(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "David Baumgardt Collection 1907-1971"


r^<Ä?^- 3^0 



V 



Z-^-*^ 



JL 



\^. 



^ 



'^ 



C>- 



lJ 



X 



/ 



o.. 




Xä.^ 



/' 



\ ; j. p 



i 







I I 



f I 



f f 



/ 



/ 



N 



Kapitel III 



Die Rolle der Verzweiflung in der Bbhlk 
und die absoluten Werte 



1. D^T Zweifel und die Verzweiflung am Sinn des Daseins 



2* Die Berufung auf Gott9<»->ein Zirkelsehluss 



Anmerkungen I 



3. Die Illusion der absoluten lustfreien Wsrte 

Die Illusion des ethisdien Formalismus 

Die Illusion der materialen lustfreien Wertideale 

Absolute ^Materiale Werte** in der Philosophie des 
^ttelalters 

Materiale Werttheorien der Neuzeit 

e; Die Illusion einer siabjektiven absoluten Svldenz 
der Werterkenntnis 

Heideggers Ruf des Gewissens und seine **absolute* 
Wertgeltung 



Anmerkungen II 



-^r- 



S.27 

10tt'& 

113 
115 
135 

152 
l65b 

178 

19«* 



.1 



\ 



.•^il 



f I 



I f 



f I 



■^ 



-27-> 



( (/„^ ,./ ;^'7 






X 



i 



/TKi - I 



V 



r 






Die Rolle der Yerzweifliing in der Ethik und 
die absoluten ?;erte 

1. Der Zv.-eixel und die Verzweiflung am 
Sirin des Daseins 



SO ist dem Llensclien notwendigerweise jede Pluclit vor 
/ der Relativität seines Daseins(t?:^agtj. Er kann weder den 
^e-riif des reinen Nichts konzipieren noch kann er es sich 
durch die kühnste Phantasie ausmalen. Kit seiner 3ejre.n2t^, 
...it kL.nn er niemals das unbegrenzte Nichts oder das unbe- 
rc-enzta Sein ergreifen. Der Selbstmord mag tausendmal als 
ein ausreichendes Mittel zur Auflösung individuell ?n Seins 
.npfu--.den werden. Obwohl es keinerlei stringenten Bev/ois 
dafür gibt, iiag der Selbstmord tatsächlich die endgültige 
■- :rei-ang von diesem und jenem individuellen Leiden brin- 
ge >^Z\^, und das mag für **fer' mutige Verzv.-eiieloc alles sein. -^ -' 
tias sie ersehnen oder benötigen. Aber den Zugang zum abso- 
luten 'lichts kann weder der Selbstmord noch irgend eine an- 
/dere Todesform einschliesslich der Verbrennung vermitteln. 
3ia Erlösungsmetaphysiker können ihr Versprechen, uns in 
c^s absolute Kirvana zu führen, miaöglich einlösen. • 

ES kann "kein Entrinnen und keine -.Vahl" ' geben zwischen 
dem verbleiben im relativen Sein und dem Eingehen ins abso- 
lute nichts. 77enn das völlig begriffen ist, werden erst die 
schwersten Zwangsvorstellungen von Denk^ern wie Pascal, Kier- 
kegaard oder Jaspers verständlich. Von dieser Seite her ge- 
sehen," ist allerdings die geistige und vor allem die "seelx- 









/ 



M-^-T-^vzjr-'^t:: 



-^.— r:.-;rv t.rv" ■;•»' 



-•<- 



-28- 



lische Situation" des Menschen nichts als ein "Kanten" 
l^ijU nrM) . _ CD 



^) 



\über einem "Tausend^ von Klaftern tiefem Ozean", (-^iehe-^ 
N, ^ /,.5'«ri3T'Bre'fall--^l^^^^ Und weder das Ertrinken 

in diesen Tiefen noch das Weiterschvveben über ihnen ist 
eine Rettung* 2s gibt keinen Ausv/eg aus dem Sein, in dem 
v/ir stehen und in das wir ohne unsere Zustimmung gewor- 
fen sind. LIan kann nicht seine stolze Überlegenheit über 
die tiefsten Nöte des menschlichen Daseins dadurch erwei- 
san, dass man aus dem Dasein erhobenen Hauptes heraustritt 
wie aus einem "Zimier^das raucht" (Marc Aurel, Kant). Der 
Colbstr.ord verzerrt notv/endi2:erv;eise auch das edelste Ge- 
sicht. All das euphorische Prahlen mit der -^absoluten' 
Freiheit des Menschen ist, gemessen an der Unerreichbar- 
keit des absoluten Nichts, völlig gegenstandlos. Die sto- 
ische Berufung auf die absolute 7;ürde des Menschen und auf 
seine einzigartige Freiheit gegenüber dem Dasein ist in die- 
sem Lichte gesehen - in der Konfrontation mit den letzten 
Gewalten des Daseins - so sirjilos wie das Pochen auf unsere 
Menschenrechte vor den gezückten Messern xrnd dem Gelächter 

von Kannibalen» 

Gegenüber zivilisierten Ty:^-annen, Mr.Bewin oder König 
Georg Illyvon England, ist die Geltendmachung von Menschen- 
rechten, von der Würde des freien Individuums von höchster 
Bedeutung. Auch gegenüber dem Moloch praktisch verdienst- 
voller Riesenorganisationen, die über individuelles Men- 
schens s...icksal sich kühn hinwegsetzen wollen, ist die Be- 
sinnung cuf die Rechte und den Wert der freien, wenngleich 



/© 



"> V; 



-^.. 



mtmmm"^" 



\ 



-29- 



1/\ dienenden Individualität, nur zu sehr am Platze. Doch 



l^ 






l® 



schon P-e.:^enüber des Fanatismus jlitlers oder Stalins jiuss 



i^^O 



die Peschwörung von verbrieften Rechten des Individuums 
kindlich wirken, wieviel mehr gegenüber der Allgev;alt des 
unfassbaren absoluten Nichts. Könnten wir uns selbst und 
alle Tyrannen um uns ins absolute Nicüts versenken oder 
z-oii absoluten vollkoinii:enen Sein erheben, dann hätten wir 
wohl Anläse 2U2i Stolz auf unsere Freiheit tind Kacht. Aber 
dia ha/.igrei flieh an allen Seiten beschnittene Kacnt selbst 
dos mächtigsten Menschen macht jedes Sich- Auf blähen des 
"Prometheus" xmd all sein Durchdrungensein vom "ständigen 
Fortschritt der Menschheit" - vom Absoluten her gesehen - 
zu einem hoffnungslos vergeblichen(stoi*ea) Sklavenaufstand. .^ 

"Denn jeder sucht ein All zu sein, und jeder ist im 
Grunde nichts."^ "Dumpf ist des Menschen Handeln und tot 
der Sprache Wort."^ Die Verratenheit aller blossen Kreatur 
in ihrem Verhältnis zum Absoluten ist von jeher begreifli- 
cher veise ein Lieblingsthema der Metaphysiker und P.eligions- 
stifter gewesen. Und auch die Doppelperspektive, die hier 
angebracht ist, die Ohnmacht und die gleichzeitige schwere 
Bedeutung seines Leidens, ist in der Dichtung wie in der 
religiösen und philosophischen Spekulation aller Zeiten 
immer wieder instruktiv zum Aufleuchten gekommen. Der indi- 
viduelle Mensch und die gesamte Menschheit ist an sich et- 
was völlig Irrelevantes, vom Absoluten aus betrachtet: 
"Gefässe" voller Unrat .^lächerliche Erdenflöhe, ein fliehen- 
der Schatten, eine "Eitelkeit der Eitelkeiten", nicht eines 

ff 






1 



\ 



<'iM». m>%«M,.^.« ■ II I I ■■!— iiiii aimiMr ' •^nmt~T"<l 



w.iWM i uwm ' iiLL.ivjm i \^um^^'^9i,*\Lw»^9 ^^^'^BBtgsftsp^mm^'^^'9f9^'mrm'i'^0^^^ß^ 



-3(^ 



Blickes der Allmacht würdig" , "wie Wasser von Klippe zu 
Klippe geworfen. . ins Ungewisse"^ (:iölderlin, Hyperions • 
r:cliicksalslied^ , eine »'nutzlose Leidenschaft" (J^P. 
Sartre), "ein bald verscliiueltzter Schnee und abgebrannte 



Kerzen" ,|die "Spottgeburt eines Zwerges", der dem gött- 



^nysS J^ ßy 



ichen "Plerkules die Keule aus den.,.üähden reissen lüöchte" , 
"eine V:i£senblu2iie7-^^e rnan nicht wiederfindet , 




"-^ der Leib 



ückeltin dem Rachen 



, ^xW^h einen Tag v/eiter- 



eines G-ladiatcrs, 

eines Raubtieres do 

leten zu ^(^rfen, um dann von denselben Raubtierzähnen zer- 

fleischt zu werden" 






Auch der ruhrr^reichste König, der 



r^ächti^ste Staatsmann und der gelieüüeste Lichter, sind vom 
^ Leben des Kosmos aus gesehen nicht;ö mehr als ein unbekann- 
ter Baum im Urwald, ein heulender v;olf in einem Rudel von 

f 

V/ölien,/ein "nobody»s not hing" , als was sich ein Londoner 

V^aisenkind -^in ei*i^e d^rn ^yt^/t/ (2^^^y^ lQ)^s nach 






ä.en Luft 



if t^ombardmontq) des zweiten V.altkrieges(Wfe-a?^f±eTT^ ^ -]/ 



rn^^ 



I 



y ^'^ charakterisiert hat .//oder wie die ^btt^gehätrftenJBilder von i/i^/?^^'^' 
dar Nic'.tigkeit und dem Leiden besonders des höheren I.'en- 
schen bei Kierkegaard lauten, Bilder, die dadurch nichts an 
Grauen verlieren, dass schärfster Hi;imor in sie eingemischt 
' ißt; der Mensch, ein "weggelegter TTanderstab"^, jene lächer- 



l-^che Perücke, mit der der "Würdige" und der Verbrecher iden- 
I tiiiziert werden und sich selbst identifizieren*^, ein immer 
wieder zu Stein erstarrender, in Stein zurückverwandelter 
Pygmalion^, "ein Nichts wie die Linie, über der die Rechen- 
aufgabe, und unter der ihre Lösung steht - wer ochert sich 



F 



3^ 



A 




cy{j^y 



i 

■ • I 



MIM». -111 m'M ' i^UtmU^atitttt^täiäM 



IIIt30b 



//i 



2b 



Jji(/»-- ' 




LA-iC'3. 



cdiÄmkU»l«l«rt hat, «in« '••It b«ul«d UamT^ «InÄ «It« bMlwd« und 
wi^bMlU Kann«, dl#, vi« Valentin WaigA In FortfMhrung «inaa Glaiolw 
niaaaa ^on Sabaatlan fivndk mainia, nlehta Koatbaras nähr faaaan kawif 
aondam nur au aara^walaan und mauglaaaan latf dla Spattg«toiirt 
^iJöM 2^rgat dar dam g9tUiehan ""Harkulaa dia Kaula aua dan HIhdan 
raiaam i««^a-t^ "aina VflLaaan-BIunS dla üan nl<Ä«t wladar findet '•»'' 



(alna tfUaanbLumatdla nlanand idadarfindat), "dar Laib alnaa Qladia.1* 
tov«, dar aebon halb aarstttakalt In dan Rftehan alnaa RAttbUara«««doeh 
danm battaltt noA «Inan Tag waitarlaban «u dÄrfan, um dann iran da»» 
aalban RatOytiaralhnan «arflalaoht «u wrdan**# "Bin BaohatabaMahnit« 
aar^ lat dar I1anaeht**8ltaand tor dar %^Tix^B%mm\ naas^n Flfcha ^Aji%T 

tanaanfaeh baadixlabanan Tafal« Wlatlala gruban ihran MaM» und daa 

5 
Zalc^kan 6%t Liaba alnl^ «Abar niamnd liaat dla iraraohri^MKia Zait«'*-' 

■fca bin Idit Sehala un 3ahala aarpflVektt abar k^ln Kani'*.»t ain gai. 

^Momtar Bagan«»#abar kaln Pf all auf dar SrtÄa!^/ *»ial arl»a araris 

nmia fall paur arfiltar dte nittral"^ "Elna Fraga botat siAaahan Aband 

xxoA Moi^mrot« « «kauart an Kanaah yss^ Tlar««*and dla Fraga idnda# ai<A 

%da ain War»,/ Stttrat Filaan, OlpfaL und WlUa um,/ Oallt to» HÖLawal 

sur £*xia: Warum?— Warum?"' Odar wla dla aufgahlufian««« ^^^ 3c c\ 



^9' 



-51- 

^^,^,V um die Linie"^i das Ich des Menschen ist ein Ding, das 

kein Anderer von der Landstrasse auflesen cöchte; jeden 
t ^rgen sucht der höhere üensch sich den Bart seiner lä- 
l^^'i crierlichkeit abzunehmen, aber am nächsten l^orcen ist der 
Bart ebenso lan|; weder der Vogel im Käfig.. noch der In- 
valide auf seinem Krankenbett oder der Gefancene in der 
enssten Zelle ist so eingeen-t wie der Mensch, der der 
Gefangene Gottes ist^ der I^enseh - ein Lehr --sen, das vor 
sich selbst bis ans Ende der V.elt fliehen würde, wenn er 
sich nur entfliehen könnte\ aber er karm es nicht, deim, 
v.ie schon Horaz wusste, die Sorge, seine Verzweiflung, 
leitet mit ihm, hinter ihm auf demselben G-aul, auf dem er 
flieht, und wie ein Wild, das den Todespfeil schon in aer 
Brust hat, - je mehr es rennt, desto tiefer oohrt sich 
ihm der Pfeil ein^j der höhere Llensch^ist fast immer der, 
der von 'Gänsen zu Tode getrampelt wird^-^enn ich aus der 
V..at machtlos wieder herausgeworfen werden soll, warum 
bin ich dann in sie hineingestossen worden, ich habe es 
nicht verlangt."'/ Wie Prometheus, an die Klippe gebunden, 
während der Geier -eine Leber frisst, die Götter durch sei- 
ne Weisheitssprüche fesselt, so der höhere Mensch, "er 
'zerrt an der Kette, die ihn bindet, aber je höher seine 
Empörung steigt, desto berückender sein Gesang, desto zar- 
ter seine Rede-^, oder er gleicht jenen unglückseligen 
. opfern des Tyrannen Phalaris, die in einem ehernen Ochsen 
langsam über^ Feuer gebraten werden, ihre Schreie konnten 
den Tyrannen nicht mehr schrecken, wenn sie sein Ohr er- 






• ( 









tttmutmmikm 



r^rtn- 



-32- 



reichten, klan(-en sie wie berauschende Husik" • Oft aber 
♦'iällt der ■•Mensch reibst den Baum seines Glücks, obschon 
er weiss, dass er nicht bloss ihn zerschiLetxern wird, son- 
dern die Geliebte mit, er selbst bohrt das Loch in das 
Schiff, dass ihn und die Geliebte trägt^ ; schlummert dann 
der eigene Schmerz, so wacht der Schmerz der S:,Tnpathie auf, 
schlummert der Schmerz der Sympathie, so erwacht der eigene 
L'chmerz, und jeden Augenblick schwingt die Reue ihre Geissei 

über ihm, ihn dauernd wach zu halten'^. Der Mensch - ein 

4 

E^issglückter Gedanke, ein verfehlter Versuch Gottes j wir 

alle tragen wie Antimons ein Geheimnis im Herzen wie einen 
Pfeil, wie der Apcs tel einen "Pfahl in Pleisch^- nur solange 
der Pfeil im Herzen sitzt, körj-.en wir leben, sobald er aber 
ausgezogen wird, ist der 2od gewiss^} wir können nur le- 
be -gleichsam mit abgehauenen Gliedern, mit ausgerissener 
f S^-^-^^ Zunge"^./5a3 ist und bleibt die Art des Leidens, der ühn- 

iracht und der Nichtigkeit des ilenschen. r. 

und doch wie der Apostel Paulus sagtp|"ihr seid teuer 
erkauft" (1. Brief an die Korinther, Kapitel VI, Vers 20). 
Besondere aber die Psalmen wie die grosse jüdische Gebet- 
literatur haben diese Doppelstellung des Kenschen elemen- 
tar einfach und ergreifend gezeichnet: der L^ensch einmal 
von "unmenschlichen" Absoluten aus in seiner gänzlichen 
Bedeutungslosigkeit bloasgestellt , und dann noch vom ver- 
ntehenden Absoluten her gesehen uni vor: Individuum aus in 
seinem Leiden und seiner Ireude als der unumgängliche Zen- 



■ <WM<^'i»..>.u »i»r > ■ ■•- I— "" «' 



. tfl üi VT i -l '• ' l 'l l l'hlT i rTi" i 



^ I 



IClf3» 



A-/ 



3A 



tiM MlafaMT Auft^UTfi asyt MMotla^ •wöh«lntt wi» nl# AhnIi «Intn 



*V«rm«lfl.WKM«Ufteh** ipm 



Ki«rtMigMrda (liirdhttiig«liM 



-^-^ -^ «otoU''# Trott mB^rmr VLmadml^ mAmachU/tm ^tnmm mA PtJJtatiN^ 

» g t i ^^gi id^ liMtw tnrtlht j#dMr iwii wis in ctoikler !iadh(t «af ^Anm 
^m^mdm Ommi mi dM Ui^t, ds« ihn iMiMiffe, ist rdeht Mtar aL« 
<ter Sd^iidn ^Lm« SttdlaÜMatiMi« dM «r unt«r d» ii^dff*«ak f«r «lA 
«nsAid«! Icanru Aueh vüm dl«a Uöltt wm oft «igoiAsdlQh XMgo g#i» 
Xme^tft hst, «ad mm «A «In BWflIwmitoffOrtrtod bMtoht «idoiäiM oodU 
MK LMOixt« und iroUor PiiuitomlOt dM Iddit W«nn doeh Jod h ft Vteoot 
^m MVi g^tfscht ^iwd«ß« Dm gt^m Sim ist dM Vort.9Mhm dM 
Ll*t« i»r dor Tod odor Irgend «in groirtjAro« ^Ivogwalddci fttr dM 



mehoro» goocl«rfU «ürt abor kam o« oiralhlleo andoro «n^ 



taHoognat 



aaah 



00 «tc^ ala mch ao loHflMand auf«» 



dfttcoß idU« Dao lat und blolbt«««« 



-^ 



P*32i 



I 



.a^jataaMa^M 



TT" 



/'mf 



! 



-3!^ 



.-[Y tralgegenstand unseres Interesses anerkannt. "Herr, was 
ist der ilensch, dass Lu sein achtest, der !:ensch einem 
Hauche gleich, einen gleitenden Schatten, und doch, o 
neige, Herr, Deine Kirxiel und steige herunter, tritt auf 
die Berge, dass sie verdampfen! Blitze den ^litz. .strecke 
reine Eand aus von der Höhe und rette Eich aus den .'.asser- 
fluten, die Eich umdrehen. " (Psaln 144) Oder aus dem 
Schacüarit-Gebet für den Alltag und seine besondere "Sr- 



>^-i 



1 



-änzu.v- in der Neilah Scher.oneh-Esre des Versöhnun^stags: 
":,:ein 3ott, bevor ich erschaffen war, war ich nicht s/und 
nun, da ich geschaffen bin, bin ich als wäre ich nicht ge- 
schaffen. 7.as sind wir, was ist unser Laben, was unsere 
Liebe, was unsere Gerechtigkeit, was unsere Kilfe, was un- 
sere Kraft, was unsere Starke? '?;as können wir sagen voji 
Dir, unseren Gott und Gott unserer Väter? Sind nicht alle 
die Leiden wie ein Nichts vor Dir und die r'änner von Hair.en, 
als wilren sie nicht gewesen, und die Weisen wie ohne Wis- 
sen und die verständigen wie ohne Verstand? Denn die ?ülle 
ihre. Taten ist nichtig und die Tage ihres Leoens ein Tand 
vor Dir und der Vorzug des Eenschen vor dem Tier ist nichts, 
denn alles ist eitel. Und doch Du hast den Menschen geschie- 
den voE Tier und hast ihn gewürdigt, vor Dir zu stehen." 



Aber Bit allen solchen Berufungen auf alte religiöse '^xtji 




7;eisheit haben wi><em notwenaigen, Eetiiodrt^heren Gang 



unserer Spekulationen scfiö^vjer zu weit vorgegriffen, be- 
schränken wir uns viied^^'''^^;ii^b5W^rauf , festzuhalten: was 



.??-^- 






ist de: 



gg^hohne den Trost >'göttlicher~:«it£ilnahEe" und 



- .iknAf^^ *.c3M#-*V''-.jK<w&jm JSOk 



Illf3> 



^XjJi 'T^ ^^,C^M^ 



It gilt dih^rt «Ich stemfolurt auf dl« Yrrngm m iMMNteihkMt &• «oflli 



Räli«l< 



(^); 



dtn treist '•g»ttUchtr AnUilmihii**' mA ^B» dl« oft i^dOlo* bj«» 
Bttrc»chÄft#n fffr »«in« wtW« wd ««An« hobM rj««ht«t Auf d« 



3|k:aLftrphll«««|Mi 



Tl«r tmt«r 



G«Al«rt 4M 11» «MUT itfJMt «n fütf fin«Biintt imIiL 
Äb«r oft an p2qr«l9d)«r Kmft od«r pfcer«l»oh«r G««<teiidl4Kk«lt od«y 
««4ii Fall i«r 3akt«ri«ft wd ««lb«t d«r l4«riAt««-ü>dWNb lia inttiw « »»! « 



(lb«ilL«««D Ut# Im Mil «tif ««in Alt«r «b«r l0t «r Im VerhlLtnl« 
•a wel«Mn iA«d«r«n Tl«y«n od«r f«r d«n fMMHon« 4«(r Spd« «d d«r 
(l««Ui»» 1 JhJurl 1 ih gfMN D«r blind« Stöl« d«« prUdtiwn M«iisch«n 
«tf ««In« Aii««n4CKlth«li sn«« <teh«r b««Qod«rs In Bl&aioht auf dl« 



ri%llrtto«lt «dar ««s» dl« Vlahrvolioinildiladt aiid«r«r aiDfib f ^ntl« 
Mni«r fnt%d«lc«Xt«r L«b«if«mm auf md«Mei Fl«n«i«n lm«r fi«<itf«M&fli«r 






«ffMlMdint h«ut« yi«L«n ala «In «o T«rlo«kaiid«« 



&7A«l!&«il|t daaa dl« '*Klnd«r'* «• «<lt daai 



Ijanar wL«d«r 



«tnaal "attapf^ai«!«^'' irffohtafu AbMP «wn aiah mm dl« K , af ia« hh ai t a«if 
dl««« Art ausrotWn will» ao idid daa (ULwrauai kaua daratodTULn Jana« 
«aütaaai aaotlMndal« KUc«ll«d auf «ümr i^li^lldban Salbatwrd d«a 
H«Mi€di«D anatliaaant «u d«» «IcÄi M# F«ivaft, «In twrdg b«kanRi«r fspan» 
«8M«cli«r PMLloaopht ««hon la 19#«M««MiA»rt, in «Inar i«hrhaft«n 
Onle ton Grappan«lt«lkid.t Mnapai«««» Uff«; ""^ »^ indBblt«lä«MR(t 



m. j^_ » yw &mmmmfm 



^ 



»«10 



311,33« 



iot 



m ilw gNBdU 48*11 «elt p»MdUI« d*iiMciii«r« HotM planlU iwilM« 
trisUMUt am« l*M{Ao*, pUtt»nt,„l«b»i» dündt, v«im d* X»Hr« 
•apfilaw 4^ U fiiMliU par m» ««titlU «t U tMMffoitMlt jw non 
iiA«mc«a»* ai«*«t Im fwrÄt» Umbmmi inpAMti«iia.M, ftmUim »^ 
tH* 4» piiM p» Im gInImUMM pMalM» fi^»r«4(ndndL«nt pMMMl<m A 
Im %mtfmi blmtdt Im 9xAmmm BmamgßB^ qM 1« teM ite l^hMM tiü* 



MfjAilM 






«fk cto DM lurtst Hut «M mulL« 



ApA%i 



'MMÜdUl 



ttl» d» VTiiiMii r A4 f«lt pour M dltmlM «t poQr dleMswmr «liu 

Utot «i siQh ii(M fmsiühefn» diM dl« Site kiAaiii 
annd htt, flb«r din OiUtp»« am l^mMbm m imImih daM cL« «h«r 
fftoh ckx4S>«r a«in MtalUt wtrm IhM moämrm Undar» dto üyiAdWi 
Md I«til«r iwnlgitw mi^ «imr «Mleam 2MLt ihr ^mtarOlohM«' Ubm 
mäLäbüi «fld rddit doitfe dl« JlaKt und tlMte dM gwoMMfcM und hid»» 

« > > 

tttddLstiioUn aUw IUm «djiM imifMEhtm Tod f<#rf«ll« nttrdfltu UmI fir 



dU «ildm und »ihMR 



KMfttium nttrthwi m§ 9Ah9t l wtms kran 



iMrti^Un KiHiili nlTri OmmImi hilMn» lAm JvbAhij^mm mf <ibi« ^hd# dM 



ImImnw 



fB^AMS 



M|A«M^ 



«In pMT KMMi» IPtMlCbUn, 



da otaaliLii Mit tniMMff UtA Mhr iron iJmm dM* mm«IiU«Ii« Wafftn 
alt mmdbm Omn ftniw «ttUan komtm« fA^Am gmtwdc bt» 




I 



i 



"I. 




i rr M II i Q it BVJI tlBy—M^wl ffra IW 



IHt33d 



■iMlitim» <iftM au SUttflmt "MUcrfkit" 9bw dl* V«cw 



(^/i?i I 



%\ m liiatilgAd LiMIIMn MMAttttefc WHKlMi* iiMM* OTidfiULM 

MUAbinf 80 lang «r liM; ^ffihd flrtriM« Xbmt «Mdm SMUeadt Vb«r dM 
Brite «Uitr }^<inaliüi «MimcMMAt <1m 1H sm i&«l dM Oist«A» w«rm m 
nur <&• BMud^t auf <iUi i|rti1i#i» Tmmt dkMr Erte im diu l3lni«i«Mc 



dann atSsKte m aUwdliKa «Mli i^raiüdfa^tw tM daa 31mi MMaiai<>»MRi 
tiiban^ uzad dar iramaHüAtataaiM elif a» ala aalbat mmtmt laMUta Paaaii» 
idaaaa aanataaan locavita« l>arib MaMii wa dl#aatt **lBaaaaaaiiaii i^amtaala»^ 






-:? ^i.rd.-^i^^^,'^^ 



I 



u 



/Tnf 



-// 



^' 



D 



I 



f^e-w^ 



-34- 



ohne die ol't reichlich brüchigen Garantien für seine 
Würde und seine hohen Hechte? Auf dem .^den der Sj2^1ar- 
Philosophie ^ez^iicheint er nur als ein raifini§urte3 Tier 
nter anderen Tie^'ösci, die ite. zwar nichj^n Haf f inenent , 




aber doch an physischer lt2:^ft odeiyphysischer aeschmeidig- 
kait oder Massenenergie (vile ß^^ die Bakterien) reist 



oeträchxlich überlegen süld* m Bezug^^f sein Alter aber 
ist er im Verhältni^^u anderen Daseinsf oiis^. n, den niederen 
Tieren oder garten Foricationen der 3rde und o^ Gestirne 
lacherliclv^ün. All der blinde Stolz priiLitiver legier 




^ 






Euss T^ter ^er Lupe der modernen V.issenschalten imcer un- 
bex^^^tigter erscheinen> fZwar hat die rationale 'Vissen- 
Schaft zu epochalen Entdeckungen (gfnolfen und dehnt ihren 
Herrschaftsbereich iimer grossartiger aus. Aber Kand in 
Eand danit musste die kritische Einsicht in eine prinzi- 
piell iziner engere Begrenzung der ^'absoluten''- , direkten 

C 
Kenschenkräfte gehen.^Der primitive Lüensch vertraute noch 

darauf, dass er durch die blosse lylacht seines Torts kos- 
mische Gewalten bewegen könnte* Schon der religiöse Llono- 
theismus und dann die Naturwissenschaft haben ihm dieses 
ZutrauiT zu sich endgültig geraubt. Der primitive Mensch 
glaubte mit seiner Erde im Zentrum des Kosmos zu stehen. 
Copernicus, Galilei und Kepler aber haben ihn endgültig 
aus dieser- Vorzugstellung herausgedrängt. Der rationale^ 
Denker pochte darauf, dass er Gott, das absolute Sein in 
seiner Existenz aus dem blossen, dem Lüenschen fasslichen 
Begriff des höchsten Seins als notv^endig demonstrieren 



^ 



/ 



^ ^«^ fy^ -cn^'^^ ■^-<^*^ ^ ^^^ ^ J^-<hcu^tz^ . 






—■■ . t;»-i- -T-— ■ 



■55- 



/rv.5-1-2 






> 



könnte. Kant und die iioderne V.issenschaft aber haben auch 
diesen Stolz des rationalen Me.-=;chen gebrochen. Der onto- 
lo Tische ccttesbev.'eis, u.it dem 'in der Hand^ der denkende 
f.önsch sich trotz seiner T^ndlichkeit den Zugans zur: unend- 
lichen sein erzwingen wollte, ist endgültig als Tehlschluss 

er.tlarvt worden. 

vor den Sagen I'arx' und Engels war es noch verzeihbar, 
Geschichte rein "von oben her" zu schreiben, d.h. sich da- 
r.it zu begnügen, die Aktionen der Staatshäupter, der Arir.een, 
dar iarchenlürsten und das '«Virken einiger allge^ieiner, lei- 
tender geistiger Tendenzen durch die Jahrhunderte hindurch 
bei den verschiedenen Nationen zu veriolgen. Seit der Durch- 
bildung des historischen -aterialisnus aber ist es selbst 
iur klarsichtige: Theologen wie Trceltsch und nicht nur für 
Kationalökonoruen wie !:ax Weber unuEgänglich geworden, die 
Geschichte dar Keligionen iir. weitesten Ur.lang durch die nie- 
dersten Iirpulse des Uenschen, seine '^irtschaftsncte r.itbe- 
dingt erscheinen zu lassen. Schon vor Darwin war es schwer- 
lich statthaft, den Menschen als in ieder Beziehung von 
Tier orinzipiell geschieden anzusehen. Nach Darwin kann das 
necht hierzu gewiss auch der. schärfsten Kritiker des Dar- 
winis:^v.3 nicht ciehr zugebilligt werden. 

Eis zu Freud hin korxte der rational denkende ?:ensch 
dexa V...hn leben, dass er unurcschi-änkter Eerr in seinen: eige- 
nen Eause sei, dass er - wenn er nur wolle - streng ratio- 
nal handeln und disponieren könne. ?;enn er auch keine abso- 
lute Verfügung über die Aussenwelt besässe, konnte er sich 



«■M4ii«Htai«iteM«iaaaiM«SiM«MM 



iB T "1 ""ir: 



^.., I -ii.TTiTi T-ii~T-irirnniii 



T 



-36- 



doch dar.it trösten, daos ihm die unbedingte rationale 
Herrschaft über seinen ei£t;nen •■■ illen und seine Gefühls- 
kräfte niemand rauben könnte. ::it "reuds r^ief blick in das 
iundar.enxal irrationale, unbewusste Triebleben des Men- 
;-:chcn 3ind auch die alten naiven Ansprüche auf eine unbe- 
-renz-ce £uperiorixät des Rationalen in eigensten Seelen- 
leben dos Kenschen zersto-jen, us: einen viel bedingteren, 
viel kcnplizierteren Bild vom Iraiern des Menschen .^atz 

zu machen. 

und v.ie ich später im einzelnen ausführlich zeigen 

werde: auch die -vosse ethische Grundüberzeusung d. 



es Men- 



/ms-^3 



.chen, dass er wenigstens -itjer Reinheit seiner ethi- 

Oxi r-tc-4 ^^ !^'^+ Ko.^ Hxu=r>l -für das Gute ^ ^^ 
sehen i^ativefaAü oohrcnK m - r r t-4.a^ae^ q> -U ^^^^ J^i^^^j.u. . 

v.irÄ -'"^h der alte besaeli sende Glaube an feis^-^Seeiu- ^ 
^ "1;JXllische/to£w des guten Aliens ^uss völll, preis- 
gegeben werden. Auch im Reich des rein Moralischen ist die 
Stellung des Menschen unendlich viel prekärer, als das die 
ältere Ethik wahr haben wollte. 

Der. Bild des Menschen vergangener Zeiten nuss heute 
fast --urchgängig ein lautes "viel z-u hoch gegriffen" 
(A. Yierkandt) entgegengehalten werden. 'Die tiefsinnig- 
sten .eltreligionen haben hier nicht i^ner. aber vielfach 
die n Grundbefindlichkeit-, des Menschen viel zutreffender 
erkar^nt. Und die uralten Berichte von .loses'und Jere.ias ^ 
purer t vor ihrer Berufung, die christlichen Konfessionen 
Pascals, -arkegaards und Jaspers'wie die atheistischen 
Philosophien Heideggers und Cartres sin^^ier zunächst 









XcCO 



I 



— > V.-.» : — \ rrr-rmww" 



I 



^ 



G 



^ 



7 



_r 



-37- 



völlig in Recht: sobald der unbefangene „lensch von dem - 
verseblichen - Greifen -. i den Absoluten absieht, r.usa 
sich ih;r. sein Sein in der Zeit zuerst als rastlose L;orgG, 
Besor^^theit, ja als Verzwsiflu.1- enthüllendes scheint 
last öin untrüGliches Zeichen aller f einsinniscn, ux-be- 
lani^eiien Jugend zu sein, dass sie ia Ge--Gnsat2 zy^rob- 
c^chl-c'htiger^ Ju.-enddui-chschr.itt besonders die Trühzeii; 
Ihres Lebens als tragisch eiLpfirriet . Eine scnwere r.axlo- 
eiSkcit, ein Unvernögen, die eigenen überreichen ::r^fte 
üu steuern, ein erpichtes, .-ir:..bläosiges Fra.-en "waru^;, 
V..OZU leben?" ein cterben-wolleix, ue. sich übcrschv;eren 
l8be:-saufgaben zu entziehen, ist last iinner charakteristisch 

ür die Jugend der feinsten Geister gewesen. U^igekehrt wis- 
sen aie handfesteren und oesonders die vuxgärsten, konvon- 
xionellen, gev^iegten Praktiker gerade in der Jugend ar: fi- 
xesten und zuversichtlicV^xen Über alles Bescheid, ui: C..^ 
freilich i^ Alter, im "Ruhestand" nach de:. Abblühen aller 
Jugendreize ul. so schliin:ier a^ ianger.Weile zu leiden, an 
innerer Leere, an den: Kartei an jenen inneren geistigen Re- 
serven, die sie früher so lächelnd nur als unnützen Ballast 
bsi anderen bedauerten oder verhö•n:lten^^a^. aber kann in 
röcrlichst unsentirentaler und sachlicher, einfacher und 
olaner Art geltend geoacht werden, ur: die Verzv.-eiflvj"^ vor 
den. Leben gerechtferti-t erscheinen ;iu lassen, die für den 
unbefangenen I/.enschen und besonders cien sensitiven Jugend- 
lichen fast durchgängig cuarakteri^tisch ist? Selbst bei 
Mozart, den: vielleicht ungebrochen freudigsten Geist, über 



4 



"«^^ 



II II 



^li^ 



Y>^S 



nf>\s -14 



-53- 



dessen persönliches Leben wir senücend orientiert sind, 
fehlt die Verzweiflimg ir. seiner Musik keineswegs. Und 
es ist charakteristisch, dass jedes Lachen, in dem nicht 
für de- tiefer sehenden Ps^'-chologen wenigstens die T'ög- 
lichkeit zur Verzweiflung nit schwingt, n.. -..c-ndig roh und 
platt klingt. Verzweiflung aber ohne die Möglichkeit zum 
I;umor cag zwar diunpf wirken, aber doch nicht flach. 

•freilich tragen (di"e) jungen wie (§.x^ reiferen L^enschen 
tarke iind schwächere aniiaalische Impulse über sehr viele 



o 



Skrupel an Dasein weg. Aber wenn diese Triebe befriedigt 
oder wenn sie nur dauernd halb befriedigt werden, wenn ■ 
das j-achdenken erwacht - und je ^ehr Kachdenken, ua so 
ärger - dann ist es vr. die Unschuld des tierhaft ungebro- 
chenen Handelns und des herzhaften, freudigen Vcgetierens 
geschehen. In der Konfrontation mit all deic lix-und ferti- 
gen Leben um sich herun fragt sich der ehrlicne junge Mensch 
bin ich wirklich hier benötigt? Wenn verstehende mtern und 
ältere Freunde es ihiu tausendmal nahe zu bringen suchen, wie 
erwünscht, wie geschätzt, wie unentbehrlich er in ihrer. 
Kreis ist, und wenn alle seine frischen, angriffsfrohen 
Kräfte ihE ge.n dasselbe vorgaukeln wollen, die Zweifel und 
die Ver::weiflung des unbefangenen Menschen können danit 



nicht sar.. behoben werden. 

Vor d n resoluten, noch unkocplizierten, ja brutalen 
,n des jugendlich unbefangenen Menschen kann keine ein- 
facho Rechtfertigung des Baseins bestehen. Sie euss ihm - 
drast. .öh gesprochen - ebenso schal erscheinen wie jene 



Praga: 



-39- 



Katzentheodicee, wonach die Kater und ihre weiblichen 
Partner nach endloser, i'eierlichen Sitzungen und Diekassio- 
nen den Z^.eck ihrer Existenz dahin festlegten, dass sie 
.:.ie ..enüchen, ihre grossen Brüder, von der !:cluseplage zu 
befreien hätten. Nicht die blosse Preude an. Fan^-en und Fres- 
sen von L^äusen sei des Katzenseschlechtes 5rosf:er Lebens- 
inhalt - so lautete die Schlussresolution auf diesen Kon- 
ferenzen - sondern der selbstlose Dienst an Menschen* Und 
v.'osu das endlose, sinnlose Quellen der Mause, nachdci:. sie 
schon hilxlos in den Klauen der Katze sind? Selbstredend, 
diese Prozeduren dienen nur dazu, um das Ganze überlebende 
lXus3P;eschlecht zu belehren, dass es auf ein Dasein, in dem 
iljn solche ::artern bevorstehen, besser freiwillig ver- 
zichte* 

Jeder Jugendliche und noch der Greis hat freie Kräfte, 
die er spielen lassen möchte- Aber falls er nur Au^en im 
Kopfe hat und Konzentrationsf ähi^Iceit , um über seine Kräfte 
zu reflektieren, es muss ihn zunächst packen, auf wieviel 
tausendfältige Art diese Kräfte dem Scheitern und dem Miss- 
r:^ten ausgesetzt sind - trotz aller Triumphe der modernen 
Technik und oft gerade infolge der neuen, früher ungeahnten. 



riesenhaften Or^anisierungsmöglichi:eiten des Lebens* 

Nichts kann in diesem Zusamrenhang komischer erschei- 
nen als die läppische und weinerliche Aufzählung von Unan- 
nehii.lich..eiten des Daseins, die sich bei dem ehemaligen 
preuss: 2hen Offizier Eduard v. Hartmann in seiner "Philo- 
sophio des Unbewussten" findet: dass man leider bei einem 



.,-»• 




-40- 



üA. nrv^^ 



liU, 



/yyy 



s-»r 



Konzert iE allsemeinen nebc-n der. erwünschten Prosracm- 
nuin::.ern auch unerwünschte iür sein -utes Gold :.it in Kauf 
nehir.en rauss, dass man nach deir. Konzert in der Garderobe 
zu lange anzustehen hat, dass man sich dort leicht einen 
Schnu.^ien holen kann, u. s.w. Das In-den-Kauf nehr-.en, ja 
selbst die I-lerausforderun- von ir^sendwie überwindbaren 
Gefahren ist für den 'iapferen selbstverständlich. 

Aber das Horazsche "i^paviduc (ferient) ruinae" ist 
bei Licht besehen eine unerträglich leere Grosssprecherei. 
V,_r sind ständig von Gefahren des Scheiterns unreben, die 
a..ch de:^ Tapfersten nicht -onerschüttert lassen kcr-ien. Vas 
v-de-.xet menschliche "Unerschüttlichkeit" gegenüber .ros- 
ri.schen Kräften, die alles Leben auf der Erde vernichten 
können, gegenüber Erdkatastrophen wie Yulkanausbrüchen, 
Gietscherwanderungen oder Ozeanverlagerungen, gegenüber 
^tänder-verheerenden Seuchen, gegenüber aiensc:.3ndezii.ieren- 
den Kriegen, der Unzahl von völlig läiunenden Unfalle..3g- 
lichkeiten, Eit denen fast alle Fortschritte der Technik 
erkauft werden müssen, gegenüber den zahlreichen völlig 
natürlichen Unfällen, bei denen selbst ein einfacher Sturm 
den A-gler den Angelhaken aus dem nasser ins Auge schlagen 
kann (?all des amerikanischen Botschafters Douglas in 
Schottland), gegenüber dem ganz normalen Tod eines Kenschen. 
der be. ei-. Anderen oder vielen Anderen entscheidends-.e 
Lhöhungen ihres Lebens bewirkt haben würde, gegenüber An- 
forderungen eines Berufs, denen ein -ensch nicht gewachsen 
ist, Versagungen, die ihn Jahre seines Lebens nutzlos ver- 
geuden lassen, gegenüber völlig unvorhersehbaren moralischen 



i)-c 
I 



I 



< m I li— WMÜli 



1., V i" -1 



■ .....■,■,. . -T'.ii-.;-.-.. 



■aiaiiMii 






-41- 



ir 



und jur:. 3t i sehen Verdächtan, di3 das Leben von Unschul- 
digen .. ie Oreyfus, racco ur.i Ya-iiietti ir. Justizcorden 
ur.tersraben, fjessnüber unlöcbaren moralischen IConfliktsn, 
in der.en jede der unvermeidbaren Entscheidungen in un- 
ti-asbcre Schuld vt-rs orickt . Und £;chliesslich was bedeutet 
stüischer, »überlegener" Gleichmut {.-e^enüber den Lyriaden 
von "zufällisen" und doch unvermeidbaren inr:ersten seeli- 
schen Verv/icklunssmÖGlichkeiten in früher Jugend oder 
selbst noch im Spätalter? Vom G-igantisch-Kosmischen her 
über das Irdische, über das von Mitmenschen Verschuldete 
bis h -'.unter ::ur innersten psychologischen Selbstverstrik- 
k-^ig -3t der i'iensch ständig von unbesiegbaren Gefahren um- 
lauert. Wenn selbst von Ir^en, nicht nur von Aus s an, und 
^t3nn völlig unverschuldet «nichts so tief verstimr.t rer- 
don karoi wie das Instrument Mensch" (llietzsche) , wo bleibt 
da die Berechtigung einer einfachen, heiter-zuversichtli- 
chen Sheodicee und En:erson3 gemütvolles Zutrauen zu einem 
h-ibschen "law of compensaxion" im Loben von jt.-..rr-.arji? 
-Die Tapferkeit auch des Tapfersten muss gegenüber Tausenden 
von unäber\vindlichen Gefahren irrelevant bleiben, 'vle kühn 
auch der unbefangene, jugendlich , wagende -ensch cein mag, 
wenn er nur denkt, kann er die fast unendliche Zahl von 
kardinalen Scheiterungsmöglichkeiten menschlicher Existenz 
nicht übersehen. Nu- wer die Hinge nicht konsequent zu :5nde 
de:iken kann oder will, kann bei kindlich ungetrübtem Opti- 
mismus Ode- selbst beim promef.-.eischen Stolz verharren. 
Goethe aber ist nicht durch Zufall nach der Niederschrift 



.*.■.■:'.!•-■ WH- »•.< 



.*i II m» ■ ■ ■' ■ » i < tt<i TH i i rn i 



mmma^a 



m. •Mr^"-\ 



iiimiiiäiimtmämiikmkmm^^ 



f 



-42- 



<v^^ -\b 



des Pror.etheus zum "Tasso" fortrreschritten, zur Plxie- 
runs des Scheiterns Tas^cs an beinah belar.c-los cchcinen- 
den rienschlichen Schwierigkeiten ('^ao hält der Schill er - 
noch aL. reisen fest, an den er scheitern sollte"). 

r-aa Sch^-dorn und das Wissen um das Scheit err.-Kcnnen 
bleibt iür die Menschheit unuti^iln^lich v;ichti£;:er Ansatz- 
•ounkt ihres Denkens und Pühlens. Wer es je miterlebte, wie 



^_,radj bei (len selbstsichersten 






:lki 



und staatlichen 



V.::rdcträii:ern das Herunterstürzen aus den rosigen Erfolgs- 
Mmr-eln, die kläcüchste \:ii^ci hcxinun^slose^ite Verzv.eiflun2 

, - v/enn die Dinge nur wirklich hart auf 



,.: bcv.irken pflegt 



i.art .co!:::r.en, - der wird vor allen blinden Glauben an noto- 
r.sche Sonntagskinder und unverwüstliche Stehaufn:ännchen 
'rundlich kuriert sein. "Unseres Schicksals Sterne" sind 
:.ich-c riar «in unserer Brust"; und der "ensch ist keine s- 
v^e_^ nur "eeines Glückes eigener Schr.ied" . Die lieblichen 
Sprüche, - ie das Gegenteil besz-exi, sind nichts als bil- 
li-e v:albv;ahrheiten d.h. für den, der "auf den C-rund geht" 
oft noch unausstehlicher als dreiste Lügen. 

Der lilensch i-3t zunächst seiner ITatur nach Staub, Türe 
und !.:otte, vom Staube genonn^en und zi/s taube zurückkeh- 
rend, '-sobald er zuir. Leben koEEt, sogleich ist er alt ge- 
nug zu sterben" (Der Ackerniarjp. aus Eöhir.en, ed. A. Bernt 
und Kcnrad Burdach, Vom Mittelalter zur HeforEation. Band 
---I 2. Teil, S.46). Von der Geburt zMr. Tode rennt er sei- 

MM ^> J» y 



ne kurze S 



trc . "70 Jahre und wenn es hoch konurit 80'- 



(Psalm 90)- Das Gleichnis Pascals besteht, wenn der L^ensch 



( 



I 



-43- 



nur nachdenken kann, ..u Hecht: er ist v.-ie eir.rr aus den: 



Iruoo von (Jof& 



i- Zuchth&us, tüjlich v/ird einer 



von ihnen zur Ilinrichtun:; abberufen und die £.ndercn wis- 
jsn es liit absoluter Sicherheit, dass ihnen nichts ande- 
res "cevorstehen kann. Der .Mensch ist nur ein schwar.l'cn- 
ies, vom Winde dauernd hin und her bewegtes Rohr; ui.d irvi- 
iich ist er ein uohr, das denkt und fühlt. Aber ebci. ßex-^äe 
je nehr er von seinem Denken und Pühlon Gebrauch n:acht, //^' 
desto i:;ehr seilen sie ilir: seine- ohrimacht. Der Pcnter cag j -t t!v 
üich einbilden, siejhaft frei zu sein, vieiir. er eich auf 
ijeine Beute stürzt. Er ir-a^ in der: -^ahn leben, dass er sich 
iiiit seiner Beute die V.elt unterjochen kann. Der I.'ensch 
riüsste es besser wissen |Und er weiss es besser^je cehr er 
denkt, v.-ie bedingt er ist. "Se-nxi er nur zu Ende denken und 
oeobachten könnte, ein Henschenleben läge, wie Kant und 
„_le exakten Denkc^r erkannten, als eine völlig lückenlose 

Fette von streng bedir^gte]:-. Geschehen vor ihm. .^uch d^r ^ 

a 
i'lachkopf traut es sich ieist zu, das Handeln anderer pr^- 

jEise vorauszuprophezeien in seiner Bedingtheit. Kur sich 
selbst, über den er nicht nachdenkt, hält er für absolut 
frei; und er kann es nicht fassen, dass von einem bsstir-m- 
ten Gesichtspunkt her, der stolze Glaube an die nienscnli- 
ch§ Ireiheit nichts anderes ist als der resignierte Ver- 
zicht, das .landein des Menschen zu erklären und aus seinen 
Metiven verstehen zu können oder zu wollen. 

rer.T. aber so dor Zweifel an der Grösse des I.'enschen, 
die Bezweiflung seiner Freiheit und seiner Bedeutung ia 



I 



D 



^-x~ • •"•" I . . ■■ 



■-'■ ^ . ■^.■^■:z: i::-_,ii^ji^;^j|||i||^|2^fiSaiÄa 



I 



Or\s 

H A.' 



-'7 



r n) 



-44- 

I-'.osiios Platz greifen muss, dann kann die Verzweiflung 
an der: Sinn drleses an i^lch so nichtigen und bedingten 
Lebens schwer ausbleiben. \^on allen '• "^en nuss es dem 
Denkenden entge jendröhnen: ti^zu? Das ist kein feiger 
rihilisr.us, keine dekadente Nervenschwcche. Das ist im 
Gesenteil die unnittelbarste, ehrlichste Reaktion zum 
Dasein, die iast allen stärksten Geistern von der Anti- 
ke bis zur G-e-envvart G<^r.einsaiii ist. Der !:ihilisiiius und 
die ^'^eltniüdigkeit bestinxiter Zeitalter wie der Spätan- 
•.ike ^:^iä. des 19* uder 20. Jahr:r -ts s.nd von der Vor- 
zweiiluns Jerer:.ias, Kohelets und Hiobs, Pascals und Kier- 

ke^ac^rds weit-. « versv;hieden. 

"Der I.'.enschheit ganzer Jänner" - das ist nicht eine 
blosse Redensart eines phantasiereichen Dichters, und es 
ist nicht der Ausruf des Stöhnens von lebensunfä'-.i-en, 
degenerierten üeschlechöern. Ss ist die Eozeichnung des 
ersten, elecentarsten Gefühls der unverdorbenen, ^esun- 
dest«^n-denkenden IJaturen ge-enüber der Grundsituation der 
Menschheit. \ver niemals "3?luch der Geduld zu allem Dasein!" 
rief, der rählt nicht mit. ^er nie bis zur wirklichen, 
hoffnungslosen "Zerknirsch^ong geführt wurde" (Psalr. 90), 
dessen Gerede über die Würde des Kenschenlebenü oleibt ein 
Geplärr. Sin Christentum:, das die Lllrtyr^ die Kreuzigung, 
das "vvarun hast Du nich verlassen?", ein Christentux:i, das^ 
:ie Kreu4^Sige)liualen des L-enschensohns, das^ die Ver- 
zweiflung zum Tode abdär-ofen will, ist, wie die -rossten 
Chris -Jan aller Zeiten wusston, kein Chi-ister.-.^^: r-ehr. 



i^' 






I hd^'^ev' 



-45- 



nm^-l'^ 



n 







-^.T 






Zii-:elschlus3 



,-, ^ -:.. ^- 



- ein 






A.:er - so v/ird rian lii-^st enx^e-r.e 
^.t nur ein ver£:eblic;::e3 Cichberufen auf die 



1^ .-. •; 



li'^S'L-^n IioIiULionte der lienücahelt . "Mi iot ein '»Athei:^- 
r:U3" , ier sich umsonst mit ^»fromr.en Zitaten^* zu scli:..::k. 



iV^ 



-^^n \jr2ucnt. Was die DokuL.ent^.. des Judentums und dez 



Clirii ::)ntuins von all dan -bisher e-.v.viul.elten Argur:Gnten 
Lwlie-det, das ist das uneischütterliche Vei-trauen aul 
Gott, auf ein absolutes Sein und auf absolute V erte^,_ 
uas dor-- n-ben aller iienLchlichen Verzv^eiflung hei>t:eht. 
und Nein! Klingt das Vertrauen auf Cott in Kohelet 
rk.icli ^0 unerschüttert - falls man sieb nicht zu l'reu- 
_T L-r.:":z-: auf die ein.. ..lije Z.. .vähnung Gottes in o.ei. sti- 
li2tiücii. CO abweiche:-, den und sc unverEittelt anjef :.:.en 
Cchlussvercen? Ist llicbü i:echte:.-?,'ollen ::it Cott nocU 
wirklich unerschüttertor Gotteü^laube? Haben die Reli.:io..s. 
schulen aller Konfesr-ionen nicht imiaer die kühnsten und 
-^- .-ersten Konfessionen ihrer Stifter unv.dllkürlich ver- 

Aber den i^s) sei, wie ihm (es) wolle! Es war einst 
v;ics höchstes Verdienst, die Feinheit der bedin^j^in^slo- 
sen :iin-abe an eine einzige, seistige, weltlenkende Kraft 

ü Go^-^ensatz zu dem ^oben •vertgewirr und dem 






Z' 



u loraern in ü 



DäEonen-laubon, die primitivere .-.ili-ionen beherrscht. 
Aber .vao jir.st höchste, neu errui-ge.' 3 Einsicht v.'ar_,iin Kun- 



de von Stiftern neuer lieli^lon.n bie^Jt das notv.endig nccn 



"V 



1 

1 



-46- 



'TKS 



-}$ 



höchste Einsicht bei den Nachbetern aller Zeiten? Unbe- 
ctochon realiJie, ernst religiöse Denker haben sich nicht 
e.ithaiten kör^nen, zu 'oQkei.rien, dass ihrer innersten Jber- 
z3Ui^im^ nach "Gott tot'» jsei, (Zarathujlrra) dass es "unan- 



A -i --tj 



h 



V. .n <. . -j- 



rixandi-^'' sei, sicn nocn nsute 



alv .^ottes^-rläubi.^ zu zei- 



iia^j 



gen (Antichrist). Ein anderer .britischer Denkei^^hat den 
einst allbeherrschenden Gottesbe^rif f in ein paar C^:tzen 



ir; Anhang zu seinen System als eines von drei Pcstulaten 
r oraktiscxcn Vernunft nur noch ir.it den dUrfti^^stcn Ar- 



n ^ 



-umenten zu retten versucht. Und selbst seine reli.^i'Js 
konseivativen Nachfolger sprachen zuerst von "absoluten 
Ich'S von der *- .eltvernunft" , der "^reltseele" oder vom 
"absoluten Begriff", un erst höchst nachträ^:lich dicken 
rein philisophisch-atheistischen Ternini auch noch die 
"Bezeichnung "Gott" auf zuhe^ften. Es erscheint inn.er r.ehr 
-v/eifelr.aft, ob es - trotz alles orthodoxen und neo-pseudo- 

laubigen Widerspruchs - noch echt religiös ist, den IIa- 
rien Gottes ungehemr.t und allzu zuversichtlich im :,mnde zu 



jT- 



ühr 



en . 



Weder die Naxurphilosophie noch die Natur^ und die 



Geisteswissenschaften kön:.:en dem Glauben an einen persön- 
lichen Gott eine Stütze bieten. Es gibt hier eine unum- 
gängliche Alternative: entweder die kritische Erforschung 
des l^c-seins hält streng an den Prinzip alles Erklärens 
und Verstehens fest: dann kann sie sich nicht auf Gott 
berufen, weil in allen nonotheistischen Religionen das 
höchste göttliche Wesen seinem Begriff nach - nicht vor- 



r^- 



V 



/>' 



,.i 'i •■; .ii " ; -;- .<■ 



. ■ .äi. - -: . - — oa^ 



-47^ 



ILuli^: 3ondern ein i'ur alle ma* - Jedes Zrklären meiner 
solbs":: verbietet, der Sache selbst nach unr.ö.-rlich rächt • 
Gier aber, wenn die Erforschung des Daseins doch die T^in- 
aührung Gottes in ihr ".letrachtur.^sf cid lür ar.-^cbracV.t hält, 
dann ,^ibt sie eben - ir.it der Stabilisierung eines prinzi- 
piell lür irnrr.er Unerklärbaren - von dieser. r.Tonent an den 
Anspruch auf, noch echt erklärende rcrschxing zu sein. 

Verweist cmn aber alle solche Henühungen der rationa- 
Is^n raLionsvv^ation Gottes von der. säkularen V issenschaften 
a:. eine oesonders dazu vorgesehene rationale Theolo^^ie oder 
rationale Kosr.olojie , so ist durch diese neuen, alten Tauf- 
n^^iien nichts ^-ebessert. Die rationale Theclcjie oder i:os- 
r:Clo^'-i3 kann, soweit sie Theologie ist, unr.ö/:-lich rational 
soin, und soweit sie nur rational ist, nie Theolo^^i^ werden. 

Doch auch die vielen irrationalen oder araticnalen 
Heli^rionsphilosophien, die ein Jahrhundert nach derr. ande: .n 
h;:rvorgeoracht hat, können dem stren/5 orthodox Gottes jläu- 
bi^en nicht mehr Hilfe ßeten. V^enngleich Schleierracher hoff- 
te, dies den «Gebildeten unter den Verächtern der Kcli^^ion" 
dartun zu kennen, es ist weder ian noch anderen gelungen, 
auf Grund des "Gefühls der schlechthinnigen Abhän-icjkeit" 
IQ I im Dasein^auf^rund anderer Gefühle, die Existenz eines per- 
sönlichen Gottes/zu erweisen. 



sc bleibt :ür den Orthodoxen nur die Berufung auf die 
.raoffeiibc^rte Religion. Sie kann keiner ihn. verwehren. Aber 
durch oie kann er auch keinen bekehren, der aus ehrlicher 
Jberzeu-ung andere »^natü^liche Oif enbarungen" in sich nicht 
zum Schweigen bringen kann* sctu^ui jj^ p. yf 



i.jk-»j ' -y w 



»11 rimi • - 



n a nrr i Titmr rr- -i-t-t-j- ■• l i niimirTl 



■ai/mt Ißtuif 



—■19 



KidilliC h«t«i«l« eft—iMuh hUr «itian «mIc«» gfidiadMn 

«MltULbw •!• mAmb WtMB «Mh aU "Oett Mffe««nd«"» nn G«tt 
gL«ldiMHi «•nOetcU üstwr^ aoafifb, «nd dM« «r Am als iAm kiA» 

" TIMM Anr^ dM dLMtcU MM«taiah« BmoscU 
M&n ^M "Oott « ilaii" twrtjftpgt f «ad, Umt trot» d«p UatlM4t «nd 
S«IU>ctaidb«riMit MlfllMr ifaMiMtlMM» fllr dM SMbM nMfa LMmm. 
dm ist dMit nlolAs gMBnMR. Xm HLiMKBd, du» Mf St^OUxtß 
ThM« Mn dM — (MMrtM Md JtiM t ii H iw i ir aitM-UMiaUeoter R«U- 
glM&tlt dam MMMhMln alifMpteehM wncdM itfMt«! MMn^ «i«ill«lofat 
mA durch «MliM» SittMMR»*«*« b üf g» * » ' MtdM, Abw MtMhcLdnd 
ist MtOiMaLiah, dMs diM« S«t«Mg i»n 'njstt «n «iol»" dM Satfwr 



OMAogat« 



tM«r nM«U«<^r nrtHlwig MMfttM laun» 
So bLaibt...« pii?a 






■TJi^a i—lMiMMMIiart 



1 1 'm ^tmmmmmmm^mä 



-43^ 



^^_^Es ist gefährlich icurzsichtig, die kritische Ana- 
lyse menschlicher Gottes oc^riiie von Xenophanes bis 'iJpi- 
kur und die iL:j^er verscnärxxere i:ersetzun2 der Bedeutung 
Gottesb^ -Iffs seit den Beginn der europaischen 










/VmJ 



r.inaiasanca als haltloas rsligicse Skepsis abzutur.. Zu 
viel isnschliche Grösse ciht a^if der 3eite der Löu^ner 
eines persönlichen Gottes, bei Spinoza, bei Benthan, 
V 1 -r. ?reua mid Einstein, und zu viel menschlicher 
Abscha-o:- ..uf der Seito von ehrlich Gottesgläubigen wie 
.-.doli Jitler und anderen ::asseniLÖrdern. V^ürde Dan aber 
-l]!en rheisten, die zugleich t.enschliche Scheusale sind, 
- nich-. zu unrecht - echxe i.elijiosität absprechen und 
--• > d' i-'r den -rossen Atheisten zuerkennen, so wäre c.jen 
d^ii-0 nur aui's passendste bestätigt, dass wahre F.elirio- 
-^t'äti -^cht entscheidend aDhän^is sein (kanii' von dem CJlau- 






einen persönlichen c.ott. 



'i^^t den Eiöteßen -läubigs'^er Denker desy::itT;Gl- 
alters laseen sich andere Kinweise entnehmen, woxiach der 
Gottesbesriiifkfir.fe0v.eg3 in jeder Hinsicht den nojwendi- 
gen Ausgan£;3punkt alle|^Q:enschlichenjWert«^s;(zu bilden 
braucht. Cclbst die Grossen Scholastiker haben sich in 
ii-j-en suiün.aa für ihre Begründuns der Ethik weithin auf 
d>is lu:::9n naturale und keineswess nur auf geolfenbartes 
Gotcec'.vort stützen wollen. Z'^. i::indesten erkannten sie 
c-t b.;reit'^illii:st an, dass - ausser der Stützung auf 
kanon.3i^rte heilige Cchriiton - ethische VJahrheit auch 
aurch rein rationale Einsicht erwerbbar ist. Diese dop- 



lJ^— w..— !'■ Mniv**.w. -i-^ 



'r'Sm mk i% i wn « f» "t" IOH i f i '- | i " ■' -f-"— r "'r'^^^--*--*'^'"T' 



III,48b 



I 



w<»20b 



kai» AttMnU b«l«ddl<di «bw KLidM •• ann 'vor aUan» (te«a 
«1^ d*r aUMbiff» i4t dM Di«ng«i Mf ««ttlioh* OffväNkra« •!« «lltl- 
■1«« QBdU d«r MMNd «d <IM MMvwaLnm an «k« Yi«U«lfllit idtfitlc- 
•Üb Pwkt in dl* taget* OMwlnimirrtt adt dwi knuMCUtt tkit3JMbA«Mi 
iMsllit, iwr «■ dt« midMltsfinnt alt d« "kriUMliMi UatiXt/tm* {ivai«» 
n«<rtMB. DM» mr dwr oittatdaac «Und Of f w tmt i ^l lii ig ii uad Mi^il* 
dar ittdUü «liMdsUMiK» atef»tilwr tmt a hw dunnf • dM» T i rtwwrtwi 
and HoMl «BtMK!«r <ib«ftaM9it kein» AMiiMnnNii bMnqNraelMn dBrf«i 
•dw ite» m UlMMtftig« Q«boi« von fsktlMit mA»\iMmiAm «MMit, an 
dU FoydaruKM •&»•• aUiiMaMlflaB a»ttM t^ar aUiriteMitar ¥idJca» 
tnd z«&taltt«D gatawtaB Min aAMMOi» va* •• Ba«b dl« fMgiArdlg« B«ilU 
«iMltlt D»Bto>Miida aitaapzlahtt "AUm la( »fdaabt, fUla U«*t ndcAit 
aidaUwt«" 

Fftr dan aafananUai "krlUoiäMHi TdaaliatiW" idrd f^HdOiaiwitw 
«aiaa daiaa« Art von »naoan« odw «LAnahr flb«A«bt «lt«B " B aa Uw Ma" 
ia KHMral-ond viottaaftntHl »«iacliiiall f«««mt«>dslo8« Jada Fnft aaoh 
aim, moh GSLtlgkalt, aMh Vavt «Arda ja aaMMOl^iat dasndlMt, 
«MB 31an und Utart ^aaet»% nloht« «attav g a — « ht faitigt aata aaUtan 
ala dareh «düMS aiafkoh Mnaa n a h i nrlan Bafwhil al iwa i i iiib i w i aodb aoA w 
lM<Mlt rfiidan— " walan" L ifca — a ma » Dar OUuba an dl« «vdrkUtiricalt'' 
«Amm aoLolMi iiiaaana kam la ^^iahrtiait da« Waat «inar SiiafkdMtang vn» 



MHraa OMalaa AtäA» MtaidMidandaa vcO^tm, 0>mr ar 



dl 



Maat 



■••a 



«oia sarstar« hailfan« id.« «r «a atteo bai angatUltan NUUonan ym 
AbngUMMaAnn doroh dla Jahitfundatta ULndoMh gataa bat» "3iaB"NMa 
ilwi «an M lAoMpaR« gaUtaflgan «id gam and«nartigaB K*tagoyi«e 
ida alBfaOha VirKliohkait imd «mlrtaieihtcidt rata ipihaltfln ytmdmu 



iV<»> 



\ 



/ 



^r 



''/ < 



f 

r 

I 



j 



^S. ^^ 2\ 



•3 ^^ 




/f ^^- 



f 



UVa«' 



«nZL 



/> 



\ 



1 



XIX««iOe 






a« A<*i dU MKUlMlt dw BMlaUn TüMSAfiB «Ui M «hAc "tHtaMR 






DSlII« 



liMfi M T«H<ltf>— * 






idi 4*r MUtlvltltstlifloci« m» «In ?«*«■ f«B 
MMMatot«^ Vor NlalMr total«! Vwltww«n (ivr 



i 



«OB ^«rt wKi («Mb) MMwmMK Ptp «im ««it« v.-ii4tU«talt««rCMMat 
TiTmIIwmi «U toiUMM gl«ilA MUokBMMB i i i< a i i l u mAm * 



Xtt dar 















wUan, imt«n«i UtaM «ffaAMi«» «onteiti dw " tI i w i i ii Iww », «Im 
V«i1«liii (;Lyf >:! I j todMU* Jt mmM Hftwi iA« f i irtUmi ) dUM« 



tfMd« tail«ib«ttf dLii«lsa.tl< «fc «in« 



dl« 1*1^ 






«IM m«««* 



VNlilt«K%9 



«d dtLdti ««• 



•«UUm«!« BafOh, dmr «N« , «UM 



Mtf awid «iMT "lAt MM iw B Mft«w* 



l thmMim wmmMA «id b«* 



Tn^ 



s«lMi Im MtedjjdMi ^^mmmm fladw ü* «n«ilMi T 
^»»t tf«i. «diw dto dlNM dkiwtr &\aAAm^ vm «M«m»I«i 



v- 



t$ di« 



>HillTff11-^ '** dmr Q ff«»«i«n 4l» Mhl «MM« «i Slaii 



. 



\ 



'— -T 



.aiv 



I 



znt<iSd 



(Ai<^ 



s«r AitflOAMr MHiil In «lA «mt «Mb MlMfi ümm iiifMii«i»i«t- 



M«ritfMt« fiMAw MMte H^LMl fluid4 






(mUgMlt dMP mnlgMiftw 






Vw iWWPMPlBi|^ ^B^WP ^^BÄ ^Wi^^P ^^^^K^^^ 



*•, 4iM 0«M MSta» M aiMi «• Min d^Nto «»«teit«, «• 

Mlti«ltM&MiW OvktMgUMMf« FMM 



1li;% dtaf 



fA^SA tdt ^NPiMM «ttf 



dUÖMMli» 






wr ^HNtefAng <te(r i^tf 






an «Am iAMOig» gRtllÄ» ofr«i«»MNl *m OMMdUfw 4ir Mw*l »»- 









4l»otfM fttr MÜMMtiMto MRMMng «mUtaRMtaB 



<wr ttmUlw—i iifand «da» UMt 

gUlt OrtitlHiiMilt ttitfcw md IMM riU ÜMM "MliMl«kMLt' 



ü« l<)«RtLfi<d«tt tmrim tAX 



Mwültlt « Slm MM 



ImImi 



«r •• «ii«lltfdiiA.««tt MlUfMU«M Mut«» 



-^•^^ 



Oü 



itiiiiMli 



-49- 



? 



I 



^vS-^3 polte Grundlesuns der -cralischon Grundwahrheiten wurde 

-icht zü Unrecht als ■.;illkü:.r.enitc .-.tärkunj ihrer Ver- 
bindlichl'-sit ei-.piimden. Die Grv.nduxicne der Ethik vrarden 
eben bsersiflicherv/eise iür noch wichtiger gehalten als 
selhcx die Axione der l.:ather:atik, sodass ihre zwiefache 
?.G0ht:.erti2ung als besondeis v/ünschenswort erschien. 

Ui: jedes Menschenkind, auch die verstocktesten Leiden 
z-s. verv.-arnen, finden sich nach tiittelalterlicher Lehre die 
I,^.u?xjehcte der Loral nicht nur in den Of fenbarun-en Got- 
tca verkündet, sondern sie sind auch eingepflanzt, einge- 
rrrabc:: in das herz jedes Menschen und dar-.it schon durch 
n:.tü- liehe Selbstbesinnunc sofort als sültis erkennbar. 
Nicht nur die £-oi".ne GotteL lehrt uns, dass diese covali- 
echen Grundgesetze absolut -findend sind, die Stimme des 
natürlichen Gewissens und der r.enschlichen Vernunft "olfen- 
v:.rt" uns genau das Gleiche. Eine rein theonomische Ethik 
u .er v.u--de oft nicht ohr.e guten Grund für v/eniger v.ün3chens. 
v;ert -ehalten. Denn die ausschliessliche Rechtfertigung 
r cralischer Gebote durch Berufung auf heilige Texte ge- 
p fährdet ir.r.erhin deiy erstrebten/eindeutigen Verpilichtungs- 
charakter der ::oralsesetze durch die jederzeit mögliche 
Vieldeutigkeit der Interprätation der Texte. 

Neben den grossen Rationalisten des lattelalters aber 
haben seine Mystiker der Zentralstellung aller Gotceser- 
kennt..is eins noch sch^werere Erschütterung bereitet, oft 
.-awiss ohne irgend etwas dieser nrt anzustreben, jie 
machtvolle Geiste sbewegung der negativen Theologie, die 



5-lV 



MM«MMillfMHMM**> 



.-...y..:.- , -, ^. — •- ■^■„^ ■;.-..., ^■:. ^-^.-,Tv>T-^-:TTrarTnrrnvi-rr:s£L:;^ .i; 



o>xV2M 



-5Ü- 



öioh durch das ganze Llittelaltsr ausbreitet, ist schon 
In der alttestanentlichen Lehre von der absoluten Ge- 
staltlosigkeit Gottes vorgebildet. Es wird hier darauf 
•..estanden: v/ir y;issen 2:it absoluter Cicherheit, daos 
C-ott ist. Aber es v/ird zu-leich i-it Eindeetens derselben 
■^.phase gelehrt, dass es völlig unstatthaft, ja uniiög- 
lich sei zu sagen, was C-ott ist. Alle diese Überzeugungen 
in ihren verschiedensten Abarten bei Dionysius Areopagita, 
bei Augustin, bei Scotus Briu-ena, bei den Viktorinern 
er in der gheologia äeut.sch, bei Euysbroock oder selbst 



Wv-t. 



boi den Rationalisten r.'aiinonides sind vor allec von dem 
Villo-n getragen, C-ott casslos über alles uns bekannte oder 
^e erreichbare Gein hinauszuheben, ihn von aller anderen 
-:ealität abzurücken und ih>-: so aufs Äusserste zu glorifi- 
zieren, /.ber Hand in Hand nit dieser höchsten Verherrli- 
chunr .'^eht doch eine seltsame Degradierung. rie wäre es 
sonst möglich, dass Gott hier zugleich und irx;er wieder 
Eit so viel Feuer als die reine leere, die ivüste, die 
l'de, der Abgrund, die schwärzeste Finsternis angespro- 
chen 7/erden könnte? 

SS ist, als ob sich die Verzweiflung des :;anschen 
am Dasein so mit besonderer Genugtuung an höchsten "ein 
rächen wollte, als ob mindestens ebenso gross wie die 
T-iebe zue Vater der Mass gegen ihn angeschwollen ist. 
und "eister Eckhart zio::t darm aus der negativen Theolo- 
rie eine besondere KU»-C Konsequenz für die Ethik. Er 
findet, dass es ebenso von Grund auf verfehl', und irre- 



j^cyy-x? 



■p,.-,^-»-,-, — .r 7 r«- ?"^^"'** ".'" ' .1 ' * T.' ' 



''vvxS 



-,2r 



-51- 



führend sei, Gott als die Quelle alles Guten.^ betrach- 
tsn, wie die Sonrie schwär?, zu iiennen. Lamit hat ein irn- 
besti Itbar tief reli^^iücer Geist aus der reli.^iöGen 
H'-cbbliite des '.üttelalters unverkennbar genug angedeutet, 






r Be/rriff Gottes nicht als der unentbehiliche Aus- 



^angspur^vt ethischer Gesir-nung betrachtet werden sollte. 

Der Chor der Geister, die eine auf dein Gottesbe^-riff 
auigeoaute Ethik für ein lia£;würdiges oder uniDör-^liches 
üKterr.ehiuen halten, redet eine nicht über hörbar nachdrück- 
liche "prache. Es sind nicht nur atheistische Anthropolo- 
gen u Ludwig Feuerbach, die seit der Antike unabsehba- 
res !.:aterial dafür aufhäuften, v;io menschlich-allsur.ensch- 
lich die Gottesvorstellunf^en auch hoch und höchststehonder 
Völker v,ie Individuen sind. Es ist nicht nur Freud, der 
im Bilde Gottes nichts als das Abbild des nur zu mensch- 
lichen Vaters sieht. Auch zahllose ßläubicste Denker haben 
es bewusst verscliinäht , die Gültigkeit ethischer Gebote 
ausschliesslich auf gö-otlichen Befehl zurückzuführen. 



» 1.. 



er es gibt ganz abgesehen von allen historischen 



Stimmen heute noch einen besonders gewichtigen Grund, jede 
theonome Ethik abzulehnen. !.!:an braucht nicht den Geist 
Nietzsches heraufzubeschwören und zu verkünden, dass Gott 
tot sei, und man braucht nicht r:it der iiiodernen Wissen- 
Schaft darauf zu bestehen, dass keinerlei Beweis für die 
Existenz Gottes als rational gültiger Beweis anerkannt 
werden kc-.te. Noch viel tiefer reicht der Einv/and, dass 
jede Bc;rufung auf Gott als den Garanten, den Bürgen der 



-52- 



r 



OTKVS-^-t 



Sittlichkeit (Hermann Cohen), jede Berufung auf Gott 
als den Wertspender, den moralischen Sinngeber des Da- 

seins, ein Zirkelschluss ist. .^rrui ou^ ^^^^^ ^^ J^<^^ -^^^^f^ u^ 

Es ist nicht Gott, der der Ursprung des v.ertes ist, 
sondern - v.ie aus allein ü.enscheniLöglichen VTissen wesent- 
lich erhellt -: was vorher schon als absoluter '^ert aus- 
.'rcmacht wurde, wird nachtri^glich Gott zugesprochen und 

O ' 's 

als von Gott gestiftet und sanktioniert angesehen. Anders 
ausgesprochen: es wird sirj:ilos darüber zu eifern, ob Gott 
Izz^ wenn - v;ie selbst die negative. Theologie einräumt - 
wir absolut nicht wissen können, was er ist, was er we- 



«s5t^?*3 






entlieh d.h. hier ethisch bedeutet. Wenn wir erst auf 






anderem Wege als auf dem der Gotteserfassung ausmachen 
müssv.:., was gut und böse, was v.erthaft und wertuidrig ist, 
t2.r^ ist mit dem Glauben an Gott für die Sinnerfassung , 
des Daseins nicht das Geringste gesagt oder 'g^^an. 

Die Nennung des Ilamens "Gott" klingt zwar jedem 
laubigen Ohr wie ein Zauberwort, das unmittelbar dem 
sonst\:;innlosen Leben den höchsten Wert verleiht. "Du 
bist in Gottes Ebenbild erschaffen", "zu seiner Ehre»', 
"zur Heiligung seines Hamens", so lauten die feierlich 
grossen alten Pormeln. Und diese Formeln sind zweifel- 
los von echtem, tiefem Klang, geprägt von J^enschen, die 
echtes v;ertleben führten. Wenn uns 2iur erst "glaubhaft" 
gemacht werden könnte, worin allein Gottes Ehre besteht, 
wo wir aufhören, noch sein wirkliches Ebenbild zu sein, 
xmd warum - notwe..dig oder wenigstens sinnfällig plausibfel 









l 



Ni 



r 



■ \ 



I 



'K< 



•** i 






^i • I' >-J».i 



läHi 



M II I I — <«— Kiy 



'Tijiijiii;'" •■■tai iiw -i.';ii. 



i|i VfiirrTiFiUBBriiiTliill 



mmmmßmmi^^ 



/m. 



r«-i , 



n^S'U: ciüs 



j 



I 



I 
I 



/ 



/ 



7 



1 



5u J3^ 



-55- 



dies und ^j^es 



menschliche Verhalten Entweihung des gött- 



lichen llamens ist und nicht eine "Erfüllung göttlichen 

I 



Auftrags" . 



Für äien unkritischen .. Gläubigen sind natürlich alle 
diese Fragen im Voraus klar beantwortet. Ihm genügt zu 
ihrer eindeutigen Klärung das Alte oder das Neue Testa- 
iLent, der Koran oder die Upanishad, das bürgerliche Ge- 
setzbuch oder der Code de Napoleon, das angelsächsische 
Common Law und, wenn er ein( griechisch orthodoxer) Russe 
ist, die Entscheidungen des Politbureaus. Pur den naiv 
Gläubigen würde es schon Gotteslästerung sein, wenn er 
sich oder einen anderen fragen würde, ob Gott nur nach- 
träglich sanktioniert, was aucii immer in den sich oft 
radikal ändernden menschlichen Gesetzbüchern und Schrift- 
erklarungen vorgeschrieben wird. Für den Blindgläubigen 
ist die Identität zwischen dem Willen Gottes und dem sei- 
nes menschlichen Gesetzgebers absolut selbstverständlich, so 
evident, dass ihm trotz alles handgreiflichen Wechsels der 
Vorschriften eine Frage nach der göttlichen oder mensch- 
lichen Priorität des Befehlens gar nicht in den Sinn kommt 
oder die göttliche Priorität ohne Gedankenskrupel durch 
das blosse Wort "Gott" gesichert erscheint. 



_» — t 

G'lrtts^icherweise stimmen auch die Gesetzixüeher vie- 



ler Zeiten und 



^rossen Heliglon^urkunden vieler Kon- 



fessionen in vielen Fu^ä^^g^e^alregeln überein. Die kras- 

/tual sind für unse- 



rosen Differenzen 



J 



Fragen erfreulich unerheblich. Es scheint 



. 










-.'.-•r\.".,.'i::., 



7'jr:\~:7Zii:::::i 



; giz::eLtrTnrj2i^ J 



nz,53A> 



' U^S'j 



ü l*t «rsUwill«!!» «!• «ft Mltai MWU w wH f «ad LM*r «a» 



dM«r s«hfltf«o 8b«r «Um w^kImm 



, dM ihrM> äModsinst«!- 



Iw« m «Inm SolulftMMk ttkfwüi twi %«rd». 0mm MtaMR «b»!«!»»«» 
•«Im Rlt« In k«bb»litils«hw Utafwtar, r.i««Mrtt«lt in dm wrt»il«n- 
dan Wtalwni dM KLX/m TaiPtuMit« alm* iM&tafM <fe«rMth«n ««fd«w Oii 
JMW hl«lbt dl» VwfWfrpwraB« lMdl«fMc«loMr IXikrn «»dAr ?»rth«4t 
von >d»r ActVMsi«!— trat» MdiMr ldBt»il««h Mlnivr w*>«w»ehtl«t« 
ünRbHMw f«g«R dt« "OttMngwriMA"» dl* "««ttamlnpat* d«r iliarl^lwp 
(Rattidtes I2i3«»| 23t 33l «3«13ff ) ««d trat« mIumi IdiUtlMhl»«« 
bicTCiniolMM'^ GaMltoktM ««gan 6«mU dar JOdlaAMi SUatabMlt* 
JadanfaUa darf Äa ©A oKUratiiAaM tkavaAmM nint «nl»«!»« J«dl- 



L^baMdaiSkvM 



aalbi^varaOMLlali afeM|*laH 



Vor aUan glM. — hlar waaant- 



Uflh 



a*r*aiiU«kalt «nd Llaba« 



In da» ZMaManMk«« and SaMLdwt«« ««• 



ZaMftda, aa lai awA andarwraaita rt M wn iia wl < m 1 



daaa 



SLflIdanf 



(aalaaan FawdMMwUlftea i l a m — g an 



tfar ralfatan .>1%tll«4Mit In IndlMdiar, ehiiiaalaatear and JUlaah» 



f>ac«>rdi> 



gar »vaia, aina tmk MK "•»*>^ auf ilaWan •« wall«i in wU*« l». 
liAtUaliaM Oatanaata a« dan ätlrwm d«p gaiatlc«Mn VOUwr dar Srd*. 



Oaa allala «aaantllelia Ztall i*^M «iatUahrwallar^ne» auf mmb 
ywaa— a« ain«p nwan B^fftod«« baatar altar Laimui h aw aKam «« 







( 



-54- 

auch mir ein zweifelhafter Ehrgeiz zu sein, eine ganz 
neue Moral aufrichten zu wollen im vollen inhaltlich^ 
Gesensatz zu dexa grossen Zusammenklang der moralischen 
£timr.en der geistigsten VölKer-äeTErde. Es erscheint 
Dir als ein viel dan^SS^rteres Ziel - allerdings auf 



recht nei^ön-l^en - zu einer neuen Begründung echter, 



fU 



: zu führe^i Achliesslich ist auch 



>- 



rry^'3S' 



A 



iX 



'Vvi I 



I 






^y^ ' 



r 



alter Lebensbewertung z 

die "revolutionäre" Moral der blonden Bestie, die der . 
schon erblindende Radikalismus Kietzsches in seinen spä- 
testen Schriften predigen wollte, ganz und gar nicht eine 
neue lloral, sondern im Gegenteil nur eine, die viel älter 
ist als die überlegen^, reifere und doch gewiss nicht 
kraftlosere des Alten Testaments. 

Aber wenn auch £o(z«ffi-«iück) für die tätliche Praxis 
des Durchschnittsr-enschenQ^illilL^) Übereinstimmung in 
Lebens-und Moralwertur^en besteht, in entscheidendsten 
konkreten Konflikten des Daseins und in den elementarsten 
Begründungen jener Entscheidungen gehen die Wege ^oft) weit. 



weit auseinander. v:as da für das Auge des blossen Prakti- 
kers und für die Lebenshaltung des "Laien", des blossen 
Untertans, was für den, der die grossen Lebensregelungen 
anderer nur übernimmt, unsichtbar und unwesentlich bleibt, 
gerade das sind für den unbefangen Pragenden die quälende 
sten -1 die ausschlaggebend wichtigsten Prägen. Wer nach 
dem Sinn des Daseins, seines Lebens forscht, dem kann da- 
mit nicht gedient werden, dass man ihn an sekundär recht 
r vernünftige Moralweisheiten verweist wie z.B./den Satz 






f" -I 



\ 






i^ 



^— ■ - : b?. 



,„uuü < * J * « **' ■■ *" ■iTT-fm-imrtf . 



-_-. ^^.. ,, > ,-. r rr T^:~T~: 



•TTT':' wiv'irr'i" 



'O f t i üfllTi l nn i ■ .^-»— •--»»• — ■•' 



■ M 



-55- 



' 'NiS-lJp ^ C^^ 



»vS 



a^ : c*.<^- 5 



^^ 



s-l'? 



"wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen". Aber , 
auch die Anrufung der Majestät Gottes, "Gott will das" 
urischreibt nur Eit einem grossen Wort eine schon ander- 
weitig gegebene Antwort auf unsere Frage. 

Die Aufklärung, die wir suchen, betrifft nicht die 
präge: ist dies undtitk Verhalten der Wille Gottes oder 
der eines menschlichen Gesetzgebers? Die Frage ist: wieso 
kann dies und^-di^s- Verhalten i^einem Leben Wert und Sinn 
bieten und dadurch niit Recht als Wille Gottes gelten? 
Diese Frage wird und braucht von dem praktischen Menschen, 
der nur irgend einen Platz in einer Menschengruppe ange- 
wiesen haben möchte, nicht gestellt zu werden. Heinrich 
Heine mo_nte, dass nur ein Harr eine Antwort auf diese 
Grundfrage des Daseins erwarten könne. Mag sein, dass wir 

diese :Harren sind. 

Aber die Beantwortung dieser Frage durch den Hinweis 
auf Gottes Willen oder den Willen der weisesten Kenschen 
ist natürlich keine Antwort. Sie ist nur die Vermeidung 
einer Antwort ohne das ehrliche Geständnis, dass hier 
keine Antwort gegeben wird. Sie ist eine Scheinantwort. 
Die entscheidende Eätselfrage der Ethik und jeder 
Theorie des Lebenssinns ist, wie die negative Theologie 
ehrlich andeutet, durch keine Theologie als Theologie lös- 

>. ■ auch nicht durch neueste zeitgenössische Lehren vom 
bar, aucn nie au uu «i^.^^.t/, ö^^ou.-k^.^^^-^ 
' «unbekannten- absolut translendentenjGott. Denn - trotz 
Ijewskis und Sartres gegenteili/er Versicherungen - 
diese 7rage betrifft nicht das "Dass" Gottes. Gottes 



! ,' 



i ^«1 



*. 




■H 



«HH 



.*•■ 



-56- 

Exis.tenz, sondern nur sein TTas oder, noch deutlicher ge- 
sast, diese Prase betrifft nur das V-ie der Sinnhaftwer- 
dung des (an sich sinnlosen) Daseins - ganz gleichgül- 
tig, durch wen dieser sinner-^erb des Lebens bewirkt ist, 
ob durch die Macht, die gemeinhin durch das laagisch grosse 
wort "Gott" umschrieben wird oder durch eine andere Art 
und v.eiso, wenn diese Art nur ernstlich uns irgendwie hä- 
her gebracht werden kann. Kann sie das aber nicht, so ist 
es gewiss das einzig Redliche, dass der Theologe und der 
pnilosoph ihre Ohnmacht vor dieser Grundfrage gestehen, 
und dass sie ihre Aussagen über absolut gültige oder re- 
lative ?/illensäu3serungen Gottes fallen lassen. 

F.S ist keineswegs genug, den "Ratschluss Gottes". 
seine Lenkung des Weltgeschehens als "unerf erschlich" an- 
zuerkennen. ES ist absolut nicht ausreichend^ die "Welt- 
schöofung" und .elterhaltun^ als unerklärbar auszugeben, 
wie dies alle höher stehende Theologie tut. Viel laehr 
steht auf dezn Spiel: der eigentliche Sinn des Daseins und 
das einfachste Kriterium des unterschiede von Gut und^Böse, 
ia in :aanchen Pällen die Differenz von Verbrechen und'^Gross- 
tat kar^ nicht mehr weiter verständlich gemacht werden. Sie 
bleibt sogar in höchsten weltgeschichtlichen Entscheidungen 

I radikal kontrovers. 

,as Eitler ehrlich fanatisch als Grosstat ansah und 

r- . ^- -.t« «.innerfüllung des Daseins, das bleibt für mich 
r als tiexste Sinneriuxxux ^ ^^^ .-.-^.^^rcVct „ . .,^ 
,ei.ste. niedrige, fluchwürdigste^ Schandtat. Pür uns beide 
i..t das Dasein einen -absolut" gegensätzlichen Sinn. "Gott 



1 



1 

i \ 



^r- 



>, 
»••\ 



.0^ 

kj ■ 



s«MWMS«aiasiSBsan 



atMgaaMMaa'gg Mrrr p in i r^ i r i r . ; , f-it ~ 



.rrymtr mr ' .rjlJL ' . ' AKi. '"^ " ! "U ' .t ' i ' 'i 



V W-I I '« II .• 'i '\~ 



-57- 



-»TVS -3C 



I 



will" nach meiner Überzeugung das diametrale Gegenteil ^ 
von dem, was er nach Hitler will, imdCich möchte») diese 
lebenswichtigsten Prägen der Menschheit <«4efet) durch bloss 
dogmatische Beteuerungen von ehrlichen Bekennern beant- 

wortet/sehen. 

Die ethischen Thesen positiver Theologen aber sind 
sehr oft nicht nur höchst dogmatisch, sondern auch gera- 
dezu "unfromm". Es ist unnötig, irgend ein Wort über 
zahllose unsittliche Rituale zu verlieren, die von posi- 
tiven Theologen sanktioniert wurden. T7as hier zur Debatte 
steht, ist etwas Anderes, das der Sache nach viel früher 
zu erörtern ist: vor den Fragen Kiobs, Koheleths und des 
90. Psalms erscheinen nicht nur die Antworten von Hiobs 
Freunden, sondern auch die' angesehener zeitgenössischer 
Theologen und Philosophen eilfertig, erstaunlich borniert 
und einfach als tiefer Kangel an Frömmigkeit, an Ehrfurcht, 
an notwendigstem Respekt vor der Rätselhaftigkeit des Da- 
seins. Diese Theologen und Philosophen wissen - trotz 
ihrer tausendfachen Klauseln in Nebensächlichkeiten - am 
Ende ganz genau oder gleich von vornherein, was der 7?ille 
Gottes und was die absolut gültigen 7erte sind. WirCwoüen 
^ eha^4ch und laut^gestehen; wir wissen es nicht. Und doch, 
wir können es nicht ertragen, in blosser Skepsis oder auch 
in gelehrtesten Nichtwissen an diesem Prjakt zu verbleiben. 

E3 inag schwer ungerecht erscheinen, von einem unbe- 
wussten charlatanismus zu reden. Aber die kompromisslosen 
Absolutisten in der Ethik und der Theologie können heute 



«•-• 



.'/^ •' 



Y 



i 






* 



■«C" .'JI^^v 



r 



.r^-^- 



-585 



davon nicht mehr frei gesprochen werden. Der Mensch xinse- 
rer Zeit entsetzt sich begreiflicherweise imr.er mehr vor 
neuen Relativitäten des Daseins und der Wertungen. Aber 
dem gegenüber iLÜssen das einfache "iurück zum klaren TTil- 
len Gottes»* oder auch das »»vorwärts zun persönlichst er- 
lebten, existentiellen Erfassen des Transzendenten»» oder 
die blosse Stabilisierung einfacher undefinierbarer Werte 
imiier mehr wie Quacksalberei wirken. Es handelt sich und 
braucht sich bei den ?.^ortführern dieser Lehren (^eiiiöbwegBy .-^ 
um irgend welche subjektive Unehrlichkeit zu handeln. Aber 
um so^mehr muss heute klar gelegt werden, dass,was sie bie- 
ten, bestenfalls Scheinkuren sind. Was würde man einem Arzt 
entgegenhalten müssen, der in den glühendsten Farben ein 
Allheilmittel verkündet, von. dem er zugestehen muss, er 
weiss nicht, woraus es besteht, und weiss nicht, wie es 



' oviJ-^/ 



w 



irkt!/?rivolität oder mindestens unbewusster Charlatanis- 



i (L.^ oiP-^ Zii^i-uJy^Jc/u >^ ^c-rtUvu (.^rv4.. >>r-t^Y\'€'^ 1 



mus, so würden die schwer vermeidbaren Anklagen/zu lauten 
haben. Die Medizin kennt schliesslich einige, wenn auch nur 
wenige Arzneien, die definitiv und in deutlich begrenztem 
Umfang heilen. Gerade von daher aber wird es eben voll be- 
greiflich, warum die Anpreisung eines einzig wirksamen Pa- 
nacees sogar wie herausfordernder Cynismus wirken muss. Und 
ffe^enüber den verzweifelt Pragenden muss nur zu oft auch 
die Verweisung an das Transzendente wie das ( gynlo clV l^/f ^^- 
fertige gvoropr o ch o n Q iTic vfW r3^: h o ilaitt Q lo o r o oh elriftny 

Auch der uralte Glaube an eine höchste persönliche 
wert Schöpfung, der Glaube an den absoluten Vorrang des 



>.. 



' 1 






M i 



nif!*^ 



^JUdsi 



30 



V 

V 






-59- 



?. 



^ 
^ 

^ 



Persönlichen gegenüber allen Dingen oder Kräften des Da- 
seins ist heute nicht niehr uneingeschränkt akzeptierbar. 
23 war ohne jeden Zweifel einst ein immenser innerlicher 
Fortschritt des geistigen L'er^chen, statt der Steine, der 
Bäume und Gestirne ein rein geistiges Allwesen an die 
Spitze des Daseins zu stellen und ihm höchste Wertwesen- 
heit zuzusprechen. Aber nochmals: unsere Frage nach dem 
Sinn des Daseins ist damit in keiner Tieise behoben, dass 
man auf eine höchste Gottpersönlichkeit zurückgreift. Die 
Frage ist damit nur umgangen. (un^liann nicht mit der blos- 
sen Versicherung des Dass der Wertschaffung Genüge getan 
werden, sondern nur mit irgend einem - wenn auch noch so 
menschlichen und daher begrenzten - Einblick in das Wie 
dieser sinnstiftungv/^In diesem einzigen und durchaus mensch- 
lieh sich bescheidenden Sinn müssen wir allerdings erstre- 
ben, sozusagen "Mitwisser der Schöpfung" (Schelling) zu wer- 
den, d.h. aber nicht Sachverständige "in Bezug auf die Ent- 
stehung der weit oder auf das Wesen des Absoluten, sondern 
nur viel bedingter, aber dafür wesentlicher: Versteher der 
Sinnhaftigkeit unseres Lebens. 

Zunächst einmal, auch rein theologisch gesprochen, 
wenn ein wirklich infames , in seinen Handlungen durch seine 
Bosheit weitgehend lestgelegtes und gemeingefährliches 
Menschenindividuum durch einen Blitz oder einen verheeren- 
den Orkan vernichtet wird, sind da nicht der unpersönliche 
Sturm und der Blitz "verehrungswürdigere Werkzeuge Gottes- 
ais jene Person? Sollte es sich bei dieser Vernichtung um 



h 



3 >i 



^•, 



* 



Jga».iiirl il.lllll 



r r - -^ l'' l 'l "H ■■I J Wii l ' 



I <■■ ' 1"»^ i f w " ^ ■ M l ifl I l **! 






yiJl 0^1 



Cju "K^* 



^Ki-lZ 



-60- 



höhere Persönlichkeitswerte handeln, so wird man natür- 
lich keineswegs das Gleiche zugeben wollen. Aber damit 
wird eben ntir bestätigt, dass der 7:ert nicht ausschlag- 
gebend am Koiaent des Persönlichen haftet, sondern am Wie 
der Persönlichkeit. Doch ganz abgesehen hiervon, ist der 
Glaube an einen höchsten persönlichen Wertträger notwen- 

dig höherer Glaube? 

Bis in die unmittelbare Gegenwart hinein hat der 



aS- 



/^ 



^-g€Vf iöSCll 



.^ 



er allein eine wirkliche Vertraulichkeit des Menschen 
zum Dasein herstellen könne. Der eigentliche Sinn unseres 
Lebens kann uns darnach nur geoffenbart werden in dem 
Glauben an einen persönlichen Gott, in der persönlichen 
Hingabe an einen liebenden und zugleich strafenden Vater, 
an einen fürsorglichen und zugleich gestrengen Führer, an 
einen barmhe^-rzigen. aber auch eifernden und erzUrnbaren 
Eerm, an einen unbestechlichen Richter und doch gütigen 
Reifer. Kartin Buber hat es Spinoza vorgeworfen, dass er 
die eigentliche Grosstat des Judentums ungeschehen zu ma- 
chen suchte, indem er das "Dusagen"/' zu Gott, das »Mit- 
ihm-Angesicht-in-Angesicht-Stehen-^ zu annulieren trachte- 
te. Wird aber der Dialog des Menschen mit Gott durchschnit- 
ten, wird die Anredbarkeit Gottes als ein Makel an Gott en- 
pfulden wie bei Spinoza, dann ist damit nach Buber der ^eg 
beschritten zu-(e4ae/hSii^^^^^^rstÖTeri*chenJ"^^^^^ .. 
verselbständigung" des Menschen.^ Gott wird dann degradiert 
2U einem blossen "Modellsitzen" für eine philosophische 



I 



i i 






\ 

<• 



nmpMBH 



-61- 



"Begriffsbildung"^; beim Menschen aber wird "von der ge- 
lebten Situation abgesehen"' und "in der Luft eines sol- 
chen üonoloeischen Lebens" ffiuss der Geist "glorreich ver- 
dorren" 2. All dies sind gewiss genügend erregte Anklagen 
gegen einen grossen Denker. Aber von diesen Anklagen ist 
die erste und die letzte bestenfalls ebensowenig erhärt- 
bar wie ihr genaues Gegenteil. 

Der Geist ist vielfach auch im Mittelalter glorreich 
verdorrt mitten in der ehrlichsten Zwiesprache mit einem 
persönlichen Gott; und es haben sich dabei gefährliche und 
überheblichste seelische V,erselbständigungen im Menschen 
gebildet. Selbst ein Denker, der iraaerhin in seinen Grund- 
voraussetzungen Buber so nahe steht wie Karl Jaspers, ist 
hier zu einer diametral entgegengesetzten Überzeugung ge- 
langt. Und das allein sollte genügen, jeden zur Vorsicht 
zu mahnen, der nach der einen oder anderen Seite solche 
Bannflüche ausspricht, die unumgänglich "Verdorrung" pro- 
phezeien. Jaspers findet gerade, dass durch den "imaginä- 
ren" Dialog des Menschen mit Gott die echten Dialoge des 
Menschen mit dem Mitmenschen^ "verdorren" und "gelähmt" 
werden!^ und er sieht im "Dusagen" des Kenschen zu Gott 
eine gefährliche verselbständigung des Menschen und eine 
»Degradierung" Gottes, der damit als der Kommunikation mit 
dem Kenschen "bedürftig" befunden wUrde.?- 

Die weiteren Bannstrahlen aber, die von Buber gegen 
Spinoza gerichtet v/erden, bedeuten sogar nachweislich 
schwere Ungerechtigkeiten gegen ihn. Spinoza kann unmög- 







•} 






-s 




i 



t-f -»«---r« 



-62- 



-^^ J -i 3 



lieh beschuldigt werden, Gott zu einem blossen Modell 
f^r menschliche Begriff sbildung erniedrigt zu hahenyf ^^ 62 £. 
und vor allem: wie kann diesem Ethiker, dem leidenschaft- 
lichen Versteher menschlicher Leidenschaften und einem 
Jienschen von fast einzigartiger seelischer Reinheit, Le- 
bensechtheit und Lebensstärke, nachgesagt werden, daaa 
er von der gelebten Situation absah? Sr sah gewiss nicht 
davon ab, sondern er sah sich nur in einer -gelebten Si- 
tuation», die er aufrichtig völlig andersartig beurteilen 
nussts als der gläubige Theist. 

Spinoza - und mit ihm anscheidend eine immer wach- 
'sendere Schar von ]lichttheologen und Kicht-Nur-Kultur- 
'historikern - fühlen sich nicht imstande, das unerbitt- 
lich "unpersönliche halten" der Natur und das Geheimnis 
ihrer mathematischen Gesetzlichkeiten als die "Schöpfui^" 
einer, wenn auch noch sc übermächtigen und weisen "Per- 

son" zu empfinden. 

um es gebührend in der Sprache von Theisten und 
theistischen Religionsphilosophen zu sagen, Spinoza hatte 
zuviel Shrfurcht vor dem, was sich dem forschenden Ken- 
schen^eist als Geheimnis und als überpersönliche Präzi- 
sion in der Hatur offenbart, als da^ er dieses Forschen 
nur als minderwertige - wenngleich höchst schätzbar-nütz- 
,, ^ «Orientierung- i- ^^asein ansah. Spinoza hatte zu- 
viel' Scheu vor der unpersönlichen Grösse der Allrealitfit. 
als dass er die angeblich "freie E^cistenz- des Menschen, 
sein Schicksal und seine Würde als das unbedingt höhere 
und als das einzig zentrale Faktum des Daseins gelten 
lassen konnte. 



r 






M 



• ■ 

> 

h 

*. * i 



'< 



,».»< n T^ v <rw«f*wwii 1 1 »'^ ■' ^ 



\ 



IZIfOJk 




Jt ^1 






ftr tot «l6h lAälMliF e^w^it «mriWfift m «Im i^r m WMiiMliliato 



■■CiiffMJLtag i«Mi«i# s«iM ^Mtb^UivtU •!»• ^mm"" «tdilt güidi 
dM Wb^iwiMMihli fkmtk Vmvim^ dav» Gott wn j#dkir **Spttr nuntihllrtur 
••MHtliM^t**» "MA iß^M^ T'^üiMMdt tu ilMM '*l«MhAl«lt««a'* tdat 
mmM^kSiX^ wr«t€llbiiM B«cf&ffiULLdMg ibgtflftiiit IM wr «llMt 



#i^«-«*v 






-63- 



Im übrigen war Spinoza gewiss der Letzte, der einer 
"Seelischen Verselbständigung" des Menschen das Wort re- 
den wollte - er, der die Seele des Menschen mehr als 
vielleicht irgend ein anderer Denker völlig in das All- 
dasein eingebettet sein liess, und der jeden, auch den 
verdecktesten Eigenstolz des Menschen, im Ganzen seines 
Weltbildes abwehrte. Spinoza weigerte sich gerade aus einer 
Selbstbescheidung, die gewiss nicht geringer war als die 
des ehrfürchtifsten Theisten,'daa grosse "Es", dem er sich 
^ voll^ eingegliedert fühlte, als ein vertrautes "Du" mit 



.vi' 






«Tt«. 



-sich irgendwie auf gleiche Stufe zu stellen. 
//' Spinoza - und mit ihm heute unendlich viel mehr echt 

religiöse Kenschen als im 17. Jahrhundert - würden es nicht 
wie Buber neint, "Tollheit oder schlechte Lyrik"! nennen, 
zur höchsten Realität Du zu sagen, sondern sie fühlen sich 
nur gedrungen, dieses - wenn auch noch so verklausulierte - 
riBu^agen noch/jals egozentrischen Wunschtraum zu empfinden. 
^ selbst wenn dieses Du in noch so sublimierter Form auftritt, 
es bleibt ihnen noch zu nah verwandt mit der unkritischen 
Selbstüberschätzung, mit dem naiv-blinden Geltungsbedürf- 
uis des primitiven Menschen, --^-nts-w^^ ^s "jc/ur^r/U^^'— V^^ .fzr^Ezi^llfffl 

Die periodisch in der Geschichte des Denkens wieder- 
kehrende:: Verherrlichung des Theismus (in Deutschland im 
i,3V 19. Jahrhundert z.B. nach dem Sturz des Hegelianismus, im 
20. Jahrhundert in der Verbindung mit der Neuentdeckung 
der Kystik) machen meistens in ihrer Polemik gegen "Pan- 



^ 






j^^,y.^^x^&^i^-^ UH^^O(^ öc^ ^XyyyJ^rr, 












4 -• 



k 



% i] 



) 






mii. ii uffi 



IIIIMIIIIIIWII« 



'■ n T' .i» '' \ 'l^'i I ■ ' I * " f 



"TT TT* 



i 



■ I ,,... ,1 1 .ii mnj 



\ 



-64- 

j ^ theismus und Atheisinus»«(ftt^2u eilfertig von ungeprüftem 

alten religiösen Gefühlsgut Gebrauch. Sie tragen im all- 
gemeinen der eigentlichen Stärke ihret Gegner keineswegs 
genügend Rechnung. 

Schliesslich, wo so viel von der Tugend der Vertraut" - 
/u«. /y»^ Oi^h^it mit Gott gesprochen wird, da sollte auch die Ge- 

fahr der Zudringlichkeit nicht übersehen werden, die 
selbst bei der grössten Vertrautheit stets eine echte Ge- 
fahr bleibt. Echte Nähe, Verehrung, ja kritisch erprobte 
Liebe und amor Dei intellectualis sind in keiner Weise an 
/V • -^das Dusagen gebunden. 

Es ist vielleicht nicht überflüssig anzudeuten, dass 
der Akt der Zeugung, das höchste irdische Erkennen im Sin- 
ne der Bibel, nicht mit der Mutter oder der Schwester er- 

■ ■ V 

folgt, die die ursprünglichsten Objekte des Du für den 
L!ann sind, sondern mit einem Wesen, das ihm mindestens zu- 
nächst ferner steht, und das - wie der spinozische Gott - 
erst in Akten der Liebe erworben werden muss, ohne je die 
••ursprüngliche", "gegebene»' Du-Vertrautheit zu zeigen wie 
sie Schwestern und Mutter oder der persönliche Gott für 



V 



den Gläubigen von Anbeginn haben. 

Jedenfalls aber, es kann keinesfalls das Dusagen den 
Wert einer Beziehung zwischen Mensch und Mensch oder 
Mensch und Gott erhöhen, sondern nur das Wie des Du-oder 
v^ auch des Es-Sagen. Im D^fsagen mag sich schwerste Feind- 



4 



\Ai^' 



.Seligkeit zwischen Jugendrivalen und selbst Blutschande 
zwischen Mitgliedern einer Familie verbergen. Und im Es- 
Sagen zum Dasein kann sich die stärkste, reinste Ethik 






1 

u 



j^. 



VJ 



mSmSm 



'iom 



'~f 1— ' -, ??> 



i^»^w.— *— i»a 



mmtm 



mmmmmmmaammBam 



•I 



-65- 



I L 



i 



I 



\ 



•\' 



xmd Religiosität offenbaren« Das Wie » nicht das Dass der 
♦•Du»»-.oder "Es^'-Korrelation entscheidet* 

Und da ist es nun das Charakteristischste und Ent- 
täuschendste , dass beim gläubigen Theisten wie bei allen 
absolutistischen Ethikern die Aussagen über die Krite- 
rien des wertvollen Daseins - philosophisch beurteilt - 
bedauerlich tautologisch bleiben* Der Theist und theisti- 
sche Yerkünder unmittelbar einsichtiger Werte von abso- 
luter ethischer Geltung vermessen sich zwar zu wissent 
dass Gott es "nicht können will", die Welt ohne die Mit- 
wirkung des Menschen zu erlösen; und sie glauben so, uns 



mindestens Andeutun^^ur Rechtfertigung des Übels in der 
^<-'Welt, Fingerzeige zu einer wirklichen Theodizee zu geben. 
Aber wenn es zu der schlichten Frage kommt, die die eigent- 
liche, die ethische Wertfrage auf Leben und Tod ist: was 
ist das Kennzeichen, das wahre Wie der werthaften Relation 
zu Gott? - dann bleiben die Absolut ist en eingestandener- 
/'^ masseiyChöchsty) einsilbig in dem, was sie als Einsicht zu 
bieten haben. Sie rechtfertigen nur diese katastrophale 
Magerkeit der Einsichten mit der stolzen Versicherung, dase 
hier ihre tautologischen oder rein formalistischen Krite- 
rien des höheren werthaften Lebens ständig neu mit Gehalt 
zu füllen seien aus dem schöpferischen Reichtxim des wahr- 
haft gelebten Augenblicks. 

Die absolutistische Lebenslehre des Theisten begnügt 
sich dann z.B. damit, von ^^ ienen heimlichen unausdenkba- 
ren Augenblicken" zu sprechen, In denen der Mensch "da« 



i. 



m ' 



5. 



h 



^ 



,:5 



■Matta 



WMMM 



-66- 







/DJnr^ 



Richtungsempfangen, das Sichentscheiden, die Kehre der 
verkreisten Weltbewegung auf Gott zu" und damit seine 
Freiheit erfährt, während die eigentliche "Sünde" die 
"willenslos lässigen Bewegungen" sind, oder die "rieh- 
tungs losen" und die sich von Gott entfremdenden Taten« 
Aber damit ist eben leider nicht das Geringste über das 
Wesen von Gut und Böse, über Gottnähe und Gottferne ge- 
offenbart. All dies ist schon - völlig unberechtigt - als 
bekannt und restlos gesichert vorausgesetzt. Es ist das 
aber in Wahrheit für den unbefangen Pragenden und selbst 
für den leitenden Staatsmann so wenig gesichert, dass alles 
Grübeln über den Vorzug des Du oder des Es in der Religion, 
des dialogischen oder des monologischen Daseins, dem gegen- 
über mindestens zunächst sekimdär bleiben muss. 

Otto von Bismarck, der nicht nur in Deutschland viel- 
fach moralisch überschätzte "eiserne Kanzler" des Deutschen 
Reichs, hat es einmal drastisch gesagt, dass er alle die 
Fragen, die seine ethisch fragwürdigsten Handlungen betra- 
fen, "mit seinem Gott auszumachen" pflegte. Und "sein Gott" 
- darauf vertraute er offenbar völlig ehrlich - gab ihm 
dann ohne jede weitere Klärung der Sachverhalte volle Abso- 
lution auch für seine Fälschung der Emser Depesche und j^ 13 
seinen Überfall auf friedliche Bruderstämme. Das alles müsste 
der Sache nach als ein idealer Fall von Befragung der Gott- 
heit in Bezug auf höchste Wertentscheidungen angesehen wer- 
den, ganz wie dies von sublimiertesten zeitgenössischen 
ReligionsphiloBophen gefordert wird. In Wirklichkeit aber 






i 



i 

I 



|V-, 



^ 







%Trr. 



,«.'/,; 'ii,.'.r.J»"i<"- 



■IM 



wtmr- 



I 



ni«66b 



35 



i 

t 



m Mllt« dHdt in lMift«r Art «Imm «ii|«tifnig«n, ta«ihIleftMO 
UmIm OMlMr «IM diularah h&oM «m MMMULsr» dM» «r in MM«r 



waiglgur ErgriffMiMlt idt dm Q«tM4 an «ü« »■ rt — mwfü rt i » ' ' M*- 
Ur Ckytt«t «ttt OoHhM £|gg||^ MiWIMLi» "A«li mA««, ita . i i hw irii n 
rA^t», OAa Antut« gBldiff ««1«»» Sot", ii««<l«loh dmr Omk«r Os 
PMiMtant, al« Jote •<•» Wihwwrtimr dm Oltsstom an di* GSktliab» 
iMit KAflM »ti&ici ■W.whii «MS« AMh dM a«b«i «InM .tadM m dm 
«««tt ibxvbmi, XaMls and Jakob«'' taaibt frci «an ■^%«"t obtiohl »r 
•I« i&sfeMilMr dU kütoiiMh* MUtwn Mlolwr awifittw Htr kalnM. 
«i«* «mdM«» Mat. iUmr a« Itekmr tnid aiU kiiUMhwp o«Mido)iU» 



d^p^ANftgl^ 



■fedLaganf 



bii llmkm$mtimA an dm lanfal b«i Goath* 
MMtlM bilMiU Btt dflA«m hat und dooh damit da i i fc i M a&aM ga«« 
di« diahtaria^w QHIaaa «m HMcaiwaad Tattfal«WMn blind t» «ardm 



Rflli^ion 



2<Anv 



a«B QiehttB« and iLmat, «andadrigm"« U bafcaait aar» üaUgim «id 
DLehtiu« anwt«r in ihrwr OfaMMbaft aiwuarkanom ala m Jmar fU» 
(«M» :ntohta««b«Lt baliabt, dia watta mr in faMiaahar adatana aa. 



oLAt in ainm Baraldh «n«ai4dndliaiMB rnWLi 
sondam ^»^akahit. SLahtwg vmi Iwut » a grlm 






'<dcti 



ksdtiaab»phlloaaphia«hm 



aankana dbartArtig alnd. 






üaliflan tnd Oic^tmg mum baf n&t «avdaa «m 






in»66« 



'ß^u 



dwt f«r »i« «nnwiftiAfMi H l rt OM i i i iU fcW 4n> krt tHrtw i VMfMi 
Ah«F «Mh «««Inlu« MUtM •!• Mf d«r HM. mIr, «li "VOmt** 



jijtwiiat 



MiMn IfWiUsiyrt «Imii» 



tfrikc«^ «• ««.«In «M- (tat 'W«l»l!j»*«ti- OMflalMIwf (!•» krtti- 






OM* 



•••p*6w 



f 



— VTr- -' «I «^M 



^ 






'^ 



-67- 

charakteri8iert^y)wohl dieses eine Beispiel krass genug, 
welcher grausigen Willkür Fragen über Leben und Tod, über 

vv ir 

höchsten Sinn und tiefste 7;ertwidrigkeit/\ ausgeliefert 
bleiben würden durch die blosse Berufung auf die Nähe zu 

Gottes Willen, 

Offenbar ;jedoch fühlte sich der Mensch von jeher im- 
mer mehr angetrieben, den Wert des Daseins und das Wesen 
von Gut und Böse auf dem Weg über Gott und das Absolute 
zu ermitteln als durch die ausschliessliche, konzentrierte 
Versenkung in sein empirisches Leben. Selbst in der grie- 
chisch-römischen Antike überwiegt die Fülle des Schrift- 
tums Piatos, der Platoniker und der Stoiker - mit ihrer 
Berufung auf absolute Ideen, auf die absolut geltende 
Weltvernunft - die Ausdehnung der Schriften und den Ein- 
fluss Aristipps, Demokrits, der Spikuräer und selbst den 
des Aristoteles. In der Philosophie des Abendlandes aber 
kann der Umfang der streng empiristischen MoralphilosopUen 
auch nicht annähernd dem der absolutistischen Ethik die 
Wage halten oder der Mischung von empiristischen und theo- 
nomen oder absolutistischen Moralargumenten. Noch in der 
Neuzeit sind weder Gassendi noch Spinozff^weder Kant noch 
Fichte, Schelling, Hegel, Schleiermacher, Krause, Baader, 
Herbart, F.H. Bradley, James Kartineau, Rosmini, Croce* 

noch Schopenhauer oder Guyau strikt empiristische Ethiker 

Man würde fast eine komplete "Kritik allei- bis- 
gewesen. 

herigen Systeme der Sittenlehre" zu schreiben haben, woll- 
te man sich das tief Unzulängliche dieser tausenfach ver- 



k 



/'. 



A 

1 



JmmAmi 



lifciaf^ IUI! ■■■ 



/ 



/ 



-68- 



I 



V; 



I 



/yy\t 



zweifelten Anläufe des absolutistischen Denkens anschau- 

-» 

lieh machen» Ich will (uncj/muss) mich daher begnügen» mit 
einer summarischen Betrachtung der theistisch-ethischen 
Metaphysik von Karl Jaspers, die den gegenwärtig wohl bei 
weitem umsichtigsten und kritischsten Versuch darstellt, 
den Verstoss zu einer transzendenten Gottheit für die 
Sinnerfassung des Daseins als unentbehrlich darzutun. 

laspers ist alles Andere als naiv gottesgläubig. Er 

nimmx die Verzweiflung am Dasein, die Bereitschaft zum 

1 2 

Selbstmord , den Trotz gegen Gott und selbst den Nihi- 

3 

lismus 80 ernst wie sie es unbezweifelbar verdienen. Er 

hält sogar jede Bemühung um eine Universalreligion für 
eine'^Banalisierung dep Transzendenten"^, weil sie dem 
Erleben de$ Transzendenten die unverwechselbar eigenstän- 
dige Kraft und Echtheit der persönlichsten Erfahrung rau- 
ben würde. Er lehnt alle religiösen Riten und tägliche .^: 

"I 

Gebete als "fragwürdige Fixierungen" ab, "der sich Philo- 
sophie versagt"^. Selbst das Du des Menschen zu Gott und 
die Vorstellung von "Gott schlechthin als Persönlichkeit" 
verwirft er als ein "falsches Näherbringen der Transzen- 
denz", als ein verfehltes "Antasten"-Wollen des Transzen- 
denten, das Gott in unhaltbarer Form von der Kommunikation 

g 
mit dem Menschen abhängig machen würde • Aber trotz all 

^Ji dieser und anderer Verwahrungen gegen verbreiteste Formen 
des Theismus hält Jasi^ers daran fest, dass allein die Art 
des Verhältnisses des Menschen zur transzendenten Gottheit 
über den Wert eines Menschenlebens entscheiden kann* Ist 



7 



!\. 






-..:^,..- 



V? 



( 



r 



> ik'','*- 



N 



..^ 



(> 



.^') 



. -69- 

^^t^^acbwels hierfür von ihm erbracht worderf^ und 'Ibann vt 
/^überhaupt/' erbracht werdeny'rie dies Jeder unbefangen Fra- 
gende zvmächst tut, 80 sieht auch Jaspers keinen Sinn in 
einer endlos fortsetzbaren blossen "Weltorientierung". 
Das niemals abschliessbare gegenständliche Erkennen der 
empirischen Welt, das sich nirgends zu einem in sich de* 
flnltlv geschlossenen Ganzen rundet» und auch unsere 
."ungegenständllche»» freie Existenz im wesentlichen Handeln, 
(müssen) uns nach Jaspers ohne "endgültige Befriedigung'' 
lassen . Nicht nur alles Wissen von der Welt läset uns 
letzthin leer, auch **8ich absolut auf sich selbst zu stel- 
len ist der Existenz zwar die Wahrheit ihrer Unbedingthelt 
im Zeitdasein, wird ihr aber zur Verzweiflung ««sie bewährt 

ihre Möglichkeit nur, wenn sie sich in der Transzendenz 

2 

begründet weiss** • Das heisst, wir können an keinem Sein 

** Genüge" finden, "das nicht Transzendenz ist"^* Gerade 
wenn wir nur "objektive Klarheit" gelten lassen wollen, 
bleiben wir "in einer unauflösbaren Dunkelheit* ••verstrickt" ♦ 
So werden zunächst bei Jaspers Hoffnungen erweckt, als ob 
- im Gegensatz zum niederen Denken und Handeln -> im höhe-» 
ren Leben des Kenschen die Verstrickung in xmauflösbare 
Dunkelheiten irgendwie durch ein Erfassen der Transzendenz 
gel;<ivt werden könnte;;;.. 



r 



/?n ^ '. ■?<? 



Aber alle die pe'insamen, ^ualvoll^iyt^en Anstrengtmgen 



.^£L 



a. 



in dieser Rlchtvuag, von denen/Jede Schrift Jaspers erfüllt 
ist, bringen eingestandenermassen nicht die geringste ^b^ 
Simg)aer Diuikelheit undyder unerträglichen Spannungen, die 



% 



I 



\ 



\ 



■*iTh iTift-T,-. ,m 



^f- jr 



!7 



pr^ 



-70- 



r-~ 



^^. 



er hier zur Anschauung sm bringe^ (^ucfatj. Im Gegenteil, 
diese ünfassbarkeiten, ünsagbarkeiten und Gespanntheiten 
steigern sich ständig, je intensiver er sich abmüht un 
die Annäherung an die Gottheit oder - wie er meist vor- 
/ zieht zu sagen - von das"Chiff %lesen des transzendenten 
Seins", das Erahnen des »»Umgreifenden" . 

Transzendenz ist nach Jaspers jene absolute Wirk- 
lichkeit, die im Gegensatz zu allen anderen Wirklichkei- 
ten nichts, auch nicht einmal ihre »'eigene Möglichkeit, 
ausser sich»* haben kann; und vor einem solchen Sein, das 

allem anderen •♦Seienden" und "Selbstsein" undenkbar über- 

2 
legen ist, können wir nur "verstummen'' • Das "überseiende*» 

kann, wie das auch ältere Metaphysiker und Mystiker be- 
tonten, ebenso gut als das "Nichtseiende" charakterisiert 
werderr. "Das empirische Wirkliche ist vor dem Absoluten 
wie nicht eigentlich wirklich; das absolut Wirkliche ist 
vor dem empirisch Wirklichen in dessen Sinn unwirklich« 
Sein und Nichtsein kehren in ständigem Wechsel ihr Ver- 
hältnis xim."* "Das Nichts" ist hier zugleich "das Sein"^« 

g 
"Das Nichtsein ist die unbestimmte Fülle." Aber "im 

Schweigen bleibe ich mir doch auf eihzige Weise der ün- 

7 

möglichkeit des absoluten Nichtseins gewiss'» '• Selbst 

/yvvo '' Religionen und Philosophien^. .Mythen, Offenbarungen und 
Dogmen.. .sind nur die capita mortua dessen, was einmal 



r^ — 



I ^ ^ /ui op^- 



für Freiheit der Existenz Erscheinung des eigentlichen 
Seins war"®. Der metaphysische Gegenstand. .kann. .Be- 
stand nur gewinnen.. um den Preis der ^^t^<^^^ ♦ 



C 



[ 



\ 



ft» 



ÜHMteta 



msr- 



' — ■>' .«■■ J H wi— wwi 



-71- 



j' 



.ny^5 -39 



/M 



nrv\^ 



^ 



, ^> 



•V/ie vor aller Aussagbarkeit im Gegenetändlichen die 
Unaussagbarkeit liegt, so vor der Sprache die Wirklich« 
keit der Transzendenz.»« Das absolute Sein ist ''die 
undenkbare Einheit des Allgemeinen uid Besonder en»* i und 
gerade deshalb ist »»eine ontologisch konzipierte Allge- 
meinheit des Seins der Transzendenz, gültig für jederinann, 
. •unmöglich'»^ • Im Transzendieren fassen wir nur den Ge- 
danken: "es ist denkbar, dass es gibt, was nicht denkbar 
ist»»'. Transzendieren ist "ein Denken, dass sich im Nicht- 
denkenkönnen vollendet»* j und dieses Nichtdenkenkönnen soll 
doch der angeblichen »^Gedankenlosigkeit»» in der angebli- 
chen »»Trägheit blossen Gefühls»' weit überlegen sein • ?rie 
in der Jiegativen Theologie, so erfasst auch hier "der phi- 
losophische Gottesgedanke, der sich im Scheitern des Den- 
kens vergewissert,.. darin das »^ dass;^ , nicht das •wa?»»' der 
Gott he it»»*. Es handelt sich hier um »»ein immerzu erneuern- 
des Sichüberschlagen des Denkens zum Nicht denkenkönnen»» , 
das soll heissen um »»ein spezifisches Denken»«, das »«sich 
selbst vernichtende Dialektik ist»»*. "Welche Kategorie 
auch im Denken der Transzendenz zur Anwendung kommt, sie 
ist als bestimmte Kategorie unanwendbar, als unbestimmt 
werdende schliesslich nicht mehr denkbar.»»^ Will man Trans- 
zendenz mit Hilfe der Namen von »»Kategorien des Gegenständ- 
lichen überhaupt»« kennzeichnen, so kann man höchstens sa- 
gen, dass die Transzendenz »»causa Bui»» oder »»die Idendität 
des Seins mit sich»'^ selbst oder die Identität von Sein 
und Nichts ist, dasjjihre Ivlaterie Form ist und ihre Form 



f 



1 






r» 



Si» 









—•^- ■ ' TTi. ' -^ '' --■ _-i- 



/, 






r 



,. » ^ 



Ow5 



-NC 



t 

i 



-72- 



1 2 

Materie , ihr Allgemeines zugleich absolut Individuelles 

und eine Einheit von '«Einheit und Dualität»»'. Das heisst, 
Wider Spruch, Zirkel und Tautologie sind die einzig legiti- 
men Denkxnittel, un mit Hilfe von diesen Kategorien zu 
transzendierenj und transzendieren bedeutet "an den Ab- 
grund des Seins als des NichtdenkbarenAführen»* und zu 
••stranden", indem "ich durch eiA erfüllenden Denkakt auf- 
höre zu denken"^; ich "verliere gleichsam die Luft des 
Daseins, falle ins Nichts"^. Aber auch "das Dasein des in 
Kategorien bestimmten Seins", d.h. alles empirische, phy- 
sische und psychische Dasein liegt "zwischen Nichts als 
Dbersein und Nichts als Nichtsein. .in ihm ist alles zwei- 
deutig. AUS ihm blickt als seine Transzendenz das Auge 
eigentlichen Seins; aus ihm aber gähnt auch der transzen- 
dente Abgrund des eigentlichen Nichts" . Wollte man fer- 
ner gedanklich transzendieren in "Kategorien der Wirklich- 
keit", d.h. Leben xznd Tod, Bewusotsein und Unbewusstes, 
Raum und Zeit, so gelangt man ebenfalls nur^^zu "paradoxen 
Sätzen, welche für den Verstand Unvereinbares identisch 
nennen"; "dem Verstand mich anvertrauend, sinke ich auch 
hier ins Bodenlose"*''. Für das Transzendieren würde hier 
notwendig "Leben und Tod identisch, was für unser Denken 
unsinnig ist"®, die Fülle des ünbewussten müsste in einer 
völlig undenkbaren Identität zugleich aie^rrestlose Hellig- 
keit" des Bewussteeins werden^. Der Raum hätte zugleich 
••Raum \ind Raunlosigkeit" zu sein, eine "verschwindende 
Räumlichkeit"» ein "Raumübergreifendes", in das der Raum 






1 



:1 



^ •'• 



1 

\ i 



\ 



I I I III II Mipwi !■■ i ir I I III '" ii n " r ■ i f — "— — — — 



J 



-73- 

f 

mit »«seiner Starre, .eingeschmolzen" ist, mit ••seinem 

toten Dasein-, das »»nur durch seine Unermesslichkeit • 

zum Transzendieren auffordert"^. Die Zeit aber dürfte 

2 
im Transzendieren nicht nur Zeitlosigkeit werden und 

nicht nur der undenkbare An;5ang, mit dem die Endlosig- 
U«^t^|c*^? Teit des anfangslosen Zeitstroms beginnt"', sondern die 
'kTo''^' Ewigkeit, die für das wahre Transzendieren allein in 

Frage kommt, kann höchstens nach dem "Scheitern des Ver- 
standes« durch "Erweckung» der existenziellen Freiheit 
des Menschen umschrieben werden. "Wenn Existenz durch 
die Immanenz des Bewusstseins hindurchbricht ^überwindet 
sie die Zeit."* Wenn "Existenz" in dem steht, was Kier- 
kegaard, Heidegger und Jaspers den "Augenblick" nennen, 
d.h. in ihrer "eigentlichen Gegenwart", die - als "ent- 
schlossene.. Entrückung des Daseins" - vom "Jetzt,. grund- 
sätzlich" verschieden^ dann offenbart sich ihr nach Jas- 
pers "die Fülle des Seins als Transzendenz an Stelle des 
nur gleitenden Jetzt als Zeitatoms"^ . Dann steht das 
transzendente Sein "duer" zu aller Ausbreitung in der 
zeit und ihrer Endlosigkeit und "quer" zu allem Oegen- 
stftndlichen*^'. Und nur so, fährt Jaspers fort, wäre die 
zeit an sich gleichsam "gestorben" und die Ewigkeit »önn- 
te "analogisch- gedacht werden als ein intelligibler 
Trau?:, in dem jedes "Zeitsein eines existenziell wirkli- , 
. chen Wesens '6teht. In diesem Raum als einem All der Zei- 
ten hat jede Zeit ihren ewigen Ort, dem sie zugehört- . 
Jedenfalls aber kann Ewigkeit "nicht jenseits des Todes 



'»sS-HI 



^W 



I 



t" 






4* 



r I 









' K t. f. rK Ji ' H ' r.n n: ;t>^ .VI (I UIWÜ 



X'<nf..w «maiiWWMWM« 



''rm> ; ' 'm[,v.i-njm '■i'i- '^'*' 



-74- 



(■iLd'!) ^^^ "^^^ 2®^* "gesucht werden"^. Diese Art "Unsterblich- 

keit ist auf keine Art zu beweisen. Denn alle allgenelnen 
Reflexionen vermögen sie nur zu widerlegen. .der sinnlich- 
vitale Trieb will inimer nur weiterleben, aber gerade er 
ist hoffnungslos sterblich"^. "An dieser Stelle des Glau- 
bens an ein Portleben nach dem Tode" kann daher nach Jas- 
pers nur "das Unsterblichkeitsbewuastsein im Aufschwung", 
im "erfüllten Augenblick" treten^. Das heisst Unsterblich- 
keit kann nicht "bestehen", ich kann nur in sie "eintreten 
als Existierender", "in der gegenwärtigen Daseinstiefe" 
des Erfahrene der Transzendenz'. Und ist auch "der Schmerz 
des Todes unaufhebbar, für den Sterbenden und den Bleiben- 
den," - so schliesst Jaspers diesen Teil seiner Betrachtun- 
gen mit etwas Wagnerscher Kelodramatik ab - der Schmerz 
des Todes ist doch "zu überstrahlen. .im hochgemuten Schwa- , 
nengesang des Abschieds. . , im 7.agni8 des Handelns, im He- 
roismus des Einsatz es.. und in der schlichten Treue.. Am Ende 

birgt das Schweigen, in seiner Härte die Wahrheit des Un- 

4. 
sterblichkeitsbewusstseins" . 

Im übrigen aber sieht Jaspers gewiss "die existentiel- 



'^s-'^^ 



len Bezüge zur Transzendenz" und das "Lesen ihrer Chiffre- 
Schrift- nicht in irgend einem rosigen Licht , sondern ver- 
sucht, sie ohne Sentimentalität und besonders ohne optlmistf- 
ßchen Überschwang in Ihrer Komplizierung anschaulich zu ma- 
chen. Aber er besteht darauf, dass diese "existentiellen 
Bezüge" d.h. solche seelischen Phänomene wie radikaler 
«Trotz und Hingabe-, inneres -Sinken und Steigen-, -Abfall 



I 



¥» 

V 

^ 



r» ■ , -T 



.i- , -p 1 1' i' i'' "i i' *"iüf r* i,V! ' ) ' 



V.V. 



. TTi' v ni' . rr 



■V — -jci"»»- 



rr- -T-«- *,i_iJCi---, •••'^•v. 



Oyv^ M3 



-75- 



iind Aufstieg»*, das Ergreifen der Klarheit und Ordnung 
im ••Gesetz des Tages»» und die Preisgabe an die ••Leiden- 
5cert^^^ Schaft der jMacht"^ nur unter Bezugnahme auf ein trans- 
zendentes sein adäquat gewürdigt werden können. Und wa- 
rum - so fragt er weiter-^ist es wie eine Beeinträchti- 
gung und Verlorenheit, wenn die Transzendenz als Gottheit 

nicht die Eine wäre?"^ Die Antwort ist ••weil ich im Einen 

2 

der Transzendenz mein eigentliches Selbstsein finde»* • 

••Wird mir als möglicher Existenz im Dasein das Eine offen- 
bar, mit dem identisch werdend ich zu mir selbst komme, 
dass treffe ich aus seiner Erscheinung auf das undel^bare 
Eine des einen Gottes»»'. Daher - so schliesst Jaspers in 
Übereinstimmung mit allen radikalen Metaphysikern und 

Theisten - die Chiffre des einen transzendenten Seins "zu 

4 
lesen, wird der Sinn allen anderen Tuns und Erfahrene»* . 

Alle ursprünglichen Entscheidungen wurzeln in der Trans- 

5 
zendenz als der Gegenwart von Abfall und Aufstieg . Nicht 

durch rationale Erkenntnis, nicht dvirch den Versuch einer 
Übersteigerung des Wissens mit Hilfe irgendwelcher Katego- 
rien, und nicht durch Mythen^ oder my|i8che Offenbarungen, 
sondern nur im "faktisch sich vollziehendeti» substantiellen 
Denken.. läucht et mir. .die Leibhaftigkeit der Chiffre»« des 
transzendenten Seins "in geschichtlicher Besonderheit der 
Gegenwart»»''* Und wie Jaspers mit zahllosen anderen Theisten 
und Metaphysikern allen diesen vagen Beteuerungen mit au- 
genscheinlichem Stolz zufügt, »»die metaphysiche ^fahrunf; 
entbehrt ^- jeder i^achprüf barkeit t die sie zu einer gültigen 



4 
•l 



/wfc. 



i 



«* 



iiv 



,tm> K m m m v n' n f r i-w ir xww w mti'fr' »rr 



-T- -^ t*^ ', '••1 V * 



-76- 



I 



r 



•^■K$-M>^ 



• • 



für jedermann machen könnte" . "Wo es sich vm das eigent- 
liche Sein handelt, wird auch das Maximum des Schwebens 
erreicht, da es in der verschwindendsten Weise gegenwär- 
tig ist."^ "Lesen der Chilfreschrift" des Seins "blickt 
aus der Einzigkeit der Existenz in das Einzig-Allgemeine 
der Transzendenz durch das innere Tun des Lesenden" • 

Doch - abermals wie bei so vielen anderen Metaphysi- 
kern und Theisten - diese Behauptun^über den rein per- 
sönlichen und schwebenden Charakter der metaphysischen Er- 
fahrungen werden keineswegs strikt festgehalten. Es treten 
vielmehr Hand in Hand mit persönlichsten Erfahrungen andere 
auf, die evidentermassen allgemeine Geltung beanspruchen; 
und das Bedenkliche, ja Gefährliche ist dabei, dass es 
völlig dem Belieben überlassen werden muss, eine Schei- 
dung zwischen dem allgemein Verpflichtenden und dem legi- 
tim Subjektiven vorzunehmen. So erklärt Jaspers z.B.: 
"Metaphysische Liebe" ist es: "einem Menschen ei:.pirisch 
nah zu sein, und darin seine Sehnsucht nur zu steigern, 
um durch die empirische Nähe ohne imaginäres Jenseits mit 
ihm transzendent verbunden zu werden und darin erst die 
Sehnsucht zu stillen", sodass "meine Sehnsucht wächst , um 
sich allein in jenen Augenblicken zu erfüllen, für die 
kein Tod mehr ist"** Kann dies wirklich als adäquate 
Charakterisierung echter Liebe angesehen werden? Oder 
ist es nicht eher eine recht subjektiv unverbindliche 
Beteuerung und dazu eine etwas schwül- romantls che, fast 
pubertäthaft anmutende? Kann und sollte nicht echte Liebe 












vi i 



. 



I 



'1 



r-t^'-T^ .irf^lf 



r-T-r-TT- 



■r" !' ■ ' "". '? 



tm^mumm 



-77- 



1 



^'kA^ 



.^^ 



AM }^^ 



besser in wesentlich irdischeren und doch keineswegs 
weniger ergriffenen Zügen in ihrer metaphysischen Bedeu- 
tung gezeichnet werden? Sobald es sich aber um metaphy- 
sisch moralische Entscheidungen handelt, wird diese völ- 
f" lige Ungeschiedenheit von subjektive;! Werten und allge- 
mein Werthaftem noch weit markanter und bedenklicher* 
Dies scheint Jaspers durchaus entgangen zu sein. Denn 
auch er hält offenbar wie die Mehrzahl aller E^fciker ein 
präziseres Kriterium des Sittlichen für unwesentlich, da 
das Moralische sich angeblich ja von selbst versteht. 

sonst aber würde es Jaspers gewiss nicht leugnen, 
sondern es sogar mit Genugtuung hervorkehren, dass sich 
sein »»aich-Hingrübeln" zum undenkbar Transzendenten durch 
-> den "Sprung»' vom Gegenständlichen zum Ungegenständ liehen»» 
nicht ohne die schwersten Gedanken-und Gefühlsverrenkun- 
gen vollziehen lässt. So fordert er ZnrB^: erst «nachdem 
Transzendenz und Immanenz als das einander schlechthin 
Andere gedacht sind, müssen sie vielmehr in der Chiffre 
als immanente Transzendenz ihre gegenwärtige Dialektik 
für ims werden, wenn nicht Transzendent versinken soll" . 
Die Transzendenz, Gott, die Gottheit darf nach ihm nicht 
"angetastet" werden, wohl aber soll di.* Chiffre der Trans- 
zendenz "in philosophfcrendem Tasten" betrachtet werden . 
"Wer jedoch die Zeit' im echten Scheitern tilgt, kehrt 
nicht zurück» unzugänglich dem Bleibenden fordert er vom 
endlichen Dasein, das Sein der Transzendenz unangetastet 
zu lassen."' Dann aber soll doch wieder "im Verstehen 
ein Berühren des eigentlich ünverstehbaren der Seinsub- 



S 






i 






f 



Vi 






- > ,^ . i « i» . -t(»'i 



"^ -tar* •> j<tv>i-i< loäijMMMMtKAaMmgi^ 



h 'm h o'. m uK i i «im il TT i T'» i ^Fftl 



-78- 



/>v\V 



-MC 



stanz" stattfinden^." Ich bin angesprochen von der Natur, 
doch befragt bleibt sie stumm. Sie spricht eine Sprache, 
ohne sich darin zu enthüllen, als ob sie im Anheben stock- 
te. Als Sprache des Unverständlichen Ist sie nicht dessen 

2 
blöde Tatsächlichkeit, sondern als Chiffre dessen Tiefe." 

"Allgemeingültiges könnte zeitlos am sich immer wandeln- 
den Dasein bestehen, aber eigentliche Wahrheit ist -orade 
die, welche untergeht."' "Nicht schon für Kontemplation, 
die nur hinnimmt, wird die Chiffre entschieden offenbar, 
sondern für Existenz, die als Dasein untergehend sie aus 
Freiheit hervorbringt, die als Existenz zerschellt und 
darin ihren Grund findet im Sein der Transzendenz.. dieses 
Sein kann nicht vorausgesetzt werden. .Es blickt dem ent- 
gegen, der wagend sich ihm nähert."* "Scheitern, als das 
scheitern meines Daseins nur wie zufällig erlitten, kann 
ergriffen werden als eigentliches Scheitern. Der Verewi- 
gungswille, statt das Scheitern zu verwerfen, scheint sein 
Ziel im Scheitern selbst zu finden. "^ Trotzdem aber: "dasj 
mir.. die Transzendenz ausbleibt, dass mein Vertrauen, 
schliesslich mich selbst in transzendenter Bezogenheit 
anzutreffen, getäuscht wird - nie weise ich, was dann mei- 
ne schuld war, und was ich als mir geschehen tragen muss, 
ich kann als ich selbst scheitern, ohne dass das philoso- 
phische vertrauen und ohne da* göttliches Wort und religiö- 
se Garantie helfen, trotzdem alle 7?ahrhaftigkeit und Bereit. 
Schaft d^zu sein schienen"^ So endet alles "Erfassen" der 
Transzendenz bei Jaspers immer wieder in peinigendsten Am- 



; <i 



f 



\./ 



« 



s 



' 



■■'■•'■■ ' ' ■■•^^' '"'" •'■'--rrnTT-m! 



rT7'''""-r*""'T- •'""""*' 






ow'>-Ht. 



^u '>vt-5 



-79- 



^] 



bi Valenzen •"Nur beim Sein der Transzendenz. .ist Ruhe 



gen 



für mich} aber ich bi^auch da *' stets wieder in der Un- 
ruhe des Kämpfens" . "Durch Phantasie findet Existenz 

2 

Ruhe beim Sein." "Aber diese Ruhe ist auch wieder keine 

Ruhe, keine "Geborgenheit", keine Beruhigung', Ich er- 
fahre die Transzendent nur in der "Angst, die den Sprung 
zur Ruhe findet", die aber auch keine "endgültige Puhe" 

f ist^. In der "in der Wirklichkeit geschi ^fnden Erfüllun 

5 

im Scheitern" '^^ in der "produk^iven Zerstörung" des 

g 

"Zerschellens der Existenz" • So kreist der Philosoph 

der Transzendenz unablässig um das höhere Sein, eirjnal 
die Berühnmg mit ihm erlaubend, dann sie verbietend, dann 

i 

sie sogar fordernd als "den Sinn allen anderen Tuns und 

7 
Erfahrens" • In diesen äussersten Anstrengungen häufen 

sich die Widersprüche; und es bleiben keineswegs n\ir jene 
imvereinbaren Gegensätzlichkeiten, die der Denker selbst 
bewusst setzte und anerkannte. 

Aber es schien mir dringend geboten, die Transzendenz- 
gläubigkeit und den Theismus wenigstens in der Ausdrucks- 
form ihres bei weitem kritischsten und denkerisch subtil- 
sten zeitgenössischen Bekenners so ausgiebig wie möglich 
zu Worte kommen zu lassen. Denn der Theismus ist nicht nur 
in seinen orthodoxen Vertretern, sondern, wie wir sehent 
auch in diesem freisinnigsten und religiös tolerantesten 
Bekerjaer - trotz aller Zurückhaltung, aller Komplizierung 
und Gehemmtheit im Einzelnen - ganz durchdrxmgen von der 
Überzeugung: extra fidem in deum trancend entern non salus, 



/ 



7. 



O^ 



* 

■ i- 



-Tm i n i HihWiiiri 



-* I 



-80- 



1 



y< 






4^1^ S 



ohne den Glauben an die Transzendenz sei kein Ergreifen 
eines - "f^enn auch noch so pessimistischen - Daseinssinns 
erreichbar. V/arum aber ist diese Grundüberzeugung unan- 
nehmbar, selbst wenn sie von einem sonst so überkriti- 
schen und skeptischen Denker wie Jaspers noch als die 
eine, felsenfeste Grundthese dargeboten werden konnte? 

Es wäre völlig gegenstandlos, wollte man entschei- 
dend Anstoss nehmen an den kaum zählbaren inneren Wider- 
sprüchen und Ambivalenzen, in denen Jaspers xmd andere 
ihm verwandte Denker das Transzendente beschreiben. D^r)ii 
sie alle setzten bewusst geradezu ihren Ehrgeiz in die 
Aufhäufung dieser Paradoxe; und das lässt sie gewiss nicht 
unterlegen erscheinen gegenüber jenen stimmgewaltigen und 
denkschwachen Religionsphilosophen, für die noch immer - 
"dreist und gottesfürchtig" , wie die deutsche Redensart 
lautet,- die Existenz des Transzendenten und seine Eigen- 
art "streng v/issenschaftlich" und auf Grxind von comn-on 
sense klar vor aller Augen gestellt werden kann. Jaspers 
teilt das bewusste Denken in Selbstwidersprüchen und Para- 
doxin, das '»nicht berührende Berühren des ünberührbaren" , 
mit den grossen Mystikern aller Zeiten oder der Iv^ystik sich 
nähernden Denkern wie Plato, Ruysbroeck, Nicolaus Cueonus 
oder selbst gelegentlich Albert Magnus , mit Kierkegaard, 
Pichte, Schelling, Hegel und Baader. Er geht in dieser 
Richtung vielleicht nur dadurch noch weiter, dass sich bei 
ihm noch mehr kontradiktorische und nicht nur konträre 
Widersprüche finden. 






>■!! J— rtr^Trrr' 



■r>«ji; .. x . 



gwiiyMttijcriffTx 



I ■ H fl 't I ■ I '^1 






-81- 



I 
\ 



\ 



I 



."ä 



\ 



'Kj-MJ' 



Die Frage erhebt sich nur urr^'eigerlich: wodurch un- 
terechsidet sich das, was durch dieses widerspruchsvolle 
"Denken des Nichtdenkans" erfasst wird, von den, was durch 
Gleichnisse und Mythen andeutbar ist? Jaspers wie Hegel 
bestehen darauf - zum Unterschied etwa, von Sscheniaeyers 
••NichtPhilosophie" - dass ihr Denken philosophisches Den- 
ken ist im Gegensatz zu aller religiösen Mythologie und 
allem dichteri schenk künstlerischen Erfassen von Trans- 
zendent ex, wie im Gegensatz zu allem Gewahrwerden des ab- 
soluten Seins "in der Trägheit blossen Gefühls" . Aber 
was väirde von all dem bleiben, dessen uns diese Philoso- 
phie des Transzendenten versichert, wenn man das - frei- 
lich recht magere - mythische und dichterische Element, 
die Gleichnisse und die Gefühle wegschnitte? 

Man versuche es einmal, das dichterische, das bloss 
bildhafte und nichtdenkerische Element aus dieser Tians- 
zendenzphllosophie reinlich auszuschalten! Würde diese 
Metaphysik sich ernstlich emanzipieren wollen von allen 
Gleichnisreden mit ihren starken Gefühlswerten, dem 
"Scheitern", "Stranden" und "Zeiochellen", dem "Auge»« 
des Seins und dem "Gähnen des Abgrunds", dem "Fallen ins 
Bodenlose", dem "Sterben der Zeit" und dem "Quersein zur 
zeit", dem "Rauir-Übergreif enden" und der "stockenden Spra- 
che der Transzendenz" . dann würde keinerlei eigentlicher 
Gedankengehalt mehr übrig bleiben, sondern ein blosses 
Kichts. Kein absolutes Nichts, weil wir das niemals aus- 
denken können, aber genügend Nichts, um damit kein Buch, 



1 

I 



i 






^• 



1 . ■ 



-82- 



I 



keine Abhandlung und keinen Satz mehr fornulieren zu 
können, sondern ausreichend Nichts, um den einfachen 
Bntschluss zum Schweige^fassen, d.h. die Forderung nach 
irgend einer denkerischen Annäherung an das Transzendente 

aufzugeben. 

Auf diese Weise aber könnte erst den Spekulationen 

Jaspers' der Platz zugewiesen werden, der ihnen in ^^ahr- 
heit gehört: auch sie sind nicht denkerischer, sondern 
nur bildlicher Ausdruck dessen, was rein persönlich als 
Transzendenz empfunden wurde. Nur so kann sich auch der 
anscheinend von Jaspers nicht bemerkte Grundwiderspruch 
in seiner Gesamtlehre lösen. In den Rahmen einer rein 
denkeri3chen Auseinandersetzung aber muss dieser Grund- 
widerspruch unerträglich bleiben: wie kar.n das Erfahren 
des Transzendenten einerseits in jedem "Einzelnen", in 
jedem "Subjekt" streng verschieden von der Erfahrur^ jedes 
Anderen sein, und wie kann doch nur ein Typus von Erfah- 
rung dieser Art überpersönliche Geltung beanspruchen? V?a- 
rum^uss z.B. das "Scheitern" die höchste Erfahrung der 
Transzendenz darstellen, und warum muss etwa die Beseligung 
in dem Erfassen einer - wenn auch noch so geringen - Ver- 
wandtschaft des Menschen mit dem Absoluten hier eine nur 
so untergeordnete oder gar keine Rolle spielen? 

Solar-ae diese Philosophie des Scheiterns beansprucht, 
mehr als dichterisch-metaphysische Ausdeutung eupirischer 
Erlebnisse zu sein, muss sie solchen Einwänden gegenüber 
gänzlich wehrlos bleiben. Kur in der Dichtung können diese 



\ 






!^* 



- riTWii 



gijgjggassS'^^^^sscaSä 



yESsacsSi 



aaar-.is--:*ai.i-usKs.w . 



-85- 



/>yvS 



sich denkerisch gegenseitis ausschliessenden Gefühls- 
welten zugleich beanspruchen, nebeneinander "ahrheits- 

geltung zu haben. 

Das Denken kann vmmöglich der Weltverneinung und 
Weltbejahung im gleichen sinne zustiirmen. Sin Philosoph, 
der nacheinander rerke von der Heiterkeit Shakespear- 
scher Komcödien und von der Düsterkeit der Shakespear- 
-VfC) sehen Tragödien präsentieren würde, der 'Bücher von der 
Art der Zweiten, der Dritten, der Fünften und Sechsten 
Boethovenschen syaphonien unvermittelt nacheinander als 
seine Philosophie darböte, würde damit unbestreitbar 
Zweifel an der Echtheit seiner Überzeugung wachrufen, 
^ohl aber können die Dichtung xind die Musik all dies ge- 
trost nebeneinander dulden, ja sogar fordern. Novalis- 
"trunkenen Liegen" in dem "Schoss" eines "unendlichen 
Lebens" karji und muss hier ganz deü'gleiche "metaphysi- 



£:,(a/o 



sehe Wahrheitswert" zugesprochen werden wie Clemens 
Brentanos "Prühlingsschrei eines Knechtes aus der Tiefe". 

Nur als Dichtung, nicht als "Philosophie" kann daher 
die Metaphysik des Scheiterns an der Transzendenz gegen- 
über anderen metaphysischen Bild-und Gefühlswelxen Gel- 
tung beanspruchen. Damit wird aber dann auch die uralte 
Degradierung der Kunst zunichte gemacht, die noch Kegel 
und Jaspers dazu führte, einem religiös-philosophischen 
Denken i^achzujagen, das höher ist als aller bildliche- oder 
sonstiger künstlerischer Ausdruck. Die Rolle alles reli- 
giös-.:anstlerischen Ausdrucks ist dann in der Sinnerlor- 
schung des Daseins vieVinehr ganz neu zu bestimmen. 



"> C 



-^ 



.1 



4-3 



^rfiwi--iriinrrTnirffrTrrria. 



^s„^i;i^ 



:-- r* "»■ri' "7»^ ,-r^Trtr .TTT"? n •'— * 



tm 



■-■■T^^,^-fv.<.^jmymK^-f^Y'<n^^^'^r-^r'nr,,--:T^,n^-rrrs^s 



"""TIItLlt " ' ■ '''' " ''* ' " ' ' ' ""M i''i~^f^'^y 



-84- 



Aber das ist nur der erste Einwand, der gegen diese 
Vermischung von künstlerischen Ausdruck mit einer angeb- 
lich rein denkerischen Transzendenzerfassung erhoben wer- 
den muss. Ein weiterer, noch viel gewichtigerer Einv/urf 
ist vor allein der, dass diese Erhebung der rein denkeri- 
schen Erfassung des Transzendenten über alles Andere und 
die eingestandene Vieldeutigkeit ihrer Resultate nur zu 
einer katastrophalen Steuerlosigkeit in Sittlichen füh- 
ren kann. 



Man kann z.B« völlig i;;iit Jaspers darin übereinstin- 
nen, dass politische Verbrecher und andere der Menschheit 
gefährliche Individuen aufs äusserste bekämpft werden 
sollen, dass sie unter Umständen rücksichtsloser zu ver- 
nichten sind als gewisse Tiere, die nur geringeren Scha- 
den tun, und dass trotzdem über dies hinaus nicht blinder 
// Hass sondern eine Art "Toleranz" auch noch dem erbitteri^^ / 
ow^pT sten Feind gegenüber das Kennzeichen des höheren sittli- 
chen L'Ienschen ist. Aber eine solche Einstellung zum ge- 
fährlichen Menschen erfordert eine empirische moralische 
Begründung. Jaspers dagegen geht viel weiter oder viel- 
mehr, er begnügt sich damit zu sagen: " Wahrhaftige 
Existenz kann über den Gott der Nähe den der Ferne nicht 
aus dem Auge verlieren. Sie will noch im Bekämpfen auch 
die Gottverbundenheit des Anderen sehen. Gott ist der 
meine so gut wie der meines Feindes. Toleranz wird posi- 
tiv im grenzenlosen Kommunikationswillen - und bei dessen 
Versagen in dem Schicksalsbewusstsein des Kampfes»" 



i 






Jl.v 



H 



• _ k 



-85- 



^US'Yl 



^^' 



Durch diesen Umv/eg über das Trans zenävente aber, nit dieser 
einfachen Sanktionierung menschlicher vrertung durch Anru- 
fung des Transzendenten ist nicht das Geringste für die 
kritische Rechtfertigung dieser Wertung getan, sondern die 
Notwendigkeit dieser Rechtfertigung nur verschleiert. 

Noch viel deutlicher aber zeigt sich die Nichtigkeit 
solcher Berufungen auf die Transzendenz in anderen Fällen, 
in denen sie in einem seltsam fragwürdigen Immoralisir^us 
geradezu das V/ertvolle mit dem Schandbaren verbunden sein 
lassen, ohne irgend ein eindeutiges Kriterium der Unter- 
scheidung zu bieten. Im Erlebnis des Transzendenten, "in 
den Grenzsituationen" - so heisst es da einfach - gibt es 

"kein Gutes ohne mögliches und wirkliches Böses, keine 

1 ^ 
Wahrheit ohne Falschheit" • Und wenn hier auch neben sol- 
chem überkühnen Allesverstehen und Allesverzeihen gelegent- 
lich das Bedürfnis erv/acht, nach einem wirksameren Scheide- 
mittel zwischen Gut und Böse zu fragen, so v/ird die Frage 
doch immer wieder umgangen durch völlig unzulängliche, vage 
oder fonnalistische und tautologische Versicherungen. Diese 
Doppeldeutigkeiten aber und blosse Tautologien mögen wohl 
in dem "höheren" Bereich der reinen Transzendenzlehre als 
höhere Weisheit passieren. Aber von dem "niederen" Feld der 
Ethik aus gesehen, enthüllen sie sich nur als tödliche 
Ohnmachtsgeständnisse 'des Philosophen. 

Was kann 2*B« der Handelnde und der, der die Handlun- 
gen anderer auf ihren Wert oder ihre Verwerflichkeit zu 
prüfen hat mit der folgenden feierlichen Erklärxing beginnen: 



r , 



•A 



?^ 



«■BK^HUHgdBMlUW 



nf wi*ii ■•'■^ai 



L..« 1^-* «i^a^^i 



-86- 



1 



t 

I 



"Das Lesen der Chiffreschrift vollzieht sich.. im inneren 
Handeln. Ich suche mich herauszureissen aus dem steten 
Abfall, nehme mich in die Hand, erfahre die Entscheidung, 
die von mir ausgeht; aber dieser Prozess des Selbstv/er- 
dens ist in Einheit mit dem Horchen auf Transzendenz, 
ohne die er nicht wäre.. In der Sxistenzerhellung verifi- 
ziere ich durch die V/eise, wie ich mit mir selbst und dem 
Anderen umgehe, wie ich darin meiner selbst gweiss bin durch 

V 

die Unbedingtheit meines Tuns, durch die Bewegungen, die 
ich innerlich erfahre im Aufschwung." Sine liJetaphysik oder 
Religionsphilosophie, die den Massstab alles v;erts in den 
Händen dieser Art von subjektivem "Horchen auf die Trans- 
zendenz" belässt, und die es ihren Grundüberzeugungen nach 
bei dieser Subjektivität bewenden lassen muss, öffnet not- 
gedrimgen der reinsten moralischen Willkür Tür und Tor. 

Durch die Seiten-und Hintertüren von höchstgestimmten 
Seelen können sich dann jederzeit die verdächti^n Motiva- 
tionen einschleichen, die von ihnen und vielen Anderen im 
ehrlichsten "Aufschwung" unbemerkt bleiben. Kur ein nüch- 
ternerer Empiriker kann solche gefährlichsten Schein-und 
Deckmotive gebührend blossstellen und karji dafür echte, 
empirisch verifizierbare Kriterien von Gut und Böse ein- 
führen. Das Kriterium aber, mit dem sich die reine Trans- 
zendenzphilosophie in diesen Dingen abfindet, bleibt ein- 



fach erschreckend drehbar und undeutbar. 



A. 



P Mehr noch, gerade die brutalsten Conddtieri aller 
Zeiten körben sich wohl mit gutem Grund rühmen, dass sie 



Nvv5 - 57 



il- 



■{k 



'■ iii w I » — MWMwaw 



-87- 



'^>v5 S^^ 



der moralischen GrimdaiaxiiLe der Transzendenzphilosophie 
noch weit getreuer folgen, als selbst die grössten Hei- 
ligen, nämlich der Maxime: "gegenwärtig zu tun, was echt 
ist» . "\7ahrhaft ist die 'tVertung, in der ich ^anz bei 
I dem Gewerteten selbst bin>"^- diese Art von '«wahrhaften 
^^erten" wird am "echtesten" gewiss nicht von den Niels 
Lyhne, den Tasso-und Kamlet-Naturen, sondern von den gros- 
sen LCephistophelessen, von den Teufeln in der Geschichte 
und der Kunst vollzogen. 

Es ist das unhaltbarste "Quid pro quo", es ist 
nichts, anderes als den blossen 7;unsch zum Vater des Ge-» 

dankens zu machen, wenn die Transzendenzphilosophie glaubt 

p 
und lehrt, dass "unendliche Vertiefung" im Erfassen der 

Transzendenz allein wertvolles Sein und Handeln sichern 
kann. Zu welchen seltsamen Willkürlichkeiten dies führt, 
kann alein z.3» daraus emchtlich werden, dass angeblich 
"Scheu vor jeder Fixierung im Beruf, Ehe. .unwiderrufli- 
chen Bindung" das "Wirklichwerden" in der Erfassung der 



Transzendenz "verhindert 



h3 



Als ob Kierkegaards oder 



Pascals "Scheu*^ vor der Ehe - um nur Denker zu nennen, die 
Jaspers besonders nahe stehen - ihr Wirklichwerden im Sin- 
ne der Transzendenierfassung gehemmt hätten. Wenn aber - wie 
dies nur zu oft in allen Zeiten geschah - die Transzendenz- 
philosophie sogar dazu fortschreitet, jedes Nichterfassen 
der Transzendenz als ein "unwahres. .Absinken" in "vermeint- 
lich gültige Wertungen über ein Bestehendes" und damit als 
moralisch inferior zu brandmarken, dann kommt das geradezu 
einer Verdrehung offensichtlicher Tatsachen gleich. 



;t 



«>* 



?-- . 



mmmmmtmufufpi 



^•« r\»^ W i < 



-88- 



Es ist nichts anderes als eine blosse Umdrehung von 
evidenten Sachverhalten, wenn hier den ernsthaft der Kri- 
tik standhaltenden "rationalen Gedanken" eine blosse '*V;ill- 
kür" und minderwertige "Starrheit" das "Bewertens und Ab- 
urteilens" zugeschrieben wird , werji die Rationalität als 
"V/illkür" mit dem "verschwindenden Affekt des Augenblicks, 
für die der üensch nicht einsteht" in eine Linie gestellt 
wird, und \r/erm umgekehrt nur die immer wieder "verschwin- 
denden" Llomente des echten Aufstiegs zur Transzendenz als 
-nvs-SJ willldirfrei und sittlich gelten. Es ist paradox, bis zur 

Unerträglichkeit, und es stellt allco sittliche V/erten gera- 
dewegs auf den Kopf, wenn erklärt wird, die Erfahrung des 
Scheiterns vor der Transzendenz gäbe allein dem Menschen 
echten sittlichen "Halt", wähl nd umgekehrt alle "Lebens- 

2 

ziele" in "objektiver Gestalt" als "Abfall" von wahrer 
Sittlichkeit verworfen v;erden^ 

Kur höchst gelegentlich sucht sich die Transzendenz- 
philosophie an diesem entscheidenden Punkt vor Lrissdeutung 
durch ein weiteres Yehlargument zu schützen. Jaspers for- 
muliert dieses Argument in folgender Weise: "Wie die Sin- 
V nesorgane im: 5fekt sein müssen, damit die Wirklichkeit der 
Y/elt wahrgenommen werden kann, so muss das Selbst sein ier 
möglichen Existenz gegenwärtig sein, um betroffen zu wer- 
den von der Transzendenz. Bin ich existentiell taub, so 
ist im Gegenstand die Sprache der Transzendenz unhörbar."-' 
Diese Selbstverteidigung, die in verwandter Eorm auch in 
der zeitgenössischen Wertphilosqphie in ihrer Abwehr der 






4 



. i 



■\ 



? i 







, X 






■• t - ■■ '^ 1 ; 



iMiFMiy/ -^ -«r 



-89- 






,r 






I 



Wertblindheit auftaucht, scheitert nur leider an der 
folgenden einfachen Überlegung. Die Intaktheit eines 
Sinnesorgans karji kritisch überprüft v/erden; erkrankte 
Augen, erkrankte Gehörsorgane liefern 7;ahrnehiLungen oder 
den Ausfall von Wahrnehmungen, die sich mit den anderen 
v:ahrnehr:iungen desselben Individuums und denen anderer 
Personen nicht zu einem in sich konsec^uenten ^i'eltbild ver- 
einen lassen und damit als krank kennzeichbar werden; wer 
aber kann den konsequent unerschrockenen grossen Verbre- 
chern die Inkonsequenz ihres sittlichen Wertens dartun? 
Niemand weniger als der moralische Transzendenzgläubige. 
Und dies wird natürlich am sinnfälligsten dann, wenn der 
Verbrecher auch an Transzendenz glaubt,- nur eben an eine 
gänzlich andersartige Transzendenz, an einen strafenden 
"deutschen Gott" oder an einen kriegerischen, aggressiven 

Allah. 

Warum aber - so darf man v/ohl fragen -: verfangen sich 
ernsteste, aufrecht denkende Transzendenzgläubige imner 
wieder in solchen Scheinargumenten, wenn es um die grund- 
legende kritische Rechtfertigung ihrer sittlichen Über- 
zeugung gehtl' Der Grund hierfür tritt, wie mir scheint, bei 
Jaspers in besonders markanter Porm zu Tage. Er besteht, 
schlicht gesprochen, in nichts Anderem als in einer durch 
Nichts zu rechtfertigenden Geringschätzung des Empirischen 

und Rationalen. 

Jaspers und mit ihm jeder Philosoph des Transzendenten 
kann sich ^elbst in seinen höchsten Denksubtilitäten nicht 






awMü^üJfcT --T rrnr- 



^äJ-^atf«^'-**' •'«■iv 



4 



<vr\s-s:3 



-90- 



4^ 



/ 



nicht von dem Grmiderlebnis des naiven Realisnus lösen, 
dass die uns allein zugängliche eupirische und rational 
eri'orschbare 'Veit noch eine andere "höhere" zu ihrer Vor- 
aussetzung benötigt. Selbst bei Spinoza, bei He^el oder 
Salonon Friedlaender ist diese Crundnaivität des urilviiti- 
schen Lletaphysikers noch anzutreifen, obwohl bei ilinen 
allen kaum noch von Transzendenz zu reden ist, da aller 
ITachdruck auf der Immanenz des Transzendenten im Dasein 
ruht. Aber Hegel betonte trotzdem stolz, dass einem beim 
Betreten der wahren Welt der Philosophie "Hören und Sehen 
vergehen" müsse; und er sah hier - wie Spinoza oder Fried- 
laender auf diö niedere Welt der blossen Empirie, auf das 
Eoich der blossen "opinio" mit Verachtung herab. Jaspers 
beschwört gelegentlich die Autorität Kants in diesem Zu- 
sammenhang, da auch Kant meinte: "iilan karji sich des Gedan- 
kens nicht erv/ehren, man kann ihn aber auch nicht ertragen", 
dass das transzendente Sein "gleichsam zu sich sage: ich 
bin von ]2wigkeit zu Ewigkeit, ausser mir ist nichts, ohne 

"7 

^. das^.was bloss durch meinen Willen etwas ist." Gewiss ha- 
ben auch Heinrich von Kleist, Schopenhauer mit sdinen 
zahlreichen Anhängern, wie Scharen von anderen LIetaphysikern, 
Kant so verstanden, als ob die menschliche Empirie wesent- 
lich nur im Imaginären, in einer Scheinwelt operieren könne, 
hinter der, oder über der sich erst das Reich auf tue, des- 
sen Erfassung allein wahrer Wert habe. Aber Kant begnügte 



sich immerhin damit, das Prinzip der moralischen I-reiheit, 
die "Existenz" im Sinne Jaspers, als die uns allein ver- 



f 









-91- 









bUr^jte Sphäre des Lletaphysischen darzutuii* Dioser ^Zz- 
reich der freien sittlichen Existenz isc aber für Jaspers 
höchstens der 'Ort", von dem aus ich das wahrhaft meta- 
physisch transzendente Sein ständig zu suchen habe , 
Kant dagegen hält selbst die empirische \Velt der Zrschei- 
nung Iceinesv/egs für eitel Schein, sondern für die dem 
nenschen allein zugängliche V/elt der Erscheinung, und er 
widnete den Prinzipien der Erforschung dieser - V.'ahrheit 
ver:::.ittelnden - Erscheinungswelt sein umfangreichstes 
Werk, Er erwies der empirischen Naturwissenschaft stets 
die höchsten Ehren und wünschte stolz im "fruchtbaren 
3athos" der Erfahrung, der empirischen V.'elt verwurzelt 
zu bleiben:^ und nicht in die hohen Türme der idealisti- 
schen oder realistischen Metaphysik zu flüchten, um die 

2 

gemeinhin nur allzu viel eitler Wind fege . Kant ging 

« 

sogar so weit, alles unmittelbare Erfahrenwollen der 
Transzendenz als ein lächerliches "Vornehmtun" in der 
Philosophie zu verspotten, und jede Kochfahi-ehheit gQgeri-' 
über der "niederen" empirischen Welt als kurzsichtige 
Arroganz und als leere Schwärmerei abzutun. 

Jaspers aber - und mit ihm fast alle Philosophen 
der Transzendenz - werden nicht müde, von der "Taubheit" 
der "Blindheit"^, der "Öde" , und der "Blödheit"' alles, 
blos^ ^,..t sächlichen,' der "reinen Immanenz ohne Transzen- 
denz", zu reden. Gewiss karja und will auch Jaspers nicht 
leugnen, dass zur "?:eltoiientieru-g" das empirisch Gege- 
bene unentbehrlich ist, 'ond dass hier nichts ausser ihm 









■: \ 



■ ■— II itinnwiirTaaai«ai«i 



t »-^ -«*#•» «w ■^■■y« w^ •^•m-^m»^ m 



ny\<> -"^ 



-92- 



benötigt wird* Aber für alles höhere Erfassen des wahren 
Seins will er keinerlei «»brutal Ge^ebenes^^ dulden, das 
nur "fraglos hingenonmen" wird . "Die Weltgeschichte als 

S-omme" empirisch erforscht, ist ihm nur "platte Tatsäch- 

2 

lichkeit", als Ganzes gedacht "leere Rationalität'* . Der 

"Verstand", das "für zwingend gehaltene Denken" und selbst 
das existentiell erfahrene "Selbstsein der Freiheit" bie- 
ten uns nach Jaspers nur ein völlig "zerrissenes Sein", 
solange wir nicht "mit dem eigenen Schicksal in seiner 
Geschichtlichkeit" auf die Transzendenz gerichtet sind • 
Als ob uns das angeblich eine tra:-s?.endente Sein als we- 
niger "zerrissen" erscheinen könnte, z^nes eine Sein, das 
sich uns doch nur in so absolut unversöhnlichen T^idersprü- 
chen wie dem »Gesetz des Tages" und der "Leidenschaft der 
Nacht" offenbaren kann, und das wir bestenfalls erst in 
Scheitern und Zerschellen erfassen können! 

Keiner der Lehrer von der Transzendenz kann sich 
schliesslich - selbst bei hoher kritischer Selbstbesin- 
nung - von der ältesten Befangenheit aller vorkritischen 
V.eltdeuter loslösen: die endliche oder vielmehr die sich 
in "öde Endlosigkeiten"^ erstreckende empirische Welt 
Euss doch einen vinendlichen und allein wahrhalt seienden 
"Grund" hahen^. Deshalb greifen noch He-el und Jaspers 
nur zu g^rn die von Kant in mühseligster Arbeit zerglie- 
derten und verworfenen Gottesbeweise der Tradition in ver- 
änderter rona wieder auf. Jaspers findet schliesslich, 
dass alle diese Beweise noch einen gewissen Wert besitzen, 



-93- 



' (^) " 



I 



U 



O^ns ^7 



sofern sie nur gebührend r.cdif izierl? werden, d.h. 



seit 



sarnerv/eise hier, sofern sie z^veAe dessen entkleidet \7or- 
derif was sie allein zu 3ev/ei3en !nach3n könnte, r.c.i:lic:h 
ihrer 'Iiationalität»» , ihrer "rationalen*' Gülti-^kcit . 
Statt dessen wird dann diesen Gottesbeweisen hier die 
offenbar "höhere" oder "tiefere'' "Rationalität" verlie- 
hen, die lediglich "erfüllt ist ir-it der Klarheit dessen, 
was ich in mir trage^.im Gehalt der Gegenwart des Toins, 
worin als Chiffre die Transzendenz vernomnen wird" • Das 
aber ist gewiss ein 'Veitbild, in dem alles Rationale ins 
eingectandenernassen Unrat ional^ste, alles Tiefste ins 
Höchste, alles Unterste ■ zu Oberst gekehrt ist; und da 
gelton allerdings nur Beteijerungen d.h. Beteuerungen, die 
im Gegensatz zur Grundintention des Autors keinerlei 
grössere als strikt persönliche Verbindlichkeit besitzen. 
) Y/enn Jaspers' grosse persönliche Redlichkeit dies nicht 

verböte, so könnte can auf diese "Rettungen" der Gottas- 

c cv4) 
bev/eise wohl Karl Marxens boshafte Persiflage von riegels 

und/^Schellings Gottesdes^onstrationen fasTi noch eher an- 
^ l'i ene 

r yjenden als auf,^Argur.entationen des deutschen Idealisnus. 

Ss ist ausschliesslich eine "vorkritische" Befangen- 
heit und ein altgewohntes Verurteil, dass der "Positivisr.us 
..an seinen von ilin selbst erfassten Grenzen zurjanmenbre- 
cheil* rsuss*^. Und das ist der dritte entscheidende Zinwurf, 
der gez^'^ ^ie Transzendenz zu richten ist: ihre ständige 
legradierung des- Viertes der empirisch gegebenen "^elt zu- 
gunsten einer höheren angeblich irgendwie denkerii:ch er- 



r 



rry 



■_-^. , ■■.^^.-.^,-^^-.„^.^,^— y ,— ^nrssi^j-ijiaMmnusai 



y^-u. ^^mS 



^-^S '^ 



-94- 



fassbaren Transzendenz ist nur basiert auf altvertrauten 
VoreingenomiLenheiten und ist durch nichxs sonst zu stüt- 
zen. Es ist eine leere Behauptung, dass "tiefenlose Deu- 
tung a«s blosses Beziehen von Dir^gen in der Welt 2iich 



stets nur.. an den Boden stossen lasse, den ich schon ken- 
ne", während ich mich in einer angeblich viel tiefsinni- 
geren Weise in die Chiffre des transzendenten Seins "ver- 
senken kann.. ohne Grund zu finden»"'". Es bleibt eine p-änz- 
lieh unbegründbare Scb-inähung der wertvollsten empirischen 
Lebensgehalte, wenn von ihnen gesagt wird, dass '»nicht aus 
der Richtigkeit von Gedanken und Tatsachen und nicht aus 
der Zv/eckiLässigkeit eines Tuns, sondern nur"aus der gegen- 
wärtigen ^Wirklichkeit als ewiger" Erfahrung des Transzen- 
denten höhere "Überzeugungskraft" entspringt . Jaspers 
räumt es zwar gelegentlich scheinbar ein, dass das "Rät- 
sel der Geltung" von rational fassbaren Wahrheiten "wie 
ein Widerschein des Seins der Trans zenden2f' sei| "jede * 
Richtigkeit als Wahrheit hat einen Glanz,- sie ist nicht 

nur sie selbst, sondern das, wodurch sie nöglich ist, 

//^ 
scheint in ihr zu leuchten . Aber dann fällt er sofort 

wieder in die ungerechtfertigsten Anklagen gegen jede ra- 
tional geltende::Wahrheit zurück, indem er hinzufügt: 
"Jedoch dieser Glanz ist täuschend; denn im Augenblick, 
in dem wir uns an dieser Wahrheit als geltender Richtig- 
keit genügen lassen v/ollen, erfahren wir eine üde der 

Endlosigkeit des bloss Richtigen und verlieren sogleich 

3 
die Chiffre" , der allein seienden und geltenden Irans- 



liiT' iTI 



-95- 



I 



zendenz. "Läge die Wahryheit des Seins in der Geltuns 
wider:ipruchslo3er Denkbarkeit, so wäre der unbewep^te 
Bestand eintönigen Sichgleichseins wie das Sein des To- 
des, an das ich nicht glauben karji..7;äre die Wahrheit 
des Seins die Dauer ohne Ende in der Zeit, so wäre wie- 
derum nur toter Bestand; und blosse Dauer würde in ein- 
töniger Gleichheit zu einer anderen Zeitlosigkeit. ."'enn 
Sein als Erscheinung in Dasein eine Höhe erreicht, ist 
diese als solche sogleich nur ein Punkt, der umschlägt 
zun Verschwinden, um die Wahrheit der Höhe zu retten, 
die im Bestehenbleiben verloren v/ürde..Von den toten Be- 
s-':and in Gültigkeit und Zeitdauer, .würde sich nur^. end- 



lose ""^nga^eilcüber alles legen. 



.1 



Alle diese altbekannten Verunglimpfungen der empi- 
risch ^-^^egebenen Welt und jeder empirischen Verifizier- 
baren Wahrheit Uiatten noch e ins gowieSQ VorotcindliQlvi^it^ -^^ 
solange ihnen eine höhere, beseeligendere V/ahrheit ge- 
genübergestellt wurde. In Jaspers Munde aber können sie 
nicht einnal die Yfeihe höherer Absurdität beanspruchen. 






die er ihnen zusprechen will, sondern sie müssen gerade 
,-^ vai ihn ( ^^xi c h unakfloptabol -ttt^ unglaubhaft klingen. 
Dann Jaspers geht ja weit über jede konventionelle Glo- 
rifizierung des Transzendierens hinaus. Er spricht dem 
höchsten Erleben der Transzendenz iz. Scheitern und Zer- 

-chellan des Menschlichen ausdrücklich jede "blosse Be- 

"" . — -^. 

"^higung" V Und doch, sobald es zur Kontrasxierung von 

empirischer und transzendenter Erfahrung könnt, so sol- 



I 



\1 

V 



I 



T 
I 



-96- 



«>\ 



^jj yy^ 



i^ ^ 



^^ 



len v/ir es ihui zugleich ^^lauben, dass nur "das trans- 
parenzlose Dasein" der Empirie ohne Befriedi^run^ in sich"^ 
ist, dass es allein zu radikaler. •Verzweiflung" führt, 
während sich "im echten Transzendieren. .die tiefste V/elt- 
bejahung, •vollzieht" inden in der "Chiffreschrift. .als 
V'elt Verklärung heimlich die Sprache der Transzendenz ge- 
hört wird" « Es muss hier völlig unerfindlich bleiben, 



9 



wie die "Angst", die keine blosse Ruhe verstattet", das 
Scheitern in der Erfahrung der Transzendenz, doch dem 
nicht-psychopatischen Menschen "Befriedigung", eine 
höchste Ruhe geben kann, die angeblich jedem immanen- 
ten Erleben notwendig versagt bleiben soll. 

Und umgekehrt: es bleibt nichts als eine unhalt- 
bare Yerläcterung des besten menschlichen 7/illens zur 
Freude, wenn er als "Glücksv/ille blossen Daseins, das 
sich nicht stören lassen möchte" , als flaches Huhabe- 
dürfnis charakterisiei t wird, als ein '' Sc heuklapp e.^- 
Tragen, als gröbste "Täuschung"*^, und wenn auch die ge- 
haltvollsten "rationalen Zwecke und bestimmbaren Glücks- 
ziele'* angeblich nur "Öde des Daseins" enthüllen sollen. 
Ja es v^irkt nur v/ie ein seltsam verräteri3ches persönli- 
ches Gesxa.ndnis über die Transzendenz, wenn es geradezu 
betont wird: nicht nur unser Mensch^öein, sondern "die 

Verborgenheit Gottes" selbst scheine es "zu fordern, dass 

7 
der L::ensch sich quälen soll in Zweifeln und üöten" , "die 

letzte V/ahrheit" sei "der Sch^^rz der Schuld , "j^enn in der 

Erotik die "blosse Xatur" angeblich "mein !»:enschsein zer- 



-1 



'K I 



'Ttm.. 



■ *■ ■■■«.^■fc 



■ ,-.^„,,_^^„ .^, ,..,..^.^..^..^. . . , ...rr «rj»|: 



-97- 

SDalten und es im Änderen er.twürdisen" soll , wenn es 
o,vs-t<^ Laiss-t, dass in der Erotik ^'das L'enschsein in Gefahr'» 
sei "ITatur zu werden"^, ixnd werji inner wieder nur der 
Liangel an "Nutzen", an/ "Zweck", an "rationalen Endzie- 
len", an "Dasoininteresse" und am "Daseinszvyeckmässi- 
gc-n"' als das einzig "wahrhaftige" Verhalten zur Trans- 
zendenz gepriesen wird. Woher bei allein^ ein£iestandenen, 
• notwendigen Nichtwissen üher die Transzendenz dieses er- 
staunlich detaillierte V/issen von ihrer Verwerfung des 
Glücks, der Zrotik als "blosser Natur" und alles Zwecks 

und Nutzens? 

Alle die bisherigen ^.invAirie aber führen schlie^is- 
lich zu einer letzten a-lgenieinsten Schlussfolgerung 
hinüber: sind nicht sämtliche Züge, mit denen das trans- 
zendente Sein seit Jahrtausenden ausgestattet erschien, 
lediglich der Empirie entlehnt und von daher bloss mit 
negativem oder positivem Vorzeichen versehen? Ist das 
Erleben des Transzendenten wirklich so prinzipiell, so 
durchaus vom empirischen Erleben geschieden, wie uns ver- 
sichert wird? Sind hier nicht vielmehr wohlbekannte empi- 
rische -Jrlebnisse einfach dadurch zu V.'erten gestempelt, 
dass sie durch den Vermerk "transzendierendes Erleben" 
sanktioniert werden? 

e 

Stellt somit diese gBr.ze V/elt des höheren reinen 
Seins nicht eine völlig en::behrliche Verdopplung dersel- 
asn Zriahrung dar? Jaspers hat sich zwar mit wör hohen 
Selbstkritik, die ihm eignet, gegen diesen Yorv/urf aus- 






I 

« 

i 



— li'ri T^iifiiTrTi', 



.^..-^.... ,...»->. rv'^'T-^:L-:.'^-LZJULL„^'^,^^ 



-93- 



nx5-t| 



drücklich zur V^:ehr gesetzt. Aber diese Selbstverteidi- 
gung ist meiner Meinung nach total ni-olungen und konnte 
In keiner V/eise glückon. J-aspers verv/irft zwar nit Ener- 
gie jede ?;eltverdoppelung, die nur "ein zweites Dasein" 
.c-enau derselben Art wie das der Zr.pirie in Auge hat, 
eine Transzendenz, die nur ein Jenseits darstellt, das 
nichts als eine Verlängerung, eine weitere Ausdehnung 
des Diesseits wäre^* Diese Art der '^^eltverdoppelung lehnt 

er ab, "weil sie ohne empirische BestätigLing bleibt, über- 

2 

flüssig» ist und "kein eigentliches Sein offenbart" • Aber 

"> er bemerkt(^^ nicht, dass genau das Gleiche für seine 

Welt der Transzendenz gi^'t« 

^ 3enn auch seine 7'elt des höheren transzendenten Seins 
kann nach seines eigenen Bekenntnis im Lesen der Chiffren 
nur das Eine offenbaren: "das Sein ist so, dass dieses 
Dasein möslich ist"'. Diese höchste "transzendierende" 
Einsicht aber ist ganz offenbar auch durch das er^pirische 

I * L ^ 

f Dasein alleinjerwerbbar. Hierzu ist nicht das geringste 

Transzendieren von Koten. 

Jaspers und andere iranszendenzphilosophen sprechen 
stets verächtlich von den blossen "Hypothesen", nit denen 
die empirische Forschung arbeitet. Denn diese "blossen 
Annahmen" und alle "Welthypothesen" können nach der Mei- 
nung jener Metaphysiker höchstens zu cehr oder ninder 
wahrscheinlichen Aussagen über die Wirklichkeit führen, 
das heisse nur zu "unverbindlichen" und selbst "unwahren" 
Vemutunsen, während das Sein des Absoluten doch gewiss 
sei*. Llit alle^eE aber verrät der läetaphysiker nur seine 



cj», 



i«. 



■jfcja^i^^Mji^Bfc t r»' trtitfurv 



-»— -■— *- "« •'—' — 



: j ii rn i n i t1 i i i Tn i rrmT Ti p anüTTrit i 



f^V<i-^^ 



-99- 



völlice Unvertrautheit nit deni, was eine verifizierbare 
Hypothese an Gewissheit besitzt. Denn diese so krass 
verhöhnten "V:ahrscheinlichkeiten" , die durch präzis be- 
stätigte Hypothesen eriiittelt sind, bleiben doch den 
angeblichen Gev/issheiten der als höchst gewiss "persön- 
lich^' erlebten Transzendeiz in Bezug auf Ihre Gewissheit 
unendlich überlegen. Ijie arundgewissheit aber, auf der 
der Transzendenzphilosoph alles aufbaut, entpuppt sich 
schliesslich nur als eine naive^ durch nichts zu recht- 
fer-'-i.r-ende Denkgewoh^^heit. Sie entlarvt sich als der ur- 
alt:; Trugschluss: wo V/ahrscheinlichkeit ist, da r.uss doch 
auch ein absolut gewisses Sein als ihre Voraussetzung 
exisxiereni "ini Denken des Nichtabsoluten" ir^uss ich doch 
auch "indirekt das Sein des Absoluten" anerkennenj in 
Relativen kann ich doch an3eblich nie "unterlassen" , das 
von allem Relativen unberührte "Sein selbst" zu berühren. 
Die Antwort aber auf alle diese "C-ewisüheiten" karji 
zweifellos nur lauten: ich kann es nicht nur -unterlassen, 
nit Gewissheit von einen Absoluten zu sprechen, das keine 
Beziehung zu irgend welchem Relativen hat und nur in sich 
ruht. Ich CU33 dies sogar unterlassen, wenn ich irgendwie 
eine sinnlos überflüssige 7;elt Verdopplung vermeiden will, f 
Nicht nieder, der auf mehr und auf höhere EinsL cht (au«5eht;i -^t 
und nicht jeder, der alles niedere "Schulwissen" gering 
schätzt, offenbart damit grössere Reife und Tiefe des 
v^issensdurstes. Er kann damit sogar das Gegenteil verra- 
ten wie jener Xlippschüler, der stolz herabsah auf alle 



I 



mmiMiiiimtiiUmmm 



■•-»■•^^*frp-»*>*f^ 



»»■■I nMinri^wün 



iütt 



MKu 



•^—m^t-.^;,. 



-T*J*' 






.IT im ~_l *\^0f^*-m^^' N«W y il^ ■<» ■> •*^ *" 



-100- 



^-62 



die schulmässigen Erklärunp;en des überseeischen Xabel- 
dienstes, die ihn nicht genügten, und die ihm, wie er 



zne 



Inte, nur allzu geläufig waren. 2r da^jegen suchte vor, 



^»vS-^? ^ 



allen eine klare Antwort auf die weit tiefer lie^iende 
Ilauptfrat^e : v/ie kann das kleine Stück Papier, auf der: • 
die Lepesche steht, trocken über den Ozean ^^schickt 
werden? Die Transzendenzphilcsophen gleichen nur zu oft 
jenen Schüler mit seiner ^/Jissbegier, die niemand stillen 
kar^. Oder sie gleichen gar (den Helden einer anderen eben- 

^^.^H <^^^>- 4» ^ /i^.U.'d, 0^:j^L-tuLJ und anäo ^^<i;t^6u.7hA.^'C^'H^QCk^ U^oL OC-CC4 

so banalen und doch in ihrer Plattheit pathetischen Ge- 
schichte* '/;^eil jener Held in seiner frühen Kindheit li^-^er 
alles gern Bananen ass, zwang er nach seiner Grossjrhrig^ 
keit, auch noch. wenn er auf Reisen war, seinen Bankier^ 
':iQ'':^^xi seinen LIillionengut haben täglich frische Bananen 
bereit zu halten. Der reiche Jüngling konnte sich nun ein- 
mal nicht zu den viel zu "abstrakten" und "verdächtig fort- 
schrittlichen" Gedanken aufschwingen, dass er sich 3 3ine 
Lieblingsfrüchte durch das Geld, das er ererbt hatte, auch 
auf normalere T^eise leisten könne. Die Bananen aber ver- 
faulten in Massen in den Geschäftshaus des Bankiers. 

Die unkritische und unhaltbare Annahne einer inranen- 
ten und transzendenten 7,elt ist aber - und das ist(V;ohlj das 
Wichtig^ - nicht nur (gänzlich) unnötig, sie istfauch/in 
jeder Hinsicht gefährlich. Sie ist herausfordernd gefähr- 
lich, weil sie den Menschen unweigerlich von dem ablenkt, 
was er ernsthaft bewältig .-n karin, und statt dessen ständig 
zu dem aufruft, dem er seinem V?esen nach unmöglich gewachsen 



^ i 



J 



-101- 



ist* Da hören wir z.3., dass "durch die v;elt zwei Ge- 
stalten des Sthos ßehen'' sollenj "die eine iat :i.it An- 
spruch auf Allgeneingülti^^Iceit ausgedrückt in der Ethik 
I des Masses, der Klu^^heit, der Rei^ivität, ohne den Sinn 
für das Scheitern, die andere in fragendem ^Nichtwissen 
durcl: die Ethik der Unbedixigtheit der Freiheit, welche 
alles für siöglich hält, ergriffen von der Chiffre des 
Scheiterns.* Ihr höchstes I^Iass hat kein L:Ias3 mehr,.. sie 
will. .die Endlichkeit sprengen. .Beide Gestalten fordern 
sich gegenseitig""^. 23 gi::t zahllose »»Forderungen der 
Nacht", die "niemals ausreichend. .begründbar in den Tag 
zu nehjuen sind..: Für das Vaterland lügen, LCeineid leisten 
für eine Frau.., eine eingegangene Bind ung-r. lösen. .für 

die Weite eines eigenen schöpferischen Lebens. .Inhumani- 

2 

tat" zu gunsten der flacht des Staates . Im Erfassen der 

Transzendenz kann hier angeblich "das Gute selbst" nur 



errungen werden "v/ie durch eine Schuld ge^en eine andere 
^elt"^. Mit allen diesen "hohen 'A'orten" über die Trans- " 
zendenz werden aber in v:ahrheit die schweren I.'oralfragen, 
uai die es sich hier handelt, nur auf sich beruhen gelas- 
sen. LIehr noch, sie werden endgültig vernebelt, sodass 
auf dieser Basis kein Anlauf uohr genommen werden kann, 
sie in verantwortlicher v.eise auf dem Boden sittlicher 

Erfahrung zu klären. 

Kurzum, dies ist Tdaher (wohl )der ernsteste Vorwurf, 
' der gegen jede Transzendenzphilosophie zu erh^oen ist: sie 
inuss ihrer Natur nach sxets in Versuchxmg sein, wie ein 



V \ 



j 



I 



'-*S*mWW**^*-^^'*T**^ 



r 



-102- 



/^ I Vampir die Bner-ien des üenschen für eine denkerisch^^^ 

f— unfasabare V'elt aufzusau-en, statt sie Croot l o^j dem CBenW -^ 
^ imdK^ühlenCiÄnS^ fasabaren ',:elt zuzuführen. "Hie 
/ Rhodus, hlf Salta." In dea Grade aber, in dem die Philo- 
sophie der Transzendenz willens ist, den icenachen in der 



r 



Snpirie und für die Empirie zu stärken, in seihen Kasse 
iL.!u/-Kaeht)sie ^ich oolhot ^als strikte Transzendenz inthohr- 

fqp ^ ■ von all den tau3endfachen_Irrflüsen des Denkens in 



.sJZ. 



/^v s^ ^ r 



Ar.^^^5. 



M-f^CA*«- 



die^^nslen^enz^ sollten wir dSherenälich- zurückkehren 



/' 



; 



mit dem guten Goetnesprucn auf den Lippen: 

willst ins Unendliche Du schreiten 

Geh nur ins Endliche nach allen Seiten. 

Mit der unkritischen Yoraussetzuns eines ( höhcion) unend- ^-^^ 
liehen absoluten £eins(aber;^ mit seiner unkritischen Ver- 
herrlichung und r.it der ebenso unlci^itisohen verlästerung 
der Empirie ist nicht das Geringste für unser geisti-es 
Leben gewonnen. Aber es wird ^darät -unendlich viel verlo- 
ren und ins Leere abgebosen A)ie ?rUchte, die diese Kon- 
zentrierung auf die Transzendenz selbst bei eines so usi- 
sicbtigen Geist wie Jaspers zeitigen iiusste, sind: eine 
schv.ere ünterschätzung oder sogar Yerkennung der Ausdrucks- 
kraft und der echt philosophischen, "metaphysischen" Be- 
deutung der Kunst, der vergebliche und irreführende Ver- 
such einer Verdoppelung der V;elt wie der Glaube an eine 
Doppelgestalt des Ethos und an die Unaöglichkeit einer 
definitiven Scneidung von Gut und 3ö3e. Das Endresultat 
aber ist ausserden noch: nicht der Schatten einer Antwort 



1 



^.Mlkaa*«* 



I »■ 



-r:^u~""^"^l'l^ i-^.-:rWM*-.jtgn- 



■-*-*T'''»»^ " 



niA02b 




flf 



Alt d«r B«f s^fridtr der idstwisohaftliohen Ch«id*f ^tolne Laurent' 
LaiPdiaiert ton Ludwig XV» gefrtgt vurd«» ob #r an Gott glauibe» soll or 
goantvortot haben: Sir^ i^ denkep das« nir auch ohne dieee f^fpotheee 



aus 



Idfanen« Das latg im Tonfall tief unaulKnglioh poeitlvistisoh 



kUagent inaofem Religion dasit fILaohlioh auf dbo Boden r^ner Wie:: 
sensehaft ^erpflanat wird» Aber das gegenteilige Wort aus d^ teftdem 
Karaaaeoff 9 nenn Gott nieht existiert« dean ist allee asraliseh erlaubt, 
ist gewiss ni^t weniger anfechtbar und fttr die Fundiensng gepHtften 
neralisdien Verstehens und Handelns noeh gefithrlicher* Scdion die llrkej 
Abot warnten daTor, uns wie die "Knechte** Gottee su fVhlent das heissty 
wie der Xneeht nur aus Furcht Tor Bestraftmg oder audh Hof Iteng auf 



BelF^onung durch Gott noralisoh au handeln« 



7 /-i- u 



M— ' 









/. 



-103- 



auf die Frage nach do:zi Ginn des Daseins, abgesehen von 
der emphatischen Ver Sicherung, dass dieser :.:angel einer 
Antv/ort die höchste, preisv/ürdigste Antwort sei. 'Vo aber 
doch andere Transzendenzgläubige von einer konkreten 
Antwort sprechen, da ist in diesor Antv/ort nichts ent- 
hp-lteii, das nicht ebensogut, oder vielnehr besser, ohne 
/^ ^ f-^-r- Vornnn^öt^'i^ng H-^r-f^^trnrf^rf^iinfiTit^/ Sein^ verstanden 
werden könnte. 



«► •' 



,, >f..,ji,.,f, •»;.■, .m 



? 



.y 



V. 



0T 






r 



/ö^. 



^<^ 



(hu^^^cA^ flö¥o.,tc.in^f^'}^ 



cj. in o ■?> ^-Hw^ 



»msan oV? t«^"' 



1 



I 



\ 






hf 



j 



-»15-/ 



■n^.j 



lUylOda 



» ■■II laiM I U I ■ ■ ■! II' ir iiiwiiw u i >\0^\ ^\U^'^ 



III 



-<tv^^ A-"' 






> 



M 



^^^•yy 



diäte ««B« lCl«flMfMdPdt Afifllqtt€wd» iitidingk>telii^\y ii^i%> 




p»29 



Sdhi?«lMrt iB95f 8«iid !# oSEM^t Il^fttdit ahM«l«B ^v^^lo?» 
••E© liegt an «inii« H«n©chi« Sehmirst an a&iWNi HatisöÄian \lmA% 
nl^üa« Es kaiiH m dao» «a Rianka qvAtt «ieh wie <*•«' «^•««^ 
nichts« ' 



I 



._gj,> -r^-^ 



■^ao^- 



2 
FfiaMl* 4a U T%tt# FMqpiilt n^ULteaaiMPaatei ain rltlaUni» 

Maiiaaliaiit Klir^an«*' 

Hw atoten vir C^ir atah*n) lAadar da» « «taaand Baotenjafc-a^ 
tan ima wXangt, and alnd uia Faaar and Waaaajs Ot fto?a»»i 
13;. Siaefriad? löd-^VtAlct. Z^aana^ Vera a«>68-70*^i2^^^ ^' 

Siaha «»'O^ ^'^■^iv^^r) 

StfdJt ll litt ^^YmMt' ^ ^'^ AtonaMBtf ad» H#x<ldlar and Lao 
iSSn^f^^W^'^^» ^^» ^^wdng Sa?vlaa, ih5^, ^la. 
u" nonid Karah« 






2b 



raal« lWn*# 



p«30a 



p#^ 



ItndMa OqryMnat ««iMaliUatea fi..nd«, in liaAaaei ffftttl t f > 

ad« Haiwn P»l» (ÄUiattek daa Utarari^ahan Varaina in :>tutt* 

gartt '^« 171 )• I88*t S«103* 



SiAa SabaatiAn ^^Imnali: Das CJatt daa a^ni« ain tmd MIatetat 
giiat/aain«««%iort»*«in sUar hanaaten terta ai«r» XSr^t i^#Ä» mst 
and V«WM^al2 1%^^* rez-ur^v |> gaaaa ta ipa'^n* Erkawia 

d^^ aalbatt daaa dar K«och aai ain Aa f aaaa aU f lÄlSt tail It 

S«66« 






p.29 




Pootnotes to Chapter j^I 



^August Graf von Platen: Es liegt 




/ 



2^ 



'Friedrich de la L!otte Pouqufe: Waldesspiele, ein 
Flüstern, Rauschen, Klingen« 

Kirn stehen wir ("Wir stehen) wieder da, wo nienand 
Rechenschaft von uns verlangt, und sind wie Feuer 
und Wasser. Die i:ibelui:gen II, Siegfrieds Tod V. Akt, 
2, Szene, Vers 2468-70 ; 



\ 



/ 



\ 



p.50 



^Andreas Gryohius: "I-Ienschliches elende" in lyrische 
Gedichte , ed* Heman Pale: (Bibliothek des Literari- 
schen Vereins in Stuttgart, 3d.l71), 1884-, S*103. 

^Arnold Geulincx: Q-pera philosophica , ed. J •?.:!• Land, 
vol. III, 1893, "Ethica" , tractatus I, cap. 2, § 5f 
"secunda obligatio, p. 39: "deridiculus pumilio, qui 
clavam isti Eerculi de nanibus extorguere'* (conaturj 

s 

'a. Gryphius: Lyrische Gedichte , ed. K. Palm, 1884, 
$•102, "Es ist alles eitel", Vers 13* 



X , 8 , 2 • 



*Marc Aurel: ' 

^Sören Kierkegaards Werke, ed. Eermann Gottsted und 
Christoph Schranpf , 19 , 3d. 3, "Wiederholung", 
S- 154 1. 

^Ihid*, Bd. , 



« I 



V. 



\ 



p.31 



' lagebucli 

^Ibid., Bd. IV, 

^Ibid., 3d. 3 
3 



•»WS« 



mmm 



! 



3 

■■»5 






znAOdb 



^UJ^'o 



»>3» 



Ml.nz, 1893» "mAM"« tmeUtu« I, «tp« 2» !>•». 5» ^ 



1r 






laai», s,io2, "Si i«t 



h 



Mr« AMMll: 



«wl rthrtiMTt 



7 

laid. 1958» 3.aS. 



. T^<i t^S 6»^UT.V 



X,«, 2. 



1956, S.2% 




tjUiivUJi?. 



i^Qbttoiid , jiBUn^y^ jatM*» 



ItliMMMi Hill« I<Md^ UmiilM: ^O^t DfiMpc4r' 



Um atiMwuthaUW^s^t fttMiaScrif* 



Pt30m 



< 



tw^ 



9jctr\ 



5cjv 






3 



.^Ateilid.««''» (18^3}» %15<»f. 











«Ihm ?«rflhr«M'*, 



IPtJI 



jBtM^ iMd ivt iiliAfll M 



ftpHiUt p»lA9# 



i 



I 



• 




fW flA XbhUUhu 



.^iMMMHMMHi 



!<» 



/(f 



AvP 



ti- 



ßjLA/yvickA^ f 



./OS<=^i ;^nr<^^'<r6. ,/' ■^ä« 



Jj 



\. f 



7-3- Ca^. 



^ms^n DV'> iiTHü 



( 



y 



l 



4 



■■i 



/ 



in ,105^ 



»•Ji- 



, %tM in, sa95t towi«» p»82. 






Tw IAmmmpmmi 



• • 



Ini2t 



p»tUZL. 



• 



t 



ni, ias^ff. 



5,1;^, 



mtiw(iM«.odw, ai» tt«hftMP 






!U 



.'. j^ 



Z^iu-C-^^ ^' 






m?3t 



1^33« 



BmI XVt ^tMÜM ««f <IW 



SJL^» U«rfl#f p«73# 



t sa^O« LOTfl«i J>073« 



3tl«9< 



itodl XVt mttMlJtfiM 






ILrifitii Ml ^frTffiftrT* JA AML üOttlli ^'^"'^ MPtMiklt ?#1M« 



HüMMMMM 



ftfHMWI 



in ,105b 



P»37 



l /UX ^^'■^ 



«•-13 



Ami ^ 

i«h Aoh oft n»«*A9 In fttrohtwAlö* AlptrttaM, ««• *•« xm 

alttamd wd ti«n«rtDto»»«i«*t «fwaoht©." / 



■■■49 



p«^7V» 



S.w.3«*»iim8t -siiaÄWBf in dU PMio«?»ii. ««•» jj«*^*f 



p.*8« 



^ ist 1Md*1Mla.lal^ «l* «nvfslMli MÜ» <)M> "MUMM* Fmm 

U«r »»tl. ;t«m i'l«r"l>f ww* dw Leb«»f«»» ÄUr witli«Bttl- 

MiMD i^Hhiaim iwfi artOiii l«t, AdM -ä« mm 0«*«% KMr 
UM« Jehiirt« . 1937, S,396, '-4» antei« 33d*t«MpMÜU>«MHn 
te>^2«U«E^ «nah «r Tl«f* und 6i«SM nur in (Sw Hlngi^ «n 
1 Hfcilml t flftw iMtidtlflii "Ott" Md '*I<Ai*', ^ne Vsntittlls fltr 
diu cdLHlg« tiMtt dM Ml^MM «■ «caktM« ErftUMMB dM "St", 

dar *^t«n'' MAt^ In dl« «dr «Ingabtiktvi «ind« ^<a IMalw mm 
fMllUk %M Varfidg dl«Mr UnL« dl« 3MkliMnt«lltlt wA StObat- 

S«rKUl<iMlt dM «inctifM ■•«dM«ltosi«Ufi«n ! uurtln i>i«&4i|gM 
idriMD« d»r dl« "«tili« KNft" «Ijmmi FäLdM«« i» m&bm H«tMt*> 
derf In 3tt iJAllH* 1^53. s.Hf, ftiKMdwMftssM ^**^5*^ "^Jf,, 
Mmäitim Im Ä5%l«lifB«r offtMidÄUA wr «Um idch »dl>«i 
tlhlt/ tMTdwi «mmU dl« a«ibMdM ««dm* :ä« mmMs«« «iMt 
«lu d«r «Mft«« a«Mlt dM F«1«MCM dl« l>i ««« nki tfU d — ■ Ataa» 
«bmH« xa Urtriiffwmt dl« sloh da« M M fl W LUh« n«eln«i «aMhMM 
und aar Faaaai dM algaMii TM g w mMt hkt««,QL« 3«flta> d»o!A, 
daM dl« tiMtl«M ««ImmMM« tVr aalM /d«s F«a.(hiaga/ ipmote 
ti«lb«n. IlaMi flOlt mir nooh dar IMm dar ApfMat«, dl« «la 
faat ffr <!A» stiarw OatkM halt«a« Im Gtatm' 



■ Ifld 



SM» F.niiiwwaint -oto ■Ka«iiu '. JSIMma ätUkSSm» ^937. 

8.U1« 



P53b 



%o. i-:)- 



äl«lM a«B. JtäwmM Wal««, Sli , 
1906, Bd.1, 3.16*, «» «aitaw U.» 




Ilffi^ 



•y^atMMta« 



- • 



mtmmm 



mtum/aamtmut^ 



p.31 



-105^ 



; 



'/->. 



I 

/ 






'ibid., 

'Tagebuch 



7... 



\ 



\, 




Sören Kierkegaards TTerke, Bd. 5^ S. 184-186 



8 

32 ' 

1 





S. 129 



M 



tf 



S.156 to 73 
S.160 "-^o 74 
S.207 to 8Ö 



3d. I, S. 149 
3d. IV, 



160 to 73 



Siehe 



'^ 




ed* Wolf Heidenheim. 



p.60 



/Oj^ Siehe K. Buber, Die Chassidischen Büchei 

TllO.äi / Geleitwort zur Gesamtausgabe, S« ^2Sk.i >(-j;f 



(S 



f< 






Ibid., S. XV. 



p^ßl 



•^1 



Ibid., S. XVI. 



'^Ibid,, S. XIII. 

'k. Jaspers, PhilosopMe, 1952, Band III : iletaphysik, 
S. 166f , 171. 



5> 



p.63 



M. Buber, Die Chassidischen Bücher, 1923, Geleit- 
wort, S. XIII. 



^Klij. 



p.65 



Ibid., S. XXIII. 



-1 



; ii 






\\ 



\ 






•«•PMOTMHWMMliiifWHnilil^. 



I 



•106- 



^i,,^5^P-66 



. -7r< . ^6 P*^3 



'Ibld >, S. XXII, XXI. 



1 

Siehe 2.3. K. Jaspers: Philosophische Lo/rik , Bd. I, 

"Von der Wahrheit", 1941, p.911. 

p 

Siehe K. Jaspers: PhilosoT^hie , 1932, Band III, 

"Metaphysik»» , S. lolü 

'ibid. , Band II, "Sxistenzerhellung" , Seite 312f, 
Band III, Seite 72j Der Philosophische Glaube , 1948, 
Seite I08f . 



1 

I 



» 

r 



Jito 1 3 Q 



'hj. 3^ 



K. Jaspers, Philosonhie. 1932, Band III, Seite 123 



Ibid ., Band III, S. 12 6t ji')Z 
Ibidt, Band III, S. 166, 164. 



p.69 



Ibid ., Band III, S. 4. 
Ibid,, S. 4f. 
Ibid ., S. 3. 
Ibid., S. 8. 



p.70 



"^Ibid. , z.B. Band III, S.128ff. "Das Unsreifende", 
siehe z.B. ibid., S.96 oder Der Philosophische 
Glaube, 194BTT.83, 118. 

Karl Jaspers: Philosophie , 1932, Band III, S.9.' 

'ibid., S.36. 

*Ibid., S.15. 

^Ibid., S.40. 

^Ibid., S.44. 



8 



Ibid ., S.45. 
Ibid ., S.2o. 
'ibid., S.19. 



1 



l. I 



I 



-107- 



lu^n p-71 



7^^..31 



p.72 



~}%o.^ 



^Ibid., S.22. 
^Ibid., S.23f. 
'ibid., S.58. 
*Ibid., S.39. 
^Ibid., S.40. 
^Ibid,, S.41. 

•^ Ibid ., S.49. 
^Ibid., S.53f. 
^rbid. , S.48. 
*rbid., S.17, 42f. 
^ibid., S.44. 
^rbid., S.46. 
"^ Ibld. , S.56. 
®Ibid., S.62. 
^Ibid., S.63. 



p.73 



( ; 



"^ 



•V 



>to.4. 



•'• Ibld », S.61. 

^Ibid., S.57. 

'ibid., S.59. 
*Ibid., 3.56. 
^K. Eeidegser, ^in und Zeit . 1931. S.338. 

«IM--" • 

^Karl Jaspers, Philosophie , 1932, Band III, S.56. 

7ibid.. z.B. S.56,137f ,146,218. vergleiche Karl Jaspers: 
l^eF'Phllosophische Glaube* 1948, S. 32, li^. 

®Ibid. , Band III, S.57f. 



*•<**»-»«.* -.*•-■ ^^«* 



■■■ lü— W»*«^ 



-103- 



t 

1 



7)W.VM'-7« 



7)u'^ 



' p.75 






■ 

^Ibid. , S.93. 

^Ibid. , S.9-* 
'ibid., S.92f. 
*rbid,, S.94. 

^Ibid., S^70ff,S.69,S-83ff,S.l02ff. 
^ Ibld ^t S-121. 

'ibid. , S.121,Sll9f wird trotzdem "die Anv/endung 
numerischer Einheit auf die Gottheit" als "ebenso 
inadäquat" abgelehnt ••wie die Anwendung numerischer 
Vielheit. 17as im Transzendieren zum Einen der Trans- 
zendenz über das Eine und Viele hinaus intendiert 
wird, muss tiefer liegen, als was eine Zahl zum Aus- 
druck bringen kann'^ . — In Jaspers späteren Schriften, 
z.B. der Philosophische Glaube, 1948, wird die I;fiden- 
tifizierung seiner einen transzendenten Gottheit mit 
dem Gott der Bibel noch stärker betont, wenn auch 
unterstrichen wird, dass es sich keineswegs um einen 
notwendig "antwortenden" Gott handeln muss. Siehe 
z.3# Seite 103. 

^^ ^ '''Karl Jaspers, Philosophie , 1932, Band III, Seite 131. 

^Ibid.,' Seite 99. 

^Eine einzigartige Kraft "Lanäschaft, DiDge und Men- 
schen in ihrer faktischen Gegenwart zugleich mythisch 
werden zu lasseni;!^ wird seltsamerweise Van Gogh und 
keinem anderen Dichter oder Maler zugesprochen? siehe 
ibid. S. 133,3.197. 



*. 



p*76 



:7]io • H ^ 



"^Ibid.t S. 131, 99 und öfters. 



^IhM^f S.130. (Die Sperrungen sind die des Verfassers), 
vergleiche S.160, 221 und öfters. 

^ Ibid ., S.162. . ' 
'ibid., S.163. 
*Ibid. , S.134. 



rrc 



• r » w r r ' V ^ i r' 



Z3Z 



-TTTT- .11 —»"'■"•■' W'VH — ~'j^ 



p.77 



Ibid . 
Ibid. 



Ibid. 



p.78 



%^ 



U< 



b 



Ibid . 
Ibid . 
Ibid . 
Ibid. 
' ibid . 
'ibid. 



p.79 



-> /^ 



•^Ibid. 
^ Ibid . 
'ibid. 
*Ibid. 
^ Ibid . 
^Ibid . 
''ibid. 



7)i,Jf< 



p.80 



-109- 



S.137. 
S. 166, 170 

S.235. 



S.154. 

S.175. 
S.221. 

S.225. 

S.222f. 

S.221. 



S. 152, 168. 
S. 154, 165. 

S.126,255. 
S.235,126. 

S.231. 
S.231,225,229 

S.131. 



»;■• 



jy 



/dittV* 



I 






^, 



-^^4 ] 



^Siehe E. Bohnenstädts AnDerkimg 15 zu ihrer Über- 
setzung von Nicolaus Cusanus Idiota de sapientia 
( Der Laie über die ?/eisheit) , 1944, S»95f. Bohnen- 
Btädt verweist hier von t^usanus' "modo inconprehen- 
sibili (Deum non conprehendenduin) comprehendere auf 
ähnliche Sendungen in Platöfe Parmenides 17, 148d und 
auf Ruysbroeck»s De vera contonplatione XVI t Surius, 

S.442- • 

pur Albert Magnus siehe z»B»: Albertus Magnus: Supna 

theolo^iae, Pars I, tract. III, quaestio 13, solutio, 

Opera omnia , ed. Borguet, 1894, vol. 31, p*55b, 

die Unterscheidung zv/ischen "contingere per intellec- 

tum'» and "diffundi in intelligibili oder capere und 

comprehendere intelli^ibile" . 



f 






'i 

^ • 

i. 

t 



L_ 



• \ r sKm»!k ' r \ i^ 



%^ß^,^Hmmtt^t^ 



I 11.111). 



■ ■. n^ illl I I ^ .11 II 



-A^- 



I, ..i.,..!... ;, 'i n, i ^| n ^ fun 



t^y!Myt»immm9«mmm»»mm'mff»^ 



tiJ-:a<'',*!'<'-L. ' '" 



-110- 



^v^^*®^ 



Ho.ro 



p.84 



p.85 






p.86 



>^.r7 



Ibid^t S.38* 



— - ^ 



^Ibid., S.221 



^Ibid^t S*151 



p.87 



Tic- i^^ 



JLj 



•^Karl Jaspers; Die Geisti<>:e Situation der Zeit, 
1931, S*188j "Gegenwärtig zu tun, was echt ist, 
ist am Ende das einzige, was gewiss zu tun mir 
bleibt •" 

^ Ibid <>, K. Jaspers, Philosophie , 1932, Bd» III, ^- 
.V s"Srrvom Verfasser gesperrt). 

'ibid^f S.lll. 



p.88 



')'vvo>ir^ 



^Ibid.t S.86. 
^Ibid*, S.88. 
^IMd»» S.150. 



)^.r/ p-50 




1 

2 C^»^.- 



/ 



i 



\ 



1 



* 



'>^ si'y 



p.91 



^K. Jaspers: Philosophie , 1952, Band "I» ,|;J50,S.2. 
y^T ^T^p^..«. W Philos ophische Glaube, 1948. S. 57, 

S.114» und öfters. 

o I.I«ilt« Vtertw. «d. 8.CM«lrw, 1912ff . Bd.IV,p.l29."Proleg©iiMi 

i«d«n k^FHg^n HrtailhyAk, dl« «l« Wl«MMohrft idrd *ttfl«*U_ 

«(1783), "Prob« «Im« art«ll« 9>mr dl« ülttk, dM »or d«r üBtwwwhttng w- 
^ HaiwAt." "MiiM «Kiltlk dw r«ln«(i ▼•rnulft» l»t b«l Ulb« idoht rtn w«* 



'h«««ht." "MAa« »IriUk dw r«ln«(i ▼•rnulft» l»t b«l Ulb« idoht iln «wii, 

_ , « • »dM nÄ«r«n 

*K. Jaspers, Philoso-^hie , 1952, Band III, S.IZ. id«all«a»., 

"" Höh« tfteaß 

und dl« lha«n 
Buill«h«n mtit*- 
MMiidgLtft.^*! ^Dd l«t( sind idoht 



^ibid., z.B. S. 205, 155. 



3i a«h« ÄsöSiPd.»!» "*•» «UMinwdMdliig« ««h«b«a«n Tornrtu.«! Ton« In d«r Phllowiplil«- 

, . II . - ■ •■ " ■ !■ ■ - ' ^ ■ - ' ' , • 1 Mill "111 



w^^mim^ "»-^ ^ 



-tfVMVI^^— ^^ 



-111- 



p.91 cont'd. 
6 



Ibid ., S.185. 

"^ Ibid ,, S.175, 12? -nd vergleiche ibid., Band I 
wTTT. Jaspers: Die f-aisti^e Situation der Zelt, 

1951. 



7koSt P-92 



•'•Ibid., S.I54. 
^Ibid. , S.183. 
'ibid., S.160. 
*lbid. , S.185. 



/ 



V» 



.r^' 



:W. 



n 



In dw I«»d«n», vtm «uch idoht 1« ain««ln»n dw Form, txi.t\ 



^'^ ^ «, dM T dw Oott«*«*«!«», •.r.Itowm«ii«lg»J[ÄHd« HÜ2rjl,1927,S.189f , 

P'55 /&^ e) 

^Ibid., S.202f. 



Ik^S^ 



p.94 



^Siehe D. Bauiagardt : "Über den verloren geglaubten 
Anhan« zu Karl Marxens Doktordissertation" in Ge;- 
^""w^rtsproblemen der Soziologie . 1949, S. -^i;S,^03 

'k. Jaspers: Philosophie , 1932, Band III, S.UO. 



^Ibid. , S.148. 
^ Ibid ,» S.212. 



-^Ic^.S^ 'l^ü-» S.185. 



p.95 



p.96 



^Ibid., S.227. 
2ibid., S.152,162,235 

^ Ibid . , S. 139, 233. 
^ Ibid ., S.235. 
' ibid ., S. 165, 154. 
*Ibid., S.I27. 
^Ibid., S.233. 



?» 

k 



< 



-♦^^-—r ~ --nTT^'r^x^i^^ "^^-^ iS£;^"uS Ji ' i< - >jt '' .' i ib f i. i .i 



—1 '■-rr 



.,■«. , I i»i n iw . »III 



-! 



-112- 



71: S^ 



p.96 cont'd. 

^ Ibld. , S.156. 
"'ibid., S.127. 
®Ibid., S.114, vgl 



S.165. 



p.97 



^^7.^0 



^Ibid., S.188. 

I 

^Ibid.t S*189. 

'ibid., s*154,69,93f,118,153. 



p.98 



7^i<?. 6/ 



^Ibid., S*55* 

'ibid., S*54. S.134 y/iederholt es Jaspers "So ist 
das Sein , dass dieses Dasein mö/ylich ist ;'* aas ist 
es, was durch "die -üransscndierende ?rage, welche 
keine Antwort will", erfasst wird. Und er fügt hier 
in voller Selbsterkenr.tnis zu: diese "Mitteilung kann 
zwar, .verstanden werden auch ohne Transzendenz''. 
Trotzdem aber beharrt er dabei, dass nur durch das 
Transzendieren eine höhere Einsicht über das Dasein 
gewonnen werden kann als durch alle forschend er- 
kennende und erlebende Diesseitserfahrung 

*Ibid., S. 32, 136, 163, 151* 



7/^.^a p*lOl 



^ Ibid ., S*229. 
^ Ibid .t S»229f 



%\ 



r 



uT' 



Xfih «OM« k«lM0mgt dl« BMflbua^ dw Sxi«Uiitphilowphl« ua da« 
TranssrndmU» CMt odw dM "Min dM StimdmP* fOr »Söhidiid«!« «ykllrmt 
«!• dM Albwt BLnHiin in «inM laagm tetprMi idt idr alt frmndliohM 
iMdtimlM ttttf odw tVr iinm grot«flk«n ia.«rUns vor dM Abtolutmt id« dM 
And^n tun) äb«r öbJakUT gm»HMa, •• b««tiht da ilM IhnUohkcLt ■!! dm 
W«lhMebtiriciiiimpl«lt b«l dM dX% Blt«m alt «hrlichM Smtt und grostar 
Tb«rrMdiui« tw IhrM Kind«m dl« tesobMk« «MpMkm» dl« dM Wtihnachtt- 
■Am Ins Hans bMöbta» Mm^lcioh •!• vlaMnt 4^L^ Mlbtt paalctM dia 
Sachan iin« 



- I JM"-t!J. ! 



sarn 



rx-- 



I 



OrtS 



1* 



1 - 



I 






-113- 
^ 3 ^Ii> Die Illusion der ^bsoluten/Werte 



Die absolutistische weltliche Ethik hat sich von 
jeher dessen besonders gerühcit, dass sie für eine zu- 
verlässige Grundlegung der Moralphilosophie und der 
Erforschung des Daseinssinns weit mehr leisten könne 
als alle theonome und metaphysisch transzendierende 
Daseinsdeutung. Ist dieses Selbstlob gerechtfertigt? 
Kann die weltliche absolutistische Ethik in irgend ei.^ 
ner ihrer vielfältigsten Abschattungen eine bessere 
"consolatio philosophiae" bieten als z,B- die Jasper- 
sehe Transzendenzphilosophie, die ausdrücklich "statt 
des Trostes" nur "das seinsbewusstsein in der Gewiss- 
heit des Einen" und das Zerschellen des Menschen an der 

Transzendenz-^ als Bürgschaft eines Daseinssinnes nam- 

« 
haft machen kann? 

Zum mindesten seit den Zeiten der grossen griechi- 
schen Sophisten oder schon seit Sophokles' "Antigene" 



/* 









ist ein strikter Gegensatz zwischen dem, was nur ^^ 
der Satzung nach, wertvoll ist, und dem, was ^-^^-^ der 
Natur der Sache nach als absolut werthaft gelten muss. 
Die Aufstellung dieses Gegensatzes darf wohl/idie Geburts- 
stunde des Glaubens an rein säkularistisch gültige absolu- 
te 'Aerte genannt werden. Es ist ein erschlitterndes, Jahr- 
tausende altes Bemühen, das sich da vor dem Auge des Le- 
benssinntheoretikers auftut. ES ist eine der stolzesten 
Errungenschaften des Griechentums, dass es weithin mit 



AlI 



\ 



\M~\mt 



rtMi 



r 







-114- 



jenem Fatalismus brach, der sich^ Lebensv/erte nur denken 
kann als Satzungen, die von einem transzendenten Sein 
/oder von einem transzendenten Gott) aufgestellt sind und 
nur deshalb blind zu akzeptieren wären« 

Auch unter den Völkern des alten Orients hat es 
zweifellos genug Anläufe gegeben, sich zu befreien von 
dumpfer oder freiwilliger geistiger Unterwürfigkeit und 
von dem Brüten über einer prinzipiellen Verderbtheit des 
Menschen, dem Mythos von einem ursprünglichen Sündenfall 
menschlichen Denkens und Pühlens und allen den damit ver- 
bundenen Schuldgefühlen, Laotse, Tschuang^Tse , Con|licius, 
die üpanischade^, Buddha, Zoroaster und auch innerste Ten- 
denzen des Alten Testaments weisen vielfach in diese Rich- 
tung. Aber es ist griechischer Geist, der sich in den 
meisten seiner Gipfelleistungen am elementarsten losgeris- 
sen hat von theonomischen Bindungen und von dem ältesten 
Misstrauen in den menschlichen Intellekt. 

So sehr auch die griechische und römische Stoa der 
voralstrenge des frühen Christentums dn manchen Punkten 5^ 
nahe kommt, in ihrer fundamentalen leidenschaftlichen 
Diesseits-und Vernunftbejahung ist sie erklärte Weltre- 
ligion geblieben in striktem Gegensatz zu allenfi christ- 
lichen und jüdischen Transzendenzglauben. Mit dem Eoral- 
ethos der Stoa aber hat sich der Glaube an absolute säku- 
lare Werte Weltgeltung errungen und ^hat dann in kaum über- 
sehbaren Nuancen, in Vergröberungen und ausserordentli- 
chen Verfeinerungen, die ganze abendländische Kultur 



r>i5 6 7 

an 



'■j|fl-><^l»'«ffc -"^P^.RA^kCfi 



Ä(. jM^.• .^.-sV5U^^^ ^ ' *#*^ ' >»^>^ -W W JWU I U..' 



ML 



-115- 



"1 
Ä 



durchsetzt. Hat er sich niin je von seiner ursprüngli- 
chen gefährlichen Vieldeutigkeit und von seiner befan- 
genen Opposition gegen menschliche Lustregungen befreien 
können? 

Cicero, Seneca und andere Autoren des klaasichen 
Altertums berichten glaubwürdig, dass die Stoa ihre mora- 
L li^chen Ideale vorwiegend im Namen der Vernunft, im Protest 
geßen die Bindimg an theonome Vielspältigkeit und im Vor- 
ort, ^^tcf stoss gegen die "Niedrigkeit'^ und die V^andelbarkeit mensch- 
licher Lustempfindungen ausgebildet habe • Der säkulare 
Glaube an absolut verbindliche, von Lustempfindungen unab- 
hängige Werte, bleibt hier die dominierende Tendenz, so un- 
endlich sich auch - fast von Anbeginn - dieser Glaube in- 



nerlich differenziert* 



ßjd h 




Die Illusion des ethischen Formalismus 



Zenon aus Kition, der Begründer der Stoa, soll, nach 
Joannes Stobaeus den wahren Wert des DaseinSj^ sein ^-^;^-J 
als das ^^'^' ^-^^ Ao'^ov W^ bezeichnet haben oder kurz^^als das 
ojuoyovu.^^^oüs l'f- ^ als das Leben nach einer einzigen konse- 
quenten Methode, als harmonisches, in sich selbst überein- 
stimmendes Leben. Mit der Aufstellung dieses rein formalen 
und rein rationalen Daseinswertes hat Zenon schon das ethi- 
sche Grundprinzip Wollastones, Kants und aller verwandten 
Moralphilosophien in seiner vagsten Form vorweggenommen. 
Seneca formuliert dieses Prinzip als "semper idem vplle 
atq.ue idem nolle"', immer das Gleiche Wollen und das Glei- 



!--_.• t.-»-T^ ■' y* i ^\ k»'t^•ämmMt'-' .-U^i 



.i_-i«^ -m- .^ .■ 



i 



-116- 



/ 






0>c 



che Verwerfen, in seinen Handlungen einstielig sein, 
nie Widersprüchen in seinem Leben Kaum gejoen^^ur zu 
oft hat man es versucht, das starre Festhalten an einem 
solchen konsequenten formalen Rationalismus als einfach 
lächerlich abzutun. Aber dazu besteht meiner Keinung 
nach nicht der geringste Grunde Im Gegenteil^könnte/eine 
stolzere Errungenschaft des menschlichen Denkens ausge- 
sonnen werden als die: mit Hilfe eines rein formalen ka- 
tegorischen Imperativs dem menschlichen Handeln absoluten 
s-'fo 7;ert undl Sinn zu sichern? Es kann nicht der geringste ' 
Zweifel unterliegen, dass willensstarke , aber gefühlsär- 
mere Naturen und Nationen wie die Römer, die Angelsach- 
sen, die "Preussen", von Kant und Fichte bis hinunter zu 
Hermann Cohen und Leonard Nelson wesentlich aus einem 
solchen oder ähnlichen Glauben ihre Sinndeutung des Daseins 
vollzogen. 

Die einzige Lust am Dasein wird hier paradoxerweise 
aus der Verachtung der Lust gewonnen^ es ist das triumpha- 
le Gefühl, über allen Schwankungen des natürlichen Glücks-' 
empfindens zu stehen, die stolze Zuversicht, sämtliche 
Verwicklungen menschlicher Lustregung bei Seite schieben 
zu können, und die grossartige Genugtuung, mit einem rein 
formalen, rationalen Kriterium der Ethik, dem Leben Sinn 
und absolut bleibenden Gehalt zu geben. 

Die ungeheure nächstliegende Gefahr ist dabei nur die, 
dass mit dieser gewaltsamen Knebelung der natürlichen Trie- 
be der eigentliche ^lutterboden alles reichsten, farbigsten 



I 



J^LvC 






M^^Uf^ Cvwc<n C^öu^ti jtX C(rn^AAAyyyJr ^' -^ 



vo-^ 



Y^ 



Ccxo'w 



wiiiaii riMit iHnfiiinMimr 



^m'^ÜTii \Z\\ 



-.i- -.-itr». .«•, 



-117- 



I 



o> 



v.-7t 



/ 



und lebendigsten Kulturlebens, die Subtilität seiner 
Gefühlswelt verkünunern und geradezu absterben nuss. 
Dieser Gefahr ist -in weiten Bezirken weder das Römer- 
tum, der Calvinismus, der angelsächsische Puritanismus, 
der amerikanische Arbeitseifer un der Arbeit v/illen, 
noch der Kantianismus und der cohenianisDus entronnen. 

V;as aber hier für uns das Entscheidende bleiben 
muss, selbst in seiner konsequentesten Differenzierung 
bei Kant und Cohen und gewiss noch weit mehr bei dem 
Stoiker Zenon und anderen Ethikern der verschiedensten 
Jahrhunderte, verläuft die Rechtfertigung dieses ratio- 
nalen Formalismus letzthin im Sanda. Es ist restlos zu 
billigen, dass ohne oberste strikte Konsequenz des Ver- 
haltens kein sinnvoll grosses Leben zu gestalten ist. Es 
mögenj Tausende von Variationen im einzelnen geboten sein. 
Es mag auch spielerischer Willkür weitester Raum verstat- 
tet werden. Aber wenn nicht eine letzte höchste Einheit 
des V.ollens und Erkennens gewahrt wird, dann muss not- 



w 



endig jeder Sinn im menschlichen Handeln oder Verstehen 



zu Fall kommen. Man kann die Folgerun^jen aus den Axiomen 
des euklidischen Raumes aufheben zu gunsten von Folgerun- 
gen aus nicht-euklidischen Geometrien. Aber darüber! muss 
man ein letzthin formal einheitliches Kriterium der Ord- 
nung der Koinzidenz festhalten, will man nicht in wertlo« 
sen Unsinn verfallen. Man kann nicht sinnvoll gegen den 
Satz des Widerspruchs locken und A zur selben Zeit und 
im selben Sinn gleich non-A setzen; man kann in seinem 



fX' 









^.Mati^:.*iJLjkA,j tä 'WiZ0..ii - ' f »V9 * '^rw mm'\'^atm^Kir\ n mtm i ■ Mj mn y ^^ 



mim^mm 



-113- 



I 



Bankkonto una-'seinem Leben nicht nit zwei kontradiktorisch 
entgegengesetzten Rechnungsmethoden operieren, indem man 
die Verluste v;ohl .als Verluste bucht und doch zugleich als 
Gewinne verrechnet • 

Aber so notwendig eine solche höchste funktionale 
Konstanz ist, es liegt ebenso klar am Tag, dass Zenons 
rein formalistisches Gebot, /c^^' ^^-^ ^"^^^/'•" nicht das Ge- 
ringste an die Hand gibt, v/as wir konsequent zu tun haben, 



v; 



orin wir uns "harmonisch" verhalten sollten, um unser Da- 



sein sinnvoll zu machen. Xonsequenz des Handelns kann so- 
wohl dem Verbrecher wie dem Keiligen und dem Erzphilister 
eigen sein, ohne damit allein irgend einen Lebenssinn zu 

offenbaren. 

Ganz das gleiche triste Ergebnis aber enthüllt sich 
letzthin bei dem markanteren ethischen Formalismus ^/illiam 
Wollast onl, zahlreicher englischer, deutscher und amerika- 
nischer Denker und selbst bei dem hochkomplizierten kate- 
gorischen Imperativ Kants. Auch hier sind wir nicht besser 
dran als bei dem Urahn der formalistischen Ethik, Zenon 
aus Kition. Statt der Stabilisierung eines absolut gülti- 
gen Lebenssinns ergibt sich auch hier bestenfalls eine 
logische oder transzendentallogische conditio sine qua non 
für durchaus anderweitig zu ermittelnde Lebenswerte. Immer 
aber wird hier in einem überkühnen Ansturm der tief ver- 
gebliche Versuch unternommen, auch den Gehalt und Sinn wert- 
vollen Lebens einfach durch die Berufung auf die Bedingun- 
gen alles konsequenten Denkens und Handelns sicher zu stel- 
len. 



■J^^JfcA»- r I il I »Jat^aiMi*^ 



. . - > J 



• ■--■- - ■■<-» f .'. . j ■ .•■.■;.'._;.LJL^i!^^ 



■UM« 



^teMtaM^iHM*- 



-119- 



.rn s '7^ 



Bei den Belgier (Vlamen) Justus lipsius, einem der 
führenden ?7iedererv;ecker des Stoizisnius in 16* Jahrhun- 
dert, klingen diese Tendenzen schon in dem Titel eines 
seiner Hauptwerke an, dem Dialog De^ Constantia (1532 )•- 
Zweifellos hat der Begriff der "Constantia" bei Justus 
Lipsius auch noch eine Fülle emotionaler und voluntaristi- 
scher Bedeutungen neben der intellelctuellen des konsequen- 



^i 



ten moralischen Urteilens. Aber auch in seiner I^^anuductio 
j ad Stoicam Philosophiam .setzt Justus Lipsius das konse- 
quente Henken und Handeln an die Spitze der stoischen Tel- 
losformeln und scheidet das Zenonische ^^cyc^oa^e-i.c^^s )7* 

vom "convenienter naturea vivere", das er den Kleanthes 

2 

zuschreibt • 

In der \^idmung zu seiner reich illustrierten La Doc- 
trine des ICoeurs tir6e de la Philosophie des Stoiques 
setzte der Franzose Marin Le Roy Gomberville dem Kardinal 
Mazarin sogar auseinander, v/arum er ein Bilderbuch von 
hundert Illustrationen für die Erziehung zu konsequent 
stoischen Prinzipien verwandte^. Thomas Gataker aber un- 
terstrich um die gleiche Zeit mit noch grösserer Energie 
das Prinzip des konsequenten Handelns bei Zenon und warf 
Seneca vor, nicht uniform genug in seinem ethischen Benken 
7M zu sein^. Wohl die durchsichtigste Durchführung aber haben 
^ipTe/^bei William V/ollasTön im Beginn des 13. Jahrhunderts 
erhalten in seiner Reli.^ion of Nature Belineated (1722). 
Benjamin Franklin hat von diesem yeitverbreiteten, ins 
Französische und Deutsche übersetzten V/erk, das er selbst 



I*— 1^ I <t >fi^...i^ - 



i'-Ü ^ t »'.>■•«■)■'• ' ■■».■" '*i'- 



-120- 



mitdrucken half, offenbar namhafte Anregung erfahren; und 
Herder hat in seiner Adrastea (1801) in seiner Erbitterung 
gegen Xant zwar Wollaston, aber nicht Kant unter die grossen 
Ethiker aller Zeiten eingereiht. 

\7ollaston versuchte es itit einfachster Drastik darzutun, 
( dass zur Ermittlung des Lebenssin^s nichts Anderes benötigt 
wird, als den Satz des '.Widerspruchs konsequent in allem Han- 
deln auf gegebene Sachverhalte anzuv/enden. Ich sehe ein Buch, 
das X gehört, ich sehe einen Armen Y, der hilfsbedürftig ist; 
dann brauche ich nur den Satz des Widerspruchs heranzuziehiJ/vi/ 
und erkenne sofort: ich v/ürde den Gesamtsinn dieser Sachver- 
halte verfehlen, vjenn ich das Eigentum von X entwenden und 
wenn ich dem Armen nicht helfen würde . L!ein Leben gewinnt 
aber sofort Sinn, wenn ich diese v/ahren Sachverhalte durch 



"Taten'» anerkenne und jeden Versuch aufgebe, sie durch die 



/ 



j 'lat^d•h• durch Diebstahl und Hartherzigkeit ^»Lügen zu stra- 

2 

fen" • Dem Leben Sinn geben heisst also nichts Anderes als 

wahre Sachverhalte auch durch Handeln zu bejahen, genau wie 
sie im theoretischen Erkennen als wahr zu akzeptieren sind; 
und auf diese Art wären dann absolute, unumstösslich gül- 
tige Werte durch ein rein form.ales Wahrheitskriterium gesi- 
chert. 

Aber welcher unerhörte Erkenntnisoptimismus und welcher 
ultrakonservative Glaube an die xmmittelbare Gegebenheit von 
^^.1 Sinn und absolutem Wert ist von ftlöten, um das übermütige Un- 
ternehmen Wollastons als geglückt zu betrachten! Vürde man 
! n>\.^-'^öir und müsste man auf diese Art alle gegebenen Sachverhalte 



i«»"»»»""— !WW"<B-! 



'■« >'> "y 



•^^■■^«■■M« 



i 



I ' 



1 



-121- 



durch Handeln zu absolut geltenden Werten erheben, dann 
gäbe es bis heute noch keine Magna Charta, keine Aufhebung 
der Sklaverei i sondern nur eine eiserne Festhaltung primi- 
tivster tyrarinischer Lebensordnung als höchsten Lebenssinn. 
Feindesliebe wäre fluchwürdig; denn sie würde das offenbare 
Vorhandensein von Feinden durch die Tat verneinen, indem sie 
den Feind widerlogisch zum Freund stempelt. Das Halten von 
Leibeigenen aber würde absolut sinn- und wertvoll, da ja 
sonst offensichtlich vorhandenes Eigentum unter Verletzung 
des Satzes vom V-iderspruch zum Nichteigentum degradiert 
würde. Ausserdem ist der Philosoph und der Handelnde dann 
einer schwer zu fassenden Unzahl von Launen der Grammatik, 
von Zufällen sprachlicher Formulierung und ihrer verschie- 
denartigen Deutung ausgesetzt, wie sie die Semantik in jedem 
einzelnen Fall blossstellen kann, aus dem Vorhandensein des 
Armen brauchte natürlich und sollte logisch selbstverständ- 
lich nicht das aeben von Almosen abgeleitet werden, sondern 
- in Parallele zu dem Nichtdiebstahl des Buches von j^ - nur /H 
die weitere Anerkennung, dass ein Armer vorhanden ist, der 
immer ein Armer bleiben sollte. Als ein so extrem zweideu- 
tiger Kompass erweist sich das Zeno-Y;ollastonsche Kriterium 
absolut gültiger Lebenswerte. Es lässt sich auch zur Recht- 
fertigung von Verhaltungsweisen missbrauchen, die von 
Tollaston selbst als äusserste V/ertwidrigkeiten erkannt wer- 

den. 

Aber trotz der handgreiflichen Unhaltbarkeit dieser 

derartigen Aufrichtung von absoluten ?;erten, es bleibt er- 






S^^ rYicS^* 



< 
I 

4 



■ uii Bi Mi. w w ' ■ ■— — !— qri^ 



'K9.i.f-nh*v >» i u ' 1 4 1 li ' i f i* jL ' ^ i ia i jg mmamemelittB^ 



-122- 



1 



etaunlich wie zäh solche Lehren mindestens in Teilstücken 
bis zur uncittelbaren Gegenwart weiter leben« Sie klingen 
auf in Richard Price's Review of the Principal Questions 
in Moral s (1767, neu herausgegeben und konnentiert von D* 
Daiches Haphael, 1948), wenn er lehrt, dass das 'leben •• 
eines vernünftigen Wesens.. im Gegensatz zu den Darlegungen 
seines Verstandes" d.h. in "Opposition zu den Verpflichtun- 
gen der ^'ahrheit und Rechtlichkeit" von selbst als eindeu- 
tig logisch verwerflich gekerjizeichnet sei. "The repeal, 
ovL5->ya Suspension or even relaxation of . »rectitude of the supreme 

(^oral3 law once for a moment, in any part of the universe, 

2 

cannot be conceived without a contradiction." Harold Arthur 

Prichard greift in seinem einflussreichen Essay ^Ooes Moral 
Philosophy Rest on a Mistake?" ganz verwandte Bestrebungen 
auf, wenn er darauf besteht, dass es absolut wertvolle Ver- 
pflichtungen gibt, die sich in sich selbst a priori als 
bindend offenbaren, weil die Leugnung ihrer Verbindlichkeit 

widersprüchig wäre; und W. David Ross schliesst sich Pri- 

d 
chard in seiner Lehre von den "prim/^acie duties" mindestens 

teilweise an* Das Halten eines Versprechens ist z.B. für ihn 
anscheinend dadurch als unmittelbar wertvoll charakterisiert, 
dass es eben der offenkundige Sinn des Versprechens ist, ge- 
' halten zu werden. Aber freilich dadurch dass Ross unter ge- 
wissen Umständen den Bruch von Versprechen erlaubt, gibt er 
jede Charakterisierung des Bruchs eines Versprechens als 
"logisch widerspruchsvflille Tat" im Sinne ^ollastons auf. 
Weit mehr in der Linie V.'ollastons aber bleibt Paul Weiss mit 



I 



\ 



i 



iii.> '7 rm- 



:* *■ ^irjf •'**^. ■**■'• t'-f- 



„., ■^■.... ^.■,^^,^, 



-123- 



rsS- 



einer seltsam gewagten These seines Natura and !;^ (1947). 
^r findet z.B. dass es eine einfache philosophische "Ab- 
surdität" sei, wenn die Y;ahrheit geleugnet würde; "i*-"ia -^ 
Jt -'s wrong vva ntonl y to kill one's friendV^^Q-*W ^falsch und ^ 
unrecht, boshafter, zügelloser Weise seinen Freund zu mor- 
denjV''ier^ ^^^^ v/ürde bedeuten, es wäre berechtigt oder 
gleichgültig, wenn V.erte unnötig reduziert würdei!f . Doch 
auch in dieser modernsten Porn bietet der vage ethische 
Formalismus stoischer Tradition nur allzuviele Angriffs- 
flächen. '^QZ)Xi der Freund boshafter und zügelloser V/eise 
ermordet wird, kann er vorher ^p£^:iihaLa€is«h) kaum noch als 
echter Freund empfunden werden, sondern ist auch für den 
Zügellosesten mindestens unbewusst teilweiser Feind gewor- 
den, und damit würde jede -Absurdität" bei seiner Ermor- 
dung verschwindenyjln den historisch berühmten Fällen von 
Freundesmord, bei Cäsar und Brutus, Hitler und Röhm, liegt 
gewiss nicht die geringste gedankliche Absurdität vor. Der 
Freund war vor seiner Ermordung - freilich ohne das zu 
ahnen - zum erbitteifcsten Feind geworden, und durch seine 
.^,5.7^^- Beseitigung waren keineswegs Lebenswerte vermindert, son- 
dern sie waren sogar oft - besonders in den Augen uer 
Zeugen der Tat - erhöht. Der hochmoralische Cicero billigte 



f. 



A 



(^) 



Brutus'si Tat, nur der unmoralische Kark Anton verurteilte 
sie; und im Fall Hitlers würde die Ermordung seines Freun- 



des Eöhm sogar von den Gegnern, und nicht nur von den An- 
j I hängern Hitlers, weit mehr 'gelobt als fast alle seine ande- 
ren Aktionen zum "Ruhme Deutschlands". Nach den ^Vorten jeden- 



r- tc<:iru, c<. uJi ^ «-'" ^ 






V 



/) -ru'fiiJ 5><^;..,aH«d'^ "rrUA:>u.y^ ^^.^.^ , QL<^ 



^^,iW C^a^rr^ —-- £^^ ^-,>vc^ ^C.9/V/^ £^. UCKf^ 



n^dJ i^n>.-.'^<^C ^-rr^ju.ru.. -rx^^^-^ ^GLau^^ i^-<^ - r / / .^ ^ - ^ . 



immm^ 



umi^mtmmm 



,1 II i- I T I I II ir Till 



^v« 



-124- 



\ 



r 

^ 12 9^' c 



falls, die Fridrich Hebbel einen anderen Freundesnörder, 
Ha^en von Tronje, sprechen lässt, wird der PreimdesiTiOrd 
als alles andere als absurd wertv/idrig betrachtet, sondern 
als stolzeste Lebenssteigerung, ^^^-^ck^pt ^v- ^^^ v^^AnC^i- ^u^nasr^Ptd i-^^ 

Georg Simmel legte ganz das gleiche ^ollastonsche Prin- 
zip der Ethik, das wir bisher untersuchten, als den "bedeu- 
tendsten. • .spekulativen Gedanken" der Kantschen Ethik aus, in- 
dem er fol,^endes als Quintessenz des kate^jorischen Imperativs 
ausgab: "Ich kann nicht wollen, dass die Lüge allgen:eines 
Gesetz sei, weil es der "begriff der Aussage ist, die Ileinung 
des Sprechenden zu verlautbaren, so dass die prinzipielle 
LÜP:t denselben Begriff zwei sich gegenseitig aufhebende Be- 
stiinnur^en zusprechen würde. Dies kann ich nicht wollen, 
nicht, weil es mir oder anderen schädlich ist, sondern v/eil 
es ein logischer Widerspruch ist." Dazu aber ist definitiv 




-^^e^i:^3r&i^ zu sagen, ^rstens; die prinzipielle Lüge enthält 




nioht den geringsten logischen Widerspruch. Sie sprichl 



demsel^^en Sachverhalt zwei sich logisch ausschließende Attri- 
bute zu, sonct'ez:n sie charakterisiert einen g^^ebenen Sachver- 



/ 



./' 



halt ausschliessliclMurch ein Prädikat,- aber wissentlich 
durch ein falsches, während^^r Irrtum einen Sachverhalt nur 
imwissentlich durch ein falsc^s^^^rädikat kennzeichnet. Indem 
aber Irrtum wie Lüge dem Satihverhalt nls:eine einzige Eigen- 
schaft zuerteilen, si^id'sie beide keineswegä^-^bst logisch 
widerspruchsvoll^^bilde. Der ^Widerspruch entsteht^st dann, 
wenn im Yoll^a Irrtums das sachlich zutreffende Prädl^t^ 
und das /irrtümlich falsche zugleich in denselben Sinn als 



^•"mmmmimmutm 



«wpl 



"Tr" 



•iimi.t^ 



* ,■,»»," 



III, ms.7^b 



(/^-V^'A_ 



(in pencil and crossed out) 

denn ioh z.B. Itlgend sage ich hielt um sechs Uhr eine einsttodige Vorlesung 
in der Universität, aber in Jahrheit schlief ich während dieser Zeit zu 
Hause weit von laeinem Hörsaal eintfernt in meinjam 3ett, so besteht nur ein 
logischer "Widerspruch, r^wischen diesen beiden Sachverhalten. Niemand kann 
nach derselben Zeitmessung zu genau derselben Zeit an zwei weit von einander 
entfernten Orten auf der Erde sein. Aber es ist absolut nichts logisch '.Jider- 
spruchsvolles darin, dass ich als meine "Meinung verlautbaren" will, dass 
ich von 6 - 7 in der Universität war. 



\ 



i 






■ 



XU, la^ 



(/^^^ 



^ 1 



14- 



i^dMh 









iMMMdLMtt« 



wtllMtafit 



i%«B '»#» logU^üT yUtoniMrtH^ 






LdtNpfMtoiMlI« G^taild»« Dir I%Mr b«ctht k^liiMMC« «Lim 
Vüil<it ü|«ii du VfMM diMT iiiMig«. Aiiflii Mtm ""Aiimac«* 
«MrilMUMiH * dttfümt *«• .H«lJM« dM S yg ii * i wil i n % Ol« MidUMg dM 

l«t in dUMü FiU mur bwuMt din» KAM«« #• itoh 



ni*t «Lt di4r lABMPTilcUli 8»f ^ 



itMdbi dMict« Dft «IM^ dmr «»iirlMM^U^«» UltMr^ mIm» <!»• M&m Am^^ 
Mg« nlifai teyfAct l«i Md «r ^tr k«iM MAfUUtfh« KMMkllH&t dM Qiw 
UU« UÜMlitff»«. M U««i hUr M MAg idUi l^flMhM VWM«|WMfc MT 



LQigifltilM dMVUf 



•IMWiMt 



Mliprtititt 



Mi76« IMiriiu EialoglartM 



(ftIkMf« AAt An AdMtpMAMoll 



Mtit<hiiif MM d«r 



I 



/ 



-125-' 







wahr ausgeg.^betT'würden, Und der logispfe^V/iderspruch ent- 
stehjt-'^ch bei der Lüge erst d^^iifJ v;eiin der Lügner dem 
n^^-^c, Sachverhalt ausdrücklich ein falsches und ein wahres Prä- 
dikat in seiner lügnerischen Aussage zusprechen würde. Ein 
solcher Lügner aber würde sich von selbst durch seine wi- 
derspruchsvollen Thesen als erfolgloser Lügner entlarven. 
Bei den erfolgreichen Lügner aber besteht nicht der geringste 
logische V^iderspruch zwischen der Aussage des Lügners und 
dem Glauben seines Opfers, da beide - wenn auch sachlich zu 
unrecht - dem Sachverhalt das gleiche Prädikat zuschreiben. 
3in logischer Widerspruch entstünde erst dann, wenn d as Op- 
fer der Ix^ig^ dem Sachverhalt zugleich das wahre und erloi^ene 






Prädikat zuordnen würde. Damit aber würde das Opfer der Lüge 
aufhören, ein Opfer jener Lüge zu sein und lediglich eine 
logische Absurdität auf eigene Faust begehen, wozu der Lüg- 
ner selbst ihn keineswegs veranlasste. Aus allen diesen 
Gründen aber sind eben Lügen keineswegs logisch widerspruchs- 
volle Erscheinungen, sonderii n\xr zu weit verbreitete und 
nach vielen kritischen Beobachtern des Lebens unendlich viel 
häufigere Phänomene als die Wahrheitsliebe ^iftd die Tahrheits- 



erkenntnis. 



Zweitens aber: Kant hat keineswegs wie Simr:el, 



^ 



^ i^5^e^ 



Kynast^^^^^dl , Hegler^ und zum Teil auch Hegel* 




ten, 



7/ollestons Lehre imAuge gehabt, die Lü^g«-^der die Geldun- 
terschlagung als ein in oloiLtj&r'^el logisch Widerspruchs- 
volles Gebilde abzutuix.^^ hat so3^ci:H2LPhänomene in einer 
reichlich komplizierteren Form als transzeM^ntal logisch 
sinnwidi^ig ablehnen wollen. 



1 ••T- ■ I 11 I ■ 'il iTi 



i 



in »125b 






76b WSrdm dl« AttsflMm;«ii 



ftanhitMlt «iMB loglsoh« WlcUww 



77 



spruti^ «thaLUn, so yättm «d« iwdt wlttutr •!• •!• l«ld«r iIäI, «d 
teufltfiiU ni« fdebcUr «d !li*l««niiNNwrU l«ttM «s tIA btqwsiMrt J#d« 
L%« «uf Giwid IhTM lAMiwi lOglMlMa Wid^Mlnns blo88«il«o«"^« Kmumf 
In >d«in Fall, In dw gdogM «Ird, lArd li«i»#ifall« «tMM logiacöi Wlltoiw 
spraitefollM gMoUt, s(md«nMfl« in j#d«iß WoU^rw^nor etmst dM dM 
T,t|nm ia oütiHM Ii^»r»W «u li«g«n scheint; du AxuispvMbin wn Diogsn 
Abort dJ# d« TAtSMlMm tntaprsch«, wird— 1« G^gmMts su Siwwl» VcMm^ 
mm. U%n«r «ii«dz4tekli^ fttr "MMdUeh*", d«!u ««Inim IhtarMMn «totfKslioh 
g^fcMLlt«» oder m «Mlit ib» wb «nd^ren Gi««d«n, irU» bA» iKn/timn Anderor» 
M» idndbsiin mmi1i>t Frwdo als das Ausspreehan ainar ORNahrlwdt« So sind 
alla dia Yarsiisiia noinandlg sw Sohalto» wrdnvitt dla dia tosittUcAkait 
dar L%a r«in apiloil radikal dadurch «walüan ladlsn» daas sia Ämti lo« 
gisohan Wld«r«piuoh anthCt* Jadar aprloriacha Varsuah «LWBmT Art mM noU 
nandtLg faHLs^aagaiu Dserm as kai» uartlpA«^ P:alln«:ant hlar dia «ntsohaldaifw 
tat «HQdrlsi^isn FMm^^f ^^ wnd<^6kLtora«i hadoidstisahan Problama das 

NvEteans und Maslitalls imn L%an stols sa Ignorlaran« 

1 2 

Drlttans: Kant salbst hat gar nlAt, via SlMOMlt i^yiiMt» «lodl, 

Baglor^und ton Tall auÄ BagÄ^iwaintan, WLoaa naeh 6mT Art Wollaston^ 
dla Lt^ iriltt* dia GaldantarachlarPt sls raln foratlloifisch widarapraoh*» 
wlla GaMlda abtun wollan» Er yorsuöht#f mkßkm r'httnasMtia prinaipiÄl 
in adasr raloUloh kaivlisierteran Fox« als transaandantallogisch ^&x«^ 
iddrl« absulahnan« 



I 



V 

I 

^5 



I 



•V 






-126- 



'»vj-. %^ '?y Doch auch wenn r.an Kants reifsten ethischen Ar^us-enten 

in ihrer äussersten Verfeinerung nachgeht, kann c.an der 



-TM?.'^ 









Philosophie des ka-tegorischen Imperativs ebensowenig Er- 
folg zuerkennen wie allen anderen früheren oder späteren 
Proklamationen des ethischen Pornalismus. Hit der blossen 
Vermeidung von forsiallo^ischen oder transzendentallogischen 
Absurditäten können weder absolut gültige noch irgend v/el- 
che anderen Y/erteinsichten erworben werden» Ir^ G^e^ensatz 
zu V/ollaston oder Paul Weiss hat es die Kritik der prakti- 
schen Vernunft nirgends behauptet, dass es ein direkter 
"aktiver" TJiderspruch gegen den Satz des Widerspruchs sei, 
v.'p.nn Llenschen stehlen oder einen Xebennen sehen ir.orden, der 
bis dahin ihr Freund war • ?/ohl aber suchte Kant aufs um- 
ständlichste darzutun, dass die transzendentallogischen 
Bedin.-ran^^en der Existenz einer 7;elt von handelnden Personen 
verletzt würden, wenn alle LIenschen lögen oder Geld unter- 
schlügen. Und umgekehrt hält er es triumphierend aufrecht, 
dass jeder, der diesen transzendentallogischen Bedingungen 
der Natur gemäss Rändelt ein sittlich '.Vertschaf f ender , ein 
Gestalter von Lebenssinn ist. Wir leben ausschliesslich 
für die Erfüllung der Pflicht, d.h. dafür, so zu handeln, 
dassjüaxime unseres \Vollens jederzeit zugleich zum Prinzip 




einer allgemeinen Naturgesetzteiguhg erhoben werden kann". 

Die Anstrengungen, die Kant zur Rechtfertigung dieser 
Art von Lebenssirji, dieser Religion des kategorischen Impe- 
rativs gemacht hat, sind ausserordentlich. Er hat sich mit 
gleicher Energie gegen jede theonome wie ^materielle" Ethik 



<mA>»OaiiBtaMUM«^MMiMMMMMNnaW«MMM*lMl 



I 



OkS 



m 



-127- 



in der Grundlegung seiner Moralphilosophie venvahrt. Ge- 
gen die Abhängigkeit von Geboten Gottes wandte er ein, 
dass die reine praktische Vernunft des Menschen und der 
Engel nicht von der Gottes verschieden sein könne. Die 
praktische Vernunft d.h alle "Erkenntnis a priori" im 
Keich zienschlichen Handelns^ russ auch für ein "aller- 

genugsaastes" , "heiliges" Wesen genau die gleiche sein 

2 

wie für jedes weniger vollkommene Vernunftwesen . Kein 

vernünftiges V/esen brauche also auf göttliche Offenbarung 
oder auf irgend eine sonstige Verlautbarung religiös sitt- 

licher Lebensdeutung zu warten, sondeöi universal geltende 

i 

Yernvmfteinsichtcjbinde hier jedes rationale ?;esen in 
gleichem Masse. Mit der gleichen Energie aber, mit der 
Kant alle Gebote von aussen, die Satzungen der Religion 
wie des Staates abwies, mit der gleichen Energie wollte 
er seine Interpretation des Lebenssinns vor >- den Ausgelie- 
fertsein; an irgend welche naterialen bestimmten V/illen- 
ziele schützen; und wie in der Stoa, so sollte auch hier 
das höhere Leben des Menschen vor allem vor der Preisgabe 
an die bedrohliche Relativität der materialen und der ma- 
terialistischen, der "scheinbar höheren" wie der niederen 
Lustempfindungen bewahrt werden. Denn sobald irgend ein 
bestimp,;tes, materiales Ziel als das Kennzeichen wertvollen 
Lebens angenommen wird, karji es sich nach Kant nur um 
wetterwendische oder untergeordnete, praktische Zwecke, 
nur um "hypothetische" Zielsetzungen handeln. Das oberste 
Gesetz alles werthaften Lebens aber ouss von solchen Trü- 



m^mm^mmtmmtmm 



t*mimmtmmtmmmimmtt0. ■ 



-123- 



bxingen des V^echsels und der Ungewissheit freigehalten 



»vS- ^^ 



w 



erden. Das isx - wie vielleicht ähnlich schon hei Zenon - 



der Sinn alles starren Fornalisinus in der Ethik« Und Kant 
lebte ernstlich der Hoffnung: lait dem "Kompasse»» seines 
rein formalen kategorischen Imperativs könne auch "die 
geneine Menschenvernunf t" , könne selbst der "gemeinste 
Verstand" eindeutig entscheiden, "was gut, was böse" , 
was sinnhaftes und was wertwidriges Leben ist. 

Man braucht aber Kant nur ernstlich in die zahlrei- 
chen Schlupfwinkel zu folgen, in denen er Ausflüchte und 
Rechtf ertigungeni seine^ Formalismus (vorsieht; und man er- 
kennt es bei ßenügend Ausdauer deutlich genug: keine die- 
ser vielen Apologien kann seinen ethischen Pormalismus 
^^ retten. Kant räumt(^)z.3. einmal ein: es ist freilich un- 
leugbar, dass alles Wollen auch einen Gegenstand, mithin 
eine L'aterie haben müsse, aber - so setzt er sofort aus- 
weichend hinzu - diese Materie "ist darum nicht eben der 

2 
Bestimm.ungsgrund und Bedingung der Llaxime^» unseres ^^;illens ; 

denn im Gegensatz zum theoretischen Erkennen braucllen in 
der Ethik keine materialen Llomente "irgendwodurch ander- 
wärts gegeben" zu sein, sondern hier sei der "Wille Ursa- 
che von Objekten"'. Aber diese apologetischen Argumente 
bedeuten natürlich in Wahrheit keinerlei Rechtfertigung 
des ethischen Formalismus, sondern nur eine bedenkliche 
Vernebelung dessen, was hier allein in ?rage steht. Denn 
es handelt sich ja hier nicht um die Frage, ob uns die "r.a- 
terialen Objekte des Begehrungsvermögens" in der Erkenntnis 
einfach gegeben sind oder durch den Willen von uns hervor- 



4 

i 



i 

i 



MMMiWP«««!* 



.i^ 



-129- 



onS 



gebracht werden. Es handelt sich un die völlig anders- 
artige Frage: kann die blosse Form eines ethischen Ge- 
setzes zugleich irgend etwas über den iiaterialen Gehalt 
dieses Gesetzes offenbaren? Und diese Frage muss ein- 
deutig verneint werden, so sehr auch der Wille in tägli- 
chen Leben nateriale Gegenstände des V.ollens produzieren 
kann. Das ethische Sinngesetz des Daseins aber kann eben- 



ow 



r^enip durch seine blosse Form zugleich "Ursache'» seines 



Inhalts werden wie in der Kant sehen Erkenntnistheorie die 
blossen Formen von Raum, Zeit und den Kategorien irgend" 
eine inhaltliche Sinnesempfindung setzen können. Jede 
Sinnsetzung im Dasein bedarf ebenso wie das Erkennen von 
Dasein - neben der blossen Form eines Gesetzes - einen 
Inhalt als '^Mitbestimmungsgrund" . Ohne eine Korrelation 
von Form und Inhalt ist weder ein theoretisches Erkennen 
noch eine Wertsetzmig transzendentallogisch haltbar. 
Nicht nur der "gemeine Verstand" - wie Kant dies zuge- 
stand -, auch das erleuchtetste Denken benötigt inhalt- 
^^1 liehe "Beispiele", um der "praktischen Vernunft. .Anwen- 
dung verschaffen" zu können . Der Inhalt aber, der in die- 
sen Beispielen zu Worte kommt, ist genau so oder mehr "Be- 
stimmungsgrund" für das Werten wie die gesetzliche Form, 
in der er als bestimmend zu setzen ist. 

In allen den Beispielen, die Kant nennt, und in 
allen anderen kontradiktorisch entgegengesetzten, die 
irgend ein Denker anführen könnte, ist e s niemals das 
Formgesetz allein, das über Werte oder Unwerte entschei- 






\ 



■WMMPP 



-130- 






det, sondern der Inhalt des Gesetzes ist ziindestens 
gleich suitentscheidend. Kant glaubte, dass der Selbst- 
mord allein dadurch als wertwidrig charakterisiert wer- 
den könne, dass er es nicht vertrage, als allgemein na- 
turgesetzlich auftretend gedacht zu werden. Aber die 
Realisierung von Schopenhauers Aufforderung zu einer 
allgemein freiwilligen Ilortifikation des Lebenswdllens 
widerspricht transzendentallogisch nicht im geringsten 
einem als streng allgeneint_,ültig denkbaren Naturgesetz. 
Ds wäre(;&trch^ ohne die geringste Schwierigkeit denkbar, 
dass nach der Zeugung von Kindern allgemein der Selbst- 
abtötungswille mit der Gewalt eines Naturgesetzes in Er- 
scheinung trete. Und selbst wenn der Selbstmord so all- 
gemein auftrete, dass er schliesslich zur allgemeinen 
Vernichtung des L-^enschen führte, so kann auch das ebenso 
universal naturgesetzlich als mxöglich gedacht werden wie 
der Schwund aller Energie, die Entropie. Sogar die Lüge 
kann als allgemein naturgesetzlich verbreitet gedacht 
werden^ und in gewissen Kreisen tritt sie fast derart auf. 
Dann würde zwar überall die Wahrheit trotzdem durch Um- 
kehrung der gegebenen Aussagen einigermassen erraten wer- 
den können, aber das Phänomen allgemeinen Lügens hätte 
sich trotzdem nicht als '»sich selbst vernichtend" und 
deshalb als wertfeindlich entpuppt. Ob daher der Selbst- 



mo 



rd oder die Lebenserhaltung, ob leindesliebe oder Fein- 



deshass, ob Respekt vor Sigentiomsrechten oder Brandmarkung 
des Eigentums als Diebstahl als wertwidrig oder wertvoll 



\ 



k 



t^tki 



' ' ■ t' -. ii 



yäiii 



-151- 



angesehen v/erden, das hän^t niemals nur davon ab, dass 
oy^s-eZ man eine solche »'Ordnung der Dince" , in denen solche 

\7ertimsen und v^^ert leugnungen vollzogen v/erden, gar nicht 
allgemein denken oder v;ollen könne, oder dass man sie sehr 
wohl allgemein denken oder v/ollen kann. Man kann es im 
Gegensatz zu Kants Überzeugung durchaus denken oder v/ollen, 
dass die Nichtachtung vor privatem Eigentum und der Selbst- 
mord mit der Strenge eines Naturgesetzes allgemein Platz 
greifen. Aber damit ist noch nichts über ihren T^ert oder 
Unwert entschieden. Und andererseits^ die allgemeine Rea- 
lisierung der Feindesliebe oder der Armenunterstützung 
würde gewiss nicht weniger der "Selbstaufhebung" dieser 
Begriffe im Sinne Kants ausgesetzt sein als die allge- 
meine Realisierung des Selbstmords und der Lüge.. Denn bei 
konsequentester Feindesliebe vmd Wp-iltätigkeit wird zwei- 
fellos die Existenz von allen- Feinden und von allen Arsen, 
und wie Hegel spottete, auch die von allen Reichen schliess- 
lich unmöglich gemacht, vielleicht noch gründlicher^ als die 
Existenz der Menschen überhaupt und der -Yahrheitssucher im 
Falle allgemeinen Selbstmords'oder allge;neiner Verlogenheit 



bedroht wäre. Aber mit allen Überlegungen dieser Art ist 
zweifellos nicht die Unsittlichkeit der Phänomene der Ar- 
menunterstützung oder der sexuellen Abstinenz oder der 
Feindesliebe darzutun. ?;as auf diese '.Veise an "absoluten 
v;ertsetzungen" ausgegeben wird, kann so wenig Überzeugungs- 
kraft gewinnen wie die Treueschwüre einer Kokotte. Der 
strikte ethische Formalismus kann die absolute Vagheit und 



1 



i 



Q.v*>-§3 



-152- 



den kompletten !.!anGel an Fundiertheit der durchschnitt- 
lichen 7;ert Setzung des L!enschen auch durch seine lau- 
testen Absolutheitsforderun/jen nicht beheben. 

So hat denn auch Xant besonders in seinem Altersv/erk, 
der Metaphysik der Sitten , seinem absolut gültigen Porm- 
resetz des wertvollen Lebens durchaus einen Inhalt zuge- 
stehen wollen unter der einen zusätzlichen Bedingung, dass 
dieser Inhalt von jeder blossen empirischen "Materie des 
-^egehrungsverEösens" streng unterschieden wird. Doch auch 
dieser Ausweg aus den Grunddilem^^en des ethischen rorma- 
lisinus erweist sich als völlig ungangbar. Kant raunt es 
in der Einleitung zu seiner !.!etar>hysik der Sitten und im 
2. Teil dieses 7;erke^ in den "Metaphysischen Anfangsgrün- 
den der Tugendlehre" ein, dass alle Handlungen wohl eine 
"Materie der '.7illkür" haben und äia-ch sie auch die Kaxi- 
rcen von Handlungen, aber - so lehrt er nun - die "Bedin- 
gimg der Habilität zu einer allgemeinen Gesetzgebung als 
formalem Prinzip der Handlungen""^ scheidet die Relevanz 
dieser empirischen "Materie" aus und versieht das Formal- 
gesetz des allein wertbestimmenden kategorischen Impera- 
tivs mit einem völlig andersartigen "Inhalt-, nämlich, wie 
es schon in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" 
heisst, einem "Zweck an sich selbst"^, einem "Zweck a 
priori"^. Und als dieser Inhalt und Zweck a priori ent- 
^hiillt sich dann die rein rationale "Idee der Menschheit", 
.'.^rrn 1er'Terühir:ten Pormel der grundlo-un^ zur '.Teta-^hysik 
der sittei^A"die Menschheit" in jeder Person "als Zweck, 



1 



^^k^akmmtkmmuimm 



-155- 



// 



TK S - cP*^ 



niemals bloss als Mittel , der '»hono nouinenon" in seinem 

2 

strikten Gegensatz ziim "hono phacnomenon" • D.h. also wie 

es Kants Religion innerhalb der Grenzen der blossen Ver- 
nunft mit besonderer Schärfe klarstellt: nur wenn die 
Ivlenschheit "ganz intellektuell betrachtet" v;ird, wenn wir 
durchaus nicht urteilen nach "den empirischen Kerjitnissen, 
die wir vom Llenschen nahen", darxn erfassen wir den "abso- 
luten Zweck" unseres Daseins, das Handeln nach der "Idee 
der Menschheit" • Doch wie es Xants Tugendlehre auf Schritt 
und Tritt offenbart, dieser erhabene rationale "Zweck an 
sich selbst", die Idee der Menschheit, "ganz intellektuell" 
und in keiner Hinsicht empirisch betrachtet, führt in ^iVahr- 
heit bei Kant nur zu allzu empirischen und zeitbedingten 
Wertsetzungen» 

;velches Akrobatenstück an Argitynentation war hier von 

3 
nöten, um auch die "Belebung des Tieres am Menschen"*^ erst 

durch die Berufung auf die rationale Idee der Menschheit 
als wertvoll beglaubigen zu lassen, während doch umgekehrt 
der I.Iensch als ein rein rationaler Zweck a priori eher die- 
se Pflege des Empirischsten am Menschen "aufheben" und "aus- 
schliessen"* müsste! Wie völlig bedingt durch den Rationa- 
lismus des 17, und 18. Jahrhunderts sind Kants zahlreiche 

und krampfhaft künstliche Versuche, eine gute Behandlung 

5 

der Tiere als "Pflicht des Llenschen zeßen sich selbst" 

zu preisen oder als ein blosses lüittel der Stärkung "der 
Koralität..des Menschen zu anderen I/Ienschen" , d.h. der 
"intelle;:tuellen" Achtung vor der rein rationalen Idee der 



-134- 



nr.v.S -^T 



L'lenschheit ! Mit ihrer ^urch-t; vor allen zarteren, subtileren 
Ceelenregun^en^ ::.it ihren Unverständnis gegenüber allen 
seelischen Skrupeln, ihren Hohn auf das, v/as sie "schv/är- 
nerische Selbstverachtung" nennt, mit ihrer harschen und 
verbleiideien S'Slbstsicherheit, die jeden Gewissenskonflikt 
und jede \):ii^ixth^-i.t üt>or die Pflicht als undenkbar abtut - 
mit all den hat sich die konkrete V^ertlehre Xants als ein 
höchst einseitiges und dürftiges Geistesgebilde blossge- 
stellt« Die sxäi^ke Kants liegt in der ausgedehntesten Ver- 
feinerimg, die er der Methode eines rein rationalen Forma- 
lismus zu Gunsten seiner stoisch-rationalen, voluntaristi- 
schen Lebenshaltung angedeihen liess. Aber trotz dieser 
intrikatesten Subtilisierungen: der grosse Vernunftschluss, 
den Kant in der Sinndeutung des Lebens und der pflichter- 
nittlung des Menschen diirchführen wollte, der Versuch, von 
einen rein formalen Obersatz direkt auf nateriale Werte zu 
öchliessen., nuss als restlos gescheitert gelten. Wie Kant 
selbst noch in seiner Kritik der reinen Vernunft in vollster 
kritischer Besonnenheit erkannte, alle Versuche, eine rein 
rationale Seele des Menschen zu erschliessen, und aus die- 
ser Rationalität für die Realität gültige Folgerungen zu 



ziehen, können nur zu baren "Paralogisnen" führen* Daher 
sind auch^ KantsVangeblicn absolut verbindliche/JvVertdeu- 



---v.,^ 



tungen unseres Daseins in V;ahrheit schillernde, nissbrauch- 
barste Vieldeutigkeiten geblieben . 

Hinter der stolzen Fassade einer unverbrüchlich kon- 
stanten nertsetziing konnten, ja oüssen sich iiicer wieder 



I 



«^^A- •^t,*u.^m 



-155- 



I 



höchst fragwürdige Tendenzen ansanxieln, die im Solde von 
völlig unerkannten niedrigeren oder oft niedrigsten In- 
stinkten stehen. Dfer formale kategorische Imperativ konn- 
te und kann ebenso zur Basis tapfersten, schlichten und 
aufopfernden Lebens dienen, wie er sich willig hergibt 
zur Rechtfertigung von Gefühlshärte und Brutalität, ja - 
streng kritisch genommen - zur Rechtfertigung beliebigster 
Immoralität. Selbst die Phrase vom r:!ensche2i, der stets 
nur Zweck, nie Mittel bleiben soll, (eine Phrase, die 
keineswegs aus dem formalen kategorischen Imperativ ab- 
leitbar ist) bleibt in ihrer blossen Vieldeutigkeit, die 
ungezählte ergreifendste Beziehungen zwischen Menschen 
ausschliessen würde, eine tönerne Hedensart^^ Solange der 
ethische Formalismus strikt formalistisch bleibt, können 
seiner Grundstruktur nach keinerlei ;7ertsetzungen aus ihm 
ausgepresst werden. Werden ihm aber inhaltliche v;ertgebote 
aufgepropft, so ist jede rein formalistische Rechtferti- 
gung dieser von vornhemn als gültig vorausgesetzten In- 
halte als ein Scheinmanoever entlarvt. Denn dann bedürfen 
eben jene Inhalte einer anderen weit gründlicheren .pundierung 
als sie der in sich notwendig leere Pormalismus je bieten 
kann, its^ absolute Wertdeutung durch den ethischen Forma- 
^ lismus erweist sich aber (bi-4Ä4«ffl-^?aily als eine^ Illusion. 



Die Illusion der materialen lustfreien ;vertideale 




Durch das ganze europäische Denken zieht sich aber von 
der Stoa oder teilweise schon von Plato her noch eine andere 



. ^ VW •'wä:»'^' v^ I ti t .-^,' .•.'>»a..^m' 



rf I I iltiiiTil 



i i uJ i U>UJ»\i.'j<-' '' Xrt ' W ' .<A ' .l-..iij i Li. 



-136- 



-m. 






vielverzweigte Tendenz zur absoluten -5'ertsetzung. Seneca 
hat besonders in einer beruhten Stelle seiner Briefe den 
ethischen Formalismus scharf von jeder inhaltlichen 7/ert- 
setzung geschieden. Er definiert hier den strikten ethi- 
v^^ sehen Formalismus dahin, dass er bewusst jeden inhaltli- 
chen Zusatz ausschliesse. In der streng formalistischen 
Ethik, so erklärt er, sei es noch nicht einmal statthaft 
zu sagen, dass hier das "rectum", das 'moralisch Eichtige 
als Inhalt erstrebt werde, sondern was das "rectum" sei, 
das müsse sich hier eben aus dem rein formalen "konsequent 

feben" von selbst ergeben"'' j und das allein war nach Joannes 
^ . - 2 

Stobaeus die Lehre des Zenon. 

Diogenes Laertius^ aber, Clemens von Alexandrien und 






x,aci.ttu^ (berichten^ dass schon Zenon und nicht erst sein 
Nachfolger Kleanthes von Assos, vom strengen Formalisnus 
abgewichen sei, und dass schon Zenon es für nötig e^^alten 



habe, zu den rein formalen x-^' --- ^^1^"' "-" ^r^'"^V7 
und deiü ebenso formalen <'r-^''^-y^*-'^s \y- hinzuzufügen: \y 
f'"^^' d.h. der Ratur gemäss leben. Chrysippo aber hat 
nach Diogenes Laertius diese Formel abermals inhaltlich 
dahin erweitert, dass er forderte, sowohl den Gesetzen 
des Kosmos, der äusseren wie denen der inneren menschlichen 
Natur gemäss zu leben, wobei er allerdings den Nachdruck 
auf die äussere gelegt zu haben scheint" . Einige der spä- 
teren Stoiker aber/spezifizietfeftvjden obersten Grundsatz 
alles wertvollen Lebens noch mehr, indem sie betonten: _ 



/ 



K<X7"^<^K6 ^ 



7 ff 



Mta 



mmm^ 



-137- 






r 



das Ziel, der Sinn des Lebens ist es. im Einklang mit der 
Organisation des Menschen zu leben. 

In allen solchßn Yoraieln kann r.an noch weit nehr als 
es bisher versucht wurde, Vorprägungen weit verästelter 
Tendenzen von Wertphilosophien aufspüren, die durch die 
Gesamtgeschichte des europaischen Denkens hindurch bis in 
die unmittelbare Gegenwart hineinreichen.' In gröbsten Um- 
rissen gesprochen, da gibt es auf der einen Seite Daseins- 
deutungen, für die inhaltliche absolute Werte irgendwie 
in der Natur oder in einer anderen objektiven Gegebenheit 
auffindbar sind. Der Mensch aber hat sich diesen absoluten 
Fertgegebenheiten nur anzugleichen oder ihnen als Idealen 
nachzueifern, wie es das <^^^X^►^--/^^V->^ -r-^j f-<r<^' 
des Xleanthes als allgemeinste Lösung verkündet. Auf der 
anderen Seite aber steuen jene Philosophien, für die im 
Sinne jüngerer Stoiker nur die t^^r^cK^^J^ ^^c; ^^Jfu^^'^ ^ 
nur die Struktur des Menschen letzthin (obwohl in viel- 
iältigsten Differenzierungen) der Ursprung aller inhaltli- 
chen absoluten Wertsetzungen wird, eine Auffassung, die. wie 
wir sahen, bei Kant auch eine intime, obwohl unhaltbare 
Verbindung mit dem ethischen Formalismus eingehen konnte. 
In der Stoa selbst aber und bis auf den heutigen Tag ist 
das Programm der absoluten objektivistischen materialen 
Wertsetzungen besonders nebulos oder gewaltsam-küiisxlich 

geblieben. 

Zahllose Stoiker aller Zeilen haben ^s i^en Arrian und) 
Epiktet* nachgesprochen und es ihnen nachzuleben versucht, 
dass "als Söhne Gottes und Bürger der Welt wir den Natur- 



I 



I 



-158- 



*0>v5 



-f^ 



"A 



M 



\ 



gesetzen ohne Murren folgen sollen, d.h. männlich und 
standhaft sein" t^und dass es dies ist, was Kleanthes 
als Lebenssinn ansprach: <?/'* X«^<>c///Vv«j^ t,^ f^^^^f )y^ 
V/er aber aus ün>vissenheit oder Jagtl nach Lust sich den 
Gesetzen der Natur zu widersetzen strebt, der macht sich 
damit selbst zum Toren (malus, ;^/<^'t^s ), zum "Fremdling 
und Vertriebenen"yy zu einem hoffnungslosen Eebell, und 
verfenlt allen Sinn des Daseins, wie z.B. Mark Aurel( und 
Joannes Stobaeus dies) näher ausgeführt habea. "Ein Knecht, 
der seinem Herrn entläuft, ist ein widergesetzlicher De- 
serteur; nun ist aber das Gesetz unser aller Herrj wer 
sich also nach diesem Gesetz nicht richtet, der ist ein 
Fahnenflüchtiger; wer sich betrübt oder erzürnt oder 
fürchtet, der CbegfihgA-eAw^ie— And e re s , a ls wa« (in fl gPiTiftl n -^ j ^ 
/•^-s chaftlich e G es etz de g- Welt vgr o r d net, e r handelt a ls-oy 
y^wideF das Gesetz, a.h« er ist ein Deserteur", und er ver- 
sucht, ^'d a s a llgcm o ino Dan d-~a ller Dingfi zu z<»rroioocn"^ J« 
Dies sind sicher erzieherisch aufmunternde Worte und wie 
so viele ähnliche haben sie - durch die Jahrhunderte hal- 
lend - stärkend gewirkt* 

Dem Walten der Natur stand zu halten, scheint zudem 
auch das "natürlichste", plausibelste, absolut gültige 
TiAc^ f Ziel des Lebens zu sein. Aber wie hat die Stoa des 
näheren dieses Leben nach der Natur ausgemalt? Sie ^at es 
vor allem in einem unermüdlichen Kampf gegen die mensch- 
liche Lust. Als ob, wie es im Gegensatz zur Stoa die Epi- 
kuräer richtig erkannt hatten, die Lüste und Leiden des 








.v^ 



(D 




-iir -T — — - Ta-n-iaTCrTrr.-ru .rrrrnr-TrirTiirriiTWJn; •""•'i VniafxM. 



1 



-139- 



l 



yn<.'^Z 



t/' d^8 Menschen nicht die allernächsten "natürlichen" ^ert- 
und Zielgeber des Lebens wären! Diese - nach dem treffen- 
den Wort der Stoadarstellung von Dietrich Tiedenann - 
ersten natürlichen Lehrmeister des Menschen, Freude und 
Schmerz, wollte jeder führende Stoiker bis zur völligen 
Ignorierung verleugnen wegen ihres schwankenden Charakters 

i und ihrer daraus resultierenden "Unbrauchbarkeit" als 

' Wegweiser zu absoluten Werten. 

Statt dessen glaubte besonders die ältere Ctoa, einen 
wahrhaft echten absoluten ?;ert dadurch aufzurichten, dass 
sie nicht irgendwelche "relativen" Lüste, sondern das völ- 
lig frei von aller Lust konzipierte -k^>.''- als das v/ahrhaft 
absolut gültige Kennzeichen des v.erthaften Lebens prokla- 
mierte, ^ie Diogenes Laertius überliefert, ^rv» -^- Vj^^t,^*^ 

I 

^^^-t^i> i^'-v**^ „^^g (^xxte ist fl(in seiner Ganzheit 

das Ehrenhafte j das Gute ist völlig gleichbedeutend mit dem 

2 

Ehrenhaften, Anständigen, und nur das Ehrenhafte ist gut" . 

V/ie dies aber z.B. Arrian des näheren schildert, und 
wie es von der Stoa und schon von den griechischen Kynikern 
her in unzählbaren Variationen wiederholt wird, "die Tugend, 
das A-zX/^ ist zu göttlich, die Lust zu niedrig, als das I 
beide zusammen wohnen könnten. Die Tugend lebt in den Tem- 
peln der Götter, in den Versammlungen der Nationen, auf den 
trauern angegriffener Städte; die Wollust verkriecht sich in 
f die Finsternis, wohnt in Bädern und äü solchen Orten, wo 
man die Polizei fürchtet. .Kein üensch kann so niedrig und 



a 



TTT , - a rMt«n , BTr- ■> ■ mr-rmitn, , "r; . 'fr- TTrr'; a TT i Tgr"i«r iii " ITI • - 



mmmmgUe 



r 



\ 



/ 



-140- 



schimpflich von sich selbst denken, dass er in seinem 
ganzen Leben nichts anderes begehren sollte, als durch 
alle möglichen Kanäle Lust einzusaugen.. das höchste Gut, 
das w^^^c-u , ist unwandelbar, es sättigt nicht, verursacht 
keine Reue; die Lust aber hört dann auf, wenn sie am 
meisten vergnügt, sie sättigt schnell und schlägt in 
Ekel um.. So kann der nicht weise und ehrenhaft sein, den 
die Lust besiegt} denn er kann nicht zugleich nach Lust 

trachten und den Kühen, Gefahren des Lebens, der Armut 

1 
und allen sonstigen Widerwärtigkeiten widerstehen," 

Hinter solchen hohen Worten aber verbirgt sich of- 
fenbar allerhand schwere Furcht vor einem adäquaten Er- 

» 

lassen und einer echten Meisterung der eigenen Lustre- 
gungen. Man will der Natur gemäss leben und unterjocht 
deshalb mit einer ganz unhaltbaren Paradoxie - gerade des 
Menschen natürlichste Reaktion auf die Natur, sein Ge- 
fühlsleben, zugunsten seines \l^illens und seines Verstandes 
\lie die Eleaten mit Parmenides an der Spitze und wie 
alle rationalen üetaphysiker bis hin zum 18. Jahrhundert 
das Wesen der Natur nur dadurch zu erkennen hofften, dass 
sie alle Sixmesquali täten und alle Berufung auf Sinnes- 
wahrnehmungen ausschalteten, so mühen sich die Stoiker 
noch bis in die Gegenwart, Lust und Schmerz, die ständig 
fluktuierende Emotionalität aus ihrer Meisterung des Le- 
bens zu verbannen ziugunsten eines absolut konstgtnten 
Willens und seines stets in sich gleich bleibenden un- 
veränderlichen Ideals, des a-^-^*»-* • Aber die Eleaten wie 



f 






ITiTKUI^.' ' 



-■•aifaaiffiHMr 



-141- 



•ixS^f? 



> 



r 



'Ic J , 



r 



die Stoiker aller Zeiten müssen daran scheitern, dass 

es weder gelingen kann, die Sinnesdaten noch die Gefühls- 

phänomene zu überspringen • 

Mit dieser Art von Sprung kann der Philosoph doch 
nur zu etwas gelangen, das eine scheinbar reine Rationa- 
lität und ünsinnlichkeit des Daseins oder der ^^/ertobjekte 
verkörpert. In Wahrheit'trägt die sinnliche V/ahrnehmung 
auch noch zu Parmenides "gerundeter Sphäre des rein ra- 
tionalen Seins" bei und zu Spinozas reinem Attribut der 
extensio; und ebenso spielt der Gefühlsstolz und die Lust 
der Vergewaltigung der tüste noch eine gigantische Rolle 
in der stoischen Lebenshaltung* 

So erweist es sich alö unnatürlich und unvoll2i*|:)ar, 
über alle Gefühlsregung hinweg, zu einem völlig^efühls- 
Überlegenen konstanten V^ertinhalt, dem ^^'^^'^ (vorzüstossen^ 
Und umgekehrt, will man von jenem über emotionalen, unver- 
änderlichen ?/ertgehalt des ^•^^''^ /zui-ückkehrery zu den kon- 
kreten Verhaltxmgsweisen, die aus dem K^"^'-" ableitbar 
sein sollen, so gerät man in eine unentwirrbar gegensatz- 
liehe Mannigfaltigkeit von möglichen Willensd4rektiven. 

Da folgt es auf der einen Seite aus dem ^*^A'^ , das 
Walten der Natur mit Gelassenheit zu ertragen j denn wie 
es der Stoiker Justus Lipsius im 16. Jahrhundert formu- 
liert: externa ista (jtormenta) omnis levita nee in lon,q:um 
nos tangimt, interna sunt que angunt" , äussere Qualen 
sind alle leicht und treffen uns nicht auf lange Dauer, 
es sind die inneren Leiden Cvor allem die des Lustver- 



hl: 



k\ 



I I i r i i iii 1 i nTvtr i iin i rTiirriTrMfriiTri iii ff it iM i r i iriri 17'^ 



j; ti r"Wi:- A v 



-142- 



f 



/^w^ - 



H4 



strickten moralischen Schuldgefühls/ die uns tief quälen". 
Trotzdem aber darf der Weise im Sinne der Stoa seine Er- 
gebenhait in den Weltlauf und seine Nichtachtune; der 
äusseren schmerzen auch dadurch paradoxerweise äussern, 
dass er sein schweres schmerzhaftes Geschick nicht mehr 
erträgt und damit ^egen den Willen der Natur - nicht in 
Xonforiiiität xi.it ihm - Selbstmord verübt, und dass er dabei 
noch, wie wenigstens Seneca dringend anregt - ganz entge- 
gen aller stoischer Schmerzverachtung - umsichtigst den 
schmerzlosesten Preito<l für sich aussuchen soll* 

Eine ungewöhnlich breite Zahl der grössten Namen der 
Stoa und verwandter Geistesrichtungen endeten ihr "natür- 
liches" Leben durch "unnatürliche" Selbstentleibung: Zenon, 
der Begründer der stoischen Schule, Kleanthes, sein Nach- 
folger, wie offenbar Seneca, Demonax aus Kypros, der Selbst- 
aushungerung einem natürlichen Alterstod vorzog und Tere- 
grinus Proteus, der sich aus mystischem Enthusiasmus oder 
aus theatralischer Ehrsucht selbst verbrannte. Es handelt 
sich hier selbstverständlich nicht darum, den Selbstmord 
dieser iianner als charakterlich belastend anzusehen. Es 
handelt sich lediglich darum festzuhalten, dass der nicht 
"naturgemässe" Freitod gewiss nicht eindeutig aus dem stoi- 



/ 



1 

sehen und kynischen Grundprinzip"" ^"'^gerechtfertigt wer- 
den kann, ebensowenig wiejdes Stoiker Kants Verv/erfung des 
Selbstmords^ ius seinem formalen kategorischen Imperativ 
oder aus seinem höchsten Inhal tlischen Wertideal der rein 
"intellektuellen Idee der Menschheit" a priori abzuleiten 






i 



i 

\ 



■■■■ 



MMM 



-143- 



M 1^ f'T 



tji) 



ox<; 



qh 



ist. Die Argximentation in diesen beiden, den Geiste nach 
stoischen Wertphilosophieir;koiaineit zu genau entgegengesetz- 
ten V>ertresultaten und die Schlussverfahren sind in beiden 
: Fällen gleich unüberzeugend. 

In beiden Fällen hatte offenbar der Zeitgeist weit 
mehr bestinunende Macht als die angeblich absoluten, unver- 
änderlichen werte, die die Philosophen für ihre gegensätz- 
lichen Wertungen heremzogen. Es war das aufgeklärte opti- 
mistische Christentum des 18. Jahrhunderts, das den Selbst- 
mordyigestattete, ja bei den antiken Stoikern vielfach glo- 
rifizierte. 

In anderen Fällen aber ist die Denkhaltung der Stoa 
zwar konsequent, aber dafür aus anderen Gründen schwerlich 
befriedigend. Schon Zenon soil die Blutschande als »/^o\.^'^y^^^i 



^f f 



v<r^ 



Ir 



bezeichnet haben ; und 



II 



Chrysipp soll die geschlechtliche Mischung von Vater und 
Tochter, Mutter und Sohn, ausdrücklich damit gerechtfer- 
tigt haben, iass Blutschande (^h)bei den Tieren völlig 
"natürlich" sei^. Auch (der^ Kannibalismus war nach mehrfach 
bezeugter stoischer Lehre als "natürlich" erlaubt? selbst 
das Verzehren des Fleisches der eigenen Eltern wurde ge- 
stattet, und dies noch mit der reichlich rohen Begündung, 

dass es doch nützlicher sei, dieses Fleisch zur eigenen 

3 
Nutzniessung zu verv/enden als es unbenutzt zu lassen . 

Nichts könne historisch kurzsichtiger sein als eine 
Verkennung oder ünterschätzung der Energien zur Lebensdeu- 
tung, die von der Stoa her in der Geschichte wirksam wiJrden 



^ 



'i 



\)i 



i! 



mmtm 



sranft.; 



r-r*i"* — rfi'i rr r ^Tiar^r*^*"**'"*i"" 



-144- 



L 



^uS'^^ Obwohl es dem Stoiker ßewiss nie und nirgends gelang, die 

natürlichen Affekte des Laenschen als irrelevant beiseite 
zu schieben, in der 'Meisterung und Durchleuchtung trüber 
Af fektimpulse hat er bis zu Spinoza hin Ausserordentliches 
geleistet. Und Spinoza nat ja auch dem geläuterten Affekt 
wieder voll zum Lebensrecht verhelfen, wenn auch auf gev/ag- 
ten metaphysischen Umwegen, so doch in wertvoller Umbiegung 
stoischer Tradition. Es liegt aber zweifellos echte Lebens- 
grösse darin, wenn selbst der leicht redselige Seneca die 
"Krankheit" der Staatsmänner entlarvt, die in Prachtgewän- 
dern und mit Ehrenzeichen überhäuft einhergehen, aber in 
Wahrheit an ungezählten übelsten Affekten krank darnieder- 
liegen und nur vergeblich ihren Arzt, den Philosophen, zu 

schmähen suchen • 

Stark und weltbewegend ist der Kosmopolitismus der Stoa 
und der Xynik, mit dem sie die Menschen aller Rassen und Na- 
tionen als Brüder empfanden, als Kinder Gottes durch engste 



r' 



0^\S-^l^ 



Blutbande miteinander verbanden'^. Höchst eindringlich sind 
die Mahnunpien, dass der Mensch noch viel weniger seine Seele ,jf,„ 
als seinen Körper weggeben soll', dass er "mit offenen Türen" | 
ohne die Heuchelei von Verstecken lebe^, und dass er bei dem 
grossen Gastmahl des Lebens nicht gierig seine Hand nach al- 
lem ausstrecke, sondern in Selbstbeherrschung warte, bis ihm 
die Speisen gereicht werden» und wenn Genüsse an ihn vorbei- 
getragen werden, sollte er sie nicht ungebärdig zu sich zu- 



1 ^ 



rückzurufen suchen^. Auch die grössten Leckerbissen sind ja 
nichts als tote Fische oder tote Vögel, ü« köstlichste^ 



^J~ 



,.w>^^^,rwy,r,r^-Tr,^n7.r-.»^.fi|T'^-^ry^-;v-!-^.- 



-t'tffr.f^y •■ "t-^.«" •■ 



-145- 



ßU^ 



/v£-C We±Äe) nichts ala ein bisschen Traubensaft, der Purpur 
n^ nichts als Wolle ira( Schnecicenb l \ i t; getränkt^^^V.er sein ^^''^'^l^^'m^c-. 



<^/,11 






?;eib und Kind kü3st, darf nie vergessen, dass sie sterb- ^^^^^ 

9 

lieh sind imd ihm niir als Leihgaben belassen wurden''; 



\t(yi\ 



'J 



~)iw ■ 



I 



I 



wie kühl weiren wir geblieben im Lenken und Eeden, wenn 
sie nicht unsere Kächsten gewesen wären !-^ \Vein das Ül aus- 
gegossen, der Vl'ein gestohlen wird, muss sich gegenwärtigen, 

dass 80 etwas der Preis ist, vjh den Seelenruhe erkauft wer- 
r^ A /"^'t/t 

' den kann^. ITur so kann der Mensck/zum würdigen Gast der 

I Götter, ja zum JVIitregierer der Gottheiten (auf st eigeir. Das 
Denken an den Tod aber gibt meist nur Anlass zu besonders 
schweren Illusionen: ein Mensch, der 5000 Jahre lebte und 
einer der nur ein Jahr alt wird, verlieren in ^^.ahrheit im 
Tod gleichviel ; höchstens das Bewusstsein davon, den näch- 
sten :^:oment nach dem Tode nicht mehr erleben zu können, 
könnte als drückend erlebt werden • 

Den Zeugnissen der meisten antiken Quellen gemäss, for- 
derte die Stoa von den 7;eisen, den «r-7^^*'"^-<"-'/' , vollkommene / 
Affektfreiheit. Die Affekte sind nach stoischer Lehre "keine' 
.A^ Kinder der Natur". Sie (werd^nJ nicht (oLuioh oino wahrhaft na -^ -^ 
,^ U^kllQha-Xga^t- erregt] &ondefn^ie; si1ad>^" ^ur"unriohtigQ ] 

Denken entsprangen'''. Schon Antisthenes, der Kyniker, hatte 
als das Wi.s des Daseins die ^^-^''-^ aufgestellt, worunter 
offenbar vor allem die Freiheit von dem '^'^ahn der Affekte zu 
verstehen war^/^Zenon nannte das ■'^>^-'^ , den Affekt •^A^i*^ 
/f// TT^f^ ^oiTty^ Kt-^yr^x 9 und Chrjsipp bezeichnete ihn 

als ein Falschurteil^°* Mit glänzender Anschaulichkeit 



^s 



c/9^ 



/ 



i* 



i 



m/mm 



■;.-rf:i?ri"arMiWTrir~i7r 



-' "^ -^irifiiiüTT^TrTrnriiT'^^iT'gfc:^"'^" 



--— r*-'"r~-*'"~*''" ■ 



I 



-146- 



/YA.s-^i^i£- weist besonders chrysipp auf die offensichtliche, un- 
mittelbare Onsinnigkeit (Sinnlosi{]jkeit) neurotischer 
Affekte hin, «»Wir beissen" (dann), wie er ausführt, «in 
einer derartigen geistigen Verblendung auf Schlüssel 
oder schlagen wütend gegen Türen, wenn sie sich nicht 
schnell öffnen; oder (wir suchen uns an Steinen zu rächei^ 
^ ^wenn wir uns an Steinen stossen, greifen wir sie rach- 
^ süchtig anj, indem wir sie in Stücke schlagen oder irgend- 
I ^ wphin schleudern und f das einfältigste Zeug dabeü^dabei den 
fj ijionströsesten ünsinn$ reden" • 

Aber wenn Chrysipp daraus nur folgert, dass die Lei- 
denschaften eben sämtlich unvernünftig seien, so müsste 
von einem rational vertiefteren Standpunkt her die Vernunft 
selbst gegen diesen zu eilfertigen Schluss protestieren« 
Denn wird der Verlauf seelischer Prozesse nur im Ganzen 
rational zu verstehen gesucht, so erfüllen auch die neu- 
rotischsten, scheinbar widersinnigsten Affekte eine ratio- 
nal wohlbegreifliche und sogar nützliche Punktion» Sie öff- 
nen wenigstens ein Ercatzventil lür zeitweilig gestaute 
Lebensenergien^und ihre einfache Unterdrückung durch »»stoi- 
sche Vernunft»* kann deshalbf^imner) nur eine Oberflächenkur 
bedeuten. Eine offenbar ähnliche Kritik an der stoischen 

Affektlehre hat Nietzsche einmal sogar dazu verleitet, den 

2 
Stoiker den «•vollkommenen Hornochs" zu nennen. 

^ ^ Cicero berichtet von den Stoikern: "Nee • .perturbatio- 

rp AfvvNtT jjQQ yj^ alique naturali rooventur"; "omnes perturbationes ju- 

^*^-^4 ^ diclo consent fieri et opinion", "perturbationes voluntarias 

r ^ 
esset opioniaque judicio suscipi/'*^. Seneca und Gallius mü- f 



CD 



* -i i ' 1 » m » n. ^ »if I »>i j>j > f.i jg. i wu i^— <WF7g uw i n/ i vt mm^ m emrwfm^mr^m^'m v • u i g i n ^ n m i t i j i rn !■ 'i ' 



ii ii i nni fi mM tl MW P "!" w. t i 'i» »!»* v p nr > n i w i u iW M | . » n iw n iiw »> i w iii|i' .i w>« M i ^ wi m »w)Pt7Tnw— r^ww 



-147- 



'7XS - 1 Cf 



Fa 



fC 



derten die BrUskheit dieser Thesen dahin ab, dass sie 
meinten, der V/else könne allerdings nicht unempfindlich 
sein wie ein Stein und er brauche dies nicht zu sein; 
eine "leichte Bewegung" durch Grefühle dürfe auch der 
Welse getrost verraten, den '»Schatten" eines Affekts, 
aber keinerlei wirkliche Gemütserschütterung • 

Mit diesen schv/eren Überspannungen aller Selbst- 
disziplin hat die Stoa selbstverständlich - bisChltyzu 
Kants, zu Pichtes und zu Hermann Cohens Denunziation 
aller Lust-und Schmerzaffekte - den obersten Grundsatz 
einer na'feurgemässen, die Natur anerkennenden Lebensauf— 
fassung ^reiBg 9 g ebe3j)»/yiind noch weit mehr als dies: sie 
ist nur zu oft in mutigen, kraftvollen Gelstern trotz 
allen Kampfes gegen bewusste Lüge in ( ao manchorlol /unbe- 
wusste Scheinheiligkeit und Heuchelei verfallen. Statt 
der sieghaften (Jberwindung aller Lüste ist oft nur eine 
höchst fragwürdige Lust an scheinbarer Unterdrückung der 
Lüste zu Tage getreten, eine unleidlich gefühlsleere und 
geistig doktrinäre Herrschsucht, eine peinsam seelische 
Verarmung, am schwersten erträglich beim an sich - deröi 
subtileren Fühlen nach - dürftigen Durchschnittsmenschen, 
bei dem die stoische Selbstbeherrschung schliesslich nur 
zu einer kärglich hölzernen Bewahrung guter Manieren ent- 



./^V>-^ 



•^9L. 



! 

I 

r 



artet ./in keiner Hinsicht aber kann es als 




phtSch. 



^\H9 



h 



Ql^ I erweisbar gelten, dass aus_den höchst blassen materialen 



Wertidealen t^^^-^ und des gerade 

^ 

ie VJertxingen hervorgezaubert werden können, die die 



y\ (^fl^^ luxj^ Q.a^^ ^^unya». ^ß^^ ^'^■<^<^^ /m^.'s^ ^^^ ^ j^Hij^^ ^rK^i^^u\^As.:i C'^^ 



X'i'Ciäiu^r^tvun^^ C<^JiJrcU-t<^<^^^^ ^<£^, 



l^-ttZc 



»t . 



^. 



»^r"»p«w*"«^^ 



T,»^. y. iiiiT..,w 



II I I II mßm^mmtm 



]n«*baäl»^Ki%4b*Wk 



■ \ 




Stoa üböyT Raum und Zeit hinweg als allgemein und absolut 
verbindlich pron.ulgieren wollte. 



Schon 



\n 



Platos ''Staat'» offenbarte sich wie man sagen 



\ 



könnte, der absolute Wert, das im \^en8chen und in 

\ / 

- » erschiedenen Lebenssituationen in konkreteren V'erten 



/ 



8e 



wiö -AOA* i'ugenderi der 



und 



\ 



• Bei Aristoteles aber hat die »•PConki^etisierung" 

\ / 

der 7/erte eine noch viel weitergehende und nur zu oft über 

\ / 

\ die r'.assen gepriesene Spezifizierung erfahren. Der wahre 

materiale Wert soll hier für jede Lebenseinstellung als die 

Mitte zwsichen den Extremen iaoglicheh ^ertverhaltens bestimmt 

\ / 
werden können. Aber was wird uns hier zur eindeutigen Kenn- 

\/ 
Zeichnung der Extreme an die Hand gestehen? Nichts weiter als 

ein Y'ort, der Terminus, der seiner blossen Definition nach 

/ \ 
das "Zuviel" eines Wertes und damit einen Unwert bedeuten 

/ \ 
soll. Nur diese: allgemeinen Termini von "Extremen bleiben 

hier eine Konstante. Welche realen Verhaltungsweisen aber 



unter diesen Termini von Extremen zu verstehen seien, bleibt 

völlig xinentschieden* 

/ 

Diese realen Verhaltungcweisen aber, auf, deren Ermitt— 
lung es allein ankommt, können natürlich trotz ^des gleich- 
bleibenden Allgemeinbegriffs, dem sie unterjocht Wrden, von 



/ 



.ober !\ 



gänzlich verschiedenartiger, ja sogar gegensätzlicher Natur 
sein. Die Extreme und die Mitte zwischen den Extreme^ von 
Geiz und Verschwendungssucht müssen gewiss für den Besitz- 
losen gänzlich anders aussehen wie für den deichen, die 
Tapferkeit völlig andersartig für den Krieger wie den be- 






»■ 



\ 



t 



.jf ' i' ■■■I )wm ■ j.üu .ipi 



(«nilllHI IUI I 



, ' i '' u, .[ ^ ^« n ^ ; j.tp n . im) , ^ i j| i| iM ^i ) i - ; M ' w>< ' y? «T« rJ. T' w ') y. |n ni > w i nnii 'ii w: i r i 



I > vv r " . '''i" , ' " '' ' ; ' , ' .'P . ' 11 \"K' . " ". ' ' *' 



-149- 



r 



I 



H? 



Boxmenen Kaufmann; und iluss zudeic nicht in vielen Lagen 
auch ein^indeutiges Extrem, das Äusserste an OQ^J^t^ 
wand, die äußerste "iinbesonnene Tapf erkeijt^m l'^insatz 
für eine Lebensauf ^be , als ein \^ert ^e^ön, der recht- 
iriäösig höher steht alöv jede Mitte/^ischen den "^^tromen? 
So bleibt schon in Aris totales Lösung der ethischen Zwei- 



fel in Wahrheit alles i 




fechwebe, und selbst die 



Grundzweifel bleiben imgelöst. 

Noch vie^^vaguer aber bleibt die^A^fst eilung der ver- 
schiedenaxtigsten 'Aerte, die in ^ev späteren Antike, etwa 



nv\$ io^ 





von Ai^ian und Llarc Aurel als absolut gllltig ahgesprochen 



»rden« ?]inmal ist es da ] bei Arrian nur das k«^>^*v , das 
zugleich ^'A^/*-*" vmd "TTjdVöv sein soll . Dann aber ist es 



oder schliesslich noch viel längere üeihen von Werten wie 



• Entsprechend tritt auch bei f'arc Aurel als 
der eigentliche Wert, die ^<^^/b -rcTr k^^JcCf oft nur das 

^-<Xö-y auf f dann aber auch so verschiedene vierte wie 






<r^<r 



I 



I 



) 



Ju\ 



S/^^ 






' oder *<^<^7''ySj^^y-i^(^/j^<ru-i^T^^ 



7 



f' 



6 7 

oder Dutzende anderer ^-erte . 



/ 



/»VS |C?S 



Auch der Gedanke des imkeren '^erts an sich taucht 
etwa bei r/arc /.urel auf in dem Terminus j y^»^ ^tto^ cryf> 
und bei Arrian als das, was it^-TTf 



8 






, und 



dabei wird freilich öiters eingeräiiLit, dass die grössten 



Schwierigkeiten darin bestehen, alle diese allgemeinen V'ert- 



^ ' «" n ; n iii .j i» n) » »n » , »i LI 



I tM p ) i H ^n I U I Ul i 1, 1 i i| 



I ■! I ) 



--' » P f n w im * ' ii "< * f r' '^ " wmii.ff '*> innMn w'i "»' >wi ¥wnnn i»in M ii ni i w i>iii f i n i i ii i ' .i»..ui 



-150- 



begriffe xmd Tertlehren im Leloen adäquat zu handhaben. 
Aber diese bedenken werden schliesslich doch damit zur 
Seite geschoben, dass sie an,{];eblich nur eine mangelnde 
praktische Entschlossenheit betreffen sollen oder prin- 
zipiell völlip; klärbare lehlgriffe unserer trieoretischen 



Urteilskraft. Dass die Unseklärtheiten dieser ?ertlehren 

schon durch die grundlegende V 

xnalis tische Leere ihrer Allgeme Inbegriffe rein theore- 



ieldeutigkeit und die^for- 






^1 



r 



'»x5-/C>6 



tisch unUberwindbar bleiben ir.üssen, das wird hier nirgends 
auch nur annähernd adäq.ä^t erfasst. 

Das stoiache (mat c rial e) Wertideal des x^A^-i. erscheint ^^^^^ 
bekanntlich auch in Justinians Grundprinzipien des röri- 
schen Rechts. Cicero war offenbar der Erste, der mit cha- 
raktemsch römischem Einpiinien den Terminus "honestum" als ^ 
ausreichendes Äquivalent für das griechische /^^Aö- einführte/. I 
Justinian^oder wohl schon Ulpian^a^ber; verwerteten den stoi- ,S- 
sehen Begriff des ^-*>o> in ihren ersten Fundair^entalsatz al- 
les jui*istisch einv/andfreien Verhaltens: "honeste vivere"^, ' 
ehrenhaft leben; und es ist leider nicht bekannt genug, wel- 
cher ebenso kurzen wie beissenden Kritik einer der p^r'össten 
Juristen der Neuzeit diesen Grundsatz der römischen Juris- 
prudenz unterzogen hat. Jeremy Bentham, einer der interna- 
tional grössten Reformatoren bestehenden Rechtster letzten 
zwei Jahrhunderte/ und überdies einer der scharfsinnigsten 
Ethiker aller Zeiten, hat in einer Abhandlung, die erst 
^1928 - 150 Jahre nach ihrer :Tiederschrift - zum ersten Mal 
/^publiziert) wurde, kurz und bündigst dargelegt, wariiin dieser 



f^ KU /Z/-*^-/ä-/>/^^^ '^^"f"^^^^^ 2^'<^t4^KdLjit£M u>^<^ pc^etixidi 'dLL^ H>ktia yi '?^-^*'^ 



i 

■» 

i 



< 



\ 



I -^^ 



\ 






-151- 



Grundsatz des honeete vivere eeinem ethischen und juris- 
tischen Gehalt nach völlig nichtssagend ist. 

^"ie Benthair» in wenigen Strichen ausführt, dieser 
vielgenannte Grundsatz enthält ^entweder eine reine Tauto- 
lo.^ie; er stellt lediglich lest, raan solle tun wris man 
tun solle. Oder aber er 8a{;t nur: ehrenhaft ist allein 
das, was Justinian für ehrenhaft hält, und dann ist er 
eV)onfall8 h^5chst fiberf lüssi^s; \xn<i anfechtbar obendrein. 
Denn dann drückt er bloa^3 unter einem raiiiT..elnfunen das aus, 
was der Gesetzgeber im Einzelnen als ehrenhaft bezeichnet; 
I dieser all^eiriein^ Be^:riff des ]:nrenhaften eiweckt j^ber 
fälschlich den völlig irreführenden Eindruck, dase der 
Gesetzgeber Gründe angab, waruir. gerade das, was er als 
ehrenhaft ansieht, euch allgenriein als ehrenhaft anerkannt 
werden nüsete« 



c 

di 
d 



/ 



f- 



Diese r'ritik eines der einfluesreichsten niaterielorp^ 
Wertbe>g;*iffe scheint mir im Prinzip nur allzu bere^ifti/^t 



zu sein. Tatsächlich abor ist weder die Diate^iale V.ertethik 



des J^'iittelalters Äoch die der Neuzeit ^ehen prinzipiellen 
ünzulfln/^lichkeiten ent^i^chsen, di^^enthan; in klassochor 



o 



Pri^gnanz blosBgelegt hat* 



Ci Absolute ju€rt;eriale \\eite i^i^de^ Philosophie 

des Ibiittelalters 




Waa^-lJas Mittelalter und besondere die Hochfee^lastik 
erkerfirjtnisniHSsig zur Begründung matorialer Werte beitV^g, 
ieil vorurteilslos betrachtet, erschütternd dürftige und es 



A I 



in »151b 



MNlO? 



I 



Im QtfMMts SU dM* Q«d«islMMirtan«M&t tmd GeftIhLfideniiMaiing» <&• 
4L« WwtlehM dbr StM balMnnMdtt, gibt ocbr aciudnt HUtos «"Staat"* 
IftMikMtant *tetMrlal«i« Vwtan und GeftlliL« bi4ittehtli<di iMhr Um» su 
gab«. Dar abaaluta Wurt» daa ly/^/v , daa Outan an aich» «tfalta* 



Bcmkratan Tügandan wla c^0*f*^ , (rc4^y>fc<rui^-^ 
7 md 'i-^^s^'-' • Bai Aiiatatalaa abar hat diaaa ""KM» 



ö I yy<^' C f^^-tr-^ «IHI^ M%'iQ6J 



kpitlsiarurig'* 6mt W«x«t« «tna nooh waitexi^^Mmda und wxt au oft über dla 



3ta&gatUR^ 



uxM^glich 



mg 6i9m OaaaAiia mA anaohaiiMiid Im^rotar Warta nanaolw 
liohan flandaljaa galtiRi« 

MLbat in a^inan '«Goi^aa'* iat HUto kalna torurtaUaloaa Obandni» 
4ang ^T HarrtnaDral gaLungon und 1190h vial »ahr gilt dlaa ymm I^BUK^ 
777^.re/-< , tei vi^ köraami Dialog »ThjpaiVMOhaa". Auf dla 

faMan AaatfKL imi AtfaMnUai daa yJataaianhin s^omtas 
kofiaaqitantafi MaahtnoTal Iat a^Abat vem aa auagaeiprodwMn 



LaMbtit 



fOat^mMhyam via atm UA FfaMhIar v t wd aa m iiavdavw Abar ma daa 
allaln ^ntaiAiaidonda bleibt» aalbat daa aba^ülaaaanda Bawalfldttal» daa 
in 'Tforr'.ia»** In dla Wao;aohala g a aai f an >drd» brli^t m nart« aina Widaxw 
%mfm daa Gagnava au Warte» daaa aa ^lalmahr allaa lair in fragNQrdi#» 
•tar Form bai ainar bloaa dognatioohan Gaganbahauptung gagan die Harraiw 



naral ballaat« 



angtttl^an» ttbaraaogandan tMamg 



wmmSM Thaaan gagan dla Ma<A^aaral nlrd vialaMbr im dar aUAaalMm Dabatta 

har auf iKfUig andaraartlga Qadankenbarai<te tB>argagriffan» auf rali^ 



8 



1 



■^. 



l 



I 









I 



ni,i5io 



ai«109 



r 



MT Trmdltian rtaht dl#r bwtal« Il0rr«f»Kmach m«h AUUitif awlnes L^bmB 
wr #lMm Rlobter der tMeiwd.t» eWr Jedm» dem« Sdtte vm seinen Ge« 
Htltteten her StAmm und HaxbMf S^mndwale und Äsa^eetolt atxfeeigtt 
dexmtifhin ethisoh venavteilt vmd ohne Ansehn der Person dbr Beetxmfung 



EftXhrwf 



f8r die Vewerilichkeit der reintn Mertitnor«! fallen geUeeen ist, atieii 



sehe ii^eitmgt m der hier Zufli 
AlliriMing«ltimg beinepmdien, 



idrd^ kann sben^ 



wn eeinetn klaetieoiim S<ä)ttfifaeitet<teel her ufam BedenluNn soerkenat« v^d#» 
^eL christliche Kunst des mtteLalters usd der HeMeit hat geMde den 
Striemen uzxd mp^ 9 9mtB Uillmtm in Bilde ChrisU und anderer iXrtyver 
toMxsten Kstheüschsn Wert suerteiltt 



Wüf^ abw 



diejenige 



IMIietisc^ anstVssig ist, die iStxxr^ tUMSVilisdiee ündeln iRsre<^aaldet 
mzde, nicht aber die dordi ethisdies L«lden beidrtctet <te» entMOLlt 
sidx das geeaate Argimmt ilates mr als ein vollendeter ZirkeLsdiLuai 
Die ttinsiel eines Hens<^ifln eoU atis den unisthstieehsn iMOide eetaer 






Aber m dies AxiMshn der Sesle als unttsthetissh 



I 



so brandnas4cen, nuss Bctum toratisgesetct nerden, dass M dneh iinsniil l 
MlMM Tn i ww s a s ht isU Denn derse3.be Antblielc ist nioht ordTsthetisolit 
nean er <ktrdi ethieelMi D to esii ttL s l dsn beiiirtct vurde« Das hetsst elndeiw 
tig: vas hier fttr die Bthik atis Ksthetisobi^ erst ereehlossM verdsn 
soll, uoMB augloich säion fttr die Vsthetieohe Benertia« wrausgeeetst 
werden^ Religion und ICsthetik, im densn hier HUfe eAeten wird, Mkw 
nen sie id<M gaben, voll sie sslbst fttr ihre Wertsetsui^en der glildwi 









IIItl51d 



Hilf» b^dMrfMt mtd so kann d«r V#mf«i« ynm WABAmt ««fs Xstli*» 



ttsohe tsnd RsligiS«« d«r mlcilti««^ tlb« 



#thisehfin GnmdU 



YPMHMMtsiaiK idoht das gailiiKft# Bwiiagwieht suf%«ii« OffanbftM 
FaKLargUMtnte diasar Art hloibtti «bar fanainhin unbawirktt waU aia 
dar galffaflfan HortlanacshanonK wa aahr 



Wait 



Ariatotalaa will bakaxantUali daii vatoM koiriiTCtan '^attaxlalan'^ 



jacte LabansalnataiLlung als dia Hitta aidaohan dmt Rxtranan 



aadLiachan Vai^ialtana hiati— an» Afear «aa nivd 



g« I 



m hlar aur aiüidhwil» 

dar Actrana an dia Htod n^ag^aban? RlaMa als ain 
^aldaoUgaa Wort» dar Tamizmat dar aainar taloaaan Daflnition 
moh das ''Zuviel "^ odar ^Ztapanig" an antralb«Kfbm Hotiv tmd dMdt 
aiaan tkwart badaotan aall* Dia raalan Varhaltiaigavaiaan äbar» auf 
daran üirtdttlung aa aUain aidconutt kAman natttzUoh trote daa glaioii» 
UaibMdan AUganalnbegriffa das Hotivs» da« aia untazigaordriat vardan, 
gSnalich r^ntAAwättnmr und aagar gaganattaliahar Katar aadUu Es kann 
aa^ Gais aain, ima fttr dm Haic^ian und Mixim fraunda aebmn aoctrana 
P1rat(iabigMLt iat| und ^m war noah aui^afaiga ToUkShnhait» ms lilU 
lar bai aainan altan Partalganaaaan Straaaar apIWr Falghait nannta« 
md «alabar aitUioha Wart MtaaU dmr tugandhaftan "MLtta" tuisehan 
aoldiM Ext 



yoa toUan Wagahala und «afataliehar '*iia«Mi'* luga» 
«ailt wardanT Odar «aa i«ra a*«a nlt dar '^aiatralchaLal'* gaaagt» 
daaa daa Lab« labanagafllhsaidi iat und mB riaahalb f&tat m9 «adar 
au a atf a a gafihrliah aaah au hSleam ungaflhzOieh au gaataltm? Anda» 
varaalta aaiss nlaM In tialan Läbanalag« ain aindautigaa BxtraRt daa 
Xuaaarsta an QaldaufSiand» dia lUaaarata '^unbaaonnana* Tapfarkalt im 
Anaata fttr alna Labansaufgaba Kla ain VTart galtan^ dmr radhtidtaal« 









i 
I 



iv- 



. - ..,■-. II T~Ti'i^'^^-^^'=^°*=^-- -■^'^ ^=^--^T -^ " — - '»gafTiaana^ 



aamamBOKätaamawi 



ns-UO 



A 



U nryy/i 



-^^ y-yvs. 






IHjlSL« 



hdhtr »iaht alt J«d» «tu ndsdiMi SxtrMMnT 



fttfthaltwi 



d«t alrtllelM W«rU, « dl« m fal«r cAt, bM«leln«n Uosm Ratlt» 



Bvmriong 



tBNIllBIwLf MdM U«rti|yst«l 



«tr« «)ufl«Ul«lMi W«rtr«ltit d*r Bttanpn« kum iMdM> d«p T»pf •ric.lt 
«H»»» dw goldMMB ÄtU «ds«h«i TkpfarlMit und F«|«)Mit ixv«»dHd.ah«r 
Wwt stMtkannt wmkI«, aondM« ntr im «MStlgM ilob.£iig«b«ii in «Um, 
wu «na von M«wglMn und [y,^ Sehloksal «««ftfet wird, Oftrfal«Ua «Mh 
dw Unkm Qaek« naoh jw!« Strvleh «iif dl« MOht« (FÄtth, Vi»), Oh««. 
IsArt, In dMT l«nMiia«)t«n Timvrmmova kum nl« dl« r«in« 2>Miit «i« 
«•rt s«PilM«i twxdan, aend«ni nur dl« T«pf«riMit In d«r ^•A^gmg, d«r 
mAxUrmg mn Sehiek««l mA tnni Mmsohm; dl« W.tt« «bar aidsalMB 
X«pf«rlc«lt «id V«i««tlMit kMR hl«r «bcnfaU« mtr «l« «»rtla« fAt«n, 
*l« kalkull«r«nd« L«uh«lt, Tttthmid M«l«al«r«d« S«(lb«t«Rd«drlging 
trot« aU«r T«pf«riMlt, dl« Ihr dar twtnust« Christ «usprieht, hl«r 



flgtt> 



il«r«n kann» 



kwim wii m « «li»« tlb«rp*rt«ll»oh« 



«•rfitf«rtlg«ng «Imr vtiMndLltdMn Waitardma« laid aimdMitia« d«« 
b«M, aQad«m al« bl«dbt gamu m dagnaUscdt In lhr«n W«rt««tsung«n 
yAm Hwff«M>d«r SKUwMnl, Wann «i« tret«d«R oft «Ir il«l b«8««r 
ftmd^rt galt «1« «ctrw kaiM«q««nU «nd«r« W«rtiy»t«M, «e nur dadMab, 
mrtl «1« daa aonalan nir«hs«linlttad«ikfln «ahr «Bt«j»ioht. Ab«r dafOr 
hl«lbt «1« «uoh In «Mt j«d«r Hlnalafat «alt «iib««tianUr, tlalUand ala». 
d«Qtls«r «1« «ndar«» Axlatot«!««* und ««Lhat pi««a. »»v^k» .^.^ i ^ 



I 
* 



V ;-> 



Am. 



r)n\4 



I 



dl0 GfOLUgMlt ein«r W«ftw«lt dm omuisvqöLI S^hftion» dmr a#rMhtlf» 
ktit gegM don SofamofaM «1# dmr Pfl«g« di» L«ldmd«i iroMU« Ihr« 
AftiMHiitloMR bmigm aloh l«tsthi» m^uf «itwn BodM» 6»t aoLoh« 
und t^nmidU VimU mtmn Otr gMlehtot hILt# Tratt FUtos h»rcds<d)«n 
iaatteMg d«(i St^nvlt mit dar kons^qtucxtfii Herrmnorsl mf rnuix^aiai 
I^^«Ld« immAU Omr gri«ahlach«n IdMl« dM m—m und «Lmr OlsaltU 
gm tem^tlgludt att0f^uf«<äitmt in s^Anm mt4NriMLd«nd«n kvgmmAm 
flMitot aucdx /«ry (Platp) i«Uig in di« g#ffU!i«rt« Boufi; MiMr «ige-» 
turnt um voxnhwvlii für Vbmrlftgm g^imXtmmk^ "fiwim^m zxaVak^ ikA 
duAi kun anA «r imd Aristot«3.M «oKll— all,^ so ««nig id.« dl« fonai 
lifltlsdie Ettdlt d«r StM und Ihr«? nMS«itll(dMHi Saah{Ulg«r dan piln. 






\ r 

V 



ab«r jmAximr MAong moh *uoh di« «bs 



I odor di0 kociMqMnte 
Ifinsiilllfigliohloiitm i«t 



dM HLtUUlt«y0 md dmr N«as«it tiürtmAa piliudpi«!! «ntmohgm* 



i 



,'*» 



H l " I' 



ms-111 



III A58 



/) Absolute "Materiale Wert# In dbr FWLlosophi^ 



des MltULUtei« 



3f 



\ 



Was das ^dttelalter und besonders die liochscholastik erkenntnis« 
niCsfllg; 2ur vorurteilslosen Ber;rtlndung von Deseinsi^rten beitrug, Ist 
ras-112 vorurteilslos betrachtet, bis zur Unkenntliclakeit scJiwaI; und es be» 

steht kaum Hoffnung, dass sieh dieses desamtbild wesentlich Kndem 
kann durch weitere Ehtdeclcung und Veröffentlichung bisher unbekannter 



/Im. •ywj«^ 



e '^SiA Zust 



«u diesem 0»ean von christlicher Idteratur« 



Das jüdische religiöse Schrifttxin einschliesslich das Tabnud kann dem» 
gegenüber fast wortkarg genannt tierdon« Was die rdttelalterliche Mystik 
an ethisohe?i Erlebnisgehalt bietot, und was pie da mit dichterischer 
Kraft {gestaltet, gehört meiner Koinung nach einer ^Shzlich anderen Fra^ 
gontrelt an« Aber die unendlichen rein denkerlschen Heintthangen jener 
christlichenj Jahrhimderte sind in dieser Hinsicht nicht wwiiger ent- 
tluschend als im Bereich der Naturphilosophie* Sie fdnd philosophisch 
wesentlich Strmer luid bleiben daher dem unbefangenen Betrachter begreif- 
licher //eise innerlich fremder als die <^t griechischewn oder jüdischen 
.\ntikc, die doch zeitlich betrifchtlich vreiter hinter vsas liegt« 

nichts ist billiger und seichter als die angebliche iiLnter^Jle- 
rei der christlichen und jüdisch«! Scholastik des Mittelalters von wo- 
demero Aufkllfrortum her zu verlachen« V/enn Nietzsche da in seinem 
"Antichrist»* von der »^Irrenhauswslt gan?.er ^ahrt^^.usende" spricht, durch 
die er nur mit düsterem Gleiohiiiut hindurchgehen könne, so zeugt das irw 
aerhin vxm tieferer Achtung vor den goistigsn Schwexigeidcht, um das es 
ider geht, als herktfemiiliche AufklÄrerironie« Oline die lange ackotische 
religlÄse Gedankerwund Gefühl szuoht qj^s christlichon xoid, jüdischen Mt- 



I 



BCKCB 



wm 



IIIA53 



t«L«lt«rs wfre dla g#istig# Moderne undenkbAr vieler Tlefes^Sr^e 
beraubtt Be lat xdoht abausehn, wie weit das Srbe «n ndttalalteiw 
lichem geistigen Pethos vorangegengene JahrhuiKlerte noch in Russ- 
land und Amerika wr dem Al^leiten in vuLgltrste Fadheit beMüit hat. 

Segar wn der Aufklltrung her geeehn bleibt ein RaUenalist wie 
IdaiMnidee ein Yorialld an unersohrockenem Aufkllfrungswillen bei inne- 
rer Verbindung mit den reifsten Werten religiefser Tradition. Das 
£^4Qp:^qq ^«s Anselm wn Cantert>ury bleibt odt seinm Beweisen ft!r 
die Existenz eines absoluten Wesens (per se ipsum exlstens) an Ge- 
föhlsreichtuia, an Innigkeit seinem aufklltreiisehen Gegenstffcdc in der 



Vert^unft 



eines absoluten, in sieh genügsamen, ''majestSti sehen" Sittengesetaes 
ttberlegen. und doch, so hoch das Ziel ist, das sich Kaimonides und 
Anselm gesetzt haben, einm Glauben m vertreten, ''der nach Erkennt- 
nis ringt *♦ («fldes quaerens intellectum" war, wie Anselm noch im 
"prooemium^« des i^slogion mitteilt, der urspx^lngliche Titel dieser 
Schrift) oder ein ••Ftthrer der religite Wankenden" sa sein (das ist 
der Sinn des Titels, dm Kaimonides seinm philosophischen Hauptwerk 
gab), von uns aus gesehn ist dieses hohe Vorhaben nicht mehr mit ihren 
satteln zu verwirklichen^ noch mit d«i Mitteln der meisten Modernen, 
die nur von ihren Gedankengut oder dem der griertdsohen Antike in mehr 
oder weniger gewandelten Formen zu zehren verstehn. 

So wenig es statthaft sein kann, die Menschliche oder i^ystisch 
ms-n* religiöse Grösse, die in den ragenden Philosophengestalten des Mittel- 
alters zum airchbruch kommt, und ihre philosophiegeschichtliche GesamU 
bedeutung zu verkleineni, auf die Gefahr üär Monotonie hin moss es 



i 



I 



■ jiiii »mnttiAitai^mmtm 



"*!■: 



in,i5^ 



wiederholt werden: der letzthin durch gltfubige Vorauaeettiungen 
gebundene nur eohelnber rationale G^uiLt ihres Deiikeins und ihrer 
Forschungsmethode bleibt ftlr jedes emsth&ft kritische Denken uiw 
annehmbar in der Naturphilosophie und selbst in der Ethik« Denn die 
fttr vns entscheidende Grundfrage der ^bral wird hieiw^wie tlbrlgens 
fale in die GegeBMurt in den meisten christlichen und MAgeistigen 
Moralphilosophier>— ttberiiaupt nicht aufgerollt: Warum sind die Jtidi« 
•eben, die christlichen oder die hoxBanistisch freisinnigen Werte der 
Menschlichkeit 9 des Ältruisnias in ertz^emer oder gemässigter Pom^dwi 
egoistischen oder nationalen reinen Machtwerten oder dem radikalen 
ethischen Nihilismus tiberlegen? 

Im Schatten einer alles Leben beherrschenden christlichen, jtldi- 
sohen oder indieehlli Fxfftnraigkeit oder hiroanistischen Idealität scheint 
diese Pundamentalf rage geradezu tfberfltfssig oder gar llfsterlich zu sein« 
üah&T erschfcJpf«! sich diese Denker in der Beantwortung von Seiten- und 
115 ünterfragen» in blossen Beschreibungen bereits feststehmder Werte» der 

Beziehungen zwisch«i von vornherein anerkannten Werten, w!Chr«tKi ftlr das 
alle dem zu gründe liegende Hauptproblem, fttr die Rechtfertigung der 
GttLtigkeit ihrer Wertungen ihrer ileinung nach so wenig Raum von nJtten 
ist wie ftlr die Rechtfertigung ihrer, in der modernen exakten Physik 



r 
/ 



lÄngst tiberlebten, Vorstellungen von "materiellen Ijiqgesi"« 

Kurzum, die mittelalterliche Schol^tik hat wohl ndt letster Auf- 
richti^^keit daroa g^cbi^ft, ihrem religiOsen Glauben Stütze durch/ ratio 
nale Denken zu geben« Sie war eraatlich "fides quaerens intellectum"« 
Aber trotz ihrer ausserordentlichen Ausdehnung und ihrer Intensititt 
ktfhnen diese Beml&|ungen imm^lich als geglttdct gelten; und geffMle des» 



/das 



■ iti.j, .ui III III mi^ä^jmtat^mam 



, . , . —^ . . i_.._p ..,,-.^_.-.-.— f.— _.Tf^.-.,^i^irf.->^o^-»j^^^j,^|^j^,|,.yjj,p--^,|j,,^ 



-►a». 



I 



* 



in ,155 

halb baibt •, «„.•« Aufgab., ur.g.kehrt vom krlUaoh« D«k«, Ht 
«ln.n QUub« mx rechtf rtlg«,. dtr Ich k,dn. BUndhelt g.g« d« 
r^m«, ..Älsch« G^t hl.toil.oh.r RÄl«ioa.fb«« .u schuld« 
>o«-o Itort «d doch der Dog»atik tlter,r .utor.tl,.r Religion aus 
<*« Wag gaht. a.. .b^r Ist In. Art konatruktivr r^Ugiöaar Rafon, 
*rb.lt. ohn. dla auch in dar V«K«»g«h«lt lab^xJlg. SäUgioaittt un 
wÄfelich TOr# 



115 



m8»ll6 



(Ethlaehar 2w«lfal und .eine «»schainand philosophisch. 
Obawindung im mlttelalterllchan Dank«i) 

A«««rtin^h.t brieaantlich «ahrfaeh in saine« Hdlosophi.«« ndt 
Ina« anschainand so radikalen 2.«if.i an raLigi»s,r und allar «Kiar«» 
Wahrhait alng.s.trt, dasa salbst dar «UonalisUscha ZMA Dascartas* 



spVtaran 



Plagiat 



Rloht nur in Augustinus* Soin.»,.r,- -,.-... - 

W in £2 jaa JaÜ^äaJS (um 390) und l,n jDj ^jätäts (413^26) ^^ 
.» bal«m^i«h ,.r«,oht. «n tnar ansoh«in«.d total.« Skapais .us^.hn5 
und thrOich verspricht dia athisch basondars «Ichtiga Schrtft |fe ssä^ 
3Mlcas •SäasiSÄ Jt ds «jojäbaä Majädia2ocä!L(388) ^unKchst nur dar 
«in«, -ratio" «x folg«, obwohl .. religiös an sich -lastartuft- (vitio. 
) s«l. abar i«.rtdn d«» RaUonaUst«» auliab. ersucht w.«i.„ «ait./ 
So schaut sich Augustinus nicht, da« Ausgangspunkt von ein« .unltchst 
ao wÄüich ^Unä^ sat. .u nahm«, wi. da« a«pix4sch ariOtrtbar«, 
Grundpxln^p das HadoMs»«.f -Baata oarta o«aa ,i..ra ^Ws; n«,u. 
qui«,«« ast in ho«i™» g«.^. q^ ^„ ^, .«.t«»U... «,t«^ pi„. 
«It ««issa. con.a„ti.t.«3 ohd nicht nur dar gKTsst. dar Kireh«,wrt.r. 



.? 



inA56 



ms«117 







»••U8 



•»Ecd^siA« lumwi^t *^<* dtr '•Fttpst unt#r d«n Pttrsten" der 
ScholÄ0tik, Thoma« von ilqtilnot^ dl« beiden «influssreichsten Kirchen* 
lehrer des Ab«adl*ndee, scheinen so auf den ersten HLick weit weniger 
VerMohter enpirisohen Glfteks su sein als antike Kyniker» die meisten 
Stoiker oder nodeme Kantianer« 

Aber der Schein trCl^t« Solche Denkanslttse im mittelalterlichen 
^ Oiristentum klingen viel gewag^r als sie sind« Sobald sie ausgesprochen 
sind, erscheinen sie hier sofort ins metaphysisch Religiöse umgebogen« 
Denn^so flDirt Augustin unmittelbar fort-^ein Leben des wahren Glücks 

kann nur da gefunden werden» wo ••das höchste Gut des Menschen sowohl 

2 
geliebt wie hesmBB^a wird**; und dieses htfchste Gut, dieses "optimum 

3 ^ ^ / 

hominis**, das ••summum bonum**, die "bonorum summa", (des ••bonura 

s boni**?) ka» nur Gott sein« Warum kühnen wir Erben der mittel» 

alterlichen jOdLsohen und christlichen Lebensdeutung solche Gedanken- 

fBirungen nicht mehr als eigentliche Philosophie anerkennen? 

Zunichst, es sind hier ebim nach Preisgabe des Ausgangspunkts, der 

allg«iaein empirisch bestätigt werden konnte, ausschliesslich analytische 

Urteile, blosse Erlltuterui^en von bereits als gültig vorausgesetst« 

Definitionen vorgetragen worden. Nicht nur Augustinus, auch Anselm von 

Canterbuzy und Duns Scotus —um nur einige der grtJssten raittelalterli- 

oben Namen «u streifen— fast alle die führenden christlichen Theologen 

der katholischen Kirche ersditfpfen sich in dmx Beteurungen, dass es 

ein ••bonum bonum*^, ein *nx>niim onnis boni", ein Gut aller Güter, ein 

7 

an sich höchstes Gut geben müsse und dass dies nur Gott sein kühne« 

Aber es bleibt bei allen dieeen sich im Kreise drehenden Erweisen oder 
Beweisen der j^dstens Gottes gleichgültig, ob sie als ••ontologlscher 



I 



'4, 



■MMWMMfpp 



I 



111,157 



B«firoi8*' alt Sehlttss aus «inar blossen Definition auf cüs Wirklichkoit 
gsroohtfsrtigt werdsn odsr ndt Philothous BCfhnsr als eins davon sehr 
Ttrsohiodsne "Ratio Anselni'* (die ursprtbiglioh soholastisohs Beseioh» 
nung), d*h« als «in Exvsis auf Grund dos allsin Wahx^oit siohomden 
"oogitaro sooundum rem**, dos idrldiohkoitsKoti*ouon Dordcons« lanor ist 
hior wio noch bei Spinosa die Vorausset sung» dass rein begriffliches 
Denken die Wirklichkeit selbst erfassen kann« Das aber louss das von 
HMnshhlioher Erfahrung ausgehmde Denken als denkerische Unmöglichkeit, 
als Widersinnigkeit und religiös sogar als BLaspheraie beueichnen. Kriti- 
sche ei^izlsche Wirkliohkeitserkenntnis erhebt keineswegs, wie ihr oft 
vorgeworfen wird, die "niedere** Sinnesempfindang (statt des Denkens) sum 
Schlüssel ftfr das Offhen der HlgHelstore des Seins» Sie besohx^Cnkt sich 
darauf, in ehrlicher Selbsterkenntnis die Sinneswahmehsau^ nur als Weg» 
weiser zur Orientierung in der uns allein gegebenen Realitltt ansuex^cennen, 
die eben nie als V^rididikeit an sidi, glCnslioh unabhICngig von mensoKLi« 
ehern Erkennen gegeben sein kann« Wird aber gar weit tfber Spinosa hinaus- 
Bis-119 gehend nicht nur das htfdiste Sein durch das Dwiken "secundum ren** ratio» 

nal gesetst, sondern wird dies göttliche Sein auch noch als ''per se bo* 
num" gedacht und als von grentemloser Menschenliebe erftOlt, dann wird 
es klar, dass hiee nur in philosophischer TendnoLogie Erläuterungen, 
analytische Urteile sur Grundidee des Neuen Testaments vorliegen« 

D«in der ohristliohe Gott ist eben der Inbegriff jmer neutesta- 
mentliehen absoluten Gtfte und Liebe sum Menschen in strikten Gegensats 
SU tibelwollenden, teuflischen oder neutralen Gtfttem oder den beidm 
naniehfiischen Orprintipien, einem Prinsip der Gitte und einem ihm eben» 
bifrtigen Prinsip des ITbels« Die Grundfrage aber, die allen analytischen 






I 



■s-120 



» r 



in,i58 



urteilen g^en£fber zu eriieben Ist, bleibt lULttfrlich auch hier diet 
warom ist nur ein<ttn Befjriff der Vorzug zur Ergründung der wririOich- 
keit gegeben worden, warum nicht einem YCrUig anderent aus dem gmau 
entgegengesetzte Prädikate analytisch abzuleiten sind? 

So hat Augustin trotz alles polwdschen ESlfer« gagm die latMsie 
der I^aniohlfer und so haben nach ihm die grossen Scholastiker des Mittel« 
alters diese Grundfrage eingestandenerwaseen unbeantwortet lassen irfleemg 
und Augustin hat schon offen bekannt: »Ich habe nur mit dmm zu tun, 
die die Existenz Gottes ^d*h. des biblischen und besonders des neutesta» 
mwitlichen Gottes/ nicht leugnen.*»^ Ist aber dies einmal zugestanden, 
dann mus&iAA.so pedantisch dies klingem raagtü-darauf bestanden werden, dass 
hier philosophisch nicht nur nichts gewonnen, sondern beträchtliche 
Klarheit eingebüsst wurde» 

Denn es wurde so der philosophisch geflChrlichste Zustand geschaffen, 
eine Denkatmosphltre, in der alle philosophiseh entscheidenden Fragestel- 
lungen vernebelt und damit aus dem Hliokfeld gerückt wurden, £s wurde der 
total irreftthrende Anschein erweckt, als ob die vielen analytisch«! Fol- 
gerungen, die aus den christlichen Gottesbegriff gezogen wurden, irgmd 
etras zur philosophischen Linderung des ursprtfnglichen Augustinschen Zwei^ 
fels beitragen kennten, wjthrend in Wahrheit hier der Glaube allein sprach 
und ohne ihn nichts von WirkLichkeitsbelai^ gMagt werdm konnte. Die 
Philosophie aber wurde hier keineswegs Mes Glaubens Magd", die immerfdn 
gewichtige Arbeit zu tun hittte» Sie wurde nur zum leeren Echo der Worte 
des Glaubens« 

Gewiss haben die Formeln ''bonum bonum", 'Hsonum omnls boni** etwas 
von dem stark«! Geftfhlsklang der Sprache dmr Öibel ttbemoramen, und die 



I 



( 



■•-121 



/«nalytiseh 



■»•122 



in ,159 

Echtheit der r«llgl»s«n Erregung und B*r«l««mk«lt, die hier spricht, 
^3um nicht angetweifelt werden. Aber tur philosophiseh begrifflich«» 
Begröndung des ethisidien Wehrheltsgehslts der MULisohen Gotteslehre 
Mfnatn diese «nslytlsehen örtelle nicht das Geringste beitragen.'' 
Wem» Augustinus ver8ueht,/«us seinem Begriff des hSohsten Guts konkrete, 
"Mteriale" Werte «beulelten, so gibt er keinerlei philosophische Begrötv. 
düng dafttr, mran er ausschliesslich den lAebesbegrlff des Apostels Pau- 
lus als den des Mfchsten Guts su gründe legt und nicht «Ine« anderen den 
Vorsug gibt, aus dem sidi ganz andere heidnls<die Tugenden als seine vier 
Kardinaltugenden ez^eben «Vrden. 

AugusUms hat diesen vkr Grundtugenden srnr Jene Namen gegeben, 
die yon der griechischen Antike her, wie er sagt, "in jedermanns Munde 
sind". Aber der Sache nach bleiben seine Werte sehr verschieden von 
Jenen Wert«!, die Plato einst in seinem "Staat" mit diesen Namen beseicb. 
net hatte; und gerade darin besteht eb«v~trotB Augustinus« höchster 
subjektiver a»rUchkeit--d*8 objektiv IrrefOhrende, dass viel weltlichere 
Werte des platonischen "Stwts" hier einverleibt scheinen, wXhrend in 
Wahrheit nur ihre radikale chrtstUohe Dmuertung, die noch weit Ober das 
Alte Testament hinausgrelft, dogmaUseh glaubansmXssig festgelegt wird. 
Schon das Alte Testament und der Talmud haben den welUlohen Wert 
der Tapferkeit umgemOnatj und das Neue Testwaent ist von da aus bis «u 
den MUsserst«! Bictremen der Umwertung dieser "heidnischen" Werte gegangen.^ 
Aber dies geschah in der relnm Fem reUgilTser VerkOndung und überzeugui«, 
B«l Augustinus aber wird der unvemeidUche Anschein emeokt, dass der 
nähre Sinn der gneehiscb-heldnlschm Wertsetsungen nur der sein kttane, 
Fonaen extrem ohrlstUeher Llebesbet»tigung tu seint und dies muss sich 






t 









- 1~ 

'1* 



111,160 

Ab ht^chst anstC^sslgo V^rsehlsierung des Sachverhalts auswirken« 

Piatos ^^ff>o(r^^y ^ Besonnenheit, ist geidss sehr verschie« 
den von Augustinus» 'M^en^)erantia'*, die er ktihn als ••voll liebende 
mogabe** an die Liebe Gottes beseiohnet; Piatos d.A^'«<rJ^7 ^ 
Gerechtigkeitssinn, kann unmtfglich gleiohgesetst werden mit Augusti« 
aas* "justitia", die ftlr ihn eine ndebe ist, die allein d« Geliebt«, 
Gott, diwit und dadurch gerecht herrscht"; Piatos ^u.^/-< , Weisheit, 
iirfassung der platonischen Ideen, ist etwas wesentlich Anderes als Au» 
gustinus« ••prudentia'^t «ü« « als die For« der Liebe charakterisiert, 
die "su scheiden weiss zwischen dem, was die Gottesliebe fVrdert, von 
de« wms sie heneff^ und vor allem, so sehr bei Plato und seinen Naohfol» 



gern herrschende Wertung«i des Griechentums vergeistigt sind, sein Be» 

und des 'i^*>/>o,( ^t:^. ^ ^ej. Mannhaftigkeit und des 



griff der An.tfcf^ 



~auch aggressiven— i^tes der Kriegerkaste bleibt radikal verschieden 
von Augustinus* Definition der "fortitudo**, der Tapferkeit, die gern, 
•bleicht alles ertrtgt und erduldet um des Geliebten, Gottes willen". 
ms«123 Auf diese Wertdefinitionen aber hat Augustinus so viel Gewicht gelegt, 

dass er sie im selben Werk mehrfach wiederholte« 

Dass der Platoniker sich aufrlditig su platonischen Kardinaltugen» 
den bekennen kann und der Christ zu den innerlich tiefversehiedenwi 
P fV Aa r»t Wertsetsungen Aug«etinus% steht natürlich nicht in frage« Die herr» 

sehende christliche Philosophie aber vertritt seit dm KirchenvfO^em 
nur scheinbar diese Grundansohauung« Sie setst an deren Stelle ausge- 
sprochen oder unausgesprochen die Fordenu^, dass~nach einer schein» 
baren Identifizierung ihrer Werte mit grLechisch»weItlichen»«den Christ» 
liehen Werten auch philosophische Gtatigkeit zuerkannt werden sollte« 
Dieses durch Jahj^nmderte sanktionierte Unterfangen kann aber unmöglich 



mmtl^ti^ttmm 



mt^- 



I 



in,i6i 



m«hr als statthAft od#r g*r gegltfckt g#lt«n. Dmn so wenig der rtligieJs« 
Glaiib« «ln#s llniirlitn dminit •chter Glmub« werden kann, dtss er fwa Glati. 
b«n «Ines Anderen ohne eigene religiöse Überzeugung ttbem oie»en > Tdrd, so 
venig kann philosophische m>er«eugmig dandt gewonnen werden, dass sie re« 
ligie^se LAren ohne eigene bodenstlndige philosophische nberzeu^heit, d.h* 
ohne philosophische Begründung anninwt* 
ms-124 Von hier aus gesehn, e3?scheint zunächst der Fideisimis, wie ihn im 2» 

naclichristlichen Jahrhimdert besonders Tertullianus oder Petrus Daaianl 
Im U» Jahrhundert und noch Luther vertreten, der klassischen Linie der 
christlichen Philosophie von Aug\istin bis Thoinas von Aquino an Eindeu^ 
tigkeit der Haltung betrtfchtlich tiberlegen. Dmn Tertullian leugnet ent- 
schlossen \and mit gutem Grund, dass griechische Philosophie dem christli- 
chen Glauben Stütze sein k^Jnne, oder dass überhaupt die "l^/eisheitshalle 
Salomos" (porticus Salomonis) die geringste gedankliche Anleihe bei der 
platonischen Akadende oder der bunten Halle der 3toa ben^ftige; gerade um- 
gekehrt, die Philosophie kann nach Tertullianus nur ••»anirierte Naöhlffe* 
rin (adfectatrlx)" und ''Verderberin, VerflCLscherin(interpolatrix)*' der 
allein echten religiösen Wahrheit sein. Deshalb verwirft er unter Bern- 
ftt« auf Koloaeer 2:4 und 8 ^ unzweideutig alles "stoische, platonische 
oder anderweitig dialektische Christentu»" und den "amseligen Aristote- 
les".^ Denn dem (Hauben ist im Gegensatz zu jeder Philosophie ••gerade das 
Umrifgliche geMiss**^~ein Wort, das dann nicht umsonst Schlachtruf aller 
Religion des Paradoxes werden konnte. 

Petrus DevLani hat dann faet ein Jahrtausdnd spttter diesen Kampf 
gegen die »»Dialektik", d.h. die Philosophie eogar dahin zugespitzt, dass 
ras-125 auf grund der Allmacht Gottes selbst fHIher Geschehenes ungeschehen werd«i 



'4 



'ji 






I lii?* ^ ■• '-' -V"^ ' ■ A^. ~*.4 



111,162 



I 



125 kShnt«» vmd vi« der Titel seines Werkes andeutet, auch Verderbtes 
(Wertvidrlges eingeschlossen} heil (d«h« eoger Btorallsch wertvoll) 
Verden kenn« So hat Ja gltfubigste Orthodoxie auoh sonst vericttndet, 
duroh Gottes «Ualohtigen Willen k9nne selbst der Mord sur aorelisehen 
Pflicht gestempelt werden» wie der g9ttliohe Befehl aur Opferung Isaaks 
eelge« Damit aber rennt der die Philosophie veraohtende Fideismus »dt 
seiner souverSnen und eindeutigen Haltting nur in ein änderest nicht 
Kinder gefXhrUoheSt DLleoRM als die philosophiefreundliohe Spekulation 
des Mttelalters« 

WIhrend der christliche Aristotelisimis, Flatonismus und Neupiatonis-» 
Dius sich nur scheinbarer Unterstttteui^ durch die griechische Philosophie 
rühmen kann, ervXchst den Antidialektikem gar in Jeder kognitiven Denk» 
art ein untfberwindlicher Gegner« So sohlltgt paradoxer Weise die gestei«» 
gertste Glitubigkeit unnittelbar in unhaltbare, auch moraltheoretisch un- 
ertrigliche Skepsis um« Denn Mmn auch **das Unmögliche geuiss** und das 
Wertfeindliche durch die Allaaoht Gottes wertvoll wird, und wenn, wie 
hier sun ndndesten nahe gelegt ist, selbst der Sats des Widerspruchs auf 
inordmiag Gottes aufgehoben werden kann, dann werden auch diese Thesen 
selbst sinnlos, da Sinn und kognitives Bewusetsein ihren Wesen nach nicht 
an total Widesrspruchsvolles gebunden sein kühnen« 
u*126 Daodani rXuMt sunVohst scheinbar ein, dass entgeg^m^esetcte Prfdikate 

ein«und demselben Subjekt nicht sugesproohen werden kifinnen; aber er ftigt 
eefdi hiniu, dass von einer soloh« UnStatthaftigkeit mit Hecht nur in 

Bezug auf die Amseligkeit und Mangelhaftigkeit dmr Natur gesprochm wexw 

f' " , 

j^ ^ den köhne/ sobald es sioh aber um die Majestlft Gottes handle, sie die Uiw 
mefglichkeit, Widerspruchsvolles au setztwfi, nicht mehr vorhanden« So 



HItl63 



kttnn« di« Allnacht Gottes z*B* dl« einst geeohi^ene Grttndur^ Roms zu» 

1 
gleioh ungeschehen sein lassen, da es ftlr Gott keine Zeit, sondern nur 

ein '^hodiemum'*, ein ewiges Heute gtfbe« Dies heisst aber doch notwendig, 

dass auch fttr ein in Natur und Geschichte erfolgtes Ereignis der Satz des 

Widerspruchs aufgehoben ist. Denn wlfre der (Haube an €dn edLnatiges «eit» 

liches Geschehn nur ein Irrtum dts an Zeltbewusstsein gebundenen Menschen, 

I /J^ SO bedürfte es keinerlei gütlichen Haehtspruches, um eine solche UngÜxiu 

lichkeit erst unwirklich zu nuichen* Sie nitre und bliebe Ton vornherein eine 

eindeutige ümd.rklichkeit. 

Wird aber Gottes Macht, wie es bei Dandani offenbar der Fall ist, so«» 

weit "gesteigert**, dass er selbst das, was auch ftfr ihn wirklich ist, siv» 

gleich unwirklich machen kann, dann ergibt sich auf dem Boden dieser absurd 

paradoxen GUtuhigkeit zunSchst die höchst skeptisch blasph^idsche Konse» 

quenz, dass Gott wiUktfrlich ohne Konsequenz sein Handeln Xhdert, dass er 

etwas wirklich und zugleich unwirklich sein oder werden lltsst« Das heisst 



127 



also, dass Gott damit eig«itlich weniger machtvoll ist, als er ohne diese 
SimesXnderung oder besser Doppelsetzung wSre (und wie er im Beispiel von 
der Gründung und Nichtgrttndung Roms diese Doppelsetzung vermeftn kannte, 
unerfiiidlich bleiben)* Dinn ein Handeln zu vollziehn oder vollziehn 



zu lasswi und zugleich den Vollzug auch aufzuheben, ist gewiss weniger 
aaohtvoll, als diese Korrektur oder diesen Doppel Vollzug nicht zu ben2fti» 
gen (IChnlich wie der, der sich an Prinzipien bindet, freier ist als der, 
der nur anscheinend frei launisch als 31dave Jedem seiner Triebe folgt}* 

Weiter aber wird unvermeidliclv^trotz aller sonstigen Scheu Damianis, 
den Satz des Widerspruchs offen zu verletz«! ««durch die angeblich grdsste 
Erhtftiung der I4aoht Gottes hier eine alle Wahrheit skeptisch zerstVrende 



III,l&fa 



Slnnlo«lgktit g#l#irt# D«m d#r Srnt«, das« Rom gagrOndat und uuglalöh 



ms.128 



gagrOndat 



Mhr» habt alch aalbat und Jada ainnvolla kogniUTa Xaatarung äcaptlaoh 
auf« Salbst wann aus da« «idarapruohsyollan Bagriff ^11^9 rundaa Viaraoka 
/ dia MtdaraprucharolliF^olgaruiigan gasegan vardaiit daaa •• aofwhl rund wia 
Tiaraekig tat, aa tat dandt dia Galtung daa ii&darapruahaaatsaa nioht ga- 
laugnat. Dann dar laut Daflnltion au grunda galagta Bagriff iat dibai wi- 
dar^rudialoa faatgthaltan wordan. Jbar namw-wia hiar bai Daadani— kognl- 
Uv und nicht im 31nn diditariaah amotionalart aör«tiadiar Sbrabolik dia Por- 
darung aAoban idrdt dia Ebdatana ainaa iddarapruohaTollan Dingaat Eraig- 
idaaaa odar ainaa nidaraprudiavoUan iidrkliohkaitswartaa anauarkannan, dann 
handalt •• aioh in dar Tat um aina Varlataung daa WLdarapruohgaaataaa, dia 
arnathaft nidit vollaogan nardan kann, da damit dia batraffanda JUxaaaga 
Jadan Sinn Tarliaran wOrda« 

So landat audi diaaar Auf aohwung au kognitiran Binaichtan in das Wasan 
daa ilbaolutan ida Jadar aadara Varauoh diaaar Art notnandig bai aainwi gara« 
dan Oagantail, bal nur allau nanaohlidian Yarmanaohlidiungan, bai Suparlati- 
▼an, dia wanigar ala »anAar Poaitir aind, ula Jana Sohmaiohalrada daa F«r- 
f~ atandianara, dar aainam ÖfWLg arkl«rta, aUa BBrga' aainaa Staatas B9ien 

ihr« Cbarhaupt aklafiaoh wg^m^ ülhrand •• garada dar Bhrgaia daa FOratan 
var, ainer nidit-sklaviachan Brgabanhait von fraim MÄnnam raraiohart »u 
aain« Jadanfalls von aolehan hoehgaiiagtan, wann auöh tiaf faasalndan ^paku^ 
laUonan und Sia^arlatiran tbar dia Allmaoht Gbttaa fttirt kain Vfeg auröck au 
adiiioht raratahanlar Slnndautung anqdriaehan ]M>mB und ampiriaohar Vitorta. 

Xhnlidi brQohig ibar blaiban dia Varauöha dar Hoch Scholastik » in An» 
lahnung an dan bibliadhan Glauban von dar AUgttta Qottaa daa tfeal, **mata. 



.« 



mm 



\ 



II1,1^M» 



AllMdit <m,%— 



I dar Walt Obwtiaupt «•gsalnt«rpr«tl*r«i, «b. 
Folf«rmK«at «l« «H« Anitldlal«kUk«r «ua dar 
ittan, ant«r Zaatt —» d«r Xlreha f«Uaa falM. 



MOS» aao wirdaiw Albarta« Na(ima und Dmmm« «m Avdne uwdan lAoht lAla,,.. 



^ w».4/ä 6^>^»,W O-c-^-C^ Ovi-» ' «2 "^ j 



«j^'ßf /r3 



4 



/^l'.v' ./^ 



) 



I 



1 



Albertus Magnus und Thomas von Aquino werden nicht 
müde, von vornherein in Anlehnung an kompliziertere grie- 
chische Lehren zu versichern: "nihil est quod non sit bo- 
num, vel perfecte vel imperfecte" ; "nihil ^st/per se 
malum"'^; "omne quod est, inquantum est, bonum est" j "pro- 
cul dubio bonum naturae quod formaliter inest omni ei quod 



creatum est..nunquam in toto destruitur, . .nxmquam destruc- 
tibile est nisi ad nihilum redigatur hoc quod creatum est 






Diese übergewagten Thesen eines extremen Daseinsoptimismus 
werden allderdings vielfach scheinbar eingeschränkt, indem 
es ZrB. bei Albertus Magnus heisst "cum dicitur: omne quod 
est, in eo quod est bonum est, non sie intelligitur quod 
idem sit esse et bonum esse sed quod benum sit consequens 
y ad esse entis" . Der Wert ist dai*nach nicht identisch mit 
dem Sein, sondern eine Folge des Seins, "posterius ente". 
Welcher Art aber diese Folge ist, ob eine logisch notwendige 
oder eine letzthin zufällige oder was sonst, das bleibt 



1 



I 



i 
i 



* !■ - 1'— ' 11 I ■! • J, M..UL- ' • » . -Ti^ 



m 



■iri^-M^M^^^^M 



-IM^ 



IT le^c 



y\^ durchaus im Dunkelg^Andererseits soll das Gute auch eine 
Voraussetzung des Seins darstellen, insofern alles ge- 
schaffene Sein von der ersten guten Ursache abhängig ist ; 
ms-/3^ und es wird sogar zugegeben, dass das absolut Gute, Gott, 
nur "von fern und nur undeutlich von den Übeln her erfasst 



^p^t?^ ^ werden kann" yi Ferner sollen "ens" und "bonum" nur "secun- 
duxn rationem" , "per intellectum"^, vom Urteil her gesehen, 
aber nicht "re", nicht der Sache nach zu scheiden sein.JAber 



6.i< 



\k^ oi 




Mc< 



wie aiie diese Scheidungen und Verbindungen im Urteil und 



e 



^ 



\ 



'^5-13/ 



/ 



in der Realität sich für eine unbefangene Wirklichkeitser- 



/ 



forschung dal^stellen müssen, das bleibt ebenfalls völlig 



/ 
ungeklärt. Doch gelbst wenn all dies aufgehellt werden könn- 

Q/te, wie kann je auf Grund solcher alles vergoldenden Voraus- 

^ Setzungen dem doch offenbar vorhandenen Wertwidrigen im Da- 

\ / 
sein genügend v.eltliche Gerechtigkeit getan werden? wie 



/ 



\ 



\ 



'V^ 



läset sich je das Wertfeindlicl^e in einer solchen Schöp- 

fung des "ens realisslmum" der göttlichen "bonitas per se" 

/ \ 

durch irgend eine passende Theodizee in seiner f^]xistenz er- 

klären und vom Guten eindeutig scheiden^ £s finden sich 

( ^obl ) - z.B./^ei Albertus Magnu^ -A mystisch^ inspirierte Bil- 

der^ wie dets voni(cheA Blutechristi, das die piÄmir.en des Schwer- 

tes löschte, mit dem der strafende Engel\den Zugang zum Pa- 

radw bewacht^. Aber so dichterisch ergreifend solche Bilder 

siflä, 3ie sind keinerlei denkerische Bewältigung defc^ätsels ' 

vc^i- Ve rhältnis zwiochon ^oralität und V e rbrech e n im Leb< 

^ * / 

d §s Individ uitfis^-w i e der -Ge ir i elnac h a^^. 

Bei Parmenides und-f^iyinoij^a ietr w o nigot o noj ein ent- — -^^ 



•i 



I 



in»l6<fd 



m8..130 OL« OnvollkoBQaenhQltm dw endlichen Ding« «ber sind» wia Thoims IhnUdi 

vi« Albart und dw Neupiatoni snaa lehren» erat durdi ihren ^^etieg** von 

der Vollkoganenhelt Qottee bedingt* Femer eoUen **ene" und *<^onum*' nur 

2 

**seeundUBi rationem*^, «per intellectum^» vo« urteil her gesahn, aber nicht 

"re** der Seche nach au scheiden sein« 

So wird fttr die Unflhigkeit» Sein und Wert vSUig au identifieierent 
achlieaalich die Enge des menschlichen Intellekts und die SOndhaftigkait 
dea >üansohen von idaa her verantmrtüch gemacht} und es finden sich dann 
B*B« bei Albertua Nagnua in dieaam Zuaa»manhang BQrstiach inapirierte Eil» 

der»ide daa Tom Blute Chriatit ^^ di^ Flannen dea Schnertea ISaditOi adt 

3 

den der atrafende H^el (a* Gen« 3 t 2^) den Zugang aun Paradiea bewacht« 

über ao diditeriach ergreifend aolohe Bilder aindt aie aind kaiaerlei den» 
keriache BewXltigung dea uralten RKtaela: wie konnte ein grundftttiger Gott» 
die *nt>onitaa per ae«» so viel Wertwidrigkeit in aeiner SdiS^fung aulaaaen» 
wie kann ematlich allea Sein ala Wert angeaahen werden, und wo bleibt dann 



U.131 



noch ein Kriterium ftbr die Scheidung von Wert und Unwert? 

Bai Parmenides und %dnoaa ist iiaiierhin dadurch ein entschlossener 

••••lÖfe 






'>■ 



wJ>l2>l 



-^ 



^ 



-^ 



I 



schlossener Anlauf zur Bewältigung solcher Fragen gemacht 
worden, (in4-eBi)die ganze "niedere" Welt sinnlich gegebener 
Dinge und Zustände als eine Welt der blossen ^^^-^ f der 
blossen opiniOf als weder seiend noch wertbehaftet sondern 
als irreal, als Schein, abgetan wird. Auf diese Art konnte 
dann allerdings mit einem gewissen Recht aller Unwert aus 
der Sphäre des echten Seins in eine Scheinwelt verbannt und 
diese Welt durchgängig mit Unwert behaftet werden. 

Eine solche Lösung aber haben sich Albert und Thomas in 
ihrem popularisierenden Aristotelismus und mit ihrem 7;unsch, 
der naiven Naturauffassung des common sense nahe genug zu 
bleiben, versagt. Ihre scheinbar subtileren Begriffsanaly- 
sen wollen doch im Grunde aufs Engste mit der gegebenen An- 
schauungswelt und mit allen öffentlich sanktionierten Her- 
ten verbunden bleiben und sie nur krönen mit der Annahme 
oder dem Beweis der Existenz des dreieinigen Gottes und sei- 
ner höheren himmlischen Sphären. Die Welt ist (als guty er- 
schaffen und wird (atändi^)! wie schon Dionysios Areopagita 

X > 



sagte, ständig gelenkt von der ki^tJ^'-ry* , (und) auch Christus 



und oTT^f^i^^^o^ '-/i Daher bleibt, wie dies 



/ 



z.B. Bonaventura, 




Thomas breit ausführen, jedes 



?f 



iirky 



(L 



I 



'^ 



Sein ein Schatten oder eine Spur dieses ens perfectissimum, 
"umbra vel vestigium** , ein ••diffusivum sui" , und "communi- 
cativum sui"*, eine "imago Dei", ein Bild, ein Abglanz 
Gottes, "resplendentia quaedam summi et per se boni" , eine 
»^resonantia Dei" , ein Wiederschein und ein Nachklang des 
höchsten, an sich Guten. "Sicut lumen expandens se super illu- 



K 



1 



■IH^ 



iiiinata..boxium q^uod per se bonuii. est, expansum /es*^"^ super 
omnia bona'» . Und iminer wieder wird es dann dem Dionysiua 



Areopagita nachgesprochen: 



» f ^ . ^ • / >' 



tir /^^ 



■^ 



-THS, 133 



So ist jedes Sein von vornherein als ein materialer rert 
gestempelt. Das aber ist trotz der vielen nachträglichen - 
unglücklicherweise i.ichts erklärenden - Einschränkungen et- 
was, das für jede unbefangene V.eltautfassung, die zugleich 
an den comiron sense appelieren will, ernstlich zu gut klingt, 
um wahr zu sein. 

Es werden/) bei den grossen Scholastikern (natürlich nochj 
eine Fülle von Unterscheidungen vorgesehen zwischen vesti- 
gium Dei, imago üei und quod »»perfecte dicitur imago" /!)ei7^{ 
und es wird z.B. auch bei Bonaventura wie bei Thomas aufrecht 
erhalten, dass nicht wesentlich, »» essentialiter" , sondern 
nur akzidentell, "accidentaliter'» die göttliche Ebenbildlich- 
keit des Weibes weniger ausgebildet ist als die des Mannes*. 
Aber die Doppelzüngigkeit, die grenzenlose Biegbarkeit aller 
solcher Wortdistinktionen bleibt zu offensichtlich, \m nicht 
jede Art von gegensetzlicher Bewertung derselben Sachverhal- 
te in demselben Sinne zu erlauben: das höchste Lob wie die 
tiefste Verdammung des Menschen, die innerliche Gleichbe- 
rechtigung wie die schwerste geistige Knebelung der Frau. 
Die ünverständlichkeit des V.ertlosen bleibt trotz der tau- 
sendfachen scholastischen Wortklauseln, die zu ihrer Erläu- 
terung verwandt werden, unvermindert gross. Es handelt sich 



Wü 



m 



-15^ 

hier nur um das, was Nietzsche den »'i'.ahn des Ohres"^ 
nennt: zu glauben, dass durch solche scholastische 7/ort- 
scheidungen irgend etwas an der Sache, an den ^'ertdiffe- 
renzen zwischen Mann und v^.eib oder der Ähnlichkeit und 
ünähnlichkeit zwischen Aert der Welt und einem absoluten 
V^iQ^' ^^Q^^^Q™^^^^ tswert Gottes erfasst worden sei. _-^ r ^'6y^ 

'nvs-i^S^c / Die antiken grossen Lehrsysteme, auch das des Aristo- 
I teles, das denen der führenden Dominicaner der Hochscho- 
lastik zu gründe liegt, stellen ernste langdurchdachte Ant- 
/ Worten auf schwere^ Zweifel dar. Aber die grossen scholasti- 
^" >e> "^ sehen Summen sind trotz d er rva^JUß) Tausenden von "obiection- 



I 



£ 



nes»» und "contras»», die sie diskutieren, im Grunde beängsti- 

rügend frei von^al^^ e^ae^n) Zweifelsfragen. Es ist eirben- 
'^^Tcen in 



ly \^ort-und Terminologie-Subtilitäten, (dae-^xai- -i^ 
/&-lic4a^oft scharfsinnig bis (i»e)2xtreY^orgetrieben.fe^./^i^ -^ 



4^ -^^ Philosophie ist hier nicht nur ancilla theoloKiae Ü wie sie 



r 



^^-/^^^^ 



im Anschluss an Petrus Damianis Wort von der '»ancilla domi- 
nae" genannt wird;CM&g 4 d er Tho Q lQgi a^4^4^4^4uJji--!idriclich>) 
^(4^e^t^-m^^i--4te-J^er8 a E cho, ode r oio a/imt bost enf^btJ^-di^ ) 

^ (Gelte n echte n Philo sa^mier^a^-nach .) cf ^ ' 

t, 
Hein historisch geaehen, ist die Leistung der Scho- 
lastik gewiss ausserordentlich. Die Energie, mit der beson- 
ders die jungen noch halbbarbarischen Völker der Deutschen 
und Engländer wie der Franzosen das von der Antike in frei- 
em lichteren Lebensklima aufgespeicherte philosophische Ge- 
dankengut dem christlichen Glauoensbild anpassten, ist stau- 
nenswert; und die Intensität, mit der sich da in den kalt- 
regnerischen Ländern des Nordens unter den primitiven Le- 



r^ 



I 



-*— ^-:- »- 



III,l6tfh 



»s«.13^ 



918135* 



Man brauAt idoht so w«tt «!• Kant su gihn» dar boÄaft bamerkte, 
dmms all« sploh« Varaucha»ethiioha Geltung ▼om Gottaabagriff her«ulait«n 
und die absoluta Oflta der Gottheit in Waltlauf au reAtfertigan, viel 
weniger "die Sache Gottea verfeAten" ala TLalaahr "die Sache unaerer 
anma6senden,.,ihre Schranken verkennenden Vernunft",^ Die groaam Denker 
<ler Scholaatik labtwi gewiaa in der Oberaeugung, den tiefet« AnLiega» 
der Vernunft Hb^rhav^t und dw Theologie »ugleldi su dienen« Ond dodi, 
so hoch die AbgÄllrthelt und innere Hamonia ihrer ethiaehen ^atme 
geprieaen wird, «le kShnen »dt ihrer letathin unaullnglichen Argumenta, 
tion nur einer bereits Toihandenen Gllubigkeit Crendge tmu JDieaer degma. 
tische Glaube aber bedarf keiiw weiteren BegrCIndung au seiner Bekrlfti- 
gung und kann sie vor den Forum kriUacher Philosophie dw Natur dw 
Sadie naoh nie finden« Vor dm iugen dea kritisdi dogmaU sAen Denkens 
wird Jedoch der irreführende Anschein erweckt, ala ob scholastisches 
Argumentieren der bereits bedingungslos akaepUerten Geltung dmr Glau- 
benaartikel und der ethischen Folgerungen aus ihnen erhShten Geltunga- 
wert susprechen kShnte« 

rtte antiken groasen LahrfiQrst«ae, auch daa dea Aristotelest das 



i 



t 

! 



.I>^ 



777, /4f L 



^^ '^^^ benebedingungen des Mittelalters dialektische Diskuta- 

tionsschärfe und ausgedehnte G-elehrsamkeit entwickelten, 

j [I 

I I muss jedem unparteiischen Prüfer der ungeheupren Folian- 
ten der abendländischen Scholastik sowohl Bewunderung wie 
Rührung abgewinnen. Aber der lebendige, der unbestochenen 
Kritik standhaltende Gedankenertragf bleibt trotzdem fast 
unvorstellbar gering .) .^^.vvt.^^^ Jkacury^ oL^ by^sj^ci^^^Mx^^y^ . 



M^96 



/■•§• 



•>' 



h 



dr«l Qhiittlichm nh^cdogisohM'* Tug«»!« dl« H«r pl«toniMh«n KardlüMl« 

1 

tuCMel«At Midihtlt» Ow^Atlgjciitt Ti^^«9k«lt und Idtwigii!^ {fewnmneiw 

A]jb#ft bMaiohiMt id» Wiiwun idt d«i *irirtiitM adjunotM"» dmn «rl«tot#« 

2 
ÜMbaii Ttt«Md«ii| alt *^ftiitM AoquititM^» !&• NÜMMidM «Ulli «ach 

ThosMi tdillMsliob dl# ko»tii ^lati v€t> dL«mttlMli«fi T«i(md#n mah Afisto«» 

t«l««, dM «*Pliilo«c^tt««t YoiMld, l« aU^loMlMii mMt tt>«r dl« 4kUT«» JJ^^ 



L«b«ii«« IiuMKrtialb d«r iil«taiil«ds«n vl«r K«fdlii«ltug«iid«a «b«r Itl^ «r 



r ri'i . 



n^vF'Tcm riowi wnwti> #f awvn f-auimiTx^ VjSSEbb ieSftnySHUi '*'• AV|n^«Ji. f>i,^jjtcjj^ 



t«fl««}t «olohinit dl« auor d«ii «ohmi g«r«lfdft«n G«l«t«mf d«n S«llg«ii (b««tl) 
wakmmm (virtut«« Ja» p«iiv«tl «fdai } und «oldhimt dl« dl« Tl«r IC«9dlti«ltu» 
C«iid«ii nur In d«r iroiMLXdll4it uiblldllA c9ttlldi«ii V«llkonn«idi«lt Mlg«n 
uni d««b«lb mr Ckitt «^tbgt Mi«ipr«db«xi ii«id«o ldhin«ii (vlrtiit«« «x«iflplAr««)« 
MMJ137 ikb«r «och lmi«ffli«Ib «lfi«r iliuMliHm Tvg«»! id« ««B« d«r "'prud«»!!«^ unt^rw 
•«h«Ld«t «r tmemmt *p«rt«« lnt«gr«l«iP9 ««««ntlleh leoii«Ut«l«r«nd« i£L«ai«iit«|^ 
(Till«! dl« id.« UKbmI« und 0««b tu» irolI«Uhdlt«Q H«ii« gMbfmn)^ *p«rt«« «üb« 
/LH. yr\jii— jiMÜtTM" (aiit«r«rt«Qt «t* "titnel und iSM Unt«Mrt«» d«* XlwrlMhm dnd ) 

und "p«rt«« potmtlal**" odar *vlrt«tM •d;}aBotaa^» baictordmt« Tag«nd«a» 



4 







/' 



n^' 




\ 



1S^-* 



ü 



IIItl6^k 



maul38 Die wdnutUfse Qliaderung \ind Zergliadwung dieses erstaunlich 

reichen Materials ron MDralbegrlffen, Tugenden und Lastern, materlalen 
Werten und Unwerten, die aomas von Aqulno In seiner Bthlk besonders Im 
2.Teil des 2.Teils seiner Smama Theologiea vorlegt, ist gewiss in ihrer 
didaktisdien überslohtHchicelt tßlndrlnglichkeitt «ine IMsterleistung 
der Zeit und genlesst aus diesen Grund nicht umsonst im katholiscdien 
Sdiuldenken das hefchste Ansehn. V4ie in der gesamten Gedankenwelt des 
Maimonides (dem Thomas In so mandher rationaler Gedankenhaltung rerpflidi- 
tet ist) aeogen sahlreidie aoralpaorohologisdie Stnatelheiten ron einem 
aufrechten und geradeau "aufklKreri sehen" Kaaqpf gegen Ä>crglauben. 

Sowohl Nekromantie wie Chiromantie, Toteribeschwerung wie Handlesen, 

die die Zukunft vorausdeuten sollen, das Tragen von Amuletten, von nicht 

2 

christlich religiSsen Gegenständen, um ünglttck äbsuwenden, astrologische 

Voraussagen ober das Sdxidcsal von Einselpersonen^ und andere Formen des 
VWirsagens, selbst sogenannte Gottesurteile in Gestalt von Feuer-oder 
Waaserproben, von Duellen und den meisten Arten von Loswerfen^ werden als 
Aberglaube, "si^erstitlo divinativa»,^ verworfen; und bemerkenswert ist 
es s«B« , dass Thomas audi das Propheeeien der Zukunft mis Trtumen im all- 
»••139 geaeinen abwehrt, aber augleich— eine Art Freud 700 Jahre vor Freoris 

•Traumdeutung'*«.SdiiJtfsse vom Traum auf das Befinden des Trftimenden^ für 
durchaus erwiCgenswert hllt« 

Im Umgang mit Menschen wird weltmICnnisdi und liberal auch die aristo« 

telisAe »^entrapella*, Gewmndheit in Haltung, Rede und Wlt», als Tugend 

7 fi 

anerkannt, ebmso wie die -affabilitas",^ Uebenswttrdigkeit, VeAlndlich- 

kelt im geselligen Verkehr, StuH9)f sinn und TrKgheit des Herzens' werdm 

feinsinnig ^b Versdiuldung gekennaeiohnet, falls sie iddit durch aat^li- 

die Veranlagung, sondern durch dauernde Bedachtheit auf nur Xussere Gttter 



■ >■ ' >■ ■KJ ' - ' . ..: t^^'A ' - ' i gt'gr'qwtwswasiffwwwwwwwBW'ww 



mmmmm 



L 



msul^O 



ms^Va 






III,l6^irl 



b#din(2:t diid* Alltzrüngt In d«r kimstYoll«n Anordnung 8«ln«r Analysen 
▼on buQhsttt)llQh Hunderten ron Tugenden und Lastern schreckt Thomas 
gelegentlioh auoh nlc^t Tor allerhand Gewmltsandceit eurCtok, iienn ^ 
i«B« die Konsentration (attentio) beim Gebet» und FrAoHigHttit Oberhaupt^ 

(deirotio}| In nah«B 2usaamenkang idt der Gerechtigkeit (iustitia) er» 

1 
tfrtert werden, iber wie das bei fast allen Wert^ut^ Tugendlehren bis 

in die Gegenwart der Fall ist, die StXrke solcher ethistAien Analysen 
liegt nur in der AufhÄifungi Sidhtung und paydiologisohen Detfcription 
eines ausged^nten Gedankenstoffs« 31e liegt keineswegs in seiner so» 
reichenden ethisdien Begrtfndung« 

So blendend auch dieses Gewoge ron materialen Irrten auf den ersten 
Blick %T9dtiAn^n mag, bei nHherem i^usehn zeigt es sich doc^, dass keine 
allgemein verpflichtende Reditfertigung dieser Wertwelt gelungen ist. Es 
handelt sidi vielmehr ua das Weltbild des geistig hodistahenden und dodi 
durchaus seitgebundenen MShchs A^9 christlichen ^ttelalters, der das 

Schminken der Frauen Xhnlidi wie cyprian und Augustin nur in AusnahmefXllen 

2 

nicht als TodsCtnde ansieht« aber körperliche Zffehtigung, Auspeitschung 

von Sklaven^ und Verstffo«elung der Glieder eines Untertanen auf Anordnung 
der Staatsgewalt unbesehen sittlidi gerechtfertigt findet, ebenso wie 
einen gewissen Nepotismus und erleichterten Dispens von dispensierbaren 
Qiehindemissen bei ausgezeichneten PersShlidikeiten. 

In diesen und ftinlidien FELlen gibt ThoaM wohl Gründe fflr seine 

Mertentsc^eidungen ans das Gei&einwohlt vecmühftige Brdnungf sohiddi. 

8 9 

che Art und Ordnung, Geradheit und Sittlichkeit des Willens«^ Aber ge- 
rade das, was ^sdiickliche Art uM Ordnung** ist, ux^ das, worin '^sittli. 
che Geradheit" besteht, ist eben erst su begründen; ohne eine solche Be» 
grttndung aber kann keinerlei »»ordo rationis" in einer niiiit dogmatisdi 



I 



! 



■^■pgnof I' »i»ii»vhiii'aiti<Mi>fcaia»riMn»'i'iWM«iiia6iii tn wm\. 



» 



i 



m8«l4^2 



f 



/ijj -»li - 



»a.14^ 



Ill.lÖfa 

rallgilfsen Sthik prokl«ml«rt wrdan; und abgesehen hlorvon sind mandie 
der »u reditfertigenden viferte überhaupt nicht au reditfertigent sondern 
«ie spiegeln nur den Geist Jener Zeit und Jener »Ferren eigenen Geist"» 

Wo aber GrCtnde fttr weniger zeitbedingte Vierte aufgeföhrt werden 
ausser den tautologisch niditsaagoäden, dass es sidi eben so ••gebührt'* 
in einer "vernünftigen Ordnung*», •»gemlCss dw rechten Vernunft«»,^ da 
bleiben auch diese konkreten Reditfertigungen oft öberrasdiend wenig 
l^ über^end. So wird etwa gegen die Verwerflidikeit von unehelidier Kin-. 
dererzeugttng geltwd gemadit, dass illegiUme Kinder eine angemessene 
gute Erziehung zu entbehren haben. ^ Aber selbst im Mttelalter und mehr 
nooh in der Neuzeit ist oft die firziehung un^elicher Kinder besser ge« 
wesen als die ungezählter legiUmer. Blutsbande wird vor allem deshalb 
als unsittUoh gebrandmarkt, weil sie Mangel an Ehrerbietung gmgmn Eltern 
und Gesdiwister vorritt, oder einfach, weil sie ««an sidi'* öbszSn^ ist. 
/ iber in einer tausendjfcrigen hohen Kulturwelt wie der altagypUsdion 
wurden oft uxog^ehrt gerade die Schwestern von 38hnen der l^araos als 
die einzig würdigen Gesdhleoht spartner ge^rt;* und Jedenfalls, dase 
jedem Geschledhtsverkehr ein Mangel an gegenseitiger Ürung 
zu gründe liegen muss, ist gewiss «ine hffdhst anfechtbare mShehisdhe 
Anschauung vom Wesen der Gesc*ilechtliohkeit. 

So wird das Wie und Warum der Geltung dieser OberfffLle von konkre- 
ten Daseinswerten und Lastern philosophisch keineswegs geklärt. Viele 
dieser Aussagen (etwa die über die zahlreichen ^9\1%^ und Kiemente der 
Klugheit) bleib«! bloss analytische Urteile, die weder paydiologisdi 
noch ethisch mehr als Worterklftrungen sind. Andere Werturteile erweisen 
sich als hSdist zeitbedingt und keinesfalle rational vei*>indlidi. Alle 
diese Moralsetzungen aber bleiben letzthin bereits reHgiSs von vorrfierein 



1 



IIItl6^n 



^ 



fBr dm Gllublgtn g«siöh«rt. Dl« «lg«iitlich«n philosophlachen Grund- 
Probleme des ehrlichen Zweifler« sind deadt durch g©offerit>Ärte i«^«hr- 
heit schon von Amjbeglnn gegentfber «Uer mSgUohen rationalen Kritik 
gelSst« 

Dieser eigentlldie Trost für den ODtublgm bleibt begreiflicher 
Weise stets Im Hintergrund bestehen; und nar dawlt erkllrt sich die 
Genögssinkelt, «Lt der hier durdi Jahrhunderte hindurch bloss sdieiii>ar 
rationale Begrdndungen als ausareichend anex4cannt werden könnt en, D^r 
Philosophie aber werden so in vdrklidikelt nicht harte virundarbeiten 
wie einer «Magd der Theologie« zugewiesen, sondern nur leichte zusfta- 
ll(^e Gedankenspiele« 

öitsdisldend bedeutungsvoll bleibt» dass selbst von strengsten 
GlÄiblgen der Scholastik »ugestanden wird: philosophische aeohtferti- 
gung der i^fertsetRungen der Theologie Ist aufs hSchste wtlnsc^enswert. 
ßher die SrftGLlung dieser Kardinalf orderung bleibt bedenklich hinter 
Jeder bereditigten Erwartung aiirtfok, und der in WorterklSrungen und 
»s-145 Klassifizierungen aufgehäufte Scharfsinn kann keinen iiärsatz bieten fttr 

die mangelhaft rationale Begründung des WertAarakters dw in frage ste- 
henden •Tugenden'*. £s handelt sich hier msist um iib^widerungen auf Neben» 
fragen» d*e doch Zentralantworten vortICusohen; und dies ist das im grossen 
Stil Unbefriedigende selbst an der ßthlk der Hodischolastik: ein Scheiribe. 



BegrCbiting 



unmSgliieh 



von religl5s«B Fühlen und kritisohem Denken» durch die sowohl die Intenal- 
ttt und Reinheit des entschlossmien Pldelsmus wie die IMbefangei^eit und 
Konsequenz rationaler Argunentation getrObt ist« 






I 



in, 164^ 



m 



'*.' 



Anton Strlgl hat von «in«r "traglsdien Schuld der SpÄt-und 
Noasi^olastik" und von ••katAstrophmlan Folgen" ihres ••Abirrens TOm 
hl* ThoBULs" gesprodien. Strlgl sieht den Orund fdr diese •Irrtttaer" 
des spÄtißittelalterlichen Denkens In der Preisgebe der allein •WLA- 
tigen*» thoidsti sehen Definition des mensdilichen Freiheit sbegriffs* 
Wer sich aber nidit durdi die pKpstliohe Em^cHca von 1879 gebunden 
fühlen kann, und ver nioht «uatigestehn vermag, dass die ••Vernunft" 
im Denken Thomas* von Aquino «grundlegende*» Leistungen besonders ftfr 
die athik vollbradbt hat, der wird auch die spttere Scholastik in än- 
derte Ildit zn sehen haben. Die SpÄtscholastik hat im Ganaen die mehr 
verdeckten Ohzuianglidikeiten der thorrdstisdien *Bthik nur unverhffllter 
^•wenn audi ungewollt-*»u Tage treten lassen« 



!*-— !i'^W»«"*l^""^M 



^/6/^ 



'TK.S- 1^6 



iy^i-irT 



m y^^y 



I 9\ 




^ Wie(brüchigj diese absoluten Wertsetzungen des /Mittel- 

alters für den philosophisch Prüfenden bleiben, seht viel- 
leicht am besten aus der ]]thik des Duns Scotus hervor. Auch 
er teilt mit Albertus Ldagnus und mit l^homas unbesehen die 
Grundüberzeugung, dass "omne ens, in quantum ens, bonum 
esse"; und er nennt die Manichäer, die das bezweifeln, 
schlicht und schlecht hin "asini", Esel . Aber um die -Vil- 
lensgrösse seines Gottes noch überragender erscheinen zu 
lassen,' will er trotzdem die Güte aller seienden vVesen und 
auch die Güte Gottes keineswegs an ihr Sein gebunden wissen 
und durch ihr blosses Sein bereits gesichert sein lassen, 
ööndern |hier|' greift er hinter Thomas und Albert auf Petrus 
Da£Liani und bis auf Abelard zurück. Schon Abelard konstatier- 
te: "constat. .totam boni vel mali diöcretionem in divinae 
dispensationis placito conaistere. .nee quldquan: bene lieri 
dicenduir. aut male, nisi quod ejus optimae voluntati consen- 
taneum est aut adversum" '. 

Duns Scotus spitzt diese Überzeugung dahin zu, dass das 
Gute nicht, wie Albert und Thomas meinen, gut ist, weil Gott 
seinem ^Vesen nach nur das Gute selbst darstellen tind schaf- 
fen kann, sondern umgekehrt: das Gute ist gut nur deshalb, 
weil es durch Gottes ^illensakt ausdrücklich als gut erklärt 
wurde. "Super hoc ^'"beneplacitum Dei/ non /est/ aliqua alia 
ratio vel causa ponenda."' "Leges aliquae generales rectae 
de operabilibus dictantes praeiixae sunt a voluntate divina 
et non quidem ab intellectu divino ut praecedit actum volun- 
tatis divinea."* Und das führt Duns Scotus tfol^gerichtig 



r 



I 









^f-/# 



>^>» 



^ 



% 



,. <y 



-y^i- 



\ 



M' 



r ^ 



\ 



in^U^ 



r' 



/ 
/ 



dahin, dass - unabhängig von der tatsächlichen, willkür- 
lichen Entscheidung Gottes - auch eine absolut gegensätz- 

« 

liehe Statuierung von Gut und Böse von ihm hatte getrol- 
ien werden können. »«Sicut potest aliter agere, ita potest 
aliam legen: statuere rectarnj que si statueretur a Deo, rec- 
ta esset, quia nulla lax est recta, nisi quatenus a voltin- 
tate diyina acceptante statuta." 

Duns Scotus schränkt zwar diese These noch dahin ein, 
dass Gott sich iiDir.erhin in seiner Dekretierung der rerte 
an d/as Gesetz des logischen Widerspruchs binde und an die 
Forderungen der ersten der zwei Steintafeln des Moses, d.h. 
wenigstens an die ersten drei der zehn Gebote, weil diese 
Gebote »»de lege naturae" seien. Aber gerade bezüglich der 
menschlich wichtigsten Gebote des Dekalogs, der «praecept^ct 
secondae tabulae"^ hebt Duns Scotus jede vom tatsächlichen 
Willen Gottes unabhängige Geltung auf j und sehr aufschluss- 
reich erklärt er damit auch (selbst) Gottes Befehl, IsaaisT 
als Schlachtopier zu töten: Gott könne ja jederzeit das Ver- 
bot des iVordes oder des Diebstahls im Fall der Juden beim 

2 
Auszug aus Ägypten als wertlos aufheben . 

Zwar schreckt Duns Scotus noch öfters vor den äusser- 
sten Konsequenzen dieser Lehren zurück und sucht sie durch 
Einschränkungen abzumildern. Er nennt dann z.B. den "Befehl 
Gottes zxim Llord an Isaafc eine blosse »^voluntas signi" im 
Gegensatz zu Gottes "voluntas beneplaciti" \ oder er un- 
terscheidet zwischen der '^potestas Dei absoluta", die alles 
ändern kann und der "potestas Dei ordinata" , die bereits 



I 



-^- 



7^7^^ 



3 



\ 



/lU , 



)v^ 



5»A^V5^ 



festgelegt ist"^. Aber im Ganzen haben die Mehrzahl seiner 
n.odernen Interpreten zweifellos recht, wenn sie die Gewagt- 
heit seiner moralischen Grundthe^en nicht wegzuinterpretie- 

ren suchen • 

Wilhelm von OckhaiL hat dann Duns 3cotus Lehre dahin er- 
weitert, dass er ohne Abbchwächung festlegte: Deus-.nrad nul- 
luni actum potest^obligarif et ideo eo ipso, quod Teus vult, 
hoc est justum fieri^. Und ähnlich Aeitgenend hat es Thomas 
von Bradwardine betont '^non est ratio nee Ulla lex necessa- 
ria in Deo prior ejus voluntatej ergo illa suDF.a lex et 
justiti.1t necessario est voluntus"** Auch Peter von Ailly 
legt es nicht minder deutlich fest: "nee alique qualitas 
est ex natura rei juatitia, sed ex mera acoeptatione 
divma" ' • ^ o 



{/ 



selbst der GotXüshass, den Cpinoza bekanntlich in sei- 
ner naturalistisch idealisierenden jotteslehre für uniEög- 
lieh hielt^, ist von Wilhelm von Ockham als durch Gott selbst 
verursachbar angesehen worden. "Odium dei si causat a solo 
deo seEper causatur propter bonum fineni.""^ "Deus causat tac- 
(luam causa totalia quid absoluti est in actu nolendi et odi- 
endi Deum"^; und als Lottes Tat könnte so auch der Gottes- 
haes nicht mehr als wertwidrig beurteilt werden, nei den 
"Skeptikern" der nominaliati sehen Schule aber erreichen 
Ockhams und Dun Scotus Lehren ihre vollste Ausweitung dahin, 
dass z.B. für Johannes de .:irecuria, Johannes von !;;irecourt, 
(uD. 1347) den "monachus albus"^ auch die "Sünde", der Unwert, 
als von Gott bewirkt mehr ein ^ ert sein muss als ein 'Jbel, 



[^ 



'^54 



Tii 



/UU 



^yy^S 



^7VS^/fV 



O^ s 



-/r/ 



"P^ccatuE magis (vel aajus) est boi um quam malum." »'Pia 
intencio et naturalis pietas augente peccatum et non dimi- 
nuuiit ceteriö paiibus.'^^ "Si^ dicatui- fidee est ad oppo- 
situiti, igitur hoc est non probabile, dico: illa consequen- 
tia non est bona: licet enim sequatur: fides est ad oppo- 
situm, igitur hoc non est verum, tamen non sequitur quin 
oppositum Sit probabile, Iililo aliquorum opposita sunt 
nobis probabilia magis quam ipsi articuli."' Selbst der 
Hass des Nächsten ist nur deshalb verdienstlos, weil er 
"zeitweilig" von Gott verboten ist . 



/ö^J- 



Nicülaus von Ultricuiia, iVicolaus von Autrecourt »/be- 
weist sogar, (1346) dass der Diebstahl, insoi'ern er als 
Gott wohlgelällig angesehen werden kann, moralisch ist. 
*^Quod eät amabile Deo, est faciendumj sed quod iste juvenis 
acquirat suam perlectionem. .in omni scientia speculativa. • 



vX/ 



L 



est auiabile Deo, et non potest per aliuni rrodum /fieri/ 
ut dictum est quam per furtum: ergo furtum est faciendum^**^ 
So kann schliesslich überhaupt nach dem Geständnis des 
Nicolaus von Autrecourt keinerlei Wertüberlegenneit irgend 
einer Sache über eine andere als evident aufgezeigt werden^'; 

Es mögen hier wohl halb unvemerkt Tendenzen mit im 
Spiel gewesen sein, den. IiLmoralismus und - selbst? - der 
Häresie das Recht zu verschaffen, gehört zu werden. Aber 
zum i£iindesten bei Duns Scotus - und wohl auch später - waren 
solche Lehren, obgleich sie zum Teil offiziell als ketzerisch 
j./j-^ angesehen wurden, keineswegs relativistiscn gemeint. Sie 
wollten im Gegensatz hierzu alias von Gott Erschaffene als 



i 



i 



* 

i 



i 

a 
\ 



-t^- 



/// 



Zc 



absolut wertvoll stempeln, die Grösse Gottes erhöhen 
und alle menschliche Relativierung der V;erte beseitigen. 
Aber soviel sie auf diese 'eise zur Steigerung der Macht 
^4jui rrtj^, Gottes beitrugen, so viel räumten sie damit riatürlich von 

der Begreifbarkeit alles Werthaften weg. 

"Vi^-/.^ ^^^ Intention war wesentlich die, der Intensivierung 

des Glaubens zu dienen. In 7'ahrheit aber wurde damit auch 

I 2^iW- ^i^ Bahn geöffnet für den absoluten an allem ^'ert, sobald 

die dünne religiöbe uchutzwand jenes Glaubens brach, der 
durch ein blosses A'achtdiktat fert in Unwert und Unweit 
in Vreit umwandeln liess. Jedenfalls aber bedeuten solche 
Weifctheorien der Spätscholastik die völlige Abdankung aller 
Versuche, Wert zu verstehen. Auch orthodox katholische Ge- 
schichtsscnreibung versucht dies nicht zu verschleiern. 

Die Scholastik war . darauf ausgegangen, dem Glauben an 
I absolute V.erte eine in sich selbständige StüS^e durch ratio- 
nale Argur^ente zu bieten. Diese Stützpfeiler erwiesen sich 



1 ^ sc 



■6x,m 



hon bei Albert uiid i'hoiras als (yi-e-3^ zu gebrechlich(^f#r 



r-JL 



,^ irgend w o lch e) ernsthaf 1^/b/i Ansprüche unabhängig kritischen; 




[^ Denken^y^^^ei" Duns ocotus und iühi-enden Nominalisten des 
14. Jahrhunderts kann aber nicht eimr.al mehr der Anschein 
entstehen, als ob ?ertsinn durch weltliche Reflexionen 
verständlich gemacht werden kennte. liier ist wieder alleiniger 
Rekurs zu dem unbegreiflichen Diktat des Glaubens genommen. 
Und was vorher noch umschiefert bleiben konnte, tritt hier 
frei zu Tage: es ist nichts von weltlicher Seite beigetra- 
gen worden und konnte nichts beigetragen werden, was dies<2 



1 






^ 



-165^ 



^^(sogfiiiaimt«^'Aerte des Glaubens begreiflich machen, was 

« 

ihre (strenge] universale Verbindlichkeit rechtfertigen 

und erklären kennte. /tJc^e^ 

j Auch wer sich frei waiss von( all Q i' billi;!;en/ Frei- -^-^ 

geisterei, iluss darauf bestehen/ (Iqoü di o Frllh-y di ^ 1 ^ 
rfiQch--y--itti€h- di Q [ j pätocholQotik cu oinor o rngthafton Icriti} - ^^ 
(^g^Ov^a^^^yrnttH^ H^ L ing ' dür abw u lut c n W e rte nichts zu ^aaien ha -j ^^ 
r ben^-j^JT Jtidtfn eteOi^feo n und tief willigon Zwo ^ fler tt ^ t iss) ^^ 
^c /^^a die Definitionssucht dieser Denker^ die bald zuviel (und); 

^ bald zuwenig sagt »"^"atreTT&i^ zur Sache^^:Fe4^t);-^-Jr&J» erlich o t ^ 



/ 



.J- e nt tau s e h e nd bl e ib e n > Wieviel off e njiohtlioho ünwcrt o ha - 



/ 



^lagge--dß; 



atalLooten WexXnj der- I ahnp inr (Iftrprl-tigVfti t , c^er-^^a^p- 
fe^pkeJrV-od^ T doo Glaubono willkoiLin o n johoiüS t^^uJ V as da 



r 



als Wert definiert und statuiert wird, sind entweder dog- 
^ matische Versicherungen, die nie ht^niehr Gründe zur|Sinn-. 
erfassung und zur Rechtfertigung von Wert geben als ein 

►lies/ Gebet in einer (unv e r s t än4 1rl:ehen) Sprache^ dder 
es sind so weitmaschige Thesen, dass sie^idie Konkrethei- 
ten des Lebens ebenso einfangen wie entschlüpfen lassen^ 




'köftÄefti und dass sie {^^:C^ von gescl 
entgegengesetzten Zwecken missbraucheti l as ßfta , ^^^w^^ kcvy?.n 



ir 



"r^y 



^ 



Aber was für die Scholastik gilt, gilt leider in 
ähnlichen i-^oi^men letzthin nicht r.inder für die unzähligen 
modernen Lehren von absoluten materialen Vierten. Fas da 







1 



I 

'S 



i! 



.> 



ni ,165b 



153« \ 



^ fi 



rAt«il«l« WariUMorlm dwr RmmU 




-/■ iLC 



f 



\ 



So 



MAorlal« 



abor dl« philoMphls^« Bogiimlanii, dor «bsolutm 



dM Mtt#lalt«rti fOr das krlUaoh undognatlMlio 



flmkan auralalicn^ «#in kann» däa AMrkmntmg aolchan Wartma var 
Mar iiM i itd n dur<^ etan Mtol^Kriff auf dl« Äutoritlt dar iiroha g#» 
daokt* Dia !«aii«<9it dagafsran hat bamaat ntbr laadi «abr aliia aolcte 
StOtauae athlaahar Warta pralacaban vollani und daalt hat aia aloh 
Mlbat» ide rsaiat -AX. vlal ObartraibMg galtlagt imrda» daa mit(.B^itMtAjm 
dMd groaaatt fitalta iMMObf*, «u daa alias thaologiich ori«tiarta 



Danken aurftckflffchtan k< 



Tbadlagita 



« Unc3 In dar Tat» crtsaoKL ?idt dar Ptuidla» 



dla nauaaitllaha W#rtphilo»ophla hat allardlnga !«it ihren da^Hfridia^a» 
M»153b MrauQhaa atnar rain waltlieha« rthlk vor dan ran» amsthaft kritU 

mkm\ ;^«nkan» kaln« »toliaran Erfolga amf «steigen tl« das Httalaltar« 
ma philoaophiaoha iiachtfartigimg \m,T fifr alna dogmanglÄübig© raliglSaa 
Mattathik Im .^mnda tA>arflttaaig»und iiaiarbalb 9^xmT rain afkuOLarari 
Wartthaorie lat aia aiadaatana biirtiar vniig aiaaglttekt» d.h. dla 
iBPiUaoha anbafaagaiia IHmdiar«^ ^thladiar Waita bli^b in baidan FIL« 
lall achirar unbaf rledlgand« ^r das ^JaMMtsain wn aehvar flbarsakbaran 
Halativitttan in athist^ar Wartung ist baaondars sait Anr 2ait dar 
snropIlaaiMnlxifkltraig aMMiWisntlich ancaMsahaan« Abar dla Arbait 
an ainer dl#aa ^latlTitlt ttm>tai«and[ ttbandndsndan Wartthaoria hat 
laldM* daait nlaht Sahritt gahaltan. 

Waa da als tfarta an aloh von Dautschf^» Italianam» Franaoaattf 
■iglihdam und andaran VSLkem dar varsohiadanan Jahrtamdaria 



i 



■X 



\ fWiMirfll 



MBi 



mmm»m^ 






•fi mr iMMh fo rt— ilwwi «itlkM «nd «hrtttlirtm HiwU>Mld*ffi an. 
kiiUs«ti «dt iaMrii«MLlriMn VaiiMife«! — nlini»tt, Dw dMttrtw R». 
fwMtor wA ÜMuitt ntlUp» MUmMm «iwUhfc \mm m6tn f «m "Jim. 
tltU (nivM««U«", p»UUMlMr a«rMliUiiMit, «ad •jMtitl« pMtlaoi 
Uli««, pA^Uit ftMhUldik«it, ««n ««n«eltM", "nMiMflaUnUa", 



■»4.5^ 






155 



rahftutftl<k«Lt, 



aM4i%t«t«ndM 



%IMt» «Mi— phlU— p h TIMM« r-MiimnUa 



in 



f«mt|t«B 3onMtt "pMMtnM, « 



t 



ThoMM mmMt imw KaiMl«r itauy VZn«, ^»nteK in Mdiwr T^ fn^g 
•1« hSohsi«! MtMl«l«a W«ri «in "Mtttiv«nlH gwHMU« L«b«i",' Za 



•rMhdLBt •!• d«r otetvU aatarUl« '<'«K> •!• dl« '•pftaa nrUw" dl« 



*pfMtaRti«' 



Mt«adl«i» «Ifl «mU "«bgilaiUU 



t«i »juitlU«", -foiUtate«, ^«MpcrABtU*! «od ia a«ftlff« wo Sati 
dM iMitMwr abgA^AU^m M«fUd««l« m1« MmLlMiait «nd XMft Ut 



of fcMilaB «ad 8««feitr«'*, ««nacMiw«««!««« niaihwiii ia 
IWLt«« «ad a««t« alüit ttuwälwi nardMu 

Dir naa« Arnold OwOiaai «mndm «MdHMdi«h J«a« T«««ntan, 



au^Hit, 



tndg« 



f«sk«it mtA NuMhältunK, Br fn<d«rt ihr« ftwUam 
UfllMtlMtlMlMa W«tt« d«« in«L«M«, 0«h»raMM «nd d«r D««i,' netMi 



,» 

j 






MMtSMH 



DNiWMHMUttiMC 



•••155 



niti66^ 



**lii«p#atio 




/i.i* 



amMUfMH 



MLtetf a*« -W.«?«!« ymrm^ «d dMbilb «uÄ nicht« bi«thrM •eaitt'% 



#j<l1ff Ufftf 9^i4ttfiiiw 



f ^i^lBTMiflMa^ 1683» als die ^lauptl 
Bh Ihn ein« Uib# fu J«ieir iSidM^* 



(••tlftet hat; ^ffd dUrtu« folgan dann die i#«dtariii hoben mt#rlal«i 
Wette der aaraabeinilgkeit« a^betvilligkelti teeafeitlglceit» (lemldt 
Dewt^ wd dei^eieliaiu Cw '^laiÄjeaephlloeoph'' Fjrledileh f4elnileh 
«laeefait eiM Art dentaler Malebpa?ic^«t llaat 1« fHfh« 19#J*h5!'^wJdwi 
die Tvsendan der Qete*ftigkelt» J«aal«keitt StaadhafUgkeit, Selbetbe- 
herrechw^t Tr«», Wahrhaftigkeit i -Äjhiurtigkeltt OroeeBwrtt Jode edle 
li*»breiche Geeinaoi« «aa de» •Haupttaten" der Tugend, a«e Videheltt 



XMt 



MkraTt ''gleich Zifeigen' 
oder gar nicht bekannte Gi 



Johann 



Chiletian Gottlieb SebOMHurm j2;laubl» ia l8#Jahrhundertt eine boeondere 

ftitteokuiv daiAt geMcht ea haben» daaa er die **Heoht9cheff«ilielt« Ma 

Urmrt, eur arpfUchf*, aar •SltU aller Sitten** erWb «d alle ethl* 

eeliefi Webewwoita, nie "Hnraliaohe HealiUrt» neralleehe Freihalt^.MM» 

lieehe W'ehrtielt" in t%T ReolitachaffeiAelt »♦alncae^üoeae«**'' fand* Aber 

M«157 haetdeToUlt Hebboa und an dttroh/tkiditeeten lüetaeebe «Ind älliti eoU 

öhen WezttAfeln der IMMoohaffenbeit oder der aturlotUelMi Aekooe «dt 

dtor ethieehe« Verherrlictoang der Waeht oder aogar der aroueoakelt und 

der kreft^oUeten ikn^MOloeigkoit ortfeg««atr«t«u DU Lieten mu««# 

lo? 



I 



X 



4 



Mmmm 



MUM 



WM» 



-167- 



r 



^i dem lel^ier Arnold Geulincx aber sind die chris^t- 
llchen v\i te der Entsagung ausberordentlich viel sch^icdr 
hervorgeke^t, an ihrer Spitze Demut, »»humilitas^V^"in- 
soectio et debspectio sui", Betiachtung imd Ve;ruchtung sei- 



nes wahren armseligen Selbct, das »'nichts /Vermag; und des- 



yO^ 11^ 



lialb auch nichts l>e)>>ehren" sollte . Der Franzose Nicole 
Malebranche nennt in se^en I/.editations chi-^tiennes et 
HfetaphysJQues (1683) als d^ Haupt tu^^ei^ die christliche 
Liebe, die nach ihm eine Li^^ibexzu jener "Ordnung;" ist, die 

y \ 2 

Gott überall im Dasein £j^tiftet hat ; und daraus folgen 
dann die weiteren hcb^n maxerialen Yv^X^e der Barmherzig- 
keit, Gebetv/illi^it, Bussfertigkeit "^, G^^uld, Demut^ und 
dergleichen, uild der wenig bekannte Giessener^^^ilosophie- 
proiesscr J^» Gottl. Schaumarji glaubte im 18. Jahrhundert 
eine be^ndere Entdeckung damit gemacht zu haben, dask er 
die ^htsoffenheit zum Urwert, zur «Urpflicht«, zur "Sitte 
der Sitten" erhob "^. 



.V 



<i jjie Listen von angeblich absolut geltenden materialen 



-^T A V.erten, die'jÄUj) ziemlich aufs Geratewolil^ herausgegriffen 



.^^ (l;uib^^, können durch die ganze europäische Geistesgeschichte 
ciurch beliebig mehr Beispiele erweitert werden; und(-u msQH -^to:) 
trti^eÄditafeln, (Ciffl-eo)mehr Divergenzen! Was so gut wie alle 



-^ s-^iese 



Verkünder materialer Werte eint, (d^ist ^^ L'angel o 



n Berründung ihrer Postulate und die Überfülle der Hheto- 



^^^ y^o rik!^ der erbaulichen Ermahnungen, mit denen (^yti;) Mangel an -^ 

Einsicht in die Kernfrage verdeckt wird. Jede Kritik dieser 
Unmassen von Literatur muss monoton wirken; aber sie kann 



I 
1 



4 



i 



-rr- ■■'■ ••••■- ■?— '--»a 



asaez 



SSSSSSSTSB 



MB 



S« 



HHB 



jg=^' 



,r,^ 



-168- 



r 



nicht annähernd so eriLüden y;ie die Gesprächigkeit der 
meisten dieser ethischen Autoren selbst» 

Die Xritik hat an :::indestens drei Punkten anzuset- 
zen* "as hier an absoluten Werten gelehrt wird, zeigt zu- 
nächst weithin gegensätzliche Porderurigen, Kraft und Q.Jini^r- t 4 
l-drrrSrt^il;} auf der einen Seite, deiiütige Selbstentäusserung 



auf der anderen. 






mxs-ivy 



cijus S( k,Cck 



Angenommen aber, diese Gegensätze ( Iconnten a usgeglieii 



otien- 



r 



word e n /, dann (la^ oen oioh diese Ide 



och niob t— eift- 



^ d eutig Qd .^ überhaupt nicht in der Praxis be^äti^^^ L!an 
r^ ,v^xiag ^^^^vtiJGeulincx' /ideal der Selbstverneinung wohl erstrebens- 
wert finden, nichts mehr zu wollen in einer Y;elt, in der man 
doch nichts vermag; aber daija muss doch mit Nietzsche hinzu- 
gefügt werden, dass der I.Iensch dies nie durchführen ^iaxjii 
er mag viel eher das i^ichts wollen, seine Selbstauslöschung 
dui-ch rreitod - und das ist gewiss nicht von Geulincx ge- 






wollen. 



at:er, solange er lebt, kann er unmöglich nicht 



Endlich aber, selbst wenn die Gegensätze zwischen dem 
Immoralismus Llachiavellis oder Hoboes uiä den gentler.en- 
Idealen der englischen Platoniker wie den christlich aske- 
tischen V.'erttafeln überbrückt werden könnten, und wenn fer- 
ner diese Synthese von Idealen prinzipiell praktisch zu 
verwirklichen wäre, so wäre noch imr^er philosophisch nichts 
iür die Rechtfertigung dieses materialen Gesamtideals er- 
reicht. Die ICritik, die gegen jeden Bestandteil und i^^g^n 
das Ganze dieses Ideals gerichtet w^erden kann, könnte nur 



w 



I ■iiMii ■ imiMn tM\ 



T — .-»Fj.( — 



... ,, . ,i.. ... I ■ .L ■ I rffT- 



rw'M jtuT II iM.'ii " Uiir '.g -~- 



I 



^)n5 a<i 



-169- 



durch v;eit tiefer zielende Argu^ientationen zum Schweigen 
gebracht werden. 

Vvarun; ist z.B. das ^enxleii^^in- Ideal ein absolut ver- 
pilichtendes Ideal? ?.aruin ist es nicht im Gegenteil als 
) die heuchlerische Pratze einer ausbeuterischen Herrenkla^ 
se zu entlarven, die sich diese liebenswürdigen, selbst- 
beherrschten Gesten nur zu leicht zu eigen machen kann? 



Warum ist irgendwelche christliche Selbstverleugnung 
in das angeblich absolute Wertideal einzubeziehen, v;arum 
nicht an seiner Stelle der blosse LIachiavellische und 
liobbessche.L'.achtdrang? 1:qvji liian daraui besteht, dass 
Kachiavellis absolute Vertideale die jüdisch-christl:.>:;h8n 
und demokratischen nicht entthronen sollten, in den »'Wider- 
legungen" ^^'s: Llaohtmoral LIachiavellis und Hobbes durch die 
chi-istlichen platoniker Halph Cudworth, Henry Llore und viele 
andere ihrer Zeitgenossen, v;ird man eine ausreichende Ant- 
wort auf die Grxindf ragen, um die es hier geht, vergebens 

suchen. 

^ix^Z^ü einer Fundierung dieser »»absoluten" Werte v/erden 
fast imL.er verhüllt durch die sprachgewaltigsten Versiche- 
rungen, dass die Gegenseite unvernünftig und moralisch ver- 
rottet, oder umgekehrt, dass sie unrealistisch, schönfärbend 
und uiaehrlich sei. Oder noch fruchtloser: das ganze Schwer- 



er 



ewic^t der Debatte wird verwirrend dahin verschoben, dass 
ja die Einigung über das, was absoluter ?^ert ist, nicht der 
erin-^sten Anstrengung bedürfe; nur die Bestätigung dessen. 






wa 



C5 O. 



das Ideal ist, das sei die grosse Aufgabe des Lebens; 



i 



I 



L 



\ / 



• — -- * y f-^ 



■ WH I' i> I II > " '^ ■ l " ■ 






..^■■ M I *' Ht ^ ^ . I I ■ j lll U piiil P f illll '■■■■ ^" W , ■ f 



,..,. m , H ,i . 1, MiM prpwwuryr-'i y i'f v\nfmm, ' i ' ;.. '^' ^ ' ' W»M, »* ? < af"Hf ' ■ ' ■ » ■ l ' M i' V ' ..! ■ i » ^^ l| MT^M l V '' V l ;,; w > , | i' i. ip « ii ;H ' M [ j i "y' 



I 



-YKS-\r^ 



I 



i 



-170- 



% 



■^ und dazu bedürf/e ican nicht philosophischer Grübeleien, / 
sondern ausschliesslich des pädaa;ogischen Ansporns durch 



edle Erzieher. 



Laescn v/ir deshalb die Vorzeit ruhen mitsamt ihren 



^s-/6(Pö- 



' zahllosen Lehrtüchern üterj absolut verpflichtende~Werte, 
^ die ^Sx^ von Plato her bis über Schleiermacher hinaus unse- 
ren Hauptfragen ausweichen; prüfen wir nur noch kurz statt 
aller anderen die spätesten laaterialen VVertlehren der Ge- 
genwart! Max Scheler hat hier bekanntlich alle ^;erte "aprio- 
risch" zu universaler Geltung unter vier Generalnenner brin- 
gen wollen, das Heilige, das Geistige, das Vitale, und das 

I l2- 

\ bloss nützlich- Angenehme'^, (^q^^xl diese Tafel absolut gülti- 
ger F.aterialer Werte und z^^^n die ebenso a priori voraus- 
gesetzte Hangordnung dieser Werte haben sich bald wieder — 
wie iiLiier in so-ohen Pällen - berechtigte Bedenken erhoben. 
Eduard Spranger v;ies, wie iiir scheint, überzeugend da- 
raufhin, dass eine Gliederur-g in ökonomische, theoretische, 
ästhetische, soziale, politische und religiöse V.jrte v;esent- 
lich über..ichtlicher sei als die Sc heiers. Er sah weiter den 
religiösen Wert als formgebend für alle anderen an im Sin/*e 
einer Vveltlich liberalen Pieligiosität, die als umfa.. nde 
Weltanschauunj 77erte zu prägen imstande ist. Vor allen; aber 
proiiesxierts: Spranger mit vollem Hecht gegen die prir.itive, 
geradlinige jberordnung eines Wertes über den anderen, die 
Scheler vorgenommen hatte. Dem gegenüber hob Spranger klar 






rvcr, dass ii^'o^ii dem einfachen Höher und Niederer bei den 



Werten auch eine Differenzierung nach grösserer und geringe- 







f 



I 



I 



m» i<ii 1'» '»'!,* mm., j.. «i| i . " i w.. i"..ff 



— ii^n pii fyw 



Vrnimiiii>nwwwini>Wf.KaiHPB 



-171- 



\ •*■ 



or>\^i kC^ 



rer "Ii^tciiöität" nie aus den Au^e zu verlieren sei. Ein 
niederer v.'ert könne daher oft beanspruchen, wegen seiner 
Intensität U2id Dringlichkeit einem höheren, aber weniger 
drinc^lichen vorgezogen zu v/erden • Ohne Beiriedigung der 
drMngc-dsten ckononischen oder vitalen Nöte können auch 
inwallc'ktuelle und kür.s tierische Werte nicht mehr reali- 
sijrt ..erden. Spranger hat allerdings absichtlich diese 
Iii:.wei^e nicht zu eigener Daseinswertun^, sondern nur zu 
ei..^r b^ischreibenden Klassifizierung vorhandener Lebens- 
bevvertun^en verwenden wollen. 

::icolai Hartmann dagegen hat unxer Aufgreifung die- 
föc^x" An^ egun^jen ein ganzes »ririnai^^ent von Werten" auszule- 
^>-cn un-LernoniiLen. In seinem Zenith steht nach ihm "persön- 



1 ■: ^■'^^ 






ehe'» und in seineni iradir die bloss "inhaltlich be- 



m\s- I^O-C 



diiigend^n Grundwerte" wie Leoen^ Bewusstsein, Tun, Leiden, 
G--:ck3c:.:p finden u.s.w. Die platonischen, die aristoteli- 
u^n, ciie jüdisch-christlichen und auch Werte wie die 



Os^ 



"FernstenliGbe^» und die "schenkende Tugend" aus Ilietzsches 
mittlerer Schaffenszeit sind hier in reicher Zahl unterge- 
bracht. Unsere Grundfrage aber ilubs es natürlich auch in 



r 'dLXJLe. vi 



ieaes ranzen Sternjewölbes von Teerten bleiben: 



was hat der Denker eigentlich mit dieser Nennung von vie- 

2 

l^n Reihen von Gattungsnamen an Sinn des Daseins erfasst? 

Diese zeitgenössische materiale 'Ä'ertethik rühmt sich, 
absolut a priori einsichtige Wertv/esen entdeckt zu haben j 
und wer nichx zugesteht, dass das Ileilige oder oe persön- 
liche Liebe höchste T^^erte sind, wird als wertblind und 



f 






-y wy mm ,u rr. }» m .ir ' >i i r " ■ • }V>*^i" 



arssc 






1 




-172- 

auij^^erden: als blind i(iür} die a priori gültige dangordnting 
der '-"erte^d.h. als unhaltbcir imkompetent in V.ertfragen ab- 
gewiesen . ./oer was will das bedeuten, wenn der Yerkiinder 
der Le:ire von der blonden Bestie iind wenn Machiavelli - von 
latcileroii Vertretern der Llac atmoral zu schweigen - persön- 
li..he rlilrte, ja Grausamkeit als höchsten v;'ert verehren, 
v;ei.n sie das Lob höchster christlicher persönlicher Liebe 
/ als eir.e Degeneration^erscheinung bekäF.pfen, und \wenr^ von 
c:*.:.;ir ^ritten Seite her, von d.en Verfechtern des Klassen- 
x.c.^.pfc, die xtieligion als «Opiuii fürs Volk" und die "bloss" 
p:r_-3öriliche Liebe als bcuj-geciccr "escanisni" und als schmäh- 
l-.::istei Verrat an den höchsten ^enschheitsidecilen der Zu- 



• »5 



cryKsAhCt 



kuxiit verwerfen wird? 

In den Widerhall der Schlachtrufe dieser unversöhnlich 
gt; _^i:erisc;hen V/ertsetzungen kann die Berufung des materialen 
V. e« ■-eth-.kers auf eine Wertblindheit c.er von ihni abweichenden 
Vie-:turxeile nur wie eine Groteske wirken. Im Fall der Tarben- 
bli.:dhei^ gibt es ja noch physikalische Beschreibung des Ur- 
sprungs der Farben, die völlig unabhängig von denpsycr^ologi- 

i 
sehen Empfindungen krankhaften Farbensehens durchgeführt 

werden karji. Im Gebiet des \Vertens aber kann der iLateriale 



14 



4 



Wertethiker auf Grund seiner Gesamtlehre nur ein Anatheca 
für die Behauptung der entgegengesetzten v;ertlehren zur Ver- 
lugung haben. 

Ler "ordre du coeur", auf den er sich hier im Gegensatz 
zu dQH Ordnungsprinzipien des "blossen" Verstandes stützen 
will, ist keineswegs eine a priori allgexaein gültige Ordnung, 






-175- 



I 



/tk^ l6( 



Gor.dern das "Merz" des Vertreters der konsequenten I^acht- 
moral drängt Vüli eben Wertungen aut, die denen des aske- 
tischen Christentums kontradiktorisch entgegengesetzt sind; 






o riuss der materiale Wertethiker mit seinem (h^Urfti- ^^ 



gon Begriffsapparat allen diesen entscheideiieD V.'ertkonflik- 
xen gegenüber hilflos bleiben* 

Doli [^e^enUoer scheint die *• rationale" Lehre von nate- 
rillen "erten, wie sie Cr.S* IJoore auszubilden suchte, auf 
den ersten Blick beträchtlich überlegen. Denn !^oore vermied 
ir allen seinen einfluscreichsten Schriften den Übertritt 
z^ ainer. 'ordre du coeur" und wollte hier die V/ertinig nie 
aei- Licht streng rationalen Urteils entziehen. T^r würde 
sieh aiift? äus^erste dagegen sträuben, etwa in der ^^blinden, 
der unverständigen Freundschaft oder Liebe" die echteste, 
wertvollste Liebvi zu sehen, v/ie dies einer der bedeutend- 
sten älteren Verfechter einer "Philosophie du coeur", Fried- 
lich Heimlich Jacobi befür.vortet hat • Moore ist von seinen 
frühsten Schriften her entschlossen, "intrinsic goodness" , ^''• 
das, was innerlich gut an sich selbst ist, das Gute an sich 
•uiid alle 7;erte gänzlich unabhängig zu machen vom Getriebe 
r.enschlichen Lustwmpf ir^ens. Wir verstehen nun eirjnal unter 
dem Y/esen des Guten nach Moore etwas, das an sich nie iden- 
tifiziert oder erklärt werden kann mit Gefühlen von Lust und 

4P 

Schi;ierz, 

Las Gute und alle Werte präsentieren sich :ins v^ol 
me.-r alc ebenso in sich selbständige und undefinierbare 
Wesenheiten wie die Empfindung des Gelben oder die Empfin- 






-A«. 



I 



-174- 



I 
I 



'^Y(yS-{i>2 



diing der Lust; die V.erte sind nur im Gegensatz zu diesen 
"natural properties" als "nicht-naturalistische" Gegeben- 
heiten zu betrachten • 

Nicolai ilarti^ann hatte bereits entrüstet Belehrungen 
über die "Anwendbarkeit" seiner Werte a priori auf das 
enoirische Leben als öde Pedanterien zur Seite geschoben, 
ebenso wie andere zeitgenössische Ethiker die konkrete An- 
wendbarkeit von Wertbegriffen auf das Handeln nur als eine 
irrelevante "quaestio facti" abfertigen und allein die 
Fo .tle^'ung allgemeiner v;erte a priori als die kardinale 
"ciuaestio juris" betrachten . D.h. ^ offensichtlich weicht 
r;an hier überall wie bei Scheler den entscheidenen theore- 
tischen ?ragen aus, nämlich den Fragen: welche konkreten 
eioiricchen Verhaltungsweisen fallen unter die Werte a 
-oriori? Liese Fragen der Anwendung der hohen Allgemeinbe- 
•Tiffe von Werten auf das konkrete Leben sind natürlich 
streng tneoretische Fundamentalprobleme und reine "quaesti- 
ones juris". Las prinzipielle Vorbeisehen an diesen v/elt- 
anschaulichen Hauptfragen wird dann in der materialen V.'ert- 
ethik höchst irreführend damit gerechtfertigt, dass dieses 
Hauptproblem fälschlich identifiziert wird mit den völlig 
andersartigen praktisch^ädagogi sehen Problemen: wie kann 
ma:^ Menschen dazu bewegen, sittlich wertvoll zu handeln? 

Als ob man etwa, in der Ilaturwissenschaft die Grund- 
frage nach der Verifizierung allgemeiner Geaäze mit den 
praktischen Fragen der technischen Anwendung dieser veri- 
fizierten Gesetze gleichstellen könnte! Als ob man sich in 



f^ 






mmmmmmmmmmmmm^mtimmmmm 



■-^■» M ii^jü^ 'g . — "t n-^ 



••-««V-«~1P*«feOs ' # 4 >•. ^J^'•| 



-175- 



l 



^^{^l 



^>M3 -/b3 



der Zoologie nit der Aufstellung des Allgemeinbegrifls 
"Säugetier" zufrieden geben könnte, ohne irgend welcne 
eindeutigen, prinzipiellen "Anweisungen" zu jaben, wie in 
der konkreten ?>eobachtung der Natur die Säugetiere von 
Vc^-^eln und tischen zu schaden sind! Doch auch L!oore will 
sich we::;entlich auf die Frage beschränken: was bedeutet 
gut an sich, wertvoll an sich? Bestenfalls zieht er noch 
die Fri-^e heran: wie sind die Werte an sich zu klassifi- 
zieren ohne Rücksicht auf alle empirischen Schwierigkei- 
ten der Jnterordnung empirischer Verhaltungsweisen unter 

"lo 
die alljen.einen Werte, i^ 

Prap;en des Zusammenhangs zwischen dem Guten an sich 

vnl der guten empirischen Handlung klingen erst in Lloores 

ty^zeren Untersuchungen von 1942 an, wenn er hier z.B. die 

i.l^ende höchst charakteristische Erklärung abgibt: "To 

say of anything, A, that it is "intrinsically " good is 

eouivalent to saying that, if any agent were a Creator 

before the existence of any world, whose power was so 

limited t'nat the only alterroatives in his power were those 

of (1) creating a wald which consisted solely of A or (2) 

causing it to be the case that there should never be any 

v;orld at all , then, if he knew for certain that this was 

the only choice open to him and icnew exactly what A would 

be like, it would be his duty to choose alternative (1), 

orcvided only he was not convinced that it would be wron^ 

2 

for him to choose that alternative." Diese klassisch um- 
ständliche Darlegung darf wohl als vorsichtig genug bezeich- 






4' 



■ I 

1^ 



1 



■ — ii M il ] II P, 



X!.j*iA< rig.ii"imTfinMr' .• . «.' ■ " ■ na i 



grrTrraTBi 



T '-"'""' 



> 



-176- 






nx^-lb3 






mx5-lfcV 






^ 



\.--)lL)x 



rrr^ 






S 



net werden in ihrer Charakterisierung des reinen Begriffs 
des Guton, der Bedeutung des Guten als Wert an sich. Aber 
was gibt sie uns an die Hand, um irgend^'wo durch Jenen 
-Re^^riff des Werts an sich auch nur den bescheidensten vrert 
in der Realität als Wert charakterisieren zu dürfen und ihn 
nicht ctv;a als Unwert ablehnen zu müssen? Die Antwort auf 
diese Frage kann nur lauten: nichts. 

:ir haben hier gewiss einen ausserordentlichen geisti- 
gen Gewaltmarsch anzutrexen bis hin zur Vveltschöpfung und 
eino-m v -Itschöpf er mit seinen Gewissens quälen bei der 3r- 

clr^ffung der Welt, alles Bedingungen \ind Klauseln, die wir 
sc.jer^ich je adäquat erfüllen körben. Aber trotz dieser 
höchston Anstrengungen, die von uns gefordert werden, am 
2....e wird hier doch alles ganz einfach davon abhängig ge- 
macht, dass wir rein persönlich zu entscheiden haben, ob 
eine besxixamte l.onkrete Handlung eine Konkretisierung des 
a"^ 1. verneinen Werts des Guten an sich ist oder des Bösen an 
sicri-^. iriclit der «ert an bich kann uns darüber belehren, 
sondern die Entscheidung muss letzthin allein unserer v;ahl 
überlassen bleiben, der V.ahl, die wir den von uns ausge- 
dachten Weltschüpfor machen lassen. 

Das aber sollte natürlich ehrlicherweise von vornher^^W 
) ein,-3Standen werden. DlTnn daiait wird alles Forschen nach 
Y;erten an sich,7die über die Realität nicht die geringste 
Belehrung geben können,y^fUr den Daseinssinn völlig überflüs- 
sig. Oder anders ausgedrückt: alles, was diese absoluten 
:,aterialen v:erte zu bieten haben, wird völlig rdativ und 



m 



( 






i 



xirsaips ' sssia"t ' i ^' 



'<. , . ,^mm,mfmniarmnmmr.- 









nrr\^ -\ ^H 



-177- 



nichtssagend, sobald wir ihre rein begrifflichen Fest- 
legungen a priori verlassen, um uns nit ihrer Kilfe über 
V, ert und Unwert in der Realität zu orientieren. L!it der 
Redlichkeit des Denkens, die ihn auszeiclinet, hat auch 
Lioore dies schliesslich 1942 selbst gestanden, indeiL er . 
erklärt: er neige jetzt doch vielfach dazu^ die Existenz 
von ?;erten an sich, von "ii^trinsic values»* zu bezweifeln, 
und stc-tt dessen den iLenschlichen ?/ertungen prinzipiell 
nur eine "emotive meaning" , d.h. nur die gefühlsbedingte 
Bc-deuiung eines Wunsches oder Befehls im Sinne von Charles 
L. Stvjvensons "Emotive Ilthics»* zuzusprechen. Es bedarf da- 
her wol^l keiner weiteren Zugeständnisse nierir als der dieses 
schar-i-^innigsten Yorkämpfers von '.Verten in sich und an sich 






heier und llartnann wie zahllose ältere ''. ertxheoreti- 



ker konnten sich wohl damit begnügen, die absoluten materia- 
len V erte als "platonische Ideen" oder als unerreichbare 



r~ 



terne über sich leuchten zu sehen, ohne sie für die kon- 



.:rete Prüfung "materialen" Lebens zu "begehren". Aber der 
höchst selbstkritische Engländer L:oore fühlte offenbar 
schliesslich, dass er. gerade mit der äussersten Reinhaltung 
des Begriffs von Werten an sich für die Keisteriing irgend 
welcher Realität allzuwenig in der Kand hielt, um die s für 
ein befriedigendes Denkresultat halten zu können. Wir aber 
dürfen nicht nur, sondern müssen zweifellos daraufhin noch 
weiter gehen. Wir müssen alle die absoluten Werte an sich, 
von denen wir hörten, und von denen wir nach dem Sinn des 
■^e^^^riffes Wert an sich - in seinem Kontrast zur menschlichen 



I 



wtimmrm'mt iiiiii ■■■»(■■ » 



r 



-178- 

Lust - je hören können, als Irrlichter bekämpfen. V/ir 
dürfen sie nicht einen üonent länger als die Leitsterne 
in dem tiefen Dunkel des Daseins vereliren. Denn so hohe ' 
Intentionen auch die Schöpfer jenes Glaubens an Werte a 
priori jihabt haben Eöjen, diese zweideutig blinkenden, 
blassoll Gaukelbilder wie 2hre , Türde, das Heilige und 
selbst Liebe, von geschickten Demagogen den :i!assen voran- 
getrc.^-en, haben schon zu lange ehrlichste Menschen immer 
wieder in die Sümpfe schi-^utzigsten Unwerts gejagt. ::ehr 
noch, redlichste Geister, verführt von diesem vagen Jrug- 
g-..^2:, .-üben sich zu oft freiwillig zu den schimpf lica- 
c .^n .^ssenmorden und Menschenq.uälereien hinreissen lassen« 
;in h^ute noch weiter gestützter Glaube an absolute ^^erte 
a priori ist daher nicht nur denkerisch-ethisch --e^enstai^ds- 



O^'s^" 



los, er ist auch praktisch verhängnisvoll. 



^YWS -IfcS" 



^ ->-e Illusion einer subjektiven absoluten 
/ Evidenz der Werterkenntnis 



Die absolute Werterkenntnis hat jedoch anscheinend 
noch einen letzten Ausweg olfen, den man von der dogmati- 
schen Statuierung der V.erte oft abtrennen konnte, und den 
wir deshalb auch noch in diesem Zusammenhang ins Auge zu 
lassen haben. Und zwar handelt es sich hier im Unterschied 
von den "objektiven" materialen V.'erten und Tugenden \im das 
"subjektive" Gewahr.^ erden von Pflichtgrund Sätzen, um die 
3timme des Gewissens, um "angeborene** oder sonstwie evi- 
dente, absolut bindende Werteinsichten. 



■»«»■^■W IU I I II L. Ii 



-179- 



f Ory\s -l66 



.vS- 



-TKi^l^^ 



Die Grenzlinie zwischen der Kultivierung dtser sub- 
jektiven Seite des Wertsexzens und der Seite des objekti- 
ven Gehalts ist oft nur schv.er zu ziehen und oft völlig 
fliescend. Denn insofern das subjektive Gewissen und die 
an.^cborenen Pflichtgefühle objektive Geltung beanspruchen, 
und insofern andererseits die objektiven Werte auch als 
cujjekxive verpflichtend erlebt werden, insofern hönren 
die beiden Sphären von Geltung und Gegebensein natürlich 
eiij zucammen* Was gegenständlich dem erfahrenen Ich zuge- 
hört, >ar^ doch zugleich intrasubjektive und in diesem 
Ginn subjektive Geltung haben und umgekehrt: was sich als 
scheinbar nur objektiv gegebener Wert darstellt wie ein 
Din^ laanr. doch zugleich seinen eigentlichen Sinn erst in 
:.^r Erfahrung wertender Subjekte finden. 

Aber auch mit dem ethischen Formalismus gibt es hier 
ßenllsond innere Verbindung. Das objektiv gültige Pormal- 
gesetz aller Wertstiftinig ist nur zu oft im Gegensatz zu 
der Heranziehung von objektiv gegebenen Wertinhalten aus- 
schliesslich an das Werterlebende Subjekt gebunden worden, 
'v^as aber hat es (aui^ mit dieser Wertstiftung durch ein letzt- 
hin subjektiv-objektives Gewissen, durch letzthin subjektiv- 
objektive Pflicht erlebnisse auf sich?< 




Schon Plutarch schreibt es dem Chrysipp zu ^ und Arrian , 
.:arc A-urel' wie Sinplikios^ haben es ausdrücklich als stoi- 
sche Grundlebre bezeichnet, es gäbe nvm einmal eine ganze 
..r.zahl von Begriffen von dem, was allen vernünftigen Ge- 
schöpfen xinveränderlich wertvoll ist, und aiese -'egriffe 

Aach hl.r hand.lt •• «loh Ml«l.r ua «in. lang. TradLtlonalctt., dl. sieh ■Ind.st.na ron 
dt Stea h.r in kaua «IhlbarMi Abhandlung«» rmfolgm Haas«» dia abw (natOrUoh) nur 
I durdi ainiga Baiapiala anaohaulloh ganaeht tu tiardan brauohl^üa daidt aina gmSgMid 
fundiarta Kritik au stOttan. ; 



i 



I 



l-i 



-180- 



l 



ftYS loT- 



r»v<» 



-\^9 



seien Menschen wie Göttern eigen j sie seien so unmittel- 
bar einleuchtend, dass kvin denkendes T;'esen ihren /.ahr- 
heitswert je verleugnen kön^e; sie seien -Tjy^i^ j^^ «> 
/Mfynr^,^ ^>^^r^s ^T^-^cru ^T^Dus heisst also, hier ist abso- 



/ 



lute Konstanz auf beiden Seiten vorausgesetzt: was die Be- 
^■riffa objektiv meinen, bleibt unerschütterlich gültig 
für die Realität; und unöer subjektives Erfassen dieser 
absolut geltenden Werte bleibt ebenfalls zu allen Zeiten 
£'laich evident. 
^, Auch Cicero ( sohr o ibt^ -^sprichtl^ den Stoikern die An- 
i^^^hne von Begriffen zu, die allen Iklenschen von l^^atur ein- 
jopflanzt seien, notiones insitae und "semina imiata vir- 
tutum" , eingeborene Anlagen zur Betätigung und intellek- 
tuellen Erfassung des Guten-^. Und auch der Begriff des 
Gev/issens, der moralischen conscientia tritt schon bei 
Cicero offenbar im Zusammenhang mit stoischem Leroken auf^. 

Bei Seneca aber heisst es ebenfalls ähnlich: "ratio per- 

5 

fecta virtus vocatur eademq^ue honestum est" , Tugend ist 

vollkommene Vernunft. 

Zu welch typischen unvermeidlichen Zirkelschlüssen 
aber solche Berufungen auf angeborene Vernxinfbegriffe und 
unfehlbare Gewib^ensstimmen zu führen pflegen, zeigt sich 
bereits instruktiv in der Antike, z.B. bei Epiktet. Ein- 



mal wird hier, wie Arrian berichtet, als das Kennzeichen 
s^er angeborenen "richtigen Yernun^f t" , der S^j-z^-^rw ofnP^ ^ 
der ^^'<^ d^'^ )pji>^^rA ^^ ^ie Konseq^uenz, die Beständig- 

keit bezeichnet j und es wird dann nur gefordert; Lege die 



I 



-131- 



Preude auf die Wage und frage: ist sie etwas beständiges? 
rie Antwort kann dann nach Spiktet nur lauten: üein^f und 
^ doshalb "hinweg damit, heraus mit der Freude aus der Wag- 
^ le"'^. S 



cha: 



ogar in melancholischen Anfällen soll nach 



• mv<>i6Y 



Q, Arrian die Verpflichtung unverändert aufrecht erhalten 






i^ 



^^ V. erden, in meinen Grundsätzen "gleichförmig" zu bleiben' 
So sclriarf wird hier zunächst an der Beständigkeit des Ver- 
r.v-iltens a.ls dem Kriterium des allein vernünftig vvertvollen 
Verhaltens festgehalten. 

V;ird aber dann mit Hecht erkannt, dass hartnäckige 
TCcnstanz des Verhaltens vielfach höchst unmoralisch sein 
kann, so wird flugs nicht mehr Beständigkeit als das Kri- 
terium der Vernunft betrachtet, sondern umgekehrt, die 
Vernunft als das Kriterium für wertvolle oder wertlose 
/ Beständigkeit'^r 

Das aber bedeutet natürlich nichts Anderes als Sich 
im KreiLie ^ehn mit seinen Beweisen, ohne auch nur einen 
Cchjritt zu einem stichhaltigen Argument vorv.'ärts machen zu 
\z6zxnQzi. Der Vernunftv/ert einer Verhaltungsv^eise soll be- 
wiesen werden durch die absolute Konstanz, mit der sie fest- 
gehalten werden kann; und zugleich soll der Vernunftwert 
umgekehrt erst rechtfertigen, welche Verhaltungsweisen ge- 
eignet sind für eine konstante Durchfühirung. 

Leiter wäre hier natürlich anzuführen, dass Eandlun.^en, 
die als moralisch vemunftvoll gepriesen werden, sich oft ^ 
keineswegs ziir konstanten Wiederholung eignen, z.B. Tod 
für das Vaterland, Liebesheirat und dergleichen. Und umge- 



I.'» »w.'im y -^. — • •r'r w> wi ^ i'>'>' » " ,'Mi '' r >»<Mi'' t i n i iL ' iW« ii' i w . i W f ii ! m i . wi aw j} ji iw."i" i >. v |. ... ■■•■>-^J 



/ 



-182- 



<yv\< (■:fc 



f^. 



kehrt kanii in dieser vagen Art von 3eweic-?ührung im Gegen- 
satz zu Arrian geltend gemacht werden, dui^z die Lust sehr 
wohl zu beständiger Realisierimg geeignet ist. Doch wie 
sich dies auch im Ei*-~.clnen verhalten möge, jedenfalls ist 
nichts, was hier zur I^echtf ertigung von TTert beigebracht 
wird, stichhaltig} und dieser I^langel an kritisch unbefange- 
ner Rechtfertigung von Werten wird eben nur dadurch ver- 
deckt, dass schon vor aller Begründung dogmatisch auf eine 
allgemeine Anerkennung bestimmter Werte als der allein ver- 
nü.ifxigen gerechnet wird. 

In der christlichen Philosophie des Mixtelalters ist cLa'^<y^ 
d^r ^.Qc^rlff der wertoffenbarenden oder wertbestätigenden 
Conscientia eng verknüpft worden mit dem der synteresis. 



I 



I 






o -;j^3 (iie eronrry^y^ys odeT synderesis oder - nach Pr. l^ietz- 
f^i^^che, Ivobert Leiber und M^. V/aldmannr-y^^-v*/^^.-^^ fti3?- 



2 

^ 'j ^ i üi.^l±ch) j nach D.O. Lettin auch Sinendesis - genau be- 
sagt, und wie der Begriff in die christliche Scholaotik 
eingeführt wurde, ist trotz der erst kürzlich erschienenen 
besonders ausführlichen Analysen D. Odon Lottins immer noch 
weiter klärungsbedürftig. In Kieronymus Commentaria in 
Ezechielem, in dem Bezug genommen wird auf Paulus« Römer- 
brief YIII, 26 und den ersten Brief an die Thessalonicher 
V 23 'neisst es, dass dem platonischen Seelenteile des 
Menschen, den)^o^''<'^ , dem -^^/-x-/^ und ^/r.n/<^-. 
ein vierter zuzuzählen sei, der dem Adler, dem vierten der 
C-esichte in Ezechiels Vision X, 14 entsprechen soll. "Su- 
per naec et extra haectria est (luam Graeci vocant r-^^yfj^'^ 



\ 

i 



/ 

7"/ >r<» V 



I 



/u^") 



1^ . 



1 ■:• 



>4 



LüSr^ 



if^ 



sl^/ 



-183- 



quae scintilla conscientiae in Cain c^uoque pectore, post- 
quaxc ejectus est de paradiso non extinjuitur , et qua victi 
voluptatibus vel furore ipsaque interdum rationis decepti 
similtudine nos peccare sentimus." rarnach steht also die 
Syntoresis ausserhalb der Vernunft und höher als die Ver- 
nunft, ^das Llutartige) |der i.:ut| und das Begehrungsvarr.ögen. 
Lie ii^t der Punke des Gev/issens in Kain, der in seiner 
:irust auch nach seiner Austreibung aus dem Paradies iiicht 
ürloschen ist, und durch den v.ir es alle fühlen wenn v;ir 

» 

sündi;;:en, besiegt durch Löste oder Wut und dabei zuweilen 
^'täu^cht durch die Ähnlichkeit dieses Funkens mit der Ver- 



e 



n^onf t . 

Alexander Beckham (1217) sagt ähnlich, dass die "scin- 

jrex:is naturalitar bonua appetens" von Naxur das Gute be- 
jiihrt und murrt ("remurmurat" ) > wenn wir Verbote überschrei- 
ten • Wilhelm von Auvergne (Guilelmus Parisiensis) (um 123o), 
bezeichnet die Synteresis als "sublimissima ac nobilissima 
pars" der Seele, Albertus L'agnus aber gibt (um 12A2) eine 
höchst wunderliche Erklärung des Namens ♦» synteresis" , indem 
er meint, der Terminus sei zusammengesetzt aus der griechi- 

ohen Präposition <5--jy mit dem Substantiv <^^f^<^'^ ; und er 
i^tellt die synderesis oder scintilla conscientiae noch über 
das eigentliche Gewissen, die conscientia propria dicta' • 
V/ähreiid nach ihm das 'Gewissen und die Ratio irren können, 
soll die Synderesis das Geistesorgan sein, das auch durch 
uen S'.'ndenfall nicht verderbt wurde, und das in ursprüng- 
licher vom Weltschöpfer empfangenen Keinheit unfehlbar 



I ll—»—'IL«g 



I 



/yrvs I 'f :^ 



r 



t^ 



n 



W ^0 



[ 

C?3 



pM- ms 



7n5 /7l? 



-184- 

selbst bei den Verdaimaten zu ihrer grösseren Qixal er- 
halten bleibt • 

Thoirias von Aquino aber spricht ähnlich wie Albertus 
Ilagnus von "incommuta'^ileG rationes" als den "prima prin- 
cipia operabilium circa quae non contingit errare; et 
attribuuntur rationi sicut potentiae et synderesi sicut 
habitui"^* »»Contingit conscientiam errare non propter syn- 
..aresis errorem, sed propter errorem rationis." '»Corrupta 
ratio non est ratio •••'^ »»Seminali^' virtutum insunt nobis a 
ratura inquantum rationales sunus.'»"^ Von da aus aber wird 
c3 dann in einem klassischen Schwelgen in leeren Tautolo- 
gien 'und nichtssagenden Definitionen festgelegt, dass of- 
fenbar die Synteresis lehrt: »»Quod est malum non esse fa- 
ciendum."^ "Hoc est. .orimum praeceptun. legis quod bonum 
3st faciendum et prosequendum, • .et nalun vitandm. Super 
hoc fundantur omnia alia praeceptj^ legis naturae;.- omnia 
illa facienda vel vitanda /pertinent/ad praecepta legis 
naturae, quae ratio practica naturaliter apprehendit esse 
b.na h\imana."^ 'Auch im 16;- Jahrhundert hat der Beichtva- 
ter Karls Y., der Spanier Domingo de Soto, ganz die glei- 
chen Banalitäten über Gut und Böse mit noch stärkerer 
i' 

Afl'ektbetonung und - durch die Einschiebung des Wortes 
"auteia" - mit noch grösserer didaktischer Selhstsefällig- 
kGit v/iederhol-i: "honum est expetendum, calum autem respu- 
enduE ac refugiendum"''. Gegenüber solchen und ähnlichen 
V.eisheitssprüchen^ könnte selbst das ironische "ort Wil- 
helm Busohs, "Das Gute - dieser Satz steht fest - ist 



-185- 



^s -/TV 



ijtets das Böse wae r.an lässt" noch als gehaltvoller er- 
scheinen. Diese rationale Wissenschaft der Hochscholastik 
/ lehrt au^ücklich nur, dass der Allsömeinbegriff des Guten 
la.fehlbai' i2nir.er der des Guten bleiben muss, d.h. nach der 
nf allein möglichen Definition der Ethik/d^ej Gute^v^^J bleibt <^-^ 
irüer, das was getan werden soll. Aber was das Gute in der 
Realität ist, das bleibt in Wahrheit nach dem indirelcten 
!>s^ (rf±eirem-) Geständnis von Albert und Thomas trotz ihrer 

tausendfältigen dialektischen Anstrengungen für den mensch- 
lichen Verstand völlig der Irrtumsmöglichkeit unter^/zorfen. 
3^ 3^ kani'x es zv/ar stolz ausgerufen v/erden: "Lex aeterna errare 
/ non potest*« ^ Aber dies wird sofort wieder eingeschränkt 
durch die Bemerkung: "sed ratio humana potest errare»» j und 
doch auch dies wird sofort wieder rückgängig gemacht durch 
die allzu optimistische und nichtssagende Beteuerurjr: "nee 
tai:en est homo perplexus. .in syllogisticis /et/.. in morali- 

bus..quia potest ab errore recedere, cum ignorantia sit vin- 

2 

cibilis et voluntaria" . Oder wie es bei Bonaventura heisst: 

»•':^rima principia. .in operabilibus sunt aaxime evidentia ut- 

pote illud: Quod tibi non vis fieri, alteri ne feceris.. 

i 
i 

i Quemadmodum. .cognitio principiorum primorum ratione illius 
luminis../id est "naturalis judicatorii*^ dicitur esse no- 
bis innata. .Primorum principiorum moralium cognitio nobis 
/ innata est pro eo quod judicatorium illud sufficit ad illa 
cognoscenda." Solche Erklärungen klingen dann zv/ar weltli- 
c".:er und dem nüchternen com..on sense akzeptabler als etv/a 
die älteren scholastischen l'hesen von Kugo von St. Victor 



l 



-strccsesu 



•!■ ;.'ii '" =c 



"l**'*"" " "'■■'— 



I 



-186- 



und Lobert Grosseteste: "Est voliintatis rationalis facul- 
tas ad eli^enduia boriuin juvante gratia et maluiL eadem de- 
sistente*" Aber sie sind darum für den Erv;erb einer welt- 
liche:. ?flicht-und Wert einsieht nicht weni.orer belar/rlos* 



/y^s 



•ns' 






7as die £;ef eiert//en Häupter der Hochscholastik über 



•^ 



^ 



\^9 



rterkenntnis zu sa^en haben, klingt zwar absolut verbind- 



^1 



XX 



lieh, \'jQn'a es nur seinem Gehalt nach nicht völlig unver- 
l>indj.ich unbesti.nuLt bliebe. Nur v/eil der Gehalt dieses an- 
jTieolich absolut bindenden V/erterfasscns schon anderv^'eitig 
durch kirchliche und staatliche Satzungen als ^-esichert 
\ orausgesetzt wurde, konnte die absolute Inhaltslosigkeit 
- oder optirr.ictische Leichtfertigkeit - dieser scholasti- 
^•^äu^. Definitionen unbemerkt bleiben. Die Y/'eitphilosophien 
des Duns Sco'cus aber, des Wilhelm von Ockham una ihrer 
spät scholastischen Nachfolger schlössen natürlich jede 
Annahiie einer Evidenz und Allgeiaeingültigkeit menschli- 
cnen v^erterkcnnens aus, nachdein hier aller ^Aert hoch über 
dem Bereich menschlichen Ver Stehens in einem supraratio- 
nalen Diktat Gottes beschlossen v^ar. 

Aber uiL so eifriger haben in der Heuzeit die Ju- 
risten, die Humanisten und zahllose Begründer einer welt- 
lichen Theologie und Ethik, die alte Lehre von evidenten, 
^osolut gültigen Prinzipien des ?,erterkennens aufgegriffen, 
:.:it der Stoa und dem scholastischen I.aturrecht setzt Ri- 



«-»ai. wL 



Plooker in seinem Of the Laws of Ecclesiastical 



Politik (1597) voraus, dass wir ein ewiges und unverän- 
derlichcs, wortsetzendes Gesetz in uns vorfinden, das Ver- 



j 



-137- 



r-;^ 



nunftre-^etz ist, nur durch Vernunft erfasst werden und 
s^ i^t V on -t^c^rtts^ Willon nicht uicj^sto s sen -Ay^^^^ea-kann^ 
und ärmliches drückt schon vor iha z.3. Nicolaus Tau- 
rellus in dem pompösen Titel seines kompendiöcen Haupt- 
werks aus: ?-ilc-.ophir>.o triumT^hus , hoc est, i^t^^^sica 
"^iloL^onhandi r.ethodus, qu^T divinitus inditis menti 



C-_ 



rvws i^> 



:'^::titiis huinanae rationes eo daducuntur >,ut . > Dhilosophia 



-n " ilai s 



ilum servire dicenda sit, sed ejus esse 1 und et- 



i. 



'1 ul'. 



\Vie Hooker so halt auch lier^^ert von Cherburj^ in sei- 
^T. Traktat De Verität e (1624) daran fest, dass diese Un- 
oerpc-oidungsiahigkeit zwischen Gut und Böse jedem wider- 
i-pruchslos denkenden ::cnschen in den so^enarjaten "notiones 



V ^/ 



communes" , den ^<''>*^' tv»*"*«' 



der Alten als eine "ßabe 



der i^atur"" eingepflanzt sei, und dass diese »»universalen 
7;ahrheiten»' damit für jeden konsequent Denkenden streng 
»»sakrosankt»' bleiben müssen^. Richard Cumberland aber 



V' "^ T' 



in seinem De lef^ibus naturas (1672) ebenso wie Tau- 
rcllus den Glauben an all^-^ein rational einsichtige, an- 

■ 

,3Gborcne Grundsätze des Hertens schon in den 2itel seines 
£.assiven Hauptwerks auf j und er findet, dass z,3. die Hob- 
^oisscl-s Selbstsucht wie ein natheisatischer Irrtum bereits 
viidurch "widerlest" worden kann, dass das Vfohl des Gtnzen, 
icein .;iück einschliessend, iiach den Lehren der Kathe^atik 
rxöszoT sein muss als das ohl des egoistischen Individuums' 
Sinen besonders breiten Eaua aber nehmen die angebore- 
nen, absolut gültigen Prinzipien des Hertens ein in der 



1-1 
Vi 



- 183- 



sekulär2n Grund le.^ung der Jurisprudenz bei Grotius, Tho- 

nasius und der überwältigenden Majorität der Juristen des 

17. imd 18 • Jahrhunderts einschliesi:lich selbst einer ge- 
« 

wissen Haltung der genossenschaftlichen Staatstheorie des 

1 ^/ 

/nv-^vl^ Althusius . Auch hier wird zwar die/geoifenbarte Religion 

in ihrer selbständigen Bedeutung nirgends angetastet, son- 
dern sie bleibt hochverehrt; aber als Grundlage des Pechts 
wird doch ein natürliches rationales Sittengesetz ausrei- 
chend befunden. ?ür jede z^cgliche Begründung einer inter- 
nationalen Rechtswissenschaft v/ar diese Grundvoraussetzung 
gewiss aufs höchste wünschenswert. 

Sc hat es schon Hugo Grotius trotz seiner sonstigen 
Versöhnlichkeit mit besonderer Schärfe und Direktheit her- 
! vorgek-hrt : '*Jus naturale est dictatur: rectae rationis, 
ir.dicans actui alcui ex ejus conventia aut disconvertia 

cun ipsa natura rationali ac sociali, inesse moralem tur- 

2 

pitudineiTx aut necess,<itateir. noralem." *»Est autem juf; na- 
turale adeo immutabile, ut.ne a Deo q^uidesi ir.utari queat*. 

sicut ergo ut bis duo non sint ciuatxuor ne a Deo quidom 
/ 

potest effici, ita ne hoc quidam, ut quod intrinseca ratio- 

3 
ne maluffi est, naluia non sit."*^ Aber es ist gleichgültig, 

ob man sich an holländische, an deutsche, an englische, an 
französische oder italienische Juristen und Staatstheoreti- 
ker des 17. und 18. Jarhhunderts wendet, die üehrzahl der 
• besten Namen hat damals ohne entscheidende Bedenken an der 



y 



M 



? 



''■■:'glichkeit einer unmittelbaren, rein rationalen ?:rfassung 

O'ckf 

von r^oralischem und juristischem Wert -usd- Unwert festgehalten, z^^^^^i 



-189- 






^yv7^ 



^ 



Christian Thomasius lehrt es in seinen ethischen und 
Ju-.-iLti sehen Schrii ten: "Wir halten uns an den Spruch 
Pauli (EöiL« 2) und suchen die Richtschnur des natürlichen 

Hechts nicht ausser dem llenschen, sondern in dem :.!enschen, 

1 ' 

in dessen riers es gescnrieben ist." Die "vernürixtii;;e Sit- 

2 

^enlehre" stammt "aus der gesunden Vernunft" ♦ Jonann Go'ct- 

lieb Heinscke erklärt in seinen Elementa .juris naturae et 

rra ntlvr. : es gibt ein ."eviden^;^ boni maliQ.ue criterium" , 

3 
u.d diese "norma" ist "recta, certa et constans"^; "jus 

nc^tarae eas complecti leges, ciuae per solan rectam ratio- 

r.<iZif universo generi humano communem, promulgatae sint ac 

4 
oroinde universo generi humano innoxescant" . Das morali- 
sche Urteil aber figuriert in diesen Zusamr-enhängen als ein 
absolut gültiger Sciiluss, und das Gewissen wird in folgen- 
der ".eise geradezu als ein Syllogismus bezeichnet: '* jlst 
ergo wonseientia vere Syllogismus cujus in majore proposi- 
.iona lex, in minore factum, in conclusiono sententia occu- 
xlt. iiinc q.uo respectu norms actionem, accusatrix, xestis, 
judex vocari soleat, facile patet"^} und all dies wird mit 
^^hlreichen Rückverweisungen auf die Antike, besonders auf 
Cicero und die Stoa gestützt, obgleich die rationalistische 
uversichtlichkeit hier die der Alten und die des Albertus : 



Z^ 



I'agnus oder Thomas von Aa^^ino v/ohl noch übertrifft* 

Aber auch der Empirist Jonn Locke spricht in seinen 
2v£0 Treatises of Governine/.t (1C90)* von einem «law of natui^e 
».which obliged everyone"j und ähnlich wie die kontinentalen 
Rationalisten fägt er hinzu: "reason, which is that law. 



-190- 



onshf^ 



teachec all nankind v^ho will ';:ut consult it that, boing 
all ecual aiid independent, no one ou[::bt to ham ar.other 
in hi3 life, hoalth, liberty qt poscessions" • VJilliam 
T:flacü:2tone aber, v/ohl der einflussreichste englische 
Rechtsthooretiker des 18. Jahrhunderts, ntiinr.t in diesen 
Orimdfrar^en nicht r.evS^ev r:it cen euro^*)Mischen Pationalis- 
I.V.S "uc-erein* Auch r^ch ihm giht es "eternal iciriutable laws 
ci' gocd and evd~X , to which the Creator Hiinself in all \ is 
dicpenüations conforciS} and which He has enabled hur.an . 

reason to discover, sc far as they are nececsary fcr the 

2 

condvxt cf human actior.s" . 



i 
t 



^. 



I 



Ir. i rankreich statuiert es z.B. Iran^jcis Fächer 
!:»Aul-e, der ::'eife Fontenelles , in seinem "^s^s.i zmt le 



r. 



?>'inr ipes^ du Droit et d£ la ?.:orale als eine unmittelbar 
absolut ^^ülti^e Fol^erunj^ aus dejz: Naturgesetz, dasei kei- 
nen anderen das ^etan Vworden dürfe, was can nicht selbst 
erleiden iiöchte^. Und un die ^leloY.e Zeit spricht Jean 



O ClC 



cques ^:ourlainaciui die Grundüberzeugung des Uaxurrecr.ts 



in voller Breite folsendenLüSi^en aus: "S'il y a dos 
v^'ritSs de speculation qui soient evidentes. . ,il n^-;/ a 
pas iLoins de certitude dans certains principes faits pour 
nowis diri^er dans la pratique, et poiir servir de f Ox-iicment 
/^^ -^5 / t la r orale"; die Grundprinzipien der Wissenschaft v;io die 

.^r Ethik sind "dict£es par la Raison la plus purej c'est 
pourciUEi nous nous sentons forefes de donner notre assenti- 
Cent. On ne conteste guire ces principes g6n6raux, on dis- 
pute seulemen'c sur leur anplication et leurs consfeq.uenco3. 



it 



fmftxmßmttttmam 






~isi- 



» 



^ii-/fJL 



"w«" 



-■» • -4(1 



Lljis ä.hz (iu'on a ui:e fois reconnu la vSritS des prirxipest 
l.^.urs con36q.uence3, soit iiir^&diates, soit ^loi^^nv^es, ne 
sont pas iccins certaines." 

::er Italiener Cesare !^occaria aber teilt in seiner 
Viirv.'älzenden Schrift zur RefcriL des Strafrechts, in seinem 
- ^ ? 1 -^nlitti £ dell3 pene (1764) die rleicben naturrecht- 
lichen GrundanGchauunp;en nicht iveniger strikt: "La ^iusti- 

i:.ia dlvina e la giustisia naturale sono per essensa loro 

2 

irji'Utabili e constanti." 

v.enn es aber darj:i irr. 13 • Jahrhimdert die schottische 
Lchulo' vorso^:, das Grundcr^i-.n p-ülti^ier WerterfassuA^ Glicht 
i-crhr- ..:.turrechtliche Verni;/\ft, sondern "corT..on senso" zu 
r.i-nr.en^ sc vvur auch dt-iiit an der Sache selbLt ^e-dss nichts 
von entscheidendei:: Belang geändert. Thorr.as Reid findet in 
seinen 'C^^r.a^n on the Active Powers of ^an (1733) den Coinron 
ucnoe jenau so voll befähigt, absolut geltende Urteile über 
?;8rt ur.d Unv;ort zu fällen, v;ie dies seine streng rationa- 
lisoiichen Vorgänger in der Zthik ;j;etan hatten*^. Und das 
bleiche ^ilt für Janes Beattie in seinein An ^esay or. the 
••->turo and Immutability of Truth in Q-oposition to Sor>histr ; ^ 
rjci Cceoticisni (1770), der den gesunder) Menschenverstand 



ebenso ge£;cn die Unwerte von Grausamkeit und Unrecht pro- 
testieren lässt wie gegen die Arjoahme, es sei dunkel, viQnr. 
eine strahlende Sonne ara Hirair.el äeht^* 

Thor.as Reid, der den coninon sense in der üoral auch 

5 

iom "L-oral sense", "our noral faculty gleichstellt-', und 



V4. 



ebenso Beattie leugnen dabei nicht, das^< ej irer.schen ^:ibt. 



! 



IBKB 



... —»»«< 



^■SFIP* 



-192- 



vO>V? 



t 



die tatsächlich nicht die Fähigkeit haben, sittliche iind 
mathematische Wahrheit vom Irrtum zu unterscheiden j und 
j^;^ Beattie j^ibt sogar zu, dass diese Sittlichkeitsleugner 

ihre Thesen in Worte kleiden könnlen,"die keinen Wider- 

1 

Spruch einschliessen" • Aber alle diese common-sense^liO- 

ralisten bleiben überzeugt, dass trotz der Irrtümer un- 
klarer Köpfe die \Vahrheit im menschlichen Wertleben klar 
genug durch den common sense selbst jederzeit bezeugt wird. 

Hichard Price schrieb, wie ^a^ schon ^chen ), dieselbe 

2 

Pühigkeit der gültigen Wert gebung dem "Verstand" zu; und 

er kam damit dem rein rationalen ethischen Pormalismus nah, 
v.ie überhaupt alle diese Lehren von angeborenen rationalen 
sittlichen Vermögen mit ihrer Betonung des Evidenzcharak- 
ters des Sittlichen gelegentlich die Neigung haben, Pehl- 
urteile im Wertleben mit mathematischer oder logischer 
"Absurdität" zu vergleichen. Von solchen rationalen Radi- 
kalismen und überzuversichtlichen Überteibungen der Evidenz 
von Werterkenntnis schrecken Shaftesbury und nach ihm Henry 
Ecme wie Francis Hutcheson, die Vertreter der "moral sense 
philosophy", meistens zurück. Trotzdem betrachten auch sie 
die Ermittlung des moral sense, die sie stärker im Irratio- 



I 



nalen v/urzeln lassen, als ausreichend gesichert, um als ab- 
solut wahr ausgegeben zu werden. 

Die Literatur, di^xm 18. und noch im 19. Jahrhundert 

./■ 

an einem im Grunde einfachen und unfehlbaren Organ zur Wert- 
crker^tnis festhält, ist uferlos. Der ganze Ve:.T.unftkult 
der französischen Revolution ist von Ideen gesättigt, die 



? 



I n- . uijm 



.l i SJ-T i -gT' 



■'"' ' •- ' ■■ -»"--wi ■'■.,!. .,.....r-^,., , ,,■■■... I ,....■.■. ■ . ..r ■'•■,■ ...j,^ 



<mmm 



Ä!¥H-ÄS1«BH^HP"HH9!! 



mm 



i 



i 

' i 



Fr 



owvS I4^<T~ 



a 
•193- 



aus dieser Grundüberzeu^un^ Nahrung ziehen. Auch Kant 
niinint noch an diesen Tendenzen te^o., insofern er nach 
der Aufstellung seines höchsten Sittengesetzes die Er- 
f<L33un3 dieses Gesetzes dem "eigentümlichen" , "sonder- 
baren"^, "intellektuellen"^ Gefühl der Achtung zuweist. 



Aber auch in den endlosen Debatten zwischen den 



^ 



»intuitiven" und "induktiven" Schulen deil Ethik in Eng- 
lond uiid in Frankreich spielt der Glaube an die Pähigkeit , 



* 1 -"i 



ittelbar absolut gültige Werte feststellen zu können, 



s 



eine beherrschende Holle. "Wie oft"- so ruft es Victor 



F |9.i^ 



Cousin aus - "haben wir es dargelegt, wie unsinnig frucht- 
los alle die Anstrengungen der e^ipirischen Schule bleiben 

L-üssen, die Existenz von universalen und notwendigen ?rin- 

4 

-iDien zu leugnen oder ihre Bedeutung abzuschwächen." 

-..oralische Wahrheiten sind an sich betrachtet nicht weni- 
g^r gewiss als matheinatische Wahrheiten.""^ Sie betreffen 
das Urteil, dass eine gewisse "Handlung an sich schlecht" 
oder gut ist^. Oder man höre Jules Simons eloquenten Preis- 
gesang auf die Gerechtigkeit: "l»id6e de la justice.. est 
innee..elle est n&cessaire, c* est-d-dire..au'il est impos- 
sible q.u»elle ne se produise pas en nous aussit6t q^ue nous 
^^nsons; eile est universelle, c'est-d-dire qu* il n'y a 

pas d'esprit qui ne la re^oive. . .eile est absolue. .et . .in- 

7 

Yinciblement obligatoire." 

Doch da gelegentlich die Grenzen zwischen induktiver 
Lw.d intuitiver Ethik in England, Deutschland und Frankreich 
recht fliessend geworden sind, so kann der Glaube an absolut 



« 



^ 









ni»193b 

m m» lB k %fi Dftu£> tmt ao^tr '"«pateelMlMi** und posiUi^ BMiiM aiit 

M d«Ma Gli«dein&« «r bis sa UQ(U«ibt«UuncM nit grl#ohiMlMn 
wd iMbrtis^tiim läuMihMiUlMM t^nfXm$ « M dMMMirlaami» dae« 
>dMr KiOMh «In ««bMlotM dmABrnrnr teiittt, dM '*<ffl>wtMULliA'' 
und •Äifthlbar'^ 1»U^ 




inUf^ 




-194- 

V 

geltende "ahrheiten in der ^ertlehre auch da gefunden ' // 

werden, wo sein Erwerb von Erfahrung abhängig gemacht /, / — 
wurde, aber eben einer Erfahrung, die zu allgeißeingülti- <rj /_ 
g'^ii Erkenntnissen führt. Selbst bei Augajste Comte wird 
80 schliesslich mit einer kaum zu überbietenden positi- 
vistischen Seltsamkeit (Paradoxie) die streng allgemeine 



/ 



Verpflichtung zur Nächstenliebe daraus demonstiert, dass 
wir nach Comte und Franz Josef Gall angeblich den Sitz t 
eines altruistischen Triebs in jedem I'enschenhirn nach- 
weisen können • Der alte Glaube an uixitbelbar evidente 
absolut gültige Werteinsichten lebt aber auch noch in der 
unmittelbaren Gegenwart fort, wenn gleich meist beträcht- 
lich weniger pathetisch formuliert als etwa bei Jules 
Simon. In verschiedenartigen Ausprägungen aber liegt er, 
/©" wie (wir/ dies schon ( andouten) konnten, der materialen Ethik 

ebens9 wie der Pflicht entehre Prichards und D.W. Ross zu 

2 

Grunde oder dem eklektischen Intuitivismus CD. Broads ^ .7^ 

Li^t\XL M. H eineiig /hdtJ^ntsf ^ ^ ^ 

^^-^ (ttftdj Swings ^/, die - wie einst Samuel Clarke - eine intui- 
tiv erfassbare moralische ' fitness" von menschlichen Ver- 
haltungsweisen voraussetzen zu können glauben. 



z- 



> 



'»v 







Heideggers Ruf des Gewissens und seine 
»* absolute" V/ertgeltung 



Schliesslich mag es freilich nur wie ein schlechter 
Scherz klingen, wenn man an die knappe T^etrachtung dieses 
langen bunten Zugs von absolutistischen Ethikern noch eine 
- wenn auch gleichfalls kondensierte - Kritik der zeitge- 



/ 









-195- 



1 

I 



) 



nössischen Existenzphilosoitie Heideggers und Sartres an- 
rankt. Die Rechtfertifj;^^ dieses Wagnisses wird dadurch 
erbracht sein, dass es wohl nur so gelingen kann, die in- 



^v^/ nerste Schwäche jenes Kernstücks von Sein und Zeit und iib 
ExistenlfcialisiDe sichtbar zu machen, auf das seine Schöp- 
fer und Interpreten mit besonderem Stolz hinzudeuten pfle- 
gen* Es ist die Lehre von dem absolut verpflichtenden Ruf 
des Gewissens bei Heidegger und der absolut geforderten 
Freiheitsentscheidung bei Sartre. 

Auch Heidegger lässt keinen Zweifel darüber - sowenig 
wie ältere konventionelle Gewissenstheoretiker -, dass es 
kein "Sichversehen»» , "Sichver-rufen" , keinerlei "Täuschun- 
gen" der Gewissensstimme geben kann , wenn der Mensch ein- 
mal bis zu dieser Stimme, diesem Huf selbst, dem wahrhaften 
Kern seines "Seins" in der "Zeit" vorgestossen ist. Das aus- 
gedehnte, umsichtige und mühselige Spatenwerk der Phänome- 
nologie von Sein und Zeit dient vor allem dazu, dieses im- 
terste Grundphänomen alles zeitlichen Seins von deii/yschwe- 
ren Verschüttungen frei zu legen, in denen es in seiner gan- 
zen Herbheit dem Auge des Laien und des ::^hilosophen gemein- 
hin entzogen bleibt. 

Zu diesem Zweck wird zunächst von dem eigentlichen 
Forschen nach dem Daseinssinn alles abgetrennt, was Bio- 
logie, Psychologie und Anthropologie über den Menschen zu 
sagen haben, aber auch alles "Vorhandensein" des Menschen 
als ein Ding unter Dingen^, alles "Besorgen" von Geschäften, 
das umsichtige Hantieren mit Werkzeugen, das Sorgen um "Zeug 



r 



t 

\ 



1 



-m 






/vs i^jT 



I 



-196- 



in der ^^elt"*" ebenso wie die "rücksichtsvolle", die 
"rücksichtslose" und die "nachsichtige. .Fürsorge" für 
den Mitmenschen^, Gewiss nicht weniger entschlossen aber 
werden von dem Sinn der sorgenden Existenz des Menschen 
alle Seinsweisen des anonymen, verantwortungslosen, "il- 
lusionshaften"' "Man" ferngehalten, jenes "alltägliche 
Selbstsein", das die "Einebnung aller Seinsmöglichkeiten" 
bedeutet, das "überall dabei ist" und sich doch "schon 
immer davongeschlichen hat, wo das Dasein auf Entschei- 
dung drängt", da jeder hier "der Andere. .ist, •und Keiner 
er selbst" ^* Mit schneidender Ironie und eindringlichster 
Beobachtungskraft werden hier alle diese mannigfaltigen 
Grxinderscheinungsweisen des "Man" als Formen des "Verfal- 
lens des Daseins"^ geschildert und kritisch bewertet: das 
"Gerede", das ''alles versteht ohne vorgängige Zueignung 
der Sache"^, die "Neugier" und die ständige "Zerstreuung 
in neue I^^öglichkeiten" , die überall hinrennt "nur um zu 
sehen", ohne zu verstehen*^, und die "Zweideutigkeit'^ nach 
der schliesslich alles nur im gewohnten "Betrieb" vor sich 
geht und selbst die originalste Schöpfung als Altgewohntes 

gilt^, nach der zwar alles in lebendiger »'Bewegtheit", aber 

g 
zugleich höchst "beruhigend"-^ ist. 

Heidegger fügt zwar öfters diesen glänzenden kritischen 
Entlarvungen des leeren Alltaglebens hinzu: nichts läge ihm 
ferner, als das Recht des dürttigsten und äusserlichsten 
Durchschnittserlebens herabzusetzen und zu "moralisieren" 
oder "kulturphilosophischen Aspirationen" nachzugehen. 



i 



I 



-197- 



7K 



5-/^y 



Aber die Terminologie, die Heidegcier für seine "rein 
besehreibende" Phänomenologie des^^Man gewählt hat, sorgt 
schon von selbst dafür, dase diese blossen Deskriptionen 
nicht als ♦•wertfreie»« ?.issenschaft passieren können und 
I wollen, ebensowenig wie dies für seine positive Darlegung^»^ 
des wahren Seins des Daseienden gelten kann. 

Im Gegensatz zum »•Verfallen des Daseins»* , seinem 
»»Yerlorensein in die Öffentlichkeit des Man»» , seinem 
»»Absturz" , seinem »»Von sich Wegleben'» in der "Bodenlo- 

•z A 

aigkeit»» des Man , steht nach Heidegger das »»Selbstsein" , 
das Begreifen der »»Grundbefindlichkeit der Angst als ei- 
ner ausgezeichneten srschlossenheit des Daseins" , der 



»♦Unheimlichkeit", des "Nicht-zuhause-seins im Dasein" , 
des "Zurückgeholtwerdens" aus der Verlorenheit des Man 

zur "Vereinzelung" durch die Angst' und die Erschliessung 

8 
des »^ Beins des Daseins als Sorge" • 

Es ißt die Sorge, die "imiLer schon in jeder faktischen 
»YerhaltungV und »Lage» des Daseins.. als ursprüngliche 
Strukturganzheit existenzial-apriori seh. .'vor »-liegt" . 
Das Phänomen der Sorge "drückt daher keineswegs einen Vor- 
rang des • praktischen» Verhaltens vor dem theoretischen 
aus* Das nur anschauende Bestimmen eines Vorhandenen hat 
nicht weniger den Charakter der Sorge als eine »politische 
Aktion» "^, als das Sichsorgen um Zeug oder das Sichsorgen 
um Nebenmenschen. Die Sorge ist daher »»der ontologische 
Titel für die Ganzheit des Strukturganzen des Daseins" ; 
und in der Sorge, "in der Befindlichkeit der Angst ..ent- 



I 



-198- 



* 



hüllt sich" dem ••Dasein selbst in seinem eigentlichsten 
Seinkönnen" seine *• Geworf enheit in den Tod** . Nur das 

Man will "den Mut zur Angst vor dem Tode nicht aufkommen" 

2 

lassen . In der Sorge aber offenbart "das Vorlaufen zum 

Tode" , dieses "Sich Entwerfen" auf sein "eigenstes Sein— 



...4 



h5 



TKi,^ /^C 



können" , "die Möglichkeit. •Dasein, •selbst zu sein"^| und 
als dieses "eigentliche Seinkönnen des Daseins" t als das 
"Wer des Daseins" bezeugt sich schliesslich der Huf des 
Gewissens • 

Das Gewissen ist es, das den "rüttelt" und "trifft", 

7 8 

der "Zurückgeholt sein will" von den "Illusionen des ?(!an" 

und dem Lärm des "Geredes", das - "im Hören auf das Man«« - 

q 
das Hören auf "das eigene Selbst.. überhören lässt"^. Gera- 



P*- r 



^M i de so aber verrät sich das "Seiende, das wir je selbst 

sind" als das uns "Nächste" und zugleich "das Fernste", da 
das "Sein dieses Daseins" im Gewissen erst "gegen seine 
eigene Verdeckungstendenz erobert" werden muss . Denn der 

Gewissensruf kommt zwar " aus mir", aber er kommt "doch über 

11 12 

mich" I er ruft ^'aus der Ferne in die Ferne" . Vor allem 

aber zeigt demn das volle Verstehen des Gewissensanrufs, 
dass wir nicht etwa "zuweilen und dann wieder nicht schul- 
dig" sind ', sondern "die Entschlossenheit in ihrem Erschlies- 
sen des Daseins" muss so "durchsichtig" werden, dass "sie das 

Schuldigsein als ständiges versteht" 4, auch wenn das Schuld- 
ig 
bewusstsein scheinbar "schläft" ^. Das heisst, - ohne dass 

irgendwie ein "Aufruf zur Bosheit sein soll - durch unser 

Dasein selbst sind wir bereits schuldig, und nicht durch 

irgend etwas, das wir je tun oder xmter lassen. 



2 



f 






-199- 



^^vy/ 



Doch an diesem Punkte - bevor Heidegger zu seinen 
»•theoretischeren** Analysen der Zeitlosigkeit, der Räum- 
lichkeit, der Oeschichte und des Schicksals übergeht, 
aber lange nachdem die Greduld der meisten Nicht-Heideg- 
gerianer erschöpft zu sein pflegt - hier wird es gewiss 
hohe Zeit zu fragen: wohin haben eigentlich alle die bis- 
herigen •»phänomenologischen Freilegungen" geführt? Hei- 
degger gibt es einmal freimütig zu, dass "Ernst in der 
vulgären Gewissenserfahrung nicht weniger möglicyi..ist. . 
als der ünernst in einem ursprünglicheren /d.h. seinem 
existenzialphilosophischer^ Gewissensverständnis" i und 
er räumt selbstverständlich ein, dass es "ein Missver- 
ständnis« tWäre. . , wollte die Explikation, .^xistenzial- 

philosophischer/phänomene durch die Zustimmung des Man 

2 
sich bewähren" • Das sind an sich wertvolle Zugeständ- 
nisse. Aber sie werden dadurch wieder völlig entwertet, 
dass Heidegger trotzdem ohne Abschwächung dabei beharrt, 
nur seine phänomenologischen Deutungen könnten "den Weg" 

zeigen zu einer genuinen existenzialen Analytik, zu einer 

3 
"Interpretation. ., die reii>üem.. Charakter" der Phänomene 

folgt. 

Indem Heidegger überlegen alle Thesen des "Mari' un- 
fähig findet, die Fragen der Existenzialphilosophie adä- 
quat zu erfassen, übersieht er, dass zahlreiche wissen- 
schaftliche Einsichten, die er der Sphäre des "Man" zu- 
erteilt, diesen Vorwurf voll zurückzugeben imstande sind: 
wenn er z.B. der mathematischen Naturwissenschaft vorhält, 



? 



4 
i 



I 



i 



-200- 



dass sie seinem emotionalen Denken über Realität und 
menschliches Dasein nie Gerecht igkeit tun kann, kann 
sich etwa die exakte Wissenschaft verstanden fühlen in 
seinen Thesen gegen den ''vulgären" ZeitbegrifiT" in 
seiner Parteinahme gegen das uralte Ringen um "unper- 
sönliche", objektive Allgemeingeltung in der Wissenschaft, 

2 
in seiner Verteidigung der "Abbildungstheorie" und in 

seinem Glauben an ebenso hohe "Exaktheit" der Geschichte 

•5 
v/ie der Mathematik'^? 

Die exakte i^aturwissenschaft lehrte, wirklich unbe- 
kannte, "verdeckte" Phänomene präzis zu deuten, Heideggers 
Pundamentalontologie aber und ihr Paradieren mit einer an- 
geblich rein deskriptiven Erfassung der "Phänomene selbst" 
sticht nur zu fatal ab von der echten methodischen Selbst- 
bescheidung exakter V/issenschaft, wie das Gleiche (auch) nur ^^ 
zu vielen verwandten "lebensnahen" Philosophien entgegen- 
zuhalten ist» 

Es kann nur grotesk anmuten, wenn Heidegger oder Jas- 
pers der exakten Wissenschaft vorwerfen, dass sie sich da- 
mit begnüge, zwischen dem empirisch Seienden alles am "Leit- 
\ . .v^ \f fadeny^einer 'Beziehung' einer Interpretation zu unterwerfen. 



0^ 5 



-l<fZ 



^jJl «Y^" 



die immer 'stimmt', weil sie im Grunde nichts sagt" . Hei- 
degger selbst aber prahlt damit, dass seine "phänoir.enologi- 
sche Enthüllung ••des Seins des Daseins als Sorge" eine di- 
rekte "Bewährung. .aus der vorontologischen Selbstauslegung 
des Daseins" dadurch erfahre, dass schon in einer ?abel 
des Hyginus die Sorge die zentrale Rolle bei der Erschaffung 



-201- 



I * 



-ms-z^a 



des Menschen spielte. Dass der biblische Gchöpfun^jsbe- 
richt und zahlreiche andere Schöpfung snythen den Menschen 
ursprünglich zur Freude, zum Genuss des Daseins erschaffen 
sein lassen, wird von Heidegger schlicht igporiert, eben 
y\\AT weil diese Mythen sich unmöglich als »«Bewährung" sel- 
Yve-T Hauptthese verwerten lassen* D.h. also alles, was im 
direkten Gegensatz zu seinen Lehren steht, was nicht mit 
ihnen'^übereinstimiut" , ist nach Kegels treffendem Wort "^Om 
so schlimii;er für die Tatsachen!" und darf daher ausser 
Acht gelassen werden. Eine solche Einstellung zur exakten 
Wissenschaft ist gewiss ein kaum zu überbietendes Erfinden 
von Splittern im Auge des Nächster: und ein itbersehen des 
Balkens ici eigenen Auge. 

Heideggers Lehren von der Sorge, der Schuld und dem 
Gewissen können allerdings keineswegs ab^^etan werden als 
'»gänzlich willkürliche Phantasien", als "unverbindliche 
Lyrik" - gute oder schlechte -; aber gewiss ebensowenig 
sind sie Phänomenologie als "strenge Wissenschaft", die 
allen anderen Wissenschaften zum Grunde gelegt werden müß- 
ten, wie sie das selbst dauernd nahelegen. Heideggers 
Existenzialphilosophie ist vielmehr durch und din-ch Be- 
kenntnisliteratur xind dazu obendrein - trotz ihrer häu- 
figen Anrufung Kant ö- "vornehme Philosophie" von der Art, 
die Xant stets verachtete, und die er zu^^eich - ungebühr- 
lich heftig - verächtlich zu machen suchte. 

Heidegger zitiert mit offensichtlicher Genugtuung den 
Briefwechsel DßEtheys mit dem Grafen Yorck, in dem Yorck 



-202- 



indigniert erklärt: "Sie wissen, was ich von der Möglich- 
keit einer Ethik als Wissenschaft halte."-'' Itlr verhöhnt die 
"zweifelhafte Erfindung eines • Welt gewissens» "und jedes 
öflentlichen Gewissens, ja überhaupt jede "all/^enein ver- 
binviliche" Gewissensregung, die nach ihm die blosse Stimme 
des vulgären Man darstellt im Gegensatz zu dem existenziala-Ti 
,9^ ( j^h l losoph L äch) ^ u "bloss 'subjektiven'"^, streng persönlich 
bindenden Gev/isaensrufe. Er spottet über die "Erwartung 
einer jeweilig brauchbaren Angabe verfügbarer und berechen- 
barer sicherer Möglichkeiten des Handelns'' und über alle 
"eindeutig verrechenbaren Maximen"' der Ethik. All das aber 
und vieis Andere ähnlicher Art geschieht bei ihin nicht auf 
Grund von i\rsuinenten, sondern er bleibt wesentlich Diktat 
seines "höheren^' Stils des Philosophierens. 

Das aber ist zu allen Zeiten das sichere Kennzeichen 
der weitverbreiteten "vornehjr:en" Philosophie und Theologie 
in dem fragwürdigsten Sinne des Wortes: Wo die Gedanken 
fehlen, da stellt die Hocluxutsgeste zur rechten Zeit sich 
ein. Ebenso wie immer vorgekehrt in der "nicht-vornehmen 
Philosophie", im Spekulieren auf die Gunst des "gemeinen 
Mannes", die Argui^ente durch ümschmeichelun^en des "unver- 
dorbenen gesunden Menschenverstands" ersetzt worden sind. 
Heidegger wird nicht müde, "die Forderung eines »in- 
duktiven empirischen Beweises' für die 'Tatsächlichkeit' 
des Gewissens und die Rechtmässigkeit seiner Stimme" , .aüee- ^ 
alles Verlangen nach "psychologischer Deskription" zu iro- 
nisieren*. Er verleuiadet offenbar auch die ernstesten dieser 



-205- 



t^- 



^u^i 



lA 



CyUL^ 



fJ^ 



im^fJi 



r 



Bestrebungen als "aufgeregt-neugierige und haltlose Zer- 
gliederung" von Innenleben als eine bloss "•analytische' 
Begaffung von Seelenzuständen und ihrer IIinter/?^ründe" • 
Statt aller solcher Versuche glaubt er, die vulgäre Ge- 

v*issensauslegung rein aus seiner "existenzialen Analyse* ♦ 

2 

verständlich" iLachen zu können • Doch er streicht dabei 

einfach das "gute Gewissen"-(w^«^als "Knecht des Pharisa- ,yS- 



i Sinus" ^ weg 



) Das aber ist gewiss ^"^ 



ein beliebtes Vorurteil gegen die grosse historische 3r- 
ecbeinung des wahren Pharisäertums und dazu ein Vorurteil, 
das zweifellos unendlich viel vulgärer ist als irgend eine 
ernsthafte Erforschung des nachdenklich stimmenden Phäno- 
mens des echten guten Gewissens« 

Spinoza und Nietzsche haben nicht ohne Grund — gegen- 
über Heideggers Erbsünde— Ideal-— dem guten Gewissen zu- 
sammen iLit der "Unschuld" des Daseins zu seinem Recht ver- 
helfen wollen* Dieses echte gute Gewissen hat freilich mit 
dem, das Heidegger allein zu kennen scheint, und mit seiner 
»piessbürgerlichen Scheinheiligkeit nicht das Geringste zu 
tun. Es ist eher angedeutet in dem pharisäischen Gebet, das 
der orthodoxe Jude jeden Morgen zu Beginn der Schacharit- 
Tefila spricht :f Mein Gott, ich weiss, dass die Seele, die 
Du in mich gabst; von Anbeginn^reinf'war. Denn Du hast sie 
geschaffen. «Du sie mir eingehaucht"^. Schon Heideggers 
LeiÄgnung des guten Gewissens könnte daher darüber belehren, 
dass nicht nur die sogenanntd^/" vulgäre" Gewissensinterpre- 
tatiorf/die "fundamental-ontologische Absicht" Heideggers 



. 



-204- 



»»verdeclCj^" f sondern auch umgekehrt: seine UntersuchuK^^^ 
uiugelien echt fundamentale Phänomene. Aber noch viel ärger, 
seine Gewissensanalysen tun in keiner Hinsicht dem Genüge, 
was hier auf dem Spiele steht. 

Heidegger räumt es ein - aber er /gesteht dies nur zu 
mit den gesteigertsten Überlegenheit sgefühlen: "streng ge- 
nommen., »was. .das Gewissen dem Angerufenen.. zuruft ..ist • 
nicht s»»^« "Das Gewissen redet einzig und ständig im Modus 
des Schweigens. "'"Es geht wider seine Art, sich in ein Be- 
trachten und Bereden ziehen zu lassen. 



" * Der Rufer im Ge- 



r^^^(^^ wissen will "nur als solcher gehört und ferner nicht be- 
schwatzt sein"^. "Am v/enigsten strebt er darnach, im ange- 



r> 



rufenen Selbst ein. .verhandelndes.. ♦ Selbstgespräch» zu er- 
öffnen.»'^ 



^^v 



Bis zu diesen Festi4gi^|^ hin liesse sich die Heideg- 
gersche Gewissenserforschung inunerhin als eine in sich bruch- 
lose, wenn auch tief einseitige Leistung verstehen. ITun aber 
beginnt in seinem Werk das, was sich - ohne Hingabe an unbe- 
dachte Schimpf Worte - nur als unbewusste, aber darum nicht 
weniger aufreizende Falschmünzerei biosssteilen lässt. Ohne 
Unterlass rühmt er nämlich in immer neuen Forml|en das abso- 
lute Schweigen des Gewissens als die beredtste Rede. 

Dass hier inhaltlich nichts gesagt wird, dass hier 

n 

"jegliche Verlautbarung" unterbleibt , und dass auch der 
Rufer im Gewissen selbst eine "eigentümliche Unbestimmtheit 
lind Unbestimmbarkeit" verrät, gerade das soll als die höchste 
"positive Auszeichnung"® bewertet werden. T)Qr)xi dieses absolu- 



1 



-205- 



1^' 



>^/te Schweigen des Grewissens newahrt eben davor, dem Dac,ei 

A^yL__._ _ 



VI 



irgend ein " • inhaltliches« Existenzideal vorzuhalten und ^ ^Lvw 
•von ausäen* aufzuzwingen" • Diese "Stummheit" des Gewis- 
sens schützt das Basein davor, sich in kleinlichst^geschäft- 
licherweise als ein "Haushalt'» zu betrachten, "dessen Ver- 
schuldungen nur ordentlich ausgeglichen zu werden "brauchen, 
daanit das Selbst als unbeteiligter Zuschauer »neben» diesen 
Erlebnisabläufen stehen karin"% und das Dasein so einer 
blossen "Verwaltung und Verrechnung"^ unterworfen wird, ei- 
nem "verrechnenden Besorgen" oder "einem Sollen und Gesetz, 
wogegen sie h-v erfehlend jemand Schuld auf sich lädt"^. 2Iur 
dem flachen, schwatzenden Man bleibt es vorbehalten, "Ver- 
stösse, .gegen» .die öffentliche Norm" zu "verrechnen" und 
"auszugleichen"-'. Denn diese grobe "Verständigkeit des l'Han 
kennt nur Genügen und Jngenügen^(-d i o sich ) hinsichtlich der -^ 
handlichen Regel und öffentlichen Norm.. Vom eigensten Schul- 
digsein" aioer hat sich das Man "fortgeschlichen, um desto 
nn\y l^^ lauter Fehler zu bereden"^. Alle derartigen Ausbrüche gegen 
das "Lian" zeigen aber natürlich nicht nur, dass es sich v;eg- 
schleicht von Heideggers Stimme des Gewissens, sie offen- 
baren noch viel mehr, wie dieses Gewissen. d.h. wie Heidegger 
aufe schmählichste der Unterscheidung von Wert und Unwert aus- 
weicht, und wie er aus diesem schwersten Versagen gar noch 
eine Tugend machen will. 

Die grossen grundlegendsten Fragen nach dem Kriterium 
wertvollen Lebens, das objektiven Massstäben standhalten 
kann, werden hier nur verächtlich dem schäbigsten Handels- 




1. 



S 



I» > tili« 



■^1 ^^'^ ^ 



^if 



-206- 

\ 

geist, dem "Händlertum" überwiesen, während das wahre \ 
"Heldentum" lür eine innerste Subjektivität gesichert 1\ 



\ 



wird. Von dieser Subjektivität aber wird es Vertrauens- \ 
voll unterstellt, dass sie keinerlei weiteren Scheidun- 



( 



v 






gen zwischen Gut und Böse, zwischen Wert und Unwert mehr 
bedürfe, da sie selbst ja höchster Wert vmd zugleich wah- 

res Schuldigsein sei* 

1 ''• 
Das Sichstellen vor das "Wählen der Wahl" ist hier 

angeblich schon ausreichend, um allen Wert und zugleich 
ein billiges tragisches Schuldigsein zu verbürgen* Alles 
weitere Forschen aber nach inhaltlichen Sxistenzidealen 
wird gar als ein "Aufzwingen" von äusserlichen Werten ver- 
unglimpft. Das aber heisst selbstverständlich zwei total 
verschiedenartige fragen miteinander vermengen und damit 
gerade der von den beiden, die die Haupt Irage ist, .gründ- 
lichst aus dem Weg gehen. 

Die grosse Frage: Frei Wozu ?, Wählen von |(as?, Hero- 
ismus Worin? kann natürlich nicht damit beantwortet werden, 
dass alles Fragen nach diesem Was und Wozu als die Verge- 
waltigung der Freiheit der Vlahl verworfen wird. Das "beant- 
worten dieser Hauptfrage bedeutet nicht die geringste 3e- 
einträchtigxing der V.ahl oder der "Entschlossenheit" des 
freien Subjekts, sondern nur eine vollendete Impotenzerklä- 
rung des sxistenzialphilosophen, der sich mit dieser stol- 
zen Inbaltlosigkeit zufrieden gibt. 

Der erklärte, offene Immoralismus Nietzsches^und Kierke- 
gaards zerknirschtes, oft schneidend selbst ironisches Bekennt- 



-207- 



nis zu christlichen Idealen, stechen in ihrer inneren 
Geradheit leuchtend ab von dem aggressiven Lochmut Hei- 
degger s, der doch von der erregtesten Präge nach den 
.r^ Daseinssinn schliesslich ablenkt durch die Unterschiebung 
gänzlich anderer subalterner Probleir,atik# 

Heidegger mag es noch so laut erklären "die •Objekti- 
vität' des Anrufs erhält dadurch erst ihr Hecht, dass die 
Interpretation ilriin seine Subjektivität belässt, die frei- 
lich dem Man-selbst die Herrschaft versagt.. Die ünerbitt- 

lichkeit und Eindeutigkeit des Rufes wird so erst Irei»^ \ 

2 
der Ruf gibt keinerlei ♦»•praktische» Anweisung*^ , keine 

"vorgelegten imd anempfohlenen Möglichkeiten»»-^, keine »»ma- 

teriale Wertethik»** und "keine Auskunft über Weltereignisse"^, 

der Ruf smgt zwar nichts, und bleibt doch ••gleichwohl nichts 

weniger als dunkel und unbestimmt"^. Aber ^^Auskunl^t über 

Ereignisse'^und selbst eine dogxra tische Wertethik v/ird hier 

auch nicht erwartet. Und schliesslich muss Heidegger selbst 



w 



ieder p.estehen: "zur Entschlossenheit gehört notwendig die 



Unbestimntheit" . Doch er keiut auch dieses Geständnis so- 
fort wieder in einen Triumph seiner Sache um, indem er hin- 
zufügt: "ihrer selbsi/sicher" kann eben "die Entschlossenheit 
nur als Entschluss" sein'. So versucht er auch noch das voll- 
komn.ene Versagen seiner Lehre vom Gewissen, ihre absolut 
leere Subjektivität zu slorifi^ierei)j^'''^iW)ßr erreicht das -k^ 
scheinbar damit, dass er einfach die oberste, unumgängliche 
Frage nach dea ethischen Zielen der Gewissensentschlossenheit 
identifiziert mit der völlig andersartigen untergeordneten 



1 






-203- 



OTvH^JP 



Frage, ob diese obersten gleichbleibenden Zielsetzxingen 
nicht wechselnde Mittel zu ihrer Realisierung verwerten 
dürfen, \m sich cien wechselnden Lebenssituationen anzu- 
passen, d.h*"^ ob nicht diese niedere ^.'ahl der Kittel im 
Dienst der höchsten eindeuti^^en Ziele offen gehalten wer- 
den muss« 

Heidegger hat gelegentlich für seine Gewissensanalyse 
auch Anlelmung an Kants ^* intellektuelles" Gefühl der Ach- 
tung gesucht, indem er im Sinn seiner "existenzialen Unter- 
suchung"^ Kants "Aciitung" als diejenige '»Weise des Selbst- 
seins" unsehreibt, "auf Grund deren es den Helden in seiner 
Seele nicht wegwirft"'. Aber sehen wir ganz davon ab, dass 
Kant in seiner Ethik nirgends den Helden im Sinne Kiet^:- 
sches oder Keidee^gers im Auge hat, sondern dass er im 
äusdersten Gegensatz dazu den "gemeinsten Verstand" und 
sogar das "Phlegma in significato bono 
belobt. Kant hat vor allem darauf gedrängt, die entschei- 



"^ ethisch besonders 



dende Präge "Held worin?", "Heroismus wofür?" zu klären, 
indem er die äusserste Anstrengung machte, streng allgemein 
verbindliche, "öffentliche" Normen für den Helden und den 
gemeinen Menschenverstand aufzurichten - etwas, das Heideg- 
ger imB.er wieder als irrelevant oder gar noch als belastend 
vulgär und wertlos verlacht* 

Auch Kant hat sein grosses Hauptziel so wenig erreicht 
wie Heidegger. Aber er hat sich zum mindesten nie dazu her- 
gegeben, dies Ziel als belangslos zu erklären mit einer 
Taktik, die bei Heidegger und bei jedem anderen ähnlich 



i 



-209- 



«rgUEientierenden Philosophen nur an den Äsopschen Euchs 
erinnern kann, der die Trauben, die ihm zu hoch hängen, 

SM^ als Bauer verlästert#^^ versichert z.B., dass 

er gerade damit seine unparteiische, vorurteilslose 3e- 
schroibung moralischer Phänomene aufrecht erhält, dass 
er PJJcksicht auf den I^ ebenmenschen und Kücksichtslosig- 
keit gegen ihn gleichwertig als "Modi der Fürsorge" be- 
zeichnet , einer Fürsorge, über die sich das an keine 
"praktische Vorschrift" gebundene oder bindbare Vjöchste 

^s-^^9 Gewissen weit hinaushebt. Er lehrt wiederholt und aus- 
drücklich, dass in seiner Existenzialphilosophle •♦V»'as - 

Sein (esaentia)..aus seinem Sein (existentia) begriffen 

2 
werden muss" • An der entscheidendsten i^orm der Existenz 

aber, an dem freien, sich selbst wählenden "Einzelnen", 

strebt er und weiss er nicht die .geringsten f uniamentalen 

"Essenzen»« zu enthüllenj und er giot dies auch noch als 

die höchste Leistung seiner Daseinsdeutung aus. 

Man kann das Ergebnis seiner Existenzialphilosophie 

charakterisieren wie ii:an will: die Aufdeckung der wahren 

Existenz, die an keine n^oralischen "Essenzen" gebunden ist, 

die moralisch uninteressierte Stellungnalriuie jenseits von 

Gut und Böse oder jenseits von Rücksicht auf den Mitmenschen 

und von Rücksichtslosigkeit ßegen ihn; oder man nag in der 

"ursprünglichen" Schuldigsprechung der jUistenz vor aller 

moralischen oder verbrecherischen Tat die Wiedererweckung 

der Idee der Erbsünde sehen. In jedem Fall, die Existenzial- 

philosophie Heideggers erlässt zwar keinen direkten "Aufruf 



if' 



1 



I 



? 



-210- 

(pjsi4 - vial gefährlicher - indi- 
^ lekt (jHfiJ verantwortuni?:sl os ^ s tor ^ e3rBg) eixien Freibrief auf 






rlmmoralismus aus, und sie gibt auch die Möglichkeit brtr^ 
taler, konkreter vv er t Verneinung an die Hand. 

Sie hat es nicht zufällig ihrem Urheber eixöglicnt, 
sich mit der vielleicht schmutzigsten und viehischsten 
politischen Bewegung der Weltgeschichte zu verbinden, und 

deren stupideste Ideen von »»Treue der Existenz zum eigenen 

p 

Selbst" und «»Autorität.. des freien Existierens" mit den 

fleinigen wenigstens teilweise in Einklang zu bringen. r:o- 
^ gar das / vulgär e^ Scherzv^fort , (JtBrc) Heideggers Philosophie^- 
Ar^ wi f=^HprTrHPPiftr.y als der Bluthusten einer gesellschaftlich _ 

verantwortungslosen Lenschenklasse und Geschichtsepoche •^-^^- 
.rN5-(^e^ ^3c}jcin tf , ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. 



r^$'2CV 



In dem Endresultat von Heideggers Denken hat sich eine 
alles oifen lassende Toleranz gegen den lüiDioralismus verbun- 
den mit einem allgemeinsten Schuldgefühl, das lür alles ein- 
zelne Tun Absolution erteilt ♦ Und dieses ^/^ischresultat siuss 
auf jedes wirklich unbefangene, reine Denken notwendigerwei- 
se widersprüchiger und abstossender wirken als jeder ausge- 
sprochene gradlinige Immoralismus oder der freiere weltan- 
schauliche "Optimismus" Sartres. 

Jedenfalls aber hat Heidegger nicht das grosse Verspre- 
chen einlösen können, durch seine Lehren die Stimme des C-e- 
Wissens "unzweideutig" zu Gehör zu bringen"'^, indem er alle 
Gewissenstäuschungen nxxT dem "Läi*m" und dem "Gerede" des 



i 



* 

i 
4 

I 

i 



j 



% 



Man zuzuschieben suchte. Der Huf des Gewissens bleibt in 



f 



r 



«v*-— -J 







-2112^ 

Heideggers ^isteKzialphilosophie ^enau so irmerst viel- 
deutig wie in allen vcraußgegangenen Theorien von einer 
angeblichen Unfehlbarkeit der GerwisßenßetimiLe. 

Auch Heidegger ist es in keiner V^eiee geglückt, den 
ehrlich und schlicht fragenden Verstand des Menschen, den 
er fälschlich dem alles verflachenden Man zuordnete, von 
seinen ältesten Denk-und Gefühlsnöten zu befreien • Heideg- 
ger hat allerdings diese El e;:ientar fragen in grösster Er- 
regtheit angedeutet j aber er hat sie nur trübsten Schein- 
lösungen zuführen können. 

Relativ das Gleiche gilt jedoch auch von Jean Paul 
S:ar1re, soweit, er sich offensichtlich an Heidegger anlehnt. 
Auch er sucht ^, Ileideggerp Lehre vom absolut freien gewis- 
sen und von der Irrelevanz einer konkreten :jthik höchstens 
durch neue Analogien mit dem künstlerischen l-chaffen zu 
stützen, iber diese Analogien sind mit so durchsieht i.cren 
Fehlurteilen und Pehlschlüssen durchsetzt, dass sie weder 
irgend etwas für die Unerheblichkeit einer konkreten Ethik 
noch für die Unmöglichkeit ästhetischerlCesetzmässigkeit 
neben de m freien Kunst sc halfen besagen können. 



_'/ 



H 



(-eeX^4««J auf das Gleiche hinaus, ob einerfhäi^jauf die ab- ^ 
solute rreiheitsstimme der Existenzialphilosophie^ ob er s^ <2w^ d^ 
:ygend eine der aah3Ao3enJ?yert tafeln der Antike oder der 
/v^ Neuzeit ('fiä^Wrei^i'ob er sich frei beugt unter (fe' u»±- ^ 
^ wi-^ai^) Yernunf tgesetz ( jL oß e thi -e ch e n Formall a TiiT i g Of i pr ob; 
^.oaii^Tilfidfir kniet vor demf All o rh o ili/^ot en ri PRj Sittenkodex ^ 



ms« 201 



AJiX 'y\\A 



III, aib 



So könnt •$ ftfr daa Verstehen von konkratcnn Lebanssinn auf dms 



jL/:? / / 



Qleiohe hinaus, ob einer auf die absolute Freiheit s stimme der ßJcistenÄ-» 
Philosophie hffrt, ob er zu einer der vielen sich widersprechenden V/ert- 
tafeln der Antike oder der Neuzeit aufsieht, ob er sich frei beugt unter 
ein rein formales Vemunftgesetz der Ethik, das angeblich doch zugleich 
alle ' rertkonflikte auflösen kann, oder ob er blindglltubig niederkniet 
vor dem Sittenlcodex einer Gesellsohaftsfiöhicht oder selbst einer Religion« 
Ftfr das iurfassen von Lebenssinn ist durch alle diese dogmatisch absoluten 
Forderungen nichts gewonnen. Aus diesen Absoluta kann dem Sekeimer nur 
das an Lebenszielen entgegentÄnen, was bereits vorher an konkreten rela» 
tiven Lebensvferten aufgegriffen war« 

Die Berufung a\xf absolute iVerte antwortet auf keine der Fragen naoh 
dem Warum der Geltung der vielen besonderen Wertungen, die Jenen 'Verten 
an sich" unterstehen« Der Anruf des Absoluten schreckt nur vor der Ober^ 
px<tfung dieser konkreten Wert Setzungen ab; und er kann damit inner wieder 
•-»wie in der Vergangenheit—ein Deckmantel werden fttr unmoralische Voxw 
urteile einer konservativen oder revolutionieren Gesellschaftsklasse oder 
fVr unsittlichen Aberglauben mitten in einem religiösen Glauben« 
"Wie einer ist, so ist sein Gott 
Darum ward Gott so oft zu Spott»" (Goethe) 



« 



Du suchst vergebens Halt 

An fix^*und fertigem Ideal 

Es bleibt der absolute Wert 

Im Zwiespaltleb«fi stumm und fahl* 

In diesem Zwiespalt selbst, in diesen Kas^f von Lust und Sehz&ers 
Maet Du Dich ]':iAen zu Deiner Qual 
In Jeder letzt«! schweren Wahl« 



ins-202 Es ist vlelleleht mehr als sin ZufsU: mr sAhwx Zelt, als 

Äoolai Hartmann einen unemessllohen 3ternhl»iel von absoluten 
Wert«ii(tfber um) aufschloss, in den gleichen «wel Jahwehnten, konnte 
sich unter diese« WertgewfTLbe und unter Rückgriff auf viele seiner 
Leuchten wie Ehre, Tapferkeit und dergleichen, ungesteJrt der UlAeste 
Hexensabbath von Unwerten austoben, das Nasitum, die einzigartig un- 
klassiche Walpuxigisnacht der deutsch«! Afterrowantllu Der vielge- 
schaÄhte Hedonisimis wttrde den Bthiker geroui««! haben, über den Jubel* 
und ileilruf«! einer sadistischen europldschen ^ÄnoritJft den Todesschrei 
von laUionen der besten iÄiropIfer nicht »u «beirren. Aber trot« der 
besten Intuitionen Nietasc^es und Hartanns, aueh die ausführlichste 
fleachreibung der Wesenschau von so hohen^erten a priori •• wie Äeta- 
sches Femstenliebe kann nie die Grürtde für die krasse önsitUichkeit 
der hÄLlisohan Art jsner Liebe im dritten Reich enthüllen* 

Selbst wesfui in der ElnschlftBung absoluter Werte eine ELnstinadg- 
keit in gewissen Philosophieo und Religionen erscheint, es bleibt doch 
uneridffrt oder sogar unverstanden, warum germde diese Harmonie aufUu- 
chen konnte. Es bleibt ein Abgrund an Nichtverstehen; und der blosse 
Ruf "Zui^ck zu den ewlgsn WertemJ- kann weder den lassen noch geistigtn 
Führern über öms Dunkel dieses Schlundes weglielfen. Wir veAerrliohen 
moht erregte oder indifferent kaltblütige Skepsis oder schwffrzeste 
VersweifLung an Lebenssinn. Aber wir kühnen nicht sehm, wie all dieser 
fundamentale Zweifel behoben werden kann, sei es durch Wegsehen oder 
-203 konventionelle öeschwiehtigung, durch Verllfsterung oder durch blosses 

Mitleid mit dem Zweifler. 



4 



'9^ 

i, 



(y 



Mi»n3 



4 






Dum di«M W«t# MlMdüMii mii' müX J»hrhimd#it«B o*w JahriMModw ip«« 
«bMAuUr (i«ltai« üi Miiit Md Am "mmkm ^n — i linr »itelMM UA!U 

als ^«l<l#atl<# niuslarMii «nfelftrvmt d#«iM «In >dbr •ndiihUn Imm 

M mr liwimilMH d^r «^«lallMh «haoltitm W<»H« taMt-^md dM lat das 
anUeteldMito EidUtlw Vta%T wimm BiK!Mtiiiiff-«,diinn iditl ihw AbM» 
InklMdt nor m «tMr Pita i49ff;am m 91iKl«uti«;k#it i»id V«r4.ffBfiU(^ilc«it# 
1ihH— ir nMht «!• vlM m «Ijmi SiMMnmf , d«p id«lfa«h In dl# Irre 

Gott und dia «AfW l^#rt« wrdM nloht '^««dtt«albllr «rliM*^ in 
lit^md «iiMH Siim, dw darah kriUMli pi«fMte0 DahkM f#r#<Mf«rtigl 
«üd wr HUN*nMlb f«MMItat umlM Mfc»it#. W«rt« kItaMii nl« «Inf Mh 
gif ab« Mi»» CNMi «i# «nthaltm 0tllla<Aw«i«€indy i»ffilieit#t i^nthati^ 
w*m Urtidl«» Ab tynthaUsohM OridLl ibw ifi aiM^ awt mfavt^uiD 



OtfriMi^NdtM 



DitM 



«nthiltm« Im dar Momm AtmilM M Mm «iMS «iLdMlM" w#fiM kann m 



Moi« tofdcMtat Haxtiistail hMAuag^a« 



«liC«aL«lUt 



Oott wid dt« <bMl«*cn t^vrU YAvltMn Wort«, dl« «rat dann alt Q«hiat 
«VftOlt yMtdm kflk)n«n> uvon ■!• la du Ort«il ttMnr da«, «M vir «Uaiii 



V. 






I 



.( 



204 



n#bm Wahnütaiag xmd Handlung unmltt«lb«r •rfA«s«n kten«n| tlbertr«gm 
v«rd«n, nWlloh urteil m>mr L\i«t \xnd L«id«n, S«ligk«it und Y^rdmiamnls* 
So gibt #8 da nicht in d«m Dunkel an ?innlo8igk«lt, das d«n kritisch 
Suchenden umgÄhnt, vielleicht eine unerwartete HUfe von einer gan« 
anderen Seite, die ein besseres Trostlicht ei%»cken kann al» ein viÄ 
»u vorschnellef Zufluchtsuchen im Absoluten? KtJnnte nicht ©in besseres 
Verstehen des angeblich so unheiligen PhJCnomens des Lachens auf echte 
Auswege aus ui^alten Hoffnungslosigkeiten lenken? 



'^ 



Ur 



'i 



\ 



'V 



*mmm/immMMmmSMii^tg^ii0im»* ■ 



-214- 



>?^f ii^ 



•1t\f'£9 



y><-^ . 7 J^ 



1 



> 



Pootnotes to C'r^pter III .^^cn<^ 



/ 



a 



,^ 



p.113 



■K. Jaspers, Philosophie . 1Q32 .Band III, s. 126, 223. 



p.115 



p//& 



Siehe z.B» Cicero: de_ finlbus bonorur. et i: alorum , 
liber III,5,172"In principiis. •naturalibus pl-efTque 
Stoici non putant voluptatem esse ponenclaa;" cuibus 
ego vehementer assentier ..e, si voluptaüer. natura 
posuisse in iis rebus videatur quae primae apoetun- 
tur, iLulta turpia sequantur« ./etiam parvos/ delec- 
tari videamus. .si quid ratione per se ipsi invene- 
rint." Ibid.liber 111,3,11 "Id solum bonun e^so, 
quod honestum sit." 

2 

Siehe Joannes Stobaeus: Antholo/yjum ed. Curxi-us 

VTachsmuth, vol. II, 1334, p.75{ Stoicorurr. v e t erum 
Iragmenta ed. H.v. Arnim, vol.I, 1905, :jo.179,552. 
::ax Pohlenz:^ Die Stoa, 1943f , Band I,S.116f , ojtor.-G 
ca3.<> o^oX0)^csjpiy,u:,^ ixi unübersetzbarer Art auf den 

"mit sich in Einklanj^ stehenden Logos" hinweist. 
Aber auch er gibt natürlich zu, dass ^ipA^^^uy^^u^s 
gemeinhin nur als "in sich einstimmig" verstanden 
v/urde und zu verstehen ist. 

3 

-^Seneca: Ep istola e morales . liber 11,20, Opera 

ed. Otto Hense, 1914, vol. III, p. 63. """ 



jj^ 



Seneca: Epistolae morales, liber VIII, ep.74,30, 
Opera ed. 0. Hense, 1914, vollll, p.269. 



p.119 



f^ 



%.y3' 



Justus Lipsius: De constantia , cap. V 
führt ausserdem direkt an, dass die ratio, die allein 
zur Konstanz iUiirt, "uniicrmis" ist. 

2 

Justus Lipsius: Manuductio ad Stoicam Philoso-oliiam . 

1604, ppölff t dissertatio XV. 

3 

-^Llarin Le Roy Gomberville: La Doctrine des roeurs 

tirfee de la Philosophie des Stoiques t 1546. 

^Siehe T. Gatakers "Preliminary Discourse" in The 
Smperor Marcus Antoninus ed. by Jeremi Coll^ier, 
1702, second part, pp. 31t 33. 



p.120 



^1 

\ 



W. Wollaston^: Relir:ion of Nature ]jelineated,1795,pp.31,24f 
^ibid., pp. 31,24,6. 



-215- 



I 

i 

i 



7^.//jV^ P-122 



m 



llU ^yC 



C^ 



Siehe R. Price: A Review of the Principal Questions 
in Moral 3 . 1787,p.4^5l 

2 

Siehe Mind^ January 1912, pp. 36f. 






p.123 



P* Weiss: Nature and L'an, 194-7, p.XIX. 



%.^/^^ p-124-a. 






I 



Dl» Nibelung»n ,II. Abteilung» Siegfrieds Tod, V.Akt, 

^Tr-rlA^T-Irb TTAhhAl •^•^^•"•» ^•^ 24-68-70, S«mtllche Werke , ed. Richard 
rriearicn HeDbei.^^^^ .^«mer, 1901, Band IV, S.155. 

^G. SimiLel: Kant, 1915, S.168. Ü^^ ?J 

p.125/'' 

H. Kynast: Kant, sein S^rSten als Theorie des Ki:ltur- - 
"^^^'^b-cf^^ bewusstseins , 1928, S.llJf. 



7^^? ^? 



?• Jodl: Geschichte der Ethik, 1912, Band II, S.18. 
A. Hagler: Die Psychologie in Kants Ethik > 1391,S.104* 
^Hegel: Werke 1832, Band I, S.350ff, Band XV, S.592. 



lh.^<f^ 



p.l26 



ITur vor der Ausbildiing seiner kritischen Ethik finden 
sich bei Kant Formeln vagsten "Zenonismus" , z.B. in 
?jine Vorlesung Kants über Ethik, ed. Paul L'enzer, 1924, 
S.152: "Verfahre so, dass in allen deinen Handlungen 
Hcgelmässigkeit herrsche!" 

Siehe Kritik der praktischen VerAunft, §7; Grund le.^unp: 
zur Metaphysik der Sitten (Heclam), sTite 56; I. etaT)hysik 
der Sitten, ?;erke, ed- Cassirer, Band VII, S.IS4. 



p.127 



1. 



Kritik der praktischen Vernunft , ed. Vorländer, S.13* 
Tbid>, S.39. 



/mc 



Tf 



p.128 



1. 



S 



<> 



&rimdlegvirig zur Metaphysik der Sitten (Heclan) S.34 
vmd Kritik der praktischen Vernunft, ed. Vorländer, S.Slf 

Kritik der praktischen Vernunft , ed. Vorländer, S.40. 
'ibid., S.55,54. 



n 
1 



... ^llBtHimtm iiM« III arr., 



-216- 



j*-' 



fh .f / 



^rn.>' 



-<p/ 



'^n.j 



-fZ 



<^»v $ -<f3 



n^i-^i 



7K- S 5" 



p.129 



'Kritik der praktischen Vernunft . S.S? 



p.130 



Ibid ., S.32; vergleiche Vorrede zu den "r.:etap?.ysi- 
scün Anfangsgründen der Tugendlehre", Kant; W^arke 
ed. Cassirer, Band VII, S.134. 



p.131 



p.132 



p.133 



? 
( 

^ 



^ Kritik: der praktischen Vernunft , S.Slf . 

'Siehe Kant: ^^erke ed. cassirer. Band VII, S.199f26. 

^Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Reclan) , S.65,67j 
F.erke ed. Cassirer, Band Vllf S.25.. 

^ V;erke , ed. Cassirer, Band VII, S.190. 

^Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Reclain) S.65. 

^ Werke ed. Cassirer, Band VI, S.166. 

^Kant: Metaphysik der Sitten, Teil 11,,^ § 19. 

*Werke ed Cassirer, Band VII, S.199j Kritik der 
praktischen Vernunft , S.86. 

^Kant: Metaphysik der Sitten,. Teil II, §17, .un^^ver- 
gleiche schon Sine Vorlesun.g; Kant s liber ?r: .:.i^ ea. P. 
Menzer, 1924, S.5o2f. 



V 



p.134 



^Zur weiteren, viel ausführlicheren Begründung dieser 
Kantkritk aiete D. Baumgardt: Der Kampf ^ den lehens- 
sinn unter den Vorläufern der iiodernen htaxK, 13:>y, 



r 



^h^,?^' 



Teil I. 



A 



^Siahe z.B. J.P.Sartre» s drastisch« Da];4tÄltöig ^— „ 

p.l56 i2nt Scheidung von Wertkonflikten durch das Gebgt, keinen Mensdien als 

^Seneca: Epistolae inorales 20. "Quid est sapientia? 
semper idem velle adque idem nolle...non potes. enin 
cuiauam idem semper placere nisi rectum." ^^ ^ 

2joannis Stobaei Antholo^ium, vol. II, ^/f ^ i ^/l-> ' T o 
ed. curtius Wachsmuth, 1S84, PP- 75^ 



P*13^ 



mtM: blosses -Mittel- anzusehen in L^existentialisme eait^ un humanisme, 
19^6, ppi^2f. V 



■ " »» jt^ > ■ ■! ■■■■ry 



' ' H , ■! » T f 't ■*PJ '^ 




.■WBB6C.V!.K>>-J" i> ' t" 



-217- 



0. 



'Tk..?'^ 



p.136 cont'd 



■r . 



ri, 87. 






./. 









M / X cTo ^ ' o 



^Diogenes Laertius: /^ 

^Clemens Alexandrinus: l'7-/'^>^-<7-ers ed. Kirche^"" 
väter-Commission der königlichen x'reussischen Aka- 
demie der Wissenschaften, Band II, 1906, S.183. 

^Lactantius: Institutionea IDivinae, liber III, caput 7, 
O^era Ginnia ed* J.3. Le Brun, Paris, 1748, vol. 1, p.203 
"cuTnatura congruenter vivere". 

Diogenes Laertius: /5^' ^cC' J-^^/^'^' VII, 89. 

"^Siehe Clemens von Alexandrien ^T/>i^>^c^7<^M jj^ caput 
21,129,5, ed« Preuss. Akademie, Otto Stählin, vol. II, 
1906, S-133f vergleiche Clemens II, cap. XII, 129,4; 
Diogenes laertius VII, 871'f j Stobaeu^. 2clogae II, p*75» 
llff. 









p.137 



>-^ . f > 



">i<<y 



Ci^ 



/^ 



') K<2J 



Adolf Bonhoeif er: Die Ethik des Stoikers "^-oiritet , 
1394, S.163ff, Über die verschiedenen '»stoischen 
Telosf ormeln" ; Max Pohlenz: Die Stoa , 1948, Band I, 
S.118,- Band II, 1949, S.67, und alle mir bekannten 
Philosophiehi^otoriker wünschen offenbar nicht, aus 
der bei Stobais überlieferten Telosformel des Zenon 
ein rein formales ethisches Grundprinzip herauszu- 
lesen. Un(^weifellos schv/ingen in dem "unübersetz- 
baren" Terminus <i>^^ X^^-^/^^f-^^s und selbst in i/{<^^^ 
"e-i.^ X/»V*^ für die meisten griechischen und modernen 
Ohren inhaltliche Wertlingen mit. Aber trotz dieser 
historisch berechtigten Jberlegungen scheint es mir 
nicht weniger angebracht, rein sachlich hier und bei 
Seneca ein (streng) formalistisches Prinzip der Bthik 
mit intendiert zu sehen. 



p.138 ^ ^>tiL7.\ ^J2'^ 



II, 10 



OUo <\\ 



\ 



IV, 29, und 



^^ ,Jl^ ^/7^) 



/^\Af^aja; 

^Ma _ 

Stobaeus: Eclogae ethicaer p.l80 

V -^Mark Aurel: '"^ ^"^^XrS^, V,8i 

\N/'II534, X,ll; seneca: Epistolae morales gr,!^^ 



n\ "Mark Aurel: 




I/iTT 



^/ 



p.139 



^Dieterich Tiedemaim: Systen der stoisch an Philosophie , 
1776, Ill.ieil, S.54. 



i 



IIZ|217b 



PtVß 



«U O^iteoMt 19I^t t#int PP«51^f< ''OpUMi mU..6mm qw 



t/7«r V 



><^r/ 



'«< <& 






6 #*«//•# 



{^^''/ik..^A ,29 wid Jmh 3tQbiiuit 



AomL nmirtml mdl Sohmdfl«* <tor Ytmorfintait ist odw Z«dU 
ohM 4w ur«li»rli^Mt«it« «d«li« III» 13» rMU^ dM r »mrlntU i> 

idM« füi dM "poiitlsfton LofM^ dMP WidLt» i«t in dbr ohsrisU 
licte» Tziiditldn b«l üilUdt wA (Xmmmm imn Alwindnm sm 
£«l«lm d»r AaMMttLtlMdt «MfWwUt wrdm» siate CIwmm 

kXmtmBäsAmm ^rfoj^^r^r^ IV, Mp»X]tVI» 165,3, *d* Otto 

aUDOliit i«l»IIt 1906» p«32l5 ln.re::-J*^ X^^y- ^7- ^^^'*/7'' 



'.^ 



«;7 



/h 



^•' 



mci AtM* Mh* tesr«! 8«L«cOTtli«li («Ute II» 17» 1) mn T^^«^ 

'r^^^ tpiloltt, 80 htt dM gidifiMi «&1IM «mnAUh «wlfw 

««Itntlehtlgw iCUi« Als MMt In d#r Afl«Ui«hM W^t» i^tM« 
/ bil AftiAd CMUmk» «^MAm"» tmcrUtus I, capat n49» tMcU 
oUJUaUa» ObBQI» «d, J«P«1l«Li«lt ^Ma.III» 189L» i^y»» w n» 
dXm 3uUn ils^siquwi adv^nft* «t «llo j>yorKipant4Ni* liAtdelUMt 
«wdiii» dl« m^mx «bwr als naMpiM IndigmMi «t mmwI'** 

i:)M GrwidlgAfWL dM liiMi<*iM» mr «Ui FrMdllfiff auf dM Mta 
Mlbat Iji Uni¥«r«UM «u 9iln, hat/lMMr ^m^mt v m amn kfm&rmti gt»» 
moht bai ao ti«f wraabladaMA a«iatam «ia damhai^i wa Claiiw 
ra«, Lutliar» Oaetha ( •*ti«bM ^Wiat «xf da? tfaaklM fWa*«)» So* 
H<>f>v4,v^Y^Vt*i,^( valis» i^iii^ Mii Hoftennathal md Haldafifafi adM afU dM maai» 

aahan iÜatorUcM» tilohaal 0«G#rsohanaon In wAxum HHetf^n an dan 
id^siar and iaaaariatM V>ta<AMUif lMMr» BfU^^*^^>^^— ^ JBilii^ 
JHL JSkHiribiiklt "^Mf ^^'^t ?h77s ''I<^ MiM» daaa li^ l*a 
Mla ain AiMMLl^» dar aiafti in aüM« ftp aw dM Lanffa alnf abOigart 
hat»««iah faLa hlar «In FiMdar und w^käb^ f«ich««naoh««t<MdMr HaU 
mU" 3ialia aMh ainlM HinnaLM wmt Aa V ulllMMMhal t dM 
•IdlotM'', dM '•outirl , . " iT! Indl aaiMi Dankan in nfdmr f^ ag aa» 
Mta M dM wmlatand auf paUtlaalia OaMlnaohaft § arialit#tan 
GviairtMPfitmp^ bal Batty llalnmmt **Tlia Outaidar in Soolaty^, QäL 
JlklMl «y<wtfm3|>^ OaWbar 1950» pf^73ff • Vaapgl^ f^aiMr Ausaatin: 
qf AiAUtepal IJjV^I ni» ^ySx «Ä.bal.»taÄiuaBn -^r^rlfln« non 
aandtidit ßArRmtm^. /Cain/ aa». natua «iida hajua aaMoli« [kb%g 
mattm lata pwmnAmm üi aaaaäjlo» ot paHliw« Ad ad^fitatan r>tAm. 



h 



•90 



■Vi 



% 



I 



4 
I 



mm 



mmm 



lUfZL?^ 



jUj^trf^ 



pti3i 







f 



1 



.V 



r 






yii.rir' 






5/c-^ 



gMtiA 

WiSIJSti 19Mf Band T^ *<t}#dl«liU^9 «"TH^taalt^t S«U: Ir «l«ht^»r 
g iii rtd ff «bsr irttg;! IhR iNdt«r/Auf (hffikAUU«||l^ Mummt laiiilo« 

tte %diids»$ ^Mtin Hilitawtrs JUjMtt» "QU 2«&t dM .eltbdLldM'*t 



JbÜMb *^«9i -0» bist «in FiwiUi«» «in liirfii«t,it?%fflGr 

«nf 4m IM»*'! UrJ«»vital 



i mvk Auf«!} ^- ^'i ^^-^'* ^ T,«U (^^^ 'i^-^^^L^ • . 



^..^^'a--i^U 



t 



I 



I 



mm 



XX,l£, 



-^— 



■i-vi ^ .»i^ - 






\ 




• 


« 
• 

-2ia- 


f 


1 


p,139 cont'd. 




? 


^Dio^enea Laertius: /S.V. ,^^: ^^ C^^ '^'^'^ ^'^ ^''^''''^f '^- 




i 


f<?J^.Kt^^r;üVu»a V^^' ^°^- 




>^.^cÄ 


p.140 





•^Arrian : i^' -^ yy^^ '" 111,7. 



hc^.^i 



p.Ul 



/ 



'Justus Lipsiusi' De constantia, 1537, 11,14 



p.142 



7' 



-r^:> 



Siehe Seneca z.B. E^istolae morales, li^ber VI, 53, 
Opera , vol. III, ed. Otto Hense, p.l87: "Inbecillus 
e3Z et ignarus qui projter doloren moritur, stultus 
qul doloris causa vivit." u.s.w. 

2 

\'ienii Kant in den "Lletaph^/sischen Anfangsgründen der 

Tugendlehre" §6, V;erke ed. Cassirer, Band VII, S.233, 
eingestandenermassen iiit Bevyunderung von der "Seelen- 
stärke" des Stoikers spricht, der "aus den Leoen. . 
hinaus geht., als aus einem Ziiiir.er, das x-aucht", so be- 
zieht er sich da auf dasselbe ^leichnis, das i.rrian 
z.B. in ^ den j^'^rf.^^r IV, 10, 27, und LIark Aurel in 

'Tt; ^Tj ^<^c.ri> V,29, gebrauchen. 



p.143 



3e- 

sein, 

rreu- 






p.l44 



^Siehe Sextus Empirikus: "^^rf^"^''"^ J^...7^ci^c-u.^ /?>. 
liber I, cap.25, 246, wor^ach Zenon mit höchster Drastik 
erklärt haben soll, es sei das gar "nichts Puic. .t bares" , 
dass Ödipus seine Kutter begattet habe. 'Doroi "hätte sie 
Beschv/erden an irgend einen Teil ihres ICörpers gehabt, 
und hätte er sie da gerieben, so wäre dabei nichts 
schämendes gewesen; warum sollte es dann schandbar 
dass er andere Teile ihres Körpers rieb, ihr dar:it 
de gab und edle Kinder mit seiner Mutter zeugte?" 

Siehe Plutarch: "77?^) ^t^.*<^ 
De repugnantiis Stoicis, XXII, 1 (1045a), cripxa 
Koralia ed. Fred. Dübner, Paris, 1341, vol. II, 
Opera ed. F. Dübner., Vol. IV, p.l273. 

^Sextus Smpiricus /^/»f <-^ve/u;>. iTr^TüTr^jire^-^ ^y^i-^ 
III, cap. 25, 247, Adversus .ithicos, sect. 193» 



1 



) 



I 



> / 



p.:.273; 






Q(<,c: 



1 



^> ^6 



■""Seneca: De constantia sapientis, cap. 13, Opera vol. 1,1, 
ed. Emil Hermes, 1905, pp.36f. 



V 



'IUI I UI 'I II laiaMiMii^ 



-" ",i-VLv,'.it",'iijr.U'iTi i riraa!-::v- ' J- 



x."v \rv\ srar-y- 



^U ■■ II III I 



"Tili ; ""^lüvaiii;^!.- 



I 



-219- 



■ u -1? 






nvL 



^-n 



p.l44 cont»d 
2 

7 



7^ 



I 



-Siehe z.B* Arria^ J^urf^^^f liber 1,13 ,3f . T, J / -r^^W ^ 
I»:ark Aurel^- ^h i^i^ri> (jf^i^W ^^^^-^v^^w -^; , ^ 

XII, 26, 111,4,5, XII, 23. tnMer Praxis des Lebens 
hat dies aber offenbar Mark Aurel nicht gehindert, 
die Germanen, ü:arkc:::annen und Quaden wie die Sannaten 
(östlich der Weichsel) und besonders die Juden als 
höchst unangenehme Mitmenschen zu empfinden, siehe 
^^mianus Marcellinus XI II, 5« 



j 



A 



'}^^■..^A 



Epiktetosz^tv^^/f/ c/ 



V 



28. 



•" /• 



eneca: E^istolae morales 43 f4 



Aurel 



^ V c^ » 



/^0it yr^ 



\/»0<7rer^ ^^ 



III, 7v M^ 



Vergleiche l'ark 



A TU) 



'Epiktet : ^fV j^«//^' ^' • 



15. 



■/7 



d v«> 



p.145 



/ 



f 



uw» «^y d ^-^ G-« UcmJbM^ - 






i^ark Aurel: 7^-^ ^\ e^^r'^^ Buch VI, 13. 

^Epiktetos: V^x^'/'^^^*'' 3. Vergleiche L'ark ;.urel 
XI, 34. Siehe auch Simplikios^ Komnentar zu Epiktet, 
cap.VIII, wo mit noch grösserer Ausfünrlichkeii: vor 
der Konsternation, der Verv/irrtheit/^gev/arnt wird, die 
den Durchschnittsmenschen bei Todesfälle:: von Angehö- 



Jx)^p^ r i ^igö^ ^^^ Freunden befällt. Im Kapitel 79 seines 
'^'*y'*^^^^'**^*^Epiktetkcmmontars berichtet Simplicius dazu noch 



aie 



er 



geoen 



treuherzig, dass für ihn nicht nur die Kilfe, 
anderen mit seinen Erläuterungen zu Epiktet 
konnte eine Belohnimg bedeutete, sondern dass ihm 
das Sch^reiben seines Kommentars selbst die intensiv- 
ste Befriedigung gegeben habe* 



^ E^^c-nda 26* 
^Ebenda 12. 



1 



^^" V/, 



r 



; 



•^Ebenda 15» 

^Mark Aurel T^ <^^ V^^^^^/v 11,14. 

''siehe Lactantius: Institutiones divinae ^ liber VI, 
cap.14, Opera ed. J.fiLe Brun, 17/?8, vol.I, p.473f; 
" Stoici . .af f ectus. .morbos . . vocant , non täSfe natura 
insitas quam papa- opinione susceptos." 

Siehe Clemens von JClexandrien: J^'-f^/^'*'^*^^ II, cap.XXI, 
150,7, ed. Preuss. Akd., Otto Stählin, vol. II, 1906, 
p.134. 



^ 

^ 



-220- 



'^S 



q9^ 



p.145 cont'd. 
10. 



^ -711,110. 






Siehe StoicoruTi vetGrum l'ra^renta ed^ Joannes ab 
Arniia, vol.I, Qa5§^ lJo.2ü5; vol. III, 1905, I-o.>t*r^(</ 
/^nre- iid a Vül.III, J90; I im . r.^n, ^ Fil J ^^/^^,, ^.-^.:<, ^rfv^/' 

p.146 " . 

^Galenus: De placitis l:ipr)Ocratis et Platonisy ^oo:; 
:. lylueller, I, 1374, IVt£; o^oicorui:. votorur: ir:-/ ^- 
Lienta ed. J* ab Arnim, vol.III, 19'J5, p.l23, Zeile 

^ITietzsche: ^^erke , i!u3arionausgabe. Band 17111, S.2>;3. 



/^ 



/73 



A>v5 io) 



-'Siehe Cicero: de 



linibus bonor'jirc et ralorun über III,. . 

über I,capaQ/j3fy -'^ 




^-Cicero: Tusculana» disputationes , über IV, c«p.7fl^« 
p.l47 5-Cicero: Academicae guaestiones« Academicorum posterioruin,lib»I,cap»10,38f. 



t üi 



cae 



liber XIX, cap.l. 



A^ y-vs, ;% <yi^ 



7'><-0 lOi-Z^:»^ 



Siehe Aulus Gellius: :^Qct3£ _____ 
bes. 17; und Seneca: de ira 1,16: sapiens "sentiet 
lenem quendam tenuamciue n^otum. .suspiciones quasdam 
et umbras aif ectuum" ; vergleiche Seneca: /:r'i£Tolae 

^orales, liber VI,57,3ff ; vergleiche De coristantia 
sapientis, cap*V[I. 

^Die imiLer noch lesenswerte alte Darstellung des 
"Systems der stoischen Philosophie" von Dieterich 
2iodeinann (1776) hat in ihrer bescheidenen Art offen- 
bar schon auf ähnliche Bedenken hinlenken wollen, 
wer^ sie bemerkt: "Die Tugend selbst könnte nicht 
mit mehr v;ürde und Nachdruck reden" als die Stoiker 






^/<A/v 



sprechen. '^:erm die Tugend selbst "in 




KSxj-^^^^^^' 



ihrer ganzen majestätischen Schönheit vom liimi^el her- 
abstiege, die Menschen zu lehren", sie körnite nicht3 
f^^ ^aönor üproon o n ^^^^Wir können uns daher auch nicht 
^enthalten, diesen ehrv/ürdigen Leuten unter einem tie- 
fen Stillscnv/eigen aller unserer niedrigen legierd^n 
zuzuhören. Von diesen hohen Empfindungen hingerissen, 
sehen wir uns als kleine kriechende Geschöpfe geßen 
sie an, und werden über uns selbst unv/illig, dass wir 
nicht auch so gross denken, so edel handeln können. 
AJi— Kaum (aber^hat sich dieser Enthusiasmus der Tugend ge- 
' legt, und Zeit zu kälteren Reflexionen gelassen', so 
überzeugen wir uns durch tausend Erfahrungen, dass un^ 
der Urheber der Natur nichx bestimmt hatte, schon hier 



\ 



■M 



HOi 



i\k ■! ' 



0^ 

-221- 



p.l47 cont«d 
2 






/ 



Jl',' /o/ 



diesen -noneFcrad der Yollko^r.enheit zu erroichan. 
J3and III, Seite 126i,35) Diese Art von Tu^^^ena, die 
das stoiacV-o A-^v vou Menschen fordert, kann unlös- 
lich "in den zerbrechlichen liüxten mensch licher oeo- 
len" wohnen j und diese Tusendforderun-en_Cw^r4«iW«.c.£C.. s^ck 
schliesslich nufv*"leere Träume einer erhitzten ^m- 
>>■;•. ,-^-ni-Bkrait". '''trächtige", aber "nichxs bedeutende 
Keaens^^ten" (ebenda .eite 112f,89); und schon CiceroJ^ 
Sabe deshalb daran erinnert, wie selbst Poseidonxus (^-^'3 
und Panaitios wenigstens teilweise einrä;ur:.en, dass 
der R-^-Torismus der r.toiicer der iiensinlicnen i-a-ur 
viel lüehr zumute, als sie ausrichten kann (eoenda, 
Seite 145). 

p.U9 (pa/'-t-^ 

Arrian: ju,Arf'^3»i^ 1,22,1. 

Ebenda II, l0.23. 

^E benda IV, 3,7. 

^Llark Aurel:^'< ^m ^^^'^-^ Hfl* 

^Ebenda IY,33* 

^Ebenda V,9. 

7-^iehe z.l. ebenda 111,6, IV, 49, 2, y,5, V,12, vl,30,l, 
vi,47! VII,63rvri,32, X,3,l, v.o solche ^eouen von 
Werten aufgereiht werden. 

8 



1 



benda VI, 3. 



7'. /o5- 



^Arrian: /I-VA'' 1,2,22 



p.150 

^Cicero: De finJ^rus bonoinim et na^^ liber 11,14,15. 

2ju3tinian: Tnstitutiones , liber I, titulus 1,3. 

p.l51<*, 

^Jeremy Bentham': ConiE.ent on the noEL.entaries, ed. 
Charles W. Everett, 192Ö, pi^39f. 



\ 



p7I5^ 



^^gustinus: De trinitate VIIJU cap.IIl,n.4. 

^An^elm von^CanterburyT'ror^loinjiin, cap.II. J^ f -J- 
HiSnefpatrolopae cursus co£2letus, San es Latina, 







-•nrssrm': 



■ !■< I 1 PI.I W ■! ■ ■■ 



11»' ■■—.»I'' ' . . ' ! ' j l . ' ' "1" ' '.. 



I , nt i l y Mj > |< i> i , 



llllil IMI H 'P^ l l f i ,-*- 



•TW 



■i^-y^— » »■ »< iii» nm wi 



J 



„^t^^^^tm^mat m*^ 



in»8zib 



P.W 



( 



A' 



Mid03 



/ 



"tK^^^'if 



/^"'\-i < f.. Gt^ 



K^y^^T 



r^' 



•Mft*d, 



r 



:7^ 






(iLJ^si^i 



Ubmt dM <l«i#MQill«t« wd viU. &mh ll^f «t# tb«r dl# lan^r« 
Br8Qhigk«it dmr «telMhMi nomSMLtMni^ l«t ikmi I^m SAMton In 
halb Mhcnhaftw Gm!« In tliMr HiriMsbcr^rkunf mijmr üttt—to a 

"Ü «Lrd •nSatt'' m iMmrrtctlohMtoir, ''dM8 Sjpikt«tt als Mdn 
Herr ihn dm iam kMA^ gMM«t hib#t ^Vm 90 99M,immit ftr dltfh 
••Ltet» cMm iMB hMt du dilMNFi iklatwi tan KH^p«! ftnaeht«*«* 
Ist dM FIdl »— p l d »f Wmt «idlM^ 0l^ nldxt EjplkUtt «1« w dl»M 
itolMn Woit« sprftoh» li»i#ril<^ alt f»fSii>iiAiiiii Mc«flLlt imrT«« 
31eb«r gibt m In L#bw äOf^mltSUL^km^ In <liiMR ntn 1B)fdM#t tn Mton 
limft md litnni HnA bwnlivi^^DM tptfttlsalum MMihiUiMtaWlt 
d»r hRvifodm Oindnhalt noM' mtn bimüllnei m «ntwift«» «!• 
%4kt#tt Abw dtU IMlMophl« hit diiAt fl&oM» f« ntfmff «w !&• 
FIdl o—pfct i b^Klmt tM* tfunt» hmh d«r gwnUn» tmd nMlit'vnlU 
teil fwt l«i und dnr immA nit nlcAi illiln UUdbt« Onn lArd 
Um dtr Hnt mnftwiiii tmd to ivt #§ btii^r» Diini kMNt dl« V«i%» 
MiAiXuQgt «id m«h dM Ini bMMr« QMni#«*idb«r dir hmw hit b^ 
rAti iullsihttrtt din^ uu lA Mf^t cslMbüi M nüMnlNnw WjM ni 

Z«lt Hilt wx Mie}ww'* 



Xx 7^v5 



mnAO? 



P#15lb 



FMioMrir In 




S^Z^Zf« 



aaBäasaicniiirtWi 



n»4.06 



1 



JPlito» QoHg^n 52^ 



« 



nit2Ht» 



cu 



W-U3 



P.153 



m.U4 



■••U5 



m.m Ti«lg#r<2hmtm Mt^riAlMiohen J<^rift«n Äti«nn« Qil»on*8 
mr Mitt«I«lt«rliahM ohrisUichen PhlloMpkd« fhwwpmmmn mtäLomr 
^.«iming nach dmn Bog#n bttrlohtUchf ^mm «!• &•&• lUnt« •kop^ml^ 
kÄidsdhe B«volutiw" dar 0«ik«rt in d«r ••Kritik dmr r«lmii V«r- 
mnft* daadt llCoh«rll«h «u «a<di«n ouoh^n» dfts« Kant g«r«d* 1« Ge- 
fmMti «tt itofMMwdkut d« K«ri»oh«i tim •Mittelpunkt d«r Wtlt* «r-. 
h«b«9 ^Ohrmnd tum ohri»tllA« «»phllomphl* pwmfd«** rwOistitch 
und ttagl«Lch «iia(t«ntl«Il tiefslnidc dm pmtwBnilctkm 3ott in das 
Zmtram dM 0M«ln8 g«rilokt h«b«9(«i«li# ä^OHsons V^marit §• la 
philowpfai» «ldi*val»» 19W>, flh«pa2tp.a^7tt ▼«!• «»dh p*309J 
**lM9 pmsmrs chrftims •• iMtt«i«nt«.d« raliw Im risultatt A« 
taaus pMT U spioolation praoqaa.^Pourtantp il va d« aoi qua raliar 
▼mt dir« ioi aubordonnar»**}* fial soldiar aiagatgaidathait «agww 
flbar Jadan kritiaohm Eationalisnias» dar angablioh dia Walt au 
bloasan »Gasatman dmB Oalctaa aintrodoian UCaat*"» idrd laidar mr 
übaraehan» dass aa tUr Kant und Hb* kritiachaa Oankan i&aitiaupt 
kainaavaga dar ai^Jaktiva» pafdiologisdi dam Irrtoa untaniavfana 
Miiaabli€lia Galat^latt dar al« Riobtar anfarufan wird» sondam mar 
obJakUv ainalobUga» uao«i;lbglioha Waaanagaaataa allar nH^chan 
fepfährun« tbartiaupt« Dia YomOrfa» dia kathalisoha d^ßnkmr ida Gil« 
öon odar alMa iUWaibal: I C^ bin dar 3alaiKia > 19^1, 3.9f 3.27t daiait 

laoha \ 



3.9f 
MM dia Gattaäbaaaiaa 



Mai6 



gag«n Kmat ridütan» daaa mt "aioh dia Sa« 
s«hr l^cht^ gamaoht haba» IndM w bSchat alnfadi und idUkflrlich 
""daa Kauaalitltsgaaata** lu *'ainar.«nar««aubjaktivan Dankforag" dm^ 
gradiarta» rallan ao viOlig in aioh ausanMu W«r ida Ollaon dia 
Irundbadingungan allar aSglichan Srfahrong nur ala ii^aogan dar *Qa« 
fan^anaohaft** das »machliohan Oidata« brandoarkan kann» dmr hat 
<U«riLt allardinga au«^ Jadar ungaaögaltan philoaophi«ohan Makula. 
ti«A wad nlobt nur dar iutoriUtt ohristüchar Qffanbarung^sbiloao« 
phia rtlr und Tor gaSff nat. Dia vial xBaaavollaran Baurtallungan daa 
\^arta dar KlttalaltalOiahan ü^thik daa iSt^andlanda in Fhilothaua 
BShnara OolatUdic Philoaophia 22» jLhffan Anflngaq b|& ^^Wf _^^ 
Cuaa. 195^9 in Ottaar lAttricha Gaachiobta dar i:>thik, BdUIi;iII »1926t 
und baaondara FHta«Jaa(Aiia Tan Slntalmat Ds£ .^^arUadanka in dgr 
miropgLaqban GalataaytalokluniL > 1932» biatan aalnar tJbariaugung nach 
J/ aU objektiv wit adlqiaataraa Bild dar Sf^qhlaga« 

J.OiQraar in LahrbuA dar PhiloaoAia. O^ Qaadiiöhta dar Philoao«> 
phla, ad« M« Daaaoir» 1925 t S»2754g<htSbar Yial 8u ifiitt wnn w 
D%Bcmptm9 ala bloaaan Maobf ahran 4alguatinua* an diatm PunMa ansieht. 
Daaoartaa* 2valfal und aain Cogito argo aun habm ait Aug:uatinua* 
Parallalthaaaa vial Mhr dia draaUaeha üünklaldung ala CMnalt und 
Intantion daa Argunanta ganiln« 



f 



h 



■^ 



Z 

Auguatinuat pa wffibua cathoUeaa aadlaaiaa^ Introductio I»2» 
0mviT^9 da 3ai»t Auauatin^ ad. B. teland^Goaaälin» V^ fllrlar qpuacn. 
laat 193ZT 3337 ^ 



■MMML 



IU.222& 



p«155 oont*d 



)-/ 



'■/4> 



•»•U7 



P.156 



\ 




Ltf I>^urs prinAt Sectio prima, qua^stio prima III t^» 2S£fZ2£» 
1936/ p*32« üi9 Ainliehkeit der Formal nlt dam 3aglnn Ton Simaca^a 
Dg Vita baata (••Vlrara omnea baata volunt**) xind vor allaa alt Spi- 
kur (idabe lUoganaa Laartiua* Bicc^ 10,128f } iat nicht baatrait. 

bar» 



Thomaa von Aquino: Brnrnm thaoloyica ^ Pars IfSZ^l: *^ultiiiiua finia«t 
aat baatitudb^i vgl« iöanda » aacunda pmtB aaeundaa partia, quaaatio 
2, artioulua 3 und Kftara» 



«a.U8 



iaktfuatliHUii ^ laoaribtta eathoücaa acolaaiaa« para prlaa, aaotio 
prima, quaaatio prlaia 111 m^m Couvros Im p«32« 



$ 



üfaaada . 



a>aoda> pare pritoa, aaotio aacunda, propoaitb VIII«13:l*'Bonorum 
aaMBa«««8UiQBUA bonam««Daaa aat nobia**, Oauirraa « IfP«^« 



Ji^annaa Uoaa Sootuas Da priao prinoipjo « ad« ä^aa Hocha 0«F«M«t 
19^, pp^Skttf aaipituluB tartiun, duodavigasima ooneluaiot *'Prlmiw 
affactiviui aat aetiaalisaiaaui««Frlaua finis aat optinuat virtualitar 
oontinana omnan bonitat«a poaaibilaHk«PriBRui mdnmn» aat parfaotia*» 
alHmw«Haac trla non posaunt BmpBrmrtf q\ada si unum mBU^t in una 
natura, aliud in alia, quod iUonia aii^plieitar andnarat non poaaat 
dari«*» 



Attfuatinaat Da trinitata « libar VIII, oaput III ,^« 



ma.119 



M^^' 



^V: 






P*157 

^1 



I 



taai^Lm von Gantarburys ft>nologixm « caput I, J«P«*^gnas Patrologiaa 
enraua ooaplatua , Sariaa latina, vol«15B,1863,p«lwj "IHud«« 
aolum aat auinma bonom, quod aolum aat "^^it tm bonim««Eat Ifitur unun 
aliquid wxxmm magnum et suiava bonu««^ V|(l« Proaolo^duffi t oaput £[I« 



71-^4^. 



a'«-v 



r 



SLaha a«B« baaondara aoiwiariaoh Antfi^atlnus} **Da inorlbua eathoU» 
oaa acolaaiaa^, para prima, saotio I, quaaatio quinta VII,L?, 
CMvrS£> 1936, I, p«Mli <*wuid banafioantiua, quid libaraliua dlvlaa 
providantia dioi potaat, qua^ik lagibua auia hovdna« li4pau»««non 
onniiio daaamltT*' Und abaiida'; para prlsa, aaotio aaeunda, oonoluaio 



y 



■ « i* rttitfVl 



,222(1^ 



p.157 



l^*V nm«r*mm 1. B.60« "Quid »rlt «liad optimm hoidnl«, nl«l 
par. .»ouniU» .»cttio prla.» ppop«4tlo XV. 25. 



■•JL20 p.158 1 



«,OTd« . p«-s prti*. »Wtio pri«», (»»••.Uo qtt«rU VI.IO. 
PST-Cu« iUi. «Ihi r«. »st, q«l D«m ••.• non x»guit. 



u%u 



■•-121 p.l» 1 



M.122 



PwohophyAk uad vlÄlÄAt nicht i«ntg«r b.«ht«nw«rt U.« pM^l»- 

^tSiTsatlrikT. .ehrt* di. f^lS»°ili""^'2*!L JlS^^nd 
;S^.A. Urt11»~«l» 8«h»r«. g«ds. «lAt .u Min«n b.i(t.n. And 

ab.r trotfci«! l«td»r nloht un»utrrff»ndi _* ^ j.* 

Soh i^dmr trmA d.. IA«lt. «Ich. i~nn «« «t. bringt «-x» 3«im«u.. 
DM. ^ «n h.t hln.ln8.t«», '^,:fi;:J*' "r^*2!!; loi« 

^toguaU««. D. morlbu. o«thoUe.y ^^§T^ljr;n*;SU^'jS^- 
prlra*. propoHtlo r/.25. CfffiESt» P.60f; "Nondna In or. «ua oamiMu 

■'in dM "3Draoh»n SiOo»»." 16j32 und d«i tAl«>dl««h«n l^»j Ä2|&» 
^":lf2* Ji^ln T.pf»lc^t^« •'«Sj'if ^^^"Ä^ 

SJ JSItSTSr ann d.. T.r«ima f*i»t bis eu «f^f »» »»"•'iS:! 

vlt«^l«ibt. Zw *«•» « «ln«i voll« "eon.«n«i.- »«i»*««. ^?" 
^^^irrirtw-nt (slrtie D. laorlbu«. .. pars aecund». ..etlo t«rtl*, 
^ lüT! ,!^X A5ll.5gy »d* «^ d l. a>w*ln.tiiBnung «d.A« wi- 

cU.. l« iat.n Bund di« -Furcht" Jb*.nil«gt, im ^mma -di. U*« *)* 



p.160 






aA/ 






•Tisl^';:s*;iSriis:drF::^-i5 ^sso^ i^iiu 

traDM-witl. Ät «^ integrum .• proben, «ü. ßJott/ quod m«w» 

a«,r *U «ato .«vi««., t propfr.* füi!* w ^LIJS^«.«..- 
amr .* quibu. «IJuvatur ä» .i. quibu. iapaditur, ..«Miter Mll««n», 



I' •jIimV"'-^^-"- ' — '^ 



tliliratf (MW* «Twi'* iMifai^» 



IMMi« 



IU,222«t 



f 



mB'JJtk 



p*l6l 



T«rtiilll«mst Dt prumcoAptioom hMNtloDriui» Florllagima 
Ptrlgtlcom^ mAm ^tetiiit 1930t c«7 



!• l«i «iiur «har«kt«rl«ti»filit d*M t«B« Augttttinkia in ^ wy^ug 
oüthally •ooltgly^ p«r« Ilt Metlo 2» oonaLudon*« 1X1.J6 in 
MltMnr Berufung mat KoIosmt 2i8 «a« <!!•••« Vw das i^>oft«l keines» 
ütg« «1»» Uäartmxig vor mlltr FhlloMphl» «1« «Iimt g«ifllhrllob«n**Vw» 
fOhrOTln* h«riKi«l«s«n idllt gend^m nor dl« Iblthnins dM 3tolftM 
(iup«yblA} dtr^r» '*i|ai««nAgnam «liquid •• agw« pntant, il wArwn^m 
Xgtmok oorpoil« wlMit qitan aKmdttn nonoupaMast oaxloslMlat inttntis«!« 
Mqut p«rqiiir«iit«** Oeiiialb häb« Paulut **e«ttti8gl»** mXnm übltiinafig 
d«r fhilowphl« diM.ii «ing^MhrVnkt» dM8 «r nor ipor d«r «a««chlit««« 
lidbmi Besohtrtigung adt *«liMi»ntA huius nandl**t ^«^ niaht Tor liibo 



1 
! 

J 



i 



i 



p.162 



-^^ 



MW9VV4BbMV^# 



TortttllianaSf «b«oda# '»Vidwrint qoi dtoieu» it Platonieiai «t dia» 
l«otiottn chilati«ni«at«aB««nl««i'Uii Aristot«l«»»«protttl«rviRt«*' 

T«riulli«na«, !)• MitMi Ouditit 5» Qprpua geiiptoro» »col»glaaticorum 
latinoruB^ vol»70t p«26f t200* 



Petrus Dnlani, M dif^nf ?»4P?t,ff#» j^ y»P»^Ho»^ 5»fmPltff 
ft fmgtin inf»gtlg i 







p/^ 



Fhilo9ophi«hiatorlk«r cind i«t«ilt«r ^Mnung in der Fraget ob Diu. 
«lani dim GlZltigkilt d— SatMs vo« ^derspruch tAttlohlioh Imgnet«* 
MitthiAa B«uH5garUr in Fagbyrtiegg Ogmidriaa d«r Q#»chi<fcf dn Phil»» 
gophiii# Band II, 191Sf S.2f^^ gibt tat *^At d«r akapUadKm B««tr«ii» 
tung dir i^aolotan Q^ltang ds« «dderspraehag^MtM« rCtttalt Danlaiii 
«a d«i F^andaaeot «ll«r W«liiti«lts«rk«natida»** J.A«£»idr«st Pttrua Da»d* 
•B^Jffll ^ ^^?iy^» ^a-Mchrnft^ 1910, und mta^oaohlÄ wn fdnt*- 
Im in salnM Dar W»rtic»dyky> Baiid I, 1932, aind ttinliohar t)baraaiig\ingt 
^•r Martin (keSSmnm und Philivtliaiui Boahnw^Qllacm aahan dia Antllogik 

Danlanla tmr in imaaatliah abgaHildairtaM XlAt» 



Patrua Oaalanit £• diirina 
litin«, «d. }&gMt *©I»IS5»P 






Ais y^arationa oorruptiMi 

;rariA 



t#« • aantrari A aunt, in uno 
•otaaiia# auMgeto oaogruar» naq^aunt* HaM porro inpoMtbilitM ra«t< 
quidan diaitur, «lad natora« r«far«tar inapian, abait «ataw, ut ad 
Mia«t«taai alt appliaand« diTinaai,« 



i 



i 



i'tima»«' atmätätäämmmm 



«M« 



tttMMiMMl 



mumom 



in ,222» 



ns.126 p«l63 






r 



ßo.Jf 



y 



»•«128 ) 



^^^ j.^C' 



,^ o«p«IVt pp.fMft •QuoMOdo posdt fi«l ut quod factum iigtt 

non «ItfaetuiR**! p»6l9At "non inapta posattna« <üe«r«t ^* potait 
Dm« fMW« liu •imariablU «t oonatantiaidaa sanpar aatandtata 
aua» ut qeood faetun fuarltf apad hoo traiudra noatrua» factum non 
alti adlioat ut dieaauat RMiat qoaa anti<mltua aondlta aat» potaat 
Daaa asara» ut ooixüta aan fuarlt»* 

2 

31 «ha a^Bt DandanlU Vanfwfuim daa Sataaa *qaod faalt Daua» non 
faearlt lymk^. Wia Jad0<sh diaaa Laugnong jadaa iddaraprUoliigan 
Haadalns Oattaa rarainbart «aitlan kann «it dar Thaaa von aalnar 
glaidineitigan CMfridtemg und NtahtgrOndung ÜMa blalbt TSUlg unga. 
kllrt aaUbat untar Barufung auf daa aidga «niodlarnMaP In Qattf daa 
In Philothaua Bflhnar.SUanna Qllaon'a Gbriatlidia Philoaophia ^ 195^» 
3« 290 in dlaaan ISttaannanhang harangaaagm «lard« itagakabrt, gwdm 
ftlr daa aidga «^Hauta* Gottaa wlfd dia Amiahiaa Anmr tataldbllohm 
QrShdung und auglaldb »IchtgrSndung itoaa nadi iddaralnnigar ala fttr 
daa manaahUcha i^tbamaataaint in dam aaar audh alna atrang glaidi. 
aaitlga QrOndtung und lHohtgrVndung Rom ainmddjrig tat» alMr Imarw 
hin dar Satit daaa Boa ni^t mr dan S.Jahitiusdart ▼«Chr^Q^b« ga» 
grttndat nar» wAm OrSMung ibw naohhar arfolgta» nloht dan garlng« 
atan '<<Ld«nq»fttah anthXlt« 




,aich Ceine 30) liebevoll^ (inodernisierendo) \ ürdi^s'ung les 
»»'feft^edankens in der europäischen Geistes^antwicklun2fV 
^wiej^ie Prit-z Joachin von Rintelen^in s^^nezi e;leicma- 
L^igen Werk, 1932T~sibt, Cundj^ie-sie andere .roaerne 
Darstellungen erstrebei).,)^^4eSnn (docia) nicht uLinm, die 
\ne^'kennun? der etiii'öchen Denkrssultate der grös^ten 
^-,cliOlastiker,.3Ael'rig abhängig zu machen von der "Voraus 
-etzun'^" eines von dergleichen "Weltliebe getragenen 
Lenl^aiil^' (S.222) und ilmen "wenig Originelles" zusu- 
Rechen. / 

' Albertus !;:agnus: Surx.a de bono, ed, Henricus Kühle, 
1935 (^aoriIegiuiii,""patristicuii: ed. Geyer et Zellmger, 
iasc.j'^ )p.33, a^aestio 6; vergleiche quaestio 2. 

^^Albertus Magnus: Ethica , liber I, tractatus 2 , cap.5, 
Q-^era Gnnia ed> Auguste Borgnet, vol.YII, Id^Jo-^p-^^a. 

'^■^Albertus Magnus: SuHiT-a de bono, ed. Künle, 1933, 
cuaestio 7, P-37. 

H^^lbertus Magnus: Su^Lä. IM2llJ:ä|? P^^^^^» tractatus 
VI, quaestio 26, articuro^. 3, particula S, solutio, 
CDera Qinnia ed. A. Borgnot, vol. IXXI, p*254b. 

^-^abertus Ilagnus: S\zrji:a de bono , ed. H. Kühle, 1933, 
Q^uaestio 2, p.23. 




2 



•?Tffl.-r-i-i -^* t »« 



irfi* 



I 

tili 

J 



\ 

\ 



-223- 



h- . ß^ 



p.]^ I6<tc 



ijl '■'"^ 



r 



1,. 



r. 



a»^ 



ebenda, o^uuestio 6, p*51i: *^3i verS^ consiieratur 
bonum et ens ncn in quocuiique, sed bonum in causa 
primü et ens in creatis, sie ens erit posterius 
bono.** 



I 

I 






Albertus Magnus: Suor:a Theolo,-^iae , Pars I, tracta- 
tus 3, quaestio 14, r.embrui: 2, c^oiuti, Opera Q-nia 
ed. A. Borgnet, vol. XXXI, p.72a: "Longmc^ue enim 
visione et confusa potest Deus cosnosci a ii:alis,y 



(Db 



i\ 0^ 



2^ 



Ik^./^o 



Siehe z.B. Albertus Magnus: gir^^a de Bono ed. H. . 
Künle, 1953, p.29, quaestio 6, v;b ii: lliaiv/eis auf den 
Liber de Causis erklärt wird: '»videtur, qucd ens sit 
anxe bonum. »Anxe* autem est per intellectuni" ; ver- 

leiche ebenda p.31« 



o 



M 



3^ 




Albertus LJagnus: Svjr-ia Theolo,^iae , pars II, tractatus . 
17, quaestio 106, nc-ibru.^ IV,t Ooera Cr.ni , ed. .i.^orgnet, 
1395, vo1.XaXIII,p.2cO: ^-Sancti dicunt quod ilaiLneus 
gladius per san^uineLi ChriiDti o:cc:tinctus iuit et ar.otus, 
ut pateret reditus in coelum ad paradisum spirituum." 



p.l§r^\l^^^ 



n 



r 



h 



yo-y 



I 



i 



^ionysius Areopagita: ^^^^' ^ 

§I,B, PatrolOuq:iaG cursus corj^oletus , series I; ^.ccl. 
Graecq, ed. ti.'F. Lligne, tonus III, p. 653. 

2i;:benda p.l035'^— ^V //'^7-^^'J^ zße^^^^'^7 

^M C, und siehe s.B. x'homas von Aq.uino: rA-:: 

io.^iae, r>ars III, ovaestio 1, articulus 1,1: '»Deus „b 
aeterno /est/ ipsa essentia bonitatis; Tncins : S uni-a 
de veri- *" ce cathol icae fidei contra gentiles, »-Deui: 



4' 



C > ir>>'r.. ',3 



-11-» p v^ 



rz 



>. ''" p 



p.l6tM 1 



est vere bonus"; lioer I, caput 37, liber III, aap. 7-15 

^Giehe z*B. Bonaventura: In quatuor libros sententiarum 
ex^o sitio , liber I, distinctio III, pars I, quaesxio 2 , 
"conclusio 4, Opera Qir.nia ed. A.CPeltier, 1364, toinus 
I,TD.69b (vergleiche Goera TV:eolo,^ica Selecta ed. Colleg. 
T^onaventura, 1934, toLius l,p.52b) ;,.o::.nis ceatura est 
umbra, vel vestigiun (vel imago) /Deiy-" Vergleielie 
Bonaventura eben da liber I, distinctio III, par-s I, 
articulus unicusT quaestio 2d, Op.^ra Theolo,nca Se.jcta 
ed. colleg. Bonaventura, ton.I, 1934, p.51a: ''oinnis 
creatura est similis Leo vel sicut vestigium vel sicut 
imago." vergleiche Thomas: Contra /^;entiles , liber I, 
caput 8| liber IV, caput 26. 

^Siehe z.B. Thomas: Sumra Tr.oolo^iae , pars I, quaes-::.o 
5, articulus 4,2; pars I, quaestio 73, articulus III, ^, 
oder pars I-II, quaestio 112, articulus 3,3^. 



I 



ThoBM TOB Aqaims 9ammm dm ▼•rttitto catholiea» fid<i eontra g#atil»s# 
iy»7s*'P«rf«otionM a Dao in er#itiira p«r Mdim onlus dn dMc«Ms 
prooodant*" 



^w. 



irs:v'vr; 



-irii WIW 



-2242r 



Tjto./ 



5^ p.l^ cont'd. 



5 

Albertus Llagnus : Sur^i a T1.3olQ.n:iae , pars I, tractatus 

15, quaestio 55f i::er:brairi III, 0,oeia C ;':nia , cd« Steph. 
Caes* Aug. Borgnet, 1895, tom. aXXI, p.572b. 



.lyilhH^ 



1. 



Ebenda pars I, tracta.tus 6, quaestio 26, r.err.bruiri 1, 



articului: 2, pari;iculci 5, Gr.era CrT>ia , ed* ^orgnet, 
ton. 31, p.241b. 

o 

"DicnysiiG Areopa^jita: De u lvin is i;oi' ini bus, ci^jut IV, 



7] 



6o 



^» 






;'53, Patrologia , Series G-raeca, ton.. III, p.733t Ver- 
^^leicne inoiLas: Contra G entiles , liber III, caput 7: 
»^üialuiL non est existans (scilicet per se)". 

I^benda p.720, d£ divinis noininibus caput Tv §20Af ; 

n Aquino Su:.ra T/ieolo^TJae I, quaestio V, arti« 
respcndeo aa 2: "Dicenduci ouod nulluT: ens 



i^ho 









•2: 



/^-s 



/t^ 



135 



J^b b 



dicitur nalinn inquanxu2i eat ens sed inquantun: caret 
quodam esse'* . 

^Siehe z.B» 3onaventui*a: Corxentaria in quatuor libros 
s-n ten t iarum , liber II, distinctio 16, 1,1 conclusio, 
ö p ^ ^ '- ■-'• - 3 o 1 o ,9:i c a Selecta , ed. Colleg. Bonav, toi:. II, 
1'1;':'0, p.405. 

Ebenda liber II, diatinctio 16, cuaestio II /ad ob- 
jecta/, Oper a Theolo ^ ica holecta ed. Collg. gonav, 
ton:. II, 1933, pr.Alb; "Vir en^n, quia l'ortis est et 
2^.raesidet mulieri^ superiorei: portiaii rationis sig— 
nificat, mulier vero inferioren. .Yirilitas. .ctutein et 
inx'irnitas. .non respiciciuiit iiaaginei: secunduc se sed 
ratione corporis annexi ez ita non essentialiter sed 
accidentaliter.»» Vergleiche Thoinas: ruiar:a ?:ieolof!:iae , 
>I, quaestio 93, arxiculus 4, respondeo 1. 






9^tß^ \k\ 



y<r^ 



L 



f 



Ilietzsche: V^erke, I/.usarionausgabe, 1925, B^nd MV, 



S.7 






^ Siehe Petrus Damiani: De divina oiinipoten::ia in re^a- 
ratione corruptae et iacxis miec ois r:: J^i^^.idis , Cap. Y, 
a trolo/^ia , Series Latina, ed. iiligne, vol.l-v^;; ,po03D. 



p?l^l6K 



\^(f 



\ 



•^Siehe A 

tatus 

189 



toni 



tus l!ia/?fii;s :\ sy±^^ gheolo ^^iae , p 
.uaestio 103, .Oi^orum 2, Qpera On 
III, pp-2 




^ 



xl, trac- r^ 
ed Borgnet,*^^ 



■sJ.35b p«l64h 



nC^Kants «(b«r das MLsslingm «ll«r philosophisehaa Varsaoh« in d«r 
ThaodiftM"» I79I0 G»— — lt»tSchrift«i > •d.Prmsilsdia AkadMl« dw 
ids8#nsohaftm, Srst« IbtaLlnng» Band TUI, S«256« 



'jl 



ai 



/-/ 



4 




^^-J-t-V^i'^'^^ - — f 




'^j- 



•^ 



--•:• \ -^1 



--^-^^ 




-t^-.-, ;^^ 




{rx^ 



y^. 



C&x^ 



Ct 



1 



'h, 



'U 



(P. JU- ^-Ci 



<< 



l'TNn"?« hVkVt 



1 



t 



^S. /p 136-3 



CA 



\ 



(y 



U^^J 



iVr.nV? 



t 



1 



•««MMIB 



'•^ 



nit22tM» 



■•^36 p^liSM, 




T^gtiSf i^!. ^g.Tn7 »53. 







tiltoXogioA» MoimiM parUt pcn •Mund«*' («S^wndia Mcnndm«")» 
pp^a^Obt qtiMgilo 106 d# fid«| pf>»6Cb.^«» qaM»tlo 17«22 4m sp«| 
p^31iKa724it qiiAMtle 18-M d« A«rlt«U| ™p.l72Ä«213a, ^mmUp *5-57 
d« dorn MpimtlMt d« pmdmtlAi pp«213«Jfr27*t <^MifUo5&«122Ui d« 
JttstlUai pp«427«J^70*» «MiMtio I23UM d« fortitudlMi pp«^71«ff 



Xmil, 1895f PP#263ff • 351« ttSologlar , pmn n» trAetatu» 16» 
fUMstlo 103» Moiiraai Z. Ol« dril pnUtdMlhm TUfMdm äb«r» <II<bu 
b«» U<b#» Moffüttr«« wn4m »vlrtetM tb#olocleM^ od« mdi •*irlxw 
tut«« A 0«o laAuM^ gMim^t« 



it) 



i 



• 



'0 



Mtii 



31i^« JldM« b#n MLnon t I^ Cteld# 

dM £iiw4«» «d« S«lo«oii »JoiKt tCNMi in» ]jS66» p«* 
pp.46m I nad y^aiMi;J^mlmU> M£ ^iÜ» •^•^•^»^ »•«•d0«0» 
tMtts IZI»IS53» pp#60$» ^Somnk thoologlM» Mounla mcsuhIm» «piAMtio 
ljB2» trtlMlua ptUa«» m Ae tJb«rl«ctnh^t dM toat^apUtiv« iMm 
hmm tb€r MetlHtlt idt «hIti« hlbwm V«muift«Ml»ili«lt» dw 
gs^Mwm iMMTW (teibli&igi^«it» 3iCtb9tgmagiMRi^«lt und d«r Sb«w 
td«f MiM Z^molii]^ stt Gott in d» KMtMpl*Uon b«fMhd«t idrd« 
M>w b«0Oiid«ra 1» «rUottltt« * d« qiuMMrtiio 182 wirt fto b^sUMnU 
ät««fcioiim uivl liidmMhafUidi« i^llmmstiirm mxch tlltis«» XA« 
V«diM«t «iiic«i4hait uttl iOdivltlt als Voib^Mitiins ttr h8hm# toiw 
t«i^«tion wMoia fSr WlUMmmsdiM id# ftfr KonUe^pUtiT» cM«hlttftt 
(«IUI« *#nd»> 3*612»)* V«gU tbawto^ Umam U» »•B^p»i7«f "9««« 
th#olofioa» pttM pil»Ä «MHiidM pwUt*" (•Pfii» ••cand««*)» q^AWtio 
69» wUoalM ^1 •Dom «IUüm bMtltndlaM p«rtlMiit ad MntMpla» 
Uma f«Ueit«tM** 



4^ 

(I^T; pTa^T^aiiMrUi^^M» PrlM aaontidM*» q^m#«Uo 61» 
•rticMlut 5# 



Sbania^ t««» IH» p«lB7b» 18«ä» •SMOiito iMimdM^» ipiMfiio W» 
«rtloolttt U (laUr d«B »paytM InUgMl««* d«r »imidMti«*' w«rdm 
t»B« cpiMtUo ^» «tUmIw 1» p«188b •MMorta"'» GMlohtnis» p.189 
tiiaMli0 49» msUmlnB 3 •dMiUtM*'» BAüui^artcait» pa91» <piMiit 
i^» wUmIm 6 •ptwridwll«^» V«rMVf«» sWMsnt« IMw dlM «"parU 
«ribJMtiTMi* d«p Klugbfit iftfdM p«19ab» qttAMUo 50» «rt«l» dl« 
•TCfiUitlir« «pMlM ^iidmtlMk**» tili bMMdWM lfrr »A wtal«n»| 
p«193b» fOMtfUo 50» •rt*3 *#d*fi«wl«t «pmI«« pritd#inttM*» «irU 
MhtftUA« UMlÄt» WMl pa9«>b» qttMcUo 50» tri^l^ •wüIXUoAb 
«pMlM pnidMtlM*» flUltblMh# d#i«it»«»e wiAuBt. taUr dw 
»p«rtM pot«nil«lM pMdtnttMF inhrIm p«19^» ^paA««tio 51t wt«lf 



zu, 22^0 



■•-137 



p.l6>»l 



aaa38 



p^Xow 



•ont'd« 



fut# fMwngi^cMft» und p«19äb, «laMftio Sit «^•*^i "««wi^t 
filntlalitf «afg«fttitt« 



^^ y«l»IIlt 1853, p.jMt9 9^0mAm •MunclMt vm^ftto 95f 

Articoii 3 wd ^» 



*«näi» P.3yMif niUMtio 96» «rtt««lu»«^i •Dlc«fKlu«.*<l# portAUo* 
i^^r«l«f««*^«l ForUwtw « Ad»«!« O^l «t ©«iKrtawii, cpofn« 

tur *11 qniid «11114 T«iw«t P«U quod VM ••••t tri awgttl»» ^ r^ 
«Ucisdd «Uwi httjii» »A» qwod noa parttntwt «d r«r«r«i!tl«i Da 

abMdA. p.yj'^f , qa«»«tlo 95, «rtloula« prtm», «b«r p.3WAt U 



»^39 



l^^tiiU, P.3S0C, qiuMWtIo 95» «rU-wla« 8, b«». p.35l*« 
Sbwri». p.3«»*»t Obwschrlft d«r «MMtio 95 l*t« ""• «pwäU- 

iaim An«lo«l« ■« n««d b»»Uht f5P«lUöh nur in d« b«wlu*iict«n 
Oitfns. d««» «t»tt d«r äb««UW»i»A«n D««tung d«r Ättkunft a^ 
V«r«tlQd«l« dw Q«»«Nwrt wnd d«p V«rg««g**«^* •»• <*•" Twuirtn- 
h*U wn4«iMO «dJfdi and muntirAm »AH lAAt dM i«»«»» »«»nd«™ 
vor «n«» dM lits««r* B«flad«i dw Trltt««id«n la bttfmdit «mo««, 
Ml« dlM «hon m d«r mAtXn dos Ättolalt«« (o^ati, «i«» 

t^U,p.3*9«, m«iimU «ooiuidM, «Moctio 95. «rtl«»!«^« "M«il- 
iSSnt ooM InUndwidfflB «mnli« «d «otwwowrftw Intwloro« 

hoalid« plMBiUA«» 1» «lwM.«odo «Iw* «im »J«« »«lUtto ot «ffoo 
Uo tvtkt liHMwU IB »HlXoado.- 



Stt vorUldlg«!« "Ad «ntn|>^UM pwrUnot dlooro «Uqnod low ooiv 
vloiaa. «Ml «d d4ioMM«ioiMii..oJ«o la <vmm dlalta», »od Mfi« 
owM doloct«tionlo ot Jooli ot hoo potoot oooo Am poeoMo. 



.fc. ... •..fc.»-- 



IIIt22«4'd 



««^39 p.lö^k 



ee i'^^' 









p.i6ki 



8 
a>«nda . quMatio ll'f, arUculus prlraus^ p.Wtef . 

uS-5h5b«?udo cordi.-; p.177.. "StulUU...i«portat ^*»^^2* 
r«m in Judio«*do...Qw>«>l« rtulUtlam twllus vellt, Tult tarnen M 

i 

^31aha ebenda . qu«estlo 80t «de partibus potenUaUbus JusUUae«; 
quaestirSTTMrreUgione"; quaeaUo 82t "de d^Uone-J q^a.8tio 
StMe oratlone«; articulus 13. p.303b. -attenUo absolute oraU- 
onl necessÄTtÄ est"» 



r 



aeirfa. quaeaUo l69, artlculua 2, p.567aj "Non 8eii«)er..fttc«tlo 
.iplgmentls..est «um pecoato mortali", 

'a«aa, quaesUo 65. ar^tlltS1^2. P-^^*» "*4ffP" ^^^^ 
pStSStItl patris. t wmx. potestati domlni, ^Adt. potert t«-- 
berare pater flllu«. et donlnus servurn oauea oorreptlonls et dis- 
dplinae." 



i 



} 



ms.l'^l 






A«^ 



n^i^ /<t;f' 



t. 



n 



übenda, p.2i^5bs -31cut autem dvitas ert perfeoU oonminltaa, ita 
priSS^s dvitatl« habt perfecta« potertatem «•'<^» «^ "J° 
botest infliiwere pofnM in-eparablles, »cdUcet oooiAonls vel 

fflutllationls." " - -^ 



\ 






\«ria. quaertio 63. arUoulus 2. p.237.« "Ad P'*««^;*^"'^** 
oonsanA nel Praelati ecdesiaaUd sunt aeque digni ut alil.. 
-Ad »ecundum dioendu» quod dispensaUo natriiwnli »f '«»•"^^ . 
prlndpallter fieri consuevit ppopter foedus pads fimandum quod 
qSdem magls est necessarlum conmud uUlitaU droa pereonas ex- 
cSlentesfet Ideo cum da fadllus dispensatur abaque peccato ac- 
eeptionis pereonarunu" 

6 
Ebenda, p.237*« "oombuhI» utilitaa". 

^Hbeiria, quaestlo 153, articulua 2. p.509*: "ordo raUonis". 
V^^^X quaestlo 15^. articulus 9. p.519a« "Hepugnans natu- 
ral! ratloni". 

fit 
aenda. quaestlo 153. articulus 2. p.509*« "»»dus^oido comremens". 



1 









f , \ > • ^ J^ ^/'w ■a»*'^ 



,^**lA'i^ . " .T.il*'*^ .J'- '- « 'J^.^ ^-^Z 



iß. ' - 



■■■ U- 



III, 22l»* 



-lifl 



,16M. 



ni8.l43 p.lö^m 



RS.1'^2 



7>..4. C 



A 

I ( 



l'*3 



i-<^ 

n 



'a«üi» quMstio 8. «^culus 4. p.32bi "Motitudo Tol«nt«ti«". 

aB.«he «,B. Th ona» AauliuUs CteT* Ctanl*» «d. P.Fl»oo*loru«, 

tiTlSl. «rtlculu. n» "modo «t ordin« oonT«il»nti" , "ordo "tio^f ; 
Siji;. p!SCq^«tio 72. «ticulus II« -si d*lt*. «ircuntwitiaa 
obs«zv*nt\ir"* 

^^jjnd*. qa*«»tio 15^. «rticulu. 1, p.512a» "»«nindum r«et«u ratio- 



nein"» 



^ Bbiria . qoa-rtlo 15^. artioulus 2. p.513a« "«"»f*«*'*^* **.* 

bonum prolis «ducanla»! «t idao aat peccatum mortala". Vwgl. 
<bw»ia , artloulu« 8, p.518»» 

*a>a«da. qua..Uo 15^. artlculus 9. P.519as "P^i^-'^^^J^iiSs / 
hSSTd^rt qua«iaa honorifio«rtlaa parentlbus, «t ?•' «»™»*'^« 

nam trahunt"} äbar "in acUbus ▼•naraia maxlma consiaUt qaaadam 
tuppltudo honoriflolantiaa oontraria", 

ibanda, p.519ai "in oommlxtlone personarum oonjunetwu» »^V^<^ 
a^tlGSd ast secundum sa indacan» at rapugnana naturali rationi . 
EWa. «^ioulua 5. P.515f . «IM dia Fr^a. i» -l*««,^«» 
rt^;r;ächtlioha Pollutlan stfndhaft ist. i« «»Ifhan "i«J*^»J?i»- 
fdhrli* «At ainar rächt batrichtliohan Spittfindigkait arSrtart. 

3iaha z.B. Marianna Wabart atafrau und »jUar ia ^ ^Sg^S^ 
vAcklun. . 1907. 3.93« In Sgyptan galt «dia ^•»f ^J^f ^^^i;^?!^- 
rtans i n dar Harrscharf amiUa und baaondars bai <»« «««aabanstan 
Sschlaohtam niÄt nur als •'1«*^. aond«rn »i« "»^J^iJi;^ 
biidung, dia durflh daa VoAild dar gSttliohan ^"^^•^•'TP*!^^« 
Oürl. uni Isis. Sth und Hai4itya|noch bawndara f*^^' ^^ 
dan vomahoan und ba«lt»andan KLaasan wirda «ia. , »i«alf allos auch 
aus Stol* auf das aigana Blut bevorzugt". 



ms.1^5 



..16^ 

V 1 



Strigl« Ää tra^acha 
S.40f. 






.225^ 



M 



i 



cont^d. 



>-/U 







/'" 



■-^ 



^oses ^CiQi\ Mainon 
Guide de"^-fejT2.res ed. oca.louoii 
T)p.461fi, und ThoL'ifeS von Aquino: 

eui nL-a Tbeolo^^^iael ^^lKII, quaea-trio 69, articulus 4, 
rispondeo: »»Duae uitr!!::a<>eaüitudineö pertinent ad /^ 
contemplativam felicioatellr*^^ r^-'^^ 



p.159 








e z.B. I'homaö von Äv^uino: SumLia Theolo 
-II, quaestio 61^ 



/ 







vido-nt oinne ens, in cuantu-j. ens, 



^?etru3 Abaelardus: Coir'inentaria in episcolar ad 
.-oi'ic.nos, Caput 11,5, ?atrQlo^:ia , beria Lax in.- , vol. 

iTcT; p. 369 cd. 

^Joannes Duns Scotus: C^-i: er taria vOxor:ionrd a ad lY 
Llbro3 r'a-istri Sonten tiarjr,, Liber I, super dis- 
xinctione 41, quaesxio unica, 115C, sententia III, ed. 
.'U?. Garcia, 1912, toia.I, p.l250. 



1 



^Ebenda toin.I, p.l235, Liber I, distinctio 44, (luaestio 
unica, 1131. 



p.l61t--p' 
1 



i 




y^>^£- 



ebenda ton.I, p.l237, Liber I, distinctio 44, auaestio 
unica, 1"»81; vergleiche Oxms_ Oxoniense , lioer III, dis- 
tinctio 19, quaeötio unica, n.7: "Orjne aliud a Deo ideo 
est bonum, quia a Deo volitun:, et >ion e converso." ^ z^r^ 

-^iehe Duns Scotus: In IV libros sententic.ri:ru, Anton 
^^b-^--er, 1481, liber III, distincöio 57: "Bed jam de 
decaiogo.^; z.B- '»istis /oreceptis, n.r.lich Verbot d^ 
I'ords iia lalle Abrahanis, Diebstahls \m raj-Lu- der üuu.cry 
videtur Deus dispensasse" . 

•^Jjuns Scotus: Coro: 
tiones 54x57, ^^"^^^ 
aez Garcia, (1914 



mc- 



-lentaria öxoniense , liber II,^distini 
icVL-U.^ (^^ ii.9Gc., ea. Llarianus jrernan- 



.4 

j 







i^i . 



II J P 






i . -nn'nf «.. '•■"T mttimmaimmdiiitß 




P..^.S"^ 



UI 



•225^ 






V*7 



' 1 



oont*<i# 



Pli*98lui«-S*Qll»dm OvrlftUdK» Phllogortii» . 195^f 3*588, weht 
Dans Sootus ß#s?«n d«i Vennxrf su d^dcmt d«r ••dootor »iÄ>tlli»* 
hi^e Gott •»<jlir«k«nlo»« »dllkttr« in dw ••3t«tni#pung d«9 3ltt- 
Udian« euic««pro<^m« Bttin«r w«l«t d«ih«lb daarmf hin, dMs aach 
nach DOM Sootns dl« «ritm b«ld«n Amt 10 siiiaitl»«hm O«bot#t 
di# dl# »W^siwliiiit» Oott«« betreff «fit doiHsh k«in#n gSttliabm 
W!Lll«n9«kt gol(nd«rt ^awA^vn tSzmm« Ab«r g«r«d« daadt «Ini «bm 
nur dl« r«in xNillgi9a«n Satsungen dw i)«kmlogs d*r Wlllktfr aott#8 
6ntra<^tt «tfcr^nd all« «lg««tliohlfea.ttllohk«lt d« »iö.llk«r Gott«« 
la d«r lAt badankUah uat^rwrf «i bl«lbt. 



\ 



\ 



»«aiMMkMiM 



iMMtfMMlMMMdMMMAMMMlIi 



JcV.j.Tt./.l 



-226- 



p.ietj-.^ 






I 



1^ 



benda libei 1 , 1 



Xoii^ 



I, ed. Garcia, 191: 



Siehe z.B. e 



dictinctio ^4, cuaestio unica, 1133 > 

337i. 

ati\e>i katholinc'ren Philo- 



Jt^ 



.iien so lion^^erva 



riiehistorikcr wie Albert Stöckl: Ges_ 



iiicate 






Mi ^rf^— ***"^- 



philcsoT)hie des Mitt elalters , Bana 2, -^^>>5 



ir 



Gut 



ann selbst im :-.cbo-G d 



Dispensation eintrat üu lassen 



er Nächst enliebe »-cinG 



ti 



(''er '•leiche y.einxiold 



,eeoerr'r: 



Uo Theo 



_i_ ■,-/ 






r< 'i 



Oxtoiuar Di^xr 



1 r-. 



V^ 



^^- ■' - J^s Scctus, 1900,S.483i-f 
beichte cifcr EC-dornen Ethik, 192 6 



157; Charles He^;!^ 



^li-A. 



1 



d i^chfller liarris: l^Hlü g cotus , 



iU • ^ 






elbst partheidus I/xn^e 



-j /-N o •■ / V n 1 TT 

rotte-.be-rilf des T)uns ^cotus aui seinen ariüel^lic 



er 



t? r- -s-i *:i o »-z 



iven Tndeterriii^iSLiu 



OTüft, -1907 



;tellt 



.ior klar: "Die von Go 



tTTefohlene, .Tötung des ISc^ac 



hatt 



• . 



alle diejeni, 



>:encchen gehören 



»I 



. U J:> 



en :.:0Liente, die zur Tötung eines 
haib kann "die Tötung eines I.len- 



;cl'ien an sich 



formell nichts Schlechtes sein'» /nach 



Dun 



o 



o 



otus7. vergleiche ebenda S.HO 



^Wilhelm von Ockhain: Sux)er cyu 

cubtilissimae cuae 



attuor librcs sententiarur.. 



IV 



lones 



et decisronec, 



1495, liber 



Guaes 



tio IXE, Zeüe 7-10 




Böse schlechthin und..i 
verantwortlich* 



o' 



^eter von 



Aill; 



V 



uacsticnes suoer ; ^rijcu::, , 



te'.'^tiuiTi 



1500 



vi» J 



ad u^r tum sententiarur. , 15 

^'^iehe Srjinoza: Ethica , pars V, propositio 13 




Q-tanda über II, duaestio 191?, Zeile 19-21 



mdtmm^mtäimmm 



^A^aamlm 



-«', 



/ 



-227a. 



h^ ^- iSo 



h^«* l»ri 



^^^-iSiOL. 



hns-P'ii- 



u 






^Henrlous Denifle et Aemiliua Sohatelain: Chor tular tum 
t/ntwersttottfi Portstensta. 1891, to-nus II, sectto prior, 
p.611, orttculus 15, (und p. 614, Anmerkung li;. 

^Ebendo, p.6ll, artlculus 25. 

^Stehe C. tftchalskt; Le crtttcts m* et lg scepttct^me 
dons lg pMlosophte du XlVe stiele, Crecovie, 1926, p.25. 

^H. Denifle et A, Chatelain: Chnrtularium Universitatis 
Parisiensis. 1891, *omus 11» sectto prior, p.oil, artlcu- 
lus 27. 

A 

-^H. Roshdall; "Wtcholos de Ultriouria, a medteuol Hume", 
In Prnoeedtnas »f the Artst oteTlan SocUtu, New Sg-tes , vol. 
7III, 1907ff, geht allerdings nur ou/ Nicolaus* Kritik des 
Kausalbegriffs ein, 

^Bbendo p,583, orttculus $2, 

"^Ebenda p,$77, orttculus 20: "non potest evidenter ostendi 
nobtlttos untus rel super ollom." Stehe ouch ebendo p.5ö0, 
ortfculus 3: "Deus est, Deus non est, penttus tdem signtfi- 
cont, licet falio modoj". 

V.1S5 

'selbst die ousgezetchnete und besonders liebevoll elndrlngf- 
Itche »ttrdtgung des ffcrtgedonHens In der europäischen Gels- 
tesentirlcklung, die Frttr-Joochlm von Rtntelen In seinem 
oMchnomtgen Verh unter Wahrung der Grundeinstellung *otho- 
Itscher Reltgtonsphtlosophte 1932 gegeben hot, fj^i «« f;^^^ 
offen einräumen, doss die Denteresul tote mtttelolterl loher 
£thl>i nur unter der "7orou8setzung" eines von der gleichen 
"fei tl lebe getrogenen Denkens" Geltung hoben, und doss sie 
ousserdem "wenig Originelles" vermitteln, 

p»l66a 

^Ph. Melonchton: Philosoph tae morolts epttome; XVI, I65-276; 
gthlcoe doctrtnoe' elemento. XVI, 21-16». 

^Tommoso Campanella: Poesie, ed. Gtovonnt^t Gentile, 191$, 
p.l8. 

^Thomos Worus; Utovia, ed. by 

Vnrlcus Morus; Kn^hlridton ethicum. _^^^^' JJ^ J/_' "l^.'JJ' 
cop.III, pp.72ff.76ff, cap.V, VI, VII pp.86ff, 92/f, 96 ff 
und siehe engl. Übersetzung von Edward Southwell, i960. 

■^A.Geulincx; "EhMco", 1675, praefatio ad lectorem., O^era 
PhtJosophtca. ed. J.P.W. Land, vol. III, 1993, P.6. 



f 



I 

•II 



— r 



4^ 



.227i'^ 



\jiMyviAh^ 



.i6^;<" 



'Tvv 



i\rv 



Tl. 



u. /r/ 









^Fenricus Denifle et Aemilius Sehatelain: C hartularlu. ^ 
UniversitaKLs Parisiensis . 1391, tozius II, sectio prior, 
^7FlT,~ärticulus 15 ,( -and p.614, Arjserlomg 11.^ 

^Ebenda, p.611, articulus 25« 

dins la Philosophie dÜ^XIVe sßcTe» Crecovie7l5267 
p.25. 

^11. Denille et A. Chatelain: C hartulariur Unlyersitatis 
Parisieneis . 1891, toniua II, sectio prior, p.oli, c.rti- 
culus 27. ; 



^ 'Ebenda p. 583, articulus 52. 



Fi-ec 22 ^i^ 



-yi.i-' 






^^-^benda p.577, articulus- 20: "non potest evidenter 
o'StlSdi nobilitas unius rei super aliai.." Siehe auch 
ebenda p.580, articulus 3: "Deus est, 3eus non est, 
penitus idem significant, licet /alio codo/" . 

p.l66;iS:f«-- ^. I 

^iianchtoniPhiLoj^^^Mä |£rali4 epit^ XVI, 165-276, 
/53-//- Sthicae doctrina: ..-enta , ^v.i, ^il-ic^. 

^Tomnaso Campanella: Poesie , ed. Giovanni Gentile, 1915, 
0.18. 






^Thomas liorus; ütopia , «d. by \ 

t • 

^Henricus Morus: -Rnchiridion ethicun .l689.1ibT Il.cap.II, 

cap.III,pp.72ff , 76ff ; cap.V,VI,VII,pp.86ff ,92ff ,96ff und_ 



-r- -r T^rtL^^ 



.»«»:r:«.« •'•.•'«.•. 



siehe engl •Übersetzung von Edward Southwell, 19o0* 
xxÄÄäö- A^Geulincx: ••ßthicA«, 1675, praefatio ad lector 
X ed.J.P.N.Land, vol.III,l893fP.6. 

p . l66\pE5^5a9t^ 

Si*p.22?b^ ^'*Nicole Kaiebranche: Keditations Chrfeti^nnes et Feta- 

ph ysigues , 1683, XIII, 5. j 



^ *^benda XVI, 2. 
5 ^Ebenda XIX, 18.' 









I 

f 



S.H. Jacobi: V;erke , Band III, 1816^1^13 (Von den 
■ göttlichen Dingea«, 1811, S.91, äKCcpc»**» . 

n 

Johann Christian Gottliab Schaumara» Moral , Gä.ess«n, b«i Gwrg Friedridi 
Bayer, 1796, sect. 350f, S.153. 



■f 



i 



r 

I 



i 

i 



)^T 



.^^Jm 






-227b- 



IM- 



\ 



<\ \ 



\ 



(15-4 



p.l66h 

A.Geulincx: "Ethica", 1675, tractatus 1, caput II, sectio 2, 
Opera Philosovhica» vol. III, 1693, p.28. 

2 
Siehe z.B. ebenda. "Annoiata ad Ethicam*', ad tract.I, cap.2, 

Sectio 2, #3. Overa Philosophica. volJII, 1893, p.222: "Ubi 

nihil vales, ibi nihil etiam velis." 

f ^ 

^Nicole Malebranche: Mediiations Chretienn es ei Metaphusiaues 

1683, XIII, 5. V ::; — 

^Ebenda XVI, 2. 



(>. 



in. 



P.170 



^Ebenda XIX, 18. 

F.H. Jacobi: Werke. Band III, I8l6, S.318 ( Von den Qtittlichen 
Dingen. 1811, OTT. 

^Johann Christian Goiilieb Schaumann: Moral. Giessen, bei Georg 
Friedrich Heyer, 1796, sect.350f, 3.153. 



V 



'/' 









Wilhelm R. Beyer: Rechisphilosovhische Besinnung. Eine Warnung 
vor der ewigen Wiederkehr des Naturrechts. 19^7. gibt einen Über- 
blick über die Vieldeutigkeit naturrechtlicher Lehren in kurzen 
Rückblicken auf Rechtsanschauungen von den Chinesen des 12. uor- 
christlichen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Aber so energisch 
er davor warnt, konkrete Rechtssetzungen eines absolut gültigen 
Naturrechts als sachlich fundiert anzusehen, so sehr fordert er 
eine neue, philosophisch begründete Rechtstheorie im Gegensatz 
zu bloss positivistischer Rechtssetzung. Dass Jeremy Bentham ei^ 
ne solche Theorie bereits angebahnt hat, ist Beyer wahrschein^ 
lieh deshalb entgsifQen, weil ihm, wie das fast allgemein der Fall 
ist, die ausgedehnten Arbeiten des grossen englischen Juristen 
zur Grundlegung einer kritisch-materialen Ethik unbekannt ge- 
blieben sind. 



1 



■^^^ 



\ 









> 



^.X(^ 



A*G«ullnex: ••EthioÄ''p l675f timcrUtui I, caput Ht s^ction 2» 

Qpej » rl^lQsophica ^ yol*III, 1893f Pt 26# 

2 

St^hm z.B. •bftida ^ •*AnnotaU ad Sthio««'» ^ tWLöt^It Mp*2, 
B#ctio 2, i^3, Op€r» ?bil080Phio» ^ voian, I8?3f p#222: 
»IM nihil vil#s, ibi xiihil «timai wlist" 



MNl60a p»170 



JM Jl>r «if •^ Wl^dwk^hr dgg Hatwryphtt , 19^7. glbTidHOT 
m>emlick tber die Vieldwitigk#it mturrMhUidMir L^urüi In 
kursen Kllokfaili(^m auf ii^ditsanschauui^gm von den C^dnesan dM 
12«vorohrLstliahaa J«hrhunrierta bis vxt Qagtiiwmrt« Aber «o «n^xw 
fi8^ «r davor iiamt» konkrat« HacMssetsuagan «Inos absolut 
gtatig« iiaturrachta ala aachlich fundiart anzuaahan» aa aahr 
fordart %T aina mfnat philoaopbia«^ bagx<£ndata Hachtathaaria 
im Ga«ansata m bLeaa poaitiviatiaahar Raehtaaatsung# Dtaa ^wmi 
Bantham aina aoLoha Thaoria baralta aogabahnt hat» iat Baorar 
wahrachainLich daahalb mtganfant wail ihm, wia daa fürt allgai» 
w4n 6mT rall iat» dia auagadahntan Arbaitan Ann groaaan angll» 
schan Juriatan mur GnoKÜacuBg ainar kritiach-^aatarialan Äthik 
«nbakannt gabliaban aind* 



^ 



SO 

51 



V 
w 

I 



2 



aiahe p»22B 



I 



»•X63 



MN153« 



M-153b 



lURaahdall: •n^Iicholas da Ültricuria, a »adiaval Huaier', in PQh 
fiSfi^aia 2l ÜÄ Ay^stoteUyi 3ocdat^y, Ngv£ Sar^ey, vdI. VinTlWff » 
gabt allardinga nur auf Idcolaua* Kritik dw Xattaalbagriffa mm. 



P#165a 

1 
Salbst die «uagaaaiohnata und basondara liabafoU alndringllaha 

WSx^dlgung daa Wartgadankans in dar «^roplüsehan GoistaaentwidklUBig» 

dla Frit«-»JoAehljn von HintalcHi in aainam glolehnaidc«! Wark untar 

Wahrung dmr Grundainatallur^ katholiaabar Rallgionsphilosophla 

1932 gagabati hat» %dll aa S« 222 off an ainr^uatn, daaa die DvikraaiO» 

tata ndttalaltarlioliar £thik nur untar dar **Vorauaaatsang** ainaa von 

dar glüohan "W'altliaba gatratanan DmSmm** Jaltung haban, und daaa 

aia aoaaarda« ^Nfanig Ortginallaa" vandttaOUu 



i 




■ '---a«a*aft4««A^^^v«,,^^^|JJ^^^ 



-228- 



X^ IS 






6 






/ 



(oO -v* 



>-.■ 



!i>' 



p.170 ^ ^ ^^^ 
. z/lU Scheler: jDer vorinallsir.u3 in der Ethik und J^e 
rateriale Wertithik, Zweite Auflage, 1921, S.^f-/^^ 



p.171 



•E. spranger: T.ebensf orinen , /930 ^ 



S.315. 



-Siehe D. T^aumgardt s "Some Merits and Defects of 
ConteJpokry German Ethifes" , in Philosoph.y, j.£urn al 
nfthe British Institute of Philosoony , 1958, pp.i^» »^^^ 
^ ift kne au s führlicher e Kritik der materialen \\ert-. 
ethik von Joch andersartigen Ausgangspunkten her durch- 
iSührln sSche, und vergleiche D. Bau^gardt: "Gesinnung- 
ethik Ser Erfolgsethik?" in Philosophische Studien, 

1949t S.91ff. 



p.172 



^Siehe z.B. N. Hartnann, Ethics, translated by Stanton 
Coit, 1932, vol. II, p.l89. 



p.173 






H. Jacobi: Von den Göttlichen mn£en,i^xx, 
H. Jacobi: Y/erke , Band lil, 1316, £.^99f.}. 



1811, S.74f 



p.174 



'}.v..A^ 



^^iehe z.B. G. E. Moorej "Iö-;Goodness a Quality?" in 
P^oceedfAg; k the Aristotelian Socie^^, Supple^entary 
Voluae Xiri 9327T91.55^ una The Philosophy of G,_^. 
r-oore . 1942, p. 591, 555- 

^oiehe z.B. Arthur Buchenau: Kants Lehre vom kate^- 

yieue i.a. ^ TQT^ c Pft- '-^uno Bauch: In!i..anuel 

ri sehen Imperativ , 191^, b.^o, _,*u-iu -u.u^-ü. x 

Kant, 1917, p.315. 



p.175 



? 



? 



IZi ibh 



"*■&.£. Moore: Ethics, 1912, p. • 

2g.E. Moore: "Reply to iiy Critics" in The Library 

of Livins. PhilosO£he£s ed. P.A. Schlipp, v^IHV, 1942, 

p.600. 



p.l76 



^vergleiche D. Bauingardt: "Cassirer and t^f. Chaos in 
Kodein Ethics" in Tne Librar y of Li%^^^.^0£ns|s , 
f^A Paul Arthvir SchJlpp, vol. VI, 1949, pp.t)-^--!, V" 
fch ffS tSsgedehter^ ind vielfach andersgerichtete 
iJitik der Ethik Moores und anderer zeitgenossischer 
englischer Ethiker gegeben habe. 



I 

I 



-229- 



il 



IkD 



l(,^ 



p.m 



Ibld, vol. V, 1942, pp.554, 545 



p.179 



•piutarch: "De Stoicorum repugnantiis" , c 



ao. 17, 10 



/ 



-<2JZJl. 



yn^l^f 41E, Opera, toxn. IV, 



cripta Moralia'S ed* rredericus 



Dübner, Paris, 184lf vol. Ilf ^.121A i -riy Tref^ i^ 



V 



iu 






V o^ 



uj^-o r-0( r 



a( 7rr<fi 



^/V#\/ ^y 



■yP^n/U/ TTfo^y^ 






/ 



«r»/ 7"< 



j-oj -w 



6 caj -y 



'Arrian: /l,^rf*/f>^ 



' i ^ / ^ / > 



7-'J 



5 



1,22,1: 'Wfo\j^*'i A*,v>) 77X 



i?»/*»/ 



«/ 



; 



M CO y 



OO 7"/-t^'>7<;?»/-w , OT'* 7"* >/K<»</«"»' 



7^ 



\. 



ka< A 



A<?t 






i<^ 



I o r/ 



y 



ti 



7/ >./»>, » V 



6)LC4>-»> ^^J^uTo-t^ e-y-yo.^'j/ iXy)iO'X^ 



o ^e/ 



/ 

7- • 77''y^T0~>' 



'^> 



TT.y^j ^3 



/ j 



o u ^ 



^Xfi/^ 



tf > 



^^i^tz^y i^T-e/o /fy/i^^-i^ ^ ^^(T^/ cu^^ ^yT f l<ti/ j 



-TT 



/ 



'7/7 ^> v^z-rs ^ 






E^X^Jy 



e ■> 



yc o* o(.\y^ -xPo tT /C<^ 



-w i. 



7 



^ 



/ t<c^/ eü 







"^^Z /. TT^r-^ ^/,^^ 






Keil T6 









^Marc Aurel: 7i' ^/s ^^-'^'^^^XI»!»? 



V'Ky-i ^^^7 



•^ 



<?r/ ^ ^5 



/\/.>^ 



T~ö "K©^ 



A^ i-t^ /^oz-y 



o-v 



A'ö^ 



A 



^ 



o^«S 



/r«?!/ ^ ^7"/ 



^aTatriUö'^ 



y /j^ ^o^ci 



ko/t/o^ 



i 



I 



1 



I 



^Simplicius: Coir.raent . 
Vergleiche cap. 5« 



In Epicteti enchiridion , cap.33l 






^" 



p.180 



^Siehe Marc Aurel; V^V» ^>-'WlI,53: ^-'-- ^^-- '^^'-*'- 

^Siehe p.l79 • 

'ciehe Cicero: Tu sculanae disputationes , liber III, 
cai l!2 • "Sunt ' enim inge ' n iis nostris semina innata 
vStutm", Senda liber I, cap. 24,57: "ut a puerxs • ■ , 
tot rerum!.insitas et <iuasi consignatas m anlmis C^-'>"'^ 

i.ü» Z„= /qtftiei/ Wv./^j vocant haberemus." Dies 
S?rd Sllr^StÄiick irzusa^inenbang nit Piatos "Menon" 
md der St oa berichtet. Vergleiche weiter z.B. Cicero: 



■ .^. . IPMII »1 I I I ^ 



, 1 -.» ■ ■J i' ^ 



-230- 



7feo . ih% 



p.180 cont'd 
3 



»<" 



•,•'. 



,>De inventione , liber II, cap.53,161: •»Naturae 
jus est quöd non opinio genuit sed quaedam in natura 
vis inservit, ut religionem, pietatem, gratiam, vin- 
dicacionem, observatiar^, veritatem." In L£ deorum 
natura, liber II, cap.4,12, spricht Cicero sogar 
davon, dass es allen Völkern "innatum est in ainiino 
quasi insculptiiin deos esse." 

^Siehe etwa Cicero: Pro k. Cluentio , Avito 159: 
"L'iaxiHiique aestimare conscientian: nientis. .quam ab dis 
immortalibus accepinus, quae a nobis divelli non potest 
quae si optimorum consilorum atque factorum testis«. 
nobis erit, summa cum honestate vivemus". 

^Seneca: Epistolae morales, 76,11, Opera , ed. O.Hense, 
vol. III, 1914, p.278. 

Siehe Arrian: ^^^tf^/So^^ 
IV, 11, 8. 



IV,6,28j IV, 4, 10, 36; 



p.131 



llcv, lb<^ 






?"Ebenda 11,11,19-22: \/H^' ^^ ^T^ /ii^^.o^ y' y^^^y , O 

'^Ebenda 11,11,19-22:^7 
2- ^Ebenda 11,17,33: /^^/>'<^^^ ^^t^'-y /f^^ <^(^^y^7^s• 
•5 ^Ebenda II, 15,7ff: ol TT-xV.v,. Kf^^^^<r^- .>^;...- >^-. 



4 



;,^i p.182 

1 : 



•''Siehe z.B. R.Leiber: "Name und Begriff der Synteresis" , 
Philosophisches Jahrbuch, 1912, z.B. S. 380, 392; 
M^waldmann in Theologische Quartalschrift , 1938, p.370f . 

^Siehe g. Odon Lettin: Psychologie et Morale aux XII ^ 
et XIII siÄcles, tom.II, 1948, p.lü4, und vergleiche 
cl^s ganze 4. Kapitel dieses Werks, pp. 101-349. 



p.183 



Hieronymus: Commentaria in Ezechielem , liber I, caput 
1,10, Patrolog;ia , Series Latina, ed. p. Migne, vol. XXV, 
p.22A,B. Hieronymus sprach wahrscheinlich in seinem MS 
nur von einer "syneidesis" , und erst später mag an Stele 

dieses Begriffs der Terminus "Syteresis" oder "Sy:.-c- 
resis" in die Handschrift eingesetzt worden sein. Nach 
Odon Lottin: Psycholo^rie et ^! orale aux XII et XIII 
sidcles, tome II, 1948, pTToBf, erscheint der Begriff 



4 



% 



•««•^■mv««« 



*.'W^f^' ■» >■ wim9 



' <^w*vr^mr^r^ ^ rr^^ 



-^^t^^f^m Ml»!! 



-231- 



\ 



^U^i/y^ p*183 cont'd. 



\ 



I 



ij 



\ 



/^< / 



W/^V 



/ 



^^ 



CvTV ' 



Xft 






v^ 



^^. einer Sinendesis, soweit dies vorläufig erforsch- 
bar ist, unter Berufung auf Hieronymus am frühsten 
in einem Wiener MS von Quaestiones , die dem Magister 
Udo zugeschrieben werden und zwischen 1160 und 1165 
verfasst sein mögen. 

Alexander Neckham: De Natura Rerum , ed. Thomas 
Wright (Rerxim Britajiicarum Liedii Aevi Scriptores,vol. 
34), 1863, liber II, caput 130, "De Urso" , p.211. Ver- 
gleiche ebenda De Laudibus Divinae Sapientiae » dis- 
tinctio I, versus 128, p.360: "Ratio. .mentis scinde- 
risque vigil". Vergleiche ferner Thomas von Actuino: 
SumiTia Theolo^iae ^ Pars I-I, quaestio 79, articulus 12, 
respondeo: "Synderesis dicitur instigare ad bonum et 
murmurare de malo" . 0. Göttin drückt in seiner Psycho- 
logie et Morale aux XII et Xlll^siäcles , tome ll\ ' 
1943, pp.l21ff ein Londoner MS Alexander Nackhams ab, 
in dem es z.B. heisst: '•8inderesis..meretur in bono 
et demeretur in malo." 

'ouilelmus Parisienis: "De vitiis et peccatis", 
Opera Omnia , 1591, p.263, co(. IJ3. 

^Albertus Magnus: Sumir.a de Creaturis , pars II, tracta- 
tus I, quaestio 71, articulus 1, contra 1, Opera Omnia , 
ed. A. Borgnet, tom.35, 1896, p. 591b: <^^^ et ^rfy<^. 
quod idem est quod opinio vel scientia haerens in aliquo 
oer rationem". ^benda solutio, adl^' p.593b. Summa 
TheolOj^iae, quaestio 99, membrum III, articulus 2, 
solutiot tom.33, p.244a. 



11 



1 > 



p.184 



/ 



/>\V 



M '?.5 



/ 



/. . 



Ebenda, quaestio 71, art.2, solutio, Opera , tom.35, 
p.595b: "synderesis nunquam errat.. quia ipsa non est 
nisi circa universalia principia et naturaliter nobis 
inserta, circa quae non potest esse error.. sed ratio 
quae est sub synderesi conferre habet universale ad 
particulare..et quia circa particularia est error lüaxi- 
mu3, propter hoc ratio frequenter decipitur." Ebenda 
quaestio 72, articulus 2, solutio, und articulus 3, ^ 
solutio, ad 1, Opera , tom.35, pp.600if xl^quandoque co^v^Licwhc^- 
est erronea..non tarnen exstinguitur /etiam in malis/" . 
Ebenda quaestio 71, articulus 111,4, Opera Omnia , vol. 
35, p.596b: «Synderesis manet etiam in damnatis" ^ 
^^soida, solutio ad object.2 und 3: "Synderesis /hon r^ 
exstinguitur/ per peccatumKremanet in damnat^s ad -v 
majus tormentum." •' ^^ 



r- 



-252- 



rrrvS l^J 



^ 



/•?3 



vJ ^iL, 






p.l84 cont'd. 

^Thoiuas von Aqulno: Sur:r.a ?>ieolO/g:iae t pars I, quaestio 
79 f articulus 12, reöpondeo ?• 

^Thomas von Aquino: Scriptum in guattuor libros aenten- 
tiarum , über II, distinctio 5Tf quaestio 3f articulus 

2, respondeo ad $• 

^Thomas von Aquino: Prima Secundae Summae Th£olof^iae, 
quaestio 63, articulus 1, Opera Qinnia , ed, issu Leonis 
XIII, vol. VI, 1891, p.AOT'Et 

^Thomas von Aquino: Scriptum in guattuor libros senten- 
tiarum, liber II, diBtinctio^4, quaestio 2, articulus 

3, respondeo • 

Thomas von Aquino: Priiiia Secundae Suminae Theolc^iae , 
quaestio 94, articulus 2, respondeo, Opera Qrimia , ed, 
issu Leonis XIII, vol. VII, 1892, p.lOTa. //^<:? . , 

'^Dominicus Soto: De Justitia et Jurjf t 1568, liber I, 
quaestio 4, articulus 2, p.8a. 

®Siehe z.B. Thomas: SiimiLa Thejologlae, II-I, quaestio 
63, articulus 2, Opera Omnia, 1891, vol.VI, p.403a: 
"Bx malis actibus causantur habitus vitiorunf*; ebenda 
articulus III, ad 3, Onera Omnia , vol. VI, 1391, p.409b.^ 
Oder siehe Beiträge zur Philosophie des Mittelalters , ' 
ed. Clemens""iÄeu»X^r, vol. XI, 1, l9o2, S.28: Der Wille 
ist und sollte in Rücksicht auf das Übel nicht »«voluntas^ 

dondern "noluntas^ sein. -^ 

irtus principiorum naturaliter inditorum non se ex- 
endit ultra proportionem naturae." 



p.185 






r' 



p,186 



^Thomas von Aquino: Summa Theolo^iae , I-II, quaestio 
19, articulus 6, responsio ad 2. 

^ Ebenda resp. ad 2 und 3« 

_ • 

^Bonaventura: In guattuor libros sententlarum expoaltlo . 
liber II, distinctio 59, articulus 1, quaestio 2, con- 
clusio, Opera Omnia . ed. A.C. Peltier, 1864, tomus III, 



p.556b, ^p^ ^T^.^. S^. e^x. ai/. Brna r- +<?^-vTTr I95f; „/PSfa 



Bcy^A.\^entu 



^Siehe z.B. Robert Grosseteste: De llbero arbitrio , cap 
17 in "Die philosophischen ^erke des Robert Gposseteste" , 
,ed. L.Baur, Beiträge zur Geschichte der Philosophie des 
' Mittelalters , ed. Baeumker und Hertling, vol. IX, 1912, 

S.225. ~ 



\ 



4 

4 



i 



'^^^mmr'^'mr'^mm m i 



I ipiii i m «vm. H I . »■ I I III r , I ^1 r 



H. II m pffywT-»— ^iiw I IU I I 



mim wi»»» I U I! ■^»■1 f» » m i nm iiii ii^ n fv 



|il»,l i||| Hl l , |i » Jl ll , rm^ 



\ 



-235- 



i^^ 



<>• 



p.197 



/ //-■> .//■ 



iw"" 



\qb 



A^vS 



-^^T- 



^Siehe z.B. Richard Hooker: Of the Law 3 of Eccle- -^ — ^ ßcv^H^ X^cky. 
siastical Polit^ , Book-i , ed. R>W. ChurcFT 1863>^VIII, 
9f pp.'13ri':y^'i'ue law o-l nature wnicn ir:ay oe termed ^CiVwin4c$ 
xr.ffst fitly the law of reason. .comprehendeth all those ~.- — rL 
things which iiien by the li^;ht of their natural xinder- '*^^ .v.ci. j. . 






Standing evidently know , or at leaetwise may know, 

to be beseeming or unbeseeming, virtuou s or vicieus, 

good or evil." Nacb^'l,6, p-lOf/ist "aoör diös "law of ;/^ w^h-^'^ 

nature" identisch mit. "the law of God" und ist "un- A^'J±J^.ZIlif 



\ 



N 



prol.XVII; II. 
3.7» V. XVI. 1 



.23; S.97. 106 
^.215. 189. 



changeable", weil:Gott es sich selbst auferlegt hat; 
es ist eine "iinposition upon himself". 

Siehe Eduardus Baro Herbert de Cherbury: De Veritate , 
1633, (in keiner der Ausgaben der Schrift aus dem 17. 
Jahrhundert konnte ich den oft zitierten Titel "Tracta- 
tus de veritate" finden) z.B.p.35: "quod tecum ad ob- 
jecta ducis dos naturae est profectitia et doctrina 
instinctus naturalis; totum illud quod verum a falso.. 
sive bonum a malcdiscriminat ; hu jus est census". 
Ebenda p. 47: "coiomunes notitiae, veteris /<o/^«<' /^i?/ 
\^-iroi^ fuerunt principia illa sacrosancta, contra 

quae disputare nefas." Vergleiche ebenda p.4-3; "Intra 
facultates teipsvun recipe habebis Deum, virtutexn, veri- 
tates universales aeternas'^ ferner ebenda p.59: 
"I^/laxime interae a contradictionibus cavendum in quas 
n^isera semidoctoruin caterva passim impingit." Eb^nd.a 
p.54: "Notiones communes. .adeo non sunt experimenta 
ut nihil sine illis vere experiri queamus." Diese These 
klingt bereits fast an Kants Lehre xon den notwendigen 
Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung cm. 

'r. Cx^berland; Dje le/^ibus naturae disquisitio philo- > 
sophica , in qua earum forma , suiniiia , caoita , ordo , pre- 
rul/s:atio et oHTi^atio £ rerum natura investi/^antur , 
1672^ QngTl Übersetzung von John Maxwell, 1727f/^,^.iB^ 
p,97f w2he sentiments of all nations are necessarily 
the samej concerning the sum of two numbers fouhd by 
addition..It seems to me, that all, in the same manner 
necessarily acknowledge..that t he good of allv 

ratlon^al beings is greater than the like good of aw 
part of that aggregate body." 






\ 



\ 






1 



1 2 



p.188 



^C^hitö^MS • Siehe z.B. Johannes Althusiuss GiTils 

conrersatlonls libri duo, l601, p.l: ^Conrersatlo clrilis 

]m>,vo est /pars moribus deoentibus utendi .. Tel ars mores secun« 
dum deoorum et rectam rationem confirmandi. " 



-234- 



~yH..ni P-183 confd. 

2 

Hup:o Grotius: ])e jure belli et pacls , CL625), ed. 

W. Whewell, 1853, p.l>j, cap.xTT. 
\<-^ *^ Ebenda, p«12, c. 



nVvT 



A"^ 



^Mj./:^^^ 



'^N^b l<?0 



(ff 



. /JZi 



rf 



p*189 



cap^^yli« 



Christian Thomasius: Drey Taucher der Göttlichen 
CL f Recht Sflcelahrtheit in das leutsche übersetzt > 17ö9t 
(lateinische Ausgabe l688), I,4,§?2, S.1G3. 

2 

Christian Thomasius: Von der Kunst Vernünftig und 

Tu^end hafft zu l ieben » , oder EinTeiTun/^; der Ritten » 
Tehfe7 l692 ' unl 1720, S.5,I,1. 

Jo. Gottlieb Heineccius: Eleinenta Juris naturae et 
gentium «17 38, p.VI, Kapitel I,§5. 

Ebenda p*9, cap.I,§ll« 

c" ^ 

'^Jo.Gottlieb Heineccius: Opera Omnia t 1771, vol.I, 
p*103, "Elementa philosophiae moralis" , cap.II,§17' 



Jtr 



p.190 



6 



V» 



J.Locke: Two Treatises of Governisent , The second 
Treatise (Book II) chap.II, §6, ed. T.I. Cook, 1947, 
p.123. 

2 
W. Blackstone: Coinaentaries on the laws of England, 

first edition 1765-69, vol.I, book I, introduction, 

sect2, §39, ed. William C.Jones, 1916f vol.I, Epw40f. 

F.RicbJ^'er D'Aube: L:ssai sur les Principes du Droit 
£t de la lilorale, 1748, p.e, premidro partie XIV: 
"C'est"3"e ces preiLidres consequences que d6rive,.la 
loi naturelle. . ,1a loi g6n&rale de la soci6t6, qui 
defend ä tout homine de faire L autrui ce <iu*il ne 
voudroitlpas que lui fut fait." 



p.191 






J. Burlaiiiaqui: Principles du droit naturel» 1747, 
partie seconde, §VI, pp.l25^. 

2 

C. Beccaria: Dei Delitti e delle pene , ed. p.Cala- 

xnandrei, 1945f p.l4^T 

^Thomas Reid: Essays on the Active Powers of Man, (178$) 
z.B. p.370. 



! 



i 



^«■<w r ^TWTIir»T w < iiyi ww *^'! »w'wi' i n n j uh w um « " ^ 



p-ü^ta^uM *.- 



1 



-235- 



p*191 cont'd. 

J. Beattie: An Essay on the Natura and Immu tabilitv 
of Truth . 1820, p.isl. "" 

5 

T.Reid: Essays on the Active Powers of Man « (1788), 
p«23d« ' """^ 

P.192 

'^^^ 1 
/?^j /^Vl i'/n'^^+u^^fio^^ Essay on the ITature and Immutabtlltv 



of Truth, 1820, p.l51* 

2 

R.Price: A Review of the Principal Questions In Morals. 
1787, p.58. — 



p.l93(^ 



< I 




/ — ^ 1 ^ 

iK \/oY{c.trsUv\ ^^^^- Kritik der Praktischen Vernunft . ed*Voraender, 
( '^ ' J S. 89, 107. "^ ^ 

1 ^ Ebenda , S. 89, 107. 
-^Ebenda, S.93f 86* 

^ 'fy^. Cousin: Du Vrai, du Beau et du Bien, 1837, engl. 
^^'r6! Übersetzung von OiW.Welght, 1893, p.43, Lecture !• 

^Ebenda, p»283f Lecture XIV. 
g 
Ebenda . p*276, Lecture XIV. 

7 

'Jules Simon: Le Devoir, lO.Auflage, 1872, deuxidxne 

partle, chap.II, pp.283f • 

p.194 

A. Comte: Cours de philosophie positive , tome IV, 
clnq^uantldme le^on, 1839, P-533. 

2 
C.D.Broad: Plve Types of Ethlcal Theory . 1930, pp.221ff. 

^A^g^T^wlngf The DtfiniUon \>f Qocki. IWt pp.132, 190, 
p.195 '***"^®* Wandelbau«: 1h» Phenomenology of fferal axperib#nce ^ 1955, P^öl, 



7>v^7^^ 



P.193b 



^.Heidegger: Sein und Zelt , Erste Hälfte, 1931, S.274 
'Ebenda, S.49ff. 



^ , r / / Carl Daubt DwteUmur jwd Biirt^iliing der Bypothesen In 

hu lin djr Willensfrlhelt^ ed. J.CKpüger, lfl5lf7s.l80ff , ZliffT 



Betreff 






1 



1 



1UJ^ 



llLh 



^ 



J 



-236- 



p.196 



^Ebenda, S. 63ff. 
^ Ebenda, £.1235. 
^Ebenda, Siehe z.B. 8*266 
*]2benda'/ S.126ff 
^Ebenda, S.175. 
^Ebenda, S.169. 
"^ Ebenda, S.172. 
®^berida, S*174,195. 
^Ebenda, S.177, 195. 
-^^Ebenda, S.167, 175* 



p.197 



■^Ebenda, S.175. 
^Ebenda, S.178. 

• * 

^ Ebend a, S.179» 177. 
^Ebenda, S.131. 
^Ebenda» S.184. 
^Ebenda, S.188. 
'Ebenda, S.191» 
Ebenda, S.191ff. 
^Ebenda, S.193. 
^^Ebenda, S.252 



8 



1^.198 



^Ebenda, S.251,250. 

O 

Ebenda, S*254» 
^Ebenda, S.267. 
^Ebenda, S.263« 



1 : 






4 



% 



\ 



I 

I 



\ 
5 



rw 

\ 



i 




fmmmm» 



il 



-257- 



r. 



7>-^>'/|^^ p.198 cont»d. 



^ Ebenda , S.266. 
6. 



1:(- /f 



() 



8 



Ebenda, Z.2^1^t. 

Ebenda, S.271. 

Sbcnda, S.266. 

^ Ebenda , S.270f. 

•^^Ebenda, S .511 , S .15 • 

^•^Ebenda, S.275. 

^^Sbenda, S.271. 

^^Sbenda, S.505. 

^"^ Ebend a, S.305, vergleiche S.297. 

^^ Ebenda, S.286. 
16 



Ebenda, S.287. 



p.199 



^U.i]\ 



^Ebenda, S.295* 
^Ebenda, 3.175. 
'^Ebenda, S.201,273j vergleiche S. 37, 265. 



p.200 



yitx I^X 



^ Ebend at S.420ff . S.425 basiert Heidegger z.l). ein Ar- 
gument darauf, dass jedermann sich die "öffentliche", 
"vulgä-'tre Zeit" "nehmen" kann, da man im Deutschen nur 
sagen kann: nimm Dir Zeit!, aber niemals :nimm Dir Deine 
Zeit, die Zeit die allein "der Zeitlichkeit des einzel- 
nen Daseins" zugehört. Im Englischen aber kann man be- 
kanntlich sehr wohl sagen: Take yoiirc^time. Dieses eine 
Beispiel vermag wohl bereits genüger/^ anzudeuten, wie 
prekär die Lage aller etymologisierenden Philosophien 
i-^t, die Argumente allzu zuversichtlich auf dem Sprach- 
geist einer einzigen Sprache aufbauen unter Vernachläs- 
sigung aller anderen. 

^Siehe ebenda , z*B. S.215fl55ff u.s.w. 

^ Ebenda , S.153.* 

^Ebenda, S.78. 

^Ebenda, S.191ff, 196ff. , \ 



^1 



4! , 

<■ 

\ 

V 






I 



il 

i 



il 



1 



1 



m^at^^^^^f» 



-238- 



-! 



. . . A^/' 



p.201 



r?iehe Kants Abhandliaig "Von einec neuerdin^js 
erhobenen voriiehcen Ton in der Philosophie" (1796)» 
Werke, ed. Cassirer, 1912 f f , P,and VI. 



-n 



^./^ 



p.202 



^¥artin Keide^gör: Sein mid Zeit, erste Eälfte, 1931 t 
G.402J vergleiche Brief wec¥ael zwischen P ilthe y, und 
den; trafen Paul yorck von Wartenburp; ( lB77-97T t 1923, 
S-73- 



2. 



Sein und Zeit , 1931, S.278. 
^Ebenda, S.294. 



p.203 



^ Ebenda , S.269. 

•"•Ebenda, S*273. 
T^ic-^fV^ ^Ebenda, S. 290. 

^Ebenda, S.291^. 



*Siehe z.B. Sidur Tefilot Jisrael übersetzt und erläu- 
tert von Samson Raphael Hirsch, S.7. 



I 



^^Martin Heidegger: Sein und Zeit , 1931 t S.268. 



p.204 



Tki. . K 



^Ebenda, S.290. 
^Ebenda, S.273» 
^Eoenda, S.273» vergleiche S.296* 

^Ebenda, S.274. 
^ Ebenda , S.275. 
^Ebenda, 's. 273, 274. 

"^Ebenda, S. 275.' 



i 






'sbenda, S.27Af. 



p.205 



^Kbanda, S.266. 
^Ebenda, S.293. 



i 



I .1 



■ \'i 



1 ■,'.. 



i 



-259- 



%v>l^ S 



p.205 cont'd^ 
3 



Ebenda, S.289. 
E benda , S.285* 
^Ebenda, S.233. 



Ji^lU 




p.206* 

1 



Ebenda , S-27a. 



p.207 



>Q Ifl 



•'" Ebenda , S.278. 
^Ebenda, S.294. 
^Ebenda, S.298. 

A '^ 

^E benda , s.294. 
^Ebenda, S.275. 

^ Ebenda , S.298. 

7 ( 

'Ebenda, S.298. 



ui 



p.208 



']i 



1. 



'\ 



\ 






4 



r^ 



^^■v Jk^^/ii 



, ^E benda i S.307: "Was bedeutet, .die solcher li tschlos- 
senb,eit zucehörige Gev.issheit?. .Sie kann sich gerade 
nicht auf die Situation versteifen, sondern muss ver- 
stehen, dass der ?:ntschluss seinem eigenstexi Krschlies- 
sungssinn nach frei und oifen gehalten werden kuss für 
die jeweilige faktische Möglichkeit »{ S.300: So nält 
der Gewissensruf "kein leeres Existenzideal" vor, 
sondern er ruft "in die Situation vor". ^*i 



Eben 



nd^a, S. 



268. 



t 



p.209 



'^iA.\ Heidegger: Kant und das Problem der r-1etaV)hysik, 
1929f S.151* \ 

"^Siehe Kant: Kritik der Urteilskraft . Werke^ . ed. 
Cassirer, 1912^l.. Üf Band V, S.344f. 



) \ 






^M, IJIeidegger: SeirAznd Zeit , 1931, z-'B* S*;?.23* 



7^. /f(f 



Ebenda, S.42 



i ^ 



V 



I 



\ 



\ "'i 



,.'i '«..wS 






» « ■■ >p i [ I I I ]| |H1'^»»T*— t*^ 



I I H pi I III m iBl I L I " «'l M»HHI HW l 'm 'i mH il »< 



|W . ) I|I . |I |MI ' H ill U ' . |< " ' m 'i i i l i i' T ^i M. IIII H Hil !■ I I | » . | " 1" P 



■ • ' I -' "- 



• -rms 



r~ "■~ f-ok— •< 



-240- 




p.210 



e\- 



kcc^xcJ r 



7^.' .^^^ 



Kbenda, S.287. ' 

^ Eben da, S.391. 

"^ Siehe z.B. Alexander Rüstows Abhandlung "Verein- 
zelung, Tendenzen und Reflexe", in Gerenwai'tspro- 



zum ÖO 



')e^- 



bleine der Soziolo/^ie, Alfred VierkarJ: 

burtsta.^ , ed. Gottfried jjiserirjann, 1949 > S.45ii, 
wo ähnliche soziologische Einordnun/^en der Heideg- 
ger sehen und Sartreschen Existenzialphilosophie 
vorgenommen werden. 



^Siehe z.3. Martin heidegger: Sein und Zeit , 1931, 
S.24Bf : "Das Schuldigsein resultiert nicht er^t 
aus einer Verschuldung. .Das Dasein ist als solches 
schuldig." S.307: "Die vorlaufende. Entschlossen- 
heit lässt sich das Schuldigseinkönnen als eigen- 
stes unbezügliches ganz ins Gewissen schlagen." 
3.310: Das aber bedeutet "keine weltflüchtige ^Ab- 
geschiedenheit sondern bringt illusionslos in die 
^tschlossenheit des 'Handelns'". 



/ 5 



Ibenda, S. 271, 274. 



p.211 



W[K»200 



RU»*203 



P»2l3j/^ 



'^tfü^ LWBftiii^iirdt: 'VJmÄÜÄfiiröcrlafi In d»r Tithik der 

in j^^fryr; m ysohuchte<it, 1957, ^•372ff • uo ich 

f^.rlldie Anaty«» dM «artreschim l'reilieitslHißriffs und dor ölertUc 
Sartm^s g6g«i jäte konkrat# nUk bu g«|w sadtmm 



1 i • 

SelJbst SLwkigMrd !nirwM»> in ^ T ugMiAe^ t ad« ThMdor 
ilxtirer. Band I, 1923f S*3a6, aus d« Frflh^ianr 13^7; 'Kein ttrw 
Rittelbar iieidatert«r ^drd uns nähr halfwt MtaMci» dum ihn 
frlast die HefladÄri d#r Z«1U*' 



\ 



1 









MM 








I A~ 



M^^ y 



T-fvu<i ^A *4^jA1' 



V- ^ ; M/ . D 




i^//r 



■' j > « !! wa i!ia !wwi i^^ 



«■Mi 




mmmmmtmmmm^mKm 



■^ 



/ 




iA 



i 



,ä 



1/ 



/Aiyt. 



ti 






r^ • 



^ 




\J 



\.-^^ 



ASU<f X'^^-^'A^ 



^'^-»♦cf^gl*^ 



/ 



i. 






)\ 's 






i ; 



^i 



\k^'^ 



r 



j 



Jb 



i 



Kapitel IV 



/- r. 



I 



Dia Rollo dos Lachens und dar 



Lsbensstsigerung in dsr ithik 



übsr dis Unterarten des Lachenswerten 

Zum Problttft der Physiologie des Lachens 

^i^n besonders bedeutsamer neuer Ansatz tu» 
▼erti öfteren Verstehen des Ladiens 

Das somatische Bild (Die soraatisdie Seite) des Lachens 

Das LKdierlicho als unschEiliche HKsslidikeit 

Allg«seine methodLscho Bedenken gegen die Aristotelisdie 
••ßrkllrung" des Licherliohen 

Kontrast \ind Smlichkeit von Sadi verhalten im Komi sd^en 

Der Kontrast zwi sehen Mechanismus und VitalitXt als 
angeblidier Kern der Komik 

Verdecktheit von Jthnlidikeitan und Kontrasten in der 
Komik 

JJMte Deutung des 'punctum saliens*» der unentbehrlichen 
intellektuellen Hintergrttnde d^s Lachens 

Ladiend intuitives und diiriairsiv «issensdiaftlidies 
Verstehen 

Die Bedeutung des iktualitXtscharakters fttr die Komik 

Das PlStsliche tfoerraschende in der Komik 

Ist das Lachen als innez^ und Süssere Ausdruck^ewegung 
vesentüdi passiv? 

Zur weiteren Kritik der Plessnersdien Faarallelsetftung 
von Lachen und Weinen 

Freuds Sdieidung swisdien ^fiLttf Komik und Humor 

Freuds drei Hauptmotive zur ErklKrung d^n Ladhens und 
seine Stellung zum Doppelsinn im Witz 

Die "Järsparong^' psychischer Bnergie in der Komik 

Warum sdimiSlert der Erzlftiler von Lachenswertem die huae« 
ristisdie ^rkung durdi vorzeitiges Mitlachen? 



S. 2 
3i 



3d 
3h 

12 
18 

2k 

29 

33 
37 

41 

48b 

Wf 
49 

53 
56 

67b 



/. 



/^ 



IV 



Warum sind Scherae^ die der Wairung bedOrfen und blosse 
Wiedexiiolungen desselben Sdierses schal uzid unidrksaa7 

Blosse Oberrasdiung ist nur ron sekunderer Bedeutung bein 
Verstehen ron Laohenswertem 



QLe Lust an Unsinn 

Das Oberlegenheitsgeftlhl im Lachen 

Die Eigenart des lachenden tberleg^nheitsgefthls 

Das dio^srsisch.eiaotionale EleaMmt im Laöhen 

•Die Aggressionstendensen im lärleben der Komik 

Die angebliche "KlelBheit'' des koraisdien Gegenstands und die 
aggressiven Tendenzen su seiner "^Verkleinerung** 

Harmlose Soherse 

Weltansdiaulidier Hintergrund uwi s^m Bedeutung fttr das 
dionysische irlement im Lachen 

Das Lachen als Waffe gegen Personen und Personengigppsn 

Sdierz in der Diplomatie 

Taktlose, emotional und intellektuell verletzende Sdierxe 

Aggression in Freuzidsdhaftsscherssen und im Qebraud^ von 
Kosenamen^ Gaunerspradiey Dialekten und Kindersprache 

Das Lachen als Triumph tber unpersönliche oder tibermensch, 
liehe Gewalten 



3* 67c 



67t 



Das La<:*ien des Heurotikers Aber geglttdcte Deutung seiner 

Tr«ume 57^ 

Das Lachen und seine Besiehung sum Unbewussten und Vorbe» 

wussten oq 



7^* 
78 
88 
96a 



101 
108 

112 

113 
U5a 

115d 
117 



i 



AniMrkungcn 



121a 



yz 



Die Kolle des Lachens und der 
Lebensstei erun^ in der Kthik 






y 



' ll-i . f 



["yM . I 



Lrv ^ . 






In der kühl aesthetisiei enden und leicht blasieit 
wirkenden Haltun>;, die sehi viele Geistesheroen uir. die 
letzte jJthundertwende zu Aultivieren liebten, hat Henri . 
"^ergson das Lachen einmal ir.it dem I.Ieeresschaum ver "li- 
ehen, L.it dem leichten Schäumen der v eilen des Lebens, 

df^^ erlreul^ solange uan ^® nur iLit dem Auge verfolgt, 

4ß ^ ^ihren 

dai^ uns aber - wie das übrige Leben - sofort ,«^ar««n mai- 
V '^y^'^ eben sobald sie 

kanten Salzgehalt zu v er spüren), ,**irb=fe, wenn wir -es mit der 

Zunge abzuschiLecken suchen . Falls man das Lachen so dicht 
an die Schadenfreude heranrückt, wie dies leider -^ei '"erg- 
son und selbst bei Aristoteles, wie bei vielen an leren 
philosophischen ^eobaci.tern geschieht, dann kann aller- 
dings auch eine ethisch pessimistische Bewertung alles 

/ , unuTnp:änglich . , , ^ -r v. 
liuiTiOrs /nur zu bei echtigt erscheinen. Abei das Lachen ver- 

'^ (wesentlich optimistischere 
dient i^einer Meinung nach eine /sehr viel bc.jBere^ ^^ehand- 

lun^^ von Seiten des Philosophen. 

Selbst der gravitätische ernsthafte Kexit wollte hier 
mit Recht noch über Voltaire hinausgehen. Voltaire reclne- 
te i.ur die "Hoffnung und den Schlaf" zu den cJegengewichten, 
die dem lenschen ßeßen die vielen ?,:ühselig • eiten des Lebens 
/^e^eber seien. Kant wollte ausdrücklich noch das Lachen hin- 






n 



dann 



^ast unersetzlichem Nahrung, diesem 
;.it dieses;'^" -alsam" des Da- 



zugefügt habendi '\\as hat es x^U Br mio uxoo^.x.^ 
seins^, diesem " Himmel stau"^ des Lebens, diesem "auf dem 
Kopf tanzenden.. Gaukler.., der den Nektar hinaufwarts. . 
trinkt"^ des näheren auf sich?- Verdient das Lachen wirklich 
nur ±1. einem Unterabsc^mitt der philosophischen Aesthetik 






I 






i 



\^ 



i 



jz: 



Die Rolle des Lachens und der 
Lebensstei erun^ in der h:thik 



Ad 



t/ 



i 



/ 



li'j.i 



r^-c,/ 



I 



In der kühl aesthetisiei enden und leicht blasieit 
wirkenden Haltun.:, die sehr viele Geistesheroen uir. die 
letzte jJthundertwende zu kultivieren liebten, hat Henri 
-^ergson das Lachen eiiixnal irat dem Keeresschaum ver^'li- 
chen, Lit deiL leichten Schäumen der Wellen des Lebens, 
d^^ erlreul^ solange Ean ^^ nur ü.it dem Auge verfolgt, 



l 



ie 



Un;:^ 



c? 



rige Leben - sofort ^»^^tft^ri 
'^^ioi eben sobald sie 



kanten Salzgehalt zu verspüren)^§irbt, wenn v/ir -ee mit der 
Zunge abzuschiLecken suchen . Falls man das Lachen so Jicht 
an die Schadenfreude heranrückt, wie dies leider ^^ei -^erg- 
son und selbst bei Aristoteles, wie bei vielen anleren 
philosophischen ^eobacixtern geschieht, dann kann aller- 
dings auch eine ethisch pessimistische ßewertung alles 
/ f unumgänglich 



Humors /nur zu bei echtigt) erscheinen, Abei das Lachen ver- 

'Wesentlich optimistischere 

hr viel bc.sereV-^ehand- 



V 






dient iLeiner Meinung nach eine(Se 
lung von selten des Philosophen. 

Selbst dei gravitätische ernsthafte Kent wollte hier 
mit Recht noch Über Voltaire hinausgehen. Voltaire reclne- 
te nur die "Hoffnung und den Schlaf»' zu den Gegengewichten, 
^^v^€^r^\i^r% <r£irron r{ 1 a vic»lpn T/ühspl 1 .:»• Ri ten (IQ)^ Lebens 



^ 4 «« /4 #%i 




NRrft und der launig« Theodor Oottlieb von 



IV» 1 



Hippel fand "da« LÄcherliche* fast so unentbehrlich 
fflr den Menechen wie "das tigllche Brot»*. 



UX XAIXV V 



, r>o XiOcixv-'-^ vrfAÄ vav«^ 



. r- - •- . . 



nur i.': einen Jnterabscymitt der philosophischen Aeßthetik 



4 



i 



1 \ 



k 



, i 



-2- 



•> ': 



genannt, wohl auch belobt und dann abgetan zu v/erden? 
Oder ist der Platz, der dem Lachen im ernsthaftesten 
Leben einzuräuiüen ist, trozt der zahllosen Kapitel, die 
hil-'^^ seiner Analyse gewidmet wurden, noch immer nicht zentral 
genug? 

Vvill man das Wesen des Lachens in Definitionen ein- 
fangen, so kann man dabei freilich, wie Jean Paul treffend 



Ä 



noi^- 



beobachtete, -allzu leicht "unfreiwillig" selbst zum lä- 

1 

cherlichen Objekt werden • TrotzdemjZur Erhellung dieses 

rätselhaftesten Phänomens des Humors, scheint mir noch 
viel mehr beizubringen zu sein, als die Tradition bis 
heute zu bieten hat. Eine mächtige Fülle von fesselndem 
LIaterial ist bisher von leierlich ernsten Denkern wie von 
grossen Humoristen, vpn Psychologen und Metaphysikern, von 
Künütlern und Staatsmännern zur Analyse der Komik beige- 
tragen v.orden« Vielleicht ißt auch hier v/ie sonst i<aum ir- 
gend etwas Funkelnagelneues auszudenken, das noch nie ir- 
gendwie vorgealuit war. LV.d doch scheinen mir noch neue J3in- 

dungen alter und ältester Andeutungen, neue Beleuchtxingen 

j -L... j • t • 1^ T^ nötigt« 
und Auswertungen des grossen Grundphanomens dringlich be-*^ 



Ober die Unterarten des Lachenswerten 
Wie in der Ethik, so verlieren sich besonders moderne 

Denker auch in der "Aesthetik des Lachenerregenden" Qern 
in hundertfachen Unterscneidungen von Unterarten des Phä- 
nomens. Wie sich die moderne Wertlehre zu erschöpfen liebt 



in endlosen Klassifizierungen der Wertwesenheiten und ihrer 
Ceitenerscheinungen, so pflegen auch die Analytiker des La- 



4 
4 



■i JMi,* .*,? 



-3-^ 



^ 



chens viel zu viel Gewicht auf ähnliche lebeniragen zu 
legen, auf die Dilf erenzierun^^en zwischen objektiver und 
subjektiver Kor.ik, zwischen .lumor und Ironie, dem Gro- 
tesken, T^urleskon, C^kurrilen, ^.izarren, dem Tarkasmus und 
dem Jlk, dem Witz, dem Kalauer, dem Bonmot, der Zote, der 
7;/,;.5a^ Satyr e, Karikatur, Persr-iflase, Travestie, Parodie, der 
\ Farce ui.d dem Pasquill. Aber elei entarste Grundfragen 
nach dem, was allen diesen Gattungen von Iieiterkeitser- 



\ 



\ 



y^^ ^ 



'^Jr^ 






regern geiaeinsam ist, entscheidendste Fragen nach der ei- 
gentlichen IJatur und einer Gesamtdeutung des Lachens blei- 
ben dabei im Dunkel* 

Zum Problem der Physiologie des Lachens ^ 



1 



^ftmßmfmm^' 



Ein besonders bedeutsameia^ neueH, Ansatz zuX vertier- 
teren Verstehen des Lachen»^ 

Dabei soll und kann hier allerdings nicht auf die 
physiologischen Grflnde eingegangen werden, aus denen 
sich Heiterkeit in Lauten des Lachens auslöst« Die 
Forschungsgebiet, auf dem es offenbar noch viel zu 
tun gibt, muss Medizinern und Naturforschern überlassen 
bleiben. Auch Lachen, das bloss infolge einer Ansteck- 
ung durch anderes physisches Lachen ensteht, nuss aus- 
gestaltet bleiben, sowenig bei der Eriterung der Tragik 
Weinen berücksichtigt zu werden braucht, das durch 
bloss physische Reizung der Trtnendr«sen erzeugt ist« 
Es ist gewiss berechtigt und sogar notwendig, sich 
hier auf die seelischen Gründe des Laohtas zu be- 
schränken da auch auf diesen Feld offensichtlich nooh 



^ 






C' K 3 



'2_ 



1.» 






i 



reichlich Arbeit zu leisten ist. 



^v 



?-#-- 



\2 o y.-- 



AfS 



? 



't' 



IV, 



-JV- 



"W,^ Es erscheint wir . atlb .!it Fric-dxich Georg -J uger dringend 

«^•unicher-s.vcrt, ;.,er deia Q-wlrr uer Vf?rEcliic.leni.rtiE:£ten Formen und 
B«nennua&en des Komischen nicht zu rcrgessen, noch Gern '.asEcheu zc, 
halten, -*f.5 film dienen Arten "aes Huiaorie tischen, Iruiijchen, 
\Vitzit>en, .. Lächerlichen»» ui.d dorgleichen gmein sein krnn tf, 

1/ F^G, JiÄf^ri L V)er das Konische ^ 1048, E.^^fj »DfiSFJ alles 



/ 



(A) 



7^.-3 



ä_ 



reine.. ...-tJiffv: u.ca .„ans i-t, c^:-; i>: demiB.cn ein Schema ^-ibt, das 
sich in allen komischen Vor^än^c;n, «dorn HxmorUilEch^m, Ironir:cbrri ; 
v.it.i.ijen i^cherj-XcLt/ii,, ^wiederfinde i,, ir^t eine Vermutioi^r. ^lie einwR 
gefasst, den Deutenden nlcnt leicht vsieder freigibt." V it • ^l-^ifl 
wclion.. i^icht ^uf alle j^ne Formeu des Komirohen eingehen, (iie*man. 
wie das bizarre, Groteske, aarrilo, r.rk: stisehe, Burleske, neben 
raidi^ren eines besoaderen Namen:: , .r.igt hat. Der Reir^htum auf die- 
!!? ^?^^ f^^^^^"^?- Solche Bezeichnungen., gegen einander ab^urrr-v 

t l^if^ ^^ r>ca.Merig, v^eil ixi ihrem Gebrauch eine g'^vvlsse vilikür 
stattfindet, die ihre Bedeutung schiifanken und ineinander ^b^^^r^^ 
l^Lsßt.^ l3och"unfruciitboror'/\(V/&re es) »etwa da:^ Rahr^a'-t-. " " 

Phantastisch-Koffiische, das Pathetisch-Kchiiccht'« van^ein. 
aotrennen zu x'^ollen. i 

^scheint es weiter Jünger mit Recht zu s^-^n, 

Wenn ciich Jjnger trutzdem in do.ii ganzen zweiten Aüschnitt seiner 
Schrift auf ausfuhrliche Unterscheidungen zwischen Huaior. Ironie dem 
Paradoxon, dem V.itz und der Karikatur ciniässt, so fährt er <1abei m^±^ 
nor Meiiiung nach kaum besser als die vielerlei Vorgänger, die versuch^ 
ten, sülcne fllessencien und mehr ^efubl is^U -Is dor ^nche nach be- 
deutungsvollen Termini -äher zu präzisieren. Dies mehr nach Pcholastik 
als nach psychülo&isch-i.sthotl-chor Anslyse sciiraeck ndt ic^l f ihrt 
■eist entweder zu selbstverstanailchen, zu tautülogischen Urteilen 
aber v.orLfevtie^ ^en oder zu ulosr^en, nicht iberzeugenaen Fra^wirdijr- 



ische, das 
iander peinlich 



Heine 5^chr«»ibt z.ß.i 

"WaruBi schleppt sich blutend 

unter Krc'u;:last der Gerechte, 

Während lachend als ein Sieger 



...Also frngen viir beständig 
<^ Bis Kit einfr Hrir4avoll rrcie 



Trabt t\xt' hohi: 



osv. 



der 



lechte? 



I 



i 

1 



Man uns tridlich stopft dia 

Mäuler. 

r- . ^4 -, X „ *^^ ist das eine Antwort? 

.<^A l t^ letzten Verse nun t.itzig, weil sie «genz feeuaung und Poiiit* 
•ind,"sciiArf und »cal&genü, was nach Jünger ebenda r.8&, 111, dip 
«•fti^eichen des , itzes sind im Ce&ensatz zu« üimor, der "nur lexgaa« 
«M Ziel.. ko««t" und in dem angeblich »da» Koalschv seine grüsst ü 
Breite "erlangt? Oder sind diese m&rett trotz ihrer ichlagendp:/ 
KnftTjphelt nicht echte» Galgenhumor, «renn etwas diese tv (dsoh deutscht- 
BtfSGioteiinf ▼erdient? Oder um einen nicht- jacaschen, rein deutschen' 
tlff: . igtii HuBoriften zu zitieren, Goethes prägnant kurzen Vierzeiler 
\,y ^'±J^^^^ir^r&ch\.i^k) ^ D*nn 6E ist das Mächtige, 
p >l«MaC »l<a heklag e I / Äas aan Dir auch sage. 

Ist hier nicht troti «*" 

°«r, "sciillchtenaer.l;;:^ (f-%"rLT""^S:'^^ ^' Fornge-bung .1 

^ ^%-9fe) «> Werte, und kfS:?5l,r" Sf 



cv 



seiner Lieinun^: nach "v.citer" irt bis der aller besonderen rus.sorungnn 



C^\ 




iV , des Komischen. Ohne auf die V^ehl oiaes Terminur zu viel Gewicht zu Ic- 
^> gen, möcht«:-; ich aus bestimmten Granden die Bezeichnarig "dar. Lächerlich 6 




// 



7hj.ic. 



vorziehen und dabei sowohl auf die Analyse dos objo/tiv Lachensvierten , 
"^ des Lachenerregenden)^ Wert legen wie auf die Klärung der Fubj'rktivcn 
S^ Lschwirkung und ihrer seelischen Grinde.*^ 



''r- 



%' 



edenfalls so Wdllch ts ist, 



/\. 



ntliche Diffarenxierungen eine« 



• ^ 



^fXtr^ct 



7. 



7* Jt ,- 




I 



^io todlic;. es ist, v/osentliche Difi" ^j enzie- 

run 'cn eines Phänomens zu übersehen, diese herkörjinlic?ien 

Speziiizierungen der Aesthetik des .:oi:.ischen sind 30 ..b- 

hLn:^lg von vielfach schwankendem Sprachgebrauch, und sie 

betreifen so weit/^ehend die blosse Einkleidung^, die K''lle 

der Vjuchef dass von ihnen keine Lüftung der fchleier, die ,. 

fGesarat T^s ^^^ <^usscK4fv>... ^^^^^^c/v, 

das f4ftt&€ Phänomen uii.geben, erwartet werden kann . . ''--trs-»t^n ^ 

V ^ ^ , A 

wir uns/aoer - ähnlich w/e in den Wertphilosophien -.schwei- 



gend Vir im;, er mit blo/süen Tautologien )sef,nUfr,en unä^ das 

/ / 

'" he^sst hier mit den lalimen tautologiscHien ;rklär"u^gen, dass- 

wir nun einmal lac^hen, wenn wir lacheneirogende/i, d.h. ko- 

/ 
mischen od^i- burlesken Situationen und humorvollen oder 



ir Unionen Aussagen begegnen? 



., / > 



/ 



A 






i 



^lehe :f.B. Th«obald 2iegl«rs r.in tautologlsche KTkiä*rung d«r 
««fttt KoBik ia s«in«a Das Gefu»hl, 1893, S. . i)as Komische, .o 
helsat eg hier, ißt «ben ein -NichtssMWciet; .. nur Sch»rz und Spiel", 
und dae bedwUt eben es i«t nicht "ernsthaft, sondern nur spMshaft 
nu nehmen". Aber .selbst Jean Paul, der unzweifelhaft einer der tief- 
sinnigsten Analytiker des Laecherliohen ist, «acht sich gelegentlich 
einmal einer solchen tautologischsn Erklärung schuldig, wenr er 
findet "die Anschaulichkeit zwingt uns /beim Laecherliohen? zun 
i ""o fr""** Herueber-Wechselspiel mit .. drei einander gSgenstreben- 
den Reihern aber dieaer Zwnng verliert durch die Unvereinburkeit 
sich in eine heitere ßj Willkuer", siehe Vorschule der Aesthetik . 
VI. ProgrßBTO, # 30, ed. J. Mueller, 1923, S.121. Auch Sigmund Fr eud^ >*-<•''' 
kommt einmal wenigstens anacheinwd einer tau to logischen Thes« nahe 
wenr; er den Scherz -aus der heiteren StiWBung- entspringen lÄBst. * 
Aber die scheinbare Tautolgie wird dadurch beseitigt, dase auf- 
schlussreich hinzugefagt wirdi "der heiteren Stimaung ,. scheint .. 
olue Neigung zur Heraboiinderung der seelischen Besetzungen eigentfla/- 
iAuff •?;!?• ?"•??] ^jm^ und 3eine Beziehun&.?um Unbewussten,' 






Aufl. 1912, 3. 154, Oesawnelte Werke, 1940, Bd.ViTsTääfT 



- 3d - 



IV, 



'i 



^ T^t^.v^/^ 



Das somatische Bild d es Lachens 



/ 



I 



nu 



I 



yil^ 



j%^ 






Schon auf Grund meines zu geringen biologischen, medizinischen und 
anthropologischen Dissens kann ich allerdings nichts beisteuern zur Er- 
klärung der somatischen S;cite im Ausdruck des Lachens. Auch Freud be- 
gnügte sich damit zu bekennen, dass er zu diesem "immer noch nicht end- 
gültig erledigten Thema der physiologischen Aufklärung des Lachens, al- 
so der Ableitung oder Deutung der für das Lachen charakteristischen 



Jiiskelaktionen" nur einen einzigen Beitrag liefern v.ollc oder könne. 
Aber freilich was Freud da in wenigen Zeilen einer Anmerkmig in seinem 
grossen Werk aber den Vvitz bietet, scheint mir besonders tief^ruifend 
und beachtenswert zu sein. "Meines Wissens", so bemerkt der Schöpfer 

/der Psychoanalyse;. hier bündig, '-tritt die flir das Lächeln bezeichnete 
Grimasse der Mundwinkel verziehung zuerst beim befriedigten und dbcrsät- 
tigten Säugling auf, wenn er eingeschläfert die Brust fahren lässt. Sie 
ist dort eine richtige Ausdr^cksbev^egung, da^ sie dem Entschluss keine 

/ Nahrung mehr aufzunehmen entspricht, gleichsam ein '»Genug«' oder viel- 
mehr '» Übergenug'* darstellt. Dieser ursprüngliche Sinn der lustvcllrn 
U^bersättigung mag dem Lächeln, welches ja das Grundphänomen des LacherB 



bleibt, die spätere Beziehung zu dem lustvollen Abfuhrvor^angon vor- 
schafft haben." Ich würde zu dieser bedeutsamen Beobachtung höchstens 



1/ ^benda , S.9 

2/ S. Freud: Der Witz und seine Beziehung zum LJnbe^yusstnn , 1. Auflage 190^ 
2. Aufl. 1G12, S.lJae. 



•««MMMMHfMi'' 



'^e - 



iy^\) vn zufügen. 



IV, 



s iiH i t xnl ^i d: v in IT-: sb: V 

wenigstens Im ^>inn Irgendvielcttti^ iniderij r rl/7v i^ rendea r^ntth^ic ..i^u^ 






ud h£*t dsmi l 



rr^ i»t'l:,.;UUi 



Uadureh einen ii:: ^h« t be?*!erH-^'S*tvv orten Ans<^ti^ äu . inom urafr:?..,. 



V\. i*^ 



. stehen det Lachens z,u jcnc:ff er) f^esacnc, ur-s- i von vornh.^rci..; >ie k > 



?^.^/^ : prrlicüt ^'\u!. :rari.; una uic seelische) 1> 

ixnl-' bliche ;:iniulc U::ira^;nt .t. PI ; 



:i T, U;"; ••": a (' ? ;• 'aaü o\ar- :* s f. 1 r 



iD \ . 1: lor- 



r ; ili «iaih 

1/ 



/^L 



schei) ....iit-^lJu'i^ vo^; ;v^rpor .u* ., i^t; \xi\d dem glolchf&ll«! de; - 






^U 



I unc 'liiori : xj^ u:-.ira 



rf^^^h inu. 



rr.lfi 



ü Cl<:&- 



halb gerade nicht, nln tim mrtrphystr^jyhfn l^K.ll'^-vvLagnr^ jci« n^i.iclcgi , 



Psychologie und ihrer n^Thtr/f licuon J^prrclativGr V: t^kiiu/fuiii^ umcc 



f'rl"izi;j tiur 



* V 

^r^ 



l 






urs.^r 



r ■ 



rcrst: 



c:.:;i 



iu- 



Y' Y 



r 



.^1«^ '•'■Itei' r-'-jrialtr aas: eris^* v.ili j..xoh ^leesner dc/.^halb nicüL in 




»•Ta-tcriei 



Uli« 



irf;'- v.-ii ' •> •• <. ■ T-fii 



liff jn e ; 



VarT^in? eis ''lUi^hliu 

''-/inst .: • ■.•Tii 5 rillen ... ^ 



a Rȟst ^ iJ 



V^rüxia 



X '<-/*• ' ' - i i 



t . 



/ A^ 



nktiv^ 



.!Li^V^ 



.-i 4**04..; _, \j 



■J ••■ a l.i< 



odor 'Id'Tlt Is "Hrndiur^'^ ?nlt 



. -^ •<; i/o jivsx seilte' Ic.i; Yitcii ^bv.r tirstarrt^vci Mtjcaaiiir 



*• ^ • 



?lcF ncr v^ill .siUi i;a 



i/atx £U : il 



olüJi^ 



lyrio- 



iCi.l-^h^'<- f m^ t^nhy»i»eh«ii, puylo^c i.ctigcUeij <^<xc^ . A^^T^-r. a'heorir: 



1/ y. 



dat; ^• samtphÄnomcani des i^i chuic u.'.ibwij .iub ..A^wcnl ü^Jirui: vt.r, ' 

V/ 

i' vin "K 'rpor Cein*' itt. tr ^xli Tertuchen, diai^ Lrciir^ r J 

.- \j^xy . ■ . ■ . 



> *,* v; 



T 

.j. 



il.i. X 







hdft 



;7rj 



> Lachen und A.u:..i O^ 



I.* 



) <: i'"" 






55j --5^ 



9 ^ 



^^ 




Im, >i 



l 



'-i 



f 



\ 



IV, 



I- 






7>w/ 



1^, 



"^.^s^xi nach als gleichzeitig körperliche wie £^ec.lipche Ausdrucksbewe- 
gung in den Griff zu bekommen, t^n ^♦anschaulichen Grundbestand»' dieser 

2/ 
spezifisch menschlichen" Aeusserungsform , die eine"Verschränkthelt 

zwischen Leib-Bewohnen und Leib-8ein" darstellt, ein^Verhaltnis zivischa 

4/ 5/ 

sich und sich", ein zugleich gegenstänalich und zuständlich Gegebenes. 

«Denn das l^l^ussere.ist^schon auf tierischem Niveau keine blosse Gefass- 

wand.. .die ein Inneres umschliesst", sondern das Xkus^ere ist 'In das 

"6/ ^ ,1 

Innere einbezogen und umgexehrt das Innere be/f;ieht das Äussere mit 



ein. 



Aber wie dies allgemein f-r jeden Phänomenologen gilt, auch er muss 



I 



für die grösste unmittelbare Ilähe, die er zur "i^nschauung" seines Ge- 
genstandes sucht, einen Preis zahlen, nämlich zunächst, wie Plesrner 
freimütig zugesteht, statt "Cchirfe der Definition" und sogar statt 
"terminologische Klarheit" zu erlangen , mu: n er sich mit einer nicht 
ungefährlichen "Elastizität des ;ort.^ebrauchs" begnügen; und - was noch 
schwerer wiegt - auch Plessner mucß schlies::lich bekennen, vvie er dies, 
v.enigstens indirekt, höchst aufrichtig tut, das? er trotz alles Vider- 
strebens gegen "Theorie" nur eine^'Theorie von Lachen und /einen" auf- 
stellen konnte. D.H. euch hier vieder drangt rieh der alte inwand ge- 
gen die ^Phänomenologie auf, dass ihre verrjeintlich rein deskriptive 
Vesensschau - wie alle andere 'wesensbeschreibung - doch mit viel mehr 
unbemerkt theoretischen Voraus5:etzangen behaftet bleibt, als dies in- j 

tendiert war. 

V^as aber hier zunächst das allein Lntscheidende ist, obwohl Pless- 
ner gerade "die Frage nach der körperlichen Ausdrucksform" des Lachens 
/ "zur Kardinalfrage" machen will, obgleich er ihr keineswegs"auszuv,eichGn" 
wunscht"mit einer philosophischen Verbeugung vor der Physiologie" \ind 
einer" Inkompetenserklärung" in physiologicis, er muss am Tinde seiner 

1/ rbenda ^^.50} 2/ Ebenda ?,.^'^\ i:. /Ebenda r.56f; 4/Fbenda r.45; 
5/ Ebenda S.5oj 6/ Ebenda S.53} 7/ Ebenda C.gSj 8/ I benda v^.Sj 
9/ EbenJa £ . 18 . 



J 



\ 



k.^.V 



^.5 'i. 



-s 



IV, 



/ aufsohlu?.^i*eiehen Untersuchung doch einräumeti, di^xss "der Urs^TUiig von 



•' .. •• 



7>^v 



Vi. 



flachen arid , * inea'^ sich nur bi? zu einer gr^^ic-^n.''Gr^riz.y^-afkläroTi^a::^>^ 
8' die:?er »*^^rei ze^ Ov-gia- 1.. , irgrixid .in /.aton:atir.:.;.c. . : ' 'pi'-^?-^^ 
den x^;u;nschen, der rl5 einer :.h:.\z^x\ vxistenz raäohtlgr:, bchcr^-scht'/ ^ers*» 



j 



^ 






</^ 



^10/, 



m^. 



7/^ 



^ ^/- aasger.pieli: hat.,, Di"^ Uatersuchuag der llttül, Mit deaea d^r Umschlag 

in den j\atomatisiauf- .sich vcllzirbt, bleibt dagegen Sache der -hysiclc- 

•^/ 
e^Je, Picheren darüber vei^n rie noch nioho»»^ D.h. aucxi in dicr^cr "rag^, 

fdle ^lessner zur' Karc^xnal frage eiuiobt^n hutte, "deren Lösung alles ^Jin- 

ctcrcrlnet i^t", bleibt ein oMtfchcidendor Punkt noch sc ixngckläri., v.ie 
A 

ihiii Fr^md fast ein h.:;.lb:^ Jahrhxinaert voxher gefnn<.on hatte. 

Plessncirs EieobachüAngf;n ::^:nr •* j^driick: form, zu dem ^soltsi. i.us- 

. / 
- / 

drucksgenuss'- dos Lr.chenr^ ^ind zv;.;.-lf^-lIo3 ^.ehr danKcnsv^ort , Vyenn er ^.B 



von der "fc^cpresst-::;rG. ^ ^/ ■ Au-cun.:^ "il- " srricht, die dci^ Lnchcnden in 

"4/ 
einer ^Lochsslve.. aus<.er Atem brL.^t uivl sohattelt»% von' d ; '^Stos^- 

iveir.en, ^Yuptiven" des Lachen *-, das "-^af -- ine- govisr^o V?rvandsohÄft <^(-i- 



ner Anlässe wit dem Anlass d^;? i.ichüras.ninv;eir!t: die ^jablvGlonz dos 

5/ ^ 

Kitzols'^^ von der "Lurt ?-.m ncxivobenzuptanc. des Foielens, nn der L.M..>ili- 

tät eines Gleivihgevichts, dac ':■ isertlicn kein Gl'ricngcvvicht isty Yvn 

dem '-uiehr oder wBxAgox rchid^artigcn, .. ir^nittelbGreH^^'urbruch , , der 

Eruptivität^^ de-? Lachens, das ^v>ie zum lui^^druck des Gccffnetsoins . .auf 

der Ausatmung in die Weil: hincinscuai.lt, \^ähr. nd des . '■ inen allman-ich, 

tvf.il vpruiitcelt, und v.ie zum /.ufldruck d:r Abkonr von der V.elt und der 

7/ 
Isolierxing in der i.ichturu^ der hin^.t.(.url5 -ich ontwiok -^It". »^Das rtrrh- 

1 ade Crir^sicht, die ^eglätlote rtirn, oic bittenden Augon, der goöffnetc 



Kund liiit den aufv.ärtö gezogenen 



inkrln, die pr??llnn ;en, das 



J^nici acr Lichter and die Faltsen un /a^en xiT.d Nase, die ..erlendu Hrlve 
Uii^<;;ucindigter Laute sind der V^iderc'-'hein einer rtrrhlonden '^v^lt ohn'^- 

e/ 

fohwcre". ^Vl*ritgec5f fnete.? Augnn bei Freude^, bei Lachen, ist Frou<^ , 



1/ ^ bona?^ 

b/ ib. 



'r.20l; 2/ :rbeiida f. 18; ;^/ 
^5 ^'/ •'ht^nda r.l05; V/ 



r. C ♦ 4/ » ; 

F!lb4, 1.5f; S/iJ^on' a^ ^>3' 



^/ 



9^ 



^.i 



IV, 



'11. ff" 



V 



die uns "hochreipst, v-eitet, nach aussen drangt, •■ffnct." /ber 



jedenfalls zur Lri'orschuiii, des vesens mid .ier GrJnde der 1- orperlichen 
^iO^ reite der /usdracksbev.egung des Lachens ist, vie ?lessnGr zagibt, 
rit-^ i>^noch viel mehr zu leisten^&ls bisher, anf3 doch hat .-uch -r nicht mit 
/ va-irecht die '/auptenergie seiner Arbeit ohne^uch n-it der Tradition 

auf die Ausmitteiuiig der Innenbedeut^ong ur.ci des inneren v-esens des 
Phjinoraens konzentriert, genau v.ie es ^reud und zahllose andere Theo- 
retiker bisher getan haben. 

Es ist deshalb vvohl berechtigt, \:em\ f.uch ich mich hierauf be- 
schrinke Oiid erst spater daJiii zu Plessners ^/.Giteren Theren .ber diesen 
inneren tinn des Lachens im Zusam-nenhang -nit meinen eigenen Analysen 
dieser /rt nlher Stellung nehmen werde. 

'Vki/ T^ Das. . Lä.cherliche,,als . "unschädliche^ Hässlichkeit 

^^* Das zweite "ucn der PoeT/iK des Aiistoteles, aas aus- 

führlich yon der Komödie gesprochen haben soll, ist ins 
leider verloren gegangen. Aber da., fünfte Kapitel des er- 



haltenen Teils der Poetik bietet inuierhin einen Hinweis 



£ 



I 



Ou 



«:? 



1 



1/ rbenda t. 8;-.., 84. 




't^CU^ "Vur^ .2 .£./ )^ t^J ■ /«-^^ -^ I ä 







^-^' 



=OV 



e- 



y^'^ 



\M 



j^ 



3^ 




lehe Aristoteles^ 



^:r^;L - L J^ - ''l^tJiP.suL 



■ ^ gp^tica. cap . V , 144a , 34f f : Ty vko ViX o'coV tmY; 



I 



^ 



-4- 



•«. 



auf die Natur des Lächerlichen, der zwar sehr leicht irre- 
führend ist, aber doch - wenn umsichtig gedeutet oder viel- 
mehr XHi.gedeutet - noch immer hilfreich sein kann, und der 
jedenfalls einen ungeheuerlich starken Einfluss ausgeübt 
hat. Offenbar in Anknüpfung an das griechische Satyrspiel 
hat Aristoteles das Lächerliche als einen "Fehler»« gekenn- 
zeicimet, ein Gebrechen und eine "Hässlichkeit*' , die "keinen 
Schmerz oder Schaden tun" . Die beiden Hau ptbe Stimmungen 
dieser Definition haben offenbar auf den ersten ^^lick viel 
Einleuchtendes für sich. Deohalb gunachou ein rort über — 






Komik und lläaalichkeit ! 

Tatsächlich ist noch imu-er der Anblick eines Buckels, 
eines Fettwansts oder irgend einer L'issgestalt , selbst die 
"ungewaschene" schwarze Hautfarbe eines :iejers für den roh 
oriii.itiven Menschen oder das Kind der ursprünglichste '.n- 
lass zum Lachen, zum Empfinden des Komischen, genau wie der 
blosse Anblick des hässlichen Satyr dies für den Durchschnitts- 
griechen war und der des ungehobelten, ungestalteten ^lans- 
wurst und des Clowns dies noch für den ^esuchei des Kasperle- 
Theaters, des Zirkus und des Jahrmarkts ist. Das ist im we- 
sentlichen das iieich des Derbkomischen, der Posse. 

Aber der Begriff des Hässlichen, des Gebrechens y^n^. der 

Misr.gestalt kann schwerlich unmittelbar so ausgeweitet wer- 

pweltanschaulich vertieften 
<y ^ V den, dass er auch den Gegenstand des verf e in e rt e n Scherzes 

und des subtileren Lächelns bilden konnte. V.as allein vom 
Begriff des Hässlichen in Aristoteles Definition des Lächer- 
lichen übernommen werden konnte, scheint mir das zu sein. 




7.'^ 



f 



? 



CL^ 



-5^ 



I 



t 

da.s allerdings in jedem Scherz sich schliesslich an dem 

Ge^-enstand des Scherzes eine gewisse "Fehlerhaftigkeit'* , 

JChaotik, Verworrenheit .j 

eine fa^n -i^vi *> iTomni.ingj linTin nnr>'hr7..i,-.^j '?ino Y ^riBil i MJ orw i g t r^Q^^ 



P^\^ WQl i e^h 




ingtei^-E 





enthüllt . 7 as 
' fviel 
aber daß, im einzelnen bedeutet, bedarf gewis^^ noch )w«4^fe-^ 

/näherer ; . 

(umsichtigerer und eindringlicherer") Prüfung. rr t'^Jr^cL 

es sich im Komischen um eine "Uneben Wfrtigkeit" in einen "Konflikt", 
in den der Zuschauer "unbedenklich die Partei des überlegenen 
er^eift".^ "Der Unterlegtnet der den Konflikt austiftet, bringt 
ein regelwidriges Verfahren in Anwendung» nit des er nicht durch«> 
dringt. Die Replik, die angesessen ist, tritt dem Angreifer 
entgegen und weist ihn nachdrücklich und ober zeugend zurück. 
In ihr nacht eben jene Regel sich geltend, die der Angreifer 
verletzen wollte, die aber zu verletzen nicht in seiner Macht 
steht, weil sie eine den gansmi Konflikt beherrschende Krait hat,« 
^ Die vis conica (!) ist deshalb dort an stärksten, wo die hei^ 
P l Jljtnä.% Wirkung des Konischen an grdssten ist, das heisst dort, wo 
d^ Replik der Provokation durchaus angesessen ist .• Die un~ 



X 



ö V 



.'^ 



rv 



flbersehrbsre Schar besoldeter und urbesi(^ldeter Poasen^eisser 
und Spasssacher ruft das Bewusstsein der Sberlegsnheit mit 
^ V* Vorsatx in dra Zuschauern und Zbih^rem hervor •• Um des Ge- 
nusses willen, einen anderen auslachen zu kennen, öffnet der 

.2 



Zuschauer bereitwillig seine Ohren und Taschen, 

1/ F.G. Jtinger: Aber das Kosische t 1948, r>.17. 
2/ Ebenda , S. 71ff. 



In dieser 



-5'^ 



(«) IV, 



Friedrich Georg janger. Yerm.ch einer Wa.>n«erkl«nin« de. 
d f Konischen ist In der OegenC^rt vielleicht die «berdachtest. 

Verwertung der aristotelischen Orundthese . ohne dass J«nger 
bewusst an Aristoteles anknüpfen wollte. Aber auch diese 
ko-pliziert. Analyse der Bedeutung de. lücherlichen konnte 
sich meiner Meinung «m* von den Grundgebrechen des arlstot- 
llachen Deutungaversuche. nicht freihalten. Nach Junger h«^elt 
es Sich i. Kcischen u. .1». -Un.b«»b«rtigkeit- in ein.. "Konflikt", 
in d« der Zuschauer -unbedenklich die Partei des überlegenen 
.rgreift".^ "D« Unterleg«., der d« Konflikt auatiftet, bringt 
ein regelwidriges Verfuhren in Anwendung, «it d« er nicht durch- 
dringt. Di. Replik, die ang««is.n ist. tritt de« Angreifer 
entgegen und weist ihn nachdrücklich und überzeugend «»r«ck. 
in Ihr .acht eb« 3*ne Regel sich geltend, die der Angreifer 
verletzen wollt., die aber zu verletzen nicht in seiner Kacht 
.tsht. weil sie eine den g«.zen Konflikt beh.rrschend. Kraft hat.. 
^r Die Vis ccica (!) ist deshalb dort «. stÄrksten. wo die hel^ 
/lend. Wirkung des Ko-lschen aa grössten ist. das heisst dort, wo 
d* Replik der Provokation durchaus ang«ie^s.n ist ..^Me un- 



r 




^ «bersehrbar. Schar besold.fr und ur-bes^ldeter PossenV.i.s.r 
und Spassinacher ruft das Bewusstsein d.r «b.rleg.nheit »it 



^ >7> Vorsatz in dO^ Zuschauern und 2&arem hervor . . Um des G. 
nusses wiU.n. ein« ««deren auslachen zu können, «ffnet der 

^ In dieser 



Zuschauer bereitwillig s.in. Ohren und Taschen. - 
1/ F.G. Jflnger: fl>^«r daa Koaische. 1948. S.17. 



2/ 



. 5. 71ff. 



i 



l 



'6p' 



i^h\ 



IV. 



-\ 



-^h 



/c;^ /^ 



Torrn Wtlt sich b«i J«nger noch - wie bei Aristoteles und Bergson - 
die Anmlyse dM Lächerlichen viel zu eng an das Ph«no»«n der Sch»- 
denft'eude, das vor all« Reaktion auf das derber Possenhafte ist, 
das aber gerade auf die vergeistigsten Scherze kau» Anwendung 

finden kann. 

Wo ist etwa ia Fall der schon zitierten Goetheschen und 
Heineschen Verse der -Überlegene", dessen Partei wir "unbedenklich* 
ergreifen kannten? Ist /er das "Hiedertrlchtige", dae Goethe 
zÄhnäiichond, widerwilligst als "das Mächtige- gelten lassen 



A A 



V 



7^^.?/ 



l 



auss? ^der in ffcll Keines: ist Gott der überlegene" obwohl Heine 
gerade an ihn die uralte Zweifelsfrage richtet: "lat etwa unsir 

Herr nidt ganz allrtchtig? Oder treibt er selbst den Unfug? 
Ach das wlre niederträchtig". Offenbar kann hier weder f«r das 

Niederträchtige noch fär Bott als den "Überlegenen" Partei ergriffen 
werden, obwohl er, sich in beiden Fällen ua echten, höheren "Oalgen- 
hUBor" im Sinne von Jtirgen» "Koaischen" handelt. 

Das Gleiche aber gilt ftJr zahllose gerade weltanschaulich 
auadrucks vollste "Comica", Ein Ostjude berichtet begeistert 
/^. -^ «einei lachbarn, dass der ehrwflrdiger Rabbiner threr Gemeinde 
p ~r durch Engel au» dem Gefängnis befreit worden sei, in d^s der Zar 
ihn gesperrt hatte. Zu seiner Rechten der Erzengel Gabriel, zu 
seiner Linken Uriel - «o sei der Greis aus der schaälichen Haft 
in die Freiheit zurflckgefahrt worden. Ironisch lächelnd ant- 
wortete der Nachbar: "Mun, ich habe eine glaubhaftere Vision 
dieser Befreiungsgeschichte gehört, Sie hat die Oeaeinde ein 
schönes Stack Geld gekostet." "Ach was", entgegnete der eisern 
Gläubige. "Da« hat aan Dir weisgeaacht, weil Du nur etwas von 



» 



\ 



^onJ/ 



-s<^ ' 



(B 



IV. 



^ 



% 



r. 



r Oelds^hTO verstehst« •• Ii>t in diese« Konflikt zwischen nftturci:i<^ 
y^lßtischer C#6CbichtßauffMSUiig und religiöser Oeschich tedeutung 
eine ••Überlegenheit'' auf irgend einer Seite? Ist nicht das be- 
freiend und tiefsinniger Heitere an dieser Citjudeugeschichte 
Gerade die Einsicht, dase hier kein ''unbedenkliche« »• Partei- 
ergreifen gegen eine unterlegene Partei Platz greift oder zun 
r wni£^.ten Platz greifen sollte? 

Jänger ist gewiss iE Recht, wenn er in "allea Komischen" 
einen ••Konflikt" und ein •»Machtv rhÄltnis* 6etÄ#igt siaht* Aber 
~ er bat den Macht-und Oberlegenheitlgewinn aa falschen Orta auf- 
zudecken gesucht* Ir liegt nicht auf der Seite einer der beiden 
Parteien des Konflikts, sondern • wie spÄter bis ins Einzelne 

V 

klarzulagan ist - nur in der ^berle^^enheit des jferstehenden und 
erföhlenden Zuhörers, der die sonst beängstigenden Wirrungen Hm 
Konflikts zu fassen, zu schlichten und danit zu meistern weiss. 
Jedenfalls aber hat die aristotelische Deutung des IJlcher- 
(^ ^ liehen in ihren Auastrahluni^ fast die geaaste Geschichte de<n^ 



Ästhetik des Kosischen beeinflusst 



7 



k 



1/ Ebenda n. 50. Auch an diese© Punkte kann ich Ilelmuth Plessners 

grundlegend wertvolle» Werk Aber Lachen und Ve inen , 1950, G. 121, 

nicht restlos folgen wenn er findet, dass ••die Porcaulierung 

Jüngers •• vielleicht •• zu sehr auf die Welt der Machtver- 

hÄltnisse •• blickt •«, einer aeutschen ;,eigung in diesen 

Jahran nachgebend". Ich .^ndchte nicht ia geringsten in frage 

ziehen, dass F.G.JÄnger und sein Bruder Ernst wenigstens 
Indirekt «it höchst fragwördie^em deutschen Machtkult in Ver- 
bindung standen. Aber in der /tnnaysoe von Konflikt und Machtverh^ltnis- 
Kimen im PhÄnoaen der Komik scheint air F.G.JOnger nicht fehlgegriffen 
zu haoen.Auch ein so wenig deutscher Denker wie Thoaaa Hobbes war ja hier 
schon auf "the srudden iaagination of our own .. asinancy** gestossan ( Tha 
f^nglishWorks, vol.IV,lS40,p.4(>f )und Ähnliches gilt -• wenn auch in 
weiuger ausgeprft/irten Fora - von Berirson und selbst Aristoteles. 



- 5 d - 






vJ- 



7^.- f 



Cu 



■ Cicero hat Aristoteles Charakterisierung deö Lächer- 

/ Fehlerhaften 

liehen als des HLlsslichen oder Delorir.ierten^einfach über- 

■ '\{ 

nominen-^, hat aber dann gelegentlich bemerkt, dass'die be- 

kannteste Art des Lächerlichen da vorzuliegen pflege, wo 

wir etwas Anderes erwarten, als das, was gesagt wird ; und 

ini übri.^en hat er mit seinem charakteri^schen ?,eltr:anns- 

tuiE bekannt, dass er sich nicht schäme. nicht zu wissen, was 

I f heischig macnig, Iniorination zu geoen, 

das Lacheii eigentlich bedeute, nachdem auch die, die sich an-/^ 
ihre Unwissenheit in diesen Fragen genMgend verratfen hatten . 
Selbst Hermann Cohen - sonst gewiss kein ]?ewuifiderer des 
Aristoteleis - hat noch in unserer Zeit direkt die Bedeutung 
des Ijässlichen für den Humor aufge.-rilfen. "Am Häsalichen" , 
so versichert Cohen in seiner Aesthetik des retsn qefühls, 
'erprobt er /"der Humor/ seine Grundkraft. .Vor dem ?^einen, 
wie vor der Reflexbewegung einer exoansiven Aufblähung /der 
selbstgefälligen "Iberhebung" und des "Spottes" je'genüber 
dem Hässlichen/ gibt es das menschliche i-.ettungsmittel: das 
Lachen."* So viel noble \^är^.e auch in dieser Gedankentührung 
liegt, sie erscheint doch im Ganzen zu gekünstelt, viel zu 
eng und zu wenig klärend, uiu irgendwie allgemein in -Ueser 
Form verwertet werden zu kSimen. UberlegenheitsgefU^,le, Cj-m- 



r/ , / 



-6- 



1]uaI^ 



^ 



\ 

pathle, Fiührung und ihr Zusaniirienhang mit ier 3eobac atung 
Ycn anvollkoniii:enheiten und von nfsslichem mögen wohl alle 
sehr oft in das Erlebnis des Komischen eintreten. Aber 
kBun dan^it das Verhältnis- massig rare Lachen erklärt v;er- 
den in einer von ünvollkomiLenheiten strotzenden v.elt? Das 
bleibt zum i.indesten nach diesen voiläuligen Charakterisie- 
rungen des Komischen noch reichlich unverständlich. 

Auch Herder, der sich wie Lessing noch weitgehend an 
Aristoteles anschliessen wollte, ben^erkte schon kritisch 
in seiner Besprechung des Lessingschen Laokoon, dass das 
Erleben von Lächerlichem sich nicht nur auf den iContrast 
zwischen Seh 'n und Hässlich, sondern auf den zwischen zahl- 
reichen anderen Gegensätzlichkeiten beziehen könne ; und er, 
wie vor ihm Lloses Mendelssohn "" und Lessing-" selbst, spiel- 
te so^s^bei aller Anknüpiung an Aristoteles schon auf ganz 
andere Phiaiomene in der Analyse des Komischen hinüber. Je- 



m 




denfalls was Aristoteles und die, die ej^i^fff^i seinen Spuren 
folren, hier vorlegen, krankt an zu vielen cebrechen, um 
direkt verwertbar zu sein. 



I 



f 

1 



% 



oJ\ Allgemeine methodische bedenken gegen die 
/ Aristotelische "Erklärung" des Lächerlichen. 

\ 

Es treffen hier last alle die Unzulänglichkeitan zu- 
sammen, deren solche Erklärungen fähig sind. Die Definition 
ist einerseits zu weit: es gibt zu -viele unschädliche Häss- 
lichkeiten uiid lehler, die keineswegs ein Lächeln abnitigen, 
sondern nur lüdiilerenz, befremden, ernstes I^itgefühl oder 



1 \ 



iii*.». 



-7- 



kühlee aberleßenheitsempfinden und dergleichen. Anderer- 
Seite ist die aristotelische Definition zu eng. Denn es 
gibt zahlreiche Phänomene, die Heiterkeit erregen, ohne 
dass in ihnen ein harmloser > ehler oder eine unschädliche 
Ilässlichkeit greifbar zu ra£;e tritt. 

Vor allem aber, wir können uns hier übeihaupt unm g- 
lich iTiit blossen Definitionen begnügen, ^'ie in der ^ert- 
lehre und besonders in der Naturwissenscliaf t , s ist auch 
in der Analyse des Lachens mit blossen Def iiiitionen, d.h. 
mit \\ Ortumschreibungen dessen, was bestimL.te, schon als 
bekannt und verbindlich vorausgesetzte ßegriiie besagen, 
sehr wenig getan. Alles hängt davon ab, ob nicht durch Ent- 
hüllung verdeckter Beziehungen zwischen den Gliedern des 
fraglichen Phänomens ein sonst unzugängliches, zusammenhän- 
gendes und umfassendes Verständnis des Phr:iiomer.s ibglich -e- 

L:acht v; erden kann. 

Galilei hätte niemals das Fallgesetz entdecken, d.h. 
"hvQ-^i- verständlich machen können, wenn er sich damit begnügt hät- 
te, eine blosse Definition des freien Falls zu jeben, etwa 
der Art, dass er eine Bewegung von Körpern darstellt, die 
sich, wenn ihrer Unterlage beraubt, im.n:er schneller der 
Erde zu oewegen. Galilei "deutete" zuerst - was l<einesvvegs 
sinnfällig vor Augen lag - alle einzelnen :.;omente des Falls 
f als Glieder einer^e^-eichf ciinig beschleunigten ^ev^egimg, und 
dann verifizieite er diese Deutung, an die vorher nier and 

r 

gedacht hatte, exakt durch die Beobachtung jedes i'eilalieds 
des Phano: ens. i-rst durch die Neueinführung einer solchen 



17 



» \ 



-8- 



Deutung oder Hypothese und ihie strikte Erprobung für 
eine zusamiiienM'ngende Beschreibung und ^ilrklörung des Zu- 
sarjYienhar gs zwischen dem Ganzen und seinen Teilen ist ein 
echtes Verständlichniachen solcher komplexen Phänomene wie 
das des freien Falls der Körper oder des Lachens erreichbar. 

Freilich Kann auch hiei - wie niigends - ein "absolu- 
tes" Au3sch6:)fen der Geheimnisse des Daseins eiieicht wer- 
den. :!och nicht einmal über die physiologischen Gründe des 

V 

Lachens kann ich bessere Auskunft ßeben als Kant oder gar 
Freud. Aber wenigstens die Abgründe der Psychologie des 
Lächelns und der Heiterkeit müssen und können wohl noch 
eindringlicher abgeleuchtet werden, als dies bisher ge- 
schah. Dazu aber reicht offenbar eine geradlinige "eiter- 
fühxung von aristotelischen Gedankenmotiven so v;enig aus 
wie in der exakten Physik. 

Auch eine oberprüfung des aristotelischen ^ejriffs 
der Unschädlichkeit jlus^> sehr bald zur Aufdeckung ähnli- 
cher Unstiii-inigkeiten führen wie im Fall les Be.aiffs der 
Hässlichkeit. Es kann wohl kaxim geleugnet werden, dass es 
komisch wirkt, wenn ein grosser theoretischer Phyaiker des 

20 .Jahrhunderts in der Eile einn^al eine Mlchf lasche auf 

•I \ 
den elektrischen Kocher stellte und dann entsetzt war, als 

das Glas zersprang. Hätte sich der Physiker abei dabei 
schwer verletzt, so wäre der Vorfall sehr viel mehr tragisch 
Ik IÖ-Cl^ ^^^ Gegenstand des Lachens. Trotzdem ist es selbstverständ- 
lich mc'glich, dass sich der Gelehrte selbst über den Verlust 
eines Auges dabei erheben kann und sein Geschick - wenn auch 



: 



? 



-9- 



r 



r 



i.och so grimmig - humoristisch nimmt wie Lessing, der 

noch in der schweren Trauer über den Verlust von Frau 

iird Kind sich zu dem grausigen Scherz aufraffen konnte, 

r^ass er sich nur mit "eisernen Zangen auf die Welt ziehen" liess, 
sein Sohn müsse wohl besonders klug gewesen sein,ivdass 

er «4&e- unmittelbar nach der Geburt schon 'liniat "in diesem 



I 



Dasein witterte, sich deshalb sofort wieder aus dem Le~ 
ben fortschlich und - der Tölpel! auch noch seine I'utter 
mitnahm . Gewiss kann dann gesagt werden, dass Lessing 
eben von seinem Geschick abrückte und es wie ein Schau- 
spiel "interesselos" ohne Rücksicht auf sein persönli- 
ches Leiden "objektivierte". 

Aber eben dass dies auch tür den möglich ist, der 
den "Schaden" zu tragen hat, zeigt doch, dass es mit der 
aristotelischen Berufung auf das "unschädlich^Miassliche " 
weitere Schwierigkeiten hat, die ebenso wie die f^anze 
Lehre vom 'interesselosen aesthetischen Wohlgefallen star- 
ke L'odifikationei. der Lehre erfordern, bevor die aristo- 

i 

telische Erklärung des Lächei liehen iigendv/ie annehmbar 
werden kann. 

* 

Schliesslich aber ist hier mindestens noch ein we- 
sentlicher Punkt methodisch von vornheiein zu klärfen, der 
den unmittelbaren A^schluss an Aristoteles "Objektivisi us" 
nicht wünschenswert eischeinen lassan kann. Das ist die 
Tuicht vor dem " Subjektivism.us" , die in der T^t .ik wie in 
der Aesthetik von Aritoteles her oder wohl von 3e:;inn al- 
les menschlichen Denkens an/die überflüssigsten und ver- 



y 



f 



7 



wirrendsten Parteistreitigkeiten angerichtet hat. ?oruin 



I 



vmmmtm^ 




-10- 






es aber in der Analyse der Phänomene geht, dai: darf weder 
zu eineri;! Preisgesang auf den Subjektivismus noch zu einem 
Loblied auf den Objektivismus ausgemünzt werden, 

Besondeis 4afifi, wenn imr er wieder in der Geschichte 
des Denkens ganz naiv "objektiv gegeben" identifiziert 
wird mit "wahr" und mit "objektiv gültig", "subjektiv ge- 
geben"' aber mit "willkürlich" und "unverbindlich" , dann 
handölt es sich lun nichts als um eine heil-und sinnlose 
Verwirrung, und dann müssen die uralten r<:äm';fe zwischen 
"objektiven" und "subjektiven" Philosophien als völlig 
überlebt gelten. Denn die Fülle der nur subjektiv erleb- 
ten Phänomene, uofühle, V illensimpulse und dergleichen, 
die völlig ob-;jektive Geltung besitzen und die Fülle der 
sich alö objektive präsentierenden "Tatsachen", die nur 
hßchst bedingten Geltungs. ert haben wie Halluzirationen, 
Sinnestäuschungen und dergleichen, ist absolut erdrückend. 

Kurzum, selbst in der Erkenntnistheorie kann das 
"Subjektive" nicht einfach als das Unverbindliche abgetan 



w 



erden und das "Objektive" als das allein Vahre gelten. 



Wievieljmehr aber in der Ethik und Aesthetik! Schliesslich 
bleiben doch meine "subjektiven" Gefühle in der Lloral wie 
im Erleben der Kunst eisern gegebene, objektive Tatsachen, 
auf denen bei genügender Umsicht ebenso gut objektiv bin- 
dende Urteile gründbar sind wie auf der objektiven Gegeben- 
heit meiner subjektiven Empfindungen von Farben, Tonen und 
geometrischen Figuren. Dass ich aber auch ungLlltige ethirche 
und aesthetische Urteile auf der objektiven Gegebenheit 



1 



-11- 



r 



r 



y 

ü 



1 

meiner subjektiven Gefühle erri(.iiten kann, dies Schicksal 
teilen diese subjektiven Gefühle restlos mit allen objek- 
tiven Sinnesdaten.-. 

Es :<:ann daher nicht die geringste Diskreditierung 
einer Analyse des Humors sein, dass sie den entscheiden- 
den Nachdruck auf das "subjektive'^ Phänomen des Lachens 
legt und nicht auf die angeblich objektive korräsche Situ- 
ation. Koch bis heute : rrjr.en sich Abhandlimgen über das 
Komische, duss sie - wie i-aistoteles - nur das objektive 

Koiaische in das Zentrum der Betrachtung stellen, -dÄSS das 

Tund das HeiterkeitsgefiKhl beim Erleben des P[omischen 
I/achen abermals eine verhältnisi-tssij unwesentliche sub- 

iektive "Folge und Wirkung des komischen Konflikts" keiner 

. bedürftig finden. -, 
weiteren Analyse v«Ir'±tei^-g«w*^«^ig*-*^äJ^ . Welch seltsa- 

mer Stolz, auf die "su^iektiven" Effekte von Weltgeschehen 
und die subjektive Seite des Erfassens der Welt als auf 
etwas nur "Sekundäres" herabsehen zu können! 

Wohin würde der Physiker geraten, wenn er die Sinnes- 
empfindung als eine blosse "Wirkung" der Dinge auf das 
Subjekt als unerhebliche bei Seite schieben würde, anstatt 
sie zum unumgehbar-. letzten Verifikationsmittel der Existenz 
der Aussendinge zu erheben! In der Ethik und Aesxhetik aber 
können die subjektiven Phänomene unmöglich eine geringere 
Eolle spielen als in der Ilaturwissenshaft. Denn wenn es 
gleich gern betont zu werden pflegt, dass die Aussenwelt 
ruhig bestehen bleibt, auch wenn kein menschliches oder 
tierisches Auge sie sieht, wo kann ..och von 'fragik oder 
Komik oder von moralischer Güte im Universum gesprochen 



—.««MiMMMMMWIMiiAalaiaMlMiaadMaHi 



-12- 



werden, wenn jedes subjektiv erlebende Wesen in ihm ausser 
acht gelassen oder aus ihm verschwunden gedacht wird! 

Man braucht sich keineswegs Jean Paul anzuschliessen, 

der definitiv festlegen will, dass **das Komische wie das 

n / ' 1 

ht<^ '^ V ErViabene nie im Objekt wohnt, sondern im Subjekte" . Man 

braucht auch nicht wie Freud den Hauptteil des im V;itz ob- 
jektiv gegebenen Sachverhalts unter der scheinbar subjek- 
tiviatischen und psychologisti sehen Kapitelüberschrift 
"Die Technik des Witzes" (d.h. die Technik der Produktion 
des Witzes) abzuhandeln . Man mag von der objektiv oder der 



t 



subjektiven Seite des Komischen ausgehen* Aber solange das 
subjektive Lachen in seiner Beziehung zu dem objektiven 
Sachverhalt des Lachenerweckenden nicho verständlich ge- 
dacht ist, solange ist - wie bei Aristoteles - für das Ver- 
ständnis der Komik und aller ihrer Unterarten sehr wenig, 
^^tii zuwenig: getan. 



T^v 



I 



ji\ Kontrast und Ähnlichkeit von 
Sachverhalten im Komischen 



Dagegen erv^finet nun eine andere Charakterisierung 
des KoiTiischen, die noch weit verbreiteter ist als die aristo- 
telische, einen wesentlich instrukti\eren l-^inblick in die 
Sachla|.^e. Imi..er wieder ist es hervorgehoben worden, was 
schon bei Cicero angedeutet ist: im Komischen handelt es 
sich um einen Kontrast von Sachverhalten, die doch zugleich 
an eineir* auffallenden Punkte einander besonders ähnlich ^ind 



\ 



'i\ 



.1. 



•^ 



-15- 



/^JU' 



h/*^U/(r^ 



Um nur ein paar Beispiele aus der kaior übersehbaren 



/ 



tx<-:^^i(yt'^^ Zahl der hierher gehörigen Theses aufzugreifen, schon 
"^^ >/- /Pascal deutet es an, dass "rien n»y/ä rire/ oorte davan- 

ju,. f^^ tage qu'une disproportion surprenante entre ce qtu'on attend 

et ce qu'on voit" . Nach L^oses Mendelssohn wird Lachen er- 
zeu?t durch "eine Art von Kontrast", die *»die Einfalt des 
Zeichens. .mit der Wichtigkeit der bezeichneten Cache.. 

macht^'^. Nach Lessings Laokoon geht es in der Komik um 

3 

••Oppüsita", die sich doch "ineinander versclur.elzen lassen" 



h\ 



"hu/, z^-^- 



.% 



V 



l^^b.A^ Nach Kant "part (assimiliert )" der Wit| "heterogene Vorstel- 
lungen, die olt nach dem Gesetz der Einbildungskraft (der 
Assoziation) weit auseinander liegen""^. Nach Jean Paul ist 
der ^Vitz "der verkleidete Priester, der jedes Paar kopuliert 
aber, wie Iriedrich Theodor Vischer zufügt, ei verkupoelt 
"lauter Paare.. deren Trauung die Ver. andten (der iLethoiisch 

wahre Zusamirentiang) nicht dulden wollen" ^f er sucht "halbe, 

7 
Drittel-, Viertelä^inlichkeiten zu Gleichheiten'" zu machen . 

Nach Schopenhauer dreht es sich im Lächerlichen immer um 
eine "paradoxe und daher unerwartete Subsumption eines Ge- 
genstandes unter einen ihm übrigens heterogenen Begriff" um 
eine "Inkongruenz" zwischen einem Allgemeinbegriff und dem 
durch ihn "gedachten realen Gegenstand", d.h. leti.thin um 
eine Zwiespältigkeit zwischen dem "Abstrakten und dem An- 



„5. 



^'U.^ 



n 



/ 



schaulichen" 



®. ^Julius Bahnsen findet in offenbarer Anlehnung 



'\J^i\ci\ ^Y\ 



^ 



Nach James Seattle wird Lachen provoziert durch "pn 
'^^ ''^-^ unco:.mon mixture of räation and contrariety, exhibited or 

supposed to be united in the same assemblage. .unless when 



liu. 



lic^ 



- ßJ- " 



^^t 






/- 



f»ri71 Julius Bahnsen fltd^t ^^ 



• • 



noch 



/c, 



znii^chen dem "Abstrakten" und dem Anschaulichen"* 

In offenbarer Anlehnung an Schopenhauer, das» im Humor die "Vernunft 
mitten im Weh einen abstrakten Begriff fasst, welcher., die grade eintreten- 
de Tatsache ..gradezu dialektisch negirt, indem er sie unter das abstrakte Ge- 
genteil ihres anachauliohen Inhalts subsumixt V und nach Karl vilhelm Frie- 
drich SÄlger ist die iDionie odQr im Komischen der Humor "jene St^immung. ., 
worin die Widersprüche sich vernichten und doch eben dadurch das Wesentli- 
che för uns enthaltela"^. Auch fSr den jungen Kierkegaard ist "die ironische 
Redefigur .•wie ein R«tsel, fflr das man im gleichen Augenblick die Auflösung 
hat.*^ 



3 



I 



1 



I 



.s - ^ 






^ ^47_A , Schopenhauer j Die Welt als wille und Vorstellung, Bd. II, I.Buch, Kap. 8, 

Simtliche Werke ed. Paul Deussen, Bd. II, 1911, s:99. 

/ 
fe/j. Bahnsens Das Tragische als Weltgesetz und der Humor als ästhetische 

Oestalt des Metaphysischem Monographien aus den Grenzgebieten der Realdia- 
lektik , 1877, S.107f. Vergl.S.109| Ein Witz ist "um so wirksamer, je mehr.. 
/< es aussah, als könnten zwei Vorstellungareihen ganz friedlich koexisttren 

v.^:v,T:>K-f'^^ bis unvermerkt ihr schneidender Contrast erfolgt". Aber warum ein plötz- 
^övinic lieh schneidender Kontrast von Vorstellung»r.ihen eine Lachwirkung ver- 



\.. 



ursacht, und wieso sogar die Subsumierung einer Tatsache unter einen gänz- 
lich ungeeigneten Abstraktions begriff etwas "Befreiendes'» (S. 107) haben soll, 
bleibt hier durchaus in einem Dunkel, das höchstens durch bedingunglose 



^i.iU) Annahme der Schopenhauerschen Metaphysik der Lebensverneigung dflrffigtsrhellt 
(/^^v::k«n'! werden kann. 

i/ K.W. Solicers Nachgelassene Schriften und Briefwechsel ed. Ludwig Tieck und 
' Friedrich Raumer, 1826, Bd.II, ft.502. 

Aj S. Kierkegaards Ueber den Begriff der Ironie mit s tandiger Ktigksicht auf 
okrates, deutsch von Hans Heinrich Schaeder, 1929f S.207. 



S( 



-14- 



htjjt'fr^ ti^e perception ol it /this mixture/ is attencied with some 

other en:otion of greater authority""^. Nach Charles Darwin 

iin ziiin wenigsten der verbreitäste Grund zum Lachen "soine- 

2 

thlng incongrucus or unaccountable e^citing surprises" . 

Nach Herbert Spencer setzt Lachen "a descending iiicongruity" 
voraus'; und D.H. Tvlonro lindet, dass "humor upsets the 
pattern by upruptly introducing something inaporopriate, 

^ut it iiust not be wholly inappropriate. There nust be some 

4 
hidden propriety as well" . 

Nach Louis de Bonald entspringt das Lächei liehe aus 
dem Kontrast zwischen dem Grossen und iQeliBn . ^lach Theo- 
phile Gautier ist die Komik in ihrer extrec^en Torrn die 
"^ "Logik des Absurden"-^. Nach Camille Mfelinaud entsteht La- 
chen dann, "q.uand un objet d'un c6tfe est absurde, et de 
l'aute trouve une place toute marqufee dans une catfegorie 
famili^re*'^. Jach rheodule Kibot liegt wenigstens teilweise 
dem Lachen das Erfassen "D'un desaccord, d'une contradiction 
d'une certaine nature" zu Grunde. Nach Alfred Fouillee 
ist zum mindesten das formale -Clement das Lachen bedingt, 

ein Kontrast-'. 
/V AMcffi ^er an sich kaum mit viel ^itz im heutigen Sirjie 

des Vortes gesegnete, der "schweinslederne" Christian "olff 

febenfalls . ^^ , . \ 

stellt liest :( "Je mehr Ärmlichkeiten emei entdecken ^annjj 

Ä- je grosser ist sein V.itz 







'jA^j'-t-*-^ <y^ 



liuJ^i 



\^ 'j^+r.tilO^ Aber freilich schon aus V.olffs 



wie aus ähnlichen Be^ierKungen Kants oder Ctuistian Gaives 



11 



:eht es hervor , dass auch alle diese Definitionen viel zu 
weit sind, falls sie nicht beträchtlich ergänzt werden. Denn 



9 



\ 



l 



< 






Qr^ 



-14- 



})Lj./b ^ 



r-^-:.. '■ -^'^ 



v-/"c^'x*-e^ (y-^ 



t 



I 






^- 



trie perception ol it /this mixture/ is attended with some 
other emotion of greater authority" . Mach Charles Darwin 
ii'-t ziiiD wenigsten der verbreitdtste Grund zum Lachen "sorre- 
thing incongruGus or unaccountable e-vciting suiprises" • 
Nach Herbert Spencer setzt Lachen "a descending iiicongruity" 
voraus ; und D.H. I/ionro lindet, dass "humor upsets the 
pattern by upruptly introducing somethiiig inaporopriate, 

■^ut it iiust not be wholly inappropriate. There must be some 

4 
hidden propriety as well" . 

Nach Louis de Bonald entspringt das Lächei liehe aus 

5 

dem Kontrast zwischen dem Grossen und ^CleiiBn'^. Nach Theo- 

i 

phile Gautier ist die Komik in ihrer extrecxen 1 orm die 
"Logik des Absurden"'^. Nach Camille Mfelinaud entsteht La- 
chen dann, "quand un objet d'un c6tfe est absurde, et de 
l'aute trouve une place loute marquee Jans ur*e catfegorie 
familiäre*' . Nach rheodule Kibot liegt wenigstens teilweise 
dem Lachtn das Erfassen "D'un desaccord, d'une contradiction 
d'une certaine nature" zu Grunde. Nach Alfred FouillSe 

ist zum mindesten dab formale i^ilement das Lachen bedingt, 

q 
ein Kontrast^. 



i 



Dar »n «loh kmua alt ▼!•! Witt !■ h«utl<M fliwi« d*s Vorl« 
«•••ca«U, 4«r "aMvaiiwl •<!«»••• ChrlsUMi V»lff sUllt «brnfkll« 



-rp, i4- 



ftstt V« mtm •Uk.mt Jthaliehktltan m «aidaekra vtiu, •• iMl«ieh«a 
Jt TcrtergnTiurt fliisliiftk#ltra tlii«r MMMkm kmaii^ _ ^ 

wie aus ähnlichen Be^y-merKungen Kants oder C^uistian Oarves 
geht es hervor , dass auch alle diese Definitionen viel zu 
weit sind, falls sie nicht beträchtlich ergänzt v;erden. Denn 



1 



-15- 



Witz und ebenso '»wit" im Engliscnen bedeuten' ja besonders 
im älteren Spracngeorauch keineswegs nur Wit^ und Humor, 



7 V 



sondern jede Art von Geist und Intelligenz. \} 

Auen Wenn Hegel und echelling, Cchellingianer wie 

Friedrich Ast und Hegelianer wie I'otho oder selbst Iried- 

1 ^ 

rieh i^heodor bischer im Komischen dialektisctie Gegensätze 

i 

zum Ausdx-TTck gelangen sehen, die doch Verwandischatt i it- 

einander haben, so darf dies nicht vorschnell bei diesen 

'- s 

:3enkern als wesentliches Kennzeichen der Xomil^ bewertet 

werden. Denn in der dialektischen I.:ethode Hegels und in 
der Identitätsphilosophie Schellings werden allgemein Ge- 
gensätze vereint, die doch gewichtige Ännlichk^itabe. ie- 

V Aber ' 

r" >v^ . hungen miteinander haben. JJm da dies bei den Denkern und 

ihren Anhängern oft in gewaltsamster ^Veise getan wird, so 

wird damit jeder spezifischen Charakterisierung' der Klot ik 

durch jenes allgemeine .Kennzeichen der Boden entzogen. 

Was könnte denn übeihaupt sonst als natürlicheres und 

allgemeineres Kennzeichen der geistigen Beweglichkeit ange- 

%^<,.tH4^ sehen werden als die Fähigkeit, Gemeinsan.keiten und ^j^^^rv'^ 

h 

sätzliclikeiten zwischen ^e .riffen und Gegenständen adäquat 



i > 



r 



zu erfassen, besonders wenn dies unter leicht tj^uschenden 
oder überhaupt schwierigen ijm.ständen/gesche:xen hat? 

■iiht nur in der Komik und in rein intellektuellen 



\\ 



I \ 



Geistesaroiukten, sondern selbst in allem Tchonen der Kunst 
und der, l^c^tur nat z.B. Kant in den genialsten Auäiblicken 
seiner Äesthetik die Enthüllung solcher Kontraste und Ein- 



'■l 



stiiiiii-igkeiten zwischen den Dingen vorausgesetzt. In der Vor- 

11/ ^ 



!|l 



,'i 



4 



\ 






\ 



-16- 






muo 



r" 



Imj. 



rede zu seiner Kritik der Urteilskraft weist er z."^, 
darauf hinf welches Grauen die Konfrontierung ait einem 
Weltall hervorrufen müsste, in dem alle Gegebenheiten 
hoffnungslos disparat gegeneinander stünden, '-"enn alle 
Merkmale aller Dinge total voneinander verschieden wären, 
(,^ wenn nirgendwo das gleiche Attribut des einen Gegenstan- 
* des auch bei 'einem anderen wiederkehrte, dann würde uns die 
V,elt iiur als ein vollendetes Chaos anstarren können, "enn 
kein Vorgang irgend eine Ähnlichkeit mit einem anderen hät- 
te, wenn nichts wenigstens in Einzelheiten die gleichen 
Züge zeigte, dann müsste jedes planmässige oder auch nur 
sinnvolle Verhalten in einem solchen Dasein zu schänden 

werden. 

Vor einer durchgängigen radikalen Verschiedenheit al- 
ler Dinge von/einander würde jedes menschliche Verstehen 
und jede sinnhafte menschliche Reaktion zum Stillstand 
komii.en müssen. Aber auch ui.gekehrt: gäbe es nur vollendete 
Ähnlichkeit, d.h. Gleicheit zwischen allem, so bliebe die 
Welt ebenfalls unf assbar. Sie bliebe 8Q,^i^agen ein form- 
loser, unbegreiflicher Koloss, für den selbst die Termini 
"formlos" und "Koloss" nicht mehr statthaft wären, da auch 
sie noch die Beziehbarkeit auf Teile und damit Verschieden- 
artigkeiten voraussetzen, "ei dem Wegfall von . erechieden- 
heiten und Gleichheiten im Dasein würde es keinerlei An- 
satzpunkte mehr für menschliches Denken und Begreifen, für 
menschliches Handeln und Geniessen geben können. 



'^i:. 



'}}io./S 



■\ 



J 






\ 



V 



I 



-17- 



y 



'h 



7>u. 



•:>-cA 



7k< . fC> 



L 



Qi 



aner 



Das Schöne in der Natur und Kunst {jibt uns ^adjoch|— -* 
wie Kant in seiner besonderb' wichtigen dritten ]i klarung 
des Schönen wenigstens von weither andeutet, den grossen 
Trost, dass da imr.er wieder Gebilde auftauchen, die in 
sinnfälligster Durchsichtigkeit und areif barkeit die Ähn- 
lichkeit in der Verschiedenheit und die Verschiedenheit 

in der Ärmlichkeit der Dinge entschleiern, und die damit 

'■ ' i ■ 

das innere Auf einanderab^esticiLt sein, die im~: erste Zweck- 

1 

inässigkeit der Elemente des Daseins ohne äusseren Zweck 

offenbaren. Das aber ist das grosse Glück, das alle Schön- 
heit und Kunst ausstrahlt: auch in der scheinbar äussersten 
Disparatheit noch EarL'ionien der Verwandtheit und in der 
scheinbar monotonsten Ärmlichkeit noch die Belebung durch 
Verschiedenheit zur Anschauung zu bringen. Wenn aber so 
alles Denken und Erkennen wie alle Kunst und das Schöne 
Ähnlichkeiten in Kontrakten und Kontraste in Ähnlichkeiten 
aufdecken, dann kann das gleiche Kriterium uimcglich das 
allein ausreichende Kennzeichen des Komischen sein. 

Trotzden. aber verdient es festgehalten zu werden, dass 
allerdings auch jedes originale, entscheidende Erkennen wie 
die echte Schönheit Grund zu einem Lächeln von r^iegesfraude 

5; 

geben imd damit wenigstens nach dieser Seite hin eine Ge- 
meinsamkeit mit der Komik verraten. Die wahre Heiterkeit^, 
die so oft am Weisen gerühmt wird, die strahlende Ireude, 
die das Erleben ¥on grosser Schönheit weckt, dies sind 
Bnotionen, von denen sich das Lachen über die Komik zwar 
vor allem durch sei^n Explosivcharakter unterscheidet, mit 
denen es aber auch reichlich Ähnlichkeiten teilt. 

f 



4 






-18- 



■ • 

Die eigentliche Gefahr lür die Analyse des Lächer- 
lichen besteht hier nur darin, dass der blosse tdnweis auf 
das, was die Komik mit dem Erkennen und dem Schonen über- 
/ hauot gemein hat, natürlich zuj^iel zu weiten :)ef initionen 
führt, falls nicht noch üeträc:htliche Einschränkvingen zuge- 
fügt werden. Aber alles das zu übersehen, was einem Phä- 
nomen mit anderen bedeutungsvollen Phänomenen gemeinsam 
ist, i^t schliesslich keine geringere Gefahr und d^^zu noch 
ein beträchtlicher Mangel an Llut, eine analytische leigheit, 
die zu einem ebenso unfruchtbaren Zerfasern der Phänomene 
führt, wie die vorschnellen weiten Allgemeinbegriffe zu 
leeren und billigen Vagheiten verleiten, zu blossen Luft- 
konstruktionen, Imi:.erhin scheint es mir wesentlich natür- 
licher Lid methodisch weit empfehlenswerter zu sein, von 
einer ujr.fassenderen Erklärung zu den näher spezifizierenden 
fortzugehen, als eine viel zu enge nachträglich ausweiten 
zu wollen. 



4 



i 



•> 
/ 



'D) Der Kontrast zwischen Mechanismus und 
^ Vitalität als angeblicher Kern der Komik 



Auch Bergsons viel gerühmtes Le Rire gründet, wie man 
sagen konnte, seine Betrachtungen auf einen bestimmten Zu- 
samirenhang von Kontrast und Ähnlichkeit im Gegenstand des 
Lächerlichen. Aber die Gegensätzlichkeit, die Tergson 
schliesslich allein gelten lassen will, erweist sich mei- 
ner ...einuiig nach als viel zu eng begrenzt, wenn auch ^erg- 
son diese ürundpolarität von Automatismus und Vitalität in 



i 



-19- 



^T^-;' • 



/ 



/y 



\)-' 



1 



XM 



seiner ;'Theorie des Lachens wie in seiner Gesamtphilosophie 
zu dem einzig kardinalen Veitgegensatz zu erheben suchte • 
"Mfecaniöation" und "la vie" sind wohl in ihrem Kontrast 



und 



ihre 



r zeitweiligen Verbundenheit bei fast allen den 



Beispielen Bergsons als V/Urzel des Lächerlichen heranzu- 
ziehen. Aber diese "Beispiele selbst decken nur einen ver- 
hältnismässig sehr schmalen Bereich des Belachenswerten. 
Sie beschränken sich erstaunlich genügsam nur auf das Drall- 
komische, das Missgeschick des zur riaschine erstarrenden Pe- 
danten, die Hässlichkeit des vital Entstellten und der.^lei- 

I 
chen* 

Auch wenn man jedes beq^ueme und durchaus nicht hierher- 

gehörige IvToralisieren abweist, so muss es doch auffallen, 

dass Bergsons - wie im wörtlichen Sinn auch Aristoteles - 

Erklärung des Lächerlichen im Grunde nur ausreichen für die 

hämische Schadenfreude an den Gebrechen Anderer. Aber ohne 

selbst im geringsten vorschnell Moralwertungen in die Debat- 

/ te zu tragen, das Lachen über grosse dichterische Komik 

lässt sich doch unmi'glich als Lachen der Schadenfreude er- 

schöpfend beschreiben. Und entsprechend: wie seltsam ist es, 

1 
dass der sonst so feinsinnige Aesthet Bergson sich hier mit 

dem Hinweis auf so derb komische Situationen bescl'eidet, wie 



s 



ie einem anspruchsvolleren Kopf sonst kaum einen ausreich- 



/äienden Lachreiz abnötigen können! 

Kann Sinn und Quelle des Lachens wirklich erfasst wer- 

2 

den durch blosse Erläuterungen zum Stolnern des Hochmütigen , 

zum Niessenmüssen des pathetischen Redners^, zur schwarzen 

I ! 



•n 



\\ 



^^B^haki^M 



,tt«M M -■> n* 



i 

1 



-20- 



7 



n 



1 .2 

Hautfarbe des Negers , zur Erscheinung eines ^^uckligen , 

zvun npiel von unsichtbar miteinander verbundenen Draht- 
puppen^ und anderen Belustigungen für Kinder und infan- 
7^,// tile Erwachsene? Aberirals die Imi; oralität und unsere Kin- 



/ 



derfreuden in allen Ehren! Sie spielen offenbar, wie T-reud 



/ 



>... (,^) 



/ mit Recht betont, auch beim subtilsten Humor )iOch eine ge- 

wältigt Kolle trotz der intrikaten Verkleidungen, in denen 

sie dort erscheinen mögen*^ Aber ir.merliin diese subtilen 

Verkleidungen können nicht einfach ignoriert bleiben. Und 

umgekehrt: widerfährt es nicht auch dem, der alles andere 

i 
als blasiert luid aesthetisch überfeinert ist und noch dem, 

der an der derbsten Posse mit seelischem Hintergrund das 

herzhafteste Gefallen findet, dass er bei den meisten 

•Micklklkouse" -Vorführungen, bei den "comics" und '• funnies" 

mit ihren reinen Vordergrundsbewegringen und ihren endlosen 

Typenwiederholungen nichts als aufrichtige Langeweile ver- 

spürt? 

Auch dass "Un^eselligkeit" des Verlachten als besonders 
charakteristisch gelten soll^ und »»ünempfindlich>.eit" auf 
der Seite des Lachers ist doch höchstens aus "französischer" 
Uberf3chätzung der Geselligkeit und kühler Gesellschafts- 
klatschsucht zu verstehen. Als ob der übergesellige Galon- 

! 

i 

löwe, der gesellige Stammtisch und Kaffeeklatsch nicht min- 
destens ebenso würdige Objekte der Komik wären wie der ver- 
träum, te Sonderling, der zerstreute Professor und der welt- 
fremde Schwärmer! Und als ob es nur ein Lachen der Bosheit, 
der kalten Unempf indlichkeit gäbe und nicht auch das gü- 



1 



i 



4» 



I 



-21- 



l^iy=-'<^ 



tigsta Lachen des Mitverstehens, ja des Sichmiteinbezie- 
hens in die Torheit und Beschränktheit der "elt . 

j}ass Lachen imiLer mehr an Ungeselligkeit als an Imno- 

2 
ralität gebunden sein solle , dass es unverträglich mit 

Emotion sei^, ist alles gleich uneinsichtig. Als ob der 
[T/J gesellig moralische Lump Palstaff nicht einer der komisch- 
sten Figuren der \^eltliteratur wäre und der eitel schwatz- 



S 






•A 



r 



^ 



hafte Abgott von "Cocktailparties", der Vereinsmeier und der 
Geschaftlhuber nicht klassisch lächerliche Erscheinungen! Und 
als ob es nur emotional unbeweibtes Lachen gäbe und nirgends 
etwas wie grimmigen Humor, blutige Scherze, beissende Ironie 



und erregtesten Sarkasmus ! 



\ 



Tatsächlich bemerkt auch Bergson, dacs "eine Situation 
\ Fzur selben Zeit 

dann komisch ist, wenix sie ^ zwei völlig voneinander unab- 

r^zu 

^ hängigen Reihen von Ereignissen /f;;ehvört, denen zugleich zwei 
absolut verschiedenartige Interpretationen erteilt \\ erden 
können"*. Aber dieses Prinzip, das gewiss nicht nur auf 
Ereignisae, sondern auf alle Arten von Begriffen und Sach- 
verhalten ausgedehnt werden sollte, erscheint bei Pergson 

nicht als die allgemeinste grundlegende "Bedingung alles Ko- 

rdritt-oder sechst 
mischen, sondern nur als ein »^^ikrl^angiges" Kriterium, das 

wie alle anderen beständig überschattet wird dxirch des Den- 
kers fundamentales Vorurteil au gun^ten seines Grundgegen- 
Satzes zwischen Vitalität und Mechanismus. 1 

Diese Voreingenommenheit für sein metaphysisches Grund- 
prinzip hat Pergson z.B. auch dazu verleitet, jede "rfepfeti- 
tion" als eine ilechanisierung von Lebensprozessen und damit 



jl 



.* 



-2" 



^ — 



als minderwertig und komisch zu bewerten . i^reud adop- 
tiert diese ^Rergsonsche Deutung der komischen Wirkung 
von Wiederholung mit Recht nur unter beträchtlichen Vor- 
behalten, und nachdeir, er sie seinen eigenen Interpreta- 
a .^ tionsprinzipien »»unterworfen" hatte^. "Durch die Erfah- 
rung belehrt, dass jedes Lebende ein anderes ist und eine 
Art von Aufwand von unserem Verständnis fordert, finden 
wir uns enttäuscht, wenn wir infolge vollkommener Über- 
einstimmung oder täuschender Nacnahiuung keines neuen Auf- 
wandes bedürfen. Wir/aulnd aber enttauscht im Sinne der Er- 
leichterung, und der überflüssig gewordene Erwartungsauf- 
wand wird durch Lachen abgeführt. Die nämliche Formel wür- 
de auch alle bei Bergson gewürdigten Fälle der komischen 
1^ Erstarrung (raideur), der professionellen aewohn^Keiten, oUn- 

fixen Ideen und bei jedem Anlass wiederholten Redensarten 
decken. Alle diese Fälle würden auf den Verr;leic:i des Br- 
war tungsauf wände s mit dem zum Verständnis des sie. .gleich 
^. (ly\ Gebliebenen erforderlichen ausgehen, wobei die gr^s^ere 

Erwartung sich auf die Beobachtung der individuellen 'an- 
nigfaltigkeit und Plast izitc^ des Lebenden stützt.;^ Doch 
auch die Freudsche Theorie von einer unerwarteten Ersparung 
von Verständnisauiwand erscheint jiir, wie sich später zei-en 
wird, wesentlicher Modifikationen bedürftig. Jedenfalls 
Kierkegaard ist hier mindestens ebenso oder mehr im Recht 
als Bergson, wenn er die 'J^ iederholung als Grundprinzip al- 
les moralisch ernsten Lebens preist' und sie keineswegs ein- 
fach der Komik zuweist. 



t 

I 



7K 



-23- 



\ 

) 
t 



>. r 



MuBS die ^viederkehr eines Verses, eines Heimes oder 
die Wiederholung feierlicher Anklagen notwendig komisch 
wirken? Können sie nicht umgekeiirt den Ernst einer Situ- 
ation noch schärfer herausheben? Ebensowenig aber kann 

schliesslich eingeräumt werden, dass Lachen imr;er "Furcht 

T ves 
einflösst" , dass li^LG^fiBti stets ''demütigend ist iiir den, 

gegen den es sich richtet" , dass es den Verlachten ein- 
^cj'^fiy schüchtert"-^ und "erniedrigt"^, weil iu ihm in allen sol- 
chen Fällen die Vitalität zu mechanischer Kruste erstarrt 
ist^, das Leben von toter i^echanik bedroht^ und halb er- 
stickt wird^. Nur eine Überspannung der metaphysischen , 

variee 

Grunithesen Bergsons, dass alles Leben "continuite cfean- 



7/ 



h 



e" ist*^, konnte zu solchen unhaltbaren Folgerungen 
über das Wesen der Komik führen, von denen suhlieeslich nur 
ein paar verstreute Einzel beobac h tungen stichhaltig bleiben. 

Selbst in Jeaiü Pauls jenialiüchen Analysen des Lächer- 
lichen handelt es sich allerdings mehr um das Ausstreuen 
geistvollster Apercus als um bündige Arguuientationen. Daher 

sind auch Jean Pauls tieisinr.ige Einfälle imi^^er wieder von 

8 

nachfolgenden ^iesthetikern mehr ausgeplündert als systema- 
tisch zusammenhängend interpretiert worden. So ist bei ^erg- 
son ebenlalls - wie bei den meisten .Analytikern des Lachens - 
in der Laune der heiteren Entspannung die Beweisführung 
höchst locker und unüberzeugend geblieben^. Die eifernde 
Parteinahme für das Leben - selbst gegen seine eigenen L'.e- 
chanisierungsterdenzen - hat vielleicht in Bergsons Traktat 
über das Lachen noch mehr intellektuelle Verengung erzeiigt 
als in seinen übrigen Arbeiten. 



-24- 



"ytt^ 



i) 



Verdecktheit von Ähnlichkeiten und 
Kontrasten in der Komik 



O^^^o . <5 X 



Ih. 



u 



Während aber so "^.ergsons Erklärung des Komischen 
die vorliegende Pioblen.atik viel zu stark einschnürt, so 
kann von dein Motiv, das wir bisher aufgriffen, wenigstens 
das festgehalten werden, dass es allerdings ini Gegensatz 
zu dem ^ergsonschen Kennzeichen in jeder konischen Sach- 
lage ausfindig gedacht werden kann, wenn es aucl^noch wei- 
terer Spezifizierung bedarf. Es £:ibt wohl ausreichend ko- 
mische Sachverhalte, die sich nicht auf den Gegensatz 
Leben-jlechanisierung reduzieren lassen. Aber es gibt mei- 
ner lang überprüften Überzeugung nach keine, bei denen 
nicht ganz allgemein ein Sachverhalt mit einex;. anderen 
kollidiert, mit dem er doch an einem auffallenden Punkte 

betonte Ähnlichkeit hat. 

Freilich es ist dabei nie aus dexa Auge zu lassen, dass 
die Kontraste, um die es hier geht, wesentlich konträre und 
nicht etwa kontradiktorische Gegensätze sein können; und da- 
durch is' wie bei allen kontraien Gegensätzlichkeiten not- 
wer^ ein weiter E,;ielrauir. offen gelassen für den Grad und 
die Art der Differenzen zwischen den Gliedern des Gegensat- 
zes. Abel auch da wo die Gegensätze und Ähnlichkeiten rela- 
tiv verdeckt bleiben, ^i'?)j£3sen/''sich doch bei unvoreinge- 
nomrener Reflexion ohne Künstelei durch eine sorgfältige 

Analyse herausl'isen. 

Oft allerdings springen die Verwandtschaften bei schar- 
fem Kontrast oder die Kontraste bei bestechender Vei wandt- 






! 



) 



-25- 



Schaft ohne weiteres in die Augen, z.T>. in Moliöres 
Ecole de femines, wenn die verblödeten Diener 



1Co. 



die eben noch den Freier 



scheintot am "Roden 



I 



liegen üahen, während er kurz danach mit der ^jaut ver- 
schwunden ist, mehrlach in den Ruf ausbrechen: "Der Leich- 



nam 



hat die ^raut entführt!" Oder wenn nach der von Heine 



verwerteten Anekdote der Scharfrichter Charles I. erst sei- 
nen König knielällig und "alleruntertänijst*' um Verzeihung 
bittet, bevor er ihn hinrichtet . Oder wenn der alte Schau- 
77t.g ^i Spieler in Friedländer-Iviynonas Rosa die schöne Scbutznanns - 
frau erst erklärt, Weihnachten sei el n so schönes Fest, dass 
man es mindestens jeden i«:onat einmal feiern sollte, und wenn 
er daraufhin an einem heissen Augustabend einen riesigen 
brennenden Christbaum an sein Fenster stellt, niei ist über- 
all der Zusammenfall und Zusammenprall von Ähnlichkeiten und 
Kontrasten besonders manifest. 

Einerseits ist hier anscheinend tatsächlich ein Toter 
mit der ^raut verschwunden, andererseits kann natürlich ein 
Leichnam ^^ewiss am allerwenigsten eine ^raut entführen. Ei- 
nerseits ist es durchaus verständlich, iass ein englischer 
Untertan im 17. Jahrhundert seinen Kenig auf den Knieen um 
Verzeihung bittet. Andererseits ist es besonders unsiruiig, 
einen Deliquenten um Entschuldigung zu bitten, bevor man ihn 
selbst him-ichtet. Einerseits ist vveihnachten wirklich ein 
so schönes Fest, dass man es mehrfach im Jahr geniessen möch- 
te. Andererseits passt doch ein brennender christbauri an ei- 
nem heissen Sommerabend unmöglich zu den alteingewurzelten 



r 






/ 



-26- 



/ 






Ai,, 



^¥ I 






t 



V 

Vorstölliin£;en, die zum mindesten mit dem deutschen Veih- 
nachtsfest verbunden sind. 

In vielen anderen Fällen aber sind die Geg.:msätze 

i 

und Ähnlichkeiten der Sachverhalte, die der komischen Si- 
tuation zu gründe liegen, unleugbar viel versteckter, z.B. 
bei der folgenden - an sich recht trivialen - Enthüllung 
eines aufreizenden Jägerlateins: ein Jägeramateur prahlt, 

dass jeder seiner Schüsse ein Trefler ist. Kürzlich sah er 

nur 
- zwar den Hasen^in beträchtlicher Ferne, aber er legte an 

und schon konnte er ä^en "traten in seinen Rucksack stecken. 
Durch den v^^lligen Mangel an \'iderspruch aufgestachelt, er- 
zählt er dann das nächste i\'!al das Gleiche von einem Rehbock, 
und schliesslich beginnt er auch genau dasselbe von einer 
Elephantenjagd auf Cejlon zu berichten: kaum hat er den 
wilden TJlephanten nur von lein zu Gesicht bekomn.en, schon 
zielte er. Da aber fällt ihni einer seiner Zuh:"'rer eiregt ins 
Wort und ruft ihm drohend zu: "Anlegen darfst, schiessen 
darfst auch. Aber wenn Du den Elephanten in den i.ucksack 
steckst, dann haue ich Dir eine heruntei , dass Du- gleich 
verreckst." Will man wieder die Kontraste, um die es auch 
bei dieser Komik geht, durch das pedantische "Einerseits- 
andererseits" klären, so müs^te man die nicht ausgesproche- 
nen erläuternden und vom Hörer instrinktiv zu erratenden 
Zwischenerklärungen etwa f olgendermassen ergänzen: Einerseits 
ist es h" chst unangebracht, die Glaubwürdigkeit eines Jägers 
erst damit anzuzweifeln, dass man die Art des Abtransports 
seiner Beute beanstandet. Andererseits aber ist dies in dem 



I I 



-27- 



D 



^ 



vorliegenden Fall besonders angebracht, da der prahle- 
rißche Jäger sich erst an diesem Punkte einer handgreif- 
lichen ünglaubwürdigkeit schuldig zu machen droht. 

Um aber solche Vorfragen, die meiner lleinung la ch 
in jeder philosophischen Analyse des Lachens zuerst durch- 
leuchtet werden müssen, ;^0t5n weiter zu klären, füge ich 
noch die kurze Besprechung eines Scherzes aus deji zweiten 
Weltkrieg an, in den. ich das "Einerseits-Andererseits" auch 



^7,^ 1 crC^ besonders versteckt fand. Ein deutscher U-Bitkapitän wird 

gefangen genommen, und sobald er das englische Kriegsschiff 
betritt, das ihn ins englische Gefangenlager transportieren 
soll, fl^ingt er an, hemmungslos zu schimpfen. "Ich habe 
nicht den geringsten Kespekt" schreit er, »'vor Euren dämli- 
chen Adrjiralen, vor Eurer lausigen Flotte u.s.w. ,u.s.w."ünd 
dann spuckt er voller Verachtung ins Meer, ^.orauf ier briti- 
T^,;?^'- sehe Seeoffizier nur n:it vollendeter Ruhe antwortet: »»That-s 

aliight. ?.e comoletely understand. But please don't spit into 
our ocean." Hier sind die Ähnlichkeiten und Gegensätze, um 
die es sich dr-eht, vielleicht noch verwickelter als im vor- 
angegangenen -Beispiel} uxid doch lassen sie sich auch hier, 
v.ie mirscheint, ohne Xünstolei etwa lolgendermassen klar- 
stellen: Einerseits ist es gewiss unsinnig, dass der Ozean 
durch das Spucken eines einzigen Seeoffiziers verunreii:i.:t 
werden k.nnte. Besudelung eines Ozeans und das Spucken eines 
Menschen haben nichts miteinander gemein, sie sind vonein- 
ander so verschieden, dass sie kaum in einen vernünftigen 
Zusammenhang /gebracht werden kennen. Andererseits aber ist 






\ 



\ ^ 



"}w>x ?.i "n .Jini, 



>. . f 



/If^, I 



es hiei: besonders angebracht, den Ozean so stolz als 
sein KigentuiD zu reklamieren, dass nur ein Besclünutzen, 
das tätige Sichvergreifen an diesem Eigentum eine Abwehr 



verdient, nicht wie dieS 



oberflächlich näher läge, ein 






bloss theoretisch ohnmächtiges Schimpfen auf den Eigen- 
tümer. 

Schliesslich sei hier rnir noch ganz kuj z ein drittes 

T'eispiel angeführt, in dem abermals ein Aufdecken von Ähn- 
lichkeiten und Kontrasten auf den ersten Oberflächenblick 
unciÖglieh erscheint: eine ergreilend komische Scene, in 
der der Philosoph Ernst Cassirer seiner (kleinen) fünf- 
jährigen Enkeltochter, als er mit ihr allein ist^bei einem 
schmerzlichen Abschied von der Familie seines Sohnes ge- 
steht, dass er sehr gern etwas au£: der 'A/ohnung mit sich 
nehn.en m^^^chte. Sie errät, es ist sie selb:^t. Yx n^eint des- 
halb: "Gut! ] ragen wir Deine Eltern." Aber sie antv;ortet 
erregt: "Nein, nein, lass uns doch bitte heimlich fliehen." 
Auch hier besteht auf der einen Seite nicht der geringste 
Grund für aen Grossvater, seinem Soim hinter seinem Rücken 
die Tochter zu rauben. Das Enkelkind aber erlebt das Ganze 
instinktiv als eine heimliche Entführungss/^ene und besteht 
deshalb darauf, aufs paradoxeste mit seinem Grossvater heim- 
/ lieh wie eine Geliebte zu entfliehen. Jedenfalls, so wenig 
anscheinend solche Analysen dem eigentlichen Aroma eines 
komischen Sachverhalts beikommen können, es lassen sich mei- 
ner Meinung nach auch aus den kompliziertesten kölnischen 



o 



ituationen, die für diese Analyse scheinbar unzugänglich 



I 



•fe 



-29- 

sind, oder aus Scherzen, Witzworten und dergleichen, 
zunächst immer gewisse zugrunde liegende Ähnlichkeiten 
bei markanten Kontrasten oder Kontraste bei bedeutungs- 
vollen Ähnlichkeiten herausschälen. Und nur das ^'ollte 
hier zuerst in aller Umständlichkeit nahe gelegt werden* 



fi 



^ 






%;^} 



>(^. 



^ 



f^des punctum saliens, der unentbehrlichen 
{o\ Erste Deutung /^i-«^ intellektuellen 
^ ' h •■ Hintergrunde des Lachens 



/ 



Aber damit ist natürlich das Wesen des Lachens nicht 
"X-^ • im Geringsten geklärt. Im Gegenteil 'würde jemand den un- 
sinnigen Gedanken fassen, die bisher entwickelten Einer- 
seits-rAnderörseits-Erklärungen anstatt der komischen 3r- 



zählun^^en dem Hürer oder Leser vorzulegen, so wöre das ge- 
wiss das sicherste Mittel, m jedes Lachen über die Erzäh- 
lung oder den Witz zu einem blossen I<achen über den pedan- 
tischen Interpreten zu machen. Vas also ist es, das das 
Lachen über solche bisher aufgedeckt^J^Ähnlichkeiten-und 
Kontrastverhältnisse verursacht? 

Dies Lachen ist neiner Überzeugung nach, kur2 gespro- 
chen, nichts anderes alsjder Ausdruck der yreude darüber, dass 
wir jene täuschenden Älmlichkeiten und Gejensätze ohne wei- 
tere Erklärung sofort durchschauen. Und warum ist dieses 
' Durchschauen ein solcher Anlass zur Preude? Aue der. sehr 
I tieiliegenden Grunde, weil von den Sichzui echtfinden unter 
I solchen Kontrasten und Verwandtscliaften der Dinge unser ge- 



samtes Verstehen von irgend welchen Dascinszusammenhcngen 



1 



abhängt 



piw j i I t ^gj. „ , ^ ■ .Mi^M ^'.....txlCMML: ' >~ - 



-30- 



ti9H 






OV ^3 1 






1 LIL^K- 
UUJ3ri08 






^-^-^ , 



7 



Jeder gute Scherz aber entschleiert liandgreiflich 

neue Busainxaenhän^e und Gefahren von Scheinzusaiiiiienhäiigeni 

und die im Gtunn gewonnene "Rlinsicht in sie gibt mit Recht 

ein Gefühl von Daseinserhohung, von Heiterkeit, die sich 

in eineni, wenn auch noch so kurzen Lachen äussert. Im 

Sachverhalts 



Verstehen einer kölnischen ^Jr^ttÄ^tülT^erfassen wir mit einem 
einzi.^en Griff Gleichheiten und Gegensätzlichkeiten von 
Sachverhalten, zu deren voller logischer, verständiger A'^is- 
einanderlegung wir selbst noch viel mühseligere Darlegungen 
benötit^en würden, als bisher gegeben werden konnten. i:in so 
reicher Gewinn von Einsichten aber ist zweifellos, wenn er 
nicht durch andere Faktoren beeinträchtigt wird, ein höchst 



r 



1» 



Jfn} 



berechtigter Anlass zur Freude. y(^ 

Selbst aus der anscheinend vollkommen planen Geschichte 
von dem Scharfrichter Karls I. lassen sich noch weit mehr 

i 

Verwicklungen, Überschneidungen und Deckungen von Sachver- 
halten herauslesen als die, die bis jetzt drastisch heraus- 
gehoben wurden, z.B. die folgenden gedanklichen Bindeglieder, 
die in dem komischen Bericht selbst unausgesprochen bleiben 
mÜL^öen, aber aus ihn. unmittelbar intuitiv zu erschliessen 
sind} Einerseits ist zwar ein König, der hingerichtet werden 
soll, noch dienelbe Person wie der frühere höchste Machtha- 
ber im Staate,- andererseits aber ist er zugleich entmachteter 
als selbst sein verachtester Untertan, der Henker. Einerseits 
erkennt zwar der Scharfrichter durchaus noch/Obrigkeit an, 



7^. ! 



•I 

i 

\ 

4. 
) 

I 

I 












und er will ihr sogar nach den striktesten Konvertion8rep:eln 



gehorchen, indem er vor ihr kniet. Andererseits aber zer- 



. y 



--^o- 



/ 



/ V 






^ ^i>Xi. f. 



Wie 
ng#wöhnlich 



/^ 



-C. 



\ 



7^» / 



Helmut Plessner b«ierlct, "ein selUn «uUr Witz, eine u„e-«..«xzc:n 
ko.ische Situation zwingt nur zu. Lachen, .. «i, i^t «in O^.chenk 
dit* »Schickaals»/ Der Grund hierWr abar ist . wie mir acbeint 
in ainem mindaatan tellwaiaan Gegensatz zu Flessner: 

ein aefühl von Daseinsernonung, von neixerKeix, aie ai-ju 

in einoffi, wenn auch noch so kurzen Lachen äussert. Im 

Sachverhalts 




1 



ijiy'^' 






I 



Verstehen einer koiLischen ÜtttcrtrtüTf^erfassen wir mit eine» 
einzi/^en Griff Gleichheiten und Gegensätzlichkeiten von 
Sachverhalten, zu deren voller logischer, verständiger Aus- 
einanderlegung wir selbst noch viel mühseligere Darlegungen 
benöti.Tcn würden, als bisher gegeben werden konnten, ^in so 
reicher Gewinn von Einsichten aber ist zweifellos, v:erm er 
nicht durch andere Faktoren beeinträchtigt wird, ein höchst 
berechtie^^ter Anlass zur Freude. a 

A^X -. -3o- ) . IV,. '- 

> vif^M:trvi^r<^f. A i>er »«springende iunkt" die un- 

entbehrliche Quelle f«r dieses ai«cksg:ef«hl ist und bleibt demnach 
das überlegene Durehschauen von verwirrenden 3achrasamTOenh<«gen, 
die vorher a^sscheinencjnicht entwirr^r waren; und wie später zu 
b^tofiet! ist,"i# l«b#n8 wichtiger diese verschränkten Daseins zu- * 
saüttenhinge sind, die troir ihrer paradoxen "Jp^P^^'^^Ä intuitiv 
und in ihrer emotionalen Bedeutung ^c^äquat^ ff fffß|^ werden >_ de.to 
wertvoller ist der Scherz oder die Geistreichelei, der zur An- 
schauung gebrachte komische Sachverhalt und d#8 Lachen darflber. 
(Darstellung) 
Selbst 
als seiost sein verachtester Untertan, der Henker. Tüinerseits 
' ^ erkennt zwar der jcharlrichter durchaus noch^-Obrigkeit an, 

^■^''■^* und er v>ill ihr sogar nach den striktesten Konver tionsregeln 

gehorchen, indem er vor ihr kniet. Andererseits aber zer- 



6 • 



>l 



r '^' 



i 






I 



-31- 



stort er diese oberste weltliche Autorität höchst unkon- 
ventionell von Grund auf. In anderen Fällen aber lassen 

r 

f 

sich, wie später zu zeigen ist, noch beträchtlich mehr 
und aiif schlussreichere "eitenaspekte des komischen Sach- 
verhalts herausstellen als in dem Fall des rcharfrichters, 

Wie schon Friedrich Theodor Vischer in seinem Das 
Schcne und die -'unst meinte, "es ist unglaublich, mit wel- 
cher Schnelligkeit verwickelte Seelenvorp:änge" im Lachen 
"mitspielen" $ zuerst "stutzen" wir nur und rufen mit 
Jean Paul: "uju^üglich. .toll !"" "Ei verflucht!" Darxn aber 
enthüllt sich als der erste unentbehrliche Handp-riff zu 
jeder Deutung der intellektuellen Gründendes Lachens eben 

der: das Lachen hat seine letzte intellektuelle Ursache in 

l 
dem Gefühl der geistigen Genugtuung, die wir verspUien, so- 
bald wir intuitiv durch eigene Kraft auch durch scheinbar 
unverständliche Zusammenhänge und Gegensätzlichkeiten des 
Daseins ohne Selbstschädigung unsern v:eg finden Können. 

Sobald sich mit einem Schlage dunkel verwirrte Ähn- 
lichkeiten und Kontraste der Dinge für uns erhellen, sobald 
wir ohne weitere logische Auseinandersetzung mitten durch 
solche bedrohlichen intellektuellen Fährnisse duxchsteuern 
~) -1 .. j können, dann fühlen wir uns mit Recht gehoben und etstärkt 

für die Fahrt durch die gefährlichsten Klippen alles Daseins 



f 



% 




l%o.9A 



unverstandene, sinnlose r einszusammenhänge. 

Wir verspüren es dann wie im Triumph, dass auch schein- 
bar Absurues noch seine "Logik" haben kann und fühlen noch 
darüber hinaus, dass sich gerade da, an solche^ Absurden 



f 



-32- 



>K..» ^ 



f~" 'JlCo . 



erst die volle Kraft unserer Logik zu erproben hat. 

All di€B)sind Gründe, die das Verstehen des \nt2e3 
imd des Hluniors - abgesehen von den emotionalen Hinter- 
gründen des Komischen - nahe an das Rätselraten heran- 
rücken, xiiid die erklären, Kit wie viel Enthusiasmus die 
Einflechtung eines bcherzes oder die UinfUhrung eines 
scheinbar unauflöslichen Rätsels als eine nelreiung in 
jeder allzu "pedestrian" Diskussion empfunden v.ird. 15s 
sind dies aber zugleich auch Gründe, warum Jean Paul den 
Humor an den "WaViEsinn" angrenzen lassen konnte , und 
warum Freud den Witz luit anscheinend unvej ständlichen, 

absurden Traur.phantasien und die Technik des "itzeB cit 

2 
der jrauEitecf^inik in Zusamr.enhang stellt . 

Das Erfassen von koiLischer Situation, das Verstehen 
von absurdem Traumgehalt und das Verstehen von dichteri- 
schem vie selbst klinischem Wahnsinn eröffnet ein weites 
Reich von menschlich bedeutungsvollsten ülinsichten, die 
dem nüchternen Praktiker des Lebens als solchen, wesentlich 
unzugänglich bleiben. Auch der anscheinend so ";',esunde" 
Humor grenzt - wie so mar-che andere täuschende Gesundheit ■ 
näher an den •.ahnsinn an als zu viele Horatios dem weit- 



S<> 



sichtigeren Hamlet zugestehen mochten. Humor und Witz zei- 
gen schon den Unsinn im Sinn wie noch den Sinn iu Unsinn. 
Sie off;3nbaren nach Jean Paul einen "Polterabend der ^raut- 
nacht» des Kopfes^, einen "rasenden Eokrates"^, "eine Ge- 
meinschaft der Ideen.. wie der Weiber in Piatons 'Republik'", 

in der "alle sich zeugend verbinden", "ein Chaos", wenn 

3 
auch darüber "ein heiliger Geist. .schwebt" . 



f 



-55- 



Wer aber alles scheinbar Absurde nur unverstanden 
beiseite schiebt, der Pedant, der rein vernünftige Prak- 
tikus oder der ängstliche Konventior.seebundene, der r uss 
damit notwendig zum üeist-und iluiiorloser. absinken und zu» 
mindesten in weiten Bezirken geistig inferior bleiben, 
tag er auch noch so viel logisch nüchterne Penotrations- 
kraft besitzen und noch so viel äussere üacht in Händen 
halten. Das aber ist vielleicht der Kaupt^rund, waruc sich 
auch reistig beschränicte Fürsten einen Hofnarren hielten, 
gelangweilte Sultane ihi^e hunoristi sehen Märchenerzf'hler 
und noch andere geistlose lAachthuber nach -^.itsen gieren, 
die sie verstehen künnen, um damit wenigstens etwas von 
der Gehobenheit und Freiheit eines geistigen Tpiels und 
Verstehens zu erfahren, die ihnen sonst v.eitgehend ver- 
schlossen sind. 



l'V 



v-o 




Lachend intuitives und diskurSiv wissen- 
schaftliches Verstehen 



Doch alle die bisherigen Elenentarver suche zur Deutung 
des Lachens scheinen natürlich noch einer wahren Legion von 
möglichen Gegenargumenten ausgesetzt zu bleiben. Prüfen wir 
deshalb wenigstens die, die sich am ge'/^ichtigsten aufdrängen 
könnten, wie schon einmal wenigstens angedeutet vurde, auch 
in jedew Ergreifen einer wissenschaftlichen Wahrbeit , im Ver- 
stehen eines mathematischen Lehrsatzes, eines phyaikalischen 
Gesetzes, oder irgendwelcher verdeckterer histori acher Zuram- 
menhänge, fiberall handelt es sich hier um ein neues Verstehen 



-54- 



%^. 3) von sachzusammenhängen und sachlichen Differenzen. Deshalb 

wird auch hier die intuitive Entdeckung aller solchen Kela- 



7^«-o 



> > 



>k. . ' ? 



tionen oft mit einem so freudigen „ilah l' begrüs st, dass es 
dem Lachen des iiumors zum Yerwechüeln j^hnlich sehen kann. 
Aber der Unterschied zwischen der wissenschaftlichen 
Entdeckerfreude und dem Lachen über das Komische bleibt 
inner der: in der neu erworbenen -rkenntnic ies Wissenschaft- 
lers geht es UF. ein Erfassen von Daseinsboziehungen, da« sei- 
nen vollen wert erst durch diskursiv klar präzisiererde For- 
mulierung erringen kann. Der wissenschaftliche Entdecker und 
der Student ra.gen noch so oft von einem rein intuitiven '!be*- 
blicken komplizierter Sachverhalte Gebrauch mchen, wissen- 
schaftlich stichhaltig wird diese Art von Verstehen erst dann, 
wenn sie ih. e Einsichten zuBmn.en nit allen den unausgespro- 
chenen zwischenargumenten in die Sprache eines lückenlosen 
üedankenzusaimenhangs übertragen l-^ann. In der kölnischen Si- 
tuation aber oder in. Witz erfassen wir einen Zuwachs von 
Einsicht in die Verwandtschaften und Gegensätzlichkeiten 
von Dingen, für den niemals die i'.ühsal der bewuspter. logi- 
schen Klärung erduldet zu werden braucht oder auch nur ge- 

duldet werden dilrlte» 

Das neu gewonnene intuitive '.issen de. Gelehrten ist 
nichts, wenn es nicht prinzipiell ausdrücklich forrnulier- 
bare gedankliche Erläuterung erfahren kann. I.. Verstehen 
einer komischen Situation aber werden wir ein für alle '"al 
3eder dieser Beschwerlichkeiten der logischen Auseinander- 
faltung der Gedanken-und nachzusamienhänge^enthoben^ Falls 



I 



-r-^- 



-55- 



J)u. JA 



/ 



at 



f 



r 






wir nur die nötige Intuitionsfähigkeit iiitbringen, so wird 
uns hier der intuitive Einblick in die Sachlage unmittelbar 
nahe gelegt • V.ährend das intuitive wissenscli^ltliche Er- 
kennen dringend der weiteren theoretischen Klärung bedarf, 
um wissenschaftlich haltbar und brauchbar zu werden, wird 
das Komische und der Scherz umgekehrt als Scherz unbrauch- 
bar, sobald er mit theoretischen Erklärungen versehen wer- 
den muss. 

/der Erzählung eines komischen Sachverhalts 

Wo iminerKirgendwelche Komi^ entare zum Komischen gegeben 

zu seinem Verstänanis vorausgeschickt 
A werden müssen, jicT wird damit' 4€rtr Lachen von vornherein ab- 

^die Entdeckerfreude im Hörer und mit ihr sein^ 
getötet. Es ist erstaunlich, wie jede \ erständige Auseinan- 
dersetzung über das, wovon die komische Situation handelt, 

;Aus solchen Gnünden 

sofort das Lachen über sie verhindert. D ahe r, kann z.3. nie- 

A 

1 

mals ein V.itz wirken, der auf den Termini einei* vom Hörer 

\ 

■^: nicht verstandenen L:prache basiert ist. Wenn die Ähnlich- 
keiten und Gegensätze zwischen den fremdsprachigen 'Porten 
erst vother vom Erzähler des Scherzes auseinandergesetzt 
merden tnüssen, dann ist es längst um jeden Lachet-folg ge- 






LA r QJ 



SC heben. • i 

Gaunersprache, Slang, ein besonderer DialeJtt können aus 
erst später zu berücksichtigenden Gründen eine kor;ische "ir- 
kung hatten. Aber auch hier muss die vom koiiekten Sprachge- 
brauch abweichende Redeweise ohne theoretische Erklärung 

/J.j s 

verstanäen werden könnenr ^'onst wird sie ihrer komischen 
Wirkung beraubt, liemi der Leser oder Hörer nichts von der 
Würze und dem Sinn eines Dialekts wenigstens einigermassen 
instinktiv erraten kann, wenn die seltsame : undari für ihn 



'. 



\^ 



>! 



\ 



i'', 



1 



'-'■"-■ — 



-36- 



>, 



V-- 3 '-» 



\ 



\ 



r> 






so viel wie eine Iremde Sprache ist, wenn er erst ein Wör- 
terbuch oder sonstige Erläuterungen zu ihrem Verständnis 
zu Rate ziehen muss, dann ist der Genuss der darauf basier- 
ten Komik notwendig unterbunden. 

Daa Gleiche, aber gilt auch von allen sachlichen Kom- 
men taien, die zum Verständnis der Komik vorausgeschickt 
v/erden mUssten. Sie schwächen den Lacherfolg gerade so weit 
ab, wie sie dem Leser oder Hürer eine von ihm selbst zu er- 
fassende Einsicht vorwegnehmen. Denn wer Komik geniessen 
will, besteht mit Recht darauf, dass er absolut "self-made 
man" im Erfassen des Komischen bleiben will und noch nicht 
einmal sich selbst eine diskursiv formulierte Belehrung zu 
geben braucht. | 

Sollten etwa meine analytischen Versuche über das Lä- 
cherliche irgend einem Leser ein Lächeln der Zustimmung ab- 
gewinnen können, so hätte dies natürlich nichts tiit der 
Heiterkeit beim Erleben der Komik selbst zu tun, sondern es 
wäre nur als Genugtuung über rein theoretischen Krkenntnis- 
zuwachs zu buchen. I'^ei der Darbietung von Humoristischen 
abei- darf sich keine formulierte theoretische Erkenntnis - 
einmischen« 

Der Erzähler darf hier noch nicht einmal selbst lachen 
an der Stelle, wo die komische V^irkung beginnen soll oder 
gar vorher. Es ist bekannt genug, dass die besten Mumoristen 
die sind, sie ihre Scherze toternst vorzutragen wissen oder 
noch besser die, die ernstlich ernst dabei bleiben. Wer aber 
schon vor dem Vorbringen seiner Pointe oder bei ihr selbst 
lacht, der beraubt damit seinen Hörer der Ireude, die Ähnlich- 



/ 






I 
I 

) 



c 

1 

i 






-37- 



f 



■n 



keiten und Gegensätze, die in dem Scherz vorliegen, 
völlig spontan und intuitiv selbst zu erfassen, ohne 
irgendwelche Bevormundung durch seinen Reporter. 

Auch in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkennt- 
nis ist zu viel Belehrung sicherlich von Jbel. In der 
Übermittlung von Htuior aber inuss selbst jede Andeutung 
von belehrender Unterweisung die Lachwirkung prinzipiell 
ersticken. Denn hier wird grundlegend nur intuitive Ein- 
sicht gesucht und gev;onnen: ein Begreifen ohne jede Ver- 
mittlungp ohne den erhobenen Zeigefinger eines Anderen, 
ohne alle diskursive Auseinandersetzung über die Gründe 
des Begreilens, ein Verstehen im \mmittelbaren Zugriff, 
im überspringen aller unausgesprochenen ZwischenrcfLexio- 

nen und lufoimationen, die zu einer vollen I^rklärung der 

j 
vorliegenden Sachverhalte benötigt wären. } 



^ 



i^) 



Die Bedeutung des Aktualität sfcharakt er s 

für die Komik vL_ 



'/\ 



Lies sind auch die Gründe, warum Scherze über allge- 
mein vertraute menschliche Typen imd über historisch oder 
sonst bekannte Personen wesentlich wirksamer sind als solche, 
über die der humoristische Erzähler erst irgendwelche beleh- 
renden Angaben in seinen komischen Bericht einzullechten ha- 
ben würde. Freud hält in solchen Fällen offenbar uicht die 
Notwendigkeit eines Kommentars, sondern - unabhängig davon - 
nur die Schwächung des Aktualitätsinteresses für den Grund 
der Verminderung unseres Vergnügens an Witzen, die irgend- 



V- 






•■'t 

Y 



l^Ci, 25^ 



-38- 



•l 



welche historische Fakten zu ihrem Verständnis voraus- 
setzen . Freuds eigene "Beispiele zeigen aber, wie ich 
glaube, dass überall da, wo zum Verstehen der einbezo- 
genen historischen Daten keine weitere ?]rläuterung be- 
nötigt wird, auch keine Lustverminderung beim Erfassen 
des ^'itzes eintritt. 

Kan analysiere z.B. den von Freud angeführten Scherz 

von dem Mädchen, das an Dreyfus erinnert, weil die Armee 

2 

nicht an ihre Unschuld glaubt! Die Dreyfusal faire hat 

heute längst noch melir an Aktualitätswert eingebüsst als 
zur Zeit der ersten Veröffentlichung von Freuds 3uch über 
den Witz, 1905. Aber falls es nur ohne Erläuterung ver- 
standen werden kann, dass es sich bei Dreyfuss um Jurist i- 
sehe Unbescholtenüeit, bei dem Mädchen um sexuelle Unschuld 
handelt, dann büsst meiner Meinxmg nach der Witz nichts an 
Treffsicherheit ein, solange nur das gänzlich "üherhistori- 
sche^» , vom Dreyfusprozess unabhängige Thema der sexuellen 
Unberühriheitl eines Llädchens von Interesse bleibt. Die Frage 
der Zeitnähe zum historischen Dreyfussprozess mag wohl se- 
kundär für den Durchschnittsaktualitätenhascher eine gewisse 
Bedeutuiiig gewinnen, aber diese Relevanz wird in jedem Falle 
weit überboten durch das Interesse an verlorener sexueller 
Unschuld«? 

* i \ 

In diesem Zusammenhang kann übrigens - im Gegensatz 

% 3 

zu Freud und in teilweiser Qbereinstimi..ung mit Jean Paul - 

gerade dem "gelehrten Witz", der sich von aktuell histori- 
schen Tatsachen am weitesten entfernt, ein besonderer Reiz 



.1 



I 



\ 



.\ 



' ^».^iM-MMW» T ü^t np ji^x" 



-39- 



7^t'o. / 



/Sr 



H ^ 



zugesprochen werden. Der Heiz besteht hier eben darin, 
dass auch die gelehrte historische Anspielung noch ohne 
fremde Hilfe spontan mitver standen werden kann. Nur soweit 
allerdings Gelehrsamkeit für Millionen von Menschen keiner- 
lei Anziehungskraft besitzt, und soweit der Bxirchschnitts- 
mensch überhaupt nur füi' sensationelle Gegenwartsgeschichte 

Interesse hat, soweit ist auch Freuds Hinsweis auf den Yor- 

rgewiss 

zugswert historisch aktueller Themen im Witz nicht unbe- 

A 

rechtigt, obwohl qj nur von h^cJaet sekundärem \^ert sein 
kann . 

Soweit freilich Aktualität nicht die bloss theoreti- 
sche Kenntnis der Vorgänge der Gegenwart betrifft, insofern 
"aktuell" unsere rein alfekt liehe Beteiligung an bekannten 
Geschehnissen unserer Zeit bedeutet, soweit gibt jee| aller- 
dings dieser erhöhte en^otionale Wert, den Gegenwartsdinge 
haben, den aggressiven l^endenzen unserer flcherze über sie 
einen höheren Alfektwert* Aus diesem Grunde sind z.B. bos- 
llu.l»^ hafte, degradierend witzige Bemerkungen über I.!achthaber der 

Zeit von viel stärkerer Wirkung, solange diese Zeitgrössen 
noch im Vollbesitz ihrer Macht sind. Im ly'oment aber, in dem 
sie dieser Macht entkleidet werden, verlieren die aggressiven 
Scherze über sie eminent an Wirkung, auch wenn die Namen der 
Gewaltigen theoretisch noch jedem bekannt, also theoretisch 
noch durchaus aktuell sind. 

Der Grund für diese abgeschwächte Wirkung von Spässen 
über gefallene Grössen ist der, dass der Produzent solcher 
Scherze viel weniger Llut und geistige Schlagkraft verrät, 

■\ 



-40- 






y^t^j. 



als der, der sich an wirklich noch einflussreiche Ten- 
sehen wagt. Und ferner, dass auch der Hörer viel weniger 
einer Stützung von Aggressionen gegen gefallene als ge- 
gen noch dominierende Mächte bedarf. Der !^ert solcher ak- 
tuell aggressivere^ Aifekttendenzen im Witz, von dem erst 
später ausführlicher zu sprechen ist, ist aber eindeutig 
von der rein theoretischen Aktualitätsvertrautheit mit den 



Vorgängen der Gegenwart zu trennen. 



\ 



Diese rein intellektuelle Vertrautheit mit den Vor- 
gängen, die der Witz betrifft, bedarf durchaus nicht der 
Aktualität dieser Vorgänge, um im Scherz wirksam zu wer- 
den, wie Freud dies bei der Erörterung des Dreyfuswitzes 
voraussetzt. Es ist nur die unmittelbare Verständlichkeit 
jenes Geschehens, die hier entscheidend zählt, nicht sein 



Gep:enwarti 



Charakter. 



Deshalb kann auch der gelehrte ritz z.3» für den 
Historiker oder jeden Gebildeten, der mit seineu längst 
nicht mehr aktuellen historischen Schauplatz vertraut ist, 
sogar eine besondere Attraktion gewinnen. Die einzig un- 
umgängliche Bedingung für den Genuss der Komik ist die, 
dass sowohl im aktuellen wie im gelehrten ^itz die Vor- 
gänge, die in Frage stehen, nicht erst zusätzlich erklärt 
werden dürfen, sondern dass eie von vornherein für das 
Verständnis griffbereit zur Hand liegen müssen. 



V 



X,5;^ 



-41- 



X 



Das Plötzliche in der Komik 



h r 




Freilich das Element der Schnelligkeit, des Plötz- 
lichen, darf trotzdem in seiner Bedeutung für das Wesen 
der Komik nicht übertrieben werden, oder vielmehr es soll- 
te ihm nicht der Platz zuerteilt werden, an dem es keines- 
wegs von ausschlaggebender Relevanz ist. Meistens aber^ ist, 

wie mir scheint, das gewichtige Moment der Überraschung, 

/Platze 

des Unerwarteten in der Komik am falschen ^rte, ve^utet 
worden, nämlich in dem "objektiv komischen Bild" und nicht 
da, wo es tatsächlich wesentlich ist, im "sub j oktiven" Er- 
fassen des Komischen. j 

Kant hat in seiner Kritik der Urteilskraft bekanntlich 
bemerkt, dass Lachen entsteht, wenn "falscher Schein., 
plötzlich in ein Nichts verwandelt . .wird" . Auch bei Jean 
Paul scheint wenigstens noch Gewicht gelegt zu sein auf das 
plötzliche Erscheinen von Licht in der "Volke" der objektiv 



gegebenen Situation des Scherzes . 



Herkenrath definiert 



die Komik geradezu als die "rfeunion soudaine de deux aspects, 

3 
qui paraissent incompatibles" . Gustav Heymans spricht nicht 

nur von Verblüffxing, sondern auch von Verblüffenden: in der 

Komik ; und auch Friedrich Theodor Viecher hebt noch das 

Plötzliche und sogar etwas "plötzlich Abreissendes" in aller 

5 
Komik aervor . 

Vischer gibt zwar durchaus zu, dass es auch "ruhende 
komische Gegenstände im Menge" gibt . Aber dann hält er den 
"Kiss des plötzlichen" wenigstens in der "Aufmerksankeit" , 






I • 



-42- 



dem "Gefühl des Zuschauers", für ein unentbehrliches Re- 
quisit des Komischen und betont, dass das Komische eine 
'}h*3% "Tätigkeit" ist, die nie allein "im Subjekte, .wohnt" son- 
dern in der "das Objekt und das Subjekt zusami!:enziehen, 



^ 



1^^ r 



A 



V" r 



xasi 



. .beiiTi Bilde des Logierens zu bleiben" . Theodor Lipps 



räumt sogar noch weiter ein, "c.ass. .nicht . .jede Verblüffung, 
der ein aufleuchtendes Verständnis folgt, ein Gefühl der 
Komik er^^Ä^t" . Aber auch er hält daran lest, dass eine 
Verblüff ujig mit nachfolgender "Auflösung in Nichts" ^ uner- 

re 

lässlich Bedingung ist für das Zustandekommen der Komik wie 
des ''itzes und des Humors. 

Auch Nietzsche bem.erkt einirial in den nachgelassenen 
Papieren aus der Zeit des "Menschlichen Allzumenschlichen" : 
"Alles Plötzliche gefällt, wenn es nicht schadet"^. Aber es 
lässt sich offenbar weder allgemein aufrecht erhalten, 4ass 
alles unschädliche Plötzliche gefällt, noch dass jede \m- 
schädliche "Auflüsung in ^chts" komisch wirkt. Ein plötz- 
licher, verblüffender Lichtschein, der unser Auge im Dunklen 
trifft, ein schriller Schrei aus tiefer Stille können zwar 
Töllig unschädlich sein, aber deshalb nicht woniger unange- 
wq'^i^^. Die plötzliche Auflösung eines 1 euerwerks in Nichts, 
oder, um zwei Lieblingsbeispiele Lipps zu gebrauchen, die 
geringen Leistungen eines Grosssprechers, das plötzliche 
Auftauchen eines kleinen Häuschens, das genau d/sselba 
Äussere hat wie eire Reihe daneben stehender Paläste^ alles 

dies wirkt nicht komisch, weil es eine verblüffende, plotz- 

\ ' 
liehe Auflösung eines Bedeutungsvollen in ein Michts dar- 



I 



\ 



I ' 



ii 






-45- 



stellt. Auch Lipps krampfhafte Anstren^^tm^en, die an- 



Ih^.i 



1 



rr 



ebliche Komik der Hautfarbe des Negers oder die wirk- 
lichere Komik eines Sctoerbauchs als plötzliche Erschei- 
nung eines relativ bedeutungslosen Nichts verständlich 
zu machen , können keineswegs als geglückt angesehen 
werden. \ 

Ss ist durchaus nicht einsichtig, warum eine riesi- 
ge Hakennase, unförmige Hängebacken oder weit abstehende 
Ohren ihre komische Wirkimg durch eine Verblüffung, durch 
irgend etwas Plötzliches hervorbringen können, zumal da 
diese Korperorgane kaum zu einer Eigenbewegun^: befähigt 
sind. Es gibt wohl Versuche, die unser plötzliches Abge- 
lenktwerden von den :iormallinien des menschlichen Körpers 

hier als ausreichende Begründung heranziehen. Aber auch 

2 
diese Erklärungen sind doch recht gesucht . Das Wenige, 

das hier an primitivem komischen Effekt zu Tage tritt, 
lässt sich wohl weit natürlicher damit verständlich riachen, 
dass es eine primitive überlegene Schadenfreude an der 
Anormalität und premdartigkeit jener Nase und jener Ohren 
ist. Bas intellektuelle ü'berlegenheitsgefühl des Lachers 
schrumpft hier eben auf die dürftige Einsicht zusammen: 
diese Ungetümen Ohrlappen und unförmige Hasenkrümmung ge- 
ben zwar noch vor, einem Menschen zuzugehören; aber bei 
aller Ähnlichkeit mit menschlichen Organen, wie stechen 
sie von meinen ideal-normalen Kcrperformen ab! 

Die moralische Stupidität pflegt ja überhaupt alles 
von der gegebenen Norm Abweichende entweder als gefährlich 



-,j»*s« 



-44- 



I 

•7 



ZU hassen oder, wenn sich das Fremdartige nur gebührend 
in Respekt zu setzen weiss, es zu fürchten und zu ver- 
ehren, "enn aber das seltsam Andersartige weder angefein- 
det noch wegen seiner erdrückenden tibermacht respektiert 
zu werden braucht, dann ist es für den Engstirnigen das 
Gegebene, es zu verlachen wegen seiner halben Ähnlichkeit 
')?^j.^ mit dem Xoi Dualen, und seinem halben Kontrast zur Norm. 

Doch dies ist eben nur rohste Art der Komik. 

Sobald ein körperlich Deformierter schwer an seiner 
f Missgestalt leidet und sich verkriechen mochte, dam kann 
i bei dem der Kindheit entwachsenen, urteilsiähigen Kultur- 
menschen kaum mehr von einer kou.ischen Wirkung des Anor- 
malen gesprochen werden. Nur wenn der Träger solcher Lliss- 
gestalt sich, wie das sehr oft geschieht, als luten :;or- 
maltypus anpreist, nur wenn die Ilässlichkeit sich stolz 
zur Schau und zur Bewunderung darbietet, kann von einer 
reineren komischen V.irkxing die Rede sein. Dann aber wird 
ofienbar der Kontrast zu der :^orm, ihre Entstellung, und 
zugleich doch die noch imner vorhandene Verv^andtschaf t 
mit der Norm als Grund der Komik erfasst und aueiserdem 
noch der verstecktere, fesselndere Kontrast zwischen ei- 
nem Stolz der an sich höchst unberechtigt ist, und der auf 
der anderen Seite doch als Kompensationsdrang besonders 

begreiflich wird. ' 

Jedenfalls aber gibt es übergenug komische Phänomene, 
bei denen zum mindesten im komischen Bild selbst nicht das 
Geringste von Plötzlichkeit zu entdecken ist. Man denke z.B 



^\ 



f 



«^ 
1 



i 



.rf .V. « 



-45- 



an den ironischen Hat, den Tristan Bernard dem guten, 
dem an seinem Publikum interessierten Redner gab: 
"Schleichen Sie sich am Ende Ihres Vortrags ja langsam 
auf den Zehen weg, um Ihre glücklich in Schlaf gelullten 
Hörer nicht uiaiötig wieder aufzuschrecken!** Hier ist in 
^1cp»4 i ^®^ objektiven Bildern, die in der Komik wirksam sind - 

dem schlafenden Auditoriuri und dem sich langsam davon 
schleichenden Kedner - gewiss nichts von Plötzlichkeit 
zu notieren, v.as hier allein allenfalls plLtzlich erfolgt, 
ist die Realisierung der Sachverhalte, dasB"guV einer- 
seits zwar auch »'gütig, menschenfreundlich»' bedeuten kann, 
andererseits aber diese pedeutung von gut in dem Zusammen- 
hang "guter Sprecher" durchaus unerwartet und unangebracht 
7?^^ f ist, und weiter vor allem, dass jeder Redner zwar sich gern 

einbildet, ei könne sein Publikum atemlos in Bann halten, 
dass aber fabt bei jedem Vortrag viele Hörer unaufmerksam 

sind d«h. schlafen« 

So kann im Ganzen der Nachdruck in der Komik niemals 
auf der blossen Schnelligkeit ruhen, mit der sieb in der 
objektiven Situation etwas Plötzliches, Verblüffendes bß-_ 
gibt,- und selbst unsere eigene Verblüffung und verblüffte 
"Erleuchtung" ist hier nicht genug. l)Qr\ii viele Verblüffun- 
gen, vielleicht die LIehrzahl von Erlebnissen des PlÖtzli- 
chen sind mehr peinsam als unmittelbar freudig. Entschei- 
dend ist nicht die reine Plötzlichkeit, die bloss zeitli- 
che Kürze eines Erlebnisses. Entscheidend ist vielmehr die 
sachliche Fülle, die Keichlialtigkeit von Einsicht, mit der 



\ 



■\ 



I mmk 



I 



-46- 



n 






Iko. ^^ 



hier ohne weitere ZwiBchenrefle. ionen vorliegende 

t 
• I 

Schwierigkeiten des verstehens und damit alle Schwie- 
rigkeiten, um die es sich in diesen Fällen handelt, de- 
finitiv überwiinden werden. 

Selbstredend liegt auch keinerlei Komil^ vor, wenn 
ich plötzlich intuitiv mit einem Schlage komplizierte 
Zusam.'nenhänge einer tragischen Situation entdecke, in 
der ich oder andere gefangen sind, und aus der wir uns 
rieht befreien können. Nur scj^'eit mit dem Durchschauen 
der Einer^eits-Andererseits-Verstrickungen die Fährnisse 
der vorliegenden Verständnisschwierigkeit überwunden wer- 
den, und solange andere emotionale Gefahren zum cindesten 
im Hintergrund gehalten werden können, nur soweit ist 
eine Crrundvorausetzung zur Komik und zur yreule über die 

Komik erfüllt. 

Hierbei aber entscheidet nicht die F.it dem 
Chronometer zu messende zeitliche Küi ze meiner Erkenntnis- 
reaktion, sondern die reiche Vielfältigkeit dessen, was 
ich'in der, Kürze überblicke. Als ein r^eweis hierfür mag es 
gelten, dt.ss ich in einer Gesellschaft beim Anhören eines 
Scherzes keineswegs der erste zu sein brauche, der lacht, 
um die Pointen am intensivsten zu geniessen. Ich kann 
durchaus langsamer reagieren und doch gerade dabei herz- 
hafter viel mehr Aspekte des Humorvollen intuitiv umfas- 
sen als der, der nur auf eine Vorder grundsansicht der 
Sache mit dem schnellsten, lauten Gelächter antwortet. 

Es ist aufs äusserste deprimierend in einer Gesell- 
schaft, die man hochschätzt, die Scherze, um die es geht, 



-47- 



> r 



überhaupt nicht zu verstehen. Aber es ist keineswegs 
peinlich oder beschämend, wenn man darum bittet, für 
den aenuss der aufeinander folsenden guten Scherze ir.ehr 
zeit zu lassen, damit sie voller ausgekostet werden 

können . 

Daher mahnte schon Jean Paul - was jeder -ute .Humo- 
rist untei schreiben wird - eine Fülle von besonders gu- 
ten scherzen nicht pausenlos vorzubrin^-en, sondern Zeit 
zu ihrer Vollerfassung zu lassen. Die Ausschöpfunß muss 
intuitiv erfolgen, Zwischenglieder des Denkens müssen 
übersprungen werden. Aber das setzt r.icht einen absoluten 
Momentcharakter des Erfassens im buchstäblichen Sinne des 
Wortes --oment" voraus. 7,enig8tens scheint Jean Paul dies 
rit im Auge zu haben, wenn er empfiehlt, "zwischen zwei 
müssige Sonntage des vitzes. .sechs ferkeltage" zu legen, 
zwischen zwei Scherze eine "gehörige T.^enge Blätter" zu 
packen wie "zwischen Kupferstiche der Eomane"^, und wenn 
er rät,'z.?. Hippel und Lichtenberg zehn mal zu lesen, d^a 
sie dann noch "die zehnte Lieferung von Witz und Treude 
geben", und da man selbst dann noch neben dem "verpufften 
fitz" genug "unangezUndeten"^ finden werde. 
A/.^ Als v.eitere Tarnung gegen eire Susserliche Überschät- 
zung des Plützlichkeitsmoments kann auch folgende 'Überle- 
gung dienen: wäre das Erfassen von Humor im sklavischsten 
Sinn an augenblicklich eirjnalige jberruir.pelung gebunden, 
dann könnte keine .^.omik überhaupt zu wiederholten Malen 
wirken. Dann hätte Ilobbes recht, wenn er nit charakteristi- 






«■hl 



-48- 






scher ^^rüskheit konstatiert: "No rr;an laughs at old jests""'", 
und Jean Paul, wenn er allerdings wesentlich zurückhalten- 

< 

der bemerkt: Der "erste elektrische Schlag'» des \Utzes "ist 
sein stärkster; liest ii.an denselben >^infall wieder, er ist 
entladen, indes die dichterische Schlbnheit gleich der Gal- 
vanischen Fäule sich unter dem Festhalten wieder füllt" ^. 
All dies gilt aber nicht ohne entscheidende Eii;schränkuniT. 

Auch gehaltvollste iv:usik, ergreifende Lyrik und ernste 
Reilexion kann im allgemeinen selbst bei dem empfänglich- 
sten Hörer nicht zu viel Wiederholung vertragen j imd es 

i 
gibt umgekehrt Komik, die so gehaltreich ist, d/ass sie kei- 
neswegs auch bei wiederholter Vergegenwä'rtigung schal wird. 
Selbst guter, tief zielender Witz zündet durchaus nicht nur 
beim ersten einmaligen Erzählen. Gelbst ei bleibt nicht so 
ei^ an die blosse Plötzlichkeit seiner Wirkung gebunden, 
dass er dann für jede weitere Verwendung unbrauchbar wird, 
wie auch dies Jean Paul ein anderes I^^al wenigstens in einer 
rhetorischen Frage zuzugeben scheint: ''Verliert aber zwei- 
mal gelesener Witz zugleich mit der Überraschung jreinen 

3 
vert?'*-' Das heisst also nicht das einmalige, plötzliche, 

das momentane, passive ifberwältigtwerden kann im ^'itz und 

im ilumor das Ve^entliche sein, sondern nur das aktive, ver- 

von 
(^ hältnismassig schnelle Jberwinden [»f glichet v i-e-le^^^iH^weit- 

n . und womöglich auch tiefgreifenden 

reichende^.Verständnischwierigkeiten, , -. ^ ,. 

/* Schon deshalb aber weil 



lll^ . ' V 



^ viele Theoretiker des Komischen das pasaive Element im Llrlebnis 

r ' n 

7 '^ des Belachenswerten ungebiKhrlich zu ungui^sten des aktiven Moments 



.•r 

I 



1 



i!fberschätzen, k<!Jnnen sie meiner Meinung nach nicht befriedigen. 



I 



\ V 



iTT^STTT^ 



1 



/ .. 



LA^ 




/ 



1- 



IV, 




Ist das Lachen als innere und äussere Ausdrucksbevvegung 

vesentlich passiv? 



\. 



F 



.cT^t 



ö}~J^lo 



i^h 



i — 



\ 



k 



j4t^ Gegen diese Hervorhebung der Aktivität int zum mindesten von zwei 
so auscrezeichneten Becbr.chtern vvie l\ Lazarus und Helniut Plessner 
scharfer Finspruch erhoben worden • Lazarus stellt es als Z-^^ selbst- 
verständlich hin, dass das Erlebnis des Komischen als ''sehr passiv" 
und selbst das Lachen rls "rein passive Tätigkeit" anzusehen sei. 
Et vergleicht Freude am Kcirischen und die "passive FrschJtterung" des 
Lachens mit dein Genuss anderer "passiver Bewegungen"^ v.ie des "Gefah- 
ren werden" ?lesr:ner aber hat gefftadevvegs den v>e.'^entlich passiven Cha- 
rakter des Lachens - in weitgehender Parallele zum Veinen - in das 
Zentrum seiner V.esensanalyse des Phänomens gestellt, und hat ihm als 
einem Stehen an den"Grenzen menschlichen Verhaltens" eine viel tiefere 
Bedeutung zuerteilt, als dies bei Lazarus und meist sonst Iblich ist. 
Plessner hat sich dabei mit Recht von der aristotelischen Haupt- 
these losgesagt, die .noch bei Plobbes, Borgson, >.G. Junger durch da« i 
ganze abendländische Denkeri hindurch e;ine entscheidende Rolle stielte. 
DwH. er schenkt der /Annahme, dass das Objekt des Lachens ein "unschäd- 
liches Gebrechen" sein muss, wenig Beachtung. Statt dessen schliesst 
er sich, v-ie ich, in der Hauptsache der anderen verbreit(3'?^ten These in 
der Tradition an, der Ueberzeugung, dass eine "Loppelsinnigkeit" im 
belachenswerten Gegenstand vorliegt, ohne dass er deswegen fälschlich 



"die inneren Komponente" des Phänomens "ihrer Subjektivität wegen für 

4/ 

\\eniger objektiv., als die äussere KOiTiponente" hält. 

1/ M. Lazarus: Ideale Fragen in Reaen und Vortrip:en behandelt, l^p* 
"Das Herz" (mit Benutzung 'eines im Vissenschaftlichen Verein (Sing- 
Akademle) in Berlin am 5.1v!ärz 1877 gehaltenen Vortrag) ,S.88f. 
r./ Ebenda, S.89 lAJrl' ^ ^ 

7J siehe z.B. H. Plessner: Lachen und Velcaien . eine üntersuchunp^ nach 
' den Grenzen menschlichen Verhaltens . vq^bO, S.147, wo die aristote- 
TTsche Definition nur insofern verwertet wird, nls mit Recht dIoss 
diejenige "Grenzlage" als Auslösungsmöglichkeit zum Lachen gilt, die 
nicht"bearohend" ist. 
^/ Ebenda , S.7b , '' ^c.äm.«-v.' 



aM 



IT, 



4/ 



^. 



r^~ ~)^id^ 



BbtndAi S.75* li kan den Original! titewtrt dM* Analystn Il^asntrs 
f^vlas nleht Is garlngataa achstlanit abar aa Tardlant vialleicht 
Imarhin banarkt zu vardan, daaa in ainar ralohlich unbakaantan 
Schrift» dia leh baaüsa» in Micandri loaaii Tanaftrani Tractatua 
novtta ntilia at incundu» da voluptata at dalora da riau at flatu , 
ArankAirfti 1603» abaaf&lla ara trabt vird^in ftailiehg: plimper Waiaa < 
untar baufigar Bamfüag auf tiextvtatm Ariatotalaa atatt auf ainiga 



»baahtuag • dia phyaiologiaehaii und aaeliaehan Badingungan iron 
Laahan und Vainaa ssuglaiob zu arhallan« In Oaganaatz zu nir ui^*^ 
auch hiar p. 62ff jada latailung daa aktivan Varatmndaa ahgaviaaan 
— zu gunatan daa paaaivan *aanaua*^* 






CS- 



■)»v>^ . 



/ 



IV, 



l\ Immer ober h-ilt er zunächst daran fest: soweit es sich sozusagen um das 



^ 



,^ 



77 



^9 



/T 



#«- 



handelt, um das, worauf das Lachen gerichtet ist, soweit herrsch 

"Doppelsinn" , "beunru^xigende Gegensinnigkeit", "die gleichwohl als Ein-- 

2/ 
heit sich vorstellt und hingenommen v.erden v.ill", "doj)pelsinnige Trans- 

oarenz der Erscheinung", "Doppelsinnigkeit", unausgleichbare >^ehrsinnig- 
iceit, Ver schrankung, Ü&berkreuzung, -wechselveise Transrarenz der tinnbe- 
zige, "ehrdeutiges, das sich uem eindeutigen Entv/eder-Oder der V irklich- 
keit nicht t\.%i\ "Ambivalenz"... "Doppelv/ertigkeit und roppelueutigkeit" , 
t<Beüeatungsdivergen2'',"Dop.elbeüeutung.. die.. nicht von der -'^inung des 
Sprechenden, sondern vom Gehalt des /.us£ pruchs'*abhtogig irt-S ein "Kiss- 
verhältnis.-'eine ..omplikation der x3ed eufcmg " , "Interferenz der Tleihen, 
denen das Ireigni?, jede unabhängig von der anderen, angehört", eine"Ver- 
jjindung einander fremdet tlenente" und "Aufdeckung ihres zunächst ver- 
deckten anderen Sinnes"^'' iit allen dxesen IJeobachtungen bleibt Plessner 
innerhalb der auch meiner Meinung nach .ertvollsten abendlandischen Ana- 
lysen des Lachens. 

Von nier ab aber, in der entscheidenden „end-ong zu einer eigenen 
neuen Deutung der "inneren Komponente" des Lachens knnn ich ihrr. leider 
nicht mehr folgen, so ernst "und gewichtife r uch seine Darlegungen zu 
nehmen sind. Er findet zunächst: konfrontiert mit J^l dem Doppelsinn, 
dem "-ehrdeutigen, Jas sich dem eindeutigen Intv-eder-Oder der irklich- 
>JA;,fr' keit nicht fugt", kann der .ensch mit dieser Doooelsln'ägl.eit nicht 

"^ mehr "fertig werden", er kenn "nichts anfangen" mit ihr, l^ann sie sich 

14/ , 

»nicnt zurechtlegen", nicht mit ihr "zu Rande kommen", nie 



9 



1/ irbpnda z B S.IOO. loO, ISO. Zl Lbenda . f. 121, 111. 5/Hbenda,F.15g. 
U ^^bSÜ' ? lio f . 5/FbeAda, E.lkriöZi: 204, 1:10. 6/Ebenda r.l05, 100, 
' iSrf^lb^, E.1057TI67 1£3. 8/Fbenda , S . 118, löFTTTF^Ma , C.186. 
10 / ! benda7 T3I^7 f- n^Kbenda, ^^1^7, l.ö. 1 /Ebenda r.llT: 
15/ Üindä r.loO. 14/ Ebend a. £.10b, 117, löl, l.:l, 18C ff. 



1 









,A^ _ 






y. ^Y^'f^ Viilt. PT ZUHci 



IV, 



chst daran fest: soweit es sich sozusagen um das 



, . I , 



•' > 



- 48 d - 



; soweit es sich sozusagen um das ^I 






behandelt I 



IV, 



V4il%- 



r» 



A2< 



♦ « 



m'. ^X<.'' 



nBe'ieatungsdivergenz%''uop-elbeüeutuug.. die.. nicht von ^- ..-_^^^ . 
Sprechenden, sondern vom Gehalt des Ausspruchs' 'abhäng ig iet-«:, ein "'Üss- 
verhiltnisl'jjeine Ilomplikation der Bedeutung", "Interferenz der Leihen, 
denen das Ereignis, Jede unabhängig von der anderen, anfeehört", eine"Ver. 
bindung einander fremdet Ulenente" und "Aufdeckung' ihres zunlchst ver- 
deckten anderen Hinnes'^^I^it allen diesen Beobachtungen bleibt Plessner 
innerhalb der auch meiner ?.einung n.ch wertvollsten abendlandischen Ana- 

lysen des Lachens. 

Von nier ab aber, in der entscheidenden endmg zu einer eigenen 
neuen Deutung der "inneren Komponente« des Lachens kann ich ihrr. leider 
nicht mehr folgen, sc ernst und (vewichtife ruch .eine farlegungen zu 
nehmen sind. Er findet zunächst: konfrontiert mit .11 dem Doppelsinn, 
dem "•.ehrdeutigen, das sich dem eindeutigen Lnt.eäer-Gder der ' irklich- 
iceit nicht fugt% kann der „ensch mit ül^er Doo:.elslnr.igl-elt nicht 
mehr "fertig v.erden", er kann "nichts anfangen" mit ihr, kann sie sich 
«nicht zurechtlegen", ^'^''nicht mit ihr "zu Tande kommen", sie 



13/ Lbendä; f.loO. 14/ Ebenaa, £.10t, 117, 191, 1.1, 18t 11. 



1^ /^ 




,. ? 







7 



nicht mehr ernst nehmen," iinc das hiesüüe, er Icche dar her". ''Ir 
überlasren "uie uiivcrstandlich, rimblv^lentfe ">"Tsch«5inunp fich selber. 
wir neh-nen «ie nicht crnj-t." . ir können "lein crnFtes Verh iltnis 

u' 

mehr" zu ihr finden; und dcmit eben sei die Gc-lepenhelt gepcbon sie 

4/' 
eis "l--omisch'' zu cr.yfinuea unci "ins Lf chon za verfidlen", vorr-usgo- 

fßtzt, dfiss dio betreffende Errcheiniuig keine kaum .^u '/bervlndende 

Gefahr f'Jr mis anzeigt. 

Aber eine reiche "?iicht ernrt zu nelurmn^^ broucht doch keiaeswe^-s 



r 



-> 



\ 



zn bedeuten, sie als "komisch'^, "als erheiternd^ '--.a erleben und >ber 
sie zu lachen, Die /Iternntive zum ^^^.'rn^>tneii.^.en^ irt in iceinerlei Hin- 
reicht nur ♦'iomiscnfinden'^ und Lr^chen, vie da.^' ruf den erraten /jlicl:. als 
nnt'Jrlich erscheinen kon.ntc, lie Reaktion Ip.nn nl)enrc_{:ut ' chselzucken, 
Indifferen.*^, Verachtung, oder sogar /fer^^er and ''ut f^einj[ctwa ir,i ";licht5 
Anfnngen-::.::nnen" mit obstrriAter l-alerei, den-, ''T/eater des /brarden^', 
atonaler TusIk). Lachen ^ber i.omiK und eine .'-"ache ernr-t nehmen : ind 
gevi'isr- nicht kontradilctorische Ge^,ens lo^e, die i>ile dritr,e oder vierte 
und noch itehr andere /.ontrire . 'gllchKeitea ^^us^^chliessen, wie dies 

hier offenbt^r, venn auch nur ßtilischvrtigend VGrr-usgesGt2"t irt. Vor al~ 

eingestandenermassen 
lern aber, \'>Qnn ^^^i-ngyr^ ^ ^-i s sen die ire^enstiinde des Lc^chens "be'onruhigendf.-' 

(d.h, uilende) Gerensinnigix-it" besitzen, dann ist es schv.er oder gar 

n-cht verständlich, v-ie lese V3eunraiii,fAin^ zufilelch nur Kontisch \vlrKen 

und zum Lachen reizen kann. 

Plessner r.ber benteht darauf, vvie er das schv^n im Titel seines 

VcOrks a:.zelgt, das^^ uns Lachen ebenso vie 'einen an die ^'Gienzen mensch- 



1 /Fbeiida . TMia, Im., 1^1; i/ Tobend a , ..117, l^^l; :'/ Tbenda , ^.118; 
4/rbenda, ^.12c, 1^1, 6b; 5/ Lbend^, S.1^1/ 




\ 






.SM 



^...■\ji 



IV, 






^ if 



liehen Verhcltenc^' f hrt, zw einem Grenzbezirk, in dem uns "Titze, 
: e„.=h.n. I>l„sa, r„i6„l.=c» ,icht ..hr.s.lbst nicht „at ..,»,:, "Vlnl- 

iiju:r. von ^indeatJgkeit. • ariSprecher. könnea, inden v;ir nicht ]r/hr f^hig 

sind, "titig und schauend, '-teutenr. und f.^hlend" ein '»ornsteft VerhJlt- 

nlH" eine "An"?n/ ^f angsm'^lichkeit^' p.!:ur ^elt .^u t:ev'ln':en. 'Jur darum, 

veil oryviL fir iie "roannuru^", in die v;ir reraten r^ind, kelri ^*;:bflug?s 

in eine der vielen i'3ahaen riaüvollen Vcrht.ltens" mehr moglicn irt, 

deshalb verfallen wir schliesslich '"ins Lncherj." odor lasr.cn uns "ins 

\ einen fallen", obwohl r.uch annere "..^assivit it d^boi natürlich noch 

^ 5/ 

iiiß "ein Verhalten" zu gc-lten hat. 

All äss fber - mitsart der v.oitgehciidcn Parallel rctrvang von Lach® 



una .e 



inen - ist ^ev-lss keine reine V erensber-chrelbunp; ::iehr, ^•ondern 



vie -lessner i:elbsC im Vorwert zur ?:. -ufl^zt^e seiner '"'cririft nicht 

6/ 
leui;nete, bereits "Tneorio", ::uin !':indcj^tea in intr rinn, in dem Goethe 

rdt recht ^^elbst ;olles "F/-kti£che'^ rchcn Theorie c^:r\r.nnt h^^t; und in 
diereiA F'.U handelt es ^ich uieiner keln^in^ nrch rogüT ur rnfochtbare 

Theorie, ^er druernd u.iterj:trichene Glc?vUbe vn eine "for'»&le'» A^hnlich- 

'// 
keit aer "fituation des Lachens" :f rat der r:cs • emens hrt hier offen- 

brr von vcrnhercin verleitet, das Lachen in ine- unh^ltbrron existen- 
tiellen Pessimismus vieJ zu nr.he an dr.r ;vciaea ne^^;a^ur den. / 



I 



i 

i 

•5 






Zur weiteren Kritik deis ?lessnerj:.chen Parrlleisetzung 
von L^jchen und einen. 
•Jebenbei sei bemerkt, einer der vielen Gr^jide, warar das einen bis- 
her viel weniger die /.ufiiicrksrinkeit der Analytiker ?:uf t^ch gezogen h^. 



1/ ]-benöa , f. 136 f; T/Kbenda, i.lll^ 20? ff; . / "bcndr, r.l^-P; 

4/ r.benda . r.St-; L/ Lbenda . r.J>:ü6; 6/ rbcndc, ^.0; //. bendn,r .191. 




>%JL /^ 






IV, 



t:J t^C^ 



liehen Verhaltens" f .hrt, zu einem Grenzbe.irk, in de,n un. -ätze, 
.ansehen, ringe, .reignis.e" nicht :.ehr,s.lb.t aieht .it eine, -ini- 
..ax von -indeatlg^eit.. aaspreoher, k^:nnea, inden vir r.ieht ■^-hr f.hig 
sind, "tätig unJ scaaaead, .eutenc ,.nd fehlend" ein "ern.te. Verhält- 
nis-, eine "An^n. .fang.m-Uchk.it" zur 'elt ,.: .evin en. ^^ur darum, 
v,cil d',nn fir üe "rpannung", .n die vir ^eraten^ rind , kelr. "Abfluss 
in eine der vielen Bahnen ria.,vollen VcrhMtcns''^' ine^r müslich irt, 
aeshalb vcrf.-ilon wir schiiesslica nns Lr.eneu" oder las.cn uns -ins 

,cinen"fallen",'^ohvvohl .ach unserr-.'assivit It d.boi nr.t .rlich noch 

A 5/ 

jils "ein Verhalten" zu gelten hat. 

Ml das .^ber - ..it.ar.t der v.eitgeheuden P.rellelrct.ung von Lacha 
und einen - ist teuiss l^eino reine Ve.ensbeschrelbun, nehr, ^■ondern 
vie taesF.ner selbst im Vorv^crt zur ,... :a:l,-^c ^c.nc^ crii 

^/ -^ ,...i„n .mr .'inde.ctc.i in der rinr , in dem Goethe 



V 



1 



^. -J A. ^ VT^l; 



rt-\ 



IV. 
Ms •45b 



where? 






Ttf 



? 



7'' er 



f^JU^^'^^^ 



<i 



Note only 

8/ Aucb Johann Stefan SchiSftz« hat in ßeineoi Unrc^cht vergessenen 
Ve rsuch einer T heorie des Komis chen , 1817, i« "ereten Kapitel" 
seiner Einleitung Lficheii sowohl wie Weinen als "besonders •• 
«erkwflrdifre •• Kenzeichen" des Menschen charakterisiert, die 
, ihr vom Tierunterscheiden, und Schfltze weist «hniich wie 
l Plessner dr^raufjiln, dass der Zustand, in dem Lachen und 
Weinen auftreten von selbat WKxmlLji^% an, zeigt, dass da 
die H^rte feilen (S.3f). ^ber Schutze tleibt entfernt davon, 
die Parallele zwischen den beiden Zust^^nden in dem Maa^^e 
wie Plessner auszudehnen« 



1 



^ — iTiiiitiiir' 




>l, 






IV, 



^ 



-y als da*- Lachen, berteht nicht etvi. darin, dasc die "forrürae /^nlichkeit, 

die ^'inac^rr Verwandschrft" der beiden Ph";^ncmenc " iber£ehen''vyai'üe, Y^Qnx\ 

eine f^olche Affinität besteht -iciner Ü^berneugun^ nach berhaupt nicht. 

rie emdrini^liche Lebensbeschreibung dess*en, v;as nach ics.'.ner dera 

»-• / 
Lachen und v einen ;:iejieinsn!^) ist, "rescrgaainii'tion", '^'•'clbst'U'eisgabe, • . 

Ka^ itui^xtion .• Is leibrerli?.ch-F;eiptigr Linheit bei f cLbstbchauotuag. , 

fil^ i^ersün'^ trifit nur auf drs \ einen, die i.esignaticn zu. Inviefern 

b/ 6/ 

auch Perlir^ch in !.c:chen '^Verzicht", "'erbrechen'' voriie^,en r>üii, scheint 

riir nicht erfindlich. 

Plesrner irt v:>ilig im Hecht, es ist unzulänglich, den «Reichtum des 
Lebens^* -nlt jaife von cinf?.chen "groben Ge^tensatzen" zwischen »^^.^lUseT^ent 
und i.eld, Luj^t und fchnerz^' zu chara>:.terisieren, Icdls, v.ie i les^.ner 
hior vor?iUszuper.7.en scheint, Lur.t und üniurt als f:^r sich Dcstehende Ge- 
fiüilFeatititen und nicnt als Gestr-.lt.uailtlten von Frlebnisren aufgefasst 
Verden, und falls bersehen wird, dns? eiere Gef hlslröri-ungen höchst ge- 
nii:^cht aufzutreten 'f legen. Denn es p.ibt bekanaterniasf^en z.B. ein schmerz 

be'vve^tes /einen vor Proude und ein zu Heiterkeit sich ruf peitschendes 



>(. 




">. 



li;;hnlachen im rchirer.': uiid Tat. /ber Plc?s.':nor vorkennt, - wle von allen 

Gegaerri hedonistis'cher i.f rektpsycnoiogie ::;indeFtens von ief^cartes an - 

^^/ 
iii; Gegen.^atz etwa zu :!..inoza - und v/ar vcr: .^llen rriti^ern (i^r ethifschen 

;Ted..nir;riur> verkannt tvird: reibst in rubtileiben yisch::urt;-:ndon von Lust 
5:^03 

1/ Fbenda , ? .\öl\ . /i"benda . r.l^X. Z/ -benca , ^.l'l, 1'^'4 r,l'i7.. ^rmß 
4/ ^bonda , L'.190 f, ^07. t;/ :benda . r.l. C o /:bcnda . r.i:?!, 86.7/ rbenda , / 
6/ Dc5carte« hielt er. jsirät f.r nötig, rechs Grundaffe:.to vor- uszasetzen, 
siehe seine Vc^ssiones anl'^iae , 1650, artic.69:"Non dari \\1?A xä sex 
ori>Tiitivas pcs£:iüne5?. . nimirur« adj irrticne-n, ai-oron, odiu.n, cu"^idita~ 
tern, laetitiam et maerorem", v.ahrend schon /.ristoteles» 

versacht, die ^ro.sse Vielfalt der ' ffektregungen nlr :/lr;chungen von 

verschiedenartigsten Vorstellungen mit <i^x\ Hauptgefiilsquali täten, 

Lust und Jnlust, zu verstehn. 
j/ ^ iehe z.^ti. Spinoza: i thlca , 1677, "Affectuur^ ;}efinitioner'','"^ars III, 

L'cf .VII: '^l'fiiu::.' ert trirtitia Concore! tante idea cr^usr-e extern'-^ e*», Def. 
_ Xllr^'^ipes est inconstans: iaetitia orta ex iaea rei futurae.. ae cuius 
Z'"" eventli all uatenus dubitainur. ." 



4 






I 




IV, 



y 




>. •■-."•- d 

\^ als oac Lachen, besteht nicht etw: darin, at-sc die "forsple /^nllchkeit^ 

/ '-/ 

die "iaaere Verwanaschr-ft" der beiden i'hiAncmene " ;bei'£chen"v-arde. Penn 

eine solche Affinitit besteht neiner iJ^bevneugunK nach berhaupt nicht. 

Die eindrlnt^liche .' eccnsbfschreibung ratsren, V:us nach ies.'.ner dem 

■ •/ 
lachen imd v einen «eaeinEPm ist, "re5crganiRj}tioa", ".''elbst'U-eiEgabe, . . 

Ka ituir.tion .vis leibrerlisch-f;el5tige Einheit bei j cibstbehauotuug. . 

4/ 
h\? './ercon" trifft nur auf drs •, einen, die Kesigneticn z\x. Inviefern 

-/ 'V 

auch Feclipch in Lrchen "Verzicht", "-'erbrf.chen" voriicfefn soll, scheint 
nir nicht ei rindlich. 

Plesrner ir,t vö-ilig im i:echt, es ist unzulänglich, e.ea "Keichtuai des 

Lebens'' nit Tilfe von einfachen "rroben Get;ens;it;ien" ^i^ischen " Atiue: einent 

V7 
und i,ej.d, L,af:t und rchnicrz" z\x chara> terisieren, felis, v.ie ilesiner 

hif-r v. r?;u£?.U!?eö2-.en scheint, Lurt und Uniur^t als flr sich oestehende Ge- 
fiLhlFe.Jtititen und nicht rils Gestalt. .uaiititen von Fi-lebnisren aufgefasst 
Verden, und falls bersehen vird, dns? eiere f.-ef hlstr -i'i'ungen höchst ge- 
mir^cht aufzutreten ofleüen. Denn gs pibt be'cn.'teniiasserj z.B. ein schmers 
bev-egtes einen vor Proude und ein zu Heiterkeit ?ich aufpeitschendes 
lt;;hnlachen ini fchaier:: und Vut. / ber Plps.-.n*^r verkennt, - wa;? von allen 
Gegnern Iiedoniitischer ;.f rei.tpsychoiogie .idndeftens von TV^rcaT^es^'''En - 
im ..egenrat;: etwa zu £ äno^a - und war vcn allen Kritikern der ethischen 
:if!d..nipmur, verkannt 'Urd: reibet in rubtileiben Visch.rart Indon von Lust 

1/ Fbenda, r.l^l; ^ VFbcnda . r.i--.. g/ -benc« . ^.Ul, i^^ r IJY l!^^ 

VpöM, '-Iff, ^^7. b/ -bendn . r.l-ü717£beMn, >' .1 ^ \i6.7/Fbenf^/ 
8/ Urcartes hielt er. s±sj.t f . r nctig, rechs nH[I7dirffe::to vor ufz^ffÜtA ^ 
sxehe 3Cine ^as^ioncs anl^ae, 1650, artlc.69,",.on dari nisl i« se? ' 
c, w.^ ■•ri.:itivas pestionep.. ni.T.iruin ad... ir; tlcnem, aroren, odiu.,, cu üdita- 
"^Ä '(^ -......^rn... ..iihrend .nhon Aristoteles« 



■^ ^<^P 



I 






V 



n 



->. _ XII:"Spes est Inconftans laeLXLia ux 

'X.^. f c:VGnti4r ?ii ULtoHUs dubitainur.»' 



Oi.^ v<«» 



■<* » 







y 



IV, 




(/j 



•* 



und Unlust v.erden wir unr doch mit erstf,imlicher :.räzlsion dessen be- 
wusst, v.ie weit Freude .;;der fchiner^ .berv.iegen, oder wieweit ?ie allen- 
(X> fnlls i.n Gleichcevlcht stehl; und unser Urteil muss hier evidentermassen 
Eis die einzig bef-.gte und •■.usreichende richterliche Instanz gelten. 

■-re -ans diese ^rt bev.usrter.oder auch nur hrlb be^usrter /Abschätzung s. 
zn--clich.keit nicht gegeben, so ^vUrden unentbehrliche Regulatoren unseres 
Handelns -oiad instiktiven Verhaltens fehlen, r.ird aber dieser elementar 
■' wichtige Faktor der jeweiligen Abschätzbarkclt des vorv-iegend last- ^^ 
unlustvollen Ghr,rakters eines ! rlebnisses eebiJirend in Betracht gezogen, 
dann zeigt es sich in der Tat, dass dss Lachen vesentlich Lust anzeigt, 
vie auch ?les;ner zugibt, -elbst d r Lachen in ut und Verachtung weist 
mindestens ein Mehr von Lust auf ?.ls der ohnmcichtige Zorn. Auch das «ei- 
nen aber^legt nur in villiger ^Jieder/schlagenheit "Desorganisation", nze> 
brechen" und Cchmerz bloss. Das '••einen der wehmütigen RJhrung zeigt met 
ner -Leinung nach seelisch so wenig "Kn ..itulation-'und "Verzicht"/dass 
auch hier noch Freude in der Vrinnerung an -ibenvundenG Fchmerzen und Be- 
fürchtungen oder iin Gedenken vergangener Freuden verherrscht. Alle sol- 
che leobachtungen aber sprechen gegen die Belanglosigkeit der Lust oder 
ünlustfaktoren und gegen die, y-enn auch eingeschrinkte Art der Paralle- 
lisierung von Lachen und '»einen, die Plessner fjr v.esentlich hält. 

Fin weiterer Grund rber, vara- das Veinen weder in der Plessnerschen 
^arallelstellung mit dem Lachen noch überhaupt sc viel Beachtung in der 
Psychologie, Phänomenologie und Ästhetik gefunden hat vie das Lachen, 
ist noch anderswo zu suchen. Fs ist eben als Ausdruck der Erschütterung 
im Erleben der Tragik oder der Verzweiflung, oder auch nur der 

1/ H. Plessner: Lachen, und reinen, 1950,6.20S:"Die Gleichung Lachen-Lust 

mag nocn einigermassen aufgehen". 
fc/ Fbeuda, £.191, 194f. ^-/Ebenda, f .191, 207. 4/ Ebenda , f. 190. 



I 







j/( 



IV, 



1/ 



"7\lLi 



V" J 



verlei^enheit im Ganzen k.incsvc,r ro ..^entlieh f .r die Ihrr, ^u?,eordne- 
ten .'h.nomone .ie aa. Lachen oder Lächeln charakteristisch ist r.r das 
r-rlebnir *on KomlK. 'ie ^essner selbst and suger fl .:chliGC ->cobrchtung 
bestätigt, seelisch .ehrhr.fte ./.inrer v.ie -roaen ,flc-.;on M:ch bei st.r-:- 
sten '.nl.ssea hierzu viel seltener .u .einen -l. beim ".rsrivon" Frleb- 
nis der onik orfreut zu lachein. Die V ir. on^ - wenn auch nie t die Er- 
zeugung - äes Kood.chen ist aas.sercrdtatlich viel M.£ei.r.iner von Lachen 
begleitet ,.ls die der i'rc-ti:'^ oder der vei.v.eireJ ten . c 3i,;nation von 'et 
nen; und schon dies i^t - Iru Ge^;ensat^ a^ -lesrnerr .nn.h..e - weithin 
PU!?reicuender orund dr.tar, worur. aem . einen b^i .nderc/der /'^sthetiV des 
Tragischen, aber auch sonst, berechtigter ■• oic-e -euit- r 3ecchtung re- 
schenkt v.uriie als dem Lachen. 
J^J/ Trotz olle dem roer darf >.ie hohe rr.ensohlichc '-.eoerit^inR beider Aus- 
'rlruclcrerschein^xn^en in u^berein.tlr.nung ..t 'lessner nlciit in gering- 
sten geieagnet -.eraen. .ur ?xesrners Deutung beider -h .aon,ene als ein^^^^ 
Fallen in einen -'anonynen /atomatis.^us" , .eine J^berbetonung des v.es^t 
lieh o.sc-iven Fleir.ent. i;. .einen wie selbrt i.. Lrchcn bleibt rrexaer "et 
nw nach nicht ..bcrzeuger.d. ^■•'^r. f :t de, Vergies.ea vcn echten Tranen 
nur in schwerer f.c.ignation zutrifft, i.t auch nicht entfernt In die.cr 
eise auf das Lcchen^v, endbar. D.nn, er bleibt eine v.,it .ehr r.y.tlfi- 
zierende, ;,ls ..larende "Beschreibun£:" cer rh.,no:nenj., .Mesc hier .'erade 



n 



r 



in aon beiden -'h^:r.on>enen find, -^^.e -Ics^er d^rtun^ill .^na^ 

men und keine Froude-n trinen vergies?en kann, bleibt ,xn..tant . e.euuj. 
g/ )-benda . r.l£>5. 



1 



y' 




V- 



Air 



), 



f^ 



^i 



^1^^' 

'iy 



der "V£rltt|t der ßeherr schmiß l.u Gcr..zp:n ^ (rptrrdruck Plersners), die «D«^ 



or a*ni-^ i.iün des Verhaluilsses zwisciien dem Mensdciun uiid seiner physlccheu 
Fxi^^tens;^', "im Vcrhultni^ der Perr^on zu ihreir; Leib«' (wem. auch keine "1 a- 
pitulaxion^'der "Person^O^it freudij^erri Lachen über dicee Desorganisation 
«quittiert" iverdea kann. Ks ürsciiCiiit vor allem ^ohv^er glaabheft^ d;s.ss "pa?» 
tout^' d£is }iici:i;ivt.rstehcn der Doppt Isinnigkeit&n n-c^ Lebens, dl© v^'ich uns 
aufdrangen, ein erhtitertt>s Lachen als Aiitvort auslosen seil, :;enr: ncrrar.- 
1er ' eise kann sicn die i atlosigkcit vor solchen uiiv^-;r£tändlicheri Unstim- 
raigkt^iten nur in schwer vcr^tiui^iter deprt^sjiver ünriihe oder Iriptrung äus- 
sern, reicht i- gelöster, lachender Vcrt'ndgthtit, vorrius^eßtzt, dass die 

4/ 
störenden ^^Geg^ensiniiieikciteri*^, uai die e- gtixt, nicht gärixlich Utierheblich, 

olxac Ixiteresse für die botrcffcaden llenschen siad uxid deshalb mit Gl^ichgül 
cigkeit t<U£;:er acnt i^ülasecn, aber jedeafi^lls nicht »it L^.cheIl auf^enocuaen 

Es*ist . ohl einsichtig, dass eiii körperlicher Kitzel sich in Kichern 

md einer freilich sehr bedingten - pasilvcn Heiterkeit äus/^ern kann. Aber 

es ist in d.^t Tat eine bis zur Undurchsichtibktit groM« Jn '.* ehr sehe Iniich- 

kelt, dass cdn bloss »entgleitendes Hinf^ingeraten und Verfallen in einen 

kcroerlichen Vorgang, 6'iV Äwarxgshäft abläuft ur.ct far sieb st:?lbst undurch- 

lichtife ist^', zugleich "ber:::tonde" seelische Freude an ^^r Ko£nik ^usdrUckeu 

soll, hs bleibt rätselhaft, wieso eine »'anonyise" iuiti^ort, in der der Mensch 

B/ 



llt^ : 



• • 



• • 



• * 



«eigentlicn.,nlcht selbst lacht«, sondern es nvir "in ihm lacht", inwiefern 

A A 

ein »»Nicht fertig i^crden" mit ^bedrängenden, .iii;f»uflcsbaren, mehrdeutigen.. 

:V IT , 10/ 
Gegensinnigkeiten«, ein Nicht HerrJj^Vrden" dher sie zu freudigem Lachen 

tUliren mu5?. Es muss eine seitsem anbefriedigende Beschreibung eines leib- 



/y seelischen Phänomens bleiben, wonach yy 



> 




1/ rbandft . lt-,87.(palls nicht ausser acht .^lelassen »ird, «ie aktiv z.B. gros- 
so T^nr^spieler sogar Zustande von pss&iver Zerknirschhclt im .einen glaub- 
haft darsteilen kennen, und \-:±e spontan ,joüühickt.^ li«uCAlcr «r.rokouiltränen 
pruduzlercn, dann wird aus dii-ten und andere-" r.rünaen sogar Vorslcnt go~ 

"Fal- 




a 



ü 



n 



^ 



p 



■ \l ^^- ■ IV, 

r.ie'^nterbindunr-r.ll... .crrt^'^^u Verhaltens zur . eltj^durch unaus- 
gleichbcre ^•cnrsinuigkeit uer .n.^..fungsmogIich>.oiten- uns freudig 

1 riehen Ir; ssen kann. 

.usonr.nnfnsr.end l...t rieh vchl s.'-ge.: .a. Tles.ner zu r.o ■ bor" on- 
plexe. und sch.cr einsichtigen rchilderungen cer seelischen .o.poacnte 

, , ^, _. ., , ,..._ -.lieh letzten indrr vor .'..lleni be- 

d e E L/f! cn 



r 



\ < 



Vf 



<!^<>i 



r 



■. r 



ens gef hrt hr.t, vzr v.ehrj-.chein 
dingt durch die urrlte Lcheu der "vornehmen 



U.ilü?cphlG", hier vlc auch 



4 / 

I 

/ 



i.kLii.i ^eü: ci^ber su ist, dass trotz alier "invande gegen ihre nur"ober- 
flüciiliciie^' P^eJeutuiig tr tsaciillch iielter/.eit, Freude eine pu sinnfällige 
Folie im 'ü.nomen Jes Lachens stielen, warum ir?t dann von aesrner auf 
ihr Verstehen so katastr^ ,:hal wenig , ert gelegt v.orden und ?>uf die -zwci- 
reilo£^ un eich airpriudorenae - /atlosigKeit vcr Dopr>eisinn ein so unge- 
buMriicher iiasschii€s:.licher [vachdruc: ? Leji gegenüber zeirt e?. rieh in 



6 






I 



i 



5?Gn£t Lurt und inlust f-chlicht alF erit^^cheid^nd \.ef entlieh e seelische 
Fai^tcren gelten zu iasi'en - eine Grunohaltung, die in der . thik der Re- 
ligions 'hilosuohie, der Gcscnicht^-ihilosophie une /ö^sti.etü: zu oft rien 
V.cla nicht vor l«iter Biumen ^^\\f^r\ lies?, /uch ^lesrrner r crrt sich aufs 
heftigrte ;i^^g^^ die Anerkennung einer .\rinzi :iGll ca.?: or.oticnale Leben 
beherrschend^ •^'"ra.lit^it von Freude und Leid, von Lust und rchmerz»' ; er | 
nea.it die e^^ugnaiitne > ^x^ diese Gebens. tzlichkeite-i "uberffdchlich^', eine 
viel Zu »ksii}K>le rcüeniatik", ^ie Vorausset/.ung von ganz unz alang lichK 
"groben ke^^ensitzcn", in aie der '^]/cichtum'' seelischen Lebens un^ikgl.ich 
eingeicugen i^i.v<i^ii )i>.^\my obwohl er nicht leugnet, dass .iie Gleichunif 
■■^achen-Lust. . einigerniasren aaf^-ehen.. mag". 



I 



\ 



i 



1 






kirKÜcxiKeit, dars Lust und Unlust Keineswegs nur unwesentliche, . eni, 

grjandige 

besag;ende vordcrt^üige rlexente des Fee Lisch n sind, rondern die blei- 
bend ele^iientnrston Frn.toren des Gefahlslebens. '^lesrner ist orino ^^^en 
gexinfcsten Zveifel im I\eciit, aass für je^en tiefer sehenden l^eobachter 

1/ Efbenda, ^.1-., 505. k/ Ibanda^ r.l9c. k/ : beuüa, f.lvZ, ^ Ebenda , F. kOS 



I 



c « 



x? 



- ¥■ 



y 




a 

V 



wahllose Intrikcte Ikiischungen von Freude und Sciimerz zu beachten 
sind. Aber das ändert nichts daran, dass es entscheidend bleibt, ob 
in diesem J-^ischprodxxkt etw^? des Erlebens von Tragikomik und zahl- 
reicher anderer Phänomene das Lust- oder dBs ünlustmoment vorliegt. 
Dieses schliesslich fir die Komik und das Lachen stets eindeu- 
tig Iberv^iegende Lustelenient kann aber meiner ?Jeinung nach nie durch 
ein blosr. passives Verharren im ITichtverstehen von Dopoelsinnigkeiterj 
durch einen Verständnis verzieht auf ihre Durchleuchtung verständlich 
werden, sondern nur durch die aktiv gelungene, intuitive Fnt^^irriing 
der vorl -regenden Verwirrungen. Dies aber ist eben der Standpunkt in 
der Gesamtbetrachtung des Lachens, den ich deshalb im Gegensatz z\x% 
Plescner t ohon aufrecht erhalten muss» 



1 






II 1 1 I rtWlH II Hll II 



9?<^. f^f 



<c^ 



r 



^ 



-49- 



Freudß Scheidimg zwischen Witz, Koiiik 

und Huirior 



Im Zuaamuienhang hiermit kann vielleicht auch die 

Teilberechtigung von weiteren Freudschen und Lippsschen 

Gedahkeninotiven am ehsten gewürdigt und kritisch umge- 

\ \ 
wertet werden. 5 reuds Der Witz und seine Beziehung zym 

Unbewussten (1905) ist wohl der originalste Beitrag zum 
Verständnis des Lachens, den die Neuzeit aufzuweisen hat. 
Freud hat mit einer genialen Sezierungskunst zahlreichen 
verdeckten Wurzeln des Lächerlichen nachgespürt, lind doch 
scheint mir das Ganze seiner Konstruktion noch prinzioiell 
korrekturbedüi i'tig. 

Auch Freud legt wie die edelsten Analytiker des Lachens 



beträchxliches Gewicht aui eine "schaiie begrifiliche und 



/ 



^ sachliche l^cheidung zwischen V<itz und Komik" , die .wie er 
\ glaubt in den "meisten" Fällen durchaus verschiedenen Cha- 
rakter haben. Aber selbst seine geistvollen Versuche, vor 
allem die Komik vom Vlitz und schliesölicu auch noch die 
"^ Komik vom Humor reinlich abzutrennen, können. Kaum als voll 
überzeugend oder als grundlegend bedeutsam gelten. Ireud 
selbst lühlt sich z.B. viellach gedrängt, "die nämliche 
Aussage zugleich witzig und komisch" zu nennen , odei "die 
Berühiung nät dem Kon-ischen" wenigstens in vielen, wenn 
yi^ auch nicht den meisten Fällen einzuräumen^, und sich daran 

"mahnen" zu lassen, dass der vitz "einfach" nur "als «das 
Komische der Rede« oder 'der Worte'" hingestellt werden 



kenne. 



-50« 



/Ti^.y^/^ 



7^< 



Doch selbst in Beispielen, in denen Freud den Ge^jensatz 

von Vitz und Komik lür sinnfällig hält, kann ich seine Argu- 

Eentation nicht durchschlagend finden. Wenn z.l. Or'stner, 

der witzige Gottinger Physikprüf essor des 13. Jahrhunderts, 

"einem Prinzen, der sich während einer Demonstration vor das 

Fernrohi*' stellt, zuruft: "Mein Prinz, ich weiss wohl, dass 

fie durchlauchtig sind, aber rie sind r.icht durchsichtig" , 

80 handelt es sich YQer meinem Gefühl nach durchaus nicht 

nur, wie Freud meint, um das ♦♦witzi,:Te" .':piel mit den ähn- 

// 

lieh klingenden und zui- Verdichtung geeigneten Torten 
"duichll'uchtig uj:d durchsichtig", sondern auch un. eine ty- 
pisch "komische" Situation, in der ein hoher Würdenträger 
degradiert" erscheint infolge täppischen 3er.ehjT.ens. Selbst 
wenn der Graf Andr&ssy der '♦Minister des schönen Ausseren" 
genannt v.ird^ , so liegt auch dabei nicht nur ritz in dem 
prägnanten Doppelsinn des Wortes vom "Äusseren" , sondern 
auch hier erscheint eine Respektsperson, ein Graf und Mi- 
nister, stark hei abgesetzt als ein hübscher Fant, der nur 
das schrne Äussere hat, statt vor allem die Fähigkeit zur 
Vi'ahrung der auswärtigen Interessen seines Landes für seinen 
hohen Posten mitzubringen. 

Das Gleiche gilt sogar für einen anscheinend so reinen 
Wortwitz wie dem von dem Juden, der auf die Präge, ob er ein 
Bad genomii-en hat, nur erstaunt antwortet: "Wieso. . lehlt eins?" 
Freud betont hier vor allert den "doppelsinnigen" Gebrauch des 

Wortes "nehmen", einmal als "farblos gewordenes Hilfswort", 

3 
das andere :ial als "Yerbum mit unabgeschwächter Bedeutung" 



I 



-51- 



und die "Verschiebtmg des Akzents" vom Bad auf das .N^ehmen . 
Das ist alles zweifellose zutreffend. Trotzdeu. bssteht mei- 
ner :einung nach ein Teil der Lachwirkun^ auf den, was Freud 
a )t^, sonst als tj^pisch^ komisch^ ansieht, nämlich auf der Verge- 
genwärtigung einer Person mit eine: einzigen, so überbetonten 
}k Sd^ (und daher der Karikatur fähi^rer.^) Erwerbstrieb, rlass für 

sie selbst das 'lehicen eines Bades nur veiständLxlch ist als 
'aJ^ -\ stehlen, überhaupt scheint es lüir allgeniein nicht genug be- 

achtet zu werden, dass wir auch beim Vei stehen jedes Wort- 
witzes bei^leitende Bildvorstellungen haben, die als spezi- 
fische Eituations-oder Personenkomik gelten können, und dass 
schon dadurch jede reinliche Trennung von ""itz und Komik 
sehr erschivert und vor allem unwesentlich geinacht wird. 

^^"%'eudE sonsti^re Unterschoidungskritei ier zwischen Komik, 
Witz und Jlumor sindkwar zweifellos au^h anregend, aber ihre 
rruchtbarkoit und r,chlr.gkraf t erscheint mir doch bei weitem 
fraß\vürdiger als der ','ert seiner übrigen Haupterkltlrungs Prin- 
zipien. Ist "baim ■"itz" wirklich eine "dritte Person zur 
Vollendung des lustbringenden Vorgangs unentbehrlich", näm- 
lich eine, 1er der Viitz mitgeteilt wird, neben der, die den 
Witz macht und der, "an der er gefunden wird"''? Mir scheint 
das nicht überzeugend. Man kann nicht nur Lichtenbergs spe- 
zifiBche "Gedankenwitze", sondern auch andere, ebenso wie 

7 

"Tk,. eine Tragödie, für sich allein lesend geniessen, obwohl man 
in allen diesen Fällen ein lebhaftes P^edürfnie fUhlen rnag, 
das, was man liest, sowohl Verse aus dem "Tasso" wie die vie- 
len von Treud analysierten "itze einer dritten Person mitzu- 
teilen. V 






C^. 



< 



1 






I 



•* . ^ .rJ 1 



-52- 



r 



Freud gibt drei durchaus verGtändlicLe Gründe an, 
warum jeder '^itz einen Hörer höchst wünschenswert nacht, 
1. : Diu Iiitteilung meines \^itzes gibt mir "die objektive 
Gewissheit von lern Gelingen der Witzarbeit, 2. "meine 
eigene Lust" wird "durch die Rückwirkung von diesem an- 
deren auf mich" ergänzt, 3» es wird bei der Wiederholung 
"der Lusteinbuöse durch V egf all der Neuheit" abgeholfen • 

Warum aber nicht genau das Gleiche wie für den Witz auch 

1 Humor 
für die Komik und den-«mner und selbst für die Tragik 

gelten kann, ist mir nicht genügend einsichtig, lür die 

Komik ^^ibt es ausserdem yreud selbst zu, dass die "dritte 






')^ < J Person", der von der Komik berichtet wird, zwar nicht un- 
bedingt ^um Genuss benc tigt ist, dass sie aber auch da 

2 

"den komischen Vorgang. »verstärkt" . 

Dass jedoch der Humor "die genügsamste unter den Arten 
des Komiischerl' sein soll, dass "sein Vorgang, .sich bereits 
in einer einzigen Person. .vollendet" , dass ich "den Genuss 

der in mir entstandenen humoristischen Lust für mich behal- 

3 

ten..kann, ..ohne mich zur Mitteilung gedrängt zu fühlen"-^, 

ist meiner Meinung nach nicht genügend belegbar. Das Gleiche 
aber, woreuf noch später zurückzukommen ist, gü'^ auch für 
die ausschliessliche Zuerteilung von unbewusster psychischer 
Tätigkeit an den Witz*, während in der Komik und im Humor 



die Mitarbeit des Unbewussten angeblich zu entbehren ist. 

All diese Einwendungen seien jedoch wesentlich nur 
vorgebracht zur Selbstverteidigung für meine weitgehende 
Vernachläsaigung der angeblich fundamentalen Unterschiede 



i 



"^n^^^j^ 









-53- 



zwischen Witz,' Komik und anderen Arten des Lächerlichen. 
Es wird damit keineswegs geleugnet, dasB es h-.chst wün- 
schenswert ist, in dem weiten Reich dessen, das Lachen 
erregt, und innerhalb der Lachreaktion selbst nach mög- 
lichen Dif f ei enzierungen Ausschau zu halten. Aber es wird 
davor gewarnt, über diesen Differenzen den Reichtum dessen, 
was allen diesen zu differenzierenden Phänomenen gemeinsam 
ist, zu unterschätzen und die Konzentration auf dieses Ge- 



I 



m 



einsame zu vernachlässigen. 



/a^j 



7k^' 5^/, 



^ 



' 



r 



\4r 



Freuds drei Hauptmotive zur Erklärung des 
Lachens und seine Stellung zum Doppel- 
sinn im ^itz 



Im Übrigen hat Freud, wie last jeder Analytiker des 
Lachens, der "Doppelsinnigkeit'» in jedem komischen Gegen- 
stand, die ich als wesrntliches Kennzeichen auf;recht zu 

i 
erhalten suche, weitgehend seinen Tribut gezollt, wie er 

dies schon in dem vor kurzem zitierten Badewitz tat. Doch 

* 

auch sonst spricht er vielfach vom "Doppelsinn" und von 
"Zweideutigkeit" vom "Dopoelgesicht" , der "double face", 
dem "Januskopf", der "Janusköpf igkeit" des witfcesj und 
er geht einmal sogar sc^^iA^eit anzuerkennen, dass "^nichts., 
den Witz besser von allen anderen psychischen Bildungen., 
scheidet. .als.. seine Doppelseitigkeit und Doppelzüngigkeit; ., 
wenigstens von dieser Seite haben sich die Autoren durch 
die Betonung des 'Sinnes im Unsinn' der Erkenntnis des 



r 



Witzes am meisten genähert 



«3 



i 



11 



^^■vimp 



-54^ 



Trotzdem aber drän^^en sich in Freuds Analyse des 
Witzes andere Erkläiiin^^sver suche weit niehr in den Vor- 
dergrund; und von ihnen - so scheint iiiir - verdienen be- 
sonders drei hervorgehoben zu werden: 1. die Lust am Un- 
sinn , 2. Gedanken-und ^ort-" Verdichtungen" in der Form 

von psychischer Ei sparung und Srsoarungen von Heminungs- 

2 
aufwand als "Quellen von Lustgewinn" , 3« die 'Rearbeitung 

des "itzmaterials im Unbewussten*^. Keines dieser Erklä- 

rungsmotive scheint das Geringste gemein zu haben mit der 

Lust am Durchschauen von "Doppelsinn", die ich bisher zum 

Kernstück der Analyse des Lachens wälalen wollte. 

Im Gegenteil Freud unterstreicht es einmal, dass man 

z.B. bei einem "unstreitig witzigen" Vort, das von Schlei- 

eimacher herrühren soll, auch "mit dei grössten Anstaengung" 

keinen "Vorstellungskontrast" auslindig iiachen könne^. Aber 

diese Kritik Freuds kann unmöglich zu ernst genomir.en werden. 

J)Qnn in einer späteren Analyse desselben Schleiermacherwor- 

\\ 

tes, dei' bekannten Definition "Eifersucht ist eine Leiden- 
huil/^ Schaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft»»;, kennzeich- 

net Ireud selbst diese "Definition" als einen "blossen 
Scherz" , der vom eigentlichen Witz durchaus zu "uiiterschei- 
den" sei"^} und man mag billig noch weiter gehen, indem man 
das Schleiermachersche Spiel mit den Bestandteilen^ des Ter- 
minus Eifersucht weder als ^dtz noch als Scherz, sondern nur 
als Geistreichelei ansieht. Vor allem aber, ob man diese 
"Definition" nun als Scherz oder Witz oder was sonst ausgibt, 
im Gegensatz zu Freud scheint es mir nicht der geringsten 



'Tij 



\ 



-r 






-55- 



♦♦ Anstrengung^ zu bedürfen, hier wie in sonstigen schara- 
denäimlichen Beispielen von ireud und in dem "/itz vom 
Nehmen = Stehlen des ^^ades einen " V^orstellungskontrast" 
aufzudecken. 

Auch hier wie in anderen von Freud entsprechend ana- 
lysierten Scherzen und V itzen handelt es sich prinzipiell 
um das Aufgreifen eines Doppelsinns. In dem Terminus 
'♦Eifersucht" treten einerseits "Eifer" und "sucht" durch- 

k{/0 ^ aus nicht im Sinne von suchendem Eifer auf, auf der anderen 

yh4^ ^^ 

Seite aber kann nicht geleugnet werden, dass rein phonetisch 

das Verbum "sucht" und das Substantivum "Eifer" in dem Tub- 
stantivum "Eifersucht" als seine alleinigen Bestandteile 
enthalten sind , und dass das Gleiche für "Leiden schafft" 
und "Leidenschaft" gilt. (Hier wird - ganz ähnlich wie im 
Badewitz das Wort "nehmen" - das Wort "schaft" einmal so 
farblos gebraucht wie in Verwandtschaft, Feindschaft etc., 
imd dann in seiner ursprünglichen vollsinnigen ^edautung 
als schaffen = produzieren). Und ferner wälirend einerseits 
die beiden Worte "Eilersucht" und "Leidenschaft", solange 
sie unzerlegt sind, nichts über die weiteren Eigenschaften 
der beiden durch sie bezeichneten Dinge aussagen, so ergeben 
andererseits die phonetisch gleichen Vierte in ihre sprachli- 
7^ 5'^Ä> chen Bestandteile zerlegt, etwas ganz andersartig Ileues, nän.- 

lieh eine Informieixing über das ^esen der Eifersucht. Dass 
es trotzdem "eine recht ungenügende Definition" jener Lei- 
denschaft und ein ziemlich "wertloser. .Gedanke" ist, der durh 
dieses Wortspiel vermittelt wird, hat Freud selbst augegeben; 



^^ 










•nkaf 



f 



-56- 



liU. ' 



und daher sollt e man auch wohl diesen Schleierir:acherschen 
Aphorismus besser nicht als besonders guten Scherz oder gar 
als "sehr vollkommenen« »Vi tz'* bewerten, wie dies Freud ein- 
mal tut-r 

Jedenfalls aber - im Gegensatz zu Freud - der etwaige 






cherz, der hier vorliegt, und das V^ergriugen, das er verur- 



sacht, kann, wie auch sonst allgemein, eist erfasst werden 
mit dem erfolgreichen Durchschauen der Ähnlichkeiten und 
Gegensätze der in^'rage stehenden Vorstellungen, ?;orte und 
Wortbedeutungen. 



O'K-^ 



(1) 



Die "Ersparung" psychischer Energie in 

der Komik 



7k.p 



wie aber steht es nun mit T reuds drei gänzlich anders- 
artigen Erklärungsprinzipien des Koroischen, vor allem mit der 
psychischen Ersparung, die er so mchdrücklich als eine Ur- 
quelle der Lust im Lachen ansieht? Freud hat hier fraglos ge- 
nialisch reiche Einblicke in menschliches Seelenleben verrit- 
telt; und er hat ausserdem gelegentlich davor gewarnt, die 
Bedeutung der psychischen Ersparung für den Traum und ^'itz 
zu üoerschätzen^. ?venn auch (nach Hamlet 11,2) "Kür;ze..des 
Witzes Seele ist" , so ist doch nicht jeder Lakonismus des- 

halb lachen' erregend, sondern die Knappheit des Ausdrucks 

\ 
xmd selbst der konzentrierte Doppelsinn eines Wortspiels 

können durchaus zur Übermittlung tragischen Ernstes verwandt 

werden. D.h. psychische Ersparung könnte somit allenfals r.ur 

in den Dienst von lachenerzeugenden Faktoren gestellt werden. 



J 



-57- 



Aber sie selbst könnte allein diese Lustentbindung nicht 

bewirken, 
n^ ^njf^ Trotzdem aber spricht Freud dann geradezu von der 

"Wohltat des Doppelsinns" , als ob die Ersparung von Tor- 
ten und ihre Doppelbedeutung selbst die unmittelbare Quel- 
le der Lust am Witz bilden könnte. Dae aber ist streng ge- 
nomn^en so wenig der Fall, dass uugekehrt jeder Doppelsinn 
/ an sich nur peinliche Verständnisschwierigkeiten und damit 
nicht den geringsten Grund zum Vergnügen für uns bedeuten 
kann. Solange der Doppelsinn blosB Doppelsinn bleibt und 
die Doppelbedeutung, die vorliegt, nicht ein für alle mal 
weggeräumt wird, solange kann sie etwa in einer juristischen 
oder irgend einei wissenschaftlichen Argumentation nur als 
störend und potentiell unlusterregend gelten. 

Freud geht aber schliesslich so weit, dass er in den 
Schlussworten seines Hauptwerks über den Witz die psychi- 
sche Ersparung als das erklärende Kernstück sowohl des 
Witzes wie der Komik und des Humors anzusprechen scheint. 
Die Lust des nunxors leitet er zusamiiaenfassend "aus erspar- 
tem Gefühlsaufwand" ab, die des Witzes "aus ersoartem Hem- 
mungsauf v^. and" und die der Komik "aus erspartem Vorstellungs^ 
(nesetzungs)aufwand"^. Aber mit dieser - zum mindesten schein- 
baren - Überbetonung des psychischen Sparens werden offenbar 
entscheidende Zusammenhänge, um die es sich hier handelt, 
verdunkelt. Selbst das Verständnis von Freuds eigenston 
wertvollsten Einsichten wird damit gefährdet. 



-58- 






i 



OJ^ 



il^s "Denken der Welt gemäss dem Prinzip des kleinsten 
Kraftmasses", das um die Zeit der Abfassung von Freuds bahn- 
brechendem Werk von Richard Avenarius und ähnlich von P^ach 
zum erkenntnistheoretischen Hauptprinzip wissenschaftlichen 
Welterkennens erhoben wurde, bedeutet ja auch keineswegs, 
dass »'Ökonomie des Denkens" hier als der letzte Selbstzweck 
proklamiert wird. Auch hier wird selbstverständlich nur die 
Denkökonomie empfohlen, die eine grössere vereinfachende 
Durchsichtigkeit der vorliegenden Denkzusammenhänge herbei- 
führt, aber sicherlich nicht die, die den Komplikationen der 
zu verstehenden Sachverhalte aus dem V'ege geht, ilur die Veg- 
räumung eines unnütz erschwerenden Denkaufwands, nicht die 
jedes Denkaufwands kann hier in irage stehen. 

Auch Freud kann mit dem Gefühlsaufwand, der beim Humor 
erspart wird, nur die Rrsparung bediückender und nicht etwa 
die Umgehung aller Gefühle, einschliesslich der lustspenden- 
den im Auge haben. Er kann mit dem Sparen von Vorstellungen 
beim Verstehen einer komischen Situation nur das Ersparen 
von überflüssigen Vorstellungen meinen und beim 'Vitz bloss 
das Beseitigen von Hemmun^i^en treffen wollen, zu den. das Er- 
sparen von Hemmungsaufwand nur als Mittel dient. 

Der besondere Nachdruck, den Freud auf den Begriff der 
psychischen Sparsamkeit legt, ist vielleicht noch mitbedingt 
durch einige verhältnisEiäjssig ähnliche Tendenzen bei dem von 
Freud nicht ohne Grund hochgeschätzten Theodor Lipps'^. ^^erm 
Lipps dBs "[Ibergewicht der verfügbaren psychischen Kraft über 
die Energie der Inanspruchnahme derselben als den eigentli- 



* 



^*!K«.' 



felBk* 



-59- 






N 



S5V 



C 



^ 



k3-(^ eben Grund der Lust bezeichnet , üo klingt das imL.erhin 
wesentlich an Freuds '♦psychische Ersparung' an. 

Uberl-aupt sind die bedeutungsvollen Lippschen T^estre- 
bungen hierher gehörig, die den Ablauf des aselischen Lebens, 
soweit wie möglich, präzis in quantitativen und mechajaisti- 

schen Symbolen zu beschreiben suchen, so wenn Lipps z.B. 

2 
von »»psychischen Wellen" und "Wellenhöhen" spricht, von 

psychischen Stauungserscheinun^en und "freiem Vorstellungs- 

abfluss" , von Platzbeschränkung im Vor Stellungsraum oder 

5 
von "Zusamn.ensohrumpfung" einer Vorstellung und Leistung-^. 

Aber auch Lipps gelangt schliesslich zur Aufstellung eines 
"Gesetzes der Lustgefühle", wonach nicht das blosse Sparen 
von psychischer Energie, sondern ihre möglichst zweckmässi- 
ge d.h. sinnvolle Verwendung Lust bewirkt: "je reicher und 
intensiver die psychische •Tätigkeit' ist, und je mehr in 

ihr zugleich alle Faktoren frei zusamji:enwirken, desto 

g 
grösser ist die Lust" . 

Damit a oer ist es auch von dem Freud nahestehenden Lipps 
bestätigt: es ist nicht eine Sparsamkeit in der Verwendung 
von Vorstellungen und Gefühlen, nicht eine Verminderung von 
psychischen Inhalten, die Lust erzeugen, wie dies Freudsche 
Formeln so oft nahe legen. Das Entscheidende ist im Gegenteil, 
dass das ersparte psychische Material sinnvoll zur Bereicherung 
des psychischen Gesamtbildes verwandt wird und nicht zu seiner 
Verknappung, nicht zu einem "Tpärlicherwerden" des Inhalts. 

Im Humor z.^. wird nach Freud ein "Gefühl sauf wand" ..er- 
spart"'^ d.h. es wird einer "bereitgehaltenen Unlustentbindung 



l/ja-6^ 

a 



t 



i 



-60- 



ihre >:nergie" entzogen und »»durch ..bfuhr in Lust»» verwan- 
delt, ohne dass doch der "mit dem peinlichen ..llekt ver- 
knüpfte Vorfc;tellur.gsinhalt der bewusp.ten uufmerksainkeit'» 
entzogen wird^^. Jas aber bedeutet natürlich, dass hier im 
Gesamtbewusstsein nichts spärlicher geworden ist. Im Tregen- 
teil es tritt iust hinzu. Aber sowohl der mit dem peinsamen 
Afiekt verbundene Vorstellungsinhalt wie die potentiell an 
ihn gebundene Unlust bleibt ali nur potentielle Jnlust ge- 
genwärtig. Der berühmte "Huiüor in Tränen" und/Jeder ;.umor 
wäre eben nach der Freudschen Lehre kein Humor mehr, wenn 
er sich das V isaen um potentiellen Schmerz in der betreffen- 
ll^<iS^ den Situation "ersparen" würde. I,.it anderen ^;orten, im La- 
chen oder fächeln des Humors ist von der psychischen Situ- 
ation, die vor dem Eintritt des Hun^ors vorhanden war, nichts 
an Inhalt verloren gegangen oder erspart worden, sondern um- 
gekehrt, es wurde neuer seelischer Inhalt hinzugewonnen. 

Aber auch die Verknappung des sprachlichen Ausdrucks im 
Witz und das 'v^^eglassen von verbindenden gedanklichen und 
sachlichen Erklärungen in jedem Scherz darf eben letzthin 
keine Verarmung an psychischem Material bedeuten, sondern 
muss zu einer definitiven Pereicterung führen, um Lust aus- 
zulüsen. Die Lust kann erst dadurch entstehen, dass wir a;t- 
tiv und intuitiv die "ersparten" Gedanlfenerklärungen doch 
zum Verständnis der sonst absurden Wort-und Gedankenverkür- 
zungen beibringen können. Sobald wir das nicht können, 
bleibt der Scherz von uns unverstanden, bleibt die vorlie- 
gende Gedanken-und Wort zusammendrängung absurd, und es tritt 



yi^ 



-t^ 




•^ 



U3 



^ 



M>t 



f-iXr- 



-61- 



nicht Lust ein, sondern eine i:.eikliche Unlust, falls wir 
nicht dem Witzerzähler und dem lyitz aus besonderen Grün- 
den jedes Interesse versagen wollen« 



\ 



Wendet man sich z.B. der Anal^/se des 'itzes zu, den 



Freud als besonders "lachkräf tii^^" bezeichnete , und den 
auch Lipns und aeymans schon lür ihre Zwecke heranzogen, 
einer Bemerkung des Lotteriekollekteurs und Hühneraugen- 
operaförs Hirsch-Hyazinth aus Heines "Die Bader von Lucca", 
in der sich Hirsch-Hyazinth rühmt, dass ihn der reiche Ga- 
lomon Rothschild aus Frankfurt '«ganz wie seinesgleichen, 
^anz famillionär '* behandelt habe* Lipps findet hier, wir 
verstehen das an sich sinnlose ?:ort "famillionär" sofort, 
J^^Ow.«^, sobald wir uns des malitiosen Sinns'» bewusst 
werden, in dem hier in einer ausserordentlichen lortver- 
kürzun^ an/^edeutet wird, dass selbst Familiarität bei ei- 



ßi^St 



ßjii. 



Y^^-x/^ * 



nem üillionär "durch den ^Beigeschmack des Millionärtums 

2 
an Annehmlichkeit nichts zu gewinnen pflegt^. Freud über- 
nimmt diese Deutung*^, und wie mir scheint, liegt hier bei 
beiden Denkern eine freilich relativ unerhebliche Urtoils- 

täuschung vor* 

Freud und Lipos haben zweifellos darin recht, dass 
Heine letzten '^]ndes Rothschild mit seinem Witz verspotten 
willj und : reud konnte das noch damit belegen, dass nach 
dem -Bericht von Freuds eigener i'ante JBeine an der Tafel 



seines reichen Onkels sehr wenig freundlich behandelt wur- 
de und dafür auf dem Umweg über eine Verhöhnung des Milli- 
oxiKrs Salomon Rothschild an seinem leichen Verwandten Salo- 



-» 



(D 



/^ 



sr 



-62- 



/luSlsf 



V. . 



mon Heine Rache nehmen wollte . Lipps und Freud legen 
aber meiner Meinxing nach dem Kirsch-Hyazinth viel zu 
sehr die Crefühle eines deutschen Professors oder deut- 
schen Dichters wie Heine bei. Hirsch-Hyazinth fühlte 
offenbar oder wollte zua mindesten nicht die .geringste 
Zurücksetzung bei seinem I^esuch des . illionärs verspii- 
Ten. Er will nur mit der Familiaiität ("ganz wie seines- 
gleichen") und dem Millionärtum Rothschilds zugleich 
prahlen, wie jeder kleine Kann, der sich durch jede - 
wenn auch noch so fragwürdige oder sogar verletzende - 
Vertraulichkeit eines I.ächtigeren geehrt und gehoben 
fühlt. Heine aber will dieses Greschceicheltsein bei Hirsch- 
Hyazinth und zuf^leich den ganzen Hirsch-Hyazinth wie den 
Baron Rothschild und seinen Onkel Calomon Heine mitsamt 
allen . illionären dieser Art einschliesslich ihrer kleinen 
Speichellecker in ihrer Inferiorität an den Pranger stellen. 

7/ie dem aber auch sein mag, es ist jedenfalls die Fül- 
le, der Reichtum von verstehbaren Assoziationen, deren 
Durchsichtigwerden hier Lust erzeugt und nicht, wie schon 
von Anfang an zu betonen war, die blosse Kürze des einen 
Worts "famillionär" , das das Sichandrängen dieser Assoi^ia- 
tionen erlaubt. Wir lachen nicht, weil dieses ^'ort so kurz 
aus zwei anderen zusammengezogen wurde, oder weil unsere 
Reaktion so schnell auf das Hören des absurden Wortes folgt, 
sondern weil sich in dieser Kürze und Plötzlichkeit so zahl- 
reiche Denk-und Sachbeziehungen für unser Verständnis er- 
7 schliessen, die wir aktiv überlegene)^ ohne weitere Belehrung 
erlassen können. 



^ 



I 

« 



^miß \ 



-63- 



7^. 






Wir lachen - im Gegensatz zu Freuds Deutung - nicht, 



^'^^'' weil wir in der Komik oder d^ \'itz und ^ Humor etwas 



h 



'(< 



»gesc henkt" ■'• bekommen, sondern weil wir uns durch unsere 
eigene Intelligenz spontan neue I::insichten er.erben können y 
ohne umständliche äussere Informationen} und Je reicher und 
neuer diese spielend gewonnenen Einsichten sind, desto be- 
) greif lieber ist das Lachen. Es ist nichtj-der geringe eige- 
ne Aufwand"^ beim Verstehen des itzes, der uns lachen 
nacht, sondern die Tülle des Verstandenen bei -verhältnis- 
mässig geringem Aufwand. 

■ftenn ein \',itz bei dem Hörer "seinen Lacheflekt ein- 
büsst", so liegt das niemala daran, dass, wie Freud uieint, 
der Erzähler seinem Publikum bedauerlicher weise "einen 
Aufwand von Jenkarbeit zugemutet- hat'. Im Gegenteil, es 
liegt vielffiehr daran, dass dem Hörer irrtümliche Jiweise in- 
tuitive Denkarbeit erspart wurde durch diskursive Irläute- 
lungen und Informationen des Erzählers. 

Jean Paul, gewiss einer der sublimsten Humoristen 
aller Zeiten, scheint mir an diesem Punkt das Wesentliche 
viel besser zu treffen, wenn er betont: "Die Menschen hof- 
fen.. stets im Vordersatze schon den Untersatz iidtgedacht 
zu haben und mithin die Zeit, welche sie n.it dem Durchlesen 
des Letzteren verbringen, angenehm zur Erholung verwenden 
zu dürfen - -ie fahren sie auf (das kräftigt sie aber), 
wenn sie daim sehen, dass sie nichts errieten, sondern von 



^ 



^ 



Komiia zu Komma wieder denken müssen!"* Hine Denkanspannung 
des Hörers setzt an sich die ireude über einen Wit?. keines- 




i 



A 



i 



N. 



-64- 



f^ '-^'^ S mega heraV,^« Intensität dieser Freude wird sogar ge- 



V^ 



steigert, sobald die Denlcanatrengung von Erfolg beglei- 



tet ist. 



Nur wenn wir einen 'A'itz oder eine <o;nik., die wir 
ver.tehen möchten, nicbt intuitiv denkerioch erfassen 
können, dann empfinden v.ir dies sofort als das Nichtbe- 
stehen einer Intellisenzprobe und sind deprimiert darUber. 
Selbst Kinder fühlen sich schon besonders bedrückt, wenn 
Erwachsene in ihrer Gegenwart über Scherze lachen, die 
ihnen unverständlich bleiben; und da dies besonders leicht 
bei sexuellen Anspielun^jen eintritt, so verr.uter. sie schnell 
eine sie irritierende verdächtige j^einilichtuerei und Unsau- 
berkeit in solchen Fällen und fühlen sich peinsain ausge- 
schlossen von der Heiterkeit, die solche ihnen unzugängli- 
che Geheimnisse bewirken. 

Nach Preud lassen "die Worte des Witzes" bei dem Hörer 
"notwendig Jene Vorstellung oder Gedankenverbindung entste- 
hen, die der Erfinder des Witzes sich erst mit Arbeitsauf- 
wand aller Art und - in tendenziösen Witzen sogar gegen 

1 ., 
"grosse innere Hindemisse" - durchzubilden hatte . ober 

dieses "Geschenk", das der Hörer des Witzes von deic Schöp- 
fer oder Erzähler des Scherzes erhält, nämlich über/lie ihm 
ersparte Gedankenarbeit und den ihm ersparten Hemnungöauf- 
wand, freut sich dann der Beschenkte und lacht. Der Spender 
des Geschenkes aber hat dabei angeblich keinen Grund zur 
Freude, da er keinen denk-und Hemmung sauf wand erspart bekam, 
und d/as soll dann der Grund sein, warum er sowohl beim '^r- 



f 



4 



i 



lll 



x.^ 



-65- 



zählen wie bei der Schöpfung des V/itzes ernst bleibt. Die- 
se Darlegungen lassen die Schwächen der Preudschen Formeln 
von der "Ersparung psychischer Tätigkeit" und die grossere 
Angemessenheit unserer bisherigen Pest st eilungen am deut- 
lichsten sichtbar werden. 

Die i7einungsdirferenzen, die hier vorliegen, können 
wohl am einfachsten in folgender Form festgelegt werden: 
1. Dem Körer des Witzes fallen die im ritz versteckten Wort- 
und Gedankenverbindungen nicht notwendig als Geschenk in den 
Schoss . denn sonst gäbe es ja keine unverstandenen Witze. 
Das Verständnis des ^itzes kar^. uns also nicht als unvermeid- 
liche Schenkung zufliessen, sondern es erfordert eigene, wenn 
auch besonders lohnende intuitive Intelli^enzarbeit. 

Wer die Tendenz eines \'itzes verabscheut, erhält beim 
Anhören des Scherzes die Ersparung eines Hemr ungsaufwands so 
wenig geschenkt, dass sich bei ihm der Hemmungsaufwand sogar 
verstärkt, da er den V.eglall der Hemmung fürchten muss. ?*enn 
daher bei einem solchen Hcrer die Unlust, die rdt der Besei- 
tigung der Hemmung verknüpft ist, die Lust an ihrer Entfer- 
nung übersteigt, dann kann die Ersparung des Hemnningsaufwandl 
hier unmöglich als Lustprämie angenommen werden, und es kann 
daher unmöglich über den Witz gelacht werden. Das heisst aber 
es gehört zur Entstehung des Lachens mehr als der blosse 
Bmpfang eines Geschenks in der Form von einer möglichen Er- 
sparung an Hemmungsaufwand, l^s gehört dazu vor allem noch die 
Annahme und die Möglichkeit der Annahme dieses Geschenks. 



litj.j^j 



^ 



)h< . 



, 1 



-66- 



S 



7 



2. Daher ist nicht die /:rsparung von Arbeits-oder 
Hemmim^sauf wand , sondern die geglückte Aufv/endung von 
intuitivem Denken und die aktive Wegräumung von ilemiLun- 
gen die Quelle der Lust, des Lachens beim Körer. Ilach 
Preud soll "die Witzeslust* .um so grösser. .sein, je frem- 
der die beiden durch das gleiche Wort in Verbindung ge- 
brachten Vorstellungskreise einander sind, je weiter ab 
sie von einander liegen, je grösser also die Ersparung an 

i 

Gedankenv^eg durch das technische Mittel des \Mt2e3 auk>- 
fällt"^. Kurz gesprochen aoer, es ist keineswegs die "Er- 
sparung ah Gedankenweg", die hier Lust bewirkt, sondern um- 
gekehrt p:brade die Län^e des Gedankenwercs , die intuitiv in 
besonderer Schnelle beim Verstehen des ritzes durchlau:fen 

werden kann. 

5. Der Erfinder oder Erzähler eines Witzes ist, wie 

meiner Meinung nach tägliche Erlahrung zeigt, durchaus 

Poder Reproduktion 
nicht der '^Lust an der Produktion ^des Scherzes beraubt. Im 

Gegenteil,; die Lust des Schöpfers ist wohl auch hier inten- 
siver als die jedes Empfängers der Gabe. Der Ilacherzähler 
des Witzes aber verrät nur zu oft sein intensives Vergnügen 
an dem ?;itz selbst und nicht nur an der von ihm bewirkten 
Lachwirkung, indem er schon bei Beginn seiner Erzählung 
lacht und das selbst dann noch fortsetzt, wenn er keinerlei 
Lacherfolg bei seinem Publikum haben sollte. 

7/enn aber der gute Erzähler von Witzen im Gegensatz zu 
seinem Publikum ernst bleibt, so tut er das, weil er-«iÄe^ 
wusst oder instinktiv fühlt, was das Entscheidende für die 



A 



..X.. •:-^vr:r.r.>_:;«^ 



,..Ä..-.-:.r - 



I^HlHMMi 



I 



Iti^ ff- 



-67- Ä^ 



Ol, 



\ 



Wlrkuiiß Beiner Erzählung ist, näirlicn die Spontaneität 
des Verstehens bei seinen Hörern nicht zu beeinflussen, 
ihnen keinerlei verräterische Anzeichen davon zu geben, 
dabs und wo hier "Pointen" zu entdecken sind. Aber der 
schöpf or und l^rzähler des Witzes jehen nicht, wie Freud 
meint, deshalb der Freude an ihrer Arbeit verlustig weil 
sie Arbeit zu leisten haben und sie im Gegensatz zu ihrem 
Publikum nicht erspart bekomien. Preud selbst bekennt irit 
der einzigartigen kritischen Selbstdisziplin, die ihm ei- 
gen ist, dass er die Auiklärung, die er über das lüchtla- 
chen des Urhebers des ^itzes £;eben kann, nicht voll befrie- 
digend findet • 



r 



/ Warum schraÄlert 



-> 



n 



4 



i 



1 



kIP 



//Li^ 5^^Jj^ warum schmtlert der Erzähler von Lachensverte« 

u die humoristische Wirkung durch vorzeitiges Mitlachen? 

Es »uss «untchst als Paradox erscheinen , dass der Öberaittler 
einer humoristischen Pointe durch vorschnelles Lachen oder Lächeln 
den Bindruck dessen, was er mitteilen will, entscheidend schwächen 
oder sogar aufheben kann. Man sollte nach dem meisten gängigen 
Wesenserklärungen des Lächerlichen eher das Gegenteil erwarten. 
Aber auch bei theoretisch unvoreingenommener Betrachtung wäre es 
auf den ersten Blick viel begreiflicher, wenn das Mitlachen des 
Erzählers eines Witzes nicht als Minderung, sondern als Bereicher- 
ung der vergnügten Gesamtstiminung empfunden war de. 

Der Öberbringer einer Trauerbotschaft kann durch seine eigene 
Schmer zergriffenV^eit wohl Tröstung bringen. Aber er kann durch 
seine vorweggenommene Teilnahme dsis Tragische seiner Mitteilung 
nicht aufheben, während der Vermittler eines Scherzes durch ein 
vorzeitiges Lachen die Heiterkeitswirkung, die er erzielen will. 
Notwendig hemmt. Der Fall, da^ss sein blosses Lachen als Lachen 
unabhängig von irgent einem belach enswerten Gehalt anisteckend auf 



6 



-r 



den Hörer wirkt, gehdfrt natflrlich so wenig hierher wie der Fall 

eines Lachkrampfes, der durch blossen Kitzel physisch hervorgerufen 

h 
wurde, und der sogar oft durchaus nicht fteiter ist. 

Man könnte auch weiter erwarten, dass die Zuhdrer Ressentiment 

empfinden gegen die offenbar bewusste Täuschung dessen, der sie 

vergnägen will, und der Lächerliches mit toternster Meine vorträgt. 

Zum mindesten kannte ein bedenlicher Zweifel an der Offenheit und 

Geradheit des Sprechers bei seiner Hörerschaft in allen diesen 

Fällen entstehen. Warum tritt keine dieser Wirkungen ein, weder 



> ü 



^s- 



/^ 



G7 



/ 



/ 



IV, 



'irgend ein schmerzhaftes, peinir:endes aeftlhl von der Disparatheit 
zwischen d«b"ißrnst des Ausdrucks des i^lrzÄhlers und dem Humor des 
Erzählten, noch eine Auflehnung ge^en ein Überlistetwerden durch 
vorgetäuschte Ernsthaftigkeit noch irgend welches Bedauern, dass 
der Sprecher nicht durch Mitlachen die Gesamtheiterkeit erhöhte? 
Warum ist die Reaktion des Hdfrers, gerade wenn Humor vdJllig 
trocken und ernst vorgetragen wird, eine freudige Dankbarkeit und 
7^'6ö-a- erherhter Genuas? Einfach deshalb, weil erst durch die Nichts ver- 
ratende, nicht vorzeitig vergnügte Haltung des Erzählers dem Hörer 
.: die ausreichende Gelegenheit gegeben wird, die Pointe des Scherzes 
d.h. die in ihm versteckten intellektuellen Rätsel ausschliesslich 
aus eigener Kraft zu entdecken und zu lösen. Dies allein aber kann 
ein freudiges Gefi!fhl von eigener Kraft erwecken, während vorzeitige 
Hilfe dies Gefühl abtöten muss. 

, Warum sind Scherze, die der Erklärung 
f^ bem<!rfen, und blosseX Wiederholungen desselben Scherzes 

schali^ und unwirksam? 

So scheint mir auch das paradoxe Phänomen, dass der Berichter- 
statter eines Scherzes die Wirkung seiner Erzählung durch seine 
Ernsthaftigkeit steigert und keineswegs abschwächt, eine Bestätigung 
för meine Grundthese zu bieten, dass der Hörer das fi3r den Erwerb 
seiner Heiterkeit wesentliche Gefühl einer intellektuellen Überlegung 
nur dann gewinnen kann, wenn der Produzent des Witzes ihm bei dieson 
Prozess in keiner Weise Hilfe erteilt durch ein vorschnelles Lachen 
darüber, dass er das vorliegende Rätsel bereits gelöst hat, und d.h. 
in diesem Fall, dass der Hörer die Bewältigung der in Frage stehenden 

Schwierigkeiten lediglich aus eigenem Vermögen leistet. Eine weitere 

\ 
Rechtfertigung meiner Grundannahme scheint mir darin zu liegen, dass 



K . 



1' 



\ 



* ^. 



•Jr 
C 



'^MaWMMtpMNaMWH 



ff 



-67^ 



IV, 



j«d« Erklärung, die zum VersUtadni« «InM Scherzes gegeben wird, und 
bwonders jede BrlÄutcrung, die zu« ErfaMen des Sachverhalts sogar 
unentbehrlich ist, die humoristische Wirkung vollkomen erstickt. 

wenn z.B. der H«rer den Doppelsinn eines Wortes in einer frem- 
den Sprache nicht erahnen kann, well er die betreffende Sprache gar 

r nicht or. nicht genug beherrscht, dann nuss der Spass, der auf dem 
zweifachen Slnr jenes Terminus basiert ist, f«r Ihn verloren gehen. 
Denn sobald er diesen Doppelsinn nicht flbet ausfinden kann, so 

f ftr Ihn jeder Grund zur Freude Aber die EntrÄ/tlung dl 



rrs 

Schwiemel t 



«•gfallea, da sie Ihm selbst aus eigener Kraft nie gelungen wtre. 
nächstens später beim Nacherzählen und Verstehen des Scherzes vor 
anderem Publikum kann er Aalass zur Genugtuung «her seine Inzwischen 
}>U,l60'Jlr erworbene intellektuelle Pihii^eit erhalten. 

Bin deutscher Flflchtllng findet auf einem englischen Omnitus 
nur noch auf dem Deck einen Platz, während seine Frau unten Im Wägern 
elaen Sitz bekomist. Sie hat aber kein Geld und als der Schaffner 
den Fahrpreis einkassieren will, sagt sie aufgeregt nach allerhand 
Zuratexlehen Ihres gedrukten Sprachföhrers - und mit dmi Finger nach 

oton zeigend: "The L«rd is above,^"worauf der Schaffner antwortet: 

«ist sQ. „- / 

"Surely, but youCb&ve tiTjpay your fare nevertheless" Der Horer 

dieses Seherzes muss ganz unempfindlich gegen diesen - wenn auch 

bescheidenen - HUÄ)r bleiben, wenn ihm erst erlÄuternd berichtet 



I 



vtrden laussi die 



i#ollU saeen, •'der Htrr (deh* «ein Gatte) 



sitzt obm auf den Deck;* Aber was sie sich eilig aus Ihre« 
\lirterbuch zurechtlegte "The Lord is above" kann i« Biglischen 
nur bedeuten «unser Herrgott ist oder regiert oben (ntolich ia 
HlÄel)", worauf dann erst die Antwort des Schaf föers erklärbar wird. 



(^ 



^'^ 



A 



- ^7 '^- IV, 

Warum werden «olche Erläuterungen zu einem Scherz nicht dank- 
bar aufgenommen, wie wir das sonst in einer ernsthaften Unterhaltung 
bei dkr Abgabe von aufklärenden Ausktlnf ten erwarten können? Warum 
wird die Wirkung eines solchen Scherzes durch Kommentare geradezu 
zerstört? Der Grund hierfür le^gt meiner Meinung nach handgreiflich 

darin, dass die intellektuelle Hilfe, die dem Hörer hier gegeben 

i Entdecker freu de ^ 

wird, ihn völlig de« Oeftfhls der ge ist igen (Ob^rl^gmig) beraubt, das | ^ 

bei ihm notwendig die Quelle des Genusses bei dem Verständnis des 

Witzes bilden muss. Voltaire hat daher treffend beobachtet, das« es 

keineswegs etwas Selbstverständliches ist, wenn Witze auch noch in 

1 
der ffbersetzung als Witze wirken; und der Grund hierfflr ist, dass 

sie «hersetzt meist Erklärungen benötigen, die den Hörer der Freude 
am eigenen Finden der Pointe berauben. Das Gleiche aber gilt f«r 
Wiederholungen desselben Scherzes. Auch hier ist kein Grund mehr, 
}j sich an neuer Erprobung der eigenen geistigen b(berlegenheit zu freuen, 
da keine neue Bewährung mehr vorliegt. Erst nach längerer Zeit, wenn 
der Gehalt eines Scherzes nicht mehr gegenwärtig ist und so die in- 
tellektuelle Meisterung neu erworben werden muss, kann das Gf^^^ 



I 






c>^ 



g'trSjprspiel wieder wirken. 



/ 



Auch gelehrte Scherze lösen so keine Heiterkeit aus, wenn der 



oru 



A 



r- ^V Sachverhalt, dessen Verwicklung hier zu durchleuchten ist, deiv^ 
Laien erst unmittelbar vor oder nach der Mitteilung des Scherzes 
erklärt werden muss. Auch wenn die Komplikationen nach der Er- 
klärung voll verstanden werden, so blkibt die Heiterkeitswirkung 
doch deshalb gestört, weil das adäquate der vorliegenden Fall- 
stricke nicht selbständig ohne fremden Beistand erfolgte und weil 




/ 



i 

i 



- 17 f- 



IV, 



deshalb kein Grund zur Freude «ber die eigene intellektuelle 



Fähigkeit oder die eigenen gelehrten Kenntnisse gegeben ist« 

'^X>ö.6/-'^ r 1 Bloss tfBälBBÄechung is^nur von sekundärer 

[ Bedeutung beim Verstehen von Lachens werten 

Aus allen derartigen Beobachtungen Iflsst es sich auch an 



(^A. yiu^y 




[^ ^ ungezwi^ngensten erklären, warum selbst so scharfsinnige Analytiker 
7^ wie Kant dem Element des Oberrasch tseins eine grundlegende Bedeujfc^ 
f^ ["hing beim Hörer jedes Scherzes beilegten. Tatsächlich muss die 

V 

••Erleuchtung" beim Verstehen jed^ Witzes "plötzlich" kommen. Bi 
besteht kein Grund 4ur Freude, zum Lachen mehr, wenn die Verwick- 
lungen und Lösungen von Fragen, die er betrifft, erst von einem 
Anderen aufgeklärt und in ruhiger Klarheit auseinandergelegt werden 




r 




>: 



'\ 



Iki 



r 



mussten; oder wenn es nötig^^Lsrf war dem Hörer erst eine Übersetzung 
von Fremdwörte^ vor oder nach Erzählung des Witzes zu geben. Alle 
vorhergehenden EflLä^rungen eines Scherzes sind fflr Erzeugung s?nes 
Lacheffekts von vernichtende5_^übel. Gleichgflltig in welcher Weise 
erst eine Hilfe zum Verstehn des Inhalts des Lachens werten erforder- 
lich ist, die Hilfe zerstört die sonst plötzlich eintretende Lach- 
wirkung. Aber der Grund füfr diese Störung ist nicht der Mangel an 
Plötzlichkeit der Wirkung. Die grundlegende Ursache ist die Hilfe, 
die hier benötigt war. Wenn erst ein Anderer uns zum Verstehen 
eines Scherzes verhelfen muss, fehlt eben (^t^rlexuünga^ jeder Grund 
för uns, unsere intellektuelle Tächtigkeit erprobt zu sehen und 



zu geniessen, d.h. 



•-%»4^ zu lachen. Die Plötzlichkeit 



ist nur von abgeleiteter , sekundärer Bedeutung bei dem Vorgang. 
Sie begleitet ihn wohl imaer, und je grösser sie ist desto stärker 
mag die Lachwirkung sein. Aber selbst ein freudiges plötzliches 



t 



i 



■'h- 



r 



'V 



IV, 



'/^ 



ü) 



nicht «vitsiffM** Ir^ignia wird nur Frwdt ausltfsra« Du Ent- 



/ 



seh«idtDd0 ftfr das Lachra tlb#r,«inra Schürt bleibt unser BslbsW 
standigtg j «IgMatM VarsUhfn allsr ZuaawBsnhSng« » von dmm 



•r spricht« 



/ 



I 



•n. 



^^v- 



ri 



Das Lachen des Ä-eurotikers über t'^e2:lückte 

i}eutuiv^en seiner Träume 



'O' 



>/ ^ 




/ 



Die tiefst^^reifende Rechtfertigung ir.einer bisherigen 
Analyse des Lachens lässt sich aber wohl auf dem b'ebiet 
vollziehen, auf dem I reud seine uiiwälzenjlsten irosstaten 
vollbracht hat, in der Heurosenlehre. In einem /^anz knap- 
pen riinweis, in einer yussnote seines Werks über den 'itz, 
macht Freud auf die erschütternde Tatsache aufmerksam, dass 
IleurotiAer in der psychoanalj'tiBchen "Behandlung die über- 
zeugend geglückte Interpretation ihrer absurden Trnume mit 
einer-' ausgesprochenen Lachen zu quittieren pflegen, das völ- 
lig dem beim Anh^)^en eines Aitzes gleicht . Kreud ::'>elb3t 
fügt hier hinzu, dass in diesen Fällen der li.halt des ::Dnt- 
hüllten oft keineswegs ein Lachen "rechtfertigen'» kann. 



I 



I 



.HK l ]l JM ■ 



-63- 



. ■■!! 



Wie dies Freud selüstverständlich gegenwärtig ist, 
dieses befreiende Lachen des l^eurotikers kann gewiss nicht 
verursacht sein durch das Gewahrwerden von den Vorstellungs- 
ersparnissen, den VVort-und Cachverdichtun ':en, die der Patient 
in seiner 'iraumarbeit vollzo^^en hatte, bis sie zu einem völ- 
lig abstrusen "manifesten Trauminhalt»' führten. Hehr noch, 
das Lachen kann auch nicht daraufhin erfolgen, iasij der fjang 
der Analyse es nahe legt, das absurde Traumprodukt in einer 
oestimiiten Weise verständlich werden zu lassen. Der Patient 
mag alle Einzelheiten der möglichen Deutung bereits in der 
Hand halten, solange er die Deutung nicht selbst aufgreift, 
solan-::;e kann er seinen Heminungsaufwand gegen das, was er 
selbst in seiner Trauiaarbeit - icunstvoll wie in einem Witz - 
verschleiert hat, iiicnt "abführen", so viel ::ele>::'-enheit ihm 
aucw von seinem Analytiker zu dieser Abfuhr geboten werden 



mag. 



^j.f-X 



Es ist durchaus cr.erflächlich und billigste Polen ik, 
^^ Freuds "üiechanistis^ he" Denkart in der Psychologie durch 

moderne, "höherwertige" organolo^.ische Gestalttheorien ü'ber- 

w 

holt zu finden. Die sogenannten mechanisLischen lirundvor- 
stellungen der reudcchen und Liposchen Psychologie haben 
imnerhin den Vorteil, dass sie - in Analogie zu dem prä- 
zisten Zv;eig der Natur-wissenschaft, der mathematischen Phy- 
sik - vielfach grössere I^aktheit der Beschreibung ermögli- 
chen als die Verwertung rein qualitativer Gestaltmomente 
gestattet. Aber so sehr auch das menschliche ^ewuostsein als 
ein blosser Stroii von gegeber^en Daten, von bloi^s hinzunehmen- 



-69- 



•■^ 



^c-o 4> - 



Ä— 



i 



-!'■' r 



/ 



den Perzeptionen und anderen ^ewusstseinsinhalten aufge- 
iasst werden kann in der Analogie zu passiv bewegten phy- 
sikalischen Partikeln, ein Faktor darf hierbei doch nie- 
mals übersehen werden, nämlich dasB alle passiv hinzuneh- 
menden Perzeptionen des Tlewusstseins stets eine Apperzep- 
tion benötigen, um bewusst weiden zu können: eine obei ste 
"transzendentale" Einheit der Apperzeption, die dann in-r 

rerseits erst empirisch apperzipierte ^inheitsgeatamin^;en . 

/ (staltungen) 
möglich macht. 

Diese »'aktiven" üiinheitsapperzeptionen haben nichts 
mit metaphysischer Freiheitsaktivität zu tun. Sie können 
und müssen im Gegenteil auch als empirisch vorfindbare 
Bewusstseinsdaten betrachtet werden. Und doch sind sie 
noch von der blossen Gegebenheit der einzelnen Perzeptio- 
nen, der Gefühle und der ' illensregungen zu scheiden. Die- 
se empirische Apperzeption aber, das aktive und intuitive 
Erfassen und Durchleuchten von gegebenen komplizierten 

\ V ■ 

Vorstellungs-und Gefühlszusami- enhängen kann allein-beim 

Witz wie in der analytis::hen Behandlung - ^elreiuÄg und 

i-\ 



'i^ 



Lachen herbeiführen. 

Brst wenn der Meuiotiker das :':inerseits-Ande^«rseits 
seiner konfusen Gedanken ap oerzipiert, und erst dann, wenn 
er die quälende Ambivalenz seiner Gefühle nicht mehr nur 
"perzeptiv" eilebt, sondern apperzeptiv versteht, kann er 
sich die Fähigkeit erwerben, diese peinigende Gedankenver- 
wirrung und diesen zerreissenden Gefühlszwiespalt v.^ heilen. 






^ 



V 



-70- 



1iu,(aJ/ 



\ ■ 

Wie aus Freuds Gesamtlehre klar gem^ hervorgeht, 
ein Seel,enberater mag seinem Patienten noch so eindring- 
lieh zureden, dass er sich doch den Aufwand \^ur Aufrecht- 
erhaltung einer Hemmung ersparen soll, solange der see- 
lisch Kranke es nicht apperzipiert oder nicht apperzipie- 

ren will, wie seine intellektuellen und emotionalen 'Vir- 

( 

r\ingen in einem Zusamiuenhang gesehen werden können, der 
j&einen Ilemmungsaufwand ihnen ^^egenüber unnötig macht, so- 
lange kann er sich von diesen Absurditäten nicht lösen und 
kann so wenig über seine Hemmungen lachen wie über einen 
Witz, den er nicht versteht oder nicht verstehen will. 
Kurzum, wenn auch gewiss nicht ersch&pfend formuliert: 
Es ist nicht das blosse Sparen von Ilemmungs-^.esetzungs- 
und Gefühlsauf wand, das uns lachen macht, sondern, wie 
durchgehend zu betonen war, es ist dac geglückte Verwen- 
den dieser Aufwände zum intuitiven Verstehen der vorlie- 
< r w :> genden Denk/wie Vorstellungsschwierigkeiten und Gefühls- 
verwicklungen und damit zur Überwindung der in ?rage ste- 
henden Hemmungen. 



^ 



t 




■) 



i^ 



(■ 






Das Lachen und seine Beziehung zum ünoewussten 

und Vorbewussten 



Es war zweifellos eine bahnbrechende Entdeckung Freuds, 
dass er in der Technik des ^'itzes d.h. in der '^esenstruktur 

A 

dessen, was Lachen erregt, greifbare Analogien zu scheinbar 
abstrusen Traumgebilden aufweisen konnte. Es ist ^•on der 
grössten T^edeutung, dass wir tatsächlich im "manifesten 



-71- 



/kj>c,^ 



I 



Trauminhalt"^ die gleichen ^/ort-und Gedankenersparungen 
vornehmen, wie sie iür Scherz und Witz so weitgehend 
charakteristisch sind, und wie sie Freud in der folgenden 
Zusammenstellxing sorgsam übersichtlich geordnet und durch 
Beispiele illustriert hat: Die Techniken des ?itzes sind: 
"I. Die Verdichtung, a) mit Mischwortbildung, b) mit rodi- 
fikation, II. Die Verwendung des nämlichen Materials, c) 
Ganzes und Teile, d) Umordnung, e) leichte ßlodif ikation, 
f) dieselben Worte voll und leer, III. Doppelsinn, g) !Tame 
und Sachbedeutung, h) metaphorische und sachliche Bedeutung, 

i) eigentlicher Doppelsinn (^Vortspiel) , k) Zweideutigkeit, 

2 

1) Doppelsinn mit Anspielung." 

Gegenüber so ausserordentlich reich detaillierten und 



penetrierenden Beobachtungen wirken vorfreudsche .gelegent- 

y><^^ liehe' ilindeutungen auf das Unbewusste und seine Rolle in 

/ 3 

der Bildung der K.omik höchst vage und unverbindlich . ^ei 

Freud aber wird es aufs reichhaltigste dokumentiert, wie 
das Sparen von Worten und vermittelnden Gedanken neben an- 
deren Tricks der unbewussten Traumarbeit letzthin im Dienst 
von Lusttendenzen steht, der Lust, nicht im Schlaf gestört 

zu werden, und dem Lustdrang zu einer miJglichst weitgehen- 

4 
den Beseitigung der Tiemmungen der Moral-und Vernunftzensur , 

selbst der Angsttraum braucht nicht als eine scheinbare Ge- 
geninstanz gegen diese Annahme angesehen zu werden. Alle 
solche Thesen sind nun seit dem Krscheinen von preuds Die 
Trauaideuiung durch ihn und seine Schüler durch ein so er- 
drückend vielfältiges Beohachtungsmaterial gestützt worden. 



y ' 



i ■■ 



i 



ii 



-72- 






dass sie längst als wohl fundiert gelten dürfen. 

* 

Viel weniger aufschlussreich aber sind rceiner Meinung 
nach Freuds Behauptungen, dass Komik, Humor, Karrikatur, 
Übertreibung, Parodie, Travestie, und selbst das Gleichnis 
wie die Anspielung, einen anderen "psychischen Schauplatz 
als das Unbewusste voraussetzen . yreud meint z.B., "ich 
kann eine Anspielung absichtlich machen wollen. Dabei habe 
ich zuerst den direkten Ausdruck ii.eines Gedankens im Sinne 
(im inneren Hören), ich hemme mich in der Äusserung des- 
selben durch ein der Situation entsprechendes ^^edenken, 
nehme iriir beinahe vor, den direkten Ausdruck durch eine 
Form des indirekten Ausdrucks zu ersetzen und bringe dann 
eine Anspielung' hervor" oder auch ein Gleichnis; "die wit- 
zige Anspielung hingegen erscheint, ohne dass ich diese 
vorbereitenden Stadien in meinem Denken veiiolgen konnte", 
\,.U/ denn der Witz entsteht im Unbewussten . 

Aber es darf wohl bezweifelt werden, ob z.B. grosse 
Gleichnisse in der Weltliteratur auf die von ?reud hier 
skizzierte Art im Geist ihrer Schöpfer auftauchten, ja so- 
gar, ob jeder 'itz im Gegensatz zur Anspielung und dem 
Gleicnnis ein "ungewollter Rinfall' ist, dessen Produktion 
eine Art "Absenz" ein"plötzliches Auslassen der intellek- 
tuellen Spannung" vorausgeht^. Und wieder fügt schon Freud 
selbst diesen Überlegungen hinzu, dass er "nicht zu viel 
wert" auf sie legen mö^chte*. Protzdem betont er noch, dass 
auch der "komische Prozess" zwar ebensowenig wie der 'itz 
die Qberbesetzung durch die Aufmerksamkeit. .verträgt- , aber 

\^ 

\ 



■•* 



1 



-75- 



doch - ebenso wie der Humor - nur dem "Voroewust^ten" und 

1 
"nicht.. notwendigerweise" dem Unbewussten angehöre . Alle 

diese Auslassungen aber sind weder so treffend noch so 
belangreich wie die Analogie von unbewusster Traumarbeit 
und Technik des 'Sitzes, die ja sowohl den offenbaren Aus- 
^ gangspunkt wie die originalste StM^e von Freuds Analyse 
des Läcnerlichen bildet. 

Andererseits kommt ein besonderer idnweis auf die 
Rolle des Unbewussten im Grossen und Ganzen unserer Auf- 
fassung näher als seine Jberbetonung der Ersparung von 
psychischer Energie. "Beim l'.itz - so heisst es nämlich 
noch in einem der letzten Absätze von [ reuds ,'.erk - kommt 
die Dilierenz zwischen zwei sich gleichzeitig ergebenden- - 
Auffassungsweisen, die mit verschiedenem Aufwand arbeiten, 
für den Vorgang bei dem witzhorer in Tietracht. Die eine die- 
ser beiden Auffassungen macht, den im 'itze enthaltenden An- 
deutungen folgend, den '"eg durch das Unbewusste nach, die 
andere verbleibt an der Oberfläche und stellt den Vitz wie 
einen sonstigen aus dem Vorbewussten bewusst gewordenen 
Wortlaut vor. Bs wäre vielleicht keine unberechtigte Dar- 
stellung, wenn man die Lust des angehörten "itzes aus der 

2 
Is'f Differenz dieser beiden Vorotellungsweisen ableiten würde." 

So verdient es gewiss festgehalten zu werden, soweit der 

Ursprungsort der Paktoren des vitzes in Frage komii.t : die 

-^tco • absurde Seite der Ähnlichkeiten ^^d Kontraste^ von denen 

wir immer sprachen, stellt die Gedankenwege aes Unbewussten 
dar, dass sich von der Zensur der Vernunft emanzipiert, die 



o,. <.y 



-74- 



andere Seite hält sich streng an die Regeln rationalen 

Argumentierens • 

Aber für die vereinfachteste und eine keineswegs 
vergröbernde Darstellung (der Elemente) des v^'itzigen und 
des Lächerlichen übei haupt scheint es mir doch wünschens- 
wert zu sein, den Nachdruck auf das Was der Beiträge der 
psychischen Schauplätze zu legen und nicht auf das Wo der 
Entstehung dieser Kontributionen. 



9^; 



/ n- 




i^ 



Die Lust am Unsinn 



^^eben der Ersparung von psychischer Tätigkeit sieht 






Freud noch eine weitere Lustquelle für den "'itz in der 
Lust am Unsinn, der er - ebenso wie der ersparung von V or- 
ten und Gedanken in der Titztec.hnik - als Sitz das Unbe- 
wusste zusoricht. "Der Gedanke, der zum Zwecke der ?/itz- 
bildung ins ünbewusste eintaucht, sucht dort nur die alte 
Heimstätte des einstigen Spiete mit \Vorten auf^.Das Infan- 
tile ist nämlich die quelle des Unbewussten, die unbewuss- 

r 
ten Deiikvorgänge sind keine anderen als welche im frühen 

Kindesalter einzig und allein hergestellt werden." "Das 

lernende Kind" und der "Erwachsene in toxisch veränderter 

?• 

^ Stimmung" haben ein Vergnügen daran mit dem Wortschatz 
der Sprache "spielend zu expei imentieren" (Groos) . .ohne 
sich an die Sinnbedingung zu binden", mit einem ?.ort, sie 

3 >(^ haben eiiie originäre "Lust am Unsinn"^. "Aber so bestechend 
diese Erwägungen auch klingen mögen, die ' Einwendun-en gegen 
ihre unmittelbare Verwendung für unsere Analyse müssen 



? 



.4 



-75- 



stärker bleiben jals ihre augenscheinliche Korrektheit 



M^ 



\ 



v^ 



nahe legt. 



Auch Nietzsche deutet einmal an, dass die Freude 
'^' am Unsinn ^^leichsam ein Saturnalienfest des Sklaven Mensch 

sei, an dem er - wie der Sklave im antik^en pon-sich vom 

Gebot seines Herren, des rationalen Denkens und des plan- 

1 " 
massigen Handeln:: frei fühlen kann . Atalich finden Kuno 

Fischer und ] riedrich Theodor Vischer im Witz unmer wit- 
zigen Handlung einen lustvollen Protest ^^^^r. die '»Haus- 
Ordnung unJidie Hausgesetze des Geistes'» , g^^^^n jede 
«hausbackene .geläufige Ordnung der begriffe"'. Freud ist 
gewiss im Recht, wenn er '»zweifelt, ob wir jemals etwas 
ohne irgend eine "Absicht . .unternehr.en" können . Sollten 
wir daher je, selbst als Kinder^ dem Unsinn als blossen 

Unsinn nachgehen? 

Ich hoffe sehr, dass es mir nicht als ein krass pro- 
fesBorales oder philosophisches Vorurteil aufgelegt wird, 
wenn ich bezweifle, dass der Unsinn an sich je als Lust- 
quelle in irage koLi^en kann. Auch das Kind und der Trun- 
kenbold erfreuen sich keineswegs am Unsinn als solchen, 
sondern an dem - wenn auch noch so bescheidenen - Sinn, 
den in ihren Augen eine Gedanken-oder V,ortkombination 
gewinnt, die allerdings das rationale Denken als Unsinn 

ablehnen ilubs. 

In der Kindheit, im Rausch und noch in der philoso- 
Dhischen Dialektik kann wie im Witz niemals der reine ün- 
sinn als Unsinn Quelle ii gendwelchen Genusses werden, son- 



1 



-76- 






dem nur der Sinn in dem.wai; den nüchternen Erwachsenen 
als unsinnige Verbindung; von rational Jnvereinbai em erschei- 
nen tfiuss. Um von der dialektischen Philosophie hier zu 
schv/eigen, im Kindesalter, im Bierulk und im ^itz empfiehlt 
sich z.B. der Cleichklang oder die Ähnlichkeit von ^^ortbil- 
düngen als Ähnlichkeit von SinnzusanjLenhängen dessen, was 

die Worte bedeuten; oder andere rein äusserliche Zusammen- 
r^ ; er 

hänge können freudig anstelle von komplizierten sinnvollen 

U^ Wesenoverwandtschaften aufgegriffen v/erden, wie das auch im 
mythologischen Denken geschieht. Aber nur das Erfassen eines 
wenn auch für den rationalen Ernst noch so anfechtbaren Sin- 
nes kann im Unsinn mit Lust begrüsst werden. 

Der bare Unsinn aber, an dem kein Schimmer von 'jinn 
entdeckt wird, würde notwendig in der Kindheit wie im Rau- 
sche nicht Lust erwecken, sondern wie bei Jedem rational 
Denkenden nur deprimierend wirken oder allenfalls, wenn die 
Sache ohne weiteres Interesse ist, einem indifferenten oder 
hochmütigen Achselzucken begegnen. 

Freud selbst gibt einige wenige Beispiele von blossem 
Unsinn, der keine noch so dürftige "'Beimischung von Sinn 
enthält. Aber geiade diese spezilischen Unsinnswitze offen- 
baren klar, dass es bei ihnen keineswegs jener reine Unsinn 
ist, der Lachen erregen kann, sondern ganz andersartige 
Faktoren. »'Das Leben ist eine Kettenbrücke", sagt der eine.- 
Wieso? Fragt der andere - -Aeiss ich? Lautet die Antwort . 
Nach ireud soll es auch hier "für einen Augenblick" möglich 
sein, "die Lust am Unsinn frej^u machen" durch die Erwartung, 
dass man "hinter dem Unsinn" doch noch "verborgenen Sinn»* 






1 






1 




m 


i 


-77- 

t 


4 
f ' 



t. 



u 



^ 



^ 



r 



liches Eingeständnis, dass es keineswegs der Unsinn 

selbst ist, der Lust verursacht, sondern höchstens die 

Erwartung, dass hinter dem Unsinn ein Sinifetecke^ Wenn 

etwa die Erv^artung einer Trauerbotschaft mich verzweifelt 

rsich 

stimmt, so kann ja auch diese Botschaft, falls sie^^n 

fbald darauf als f bezeigt 
Wahrheit e^in^ yreudennachricht 'i^ei, nicht verantvvortlich 



gemacht v- erden für meine nur "einen Augenblick" dauernde 

Depression, * 

Freud fügt daher auch mit viel grösserer Überzeugungs- 
kraft hinzu: solche Unsinnswitze bereiten eigentlich dem 
Erzähler nur insofern "eine gewisse Lust", als sie "den 

Hörer irreführen und ärgern j letzterer däm.^ft dann diesen 

1 
Är^er durch den Vorsatz, selbst zum Erzähler zu werden" . 

Diese Lust an einer Aggression gegen einen augenblicklichen 
^jy C^ oder späteren Hörer hat aber gewiss nicht das Geringste uit 

einer Lust am Unsinn zu tun. Alle Angriffslust gegen den 
Hörer eines Titzes und auch die Auflehnung ge^eri die Ver- 
nunft wie gegen geistige Autorität überhaupt, nuss daher 
prinzipiell abgesondert werden von einer angeblich nicht 
aggressiven, spielerischen Lust am baren Unsinn als solchen. 

Es gibt wohl Äusserungen von Lachen, die wesentlich 
physisch bedingt sind, durch Kitzeln oder gewisse Rausch- 

* 

gifte und dergleichen^ und es mag schwer oder kaum möglich 
sein, den Sinn zu finden, den ein vergnügter Trinker an- 
scheinend im Unsinn sieht oder die Art seines freudigen 
Protestes gegen alle Vernunft. Aber es ist mir kein lachen- 



jL .. -, : \ r 



-^-■•»w^i^iw» 



P I ' , r 






-78- 



%:C^ 



erregender ünsinnswitz be4::egnet, bei den. die Lust an 
barem Unsinn der Grund des Lachens istr^ Die Lust am 
blossen Unsinn aua Unsinn ist daher besser aus der Liste 



der Ursachen des Lachens zu streichen. 

Bs ist aber meiner Meinung nach alles Andere als 
Haarspalterei, wenn nur eine Lust am Sinn im Unsinn, nie- 
mals aber eine Lust an blossem Unsinn als psychologisch 
und philosophisch akzeptabel anerkannt wird. Denn damit 
kann nun wieder ein Stück des Weges freigelegt werden zu 
der Grunderklärxmg des Lächerlichen, die bisher gegenüber 
allen von ihr abweichenden Formeln Freuds festgehalten 
wurde. 



l%o. 



I 



k.) Das iJberlegenheitsgef iihl im Lachen 

Doch ix)ch immer türmt sich eine Haupt Schwierigkeit 
r^^ren unsere Grundthese auf: das ist die entacVilossene Ab- 



tj'^ij) 



w 



ehr, die so scharfsinnige Analytiker des Lachens wie Lipps, 



yreud und Jean Paul gegen jedes (Tberlegenheitsgefühl in der 
Freude über das Lächerliche gerichtet haben. Der Denker, 
der zuerst nachdiücklich von einem solchen supertoritäts- 
gefühl im Lachen sprach, war v/ohl Thomas Ilobbes; und Hobbes 
mag auch dafür verantwortlich sein, dass nach seinem Vorbild 
das Gefühl einer "sudden glory" in der Lust am Komischen 
immer wieder an der falschen Stelle angesetzt wurde. 

Hobbes Beobachtungen sind ausgezeichnet durch hohe Un- 
erschrockenheit, aber auch durch eine kaum weniger beträcht- 
liche Einseitigkeit. Hobbes führt es breit aus in seinem 



MBT 






-79- 



9 2^^ 



\^' 



7/^>.7j 



Trlpos i in Three Discourses t Human ?lature or the Funda - 
mental Elements of Policy : "There is a passion that hath 
no name: but the sign of it is that distortion of the 
countenance which we call laughter, which is always joyi 

r 

but what joy, what we think, and wherein we triumph when 
v^e laugh, is not hitherto declared by any. That it con- 
sisteth in wit, or, as they call it, in the jest, experi- 
ence confuteth: for men laugh at mischanges euad indecencies 
wherein lies no wit noi jest at all and for asmuch as the 
same thing is no more ridiculous when it groweth stale or 
usual; whatsoever it be that moveth laughter it must be new 
and unexpected** • 

Hiergegen ist nun zunächst zu bemerken, dass Hobbes, 
wie Kant und Lipps,die Bedeutung des Überraschungselements 
im Lächerlichen beträchtlich überschätzt, wie dies schon 
einmal anzudeuten war. Wir können durchaus über eine gute 
Kom:idie und selbst über einen guten Witz beim zweiten, drit- 
ten imd öfteren Anhören von neuem lachen-r Die Haupteinwendun- 
gen gegen Hobbes Theorie des Lachens müssen sich aber z^gen 
die weiteren folgenden Ausführungen des so wenig lachfreudi- 
gen Denkers wenden: "Men laugh^ , so heisst es weiter in 
Hobbes Tripos , "at the infirmities of others, by comparison 
wherewith their own abilities are set off and illustrated. 
Also men laugh at jests the wit whereof always consisteth in 
the elegant discovering and conveying to our minds some 
absurdity of another ; and in this case also the passion of 
laughter proceedeth Irom the sudden Imagination of our own 



P 



« 



I 



-80- 



I 



Iho. rff 



odds and eminency: for what ia eise the recomL.ending of our- 
selves to our good opinion, by comparison with another man's 
iniirmity or absurdity? Por when a jest is broken upon our- 
selves or friends ol whose dishonour we participate we never 
laugh thereat. I may therefore conclude that the passlon of 
laughter is nothing eise than sudden glory arising from some 
sudden conception of some eminency in ourselves, by comparison 
with the iniirmity of others, or with our own formerly: for 
men laugh at the follies of themselves past, when they come 
suddenly to rememberance, except they bring with them any 
present dishonoizr. It is no wonder therefore that men take 
heinously to be laughed at or derided, that is, triumphed 
over. Laughter without olfence must be at absurdities and in- 
firmities abstracted from persons, and when all the Company 
may laugh togetherj for laughing to one's seif putteth all the 
rest into jealousy and examination of themselves. 'Resides, it 
is vain glory and an argument of little work, to think the 
infirmity of another, sufficient matter lor his triumph." 
Dass alles menschliche Lachen nur ein Ausdruck von Schaden- 
freude und Eitelkeit sein kann,läs3t sich wohl kaum mit nak- 
terer ünverblümtheit aussprechen, als es bei Hobbes hier und 
in ähnlichen Äusserungen geschieht. 

In Hobbes Leviathan heisst es z.B.: "Sudden glory, is 
the passion which makes those grimaces called Laughter and 
is caused either by some sudden act of their own, that pleases 
them; or by the apprehension of some deformed thing in another, 
by comparison whereof they suddenly applaud themselves. And it 






i_ 



-81- 



iru . 



is incident most to them, that are conscious of the fewest 
abilities in themselves, who are forced to keep themselves 
in their own iavour, by observing the imperfections of 
other Den. And therefore much laughter at the defects of 
others, is a sign of pusillanimity. For of great minds, one 
of the proper works is, to help and free others froxn scomj 
and compare themselves onl;y with the most able." Und in 
The Answer of Mr. Hobbes to Sir William Davenent's Preface 
Before Gondibert wird schliesslich zugefügt: »'Great persons, 
that have their minds employed on great designs have not 
leisure enough to laugh, and are pleased with the contempla- 
tion of their own power and virtues, so as they need not the 
infirmities and vices ol otner men to recommend themselves 
to their own favour by comparison, as all men do, when they 

laugh."^ 

Wären alle solche Beobachtungen korrekt, dann müsste es 
zunächst unverständlich sein, wie man - in striktem Gegensatz 
zu Hobbes Behauptungen - Andere freiwillig zum Lachen über 
sich selbst einladen könnte oder fähig wäre, sogar generös 
mitlachend zu dulden, dass Andere über unser unfreiwillig ko- 
misches Gehaben lachen. Daea aber Duldung partiellen Lachens 
über uns durchaus nicht, wie Hobbes meint, unsere Ehr^und 
die Gesamtachtung vor uns zu untergraben braucht, dass es im 
Gegenteil unter Umständen selbst die Neigung für uns erhöhen 
"^^ kann, ist eine offenkundige Tatsache, die z.B. in jeder glück- 
lichen Ehe und Freundschaft bestätigt werden kann. Nach des 
gestrengen Hobbes Meinung aber müsste das Lachen unter sich 



% 



A 



-82- 



Jh'^i^ ^ 



selbst respektierenden Männern total abgeschafft werden - 

im äussersten Gegensatz etwa zu Nietzsches Mahnung: "Ihr 

1/ 
höheren Menschen, lernt mir lachen!" (Also oprac ^^-Zara^''-^ 



Vor allem aber irrt Hobbes prinzipiell darin, wie er 
den Menschen die "sudden glory" des Lachens überkommen 
lässt. Die besten Lacher sind keineswegs die Kleinmütigen 
und Schwächlinge (pusillanimity) die auf Kosten der Fehler 
anderer sich selbst zu erhöhen suchen, und die auf dieser 
Folie ihre "odds", ihre Verdienste zu beloben streben, oder 
die schmutzig Schadenfrohen, denen jeder Anblick fremder 
Gebrechen und fremden Leidens an sich zur Erhöhung ihrer 
kümmerlichen Überheblichkeit ^eii^ig't. Der intellektuell be- 
deutungsvollste Aspekt des iJberlegenheitsgefühls im Lachen 
ist von Hobbes völlig ausser Acht gelassen worden: dies ist 
nicht das billig selbstgefällige Grinsen über die Schwächen 
anderer Personen, sondern ein befreites Gehobenheitsgefühl 
nach der Bewältigung intellektueller Komplikationen. 

Es ist die Freude am eigenen Können, die sich da im La- 
chen äussert, eine Freude, die Hobbes irrigerweise nur für 
den ernsthaften Verächter des Lachens reserviert hält. Dieser 
Art von Überlegenheitsgefühl, von der wir ausgingen, ist bis- 
her noch nirgends Gerechtigkeit getan worden. Auch Jean Paul, 
Lipps und Freud haben die Rolle dieser Form des überlegen- 
heitsgefühls verkannt. 

Jean Paul wollte offenbar Jedes Superioritätsempfinden 
im Lachen als »»bestandlos»« ablehnen; aber er trifft dabei 



-83- 



1 



n 



) ^ 



nur Hobbes Ablehnung der "komischen Lust.. aus dem Stolze*'. 
Und gegen Hobbes konnte er allerdings gewichtige Einwendun- 
gen machen. "Lachende sind, so führt er z.B. an, gutmütig 
und stellen sich oft in Heih« und Glied der Belachten j Kin- 
/^5 der und Weiber lachen am meisten, die stolzen Selbstverglei- 
cher am wenigsten... der sich für nichts ausgebende Ariekino 
lacht über alles, und der stolze Muselmann über nichts. - 
Niemand scheut sich gelacht zu haben, aber eine so deutliche 
Selbsterhebung, als Hobbes voraussetzt, würde jeder heimli- 
cher halten. Endlich nimmt kein Lacher es übel, sondern recht 
gut auf, wenn noch Hunderttausende mit ihm lachen und sich 
also hunderttausend Selbsterhebungen um seine stellen; was 
aber, hätte Hobbes Hecht, unmöglich wäre, weil xinter allen 
Gesell-und Gespannschaften eine von lauter Stolzen die unaus- 
stehlichste sein müsste"^. Ähnlich lehnt auch Friedrich Theo- 
dor Vischer «die Erklärung des komischen Lustgefühls aus einer 
Genugtuung der Selbstliebe" als "veraltet" ab'. Nur für den 
"treffenden Witz" räumt er "Überlegenheit über den verlachten 

A 

Gegensteind" ein. 

Lipps geht sogar so weit, das Überlegenheit sgef Uni als 
den "eigentlichen Todfeind aller Komik" zu denxmzieren; und 
er begründet dies Verdikt ähnlich wie Jean Paul damit, dass 
z.B. "der Pedant.. das vollste Gefühl der Überlegenheit über 
den Widersinn der witzigen Wendung hat« »und dass "diesem., 
eben deswegen der Sinn für den Witz ..fehlt» 5. Ähnlich aber 
bewertet auch preud das "Machtgefühl" bei der "Überwindung 
einer Schwierigkeit" nur als ein höchst "sekundäres.. Moment" 



-84- 



für die Erzeugung des "Lustmechanismus»* im Verstehen des 
Witzes und der Komik • Freud richtet sich zwar in diesem 
Zusammenhang hauptsächlich gegen Karl Groos These von der 
Freude an der Macht, gewisse Schwierigkeiten des •*?;ieder- 
erkennens" in der komischen Situation bewältigen zu kön- 
nen . Aber Freud gibt doch auch allgemein als die »«einfa- 
chere Auffassung** an, dass entscheidend nur die »♦ Erleich- 
terung des psychischen Aufwands" Lust bewirke, und dass 
das "Machtgefühl" bei dem Genuss der Komik und des Witzes 
eben "keine ersichtliche Rolle** spielen könne. 

Soweit sich nun solche Einwände gegen das armselige 
Dberlegenheitsgefühl des Stolzen und Schadenfrohen richten, 
soweit ist ihre Berechtigxing bereitwillig anzuerkennen. Die- 
7^, ^ 1/ 86 Art von plumper Überheblichkeit ist allerdings der 

Sphäre der sublimeren Komik fremd. Lipps hat auch Recht, wenn 
er das superioritätsgefühl des Pedanten über den "Widersinn 

der witzigen Wendung"^ von der Analyse des Lachens fernhalten 

der Blasierte, 
will. Denn der sich überlegen dünkende Philister,^ der Süffi- 
sante und/der Eitle sehen eben im Witz nur den Unsinn, ohne 
sich des überlegenen Durchschauens des Sinns im Unsinn erfreu- 
en zu können. 

Ferner ist es Lipps vor allem zuzugestehen, dass im un- 
mittelbaren Erleben "die Lust von uns tatsächlich nicht auf 
unsere Überlegenheit, sondern auf das.. Objekt" der Komik be- 
zogen wird*. Wir haben zweifellos im unmittelbaren Vollzug 
des Verstehens eines Scherzes unsere Freude an dem Scherz 
selbst und nicht bewusst an unserer eigenen Tüchtigkeit, die 






-85- 



n. 



uns den Scherz adäquat verstehen liess. Aber das ist natür- 
lich eine psychologische Trivialität , die ganz entsprechend 
für anderes Erleben gilt. Wir empfinden allgemein Lust un- 
mittelbar an der Ausübung gewisser Tätigkeiten! und erst 
wenn die Lust ausbleibt, werden wir bei genügend kritischer 
Selbstbeobachtung gewahr, dass es nicht die Tätigkeit an sich 
gewesen sein kann, die uns erfreute, sondern ihr Gelingen oder 
ihr blosser ünt erhaltungswert i und selbst wenn wir ruhen, so 
ist es nicht die Ruhe an sich, die uns wohltut, (denn erzwun- 
gene Ruhe kann z.B. höchst bedrückend sein), sondern es ist 
die Erfrischung und Erholung, die das Sichausruhen bewirkt. 
Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für die Lust 
an der Komik. Im Fluss des Erlebens ist es nur das komische 
Objekt, der Witz, die Posse und dergleichen, an der wir unse- 
re yreude haben. Aber sobald wir dieselbe Komik nicht verste^ 
hen sollten, müssen wir wohl zu der Einsicht komcen, dass es 
nicht das komische Objekt an sich sein kann, das notwendig 
Lust gewährt und bei kritischer Reflexion auf die eigentliche, 
die nicht versagende Quelle der Lust an einer Komik ergibt 
sich dar.n sehr wohl, dass nicht das hier »'Aufgefasste" , son- 
dern lediglich ein bestimnter Status unserer Auffassung den 
Ursprungsort unserer Freude bildet. Lipps hat dies schliess- 
lich selbst «zugestanden" indem er einräumte, es liegt zwar 
in der Komik keine ifberlegenheit über den komischen Gegenstand 
vor, wohl aber "eine Überlegenheit meiner Auffassungskraft 
über ein Aufzufassendes** . Das aber ist alles, was für unsere 
Analyse bisher sicherzustellen war. 



« 



i 



-86- 



Freud will einen "guten.. Beweis lür die prinzipielle 
Unabheugigkeit der Komik vom aberlegenheitsgefühl" darin 
sehen, dass ja kein solches Gefühl eintritt in den vielen 
Fällen, in denen der iJeniesser einer komischen Situation 
weiss, dass ihr Larsteller sich nur "ungeschickt oder dumm 
stellt" •"-. Dieser angebliche Beweis ^ reuds zeigt aber in 
Wahrheit, dass auch Freud das UberlegenheitsgefUhl da ver- 
misst, wo es nicht entscheidend hingehört, nämlich in einem 
Lachen über den Produzenten des Lächerlichen. 

ES ist aber fraglich, ob es selbst bei deiL rohsten La- 
chen über die Beschränktheit, über das Ungeschick oder das 
Missgeschick eines Anderen wesentlich der Andere ist, der uns 
lachen macht^ Denn sobald der schadenlrohe entdecken sollte, 
dass er genau so duirmi ist wie der Andere und in dasselbe Mal- 
heur stolperte wie er. dann ist es sofort vorbei mit seiner 
Freude ^-sber des Anderen i>as£geschick. Er kann dann höchstens 
noch den wohltuenden Trost geniessen, dass es auch mit dem 
Anderen schlecht steht und nicht nur mit ihm. Dieser angeneh- 
me Trost aber hat ..ichts mehr mit einem Lachen über den Ande- 

ren zu tun. 

Ferner auch das linkische Wesen, die Roiniertheit oder 
das Leiden von Kieaturen, mit denen wir uns gar nicht verglei- 
chen können, von Tieren, die uns nichts angehen, und die wir 
"nicht einmal quälen können", oder von Lebewesen auf dem f'ars 
Krachen auch den schadenfrohsten Menschen nicht lachen. Auch 
der ro.ste Hämling freut si.h so letzten Endes über seine ei- 
gene Klugheit und sein eigenes Glück im Verhältnis zu dem Pech 



li 



-87- 



)/w . rj^^ 



^^ 



und der Beschränktheit all derer, mit denen er sich ver- 
gleicht. Aber er lacht nicht über die Dummheit oder das Miss- 
geschick der Anderen an sich. 

Wir alle, so müssten wir daher sagen, treuen uns im La- 
chen eigentlich über uns selbst, wie wir in unseren Träumen 
es im Kern ausschliesslich mit uns selbst zu tun l'iaben. D.h. 
wir erfreuen uns im Lachen an unseren eigenen Fähigkeiten im 
Verhältnis zu denen der Anderen oder im Verhältnis zu den 
überwundenen Denkschwierigkeiten, die uns Andere darbieten. 
Da wir uns aber so nicht entscheidend über die Dummheit der 
Anderen freuen, sondern über unsere eigene Klugheit, so braucht 
auch keineswegs der Mangel an Dummheit der komischen Person 
jedes Qberlegenheitsgefühl in uns zu Fall bringen, wie Freud 
dies!als evident voraussetzt. 

Freud ist wohl im Hecht: in der Komik wird nicht Dummheit 
der Anderen benötigt, im Gegenteil, wie noch viel weitergehend 
gesagt werden kann, in aller verfeinerten Komik wirkt die ech- 



te (grosse) , die nicht vorgetäuschte Dummheit der komischen 
Person sogar störend. Deshalb ist es z.B. auch erforderlich, 
dass sich der Witzerzähler bloss dumm stellt - ein anderer 
Grund, warum der, der den ?.itz mitteilt, selbst nicht lachen, 
d.h. nicht seine Klugheit im Durchschauen des Witzes vorschnell 
verraten soll. Auch das Kind braucht durchaus nicnt dumm zu 
sein, um naiv komisch zu wirkeni es braucht nur gewisse Dinge 
als Kind nicht zu wissen. 

Aus alle dem aber ist nur eine einzige Folgerung zu ziehen: 
gegenüber dem komischen Objekt oder dem komischen Erzähler ist 



/ 



hj 






I 



./. 



■ JiJm.>^l,.U, i .a^ 



-88- 



f 



/ 



^ 



1,. 



Überlegenheit nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich 
für das Zustandekominen des Lachens über die Komik j v;ird 
aber das Superioritätsgefühl im Lachen an der richtigen 
Stelle gesucht, so wird es dort als unentbehrlich entdeckt. 
Das ÜberlegenheitsgefUhl ist imersetzlich für das Zu- 
standekommen des derbsten Vergnügens am Komischen durch ei- 
nen Vergleich der superioren Klugheit und des Glücks des 
Betrachters mit der Dummheit oder dem Missgeschick des ko- 
mischen Objekts. Das Überlegenheit sgefühl ist aber auch un- 
erlässlich im Genuss verfeinerter Komik. Denn gerade wenn 
sich der Schöpfer der Konik hier dumm stellt, und wenn er 
so dem Versteher der Komik keine direkte Hilfe zum Hindurch- 
sehen durch die komplizierten komischen Sachverhalte gibt, 
so verhilft er doch durch die geschickte Anlage der Komik 
dem Verstehenden dazu, sich seiner Intelligenz in dem intui- 
tiven Erraten der vorliegenden verborgenen iihnlichkeiten und 
Kontraste zu erfreuen. 



>)1 Die Eigenart des lachenden ^erlegenheits- 
1 y gef ühls 



i 

4 



Es ist aber selbstverständlich nicht nur diese Frage sorg- 
fältig zu klären: wo ist der eigentliche Sitz des Jberlegen- 
heitsgefühls im Lachen. Auch die intellektuelle - und später 
die emotionale - Eigenart dieses L^erlegenheitsempf indens ist 
noch weiter vor einer ganz allgemein verbreiteten Missdeutung 
zu schützen. Nicht nur aus emotionalen, schon aus intellektu- 
ellen Gründen ist hier der gesamte geistige Hintergrund der 



-39- 



) . 



Ähnlichkeiten und Kontraste, die im komischen Objekt zum 
Austrag kommen, und die Spannweite des sie erfassenden Sub- 
jekts von der grössten Bedeutxxng* 

Für den Einfältigen genügt es, dass im komischen Gegen- 
stand gewisse Wortähnlichkeiten zusammen mit ihrer ^edeutungs- 
differenz gegeben sind, ohne dass diese Kontraste und Ver- 
wandtschaften von irgendwelchem sonstigen Gedanken oder Lebens- 
wert sind* r^o reicht es z.B* für den Gedankenarmen aus zu hö- 
ren: der kälteste Vogel ist der Zeisig, eben weil er hinten 
ganz eisig ist. Die blosse Ähnlichkeit und der Unterschied der 
Worte "eisig" und "Zeisig", die nicht das Geringste über die 
sonstige sachliche Bedeutung dieser Worte verrät, ist für den 
plachkopf gerade die erwünschteste Gelegenheit , um seine be- 
scheidenen Geistepkräfte an dem Durchschauen solcher äusserli- 
chen, nichtsbesagenden Wortverwandtschaften triumphieren zu 
lassen. Dem geijritig anspruchsvolleren aber können solche ilach- 
sten \1ortwitze wenigstens im nüchternen Zustande kaum ein lä- 
cheln abgewinnen, weil ihm ein Verstehen solcher planen Wort- 
relationen kaum zu einer Genugtuung über seine geistigen Fä- 
higkeiten zu verhelfen yerrcag. 

Der unglückliche Geisteskranke, aer Papier in den Hund 
6 

steckt, um es zu essen, ist für den rohen Duiunkopf bereits aus 
intellektuellen Gründen komisch, weil er, der Gesunde, solche 
Fehlgriffe des geistig Erkrankten sofort als nur scheinbar 
zweckmässig und als in Y.ahrhßit höchst zweckwidrig erkennen 
/~ kann. Diese dürftigste Kraftprobe seiner Intelligenz ist für 

den Engstirnigen und Brutalen schon ausreichend Anlass für ein 



'S 



1 
f 



-90- 



freudiges intellektuellea Oberlegenheitsgefühl über den 
Geisteskranken, abgesehen von der - später zu betrachten- 
den - emotionalen Aggression, die der Rohling gegen alle 
Verwandten, aber ihm geistig oder körperlich inferioren 
?,esen verspürt. Doch jede stärkere oder verfeinerte Geistig- 
keit kann natürlich nur bei der "'^ewältigung weit bedeutungs- 
voller gedanklicher Komplikationen irgend ein Lustgefühl der 
/ Überlegenheit gewinnen i und je weitreichender die möglichen 
seelischen und geistigen Verstrickungen, die Kontraste und 
Ähnlichkeiten sind, die das Verstehen einer bestimmten Komik 
oder eines bestimmten ^;itzes blosslegt, desto intensiver ist 
die Lust des Überlegenheit sgefühls und daraufhin die Güte des 
Witzes und der Gehalt der Komik. 

Dies ist somit der eigentliche Grund, warum H\imor und 
Witz notwendig ernstere und weittragendere Komplikationsmög- 
lichkeiten betreffen müssen, wenn sie den Ansprüchen der 
geistigeren Menschen genügen wellen, kurzum weshalb die rei- 
fere Menschheit immer wieder nur über die Komik laehem kann, 
deren weitverzweigte unausgesprochene Andeutungen ernötere 
intellektuelle Anforderungen an das Verständnis des Geniessers 
stellen und nur dem geistig Rüstigeren ein angemessenes über- 









l%<i . * 



legenheitsgefühl verstatten. 



re 



p Der Haupthinderungsgrund aber für die allgemeine Annahme 
eines geistigen (Jberlegenheitsgenusses im Lachen scheint mir 
besonders tief zu liegen und^weit zu reichen. (Jberlegenheits- 
gefühl, '•Wille zur Macht«, und Selbstliebe gehören ja aus 
wohl verständlichen Gründen zu den meistverlästerten Ceelenre- 



i 
I 
f 



}k^ "f^ 



r 



^ /^ 



-91- 

gungen. Doch sie bleiben deshalb nicht weniger vmumsänglich 
wertvoll selbst in den Aussagen undkiem Verhalten derer, die 
sie etirlich aclimähen. Eö ist aber der Klärung dessen, v/orum 
es hier e^^^"^! i^^^öi' damit am besten gedient, dass elementar 
unentbehrliche (Trundregiingen des Menschen moralisch unvorein- 
genommen bewertet werden, auch wenn sie noch so oft in sitt- 
lich bedenklichen Formen auftreten. 

Dem Durchschnittsiuenschen liegt jedoch nun eininal intel- 
lektuell und emotional, in der Psychologie und in der Moral, 
die plunipeste und entstellendste Schv.arz-Weiss-Malerei viel 
mehr als ein geduldiges, unbefengenes Studium der wahren in- 
trikaten Farbenspiele der I^'atur. So schwelgen die Kanzelredner, 
die ihr Publikxun kennen, und leider auch zu viele beredte Dich- 
ter zu gern in der Ausmalung von menschlichen Heiligen, denen 
sie die schneeweisüeste Celbstvergessenheit andichten olme je- 
den Deut auch des geläutertsten Eigeninteresses, den strahlend- 
sten Heldenmut ohne die verzeihlichste "Befleckung" durch 
menschliches Zagen und eine lämmergleiche Dienstbeflissenheit 
ohne den gelindesten Durst nach Auszeichnung, nach Distinktion 
d.h. ohne einen Scliatten von Oberlegenheitsgefühl. 

Man sehe nur einen Itloment auf das traditionelle Jesusbild! 

r'f Laruah / Seba ktani 
^' Das verzweifelnde, klagende "Eli, Eli^ (- Icai-ah ) lamah .S^a|. limlir^ 

wird übersehen zugunsten des heldischen Auftretens gegen die 

Pharisäer, der mutigen Parteinahme für die Aussätzigen und Ver- 

stossenen der rresellschaft. Und so wird der unleugbare Stolz, 

j der in dem Wort vom sitzen ziir Ivechten Gottes liegt, und darin, 

dass niemand "zvun Vater gelangen kaiui ohne durch mich", igno- 



I 



I 



I 



UM ■' ^IF 



-92- 



yi 



u^ 



^ 



V'4 



riert über dem selbstloseßten Sichopfern für sie sündige 

Menschheit. 

Der l-iiensch zieht es eben imrier vor, den vorbildlichen 

/~aer vertraute Hamanns und Herders 

Menschen 2;u"vergc5ttern'i ihn aber damit, wie Hippel^ treffend 



fand 



./ 



zu viel v/eniger" zu machen , als er "von Gottes mid 
Natur v/egen" sein könnte . T^enn Denker v/ie Herder, Bentham 
und Treud warnten vor der Oefahr der ♦♦Hypem.oralisierung^ , 
die nur zu ^Exmoralisierung" führen kann , so sind das bis- 
her in der Ethik nur Rufer in der Wüste geblieben. Aber um 
so weniger Grund besteht eben dafür, der Konstatierung von 
Überlegenheitsgefühlen auszuweichen, wo iianer eine unpartei- 
ische Analyse auf ^ie stösst. 

Das Jberlef^enheitsgefühl aber, das im Durchscliauen einer 
Witzkomplikation und im rirfassen einer komischen Situation 
auftaucht, ist zweifellos an sich einer der roinr^ten, unschul- 
digsten Affekte des Menschen. Es ist überhaupt eine der Ledenk- 
lichsten ^Entstellungen des wahren tiachverhalts , im »'Willen zur 
Macht»» mit der Zwangshaf tigkeit einer fixen Idco nur den Drang 
zur Yergevmltiijung Anderer zu sehen, im jberlegenheitsgefühl 
nur die Verachtung Anderer und in der Selbstliebe nur egoisti- 
sche Gier. Machtgefühl und Selbstliebe erfahren ih2*e Stärkung 
keineswegs nur in der glückhaften Auseinandersetzung mit anderen 
Menschen oder gar in der Misßachtung Anderer, sondern mindestens 
ebenso elementar in der tiberwind ung von unpersönlichen ilaturge- 
walten, von Schicksalsschlägen und iQnQH intellektuellen Hemm- 
nissen, wie sie in den latenten Verwicklungen der Komik vorliegen. 

Die beiden gewichtigsten Argumente, die scheinbar der An- 



z 



i 



-93- 



1 



r 



nähme eines intellektuellen ubeilegenheits,2;öf^hl8 im Ver- 
stehen der Koinik entgegenstehen, sind daher hinfällig« Dies 
•Machtgöiühl" spielt hier zwar, wie Freud zuzugeben ist, 
••keine ersichtliche Holle* . Bas heisst, dies Gefühl ist iip 
Prozess des Lachens über das Konische nicht greifbar erlebt* 
Aber es ergibt sich, wie selbst Lippe zugeben iLusste, unwei- 
gerlich für die Reflexion als a^i Grund der Ireude an dem Be- 
greifen der Komplikationen des komischen Gegenstands* Vor al- 

zu 
lern aber - was freilich nicht (^egen ?reud eingewandt werden 

A 

braucht, wohl aber g^^ea die ineisten anderen Analytiker des 
Lachens -, das intellektuelle joeilagenheitsgef ühl, um das es 
sich ?iier handelt, hat nicht das Geringste von dem moralischen 
Odium, das ihm nach Hoboes und anderen anhaften soll. 

Selbst in Metzsches "Zarathustra'^ wird das Lachen und das 
Machtgefühl, von dem dort die Rede ist, Irei gehalten von allem 
finsteren Triumphieren über den Neberimenschen. Und es wird um- 
gekehrt sogar g^g^a Chiistus eingev^andt, dass er aus r.!angel an 
Güte dem Lachen des ^ienschen nicht t'enug Gerec.bi^keit wider- 
fahren liess: Jener Unbedingte "liebte nicht genug; sonot hätte 
er auch uns geliebt, die Löschenden. Aber ei- hasste uns, Heulen 
und Zähneklapperxi verhiess er uns* äluss man denn gleich fluchen, 
wo man nicht liebt.. Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz- 
Krone, ich selber setzte mir die^e Krone auf, ich selber sprach 
heilig mein Gelächter'* . Von hier aus hat sich Nietzsche auch 
mit Recht in seinem Jenseits von Gut und Bcse gegen Hobbos wen- 
den können, nach Kobbes ist "das Lachen.. ein arges Gebreste der 
menschlichen ITatur, das jeder denkende Ä^ensch zu überwinden be- 



-94- 



?;^ 



7/1 u - 



/ 



strebt sein wird", [vjach Nietzsche dage2:en bestimmt sich 
umgekehrt die "iiang Ordnung der Philosophen^ geradezu "nach 
dem Range ihres Lachens - bis hinauf zu denen, die des gol- 
denen Grelächters fehig sind" • 

Es darf selbstverständlich bei so umfassenden Geistes- 
haltun£'en wie Griechentum, Ju«ientum und Christentum bloss mit 
grcsster Zurückhaltung von solchen Verallgemeinerungen gespro- 
chen werden wie der, dass nur dem Juden und Griechen, aber 
nicht dem Christentum der Gedanke eines scherzenden Gottes 
akzeptierbar war* Doch es lassen sich immerhin sattsame Il- 
lustrierungen dieser These aufgreifen. 

Im Einklang mit christlichen ■ Überlieferungen konnte es 
z.B. noch Charles "Baudelaire in seinem leidenschaftlich er- 
regten "iUre et Caricature" verkünden: "Le Yerbe incamfe n'a 

2 

jamair. ri" ; und :ielbst clie Weisen unter den Menschen, »♦le 

sage craint le rire, comae il craint les specuacles mondaines, 
la concupiscence. II s'arrfete au bord d\i rire conme au bord 
de la tentation" . »»Le comique est \xn 4l&ment lamnable et 
d'origine diabolique'*^, '»un des plus clairs signes sataniques 
de l'hoiLjLe" . 

Höchstens mit *bchneidendery blutiger Ironie lassen Pascal 

7 

und schon vor ihm Antcine Arnauld Gott im Paradies die Vortc 

sprechen: ♦♦Siehe der ]!k;ensch Ist geworden v/ie unsereiner" (Gene- 
sis 3»?2)i und Arnauld wie Pascal berufen sich dabei auf Chry- 

so6to(ios in genee. hom^lS und hom. 31 in Mattheut-, wie auf im- 

/^on L>eutz 
pert in genes. lib. 3c .38 und auf Hugo von St. Victor in geres* 

p.l7, wenn Hugo in jenen rortij^n Gottes nur "un reprochc piquant" 






•^ 



-95- 



£>^ 



9 



Ojll \6^<ili'> 



I 

findet, "dont Dieu voulait percer proi ond ement les viola- 
teurs de son ordonnance", und wenn diese Ironie nur höchst 
ernsthaft damit gerechtfertigt wird, dass "cette'espdce de 




raillerie est auelquefois une action de justice comiae ici, 
lorsgue celuy envera laquel on en use, l«a meritö-^. 

Auch Goethe teilt im Paust, wenngleich nur spielerisch, 
nicht die ta^udische oder griechische, sondern die christli- 
che Tradition, wenn er dort im "Prolog im Himmel» Mephisto- 
phelea zu Gott sagen lässt: "Mein Pathos brächte Dich gewiss 
zum Lachen, hättst Du Dir nicht das Lachen abgewöhnt"^, ^st 
in der Auflösung strenger christlicher Tradition ist wieder 
Raum für einen lächelnden Gott, wenn z.B. Ernest Eenan einmal 
schiEunzelnd berichtet: "ßh bien! dans mes insomnies je m'aiEuse 
d composer des pfetitions, des placets que je suppose adressfes 
Ä l'Eternel du fin de l'enfer. J'essaye presque toujours de 
lui ?rouver qu'il eat un peu la cause de notre perdition, et 
qu'il 5- a des choses qu'il aurait du rendre plus claires. Par- 
mis ces placets, il y en a d'aosez i^ic^uants, et qui, je le 
crois, feront souiire l'Eternel."' 

< Obwohl weder das Juden-noch das öriecnentum noch Kietzs^e 
dies näher klarlegen, jene Heiligsprechung des Lachens, das 
Lob des Lachens der Götter, das hoiuerische Lachen, erstreckt 
sich offensichtlich aui keinerlei personlich aggressive feind- 
seli^-e Tendenzen im Jberlegenheitsgefühl des Lachenden, sondern 
wesentlich auf den Genues seiner eigenen überlegen geistigen 
Kräfte. 

Dieses JberlegenheitsgefUhl aoer, in dem seelische und 






; 



l 

( 



!L®I 



5 



I 



-95- 



A-^ 



I 



g\A^<lL 



lindet, "dont Dieu voulait percer prolondement les viola- 
teurs de son ordonnance*', und wenn diese Ironie nur höchst 
ernsthalt damit gerechtfertigt wird, dass '»cetteespäce de 



/^ "^^ ' raillerie est ctuelquefois une action de justice comme ici, 
lorsque celuy envero lequel on en use, l^a meritÄ'* • 

Auch Goethe teilt im Paust, wenngleich nur spielerisch. 




I 







1 



fx 




nicht die taciudische oder griechische, sondern die cliristli- 
che Tradition, wenn er dort im "Prolog im Himmel** Mephisto- 

pheles zu Oott sagen lässt: '«Mein Pathos brächte Dich gewiss 

2 

zum Lachen, hättst Du Dir nicht das Lachen abgewölnnt»» . Erst 

in der Auflösung strenger christlicher Tradition ist wieder 
Raum für einen lächelnden Gott, wenn z.B. Ernest Renan einnial 
schmunzelnd berichtet: "Eh bien! dans mes insomnies je m'amuse 
d composer des pfetitions, des placets que je suppose adressfes 
k l»Eternel du fin de l'enfer. J'essaye presque toujours de 
lui prouver q.u»il est un peu la cause de notre perdition, et 
qu'il j- a des choses qu'il aurait du rendi-e plus claires. Par- 

mis ces placets, il y en a d'aesez piquants, ex qui, je le 

3 
crois, feront souiire l'Eternel*" 

I U 5 erq 

Der Talw»<J aber geht gelegentlich «o weit, den Spaesvä^el» 

•in besonderes Anrecht auf jenseitig« Seligkeit zuzuerkennen ; 

«uK von B«M«h bisrlftchBunl, eine« föhr^enden babylonischen 

■^■-' ■ tum 

TalBudlehrer der A»orler»eit ua 300 n. »«risten^ berichtet er, 

5 
dM8 er fast iataer seine Vortrage «it eines Scherz einleitete. 

Dieses Jberlegenheitsgei'ühl aber, in dem seelische und 



2 



w rA i. . 



> 
1 



ü U-'-'il 



1 



^K. 



wmm 



Ä - f 



If 



»• "" (,-*^^ 



mmmu^mt% mA -^^ \m AanfllUt »wti^f* iM luMMaiMh 

«Mk WM A* «• WI4M i^wiMr fHMU* ^owhiarfwim i«. 

WüMkUvlt««» «MMR, &9tmim4« «K J«t4»M«M, «iw «««»«i 

wm «U» VW ttoM M»«nNMluMi «Md Mittal »w f«p «Im ««« Mmmh iwkMt«. 









Ä 



äHCMMH KMMtMM i»«l«MM <te» i«l -FMMiMiMrt «i%U* 









^^wW^» 



•■••■• «^ « Mtl a rtwig — iw ife«r m«up «««t*Uf«r iänai «■»«■ aa vmw 



iA *■>« «MM> «fc* «f d&*M Mrt»* ikm im*»« 



••TPWBiNMIi 



'iP<%i^^^^ 



tMgm 



r.iliimi 



«taV i«MMll 



4w .«wAilifime« i»m mm. mim* ü« sa»fUkt«, «• i4r «U -mirtl 



«ifaaiMi» a^U flaft* fMlMMUl 






to 4» ranM&fiM« 



4 



mmm 



m»tt-> 



] 



r 






7/1/;. r 



r 



intellektuelle Kintei gründe der huiüoristischen Situation 
erfasöt werden, karm uiejiianden schädigen, niCiiianden ver- 
letzen oder auch nur irritieren. Celbet bei dem Cieger in 
Sport und Spiel ist lait der Sie^esfreude notwendig mehr 
Enttäuschung Anderer und daß vrissen um die Niederlage der 
Geschlagenen verbuixden. Das Machtgefuhl im Genusl von^Sclierz 
und Huiaor aber ist vielleicht das Urbild der lautersten, pü- 
tigsten Freude. Und es iet v^ohl kein Zufall, dass wortvollste 
Freundöchaitsge&chenke und Gaben grosser Hilfsbereitschaft 

mit Scherzworten zuxq Genuas der Beschenkten begleitet v^erden. 

^ >ira Talmud ' 

und dass^^hach der tiefsinnigen jüdischen Traditic2i)Gott selbst ''• 
und nach Jean Paul noch die Engel und Erzengel sich in echter 



Seligkeit in Scherzen ergehen. \ 



7i. 



23 



r'Las Jberlegenheits-und Glückßgefühl dieser Art ist es da- 
her vor allem auch, das für die Deutung von Lebenssinn noch 



von weiterem Wert sein sollte. 

/Das dionysisch-emotionale Element im Lachen 

r j. f^V^T^ ' ^Erleben 

n. r A '^ [ Cn ^^® Aggres^ionstendenzen ici vVe r stohon } 
ni^ .^<^^ ^ j ^ der Komik 




Aber freilich in» Lachen über die irorcik handelt es sich 







cu 



nicht nur um den unbeflecktesten Genuas von eigenen geistigen 
und seelischen Fähigkeiten unabhängig von jeder angreiferic. hen 
Tendenz gegen i^ebenmenschen oder gegen menechliche Institutio- 
nen und übermenschliche Gewalten. In der Kor.ik, im Witz wie im 
ganzen Bereich des Belachenswerten leben sich, wie seit alters- 
-^ her bemerkt wurde, ^^^^noch weit aggressivere flacht tendenzen 
aus. 



'mammmmmm 



- 96 b - 




^^ %'r^) 



IV, 



JUi 



Mir-. .{ 

ir 




Selbst in der Form des göttlichen Lachens, von der schon Psalm 
2; 4 und die spÄtere jüdische Tradition spricht, Itsst sich drohende, - L, 
ttberwÄltigende Streitkraft kaum übersehen. Im Seder Eli Jahn , einem / 
Traktat, dessen Entstehungszeit in seinen verschiedenen Bestands tftcken 
von verschiedenen Gelehrten teilweise in die talmudische, teilweise in 
das 8. oder erst 10, Jahrhundert n. Christentum verlegt wird, wird, 
wie schon Ähnlich im 2. Psalm erzählt, dass Gott lacht, wenn die laster- 
haften Völker der Welt ihn in ihrer Anmassung herausfordern, sie zu be- 



r „ 



strafen und vernichten. Die Annahae eines solchen göttlichen Lachens 

2 

der eines Scherzens selbst mit dem Lewis than^ dem Urbild des Satani- 



v^r 



-^ sehen, verrÄt zweifellos eine religiöse Gewagtheit, die konventloH^ 
/Tjellem/, theologischen)^ Denken als gröbster Anthropomorphismus oder 
geradewegs als Blasphaale anmuten könnte. Fär Helmut Plessner* 
Deutung des Lachens als einer spezifisch menschlich passiven Verlo- 
renheit gegenüber der Welt, mflsste diese göttliche Haltung rundweg 
unverständlich bleiben« In Wahrheit ist sie alles Andere als unbe- 
greiflich. Sie deutet nur mit ungewöhnlicher Kühnheit an, wie hier 
intellektuell durchschaut wird, dass bösartige Völker und das Symbol 
des Bösen selbst sich zwar scheinbar anmassen könrien, mit der All- 
macht wie mit einem endlich begrenzten Wes^n zu kämpfen, dass aber 
zugleich eine solche Herausforderung des Unendlichen durch das 
Bndliche eine bare Unmöglichkeit ist, und dass Gott ebenso wie 
^ sein Berichterstatter in diesen Fall eine unendlich überlegene 

^'''^^-^ 

\ -^ /Streitkraft geniessen ka^arC ^ 



» 



V 



'S 






-97- 



7 



Freud unterscheidet sehr dankenswert vier Ilauptgattungen 
von mc glichen Tendenzen im Witz: entblössende oder obszöne , 
aggressive (feindselige), zynische (kritische, blaspheinische) 
und skeptische • Ihnen allen aber ist, wie dies leicht durch- 
sichtig wird, Aggression im weiteren Sinn des Wortes gemein. 
Da uns nun als Gegenwehr gegen weltcuischauliche Verzweiflung 
von vornherein nicht mit der Analyse des bloss Possenhaften 
gedient war, da wir prinzipiell nach den geistigen Formen des 
Lachens Aussciiau halten mussten, so dürfen wir wohl die aggres- 
siven und alle emotionalen Elemente im Lachen mit dem patheti- 
schen Namen "dionysisch" belegen, im Gegensatz zu dem apolini- 
schen Faktor, dem überlegenen Durchschauen von rein intellek- 
tuellen Komplikationen, von dem bisher die Rede war# 

Diese beiden Antriebe zum Lachen, der apolinische wie der 
dionysische, der intellektuelle wie der emotionale, sind aber 
natürlich in der Wirklichkeit aufs engste verbunden; sie sind 
nur nethodisch in einer Analyse der realen Phänomene von einan- 
der als wesensverschieden zu scheiden, ohne im realen Erleben 
selbst von einander abgetrennt zu sein« Nur um den Gehalt des 
einheitlichen Erlebnisses besser zu durchleuchten, um seinen 
Reichtxim adäquater auszuschöpfen, haben wir hier dauernd ver- 
sucht, die intellektuelle Komponente im Lachen zunächst von 
der emotionalen abzulösen i und wir sind dabei doch zugleich 
zu oft schon unvermeidlich auch auf ein aggressiv dionysisches 
Element gestossen. 



i 



■Mk 



IV 



-9'8- 



r 



Jedenfalls - 
die Lehren von einer rein aestheti sehen Kontemplation, 



Ton der aesthetischen Zweckmässigkeit ohne Zweck, von dem 
interesselosen Wohlgefallen an der Kunst bedürfen in der gan- 

zen Welt aesthetischer Werte einer durchgehenden Revision %nd 

A \ 
entscheidender Ergänzung. Schon Immanuel Kant, der grosse In^ 

tellektualist, erkannte das, indem er seiner intellektualisie- 

renden Lehre vom Schönen eine Lehre vom Erhabenen anfügte^ i 



^ 



der der Appell an Emotion xxnd sittlichei Willensimpuls dominier 



,.V\ 



rend ist. 

Andererseits hat Aristoteles freilich zunächst Recht; so- ^ 
lange ein Gegenstand oder Ereignis im Bezirk des potentiell \ 
Lächerlichen oder des allgemein künstlerisch wertvollen nichts 
als aktuelle Gefahr und Leiden für den Betrachter bedeuten, so- 
weit ich noch von dem Affekt des Bedrohtseins überwältigt bin, 
solange kann das potentiell Komische oder Aesthetische nicht als 
solches genossen werden. Solange ich mich nur vor Blitz und Ha- 
gel schützen will, solange kann ich mich an dem majestätischen 
Schauspiel eines Gewittersturms nicht aesthetisch erfreuen. 

Zur Zeit von Hitlers blutigen Judenverfolgungen wurde es 
als eine Art blutigen Scherzes erzählt, dass ein kleines Juden- 
mädchen seine noch jüngere Schwester beim Vorbeigehen an einem 
scheuen Pferde damit zu beruhigen suchte, dass es dem Kinde sag- 
te: "Hab» keine Angst, das Pferd weiss ja nicht, dass wir Juden 
sind." Ein Nazi hätte wohl hierüber unbekümmert lachen können. 
Unter Juden und ihren Freunden aber war das potentielle Lächeln 
über die komische Naivität der Kinder schnell erstickt vor der 
blossen Eibitterung und dem Hass gegen ihre Peiniger, die schon 



V 



I 






{f. - 



t. 



/ 



mom tt* I j I 



-99- 



fe 



ihre Kinder mit grösserem Grauen vor menschlichen Henkern 

als vor drohenden Tieren erfüllen konnten* Hätte die ältere 

^ er 
r'^hto Schwester in normalen Zeiten die jüngere etwa damit getröstet, 

dass das Pferd ja nicht weiss, dass wir eben in der Speise- 



>f ; .S/J^ 



\ 



\ 



hu f 



kammer genascht haben und uns deshalb nichts tun wird, so 
könnte das G^nze natürlich nur als harmloser Scherz gelten. 
Sehr ähnlich steht es z.B. auch mit der Anekdote, wonach ein 
führender Nazioflizier eine katholische Krankenschwester er- 
sucht haben soll, ein Christusbild aus dem Entbindungszimmer 
seiner Frau zu entfernen, da er nicht wünsche, dass sein Kind 
nach der Geburt zuerst das Bild eines Juden sehen müsse. Wo- 
raufhin die Schwester dem Offizier später mitteilte: "Ihr 
Wunsch ist in Erfüllung gegangen, ihr Sohn hat kein Bild des 
Heilands nach seiner Geburt. zu sehen brauchen, obwohl ich es 
nicht entfernt habe. Er ist blind geboren." Die Anekdote zeigt 
wohl in der Anlage Ähnlichkeiten und Kontraste von der Art ei- 
nes Witzes. Aber wie im vorangehenden Fall, so wird auch hier 
der potentielle Scherz verdeckt durch die Grausamkeit des Ge- 

^ Schicks, die Härte dieser Art von "Himmelsstrafe", die auch 

/pffene 
den Nazigegner hindert,. Freude an einer Rache des Schicksals 

zu haben, die bei harmloserem Missgeschick allerdings akurat 

witzig wäre. 

Aber soweit die aktuelle Furchtbarkeit des Erlebens durch 
irgend eine geistige Bewegung oder eine Gegenemotion der Er- 
lebenden abgedämpft werden kann, soweit kann die potentielle 
Gefährlichkeit des Gegenstandes der Komik in der Tat die Güte 
des Scherzes und die Intensität des Lachens, die er auslöst. 



4 

1 



•TT 



■•■■■■■ 



I 



")lto . 



> 



D-C CK 



l'^U/^ 



I 



-100- 



definitiv erhöhen. Potentielle Bedrohlichkeit der Sache, um 
die es geht, gibt eben der geglückten emotionalen Abwehrten- 
denz des Lachers erst einen besonderen Triumph und Heiz« 

Yo immer ein Affekt in der Komik ausgelebt werden kann, 
durch den mit den Mitteln der Komik eine aggressive Abwehr 
eines verhassten Machthabers oder eines peinigenden Geschicks 
vollziehbar wird, da ist damit der Lebenswert der betreffenden 
Komik ausserordentlich gesteigert. Wie schon bei Gelegenheit 

des Aktualität sjcharakters von Witzen festzustellen war, die 

I 
aktuelle Macht der Gegenstände der Komik, gegen die sich ein 

befreiender Angriff richtet, ist für die Güte des 'itzes 
ausserordentlich viel bedeutungsvoller als die bloss zeitliche 
Aktualität jener Angriffsobjekte. In den Fällen von dem klei- 
nen Judenmädchen und dem Nazioflizier klingen solche Bedeutungen 
wohl an. Aber da hier das Gesamt erleben viel zu deprimierend 
bleibt, d.h., da kein aktiver Affektdurchbruch gegen den herr- 
schenden Machthaber zum Erfolg über ihn führt, so können, wie 
wir sehen, diese Anekdoten trotz ihrer Affektbetontheit und 
trotz ihrer intellektuellen Strukturähnlichleit mit komischen 
Sachverhalten nicht als eigentliche protestaf fektliche Komik 

gelten. 

Jedenfalls aber es wäre gewiss eine absurde akademische 
Überschätzung des Intellektuellen, wenn neben dem intellektu- 
ellen Durchschauen der Komplikationen der Komik den stärkeren 
emotionalen Verstrickungen, die im Lachen am ?;erke sind, nicht 
Rechnung getragen würde. Es wäre das bedenklichste philosophi- 
sche Angekränkelt sein von des Gedankens Blässe, wenn in der 



i 



\ 



■I 



-101- 



Analyse des Lachens nur ein intellektuelles [Jberlegenheits- 
geftihl zu Worte käme, und wenn die erfolgreichen emotionalen 
Verstösse gegen potentielle emotionale Gefahren dabei nicht 



ebenso oder sogar noch mehr Geher fänden 



hu) V 



7 



Die smgebliche «Kleinheit" des komischen 
Gegenstands undidie aggressiven 
Tendenzen zu seiner »»Verkleinerung" 



/ 



. ^ 



%jfL 



I 



\ 



Es ist sehr oft in den verschiedensten Formen darauf auf- 
icerkBam gemacht worden, dass es sich im Gegenstand der Komik 

notwendig um "Kleinheit" der Verhältnisse handle, um "ein Kich- 

1 2 

tiges", "ein relatives Nichts" , um das "vive la bagatelle!" 

Kant erklärte das Lachen als einen "Affekt aus der ..Verwandlung 

fErwar/tung -z 

einer gespannten Ertfalliinc in nichts"-'. Lipps hat auf der Basis 

dieser Kantschen These mit einer Fülle von Polemik und verwickel- 
ten Konstrixktionen zu zeigen gesucht, dass der "intellektuelle 
Kontrast" von Vorstellungen, den z.B. Emil Krae^in als aus- 
reichendes Merkmal der Komik ansah, ersetzt werden müsse durch 
den »Kontrast zwischen einem Erwarteten (Geforderten, Vorausge- 
setzten) und einem an die Stelle* davon tretenden "relativen 
Nichts"^. "Der Grund aller Komik" ist so nach Lipps ausschliess- 
lich (ter, dass "ein Etwas.. zu einem Nichts.. wird" . Lachen über 
Komik is^ immer nur Freude über die Beobachtung einer "Auf ISsung 
in nichts"^. Freud und zahlreiche andere Kritiker Kants und 
Lipps haben mit Recht solche Erklärungen des komisch Lächerli- 
chen zu limitiert gefunden®, trotz des ausserordentlichen 
Scharfsinns, den Lipps zur Verteidigung seiner T^iese aufge- 
bracht hat. Kur als ein stark umgewandeltes Teilmotiv kann der 



j 



} 



-102- 



/ j^'^v,.*' Kern der Kantschen und LipiÄchen Deutungen in eine umfassen- 

r dere Theorie des Lachens eingebaut werden. 

^^ f i . Stefan Schütze hat in seinem feinsinnigen Versuch ei ner 

^ der "Unserem Goethe" gewidmet isT^ 

I — Theorie des Komischen^ ^yiel umsichtiger betont: nicht die Auf- 
lösung in ein Nichts oder auch relatives Nichts ist in der 
Komik entscheidend, sondern wie er ausführt, nur ein Reduzie- 
ren auf relativ Kleines und Kleinstes. "Der Ausdruck strebt 
im Komischen nach dem Kleinsten und Speziellsten und vermeidet 
das Allgemeine, welches dagegen am liebsten im Erhabenen ge- ^; 
braucht wird, weil dieses sich der sinnlichen Bedürfnisse 
schämt. Indem die erhabene Vorstellung gern in das Materielle 
noch einen aktiven Anteil legt und z.B. von einer Beschirmung 
und ?edeckung des Hauptes spricht, nennt der Komiker geradezu 
die Sache, von der der Mensch abhängt, und, setzt dafür nicht 



nur den Hut und die Mütze, sondern wohl gar den Filzhut, den 






i. 



f 



V-? 



Filz, die Strumpfmütze, die Nachtmütze i;J^ und damit der hohe 
Geist dadurch recht sehr beschämt werde, fragt er z.B# nach 
dem Befinden des Verstandes unter der Schlafmütze, wo gleich 
mehr als Ein Bedürfnis sich an die Freiheit hängt." 

JeaJi Paul hat ähnliche Beobachtungen aufgegriffen, indem 
er behauptet, der '•metamorphosische sinnliche Stil des Humors., 
individualisiert.. bis ins Kleinste .. Shakespeare ist nie in- 
dividueller, d.h. sinnlicher, als im Komischen, eben darum ist 
Aristophanes beides mehr als irgend ein Alter. Wenn.. der Ernst 
überall das Allgemeine vorhebt und er uns z.B. das Herz so ver- 
geistert, dass wir bei einem anatomischen mehr eins poetische 
denken als bei diesem an jenes, so heftet uns der Komiker gerade 



I 



j 



( 



l 



t-. 




'h.^^^f 



-103- 



eng an das sinnlich Bestimmte, ur;^ er fällt z.B. nicht auf 
die Knie, sondern auf beide Kniescheiben, ja er kann sogar 
die Kniekehle gebrauchen. - Hat er oder ich z.B. zu sagen: 
•Der Mensch denkt neuerzeit nicht dumm, sondern ganz aufge- 
klärt, liebt aber schlecht', so muss er zuerst den Menschen 
ins sinnliche Leben übersetzen - also in einen Europäer - noch 
enger in einen Neunzehn jahrhunderter - und diesen wieder auf 
ein Land, auf eine Stadt einschränken, ..bis er etwa so glück- 
lieh ist, dass er von einem priedrichstädter sprechen kann, 
der in einer Taucherglocke bei Licht schreibt, und ohne einen 
Stuben-und Glockenkamer^en im kalten Meer. .Ungeheuer und ?i- 
sche um sich verachtet"^. Ähnlich betont Friedrich Theodor 
Vischer, dass "aus dem Hässlichen» des Aristoteles in der Ko- 
mik und dem Humor "ein berechtigtes unendlich Kleines" der 
"sinnlichen Natur. .wird.. Meine.. kleinen Liebhabereien, . .meine 
WerktagsstimiLung, meine Behaglichkeit, meine Bedürfnisse,., 
mein Appetit, meine Suppe und mein Braten" sind hier nicht 
mehr "verächtlich"^. Aber so ansprechend auch diese Beobach- 
tungen auf den ersten Blick sein mögen, sie treffen meiner 
Meinung nach nicht den Kern dessen, worum es geht. 

In der Ironie und Parodie', die doch ebenso Lachen erzeu- 
gen wie die Komik, und in der Komik selbst wird der lächerliche 
Eindruck oft gerade durch Verzerrungen ins Grosse bewirkt , 
nicht durch Auflösung ins Kleine, durch minutiöse Spezifizie- 
rungen. 

Ein Meisterstück von Ironie - und Humorerzeugung durch die 

Projektion seines Oegenstandes ins Grosse ist Friedländer-Mynonas 



4 






1 
\ 
1 



' 



-104- 



I 



7 



%» 



» 



><^.?] 



••Der zarte Riese» . In dieser tiefsinnigen Groteske werden 
die tragikomischen Effekte enthüllt, die gerade die Grösse 
eines Menschen von reinstem Wohlwollen auf die Menschheit 
haben auss, für die er zu gross ist. Der zarte Riese em- 
pfindet j^itleid und weint. Aber mit dem Tränenmeer, das aus 
seinem gigantischen Auge strömt, ertränkt er ganze Städte. 
Er lacht vor gütiger Freude. Aber die Explosivität eines 
selbst zurückhaltenden Herausplustems des Riesen hebt ex- 
plosiv ganze Häuserreihen in die Luft. 

Auch Kierkegaard macht z.B. die Betriebsamkeit von nur 
äusserlich aktiven Menschen dadurch komisch, dass er sie 
noch ins Grosse vervielfältigt, wenn er z.B. von den Friedrichs- 
burgern, die nur eine Feuerspritze und ein Strasse in ihrem 
Städtchen haben, grosssprecheris ch berichten lässt, dass die 

mimizipalen Löschapparate und die gesamte Feuerwehr in einem 

p 

ungeheuren Tumult durch die Strassen der Stadt raste . Molidres 

"Le bourgeois gentilhomme" wirkt nicht komisch dadurch, dass er 
sich oder der Dichter ihn verkleinert, sondern dadurch, dass er 
ins unstandesgemäss Gross tuerisc he aufgebläht ist. so scheint 
es durchaus angemessen zu sein, die Xomik nicht nur an sicht- 
lich verkleinertem, sondern auch an handgreiflich vergrösser- 
tem Gegenständlichem haften zu lassen. 

Im Gegensatz hierzu suchte Lipps unter allen Umständen 
seiner Grundthese treu zu bleiben, wonach im Komischen immer 
die Auflösung einer Erwartung in ein "relatives Nichts"^ vor- 
liegen soll, d.h. einer psychischen Bewegung, die von etwas 
Grossem zu etwas Kleinem führt, wodurch dann das Kleine nur auf 



I 






^ 

■^ 



CL. 



%i«WM 



•4 






»" 



i 



-105- 

Ih^i^äLx Grund der vorangehenden hochgespannten Erwartung komisch 

wirkt. Aber die Aufrechterhaltung des buchstäblichsteh Sinns 
dieser Grundlehre hat Llpps gelegentlich zu den seltsamst 
gewaltsamen Interpretationsversuchen verleitet. So findet 
er z.B. ein Kinder häubchen auf dem Kopf eines Kannes komisch, 
weil man hier vom Anblick des stattlichen Mannes zu etwas ge- 
langt, das offenbar verkleinert und eben deshalb eine komische 
Wirkung ermöglicht» eine andere Kopfbedeckung aber, ein Cylin- 
der, den sich ein kleiner Junge aufstülpt, soll zunächst nicht 
entsprechend komisch wirken-"-. Denn sonst würde ja hier eine 
Bewegung vorliegen, die von dem kleinen Kerl zu dem grossmSch- 
tigen Cylinder führt, also keineswegs eine Bewegung vom Grossen 
zum Kleinen, wie sie nach Lipps allein Komik verursachen kann, 
sondern eine genau gegenteilige Bewegung. Deshalb erklärt Lipps 
das Kinderhäubchen auf dem Kopf des Mannes zwar für komisch, 
aber nicht den Cylinder auf dem Kopf des Jungen, sondern in die- 
sem Fall hält er nur das Kind für komisch, um es - und nicht den 
eindrucksvollen grossen Cylinder - als das "relative Nichts" und 
den Zielpunkt des komischen Erlebens dartun zu können. Der Cj^- 
linder des Jungen soll dann im Gegensatz zu dem Häubchen des 
Kannes nur mittelbar komisch wirken. Diese überspitzt indigen 
Unterscheidungen zwischen einer angeblich unmittelbaren Komik 
der Kinderhaube und einer nur mittelbaren des Cylinders sind 
aber offenbar zu sehr ad hoc konstruiert^um überzeugen zu kön- 
nen. Wie diese Lippsschen Argumente wohl genügend erhellen, es 
ist ebenso vergeblich wie unfruchtbar, darauf zu bestehen, dass 
der Gegenstand, an dem die unmittelbare Komik haftet, im wört- 
lichen Sinn klein sein muss. 



% 



91 

1 



•** 



-106- 



'^>^.f4 



I 



Weder die kleine Haube noch der grosse Cylinder sind 
an sich Träger des Komischen, sondern die Kombinationen 
»•Mann mit Kinderhaube", "Kind mit Cylinder" haben etwas Ver- 
kleinerndes, Herabsetzendes im übertragenen Sinne; und sie 
wirken komisch, 1. weil wir intellektuell unmittelbar erfas- 
sen, dass es sich einerseits in beiden Fällen um|iDen3Chliche 
Kopfbedeckung handelt, andererseits aber diese Hüte in beiden 
Fällen besonders unpassend sind? 2. aber emotional gibt es uns 
offenbar das Gefühl einer befriedigenden Überlegenheit, die 
beiden imponierenden Glieder der Kombination, den Mann und den 
cylinder und damit beide Kombinationen selbst verkleinert, de- 
gradiert zu sehen, und auf diese Art bestätigt zu finden, dass 
im Gegensatz zu dem Glauben der steifleinenen Würdebären aller 
Zeiten "in hiesiger Irrenanstalt . .Erde" in Wahrheit in jedem 
Manneskopf doch "'wie in einem Hutfutteral" ein "Kindskopf . .auf- 
bewahrt" ist, und ferner, dass im Gegensatz zu einem anderen 
viel respektierten, aber aufreizenden Gemeinplatz, Kleider nicht 
immer Leute machen, sondern dase selbst an sich respektable 
Kleidungsstücke Menschen ebenso degradieren können. 

Der Junge, der mit einem Cylinder herumstolziert, macht 
damit seine Kleinheit für das unparteiische Auge nur sichtbarer, 
der Bourgeois, der ein Edelmann sein will, wird damit nur zu 
einem Zwittergebilde, das geringwertiger ist als ein rechtschaf- 
fener, ehrlicher Bürger. Der Wert der moralischen Güte des "zar- 
ten Riesen" wird eminent degradiert durch die katastrophalen 
Folgen, die die Grösse des Riesen hat, unpjugleich umgekehrt: 
der Durchschnittsmensch wird in seiner ganzen Kleinheit erst da- 






-107- 



llt- 



r 



V durch entlarvt, dass er 0A»i±cfi Unfähig ist, dia Güte eines 

Riesen als Güte zu erleben. 

Der stärkste Reiz der Kynonaschen Groteske besteht viel- 
leicht gerade darin, dass schon ihr Yordeigrund koniisch irt, 

die radikale Wertverkleinerung der Folgen e^iganti sehen 7/ohl- 

^d 
wollens, und noch mehr ihre Kintergninsperspektive ; iie radi- 
kale Degradierung des Durchschnittsmenschen, dar nur kleine 
Wohltaten, aber nie die überwältigende Güte eines Riesen im 



THp 



%^^l 



buchstäblichen und bildlichen Sinne ertragen kann. 

Was daher von allen solchen Betrachtungen über das hand- 
greiflich Kleine im symbolischen Sinn bestehen bleibt ist dies: 
es handelt sich nicht um ein buchstäblich visuell Kleines oder 
relatives Nichts, dass plötzlich gegen alle Erwartung uuf tritt, 
sondern es handelt sich um Tendenzen im Erleben de» "Betrachters, 
die ihn Gefallen finden lassen an einer Degradierung der Bedeu- 
tung des Betrachteten, gleichviel ob diese Herabwürdigung durch 
eine visuell sichtbare Verkleinerung oder Vergrösserung des Ge- 
genstandes bewirkt wird. 

Bei Schütze und Jean Paul mischte sich ja auch ganz unun- 
terschieden bildlich und wörtlich Verkleinerndes in den Nach- 
druck, der hier auf das Kleine in der Komik gelegt wurde, r^er 
Nachdruck aber sollte ausschliesslich auf das metaphorisch Ver- 
kleinernde, nicht auf das visuell Kleine gelegt werden. Die 
Kniescheibe ist nicht komiscner als das Knie, weil sie anatomisch 
kleiner ist, sondern weil sie eine sachlich weit weltlichere, 
anatomisch nüchternere Bedeutung tiat als die pathetischen Kniee. 
des Menschen, die sich vor Gott beugen. 



I 



1 



I 



-108- 



7ii. j 
1 Jla^ 



h 



f^ 



ht 



Jene Tendenzen aber, die auf solche bildlichen Degra- 
dierunyen drängen, spielen allerdings für das Zustandekom- 
men des menschlichen Lachens eine ganz überragend entschei- 
dende Rolle. Es ist nicht das Hässliche an sich, das sensi- 
tivere Augen und Ohren erheitern kann, sondern nur die ver- 



deckten, vom Ideal des Schönen und 



Wertes herabziehenden 



Züge, die durch die Komik im Ilasslichen oder sonst Unvoll- 
kommenen zur Genugtuung des Betrachers nicht mehr unaufrich- 
tig übersehen, sondern befreiend aufgedeckt werden. 

Dieses Entlarven aber von sonst quälend versteckten 
Blossen des Daseins schafft begreiflicher \Veise dem viel zu 
viel gequälten 7esen Mensch die vielleicht wichtigste seeli- 
sche Erleichterung, die er sich verschaffen kann. Daher die 
ungeheure Wohltat, die das Ausleben solcher aggressi^ren Ten- 
denzen im Lachen über die Komik bedeutet. 



:> 

^ 



Harmlose Scherze 



ES gibt freilich auch eine nicht zu vernachlässigende 
Zahl von sogenannten abstrakten oder, wie Freud sie glückli- 
eher bezeichnet, harmlosen ritzen , bei denen dich tatsäch- 
lich keine aggressive Tandonz im weitesten Sinne des Wortes 
"aggressiv" entdecken lässt, und bei denen nichts irgendwie 
im Gegönstand der Komik verkleinert erscheint. Nach Herbert 
Spencer entsteht Lachen nur dann ''when consciousness is un- 
awares transferred from great things to small - only when 
there is what we may call a descending incongruity" . Aber 



l 



i 



m 



-109- 



I 



IhA 




7kj>«^ 



V^ 



weder die erste dieser Spencer sehen Bedingungen des Lachens, 
das Plötzliche, das Unerwartete, sollte, wie wir sahen, zu 
buchstäblich aufgefasat werden, noch muss die zweite Bedin- 
gung, das Absteigen von Grossec zu Kleinem immer erfüllt sein. 
Nur das Vorhandensein einer "incongruity" und «congruity" ist. 



4e^ 






wie bereits zu zeigen versucht war, bei jedein Gegenstand des 
Lachens benötigt. 

li[ach Alexander nain ist die Ursache des Lächerlichen^ 
("ludicrous" ) "t: >i degradation of sone person or intereit, 
possessing di,-;nity, in circumstai^es that excite no other 
strong exüütionä^. In den harmlosen Scherzen aber ist, wie 
dies liun näher zu belegen bleibt, weder diese "Bainsche noch 
die mit ihr identische, von Spencer an zweiter Stelle erwähn- 
te Voraussetzung des Lachens vorzufinden. Doch die gänzlich 
harmlosen ;:3cherze sind allerdings v/eit seltener, als meistens 

fälschlich angenommen wird. 

ff X - 

Als i^h ^neiii New Yorker Vtt'le^:er erzählte, dass der b>atz 

"Du kannst, ^^titi Du sollst'' zu Unrecht ganz allgemein Kant ztii- 
geschrieoen wird, währeiad Kant einrämote: obwohl ich soll, so 
kaum ich doch deshalb oft nicht , i^^ antwortete jener Verleger 
schlagfertig: Na ja, schon der Name "I.Kant" besagt ja "I can^ t" , 
ich kann nicht. Das ist unstreitig ein Witz, aber ebenso unstrei- 
tig ein etwas zahnloser. 

Es liegt zwar ein rein intellektueller Kontrast und eine 
Ähnlicnkeit zwischen I.Kant und I can't vor, der Kontrast in 
der Bedeutung der beiden Worte, die Ähnlichkeit in dem fast 
gleichen Klang und der fast gleichen Schreibform. Aber wenn 



i 



-109- 



J J 



I 

! 



Iha 



weder die erste dieser Spencerschen Bedingungen des Lachens, 

das Plötzliche, das Unerwartete, sollte, wie wir sahen, zu 

? 

buchstäblich aufgefasat werden, noch muss die zweite Bedin- 
gung, das Absteigen von Grossem zu Kleinem immer erfüllt sein« 
Nur das Vorhandensein einer "incongruity" und "congruity" ist, 



««1 



•4 ia Tf% -c* *«»-Ä •• 4» »« -•-•• 



J 



7-^A 



V^'O 



.'/'>v-^^ - 109 - 



IV, 



V ■ 




/ Paoh Al«XM««r BRiB i»t dl« Ursach« dM Ltch«rliohM 

("ludlerou«"), "th« l»at «ode of givi«« tt?e doiirtd r«li«f ^f 

laughter? l« .. to pluage" % "vOTermUd •bjÄtl'-or »forönd 

digÄity''oi'-d««ea«bur ... Into a degradi«« coBjuaetio«", "th« 

d^gräAlox) of BGS« per«on or iÄt#re«t, po««e»»i»g aig»ity{ iw 

1 
clreuMtaacM that «xclt« »o other atrong •»otio»«''* 



7. ■ K(., •*»•" *., 



8 



mer, als xnt 



*\ ^x 



i)y 



/^ 



>y 






I 



Blam Hev York«r Verl«««r «ralhl^l Ich «inat, daa» d«r Sat« 

"Du kaaasi, daaa D« aollat" »u Uarecht welthla Kaat aig««chri«b«i 

wird? Dwm Kant »aXbat riuata «la, dl« "M«gXichk«i», via das ^^ollaa 
dar raiaaa praktiachan Varauaf t dia aapiriach« -Ttgltfcalt" <ka «aa- 
aehaa "bestinme .. waa doch ao^ aia gaachaa ist, Idhuiaa "wir gar 

nicht b^greifM**«^ Daraufhin antwortete jener Verleger 
^,, ^«w uxi»wxt5j.vxg ein wixz, aber ebenso unstrei- 
tig ein etwas zahnloser« 

Es liegt zwar ein rein intellektueller Kontrast und eine 
Ähnlicnkeit 2.wiscuen I.Kant und I can»t vor, der Kontrast in 
der Bedeutung der beiden Worte, die Ähnlichkeit in dem fast 



\ 



gleichen Klang und der fast gleichen Schreibform. Aber wenn 



-110- 



* 



das durchschaut ist, dann ist alles, was der Witz bieten 
Icann, erschöpft. Er deutet auf keine anderen intellektuel- 
len oder seelisch bedeutsameren Tiefenschichtenj und als 
absolut harmloser Witz befriedigt er offensichtlich keiner- 
lei degradierende aggressive Tendenz. 

Ein harmloser Scherz von absolut gleicher Art ist auch 

/>t^. der von Freud aus Kleinpauls Die Rätsel der Sprache auf- 
geführte Spass, den sich der Physiker Kästner mit dem Studen- 
ten Kriegk erlaubte, als der Student gerade 30 Jahre alt war, 
indem er ihn als den »«JOjährigen Krieg" bezeichnete . Doch 
schon eine weitere witzige Bemerkung, die "Freud auf ganz die 
gleiche Ebene stellt, gehört meiner Meinung nach nicht mehr 
dahin: der Vater, der von seinen vier Söhnen sagt, "zwei hei- 
len und zwei heulen" , macht damit nicht mehr einen so salzlo- 
sen Scherz wie der Göttinger Professor Kästner oder der New 

h-^^ ' /Yorker Verleger. Neben dem »jGleichklang" der Worte "heulen" 



T^u, 



"7^: 



Q 



L 



und "heilen", den Freud allein hervorhebt, erhält diese lako- 
nische Bemerkung ihre Schärfe, wie mir scheint, vor allem von 
der aggressiven, herabsetzenden Tendenz, mit der die hohe Kunst 
des Gesangs hier als blosses Heulen abgetan wird, um damit jede 
beschämende Vatereitelkeit zu verdecken, und auch um dem Heulen 
P(^ . wie dem Heilenjwie allen menschlichen Berufen, mit einer erleich- 
ternden ehrlichen Aggression jede zu hohe Würde abzusprechen. 

Auch der Lichtenbergsche Satz "Die Erfahrung besteht darin, 
dass man erfährt, was man nicht wünscht, erfahren zu haben", ist 
meinem Empfinden nach nicht, wie Kuno Fischer und Freud meinen, 
ein blosser Wortwitz, dessen Gehalt sich auf die "Plattheit** be- 



7 



// . 




92^7/ 



-111- 



TTivi 



schränkt »»Duich Schaden wird man klug" • Der Satz fordert 
nicht nur auf, intellektuell den Doppelsinn des Wortes ♦* er- 
fahren" zu durchschauen, nämlich die neutrale Bedeutung des 
Terminus=" kennen lernen" und seine teilweise emotionale Be- 
deutung =" erleiden" wie in einem bestimmten Sinn den Zusam- 
menfall der beiden Bedeutungen; der Aphorismus hat wie ähn- 
liche Sätze dieser Art auch eine unverkennbar philosophisch 
herabsetzende Tendenz ßegen das Leben selbst und alles, was 
es dem kritisch nachdenkenden Menschen an "Erfahrung" bieten 
kann. Der Satz ist daher meiner Meinung nach kein "harmloser 
Witz", der eine beschränkte, banale Lebenserfahrung ausdrückt. 
Er enthält vielmehr eine scharf philosophisch-pessimistische 
Spitze ßegen den Gesamtwert des Lebens und erst dadurch einen 
beachtenswerteren Sinn. 

In ähnlicher Weise aber schrumpft das ganze Reich von so- 
gerannten harmlosen Scherzen ausserordentlich zusammen, falls 
nur die geistig akzeptablen unter ihnen einer entschlossenen 
tJberprüfung ihrer verhüllt aggressiven Tendenzen unterworfen 
werden. Wie es kaum irgendwelche reinen Unsinnswitze gibt, die 
noch den Namen Witz verdienen, so auch kaum reinlich harmlose 
Witze irgendwelcher Art, die nicht ausgesprochen schal sind. 

Im Gegensatz zu Freud scheint es mir deshalb wert festge- 
halten zu werden, dass der Lust am Unsinn nicht nur deshalb 
ein Sinn bei jedem wertvollen Witz zugefügt ist, um diese an- 
gebliche Lust am blossen Blödsinn vor dem Veto der Vernunft zu 
schützen? der Sinn in jedem wirklich witzigen Unsinn ist viel- 
mehr vor allem deshalb benötigt, weil sonst die intellektuelle 



i 



-112- 



Au (fS" 






Hauptquelle der Lust versiegelt bleibt, das von Freud, Jean 
Paul und Lipps missachtete oder ignorierte Überlegenhel tsge- 
fühl im aktiven Durchscnauen des Sinns im Unsinn. Ein lust- 
voller Protest gegen die Vernunft ist zwar ausserdem noch im 
Sinne Freuds hier anzuerkennen. Aber er ist von der intellek- 
tuellen Lust am Sinn im Unsinn abzulösen und völlig in eine 

Reihe mit den .vielen anderen emotionalen Protesten zu stellen. 

/ aktiven 

Und allen diesenAaggressiven Tendenzen in jedem tjernigen Witz 
und Humor ist ferner noch eine w^^ ausschlaggebendere Rolle 
einzuräumen, als es bei Freud geschieht. Laut Definition 






f^^ 




Weltanschaulicher Hintergrund und seine 
Bedeutung für das dionysische Element im Lachen 



In j . ^L 



Ein wesentlicher Punkt in der Analyse des apollinischen 
Faktors findet aber gleich von Anfang an in der der dionysi- 
schen Aggression seine volle Parallele: Wie das Verstehen eines 
bloäs äusserlichen Wortspiels ohne weltanschauliche oder ohne 
wesentlich gedankliche Bedeutung nur den geistig Genügsamen zum 
Lachen stimr^en kann, so kaiin auch eine triumphierende Emotion 
oder Aggression, die nichtölals persönliche Animosität oder per- 
sönliche Überlegenheit ausdrückt, dem emotional anspruchsvolle- 
ren Zuschauer oder Zuhörer wenig Lachen abgewinnen. Dies stellt 
einen weiteren Grund dar, warum das rohe Triumphgefühl über 
körperliche Gebrechen und Unfälle des IJebenmenschen, von dem 
Hobbes und Andere sprechen, wohl die ursprünglichsten, primi- 
tivsten Lachreize bieten konnte, weiterhin aber als Anlass zum 
Lachen unmöglich mehr genügt. 



\ 



\ 

t 



-112- 



hu '^s' 



>'■' 



I 



5 



Hauptquelle der Lust versiegelt bleibt, das von Preud, Jean 
Paul und Lipps missachtete oder ignorierte Jberlegenhal tsge- 
fühl im aktiven Durchscnauen des Sinns im Unsinn. Ein lust- 
voller Protest gegen die Vernunft ist zwar ausserdem noch im 
Sinne Freuds hier anzuerkennen. Aber er ist von der intellek- 
tuellen Lust am Sinn im Unsinn abzulösen und völlig in eine 

■^ Reihe mit den^vielen anderen emotionalen Protesten zu stellen. 
^^^ I aktiven 

'i^^^Jund allen diesen^^aggressiven Tendenzen in jedem Ij^ernigen Witz 
uj)^ und Humor ist ferner noch eine w^^ ausschlaggebendere Rolle 

einzuräumen, als es bei Freud geschieht. Laut Definition ""7^ "^ 

|K. f'^ ^~^-' ^_ • 112 • ITt (^ ^ 

l^M^l^^!^!*!^* 4M Mi^rikaaiaehra HuMristen ua« Karikaturra-* 

zelehaers Jaaea Thurber, **huBior is «notional chaos reaeabered ia 
traaquility "". DIm berilhrt sieh Bit ■eiii#r Auffaasuag iasofenit 
als SU Bagriffa und Situationaa» dla auffallaada lhaliehkaitaa uad 
auglaioh klaffaada Cagaaaitsa tvlaehan einaader aufzaigaa^ eaotlOQala 
Chaotik tür daa H«rar odar Bat:^aeht9r badautan uad bawirkaa, vihraad 
daa Durchachauaa uad daait Blnfrdanan dar Varwirruag die hier ba- 
drohlich verdaa k6nnU, aattlrlieh iaaera Banihigung, aber aiqhi zu 

«baraahaa - fiaruhigaag alt aktlYar, triuaphiaraader Ptauda badautafc 

s'inliche ITberlegenheit ausdrückt, aem emoxionax ansprucuövoxxe- 
ren Zuschauer oder Zuhörer wenig Lachen abgewinnen. Dies stellt 
einen weiteren Grund dar, warum das rohe Triumphgefühl über 
körperliche Gebrechen und Unfälle des Nebenmenschen, von dem 
Hobbes und Andere sprechen, wohl die ursprünglichsten, primi- 
tivsten Lachreize bieten konnte, weiterhin aber als Anlass zum 






« 



' 



Lachen unmöglich mehr genügt 



-113- 



Ik 






Politiker und Juristen haben es durch die Jahrhunderte 
demonstriert: aggressive, rauschartige überlegenheitsgefühle 
wachsen an Intensität .je mehr sie g^^^xi bestimmte Individuen 
und aruppen nicht als konkielfe Wesenheiten, sondern als allge- 
mein weltanschauliche Repräsentanten einer bestimmten Geistes- 
haltung gerichtet sind, solange der Peind nur als persönli- 
cher Feind gilt, solange kann ein Sieg über ihn für den Sie- 
ger selbst und besonders für den neutralen Dritten von nur 
beschränkter geistiger Bedeutung sein. Sobald aber der Anzu- 
greifende als das Sinnbild einer ganzen bekämpfenswerten 
Geistesart ausgegeben werden kann, wird damit erst dem Kampf 
ein geistig relevanter Wert erteilt. 

Daher die nie endenden Versuche, sich nicht damit zu be- 
gnügen, den politischen Gegner und jeden Gegner als blossen 
Rivalen zu betrachten, als einen Faktor, der unserem Villen 
entgegensteht, sondern viel mehr als weltanschaulichen Ausdruck 
einer prinzipiell anzugreifenden Macht. Alle Kriegspropaganda 
hat seit ältester Zeit von dieser Einsicht instinktiv oder be- 
wuBst Gebrauch gemacht. Derselbe Sachverhalt ist aber begreif- 



/l^.^n licher Weise noch mehr im Kampf der Geister wirkscun und - im 
Lachen» 



-•»^««i 






Das Lachen als Waffe gegen Personen und 

Personengruppen 



Lachen 
Das TiTUhm, so verwertet, stellt gerade eine besonders 



gefährliche Waffe dar im Streit gegen Personen und Personen- 
gruppen. Die Gründe hierfür sind von unseren Deutungen her 



^^r^w""»" 



»J ll I W I 



-114- 



/ 



nicht schwer zu finden. Solange Menschen nur als Opponenten 
visiert werden können, so ist damit wenig gegen sie gesagt. 
Sobald sie als weltanschauliche Schädlinge entlarvt werden 
können, sind sie wenigstens moralisch oder geistig getroffen. 
Sind sie aber durch geistig bedeutsames Lachen angegriffen, 
so beweist der Angreifer damit eine noch weit höhere Superio- 

rität über sie. 

Er hat sie nicht nur als weltanschaulich minderwertig 
blosssestelltj indem er sie zum Objekt des Gelächters machte, 
zeigt er eine weitere zwiefache Überlegenheit: er beweist noch 
in der Hitze des Gefechtes gegen seine Gegner die apollinische 
Klarheit, das Zugleich der Gegensätze und Harmonien, das in je- 
dem Gegenstand des Lachens wirkt, intellektuell zu durchschauen; 
und dazu kann er dionysisch die Degradierung geniessen, die 
sich mit allem verbindet, das nur Objekt, aber nicht Subjekt 

des Lachens ist. 

Wenn der Maler Max Liebermann über die Nazis sagte: »»Bei 
ihrem Anblick bedauert man nur, dass man nicht so viel essen 

kann, wie man kotzen möchte", so hat er den Gegner zunächst 

[völlig wertloses und schwer gesundheitsschädliches 
\/ ß als ein unfreiwilliges, das heisst . ^iiinaeitfvui llgee Brechmittel 

moralisch und ä^sthe tisch herabgesetzt. Dann aber beweist er, 
dass er trotz der Heftigkeit seiner Schmähung noch genug 'Ver- 
legung sfähigkeit behielt, um ein Spiel mit dem Gedanken aufzu- 
führen, dass man gemeinhin gewiss nicht isst, um zu erbrechen, 
in diesem Falle aber gar nicht genug essen kann zum Zweck des 
Erbrechens; und schliesslich kann er noch die Erniedrigung des 
Gegners durchkosten, die damit verknüpft ist, dass er nur das 






7^== r^«- . ■-•■ 1- ' > 



,115^ 



Iv 



f 



r 



Objekt, aber nicht der Oenieser des Lachens sein kann, so ist 

dieses Lächerlictoachen eines Widersachers wohl der geistig 

vernichtendste Angriff, der gegen ihn gerichtet werden kann. Er 

erlaubt intellektuell und emotional, apollinisch und dionysisch, 

das stärkste Abrücken und sicherheben über ihn, geistig stärker 

als es eine blosse physische Niedermetzlung bewirken kann. 

Scherz in der Dlploaa%ie 

Aber nicht nur in offener poli*i»cher Peindseligk^it, lo »»Kalten 

Krieg**, auch im gevahnlichen dlploamtischen Verkehr spielt der Witz 



^4.c<S 



den schon bisher analysierten Ortlnden eine unentbehrliche Rolle« 



Der Aussensistasnds überschätzt nsist grflblich die Ernsthaft 



ikeit 



dM 



Tons , in den gewichtige politische Verhandlungen geführt werdra. Bs 
gibt zweifellos eine überfalle von wirtschaftlichen nationalen und 

amderen Fragen, in denen nur trockene Statistik und Darbietung von 
nttchternsten Tatsachen in den Vordergrund treten kdnnen« Aber selbst 
da und besonders in allgeoeiner politischer Frobleaatik hat sich der 
Witz von altersher viel mehr Bahn gebrochen als der Aussenseiter zu 
venDuten pflegt. Der schlagfertige Vitz, auf den der Diploaet in«» 
stinktiv mehr Verl Isgt, als meist bekannt ist, dient allen den Zwecken 
die bisher als Grffnde des Lachens genannt wurden. Er enthtlllt zunAchst 
dl« Fahl£^eit des Scherzenden, intellektuell verwirrende ühnlichkeiten 
und krasse Diskrepanzen eines gegebenen Sachverhalts zu entwirren; und 
damit gibt er dem Urheber des Scherzes Gelegenheit, seinen schnellen 
Scharf klick als Verhandlungspartner für die Anderen auch in der Form- 
gebung seiner Thesen stärker Ina Licht zu rücken, während er sich 
selbst zugleich erlauben kann, seine aktive Intelligenzleistung zu 
genlessen* Aber auch der Gegenspieler kann durch sein schnelles 



( 



.i 

4 



\ 






-115 b- IV, 

Verstehen des Witzes Genuss gewinnen; und er kann, falls nur nicht 
auf seine Kosten gescherkt war, durch die Freude an seinen intelli- 
genten Verstehen geneigter gestimmt werden, zugunsten einer allseiti- 
gen Entspannung von Verhandlungsschwierigkeiten. Zugleich aber dient 
der ausgiebigs Gebrauch des Witzes der Diplomatie allgemein dazu, die 
intellektuelle und esotionale Geistesgegenwart des Gegners stflndig 
auf die Probe zu stellen und ^egsfifaüs gegebetjenfalls mit Hebeö- 
arbeit f^.bzu lenken sodass er im Verfolg seiner eigenen gegnerischen 
Intentionen behindert wird« 



^ Taktlose, emotional und intellektuell 

verletzende Scherzs 

C Aber gerade weil der Scherz eine so machvolle, oft die gefähr- 

lichste Waffe in geistiger oder politischer Auseinsjidersetzung ist, 
deshalb kann er auch - ohne umsieht gebraucht - sich mit verheerender 
LJ YükfX gegen den Scherzenden selbst wenden. Ein Duellgegner ma^ es 

sehr witzig finden, wenn ein Duellant am Morgan des Zweikampfs seinem 
Sekundanten telephonisch mitteilt, er werde nicht zum Duell antreten, 
aber sein Gegner kdnne deshalb getrost mit der Schiesserei anfangen« 
Falls irgend jemand hoff», durch Erzühlung dieses i^itzes auch einen 
überzeugten Verteidiger des Duellwesens zum Lachen zu bringen oder 
ihn gar dauernd gflnstig zu beeindrucken, so wird er sich schm«lich 
BxltanKk enttftuscht sehn mtlasen. 

Ein Korpsstudent oder jeder andere Freund des Duells wird normaler 
Weise den Erzähler nur indigniert als verächtlichen Feigling abtun. 
Auch der Korpsbruder, der Mensurstudent wird intellektuell mit Genug- 
tuung durch^schauen, dass man zwar im allgemeinen viele Unternehmungen 
trotz der Abwesenheit eines Teilnehmers beginnen kann, dass aber im 
Fall eines Duells oder einer Trauung der Akt ohne die Anwesenheit 



/: 



- 115 c • 



IVf 



beider Partner ^erad^v^gs sinnlos wird^ und dass deshalb geistig in 
dieser Ersfthlung alle Vorbedingungen eines guten Witzes er fallt sind. 
Doch die BipOrung Aber die nindestens indirekte Verunglimpfung einer 
des Hffrer des Scherzes geheiligten, sanktionierten Institution wird 
seine Genugtuung tfber das Verstehen der an sieh komischen Situation 
so überwiegen, dass auch das sieghafte Verstehett^ler vorliegenden Komik 
ihm nicht mehr genug Grund zur Heiterkeit geben kann« 

Das Gleiche aber wflrde z.B. auch fOr die Wirkung eines witzigen 
Alf h^ Voltairewortes geltm, wenn es einem gliubigen Katholiken mit Snthu- 
siaamum vorgetragem wflrde. Voltaire soll seinem Rebenbuhler und 



r 



Freund » den Harquia d« SBlnt-I«ib«rt, «u dessen Verwunderung erklärt 
haben, er ziehe allerdinga seinen Hut vor einer FroaleichasMipro- S . 

Session, und er rechtfertige dil^ Verhalten daait, sein Verhältnis sa 



<' 



grflsse 



r nicht 



miteinander spreche« Diese oder Ähnliche spdtt Ische Bemerkungen «her 
das Göttliche (etwa der ?atz Heinrich Heines, dass Kant mit seiner 
•Kritik der reinen Vernunft Gott erschlsgem habe und ihn« unbewiesen 
in seinem Blute schwimmen** liess) k»nnen wohl rein köpf lieh auöi von 
einem intelligenten Glfubigen als Scherze •verstanden" werden. Aber 
/ emotional wird trotzdem die Freude «ber das Verstehen durch die En^ 
A ;(rtfstung tiber die Blasphemien, die hier vorliegen, völlig auageltfscht 

werden« 

Solche Sachverhalte aber kAnnen sieh dann noch weiter durch 

folgende beachtenswerte Umst«nde komplizieren .« Unter sich kdnnen 

liberale Theologen wohl sich allerhand verhiltnismissig anti<-religi«se 

Scherze eraihlen, Gelehrte diskreditierende Witse Aber Oelehrtentum, 

Juden boshafte Komika, die amdere Juden betreffen, und sie alle kdnnen 

solche Scherze relativ ungetrtibt genlessen« Sobald aber ein Atheist 



( 

j 



i 



\ 



I 



/• 



•inem Theologen mit religionifeindlicher Satire aufwarte», ein Laie mit 
launigem Hohn über alle gelehrten Forscher, ein Nicht Jude einem Juden 
nit noch so geistvollem Spott «her seine Glaubens-und StarniaesgenosEen, 
denn wird begreiflicher Weise bei jeden selbstbewussten Hörer des Ver- 
gnügen am Scherz aufgehoien durch die Tak^osigkeit, mit der er seine 
Sache von einem Aussenstehenden degradiert fohlt, ebenso wie ihn auch 
der beste Witz, wenn er den Hdfrer selbst zur Zielscheibe hat» viel mehr 
verstimmen al» spheltern wird, es sei denn dass der Hflrer Friedrich 
Schlegel heiast oder sonst ungewöhnlich duldsam ist. Höchstens dass wir 
uns selbst als komisch verspotten, nicht aber dass Andere dies tun, kann 
im allgemeinen ohne besondere Tr<lbung genossen werden. So wesentlich und 
sogar überwiegend ist das rein emotionale Element des Genusses gegenflber 
dem bloss sachlich verstandlichen Gegenstand der Komik« 



IV,115d 



\ 



^ 



Ul 




Aggression/!^ in Freundschaftscherzen und im Gebrauch 
von Kosenamen, Gaunersprache, Dialekten und Kindersprache 



I 



A^ 



I 



/^ 



Nur wenn der belächelten Person die volle Freiheit belassen 
wird, zurückzulachen, d.h. wenn der scherz über sie keinen echten 
Angriff, sondern sogar eine verkleidete Ehrung bedeutet, dann kann 
damit allerdings eine besonders intensive allseitige Freudigkeit 
erzeugt werden. Es ist die Freude des Schöpfers des Scherzes, er- 
höht durch die Freude des diirch den Scherz Geehrten, die hier ge- 

f wechselsei tigern 
hobenste Stimmung von ,gutigsteiB Geniessen erzaubern kann. 

l^enii etwa ein Jubilar an seinem Ehrentag von seinen Freunden 
als ein "Massenmörder der Sorgen seiner Mitmenschen" begrüsst 
wird, so liegt zwar auch in einer solchen Einrede noch Degradie- 
rung und Aggres;iion. Es ist an sich gewiss keine Schmeichelei, 
irgend jemanden als Massenmörder zu bezeichnen. Aber die unschäd- 
lich aggressiven Tendenzen, die in diesem und in allen ähnlichen 

Fällen vorliegen, werden völlig überkompensiert durch die - nur 

rbeabsi ch tigen 
verschämte - PJhrung, die sie ^aöÄ^iKricliLigön. Statt den Freund in 

ernsthaften, aber trivialen, abgedroschenen Redensarten zu feiern, 

iiird l^iier versucht, ihn, den Zuhörer und den Produzenten des 

Scherzes überlegen durchschauen zu lassen, dass ein Massenmörder 



I 



-116- 



im allgemeinen zwar nur Schmähung verdient, in diesem Fall 
aber höchste Ehriin,^, wennier Sorgen der Mitmenschen in Massen 
beseitigt. 

Auch der scherzhafte Gebrauch von Gaunersprache und 
Dialekten im Verkehr mit Gebildeten, die epasshafte Verwendung 
eines Kindertonfalls und von Kindersprache im Umgang mit Er- 
wachsenen geh<5ren wesentlich hierher. In allen diesen Fällen 

handelt es sich um ein sichdegradieren des Erwachsenen oder 

Pzugleich 

des Gebildeten^mit der Degradierung des als ungebildet oder 
kindsköpfifiich Angeredeten. Damit aber, mit der Gleichsetzung 
des Degradierenden mit dem Degradierten, wird der Degradierung 
7^j,/öj?. ^^^ beiden Seiten jeder feindselige Stachel genomnen. Es wird 

eine Atmosphere von Vertraulichkeit und von besonderem Vertrau- 



A^ 



en dadurch geschaffen, dass selbst Erniedrigung keineswegs be- 
absichtigt^, das gute Einvernehmen zu stciren, sondern im Gegen- 
teil beweist, dass die Situation gegen alle echten Demütigungen 
gefeit ist. 

Ähnlich enthalten, wie schon von Freud bemerkt wurde, Kose- 
namen an sich Degradierung • An sich ist es sicher kein Lob für 
eine Frau, von ihrem Gelieöten oder Ehemann als Kaus, als Taube, 
als Hase oder gar als Hering oder Laubfrosch angeredet zu werden. 
^exm aber der Liebende nicht ohne Berechtigun£]: eine gev;isse 
Wehrlosigkeit, wie sie jenen Tieren eigen ist, an seiner Gelieb- 
ten mehr schätzt als zu viel Wehrhaftigkeit , s6 mag eine Bezeich- 
nung wie süssester Laubfrosch ein für beide Teile akzeptables 
freudigeres Gefühl ausdrücken als eine abgegriffene, ernsthaft 
pathetische Anrede. Der Laubfrosch ist zwar im allgemeinen durch- 



^^■"■"f""" 



-117- 



> 



ver- 



l\lo?j 



aus kein Ehrentitel und er ist noch weniger süss. Aber im 
Fall der geliebten Frau ist die sonst widersinnige Kombination 
doch sinnvoll und auf einem Umweg nicht Herabsetzend, sondern 
warm erhöhend« Das instinktive Durchschauen solcher Sachverhal- 
te aber kann intellektuell und emotional Freudigkeitsstimmungen 
schaffen, deren Wurzel stark verschieden ist von der der 
nichtenden, höhnenden Kränkung, ^^nn hier liegt ein indirektes 
Lob vor, wobei gerade das Verstehen der Ehrung trotz ihrer In- 
direktheit und das Geniessen der Aggression trotz ihrer Unschäd- 
lichkeit bei den beiden Partnern zur Genussquelle werden konnte. 
Die seelische Atmosphäre der "herabsetzenden" Liebkosungen 

und der ehrenden Scherze üuer Freunde ist somit eine der glück- 

i 
haftest en, die die geplagte Menschheit sich ausdenken kann, wie 

wir dies schon bei der Beschränkung auf die intellektuelle Kom- 
ponente solcher Situationen andeuten konnten und dies durch die 
Erwägung der emotionalen Seite der Sache verstärkt finden k*:5nnen. 
Hier ist jede mögliche Ag£:ression geradezu zu ihrem Gegenteil 
umgestempelt worden; und dies schafft eine Gelbstheit und Frei- 
heit zwischen dem Schanzenden und dem "Verspotteten", wie sie 
leicht als paradiesicher Zustand oder als UiLgang der Engel mit 
Erzengeln geschildert werden könnte. 



^}yL^ 




Das Lachen als Triumph über unpersönliche oder 

übermenschliche Gewalten 



Und doch so golden auch diese Feiertagsstimmung der in 
Freundschaft gewandelten scherzhaften Aggressionen sein mag, 
seine weit stärkere dionysische und allgemein noch bedeutungs- 



-118- 



/ 






vollere Kraft lebt das Lachen erst aus in dem aggressiven 
Triumph üher unpersönliche und übernienschliche (Jewalten, nicht 
in der beruhigenden Heiterkeit zwischen sich neckenden Freun- 
den. Im Lächeln über Kosenam^^ und selbst in dem intensivsten 
Genuas des Lachens als '^affe gegen Personen, kann es sich doch 
nur um "Gebrauchskunst" handeln, die für den neutralen Dritten 
schliesslich von dem Interesse an bestimn ten Individuen abhän- 
gig bleibt. Jeder Sarkasmus über Naturgewalten aber, über das 
Schicksal oder Gott, ist von weit allgemeinerer Bedeutung und 
prinzipiell nicht mehr mit dem Interesse an konkieben Personen 
verkoppelt. 

Humor dieser Art hat es mit den Freundschaftsscherzen ge- 
mein, dass er den Angegriffenen nicht verletzt und ihn gar nicht 

Schwächlich blinden 

verletzen kann. Denn nur die Parvenüs und die ischwächlin^i^j unter 

' Anbeter/', der ^^--^ ^ 

denL herrschenden Gewalten ereifern sich über Majestätsbeleidi- 
gung. Die Natur aber, Gott und das S chick sal gönnen denf armen 
Iliobs gern selbst eine höhnische Auflelinung gegen ihre Macht. 
Denn sie wissen zu gut, dass ihre üerrschaft über den Menschen • 
dadurch nicht bedroht werden kann. Mit dem Lachen als Waffe ge- 
gBYi Personen aber hat es der ironische Protest gegen das Schick- 
sal, gegen Gott und die Natur gemein, dass er volle Aggression 
und keineswegs indirekte Ehrung ist. 

Einer der instruktivst grimmigen Scherze über Gott und die 
Schöpfung wurde mir einst von meinem verstorbenen Freund Adolphe 
S. Oko erzählt. Ein ukrainischer Zaddik bestellt bei einem 
Schneider eim Paar > Hosen | Als der brave Handwerker sie erst 
neck 7.ehn lochen abliefert, vermahnt ihn der Zaddik mit den 



i 




^ 



mL^u^ [ M 



••■^ppimpvMi 



llu. 



(i>i- 



-119- 



freundlichen V. orten: "Mein lieber Freund, unser Herrgott hat 
die ganze weite Welt in sechs Tagen erschaffen und Du brauchst 
zehn Wochen für ein Paar Hosen!" Worauf der Schneider prompt 
xmd toternst antwortet: "Raboi, look at the world and look at 
the trousers (sieh Dir die Welt und sieh die Hosen an)!" Man 
mag auch hier eine persönliche Aggression g^^^u den Zaddik, das 
irdische Abbild Gottes, mitannehmeni aber die entscheidende 
Attacke ist doch gegen den Schöpfer der Welt selbst gerichtet. 
Die Antwort, die der Schneider dem Zaddik gibt, ist ein knapper, 
aber um so beredterer Aufschrei ^^^^\\ das uralte Unrecht der 
Freunde Hiobs, die den vielgeplagten Menschen, der sein Bestes 
tut, bemäkeln, die aber die höchst unvollkommene Schöpfung und 
ihren Urheber als untadlig hinzustellen wagen. 

"Beim Verstehen dieses Huiaors durchschauen wir überlegen 
von der intellektuellen Seite her, dass es zwar im allgemeinen 
als hbchst unpassend erscheinen mag, die Welt mit einer Hose zu 
vergleichen, dass aber in diesem Falle die Parallele schlagend 
berechtigt ist. Und zu dieser intellektuellen Genugtuung gesellt 
sich die emotionale: die Empörung gegen unberechtigten Tadel 
des Menschen und gegen die konventionell billige Freisprechung 
Gottes von aller Schuld an den Gebrechen der Welt. "Ich" - so 
ruft diese Anekdote laut aus - "der ohnmächtige Mensch kann 
zwar nur armselige Hosen schneidern, aber ich tue meine Arbeit 
rechtschaffen und bringe etwas ernstlich Vollkommenes zustande • 
Du aber, o Gott, in Deiner unbegrenzten Macht, was für ein 
Schandwerk hast Du vollbracht in Deisn sechs Schcpfungstagen!" 

Damit aber mag es genug des langen Umwegs sein, der hier in 



\ 






V 



\/U^^A01 



-120- 



einer Ai alyse des Lachens zur Sinne rmittlung des Lebens began- 




v^ 



gen wurde. Als swei besondere Lustquellen ergaben sich ^ä: Un- 
abhängige Leistung, Aufdeckiing von Sinn im Einzelnen, im Kon- 



c^Kfirt. l^»*^^ i^t^rü^^ 



^'^ Liit/Jic 



kreten inmitten scheinbaren Widersinne^ und weiter das^ Sichauf- 
bäumen gegen Widersacher, besonders gegen den ärgsten Widersa- 
cher, die Realität selbst* Überraschend ähnliche Faktoren sind 

> auch im Genuss der Tragik am Werke. Nicht nur Goethes Tasso, 
jede Aussprache echter Tragik wie jeder grosse Sarkasmus über 
die 7.elt gibt dadurch Lust und Befreiung, dass er iom fclenschen, 
der sonst in seiner Qual verstxammen würde, hilft, ^'.u sagen, wäb 
er leidet. Jedes Aufglänzen-Lassen von Sinn im Kleinen und das 
Ausschreien der Verzweiflung im Grossen wird so zur ereten «r 

^ wenn auch leider ^ oft auch zur letzten - Genugtuung': und Sinn- 
gebung des Sinnlosen. Dieser Erfahrungskreis aber muss n\m noch 
weit mehr an der Tragik verdeutlicht, ergänzt und verbreitert 
werden. 

}}U). /üb Jedenfalls zwei mögliche Ursprüngsorte ftlr Sinn in scheinbar hoff- 
nungslos Sinnleerem sind hiermit schon angedeutet: die Sinnentwirrung, 
die im Lachen, in der Aufl<!fsung von verhiüllten Widersprächen im Komischen 



auslebt, und die damit unserem Pochen auf Sinn selbst über leidendste 
p '^ Sinnlosigkeit hinweg zum Durchbruch verhelfen kann. Döht beuchst sinnvolle 
Bild eines gliackvolleren Lebens, das wir instinktiv dem Erleben tragisch 
unheilbaren Leidens entgegenhalten, bleibt zwar ein ohnmächtiges blosses 
Traum - und Foffnungsbild. Immerhin die belebende, aktivierende Freude 
am Verstehen des Scherzes und die erhebende Erapilrung im Genuss des Tragi- 
schen diürfen wohl als erste Vordeutungen auf. Sinn im Sinnwidrigen gelten. 



i 



n 
i 

\ 



vollzogen wird, und die Genugtuung, die sich in der En.trästung aber Tragilc j 



\ 



p.l 



-121-2" 



FOOTNOTSS 



7 



5/ 
p.2 



p.3b 
^.5c 



^, 



7 



r 



H 



E*B3igson: Le Sire , 1940, p.l76. 

Siehe Friedrich Theodor Vischer: Aesthetik oder 
ydas e-nscnaft des Schönen , ed. Hobert Vischer, Teil I, 
"Die :::etaphysik des Schünen'^ 1922, ^=224, S*517. 

^Karl Wilhelm Ferdinand Colger: Erwin , vier Gespräche 
über da 3 Schön e und die Zunst , 1315, Teil I, S.252. 

5^Jean Paul: Vors chule der Aest hetik , VII. Programm /53 , 
ed. bei Josef Mtaier, 1923, S.129. 
- Th. G.Hippel: Ober die bürgerliche Verbesserung der Veiber ,1792,3,2. 

■^Ebenda, VI, Programm ^t? 6, 3.99* 

1/ - f- 6 Juv 

J^iehe z.B. Theobald Zieglers rein tautologische Erklä- 
rung der Komik in seinem Das (-: efUhl , 1893, 3. — — Das 
Komische, so heisst es hier, ist eben ein "rachtssagendes 
..nur Scherz und Spiel", und das bedeutet eben es isu 
nicht "ernsthaft, sondern nur spasshaft zu nehmen". Aber 
selbst Jean Paul, der unzweif elhait einer der tiefsinnig- 
sten Analytiker des Lacherlichen ist, nacht sich gelegent- 
lich einmal einer solchen tautologischen ErklLlrung schul- 
dig, wenn er findet "die Anschaulichkeit zwingt uns ^beim 
LiicnerlichenJ ^um :iinüber-und Ilerüber-Wechselspiel mit., 
drei einander gegenstrebenden Keinen; aber dieser Zwang 
verliert durch die Unvereinbarkeit sich in eine heitere 
/»/ Willkür", siehe Vorschule der Aesthetik , VI. Programm, jj^^^^ 
/30, ed. J. Müller, 1923, 3.121.; Auch Sigmund Freud — p^^,^,<, ^ ^ 



i 
4 



p.4 L- /- 









A^ 



jt ft 



/ 



V 



{>-ryt{^^^^ 



~77oi 



/v 



// 






'Siehe Aristoteles: 

^ / ^- ./- >^^w . <>uLt/t^ -TT vJ^^ V^X 



De Poeticas cap.V, 144a, 34ff: 



d 



'^ -71 



^>. 



/-y ^ 



) du 



tfH 



f 












^ U 



p.5d 






'7 



^ 






/(V) 



<X/ iT^J ö 



K""! 






/ 



5a - l/;2/ 
5c - 1/ 



V"''Siehe z.B. Cicero: 



"Est 



De Oratore, liber II, 59,239: 
^ etiam deformitatis et corporis vitiorum_^ satis^bella^ma- 



« te 

1 "K 



ries ad jocandum." Vergleiche ebenda liber II, 236ff: 
Kaec enim ridentur vel sola vel maxime quae notant et 
designant turpitudinem aliquam non turpiter." 

^Cicero: De Oratore , über II, 63, 255: »'Scitis esse no- 
tissim.um ridiculi genus, cum aliud exspectamus, aliud 
dlcitur. iiic nobismet ipsis noster error risum movet." 



Sf 



iTT^niTiir VT 



uuaatmmk 



f>^ 



-121^ 



FOO^NOTES 



P-1 



Aesthetik o^^'^r 



3 



"7 



/ 



I 



^K.Baigson: Le ^.ire , 1940, p.l76. 

^Siehe Friedrich Theodor Vischer: ^ , 

yylae enschaft des Schönon , ed. Robert Vischer, Teil I, 
"Die Metaphysik des Schünen'S 1922, ^224, S.517. 

^Karl Wilhelm Ferdinand eol^er: rrwin, vier Gespräche 
über das Schön e und die .lunst , 1315 > Teil I, S.252* 



«i 



:•! 



r 






^Jean Paul: Vorschule der Aesthetik, VII. Programm /53 t 
ed. bei Josel Müller, 1923, S.129. 
5/, Th. G.Hippel: Ober die bürgerliche Verbesserung der Veiber ,1792,3,2. 

p.2 

^Ebenda, VI, Programm ^56, S.99. 
p , 3b 1/ -^ F ^- "J '* - ^, ^ • 

J^'^iehe z.B. Theobald Zieglers rein tautologische Erklä- 
rung der Komik in seinem ^Jas G efühl , 1893, 3. — - Das 
Komische, so heisst es hier, ist eben ein "lachtssagendes 
..nur Scherz und Spiel", und das bedeutet eben es ist^ 
nicht "ernsthaft, sondern nur spasshaft zu nehx.en'» . Aoer 
selbst Jean T>aul , der unsweif elhait einer der tieismnig- 
sten Analytiker des Lächerlichen ist, macht sich gelegent- 
lich ei^'F-al einer solchen tautolcgischen Erklärung sc^iul- 
di-, wenn er findet "die Anschaulichkeit zwingt uns ^.beim 
L'icaerlicbenJ zum ;Iinuber-und Herüber-Wochselspiel mit., 
drei einander gegenstrebenden Reihen; aber dieser Zwang 
verliert durch die Unvereinbarkeit sich in eine heitere 



"^ 



IC: 



i^ 



->. 



'1/ Viillkür", siehe Vorschule der Aesthetik , VI. Proüranra, ^^^^ 
■30, ed. J. Müller, 1923, s. 121.; Auch Sigmund Freud ^^g^ ^ 



c 



:>7P^--7, ,. Kv-^'-c; jj^ A. 



p- 



r 



« 



Hiebe Aristoteles: De Poetica^ cap.Y, 144a, 54f£: 






r 



/ i 






l>:'7'^7' 






7b Ms, 



C2. i^ 



/d-/ 






^^Sicry^S 



r; 



^fVr^i}^^r 



O X V 



< ^/ Siehe z.B.Ci 



cero 



I 



De Or«tora, .1^ A.S.V.Vilus, 1892, Über n 
59,239, ebenda, p. 346 . »Est etiam deformitatis et corporis 
viiioru» satis bella materies ad jocandu«.-,.^ygi. ebenda, p.345. 
über II. 58, 236ff: «Louis ante., et regio quasi ridiculi .. f&SS^^s^U^ 

turpitudine et defonnitate quadem continetur. Haec enim ridentur 
vel sola vel maxime quae notant et designant turpitudinem aliquam 
non turpiter.»« 




■MM 



•M mmnmmmm 



p. 3b 

p. 3c 
p. 3d 



U 

1/; 2/ 



p.3e 



p.3f 



p.3g 



121- 



U^^' 



Ili A 



IV 



(see Reinschrift) 

if 



1/; 

2/- 

1/; 2/; 2/; 4/; 5/; i/'» 7/. (gee Reinschrift) 

1/; 2/; 1/j 4/; ^; 6/; 7/; 8/; 2/. " 
1/; 2/; 2/; 4/| ^; 6/; 7/; 8/, • 



p.3h 1/ 



p. 5a 



1/; 2/. (s. Reinschrift) 



p.5c 



1/. 



It 



I 



-122- 



p.5 cont'd. 

nescire me id non puderet quod ne illi quidem scirenx 
q^ui policerentur-." 



p«6 



tik des reinen Gefühls, 191^ > ^^^^^ I» 



*E. Cohen: A est he 
S*283f. 



1 , -r -;+-sr^^"ho v'J^iripr 1769. Erstes ^.äldchen, 

-^J.G- Herder: ^22^^^^ ^^ff^f .V 13^^ 3.1761': "Tlicht 
vYTT " P-rVe r l.'R.Supnan, Band Ili, io/c>, :)«x/ux. 
XXII, ^> eri^e ..a,n«o^i> rV-r^^T ^/^■h oi^-in Unter der prrossen 
alles Lächerliche darf Hasslich sei^ 

Menije unschadlicner <ontrasxe ^u zwischen Häss- 

S2."r;-|SrSrc«i:r"aL^!^erf-^ac-.en erregen Kann. 

^Siehe .osjs««delBS„m.;; Über das ghabene^ 

den schonen ^^isbenscHciixen , 11 ii ^. .rittwoch, ?.and I, 



'> 



^ 



1 



P.9 



irditsi; SsSJ.enhanr-^r ^^rvon eine, anderen wosent- 

Sc hen Element ^^i^-, gf^-f,^^,f ^^/^t^nläich vSn eine, 
unschädlicher asslichkeit zu ^^J ^^;^^^^ ^^^^^ c 492 : 

Kontrast zwischen zeichen um . v-ichti^^eit der 

"Die Einfalt ?^^,f "fjf,rfvon £onxrast, der zvu Lachen 
bezeicVuieten fache, .eine Arx vu „ ^ ht^ngen über 

1758- 



L(^^t' 



ü'>^ 



LSJnSrSSr; Baxia Ia, 1°?^» 5;";:; dieser Hässlichkelt mit 

Thersites/; die J^t''^^!?rti^'^?ch den beide ndt der Idee 
seinen Cj^^arakter; der VAde.spruch deu^^ heget, die 

machen, die er von ?^^"®^,,^^,^,.„ (j^ "-irkung seines bos- . 
unschädliche, ilui ^l^f^^/^J^f^u diesem Zwecke /i'nn lä- 
haften Geschwätzes.: alles "^^^s zu aies ^^^eint 
cherlich zu machen/wirken. A^r «^f JJ^^^^^ichen Häss- 

Lessing a^^^"^^,^" "^^.Lweis S^f eiSen allgemeineren 
liehen Llendelssonns ^^'^hlltln nnä UnvollkoinEenheiten" 
"Kontrast von Yollkommenneiten unaunvu yxiiI. ' 

dSchaus zu billigen, -Lackoon", 1776, I. Teil, XXIII,, 



Brief in Escher bürg vom 31. Dezember 1777. 



V 



iW^^MMMMi 



•MükMkÜ 



-123- 



p.ll 



Xfr 



Sieho z.B. Friedrich Ccor^ Jiüucer 



w - ^ über das TTomischo 
(1948) Ci^O), S.63. Jünger fü^t hier an: V/ir lachen ja auch 
bein Spiel»' und »'vor Glück", nicht nur über die komi- 
sche Situation. Das ist zweifellos korrekt. Doch hieraus 
ist natürlich nur su folc;ern, dass auch das Lachen beim 
Spiel und das Lachen aus Preude in ihrer Differenz oder 
Ähnlichkeit mit dem Lachen über die komische Situation 
verständlich gemacht werden sollten, aber nicht dass 
das Lachen all{;emein nur als vdrkung von unter£^eordne- 
ter Bedeutung bei der Analyse der Phänomene, in denen 
es auftritt, vernachlässigt werden kann. 



p.l2 



Jean Faul: Vorschule der Aesthetik , YI, Prograrm ;^'^8, 
ed. j. Müller, 1925» S.108. Vergleiche dagegen F.Th.Vischer: 
Aesthetik , Band I, 192?, S.429j Yischers Begründujig seiner 
Stellungnahme gegen Jean Paul an diesem Punkte. 

2 

Siehe S. yreud: »»Der Witz und seine Beziehung zum ünbe- 

wussten", 1905, Gesnmrelte \^erke , 1940, Band VI, S.14ff. 



p.l3; 






V 



r 



V 



s 



Blaise Pascal: Oeuvres , ed* L6on Brunschvi^g, tome V,1914, 
S.316 (OnziSme provinciale) . Vergleiche ebenda S.315: "Y 
a-t-il de plus propre ä exciter a rirs que de voir une 
chcse grave. .remplie d'imaginations. .grotesques?" 

2 
M. Mendelssohn: Gesamr^elte Schriften , ed. I.Elbogen, Band I, 

1929» S-492, "über das Lihabene und Naive in den schönen 

7yissenscl:iaften" , Zv/eite Auflage, 1771. 

G.E. Lessing: Laokoon oder über die Grenzen der r.Ialerei . 
. und Poesie , 1756, I. ..?eil, XXIII, Si:rrilliche Schriften , ed» 
fK^ Lachmann, Band IX, 1892, S*139. 

^I.Kant: "Anthropologie" ^^^^£^24. in pra^atischer Hinsicht, I, 
Teil 1, Buch #54, Uerk^, «d. Cassirer, 1922, Bd. VIII, p.l09. 

Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , IX Programm, /^'44, 
ed. J.Müller, 1925, S.172. 

F.Th.Vischer: Aesthetik , ed. Robert Vischer, Band I, 
1922, / 195, S-457. 

'Jean Paul, ebenda, S.174« 



I 



>' .(3 



8. 



A.Schopenhauer: "Die Welt als Ville und Vorstellung", Ba. II, 1^ Buch, 
Kap. 8, Stotliche Werke, ed. Paul Deussen, Bd. II, 1911, S.99. 



r 



p.l3 b 



1/? £/; y, (s. Reinschrift) 



u 



\ 



MtalMM 



■*<ia«eu— ■■■■W-- 



IriMMHHHI 



V . 



-124- 



p.l4 



^ ' t 



* y. 






\ 
1 

J^Beatiie: "An Essay on Laughter and Ludicrous Com- 
position", 1764, in Kssays , 1776, S-6o2. Vergleiche 
ebenda S. 603: The cause or object of laurhter is "an 
Opposition of suitableness and unsuitableness, er cl 
relation and the want oi relation, unitedi,^ or supposed 
to be united, in the saiie assemblage'' . 

2 

C. Darwin: The Expressio n of the Erotions in y.an and 

AniiLals, 1896,^ cnap.VIIl, S.ISB« 

3 
H.Spencer: »»Physiologj of Lau/^hter" in gssavs, vol.II, 

1862^, S.llü. 

4. 

D.H.Monro: Argument of Laufrhter , 1951, S.241f* 

L.de Bonald: "Pens6es sur divers sujets" , 1317, in 
Oouvres , 1845, tome VI, 8*175: "Le ridicule nait du con- 
Trasfe du grand au petit: de Itl vient que leb sauvages rient 
trös peu, parce(iue n'ayant rien de grand parmi ei;ix, il n^^ 
a pas lieu au contraste*" 



'C*H61inaud: »^Pourquoi Kit on?" In Hevue des deux Lioiides , 
I.Februar, 1895, S.650. 

T.Ribot: La -osycholo/Kie des sentinents (1896), 1929, 
S.':553f. 

"^A.Fouillee: Le Kouvement positivist e, 1895, S*220:"Le 
contraste n*es¥ que l'^leruent l'orFiel , le d5faut est 
r*'^r5ment m atferiel du risible,'» 

"^^Christian Wolff : Vernünfti^^e Gedanken von Gott , 1747, • 
S.533. 

^^Siehe z.T3* Chi'istian Garves Definition der "3rfindsaiii- 
keit" , die, nach ihm darin besteht, '»verborgene und doch 
einleuchtende Verbindunß unter Becriffen zu entdecken, die 
voneinander sehr entfernt scheinen*» (Abhandlungen I, S.64ff) 



\ 



p*15 



F.Th.Vischer hat aber auch neben seinen spekulativ dia- 
lektischen Theorien Erkläiungen der Komik und des Witzes . 
^Q^^^^^n^ die von metaphysischen hegelianisieienden Ideen 
soweit entfernt sind wie die folgende, dass im Witz imi.er 
»•ein Punkt hervorspringt", durch welchen eine "entlegene . 
Vorstellung mit der vernetzenden, .sich, .in eine scheinbare 
Einheit.. zus£iii;rienf asst«- , siehe !• .Th.Vischer : Aesthet ik, 
ed. Robert Vischer, Band I, 1922, /193, S.453i. 



iOtf 



däüi 



wmamm^miäm* "^r*- 



P.19 



-12:;- 



c>u 



r? O'L 



^V^"^"^>c ) 



1 



Johann 



5•^. 






r 

/^ r 



-tML^ 



Aul die Partialbedeutun/; den Gegensatzes von Fecha- 
nisinus und Per^-onwert innerhalb der Komik haben übri- 
gent; auch AOßthetiiier .sie riediich Theodor Vieche? in 
der Mitte des 19. J^lirhunderts und schon vor ihm der zu 
Unrecht verg^eBcenef- Stefan Schütze in meinem Verbuch einer 
Theorie des Komischen , 1817f S.70f nachdrücklich" hinge- 
wie L^en* \q-£-^\'^X(c\.^ y .Th.Viücher: Aesthetik, 19^2, ^and I, 
No.l39f S«445f über "Verirrungen bildender Naturkraft. .ins 
LIechaniöche" herabgezogen. Ebenda Ilo.lTü, 3.407: '^Bas Hin- 
arbeiten auf Transpiration "beiit "redigen wirkt komisch, 
weil es nach "Mechanischem»' ausrieht»». Vergleiche !:o.l61, 
S.392. ^ 

P " 1940, 

"^Siehe H.^ergson: Le Kire ,.S.8. 

^Ebenda, S.^lT^ir 45 



p.2ü 



r 



ibenda, S. 35 






^ 




p.21 



> 
J 

> 

« 

p.22 



'"Ebenda, S>-?^. 20f 
^Ebenda, S. 60ff. 

*Siehe L. Freud: ^'Der Witz und seine peziehung zum ünbe- 
wussten" , Gesammelte Werke > ?und VI, G.254« 

^E.?ergson: Le Ri r e ,^ S '. 128 

^Ebenda, E.145, 139. (/^l ^^ ^) ' 



^Siehe z.B. F .Th.Vischei i:^ Hinweis auf aae sch'jiie ^^ort 
Flögeis wonach in der besten Komik der Lacher und der 
Verlachte sich beide als Toren betrachten, die "in dem- 
selben Spital kran>" liegen und »»Torheit um Torheit tau^ 
schen% p.Th.vischer : Aerthetik , 1922, Band I, IIc.176, 

S.417. .-- 

^1940, r , V 
H.Bergson: Le Kire, 3.139* C ^ ^^ V 

^Ebenda, S.139, 4 Punkt 2.(^ /^^^ij^. 
^Ebenda, S.96 Punkt 5- (^^J¥/^i^^-^^ ^ "^ 



^ 




1.. 



Ebenda, S.lOlf 



. (ß>^sjy> 



I 



a? 






k 



I 



Wk 



-1?6-. 



p.22 cont'd. 

^S.'^reud: "Der Witz imd f?.eine "^^ei^iehun^; zum Unbev/uscten" , 
Gesr ri!:elte ^Verke , 1940, ^and VI, S.259. 

? -^Sielie S. Kierkegaard: '»Wicderhalung^S [ 



p-23 



y^i 4/^ nP 



l'XyL 



a5 



o -43,38 -sieh3 untoo. 

> 



y^ - 



S. 



/% Ji(i- 



H.Borgson: Le Eire, 194O, S.20. 17. 

^Ebenda, S.135. V'lJ 

^Ebenda, S.193. 0*5''^); 

'^Ebenda, S.197. - ül o h » imt a n . (/?5J 

^Sberda, S.31. (2 3) • 

^Ebenda, '^ 

7 

SbciKla, 

^Ver/'leicha z.=^. Josef Müllers Ausgabe von Jean Pauls 
Vorschule der Aesthetik, 1923, S.5071f, wo der "eraus- 
~e'3TT~iiachwer3t, dass eine lainer wieder (etwa von F.Th. 
Vischer: '\esthetik, 192?, Tfo.l76,S.415f , Ll?ps: Koj^ÜS 
und nurJorT 1893, 3.60) naohzitierte 7.pisode, die Jean 
"äsülTüsTde-r; 222: Quixots anführt, /-rar nicht m dieser 
ror^' bei Cervantes zm linden ist, sondern durch Jean 
Wi offenbar in Erinnerung an eine Stelle in Henry Home's 
keneut a of Criticism , ohap-VII, eine beträcntliohe Umior- 
rcunij erfuhr. 

5^er^sons krxivqv., dass das Kmische sich nehr auf G-attun- 
•'en erstreckt, während die Iragcdie molir auf das mdivi- . 



102.^^^/) 



^' ^, "^f^ 



•en 



p 



d"U" x-ieTt (ebenda S.165), trilft v;ohl ann-nhernd '/.v auf 
i'olieres L'Avarc, Le r.Iisauthro ^e, Le f^alade iSä2iÜSi£§.» 
aber kauF auf so stark individualisierte koir.iKche Ix^xTd 
wie Don Quixöte, Palstaff, '/eothes Mephistopheles oaer 
Jean Pauls Konische Käuae- 
\. r r ryote tö pootnote i:^ James Sully: An 3ssajr on Lau.-Tbtey_, <v 

1^02, S.7i ist scrivverlxch im UnrecuL, wenn er zur WizxK \ 
Ber-rsons einfach auf die der Bergsonschen These^ dieietral ■ 
e it""-^ön;'-33etzt3n Sachverhalte 'verweis b, uamlicn aaraui , 
dass"nicht nur eine l',lechanisieruns des Vitalen Lachen er- 
regt, sondern ebenso eine Vitalisierung des Mechanischen, 
alle die Sällefvon "excessive spontaneity and freedoa of 
iioven-.ont vvhere a certain repression and inechanical uni- 
lorrrity are looked for; the exäberant childish bounditngs 
o-r tl's cl0'..n, an excess of enphasis or gesture m social 
intercouröe..are surely just as ccr;ical as the v.ant of 
thö sicna of a füll play of life'my be in otner circum- 

stanc QS-'- ^-ts form, its Causes. its Developmen t and its Value, 

i 




t 

l 



I 



1 l! 




-127- 



f 



p.25 



Veijleiche auch Heines ironische VersG auf dac Kof- 
zererr.oniell, das bei der .iinricntun'j eines deutschen 
Königs zu erwarten sei: 

"Franzosen und Britxen sind \on riatur 
Ganz ohne Gemüt, Gemüt hat nur 
Der Deutsche. ::^r wird ^^er.ütlich bleiben 
Selbst mitten im teri oi-'is tischen Treiben* 
In einer schv/arzen TrauerkarosL-e, 
Schwarz panaschiort und bellort die i^osse 
Und hoch'aui dem -.ock mit der Trauerpeitsche 
Der weinende Kutscher, so wird der Deutsche 
Monarch zue] i.ichtplatz hin kutschiert 
Und alleruntertäni,^];st guillotiniert." 

Diese Verse sind übrigens auch als recht anschauliches 
Beispiel dafür zu verwerten, wie unmöglich es oft ist, 
Ironie von ^.^.itz, iiUr:.or und der Ausmalung komischer Situ- 
ationen klar au trennen. 



p.29 



\yv 



In dem ausgespi'ochenen Bestreben, die Annahm.e von Vor- 
stellungsgegensätzen im Komischen zu diskreditieren, zi- 
tiert Theodor Liops ( Komik und Humor, 1393, S.90) einen 
^;^'itz Heines, der einem ^..rsenoarox. auf seine Verwunderung, 
warum die Seine cbeihalb Paris so rein sei, einfach ant- 
wortete: "Oh, Ihr vater ist ja auch ein ganz ehrlicher 
Mann gewesen.'* .ach Li-oos ist diet:<es Scherzwort ein 
schlagendes Beispiel dafür, dass im vitz gar'^kein Vor- 
Stellungsgegensatz'' vorzuliegen brauche, "der, sei es 
auch indirekt, den Witz begründen könnte". Mir scheinen 
auch nier die IContraste und /'hnlichkeiten, um die es geht, 
unschwer aufzugreifen zu sein, zwischen einem yluss, der 
durch den Schmutz einer grossen Ctadt verunreinigt wird, . 
und dem Sohn eines ehrlichen Vaters, der sich selbst 
durch unsaubere Geschäf xsmanipulationen befleckt, be- 
steht ein Kontrast und doch eine in diesem iall besondere 
Bedeutun.^ gewinnende Xlinlichkeit . Diese Ähnlichkeit bei 
sonst ausserordentlicher Verschiedenheit gilt es hier zu , • 
erraten. Aoer freilich seine volle Schlagkraft, seinen 
"punch" eihält dieser V.itz erst durch die emotionale 
A^'rressivität t^eßen den Börsianer, die er enthält, wovon 
erst soäter die Rede sein kann. Ähnlich wie der ■'itz des 
Bankier s Karl Fürstenberg, den ein nicht allzu gut oeleum- 
deter r^ekannter einst auf der Strasse einholte und ihm 
vorwarf, dass er ihn schon eine Weile bei Namen angeru- 
len habe. Vorauf Fürstenberg nur schlagfertig erwiaerte : 
"Wissen Sie, maShe Leuxe haben eben keinen guten Ruf.'» Zum 
Genuss dieses n^itzes ist sowohl das Durchschauen des sehr 
verschiedenen Sinnes desselben Wortes "Kuf" erforderlich 
wie die Anteilnahme an der Aggression Qe^en den aufdring- 
lichen Rufer. \ i 



1 



:^ 



■\' 



\ 



r^ijtsr-nj i tvy. 



..l|t ' , ! .i^AI > l . 



« ■ iwa-ii i mm-*»^ 



-H' "iTT- 



.-123- 



^ HelmuthPlessner: T.;^rhen und Weinen, 1950, S.95. 



a31 



p.32 



p.34 






r 



•'"F.Th.Vischer: Das Schone und die Kunst, 1907, S.131, 
vergleiche auch z.B. Th.Lipps: Koinik und Humor , 1893, 
S.193: "Bei jedem ^^'itze • .wird in. Gründe.. ein Schluss 
vorauG:3^^setzt •'• 

^Ciehe Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.Müller, 
1923, YII. Pr o^rainiri , Iio.34, 3.135. 



■'•faehe Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.Müller, 
1923, Vll.Progracir:, i>!o.35, S.141. 

^Siehe S. Freud: '»Der \*;itz und seine Beziehung zur; Un- 
bevvussten", C , Theoretischer 2eil, VI, Gesar:r:elte V.erke, 
1940, Band VI, S.lBli. 

^Jean Paul: Vorschule der Aesihetik , ed. J.:!üller, 1923, 
IX.Piogramni, No.54, S.205. 

^Ebenda, VII.PrograrrjL, ::o.35, S.1^^1. 



•^Jean Paul ko.^ir.'it der^^leichen Koi^i'rontation von lachend 
Irtuitivem und diskürüiv wissenschaitlichem Verstehen 
verhältnisruässig nahe, ohne sie allerdings ausreichend 
prl^zisieren Ätt köniten. Er erklärt nier einrial in schö- 
nen Metaphern: "Der scharf sinn. .lässt uns durch eine 
lange Reihe von ^egrilfen das Licht tra-jon, das bei dem 
Vitze" wie der "Slitz "aus der "olko selber fährt, und 
der Loser nuss dort dem Erfinder die ganze Kühe des Er- 
findens nachir.achen, welche der V.'itz ihr. hier erläsot." 
( Vorschule der Aesthetik , 1923, IX.Pro-raiiiL, ^]o.43, S.1721;. 



zu 



p.33 



p.41 



■''Siehe S.preud: "Der ?/itz und seine Beziehung zum Unoe- 
wun.sten" .^ Cesaii.s:elte " erke , Band VI, 1940, S.137f. 

^Ebenda, S.133. 

^Siehe Jean Paul: Vorschule der Aestrietik , ed. J.Müller, 
1923, IX. Programm, i^'o.55, S.206if . 



•^I.Kant: £rltik der Urteilskraft , Mo. 54, Anmerkung. 

^Joan Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.:!üller, 1923, 
S.I75. 



-129- 






p*41 cont'd. 

^ Herkenrath: Probldiries d* gsthfetique et^ de morale t 

1898, S. 

» 

p ^G.Heymans: Zeitschrift für Ps.ychQlo,q:ie , Band XI, 1896, f 

» 

^P.Th.Yischer: Aesthetlk . 1922, Band I, lTo.173, S.409ff. 
6. 



p.42 



p.43 



■'\ 



Ebenda, S.410. f 

% 

•'r.Th.Vischer: Aesthetik, 1922, Band I,'No/i81, S.429. 

Th.Lipps: Komik iind Humor , eine ps.vcbolo.qcisch-aesthe- 
tische Untersuchung: , 1393, S.76* 

•^Ebenda, S.65. 

^^•iaetzsche: Werke, ::usarionausgabe, 1923, Band IX, 
S.4I3. 

^Th.Lipps: Komik und Humor , 1898, z.B. S.76,41. 



\yy 



Ebenda, S.43. Vergleiche Freuds Kritik an Kants und 
Lipps Thesen, dass das Komische v;esentlich auf einer 
plötzlich in nichts 'zergangenen Erwartung besteht, "Der 
?/itz und seine Beziehung zum Unbewussten" , Gesammelte 
y;erke , 1940, Band VI, S.227* 

^Preud ebenda, S.217, bietet in diesem Zusammenhang einen 
besonders gev/agten Erklärungsversuch der Komik von häss-. 
liehen Körperformen und Gesic?itszügen. Er meint "aufge- 
rissene Augen, eine hakenförmig zum Kund abgebogene 
lTase..,all dergleichen wirkt wahrscheinlich nur komisch, 
insofern die Bewegun^S^orgestellt werden, die ziici Zu- 
standekom.men dieser Züge notwendig wären, wobei Nase, 
Ohren und andere Körperteile der Vorstellung beweglicher 
gelten, als sie es in v;irklichkeit sind. Es ist ohne Zwei- 
fel komisch, wenn jemand mit den Ohren wackeln kann, und 
es v/äre ganz gewiss noch komischer, vjerm er die Nase heben 
oder senken könnte." Trotz - oder vielleicht gerade wegen - 
ihrer phantasievollen Gewagtheit erscheint mir die Deutung 
Freuds anziehender als die prosaischere, die hier in der 
blossen plötzlichen Unterbrechung von Normallinien den 
Grund für die kor-- sehe v.irkung sucht. Aber da Freud selbst 
seine Argumentation nur als "wahrscheinlich'* angemessen 
ansieht, verdient auch seine Hypothese wohl nicht ^ als über- 
zeugend -bev;ertet zu v/erden. ^ 



//, 



-130- 



p.47 



•?H-' 




-^ 



1a 



t J 



Ebenda, S.232 



t^. 



'Eberxda, S.236. Vergleiche S.239: "Oft*. pflegt, ."uns auch 
im -alle des Gleichnisses des »Gefühl', ob etwas ein i^itz 
oder bloss komisch zu nennen sei, im Stiche zu lassen'». 



Ebenda, S.242 



^ 



A 



^^ 



p.50 



-''Ebenda, S.236. 
^Ehenda, S.237* 
^Ebenda, S. 50. 



P.5I 



^Ebenda, S. 53f55. 
^Siehe z.B. ebenda, S.229 
^Ebenda, S.206. 



p;52 



•^Ebenda, S.174f. 
^Ebenda, S.206. 
^Ebenda, S.261. 
^Ebenda, S.206f, 251 



.... - . ^^_^ja^ :r: -^^js t.-r -r t" . 



-130- 



p.47 



f 



n.iia a 



Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.r:üller, 1925» 

IX. Programm, 1^0.53, S.199. i- n 

2 yfö. jy M.Lazarus ^^"^^ in dem Essay "Das Herz 

Ebenda, S.202* -p i/^.. , Ideale Fragen , 1878, S.88f, geht sogar so 

weit ,das Erleben des komischen ausdrücklich als "sehr 



130-Ä 
2 Version« of note 1/ p. 48-a 



lte.49-«) T^-.- 



^ 



_ (fron M^3.44-a and 

p.48-a \^ ^ 

£/ M.Lasmruftt I i#lis ftmgen in Redsn unt VortrÄgon bebandell» X878, 
"Äa H«r»*T»it Beoaizun« «ine&ia Witnenaohaf tlichen Verein 
(Sing-Akadeaie) in Berlin aa 3. Wrs 1877; gekallenen Vortrag^ 



/ 



y M.Laiarua in dea Seeay »»Das Her»'^, I ^eale Fra/^en t 1878, S^88f, 
geiil eegijr %^ veitt iae Erleben dea kosiaehea auadrBcklicli als 

*'«ehr passiv** und selbst das Lachen als rein "paasiveTIti^eit^ 



\ 



\ 



V'' 



"239: "Cft..pfr 









p.50 



Ebenda, S.236* 
^Ebenda, S.237* 
•^Ebenda, S* 50. 



P.5I 



p;52 



^Ebenda, S. 53,55. 

^Siehe z.B. ebenda, S.229. 

^Ebenda, S.206. 

•^Ebenda, S.174f. 
^Ebenda, S*206. 
^Ebenda, S.261. 
Ebenda, S*206f, 251* 



m 






— -r» zSiSrj»-,— aar/" 



\ 



-130 b- 



p.48b 



p.48d 



(See Reinschrift) 



IV, 



1/; 2/; 5/l V. 

1/; 2/; 2/; i/j ^; 



12/; 



6/; 7/; 8/; 2/; io/? n/r^l2/; 11/' 



L 



p.48e 



p.48f 



) 



p.4Bg 



1/? 2/; 2/; i/; 2/. 

1/; 2/; 2/; 4/; ^; 6/j 7/; pf?^? J^? ( §/ ^^^^ where?) 



1/; 2/; 2/; 4/; 5/; 6/; 7/; §/; 2/. 



p.48h 



1/; 2/; 2/; !/• 



p.481 



P.48J 



1/; 2/' 



1/; 2/; 2/; i/; 1/i 6/; I/? §/? 2/; lo/- 



' 



p.48k 



1/; 2/; 3/; 4/, 



p,48-l (aone) 



-131- 



p.55 






^Ebenda, S. 36ff, 41, 42. 

^Ebenda, S. 244, '268, 245. Vergleiche S.261 die Analyse 
des iimnor:: des aci llontag zur Exekution Geführten, der 
trocken bemerkt: "IIa, diese Y/oche fängt gut ax-.'' 

^Ebenda, S.137. 



p.54 



p.55 



■^Siehe ebenda, S.141ff, S.200ff. 
^Siehe z.B. ebenda, S.145, 192ff. 
'siehe ebenda, z.B. S.192ff. 
^Ebenda, S. 55. 
^Ebenda, S.145. 



•••Siehe z.B. ebenda, S.52, die Antwort, die eine italieni- 
sche Daiae Nar>oleon Bonaparte auf einen Ball gab, nachden 
er taktlos ;.ü iln' bemerkt hatte: "Tutti gli Italiani dan- 
zano si male": "Non tutti, Ka buona parte. =• öder der ^itz 
über die Berliner ..ufführung der Antigene: Antigene = Antik? 
o, nee, oder die Versicherung Jugendlicher über ihre 3e- 
fassung mit i!astxu:bation: "0 na, nie". 



p.56 



Ebenda, S. 35. 
^ Siehe z.B. ebenda, S.45f. 



p.57 



p.58 



Ebenda, S.43- 
^Ebenda, S.269. 

^Siehe R. Avenarius: Philosophie als Denken de^ ^ „ 
-einäss den Prinzip des kleinsten Kraftmasses. 1376, 190^. 

\'l ■■■■ ' — — — ~— — — ^— — — 

^s.Freud: aesajonelte ^Verke, 1940, Band VI, S.164f: "Aus 
der Schrift von Llx>x>s über Kocik und Humor, .ist.. Auf kla- 
rlnf'über mehr als" nur über Komik und Humor zu holen." 
v-benda S.227 bringt allerdings eine Einschränkung dieses 
Eobs dahin, "dassLipps das Ursprungsgebiet des Komischen 
vm vieles au eng gef asst hat" . 



-132- 



I 



l 



I 



/^ 



P-59 



■'"Th.Lipps: Ko^nik und Hu^cr, 1898, S.141, 138. 
^Ebenda, S. 121, 26. 

^Ebenda, S.144, 240, 26. 'Den Begriff der "psychischen 
Stauung hat Freud ausdrücklich von Lipps übernehmen 
wollen, siehe Gesainr.elte Verke , Band VI, 1940, S.173. 

*Th. Lipps-: Komik und Humor , 1893, S.141f . 

^Ebenda, S.125f 143* 

^Ebenda, S.130ff. 

'^S.Preud: Gesammelte ?7erke, 1940, Band VI, S.269. 



p.60 



p.61 



-^Ebenda, S.266. 

"''S.Preud: Gesammelte Werke, 1940, Band VI, S.14. 
^Th. Lipps: Komik und Hurr.or , 1398, S.87. 
^Freud ebenda, ^. 15« 



p.62 



Ebenda, S.153. 



p.63 



rr 



-^S.Freud: Gesammelte Werke , 1940, Band VI, S.166, 1 f. 
^Ebenda, S.166. 
Ebenda, S.168. 

"^Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.Müller, 1923, 
IX. Programm, iio.4^, S.177» 



p.64 



'S.Freud: Gesamm^ 



leite Werke, 1940, Band VI, S*166. 



p.66 



•^Ebenda, S.134. 



p.67 a 



^Ebenda, S.163. 



p.67e 



1/ ^oltaire* ^andide, chap. 8. 



i 



^••jnoiSf ai'Aa«r»i« j [j i i»t.i'i«nW ' ""^.- ' !?.'.j]' j 



iO^Har- 



¥ . 



-133- 



B 



\ 



p , 67 .ct5*tti-d . 

l^ '^Ebenda, S.1Q4 Anmerkung, 2. Auflage, S. 147 Anmerkung. 



»! 



p.68 



p.71 



1 



l'ko 



p.72 



^Ebenda, S.182. 



Siehe ebenda, z.B. S.28. 
^Ebenda, S.42, 2. Aufl.,S . 30f. 

5siehe z.B. F.Th.Vischer: Aesthetik, Band I» 1922, Ho. 195, 

e v,«^. ys "muss hier ausgesprochen werden, m was aas ^r- 

v*v : fL QnhiPkts sich verstrickt, wenn es komisch wird, 
habene des suDjeicxs &iou yexöKxj-v, ».t,„. _,_ „r,v,p,vi]aste 

;SfsLn'Lrn^.«"ilcn 4* Freud so gut wie nichts gsBexn 

l;^,^lLhi^"r des Sbeiussten nlt dem Eewussten" hat er . 
SS dieses Einfall nicht weiter Im einzelnen zu belegen 

versucht. 

^S.Preud: Gesanrnelte Serke» 1940, Band VI, z.B. S.188,195. 

3:iSS%^^?an.irr-4?kefien"siJ5pfe?-dS^S^erSira 

«psychischer Schauplatz"* 

^ Siehe ebenda, S#191» 

^Ebenda, S.191*- 

^Ebenda, »xiSflcfecxälik S.191f. 



p.75 



•''Ebenda, S.251- 
^Ebenda, S.267f* 



p.74 



•''Ebenda, S.194» 
^Ebenda, S.140. 






f 



i 



\ 



p.75 




(.^ 



Siehe F 
SO. 197» S.466^ 



.Nietzsche: Menschliches ftllzum enschliches. Band I, 



7 



I I 



-154- 



p.75 



Über die Entstehung und Entwicklungs formen des V/itzes , 
^K.Pischer: 1871, z.B. S.54: Der Witz geht nicht schrittweise" vor, 
, sondern .. im Widerspruch mit der Hausordnung und den Hausgesetzen 

^P*Th.Vi3cher: Aesthetik, Band I, 1922, No.197, S*466. des Geistes!» 

— — — — . ,. j 

*S.Preud: Gesamirelte Werke, Band VI, S.104« 



p*76 



p*77 



p.78 



'Ebenda, S.155« 



• ♦ 



Ebenda, S.155» 



•'ran nehme z.B. einen solchen Unsinnswitz wie den von 
dem Juno-gesellen, der beim Bäcker zwei Zuckerbuchstaben 
bestellt und dann reklamiert, er wolle nicht T.P. haben, 
sondern D.P. und schliesslich nicht D.P., sondern D.B. In 
dem MoBmt aber, in dem er dann D.B. erhält, isst er die 
beiden Buchstaben sofort im Bäckerladen auf. Dieses Be- 
nehmen ist wohl unsinnig. Aber es hat doch andererseits 
soweit Sinn, als man vermuten konnte, der Junggeselle _ 
will die Buchstabon etwa zur Verzierung einer Torte für 
ein Geschenk gebrauchen, und er ist nur so pedantisch und 
selbstverliebt, dass er die Anfangsbuchstaben seines Na- 
mens auch dann korrekt gebacken haben will, wenn er kei- 
nen weiteren Gebrauch von ihnen macht, sondern sie sofort 
im Bäckerladen auf isst. In einem anderen ähnlich einfäl- 
tigen unsinnswitz fragt ein Berliner einen Pansanten in 
Leipzig:" wo ist die Maccaronifabrik von Schulthess?" 
"Des kenn ich Ihnen och nicht sagen" ist die Ant^vort. Aber 
kurz darauf rennt der Passant dem Frager nach und erklart 
freudestrahlend "ah, Se meenen woll de Nuddelfabrik von 
Schulthess'?" "Ja." "Des kann ich Ihnen ooch nicht sagen." 
Auch hier ist anscheinend ein ganz unsinniges Verhalten 
verlachens^/3rt. Aber es wird doch deutlich Sinn genug in 
der zweiten, an sich gegenstandlosen Antwort des Passanten 
erkennbar. Er ist so stolz darauf, die xMaccaronifaorik als 
"Nud?elfabrik" identifiziert zu haben, dass ihm daraufhin 
das allein entscheidende ari der Frage des Fremden unwesent- 

lieh wird« 

ES ist offenbar bedenklicher Unsinn, wenn ein zer- 
streuter Professor einem Bekannton auf der Strasse eröff- 
net- "Als ich Sie von der Ferne sah, glaubte ich, Sie 
Sli^n Ihr Bruder, dar.n dachte ich, es sind doch sie selbst, 
ISrnuTsehe ich wieder, Sie sind ja Iht Bruder. Doch 
tuch hier ist noch durchaus Sinn im Unsinn. Der Sinn ist 
ohan der. dass die vollkommen irrsinnige Ansprache des 
JrSessSrs aS Monolog in jeder Hinsicht verständlich wäre. 






-155- 



k 



I 



p*73 cont^d* 



fr 



'}li: 






Es ist gewiss eine Häufung von Unsinn, wenn jemand 
den Papst Leo XIII. beim olympischen Y/ettrennen im 
antiken Griechenland dem Drar.atiker l^hakespeare zuru- 
fen lässt: "^:'as heisst Lüge? Hein Reich ist nicht von 
jener V^elt." Aber der Sinn im ür^inn wird auch hier 
sichtbar, sobald die zu Grunde liegende aggressive Ten- 
denz der Entlarvung von protziger historischer Unbildung 
und von fragwürdiger V,eltlichkeit des Papsttums angemes- 
sen in Rechnung gestellt ist. Und noch durchsichtiger ^ 
sind schliesslich ähnliche Aggressionen in der Gjmna- ^gg_ 
siastenr^edensart vom "x^rsten Krähen der roserfingrigen^J^ 
in der unfreundlichen Bemerkung über einen bekannten ^^--- 
Philologen, dass er zwar kein grosser Genius, aber auch 
kein kleiner Esel sei* 



// 



p-79 



p.80 



The En/2:lish Works of Thomas Hobbes of ^!almesbury , ed* by 
William Molesworth, volume IV, 1840, pp*45f. Tripos , I, 
chapter XI, 13» 



^Ebenda, S.46f* 



p.31 



'Ebenda, ^dUIII, 1839f S.46, "Leviathan", part I, chap.6. 



^ ^Ebenda, vol. IV, 1840, pp.454f. ^ 

/p 82 V' F.Nietzsche: Also gprach Zarathustra, IV^Teil , "Vom höheren 

p.83 Menschen" #20, 1922, S.430. 

■"•Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.Müller, 1923f • 
VI. Programm, No.50, S.120. 

^Ebenda, S.120. 

'F.Th.Vischer: Aesthetik , 1922, Teil I, No.176, S.417. 

^Ebenda, §227, S.522. 

^Th.Lipps: Komik und Humor , 1898, S.94; vergleiche S.24,22. 



p.84 



^S.Freud: Gesamir.elte V.'erke , 1940, Band VI, S.136* 

^Ebenda, S.136fJ vergleiche Karl Groos: Spiele dos Iv^enschen , 
1899. 

'ih.Lipps: Komik und Humor t 1898, S.94,22. 

^Ebenda, S.214. 



i 



5 



t^fmmmmß 



-/;.>•':.. 



,t .:..*■ ■ x^"- 



1 /y^' 




/ 



-136- 



p.85 



'Ebenda, S.27* 



p,86 



^S. Freud: Gesammelte Werke » "Band VI, 1940, S.227. 

^Vergleiche eine ähnliche, allerdings nicht näher be- 
gründete These bei Th.Lipps: Komik und Himor , 1398, S.256. 



P-92 r^ 

I T 



r, 



-« Theodor Gottlieb) / über die r 

'1 ^J.j^iüDel ; /Bür;q:ef\n.che Verbesserun,^ der wei'-c:% |l792 > 3.543 • 

^Siehe z.B* J.G.Herder: "Kalligone'» , 1800, ^erke, ed. 
B.Suohan, 1380, Band XXII, S.276,- J. Bentham: Introduction 
to the Principles of Mora l s and Legislation , 1789, chap.XI, 
'sect.2, notej S.Preud: Kleine Beiträ>q:e zur Traumlelire / 1925f 

S*71* 



p-93 



p.94 



''•S.Freud: Gesammelte v;erke , 1940, Band VI, S.136. 

^P. Nietzsche: Also sprach Zarathustra , IV. Teil, "Vom 
höheren Menschen" . 

^•Nietzsche: Jenseits von Gut und Bcse , Aph.294. 

^C. Baudelaire: Oeuvres comolötes, ed. P.F* Gautier, tome 
V, 1925, "Curiositfes esthfetiq.ues, Rire et Caricature" , 
II, p.337. 

^Ebenda, S.336. 






^Ebenda, S.338. 

^Ebenda, S.341. vergleiche S.544. 



r 



"^ 



A 



r 

P-95 



Slaise PascaX: Oeuvres , ed. L.Brunschvi^fg, tome V, 1914, 
S.311f« (Onziöme provinciale) . 

''^A.Arnauld: Response d la lettre d^une personne de condition.., 
1654, S.12ff und siehe Pascal: Oeuvres, ed. b^' Leon Brxm- 
schvi^gf tome V, 1914, S.285i. 

^Ebenda, S.121f und Pascal ebenda, S*285i. 



1 






4 



M 



ly 



? 




r^ 



-»'W 




K^UunA'.y^y^^ 




n- 



<^ -y^, 



JV 



X 

^ 



\ 



T 

1 



»33 »3inS3 



> 



u 




l- 



(P- 



n-^<^. 



I 
I 



-137- 



1 



r 



p.95 cont'd. [- 

niindenstens halb 

Goethe hat übrigens im Faust , wenn auch nur spielerisch, ^ 
die christliche Tradition geteilt, nicht die taliEudische 
oder griechische, wenn er dort im "Prolog im Himiiel" Me- 
phistopheles zu Gott sagen lässt: "2^ein Pathos brächte 
dich gewiss zum Lachen, hattet du dir nicht das Lachen ab- 
gewöhnt." Vergleiche aber imu.erhin Gottes Schlussworte 
dort: "Von allen Geistern^ die verneinen, ist mir der 
Schalk am wenigsten zur Last." 

^S.Henan: "La langue fran^aise "(1388) in Feuilles dfeta- 
ch&es J892, S.27Ü. Renan aber trieb die Heiterkeit in -^ 



.^ 



r p.96'a 



r 



( 



p.96 b 
p.97 



•"■Siehe z.B. Talmud Babylon icun, Baba Mezia,IV,X,Fol.59b,Kelin,V,lO 
^ ^tt^CcÄ' / Stefan Schi!:ftze; Versuch einer Theorie des — >- 

Siehe z.B. Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed.J. 
Müller, 1923, *I. Programm, :^o..50, S.123. 

Freud: Gesammelte V.erke, 1940, Band VI, S«127f. 



p.lOl 



^,. <? 



n 



^Siehe z.B. Th.Lipps: Komik und Humor , 1898, S.125, 130, 
150, 40. 

Siehe Jonathan Swift 

auf den sich auch Jean Paul: Vor- 
schule der Aesthetik ed. J.Müller, 1923, VII .Programni, 
No.32, S.25 bezieht. 

'l.Kant: Kritik der Urteilskraft , No.53f Anmerkung. 

*Siehe E.KräpeJLin: "Zur Psycholigie der Komik", Philo- 
sophische Studien , ed. Wilhelm Wundt, Band 11,1885,3.133: "Ein 

wesentliches 

^Lipps: Komik und Humor , 1898, S.52, 40f. 

Ebenda, S.45. 
'Rbei.da, S.66 und öfters. 

S.Freud: Gesammelte ^erke, 1940, Band VI, S-227. 



8 



p.l02 



St. Schütze: versuch einer Theorie des Komischen,^ 1817tS.131f • 



-l)^ 



Jk. 



- 137 - IV, 

p.95 ' ße'hrKt,t',r, -^ 

3 (Cont'd) seiner Theologie iamerhin so weit, daea er sich 
/^in schlaflosen Nächten aiflt der Abfassung von 
\ / pikanten Bittschriften beschflf tlfrkte, die er 

^i,-'^ I »u« der Halle an Gott richten Wollte, ua daait &-<-'♦'+' 

SM Indien zu bringen, siehe Teuilles detachees, 
1892^ p.270. 

4 



\ *■' 



Talnud batylonicun, Taanith, III, fol, 22ä« 



i 



p.96 



Ibid., PMachiB X, V, fol. 117a. 

1 (Contlnued) Koatgchen . 1817» S. 53t btaerkt «ur Prai^e, ob 

^**Gott selbst •• Gegenstand des Lachens vsrdsn 
könne, das« "nicht die Oottheit, hIs all,ererseiner 
Begriff ,. sondern nur Gott und die Ga ttsr als 
«#nsch34Vhe Voratelluni^ sn .• der Gefahr ausge- 
setzt sind, eine lAchende Seite darsubietea. 



'p.96 b 



"Siehe z.B. Jean Paul: Vorschule 3er Aesthetik , ed.J 
Müller, 1923, V I . Pro grainiL , .No.50, S.l'^"^ 



0'7 



/ 



-<; 



j 



v^t< ' '-^C^-^ 



7 



{\ 



\ 



^> 



- 137 - 



p.96b 



IV, 






liehe Seder Eliiahn^Rgbba und 3ed 
xyu<?, p.faif. 



-■?es?r _iliiahn Suta. Wien , 



2 .. 



i 



oiehe Talmud_ba^lonicun, Abodah Sorah 3b. 

NOe32, tSe^^t? UCAJ.****^. 

^I.Kant: Kritik der Urteilskraft > No.53, Anmerkung. 

^Siehe E.KräpeJLin: "Zur Psycholigie der Komik", Philo- 
aophische Studien , ed. Wilhelm Wundt, Band 11,1885,3.133: "Ein 

wesentliches — - 



/ 



r' 



.^ . \ \r 



IV, 



- 137 - - - 
p.lOl ' '^,« wfuni-hcL^i, 

4 (Confd) Ele..>t der konischen Virkun« liegt- in "intel- 

Xekluellw Contruste-i S.361 nn Schlune der 
Untersuchung wird diese Hauptthese nur folgender 

llU ')(i^ ->h ^^("•■«•IS?"^ "*'***»* J«*«' in»«Uektuellf. »'cht 

/^ r.^ 1/ jeder Oeftlhlskontrant, nicht jedeV getluschte 

Erwartung wirkt konisch, sondern nur derjenige 
unerwartete intellektuelle Contrast, der in unn 
Xiäh?!'!JJ fj***»?"«eh«r, nthincher oder logischer 
Oefflhle nit Vorwiegen der Lust erweckt." Aber 
wnrun "Widerstreit von OefÄhlen Lust sUtt zu 
erwartender Unlust ausl«st,wird daait gewiss 
nicht befriedigend erklärt. 



^ 



-158- 



p.103 



7^...r 



1 



^Jean Paul: or schule der Aesthetik, ed. J.Müller, 
1923, VII.i^ograiniL, No.35f S.141. 

fffh.Vischer: Aesthetlk , ^and I, 19?2, No.224, S.!?17, 
und siehe N0.I6Ö, S.40:?f. 

'iber die Differenz von Parodie und Travestie siehe z,*^ 
Th.Lipps: Komik und Humor , 1898, S.l*6-1: l^Ö« 



p.104 

r ^ 



-^Myritfa (S. Friedländer) : Rosa, die Schone Schutzmannsfrau ,i oi-^^ci.TTf . 
A 

2 

S« Kierkegaard: 



I 

1 



'ih.Llpps: Komik und Humor , 1398, z.B. S.40, 43. 



p.105 



1«. 



Siehe Th.Lipps: Komik und Humor , 189B, S.47. Ja^ies 



0.106 



^Fiehe Jean Paul: Vorschule der Aestbetik , ed.J. 'lüller, 
1923, VII. Programm, no.32, S.126, 128f. 

p.108 

Hergleiche I. Nietzsche: Der Wille zur Macht , ^erke , 
Musarionausgabe, ^>and XVIII, S.69: '♦Der Mensch, .allein 
leidet so tief, dass er das Lachen erfinden musste. Das 
unglücklichste und melancholischste Tier ist, wie billig, 
das heiterste." 

^Sieh S.Freud: Gesammelte 7,erke , 1940, Band VI, S.98. 

^'-^•^ 'h. Spencer: Essays , vol. II, "The Phyablogy of Laughter", 

/J -190-1-,— ^* 1863, p.116. 



p.109 



r 



r 



y* 



L ^ ^/ 



-^w 



aT ^A.Bain: ^he Emotions and the ?/ill , 1865, S.243;. 1869,p.284f 
2 Siehe z.B. W.D.Ross —> 3/ Siehe Kant — ? ^' 



^L - _ ^' C i-^^' 



p.llO 



^Siehe S. Freud: Geaaitniielte 'Aerke, 1940, IJand VI, S.145. 



4 






-138- 



p.103 



>^^^2 



r 



Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J. Müller, 
1923, VII.PTogramiL, i\^o.35, S.141. 

i^ffh.Vischer: Aesthetik, Band I, 19?2, No.?24, S.t>17, 
und siehe No.lbB, S.4ü:)f. 

^ jber die Differenz von Parodie und Travestie siehe z."^, 
Th.Lipps: Komik und Humor , 1898, S.3r6e}r 168. 



p.104 

r r 1 



t 



1 

I 



Mynoa (S.Friedländer) : Rosa, die Schöne Schutzmannsfrau ,! m -^ s.Tff 



> 



r 

S* Kierkegaard: 



^Th.Lipps: Komik und Humor , 1398, z.B. S.40, 43. 



p.105 



Siehe Th.Lipps: Komik und Humor, 1898, S.47. Ja>ies 



- f-.^ 



- 138 - 



p.1 05 1/ (Cont 'd) 

jIlUMff Sully'i Ab Bwajr on Lfcujtfat^ 



IV, 






^ 



brv»chb«r« PlngerMif, »ur Kritik von Lipp«« Doutun« d«r 

Hut-«o«ik| •ha« dus doch Sttlly«« «igea« Deutuncsvcrsuch« d«r 

K«Blk und dM Laohaas «berbaupt b«fri«diffmd«r ¥«r«B.. iully 

l«t sieh •»♦nd» p. m^^}55 b«wu««t, dasa ar nur ■•brar« 

Faktaran, dla \m Mcharllchan aufdackbar aind, aabanaiaan- (aabanainaa-) 

daratallaa kaoa "jayeua »urprl^a? _^raaj?onaivaaaaa ta a play- 

challanga'Jtwitt and "a glarioua sanaa af *xpansion-^ Daahalb , 

rÄuat ar ^ah,aln, daaa dlaa nur aina «ahr "Üieheidana Msung 

dar Hauptftroga blldan katm. Es fragt sieh aber nattlrlieh, ob 

dies nicht eine unn«ti« rasiffniarta Binstallun« «u da« vor- 

liagandan Zantralgagaaatand das phllosephlachan Interassas 

bleiben süss. 



i a 



V 

% 

m 



i4 



jf • ^^ ^^ 



y 



Siehe S.Freud: Gesamnielte Werke, 1940, ?and VI, S.145. 



-158- 



> 



p.103 

Jean Paul: Vorschule der Aeathetik t ed.J.Müller, 
1923, VILProgramiL, No.35, S.141. 

?Th.Vi3cher: Aesthetik, Band I, 19?2, No.224, S.t>17, 
und siehe No.168, S.4ü:)f. 

^'Tber die Differenz von Parodie und Travestie siehe z,"^. 
-^ r" Th.Lipps: Komik und Humor , 1898, S.teei: "168. 

p.104 

r 



r 



^ '. MynÄ^a (S.Friedländer) : Rosa» die Schöne Schutzmannsf rau ,i m -^ s 7Tf 

2 

;> $• Kierkegaard: 



.^^^ 



i 



•/ 



I 



/ 



/ 



109 



- 138 - 



ly, 



3i«h« z.B. V.D.Rosst The Rijght aad th» Qood . 1930, p. 5, die Bezug- 
■aha« auf kh« "Kantiap priacipl« vhioh i« geaeraliy adaltted, that 
•I ought Implie« i eai*| a.E.Moore» Philoaophical Studl— . 1922» 
p.317i "The philoaepher Kaat laid dova a veli-kNOwv proposltion to 
the «ffaok khat «ought laplie« can*.'"£vea Friedrich Schiller, der 
die Redensart "Du kaanet, denn Du sollst» geprägt hat, verspottete 
den Satz in seines Oedieht "Die Philosophea", ««Aehter Philosoph", 

Siehe Kaatt Prolegoaen a zu einer jeden Waftigen Metap hysik, die als 

77?!!?*°^^! wird auf tretea kfl»«*^, »d. K.VorlÄnder, 192Ö, 1.114 

(113?). Da das Sollea unter de« uaiversalen Sittengesetz fflr Ki.at 
Bit dea Begriff der sittliches Autoaoaie, der Freiheit, versohaurlzt 
5! "iS!* ^2^,?*f Solle« vielfach bei Kaat geradezu dea Charakter, 
?!!- 2!'iJ*'ii!?;'!* *•• "^•hai»»l««ts seihst" aaf uad iedeafelli 
kaaa fBr die Ethik dea kategorischeB laoerativa trotz aller 
erstrebten Beteauag einer reia ratioaalea Seite dieser Begriff- 
zusaaoieBhgage bei Kaat aieaals einfach des K«anen aua^tlnsr flbliehea 
eap irischen Bedeutung des "Solleas" also notwendige^SjlJwSfBeB 
T?!/ u • "^'»f^*? ^" •*•' P'illö'ophia-hiBteriach «lazlieh unzulÄng- 
li^ohea englischen Bthik der Gegenwart uad aoast sehr hlufig 
geschieht. Vgl. aeine eiagehead« auf die Analyse des gesaaten 
Systeas Kants geatfltstea und ausgiebig «uellenaCasig belegte 
Interpretation der relevanten Kaatscben Begrilfe» D.Bauagardt. 

5»Iin5 ü"/*" ^^g*.^?"^ ""• S.156-145. Auch H.J.PatoB 
!»f««* p^*iÄ^«ii?aKiFII^heB Studie The Categorical laperat^ « . 

J?i ;. J'k^*'^*'^!'^«'''^**' ^»^ B««i«hu«« twiachl« Solle« Ld KÄa^w, 
^:! ^^f hervorhebt, einfach dadurch, daas er den Äouaenal Charakter 
f?!^'* 1 "■ "?* ?•■ ''•^•««»•iacheB laperativs abstreift oder zua 
;« 1?! oox'oci" "*•" »*"*«r<arund drangt, dass er "the aeral «i oughf 
PP. 114,223,259 nur eapirisch r,ntlan,a«a Soll«n auffasst, es bloss 
eine« reinen tosttrieb entgegenstellt uad dann p.2?3 sehr verein- 

rJtJo»:ris:; i*""- " •' *'"^* ^* ^«ivaieat ?; .1 wjs^ joj;' 



1 

) 



-i 



ft 



139- 



p.lll 

Ebenda, S.IOO. 
115c ) ^^'iie ^ ^/ ^^^ ^°^^ Herald Tribüne, Nov. 3, 1961, p.26 

* 1/ ) : ^* 1 



S.'B'reud: 



1 



p.117 



Siehe Jean Paul: Vorschule der Aesthetik , ed. J.Müller, 
1923 > S.123> schwebten wohl solche Uberl egung vor, ohne 
dass er sie irgendwie ausgeführt hat. 



Wov- 



Es wafe kaum begreiflich, wenn diese Beobachtung nicht schon 
^^^^^ langst gemacht werden wäre. Julius Bahnsen _komit ihr innerhalb 

f seines gBisacKktxwaxÄÄii realdialektischen Pess^mus dadurch nah, dass 
er in Da>^s Tragische als Weltgesetz und der Humor als Ästhetische 
Gestalt des Metapuysisch en, 1877, p. 108 bemerkt: "Der Humor ist 
... umso wirksamer je deutlicher das Medusenhaupt des Pessiaismus 
durch die Larve des lachenden Narren durchscheint." Aber all die 
aufschlussreichen Gründe ftfr diese Wirksamkeit bleiben hier wie 
sonst ungeklärt oder überhaupt nicht erfragt. 



p.ll5c 



Siehe Voltaire: Handbuch der Vernunft, ed. L. Wiedner und J.R.von Salis. 
1945, S.145. 



■^ J 



I 

i 



(VII ?) not VII 

but Chapter IV 






Fragment ainar Anmarkung 



/ 



dan Origlnalltitswart dar Anal^rsan Plassnars 
gewiss nieht im geringsten sohmAlem» aber es 
rerlent Tlelleicht Immerhin bemerkt zu werden, 
dass in einer reiehlioh unbekannten Sohrift^ 

die loh besitzet In Mleandri lossii Varefreni 

Tractatus novus utilia et ineundus de vöIup-. 

täte et dolore, de rimi et fletu, Frankfurt, 
1603, ebenfalls erstrebt wird» in frellioh 

plumper Weise -^ \mter hiufiger Berufung auf 

Aristoteles statt auf eigene Beobaohtung ~ die 

phjsiologi sehen und seelischen Bedingungen von 

Lachen und Weinen zugleich zu erliellen#Im Ge« 

gensatz zu mir wird auch hier p. 62ff jede Be« 

teiligung des aktiven Verstandes abgewiesen 



zu gunsten des passiTen ^sensus**# 






(a/i6 



I 





'-^ 





s 



1 




C(; 






/ 



! 



i 






f 



/ 





J 








% 



V'' i« 




/;^'< / v^y.^ 



<-o 



/ 



^ 



:!/ 




^y^MiMc, 



1 




Vi '/C- 




■ 

\ 



t 



Vc^ (pEI* 



SINN DES TRAfllSCHEN 






^^U^ U; 



Wenn ich eine Quintessenz desTragischen darin sehc,da88 es Sinn im Ein- 
zel 
zelnen zeigt zugleich mit dem Sichaufbaumen gegen die Sinnlosigkeit des Gran- 

zen,so ist d:imit der Wert von Nietzsches Deutung als eines Zusaumenk längs 

itlrtt von apollinischen 3ei3tentcndenzen und dionysischem Rauschgefuhl nicht 

geleugnet.Es ist nur ein^anderei^ Aspekt der Sache auis Licht zu heben gesucht. 

düiy 
^/Man konnte s agen, da» ^ Aufzeigen vonj Sinn in concreto ,Sinn im geglieaerten 



Detail, t. teilt die apollinisch ordnenden , 



»den M chte imPhanomen des 





Tragischen dar, die denZusammenh.^Jigen von Einzeldasein vollGrenUge tun wollen 

und, wie Nietzsche bemerkte, dem beruhigten Beharren im principium individu- 

H 
tionis "seinen erhabensten Ausdruck p^"zu geben streben, Bas Eingeständnis 

d der Sinnlosigkeit des individuellen Lebens aber und der ungehermte Protest 
gegen die Sinnleere des Gresanitdaseins geben dem Sichaustoben aes Dionysischer 
Recht •Trotzdem iüt mit meiner Deutung sowohl Bestätigung Nietzsches wie 
eich eine Akzentverschiebung und auch eine Art i:;rganzung der Analyse 
vom Paktischen ,vom Psychologischen her zur Frage der Geltung und Bewertung 
hin intendiert; 

/ Will man die scheinbare mMademische Verflogenheit dieser Betrachtungen 
•^down to earth" bringen, »agea so liesse sich etwa sageniwas die Millionen von 
Menschen durch die Jahrtausende hindurch zur Schaubuhne, in das Opernhaus 
oder auch jetzt ins Kino treibt, ist dies: sie wissenoder fühlen wenigsten» 
dumpf, aber stärkt trotz all der Wichtigkeit ,die sie sich geben mögen, wie 
SJ'SieherTNi^tzsche: Die Geburt der Tragödie, Werke, 1906, Bd. l,S.54f« 

(^c( IWy^iu (>vv^«^ oU^Tac.^. av ^^ ^^' J Ta^^. oL<a.i^>l ^^^ y^u^>.u^u-^. 






■s 



unwesentlich ihr iiinzelschicksal für das Gesamtdasein ist, ob sie zum Mini- 
sterpräsidenten oder zum Aufseher einiger Gefängniszellen befordert werden, 
ob sie sich fu'r Kalb oder Huhn im Restaurant oder zu Hause entscheiden; ge- 
gen diese verzweifelte S inaöde, die gerade auch die Geistigen und alle bis 
hinunter zu den Viertelsgeistigen überfallen kann, suchen sie im Theater oder 
Kino zweierlei: Sinn im Kleinen, in der Ordnung des Lebens und Geistes zu- 
gleich mit den; Bekennendürfen der Sinnlosigkeit des Alls. Oder psycholo- 
gisch gesprochen; Loslassen der dionysischen Wut gegen die Sinnleere des 
Ganzen das in der Tragödie gerade die Besten zu Boden wirft, und das gerade i 
im besten Scherz die grosste Sinnwidrigkeit aufreisst. V*--u^ '^Ki''^'^'^^'* 

Zugleich aber ist die Befriedigung nicht zu übersehen, die der Genuss 
der geistigen Kräfte gibt, die den logischen und gefuhlsklaren ..ufbau von 
tragischen Verkettungen durchschauen lassen, und durch die im Lustspiel, in 
der Komik, verdeckte einzelne Sinnlosigkeiten auflösbar werden. In beiden 
Fallen aber handelt es sich gewiss ausserdem um das wesentliche Lustgefühl 
dass wir selbst von all der umdrohenden Sinnlosigjceit noch nicht uberrannt 
sind, sondern uns --mit demSinn im Einzelnen in unserer Hand noch g%gen sie 

auflehnen können. 
(P^ag es Augen t die nur pluralistisch sehen und aufzahlen wollen, noch so 
anstossig sein, gewisse Binheitszuge zwischen der Tragik und der Komik 
slnd/mit ÄÄht schon öfters zugestanden oder wenigstens angedeutet worden; 
und schliesslich haben das Tragische und das zum LachenStimiende zum min- 



iektue 



s^'^ 



desten diedas gemein, dass sie beide inttiektuclle Lusterreger^ trotz nller 
gewichtigsten Unterschiede im Einzelnen. Die Konstruktion von nichtssagencfn 
Einheitlichkeiten, in denen so manche Metaphysiker schwelgen, rouss wohl ab- 



\ 



i 



l/jtA^J( ^^^'--^^ ^^f 



^3 



schreckend wirken.Aber der Nachweise einer verifizierbaren letzten ab- 

* 
8*rakten aeinein«amkeitic.jin nur forderlich sein, vorausgesetzt dass dieser 

Versuch entschlossen ist, der Erfassung der buntesten Mannigfaltigkeit der 
Einzelerscheinungen des Tragischen wie des Lacherlichen nicht die gering- 
ste Grewalt anzutun. 

Die Literatur übei^das Wesen der Tragik ist vielleicht noch ausgedehn- 
ter als die u^^^ die Komik ;und es wäre mehr als unglaubhaft, wenn sich in 
ihr nicht genug Anklänge fanden an das, was uns wesentlich erscheint. Aber 
dieAnsatze zu solchen Einsichten sind meist so verhüllt, so überwuchert 
von anderen, störenden Elementen, dass sie erst fortleben können, wenn sie 
in andere Erde verpflantzt sind, 1 

Wie steht es z.B.mit der gefeierten Definition der Tragödie bei Ari^to- 
-fclesjvon der fast jedes Wort und gelegentlich selbst eine Silbe kaum über- 
sehbare Scharen von Interpretatoren in Tätigkeit gesetzt hat? Jacob Ber- 
nays hat in einer seiner einflussreichsten Abhandlungenwie sch4n Lessing 
vor ihn.. gefragt; Warum statuierte Aristoteles, dass die Tragödie Mitleid ^wujj 
Furcht erregt und d^^Jin eineReinigun^ von "diesn"/— oder sollte es heissen: 
diesen und dergleichen? — Leidenschaften bewirkt? Warum schrieb er C,i rv»;« 



'N^ s 






Lessing 



r^j.i'oC^'^ '"^'^^ y^''^"^ ^ und nicht Co^^-^r rr:^.^:^ ^r - 7' 
meinte, durch diese eine zusatzliche Silbe in der Definition sollten alle 
von Mitleid und Furcht spezifisch verschiedenen Affekte ausgeschlossen 

^^J|^_._. IM - I --■-|— |-| " 

werden;aber dem Mitleid verwandte "philanthropische Empfindungen " und 
der Furcht ahnliche "Unlust" sollte mi tbe«rt4'f en miteinbegriffen bleiben 



i 



- Siehe J. Bernaystiwei ••Grundzuge der verlorenen Abhandlung des Aristo- 
teles über Wirkung der Tragödie " in Zwei Abhandlungen über die Aristo- 
telische Theorie de s Drama, 1880, S> 26 ff und siehe G.i::. Lessing: Hamburgische 
Öramaturgie", Stück 77 



-•«-.- W — 



M»^ 



\ " ' sich nur 



Bernays versuchtejf, philologisch nachzuweisen, dass 
auf Furcht und Mitleid im aristotelischen Text beziehen kann. Die ist philolo- 
Jisch und historisch wohl voll gerechtfertigt.Aber sind in der S cheselbst 

I im (5enuss der Tragödie nur Mitempfinden und Angst im Spiel? ;.n die- 

sein"^' Punkte scheint nur grundlichstes Hinausgehen über Bernayt; , Lessing \ 
und Aristoteles am Platze. T^eeonderswertvoll und aufschlussreich ist da- | 
gegen meiner Meinung nach Bernays» Übersetzung^ des Tencinus K^Ä^yw-^ mit 
"Entladung^ "erleichternder Entladung%nicht mit "Reinigung" ."Könnet ge- 
fasst" kann, wie er aar.führt, Katharsis nur zweierlei bedeuten: entweder 
eine durch bestimmte priesterliche Ceremonien bewirk teSühnung derjSchuld 
oder eine arztliche erleichternde Mittel Bewirkte Hebung oder Linderung der 
Krankheit '^''lund er hat bekanntlich die zweite «medizinische " Bedeutung 
für den arztlich besonders interessierten und erfahrenen Aristo tekes als 
die einzig massgebliche in diesem Zusairanenhang zu erweisen gesuchtjund 






A^ 



er hat besonders die blass moralische Färbung des Terminus, eine Reinigung 
im Sinne einer ethischen Läuterung .^^zlich verworfen, I 



Tatsachlich wird man, wie überall, gut daran tun, nicht zu früh zu mora- 



i 



lisieren und die menschenfreundlichen Empfindungen, von denen Lessinj sprich 
nicht zu hoch zu veranschlagen. Und noch mehr: sidst Mitleid und selbst 
Furcht so entsheidend im Erleben der Tragikfwie die Macht des Einflusses 
des Aristoteles es zu oft erscheinen liess? neichgultig ob das Mitgefühl 
mit dem leidenden Helden uns moralisch edler stimmt, oder ob es uns^zu be- 
freiender GefUhlaentladung fuhrt, diese beiden Ziele sind weit nachdruckli- 
cher zu erreichen durch tatige Hilfe —dem lebenden Mitmenschen erteilt — 
T~?TBernavsi Zwei Abhandlungen über die Aristotelische Th eorie des Dramat 



1880,3.21. 



2 Ibid. S.12ff. 



/ 



' als durch passive Rührung im Schauspielhaus. Das ästhetisch ergriffene Mit- 
gefühl mit menschlichem Leiden mag wohl spater zu ethi^Jh wertvollen Taten 
fuhren. Aber dann wird eben erst d^iinit die entscheidende moralische Katharsis 
beige fuhrt. Und selbstverstandlichwird die Furcht erst damit behoben, dass 
es gelingt, sie im realen Leben zu beseitigenvf und nicht nur im Miterleben 
der ragl j^(jerer und dazu imaginärer 'Gestalten in einer Dichtung* Als mo- 
ralisches iilr Ziehungsmittel und als Hilfe zur Befreiung v4n Furcht muss da- 

"" her das Verstehen einer Tragödie von höchst sekundärem Wert bleiben. 

Vor allem aber wie erfolgt die Katharsis imErleben Öes Tragischen? 
Darüber ist uns von Aristoteles nichts uberliefert;und doch siudnatürlich 
geradev die seelischenDaten,die bei diesem Wie am Werke sind, von noch weit 
grosserer Bedeutung als die sehr offen am Tage liegenden beklemmenden Affek- 
te,die durch Katharsis behoben werden. Diese Affekte und die intjlfuitiven 
Einsichten, die kathartisch wirken, gilt es daher vor allem auö aer Verborgen- 



,0' 



X- 



heit ans Licht zu bringen ; und sie werc^ sich dann allerdings als viel ak- 
tiver offenbaren und weit me :r zueinem volleren Erfas^n der Tragikbeitragen ki 
können als der blosse Hinweis auf die Katharsis von Mitleid und i'^ircht.Erst 
die AÄalyse der Art der Entladung von Affekten und die unmoralisieren^^e 

Lrforschung des Wesens der ,die mit der Katharsis einhergeht, aer Lust, 
die Aristoteles so wenig ( Poetik 14^3bll,1462bl5i2f)wie Schiller aus dea Ge- 
samtbild des tragischen Erlebens streichen konnte, kann hier entscheidende 
Aufklärung brinf n.Wir brauchen dabei nicht so weit zu gehenwie loethe in 
seiner "Nachlese zu Aristoteles^Poetik", 1826, und glattwe^: zu leugnen, dass 

**irgend eine Kunst.. auf Moralitat zu wirken. .vermag. *'Aber die Anji:ihme einer 
direktenjiind konventionellen moralischen Läuterung durch die Tragödit:. kann 
allerdings nur zur schwern Verkennung viel fundamentalerer Elemente im Erle- 
ben des Tragischen fuhren. Und noch viel erganzungs- und korrekturbedürftiger 
als Aristoteles'Analyse der tr»g rlebnisses der Tragödie sind selbstverständ- 
lich seine Bemerkungen über den Gehalt und die Form der Tr'i^odic sellbst,Äie 
j-; schon immervon den Kommentatoren gegenüber Äem Hinweis auf Furcht und Mit- 
liiid mit Rechtvmehr im Schatten belassen wurdee. 






4 



4 
•n 



I 



r \ 



^ 



jy 



! 



V. 1 



VARIANCE 



Btglnnlng of Chapter V 



not in M«. or Relnaohrlft except the ending 

(probably an earlier draft) 



/ 



Ol 

/ 



ff 



I 






-^U^.U^.. ^if^ i&rZ:J^s. des blossen Lachens h^bishl^r^biUer- 
AUer, in alle, aber - -^ ■ ,,rhnUnis.äs.ig seltenes 

"•"''' an Lebenssinn aufdecken kennen: ein kleines 

, L in eine. Ciean von H..en und Mis.ra.en.eiten.Oies «esuUat .a. 

""^ kl tL^na^l^^ -" -ol.en .e.kUonen .e.els o.e. 

gewiss kaun tragD^r, Tde«"in der Katu 

^«Hor rin7i^'en Erscheinung des 'dseins 
endeter * .larheit .n ^^^^^^,,,33en Lebensinterpretationen die 

als ein Ja?>rhur.dert haben diese sxegesgewiosen 

. .» n^ni-che leistesaristokrr-tie wie 
H^r^hP ri.> enslische und italienische .ei^ 
deutsche, russische,«!' engxi z^pifel an 

-. 4. ^4=T- orrpren können. Jer /iweiiei. a-u 
(„ der Oe.t,at <l«s Har»U»us der. Iroletari.r errspen 

. , „„ ufwei, de. diaektlsche^ äinneehaltB Jede» 

. ... ^ <^ 711 fr der Offenbarung des in sicn 
wertvolle otation im /MF- ^er ^^^ 

o.e. »..-- ..;p-^;— :::::::: rruri;eu..n; . 

^°Trr -11 - ... rr«d, . e..er 3...W.. H..... 
^erikn hat der .arwi . l^^en-^trost gegebei.;und 

* . T.bens einen «hnlich vollkommenen 'issemtro- 

wicklun/T des Lebens Hoffnunren. die durch primitiv 

it «^^>i viel grösseren holinunt cn.uj. 
daneben stehen dann die noch viel gr 

. 4 ^«r> ^itreli^ionen erworben werden. 
I ^---" ^^^^"^^" " "" , ^,,,,„ ^^tirgesbewussten Lebensdeutun.en 

T^IW «egen^ber solchen h.roisch weiten u». 

.!; trot.ce. ein erster kleiner .'psycholgisch xunuiorter - nie* 
sollte trot7wem ein entmutigen. Tat 

■•chritt in der Sache nicht bescheMmen una nicht 
sischer - ochritt m „hvaischen Sexualg^ - 

. V »Hpr -cherr im Unterschied vom nur physiocnen 
,«chlich sichert jeder -cncr. ^^ ^^^ 







1#ttr., 



t 



''.,^ 



/. 



-9.,.imcU>AU^,ci^ff^^ ^;n;lren 'Jert nicht zu unterschätzen ;-— ' 
llfisch geistige /reude,^eren ^i^^X^t^t^t von Ksp.^ 

V, . -ict i» Grund identisch irit ^^^^^.^aMjc^d^M^. 

ir-^dtcJT^ittWTTn Beobachtung wirawi^i^«5^--^.,^^_^ 

r// w"'-' <-^^'^'''^ ^^ tltracttTie doch in eine« bestim^-fe.- 
r^M-, J^_,^_^_ «.griffen zus;uiiniengebracht,aie l,j4-..^a..., 






^l ' ' 'b u 






il: 



•■ ■ r! 



.11 






>-■ « 






^» 



,1- 






A 



'9b 

ai 



^^ 



:» 



• } . 



4^# 






iv 



>o 



'd 



'|i. 
% 







■ 4 




:iSi^. 



slA»w,^,^, 




-i|i|*^ifi ^ 



/ 












/ / 



/ 



r 



/ic^ Au^ 



//t^e-c^U 



7 



f . 







ii 



/ > 




,"S 



\ 



> 




Ml' X*. 



7 



/ 



/; 




/iV/T-fiJ'/ . ' '-' 



//C ^^ 



^ 






■'( 



/ 









■■». 






(( '^Uc^. 






/: 



7 



J 



. v -^' 



f 

^ \ 


















' 







/ 



z'-^/. 



(/7 . r .■ 



//Tn 



/>.//^ 






.r /" 



1 






y- 






V- 



/^ 



i Ux /• 



■ 7 ji^.f ■ ^Yit » < 






''7 



Jr 



//: 






/ 






^/^ 



■j* 




'/ 



^ 



/^^ 



/ 



.jj 






^ < 






t 



/■ 






I 



Ü .'^•v /^ J^'S»'^ 



^q -' ( 



J 



tidy^'i^'^ 



( 



i^ 






y 









4v., 







'^^ 



'Z' 



^ 








ld%. 






'-f ''^i 












^■"-i e.-i^ ^-^t 













^ .i^t^t^rusiö^»^ JihJjixl^krt^^^i^^ii^ 







/Sjyyvf^ 



/ 



^i^'-' Jt^f^ 



4 /^ 




<;/ ^ -Ti^yT' 




'xei^ 




^ ^ '^'^^^Ä^^^^vT/^^.. '^'•^^^t^ ^^J^^^^-i ^^O^v^^C 






(i^ ^^^ ^ ^^ ^^' 




4^ /\irn^^^ ^^"^^"^ ^ 



U'^t^ 



r^;,C^4t-*>t^ 



*#-!» 



^^ 



# 


•^ 


'' • 


da. 




' / //'A 


' - ./-/ /:/< ,y.... ^ 


— T,« ^. 






/-.. /^.c ' /"'" ■ : 


, 




-cir/. iif^(/ri,r>l. 


=^. >d»«>v,/^- ^^ C,c-li,.^6l(s^ /■^^'^ 


.M 1 






/Z // ^ / .,.., .. .^. ^.^^^ 










•■■^^- ! 



/'<r^ 



> t 



'-vv 



iti ,^aU 



/{< 



r. 



Vv-^ 



,.6 



■/ 



J{ 



/• ' ' 



y 




L 



/^. f. 



l- 



'/ 



ki 



■y 



\ 




■^ 



n 








/ 



'II 




\ 



i 



»•i 





Jüt- 




••' 



Fall eine tufschlusnrelche Oemeinsiyakeit h»b«li,Wenn l^ietzsche z.n, findet, 
dasß di« Wahrheit schliesslich ein Veib ir,t,und daßs"derschauerliche Ernst, 
die linkische Zudrin^^lichkeit'* der meisten Philosophon önf^eschickte und 
unschickliche Mittel w&.ren,um gerade ein iYauenzimwer für sich einzuneh- 
men "-'oder wenn nach Heinrich Heine Kants Kritik der roinci. Vernunft das 
Richtschwert ist, das selbst Gott unbewiesen in seinem Blute schwimmen 
liess.so werden in allen solchen Fällen Beziehun^^en zwischen sonst h(3chßt 
gegensätzlichen Sph.^lren des Lebens gestiftet, zwischen philosophischer For- 
schung und Eroberung einer Frau, zwischen einem Buch und einem Blutbad; 
und indem zugleich mit der Erfassung der Gegensätzlichkeiten ein sehr 
wichtiger "^eziehunspunkt zwissc^en diesen Sphären sichtbar gemacht werden 
kann, wird eben damit unser geistiger und emotionaler Horizont entschei- 
dend erweitert. 

Der ungeheure Beziehungs-und "egensatzreichtum zwischen allen jingen, 

der den Menschen von Urbeginn erschreckt und verwirrt h ben inus8,wird so 
plötzlich an einem neuen wesentlichen iunkt far unser Verstehen gelichtet; 
und es macht glücklich, sich damit der immer drohenden Sinnlosigkeit der 
Dinge erneut ei^heben zu können. Das Lächeln und die Freude über solche un- 
erwarteten ZuaamjBenhänge stellt sich sogar bei der Entdeckung von mathe- 
thisch-' f^hysikcilischen Wahrheiten ein sowohl bei den i:.ntdeckorn yie den 



später Physik 3)udierendeneNur wenn die Erfassung solcher vai'irheit keine 
wesentlich seelisch eniotionr^le Bedeutung h;it,dann ist naturgemäss die Frc 
de beim passiv Lernenden auch weniger intensiv .Beim 'intdecker aber, bei 
dem die erste rintdeckung die grtffsste emotionale Bedeutung fdr ihn selbst 



und Andere hat, ist die freudige ^rre/ning oft knura tragbar gross gewesen, 
w ie etwa bei Kepler und N ewton-^» ' 






1/F. Nietzsche, Jenseits von ^rut und Dö se |1886. Vorrede -«»^cXiUWdo /iif./<t^,L 



2J H.Heine:^,,. ^^,^,,^- ^^.ßl^^ 

2/Johannes Kepler, Leber uncTITriefe 
kowsti,195'5, Z.B.Briefe vomJ.Okt 




.Maiit'9ö,^:;.2c'i i 




ic C- 4- 



•ft^a 




V, 1 



Die Tragik als Scnlüssel zum Lpbeussinn '■ 

Trotz Rllo^s Lobs aber, des der Frt dr am Lachen?7<crten und an 
je em - üjimit verwandten - geistigen Entdeckertum zu spenden i-t, '/varum 
bleibt doch im sensitiveren Menschen das seltsam dunkle Gef Jil, dass 
er mit dorn blos-en Lachen und selbst mit Fntdockertriumphen dem Kern- 
sinn des Daseins nicht voll Genüge tut, dass er s-lbst mit der Liobe 



zum 



Tragikomischen einem noch wesentlicheren "Cenusr" an der Realität 



v^t 



<, A' <^-- • 






\ 










fvi- 



aus dem Weg geht un.^ ihm auf die Dauer nur zu schwerem Schaden aus- 
v.eichen könnte? Um dss Paradoxon als Paradox zu formuli^-ren: oran lieg 
es, dass "das Verfenügen an traa-isehen Gegenständen", die Freadc am Trei* 
erspiel bei allen sensibleren Naturen noch nfher steht als die viel 
handfestfre, die scheinbar viel fundiertere und normalere Lust an der 
Komik und an geistigen Entdeckerfreuden? 

C'^Inextremen lallen zeigt eich so die Lust am , Itz als derart 
stark, dass sie selbst den Fitelkeitsfummer verwinden kann, der durch 
denselben Vitz verursacht wird. Um ieviel reiner und beachtenswerter 
kann lann dis Freude sein, v.enn der (den Witz Goniessende) Genlesser 
des ntzes nicht mit 1 inbusse seiner persönlichen , individuellen Fitcl- 
keit zu zahlen hat, sondern im Gegenteil im itz einen ^riumph über set 
ne allgemeinen Sinnschwierigkelten oder .her bisher verhüllte allfie- 
fficine Sinnzusammennänge feiern kann. Das aber geschieht für engere und 
weitere Bezirke der 'mpirie, v,ie wir sahen, in Jedem Tcherz und, wie 
zugefügt werden kam:, in J. der geistvollen Beobachtung, jedem Esprit«- 
wort. Wenn :Ji€tzsche z. B. findet, dess die v.ahrhelt rchliesslich ein 
■,veib ist, und dass "der schauerliche rrnst,dle linkische Zudrlnglich- 

' 8/ I 

verletzend traf". Ebenda, €,clOf 

eine zweifellos bomerkenswerte Fähigkeit, selbst ^^,^^^,^7^ 
letzte iitPikpit-. ir^icbt zu nehmon. wenn dle-p -n:r^rr';j1 Inm:- .nttluscnunK 
mit der Entdeckerfreude an eineif^ neuen allgemeinen Sinnzusammennang 
verknüpft ist. . 



!i 



Vrit" aer meisten Fhilosophen "ungcrehickte uiid unschickliche Kit- 

1/ 
tel waren, um gerade ein Fraueiizl»«r für sich einzunrhmen" , oder 

wenn nach Heinrich Hoine Kants Kritik der reinen Vernunft das RlchV 
schv-ert ist, das selbst Gott unbewiesen in seinem Blute schwimmen 
Hess, sü v.erden in allen solchen Fällen Beziehungen zwischen ponst 
höchst e^egensätzlichen fphären des Lebens gestiftet, zwischen philo- 
sophischer Forschung und Erorberung oiner Frau, z ischen einem Buch 
und einem Blutbad; und indem zugleich mit der ' rfassung der Gegen - 
sätzliclikeiten ein sehr v^ichtigcr Beziehungsponkt zwischen diesen 
Sphären sichtbar gemacht werden kann, wird eben damit unser geisti- 
ger vtnd emotionaler Horizont entscheidend erv>citert. 

Der ungeheure Beziehurigs- rnid Gegensatzrr.ichtum z-. ischen fal- 
len Dingen, der den Menschen von ürbeginn erschreckt und verwirrt 
haben muss, wird so plötzlich an einem neuen vesentlichen Punkt für 
unser Verstehen gelichtet; und es macht glücklich, sich damit der 
immer drohenden Sinnlosigkeit der binge erneut ..ntheben zu kennen. 
Das Lachein und die Freude über solche unerwarteten Zusa-nraenhänge 
stellt sich sogar bei der ■:iitdec-:ung von mathewatisch-physikalisch«! 
Wahrheiten ein, sowohl bei den Entdeckern, ; ie den später Physik 
Studierenden. Nur ^.enn die Irfas-ung solcher v'ahrheit keine wesent- 
lich seelisch emotionale Bedeutung hat, dann ist naturgemäss die 
Freude beim passiv Lernenden auch weniger intensiv. Beim ^ntdecker 



aber, bei dem dis erste Entdeckung die grösjtc emotionale Bedeutung 
für ihn selbst und Andere ^«►t'^ ist die freudige Erregung oft kaum 
tragbar ^ross gewesen, ■ ie etwa bei Kepler und Newton.-- 'A 



A»w 



-^ 



mmetzsche: Jenseit s von Gut und Böse . 1886, Vorrede./, 
?) H. Heine »"Zur Geschichte der -hilosophie und Religion in 

Deutschland" 
S) Johannes Kepler: Leben und Briefe, «d. Carola Baumgardtjd He 1- 
mut Minkowski, 195ö, z.B. Briefe v. ... 0kt.l59w, lo..ial is^b, 



S. SSff. 



J 



V,o 



("ks ist g^^wlss nicht uhiu sachliche Borecati.un,, dsss 1« Deutschen 
Freud, a« Itz ursprünglich und noch bei Oc.the (z.B. im Faust I,/>ueP- 
bao.h K.Uer, Vers , .«in.swe.s nur Freade a:„ Scherz, .onder. aa 

Geist .borhaupt und amtliches gilt f .r - if i« maischen, ..ude.a 

,_ 4^ T* . 1 1 r . 1 C5 ^h^n In fjllen diesen 

SprH,-hen kc.t es da.it treffend ,.na, zu« Au.dr.cK, das., die Lust a. 
cch.rz .ine irmlg. Ver.aud.ch.ft hat mi. d.r Lu.t an allgo.einer Ur- 
t.ll.fähiäK. it, an der ,r«ndlegenden Fähigkeit, ver..c.te Be.riffeu- 
e.m..nhanße u.id ü^ri fßdiff. re. zen scharfsi^i^_ M-«-^^logen j_^^ 

^Tfrr^yie Lust aiJdieser uohon r uhir^keit, .. u v cm rz ^ 

^ . . c4. n..o-icV'lt d^-r Nrvur oiid unseres Lebens ?imi, x 

in d^T scheinbaren S^inailo-si^k' it a.r .h<^u.l 

.en„ auch oft nur b, ,^...^t™ .In,,, .nt.U.cl<.n zu V.„ncn, gibt de. Lcb.n 
,e. = e„.=h.n .b«r .ins Tl.r nloau. >:'-.l.s < .„.. ulobt vcraoLtlK^hen 



rinn. 



,ber - .o muss v^ic-der gefragt v,.rden - T.aruin .urde .uch d.« 



^ 



I 



4 



,.-.„.rf Slnnl6sta.>rschc-. u.. .U :, heltor^ten "b, 1 cprit ■ .In «t.chcl- 
,j<.„d.s rtack «<.n=c,>Xlci.k.U fehl... .er.n er ohne Jeden .1.. f^r Tragik 
. ,P., von Cr.nd.n hlnrf.r kan. .anfachet »t« folgendes nat fl-o-btlg 
,e.tr=lft «rdon, 1=. Lachen k^n es sich .archs<.h,atal.h &^ u, Tell- 
,lege 1. nurchschuacn von Tcllvcr.lc>.lung«n dos Baseins ha„d..ln. Da» 
«t. rieben der Ira»U aber ,:.ht ..uf das Ganze .«„schlichen Schicksals; 
e, .eist von ce», C-schlok des .inxelnen .esctUch auf ty-lsch. »casch- 
11,-h... Leiden, das durch k Ine sachliche • rker-.tnls zu beleben Ist. 
I„ der issenschaft ...rden Na'.ur und Leben nur 1. Intellektuellen I.- 
kcnnen erfasst, 1. Verstehen der Tragik aber .Ird der *nsch .It de. 
,.,»„„ rnst »eines Daseins cotlonal ko,:,rrcntlert, „U de., ..s et.a 
<,abrl.l«.rcel als -Jenes nicht RUckf urbare, bezeichnet, das k, In 
ratlbn.-.ler Unebnu.^ss.e-"«" ->- Verschwinde,, bringen, kann.', / _ 
r / c. „ar -cel: Homo Viator, ProWgomtoes i une mataphysiiue .d.espe- 



\ 



V, S(«/ 



ma 



Ter "ongeheure Beziehungs- und Gegensatzreichtuin zwischen allen Dingen, 
der den -enschen von IJrbeginn erschreckt und ven^^irrt hsben muss, wird so 
plötzlich an einem neuen v/esentlichen Punkt f.r unser Verstehen gelichtet; 
und es macht glücklich, sich damit der immer drohenden rlnraosigkeit der 
Dinge erneut entheben zu können. Das Lachein und die Freude aber solche 
unerwarteten Zusammenhänge stellt r,ich sogar bei der Entdeckung von math^ 
tisch-physikalischen Wahrheiten ein, sowohl bei T^ntdeckern, v.ie lan spä- 
ter Physik studierenden . Nur venn die Erfassung solcher Wahrheit keine 
wesentlich seelisch.emotionale Bedeutung hat, dann ist nr^turgemäss die 
Freude beim passiv Lernenden auch v/eniger intensiv. Beim Entdecker aber, 
bei dem die erste Entdeck-ong die grcsrte emotionale Bedeutung f .r ihn 
selbst und Andere hat, ist die freudige Erregung oft ka^OL. tragbar gross 
gevesen, wie etwa bei Kepler und Newton, Die Lust an dieser hofeen Fä- 
higkeit, im S^cherz und im Ernst in der scheinbc.ren rinnlosigkeit der Na- 
tur und unseres Lebens Pinn^^-o..^ auch oft nur begrenzten rinn, entdecken 
zu können, gibt dem Leben des r.enschen Über das Tier hinaus gev;iss einen 
nicht verächtlichen Sinn. 



i 

1 



> 



Kber - so muss wieder gefragt werden - warum würde auch dem scharf- 



sinnigsten Forscher und dem heitersten "bei esorlt" ein entscheidendes 
Ftixck ' ens Chi ichkeit fehlen, v.enn er ohne jeaen Pinn für Tragik wäre? 
Von Gründen hierfür i^ann zunächst etwa folgendes nur flüchtig gestreift 
v/erden: im Lachen kann es sich durchschnittlich bloss um Teilsiege im 
Durchschauen von Teilverwicklungen des Daseins handeln. Das Miterleben 
der Tragik aber geht auf das Ganze menschlichen echicksals; es weist von 
dem Geschick des Einzelnen wesentlich auf typisch« menschliches Leiden, das 
durch keine sachliche l'rkenntnis zu beheben ist. In der vissenschaft wer- 
den Natur und Leben nur im intellektuellen Erkennen erfasst; im Verstehen 
der Tragik aber wird der .Mensch mit dem ganzen Ernst seines Daseins emo- 
tional konfrontiert, mit dem., was etwa Gabriel ^:arcel als "jenes nicht 



1 



■4 

i 

4 



-i 



a 

I 



-/r> 



7 n t i 



^^- 



■ Aber trotz des hohen Lobs, das der Freude am Lachenswerten und gar am Ent 



i t/v ; ■ 






deckertum zu spenden ist, warum bleibt das seltsam dunkle GefUM im subti- 



leren Menschen, dass er mit dem blossen Lachen und selbst mit an«deckertri- 
''^'2~uni'phen einem gewissen Kernsinn des Daseins keine Genugtuung gibt und selbst 
'^*'/'^'"' ' mit der Freude am Tragikomischen einem nodh^^esentlicheren "Genuss" an der 
(' Realität ^^^ ^^^ ^^^ ^^^^ ^'^d ihm auf die Dauer nur zu schwerem inneren 






*; 









;^4^- 



^. 



^ Woran liegt es, dass d&s "VergniHgen an tragischen Gegenständen", die fi^tffti 
Preude am Trauerspiel b^ei allen sensitiveren Naturen noch h(!rher steht als 
die viel handfestere, die scheinbar weit fundiertere und normalere Lust an 

der Komik? 

Von Gründen hierfiür kann zunächst etwa folgendes nur allgemein flüchtig 

gestreift werden: im Lachen kann es sich durchschnittlich nur um Teilsiege 
im Durchschauen von Teilverwickelungen des Daseins handeln; (Jie Genugtuung 
aber, die aus dem Miterleben fremder Tragik fliesst,geht auf das Ganze 
mens^lichen Schicksals, ÄiäX weist vo»^Leiden des Einzelnen wesentlich auf 
typisches menschliches Leiden ^äimMüpLV Oberhaupt ^Menschen, die nur lachend 
im Übermut, in einem blossen Genas von Überlegenheit durchs Leben gehen wol- 
len,sind keine Übermenschen im Sinne von Nietzsches Zarathustra.Sie sind 
es so wenig wie der gegensätzliche Mens chentypus, der kein Lachen kennt, 
der keine Freude an gütigem Verstehn und überwinden von Teilverstrickungen 
im Leben hat;und der wie der KK kleine und der grosse,^politische VerbreM*3/' 
nur in einer Tragik, die er über Andere verhängt, schwelgen kann^-^axi* allen- 
falls nur mit wehleidig billiger und schwüler Pseudotragik posiert^ ö4^r 
feige vor schwerem Schicksal einfach kapituliert. Für den Erdenfloh Mensch 
in seinjjer Haltung zum ungeheuerlichen Ganzen des Daseins bleibt deshalb 
das allein angemessene und überlegene Verhalten, es zu fühlen und zu wissen, 
dass er zwar mit Hilfe seines Hirns bis in hohen Weltraum eindringen kann 






l 



' und aufgerufen ist, selbst äusserst harte pattielle Sinnrätsel zu überwinden 



T^^S^ 



r. 



*.^ 



A n 



*y\/'^('<.* ft*v t/".' 



) 






. rr>j ' 



J L/Vf 



^"^ Aber trotz'^des hohen Lobs,das der Freude am Lachenswerten und gar am Ent- 
''' deckertum zu spenden ist, warum bleibt das seltsam dunkle GeftfM im subti- 

leren" Menschen, dass er mit dem blossen Lachen und selbst mit ü^ideckertri- 
' 2' umphen einem* gewissen Kernsinn des' Daseins keine Genugtuung gibt und selbst 



y 



f]^ yoC 



-—.-/'•' 



D^^.u-vv.- ^^^ der Freude am Tragikomischen einem noqhwesentlicheren "Genuss" an der 
(. Realität 



r#J 



V, 3 



) 



V.rinnoas 

CoBpare with Ms 1-a 

Mb 3-» 

Ha ^ 



I 



ki 



iy 



\ der keine Freude an götigem Verstehn und Oberwinden von Teilverstrickungen 



<;4^ ^'^-'Wi. /L.i^^f'ir^ ^^ <^, ^ "^^' 



der 



r ^ 



v^--, im Leben hat, und der wie der KK kleine und der grossS^politische Verbre^,^:/ 



V 



o^> r 



7/^1:^/ nur in einer ^Tragik, die er «ber Andere verhängt, schwelgen kann^^iwad' allen- 
^'-\Uli- falls nur mit wehleidig billiger und schwUtler Pseudotragik posiert 34er 

feige vor schwerem Schicksal einfach kapituliert. PCfr den Erdenfloh Mensch 



y 



iK- 



^ in seinjier Haltung zum ungeheuerlichen Ganzen des Daseins bleibt deshalb 
das allein angemessene und überlegene Verhalten, es zu fahlen und zu wissen, 
dass er zwar mit Hilfe seines Hirns bis in hohen Weltraum eindringen kann 
und aufgerufen ist, selbst äusserst harte pattielle Sinnrätsel zu überwinden 






\ 

I 



V, 3^ 



hucLfoiirbare« bezeichnet, des kein rationaler linebnongsversuch zum 
Verschwinden bringen kana.« 



t 



1/ ■üh''imcs leoler: T.rben und Briefe , ed. Carola Bf umgerdt und Felmt 
1/ "^^;:5(;;j^^;^5:^^iö5., 2.3. i3riefe vom 5. Okt.loJb, lo.fai IbOo^i .dBff. 

G. iarcel: Horao Viator. ^roi;gombnes h une motaphysiqae d»esperftnce, 
deutsch, 1C4j, t. l^öf. 

Die l. ormulierung scheinbarer f in ilosigkelten, die doch tieferen Finn 
aufdecken! hat daher In der Literatur aller Zeiten eine grosse 
-^1 lo a«^-.lelt >ei- ieie sind etwa Ciceros «Cum tacent clairant« 
?? v^ede ägen'caliiinat 8 21) oder, philosophisch besonders mar- 
-aAt reo slhestowiE DeAunziation des Logos als einer Anpter- 
';Seinmg. de?"chwertur!g.:rteten Vahrheit als einer Freiheitsbe- 
raubuSr^d der Natarnotv^endigkeit als etwas geradezu " Iderna- 
t rlicnes" ^Potfi stas Clavium oder die f chl .SFelge^.alt, 19,.d,F. . 
^'o o^f <-^ rn\ oder Kierlee aardts Er'.rlärung des V.esens einer 
7eb4r^eu|uSß als drs,'"ils "fiber" Jedes "^eagnis" und Jeaen "Beweis 
h!nau's'eh^! über ihAen steht (lie T.peb.lcher, ed Tneodor £aecke, 
Bd.I, 19P2, S. cOb, erste /Aufzeichnung aus aen Jahr 1^.47). 



l 



> 



1 



I 



r 



i 




X 



V,4 

d.h. mit einem Residium des Lebens, das durch kein Laichen und kein 
rationales Denken zu bev.ältigen ist. 

Menschen, die nur lachend in Uebermut, in eiriem blossen Genuss 
von Ueberlegenheit durchs Leoen gehen wollen, sind keine Uebermen- 
sehen im rinn von Nietzsches Zarathustr?. v^ie sind es so wenig wie 
der gegenKi^tzliche Menschontypus, der kein Lachen ken. t, der keine 
Freude an gütigem Verstehn und üeberwinde::: von Teilverstrickungen 
im Leben haben kann oder der reine Rationalist und der r^-in Senti- 
me.atale, die nur je mit einer Hälfte von Leben und Veit Fühlung hal- 
ten können. Der Irdtnfloh Mensch ist zwar c«uf gerufen, mit Hilfe sei- 
nes Hirns in hohen Veitenraum einzudringen xind selbst äusst.rst harte 
partielle Siniirätsel zu lösen, und er bleibt doch blind, wenn er 
nicht sieht, wie er immer wieder von aussen und von in en her durch 
seine individuelle Begrenztheit überwältigenden rräften des Gesamt- 
daseins unterliegen muss. 

Um aber der Hauptfrage nach der Eigenart der echten Tragik nä- 
her zu kommen, durfte es wieder - wie in der Analyse des Pcherzes - 
ratsam sein, die Betrachtung des tragisc&en Sachverhalts zunächst von) 
den konstituironden Elementen der r^^j^T^J abzutrennen. Aber auch hier 
breitet sich natürlich in der Gcistesgeschichte eine verwirrende Fa> 
bensknla von Gedanken Wid Gefoilon aus, di^ von unversöhnlicher Sln^ 

Verneinung und der entsprechenden subjektiven Verzwoiflun^_bis_^z^ ^ 

alTder Literatur aller Zeiten eine grosse Rolle^^eisriele slid 
etwa riceros "Cuni tacent clamant" (1. Rede gegen Catilina, 8,21) oder, 
philosophisch besonders markant, Leo Tchestow^ Denunziation des Logos 
rls einer Angsterscheinung, der schwertumgdrteten Vahrhcit als ^Iner 
FreiheitsberaubUTig und der Naturv.endigkuit als etwas geradezu "wider- 
natürliches« ( Putestas Clavium oder die ■ chldsr:el^ewalt , l.-i::6, vS.<:.-^:, 
230, 220), oder Kit^rkegaard's i rklärung des ^^i.iis tlner üeberzcugun^i 
als das was'^über" Jedes «Zeugnis" und jeden ''Beweis hinausgeht", über 
ihnen steht (Die Tagebucher, ed. Theodor Ilaecker, Bd.I, 192b, S.ö05, 
erste Aufzeichnung aus dem Jahr 1847) • 

f, fUjLt^ ' ^^^^^ ^ ^ J^ ->^ /^i^ ./U<^. Vcy^M, ^^'^ 4,^.^^^^ 




^. 



HJ Ä tfi^^C //cr>^^'K6^^^ , /^-Üjr^i^^h ^ 



U/yiA. yi^: 






f 
f 



i, 



V 




^(^ittc^^ c 



l. 



/?/^»^),y^ 



i^L r^^t 



/^^^y... 



uc-tMr:i 






,^/ty^-^ ^^ 




/ 




<i; 



V Or,./ 



y, 



■T^^v^ ^ -^in Cc <? Ü/il }^(i 



f^ ^^tp>%t V '^' 



yO^- y«, auj^^ 



/r 



-^^--^ ^^. ^.^,^^,, l(^ ^^.^^ 



c 



■^^ 



^ 4 t4^..,7^/^ 



^i^r>ZctClU 



c 



k.M^it<.} 



/w^ Ä^'t^ ^i!^ /^. 



'^if^ ^H 




^./ .'rA^M/rr^- '^s '^'^^' - 



r^^ 



^vtf<^^~ti^f^t.^ ^>7 /cyj 



k 





'■t-a^ii 



e. 







^>n ^k/^ 



4^ 



:K"^ ^ ^^" /hdi^y'j^ dl^j jc/f 



i^c 



^'^■6 ' n^tJÜpt.^ ift-vx^ 



J 



y^rA. f^tl^^^at^i ^.^U^ ^. ^e^^e, B^Mc^it' ^^^^-z^^- 



/^'^.^u^^rvv^^^^^ ^ 




xh^ 



^a 7JM iK ^"^^^ 



rv- 



Vi" 



oL. ^c^,^jl^ltc-,c^.ye^.. £^a.-..U,A^ ^ ro^^f'^ 



i^vK.C'v-^ . ro^^at t-^ / '^>^ 




i>w.....^ /i.-/....4,^ ^., '^-^,,.4....y.'^,Y/, 



^ ^^^ ^i^-i /^i^'^ V<^ -^-^ f ^^'^-^/ '' 4 ^ '^*^ 



(L 



ß- 



j^ att.}^ (Xij^ t^tn-i .-t^t^T i/^.,:>c*'/iyt^ 



L 



/ 



-t <^il^t>^,->,^ 



••^x ^'«--lut. r «♦f'^^i 



-/ 



^ ^^„t^^^Ue.^O^ ^ul;J/t.^^ }i-^^,^U^^ Uol^'rL 












trlt^t ^ 



^kjli^j cU^ 



^y^ ci^i^o 



C?^rt- f * dLx^^ 



^^'^^^^^^^i^—yVi^cJitc 









■5 



(X'it^ 



iuH 



'•tTh 



^^Ö^»A ^i 



^^^Hi^U/t/i^/ß^, <7^,>,>2;(^(^'^;;^y^i^^^ 7^^ ^ ^"^ 



7 



'i'^i^ 



^^.y-t.^^ c^j ^^ti Ä.,^^-/ <^«-«v^ 



(^( r /^■m.'-r , ,\o-,...7t. 



j^xjL y.^uu^ Ä/^M 



Y. 



"^toUrUftej ^cJi 6^\cu^^ 




i 






(M*^ \u 






/^ 



L'Ue- 



^ 



l-t^-r -T C 



'^^ nrtr./c-i^^ 



^ Pa.i,tf,&u 







c^üi^y} ?u/>A^' ^ 



Vy 



-^J ß) ^yyuc 



//iii ^i^c/^.d-. 



■p-pni-^i \ 



^ j 



/7^t i/ciui^. 



^iV^-j-t fj e^^ .^^_^j^{ i{s j j X^W^^^ ^U /i 



:) 



n,^^-} ^ttsr^e 



7' 



t^^y J M,^ 



'^(n^SU^y^£ 






(5N>h<V 



/ 



icijiT^/^/^^^ 









^CTVxiU^ ,^. 



/Qv7/^, 




y 



/Ct^-^ CtfYJr/{^(>'/^A^f{^^^^^^ C-e/f^ l-Hk^^yjtc^:, n^ 







/ 



/r 'j '^ ' x~ ^^-t. / '^^r</^. .c/ ^^, /ij(t/j.^^' '6:^ t^^~?^ . ^t/^ 



^ 







/ 



Mc"^^ ^^ (c^i^/- c^^^ ^ ^/kc j r/(ju V -»^- ^*" '^/.JA^/r/L . /r^j c^^i 



,A»*. üt/a^\ 



£^ ^^'^J('6. raU/^^T/ji ü/yi^^c^^, ^%ritlä^^ -tt^j/<)d^i 



7 



^6^ 



r-cryfyH^ 



A^ 



/'^/•^^o /r^./,<.5 ,^,,^^, 




■f 



^^t^\J^JC-t^ 




■i'Ä 



'V/- 



< <- 



Urc^ ovt* T, 



/ 



r; Ä ya) :'(ji 



.7 



* ; 4 >( / n .// f ^x . ^, i^^^ , v^ /^ ^ ofyj ^' 






7 



/ 



/ 



•' O'fAt > rc^/ 



y. 



.A 



/ 



1^^ f y r^iS f^iOj , ,jj> cy 



/ 



-rnO^ ÄJii C'V c 



y. 



^5 






'l-^-v 



■^l^ri^7ii^:u,J,Zl^r.j/,, TOO. 






i 



7 



^yvyjt^ 






iwzV- 



^^ ^^i'^^.m^c^ ^ed^ujt<^ T-yy^^^X^j£u. <i£er/(iL^(ü cir^Ti^ilte^t J>j4^- 



'VtTy^^ 



M 






jrV /t<- -Vi/ 







A 




• " • ■ ^^ n r- I U I • II I» I 



ir.A-Hx^'ft^^' -^ 



fi'C//^ ^( ^L,.t,^tx(ri CO r^^ytCC c/j T /^^ t-,zA 



<^>i 



< 7-*/ < C 



/ 



?JLT^ 



I I 



\ 




T'^ ^ ^^6*yA/ Ji.<i.c ^tut^i^/i 



--<-• 



.">••* 



c-*/^ 



€^\y\jt 



rkV^/^M ^f^^'^^^^^^^ 



/p^^ 



/hjCr^^A^^^ 



ffO i 



dii^^ 






^-hJ^/IM ^ar^^^^^^- ^^^^ ^>/Urv^^ 



t r 



T 



j/ fk^^, ^^^^fcjcn^^^ 





7^t&^^ 






c^ 



LC^'^l 





>fHJ /u cc4^C3 i<> . A 






/:ut.^v<^ 



PUvJl 



^"Cf^ TOtfu^ 



/\y 



7v-^V /'V^'»'^^^^''^ ' 






^<^ C^-y%^yyy^J'>\ 








^»^, Jc^-ü.^-^^ jf4^ 



pAc/j^. Aü ^ Hu,^ei ^u 



-^^ ^- /Ja2^.r>^,/" 'Kl^^~0-J^/^]^c 







I 



<M«*^ 



i 









"i^^ 



^^.., . t ir %./f »Af. «O^.^ /- ^- 



i/f^ ^Q-tU >>♦ ^jC^' 



^'ja 



Vi 




/ // 




f^ tfc^^J ^Kfc,^^ ^//^'^^^ ^A;^W^//%i 



'V^vrH ^ 



/i^^it^v^ fe^ ^V^ /ftsiae^^/9^^^^^ 



' 



^fet-^^t;^ 




TA^rvt-t^ 




/Ä/i?«'^ 



z 



rtit-^ /^2^/ 







'^<rj 



•*/ /i^. 



^./^ /^j^^^^--^^ ^'^ 




/^ 




4^. ^a.<i ä^r M^jcje/Y/^-^-^ ^*^. 



? 



^ C(,fl^^^W£-^ . t-t AVy 



^-^^^e-j^ 







CCiSl r 



AY'pi^ eSi^. ^e^f^/t^ 



"£/- C^v\ ^Uf^^C; 



V 




■J^tv^ l/^U'y 









^•'«-4/.^/4.^ .^,^^/,./^ /J^^VV^/^v- ^/f^^^^^d^. 



' ^j 



iYU 



f 

/ 



I, 



U^ 'UyiU^'i ic^^, V<^'<^^^><^Ki^/^^^'^i^'''1^^ f-^'^- 



fwV/ 



F 



"^^ -^e^xf^Wfe^''^^^^^^'*"^ - 



x" 



-^ // 



jK^x-l 



TW-y 



'^e^j /.^'^ ' 



Ä~^^vv^ -'^-'^^^C^'^^^^g;^^ %^,^arSceJ^* 



h 






h 



^*' '^ ^^^(^Atän'^^c/jt^/iiiJ^^^^ 




'^' 





/VK 



öiu^hzi^ 






dt^yß^ 



(öioi 



\r*^t^ ^yy%^-^ 



Cj^cO^ 




-VJ 



, ^/^.^-c i^Ätje^^ y^'^^ßt, . 








K^JU^.^.-;o -^U c,^/Ce( ;u^J c//A{n TU '^^^-^, cl^d.A 



^^^^VLß.^ 








^ff€^v^ ^''^^^<A%. 



' v^- ^--: /« ^ „V .^r ..^ 



?i^^ 








l-'-V-C 






•^^--^'»1 >X-c 



^^/^ 'Trl^U^e'^ 



Z^^'Vl^ 



^ 






•■■■ 

3 





II 



7" / ^ 7 



W^ 



I 







Xvt^ ^"^ cuu:/ Ic^^^ j -^c^ -4^ SCi'^vj^ l'ar^<Ui^Ct^ W^"^**" 



3 










^Ui^ 



^r- 



7 



f^^./lfer^^^ 




4^i^^Vt^ x**^ 



Ja^Tr^^je^ (l^ Mu^e^<^(^i^ >*^f 



I 



a^/^fiJt^ t/V/^ 1^^ Ye^i^^ j-^'^r/js^ • &>^t^ff^£.it*. 






^■^ "h^^oc^aiM^^ -^^^^'^e^de/^ ie^vL^f^uJd^^ "^/fiC^' ^'''^ 






'l^i^ui^^ . 



/^ä^w^< 







^icAiu^ Je^^Wi .-u-^j/ i^ti^ A^ iferJ^^MC.^ Jk, -n^t^^ 



^t^e.^^ ^H^-^^j;^-Ji^ ^ ^^^ A..H>e.^ 




%-f^^ ^, <4/w dt.^,^tLd> 



^ Hur^f. . t.^.^ 7 ^^^j:^^.;;^,,^^^^^^^^^/^: ^^ 



^U4^,^c^>x£^^ -7%^ 







dM^Jt^ T'Xu^'^ C(£.^ ß^'^jL 










^ fe^^^^ 



\Cl4,' 



-^^^^^^~ ^^4.v-./..a:^V^4^ T^^^t-iM^ ^i^o "^. d^^^.^.^ 



':?<;^^ve»vw^«l^ ^^oiCtüiL. ". f.//. ^e^^ 



th 






H^tw' 



ä: 

K 






'm lif 



r 







ajjt\^ i 




''^"'X. 



Julius BthuKen: Das Trarlechff ; Is W8lt^-e&et2| 1931, s.65, h«t 
•chon im 19. Jahrh. »m dleuMi Punkt besondew eindeutig mit der 
Tradition 4m deutuchen Idealismus gebrochen, ir verwirft Jede 
"tfberfl lebend ideell»; tische Verkleisterung durch angebliche 

Schluesversöhnung- ^eradeweg« als "eine Verbtawaelung dee 

jßegri/f»" der Tri^iflk. 



t 






r 



vtle£ 







a- 






1 



^<^^^>^,^j., /^ ^y; 

















I 






^A- 







II 
















ii 



^ ~^ ^^ ' ß^iy^^re /ez.z J 




i 




. 




\1 



11 



\/ / 



^ 



i^lyv^ 



■( 




"»^■■^ ^^»v »w^< 



ä/VM^^/^O^-« 



V>^/.//^ 




-nlJf 



^ /^ y<r <; ^W^ - 7,^ 



tf^t 



*"'' '•-^-"'^-4--^«^ c^, ,iiy^. r^f^c/i^'^ ^- 



r 



tUc 



■nrl-i. 



/ 



/-• =«4. 4^f ^ „./ 



'>/ 




v^Ä^ 




^*^^^yr^ ^j/a*J^ 



iU^ (ßtyx£ l^f^ 



-n£i 



-^/ie/^i^L^ 4y 



7 



^ c>^ 



'T 



^-^IU.U. ^.r.A 



';^' 



'(2«. 



«-*t^ 



■^^ 



^*^^^ 7?-^.>f 




Vtl 



£ 




-"^^Cm 



f*t/r 






•\%'\^ 



if) 



y«<Vtt../cv^ 



^■J^^..^.^ ^ü.^^j(-^ 



"^^"^ ^ -^^ 



^1 







? /A-r 



•/<: 



/ 



k 



t' '^^ 



'■h.^ 



/^i^ 



H 



^ -»»v:^ 



/ 




^^: 



I I 







llhdAtt^ 




t^T:'^iffy^m{m 



/^^; U-r,rf^S, Sm: "Per^^c^/f^^^ 






'^^^Mti JcdM'^a^fr^uMt. 



cit^t^^^jciM, <^u^ ^ t^«'^;.^ ^H^v«^^ 



(^M^liiJU-])tr ' 










in 



(U\ t 



"M- ^^0 






/e/^i^tr*^f^-^^^ 



■'i^-y^A- 



/- 



/ / 






MfM^ 






\h>^^^ 



7^<^< 



^ß;?K,-«rvw^ S^ 




r 



fflVir^O^ 



Z^^^^^vJ^ ^^^i^ 



A^i 



^'^'^ -^^i^P^i Cr^Jß^^ /^ ^^r/^^.Wmr 



r 







I 



"f^H^^^.,^ 






r 



/ff 



-fr \- 



/■ 






t^s^^^^dyi, 






/ 



/ 



// 






/ 



^ yvCi'tcii^Ci 












/.^O: 



-_ -//^^ J7 



f 



1 1 








tJ/^^oU 




'^^^l^^ 









I 




I 



i 




^-^vtn 



L 



.;i 




[5 



'i 




iyi;iJM:j^^A.^jii^^ ■ }cr 'l^itL ^Vy^f^HT^ ^^«'('(dfi.f A;u-.i^^4 N<^^^o( '^ 



TÜ-Z 



..*^ 







h 








V' 



^(o<^/C -^^c 






T 

lfm-, 't^ 






-^^ rV-^^X ^e^^ ^/^^^... ^,^;. 




^ '^Aßy^^ ^"•^-<^, '^* 



'N. 




/^ 



^V7 C^.^- . 



ATif 




' C} L^.t.^'fi^i/^ 



i£^ x«-^^ 



^i^ -A^'i^C 



t^l^i 7 v-t 






^1 



^^'. 



^^^ ^- -^^^^ "i^^^.J^ ^M.A^ A,^^ ^. c{^ ^^^ ^'^- /^^^ - 






'^ta 



K /^v 



■^^^ ^?^^, 









^i^X^^^ 



., ^tt 



" 



"^^^-/ccL 







J0 ', 



\ 





I 



'l \ 





\" 






4. jHt^^^' krti:*'^ € - 



i 






^ (^^Zi^crAet^t^iJ-^ ^ ^^ 



i/,^f 






-^ 



-ij^ 



yiytv< 



kP£A MilUi 






, U,-.JT^ - 



/ 






vT 




^J^J-f JC 



<L 










u 



>Ä^.,.. 



'>vt^X^< 




7 



"^^^^j. 



/^ 




n 







^Unai6^'^<] >^^^^- ^^-14<JI^^(1 



,4,./,.c ^ 4-^^— ^^'^'^'^" "^ 



.^t 



^U^^u^ 



n ^^ 



v-^^ 



»"C^ 



(C4^\^^*\ 






_,X /-^^^ /^ 



O/^y'^i 



^M.ir^^^ aCo^,^^^4<cCCf^^-<i^ ^jC^.A^^j ^-' /^..^./^^.^ ^^/^^ I 



-^ /^ ß^r^^l\^: ]h-i\/^ 






f> ^-^ 



0tcn^iA£^u^ 



-^^A 



^ 




i 



**». 



I 



I 

\ 



I 

( 






4(^ 7H^>^c^^ /frc/^/f^r^*^;^^ 



/.. 




l'-t'^/xß^ 



^^ ^ ^^ oCli<yC^ OV»^ ^na^ /^/ K ^ ^ ^' 



^^UO^ ly^-^c^Cv c^ ^^CiZPe^/^^r^ ^^ /p UC-/^^^^-^ ^^ ^^r /^.^^'^/^^ /^^ 



^-4^Ä^>^^//f^ ^^7)c,^,t^ ^.(rtc^cA^^^A^^ ^^^^j^rür: 



■■) 



^-^>^. 



'^^x^ ^i-^&if€^ Sajd/uc^ 









• "Vly^ 



'^^ t^ ^/^, ^ ^ 



'>t ^>^ /w/^u. "nS/Ä:»^!/*«^« j^-t'tv.. 












.\(^(l 



/^^^.<^,v,. ; .„_ . ,_ 




"^jH^t^ ^ukuJ j:^ 









e, 14 ~ 



17 75-, r^ z,/..'r^). 



/tf^a^ ^^^^A i</^^^ '.^^ ^ Z'^'? '^"' "^Y* 



e/icx^c-^'^i cn.U^'tie'i -^«^"'"^ <''/ 



• Vi 




.;/; 



^'^^<^ßy^ / %tCr^ . 






r l 



\ » 






>:> 






/>)■*- , Jc..i.-»^Wy^^^Uk "2^ i/Ä-v-^ 



r' 






\ 

i 






i/ 









y 






:i:^^M 






-■ , o- w 





^ w^ 



^ 



^jA^Jf^^;,.j^,p_^^A^^ y^^-Äv<<<^i^l4X. 



^./. 



'i^.w^^-^^^^4- 










4f^ 




ij^ ^5»^^;2;W^^ 






i/i;-/ 













^^^Ji^ ^^i4ct^^> ■ ^i^^)Wl^ 



/t'vn 



i/f 




^^^ r ;/^/ eg^e^^'j ^ ^^yf^^Oi^- d^ fA^^L^ 



^^■''^Dfr^'TCI^ ■ ' 



cU! n** 








M^ 4".' j^:r^ ^^Äi '^/-t/^ ^^^^^-^^ 



*//<^/V 



/it ^T^> 



I 

i 



I 

) 






i 



^p\, 



Ar %i4-i4 i^ 








^^^<>V^/ ^ /l^irfc^L 




C^^ -^^^^«''^ ^» ^^^^ j 



2« ^rW?r a^Ji^C/fff!^i.Ji-^ 



/***^^c^ ^, '^Wy^^ {cäJ Z^-*^^^^ ^^^ '«-^<^^. >^/>»^^ 



^-i^-u^ 



/lB'\evvvpft^df4^ c-^ '-ne^ /c4^rU^hJz^ Ou^ 



dil4£u^ /^t'^^^/Zw^? ^^^^-v^vK 



i«*^ i^l4£u^ 



<^iw4- ^,.,,^ ,,,,j^^ A.c44t,c^ ^ .J/C^^^^/^-<'^^ 



(cu^ 






1 

I 

i 

1 



i^^£^ A(r>v*'^^^ 



: /^€ ^^>w^^ 







i^.*--^/^ 



Ä 




z^-' 










/; 



/i^6 



^ 









i 



i 



) 






N 



,^ ifbU ..parPierr. d. 1. «brloUe,Parl..l950.p.46="R.pleb.nt .e .pecU- 
C Lla theatric^lena l.a^nm. .UTlaru. ..aru. e. fo.ltlU,s la^isjel^ 
W Quid est.quodlbl ho«> Sult dol.r, cu. ep.ctat luctuoaa .t traglc.,««.» 
^- ^ L:' pati ipse nolUt, « ta.,» patl uult ex .is dolore, .peotator 
,„^^ et dolor ipee ..t Üoluptaa eius. Quid .st „Ui .l=«abllia n=a„ a,.. Si 
' .la-itatea iUae ho»lnu. 'Jel antl,uae "uel faUa. sie aga„tur,ut ,ul 

,-' Vspecat no„ doleat.abscedit Inde fastldlcna et r«rehe„de,«,si aute. dole- 
'' at.manet intentus et gaudens." ' '. /"»^«^ «Sü!^ 7 /Jf 

4^J.«o»lc.itM Volkelt: ».th^tik des Traglschep, 1923. »-273. 



T^i(-\\ 




V 



1 

1 



17^ ^ 



^(u^ ll\^uoe^i^.f <Ju ^Jc(k^<4 ^vK^^^i^ J^'^/WW. 



■''^clr 



\ 



mr^i^jte 



ft/- 



\ 




-V^ ^M 






€f't<U^ 



4.1 t^A ^., ^c/-^-/^yc^' /^;^^./-^^ /^ <iptJtr^ /rj:^W^l ^ A'yyv^'^^ 

\A... 'k^iJ /tC^ ^^^ ^^.-^ w..v^^/^-j>^V 




^ v^^fjX^ /^^ '^^ 



^^-^Z ^6'^ i-Kf^ \ - 






.^.s^. ^^>e..^c <r^^^-^.-s ^•-'^'^^'"^' ^V^ 



-;5"^-*''^^ 



. /^^/^ 



t <<' >> » '''i^'J^VW 



yl^^^ 



/ 




in^i 




// 







V 



r. 



Cp^^o ^vf ^ Äcr 



. »^ ' i / . y >» < /^y ^. ..,1/ . ^ f 







■-t-t ^ |! 



/§V7^. 



-/ 



^*iM w iwUiiH^ip^p^g^rr* 



— ^ 




— iiürt 



/HxC 



^ Jcc^ 



i-Kt -T -^h^^^ M^^/n^ -^/^ 



^^yy^n^t^ 



7 



^^cüj^ 






^ycuje^j^ £f. 



-^lA, 






AuAt^\, ,^ 



M^^ 









VP\^ 



Ä 







-^tt^ 



-y^^ 






^^4-^.j/i^j^. 



"yvH.yv-r" ^^-x^ 



^^^^(Ic.J^y.^A.. ,.V^ 



kiolc^. 



'^'^toß^. 



rerfJu^.^ 



'-^-t.i ^^^^"^ 



'.c/Ur Au^^ 



/ 



^-^^Ke.^UL^. Kr>i^^fa.^t.. c^/e,c^,j /!,j^^^^ ^^,, ,,,,/ 



4^^; 




*1'^u4J hß c 



^<f:iü^ ^Uc, f.t^r^, rSV/f,/ . /f?^ ^.^-..4<^&^ /^/i!^....c.. 






^'M^ ^^^X^^.j 7*^(^/^/1 



"PVA C 






/^Y/ 










^ 



/ 




^ ^tc//e 



tr€^^ ^^^ 










t 



'J 




i 

i 



i 



/ 



/ 









,A^^v~^ 






V 






(Za » rn*<K c,^,^ye^^(^^^ 



fU^M {t^.^ Z^c(cc<^c.r /i,,j/-,^{e_ }(^r,WrfCf 







;^,(^4'^/ ^'^^•^ . 



Cr jd^Tf'Q^ ^'iCt..t 



iy^y\,'^yn^ 



^^^^^-^ i / //n'f^ C ^A^^ 



fUle^iiii s 'V^Ci ^-^^r^^ ci^^K 



e^yr^ 




^n0'^ 



ttcC^^SUL l^tHt, U-^J 'wA^xX.ßj^t^^x^/^ v^r^^^J^^ 



'lu^. 




£^.f^ /V«'^^ ^Hu^V.i^t-^Wr6^^ j 



'^^l>^7^i/ti 






! 



/C^i^^ 






^^/^ r C t^ CMC-fO.^ Jd^r^ ctt^^tiA^\ ACcu^ 






f-t-i 



<c 



1} 



y, 



/ 









46^ rK ,^^/ ^ ; d^J/-jcoU. 




itiC'i 




u. ^^'J^ 



-ÄS. 






'^^^^X ^r<^rCiv^/h^ CÜ.U^('^\ -y^u.r ,p^^ ^-»-^^ 



- / 



Äi 



j /^-t-; 






H-^^^^a^c/y/t^ .^, ^j^.y7^r»w?-^^#'-A^'^^'^^^^^r/^^^w/' 



z^mii^ 'zj^ ^"^^^ ^r//^.w-.,^y^^^^^ 







!t 




yjH^X/e^tf4^a.^^4 « ;;^/''/^-^^^-'^' ?^ ^' 




■^'^yv■y^■'L^^^^^^ ,^^^ Ha^C,. {^}^JM^S Ä'^,^»^e//^'-'y'/t^<^ 




-«<-»-L 



j a><^ 



*-Q-c ^ a^-^ 









7 



,.-/*.- t^-j- /r;^ ^^^ cv>t>^^!tj^ 9n2<7 <5^ c^t^^^M- t^'Ua Off*^^ «^^^ 



^^"i^Jiify^ x^/^ /^l4C%^ 



ytxJt, '^^ /^(^C-vx cui.cA n^i^nt V^^l /jr^^ 



"OviJl^cilt^yvIeit^ 







t^-^L^Jlck^ i:*^^ ?i^-n\ -y^-^r^ - 



T^Y- 



1 




/ izv 



^Ci^. n 



l 



(Ui^jc/a^fc z^,-^//^ scr^fCe 



■111 




'Ku. . 



VlA M 



"'^ äa^^t 



"{L Z^^L ^^u^^if-^;^ d du ^^M^^^^-'^' 






'tc^ 4 . fo ^/^j 



7jux£^- yf/^^»<^^£;^. ^ a^(-u*^ ■c^ut^- 



^t„C .£,fUxJi^. Jcfut 



-tl^ 







y 




l ^(a>^ 




y 



^^ ^^'-^'^ «^/ ^,r, 



/~*7-/^/*.,./ 



^ fr <J u 



( C^ A /"i^ 



f-uA 






1^1 i "^^A^:^ ^« ' ^^ '^V 



d 



■^i'^i^c /^ii y[€ 



ei^cc ^^ 










y 







'-'^Ä^r^Ä^.r >n^^,/^ k,^ae{^ 7..U..0 f^*^j/Ci ä.. '^^^ /^^V-^^- "^r 



^M.^->vJ^V^l 



32^.^ O^df^C^ 



y 






J^iiT^f^^ 



■yrx^C-r^Liu^y^ . //^e -10 C^^^ 



-HTf^ptf/^^ 



-^vr 



kC,cOi4. 



^<p6a^fUti.i . ^«-^ 



\\ 






/ 




II »I iiaa— — i'TrtWM 



/^UH.vv^v-'aJvx, 2 ■y^ri^,.^kr r^^^7y^^ii^^\ voi It^^tA j€uv^(Jti^ t^K^ <IHcl r 



Wri 



aC 



■JiM/yi 



^A 



£^ ''^r^'LH 



^n 




ff 



-^x 



•■5 



jeZ/'e'lCK- .M<^M-,'( 



-^v«. ,^ C-iui •'■ 



l 



'Xc /K^^^. 



-e^ 







1/% 




'( 



J(^L ^i^ 



/ 




-Ci^^HJ^er 4^Ur.yJP.7iC''>'i \<c«.i^^ ^'^ ^ rj^^^^v^tt/l.^^ «^4^' 



J 



/-^ 



2Vv. 




ovi <^vi.^^j^e^ 



'n^) 



vv* 



y^rv i^t>i^/i 7/<^ ^aur-'^^- 



u'^\ 7v^ 



c 







f 



kt 'JCr ^ '^^ 



^/yUi^ 



/^ 



'U^ 



/ 



>^^T« -J^xAh^J^ C/^--^^^ 





-V« 




y-^ri^at^ J^t ^ ^jC^ 



■>v'^ ^ 



^l , V^-ff^i Ct^^ 



'^>'-l'^ 



V:.#^ '^e^6^'4i. ^«V/^v|V./^^ 



J 



Ov »^n-*^ ^t^ 



"yvxyt^ 



eUc(.<.j/- 4 Ä 4 cU.r ^. /^^. 



w /^ 



^'^^ 4 ;^^ 



7 



'/;r ^ 




eu. ^ 



^fl^A. 




lü 



M *- 1 1 <^^ / 



^L^cA 



J^\ /o 




^j/xßc^ Ucc 






J^^i^^t /^/'^^^'^'A 









i 




/t'^i^ ^^^oi^t^/H^c{J::e^^ :{cj^^i^aJ^^j -jeU^f -^^ 






VMett^vo. t^fif iUr \^l C ^yO^^'''*^ ^"^ 




^ 



-r-hJ^-tJ^Y yt, 




V**w' 



7^^" 



y 



<'4 



»n-/'^ 



AA^i^ Ä^^ 



aßuz^cx. a-i.i^W ^^ 



■Q ,u*>-^^ 



ii<. 



^^^^^&J.^ ^-^-^^>/w-^. ^^.^f,^^^^^ -^-^^ 



^^^ "^y^y.fUv- 



^ 



/ 




t^^^ ^/; ^:^^/^ 



- yyns (2X/jt ^t^\ß^^^^ 



^^'4^ ^.^^/t e.'l.^'^^t 




yt,^ cj^^ü^^'^ 'Px^^^^--^^ /^ 



ar^ 



/»<;->^:)n> 



/ A^-# 






^ ^M o6i^^ . ^?^en^ 



^* 






^'^/^ >^^'^4j '^-^./^/^w/ ^-YI 4 ^; 



>XC 7'C ^J-**^^ 



- /«^jj '^,-A^^^-^ ^"^'"'^^ 



it^ - 



-^• 



tTT^^/ajim/^: //ii&'^.C^ c/^ <?fV^o «>■ . /W^'t y ^ ^6iO,/i '0^//- 



\ 



k.«-x..r^ •JtUK^ 






_ .! 



I 




/ 



^ 





dl^J icU^r f'^.:^ a£vu<^^S ^U 









/^^< '/-^/^^^ 



^^^Ä ^^z- 






\ 



-^^^^j" ZU^^ 1^1&(m^ 



-^-v^ TV^ 










f£n- x^O 




^..y^,V^i^e ^^^^ 



J^^ii^-v^S 



\ßA< 



ty&i^ 



y ■■■III M I W »1 H l ■' » ■■.. H ^ I M . / ' 






■> 



•\ 



^ %^'i4 



>i*<-r U 




iÜr^. ^e^j&^-.,^ud^ 7^^^^ 



/y 



.^M'V 



d^ 



Tso 



I 






""'2^^,c^.^4i^^^W^ 



^\e^^ Qi-r^yj't fC'cJ^e^ A^^tf ii/LT^-i^ -vi^tÄ 



\ 



a^t^ 




-x-tA. 



'.:< 



^^UvJii^ /'t^/.**/;/^^ /«' /fk-<^ />e^ 




=/ 



^^^Ä ^^ 




A^- ^ Av^^/Tw^^ ^..1/-?^v.. ffc^^^ %.-^^-// 












/.v^v^tS, c,^^.-c^..-^/fti.t^rJec-^c^^(fi, ■■> 






|-£^t^ 



-J 



J^c^Ci^ 



J^^^ 






c( 



h/K^^^\ 



JJ^^mJ /zf, V^fC / SSff^, H//^ /r^f, 'r'^f, — --^^^ ^'^ ' "^^' 
^^um,.;4^,^ /^/6.4 ^^-^' ■n^fJ-r^^M'^-^-'^^ '^"^"-•' ^-^"^^^ '^''''^^' ■ 





f% 



Q) 



O ß 

•H 0) ^ I 

r-l C «H <D 

-P O ^ Jh 

::i > 



N 



43 nö 



>o 



W 



o 



\ 



\ 



<D 4^ 



^ 



*H 43 



(D 



N 



OS 



% 



!^ »-:5 



0} 



0) -e 



0) 



ß« 



00 0) 



s 






;^ 



fco 



^ ^SÄ 



0) 



pH © 



CQ 



CQ 



(d 



^ 0) (Q X aS 
>H (ö s -P ^ 



0) ß 



0) ß 0) 



CQ 



fH 0) ß <D 

0) ^ <D oa 

ß 43 ^^ 

•r^ o H 0) 

•a CQ 05 > 

rH 45 <D 

fn ^ ß P,c 

0) O (1) s ß 0) 



Q) 



c8 
»d 



x: ß w ß Jh q 

© ß O fl) c 

x: bo :3 > ^ 

O 4) 



CQ C^ 



3 O ß e ^ CM 

«S ^ ß Ä ON 

a r <D 43 H 

CQ <H X2 eö 

Q) x: O D4 • 

• O <Ö M 

-P cq ;:i Ö >> (D 



CO CO 
(Q 



fco = nd 43 O 

43 0) ß CO H 

X X: CO (D -H Ä 

Ü 0) <^ P O 



CQ 



»d fl) 

ß o f^ ^ 

« O 0) CQ ß ^ 

43 ^« ß Co Co H 

w o <^ »d ö :3 



o ►^ 



> 43 rd o 

43 43 ß 4:: ^^ o 

CO <D <D XS <D CQ 

p »d bo CQ »d -P 





CQ »d 



h > 



<; :3 . ß Q 

CS 43 ^ CQ 0) 

fH H © © O 

r 0) 0) «»H ß «H 

«)43 :^ CQ *H 43 



43 ß >H 



Ti WO Oi O -H 



Ä ^4 »d 



H »d <D 0) 

^ CO >>43 O 

43 ß © CQ >1 4> 



Q) 



C5 



V 



\ 



^\ 



V 



\ 



kJk 



^ 



\ 



V*>I^ \. 



V- 



r^t v^ f^ r-^ -^ 

u) 0) x: 


•• 






TO ß 43 rO 


© 






^ ;i 0) H CO 









H H CO «H 









oA H CQ x: ^ 


U 


. 


^ 


^ <D CQ CO 0) 

43 ä ©Ä 







• 


• 






Ö CO »d »d 


CQ 






1 


-.^*r<&^ 





f 




i 



I 



I I 



I f 




\ 



j»^— i— ^wiatMW Wtnn i n i w i n x ma i 



f 






^■^^^/fTi 










W//^. ^ v^&l. a^-^.rt 



< 



« 






V 



f 



■^ 







/. 



i| 







V^•l'^--^..< 







^n^^'^, A.^^^^f^'^ ^ 



7). 




V^9^ 



ticU^ 



)a^/.U^^SZ:T^-n^^^^ 







j 







vof^ I 



oLt^. /4..^//^ 7^/....^ ^ccr^^^ .^/^.^/^.^- ..../r^/^ - 




^ . ^ 4^, ö,.^.. M' ^ ^/x 




'. ■ / \ 






äA^ 



^yycnv-i. -^-j 



t^f^Le^ 



\(n^Jiip^ 



/l^O^UX, "t^-V^^ 'Vx^Jj'^ 



^.^U^ A^^ 






W^t^^^^ « T' WV 
















^^x^ iJÜ-« 






'^' ^jeH^jUL^^ .^-^j:^ .f^, 



-VI^C 



// Z^^^^^t.-^^' ^^'^ 



JLiu^ 








^^U^ju-xile, 






■4' 



Ct i 'h^^^it 










^r^J ^/A^^^^.. ;^.v2f /^/J'/^ /;^VJ^ ^^^^ ^^'/^ 



r^, ;j^^^^ 



/^ 













'^•^^"^J^ '^ ^ VO^^X^A-^ 





i^f^4^/^ /*. cX^ ^f^e^^^A.,^ /2ir 



ei^vi/-'^ 






,f 







'? 4 ^/.:^ X. /St^i^^. ^.j f 



.... /^^//^ ^^u^fA'^ '^ f ^^:, 



f r^^^ 77^ y-4^ ';,^«/4. i;.^<^, .^/^, /:.it^:J^y ^^-^c^ 

R f ■ 






'^ ''-<f^^^f^^At.J. ^/^. ^^.^^ ^/S.4/c /^^^f^r^4t%/^^ , 











4^ 






^iru^^ 



-Unr^^u^^^jC ^i^/^yrci, ^^J-Ul^ 







-fr^"Ä'^Ä4 _. ^^_ 






l 



fv 



f 






T^'^J 




J^Cv^ />*^ 














l^iV IO^ULo/^ 



v^^ ^e^^^sj/^ l l/^tf^^ 



//.' • > ^ ■ » 



/» 



-7 



"0,*^^^ J^^oe^u^^ ^^^^^ .^A ^,^^uuV'^^ 








3^-1^^' 



'?>TH^ 










'Ä^v^ ^'-«fÄ- Je/C^c/i<iCifh-,i<'^ a*^J H^,>, ^^- 



^^^4.^, /^ 



/fxl^ Ctl<,<^4 



^^-C^Ke^ev^ 



OTh. 



t<Ji re6 







^ .-pt^* 



•'^^^ ^^ /^ :/ /^ly f* 




^ij'-*^' J:j.c4^ •<-»*•• "^ '^ *»' y ^'^^71-^c''^ 






</^ '^' ^/l«^, '^^^■//'^w'^/}/Ä^,^;J 




f^^^^/^1^4::..,^ 



^'e^ex^ ^/^j JU, 




/ 



/«l > 














■**^v»«^ 



) 



«.' 



tlih for^-^ ^ dk CUiAe^^fiCj^ ]/i<<l^^. i^-7^^//tt;v/.^^u/'«4rf -^ 



rsi \ 





/ 



4*->. fAyCt vey, ->vx-tv;f/^H^ . Xk-u^'^ «-♦'/6'-^i^.Aei~ 



/e,c>u^ v«^ Cf:^i,v 2!j^'<***^^/A-H^.-'^'f 






/ 



t 



^c '^ce, ^'^'Wy^^^^-^ret.^ - .^'6<^' a.u'( -H-VrCt 




/ 







^:^ -^i^v^^.t^ 



.o:.^r^J4^ y^^:^^6'/^^ /^y^Aß^^^n^^-^U'j^^^^ 



// 



-'^^H^/-,^^ 



,>' 



iviX,«^^/^^ 






f 



'^^'^^^- ..^-.^ 






^(^ r^ /^.^ 



'^"^^■'--^^'X.^^^,/-,^^^,, 'L^m'^jJ^/,,{,^ Ä^/^^...//^^/ 



ä^i^J9Hr^^. 



't 



T /J^^t . 



vT 








^t^Jc..^ er ^/^^^ a^C-'-^.o^^-'/^'^- '^"- 



^^C-L^ ^- £:.3 ^;^ ^ii,^:^40,^-U J <^ i-^z-i^ iUc^uclij ■<« < / 






I 







r 



; 




'^t^ ^n^^/^^ ja^.p0^ J^i^^a^ Tm^J!^^ 



\ 



\ 



TcU iä.c(LcC ^^ ^^f ^l^i^ Tntl/ac^ e^r^A^i^-^^ /£>^^ ^ />^/^vn - 



T^/ 



4/ 



'>t4t 



/ lt<i4-i^^-^^^^ ,,^n^ CifH- /k^^^ 




// 



7 



Ä^*'^-^*^^ z'V"^ 



/- 



,oVt£/ 




.^<-, 



'/, 






;- 



/C. 



^ 



^€,j-t-i-/'e^^ JJ£^, e*^^-^ 



-PWcU- 



^^/&i-(^Ü^. " 



2rtTvx 



/^yt^C^ ^5^vi^ 



'-^-t^^ K^i^ ^ ^-T 




d/^i^^^^ 



^i^/j. 



w^' 







L t^lA^'^ 



(y(^> 



d^ /^i<^ a^Ur 





"iki^jCcv. 




t 



!( 



'^'^'viceu 







-»^ ^ 






T^r 



c-f 



t 



^<^^^^{ /yn^ ^ M^hMf^ ^ dn 







^-^V^ 






h 



OL-iMt^ ^ 










f. 



IC.6 







<f£^.^^ 



.^ 









^ -i^T^'C' 




y'^'->\£-v-x 



Wi>^J 




&rj; .*'., ^/Ir^ß-^t 









^ 

^ 



I 




I 



'H^air ^^ '^'fz/ ^ i^t'jÄ.i€f^ 




/jei>c4-.- ^ J^/€f^/ .c^jf'^-wC J^c/U^ - 








<s 




'^*i.f€ • 



^ 



^^ UJt^^ z.^/^.W^4^ /^^^..^ <I^Ch^^ 






U-^^ 



iJi^^^HXr ^ 



yj 



tf^^^/^^ - 



^^ ji 



^^>^i 



-^ 



5^ 



'y/lhj^ 



i^^^e.^ Cie<7 ya^jC^^^^J ir^^c^ 



/^Ay^"^^ ^ 



aUx 



n^^ci.^ a^H <J 




"-H^ y^r, <7A^et^ /(alet^ ^^- >/^ 



';^^. .^^./^^. ^^/^^^ 




^^^^ ^t.^UA^tc^f reU. 4^ 



/ 



^;rv»^ x-^^N ^'^ 



^/^^/i^^jCi^ 



f^'t 



/PJC /^ /7 




^4 



^4.x^5 ;0^^ %.t^A^f^ /^Xt^ "^^ ^^4^ 






'^^>t- ->»*<x 



^^^,p /z4 1'i^c^^C 



ft 






:5 



<;^^*^ 




"^♦^ 



^?^ 



i 



V 



( 



l 



^/' 




, je%^ ^^f 






\ \ 




Jj ^»v/"^ 






'i^M J^lCfCt-x. 








/vfe/ 




X'^> i 









/ 



/e,.J^A^- z^-^'^^' ^'^ 



u<2^/ i^h^^-^ ^-**'' 



, -W f^^£ /niJ^.vJi^.JeiOcf'i. 



J 




f^j^Ul/^J 



/tw^ 




yP4^ 



'^4, h-€^i jü'^M^U^A4;fa4^U^ Äo,^^. 






'^li?-^ ^4<^^n>nA' 



^ /^:c«^v/ /^ v^: /^-^ '^f4^^./Zfj /fss; ifo. 







a^ur^'y^^fi^, e^ t-^^^ „^^j fiC^ /Wt'ui'^U^.^fe^, <f^^ e<^^i^, -^^^ ^^^ 






i 



t^ 



J 



< 




) 



\ 



''f 




/ 



ue.<j«-^L^ 



tP 



-^X-Cf/»"^ 




I 



1 



< 



/ 




^ 



<vta 



1 



¥1 



y 



X«iasdhrlftt 

P.X03, 6.12 

P.128, 8.36 ^ ^ 
P.128, S.37 ^ ^ 
P.135. 8.48 ^ 

'.135. S.53-^ 
P.IW, S.84 i^ 



,1 



\, 



^- 



<^ 



r 

7k, (ü. ^4 U 






*,/' 



^.. _^ ^ ... «^^ ^...-, e^/7f^i. -^M-^Jur ^4^~c^- 






' ^-'t-^ 



,v— - -—n .'.■■- *"'*K. ■■ ,|T— -«••»^^•■fcM f 



^' 



/<^ 






-^^. 



/ / 



'^^^^ A/iUtairl 









^'-^'-^^v.J' l 




Y-' A/^ ^''^^^clc/^ .,J L,.:, 






^ 




;^, /i4' 'C^**' 




'7i-U-.:^ 



'} 



-T-W.-v^ 



p,^fo{'4^^^ 







; / / 






4 

•1 




"'^"'^ «w^. ;^.^ 






; '7^^ ' ^ ^'^'^ 



■-•*i?'. 



J 



M 






0t2 




if^^ // ntn^ ^1^' Uiy^ ^..(i^^^^^ -^v^//Ä., y^ 



0. 






/. 



r-a 



r^^Guy, 



V^^ ^^ 



MnfiJ'//.// ^ !"~7~2~zy TT-^ ^ — _— y - - - 






' ^*-^'^ ^ ; ^^^ö 4^ lyA 



*< 



f 




■'0 



'^Z'^.-t^ 






TTE 






I 




'■^CA ^^ 






^'^, ^Ä 






y^'-W^ ,^ .^^^^ 



'^ 







(<^ /^ 



-t-C-^/ 




y 
-^ 






^<^^M^/fJ^ ^^^^^ X^' 



'j^^w«^ ^., /f^.4 






y^ 



/MX'L^f. 




w-tr 





4?^ 



-t^Z. ^^i(-^/.2^^-/j£^ ^ /Cu<j^t^./^^^ 



^h^ .^'>i^ 







^^/ 



.«^'Vt 












äi'yi^^^jy^, 











Tri 



U%, j". 1 



U e^^^^.x^'lU'. ^ßL.A^v^ Ä^^r^u-^ 







Olli« 



» i ^ m nfcnm . r »' 



} 






^/^r^^^^f, " a.. cA ^IL....^ c^r/e^L., .4^..,..^ 4^//^^^-. 



^:>^ 
















Ci^^ 6^r ^-^ ^)^\'rc^.^^j<^'Px^ (/U-:) 



p ^i^> V^/ 



•A 



o"^-. ^-U.^yi^Ct 



AfTh^ 



y 










/ ^ ■ 











A^/ /f-tP-e^ A^i■y^^'' /Uj^d <S,W,s^^^ 






'::^ 




Ä^-,/^.Äv) /fo- ^^f^//e^j4Z^ße^ ^^/^^.^.^p 



(■iA. 





^PrN- 



>H»-^4^. 




'«^ 



-^/^«^ 



^/'^Te. 4^ 



^i/ /^ 






— ^ 












4r 







vi ^rxA.'t^ 






^^^^ 



ifv-^- 



'i^'yy^^. ^^ 






















M 



II 



\ 











•*M. 



I 




7 



\ 



Geschichtsdeutung Iturt Breysig4^beeinflusst. So ist im Gegen- 
satz zu demokratisch liberaltm Gltcksstreben und im Gegensatz zur »'Diktatur 
des Proletariats »^ auch ZÄhmung oder Leitung der Massen durch dämonische oder 
gCftige Herrenmenschen zur Sinngebung sonst sinnlosen Weltgeschehens geworden. 

In path^ch allgemeiner Verbrtoung ist Johann Gottlieb Fichte oft noch 
wesentlich geistesaristokratisch geblieben, "Es lassenf», so heisst es xnm z.F. 
in Vorlesungen von 1811, "einzelne Menschen in der Weltgeschichte sich nennen, 
die den Wert von Millionen Anderer überwiegen. In äusserst Wenigen spricht 
die Gottheit unmittelbar sich aus; diese sind es, .. um welcher willen die Welt 
eigentlich da ist. Die Menge (istj .. in der allgemeinen Ordnung der Dinge 



nur der Gegensatz .., damit die ganze Kraft Jener entwickelt werde. 



n2/ 



•V?* 



Thomas Carlyle schwärmt noch 1840 in Heroes, Hero Worship and the Heroic in 
History ohne JuriJfckhaltung för geistiges und politisches Heldentun zugleich 

im mm 

und schliesst so neben den rein geiitigen Fähren Dante, Shakespeare ^und in 
bunter Reihe Johnson, Rousseau, Burns^auch die Heroen der Gewalt tat, Napoleon/ 
und Mohfiunmed mit ein. Daran aber lÄsst er keinen Zweifel aufkommen; "Univer- 
sal history, the history of what man has accomplished in this world, is at 
bottom the history of the great men who have worked here. t.the soul of the 

Ire the history of thes^e% ^}UM^..<iC^^t.^ 

und Staaten, Richtungen von ganzen Zivilisationen können daran hangen, dass 
ein ausserordentlicher Mensch gewisse Seelenspannungen und Anstrengungen er- 
sten Ranges in gewissen Zeiten aushalten könne* .. *Je suis une parcelle ae 
rocher lancee dans l'espace*, sagte Napoleon. So ausgerastet, tut man dann 
auch in wenigen Jahren die sogenannte 'Arbeit von Jahrhunderten».. Alles gu- 
sammenaddieren gewöhnlicher Köpfe und iemiHter nach der Zahl kann dies nicht 
ersetzen." Aber der Humanist in Burckhardt lÄsst dann doch die grössere Sym- 
pathie f«r den gfltigen gegenüber dem dämonisch Mcksichtslosen oder brutalen 
Herrenmenschen durchblicken, ebenda es S.250: "Napoleon ist die Garantielosig- 
keit in Person, insofern tr die in seiner Hand konzentrierten Kräfte einer hal- 
ben Welt rein auf sich orientiert. Sein stÄkster Gegensatz ist Wilhelm Illi^von 
Oranien, dessen ganze politische und militärische Genialitat und herrliche 
«tandhaftigkeit in bestÄniigem und vollkommenem Einklang mit den wahren und 
dmuernden Interessen von Holland und England gestanden hat." 

1/ In einem langen TeegesprÄch das ich mit Breysig 1934 in seinem Landhaus in 
der Eichenallee in Rehbrflcke bei Berlin im Sommer 1934 hatte, wollte er mir 

k klar legen, warum der unbefangene Historiker doch einer so explosiv staunens- 
werten politischen Energie wie Hitler trotz alles sonstigen geistigen und 
moralischen Ekels vor ihm "historische Grösse" zusprechen m«sse ujjd dem 
Judentum gegenüber trotz aller Bewunderung nur tragisches Mitgeföjil damit 
dass der Jude zu viel Kraft habe, um seine Eigenart selbst nach 2000 Jah'< . 



r 



> 



\._^ 





^/"ty^^P^ 




1 













'08 i 




'ä,<h^ 



:_., K'./.-^^^'^' ^^ 



I M-TT^ 



l 
































{ 









yA. ^/^«//^ 






J 









/ 




^v3 



y^ i •^ /^^ 










rj^^-.^.^.^ ■^'^^ 






Georges Sorel aber verteidigt in seinen Reflexions sur la y lolence. 



13t l^^^ 
1908, das 



Recht der Gewalt 2x1 gunsten der Massen und wird damit zum intellektuellen Va- 
ter des halb reaktionär patriotischen, halb materialistisch »»fortschrittlicherl» 

1/ , ^ 

Paschismus des 20. Jahrhunderts und seiner Geschichtsdeutung, soweit bei der 

Mussolini-Hitler Bewegung überhaupt von geistigen Einfltlssen die Rede sein 
kann. Vilfredo Paretd|dagegen begn«gt sich mehr kontemplativ damit, in sein« 
Trattfcto di soqS'logla generale .^^^l^.fflr jede Gesellschaftsordnung einer herr- 
sehenden «Elite»» die entscheidende K»aft zur S^iH»4eu^ng-d#r Geschichte zuzu- 



A 



sprechen, nicht der Masse; und föf seine Epoche um die Zeit des 1. Weltkriegs 
die dominierende Elite ais «demokratische Plutokratie" zu charakt*Bisieren* 



Abermals jedoch gibt «s auch hier ein 



Gegenstück in der GeschicnS 



Philosophie. Eb ist — gegenüber der Bewunderung des Herrentums — zum Tel; 

bei Hegel zu finden. Nach Hegel kann keine einzelne Macher unbeschränkt in der 

Entfaltung des ganzen Weltgeschehens Geltung finden und so zum Sinn dBd zur 
Krone des ganzen in einer oder der anderen Form gestempelt werden. Alle Ein- 
zelkräfte und Helden in der Geschichte haben «h^ durch die "List der Vernunft '^ 
einer dialektisch ruhe^losen Höherentwicklung des vernünftigen «Weltgeistes»» 
und der »'Freiheit Aller" zu dienen. Kein einziger Hej^ros, keine besondere Ge- 
strömung, auch wenn sie als noch so wertvol in die Erscheinung tritt, 
kein^Volk oder Zeitalter, weder der alter Orient noch das Griechen- oder das 
[jmertum können Zielpunkte an Sinn darstelle?, 

Assimilation feige preiszugeben und zu wenig Stärke UÄdeinen Staat aufzubauen. 
Ich brauche nicht darauf hinzuweisen, was ich 1934 Breysig und seiner halb- 
jüdischen Frau oder Freundin am Teetisch antwortete (siehe meine autobiogra- 
phische Skizze "After Hitler 's Collapse"). Die f^schichte selbst hat iiUH ^chon 
11 Jahre später in sein Grab (er starb 1940) eine Antwort von nicht zu über- 
bietender Markanz gegeben: die «Gros»*" Hitlers hat die Macht Deutschlands auf 
lange hin gebrochen und hat dem Juden, Hitlers Erbfeind, nach 2000 Jahren zu- 
seinem eigenen Staat verhelfen. 

P / J.G.FichteiTunf Voriesungen iSber die Bestirornung des Gelehrten", 1811 t Machge- 
^ lassene Werke , 1834?, Band III, Sj'Ugegen Ende ^^r (4^VQrlesun g:)J 

2/ Thoraas Carlyle:Collected v/orks, New York,no date, p.l59 

4/ Siehe fflr weitere Einzelheiten meinen noch ungedruckten Essay, geschrieben 
\ 1949 in der Library of Congress fdr Democratic Majori ty Leader, House of 
^ Representatives, John W. McCormack. 

.^ Erst "aus dem Kelch des ganzen Geisterreiches schfiuiüt'' dem Weltgeist ^die 
"Unendlichkeit". / / ' 



TTf 



'^^/e.^A^x fi^ J^^ 



- f^^y^f^A^*'^-^/'^^*^ 







^T^y^'Viy^i? 






^^'^UyC^/^ 



J > / 





jC ^^"^^( nl^^""^ ^-CC<i 



z^-^ 



H^ 



> 



o^^^Tlf-e^^f -^^^y'^- .^.^Ji,u^^^^ 



</£r a^,£^^^^L^. ^^...^ y c/r^ /^7r^ ' >^^-j /-^/a^./^^ /^^- ^^^ 




in^f //ci^ /rOx^^iX 










^ ^i^o/a^ x^eM^t//-' c6^er->^i^iMQ^ /?t^/^^^- ^j^^><^< ^ ^ ^ ^ 





^ 



H^^v%\^ 



Ä -^^^Z -Tt^,/^ 7,, /%, - 







ri^^yA^OU^^ -y^A^ß J^ 






^yvi/^ , 



on^ 



^^ ^-^\Äfc*^> 



'^-•^'/flre^ 



^-^t/^^ ^-*-^ ^-^^'-/^p^^ 



'<#«.(VV y /^>^tV^'-*'t^ 



^^^/^'^. m-m^^r '-^^''' ^^^^^ - 



^>n^-^- 



^^of^^ 



i-{nxJU'>0 



^/rs^^^ia^u^Jh^ 



h^t<^t 








¥ * 



1 



i 



f 




f) 



f/^'/fr' ^VM>i*-, ^^r*^tf^(n'^c^ 







^i^yC't'^ 



*'W-c/^^ ,/r^'4,-e.r; '^^''^^^'(u^ />c/it&-^^fc^ //Vw,-^r/ l^^' 



'-'*'*■ 



I 





^. 






/tf^ -^.-< ^_ ...^ 



<>c 



vf^ e.-r^^-y^ 







// 



V 



^ 



/ 






u 






^ ^ J " ' III III I I - - • -- 'I — .^— .— I I- J 



•/cr/»u«^/' 



^^*- • ,4/t-v ^ /A^Tfv. 



'^'^'■H.^J^e^J cL.'n^^.e/ /^Ä/r^.,^^^ > -^ '-'''^^^' 











. ;< 



1 



M 










// 






■'^Zir^ 




<i,i^t -^ ^t.^/- -<^i>te -^ '^''^ 



^^;'--^->^ ^'^ 



t^ü^'H^ 



h7^<JL , rr 



/ 




-/&r 




"^ ^/^A^^-tX ':?y'-n^ 



•r. 




^^^^^i^^idt^^/- 



"stO^ 



7^,, /e 










■^i^lAT^-^ j\^'^^^^^i^>'pTe>%>y jirJ'U^ ^^-i^C //l'-^^^U, 



y 




^j; ^^/44,?Ä/ ^;,,^^ //a-.^f.A^'i^^ i'^^t^£:j,{ 



^^^^ v«^ ;^>^ '' ^ cje^^// ^,^^ /^^^,^ ,J^ ,.^ 



/ 



rV ^-V^ 



* 



/^^^ ^ ^:^ ^ ^ ^^^,^ 









--//^^-V 



v<3^ 



y^. 



^^ 



!><■/. 



'A4^»^ 







// ^,*, /T?,:»,^.^ 4!^ 




/ 



»^^ 









/^/3. 



■v 






"IH''-^-^ 







/ y:- 



.1 



'4iCrAv'J^'^ Ji\ 



yyy^^ ^W^*^v/ ^/^^.^.yß'^,^ 



W' 2w^. Ä^- ^. /(^^ ^^^ ^- 



^ 



y^üs^^u^ci/^ ^^^V'^^^^^^'^^-x^-^ ^^ /r ^^^^^ 



hA-t-^ ^r^ ^'O-n^x^^ (rf^ 














r 






t^ /^ 



Ä^/^ ^i^f^^/C^ ^^«^ ^/^:^-^/V.jx/^/^<^^''^^,. 






/r^t^nrhe^.^^ fU^^U^- 



/: 



t--^^^ K^t^ 



^neuJL/JloJj/i, //ij^^^^^^o iArf^S^ ^^^, Jlr^^'^Mx ^A^^y/y^v'/ ^-f tfc^ 







V 



^ '^^1 /^' f^ke^l^. 



iJ y-pi^x ^^i-v^k^ "3/ 



'f ./ 










c'-vi Uh^^x^ 



(lücl^-u^-i^tu. (^^,-/li^i.,(JL. /?'-^ :-^y> »^^Z -j-t^y 7Si>2 








';^-kv <?^^ ^^ 






^i^'t'^^ /^^ 



^'/ ^ (rf^l^^-pti^ ^i&^^^i<J^J^^^4^^_^ yürSt^'^.-'-^^'J^^ ^^■'-^/U^ 



/^ / y^ flt * ■; - Sri ' _ .^ . I 




JJ 



/j ■ /U^-/^^ , ^2d±S:^ Z^ '\, r- yCr-zlA ^.l^fl^ 'UJt/^iu^-^ 



"fii^jd'/c^i^p. if. 



^4 



4 



'f^'^iduih 






K^ 







"^1^^ '^.-O^^^JlCh/i/Tj^P^- 










1 




-^M '"^' 



r/^z^^v/T* 








I ) W^v^:, a/'^^<fä^^^ (h>'j At-^■^■■'; ^-;,^^/yr/AC 






\ 






jU-'i /r^4cm^ 4'^^ 




-j^j 






^Hj.'Ci-i'^p^'r 



W-«. ^-^'^ 






4 - ^i iti i -^ 







M^l 






<^y .t-^^l 












-VI-» 









/ 




Jj^/'^.yi^'^ 




/.J^Alk 



1**^! 



^ >/^- 



t-v-t-t-^^x-, -^ 




?/ 


























<iyy%^y 













i rtl ' - ' • 




•1 



I I 







/ y 






■^ 



I 





^ / 















-/:■ 



yi/'t'^ 






i.^ ^^O^ 






j 



// / / , y_ -^ ''^' -~ — -^y. 



yt^t^y* 






/7 '^ 




/^/ 



{ ' 



■MMNM»«^ 



// 



^/. 







7/ 



''^■^^^ ^/r/^r // ^/<^, ^^^/ //^ / / . ^^ '" ^ -^■'^:-7^^W 



■ r-i-"ir' 1 1 1 >| , M^'ii 



^1 



3. J-;(it^- "^^''^^V^J^'^^'H'^'^*-^*^^ 















2/ Tractatus super qu atuor Kvan/'ielia dl Giacchirjo da FiQre,aur> Paduaiier und 
Dresdener Maiiuskripten te:<tkri tisch herausg. von ßrnesto !}uonaiuti ,1930, 
C.94B 1-2, p. 76: '•bussus siquidei3,que nia^^e viriditatis est, nee tamen ad 
alta substolli tur jSirnificat ordinem 1 -^icüruin,qui .fide quidem vivitjnec 
tamer) ad contemplanda invisibilia Dei,gt!x:i: curis humili6ribus occupatus »dum 
minus intelligit,nor) multuc assurflf* rbid, ,c34B2,p.77: *'Timor specialius 
convenit coniug?äti8,qui pro eo quod in -TiUltis offendunt,servos se poeius 
debent exhibere quaa:. filios". 
8/ Kbendaj c.94B2,p,76! "abier> que, expansis ra-nis inferius protef^it confugi- 
entes ad se,sit^,Tiificat ordinem clerioürutri,qui ad hoc eonötitutus aiäxK»^.^^ 
eßt,ut protegat oves sibi corniListia»". Ebefeda ^ clI 4B2,p,195: "clericoruin .. 
ordini con^ruit specialius .. littera novi •. Testarcenti, .. mor.achorum 
ordini spiritalis (sie) convenit In lellectus", 
9/ Ei(enäa ,p^76: "pinus,que ardentlasima nature est, •• ignen suscipit et lucen- 
effundit, sifmificat roonurchoruro /o-rdinem/iQ^i ardet procoteris earitate uei 
et exemplo bonorum operutn,que in eis operatur Spiritus sancuut^, fugat odii 
tenebras a corde multorum". 
10/ Ebenda , c . 9v3A2 , p ^ 9^ : "In diebus ilelie .. quando et Judeorum populus convortetur 
ad jDürüinurj." Vgl» ''De titulo libri Apocnalipsis" (sie), filio ICO links, zuerst 
herausg, in Huck: Joachim von Floris und d ie j oach i tis che Literatur, 3. 298, und 
A dversus Judeos , ed» nrsenio Fru^^oni,1057, besonders p7r>2» 






VI - 13 
Gesichtsphilosophische Schemen dieser und ver#andter 

Art bei Johannes scottus Ering^na (#b. um 810) Rupert von oeutz (geb.^ 
1070), Amaury de chartres (um 1100)' und anderen christlichen Denkern 
des Mittelalters (unter denen Gioacchino da piore wohl als die ragendste 
Gestalt gelten darf) haben mit Augustin und der jttdischen Messias- 
tradition wenigstens des gemein, dass sie an "fort schritt" in der 
Menschheitstntwicklung glauben, Fortschritt verstanden in dem vieldeut- 
igsten ^ Sinn des Wortes. Damit aber besteht y zum mindesten an diesem 
entscheidenden Punkt eine Art meistens durchaus nicht bewussten Bünd- 
nisses «wischen betont^ jadisch-christlicher reiigiosier Tradition und 
rein weltlichen Geisteii von der europaischen Aufklärung des 18. Jahr- 
hunderts her von A. Robert Jacques Turgot, Marie jean Antoine condorcet 
( Esqui s se d^j^ tableau historiq ue des progres de l'esprit huma in ,1794) 
p^3~ i;ö?d Ruso*ll und -Kaat an über Auguste comte, pierre Joseph Proudhon 
,t.r/(Philo3ophie du Progres 185^ K Karl Marx und Herbert SpenSer im 19. 
—^ Jahrhundert^bis zu den lö'idenschaftlich ftir "progress" kä^pfinden 
amerikanischen Präasidenten Franklin i* D. Roosevelt und John ^^ f. 
Kennedy in der ;^^ Gegenswart (Die beiden Staatsmänner haben sich offen- 
bar den Mut i zum Kampf g^^^n politische und soziale Reaktion mehr von 
ihrer Berührung mit weltlichem Fortschrittlertum geholt als von einer 
Bindimg an religiöse Tradition. 

Schliesslich jedoch ist abermals ein spürbarer Gegensatz gegen allen 
Fortschrittsglauben und auch g^g^n das "Vorwärts" durch Herrenmenschen- 
oder "Übermenschentum" ^«-^ 



1/^ Siehe Emile Gebhart: 



2/ Siehe besonders 
3/ is missing 



V 4/ 



Bertrand Russell: 



mtmmm 



vmtgmm^ ''■'\- - 



\ 



'^ 



i^— i«tM»OiM » rill «■■.—*■■ 



A//. 



q 



\ 



\ 



n -y . 



y 



Uf.itc^ 



l 



7 



/ 



,* 



<nf^ 






•^ / 



\ 



* v mi i0 ^ •'' 



I 



/ 



1/ Siehe Emile aebhart: L'Itali e ffiy&tique ,i>906,p>^9f , wo^Lii' 5SßarfnG& Scottus 
Eriugena^s Coament. in^Evangel. Joan., ap. Mignp,508. Eixposit., sup. Hier- 
arcb. Eccleü. S^ Dyonisii,lib.II,in Prol» Le aanuscrit de la Bibliothöque 
d^Alenjon decrit par M, Ravaisson, Rapp^ sur les biblioth., Append.,334» 

2/ Siehe besonders ^]^-e*»&-e»fi4Ä Ruperti Abbatis monasterii Tuitiensis pe Sancta 
Triiiitate et operibus eius und De victoria Verbi in Migne, Patrologia^Series 
Latina vol# 



*^\A^U^^Ca 




i//?.v4.i^^'^: ^^^A^'^H £^^ ^^^ /fr^V^'y'^/ 



i 



CÜdoyiV^^^ /u'-'M.'^^/l-^^f^ 



7 / y /^ 











d^fu-^^A^)^ '":fe^ 



'iV-ß-</fc<' 



'^. 



' A 




^-^< 













y 






,,'l.-</'w- 






c 



'hJk.-, 






1/ 



Vt-Vf 



2^52!^ ,4^rTrr4^" '■H.C-i^C'^ /^'J'^-'-^ 



^iU^ 



•1 



sl 



...>.Xp./;^.f4 A:?Ä>.X;^,^^^/^^^^r^^ .^■^, // -..y^''^^. •f^'UiC^. 



7^/ 



/ 



MU" 




7 










A. 






> 




^^<rl 







J 






'*.Ä^#Ü.'l^ .w/'.'.4^v.^^ ^;?^4 ,4 ^.^y^V^i^x-cZ^.".^-. '^>'>'4 - 



t^lf^ 



J£, 



V 



/ ^rtc^^^-^ ^^,/\£l^^ *;J€^^/^, ^ C,^^ M /fi,..^ ,U. ^4 /^'■-//^-^r^'-'^'^''^^- 









•r-t-t 




* 









^/^A7v.;./r;. 




tiJ^«-/^ 



^ejfH (-r>t<yJt^i'w& /^^^/i 



r^ / 






/i 



?^i^ 



^^'^ J^7 







Ä^ ^t 



-.^tAlV^-t^o^^^!^^ 



i4y0''l^t<. 







/>H^5^>^ 4 'Tu^^C^^^Z^. 



.1 




/" 



O^rvJlSi^^Up '^tf' 







Jj 






y-zJ^- <^K' 



( " /"^ ; 7 '—/ '^^^ — ^ =^ _. — — — / -r / , 



>m^ i 



%f;fo '^^— '^^^//^^^■fc'Äx^^ii:- 






Mo^-r^^ cU/ ^^'eiA.'7 4er>- 




uO''y*u 



.j -t^' 



'iA(y( ^/t 



VT 



.,, ^ Tr^' iu^^jf 4^ ^^/tÄ^.<^vJ/ (^ ^■^WqIi^^s- ä t,A ^'^ 




: (^ 



/ 



»r t 



-H^ 






^■fc'J/ 






^ 



7-1^^/ 



r'€^'^ 



r^^i^^^ 



^/ /^W^ *:^ Av /■Ä/^tH'^^-u^ 







J 




/^ 



^^^>H^-^;>4^;4:^,.^ .^y^^,... ..^.^/l.., ^cr^.^^^ 



--/ ^^^ :^^.^^. ^'..Ä^^ 







\^ 







/ // 



^'\Ay^ 












:.^^,ÄU -^f -^'^--/^t^/^^ Jceä^. 



1 *i-^'f.'f^t ^( ^■'('^^ 



'K^t^^^^'A^^^, 



p 



r/^-^ 












^'. 




.^r^ ..^^t^ci.wA-/r^- Avy-T^t^^j ^.^X., '^<i:4^,/x^,/ /Uer ^/-^^rX A^'6/^^//, /C 



^ß 






c^. 







>iiii^*i*i«**W 



;^-- 












j6ute/ ^jf Z^^et^^2_l^' ^ (^-2^^ 



//iU 



"^" ■ ''Sij^, Ai^*^ Q.^ i 'tS- 




j^cu 






J -^t^-^^.^cJic^x^ W 



JJ 



4 

fi 



.^^/r. 



^ f. <^i/.'^-icA V'De^t 



) '^•^h 



y 






J 



/ 



/ 



il^.^ '( i (iccJ^UU C* 




<,. 










^ 



>/ /^ 



7 



13 

C 

I 

I 

I 



-i^vU 



\ 




F 



\ 



^T..^ ^i^tcL e,.,.ju. ^^i^( /^X^ Swi^/— ■^^^'?^~ '^^^ci-tou ^^ß^^. 






'^'^ ^^-H-c^v- ./ 






^k-^ yp'i^vi^^^'^^i^J ^^^ 



/^t. 



^vi-ie^ 



"vvx O^'O^ .^^.^ Iü^^jä.t6^ 



0-2^\, 







>9^«^/€ 









{oU..rL. /^.../^ ^n^' ';4i7f . • ^^ id^i^^^^^^ '^^^ ^ ä^^u 4a^, 





yif^ 







< 




'X''^^\/[ 






^ 



^' 



I 



l 



i ' 



K^^^^n^K^^j ^ ^ite/üd. '^<'/&^^'*^ ^a4*f^ Ir^AMii^ ^^^^^«^^2^/^^^ «^ 









iöu-^epc^^ "^e^i^a^, ftiL< Cu^^^^.^ okr Td^k^ X-/?*^^ cLr/i^U^^Ux- 









rH^\ <^^J^, 









•^4/1^ 






1 



WJf 



/(^ /C/^C^i/x^^ ;Ii<'«*^ t« 




f 



mz 




4 



1 



\ 



! 



I 



\ 



'h/y^^'' 



.J^ /fe,/^Z'^^^- i^^ "'^^ /' y^r^^'*^ ^^ ^'^ 



WZ 






Li^>^ ^ut^Q^ (<^ 



. / 



^t<f^ £^-j ^y*^ 



/^^^-^ ^-Äk^^ ii^^-H'r. --A^/^ 



' Mi^^ ^^-^' '^' ^"' 






'<^-^ L^ ^ 




m 
j 

1 



t-,-u./^>£ ^^/2^>'^r^^/^'>--^^ f /^■' ' 




1^ CC^^y^^'ff^^^^ 










I; 




■J 



•<^W1^ 



II 



/> 



■c 



rc^,A^'^^^-^^'^""^- 






Inn 




■-vJ 



tt 



^^-^^ ^^ ''^^^-/^7./W /if-^^e,^ 



u-^-^ ^^rßu^ trc'U. £^yj^^>>f^^£ 



■p-t^rr/fv^ > 



/^t4^j^j^j/iU^. /^^zA^y 







I J^' /^j^V, 



^'v^^ £^ 




'■^y 



Cy^t^^t^ 




^.,^td, ^'L ^- ^^' 



///^^ 



^^/ 



f^'^*^* 



^/v*^ 



/j«.^ .^^^y^-^^^y^^'^/^^ 









•''•/^ 



Av>^ 



ti,Ma 



K\ 



I 



'^€^^</j^-i 'i^nU&^Q^n ^^ ^/xCii^ /^w /zC^ /^ 



TTi' 



•// 









f 












^H.f. 




^rl 



^•nn^J^-yt^ 







7, //^/r.> 







/i 









1-1 








I I inr 



I I 




} 




•jJt<<6::^'i 



I 



..ig. 



-?»/, 




i 




f 



I 



! i? 



I^^\(u4el Ö^- '^jfc^%,-^ 



^>»^v» i V'>^ » »^ ^^vy^^*^^ 




/tH 




^^Mct^li^ 



un. 



^ 




/• -f 



/iiir/(rfik^^j<^^'^^ 



/"ne, j//^i j/cj PI elf dt-&i.*^^<^ i^^j ^n 



'i^j{t 



U^rh 7/ 



^y x^r-^ »-*-t 



-At 



7 



(Tf J-rrt ttj yi^tr% 






k 



^''% ex^^^»-<- 



C.- ^ 



*% 

^ 



c;^AiA,u /.t<T'/,af'£r^^j ^' ^^"-4/ 



^^£ 



/^'crtc.y^ty.^^.{af/t., %,c,faCrfe:.. 'Ar>.^/^^-.^>>'/'i^^ ^^^^ 



^'^ 4 7^'/L HClf^.f, c^^tc,. y:fCiclQ. /fa/uf /^,c ('7iiiC /^/ ^ej( iH\/cU.c (^r^c^, ^1t 



^'/l, "/eü^jA S /^C 



^ I C • xnryi /^a^jat i tyC 




1 



^£ ' 



6^ i^^^ ^i 



^it. 



V / 



'in/ Ci-q 



/u /^//^. t^(U ^< ^^ ^ ^^ 



<^eL 



>i ?./ 



i^?^.> /^L(y^^^-^ 



^r^^y^./'>//^e/^..r.., 7.^..^^^^;/^ //^ 






11 




^/ 



J^i-^x^^Ct^ u 



-) 



Ä- »''^ 



ä^-^njc 




■/. 



^*icr^ 



\ 




, i 



I 



fii/iif%^.iOo 






Xi jnt'd 



m^ i^ 



i't'>\. 




■1 



TJ ^ 



^ d/i^tty 



o 



// 







I 



i 



I 



/- 



Vf»"*^' 




ttt-f^ KiAi^^. 




'^:€i' 



^^; 







O^r^^c^^J ^.f<J^:i .^-ty^ 



7^ 



:>^--.. 



y Uci^tr^HTT^ 






^Y-^^ //^,, y^€t^(J:,^^. 







«.^ '.U^-^a 




V^^**"^'^^>^^ 













^1 






y 



JA^t^v^"^ C^*v^^(t^Yihc<\x ^/iNtl^^x^ ^<r^:,^'j ^ -yi^stJUiA crf-f^yi^^UU Xcts (Ut/ö^-^<^^t 
y 4^ ^^ A 'K^CÄ^ O^c^^^^ ,, Q ^^ ,^ £., /U.Ja . , ?!y .4 (iu^ii^r^fL^ ^ ^ ^^ "" ^'"^ "^ ^ ^^^^4^v 






h,. 






^'^^^i^My^'r&tM 



\/^€^/>AoUyi-t^, 






11 







et^ 






II 



'>^ 



V^ii^^A^. 



y!r!f 






I 



l^e^y^^^,:/,_ Z;:,,/^ /^)//. 4^^7^,,/^^^. /a....^^^. ^c^^^^^h 



'i.i^.^i^/ //f 



C.^<JCi/>^ 



j'>iA hr^' <'] 



r 



•\ 



'niiA^i^ 




/ 



uV^ 



Hyt-'i'JiJi'. 



't 



Tfli 






X 




J. 



M n^ 



/ / 




y^'ct/? 



'■e-vw^ 'i 



r^k (. /* I. v><^'' 1^ /'^ . </ Z^// ^/~ . 






fi 



y^iui'tJis-^,^^^ ^^ ^<:?,^V^ 






M^.-ryU. 



V^ 



r > ' ^ y gj^jT^ ' 



s 



^ ^; " 7 '"^ Y'^"^ ^^^ .y^/-- X^w^.^^,,,^ ^/-^.,.^^4 ,.^ .^ i 



i!/'/. 



'<: i?r^-e «^ ^^^ 



^; 






, , * ^ 



/ 






I i .» I w -' ' r 



! I 






■^nf 



'^"f '^'---^^^'^- ^^%/^^,/.</"w..- y^^y^..^ 'Z.-^^.^. ..c..^.i,. 

Sey.jJ,^^i^UA^tM.^ -.^.a../^,^,^J,^^ ^-Z^v/^/i^^/^. /^V......-4i 



l4 

!? 

14 

I 



G^-u 









^i^iJi ^KCt^ Ucr -W^^j 'ir^yp/£v 



Ci A, i ^^ 



^^-^.fyryi 




J 



c^r^.^c.^:i.^^^ ^^.ir4^£.. q Zw^,^^^ 



^' 4 -^^^^(fLHc/ 



/ 













\ 






Xr. 






^< 



^'^fvru^' 









Cf^'^^^^>^^^^¥^joLr^ßj^ 



-^iBi— ^M ■ * »— 



^ /) 'i ' ' » ^Cir f'c^i /fa.jei^j 







^ 



^c^r^i^^Co-^y ^Ui'^ 



i 
I 



t,/^ 



-tc-^t,/^ 



M^^^. ,.... ,4^ 



C^j A^^V-Ct^j ^ fUr Ui?{er7c^i k^^ ^(j^^ A/^ 



^ r^^ir^-'jf 



"/ 



^^€ 



■i .■'7- 



/<;^ 





^vU 



-f.< 






^ cii^ 



^k//c. 






"-.-^'V^ 




^W^alu^v^^'^i 



/ 



c>/ ^r^^'l 




-7^»^ 



^ -^/WW 



/ y/* 




^^.M^ ^^j"^^ ^ 



^-^ ^^^^.w/^^./^^. ^^ ^^Z- 



Ä^; 



/ 



t^t^Pxi *-» 



tX^'y/.t-^' 



-/■' 



^, .^.//''<^- #^^^ 



"z'^^^^../,^ ,//:/_ 



x^t^ >'*'' 



c^l /nvUL^^-i 



;.--i-fc-^( 




:^ 



^^ 



»^L, • 




•^/^-^r/^/.^^/; A-^,^^^^^^ ^/^^o( At'^'^^-j ^^f^^j ^^ 



lfk'€*<P\^ (M^^ ^'i^liy%J>vj( 



^^^^^ 



y j 



TV /■ r 



'^^-e 



(^tt^ /fÄt. 



A,^^ -/f «r,^ f 'Jci^/ta-.tj,^tu 



■'^^•ft^n'/k^^ /U7ijU 



/ 



//^. 



/- 



^*^ -^-T^ 






A 







':i^ ^/ ^ Y/vt y^ /ir^^^,t^'&i /^^ , y^; C^M^ ^/Uc■l.^ 






t<'>^>^« -Y-^t^'»-* 



c-*- « -7 



^%n^' 





^'"V-t-^v-S^ ^ 



D 



>i:^/ ^</C/Ucuu^ ^Oj ^/u 



'i^^wj ' ^/^ 






^.^^-t^.^'1-i^ ''^^^nf/^ ^j/j 



^vi^-j-v^-v—f, ;v^if ^ .?t< .-«X«. ^ xc^^'^'^^y t^^r^ 



^ 



ftJ^U^ 




Avfc 



'/- 



^"(^f, 



>( d,'//UM 



j 



fo a*^Mdtt^-^.c//^ 



// 






//^vy, f>.^rft -^ d^^-^^^ ^ 



/ 



A.J^/ 







2%yUP<JB^iy ^ 



yi>-t^-y^«5 




>*^*^ 



^r^^p^^', 



^'vxAC','i.vv^^^(fi^iA^'^€vx m&^ti^i'i?^''^e^ Js 



f'ttx.^^n^ 




K^i 



>tJ€^.^^?^^y^ ^^. 






'-^^-PV'W^ 









i^ f^^-VX. t^i(l /^ " 



y 



yW 'Utr.l iM^ C^'^a^t^cQ. ^/'Üi^t-t. 




i^c /' > ^y-^ 4x/->^/^%^ ^ 












II 






/ 



CWiit^ , 



.^ 



/ 



/ / 



^t-^T't i?(c>^j J'^rv^ <^ 



"<^T{jiV<c 









II 
1 



^^^-^^-^-^-i,* t ^-Ä^^^, jr^aik^ ^ci CAA^, f^ -nn^t^J ^^ 






c/^^u e ( 




imi ^tA i -- 






Ci cliHt.^^tT^'- 









II ^ ^ 



■^^^yt^^ 









WjZ^ 



^^:^^^ //^ - 








^r s 



/ 







^ 

^ 






fr W 



/tir.^ MCi 



7^, /i - 



* ' ' / L' ' 






/Y'V/^&/>i^^ 



tC<^ 









'«^., ^ 




t i ' — " " ■ r 

-—7' 



I 

1 1 ■ I ' 



'Vf 'T^I'-^C 



c-(?itr 




1 







7^^ '^^-^'* f<AÖ.x ^»vÄ 



J 



II 



<' 



^^^,Ä^/:^.4v. :^^ e^/^^u^rc^ &{o^c4^ ^,^^/^y.^^ A. -^- 






\ 










<t vi LAti^^f ^<>' "^n 






7 ^. 




<^7iC 



>t< 












-^''^'-.ct.-., ^-<; 



i'V'^x Cc 






J ; "^ vtÖ^ ^Yi^ ,/:^/, //• ^ ^, . /. . ., 










I» 



i^y/ 






il 






i» 

•% 



4 > 



i 







^ 



//.U 



^. 



^/ •^'-a^ V '/!^i<J^/ji.u^^ 



^^- c^k;t^^y^ /4'/U^^C}d-^h^1^UvxAf,Ji^. 



" £^y>r^H^ > iUi *^ ^M^p^j"" Vitf^ ^hM<Xoe>*^ ^<yCc^^\' y- CcHX^-^^^* t- <rc(iM^ <^w, öt*^ 



t-/.< 




-/^ 






// 



p^ Ml 



'^jc..(Cx '<i^/i'^^''^-6^'='^''^^47^<fW<r^x^V 4?^4^*oi^£ 7'^^/ 



^ 






y / >^i, 4- /^ ^ 



^ 



Y? 



/ J t, / 



■^■•^j £,- 



t^ 



^ ^ At-v-Ci \ £^ vv , /-.^ » 






flcx,Af dir J-^-i^'fu. 'fü "litt i;6^j ^fJ«^4^,Jl£^ auji^i^^^ 



Cf\^ 



A 



^Z./. 



'& 






f^tA^^*- 



^^^^iP.r'^^'jru^'MA -^^jf 



/i^;^i.cwx^ <*< -^^ 






y1 












i 



i- 






\ 










I ■ 

il 



w%^ 



\ 



4 






lvW~.->tf^ - 






\% 






/(U^i 



y'^Jn^cl^cUt^Mn^ ^^-yotiat/vt{,t.-7c{^,^ /t,Mtlc-in ^A/i^^'<6. , /^jf4-^^ ■ ^ta^i., ^ - 



^ ff ^ 






«^^t'-I^U' 



A^i^) ^-t^ 










i/y^-3 '^*4'- 









/^ //^-^A 



^^1^ ^t^>»^<> 



.^/^^ 



^^1Ä 



/ 



c^tf7c(/jfZ^ 1/3^ 



p 





'->X' 






A^*7^ ^Ji^-^^Ä-^^-Är- ^uif/^rf^^-^'\ 



»-«^j 



// '■ * 




K'f6 



"l^HrrX 




4 



'^^.Z- 






^r- r /^ 



'«^''-^-^ -^^rA 




X • rvi. 



(nt-^-^ 






f 



/ 



ia^ 



w^ tcu^^^^ 



^,jcr'%j ^^(^^^^-^ /: ^'\ . 







Ctd'i^ 



^cHt. 



/ 



■^ 






/ 







'^*V7v^«^ 



^-^i^tA 



^^/<^//;^ ^,,^,,^,^//l,,^,^^^ .^^,//^^^/^.it4^^^^ 




i- r-^^w-^Mj^^ 












n? /^"^^^ ^****^^ 'l^*^^^^ ^,^^^^ 2, T^^c-fl^^^' 



^ AJWi^t^ 



ö' 






CA^a^ fcr'^i^^^i^^^^ (jy^ü^ €^ 



■^ 



i^^rm cO^a^^ 



r V^^v"^ — 



^ 









v^t. 



^4 >^, 



-^^ 



^> :?♦ 






\ 



^ 



I 




\\ 










»r/O 4fa,i/(i^,^/f ' 3 ^ 




y 



' \ 









'^ - 






'-^'^'^ llnt^^/t u /Ur- .^'}tnct^i^-^oJ,,/l!rCfaC ^ •^A?/'^ -*-' ^.,r/;t'€^'^.€.r -"^ 



^, -^d 'C'f -" j 



.-./ 







i' • f «^^^ «.''V /, ^^ ■»- y 

._ . ^ . ..^i^^^^^^^^^^^- 



I 



r^,,^..'«-'^--'^-"-'*'''^^ 



I 



>liL'C->ii 









/• -£*• ' 



^f&^t 



\ 
















^x^ //a.^^:^.../^/';^^^ /^^-^-^--^ ^/A^...^^w -^( '7^^^:>^. 










1 

1 



s^^ 



^■i^- 



^^Ct 





L ^ 



i^i^i 




4. 



X-^ '^^^ä4j(i^^^Jeji4.i^M^ ^, ^^ 



iCj/.,'- ^-^^i 



/^^ 







^a^O' 









'^//>lM.f ^.^., 




^ /eJ- d^ ^^...c/a.. ^../^^,y7L. ...,.j^,,/^xjc^ .J/^.^.^^^^^2t. ^^'C ' 



/^:/l. _ ..^^^,/. .^ /^, ^, ^ .,.//2,.., ^ .;.^^ ^.l.,//C^.. ... .<^.,,,4. 






/^ 




^i^ttO V 















'^J^-L^U^I^ ^l^U^^'C/CA 



/ 



.«uv-MV '^>.^a 



Ze^ 






■C 



u 



7f, 




xi.^^Uy^ K'-fc^ela^^^ f^^€ /T^ent^ 




A 



/ 



Ct/M« 




>X. ^]t-v^ 






^cA i.ir(r ^C^u^xA^tU^^ .^,/. 



i.'V*^ 



/^/^ (a. 



'X'X^ 



^-.yiLA f^.. •/ ■^^'---'/ /: ^^ -fw/^. 







J^/^ - //^^ rz^ ,4^., .^. . , 



^, 



^"^/d > 









Ä^'-'/z. z./:,^ . . 4 




^ 









%/-je{ 



t< 



J 



Hfccy^^^J //cA-^ f^^l ^^^-L^i 

J / ^ 



'^""~^^^-"^^"' ' v-'^-^'"''^~-^'<'^^<^--y--/^ w^,4...^^-^.^4N 






■^ '''<^ ( / C Are ^^ ^ * ' 



^' 




/ 






I « 









tfUi>^C e^^OLr^/^ 



VI C/Vuv-i-l^». 










r 




7-#*v.v 



V,^ TZvMt,. 



'/^\i< •'^'f,H 2.7.$i. 



\ 




r 



\ 




1 



-^«t«^.**»^ ^-H^iiiL 



'^(oCci Ai 






i^j 






^^C^>vVHttv^ 



7 



t/V7 




^/<^J/C^ 



^^^ 



,« 



i^ixe.'t^i.i-^ 



'H^r<J^ yf"- 



t'l^k^ >>*'*■..- 




; 



:£ 



-y^* 



«7^^i 



^Uc^^ 



^xl "^i^d.cl^. 



^r7^ tt^<i(L 



m 



(? . d^ 



^ 



-f-r 



/- 



-^-hj: ^, 



€ 



"^ /il-4 j-thiAu.^^- -^»»^ 



/ 



/^^ ^tr r/ti^iü^ ^^.^/ ^U^^> ( ' ^yyv^^'^^'^/'^%r^ ^V'^ 



,^,.V ^cl.^^t^^^^l^,^ 



oi/u>^^ aj£.^j jd. 



/ / 




C^rC 



t«^n 






^ t^^^vt U^,tUj % 



^^^ ^^..j X-x^^- ^^/^^^>^^^^ 




^/w 



^(!!:^^'# t^i^" 



;'*\- 



S^iip-idj^' 



''^^Iw^ 



t 



^^-^^^(t^eChCi -^^ Jr^f -j/e/if^ v^W '<^ 



^ -^-Mt-T ^,:,,t 



f./. 




^< 



I! 



; 



pt'i. Lfr^-^^ßi^ 



^idi^d,cU.ffiJ^]{_^^ 



^■■/u^ 



'/^^i-<:(^^,^^j/ /^-vcc-^uju^c ( tui<.jc,^ Uu^r^^ -*^ 



■u 



■:l 



f.A^ -l 



/-t?>/ 



26r/r. 



^M 



yi^/// 



/^'i 



/^tf' 



'€iu(rp^7-^jc^^ "-^e^^ TC:, 



^:>' /v^ /i?^*^ 



6-* l HU f>^ 



'*-^t^ 



^ ^/fe./\ ^^»^/' cOi'' 






j-^i 



f^t-xjQyt-*^ 



<r^ 




>^,-t_ Ä>/ tv-XL- 



^. 



■i^/. 



W^i i .*-1^^(l A-i^vn-ev^" . pi -fci/ / 






;/' 



/^€/^^ ' '^^' 



.^/^Y 



'5 



/^^ 4A^ ^/^r ^-^ --— l^^^Utl^ i 



^-}rrJ<>JJ^ r ^4* 






;^ 



^cJC^. ^i^Ul'^J^^ 



-^-^ 



ßuc^./'^ /p ^' -4 y<:-;; <-</^ ^y^. 






<< 



7 



r :7^-*^-t. 



7 



/, 






/" ,,^^ /Ä-z/V^/^vl f^' ''^^^ t 



>.ir>*«'^" 



j£v\ ^-'*- 



-^^ 







^^>{a^ ^vV^s ^(^ J<i h^i^ /7Ui 



e^i^-*^^j2 



/ 



^-'i^z/euj/'ü 






/lC^ypv£^{ 



if mo 






* . < 



f'/ns-^/ff. 



y/un-i.xjit, 
/ 



^, '?/ür//A (,ut.A, ^e,^/{./^„u:_ U/^ ^A^.^;,- 



f 



4 ^O^ttt Q^.- l^^ 



7t/l^. H^/^^^vr^'^«- if^^A :^t^'^^^A^'>^/^^V-^^^4'^W K-H^i^'^^' 



yiji I 



// 






% 



iH 






2"Z. 






i 









J -^ 




'" /ffW'^-/^..^ '■, ß^p^(^ vfj4' Ü'^^-^C..^^/r(.,//- J)j^ v^/Zc-c r /^ /, /4.,- ^ 



^ 3^,'-4« ^-Xefw.v^,. 



7''-"J' 



^^n- v/ ^ ^ t.^W^ 



^^H^Hi^r)^) 










<^^^A^6^f. x/^.4/^...^^>^. ^^-^Hr^^-r' ^^"^^ ^ 







\i. 



J 




/'-H 



./ f^^'iü^K^ ^ . r (^^ -^'^^y^^* 



ncn.i^^^^J'TiJdiCi-i^ A-?/^. 



'i-^ ' /(?^ 






■C^t^^jcAv^^ ■^--i^a.i&y p€rf^-^c(. ^^<^ yoXn^-^^ '^'i-L^ ■ m-"'^''*'-' 



d'-^M' 






.^,'^r^/. ^1 iti^^^ 




} 

J 



IL^ 



^tt^ 



^U^yJUJLU^A ^^^ /^^^ ^r^ficA^u^^tiu. ^A^^tJfULu^ Ai/ }f^<ty^J^ -Tc^-t^J^^ ^ 



'^VulJL 



h/e Amrev^ 



r 



HA} 0i4^ "i-^Si 



A^^'i^ 



M^^ 



^iJ^l ai^ /^i^{u^j< 




i) 



A/ ^yvtA.^ e^.-yxu^ n^^ ij^j; ^^lix^A,^ 



/h'i 



5 



^^i 



VTss 



'^. 



'^<^ 






V-^H 



^ 



^l^^t^ 



#7 



*^^ 



/ 



^'^-7^'- 't^ 



t 




»-^ ^.^. /L-^ ^c4^< ^^^^iZ£ut^ U^' ^jt^ ^^Ua 



7 *^>^ 



^Vc 



^ f^^<^^(ü^fsre.cüU7i 



**£ 



^' 



'^->^ '-fcC^.. X X^^v,Uc^,c^f 



2,1 <fucle*y -t^~H ?!., /i^^'^^^ . fl^-*^) £}^ 



V 






^''^Ci/clte(il ,^£^/-U. adcrU^ <^(- 



yi-^TCY v'r 



e^r^s^U^ it^ f(rrh/e/^'j(a. 



7 



U^ 



, /^0^/^r 



; 




"i/^ 



7^ t^-drhui tt^r 



'jS'ZjCv^Jd 




t^t 




i^-t. 



/-^te( 






^, 



x£-^ T^ißy-y-^ f/C^i t^LittU^ 7t>f ^ ) /t/^-, 




^ /^ 



'^ 



<■ 



c(pr 



U 



■tt 




^,'U^'J I -^ 










(^jUÜ^.-.ß 



11^ ^t '^f^' 



t 



^ / 



f«^ t /V ^C ^r^t^ 



^^/^<v^^ ^.^ //^ >^- /^.x/r^ 



-"^^ ^re/- 



1 4f'ti^x.^ 



-^v^ 



4:^tW*VV« 



K-ri-JXL /y^j 



\^ ^ J 



/T/fe-Z^v ^, 



11 



^.;/,^^-v 




t<^ 



:/ 



^^ /£ 






'/^i 



C, ^.Tat^^r^ , 



// 



»i 



^ 



t<%.V-fiyi >-«'*» I y^t-^^t^j 




^7/^v^ . 4— .hs^^^^ 



Av^Vw/ 



4 



^^^^^^.^v4. ^^Ä, 4i /d./^ .,,^^ . /^^ a/^ clc^7^^<^( "^^ ^l^^LJc. 



/A 



^■^^ ....^ X^ ^, «-^,£-^4 




/3v;^ — y^ 



7"' ^-^^ 



; 



^£i^ y^Ji-t^ 



AJ^ 



J 



'/^ 



^^^/^(•t't.-»»v'v-.. -»»»^ 



l ,m^v^ 'Wfjur 



/%^ y^vU, /47 Je,e,Ju^. '-^- f^^. a^r^t^, fc-^. ^i., i^^^ 






-^^^ Ay6;/.4 fä^^^^i...^ 




'Pf/ 



Zt 1^^ ^' 



^^iCAiM 



£t t ^^ 



^i^ifCr 4^ 



!i 



t^' 




/ 



c«^ 



'Qii'^Cu^' /W^/^ 




U4t,y(i^, 



'j'^] 



^yuf% 



f ^r-Mf,flt^^/e.^^. ^/ ^^,:^ 



^^^^ 



?"i^c-«-> 



/>VH>i 



t/^ ^^ ^<:e£utjQ/^ ^<^ a<c/l 



i 



\-V>^*-n-i 



t 'f ^r >»^ 



7 






\ 






\ 




■•«^^ 



ö-lff 



\ 




^'-Aj^ie&^j^. ßi''(& fl^/f'-t^-' 1 fiuctp<^,^0^'^-^'^ 



'PVK'O' 






'^^ ^k^^Mi ocj^-^f^uA 



(J 



5 



^n-^' 




r^Jii,^ M/TV ^ 



i 



*-*• 



77T- 



1.^ 






"HÄ^ ^ L -Vuioljf^. 




^t^C^ ^^ J^i^Co^r ^"^7^^-t-ax/^ 



^M^cT:^ j 




-Vt^^^^i 






§tri^jol^ ^Tvx^ cur X-p^^^t-o^ Y^c; 






■^ >^f ^''^ .'//V\ 



'kc^iL^ d^ ^uA [,'47(^(\ j- ^W/,/^^4-/^^^i^^^^ 




Xf-f-t'^ 




7e/%<v 





<i,AU^r/^ . Uy^u/t \.^,,..Ct en-f^c^^ ^,cC^cS.ij/r /^ ^^^ ^-^ 






H 







'^(^eu^ v^&(^ 4;^, ^ ^^ 



a 





(Jti^ c/>-t^^ '^^ -^^^ ^"^^ " 



^^-t^ 




^ykx,/Oi 



^ 4i^ ' J^ ^-t^i^A CtiC^cj- /T^^^je( C^^y*'^ ^2/^^^/ ^€^ A/m^^c ^ ^<v^ 4^ 




/ 



/e-A^ 



'e^oj. 





Ä 



f> 






l^^i^i^lC^^ <7^ j^^ d:i^>c^ ^U^t^t;. J^oc(j^ /%^^^^^^^^^ 




ytn^^^ l^,rU^.,ci^ cuc^^.^ 







\ 



1^^-^c O^^i^ay "^ci^^et T ^^^^ Ocv^^iiJLuJL \ ^T^21t!ihL^^^^ 



^-^vt^ii^ 










h^fU^jL/^tr,/:;^ cU-. ^^al,y^^^ ^/^ /^..*^.. h^ hlita.^ ^^,^y^ 











Civ^ti/^l T^-^^-^^Xi-v. 



^<f ^ cluMfL^.A^ft^.t^-'f-^^/'-^^'^^^"^'" " 



Ä^^J(L 



'^^^/t ^.^^ ^..^,^ :^^..^;./^.. e. ..v/^'^^/V... ^ ^H ../^Cr.^.f^c/e~ 







(C^ CU-M- 



„ /^r^.; --'^4. .^^/^^^ >^- '^^-^ ^- 







"M^v '>^>^^Jf' ^^uuvt ^iH /Ci ^^x^: C /<-^'^^^^"^ :' 




1 / 




/, ^;/^/./j. 



/ 



f 



%^ 



*m 






^v^J^i, //,^,^,(/j/e Jt^.. V'^^*t^^;r- ^.,^,^^^ ■jrC-^/^.. /(Wv^U -i^^f/"^ ^'^^ 



M 



'ä*m ? 



««btt^ 







4^Uv^^ i'')Ci 



f p-n 




Cv^ 










fini-xA-^ Jl,, //cjTu^ Aif/^CJ /^(^i^i 








ttuijr Ci\ji A^ 






^-J-t 




t^iif 



qU- 




^-y^uyj £^j /W>ey.^- i^J^^ 





/ 








',/^V^:. 



u 



l> 






yüJTTnr^jd^^^/:^-^ ^"^^ ^'^:^' 



^-2) 






M 



^^ l^cüc/.t^/ju 





-uu^:.^^ 









J^ CryJL ^"^^^^rt^ 



'^^yjt^ ^rvuAJ /»vu^/Ü^A^y 



.^iUj-^..^ ^-^^- 



A.<-t 



/.^ 






I 



■*»■ 



I 




/>]^<^TcilCi-u^ ^^a^^^^^^y^^J^ 




^^'^/t-*'V»t--Ä->-i^Xrw .^^^ 



ierd^/j.^^y-'f^ir'^^ 



T^. ^ce^...J^ -^...Ujf^ ' UM^^t^'j^^^c^.- n^^fJi^.u(f€^'^-jt^<^. 



5' 





"^ 






/ 



\. 



%. 



4cd -^ J/i.., Jbufc^d ^ ^yj>-Uid^(^f^ --;^ t^jUt:.^ ^U/ ■» '' 



iUii di^ ^i<7 



d<l ^i/oU^^^i^ t^/Vt*^- 







le - 













'^^''<^yu<^fi<f/sc^(en£^ 



yf^Xty^t'X.^ 



/ . / / V. •.f^^~£^^,#:^./Ä;.^^^v^ 






/ /-- A Y/i. ( .^ ^^^^^ /^^^^'^ ^'^^'^^■:t ' 



/ 



Pt^t^. 







IfCnAry^ 






"^'/i^ ^^^^^ 



ufi^C 



1 



'PI. 






-y-^H 



j A V jA"^ ri^TyO^^^^i/H, 






^7V>vOt^ 



r,.u^ ^,.;^-^^^-^'^ ^ 



4»,^ //^> 




/Cz/r/tr- 



^^-^^^-^^^ /^^^^ nuz^<^ Ji'^VL^^^^ 



^^" lu 



.^/-/^'..Tf///^^.^-^^^^- 



^'T^i/n-i 



A..^'^^- -^^M'-tä-^- «i- -^'^ ■ ^"F- "^ ^<'7'/.i<~^^-'-' 



/^-tn^- 



1 

] 

I 




i 



H^ 



i'}f- 



ßu 







l'iJ et i/if^ ^ h^Pt^-^ f ,-»^1-. 



/v-» 



J^/X'.i^L' /^v/^ > ^^ 



('^f/tLc 



/ 



/ 



j 



-Vi^i 



/t,. 




'C *^^li. -Jx*'-W 



^ 




Vhj/jO^u^ 





inr^-» /-«^^^ 



^ 







i-L 




.^— *i^*».*«* 



Kü 



dii/i 



// 








fj / 






y^^/^,/j /^^/^v ;/^, e,^.^ .i^iX^t.yc/i'i/jL ^l^-y-Ca t2^..y^i,^.^ri-,(-^'^- '"^''" - 



J 






!| 



5 ^ '''y^^^''^'^^"/5'^^^>^^/f ^-^ ^>'^<^ .^v/ w^//>^tf^c-.Ä.>^^ ^ f^A^»-!^ 






'-^t^t.} v-^^ 



1mm x; 



.^/,^ ^-^ < V- '^^^^-^ '^^ 













,, n* j/i,'7' yi^/c<. ^^-^''^ - 




f-H 



''l'^vv. 



^^^ -^'Ä^/ ^,^>7 r.c^4 ^/(ijfi'^lA 4kÜ<. '^'^('^ -H^^^J^'^ ^^>^JU^J, '^>'^-- 




■^^*t ^^,/^^, ^^c^^^^^i^ a^/ TKr/el//'. ^^^ 




/^.X.-//^-*- ^^^^/^^'^^"^ 



'>^<JH. , C^ y^ y^c <fۧn c i-a:^ 



^r//.. 






/ 



>1 ^t^>\. 



/ v^n^Ji^-y-x ^-'^£c"f(^cl^ ^ ^'/5'f, 



\\ 






V 



' rv^. ..«'.«ta.juv i 



F»a^<«wtffcii**ii« inijttw 



e , 









/^^-' / ^4 .c^<^, > //d^4f^.--^, ^^v- A^ /^y '^'^' 



^udccC 







-»v? 



i^/*/ ^;^>'-/6...v .■rAuJi'.e-*^ Jr'Ut'tljaiy]^^^'^-'*-, 



, ^layj ir''r^j ^«^ 



,(.e/:or(t 



y 



^^^^^li^^fe/^^^ /lru^^^L^j^^^^j^^(^c^^ /t^/^.i-/'/^^/-;^^^ . 



L^Ci^ ^U 9^ 



i, ^,ru^^^^ ^^^t J^.,,^ 



^rjc-i-pj^ 






^/^^("i^'Ut^y/il.^^^ i^ ^(üräJ^ä^^^^rthr^^^ 



L0~h.<^i. Cl-^U. y/htri^i 



r^ 



4 






tX>J.f^'f^j 



'T^i-^t 



4 ^^t^ t'"*'" t<^*iWr>»v^*^<^^i'*^'^'^ 





fe '-x^Hi^Y Ti~^%^ ^ ht-^,. »»V» #<4^ 







J^^'ij/e^ _ -/'f^.^t^-^— 5^' ^-<, 






^;^/% ,.^>./ 'v^-li' -V^./,.//^'/c. /f^^cl/tj^^^^l,,^.cu£y^^ect 






/ 



^rm^fvt^^n 






7 



.4'^ tUL^.du^^ ^dd...J.^ ,<^CJ-^!"\. f^dpM^^ ^Mc.,M,/:e,.,r 







.^J/iP^CCf:} *.*^' 







.^. 






I 



mmma^mmmmmmittimmKtmmmtmttm 







?^^ 



^^ -l^ncli ^nUu. -"/<^- 




lO^/xJU 



K 



rci -»^t >t^^*^'^ <- 














i^yu^ I/C^U 




f yvtcT 'U.'^ \ C-t^^^ c^ 



M^ Ja ^alt, -m- -^/^^ .^ ,>dee^. ^'.Jenn.^f^--^ 




7 , , ^/ 



^/'i^it-Xv-A 




^t^r^' ^\-^ytCti i^j ^ 






V 



/; ^ 



//: 



^ic^t^JliiMA-, •€; c ^^ ^ ^^ |/!^^^' » -^ / Ui>rv*'*^aUK . :^^^ «^ V vf^^ »tA^ ^ /^ -^ 



Z*- 






■^ ce/^^^^j^^^^^e-u^^^^'^ß'-^'^'j'^ "^ 






/ 







i mw > "" •• 




,,o^4uJy^^> 



1*-^ 



■V^ 



Ir^ ^vu /t'j,'/^ ^ C'k 






TM 












/> 



^ 



1'2't-r./ 



^ .., ck^(i-n^,a<A UyU,\,.^^^ ,/,:- ^^-^ . /^.. „. ^-cc/fjj^ie^^ 1^ -u^^^' 







iT^ 



^j^ "^/^jeLt/i^yi If^^^ ^^nj^Zz-t' 






I 

II 



f/., /. .^v./^ ^ .,.,4.^-K --..-,'^-^/.-^^,^,, ,^.^^, /...../^^i^V^.^,. ^ 



■:3 






^iHx^JL 



-Ir^hC 




/ 



r /^ " z. 









— ™ — j^ — ~- / ' ^ ^ 




^ 







UM 









^-yt^A-i^tr 



/U 






i U'Vt^( dfi 



^ 



tß^j Tv^tt--^ Ot^^Z hHA^ V'^^i ^^i^/^-^V«^^/ 



/c^i 




-*'^f 



<!} U vLr /jLc(^.^.je, , fci^.j^^,i/i^^^ /i^,^ ,.i r r <^.^. y<^j£^j ä. ti 



^? 



■■ ■ • / 



'{u . A^^ 




vr 




u 



z^. 



/. (.c( ^ t t^^.e^ 



/ j 



>► / 



f 

^ 



Cf^iX/- , ^U j/l^x. 



J '"^f 



li^u.x^i't.ir^ yv5<.£ '^ V ^'4'^^/j 



^r 




!^L^i 




> / 



^, ^(^ .^y 






rji - 



J ty /^^^vt^^ 



Av 




-(-^ 









C iMn^ t:ctr 



c... 4: 



x=r -^ 



//\ 6 ^- -2^7:^ 



/ 



«^<w y y^ i^ /fXc^ 



^ 



if 




/S 




/^. 



'c^^f ^t ^"^f p«^^^ //^. ^i^^ */ f > 



./. 



X<^\ 



^"^ i? rt^M^ 



ciu'i 



fr^jple^ ^ujt 



/ 



^4>e-C t/-,wC- >^ 



'^r/x/i J.Jc-j^^,j^ jc/^C^ jl'Cr^'^C^A^^ ^'TTj. 



t^x 



,4{u^aSi ^<A^ a^^^u^ 



yy 



l,H^^^^J C j ^. 



7 t l 1 i ^^ f^^ux 



^u\ /Vc^^t-^t^i 



•t j 



ic^vl^i.krt^-^ io^f^^ 



'J 



O-J. 




r- 



"^^••»■«m- 




L 




7^«^<^ 




f 



'^^^ /c^ 



/j 4 



7^ 



€ (^u^ 



^r.<^^^i^^^W^v 







-^/UM/1/^R h^ P^a^%(}ü^. p^^c^j^v^ ' 4*t%i2:^v"^*^-^ 



^e <tf 




ß^M^; 







l^ 4U. 



ac^^KpU 7t^Cui a 







1 



taJ^^o( -fy^i/lcj^ yc/fi<^ a^j^ 










U 



<^^ 4:^ ..^..^ re^/r/^^£L^ '^ ^«.^C 4/^. 



;7C r?^ 



^/^ 2;i;^^di^f>ti 



Äk/f * 













/ 




/ 



f/e^ ^^^-^^ 






'/v'-e^^ t'^^ ^^^r-^^'^«^^.-^-^Y^ 



'■■^' yf t^.-^ljU^/^ 






, ,4 -/T'-' f*'*/''^ 















Ur/CiX anr M.^ c>6t^ji^ 1^-^'^ ^^ 



1" 1 



^'^y/l/%f-\^ 



.^'^ 



^.VV^KL • Z-?^ 



t / (f / / / i^A 



"/r*T, 






J^Ä...^-^, f(/^u^^^^. ;^^.--^ 




4^^^>^ 



^e^oef^. 




?'} 



t,. 



v 



^^„^ >H,<H«4. 



■^l^O// 




' i^v^^ ^-t 



y^- 



f f 




} r-^ c^ l^fa^-i^ ^yyi^ti^yc . no^ vucw^ 




'l:]y\ 



4*/- 




y/»/ 



.t 



yr^^^-^^ ^ njii<^o^ /^/^^^/-/..if ^^y^A 








I 








i 




^J^« 




^^^ 



^/CLAj^/u. ^^^^^^ ^^^--- ^^^ '^- 



1 



Kl ci^^\H //i 









v^if^ite,^ t/Ci^ /^^>v^ 



( I 






1^^^^^ 




! 

(^^Vt^ ^iM^^ Vi^i^^ ^ ^^ ' ^ ^ 


























■"■^H K^.u ^^e^tiö^ 









.^l 



?v. 7>7C''/ l/C'^^<- 



A^i 




^<^/^<&t^t<t ^;g'(g«^;:/;^ ^'-Mv^ 







H*'i - 










/lJU<Ä 






-i^^^Lr^X 






70^>9/^>*-^ 




T^^/ 



;(^ 




^»»^ 






;e - 






jJ^L^-^ ^^^X. 







yxci^*^ 



5^*^ 



\ 

















U^^X ^^ttf iT 




'• . • 






#//^ 



/(Aptv^^ 



-v. 






'> 



llfu^£, 




w 




^y /a^ 



cL 



r 

'"^^ '1^- -^C^ /j^/-j7e^ %.^. ^c 



^i^^co-yv 2^^mf\^^ 



t 



y' 



<i^^ ^ CU,-. O^f^i^Mn^ ,^ pl^t-iu£^^ 




yi -*♦< ^«'< '*y^ 



^e^<^, 



7 




'.&. 



J/ 



y 



u 



M>. 



/ 




,>• t-i 



^. 




///'€ ^^^-,(^^^^U^ 



4(^^^t^r;//^/^^ ^^ ^ 



^ 






Acu^^rüy^/r, 



^ f'^Ov^ jC 



-'^>v 'r^i^^^>^. ^4^ tri -^J^.^^^(^ 



(L. ^^^vtl /;^./(£.^ ^ /^;, ,^ 




/ 



U.-V PL.Qr\ /r^^cni ir^iKH 




J^U^Ctx 



A^ 



■i^ fVtn- 



»■%%''f'>'^ 



{^■/^c 




iC^-^O i^/t' 



/■ 



^"'/^/^■^'^*' /^«>«^. ^.. ^<^4^r^j (J^/^Jf^yA t...]^<^^^^^^- 



(c^^lt //dfi^^ c^j_ J^^ ta-*o^j/^i^^ ^J't /^c( Vä- A-^^i 



x" 



A-v -^ 



/ 



x</ 



-^ 



-^ //^/ 46t^t.i A^.z>"4 



>^,e^(,^^^4 /Z.k^ .i^f'fkoi^s 





/e^pvo^v<M~fs-^^ 4^y^^^^i^ 



"hrC-tn^c 'WT^ yyt^ 




'ä 






'^J(\ 



■X-n^ 




i^ — t-'/J.^/ ^m:^- t^lili T<r^rt.i.m^'^i ' - 



/ 



?• t t,i 



••v^ 




^ '^ i;(!/r '^^^/^/tf/^^i 



7 




^ A4 



"^w"^*^ 



/^i^. f^ 



^i't *V «^^' i^^<^**^ 



:^ 



'^^ 



kt^tac*^ aller QCic^ 



'"Ä--M. ->r^ 



y 



/' 





'/ji,^ /^iT^c^y/u^^^^ ^ -> 




yyt-^t^^ y 



€^{C C^iJ^^f'i 



I 



w /*t ., 



-i^vtM^ 



'tn tdC CUAT P^r^^^^Pi^ }'^ V /i>^ .^^^^ /H^^ ^:^t^. j ^ - /{^ t ^Cc/^^cj t iU%A^ t^ 



L-^ 



M 







t\ 




'^■'X^ 



cljt/kae^ z/:^^ 4^.c./^ ^ ^rf/i e.-.-^^^ -U 



Wff 



/ 



'1 



So 



Ac^d^ !^^'^rtnfA..f,^äf^f',^.L.^ A.^ /^^c^e../^y,^,,/ 



^-- 



\ 



I -1 



nt4€^, /i^T^^ -^H^/Ka 



ä^f'^i.^ ß^ u^^v^Yi^i 



A 



./ 




e^e^j ■p^>lf' /c/^ '^^^f^ ^ 




/ 



e 






'i^'UVt^ 



7 



et 





} /'^^ 



■t dj C^rti^gf^c^ 4wa^ iL-^J ^jUx.- ^^^'^ ^^s^J^/i^.£l 



£ 



%^ 




Uf'ji 



r 



^^-^ /fW^ 4-^/7^^^ ^^. 



^'^ ^ r'^/C- 



/ 



^ 



i^- 



'^r>#- 



j 
^ 



i) yt^Ut^ t/^ 



W-^i^, 




>^ 4A^r^^^A^i^):-i \ y-ayvx 



fs. P^^y^ 



/',, 



rj 



j-'C^'^uC i-L, 




<jC '/(M.-jO/ihJH. 




^^y^2e^ Mj f£^J^^^. r/^'e^ 



-nn^t 



>^^W" '%h 






L 



n'^t-j 



/i 



A J^&u.^^'^^^^J^- '-^'^^^., d^jj dt-y /^r^J ^^^ ¥M^ d-'C^i^.& 



(>l>u^ 



'/■' tu 



^ 



(■^t^v-^r -^iuß?] ■t-iy.j/ dn^ 






^ 



't-^j- ^ik>suj 



^iH^ 




^\ 



/t-C Co ^' 



/ 



'/Mch^Ltf^L ^£^ rül Ju^i 

fi 



Icc-^Vk-^ 



a 



/; 



tti^ / 



t''v\M^' 



/ 



^ ^ ^^U c((h h^^o r\^/a 



PC C 














^/^ 



/X« Ä'/l. J/,^i,jUU^M^t 



(ßtn S^-fe^ -T!" 






^ 





! 



k 






-i-jf^e/i^LA^Jc/^^^^ 






'.% 








-'t"*^ / 



/ 



^'i<^^< ^H^c^^-<^ ae^^^jiT 






/fi'/&r uunsa^nAr h^^p^^^ 




-iQ^ .^; /u. Ä. -/y*!^^ ,.,,//^( (^,^- i^,. ^^, j>^/,, , 



Y «i^Ü^^ /* ^^ 



^i? x/-^-A /> 






^ 



•'^ ^^-^iS^ 




{/ 



^6 



-^ Ä^v^/ dK^/Mu^^ 



^e/Ä 




y^tcHtf if^ft^ ^^ /Cc^y^^y^^c^y^ig^-^ 









>C:r''^ 



</-cc 









^^^o. 



y^iXi^H^ 



V''-»^ ^:^/ 



-^/vv .^^ 



•/^^/" ;f^^-^^, ^ ^^^-.,/cr.. ) l-^'f,^ ^<^juc^e^f^ 



1^^ ' -/.^vv .^,^>^^^^ ^^^ ^^ ^^^ _^^^ ^ 






— m 



l-*n 



/^^^. 






^- 






il/ 














^"t'i'X, 



r>^ -ÄA,,/^ ^,,^, .j,,^^^ ^«^ ^./Ä^,^,^_.^^ 




(•F 



^CvO^ „n-, ({ie^ 





»*t 






-y/i^^v, ^,V^/€, >r^u.ij^ j,e/^ 

^ciit^M %^^ i^ ^^l TrM:^ /; ¥sf^//% 'f^.^.fyA^. ^, 



*^/" 



f ^-jUk^ ^,i6w. 



i 







I 



Ae^^^^ail s4.yy^ii^^ /fL^T ^^rr» (oÜn^ kA^ 2^y< .u*^>Ay^;vyCv >^^ 






^i.C Ay^ ^^^^ ^_, ^-r^i^^,^^*^U'-n.-^S^ ^/"^ 'J^C^ . 






Tf 



M 'wi\'tn 



7 



-n 






I t^^M^ (/^^U. ^^,^, /y ,^ ^ .^ Xa ^/^/^- y^r>^^ ^'/it..c^« ..^c /^ 



'p*i 



'S^r^ 



ct'yi^ \ j 



-^^^^■7 



i^6^ tr^-^ /clc ^ l^£i^C^*J^/c Ä -w/, '^J 






- ^^^ vW,>^^ .<>.^.^., 






7 







^£^. Vy^^ o^U jeyel,-4lyiL6. 






yuvi'C 



'^ 



/»T /^J 



^^,V ^^^ ^'^>^i V'-^^r" i-cu^z^ 



-^r^Mi'JJ 








u/^y. ^''' 7-) 



' / '' ' 



^ 



I 
I •> 



1 



I! 



1 



i^ 




,f*^.' 



r.s-A-33 



MS-A-Rif 



{JLf..t, ^<^-f w^-r^^ 



V'j - /'''^ - 

Zu Kapital VI 

Die zeitgenössische Astronomie hat es also Icaun, widerlegbar 
dar^etan. unter den Millionen und Abermllllonen von Planeten 
und anderen Sonnensystemen muss es^auch wenigstens CO eine 
ganze Anzahl von MögUchlcelten zu hahentwlolceltem Leben preben. 
warhscheinlich auch zu viel höher «edlehenein als .uf demklel- 
nen Planeten Erde. Obwohl das Wissen hieru. vorlä.fl. .nd viel- 
leicht auf inuner uns nur wie ein seltsamer nicht erforschbarer 
Schatten begleitetet, als eine Warnun. gegen n-esamt. menschliche 
Überheblichkeit sollte diese Einsicht uns mindestens ähnliche 
Deinsta leisten, wie einst die Predigt Amos. die es dem natio- 
nalen Chauvinismus Israels nahebrachte, dass der Gott, von dem 
der Prebet allein sprechen wollte, durchaus nicht ein provin- 
zieller, elngstlrnlger Jüdischer Katlonalgott sei. sondern (auch) 
der Cottjs gEiDSt aer • 



I 



! 

f 



Loui. Lavelle. La Fra'sence Totale. 1952. PartV. 9.^Fre.ae ist das 
höchste Gut. s. ich Note-book Lust und Schmerz. S. 4,. 
Ebenda a..U9 - .Zihnloii^l^ der Vorwürfe .egen H 1er. Dagegen , 
m ihrem eigenen leid die r^i.hat_bel aller praktischen ochläue ^^ 
die Dummheit. Borniertheit im Grossen. Vgl. 67f u. 69 u. 73- 

Ebenda. S. 53f - Trotz Wegweiser in falsche Richtun. gehen 
Ebenda. S.^O - Erbsünde wie un,..erecht gegen l'ensch und ^.ott 
■':ä*, Maohtrausch In Ausheckung von blossen Hypothesen - Warten 
auf Kommen der Götter" Segelfahrt ^eldeggex? 

7^f Gesamtuntergang der Menschheit weniger schllnur als vermeldbares 

Leiden und 

73 freiwillige Kinderlosigkeit. Wenn gelebt wird, gut zu leben 

75 Luther sieht Teufel» Erlkönig 

76 Wir haben abgekürzten übersetzten Auszug aus dem Originaltext, 

nie den wirklichen Text der Natur. 
76f Stufen *■¥«« des Überlegenheitsgeftihls über Dummheit der Intecr. 

83 Kinder in der Natur und Wegweiserstirne Freude - Sirenengesancrr 
•^ End VII 



i\ 




^'^td( .H-Je.. ./A^. . 



^ ^(^/leiA^Q^ 




^W^*-! 



> 



4^my 



l-riU^ 



/</*V^ 



^tcl/Uv^- 



i//ßS 






Ct-vxJL^ 






-^^^^ ^^U(j^/jk. .,^/ 




> V ^ r^> /^ t A- /'^^^'t ^ 





^^>i^ ^tc/.jf 



^H^mCvx Uvi'jC'^tc^^j ^t^ ^^ 




L/i^'i^-»^' 



<Ö^<.c ^// 2/t?^ ; J^^-p-^m^ i^ii^M ^t(/^c^ ^^^^ /^-^ 




\ tu, -^^M^^Pi^ ^ 






1 



i\ 




;-f-^ ^ 



l<^f 




, i^^i //-rv,..-/^ 



^^*M. ^Ji.t^f 



Tyt^ 




1. 



^ '>IU^ 



"i^u^yt^ rff^O^t 



Zr-dA^ ^^ ^^ ^-^^ '^ 




^"V^^;^/ ^^.v^.;^ .^^.^ '^A^.^; -^y-'^^^V^^-V*^ 



VI^SS 1 



^"t-L-tX 



^ 



^'^4/^^ ^. 




C-i^^-yt^-^ 



y'^ir ^(^^ /. 



^-'f^'O-jKi 



//eii^vx^^ >f^>t>f4^'c^ ^t^'^^^r^ 



I 



/ 



-^4 ^^-^/Jc:^/^Ac( vu^.A/^-,/e.'^^ ^^^^^ /^^^ ^^^^ "^^^^ 



\ 



^^<^,, 



'^'z^ 



-^tfi 




'f 



(/ 




'J^ Aui/u, ^, /y€j:Ü^. ^47/^/^ 




^^A/f^jc ^n/ji^^.^,/er^^/^^ &^^r^^iL-/^'fi(^i^^^ 



M'^^/^^yiC'^eL. %.U^/^.^j 






I- 



^-, /^-^^ ; t^^,^,/; ^- ^/^, 



>/^rW^^:^, 






'»^ 







^f-^aUx^t^ 




/•^^z 

/. 



"^tJCf/UQ 040^^ v>V 






A. 






^ 



VWl ^-^^t- 



^ 



Y^x/^- %r/,//z 







''^« -n^^. «.<^ ^<^ 4 /^^.e^^/-^ ^teX^, 



■H-rz\ 



^ 



/ / 




?''/ 



.^</j^J^^e^' 



l^c^prn^ 







^»»■•^«"^■"»■^■^^»'"■^■■•'^^f'^^fl^^ 




Tift 






7 




J^--H^ ^^ ^,,^C..^^^cj^ ^'^/-^ 



-^^; 



^i^-^.£^ ^c,^^ 



^ 



^'Viyyt^ ^f<- 



'^r /re^xKe 






y%^.t-f- 



/ 



T-rf-i^, 



Q^VLA'-^ , 



fhr^c/f^:cAA^ A 



^C^yTyyv /t^i^pt. 



jZ-vt^i fi}i.^/Sr^/^^^(^ > 




I 



) 



Her e^n^/joCA 4^>L4trf^i;i^/ d} 



f 




^JTn 



^vv€t/^ ^Uv^ A-^t-H ^^ j£<f^^^'cCt^ ^ 



'^^-^y ^., ^^ /^./^:^^ i^ /^^ ^^ 



^/y^44. ^e^ 



^ ^f^CrrA^^^ ^^^ 



'A/^^^ 






'/€r- ^^ 



^ "T/^^^i 



^r ^i^Ä^4;^7^.XA^ 




C'Cx^i^ 



■'J 




'WäCr7, 



■^ >^v -^l^ 




l^^^c^^ ^, /^-or^A. Ä*^ v-r^^ (^ i^.j6^ <ir>..^r^7f/j,.^ i^/LjU.^e^ 




il 



^ 



^ 



.^Jvt*X 






IM I li>ii 



>Ul^ 




ii 



V 



6 



\ 



\ \ 






\ 



y 



^li^/^J^^ 






f-t( 



^hyi-w 













. ^^-^A 



^^'^--.^..^^ *^-^--^. ,^^^;^ /fa^. <A.2/.4 z,/,^, ':;^../,./4 V' 













"■^X^^jt^. 



a^^ o^.^'^^ ^^ A^ü.^. U€r/^£^ %^^ ^<^ ^A'^.,^ 



'^'TPVi 



^^^/ 0^i/i!er/^ 



hi'n't^/ v^>t./rx^ 




y z^ir>^ />^^^^^c ^ a^.yc^ /^-w^^,.^/^ i? ^^ 



/^i? 



ii 



^y^^-V .'f. 









^ty^rq C ^.^ drci'.^^j^^^ 





/ 



l^yi^,^ 







i-^H^^C-^-^TTj^^^ /^-/iy ^t^^ '/' "^-u. A 









*iMMaü«HMy6fitfMiiliibiM- ' 



dijZ '7vl£^H<^U' 






^£^^e 




l/^€i^ 



m 



^^t 



^^/-^^^/6^^^ A^^-^.^ ^X 



^^./^ 




yl^^^i 



^ 










/2-t^ 







\ ^f>^^ 










'^ ^H/>^'e^^r^t^sifi/ß^ 




J 




'7 '2^-;^^ ?'?'^^ 






/^ Z*^ . Cy>(^yU//£( ^^ ^^Uep». 2^^^ ^ *^' ^^r/a^^tf /^/ 



v^Jryi^^^ C 



i^:) /^/^i./^:7^/M^^/<r^^ '^ 



^•tJ^^ 



-^-t-**-^'t'V 



't'Vi.''>a 



"^^ ^VAo, 



^^m,^^^/^ ^. /tr^pgq.t.ujt.^ ^^^ü-'^^^/r^^^ "^- ^^ 



%^t^H. 






trifT, 



ix 




/W (^j^-- 4i.t^^,/;^^^x^//.//J c(u-//i^i^ ^.t ^^U^/<^vr.. ^,..-.^>.<.^ 







'^Cl'-t->V\: 



flnM,4^-^-^t litX^.^ J4^ /^<^^. 



-"»^^^^^Z? 




^^^J 



/wr-4c.^ 'm^^ j'^jux ^'^ 






^^^^^^/hitf^Z/^f/T], ^Ä^ 



nu^^ 



/ 



'^^C^ 



(\^^t^stUk^ 






/ 









i i 



fiwisl, ßa^i L^^Uj^^/^ iciydi^o 



/je 



kS-\^ 



\Jt^y 



/i\,\>'^ 



yc,rL(^fc{cr/U^^^ /C..^ 







/. 



^ Sc Aj^vryPrr'^jcr^YJ ,^^ ^ 




"^C KJi i 



i^K>^/^V-/fe^ ^ ^ 



Ji^^*" -H/^^^ inc-7^ ^/a tU^ LV^i /^^Tihe^J-r^.^ /Py^X ^^'^ "^^if^J 









'W<j> ^aif^t^ 



■^A. ^r,^,tu^ ^Cc,(,/kU^ /VC^^ur.. /^,/?^4^^ -yCc/Ll/^c^ltn 




^^ 



2^^ 



/^'^/ 



^^j<7- 



^^ /^r ^/x< ^ 



yy^/'V^J^ y^-TV-^V* 



^C<.-^l/tJ{ 



£i.^//<^6r^üi:^./( 







f> ^ A'/l Uue^,^ }Üh 









i 



^-^4 




/ 



ß^-VV 









/ 




<^/i 








I 



■i 
1 



I 



^>/-, ^ ,./^, ^ 4,^^ J,^^j 



Ci^s^ yp^p^^C^^ ^-a-fc^V*' 



i>r^7 



4-/^ iß^^^u<^^v je 



w. 



/O'iß 



C^Uti ^ 






(ä>t ^^** <* 




! 1 



J 



4 



? 



« 



A,^Pl 



IT?, 







^*'^^'^'-*^^ -Uä^jß^ Ji'üjf/l-}.!^ i-^.x^(r- k^i-v^^ '^-i^p^ Jf-'ici^*^ e^Wi /^Jiu^ l^^ ^- 
.1/ ^ ' ^' ^ 



/ 



"^ ^ii/ ..^vv 'S-wJt, oc^yi^e^yTel^ /^^o( ^(i-, i< j(u^ Piv'f)c(tfeci-i^^c^'^ 't-4..Kj-/{i*^<^0€ 



:/■ 




r 






6^ Z^' 



/f '^ ^4 



r^ C» >\i? 



r:r-^ i t ^ q^A r^ ^ ^f ^ ^72->y^- 






: ?^/i/A^e /^^/^^^'^^'^ 



fi«v^ 



T-lPf^-i^ 6 
















-trwrp- 

\ 

JJ4 




^ i-vxJL 







^W-x^filf; '^ - Af ^ 



<~*^t 






y%rxy%. 









^/^^ 6i4^^'>K(U^*'(H(i 



\ 





i 



^ 



> ■■< ^"^■'■■^■^!>wri**«?wKRw 



vs'co^ ■^»■>»■M•« 



1 



i 1201 SOUTH HASTINGS WAY • EAU CLAIRE, WISCONSIN 54702 i 



' tMiii9V \ \ie ^k i k i \ \ <iiiibiiiÄi/tM<<rM-j^l^^ 



THE LATEST 

FROM 





E. M. HALE AND COMPANY • PUBLISHERS OF 

CADMUS LIBRARY BOOKS and other 

FINE BOOKS IN HALE BINDINGS 

ALSO DISTRIBUTORS OF Q d Q BOOKS 




SCH 






BULK MAILING 
U. S. POSTAGE 

PAID 

PERMIT NO. 149 
EAU CLAIRE, WIS. 








/ 



/ 



.*»^*' 



RETURN REQUESTED 



. 


■ 


4pi^^l?iiiP**a-:te|K- ^^^^^^^^ 



> 




.-ssre-.'-"W.A '"«■»iiw ••■awor.i'rrfn»^,^' . j 




. .jtrj- 



^,, 



yfi 



/ 



Vllt 



\-t^A/t^y\, 



A^^ 



■M"M^ 



-^ u^/d^ 



/ 'Jm^'--^ 



J i^ 



J 



>t* 



1 



/ • f 



rr^( 



/a 



''jL%i 



i^-i-f.t' 4 Ct 



i' i . x^ 



/ 



/v^-«^ 



r { f, 



Hu <^/ » "-^ 



S 



■/ 



/ /ä<^.->- /'"'i ,L 



j 



> /jM^Ct, 



/ 



iii^vi^^^ l^i '-(M 



i i,! ( <^ 



1 1 



>?. 



J// 



/ 



j 



/•> 



//./.. ^ 



V 



/ 



/4^^ 



•r<:'' u / 



/ -/ 



^. „y 



/" •/' 



/. 



/•.:-»• 



r 



/ i C* *^ 



/ 



1 1 



/üix^^^ 



/ V 




«^ 



/. 



/ 



e ?.V: /f^ 



A'^. /-^^ 



7^. 



Tu /^ f 4y^^^ JJ.'iUC ti^J^ 



u l 



L 



/ £.^"<.^ 



A 



/ 



• V 



^-^/C 



-5^ ; i * ^ J ' 



^ i^^lt'^iiUHJ.'^ 



\ 



I 



^ 



I 



/ 



i ." t<^ / 



:<- y//tiC 



/, 



( r 



^ 






M^ 



; 



4*. ^' ^-t //•> ^' 



/ 



/ 



j 



M ^(-a. /7i,[ kc^^ 



/ 



tt- I ii'C 



L 



(UtJ 



/, 



if f / / Ät 






1}^ t 



/ 



( « 



/- // 



*.» 



/lit/ Jif^ 



i.C Vvi 



V ir/vC^^ 



^UiT- 



(^"^^o 



/(: 






/ 



/' 



/c 



/f«.-. i .r^iT -f// 



/'^''^V' 



^KT 



^, 



W^/4i/^^y/^, 



{f. 



^C 






i^' /, ./ 






:3 



6« t^ 



» •-»'v 







t-f ■ -^ A.'- 



/^.<^/-4^ 



J /v4: 



r/ 



^ /// //(. . :/, 



^< 



*^v» K »i/i't • { 



/i* 



»fc 



/ 



/i 



■ht 



XU'X^ 



-'i 



t 



H^t^ 






wt 



V / , /■ 



) 



if Cr t 



f/ 



/ . //<4, 



-^ «. 



/ ■ ' '' 



ti'it^ x^ 




V 



f ' 



//r^-^r//- / 



^ 



6<^ / K' 



/• 



/ 



^ 



.'/ 



(/■ CW'^i-t- 



/ 






f 



/ r 



/ / !^ 



/ // 



^ 



/^; '-'K- 



t 



n 



•1 



I 



V 



i >i>^ 



A 



//. 



ia- 



-e^^j 



'■. i V-'. 



;■■ 



./ 



,/.- /. 






/ 



/ 



' t- / ■ 



/ 



f- 



' / 



f/ <?.f ./' 



/ 



/«-rv- 



--r 



/ 



^•« 



jthr.^(M>^v^ 



A 



> 



> ,►/ 



-/ 



•^^♦t ^ 6 ^ f 



^iC^^^ ii^^T " •/ / 



Vi-t 



C i ir<4^'f£. ^t Aii'/L >y%.-%^ L<J^ 



j 



/ 



.Z. 



:•--» fc^ 



^ 



/ 



KV 






■aMMMMHMM 



*Y 



i^yt 



4. 



{.-' 



4 



n(>*^^ /<•'-• 



/■ 




//x . 



L^ii^i ;./ 



^. 



/ / 



/, 



i.^P^ 



\i i 



^ 



; 



'1^'- ^'4.^ ^^^.. 






/• t 



'•-X 



/ 



X 



il^iJ' 



(i^-hf, a^i 



(i / i / -//> /• ' 



L 



i 



'<6 >^* 



-^■^ /^l ^ 



^ 



■t/)'i 



' ^"^f^r /w-rT^^-^*^ 



y 



n\i 



*<#t ,/ ,rjr 



/ 



( /.' I 



/. 



,C*>*^ 



"f^p-CZri /-f^-i-^A^./-:) '^-y; 



/.^ 



«- « 



^' 



k.i^*f<.i 



^ ^> C' 







t 



7 



/ 



« A /^ / < <^ 



/^ 



/ 



/7 / 



/// /. / 



/ 



c 



u 



/ 



H^ r 



L 



k \ -tOL JC *-/'^' 



1/ 



/ 



/ 



if 



i 



.z 



^^-^ 



'.? «^ f ' 



r 



t--' .'' 



/ 



l'i 



/. 



.i. l k^ 



M / (X 



it 



i" ''-i-pt. '^ *■ td-^J /, 



/ 



/ / 



/ 



j 



'/ 






//'CK^ 



/,v.. yy 



,/ 



r 



/'- 



<.^;/ 



/- 



/ 



/■ 



// 



'f, 



/. /: / 



,J 



n 



/ 



7^ 



'/ / 



/ 



/ 



^ 



^ ! t. 



^ 1-) 



f-f> 



f 






4.- *'- 



/, 



/ 



y-'/n 



/ 



Y 



//- 



r /^^ 



^y 



/ 




f^ 



' < •>. 



v6 



/ 



/ 



/" 



/ 






t-tf r ^f 



/'- 



/: 



\v 



/- 



/ 



■1 / 



C. 



/ 



/ =-^ 



/ 



/ 



I t 



9' 



i 



^i7\ft Qo^i.cy^^^'^^^^l ^mpyfUn-n^, 



4it<r 



/ 



h 



/h^ 



I 



1 






.jU f\ji4^l^- 



r 



/. .. /.. - //■ 



/■ 



■koUi.:.--Li. 



l 



t 



'7 



f 



it^tri"^- if-i^s 



/■ 



/ 



T 



L^ 



J^ 



>A Jl 



J< 






/ 




/ 



/ V 



■li 



t 



^ 



L 



/ 



/ 



l ll.t 



/ 



t.t.' 



s: * 



Ä 



l 



I 

t 



>t 



Vi' yj,^ 



V 



:>r^ 



//■ // 



t 



>* 1- 







/ 



?v 



/', -^ 



l- l 



r 



/ 



»1 ■* I •/ . 



/'■ 



/ 



^ 



>■ 



/♦•'^^ 






/ 



r' 



d^vJi 



KOA' 



CvLaJU A^ 



r 



,v«Cm/«^ ^X,^^Ai0t«^j9'wW^ 



\ 



J^^n^^K / 



.; iA^ 















'' y jti^^m 



^^''^- ^^ 4.^^^-- 



yM 



.'^^.,. 






3^:^:* 



i :/^ y^K 



'/< 










^J^/ 




£ ( « 






^''<-r'^cu,ir 




/ 



z^' //^'■•' / :-',//t^^' '^ - /•>''/A 



/ 



O.'.- 



,./ (/<( //f'<^^ 






< l ( y ( t t \^ / 






/- 



:>^. X f f, v-^*" 1 



ff^"-^* 



iit/i/ ^Lj A>"^ j/MW^i/t •>x.j'CfjcAU 



/ 



^irx ji^ ^i ^'i 4^/^^, , :{ 






I 






1 



rrf^'^^e/^Kr^n^ 











1: 



'^■_ 



,*^Sc/i 










M*l 



MBMHi 



r 



n 



j 
I 



/ 



./f. 



t- ^> 



'/ 



(i 



J 



'' // 



' / V :/t,-i -«. //' i- 1 i^J i ^^ t 



/ 



// 



/ 



' ■ r 






t,. 



/ 



//•- . 



:.f 



/ 



/^y 



tu 






,.( > •■ 






^•' 



/ 



/'./; 



fr 



LiL*. 



/ ^"-f 



/ 



/ 



/' X 



^- 



// 



/ 



r 



;)ir 



^3^ 



€' 



j^ 



/' / 




■i;* 



\ 



7 ,• ^ 



y' 



c/' 



'IV* ' 



*' «. »■ ^ 



y 



l 






/. ^ '^ i^uM 



>->-*. • '< <• 



t '-# , 



/ 



.**■ 








', ^ ,/' da.i. A-yc^i^y ' " 




^^. 


>* 


/ ^. A 4/^'^ 








_^,) ^-'A 


; 'V 


' 




fi-tw ' '" ■ 


* -■- 





'r- 



u 



H'iß 






^// 



/- 



>'^^>/ .•fr«*^ <,'^ 



^-■/^"^ 












/ 






/ / 



^f 



?* 

t-' < f 












-c*-i i VsX'V f •»'>■ 



/ r,-. ^/, /■ / '.. t. 






/ 






t 



~y 



/hifUi'^M' »y ''' 



r- 



^^tvt^KC'" ' ■••- 






,w -i'^^iy^^» 



'. 4v 






-//. 



/^ 



f t 



/. 



\ I * 



/ •/.^ 



,^ 



^V 



/*: 






' /^ 



9 



I 



>«« 






V^lZ^vt^fev«- - 






r^ 



dt>. 4 



/* 1 1 C.fc 



/ 



yi 






T-t<^C/-tiA-^'^ 



^M 



^t.^'i) >y%'^'C 



y 7C^- 

3, U^ cLi: /((//y'^t^p^tc^..^,^ ?'*/^^///<//"^''i 



ItJ 



^-v i<^'^-uy»^' 



]A- 



/ 



;^/(/l, 2y>-^^ 




V^ ) ^/J /<f / -^ /<Jf r^ y</yfyn. 



^.^-x^-f-i 



2^4. 4^ ■Mi^-^^.'Jt.-^dj^ lt^>-^X-^-^A/(t-PJ':/j^^ '/^■{^■■■'^^(^ ^e^rf('L.^-.''^ 



I 



^ 









P- 



t^ÄU}. 



y^^*iÄ-t.-t-^ ^'^i^y 



d J^iAic:id {VLi- M^ /w«^-*^^ ^^ ^ '^'^^^ -^^^ 




7 



"/^r-^^ 



A-a 



/^^»^ 



^,'^ A*/' J i-i^^ 



ti/i. 



/ 



^ l'-i>ni f<'^i^,v>: 'LL^,...^iuÄ v^er ^-^^ 



^^jcJt.M 



/ 



7ttc^/-X^^^^t-^, 



ä£^ 



} 






/ 



/ / , v // 




rT^ 



^- ^/- 4^^*^/v,-/^u.>/'^'^ ///^ 



^/^-'^ .€^*^^'^ f-^ 



^t<// -^6 



So 



/ ..J 



^-t-ir-^, rlMi 



/ 



l^^ 



/ 



^^r 



// 



^v"^>v-^^^^^/>'-^^--' 



^''■7 *•' 



^c 



;(c. 



7 



«4' i' 



/ 



/> 




^c<^*^ 



^^^./a^^.J' ^^'^^■■ 



L 



.<«2C 



//-^ 



'^'^y Hf^ r 



'^..ßt, '^<^r ^~<^?^ - JkpTä-rJ A^^^^^-y;^ /" 



/ 






/, /\ü.,U , 



r^ ^hj^r^ / 



/ 



C^^y^/ 



y 



'-£''>uo 



^.-^.--^v.^L. 



r> 




y 







C/i 






/&7U^ A^^ 



f. 



/u-, 4r-' 



^i '^'A ^'^f-^ 



/• 



rs 



r^ -^^4? 



7^ 



O' 



t-tt^ I ''*-*' 



i CiA. -«^ 



.-.Vt-^x 



-G/ie 



t'^ 






/ 



5^ :/ 



a. 



■IV 



^'•/^ 



-w -/(/ 



-/r/ /^ 



// ^ / 



f>«^^ /l£ 



-J.:. *- 



';^^' 



'Ttr^ 



/ 



./j^^^^rA 



t^^-^ 



^ "rnr^ 




'//l* < t«<t'»-« ' f> i~i ?> r 'v '^^^ 



2^t?^i 




^ 




'/^. 



'^'^.^ i^/Ä>/ 



^ .'/-Y^- 



l-v-x- 



/;£'-4 



^^ 



.7^ 



^ 




// 



?i- 



^^n-^n^-^ -i 



>t.t<^ n-^'-c 



^t.-^ X 



^ k. 



u.ii't^l'^ //A 



4- 



/ 



i* 



^^.'^y?-^ - i-^t//cu{. /l 



.V . 2^v/v ^. 









V^Kc/^^^*' ^^^' 




/^'A'^ 



A^( z', 



/^^ti-j'^^iQ-^i-^^ 



Yl 



/'-•>' 




N<* 



<x 



■/. 



>^^-^r// ^/ 



' ^ 1 (*-j i' ( 



t f V; 



1^ 



y 



./ 



4- ^'t^f^- 



t't-', ii>i/ C-c^\i 



(>- 



/ry 



A« 



i^ 



^ 



M-^t't»', y 






/ 



/^ 



f. 



6>i- 



v\ 




>» -^-^-^^-L- •^7^. 



-; 



>f!/. 



Y^/c^:.- /^ / -i^/^'t^r^y 



/. 



'M'^ 
y 



>«'< 



^ 



:^y 




//^ 



^, 7'^'^- 



/» 



YA i '> 



•t^-*/ /r^rrrr; 



' 2"-^t ,^^ // / 



/ c/U^i/ 7'/>t-/0 /f.^^(fi e^j 



tk^j t^'( . ^ -^^ f-:?c 



t:^. ._ e^- pk^ 



/ 



^, 



it (^-{.'»71 



z 



T 

- f 






/- 



.A-^- 



■0 Jf 



^Ah,0 (^Jc 






/"7 



/ 






II -t 



l-vC ./- 



/ 



?^^. i:>^^Y5i^^v^^^^ 



^ A//^i/^/cV.i j"y^<^-^ f ^^ / 



;; 



V"^c4 



-vvi.«--J'V; 



<i'i 



y 



<;-V,. t( -♦-v 



y> 



«.-Ä* f ^ ((; lie^^JU.! ) i tv> f<A F. 



m 



c / 



A 



t ^ n, 1^** 



/ /d'.^J 



X^ P^o^e^^ /^uj.rt^^ h, U , 







l'^''^'^/^.^ f-^^Uoy 9/ hfkui 



*^ 



I 




I 



"^f^O 



<c^i 



(tCOJi J 



I J^' k-s 



-/ 



/ 



( 



'j 



T 



■ ■ / 



^ 



(j^iC ÜcZlf i , 



/ 



) 



lHn^^^ ({.^te<^ / 'J 



( 



t /, 






ii^fy J i-' 



f 



^ii 



t\ 



/ 



^^i*' 



/ 



'•C 



f C /,*^ C 



/ 



V- 



L'-lLLkc '^>^' 



f. 



( ^^</ k 



r 



t^ii^C 



r 



^irL 






ru- 



r/v^'T^' -^^'^ 



y^y, - O/ <>; 






l^^ 



> I. f. 



I 



r- 



?< 



• V 



//' 



/ 



^ 



Ic^U i-i 



/O 



<<, 



i :■■ 



/ 



>^ 



C 



hl.. 



ff /'c-A^ '*-* ^i 



CtyK-^ 



/ 



fti 



/ 



f < 



//?;■ 



I 




/ 



1 






.vi 

V 









;,- /f r 



"T^'V 



■'/^'^-Z- 



/ 



# ' • 



^^ ^^j'jcMuSA. ,o./^...>./.o./. >://.- 



/.. 



/// 




Z^' 



ü 



f I / c>> 



/^ V Ai. . ^4,^^ , ?.v./ ., //^//^.,,/,;, 4 



^ 



^v^' ^ (ü 



fü 



'i'^r/c-jK/Jf.i/J,, 



t 



f 



•/ 



A 



.i^^ ■/ 



r^ii/ 



t 



Mjix- 



^' • &1lffchl 






. /^ 



. u>..,. 



„? 



>» / 



-liit* 



V. 



^-i' 






// 



J^^At'f'^''^ 



i 



^» Ü - "■ 



d/'I^V / i t, 



t^ -y^ 



•-i»HU, 



r 



/ 



-3^ / 



/' / / 



«<^ 



y 



/i/ .-v^ >^ 






i /. 



.^ 



/./ / 






/i 



/ V 



^^f^^s 



tz 



/^^■^fica^ 



•\.. 



y\ ^ 



^ 



**W*Tt"'"" '" " »^ 



>->«. 



*«'// 



/ 



/ 



V 



1 i-x. 



V 



/, 



-r / 



y. 



J^ 






/<^ 



>-/' 



I • I / 



44 



/ /-- 



( 



r 



/ 



/ 



// 



/:*- 



<; 



/' 



i — 



d 



r y. 



/^ 



(I / •• 



/ 



/ 



A irx^t^ 



-7^* 



/^ 



ä^fltu^U. 



♦»♦^^^U-HÄ^ 



-; 



/■' /'•:tf/ 



/' 



■/t, 






*^r^7¥^M^^ 



41 



/■r..r^./. 



/ 



h^^rä^ xy^o^fa^^ti. 



T 






"^t»"»!« 



y 



7^ 



A 



/// 



li<?l 



6^ 




/' 



/- 



/ 



^^ ' V c 



/- 



<'^^^^>^^^-^<>ri^'^ u€cd(^ 



/.- 



I 



r 



*->if--:i'it 



'y.^w j*yW<' . * N I ^' 



T-^ 



:-^ 



■^y 



-V 



/'/ 



77 



I ■ i ■■ ■ ^ t 



'^ 



l. 



^L^. 



pi- 



0^ 



..^"/ 



I 

I 




/O,^ 



y 



^^t^t^ 



Ff 



M 



'ti V 



^ 



/. ^OL. 






'X^l^ 



fi^/i^ 






L^. 



f \ 






\4(.( 






!■ Vt'"^ 



^iC^ •',.i- 



iC* l>u^nt,t Ju-H. u%^^C-VK /^*-T //« //|^v^ ^^' -^ ' i Jii\X > 






>> 



^/i 



-^ 



^<?^ . V/ ^'^ /;/^Z'.wv.«- /^l^^J^.t 



U 



fr 






a 



/ 5 



/ 



/-■ 






^ 



Uw 



Cy^/(J Ä^HJ 



/s 





// ^» 


/^ 


^ '••// .. 


> 






/ ^:, 


• -i / ..,•- 











/ 



vv 






^ ^/ Ä / --^ //^ » ^' 



/ r- 






t/LA^ 






■'i^ 



rrt 



A 



t 



^^^ ^:-. X 7 fr~7. / 



/ 



) 



.7 r {/ 



y^ 



/ 



A^f^f^ 



i 



u-^-h 'n>i.i.l/ 






/ 



■&*-»t 



ti ' (.. ti i 



.t 



A 



f" ■ '^ ^/x '''^■'■' 



^ 



^ c\ 






/ 









c^' 



^ //^ > 



PV^^ 






^>v j<^ 



e^ 



r 



r 



r » f V ' T, 1 



'•-'7 



.^ ^<V 






r 



/e. 



r 



^.J i £. t ^ t*« 



/- 






I 









/>■ 



•V'^' ./V 









'C\t^ '/'♦*<."< 



y\ 



f^'-ltiA 



l 



H^ru c^ '^,av yu 



'ü 



KVm 



/- 






<^ «-^H 



/ 



^6^^ j 



uiUtj^/^^x^ /^cciT ß, 



/-'' 



/ 



^i;^ 



7 



^tA 



y 



^<| •V^vvt 






6, *.C /^ 



^Ä.' 



>r.-*S-4 TTi /tf 



* vv,i*;^ it *<-' *!, 



/: 



/ 



/ 



* ' 



e-t j ^/*^>; fA 



'{a/ /^ ' ^^mJC Aj<C 



♦' i * 



<-|^M ^»1 



t'^^s • ' •'^-^ >^^ tMO^ii t >/y' t.^ '/« /Ü i 



i\A 



i< <C 



A 



» ..V 



t /\ ^ iC^ 



tc 



^ct fl^<^')^ll^,t 



Us V^^ /*M 



-•; 



/'tW/ Ä/Xz. 



£< 



-r- ■/■ 






4f «//* .,r^T.y l /. "^^ 



•fc, t--/- \ c i 




■^ * ^<:'v<^ 



6-7'^''M. 






/j Ä *-. t-f 



t'i 



^i^ J i 



■ ( : I 



'<!, hr%i, 



/c.^^ 'i^lXU ^r T^i^^^P^^*^^^^*. i>*..dujti 



iä ..'; 



/»-♦Tf 






'* 7 l'^"\i;^M ^» r^ .- h-v *ti /< 



^^/ti ;63l;^ 



/ 



/('L Ol 






■1 ./, 






A.^> *.. 



^~a '-( 



Y 



^ ./i 



^'7 



yM^U ^'^" 



^ 



/ 



/ V» 



/. 



// /' 



■ gyr-Tcr- 



/^/ .^' . 4^ 



■/.. 



/■ :-^ 



// /, 



■' 7 



i^^t 



-«^ <-**-;... 



/ /: 



'/c/'.^ 



t^ ^"-r 
. d f'^' 



M r>\ 4W- 



y 



l'*«. 



./ 






/f,. 



/ yl^/i-»^* f* 



7^ / / 



KA.J^'V 



f / 



-*/;■ 



/ 



i^.>« £J^ 



Ji^ 



J 



it 



'U 



.fr^-'»' 



/ 



/ 



1 it' 



i7L /\ 



/l,'^^ 



^^ p*'* 



i^ IS 



fj 



}^tyvy\ y 



f- 



'^H^ 



« 



rrf.M' 






■■\-- j f\Mt 



/, 



J 



( 



/ 



/ 






^ -. 



'. < I - -■ 



t/xf> 



A 



l 



* f 



i^l4 /** 



? 



t/ i.»'^*^' 



/// ./^ 



J f / / * kr* rf 



i i 



^ifi 



l t 



'>^-yc i^ 



J>C 



^XJ-n /♦». 



/ / 



/ 



}■ 



^-»- 



/ 



^ ,/Af':^wv-«" 



,/ /^ 



/ 



/-'''f' 'P^ft 



i {. 



/ 



' ; 



^. 



/.-. y ' h 



r A, ^ 



^X-v»*- 



/ 



Z' 



L 



l ;;- ^jf^>% 



L 



/ 



/ 



/ 



,^- . / 



/. 



/ 



./ 



(■\ 



t'i '^J* '■ 



U. 



i ^ i 



// ./r 



l 



-f( } I (' ' U-i -f 



^ 



^ Citu^ 



w-v 






'^ l ^ 



:) 



ft^ 



t 



i'i^i/'ti^^^ i^ilf;^ 



<'('J 



t 



,, 4 -Vi-iM-* 



r 



/ 



f/ 



tt fntjr(aili 



i^^\ 



J 



vi( 



I"- 



it. k 



C Ai 



r7>vV<-/7 N-f-^-M f^ .\ ^ 



-/» 



>i 



M 



/ . /i^J.tiO 



MT -lli ^ 



/ 



/U*- 






!l f <'« 



/.•/r»-* 



f ^.7* * 1^» • r 



.> 



/^/'^:^^^C -^ 



-T7J. '*'-• "^ ^" 



J 



% 



.1 



/ J 



< ^,^X^\ l ) 



t.. f- 



it L 



44^ 



t *- 



/ 



J 



I V. 



i'^( r^!((. 



i 



YO? 



h 



^«.►v 



1/ 



/ 



/- 



W7( 



i 



>t 






T '^Lfci^ .p.y'x A,' /^^. l/'C\ 



> ^- f t^/>' 



■J 



>/ 



^ A#v^ 



'4^# 



^/ 



^-^^ 



// /,/,^.ry 



/1/ 



ii%j^ //i^ A^ <^^l 



tf'f t 



? »• 



»V^>' 



2/«'^'/ 



t ^i.-»' hi^tc/ti ^ A > /^ • ^ 



/ 



/'^''j 



♦^ / 



■i 



v*-^» ij-i»'f '»^^ 



/ 

/ 



r.~ 



/ 



^ 



Au 'f i 



t 



u-^ f 



-jtu 



vcnt 



> *t 



«■♦i-T 



/ 



•ÄV 'ft 



U. ^ I 



r 



r- 



^. 



/ 



i;*.i- 



'7 

I f de 



U 






ll-J l 



../ 



?H*^ 



/;r 



^rtH* 



ni* 



-/ 



// 



V /. 



t '/, 



/ 



r 



/ 



/ 






/ 



i^k». I i 



li 



A i i-'i > 






/, 



,«-> (■< 



r 



■»^,/ 



/ 'U</ I 



l../-7:/^ 



/' / 



<^>- 






J 



A' 






J 



t> 



ijf 



^Cc '** 






/ 



{.*, y 



/ 



/ V 






H-l 



('^/i.Jri 



J ' 



l 



>*..><->. > ^v, / ''Y 



tv -^ 



;< 



o<^ 



'I 



L./^6^ 'v^ . ■ f^v...^^-^ 



t^. "^ 



■<">? 



y 



.lU 



<J 






/- 



4 



/ 



^ 



y 



/ 



V 



1 



'j- 



/ 



f - 



T 



/ 



/^t 1 



/ 



f.? t 



^ ' k.j^J^^6^^ 



e^%^ f* 



»>*'. 




. ... (le^i 



-. ♦ 



/a. 



/ < 



,.-^*j^,* 



t ! 



'* ! V' 



r 



KCl 



■jii- 



X / / / ■^ 



« C 



/ 



i i* ■< » 



*■>•»• 



/ -/^^i 



,i^ Vo 



M-Af - 



'>l't^'C'y%^ 



</ 



r 



rt/-^? i;' 



^t 



iH^O 



(L 



r, 



('... . r. 



) ■ X : '-*■ 4 



V' 



/ > 



u. 



J 



/h r 



r 



H- 



>r. 



t 



i 



/"• //• -/.. />t 



vC-^ L-6 



/ 



/K^ / 



/ 



/ 



/- / 



/ 



• 



>-r^^ 



«. I 



-J^n 



/ 



f' ( 



; 



; / // /, *--)» ' 



■'>/;", 



^f'' 



^ 



/ / 



// 



J 'Aü 



■r 



«< 



^*«-Ä./.^"*^' 



/ 



yv 



^•/ 



't^ u 



/ 






■Li 



- 1'(- 



/ ' 



C 



/r/, 



r 



/ 



/ 



-jjic. 



L 



J i L «- 1 



■-'*^-. 



■Ir.Jjt-^ 



/<V 



/ 



<5/yJ 



r 



OT / 



j' , ., -* » <• 



2::./^ 



'>yw»i>i y *'*' 



11 I: 



/6 



1-t^ -rv-t tY 



k ff' 



u-^'v 



'L-t 



H C 



^ AA^, i^X. 




r / 






7 



> •• , .' 






/,. :) 



/>j: 






1^-^^ 



1 



I 



^-rr 



\ 



V-! <_ 



/.' 



>♦'♦* 






f7l 2 



.r 



V / ' 



C 



/ 



/Sl y 



/ // /• 



l<-f-c^ä.t^^ •'/^./■./../r ■/. 



/ ■• j 



^ 



J 



( 



/- ^ 



/. 



<i^M 



C^fL 



,j' -* 



^/ 



t. 



1 1 






/r 



fL- 



■if'^rt'^^pc*^' f 



7:-t 



/ 



^-■. 






T?">^ 



/i^y^f 



7 



^**/^^/^^.. /^^\«''^' 



^r^ ^r«"- 



f: t-^ 



^». 



iC/- 



y 






/ 



'i^ 



u44. 



^"^ IH^.' 



f-i. 



i-'t 



J'i 



7^ 



'// l ^t\ 



%^-J./?.>.^, 



y 



7. 



>\i!^^a 



i*. 



7"j 



/ 



cj 



(Ct.' ■■ ( 



j<: 



/ A 



nX' 



it."f- 



^' -• 



i'Sd«^ ih^ ./■ 



A-,,^/ 



/■ 



r 



yvO' 



f .• 



'i/1 



»< «• ff -j, -■» 



:,^ t'/ r t* <<r^.T 7 /*i^ ^.-if 



/«r-vv 



<^// äu 



yZ-f-t/' 



^-^ 



// 



/^ 



(n,,i CLiiV-j 



Sf 



/ 



// 



/i^. . 4- ^ 



/ 



>V 



/ u^w^ 



y - i »'»' 



,.if ii ti|i>" ^i" 



7t^- 



V-C-t J'A'H 



rf'. ''\JPir< 



'■U: 



/ 



VP 



«cAa» t-Y^dn-rd ^<i*^^'^ 




"» ♦- 



tt'«.- 



r i^ i-7<:cf;S'U-j' 



V't^ /. 



^{ßC^\Ci 



X ir 



j 



/ 



'f. } zr 



/ 



,4^^^.,.. /,_, .Y tn-//^/<r^^^^ 



/ 






Vf 



/-■* 



<^<^ 



/y 



r /4.»f 



/ 



l^ 



/ 



^■.^6i 



■..>r.c 



.'*.< 



/7 



•^ 



'-■\--v- ^ ; 



// 



-•y 



r.:^ 



t-y 



./ 



_rf f^J 



r 



,(.'%' v\-% 



-ift 



VT 



T t^i^C~~it.g^. 



< <-tJ ., Je tu: ^kr«^- -/.c A.*r+ ^/. 



:^-/.t_' --^^ 



i^* iv 



«#•), 






V 



#'i 



^; 






1 1- 



-X. 



* •.^'V»^ 



i^-r Ai/c-t Wi^ 



/ 



^t^Jk, 



Um 



// 



.^" , /^, 



«i^fv^'M^ -0*v 



«€ "^ ^'"^'^ 



i'i^. 



iX'-^i^ 



/■- 






« t{ jit/i'f^ '■- '-^ 



/ 



■^1!7>t 



\- 



/ 



i J 



--d-in ■ 






v^£^/ 



/ 



/ 



/■ 






y-i..- 






,■■<«• 



/-' 



rr* 






*Cv 



-^'^ ''^ H.., ■' >,,../ 






//:' 






-^ Jt*-^ >• 



Mt 






'ff-: " 






A 



■:-'/-. 



7 ' - 



//.//.(//^^- 



, iJ, 



?// 



iC/ 



i 



■iwii iui| i .ij | i !i > • 



•M 



"^iy^.i 7..t, 



t 



.V'.- 



/;•• 



i-i. if \ r (i( f' jf/^ 



i^ll 



/3 






/\ 



ki^ / 



/ 



i^ 



f-. 



j 



i / / 



< 



< c 



/ 



/ 



b^-tx-i ^a 



r. 



f 



cui y/ 



Uf 



<>». . 1 



L 



■1 *i'« V 



^<i K^H 



^h: 



/7/ 



^i 



=<;;.. / 



■r 



M 



^L 



r 



*<• C( ( ) 



^ -^^t ■io^tl.r^.iljf 



t 



i f >(■;»■■ ^ 



t^iH^ti itC/ 



/. 



<?" 



/< 



/ * V 



tytt*u{f..'t^'t 



^ J},U. i^i^^^-r^i:,,/^ :<Ld^v/u^J,^,t / A'.fsH 



^r 



z^.- 



/. 



/. 



.7 ^?..-t.*.C-- 



<^.^/ 






^tu<^ii./^j^^ Uu*.^ tj 



t\ t 



■-/ i-t . (4 .^ ^'C ,' / /t, fff (. '^i, r / / . .y ^ 



^v 



/ 



^ rJ -y 



^ . <-■< 



t" 



V' 



/ / 



'»» fr 



<ii I« III i« II II i w i, 



/ 



vi^T-4 



"^ 

/' 



//<-/ ..A^^ie 



^*-« 



4. 



^*j^-- 4^ Jutdnlt^i du /e.d,,. <'L //a.t: >t^^ 



^iba 



ii t 



» 1 fi 



-i 



T f 



/ 



U ( 



^t,. ^r^.-<' 









L 



■n 



6t. i / 



J 



// - / 



(•y 



??• '^',^c.fu -^.// 



/ 



vi '\,y>>- 



/T 



V.f. c 



//. 



'^, tv»' 



^. 



/^ 



\ K^it 



IC 



» V. 



^IH>-^ 



Uy 



€^t-t^t Ci, 



t-te 



(^ 



fr 



Ahjt'^^.i.clT^^^^^^ 



T7 



'^'^'-'-^^li U/^^ /Ir 



Uc ,c 



^rt.. 



i^v. 



C* 



'j 



(' fi. 



■J 



■Tfrf i^.Jj 






^ •'*.. 



i* 



k^^ J^r(l'^r/rH^,/-ß,UA- 



■/" 



f/ 



•C f-:'it' 



f (<f ^ 



t>'i\-- 



J 



/ 



Miry 



r / 



/ 



■H 



tft { 



■J(. 



V. , c^lt ß f^ üXti 



(i 



■/ 



t 



1^1 



>f 



< >t 



tx-«-V 



f/ 



■Ci' 



Lv i*^^:; - 



'7 



■^ >j: 



/ 



fi/tir '>-^v^^4/»^ i.-^if^l 



^. 






t't- 



J-yt^^i 



ttC ./^ ^ 



/U? /t^fi- 



/<^.^ 



/' /j4rUj/i' ( l 



H> 



s 



■i f 






J 



se^ 



^"77 



7 



ti^x 



/> 



r 



vlf-*l 



/> 



^''y^ iii^x^ ^r.' ^•<^ r'> 



ia-VvJ 



;:^- ^Ü, ^„ / 



•tii.-» 



-V*. ^r 



J #.♦♦1'. (T 



/''*""/ 



t 2 ?,Jf^ -*'«,»., / -f ... -Hf 



J 



yY*^ 4t /Ve«^. / 



/ 



/. 



>»«-'^ 



/.4t, 



tJ^y /.V-a '''. i^ {n-^^KUV -fA^ C^ 



■ / 






,.-*^^J 



.'^Z 

Lrf ' _ 



y 



f •'- 



C/i-t-t- 



t •: r 






TZZJT 



n 



kI v-tsCf-t^^,, 



■j 



' / 
CA/'*, ii^ 



?' 



') 



/ 



-f r . 



( Hf ' /^ 



^r. 



. A 



t. t-v/ 



/f. ^-^ 



j 



j 



6. -J.' 



■'^ -^ /^..^ .^ 



/* 



,>^ 



-üY^ 



L< /^>/ X h^'^/(u3 



/ 



/^ >r.4- 



^ 



"» z 



L"<^t 



-<!R-/i 



4"-/* /■ 



^*^.-:> A.-Ä 4/*' 



<^ »i ,^i 



^^.«i: 



/ / 



>t^k 



t 






^vfw« i/fuc;- 4J^ 



ti * % <.*^»*T^ y ».\. X<t 



'::5 



vy; 



% i<'7t.^^ 



U^^'l^ 



" ■^i'^ai n iwtmw m »,,» 



£>'• >^ «,JU 



r 



t 



■U 



'>'-Vri 



/t 



^ 



'«<^i'* iiC'^^i 



/^ 



/^■' 



.» « (^t 



• t'*^ 



c-*.. 




t^/V 



r 



v^f 



/c 



w t< 



#-t 






M 



<.. 



/ 7, 



'--*(. Cix- 



J 



1 L% 



•Jet I 



*'i'^ (Ma 



</C ^1 



a^^ ^<-^W/;^ 



'l^» 



^^ 



l^t^va-H./' 



.y 






*f '«■•* »M 



:i ' j 



4 



/ '-^C^ '^rf^/Zi/ /':\ ' ^H 



y «-ij 



/ * 



fv 



■rrX 



i f 



t 



i -V'--. 



Xtf\r^ 






A 



^ii^}^-m^K ^jJku. 






if y 



/ 



t « v 




x- 



//ii? /ijtur^u}t^t^ 



w 



\ 



\J-Jt^nk^ J/(^, /tr >.2< /^,f-<^-/7Ly U ^J<'< d^ /*v^ '*' ' 



/ 



/ , v/ 



V 



r 



r-*nr 



//< 



'^' ^ tH.^i/.>^rJCirL 



y 



//<X y^^*«-J 



i »I 



^^ C j //,<^,> ^ ^v*^ ^ y -V- 



<V . ' t^^'y 



U 



#-« -^ ( ^ c ^-»^ 



<^ 



r, 



^'7^ yJcr>i*Ci.'>^ 



^. 



>^in ^^z.-^ 



/^ 



^4:.,/ 



hU.f 



L 



K ^v>t/'j /? 



^':?/?/6c /^ 



^.^ 



'3 



^f<ri/ 



VC 






J 



7"^ 



^^r4 ,^j., ,v- ^-^ /4^,e/ ^, '^ '^ ^.,/{^^ /^"' './' 



» !/ 



ff 



*mmm0 






/ -.. ty 













A 



^i^' 



-'f^iA 



Y <^* '^ *'-'' <^/^- . / ^ 4^ ^-^-^ ^ 



J 



l->v«- 



/-^ ^^ 



t / 






/ 



'■'•J 



^1^ 



// 






/ v^ieey<^>^/»^#^i 



v^^»/^ 



/ 



^*t^J £ 



■( ^£yv*/i<t*f /^ti^^w^ ;i^^ /4t^. 



^ ^' 



A 



t 

y 



i^'i^ ^v»' 



■' -'^"«'^^ 



,''1 



^«ii 



/ 



/ 



/ 1 



i^pt' 



^i ^4 //'/■n't-^ct.^rtJ i*trf 



y/ 



'.fl^Vv« 



^ 



r/- 



'-V- 



iC d-i-w. i^. 



r/ 



l xt.- 



■»■w 



/^i^ j/tc^HliifiU 



J 



^ <7 



7 



/ 



<ft 



./. 



^ -^'^ /.i:.* . IV*-** 



<C '''^ • f> 



/ 






f^'-vt 



/.?; 



i*v7 ^^-^t 



■■V-«. 



U-r cK*- 



Ci^-r 



4 



/: 



irt-h^t 



J 



i 



/ 



i>i» ij 



^/^ '*^ 



/U-.-f 



t i 



j \ 



Ö*^^ /> 7 



( &-%■' <'Z^^ 



/^ 



t •- j ^-^-^ «t" •■ --^-t. 




I 



^ l^a 



If^^x (( 



f. 



iv 



^. ^^>? 



/<• 



V 



.'i^vtv<^ y/r^A <^t-^- 



t/' 



^. A^ 



d f * K. t'«" 



« V%^^rfC,< 



i^t^^J^^ 



,^- ^' 



y 



> 



'/r.^ ■;- 



/^ 



« ■* T. \. 



/ /r ,- 



/ 



t^*-^ 






■//' 



<»*c|^^ ^» 



/ 



/ 



lU^ -^«4*1 



t^-* 



M / , 



iH 



^^'(tJs 



ü 1 



/ 



^ ^ 



^ / 



Z'^., ^.-^-tt 



-^ J 



^y 



**^ 



f 



/^-<.>t „'^ ''Z'- ^ r 



/ 



-v^tX ^» j-^ tt-u.-tU.^ii^.., i-if~< //a^^i//*^ ^^<6:,. /f' 



•3 



^ 



) 






;< 



->SU^f^ >1^4^^ 



r^^V/.J^^^ 



y 






/. 



/\ 



6<.- 



^. 



^^^ 



/^ 



>v*tv...;'; yjtc^ J- ' '^s^vr^jV/vV ^1 /f 



?■■»-•« 



;/«• '•r/ 



'''/^ < /L-(^^''^/'l' 



/ 



tci^J^^/l^'^^^ 



v^. 



"^I^M 



/(TW, r^/>^' -^ ^ 



:,--v 



♦^ /•^«^ 



>vt^ 



1. ■% 



4, 



In 'U . 



/ -..-y t ,-r/ 



; -evt^ «' 



-wf 



/^ . < C^<^ Hf U^vrKjUi," t^Cu e^ 



/^^/ 



,<-* 



?-.n- 'T i^"^ 



yt-^y 



. f 



/^ 6 (w^U r^-^ 



/ 



j * 



iit 



<M»^ 



/ 



r 



4 



J)i' ^^< '(i 



U 



t-^' 



// 



-^r 



''•'(S',J.(./. 



I 



-^t^ f. 



v^ 



<^ 



t^t- 



y 



' j-^i- /' 



wr 



m / 



T' 



r 



.jM^t-K' 



/ 



p 



/ 



y 



¥■ 




\ 



I 



. y -i.^awfa rr — ■ — ■^f^ 



MH J ' »'.ty- 



I11IIIIII I 



/ 



■tvlJ- -."• 



///■ • ry 



^'j/^^'/u^ r 



/ 



{,l)€Ui 



-U 



> fl 



/t 



J 



; / 



/ 



( //^^ 



^»■1 







V 



/ 



(^ /l » <- <^ 



/(i^Jf L 



C-* iiJ^c ■/^ 



/ 



-J 



-7t^ 



.-• ' ' 



7 



f 



i rr 



■/.( 



A 



t^ 



/ 



/ </.. 



t *^ü^» -^^ 



//- 



^#«^'-*/ /v 



/^ 



/ 



/ 



/ C 



I 

« 



/" 



/- 



JC. 



iv-t^ 



7t' 

iL '^, . U. 



<i 



'l 



J 



'UfJ 






/ t>t^(- l€ 



fcl 



u cü.r >''( 



^,/^/.^,/'/.>«-/ 



/ 



'/ 






tr<.^ y^t t t.C 



^'^ '^ 



^ ..|f^/<fy / 



/ 



/ 



JCt / V 



iY, 'y 



\j^.^ ItCC/^'- 



f: 



f ( z' 



« \ 



/ 



// 



v-t-o- ' 



CCui 



J 



f 



Ji 



**f 1 



(4.-'€ 






/ 



/ 



i.C'^i K 



A 



n 






^ ■Ci..i/. 



V 



/ 



') 



:V" -^*- 



»■ - / 



/!-'V/'4 4 ff" .' ^ 



'tt 






/ 



Lt 




/It 



-t »■ . 



Oj -tJ 'H 



/ 



i'L 



/ 



/■'/• 



/•/ / / 



// /7</ 



/' >n 



M 



lil ^ 



y^. /'^r/-'- 



/{. 



<5:* 



/ 



/ 



L 



U ( f. j 



fC 



/ 







i t*-/ 



/-•/'^ / ./: 4, 



'*-t-t / / 



/j 



/.- 



V ' t \^■t' < 



ü 



^ 



A. C' 'J t '-' -itZ * * /kO- 



/l 



./ 



f^. 



/ / 



/t// 



}< 



y 



/ 



/v 



rT. 



^•"' 



l /lC,^Xc- l.^ '^^ /'^^ 



/ 



/ 



/• . 



./• 



/. 



r;: ( 



/. 









/^ / 



/'^ A 



Vi^ r-t i 




f(^C 



/ 



M^f (■■ 



> t* 



t 



■l 



c 



(ft 



Uc 



) -'^^-J 



f>-^ 



9^.. 



1, I f C» '-V V 



/ -t [.{. / 




/:. . r 



j 



A L 



it 



/ 



cnx 



n 



/ 



/,. /■'/: 



■-; r< 



lr-^</c. Ai^,/li 



J 



/ f r ! 



/// 



/ 



/ / 



{^/ 



( 



^ ^^'V- / 



f < / f^ jf 



i^^^i <^ /f ni/i li 



A. 



/; 



k 



/ 



'■/ 



W:V<^-<-f'^ 



?" 



Y Tf'-6Y ^~ t. 



/ 






•y 



iC-t-. / 



^:, 



) '^Vä-V c> 



•;) 



/ ("^^K^t Ci f 



< *^> 



^-^^ 



ri^t i^Hit^^ 



L 



/ 



». t <-' 



i..i ( 



( i^^ ^^/a,. 



M I 7 '^ <^< ,«' / 



r 



7 



/yfUlty^l -C-^ J Cy "*'■' ♦ 



d 



J . *-' 



7, 



/ 



'/ 1 ' 



Ui • 



// 



y^t4.Kicciu tflt 



C-i- 



a 



/• 



f'^i-e^t 



/?/ (^ . ^ ''^' .^// ^;/ //Y/ 



/ 



/•/^. ; 



^^'^"^c, cl (ki( ,>t Ad-t4 Ci^ - / / 



7 



/ " 



X' 



^7^' ^'"^ 7^ 



4 , ! :t\/ i 






i%'-^v(^y^ y^/i. 



J: 



Uv ?*^-V^4-J 



r ,A 



t (--^ t 



/ / 






/ 



Ci^i 



/- 



r 



r 



ry; /-^ 



/ i^' f.^K 



y:^ 



/. --l 



w *7 / / 



X. 



/ 



/ 



r 



•i jt 






y '' '/, 



/ 



UU* r'/ . ', 



/ 



Ot.i.ifyyi ^fi*-* 



//«' 



^^'^•r/< 



■/ r /-^'/i' '' 



/"rf ■• 4 



^f*//"-^^ 4 m'-ZjÜ-yi r/A. /" ^'■-''^ 



/- 



/ 



' • / 



■A"'7- 



/• 



'SS^TT^^SIBSEür 



K^ 






V 



J 



r 



c 



iVi 



^r/r /itj/^ /.^ 



r 



/ . 



/ 



/..- 



////; 



/ 



Ul i <, 



iC^-^:>, O-U 



i i 



t 



/ 



K I ' 



f 



/. 



L^t-f. 




./ / t 



/ 



/ 



^/, r 



i i 



(c^j(\a 



//^- 



fY/.M. 



J 






/> / 



/ 



I 



/ /-.'/. JU ..4 



/ 



/ 



/. / 



L-t V 



r 

X<.Jf (^ 



/, 



Ci £ ^f C-Lx^H.-^ 



%^ 



i 



V' 



/ 



Ic t 



>■.-?< 



/ « 



Aer- < / 



"J #■ 



f^liKjC- 



^s. / 






'/<-. 



/. ^M-ii'C 



■■•%'\^ 



lC tt.j 






/ 



V< 



/^^^€l^ 




rrJ/Ä 



{ ^'^[C^ . /< 



y^ J 



■5 



fn '//^ 



(.i 



/ 



/ 



/ {..j< '.(. >■ ^ 



/ 



/jL //M 



/ 



K C/ 



/ 



^^Y 



t«'// 



^*l^7 



V 



// / // >fct A^/^ /< '. ^. -^ ' ><//^ /f 



r 



^^-^ 



// 



<'C 



^. 



'■*n.eC ,-. ,/ •ey/Vii, <''i/:r 






/^-if 



/ 



/ ' y 



<J*^ 



^.-/rm 



^a''/ 



('yy/ 



r 



i f j '"'l^' f-ij 'f (li J 



^■^-t 



^•^^^ Cr /iit j j 1 tf 



// 



y 



t*j 



c<k ioCj eil 



/ 



M, 



< 



f ^ 



^ 



"* * 



r7'y-/.4^.i 



c( ti< / /U.^0*^^ ^j-C /! ^y(~- ^ 



A- 



^ 'l 



ll 



'\J 



1 c 



/L 



Cf 



^ Url. 



/-..< 



/, 



i {,*. 



iL 



r 



^•• 



/ 



/^' 



f^\ / 



/</. i!^ 



H^rLfHi 



f j- ' 



VU'--A 



/ 



V/f 



•!»l^/|. 



( »-t. >*^ 



/T ,u . (ii^r, --. i . . tZ.M ^ t . 



tt' 



T 



■.-i.-i 



/i^f 



t/: 



-r 



t /i<jt .^p^.(( 



''Hif r .'n 



/ 



/ 



t; 



?■ 



f d. 



t^P* 



( 



L'jj L^r 



/ :■ ,^ 



t-< 



^^^fW, 



t f 



'^. 



li 



/:./- 



du . /' 



/j 



A . ^ 



■j 



•'V r-f 4- 



."..r-. 



A 



/ 



Y^.y-. 



/ 



■■/^' 



l 



7 



/V * 



r j, 



* r 






^ ^.X^-//- 



; 



r 



/. 



u-^" ßt-it-p^y 



^ 



Ut^ i-1 



^tt 



/ 






y 



/a 



^y 



Ä 



/■^ , i<,/. 



/' 



^-« -/•-« . 



/ 



«■^ 



r ./ 



^/:- 



^ 



'-^ :Ä-4^,^f- 



j ' -y J 






i, •^' '^6. U C-v 



c / *.-f 



V '^ 



Ä 



1i 



/. 



£<./c C h.'X 1. ^ 



/ // 



" •> 






ü 



«-/ 



^- :v/^. 



\ ^ 



//V ^. 



/) 



r Jf(t 



< 



^ >0 



'^"'^--•Cl <^j{t^ 



<. 



/ 



~i^i. \,\ 



^ 



^ 



^f: 



'/' il 









/ 



/. 



///^ ,. .- /;. v// 



<:.r 



/" 






j 



/ 



U' l 



U 



i t 



■^ I. 



J 



J V f^JrJj 



'f 




y 



/ 






j j 



J/r. 



t^X 



/^ t^^/' .,'.C 



J 






-Ci' 



i.i 



J 



//ü 



/ 



/T 



f.. 



- » II ■■1*1 



■■ 



ittf- 



T 

I 



f^/, 




Y.-O 1 



•/V^' 



^. 



L(ry 



t'i 



1" 1. CJ^-V "- 



/^ V ''/c^ 



.7^ 



*>!.<- / -y-K^.-^ 



- / 



■y^, 



/< 



''^ /T 



T^.^t 



J 



* /- 



/ / 



/ 



/ / 



U (Cr r -^"' ^"^ ' ^ "^ 



/ 



kV^. 



4., 



/ 



'/ 



^^r AL^TTß 



y 



nc 



U :ti. 



IjiCf 



n 



/ 



/ 



Cx^" 



^ 



</ 



/«.,/- ^ '^^-^ 



V 1W> 



t .'/, 



ir 



t 



■'^,- 



-a. 



11 



^^ ; . A<' ■ xi 



irtii*^ 



l 



J 



i 



d-%-^ 



■Ci^tJ eil 






L 



/^ / 



^•^ ?-"t/^:'.4//:^ 



t-y 



'.^^X.'^t'*^ 



^Ü-i-i.^^ ^lU. 



t 






lC\.lit^ 



u 



/ 



^'L'.rHi^iL i,,,,. /,:,v/C- 



Z' 



>t l^*^:t't'^u 



iU.\ /, 



^1,1. > /"^ 



t 



^j nu /^J 



^'v' ^t 






J ^^-^ • /4^t /o* / /^ 



^/^<^6 



/^ 



CU S ir 



4^ 



lt. 



j 






( /. 



C 



t.^ 4. /^^^ 



/ 



y 



ir-^ ^-^ /r/ 






/' 



J»^'* - .j!v f-C 



r" 



/^ 



/ ({./ ' 



/<-;> 



I 



I 



I 1 



^ 



^Ci^ 



■{■ 



t 



tj ( 



>>■ 



t^r 



/^». ?K^t<s-; 



rt.»-|- ' 



) 



li\., iiJ^ '^" " ^ ^Ll I'^ /^. ^'. ' ^^(-^ ^ 



t 



ini'>< 



kc 4 



't'( ^*t,£ /'/-ILC ^^C'*(J i 









*i 



%^ 



Wf? 



^i-K^ ti.^ i 



Pi-t^ 



^f 



w 



i^ir^^'^ 



ä 



J A Ä J 



/ci< 



/ 



ui 



l 



•>*-i /*cC 



■V, 



1(4 /t- f^ ^tv^d-x. ((lA 



Uu 



/ 



/:./ 



I ""'v'f i'** 



■■J<- 



fU^ii f-->(^ 



J 



(ryi'-iid 



i.VW 



•t t 




;'//<., -?.' 



-4^% 



/ 



^ /^ ^^--y /^. '^^^ 



't (.^J 



>V 






t'-t-f-'.: * i< 



n i.j 






r 






r/{/f,t.f C 



/■/ 



/<y / Vi'/^t 



/i^f / ,t r //'j' 



/ 



/ i:/t-J, 



'&^-//^ 









i^ , /'? 



.*/. 



'4f* 7i^tUjj^ 



/ / 



'•i' 



//• 



■«^v/;/ - y, 







'■Ätj^/.O'iS 



(.f^ V 



^L» 



>'*'i*'^ 



;^.- .,^/, /^ //,...,/, 4 J/^'- 



f I 



rlif 



. <:•-*■ 



/^ 



;- i^^Ütt-J 



Paj /(j^ 



/ 



#* 



J 



<-//: 



/^ 



ilir/t. .<:<:'''' =jf//utfr'{^vr^'^^'^^"^^ 



U^fi. k 



«/ ><Y^^ 



'Hv^^nn c /-.y 












V 'JLJipyt, 



/ 



Jt.. ^/cuo^''/, L-^ I 









(<>'r ■•*■ 



V 



•^^ 



uM f ^Cu..^\ ^^:^i^^/./ n*r(f- 



i 



,/i 



/ 



i^\, ^ 



.m>^-*~^''* 



i^i 



/ 



t'^.v. 



/. 



-/ 



M 



^4;^t >/>*V< 



■^ /\£^>^^/ ])i;i^>Me^\ :/- /,,/e^/ 



/?:-/« 



^ 



h :. i 



?r 



7^ 



L..( 



i^Lii 



h 



l 



^^\'%1 t%i. 



fr 



j'^^f^l / X ^ ' (^< «*/- 



cLi^t. fLXr : -i 



»V 



h 



C4 



f-'/f j^y-^ i<^f/J '^' . ^ • '^ 



/^> f;4..''<^> 



( - 



/ 






^ f f ^ 



^^ / 



■^ t ^*'* 



U^i.*"j 



'/■ ' 4'.//. 



ev^/j '^ 






(, 



d. 



Ä 



u 



f •♦•*.•'- 



/ 



/ /" 



V 



I A U't^^ 



t '" / 



♦. ^i, *• 



r/o v-/ 



/: 



••> 1^ » 



^J 2^ 



/ 



/ ."4/* 



«' 



/ 



7^ 



/ 



'"^Z 



/.. .r^/. 



'f:>il^d'. 



//^' 



I '/, #. ;y 



y/'i 



'/^»ft 



/ 



/ 



^Cy-C ^'-^'^ 



j 1 1 1. 



l'i^i /.'U'*^ 



/ 



/ 



li^^H -^Hic 



^/n 






it ^vi 



//i 






«•r-» . / 



/crro.ra/ 



■^t'%\ 



(, i^yfrf .^i-n 



'^^ f /'//^ > />,/f 



/ y 



c/<^. 



'^Ir^Jk \f J(-^ 



■t't 



Tu 



■^i 



u^ 




f.-i /( 



y,^- 



r 



tT. 






<^, 



i^^x 



A 



I 



I 



•S 



/Xl 



^ Jvl 



.w4P > 



/ 



r>< i:^-tt; 



• *y -< 



^ '^U* yt-c . Ai 



/ 



t^'>"« t'»'V 



/<'>»^ 



/H^^>f / 



C l 



4ir€, />^^ 



tK/- -»^/ 



'/y'7^ 



<jV-^ /<^' 



.z* 



>*i 



4/ 



^/ 



/ 



«v- 



/•: 






<. 



/", ?f^ / 



L f ,' f 



f 



J f.'Jt 'l 



^Cf^fit** ^ /ft^t^ 



f t. 



n 



SS/ 

7 



lu...M 



l •/ z;^ 



/>- 



P 



7.J 



t 



? 



i.*'V*\ 



e.-y 



fr,. 



// 



/ 

( 



//. 



L 



f{^'^ r.- . / " 



-fu,-^ 



Ui^J 



A'i 



l-r fi 



/.. 



/ 






r.-y' 



c 






.-/: 



i /Ctri 



{' 



(cfj 



rf 7 . //■ i Z 



/' 



f; 



■■ 



/ 



/i 



/ /. 



i^f 



r 



/ V. . '/ 



>ti', / ■^(/'^ 



■^. z^./' 



/ ^ > 



'/> 



^/ 



{14^1^1 f^t^. 



7 



'^ic, d 



W~*'' 



U /■/ 



/, /T 



// 



i« 



yC 



/. 



'-V 



Ä 



i 



^ /*t<J 



'iri^.^ff Z 



Ci> 



'p •'/ 



cc '^Z ,'^^t/^r> *^f 



T^r 



/ 



fi / 



/ 



/ 






w // 



/; 



< 



/ 



/ 






y 



#-/^// //j^T 



Hj^#, 



/ 



// 



/ 



l\t 



/ y-yvu/lT J,__iM>a*-lT 



U^^ 



7ri-*/ '//^-<^- 



i/' M*> 



'#-y T/'-vy 



/A^'^ 



j /y,p/Jt< 




/ui ^'^U 



,j ^♦<'' 






u^ 



cc-y, 



< C^>w 



r 



VrA 



I U- 



' > n U't 



/ 



i^f," 




t, fu/f^ 



:*Y J /ri. 



L i'U 



6 



n-L 



■U, 



■'/ 



i^t '/ /S'> j n 



7 



^^>< 6i 



.1/ , /^../ 



t^ y/^ ^ 



//Uii. 



X }yL/^-^( 



^/C 6y/7 '/M^^' '^Z '^ 



/ 



^ 



^4 :(i'*yL^-i' 



jfj • /'V 



^■^A 



:/ 



'Vi^'^ ^ i-X 



^i f . ^itiv\L(' l^r- \ C( er 



/">/ 



/- 



/ 



/ 



/ 



7 



'#>. 



y d^r. f Cu ^k/ 



J 



^-z^^' i^u /// 



Ol ' -^ ^^1 



/ 



/ilc^ji.'ir^ l^^^^trÜ^ t^'C 2" ^^ 



/ rr i 



ii/Hi^y^ Cf-^ tiit 




/ 



i'^-'f f w 



«^'> 



/■/'/ 



■/ 



<^Z 



4.<-/U /.<.•'" 






J- k { 



d( 



^iv h 



\,i '■ ^ 



/.'. //• / 



■fi i 



/ 



^^*tMf/t'->^'^''/i ■ /•• ^f->^*^ 




tJ 



t k-uL' '" ^^'''- ^''^' 'i'^ ^i^' //^/^f/. 




/<>•'/ 



4'C/.y/^' 



f !■ '•- 



jau^}r( 



l.i •» V 



/|r-/^^iii v/' /^ 2^ . / atff\ 



m 



^*^* ifU^AJ ^J 



/. 



/■ 




1 1 c fi.t/ 



/iL/' 



f/c 



it,nt.-<^ ^>i 



// i. 



■ ■y ^/V^l-^* 






)i</' 



( 



.' I 



.-, / f. Ct,i^ 



4 . -*■ 



Vi 



./ /' 



y 



it^ 




•j 



,/, 



l^ Ml nt^/^ Je 







tir 



/ 



/. 



( ■ /r ^ >i.(,-f, 



'L 



<, k^-\ 



■'/rjc 



ICr^ »^ 



-( ?clf^.^^ 



J l 



•<e.r 



LJfiJ^^/^<^-yj^^ 



t äJ 



ii 



Htyv'i ^.'*rr ">C 



/i/ß hid^ h jCi^ - j. 



/( cuL 



^^*'- 



JL, ^ V /' 






7 



/,.^J. / 



,/ 



/ At; '^n 



./ 



J 



[Cf- •-/ <i 



( '( 



( ,ä.U^' '^ ^'- ^^"^'^ 



f-c c ■' ft 



■U' 



^yV' i ' » 



^U ^ittA / 



< 



i< 



t^yf ^^ 



yfjc. '(^^i--''^ "^ 



/ 



,/', «.xC-» 



/ 



//-/; 



/ 



/ fit, A-.^. 4:?;£ .//^Vf/t,.^. nl&'T *>• '( ''-'•-'•/'" 



/■ 




f AÄ:^ 






Ä /^i 



J 



L\ >^- /• 



't't Jt 



'MÖt^ 



(fiiy^^A- 



( jtU^r'U f^vv*^lA h'- 



/ 






^.ia/l^ff :/:/ 



ü 



(^\ 



/ 



/ 



r<- 



■I 



ü^&<-, ' / 



/ 




>^ ' t 



^-T'- 



xi 



^ 



r 7'. M«.* 



// -uPUi-^^^A^^^i^ 



/. 



) 



i- V 



f^ 



A>'Ct'^ Af., 



y 'Ls\^i^ 



/ ^yü. ^<}C vn 







/ 



J 



V 



/r. 



l.'ViA'^'^'''^*' 



flrl 






/i 



/ 



J - 



♦^U I 



'/ 



i(.^ 4i. 



>2!^"> />w 



' >' 



/v-. !•«!>■ 



J 







/*>> -^vt« 



.4/ ^X <£*-■• ^ 



^)^.fC\,^ ■'Vi^v 



,/ f 4 /^ 



(T^UJ'J'A.- 



W*w 




<i^ V 



i i. 



L 



(. » 



/f i .>r 



^. / 7/ > 



/- ^ /' .?^ 



/^^ 



A,v /^ 



/. 



't. .<// 



i-M 



/ 



i^«j 



^ L- (^-^n^^-t^ '* ^'<- 



tj 



/ 



"v 1^» 



/' 



(i 



' ( 



/ 



/ 



y // 



/'V0 ro^' 



7 



/ / 



/ 



yx 



/ 



V 



^^r 



^v^^" ^ I i h 



/ 



//■ 






/ 



/ 



y 



/ 



f'jr/jL'ix A 



p" ^' 



// 



/ 



f ^ •- / 



^ 



/> /' 



/, ^'' i 



C^yx /f'*^' 



/^^ 



r/ 



/?^ ^/-/^ iJ'.H,^. /t 



Ui 



/. 



^i 4 /h/.H^^/r^J //;,„, jt/r/c, 



•^'m/'' /!♦ 



) h H/U^ 



/ 




■< 



c* 



r. 



0. /- 



t-i-i 



r 



'IC i 



y- 



Y 



«^T-' 






'f-t-t -i t i^f'} 



'U> 



T» 



» * i >n i i r' 



/ 



j'uL. 



/ 



/,i 



'"iit 






äf 



tti 



(■■' 



/ 



f^U ./^^^^Z'^. ^•^ 



-6^ 



»- 



y 




/ 



^u 



V' ^.•^.. ff 7.'^^ 



1% 



Ic 



^r^r--* 



r 

l 



./ 



-?/ ff 



■l. 



n 



/./ 



< I. 



(^^J L 



-/- 



i \^ / ♦ 



/V /^ 






/ 



/ 



t'J^ 



^ i'^ « 



y 



■L 



-£">, /. 



<r^ 



V" 



//, 



0'- 



J 



/(i vl>' 



/■ 



/, .( 



L 



■(( 



■^t^ 



iU~ i^/S 



^ 

/l^l^ 



//' 



/ 



/ 



//. y U-J 



^-vw 



./,/L^ /^'/c' ^A'^^- 



V\ ; 'l t^t 



/■ 



7- 



-w. 



'^c/.jt 



^i,vJ ("^ 



( (m/^Jl-^^^ 



V; 



i *^ \ 



) 



//M.tt '( 



■/.w. -*n. -/<> 



■r ' ''V 



/.. 



•'^ / 



'^///. 



/^ 



\tt-iil ■ 



/^ ■'•'^■j ut/Cr/j,. 



/ 



i'^» 






/ 



r 



/ 



>^j 



;^^. 



/ # .<: 



> 



/ 



/ 



''>^'^//' /U 



// 



/ / 



/ 



/ 



( 



^ 



7 



a r:t, ir(,iL^ ^-, 




r 



■&■- ' / 



*-i y 



/ 



' -V' r./^ 



^'"UriiiL ^ci /^' 




yu>i^ 



j 



^i^r 



y-rvy^.(C4^-^j. 






/ 



/t < /^ ^^ 



FmM >^"r^-,^ ■^' z^' 



/ 



/T- 



->' U i 



/; 



H-t'-'J ir tt<p^- > 



t<L 



/« MC 



y<yj Hfl. ^/ 



X' ^ r^O A ^ '^' Jf pv^J^^ 



/ 



f / 



L 



/ 



j '- 



/. 



^•'^% UHi/,/!^ /c^ 



^l-yx ^C*-^ 






r^ c/4 



h 



i^t 



"V^ 



^'r■ 






/t 



*^^ 



£^ 



»'•"ii'ii / 



4 ^ /4*y 



7 



iS-*- »/'/:-/ ; 7 /i» 



^^./^^■■(^^fo^'^- 



^ > V 



/ 



,/... /. /^ 



/ 



/ 



/ ' / / '/(:. ./^, 



.^ Ci 



/'/ i^ri r r: 



X^IXJ 



/ 



/. / L 



\i^nt > **^^^ 



/' ^k/- 



{■ j ■ i-f 



j 



t, . /l,U .^. '^ 



\ 



///- 



• A 



/ 



Z/'}^ 



/'4 <;^/ 



\H J 



r 



\.\jj 



A Af i^^il: ^J HrUtJC^- r^ 



<- 



//; 



y 



J/^n. ^.., , 4/^^,Y ^ . //^..^ 7- 



tip^ J( A 



/ 



i^ij 



iJ.j(, 



■Lt 






^^^..e.^ 



J 



Ä j» 



Kc 



/ fy 



r7x t'iC 



» 1 



/ 



X 



-^y. 



A 1 4?. 



■/ 



'CfxA-^ 



>>-4. "f^'v^ 



U.'^/y^ Cu 



Hi >V> / j if.4 y '/ 



/ 



1 



>/t 



<r^n_ 



\ 



/ 



r-' I, 



i*^t 



■k 



i .."^f li 



l^'.t ^- <A6/.n-. l-'^' Ä.^^'^C'yr^u, 



Y 



■f 



>^- /^. Vc 



^ '.'' t./ 



(/■ /'^ 



^^i^. 



'(^ L Aut,:t.^C,^,^;t, 



•J /^cc 



w ji 



/ 



>l%-t-^\ ir^. 



Ai^U /l> 



^ tlr- 



J 



i 



''-iL 



^J L /, 



y 



^^ 






J 



A;«(/ 



,4.'. > V 




** . ■ V 



/ 



XSL A 



c i 



/' 



■/. 



/ 



A'/(, 






i r 



•^""i c.i,U, / 



(^^^/y-jf-Uc/A- 'd^-. ^A, (u, ^iy,-^f( f/M,,-^ 



'itH 



/■ 



U 



L 



/*y 



'^hc,.^ 7r-4j^/r,urf 



i » 



L Ä// 



;?-», 



/ 



i^t^Cj / 



i tK 4' 



t<i /^•'t.jf ct^i 



-t^ «-/ 



i-L 



M ^ 



^^/^/.-/c./,,..s ^IL. .;. d / A-.^. /r,X'A.-^... / 



■>»■-; 



/ 

/ 



7 



Vf- //^ /.^€., /^ ^,,,/ 



'%, \-4 



/c: 



■/^<-w 



//-> . <//, 



( « 




y 



'i'»'v 



H.th'.tn*^., v//^,,. .Uv.</'-^ 



7 



/^. 



6:^ f t^^iv"^ > 1/ /4^ 



'/ 



/!^ 



^ 



(:!^t. //-/ 



/ 



/^-' A^/ 



7/C 



Tc Ai /K o. y-Ti-\^ '^'"-''^ 



f- 



i f ^ 



.-' 



'-/.j 



' ..'^ YnfrCi,^. 




rtr J 



t \. 



/ 



-^■Z Cv // ' 



/ 



c^^ 



Ai 



^ ^•^< /{rlu. ''•-4. ^. 



/ '- J J-fitr/r 



L 



vi ' V-<f 



/ 



^ Z''!^''? 



r 



/ 



'CKt <^ 



/ 



//, 



/■ 



•( .( Lf 



■U.. Zi 



? 



'fu 



.^Ü^^r Ur /^ ^^^,^ ^^^ ^ y/^^ ^ 



'|.-*-t «-7 






^t-ttu^ 



i^ifi tu* 



/ 



• t- 



'^la .^ 



C. 



fU. 



'^^A, 



A 



I /t.U. ,,-, ff 



/'• 



••'•1 ■ <; 



^-. i 






/>♦..'' '-^vi .-'-'? 



/ 



/ 



7 



>*-»c 



j' 



2Tf^^ 



^ .- 



/ 



t, 



i-t^ J^f *u 






'^v ^M'^^ n.uj(. 



-M. 



^ /., 






\C,. H 



f. >/'V 



// 






''•^ 4t^j 



^y-*T' 



^if<'/ -'^^^i^ia H^i ^.MirtUr f^^'tLcii^ti^ -i^r /r - 



7' '^/i 



7 



^f -11 



•j 



' t. \ . J:,i 






'■} 



/f(,UJi 



'J"^j> 



J'i'X. 



U'- 



l 



/ 



Ct-Hk». «^ 



/^ 



^^ ^'U^^x^Ut (' , , /^^ < /.% 



>v 



fC jkU> ^^YfY^:, 



ti/'^f 



\/::r^t^ 



t 



l 



\ 



L ■< 



■■■•i 







:' .' 


OO \<l'(/l/>L ^^'^^''^ WW-t'Z-l p(,4'4 ' ' 



^^' ^ ; = / >^ ji ' 



'/ 



t i<. 



./ 



t 



^il^^ \i(^iy* 



/'/.^^y. , C /i{:^y^( 



Z 



.«^ ". •' / 



/" .^ 



*-u 



*-^« 



/ 



■l / 



t 



C ( 



U 



'i' 



-^At^, 



/ 



/ 






/ 



•^ c 



y ^^'4: * /< ^'^^ -t //y<^^ ,^ ..^.^ 



/^ 



'/ v/ 



/ 



^f 



/ 



7- 



^v; 



/ t 



/t, 



►/ 



/" 



/ 



j 



Cl H f-7 



A,/"... / 



^rJ,^U^,}4l 



l^i 



U44 



/ 



i't 



- l-nL ^^ 



L /^^-^ 'jL..c//,,.,.y 



/ 






U t/'' >^^' /x 



'^C- { 



i^6 



t >. 



/ 



S 



^- '^( K(^y^j/^lü..^x ^4 ^'^C^/>.r^-^y''^ 



Si^i 



/• 



//r? 



i i<j^<i /.•6. . /^. 



:i 



j // 



^^j 



/ 



:./' /;v 



i^/ < */ 



y^. 



/';^A. 



?i <C ^*'^ 



^ 



/ 



/^^r». 



/" 



/. 



t , j ' 



A. 



/. // 



ff s J 






/^. 






.^' 




/ 



,K.- 1- V :. ' 



/^ 



« -rp, 



:i jjc^i^. 



/.ff 



I. / ( 



/ 



^.^r 



* / j - «., 



^iy/^/C£ /#< //^ 



•y / '» ^t^f 



f 



?■ 



/ i/ c 



A 



/ ' -^vr'T't 



/ 



:-i y^-f 



iL 



<i. 



/ / CccyU^t**'C<-'^x Ui) -- 



c / 



/■..< 



V 



*»-v 



ff / tr^ /' 



f' li/.t 



ttJ 



ixr I 



/.r/ 



//• 



t.'A 



//. 



U^i 



j6^ 



^<^ 



/uc 



(. 



iL^^ "^ 



• ' 1 f I 






/(''^rt 



( ^^' 



/ 



t f 



^/^ r/Vi'i 



#w «(' 



}^^^^'/^S^.^/ 



/ »'/, 



/ 



-f '' '"/'i^^V 



» / 



r 



vft^ ^Ut^ . y tx 






/-'/t>.'- 



'/ 



/ 



/ 



/ 



'j^*^- 



/ 



» r 



/ 



/ 



7^ 



//f 



><-' 



r 



^ . /^ .V y / 



/ 



/ 



/ 



^ 



p^ 



/l 



ixt, 



/, 



/^/ 



•J 



/ 



I 



i V 



/* 



<?//>' 



/. 



r v^i. 



^^ ß-i , /fi ' ^ ki ^h /'^ f^f V^^ t^A^e^^44^,^^^ 



Lji h 



>t.f ^> 



^ ,:^„,__^ 



J 



iiaüt^<^^^<( \\Xc»(Ht^r/u^ 



/ / 



/ // 



/, 



r 



<. i',' 



/ 



/ ./ 



'r 



l 



I 



/ 



Itv 



^ in. (^-r^^^ r 't 



1,m{/i. /(''L 



f { * j n-ii'ii ( 



^y.J 






/ 



/.-/; 



«^' 



, 1. M/^*^ 



J 



ti 



(. 



<-/<:■ 



ri 



.- i 



// ,.i ,f, /'/j^. yto^' 



/rj 



(*• 



4 /rr. 



yi',i^ 



/L 



>tfjrH^^J /( I f 



/ 



</r^^ 



/ 



Cr m 




l4^ '} >r%H'^, / 



/ >» 



/^./ h'Uf 



Cr A^r / 



'^fl^'C 



/ 



c^-? / 



/./ //J /J( / 



r^/i* \ cx uti'/ 'Of.^>*^t 



t^t^i 



I 



Cu( 



/ 



« n 









; 



Au. ( ( 



J 



{c.ü./f{/r./^^-'^<^'' 



/ ( 



l * 



/JJ{ ^/'^r 



/,/, 



/ ' lli 



/i.-j i,,\i/dj ^r^/^^lr' // 



//■a.'/- d^-- U'^ '^»Ui.j"/' 



'f 



•tw // u fi {■ Ui 



// 



J ^ 



/ 



y^ 



■L 



^ 



-f'^^rc^'/.- 



Mi'h .. / 



ft'f' 



ff 



•n 



A' '• f- 



^ ta-t '-< 



..^ / 



L^" 



/ ./^//^> * / ///'^/^ /" ''^ ' i 



/ 



//^ /Iv:. >/a^i^^^' '*^^^ /'• 



jct^i- nt^ 



L 



siri, l^'i 



*'^( rix 



- /S^r 



/ 



J- 



L! 



f^i u 



'A 



< . 7 



j>C^^ > — 



,^ 



T"«^ ;f 



z.^ ^-^ 



Cc^ *^*^^* 



I I s 



A-- 'fc 4 



j 



V 



iv: 



"-i u^ 



m 



i^(ry 



t / 



/. 



I- ( Xvi 



^J 



)CAr-/^j 



t 



c 



ft^ ,SUi 



J 



f 



' i ( 



i 



/ 



/ 



fc 



K. 



■f., 



/ 



u 



[ YX/ I , 



7i / /ai '' -> 



/, 



A 



J 



< 






r.A 



/ 



y 



i/f 



> / .* t 



s 



A-J. ' aaa 



}; ^i r 



■f " (■' 



//.j 



( 7 H 



i I * 



J 



( / 



A. 



T .' / r 



H 



^ 



/ 



k. 



t,' {■ '• r- 



T 



&h4.K'-f' -'^ /. //t 



I»" 



;^ 



/" 



/ 



y ^ </' 



r'i ^ \ 'icHt y^- /'' <, iu't/Z,^ ^ // 



44. 



W- >1 ^^'' 



/./^ 



K 



/ 



'A// 




Oy^X 



<^> 



rc ^ i 




H^/li'^ /-£/ f '<< 'U 












/ 



/ 



y 



^ 



KU. <C 



tu 



')"'] 



^,Mi.A ^'f 



/. 



/ / 



/ 



/- . / 



^^ 



t. 



& (( f .» 






A 



/. 



/ 



D 



A^.C 



t w 






I •> 



fr 



i'l dci.i'itl^ T A HA 



k . 



/" ^J-'/i-T/.« nf^A jt(nf ciitii/\i 



/ // 



// 



/ 



yc ^ .^ A 



■>/.^ ^/^; /^ 



»w 



l//^'ik/ 



y? 






i f ^ j t UU^ 






^ 7^>v/« » 1 



/ 






Ji-^ ;/^ 



/>/.;V 



/f 







•Jiit •'' //"; / 



/u 



''^Ay,, ./.^,.f^ 



(.KtUi ^f^ 



) 



/ 



i'^1 /, 



/ 



■( 



lt\-i 



r/li 



V # > l 



ü 



/ ''i yuij 



Uc>) / 



yu^ tjf/ " ^if^'j-^f /i 



*--c ■>' 



^"^^^CufA^/AA 



<^f^^l-'^xu/^rAi 



A--J 



v.->. 



/^ 



/'"'vC t,^^^,;,!^. 



/i^W/-yHJ,riT^ ^^: ( 






7< f >fi li i,t I y/j 



7 
/ 



ft.* if^i >t 



l / < '> 



/ 



/^?, ti^ti 



L 



/'/ür/ji ,,, / 



y 



>w J^f* i^iyl 



i 1^. 



7^ 



/ ' / 



t.'af(c 



tyi.'H\U- 



■/ 



1'^/ «y rM- 



/ 



•i 



r. 



t' V fiAa ü,r.,jt ,r<rrA^ 



»-• 



'^-^. 



/ 



fi /^,^*# J /^^^'-y/ * 






^ i 



/ 



/ 



t^-z '/,t 



Vi 



y -^ 



it^* 



y/C .'<^;> >At^-*^*'j /; 



'^i 



/ 



i^t 



f^A^ 



^•t// '^K: ^V^jC /r«J 



^1 



^ / /■ 



'■»'^'^ ■hocAA /i^»' ^ /m i '^'^ »'^->- /^ . i-^^ 



u 



■\^\ V 



f(^t. -''X.^i h M^{i. i 



7 

i 



I 



imm^mmt 



i 

I 



yC' iAut -/ii-^i^^ 



jHW >:f€^T-«^-*' /'-»l'f ■'■»*/ 



/ 



'r^// 



^ 



"i^ ^ *■( /^ 



'^t4^j l 't (^y 



La f 



^ a^MC'X^ 




rrif^j 



]» -v«- 



^ 



L 



t 



^/c^ <>^*^^l 'UfP'>^ ^^<4L y^> /Z 



Z^'*^^' /-^^ 



/ 




r 



/ 



ff Cr 



K^t^ /./S-»>i l^"^ 



x( 



^4>; 



>•» 



'^»^tiVVw/^Vi^^ j/i C^j,y/,.t,^iUjf )h(yLc^^^^ ^^ 



^-^li.irj^ c^ 



'r^ / 



>/• 



t / 



i 



/•^ 



^-> >t,C. 



As-^^v. i:^ö^-^ A^^ y^ c^h,-i-t'(^ m j ^(^-i->rgftt jcii^^^^A^ u.i j^( (>t:e 



w ,4^ 



i/> '-fr 



/ l 



-Ji 



7. 



li 



j^^^i^i ^i-^A^--^ y^^'^ ^ h^4i^.f( j^XCtt^kt /-^u-i^^-^' 



fi^ 



■T 

/ 



%'.-it 2.. C>iU>a^^ /f*^ 




h. • ( 



'{*-0 ,.Ci^~ /u jrr.Hi.Ux*^tcÜ, ^t^h-le^.^ H^'^ ^ '-^ ^'^'■-'^ 



i .«-«-r /' 



/. 



7-ti'^ /(./,,,/ 



/?.. r , i>^ _/'4, -«^ »*-f ^ ,> *:^ ' tt^^ti 



^ 



/ 



A jdv') Vi 



^4. 5 4; 



( 



i.^i'et h^<i-< 






Me^-fc'» 



j,V^ 



JH 



l 



m 



:av€^ 






A 



r^j. 



t 



/.4 



.'J J ^*e^*■^..-<^f '^ 



J 







^^(u^ 



1 v< 



Ci-t^p\ 






/ 



^y 



-^■^MS"* ^ 






^'*^vu{ /u-(/\/ittt^ f/i I.Ult^*^( <^)f 



/ 



/^i>* .r</ 



^^^ *^ /(; 



y \Tit.4{^. 



It.^ ^f^'Ü 



7 



Cw-^^ ^t^/*" 



4-,. : t U/i -"■*:> r>'*'->' '-"^ 



/■4, »t.H 



* *^»-t V. 



'^t'f J 



rtuS Cri^\. i^C-ilrfsii. :]i-i'^^ 



(ü:it!l^ AJi-A^tk^^ 



y^^i/^T^f ^^'^ 



i) 



t 







Ccr i/t 



au / 



'^-i i -jf ,^/'/{!e ^ ' j/r ' /( 



t'-yt-*^ Jt.;>ry. 



X^'/i 



i^€^- /,*t 



7 /-n ^^'- 



^-r 




A 



/< V /•.•>< 



/. 



''^C C,>*^/i -krjfCu, Tf^Urxi. ,^1^^ iixe^.- (^> ^-^ V 'T /'/t-v ///Y/ 



■>»/';> /»t 



r 



./^j ?trr ) t^-ir^^-^y^ 









ikr h 



•y 



\rt\ 



/-V^^/ /7^|€/\ ^^ 



A» A . .6^' ^ ,,/. e^,i /L(.A.L /*,,/ -^g^ //ü 



/ 



»i^ r.4Sf.>'? ^^i 



^- /^>-K ^^ 



/c/^^^-^^ ^/^ 



///«v -<*-'*'»■' 



< -» ••» 



//^ ^ ' ^^4/^ ./x:iy /^/; .,<«,, ,^. /^ 



j 



L^. 




ihttCt^Ai'^f 



l 



'^^"^ ^'''v; .A-. 4^.. 



/y^^'-'J i,./ 



/ 



/;,//. 



#vt^ % \ 






/ 



c /'-^-^ 



//. 



''''^"^•-. vtr,, /'*>^- .Mm-/ 



/. 



^ |.'»*i.y'*vW' -ifi^ . Yt.c^. .. /^^A ^, 



'^"'''^ ./tf,^ 



/. 



O '^* 



^ / Uti' 



••/. 



^'4 



i* 




^t'? t^ii 



1 •»»», 



/ 



^^,^ ^'^'»«-^ 



.^ f^*^^v^r- ^'^i^ /tP y,^.,^- .^.,.X :.. /:f( 









^ 



.4 



V 7 ^»^ 



ji^u^./^uäf ^^^' /<tV^** 



/*»*.r '^/i^ ' 



"^^^^'■^^/jX i<'r(/^jr4^j( /^^^/^ 



/•f ?.Tlt-t 



t |,'»'U< *»• 



"'^ 



A 



r' 






<♦'».»■*•.' 



*6t . f?Ul 



Jr/^ *^T> H 'Xivv n.^ 






/u^H uL ,<Li^^^^^'("0''^ 










^....iTr// // .v/i^'<,'V4^^^ 



/^ 



j 



k 
t 



w^ 



1 



f 



/ 



'U* 






ttr. 



: /' >.^^c 



^'^-^.^ '^Ä..,7^/^.. „,y:_v,.^. ..^-X..-^%^/:-/^'^'- 



j 



^■M'S^nic^f^^ 



^^^ ^/^^.,/cle.. , Y^/4^ ^^i^i^^.^L;fjuäi^^ 



/( r 



^'V., 






« 



\ 






f^ ./<X-f.^f Kit r^'/^^. . 






t <<?♦ 



tWl 'i^t^tH ' f /Mv^' 






/ 



^ 









V^Ma^^Vx/^' 



y r 



XU 



j^^kr-f^f^AJi^ Jfe^r^eK^ei^ ^^>H^,4 iv^ ' • di^/tt,»^ ]ilcU 



I 




iiy /: ^ z — f ^^-^-^/^ ^ ^ 



'( '* /'»^' . Ct* 



^ 1, - 



iMfi-ii •* ' p— — >■ I 



- ' "^ '. "i ---. A _J-ge*iÄ -■ ■■•Ä3S^T>t 



I 





i 



Jj 



A J cLk t-cr r A 



^ — 



.-CJ >t,-^*y f^- 



V«t 






äh^^^iL^IhAi^ ^ly. y /5g. . /4 /^^ w- 4.<4 "^^^ 






C< UUi .^i 



V • //.// > i.-i/ f 



J 



ff'Xi^ 



.4^,:. /, 



»'»^ 



/• 



^^ / *-^ 't.,i^<Y 



Jt(^M ^ 



yi 



^/^^. 



'i: 



/^r±i^?n ,., //•<-/./ 



^5;, 



3/^0 y 



/ 



7i7j 



v.-r ' », 



r^ 



hvt t(<- 



- ?.v- 



^'WA {2H(; 



7; 



^<^(^>tp^/aiij ^" ^ /^^^^u.i:^LCr/j 






,./ -A.'M^ iCUl^i^LjC,^ 



f^KCy t 



7^ 



1 1"^ jLi-%- , 



ic-* 



.^ 



'^■i i 



U 



'^t^ *^(4\.^ 



//. 



Z 



•TV»^ >a #-1 j //t <-Ml/ i c;, 



-i -^4^ I 



fCi iPirj{ 



4 \ / / ' . •— r* — 



Ji^lrx w-'/>|- 



4 



^♦t 



-^^i/v-A^j /;,^ 



^iUt/^A.^ eil' 









(^t 4p*\ a ) f, /,-/vXf 



' ,' 



♦ l-vt /</ it('*S- 



J' 

/'(■/^tr '-.■•'/! .7-/,,/«,;/; 







kl§f^yzu 



-V'^'^^i, 'j2,iyXff, 



lLl]^.^:jßt^ Uö 



7jC^€^ci yzn 



l 

"IM 




J^^ili, y^ HCi^ pM^ ^yclp^^y- . r^^' 




'fii^*. aCr^ß^i^^^ 




1 



t •» s. 



,/<^« 



l 



/^w^., i\^/C/fu- ^ fu . — ^ /^ //^^ lu^iii'^^ ftit {>Cp^irfc^^^Y<r'l^^^^^ 






ft/cc 




'/ 



/< 



U^iH'^^ 



^j ^^ A4x:^^-iiP *^'>/^>W.w^>^'/''^r ^^ 



'i* » r 



/ 
h ''*^ 



'U/-' /t< 



^, .»^v-^ n4:;r.^ f >H *^/ ft^^Utt ■/ / /i:^ fltijiL.d^Oti-^^ ^^ ^?t«r 



^. 



tA^ 



/•.. 



t.i>-^ 



'^ /^./^ 



^Uf-^jHM^ 



/^fjcitv. ^^/iU-^ 



t|'>v^ ^ 



/ 



1 * 



4^"^' 



,/,< H^f^^^ :^^^ 



y "V 




f : - 



"/ 



/f ^» 



H^ 



f yi 



4-^ '^t 









'A»t 



;<!^ 



y 



i^xi^t-i- 



; »k' 



^Ä? 






;/ 



><ri,,Zi 



/It 



Ä. >' /!> 



A. . ^..^' (^ : 4.. /l. ^^-^ ^^ 



a 



M'^S 



/ 



V' id'^.Jt^t^K /i 



/j 



S h.j^^ ^j^*^j ^■/.Y'.,*./ ^'< {cjdt'^c. ;v,./*/4. i 



■>#• < 



/ 



// / 



i.*i 



./v 



^'•»'>' ll^.tf 



h 



U^' 






/^(^., ^ ^/^>- /^ ^^ ^^^' ^^^ 



y/«* uSf-^«^^ 



••■». * 



/n. 



Ä/- 



r 



-!<»*♦ ^ ^ y^.«^ V / ^-6;; 



^^Ai h 



rz Ar>« 



/> / 



.^ 



< j 



i;.4. /-z., ry;^. ;' /t^.. /^'- '- -^ 



-»-^^r v'i^^i 



y ^ 



<f. 



^^ 



X. 



••a, 



i j^^i^^d 



; 



/!.. V«. 



ii t*<vt*^i 






Ci>c tili f 



«-r 



.^ 



i-nt-i^** 



■\ . u 



JK 



% \ 



(Ui/ 



Uu^-^r p.U.^ J y.t.X\.^^ M(i^.^if^j{^^' Ui^.u^. C 



/.* ♦ t. I- V 






/ 






i 



/- 



«^-»^X .Je Jn 







^('V^cÜ^/^4^f^^ 



7^' 



< «^ n c^ «^ 



{^(Jii*i/ U /it^ -^ 



^.t ;>»• X 



'/. . . /, 



*i\f J?i (i'k 



m it^^t/,j'/^ ^i-^^, M-^^.y , y/^,, jcL.^.tjij^t^ ߥu4 M, üt 



/ >r//r 



/. 



^-»^ t^i /n 



T> t r 



/^<f' ^ 



ii 



■'t. 



yyi '&,- .»^ ^'Mn .tu.Jtf'^ 



l. 






.) 




^'^^J/i/Uj< '^ <>-*] 



UU<:^{ CfUv. ^äi 



/•, 



i /> J * U( C'»**^' 



^/ 



/. 






>i'f/ :'" i 



TV - \ 



3 



t^/Tr/T^ 



:>,/^'^ l'^f^jt M 



t-r i »-vt *• 



/. /i: 



A^^-. ^/^ J ^ i i^ 






— — ^ 



/ 



^>, /^»-^ 



» ./ 






t.44tf / (C^C 



^^ypt^tj 



/:^c /t:Y..rr/A'*^ 



£C7''v^< yi 



U\<C 



^v 



li\U',X 



ij«. 



C\.t ! l 









i' c^\-^ v//>ivi-i 



/ t' L,r 



'/ 



/ 



r> 



fy^i^in A'/i 



^{c^.((iA^. 



u. <1 



!.>/(' 



*i.j^\^ lii 



L 









/^j^f ^Uinr 



^ .ftM^fam-J'* 



-^^••1^*^^^ 



M«ii 



ipHOTW 



Xli*.' Xö 



l 



'• • ' 



« X- 



f 



y 



I 




V 



^u*^ 'L 



**« 






>f vfi 



ti ''jt^y U l y.-ff/ 



< 



i ->* t4 U 



£' ^fl^,.. !* 



^ 



'trvr "tiV 



/ 



•' ».". 



l A . ' / 



^ 4^ f( if^-tcÄr ,{j, l 



h 



r 



C V-v « ^ 



A .y i 



/ 



/ 



//, 



/' 



!.^ /.'.*■* 



ü^ ♦, ' ^t- //fj/, 






"T-// .,' 11/ te^ 



L 



^^"^K^ 







^■«"■■•■■«H»' 



Aa/i 



A *' vr'/t ,,, v^VK*'' 



^. v*^^- ,4/^ii,<; .'^^ ,///«. Jf^-Ikjy ( r,^/-e,^ 



m 



A<s f^nfi.' 



/-' 



L-^$ 



(ja, -yf Jl 



'< . ■ V 






'/' -'^^ 



^>i.# y /^M^ i 



///.. ( /('>//^,. '^^ 



/ 




/urji-^yT.i'^t^^^ 'U' hiU J-^i^^^^^ '^^ '^*f iML(.yiO*<^vjjl^<c,^ A^n-(yf 



Ui I 



/' 



'/*- 



'^^^^'/i ^j^VM./^^ 






^f(iu%. KU^ 



L 



t,^r%/ 



^j ^/(S 



/ / 



/- 



^i lU^yr^vu^ 






/ 



\ ^7 



/i' • C 



(/, 



"j 



'->« r 



/ 



f tvi4i.J i^-iVitJ 



H.c/tt 



if-jft ^t* ^ ^t litj 



'V^i^v* ^< 



är f^ifh/KM" *^^ i/^A i^r **^a. 



H 



dc^ 



^tt 



i-f 



/ 






Af* 



it«^. ■ 



/, 



{ * »'t 



c/>^.^ 



/ 



A 



'-^,1 



^ 



>7 '^-TT-/ .' / ^ 



^^^/. /7^. 



A/ 



A 



/ 



/ f ' 



i 



I 



*-» V'^i I 



i. ' 'i'>ti ^ .* f 



t^tij^ '" ^-^ r*^ 



< ^ 



X< *-i ^ 



L 



• -^ -' y t 



t /i 



< * 1.«:^ 



^fc»-!. i 



I / i 



r 



/ 



« U-l 



/ 



/t^ i^i ■ J 



iffÜt, i ^,v/<*., 7^^/ ^^»^»^ '^^ 




'^Z 



/a 



/y>^7/^ / 



.'^i' 



f 



'-->^ tr'iff [6^ 



L 



^^täf 



'^ A/;.-7c>/4./ '^^- /v"^^- 



V/ 



/ 



/^ ' ./ 






/".. '-./ 



C^, ontcjj 



/Vc. 



/> 



4C. 



^/•///c .7^ 



/ 



^>7' 



/ 



<.// /. 



< / -^ / V 



^^c^'j/c 



ii">7 



i i-tiS./ xi-^. 



' itn^^^ 



/ 



U 



<i. I < 



yi<L v^>f t^'^^'i'^'Uix 



^ •♦-;//( 

A 



^.. r^u.^,^X ^,y„t.,Ju.>^^' 



/' *». 'i 



// 






*t J 



L 



/ 



/ 



j ( t t 



i fJ 



U^', Jt?C 



"^ ''^^'Ac|>.^►,.4^,, /^ y y- 



J 



i t 



dU-^i^fy^ 



u 



ö' 



)< 




u 



i'l 



/uT 



'"-ta .p^T^'^ 



,- rf:i^: i-U- 



// 



V «^ //^A-t 









i'-w* ,'1 



^'/>^ '^W.-.-Xx.C /^. 



^» > ^ fit 



h 



/'L--«^l>H 



*'t' ' C<J 



/ 



^.^^v. y^ 



' ^-^*' // /2^> 



i^^iifi 






^^^»^^' ^^:^^ /ft 



/ 






^ Z^y-H'v...^ 



/. 



A^ 



^!*^^ ft. 



V^. 'i4^(^^^,//, /..^'/c^.j /^;lt.. .,(, /:/^^^ f.:.yOi,jr(c *.'«<< ^f /-/[i '^'. 



Mv 'C. 



^jf^^. /^ -.r^.:^,.../,,-^ .^^ ,y 



"»/A-'* /</U 



J 






/f^ 



/^.. A-/*«^ ' '^."^- ^^ ■'■'^ 






7/ 



/^<X/!> 



■^ 7<^<ci i-'^t'^^ti^i. 



■1i 



Atf-, ^,^7,^. 



7 



Y /i rf-'J ,/.T(i 



S^"" '' Z/^-?/. 



^'-itj^~,,l^,t 



'/uvl-.tcyi itix /^/C<, i^r,f^r^^_'A,.u, 



l't^U 



^u. /i^Ai^O^^^..^/c/c 



•# ■» » / » 



-^ ^ ^-'h/ ;4./,4 ,4 ,^,./..,^, 



X' 



^ t C^^i l / 



/ 



^.- i.;/^. 5^^ 



r-^(^ 



f-»^ I 



L(t 



( 



C«'V^>^. /,>t'>-/ 






; 



4^ 'j/, 



T^f^ 



^ 



C>u>W-, f^tJ«^>^t, 



'C^-»"»// V:. 



/ 



7/'<; /.-^j /i 



A'* ' /i , Aj 






^•XJ. 



■// ' / 



it, /Li^ll 



/v -r'>^ 



./ 



/' 



tw^.( y^c/v 



et 



/,A 



>#^^ 



y 



t.-* 



c ■ße..,,./tt-^i^ ">vU^:^ <^U-t /'.;./lV,/r /'--^ 






»iiiiuiiwiyiu., III ■■■<■— 



^A/Tv 



•^-'^/v4'M v^Y^«»-» 



ä 



/^ Vl^' i(l^^ / i^^ { cCfj^ ■( llc, U///^y \ '(/C/^( 



trt^^^SS Cf^tlJ 



i/. 



•>t 'V 



'/*• 



(."-- 



Ui, ..rjf uL, 



L-^^7// .^,^ 



/• 



tt //u. 



*^»7/^t.<^i " 



/.(.. t /■•'"0...V // 




J 



/l.-t.</y.^».^. A 2,.^ J-dtr//^,,^,/i ,/a ,..,/ ,,,,/. ^,^,„/ 



/ 



/A<t^,t 



fl^Klt HVI 



i*<'/^ 



' '^ 4. 'U^,//. 






J 



/v. ■/> 



y 



^</n 



4M'VUi^ 



f) // 



■^ 



^Z/:'~>»' 



^ff^^l4iJ f^iVu 



Hic/i, 



^ Hl /><< >^/ ///J 



/ 



/ 



'-^ V^ryr hi'L^'i \ t^j { 



c c 



t"* *^\ *" i 



/rt>tc^,. 



\ *- f 



/i 



j 



iylr-v*' ^i 



'iCi^ fn/i/^Lr *^*f i^iK i.f t.ilL 



'X 



i( 



/ 



1 1 



f. <S i % 



i-t.- 



ffCi-,^-^. 



-^Tttt 



W l i^^^L liiCj/*^U »t f -W, *i / ,,y.^„,- ^ U,^ .-^tC^^ 



< ^t,Cit( Li 



l l^JJ(^ ^- ^^ 



'^U.i 



■f. 









v 



/ 



t 



Cf^/^'^ , ,( 



/ s-C-i. ^ ( Hj . ( ti 



L. 



I 



H 



lu((^. 



t I 



f •' j 



(U-x^i 



lc( ,i '^( 



t-fx 



/ 



/ 



-^y^ 



■t 



/ 



^'^ jf'Ui, / -...jä.., ,.u( c^^^ -Li f/o/kuf 



h^u^ ^ 



/ 



/i* 



L i -? f 



(o^/i 



f 



^^^^H. ../C 






t ' ■ ' f 



hr^.. U/ 



it, ^f ' f< J. 



// 



» - 



^'■"^ {/c 



fC^ f/t.A uL 



./ <,// l 



li :■ i i 



"^-r i { 



■tf,/ ^ 



^ 



4 



< t 






^U- 



y 



u 



* r * i 



H^C t^^r>f i'^^^^i^cii 



U^/i-*,,. V ^■ 



\^^■\, t-l* ' 



t^-^^.,.C^^,U.</i. r-.J.. 



l 



/V 



Vi,f.^y2„._< 






'/*' 



^4 



e ^ 






'^^'-^'^ .^^lI^ 



/ 



tl-> 



^^-'^ ^] 



■i/lM //!'^ 



•■">• 



/<^ 



y 



/^ 



f^U ol/j^ 



r 



u 



u 



> .' 



»-T 



V At-A J t.i> 



^V///c 




/ 



*/^ M."" /^ f^rr. 



iM- 




^y .C'^ A>j^/j.,/f ^. 



r 



t 



^ 



!. 



Hi- 



•t& 



' ■ ■'J', t 






U-in 



4 



4 



* *'» ( «-^^ ü/ Cy ^-^ 






'^- f^:4. 



^,"«-t^ 



// 



" '^'^-A ./t../,./^,^_^^^ 



^Cz... <..y...,./^^.,/^^., ^,^, 



/ 



) 



C f^iCl/i. '^' 



•«^^M J <■ 



7 '*f J l 



/ 



ri, 



7-t>r. 



^' ^Vv-«.- 



-J'-/-^. ..../^, 



( <--/ 



L 



i^J/ f:\t'f l^i , jr/c 



j'U ^'** 



V V - / 






'^'o'/ <- 



i^M^., fUy..//'^^(l 






^^--/^/C. /K../^ .^.^,^5^ ,^ , / 



7/ 



>■ 



6 " v^t, >^/^. < ' vlZv.^ ^^i-.'^t 



J 



M, 



-V7 



^■/^ 



7' ■^/■^^■^./^-y,,^^;,^' ^-./^.^</t.r,^'^..^,/ 



-^ 



^-■/(/t,., / /. 



l 4 

A 



^> t ri/^iC 



"^^^-^ 4./". 



'/ 



/^. 



'•^ c/ 



.yy 



,^' 






^ 



<: 



•t-t^ 



i-t i^, ,Y / 



/ 



*^.- ^^/^ ^(-'^^ - ^^/^""^^ / 



S^-^^l 



c 



' >l. 






-''>^l.V/<,,.v/. 



''^-" /u-ii^f- 



't'~>'--,-u,<fci. 



,.c ':/< 



'J 



// • / 






ti^*- j 



'♦-v 



/ 



y 






^^•'>.',/^^^4 '^•v,:^Ui'^,.j^.-^ /..,/</, //^/-^^^c.. ^-- / 



// 






^iucZt», .<,.-^ / ^,^/ Ar >(,< r^ic /?>■ 



^-v^ c<-«a /'^ 



•>l^l 



"7 Ti*-» >-i 



/' V . 2. -'^ /" /^ '"• ^^^'^ 4y^/; //, <A^ ilct.^ 



i % Jj 



14- 



/ 



t 



^ 



'i-Jf i. 






Cf\c. 



/ 



/ 



k'<./:iu'Cj /^, 



J kL 



-/. 



H-\CC^K. 4i 






X 



'>*rPtMy /0\ J^ y 



/yi;*i. c-^/ 



/ 






dci, L-u,, 



7 



c/ 



» t 



'-»-«♦ 



X 



r 



f >.'*' 



/ /^. 



/*..,// 



/"./ 



r 



r 



ti^ 



/ ^Ü..L,f aC, / ) /^. nu. . ^<^.- Z'^'^.'^' 



r-' 



A> :?y'Är 



x^.. ->^'/. 



t, / ff» ./ 



/^'/'^./^./;;;..,^ 



J ^Oi^ Ay 



^7^4^ Ji 



r^6.. {i.^,,.7tx^ 4»^^0 J^h^^^J^'-^ Z^^*' j 



-♦■»-' 



^fl 



-ti 






C--»-t 



6// 



/4 



r 



VCW 



T i^Ht 



J« * 






/ 



^^t'P-i/ 



c 



t * i^t 



/u^'y ( 



Hu f 



i f ^' 



( - 



t-^'$Cl J^tt% j 



> 



*'/-^, ^t^^-i<4S 



( / . 'k 



// X 



AiCSi€ YV 



//c,^ '**r^ , ^ ^f^J_(, ^ ^^^ ,^: 



/' 



1-/ 



*r\ t I 



/. 



tfifi-a. 






-'U'^V 



-^-*- 



^^li>fiyff<r U,^'^ 



:.-<' C 'f. 



:-^-<.-ltr «• i- 



//•J 



/ 



/■■ /./!.., '4-^,,;^, ,.../-A//../ 






'<«f 



'ft'i!^^. 4 



/c 



J^ ' J 



1,% '^ftili^W^Pi.^ 

J 



(-u^ 



t 



/' 



r'V'*-i-x,*^fc'v iii^^ 



/ 



> ^>i. 



i 



Ji f^ 



y 



".: / 



/ 



«l 



^*^ -• Uv.^k,^ ^*-f/(rt-^c( 



af- 



A 



^/m /i. /c./^VA 



/ 



i. I. * 



/^ 



<^ >*'; 



^':^> 



M 



j 



A^'z/Xi-. ^fexitz... '/ 



/ / 



7-; 



•^;^.i"/- 



4/. 



V 



»r/-/t 



/i 



■»• »• c /<. 



/ 



^/^.-^^tü^l 



i . i.lt 



/ixU n^{VA ^^ir'Oi' 



> tX-«, 



-< 



^'-^'^^ 



^<. Y V >J 






f' /( //ei.'.rf 



Ä. 



/ 






'^#^" Ai^ir/^x.i.Ci yy-r— 4H 



JC^6»'*^» 



^'^Vv. 



-> 



7v<X- 






€■%.{ 



"u Mi 



("ypfj 



^'-h^^tdi 



l^ 



/ 



'/...;.//' 



/»'^^'/f.. '/^' 






^v")-^'.}./ 



./^.. ''^ 



/y trjjf^n 



//■ 



./ 



^.^ 



W<*M 



-i'^'^c4..:.<6.a../lC d^^ij^ ;ft 



/ 



A 



'^ (^, 






J 



'^ ■ynu-:-J> -^<*'i '*^' 



-^/ 



/ 



-v,"? Jm- 



K^i^c/. 



/^(HT^t'^^ii't > /'/^ %'P^y^ 



A 






'^ 



y 



iVfl 



^- ^/^^^ ^Üuj/^uJG^^ /l"^^^ 



\< 



^-r 



^* ^>n%*^j 



d^) e^ 



'^J^'LC, f/u X . 7n^'//^r^^f >"?f- 



/ t f, 



'^ 



/Cv-^ 



^A, 









i^'^ ^iH<'( ,/a A,/^:,..,^,, /^^->zl, ^4Jd.c£,,/u. ^^^ 



I m 



* ♦ 



y «H ^ 



>*-rT 



Ti.'ic/A 






'l'|.'r_« c 



ii,^%< /tu/iUj 71'^ . 






'M< 



r 



-'T'l/ /r 



l J 






Cp^t.^ 



Kü/^t. ^' 



t 



^- ( '. j f ■/ 



f .((€ ^l, MjcK " ^ 



riff ,{ 



t t 



i'^'fto.^.a 



■t /.' 



= .: 



'^C 



///^•Cv- 



.^ 



c'yvKC.y. ^, 



/ 



J t^H .C^-iü 



V^- f. 



■ ■ft-%. 






de 



it-H 'f>i':f{' 






J i ' 



i f "- ( t 



) 



u. 



(4. 



7''LC 



y 



rc 



■.'S 

9 



*■ i 






''tu ^l^ftl 



J 



I 



/ 



I . t ■* t 



UpHc^':^''LtLi/c 



kC- V r 



^"A 



\yi 



( € 



(t 



nt I 



/.' 



'■/Ut. 



/f;.t '' / 




'K 



ti 6 ^ t-K. 



f 



U/([.i 



r 



< ^ yi, , u. 



^( I 






">-*C^-« I/ITT/ 



/iT,.// /^./I/ 



/./ 



/^r 



.'». ' 



/ «. 



v* 



r 



*f^ i^rt.. 



t 



<i,- u(>-/cü,Zi 



) 



'< ' '/ / /<< /i i U,^^Ki\ti/iL 



f\j*^ t '■ f /, i 



/< 



^f / < 






((/. 






^h4>t^X\ i^^t 



^'<.iy.li 






>y '/cc 







'( - t,-^(i /,, 



'^ ti.U^Cc.'C. Au^Hß-- t 



U^, '^pyf^- Jt 



t,. t 



2'**t^'^Vijr i^ cut. A f^^.^ä^y n*^'^( 



/y/ti 



T"^ LCi.L. 



L 




/ 



t / . V', i e /'-f/r. / 



^-> t.^-.. 7.>,^ ,,/^ /r.,^ 



J f- r ^.'^' " " f - i-. 






t- 



/ 



LT :-^ 



•■» f f y 



^ 



L 



/t 



-«« \;?- 



»' .-. «i'f / 






irf' 



/. 



Ml 






/ / .:/ 



^f/ ^.•' 



/ 



^*/ U /f 



ti ; , da, 



/ 



-{ - 



'tJlL 



t; 



i '^- ,:'^i - '•^H y-t^-^t^ ^'rt„Mt.x /,i4,(- '/ij^n.'/lj 7^rr/ - v/i<^ A/y /f J ,^_^, 



if'^lr'i» »i-V, 



r? 



' ^ »L^-».-i ^*^ 



/ 



'- /v** . y 



i^i l i .\jC% yi'y 







if 



/^-H ilty £lf . 









J 



V.X; / tt 



/ 



/ * k.-k ■ ^ » i- 



»« ». ;, ■ 



/6 t 



y 



7i 



iT^r^/- -fu^pr / 



f cx^j/fi^*^^ Mutc ' / 



^/f. 



^ »-i^j^ .1 >'^ 



/ 



^-- / . 



Ui.^ /: /o4^^.,.^ ,^£; 



3'Q^ /i.^.^iU^ 



Uh 



/ 



^^^i cy/^ 



^/^i>^- /,/^ 'i/T/^ 



// 



hUi^ 



M 



/ //" 



.(" Si^tC 



V. '/«.r 



^ 



7/i4 



» » 



'^.,- / 



r/ui-? 



^,^: 



./ 



/^iv^T 



^ 



/.C !iH9t 



f\t, ,,U.H (^,. 



kX 



4 2. |^a<5^-<k>\ 7- 



Z/^» < ' 






Vi JiCL y/T 



<r 



\\, 



^oJi^ { 



ff*- I, k s 



^H^^Ci^t- / r/jT 



/" 






«r /-*:» z'/ ^ tff/i^^ /^ 



-^ 



U. / / 



i -/^z- 



>3 






/ f.- 1 



7.A 



jj^<^ijL 



'^^ni -Uiv Hir?/: 



/ 



U '7 



f--*. 



n 



^-•-^ '^•4:.. .^,,;^,,, 



Hi<li ri<<^/K } 



* : 1 -t 






I 



/ / ' 



^^U^. /«.^J-X 



1 



'J 



<y, -^''-^C uü.- c/u.^^ .tu J/n... C ^/i/ß'.Jc 



\ 



'c.-J «"r.-,.//- 



•:', 



^^f^ U.L -; ./ 






i t^^ 



fV*-,'/ 



Cx JM*\ c 



«t 



/ I 



l^-x 



// 



A^ 




// 



t .. / 



^^ 



^/vf 



^"'*-4..^ 



<?»-/•€ -/i^C 






">• ' _t,-.«*' 



<: ^ir/fj^r2 



/JCt^^>t^C ^ud.l^,,^^.^ .^/^A'^^^ 



I 



»/♦^. / 



(.1 ti 



:^ 



'^'^X' 



/^^/. 



■ '"^ '' V» y ^^ ^ , ^. Ij ^^^ .r^ ^ 



/•^/ /.C 



^ - i ■» 



/,./ 



tt'^^i'k 



■•» t 



tp^- 



u 



"> / 






'-/t<' //, 



t't.\ 



/T",^ 



c A^Y^^jji^^s^^Ji^*^ 



-/^t^ 




tv^ 



/i«^ 



^'V'V^"'/^ 



l^j^'^^^uu^Au^^ ^^ 



y -j;4a /^ A.^-^, ^.,, ^/^ c^ Cu..j^,.dj(^J ^'^ 



*-t»1 1« 1 



**^i< 



r 



^■■''^^ <,u. ^ 



v 



/ 



1. y-^ 



•^'^«^ \A. Tm'. 



n 



e 



"J'T't-i^A^ 



^' ^; ^,c rC /c - 't . ü. -7 /v 



7 



^■^. ■' ^- 



t V 



.^' 



•*r ^*.f 



(-r^ 



C^\ 



\ 



4 



i^. 



CJ 



/> Ci tH *7t^ 



4<^,. ^ 



'» " w' n y 



/ 




/ 



Jj ^/ S^^Uta^ /V 



9f /Ä/ ^^»^-^ 



o^(fc^ 



^ 



y ^c?5,>^^ Jfs>j V 



Ol 1 , pfi ZOT 



Vfi 



^o 



(otc 




L\cUh^ 




o*-^ 



ddi 










ST 



4 



■PMMMMW 



mmmt-* 



MMMi*^'' 




h'y 



'^'^^-^^^/c^^'a^^ . *ir c^. //^^'-"-f^^^^lf A 



e. 



■' L^f 



liC^ 



•^^■-r/u. v-r*/^/iV^A/r / 



f 'W 



U<v ,.((//(- /( 



A'^ 4^ H^ri y-^^ 












f / -^ 



i I 



/ 



■1 -Jr.^ 



Ip..i-Ür{ , ^, ^l^J^^ .^^/r^.. . /6.. r«C^ {c/^ 



/Mc . 



Hi^-t r/- 



// 1 4./^ /i^r 



^'^^^-^#^^.,/-,,.,/£: 



.*^,'i^lH'-»».*v 



/w 



/ 



/C- / i * ' -^t 



/r M 



t\,* r %. 



f.-A..i 



£ift u 



J--< 



/c 



iv ', 



•? Tt 



<< 



i .. •' -/t/ 



»• i ' 



-U. 






} 






r (L 



/NC— /..- t'ic 



fc. ■'■'/■ 



f 

L 



'M^ -^/öt^, 




/ 



/ 



hl / C ^»-*'' ■''*<' 



A« A 




) <' . . V 



lH-t',Zv^ii 



f^//c /• ^ f '( . 



mm^mf 



in rmrqin 



<x^ 



Vllt p. 36b (David«« pOTCil writing/^ 



50b 



on ttiPüflAii*! copy of MS) 



tenthoi hat ptdantlach 55 halb lobanda und tadalnda 
mfflischa Tar«lnl «fr lu8tvoll# OaWhl* «usamt äugest allt und 
67 ftr- unluatvollt ^ Abar as laaaan sich vlallaicht nocb 
aatir üi Engliachan und «adaran Sprachen aufaUfbera. Banthaa 
bleibt Jedoeb i« Recht daÄlt, daaa ea für den Ethiker siinftehat 
mr darauf ankeren kann an de« geeelnaaaen Hanner, lAiat Mid oder 
Unluatt In *taa#» i^Ho« die««« Tarmlnl unabhängig von den 
zuatftallehen und vorelngeno«enen üuancen der Billigung und 
MlaabilllguRg unparteliach feetauhaltan. 



f 






I 



/v h^t 



U^y\-i , ^l' / 



) /f 



itr 



/ 



vt*'^A' /< 



* j i' i^ 



/ 






/< 



VT 



J 



J 



(^^ ^'hulficf " '^V,. ev 6'^^ h^^-C 






">« /^ *'•'•. 



/,. /'^'v/</ '/i-- '''^'' 



v' 



/J 



>f^OA /' 



vx 



^t. 4 



/ r /.- 



/ 



/•> ^j-i 



/:. 



u<- 



r. 



-*-T-r- 



iJ 



l 



?f 



-«t-'»^ 



tn »-c^-/ »t- -^«iC-/./ t ^ 



». ^ 



/^*i?^4?>^/4^'- r,-^/^/ 



f '? 



/^/T 



/ ^ /^ ^ ^ /.^. 



■^^"''»^ / 



/ ^. r 



> 



-/» ><1X^^J 



7 -/ 7 



^f tl iCyt^'^i. i- 



{j^< jc/\ /i^.v-»^ ^ 



/-;> 



•/: 



><:: 



<• » 



/i- V-* 



(•V 



-/ 



tCi^ < . ^ - - '> > -^ -' ^- '•'' 



_/ 



// 



/ 



w A'' '• 



/ ^^' /it^r ,U, ine.J^ri t/t. 



/A, tu V, 



1 j (fC\.C^^ //^- f ^ •: < (' ^t /-// /^ '. '/ / t t 



./.- 



y/4 



pt- ^ 



j 



fH- 



/ 



-^ ^ OU(Mi * \ (x 



f 



>l 






^ ^^Xirl^. /<^--<;\0/y'«fi./(^ ^' 



/ 



« > ' ^ ' u> 



j; K-Jt'V ( 



t;.^...^^^'" 



/ y\i''}tt'^/ft.t4^J 



// 



'/'* 



rt^^/i 



ir^ 



\ K •/ 7- i K. 



Lt. 



■1/ 



.-.•y^'» ■ 



-e » ' » 



/ / 



/ ^/A^. / 



C. / 



r^ 4 A/r ^' ■■(• 



CUi-y^^ ^'^ ^ 



M-^-t- '^ 



-t ♦ '' . ■ < 



{- 



Ci-'^t L^^ 



t 



/ 



i.%i^' 



/ tv» 



/ w« t 



y 



^/f*< j /iC-^* 



i'r^a, U-y-i. 7^r^i:Lw/i^ . V /-n 






"HjC-t- v- 



^7 7,y< /''/.'// 



r^/ 



l fV i t^f 



/ i (. ^* 



-* f 



// 



rV# 



/ \^ 



^-^v 



M fV 



/^ /: 



a /f; 



f^"^/ /'/'/, 



'/' 



/ 



/, 



?>v^.CIy17 



Ht 



t 



/ 



/ 






iit . ' 



/7, 



.'A < ^ : 



t^t«^/«^*. /5r 



/ 



/t 



/^ 



' • i.- ' 



i ' 1 



^^ 



/ 



U- 



/ 



XC" - 



.'• £. 



K<.*i-i 



A^ 



-»^t 



-x« c 



,»^* > 



"^^•»^ fcv-. 



J 



/C<* ({i 



U tM- 



< • I 



C V 



#** V 



/ 



'i 






/ 



t 



'/■ 



«-/ . * 



« - 



- /wt 1/^ H^ k^^fX 






/-' 



u >*■*■ "* 



J^' 



/w- • / 






/ «'«t 



J 



L 



t * * 



i^ 



/ ■■ •• 



^T' 



-^ i, 



►^ Y< 



/>, 



/ 



><Ävs t'i-^'JfCf.^.^y't \ *^^'"' ijL/.'tt Ol 



T/'^^f 



Ar Mr 



/ ^ ^' t 



) 



t-t 



r . / 



/^» . r-^/ 



^^ / 



/. 



^ r / 



/.Y<i 



»'i t V4- c , 



^ -H 



•» I 



r 



I '(.• 



i. 



VV »l«vK YU' 



'^/'./X- '^ 



ifx^ »'•X 



/ 



A> 



/? 



/ 1 



-^''^('C>Au^/tK 



/ 



/ 



l-'T 



^L , 






/ 



j^^-j^ i^^-j^i^ V 



ä, 



Y{. 



1 1 * » ^ * * 



>^^ L<f/. ^'^ :^-4i^* ^ A 



; 



/T ^^^ 




/ 



^r iu 



/ 



^^ /f^^/>n% i »- 






^w.•t f ♦^ i / fc^v *- 1 ' M<'i^i- 



•J 



/. 



vr^ 



k 



? 



Uj 



U. 



Ui.'/ /. 



--"^" /^ 



^ 



/ p 



't. 



*>? -^. 



/ 



» ^* -ct^> 



•7? 



W' ^c/a^A/' aü 4^-^cA, *^ ^ w«^ 







! 



h. 



i ' ^Jif/\iM,'i^ 



/ 



/ 



V < C ^- A 



lusj^^ ^ ^ ' ' ^ ^^ ''^'" ^ y-^M 



;^ A' / Ht.t^: 






'^7' 






,/ ^'Utd/U' {^ 



<.f' 



4 



i4MJie-*^^<^'tM 



fii ' tiu 



(i 



1 






Iktrf L 



V 



i>fnÜ** P^ //^/ -f 



-»*-!.«>•> C-^*'^'P§^-i ". C^ 



/ / 



Äi.*- 



Ui /Kr/ii^^ 



f 



/u- /rU^^/y^-^ v^*^ '^^ 



(^ 



^.^ 



j 



_< ti 



'Vx'Vx, i.*^. 



^aCp%.i^n.J^'^ A^^^^/*-^ >-" ^^'^-Z 



/ 



tv •/ 



/f^ 



>( 



.' ■.k-7 



Ciü/^t^*^^^"^^^ 




«•^■"^j 



fi-'t^ / 



^^ /II^" 



4 




i.5/:'l-VtJl '4*^*f 



i?^;/rv^.<' /«^'-Z .-«'^ /cV.^'^^ -^ 



t «- 



/ 



)l^ ^-^ (ur /'^t,4 Lfif iA 



U .^-CfiL^ 



U'jrly^ 



p 



t .... -•^- 



L ^T^Jd 



%c%ät ^v^-A-v/^v^ ? 



t, 



*-f * Ji^r 



l 



(rt,i(j^^^ lut..tt.<L^ 



if'%-%-JL 



fiA. 



^•^irU^^lt 




t1 



Hfiiit //. 



rn^ir^ *^ 



2c^r^ ^ 



Cr ^^'^' ^• 



^t^'/{^tv näAiM 



/ y-' 



I 



-^« 



r >*<A *^v>* 



r 






Hit. j-iri'- 



^..v....^ 



>*.^'<^'^ 



/>^< 



«( 



filtit' 



/Ct 



; 



it^tiJt-Ct.^ ^?>, /| 



':)" 



^^/ 



t- iX- 






«-ii 



^/- //i^l/t .(/ 



/ { 



(•■f 4 



> 



/[^ /.<•><- 



Vi 



/ 



' f / //// 



■/'iif/ /.^.Ü^ • /uL £-,.:4c4 &<-6-M ■^•■/- '•'<^' ^'^"^ 



X 



/" 



Ä' 



f y(t1^. ,,-,<. .-:(i( >,^/.«^< y» .nCt^fui^tflf Jf. 



UA/it-r^. 






/^^M i ♦ H 



V 



4 



/ 'Mi.jUL tU 



/(^J 



ü 



JJ ii 



r^<-lt^'^ ^^t^^M /iti/U-^.^ U^ /i^rc^-,j,^^ -^o-äL^ //r.i,.ifUtx i^i:./ M'tJL,-t 



/ 



''i-r 



/ '\i l.iKjii. 



UiU^ /Cnti^-yH^:'/ 



^'M ^^)nrU'S (■{^mA. t 



L 



ri- 



,tü 



k/.i^^J /i*t/ 



-) 



Z 



A**«-! xH-^> L^ 



'.ü 



««-y f>r 



//^ 4 



■/ 



tiMi*t^ /# «-"H 



/ 



^*<.tl «"^f M » ^<-v '■•■*'' 



M< 



^ 



v^>.S.{..' < 



*^ 



J 



J-« 



-^z 



6 ' i (.. 7* i 



< V 



"tK- 



t'l 




/->>" us/L -'^/.(/i"^x </^,,'/'t /C//-aV.^<4.-J .i/i Ui,r/jr/'<^-"^'^'>j'-^^U^ 






'Uic. 



i 



iX 



;■ 






/ 



y 



ß -i 



Vi; ^ 



?? ; 7vV' 



J 



\ '" - / ' 



7 /:^-/o 



/ 



« » 



^ 6^ 



/■ 



<6 



u/.i-<..,i, _,y:u'ix^ ^ ■■■< 



'J 



Ä 



1 



Ji* 



< t-f /t* ^ff 



,■» / 1 1 






\ät>t^>^^t ^ 



^v 



A>/' 



/ 

J 



/- 



/ 



e ' /^{^ 



^<^U/%. At*-//>V/C«^, t ^«/^ eri^j>/cx 






^* LLStV^- tt 



V 



/£ 



*^t 



V w/x^^'/ ''>^f'<' ■» 



u 



/ 






^isvp^ 



C-^-^f 



t^ M. 



/ 



jfi,ivj(vi <-t''^ 



A 



Ad 



/'?>/-K^ 



l'^ ti^i 










^Hv, ^--<^^f 



s^-l c '^' 



i/ jcy6^.i.. jü^/ü ^v-»'^ 



JC^x^ 



mmmm | 



^'- ÜC nr U,c..ok^. ,t^r.rCt<^ S^^i^r^r^ W^-^ ^'^ /v7.. ^Mnr. ^ ^ 



TfT 



^ i; 



/ ^ 



n«^V» 



-^j 



^ilUJ^^ 



/^^i^Ljf/c ^^ 



> 






l^^-t^t i^y^-f^i^^jp 









Ä../" 



/(.'^i 

// 



*'' li^/Wv 












^i(,( \., 



V»-t f 



r 

i' ./' ^ 7 



.'^M^ 



VT^' Q, 












-^^^^^ — ... J J 



I 



■ip 






v» 



u.t 



>i.i^*" /: v |.*^4.M fr^iffyin ^t.^^^, h-^/cc,^^ J ^^^i^r ^ ,. ^„j^.^, >r»''/^-y7/>t**'#<^w.^ a 



1? 



i^'t/ 



r- 



-%^ 



j •' / ' r 












.1 ./^v ^^ ^^*^» > -^f * ^n /* ' ' ^ 



/:.- 



*- c *4. 






I 



^ j ' » . ■ ■ ■> II I I ■ II 

I y ^ I . f 






ikö^l 



} 



MMW 



■P 




tu.jJ' c,.u,h.jIU^1 n:4 u.JaU^'^'^^. l^Ujulc^.'.il^^t '/.'• ^^'^^ 






V /■/ 



s T, it^ / . , ' / / ' '^■^ // '■ ff. 



t'i 



.«*;. 






1?» ^/ *^ 



•/ 



/ ^ U nt Ht.^-' - 7*f V/ 



6^. y^/>M^.,. ..^/nrrO" c.^^>t/1^,. 'k:.4^.^-/ M..c^ 







ui 






^^■i«^ 




/(/ /£, //' .ta'.J>.,Cr//'; 






-».V 






A 



'''•'^k-,t:tx 'UlM.^c, .rZia--^\t. ^li r/^^^ t^.^u- H->^jeUX y, .*. /^'^'"^^''** 



( 



,-^ '/^ /^> /X //, /^ i^i^-. / 



«.^..^♦■w 






^ 



















^ '■> 



/^Or 



cä^^~-^-^-^ 




tl 



i -l 



i-t 



t^l 



/U 



6 



> / > 



"^if.a H^ Li i^nKjrU-r^ /a-i^-v 



J 



m^4,r 7u 



a X* 



(lu^ ^L <ii V 



t j- nti 



UuL-: Jkji. 









üj l^^.^^lr>li^^ ^^ M^ ^ '^'^-'^ ../-^ ^ ^-^ 



/ / 



■u 



!U 



t. Li 



J 



*'i f i i 



i^^^tit^i e^HU i^rj(fi 



m4 }i* 



'i 



J /■Y 



A. 



/ 



dir Jt^i 't /^>rAt 



/ 



J 



-* «. 



/^(^r. 



iu. 



ifC 



♦* r- 



i • . 



/^ ,/ U f yv ->, > (. ,... ^.t, fj^/s^i^u$.J( i-7( (t c V/^h^m/^ ^'^z /-* 



'/^ 



t<r^ 



*v 



/ 



i •• #• 



l^ 6 



^/i /^/^ . ^-^r ^^ ^ •^i/', ,^e^v. Ja-(r^:i!U //.,.. iU^^^- Jä^/, Ä^<U ix^Cj ^f^A 



V£ 



( ,.'U%i. ( 




.1»..'. „.^^J^ü^Sftairtü^'Ä" •'-»«.■ .^fci»«»-— * .tt»»i ■•■. -ViA-: 






.^^t 



-li. i 



n 



tpftt 



^,- fi/w ^'-^/t'^y^ ■ ■> ■ 1^/4/^*- 



/r^. /c//r 




l i*. 






J 



/ 



/ 



i'C ^/h<c. >1^r-» ä\^j 



ä. 






i ,.. lt</ ,,... M //<■ ■ '/ 



/o //^>» 



f r 



il r *«. 



y 



1 1 ^ 



» .' 



/ i 



</i 



/ 



/ . 



'** 11^^ 



( /*\ 



y 



h*^^ 



t ' z ...... 



^t^-vr *)t.' / 



// 










'■ ^/u >. i 






/^:ä .//T^r^ 



9 



>' / ii 



^>* «5>'^ < 



ti.N^" *f..V^^ 



t %'% t t " V <■ . ^ /' 



A 



^ / »# 4^»^ « '■ 



■J 



«•t?-» 



/; 



{u 



Cf . V'f't 






ir-t ^ 



< . V 



/' .y^ A 



*a# 



■•**. 



14.« : t ^ 



J 



h 



ifi f^ e 



fiwj /..,/. t'/J 



t'i^iy 



C*-€ 



' . r 



Ia/ c^i^Ae,;» //ii/ 



^'*"C^»«- 



•y 



fSt- 



/_^X^I^ 



7 ^ 



'MV, 



>■ 



// 



/ 



■J 



L 



./ t^ "if 



-<>v? /^.-f »►*»,, 



/^/!a*- 



^/; 



^'/, n/< 



v^/: 



./ 



c/ 



U' <J' ' 



r 



'^fiittt^ 



L 



'-/ / 



/ .^.^ /a,. 



/ 



'# 1-^ 



Y. 



r 



t^-^^/iUJCc. tu c/ 



t-'/» 



/ 



< < - 



•'■' / 



w ; 



^•^^Mr 



tJi//^ tt'^^ 



/': ^'f,, ^ t Vif' 



'U,^>. < ^ n^'-üi l* 



/ 



'^, 









7 



> v./£ 



-l/f 



Pt^*v 



/^^; V ^ ^ ' / f'^ -^'^tc 



X ClCy^^ 



>11t.T i J 



*i< 



/ 



:<^»<<^. ,^^^ 



J^nP^'' *J*'^- 'V £. 



^V/;;/ ^»^ 






^»v- C 



y^/vf ..^ / 



/fftLzrt^. trH - 1^«^- \'^/*'/li ^ tc 



'■< .< 



ä^L 



(X 



r't 

V 



i^4t X-K i^»-. 



i 



■<>^ti> 



y 



M-i,*^' ^^ 



u v^ 



i^i.-f <' 



r 



^^^^"^ iVyf, li^t-u/j/^ /(^ 



y 



'^ Uli^ ^^< 



.K » 



/^ «<-' 



/ 



t U.|,y 



yi 



'JA y^ 



/ > 



H-i 



t^KA l- 



<v^< 



f*^ 



4... u 



'M-«-' ■a'i •^■■»-v 






n<^^^ 



r* 



i 



•tMi 



/ 



» iL (•< 



''y X^ 



'^"^ <i, Ujtj/^ (C^^^ 



f%. 



ü 



J 



£.«-^^- 









J 



i ^-^ 



7"' '^ '/ ^ 



, /^tM 



/ C f.in-i-i /t. <-* /> /X 



H. 



-^ 



<r y...A 



/V 



*H#, 



/Iv/ 



ijtH.it 



VI fi 'i i-» 




?<: 



« ' ^ «^i c 



1^ 



H 



'ß<U Jo ■i>C-z.^^,.:^//' ^^.c i/a 



it-j 



AX 






»'^»i.*'**/^ 



*(J^*^^ 



\ 



^■^ ^ 



--v^- 



^-^^.v4,./,,^^,^> ^^^.^ 



•^H' /C ^^Hi. i 



1 



// 



y ^'>i 'n 



7 



/ /»»^ ^ 



'^^/^^-xt 



L 



t 



►7/ 



/6i i ''^^' '^ /(^ ^^^ItMi- /VUJL 






i^^ trt 4%^-^ ^i ( h'i J J t l^l. 



iy-vy^ i^- **■((. 



''^^ <^^ A-<-'ä Ä. .^ 



j 



»K 



^.ik 



'U . tt. 



iA I Kf^ 



J 



> » " •■ t 



t 



/ 



/ 



t f I /.' t» / 



f i f 



^.. V 



K'^^^^<-^ViAiAu.L[U 



n, 



/ 



tk 



'h. 






1 



t^ 



6*A y^ 



*-«.. 






^re, 



-/ 



«•j,f,< >/ii ,uu 







L 



Cff i^t^ ^6i,u^»» li^'V^n JC un j ji, KL 



•^*.. / 






7 



/. 



<64- 



\ ■ -''■ > 



<v t-« 



V'»/ 



T'I.M •?*** 



^^^ti. 



l\ 



£'hj( 'tiL* 



■4 ich H ' * f /f 



*'■ /4. 



n.j 



i,i.'\. '-. 7 >*."'- 



^'♦a 



-•'■--'■^^^V.^ü-^^ku.... .yI, V/A/7..,^yt, .^^^^ ,. /v^.y ^^4.'4n/^. 



^•■■^ 



HH 



,i*' 



V* 





■ii^ 



^ 'm^Ä^j 



j^ 



ir M^^t^ 






tK Tf 



■C/V'*»'*^ " ' '^ *'«' « 



J 



^-5 ^f^r(udc^J ^J^^,^^/^ J^^^^ /^,/^/^tr^^^^ 



/4\jt^x>^ 






/. 



J J 



Cr ^-^ "^JUiU... /a^q rl^ f((i,cii^ if-^>^^^^-Ä.•*/0^>.^/^j/<^^ 



-^vH^ t/» 



<^;A.^ A 



'■ y >-ei^. - 



/^ ^ v^. /^^:6^ ,^. /^v./^ ^^ ^ 



t-* i 



>^^*C^i 



/äÄ ^^^{/t .uür r//^Jix /^^u^(-7,.i. 



^ki 



^h^t^t^tJt^t^ 



dijt^ 



a 



u J ,x 



-^>U^x^ 



C^'^^tC-l J C%\r 



f■y^ ^z- ^€^t-^lt 






11 



i-*-»!. 



^7>*9 







^^< H^^P%Jf*Ai-i^ 



/<^ 



,><:^.>i.^ ^/^ ^^^ 




>^ Tv^t^ 






^;^J'A., Z>«^T-^ 




'^z;/'^ 









/ 



^ 



f^^C^ /\j^l^iJj(tr*tC 






-^tUt^^- ^o^>t^A^^4<s hjtcC y^9%t^H^ 






/7 * - 






1: 



^fit 




:7 /,^ 



^;/^ 






^t^Ol^^ 



^ M ^ *^4 /^^'t<;^ 



^^(& 






1> 



ni 




v^ u<4 2^' « ^ Ci^v.^ju j6l /t4^jf^^p4 




41 



*-v 



M/u.. CrCii^'^, 7t€u,;V2i> C 



y 



-^Fc 



^^«--^e^//i^^, 




^hluji 



^^-4 4.^^^^^^ 4,/^,^^ 



^^4. 4«v/ ^ (ftp^/'^^<''^^^^i<^<^7^ 



^i(k 



vt^-* 






A*^' 



^< 



<£- 7i->-r/Ct i CCt^ 




■Pt. 



/ 



'^/^^xC,' 







cC 



T^r^,^-. ^^^ ^^ ^.,, ^^^ 



c^'Ä%4*^»-*-t- /«^«^ 



^^M2^t^ V<;/V -/i^/V//^. 



'^</ ^CCcC.uJ. 






y*\^ 



^,i0>^-^j ^ iy<l^^ ^ti'/ i^i/ Mtü^j^^ä^ /^^cU 






UV'^*"*-^*^^* 



imvv^ .^Jar^^ ^^ ^A*^ tUi/- 4>^:ff^.,^^j^/^/^^^<'<^'^<'^^*' 



^^ttfCc/^ '■Ihiä^. ^. ft.tC^ 



I 



I 

t 



^ 



I 



/•^t 



j/ 



/t4<m- 



a-i^^^Ä-^::!^'":^^ 



X 

t^*^ 




»- g - 



4^ 



'»*-£.< 






"ViiMJ I w i uJ ii- i .«i w ilW » 







^x.' 4i 



(^ 



i 



/^A 



<^/ 






j 



i < 



j^ / f / 



■/./ 



7// »3* 



/ Ot/UJ 



J 



//v/* 



f , /T .,,.// /.<- 



y 



^ -, cd 



<// 



/. » i. 



^ /(/ 



A 



^. 



t-4? 



C /, 



i^i y, 



* 3/. 



/4 



// 



i// ^// 



// i 



j j^ 



/,/^^Uh ^ 



( V Zu- 



'/- 



/^ • y-f / 



/> 






/ 



< t. 



//f. 



' t 



f> J /r 




/y/ 



/x^//. 



/. 



J fi/i 



A f A ^ 



' /tt: j 



•>tt 



4 



f, ^.rn^/y< [^ ;i^c<^ 



t f'*" 



Ji4 



/ 



i '• /> 



<-/* 



/ 



/■ 



UJ 



r. 



>'/ U 4^ 



»'1 



/ 




:/' 



/ 






•^> *• r<\>/ 



t,«-/ 



* * ' y 



^i^/ 






w-< 



/-UfV« 



:7 



JC> / 






^l'/ 



/^/ . /f , V^ 4 



^irf. 



J 



/ 



t - 



tU, 






n.J. -4.' /^A, LiiuJc^^juLJ/i: >. /^.M>/ // 



*^.'4C ///^VTt 



7' 



/z / »' 



^Ltlfi icH 



ei 



Cv 



r 



H- » i . 



/ A.. ./^ . /'r // /^. . ^./, ^. 



i / 



/^ .-*, /'^ 



''.'/(f s<». '^«•' 



tl-il 



/ 



4 

4 



t<it< 



k( .^ c. 



i 



^'»^ f\J% iH 



'\ •! 



IL 



H t 



f . ,. ;;.^i:,., Z^'. .r y . ( /"/ ^- ii 



If t 






. K».« 



/ 



ti'* 



/ 



/i. A. U. 



y ^ 



( - 



y'^1, ^/4^/ 4 r/, Ü\ . j/i» i /«/ /'iU 1 t /C /ir // /V^ " 



/ 



/l .'- 




/ 



/ 



:4 



//: ..A... ./ 



'/ 



I yr£/ 



/ 






r 



jät 



t i Uli <v..X 



( 



V 



iif/f^i 



L^/ 



/ 



■r. . /iT-, 1 



r 



. ü 



i' 4 . t« y /- 



^. <A*^ 



/ 



^-^ li>-f /^ 



./< / 



/ 



^&, 



r. /; r ' t' 



'l /'»'» 



/ 



i« 7 



/ 






/. /?, 



/•«/ 



y 



/" a' :■ i- 



/ 



-•/t 






-'//. 



y.-^ fl\ 



fijff 



/.... .<~'/'<y /:, - .'/ --Y"^' ^' //.^/f. •/■■^ ''o/..- 



'?/ <^"/ / 



/ 



/ 



e-4^ 



J 



( 'Ö 



^y 



A 






A' 



H^ 






*^\ c7, 



7 



\ i 



L * 



I r 



fCJ 



'i * i 



U 



j 



Zf L^*^f 7V 



*.< 



VMitf/l 'y^^-cHA** '^*->, 



J 



t t 



/T / '/r. 



///- 



:v7 



/ 



u*»' <► y 



' ' ' 



/u.< /. 



f 



/ 



l 



«- '-» y /■ 'i d 



/■ 



i((ü 



■/ 



/.f 



% 



(> 



\.tt. 



( y 



/, 



V , .<" 



»i^<' ^;r» 



^ / 



* 1 ♦ 



'^ J^UkK r fi.^% ' t^U-^'^^^d '/'c>/' <6 



Y^.< fc ^t^rU. 



i< 



.->J / 



/" 



»T 



y >» / f< J 



; ,-. 



>/y 



/- 



-t A 






//y Ff 



i' 




'^^iJ^ 



i.t > ^^ /"/ j* 



If.^hi^i ff // 



/Z 



-^ //^v<?^^ J /^. ^' /^cT ;<^t^ y //ii i: li y ^. / 






V 



-y« • « I 



\f.j4 i:\uA 



'^*'» i.U 



J 



{>/< 



)^ /aC e, 



iM t J 



Oj' //^-».*t >^^'^ />••-» 



/ 



J 



/ 



•(!.•»-, ^^ 



/ 



y 



/ y 



.1 "— ' 



(ü 



\^'jfj >lfjt 



L i. 



7 



/, <»> ji" 



^t U<'jf'i* 



y4r /f. // . /• ^*' • .^ '^^ ^ ''-^ 



'II .< 



Hl 



'!«»l-^»r'. .'V 



Y^. /A// ' 4»,- ^.^-^ ^'-^'^ —j'<^ f^j^U>.,~i Ai^i j'\.. ^-^C 



/ 



^tj 



Ujf-t,tf, 



T'^*^-)f 



1 1 i.^» i i 



4^ 



^\ \i *7 



M. 



X 



1 1 






/ 



/. 



r^l^ 



Lac t*ni^U"t> "^■*» •// 



/ /^ 



/ 



/:. , /^ /T/v4 >«/vV, 






/l. A^ 



"u . y 



'<*. 



/A^^ 



■* ? 



V^^i 



./i 



-tul^.^ff rU t^»-* «.»,. /i^5^/* 



.'^ /."^ 



h^i^^LcH UA l 



{jtHr^t Lj U 



Z^ 

/T z:^ 



/ 



ir>j 







l i-t ' I .'- ^'V f i l 



Ml C^U.t^ / '^y., 






'<: 



tv £ '•• /^ 



^ 






/c 



.i//^/ 




> / 



/ 






^^ il'U.^ ^^ ii 



L ....t^^Uc^^i /Ic./r/t Jt 



7i.' 



I \, ■ •■ 



/ 



.-/' 'Ä>y. 



i"\ 



77 



d 



ix 



4. ,4 



J 



/.v-^, 






('^^ /• 



-4.. -'? j t 






Krtt^li 



Jf. 



f ■•'■ ' 



M- 'i'^^^C 



' yi'f Ui i.. 



•/^//, 



y 



'<^V 



*^ -^ 



■>*-' ' / 



'ili<- i^uk 



k^^.. /-j^A 



/^«M/CY.,rX/:,4:/' 



I, ... 



/■ 



«'ry 



J'^U^ 



'■<• •.. ♦. V 



i. -.'-V 



#'• 



/ 



/- 



u 



'•f^,7^.-^ 



.^ 



<-t - 



// 



/ i, t C /' ' 



4.'^^.'i irU:^^-^Ci% 



■i 



f i. \ 



^^ 



-r 



/ 



*-»"' i;*^» V ' 






j 



i' ; r 



-'/■>*' ■* 5'-»*^/ 



y* ; ! ..«-'V» \ 




/ u 



i,tJl 



M^L<y..I 



^■^ji'^/Ct. f. 



Ct '4'^' * t ^ <- < i *, i<^ 



cy /../'/ 



tr-A^^C 



y^ / 



,» 



<r/ '?^y //i 



r/; 



f 



vt 



■) 



i^* .' 1 «'^^'"^i 



i^', U 



Uii't'%' 



U/ //,-£: C ,,[^^- ^,..;/f St.hi/.^'.Ttkt. 



/ 



V l// 



*f. i '{-i 



n 



* i <^, u* 



^^f 



«^ 



/CVx 



' ^ 



^"^l ^< "Cm ^*^<?>»<.j>-c^. nty /iiijM e.y< 



■f /L t. i" ■ 






/t^" 



t'-i-f-iC 






j 



/ 



^i u-i^r r 



r^ 



• » «. 



C 



A 



^It L />' ^'^r.-^/Zl'., 



j- »• 









<./; 



i ^- 









'■^ *r>iA;< 



t-/^<t 



j/ 



*^» V' Xc //- : Ti'-t^C f f k^ J^ 






.-< ■■».»■ 



// 



J 



^^t.. 



6/ 



ii tu. 



♦"». 



'i^/ t:^-, T^^^^^ \ u..^ 



/ 



4^^//- z^^^/rf. 



^, m"/^V^ vt^^- 



^iCÜAf ,r\r^{ , 



<J 



J 



'^-y >,"-^.j( 



t * 



it * ' .^ 



l^^S 



4 



fv*x . /- 



/ 



Av/- 



^< -^^tc-Z/C u 






XfJ-^ t>/i^ 



i.crOj-^^/i ')'-■' '^■^'■' '' 



y 



i^^ 



/(^ 



/ 



-Jif 



/ 



t.iT ^-^ 



f 



-■•v/r. > 



n- ^/ •" Ä'-ri. 



//V.//^,/./^^/^^-;'- '^^^ 



>t i^L:^r-^'* 



W^1,"».t.r / »»x<S f*'i-\ 



^tt/^^-^tuf i 4 /^^ ^ 2*t /,>/ A'*i^. ^c/nnaif^'^ii A^" ^^' ^ 






/hi j^(U^\ 




n 



H}^,.^A /. /^^' 



4^-» //f m6 äLiU'/m^^h^rf. 



■I r*- / 



J 



/< ^ 



/^tVv,<;^ I /^^^v 



/^tx. /. ÄV^^VI'^'.« 



/ 



< > 



7/ 



./ 



I 



^ 






f 4 -», < 



^y/V« ^ 






#< 



/^/. 






/ 









„^'' 



C//i^4 >/>:/ 



'<.*^< /#^/y ' 




s'y/ h ' ^f ' - r* / '- 



•^^^ ^>(^^. Ah^^d^^yj^t,,yit, ^/ / .,,//v^ 



;^ 




//. y 



/ ; 






:-* c 



iCj (yf^ 



'^^/^>'< A..tfvC,.„^/' 



/^*v_r,/^^ ,^, y / 



<^y>4*t( ('f ^v^ 



\^UU>*. »♦ t i, -0«>^i ( j uM<^r jf ' ' .^-jH^i/Ä f /Uh 



^ 



'i^ 



^-'^<^^A^<C/^JAu>M 



•^ ^. 



^ hcC l^t^i i^ 



'^^^t^Vv 



i^j; 






V 



t 



in 



Ui ((c^^ 



U^ in i UC {U.^" /^ yj f r>{ t^/i^ , / :/il 




iU 



r k,^u-i( ^ 



-^ 



'/^'^ y-Uu^U/.^.i^^.j^,.f, ^ ,^ L^r/i /../>./.. / .., 'f^;^U 



>K^ 



/> 



L^t 







r 



Je, 



v.i.V 






yyxA^/JC^x. IX'^f kt^*^ '^ ^ 



<^ ^^ (^'<^*W^ A^//^C 



'^<^'.../, 

^«^-r^^. 



<*.. /Ä^./^\ (.i,j'(t^-^^c, fe-u^ 






/(■Htt t.^. 



«^v 



:^ 



■4> v.X 



/ 



i*-^ ^ ■"♦<. 



^'/^:^6\( hrl 



/^. tfi J^-^k. 






iCcj ■'-■> 



t ß '^i*j 'k • 



c"' {C 



i^W, 



/^ 



'J 



-^-V »-/ 



// >.< C'f 



ef^^.i-r 



/' 



«*'» **i'^' 



/ 

'^i 4^.,/' 



v<i»cj<r„.;ül. /;,^^ 






(L 



•^♦'.f^Hi '^•T- 



'J 



/:'./ 



''<^- 4>,/f^^ ;,^/h //:J4a(^.i,t 



'ti\i,'>px i--^ r^^^ 



lA 



. » «.< » 



i^ti 




A 



(>^^<. 



'h*1^- 



4>U./1. M f-\^^/f; /i^ /4^ 



U yi ryf f 



rti(ü 



/- 



y 



*^* '^A-)^^^ e- 



•*rt 



fi i-iU V H< Hx V / i # f 



?3 



^* L^ 



* I 



»lU 



u 



^■j^ ti ,^M(^.A..tUu- 






ii 



h. 



V"*7 



;.^-/,- M 



f./,/r^ 



.-e.-.-. 4^//,^ Cr>^.AaA. o.^... ; ^:^.. //f 



Yi^j 



'^i.^ 



?•; -; 



J >acC 



'Ä /W 



7i/ 



Y^. 



m^ c„,cr ^, /. 



C-fv 



/^ 



/t 



V /^ 



/^'^<( 



/"■'•j 






( /"> t .< 



r 



»N^d ^ 



/^t > / < 




//^ 



M >|. 



u 



iiv*vC 9^ 



■/ 



A/^ ^ ^L A/i ^^ 



•-"H.*.v^ 



/V 



Kc 



"it^i .' 









ii^^-^t 



> n^ 



t:>^t/ /tiT/, 



ir'v ' ^^-^'Y ^ * 



C/l 






yeift r^- 



UlJiC'^i. f 



/Alu/ 



J- 



t'V 






»-t« ^ 



//..//- 



^ 



'-/v. ^ 




/J^^ - /^. 



iH'h/.^t^i. 



t' / ■ Vf 



£ 



'^yfUi 










J. 



fJiCie**! 



>i • 



JUTiu^r^j^-Zr.^ (^^-Zc^C^^^^j^nn^ J^ü^/^ «^ At:^/^n^,^./^^V"vrt/^ 



Ät.-. o . et, t^^^ jc/U--^ p: /fix. /-,». 



/ 



<a,lM, 



■J 




UtCMr//(,^( -<:^<^ 2<.< i^/^^ft/Vit-^«'.' >«^ l-'^llvt ii^ir^ 



'k, 



■uwtmi 




1 



r. 






\ 



j/tt-iX. tfCc ^liu 



Vi*V.*-< t. 



/•••< 




' ^ ' i"J 



/u 



^'»'-jY>t^^<-t>f 



//a^ K^-^^^rl^^U ^f<>r4' y* ^<jf 



'i u *.>■*.. 



Mr 



U.rL 



»-»*, 



*-''^^ »'f 4 



/. 






-^ ,/ 






// 



■„</ 



/ 



ic > 



tfr 



>t-*M . -'.y »\f 



i^^l* 



**% Ck*. 



^*-^ /.^Ct /i 



*^UjC 



U ü/ ./ 



^^ 



^. 



^y^ 'U.-je.. /„/f^. 



/ 



> > * t i t 



i. #• t •• ». t ' 



X. 



»^i- ^ < 



/< 



// ^^^^/.4 Ä://!^ 



/*»< J^/i^.// 



'Ji 



f t . 



tf-f, 



•Ci , ///^.w. J' fJ^t* ,y^'''^'<^ 



/ 






• '. ^ w 



:y 



d i' 'y 



///'. 




VM.ft.^KM' /. 



1^'^ /^^^'^^'^Z/^, /yv.e:,^ i>^' ./< 



-' •«fc 



{ *<? 



^v 



U-« 



AC, n i € ^fi^ ^^ ^ 



l 



ytn*t 



/s'^t/fli^ 






1^ /M^ ^f 



/ %^l 



<.».♦■. i t 



j 



1^6 1 ^,/,cr- 4 C cU <6 j / /A,y/X'. /' ■ '^ 



/:;^.-«i 



/T". 



*».j£ 



* t V 



/:/. 



<< 



.?,-» 



H. 







^^^<^ 



^ 'H i -^cc 



///. 



^YH j (' C l .<. i t 



'^^*M, nfC/- /f fv'/ 



//y .^/ /^;'^ 



r 






C /r/Tw/c. .Ya^^/- ,f^r.j t,j,,/x,^,r/l 



/ 



''/'>l^♦v^H?;; 






'^'^<U.:,^^,/,rM 



u 



^ 



'^^ ^v<v.x^_ 




w^ 









^ 



/' 



U^/" *•£*>», 



/^. 



/^r 



4- < «v • 



•t-lf 



>» *( 



ä: y - //^ 



»' «. 



^<r, ^. 



/ 



/ 



{ (/ ttj 



äi., /- 



fC 



I •* 



*>j 



r-TTTT-** 



m> i rt 



^/^ 



/^ 



tM'^ 



2 



/< 



/ 



^* -. u 



l 



i- ^ >•-/-. 



/5r. 



> /:> 



^^-V/C, 



c<V 



•^'»r, 



^/'u //, , / 



/ 



,>i,crrx^ c^Hj/cy./t^Ct . /cr ucC it^i. Ü^ / 



J 



t 't^ 



''K 



-^^^ '^ <• y ^ /t 



/^<^-^ A^'-Z/^/c /^t-// 



/ -^^ 



'<^t'i' / <:.: 



r 

ig •* 



u' 



t 



Ü^. f^r7'<... J/,,.'/t {^^ /^x~, t. 



7 



■it 



Vf//^,/- 



^ ■v»-/'! 



/A 



t. J / c ^- 



-/ 



<:«^f 



^ 






/ ^^)U?'/y[ 



J 



/■ 



/^ /f/^d. 



t 



tu 




^v, 



A 



^Avyy^,Y^.V/?Ä- 



P^>t^U 



<//f - /.^ - /f^,; ,. y ft.Jc^ /x. 



J 



■(-Li 



?r, 



===^ 

• 

^<.. 



/ '. 



<t 



j: 



< / 



V^ 



^j 



> «. 






^ 



cK 






^*ji:^ 



^'ti 



/i. 



'^'^'-^ • y£:tv.. ^<^ 



^^ 



<-v- 



ClC >^v< 



•^CvV/V. ^^n-^ >'-iJ<./<Cse.- ^7^ 






*»♦ t /■< 



-* • 



^/. 



^i.^ /i 



/' 



-«-/• 



/• 






fA>^V^*v . Ä/, 



^ 



/ 



^ i<:r* / .. .'/.iirik r/i,^:} / 



f *fv t't <L ^, 



/ 



• •' i* 



V K 



s< 



u 



ly c^y/ ^/T- 



i 7^A^^ yy^^. y^^ 



t,. » I i. 



/ 



<: /^^r-4 /,> :V/f-</ /^i^y . ,., /" ../f.. 



/ 



-^^ 5 Äv- 



:; 



<^" /ä.v 



^:f^ .<://C- //,2^ .4. Aa.7.^,//^./t,..Y/^.- /<^.c/^.r^'^u. 



^.v i< f*^r/r <^,s^ 



J 



IV 



'^^/ (ici^-t //L 



^L 



/ ^^ 



< i/ #* / 



/ 



^^ 



//^. 



/ 



/^ 



<^>^^ A 



♦c 



T .) J 



/ -r^ >t<' 



* 7U. 



M^/ 



^r. 



'•♦V 4' >v<>/* 



// 



^ury' ^Uil^^-jCh^i^^^ r^ >>n:i.<^ /vr/ *- ^^1 ^t .i^jt^AC^Jl. -^V«, 



ir*V 



<^^ ^^;^ >^t <^^^.^ < ^ 



'fiH»^^^Ct 



ur ^'-^f^^^^^'^Ct^ "H^ #^ • J 



/>» /lf / 1f # c //^/./ V ^ '^ «)^ 



"^^^Ct 



'^^M, 






-t I t ./ 



'" ^M C<; 



^^ s.f .- // JT 



■<..», /y .- 



/ 



l'\..£Ui. '"^i^'UC 



/^< : ^ 



■'//-" 



J*i' 



> <.4i'l>t ( 1 1 ,, < 



.7:^/- 



i-C 



1' 



'i 



t^SL^t 



i^ f'i.-f'^^,'^ 



< . > 



U i :rrr «'^M, v , ßi 



\*-f<r 



^ Uh ZtH , Ldi J: i j/ 



< /-/ 



^Ä 



1/ 1: 



50 



j^. 




/vi,i j ci.c/i f, tr(4.tt,r%-t^ , U n v^A^/ m 




f*^ [,* 



• i ,*' 



y 



/. 



L /;iV^:- 



^'(^^ A, t ^ /^, /^Svf ^'\C J 



/ 



1 1 / ( 



-/ 



^/■€iJ€'-^^ Lsl Ue 



r 



tf-i^i cj 




■J 



L 



^ 



/ «^i « {Ci\i^{->t^Jli^J A^. 



7>«^ ^Cc/ii^.t,j ^, j X , /f I v ^ (i 4 yV/ , /Tj 



7viiH 



»'l 






^^'><^ .^t,Y /„^ ,,y 7>,^^ • M^^" '^ v»/ 4^.«,^ ?f ,r/ii />.; /, 



/. 







ViS / /(»i. J^ 



^n/f . ( 



i" 



O ^<' r / 



^'«■/c? o 



U . U^ ^ »^ t/ yj(c^^'j &/c 



■t , ;/ » i .^ 












^^--^f^ 



^rf, 



^ 



*■ » V 



/« 



'^ JJ f^ 



u 



x'<; 



^■t, /-^l 







A . 1 < < * i 



t.^ 



Ul 



H:i i/<( UiCf^i^^^^ /cclji 



^. c. J^^ ^i^tJiclj c6. ^</A^c/fr^cfr 



^,H*'»-r-' . »* ? *>■■' M "< t !' 



y^ 



t '. - ' /# /< 



/ 



^^^-^^ 



V^ y/-/^ 



'f*//. 



e^i. /i^i 



i-irtt'l.^ 



*- 1 ' • 



/ 



%i'4 



i~. at 



C. 



'^,./,r'/..t,.. / 



/. i ( I 'r^ : 



i 



i'*«v^>,C 



J *• » 



/..:,'/ 



M> ^-f. 



44v ^^^''/ 



c^6y 



^ t ^.^i^itxc, fli-^^. 4 



f^ n .V- /•« 



/^ 



t-rf-»-» 



n^ 



r I 



/ 



'// >>'«'i 



">• • ^, ».C 



»..«'•1.> 



/■ 



'/ i / « • 



y- 



/ >/ 7 L 



7 



#-* f« 



/ 



r^ 



U 



H^ 



cyi: 




r 



//- 



/ 



II '^r^ /<» 



'*V^ 



iii 






l 



Ol-. *» 



t . 



<■ 



r 



>>t-r»' 



/ 



/ 



i-t-w 



/J: 



u 



<^ 



Av /^rj. 






i'Ji if*rr^ Ci //i. 



-<- V»*i 



/t '^/y,'^ t<^r ^. 



--/ 



f/./UL 



« . f 



i>v . / 



C«'» 



./, 



jC*^ 



V 



//v/ 



A'-C t^ *^t // » ! 



r^ 



/r/.^ 



^t ♦»^^ • 



/ 



*^x iT>/ /♦/* 



A»^: ^/I^Cvv V 



V^Vi'^X ' »^ 



tTTT^ 



y i^. /gi i 



; '*" I f ", i' ' * < « 



zl 



*'t/t''j 



^ 



^h' ir-tx 



'^r/ 



/ 



•'/^4 *i C^^t- 



l V' <* 'A ^(>cett < /l ^ 



^y* v ' J f^ 



// 



•*r 



-i^ 



ni. 



3 



t Ji*t .j r^,-^> 



'/it c ^O 



H lYli 



/ 



l-4.^(i.*. « 



ü. I 



r h 



t^iM. 



Vx^ -i- 



^ik'ij 



Cit 



^t'. 



^ .,o..^ 



■>'*■' \ /w«: 



j yi 



^' T/ 



/r./. 



^ 




W'/ 



/* 



A~ 



-'-/ f t \, ^'. 



t,-» ^ /-» . »-» 



/ 



u 



.-• ,'»••» 



**''\ c* - 



f/^C t-w.C 



;c-... 



A^.'*%'%\. 



L-r>y Je 



^... ^2^.- 



i>jr>»" >v, 



/''f 






» ' < J - 



t-? 



*M //: 



' • / T I 



^ 



/•'»^ c.^< 



t, UCi^/i 



yj 



">»«- 



> » !.•'*. V 



7^ ^;.^>, ^^xC cr->i V^^'^ 



"^ '"Z-» i.t.j i'/ji^*-t^^^^i 



cZ,^ 




/ 



uj 



n 



A ^/u % 



>Xii.. 



»-«-* 



/ 



y 



ii c J 



/ij ^ 



^ '■■ c/^ 



<7 ^^ .■i'-,' f 



r 



'C'J.. 



f 



V; . / 



' ■ '-"^ I,/, <l^ 



^ tO: /^^4, 



Ctrjtt 



^^ ^'■<^u..ul,t^ ClL.~<j' f/,, / ,^./ 



^< ''^i9 



4 



M- '^U. '/?/• 



y 



C-v*.^c, CyJ ixn, 



1.' 



/,.. </ 



// 



y 



*-* *▼ '<'.^C. 



K-ii^, ¥A, ^/W^m^., j: y. 



l^ru^AW^^ 



mml^mmmmm 



^l, ^■' 



/'(' 



Ui 



»• » y- ' 



/ 



/f., . tl(,. r 



i »i 



\^ i. 



c >^*>' 



/ 



r 



// 



. (. 



H 



/^ 



7 



*> 81 X i.k L 



HCj-^^ t'/Cj itt^t-^ 



i4^*i 



-C . *, l 



n 



ti 



n 



' w '^ ^ * 



<ua 



/. 



$* < •* 



* ./ 



•^ 



^ X it'f . kjt-%^\ C 



/ 



C^i >' ^r/ o 



/^.. V 



< 



huit^L • jC^'^' '-^ 



/.,/ 






rf(J(:^>.'^^'-' 



h 



/ /•' 



^"■'/ /^, ^-^,.,f J-p l(. 



ä'^. 



^,WfTi 



/oS' .*«: 



/'^ 




/; 



f 



^, 



V7 ^f / 



7^ r / f 



Ui 



t 



itl 



y< 



<i i 



r 



/* 



/. / 



tiy.i 



/ 



V ■. \.C c 



J 



(/ 



c J 



k ta 



r 



{^(.'f-^ J<4. 



//«,*' ' ^ 



vi,. '/^"V"/^ 



»^w 



-^z--, .• ^^ 



V-/' 



% 



'hf 



/ 



/ 

■•/'/ 



^^l 



HJ 



t 



■// 



//V^ i.rC 



/-<-// ,..>/7.</^'^C - ^ 



v#- * 



-<^# 



Ä 



yy< 



X 



■'->/* 



^, 



'» Vi *. 



"} 



\ » 



-'t'^. 



/ > 



/. 



"^ i'^lf-r^ 



r 



(u 



J .i f t j 



t 



/ 2..r//f/y:- 



S-* ^to 



t ^ 



/^ 



/ 



'/<'*'< 



/•c 



/..- / 



t2^t'^J 



/: Ui/t 



/- 



1 { f^ >»♦ 



) /*• 



{' -f, 



t , //U{u.. /' 



J 



<f f- 



^»1 



M^fC 



■jr^JL ' J 



'-^■ir 



c. u 



J 



/ 



t^//:/L 



u 



^i 



/w 



7 



/ 



rC 






v:/' 






/ 



/ L 



/. 



^ 



/ r ' '■ 



^^C-^ ti-t^^i^C^y^l. 



» i 



^ '^'■^'•<', / 



A 



'-• f 



•J f /. 



t-v^k^ 



^"/'.Klf^irJ'-'^K^ 



</i 1^. 



t y • t ' 



4 



i^ 



*'-»/VtA.v^ 



/ 



/ 






:<C,^/lci 



/f:, -v(f ///.v/ 



/ 'f 



/, 






^ Ay 



j<^ 



/v^/ 



/^v^. . 7w ? 



//. 



t*. 



V« t J 






f .'c4' 



lUr/iA T> ((/ h.t,,:f' ■-'■■/■ .C 



/■ 



■/ 



ii,i, / 



// 



'^/'^^ Hi'cCtc,. UufCci/^/i.>t^rtM-i 



Vs /yt T 



/v^<.<i ^- 



y 









ii 



{>i^r r^ X J^s 



/ .. ./ 7^' 



y 



•y '>t/.'#4^V/* 



/Z /. 



U ' '- '■ 



\^ 



/' 



h^^'-^^ 



t V 



^y 



r.Y.v 



A.-<f.? 



t A 



l^ 



1 1 1 



> 1/ 



-v^ 



^v^wy -^.iß 



»■♦♦i 



£^ 



>> ; VK 



/;■ 



►-( 



l t^vl%r 



/ /c. . — 



^^ 



>« i, ' 



/-- 



if^ 



/ 



»-» 



/>*>>«. V - 



/ 



t t- • 



1 1 C * - ■' « < 



'/• 



/ ''vt 



/6...V 



IJ 



t 



ri< 



<( 



i i,**r 



VtV 



^ 



<^V< 



/^- 



/ /i ^«'x * £ ^"^t'jC^-v 



f ^^ -/t 



/<s'/. 



/ 



'/*V 






'c. c{ 



•i \ 



ä\ :< /- 



>c^v-/;p.»-v 



...' ty 



/t-/- 



Ä, .-u 



c-r ./i?. 



■ » 



/< 



'Ac^t .^( 



' / 



^(,>|<^ - Atvv* 



J 



'» v 



tu'%^ f< 



■> JUM. l^ ■ / 



LC^^. 'f- 



^ 



r 



■Ir/i 



i 

t 



( 



u^ci^^- 



:i 



/> 



M^H.f'^ 



/ 



n 



H Ui {. 



/vy;. / 



/, 



//- 



'_ /.'.. /< 



i 




i'">^ 



f 



Ui 



t^ -^"/^,./ ^ 



/ 



<- * « 



Yi: 






C^St€*^^fi ji 



/^: - /?^ 



nc:vl^**/ 



*^*7^ 



A / 



j. C4^ -y jßi^i ti.^** -; J 



/;/' 



<». {. A A ^ i i 



^U f '''A ^/i^"j//^ 






/ 



c 



CUt-«. 



#/ 



Yc£-3 /fv/j^L-- ^Uj' ^-?<-/^. , f f /Yj-/^ 



..'/ ../ 



•r 



// ^ 



•/ / 



'* < < c^u i\i^ n u^j . cjc 4' 



:r 



jm 



^. 



3)p. 



O ^N^-f/fi ( 



ix» /■tV*^»* *-*♦••» ^ 



/"/m-^ 



A. /^ 



^k 



irt") H-ttt J 



Lf //' 



1»^f 



r 



/ 



j^U^ 



•«^ 



ft 



/f 






T^^-^tx. 



4 //^/{^ 



ytfj'y-tt-i 



^fv^%'/,i^ 



7 






'^c uy, u/^ MtL/:>/j.}i:,tA^^^- 



r 



^Pt,'f-^%^\ ^M^f C'V*-^^ 



n 



'r 



('/<<C. 



>/ 



tt. 




J ZCfVff>. 



j^X .^/c^/.^;,^. ,4i^„.^// ^^,./,t^. ii,%f^,i,j^.L*Af<it..,M 



U^^d 



6 



j 



■x* 



i 



^^^x:i^^Jt:-r 2^ ^-^. fa*.^ü' 



M^ 



J'cr^-t-r-^'f ».«-/-»*'• ''t (i t:f> ■ ^ '("'/' 



J 



^*^f 



^^ 



% 



*''»^>v^^^ 



j**' -*'*y ^/.>< , >^/.'^«>^ /fÄ, , </*».- ^-'^/C' 



V> .£■. > 



X v4!fy^'f'^ 



itv.^ lt^H'^^'^*-i 



*Tlf>i 



^ 



^ .^, ■;;^ 



^^:^ä\A-r^.M ,..n,,,ri, 



€/- 7^ 



^ ^^ ^ilt^jt^..,.M. 



ic 



X ^ 



/ 



>C/>r 



^"■/u: 



/f 



y^ hf^r t>j 









« i. ' -^ 



ä^ 



.^^.- 



>»1,^ ** 



^ 






, W./f /^-'-T 



/ 



r ju2t 



4-^A^ <4^ 



/' 



vi: 



vu 



i *t -»j^.'<: 



K^^/r va/v> 



-<* 



«.; 



^t,^.4 ^a.U:ä ^'t^^^^U^^^ 



rP) y^t 



/ 



If-^ 



^ 




A. 



/. :■ v^-*«. 



y^ 'W 




I 



i 



7 






,f 



52-7 



.-rä 



TTKZ3 ^oai Tpgj i,33 ^^^^ i^^^ 



I 



I 



\.<^L ,fut-*>(j. 



4^</' ,U M-^'}'^/^' .**'//'*>^v/***^ 



7 



#4. ♦ **^ 



^ 



■l'^-%^ 'hrc 



r 



j«.< 



v< 



^ y 



^Lt-jf A 



Wvv/ 



/ '«y^c c^ 



/; 



z^**'' ^y.,otn 



/ 



/v: 



** f M 



^ 



- 4(i'rC^ ,_, , Jf/Ar, 



/ 



^^^* / 



i>«^.r 



/ . /(^'/^^- 



• 



i / 



^- i>c^/ 7tirr« 



üyfr(\tra^ -^.fjl^^^ 



t.-»*wf^ ^ 



«^ 



^ 



» / 



n «r 



^^ V- 



/i-tt-- 



■4 ^UC / <* l 



i »if ^Vv<rf 



'^U^v^J i^^^i/ r/i^ii^i^ 



H/i^ 



/ 



*%^/yat,r/i^^^i ^Vyt^H, ^U/J^U.ß Mr/Xt //t 



7 >>l^^ \-t^ ^ 



f r 



y 



( ■"''^»^,^>^ yl^. '?^ :<^t>s!^Y^^ Z'^'«'^' ."/^r *J^ (Li<^(^ i-*-»^ ^' tj/ A ".///T"-/'^ '7 



'^^' 'V^,, 



/ 






/^< Cc^Pt^t, /^iti S ' f/r-^(% /^ ^ /. >:f ' n^^*^/ <.-%^^ ^ 



«*-»'»- :f#t- 



.^,4., , fr //Uli 



'/ 



J 



^/Or^^/it 



h^ Jri 



^»* , %t\t ffl 



f / 






0:< 



r, 



'■ 1 z'" 



'•/<'- /f 



/# .^ y^^^ 



<<-,' V 



<:^. /' v/ 



/ *\. 



/ 



f i 4> f' 



y 



/ 






<?:> 



I ';.!►%• 



li^t^ 



^j /ü,i/t< ^ /r< 



I ' 



/ // 



/ 



o 



♦ %< 



t^ 



^ 



9 t i/Ui.*, i^< 



t 



i%^. 



'/^^*V' / 



■^'i / 



UU-. V%vv«^ 



>♦* 



// ^ii^, < ^/ ''«^^^ ^^*'//?i ..^l^r. i //^//^< 



^j'^g^j.i' ^ 



/^ 



^^r* 



/) 



^//^ 



i»*» » i / 



! ^*"7t 






ffy^^/c^^ ?(C 'i{i, ^ ^/^t'^^ i&^'t^i^ i, '^M^^j}.^Jh^. 



t^ ♦/. fy 



^> ni-u^rx. ^ 



> / 



i^^t'/ 



// 



^V* 



// /tt^ . 'Y^j W 



>V /4/- f{ 



U^y. :(Ur 



/ 



"Uh-ix^^.. 



t-rit j.'^-v 



i/i.^^ ifv^t-u^it 



W^^ ' U / 



//*. .,/". 



►-»• 



*< t ' *^< 



;^>^ 



'J 



/y^ 



* i J 



/t . 



»•l 



^ -7ct, 



di 



i"# ( 



j 



t^lY-ti^itil 



i 



in >*' 



t >-> €</^/- 



<;//.> 



^V^^^^/Ir^rtfi^i "^^ .^-t^-^f^H-^^r^ j 



/ 



..^ ^ ^ 



^y 



^^4^ 



/ / 



/ rt„-HC*^ /7^ 



^'. 



-•<r. ( 



J 



• r 



/f /r/Ci '^^^ .. /^-^ 



^ ^^'< /^ 



V, X 



»••»' 



z^- 



J 



ty/, .^ A ^ 



i'i 



^. 



/^ f^«*Y- 



7' 



(T:. y>^-tr 



A-Xr^' 



7 



^^.t '^^^ 



^.t ^^<(. .'^U 



/> 



>4t^ 






ry 



'^^ , v^. ^, / /* //f- V '^-^^ <^ '^'-(j 



j 






/ 






/i 



/' 






/ 



7 






J 



t 



'» »» 



/T /iTu /c. 



4t j i\ 



/ 



/? V ^' ^ 



^«r»> '• ^ 



•/ 



/^ 



^f (^ j n^f (i( A ;,/*..# I /<i!^- 



J 



•Uh c* 



-? /^\' % » -^ ' / • ^ ^ ^ /' 



i 



-( c 



» ', 



A>^ dcC4c. nt^^t ü;i y^^üi, Kjd/i....^ 



C's^Lr 



^ J 



i.-'^^ ••**^ » »♦•-*\ 



^/. 



/ 



j f^f Ji\ n\ /^f »♦ 






*'<6- 






y 



'/f ^/ A» «^i^o. /4 i// i^'^^U*^<r ^^ A"^^i"v/r /i/if/^% / yr/C 



J^k'/u7l,tc.l 



jj 



A I 






"V 



I /v'i-'»* 



/i 



/ 




r^^ 



y rt" i m < "jf -^ 



T 



!) 



I 



/f ^..'-^ i^^ t^' ^j^ ' \ ' 



/J/*^.>/^/>4v~. ^U >- (i^ /iOitl>**^yt- Pr'-(^jU^ 1 



«// /iiU-H \ 



i 



? 

^ 



>'>* •'»^«c 



//. 






V^CA »»^1 H-Ji^^i,^ 



[kf^tii 



>* «-«r 



/" V 



/ 



L-^-ytin-y 



'/ 



•«'/(T 



/ 




YS 



> u/^ti^,jfc^,i^^/ ,^. .»/< /tV^« 



/!l 



y 



"^Y -I 



■H <« 



/T 



f-Mk»«^ / 



r* 



/ 



■f-'t^t' * V 



{/ J 



>> » 



^^^A^ r/i. /r;/:^/^r- ^ • ^ /./^^'^^^f ^^'--^ 



^i'd' 



/i^//" < ^^ - 'f ^v ^ - . /^ 



'/ t-. • ». 






/ 



/ 




:/< 



/ 



^^^. 



it* 



tt. //,-.^>.4^/^ X //'//'r /..- /^ dJAAr.^^, ^/^'" 



i /i.» 



r-**^ /, 



/, 



-/ 



/^^ rU^^^'-kc.U-^^ U^ ^<i ^■'''^^■^ ;,-i(V/««.**|^ i^' f' 



j / 



(H 



c { nv 



/l 






^-p^ \ ; v^ . a tic/* c 



:) 



lü 






/ir-^ifri» t 




*^'**-i/<t^. /if'>ii£i'>*-%^rar^ u«a^ ii-iu/i 



Lcii^x mOt^ir^i 






:^ 



M 



/tAv ^'f * 



t/i^ J^(f*t 



/ 



J 



/. t i. 






/ 



.»■■ ji ^ 1^1 



(u 



(L I- /jit: 



j 



^i o 



^ * 



^'^, <c\ / 



>•«•» 



/, 



/*'* *-• 



J 



/(f y,tL, /{(1{C 



< » 



/ 



^'^Lr^t '/a^^/iU, 



/^» i-i^ f 



i_«-t 



/^i/z/k' 4 



/ 



cL 



j 



lUi H 



y.,- . . y ■ 



%'*■ •» 






u 



/ / 



'7 



7 



L^ttf "^- "^^ 



Ä «•»''»^ 



^-.^i 



/. y 



>^ 



/■ 



i }i <>/< 



/jtjir/ 



//. 



ft 



/ 



A 



f 1 



L 



•/t 1 (m /* 



4^ *."<- •' 



v^ 



'Y ;/ /^ 



* ' <f^«vf <,y 



/■ 



h 



■^ 



♦ * »• 



> 



t •■' ** 



17 



C-^^t -" ^ 



•«« » 



t •'/v 






r 



1^ •■ 



j 






/. 



■ - V 



y 






<-.- 



/ 



^ 



<^*v\ 



u 






\ 



a ■ 



^Yf . (ü 



t tt c 



'( .1.1 



K 



/ 



i 



/ 



c 




I 



/= 



•Xi ^^'/^ 



\t/. 



.^x4 



^v/^-»^» 



Mo, se 



»Ht>v 



/ 



':) 



lAi 



* ' ^ ^. A* •^ ' V ** »-».iC i 



;' 



/f^ 



«ni ^//'/« 



f #>'j 



/^ 



i.^' » 



/^ /Td- 



V /( 



'.■9 \ <. 



/, 



^<^/ 



/ 



( / 



( / 



J 



'/■» X t-'9^ '^' 



i\ 



kl. 



t, ,'C">. i-C"'^» ••! 






TW-*'/ 3 



.-^ ^ 



(^} U 



»-t < 



C >*<^ 4i:.«^'/M/ Y' 



/ 



J 



/ r /: 



/ *. > 



j 



¥^ / 






/■ 



/ 



'/,;f/ 



>cc 



/ 



■if » 



^Y' '*^ 



> 



' '»' 



^. 



.i»t. 



/ 



"■.j.*^ 



iL 



vreß»tt¥t. 



/ 



r t 



r /■ 



r 



. »^ -i. 



'/J 






y 



oc 



tt-U^s //< 



J 






/ 



/ 




^^/ 



7 






r 



ti>i.y"tCt 



^^ 






i *'* ' 



/ r ■ , /u-'^-y ^^*/ 



ff. 



t« / 



It^/i T -L i,.,. v/y./" 



f^ 



^ö- 



/ ».'i'-fr-t' ' ■ •_4- 



//'Vi /. 



/^ 



/ 



t .>. ( > tM^ 



J \ 



^/ / >•<- » * «•/ >« 



j/ 



. «4«^^ A>€>^ 



// 



/^.^A.4 



/ 



•» > < /• 



^« 



t 



K u 



-XT' 



^_^»^H <i^^ -Qh^^^cCliC 



,/tv* / 



^.^/^ 



// 



' t- 






^'>. ^ 



'tr ^ 




v-^^< -. •< 



"^ ^-1!^- 



/ 



i ^.f,v /uV* y kct^ t/tri ^ tu / 



/ 



./ 



;wj 



'1 * 



_" - 



/ 



WJ f-n^^'* *-*"* 



-^ A V , - c '/iv /V* ^<^ * ^/f'-d 



>^"'v /t 






ift 



••I I A 



./T-T/'/e,^ 



-/'^ 



.' f * 



7 SC»*-»^ ^^ 



.«-> . - / 



7 y.'-.U, 



'f-^.^;; c /i 



-^ 



^.-. //;.. i//^^ ' >/m: /• 



/ *• ^' ' < ' 






Xl--^ 



fr l(i... A 



l,>H.iV 



ßu:, ^ >/?. 



/ /•' 



u 



/V'-i.*" 






j -'^'i» j ff -• * t 



^ 



> // 



/ 



/^/. 



A . '/ / 



;^ 



-j/ 



0.. 



»-'/ j 



.6 



i<r/6v. ■'Ä-' 



>/ 



-/ t*> 



it(,(^A. 



Ji 



f « • 



<>».* ^>-<^^, 



>■;;; 



.^if 



L^di^ PaA^n, ^ n^. AU'^^ '^ 



/ua/ r^<^ " "Z^' >' ^ • ' "/ ^ '^ ' ^ 



t^ 



{ 



i,C't 



.''•■v 



■\ •■ »•■» 



^i. 



.KX 



/. 



t-1 



:2. 



■^ 



u 



*-^ 



/ 



'^../'-y 



/' 



/ 



V'i-ft-v 






// 



n 



u 



/ 



1^ 



i^ML^j^-^-^ 



K ^U/t 



,r...j*-*Tr? 



Jr-c 



/-, /C, / 



i *- 



'i . / fc.*^< 



'^ 



/. 



.^ Ci- 



-•'»'* 



Y ''■•' ^fi* 



I 



r 



/ 



((c. 



i / 



/ /• 



»^ 4'U \ 



-H^ 



cre- 



/ 



/ 



t. 



4> 

/ 



(h 



'-*- *•!- ■/^•>|. , 



'*-^i 



-r 



//C '• 



/. 



/ V. 






/ 



/ 



/ 



f 




t ■■ ( 



t 



K *. 



') 



/ 



-/ 



(h 






/,,'/^ / 



/ 



/ 



/■ 



/A/ 



./ 



/ 



f 



/ 



/* 



i .*. 



/ 



tf t4 



/ 



/ 



■/^ 



i 



J 



(jt 



». < V t ? 1 






/v^Z/V^^-w^ 



A 



y 



Z' 



f <• 



/ 



r- 



/ 



M 



/' 



T 



i j/^'» 



i ^ 



T 



<7M.- 



/ f ) 



/ 



\iU 



/ 



^6 



y^i 



/ 



1 



r 



( 



r 



h f 



f 



i'*\ ti 



< / 




ha 



t 



r 



^l * V 



^^««taWVM«*^^»^ 



y f 



^ 



'/r 




/ 






-■ ' -^""rrairr 



i '1 



/ 



r 



/ 



/ 



/ 



/, 



//'>/ 



/ -' 



y 



/ 



// / 



./.-*- 



/ l V 



/ 



^ ^ 



y rnf f^ y^t y /^ f* 



/ 



/" 



iii|ii" •«• 



'T^T 



/.- 



/ 



/- 



/ / 



/ i 



TT 



<t 



J 



A 
/ < i 



/' 



-••"'.■^•fr'*'*" 



^ / 



/ 



r- 



( i/ 



' f /* 



•w 



>- 



/ 



// 



<l t 



/// 



»" fUlßt n m u lifc,..«^« 



7 



I 



j"«^ tif)>.cU^r'i »U?^ ti^Mfk^-^'' /^fi 



rtf^yjtf *'" \i 



\ 



'^■^^y^^J: T/r ,'//■, 



') 



t I 



'n ♦-/* t "% J' *Ji<\. V ' f / 




'i.'j. 



V 'l^i 



• f - 



Ui\,i-%^'^ ^(t^i 



•'J 



/^i/- 



Jc/,.,u/t( ''«»»Ui^', '/Oi/^^'k-, -^i Ä^'* JtC •/' 



/ 



./^/ 



l^P44'^ 



»^ft ' 



r 



y 



't( 



'k- 



7« 



*1U*tJ (^^tMr,ilU**j 



<^.. 'c.>dr:,n{i.,./^^^r/r^>L "-\Lrfr.J/yut .i^.../^/»<'^^ 






<? •» <:^ > 



' <-! tC 



^1 O. /i 



^ 



ti^/*» i 1^1»'^ 









ffr 



»/ i..t^lJf, 



■/Uu.^cUC 



Tevt 



:<) 



^>/. 



r#»'» \ ^</i^i^-f fu\^:^f\ 



^ //!t j j^i o/ (i 



{LH i^M c 



cu/i 



r 



/ 



U^AA. ' 



*t 



'<J^c-^'r.>. .'«^..U-.. '^rU»^ '^,/f, 



»\.^*'> ♦ « 



i:^ > 



W. ^y^*- 



j--^. 



M 



A 



4 fi^ i-4 • ^1 



( 



lj-C'yit4i^Jy' 



tt 



"XÄÜ' 



/ 



' / 



<-^c-f/i^/C,.j'C^^ 



/- 



a* 



* ' . * /■ 



t A./: 



A6< 




^<'f(^^^L.U 



j 



j 




'^iiC- 




f/ uf / 1 , " / V i. ti^ f 



'/!/ //t/t ci 



h/oc^^-^f 



l-yW-T- 



/ 



■ * "n W* li 



*tt.-"rx 



r<.^-n 



r? 



./y>'.'.. i..Y-»v*-/^ 



i^'//W /^ 



j 



- r- 



.i. <{ < »^ 



/ tj/ 



tit-t 



t 



M 



^i.^"- 



(< JV ^fCxr'^^ 



<uX-^'^( /. /7> ^t 



/ 



/. 



k 



J >r»- / > JrM 



S 



'-% s. 



t H^' 



ic- 



'}clUc/j.4 . ' A Ci ( ^^- ^i 



d-f^^-C 



"it t.'M^ 



I '' 



<*» 






<-«5 



'Vk, 



^ ;;./t't <^'U«> 



'/. 



:^>. ^7// i^^ Ci ^f^^^,U.( 



/• 



y 



^-v t 



t'f^ 



/^yC^ L^i^ C^^ L.<*/-^ 



r 



J 



i.a^%r^ 



»>,* 



>^ 



■»♦t. 



:^ 



V:?'Vj.. Im >( %ftLta/L >t^ /V-Jr/jU^ / 



/T-j/vi 



w»- 



//•/. 



vW:. 



A 



A' 



•t*-» * 



/^' ///- -z^.?:' ^ /,^ j...jccCt 



9 



'/, 



//, , «^ .'6 



fl>''4 li 



7 



•" * » -t*-^ c 



//ii,^ ;.t^r^^/L^ 



'/ 



■j 



^1 



7 



i-\' i^i\ i.^ 



/■ 



A.< V'' <i-i ^U.fti*»-j >, * 



/ 



/ 



/:» 



y 



*V 



X * t^ 



4 ► '^^l /■ i *'♦ / fc^ 



,C i^'' 



'/; 



>»x*H 



/- 



/ 



^ 



(/c^ 



'J ^i^'TLHi. {> 



■c 



/ 



*6. j/f^ 2 xf.^^ 



uiCi^ -/#% ^ 






n^ ^iUr 4hm.^w (<j^ y^^Üi^vfliv^ /%>vt-t.. »Ol t>t^. c 



/T:- 



t^^^A^ 



vT 



Y^ 




<•♦'*«' 



;^^aö^rift5fc/"Ä-. *7^ V^Aftr,ic^t^v*. 



Ul l'fUu^ t /yvjc/, ^t-yi-uWt'/t- /^ /^^, ^ii 



'^^7iifl^y^% 



.^a (,y 



'/ 



/ 



^1 1 



i t 



'/: 



^^/c^».. , /; 



/< ., y 



% 



/f '/;^1< ^ 



y^^> 



^-c 



11.;' ^ ' '/u.: { I L 



i f l i 



7. 



4tiff.*7t^'*'^ C^^ t<. 



7 

/ 



^^"^ 



f >» 



^X'y- 



Ai-'A 



^^•'''X '*♦* 






• J 



e^ di 



tC.-iAlf , 



II 



■ I». » < H i»p" mß^^0h»am 



fj.iJyt 



f.( .'«»/. 



j //jV /'/<^ 






^ y > /*. 



l-»r V^. > V I 



/ 



yy^/o.^ AJi r.i- S.i.>', /fi^ -/^ 



I 



f 



h 



7 



L 



l't « ' XI 



r 



/ ivt 






> li^'^t^^'^ </^/ 



y^'v 



r^ti j 



t 



/ 



^r^- 



^/ '}» f, 






^^.Jt >v^' 






t^t 



A 



L 



I •' 



< /' \ 



c ^ u 



t 



/LV-l^ ( 



/ .a^ 



T/y 



J . /i // /• / / \.. 



/ 



A 



>«•'»*>' 



/- 






, //tu,' { 


/.. 


''{' 


m/ 


jy 






/*■■-■ 


^ /' ■ 


« 


<^h,> 


■ ( 


'$^^tv^ify<^ 


w* 


Af'^'j< '"'• ' 


J 










l^A/^4 *- i <' 


/ 



J 



</ 



f 



i^^ i( ^ 



J 



tc 






\ -yt^tyJC 



A.€'%\ ' / ' 



///'/rÄ,^/jtr '*' ''''^ 



4 



/^7. 



^7«-rM ), J 



n.^1^ 



^^/,t 



t « I ♦» » '^.v. 






'i<. 



"> f jf6 



f ►•» w-4'» 



Y y -t 



i"* V » . i'K 



;^»-# • /( 






n 



t"' 



fC-v^ i'-'^-'^x 



1 



/ 



üt'jrV^. frifiur^li 



Jäj M 



♦^ v /( 



/ 



/•l.i^O// 



K. >4, 



l,C 



y ^ 



^'>VVi^«./^^>*'- '^''•' 



;^^*-U 



^<' // >' 






Hr ^ 



'4 ^/ 



4^ //irt' (<U:.' '//-'-'-/(^tc 



/ 



«& 



<!'*>'»it-. ^^ ■♦ ^- > *<'' 



V» 



Ävf>. ^'^ 4<- jfi-iH/i' -^t\.(uufi 



J' 



/ti/-^^ «^'»T 



/ ,^1/ />fc /T^^ ' /^ '^ V ^^^'^^«--^ 



/^. ^>^.c 4^A' ^r/^.;^/^A.'<^ y^4^./f.. A'> ,v/. // ^ 4c^^ >-^^ 



r^^ 






5 



k t 



^ y\H* '/' 






v/ 



if aIi (it 



it }< 



6 



'fli< ', / 



^(.i^'luL 



^ >»^ «^/Z ^^ /^ ^^nUtt{jH cL 



f I- 



/i 



/"*t. 




<s A'/X 



/. r 



h / 



/^ ?f A /X 



I I J /t c 



y 



/ 



ti. 



/, 



j' 



< ♦ 



A 



//. 



/ ■/ (^ * k I 



f^Pi^t'i'ti^^rCf^i ^^ 



(f^i 



/ 



/ 



Va/-" 



/ 



,' I ** 



i^'tLjLi* 



» > • / 






/*. /* //i 



Y 



i f. /fv 



' <■ ' rf/ 



A ix ^ ^-^^-j 



^H/ 



/ 






O^ 






/ 









y 



// ri/ 



/-Yi '' ' 



i- 



// 1. V^JiJ ( /* ^ 



Ik'tv-- ^Wi* ' i ^^ (/' ^^^ - 



//, («r^ t^ 



* C 



1^ ^#'fjf ikH^*-, //T,,/ </^r .*- ^* <!^' '* c/^y'<^ 



M 



ji t- 



/ 4. 1. ■ • • '• / 



'/ 



<^ *ii>A^ 



*/>fyß^ 



L 



frt * '» t 



>t 



-j (f O'i'-i i /i.i. 



/ 



/* ;..J 



* w 



' i • c Vc 



^y^»^ f'y/ / 



CA'tt^y* »♦ 



«»» 



* v:/ »,, /> 



/^ 



>'- /4^ 



/^^•*/'7«< 



-y 



6 



^Vi^'^ 



f jlfhtMi.^i*^ ''^^ 



Ui. tit 



i 



').t, 



'A^' 



LL 



Ti ^<k 



/#>♦ 



f/ 



/ 



f/' 



t 



rf^, itfäi i(U>t^ ^. //^-x..,y/<.v/.. '^ v../X/''A /,,/«... ^^' "-^ 



ZÄ^-. ^ '^'A- 



.<»»■»■■ 



:^ 



'/ 



-ICjjii 



i I 



y ^.^i €"* ■» » •' 



|»V •»■•'« t->» 



.>/A ;. /;/ .. / i /7j. /^^ 



'J. i 



'7 ". 



it>tii * '3 t%t f. 4^ 



4%* »^ » 



'/. 



/f, 



i/ /-^ 






/j . /)^;: ^/^- 






r/Ji 



<-> J- 



J( v". 



VC. /^^■r 



< « <> «. t " 



i/tr ^• 



c^ .* 



^. /y< 



/k:*v.^/^>--^-^ 



/^.^/ 



^.^ 



*^ 



r 




t ( f * )r /vC f 



•«Mi 



tfmmtmm 



p 






A / 

:» v.,/.« ,-'*,. ./t n<ji KU». '<-a.,%-'^ (**y^i**-i^<Aia^ 7«' /■vi!^-, >/<m!*<»> Y*'^'^" «v 







/^^- 



^^^ / / '^ 












n. 



»vi-. 






-^1^14.^7,.^/. -^^^vr^^^,^ X^CtdiiC ks^^ ^^ M^^t ^^/i-iU^X ^^y-i^UL^U^^ ^ -j 



t^' t"^"^ 'i(^<^r^^^. /.- ,, ^ ,rr .., 



i<i- 






l 






\i 



n^i^i kC- 4^ ^ ^ ■j^'jr) j>-(i^^ Asy ^' t^*^ii.4j tt^' . »^^*»/i.*-*«^;c 4/-^*.//r A Z^- 









^■<-v» 



■ f 






<,. * 



■ »f 



_t'^^^l^ ^ • A /r//i / 



r 



-.JL 



.V 



y^a-lu 2^ .f.j Jfr( tt/i^. iL 



■4 ttl J 



•i 



/ 



i-i**'L /M*' ^' '<*fu 



t