96ktm 
ofml^fti m* aRt0i>cr|}4ttbiitfi bei: 3nter)}ici(itio taMiqicgaiigm fbtb, 
bniii i)tf8 S^ictum Ü$t fi^ iriid^t «»f ^ SSdfe trttiiitn, taf tiwn öh» 
tt4^me, bai IBbUtma fei ittcr 4tt bte 3iitcti)»retatt9« 

lum btt btt 2Q)ft#mg te« CtncCwn cinmd M mtiäoOwt^ üM» 
fd^Keflid^, aU tb tiU^t «tid^umnttMIftin: MmtfUH JCltteScn tHxgeledm 
f}ittm, ju benfett; unb jwtftcn* M eintmn 4itpnti(|€; n)el<|e m» ^ 
tie KudtnuISwetfe unb di^elne Xctimni ergdfipm ißt, bogegcii oufICb' « 
mic^ngen t>f>n^ bem @imie 6e« Stimifd^en Sled^tt nie «ingegat^en (fti 
Zufolge biefer ixoAUn IBemcrftiiig fMIt ftc^ bad (Sbtctum auf eine Stnie 
mit anberen Tübnttn, jfx weHjm bie Sirtery^vetatto ®tof :|etsegeben b^t^ 
natnentfic^ mit berSejc Stemmiafltatgtmbioniim^ ber SejcSJutgunbionum 
unb bet fogmannten itx SHomwa UltnenftS« 2)iefe ßnb butd^gdnsig 
MtgUd^ nnDiAdt; tt)a< btitoei(m ben ßotil&eil gmitftt, bie Im bt* 
bmtpttk mm^tafä^a^Uiäfc fiSetfe ^ fdemtlung Ctor vor bo« 2Ciige «ä 
füibtcn. 0bett(f> bebten oud^ bie bei 0«Dign9 Ckfi^i^te bed 9t. Dt« 
mt SR« X il. $ 20. untei; A. B. G. £. oufjgefftbtMn SSeätMtmg/m 
ra^Kd^n t9crben mfiffen: ffe ftolben mir ober tAifti/A ®ebote. 

Paali Saut Bec. gumnanae Idterpretotlo. B4. Th«ml. ait. 6. 
L.V. Tit.6a.§d. 

JEa qvaeaJtef aparte iibseato ,ySeiiteatia ab- „Sententia n^a prae* 

,f4eeenimitar vim renuB jiidh- ^sente parte nl« ,^4a^if paMÜm di- 

„catarmii nonobtiaesL §.6a. ^^era a Jndiee .,,cla mitliiis Ai4iii6iitf 

,,De nnoquoque negotio prae- „data nuUam ob- „sit, nisi adversus eura 

,,sentibtt9 omnibi^s, quo^^osa „tinet firmita- „prolata doceatur, qni 

contingit, judican^ oportet, „tem. Quicun- „tertio conventus et 

aliter enim judtcatum tantum „qae tribus au- „edictis solemniter in- 

„interpraesentestenet. §.6b. „ctoritatibiis Ja- „clamatus adesse con- 

,,Qai apud Fiscum causam de- „dicis conven- „tempserit.^^ 

,9fend6re saepias eonventi „tus, vel tribus art. 145. „Si qu» 

,,neglexerint , rebus judicatis „edictis ad ju- ,3Ai'l'^<>ra^' tertio 

)i§ii1]jicje»4i aimt: f$ßi eo „dicium fuerit y^cumpetöitis Jadicis 

«,ll|fain9t« ^i taepe eoirr^Bii ^^pruvocalns ^ „audontate 4»a«enl«s 

» ffH ü EiltiPfl 'mm fecene m^ .mo pro ovamh ,^ «dMt sotoniler 



99 
97 



84 

gerillt. §7. IWmi Uteris j^huB perampto- ,,oidaiiiatiisadJiiAceiki 
^ye\ eititÜB aut mio firo'oniiii- ^frio, id est qood f^cajns praeeeptione 
„hua dato, ,tfcQtr trina.denan- „causam extia- t^coaventos eil venire 
,,ciatione conveatis V'oi^i ad „giiit,iiierilevo- ,yne§^zerit, merilo sab 
f^wKiBWy ad quetti s3>i'de- ,,€atas, et prae- „d^casswae' caasae 
,inaadaUuB tf^ aut cvjaftlit^ ^^ntiian suam ^^seatentiam excipiaf 
tiris ,vel edictp coavan^a eüt .„apad enmJadi». „contamaciae*^ 
MY^n^ty. quasi jn fonttiiva-. ,^evia^eid0- 
0.^i€$m dii^ta . «aat^atia ancto«- f^naneiatum est 
,,ritateoi reraiii JadtcalaraiB „exldiiere oohi- 
^abtiaet.^' „mt adversiis 

„eum qoasi. in 

„contamaeemjn-^ 

„dicari potest/*" 

SU ])en ®putt\H- ber S3efamitf($afl ber 3Cbfaffer M €bictimt mit 
te Ser 9{Qmatut SBif gotl^onim ted^lie id^ bte untnitteIbaie>8Setbtnbung 
bn m Pml. §!6«4mb § 7» eiitbaltenen-@d(|e; weU^e fic^ gleid^mdßfg 
m £d^ <art ^yim tpittmmtm SSeflgot^tfc^en Sej^te unb in bev Snter« 
))retatia ftnbet^. ip%enb im üi)tm 9cailv$ bb §§, weld^ie in mfetm 
neueren 2(uögaben mit 6 a. imb 6 b. beietd^net ftnb^ ba)n>frd^m {leiten. 
%ttntt bte gietd^mdf Ige f^ajfung bed 3(nfang$%ed 3(rt. 5. unb beö Xn^ 
fangd bei: . fjiet jabgebrudften Snte¥})retatto* Snbltd^, bte SSBotte ^^Judi- 
eis auctoritate conventus" im 2trt*l45., bte ftdj in betSnterpretatio 
„aactoritalibusJadicis conventus^*, tii^t aber im Sejrte be* 9>ttUi 
Iu8 finben^ wUlftx an beten @teSe tttoa^ gan) 2(nbetet l^at: bte — 
8t4t i)om Sttc^er auögel^nben — S>(nun€iatiottett. 

II. 

L. 15. Th. C. de accus. (IX, 1.) Interpretatio. Ed. Theod. art. 14. 
„.... accusari unumquemque „per mandatum „Sub alterius nomine 
„per alterum non oportet . . . •" ^^nullus accu- ^^nuilus accusetJ^ 

t^setp ncc . . . per 

„rescriptum." 

III. 

£ie L. 1. Tb. C. de raptu virg. (IX, 34.), aui toeU^et bet 
%ü. 18 beS (Sbtctum gefloffeti ifi, httH^t ben i|M€i$ciyenben Altern einet 
(Entf&^tten bie 2>e)3ortatiim. SMe Sntetptetatio mn^Rlbelt bte ®trafe 



j 



»8 

in Me M (iiAlwm, unb t^x folgt toS Qbtctum. (t6 tfl iebod^ ntigli^ 
iiafi biefe @tmnnfd)aft eine unftc^tbate, auf (abgefonberter) Srienntnif 
U$ neuften.; geenterten Sled^td benil^enbe fein (ann, benn bie ®tiafe 
M SjriUum finbet ffd^ gletd^mcif ig nid^t nur in bet itx fRomana SBaxu 
gitnbiomtm (Tit. q. lin. 7. ed. Barkow.) unb ber Ser SRonronO: tttt^ 
nenftd (Lib. IK, iQ.), fonbem aud^ in SufHnianuS ©efe^ebung 
(Not. 150.) a). JDagegtn tji nid^t ouf fotdj^e SBeife bie Ztt ju erKiteo, 
n>ie bie gleiche @tiafe bet einwiUigenben (Sntf&btten auigebr&A nritb: 

L. 1. dt. Th. G. de raptn. Int^rpretsAio. Ed. Theod; art 17. 

,,Et si voiuntatis adsensio de- ^^si raptori puella „et si conaenstrit ra« 

„tegitur in virgine, eadem ^yconaenttat pa- ^^pta raptori pariter 

,,(pia raptor severitate pie^ ^^iter punian- „occidalor.^' 

„ctatnr." vtw.'^ 



o) iDaS @bictum f^eint übet^aupt niftt si^tf^en Oteledatio unb l^eportatto }tt 
unterWdboi , «nb Me ©orte eyiimm (artt. 18. 42. 75. 83. 96. 108.) , melegatio 
(art. 89. 97. Yar. IX , 18.) )Dc;^ottatio (^pUogiu £d. Yar. IX, 18.) }«r ®e|ei4« 
nitii9 berfeOKn Strafe |n- gebrait^en« 0o bv^l^te ber bei'm^rt* 42..beittt$te S^ 

„ant in exilium aguntor, aut in insolam relegantoH* toaft S^dboniott in L. 1$. 
de testibus (XXII , 5.) in >,a judicibus competenter poniantur" geänbert (at. 
JDcr art. 75. \^Cit : „honestiores .... in quinquehnale exilium dirigantur', humi- 
,,liores caesi fnstibas perpettd exilii danina sostineanf FmAi Sent. rea V. titi 
26. $ 3i, »orquft er genommen, ^en: „lionestior^ . . . . ia. aisolatei releganttBr, 
yyhinmliores in metaUum damnantnr.'V-r- Paul, Y. tit. 1. $ 1. fagt ton bem »tf« 

fentU* Jtinber ton ij^ren freien (Sltem ym ?)fanbe SfJe^mettbeli „deportatur ," M. 

Tbeod. art 95. : ,,in exilium dirigetur/' L. 5. D. quae res' pignori (XX, 3.) „rele-^ 
„gatur." — 3m TCrt 97. ^eif t e§ gar : „perpetui exilii relegatione plectatnr,«« 

nnb ebenfo in bem ßbifte ^t()alttrf(b'0, Yar. IX, 18. (bei SKonfo p. 411.) 
„poena relegentur exHii /< nnb in ber hd. L. un. T^. C Si ii(Q|tt2ae ex reftdn^to 
(Uly 10.) ,,«xs]lü relegatione ae noyeiit esse datnnandom.*' (^Sejct : po9na«i dfK 
portationis anbitmimi se e$se non ambigat). S)ie Snt^^^^tattO ^at ^duftg bie 
©träfe beS e;cilium/ »o ber Xtut bie Deportation batte^ ebenfo häufig be^dlt fte 
ober bie ©eportation bei. ©eifpiclc: M, PauH Y. tit. 21. §2. — lY. tit. 7. $1.2. 
lfd. L.9. Th. C. de jurisdict. (II, 1.) InU L. 2. Th. C. de repud. (IH, 16). «Bemi 

bem fo ifl, fo m6*te mon annehmen, ba^im art. 89. beft «bictum X^eoberici „8i 

„quis sibi, ut aliqaem terreat, müitiam confinxerit . . . . .. viüores fnstibus caesi 

perpetuae relegationis mala snstineant , honestiores exilii patiantur inconuno- 

da/< »ofelbfl SHelegotio a» eine ba» (Sxilium an {>drte übertreffenbe 6trafe genannt 
i« fein f#dnt , nur eine jwetflofe «nrietat bei «uftbrudt» erflrebt ifk , unb baj bie 
eteigening ber etrafe ber SÜioreft nur eben in bem if^nen ter^eif enen fiBQlfomm 
liege, ^ttttlttß N fiö«i «nbere etrafuntcrfcbiebe : Sent rec L. V. dt. 25. f 12. 

„homiliores capite pnniantor, honestiores in insnlam deportantnr.*' 



5> 



9$ 



IV. 
3n her h. xm. Th. C <le bonis olericon (V, 3.) toivb ^a|t: 
wm cttt Gicricttf yyiialio condito testamento^^ imb ol^e Sfttcftater^ 
bell jicti«; fo fMe fetn Cermigm an f(rin^ XSUSatn» 

ptetüti» vci^kt^U ben ^a^, ttnb fÜ^ ||tntu ,,qm ^i testaii volue«' 
,^riiit, habebunt liberam potestatem.'' Soi bn 2e]rte mit im^ 

M dAxU ffionttatmm onj/tbtuUt i(L 

Xel^nlfal tfi tie L. un. Th. C. de bonis liecarioB. <V, S.) t fitn 
iDectmo ,ycai neque. volunta^ postrema legibus folta, neque alio 
y,jure gradu proximo heres exstiterit^^ feOe t^mi bfc 6tme bccfbt 
werben. Xticj^ l^et fe^t bte ^ntet^nictatto obunbonter ^vofjai ^^nam 

^^testamentum faciendi curialibas lex ista tribuit potestatem.^ 

@e|)en »ir nun, waö ^tetmtd im (gbictum ^ttoütbrn tft ^e 
Serfaffer bt^lben geben im Xrt. 26. ben ^^alt ber L. un. Th. C. 
de bonis elericor. Ober ber Snterpretatie bo)u, fo»ett fte mit i(MMi 
Sfjrte äberein (mnmt; uitb ebenfb im Xrt* S7« ben SvH^dit ber L. nn. 
Th. C. de bonis decurion. «Äer ber 3nter})retttrto bajtty foweit fte 
mit ibrem Se^e fiimmt* 9lun blieben nod^ bie 3nf% ber beiben Sn? 
Uitiptttatwtyuif bie ber Sert nid^ "^attt, ju bigeriren. 2)ie Serfaffct 
bc0 <Ebicti]m faxten hmpxt&^Ube im 2Crt Si8. gufammen: „Facieu* 

^^domm testamentoram omnibus, quos testari leges penmt- 
,,tunt, damus latefr) Iicehtiam.^' 

SSSer an biefem Sufornmenbange ber gebadeten Zttt. 26* 27. 28. 
ntd^ i»eifeln fknte, ben Aberjeugen t^iedeic^t folgenbe an ftd^ unbe^ 
beulatbe SBbtcien* 2>er ZuA ber L. un. cit. de bonis clericor. 
f^^ 9en ^^monachus aut mulier, quae solitdriae ykae dedita 
„est/* bie 3nterj)retatio ftberfefet ba* „religiosi vel rcUgiosae." 
^aS Sbictum bat „religiosae personae/* of enbar eine gt&dF (id^e fSexs 
einfacbung bti TluSbmdi ber Snter})retatio* 2)ie L. un. cit. de bonis 
decurion. i)at „decurio/* bie 3ntet|>retatio y^curialis** mib ebenfo 
bad Sbkntm; toai fr^ilid^ nidj^ gut onberd fein fonn. 



fUbrisen» !o«mi( titecbings ber ttneerftid inrffd^ ConMiMrttdfitiift mib Mofcr 
SenDcifuflg aus einer €Hatt {Ei. Theod, art. 111.) Mr, ttab tti4t mtiiber l^ie 9er< 
»eifttttg an eraen befümmten Oit |in (He Sidfonif^ctt Safeli; Vtr. in, 4/). 

l>) -«(e 14^ ten 3«ro»»eit(«nd mit ber tq: fKonona SBiftgol^ixbim bcnerft bttt^ 
glaubte i4 b!e€ „l«te" .otfbers c«fllteii s« fteimu 8^ «atei ( ^. ia £^ 



\ 

X 



tf 

V. 

Pauli Senteit ree. L. V, Int. ad h. L Ed. Theod. ait. 43. 

üL 15. § 5. 

„Qui false vei varie testi- |,Hi qui fabe vel va- 9,Qiii varium aut falsnm 

„monia dixerunt vel utri- „rie vel ab utraque „testimoniom dixeiiot 

„qua parü prodiderunt, aut „parte testimouiuin ),aut utriusque parti 

„in insulam relegantur aut „dederint, in exili- „prodiderint , in] exi- 

„curia snbmoveDtur/* ' „um deputentar.^' „lium dirigantar.^ 

^te 93eietd^nung beS 83etbre(!^en8 f)at baft (Sbictum xobxtlxä^ ma 

bem ZexU, felbjl hai fmniofe utriusque ftnbet fttl^ tn t>tet «^anbfd^rtff 
tenc); bte Strafbefümmung t|i abet; abtoetdjwMb Don ben ttnterfd^eU 
bunsen be6 Ztxtti, genau bet Sntery^retatto nad^gebilbet 

VI. 

L. 1. Tb. €. de repnd. Interpret, ad li. !. Ed. Theod. ait. 54. 

(HI, 16.) / 

„Placel amlieri non li*» „Levi olijectione matri- „Passim natrimoDia 

„oere propter snas pra- „monim soivi prolNbn- y^diisipari im» pati» 

„vas capiditales oMiilo „tor „mm* • • . 
„repudimmnittere.... 
ffUec v«ro maritis per 
y^gaasconque occasioBes 
„lixores suas dimittere 

„. . . . Si homicidam vel „nisi forte eum aul ho- „Si maritus aut homici- 

^^medicamentarium „micidam aut nudeßr „da dJXi'maUficus aal 

„vel sepulchrorum dis- ^^ciun aut sepulcri vio^ „sepulcrorum violator 

^^6olutorem marilum „latorem esse docue- „ab uxore in examina 

„smint esse probave- „rit ^ „fuerit approbatos. 
„^^c • • . • 

„« nasculia ^suR , si- „qnod^^ a vira nctlieF „maritus ^loque bis 

«^pndhon mittaalv „repeüatur, nee ipse ^^riminibue convi^ 

^fhaec Iffia crimina in- „nisi cer^ criminum^ ^ctii/7» merito dimittat 

„quin conveniet , si „coni//iicerit <Q , pro ^^axorem , si adulu- 

^^moeckam yel medl- ,^evi ut assolet, jui^o, r^am^ simaleficam, 

^^camentariam vel „repudiare pennittitor, „vel etiam quam vulgus 

„conciliatricem repudi- ^si fortasse. o^/^e- n^pydlat aggagulam 

„are vojuerit . . .^^ „ram aut meUeßcam ^4> jndsdo poCoerit ap* 

„ast oonciliatrioRn ea» . ^^proban. 
i^prolmre saflleiat.*^ 

«^ ßaenel Varietas scriptorae ex Pauli codiobus. 

d) f$o (ot ein (SobeX/ antere ^^eam docaerit.'' Gorpns Xaria Rom. Ante- 
jnstiiuaiii Bonneni. not 9. }tt biefer 6t(Qe. 



L. 2« eod. Int 1. 2. eod. 

,,Siiper - rettttioni'- ,,propt^ communea vero 

„bus autem dotiom ^^fiHon, %\ fueriot, ea prae- 

,,propter //6^ro« ju- „eepit observari,- qaae in 

„ris antiqni praeci- , Jure de retentionibus sta- 

„pimus cauta serva- „tuta sunt • • . 

„ri dotissuae ^^et dotem revocabit et 

^ycompoa sponaa-- „qaod ei maritns in ^ponr 

^^iem quo^e obti- y^aalitiam contulerat lar- 

,,neat largitatem.^' j^gitatem, vindicabit^^ 



^et titnli otribsfpie pro- 
fprfetatem secundnm 
,leges filiU emn ju- 
,b'enius servare com- 
^muniBtu 

yH dotem recipiat, 
,et aponsalitican lo- 
,£ro babeat largita- 
,tem." 



«^ter tfi; au^ev meieren &bereitifttxnmenben iEBorten unb A^nltd^en 
3(u$tiit(f öwetfen ^ bie gletd^fdrmfge 3(enbemng t)et IBejetd^rrnngSnoorte 
fftr bte auSgenpxnmenen je brei äSerbred^n gatt) augenfällig. $&¥ ,,yel 
y^medicamentarius vel sepulchreram dissolutc^^ beS Slejtte^ ^^ 
l)(tt 3ntcq)YetattO unb SbiCtum ^^aat malefi^us aut aepulcri (cro- 
„rum) violalor," gfir „moecha" unb y^medicamentaria^^ be6 

aerteß ^oben befbe SReccnftonen „adultera" unb „malefica-" 

2)er „sepulchronim violator", unb bie „adultera** fmb md 

ber 3nteq)retatto aud^ in bic 8e)c «omana »utgunbionum (Tit. 21. 
cf. @ot)ign9 ®cf(Jic&te II. § lo. not. 6Ö fibergegangen, nfd^t je^ 

boc^ bet „nialeficüs, malefica/^ welche „veneficus, venefica" ge^ 

worben ftnb. ©fefe Zbwefdjung tjl t)on SSebeutung; fte jefgt^ baf 
bte iSBurgunbtonen bebad^tfamer arbeiteten, afö bie £)flgotl^en,, benn fte 
geben baj „ipedipamentarlus** b^8 Sejcteö in einem anberen, t>let 
leidet i^rer 3eit gebrdud^Iid^eren Äuöbrudfe treu »ieber, nnll^renb male- 

fious t\x^(&, n>enn au(^ SBerwanbte«^ (§ 5. L de publ. jud 

^ef fter arinu 81. § 274. not. 2.), bod^ wefentßc^ Serfc^iebeneS be^ 
beutet, ndm tid^ einen 3«iberer e). — 3n ber gejtr äBurgünbionum 

e) SDaS beweift »or TfUem Ed. Theod. art. 108. „malamm artium copsdi, id 
„est malefid." ferner JBd. Athalar. (Var. IX, 18.) „Maleficos quoqae, vel eos qoi 
„ab cornm Aefarüs artJbus aliquid crediderint «xpetendum , legum scveritas in- 
„sequatnr. Quia impinin est, No» Ulis esse remissös, quos coelestis pietas non 
„patitur impunitos. Qualis enim fatoitas est crcatorem vitäe reUnquere, et se- 
„qui potius mortis auctorem.« in «crbinbttng irit Var. IV, 22. „Intolerabüis 
„excessus est, qoi supemae majestatis afFectat injuriam, et . . . reverendum con- 
^jtempsit aüctorem. . . . Versari non licet in magicis artibus.'* — L. 3. Tb. C. 
de maleficis (IX, 16.) „magicis acdncti artibos," bie Snterprctötio ba}tt ,,inale- 



(Tit. 34. c. 3.) tfl Mr Stt^tifali feU^ft mfititlxdf t>ftdni>evt, Mfy ftm 
tet fttl^ aud^ ^xttÜt SufammenfieOung ,,adaltera, malefica, sepul- 
„croram violairix/*' — ZU fclbjidnbigeö SKoment för bte jEBenu^ 
Itmg ber SSBejIgot^tfi^en 9Iecenfton tfi nod^ barauf aufmerffam, ju tna^ 
^en^ baß bod 9t6m{fc^€ Stecht ju Sbeoboric^ 3ett in btefem $ttnfte 
tuv^ bie SotifHtutton SEbeoboftuS be$ SAngeren (L. 8. I. G. de re- 
pudiis. Y, 17.) wcfentltd^ umgebitbet xoat, auf, xotli^c Umbtibung, 
eben nad^ bem Sorgange bev SEBejIgotben, boS @btctum (eine dtudftd^t 
genommen t)at 

VII. 

L. 4. Th. G. ad Legem Interpretatio. Ei. Theod. art. '77. 

Jaliam de vi. (IX, 10.) 

„Servos, qui fecisse „«$i servi. . . confes- „Si servi de irrogata 

„violeniiam confessio- „«i vel convicti fue^ „violenüa convicUfu-, 

„nibos testium aut pro- ^^rint violentiam com- ^^erint aul certe am- 

„priis docebnntur . • .'^ „misisse.^^ ^^essi,'^ 

VIII. 

©er Art ii7. tfl fafl wSrtltc^ au8 Paul S. R. II, 31. § 7. 
nur fagt 9>aulu8: „servus noxae dedi polest ^^^ bie SnterprefatiD 
fe^t bafur: ^,dominas eum tradere debebit,^^ ba8 (Sbictum b<it: 
^^dominiis eum noxae dare cogitur," — üRerfwftrbtg ijl, bap 

bie Seit: 9lomana S3urgunbtonum/ toeld^e ben' @a6 fär fläd^tige ©Ka^ 
t)en fperiaßftrty mit bem (Sbictum nvS^t nur in bem eben ertodlS^nten 

y^cogitur^^ (L. R. B. Tit. 15. lin. 4. ed. Barkoto: ,^cogendus 
,,est*0> fonbern aud^ in bem ^^pro sua qualitate^^ (Ed. Theod. 
art. 117. cit. L. R. B. 1. c. lin. 2. 3. ,,pro sui qaalitate^^) über^ 

etnfümmt SegtereS ifi burd^ einen S3(idF auf bie Snter))retatio («^pro 

„fici.'' L» 4. eod. „Ghaldaei ac Magi et ceteri, quos maleficos ob facinoriim 
y^magnitadinem yulgus appellat." L. 6. eod. ,,Magus vel magicis contamini- 
„bns assoetos, qui maleficos^ yulgi consuetadine nuncapatur." «Den ©(gcnfa^ 

ju yeneficiu \thi ^tc (150 Z^^^^ iüngece) £ex aBiftgot^onim beutli^ hervor. Lib. 
VI. tat. 2. „De maleficis ac consolentibus eos atque yeneficis.'^ ~« (art. 2.) 
„diyersorum criminum noxü diyerso aunt poenarum genere feriendi. Ac pri- 
„mom .... yeneficos , id est qui yenena conficiunt , . . . m9rte .... sunt pu- 
yyiiieiidi/' art. 3. „malefici . , • dncentenis flagellis publice yerberentur.'* -*- 

649n eattoriue a. 0. SD. 6* 295* bemetft bie ^ier an^i^^füt^rte SerMiebni^eit 
%t%ta bie Kntoritdt be^iSot^ofrebuft Gomm. in L. 1. Th. C. de repud. (III, 16.) 



^,qualitate &cti^) «i tte GteKe brt ^,pro sni quMxtitate^^ M 
XifM Qttxttttt* 

IX. 

Pmd. S. R. L. IL Tit 31. § 2* InterpreUtio, Ed. Tlieod. art 120. 

„ Doxa eoim capol se- f^qoia noxa «#i»- ^^oxa eaini semp^r 

^^futm^^ ' ,9/Mr capot se- «fCapiit aequitor.^ 

X. 

Paul. S. R. L. I. TiL Interpretatio. Ed. Theod. art. 152. 

15. A. § 5. • , 

^eterioremservom „Hae duae jsecnn- „Si aUi)nas servus ab aliqno 

f^focit, qai fugam f^domLegamAqailH „vel rusticns occidatur, in po- 

f^aoaseril et «pn fop- , ^amsiiiiileiiipoenam „testete habet domioiM^ ejus« 

„mm, et qui mores „habent, st cum bis, „aut crimiBaliter tie pbnoxii 

* „ejus öorpnsve cor- „quaeanimoveleor- „morte agere et bomieidam 

„rnperit. § 6. Qui i9pore corraperont, „capitaliter accosare , ant de 

„aacillam alienam „alia similia manci- „damno certe amissi mancipit 

„virginem comipe- „pia bajusmodi „civiliter actionem proponere, 

„rit, pöena Legis „praesumptores ex- „ite ut pro udo servo occiso 

y^quiliaetenebitur.'^ „solvant.^^ „duos tales recipiat.^^ 

jba 2)tq)Iitm ber Tittxo 6ert»{ cormpti tf in bet Sntnpretatto imf 
bk Ser 3Cqui(ta gutfidPgefäbtt/ mt> Am\o im Sbictum („de danmo^'). 
hierin liegt eine Semonbtf^oft biefer beiben 9lecenftonen /'). Sin 
onbereS f&r bie fBemonbtfd^aft ebenfo bewetfenbeS SXoment beflebt in 
bet bHfi eigentbfintltcl^en Xuffaffung M UxfSRnUiplkation }u @runbf 
liegenben @mpUxm, xotli^e beiben Steeen^onen gemein tf!, inbem 

f) Unm^glid^ fotin man mit (R^on annehmen, bie Qrideat^ümtid^fett ber Yeti« 
Se^iS VqttUiae, büf bei i^t bie 64^<$nttg wegen ber fünflli^en 9erei^nttag M 
gnmblefilidben deitponft^, bm wahren ffBert^ ber 6a4e überfteigen fdnne, (abe bem 
i^erfolTer beS (ibietnm bei ber Seftfe^ung be€ Cuplmn 9ürgef(b»ebt Sie!me(r ^ 
er offenbar an benienigea Srfblf gebaut, ibel^er an^ no^ 9t6mif4em 9te4te bei 
Mbtnad eines efkioen bttr<^ ^94if4e dinnirenng eintritt -- 0« fann ni^t auf* 
fObOL, baf bie SermtfAuns ber Tfctio Gervi cemtpti mit ber ^egiS Kqntliae M ^^ 
ftt ber ^exOtomona ntinenflS finbet* L. XXnT, 16. „Qraoamqiie homo a!i«fn« 
„sermm fvgSre docoerit , aut fintam ^M^ere , aut alienam aaoinam per fortia« 
„ f ugbi e in conniperity aecmidnm legem AqailienBem jaÜcentur." 



gl 

Nm tiefet fe(bfi t>erbo))))eIt; alfo gewtffennaapen ald fmgii^l betrad^ 
xoxxb. iDaffelbe ftnbet fUj^ nod^ m anbeten Stellen be< Sbtctum: 

art. 70« ,,aliud mancipium ejusdem meriti/^ art 80. ,,tres alios 
y^ejusdem meriti et tpsum/^ art. 84« ^^ipsum • • • et ejo^dem 
„meriti atterum^^ • • • ^^praeter ipsum • « • tres alios/' 

Ttxibrct @te0en^ n>etcl^e m^ fd^n fbt fiä^, fonbetn nur n^egen 
ber Qomftmi bet betet» aufgefübtten, twn ®tm(fyt {tnb, ftnb f^U 
genbe: 

Ed. art. 20. coli. Int L. 3. Th. G. de rapto (IX, 24.) ,,filii 
^^legitimorura.'* — art. 68. coli. Int. L. un. Th. G« de inquiL 
(V, 10.) „novellae legis." art. 74. coli. Int L. 1. Th, C. de 
fructibus (IV, 18.) ,,ex die/^ ^^sumptus et litis erpensas/^ 
„pulsatus." — art. 82. coli. Int L. 6. (2 brev.) Th. G. de li- 
berali causa (IV , 8.) „ingenuus ," ,,praejudicium ," „de inge«* 
„nuitate." — arU108. coli. Int. L. 4 unb L. 7. Th. G. de ma- 
leBcis (IX, 16.) „capite puniantur." 

Sollfommen entfc^etbenb ftnb aud^ für bai bxSf)tx Säettad^tete bti 
betben ©teilen , toeld^e je^t ben>eifen foOen; baß bte SSerwanbtfd^aft 
iXoxfd)tn (Sbtctum unb Snterptetatio nur atö IBenu^ung bet leiteten bei 
bem etfleren gebad|tf tt)erben f ann , tnbem ein Sntfieben 'grabe btefet 
betben @d^e M Sbtctum ouS >er <mtpt)er|}anbenen) 3nteq>tetatio ftd^ 
}etgen Idft; wdlj^renb eine umgelebrte @inn)ttfung unmöglich tff. 

XI. 
2)te L. 4. Th. C. de usuris (II, 33.) befiimmt, baß, wenn 
Senatoren Stnfen übtx baS tbnen erlaubte Waa^ (dimidium cente- 
simae) ndbmen, folc^e auf ba^ ßapttal abgerechnet n^erbett foOften* 
Zuf btefe SBeife f onnte e^ f ommen , baß ba§ Kapital ganj üon fd^on 
ge)ab(ten/)u b^f^m 3infen abforbtrt würbe, unb btefe aS6gltd^feit 
mod^te ben SSerfaffern ber Snterpretattoüorfd^weben; als fte bte S3orte: 

„Quinetiam si quid praeter tnoderatam nostri numinis defini- 
„tionem fuerit flagitatum, imminuendae sorti pro hujns legis 
„auctorltate cessurum^^ fo interprettrten: „Nam si amplius ab eis 
„fuerit requisitum, sciaul se Seiiatores, boc quod commoda- 
„verint perdituros.^'^ 

@e ftonb benn ()tet eine ®tr^e M Bif^9m^ttt ifcM^ nur 



bet @(na(oten)^bie bem SÜmifd^en Sed^e^) tttrd^aitS fremb iß. Iba 
tcm Sd^Iufie b^er unridi^tigen 3nteq>tetatu) ifi nun tutd^ SBetbiitbittig 
mit b<in 3(nfange btt L..2. eod.A) ctttfloiiben : 

ort* 154* yyAmittat sortem debiti creditor^ qui ultra legi- 
^^littiam centesimam crediderit a debitore poscendum t).^^ 

®ot^ofrebu« k) ffitlt btefeti Xrttfel für ®oti)\f^ Stecht tmb bte 
SnteY^retotto. f6r. eine abft^fltdEie 3(enbeTung be6 ZtxM* Sie $ ifi fc^n 
ms fid^ untn^rfd^einlic^; weil mber baS (Sbictum no^ bte Seic Sto^ 
mona Sßtftgotborum fonji eine @pur ®otl^if<l^en Sted^td ent^dlt /) , unb 
weil, bie 3nter))tetatio juc L\ 2. bepben 2itel$ felbfi bie Sl&mifd^e 
©träfe bed SSierfac^en.audbräcFt 6S »irb ober aiiöbr&cnidi^ burd^ bie 
Sex SßiftgotboTum m) wiberlegt; benn n>enn bie ©otben einmal einen 
®otl^ifd^en fRtd)t6\a^ in bie f&r bie $rot>iniia(en befümmte i^x fRomana 
l^ineincorrigirt iiittcit', fo wäcben fte nid^t ben baburd^ auf et Tinrotm 
bung gefegten fRimif^m fär ft$ aboptirt ^obm. 

Stbon m6^te glauben , baf bie Snterpretotio bie £lueQe unfereS 
2Crti!etö fei, unb bo4^ fe^t er boS Sbictum in baö Sabr 500n), wel^ 
d^6 gang unvereinbar ifi, man nebme benn an, baf bie, mit ber ZM^ 
drbeitung ber itx Stomana SBiftgotl^orum beauftragten @e(ebrten fedbs 
3a()re t>or SSodenbung ibrer 3Crbeit biefe glätflic^e 3nterpretatio ber 
L. 4. cit. briefli^ nad^ Stalien mitget^eilt liittm* 



g) nUatiV^ cor Now. 32. 34., tteUet^t gar DOt Auth. Ad haec. G. d^ usuris 
(rv, 32). ©enn »q8 L. 1. Th. C. h. t. »erortnet, ifk Hint ©trofe m llc^mcnft 
}Q to^er Binfcn» 

A) ober ber Snterpr^tio ba^iu 

i) Qianh baffelbe 9){ifocrfle^en ber Int. L. 4. Th. C. de usar. ftnbet fI4 n^r!- 
loürbii^er Sßeife in ber £ex fiHomana Utinenfte L. II. tit. 32. „Nam de alia pe- 

„conia, quod anas aheri praestat, qon plus exinde recipiat nisi centesimam 

,,portionem<< (!) (@obett ifl eft L. 1. h. t., cf. au^ bte SnfcripttonO ^,et si am- 

„plins exinde exire yoloerity omnem rem, quod dedit, perdat.*' 

h) Comm. ad. L. 1. Th. G. de usur. (U, 33). . 

Q ejdvianQ, ®ef(ii4te beS 0t. 0t* in m*X* U. § 18« Zcxt lur 9toU e. 

m) L. y. tit. 5. art 3. • „Antiqua. Si quicunque pecuniam commodaye- 
,,rit ad usnram y non plus per annum quam tres siliquas de oao solido'^ (cf. 

Int, L. 2. Th. G. de usur. [II , 33]) „poscat usuras Si qois autem contra 

„ordinationem hanc fecerit , eam rem quam commodayerit , recipiat : et quae 
^^cantae fuerant, in nuüo solyantnr usurae.'* 

n) Comm. ad arL 134. — • PraefiKt. p. V. 



33 

SAe anbete^ l^iel^er ge^ftrige @ttVit ifl bet Tlxt 37. „Intra an« 

„niun mortis mariti nulla ad secundas nuptias migret : sed neo 
y^furtim se misceat illi, cajus post annum erit uxor fatura, quia 
,,leges videtur circum^cribere roluisse. Idcirco utramqae per- 
„sonam stupri ream esse praecipimus« Quam querelam damus 
yytantxim £liis et propinquis, ut quod in talibus eausis legibus 
,,competit, exsequantar*^^ 

2)ie L. 1. Th. G. de secundis nuptiis (III, 8»), OUS XOtlfyt 

er gejloffen ifl, befltmmt; ba§ bie gfrou, mlc^e boS Xrouetia^ ^ns 
le^t ; tnfamtö werben unb bie iucta nixptialia üerlieven foOe — ju xotf* 
fen ßoxtf^AU xoxxb nxdft gefagt S)te Snteqxetatto fe(|t ric^^ttg o) f)X}^ 
ju : • jum SSort^etle ber Ainber erf!er &)t unb in beten Gvmongelung 
jum SSortl^eile bec ndc^flen Setwanbten . bed SRamteS* Sm (Sbictum 
nun ftnb bie ©trafen M t>erle(|ten SraueriabreS ntc^t au^brfidt: bie 
Süittvot foQe ,,stupri rea^' wtxim. ^te Strafe foQe aber nur eintre^ 
ten auf 83ef(agung ber *%inber unb SSerwanbten ; eine Seflimmung, 
toAä)t nur für eine, ber (9{6raifc9en) ©trafen rtd^ttg ifl: benSertuji 
ber ?ucra nujJtialia^ — 

& tjl ftar, ba^ bie gebadete IB^ßtmmung xoo^l aui einem SRifs 
oerftdnbnifle ber 3nteq>retatto , ni^t aber aM bem Zixtt ober umge^ 
febrt bie Snterpretatio au6 bem JTrt 134* gefloffen fein (ann. 

«^iemad^ muß boä (Sbictum in ben Sauren ))ön 50& big 526 (bem 
Sobe^ial^re 3:^eoberic^'6) üerfapt n)orben fein, ^en Flamen be$ Zb^ 
faffere fennen wir nic^t: 9{bon'6 SBermutbung; ti fei (SafftoboruS^ ge^ 

jiuftt ouf JRitter Praefatio in Cod. Theod. Gothofredi T. II. 
confici jusserat imprimis studio Gassiodori Ostrogothorum 

Rex £dictum'< ifl ganj grunblod* ®ie wiberlegt fld^ leicht baburd^^ 






o) ©oS beweifl bie UctJcreinfKmmung ber Nov. 22. c. 22. pr. Unrid&ttö fjdft 

es in <K6f4en Sodefunden § 713« fie oetUere „TCm unb 3(^(9/ n><t^ fte t>ott bem 

,;üerftotbenena)lanne erhalten ^aht sund^fl sumSort^ette if)rer X&cenbenten, iDeftcen* 

,,benten ober (Sef^totfler, in beren Srmanglun^ aber ittm ßort^^eüe be6 %\BoiiJ' 

{>ieran ift unriii^tig , bof Jtinber ber gemeinfornen 6^e ni^t bon anberen ©eftcen« 

benten unteifij^ieben »erben, femer bof TCecenbenten , iDeScenbenten unb (Sef4n)i|ler 

„ber grau" fkott /,beft terftorbenen SRanneS'' genannt »erben« iDie L. 1. C. de 

secundis nqpt. (Y, 9.), mh »el^er bet 3rrt(^un entfianben/ fi^rt^t übriaenft nur 

«>onS)emiemden, »aß ber oerflorbene QXann ber Srau Utt»iUid ^interlaflen (at, 

alfo nament(i4 ni^t bon ber A>onfalitia ^rgitaß« ^ 

0. Ol&ben r« fU. 5 



S4 

ta^ SofftoboniS aüt 9>rotu(te feinet offtcteOen Seber mit einer ; t)on bet 
tlhfttt&i^n aSu^e feine« laitti btekn^itm, ffioaftdnbiflteit in ben 
Sariae gefommelt l[)at, boi Sbictum aber ftc^ weber f^xtx noc^ fonß im- 
(er iem 9{amen ober ben SBerfen bejfelben brftnbet p)« Sm ®egen^ 
tl|)etle ließe ftc^, ba cd feinem B»eife( itnterltegt, baf ber grabe fungt- 
renbe £luaeftar @acri ^alatii (ober fein Dfftcium) bad (Bbtctum Der? 
faßti inbem grabe ba6 Sbtciren imiRamen M ^6nigd )u feinem Stifi 
fort gehörte 9), eine nähere S^itbejlintmung fär bai Sbictum and bem 
UmPonbe ^ernebmen, bap ^afftoborud nicbt ber SSerfaffer ifl; voenn 
toir vMbt baräber gan} obne ^iodSirtc^ XQixen, in »eichen Sabren Sega 
(erer bie £luae0ur Mrioaftefe r)« iDenfelben Sebraud^ Eimtten toix i»on 
her^^fitnif berSeitfolge bec einzelnen Spiftolen in ben £ibri Sariorum 
jna^, bcnn lum SSeifpiek Vor. III, 20. (cf. unten § 25. not. p.) 
nnb Vor. IV, 19. (cf» oben § 9« in f.) finb b&(|ft »abrfc^einlic^, unb 
yiLi\IV, S3. ifi entff^ebes alter a(8 bo« (Sbictmn^)) aOein btefe 
^enntntf febft tm gdnsiid^ 

p) Praefatio Variar. „Quod in Quacsturae, Magisterii ac Praefecturae di- 
„gnitatibus a me dictatum in diversis publicis actibus potui r^penre^', (^a§ 



tc 



QWtum n>ar gciDif nod^ niä^t loerloren) „bissena Ubroriun Ordination^ eomposui. 

. q) Var. VI, ö. V, 3. 4- Vm, 13. 14. 18. 19- X, 6. 7. SR a n f o ©♦ 380. 
r-i^irmon^e's 7(niiier(un$ ju ^r unten §27« oa^uffi^renDen ^teUe oud EnnodH 

vita B. Epiphanü (itt Sinn, Opp. ed. Yenet. 1728. Tom. J. p, 1014, not. a.). 

r) SRanfo e» 335. 336* 
*' s) Hn tie jguljen in ®enua treibt 3)ieol)cri(S : „Oblata.sapplicatione depo- 
„sekid, pmilegia vobi» tlebere serrari , quae Jadaicis institutis legnm provida 
y^crevit anti^ullas. Qno^ Nitia Kborittfr anmiimn» , qui jura veterum ad No- 
i^straip cupkaiu rer^r^tiain castodiii. Atqne ideo praesenti a«(:t<'x^t«jb9 cense:- 
.^03^ ut qaa^cunqne. Jegom statuta mQuaeiynt circa voa iUibata senrentur.'' 

fS^kt t)(unal& Mi^ ta& bbtctum t^rfaft fiemefen^ teffen ^^. 133. lautet: „Circa 

„Ju^eos privilegia legibuis delata serventur," fo f onnten tie SBittcn^en ni4>t umritt, 

f^ tarouf iu berufen ^ fintt auf t^ ,,proYida legum antiquitas /' unb ^^^eobcrtcb 
e«nnt( uttm5dli4 fddcn ^^pi^esenti jussione ^ecemimas.'^ Um^eFe^rt eann fe^r 
wobl bie S8itt( ber 3Hben eine §Dceafio bed 'KtU 1^. fein* Cf. unten § 28» not. A. 



III. Ott rici)% 2ln(tci)t wn im ttect|t«fu(kttdf tm ®i3U 
* 00tl|tfcl)en ileicl)e: H^ae llömtf(l)e Keriitix^ar dafelbft 
gmetneö Kfcl)t IDret 6rfcl)rankun0en. 

§ 6* 

iöai bi$\)tt aber baS (Sbictum Zf)iobtxki ©efagte gotfigt oM rtotfit 
tüenbtge SBotberettung gu bem eigcntlid^en ©rgenflonbe biefet Sl4Mevt 
ber Unterfud^ung übex ben Umfang bev ®e(tung bed 9t6mtf<^n 9Ie4>ei 
im £){}gotbtf(!^en Stricl^* 2)em (gbicfum ifl nunmibr feine €f teSe tto^ 
jDrt unb Seit angen)iefen nwrben; unb e^ fann je^t, abet aud^ et^ 
U^t, ali ©runblage fernerer gorfdbungen benu|t n)erbem 

9)tan wirb erwarten , baß l^ierDon nun gletc|| ®Avavi^ gemalt 
werbe ^ ba oben (§ i«) bie 3(ufmerffamfeit anf bad Gbktum bufd^ bie 
Ißt^auptm^ itUitet würbe , baffdbe bilbe b{e@runb(age ber bif^ 
gen, 1)ttt ju be(im))fenben^ Ztifid^t 2>iefe Erwartung wirb aber bii 
gum §• 16. bingebalten werben , benn e^ ifl notbwenbig, baf ebe lene 
Siberlegung beginnt^ bie neue Tinfi^t offen ibr Xnt(i| ^tge (§ 6«), 
unb ftd^ aber bie IBerecbttgung ; überall in bie Sd^t^nFen }u treten, 
auSweife (§§ 7. biö 15.)» 

^ie b^rrfc^enbe ÜXeinung, baß ftir bie ©ot^en unb Sldmer bäi 
Sbictum; fiber baffelbe binauS aber ffir bie t^erf^^iebenen Stationen oer^ 
fc^iebene«^ f&r SlAmer SlimifdJKS; fibt @otben ©otbifc^ed SHidft gegol^ 
tm b<>be (§ lOf ifi unrichtig* fBielmebr war t>on 2(nfang an^ unb 
obne baf fpdter bad (Sbictum eine 2Cenberung gemad^t f)&ttt , baS 9ti< 
mifc^e Sletbt gemeine« Stecht im Dfigotbtfc^en 9tei(^; bergeftalt^ baf 
ni(^t nur bie Slimer; fonbem ebenfo auc^ bie ®otben unb bie übrigen 
®eniianif(|)en @t<imme, welche Untertbanen 2b^obori(|)'d waren ^ ibre 
Slec^tSimbiUtniffe geridbtlic^ tiaif bem 9l5mifd^en Siedete beurtbeilen 
(ajfen mußten« 

^ bin iebo(|^ geneigt, biefer lBebau))tung; für weld^ fi^SSt^ 
weife in einer für Sufiihibe fo entlegener Seit ungew6bnlic^n Tfnjabl 

3* 



36 

beibringen toffen , eine bretfo(|e fiSefc^rdnfung l()in)Uiuf&gen* Zm^xoe^ 
nigjlen S3ebenfen f^at bie erfte^. n>eld^er man fo^at, n)enn man will, 
bad ^tdbicat einer IBefd^rdnfung gonj abfpxed^n tonn. SBenn ndm^ 
li(^ unter jwei ®otben ein 9le(^töt[)erbdltnifl {weifetbaft xoüx, fo fonm 
ten fte unfheitig burt^ m Sompromif bie Se{)fieIIung beffeJben einem 
britten @otben auftragen, unb bemfelben t)orf(^reiben ^ fo ju t)erfalbren 
unb }u urtbeilen; nne er afö SÜd^ter nad^ ^etbifd^dm 9tec^te i^ttt toer^ 
faxten unb entfd^Hben m&^n. Xuf biefe SSeife n)urbe bemt aOerbingd 
bem ©otbifd^en Steckte eine gemiffe 3(nn)enbung ju W)til XQein 
ebenfo konnten t>on jeber ^wei 976mer in berfelben Sage bem TlxhiUt 
irgenb eine Siegel t)orfi$retben, »eld^e nid^t bie bed fRimxfd^m Ste^t^ 
ii)ar; ,unb n?enn mm biefe Siegel (zufällig ober abftd^idEf) bie eines am 
bfren Sled^t&f^llemS; ttma beS @olonif(|)en , mar, fe wirb b<mim9Iie^ 
manb eine ©ältigfeit be$ ©olonifd^en 9{ed^ neben bem 9limif$en be^ 
^\^Un m&gem iDeSl^alb braudf^t man SeneS, n>ie eben ixngebeiitet 
piiix% mm^^m £)figotbifd^en Sleid^e oud^ «u)d^ fo oft t)orf am, Feine 
fi3ef(^dnfung ber auöfd^ließlid^en ©eltung . bed Si&mifd^en Sted^tö {u 
ttennen; im J@egentbeile i(i eS grabe baS, biet Jm SRaterialen ^einer ge? 
nnf[en S93iat&r ®))ielraum laffenbe, Slomifd^e 9Ied^t, iotl^i in äOen 
dbiefea Sdden gur ^Cnmenbung fommt, wie bemt aud^ j^injugebac^twet:! 
ben mufl, baf bad befd^'ebene SIefultat üon ben ®otben nur in ber 2Crt 
uhb SBeife b^tt>orgebrad^t werben f omtte, in weld^er baS Slömifc^e Siedet 
boiS 3uflanbefommen eines €ompromifeö .gemattet 3ur ndberen SSe^ 
f^mung, wie i(^ bieS. mflebe, uni ivm üBewetfe^ wie eS ftc^ mit ber 
2(uSfd^lieflli4)Eeit beS 9I6mifd^en Slec^tS t^ertrdgt, fe^e.td^ bie L. 10. 
Tb. C. de juri3dictiane (H, 1.) ober L. 8. Jast. C» de Judaeis 

(I^ 9.) ber, in weld^er bcfi Sldmlid^e t)on ben Suben befc^delien. wirb* 

yyjudaei , Romano et communi jure yiyeates de hia causis, 
,,quae non tarn ad superstitionem eorum , quam .ad fomm et 
yyleges ac jora pertinent , adeant solemni more judioia omoes- 
„que Romanis legibus inferant et excipiant actiones : postremo 
^,sub legibus Nostris siut. Sane si qui per comprömissiixn ad 
,,similitudinem arbkrorum apud Jud^eoa vel Patnax*chas ex cou- 
^ysensu partium in dvili duutaxat negotio putaverixit litigandüm, 
,,sortiri eorum Judicium jure publico non yetentur. Eorum 
y,etiam sententias proyinciaram Judices exequantar tonquam ex 
^^aententia Cognitoris arbitri fuerint attributi/^ 



57 

to<a. tiefe annimmt fBettatiitüng miMfUi^r obir Jn^n tefUnrintc) 
nidfti beftoweniger bleibt fte itabebenßid^ ; ': ./« i m, ' : j .: . 

eieriitoeifel^afterer 9latitt: t^i. 4&'))»lfte:iBtfcMii?in8' <S>^ 
SIeclititiifittiiteii xmi$ ein . t)ecf(|^ebettes iStab; Don <2(to$rtti^eit . iatb 
SBanbelbarftit )ug€fd^rieb.en werben^ unb M rUefiiB^jDitaotig'ltoettei 
bieSofUtute beö f^^genannten ffmniltenitd^tt ticrmfigr -t^r JttHd^ 
®nmtl«ge g«n) unten an ju^b^n Itmmtxu: S)fnn;iat»mbie &ttt ctr 
na fßoltti ^on TtUtm, roai tbmdgentlilfimlit^.grbiftTiV^^^^^nMrnt^^ 
tß; fo baf fte felbji eine JSerdnbentng be&®lmibln«iBtm seraimie;'3eit 
ftbeibauem fann, fo fann man nitbt umbin^ eine ^Ihkiicbe Sevdnbetung 
berienigen 9ie($it9inftitute^. toeld^ rei^ :eig(ent(i(b> in. be» SStbrn ber 
®ittt tßvxitln unb ftd^ mtt wenig äber.ibn etbeb^n/ bei beix^Iangfänv^ 
ren Umn^anbbtng ber @itte felbft^ #r un»obvfc^(inIi(b ju eiKdreti. 
@o iji au(b bad Stimifd^e Samifieniecbt^ mtr mit bebrütenberen SRobift« 
cationen ; äü bei anbeten @attangen ber Steiibtötierbdfbiiffe t^oebnmttn; 
in bad neuere gemeine SIecbt übergegangen« ^ glaube bober^ baf 
bad 9(miUienre(bt, obgleid^ }um3ud pvbüinm gebitig unb alfo bei^flSe^ 
banbiung burd^ Q.t>mpxow$ nicbt fdbigr bei ben SDfigatben mnt in einem 
befcbrdnf ten Umfange t)on 9i6mifcben Siegeln bebenfcbt würbe,/ eben 
wie fte Stimifcbe ®pxaü)t unb ®ftten nttrjnbtfklMrdnftem SRoofk am 
RabmeU; unb burd^ ibr ©laubendbefenntht^.Don ben f atbdift^en 8t6^ 
mern getrennt blieben a)« XAa iji aBerbtngö eine wirflid^e flSefid^dn^ 
bing ber auSfcblitfifid^en ©eltung beeSZorniftbotSed^, wobei man 
iebod^ nidSit t)ergeffen barf ; baf biefem fflbji: eine gewi(fe S>uIbfam&Bit 
in ber gebadeten SRatetie nidSit fremb ift, j. SS* Nov;; 117. c 4. . 

X>aß Serb<Utnifi biefer ^weiten JBefd^rdnfünQ }u ben Idmfkn ifi 
folgenbei : im Sbidum f ommen unjweifelbaft t)dter(id^e @ewa(t unb 
mebre in berfelben liegenbe Sefugniffe i^ot; melietcbt aud^ Sutel. (Cf. 
unten § 18« not. c.) %tttKt em gtemlicb tooSfIvmbigea Sb^redi^t: 2(rt(. 
56« 37« 54; Sb^erbote, Sraueriabr, ©dj^eibungdgr&nbe; 2)09unb 
f))onfaIitia Sorgitad (cf. Xrtt« 59« 153«), SBerlibnii (Ztt. 92.)«— UM 

itm 2Crt« 18« ^,Si parentes raptae^ aut curator ejus, quae mi- 
„nore aetate rapta est ** barf man folgern, baf nur bie SKinor 

a) U^ber btefeiBerl^&Itmlfe oerbiettt na^^Glefttn ju n»rb(it '6 a r t« r i u fi «$top» II. 
B*. 18-— .24» SBeflen 4>etmt^eit ^oif^Hirn (S)ptbut mit 9ieiiietit tfl ^u üer^Ieii^t ium 
ten § 27« not* a. 



einen mnittoti^m, ^bc^Of» cm Ictotfldn0lti|eS ®d^tt|Md^Unl9 fäv 
bte %tmvn nU^/bc^anb; ttrhniben (cf. unten § S5« I. IL) begeugeti 
baivi, baß Stauen ol^ne SRui^fcttttei» |)aiibebu — dnne GteOe beS 
§^oboiuB f^iebit jbieiffirenbQung bei aRunbhtm biml^ tnbmtbueOe 
Steife antjttfpmi^fn;» btefer ®(^ n>ttb im § 25. (IL) geloben n>et- 
bem 3n einet «nbiaen @SteSe (Var. V , 32. cf. nnten $ 25. not. L) 
f^nt ein 3it4tTC#r. be< Sotüfclen «B^enuume« Aber bte Qt^tftm i^or^ 
{»fommen^ tootec. man an SRmtbtmn maritole benlen (asm, wtb boju 
paft vokbitf ha$iA ber ®cl^en(nng einer 3otl^ im S^iftt 5&3 i^ 
Cbemonn o« mi(i(^ffibelnb aufgeffil^tt n>ttb (unten § 26« VII L)« 6nb^ 
Ufl^ ffcmte man aitc| fJ^fgenbeS l^iet^er Zedent 3:il^oberic^ ^ttt fetnet 
Gd^wefkr ^Cmolafiiba bei i^et Qerbeivafi^ung mit bem Sanbolettftotge 
Ztrafamunb Ue flSuig JStt^boeum onf Sidlim gefd^enf t i)« XU mm 
SMiTacto» ba< SSonbalenteid^ bem JD^nrifc^en einoeileibt ^t , tm^ 
langte tt, bte ®otl^ foUten il^m Stt^boeum, att |>ettinen) beS iSSon^ 
btttenfeii!^, iimiimau S>ie Sotten emieberten: 

$1 QtüäiQtxl^ %rlv dÖBkgf^u v^ BtafäÜianf ßaaiXü iwomovceof t&v 

Tiifft SuiuXUt^. JjKsrofloiv! bäktwst xq^'fy^cu ^ ov6lv rotm n^Sy^ut, 

^vSl 7<(9' cry xo^za £isatoifiixro$ vfiTvc) tt|/o»0fv pi^oi. 

{Pracop. de b. Vandd. II ^ 5* — p* 4S3. ed. Bonn.) 

9en>Al[)nIkl^ Mtfh|t man biefe 2(nt»ort fo: Stad^ ®otl^f(^ 

Siebte fei bte SBetdufmmg eines Zivile« be« Stlenitortum unjuldflig d). 

@<^bam wärt ed; fte oon bem ©ermonifc^en Sle^^tSfa^, baf bec 

SRonn ben SBeraanbtest bet Stau bog SRunbium abzulaufen l^abe, alfb 

linr^itstfi t>on Seiten bet %tm nid^t borfommen fimte, }u uetfte? 

ben, uflb bann wdte biefeS %attvm %xzx «n redeten £)tte etmdl^nt« 

3(Qeta i(^ glaube, bo^ beibe fihrKitmigen gleCd^ xoWlkAxd^ |Enb* S>enn 

mit betfelben Seic^igfeit tiefle ftd^ in ben jXij^t, bet üon einem a^tten 

(3iatl[)ifd^n 9M^e gor nid^t ^tid^t, fbnbetn nut bie (nunmel^rige) 

3ttelet)an) beS htiksvas t^a&ai Den ben @Mben behaupten (dfK, eine 

SM teceptitia l[)tneinintetptetiten. 2)ad SBBa^ an bet @ad^ 1^ fd^n 

Subemig L c. bemetft, .,^on tom Lilybael hie causam actam^ 

b) äHap-^aaixo% fagt Procop* de b. YandaL I, 8. (p. 346. ed. Bonn.). 

c) al. T^fitv. 

4) Ludewig Tita Jostiniaaii. not* 456. Histoire ciTile de Naples, tradoite 
de PItalien de P. Giemrume (IcA SDriginal flonb mar m^t ivt <SM»ot() L. HI. eh. 
4. p. 253. Kcumann im i)erme8 XXVII, e* 160. 



»,q|uatt) riae vei claud^ndae. vel aptrio&dae Skilio« xxnmtaaeJ'^ 
ADeutltd^ gel^t Das Zu^mt^Üi^t bed ganaen «^anbeß (^»non ex sti^^ 
,9pulata agitiir^ «ed jutd belli res vindicatur*' fogf (HajuS) du$ 

bem Sk^reiben J^ctodt; wiU^cS XmalaftinflSid bei OdeginllKtt beflitibeit 
an Su^tomtf fonbtee)* 

£ütfe q;9Rt bdben IBef^dirfuiigm ftnb wn timetlu^ ; bte MtU, 
\vü6^ eine jugieid^ mnettU^ unb 4i]f erliefe Slatat bot, grfinbet fk^ 
auf bte IBetrad^tung; bafi bei 3^itum{idnben n>ie bie bamaligen> n>o 
polttifd^ (Ereigniffe fic^ in imttntei;bi»)d^ene9 gfolge brdngen / m aQi 
SSerl^aitnt jfe be$ &ffentli(|en SebenS ft<| nen geßalteri tinb ber gan)e 
@taat in fieter 3(uftegung unb @))annung iß^ bo^ ba bie ganje fRt^üfi 
ovbnung lorer tt^; xok in e&tenf aften Staate mit tkt^ft geotbneten 
unb fefi geworbenen SBetb^Itniffen« Ser Ztm bet ©ered^tigfeit xtidft 
in folc^en Sufidnben ntd^t itberad ^tn , unb wirb auc^ innerl^alb feines 
ä3erei(^ö l^duftg bur(| frembarti^ Kitcf fiepten gebemmt; felbfl bie 
jtrnntniß beS Sltifti x^vft iittbbt, unb f0 gehaltet j!c|i bie mirHicbe 
7(nwettbung beffelben auf ben einjeihen %aU mift feiten verhieben i^en 
^m Gebote bet 9eted^feit« SAii tA\4 in bt/^^nil^m Qkabt 
^r btejenigen 9iegionen gelten, wel^e wm bemSi^ bev «^errfcbaft 
entfernt finb; unb beren SBtfäi mt fuij ober unfifl^r war« — 3>ie» 
ang^onbt auf. »nfere OttliiltiAf^t / finb e8 >eigentli(i^ nrur bie S^citfü^n 
unb ^almatifd^en Drotrinjen, auf ibeU^e fnj^ unfev Tta^nmaf ju rt(^« 
ten i}at, unb auc^ binfi^tltd^ biefer fann bie Sid^^eit beS Kefultatl 
nicbt baburd^ getr&bt werben, bap ffc^ tttoa jetgen liefe, bitt fei (l?twa# 
gertc^tiic^ gefd^e^en^r woH Stimifd^^red^tiidE^ nid^t gefd^t^en 
burfte» 

S>a» »erbdttnif biefer brittvn ®efd^rdttfung ju ben fineOen ijl 
biefcd: unter ben m$ aufbewabvten ^»taltifd^en ^iilm iener Seit ftnb 
mambe , welche mit ber SJ^tfieaung , bie wir un§ von bem bantitligeK 
9!6mtfd^en Sit^tt mad^en, nid^t ubereinfttmmem (C£ g* j9$« § 15. not. d« 
ferner Vor. 11, l'l. IV, 40. III, 46. 47. IV, lö. in f. 370 — 
eine Stfl4ntng berfelben itm SS0rtbei(e ber bettfd^nbm Unfkbt, fo 
alfo , baf man barin eine Xmoinbung ®itbifd!>en SUd^t^ fftr ®otfyin 
fdbe, ijl aber ganj unm6glid^; biefe ^dQe f Annen alfo jwifdjlen ü^r unb 
ber i^er oert^ibigten (Segenanftd^ nid^t entfd^eiben, unb miiffen auf 



^ PV^öQp, de b.' OMk^. i, 3. (ti. Bonn^) p. 19. 20. 



Ht (brnnoltgen tbtt g^mtpirtigen) ttnflmibe M SUniifd^ 8tci$» 
tM&tt tocrbcm 

ei^e wh baratt gelten, bte IBmeife )tt ptb^m, xot^t fbt bte je^t 
tergefteOte Vnßd^t in ben §§ 16« bt6 !27« {ufammetigeftrUt werben feU 
litt, n^tO t(^ an SSetbdItntffe erinnern; t)on benen bo« unS IBefd^dfti^ 
genbe; aOgemein oufgefafit; nur eine l^ifiorifd^e gortfe^ung ifi: jene 
i»erbcn bte Srfenntnif biefeS «)orbereiten ttnb befefügem 

i* Sttfammenl^ang'bed ht^anptttm SnflanbS mit frfil^eren SuftSnben: 
S)ie ®0i^tn Z^toitn^'i ein Slim^ti ^eer* 

2« Sntfemung {meier äSebenlen gegen bie richtige Slnfid^t : 
a) (Sine nene ©efeggebung 2()ioberi(f)'d, 

&^ fett Salinridunberten l()atten ®ermanen, oft unter eigenen 
it6nigen cSi @0€ii ber Stimtfd^en 3m)>eratoren; oft aber m!^ atö (Sin- 
)elne ober l^femoeife in bie 9l6mif(^n Segionen aufgenommen, fär 
{Rom gefdntpft; ein grofer SD^eil ber ^rdtorianer toax ®ermanen* 
S)ie $r4torianer fowobi n>ie bte Segionöfolbaten ßanben unter tRimU 
fid^n oberen* @te J^yatteU; bad Idfit fi^ ouS bem SRongel abwei^em 
ber SSefiimmungen mit ®mx$l)txt ft|ließen / 3CQe obne Unterfc^ieb ber 
Station bajTelbe Sorum, mitbin Stömifc^ Stid^ter* Stimifd^e Kid^ter 
aber fprad^en nac^. 9{imifd^em Sted^te, unb fo »urbe ba^ eigene !Re^t, 
t»ü^i ber Sarbaruö oor feiner 2Cu^a^me in ben 9{ämif(^en ®taat»i 
i^erbanb nat&rlic^ unb notbwenbtg f)atti, fd^on baburd^^ baß er t)or ei^ 
ner Ülimifc^en Se^drbe Siedet nehmen mn^tt , auf bie fogenannte um 
^reittge ©eric^tSbarfeit unb ttxoa, foxotxt feine Stimifd^en |)rol^ibittt>ge2 
fe^e entgegenßanben, auf baS 3u8 ^erfonarum befd^rdnft (Gf. § 6* 
jtoeite fi3efd^rdnlung0 

. SBar bcm S3arbarud bte (Sioit4t t)erlie|ien , fo fiel auc^ feine Um 
fA[)igfeit iu doilen 9led^t$gefdE^(Sften , unb bamit baS üBebfirfhifi ber 
burdji 6om)^romifi geftdfterten 2(nmenbung feiner Sled^tSanftd^^ten btntoeg. 

2)ie icü^l unb bie i|>oIitifc^e fiSebeutung ber.®ermanifi^n ®olba- 
ten J^Mt nun nad^ unb nad^ zugenommen ; oii^ne baf man borum beredt- 
tigt toixt, eine SSerdnberung ibrer Sted^tSfleOung anjunel^men; bis enb^ 
li(|^ Stner unter il^nen auc^ ben @(d^n ber ^mf<^ ben.«^ben M 



41 

Stontttütd XugnfhtlttS entoonb* IDboocAit bef omtte tttib htttatS^tat ftd^ 

ti!e atö ®oit»er<{n im l^^eutigen @tmte , fonbem fiet^ att im @taat»s 

Detbanbe bed ®ried^if(6en Jtaifert oß ttirtertl(^an ßrbenba); weber on 

bet SnfafTung bed Staates nod^ an bem äberfornmenen Sted^töjuffan^ 

be b) jnberte er (Stioad ; bie einjige (fiaaüted^tli^t) 2(enberung^ bie er 

traf; toar bie Z^t^naüon ber a;ertiae c). 

@o flanben bie 2>inge, alS ber Sonfular mib ^atriciud SEb^obe^ 

rid^, ^agtßer )>raefentidaRUitiae<Q, im auftrage feine» 3(bo))tit?t)ateröe), 

M iCaifert 3en0; nacb Stalien anfbxa^, unb nad^bem bad iftriegdgläd 

ber «^errfc^aft £)bot>a{ar'd ein Snbe ^mad^t f)oitt, in beffen Keicb i^nb 

flaatired^tlid^ Serb iltniß jum «^ofe in ßonf^antinopel fuccebirte (cf. 

unten $ 19. in f. $ 28. inih)- di ift btlannt, baß er bie fßerfoffmtg 
. • i 

a) SRtt* L, 34. C, de donat. (VIU, 54.) ullD Nov. 52. c. 2. l^Qttc f^on 3cno 
bic 6(^en(ungen be& 6ouoedn& oon ter 9Cot(n>en^idfett ter Snftnuotion befreit @6 
ifl fe^r »a^rMdnlid^ , töf 3cno fciefe ©efrciung in ^emfclben ©cfc^c auffteUte, mU 
4e$ in L. 31. G. de donat. ercerpirt ift, »enigflend xoifftn mir i?on fetner onDeren 
Gefe^gebung bejfelben; bie ftcb auf ©(benfungen belöge* 0ie »firbe alfo vom ßc^xt 
478 fein* 6lf ^abre f|)dter (na(b 489) »urbe eß für nöt^ig gefunben; bie Gibenfung 
£)boottfor'$ an ^ieriuö (cf. not. h.) ju infinuircn» („ex praecepto regio v. i. et 

j^magnificas Magister OfHciornm et Consiliarios Dn. Regis Andromachus suscri- 
„bsit et praecepit eam adlegari his actis.«^ 5Katt Jicit ben 2)b0»ttfttr alfo ni(bt 

unter ber von 3eno oufgefleOten Sefreiung begriffen» 

h) 0(6 ifl nnr eine einsige UrFuitbe aus S)boüafar'6 3eit/ mlibc einen Oermanen 
betrdfe, onf und gefommen* S)al finb bie (S^efla aber eine 2;rabition oon ®runbfb(U 
(fen in S^Ige einer ®(benfung SDbo))a!ar'ö felbft an ^ieriuß* (®ie fielen Ui ^a« 
rini I papiri diplomatici. N. 82. 83., bei ©pangenbcrg Juris Romani Ta- 
bulae negotiorum. N. 27,^ p. 166—173. 85gU ©ooignt) ®ef^i(btc, I. J 106. 
not. b.) iDie barin aufgenommene Urfunbe, roelibe loon £)boti>afar ^errü^rt nnb. M 
eine ei^enfung nennt, obgiciib üe in ber %i^t nur bier^Cu&ffibntng einer früberen 
e^enhtng.beftimmt, trägt gan^ 0l6mi[(be6 Gepräge 3 irgenb ein Otömif(bcr dle^tö'' 
fat/ beffen TCpplication auf ben (Bermanen bebcutfam wätt, Idft ri(b iebo4 ni(bt bar« 
in naibweifen» — fiBobl aber liegt eine birecte «cflätigung beft im %txU ®efag== 
ten in bem ßajÖiEiov rpafipia, in n>el(bcm 3eno ben 2)boi>afar jum ^atncius er« 
nennt, unb ibm fagt: ^iraivetv Äk wc «PX^^ iKiÜi^ttxzoii Ta)5-n)v tou tov xdaiiov 
9t>XaTTCcv Tdv Töt; 'Pofiaioc icpociixovTa *. Excerpta e Makhi histona ad a. 476. 
(ed. Bonn. p. 236.) 

0) fß^U C$aoigii9 (9ef4i4te L $ 103. not. a. 

d) Fasd Gonsalares ad a. 484. Pagi Dusert. hypatica. P. II. 0^. ult. 
p. 294. UdfceUini Gomitis Ghron. ad a. 484. Jomandet de reb. Get. cap. 86. 
Ludewig nta Jastin. not. 399. 

e) (Bgf* unten $ 23* not. y. 



4t 

M 8M^ •- Va9tl^ ^ Xntioe ftd^ g«ti} on Bbtmiaei (Kitten^ 
timg aitfjj^efenb/) — tmoer&ibctt betbe^irtt^)« 3» brt SDrtnmig 
M Ked^dsußanbeS f onnte et folgmbe tmfd^ebene Sßege emfd^Iagen : 
er formte boA ®atl^^^t Sttdft ben UntenDorfenen (benn Seftegte waten 
bie 9l6met, gegen »eU^ ja nid^t ^dampft tootben loot, ntdH) auf« 
bringen; et f onnte ben 9{6metn dtimfdia, ben iMtfä^tebcnen ®etma:> 
mfc^ SBMftfd^aften in feinem ^eete (Üotbifd^/ ^etußfcl^; ©epi^ 
btfcM/ ^iigifd^ed 9tec^ laffen; alfo bai ®9flem onnel^men; meld(^ 
mon in einet fpdteten Seit ftnbet unb boS ®9fiem bet ^etfinlic^ 
Sted^te nennt; et (onnte brittend An neue^ Sle^t.etfinben; an boS l^in« 
fott oQe feine Untettl^anen obne Untetfc^ieb bet Statbnatitdt gehmben 
frtn foOten ; obet mxUni , et tonnte ed gonj in bet SBeife fottgej^^n 
<affen, in »eld^et £)booa(at e§ gehalten \^Mt: et fdhnte feinen «^eet^ 
baufe»; aß Arieget; welche nic^t bIo§ ibm afö i^rem ©efolg^b^ttn, 
fonbetn bem Stimifc^en Staate bienten: v^^l^^^^y ^^^^ certum est 
^^Reipuhlicae xnilitare^^ (£i2. Tkeod. art. 32.)^ in bem tmoetdnbert 
beibebaltenen SSetfaffungdjufianbe ganj m bie @teile bet jDbot)afrifi^en 
Wlii tteten laffen, welche il^tetfeits n)iebetum bie alten Segionen oetttat 
Unfete 2Cnftc^t , t^Ad^i nut ein loetdnbettet 2Cu§bru(f bet oietten 
Wtb^WüiltyX iß, etfd^eint in biefet 2(nfnu))fiung nic^t mebt fo unwol^ts 
fcibeinli^, n>ie SRandffet fte t^ietteic^t genannt M; ^O^in Ite bat in bie- 
fet @ef}altung jwei Simoutfe ju fätd^ten , beten Sefeitigung oot aEen 
Shngen 9lotb Üjvca b&tfte. Wlan n^irb ndmlid^ fagen, wenn bem fo 
wat/ fo babe ti (einet neuen ©efeggebung beburft; bie btoße Siriftenj 
beö Sbictum Sb^obetici wibetlege mitbin biefe 2(nftd^t S)ieS ^eben- 
ten (ann etfi im § 28. etlebigt wetben, butd^ ben SSia'fycotx^ , baf boS 
Sbitt^m ein0i anbeten ^tS fyktXi , aU ben , eine neue ®efe|gebmig 
jn fein* 3(bet ti gibt nod^ einen anbeten , xivijit fo einfa^ jn n)f betle^ 
genben Simoanb* @§ witb ndmlid^ bebauptct, im Sfigotbifc^en fSMä^t 
fei in bie fibtigen^ unoetdnbette SRomifd^e SSetfaffung ein ibt ftembet 
^amiiUt, bet (Somed ©otbotum, te^t eigentlid^ ju bem (Snbe einge- 
fcl^oben wotben, um but(| ibn bie geti^KIid^e 2(nwenbuttg be& @otl^i^ 



f) S^Doüaf ar'e ^teuercerfeffung bildete bie ©ruttblaae ber Q^ot^if(l(Kn. Var. IV, 
38. „sicut Odovacris tempore tiibata solveruDt, ita et naac «b eis publicis 
yyVtilitatibas serrktiir/* 

g) )DQburd^ ift zh m6gU4 geworben, bap 4>oi(M^9 ^anbbtull^ I. f«ft iebrols 
tcre (Smric^tung mit einer entf^re^enben €SteQe au& (SaftieborttS bd^floi loimte«' 



43 

f^ tlU^ mftgti^ gtt mad^, tmb wenn tan fo x»äxt^ fo «»äiM 
oBctbrng« an bei Sirfttcftleit tiefer 2(nn>enbtmg nid&t ju )tt)eifeln fein^ 
iDantm fall b(d SSSefen biefed (Some§ ®otl(^)nmi gletd^ l^ier untetfitc^ 
werben, um fo me^r, weU butc^ tiefe (Srirternngntand^ed in ten fob 
genten §§ äftU^nt^ilente gic^ erhalten wirb. 

* 

2« StUfrmutig ^t^eiet Bebenfen gegen bie ri^ltge ^nfit^t: 

^ b) Gome« ©ot^orum» 

(Se»ß^nlt(Se iCnR^t oom (5omc5 ®ot()orum» ©eren ®ct>rc$cn. 

a) mistige :JCiiP*t 

2)en 2CnfQng wtQ td^ au(| ^r mit ber gewij^nltd^en tinfiift ma^ 
ifymä). S)a in ben ^iUtn, welche baS ßbictum ntd^t entfc^ieb, fär 
©orten ©oltifo^ed Siedet jur 2Cnwenbung tommm foUtt, fo bebmfie e$ 
einer rid&terli^cn lBe^6tbe, bie baffelbe fannte* 3« biefem @nbe würbe 
in ieber ^rornn} ein Stid^ter mit bem Xitel SomeS ©ottorum angefieOt, 
unb biefer rid^tete jwifd^en }wei @otten. aUein , jwifdEfen @otten unb 
Sttetent; otne Untevfdj^teb äßeldi^er ber Sldget; war^ mit 3uitebung ei- 
ne« (©artortu* a* a* S). @* 105 ^iwei" @. &4 /^einige'') 9i6mifd&en 
Siirifiem 2>er Sewei» liegt in einer ©teOe bed (SafftoboruS, Var. 
VU, 3. 

Siefe Ttnfl^t ifi auf ben erfien ZtibM fel^r wal^rf4»ein{i(|) unt it^ 
ftd^ wotl iufamment^ngenb; nid^t fo bei n^b^ter ^räfimg* Sebemumn 
erwartet ndmlid^ unter bem tter gefi^tlberten (hnM @^xtm einen 
©ermonifd^en Stid^ter Ceine nationale Dbrigleit/' ©aoign^ I. 
@«27p. ^ein Stifter ®ottifd^er3Cbfunft/' SRanfo ®.96.}, wo^aud^ 
ber ^ütnt üoOf ommen pa^. XUein bamit flett im Sßiberft^ruc^e ; baf 
ter SomeS ©ottorum felbji old Urtl^eitfinber erfd^eint, wdtrenb. bet 
f anntlic^ in ber ©ermanifd^en ®ertc^t<oerfaf{ung jener 3e;it boS UrtM^^ 
fnben m'c^ @ad^e ber Sbrigfeit, fonbern gemeimr Stec^t^genoffen ifi b). 



a) eartorittd e« 64« 105i. 196. aRanfo &, 95* S^eumann (4)er= 
med XXYU.) e.l57. loa ea^tg»^ I. § 80. e. 270. $104* ^ 337. Gid}^ 
f^ttn ScMiMe f>roDm|i(tlt)ern)attund (3ettf(]^nft VIII.) &. 287- 

fr) dlofigc Ueber Da» (Sed^ttmefen De? Germanen ®.66« ^aurev <^« 
W4»te U& Tm^tmoni^m (Btxü^ttf^^xta^ $7« eaDigni) O^fdn^te l i 53. 
e*488* 



44 

OSbeii^ mbtffpuäfmi ^ tiefer ttiffaffing bet ttm#anb; . bof tmi bem 
Qomed @ot()ontm an. einen ^eren 9lid(ter iq»)|>enirt toirb, imb )t9ac 
o^e baf eine iBefd^dntimg bei^ ^tp^Oatton ^nf ben SaU, um) eine 9>or:s 
t^rei ein Slimer toax, guldfftg n>dre. ®an} unt)ereinbat mit berfelben 
iß enblid^ bet Umflanb; baß baö 2(mf eineö. 6ome8 ©otl^otum auc^ wn 
fRimtm befleibet tohb. 

SBoQen n>ir bagegen ben (SomeS ®oflS)onmi Dorn SlimifdjKn ®e? 
ft(^tö))un(te aud auffaffen^ fo m&ffen wir ibm, ba bie9I6m{f(^e ©e- 

> 

tid^töioerfaffung bie SurtSbtctto nur atö 2(nne]rum einer felbfiänMgen 
®malt fenntr); eine fold^e auffuc^n. Unb biefe bietet in ber^SII^at 
ftd^ bar, benn: ber SomeS ©ot^orum iß ber Sube;: militariS 
im £)(lgotbifcl^en ®taütt. 

b) Some§ @ot^orum. 

a) $Ri«ttde UnMt 

2)ag ^eer 2:f)eoberi(l^'ö beßanb aud 9R(!nnem t>erfd^betier Statio- 
nen ; m^ fRbmtx bienten barin , b<axptfiäfi\df wofjll fold^e , tDeld^e fid^ 
bem ®otben(6ntge in feinen fräberen SEBobnft^en angefc^IofTen Ratten ä), 
^omn^ialen aud 9>dnnonia unb 9Roefta ; aber aud^ fold^e, KoeU^e ouö 
'^bot^afar'd «^eere )u il^m übergegangen n^aren, ober noc^ fpdter 2>ienfie 
^tmnmtn batten. 

2)ie SRttgliebfd^oft anderer ©ermanifd^er SBilferfd^aften im ©o^ 
t()tf(fien «^eere ift, fooiel id^ weiß, nie befhitten n)orben; im ®egem 
tbeite ijl anerffnnt , baß man ftcb unter ben SDffgotben nitbi tttoa ein 
(lammtbümlid^ abgefd^loßne^ SSoIf , fonbern ein S6lferconglomerat gu 
benfen babe, in »eld^em }um Sbeile bie einzelnen ©t&mmt fe(bfl4nMg 
gegen etnanber blieben« (Seo ini «^ermed XXXIV. @«89.) %üt 
ZUmanmn, ^eruier unb ©epiben ^at fd^on @artoriud (@* 258) bie 

c) |)oI(toed ®end^t$t)erfafrund unb ^rocejl beS {infenben 0t6m* 0Ut4^» {§ i« 2* 
a) (Sin ®eifp{c( ifl TCrtemibotuS (Afolcftw p. 246. ed. Bodil), melier mit ben 
(Boti^ nac^ Stalten gebogen »ar , unb üon S^eoberidl^ )um |)raefectitö Urbi ernannt 
mürbe. Catsiod. Yar. t, 42. 43. 44. U, 34. lU, 22. eeht a^t^ie^ Idf t m m<^t 
füfllt^ anber» ol$ im |>eere benfen, nur «rofe SBoffent^atea ^ er gewtf ni^^t i>oIU 
brad^t, benn es fdi^weigen barüber bie i^m von (Safjloborttö gefpenbeten Sobrcbcn» 



45 

SSemeife jufammengejIeOt; fftt bie fHuffn iji 9)to!o))taS&) entfi^tU 
benb, jBreomS im ^eere en9(tl()nt Gafftobaruö Var. I, ii. (cf. untetf 
S 15. y.) aStd^ttgev ffiv unfeten ^xotd tfi ed, }u tvifTen, bci$ oud^ 
9limer in bem ^rere waren« 2)äbon femmen bti ßarftoborud folgenbe 
SätifpxAt m: 

„Peryatus, Dux Rhaeliarum/* Var. I, dl. (cf. § 15. V.) . 
^,Hilarius y jitvenis ad exercitum idoiieus.'^ Var. i , 58. (cf. 

§25. IL) 
9,JuUanufi Ck>nie8, qni exercitui praeest." Var. V, 23. (cf. 

§ 15. not. f,) 
,,Golosseus Comes, PaonoDiam armis prolcgens." Var. III» 

23. (cf. S 13. VI.) 
• 9,Cyprianus ^ iaiidatis excubiis, bellatpr^ victoriam Gothorum > 

„juvans." Var. VIII, 21. 
,,Cassiodorus primordia regni Athalarici armis juvans ^ Diica- 

yytuin sumens.^' Var. IX, 25. 

SBev ben @(^(uf ava ien 9lamm tot^tn ni6gltc|er Sorruption ^tt^ 
werfen migtt, ben mäpten wenigftenS bie biei legten jEBeif))teIe aber- 
jeugen^ benn aüd (SoIoffeuS mac^t Safitoborud Vai\ III, 24. ein 
SBortfpiel: 

„Colosseo, uomine yiribusqae potenti;'^ 
be8 Gpprtonuö ®6()ne nennt er Var. VIII, 21. „pueri stirpis Roma- 
uae,'' unb bed 69))rtanu8 SSoter £)))tIio n>ac «^ofbeamteter unter. einer 
frfi^eren 3f egterung c). 

Se^t Idfit ftd^ folgenber l[)^ji merto&rbiger eptod^thtaaäf tu 



b) de hello Gothico III, 2. (p. 287. ed. Bonn.) ol *PoYo\... 6eu$epCxou 
avTo^C To xot' apxac icpoceraipiaafi^vou £0v aXXoi^ Tialv föveaiv U t& t6 y^os 
(XTcex^xpivTO, xa\ £uv auToic ^? tou^ TCoXe(x(ou^ aicavTa Ikpa^ffov. (cf. $21. not. 2. 
unb J30. in f.) 

c) £)^ne (9runb; mie {4 glaube, ^fi^tt ^aitfo @. 113 not. &. ben Sibenud 
^ter^er: baf er unter SDftgot^iMer^errf^aft Jtrieg$bien{le getf^an, ftnbe i(6 ntrgenbf. 
3mar fagt Somanbeß, oon ^quitania rebenb „ubi et Liberias Patridtts com ezer- 
„Clin destinatur ;<< allein au$ (3afftoboru& ; Snnpbiuft unb ber sn)etten 0})nobe.oon 
§Drange n>iffen mir gan| benimmt, ba{>. er in ©oHien GitoÜbeimUeter , unb }n>ar ber 
^$^e, f)raefecttt& ^r&torio (SaDiarum, mar« SDa$ oon SXanfo angeführte ,,ezer^ 
„dtnalem ▼xmm<< (Var. XT, 1.) bejiel^t R^ <utr feine iDienfie unter SDbooafar. Hn 
einer anbem 6teae (®*.259) nennt CD^anfo, auf $rof oipiod* „«ftsX^Tnto« iob- 
XepiCttv fyym^' gcfifift, ben Sibcriuft ,,ni4l^t$ »eniger al» im «Striege erfahren/' 



46 

todfm: ^a8 «^eer tokb, naify ber o^ne 3w#I Übtmiiittalbttt ^SU^ 
iaU, ®otf^i genannt lO, bei welchem Xudbmtfe alfo tdnamsß mi^ 
wmiig an bte Sla^naßtit gebadet n)erben ttm^*, bte Gtoilifien (im 
nid^t abSi^ifdiien ®tnne bed ffiortt) l()et^en Siomant. 

3n btefer SSebeutung ftnb bte Thabtbdt ®otf)x unb Somam ittttet 
anberen in folgenben Stellen ju miimm: 

Var, V, 25. „UniFcrsis Gotbis per Picenum et Samnium 
„cotistitutis," 

bie @)>{ftota ifl aber nur m bte bott beftnblid^en @olbaten gerid^et 

Var. VII , 3. „Gothi universam Remp. per beila defendunt/* 

Tar. Yllly 3. ^y.. nee aliud inter (Gotbos Romauosque) 
,,esse divisum , nisi quod Uli labores bellicos pro commani 
,,utilitate subeunt, hoa autem civitatis Romanae babttatio 
„quieta multiplicat,'^ (cf. § 20. not, c.) 

Var. IX ^ 14. ^^Gotfaorum laus est civilitas custodita« Vos 
„armis jura defendite, RomaDös sinite legum pace litigare«^^ 

Var. Xll; 5. ^^...dum belligerat Gotbonim exercitusi sit 
^^in pace Romanas.^^ 

Anonymus Valesii p. m. 83. (p* 670. ed. 1681.) ,,it6m ut nul- 
lius Romanus arma" (ein gewii fel^t unbewußter Zxifyaitmui) 

„usque ad cultcllum uteretur yetuit." 
Var. VII, 4. f* §13. noU f. 

(Uebet einen il^d^en <S))sa(|igebmu($ bei ben Songobarben ifi }tt ^tt^ 
gleid^en ©atjignp I. § 125* not. 1 §. 126. nott. f.g.) 

ütei btefem SfMtot^ebcauc^e ifi t6 weniger auffaOenb; ba§ ba^ 
^eer^ fo ju fagen per .2(t)erftonem , ®otbi genannt wirb, eben tote bte 
®ot^m bad ^eer bed üBeltfottud ^^Sried^en'' nannten e) unb mie mm 
Ideutjutage wobl fagen burfte : „bantaW waren bie granjofen ^ter/' 
wenn ed aud^ eben nur ^oKdnber , $oIen unb SRb^inbönbner gewefen 
fein m&gen. SEBobl aber iß S>ai eigent^iütmlid^ , ba^ nun ouc^ mit 

d) 7Cb»e4>feln^ Gothi unb. Bxearcitiö ffir benfel^en ©egriff fommt üer Var. HI, 
42. ,,NQper .... iusseramus y ut pars aliqna illaesa Proriadae Gothis NoAtris 
„alimonja reperta praestaret.« ()Die6 »or ndmli^ in Var. III, 40. mit bot S^r« 
tttil ),ut de litis, qoae constat intacta, exerdtoales javentor ezpensae*' Öeroit« 
net.) ,)Sed ut nee minima possessores illatione gravarentur, ex Italia desttna- 
„Timus exeidtuales expensas , ut ad defensionem yestram directus exerdti» 
,,Nostii8 humanitatibusaleretur.^' 

e) Procop. a. B. Gotfa. ed. Bonn. pp. 93. dld. 366. 368. 581. 



« 



,f@tAi^V* nur bot J^ttx bejei<|iiet würbe ^ unb b<tfl ^^ btx ©egenfa^ 
^^gtontam'^ nun f&r bie S^egotion t)on «^eer fimtt f) , in wel(||et 83e» 
beutung er benn autj^ noc^ f&r bte Sufidnbe unter Sufiintanud broud^r 
blieb , unb fi^ tolxtlUi) twn bemfelben aboptirt ftnbet. 

Sanclio pragmallca Pro petitione Yigilü c. 23. ,^Lite8 eÜQtp 
„iDter dUos procedc^ntes Romanos Tel ubi Romana persona 
„pulsaiiir^ per civiles judioes exercere jabemus, cum tali- 
^ybiis negoiiis yel causis judices mililares immiscere sc ordo 
y,jDou patitun" 

@a9ign9 I. § i05. @. 540« erf(<irt ben @))rad^gebrdud^ „Stomani" 
f&r „^mati*' aixi einem anberen Sufammenbange; allein im S 26. 

- iu f. n)irb f&r boiS cttirte o. 23. eine üBe^iebung natbgewiefen Kver^ 
ben, n)eU|e^ tote id^ glaube, bte bier gegebene 2(uffa{]^ng red^t^ 
fertigt. 

b) Scmed @otbcrum. 

Gt) -Der ßonie^ ©ctdorum ift ber SuDejc müitaris im ^ftgot^if4>en SflciAc» 

§to. 

9lacl^ biefer notbwenbigen JCbfd^n^eifung febte id^ }u bem (SomeS 
@otl()orum }uru(f • 3d^ b<)lte btefen 3(uäbrud! mir fär einen lufd^reiben- 
ben — - unb in btefer «^tnftd^t an ben , im i^origen § 9. angegebenen, 
®))rad^gebrauc^^(;| anlebnenben r-^ nid^t für ben eigentlicben Sitel, unb 
gwar au§ folgenbem ©runbe. @r (ommt auper in ber Ueberf^rtft t)on 
Var. VII, s: (c& § 11.) nur (Sin fflal bei GaffioboruS öora), außer^ 
balb Safft^borud aber gar ntc^t. S)asegen ftnben n)ir benfelben SSearn^ 
teten, weld^er Var. VII, 3. bcfcftrieben wirb, mebre 5Kale bei gafipfos 
boruS bIo8 mit bem Sttel „Some§," ober ,,©u)c." Sabin geboren ju:: 

f) <S$ leitet too^l feinen 3n>etfe(, bap in |)tcennm unb^^ammum au4 nidt^t mx 
^eere d^^Srige (S^ational«) ©ot^en meinten <®eifllt4e, JtinDer), bennod^' »erben 
„ünivcrai Gothi" eingefordert, um baß ©onatiioiim entgegen ju nehmen* — JDem 
(St)prionu$, (SoloffeuS vu U w* f^nb gemip gefdljirli^ere ISaffen alß eftt (Sutteanm 
ertettbt ge»efen. 

ä) Var. V, 14. „Severino" (cf. Var. V, 15. IX, 8. 9.) „V. I. Theod. Rcx. 

,, Domestici Gomitis Gothonim nee non et Vicedomini aliqua dicuntur 

„PrOTUicialibus continuatis terroribiu abstolisse. . Quibm Jntitia Vestra in ex-- 
„aminationeni dedactis , quidquid super hac parte iniqae gestnm esse cognore-» 
,,rity amotk dilationibns legaliter ordinabit." 



48 

erjl unb unitoeifel^ft bie Stellen, in taoeU^ genau bte Functionen bed 
6ome6 @otl^orum bet ep. 3. cit. befdj^rieben werben, ebenfo aber aa^ 
oQe @te(Ien, in toel^^en üAd^tn über @ot^en ern>d^nt n)erben; benn 
wieberum iiad^ Var. YII^ 5. ifl fär einen onberen Stid^ter Aber ®ot^ 
neben bem Qomt^ ®otf)omm fein Staunt« 

9tel()men tvir aSe biefe ©teilen (§§ 11* 12* 15.) gufammen, fo ge- 
langen n>ir ju folgenbent fRtfiütatt: 

@o lange bte @otl^en im Selbe fianben, toaten, mie baS bei jDbo- 
t>afar'$ SRilij unb bei ben Slomifd^en Segionen unb Xurilia bet S^tS ge- 
xotfm xoax, il^re Stid^tet i^ie militdrifc^n SSorgefel^ten &)* 2Cbet fte- 
{lanben bef anntßd^ nid^t immer im Selbe ; oft faf en fte auf ben i(^nen 
ongetoiefenen ®utem burd^ bie ^romnjen t>ert^ei(t unb frei t)on friege^ 
rifd^m SMenfte^ Xber aud^ bann gab baö «^eer, nac^ ber Jtbftdj^t SS^eo^ 
berid^'d, 6it)il unb ÜRilitdr burt^^auS getrennt ju galten (eine ftarte 
9{uance ber (Sinrtc^tung ßonftantinuS bed ©rofien)^ feinen 3ufammen- 
()ang, feine ©lieberung, feinen (Sfyaxatttt aK WlilxM nidbt auf* @o(Ite 
alfo aud^ bann für fte ber prit>ilegirte @erid^tdfianb fortbauem c) , xotU 
d^ed bo^ i^rem Sntereffe d) unb bem ber 975mer e) gleid^ angemeffen 
toax (benn n)Ultgeren unb pänftlid^eren ©el^orfam fanb unfhettig bie 
getool^nte Xutoritdt beS SDtititdroberen) , fb muf te ber amtlicfK ©erid^tö:: 
fprengel t^ burdj» bie 9tot>inien t^ertl^eilten (@fotI^ifd^en) IDfß)iere ein 
topififytx i^rben, ein 9iefultat, »eld^eö fd^on burd^ bie Zxt, toie bie 
^eereSabt^eilungen locirt n)urben, eneid^t fein mogte* 



b) ,^Qao8 Duces .eUgimuB, eis.simiil et aequitatis momenta jure ddegamns, 
„quia non tantum arnüs, quantnm judicüs Nos (Yos ?) cupimus ef&d dariores.*' 
Var. V, 30. 

c) Yar. VIT, 28 ,,tani(üa Vos militare fadmot , donec Judices desti- 

„namus." (cf. § 15. not. f.) ©in $t)|lcron 9)roteron» 

d) 9^o4) in neuerer ^tit f^btt man in Staaten; mo eS nationale Unterf^iebe qfbt, 
Un fiBunft, Oli^ter« unb andere SeamtenfleHen mit ^anteSünbem befe^t sufe^en* 
SieUeid^t ifl eS ein ®cbot ber SSiQigfeit , in ^emifTem (IRaaf e biefem ^unf4e entge« 
gen }u fomqien, unb barauf fdnnte man ba& „ut anicaiqae sua jara scsTventor*' 
in Yar. YII, 3. beuten, für n>eI4eß im folgenben § ll/ein no4 concreterer 0inn 
n>irb nai^gemiefen »erben» 

e) bitten SSeleg, wie er»änf4t ben ^rooiniialen bie )(n»efenieit eines SDfftiierS 
t9ar, ber bie ^ilcipltn aufregt ju l^alten oermogte, liefert Yar. III, 13. (cf. un« 
ten § 12. I.) . 



49 



b) €ome6 ©ot^orum« 
Tdtx (Some^ (Sot^orum ift ber Z^U% militarie im SDftdot^if^en Steige, 

ß) {>t})^ot^(tifd{^er S3e»eU biefer TCuffaffung* 

§11. 

3n bem Sorjiel^enben l^be td^ bcS ^auptfdd^ltd^jte int inet Xtiftd^t 
t)on bem 6omeS @ot()otum; bet.Ueberft^t noegen ol(}ne S3en>etfe, 3«^ 
fantmengefieUt 2)ie ndbeten 93ej}{mmungen unb 3(u6fä^rungen vDtrb 
bet § 15« entbaltett; i^ndd^jl aber barf id) ti nid^t langer <kuff<^teben 
bte ©teUe }ü eiferen/ mlc^e alö ©tunblage bet iiif^x ^ertfd^enben 
Änjtdjt angeffibrt wirb» 
Var. VII, 3. „Formula Gomitiyae Gothorum per diversas 
„(al. siDgulas) provinci^s." 

,,Gum, Deo juyanle, sciamas, Gothps vobiscnm habitare 
,,permixtos 9 ne qua inter consortes^ ut assolet, indiscipli* 
,^natio nasceretur, necessarium daximus, illum sublimem 
,,yirum ad tos Gomitem destinare qui secupdam Edicta 
,,Nostra inter duos Gothos litem detTeat amputare : si quod 
„etiam inter Gothum et Romanum natam Qierit for lasse 
,,negoiium adhibito sibi prudcnte Romano certamen possit 
,,aequabili ratiöne distringere. Inter duos autem Romanos 
y^Romani audiant^ quos per provincias dirigimus Gognito- 
„res : ut unicuique sua jura serventur et sub diyersitate ju- 
,,dicum una justitia complectatur universos." 

S^^ fed^ate unb ftebente S3ud^ bet SSattae beS SafftobotuS befie» 
()en aug f^otmebt f&t aUetlet ffd^ b<Suftg notebetbolenbe amttid^e Stlaffe» 
S)atuntet ftnb befonbetd t>te(e jEBejlaUungöbttefe fut b&bete ®taat^btami 
Utt f na^ weld^en bei iebem 2(mtö wec^fet bem neuen SRagifhatuS ein 
@]remplat au^gefettigt noutbe^ gtabe xok im 9{6mifd^en ^aifetjlaate a)» 
3n biefen n)itb bet 9Bit(ung$(tetS eineS jeben fi3eamteten mit ßafjpfobo^ 
XV& getDobntem @d^n)ulfle befd^eben. SBenn nun glei^ bet Eingang 
unfetet 6))tj}oIa ben @d^ein ^oX, baS Tixat be$ (SomeS ©otbotum atd 
eine neu etfunbene 6intid^tung , notl()n)enbig gemacht butd^ ftübet nic^t 
bagen)efeneS3etl()dttnijfe, batjujlellen^ fo ifatf tarn ßd^ bobutc^ nid^t 



a) ^oUtoed ^* a« ID* 6*ö6« 
9. CBl5bcn V. 9X, 



tdufc^en laffen , fonbetn muß fiel) erinnern , baß bad SReue ntc^t baS 
3(mt, fonbem bet etnjelne jßeamtete fein foUte b). @el[)en »»tr abet ju, 
wie ftcf» ber Sn^<dt ber (S^ifipla m ber im «vorigen § io« üufgefleUten 
Knftd^t; ;,ber (Somed ©otborum fei beraube): militariS im £)f!gotbifc^en 
Steid^e'^ üerbdlt, fo ftnbet ftd^ aQerbingS etn^ad, t>om 976mtfc^en ©tanb^ 
punfte au6; 9leue$* SBit muffen ndmltd^ ermatten , baß bem (SomeS 
Qtotl^m bije.(Som)>eten) U\ ©treitigfeifen jwifd^ jmei (äotben^ unt> 
eltotf(^ M Jüagj^n jine« St&mer^ gegen einen ®otben beigelegt »irb^ 
t^i a(uir b«i .(^tiseittgNiten smifd^^ jtoei Stim^m« WX^ biefe» ftnbet 
fi^ gettaD.in u^iforer ®teS^ S)agegen i|i ti eine 2(bn)ei4)ung tM)ii bem^ 
y^# tph; nac|( ^troidfithmg beS bi«b<? geltenben ^ocef rec^6 erwarten, 
baß ber (SomeS ©otborum aud^ rid^ten foQ bei klagen eine$ (Üotbeti ge« 
geh einen {Römer, gegen bie üteget y,actor rei foirum sequitur/^ 
^'cA alfo iß baa SSlmt, baß bem Sube;; militari^ Siic^tergewalt aber 
^ri^ati gegeben: baß ber Somed @otbontm ^^ad Vos'^ (Romanos, 

quibuscuin Gothi permixti habitant) bejKnirt wirb ; aud^ wirb nur 

i^e^ ^U^bebnung feinet ^prengelö, nid^ feine ©nfe^ung motimrt burd^ 
ben angegebenen ©runb ,,um ju loerbäten, baß cM Srrungen unter 
Qonforteö c) Unorbnung entjlebe ," baS b^ißt / bamit nid^t ber ®otbe, 
Wfmt er ftc^ getrdnft glaubt, ben Slid^ter äbergebe — wa$ leidster ju 
bef&rd^ten jlanb, wenn berfelbe ein ibm frember, atö wenn e& ber auc^ 
tbm SSorgefe^te war — unb eigenmdd^tig banble« 

. IS^cA \\tt b^^orge^obene 2(bwet4)enbe im @))renge( bed SomeS 
®0tborum t^on bem ©prengel beS Stomlfd^n Suber militari^ !ami üKiß- 
trauetr gegen bie bebau))tete Sbentitdt lEBeiber erregen , unb merfwutbi^ 
; gir Seife wirb grabe biefer Umfknb fpdterbin (§ 26* ia f.) baju bie- 
nen^ bie gfon^e %ift^t ju befeßigen unb i^re 9iid^tig{eit btjiorifd^ ju 
beß4tiget|. 

<Sd t# nidj^ wolb^fc^nlic^y baß bie ^(bwetd^ut^ iM>n ber Sieget: 

• b) Tbih^cXh tfl aa4 tiefer e^ctn bed 9^nterfuabenni me^roi Seftaaungen {U un« 
iwc^eltiaft l^er£dmmlt4(ii Kemterit gemetttf^aftlut, )* fBl Formula Fniefectarae 
url^anae. Yar. VI) 4. Quaestorae VI, 5» GomitiyaQ aacnaam largitionom VI, 7. 
Kotariomm. VI, 16. Ducatus Rhaedarum YIX^ 4. 

c) ba0 ift fo X)\t\ alft {)orp(te$ : ber textiarum hospitatione berej^crte Golbat 
unb ber ^ben babnrdj^ bef^rdnfte ^omanus« Gf. L. R. Burg. Tit. 17. Hv. 12. ed. 
Bopko«. itttb 6aoi0n9 ®er4i4te n. 0« 36* not. e. ferner Benedtcti Faußim 
P«CrocoH{ Encharisticcim p. 502. (bef 6ai9ignQ (B^^i^te I. 6* 300* not. c.) 
unb Additamenti^ I. Legi» Burg, Tit. I. art. 5. 






6i 

,,a6tor rei forum deqmtur'^ ten jDftgo^Hft^en Utitertlianen ^d^ (ein 
antereS £)fgan ^tMnUt tootbm fef, ald tuvd^ Megormulo Somithoae 
©otl^otum« £)&ne 3t9^ife( toxio (lefelbe in dnev eigenen SBetortmung; 
einem Sutidh'ctiondtegulatit) ^ wie n^it fagen i9Ȋtben/ midgefftod^en 
nwtfetti fein« Unb fo ifl e8 in bet S^at, bat letytt eine anb^e^Mle. . . 

Var» IX, 14. ^^Gildiae V< S. Comiti Syractisanae civitatis 
^yAthalaricns Re:«." 

9,ProTinciaIium Sicaloi^erm Nobis est süggestione ddcIara-> A 
y^tuiu , quaedam a tua potestate fieri unde eoriim fortuui^e 

,,vid6antur affligi ••.••«• 4 Pi^aeterea conTeMiotiibus 

,,96 gravari oranimodis iogemiscunt : at nd judiciam dedu- 
y^cendi penei tanta videantnr atnittere quamta vix probantwr 
^^addicti di^pendia du^inereJ Vocatio enim }udieis sp^ de-" 
9,bet esse justitiae^ non tnulcta. Nam ipse ju«te snspectu» 
^redditur, ante cujus aiidientiam graVamina sentiuntitr. 
^Unde censemus, ut tfi Nostra convemunt decreta ptikaia«?^ f] 
^,tantum eommodi percipiat Executor, quantum gloriosHs 
„Dominus avus Noster pro honoribus personarum ddbere 
„Sajones accipere, expi*essa quantitate, constituit" (jut Sets 
glei^i^ung: L. Wisigoth, 11^ 1 , 25.) . • . . „Si vero ttia ym^ i\ 
„sione conventio dc^tinatur, dufitaxat in illt^ eatisij$» dtqite 
„persoriis , ttbi te misc^ri Edicta voluetunt , mediafin^ por- 
ytionem Execuf or accipiat quam de pra^^epfti^ regii» sumere 
^potuisset. Quia nou potest coÄvecffre jüstitiae, ut tan- 
,,tiiim a te directo tribuatur, quanlum. pro reverentia No- 
9^strae jussionis offertur^ 8i quis autem saluberrimi co«»$1i-» D 
„tuti temerator extiterit, in quadruplum jabemus ablala 
„restitui, ut quod delectatione cupiditatis admittitur, aspe- 
„ritate dispendii vindicetur. Edicta vei'o gloriosi Domini \l 
„lavi Nostri vel universa praecepta , quae ad Slciliam pro 
„commovendis" (leg^ commonendis obetf componeödi«) 
„universorum möribus destinavit , 3Äb tanta roiumus obe- 
„dientia custodiri, ut sacrilegii reus habeatuf, quisquis be- 
„luiois raoribus excitalus munimen tentaverit irrumpere 
,,]Ussionum. Duorum negotia Romanorum etiam bis invi- F 
yjiisd) ad' tüum diceris Vocare Judicium. Quaesi agposcis 

d) ungenau für „invito reo /* „nalla fori prorogatione sübsiecata ," Wnit W 

4 * 






52 

yfiaddi ulterius non praesomas; ne dam yia Judicium incom- 

G ,,petenter quaerere, reatum potius videaris inrenire. Me- 

y^or enim prius debes esse Edicti , qoi inier alios mayis a 

yyie sequenda cooistitai, Alioqoi tota tibi decemendi aucto- 

H „ritas toHitur y si a te iUa regula minime castoditor. Ordi- 

^^nariis Jadicibus admiaistrationnm saarom potestäs illibaia 

I „seryelur, Gognitores suos legitima turba comitetor. Ob- 

,,seryatioDum illamm non mordearis inyidia^ Gothorom 

„laus est civilitas custodita, Tota ad yos £ima eonfluit , si 

„Tobis rarus litigator. Vos armis jiira defendite Romanos 

«,sinite legum pace litigare^' • • • • 

®iü>ia, ein @ot^e (l.), tm bte tteierfd^nften t)on cit. Var. IX, 
14. uab Don Var. IX, 11. 6omed ©praatfonae 6tDitadg nemten, 
war Stidittt (G. G.), aüm |)toce{fe tineB StimtxB mit einem fRimtt 
geborten nic^t ^i fein Sorum (F.). & bleibt ol^, ob^Ietc^ ftc^ ntd^t 
ter ZxUl Qoma ©otbonmi ftnbet (cf. § 120, fein Bn>cifel (c£ § lo. 
init.), baß ed betfelbe äSeamkte ift, beffen Sormula Var. VII, 3. flebt 
@eine QoatptUni xoat, ¥n\> boBxft e6, n>a6 f)xtt nur beriefen werben 
foKte, befümmt burtl^ eine X6niglicbe SBerorbnung (G.), xoti^ Vt^a* 
tartc^ „Edicia" (G.) unb „Edibtum" (G.) nennt e). & i^ »abt- 
fd^einlicl, bap btefelbe Skrorbnung bie ©porteltaire entbleit, t»tl^ l^itt 
(B.) enodbnt, jur ®runblage einer anberen gemac^ (G.) unb beten 
tteberttetung; gon^bem TtxL 4. beS (Sbictum gemdf f), mit ber @trafe 
bej merfad^en 6rfa^ bebrobt wirb {D.). 

freimiKtge SJtitiondhmd M J^Idger» foimte bo^ nnmjglid^ hn bcm fBerfa^rca fdfiai, 
»d^eS bcm Oilbia torgenorfes loirb. Qaffioboniß benit: y^ahoro inTito non po- 
„tcBt £0 utmiiiqiie coasentire.^' 

e) IDaf niibt baS un^ erhaltene 6bictitm S^cobenci gemeint fei, le^rt ber XUß 
genMein) benn, »el^e Gaufoe unb |>ecfonae wx baft Sontm be« (Someö (Sot^omm 
gehören, baoon fte^t im (Sbictum fein SBort ^ierburd^ red^tfertigt M bie @m)% 
nnng biefer Gtelle im § 1. oben. S)agegen ifl aaerbing« nnter ben »»Edicta glovioc» 

^ondni a?i Nostii rel tmiyersa praecepta , qnae ad Sioiliam pro componen- 
„dis «myersomm mqribiis desdnarit (E.)'< ba$ Qtbictnm mitbegrifes, eben »te 
mtrr „omnia Edicta tarn Nostra quam Domini avi nostri*' in Yar. IX, 18. in f. 

9enr konnten biefe Stellen natürlid^ ni^t ivt Se»eifen ber TCe^tl^eit bcd Gbictitm lott* 
moubt merben, ba Xt^olariit M ^^^ ^^^^ drabe eben fo Qn^ii&<fen mufte, »enn 
an4 »irflit boS nnS vodiegenbe ^bictnm X^et^end nie erlaffen »orben lodre* 

f) „Offidnm cDJasIibet jadicn qaod quid idti» qoam jnstiDD est', cxegerit 
„io qnadrapliim snb fastnaiia poena« (biefe tft In ber(Sptflo(a nt^t ten»orge|odea) 



5S 

& bleibt nod^ btx Sd^Iuf ber ottö Vor. VII , 3« abgebtuAen 
®teDe gu tttl&xzn. S)urd^ bte fo eben <tu8 Var. IX , 14. gewonnene 
(Srfenntntp wirb e8 ungn^et'felbdf^/ baß bte Sßorte ^^qui s^cundum 
,,Edicta Nostra^^ e. q. s. auf btefelbe (und nid^ erba(tene) A6n{g^ 
It^e Serotbnung gu begteben ftnb, xoüd^e 2Ctba(att(b erwdbnt, unb in 
n)el(^er ber Sprengel beS @ome8 ©otbotum fo befümmt xoax , baß et 

,,inter duos Gothos litem debeat amputare, si quod etiam inter 
y^Gothum et Romanum natam fderit negotium , certamen pos- 
yysit aequabili ratione distringere/^ 

IBidb^ glaubte man, mit ben SBorten ,,5ecundam Edicta No- 
,,stra^^ fei bte9{onn be}ei(^net,na(|^n)el^et@treitigfetten2yDeier®otben 
mit einanbet entfc^ieben wetben foQten, unb gtoar fei grabe bod Sbictum 
Sbeoberici gemeint^)* %hx bie folgenben SBorte „ut unicuique §aa 
y,jara serventur/^ bot ft(^ bann biefe 3nteq)retation bar: bie ^tx^ 
fc^tebenen Stationen baben t)erf(^iebeneS Slecbt, Stömifd^eS bie Stimct, 
bie @otben ©otbifd^ed, unb bamit ieber baS ibre rein gemabrt werbe, 
foSen bie t)erfd^iebenen Stationen auc^ oerfc^ebene ^ora baben* 2)ann 
wdre bier bie @ettung ©otbifc^en Stedf^tS beutlid^ auSgef^rod^en« 2)aß 
gegen biefe ©eltung ä3e»eife in großer 3abl unb 6tdrfe ejcijliren, !ann 
bier naturlidb nodj^ nid^t geltenb gemad^t werben. 2(llein burd^ bie nac^^ 
gewiefene h) äBebeutung uon „Edicta Nostra" fdUt biefe Snterpreta* 
Hon. £)enn wenn biaber Don bem in ben üerfd^tebenen ©eric^tdfiellen 
anguwenbenben Siedete no^ gar nidf^t bie 9tebe war , fo wirb ber ®e^ 
banfe, ber fonjl gang ri^tig fortgcfponnen festen, fugitiü- 3a, gebt 

„cogator exolvere iis, quibus illicite monstrabuntur ablata.'* {>ierbei ift t>U Uli«' 

teclaffene IBentftmd auf bad (Sttctum auffallend* 

g) ^atoigni) ®cf4t4te II. $ 60« TCeDuUd^ 9^eumann im .^rme» XXYII, 

e. 185. 

h) 34 nenne fte no^demfefen , toeü mir S^tint man f önne unmögU^ jwif^en 
Der l^iHcriden unb ber (ier gegebenen tKuffoffung f^wanfen. 3nm Reberflufle madfte 
i^ no4 auf bie unleibli^e ^drte aufmerffam, mel^e au& ber Tfnnal^me entfielt, bie 
SBorte „secandum Edicta Nostra*' enthielten eine @xpofitton be$ anjumenbenben Ote^t^ 
bei ^roceffen |n»eier (S^btbcn mit einanber* JConnte ber itönig M n>o^I verbergen, 
bap unter smei ®ot^en file^tftftreitidfeiten oorfommen tonnten, roel^^e ni4^t in ben 
,,expreui articoli«' b^ @bi(tum entf^tebett marenl Unb mie märe es mögli^, »enn 
er grabe bie eerWebeni^eit M Ote^td unb bie boburdft motit)irte Serf<biebeni^eit ber 
<S(eri<bte l^Dor^cben moOte, baf er baft, beiben Stationen gemeinfame, @btctum nen« 
neu foimte, ju beffm TCnmenbuttg auf ®ot^en ber Otomanus Gognitor tM>II!ommen fo 
brott^bor mar , mie irgenb ein ba^u befonber^ erfunbener düster ? 



m» ndN auf i^ eto, ^ irigt er fid^ ^mi f(|>ttf ; benn unm6gfi(^ 
{»imtt ^r Mmi ben Slimem ttntebeti v^otttn, bafi ^toceffe eine^ @ds 
t^ifi|>ni XtdgetS gegni 1t( an b<n (SomrS @ot^ovum gemtefen ^ittben, 

S^fcf^l^/ bcmt ibmn »»s^ia jura serventur«^' 

S)ie Ytfltige Stfldtung iß folgenbe: 
& Umm ixbtxlf^ixpt ^tveitigfetti n gebadet tQerben iwifcfien twet 
@0t(Kn; ixoifc^en etnem ®ot()en imb einem 9t5mer, unb iro\\d)m itoti 
Stimem« S>tefe f innen ))ot ben Slimifi^en Sube^/ bte betben erjteren 
Dpr ben ©ot^engrafen gebraut werben, fo baff alfo fein %all ubng 
bleibt, in weld^em einer meiner Untertl()anen feine @e(egenl()eit f^ttt, fein 
SMit iu ))erfplgen (ut aoicuique saa jura serventur) i). S3mt aQen 
btefen i^rf^iebenen SRi(|tern k) witb ein unb baffelbe Sittl^t ongennxnbt 

(^t sub diyersitate judipom nba jastitia complectatür universos). 

Jura l^iff: alfo Stct^ im fubjectiioen^ justitia Sttd}t im obiectioen 

@tnne, nid^t „®ere(|)tigteit /' noc^ einem bem 6af{toboru6 geläufigen 

unb au(^ fonfi fil^on in iener Bett ftd^ ftnbenben @)^rad^gebraud^, 

i) S)crfelbe ®el)Qnfc pnbct [i^i in folgender unfcre TCuffaffu^g beftätisenben ^a» 

rttHrtfleUe : Var. VI , 25. „Sed Nos , quibns cordi est lods suis universos or- 
„dines contineri , indicamos , illi Gomitivain Neapolitanam Deo juvante , largi- 
„tOft. Ut, jadicibiu annua saccessione reparatis vobis solennitas nou pereat 
„actippis.'^ 

h) ]Di^ IBerf4)icbett^ett htt {Hinter hnn ^anj onbcre ©rünb; traben al$ eüieSSeP' 
f(]{^i^cn4eit be$ f^^^U* ^ie £ex SSiit0oti)orumy ml^z gemif gemeine^ Ole^t mar, 
leitet bie TCuftfi^lung ber öerfd^iebenen Sticl^terfjellen alfo ein : „Quoniam negotio- 
„rom remedia mnltimodae diversitatis compendio gaudeat, ideo . . /* L. Wisig. 
U, 1, 26. ^ 

1) Emiodius in vita B. Epiphaoii (cf. untetl $ 27«) „uuiversa Italia lamen- 

,^t{i|>9i juÄiitia subjacebat." ©iefe ^UUt ift be[bnber& beweifenb^ ben« bi« (Sere4« 
tigfcit ijl nie lamentabilis , iinb bancben öe^)t aus bem gangen Bufqmmen^onge ^er« 
©or^ bap <^ud> bie Ucberfetiiing „S'lcdötspflcge" niii^t flatt^aft ifl» 

Tar. II, 24 ,)Gonstat, Seuatmn popuHs vivendi regulam pn^estitisse. Nam 
„qaod ornat |io.Qie>iiRamantan aYobis legitor institntom, .....Yos devotiovem 
„provindis, Vqs piiviitis jura decreyistis, et ad- omnes jostitiae partes sub^itos 
„parere libenter doQuistis/* 

Yar. XII, 43. „mandpia si ad alios se cot^ttJaro^t» piioribus JQiniqis. jube- 
yytißxiß restitm , qipa confondi non debent jura , imperante jastitia,'' (ISgU UQ« 

teil i lä* nat. f. unb $ 20. r\^) 

Yar. III, 52. . . . „quatemis pösses&Qruin jura coofusn. esse uo»' debent.'* 
Y^r. lY, 35.. . . . „Ita taiAen, ut omai^ seeuadaqi jlutitiam lege«que perR^tiur.'* 
Yar. lY, 44. unten -4 24» not. e. 



55 

»elc^r im f^&erm WättdoiOit fi» fiagemeitt i9trD ^ bof e»Md^> «&ef 
aud^ t)5aig nugloö fein' »arte , mit 18eif)>ielen bejfelben mdjfre Sogen 
iu fällen« 

b) Somed ®otl()orum« 

2)cr Gomcß (Sot^orum ift Der Subcx militttris im ©flgot^lf^en SJld^e» 

ß) $t)pot()ctifd|^er Sbemi^ biefer ^Kuffaffun^« ^ortfe^lung* ( Qomee ©ot^orum ift 

nur ein befd^rcibcnbcr TCuSbrucP«) 

S ia. 

9{ad{) 6t{liatung beqenigen @te([e, n^eld^e bie bisherige %iffa|^«g 
be§ ßome^ ©ot^orum Detanlaßt l^at; unb na(| flSefeitigung beö AUS i^v 
gegf:n bte unfrtge b<^t^^orge|)enben @d^etneg; tf)tik id) bie (Stellen ^^ 
tveld^e un§ mit {Rid^tern äbier ®ot()en bef annt m^d^n, benen ntd^t bet 
2itel.6omeö ©otborum gegeben tvirb^ mitbin (§ la.) betpeifen^ b^f 
bad Zmt bed Somed <Sotborum ebne ben Slm^n t>oxhnimU 

I. ©unbiioab^ @ermanifdj)en Slameng ^ mirb auf bte iSBitte bet 
^en^obner Don ^amnium üon Sb^obecidS) in biefe ^roDtnj ^,ad ßuienda 



^ 



tnt. Pauli V, 28. „Si ^udices pedanei, id est qui ex delegatione caasaa au->- 
„diunty in audienda caus^ae corraptx contra justitiam judicasse conricti fuerint/' 

Ed. Theod. ail. 91. „Qoi ..... judici praemiom dederint. nt sententiam 
,, contra justitiam dic&t.** .(Paulus V, 25. § 4. „contra sacras constitutiones 
„contrave jus publicum." Cf. art. 1. Edicti. „contra leges et juris publica 
„canta.") 

Vulgaia (Proverb. c. 8. v. 15.) in L. 8. C. de summa Trinitate. ,>t*cr mo 
„reges regnant et pbtentes scribmit justitiam/' 

L. Wisigoth, II, i, 17. „contra justitiam et leges." 

Ed. Rotharis Prolog, „quatenus liceat unicuique salva lege et jtistitia quiete 



„vivere." 



CapiL a. 858. (ed. B^uz. T. II. p. 99. 100.) „Unicuique suam competen- 
„tem Ipgem et justitiam servabo." 

Petri Exceptioiies L. lY. c. 9. „De. Justitia et Gonsuetudine. Cum de 
„justitia et de consuetadine coutenditur inter idiotas legisque peritos consae- 
^)tudo juris nescia, errore nata, reoedat. Justitia vero in omuibuss judidis vi- 
;,gorem habeat , quia consuetudo multotiens reritati repugnat , justitia autem 
„»emper veritati concordat." 

3tt attcn Diefen Stellen tiet^t justitia fef^r beflimmt obj[ectit>e& Sledi^t, nn^ ba& 
ift c^^ vM eigentHdi» nur ;n geigen w^t, benn bie benu^te Sdebeutims oo« jus , yan. 
fttbiectioe^ (Re^t, ift eine fo tulg^e^ bap xh für fte geroif feines SBetpeifM ^c^orf» 



56 

,,jargia'< gef^cft; (Vor. in, 13.) ®eui Stflmig«fcetd tvhb i^m 
atfo angewtefen: 

,^i qaod segotiam Romano cam Gothis est, aut>'Gotbo 
„emei4p(t aliquod cum Romanis, legum consideratione de- 
„finies/< (Cf. unten § 20. UL) 

©ertd^tdiarfett fiber jwet ®ot()if(^e ober fibet gn^ei 9t6mif(l^e |>ar^ 
tl^eten wirb ifyxt ouSbröcf Itc^ noeber jugefd^rieben no^ abgef)>ro4^en* 
9lm wtffen notr aber an^ Var. YII, 3. (§ 11*)/ bafi bte (Sompetenj 
bei $roci{fen gn^ifd^en ®^tn unb 9{6mern mit ber Oompettp^ bei 9}ro- 
cejfen gwifi^en itotx ©otben in berfelben $erfon vereinigt toat, mit an- 
beren SBorten^ bafI bie 6omf)eteni bei ©treitigfeiten )n>ifd^en ©Otiten 
unb fRbmtm ein auSfd^Iieflid^ed 2Cttribut, mitbin Kriterium bej 6ome6 
©otj^ormn iji* 

Sßir b^ben alfo in @unbi9ab einen Qomti ®otl)omai Dar unS* 
(fe »irb nur ,,5Bir fijectobiti«'' genannt* 

II« Var. IV, 49. „Universis Provincialibas et Gapillatisa) 
„Defensoribus et Gurialibus Sayia consistentibus Theodericus 
„fiex. Districtio semper subtrahi non decet regiae jas- 
„sionis : ut et audaces metus comprimat , et laceratos spes 
„fatara refoyeat. PlerumqUe eniiii denunciat£^comminatio 
„plus efficit, quam poena componit. Et ideo, Deo auspice 
„Fridiladum"(Fridibadum, ^riebebob = pacis assertor) „locis 
„vestris praeesse censaimus, qui Xibactores animalium legi- 
„tima seyeritate coerceat, homicidia resepet, furta con- 
„demnet, quietosqtie yos a sceleratis auribus reddat, quos 
„nunc praesumptio iniqua dilacerat. Viyite bonis moribüs 
„instituti, nuUum natio, nuUum promeritus honor ex^u- 

,,Od< • • * • 

III. Var. I, 5. „in Comitis Ännae judicio Ma^enis 

„fundi controyersia statutis legitimis est decisa^^ Gf. 

$ 14. U. unten. 

IV. Var. IV, 28. (cf. 27.) ©ne Älage be6 SSir frectabilt« 
$etru6 gegen ben ®a]o Vmara jlebt jur Sntfd^eibung bed S)ubä, SSir 



a) SDie oben, $ 4* bnoiefene Sebeutmid bei fSorteß (SoptHati befommt biet no^ 
Se|lfttfi|img, beim ed ifl nat&rlüb«/ baf bet neue 0omed (Botbomm au4 ben (Sotben 
Ange)ei0t iiMtb. 



j 






57 

fpectoMltd Qoma* Skt Ked^ttfaS felbft mtb unS tuM|> im § S3> 
III. befc^dftigen: 

V« Var. V, 29, „Neudi V. I. Theodericus Rex. Movit nos 

^quidem Oceri fusa precatio Glamat enim sibi Gudila 

,velOppane incognitam suo generi conditionem servitatis 
^imponi: cum pridem sab libertate nostros faerit secatus 

^exercitas Adjiciens etiam hujusmodi calamnias 

yPitziae Comitis celebratae opinionis yiri sibi examinatione 
,,sammotas. Nanc aatem infirmitatis saae mole compres- 
,,sam, manu vindicare non posse, quae p\trona fortibus 
,,probatur assistere« Sed Nos • • • • decernimas , at si in ja- 
„dicxo supra memorati qaondam Pitziae se probayit inge- 
j^naopi calnmniantes protinus amoveatis.'^ 

Zmai (III.) unb 9leubeS (V.) timtttn m^gßd^er SSeife f&c einen 
einzelnen %aü t)om Jt6mge betegirte Siid^tec fein, allein bei Sriebebob 
(IL), 2>«ba' (IVO imb Diftia (V.) trifft aucl& bie« nid^t gu; nidjt bei 
9i^ia , benn ber Xonig f^at ni^t einmal Stenntnifi t>on bem \>ox ibm 
toerbanbelten 8iedE)t8jIreite , nid^t bei ^tiebebob, benn fein topifd^et ®e^ 
rid^t6f))tengel noirb ou^brädflic^ erodl^nt SSBegen 2)uba t^enoeife i^ 
anf § 23. III. 

b) 6ome^ ©otbotum. 

IDer (Somed (Sot^ontm ifl ber 3ubex mtUtari^ im S)fldot^if4en 0tei4)e. 
W |)9Pot^etiMer S5c»eis Diefer TCuffaffunft. Sortfe^ung» 

§13. 

2)er gegenmdrttge §« entfielt bie 93e)9ei8fiellen f&r ben militdrifc^en 
6^arafter ha (Someö @otborum« S3ei ber TluiwcHjl berfelben xoax a 
fd^noer , eine aSerwedf^^Iung ber ÜRilttia to^ata bei jDfftctum mit n)irf (i^ 
d^em SRilitdr )u t)ermeiben , leidster biejenige gwifd^en ßriminalgerid^td- 
barfeit unb ÜRilitdrgewaU/ Dor iteld^er (Si^bo^na) warnt* 

1. Sim^ bie im § ii. l^ergefleSte Sbentitit beS ®ilbia, (SomeS 
@9ractifanae (Sitntotiö unb beö 6ome8 ©otborunt (id^ bel^alte biefen 
TÜMbmd, bei vorigen § 12« ungead()tet; fortwdbrenb bei, um ba6 
©ubject von Var. VII, 3. }u bejeidi>nen — t)gl. § 15. not. f. 



o) SrAttfiMe 9ro9itt}ia(Der»attitnd (3eitf4riR , YIU.) 6* 285. 



58 



u 



unten) XOVA tie ^^ormula Gomitivae Syracusanae Gyitatis 
Var. VI , 22. bte JSefiaSung be$ ®tlbta ixtib feinet SSormdnnet 
mb Sladj^folget; al$ l^terll^eY gel^irig legttimttt* <SS tietpf barin: 

„Milifum tibi numerus Nostris serwt expensis. Redderis 
' , hinter arma geuiatus: processio tua procinclualis omatus 
,,est. £xercitu uteris pacato , nee pericnla belli subis, et 
^^armorum pompa decofaris. Verum iuter haec ciyilem 
,,cogita disciplinam. Non permittas milites es$e possesso- 
y,Tibus insolentes. Annonas suas sab moderatiöne perci- 
„pianty oau$is non miffceantur extraneis. Pro securitate 
„se omnium cognoscat eleotum, qui se gloriatur habere 
„armatum," 

@$ tfi toobt, baf btefe SBorte aud^ t>on tem JDfftcium.etne« Stö- 
mtfc^n Simtbeamteten gebrau(i^t xotxim t6nnien; aUeui; ba Sü^eobe- 

ri^ verboten i^tt€, ,yUt nuUus Bomanas arma usque ad cultel- 
„lum uteretur^* 6) , fo ijl eö riic^t glaublich, baß t)on bcn ,»arma" 
SMmifd^et JDfftcialen Dtet %uf()eben8 gcmad^t werben fonnte« SBtt ^cu 
ben im § ii. gefebett, baß ber 6omed ©pracufanae ©loitatiS ®etben 
befestigte; Don benen eö bieß: „Vosarmis jura defehdite" (Var. IX, 
14. J.), unb SornanbcS berichtet m^, baß eb^ in (Spracuö eine^ee^ 
rcSabtbeilung untet einem 25u]c panb-c)* 

II. 2)cn im vorigen § 12. atö Stid^ter in @acl^en beö @olbaten 
S)cerug tt)ibet ©ubila unb t)ppam übrgefommenen $i^ia fennen tx>tr, 
xütm anberS aug bem Flamen auf Sbentitdt bet $erfon gefd^Iojfen 
n>erben barf> au§ @nnobtu§ unb SornanbeSd) ätö einen tapferen 
gelbl&enn. 

III. Var. V, 33. (Sin SRecItSfiteit 2n)ifd(>en jwei (Stotben, mU 
d^er unten (§ 21. IL) wirb etgdblt n)erbem 3)ie Sntfd^eibung ße^t )u 
bem ffitlitanc (gelitanc? cf. § 26. VIII. unten) 2)u^ 

IV. Var. IV, 17. ®n 9Jcfcript an ben au(^ auS Swnonbe^c) 

b) ilTion. Va?e«i p. m. 8B. oben § 4» 
, c) (7C{( iDelifat tont @ntf4bif fo^tc, bie (^t^en ju behiegen) .... ^^Gothi, qui 
yjSyracusanciin oppii^m insi^ebant . . . com suo Duoe Smdench.*' (Jörn, de Re- 
ha» Getids c. 88.) 

d) Ennodii P^ncgyr. c. 12. («ölttttfo ©♦ 47L ^U ®. 50. 61*) Jornondes 
de Heb. Get. c 88. „Fitziam, suum Comitetti/' !Bei $rofo^iuß fomitiett Stt>ci9)i^a 
üOt: de bello Goth. I, 15. (Dind. p. 76.) mit ib. I, 16. (Dind. p. 81.) 

e) Jörn. L c. c 8a vgl. SXaitfo 9* 64* 65» 



69 

Ott ^ttfbf)xtx m ®«n!en btUnnttn Sbba Sim (SomanM: 36ba 
(Semti.) 2)ie ^trd^e ju 9{arbonne lla^tt gegen ^eiDaforeJ i^tet 
S3eft|ungen unb berief ftc^ wegen tbred fRtd^M auf eine Sntfd^i? 
bung Tüaüd^'i (IL)* liefen STttel foa ^bba gelten (aflen. ,,Sic 

y,arma tua corroboras, si justitiam mediocribus servare con- 
.Aendas,^^ 

V. S)er S>tiir 9{()aetiarum xoax ein «^eetedoberßer, toie ftc^ avi 

ber Formula Ducatus Rhaetiarunl /') Ägibt. & toat abtx OUf^, 
wie mi anbeten SBorten betfelben formula ll^ert)orgel()t^); Slid^ter* 
3n8 btefi^ Sti^tergewatt unterworfen fönnen wir un$ natürlid^ mit 
bie im «^eere £)ienenben (@otben ober anbeten SSilferfdj^aften) ben^ 
Fen« Um {eben Sweifel an ben Sttd^terfunctionen beS Sinx Kb^e^ 
tiarum gu entfernen, t^btxi wir in Var. I, ii. ein Sitifpkl bet« 
felbem @tn im ^eere bienenber «l^aufe ®reonen£) bc^ttt bemSSo^ 



f) Yar. Vir, 4. ,, Ducatum tibi credimus Rhaetianun, ut xnilites et in 

,,pace regas et cum eis fines Nostros solemni alacritate circumeas .... Ita ta- 
,,ineii , ut milites tibi commissi vivant cmn Frovincialibus jure civill , nee inso- 
„lescat animus, qui se sentit armatom, quia clypeus ille exercitus Nostri quie- 
„tem debet praestate Romanis." ^ict tfl cntfd^ie^cn »on roirfliil^Ctt ©Olbatcit unb 
ni^t t)On Sfflciülen tic Sitlt, Um nur erflcre „circnmemit solemni alacritate fines 
„et praestant quietem Romanik" SXerfmAr^ig tft, taf ^ie ^ier tcrfommenben 
®eban!en fiä^ fämmtli(]{» aud|) in ter formula ßomitioae ^^racufanae (SioUatiS (t.) 
Pnbm: 

„ut müites et in pace regas — ita ta- „exercitu uteris pacato , verum inter 

„men ut milites vivant cum Provincia- „haec civilem cogita disciplinam. Non 

,^us jure civili , nee insolescat ani- „permittas milites esse possessoribos 

j^mus qul se sentit armatum, quia dy« ^^insolentes. Pro securitate se omninm 

y,peu» iUe exercitus Nostip}, quietem „cognoscat electum, qui se gloriatur 

„debet praestare Romanis." , y^habere armatum." 

^a^ur4 mxt, mag bi3l)er nur »a^rfd^einli^^ gemalt merken fonntC; ^mif, baf iene 
TCufbrüdfc clbenfoUS auf bas $)ccr ju Uik^m fxnb» 

g) „ . . . . quia non est tale , pacaitis regionibus jus dicere quäle suspectis 
,,gentibus assidere , ubi non tarUum'^ (alfo ^0^ Qll^) „vitia , quantum beRa su- 
„specta sunt , nee solum^' (alfo \i06i ClUÖ)) „vox Praeconis insonat , sed tubarum 

„orepitns frequestör maultat." ^^ ift m^t ab^fe^n, mie tU in Wc tongen 
9iole f. citürtea SEBotte (ducatum biß drciiineM) bemeifen foUen, ba^r teine @e<* 
ti^UhaxMt^ fonbern blöd mtUtdnMen > S)b Abefebl "i^ttt, @i4»^orn £)eutMc 
IRc^tddcW^^e r. $ 24. not. e. ^ Ueber bie JBebcutujid be$ S)ui iRbaetiarmn fät 
bte Gp&tere C^eWdMK ber S)onftttlanbf(baftin »gU ^ e o im ^ecmee XXXIV. 0« 97- 

h) Jomamtei I. c. c. 60. , Jbriones, quondam milites Romani, tunc'* (ao. 451.) 



60 

■ »Ml I I.. ■ I II« I. ..»■ 

tttanuS feine ®nat>en toeggefäl^rt 3)er ^oQ mb tH>m Jtdntge jut 
tttttetfn(6ung tmb bemndd^ftigen (Sntfc^eibnng bem bomatigen 2>ttr 
9l^aettantm @en)dtuö (cf. oben § 9.) ongegetgt 

SBet nun nt^$ etwa behaupten migte, bap in bem in Sl^dtien 
(lattonirten ^ere gor feine ®otben waten ^ ber barf bte 3bentit4t beS 
2)u]r fR^Mtiamm unb beS 6ome6 ©ot^ontm nid^t in 2(brebe nel^men* 
6af}toboni8 l&^t bie fformula be6 er^ercn utmttelbat auf bie Sonmtla 
^Dmittüae ®otf)ox\m ^er S)tt)erfaö fhoüinciad folgen* 

VI. §)ta(6 bem ftegreid^en Kriege gegen bie @epiben unb SSuIgo^ 
ren (a. 5040 war ^annonia ®irmienftS; bev ftiü)ttt Sßo^nfi| ber 
©Otiten, üon benen nur ein Streit mit S^eoberid^ S^iogen^ ber an- 
bere bort ^urucfgeblieben war/ eine $rot)in) M S^figotll^ifd^en Stei- 
d^eS geworben* X>al)m wirb 6oloffeu$ (cf. oben §.9*) gefanbt, ein 
SRtlttiroberer^mit ric^terlid^er Sbtftigfeit: 

Var. lY, 13. • . • • • ^^Golosseo viro illustri • • • ad Sirmiensem 

9,PaDnoniam destinato • • • yictualia praebeantur . • • Discipli- 

,,nani siquideni non potest servare jejunus exercitas, dum^ 

„quod deest, semper praesumit armatus." 

Var. ni, 23. „Colosseo viro illustri Comiti Theodoricos Rex. 

,, ad Sirmiensem Pannoniam ... proficlscerey iUustris 

,,cinguli dignitate praecinctus coramissamqae tibi provin- 
,,ciam armis protege , jure compone . . • • Ut inter natio- 
,,num cQBsuetudinem perversam Gothorum possis demon- 
„strare justitiam, qui sie samper fuerunt in laudis niedio 
„coDstituti; ut et Romanorum prudentiam caperent et vir- 
y^tutem gentium possiderent. Remove consuetudines abo- 
y^minanter inolitas, verbis ibi potitis quam armis causa 
,,tractetur; non sit convicium negotium perdere, cimipro- 
^^prietatis abjurator alienae furtum, non animam salvam 
„reddatt). Ne plus intentio civilis rapiat, quam bella con- 
,)Sumunt • • • • £t ne quem forte ad mortem videatur prae- 



„yero jam in namero amoliarioniin exqnisiti.'' Paulus Diac, de gestts Longo- 
bard. II. c. 13. ,,Brione8.*< Historia näteeUa (bei SR tt r a 1 r i 1. 6. 970 »Ba- 
,,rione8." (&iäii^otn ^Dattf^e IRe^tegefdi^i^te I. $ 21. b. nott to.cc. 

t) IDie TCttdgabeit Icfen : „com proprio abjorator alieni furtum non animam 

,,reddat.« ®{e erftdruRd tiefer unb ber oor^crae^enben SBorte f. imteii $ 23« Scct 
%n not. M. 



61 

y,cipitare pauperias redde pro tolibas gloriosum damnum 

y, ••• Dostris vere judiciis dignum, si dispendium Judex 

jysubeaty ut yitam peritoias adquiret«^^ . 
Var. III, 24. ^yUaiTersis Gothis'^ (al. Barbaris) „et Romanis 
,,per Paunoniam constitutis Theodericus Rex. 

. • • • • „Colosseo viro illustri • • • • giibernationeiix yestram 

y^defcDsioueinque commisimus/^ 

VII. 2)ett entfd^eibenbllen S3e(eg f)obt xdf bid an tod <Snt)c \>ct^ ^ 
fpatt 706 2(tl^alari^ bie Stegterung angetreten f)attt, fanbte et nad^ 
S)a(matten ten (SomeS SSmin , SStr xüu^\9, unb jtoar oU Qomei @os 
t^orum. S)ted folgt fc^on barauö^ baf er an ®oti)m, 

Rubr. Var. IX, 9. „Universis Gothis et Proyincialibus Sayiae 
,,ac Dalmaüae Athalaricus Rex/^ 
aü Sttd^ter 

Var. IX, 9. „Per provincias , Nobis Deo praestante conces- 
„sas, tales viros cupimus destinare, qui sint armis praediti ^ 
„et justitia glorios! , ut absit a vobis et extranearum gen- 
„tium metus, et calumniosii^ non pateatis insidiis; quia non 
„minus est, tnalum bellicum vitasse, quam saeva discussio- 
„nls evadere. Ipsa est enim securitas, quae tie nullo Judi- 
„cis iniquitate formidat. Atque.ideo • • • illustrem Gomitem 
„Osuin . . • Dalmatiis decernimi;s praesidere*^' 

gefanbt n>trb (cf. § lO* oben), unb n^irb im § 15« not. f. nod^ eine 
93efidtigung erbalten. £)8n)tn b^tte, noie 7itf)<daciä) auöbr&cflid^ t)tti 
üorbebt; 
Var. IX, 8. „illustrem Magnitudinem tuam adUalmaliamm 
„atque Saviae provincias iterum credidimus destinandam.^^ 

biefelbe @telle fd^on einmal beKetbet^ unb in biefer feiner frfiberen 
2(mtM()dtigfeit empfing er brei mi erbaltene S3riefe t>on Z^tobmi^: 
Var. 1 , 40. III , 26. IV , 9. in beren Ueberfc^riften er OsüIn vir 
illusiris Gomes, tm Sejrte (illustris) Sublimitas genannt mirb« 2)te 
erße biefer 6)>i{lolen (autet in ibrem bispoftti^en Z'^tiU difo : 

„Ordinatio Nostra non debet per moram impediri • • • et 
„ideo ante distribuenda sunt arraa, quam possit flagitare 
„necessitas • • . Proinde illustris Sublimitas tua Salouitanis 
„militibus, ut cuique se expediendi facultas obtulerit, pro 
„Nostra jussione arma necessaria procurabit quia fida Rei- 



62 

y^pttb. Salus est defensor armatas« Disoat inile» in olio, 
^»quod proficere possit in hello." 

SBenn ber üRtlitdtbefe^I Amt anbeten ^^ctfi^n iUBetl^eUt toox, wie 
Me @icric^töbarfett übet bie @otben ((Std^born ft4nf if^^ 9>nn)tnjtal^ 
))etn)altung @* 286*) tmb nut (e|tete bem Somet ©otbotttm ; fo {tebt 
mmv ni^t; n>te biefem bie @otge fät jeittge tinb geb^tige JBetpaffhun^ 
beö «^eeteS aufgettagen totxitn fonnte , ipeU^ melmebt jum StefTort 
bed 3SUttdtb<f«bI^<xbetd geboten muf te. SBenn S>a§ atfo bennod^ ge^ 
Vb^r fo liegt batin bet tebenbßc Säma& bet 2^entttdt betbet Q^^atam 
im SDflgotbif^ Stetere A:). 

2)a$ 9{efultat bet §§ 11« 12« 13« ifl nunntebt btefe«: Sn {wef 
©teilen (Var. IX, 14. im § 11* unb Var. III, 13. im § 12.) wet^ 
ben bie Functionen etne§ S3eamteten , wtiiitx nid^t (Someg @otbotum, 
fonbern nut (Somed (6ome$ @9tacufanae (Siüitati^) genannt nritb, ges 
nau fo befc^cicben wie Var. VII, 3.. bie Functionen be5 SomeS ©o^^ 
^tbotum befi^teibt 2)abutd^ wivb ed unbebenflic^, alle bie Snbis^ibuen 
t>oti S3eantteten; weld^e wit mit bet orbentticb^n ©etid^tSbatfeit übet 
®&tben au^gefiottet ftnben, fut (SomiteS @otbotum ju b^^lten, obgleid^ 
tbnen biefe 33eieid^nung nic^t gegeben wttb. Untet bet Ttn^l^ Uxfch 
b€rt (2-I-10-) fmben wit mcbte (1 + 6.) »^eeTe8befebl3b«bet. Unb 
bietottd fann mit ©kl^etbeit bet militdrifc^e QiiaxatUx bed (Somed @o- 
tborum gefc^tojfen werben, ba. natütlicb bet Umjlanb, baß in einigen 
%iäin feini militdtifd^e ©teOrnig nid^t etwdbnt wttb, gegen fbt 
S>afein jRicJbt» beweiß. 

2)iefe (Sntbecfung iji üoQfommen geeignet, ben ®tanb))unlt bet 
ß^mtS @otbotum in bet teinr Stimifd^en ©etic^t^i^etfajfung^ in^ Steine 
Üu (ielieh: ibn berfelben ^ loinbiäten, }u beweifen, bafi et feine ®et^ 
monifi^e £)brig(eit wat, baju ift {te fteili«^ auf (etnr SBeife im @tanbe. 
S)enn, baff, bet @etmanifd^ 9ticl^tet im Jtriege befepgte, ^at eben fo 
wenig 2(uffallenbe$; otö ba^ et bet ^6nig xoax^ bet ibn einfette. %U 
Im ju biefem üBewieife ftnb bie btei legten §§ aud^ gat ntd^t beftimmt 
gewefcn; bie Unm4gIidS)leit, ben (Somet @otbotmif f&t einen ©etmotn- 
fdl^n @taf en gn b^^ # )9utbe im § 8. einfhoeiten alt bewiefen toot- 

k) »(jJanntR* beflont in frü^^crer 3eit inSolona cinc,gabrica^rmorura. No- 
titia Dignitatum' Ocddentis (ed. Panärol) c. 30. Xn^ ter gegeniD&rtiBen @pifiola, 
mit ber no(5 Var. m, 25. oerI)ttnben »erben fann, Weint bie gortbauer bcrfclben 
}ttr 3ett ber £)ftgotl^en (eroor^nde^n; 



^gefe^t ; »ir griffen bann jur Qtdlamns Dom Siimifd^ @tonbjpun(te 
aud, unb biefe ertDteS ftd^ aI9 innerlt^ jufaniinen(^dngenb, tinb^ \f)xt 
92otl()U)enbigf(tt t)orau6gefe^t, als dufiftlt^ bezeugt; l^tßotifd^ wa^r. 
(SS birifet olfo nod^ übrig , bie btri JBe^ou)>titn9en beS § 8. ju betoeiff n^ 
beten SBSa^eit bie 3Cuffaf[ung beS SomeS ©ott^otum t>on ©etmanU 
fid^m @tanb))unfte aui unm6glt^ moc^t* 

b) (SomeS ©ot^omnu 

ot) Ser (Somee ®ot(orum ifl ter 3ub*ex miUtariS im SDflgot^if^en 9tetd>f. 

Y) 9^ot(n}entidfeit M bUl^eriden (^potl^ettrctett, IQ^meifeS. 

§14. 

I. S>a^ ber 6omeg (Sot()ontm felbf} bad Urtll^etl fanb; fagt genau 
genommen fd^on bie üomitm ®pt()otrum (Var. VII, 3. oben § ii.) : 

• • • • ^^qui inter duos Gothos Ute.m debeat omputare/^ 

S)a lebod^ aud^ ber ©ecmanifd^e ®raf immer 2)^1 <nt ber SHt^i- 

))ßege nol^m; fo ünnen oQe bie ®teQen; n>e((^^ mit biefe , b^m Ser^ 

backte eines ungenauen ^CuSbrwf S Stoum (äffen , allein nid^t benoeifen» 

Solgenbe "©teilen ftnb bagegen ganj ungweibeutig : 

„(Gildiae) omnis deceritendi autoritas tollitur" (Vor, IX, 14* 

oben § 11- G.). 
@un|^iDab foU negotia legum cansideratiane definirc, felbß baS 
factum voaXti ben 9iedj)tSfa^ fubfumiren* (Vor. 111, 13. oben 
§ 12. 1.) 

,,Dudae V. S. Comiti Theodericus Rex. 
^Conscientian] probamus, • qiii jadicanda comimttirnus. 
„Quia digniis est, inter alios sequenda deceiiiercy qui s'ihi 
„modum vistu est legitimae coDversadonis imponere •*••• 
„Hoc (oegotium) te et legitima yolumus disceptatione co- 
,^gnoscei*e^ et probabiliscntentia terminare." (Var. IV, 28. 

cf. oben § 12* IV, unb unten § 23* llh) 
Sine S3efldtigung xovio bieS Stefultat nod^ im folgenben § 15, 
eirifiaftem 

II. Snr bie S3e^auptung ^^bap t)on bem Urtl^eile beS (SomeS ®o- 
t^orum appeUirt n)erben {onnte , gibt eS nur einen S3eleg , biefer i jl 
aber glucflid^er äBeife fo ooQjldnbig^ baß er allein beweiß« 

Var. I^ 5. „Floriatio viro spectabilt Theod^icus Rex* 



^ 






64 

,,In iounensum trahi non decet finita litigia^ qnae enim da- 
,,bitiir discordantibus pax si nee legitimis sententiis acquiesci- 
„tor? Unus enim inter proeellas homanas portus instra- 
^ctus est, quem si homines fervida voluntate praetereunt in 
^undosis jargiis semper errabunt. Et ideo Spectabilitati 
^taae praesentibus aSomur oraculis^ quatenns, si ita res se 
,,habet, ut a praesentibus supplicatur a) et in Gomitis Annae 
,,]adicip Mazenis fundi eontroversia stätutis legitimis est de- 
„cisa, nee aliqua probatnr appellatione suspensa, quae sunt 
,,decreta , serventur . . • • Cogi enim debet ut sit quietus, 
„qui suo vüio reauit esse pacificus*" 

6inen 9led^t6fireit (fRtx SStnbicatto ?) um ein ©runbflucf; bei xotU 
6)m ber ©ot^c SKajenfc) ?)art^et war, ijattt, ' Var. VII, 3. Qtmä% 
ber (SomeS ©ot^orum (cf. § 12. III.) 2Cnna6 (3(nna) entfddieben. ®e^ 
gen btefe ßntfd^eibung l^dtte apptüixt werben {6nneh; benn ber£6m9 
fteUt bie SJefd^reitung ber Slec^tgf raft l(^9pot^etifd(| l^m , unb fe^ ben 
©runb ber loteQetd^t fe^Ienben Zpptüation ni^t in beren red^tlic^e Um 
mögltd^feit ; fonbern in bie 9lad^laf{tgteit beö ®rat)irten (suo vitio). 

^er übrige Sn^alt ber @te(Ie erfldrt ftd^ looQfoninien unter ber 
SSbrauSfeigung; ba|i ber Qomti ©ot^orum nic^tö 2Cnbered atö ber ^\xx 
(6ome§) ber 9lomtfd^en SSerfaffung war* SSon biefem ging nimliöf bie 
Tlpptüatm grabeöwegö an ben £aifer ; Sufitnianud fe^te eine Somtntf^ 
fion fefl; weld^e au6 bem SKagif!er pfftciorum unb bem £luaeßor ©a^ 
tri $alatii beße^en, unb biefe 3()))xQationen ,,more consultationum^^ 
t>entiliren foQte c). ©ejiau baffelbe ftnbet {tc^ fc^on in unferer @teQe : 
bie @ad^e gelangt in 2CppeIIatori() per consultationem an ben £6nig, 
ttnb biefer belegirt {te bem gtorianuS; ja e$ iji fogar m6gli^; bap bie^ 
fer ^lerianuö 2:f)eoberi(l^'§ 9Ragi|Ier £)fftctorum war d) , unb bap ber 
bamalige £luaefior ©acri ^alatii (Saffioboru^ mit \\)m sufammenwir^: 

fen foßtec)* ' ' • 

« V 

r 

a) ndmlidj^ in predbus refuUUorüs, 

h) toai^x^^mli^ alö äSeflagter, nenn man n&mli4 fwadas Mazenis ^ufammeQs 
conflruirt. 

c) L. 38. C. de appell. {Ylly 62.) cf. 4) o U » c 9 L c p. 95. unb p. 363. 364. 

d) SSom 9){asifter £)fftctorum fagt 6afftoboru$ in ter SSeflaHungSformula UfftU 

ben (Var. yi, 6.) „(antiquitas) subdidit ejus arbitrio aliena judida, ut ad ipsnm 
„rediret, quod alter yisus est praestitisse.'' 

e> }Da Slorionuft fonfl nirgenbft enod^nt Witt, fo ijl bieft notürli^ Mofe Bei* 



65 

IIL (SnUi^, baf aud^ fR&met baS Itmt eines SomeS ©of^onim 
beKeibeten; wetd^eC im § 8. ben brittcn (Sinwurf gegen beffen ®etmas 
nifc^en Q^ataltn bilMz, bcA tfi fd^on in bem SBoraufgebenben mit )wet 
fiSeifptelen belegt worben, fo baß l^iet nur nod^ an ^troatui Siuv ffl^att 
tiaxnm (§ 12. V. auc^ §9,) unb (Soloffeuö 6omeö ^annoniae (§ 12* 
VI. and) § §0 erinnert gu werben braucht 3n gennffem Sinne ge« 
|)6rt auc^ ber eben erwähnte f^IorianuS f)itxf)tx, inbem fc^on ber Um<» 
ficutb ; baß t)on einem (Sorne^ ©otborum bie ^CppeQation an einen fftit 
mer gebt, ben national -©otbifc^en ßl^arafter beffelben — auc^ abge^ 
[eben Don htm felbftdnbigen SRomente; rneU^eS in ber Tb^ptUaikn 
Ö^ö* — f*^^ »erbdc^tigtt 

b) dornte ®ctl(lorum» 

(Somee ®ot(orum« 
§15- 

£>er gegenn?(Srttge § ent^^tt bie, ju 2Cnfang beS § li« mfpxo^ 
mn, ndberen 93e{limmungen unb 2Cudfäl()rungen; jene begiel^en ftd^ auf 
ben SBBertI) , bie ©ic^erbeit unb ben Umfang ber gangen Unterfuc^ung, 
biefe concentriren ftd^, aH auf ibren %u£gang«punft, auf ben in Var. 
VII ^ 5. (§11«) em)dbnten $ruben$ 9tomanu8! 

SBir baben gefeiten ; baß, abweid(>enb ^on bem jDrbo 3ubidorum 
Komanorum , ber 6ome8 @ot|^rum auc^ für ^roceffe etne^ ©otbifc^en 
•Klägers gegen einen 9l6mif(^en I6el(agten totnpeUnt war* Sine 2Cul« 
gUtd^ung biefer 2Cenberung fonnte a fd^einen a) , baß nun boc^ wenig« 
fienö ein Stömer gugegogen werben mußte, baß alfo ein gemifd^teö ®e$ 
rid^t gebilbet warb. 3a bei ber 2Cnnabme beS gegweiten Sttd^ti befam 
biefe Ttuffaffung nod^ eine febr ftnrtioolle fiSegtebung. ^imlid) , ein 
nidfit im (Sbtctum entfd^tebener %aü mu&t, jener 2Cnnabme gufolge, balb 
nac^ 9t6mifd^em balb nad^ ©ot^ifd^em Siechte entfd^ieben werben, etwa 

mut^d* jDa iebo4 bie in not. d. citirte stelle bafür fipri^t^ bap iebenfalis etmaS 
SBa^ree baran ift, fo f^eint e§^ man muffe amt^mtn, baf bie ün Ztftt emdi^nte 
6inn<l^tund von 3nf(inianu& ni^t ettooft gons ^vxti, qI$ »el^eg er Re bo4 barfleat, 
fonbem nur ^Kulbtlbttn^ ober Erneuerung einer diteren n^ar* 

a) GroUi Historia Gothorum. Prolegom. p. 34, 9{eumattnim ^^erme^ 
XXVn. p. 158. not. ♦**)• 

0. ®Io6en r. fftu 5 



60 

ad4 ^ 9legeln, mblie Sat^tgnp Sefi^te L § 46* gibt Siadtn 
wx und nun gum IBet^el, ba^ em Oot^e dcgm einen 9t6nier ein 
Stedj^tSMrb^Itnifi tlagtnb t>eTfolgte^ xotli^ na^JR^fäftm Steckte be^ 
uttbeilt werben mufite. «^ter tonnte ber {Ugegogene Stimtfi^ Surift 
ced^t eigentli^ ba^u btenen, bte Sttnnbu$ bed com^tenten 6ome$ ©o- 
tbontm t>on bem anjutoenbenben Setzte su i^ennitteln ; ia et xocx lu 
btefem Snbe gang unentbeb(fi(|« Unb umgefebvt, n>enn ein 9l6nter ge- 
gen einen ®Dtben flagte, oüdf ba erf(bten ber jugejogene ^mbenS dto-^ 
momiS ganj an feinem S>ttt, wenn Setb^ltniffe }ur @^rac^e (omen^ 
auf beten IBeuttbeilang bo» Sted^ beö JtldgetS t>on einjlu^ u>at. Son 
einet anbeten @eite bet bettad^tet, befommt aber bet n&nlid^ @a6. 
einen febt auffaUenben unb icb ben!e SRand^en mi^fdQigen Snbalt 
SBenn ndmlid^ ber @otbe bem ©otbifc^en Aldget t>ot bem 6omeS @0' 
tborum , bem 9l6mifd^en in iemm gemifd^ten ©etic^te ju Stecht fteben 
mußte, fo f)attt er jwei t^erfc^iebene f)erf3nlic^e ^ora, unb fo bing eS 
}um SSeifptel bei einet ßriminalfac^e t>on bem gufdQigen Umfianbe ab, 
ob grabe ein ©otbe obet abet ein Stämet juetfi al& ^nftdget aufttat, 
wüd)em ©erid^te ftdf^ bet betinquitenbe ©otbe iu fleBen babe: ein Sie- 
fultat, weld^ed gen>if bem fo oft als SRoment gebtauc^ten Slotionalge:: 
f&bl^ nicl^t f(bmei4ieln fonnte* Sut biefe SSetfc^ebenbeit bet ©etic^tS^ 
befegung Idft fkb aud^ gat fein etttdglid^et ©tunb benfen, bemt ba gut 
Sntfc^eibung eineS @treited jwifcb^ gn>ei ©otben, auc|^ nac^ bet bett^ 
fc^enben STteinung nidjK fettend); Aenntnifi beö 9l6mifd^en üledbtS notb^ 
Yoenbig wat, fo tonnte bet 6ome8 ©otbotum bort beö $tuben$ Sloma^ 
nvi& ebenfo wenig entbebten, aü wenn bie eine ^attü ein Siomer wot. 
£ie @(l^wietigteit t>etf(bwinbet, wenn wit onnebmen, baß Gaflto- 
botuS ft^ ungenau xutögebtudft b^t, unb baß bet Dtubenö StomanuS 
^m Qomti ©otbotum aud^ bei Dtoceffen gweiet ©otbifcbet ^attbeten 
abbibitt wutbe. £iefe 2(nnabme ifl aDetbingd febt bebenflid^, wenn 
mein ben Qoma ©otbotum atö eine neue Sintid^tung, unb fblglicb ben 
9tubend StomanuS ci& ttxoai gang SigentbämliAeS auffait; fie wkb 



b) 3m (Sbictum S^^eoberid, melibeft au^ fär 9)roce(re te6 ®ottea gefim ben<Ko* 
t(eft deltnt foU^ »irb oft onf bad9t5mif4e(R(4t auf er^altr fetner terntefen. «£ $16. 
Qti4^(^orn freili^ f4eint aniune^men, baf ba& (Sbtctum nur hü Ztctitigftittn imi* 
f^en 9lt6mem unb (Sotten, m4t ^mif^en s»ei (^otfien iaht gelten foOen (Sräolifd^ 
|>9P0t(miiaIt)* 6* 2870* ®a6 ii^ ober mit ben SEBortai M (Stktm bo^ goni un> 
berdnbar* 



«7 

olftet ?HiäAi loemgev att btefed, »cnti man fid^ Don bet SeweiSf&j^tmtn 
bcv §§ 8* — 14. ubeqei^t bat, unb ben Qj^mti ®otl^ortsm fixt ben 3n« 
be^ mtlitariS im £)f}gotbif(^en Sletd^e b<iK. 2Cldbann muf ber Segtm, 
mte ieber 9l6mif(l^e 9{t(f)tei jenev 3.^tt, — mitt 3Cudnabme bet SKumct^ 
ipatmagijhate — einen ^Cffeffor baben, unb bied Derfiebt ftc^ fo febr t>on 
fetbji/ liegt fo nabe, baß (Safftobotuö ft^ barauf Derldft, xt>xx xvüxUn 
ben 2(jTeffor ebenföwobl bei bem „inter duos Gothos" fupjjliren aK" 
bei bem „inter duos. Romanos/^ ^enn 92iemanb n>irb bocb xocitn 
Var. VII, 3. imi^An, ba^ ber 9i6mifcbe Sognitor einen 2Cffe{fbr f)attef 
obgleich ßafftobotuö benfelben nic^t erwdbnt* @r fonnte aber, n>te 
gefagt, bie @rn>dbnung bei bem ^nUx fRomanui ebenfowobl untere 
laffen, wie bei bem SomeS ©etborum, eben weil ber ^rubenS Stomas 
nug nicbt etwas jei^t aUererfl @rfunbene6 ifi, fonbern eine alUi aUbe^ 
f annte Sinrid^tung* Unb au6 eben bem ©runbe wirb aud) an anberen 
©tetten beS SafftoboruS ber Äfieffor beS Someö ©otborum, ober wenn 
man lieber will ber ?)rubenö JRomanuS , mit ©tiUfcbweigen öbergan^ 
gen, obgleich er, wo eine ?)artbei Stbmxfd), bie anbere ©otbifd^ war, 
nadb "Var. VII, 3. nid^t fcblen Fann. @o foH ©unbioab tn@amniwn 

rid^ten „si quod negotium Romano cum Gothis est, aulGotbo 
„emerserit cum Romano" (Var. III, 13. oben § 12* L), unb ber 

eomeg ^uba eine S:iage be§ fRimexi -^etruS gegen ben @otbfn 2Cmara 
entfd^eiben (Var. IV, 28. oben § 12. IV. unb unten § 23. III.); — 
M ^benö JRomanuS wirb beibe SKale nid^t gebadet. 9lur baburd^, 
bafi man ben ^ruben§ JRomanuS mit bem JCffeffor ©ucis c) ibentificirt, 
woburd^ er alö etwa§ fid& t>on felbjl SBerjiebenbeS erfd^eint, fiberbebt 
man ben ßaffioboruö beS SSorwurfeS einer unbegrei^td^en Slad^lafilgfeit 
5)er Umjtanb, bafi ber ßome§ ©otborum einen 2tflef|br batte, 
ttent ber im vorigen § 14. bewiefenen eigenen Urtbeilfinbung beö erjie^ 
ren auf ber einen @eite jur S3ef!dtigung , inbem neben bem Stömifd^en 
^(ffeffor für ©ermanifd^e @d^5f en fein Siaum bleibt d) , auf ber anbe^ 



c) L. 2. § 19. 1. C. de Oß. Praef. Praet. Afric. (I, 27.) ©clbft Ux Tfll8* 
hxtxd, f3rufceas ötomanus beutet auf biefe S^entitAt ^in : prudens = juris Studio- 
sus (|)0UtDeg Q. (U SD« $14. not. 12. cf. Var. III, 28. jtistitia Gothonim, qni 
Romanorum prudentiam capiunt) — Romanus sts qui non in nnmeris mflitat. 
cf. $ 9. obeiu 

d) 3m iSbictttm, TLxU 74« ^etft eß, ber fle^enbe S3e!(ogte foOe vom Mii^ Me 
9roce$fofUtt erfiattet erl^alten ;^ab aesdmatione sdlioet jadicis aut honortOn vtro- 

6* 



68 



Yen @ette abtt jut n&lfnm Seftimmung, tnton j^tcroitf bn tntenftoe 
Umfang ber SE^dt^fett beö Qomti ®ot||onun ct^tUt, unb »le c6 l^et 



rum ex delegatione noscentiiim/' i8(i ter befauttten SetentmtS I90n „boni viri'' 

(®utei!i^ (Sotten, üta^tAbttrsen;' eai^ignt) ®ef4* I. $ 62. $66; — baf nur an 
einer stelle; Form, Sirmopd, .G. 31. }meinial bte 9<>ntt boni yin, fonffc immer boni 
homines iDortommt, ^olte i(^ für glei^gülttg — ) ifl man oerfuil^t^ ^ier an ®45fen 
iu benfen^ aber el ifl t>ielmet)r ton einem rein (Romif^en J^flitute^ bem Subejc pe^ 

bonenft bie tRebe , n>ie Rd^ auS /n«. Paui» V, 28. ,,pedanei jadices , id est , qui ex 
delegatione causas audiimt" ergibt ®elbft bei bem7Cu6brU(fe ,,boni Tiri^' ift man 
m(bt bere(bti<|t an ®ermanif4(d dit^t, o\^ au^ nur an bm (Stnfluf M fßtcht^x^ 
mit ^ermanif^em SHe^te ju benfen, benn er ftnbet 'fub in iwei QonfHtutionen M 
(ä (b t e n) 2;t)eoboftanu& dobej^ : L. 1. unb L. 2. Th. G. de matemis bonis (YIII, 
18.), »ofelbfl ® ot(>ofrebtt8 i()n, nnbcgreiflirber SBeife (Not. y. M üBonner Sor« 
pu« 3uri& ^nteiuftO/ für einen TCnianiemuS ^ielt 

34 ^^tin nt^t um^in , t)i^^ eine ®ef(bt4te mitjuti^eilen , aus »el^er fiä^ für 
{Romer damaliger 3ett eine fonft mrgenb^er bekannte forenfe @mri(btung ergibt^ mu 
Ö9t, fdnbe man fte bei (S^ermanifiä^en ^art^eien, lei^t für baß Snftitut ber ®4^fFen 
gehalten merben {6nnte* IDte SQuflria Semtna Zr^otomia^ eine dtfmerin (^er- 
roanbte be§ ^nobiu^, L. YI. epistolar. 24.), flagte Ui X^eoberi^/ ij^re @(bn)ieger= 
tod^ter 7Cett)eria ^abe na(b bem 2:obe i^reS Cannes eine gmeite .@be mt einem gc- 
roifTen ^iberiu^ (nt^t bem berühmten ^raefectud ^raetorio ©alliarum, benn @nno- 
biuß, ber jenen fe(>r 4od!> fW^t, nennt i^n L. vm, ep. 38. „indignmn" unb bie 
^eirat^ ber TCtfytxia „lupanaris Tice coDJugimn*' „turpe contabenuam ;*' bo4 

nennt i^n IS^eoberi^ Var* lY, 46. „vir ^pectobOis") g;f(b(offen/ unb »ode fi4 nun 
ba& SSennög.en i^reft.erften SKanneSi jum Graben beS Gol^n^ befTelbm/ it^ß (Xr^ 
4otamta'§)@nfetö/ aneignen» .(@S fibtint alfo, baf f(bon oor btrNoy.118. bte®rof^ 
xtmtUx bie Xutel führen fonnte«) 2:t)eoberi(b oermeift fte in ben orbentitrben {RecbtS« 

gang / (Yar, lY, 12 : ,,Ideoqae Nos , qui desidena suppUcantiom consaeyimus 
rmittere ad statuta diyaKnm sanctiouiiin . . .<*) Unb trägt bcmgemdf bem Sicoriu^ 
^raefectornm per (S^aUiaS ,(Yar. III ^ 16. eine alte lEBürbe, Not. Imp» Ocq. c 68. 
svoa^ !IRanfo ®» 361« }u äberfe^en Meint) .(SemeQud unb bem ^arbob (SJ^ero^ 
baube^); fßix iauftris 6ome&, peKber in !SlafüIta |tanb, (Yar. m, 34. a^meß ^af« 
ftliae 6tt)itati& mirb er in ben Cluellen td{i)t, aber, n)ie mir frbeint, mit (Recbt ton 
OJ^anfo «S« 370 genannt) auf, „medüs sacrosanctis Evangcliis ,<< ($OUn)eg 
a« a« ^^ § 2. not. 27.) „cum tribusflonoratis, quos partium consensus elegerit, qoi 
legum possint habere notitiaiOy quidquid prisci juds forma constituit, inter 
eos , conAiderata disciplina Nostri tempoiis profeire.^' Yar. lY, 12. jDoß Ur* 

t^eil »urbe gefdQt, aber Siberiul beflagte M nun beim Jtönige, feine Gattin fei in 
(Merobaudi) judido contra juris ordinem prägrai&irt/ »eßbölb S§eob?ri<b bcmSKars 
bob (nunmehr ol^ne @rmd^nung bei ©emeUui) aufträgt: „Quod si ita est, remo- 

tis praejndiciis , apud arbitros , quos partium consensus elegerit, te immineMe, 
causa legibus audiatur.'* Yar. lY, 46. )Do4 foS dne Appellation Att bcn iSomita« 



69 

ettrigct ©md^ttgfetttliebe miglui^ xoax, Me fenfible Sßage bet Sdemift 
bet fd^wteltgen «^anb t>on SRdnnetn m^u^ttttmen , füt xotld^ baS Ju- 

dices xDÜitares hiimanitatis litterarum rüdes bt6 idctantiui e) in 

ipotengtrtem ®xabt galten mogte. 

2>te gegennidrtigen SSlitttt ml^men bon bem SomeS ©otl^ontm 
nur in fo fem 9tott}; ald bie Srifienj beffelben aÜ einer ©ermamfd^en 
(Stnrid^tung; gegen bte beabjtc^ttgte SSBewet^^btung t>on ber au^fc^liefs 
liefen ®e(tung be8 9t5mtf($en Üttifyti, fo ju fagen nod^ in Utero , aU 
®egner auftrat ^iefe £)))^jttton würbe auö bem SSBege gerdumt, im 
bem g^jetgt xombt, bdß nur jufdOtg unter einem auffaOenben 9tameh 
eine Slimifd^e ©nrid^tung ftd^ (verbirgt. S>ux6) btefe (Sntbecfung ifi 
unfer Snterejfe ^an bem 6ome8 ©otborum abforbirt , unb eine fernere 
Qnterfuc^ung über benfelben /*) fdOFt ber aSgemeineren itber bte QtaatSi 

tue CRegiuS audft bann no4 jeter ^artl^ct freiflel^en» IDte le^termd^nten arbitri ftnt 
offenbar gkidjbebetttenb mit ben in Var. IV, 12. genünntcn Honorati , unb bes^alb 
bin {(b au4 d^ncigt biefe nid^t/ ber bef ahnten früi^eren iSSebeutung (Gaioignt) (Sef4* 
r. €^« 840 infolge/ für gemefene 9tet(b$beamtete; fonberh na^ ber ebenfaU^ niö^t m* 
befannten^ (6ttöign!) ®ef(<>» I. @* 308» womit ju berbinben ift I. ©♦ 449 fd») 
fpdteren (7n<. L. un. Th. C. de off. judic. dvü. 1 , 17. ober 1 , 8. brev. — Int. 
L. 1. Th. G. ad legem Gorneliam de falso. XX. , 19. ,,cuTiae digoitatp priyabi- 
tor , id est ut Honoratus esae non possit" cf. j|eb0(J ben 3>ejCt» — Formul. Ar- 
vem. saeciüi qumti bei WaUer Corpus Juris Germ. III. p. 489. „Gesta" — ) för 

ßuiiafen ju ftattem ^ ©nnobiu» fprirjt L. VIII. epist. 35. »on bem (erflen 
ober gweiten) (Refcripte beft Mni^h unb ijofft, bie „viri boni et amid" würben bdö 
Unrecbt abraenben» Q^ine SBesie^ung ^»ifd^en ben „boni viri« be& @nnobitt$ unb benen 
beö (Sbictum ^^^eoberici/ ober gar benen bei ®aoignt) I. §62^ mag t4 iebixb ni(bt 
annehmen» 

e) Lactanlius de mortis persec. c. 22. bei |)0Un)eg a. Cu ^* ^* 154« 

f) fBox OTem mfif te erörtert »erben , ob ber IfuSbrudf Gtomeö ©ot^orum nid^t 
meUei^t eine gan^e 6(affe ton S^eamteten barfleKt. 3n bem ISorjlet)enben ift, um 
biofer @rih:terung ousjuwei^en, mit ICbfi^t bie »on biefer &üU cbenfaUe unbefKmmte 
^e$ei4nung 3ttbe; militari» g(n>ät)(t morben» — Ibaf bei ber S)]ltgoti^if4en xok M 
ieber anberen |)eer»)erfafrung eine TCbftufung »erfd^ieben großer in cinanber eittgef(bö<^» 
teltcr TCbtl^eüungen, bercn jebe i{)ren ©orgefe^tcn ^atte, @tatt fanb, ift natürlid^ niö^t 
att besweifeln, unb e§ Wäre, foroo^l tom ßJtanbpunfte ®ermanif(ber Terminologie 
aus (^MHi^^l «ijrfu* einer ©örfteUung ber ®cf*i(btc m :iCngclfq*Rf*i^en me*t&. 
@. 820/ ölö »cöCtt ber mehren Srbine& ber (Sdomiftben) (SomiteS mögli*, baf allen^ 
ober »cttigflen^ meieren ©attungcn biefer t3erf(biebcnen SSorgcfe^ten ber be^eicbnenbc 
Sitel (SomeS (äot^orum ya Sl^eil geworben »dre* iDirccte ^aö^ri^ten barüber, mU 
d>er TCrt biefe TCbtieilungen^ unb »el(beS ibre »orgefc^teu waren, fehlen fajl gans» 
auf er ber unbefKmmten @rwä^nung bec IDuceft ac ^raepofiti bee ^ecreS in Pallien 



70 

(®. 342— 3B3) )tt SRanfo'SlDfigot^tfd^ ©efd^tc^e nodj» (emeewegft 

(Var. in, 42.) fonuncn nur aJöCenarli §)roöinciae ?)iccni et ©anmii »or (Var. V, 
27. cf. V, 26.). JDo4 mo0.Mc «erglei^una ber «Beflgot^iWcn |)een)erfüfrttiig man» 
#c9 2i4t geben (Dgl. G i d^ ( o r n ^tftnf« 9rov>iniiaIt>eno. e. 288 fg* , ^er iel>o4 
€$• 290* geioiy mit Unreftt — benn boft seebeneinonber inL.W]sigoth.L.n.Tit. 1. 
Gap. 26. bemeifl fo »entg eine etrf^iebenbeit m bie b^t^ftg Dorf ommenbe Qtnoä^nnnfl 
wn ®rof{otte$ neben domiteft; vgU ®a)9tgnQ <0ef4» I. &* 271* — ben Xiufat^S 
aU etn)Q& oon bem tD^iHenarinft SSerf^tebencd barfteHt) i benn bof bU §Dflgot^if4e 
{teetverfafTung (Slermanif(be$ entbleit, man alfo in ber «orgef^Iagenen S^erglei^J^ung 
Nre^tigt ifl, bestoetf!e i4 »i4t flBaß nun boft (Sfgent^^nrii^e betrifft , an« über 
Mmer rieten )u bürfen, fo glaube 14 (o^nc SBemeire), baf bteft M nur bei folgen (Bo* 
tbiMen SXÜitdroberen fonb, meUl^e in irgenb einem 2>iflrictebte.bo4ftenioa» 
ren, »eltbe allerbing& mit einanber vergüten oon )>erf(btebenem (Range fein i^onnten. 
— |)iermit ifl eine anbere grage aber ni<bt ju »)er»c(bfeln , bie ndmliib, »eldbc ®e= 
^Ifen bem (Someft ®otf|onim bei TCnß&bnng feines {Ri(bteramte6 {ur Bcitt fhmben? 
^af er ein fi5rmli4eö SDfftcium ^atte, ^tt i(b für mebr aI6 »abrfcbeinlicb j ni4»t 
wegen Ed. Theod, art. 4. ^^Offidom cnjaslibet jadicii<< «-* benn obglei4^ nnter 
bem y,Jadex" M (Sbictnm ber ®otbif4e (Ritter ganj un|n>eif€lbaft mitbegrif en ifl 
(cf. art. 145.), fo fagt boöb baß Olitirte fflW^ mebr alS : „t>a^ ^fftcitim eine« ieben 
(RiAterft ber eins b<tt'' — fonbem »eil ein Ginjelner bie (Sef(bfifte eine& £)flgot^if(ben 
flltd^tirft gar ni^t allein beforgen fonnte, cf. £d. Theod. art 6. Son feinem Ifef» 
foc ift bereits im Ztxtz bie Otebe genefen. <Ss f^eint aber, atö ob er benfelben nW 
felbfl frei »fielen fonnte, fonbem baf i^m ber auSgebiente ^rincepS irgenb einer {)of« 
fon^Iei als TCfTeffor ^erpetuuS $ttgef(b{<ft mürbe* IDiefe Sermutbung fiü^t M na« 
mentlüb auf bie ,,9ormuIa §)rinctpi& tDalmatiarum'^ Var. YII , 24. )>erg{i4en mit 
Var. VII, 26. ,,gormttla ab commenbanboß (Siomiti principe»/' in »el^er ber ,,(50* 
mcS" entfrbieben ber Comefi ©otborum ift (<tf. unten § 20^ VII.), unb ferner ©er« 
gU(ben mit Var. IX, 9., worin neben bem oben § 13* VII, als ®otbengrafen er* 
fanntctt SDSwln „simul«« ^er IKÖmer ®eoerinuS na« ©almatia unb ®aoia gef(bi(!t 

wirb, „vt compositi cooBona volnntate possxnt (unirersis Gothis et ftomams) 

kadanda praedpere." @ben »ie SDSroin (§ 13» VII.), fo mar au« ©eoerinuS Won 

unter X()eoberi(b'S Regierung na« ©aoia gef«i(jet »orben , unb bamalS (Var. V, 14. 

15.) fönte er über bie „©omeftici (Somitis ®ot^orum nee non et «icebomini" ri«ten, 

»el«e ben ^Jrooinjiolett örprefungen lugefügt baben foßten» — ©ap ber ^rincepö 

©almatiarum ni«t etwa ein ge»öbttli«er |)rdfe8 unter anberm Sitel war , ergibt ft« 

baraus, baf ein öonfularis ©aUnatiae oorfommt, Var, v, 24. — gcmer fKibt 

fl« bie angegebene »ermut^ung auf Var. VI, 25. oergti«ett mit VI, 23. 24., unb auf 

Var. VII, 28. tergli«en mit Vü, 26. 27. ©nbli« barauf, bofi au« fonfi ^in unb 

'"•^ber bas mi«ten über ®ot^en einem 9l6mer unb einem (Sotten gemeinf«aftli« auf? 

gen wirb, eo Var. I, 18. V, 39. (cf. V, 35.) vni, 27. IX, 12. — <gnb* 

mf i« no« ein |)aar Sporte über ben eajo (GaiuS) fogcn , ber bei CfafÜobo« 

«ufig oorfommt» fD^anf o 6* 864* ^dlt i^n füx ben IBottflredeer ber obrtg* 



71 



M gefd^IofTen antufe^^ tfi; awSf m\il niid^ s^ofm fem foflSt«. 
SBei einet fold^en tpirb e« ftd^ befidttgen , baf gu tem aOor anttquavb 

fcitli^en aSefe^le» ;,^ttuptfä4It4 feich tic ©üjoncS jur Beitreibung rücffianbigct 
©efdHe, ticUei^t aud^ jur Xu^pfärtbang ber ©riuRmcr fribft gebrooc^^t." <)[Ran i)l 
^cnzi^t, iia4 bet in ber SejcSBifigot^otttm snb elelen f^dteren Urfunben (£)ucond< 
ad h. T.) tmin>eif(lf)aft€n S3ebeHtttng M &om, U^n fixe bcn Okridi^t&boten }u l^ftltea« 
(QJ'iaurer § 14 J »Dies ift. aber nur bie eine, unbebeutenbere Btvtt ber l^^dttgfeit, 
in »cl*er bie ©ajonce erWeinen , j* «♦ Var. If, 13. Ilf, 40. IV, 14. 32. 39. vni, 
27. xn, 3. ; i^re töuptfä*ti*fte Ätatigf eit war eine railitdrif*e* ©er öaio STCoubiuö 
raajttt ba8,9ün8t «q* OaUien bcflimmte ^eer, fift Stmi ICufbrui^e bereit ju pulten» 
Vai-. 1 , 24. «eöbiftib fbrgt für Eocinwd ber ©ot^en im SafleUum ßeruca* Var. 
UI » 48. IBeranud fnl^rt bie naS^ O^aHien befüinmten ©eptben bttr4 i^enetia unb ^U 
durla* Var. Y, 10. Zatan mirb mit6Qgittariern abgcfanbt, um ba§f)eer px oerbop» 
pelm Var. V, 23. ®uiuim raa^nt bie QKiircntträ, bie in |)icettum unb ©amnium 
ftefeen , mit i^ren Äriegern ju 4)ofe ju fommen» Var. V, 27. ©aneben »erben jie 
von ben Königen jur üBeforgung ber »erfd^iebenartigflen Qfrbeiten gebraust, ober ju 
bemfeibett 3»e(f e an fBtmttU obgefenbet» ©o fo» tinlf (Var. V , 20.) unb cbenfo 
©ttbinanb (Var. V, 19.) unter t)idporrtton ber |)r4efectne ^Jraetorio ^bunbantiuS unb 
bcS (Someg ^patrimonii SBilia bie S^^^d ^i>n @(i^i|fbattl;cl} an ben Ufern beS ^abuS 
beaufit^^tigen ; erfterer au4 bafür forgen, bap gemiffc ^lüffe ni^^t me^r bur4 Sif4» 
^ttune ber ©d^iffa^rt unjugdnglid^ gemad^t würben, ©er ©ajo ^ittigis foU ©(j^iffc 
mit ftScalifd^cm GJctraibe ton Olaoenna bem Jtönige iufü^ren. Var. II , 30. 7(n d- 
nem anbercn S)rte »irb ^SBittigt^ ©patoriud genannt; unb i^m aufgetragen bafur ^u 
forgett, baf ®flat)en; »el4e hd Gelegenheit ber TCnfunft bed £)figot^if(i^u |)eeree 
m (Pallien oon i^ren Ferren ^u ^Knberen entlaufen mären, jenen jurüdgegcben roür^ 
Dtn (Var. lU, 43. cf. oben § 11. not. l. unb unten § 20* IV.). ®t)obiffal! (Vai-. 
IV, 47.) unb ebenfo aji^annila (Var. V, 5.) foKen barüber tria^nn, bap o(;ue (Srlaub^ 
ttif ber aSiccS TfgenteS be$ ^raefectus ^raetorio (Staliae) unb bee 50?agifter S)fficio* 
rum 5^iemanb fi* ber curfmileS ©qui (»crebt) bebiene, unb baf feinem ©ajo me^r 
al& eine Steife }u einem ibm aufgetragenen (Sefd^fte gut get^n merbe. ©er ©aia 
©Jü>ö foa in a^egräbnifictt mä^ ©dualen fu^cn , bod) bie Seici^en fd^oaen (Var. IV, 
34.).. ©erfelbe foU ^crfoncn, bie bem gi^cuö verfaUneö ®ut innt l;abeu, tjor bü$ 
®eri4)t be8 (§onfuIari§ ßampaniae flcUen (Var. IV, 32.). 5befonbei*S i^äufivj f(&ci^ 
nen Re ju ©aut)egarbcn »erwanbt morben su fein , 5. 35» Var. IV, 28. 27. cf. § 12 
IV. unb unten § 23. III. Var. VIII, 24. unb befonberö Var. VU, 42. „Fonnula 
Edicti ad Qaa«storem , nt ipse spondere debeat , qoi Sa>onem meretur.'' CL 
3Ranfo ©♦ 364» not. c. ^u§ allen biefen ©teilen gel^t l^crtoor, baf bie©ajoneö 
m im unmittelbaren ©icnfle be§ ÄönigS (Sajo Noster ^eift cS aUent()alben) fte^en^« 
beS (Storp§ )>on 9tationaIgot]^en (alle tarnen ; mit aUeintgcr :Kuönat)me t)on ^eranuö 
Var. V, 10. ftnb bari^orifd^) »ar (©afinbi 0, ivel^e toi %am ben ©icnft ber Servi 
dominid, id est Gompulsores exercitus ber ^cx SSifigot^orum Derfa^en , t)äuftg aber 
an {Beamtete ya befücimten. JBerrid^tungen abgegeben n)urben , ogl. bcfonberd Var. 

xn, 3. , 



7S 

fd^et Sotfd^ ffmmfmm ^ttitlnb, btt fBef(d(>trfiitt^dt be0 gegeben 
mn SRaterioIö, l^icr teS Safftoborud — ber oft etn)tgen i&ueQe — 
fd^n)uljKget unb aSet terminologtfc^en ©enauigfett entbe^renber ®tn 
imb ber fldglic^ Sujlanb beö SEejrteS; ba n>o ata 3lamtn ®6fiü^t ge^ 
logen werben tonnten ^ etgent||ämlt($e ^d^mtetigfeiten erjeugt^). @o 
muß benn man^ed Stefultat weniger auf unmittelbaren 3eugntffen, aU 
auf bem ftc^ unter etnanber j{ui|enben ®en)6lbe beS ®an}en berul^en, 
unb ba begreifüd^er SBeife bei ber bier gefäbrten Unterfuc^ung , tot\d^ 
^r unferen ^arxptixotd nur ))on fecunbdrer SBic^tigf eit iji; lebigtid^ boB 
unmittelbar SSejeugte benugt werben fonnte , fo erf Idrt fid) barauS bau 
garblofe , Sontourartige ber Seicbnung , wonad^ gwar wobl tbre Stieb' 
tigfeit bemeffen werben fann, wdbrenb ber Uebenebungöfraft eineS 
auögefäbtten ®emdlbeö entfagt werben mußte« 

3. Z)ie IBeweife für bie richtige ^nfid^t Don bem Slec^tdiuflanbe 

im jDflgot^ifi^en Sletc^e: 

a) S)a6 (Sbictum 2:^eobertci felbft. 

SBenn man bidber eine ÜReinung Aber ben 9lecl^töiufianb im, t>p 
got^ifd^n Sleid^e auf ba$ (Sbictum Sb^oberid gränbete^ fo nabm man 
auf ben Umfianb feine diMfi^t, baß berfelbe bod& bii ju betn 2Cugen$ 
blide^ wo er ben ßinfluß be$ @bictum 2:b<^oberici erfubr, bereits eine 
geraume Seit — nacb ber fröfieren Meinung fteben Sabre^ nac^ § 5« 
oben wenigjlenö breijebn — bejlanben b^tte« X>a unfere fi3ebauf>tung 
ber auöfd^lieflicben (Geltung bed SRdmifcben fRtfbt9 ftd^ aud^'auf biefen 
fräb^ten 3dtraum erfhedt; fo interefitrt er und ebenfo febr wie bie Sol^ 
gefeit; unb wenn nun mebre ber SSeweife, weld^e je^t jufammengeflellt 
werben foUen^ auf bad Sbictum fußen (§ 16« § 180/ fo muß juerf} 
g^jeigt werben, mit weld^em Siedete ^ai, xoa& f&r bie 2^it natfy bem 
Cbictum a\i neben bemfe(ben geltenbeö fRt^t wirb nad^gewiefen wer- 



g) 9{td|)t bem (Safltoboruft oDer feinem Zntt , fonbem ten iBer&nbermiden ber 
Seit ifl mo^l }u im^utiren bie SSemirrung ber ^tangflaffen (3Buf!te9, @pectabile& 
tetO/ n)el<3^e ieben C^ci^luf auf bie {Rangorbnitttd ber IBeomteten unb auf bie bdrgerli« 
4e GteHung (Sinselner tereitelt IDie loorfommenben^robatoriae fol4er<fClafen (Var. 
TI , 11» yn, 37. 38. cf. «Slanfo @« 376.) f^einen iebo4 m^^ ^te (ier fiege« 
bene Sefümmund ber Snvputation iu fpre^en« 



\ 



7S • 

bm , f&¥ bie 3ett Dot bemfdben cü oOem gelfenbeS onaufel^en t|}. SBtt 
leiten tiefe JBered^tigung oui einer GteQe beS (Ebictum ^er^ tteld^e m- 
t)er!ennba(auöf)>ricl^t, baS ^Dasjenige, xo^i neben bem Sbtctum |>in^ \ 
fort gelten folle, baö hxiH^ti geltenbe Stellt obne ^Cenberung fei: 

Epilbgus 9,qaae comprehendere Nos vel £dicti bre- 

„yitas yel carae publicae non siverunt, quoties obortae fue-- 
y^rint, custodito legum tramke terminentor.^^ 
womit man nod^ betgleid^en lann: 

Prologus : • • 9,Nos^ cogitautes generalitatis quietem, et ante 

^^oculos habentes iUa, quae possant*saepe contingere, pro 

9,hujasmodi casibus terminaudis praesentia jussimus Edicta 

^^pendere ut^ salva Juris publicirevereMia et legibus omni- 

fybus cunctorum devotione servandis quae £arbari Romani- 

^^que sequi debeant super expressis articulis ^ Edictis prae- 

^,sentibus evidenter cognoscant.^^ 

fragen toix nunmebr, toelcbe^ mobi bet „custoditus legum tra- 

„mes^^ gen)efen fei, fo !6nnen fc^on bie cittrten SBorte felbji bei ge^ 

nouerer SBetrad^fung bar&ber 2Cu8Funft geben. 

Leges omnes follen gewabrt totxhm, unb gwar cunctorum 
devotione, nic^t leges Roitianae devotione Romanprum/v Go* 
thicae Gothorum, fonbern leges omnes a conjuncto populo ser- 
ventnr. JiRun bfirfen wir fi^n nitl^t mebr leges or^es . burd^ leges 
tarn Gothicae quam Romanae paxap})xafixm , o^ne in bie Unge^ 
veimtbeit gu t>evfaaen; felbji bie fRbmex für burcb ©otbifc^eS Siedet ge^ 
bunben gu nebmen (§ 17.)/ melmebr f6nnen bie leges omnes nur einem 
einiigen, unb ixoax um biefelbe Ungereimtl^eit ju oermeiben, nur bm 
fR&mii^m Stec^tdf^ßeme angeboten. S)ied, fage id^, ergibt fidf fd^en 
aus einer ifolirten Setradf^tung ber eben ange^b^en ©teilen; balten 
X0XX biefelben aber mit ber übrigen. 9{eben)eife be§ Sbictum jufammen, 
* fo liegt nod^ ein freierer, weniger bem SBBorte bienenber S3emeid füt bie 
bebau]pteteÜ3ebeutung t>on leges omnes öon ^e SSßorte leges, jus, 
jus publicum, werben im Sbictum gablreid^e SJ{ale abwed^felnb gur 
ißegeid^nung berSted^tSmajfe, weld^e ClueOe biefeS SBBerfeS geworben 
iji (erfle Sleibe) unb gur SBejeid^nung be$ auper bem @bictum atö :pra^ 
tifd^ beibel()altenen 9{ed^töcom))le)Cu$ (jweite Steige) gebraudSit 



79' 



74^ 

I. 

ArU 12» .'» « • t^possessori (XXX annoruiü) etiam aucto- 

^yVwax • • • tempora secundam leges proficere debere censemus.^^ 

Art. 26. ... y^secundum leges^^ bai Mf t nac^ bem in L. an« 

TA. G. de bonis clericor« tnüfoütmn fRimifdi^n fRtdftt, cf. oben 

Artt. 29. 35. 54. 68. 72. a) Epilogns. 

3n tiefet legten ©teOe (Sptlogud) erft^eint ixt tfttimi^, mläft 
£lueae Ui Qbictum geworben ^ in einer @lieberung, n>el(^ nur auf 
bad gtdmifd^e {Red^ )>afl: 

^quae ex novellis legibus ac veteria juris sancttmonia pro 
^aliqua parte coUegimos^^ &)• 

2)tefelbe ©lieberung ftnbet ftd^ ober oud^ in bem^ in ber jtDeiten 
Steige onsufül^renben 2Crt* 7. (cf. Titt. i.), fo baf fd^on ouS SSergleicI^ung 
btefer betben @teQen jebe anbete Deutung bed @i|b|tbiane4^ otö bie 
attdfd^ieflidfte auf 9{6mif(^eS Sted^t un)ul4fltg wirb« 

II. 

Axt. 1. • • • y,si judes: acceperit pecuniam guateuus adver- 
^,siia Caput innocens contra leges et juris publici cauta jiidica* 
„ret." ..... 

Art. 7. ,^Judex • . . id solum judicare debet , quod ]uri et 
„legibus, viderit convcnire." 

Prolog, cit. artt. 11. 13. 17. 27. 28. 31. 36. 37. 53. 55. 143. 

3fl nun aber "^inna^ beibeö, baS neben bem dictum gettenbe 
Re^t unb bad 9led^, aud weU^m bad (Sbictum gefd^^^ft werben, ei^ * 
ne< unb baffelbe, fo nutf , ba baö Sbictum ntcbt aM ®ol|^ifd^em unb 
gitoiifc^, fonbem bbd ouS^ntifc^em 9ted^te genommen ific)^ aud^ 
öftere« b(oö S^bmi^a, m^ ®otbifd^S unb Stimifd^ fein« 



a) QS4»Qn 3;iätf SSotlefunges über t^a& ^utf^e $nt>atre4^t @»89« taü^t bar» 
auf onfmerl^fam , bof aud biefem TCrtüel baö praftif^e TCnfel^n beg dtomifd^en 9te4^tö 
über ba$ @bictum ^inouft für bie ^ot^en folge. B^l unten § 30« 

b) 0ttt>lgnt) 0t)pcm» S5b» I. ©♦ 51* not a. 

c) $um Si^eit mtberet 9){eintma ift »egen Ed, Th. art. 28. unb art. 32. unbe^ 
dreiflid^er ISeife d^pf l IDeutf^e fRe^tödef^* $ 37. not. 3. 



75 



^ Die JBmetfe fät tk rid^tige ^nfi^t wn hm 9le(l^td)uflanbe 

im JDflgot^ifc^en Sleii^e: 

b) iDie Unmig{td[)Mt einer Sieget, nad() n)e(cl()ei; im ein^etnen %aUe t)on 
mei)i:en perfjnlid^en 9ied)ten ba^ attjutvenbenbe befHmmt 

tootbm toiu. 

§ 17. 

9tut fo dbeti tfl rt ungereimt genannt nH)tben, oud^ tte9l6nier 
f&t burc^ ©otl^tfc^eS 9ied^t gebunben ju Htem SMe ^ul^rung eines 
anbenoeidgen JBemeife« wirb beilduftg biefeö \Xt1H)tH begr&nbem 

S>ie 9R6g(i(l^!eit beS Seßel^enS imux Siedete atö ))erfönlid^r neben 
etnanber fe^t bte Sriftenj einer Siegel t)oxa\ä, nac^ weld^r ftc^ baSiti 
nige Siedet befümmt; a\a welchem in iebem etnjelnen ^aüt bie dnU 
fclKibung ju nehmen iß* Sine fold^e Siegel muf ti, ber gemeinen 
SReinung nad^ , im £)f!got^ifd^en Sieid^e fon)Ol^l bor afö nac^ ber (Srlaf^ 
fung beö (Sbictum gegeben ISiaben^ nur im fpdteren @tabium mit enger 
gejogenen ©rifnjen ber 3(nwenbung* ^Der Umjf anb^ baß un^ eine fold^e 
Siegel ntd^t erl()atten ij}, beweifl natürlich Sitd^tö gegen ifyci bamalige 
6):tjfen}. Unterfud^en n^ir aber, weld^er Snbalt nur für eine fold^e 
Siegel miglid^ war. Ueberbau))t ein breifad^er: 

1« 2flle ^rocefle jwifc^en Si6mem unb ®otf)m ä) werben, wo ba6 
Sbictum fd^eigt, nac^ ®otbif<$em Siechte entfd^ieben. 

2* ^e (Sntfc^ibung wirb balb au$ bem ©otbifd^en, balb ^x& bem 
Slimifd^en Sledf^te genommen, ^ier ftnb wieber bie i>erfd^iebenßen 
92ttancen mogti<^. 

3. 3)ie genorniten %iXit werben jiete ouö \itm Sii^mifd^en Siedle 
entfi^teben. 

9lro* 1. unb 3. flimmen barin fiberein ; bafi fte ber SSertbeilung 
ber ^art^eirollen feinen Sinfluf auf bie SSefKmmung ber Sntf($eibung§> 
norm gejiatten, bagegen mufi f&r 9iro. 2«, fte mag ftd^ im @peciellen 
nod[| fo berfd^iebenartig geflalten, berUmflanb, ob ber SSeflagtev ob 
ber Aliger @ol^e ober Si6mer ifl , f&r bie S3ef}immung bed anjuwen- 
benben Sied^ .boö wid^tigfie SRoment fein* — 3fi bem aber fo^ fo 
fd^ gegen 9to« 2* angef&b^ iverben ju ftonen, baf in Var. III, 

a) S)ie 9&ae ; »0 beibe ^art^fien berfelben S^ticii onde^^ren , geben n£mUdi^ 
Der gegenmärtisen Setrü^tttag feinen TCn^alt 



76 

13. (oben § 12. 1.) bte (Sirtfc^bung wn 9t^tn, wo ber JK^ger ein 
®opft, bcr SSeflagte ein 9timn ift, gan) gletd^orttg mit ber Sntfc^ei« 
bung fold^er bebanbe(t wirb, wo bie 9>ottbeitoQen umgelebrt oevtbeilt 
ffnb. 2(u(^ Vor. VII, 3. (oben § ii.) w&tbe bagegen fptecben, n>emt 
man bad aeqnabUi ratione f&t ben TiuBbtui ber 9lorm nehmen b&rfte, 
noc^ tpeld^er entfc^teben werben foD ; bann nimlxify xo&xm bier 9>roceffe, 
«00 nur bie eine ^artbei ein ® otbe ift , mit fold^en , xoo beibe biefem 
@tanbe angeboren, auf eine ®tufe gefteQt 

92ro. 1* unb 2« fUmmen bortn Aberein, bafi nad^ beiben — na^ 
31x0. i* nur nocb b<Iuf(ger — audb <in^ StimerS 9{e(|t8t)erbdltniffe in 
gewiffen %iüm nadji @otbtfd^em Siedete beurtbeitt würben* Semnacb 
fieben 9ho. i. unb 2« attt bie gablreicben ©teQen entfd^eibenb entgegen, 
in welchen bie Um>erle|tbeit be$ äberfommenen 9l6mif(ben fRtdft^ üon 
Sbeöbericb unb feinen fRacbfolgem audgefprocben , t»on gremben bejeugt 
wirb* ^ier ftnb bie beutlid^ften, anbere werben im § 28. angegeben 
werben* 

Gan. 12. Dist; X. ,,6elasias Papa Theoderico Regi« 
^yCertam est, Magnificentiam Yestram leges Romanomm 
yyPrincipum, qaas in negotium hominum custodiendas esse 

yfpraecepU multo magis circa reverentiam beati Petri 

„velle servari." 

Procopius de hello Gothico I, 1. (p. 310. ed. MaltreU 
p. 10. ed. Dind.) ... „( BsvÖiQixog) diatato^wrig te yoQ wesQgwwg 
,yl9refieil^tfaro xccl vovg vofiovg iv x& ßsßala duömCDcro.*^ 

Id. ibid. II y 6. (ed. Maltr. p. 402. ed. Dind. p. 170.) (bie 

©otbif^en ©efanbten fagen bem ißelifariuS): y.tovg ts v6(iovg nai r^ 

y,nohtBlav itscmcafis^a xäv TtdTtove ßsßaaiXBvnovmv ovÖBvog ^a&ov." 

Var. Vllf, 13. „Ambrosio V. 1. Quaestori 6) Athalaricus Rex. 

,y • • • t^annicae feritatis indicium , audire noJle constituta 

,,veterum sanctionum Decrela ergo Nostra Veteriun 

^^resonent constituta . • . Obligamus le certe geiieralitati 
y^dum absolute praecipimus jura servari.^^ 

SSenn biefer ®Uüm wegen ber ®ebanf e , aÜ wdre baö ©otbifd^e 
9led^t aud^ f&r 9t6mer oon SBebeutung. gewefen , im t)ortgen § entfd^ie:: 
ben verworfen werben burfte, fo nm^ aud^ bie SRiglicbfeit ber erften 

h) Ueber tm tluftflor al^ ICppenottonftri^ter hti ^vocefTen imif^en Qlot^en unb 
0l6meVn f. oben { 14« n. 



77 

imb gtvetten Siegel , welche in not(>n)ent{gev Gonfequen) ouf btefe Tßb^ 
fuvtttdt fb^xm, entfdfiieben geliugnet »erben« So bleibt 9{¥0« 3. al$ 
ber einzige m6glid^ 3nbalt einer folc^en^ ba$ SSer^dltniß ber beiben 
^erf6nlid^en fR^d^tt neben einanber orbnenben dZegel äbrig^ unb btefe 
britte Siegel ftnbet ibre (Srfldrung nur in ber 2:erritorialitdt M StbmU 
fc^en Sttd^tS, mit onberen SSorten: fte nnberflreitet birect ttm SBegriffe 
ber ))erf6nlicl^en Siedete; biefem {Begriffe ij} bie itotitt Siegel burd^auS 
n)efentlt(^/ unb wenn l^ier beren Unmigltc^feit gejeigt xooxben xfl, fo 
ifl bamit jugleic^ bad @9f!em ber :perf5nlicl^en Sitd^tt t^oQßdnbig auö 
bem SDflgotbifc^en Sleid^e Derbanhf* 

5« S)te äJewetfe für bie nötige ^nft^t von bem Ste^töjuflanbe 

im £)jlgotl^if^en Sleid^e: 

c) ;Die Unm6g(icl()!ett, a\x9 bem Sbictum unb einem @ermanifcben Qub^ 

{tbiarred)te ein ®pjlem 5U conflruireut 

§ 18. 

$ine auf SBorterfldrung allein fu^enbe 2trgumentation wie bie be8 
§ 16. fann nur bann auf Unfel()lbarfeit ^Cnfprud^ mad^en, n>enn bie 
px&tift 2(udbru(f greife 2>egjenigen , beffen SBorte erf Idrt totxim , nic^t 
in 3n)eifel ju jiel^en i{{. 3)aö fed^öte Sabrl^unbert fdllt auperl(^alb bie« 
fer JCategorie^ unb fd^on bt^^alb baxf, wie fefl unb unumfi6fiti(^ in 
ftd^ auc^ iai im § la« ©efagte fein mag; bie 2(nfä^rung anberartiger 
fiSeweife nid^t mfdumt werben. 

Sine aufmerifame S3etrac^tung beö Sbictum feinem Snl^alte nad^ 
f&brt )u. btrn unabmeidltd^en Stefultate^ baß ein 9led^töf9Jlem avA 916^ 
mifc^em — foweit baffelbe in bad @bictum aufgenommen worben -— 
unb barjtber binau^ auS ein^m fremben 9?ed^te {ufammengefegf^ baf 
eine fold^e 2fufpfro))fung eineö au$ aQen Sweigen beS @9f!em8 oi)nt 
^orl^enfd^enben ®eft(l^tö))un{t l^erauSge^obenen ßonglomeratö Don ein^ 
jelnen Sled^tStnßituten auf ein anbereö Sted^tgfpfiem grabeju unm6glid^ 
t jl« SRan tinnte einwenben t 3etgt ftd^ nid^t bielmebr bie SRfiglid^f eit 
' an unferem l(ieutigen gemeinen 9ted^te , ober — um auc^ in ber Zxt 
unb SBeife^ wie^ bie SRifc^ung unvermittelt entfianb^ jenem ©ot^ifd^en 
^tictum Ü^nli^ ju bleiben •— an benjenigen ©efe^bäd^ern ber neueren 
3f it, weld^e bie $articularred|)te befleißen laffen ? S>tt Unterfc^ieb iji in 
botfy ber, bafi in biefen 83er^dltni(fen ba§ organifc^ (Srwad^fene ftd^ beS 



70 / 

Xitfgefciten nur p feiner (Stg4n)iitig bcfctntt; tiftm betogtrt, teS JDflgo» 
tl^tfd^ dtedjit ia^t^in, tonm ti tm )ur (Erg4n)iing bei Sbictum, bte« 
fed SÜmi^d^tn^9Uö)t»:^Zox^o (cf. not. c. in f.) fovtbben foUte, feI6ft 
fein ?eben auf bem ^ofrufiedbette lE^dtte t)etlteten miiffem S3elege ISner^ 
ffor brdngen ffd^ unö mif lebev ®tiU M Sbtdum entgegen ; nur Sets 
fytetö b Alber: tvod tonnte ava einem jDeutfc^en 6rbre<^e werben nH^en 
ber unbefd^rdnften Sejlirfrei^eit M Tlrt. 52. unb ber oberfldd^tcfiett 
%nerf ennung ber 9>rdtorifidiKn Sntefiaterbfolge im Tixt 25. a) ! S&xt fofi 
man ftdj^ eine ©ermanifd^e @eric|^t$ioerfa{fung benfen neben ben f^ro^ 
Cef i;^orfd^rtften ber 2Crtt. 1 — 7.b)l SSiS man aber, oli^ne®runb; bie 
ganje äSerin)etgung einer Seigre, and xotl^tx einzelne 3nflitute im 
(Sbictum beräbrt n>erben, aß Zi^il nef^menb an feiner imbinblic^en 
^raft benfen, fo f)at man in ber Z1)ot fafi ZÜti zugegeben, benn ti 
bärften wenig Stömifd^e 9{ed^t§inf}itute )u ftnben fein, ^r weld^e nid^t 
eine SSerwanbtfd^aft mit einem anberen na4)iun>eifen xo&xt, btm biefer 
3ufaU n)tberfal[)ren c). 



a) Art. 32. ,,Barbaris, quos certum est, Reipiiblicae militare quomodo vo- 
luerint ac potuerint faciendi damiis late licentiam testamenti , sive domi sive 
in castris fuerint constituti." Cf. art. 28. 

Art. 23. „Si quis iatestattis mortuus faerit, ia ad ejus saccessiobem ve- 
niat, qui inter agnatos atque cognatos gradn yel titnlo proximus inventtur, 
salvo jure üliorum ac nepotum.'^ 

Cf. art, 24. verbis: „nee uxoris et mariti." 

h) Art. 4. „Officium cujuslibet judicii" (cf. oben $ 15. not. f). 

Art. 6. „Ad officium (^flid^t) sollicitudinemque Judids pertinet, ut ea Scri- 
pte lata definiant , quae apud se aguntur sententia.** 

Art 54. ^ppeUation. -- 3Daf mit ^m Subeic beö(SMctum att^ ber (SomeftQtos 
t^orum gemeint ^d, folgt aus 'üxU 145» cf. oben § 15* not. f. — 3m (S^oB^eii 
ifl I}ier Der § 14. in ))erglct(ben. 

c)^ Einige Scifpiele mögen erläutern ; nie td^ t)ted meine. 

jDer ä5ef!§ wirb ermätjnt qB moglicbeS SDbject unerlaubter 0elb(lbülfc (Tfrt. lO.X 
ald eittGrforbemif ber^rceptioXrtgintaTCnnorum gegen bieöleiS5inbicatio (TCrt. 12.), 
I aI6 ®rttttb(age ber breif igidbrigen @rfi^ng (iCrt. 69.) , a» ®egenftanb ber (Reftitu* 
tion bei bem 3nterbktum Unbe m (TCrt. 76.}. S>ap nun in aUen btefen IBesie^im' 
gen, »enn fle i^r 6pra4e famen, bie (Römir^erei^tltcben IBeftimmungen über (Srmerb 
unb SSerluft ber ^offefrto angeroenbet n)erben mupten^ unb bap bie& reine ^nmenbung 
M @bictum roar, tonn ni(bt besmeifelt »erben, benn bie Summe iener Silegeln ijt 
eö grabe, woS ben (praftifcben) »egriff be0 ©efi^eS bilbet, man fpricbt fic aUe mit 
einem QT^ale au», inbem man |i4 beS SBorte» „^W bebient. — ^KUein ber ^u^ 
M ni^t entjpgenen fonbern nur geft^kteit faeßte» bur4 eis 3nterbktom retinenlDoe 



70 

SRon (6nnte tintombrn, baf bie ^ter gefd^tberte UttmdgKd^f€it ftd^i 
bem ungeübten 3(ttge bed bamaligen Segtölatot entgogen ^ben mige; 

^offeflionie, ^ad ^recorium, Me Ufucopio al& SBirfung beö befonber^ qualificirten 
»eitert — ttUc§ iDieft löft M ton bem ©cgriffe bc8 öcfi^eft feljr »ojt trennen 5 bo§ 
6bictum ernannt biefer Snfiitute idMi n>enn fie alfo benno4 angemenbet würben, fo 
barf moE barin m4)t eine TCnmenbung be& Gbictum fe^en, fonbent felbftdnbtge 7(n* 
locnbung be$ Olomif^en 9tcAt6» 

iDie pupiaari^ ^eta§ (momit übrigen^ bier, %xU 12* feineßioegS bie SJ^inberiäf^« 
rigfeit gemeint ift / tote dl^on glaubte) fommt tor als Unterbrecbung ber breipigjä^« 
rigen Jtlaget>eriäbrung , bie major ^ctaß aU ©ebingung , bamit ein greier , totlä^it 
fl4 betrügli(3ber unb \^ah\Hti^tx SBeife M S({at>en oerfaufen Idft, Bflwt »erbe 
Oütt* 82.)* )^Ad refpectite tierjcf^nte unb itooiftc unb baS f&nfunbjmaniigfle S^b^ 
finb mitbin aU TCUer&ftufen mit rc4tli(bcn SlBirhingen im ^bictum anerfannt* Xttein 
bie Unfdbigfcit bcr 5Öiinberj|dl)rigen , gewiffc ©runbftütfe obnc ©ecret in »erÄufern, 
bie in Sntegrum Steftitutio SÖ^inorum, bie ä5ef(bwnfung ber 4)anblung§fäbigfeit ber 
3mpubere5 unb il)r @(bu$ bur^ X\xU\ bei mangctnbcr ))dterii(ber (Seroalt — aUeS 
©ieiJ ifl »eber not^rocnbig im ©cgriffe jener TtlterSflufen entbalten, nocb im öbictum 
ermäbnt; unb menn bicfe Snftitute etma bixb )}or{ommen follten, fo fann man iDa& . 
ni(bt aU TCnmenbung bc& @bictum betra(bten. ff^un bemeift aber ^rt. 18* / bap eine 
^inot einen Gurator t^attt : näl)mcn mir alfo an, baf bie Sutel bei ben ®otben nidl^t 
eingeführt morben , fo müf te ba» SDlipoerbäitnif zugegeben »erben , bap jioar ba& 
minberbcbürftige ülUv M @(bu|e& t^eill)aftig loarb , ni4)t aber baS bebürftigere* 

iDie patria ^po'tcftaS wirb enod^nt, inbcm gcfagt iDirb, bap ein Si^iu^f<^iniii<^# 
patre non defendente, fi^ felbft gegen ©elictöf lagen oert^cibigen Wnne* (^rt»1280 
TCuperbem mirb bad üicö^t beS Sßatu^ , ber SSerbeirati^ung feiner Jtinber ju miberfprete 
^en(7Crt»930/ »nb jie cogente necessitf^ (@anguinolento§) ju »erBaufen (TCrt^ 940» 
anerfannt, SSeibes no(b dlömifcbem dled^te ^Cudflup ber bdterli(ben ©emalt unb i)itt 
gemip nicbt ober biefe G^rdn^e auSgebe^nt. ^n olfen biefen SBe^iebungen i)^ patria ^ 
^otejla& oI§ golge ber ^rocrcatio in jufliß 9JuptiiS gebadet, unb e§ ift mitbin Tfn« 
»eabung beft (Sbictum, »enn in jei^em anbcren gaSe patria $otefla6 unb i^re ettod^n« 
tenSBirfungen «verneint »ürben* f&oxa ^rioerbe bed S^aterS burtb ba& ^audfinb, üon' 
feinem Sftecbte an ben^eculien, üon bcr Exceptio @enatuöconfuIti ^aceboniani ftbweigt 
^a^ (Sbictum ^ alle biefe Snf^itute liepen' fub fe^r mobl bon bem S3egrijfe bcr patria 
^oteftad trennen, ibre TCntoenbung Idpt fi^ mitbin ni(bt auf baS @bictum iurüdtfübren« 
3» 2;eyte »ar auf baft ©(bicffal M ®crmanif(ben 9le(bts anfmerffam gemalt 
morben, wenn bcmfe^ben burtb bie berogirenbe «^raft M @bictum ber ^^eni unb ber 
3nfammenbQng geraubt »orben »drei bie 99eifptele biefer ^ott fdnnen bafu bienen, 
bnrd^ f)imoeifung auf bie sßerflummelung M 9lomif(j^en 9te(bt& anf(baul{(b ^u ma^en, 
n)el(b sin ungefunber, aUer ;[K6gIi(b!eit entbebrenber , SHe^te^uftanb bed {Refultat ber \ 
Legislation S^eoberi(b'd/ fo, toie man fi^ biefelbe gebaut bat ($ 1«)/ Wtt fein 
mäfTen* 

IDie ()ier gegebene Imitation ber 2(n»enbung bed @bictum gilt übrigens ebenfo« 
mo^I für 9(&mtt als für (Sot^/ nnr Derftninbet für jene oIU 04»ierigfeit fogIei4 



80 

iaf alfo bai tbm Semetfte, zugegeben oud^ ferne 8tu|ttgf nt, fär 
^obm^'S 3(bft($« m^ti bewetfe. XOem, bev ÜOfaUa^ wibtbd^ 
ßd^ fagt: 

Var. IX, 19. yyOtnnia Edicta • • Domni avi Nostn • • • sab 
,,omni censemus districtioDis robore custodiri^^ • • • 

fo lann man einen @ieg ber ^axi^ übtt eine ©efeggebung SEb^obetid^'S 
nid^t annebmem & fragt ffd^ nur nodE^ , nad^bem bie Ved^tbett be$ 
(Sbictum oben § 3. erfannt n^orben ifl, ob tS aud^ xoixtll^ erlajfen wor- 
ben, nid^t bloßeS ^roject geblieben i{!? SSejabt man biefe Srage, xoci& 
weiter unten im § 29. gefcbeben xoixb ,. fo muß man annebmen , ba§ ber 
burcb ba$ Sbictum eingefubrte 9iedE^t$iuflanb eine geraume 2Ät fortbes 
jlanben b^^be, — bann fann er aber nic^t fo »ie nton meint (§ i.) 
gemifd^t gewefen fein. 

>3« S)ie SSetoeife für bie richtige ^nfic^t r>on btm Sted^tSguilanbe 

im SDflgot^ifc^en {Reiche: 

d) ^a« aSerbdUnif ber ©otbifcben S3t(bung ju ber Stimif^m unb bte 

politifcbe Stellung ber (Sotben §u Stom* 

Sieben biefen ®runb ber Unm6glic^feit ber gewdbnlid^en 2Cnftd^t, 
man Wnnte ibn bcn f^ftematifd^en nennen, ftettt fid) ein anberer, ber 
politi\ä)t , toeld^er toieberum auf einer boipipelten S3aft§ bttv!l)t 

6ö ifl gegen bie benfd^enbe Änftd^t öon ber tbeitoeifen »hinüber- 
leitung ber ©otben jum 9?$mifid^en Sted^te bebau)>tet worben a) , bie 
Xuöbebnung be$ 9t6mif4ien Stt^t^ auf bie ®otben , totm baju auc^ 
bie f)ra{tifd^e iBrauc^barfeit beffelben befhmmen mogte, bitte ixoax bie 
Sufriebenbeit ber iBeftegten gen^innen, aber nic^t bie S3iQigung ber 
©ieger tbeilen finnen, auf beren Sreue unb 2Cnb<lngIicbfeit bod^ bie 
ganje ®id^erbeit beö Sbrone^ berubte. Sm ®egentbeile Idßt ftcb {eigen, 
baß ba§ SSerbaUniß ber ®otbtfcben ju ber SiömifdE^en ISBilbung eine fold^e 
f}iUfd^n)eigenbe 2(ner!ennung ber Ueberlegenbeit natürlich , ia notbwen- 



•l » 



toieber ^{nter ber, für fte unt^eflnttenen , ergduienben JCraft M Ol^mifiJdeit 9le4t$* 
iDiefe au4 für bie ©ot^en ansune^mm ifl ber einzige Sßeg , au4 toad ße anlandt, 
ber &^mtxiQfcit }u entge^en^ 

a) Zivi Sorlefuttgen über baS Seutf^e ^rioatre^t» ®«88» cf. mttett §30» 



81 

Hq ma^tt b). di lann nid^t genug oor tnx fv^tjdft mit Derteetfctcn, 
aber gen)i{l fel^v unrichtigen SSorfleUung itxfmnt.mxim, atö feien bte 
®ermanen bed SRittelalterö im üBetDUßtfein i^rer jugenb(ai^en £rdft unb 
unt)erborbenen SSorttefftic^feit burd^ ein fy>\^ti Slotionolgefä^^ P^rbun« 
ben gen^efen, toü^^i fie ftott gemacht babe, bae.morfd^e StotneHet^ 
)u sertrüimmern. 9Ran benft babei gem6bnli^.Qn ^titui, mb Der» 
gißt, bap feine ©ermania ein funjilic^ jubereiteted tonifc^eg^ SRittel f&r 
diömifd^e 3Beicl()Iic^f eit fein foQte. S)tt Sätxoti^ biefer f einetoegd neuen 
^nfc^auung Fann ()ter natärlid^ ebenfowenig unternommen werben, ali 
aud^ nitt bie S)arj}eD[ung mebrer fBelege fär biefelbe^ — SSSeld^ö na^ 
tionale ®efü^l tann man ubrigend t)on einem ^eerbaufen erwarteit^ 
ber, xok bie @oIbaten S^eoberic^'S , a\tö ®ermauen ber t)erf4>iebenflen 
(Stamme unb ^rooinjialen (Siömern) beflanb! cf. oben § 9. SSan 
toixb freiließ einmenl^; bafi eine aSgemein bctamU Srfd^dnung bie 
33ei^u)^tung gügen ffife, ber minber gebilbete @i£ger muffe ftd^ ju 
ber b^b^^cn 6it)iIifation bed Untern^orfenen in aUtnf\i)xm SSerjweigun:! 
gen binanbilben: bie Uebereinßimmung be§ 9{edE)tSiußanbe§ im üBur^ 
gunbifcl^en, aIt»äBef}gotbifc(>en, Srdnfifc^en, £ombarbifc^en QtaaU. 
Mtin bie fn'it)ere ©efcbic^te ber ©Otiten felbfi bietet unö ein ^Crgumfnt, 
j}ar{ genug, um gegen baS ©pfiem ber perfön(id()en Sed^e in bie 
@c^ran!en )u treten , xo^m nid^t auclf) obne biefeö eine ^axaüitU ya>U 
\d)m bem S)|tgotbifd|ien Steid^e unb einem anberen Slomanifd^en > noe^s 
gen t>60iger Ungleic^beit ber polittfc^en S3erbd(tni{fe unb bed numeri^ 
fd^en ber Stationen, aud^ ber Socalitdt c) , unflattbaft n>dre, SDroffuS 
erjdblt aus guter flueOe, baß Tltanlpl), JC6nig ber SQSeflgotben , ben 
$(an gebabt b^be , ein StAmif^eiS Steic^ S>i\itf^n fHation gu fliftem 



h) „m)) au($ ^ann no(b Ql^ ^ie bur4 9l5mifdSie Pflege emati^fenm ^erm(mif4m 
,/^eer!ooige mad^tiger xoaxm al§ QUe Olomifd^cn ^e^orDen , ernannten iDic^ mld^t fi(^ 
„über ^ic in longem JtricgMcben erjeugte barbarifc^c 0lot)eit erhoben Olom'§ S5ilbung, 
„®iltbe imb SortreffK^feit mit SSBorten — bie Ucbriöcn mit ber Zi^at an, inbcm 
ffit biefer ^BÜbung erlagen unb and Germanen SRomanen mnrben/' £ e o ®tW^tt 
M Mittelalter^ &. 56. S)er gan^e erfte 7(bf(t^nitt ber erften ^bt^eilung biefes trefl^ 
li^en 93ud}e» ift ein IBeleg für baß ^ier im Zti^U ®efagte*.-;< ^^{. bte Q^ermania 
beö Socitu0 öon ®ülau, fiBeiSf e unb »>♦ gcutfc^^ 8* 138» not. 

■ c) ^e^terer ®runb ifl beinahe berfelbe , aus wcldi^em " bie Äivc^enrcformation in 
Stauen feine Surjel gef^Iagen i^aU ^an xmf übrigen^ , um i^n mit bem !|tefut* 
tau ber £ongobarbif(!fien ®efi^t(^te ^u «erfö^nen, ^injune^men; baf bie &>Rgobarbeu 
fl4 gef^lofner, gemeinbemäpiger.auffiellten, aU bie S)fi;g.ot^eiu . , 

B. (Sieben r. Kt. ^ 



fff tadüeß abn tMfm ^Um, ba er «oll apfctf, baß eS («gu fiitet 
SRa^vfgel bebärfi^ mU^ au<i»ffib^ t^it Der ftfflfa|^< 3uflan^ feine« 
fiotte« ^i^nbntty ttnb biefe aSaafregd, beten tlnerldfltd^ett ev o» 
fttm f«ßt UebeQiAdgimg oft ^la^fpxcaä^, toüt eben bie Seibebattung beS 
(Rtaitfd^ Skd^t* in unbefc^e&iftet %u6bebmmg ; (ner erftlj^nenb af< 
tMetaibnung betr @0tbtn unter baffelbe. y,Nam ego quoque'S fo^ 

Orofutil), »yip^ Timm quendam Narbonensem , illustria »ob 
^Theodosio mllitiaey ^tiam religiosoiti pradentemqne et gravem 
y^apud Bethleem oppidom Palaestinae beatissimo Hieronymo 

^^presbyt^o^^ ()» mld^m Oraftitf Dmn ^eil. ^ugufiinu« Vf<^nbet 

WPX) y,refer6ntem attdivi^ se familiarisMiiium Ataulpho apud 
^arbonam fuisse, ac de 6o saepe sub testificatione didicifise, 
,^aod ille, qnum esset animo, viribus, ingenioque nimtus, re- 
^^erre solitus esset , se inprimis ardemter in^iasse, ut oUiierato 
^yRomano nomine Ro|na»am omne solum Cothorom imperium 
^ ÜBcec^t et ;i?oCäret. essetque ut Tulgariter loquar^ Gothia 
9,qaod Homania fuissiety fieretqne nanc Afianlphus qtiod quon- 
^^dam Caesar Augnstus, At ubi naalta experientia probayisset, 
^^neqne Gothos uUoihodo parere legibus posse propter efireno- 
,ytam barbariem, neque Reipabltcae int^kl leges oporterey 
f^ffine quibuM RespubUca non .e$t RespubUca^ elegisse se saltem, 
Vkt gloriam sibi de restitiidttdo in integrum augendoque Ro- 
mano nomine Gotborum viribus quadrerät, habereturque «päd 
^^posteros Romanae veKtilationis auctor, postquam esse non 
^oterat immutator»*^ 

9limmt mcan ben^ ton bem SSSe{{got(^eit fo richtig erFünnten 0a^: 

„sine legibus Rempublicam non esae Rempublicam ,** Ut %Otti 

bauet eine« ®taaUS betube n^efentltc^ ai)f ber ^ortbauet feinet Steä^U 
— als caxdf ben jD{!r6mifc^en Smpetatoren bthmt an , fo fiellt ftc^ 
ba$ ixoütt üexf)altni$ beraub , auf n^elc^m ber poHtif(i)t S3en>eid ber 
ttnbef(^r<Snf tl()eit ba 9iämtfc^en fAtd)tS unter ber «^rfdfiafit ber jDflgo^ 
(ben bentbt. SßoIIte ber Jtatfet be« £)rient9 ben SSSeffen bem SHimfdftn 
9lamen erl^alten, fo mu^e er bie unver^berte SSeibebaltung ber 9{ed^t8^ 
oerfaffung forbern, 2)affe(6e nuißte SS^eoberic^ berfpret^en, tomn er 
(M ein Sttimii^tt e) Mnii ftd^ aber bie anberen ©ermomfc^ jt&mge 

d) Orotku adversw pagsnes«, L. Vif. cap. 43. 

<) Yar. IX, 21. (TCtf^cthriöti)^ „GranuMtioii .... per tixxrptmkinem pMim^ 



ff 



8S 

ti^fmß miiu. VtübBtlM {# in tnSIM ^tf^lftn* ,,HortiH 

^^mini me frequenter,^ f^ibt S^eoberu^ (m 3(na(laftttf < Var. I^ 
1.) ,yUt leges Principöm gratanter amplector, ut cancta Italiie 
,,ineinbra componam« Quomodo potestia abiaugusta pace dt«* 
^^yidere, quem non optatis a Vestris moribos discrepare? Ad«* 
yyditur etiam yeneranda Eomanae urbia affectio ^ a qua atgr^^ 
,ygari nequeunt qui se oominis unitate junxerunt«^^ Uni) >yVoa 
fjesiis totius orbis solutare praeaidiuxn, quod caeteri domioan-* 
,,t06 }ure suscipiunty quia in Vobia. singulare aliqoid inasä^.co* 
,,gnoscunt: Nos maxime, qui divino auxilio iu &epuJ>Jica ¥««- 
„stra curam didicimus, quemadmodum Romaiiis aequabiliter 
yyimperare po^^imus. Imitatio Vestme fonnae est boni propo» ' 
„siti, regnum Vestrupi Nostri exacqplar imperii^), gtü quaU' 
yyttim Vos sequimtiTy tantum gentes alias antcimus." Unb ^^Pati 
„Vos non credimus, inter utrasque Respublicas, quarum sem- 
9,per unum corpus sab autiquis priucipibus fuisse declaratur, 
^^aliquid discordiae permanere, • • • • RomoMi regm uqu{xi velle» 
,yUna aemper opinio aiU^^ .'...' 

@< tji ()6(^fi intereffant ju W^t )^ie bie £)j}dot(>tfd^«n Sivkyt p0 
heaäfyn, ftd^ m ba^ dt6mtft^e 9?eid^ anjulef^nen; une ^l^eabetic^ bie 

^inlS^cb bea^bis 8{imiami$ t^oDorb^bt^ unb ftd^ geioiffes SRaafm oiS 

»■^^^■»^— ^— i ■ II 

rimae lectioxus antiquoram nos cognoscitur juvare consiliis. Hac non atontor 
Barbari reges: apud legales Dominos manere cognosdtar singolaris. Anna 
enim et reHqnae gentes habent ; sola repeiitor eloquentia qnae Rentanorum Bü^ 
ndm» olMeciuidat. Hinc oratorum pugaa cirilis jofis dassionm canit.^* ClTar. 
Xly 1. yJtaHct Domini.*' 

Var. III , 17. (S;^eoben(^ an lit eben untemorfenen $roDen9<üen) «ylibcntar 

parendom est Romanae consuetudini , cui estis post longa tempora restituti/' 
cf. Efmod. L. IX. epistol. 23. unten § 27* , \ 

Yar. IIT, 18. ,,Magnus... ad Romanum repatriayit imperium.*' 

f) y,Homa domina gentinm'^ fo f^rieb geluc III. , 010 SDtoioafar ixi ÜUnmua 
regierte* Epiat. FeUds III. Papae ad Yetramonem Episc. in Sirmondi Oppu (Ye- 
mtt.) T. h p. 451. 

g) 3n ben XuSgabeit fiei^t bur^AttS fUmloß : „Regnum Yeitrnm imitatio Ye^ 
atra fonna est boni propositi onici exemplar imperii, qui quantnm'^ e. q* •. 34 

aHmbe bie obifte Qtmenbation, in mtiä^x oafer unid i^ Nostn {ein SBort gedabert 
4(1, 4tne bie OCutoritAt Don ^onbfilriften avfntißitu }tt bürfen* £gU ao<b Snnod, 
Yit« B» EpiphABÜ {Sirm, Opp. T, I- p. 1000.) ,fYiye tu tarnen, Tive, escemplam 
et forma bononim opemm/' 

6* 



p 



84 

SStcottitö teS JtmfcrS bätfteQt A), unb wie Xfllialadd^ (not. e.) mit gto^ 
^ @td^et^ett ftdi^'afö einen Slioiifc^en unb rec^tmdftgm Jtömg im 
®egenfag mit ben geringen iBarbari Steged. fteUt« .2)ie ^Betrachtung 
bi€fer SSirlM^tniffe ^ auf weld^e wir no^ im § 28» }ur&dFf ommen wer- 
bnt, wirft neue$ Stellt auf ben fc^on \M^ unb bort au§gefproci()enen @^ 
bonfm^, baß wir bad ^imif<i^ Siedlet aß neceflaria «^erebitad über- 
fommen t^iben be$ Stimifc^cn ^amtni, ben -3CtauI))]^ umfonfl, Sü^ieO' 
berid^ aber unb bie Jlor^linger mit Srfolg erfitebt l^oben; um in bem 
taufenbtj^rigen ©lange ber ®tabt il^rem @ii))remate u6er %ed @(ei: 
(^n (inen Sitel ju geben. 

5. ' S)ie S^eweife fut bie richtige Stnft(^t Don bem SRec^tSju^anbe i« 

Dftgot^ifd^en 9tei(^e: 

e) ^uefpcfid^e ber ©ot^ifd^en Einige* 

§2Q. 

S}ir jieben un§ nunmehr au$ bem Selbe aUgememer S3e(rad^tuns 
geu; weld^e bie bi^b^rige ^nftd^t erfd^uttern unb ber unfrigen ben ßin^ 
*gonjS babnen fönten, in ba« ffd^erer^ f^)ec{eD[er ä^ugnijfe gurfitf. SB« 
l^aben nur fo eben (§ 19.) gefeb^n, baß a:be<>bericb -bem SfhJmifdJen 
^aifer gegenüber t^ie uni^eranberte 2(ufre^b<tl^ng b^ 9limifd^en 
Siedet« jujlonbeS betbeuerte. (Var. I, i.) SBaS bort nod^ bemSSe^ 
backte biplomatifd^er ^eud^elei fUmxxa ließ^ befommt baö ®e))rdge un- 
t^^fennbarer SBabrbeit^ wenn wir e$ nid^t b(o8 tRbmtxn, fonbern felbft 
(Sotben gegenüber wieberbolt feben. 3n elf ©teilen bei 6afltoboru$ 
fc^reiben ^figotbifc^e £6nige tbeilS beiben Stationen baffelbe Stecht 
tbeilS ben @otben au^brudFQd^ 91&mifd^ea gu. 

I. Var. I, 27. „Si exlerarum gentium mores sab lege mo- 



h) OfnoftttRu* Süs^xtiht an ben Sll5mif4m ©cnot : „Proinde oportet coetum tc- 
strum contendere apud excelsam Regem , cid regendi potesku concessa est, ut in 
ea parte animi lenitatem dignetur impendere.*' Epistolae Pontificara ed. Ani> 
de Aquino. Rom. 1591. Tom: I. p. 447. •— ^^ hin fl^er^eugt^ Däf S§eoDen4 
bfefec frin« legaUn ("Var; Dt, 21. in not. «.) ©tcUung cbenfofe^r, »ie feinem fiBof» 
fengliitdfe, bie oome^me GteSung i^erbanft, mlä^ et untet ten bomaiiaen Olermant' 

fften Jtönigen einnimmt Cf. Var. rV, 2. „Regi Herulorum Theod. rex. .... Sum- 
miii inter gentes crederis, qui Theoderici sententia comprobarii.^' &axt(^ 
rittS^ e. 263. not. 8. SRanfo 6* 53 fg» 



yy 



85 

^deratnur, si julre Romano a) servit, quidquid sociatur Ita- 
,,liae^ quanto inagis.decet, ipsom ciyilitatis sedem legiiin 
„reverentiam plas habere!" 

II. Var. II, 16. yjfayat Nos referre, quemadmodum iu ter- 
,,tiartim depatatione Gothoriitn Romaiioruinque possessio- 
,,i3es junxerit" (ber ^atrtcier Siberiud cLEnitod. L. IX. epist. 
23. unten § 27.) ^^et animos .... Sic enim oontigit ut atra- 
,,que natio, dam oommuniter yrrity ad unum yeMe conve- 
,,iiit. üna lex illos et aequabüis disciplinaoomplectitur.^^ 

IIL Var. III, 13'. (cf. 0bm-§ 12»- 1.) ^^Si qood negotium Ro- 
,,mano cumGothis est, aut Goiho emerserit aliquod cum 
„Romanis, legum consideralione definies : nee permittimus 
„in discreto jyrc vivere, quos uno ro^p .yolumus yindi- 
„care." 

lY. Var. III, 43. „Delectamur jure Romanörum'ft) yiy^re, 
„quos armis cupimus yindicare* Quid enim proficit, Bär- 

. „baros remoyisse con{usos, nisi yiyatur ex legibus.?" (cf. 
oben § !!• not. A: imb $ 15. not. /*.) 



a) ]Der TCudbrutf tovam alicüju^« ift fe^r (dttjts ein @t)noni9mon «on ditio. eo 
Ici 6a(0t(rtttt& Ii«y. de gabenucdone Dei : ,,U]iiim illic Romanornm omnium 
totum est, ne nnqnam eos necesffo sit in jus transire Romanorum." Go bei 
QafftOboruS Var. II, 16. (cf. unten $ 30» not. l): ,,Tristis ad jura Nostra 
traiisiyit.*^ 60 bei @nn0^iuS im ^aneg^TiatS : „Jam tone in jusTuum se pa> 
latia ipsa contolerant" (Sltanfo 0« 445*) unb ,,Sirmiam in Gepidarum jora 
concessit** (3R ü n f @. 4700» 00 bei 3 «> r n ö n ^ e 8 de rebus Gctic. (ed. Grot. 
c. 37.) : „Sangibanus . . . Attilae se tradere poUicetur et Aorelianam dyitatem 
GaOlae, ubi tone consistebat» in ejus jura transducere.^^ 60 bei ))emre(ben (ed. 
Grot c. 45.) : „Euricus Gallias suo juri nisus est occnpare." 60 aber Ott^ b^ 
bemfe|ben (jsd. Grot. c. 23.) „Ennanaricus . . . multas et bsllicosissimas Arctoas 
gentes perdomuit, stiisque parere legi})us fecit,^' n)eI(]^C& f ctneSwegS fo }U (erfte^ 

§en ifl, — unb »Das nat^jumeifen tfl im Snterejfe untrer Aufgabe — olS ^dttc ^er« 
manari^ an bem {Re<btd2uftattbe biefer SS6l!er @tn)a§ ^emirlt (oqU Züixf ^orfAun« 
gen auf bem (Bebiet M (BtW^tt^ <Srflc& {)eft 0. 300* — 3n unfeter euUt ift 
U ober unittidfftg, jus Romanum für SUdmtftbe j>errr(baft jn nehmen, erftti(b/ toeil 
eö bann fHiö^tB me^r fod^^ wüx^t al$ „quidquid sociatur Italiae ," )meiten& aber, 
nnb b<iU9tfd4li4/ wtÜ ba$ folgenbe ,,legum rererentiam plus habere^' eine Gtetge« 
ning bc& ,)jnre Romano seryire'* enthält* 

.6) na4 6$aDignv»'6 ümenbation, ©eW^te U. $ 60. not. e. ober: Ddt- 
ctamui' jure Romano yirere/ (fu/od aitais cet. iDer €$inn ifl berfelbe* 



86 

V. Var. VII , Ä. „uüa justitia cömplectatur uniTerios". na^ 

ber oben § ii* in £ imb not. k. gegebenen (Sindtung. 

VI. Var. VII, 4* (cf. oben § 13. V. not. f.) „Ducatam tibi 
,,crediinas Rhaetiaram, ut milites It in pace regas . • .. 
^,ita tarnen nt milites tibi commissi viyant cam provincia- 
yylihxisjm'e dtiU.^^. 

Vil. Var. VIT, 25. „Sic Gotboa Nostros, Deo }UTante pro- 
„daximas , tit et armu sint instmcti et aequitate compo- 
„siti. Hoc est) qaod reliquae gentes^ habere non possuiity 
yyhoe est, ^no.d vos efficit singulares , ai assne^ bellis , vi- 
„deapiini legibus vivere cum Romanis J^ — Stetimann 
im Hernie« XXVII. p. 159. not. *) fibetfeftt bie lefeten SSJorte: 
,^bte Stbmtt nid^t gu btftden ; fte bei t^vem ^rfommen gu laffen.^' 
S^ tarn btefe Ueberfe^ung nid^t f&t ttd^ttg l^alten. 

VIII. Var. VII, Si. „Superflunm quidem videtur tuitio- 
„necn speoiaüter a Principe petere, cujus est propositi, 
„universos commaniter vindicare" -*- ebenfo in Nam. III. 

IX. Var. VIII, 3. ..." . „gloriosi Domni avi Nostri ita robis 
„nuntiamns ordinatione dispositum , ut Gothorum Roma- 
„QQramque in r^nmn Nostrum suavissimus consensos ac- 
„oederet , • • . . et Gothis RfMMqmsque apud Nos jus esse 
j^communec)y nee aliud intervos esse diyisum, nisi quod 
„illi labores bellicos pro communi utilitate subeunt vös 
j^autem civitatis Ronjanae habitatio quieta multiplicat.** 

Xt Var, X, 5, (Slieobabab) . . . „quicunque ad domum No- 
„atram cognoscitur pertinere, nuUis praesumtionibus in« 
„solescat . . . . Si quis habuerit cum altero forte negotium 
„ad communia jiira (cf. 9lum* IX.) descendite." 

XI. SSieHeid^t gcl^Stt auc§ Var. X, 29. If)ietl^er, in »clever ©teile 
2;^eobal()ab Dom ^obagta fagt: „Infelicia signa relinquit abs- 
„cedens, et more gentium Barbararum hospitium cor- 
„poris occupatum suis judiciis violenta defendit.^^ 2>emt 
ba bte sua jndicia gentium Barbararum (83urgunbtonen, SBejt^ 



,..« — > m 



e) gtttit l^irat« bte ^ier unty ix 9^m. m. auft^efproiieRe dSemeinftÄft M fiHe^il 
ber ®ot^en unb {Römer für bd$ ungenau au&gebrücttcl^i^re^at «tarnen „o^utlütt^ 
fe^ti biT^PerTon^üle^t ftt ;i>fleden; n»enn ni(tt au4 bditif n«4^ bofi fol0.enbet «ec aUud 
later vos esM dfvisum eet. bie Unj^ef^iebmVtU M fltf^td bewiefr* 



A7 

g»(^, ®uet)e«, eanb^Im) in imer SA (fttd yi Q^fl^fimit») 
nuY erß in ^r Xrt i^ocfommcti, ^a^ tMö Siimi^ 9tt^ hmibm 
iüx bie 9>motncia(en bt^il^t, rwi^ fkl^» iit bet ©teigfmng, bof 
fte leitete« gotii autfdS^Iit^; fa mttfi e« Am f^n biefei; be« 

ffi^dtlfte föcfioilb bix judicia geatiu,in Biirbaiiaram fein; md* 

^Zitt^bi^aVi STotel Uifft. 

tSltdxoüd>iQtt SSeife i^ ein ^«ßer SJ^txl biffev ^teUen m^ 
tmt tenyntgen ©d^fffieOtin angef&^tt mwben, mld^ bo(| nur eine 
l()ettweife ®eltang bei StÄmifd^n Kec^ f&r Ue ®ot^en , obei; eigent^ 
Ik^, lood tDO^I SU beadb^n iü; gor feine Geltung bejfelbeQ ^tt fRbmis 
fd^ Sled^, fonbem mir att fRutter be« 6bk<um annebmen* 6te loei* 
einigten , wie idf mir benfe, btefe @teBen mit ibrer 3(nn6l^me bimi^ bi* 
Sorau<fc6ttng , baf mit bem fär ©otben geltenben 9ii(mif($en Stecf^te 
ted Sbictum geraeätf ffi, wel<9e6 ia Sldmifd^d SledM entbolte^ unh 
mtf ebisibofielbe bejog txuin Ht Tiuifpxüdft ber ®emeinf<l^ft be$ 9{ei|fttl 
beiber Statmm , baiaicA Qbictum cU eine betben Stationen gemefti^ 
fome ®efetgebung btbMtäfttt toirbdX SSie ipenig bAltbar, tvie unge» 
nau btefe ^Bereinigung ifi, wirb Sebermann zugeben* £enn, wenn 

d) 3» !8« Simmern {Rdm. fRt^ti%tW¥t I. $ 112* not 3. Ab not. 5. 
ICttf eine an^reSSeife befeitigt tiefe ^IteOen 9t enm an» im f>ermeft XXYII, p. 144« 
„"Sdxt ®ot^en/f Me lange fd^on i(^re (Sewo^n^eitSred^te unb i^re aseist^ämer %u 
orbnet (oitten, ob onA aufdefArieben, ifl eine anbre grage^ benen ein m^iged, im 
€$4ioei|e i^res 7(ngefi(btft enDorbeacd ®rob ber^aft mar, bie i^ren (eimat^lt(bett $e(i 
ben ^64flen Qt^renflellen ber (Römer oorjogen (ßitaU aus i@i}neflo&, f oor 430 unb 
X^eoboretoS/ f um 457)/ biefelben (Sotten foUen, md^renb bei aSen anberen ®er* 
mmiifd^ Stimmen ber 9t6mer oera^tet unb )u einer i^iel geringem €Sä4ne onge* 
Mt roottif tta4 ben affecttrten trafen bes oielfa^ überf^i^ten (SafRebor unter 
gleiten Q^efe^n mit ben {Htoiem gefl^nben, unb i^r 9lei4 naA bem in S&ttlnif wc* 
üatenben S3i}iantinif(ben Btaat eingeri^tet ^oben! ^ütU au(b X(ufi)bibe6 ober Xo» 
citu5 un$ fo 9Bunberbare$ beri<btet, nimmermehr mürben n>ir i^nen (Glauben f4en* 
(en .«.«« $S4ft ma(rf(beinU(b W ber, bie Seitnng aller ©efibäfte beforgenbe Ol^etor 
aud bem unerf^ifpfliAen SSorroti^e feiner Pragmatiken !)tXajcimen/,au& ben, n^ fei« 
ner fib^nHbifUeriMett Ueberjeugung treffli^en (Serien unb ^brafen tnanAeS in bie 
amtUcben 64reiben (jineingepfuMt, mas *» £^eoberi4 *** entroeber in feinem gaii^ 
{en Umfange ni^t oerfianben, ober al9 eine unf(bdbli4)e S^^or^eit an einem fonft b^4fl 
braud|rt>aren Wiener beldd^ i^J' 3(b jie^e ber SKet^obe, meldte ben S9ert4t eine& 
giottbrp&bigen €((brift^erd (Sftufi^bibe^ unb Xacitu^; »ermirft, »eil er Otinem Ott»* 
berbor fdbeint^ bie SXet^obe wx, »elibe oor TCOem unterfu^t; ob boft fEBunberbare 
vAü^t vieQeMt gani natürli^ i^i benn bie S)emttt^/ bereu au^ bie ^ifiorif^e ittitif 
xi4t entrat^^n fann, gebietet, eijier M ^^ ICnberen iu mif trauen» 



ae 

bQ9 (SKctum <mtl^ fUmx^a fltt^i ttd^ilt, f^ tß es batume) bod^ 
cbntfomentg Slimifd^S Siecht )u nennen^ n){e man etwa, weil baSScu 
tif<|e Santred^t faji gan^ mit (em 6obe 9ta))öleon äberetnffimmt, fagen 
f ann, in S3aben gelte Sranjöltfc^^eS Ste^t Unb nodfi un))a jfenber xoixt 
eS gewefen, ivenn bte ®otl^ifd^en Einige beSwegen, weil bie wenigen 
9,expressi ariiculi^' beS Sbtctum betben SiSem gemeinfameS fütift 
waten, gefagt ()4tten; non permittimus iu discreto jure yivere 
Gothos et Romanos (9{um« III.) — Gothis Bomanisque jus esse 
ebmmune, nee aliud inter eo$ esse divisum, nisi cet. (9{unt«IX.). 
S>et i^kx getabelte fBeteintgungSoerfudE^ ber Stellen biefeS §. mit 
ber gewü^nüd^en Tln^^t wirb babur<i^ nod^ bebenf lieber , bafi bie ))er^ 
ftic^te (Bereinigung nur unter ber 3(nna^me m6g(i<i^ ifi, alle biefe ®tcU 
ten feien j&nger alS baö (Sbictum, wd^renb bodf) ]E)6dE^flwa^rf(^ein(i4 
ein gro^r ^dt ber erjien fteben iBitti^r ber Sariae^ (auS benm 
92m». I. bis VIII« genommen), namentl{(l(^ boS fed^Ste unb fiebente 
(cf. § 11« init.), dfter ftnb als baS Sbictum« ((Sin ^aar, leicht ju 
)>erm€l^renbey SBeifpiete {teilen oben § 2« in f. unb § 5« not. s.) 

3. 2)ieifBeweife für bie richtige %nfi^t Don bem 9le(^tSiuflanb( 

im £)flgot^tf(^en Sieic^e: 

f) aVangel eines 3eugni{[eS fite bie ®e(tung beS ^jigotbifcben Sttä)ti 

(in 3CbStracto)« 

S 21« 

Stad^bem im t)origen §* bieienigen SteQen mitgetbeilt worben {inb, 
welche bie unbefc^rdnfte ^errfd^aft beS Siimifd^en Sted^tS Aber bielDft« 
got^en in 2(bStracto auSft)red^ett, ftnb einige anbere gu ejcponiren, mU 
d^e burd[> ben fatfc^en Schein , alS bejeugten fte bie ©eltung beS ©ot^ts 
fd()en 8?ed()ts (in 2(bStröcto), baS Slefultat jener erjieren wanfenb m^^ 
^K« Wnntem 

I« 2)aS „ut anicuique sua jura serventur" in Var« VII, o* 
tjl bereits oben , §11. in f. , befeitigt worben. 



e) 3 4 öitt ttUcrUtnöS Der SKcinunv3 , bö& ebictttm bürfe Öl6mif*e6 €l«#t ge* 
ttannt roerbcn , aüdn btcß red^tfcrtigt fi* ni^jt burt^ Den Sn^Qlt be§ (Sbictum , fon* 
bcrn bnr* feinen 3»c^, »ic xjb i^n (unten § 28.) beftimme, unb bttr(j|> bie Xrt uitb 
^cife ; roie ij^ bie iSteaung brr S^ftgct^en im ©önjcn imb ber ^eöttltttioa i^rcf J^*' 
aia« I«» -JÄomittni 8fte*tc auffeiffe. 



89 

IL S>et ®ett)e ^a^ nagte, baf ÜBtdhMla, (cm Slometi niMl^ 
mtgenfidEietnfid^ <»udE) ein ®o^t, nid^t tme SartottuS (0* 296) ol^ne 
aden^ninb mü, ein 9timer Don Qn8efel[)enem Stange /(S^februc^ mit 
ted Aldgerö grau, Stcgtna; begangen l^abe« S)er A6mg refctibirt bem 
SBititanC ^UX (cf. oben § 13« III.) „rerum Terilate discassa sicut 
„jura Nostra praecipiiint in atÜalteros' maritarum favore resece- 
„tur." (Var. V, 33.) 2)a« „jura Nostra/* »omit tttoai ZpQXf 
M gemeint ju fein > fclE)etnt, finnte, ba Siebenbet unb Xngerebe^ 
tet ®ot^en ftnb , di eine Semeifung auf ®otl^ifd^e^ Stecht angefel^en 

merben* %nd^ bad ,,mantoram fayore resecetur** a) fd^int atif 
einen ®etmanifc6en SRec^töfag gebeutet werben ju fönnen , entwebev 
mtf bie bem Spanne }u i^^Unbt Gompofttion, ober 6) anf baS y^adul- 

yyter et adaltera marito tradantur ut quod de eis facere volae- 
„rit, in ejus proprio consistat arbitrio'* (III, IV, 3.). XQein 

^rabe ber@l()ebruc(> unb feine didmifdE^^red^tlid^e ©träfe ftnb in bad (Sbi^ 
ctumc) aufgenommen, unb ba nun für bie aufgenommenen %iUt bie 
3Cuöfd^Iießung ©otbifd^en Sit(!l)t$ wegen ber beutlic^ au^gefproc^enen 
Sntoleranj beö gbictum nid^t bejwcifett werben barf (cf. oben § 15* 
not. b.), fo ijl bamit bewiefen, baß baö^, jura Nostra*^ feinen f}>ej 
deUeren @inn b^^I^en fann a(d ben trioialen ,,baS Siedlet im ^(Igotl^is 
fd^eh ©taatt"d!). 

III. aCebnlic^ ifl eine anbere ©teUe beS 6affioboruft, Var. 
VIII, 28« 3Ctba(arid^ trdgt bem ^unigaft auf, ben Xanfan, weld^er 
befd^ulbigt wirb, ein ©runbfi&tf jweier Stimer in fiSeffg genommen unb 
bie Sigentb^mer atö @{(at>en bebanbelt i\x "fyabtn, Dorjulaben, unb 
nad^ @rforf(^ung ber SIM)xf)txt „sententiam juri consentaneam et 



a) resecare fleljt 6««^ föt restringere, ftrafen, büft bcweifl büft folgeilbe „pau- 
cornm damno.^^ @onft fönntc mem meiftcn, SBilitanc foßc bie gortbauer M «5cr« 
WltniffeS tinbtrn. (resecare, ^cmnwnO 

h) Um über bie Unm6dU(!^eett Don (Sompo|!tionta im SDftgot^if^en Staate cf. 

unten § 23» m. , 

c) Art. 38. „Adulteri et adcdterae intra jadida convicti, mteritum non era- 
„dant, mhiistris ejusdem criminis, aat consciis pariter panieudid.*' 

d) S)a6 „maritoram favore/' m\^^ auf bie Sermodtnlüort^eüe fielen tonnte^ 
bie im 9 alle ber S^cibung ber SRann au& bem Sermöden ber @(ebre4erin*be« 
!ommt'(£d. Theod. art. 54.), Miint mir überfe|t »erben iumfiffen: .„vx 91^ unb 
grommen ber e^emdnnctjunft/' 



90 

^yamioam veatris moribus^ 311 fpn^e). . Kn moree Gotbici tji 
fd^n bet^alb ni<^t }u bentctt; mH Zü^almi^, felbfl ein 6M(fe, No- 
9tris mortbas l[)dtte f (Reiben m&fTen; baju fommt^ tafi et bau Ai^ 
ntgafi eine bmd^ 8litoifc(>e 8{e4^6fdrm Mnfd^eibt, wie im § 24* 
IL tt>ttb gezeigt werben. 2>et ^luralis Vestris ifl aber auffaUenb^ 
nic^t fonN>lbl im XOgemeinen, benn bie Xnrebe iffttt Untettbonen tm 
fXucatiS xft ben ®otl^if4Kn A6nigen iwcoc nidE^t M ®ek96iinß(^, M 
aber ntc^tö @eIteneS/*), fonbem mil Jtunigafi in berfelben difi^ 
mit bem @ingularis Mognitudo Tua mtjserebet mirb« XDein, ba ik 
Tfmtit im $(urali< wegen ,,proferte^< bod^ nic^t )u lihtgnen ifl; M 
6l(tattfitren beS Stttmentf ber ](nrebe ftd^ mu^ fonfi^) ftnbet; fo Unftt 
an ber ^6fIidE^en Stimmung beS GafftoboruS bei ber vM befdMfHgmtai 
f>brafe nidE^I ju gweifeln^ unb biefelbe ifl mit()in )u )>ara|^btaftreii: 

,/ruüs est tno8^ sententias jari consentaneas proferreA): igitiir 
^^nunc quoque taum sequere morem/' * 

VI. Procopius de beilo Vandalico I, 2. (p* 178 ed^Btal* 
tret. p»313. ed. Dindorf.) 

y,For^^a i^vri n6Kka iih x«! oKka it(fit$Q6v xt ^ »ecl vavvpkth, 
ti ii dl} ntivTcav (Uyusti t8 xal diwXovmwta PorOo» ti i&M fm 
Bavdttoi atol Omoiyov&oi ntA Fipttaitg. Tuiloti lUvtOi SttvffQfkiti» 
%al MekAf%Xatvot tSvofuc^wto. ibl Sh 0I xul Fsttnä S&wi tavr ha- 
low, ovTO» uvMxvTtg ovofMxa^ ^v iüiXfj^v iwq>iqov0iv , &gitin ^^^ 
Tftiy oXAf9 Sk mv nivxmv ovdcvl SioXka^^ovCi* ietixol ^a^ Snumtg 
f« nfdutna ti tltSt %al rag noinag ^ctv^otf svfifjnHg vm %al «/or^l 
tug oil>Hg. xal voitoig fi^ roig avrolg j/(fnvtat, Ofto/og ii ja lg ti» 
&i6v avzolg ^^ü^ftro». r^g yaq Ltf^ctov dd^^ s&rlv SfBWtig , iQM^yif 
re cwrori? lor» ft/a, IbT<&(xt} XByoii^ivri, %aL (loi Sokovv i| li^$ fi^ 



e) tDte Sefeart: „obi omni inter partes veiitate discossa, jnri ooiuentaiieain 
«t ai9icam restris moribna proferte sententiaiii ,<< wel^p na4 Sorncrittl dMgni^ 
taft t}ortrcfflid^e ^S^anufcript beS 9raet>otiu& f^at, ifl entMiebea ter 9rmcepli rj^ 
omni ...... proferre tententiam<< wriltiU^en* Srofiot» flibt oU Soridftte Ott; ^ 

. , . proferatis. SteS ift aud) ertrdgUd^. 

f) !♦ «♦ Var. n, 18. IH, 37. IV, 9. V, 30. 

g) }. {B. Var. Y, 12. ,,ab homuiiboB veifttt • • . . MagBitiido vubrm^ . . nn- 
diae tuae,'* Vor. XI , 4. „8ed con$idei« .... labor Vitkr.*^ 

' h) fiortMnft Srt^eüt anbcr»: »»Quoties ego Guaigastma, in iaibociOii 
cutnaque f ortunat impetmii fadentem obnot «xcepi ^^ (de oomalat. |»htlof#- 
phiae I. prosa 4.) 



«1 

■ » ■»— i^— i^~— —^»w 

TtaXaiov ßxow.^* A 

3Kan mu^ bie rigcntltd^e IBe^auiptung be$ 9>to(o)>iul^, ^Dad, »or^ 
auf (S tf)m attlommt, k>on bcm )uv fl3eßdrfung berfelben Se^brad^ 
ten trennen* iSBet le^terem totnmt eS i^m , in Um fiSen^nf tfein baff 
bieStattpneS Secfbenbi ntd^t red^t^hdftig »erben, auf etwod !9{e|^ ober 
äBentger nid^t an. iD(e8 unrichtige 9)lil^r befiehlt ndmlid^ barin , bafi 
er baS für bie altere 3eit — auf mel^e et eben feinen SBtlxd gerid^tet 
^at — gfwifi Kid^tige, ebne St&cfftd^t auf Jbie fpitttm SSerdnbensn« 
gen, im ^<Sfen< btnfieSt 2>enn bafi jum üBeifpieltbat: £Uo 42 
xm TtivTiov oySsvl iuxkXc[a0ov(Hv im 9)ttnfte ber @teuen)erfaffungi)^ 
ba8: vofioiff fiJv Tofe avrotg x^wvrw für SBejl? urtb Djlgotbeu (Seft^ 
tcre ftnb bie Fox^ot be§ $ro!o^ioö) , man mag nun ber in biefen SSId^ 
tem aufgefleUten 2(nftd^t bolb ober abbolb fein , falfd^ fei , bebarf feinet 
weiteren ^uSf&bnmg. 

Y» Procopius de belle Gothico IV^S^. (p, 665» edL Mtdtr* 
p. 642. ed. Dindorf.) 

9lad^ Seja'6 Sobe fenberi bie ©otl&en an 9latfe8 

ov iiivToi BciCi^Bi inaKOvcovxsg ^ akkcc ^vit xmv &kX(av ßa^ßagav xi- 
oXv avTovojxot ßtorsvaovxeg y iöiovxo X8 ilqrivalav ctplci xi^v oi/ox»- 
^riciv ivdovvai ^Pcaiialovg,^^ 

SRattretuS uberfegt: ,^QÖn tarnen ita ut Imperatori servi-- 
>,rent, sedcutn aliis quibusdam barbaris suis legibus viverent." 

SJanfo (©.277.): „unter ber S3cbingung, bap jie fic^ bem.Äaifet 
»«ntc^t unteriperfen , fonbern mit einigen anberen ^eutfd^en S36lfem 
„na^ eigenen ®efe|en leben bfirften." 

Slamentlid^ biefe lefetere Ueberfe^ung *) gibt ben ©dfiein, aö ob 
bie ®oti)en ftd^ gegen bie SSernic^tung \\)xti eigentb&m(id^en 9xmU 
ced^td reoerftrt bitten , uitb biefer 3Bunfd^ um S3eibebaltnng fegt frei^ 



t) S)ic SSanbalen ^a^ltcn t>on ben Portes feine @teuer, Procop. de b. VandaL 
^ 5. (p. 3^. ed. Haltr. p. dM. ed. Dind.), mo^l aber bie S)(tdOt^cn Var. I, 19. 
(V) 14. Qf, ^onfo 6. 100.101* — S3ei benSDftgottea tourbe ein, bei benfiBc^ 
d^t^en imi iDritt^eÜe bes ^anbeS ber ^rooin^ialen abgenommen. 

h) Cie'Ueberfe^und bcS QiKaltretuö rer^tfertigt M nämli«^ bur4 bie ol^en § 20. 
»ot. o. na^gewiefcnc ©ebeutung fcon „leges" „jura.** 



92 

ttd^ bte biSl^ettge Srlftenj fofl notl^wenUg mani. 2)abet tfi ober rnd^t 
.a6iufel()en , möMb StmaS t>on Sufltntanud erbeten wirb ; n>a$ gatt) 
unabb<ingtg t)on feinem guten 4|t b6fen SBiQen t{!, benn fobalb bie 
@otf|en Stalien' DerlaJTen iiattm, BcnstXtl ovk intmkvaovreg ^ fo xoax 
Sujliniamid aller Sinfluf auf bie.®efia(timg ibre$ Stec^tSjuftanbed tvti 
jogen, eben n>te er ti ia nie bottebinbem fönnen, baß ^^eintge anbete 
,,©eutfcl^e 8S6lfer nod^ eigenen ©efefeen lebten/' — 3n ber SEbat be^ 
jiebt ftd^ ber TluSbmi avToVoft« , ber reine logifc^ ®egenfag Don Inu^ 
xovaoweg, nur auf baS flaat^red^tlid^e ßerbdftnifi: f!e woQfen ftcb bem 
Jtaffer nid^t untern)erfen ; fmbem unabb<IngigO bleiben. ^ieiEBorte 
|w tav alkwv BccQßaQav xmIv bejwetfen, bie 6in}elnen anberer ©er^ 
manifcfier SSM! erfc^ften ; meldte mit ben ®otben ig novg ml^iUovg 
Sitavra SjtQccacov, in bie 6aj)ituIation mit aufjunebmen. — 3« bem, 
)ur Entfernung einer Folgerung aud Wtanfo'^ Ueberfe|ung ®efagten 
fonimt nodb / bafi , tnbem 9{arfeS auf ben Sorfc^Iag bey ®otben ein- 
gebt; bie 6ont)ention nur barauf gerichtet n)irb, baf bte SBarbaroi mit 
ibren Sachen , „xoxt fte gebeten/' Italien t>erlaffen unb l^inf^rt auf 
feine S33eife gegen ben ^Staifer fdm^)fen fottten» 

l 

3)te »eweife für bie richtige «nftcbt Don bem JRec^tSjuflanbe 

im £)ftgotbif(ben Stetcbe: 

g) Die S)enfmdUr ber Stecbt^anwenbung au^ jener ^eit • 

a) Uebcrfi*t 
§22. 

*©er unmittelbarjle unb uniweibeutigjie S5e»ei8 ^r bie ®tümi 



©iefe »etcutung »on aJrovofxot, dlet4 ^Xeul^epot, I4ft gd^ unter "Xn^erm 
auA in folgenbcr ©tcUe Hh ^roteptoft nad^weifen : de hello Goth. III, 1, (p. ^70. 
cd. Maltr. p. 287. ed. Dind.) „ol 8k 'PoyqI otJtoi ßvo? |Ji^v %\q\. ForStKov , aW- 
vofxot T£ rd TtaXatov £ßCcöv. 0eu8epfxov 81 auroOc to xax' apxa? 7cpo;eTatpiW- 
)Ji£vou &iv aXXotc Ttalv ll^eatv f$ te to y^^o? aicex^xpivro xa\ 5vv avToCc & wwC 
icoXe|jiiouc aTcarra ftrpaaaov." — ^rofopioS behauptet/ »ie »tr nur fo «ben gef^ 
ben böben (IV.), für bie dltere 3eit einen tcn «ölferWÄften ®otbtf*eh Ctdmme« 
gemeittftimen (Re^tösuftanb» Unmögli* nlfo ttinn er ben CHugiem £x TcoXatoO*, i» 
©egenWe ©elfen, »as na* ber Bereinigung mit ben öftgotben unter SJeoberi* %^ 
»orbeu/ ein befonbereft fllcd^t iuf(breiben »oßen* ©ielme^r »iU er nur fogen: bie 
fÄugier waren tor X^eobcriib ein ©on ben JDftgotben unabb^ngiger «olW<unm/ ^^ 
glet(b ®otbir(ber TCbfunft. 



93 

eines Sed^tS fmb ^enfmd(et feinet SCnmenbung. Sor oBemtic^ter^ 
lic^e VlxÜ)dk „xnbtm tiefe nur aud btt Slec^töubetjeugung be< Sli^torS; 
f^nic^t atxi äBtUIär ()ert)orge]E)n fonttfn. SßenigeT SSertidge, webten 
,;fietö ein »iKfärlid^eS SRoment iniDO^nt« S)enno(^ t6nnen aud^ fte M 
^,@r!enntntfimttte( ber ©eltung eine« 9ted^§ tieften, infofern fu eine 
;;9{e4t$regel . entoeter aß n>a^r Dorautffe^en , ober bIo& be jldttgenb in 
,,jtc^ aufneH^men a)/' SBir n^oQen und ie^t , um {Wtfc^en b^r l^errs 
fc^enbcn 7Lnfid)t unb ber bier aufgeßeHten ju richten , Detgegenwärtigen, 
xotö nur an 9tec^töben!mdlern ju erwarten l^abm, 9Vin wir iener, 
tocS, wenn wir biefer l()ulbigen, unb bann werbe id^ borlieOen,: wod 
^ wirf li^ fifnbet 

9tad^ ber linfid^t , ia^ neben bem Sbic^um in @ubftbtum boS) 
fKim\f^t$ balb ©otbifc^eS Sted^f nad^ SRaofgabe ber iKatton gegolten 
^obe, f innen ftd^ üBeifpiele ber ^Tnwenbung 9t6mifc^n Sttd^t^ fär Stbß 
mer ftnben, beö ©otbifd^n für ©otben, be« Sbictum promiScue« ^e1)t 
tool^l i»ertrdg({d^ mit ii)x ifl ed, wenn ftd^ Don ber JTnwenbung einer 
biefer JRed^tiJmaffen in if^em Äreife fein äBeifpiel fdribe, alfo, etwa. fein 
SdtifpiA bet 3(nwenbung ©otbifd^en Stec^tS; benn bieö ftonte iUndd^fi 
als bfoßer SufaU erfidrt werben/ wie jam IBeif)>ieI 92iemanb barum an 
ber Sriflen^ SSanbaltfc^en 9ied^t§ imStfriconifd^en SSonboIenreic^e {wet^ 
feit, weil fic^ ; fo t>ie( mir befannt ijt , fein Sknlmal ber 2Cnwenbung 
biefed fSU^t& bis auf unS fortge))f[an)t b<>t* 

Sebenftic^ n>&rbe eö nur bann, wenn ^d^ proXtifd^t SJed^tjSbenf^ 
mdicr in einer gewiffen %\iüt fdnben, unb unter biefen f^in eisitgeS &es 
^\\tfym fR€6)t&] aUein auc^ biefe S9ebenf(ic^Mt würbe ftc^ großentbei« 
Serfheuen , wenn man bk I8ef(|af enbeit .ber. wid[>tig|len Qlaffr jener 
3tec^teben(mdler betrachtet ^emt bie Statmmatifcben $a)>9ru6urfun^ 
ben^weU^e SRarini gefammelt fynt (cf. §2&. not. a.), ftnb f«ft 
fdmmtlid^ entweber t>on fldbtifcfien äSagifhraten ober junt iSB^bufe ber 
3(negatio ab @efta loerfa^te Snfhrumente, unb. man f ann mit ®runb 
fagen: bei @iefc^dften, bie nadf ®otbifc^em Sted^te gefd^Ioffen würben, 
^or biefe $orm ttn)>affenb, unb barum barf iMon \>oxnt.f)m\n bei Ttas 
rini feine ©pur ®otbifc(>en SRed^td erwartet werben &> 

o) ©üoigin) €5i[)ftcm» I. ©♦ 174\ 

b) ^U\t Semnrittng ^ängt ÜbriaenS mit einer anbeten ^nfammen; r)on welker 
unten $ 25* ®ebrttu4 dema^t »erben mirb, bem ei^ent^dmlij^en 9){omenfe ndmlirb/ 
loel^e» barin liegt, baf (Stoßen M iener (Römifcben .OeWdftsfonn bebienten. 



94 

lUwotdgli^ bagcgm mit i^iefer SCtiftdj^t tofxAt a fein^ wem vm 
Xttmenbungen M Sttoitfc^en fRt^ übtx tad (Sbcctum l^inaitf f&t 9oi 
tffm finU. 9tamtntÜdf wenn tieft @ot^en imn fint>, tnbem fit 
QtotlbifE^ ©^jilic^e DteOdd^t; obgleid^ ic^ nid^t dnfe^e^ mitweld^ 
Keif^ti, ter ©eftc^tt^imft brt „secundam legem Romanam ^ qua 
^Romana ecclesia yiylt^^ ^imtngrjogen xotxbm f&nnte. 

910^ bet Zundtimt btefer S&l&ttet lonn btx Sn^alt ollet fRtäß^ 
bettfmdlet, wek^ ftc^ auf (Srimtnalfalle ober ©mlproceffe beiiel^en, nur 
3Umx\ife6 KmH fem> bte l^anbelnbm ^txfonm mögen bet St&nifc^m 
ober ber Germonifd^en Station angel^oren« S)ei f^dOen ber fogenanntfa 
fretn)tUigen ©ertcbt^barfeit Fönnte ftc^ aderbtngS , unbefc^abet ber fRiäj- 
tigfeit unferer 2Cnnabme / ©ermanifd^eS Sttffyt ftnben / fofern ntc^t 9ii' 
tnift^e 9)i^otitbitii>gefe^e entgegen ftnb* 3^ bemerfe jeboc^ gtet^ ^ier, 
bomtt ber 2wtd btefer Srwdgung nu^t mtpgebeutet werbe, ba^ xii 
bergletd^en ni^t entbeut t)abe. — Sebe @}>ur ®ermantf^en 9le(|t$ 
Aber bte bezeichnete @rdn)e ^inouS todre aber eine DoUfldnbige SSiber- 
Irgitng unferer 2(nfu(t. 

& ergibt ftcft au< biefer SSetrod^tung , me toenig man bered^tigt 
t(i )u ISH>fen, 'au< ber S^arfieOtmg ber ftc^ ftnbenben Siec^t^enfmdUr ttp 
nen neuen titxodi für unfrre SCnftc^t }u f((A)>fen. 2>enn ba wix tit 
Xrt nnb SBeife, »ie bte Siegeln be$ Sbictum analog audgebebnt untr^ 
ben, nic^t fennen (cf. oben § 18, Sert ju not. c), fola^t fi(* fd^r^tv 
Üdf erwarten, baf ftc( Im «ingelnm goUe mit ®ic^erl^tt wirb bef}im> 
tnctt (äffe»/ ob XM, xqqH^ nrir toor vmB it\)tn, ^tmornbung M Sbtctum 
{$, ober Stimifc^ Steift ibtt bod Sbictum ^inau& S)iefe W^' 
Ifäi t^ auil(> umgeeel^rter fSeife ber ®runb, xoeV^b totr bie »o^ 
d^en eetftHde ber ®eUniig SAmtfc^er 9te(^töfd^ nic^t oben im § ^' 
yum Seweife gebraudjKn tonnten , baß boS Cbictum i)ißorif(l& fii** 

jDotum iKkt bie itdd^flfMigenbe 2>ar9ellung l^ptfdc^ic^ eine nego? 
tibt Senbenj. Sn me^pren gdOen ndmlic^ fetexat ©ot^ifc^K« fUtd/t t» 
Goncreto angewonbt 2)af bie6 eben nur <St^ein fei; ju geigen (§ ^^^ 
gehört iur 2(ufrefl^tl^altlmg ber ^ier t^ert^eibigten Tlnfi^, eben mit oben 
§ 21. bieienigen 9{a^rt(^ten ongifft^ unb befeitigt werben tnnpt^ 
welche ben Schein an ftc^ trugen, M bezeugten fte in %bftxacto bie ®e^ 
tung ®otl^tf4ien 9le4lt6. S)aneben wiO td^ einige Xnwenbungen 9ii' 
mifcfKt 8le<^t«fd6e auf (Stot()en bur4)gel^en (§§ 24. 25« [26j> ^^ 
burc^ wirb ber Tbafif^ M § 18: num gebe^See ^^ wemi ^^ 



95 

Mc gotige aSeqmtgung etmt itf^u, ouS ml(^nr ctngrine SnflfWte in 
ioi (Stictwxi ottfflenotnmen feien ^ on feiner Derbinfclid^en Jtraft fhx bie 
@ot^en £()ei( nel^men lafft, nii^n beftimmttinb begrdttjt Yvetben, tinb 
tiefe ®ran)e mrb fo weit gefle(ft etfc^tnen, ta^ an bet Xl^atfac^^ toof 
bo« 9{imif($e SRed^ btn ®otben gegolten , bet &Uub€ ttfiotlm ma$, 
ba$ ibnen feine Xutöntft eine unmtttelbate, nid^ erft btm^ beirlAtt^ik 
^en Umweg bev au<be()nenben 2(nwenbttng beS (Sbictum vermittelte tiHSi. 

Unter biefen 9i6mif(^en Sied^töfdi^en , beten Xntoenkimg auf ®os 

< 

t^ unmittelbar begeugt ifl, beftnbet ftd^ burdb einen woK)i(n>o(lenben 
äufaa einer (§ 23* III.) ^ beffen Surätff&brung auf bad €bictum nid^ 
tnigUd^ tfl« 3ugleid|> ifi ber £(dger ein Slimer; fo ba^ bie @teUe nk^ 
Dm beweiß, bafi bie Geltung bed 9limif^n 9U(S)t$ für ©otben nid^ 
«uf bie in boS (Sbictum au^enommenen ®<i^e beffelben befd^rdnft nnir, 
fonbem nebenher oud^ eine birelte 83e|i4tigung M § 17« ifi. 

£)ie S&cweife für bie richtige %n\i6)i Don bem Stcc^tdjuflanbe 

im Oflgot^ifc^en Stritte: 

g) 35ie Benfmiter Ut 9led)t5antt)enbun9 au^ jener Seit» 
ß] ^ie S9€if9ieie tiu TCiuDen^ung ^oti^ifd^en Oled^tö finb nur ^4ein. 

§ 23. 

I. Tim f&rjefien fann id^ &ber bie ^rofefftonen ©otlg^ifc^en K^d^tS 
^itnoegi gebH/ xotldft md) mel()re Sabrbunberte nad^ fi3eenbigung ber 
i^figptbifci^en l^errfc^aft in Stalten Dorfommen , benn biefe ftnb nad^ 
®at>ign9 ®efdjid^e II. § 64. — id^ femte fte nur au« biefer flueße — 
t)on SEBef(gotben ju ^n^^i)n, gebAren alfo nid^t bierbet. Unb iaf t6 fo 
in ber S^at fei; f6nnen wir, aud^ obne jene ^rofefpfonen felbft ju f em 
nen, unb unabbingig üon ber genannten , gewid^tigen SCutoritdt an6 
S>emienigen mitJBejlimmtbeit ableiten, waS im erßen Zt^tiU jene« SBerfö 
im § 53. fpecieO, unb im § 3i^ genereO auögefubrt wirb. Cf. unten 
§ 26. in f. 

II. Skt Xrt 12. bed (Sbictum enfl^&tt Ut S3eß!mmung, baß bie 
breifigidl^rtge Serjdbrung nid^t laufen foffe wabrenb ber ^iUari« 
Tittai a). %u< ber gonjen Umgebung tji f(ar, baf bamit ber Stimifd^- 

-■ I 1» M 

a] „Ita ut circai papillärem aetatem privilegia antiqais vel novellit 

Mlegibm concessa senrentor «^yel drca eos qni u qao competere poterant post 
„TiGetinmm et qniiitiiiii ammra tntra tricenmain schis legibns proposnerint 



96 

ttc4tli4e Xlterttcnsm \>on tef^ectioe 12 unb 14 Sdfttn gemeint tft, 
ttob fcbon iatavA li^ ^id), ba ia& (gbictum auc^ für @otben galt, 
fcbließen, baß f&t btefe ba<^ SZimifcbe SSotmunbfcJ^aftöred^t amrtaimt 
loaf* (C£ oben § 18» not. c.) 2>af bem xoixtlül) fo nnit, baf&r ftnb 
.midbrutf (kbe Beugniffe t>orbanben ^ we{(be imtct ben iBetf)>teIcn ber 2(m 
wenbung SUmifcben Sied^tö auf ®otben im § "26* I. bargefleUt werben 
foUen. — ^amit ift bad 3ufammcnbe{}eben etne( £eutf(l^^red^t(i(|fn 
SRunbiut^ unvereinbar (§ 180* ®ebr auffaUenb ifl eg baber , wenn in 
einer @teQe bei 6affioboruä ein @a^ au§gefpro4)en ju fein, fc^eint (cf. 
Sie «mann im^^ermeS XXVII. ©♦ 157.); »eld^en Uta unferege&t? 
bäd^er atö dIteM ®ermanifcbe$ fRtdbt über bie SSeenbigung be^ äSun^ 
btum barfieUen, ber @ag ndmlicb^ bafi bai SRunbium nicbt burcb ben 
Sintrttt eines na^ 3ablen bejtimmten ItlUx^, fonbem burcb bie, bun^ 
tnbit)ibuetle Steife bebingte, SBebrbaftmac^ung beenbigt würbe« . «^ier ifl 
bie @teae. 

Vät. 1 , 58. „Coroni Viro spectubili Theoderkus Rex. 
9, • • • • Spectabilitas tua Hilarä adolescentis nepolis tai co- 
^.gnoscat. Nos querelis gravibus expelitos , quod res patris 
,,ejas non raeliorandi causa sed deteriorandi voto detineas. 
„Quapropter quidquid ex jure niemorato te retentare co- 
,,gnoscit, sine aliqua dilatione reslitiie: ut res parentum 
„propria voluatate disponat. Quia et Nobis congrua.vide- 
9,tar esse persona, qui assumta Domiiii libertate proficiat, 
^PuUos suos audaces aquilae taradiu procurato cibo nutri- 
^unt, donec paullatim a moUi pluma recedenles adulta 
,,aetate pennesci^Dt^ quibus ut constiterit firmus volatus, 
y^novellos uogues in praedam leDeram coasuescanl, necia- 
j^digent alieuo labore vivere , quos potest captio propria sa- 
,,tiare. Sic juvenes Nostri qui ad exercitum probantur ido- 
y^Bei indigDum est , ut ad vitam suam disponeudam dicantur 
yyinfirtni, et putentur domum suam non regere, qui cre- 
,,duntur bella posse tractare. Gotkis aetatem legiämam 
y^virtus facity et qui yalet hostem confodere , ab omni se 
,jatn debet vitio (tuitione?) vindicare/' 

S)er Sufammenbang biefer SteQe mit bem erwdbnten ^tltbeutfcfien 

„actl^nes. Cui casoi ^uinquemui benefidam noveUa lege probamus adjectom.'^ 

cf. dt^on'6 ^nmerhrng. 






97 

SM^a^t ^6nt fo ^anbgrdfBd^, baf idj^ geneigt fein toitxU, in \f)x 
einclBe^attgimg hn oben § 0* t>ennutbungfn>cife audgefprod^enen gn)et' 
tcn aRobiftcatton bev ®eltung beS 8t6mif(^n Sled^tö f&r bie @otben 
(Samiltmred^t) ^u feben, wenn nid^t bie ®eii>tfbeit/ baf ba$ SUmiföft 
Stonmmbffi^fttvec^t ouf bie ®otben angewanbt wutbe, im SSege 
fldnbe« — Um bie (Silidnmg; totUft icb f&r bie n^abre b^Ite, in t>a^ 
ted^ Steigt iu fleOen; miif id^ ehvaS weit auSboIen* 

2)te ®tetle bed SacituS (Germania c. 13.), wel(|e ffir bte S3es 
enbigung bei SRunbium burd^ inbit)ibuelle Steife angef&btt wirb, fptid^t 
ttuc wn brr flEBebrbafhno<^mtg , nic^t Don bem (Sinfluffe betfelben auf 
boi SXunbium. üRit bi^fet jBemeriung wiQ id^ bem @age felbfl feineö« 
wegS iu nabe treten, ben id^ Dielmebt fär ganj richtig i)olU, fonbern 
nur einer, wie mir fd^eint, nabeliegenben , fc^iefen 2Cuffa{fung beffelben 
begegnen* 3laiä) 9iimtfd)em Siedete ndmlid^ bewirft baö funfunbjwan^ 
iig)<%rtge ZUtx bie SRajorennitdt mit ibren red^tlid^en f^olgen immebia« 
te, obne ^tngutreten einer iurifüfcben ^anblung; ju einer fold^en Sßiv^ 
hing tfl eine Sb^tfad^e t)on fo iweife(bafter erfennbar!eit wie bie inbt- 
mbueOe Steife nur fcblec^t geeignet, unb ed ijl febr ju bezweifeln, ob 
etwas 3(ebnli(^eö bei ben ))raftif4ien Sldmem )e mebr M eine rechts« 
Ipbilofoipbif^e Sbefe gewefen ifi« @o etwa6 f ann wob( bie fiSaftS einer 
mdläcltdbcn «^anblung abgeben, wel<!be ibrerfeitö mannid^fac^e xtdiU 
li^e ®irfungen böben mag — etwa wie jtc^ bei ben SJimern bie 'an- 
iegung bet Soga oinlid nacb inbioibueOer @ntwi(flung rid()tete, unb wie 
bei uni ber Sater ober SSormunb nac^ ber ftttlic^en Steife beö ^inbed 
ober f)fIegebefoblenen ben 3eit)>untt ber Sonfitrmation befiimmt — nur 
nid^t bie IBaftö oon rechtlichen 3u{länben , weld^^ wegen bed oerfd^iebe^ 
nen SnterefTe üerfd^iebener 9)erfonen fheitig werben {önnen* fBlan mup 
bober wobi im 3tuge bebalten ( unb baju btente baS SurädFgeben auf 
SladtuS) , bap ben alten ©ermanen bie t)om gurflen ober bem SSater 
ober einem fDtagen vorgenommene , wUIfiirlic^e «^anblung ber fßccpp^ 
nung boS einzige, juriflifd^ SIelem'renbe , bai 9Runbium 93eenbenbe 
toor, bie tnbioibueUe Steife nur bie (trioiate) ®runblage jener «^anb? 
bmg. 9?tt anberen SSBorten, baS %(tgermanifd^e ,,!&• proprio ser- 
mono essc'^ ift ein mebiated, bebingt burd^ bie jurifüfc^e «^nblung 
ber Sebrbaftmac^ung, eine wabre SSenia 3U(ati$, wel4ie ftc^ wn ber 
Slimifdl^en b<^u)>tfad^(i4> nur burd^ ben eirceptioneUen 6b^ratter ber le^- 
teren unterfobeibet* 



98 

■ ■ r I 

Die SSoIfSred^te bti fiebentm Sal^r^tmbtrtt (oben emr so^ So^ 
ten befKmmte {Beendigung M Sttm^um, unb ank^neti ber SBafHf* 
twng ntc^« äSag man üti $i» (SmotThmg !K6mifct^ Sled^tt ober 
tKthihittn SSerfüfung onfefKn ^ |o borf man immer tte TCenbenmg VÜ 
in ten 3Cnfang ^8 fe(|i^ten SalE)td^unbertd ^nouffe^n , fin biejemstn 
Sifferf^Kkften mimli^; <tttf mH^t fc^on bomatt tief« beiben Sita^m 
tien gewirft lt)atten« 2>ieli ben>etf} fkl^ audbrnctitd^ burd^ ba$ Sduxgm 
bifc^ So(fSre<l|t^ »el^K« f(^n irni bod 2^|v ^oo &) ben feßen Ztt- 



)»e0 fteben^e^iiten %itt\& Um iäf rdä^t anne^mea« ^i ^eif t bcfelbH : 

„De causis alüs (leg. abolitis) et calumniatorum remotione/' 

Art. 1. ^jOmives omnino caosae quae inter Burgundiones habitae sant, et 

^,Don sant finitae iisque ad pugDam ManriaceDscm habeantur abolitae/* 
Art. 2. „Si quis sane 'serviim sniim aot ancißam cognovent, recipiat.** 
Art. 3. „Pro homine mgeauo priixs occiso .XX. tantum solidt inferantor et 

„omnis repetitio conq'^escat.'' 

SDie ncbcrfc^ung, »eltber :^ürf (Sorf^ungcn $eft 2. ®. 26» 27*.) beaßorjug 
gab; ifl nmd^ti^, nomentlitb, mii bcr, eine TCuSnafjrae »on bcr S^tegcl beß lixU l 
entt^Qttcnbe "KtU 3« bie ^ugna 9}{aunacenft& aB ttvoa^ SBergangcneS barftellt / un^ 
. »eil bflS ®efet in tiefer Tfuffüffung alS ein tranfitoriftbeS , mit' ber ^ugntt 5J?auria» 
cfttU^ aUe SSirffomteit oerliercnbed erfibiene ; fo baf nid^t ab^uftbett , n»eebalb e$ in 
eine> ibrer gegenwärtigen Som natb tmbefiritten fp6tere9lebactii»i aufgenommen rvärc* 

2Ri(bt minbcr unricbtig ift aber bie )?on Surf mit 9le<bt i^crmorfcttC/ feitDem 
Don ® au;^p (Ucber ba§ alte ®cftt ber Ä^üringer 6. 12. unb Ucber Tit. 17. c. 1 
bis 3 bcr ^ejc »urgunbionura. eine QCntifriti! t>on ©• 3;. ® a u p p» äSreßlaa im *Jio» 
rwmber 1835.) mit @ifer tjert^ibigte Ueberfe^ung ber ©teile: „TfUe fÄc(bt^flmfJ> 
ftitm, »el^c untev IBurguiibem f<boii tor ber Satalounifd^en @^la4t @$tott gefunden 
bobot, »nb bi0 ju biefer ni^t bcjrnbigt morben ftnb, foSen fär alle dutunft a\& erlo« 
f4ea angefeben merben/' £)enn bie caiuae^ qaae noa sunt finitae usque ad pu* 
gaam Mauriacensem , verfallen ^ 

1* in biejemgen, roeltbe no(b inv S^tit beS ®efe|e$ ni(bt beenbigt ftnb> 

2* aber au(b in bieicnigcn , n>cl(be ni(bt bi« jur ?)ugntt 9Kauriaccnf[§ , fonDcm 
in ber 3»lf<beuieit t>on bort bi$ ym, ^omcJAtt ber ^blicotion bed a$efebe§ bccn» 

S)a nun natürli^ eine bereits beenbete &aä^ niäft me^r mebergef4(0gfR n^ttbeu 
fann, fo (at ber (na(b (Saupp) unter ben (Saufae jtnitae gemad^te IX^i^auttvm^ 
,^d pügoam Mauriaceüsem" gar feinen ^»ecf unb ©inn» 

iWe riibtige'TCuffaffung parapbröprt fo : ©ntficbungSgrönbe con €(le<btß»erifilt* 
nlffett }mif4en l9itrgunbionen; me(<be tor bie ^gna Q^uviacenftd faQen^ follcn von 
beuir an ni^t mebr b«cMMttgt »eiteiu äetetts beinbipte ^oibt^veibäitniffe/ iod< 
res fie ou<b ttfk na^ ber $ugna SXauriacenfid beenbet, fo£[en.iQb!er nctisUiA >^ 



. w 

min i^on f&n^t^n ^afyctn l^at Wim timtt oüttbmffi gegeit eine Tim» 
(ogte aui bem JBurgunbtfcben Siedete poUflixen, weil befatintfit^ itf 
bemfelbcn bM SRoment bet SSebrbaf tigteit auc^ in anbexer üBejiebung 
mtfyc rbit bei anberen ®etmanifc^en S36lfern in ben^tetgnmb tritt c). 
^Dagegen muß bie Znalo^xt bed SBefigotbifd^en 9iecbt$ ))on befonberem 
®emd^te fein; ba man fic^ ein £)flgotbtf(^eö nid^t fuglic^ onberS aU 
in Ann gen)iffen SSetioanbtfc^aft mit bemfelben ben!en Pann d). 2>te 
Ser SSBiftgotbi^nim nun b<^t an mehren SDrten toerfc^ebene 3({tev§fiufen 
mit Sinßuf auf «^anblungd ^ ober 9{ec^tdfa^igf eit — alle fuib burd^ 
3ablen befiimmt. %üt mi ift befonberg tt)i(|tig: 

lY, III, 3. ,,ad perfectain, id est asque ad XX anaörum 
„perveniat aetateui." 

unb bomit übetdn^immenb : IV, II, i5. S>ie heiben @te(bn ftnb 
Zntiqmif man tann bemnad^ fd^on aud ibnm fc^liepen, baß bie IBe^ 
enbigung be$ S)?unbium burd^ in)an}igi4brige6 TilUx — ba bieg bod^ 
{ein 9Cömifcber Sle^fag ift — altes SBeßgotbifcb^^ Siecht n)ar; bid 
yam TCnfange beS fec^^ten 3abir()utä)eTtg reid^ freiließ biefer ®d9l9$ nid^t 
mit ®x6)ntfiit 92mt ftnben ftc^ aber aud^ in ber 3titer)>retatio ber iev 
[Komana SSBifigotbortmi &om 9t5mifc^n Sltd^tt abn)eic^enbe ^ntbt^m* 
mungen für bie äRaiotemtdt; nnb ftnb biefe gletd^ obne Snoeifet ben 

etwa aud tem ©Yunbe n>tcbec aufgenommen Wertteil biirfen^ »eil i|r <gntft4ung&g^un]b 
ft4 ^or ie.ner ^(j^lQd^t erci0n<:te. UebngenS bejU^t fid) bief^ ^crorbnung ebcnforool)) 
auf bereits on^ängtd gemadipte; ais auf no(]|) nici()t anl}aii3ig gematj^ti; (^aö^m, tnu 
t)olt olfö , mm man fo fügen xoiU , ni(bt nur eine ^rbccpüerja^rung , fonDern audj 
eine «^Iagen))eridl)nin0« ^omon fint ie^o(b auggtnommm 

1« t>er $aH , »«nn Semont feinen 0fk»en o)»er feine ®na»in in frembea ;^« 
tcn trifft ;Dann mag er au4) je^t nod|^ fiagen , n)cnn glei^ fc!)on 9or ler $ugn<i 
SKauriacenfiS Die ^ctio nata n>ar$ 

2* ter Sali, »enn bas äBergelb eines 9or ^er gebadeten B(i)\aM erfdl^Iagenen 
greien su fordern ijl» ©ann mag audi> jeftt no* ein ^e^nt^eil telfelbe« gefordert 
werten. 

3n Hefcm Snjalte ber ©teHe liegt mithin Sfli^t^, »o& «uf i^r ©tttfte^n »w 
(Salt), obec tmU) nad^ (^oipp) bet^ugna Dllauriaeenfid ^inbeutct^ im <Si«gent|vi(( 
ifi e$ »a^rf4Kü^i4/ baf feit jener ®4»iQ4t bereits ein fo g»>^er 3eitraum »«rfloffen 
»ar, bap baS ®efe^ o^ne ^drte gegeben merbcn fonnte* 

c) L. Burgund, Tit. 8. c. 1^ — Caroli M. Gapitul. I. anni 789 c. 62. — 
iooR. Paimorm. L. Y IH. c. 103. — a 14. C. XXlh q. .5. te^tere ©tsHe ^rid^t 
alfo urfpr^ns^i^ Xftn gon) etiood TCnberem/ als mofür ftc gen»ö^ä4 b$nii|t »ieb. 

4) Jhvc&p. de bdlo Yandalieo I, 'i. oben $21« VI. 

7* 



4 



100 

Tlbfd^xnbtxtt ju imputirm, — Um aud^.bie fRbttA^^iti 25 ^a\xt ftm 
ten ftd^ e), — fo barf man bod^ n>oI)( eben beSt^alb bie Sinnnriung 
fßtftgotWdim Sled^tö barin erfelinen. — Die 3nter)>vetatio ju Prue/i 
Sent. ] , IX. § 5 , n>o ber Sert bon bei: Stomift^en minor Tfetacl 25 
Ännt* reb,ct , lauttt : 

yfii quis id, qiiod minor aelate gessit, posUjnum nlajor 
,,cßectus esl, id csL usque ad impletam XVIII auaum^' al. 
@Ietd^ barauf (§ 4.) aber fagt ffe: ,ySi minor miaori saccessc- 
^,rit^ uou ox persona defuncü, ille qiii hercs est, sed ex 
yjsua agcre potest, hoc est, si ille, qtii defuDctus est, 
,,XV1II aniioram sit, et succedeus XX, ex isliuf» qui suc- 
„cessil aetale tempora computanda sunt," 

nennt alfo im äBiberf^rud^e mit ftc^ felbfl aud^ ben 3n>aniigia()rigen n^ 
<{Rinor* SBic ifi nun S>(ef ju er! (dren ? Süiedeic^t burc^ folgenbe Qow 
jectnr, n^elcbe xdf nic^t mitt^eilen würbe, wenn fte nic^t jugleicf^ fui 
bie und befc^dftigenbe 6))ifiola beö ßaffioboruft re(ebirte* 

Unter 6l^inbafuintl() würbe bie iti: SBtftgot^orum für bie ^ooin- 
}ia(en audfc^ließlid^e Sted^tgquede« & fonnte bie$ oI)ne große ^ixU 
gef(^el!)en , totil fc^on längere 3eit I()inbur4 bie @efeggebung ber SBeß^ 
got^tfd^n Könige eine betrdcl^tlic6e Zn^aU dtim\fd)tx Sic^i^fäkt unb 
Snfiitute aboptitt l^atte« 34 ne()me an, baß bie @efeggebung in t)iefcr 
JSc5tcbung großentl^eitd nur baS jDrgan war , weld^eö bad fc^on o^ne- 
^in ftd^ ®e(tung berfd^affit «^abenbe auöfprad^/ unb bemnac^ ifi ti mir 
melE)r aI6 wa^rfi^einltc^ , baß eine mobiftcirte 2Cutoritdt beS fRmifä^m 
SRtöfiß für bie SEBefigot()en fc^on mit . i^xn 3(nfieblung in ber ^rooincia 
batirt« 2)afiir (ann man anfuhren, xoai S^eoberid^ II. beg^jKaifcr 
7it>\iui fagt: 
Sidonii Apollinaris Garm. VII , f. 495. 

,,raihi Romula dudum 

„Per Te jura placent/' 

unbtiüd) bewetfenber würbe bc» dbitt %tavlpb'i fein, welche« bei ®olbafi 
fielet, wenn m^t bie Undc^tl^ic beffelben fo l^anbgreifiic^ wdre, ba^ ti 
erßaunlid^ tfl, wie bemtod^ bie Tltift^tit ^at in ®d^u(| genommen iver' 
ben Unnen/> 

e) M, L. an. Greg. C« Si adversot donationes sponais (TI, 3. HaeneL) »0< 
fclbft iebo4 ynd TLta^atm 15 I^fen. Int. L. 3. Th. C de integri Irestit. (II, 1&) 

f) GMati, GoU. Conittt. Imp. T<nii. lll. p. 586. .' Ml^afl ^at m ^ftrginc 







m 

®o mag au^ bte 8limiftl(e minor tlttai (25 TtmiS) bm SBeßgo^ 
t^cn binbenb gefc^tenm ^aben« 2)a)u pafte aber nid^t gut, baß bte 
©ermatten gewohnt »aren^ ba8 SRunbium mit eintni wl fräb<^en Xer« 
mine ouf^Aren ju fe^ett* SAt Vermittlung fonnte ba$ fRimifd^ St^t 
fefbfl ^mi^xttt. Tlni^ bted f ennt ndmlic^ , tok nur fo eben angebeutet 
werben tfl, in ber SSenia ^etattd bte inbiotbueUe Steife aü Qavfa einer 
(mebiata) major Tl^tai. 3n ber Senia Tlrtatit ^atttn alfo bte SSejigo- 
t^ifdb^n Ainige ein 9Rttte(, unter einer Stimtfc^en ^orm Mr t)erwaiflen 
Sugenb tbreft SSolfe^ t>ai gevool^^nte fr&bseitigere UnitttUn aui Um 
Sc^u^Derb^ttniffe gu xo^f^tttt. Stur fretlid^ mußte bann immer ba$ t)am 
Mmifd^m Siedete fär bie fiSeräcfftd^tigung ber tnbit)tbue(Ien 9!etfe (f&r 
bie SRAglic^feit ber SBenia Tittatx^) t)orgef(l^riebene 2CItermtnimum »on 
refyectit)e aiftitf^n unb jn^anjig Sauren beobad^tet werben» Unter bte« 
fer IBefc^rdufung aber ijl t6 fogar miglicb, baß burd^^ ein gan) einfa« 
$e8 tERanofut)re bie )^erfect<t Ttttai fär bie SBeflgotben eine ebenfo im« 
mebiate würbe ; wie bie fERaiorennitdt e^ fär bie Siimcx toat, baburd^ 
ndmlt^; baß ben Srjleren ein für aQe ^al SSenia Zttati^ txt^Att wur» 
be , btefe alfo au& einem ^rioilegium im @inne bed Sicero ju »einem 
^rtm'Iegtum im ®inne ber 9)anbe(ten (3u9 ftngulare) würbe« @o ftn^ 
ben wir in ber Zf)at bie {wanjig 3abre in ber Seir SEBiftgotbotum a(d 
tmmebiata (Saufa ber ©roßidbrigfeit. Unb fp mogte ber SCbfd^retber, 
bem wir bte adj^tjebn unb )wan)ig g) Sabre in ber 3ntetpretatio tier« . 
bonfen, &ber bie Stdmifd^e .^erlunft feined @a^eS t)oIIfon(btrn bem- 
btgt fein» 

2Cu§ bem bisher ®efagten Idßt ftd^ bei nod^maliger 83etra(^tung . 
ber (S)>if!oIa be$ (^.afftoborud ein jweifad^er Stufen {iel^en» SBir f)Qbm 
gefeiten, baß t>m @ermanifd^en fRtd^U, wie wir eö ju SacituS 3ett 

fclbft feines ^bcifatS (ein .{>c^r* iDer TCnfang ijl »Mlicb.aul ^vofiu$ (cf, oben 
§ 19« not. c), bog @nbe fte(»t im SSiberfprudj^e mit ber 6rsä()Iung bicfcd , nocb ^vt 
unb 3eit bur Aaui/ glaubi^rbigen ©erod^r^manned : bap ^toulp^ fein ^SBor^aben n i (b t 
auSgefübrt l^aU* SDrofiud brauste, menn TCtaulp^ ein fol(bed 6bict crlaflVn ^atte, 
tti^t M^ flSet^Iebem ju reifen, um bODon ju' erfahren« 

g) ^ie0 iß ttQmIi4» .fo ju benfen: bie aibtyi^n So^re im $ 3» ftnb ber Zixmn 
beS weibliiiett ®ef(ble(bt$« iDie beifpietömeifen XVIII et XX :2Cnni be& i 4* Rnb 
coepti, non completi« 9rei(i(b ^ö(bfi deimungen, aber bO(b mödli^ unb einiiger 7£uö* 
med«. — UebrigcnS erinnere i(b baran , baf es bei ber legten TCbf^^meifUng ^anpt- 
fädbli^ nur barauf anfam in geigen, baf ein, ni(bt melier beftimmte :$jprmfn bei ben 
SBeftflotben ejciftire, ober wie er ju erficiren fct. 



ütmtf^mm , bte «^anblung bet aSap))nung bod , bri Seeitbigutig be$ 
aKunbhim allein jurifKfc^ fRtUwtnU tvar. ^a mm SafftoboruS bet 
gefc^eldfmn SBa:ppnung bed t^itariud nid^ emdllint, fowitb fd^on ba^ 
burc^ bte fi)ru(fe morfd^^ bie bon feinen SBorten jü bem ©ermanifc^n 
9(ed^tdfa6e 'fu()ten mogte. ®an) abgebrochen otrb jte abev burcb bte 
Untoa^fd^einltd^Mt, ba^ bei ben IDjlgotf^ bte Sße()r^dftmad^mig mit 
t^ret Sßitfung auf bad Shmbimn ftc^ Idnger foDte eri^altm l^aben aß 
bei ben jßitrgunbtonen unb ben SBeflgot^en. 

«^oUen n>ir un$ mit J8e{feitefe|ung bet S>ec(amationen beö €af|to^ 
bortt& (ebigttc^ an bie ®efdt>ic(»er)di;ilung unb bie (St)tf(^eibung , fo ep 
gibt fl[(^ gölgenbe«. 

« «^{lariud flagte bei X^eoberid^; bafi fein jD^eim bie (Sibfc^aft fei^ 
ned fBater^ tnne ll)abe/ Sl^eoberi^ befite^tt bem£)^e{m, unbetifiglic^ 
%Üt$ ^erau^jugeben^ n>a§ er auS ber ermdl^ten (Srbfc^a^ gutäcf^alte; 
bomit ^Uariud aber bad elterlid^e 83erm6gen felbfi biSf^onire« 

&itf(^eibung^runbe n^erben jwei angegeben: i) n>eil ber£)^ 
baö bem ^itartuö^ jUgefaOene SBermjgen^ «ic^t um e« m Derbeffkni; 
fbt^ern um ed ju beteriorircn inne f)abt ; ö) weil ^tlarfu« bem Ä6nis 
ge gefd^icft f^eine, bie freie SSerwaltung feinet S3erm6gen$ gu ober-' 
nel[)men* 

3>?ah mu^ ^ benfen, baß ber t>f)tm (SuratorA) be3 ^itariu« 
war, aber ji^led^t gerirte, unb ba nun bem 5tdnige bee^^itariuS „mo- 
,^m instiluta probitasqiie animi" gefiel, berfelbe oud^ JWönjij 
Sa^re alt xvaxi), fo txti)cilU er it)m 5Benia Äetatiö, unb befa()l bem 
jD^eim, ünoerjitgßcl^ ba§ SSermdgen l^erauSjugeben« 

Unter biefer Tfnna^me , baß bie Untreue beö Kurator SBeffirnnrnng«* 
grunb jur Crtl^eilung ber SBenia gewefen fe{ , erfldrt fic^ bie QttwÜ^ 

h) ©ic Zweite 4)dlfte t>er Öpiftola, von ben «Borten „quia et Nobi«" beutet 
barüuf ^iiK SBoate man annehmen , bap ber ^f^tim cn^ einem anberen (irunbe bc 
tinirtc (etwa ein erbf^üftftfhreit) , fo fdßt gewif lebe öeaie^ung ju bem »felenpä^n« 
Un ®crmanif4)en fRi^iUfd^c hinweg« 

i) ©a« burfte frciü* ni^t festem Cf. Vtu-. YII, 41. „Fonnula aetotis re- 
„niae ..... si id tempos constat elapsum, qno ad hano Yeniam accfedi jim vo- 

„laerunt." fiSermut^cn lüf t es p* f*ßn boröus , bog 4)ilarittfe im ^em blenti, «» 
Umflanb, »elcbem er, bem 9tamcn no* {Römif*cr Station, bie (Subfumtion unteif bfl* 

„Gothia- aetatem legitimam virtüs fach" \?erbanft (cf. oben J 9*). >Der Hu^^* 

me ®crmanif(i|>en Üfieäft^ in unfcrcr (Spiffola »iberflreitct alfo auä^ bie auft bem ^ö' 
mcn 811 filicfcnbc (Äomif^e XbFuuft. 



105 

- - 

nung M (f^^bimsßgmba tH u; n^d^eiib, fobalb tok oti ®ers 
manifc^ S3erl()(iltntf{e benf en , berfe(b€ un^ffenb obet xotnl^tni ^M^ 
iberfläfftg nfti^tnt. Unb etittk^, mm bk (B$e()r^fM07e{t bama($ 
rec^tUc^ baS ®(but]K¥b'{tn(f teenbete, nH)Stt beburfte bev JÜntg^ bnr 
mitiduffgen, btd in bie 9{atu¥gefd^t4»te imSgef^nnemn KfdS^tfevtigmg 
frineip3Cnfic^t (Nobis yideiur), büfl ber ml^rl&Afte ^UartttS fHbfi 
feinem JBenn^en loorfbl^en f tane ? 

IIL 2l|ieoberid^ ^otte ben @<qoXmora bem S3tv fpectaMfi« ^ttaa 
M ®<uibegarb€ gegeben (cf. oben § 15. not. f.). Spdter ftegte 9>e^ 
tnt^, Tfxfiicixa fei mit gegogenem Sd^ette auf tbn eingebntngen , "^abt 
i^n an bev^^anb Demunbet, unb ^^quasi laesio yeniret ad pretium/^ 
i^m eine ubermd^ige @umme evpxe^t S)te SBerfägung beS AinigS 
auf tieft Alage ift in breifad^er «^tnfid^t metfmfir^g : etjiend n^egen bet 
abgefonberten Serbanblung bev beiben ßetgeben be6 2(mara , gweitenS 
toegen beS ®d^eined eined in i^r ertDdf)nten 3>eutfcl^en Stid)tixnfRi 
tM, Mttita weil fte und bie 2Cnn)enbung eimeg 8l6mifilben, niilbt in 
taS dbietum aufgenommenen, 8lec^(6fa|e< auf einen @otben geigt. S>b» 
^(eid^ nut bie gweite IBegiebung in biefen §. i^Ütt, fb mfiffen bod^ be< 
äufammen^angd wegen auc^ bie beiben anbeten ttet t)oQ{!dnbtg batge^ 
jlellt werben. 

2)er 9iefctipt§^toce{i war unter ben ©btbifd^n .Einigen fel^r l^du^ 
füg; f(^on oben (§ 14. II. § Is. not. d.) finb md)xt iBeifpiele k>orge^ 
fommen* SRitunter entfc^ieben bie Jtintge felbfi; in ber Sieget aber be^ 
legirten fte einen 97i(^ter unb infhuirten biefen t)on ben anguwenbenben 
9{ed^t6fd^en» 6rim{na(fac^en fd^etnen fte ieboc^ immer bem orbentli^ 
(den 9lid^ter uberwiefen gu b<^ben, t^iedeicbt wegen Tlxt 103. beö @bi- 
ifm (not. $.), wenigßend finbe tdb bie$ Serfabren in gwei gang gleic^^ 
^i^n %&llm beoba<ib^et% ^t eine iji in Var. V, 32. 53. mitgetbeilt. 
®er ®ötbe ?)«(Sen trug üor : l) äBranbita babe mit feiner Jfrau Stegina 
€§ebttt(l& begangen (cf. oben § 21» IL); 2) bie grau be8 SSranbita, 
$roaihi/ i)abt feine grau Stegina jämmerlich gefc^Iagem — ^Die Vim 
terfud^ng unb (Affentlic^e) ^efhafung beS Sb^bruc^ö oerweifl Sbeobe^ 
rieb on ben GomeS ®otborüm S9Bi(itanc (§ 15. HI.), ben orbentücben 
Siebter; bie TCctio Snjuriarum will er ftt ßomitatu SJegio üerbonbelt 
Riffen , unb leitet bt&f)alb , wie wir fagen warben, bebtngten JD^anbatd^ 
procefi ein , inbem er ndmlid^ nur für bm %aü beö 2(bleugnenö ben 



104 

JiBtanbUa mit fmtt S«m ^üttk), fixt ben Sott M ändcßdohniffc» 
aber glet<^ baS Urt^eil fpnd^t t). 

2)et anbete, gang glrid^arttge SaQ tfi m unferet ^tdU, Var. i V, 
27. 28. est^atten« ^le SSctnmntimg an bet «^anb (violentia) foU ber 
.^SomeS ©otl^rum .^uba (§ 12« IV.) untetfuf^en iinb befhrafen, mgen 
bn anbeten 93egaagcnfc|taft nttbeiU bet Jt&mg felbß imb Idgt bte6 Ur« 
t^eil fogleicj^ t)oafhetfen, iiDeld^ed fblgenbet SRaa^en (outet: 

„CeDs^muSy ut qaidquid supirascriptus Amara commodi 
,,aomine de caosis memorati supplicantis aOoepit, quafti 
^^oppugnalor ingratus a te^^ (bem @a)0 Setutbat, an ben bie 
@pi|lola^geri(IJtet ijl) „constxictus , in diiplo ei cogatur ex- 
„solvere," 

Un$ etfc^etnt ba8 iBegeben M Xmota atö (Soncuffion nt) , unb 
bann toüxbt bte $oena £luabtu|>It, »elt^e auS bem 9t6mtfc^ Sttöftt 
in baö @btctum Tttt. 4. unb 2Crt« 5. (et: Var. IX, 14. D. oben § li.) 
äbetgangen tfl; aQein gutteffenb fein* 2Cnber$ t)at Sl^eobettd^ ba6 %af 
ctum aufgefaflt; wie? I4ßt fid) nUfyt mit @ic^et^ett fagen« SSteAetd^ 
atö Siaub, unb bie S>upli ^oena iß baö Wtcta^ bet ^utti nee manifefli 
Xctio, wenn bet 3Cnnu« utifö bet S3i ^Bonorum ta))totum beteitS t)et- 
fttic^en. SSieHet^t lag bem.2)ecetnenten bte 3ntetptetatio ju Pate/. S. 
Rec. V, III. § 1. üot, »etd^e huttt: 

,,Si aliquis collectä muliitudinc aiit concitata. seditione da- 
«^mnum cuicunqiie int^Ierit9 si pecuiiiae damnum fiat, da- 
„pli redhibitione componitur. Nam si corpus alicujus vel 
y^evnhrcL caede pulsata fuerint hujusmodi admissiim a Ju- 
„dice vindicatun*^ 

Zmaxa \)atte fBAM getJEian, pecuniae datxinam zugefügt u|d^ 
iiiembra caede verlegt, — nut fteitid^ nic^t, unb 2)ad tft t^, beffen 
SBtd^tigf eit bet 2>ecetnent iibetfab / cQÜecta mtdtitadine , nUfyt tur- 
ba, fonbetn rixa — wegen beö ©tjieten wttb \f)nt ®upß Sfcb^tbi^ 

h) ,,Quodsi mendaciam magis petitoris accusans causam dicere foxtasse vo* 
„lucris f summoto dilationü obstacolo ad Gomitatum Nostnun com sopradicta 
,,conjuge tua inconctanter occarre, exceptara aat de iniqua praesomptione tuü-* 
j^dlctam auf de mulieris improbitate victoriam.^^ 

t) „at, si factum evidenter agtioscis, delatam queiimoniam pudori tQo con- 
„sulens maritali districtione redargüas.*' — Ucber tie mttritatil ©tfttttCtio cf. 

Oben § 6» 

m) „enormi eapfiPcilone" ,,commodi nomine." Var. IV, 27. 



105 

tfo aufnrlegt^ He SStnbtcatio M ämitm tohb Um 3ubeit &torla|fen. 
Sa fogar baS SBBort componere , weld^ He Snterpretatio n) in bem 
@time uen ;,bd(egen'' bat/ bringt bcv SBevfaffer bjtr Spijiola am 

3(Ibm f&t unfeteti Stoetf bebarf e9 dner Sejifhllung ber Xvt unb 
äSeife^ iDte ber 2>ecetnent bat gfactum aufgefaft ll^abe, ntd^t Seim 
bie S)tt)>It ^oena fiebt fefl; baß fte fein Sermanif^er Sled^ttfa^ iß/ 
bebarf faum einer (Snvd^nung , benn bem ®etmanif(^en 9{e<|te ifi bie 
iBefiimmung bed SnbottS ber Obligationen m% SBergebungen burc^ 2)u^ 
))Iication beS @(|iabenS bun^auft frembo). 2>a§ ber A6nig einen 
9;imif(ben 9ied^tef<t$ anwenben »oQte, jiebt alfo feß, unb.ba berfelbe 
ftd^ nid^t im (Sbictum, auc^ nid^t einmal anbeutmigtoeife ftnbeti>), fo 
ifl bamit bte unt)ermittelte 2(utoritdt be« 9{6mif((|en 9led^t$ fär bie jDfis 
gotlden bireft bezeugt 

S)ie SSerwmibung beS $etru8 foQ ber &>me« ©otbonmt befhafen; 
in feiner Snfhuction (Van IV, 28.) beißt ti nur gan) allgemein: 

n) ^ier niie an anbeten SDrten^ }ttm ®eiß){e(e Int. L. 2. Greg. C. de traxisacH. 
(I, 2. Haeoel.) Jn<. L. 11. Th^ G. de extraord. sive sordidis manerib. (XI, 16.). 

o) ü9e!(inntU4 finb ibei toeitem tk meiflen Berge^unaen Chttfle^undftdtänbe m 
SSorott» bcfliinmter (Selboblidationen* S)te niebrigfle 3a^l/ bie i4» als ^ultiplicator 
^ci @4dbcn6 ftnbe, um bie ^V^t ber )De(ict§t}bItgation iu beflimmen, ifi bie 3a^I 
treu L. 'Bur^unö.. Tit. 49. art. 3. 

i») Snt Sbictum fommt bie $oena ^uplt nur viermal t>or ; im TCrt. 84. unb tm 
Xnu 152. (cf. oben §6.X.), im Q(rt.97. für ben öranbftifter, unb im TCrt. 10. für 
tie unerlaubte ®elbfl^ölfe$ (ter jebocb mit einer bebeutenben ^bmei^ung vom 9t$mi« 

fiten 9ted)te« „Si quis," (eift es (ier^ „qualemconque possessorepi possessione de- 
jecerit, amissionem pro tanta praesumptione vel bonae litis iucurrat. refor- 
mata sdlicet possessione quam occupaverit, fnictas quoque dnplos pro tanta 
temeritate persolvat. Quod si ülam possessionem occapaverit, qnae eidem mi- 
nhne ^ebebatnr , bcuac poenam habeat , ut et rem cmn fructibus ia eo statu 
domino reddat invasam, et aestimationem rei pervasae subire cogatur, fisci 

joiibus profuturam.<* ^xt !2Cb»eid^ttnd ift auft ber geban!enIofen^enu|ung berL.3. 
Th. c. Unde vi (FV, 22.) entftanbcn, ©iefe ftri*t närali* ton 3noüfore$ jtieali« 
r^er Zaubereien/ unb entfdOeibet, baf biefelben ntt^tnur bie ®a($e (erauSgeben, fon» 
tem att(b ben fiBert^ berfelben bem Sigent^er (^iScuS) gal^len fönten , unb ffigt 

tiniiu : „qnod qnidem etiam in p4(^atis observandum negotiis generali lege san,- 

eimos.« jDet SSerfaffet bed dictum lie^od ^iniUiubenfenbe : mittatis ^utanbtft, 
tinnjeg» — ggo fo gearbeitet »urbe, ba i|i au4 bie im Xeyte bem »erfaffer »on 
Var. rv, 27. unterfteUte »enu^ung ber 3nteq)retatio ju ^auluS ni(bt eben auffaU 
lenb. — Uebrigens ifl e« merfrofirbig, baf in Var. III, 20. gau} bem !Äömif4en 
^^4te gemdp entf^ieben »irb, »aS iebo4 au4 auS bem Umftanbe erüdrt »erben 
^(tnn, bap m Wctum tieOel^t länger aI5 le^tgeba^te Qpiftold ijt (of. oben { 5*iii f-V 



106 



9y 



,^Hoc te et legitima yolutnns disceptatione cognosoere et 

y^probabili senlentia tenninare;^^ 
allein in ber tiOT^erge^enbrn ep. 37. , . in weiset btt Xiniß bem @aj0 
J£entt^or bte Srecutton ber Dupli |>oetta aaftti^t, fie^t foigenber auf 
ttf Qimmlryetfcii^xm hj&gitc^ev 9>a{|itf : 

^de plaga vero , quam edacto gladio temcrariiia pracsum* 
,,ptor inflixit, ad judictuni. Comitis Dudae saepedictiis Sajo 
(Amai*a), te compellente, venlat audiendus: ut secundiim 
Edictorum seriem quae male commrssa claruermt sine ali«- 
9,qua dilatione compon.at/^ 

idit SBorte ,ysecundum £dLctorutii serlem^^ fömtcn in jmi 
9erfcli)iebenen Sejiebungen imonutim metben» Sntn)ebev 0(6 &tat jur 
9;eclE)tferttgung ber SSerwetfung be$ Sactnuö an ba$ @ert(f|t be< orbent^ 
Itc^ 9Ncl^t«r^, tmb i^ann fann mit bem SBorte ^,Edicia^< feldr mfil 
t>ai ^bictum Zf)tobtfAci, totgen feines Htt. 105. 9) gemeint fein (cf. 
oben § 2. in f.) , ebenfo gut ober oud^ ba$ Sun^bictionöregulatio für 
ten Subejc mititariS; toeld^ed mir im § 11. (ennen gelernt ffübttt* £)ber 
als jßejeid^nung ber 9!orm , nad^ welker entfc^teben merbeh folt. £)b 
man in biefem legten galle baö „Edicta" aK eine äBerufung ouf bö^ 
@bictum 2!()eobert€t gelten laffen roiU, baS l^dngt baoon ab, ob man 
annimmt, ber üorliegenbe gad fei bnrd^ ben ZxU 9., in toeld^em tie 
SSBorllie üorfommen: ,,ad Tiolenliae poenatn,. quae <^apitalls esV^ 

entfd^tebem 

Wlan mag nun unter ben Edicta bai ßbicfiim S^eoberid ober eine 
anbere SSerorbnung S^cobertd^'ö r) ocrfie^jen, fo fdnn man, fo lange 
man barin bie t>orgefc^riebene Sntfd^etbunggnorm fielet , Ibei bem SBorte 
,,compoDat'< nic^t an ba$ auf 4(t«fler 2)eiitf<l^er ®ewo^n^eit beiu^ 
lenbe (Sompofttionenrecl^t benfen« 

S5ejiel)t man bagegen ba§ „secundum Edictorum seriem" auf 
bie Ueberweifung an ben orbentli^en SJid^ter, unb con|iruirt „com- 
„ponat" mit „saepedictus Stqo" jufammen, wie bie«^ atterbingS bie 
Stegein ber ©rammatiE t»rlangen, fo ifi^$ einflmeiten miglicl; in bie» 
fer ©teile einen JBewetS ju fud^n , baf ba$ Sermamfd^ (3omf)ofttio^ 

q) „Ubi qaod fadnas commissaiii didtuTi ibi defereadom et vindieaii- 
),dttm e8t/< 

r) ober aUe^ in bem &imt ber not. a. i«m $ 61* be$ 2teiv ^nbeft ber &f 
W^i bed 91* dt« im ÜX. V. IDiefer einfo^ft^a Qrftacang gebe i4» b^n ^^rsnd* 



V 



107 

itcnrec^ ttx bm t)9ittf)en in ttehntg gewefcn fei. S^ wU t)etfb<l^, 
bte Unmigltc^fttt einer foldj^en Xnnol^e ju )etgni; ma^ icbod^ im 
SScron« barauf (uifmetffam, baf butd^.baS %tW^l^tn mdnedflSo»* 
fttc^ed bte gegenmdrtige Stelle nod^ immer m^lt bie Sttaft ttl^Üt, Ott 
iBeioet^ für btefelbe ju bienen. 2>enn baS S93ort „componere^ fyxt 
triel }u oft eine onbert JSSebeutung , otö baf man au8 ibm oUein fo mit 
fließen bfirfte* Slut c6en (rf( (not. n.) ftnb brei SteOen bn glei^ 
jettigen' 3nteT))retatio & 91« SB. enod^nt to&rben , Don benen 'bie «ine 
bent Serfaffer unferer e^iftota nnmittetbor Dorgefd^wtbt ju baben fc^int, 
tn n>e(cl^en ,,coixipoDere^^ in bem @tnne t>on ,^bei(egen'^ fte^t, mib 
gleid^rtig ftnb fDigenbe @teHen t)on GafllDboruS felbfi , in welc^eti a 
„berubigen^^ ^^lyrbnen'^ ju &berfe|en iß. 
\ar.I, 30. ,,Sed ut.honestatem omziium par libra compf^ 

^yn^äd • • • 

Var. II, 24. ,,Ad hoo Patres in illo prinoipio nominatii ut, 

,,qaasi filioriim per Yos possit vita componU^ 
Var* III y 46* ^»Quicl enim salubris ordinatio gerat, si moram 

y,prpbitas cancta compoTUit?'' 
Var. IV, 40. y^Subjectorum animi relevantar quoties moe^ 

rentiuni querela componiiur.^ 
Var; IV, 49. „Pleraraqiie denimtiata comminatio plus efficit, 

„qaain poena componit.^^ 
Var. V, 15. ,,Sic enim confidimus; quia per 60s> qao9 in-^ 

,,5tituta Nostra componwvt j innocentibus detrimenta uou 



99 



veniunt." 



Vor. VI, 24. „Degite moribus compositiSy ••• ratio motus 
„yestros componat •••• utrumque laudabilo est, iit bouns 
„populus judicem benignum f&ciat et mansaetus judex gra- 
„tissixnam populdm aequabili ratione componat^^ 

Var. VII, 16. ,,Justam £st, üt qui a reliquorutn hominum 
„sunt coBversatione divisi, ad habitaiiones eorum yadat, qui 
„eos probabili ratione componat/^ 

Var. IX, 19. „Ideo exercitus Nostros crebris expeditioriibus 

„commoneoius, ut universitatem compositum vivere legibus 

,^entiamus .... Metus cuncta componit,^^ 

2)ie erfle fcbrtftlid^e 3(uf}etc^ung beö fRt(l)ti eirnö SSoIfeS xft freu 

Üd^ immer nod^ tmooSßdnbrger unb minber erf(96))fenb, als bie SlefuI^ 



i08 

iaüt fatt^tUlfift unb einanter ergdttjenber SemfiEmngen; aßeih man 
tann mit SStd^rr^ett bävauf red^nm, baf btejentgen Stetfyttfi^t, mtS^ 
emen me^ jufdOigen Sn^att l^aben , namentlich Sal^Ienbcjümmungen, 
fc^on in jener erfien Steboction t^ren |>Iag ^efunben baben, benn grabe 
bef ibnea wirb bad Seburfhtf , fte burcl^ bie „äberaD n>abmebm6are, 
»tberfie^enbe ^raft M gefci^nebenen ^ud^flab^n^'' ber JBerge^Uc^feit 
ober bem b6fen fEBiQen gegenfiber ju ftriren, am fräbeflen f&^tbar. @o 
batte idf t$ für gan} mtben!bar, bafi bie Sparen ber . Sompofittonen, 
mnn fob^e im £)f}gotbif<i^en 9leid^e Stecht waren, nrd^t in ba$ Sbictitm 
aufgenommen fein foHten , iH)rau$3efe^t freUid^ , ba# btefem Stec^tf? 
'bud^ ntd^t ffttoa ein anbere^, mtS oerloren gegangene^, im £)jigotbif<i^ 
9teid^e t)oraufgegangen fei* 2)ann iß ber ttmjianb, bafi bie HuMmt 
ber 6om))o{ttionenta]ren in baS Sbictum nid^t gefd^e^en, ein SBemeiS 
gegen bie enfienj ber Unteren, weld^er bäbur^ noc^ gefd^drft wirb, 
baf man ftd^ bie 6om))o{ttionen fär bie dtimtx atö bomoIS erjl neu feil- 
gefegt; mithin nod^ nid^t burd^'toielidbrige Uebung bem ©ebad^tntfje 
etnge))rdgt, unb alfb no^ mebr wie aQe Abrtgen ber SCufjeic^mtng be« 
bfirftig benfen mußte* ferner: id^ bin, td^ weiß nid^t tiac^ weld^er 
Ttutoritdt, gewolS)nt, bie 6omf>ofttionen, namentlid^ für A5rpert>erle^im2 
gen, aI6 ^ractionen ju benfen, welc^ ftd^ auf bie Seubid aü bie 6im 
beit bejieben* Sie f innen be^bolb aud^ ba nid^t \>oxtommm, m t$ 
an ber 8eubi§ feblt, unb ge^tcreS war im Dfigotbifc^en 9leid&e ber gött, 
wie ftd^ aus ber SSergleid^ung folgenber Steilen beö Sbictum ergibt: 

Art. 15, „Qm percussorem ad se vcnicntera ferro repuleril, 
„non habetur homicida" . . . 

Art. 16. „Qui ad possessionem alienam violentns adveneritcnra 
,,ninl(itiidine congregata, si aiit ipse aut aliquis ex eodem 
„nitmeroy casu, dum pellitur yiolentia, occisns fuerit^ isqiii 
,,per necessilatem hoc fecerit a metii pt>enae liber habeatur/' 

Art. 99. y^Qui hominem sine audientia et sine potestate vel 
^,jarisdictione judicis competentis immerito jusserit vel sua- 
„serit occidi tanquamreus homicidU occidattir.'^ 

Art. 152. „Si alicnus servus ab aliquo'vel rustious occidatur, 

„in potestate habet dominus ejus aut criminaliter de obno- 

„xii morte agere, et komiddam cap\taliter accusare, aut^^ . • 

cei. (Cß oben § 5. X.) 

2)ieS t>on bem SelE^Ien ber eeubis ^ergenommene^rgüment wM 



109 

audji butd^ tte Sämeriuni, baß M> tie Seic SStftgiottMmim ttnb bie gej: 
SSBurgutibionum f&r ben 3Rorb bte SCobeSfhofe, f&r £&tpetuerle^tmgfn 
(Sompofttion ()ab(n^ iwar gefd^todd^t, aber feineSioegS gati) entft4ftet 
Denn, xoai bte 8e]r i^urgunbionum betrifft, fo Idfit ftd^ gotti f(ar ^^ 
sen, bafi ibr bte Seubie tbeotetifd^ an bet Gptge be9 ganzen Gom« 
poftttonenred^tö {}ebt: 

L. £«{r^, Tit^ 48, ai*t. 1« ^^Si quis ••• braohiam alterius irc- 
,,gerlt. • • • decimam partem p^'etii ejtis secxmdwm qualitateiii 
^^pcrsonae, sicul uulcrioribus legibus docetur adscriptum« 
„auctor facti cogatar exsolvero,^^ 

2>a6 ,,anterioribu8 legibus'' gelfit auf Tir. 2 , art, 2. , «oofelbji 
bie raedietas pretii sccandum qualitatem personae f&t einen 9tl)bi> 

It'g auf 150 @o(ibt , für einen 9Rebiocri6 auf loo, f&c eine minor $er^ 
fona auf 75 @oIibi angegeben ifl. 

2)a{felbe Siefultat balre i^ a\x(fy für bie Ser SBiftgotl^rum für an- 
nel^mbar, obgleid^ id^ freiltd^4n i^r nirgenbö eine auSbr&dKid^e (Srmdl)' 
nung bet Seubiö ftnbe.. 

S)a6. ^auptfdc^lic^fie aber ifl tvblxd^, t>a^ bie Qompofttion nur baS 
?(equit)alent ber gebbe ifi, o^m Sebberec^t feine 6om))o{ttion, je gr6$er 
tte gebbefdbigf eit, befio t^bUt bie (Sompofttien, biefelbe actioe unb paf« 
{toe Sbrilnabme ber Samilie an ber 6om))ofttion, xoxt an ber gebbe. 
Sinben wir nun baö ^ebbered^t in unferen £lueQen beS Cßgot^iifd^en 
^((&td)ufianbe9 audbtü({({d^ negirt, fo iß bamit auä^ gegen bie Qompo^ 
fttionen ber Sätmxi gefäbYt* 

Vur. III, 23. (cf. oben S 12« YL) ^^ad Sirmiensem Fannoniam, 
7,quondam sedem Gothoram, proficiscere «•• Remoye cou- 
,,suetadiues abominanter inolitas ^ yei*bis ibi potius, uon ar- 
,,mis causa tractelur. Nou sit convitium negotium perde- 
„re, cum proprietatis abjurator alienae furtum rion ani* 
,,mam salvcl." 

m 

Var. 111 y 24, ,,Uafversis Barbaris et Romanis per Pannoaiam 
^fCoustitutis/^ 

• • . ,,Illud praelerea tos credimus admonendos ut non in 
,,TOs, sed in bestem saevire cupiatis • . • Cur admonoma«- 
9,chiam recurrilis, qui venalem judicem non habetis? ••• 
;,Quid opus est homini lingua, si causam manus agat arma- 
,,ta? aut unde pax esse creditur, si sub civilitate puguetur?'' 



HO 

Sie in ftamwiittt gmüdgebGcbenm ßatbaü, xo^Uft nt(|t Me(f»en 
(intiDtcfelung^^jang i^a^ ^ttm, tote boS ^eei\2^eobefid^'d, a^ 
fnwbitm 9^ fdjWtt i^cti tM>IKt^mItc^ IBtaud^en (consaeladines 
abominaDter molitae); obet aud) bti il^nen bulbete btx 9l6imfclj)e ^ 
mg S^robericl) ba& %d)Ux9^t, S>tMe imb Kcitrigmtg burc^^ 6ibi) 
nidSlt — 83teBetc^)t gehört auc^i Var. IV, 10. (cf. oben § «♦) ^er^, 
Um bte bort a($ loerwerfltcl^ bargefiedte 2(nftd^ Famtgong fäglH^ asf 
Me ®ermanif(i!>en 3nßttute ber ©efammtbärgfc^aft tinb ber aRitt)ei^af' 
tang bcY %omHu jitr&dfgef&^rt toerben 0* 

Sie6 f(nb bte ©ränbe, aud xotlä^n i^, wie fc^ § 21. not. i. 
attgebmtet »>urbe, baS ^orfornmen Do.n Gontpoftttonen im jDßgo# 
f(^n 9te(^iujiatibe für unm6g(tclSi balle. 

IV« @ktt> eS bei ben £)^got^n teine Qompo^üon unb (ein S#<' 
ted^t, fo iß anä) an bag Snfiitut bn Sälutta^c bei i^nen nic^^t gu Um 
tttu j6et einjige @d^etn bafär ifi auc^ mir ber , ba^ Sl^eobetic^ bei 
(SaffioboruS bem äBeß^got^n 2((artc^ bie Unn(tl^tgfeit bee £neg§ mit 
bem Stanfenfonijge 6i)lobmig mit ben S&oxUn an$ ^rj legt: 

„tion Vos pareiitinn fusns sanguis iDflammat'^ (Var. III, l.)> 

iDelii^C/ au^ wenn fte nid^t atfS bem allgemein menfclilid^n ®efu^k 
M UnwiOrne über t^ergoffened SBIut unferer Sknvanbten ftc^ erflärtm, 
bod^ iebenfalW mir für ^(Ifnrtc^'d, ni^it füx Wieo\>€xi(fy'& dted^ beweifm 
»ttvben. 

V. Sbenfo wfxtbt aud) bie Stj^l^Imtg ber Excei^pta ex Chro- 
nico Idaiii, xvAdft ^ubtwa({er in ber Seitfc^rift fbx def^id^tfid^e 
gted^Swiffenfd^aft (»anblf. @. 137«) mittl^eilt, nur für M St^t 
M ^aternsi^ %u6beute geben, werni biefe @ri4^(tmg ntd^t mit ber 2(6^ 
ftd^t Z^o\>tx\di*i , ben ^rieben imifc^en ülaxidf unb d^Iobrntg ju er(ial> 
ten , xotl^ ber mebr &lavb€n üerbienenbe (SafltoboruS auöbr&tfüc^ b^'- 
}eugtir), in birectem Sßiberfpruc^e fldnbe, unb barum bei @age am 
^eim faUen mAfite. 

VI. £)ie 3(b0»)t» ^>er Ärma, weld^ Var. IV, 2.») unb Var. 

8) TCuft tiefer 3uraminenfteauns , namentli^ ouft ber rnttermd^nten ffteimgung 
«tir4 6ib bcioeift (9 M, baf tn l>et S^ot i»on biefen' coneretett Segriffeii^ m4t bloä 
unbefhaimter SEBeife ton U&acfc^t^fetten bie 0tebe ifl« Cf. ä^eamann in i>enne$ 

xxvii. e. 157. 

6ÜDQ& TCe^nli^eS tabclt jcbodi^ qu4 SufÜnionuft 9^ o t. 134* c. 4. unb c 
u) Var. in, 4. unb cit. Var'. III, 1. 
v) „Rcgi Herülorum llieodcricos Her.« 






m 

VII 1, 9.fo) Mfommt/ tüärbe td^ gat ntd^ tmÜ^nm, toemi nidl^ 
®rottttd fie unter (en eigettt^&mlic^ ©ermmtifd^en Siic^tdtn^ititleo 
m\fii^ttt .r). iDaß ft< koS nid^t toüx, ittonft ffd^ imfod^ iaxm^, ba^ 
audf 3(no unb Sufiintt^ \ii\dbt ^omaf)mmy) vanh to^ an einem 
onteien £)rte gor baimi tte Siebe tfl, bafi ^artl^er t)om @ried^fc^en 
Saifer |)et 3Cnna abo^tivt wetben fallen z) , »obet alfo übttali tmt 

„Per anna fieri posse filium grande inter geutes constat esse praecouium. 
„Quia non est dignus adoptari , uisi qui fortissimas meretur agnosd .... Et 
„ideo more gentium et cODditione -viridi , filiam te praesenti munere procrea- 
„mns : ut competenter per arma nascaris , qui be]licosus esse diguosceris .... 
„Adoptflt te talis , de cujus genta tu -podjis foimideris.*^ 

tv) ,,£xtat geutis Gothicae hujus probitatis exempluxn, Gensimundus^' (leg. 

Gunthamundus , tum einen S^ontalenfom^ jenc^ ^amcn& gibt cS ni4)t) „üle, toto 

„orbe cautabilis , solum (?) armis filius factus , tanta se Amalis devotlone con-^ 
,,junxit , ut heredibus eorum curiosum exhibuerit faraulatum." 

x) Grotii historia Gothorum cet. in protegom. p. 68. 9^ e U m a n It im 4)er* 
m^ XXVÜ. e* 157* 

y) Jomandes de rebus Getic. c. ^. : „Theodoricum . . . . Imperator Zeno 
„ . . . inter proceres palatii sui coUocavit. £t post aliquod tempus, ad amplian- 
„diim honorem ejus , in arma sibi cum filium adoptavit , de suisque stipendiis 

„triumplium in Urbe donavit Tlieodoricus ... ad Prindpem ait . . . ego 

„sum servus Vester et filius." 

Var. VIII, 1. „Justiniano Imperatori Athalaricus Rex Vös genitorem 

„meum (^Ut^arid)) iu Italia palmata daritate decorastis. Desiderio quoquc 
„concordiae factus est per arma filius, qui anuis Vobis pueae videbatur aequao- 
„vus ... In parentelae locum Noster jam trausire debet allectus : nam ex filio 
„Vestro genitus , naturae legibus Vobis non habetur extraneus, Atque ideo 
,,pacem non longinquus, sed proximus peto: quia tuuc mihi dedistis gratiam 
„nepotis , quando meo parenti adoptionis gaudia praestitistis." ^üv unfcrcu 

3n)cct ift es 9lei4>9Ülti'g , ob bicfe ^piitola an 3uflinianu§ ober an Siil^i»«^ flevicb' 
ut war 5 bas annis paene aequaevus f(bcint beffer ouf Juftinianuö ju p(^fTen , bcn* 
no(Ji) ^Qlte i(b Suj^inus für ben TCngerebetcn, bena nur er tonnte bem dut^arid^ bie 
palmatQ (SlcrttaS (aö. 5i9j »erleiden, obgleid^ man freiUciS) ben nadjflcor^ergcljcnbcn 

SBorten infolge, Weldje lauten: ,,Vos avum Nostrum in Vestra dvitate celsis cu- 

„rulibus extulistis" unb nur ouf 3^l)cobcric^*ö <§onfuIat im 3tt(>re 484 iVi bejic^en 
jinb, jugeben muf , baf ^Ctbalorid^ bcm ^nflcrebetch^ er fei, »er er »olle, oud) 
Stuten feiner SJorganger ju ®utc re4)net* IDie ß^ronologie bemcift ^iö^t^, bcnn 
c^ ift Ja mö)t unmöglich, baf feit Ift^alorit^'ö OiegierungSantritt im September 526 
biö jur Verfertigung biefer (Epiflola mc^re SDJonotc oerftri(%en ; unb am erflcn ^prii 
527 »ürb Suftinianuß QJJitFoifer» -^ 

*) Procopius de belle Persico I, ItC (p. 51, ed. Dind. p. 30, cd. Maltr.) 

^er 9^erferf 0mg JtdbabeS befür^tete M feinem TCbleben ^ucceffton^ftrcitigMien. jDen 



112 

®ennonen concumren. Ueber boi wollte SBefen iinb ben Sn^att t>»fci 
%oxm t)abt id^ Slic^tf gefunben ; td^ ixonflt aber mdft, baf ed nur eine 
bomalS gebrducbttdl^e Souttoiffe ber ^Rononl^en unter emonber war, hn 
melcber an emfUtcbe SStrfungen ntc^t {u benfen i^ aa). 

§ßti ben, btefen §. f&Uenben {Benoet^f&btungen gegen bte fiSeenbi« 
gung be< SRunbtum burc^ SBe^rbaftmad^ung, gegen bie (Sompoftttonen 
u« f* w« im jDflgotbifc^en Staate, barf man ntc^t Dergeffen, xotUft Hn- 
fpxii^ nur an biefelben gemad^it werben ftonen* £a bte 9lt(bteri{len} 
etneS @an5en bte ber etnselncn Sl^eile tnioolotrt, fo erfhetft ftc^ notuc- 
(tc| 3(Sej, was biJber gegen bte ©eltung ®otbtfd^en fftzü^ti im ®anien 
t>orgebracl^t iji unb nod^ t)orgebrac|t werben tob^ ^ iniUii^ auf bte 3n$ 
^tute, an benen wir, wegen be9 iufddigen ®d^eitte6, att fdmen jte 
t>ox, ein befonbereS Sntereffe nabmen* fD?an mufi ftc^ alfo, wenn 
man bie S3eweiSFraft be§ in btefem §. 3ttfammengej!eQten beurt^eilt, 
immer erinnern, bap ed ni^ti ©elbfldnbigeö , fonbem nur etn9)Itt$ 
iu fein befiimmt iß , wel(be6 jenem Dagen Scheine bie SBaage i^cütti 
miitt, Wilb^nb ber eigentliche üBewei6 al6 in ber fibrigen ^arfielltmg 
mit entbalten an^ufetien ifl* 



^rfidebomen feiner ^o^m rief bas Q^efet Gecken M ^oterß entf^iclDene 9?ddung auf 
tcn S(^ron5 3amc$, ter sioette, »ar cinäudig/ unb ^^auf tergleid^ea untü4^tige 2(«t 
ftirbctweter ficijn no(ibßibe/' („b£po9äaXpLov ^ap tJ aXXi) Ttv\ XwßTQ ^x^l^ß^o^ ou 
t^fjLt;n^paat; ßadtX^a xaSCTraaäat.") 2)cr brtttC; 6l)oSroce, »Qr bcö JBatcrC 2ieb* 
Ung» Um biefcm , ten er ju feinem fia4)foIc{er bcflimmtc , einen €flä(f(alt |u ter< 
f^baffen, benn bie §)erfer n^areii bcm tapfern 3amc& geneigter, bot er bem ^v^vM 
^rieben, „£9 ol Xo^poTjc naic eScuoiTjT^c'Ioucntvci) ßafftXei y^voito/' SufttnuMnt 
3ufiinianu& »aren.ftbpn bereit, biefe IBebingung einjugcl^en, „xalxaToe Taxo(^;TT.^ 
T:paEtv TQ-efy^aJhjv -nQV cJ;::oCt]oiv ^v YpafijJiaat ^^oiJat, iJ vojjlo; 'Pc>)[Jioc£ot;i" öl» 
ler Hu&ftor ^rofiuS i^nen i^orf^elltc : 7(bFi(bt ber 93ttte unb golge ber ©evä^rung 
fei; ben G^oftroeS pm Qrben be5 0i6mif(ben itaifer^ unb folgetoeife be& S^roncS ju 
macben, benn „9vjet Tofs Tiatal xa t<5v TtaT^pwv oVe^Xexa',, ot xe vojioi xcj) ÄtaX- 
XdaaovTi oXXtjXoic teel ^v Tiaaiv av^pciicoic (JiaxofJLevoc ^vxau^a Cv xe *Pci))Jiaioi; 
xal naai ßap3apoif £\iv£aaC xe xa\ SuvojjioXoYouvxe; aXXiqXoic xvp(ov; aico9a(vovO'. 
xou€ 7iai8a« clvat xoC xoO Tcaxpo? xXtipou." ICuf feinen ölatlj würbe ber griete alS» 
balb gcfibloffen, unb bem JlübabeS üuf bie groge „xa^ xt Jet xtJv el^TtoCtjatv Xo- 
opSji Y^v^crdai , ^f.cnfgrfiri'i a:7oxp(vaa!!^ai oxi fii) cJf ßapßapci) icpo^xci 8T]A0V0Tt) 
ou YP9t(JL(JLaaiv ol ßapßapot xoOc TcatSa; icoioOvxat, aXX' c:^X(ov axeufj.*' 

aa) Siefelbe Meinung ftnbet fi4 inP. PtlhoetAdver8arior.subsecivoraiiiL.I<^> 



113 



Die SSemeife für bie richtige SlnFtc^t t>on bem Stec^td^uflonbe 

im Oflgot^ifc^en Stetere: 

g) Sie 2>enfmd{er ber Sted^^t^anwenbung au^ jener Seit. 

y) gölte ter 2(n»enbunö M Stömifd^en (Äeft« auf tic (Sotten: 

a) SSM (Saffiobotuö. 

§ 24. 

I. ^a|i bei ^roceffen bec ®oti)en ^(ppellation iuldffifg xoax, ifi 
fd^on obm (§ 14. II.) aß SRoment f&r bie fiSeurtl^eilung bed 6ome6 
©otborum angefäbtt unb bemefeit tootben* |)iet mup eS . wiebecboU 
werben, atö eft fär @ot^en gettenbed S^5mtf(^e$ ^ec^töinflitut UM 
Vai\ 1 , 5« gel()t inöbcfonbere ben>or, baf bie ^bglxd)Uit ju oppeniren, 
an eine gewifTe f^rifi a) gefnu^ft xoax. 3^a6 6bictum mt^&lt übn Tip^ 
pMationm nur bie fiSejiimmung , ia^ ber ^vbcx a quo jebe UpptUa-^ 
tton , aud^ bie feiner Ueberjeugung nac| uberjlufftge annehmen foUe ; 
ferner eine ^nweifung bie Zppeüaüon ju intet^oniren , tvenn ber Un^ 
terric^ter abn)efenb ifi, unb enblic(^ eine ©träfe f&v Unteren, wenn er 
bie %nnai)mt ber ^(pt^eUation t^rfagt ober bie ^artbel burd^l StoangS^ 
moaßregeln Don ber ZpptUatm jurüdPfd^recft (2Crt 55.)* (Sin ^(ppel^ 
(ation^fatale tvirb nid^t ttxoif^nt, obwohl eS in ber 2(nn>eifung : ben 
2(p^eQationSlibeII im Saue ber 2(bn>efenbeit beS 8tid^ter8 ,,in locis ce- 
„leberrimis habere" t)oraufgefefet wirb. 

II. @in , bem 9{5mifd^en 9ted^te Dor bem @ermanifd^en ganj ei- 
gentl[)iimlicl^ed Snfiitut iß ber @d^u^ be9 S3eft^e$ gegen gewiffe S3er$ 
le^ungen, namentlid^ in ber f^orm, bafi babei, ob bem SSerleger ober 
bem SSetlegten ba$ Sigentl^um ber ©ad^ie tuflebe, ganj obne (Sinflup ifi 
unb nur felbfidnbig jur @pro(6e fommen {ann. S)iefe !Recl^t6form, 
weld^e aud^ in ba§ Sbictum 6) aufgenommen ifi , ftnbet ftdj) in mt\)xtn 
@teQen gan} unuerfennbar puf ®otben angewanbt. 

Var. IV, 39. „Theodahado c) V. 111. Theodericus Rex.... 
o) »cl*c? cf. i)onn)e3 4>ttnbbtt* De« ^roceffe« I. § 33. nott.'26 unb 26. 

h) Art. 76. „nii res occupata per violentiam , intra annmn , — l)ier mup 
ba« Jtomina fle^n — momenti jure, salva proprietatis causa reddetur, qui eau- 
»jdem rem , ^oam alterias pra^umptione perdidit, nee violenter nee dbscondite 
„nee precario possidet«'' / 

c) S)Qp (ter »ie Var. V, 12. ftott „Theobaldo" Theodahado p Ufen, »trb 



114 

Y^omitius vir specU data Nobis sapplicatione conqaesius 
f^estj possessiones juris sui, id est illam et iUam^ ab homi- 
^yiiibus Vestris neglectis legibus fuisse pervasas, dum civili- 
',9ter oportuit recipi» si jure videatur exposcid), Sed quia 
,,de Vobis non patimur diutius obscura versari, qui generis 
,,claritate fulgetis ^ praesenti auctoritate censemus , ut im- 
„inineDte Guda Sajpue Nostro si momenti tempora suffra- 
yyganture) occupata nuper cum omnibus, quae direpta 
yysxmt supplicanti faciatis sine aliqua dilatioue restitui. Et 
yysi quid partibus Vestris de legibus creditis posse compe- 
,,tere, iustructam personam ad Nostrum comitatum desti- 
,nare Vos couTenit, ut, intentionibus partiÄm sub aequi- 
»tate discussis, feratur sententia, quam juris dictat aucto- 
„ritas/* 
Var. V, 12. ,,Theodahado V. lU. Theodericus Rex. ... Ar- 
„golici V. I. et Amandiani V. Gl. haeredes . • . conquesti 
, ,,sunty Palentianam massam ... ab hominibus Vestris, nul- 
,,lis causi^ extantibus indecenter invasam • . . Quapropter, 
y,si nullp meudacio asserta vitiantur, Magnitudo Vestra, 
,,quae sunt ablata restituat : et si quid Vobis creditis posse 
jjcompetere, ad comitatum Nostrum instructam jure per- 






bur4 t» (Snoä^nung M TCmalengeblütö M TCngcreteten auf er 3tt)eifel gefegt 2;|)eo« 
bo^Qb'ß Habgier unt fein unterf4ämte& S^ccupiren fremder Sdnbereien belegt aud^ Pro- 

cop. de b. Goth. I, 4. (p. 21. ed. Dind. p. 316. ed. Maltr.). ©ein SBunfdl mt 

,,dn unab^&ngige0 l^tioatoermogen'^ t>on }tt)6(f 3entnem ©olbeS iöf^rli^er {Revenuen* 

Procop. de b. Goth. I, 6. (p. 82. ed. Dind. p. 322. ed. Maltr.). 

d) Gf. Ed, Theod, art. 10. ^^Qualemcanque cujaslibet rei possessorem coo- 
rtoiri judidaria auctoritate deceroimoa , et expectari semper juste (leg. juslM) 
cogpitionis eveütus.*' 

e) JDamit über bie te(ibnifd!>e ©ebeutung tiefer ffiBorte fein 3n)eifel bleibe, »er* 
gleite man no4 Var. IV, 44. »ofelbfl Die ^art^eien Slömer finb: „Stephanns qui- 

„dam . . . conquestns est , casam sui juris ante decessorem praedecessoremqae 
„Nostrum longa aetate possessain (er mif(bte alfo §)etitorif(beft fjineitt) ante ho» 
„fere novem menses ab hominibus eccles^e cui praesidetis, despecto ciriHtatis 
y,ordine , fuisse pervasam. Quod si ita factum esse cognosdtis , eam jostitiae 
„consideratione momenti jure (bic ©ejecticn war crfl neun SKonnte l^crj restitmte 
yySapplicantL Verumtamen si partibus Vestris in tarn momentüria \ei pmdpo^ 
yyJQstitiam (cf. oben $ 114 not. 2.) adesse cognoscitis . . . . iastmctam legibus ao 
y^comitatum Nostrum destinate personam»'* ( 



^r 



11^5 

^sonam mocüs omnibus destinate j ut ciriliter plautata cau- 
„satio finem de legibus sortiatur/^ 
Var. VIII, 28, „Cunigdsto V. W. Athalaricus Rex" (c£ oben 
§ 21« III.) ,,Pertnovit Serenitatem Nostram Gonstantii atque 
j^Venerii dolenda conqaestio , qua sibi a Tancane juris pro- 
,,prii agellum . • • • cum suo peöulio causantur ablatj^ . •• • • 
yyMomenti jure si competunt , primitus reddantur invasa 
,,ita tarnen , ut persona legitima disceptationibus non desi* 
„stat/0.« 

III. (SnMid^ erinnere xd^ l()tet n)tebetum an bk im t)origen § 23, 
in. Dorgefommene 2)uplt $oena fäc ben ®aio Umaxa. 

Die aSewcife für bie richtige SCnfic^t t)on bem JRec^Wjuflanbr 

im DfläOtf)ifc^en JRcic^e: 

g) SMe Senfmdler ber tRti^mnwtnhrxni an^ jener 3ett. 

^ y) Sott« ^^^ ^(nnjentung tcS 9lömif(Sen Ole*t§ üuf bie ©otfpen: 

b) Sn tcn ^apQiulurfunbm bei dO^aiint. 

§26, 

Unter ben Utfunben aber Slec^tggefc^dße, »elc^e mi auö SRai^enna 
unb ber Umgegenb tm £)ngina(e erbalten ftnb, ^nb welc^^e 9Rarint 
gefammelt unb nad^ ibm ani) ©pangenberg l^eraudgegeben f)ata), 
fmb mebre bed fec^Sten Sabrbunbertg , in n^eld^n ein ®otbe ober So- 
tten banbelnb loorfontnten. SBaS ftd^ au$ biefen an Aenntnifi ber Tttt^ 



f) 3n ber auSbrätfli^en ^nDä^ttung be^ UmflanbeS, baf ba$ ^etitorittm nod^ 
i'fTen fte^c, liegt eine SSefi&tidung ber @r(lärung, meldi^e ®aoignQ (Ueber baS 3n' 
tttm auorum SSonorum, 3eitfd?r, S5b, VI. &. 253» 254») »on ber L. un. Th. C. 
Quorum bonorum (IV, 21.) gibt; inbem bie 4)in5ufÜ3un3 Ui polfefToriWen Urtjei» 
Ira ,;bem jc^t ©erurtf^eilten SBctlagtcn bleibe eß unbenommen; fünftig mit einer ^^tU 
torifd^en Jtlage bie @Q4e »ieber^uforbern'^ al$ bem (Römif^en 6an}(eiftQle ganj ge« 
ioöf)Qlul^ erfdi^eint. 

o) I Papiri diploraatid raccolti ed iUustrati dall' Abate Gaetano Marm ia 
Roma 1805. f. Juris Romani Tabula e negotiorum sollemnium. Collegit Emestus 
Spangenberg. Lipsiae 1822. 8. — 34 citire bie einzelnen Urfunben nQ(|) ben Ütum« 
inertt; mit »el^en fie in biefen beiben Sammlungen bejeidl^net fUib; unb «erneife m- 
gen ber S)rte; »o bie originale aufberoal^rt »erben, unb »o fle fonfl nodt» gebrutft 
SU finben finb, ein füx oUe ^ai auf Spangenberg, 

8* 



116 

koenbung Stbmif^m Sted^tö auf bk ®otf)tn ^ttomnm l&^, fod ^ier 
t)oIIß(!nbtg mitgetl^ieilt tt>erben , tn btefem §* jeboc^ mit SBefd^rdnfung 
auf bieiemgen Utfunbett; loeld^e txwtiilxdf aud ber 3^tt 9or Sufttnianu^ 
Eroberung flammen* 

HUt btefe Urfunben , mit Vuönal^me etneS Xeßamentö , ftnb tnU 
»eber @^a {Idbtifd^er Kurten obet jum S3ebufe ber 3(Qegatio ab %(ta 
aufgefegt ©d^on bieg , afö ein gan) fteitotOiged Eingeben an eine rein 
Stimtfd^e Sled^töform , tji f&r ba< SSerbdltnifi ber ©otben jum Stirn 
fc^en SfedS^te Don großer 33ebeutung,; jeber ©ebanfe an eine n)tbertpiai' 
ge, feinblic&e Stellung berfe(ben ju bemfe(ben wirb baburd^ entfernt 
(Cf. oben § 22* not. 6.) — ^an Umtt nod^ geneigt fein, bieö ganj 
• auf .Sled^nung be$ SJimifd^en ÜRitcontra^enten ju fegen, wenn niift 
eine Urfunbe (Num. IV. in gegenwdrtigem §0 einen Äauf , jwifc^en 
imx (Sotben gefd^(offen enthielte, unb wenn nic^t übtx\)awpt ein Snter^ 
cffe an 93eobad^tung ber Stimifc^en l^orm nur für ben erwerbenben, 
nid^t fär ben t)erdu|lernben Stimer benfbar wdre. 

I. SWarini 9Zro* 85, ©pangenberg 9lro» 29. 

Sm Sabre 523 fd^enft^ ^ilbeioara, inlujhiö gemina, bcmäBi- 
fd^ofe ßccieftud t)on 9{at)enna ©runbfiudfe (posses^iones) , unb {um 
Sßt^ulft ber ^CKegafio ab 2(cta würbe baräber eine Urfunbe t)or 3^ugen; 
bem Sbictum Sbeoberici gemdß b) , aufgenommen» 2)at)on wirb einer, 
üon ber ^ilbet>ara eingegangenen Stipulation mit ben SBorten: 
„ego Hildevara quae saperius olim jam perfectae aetatis 
„in verbis sollemnibus spopondi." 

gebadet, welche an bie äSorf4)rift ber L. an. Th. G. de bis qui 
vcniam (II, 17.) erinnern: 

,,tn ipsis etiam contractibus hac appellatione consignanda, 
„ut non nudum nomen venditoris inseratur tabulis emptio- 
,,nani , sed ab illo , qui firmatae aetatis et honestus vir ha- 
„beatur emisse illiim significetur, et yenditorem esse firma- 
„tae aetatis." 

SebenfaKS fann bie ©rwd^nung ber perfecta 2feta8 nur ben ©inn 
Igiaben, etwaige Sweifel an ber ©iSpoftttonöfd^igfeit ber ^ilbeüara ju 
befeitigen , urtb ba nad^ ® ermanifd^em Siedete bie 2CetaS einer grau auf 

b) Art. 52. „Si vero praedium rusticum ant urbanam quiisqnaiii libero ar* 
„bitrio conferre yoluerit, scriptara munificentiae etiam tcstium subscriptioiiibus 
,,roborata gestis miuiicipalibus allegetur'^ .... 



117 

i^xt^nblun^ii unb 2)tö)H)fttton$f4^{g{ett gar feinen (Sittflufl i)at, fo 
6ebarf eS fdum ber S3ergletc(^ung t)on L. 4. L G. de his qui veDiam c) 
(II, 45.) 9 um ju jetgen, ba|i mit ber perfecta 3Cetad nur bte 9iömifc^$ 
red^tlt^e @rofi<lbrigteit gemeint fein fann. ^atau6 folgt benn o^ne 
SEBeitereö , ba^ bod diimxfd)t SSotmunbfd^aftörec^t auf bie ®ot^m an? 
Seivenbet n>ar, inbem eine fiSefc^ranfung ber ^anbIung$f4bigFeit biö ju 
bem funfunbiwanjigjien Sabre, ebne ben ®d)n^, xoeldfm bie 6ura ju 
genxibren b^t, md)t benfbar tjl* S)iefe ilBemerfung erldutert mitbin 
ben 2(rt/i8« bed ßbictum, vok er oben (§ 18. not. c.) aufgefaßt wor^ 
ben ifi, unb bejliitigt unfere (Srnorung bed im § 23. IL mitgetbei(ten 

II. !0!artni iRro* 114. @))angenberg 9lro« 49. 

3m Sabre 539 oerfauften 2;bulgil0/ bie SBittme^bej ^artaneS, 
i^re Socbter S^omnica unb ibr @obn ^eutberiuö in ^aoenna in)an}ig 
Sugera Zdtx an ^eregrinuS. @)>angenberg nennt bie Sbulgilo Go-* 
thica femina; id) febe ntc^t mit votld)tm fRtifytt, ha mir bie 9{amen 
e^er ©ried^ifcb ju fein fcbeinen. SBa6 id^i auS biefer ttrfunbe mitt()ei(en 
»erbe, \)at alfo f)m nur fitr ben ^aU S3ebeutung, bap f&r ba$ ©otbens 
t^um ber SübulgUo in ber Zf)at — t>on mir iberfebene — ©riinbe 
ejrijlirem 

S)ie beiben f^rauen treten, wie Dorbin bie «^tlbeoara, obne SSogt 
auf; fo baf man fte frei t)on einem S^eutfci^^red^tlicfien SRunbium ben^ 
{m muf . 

SSon 9{ömifcl^en Stecbt^farmen fommen t)or: Stipulation (do« 

lam malun;! abesse afuturumque esse), Sorrealobligation , S>U))Iae 

@tipuIalio für ben ^aU ber @t)i€tion, n)el(be ^vcfla \itfy nxd)t b(od auf 
ben ^auf))retS; fonbern aud^ auf etn)atge SKeltorationen erßrecfen foQ; 
enblid^ SJIancipation in alter gorm (ogL t^Uxin ®at)ign9 ©efd^id^te 
II. e. 186. not. /'•). 

S)a bie beiben f^rauen bed ®cl^reiben§ unFunbig ftnb, fo tverben 
jufolge Nov. 73. c. 8. (cf. unten § 26. VIII.) fünf Saugen jugejogen* 

2(ußetbem voxxi ern)dbnt, baß bad ©runbfiud ben SSerfdufern aud 
ber Srbfd^aft ibred refpecttoe SSaterd unb ©atten, M ^anana, juge^ 

, c) ,,Si quis aliqoid dari vel fieri Yoloerit , et ... . se absolute dixerit per- 
),fecUie aetatis, illam tantummodo aetatem intellectam esse.vid^ Yohimas, 
»quae viginti et quinque annomm corricalis completor, non quae ab imperiala 
»benefido suppletor.*' 



IIB 

folbit fei, wtU^ bmeiß, baf boS StftmtfÜ^ Cttoc^ in XmDcnbnng 
fbx tie ®ot^ tDor, inbcm nadf ®ennomfcl^ flSegriffm t>on f&Axt^t, 
(Bnmbftucfe nicf^t mi bie »ciblic^ X^efcmben} gerben, wob inbrm tie 
Guccefftoti ber SSittmt äbnäU nur in S^Ige etncS 2:eflament6 bent 
bar ijid)* 

III. ÜRartni 9to. 117. @)>angettber9 9tn). 52. 

3m 3abre 541 »»ittbrn in bet 6iirie twn 9ta»tma @cfia ange^ 
fertigt &ber ben Serf mif smeier Unten eined Jjfunbud. Ser Käufer wm 
Sfat\u$, ein @a))onortu$, ber SSerf&tfer ber Sector ber ©otbift^en ®ti 
mmt>t, WtxnmluB, @ol^n beS ®S)ri jlobontd , meHeid^t berfelbe, xotU 
c^er no(^ 551 afö ©pobeuS (Sofori, @^reiber,) unter bem £Ient§ 
ber ©otbirc^en .Kir^e erwdl^nt wirb (unten § 26. not, t.) , jebenfalB 
emreiati^ ein ®otbe. X>k 9lebaction beS AoufS in eine SSerbonim 
jDMigatio unb bte ^\xpla n>egen Smction {ommen auc^ l^ter t>or. 2(u^ 
ßerbem erwal^nt ber äSerfdufer mit ouSbrucfUc^en SBorten bie tefiomem 
toria SSoIuntaS feiner 6onfobrina, unb }n>ar in fob^ Serbinbung, baf 
es fd^eint, aß fei bieS Xefiament ber erwerbungSgrunb beö jlegt m? 
lauften ©runbftucf d e). «^erau6 folgt , bafi SRinmiluS unb feine ^om 
fbbrina Xeftamentifactio bitten, baß bie ®otben tefHiten, unb too^r^ 
fc^einlid^ aud^, baß &ot})xnncn übet ©runbfiucf e tefüren tomiten. 
S)te (Spx^nla XrabitioniS (not. e.) iß t>om 16. SuliuS 541; ba nun 
bie jBelagerung tH)n Stat^enna burc^ IBelifariuö erß nad^ bem einunb^ 
}n>anitg{ten SSärj 540 angefangen l^aben fann f), fo ftnb n?ir mrorm- 
Qtttj xotnn ni^t eine unnatürlich fc^neOe ^olge ber Sreigniffe, anjune^-' 
mn, t>a^ ba$ Seftament ber Znaftafia in bie 3eit ber ®oti)ifd^en ^en> 
fi^ft fiüt, unb beSl)a(b ifl bie Urfunbe iebenfaOS ^xtt an ibrem S)ttt 

IV. SRarini 9lxo. 118. @|)angenberg 9lro. 52. a. 
jBruc^fiüdP eines Kaufbriefes, welcher in 9tat>enna n)all^rf($efnli4 

für) t>or ber Eroberung burd^ bie ©riechen ^), abgefaßt tDorben ijL 

d) Tina) tta4 9l5mif4em (Re^te, ifobal^ xoix Itn ^arianeS alS tor \>m 6nb< 
ibcö 3ö^re§ 537 oerflorbcn benfen. 

e) '(^a$ (Snrflü ifl von C^pangenberg fit^pUrt) ,,Not7ene LaudäbäiUu vettra im 
hae die optimo jure et legüms distraxisse Isaäo v,h. saponano, id est, ex fttndo 
Domiiiano uncku duat venientes mihi e testamentana. Tolimtate quondam Anasta- 
fiae consabriDe mei,' accepto- omnem praetium pladtnxn et definhom" e. q*8. 

f) ^üvini 6. 336» @at>ign9 ®ef<|^t4te I. 6.347. 

g) QXarint B. 345. not. 15. eavigni) ®ef4i4tt IL 6.i86* »o^^' 
€$pond(nbcrg 0. 262. not. 1. 






119 

^n Scrfdtifer tfi bet j&tafonut @uHIulb; ber ftdufev bet ^iafomtf 
2C(amob/ JBeibe ©Otiten, n)a$ füt 2C(amob aupet bem iRomen aud^ bat' 
aus fo(gt; bap tn einer Urfunbe \>om 3a|)re 551 ein S>iafonug TUamob 
(Soamob) cAi r>ox 16 Sauren an b^i ©otj^ifdj^en ^ird^e in 9{at)enna txU 
fHrenb enod()nt wirb (unten § 26. III.) / fät ®ubi(ub aber cax^ feiner 
berit|)mten Unterfd^rift in ®otl)xfä)tx @prac$e« 

(Sd n)ieberbolen ftd^ in biefem JCaufbriefe bie fd^on DorgeFommenen 
SHimxfi^m 9{ed(|t§formen ber Stipulation , ber XiWfia bei ber (Smction 
unb bie @pur Don SRanctpation* 2)a8 t)erfaufte ®runb|iiidF ^at ber 
SSerVdufer uon ber 3(ngelfribe geerbt, koenigjiend nad^ ©pangenberg'ö 
Xu«f&aungber iüdth). 



h) „Angelfridts ex succtsaone quas sibi obveniase dixit.*' 



IV. 3ufainmrnl)ang ieß bcljaupteten 3uftanöf0 mit 

fy'oXtxtn 3ußänJ>m» 

. S 26. 

3n t>tm gegentvdrttgen §. foO bet 9{ed^t6iu{!ant) ber ©ofl^ett nad^ 
bet Eroberung StaltenS burd^ Sufüntanud ju bem 6nbe unterfaßt wm 
bm, um barauS ruc!n)dtt§ auf ben t)orl[)etgef)enben 3ufianb fd^Iiefen ju 
tinnen. 

Sn bicfer SSejiimmung bcr jefet folgenben Unterfucf^ung liegt bet 
@runb, n)e§]()alb biefelbe gan5 tfolirt gel[)alten tverben mufite, unb bei 
t^t t)on ben , fut bte bor^ergebenbe 3^it bereits gewonnenen Stefulta- 
ten fein ®tbxa\xd) , nid^t einmal ein abminiculirenber , gemad^t werben 
butfte. ^ ^ ^ 

9lad^ einet f^i)i tjetbreiteten 2(nftd^t tjl ber größte S^eil ber ©o^ 
t^cn in bem Äviege gegen bie ©rieben getöbtet, unb bie wenigen Uebrig^ 
gebliebenen jTnb öon SKarfeö im SalS)re 555 nad^ Sonjlantinopel tranS- 
portirt worben a). Jtüein 5Ri^t§ ijl leichter at§ bie Unrid[)tigf eit biefer 
Znfi6)t 2U jeigen ; benn eä f ommen nod^ nad) biefem 3al)re ^al^Iretd^e 
®otlf)en in Urfunben t)or 6)» ÄudJ) olf)ne biefe auSbrutf li^en äeugniffe 
iß bie 2Cu6rottung aller ®otf)m big auf bie SBenigen, welche 9larfeg eim 
fd^iffte, fel[)r unwa^rf4)einlid(|. SBeiber, ^inber unb ©eifllid^e i)atttn 
f^on fel^r feiten ®elegent)eit im Kampfe ju fallen , unb aud^ bon ben 
Scannern, pelc^e anfangt im »^eere ben ©ried^en gegenüber ge|ianben 

a) M. Äntonii Sahdlid De vctustate Aquilegiae L. IV. p. 79. (bei 3Äura» 
toxi) „qua dade (@ieg bcS Sltarfeö) accepta Ostrogothorum gens penitos ioter- 
„iit.** TorelH Soraynae De his qui potiti fuerunt dominio civitatis Veronae 
Lib. p. 219. (bei 5Kuratori) „Gothis exitalia penitus pulsis ao. 564, ut est 
„apud Blondum." Maffd Verona iU. (ed. Veron, 1732.) P. I. Lib. XI. p. 584. 
S>gl» übrigens auf er Mwralori Antiq. T. II. p. 1102. weiter SKaffei »iberleßt, f*on 
SRofccu ®eWi*te Der ScutWen S^. U. Um. XXJ. ber ftier, »ic fQft oUentittl* 
htn, eine loerftanbige TCnft^t \^aU 

b) Cf. befonbers not i in biefem J. 



121 

Ratten , ftnb gett)t|l SSielc mö) mb m6) 9on bem .Kampfe abgefianbett. 
Sa ; xoix tviffen , ba^ SStele ani bcm einen ^eere ju bem anbem Abet^ 
gegangen fmb, ein ä3en)eid, baß ba$ 9tationalgefitl^l bei biefem kriegt 
mir eine untergeorbnete fftoUt fpitlU. 

Uli SuflinianuS bie S3er{)4ltnif[e StalienS nad^ t^oUenbeter Untere 
wcrfiing bur* bie ©anctio pragmafica ^to ^etitione SBigißi regelte c), 
erwdl^nte er be6 SRed^tSjufianbeS biefer €la(fe fetner neuen Untertl[)anen 
nid^t 92immt man mm an, baß bie ®ot^en bi$ ba^in nad^i ©otl^i^ 
fd^em Siedete (ebten, unb bem SUmifd^ien nur burd^ baS 6bictum ^i)tOi 
berici üerwanbt waren, fo fann man nxä)t vm\)in, ffir fte biegorts 
bauer biefe§ Sulianbeö auc^ ober bie SBefejiigung "ber »^errfc^aft be« Sus 
fKnianuS l^inau§ ju behaupten d). f^otgt man bagegen ber %nno!i)mt 
biefer SSlatUx , baß bie £)figotl[)en fd^on feit 2;f)eoberid^ (ganj) nad^i Stii 
mifd^em fRed)tt lebten, fo ifl bie gortbauer biefeg Sußanbed nad^ ber 
©riec^ifc^en Eroberung unb bie 9li(^tern)(il^nung beffelben in ber ®ans' 
ctio pragmatica tttoa^ ftc^ loon felbfl ä3erjlef)enbeS« SBenn alfo einer 
biefer beiben Sufidnbe fixt bie Seit na^ ber Eroberung beriefen ober 
n>iberlegt n)erben fann , fo ijl er bamit aud^ für bie Seit bor berfelben 
beriefen ober n)iberlegt e)« 

c) a. C. 554. — Iteber biefe ©anctio ^^ragmatica cf. ©acignt) ©c^d^tel. 
§ 105» not. o. unb U. § 64* ©♦ 182» 183» 

d) ^an füge m^t, eS fei ein SBtberf)pr!t4 , baf t(b' bo4 annel^me, in einer 
früheren ^eit feien bie ^ftgatl^en o^ne einen audbrii^ltcbf^n ^ft ber ©efe^gebung jum 
0lömifd^en (Recbtc bingefu^rt (oben § 70/ wnb jeftt bie CDZoglicbfcit eines folcbcn füH« 
fcbrocigenbcn eintretend verneine» Denn biefe SSerncinung fpretbe iö) ja nur im 
9?amen ©erjcnigen quS; »el^e biejenige ^uffQJTung ber ®er^ältni|Te ni(bt anerkennen, 
ton »eiliger aus jener frühere Eintritt in ben (H6mif(ben (Re^tSoerbanb behauptet mer» 
ben mnp* 3<b leugne ben fpdteren Uebertritt, roeil ber frä^ere feinen 0taum ba* 
iu Idft« 

c) Srrc.ift nid)t, fo ift eS ebenfoHö baS ^(i^mi^tn ber ©anctio pragmatica, 
meines @aoignt) (<3ef(bi4te H. @* 1830 beflimmt^ ben gortbeftanb bes früf)e« 
ren äSerbaltnifieS onsune^men* Unb in ber Zi^at würbe e&, »on biefer ^nna^me 
t^erloffen , ganj nnerf I&rbar fein* 3uftinianul »ar in biefer ^onctio progmatica ba« 
mit bef^dftigt, bie Xenbeningen im 9te(jbt&}ttftanbe Italiens bar^ufleHen, unb »ie 
geneigt er ift, bie t)on i^m au^ge^enben Steuerungen in i^rem ganzen Umfange als 
foliibe iVi be^et^^nen, ifl befannt> TCUes, maft na4 unferer TCnft^t neu ift, bie Bit» 
baftion beS 2;nbonianuS unb bie S9efiimmung ber ®eri4t&barfeit beS Subejc militariS 
(cf. baS @nbe biefeS $0/ ift ausbrucfiid!^ in biefer auSfit^rlirben SBerorbnung errod^nt 
(Sanct. pragm; G. 11. G. 23.) Püffen mir in ber julett genannten Steuerung bie 
^Cuf^cbung einer ©ot^if^en Sinri^^tung erf ennen^ fo toiberlegt M baburtii» jum Sor« 



122 

j&te Sorttoucr tiati fremben 9Iec|tt tmb no^ wemger einer frem? 
^ ©efe^gebung (er. unten § 28* gn not. d.) in SufiinianuS Striche 
t>ertrd9t ftd^ ntd^t mit bem auöfd^lte^enben, intoleranten Q^axatttt be$ 
bamafigen 9{6mifd^en 9ied(^td f) , oußerbem aber , unb bad ifl bei SSei- 
Um bai (Entfd^eibenbere , feigen bie und er()aUenen Ur!unben äb^ 
9ie(l^t$gefd|)dfte au$ btefem Settraume grabeju, baß bei ben ©ot^en St&^ 
m\fd)t^ Siecht in 2(!ttn)enbung xoax. S)iefe fiSefc^affen^it ber l&ter am 
iU5ie^enben fi3eweidfteUen , bag e$ eben folc^e Urf unben wie bie im ^^ 
rigen § 25« erponirten ftnb, iji e$, weldl^e ber ben gegenwärtigen §• 
audmad^enben 6r5rterung fc^on ^ter eine @telle t)etf(l^afft t)at, toif)xenh 
fit runber am ©d^luffe M ©angen fidnbe. S)enn ba r>on mehren Ur- 
(unben ftd^ nid^t auSmitteln laßt, ob fte grabe ber 3eit t)or ober ber ä^t 
naii ber ©ried^ifcISien Eroberung ange^ren, v>on xotli)m alfo nur au^^ 
gefagt werben !ann, baß fte entweber in btefem ober aber im vorigen 
§*, aber gewiß in einem berfetben eine beweifenbe @te{le einnel^men, fo 
fd^ien ed jwedFmdßig, bie 2(nf(^au(i(^!eit burd^ miglid^ifi naM Sufam^ 
menr&dPen ber beiben Zf)tmatci probanbi gu unterflägen, bann aber oud^ 
iene Urfunben unbestimmter 3eit gleid^ |)ier mit benen ber fpdteren in 
nngetrennter Sotge aufiufül()ren* 

I. SRarini dlxo. 79» ©pangenberg 9hro« 20» 
SBrud^ftudf oon @e|ia; welche im 3abre 557, alfo brei Saläre 
nac^ ber pragmatica @anctio $ro ^etitione SSigitii, oor ber Qurte gu 
SlttaU erwac^fen ftnb« — 2>ie inluflrid ^emina ©unbi^itb erbittet, 

weil y^legali semper est remedio minoribus succurrendum,^' bie 
jiBefieQung M ^laoianuS „sub legitima cautela^' gum ^^specialis 
,ytutor'' f&r \bxt unb i^reg üerfiorbenen ®atttn ©unbul^ulS, SJir inlu^ 
fhiS, iRinber, 9lammi Senbarit unb Sanbarit ,,adhuc in impuber* 
y^tatis annis degentibus/' gu Um @nbe ma bie JCinber in ben died^tS^ 
fad^en gu vertreten , in weld^en ber i[)er|iorbene ®unbul()uld t)on Xbjub 
SSir inluftriS, t>on Stofemub, genannt Saffo, unb t)on ©unberit SSir 

tnlufhiö in „diversis judiciis per aeditiosem narrationam^^ t^er- 

(lagt worben fei« S)enn, f&gt fte l^ingu, ber @d^merg über ben gang 
neuUd^en SBerlufi i^xti ©atten fei fo l^eftig , baß fte weber felbß bie 

■ ' ■ « 

tttS ber SintDonb, aU iiHttz ber (Sebanfe an bie (Bot^en bem ^Cbfafer ber 6anctto 
^ragmotica fem delegeiu 

f) »eifpiete: L. 13. C da aedif. pxivatis (Vin, iO.) Nor. 2i. C. 1. Edticr. 
Jnitiiiiaiii III* c. 1. 



123 

Sutet SU äbemel^men ffd^ im ®tanU ^^U, nod^ b\Si)tt eine tm^fx^t 
^erfon ^^quae munus generalis tutoris acUumat^^' l^abt aufftnben 
Urnen. 

3>er S3ttte wirb gewtllfal[)rt, ali ^lamnui ftd^ bereit erüdrt, unb 

ber 2(ufgabe, einen ,,£idejussor idoneiis de suae administrationis 
,,iQtegritate, sicat legalia constiiuta sanciunt^^ jlt {leQen, genftgt 

Sterin fmb bie %&bisfüt ber Butter jur Uebernal^me ber Sputet 
unb bie SSerbinbltd^fett berfelben für bie S3ef!eIIung eine§ Sutor ju for^ 
gen, — an welche bi§ jur Nov, H8, i()r @rbredS)t 8efnu<)ft »ar, unb 
n)el(^e ffd^ and) nad^l()er in ber ©en^olinung erbalten i)abtn mag — ber 
Sutor battt>uS; beffeh ©atiSbatio mit auSbrfidflid^er 93egugna|ime auf 
bie ©efefeeSoorfd^rift, femer bie Änm SmpubertatiS unb ttiUxd) baS ' 
fd^riftlid^e SSerfabren bei Sied^töflreitigf eiten jn^eier ©otbifc^er ^art^eien, 
auf n)el(l^e§ bat y,Y>er aeditibnem narrationum conventus^^ l()tnbeu^ 
Ut, rein 9{6mifc|^. TtUeS auf bie Sutet fiSejügtid^e Idpt ftd^ au^ nidfyt 
auf baS Sbictum iur&dPfä^ren (cf. oben § 18« not. c). 

II. fDiarini 9lro* 75» ©pangenberg 9lro» 18* 

^a$ beräl^mte Sejlament beS 9J}annane6, aud n)el(^em ft'd^ Dor^ 
nebmlic^ berUnterfd^ieb 5n)ifi$en @ubfcri))tio unb ©uperfcriptio erge« 
ben bo^U 

^amamt, Sol^n bed dlanUxit, mac^t im ^abxt 572 ein Sefla^ 
ment t)or fteben rogirten 3eugen, in n)elci^em er bie ^irc^e in 9{at)enna 
in|Htutrt , unb einen ©Flauen mit SSSetb unb ^inb freildpt unb gugleic^ 
mit ben Steckten ber Sngenuitdt begabt^), xoa$ auf bat r>on Sufiinia^ 
nu0 eingeführte fRe(f)t b^nmx^h). 

IIL SSRarini Slro* 119. ©^)angenberg 9lro. 53. 

Ser ganje, bamalS in 9{at)enna gegenwdrtige, StUxvA ber (©o^ 
tf)ifci^en) Air^e <Banttat 3(na|}aftae i) t>er(aufie im Saläre 551 ein 

g) „Albalecmione cum nxore et filiis suis ingenuos esse volo Givesque Ro- 
manos.« Cf. unten §27- 

li) Nov. 78. C. 1,2. oonj. c. L..3. C. d© bonis libertor. (VI, 4.) cf. Ga« 

^igßl) ^efö^i4^te IL § 46. tom Sext |a not. c. bil iU @nbe, $ 65. not. c. — Ue« 
ber bie Urfunbe felbfi unb i^re im %tft angebeutetf SBidDtidfett logl. ebenbaf. $ 67. 
i) £)ptant unb S^ttalianuS, $regbt)teri, J£Sinefrib £)iaconu$, betrug @ubbia« 
Conus, SBiliorit^ unb Paulus Qitxici, 9KonnuIus, Spaniel, SBillienane; Z^ila, X^eu« 
^ÜQi ^eri(a, ®int$ila, fiBiliaritf^ unb mmt^M epobet; enblt« (Sojlila; ©ubeliO; 
®uberit, ^osbat unb fi^enenatu^ SDjliani. 3n biefer rtid^lt^en ^efelung, in bem 
Umftonbe baf ber Klerus eben als foidiier beftanb, unb ba$ fodar bie Hoffnung auSge* 



i24 

®nintßfi(f (ui bcn 2)cfcnf(9t 9)ftntf« 8on 8t6tiitf(^(ti Stcd^ttfomifn 
{imttnen in btefet Uiftinbe (Stipulation unb 6oneaIp6Itgatton, itnb auf 
befonberd entf(^etbenbe SBetfe bie 2>u))Ia bei ber Stoiction ^ot, mit Tba^ 
brficfen ndmlic^, welche fte att befonnte 9Umifd^ Sled^tSregel beim 
jtoufe (fogenannteS 9laturale Stegotü) barfteQen: 

yyCanctis emptionis et yenditionis solemnibos , qnae legnm 
,,praefixit anctoritas , hnic contractoi conpiteoter adhibiiis, 
y^aeTictionis daplariae robore pariter adtribut» rei meliora- 
,,tae^^ (cf. § 25« N. II.) ^^expensis adqae laboribos tibi simul 
,fin iis universaliter sarciendis ^ si quis praedictas palades,^ 

(tiefe Wlaxf^ toat ndmlic^ ©egenfionb bt$ SUaxfS) y^vel universa 

,,sibi adjacentia vel pro parte aat in integro, quod absit, 
,,aeyicerit, quatenas in duplam tibi a nobis concta legaliter 
j^in^leantur y sicat leges in venditionum contractibas cod- 
,,8tituisse monstrantor/^ 

%bt ben %aU, baß t>on ben je^t abtoefenben ©liebem M Sümß, 
tbtt bem f&nftigen S3if(|Dfe bie ©ultigfeit bet Veräußerung angefochten 
werben m6c^te, oerfprec^en fte burc^ @($ablog^aUung Sener bie @)>i- 
ction abjun^enben. @oIIte i^nen bieg nic^t gelingen , fo n^oOen ffe auf 
ewige Seiten, unb o^m baß tB einer £iti8benunciatio beburfte, 2^^ 
@d!>abIo$l^aItung beS ft^uferd t>erbunben feim 

^^Spondemifs^ absque alia altercatione yelcontroyersia, nol- 

y,Ioye tempore yel qaandoqae nos heredesque nostri sint 

^^absolati, si, quod absit, yos hetedesgue vestri aliqaa sas- 

,,tenueritis detrimenta, donhaec yobis omms ^antitas, 

y^qaae nobis in praetio est, per hoc documento conpleta, 

yyin integro , secandum leges et aedicta cancta a nobis no- 

9,strisque keredibns tibi tuis^iee posteris inpleantar/' 

& iji offenbar, baß bie SBorte „secundam leges et ae'äicta" 

benfelben ©ebanfen n)ieberl()oIen , welken bie Snbworte bti vorigen 

(SitatS enthalten, ndmlic^, ba8 liier SBerfproc^ene fei bie o^ne||in ein- 

tretenbe Siegel (naturale negotii }. 9ann aber fann man bei i^nen 

Weber an baS Sbictum Sllieoberici , noc^ mit SBa^rfc^einli^f eit an ein 



A)ro4en witb, baf ber bamatt oacirenbe Stf^ofMl toi^x befett merben »erbe, 
liegt ber einfa^fie IBemeiS, »ie unri^ttd bie ScrfteOund iji , baf mit ber ®ne4tf<jben 
(Srobenmd bie ®ot(en aus 3taUen 9erf4»uiiben feien (not. a. not. b.). 



125 

anbereö IDf}g0t()if(l^<6 &itt k) benf en ; fnbem ber SRangel an SBeftim^ 
mungen aber bie Sbictton in ienem gen>iß; tn aUen btefen l^id^fi wal^t^ 
fd^emticl tfi* 

@mb Ite nidj^t eine blo0e 2Cu8ful()rung be8 S3egrtffiS ,,legaliter/^ 
fo muß man ^^aedicta^^ fÜtr bie IBegeic^rnivg ber fpecteUen £LueQe ber 
Se^re ^on ber dmüon , iai 3u$ bonorarium nel^men /)* 

IV. SRarini Slxo. 121* @))angenber8 3lxo* 55. 
Urtunbe Aber ben SSerfauf t>on fec^S Unjen beö f^unbuS ©eneda^ 

miS* SebenfaHö ani bem fec^gten Sabr^unberte (cf. ©pangenberg 
9{. 56. 3Rartni 9{. 1220, t^ieOeid^t au^ ber erjien ^dlfte beffelben 
(cf. @pangenberg p. 280. not. 2.). S>er SSerfdufer iji ein 926^ 
mer, ber jtdufer ^olbigern. 

S)upla bei ber dmction, @tt))uIation ; Sonfh'tutum ))offejTorium 
burd^ 3uru(Ibel()alten beö UfuSfructuS auf breißig Slage, S3eglaubtgung 
ium 3n)ecf e ber ZUt^atxo ob ©ejla , Suitebung t)on f änf Seugen , yoeil 
ber SSerfdufer ni^t ((^reiben tann. 

V. SRarini 9{ro. 93. ©pangenberg 9lro. 58. 

Urfunbe aber eine ©^enfung ber ©iftoera; |)onef}a $emina, 
^eigelaffenen ber S^eubifara an bie Aird^e i\x 9tat>enna. 

2)ie ©d^enterin tranSfaibirt, cebirt; trabirt unb mancipirt i^ren 
ganzen Xnfbeil an einem im Territorium \>on Stimini gelegenen Sunbu6, 
fo xok er t)on ibr, ibrer Patronin unb beren SSorgdngem big auf ben 
fyeutigen Sag ,,bono optimo maximo et inconcusso jare^^ befeffen 
loorben* ®ie trabirt biefe $ortiuncu(a ; u^eld^e (Te t>on i^rer Patronin 
yyad confirmandiim libertatem^* erhalten ; burd^ 3urüdEbelE)aItung 
beS UfuSfructuS auf ^ebn Sage „ut leges censeunt.'^ ®ie entfagt 
ber 2Cnfe(|tung ber ©d^enfung ,,qi]oniam et legebus cautum est, 
„ut quod semel in loca yenerabilia donatuni vel quoquo modo 

h) ©aiDiötiQ ©efd^idl^te II. $ 64» not. c. $ 61» not. a. (3uftt$ ^^^ S»citen 
Ausgabe.) ® an§ (Srbre*t m a)UttcIaIter8 ®. 167. not. 32. — Cf. oben § 1. 

«öl» ®eflü über einen Äouf (SKartni 3t. 115» ©pongenb. 3t. 60.) 
„qaod ita licetum non erit , evictom ablatomve quid faerit , tone qoanti ea ris 
„eilt , quae evicta faerint duplum {)retiam solidonim ü . . . . a si renditore 
„haeredibusve ejus, memorato comparatori ejusque haeredibus cogantur iuferre 

„jnxta legum ordinem." (äbenfo in Drei Kaufbriefen (OKarini STt. 121. 122. 123. 
©pangcnb. irt. 65* 56. 570 „secuodum legum ordinem« unb im Kaufbriefe be§ 
®ubUttb (oben $ 2S* lY.) „sub evictione lege dupli.<< iDiefelbe äufammenfieattnd 
ftnbet ft<b in Votio. Fragm. $ 112, ^ex legibus et edictis.'^ 



97 
J9 



IM 

,yCessum fuerit, nullo modo revoceturm) et pro majori firmi- 
yytate jarata dico per Deurn omnipotentem et sca quattuor 
y^Evangelia, quos corporaliter manibus meis teneo, salutemque 
Dominorum invictissimoram Principum Augustorum , Roma- 
num giiyernantum Imperium adtestatione confirmo me . • con- 
^,tra nunquam^esse venturam sed inviolabiliter , tarn me quam 
y^heredes meos conserratura esse spondeo^ excluso erga me 
,,omnium legum beneßcio quae de revocandis donationibus et 
,,de sexu femineo Beliianus senatusconsultus mulieribus subve- 

,,nire adsolet/^ S)a bie ©d^entertn bed @cl^mbend unfunbig ifi, fo 
tmterfti^tetben fe^d rogtrte deugem 

VI. 3Rarini 9)rcfaj* ©♦ XVII. ©pongenberg 9lto. 44» 
©d^enfunglbrief ber äBtlUtona^ ^onefla f^mtna, jum Swecfe ber 

3(Qegatio ab ILcta. Sn ^^m f leinen SSrud^fUcFe lotrb nur bte @tq>iita2 
tion txxoil^nt 

VII. ÜRortni 9?ro. 131» ©ipangenberg 3lro. 75* 
9Babn)ulf; SStr bet)otu$ unb feine S^efrau ©iccifriba, ^onefta 

gemina, ^atttn bem 9lat>iculariud ito einen ^^^eil eineS ©runbfi&dö 
(una bem uncia,) fär 130 ©oltbi oetfauft Ueber bie @rf&Ihtng beS 
Aauf^ entfianb @trett, n>eld|>er fo beigelegt würbe, baf Seo ,,pro cer- 
„tis laboribus expensisque propriis" nod^ eine Unje beffelben g«n- 
bud; SSabWuIf unb ©iccifriba aber ^^pro dirimenda lite^^ „quiüque 
,,bem solidos'^ vcf)alUn* 2)er S3erglei(^ n>urbe in eine ©ttpulotion 
gebracht; befd^worerf; unb Don bem SSabwuIf unb ber @t€cifriba tmttt 
3u2ielE)ung t)on fünf deugen unterfreujt 

VIII. 2Rorini 9iro* 86. @})angenberg Slro. 31. 
Urfunbe fiber eine ©d^enfung jum S3el()ufe ber 2(IIegatio ab ®efia* 

2)ie ©c^enferin if! Slunito, 2;od)ter M 2(berit unb ©attin beS ^tlit^m 
(SBißf^anc? Var. V, 33. oben § 13. III.). 2>ie 3eit baS ^a^ 553. 
2>er 93ef($enf te , md) einer nic^t unn)al()rrcl^etnlicl^en SSermut^ung , bie 
.ftirdS^e ju 9{at)enna. Unter ben t^erfc^enften Sachen beftnben ftc6 audf 
@runbjlu(fe; unb e6 fc^eint, Stunilo fyibt fit t>on ifycm SSater geerbt. 
2)em naturlid^en @o^ne beö 2Cberit; TiUmmt genannt %n^xta&, foQ 
ein ZliAl ber IBeretc^erung Dom S3ef(^en!ten jugemanbt werben. 

^yContra quam douationem nuüo tempore, uuUaque ratione 



m) L.ld. I.e. de SS.Ecdcsüa (1,2.) L.^. pr. cod. de donatt. (Vin, 54.). 



127 

,,nie posteros successoresque meoa venturos es$e polliceor, 
,,invocato tremendi diem judicii et salatem invictissimi Prin- 
^ycipis obtestansy Romanum gubemantis imperium, praeci- 
^^puae cum baec et mandato patris perfecerim et defensione 
^^adque solaciis vestris me conüneri non sit iudignum, ut 
^,€t tuitionem vestrarn adversus violentas inpetos nobis etiam 
,,tempore faturo praestitur," 
jDte 9)erfection ber ©d^enfung toiti fo audgebr&cft: 

^,Ergo quae tradenda erant tradidimus , quae mancipanda 
,,erant^ mancipavimus/^ « 

jDted pa^t webet jum Siedete ber ©efelgebung be$ SufltnianuS, 
nod^ ju bem (Sbtctum 2;t)eobertct , t{l aber fretttd^ nur f&r ein SSerbum 
fu:perfluum ju galten n) , tUoa wie noc^ l^eutjutage bie Urfunben aber 
9t€(^tögef(^dfte jur ^dlfte aud ganj jwecFtofen Siebengarten confhuirt 
werben ; fo bafi bieroud weiter 9lic^tg folgt , al^ etwa^ bap felbfl bie^ 
fet ZniixuS ben @oti)m niäit anfiißig war. 

2>ie Xrabition felbft wirb wieber, wie in 3lxo. IV. biefed §., burc^ 
Surudbel^alten beS Ufu^fructud auf breif ig SSage bewirft o). 2)er ganje 
Sn^alt be$ SSertragS wirb burd^ @ti))ulation befidrtt S>aS S}{itauf^ 
treten beS gelitbanC; welc^ed oben § 6. atö mögliche ®))ur eineö 9Rum 
btum ntaritale erwd^nt worben ifl; erRdrt ftc^ einfa^er burd^ äScrglei^ 
d^ung einer anberen Urfunbe (9)7arint 92. 122* @))angenberg 
91. 56.) — in weld^er ünt 3l6merin , bie ein üon i^rem erflen ÜRanne 
geerbt€d ®runbf!ädf )>er(auft, ebenfaQS mit il^^rem Sßanne; aü ,;2Cuctor 
et fpontoneuö Stbejuffor'' auftritt — at§ SSürgfc^aft wegen ber (gtjiction. 

£a bie ©d^enferin ntc^t fc^reibcn fann, fo unterfd^reiben fünf Seu- 
gen , fo baß ftd^ biefe f^orm nunmehr gteid^fdrmig in t)ier ber bargefieS^ 
ten (§ 25. II. § 26. IV, VII, VllL), unb außerbera noc^ in t)ier Ur- 
funben Stimif^er Kontrahenten (9){artni 91. 80. 115. 120. 122. 
©pangenberg dl. 21. 50. 54. 56.) ffnbct. ©arnac^ fann man, 
wenngleid^ einmal (§ 26. V.) fed^d Saugen Dorfornmen, lene Uebereim 
flimmung ni^t f&r etwaS 3ufdfligeS, fonbern nur för bie Solge ber 
Nov. 73. -c. 8. galten. 

SEBerfen wir jei^t einen S3(idF jur&dF auf bie in biefem §. bargeflells 

n) Saoignt) (BtW^ti II. $ 65. not. d. 

o) Sß%U Gaotditt) ®eW(i)te II. § 66. nött. b. unb c, auperbem Int, L. 1. 
Th. C. de donktt. (VIH , 12.). 



128 

ten Utfunben, fo tfi e8 oor TlÜtm bte %oxm, in toel^ev tie ©otiien {t4 
Q&nilxdfy Um 9t6nttfc^en Sted^te lE^ingeben, mi baß fd^on bieg ein be- 
beutfamer Umfianb fei, fann nic^t &betfe|)en werben. SBid^tiger freiließ 
tfl baö aRaterteUe, unb m btefer SSeiie^ung ftnb bie 9191« I, II, IV, V. 
unb Vill. t)on befonberem SBettl^e* SEBie fonnte, totm bie (Sotten 
Mdi rnd) ber ©tiec^ifd^en Srobening nad^^ bem (Sbtctum unb baneben 
nad^ ©otl^tfd^em Siedete (ebten, 3Rannane6 feine ©Kaoen mit bem 
Steckte ber Sngenuitdt begaben , n>ie f onnten burc^ 6on jlitutum ^offef- 
forium @iftt)era unb SRuntIo trabireU; ^olbigem ben 83eft^ erlangen? 
jDad ganje Untemel^men bc( ®unbt^i(b tvbüdf ifi t)on biefem @tanb' 
punfte au8 unbegreifltd^. 

Slabmen wir an, baß einige Urfunben, etwa 5W91. IV, VI, VII. 
t>or bie Eroberung faden, unb folglid^ auö ber gegenwärtigen Steige )u 
fheic^en ftnb, fo würben biefelben fofort für ben t>origen § 25. in Sun^ 
ction treten, unb e6 ift fd^wer ju fagen, ob burc^ biefe 3)it)erfton unfere 
®treitfrdfte nid^t e^er ju^ afö abnebmem 

SSStr ftnb au^ wobi berechtigt, diejenigen, weld^e bieSottbouer 
©otbtfc^en 3teä)t^ unb be^ (Sbictum Sbeoberici *tm ©riec^ifc^en Stalten 
bebau)>ten, in fragen, wag benn im SSerlaufe ber 3eit aui biefem 
Siedete geworben? £)er größte SEbetI beg t)on 33eltfariug unb 9{arfe§ et- 
oberten Xenaing warb algbalb eine 93eute ber Songobarben , unb wenn 
biefe nic^t baran bad^iten, ben 9timern ibr Siecht ju nebmen, fo n)etben 
fte bod^ wobl gleid^e 9RiIbe (ober 3nbif erenj wie ic^ meine ,) gegen bie 
t>oI{gt)erwanbten Ofigotben geübt \)abm. «hiermit im SBiberf))ru4e 
ftnbet ft^ aber, Dielleid^it fc^on ju fRoti)aüi?, gewt^ ju Siut)}ranb'g Seit 
nur Songobarbifcbeg unb Siomifc^eg, fein britteg Siedet Gf. ^a« 
t>tgn9 ®efcbid|^te I. § 33* unb oben § 23* I. 

@g bleibt nod^ &brtg einen $unft ju erwabnen, weldS^er ftdjl ju 
ber im ©anjen bebau)}teten Sbentitdt beg Sied^tgjuflanbeg t>or unb na(| 
ber ©riecbtfcben Eroberung alg fyiecielle 2(ugnabme Derbdit, unb na4 
meinem Urtbeile febr geeignet i|i, bie Slicbtigf cit ber bier aufgejleDten An- 
ffd^t — ber ^Jötimia ©icccptio firmat 8fegulam jufolge — ju befrafti- 
gen« äBir baben oben (§ ii«) gefeben, baß, bei äbrigeng un))erdnbert 
beibebattener ®erid&tgt)crfaflung , Sb^obericb infofern eine Anbetung 
eintreten ließ, alg bem Subejc militarig aud^ fold^c ?)rocejfe fibertviefen 
würben, bei benen ber S3eflagte ein Slid^tfolbat war« 2)iefe Äbwei- 
d^g t>on bem SRimifd^en SRe^te Aber bag Sorum, bie ben üBewol^nent 



129 

StafienS bux^ fm^xfflihiAit®ito9l^n^nt gelAiftg geworben toctx, fotmte 
SufHntanuS^ umfbrmirenbe ®efe|gebung ntd^ bulben, unb in bet 2:b<it 
^at et fie in bet mebrenDdbnten @an€tio i^tagmattca abgefd^f{t* 

C. 23. ^^Lites etiam inter duos procedentes Romanos , vei ubi 
y^Romana persona palsatnr per civiles jadices exercere jube- 
jymvLs j cum talibus judiciis vel causis judices militares im* 
^^miscere se ordo non patitur/' 

HAt biet gebraud^ten 3(udbr&dEe laf en duf bet einen ®eite (einen 
Sweifel an bem eben bargefieaten Snfammenbange bet @a(be, wie fte 
benn oucb beSb<^Ib beteitd in § 9« in f. 5um .9la(|wei|e bei Sprad^gei 
brauche Slomani fät 9>tit>ati, Sotbt ffir SRUtted btnjugejogen werben 
burften , auf bet anbetn Seite obet bienen fie ju einet metfwärbigen 
IBejlJtigung unfetit Xnft(|t t>on bem 6omej®t4^m;(obeti.S lo.), 
weld^ %\xt gtabe^u a($ Suber milit«ri$ bejeid^net witb* ; 



'«. Qtl&bfn t. Kr. 



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I« @tanb (tt jDllgot^etü Liberias Romana. 
: .. §«7. 

SJBtD ^alften M(^et unfeir Xugittmerf DOtnef^ltd^ auf Ui9 fBevl^dQ« 
ntfi ber IDfigoH^ jum 9tAm!fd^ $ttt>a(re(l^te gertd^et; abev aKc^ bie 
Srage, tote bte etnjelnen ®oti)m jum 9tbmi\^m ®taaU fianben, ifl 
tüt^ttg; benn wenn e^ ft$; jum SSAfpuU, geigen Itefie ; ba^ fimmt^ 
Ii(|e ©ot^en 6tt)e6 Stomant getporben; fo wfirbe barau6 etne bebeutenbe 
Unterfl&^ung unferer Hufiä^t bergenommen »erben fdnnen (oben § 7. 
init.). ^abet mu^ ^U96rberfi baran erinnert werben ; welche SBebeu^ 
tung bem Unterfc^tebe jtptfc^en &\>ci unb ^eregrtni in jener S^it AberaB 
noc^ geblieben war» ' ^ 

2)ie au6fcblte|ilic|c SM^Mime ber <Sh>e8 an bev 9{egterung; un« 
mittelbare (hoDores), unb mittetbare (suffiragium) , i)attt Idngfi auf- 
geb6rt 2Cber auc^ ber ))rtt>atrec^tn(^e ttnterfc^teb b^^^te einen grofen 
Sbeil feiner fxü^nm SSBtc^tigfett baburc^ t>erIoren , bap bie Trennung 
beS (Sigentl()uni6 in ®x Sure £lutritinm unb 3n Sim$ , Don weld^en 
iüi Srfiere nur ben Sioeö jugdlnglic^ gewefen , bxB auf ben bloßen 9la? 
men t>erf(l^wunben war, fo baß at6 bau))tfdc^(ic^er Snl^alt beS Sommers 
cium nur nod^ bie Seßamentifactio mit fRimifä)m 93&rgern äbrig 
blieb* 3n einer gewiffen IBe^iebung aber waren fogar bie oerfcbiebenen 
klaffen ber 9{onci)>ed nod) \>on ))raftifd^er SBic^tfgf eit; aiS Siegel ndm^ 
lid^ f&r bie SSirfung ber ÜRanumifjtonen. 

@in 3eugiiiß; baß ben ©btben bie Qimtät ttt^dtt worben, fhtbet 
{t0 ni^t, au4^ tfl ti gar ni^t wabrfd|>etnli$, baß bied imo!Ü auSbr&cf^ 
lid^ gef($elS)en* (Sin füdfcl^weigenbed &nUttm aber bed {tegenben SioU 
Iti, bat unm6gli$ ba$ minber bere^tigte fein {onnte, in bie b^ße 
2Re(|t<fdi){gf eit fc^eint mir fonatiliriic^, baß t(^ nid^t anfiel^e, baffelbe 



131 

aniund^mti; 0b8lci<^ mid^ f&r MefeS bie 3eugntffe fe|len» ^emt; baf 
^4uftge(ien )n>ifd^ 9t6mem unb ®ol^ tK>rfoinmeti a) , barau9 fotg! 
voö^ fein Somiubtum ber ®otlt)m mit ben Stimern, ba e8 toxÜtbAit^ 
xoSxt, binju^ubenfen, ba^ bUfe (Sben iuflae 9tii^ttae n>atem ^(t, ifi 
a wdf)l xiMfyif^nÜif , baf bem el^elic^en Jttnbe etmd SRimetS mit tk 
ner ©ot^tn, (wn ISei^iel beS @krmanu$ mit ber SRatafuntl^a (not, a.), 
bte legitima «^erebitaS feinet SBat€rd 9on beffen Ti^mUn l^dtte obgefhit^ 
ten werben {6nnen ? Sbenfo ftnbel ftiä^ ^n^ar febt b^inftd / ^^f Sott^evi 
® runbfKicf e in Stalico ®oIo befaßen , aütm , b«|i ffe biefelben tjt 3mt 
£Uiiritium b^^tten, ifl freititi^ nirgenb gefagt, ba bie in ttrfmft^en wobt 
oorfammenbe S3ebau)>tttng etne^ QMI^m „bono , optimo maxim^ 
„jure" eigentbfimer gu fein (§ 36» V.), ünjweifelbaff «wf bie ffteibe» 
i»0n @ert>kuten gebt 6). TfMn tft e^, t>orau$gefe^, bA$ ein ttntm 



o) Male/» Hist. ad a. 479, (cd. Bonn. p. 258.) „r^vTovt, FotI^w jjlI'v ovtt 
avdpC , •yuvaöta 8k 'PwfJiatov t«v Ttep\ n^v ^fiicctpov YeYajJLY)x(m'. .*' 

IVocop. de hello Gotb. J, 12. (ed. Boui. p« 68.) ,y6ev8Y)?, Totdo^ d^ 
yy, . • • Y^vaueoc ii *Iaicav(ac YoctJieTiQV ^TCoiiJoaTO , oJ y^^^^ ji^vrot Ouifftvotl^vv 

Procop. de bello Yandal. II, 16. (ed. Bonn. p. 482.) „ßoiaUeOc * » . .] 
„Pepfiavöv Tov av£<l»wv auTOu..." 

Procöp. de beflo Goth. M, 39. (ed. Bonn. p. 447.)* „repfxov^c .... IMfe- 
„TaaouvSav £v YafJi^ffis ^TCotijaaTo '^t^t tiQ» 'A|JiaXaowv5tj< rij« 68»8epCx^u| 
f,^«tp3( uaöJa . . ** 

Ca5S. Var. X , 11. „Maxime Domestico V. K llLeodahadw &ex^ 
^ . . . meraisti conjugem Regiae stirpis acdpere.*' 

MaIcTti Hisrtor. ad a. 479. (ed. Bonn, p. 241.") 3eno Derfpri^t bem St^eo« 
b<ri4 »Y*l*o^ öiJt^ 8(iSaeiv ifi; 'OXußpCdb ttatSdc "^ «XXiq; t<3v ^vddScov Y^^at- 
„xtov ^v T^ TioXei." 

Cf^ Cta** Var. V, 14. ,»Aitdqm Barlnri , qui ftomailB ttilseribiiiii elegerint 
,,Daptiali foedere socäari . . .*' 

9Bon Den SHudiem loirb ta$ ISermeiben ber @^en mit ^remben <aIfQ au4 9t5» 
merimien) , als 7Cuöntt()me bemcrft* Procrop. de b. Goth. III, 2. (ed. Bonn. p. 287.) 
„Ytivatjl (JL^vToi J? tJjctoTa ^TCijJitYVifievoi aXXorpiat« axpat9v^i7t ircatöwv SiGCdoxaCf 
„ti ToC fövou« Svüpta 6 q<p{aiv avTtfTc öteo(ocTa^rro." 

\>)X}A btefeiibc föeif)e fttb au4 bk „opdma jura*' ^u »etfte^en, ift tt^e Sa* 
lum^ erioeti^ ein (Sot^e (Var. YIll, a 10.) em f>aiie tr«it0m«tttoi laut* Var. 

yill , 25. „Tulum praefatam domum acta legitime vx Tua optima jora traos- 

„misit." TCud^ aus bem „acta legitime ,<< n>eI4)er TCuSbrudt mit Unre^t ro4^ »o» 
itetteem €4rifti)e8em fi&r gtci#beb«iteitb ts^i «otio legituaa otKb teg» «c^ oft^ge« 
geben »irb; fann ^xii^ih gefolgert »erben« 

9* 



i^tb )tpif(|en ben bdten Tbtm M (StgentbmtiS bomaU nod^ fo tner!« 
(t<|^ eri^rte, bafi au(|^ ein SliäitttiftiWonttt bat>on 92ottj neigen 
tmtfte, I90bl benfbav, baß btc &otf)tn, cXi fte bett brittm 2^1 M 
Staßfc^ 93obend an {t(^ nabmcn, {t(^ eine 93efd^dnfitng foDten auf« 
gelegt b<tben, mit welcher Sttemonben gebient fein tonnte? 

jDof @otben in ttrfunben ber «»on ibnen t^orsenommenen 9Ranci« 
yotton ero^bnen, i{i fd^on ongef^btt »OTben, mit ber Bemerhuig, ia^ 
baraut auf ein wirflid^ed SSorfommen ber ^anblung nicbt gefc^^toffen 
werben batf (§ 25. IL IV.)- 

SBoft enb(i$ bie Sejlamentifactio betrijfit, fo tfi an ba6 SEefioment 
ber Xnafiafta (§ 25« IIL), unb bad beS fD^annaned (§ 26* IL) ju er? 
tnnem, bei toti^ttn festeren 9{ic€ttanc, @obn beS WlontanM, M 3euge 
erfdSieint 2)a6 Cbictum Sbeoberid forbert flatt Ztfta (Sit^eö 9lontani 
nurSejle« Sngenuic)« — ginmal fomrnt bei ßafpoboruö (Var.XI, s.) 
6iDe$ al^ bie ©attung, Slomani aü eine UnterabtbeUung Dor; man 
m6gte fi^liefien : alfo gibt e^ aud^ 6it>e6 @otbi / fo baf wir bi^t ein 
oudbr&dnid^eS S^ugnif f&r beren Gioitdt \)&tktu Mein 6it)ed bd^t in 
ber ©teile nur ^^Untertbanen^' im @egenfa^e ber IBewobner ber (Stabt 
9lom , fo baß man b^fienS barau6 , bafi 6af|toboru§ feinen 3(n{ianb 
nabm, biefen TivtSbmi, ber frfib^ dne concretere Sebeutung batte, für 
aüt Untertbanen ju gebrauten , fc^Iiefen tinnte, jener concrete S3egriff 
l^abe bamatö feine SSid^tigCeit txriorem 

9la(| biefer (Einleitung tbeile id^ bieienige ©teile mit, auf berm 
ßrfldrung tB bier antommt 

Ennodii Vita B. Epiphanii Eplscopi Ticinensis (bei Galland. 
Biblioth. veterum Patrum XI. p. 160. — in Sirmondi Opp. 
Venet. 1728. T. L p. 1012.). 

„InUxead) subita animum praestantissimi Regia Theode- 
yyrici deliberatio occupayit^ ut ilüs tantum Romanae liber- 
y^tatis jus tribueret, quos partibus ipsius fides examinata 
^^jUDxisset: illos vero^ quos aliqüa necessitas diyiserat, ab 
y^ornni jussit et testandi et ordinationum suarum ac volun- 
,,tatatn licentia submoyeri* Qua sententia promolgata et 
y^egibus circa plunmos tali lege calcatis^ uniyersa Italia 
y^lamentabili jostitia subjacebaL'^ 

t) Ed. ,Theod, art. 28. „ . . • ha nt septeiii aot qmaqtie testes ingenin ac 
y^puberes . . • • scibscribant/* 

d) a. 494. ct. Muratori annall dltalia ad h. a. 



1S3 

aRan toanbte ftd^ an fSpiipfymiui] biefer ging in Begleitung eftteS 
anbeten IBifc^ofS na^ Sta\>vma unb timai^ntt ben Jtönig: & m6ge, 
eingeben! , »ie n>unbetbar i^n bte@nobe M^mtntÜ gefäl^rt unb 
untetflit^t l^aht, gleiche ®nabetn feinem fiSereid^e xoalUn laffen^ unb; 
burd^ ben gaO fetneö SSorgdngerd gewarnt; ftd^ bie Siebe feiner Unter« 
tfyanen erwerben« 3Cuf biefe ®rfinbe baue Stgurien bie Sitte: „ut le- 
fygum. Ves'traram beneficia sie tribaatis innocentibus, ut noxios 
„absolvatis." 

jDer Ainig antwortete: SESol[)l fage feinem «^erjen bie SRilbe jU; 
bie (Sp{))^aniud prebige, allein baS Sßo^t beö @taatö wd)xt xf)t ben 
(Singang« SBer im @c^ulbtgen jhaflod laffe ; reije ben ttnfc^ulbigen 
ium SSerbred^en e). 2)enno^ woUe er bem (Spip^axAn^ »idfa^iren unb 

y^omnibus generaliter errorem dimiltere. Paucos tarnen ^^^ fitgt 
er l()injU; ^^quos malomm incentores fuisse cognovi, locomm 
,,suorum taatum habitatione priirabo, ne forte exurgens ne- 
^yCessitas yickios inveniat nutritores et malorom adjata suo- 
,,cessibus bela consurgant/^ 

fyBis praecellentissimus Rex dictis, viram illastrissimum 
y^Urbicum acciri jubet^ qui uniirersa palatii ejus onera sus-- 
yytentans, Giceronem eloqnentia, Gatonem aequitate prae- 
,;Cesfierat; cai praecepit, ut generaliter indulgeotiae pra- 
,,gn3aticum promulgaret« Quod ille ad omnem benignita* 
yytem paratissimus illico tanta brevitate et luce oontexiiit, 
,,ut et illa culpamm genera cognqscerentar abolita, quae 
„putabantur fuisse reservata." 

S>ret fragen werfen ftc^ liier jur ^Beantwortung auf: 

1. 2(uf wen bejie^t ftd^ bie jhafenbe SRaafiregel beS ^6ntgd? 

2. SBe(d^ed if} i^r 3nl()alt? mit anberen Sorten: SBa6 i{l baS 
3u8 SRpmanae SibertatiS, weld^eS ben ®emaaßregelten nid^t gegeben 
(genommen) werben foflte? 

3« SSaS i|i ba6 f&r ein Snbulgentiae ^ragmaticum, burd^ mU 
^a ffe wieber aufgel^oben würbe? 

S)ie erfie S^age fann nur fo beantwortet werben: bie $artl()ei 
IDbobafar'S; @ermanen fowol^I wie Stalifer, wobei man jebod^ f)iniUi 
benfen^up: weld^e ftd^ irgenb einei; 2;reu(pitg!eit gegen S^ieoberid^; 



e) iSimobittS Ux Cdeneralprdtenttott^tteorie iugetl^aiu 



184 

f 

ftnm bcK M S^af}, tbn mtt anbmn, nM vSSft Aberfiefetrttiv t^eil^ 
Mftig gemad^t lüttem jDemi t>on rincm ^dtfjtoibf gcgni X^betul^ 
ndd^ ^ Seit bet üBcfefKgung feiner .^ettfd^, beffen SE^rilne^met ges 
meint feui f&imten, ftnbet f{(^ feine @)ntr, aml i^ bte Seit (a. 494.) 
mit unfevef 2(iitt9ort mUfl ju i^ereimgen, ia n Sbon^oXat etfl 49S m 
fd^Ia^en warb« 

St Sl^eobevtcft gab (ober lie^) feinen 3Ci4 jngem boS 3tt< Stomas 
nae Stbertatid , ber @egen))aTt^et nobm er bie S^^igleit ju tefKren unb 
bie licentia ordinatlommi sitaram ao voltintatun]. 3n ber Sufam^ 

menjtf Dung mit ber testandi liceotia Hnnen bie (enteren IbAMtdt 
f&8(icb fbx glei^bcbeittenb genommen »erben, fo ia^ ber €kgenyat' 
tM bte Sefiomentifactio genommen mdre« 9^ner iß eS m jglk^ , baf 
GnnobiuS nur bte eine, mistigere ®ette ber SRaafregel äberfab obet 
emxtbnte, fo baf t|r t^oOflänbiger Sn^tt bie Xbemtio ber Stotfdjien 
6imtdt gewefen wdre. :Der UtObmä fbt biefe to jte bomt Su9 Siema^ 
noe 8ibert«ti8» 

es fragt ft$ , ob biefe ^uffaffimg rid^tig fei. Ate SBBorte 9to^ 
mmta Sibertaö fommen jmidd^fi tn einigen @te8en twr, totlü^ t>on 
Svetlajl^gen reben« ^e ffreigelaffenen würben befamitßd^ entmeto 
Q\M Stomani ober Satini ober S>ebititiorum 9lmnero. & war im 
notärlid^; biefe SerbdltnifTe aU libertär Romana, Latina, dedititia^) 
}U be^eicl^nett , mtb al^nn f)U^ in ber Sb^t libertas Romana bie 91J^ 
nufd^e QmtM, nur mit bem 3iif<t^ „mld)t einem f^reigelafnen iu 
SE^U »itfe/^ 3n biefer Sebeutung b^be id^ ben 3Cu«brutf in folgenden 
Stellen gefunben: 
Salvianus L. III , c. 7. Adversus avaritiain A). ^Jn nsu si- 



f) ^ttnfo 9* 41« 42* <•- (CBedeti to 92:ot(waibidfeit biefe» 4)tn2UtenM 
•f. unten § 30» not. {. 

p).jDie bciben leiteten 7(u.§trü(fc fommen »or in FmmVArvem, „Liberta«" 
(Walter, lü. p. 490.) „Hbertate ..... id est Latina , doUtia et . . . ". Cf. Gflj» 
Bpit. L. I. Tit. 1. } 4. „inter haec tria geaera Kbertatnm.*^ * 

/») (SujaciuS citirt tiefe ©teDe on mehren J>rtcn, Obes. IV, &. ParatitL ad C; 
4» latina lib. toll. unD Recitt. aolenmr ad 9iiiideoi Tit. SDaffelbt fiBeüf cttirt er 
nod!^ ad Pauli S. R. IV, 11. Obw. IV, 7. Comm. ad L. 1. qui testamenta. €» 
»or t»amttl§ nur in eiijort)'« TCntibota getrudPt unter bem Xitel: Timothei Libb.lV. 
ad ccdesiam cathoUcam, unb fo citirt e5 ßujaciuS, nur mit ßntbcrfung bft "0^^ 
Hirnen TCutor. 3n ben heutigen TCu^gaben (at man auf (Sennabtuft gefettet bem ®^rfe 
ben Xitel Ad venu« ayaritiam. gegeben $ mit Qnre^t, benn Oennotoiit$ bes(i4&^ "^^ 



99^ 



j . 1 ■■■ 

9,qaidem quotidiate est^ tttrnerri etoi mm opti^nae, oerte 
y^non improbae acTTitati^ Ao«ia7|a a domims Ubertate do«- 
y^uentor^ iu qna scilioet et proprietatem peeulü oapiiipt cd 
^jus testamentoriam coiuseqattntur, ita ut et vmDtes coa 
„Yoldnt res suas tradant^ let marieqtes donatione tranacri-^ 
,)hant.** 
L* ua, S 4. C« dß LAtkui libectate tollenda et per cerlos mo** 
dos in ciyitatem Romanam tran^fusa (VII, 6.). 
,,Si quis ancillam suam sub hap conditione alienaverit ^^ne 
y^prostituatur/^ novus aatenn dominus impia znercatione 
^eam prostituendanx esae tentaTe^t • . « ilico in liberiatem 
fiomanavi eripiatur, . . 

L. an. ciU § 8. y^lllud etiana satis acerbum Nobia yisum est, 
,,quod putabat antiquitas , si in liberali judicio superatos 
,,fuerat servus a dpnaino , deinde servi pretiam ab aliquo ei 
,,persoIatum est , in Latipitate eiun remorari • •• • • in prae- 
j^senti igitur casu libertas Romana ei accedat, jure patro- 
y,natus minima ei subnixo, qnia ipse quodammodo sibi 
yjibartus invenitur." 
^romtScuc xcixb in . biefer 8e)r t>er 2tu8brudE „ciritas Romana" 
gfbvoud^t (§§ 1. 2* 6* 10« ii« 12«), fetmt: l^eifit t& „ilico fiat civis 
,3omanus" (§§ 5« 6« 7. 9,), htx libertas Latina wirb bie .Ro- 
mana conditio . entgegcng^fe^t (pr.)/ unb ^^si aliqua lex yel consti- 
,,tutio liberiatis facitmentionem, non autem Latinitatia , eapro 
,,civitate Romana loqui intelligatur." 
r^ov. 144. De Samaritis. G. 2. ^Suiic^slvtig dh ovisls okitriv 
XqKSnavQV S^Bi .... Et öh xal tilg 6(iolag avTcSv 9ia%oSo^lag 
6 ol^ivrig hvlVy i^htcj) avvm njv vcSv XQMSttfaväv äajta^oiiiva 
yydo^av Bvd'vg. Koi x^ff ^Pcoftal'x^g anoXavEiv iXsvd'BQlag,*^ 

Sn allen biefen ©teflen tjl bte äöciie^ung bc8 2tu§brucf8 SRomana 
eibertaö auf ben befonberen %aU ber f^retlaffung unt)erfennbar^ unb 
wenn betfelbe »irfltc^ nur in biefer Söt^ieimi <^Iä gleic^bebeutenb mit 
Stbm^ii^x &r>it&t ju nehmen ijl^ fo Idfit ft^ bi^ fltafenbe S^^aa^regel 
^(totm^'i auf btefe ffietfe nic^t erfldren; benn baf ©leienigen „quos 

partibus ipsius fides exarainata junxit" lauter Srctjulajfenbe ge^ 



99- 



99 



ben S^itel, fonbem ben 3nWf etma mit man, beö ^omUuö Comm. juris dTüi» 
meüienb, oon feinen et)fieme M 9t6mif4en 0te4t$ fpre^en l^önnte. 



wfm, ift s<nQ mMOm. 9tm wUftt MHioSb irnTtiMmd in fcts 
ner pixhüvi^^ Scbcuttmg nc|men, wn xotUI^ fpflMd^ bte Strbe 
fein foB, »enn tit(|t bec tM)n ennobiuS angegebene ©egenfag, auf Un, 
mmtt äSetmittg no^, me^r ®eiot(|^ tifö auf ben XuSbiucf fetbfl gelegt 
werben muf, auf etoad, td^ nA^t fagen jwtfc^ 9>riöatre(|tli(^em 
unb f)ubltdfltf(|em in bet 9Ritte @te^enbe8 ^inwiefe. 2)ie SJfaaßre^ 
gebt, t9el(^e SufiinianuS Sorgdnger uhb noc^er aud^ et gegen gewifle 
Zttm i^on Xe^etn trafen, ftnb befamit: i^e 9le(l^t$fd||igfeit unb noc^ 
mtfit i^e «^anb(ung^4bid(eit tourbe auf eine eigent^m(idS>e , für und 
ntd^t genau i) {u enniiteinbe, SEBetfe befd^rdntt; bet etgentlt(^ jtem ber 
flSefdfttdnfung fd^etnt in bet Unf4^igffit, le^twtdige Setfögimgen ju 
treffen, gelegen ju ^aben« 3(^ bin fel()t geneigt ju glauben,, baß e§ 
tiefe Soeteition9maafregel, ptläft S^eoberid^, in (Sanflanttno)>oIitani' 
fd^et ®taatS»eidb(it gefd^ult, probat gefitnben ^aben mogte, ift, t)on 
ber <EnnobiuS tebetÄ:)« 9Ran i^ergieic^e nur mit S)ent]enigen, wo& 
^tsbrnd^Ui^n (Segnem antbnn looUte, folgenbe brei ©teilen :\ 

Lt 17. (restit.) C. de haereticis (1 , 5.) ^^ov dvvawai (pt &^- 
fy^Bkcu) 8iaii%qvg ixEiv in SutO'^w^ ij i^ äSw&hov nXt^ o^^o- 

fMioig ..." * 

L« 3* G. Ne sanctum baptisma (( , 6«) ^^teslamexiti et dona« 
,,tioni8 £K;iendae utrique denegunda liceniia.^^ 

Nov. i29» de Saniaritis. Praefat« y^Sa\iLaqüxaQ nolXoig\ikf 

finitifUoig icwpqovUsa^utv ^ ivl 81 ^liJuafa, w fti]T£ dut^mg 

^vtovg ivvacd'ai yqiq>HVf ftt/te tovroiv ttkBvtdvTnav 8icc^itflS 

,y%i9^l^ tolg ii iiiad'ixov «oAovfi^ot^ avyysvivi nuQaniiinuv tov 



99* 
9/ 



i) n)ei( bte IBsfümmunfioi, »(14; vma erholten finb, ben e{fient(i4en Sufamnes« 
(ana niAt borUaen^ unb t^ Sßtii&ltnif m $di(erani an$ rei4li4eren Q^ueOai »u 
f46pfenben/ f^aben. 

h) TCnbere erflärt ben KuSbrutf Romana ' Libertas S^eumann im 4>^^^ 
XXVII. e. 151. „XUen mSmern, nur bie ben TCufcu^r angesettclt tottaiW ««** 
fl^nommen, blieben bie ^craebta^ten (Sefe^e nnb (Stinri^timgen/ bie in ben fpdtrren 
UrPvnben (eiqa^e oQer ®ttropd(f(^en ^dnber fo (änfid (im Mneibenben SßiberfpTtt(b( 
(iemit Mt bie IBeftauptuna (Sid^t orn'» deitfdlinft fär der<i&« 9t, SB. IL a ?06. 
ber ^ußbrutf finbe M nu^ in einer ©teKe* Cf. «nten not. n.) gefunbcne liberta» 
romana.'' iDicfer Srfldrung fie^t entgegen, bof M bet ®e8enfü| ni^t benfen l^ft, 
»a» benn mit bea^niaenommenen, bie i^re ^rgcbto^tenffiefe^e ni^t UWttü/ 0^ 
»orbeu ? 



1 



137 

'yyXl^^Vy irX^ 6^ fii} tovg TtQog roig kkrj^ov$ hp' inuviQfp ^inaxi 
ffKtikoviUvovg t^g 6(f^g rdafv JCgiötiavciv ilvai ytUfv$0g d'üiißy. 

yAmfiyo^svötifiiv dh aivolg xal Xriydra diöovaiy wxl dmQtag yqi- 

ffpstvil tag oXcag i%not7fiBig Inl rotg obiBloig rld'Büd'ai n^iffiU' 

f(fiv, ijuiäav fii} X. t. V^ 
G* 1. ,y^s(S7tl^onsv y aSiiav shai SccfictQBltag AotTtov yQcitpsiv Sicc- 

f^j^Ttccg, Kctl Tctg ctpßv avxäv SioiKelv ovalag,** 

2)tc But&dPfe^ung ; Don ml^tx l&ter bte Stebe tfl; l()atte {m S9Se^ 
frntßc^en t>iele 2(elbnlicl^!ett mit bem ((iduftger Dorf ommenbctt ,) ®egem 
fo^e ber ftetgela{fenen 9{onct)>e6 (£attnt Suntani unb 2)ebttitti ) gegen 
tte SUmtfd^en ßtoeö, unb Mf)aÜ> ifi e$ fel()r n>ol()I: benfbar, ba§ man 
au(^ in ienem %c!Ht bai t>oIIIommnere 83er()dltntfi mit £ibetta8 Stom'ana 
bejeid^nete, mit berfelben Sicenj; mit xoüä}t]c Sujiinianud in Nov. -78* 
C. 5. bit aOgemeine 6it>ttdt8ertMIung be« XntoninuS ($iu%?) ein ^tn^: 
itUtfÜfyxm )ur ^PcnfiatxTj svyivsta nennt 

JBotl^in i|l bon einer jjublidjiifc^en SSebeutwig bte Siebe gewefen, 
in toUc^et ber 3(udbrud Romana überlas ebenfalls borfomme« S)aS 
tji ber %aU in folgenben ©teUem / 

Salvianus De gubematione Dei |j. Y. c. 6. ;,De Bagaudls nunc 

^,inihi sermo est, qui per malos judices et craentos spoliati, 

^ y^afflicti, necati, postquam jic; Homanüe libei*taÜs ami^e- 

y^rant ^ etiam honorem Romani nominis peFdiderunt^^ Q» 
Ennodü L. IX. ep. 33. ^^Ennodius Liberio •••• mecum Gal- 
^liae in hac adstipulatione conveniunt, ••• ordinatis illis, 
,,qaibus civilitatem post multos apnoram curriculos iütu- 
ylistiy quos ante te non contigit saporem de Romana Über" 
ytate gustare . . .** m). 
Cassiod. Var. X, 33, „Nam si de vobis aliquid minus forte 
,,mereamur, Romana libertär oogitetur, quae per bdlorum 
„tmnultus ubique copcutitur." 






I) dur6rfltond bicrer stelle (^, KUiershutii annott. ad h.l. tDucange un^ 

6 dj^ titer In i^ren^Ioffarten y.Baganda. Lindenhrogii Obss.,adAmmianara p. 181. 

m) 3U biefer ©tcBe ifk in »crgleiijctt Var. III, 17. „Universis Provindalibu» 

,,Gallianuii Theod. rex. Libenter parendum est Romanae consuetudioi , cui 

esds po9t longa tempora restituti. quia gratos ibi regressas est, ubi provectum 

▼estros conirtat habuisse majores, Atque ideo , in antiquam Ubertattm , . . re> 

„Tocati, yestimiiii mozibus togatk cet.*' 






~.J 



»9 



BoSOiim de coasolat. phüösoplüae. I, profl. 4. y,Nam de 
,,conipositis falsis literis^ qoibus libertatem arguor sperasse 
y,Romanamy quid attinet dicere? qaaruzafraas aperte pa- 
y^tuisset y si nobia ipsomm confessione delatorum • • • uti li- 
,;cuisset, Nam quae sperari reliqoa libertas potest? atque 
y^utinam posset uUal^^ 

3n biefer legten ®tt%t fielet offmbar Sibcrtad Stomona f&ip iSbtt- 
toS Stomae, unb StbertaS in bem @mn( bei Nov. 78. G. 4. §i. r^l^rl 

SSte e$ fdS^etnt, M^bemm o^ne Sufiimsnenbattg mit btefct, ift btc 

f^tm jßcbtutung bed 3^abnt(ft, tocU^e natb meinet Steimms ,,3nu 

munttdt^' t{l, unb ftc^ in )wei ©teilen beS elften 3a(^tbuttbert« ftnbet: 

QfiUonis Ouniaeensis Vita S« Adheleidis Imperatricis (g^bntdFt 

in Qinisii Lect. ant. ed. Basnage Tom. III. utib in Leämitä 

Scrr. rer. Bruusvici T. L p. 265. VII.) Gap. 7. (Adheieidis) 

yyin loco qui dicitur SaUa, urbem decrevit fieri sub libertate 

yyRomana^ quem affectum pofitea ad perfectum doxit eiFe- 

„ctum"«). ; 

Bulla Urbani Papae II. an. 1096. (in d^Achery Spicilegium 

T. VI. p. 22. af^gebrutft bei Ducange s. v. Liberias Komana). 

yiSancunas . . . ne quis ulterias Arqhiepiscopus aüt Episco- 

y,pus adversua eamdem ecclesiam audeat excommunicationis 

n) Ueber bie StbertoS Otomana in Dierer GteHe (aben abwet^en^e tStefnungen 
tachariae de libertate Bomana civitatis. Germaniae olim concessa Viteberg. 
1797. 4. unb att4^(orit k bec 3citMnft f. g. 0f. m. Ü. &. 206 fd. Gcflerer 
iiä^ fenne bQ$ 93u4 nur au^ ^i^^orn'd dlelation) ^it bie tiUxtai dtomona für 93e* 
freiuna ber einselnm l&etoo^ner oon 6e(| 9on ben CSii:!ungeR ber |)5rig!eit, bardft 
»el^e fte mit ®efugni^ über i(r )Bei-m6den in biSponiren begnabtgt roorben feteiu 
^i^i^rn bagcgen meint/ bie &tabt all C^emcinbe ^abe bd$ SKarftred^t beFonunen« 
iDiefe 9?{einung beruht auf ber TCnno^me , baf erfl in ber Urfunbe von 993 (1. c. 
p. 210. not. 236.) bie Siberta^ Stonrana t)erlie^en fei. aSir ift es »a^rf^intti^/ 
Hf bie Urfunbe t)on 992 (ibid. not. 237.), »obur^t bie TCbt ei &üi m lltetd^s« 
übtet erl^oben »orben, iDaSjeni^e fei/ »oft bie itaiferin Butter not §Dbilo'd Tivii* 
brtt<e für bie @tabt Btli erlangt M/ unb baf in Solge booon ber Jtaifer M 
}u ber ferneren/ bie 6tabt begünfligeitben ^aafrcdel entfc^of. ^enn nur auf biefe 
ftBeife fie^t ber ^u&bnu! SibertoS iXomana im einüange mit ber oben im Zcft ans 
tOttcanae citirtett IBuQe fowo^I, ali mit ber in ieaem OMofTariiim bcUfltin fdebenteng 
MB giberta« •= Smwunitüt. — 



139 

' /^aat interdictioBis proferre $eiitentiam , ciuAtiaus idem Mo- 
ypuisterium ex ipsius B* A^egidii traditioxie saiictae Romanae 
y^ecclesiae propria (proprie?) sabditam, Romanae semper 
pylibertatis gratia perfmatar.^^ 

3« 2)te blatte Srage^ weld^e imS l^et t>otne^mltd& tntetejllrt; ffil^rt 
2ttti4(|fl boYottf, 06 nxi^ baS Snbulgenttae ^tagmattcum; weld^eS Up 
Uciift »erfaßte, unfer Sbictum Sf^eobetict fei ? :&afbt fd^int ber 3Cvt88. 
)tt fpted^n: 

^Faciendorum testamentoram omnibus, quos iestari legea 

yypennittant damua lote licentiam/^ 

SMeS ,,late'' ipaft gut ju einem ]e((t aufgehobenen Cetbote* XQetn 
bte Sbtonologte »tberlegt looUfidnbtg biefe SBermutbung, unb i^ ^^late^^ 

etfidrt fld^ aus /nt. L. an. Tb. C. de boni^ decurionam (Y, 2.) 
cf. oben § 5. not. /• SBit Mnnen bed^a(b t>on bem Snbulgentiae 
9)ragmaticum mit @en>ißl^eit biefeS audfagen, baß eS unö nid^t erl^ab 
ten ift, mt großer Sßabrf(9etnli<i()feit aber aud^, baß eS (ein, bem (Sbt^ 
ctum SEbeoberici dbnltcfte^ SRet^tSbud^ war, fonbem nur ein SRanifeft; 
weld^ed weiter 9lid^t6 entbielt, alö bte SCuf^ebung ber fr&()er promulgir^ 
ten @trafmaaßregel ; fo baß »ir barin nur in fe(ir befd()rdnf tem @{nne 
eine iQueOe beS IDftgot^ifc^en Slec^t^ {u feigen l^aben« 

2. Sad (Sbictum St^eoberici eine bloße Seclaration bed 

befle^enben fAt^ii. 

§28. 

Sm § 7. in f. oben ift bie (Sxißenj einer neuen ®^fe^gebung ber 
Cflgotl|)if(^en £6ntge a\i ein (Sinwurf gegen bie 2Cnftd^t biefer S3(dtter 
anerfannt worben* Sie SSiberlegung biefed (Stnn)ürf$ tfl bt$ l()ieber 
t)eTf(^oben »orben, eine6tbei(d, bamtt ba$ ®en)id^t ber fär unfere ^n^ 
ffd^t Don ber ©eltung be6 Stömifc^en ^ziiti für bie ©Otiten nunmehr 
beigebrad^ten Argumente bei yj^i ^u gebenben @r5rterung 9lac|>bru(f 
tmfei^en migte, t>or}Aglid^ aber, um bad in bem SSorftel^enben l^ier 
unb ba niebergelegte SDtaterial f&r bie S3eurtl^ei(ung bed* (laatdred^tlid^eR 
SBerl[)dltmffe$ ber lDßgotl()if(^en A6ntge }um 9l6mifd^en Aaifer ie^t in 
ein allgemeine^ JCper^u {ufammenfaflen {u {innen, »eld^eö ber SSetrad^^ 
iung i^reö UgiSIatorifdjKn G^aratterS jum 2Cu$gangSpun{te bienen mag. 

aRit ber ® efanbtfd^aft be« KkttfcfKn @cnatft an Aaifer 3eno : 



140 

yymg IStag (ih (xitotg ßaaik$lag ov Sioiy Ttonfog ii aAo%^^tf€^ (lovog 
üv avtoxqivmQ hc aiitpoviQOig votg fci^aci^^ a) , XOiXt \>Xt StTCnnuttg 

ted £)rbt8 9tomanuö in 3m:)>ermm £)cdt>enta(e unb Orientale aufge()0' 
ben (unum factum imperium fagt Safftoboni^)* SSön ber Seit m 
gab e§ tbeorettfc^ nur (Sinen ^errfc^ im £)rbid 9tomanu6; t>io'ociox, 
Sl^eoberic^^ 3Ctl()aIarid^ waren SSeamtete beS ^iferö; freilid^ weber 
Gaefaren nod^ 9)raefecti ^roetorto ober tUocA Xel^nltd^el ; fonbem in 
einer neuen unb ganj etgentb&mlid^en ©teHung. f^är Vxti SSer^dltnifi 
bIo8 factifd^er fD^ad^tooDfornmenbeit, bte iuriftifd^ nid^t in JBetrad^t 
l^vmt, tft ungemein bejeid^nenb ber }(uöbnid( R^i<im'DomiDi6), 
weld^r ben £)(!sotbifd^en Königen ; eben wie ben SBef!gotbif(^^ t>on 
ben tec^tögelebrten SSerfaffern ber Snterf)retatio c) gegeben wirb. 

@efe|e ju geben ; baju war im 'J£aiferreic^e nur ber £aifer beru^ 
feU; unb er erfüllte biefen JBeruf^ inbemalle feine ©efege^ weld^e nid^t 
einen loyalen iSbarafter I^CLttm , ober benimmt waren , auf bie ^Cbmini^ 
fhation }u wirfen ; aud^ f&r Italien erlaffen würben d) ; unb tnbem 

o) Kxcerpta e Molchi histor. ad a. 476. (ed. Bonn. p. 235«). 

^) Cass, Var. XI, 1. 8. (bis) 10. XU, 3.4.5.6. (bis) 11. 12. 18. — Sfi; 
nod, L. Yll, ep. 27. Sic l^cipcn au^ „Regionum Domini." Ennod, Li III, ep. 
15. „Italid Domini, Romanomm Domini^^ (oben $ 19. not. e.) 6aftTolH>ntS 

nennt einmal ten ^ifer SSalentimanuS III. „tunc rerum Dominus." (Var^ 1,4.) 

c) Inl. L. 1. un. Th. C ne sine jussu Principis certis judicibus liceat oon- 
fiscare (IX, 41.). — Int. L. un. Th, C. de superindiGto (IX, 6.). — Ini. L. 11. 
Th. €. de extraord. sive sordidis moneribos (XI , 16.). JR ^^^^ tiefen Stellen 

fpwii^ ter %ni »om (RÖmifi^en ,Roifcr* ' ■ 

d) S)ft Wirt tieS öUöbrÜrf lieft öefogt , g» ©♦ L. 7. pr. C. de summa Trinitate 
(I, 1.) „S. S. Papa vü&ris Homae, ad quem similia hispe perscripsimus" L. 52. 
( 2. G, de episc. et deric. (1 , 3.) > „et Iloc non «olnm in vettft Roma ," vel in 
hac regia civitate sed et in omni terra ubicumque Ghnstianbnun nomen colitur 
obseryari sanpipius.*** L. 7. pr, C. de tempp. in integrum rest. (II, 59.) „Super- 
vacnam di^erentiam ptilis anni in integrum restitutionis a Nostra Republica se- 
parantes , sancimus , et in anHqua Roma et in hac alma nrbe et in ItcUia et in 
alüs provincHs" e. q. s. L. 33. (restituta) C. de locato (FV, 65.) „Haec consti- 
tntio permittit . . . nt liceat intra annum conductionem solvere tarn in lUüia 
quam in omnibus proYinciis." L. 7. G. in quibus causis pignus (Till, 15.}^ 
,,Sancimus , . . non «olum <|» utrague Roma et ferrUorio earum hoc jus loqum ha- ^ 
bere sed etiam in Nostris provinciis.'' Chronicon paschaie ad a, 533. (ed. Bonn, 
p. 630.) „. . . 7Cpo£SiQxev Sefov auToö ygayuia 6 auid? ßaatXeu; 'lougrtvtavoc ^v 
KwvoravTcvouTCoXet , xaTaTC^fx^*«? xal £v Tf[ itoXet 'Pwfxif) x«^ ^v 'IcpoaroXvfjiotc" 
sc t. X. Nov. 7. c. 1. „ftiire [L-fyi touc ^icl rQc *£ o ic e p C a c ovta^ . '. . Ikioxo- 



141 

■ 111 ■ I r I U I 

SttßmionuS feine neue ®efe|fammlung^ $anbe(ten, 6i>(er unb Snjli^ 
luttonen fefort na^ beren 2C6fa{|ung ami) md) Stalten fanbte e). @o 
gut nun abet.bte ^mfectt |)raetorto f^on feit ®tr>tva Tütj^cmitt eine 
2(tt t>on (egtölatioer ®e«)aU l^atten, n>eld^e @at>ign9 atö .3(n^4ng unb^ 
@unogat ber taiferlid^en b^txd)nttf), fo n)enig fann eine foid^e Jbet 
ben SDflgotl()ifd^en Einigen ctuffaSeU; unb »enn tnM nur biefe S6t> 
fc^Mung unb Untetorbnung ni^ t>ergift; fo roax i()nen fogat eine 
2Cenberung bed beftel^kenben. fftt^ti auc^ t)om Slimifd^en ©tanbpunfte 
üv&'^m^ erlaubt. &nt anbete Stage aber ifl; ob fte t>on biefer SSe^ 
fugnifl aud^ @c6taudS> gemad^t l()aben. S&r baö @btctimt S^eoberid 
barf bie grage befiimmt t>nm\nt werben« (So lamm ndmltd^^ wie unft 
ber $rologu$ btUf)xt, ani t>erfc^iebenen Steilen beS Steic^6 bauftge Sla^ 
gen oov ben .ftinig, bafi nic^t ben @efe|en gemäß Sted^t gef)>vo.cl^en 
werbe* Sn ber SReinung nmt; baß \)ittan weber (wie unter gufliniaä 
nu6 in 'X.xabun, Nov. 102. pr,) Araft unb SßiUe ber fBti)bx\>m, nod^ 
bie innere S3efc^affenl()eit bei SttdftS fo fe^r al$ feine Unjuganglid^f eit 
®ci^u(b fei, ließ ber iK6nig gegenwärtiges Sbictum abfaffen ; unb bei 
ber 2Cudwalf)l in ber Äörje, weld^e „Edicti brevitas vel curae publi- 
f^cfxe^^g) nitl[)ig madS^te, leiteten. il()n jwei 9iäd(ftd^tem ©egenfldnbe, 
weldbe in unmittelbarer jBeiiel|)ung iur 6{fentti(i^en.®id^rl()eit fianben, 
unb fold^e, weld^e befonberS f)&ufii ^oxlaxamh), fanben loor anberen 



. . . ^xxXTi'awdv." ^ Nor. 73. unb Not. 79. cf. ö i c n e r ©cf^i^te ter IRoöeUen/ 
©• 225» Not. 123. C. 3. „xfic TcpeapuT^pac 'Pwiatq?." 

e) Sanct. pr. Pro pet Vigüii G. 11. „Jura., vel leges Codicibiis Nostris 
insertas , quas jam sub edictali programmate ia Italiam dudum misimos*' VCrglt« 
4^en mit Gonst. Omnem § 7. „Haec antem tria Volumina a Nobis composita 
tradi eis (discipuIU) tarn in regiis urhibus quam in Berytensium pulcherrima ci- 
vitate . . . tantnmmodo yolumus/' 

f) ^aoignt) elftem I« 6* 143* 144* fßH* {>onn)ed <^* ^* ^* ^* 75« 

not. 8. 

g) £pil. Edicti. £)ie SBorte „Edicti brevitas'^ muffen überfe^t »erten : e t n e ft 
(SbictS/ m4t: biefed @tift0, »ag feinen oernänfttgen ®inn geben toärbe» (S9 
gel^t 2um Ueberfluffe no4 barauß ()ertor/ bap , n>o baS @bictum :S(>eoberici ft4 felbfl 
nennt (fünfmal) immer Edicta mit einem bejei^nenben 3ufa^e (praesentia , haec, 
superiora Ediota) fle^t» Curae poblioae =a occupationes Nostrae , cf. oben § 3» 
not. f. 

h) SBo^er .»upte Sf)eoben4, »el^e @a(!ben befonberS ^JKftg ))or!Qmett? ^uS 
ber ü^egifbratur beft (Somttatud regius, ber ti6d^flen Snt^an^ färbaft S)ftsott)if4e 3{ei4^» 



^ 



Tlufina^. 2)aS Skmje tm aber nk^ fmt)o^l ati<f(|tKf (t^ jum ®tf 
itioxä^ in tR^tn U^nam, att cd eine Sledl^tteld^ng f&T m fem 
foSte,. tevm 83erl^d(tntffe na^ füituäfd^tm Xtäfit p rk^n waren. 
8<tt fobM/ ^0» ber l^bifßen Snftofj aitfgegangemd; &^M| M 
ftfilM^ pxcXf^^ m bet S:|)(K imb mtl^mtvAifi bie SBtcfuttg eiace ®u 
fn|e$; aQetn fehte urfi^tfitiglt^e flSebeatung berttcYt ti webet baburd^, 
tMMl bann, loenn wtrflk^ eine ober bie anbere 2(enberung, fei eö wegen 
gwtngenben :)>eafttf(|fen 93eb&rfm(fed , fei ed aud 3rrt^um fic^ eim 
fd^Iei^« <Bi> ftnbm ftd^ oud^ im Sbictom 2(bweicffijmgen Dont &Ütm 
fM^t, xoi/bti t» iebo<| m^ frei ^el^t onjimei^meii ; bap 2>ad, wrt 
ms 7ltvbttm$ fc^eiat, nue ber 2(u$bru(f uns oitfoten gegangener (ge^ 
fd^ebener ober ungefd^riebener ,) StedfWqvLtüm ifi^ weiche länger fmk 
«IS ^aS; weldl^S und erß im Sbictum abgednbert ^tnt @emtg, 
baß Zt)toUxxd^ felbfi fein SBerf nur M emen StO^t&tciXt^iMvi^ , d» 
eine @))ttome beS geltenben {Rechts, t>f)nt ^(bweid^ung t)on le^terem; 
2um Swede ber SSelel^rung , gebadet t^aU SAci beweis ^d^ gon^ m^ 
genb baburdEi, baß einmal bem fRxäfUx, ber gegen baS St^tum ertetnu, 
©träfe gebvobt; ein onbertnal baS 9?imifd^e Sttd^t M Stid^tfc^nur M 
VMH^l^ anerfannt iokbk), offenbar weil man einen £Biberf)»rucff bei 
Sbictum gegen baS 9{i&mifd^e 9le$t nid^t gufief. 

^te (Sefc^äftö^&itfung bei btefetn |tt omnin^em , mo$te mit {Bemedgnml ^er demei» 
ncn ©eWei^c fctii/ ou8 »cli^^en baS ©btctum componirt ift Cf. Var. V, 15. „Li- 

„cet cuucds laborantibus ^Gomitatos Noster concedat jristitiani , et hinc reme- 
„dia stibjectis ad reliquas regni partes quasi a vivo fönte descendant , tarnen, 
yjrequenti adiUone permoti, ingeniosa pietate reperirnns, et aequitatem vobis catir 
„cedere et fatigationem longi itineris abrogare.'' — jDic plonlofk ^eiadnber* 

ret^ung ber einzelnen iSeftimmimgen im @bictum l^at^nflof erregt (p^U %^xf ^ot* 
lefungen 6* 870 s c^ ift Mr mögttdi^, baf bic golge man^er Tfrtffel bur* lUtitti* 
ttung ber Wtcn in ber ötcgipratirr tefHmmt »orben ift* ®n IBeifpiel , »te ein tx* 
üM n)ai^rf4einli4 aud einem auf ^nfu^en ber 3ubenf4<tft p ®eitua erfoffenen SU» 
ftripte ^enyor^egcmgen i|l; f* oben §5* not. ». — 5Kanfo (S5|tgoC>* 9tei(S ©»öS* 
»gU SJeumann im ^tmH XXVII. ®» 1520 meint, eS feien im ©bictum im^ 
fS^Iii]^ bie SSer^dltniffe bed ®üterbefi^ers, ber 0!labett imb be( »eibli^en ©ef^e^ts 
onfgefoft nnb berfitffii^^tigt^ iebenfallS mof man f!4, bem eitirten ^rologns gvfolde, 
btefe, ober etwa d^nlidSe öebürfniffe tri^t öl« a priori tom Jtönlge erfannt, fon» 
bem bnr4 bie @rfai^mng an bie f>anb gegeben benfen» 

i) Ueber Srrtbümer ber ^^afler cf. § 23. not, p. § 5. Num. X. XI* XII. 

K) Epil. : ^jscituiis cognitoigbus uniyersis ac jara dictantxbus , quodsi io 
y,aliqao haec Sdicta fneiint violata, se prosaiptioms deportatiomsqae poena 
„merito esse fericndos." 



tu 

♦ ■ \ 

IDomm tomrtitt SB^cHmd^ unb frine 9l«c|fclgier <md^ 1^iq)teii, 
nic^t nur ffe (xitten baS dtdmifid^ Slfd^t bdbe^Iten (of. oben § IT«), 
foiibent {te IdtMu e4 iint>er4ltibcrt Mbe^lten: 
Vor. II, 4. 9,Deleotamar vetastatis in^ente, ^ sequi regulas 

^ycomüttttas Ubanter amplec^tnun Qnia loeus rät^reptidni- 

yybos tion reÜDqtiitar , quoties ratioBftbiliter coHstituta ser- 

^^vaaatur." 
Yar. IV, 32% ,,ii«8ciniU9 a legibus dttcrdpai^e/' 
Var«^ IV , 35. ^^Custoclia legum oivilitaiis kidicium et reve«« 

„reqtia pfioram Pvincipam Nostrae quoque testatar devo-^ 

„tionis exemplum • • • • INos qai jiira veiierani ad Nostram 

„cupkuus rererentiam custodlre." 
Var. IV, 42. „Nos, qoi regulas Teterum, qui mo(nä)meDtli 

„servamos pietaitis/^ 
Var. X, 7. (2l&coba()abO „Äntiquorum jura firmo consilio cu- 

„stodire .... Velle Nostrum äntiquorum Principum est 



5? 



voluntas.** 



2)arum fonritcn bic ®otf)x\d)tn ©efanbten ju \\)xtx oben (§ IT.) 
angef&^iYten 9?ec|)tfertigung§rebe bem äSelifottuö gegen&ber binjufe^en : 

,,...• rjöaov ' Tictl SevötQtxov filv i] SlXov otovovv dictSs^a^ivov 
,yto rot&ODV ^qito^ vofiog ro nccQccnccv ovdelg^ ovx Iv )^^afAfia- 
„tfiv, o-üx ayQCtipog ian.^* , 

ol&ne baß man mit Stttter (praef. ad Gothofredi Cod. Theodos. II. 

p. 4.) bel()aupten bArfte „hallucinasse Procopium" (hallucinatum 

esse). 

©arum enMlc§ fonnfe aud^ SafftoboruS bebauj)ten) ferner 3eit fei 
eS angemefnet, bie oon ber SSorjett überlieferten ©efei^e ju galten ^ atö 
neue ju mad^en t). 25aS ©d&weigen ber Settgefto jfen , »eld&eS unS im 
Anfange , al8 wir baS ßbictum. ffir eine (Sefefegebung Sb^oberic^'S biet- 
ten, äBeben!en erregte, ^at U^t öiel weniger 2CuffaBenbe8, fo baß jeneS 



Art. 7. „Judex , discussis ntriusque partis saggestiombns atque docamentis, 
yyiä aoYam Tudicarer debet , qaod juri et legibus** ($ 16. not. h* imb ten TkTCt Da« 
ju) „viderit convenire." 

t) Var. XI , 8. Edictom per provincias.- Senator Pf. Praet. ,,Pri8Corum 
„mos foit , novfi jura deoemere , nt snccedenti populo aliqaid , qnod omissnm 
^Tidebator, M^uBgerent Miunc aatem aufficxens laus est oonscienttiae , Yeterum 
y^decreta aervare.'* 



144 

ÜRan tinnte t)erfu(|t fein; feen SRongel bet Vngftbe te9 jDrM imb 
bet Seit ber |)¥omulgatu>n ofif ä^nltdft SBctfe ju erfUreti; tnbem, nod^ 
bem auSbdtcf itd^en ®ebote glcid^ ber «rfim 6onfUtutton im Sb^obofta^ 
nuö Qobe^T; nur bie «^n^ufugung bon 2>ie$ et 6onful @efe^eS(raft t>et^ 
Uiiit, ein ®ebot, weld^e^ jum JBeifpiele bem im jD|lgotbif(|»en Steidj^e 
lebenben (Snnobtu£ febt wob( bef onnt war m) ; aOetn icb glaube f&glt(b 
onnebmen ^u bütfeU; bafi bem Sbictum fonKmg wie ben Kefcfipten 
unb Sbieten, welcbe GafpiobontS in ben SSoriat gefommelt ^, in ber 
UrR^rtft bie 3nfcrit>tion. gefebtt W* 

3« . S)ad @btctnm S^eoberici (ein bCo^ed ^roject SBenu^ung M' 
felben in ber SoOectio (S^anonum S(r(^i))raefu(i Vnfefano bebtcato* 

§29- 

Züti, in bem mfiebenben § 28« ffir ben biba^i^en Sbarofter 
Ui Sbictum SSetgebrad^te , li^t fiif mit bem , ^tUni $itboeu8 ju jot 
lenbcn SSertrauen (oben § 3«) auf eine anfcl^einenb t)iel einfacl^ere Sßetfe 
t>ei;eimgen , inbem man ndmlid^ annimmt, ba^ ba$ &\tt, ml^ti ben 
Snbalt beö 9Kanufcri))t$ mima^t, nur ^oject geblieben, nid^t jur 
^ublication gekommen fei (oben § 18* in £)• S^ toiü imitSf^ eine 
Ueberjtd^t aber ben Sinfluf geben, weld^en biefe SBeretntgung auf bad 
«^au^trefultat unferer Unterfud^ung b^ben wärbe, unb barauf bie Siid^ 
tigf eit ober* Unric^tigteit ber SSereinigung einer genauen ^räfung unter« 
werfen, ffir weld^e im SCnfange biefer üBIdtter ba$ nitbtge ÜRaterial febife. 

SBenn X>a8, xoai wir aB (Sbictum Sb^obertci t)or unö feben, nid^t 
wirfltd^ erlaflen worben iji, fo iji ti auf ben IRed^töjußanb bed jDpgo« 
tli^tfd^en fRtiäfi ol^ne @in{Iufil geblieben« Sebe Folgerung avi& bem Sbi< 
ctum auf ienen 9le(|)tö}ufianb nm^ mitbin juritdFgewiefen werben, unb 
nur ein febr t>ager @d^Iuf auf Umfidnbe, unter beren Umgebung &ber< 
baupt nur eine fpld^e TLhfx^t be$ ^6mg6, wie fte ftd^ im (Sbictum 
(unb gibt, miglid^ war, wiirbe erlaubt fein« SBenben wir bieS auf 



m) Etmod» L. I. epist. ö. „Quantum est , omoi Tocabnlora hominis im- 
„pensum in dictandis legibos laborem stabiüre poase Tel solvere/* Qosftttl'/ an 

lica ^ti S9def flenntet ifk, mar foebcn 6ott|U demot^cn« SDic SDentmig flutet M 
fd^on in Sirmondi Notae ad h. 1. 



145 

bk SmetS^l^imsen tiefer Sälittn an — xoüd^t idf, foweit eS o^ne 
^ntanfe^ung anbetet 3ntereffen gef(^el()en (onnte, \>on bem Stnfluffe 
bet bem (Sbtctum l()tet etregten @tatia Sonttoi^etfta freiiul()alten befhebt 
geYoefen bin — fo wttb on bem etfien Tlbf^nitte, weld^et bai Sbtctum 
felbji mtSf Seit unb £)rt »um ©egenfianbe ^attt (§§ i — 5.); ^i^tS 
gednbett toetben ünnen* ^te Unterfud^ung äbet ben Someö ®oti)Os 
tum (§§ 8 — 150 |}% \i^ nttgenbö auf ba6 Sbictum; nut erf! nad^ 
i^teft 2(bfcl^Iu{fe wutbe im @bictum eine SBefidtigung f&t einen ein^el^ 
nen^ a\x^ ol^nel()in nid^t gn)eifell[)aften 9)unFt gefunben (§ 18. not« 6.)- 
S)tefe Untetfuc^ung n)irb a(fo butd^ bie neue 2Cnnal^me nid^t offtcitt* 
SSon ben etnjelnen SSeweifen ffit bie SEettitotialitdt beS fRimifd^n 
Ste^tö (§§ 16 — 26.) fallen ^inn)eg bet gtammatifc|>e auö ben Sßot^ 
ten beö Sbictum (§ 16«) unb bet f^fiematifd^e auö bet Unm6gli(^eit 
bed 3ufammenbe(}el^enS beö Sbictum mit einem ®etmanifc|)en Jj^idfis 
ted^te (§ 180* ^11^ itbtigen bleiben abjet nid^t nut befleißen,* fonbetn 
jn^ei t)on tl()nen befommen je^t eine neue, eigentl^&mlid^e ®tixU* %ixt 
bie !Ku6fpt&d()e bet ®otbif(^en £6nige iibet baö ungefc|)iebene Sted^t bet ' 
beiben Stationen , unb loon bet 3(utotit(!t be$ 9l6mifd^en itbet bie ©o^ 
tl^en (§ 200, iji jeftt jebe JJeutung auf ba§ gbictum — beten ^ wenm 
gleid^ t)etn)etflid^e (§ 20« in f.), WliilidfyUit bie fBa^tfjtit big^et t>et» 
fd^etett f)at — abgefd^nittem ^ie S3eif))ie(e bet 2(ntt)enbung SHmU 
fd^n 9lec^t§ auf unb t)on ®ot()en (§§ 24« 25« [26«]), meldte megen 
bet 9R6g(id^(eit, fte auf baS (Sbictum iut&dFjuf&l^ten, bidl^et nut auf tu 
nem Umn)ege bie oetbinbenbe £taft be$ 9i6mif(^en 9ie(^t§ fut bie @es 
t^en ben)eifen fonnten, befommen jegt einen butd^auö entfc^eibenben 
ßl^ataftet; inbem nunmel^t jebeS biefet SSeifpiete — fo, wie bi*l^et 
nut bet %aU beö 2Cmata (§ 23« III.) unb au§ bet f^paUxm Seit mtf)xt 
(§ 26« I. IL IV. V. VIIIO — jum unmittelbatjien SSeweife bet be^ 
l^aupteten Tiixtoxit&t beS 9i6mifd^en Sted^tö witb , unb jwat fo , bap i^ 
bet 7in\)a\tpmlt li)inn)egfdllt, t)on wücfy^m a\a man eine intenftt)e Säts 
fd^tdnfung betfelben (auf einzelne SnjKtute obet ©dige) untctnel&men 
f6nnte. SBdgen wit nun, waS bei bet neuen 2(uffaffung beS gbictum 
auf bet einen Seite unfeten ä!Ben>ei6ful)tungen entjogen wirb, gegen 
ben Suwac^e auf bet anbeten ab , fo Fann man unbebenflid^ ba6 Sacit 
als ein \)bd)^ gunfügeö begeid^nen , inbem ixoax bie 3al^I bet SStmift 
üetminbett wttb, bie ttbttg bletbenben abet an Stdtfe unbet|)d(tntfs 
md^ig gewinnen« 

e. Oldben i. ftt, Iq 



• 



146 

9tad;ibtm ber (Sinjluf ber neuen fBetra^tungdwetfe bti Sbtctum 
auf bat pc^vptt^tma tiefet S3Idtter emögen worben i^, migen bte 
@riinbe fitr unb n>tber btefelbe folgen. 

iDaf&r fprid^t alleö im t>origen § 28. 2(ngefü^tte: bie nid^tlegiS- 
Iat0tifd^e ©teOung ber SDftgot^fd^en Könige , bad ©d^wetgen bed ßaf- 
ffobotuS unb feinet Seitgenoffen^ bie ^urftigfeit bed gbictum unb fein 
auffaHenb abn>eid^enbed SSerl^dltnif {u ben ©efe^bäd^em anberer g|[fic^- 
{eitiger ©emianifd^er Qtaattn ; unb ixoax mit mel^r ober weniger Stades 
brudf, ie nac^bem man bie bort t)erfud^te 3urädffu^rung auf einen tein 
bibaftifd^n Sbc^tafter bed @bictum für mel^r ober weniger gegwungen 
unb unnatärlid^ gu erfldren geneigt ifl. Sage gen fpric^t t>or Hüm 
bie Unwa^rfd^einlic^feit ber t)orau6iufei^enben SBonbelbarfeit in SS^eo^ 
berid^'S Uebergeugungen t>on bem {Berufe feiner 3ett gur ©efe^gebung, 
benn bei jenen; gewip nic^t ju legtSIatorifd^en ^unfifi&dfen bi6))oniren' 
ben S3erll)a(tniffen; Idft ftd^ annel^meU; bap ber $Ian ju einer folgen 
TUbÄt nid^t el^er gefaßt würbe ;.aB bxi m, bann aber auc^ nic^t mel^r 
abweiölid^eö , praftifd^eS SSebärfniß barauf f&^rte. f^erner bie ^t\)ti 
SOl^I ber 9Ranufcripte beS $it()oeuS (oben § 3. 9toten d. unb g.). Tlan 
barf ndmlid^ bel^aupten^ baf regelmäßig bie SRfil^e bed 2(bfd^reiben$ 
nur auf fold^e Sßerfe gewenbet warb; weld^e entweber ein wiffenft^aft? 
liebes ober ein praftifd^eS Sntereffe l^atten« SaS wiffenfc^äftlid^e Sn- 
tereffe beS €bictum tann nrd^t f)oäf gejfellt werben; wollen wir xf)m 
nun ffir feine Seit ein praftifc^eS jugejtel&en , fo wirb bie SRel^rjal^l ber 
«^anbfd^riften in ber Zf)at bebenflid^; wobei jebod^ ju erwdgen x% baß 
bie 2(nftd^ten aber ben wiffenfc^aftlid^en SBertl() eines S3ud^eS nid^t gu 
aOen Seiten biefelben ftnb , unb baß jener namentlid^ im Sßittelafter 
Ui^t oiel i)bf)n angefc^Iagen werben (onnte; als in ber je^igen Seit; 
in welcher man nid^t me()r barauf bef(^rdnf t tfi , grabe biejenigen Sßerf e 
auf ftd^ einwirf en gu laffen, bie ber Sufall unferen SSorfal^ren in \)i^fl 
befd^rdnfter Sal^I g^fö^rte. 

Sßid man bem iule|t angefälS)rten ©runbe eintgeS ©ewid^t juge^ 
ftt^m, fo fann er nodf^ burd^ einen Umflanb t>erfidrft werben ; weld^er 
auf ein tBefanntfein beS (Sbictum im neunten 3alE)r^unberte in Stalten 
f)tnbeutet. 

3n ber ungebrudPten Sodectio (Sanonum %rd^tpraefult ^CnfeCmo 



147 

b^km, mülft ®aotsn9 ©efd^td^fe IL § lOO. B. § lül. btfifycnbt, 

finbet fitSfa) ^olgenbeS: 

^ex lib. VIT. Cod. Tit. 38* Qui percussorem ad se venien- 
,ytem ferro repulerit, non habeatur homicida, quia defen- 
yySOT propriae salutis videtur in nuUo peccasse. Et qui ad 
^^possessionem alieuam violeutus adyeuerit cum multitudine 
^^congregata, si aut ipse aut aliquis ex eodem numero casu, 
,^dujQa pellitur yiolentia^ occisus fuerit, is qui pro necessi- 
^ytate hoc fecit, a metu poeuae über habeatur« Datum VIII. 
y^kl. oct. just, opimo.^^ 
2)te erße ^dlfte bev ®teDe bxi peccasse fielet mid^ L. 3. Just. 

C. ad Legem Gomeliam de sicar. (IX, 16.), toofelbfl fte bem 

@otbtanu9 jugefd^eben xoiiA* 2)te uor^ergel^enbe L. 2. tfl üui bem 
(Sonfulate be$ Tixiami unb ^opnS*^ ti bleibt füx bie L. 3. (weld^e ol^ne 
X>xa et SonfuI ifl,) alfo nur baffelbe ober bad Sonfulat be« 9R. Su« 
Ituö 9)l&Ut))})uS Imperator unb be$ ^eregrimid TltmxHamS öbrig. 2(u< 
(etnem t)on beiben fann auf irgenb eine Sßeife ^'e @ubfcri)>tio in ber 
(SoQectto @anonum ^^datum VIII. kl. oct. just, opimo^^ entfionben 
fein. ÜRan muf alfo annel()nien, entweber^ bafi bie ®ubf€ri))tio gang 
williüxlxdf erfonneu; ober baf bie SteQe, weld^ fui^ in ber SoÜectio 
aü ein ©anjeS barfleOt; mi jn^ei urf^rfingli^ oerfd^iebenen X^lm 
befielet; in weld^m S<>Q^ bann bie dd^te @ubfcriptio ber jn^eiten ^ÜfU 
burd^ SSerfl&mmelung baS gegenwMge 2(uSfel()n befommen l^aben fann. 
^iefelbe ©teOe jiebt t)ereinigt im (Sbietum 2:beoberici , 3Crtiö. 

(qui bis peccasse.) unb 3Crt. 16. (qui bi« habeatur.). ^cA „Et" 

fel^t im (Sbictum. S>tefe Uebereinfiimmung Idßt eine bo^))ette 6rf Üb 
rung ju. (Sntweber fd^d^fte ber SoQector aud bem @bictum ; ober er 
fd^6pfte aus berfelben sQueOe, ani weld^er aud^ ber SSerfaffer beS Sbi^ 
ctum gef^6pft battt. 3d^ ^alte auS folgenben ©ränben ba$ (Srfie ffir 
ri^tiger : 

1. im 6obe^ lautet bie erfie ^dlfte ztxooi anberS, wie im &u 
ctum ; bem SSerfaffer beö (enteren tann — burd^ SSergleid^ung berieni« 
gen ®t&dFe feiner Tlxbdt, beren iQueUen unS erhalten finb, mit biefen 
SlueUen — - na(l^gen)iefen werben, baß er, t>iellei(|)t tim bod^ toenigfienS 
ttxoaS @tgeneS ju liefern, nac^ einer Unab^dngtglett beS TbObmdi 



a) Pars 7. Gap. 36. Ut dtömtf^en stellen. 

10* 



# 



148 

iK^füN^ tte toette? gar (einen Brotä t)at iSS tfi mtfyin miunäimm, 
baf ber Sobe^ bte £lueae treuer wtebergtbt jCKe SoQectto nun f<i()ße^ 
ftd^ ben 2(u§bru(f en beö (gbtctum an b) i eö ifl aber ganj unm6g(t(^^ baß 
iwet Don etnanber unabl[)4ngige SSaViationen beffelben 3i)tma, bei xAä)t 
unbetrdd^ic^er 2(b»et(^ung t)on i^rer iQueOe; fo burd^uS auf 2)ad^ 
felbe l^inauSfoniinen tonnen* 

2« (Sinb bie beiben ^dlften ber @telle t>erf(^iebenen Urf))rung6, 
fo tfi ti fel^r unn)al^rf4KtnIi<i() , baß jmet; t>on etnanber unabbdngige, 
StebacHonen fte glet(^dßtg t>erbunben b<^ben foQten. 

3« .@inb aber beibe ^dlften ber ®ttüt ein urfprAngltc^S @angeö, 
fo fonn baffelbe feinem 2(Iter nadS^ nid^t im SllieoboftanuS Sobejt gefiam 
ben f)obtn, «val()rfc^einlid^ aber auc^ nic^t in bem Sober ©regoriani ober 
^ermogeniani ; toenn ndmlid^ biefelben in ber ZW {eine Sbitte unb 
®eneralrefcripte entl^alten lliaben c). (Seinem Sn^atte nad^ tarnt ti 
td^t in ber 6onfu(tatio geßonben l^aben, unb in ber ie% 2>ei fte^t eS 
tti^t S93ir maßten alfo amti)mm, baß bie urfpr&nglic^e £luetle eine 
Ueberarbeitung in einem ^r und gdnjlid^ t>erfd^n>unbenen SBerte erfa^» 
ren l^abe , aui toeld^er Ueberarbeitung bann ber QoUector unb ber SSer^ 
faffer bei Sbictum ieber ftir ftd^ gefd^&))ft l()dtte; unb ba ijl cd boc^ wol^( 
nat&rlid^er; bie Setanntfc^aft mit bem (Sbictum gu^ugeben^ eben loie 
@at>ign9 ©efd^id^te II. @«3li« geneigt iji; um einer dl()n(i(|)en tteber« 
etn^mung SBiden St>o'l Setanntfd^ft mit ber Gonfultatio anju« 
nelimen» 

SMe jBenu^ung bed Sbittum in ber @oBectio (Sanonum Xnfetmo 
bebicata, toenn man fte nac^f bem ©efagten f&r n)al()rfd^einlid^ Italien 
nm^d), fttUt ftd^ als ein bebeutenbeö 2(rgument für bie tM)ti)üt M 



b) Codex. Edictum. Gollectio. 

lySi qiiis percussorem . . . »iQui percnssorem . • . fer- yjQoi peccussorem . . . fer- 

yygladio repolerit, non ut „ro repulerit, noa habe- „ro repolerit, non habea- 

lybomicida tenetur , quia y,tor homidda , qnia de- „tnr homidda , qnia de- 

yydefensor propriae salu- y^fensor propriae salotis ,,feiisor propr^e salutis 

„tis in nullo peccasse yi-- „videtur in nollo peo* „videtnr in nullo pec^ 

„dctnr." „casse." „casse." 

c) £er 6(^lttf auft ter fiftebetoeife/ »el^e Uixun conereten S<^ loorau^ttfeltn 
Meint/ ifl aUerbing^ mifll4* @r mtrb aber babur4 Q^xt^t^txti^t , taf L. 3. G. 
dt. (»ie L. 2. eod.) an Ctuintianu^ gerietet ifl, »el^er im 3« 235 (SonfuI ^t» 
mefen »ar* 

(i) (Sntf^eibenb mürte ber Umftoii)» fein, wenn no4 me^te TCrttfel M (Stictum 



Sud^ (m iem i)xtt m ^ia^t ^l^etiten @tnne) neben ben SbmÜB ber 
Stonufcripte. jCa^u fommt enbüd^ noc^ folgenbe S8€ttaiä)tuni, auf 
toiläft nad) meiner 9Retnung baö aOermel^iite ®mxd)t gu legen tfi. 
SStr i)aben in bem SSorfiebenben ol^ne iSenul^mtg bei (Ebictum erFennen 
müiffen , baß ber Siec^tö^uflonb im £)flgotl^tf(l^ 9{eid^e oon bem anbe^ 
rer gleid^jetltger (Sermantfk^r Staaten burd^auS t>erfd!^teben ^etoefen, 
inbem bort baö fRimifd^t fRtd)t nx^t, wie ^ier^ auf bte ^^robinjtalen 
befd^rdnlt blieb, fonbem aud^ fiir bie @teger ©ältigfeit tatte* Sben 
biefen ungen)^^n(icl^n died^tdiullanb fe|t ba$ Sbictum wcau^ e) : ber 
SSerfaffer l[)atte alfo £enntniß )»on bemfelben ; »ie ma^ er biefelbe er« 
langt l^aben? S>urd^ SSergleidj^ung anberer, ibm befamtter, bauemberer 
Suftdnbe fann er jenen ntd^t erratben b<tben , an eine auf wtffenfd^aft^ 
ttd^em Sßege enoorbene Jtehntmf ifl Mr |)i(tS^oeud nid^ ju benfen, fte 
mufl atf0 aat ber 2(nfd^uung ber t)m tBerfaffer umgebenben Su^dnbe 
bertM)rgegangen fein. 2)ann ahtt Fann baS €btctimi Fein Partus fu^^ 
)»ofttud fein, inbem Seber,. ber feine 3ettgeni>f|en mit einem fo notort^ 
fd^en %ox^m , mt eine einbetmtfii()e ®efei^bmtg \!^, gu m^ßificirett 
untemebmen n)ottte , burcl) feie Ueberjeugung t>on ber ^itd^tlofigFeit fei^s 
neS Untemebmend abgebalten noerben xotxjüH. 

4. IBarbari beS (Sbictum« 

§30. 

2>tejiemgen, fär n>eUbe baö (Ebktum gelten foU, n^erben in bemfel^ 
ben „universi Barbari et Romani^^ iitimxA* SSac^ bem S)argefiell^ 
ten Fann md^t bezweifelt werbe», baf unter ben „universi Barbari^ 
aud^ bie Untertbanen @otbtf(^ XbFunft begriffen ftnb. BiqßuQOh 
Barbari ift aUerbingö ber, bei ©ried^ifd^en unb 8l6mifd^en ed^riftfiefc 
lern conjlante, 2(u§brudF f&r bie SDjigotben fowobl wie fär alle anberen 
9lid^tr&mer^ allein bie Könige bed ßafftoboruö entbalten fuf» a) ßrenge 
beifelben. Sa (ie gebraudjien ibn fogar im ©egeafo^ gu ,,6othi.'' 



fi4 in imx C^ammlun^ fänbm. T/kh ^em £Uteaew>eriei4mfre bei 0atignt^ I. c. 
11. ®.487. 488. leitet man^c Q^ ^o^in: iur eergieidtmns fionb mir ^os fSerf 
üi^ (u Gebote« 

e) stimmt maii; mit bisher Me 04nf(ftelkr, )>e« 0ie4t^tt|i«nb fSreine IBtr? 
luns ^^^ ^Mctum, fb ift bie ffro^e, «% a( k itraft detreteti; bereit» ectebi^t. 

a) e i c U e i (b t mit TCttßnabme ook Tar. 1, 18., »o }(bo4^ nu^ febr »o^I eise 



150 

Var. III ^ 24. yyUniversis Baibaris et Romanis per Paamoniam 
^^constitatis Theodericas Rex/^ (cf. oben § 25* in f.) • • • • 
^ylmitamini certe Gothos Nostros/^ 

mi itxt jBejetd^nung itt feinte unb TbObiixQtt 

Var. II y 5 • • » • ^^praecipimus, militibus • • annonas * » praestare 

,y.. • In procincta semper erit, qui Bai*baros prohibere con- 

„tendit.** 
Var. III f 43. . • ^^quid enim proficit Barbaros remoTisse oon- 

^^fiisoSy nisi yiyatur ex legibus ?^^ (cf. oben § 20* IV*) 
Var. Vin^ 2i. . # ^^peculiare tibi foit, et renitentes Barbaros 

y^aggredi, et conversos terrore sectari.. Sic victoriam 6o- 

y^thorum . . . pvisti." 

S4 I6fe mtv tiefe ©d^iettgfett b) auf folgende SSetfe, bte x<fy in 
bo^ fetneSn)egS ^r befriebtgenb ausgebe, ^kx, wo ti borauf onfont; 
fid^ befitmmt au^ubr&(fen^ tonnte man nt^t fagen ^^oniversi Gotfai 
et Romani/^ of)nt bem 9Rtpt)eYfi(lnbmfe fRomt {U geben ^ a\i ob bte 
SingteT; «Rentier unb übrigen $B6lfetfd^aften; wAd^ außer ben &^en 
unb Stlmitn Sl^eoberid^'S @ceptet gebord^ten, ntd^t aud^ gemeint feien« 
(£tn altrimtfc^er SSolfefd^f f)&tU iebeSmal bte gange Steige aufgejdl^lt, 
unb aud) nod^ ben 3ufag et si qui alii sunt erunt ntd^t t)ergejfen. 
Set SSetfaffet be6 Sbtctum fanb ben, feinet^ ju engen Sntetpvetation 
ausgefeilten; }(uöbru(f Barbari bequemet unb ber ,,Edicti brevitas'^ 
(Epiiogus £d.) angemefner. 

2)ad thm oenttitrte 93ebenfen ifi auf ben erfien TittWä ^emlid^ 

SBef^rdnfung aaf bteietiigen 9t{4tr5mer, mlä^z iVi S^bc))a(ar'ö 2zit ia bad 9tei4 ge« 
fowmcn, irnt bie Var. V, 14. Antiqai Barbari gettonnt »erben , SttWfUg ip. 

ir) Sieaei^t ifl überaQ feine tor^anbeU; bo» ^ei#t, oteUei^t ifl iener ^proAde« 
bratt4 beS (SaflloboruS nur ein iufäUiger , ober »enigflenS «uf ü^n bef^rdnft 6o 
formt in einem IBru^ftüdfe von (Sefla aus Staoenna Dom 3(i^^e 540 (^ar int 9S. 
115» ©pangenberfl ^. 500 «sors Barbarica" »ie e» Weint aB offtdetter 2fu$» 
bruA für bte ©ot^tf^e Sertia ton SgU ^iatignt^ ©ef^tibte I. &. 333* not.d. 
^ie glei^ieittgen SBeftgot^n nehmen an ber SBesei^nung Barbari fo »entg Ynflof , 
baf bie Snterpretatio bo& „Barbari" be« S^ejcteft ba, »o bie «Beflgot^en ni*t mit» 
begriffen fein foUen in „bostes" änbert, ^ ®. Ink L. 2. Th. G, de postUmmio 
(V, ö.) Int, L. 14. eod. de infirmandis bis quae sub Tyrannis aut Barbaris ge- 

sta sunt (XYy 14.) , »fi^renb fte ba , n>o fte bie SBeflgot^en nid^t au^Wlief en »UI, 
jenen ^uSbruit »ieber^olt; ^IS* Int. L. im. Th. G. de nuptüs GentiiliaiB (III, 14.). 
(Sbenfo bie Surgunbionen« Lex BtirgtmdUmum Praef. Tit. 17. § 5. Tit. 44. $ 1. 
Tit. 65. 5 1. 5 2. Tit. 60. J 1. Tit. 61. 



151 

tmtntmffont: ftud^tbat xoki ti biir$ bte Utttcrfi&^mig;' tveld^e feine 
rnmber gelungene Sifung eineV; Don ter l^errfc|ienben fowol^I; tote oon 
unferer abtoeid^enten^ SCnftd^t Don ber ®eltung bed (Sbtctum getod^^tt; 
bte Züxl in feinen Sotbfungen aber boS beutfd^e 9>tibatred^t (®.890 
att8gef)>rodiien ^at , (Et f^&lt a fbx wolt)xfi^lx^ , baß mit ben Sßaxbm 
gar nid^t bie ©Otiten; fonbem bte bii bal^in bon £)boba{ar bei^errfd^ten 
«^eruier unb ftbrigen SBoIföfidmme gemeint feien , baß alfo nur f&f 
biefe unb bie 9?6mer baö (Sbictum erlajfen nootben fei. . ;;^iemad^ et^ 
fd^iene benn SS^^eoberid^'ö ®efe^gebung aß ein SSBerf ber ©ered^tigf eit unb 
Jtlugl^eit; inbem er bie aatSf fonß ge))flegte ©ermanifd^e &itte, ben 
SBeftegten x\)x fRt^t ju laffen; auö&bte; unb bie 9iimer mit ben biel^ 
leidet nur geringen c) Ueberrefien xf)xtt fr&^eren fBefteger berbanb/' 
2)iefe oSerbingS geifheid^e SBermutl^ung wirb burd^ 3n>eifel an ber Hb^ 
ftc^t SQ^eoberid^'S; feinSSoIf jur Stimifd^en ©efe^gebung J^inäberjuteiten, 
eingefölirt, n>eld^e bereits (oben § 19» init.) erlebigt worben ftnb. ®ie 
wirb atöbann bur^ brei ®ränbe ttnterß&((t: 

1« „a fiel^e felE)r ju begweifebt; baß bie im Hxt* 52. genannten 

Barbari quos certum est Reipublicae militare, bie ©Otiten getoe^ 

fen feiern 

2« bei ber jenfeitigen fBel^aut)tung befdme na^ TM. 72« ^^testa- 
menta sicut leges praecipiant cet/^ baS Stömifd^e Siedet fogar &ber 
ben Snl^alt beS (Sbictum ^inauö fbx bfe ©otben ^prattifd^eS ](nfe|)n* 

5. bei bieferXnftd^t fei baS fonfi ftnnlofe ^^devictis tarn Barbaris 
quam Romanis^' am ®d^luffe beö (Sbictum ooOfommen aufredet gu 
|)alten unb baS oon SRanfo d) oorgefd^Iagene, . aber fd^werlid^ ttfenbe, 
^^afiBictis^^ aÜ unnitl^ig gu oerwerfen«'' 

Son ben brei; ^ier atö SSegr&nbung ber neuen TCnfid^t genannten, 
fünften ftnb bie beiben erfien nur 3toe{feI an ber alten e): ber britte 

c) „m^ni^ftai^ bürfen »ir glauben, ^af tie ©eaenpart^ei IDboa^er'ft ni^t »on 
Sebeutimg loar, ^a mir toi^m, baf tie Srmorbung teffelOen, tur4 »el^e S^eote« 
tiäf tnt geleijleten Gd^iour entmei^te/ ungerdd^t blieb , insbefonbere au^ SR^or unb 
Jtufpinian'6 (S^ronifi erid^leit/ baf SDboa^er's äBruber SDnulf unt ber rugif^e Sftrfl 
9rtebri4 na^ 2^(eoberid^'$ enbli^em ^iege 3talieti verlief etu'' (Sftr! ibid.). 

d) SDfidot^iM. 9tei4 0* 9. 

e) ber ^meite ein loolKommmen begrünbeter, cf. oben f 16« not. a., aber na« 
t6rU4 nur ber bisherigen ^nfl^t ())on ber bef^rdnften Geltung) gegenüber* JDer 
crfte Hfeint M auf befonbere Senu^ung biefeS tKrtüe» bur^ frühere e^riftfleUer |tt 
berieten, bie mir inbcffen entgangen ift« »Der 3n>eifel felbfl ift ni^t begrünbet* 



152 

tfl a offenbar, mldfm fle l^mptf&ifii^ iSftt Cnt^ting t>atanft. tteb 
in bev Zfßt iß et in bet f^iet Mrgetcagencn SBetfe unb buni^ bte Sofie, 
»elU^e bte Jd^xottliUi ttfenbe^' 6ontectut SRanfo'S il^m unttrirgt, 
iM>n ®e»t(|)t XSem ,,deYictis^^ tfi nxdft, wie eö na^ bem ßttat fdf^eint, 
eine too^e Sitera, e8 t{i nur eine (Soniectur iwn Sinbenbtog jO, m\ä^ 
oeber ev felbß no^ feine 9{a(|)fblget in ben 2;e]rt oufinne^n gmagt 
f^aben* XOe XuSgaben (mi£^in aa^fy bie beiben, welche nad^ § 3* in bcr 
Aritif oUein Don IBebeutung ftnb, bie M)n 9li9eaiu$ nnb bie loon Sinbcm 
brog,) lefen ä victis, welcfK^ burd^ ein üttfü^n btS Qtbfdftübeti atti 
cunctis entfionben ifi ^), fo baf ge(efen werben nnip: 

,yHaec qaanium occnpationes Nostrae admätere, vel qoae 
9,Nobis ad praesens occarrere potuerunt, cuoctisy tarn Bar- 
,,baris quam Romanis sumus profutura complexi, quae 
y,oinniTiin Barbarorum sive Romanorum debet servare de- 
„votio/* 

S>ie 9Borte: omnium Barbarorum ^ifen h) bann: wef @taQ' 
M fle fein ntigen, nnb werben in ben folgenben: »,nec cujuslibet 
y^dignitatis*^ cet. weiter au8gef&()rt. 

& ifl äbrigen^; bamit bte rtd^tige SSorfledung t>on ben Sflgot^n 
SEI^eobertd^^S aiS einer ©en^ fohira (oben § 9«) tddft gtttübt werbe, wt4l> 
tig , feben ®ebanlen an eine Unterf<l()ieben()eit ber onberen (S ermanifiil^ 
®timnt im £)9gotl^if(l^en JReid^e oon ben ®oii)zn bwc^va ju entfernen. 
Zütt ntac^t baö SRiffoUen geltenb, wel^eö bie @otf)tn an einet 
tl^nen oitfgebmngenen fremben ®ef(^gebung ^dtten em))ftnben tn&ijen; 
fo ia^ eine fold^ Staafuregel, bie Sü^oberitj^ tit «^erjen eincd grofeii 
Zlidia feiner ttntertl()anen entfremben nmpte, mit feiner befonnttn 



f) Codex hegnu aot* p. 1318. in marg. : „forte legendom delictis." 

g) tDtefe @men^attOR, meldte fi4 ^ur4) tie ^araUelfleae via ^prologud 
„cunctoram deyotione servandis, qnae Barbari Bomaniqoe sequi debeant^* . • . 

itber ie^en 3»etfel ergebt, ifi faft mit oflen ^üm&felfi^flemen vereinbar , |i) baf M 
duS bor ^dgli^ldt brr Senoedl^SIuns fein e^tuf auf baS Tater ber Urbonbftnft 
iie^oi l&f t. 

fc) nenn roit ntcbt etwa dnen blofen 9>araIIeUdnitt6 Dor «n$ ^ben , Um mit 
ben feinen Unterf^teben omnes , cancti , uniyersi , mmmt ed bed QafHobontf 3nt 
Stt4)t p denou« Yju*. DC , 14. „Qmmbiu plaeeat , qaod ad canetonim aecesse 
„est pertinere fortonaf/* Var. I, 10. „Omnia complectitar, cnncta modera- 
^ftvaCf et nmyerBa hinc polchritudinem capsimt.*' Var. I, 15. ^piDÜcias auu^t 
„qni «niTersis oelsior ioTeauris.*' 



155 

StantsRuglMt tti<i^ uetetttbat fsu ^affdtbt aRt^faSen mußten obac 
bte anbeten @efmamf(|)en ®tdmme empftnben, toenn fte aOetn ienet 
®efe^ebung untemorfen würben; ttnb m einem nod) l^6^eren ®rabe^ 
»enn fte baburd^ twn bem Stammt, cM n^elc^m ber j(6ntg geboten 
toat, gefc^teben unb augenfd^einltcl) juräcf gefegt würben. SBat nun 
t^rt 7inica)i arxf^ nod^ fo Hein; fo burfte ein fiaatöfluget ^fttfi, wie 
2;beobericl^;*tl^te Siebe unb Jfn^dnglid^fett bod^ nur bann oufS ^ifiü 
fegen ; wenn ein wid^tigered Sntereffe if)m bie§ gebot, gumolbai^ire 
Unjufriebenbeit nm fo gefil[)tli(^et fär bie 9lul^e fein mu^tt, d& ti wxUt 
ibnen Sßdc^tige gab , unb fte. einen SEbeii ber bewaf^ettn fSto^t biibtf 
ten i). ZU ein foIc^eS wid()tigere§ Sntereffe liefe ftc^ benfen ein SSor» 
tl^eil derjenigen , weld^e Sbeoborid^ ben £)bot)a{ar batten beftegen \)tU 
fen k): ein fold^et aber Idßt ftd^ bei bie f er Sßaaßregel unm6glid^ auf^ 
ftnben* JDber eS tonnte etwa bie ^dntung ber £)bot)a(riben grabe ber 
Srotd ber 9RaafiregeI fein. Zbn eine @telle be§ Safftoboruö beweifl, 
bafi Sb^oberid^ , weit entfernt bie JCnbdnglid^f eit an feinen f^einb alö ein 
SSetbred^en ju betrachten, geredet unb weife genug war, fte t>ielmebr 
gu loben unb gu belobnen* ^a^u fommt bie oben § 27« befprod^ene 
@telle an^ bem Seben beö ^eiligen Qpip^amS, auS ber wir faben, bcif 



i) 9iämli4 totm bie Barbari be& (Sbictttitt W SDbooafrtbm »dren« Art 43. 

,,Nallus ad potentem Romanum aut Barbarom . . •'' art. 44. „poteus Romanos 
„aut Barbaras. . ." Epil. „persona potentior aut eins procurator vel yicedomi- 
^,nus ipsius . . . seu Barbari seu Romani^* ... — . art. 107. y)Qai auctor seditio- 
„nis vel in populo vel in exerdtu fuerit" . . . art. 32. „Barbaris , quos certum 
„est Reipublicae militare'^ ... « 

h) Bo lourben ben £)bo))afnben Me Sertioe obgettommen unb auf bie TCn^änger 
S^^eoberid^'ß übertragen* Procopius d& bello Goth. 1, 1. (cf. oben § 7* not. c). 

l) Yar. II, 16. „Retinetis enim , Patres Conscripti, Patridam Liberium et 
„in adversitate Nostra fuisse laudabilem , qui sie Odoacris integerrimis parebat 
,,obsequiis , ut Nostra post fuerit electione dignissimus , contra qaos molta fe- 
„dsse videbatur inimicus. Non enim ad Nos vilissima transfugae conditione 
„migravit, nee proprii domini finxit odium, ut alterius sibi procoraret a£fectnm. 
„Expectavit integer divina judida, nee passus est sibi Regem qoaerere nisi pri- 
mitus perdidisset. Unde sie factum est , ut ei libenter daremus praemium, quia 

Nostrum ftdelüer juvit inimicum Probavimus hominis fidem : tristis ad jura 

Nostra'' (cf. oben § 20» not. a.) „transivit, qui, superatus, animum convertit^ 
„non autem ut vinceretur elFedt " — «Begen biefer ©teile ma^te fiäi im § 27* 
not. f. bie S9ef4rän!ung be$ TCuSbrutfß »qnos aliqua necessitas diviserat'' auf ben 
San ber S^reulofigfeit not^menbtd. 



yy 



154 

SCI^eobm^ Vit 2(b{t(^t, btc et im UntotHen gefaf t, ntd^t attfgef(tl^rt ^aht, 

tinb bie^yPauciy qaos malomin incentores ftiüse cognovit^^ toaretl 

gewiß nid^t aQe (fydt ober fc&l^) {td^ untenDetfenben ©ermanen t)on 
£)tot)afa('$^art|^ei; aber ou^ tiefe SSenigen traf ja tiid^t eine @tiafe^ 
xoüdfyt xf)xm red^tlid^en Sufianb etfi^uttert l^dtte. 

®an} entfc^benb ifi enblt^ boi ou^tfitfli^e 3eugnifi beS 9>roIo$ 
px^, baß bie Slugier — unb xoamm foQte Don ben ©c^ren, Zmdün^ 
Qtm, «^entlem tttocA 3CnbeteS gelten? — glei^ bei Sl^eoberi^'d JCuf^ 
treten mit ben £)fIgotl^ ju einem ©onjen t^erfc^olien feien ^ I9 ^o 
}^^05 ait€^K(f ovTo^ (oben § 81. not. i.)« 




£) ¥ u dPf e M ( ^ 



6(tte 9 Mt 6 0» »• flott XI. lieft XL. 

hinter num. fc^lt V. 

2 ö. 0» ft» vn. l. vn, 42. 
16 0. tt* U @ontroocrfta 

9 « «^ ifl bie Jtlammer (inter 11 su flrei^en 

7 » « U Fabri" [cf. Baron. I, c] „anno 
19 t. 0* I. eitalM 

6 » « I* potestatem/' tooS 
10 » * U „filii," 
21 » - fU 134 l. 87. 
21 « « U @pifloIae 

5 ttttb 3. 1 t>« lu % :(¥t. 133. tt. fi* ^rt. 153* r* Xrt. 143. 

6 ^* 0« I* „Senratusy 
5 t>* tt. U tertiarom depotatione 

16 « « ft 9tomantt6J I. {Romanuft* 

14 » «" U remittere 
S ' » l* toaxtn 

15 i" « U 9)rocreatto ex iufüft 

2 ^* 0* U ba 7(t^alan4 

14 * « hinter arbitrio" fe^it ber ?ex flBiftgot^onim 

3 t>. lu U ben yrot>tttsialen 
10 t. 0» fl* bleiben* U leben. 
19 ' « l. 3. S)ie 

15 « 'I. 3. S)ie 

7 » • fl* al. U rel. 
10 »♦ ru |t f. l. V. 
18 t>. 0* I« müfte. 

1 « « I. 3* ©ie 
14 « » U überflfifflde , annehmen 



11 
15 
17 

21 
26 
31 
33 
34 

45 
50 
65 
66 
68 
71 
79 
80 
89 
91 
92 

95 
100 



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« 113 

'- 115 

' 118 



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7 « s (» inyasa, 
12 ' « U 3. S)ie 
3 • « p. an It auf 






/ 



SfHnM^r I)r* S* ^v ^Cbl^anblungen aud bem 6tt)t()>rocef~ I. lieber 
ben 3ett))unft, mit weld^em bte Slad^b^Ie bed ttngebotfomS ein^ 
treten, gr.s* aofgr, 

OiUidlr ®* ^v gefd^id^tltd^e i&arMung beö «^anbelS, ber ©ererbe 
unb ba 3C(f erbou'ö ber bebeutenbfien banbeltreibenben ®taattn un- 
frer Seit, 2 S5be, gr, 8, 1829. 30. ir 2r »anb 4 Jiß. 

iDer brttte Sanb unter bem Zitti: 

Oiüi^ r ®* ^* / bie ©ewerbSoerl^dltnijTe ber bebeutenbern Qtaattn 
ber erbe in ben lefeten 12 gabrem irÄb, ar,8, 1842. a^.isfgr. 

(©er jweite »anb unter ber ^rcfie.) 

SCabeOarifd^e ttberftd^ten baju in f^olio« I. Lieferung, i ^« 15 fgr« 

(II. Siefenmg unter ber ?)tclfeO 
HuDTWALKER, Dr. M. H., lieber die öffeDtliehen ond Privat -Schieds- 
richter (Diaeteten) in Athen und den Procefs vor denselben, gr. 8. 
. 1812. 15 sgr. 

ftoi^feiif VLrot, bie UnionSDerfaffung S)dnemarfö unb @d^Ie§n)ig:: 
' bolfiein^; eine gefd^id^tlid^ ftaatöred^tlt^e unb !polittfd^e (Srörterung. 

^ad) beS SSerfafferd Sobe berauögegeben t)onDr. ®eorg JBefeler. 

gr, 8, 1841, 2^, lofgr, 

9|p]^, Dr. 3« Sr. , £afi t)iele d^rijUid^e ©taaten unferer Seit an 

ibrem eigenen SSerberben arbeiten, $rebigt bei @r6ffnung beS 

Sanbtaged im ®ro^ber}ogtbume @ad^fen SSeimar, gr, 8« 1841. 

geb* H fgr. 

9^tn9f 6, SB,, tie Sebre t)on bem SletentionSred^te nad^ gemei- 
nen Siedeten, gr,8, 1837, l^, 22 ^ fgr, 

9iairiftiir$ilir beutfd^ed, I.ißanb, gr,«, 1840. geb. i^,lofgr. 

:De{feIben fl. S3anb. «herausgegeben t)on SB u b b e u ö, gr, 8. 1841« 
gebeftet 1^, 20 fgr. 

X)effelben IH. jßanb. «herausgegeben t)on IBubbeuö, gr,8« 1842» 
gebeftet i ,!^. 20 fgr, 

(Cer IV. ©anb unter ber treffe») 

IBeHl^eiHgiiliil beS @taatögrunbgefe|eS für baS ^5nigreid^ ^an^ 
notier, berauSgegeben t)on ^ablmann, gr,8. 1838. geb, iJtß^ 

f&ntmf Dr. 6,$S[., 3ur ©efd^id^te be8 beutfd^en 3oat)ereinS, Stoet 
a))o!r9))bifd^e 6a|)itel unb ein ))ro)9][ietif(^eS, gr,8. 1841, I2|fgr. 



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