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Full text of "Deutsche botanische Monatsschrift"

FIELD COLUMßiAN MUSEUM, 
Chicago, Illinois. 
Deutsche 

Botanische Monatsschrift. 

Zeitung für Systematiken 
Floristen und alle Freunde der heimischen Flora 

Zugleich Organ der botanischen Vereine 

in Hamburg und Nürnberg und der Tbüring. botanischen 

Gesellschaft „Irmischia" zu Arnstadt 

begründet von weil. Realschuldirektor Prof. Dr. Gottheit Leimbach. 

Herausgegeben von E. M. Reilieck 

in Arnstadt. 

Erseheint monatlich. Nr. der Postzeitungsliste: 1730. 
Preis 6 Mk. jährlich. 

XXII. Jahrgang 1901. Januar. M 1. 

Inhalt. 

Pflanzengeographische Studien aus Tirol. Von Dr. Murr in Trient. 
Weitere neue Moo stunde aus Anhalt. Von II. Zschadte in ßemburg. 
Zur Entstehung der Alten. Von Kart Qrüepp in Gotha. 
Flora von Kirchberg und Umgebung. Von E. Proisch. 
Botanische Vereine (Bot. V. d. i'roc Brandenburg). 
Exsiccatenwerke. — Anzeigen. 

Pflanzengeographische Studien aus Tirol. 

3. Xerothcrmisch-alpine Florengegensätze. 
Von Dr. J. Murr in Trient. 

Dass alpin-glaziale Relikte an den unteren Gehängen der Alpen, 
speziell der tirolischen, sich gerne unter ausgesprochen xero- 
thermische Kolonien mengen, wuide von mir bereits wiederholt 
hervorgehoben und speziell in der Allg. bot. Zeitschr. 1898 S. 175 
ff, 195 ff für die Gegend von Vela bei Trient und von Zirl bei 
Innsbiuck des näheren aufgeführt. Im folgenden möge eine ganze 
Reihe solcher Zusammen- resp. Gegenüberstellungen aus dem 
tirolischen Etsch- und lnntale vorgeführt werden, soweit meine 
lückenhafte Erinnerung es gestattet 1 ). 

Riva (P o n a 1 e s t r a s s e), Kalk, ca. 120 m : Leoutodon incanus 
Gentiana Clusii, Globularia cordifolia, Carex mucronata — Cytisus 
argenteus, Centaurea grineensis, Buxus semporvirens, Quercus Hex, 
Piptatberum multirlorum etc. 

Nago-Torbole, Kalk ca. 120 m: Alsine verna, A. lini- 
flora, llieracium incisum, Globularia cordifolia — Cercis Sili- 
quastrum, Pistacia Terebinthus, Rupleurum Odontites, Seseli 
Gouani, Euphorbia nicaensis. 



!) Icli bemerke, dass die hier zusammengestellten Arten 
meist an einer engbegrenzten Lokalität vorkommen. 



"VecA- 



l". 3- c^^{- ^t^^_A_A ^cA^tzü \^i o 



- ä - 

Lavini di Marco bei Rovereto,« Kalk, ca. 180 m: 
Biscutella laevigata, Aethionema saxatile, Alsiue liniflora, Daphne 
alpina — Geranium purpureum, Dictamnus, Micropus, Inula ensi- 
folia etc. 

Vigolo-Vattaro bei Matarello, Kalk, ca. 800 m: 
Gentiana utriculosa, Coeloglossum viride, Gymnadenia odoratissima 
— Castanea sativa, Dianthus atrorubens, Ophrys Bertolonii, Limo- 
dorum abortivnm, Serapias birsuta, Ornithogalum Kochii, Andro- 
pogon Gryllus. 

Monte Maranza bei Trieut, Kalk, ca. 900 m: Rho- 
dodendron hirsutuin, Carex refracta (noch tiefer l'otentilla bal- 
densis und Hieracium Hoppeanum Grex macranthum Ten.) — 
Fraxinus Ornus, Rhus Cotinns, Trinia vulgaris, Galium purpureum, 
Adenophora, Asparagus tenuitblius etc 

Vola bei Trient, Kalk ca. 200 m: Aster alpinus, Atha- 
mantba Vestinae, Carex ornithopodioides (approx), I'oa alpina 
(vera!) — Thalictrurn foetidum, Cytisus sessifolius, Scorzonera 
austriaca, Asplenium lepidum etc. 

Buco di Vela b Trient, Kalk, ca. 250— 30 m: Kernera 
saxatilis, Rhamnus pumila, Saxitraga rotunclifolia, Adcnostyles 
alpina, Paederota Bonarota, Carex mucronata — Cytisus sessili- 
folius, Ficus Carica qu. sp., Ptychotis heterophylla, Artomisia cam- 
phorata, Allium pulchellum etc. 

Geierberg bei Salurn,Kalk, 530 m: Reseda lutea var. 
pulchella J. Müll., Capsella procumbens ssp. speluncarum (Jord.) 
MoehringiaPonae — Avena argentea, Festuca spectabilis, Asplenum 
Seelosii. 

Scblanders inVinstgau, Glimmerschiefer, ca. 800 m 2 ): 
Oxytropis Halleri var. velntina (Sieb.) ! — Ephedra distachya 
(nur noch äusserst spärlich) 3 ), Telephium, Fumana procumbens, 
Diplachne serotina, Stipa pennata etc. 

Finstermünz, Tonschiefer, ca. 930 — 1000 m: Ononis 
rotundifolia — l'haca australis (leg. Evers). 

Franzens feste, Granit, ca. 750 m: Dianthus monspes- 
sulanu-, Cytisus nigricans, Ononis Natrix — Primula hirsuta. 

Gossensass-Pontigl, Tonschiefer, ca. 1150—1230 m: 
Draba incana, Erigeron Villarsii ssp. Breunius mh., Rhamnus 
pumila — Melica glauca, Campanula spicata. 

Platzerberg bei Gossensass, Tonschiefer, ca. 1550 
m: Galium rubrum ssp. Leyboldi H. Braun — Potentilla salis- 
burgensis var. firma, Knautia longifolia, Hieracium villosum und 
H. dentatum etc. 



2 ) Wie teilweise auch der vorangehende Absatz mit Be- 
nützung einer frdl. Mitteilung von Dr. Pf äff in Bozen, der den 
Platz im letzten Juni in Gesellschaft des Hrn. mag. pharm. A. 
Ladurner besuchte und das bereits fraglich gewordene Ephedra- 
Relikt wieder auffand. 

3 ) Diese Zusammenstellung einer Hochalpinen mit einer 
Mediterranen leistet wohl das Höchste in unseren Alpen ; von den 
obengenannten Vorkommnissen kommen diesem nur noch Gentiana 
utriculosa und Coeloglossum neben Scrapias bei Vigolo-Vattaro, 
dann Carex mucronata und Adenostyles alpina neben Ficus 
im Buco di Vela und Potentilla baldensis in der Weinbergregion 
über Povo nahe. 



- 3 — 

BahnlinieMatrei-Brenner (Wipptal), Glimmerschiefer, 
ca. 1000 1300 m: Saponaria ocimoides, Peucedanum verticillare, 
Artemisia Absinthium, Lasiagrostis Calamagrostis etc. - Saxifraga 
aizoides, l'inus Pumilio (schon bei Steinach 1050 m). 

Hall er Salzberg, Kalk, ca. 050 m: Drycnium suß'ruti- 
cosum, Coronilla Emerns, Bhamnus saxatilis, Peucedanum verti- 
cillare, Euphorbia purpurata etc. — Pinguecula alpina, Globularia 
nudicaulis, Carex lerruginea, C. firma, Pinus Pnmilio etc. 

Höttinger Alpe, Kalk, ca. 1600 — 1800 m: Diantims Sil- 
vester, Saponaria ocimoides, Sempervivum tectorum — Chrysan- 
themum coronopifolium, Leontodou Taraxaci, Daphne striata, 
Nigritella nigra etc. Höttinger Berg, ca. 13C0 m: Potentilla 
micrantha, Euphorbia purpurata — Polygala microcarpum, Poten- 
tilla aurea, Campanula b;irbata etc. 

Afling b. Kematen, Schiefer (resp. Diluvium), ca. 620 
m: Potentilla argentea und I'. rupestris. Laserpitium prutenicum, 
Anthericum Liliago — Chaerophyllum Villarsii, Homogyne alpina, 
Phyteuma Halleri, Pirola minor, Alnus viridis. 

Zirl, Kalk, ca. 60— 650 m: Colutea arborescens, Fuinana 
procumbens, Lactura perennis, Stipa pennata etc. — Aster alpinus, 
Leontodon incanus, Crepis alpestris etc. 

Seefeld, Kalk (resp. Torf) ca. 1100 m: Dianthus Silvester, 
Plantago maritima, Luzula nivca — Pinus Pumilio, Salix serpylli- 
folia (!), Carex capitata etc. 

Eingang des Oetztales, Schiefer, ca. 730 m: Astra- 
galus Onobrychis, Ilieracium pulmonarioides, Stipa capillata, Melica 
glauca — Woodsia rulidula. 

Höhen über Imst, Kalk, ca. 950 m: Gentiana Clusii — 
Astragalus Onobrychis, Plantago maritima. 

am 8. Dezember 1903. 



Weitere neue Moosfunde aus Anhalt. 

Von W. Zschacke. 

Zunächst sind zwei Angaben in meiner Abhandlung „Vor- 
arbeiten zu einer Moosflora des Herzogtums Anhalt 1", Verhand- 
lungen des botanischen Vereins der Provinz Brandenburg, 1903, 
S. 1 — 37 zu berichtigen. 

Die erste betrifft Gyroweisia acutifolia Phil. Kurz 
bevor ich mein Manuskript absaudte, hatte ich bei Cönnern a. S. 
Proben einer Gyroweisia aufgenommen, die mit Exemplaren von 
G. tenuis, welche Herr Rechnungsrat a. D. Oertel auf Buntsand- 
stein zwischen Gonna und Mohrungen gesammelt hatte, nicht 
übereinzustimmen, sondern zu G. acutifolia zu gehören schienen. 
Trotzdem Freund Loeske riet, die Proben einem Spezialisten vor- 
zulegen, nahm ich die Pflanze als G. acutifolia in meine Arbeit 
auf, da ich hoffte bei der Korrektur eine etwa notwendig werdende 
Aenderung noch vornehmen zu können. Doch Herr Dr. Levier- 
Florenz, dem Loeske eine Probe sandte, erklärte sich für in- 
kompetent und wies uns an Kapitän llenauld-Nizza. Dadurch wurde 
die Angelegenheit verzögert, und meine Arbeit war bereits ge- 
druckt, als die Antwort eintraf: die Pflanze ist zu G. tenuis f. 
stenoclada lienauld zu rechnen, falls die Innovationen nicht nur 
ein Wachstumszustand sind. Somit ist G. acutifolia Phil. 



für die Moosflora des anhaltischen Harz Vorlandes 
zu streichen. 

Die 2 Berichtigung bezieht sich auf Hymenostomum tortile 
Br. eur. Vor einigen Tagen schrieb mir mein hochverehrter 
Kollege Herr C. Warnstorf, dass er immer noch nicht glauben 
könne, dass die fragliche Pflanze an den von mir angegebenen 
Orten wachse, und deshalb um Zusendung von Proben bitte. Mein 
Material hat Warnstorf vorgelegen ; nach seinen Untersuchungen ge- 
hören sämtliche Proben wahrscheinlich zu Trichostomum crispulum 
Bruch, da sie rein weiblich sind, während H. tortile autoecisch ist. Somit 
wäre H. tortile für das Harzvorland, ja für den Harz 
überhaupt zu streichen undev durch T r. c r i s p u 1 u m zu 
ersetzen. Damit ist auch Loeske zunächst einverstanden; er 
schreibt mir: Beide Moose sind weder nach dem Zellnetz, noch 
nach anderen vegetativen Merkmalen sicher zu unterscheiden, mit 
Ausnahme des Blütenstandes und der Bauchzellen der Hippe, die 
bei Tr. crisp. differenziert sind, jedoch nicht in allen Blättern. 
Da junge Sporogone in den Exemplaren von Riedel* vorhanden 
sind, so hoffe ich auf eine endgültige Regelung der Frage nach 
Auffindung reifer Sporogone. — Tr. crispulnm erreicht im Vor- 
Jande des NordOitharzes eine Nordgrenze seiner Verbreitung in 
Deutschland. Die Vegetationslinie 2 der Karte auf S. 16 meiner 
Arbeit wäre dann mit Tr. crisp. zu bezeichnen, dessen genauere 
Grenzlinie ich in meiner zweiten Arbeit angeben will. 

Ein bryogeographisch sehr interessanter Ort im Harzvor- 
lande ist der alte Kalksteinbruch am Kleinen Hackel bei Coch- 
stedt: Trichostomum caespitosnm, Tr. crispulum und Tr. mutabile 
erreichen hier den nordöstlichsten Punkt ihrer Verbreitung in 
Deutschland. Am 2. September v. J. fand ich hier ein 4. inter- 
essantes Moos: Bryum Funckii Schwägr. steril in Gesteinsspalteu 
neben Trichostomum mutabile, dessen Bestand übrigens durch 
Zusammenstürzen einer Gesteinswand sehr gefährdet ist. 

Der wichtigste Fund, den ich in letzter Zeit in Anhalt ge- 
macht habe, dürfte doch wohl Fjssidens rufulus Br. eur. sein. Ich 
nahm ihm seiner Zeit (13. 10. 1902; als fraglichen F. crassipes 
Wils von Steinen der Uferbefestigung der Elbe am Kornhause bei 
Dessau auf, doch C. Warnstorf erkannte ihn als F. rufulus. Auf 
Grund dieses Fundes wird sich wohl eine erneute Prüfung der 
im Bodetale als F. crassipes gesammelten Exemplare sehr empfehlen. 

Zwischen Dessau und Ooethen liegt das preussische Dorf 
Chörau, dessen Flora schon seit langem für mich Beruburger Trias- 
bewohner etwas Anziehendes hatte. Chörau ist von hier aus der 
erste Ort im Sandalluvium der Elbe. Hier gie t es, was unsere 
Flora nicht kennt, Sphagnen. Doch um diese handelt es sich 
heute nicht. Im Südwesten des Dories liegt ein flacher Sandaus- 
stich, der unter anderem Lycopodium inundatum beherbergt. Hier 
fand ich in diesem Sommer die in der Mark Brandenburg weit 
verbreitete, für Anhalt bisher unbekannte Aneura incurvataSlephani. 
Weiter sammelte ich hier Aneura pinguis, Blasia pusilla, Junger- 
mannia Mildeana, Ditrichum tortile, Webera nutans, W. annotina, 
Philonotis fontana, Polytrichum perigoniale, und in einem anderen 
Ausstiche auch Scapauia irrigua. 

Das Gebiet, in welchem ich dies Jahr fast ausschliesslich 
arbeitete, ist der Nordostharz, dessen Moore, Sümpfe und Brüche 
ich hauptsächlich besuchte. Da ich hoffe, im nächsten Jahre 



— 5 — 

meine Untersuchungen abschliessen und deren Ergebnisse als IL 
Teil meiner Vorarbeiten veröffentlichen zu können, so will ich 
hier nur die wichtigsten Funde mitteilen. 

Das Bodetal Thale-Treseburg passierte ich mehrmals, um zu 
den Mooren der Selkequellen zu gelangen Am 5. 10. gelang es 
mir, auf Steinen in der Bodo unter der Rosstrappe die seit langem 
verschollene Grimmin elatior Bruch wioderaufzutinden Unter dem 
Hexentanzplatze sammelte icli in etwa 230 m Höhe auf nassen 
Granitblöcken Dicranum fuscescens Turn., sowie eine Jnngermannia, 
von der ich unentschieden lassen musste, ob sie zu porphyroleuca 
oder ventricosa zu rechnen sei. Durch Vergleich mit Jaap'schen 
Originalen fand Loeske, dass es Jungermannia ventricosa var. 
crassiretis Warnst, sei. Im Luppbodetale entdeckte ich Hypnum 
protensum Brid. als neu für den eigentlichen Harz. 

Sphagnen waren mir im Anfange dieses Jahres nur wenige 
aus dem Nordostharze bekannt; bis jetzt habe ich VJ nachge- 
wiesen und noch ist ein grosser Teil des diesjährigen Materials 
unbestimmt. Neu sind u. a. für den anhahischen Harz Sphag- 
num contortum, crassicladum, inundatum, subnitens. 
sub seeeun du in, Warnstorffii Die Queliwiesen der Selke brachten 
als neu Dicranella squarrosa Schimp. st. und Mnium cinclidoides 
Hüb., die der schmalen Wipper bei Neudorf Hypnum pratense Koch; 
auf einer Sumpfwiese bei Friedrichsbrunn sammelte ich Aneura 
multifida Dum. 

In Erlenbrüchen bei Dessau und Zeihst land ich mehrfach 
Plagiothecium latebricola Br. eur. Am 16. 8. 1903 konnte ich dies 
zarte Moos auch im Harze nachweisen, und zwar ai Erlen im 
Bruche des durch Gottfried August Bürger bekannt gewordenen 
Unkenteiches bei Pansfelde, und vier Wochen später, am 13. 9, 
entdeckte ich es noch an Erlen am Bremer Teiche beim Stern- 
hause. So dürfte sich denn PI. latibricola noch mehrfach im 
Unteiharze finden. 

Die schon erwähnte Die ran el la squarrosa sammelte 
ich auch südlich von Viktorshöhe, nicht weit davon am untern 
Bergrat Müller-Teiche auch Hypnum fluitans Dill. Derselbe 
Tag (22. 7.) brachte mir noch eine grössere Ueberraschung, näm- 
lich das bisher nur aus dem Oberharze bekannte Ditrichum vaginans 
Hpe. An einem teucht kiesigen Wegrande vegetierte es reichlich 
mit Sporogonen. 

Ausser diesen will ich nur noch erwähnen als neu für den 
anhaltischen Harz: 

Dicranella Schreberi Schimp. Im Selketale bei Alexis- 
bad an Wegrändern gegenüber der Klostermühle 

Trichodon eylindricus Seh. von Wegrändern im Sieber- 
steinstale bei Ballenstedt und von einer nackten Stelle der Seiko- 
wiesen zwischen Güntersberge und Stiege. 

Bryum erythro carpu in Schwgr. Waldweg im Oster- 
tale bei Bieder. 

Pol yt ric h um gracile Dicks. Selkewiesen bei Gün- 
tersberge. 

Philonotis calcarea Schimp. Im Selketale zwischen 
Güntersberge und Friedrichshöhe. 

Amblystegium riparium Br. eur. m. Spoiog am 
Mühlenteicho bei Güntersberge. 



Nachschrift: 
Zugleich mit der Korrektur brachte mir die Post von C. 
Wamstorf die Nachricht, dass mein Ephemerum sessile vom Hackel 
(Vorarbeiten S. 22) zu einer neuen europäischen Art gehöre, die 
er Ephemerum Zschackeanum Warnst, nenne. Das Moos steht in 
nächster Verwandtschaft zu Eph. Ru theanu m. Die Beschreibung 
der neuen Art wird W. wohl in seiner demnächst erscheinenden 
Laubmoosflora bringen. 



Zur Entstehung der Arten 

Von Karl Ortlepp in Gotha. 

Die Zeit, da man noch an die Uuveränderlichkeit der Arten 
glaubte, ist laugst vorüber. Der Erste, welcher gestützt auf 
wissenschaftliche Untersuchung die Ansicht von der Veränderlich- 
keit der Arten aussprach (1801, 1809 und 1815) und annahm, 
dass die jetzt lebenden Arten aus früheren hervorgegangen seien, 
war v. Lamarck. Zu der Ansicht der gradweisen Veränderung 
scheint es nach Darwin hauptsächlich durch die last ununter- 
brochene Stufenreihe der Formen maucher Organismengruppe, die 
Schwierigkeit der Unterscheidung der Arten und Varietäten, sowie 
die Analogie mit den Züchtungsergebnissen gekommen zu sein. 

v. Lamarck nahm ein Gesetz der aufsteigenden Entwicklung 
der Organismen an und schrieb dem Gebrauch oder Nichtgebrauch 
der Organe, (der Gewohnheit), einen bedeutenden Einfluss zu. 
Auch direkte Einwirkung der obwaltenden Lebensverhältnisse auf 
die Gestaltung kam für ihn bei der Artbildung mit in Betracht. 
Ausserdem liess er noch Kreuzungen schon bestehender Formen 
bei der Bildung neuer Arten mitwirken. St. Hilaire und Goethe 
vertraten ebenfalls die Ansicht von der Veränderlichkeit der Arten 
und der Entwicklung derselben aus anderen Formen. Dieselbe 
wurde aber von Cuvier angefochten und von ihm schliesslich 
niedergekämpfc. 

Jedoch erst Darwin gelang es, die Lehre von der Umwand- 
lung der Arten wissenschaftlich zu begründen und auszubauen. 
Er ging davon aus, dass alle organischen Wesen mehr oder weniger 
variieren und diese Variationen auf ihre Nachkommen vererben. 
Da nun unter den gewöhnlich in grosser Anzahl erzeugten Nach- 
kommen ein Kampf um ihre Exsistenz stattfände, würden diejenigen 
überleben, deren Organismus für die betreffenden Verhältnisse am 
besten entwickelt sei und ihre nützliche Abänderung verstärkt 
einen Teil ihrer Nachkommen vererben, von denen dann wieder 
die bestausgerüstetsten überlebten u. s. w. 

Man hat gegen diese Theorie mancherlei eingewendet. Der 
berechtigtste Einwaud dürfte wohl der sein, wie es möglich sein 
soll, dass auf eine Eigenschaft, welche erst bei höherer Ent- 
wicklung dem Organismus von Nutzen sein kann, Zuchtwahl hätte 
einwirken können als diese Eigenschaft noch minimal war. Des- 
halb sind auch manche Forscher und wohl mit liecht der Ansicht, 
dass ein Gesetz der aufsteigenden Entwicklung der Organismen 
herrschen müsse, wie es schon v. Lamarck annahm. 

Einige Gelehrte z B. Goebel und v. Wettstein sind der 
Ansicht, dass weder der reine Darwinismus noch der Lamarekismus 
ausreichen um die Mannigfaltigkeit der Formen in der Natur zu 



— 7 — 

erklären, sich diese beiden Theorien auch nicht gegenseitig aus- 
schlössen, sondern nebeneinander Berechtigung hätten. 

Der von v. Wettstein, Warming u. a. vertretene Nev- (Neu-) 
Lamarekismus schreibt der direkten Einwirkung der Lebensver- 
hältnisse eine noch grössere Bedeutung zu als v. Lamarck und 
nimmt an, dass durch diese Einwirkung der betr Organismus be- 
fähigt wird, gerade die für die gegebenen Lebensverhältnisse 
günstigsten Abänderungen hervorzubringen. 

Iu neuerer Zeit sind wieder einige Zweifel gegen die 
Richtigkeit der Darwinistischen Theorie erhoben worden, so u. a. 
von dem inzwischen verstorbenen russischen Botaniker Korschinsky, 
welcher hervorhebt, dass Darwin seine Lehre vor allem auf die 
Veränderlichkeit der Tiere und Pflanzen in der Kultur gegründet 
habe, dabei aber zu falschen Schlussfolgerungen gekommen wäre, 
wie sich Korschinsky bald überzeugt hätte, da kein Gärtner mit 
individuellen Merkmalen operiere und niemals eine Häufung der 
letzteren beobachtet würde. Alle neuen Varietäten (mit Ausnahme 
der Bastarde) wären durch plötzliche Abweichungen aus reinen 
Arten oder hybriden Formen hervorgegangen. Diese Erscheinung 
plötzlicher Abweichungen, welche er Heterogencsis nennt, sei 
Darwin bekannt gewesen, dieser habe sie aber für abnorm und 
exceptionell gehalten. Weiter sagt Korschinsky noch „Alle indi- 
viduellen Variationen bleiben innerhalb der Grenzen des Typus, 
die heterogenetischen dagegen treten aus diesen Grenzen heraus 
und bilden eine Durchbrechung des Typus. Korschinsky bringt 
in seiner Arbeit eine grosse Anzahl Beispiele solcher durch Hetero- 
genesis entstandener Varietäten, indem er ihre relative Samen- 
beständigkeit angibt. Nach einander behandelt er: „1. Variationen 
des Wuchses (Nanismus, Gigantismus), 2. Variationen des Stengels, 
3. der Krone, 4. Form der Blätter, 5. Blattfärbung, 6. Blüten- 
färbung, 7. Variationen im Blütenbau, 8. die Variationen des 
Blühens (var. semperflorens), 9. Variationen der Früchte." 

In einem Artikel Schumann's (in der Gartenflora), in welchem 
derselbe die Forschungen Korschinskys und de Vries' bespricht, 
wird ebenfalls gesagt, dass die Ursachen der Heterogenesis unbe- 
kannt seien. Den Anstoss zur Entstehurg neuer Formen vermöge 
weder sorgfältige Kultur noch beste Samenauslese zu geben. Die 
Formen entständen ohne Zutun der Menschen plötzlich und voll- 
kommen fertig. Wenn sie aber einmal vorhanden wären, dann 
könnte mau sie durch sorgfältige Befruchtung erhalten und in 
einem gewissen Grade verbessern und vervollkommnen. Es sei 
nun der Forschungen von de Vri^s gedacht. Derselbe fand auf 
einem an einen Garten anstossendeu Kartoffelfeld bei Hilversum 
eine bnsouders grossblütige Nachtkerze (Oenothera grandiflora , , 
die sich von dem anstossendeu Garten hier augesiedelt hatte, unter 
denselben waren mannigfache Variationen und Anomalien des 
Stengels, Farbenabweichungen in Blättern, becherförmige Ver- 
wachsungen an diesen und ähnliches mehr. Ausser diesen Varia- 
tionen fanden sich aber noch zwei viel stärker abweichende 
Formen. Diese 2 Formen kultivierte de Vries im Garten von 
Amsterdam nebst aus Samen der gewöhnlichen Nachtkerze ge- 
wonnenen Pflanzen und es traten auch hier einige weitere neue 
Formen auf, von denen bis auf eine, welche immer ausser der 
gleichen Form auch stets wieder die typische Oenothera grandi- 



flora und eine der anderen Formen hervorbrachte, allo sortenrein 
kamen bei Verhinderung von Fremdbestäubung 

Nach de Vries ist die Entstehung der Arten und der Varie- 
täten durch wesentlich verschiedene Abänderungen bedingt. Die 
ersteren entstehen nach demselben durch ruck- oder sprungweise 
Veränderungen, von ihm Mutationen genannt, und zwar dergestalt, 
dass sich jede Elementarart von der Form, aus der sie hervorging, 
immer nur durch eine Einheit unterscheidet, also immer eine 
Einheit zu den schön vorhandenen Merkmalen hinzutrete, während 
die Varietäten im eigentlichen Sinne nicht durch Ilinzufügung eines 
neuen inneren Charakteis, sondern durch einen Wechsel in dem 
Wirksamkeitszustande einer bereits vorhandenen Anlage ent- 
stehen sollen. 

Berücksichtigt man alle diese Forschungen, so kann nicht 
bezweifelt werden, dass Arten plötzlich, sprungweise entstehen 
können und zwar sowohl im wilden als auch im kultivierten Zu- 
stande, dadurch ist aber noch nicht ausgeschlossen, dass auch in- 
folge Häufung geringer Merkmale mittelst fortgesetzter Auslese 
(Selektion) derjenigen Individuen, welche die betreffenden Merk- 
male zeigen, oder an denen sie am besten entwickelt sind, auch 
neue Formen entstehen können, oder doch wenigstens we entlich 
mit zur Weiterbildung der durch Mutation entstandenen beige- 
tragen werden kann. Wenigstens ist meines Wissens bis jetzt 
nicht experimentell bewiesen worden, dass die Bildung einer neuen 
Form mittelst Häufung geringer Merkmale unmöglich wäre. So 
sagt auch v. Wettstein „Die Aenderung der Organisationsmerk- 
male kann durch die Mutationslehre von de Vries mit oder ohne 
Zuhilfenahme der Selektion und durch Kreuzung erklärt werden". 

Ich möchte vor allem darauf hinweisen, dass Darwin keines- 
wegs, wie Korschinsky angiebt, die plötzlich auftretenden stärkeren 
Abweichungen fast alle als exceptionelle und anormale ansah und 
ihnen darum keine besondere Bedeutung beigelegt hätte. Darwin 
sagt vielmehr in Entstehung der Arten S. 50 nachdem über 
Zuchtwahl bei Tieren die Rede war: „Die nämlichen Grundsätze 
werden beim Gartenbau befolgt; nur treten die Abänderungen 
hier oft plötzlicher auf. Doch glaubt niemand, dass unsere edelsten 
Gartenerzeugnisse durch eine einfache Abänderung unmittelbar 
aus der wilden Urform entstanden seien. In einigen Fällen können 
wir beweisen, dass dies nicht geschehen ist, indem grosse Proto- 
kolle darüber getührt worden sind; um hier ein Beispiel von 
untergeordneter Bedeutung anzuführen, können wir uns auf die 
stetig zunehmende Grösse der Stachelbeeren beziehen." Und 
weiter S. 64 in demselben Werke heisst es: „Bei den Pflanzen 
kann man dasselbe stufenweise Veredlungsverfahren in der ge- 
legentlichen Erhaltung der besten Individuen wahrnehmen, mögen 
sie nun hinreichend oder nicht genügend verschieden sein, um bei 
ihrem ersten Erscheinen schon als eine eigene Varietät zu gelten, 
und mögen dabei zwei oder mehr Rassen oder Arten durch Kreuzung 
mit einander verschmolzen worden sein." Auch in dem Werke 
„Variieren der Tiere und Pflanzen" bemerkt Darwin, dass Pflanzen 
oft auffallendere Variationen zeigen als Tiere. Hieraus ersieht 
man, dass Darwin keineswegs fast alle plötzlich auftretenden be- 
deutenden Abänderungen unberücksichtigt liess, sondern speziell 
bei Pflanzen sogar betont, dass zum Ausgangspunkt der Ver- 



— 9 — 

edlungen auch plötzlich aufgetretene stärkere Abänderungen ge- 
dient haben können. 

Wenn nun auch Darwin vorwiegend mit sehr kleinen Ab- 
änderungen und deren allmählicher Anhäufung rechnete und hierin 
wohl zu weit ging, so scheint es mir andererseits doch unzweifel- 
haft, dass vi de der Abänderungen, die jetzt als durch Jletero- 
genesis oder Mutation (was ziemlich dasselbe bedeutet) entstanden 
angesehen werden, wie z. B. die veränderte Bluten färbe bei 
Korschinsky nicht und kaum grösser sind, als eine grosso Anzahl 
der von l)ar\vin zu den individuellen Abweichungen gezählten. 
So sagt Darwin in „Das Variieren der Tiere und Pflanzen", Bd. 
I, S. 487 „Wie bei Blumen so ist auch bei unseren domestizierten 
Tieren kein Merkmal mehr variabel als die Farbe" u. s. w. Offen- 
bar lasst Darwin den Begriff individuelle Variation ganz anders 
als die gen. Autoren es tun, da er hierunter nicht nur ganz geringe 
mehr oder weniger bei allen Nachkommen der gleichen Eltern 
vorkommende Abweichungen, durch die sich die einzelnen Indi- 
viduen von einander unterscheiden lassen, versteht, sondern alle 
Abänderungen, welche bei einzelnen Individuen der Nachkommen 
eines Eiternpaarcs oder Elternpflanze oder so^ar von solchen, von 
denen man den gleichen Ursprung nur annehmen darf, auftreten, 
individuelle Variationen nennt. Denn Darwin sagt in „Entstehung 
der Arten", S. ü'4 „Diese individuellen Verschiedenheiten betreffen 
in der Regel nur die in den Augen des Naturforschers unwesent- 
lichen Teile; ich könnte jedoch aus einer langen Liste von Tat- 
sachen nachweisen, dass auch Teile, die man als wesentliche be- 
zeichnen rauss, mag man sie von physiologischem oder von klassi- 
fikatorischom Gesichtspunkte aus betrachten, zuweilen bei den 
Individuen von einerlei Art variieren." Er führt dann Fälle an, 
wo bei Tieren in ein und derselben Spezies bedeutende Abände- 
rungen in so wesentlichen Teilen, wie die der Verzweigung der 
Hauptnerven bei Coccus (Schildläuse) und den Muskeln in den 
Larven mancher anderer Insekten von Sir John Lubbock nachge- 
wiesen wurden. 

(Schi us s folgt.) 



Flora von Kirchberg und Umgebung. 

Von E. Prot seh. 

Das Städtchen Kirchberg liegt auf der Höhe einer von Osten 
nach Westen streichenden Bodenwelle. Rings um den Ort zieht 
sich der aus dem Mittelalter stammende Wallgraben, der an einer 
Stelle noch etwa 30 m breit, an andern Stellen ganz oder fast 
ganz verschwunden ist. Die Bodenwelle senkt sich nach Norden 
ziemlich schnell zu einnm Wiesental, das sich teils nach Westen, 
teils nach Osten senkt. Der Westteil iührt den Namen „Teich" 
(zweifellos war das Tal früher mit Wasser erfüllt ; der sog. 
„ Weiher :i und ein Sumpf ohne Namen deuten daraufhin.). Vom 
Teich steigt das Wiesengelände langsam an; es folgen Aecker, 
dann die „Röderhecher Heide" (etwa l 1 / a km lang) und „Röder- 
heck", ein Wald. Die Abdachung des Tales nach Osten bildet 
die Gemarkung des Dorfes „Denzen", das kaum 10 Min. von K. 
entfernt ist. liier haben wir dieselbe Bildung des Bodens; die 
Heide ist aber zu Acker- und Wiesenland umgearbeitet; der Wald 



— 10 — 

heisst „Buschied". Ueber den Rücken der Bodenwelle von K. 
führt die Provinzialstrasse Mainz - Trarbach. Folgt man dieser 
Strasse nach Osten, so senkt sich der Rücken allmählich, 4 km 
weit, dann plötzlich zum „Kauerbach-Tal", das sich von Norden 
nach Süden erstrockt und jenseits in einem mit Gebüsch be- 
standenen Abhang schroff zu den Dörfern Schönborn-Oppertshausen 
ansteigt. Der Abhang der Haupt-Bodenwelle nach Süden und Süd- 
osten verläuft sehr flach ; hier ist meist Ackerland. Im Südosten 
folgt ein herrlicher Buchen- und Tannenwald: „HulLchied" ; süd- 
lich daneben ein Wiesental mit Bach und das Dorf Maitzborn. 
Geht man von K. nach Südwesten, so führt der sich schnell 
senkende Weg durch Wiesen nach Dillendorf am „Kyrbach". Nach 
Westen führt die Provinzialstrasse langsam abwärts (2 km) weit 
nach „Strassheck" ; links ein kleiner Hochwald mit dem kahlen 
und jähen „Karrenberg", rechts ein Lohschlag (Alt - Strassheck). 
Strassheck bildet auf der Westseite einen äusserst schroffen Ab- 
sturz in das von Norden nach Süden verlaufende „Kyrbachtal" : 
am Oberlauf des Kyrbaches Ober- und N Jeder- Kostenz, weiter 
nach Süden das schon gen. Dillendorf. Jenseits des Kyrbaches 
erhebt sich das Gelände wieder zu einer kleineren Hochfläche, 
die parallel zum Bache einen etwa 6 — 10 km langen Wald, „Brau- 
schied", trägt, der die Grenzscheide zum Kreise Zell bildet. 
Zwischen Niedercosten-s und der Röderhecker-Heide befindet sich 
ebenfalls noch eine Anhöhe mit Wald, dem so^. „Hohschied", der 
durch die „Almers - Bach", einem Hasel- (Corylus) Gelände mit 
dem Walde Röderheck verbunden ist. 

Bis jetzt habe ich in dieser Gegend folgende Arten bestimmt: 
Ranunculaceen: Anemone nemorosa L. — Batrachium aquatile. 
E. Mey. — Ranunculus Flamula L. — R. auricomus L. — 
R. acer L. — R. polyanthemos L. — R. repens L — R. 
bulbosus L. — R. arvensis L. — R. sceleratus L. (Stadt- 
graben) — Ficaria verna Huds. — Ca'tha palustris L. — 
DelphiuiumConsolidaL. (selten : Aecker im Osten d. Stadt). — 
Papaveraceen: Papaver Argemono L und P. Rhoeas L. — 

Chelidonium majus L. — 
Fumariaceen: Corydalis cava Schwgg. und C. solida Sm. — 

Fumaria officinalis L. — 
Cruciferen: Barbaraea intermedia Boreau. — Turritis glabra L. 
(Strassheck). — Cardamine pratensis L. — C. amara L. — 
Sisymbrium otficinale Scop. — Steuophiagma Thalianum 
Celk. — Alliaria officinalis Andrzj. — Sinapis arvensis L. 

— Erophila verna E. Mey. — Tnlaspi arvense L. — Le- 
pidium campestre R. Br. — Capsella Bursa pastoris Mnch. 

— Raphanistrum Lampsana Gaertn. — 
Cistaceen: Helianthemum Chamaecistus. Mill. - — 
Violaceen: Viola odorata. L. — V. cauina. L. — V. tricolor. — 
Polygalaceen : Polygala vulgaris. L. — P. comosa. Schk. — 
Silenaceen: Dianthus Armeria. L. (Waldweg K.-Womraih. — 

D. Carthusianorum. L. — Silene vulgaris. Gcke. — S. 
nutans L. — Coronaria flos cueuli. A. Br. — Melandryum 
rubrum Gcke. (Waldweg n. Womrath). — Agrostemma 
Githago. L. — 
Alsinaceen: Spergula arvensis L. —Stellaria media. Cyrillo. 

— St Holostea. L. — St. graminea. L. — St. uligmosa. 



— 11 — 

Murr (seltener) — Cerastium semidecandrum. L. — C. 

triviale. Lk. — C. arvense. L. — 
Linaceen: Linum catharticum. L. — 
Malvaceen: Malva Alcea." L. -- M. neglecta. Walk. — 
Hypericaeeon: Hypericum perforatum. L. — H. bamifasum. 

L. — II. quadrangulum. L. — H. montanum. L. — II. 

hirsutum. L. — 
Aceraceen: Acer cauipestre. L. — 
Geraniaceen: Geranium pratense. L. — G. Kobertianum. L. 

— Erodium cicutarium. L'IIerit. — 

Balsaminaceen: Impatiens noli me tangere. L. — 

üxalidaeeen: Oxalis Acetosella. L. — 

Rhamnaceen: Frangula Alnus. Mill. — 

Crassulaceen: Sedum acre. L. — S. album. L. — S. pur- 
pureum. Lk. — 

Saxitragaceen: Saxifraga granulata. L. — Chryso-plenium 

alternifolium. L. — Chr. opposititblium. L. — 
Grossulariaceen : Ribes Gro.ssularia. L. — R. rubrum. L. — 
Araliaceen: Hedera H«lix. L. — 
Cornaceen: Cornus sanguinea. L. — 
Umbellifcren: Eryngiuui campestre. L. — Cicuta virosa. L. 

— Aegopodium Podagraria. L — l'impinella Saxifraga. L. 
— ■ Aethusa Cynapium. L. Heracleum Spbondylium L. 

— Daucus Carota. L. — Scandix Pecten Veneris L. (selten). 

— Anthriscus silvestris. Hofim. — Cbaerophyllum temu- 
lum. L. — 

Lythraceen: Lythrum Salicaria. L - 

Callitrichaceen: Callitriche stagnalis. Scop. — C. vernalis 

Kütz. — 
Onagraceen: Epilobium augustifolium. L. — E. montanum. L. 

— (Sumpf im „Teich") — E. roseum. Retz. (Kyrbach b. 
Kostenz). — 

Rosaceen: Ulmaria pentapetala. Gilib. — Geum urbanum. L. 

— Rubus plicatus. W. u. N. — R ldaeus. L. — Fragaria 
vesca. L. — Comarum palustre. L. (Sumpf im Teich) — 
Potentilla anserina L. — P. argentea. L. — P. reptans. 
L. — P, silvestris. Neck, — P. venia. L. — A lchemilla 
vulgaris. L. — Sanguisorba minor. Scop. — Agrimonia 
Eupatoria. L. — Rosa canina. L. — R. lutea. Mill. 
(verw.) - 

Pomaceen: Mespilus Oxyacantba. Gaertu. — Pirus communis. 
L. — P. Malus. L. — P. aueoparia. Gaertn. — P. Aria. 
Ehrh. — 

Amy gdalaceen : Prunus avium L. — Pr. spinosa L. — Pr. 
Padus. L. (seltener). — 

Papilion aeeen: Sarotbamnus scoparius. Koch. — Genista 
pilosa. L. — G. tinetoria. L. — G. germanica. L. — 
Cytisus sagittalis. Koch. — Ononis spinosa. L. — Anthyllis 
Yulneraria. L. — Medicago lapulina. L. — Trifolium 
pratense L. — Tr. arvense. L. — T. medium. L. — T. 
moutanutii. L. — T. repeus. L. — T. agrariuni L. — 
T. procumbons. L. — Lotus corniculatus. L. — L. uli- 
ginosus. Schk. — JVicia Cracca. L. — V. sepinm L. — 
trvum hasutum. L. — E. tetraspermum. L. — Lathyrus 



- 12 — 

pratensis L. — L. niontauus. Bernli. — L. silvoster. L. 

(Waldweg n. Womrath). — 
Ericaceen: Callana vulgaris. Salisb. — Yacciurain Myrtillus. L. — 
Hy n o pita cecn: Pirola rotundifolia. L. (Braaschied). — Mono- 

tropa Hypopitis. L. (Ilallschied . — 
Pri mu'i aceen : Lysimachia thyrsiflora. L. — L. vulgaris. L. 

— L. Numnmlaria. L. Anagallid arvcnsis. L. — Prinmla 
offlcinalis. Jacq. — 

Solanaceen: Solanum Dulcamara. L. (Stadigraben). — 
B o rag in aceen: Borago officinalis. L (eig. verw.) — Syni- 
phytuui oliicinale. L. — Ecbium vulgare. L. — Lithos- 
permani arvense. L. — Myosoüs palustris. Rtb. — M. 
arenaria. Scbrad. - M. sdvatica. Hoifm. — M. vorsi- 
color. Sm — 
Con v olvulaceen : Convolvulus sepiun. L. — C. arvensis. L — 
öcr op bular iacoen: Verbascum Thapsns. L — Scrophularia 
nodosa. L. — Antirrhinnm Orontium L. — Linaria vulgaris. 
Mill. — L. Elatino. Mill. u. L. minor. Desf. (beide auf 
Ackern b. Dillendorf). — Digitalis ambigua. Murr. (Kyr- 
bacbtal). — Veronica scntellata L (Sumpf im Teich). — 
Y. Beccabunga. L. — V. officinalis. L. — Y. Tournefortii. 
Gmel. — Y. bederifolia. L. — V. Chumaedrys. L. — 
Melampyrum pratense. L. — Pedicularis bilvatica. L. — 
P. palustris. L. — Alectorolopllu^ minor. W. u. Grab. — 
A. major. Rchb. — Euphrasia olficinalis. L. — E. Odontites. 
_ L. (Weg n. Dillendorf) — 
Labiatae: Mentha arvensis. L. (solien). — M. Pulegium. L. 
Lycopus eurupaous. L. (Stadtgrab). — üriganum vulgare. 
L. — Thymus Serpyllum L. — Glechoma bederacca. L. — 
Lamium aui]>lexicaule. L. — L. purpureum. L. — L. 
maculatum. L. — L. albnm. L. — Galeobdolcn luteum. 
Hnds. — Galeopsis Ludanum. L. — G. Tetrahit. L. — 
G. ochroleuca. Link. (Bachtal b. Ilallschied). — Stachys 
germanica. L. — St. silvatica. L. — St. palustris L. — 
St. arvensis. L. — St. recta. L. — Betonica officinalis. L. 

— Scutellaria galericulata. L. — Brunella vulgaris. L. 

— Ajnga reptans. L. — Tencrinm Scorodoniu. L. 
(Strassheck). 

riantaginaceen: Plantago major L. — P. media. L. — P. 

lanceolata. L. — 
Gen tianacee n: Menyanthes trifoliata. L. (Teich). Erythraea 

Ceutaurium. Pers. (sehr selten). — 
A p o c y n a c e e n : Vinca minor. L. — 
li üb i aceen: Asperula odorata. L. — Galium Apariue. L. — 

G. palustre. L. — G verum. L. — G. Mollugo L. — 

G. silvaticum. L. — G. silvestre. Poll. — 
Capri f oli ace e n: Adoxa Moschatellina. L. — Sambucus nigra. 

L. — S. raccmosa. L. (Strassheck). — Viburnum Lantana. 

L. — V. Upulus. L. — Loniccra Periclymenum. L — 
V alorianaceen: Valeriana officinalis. L. — V. sambucifolia. 

L. — V. dioica. L. — Valerianella olitoria. Mncb. — Y. 

dentata. Poll. — 
Dipsaceeu: Dipsacus silvester. Huds. (Oedlund a. d. Kauer- 
mühle) — Knautia arvensis, Coult. — Succisa pratensis. 

Mncb. — 



-- 13 - 

C ampan ulaccen : Jasione montana L. — Pbyteuma spicatum. 

L. — Campanula rotundifolla. L. — C. latit'olia. — C. 

Rapuncnlns. L. — 0. persicifolia. L — C. g'omerata. L. — 
Cucurbitaceen: Bryonia dioiea. Jacq. — 
Compositen: Tussilago Farfara. L. — IJellis peronnis. L. — 

InoJa Conyza. 1). C. (Kauerbachtal) — Bidens tripartitua 

L. — B. cernuus. L. (beide im Stadtgraben). — Filago 

arvensis. Fr. — Gnaplialiurn silvaticnm. L. G dioieum. 

L. — Artecrisra vulgaris. L. — Aclnllca l'tiirmica. L. — 

A. Millefolium. L. — Anihemis aivensis. L. — Anth. 

Cotula L. — Matricaria Cliamomilla. L. — Tanacetnm 

vulgare. L. — T. corymbosum. Schultz bip. (Machtal 1>. 

llallschied). — Leueanth'emum vulgare. Link. — Arnica 

montana. L. — Senecio vulgaris. L. S. viscosus. L. 

(Strassheck). — S. silvatica. L. — S. Jacobaca. L. — S. 

Fuchsii. Gtnel. — Cirsiuni lanceolatum. Scop. — C. palnstre. 

Scop. — C. oleracenm. Srop. — C. arvense. Scop. — 

Onopordon Acanthium. L. — Lappa minor. D. C. — 

Carlina vulgaris. L. — Ceutaurea Jacea L. — C. Cyanus. 

L. — C. Scabiusa, L — Lampsana communis. L. — 

Leontodon autumnalis. L. — L. hastilis. L. — Trago- 

pogun pratensis. L. — Tararaxacum otficinale. Web. — 

Sonchus oleraceus. L — S. a*por. A,l. — S. arveiisis. ]j. 

— Crepis biennis. 1^. — Ilieracium Pilosella. L. — II. 

vulgatum Fr. — II. silvestre. Tausch. — II. umbelJatuui. L. — 
Poly gonace en : Rumex ciispus. L. — 11. Acetoseila. L — 

Polygonum Bistörta. L. — i' lapithitolium. 1^. — P. 

Hydropiper (Stadtgraben). — P. aviculare. L. — P. Cun- 

volvulus. L. — 
Santalaceen: Thesium pratense. Ehrh. — 
Lora nthace en: Viscum album. L. — 
Eupho rbiaeeen: Tithymalus helioscopius. Scop. — T. strictus 

Kl. u. Gcke. — T. exiguus. Muck, (beide letztere in einem 

Gehölz im Denzor VViesental). — T. Cyparissias. Scop. — 

II. Peplns. Gaeitn. — 
Chenopodaceen: Chenop xliuiti Bonus Henricus. L. — Ch. 

a bum. L. — 
Sclera nthace e n : Scleranthus annuus. L. - S. perennis. L. — 
Urticaceen: Urtica urens. L. — U. dioiea. L. — 
C an nabaeeen : Ilumulus Lupulus. L. — 
Petulaceen: Petula alba. L. — Aluus ^.lutinosa. Gaertn. — 

Corylus Arellana. L. — Carpiuus Betalus. L. — 
Cupuli feren: Fagus silvatica. L. — Qucrcus scssiliflora. Sm. 

Qu. peduneulata. Ehrh.. — 
Salicaceen: Salix fragilis. L. — S. purpurea. L. — S. Caprea. 

L. — S. aurita. \j. — l'opulus tremula. L. — P. nigra. 

L. (Stadtgraben). — 
Alismaceen: Alisma Plantago L. — 
Lemnaceen: Lemna minor. L (Siadtgraben.) — 
Orchidaceen: ürchis Morio. L — O. maculata. L. — 0. 

latit'olia. L. — Gymnadenia conopea. R. Br. — Platan- 

thera bifolia. Rchb. — Listera ovata. R. Br. 
Typhaceen: Typha latit'olia. L. — T. angustifolia. L. (beide 

im Stadtgraben). — Sparganium ramosum Huds. — (beide 

im Kyrbach)- — 



— 14 — 

Araceen: Aruai maculatum. L. — 

Iridaceen: Iris Pseud-Acorus. L. (Kyrbach). — 

Liliaceen: Gagea arvensis. Schult. — G. lutea. Schalt. — 

Allium Schocnoprasum. L. -- 
Asparagaceen: Po'ygonatum multiflorum. All. — P. officinale. 

All. — 
Colchicaceen: Colchicum autumnale. L. — 
Juncaceen: Juncus effusus. L. — Luzula pilosa. Willd. — 

L. catnpestris, D. C. — 
Cyperaceen: Eriophorum polystachyum. L. Spec. Plant. — 

Carex Goodenoughii. Gay — C. Pseudo-Cyperus. L. — 
Gramineen: Anthoxanthum odoratum. L — Alopecurus pratensis. 

L. — Agrostis vu'garis. With. — Briza media. L. — Poa 

pratensis. L. — Glyceria aquaticum. Whlubg. — G. fluitans. 

H. Br. — Dactyli-* glomerata. L. — Cynosurus cristatus. 

L. — Bromus secalinus. L. — B. mollis. L. — Triticum 

repens. L. Lolium pereune. L. — 
Coniferen: Juniperus communis. L. — Pinus silvestris. L. — 

Abies alba. Mill. — Picea excelsa. Lk. — Larix decidua. 

Mill. — 
Equisctaceen: Equisetum arvense. L. — E. palustre. L. — 
PoJypodaceen: PoJypodium vulgare. L. — Polystichum Filix 

mas. Rth — Polyst. spinulosum. D. C. — Asplenium 

Trichomaues. L. — Aspl. Filix femina. Beruh. — 



Botanische Vereine. 

Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. 
Sitzung vom 13. November 1003. Der Vorsitzende Herr Prof. 
Dr. Schumann teilt zunächst mit, dass die Iieiren Decandolle, 
de Vries und von Weitstem dem Verein ihren Dank für die Er- 
nennung zu Ehren-, resp. korrespondierenden Mitgliedern ausge- 
sprochen haben. Sodann spricht Herr Prof. Asche rson Ge- 
denkworte für 3 verstorbene Mitglieder des Vereins. Prof. Dr. 
E. Bo linste dt wurde geboren am 14. August 1839, studierte 
Mathematik, Naturwissenschaften und neuere Sprachen, war von 
1S69 bis 1901 als Lehrer am Gymnasium in Luckau tätig und 
starb am 9. April d. J. Er erforschte die Luckauer Flora in der 
er Cirsium canum entdeckte, und schrieb eine Flora luccaviensis, 
welche 1889 in 2. Auflagen erschien. Sein reich hatiges Herbarium 
beabsichtigen die Hinterbliebenen zu verkaufen. Apotheker R. 
Fritze, zuletzt Gutsbesitzer auf Rydultau bei Rybnik in Schlesien, 
starb im Mai d. J. Derselbe durchforschte hauptsächlich die 
Flora Schlesiens und des südwestlichen Teils von Polen, bereiste 
die Tatra, Spanien und Madeira und hinterläst ein sehr reich- 
haltiges Herbar., welches in den Besitz des Berliner Betanischen 
Museums übergegangen ist. Hotrat Prof. 0. Haussknecht, 
geb. am 30. Nov. 1838, widmete sich gleichfalls dem Apotheker- 
tach, studierte in Breslau, unterzog sich 1864 der Staatsprüfung 
und machte dann zwei grosse Reisen in den Orient, auf denen er 
besonders das nördliche Syrien bis Mesopotamien und einen 
grossen Teil von Persien botanisch durchforschte. Später Hess er 
sich dauernd iu Weimar nieder, sich bloss der Botanik widmend, 
unternahm von dort noch mehrfach botanische Reisen in die 
Alpen, nach Griechenland und Italien, war Vorsitzender des von 



— 15 — 

ihm gegründeten Thüringischen Botanischen Vereins, dem er anch 
seine grosse Bibliothek nnd sein sehr reichhaltiges Herbarium 
hinterlässt, und starb daselbst infolge einer Blutvergiftung am 
7. Juli 1903. Ihm, dem ausgezeichneten Kenner der deutschen 
Flora, verdankt diese d r e Endeckung von Juncus sphaeroearpus, 
Hypecoum pendulum, Polygala ciliata, Carex pilosa und vieler 
Bastarde, ^ein Hauptwerk ist eine Monographie der Gattung 
Epilobium •, kleinere Arbeiten betreffen die Gattungen Fumaria 
und Runiex, sowie die Abstammung des Saathafers, des Weizens, 
der Gurke und des Gartensalats. 

Herr Prof. Dr. Magnus legt vor von „Otto Jaap, 
Fungi selecti exsiccati" die beiden ersten Lieferungen und 
kann dieselben warm empfehlen, ferner zwei Tafeln mit essbaren 
und giftigen Pilzen von Dumee und Grosjean, welche in 
tausend Exemplaren unentgeldlich durch ganz Frankreich verteilt 
wurden, und endlich zwei Verwachsungen, nämlich einen Oeno- 
thera-Trieb, welcher sich erst getrennt hatte und dann wieder zu- 
sammen gewachsen war, und ein Blatt von Cyclamen persicum, 
entstanden durch Vereinigung zweier Blätter. — Herr Lehrer 
Paul F. F. Schulz hat von einer Exkursion in die Umgegend 
von Luckau Centunculus minimus, Festuca, sciuroides Roth, Silaus 
pratensis Bess., Limosella aquatica, Illecebrum verticillatum, so- 
wie eine Riesenform von Phragmites commanis Trin. aus der 
Nähe von Wilmersdorf mitgebracht. Diese Riesenform des Schil- 
fes, schon 1839 von Rabenhorst irrtümlich als Arundo Donax er- 
wähnt, erreicht eine Höhe von 7 m und hat Blätter bis 60 cm 
lang und 6 cm breit. Aus einem Teiche bei Südende unweit 
Berlin brachte Herr Schulz ferner zalhreiche frische Exemplare 
von Azolla caroliniana Willd. mit. Das massanhafte Auftreten 
dieses amerikanischen Farns dasellbst hat Herr Dr. P. Gräbner 
bereits etliche Wochen früher beobachtet und bekannt gegeben. 
— Am Ende der Sitzung erwähnt Herr Prof. Hennings das 
Vorkommen von Tricholoma conglobatum Vitt. in einem Keller 
der Uckermark 50 cm lang, 30 cm breit und 30 cm hoch, ferner 
dass ihm ein Hartbovist Scleroderma zugesandt wurde im Gewicht 
von 6 kg, und dass es ihm nun gelungen sei nachzuweisen, dass 
das Mycel des Hausschwammes Merulius Jacrymans sich schon im 
lebenden Holze vorfindet und mit diesem in die Gebäude gelangt 

Gr. Lichterfelde West. II. Rottenbach. 



Exsiccatenwcrko. 

Flora exsiccata Bavaricu: Bryophyta. Herausge- 
geben von der kgl. botanischen Gesellschalt zu Regens- 
burg. Am 15. Dezbr. 1903 sind Lieferung 9- 12 dieses verdienst- 
vollen Exiccatenwerkes unter der Mitarbeit der Herren: Ad. 
Brückner -Coburg, Jg. Familie r- Regensburg, H.Paul- 
München, M. S c h i n n e r 1 - M ü n c h e n , A. S c h w a b - E b n a t h , 
A. V i 1 1 - G e r o 1 z h o f e n , C h r. Z a h n - N ü r n b e r g u. AI. Z i c k - 
Rieden erschienen. Unter anderen enthalten die Lieferungen: 
Lief. IX. No. 201—225. k03 Aneura latifrons Lindb. 207 Cepha- 
lozia connivens (Dicks.) Spruce. 208 Cephalozia Lammersiana 
(Hüben) Spruce. 209 Cephalozia media Lindb. 210 Cepha- 
loziella trivialis Schitfn. 211 Cincinnulus trichinomanis (L.) Dum. 
ster. propagulif. 212 Cincinnulus trichomanis c fr. 213 Cincinnulus 



- 16 - 

trichomanis var. Sprengelii Nes ster. 215 Fossombronia pusilla 
(L.) Lindb. 216 Geocalyx graveolens (Scbrad.) Nees. 217 
Janiosoniella autumnalis (D. C.) Stepb. ster. 221 Odontoscbisma 
cleimdatum (Nees) Dran. ster. 222 Odontoscbisma spbagni (Dicks.) 
Dum. ster. 223 Pellia Fabroniana Raddi. Lief. X. No. 226 bis 
250. 228 Spbagnum cuspidatum (Ebrb.) Warnst. 229 Spbaguum 
cuspidatum var. plumosum Br. germ. 230 Sphagnnm cuspidatum 
var. snbmersum Shimp. 235 Sphagnnm Girgensohnii var. xero- 
phyllum Rnss. 236 Sphagnnm obtnsnm Warnst- 237 Sphagnum 
papillosum Lindb var. normale Warnst. 238 Sphagnum pai vifolium 
(Sendt.) Warnst. 239 Sphr rnum parvifolium var. VVarnstorfii 
C. Jensen. 211 Sphagnum ■ prium Aonjjstr. 245 Sphagnnm 
subnitens Iluss. et Warnst. ,ief. XI. No 251 — 275. 252 Bruchia 
vogesiaca Schwägr. 259 Mlldeella bryoides (Dicks.) Limpr. 263 
Orthotricbum rnpestre Schleich 2G6 Philonotis borealis (Hag.) 
Limpr. f. laxa. 270 b) Schistidium gracile (Schleich ) 272 Timmia 
bavarica Hess]. 273 Tortula montana (Nees) Lindb. ster. Lief. 
XII. No. 276— 300. 277 Brachythecium albicans (Neck.) Br. eur. 
var. dumetoium Limpr. 278 Brachythecium albicans var. julaceum 
Warnst. 283 Enrhynchium rrassinervium (Tayl.) Br. enr. 285 
Fontinalis gracilis Lindb. 2S0 Heterocladium heteropterum (Bruch) 
Br. enr. ster. 287 Heterocladium heterojjterum var. flaeeidum 
Br. enr. ster. 292 Hypnnm pseudoflnitans (Sanio) von Klinggr. 
ster. 297 Plagiothecium elegans Sulliv. var. Schimperi Limpr. 
ster. 299 Tamnium alopecurum (L.) Br. eur. 

Eine vollständige Serie von Nr. 1—300 stebt noch zur 
Verfügung. 

Anzeigen. 

Sine Sammlung Gramineen-Samen 

in Gläschen, ca. 150 Arten, in 3 hübschen Schiebkästen ist zu 
verkaufen. Anfragen an die Red. d. „DBM." erbeten. 

Anfrage. 

Wer von den g Herren Abonnenten der „DBM." wäre 
bereit, mir Nr. 6/8 des Jahrganges 1902 zu überlassen? Ich wäre 
dafür sehr dankbar. E j\j Reineck. 

Redaktionelle Notiz! 

Der bekannte Verein für Pflanzenheilknnde legt unserer 
beutigen Nummer einen von mehreren Hundert geheilten Patienten 
aus allen Klassen der Bevölkerung unterzeichneten Aufruf an alle 
Kranken bei, sich im eigenen Interesse diesem Heilverfahren zu- 
zuwenden. Der Aufruf enthält ausserdem eine kurze Darstellung 
der Grundzüge dieses Verfahrens und ein Verzeichniss der ein- 
schlägigen Literatur. Unterzeichnet haben den Aufruf 9 Aer^te, 
die ausser den beiden, dem genannten Verein nahestehenden 
Aerzten, das Pflanzenheilverfahren praktisch anwenden. Wir 
weisen unsere Leser auf diese Beilage besonders bin. Nähere 
Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle des Vereins für Pflanzen- 
heilkunde, Berlin N. W., Lübecker-Strasse 52, IL 

Verlag des Herausgebers. Verantworte Redakteur: E. M. Reineck, Arnstadt i. Th. 
Druck der Bueli- und Steindruelterei oon Otto ßöttner, Arnstadt i. Thür. 



Deutsche 

Botanische Monatsschrift. 

Zeitung für Systemafiker, 
Floristen und alle Freunde der heimischen Flora 

Zugleich Organ der botanischen Vereine 

in Hamburg und Nürnberg und der Thüring. botanischen 

Gesellschaft „Irmischia" zu Arnstadt 

begründet von weil. Realschuldirektor Prof. Dr. Gottheit Leimbach. 

Herausgegeben von E. M. Reilieck 

in Ar nstad t. 

Erscheint, monatlich. Nr. der Postzeitungsliste: 1730. 

Preis 6 Mk. jährlich. 

XXII. Jahrgang 1904. Februar. M 2. 

Inhalt 

Die Flora der Dorfgärten im Herzogtum Gotha. Von G. Zahn in G<dtta. 

Geber Carex panieulata X diandra in Holstein. Von P. Junge in Hamburg. 

Zur Entstehung der Arten. Von Karl Ortlepp in Gotha, II, 

Lieber vvestaustralische Flora. Von ./. Butch in Frankfurt a. M. 

botanische Vereine (Bot. V. d. Pros, Brandenburg). Eingegangene Bücher, 
ho tan. Zeitschriften und sonstige Druckschriften. Botanische 
Tauschvereine, Exsiccatenwerke. — Anzeigen. 



Die Flora der Dorfgärten im Herzogtum Gotha.-) 

Von G. Zahn. 

Hebung und Förderung des Gartenbaues ist eine- wichtige 
Au 'gäbe jeder Landesregierung geworden. In unserem Lande 
haben sich z. B. alljährliche Kurse in der Landesbaumschule zu 
Gotha, sowie die häutigen Wandervers -\mmlungen des Landes- 
Obstbau- Vereins, die Pflege der Obstkultur als Ziel gesetzt Garten- 
bau-Vereine und Gärtnereien in manchem grösseren Orte tragen 
das Ihre zur erfolgreichen Nutzbarmachung der Gärten im allge- 
meinen bei. Mannigfache Verkehrserleichterungen haben auch in 
dieser Beziehung besseren Wandel geschaffen In den Städten 
zumal, aber auch in vielen Dörfern ist ein Fortschritt mit der 
herrschenden Mode nicht zu verkennen, und manche Neuheit ist 
in den letzten Jahrzehnten eingeführt worden. Trotzdem kann 
man die Wahrnehmung machen, dass die Mehrzahl der ländlichen 
Gärten im Laufe der Zeit unverändert geblieben ist. Besonders in 

*) Dieser Beitrag ist gleichsam die Vorarbeit zu einem Auf- 
sätze im 2. Band von „Thüringen in Wort und Bild" (Leipzig. 
Klinkhardt 11)02). Zumeist für Freunde des Gartenbaues ge- 
schrieben, dürfte die Arbeit aber auch für den Botaniker von 
Interesse sein und vielleicht Anlass zu Berichtigungen und weiteren 
Forschungen geben. 

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— 18 — 

Dörfern, welche vom grossen Verkehre wenig berührt werden, 
unterscheidet sich das Aussehen der Bauern gärten in Bezug auf 
die stete Wiederkehr derselben Pflanzenart eil kaum von einander 
und schwerlich von dem Aussehen in früheren Zeiten. Den Grund 
zu dieser Erscheinung darf man wohl in dein zähen Festhalten 
der Landbewohner an alten Sitten und Gebräuchen zum Teil auch 
wohl in einer gewissen Schwerfälligkeit und Bequamlichkeit suchen. 
Das Gesagte gilt nicht allein vom Gothaischen Lande, sondern im 
grossen und ganzen auch für die meisten Gebiete unserer 
Thüringer Heimat. 

Ein Bauerngarten bietet an und für sich — scheinbar — 
nichts Bemerkenswertes, ja er wird von Vprüberwandernden kaum 
eines Blickes gewürdigt. Ein rohes S tacket, ein lückenhafter 
Reisigzaun, ah und zu eine schlecht gepflegte grüne Hecke um- 
friedigen das bescheidene Hausgärtchen, in welchem der Besitzer 
das Nötigste für Küche und Haus zieht. Zuweilen rindet man 
aber auch geschmackvollere Abgrenzungen der Gärten. Das gilt 
besonders von den Vorgärten, welche häufig von einem in den 
gothaischen Landesfarben grün und weiss gestrichenen Stackete 
umgeben sind. 

Dennoch ist der Dorfgarten nicht uninteressant und kann 
gerade wegen des konservativen Festhaltens der Landleute am 
Hergebrachten als ein Best mittelalterlicher Kultur — wenn nicht 
älterer Zeit — betrachtet werden. Das Interesse an diesen 
schlichten Gärten wächst, sobald man die Fragen aufwirft : Wie 
kamen wohl die Leute zu den einzelnen Pflanzen ihres Gartens V 
Welche Gewächse sind die bevorzugten Lieblinge der Landbewohner? 
Welche dienen noch heute als Hausmittel zu arzneilichen Zwecken V 
Welche sind gleichsam noch Spuren des alten Götterkultus, welche 
sind zauberkräftig gewesen und nun unbewusst beibehalten worden ? 

Versuchen wir zunächst, die verschiedenartigen Dorfgärten 
zu gruppieren und festzustellen, welche Arten zur Beantwortung 
unserer Fragen den meisten Anhalt geben. Abgesehen von den 
sogenannten „Krautgärten " ausserhalb des Dorfes, welche zum 
Anbau von Gemüsepflanzen dienen, kann man an Hausgärten 
unterscheiden : 

1. Mit Obstbäumen bestandene „Grasgärten". 

2. Kleine, meist besonders eingehegte „Gemüse- uud Blumen- 
gärten" vor, neben oder hinter dem Hause". 

3. „Schmuckgärten" mit Spalier vor dem Hause. 

4. „Blumenfenster" und Blumenbretter mit Topfpflanzen, 
als Gärten in kleinstem Stile. 

Die erwähnten Grasgärten enthalten vorzugsweise Apfel-, 
Birn- und Zwetschenbäume, seltener Kirsch- und Walnussbäume 
Im Schutze der Gebäulichkeiten, oder selbst laubenbildend, trifft 
man zuweilen Strauch er an, z.B Haseluuss, Komelkirsche, Holunder, 
Flieder. Die dritte Art dient in Landorten meist dem Weinstocke, 
in „Waldorten" hochstämmigen Zierrosen als Schutz, ist aber häufig 
so breit, dass sie noch schmalen Blumenbeeten Raum gibt, die in 
manchen Dörfern, z. B. Werningshausen, wahre Musterkollektionen 
von. Levkojen, Astern u. a. zur Schau bieten. Es kommt dem- 
nach hauptsächlich die zweite Art in Frage. Diese kleinen meist 
in geraden Linien angelegten Hausgärten bergen das Notwendigste 
und Wünschenswerteste was der Landbewohner bedarf: Einige 
LMbäuina und Beerensträucher, vicl'eicht eine von Waldrebe, Je 



— 19 — 

länger je lieber, von wildem Wein oder Luzei (Pfeifen gewädhs) 
umrankte Laube oder Sitzbank, auf Langbeeten Gemüsepflanzen, 
einige Küchenkräuter, „Medizinkräuter" und „Blumen". Ist der 
Besitzer ein Blumenfreund — meist gehört der Garten zum Ressort 
der Bäuerin — dann dürfen nicht fehlen : Einfassungen von Bux- 
baum, Nelken, Grasnelken (Statice)"; auf den Langbeeten am 
Hauptwege: Beerensträucher, Centifblien und Edelrosen, da- 
zwischen allerlei altmodische Blumen"*) wie Lilien, Kaiserkronen. 
Narzissen, Tulpen, Orokus — I'hlox, Irisarten, Band -ras, Gold- 
knöpfchen, Akelei, Brennende Liebe, Monarde, Ysop, Melisse, 
Lavendel, Salbei, Thymian — Totenblume, Löwenmaul, Schleifen- 
blume, Fuchsschwanz. Also in erstes Linie Zwiebelgewächse, dann 
Stauden, welche keine grosse Mühe verlangen und zuletzt Sommer- 
gewächse, welche sich durch Selbstaussaat erhalten. Hat der 
Garteninhaber keinen Sinn für Gartenkunst oder wenig Zeit zur 
Pflege des Gärtchens, dann dürfte man doch nicht vermissen: 
Peterlie, Sellerie, Zwiebeln, Lauch, Salat, mefst auch nicht Salbei, 
Thymian, römische Camille (in Wahlorten), Eibisch, Liebstock. — 
U eberall aber finden sich Formen der vierten Art; auch in der 
ärmsten Hütte dienen Topfgewächse den Fenstern der Wohnstube 
teils als Schmuck, teils als Ersatz für Gardinen oder Yorsetzer. 
Am beliebtesten sind Geranien, Fuchsien, Meerzwiebel, Rosmarin, 
Topfnelken, letztere besonders in Waldorten. 

Die Artenzahl der vorkommenden Gewächse ist nicht klein, 
aber doch leicht zu überblicken. Die Wiederkehr gleicher Formen 
an verschiedenen Orten ist indess auffallend und nichts weniger 
als zufällig. **) Nach Kerner haben wir in ihnen ein Bild 
römischer Gärten vom Beginn des 9 Jahrh. n. Chr. vor uns. Das 
ist aber die Zeit, in welcher Karl der Grosse lebte, und, von ihm 
ausgehend, haben sich lateinisch geschriebene Verfügungen (Capi- 
tularien) erhalten, in deren 70. Cap. dem Oapitulare de villis sich 
88. Pflanzen aufgezählt finden, welche Karl d. Gr. in den vor. ihm 
und von ihm in Kriegszeiten verwüsteten, ehedem blühenden 
gallischen und südgermanischen Gebieten angebaut wissen wollte, f ) 
Wahrscheinlich aber blieb es bei dem Wunsche: Yolurnus, <jnod 
in horto omnes herbas habeant (Wir befehlen, dass man im Garten 
anbaue), zumal da die Verordnungen erst zwei Jahre vor seinem 
Tode, also 812, erlassen wurden. Als Verfasser dieses Verzeich- 
nisses wird der Benediktiner Mönch Ansegis angesehen, der Abt 
in Fontenelle (Frankreich) war. Er zählt Pflanzen auf, die seit 
langer Zeit bei den Römern in Gebrauch waren und in den Werken 
verschiedener römischer Schriftsteller zu finden sind; es ist auch 
nicht ausgeschlossen, dass viele der angeführten Arten um 800 in 
einzelnen Klostergärten gezüchtet wurden. Dabei fanden in dem 
Oapitulare auch solche Pflanzen Aufnahme, welche das mittel- 
europäische Klima durchaus nicht vertragen, z. B. coloquenditae 
=- Coloquinten, die im tropischen Afrika gedeihen, lauri — Lor- 
beer, ticus = Feigenbaum, die bei uns im Freien nicht aushalten. 
Trotzdem ist dieses älteste ,. deutsche" Pflanzen Verzeichnis zur 

*) (!. Bolle, Brandenburgia, Monatsbl. f. Heimatskunde d. 
Prov. Brandenburg 1899. L. Glaab, Leber Pflanzen der Salzburg. 
Bauerngärten. DBM. 1892. 

**) Verhandlungen des zoolog. bot, Vereins zu Wien 1860, 
y) Et. v. FiscKer-Benzon, altdeutsche Gartenflora 1894 



- 20 — 

Vergleichung mit dem jetzigen Bestände höchst wertvoll, wenn 
auch manche Namen von der jetzigen Schreibweise und selbst von 
der älterer römischer Schriftsteller erhrblich abweichen, und 
manche Pflanze trotz mehrfach versuchter Deutung (Bruns, Anton, 
Sprengel, Reuss, Kerner, Meyer u. a.) noch nicht völlig klar 
gestellt ist z. B. vulgiginaV febrefugiaV 

Wichtiger als das Capitulare *) ist das Breviarium, das seine 
Entstellung ebenfalls Karl d. Gr. verdankt. In demselben sind 
Inventarien (Verzeichnisse) aufgestellt, unter anderen auch von 
den Pflanzen, welche in zwei Krongütern Karls d. Gr. wirklich 
gezüchtet wurden. Das Inventar I des Hotgutes Asnapium weist 
freilich nur 28 Pflanzen auf, -das Inventar II des Hofgates Treola 
37 Pflanzen. Beide Güter sollen in Nordirankreich gelegen haben, 
und man glaubt daher auch annehmen zu müssen, dass nur Nord- 
frankreich als das Geltungsgebiet der Oapitularien zu betrachten 
sei, und dass der Einfluss Karls d. Gr., in Betreif der Besiedelung 
unserer Gärten durch südeuropäische Arten, sich kaum auf unsere 
mitteldeutschen Gebiete ausgedehnt habe. Hier fand aber das 
Christentum kräftige Ausbreitung durch die Klöster Hersfeld, ge- 
gründet 730, und Fulda, gegr. 744. In letzterem wirkte der be- 
rühmte Rhabanus Maurus (geb. 766, gest. 856), welcher in einem- 
22 bändigen Sammelwerke dem Feldbau und den Pflanzen" den 
19. Band widmete. Dass die Mönche, besonders die Benediktiner, 
in ihren Klostergärten und in ihrem weiteren Klosterbesitze bahn- 
brechend für den Anbau vieler Pflanzen gewesen sind, ist nicht 
zu bezweifeln. Viele der in Dorfgürten noch heute vorhandenen 
Pflanzen sind sicher Spuren früheren klösterlichen Einflusses. (Es 
bestanden in unserem Lande Klöster in Gotha, Georgenthal, 
Reinhardsbrunn, Ichtershansen, Volkenroda, Probstzella b. Nazza). 
Verschiedene Arten wie Liebstock, Eibisch, Alant, Hauswurz 
bleiben dem Garten erhalten als eingesessene Bürger, während ihre 
ursprüngliche Bedeutung vielleicht vergessen ist. 
(Fortsetzung folgt). 



lieber Cärex paniculata x diandra in Holstein. 

Von P. Junge in Hamburg. 

In der Synopsis von Ascherson und Gräbner werden nur 
wenige Standorte von Carex paniculata x diandra erwähnt. In 
Holstein konnte dieser Bastard in den letzten Jahren an mehreren 
Standorten nachgewiesen werden. 

Der erste Fundort wurde im Jahre 1891) von Herrn Justus 
Schmidt (Hamburg) in einem Moore zwischen Barsbüttel und 
Willinghusen bei Wandsbeck nachgewiesen. Im Jahre darauf 
sammelte Herr W. Zimpel die Kreuzung zwischen Barsbüttel und 
Glinde, An beiden Standorten fand aucb^ ich die Pflanze in grosser 
Menge, besonders zwischen Barsbüttel und Glinde am Standorte 
der C. microstachya Ehrh. 

Zwei weitere Fundorte konnte ich feststellen : am 29-, Juni 

1902 bei .Bimöhlen bei Bramsredt, Kr. Segeberg, und am 5. Juni 

1903 im Moor bei Curau unweit Lübeck. Hier fand ich die Hybride 
aber nur in geringer Menge. 

■ *) E. H. F. Meyer, Geschichte der Bytanik 1H'>6. ■ 



21 — 



Die einzelnen Pflanzen sehen recht verschieden aus, je 
nachdem C. panicnlata oder C. diandra überwiegt. Die f. super- 
paniculata ist nach Ascherson und Gräbner Synopsis pg. 50 von 
Herrn Pfarrer Kükenthal bei Koburg gesammelt worden. Von 
dieser Form ist keine nähere Beschreibung gegeben. Eine f. super- 
diandra ist nicht erwähnt. 



Nachfolgend die Beschrei 

f. superpaniculata Kükenthal. 

Pflanze : dicht oder etwas locker 
rasenbildend ; 

Stengel : aufrecht, weit herab 
stark rauh, 0,5-1 m hoch, 
viel länger als die Blätter; 

Scheiden : graubraun bis schwarz- 
braun 5 

Blätter: rauh, 0,3—0,5 cm breit*, 

Rispe: gross, bis 6 cm lang, locker, 
mit bis 3 cm langen, meist 
rcichährigen Aesten : 

Deckblätter: bräunlich, mit breit, 
weissen Jlautrande. 



bung der beiden Formen : 

f. superdiandra nov. f. 

lockerrasig (wie bei Carex di- 
andra). 

aufrecht, nur oberwärts stark 
rauh, 0,30 - 0,45 m hoch, so 
lang oder wenig länger als die 
Blätter. 

bräunlich. 

rauh, bis 0,2 cm breit. 

kurz, bis 3 cm lang, dicht, mit 
bis 0,7 cm langen, wonig- 
ährigen Aesten. 

hellbräunlich, mit schmalem, 
weissen Hautrande 



Erstere Form kommt vor: zwischen Barsbüttel, Wüliög- 
husen und Glinde im Kreise Stormarn mehrlach, sowie im Carauer 
Moore-, letztere Form bei Bimöhlen bei Bramstedt. 

Die erste Form lässt sich in zwei Unterformen gliedern. 
f. superpaniculata Kükenthal 



sbf. typica nov. f. 
Pflanze etwas lockerrasig, 0,5 
bis 0,7 in hoch: Rispe 4-5 
cm lang, ziemlich schmal, mit 
bis 2,5 cm langen Aesten, die 
der Achse anliegen; 

Deckblätter braun ; 



sbf. major nov. f. 

Pflanze dicht rasig, 1 m hoch-, 
Rispe bis 6 cm lang, gross, 
breit, mit 3 cm langen, z. T. 
etwas überhängenden Aesten, 
die dicht mit Aehrchen besetzt 
sind 5 

Deckblätter dunkelbraun. 



Die sbf. typica umfasst alle Pflanzen, die bei Willinghusen 
beobachtet wurden, zuerst von Herrn J. Schmidt: zur f. major 
gehört die Pflanze aus dem Curauer Moore. 

Dieselbe wuchs in der Rasendecke eines ehemaligen Torf- 
loches zwischen zahlreichen, mächtigen Bulten von C. paniculata 
und' dichtrasiger C. diandra f. major A. u. Gr. Letztere Form 
erreichte die Grösse mittlerer Pflanzen der ('. paniculata. 

Zur f. typica gehört auch eine von mir bei Willinghusen 
gesammelte Pflanze, welche aber durch die sehr kurzen Rispen 
mit fest und dicht aneinander gedrängten Aehrchen auffällt. 

Die in der Synopsis gegebene Beschreibung passt recht 
genau auf meine f. typica, so dass die Pflanzen der dort ange- 
gebenen Standorte zu dieser zu rechnen sind. 



— 22 — 

Zusammenfassung: 
C. panic. x diandra f. superpaniculata Kükentlial 

sbf. typica nov. f. Zwischen Barsbüttel, Williughnsen 
und Glinde bei Wandsbock (J. Schmidt, 1899-, W. 
Zimpel, 1900). 
sbf. major nov. f.. Lübeck: Moor bei Curau, 1908. 
C. panic. x diandra f. supercliandra nov. f. Bramstedt : Biniöhlen, 1902. 
Herrn Pfarrer Kükenthal, der Exemplare von allen Stand- 
orten begutachtete, für seine liebenswürdige Unterstützung meinen 
besten Dank ! 

Zur Entstehung der Arten 

Von Karl Ortlepp in Gotha. 

Für Pflanzen giebt Darwin an dieser Stelle kein Beispiel, sagt 
aber in „Das Variieren der Tiere und Pflanzen", nachdem er auf 
der vorhergehenden Seite bemerkte, „ Naturiorscher behaupten be- 
ständig, dass kein wichtiges Organ variiere u. s. w., da.ss trotzdem 
wichtige Charaktere variieren und giebt als Beispiel an, dass bei 
Cucurbita maxima die den Turban bildenden Oarpelle bis zwei 
Drittel ihrer Länge vor dem Rezeptaculum (Fruchtboden) vor- 
springen und hierdurch letzteres zu einer Art, Platte reduziert 
scheint, aber dass nur bei gewissen Varietäten diese merkwürdige 
Struktur vorkäme und in die gewöhnliche Form, wo die Frucht- 
blätter fast ganz vom Receptaculum eingehüllt würden, allmählich 
überginge. 

Die Möglichkeit der Häufung ursprünglich geringer indi- 
vidueller Abänderungen durch sorgsame Auslese nach einem be- 
stimmten Plane, welche jetzt mehrfach bestritten wird, ist von 
Darwin für die Tiere mit vielen tatsächlichen Zuchtergebnissen 
und durch die vielfach in seinen Werken wiedergegebenen An- 
sichten hervorragender Züchter mit Beweisen belegt. Es seien 
davon nur einige erwähnt. So bringt Darwin den Ausspruch eines 
bedeutenden Züchters von Shorthoms (Rindviehrasse) der über 
die Zuchtergebnisse bei denselben u. a. sagt: „In der Anatomie 
der {Schulter haben neuere Züchter bei den Ketton-Shorthoms be- 
deutende Verbesserungen insofern bewirkt, als sie die Lücke in 
dem Knöchel des Schultergelenkes korrigierten und als sie die 
Spitze der Schulter 'besser nach dem Halse zu legten und hier- 
darch die Vertiefung hinter ihr ausfüllten." Weiter giebt Darwin 
den Ausspruch eines erfahrenen, scharfsinnigen Beobachters des 
Veterinärarztes Youatt wieder. „Das Prinzip der Zuchtwahl ist 
das, was den Landwirt in den Stand setzt, den Charakter seiner 
Herde nicht blos zu modifizieren, sondern ihn durchaus zu 
verändern". Darwin bringt die Aeusserung eines Tauben- 
züchters, der davon abrät, zuviele Rassen zu halten, da 
der Züchter sonst ein wenig von allen und nichts von einer so 
genau wüsste, wie ei' es wissen müsste, um Erfolg zu haben. 
Darwin erwähnt ferner, dass ein Züchter, dessen Kropftauben 
viele Preise gewannen, ihm erzählte, dass er es sich allemal erst 
mehrere Tage überlegte, bevor er jedes Paar zur Zucht zusammen- 
brachte. Aus dieser vorsichtigen Auswahl und den anderen obigen 
Angaben ersieht man, wie gering die Abweichungen oft waren, 
die mit Erfolg bei der Zucht berücksichtigt wurden. Züchtungs- 



— 23 — 

ergebnisse bei Pflanzen gibt allerdings Darwin in geringerer An* 
zahl. Es seien davon erwähnt, erstens, dass es bei Anemone 
coronaria einem Züchter Williainson gelang durch Weiterkultur 
aus einer Pflanze, welche sich unter einer Aussaat bei ihm fand 
und die nur ein überzähliges Kronenblatt zeigte, allmählich mehrere 
Varietäten mit sechs oder sieben Keinen von Kronenblättern zu 
züchten. Die Füllung der Canterbury-Glockenblume (Campanula 
medium) gelang durch sorgfältige Zuchtwahl in vier Generationen. 
Auch aus Samen von wilden Pastinaken hat ein Züchter Buck- 
mann durch Kultur und Zuchtwahl eine neue gute Varietät er- 
zielt. Ebenfalls wird angefühlt, dass Glenny als die Blüten von 
Ciueraria noch rauh und sternförmig und nicht scharf in der Farbe 
bestimmt waren, einen Maassstab wie die Blumen werden sollten, 
und wie sie dann auch allmählich geworden sind, aufgestellt habe, 
dessen Erreichung von anderen damals für unmöglich gehalten 
worden sei. 

Dass nicht alle neue Formen plötzlich entstehen und dann 
nur noch wenig verbessert weiden können; sondern auch bloss durch 
Selektion sich allmählich aus geringen Abänderungen neue Formen 
mit neuen Merkmalen, nicht nur einer Veränderung vorhandener, 
wie de Vries für die Varietäten annimmt, sich erziehen lassen, 
und in manchen Fällen sogar nach einem vorher gemachten Plane 
die Organismen verändert werden können, geht nach meiner An- 
sicht nicht nur aus dem oben gesagten sondern auch noch aus 
dem folgenden hervor und wird ferner durch die Aussprüche be- 
deutender Züchter anerkannt. So betont auch Brehme, ein lang- 
jähiiger Züchter, im Schw. Gartenbau die Wirksamkeit der Zucht- 
wahl bei Erziehung neuer Formen. Nach diesem Züchter gelang 
es, aus dem schwachen gelblichen Ton der in vielen Blüteu der 
Petunia hybrida vorkommt, durch sorgsame Auslese diese schwach- 
gelbliche Zeichnung so zu vergrössern, dass daraus die bekannte 
Varietät intus aurea entstanden sei und es auch nach seiner An- 
sicht mit -der Zeit durch weitere sorgsame Auslese gelingen wird 
eine reingelbe Petunia zu erhalten. Auch die gelbe Godetia 
„Mandarin" hat- nach ihm in den gelben Schlundfärbungen, die 
sich bei einzelnen anderen Varietäten finden, ihre Vorläufer. . So 
werden auch bei Veredlung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen 
durch allmähliche Häufung anfänglich geringer Abweichungen 
mittelst sorgfältiger Auslese neue Formen erzielt. 
(Fortsetzung folgt). 



lieber westaustralische Flora.*) 

Unter Benutzung westaustral. Quellen, zum Teil nur übersetzt, mit 

frdl. Bewilligung der westaustral. Regierung in Perth. 

Von J. N Busch in Frankfurt a. M. 

Die Flora Westaustraliens zeichnet sich aus durch ihren 
Reichtum, die Schönheit der Blüten und in vielen Fällen durch 
die sonderbaren Pflanzenformen. Die Zahl der Arten von ausser- 
tropischen Gefässpflanzen, welche Baron v. Mueller in seiner 

*) Wir bringen diese botanischen Schilderungen aus fernen 
Landen und sind sicher, dass auch die Leser unserer DBM. den- 
selben grosses Interesse entgegen! bringen werden. I). Red. 



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Skizze der westaustralischen Vegetation aufführt, beträgt ca. 8700 ; 
aber es sind seitdem noch viele neue Arten entdeckt worden, 
deren Beschreibungen bisher noch nicht zusammengebracht werden 
konnten, da sie in allen möglichen Zeitschriften und Berichten 
zerstreut sind. Wenn man die im nördlichen Teile der Kolonie 
gefundenen Pflanzen dazu zählt — und es kommen im nördlichen 
Teil West- und Südaustraliens nördlich vom Wendekreis des Stein- 
bocks über 2000 Arten vor — so ist die Gesamtzahl der west- 
australischen Pflanzen eine sehr grosse. Bei der bedeutenden Aus- 
dehnung der Kolonie, die sich vom 14. bis 34 1 / 2 Grad südlicher 
Breite erstreckt, kann man ja auch eine starke Auswahl an 
Pflanzen erwarten- es ist aber hauptsächlich die gemässigte Region, 
in welcher man dem grossen Reichtum an Arten begegnet. In 
Queensland, welches in der Zahl der Arten Westaustralien 
am nächsten steht, ist die Flora von der Nordostküste durch den 
teilweisen Uebertritt der malayischen und ozeanischen Region um 
viele Formen bereichert worden, allein diese, jedenfalls infolge der 
verschiedenen klimatischen Verhältnisse, fehlen in den gleichen 
Breiten an der Westküste des Kontinents. 

Der westliche Teil Australiens ist oft als autochthones Areal 
bezeichnet worden, nicht nur wegen seiner geologischen Beschaffen- 
heit, sondern auch wegen der Flora und Fauna, weil darin die 
ganz alten Formen in fast ungestörter Originalität erhalten ge- 
blieben sind. Dies ist besonders auch bei der Flora zu bemerken, 
welche dem ganzen Erdteil ihren eigenartigen Charakter aufdrückte, 
und von den vorherrschenden Formen nimmt man an, dass sie sich 
von Westen aus verbreitet haben. Wer sich die Vegetation auch 
nur ganz oberflächlich ansieht, dem müssen sofort die vielen Arten 
der Proteaceen auffallen, und diese, wie auch noch viele andere 
Pflanzen tragen dazu bei, dass eine australische Landschaft ein 
ganz eigenartiges, von allen übrigen Ländern der Erde völlig ver- 
schiedenes Aussehen hat, sodass selbst dem Vielgereisten auf den 
ersten Blick fast alles neu erscheint, und dieser Eindruck wird 
bei eingehenderer Untersuchung nur verstärkt. 

Während die Vegetation der tropischen Region nicht be- 
sonders scharf ausgeprägt ist, existirt in Westaustralien anderer- 
seits alpine Vegetation überhaupt nicht wegen des Mangels an 
hohen Bergen und an den gewöhnlich damit in Verbindung 
stehenden permanenten Flüssen und Seen. Ihre Vielseitigkeit zeigt 
die westaustralische Flora eben, wie erwähnt, in den gemässigteren 
Breiten, also in der South- West-Division der Kolonie, das ist un- 
gefähr ein Dreieck, begrenzt von einer Linie zwischen der Mün- 
dung des Machison River und Esperance und der zwischen diesen 
Punkten liegenden West- und Südküste. Sandiger Boden bringt 
in Westaustralien in der Regel mehr und verschiedenere Pflanzen 
hervor als Boden besserer Qualität : aber der Ueberfiuss an Bluten- 
pflanzen im Südwesten der Kolonie hängt da, wo der Boden sandig 
ist, hauptsächlich von dem ausgiebigen Regenfall und zu gleicher 
Zeit von der Men^e des von unten aui steigenden Wassers ab, 
ohne welche die wilden Pflauzen sowohl wie die kultivierten auf 
diesem Boden jedenfalls ganz anders aussehen würden. Unter 
dem Einfiuss der Winterregen und der Frühlingswärme kommen 
viele Pflanzen zum Vorschein auf einem Boden, der vorher nackt, 
oder nur dünn mit Bäumen oder Sträuchern bestanden, dalag, sie 
blühen prächtig aber kurz, reifen ihre Samen und sterben ab, um 



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anderen Platz zu machen, deren Werden und Vergehen dann eben 
so rasch vor sich geht. Auf diese Weise folgen sich die Bluten- 
pflanzen nach einander, jede y.u ihrer Zeit bis fast in die Mitte 
des Sommers, welcher natürlich die Erdoberfläche, sogar in 
sumpfigeren Gegenden mehr oder weniger austrocknet, sodass fast 
keine Spur mehr übrig bleibt von dem grossen Ueberfluss an ISlüten, 
welcher das Land wahrend mehrerer Monate vorher geschmückt 
hatte. Was Farbenglanz und Pracht der wilden Blumen betrifft, 
so steht Westaustralien unübertroffen da, und die Schönheit und 
zum Teil auch die sonderbaren Formen tragen viel dazu bei, dass 
die Bewohner des Landes und noch viel mehr die Besucher aus 
fremden 'Ländern sie mit so grossem Interesse betrachten. 

Die South-West-Division, von der ja zumeist nur die Rede 
sein kann, da sie am besten bevölkert und weil von den übrigen 
Teilen noch verhältnismässig wenig bekannt ist, weist eine be- 
sonders grosse Anzahl von Pflanzenarten auf und kleinere Teile 
dieser Division enthalten eine bedeutende Anzahl von Arten, die 
in den anderen Teilen nicht zu finden sind. Und tatsächlich, 
wenn man die Umgebung von Perth als Ausgangspunkt nimmt, 
so vermisst man in deren Flora — obwohl diese sehr mannigfaltig 
in sich selbst ist — doch viele von den Arten, welche in der 
Darling-Range, nur ca. 15 engl. Meilen östlich, häufig sind. Und 
wieder der York- Distrikt, den man früher den Garten von Australien 
nannte, enthält noch eine weit grössere Anzahl Arten, die sich 
weder bei Perth noch in der Darling-Range finden. Noch weiter 
östlich, in dem heissen und trockenen Innern kommen viele für 
die Wüste charakteristische Pflanzen vor, zum Teil in eigenartiger 
Weise verändert, um das uuwohnliche Klima dieser Landesteile 
ertragen zu können. Nördlich von Perth nach Geraldton zu be- 
merkt man wieder Veränderungen unter den wilden Pflanzen, und 
ebenso werden grosse Verschiedenheiten beobachtet südlich vom 
Schwanenflass, besonders in der Südwestecke des Kontinents und 
an der Südküste nach der grossen australischen Bucht zu, wo in 
einer sehr reichen Flora eine Menge endemischer oder auf diesen 
Distrikt gänzlich beschränkter Arten vorkommt. Viele davon sind 
so beschränkt in ihrem Vorkommen, dass ihre baldige Ausrottung 
zu befürchten steht. Der Ein Aus s des Klimas auf die Verteilung 
der Pflanzen ist sehr gross, aber die Unterschiede zwischen der 
Vegetation von Perth und derjenigen der Darling-Range sind wahr- 
scheinlich weniger hierdurch als durch die Verschiedenheit in der 
Zusammensetzung des Bodens bedingt. Der Regenfall ist gleich 
in beiden Distrikten, und auch die Differenz in der Seehöhe 
würde dem gJeichmässigen Vorkommen der Pflanzen keineswegs 
entgegenstehen-, aber in dem einen Fall besteht der Boden fast 
ganz aus Sand oder sandigen Sümpfen und liegt auf Kalkstein 
oder Sandstein mesozooischen Alters, während in dem anderen 
der Boden an den Hügeln und um dieselben herum durch Ver- 
witterung platonischer Gesteine entstanden, reicher und fähiger 
ist, die Feuchtigkeit zurückzuhalten. 

Die ersten Kolonisten der Schwanentiuss-Ansiedelung standen 
wie vor einem Wunder, als sie sahen, dass der zum grössten Teil 
aus Sand bestehende Boden fähig ist, einen so bedeutenden 
Pflanzenreichtum hervorzubringen und sie erkannten, dass dies 
nur möglich war, wenn der Untergrund sehr viel Feuchtigkeit 
enthielt und dieselbe nicht so leicht losliess. Dieser unterirdische 



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Wasservorrat, der überall zwischen den Gebirgsketten und der 
Küste angetroffen wird, muss so lange schon vorhanden sein, als 
die Hügel selbst, von welchen er seinen Ursprung, wie man an- 
nehmen muss, herleitet. Diese South-West-Division der Kolonie 
mit ihren bedeutenden Mitteln der Trocknung zu widerstehen, 
muss als der Rettungshafen angesehen werden, in welchem sich 
die Pflanzen, die auf einem vielleicht bedeutend grösseren um- 
gebenden Areal durch die Ungunst des Klimas und sonstige Ver- 
hältnisse ausgerottet wurden, sich in so grossartiger Weise ent- 
wickeln und weiter gedeihen konnten. 

Besondere Anpassungen in der Form und Struktur der 
Pflanzen sind gemein in Australien, wo das Klima im allgemeinen 
trocken uud zuweilen bis zur vernichtenden Dürre trocken ist. 
Ein auffallendes Beispiel in der Flora ist die Zahl der dornigen 
Pflanzen, in deren Blättern die Masse des Zellgewebes und damit 
die Blattfläche soweit reduziert ist, dass die weicheren Teile der 
Blätter mehr oder weniger verschwinden, sodass nur die Rippen 
oder die Blattstiele übrig bleiben, die holzig und hart sind und 
oft in scharie Spitzen endigen. Diese Struktur des Blattwerks ist 
dem Zustande des Bodens und der Atmosphäre angepasst, da es 
eine der Aufgaben des Blattes und besonders des weichen, breiten 
zelligen Teiles ist, die von der Wurzel aus der Erde aufgesogene 
Feuchtigkeit an die Luft abzugeben. Da nun der Boden besonders 
in Wüstenregionen sehr trocken ist, so können die Wurzeln, 
selbst wenn sie, wie dies oft der Fall, sehr entwickelt sind, 
unmöglich viel Feuchtigkeit einsaugen und der Pflanze zuführen, 
während die trockene Atmosphäre fähig wäre, alle und noch viel 
mehr Feuchtigkeit aufzunehmen als die Vegetation durch die Aus- 
atmung überhaupt liefern kann. Das Verlangen der trockenen 
Luft nach Feuchtigkeit ist so gross, und die Fähigkeit des Bodens, 
solche herzugeben, so gering, dass bei der Pflanze, wenn sie fähig 
sein soll, weiter zu existieren, also wenn sie trotzdem noch zum 
Leben genügend Feuchtigkeit bei sich behalten soll, der aus- 
hauchende Teil der Blätter auf das geringste Mass beschränkt 
werden muss, sodass sie- im Stande ist, den schwachen Vorrat zum 
eigenen Kutzen zu verwerten. Eine solche Reduktion ist auch in 
den schuppenähnlichen kleinen Blättern zu sehen, und bei den 
meisten Akazien, bei welchen die eigentlichen Blätter garnicht 
mehr oder nur einzeln in der ersten Jugend der Pflanze vorhanden 
und nur noch blattähnliche verbreiterte Blattstiele oder Rippen übrig 
sind, die als Phyllodien bekannt sind. Dies geht in manchen Fällen 
soweit, dass das ganze Blatt überhaupt unterdrückt ist, und seine 
Funktionen von den Stengeln der Pflanze übernommen werden. 
Bei Wüstenpflanzen, wie bei vielen Verbenaceen und Solanaceen 
sind die Blätter oder die ganzen Pflanzen dick mit Haaren bedeckt, 
in anderen Fällen, wie bei vielen Akazien ist die Oberfläche der 
Blätter und Zweige mit einer Lage Harz wie lackiert, in beiden 
Fällen Veränderungen der Organe, welche dazu beitragen, die Ver- 
dunstung der Feuchtigkeit einzuschränken, aber auch die Pflanzen 
fähiger machen, die extremen Hitze- und Kältegrade, denen sie in 
den Wüstendistrikten ausgesetzt sind, zu überdauern. 
(Fortsetzung folgt.) 



Botanische Vereine. 

Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. 
■Sitzung vom 11. Dezember 1903. Der Vorsitzende Herr Prof. 
Dr. Schumann macht zunächst einige geschäftliche Mitteilungen : 
Der Vorstand hat Herrn Kreistierarzt R. Kuthe in Swinemünde 
zu seinem 80. Geburtstage gratuliert- Herr Wille in Christiania 
dankte für seine Ernennung zum korrespondierenden Mitglied: 
die Berichte für die Herausgabe eines forstbotanischen Merkbuchs 
der Prov. Brandenburg sind noch immer nicht vollzählig einge- 
gangen : zu dem 1905 in Wien stattfindenden Botaniker-Kongress 
behufs Einführung einer einheitlichen botanischen Nomenklatur 
darf der Verein drei Vertreter entsenden : zwei neue Mitglieder 
sind dem Verein beigetreten. — Herr Dr. E. Uhle referiert über 
eine botanische Exkursion, welche er während seines Autenthalts 
in Brasilien in den Jahren 1900—1903 von dem Städtchen Tara- 
poto in der Provinz Amazonas nach dem Salzgebirge am Rio 
lluallago unternahm. Das Salzgebirge liegt 2 Tagereisen «von 
Tarapoto entfernt schon im Peruanischen. Er kam durch Busch- 
wald, Pampas und Hochwald, sah viele Kakteen, Bromeliaceen, 
Palmen undEpiphyten, darunter auch Pflanzen aus neuen Gattungen, 
aber im Salzgebirge, wo an mehreren Stellen das Steinsalz; zu Tage 
tritt, fand er keine einzige eigentliche Salzpflanze. Zahlreiche 
photographische Aufnahmen erläuterten den Berieht. — • Herr 
Prof. Dr. P. As eher so n legt zwei neue botanische Schriften 
vor: 1. Prodromus florae batavae, eine Aufzählung aller im König- 
reich der Niederlande bekannten Pflanzenstandorte, herausgegeben 
von der niederländischen botanischen Vereinigung; erschienen sind 
bis jetzt zwei Lieferungen, welche etwa die Hälfte der Dikotylen 
enthalten. 2. Kastrirung9forsog med Hieraeium og andre Cichorieae 
af Ostenfeld og Kaunkiaer. Bei zahlreichen Individuen aus den 
Gattungen Taraxacum und Hieraeium wurden die noch unent- 
falleten Blütenkörbchen etwas unterhalb der Mitte quer durch- 
schnitten, sodass Antheren und Narben eutfernt wurden, und da 
der austretende, bald vertrocknende Milchsaft die offenen Wunden 
völlig schloss, so war Seihst- und Fremdbestäubung ganz unmög- 
lich. Trotzdem entwickelten sich zahlreiche keimfähige Samen 
und so erscheint die Beständigkeit des in dieser. Gattungen auf- 
tretenden Formenreichtums wohl erklärlich, da eine Einwirkung 
von seiten anderer Individuen auf die Fruchtbildung ausgeschlossen 
ist. Bei Pflanzen aus den übrigen Gattungen der Cichorien ent- 
wickeln sich nach dem Durchschneiden der Köpfchen keine keim- 
fähigen Samen. — Herr Prof. Dr. Schumann spricht zunächst 
über das Aufblühen nicht cymöser Blütenstände, 
welche mit Blüten ahschliessen, wie sie sich bei Menj^anthes, 
Berberis und Monotropa finden. Hier beginnt das Aufblühen von 
unten, setzt sich aber nicht gleichmässig auf diese Weise fort ; 
es entfaltet sich vielmehr dann erst die Endblüte und hierauf die 
darunter befindlichen Blüten. Bei genauer Beobachtung zeigte 
sich dies darin begründet, dass die Blüten knospen so entstanden 
und das Aufblühen stets in der Richtung stattfindet, in welcher 
sich die Blüten in der Anlage bilden. Sodann kommt Redner 
darauf zu sprechen, dass die Zahl der Blütenblätter bei Gipfel- 
blüten oft eine andere ist als bei den Seitenblüten und erklärt 
dies durch Raummangel bei der Anlage der Gipfelblütcn. So ist 



— 28 — 

die Gipfelblüte bei Adoxa 4-gliedrig, bei Berberis 5=gliedrig, bei 
Anthoxanthum 2-gliedrig, während die seitlichen Blüten von Adoxa 
5 — , von Berberis 6 — nnd von Anthoxanthum 3-zäblig sind. 
Die mittlere unfruchtbare, oft schwärzliche Blüte der Dolde von 
Daucus Carota ist nichts anderes als ein reduziertes Döldchen, 
Die Pelorien von Digitalis sind Einzelblüten und bilden sich, 
wenn bei der Anlage die Deckblätter sich zusammendrängen. Zu 
diesem Vortrage bemerkt unter anderen Herr Prof. Beyer, dass 
in der Gattung Saxifraga eine ähnliche Reihenfolge des Aufblühens 
stattfindet wie bei MeDyanthes, und Herr Prof. Ascherson, dass 
bei Lolium das Gipfelährchen 2 Glumen, jedes der übrigen Aehr- 
chen aber nur eine Hüllspelze besitzt. 

Sitzung vom 8. Januar 1904. Vorsitzender Herr Prof. Dr. 
Volkens. Herr Prof. Dr. P. Ascherson bespricht eine zur 
Jahrhundertfeier der schlesischen Gesellschaft vaterländischer 
Kultui erschienene, von Prof. Dr. Th. Schübe in Breslau verfasste 
Schrift, welche dieser auf eigene Kosten hat drucken lassen \ sie 
enthält eine vollständige Standortsangabe aller schlesischer Ge- 
fässpflanzen und dürfte etwa zwei Drittel des ganzen Werkes um- 
fassen. — Herr Prof. Dr. Volkens spricht zuuächst über die 
Schutzvorrichtungen der Laub knospen typischer 
Bäume und Sträucher. Die verhältnismässig selten vor- 
kommenden ruhenden Laubknospen im tropischen Walde sind 
gegen äussere schädliche Einwirkungen geschützt durch einen 
Wachs- oder Harzüberzug, z. B. bei Tabernaemontana oder durch 
später abfallende Nebenblätter, wie bei Shorea, Dipterocarpus und 
etlichen Leguminosen. Auch tlügelartige Auswüchse am Grunde 
der Blattscheiden schliessen sich zum Schutze der Knospen zu 
einem Kegel oder einer Kammer zusammen bei Loganiaceen, bei 
Wormia und Leqa; bei Garcinia aus der Familie der Guttiferen 
enthält diese Kammer eine schleimige Masse, in der die Knospe 
ruht. Sodann verbreitet sich JRedner über die Insertion der 
Knospen bei tropischen Bäumen. Während unsere Laub- 
bäume in jeder Blattachsel eine Knospe besitzen, welche im Früh- 
jahr austreibt, ist meist nur eine austreibende Gipfel knospe bei 
den tropischen Bäumen vorhanden, wodurch diese ihr eigenartiges 
Aussehen erlangen. Unsere austreibenden Knospen erzeugen ferner 
nur eine Achse, die der tropischen Bäume dagegen oft mehrere 
Achsen z. B. Cinnamomum. Zuweilen bilden sich unter der End- 
knospe auch quirlige Seitenzweige. — Herr Dr. Moewes er- 
wähnt, dass nach einem im September stattgehabten Brande, dem 
ein grosser Teil eines französischen Dorfes zum Opfer fiel, die 
der Brandstätte ferner stehenden Bäume zum zweiten Male aus- 
trieben und blühten. Wodurch diese Erscheinung bewirkt wurde, 
darüber herrschten verschiedene Ansichten, und es machten die 
Herren Prof. Ascherson und Volkens darauf aufmerksam, dass es 
z. B. in Berlin stets dieselben Bäume sind, welche ein zweites 
Mal zur Blüte gelangen. 

Gross-Lichterfelde. H. Rottenbach. 

Eingegangene Bücher, botanische Zeitschriften 
und sonstige Druckschriften. 

Kurt Lasswitz: Nie und nimmer, neue naturwissen- 
schaftliche Märchen. Eugen Dieterichs Verlag, Jena und 



— 20 — 

Leipzig, br. Mk. 4.— , geb. Mk. 5.— . Ein hochinteressantes 
Buch, das in Märchenform in fesselnder Erzählung gar viel aus dem 
Leben und Wirken der Mutter Natur bringt. Ausserordentlich 
originell und unterhaltend ist besonders das Märchen „Hörnchen"; 
welches die Erlebnisse eines kleinen Kletterbeuteltieres einer längst 
entschwundenen Erdepoche, der Zeit der oberen Kreide, schildert. 
Ein recht empfehlenswertes Büchlein! 

K. u. L. Linsbaur und L. Portheim: Wiesner und 
seine Schule, mit Bild. Wien, bei A. Holder 1903 Mk. 
6. — . Ein interessanter Beitrag zur Geschichte der Botanik, der 
Erinnerung an den bedeutenden Pflanzenphysiologen gewidmet, der 
in Anatomie so Vorzügliches leistete, neue Auffassungen erschloss 
und auch in Meteorologie und Klimatologie bahnbrechend wirkte. 
Gross ist die Anzahl seiner Schriften, die auch im Auslande die 
gebührende Würdigung gefunden haben. Für die Jünger der 
„scientia amabilis" wird das treffliche Werk eine wertvolle Be- 
reicherung ihrer Bibliothek bilden. 

Direktor Prof. D r. T h o m e's Flora von Deutschland, 
Oesterreich und der Schweiz in Wort und Bild. 2. verm. u. ver- 
bess. Aufl. Botan. Verlag von Friedrich von Zezschwitz, 
Gera, Reuss j. L. Vollständig in 56 Lieferungen ä Mk. 1.25. 
Von diesem schönen Werk liegen nunmehr die Lieferungen 16 bis 
21 vor und die Fortsetzung hält in jeder Hinsicht, was der An- 
fang versprochen. Die Lieferungen enthalten ü. a. : Amentaceae, 
Betulaceae, Moraceae, Aristolocseae, Oaryoplryllaceae, Chenopodiaceae. 
Sileneae, Alsineae u. a. Text und naturgetreue farbenprächtige 
Illustrationen wetteifern auch in der Fortsetzung des schönen 
empfehlenswerten Werkes. * * * 

Inhaltsangaben : 

Allgemeine Botanische Zeitschrift No. 1/2 1904: 
Kükenthal: Die Carexbastarde des Brügger'schen Herbars. 
Glaab: Lactuca muralis (L.) Eres. var. atropurpurea Glaab. 
Schmiedle u. Kneucker: Algen von Aegypten, Frankreich u. 
Oberitalien Kneucker: Botan. Ausbeute einer Reise durch die 
Sinaihalbinsel vom 27. März bis 13. April 1903 (Schluss). Hell- 
wig: Zusammenstellung von Zoocecidien (Forts.) Kneucker: 
Bemerkungen zu den „Gramineae exsiccatae XV. u. XVI. Lief. 
(Schluss). Voss: Internationale einheitliche Pflanzenbenennung. — 
Botan. Literatur, Zeitschriften, Anstalten, Vereine, Tauschvereine, 
Reisen, Personalnachrichten etc. etc. 

Verhandlungen der K. - K. zoologisch- Botan. Ge- 
sellschaft in Wien, Jahrg. 1908, Heft 10. Inhalt u. a. : Ver- 
sammlungen der Sektionen a) für Kryptogrmenkunde, b) für Bo- 
tanik. Kneucker: Zool. Ausbeute einer Botanischen Studien- 
reise durch die Sinaihalbinsel 1903. 

Aus d er Hei mat No. 1 (1901) : Eine merkwürdige Pflanzen- 
gesellschaft, ihr Standort und ihr Herkommen. Vortrag, gehalten 
auf der Haupt-Versammlung des Nahegauverbandes für Naturkunde 
in Kreuznach von L. G ei s en hey ner. Winkler: Unsere 
Bischofswerder Pilzalisstellung. 

Torreya No. 1 (1904): Stone: l'hysiological Appliances 1. 
Howard. .1. Banker: Observations on Phallus Ravenalii. \Y. 
M. (Jauby. Joseph Hinson Mellichamp. E. v. Berry: Primary 
Vena'tion in Cinnamomum. F. S. Earle: Proceedings of the Club, 
-- News Items, 



— 30 — 

Bulletin du (Hub Alp in de Crime e N o. 11— 12. 1903. 
— Josef Roblena: Dritter Beitrag zur Flora von 
Montenegro. Mit 3 Textabbildungen. Prag 1003. — Le Monde 
bes Plantes. No. 25. (1. 1.1904).— Dr. H. Ross: DieGallen- 
bildungen (Cecidien) der Pflanzen, deren Ursachen, Eni? 
wiekelung, Bau und Gestalt. Ein Kapitel aus der Biologie der 
Pflanzen. Mit 52 Figuren im Text und auf einer Tafel. Stuttgart 
1904. Eugen Ullmer (Ein ganz prächtiges Büchlein, dessen 
Anschaffung wir warm empfehlen. D. Red.). L. G ei s enh ejner: 
Ueber einige Monstrositäten an Laub blättern. Mit 
Tafel. Sonderabdruck ans den Berichten der Deutschen Botanischen 
Gesellschaft. Jahrg. 1903. Band XXI. Heft 8. —.(Der hoch- 
geschätzte Autor verbreitet sich über Monstrositäten an Deutzia 
crenata S. u. Z., Magnolia Youlan Desf. und Gabelung der Mittel- 
rippe bei Hedera Helix L.,) August Hahne, stud. rer. natural, 
in Bonn: Ne ue Ergebniss e d er botanischen Erforschung 
des B e r g i s c h e n Landes. Vortrag, gehalten auf der General- 
versammlung in Barmen. Bonn, 1903, bei Carl Georgi, Uni- 
versitäts-Buchdruckerei. (In kurzer und sachlicher Weise liefert 
hier der Autor wertvolle Beitrage zu der schönen Flora jenes 
Gebiets). — Berichte der schweizerischen Botanischen 
Gesellschaft. Heft XIII. Bern 1903. — Abhandlungen 
und Berichte XL VIII des Vereins für Naturkunde zu 
Kassel über das 67. Vereinsjahr 1902-1903. — Kassel 1903. — 
Nerthus, Heft 1—3 (1904). — Bulletin de LAcademie 
International e de Geographie Botaniq ue. No. 170—171. 
(Janvier-Fevrier 1904). — Ph armac eutical Review. ' No. 1 
(1904). — Apotheker-Zeitung. No. 1-12 (1904),— N a Un- 
wissenschaftliche Wochenschrift No. 18-120. — Glas- 
nik Hrvotskoga Naravoslovnoca Drustva. 1902 u. 19(3 
Zagreb. — Oesterreich. Moor Zeitschrift. N. 1 u. 2 (1904)' 



Botanische Tauschvereine, Exsiccatenwerke etc.. 

I) oubl ett en - V erzei ch nis des Berliner Botan. 
Tauschvereins, herausgegeben von Otto Leonhar'dt in 
Nossen (Kgrch. SachseL) Tauschjahr 1903-1904. — Auf 51 
Seiten werden hier eine grosse Anzahl Pflanzen, dabei viele Rari- 
täten, aufgeführt. Um die Reichhaltigkeit des Kataloges zu illu- 
strieren, teilen wir mit, dass allein die Gattungen Aster mit 26, 
Astragalus mit 32, Centaurea mit 66 Vertretern angeführt sind. 

5. jährliches Verzeichnis der Tausch vermittlung 
für Her bar pflanzen, herausgeg. von Paul F. F. Schulz in 
Berlin N.-O., Virchowstrasse No. 9. — Auch dieses Verzeichnis 
ist ein ausserordentlich reichhaltiges und bietet dem Botaniker, der 
seine Sammlungen gerne vervollständigen will, viel des Wertvollen, 
so u. a. prächtige Arten von den canarischen Inseln. 

Am 21. Oktober 1903 starb der Modelltischler der Land- 
wirtschaftlichen Hochschule in Berlin August Mochel. Derselbe 
ist in botanischen Kreisen bekannt geworden durch seine ausge- 
zeichneten Schnitte von Hölzern, die er mit dem von ihm kon- 
struierten Xylotom angefertigt hat. Sie wurden von ersten Auto- 
ritäten, unter denen ich nur die verstorbenen Piofessoren Salms, 
von Sacha und Anton de Baiy nenne, warm empfohlen. 



— 31 — 

Sammlungen derselben finden sieh in vielen öffentlichen In- 
stituten, wie z. li. dem Museum der Landwirtschaftlichen Hoch- 
schule zu Berlin und dem Botanisehen Museum der Universität 
Berlin. Der Verstorbene hat viele Trockenpräparate hinterlassen, 
die die Wittwe zu verkaufen wünscht. Die Schnitte sind in der 
bekannten Weise zwischen Papier aufgespannt, sodass man sie so- 
wohl mit der Lupe, als auch unter dem Mikroskop als Trocken- 
präparate betrachten und die Einzelheiten der Structur der Hölzer 
an ihnen studieren und vergleichen kann. 

Die einen Präperate erhalten von je einer Art 3 Schnitte, 
nämlich den Quer-, .Radial- und Tangentralschnitt der Hölzer. 
Solche Präparate werden zu 50 /& abgegeben. So sind die meisten 
einheimischen Hölzer zu haben, sowie auch die Wurzelhölzer weniger 
einheimischer Arten. Auch einige Hölzer aus Kamerun und dem 
Kaukasus sind vertreten. — Ferner werden Schnitte zwischen 
Glastafeln mit je 4 Hölzern, deren jeder in Quer-, Radial- und 
Tangentralschnitt dargestellt ist, zu 3 Mark die Tafel geliefert. 
Eine Glasta'el mit den Holzteilen einer fossilen Fichte wird eben- 
falls zu 3 Mark berechnet: 

Eine andere interessante Reihe von Trockenpräparaten be- 
trifft die Gegenüberstellung von deutschen und finnischen Hölzern, 
Über die ich seiner Zeit schon berichtet hatte. Von derselben Art 
ist ein Querschnitt aus Deutschland und einer aus Finnland auf 
einem Papierblatte befestigt und lässt so den Einfiuss des Klimas 
auf die Ausbildung des Holzes schon erkennen. Auch diese Prä- 
parate werden zu 50 /^ abgegeben. 

Während die bisher erwähnten Präparate in vielfacher Zahl 
vorliegen, hat der Verstorbene auch eine grosse Anzahl von Anderen 
hergestellter in Canadabalsam eingeschlossener mikroskopischer 
Präparate hinterlassen, die je 1 — 3 Schnitte vieler einheimischer 
und ausländischer Hölzer enthalten, worunter viele ron Japan und 
Afrika. Solche Präparate werden das Stück zu 60 /^ abgelassen. 

Reflektanten belieben sich an Frau Marie Mochel in Berlin 
N.-W. 6, Luisenstr. 7 zu wenden. P. Magnus, Berlin. 

H. Hofmann (Grossen ha in i. S.) Plantae criticae 
Saxonicae. Der Herausgeber giebt soeben Fascicel VIII und 
IX des hochin teressan ten B xsi ccaten werk es heraus. Der 
Preis jedes Fascicels (in Mappe!) beträgt Mk. 6. — . Auch von 
Fascicel VI und VII sind noch einige wenige Exemplare zu erhalten. 

Gustav Her.pell (St. Goar Rheinland). Weit und 
breit bekannt durch ihre vorzügliche Präparation sind die Samm- 
lungen präparierter Hutpilze des genannten Herrn, die in 
6 Lieferungen, von denen jede circa 20 Arten enthält, im Selbst- 
verlag des Herrn Herpell erschienen sind. Ein Einblick in die mir 
aussei ordentlicher Mühe und Sorgfalt präparierten Sammlungen ge- 
währt hohen Genuss, weshalb wir dieselben warm empfehlen. 



Mitteilungen. 

In dem Aufsatz von K. Ortlepp in No. 1 dieses Jahrg. 
„Zur Entstehung der Arten" muss es auf Seite 1, Zeile 7 heissen 
„ scheint e r mich Darwin" etc., auf Seite 2, Z. 3 N eo -Lamarekismus". 

Titel und Inhaltsverzeichnis für 1903 werden mit der März-Nr., 
spätestens aber mit der Aprilnummer ausgegeben werden. R. 



32 — 



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