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Full text of "Deutsche Pilgerreisen nach dem heiligen Lande"

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DEUTSCHE PILGERREISEN 



NACH DEM 



HEILIGEN LANDE 



VON 



REINHOLD RÖHRICHT. 



NEUE AUSGABE 



Attention Reader: 

This volume is too fragile for any future repair. 
Please handle with great care. 

UNIVERSTTY OF MICHIGAN LIBRARY<:ONSERVATION & BOOK REPAIR 



VERLAG DER WAGNER'SCHBN UNIVERSITÄTS-BüCHHANDLUNG. 

1900. 



z 



DRUCK DER "W A G N E R "SCHEN UNIVERSTTÄTS-BUCHDRCCKEREI. 






Vorwort. 



9 Xm Jahre 1880 veröflFentlichte der Herausgeber mit seinem 
. Freunde Herrn Dr. Heinrich Meisner, Gustos der hiesigen Königl. 
Bibliothek: Deutsche Pilgerreisen nach dem heiligen 
Lande (Berlin, Weidmann'sche Buchhandlung, I. Bd. 8®, VHI, 
712 S.), ein Werk, welches zwar vollen Beifall, aber infolge des 
grossen Umfanges, besonders jedoch wegen der schwer lesbaren 
mittelhochdeutschen Texte (S. 42 — 461) und der angehängten 
bibliographischen Beiträge zur Geographie Palästinas (S. 547 
^ — 648) nur in eigentlich gelehrten Kreisen Eingang und Ver- 
breitung gefunden hat. Da es jedoch f&r die Geschichte des 
kirchlichen und socialen Lebens, der Territorien, Städte, Ge- 
schlechter und hervorragender Persönlichkeiten, endlich der Ver- 
kehrs- und Geld- Verhältnisse reiche Aufschlüsse bietet, so schien 
der Versuch, eine kleinere Ausgabe zu veranstalten, gerecht- 
fertigt, in welcher jene gelehrten Materialien noch stärker aus- 
genutzt, aber in ihrer Breite ausgeschieden, hingegen uur die- 
jenigen Abschnitte wiederholt würden, welche jene geschicht- 
lichen Interessen erläutern. Der Herausgeber glaubte dazu auch 
befugt zu sein, da er ja jene Theile der grossen Ausgabe, näm- 
lich die historische Darstellung und das Pilgerverzeichniss, allein 
ausgearbeitet hat und seit acht Jahren an ihrer Erweiterung 
und Verbesserung unausgesetzt thätig gewesen ist. Es mochte 



169135 



IV 

allerdings fraglich erscheinen, ob das neue Buch, welches doch 
des gelehrten Apparates nicht entbehren kann, da es nicht Wahr- 
heit und Dichtung, sondern nur geschichtliche Wahrheit geben 
und deren Erkenntniss durch peinliche Sorgfalt in dem Nach- 
weise und in der Behandlung des gedruckten und ungedruckten 
Quellenmaterials fördern will, sich einen weiteren Leserkreis 
erringen könne, aber die Erwägung, dass in unserm Vaterlande 
unter den Gebildeten das Bedürfniss nach gesunder geistiger 
Nälirkost, besonders nach einem gründlicheren Verständnisse der 
geschichtlichen Vergangenheit unsers Volkes in den letzten Jahr- 
zehnten erheblich gestiegen, endlich aber durch manche histo- 
rischen Romane die Furcht vor dem gelehrten ArbeitsgerQst der 
Citate bedeutend geschwunden ist, drängte jenes Bedenken in 
den Hintergrund. Doch alle Mühe und Zeit wären verloren ge- 
wesen, wenn nicht die bisherige Verlagshandlung und deren 
Vertreter Herr Gustav Parey in liebenswQrdigster Weise die 
Genehmigung zu diesem Neudrucke und zum Uebergange des 
Werkes in den Verlag einer anderen nicht minder rühmlichst 
bekannten Firma gegeben hätte, wofür ich mich gedrungen 
fühle, hier den herzlichsten Dank auszusprechen^. 

Als der Verfasser mit diesen Worten die 1889 (Gotha bei 
Perthes) erschienene kleine Ausgabe der „Deutschen Pilgerreisen 
nach dem heiligen Lande ^ einleitete, lebte er der frohen Hoffnung, 
dass das Buch, welches die Beziehungen Deutschlands zum heiligen 
Lande — eine gewiss reizvolle Aufgabe — darzustellen sucht und 
eigentlich die Fortsetzung zu seinen Studien über die Deutschen 
im heiligen Lande und auf den Kreuzzügen (von 700 — 1291) bildet,, 
einen grösseren Leserkreis finden werde, und sie wurde auch 
insofern gerechtfertigt, als daraus vielfach Auszüge gemacht 
wurden, besonders bei Gelegenheit der Palästinareise S. M. 
des Deutschen Kaisers, aber es blieb sonst auf gelehrte Kreise 
beschränkt. Da es aber das einzige seiner Art ist und der 
Verfasser seit länger als zehn Jahren der fortschreitenden Ent- 
wicklung der Wissenschaft folgend an der Vervollständigung 
weiter gearbeitet hat, so war es ihm ein wohl begreifliches 
Herzensbedürfiiiss, eine neue Ausgabe zu veranstalten. Dies 



ward ihm ermöglicht durch das fremidliche Entgegenkommen 
der Firmen Perthes in Gotha mid Wagner in Innsbruck, von 
denen die erstere auf ihr bisheriges Verlagsrecht zu Gunsten 
der zweiten verzichtete, sodann durch die Bereitwilligkeit der 
Friedrich Böhmerschen Testaments-Executoren, des Herrn Geh. 
Justizrath Dr. Joseph von Harnier und des Herrn Dr. Schmidt- 
Polex in Frankfurt am Main, welche einen reichlich bemessenen 
Druckzuschuss bewilligten, wofür ich hiermit den herzlichsten 
Dank ausspreche. Derselbe gebührt auch allen den Förderern 
und Freunden des Werkes, so zuerst Herrn Dr. Theodor von 
Liebenau, Director des Centralarchivs in Luzem (L.), dann den 
Herrn Professoren Dr. Kamann in Nürnberg (K.), Dr. Jorga in 
Bukarest (J.) und Dr. PraSek in Prag (P.) sowie allen am Schluss 
der einzelnen Artikel des Pilgerverzeichnisses Genannten, endlich 
auch der Verwaltung der Königl. Bibliothek zu Berlin, welche 
mehrere Handschriften dem Verfasser zugänglich machte, so 
dass deren Zahl im Ganzen um 14, die der neuen Artikel {Ür 
das Pilgerverzeichniss um 50 und die der neuen Pilgernamen 
um ungefähr 300 gegen früher gewachsen ist. Desto schmerz- 
licher war es für den Verfasser, dass ihm die Benutzung einer 
wichtigen Reisebeschreibung aus dem Archiv des Freiherm von 
Rotenhan trotz mehrfacher und dringender Bitte unmöglich war, 
so dass er sich mit dem Hinweis auf diese Lücke begnügen 
muss. 

Als Abkürzungen der längeren Büchertitel sind zu ver- 
zeichnen: ADB. (Allgemeine Deutsche Biographie), PV. (Pilger- 
verzeichniss), RB. (Röhricht, Bibliotheca geographica Palaestinae), 
RG. (Röhricht, Geschichte d. Königreichs Jerusalem), RH. (Röh- 
richt, Regesta regni Hierosolymitani), RM. (Röhricht u. Meisner, 
Deutsche Pilgerreisen, Berlin 1880), ZDPV. (Zeitschrift des 
Deutschen Palästina- Vereins). 

Berlin im Juni 1900. 

Reinhold Röhricht. 



Wenn wir die Bewegung der Kreuzzüge, des schwersten 
Krieges, den nicht nur das Mittelalter, sondern die Weltgeschichte 
überhaupt kennt, überblicken und uns vergegenwärtigen, welche 
unermesslichen Opfer an Gut und Blut im Dienste der Kirche 
die abendländische Christenheit bereitwillig gebracht hat, um 
das Vaterhaus ihres Glaubens den Feinden des Ki*euzes zu ent- 
reissen, und wie sie ihnen schliesslich doch unterlag, so wird 
Jeden, dem das volle Verständniss geschichtlicher Vorgänge nicht 
nur die Kenntniss ihres äusseren Verlaufs und inneren Zusammen- 
hanges, sondern auch das eigene Mitempfinden erschliesseu hilft, 
ein gewisses Gefühl der Wehmuth beschleichen. Dies Gefühl 
war sicher in vielen Herzen der Zeitgenossen lebendig ^) und 
drängte, da man überall nur einen ethischen Causalnexus zu er- 
kennen gewohnt war, daher auch das Unglück der Christen nur 
als die gerechte Strafe für ihre Sünden ansah, dieselbe Klage 
und Anklage Manchem auf die Lippen, die Hiobs Freunde gegen 
ihn einst erhoben und die der Heiland (Luc. 13, 4) durch die 
Frage abgewiesen hatte: „Oder glaubet Ihr, dass die achtzehn, 
auf welche der Thurm von Siloah fiel und erschlug sie, seien 
schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen?** 
Ja in den Kreisen der Ritter und Dichter, selbst in den brei- 
teren Schichten des Volkes steigerte sich das Gefühl des 
Schmerzes über die klägliche Niederlage der Christen zu bren- 
nender Scham, zu knirschender Wuth, zu verzweifelndem Hohne '^) ; 
schien doch jetzt auf einmal die ganze sittliche Weltordnung 
aus den Fugen, Gottes Liebe und Gnade von seinem Christen- 
volke gewichen zu sein. Am ergreifendsten und 'würdigsten hat 
aber der Predigermönch Riccoldo de Monte croce ^), der während 
des Entscheidungskampfes und gleich nach dem Falle Accons 
im Orient als Missionar wirkte, der tiefen Trauer Worte geliehen, 
die ilm und die gläubige Christenwelt erfüllte. Er sah die Züge 
der gefangenen Christen, die in das Innere Asiens geführt wur- 

Böh rieht, Pilgerreuen. 1 



— 2 — 

den, er hörte die höhnenden und lästeniden Reden der Musel- 
männer und Juden und fragte sich : Ist Gott denn wirklich ge- 
recht, wenn er die Feinde des Kreuzes so triumphiren, ihre 
Macht täglich mehr wachsen lässt? Lebten denn in den nun 
zerstörten christlichen Städten nicht einmal zehn Gerechte, um 
deren willen Gott einst Sodom und Gomorrha Gnade verheissen 
hatte? In seinen Schreiben voll Schmerz und drängender Bitte 
fleht er Gott, den Heiland, die Mutter Gottes und die Apostel 
an, Erbarmen zu üben, und fordert schliesslich den bei der Be- 
lagerung Accons umgekommeneu Patriarchen Nicolaus auf, mit 
den Tausenden, die wie er Märtyrer wurden, vor dem Throne 
Gottes für das arme Christenvolk seine Stimme zu erheben. 
Am Schluss endlich findet er in einem aus der Beute von Aceon 
gekauften Buche, den Moralien des heiligen Gregor, bes<Miders 
in der Erläuterung einer Stelle des Buches Hiob (19, 13 — 14), 
das innere Gleichgewicht wieder und fasst sich in stiller Er- 
gebung und Geduld. 

Gewiss mochte Manchem die Erkenntniss aufdämmern, wohl 
auch klar werden, warum das Königreich . Jerusalem zusammen- 
brach, zusammenbrechen musste; denn wir vernehmen ja zeit- 
genössische Stimmen genug, die nicht aus dem verborgenen 
Rathschlusse, oder dem gerechten Zorne Gottes, sondern aus 
sehr natürlichen Gründen die jämmerUche Niederlage der über- 
seeischen Christenheit zu erklären wissen*), aber die grosse 
Masse des Volkes, durch die glänzenden Siegesverheissungen 
der Kreuzprediger so oft und so entsetzlich getäuscht, durch 
den bequemer zu verdienenden Jerusalemablass bald gegen 
Mauren, Albigenser und Stedinger, bald gegen Mongolen, Preussen 
und die Hohenstaufen zusammengelockt und vorwärts getrieben, 
war begreiflicher Weise schliesslich abgemattet und gegen das 
Jerusalemgelübde gleichgültig geworden. Mit der sinkenden 
kaiserlichen Gewalt beginnt auch die Zerbröckelung des König- 
reiclis Jerusalem, sein langsamer, aber unaufhaltsamer Zusammen- 
sturz, seit die Curie den Vernichtungskampf gegen die letzten 
Hohenstaufen führt; der Sultan Bibai*s bricht Burg auf Burg, 
und in demselben Jahre, wo unter dem Beile des Henkers 
Conradin stirbt, erobert er Antiochien und lässt Tausende von 
Christen dem Schwerte, oder der Gefangenschaft verfallen. Nur 
die Mongolen hindern den Sieger an der völligen Vernichtung der 
Christen, bis 1291 Accon und ihre letzten Besitzungen verloren 
gehen. Alle Versuche, mit Hülfe der Mongolen wieder festen 
Fuss in Syrien zu fassen, alle Pläne **') und selbst vorübergehende 
Erfolge, wie die Eroberung Smyrnas und später Alexandriens ^) . 



— * — 

zerrinnen in nichts — das heilige Land ist und bleibt verloreA, 
sein einstiger Besitz nur noch eine schmerzliche Erinnerung. 

Aber so wenig wie einst die jüdischen- Verbannten an den 
Wasserflüssen Babylons '), konnten die Christen Jerusalem ver- 
gessen, in das sie jedes Jahr von der Kirche durch die Erinne- 
rung au die Heilsthatsachen ihres Glaubens, besonders aber 
durch die Osterfeier und die allmählich sich daraus entwickeln- 
den Osterspiele ^) mit ergreifender Drastik geführt wurden, um 
das grösste Trauerspiel der Weltgeschichte im Geiste mitzu- 
erleben und dann die Schauer der trostreichen Glaubenszuver- 
sicht, die einst einen lebensmüden Zweifler ^vom letzten, ernsten 
Schritt^ zurückschreckten, zu empfinden, wenn der Engelchor 
sang: „Was sucht Ihr den Lebendigen bei den Todten? Er ist 
auferstanden!^ Wie hätte also die heilige Sehnsucht, die Jahr- 
hunderte hindurch so viele Tausende über das Meer getrieben 
hatte, auf einmal durch politische Wandlungen getrübt, oder gar 
getilgt werden können 1 Wie hätten die Christen jetzt auf ein- 
mal und für immer darauf verzichten mögen, die heiligen Stätten 
zu schauen^), wo der Heiland geboren, gelebt und gestorben, 
wo die Spuren seines Erdenwallens durch eine uralte, allmäh- 
lich immer mehr sich erweiternde. Tradition *^) an Hunderten 
von Stellen und Resten befestigt waren, die man mit Augen 
sehen, mit Händen greifen konnte, wo Er endlich zum Weltge- 
richte wieder erscheinen soUte, zu richten die Lebendigen und 
die Todten ! ^ ^) Mochte der bussfertige Sünder daheim in mannig- 
facher Weise einen Ersatz ^^) für das gewohnte Pilgerziel, oder 
auch in Rom ^% Santiago ^*) und an so vielen andern Gnaden- 
orten Ablass und Vergebung zu finden hoffen, was galten sie alle 
gegen das heilige Grab „im Mittelpunkte des Erdkreises^, ja des 
Weltalls überhaupt, aus dessen Todesnacht das Licht des ewigen 
Lebens hervorgegangen war!^^) Und gab es nicht immer noch 
Menschen, die sowohl in der Stille des Klosters, in der sauren 
Arbeit um das tägliche Brot, wie im Glänze des Ritter- und 
Herrschersaales einmal- das Bewusstsein des Sündenelendes, des 
Erdenjammers überfiel ^% die in Träumen und Visionen den An- 
trieb zur Einkehr und Busse empfingen, die an Ort und Stelle 
die grossen Heilsthatsachen ihres Glaubens durchleben und so 
ihr Verständniss vertiefen wollten^'), die der Eifer füi* die 
Ausbreitung des Evangeliums ^^), der Reichthum des heiligen 
Landes an Reliquien und Ablässen hinaustrieb ^^), die eine öffent- 
liche ^^ oder geheime Schuld im Gewissen brennen fühlten und 
am. heiligen Grabe sich ausweinen wollten, oder auch solche, die 
dort, wo Erde und Himmel sich einst geküsst hatten, Gott näher 

1* 



_ 4 — 

zu sein glaubten, um für eine Gnadenerweisung, vielleicht f&r 
die wunderbare Rettung aus Krankheit, Kriegs- und Seegefahr 
ihm zu danken - % oder einen innigen Herzenswunsch im Gebet 
zuzuflüstern ^2)9 Wohl mochte es manchem Recken schwer 
fallen, statt mit dem blanken Schwerte und im blitzenden Waffen- 
geschmeide, jetzt mit dem Pilgerstabe und im härenen Pilger- 
gewande in die Stadt Gottes einzuziehen und schwere Unbill 
von den Muselmännern leiden zu mOssen ^% aber ftkr die meisten, 
wie einst für die Pilger vor den Kreuzzügen, fiel es wenig io's 
Gewicht, dass jetzt Muselmänner am heiligen Grabe standen, das 
einst Römer bewacht hatten, ja dies musste sogar ein neuer 
Antrieb zur Demuth und Erniedrigung werden, ein Sporn zu 
ernsterer und Gott wohlgefälligerer Busse. 

Trotzdem würde man irren, wenn man glauben wollte, dass 
alle, die über's Meer zogen, nur religiöse Beweggründe gehabt 
hätten, vielmehr können wir nachweisen, dass oft genug rein 
weltliche Rücksichten und Ziele für sie bestimmend waren. Der 
eine wollte, unzufrieden mit seiner Lage, politischen Konflikten 
ausweichen ^% den andern trieb der Geist des Ritterthums, sei 
es um abenteuernd fremde Länder zu durchziehen ^s), oder den 
Ritterschlag am heiligen Grabe und damit die höchste Weihe 
zu empfangen 2^), manchmal auch den Wunsch der Geliebten zu 
erfüllen und ihre Erhörung endlich zu erlangen*'), und wieder 
ein anderer ward durch die Erzählungen heimgekehrter Reisen- 
den^'^), oder durch die ausserordentlich verbreiteten Volksbücher 
wie John von Maundeville ^% durch den Brief des sogenannten 
Priesters Johannes^®), die Legende von den heiligen drei Königen ^ ») 
zu einer fröhlichen Wander- und Wagelust nach dem wunder- 
baren Osten fortgerissen^*); den berühmten Johannes Dantiscus 
erfasste, als er in Venedig eine zur Abfahrt nach Palästina ge- 
rüstete Galeere sah , eine solche Sehnsucht dahin , dass 
er sofort mitfuhr ^^). Im sechszehnten Jahrhundert wui'de das 
Reisen immer mehr Bildungsmittel 3*), und wenn ein junger 
adliger Herr in Padua, oder Bologna studirte, so liess er sich 
die bequeme Gelegenheit, auch Palästina zu besuchen, selten 
entgehen. Neben solchen Reisenden finden wir auch politische 
Agenten und militärische Berichterstatter, die im Interesse ihrer 
persönlichen Sicherheit die Maske von Pilgern trugen, im Auf- 
trage des Königs Philipp II. von Frankreich^'»), des Königs 
Heinrieh V. von England und des Herzogs Pliilipp IL von 
Burguud den Orient durchwanderten, um mit geübtem Ohre und 
spähendem Auge zu beobachten und festzustellen, wie die Aus- 
sichten für den Beginn eines neues Kreuzzuges ständen. Bald 



— 5 — 

traten auch rein wissenschaftliche Zwecke in den Vordergrund; 
Belon und Rauwolf gehen im Orient naturwissenschaftlichen und 
medizinischen Studien nach^®), Justus Tenellus^') und Wilhelm 
Postel ^^) erwerben für die Pariser Bibliothek Handschriften im 
Auftrage des Königs Franz I., ja selbst einzelne Adepten ^^) und 
Kabbalisten treffen wir, da sie bei den Eremiten und Weisen 
des Morgenlandes die geheimen Wissenschaften noch gründlicher 
zu erlernen hofften. Endlich können wir auch die Spuren vieler 
Kaufleute dorthin verfolgen*®); in allen grösseren See- und 
Binnenstädten der Levante sind Factoreien und Comptoire der 
grossen Handlungshäuser Ober-Italiens, SQd-Frankreichs, Spaniens 
mid Sud - Deutschlands, seit dem Ende des sechszehnten Jahr- 
hunderts auch Englands und Hollands ^ ^). Viele von ihnen fin- 
den wir unter den Pilgern in Jerusalem, oder als deren Be- 
rather und Helfer; sie retten ihre Glaubensgenosen oft aus 
schweren Verwicklungen und Gefahren, zuweilen aus Gefangen- 
schaft und werden ihnen so nicht minder unentbehrlich als die 
Johanniter von Rhodus und Malta. 

Wie stellte sich nun aber die Kirche zu den Pilgerreisen? 

Wir wissen, dass von ihr eine Wallfahrt, die grosse nach 
Jerusalem, Santiago und Rom, wie die kleine nach einem in 
dem betreffenden Lande selbst gelegenen Gnadenorte, schon sehr 
frOh als Busse verhängt ^^), seit dem dreizehnten Jahrhundert 
von Todtschlägern auch durch die weltliche Gerichtsbarkeit ver- 
langt wurde, aber die letztere verzichtete manchmal in der Folge- 
zeit auf die Leistung der „grossen Wallfahrt" und begnügte 
sich mit der Forderung „der kleinen*", die jedoch öfter wieder- 
holt werden musste^^). Allmählich ward man noch milder; der 
adlige Sünder konnte auch einen Dienstmann oder Geistlichen 
für sich die Wallfahrt machen lassen, und schliesslich bildeten 
sich Bruderschaften, Zünfte von stellvertretenden Pilgern, die, in 
Deutschland „Sonn weger " genannt, sich bald stark vermehrten, 
da sie auf diese Weise erträglicher nnd bequemer lebten, als 
durch ihrer Hände Arbeit. 

Die Kirche verbot, sobald Jerusalem in die Hände der 
Muselmänner gefallen war, die Wallfahrt dorthin, damit diese 
nicht durch die Abgaben und Steuern der Christen bereichert 
würden**), überhaupt jede Reise über Cypern hinaus und er- 
neuerte das so oft erlassene Verbot des Handelsverkehrs mit 
den Muselmännern ^% aber weder die Sucht nach Gewinn, noch 
das Verlangen nach dem lieiligen Lande liessen sich auf die 
Dauer zurückdrängen; schliesslich ward die Wallfahrt dahin 
wieder freigegeben, und schon zehn Jahre nach dem Fall von 



— 6 — 

AccoD beginnt der Strom der Pilger wieder nach den heiligen 
Stätten zu fliessen. Es fehlte allerdings nicht an Stimmen, die 
das heilige Land als erbärmlich und als den Sammelpunkt des 
Auswurfs der Christenheit verschrieen **) , ebenso wenig an 
Spöttern über die fromme Reisewuth und die Schiffemachrichten 
der Pilger ^^), aber sie vermochten nichts gegen die unaustilg- 
bare Sehnsucht nach dem Grabe des Heilandes, und als erst 
gegen Mitte des vierzehnten Jalirhunderts bekannt wurde, welche 
freundliche Haltung die muslimischen Behörden den Pilgern 
gegenüber einnahmen *^) und der Verkehr zwischen Venedig und 
der Levante immer lebhafter wurde, so galt eine Reise dahin 
nicht mehr als ein Wagniss, zumal man sie in sechs bis acht 
Monaten vollenden konnte ^^). So stieg denn die Betheiligung im 
fünfzehnten Jahrhundert, und zwar besonders in der zweiten 
Hälfte und im ersten Drittel des sechszehnten zu einer ausser- 
ordentlichen Höhe, bis dann die fortwährenden Kriege in Ober- 
Italien und die Entdeckung Amerikas die Macht Venedigs immer 
fühlbarer schwächten, die Reformation^®) sowie die Eroberung 
von Rhodus, Candia und Cypem durch die Türken den Pilger- 
eifer erheblich abkühlten, worauf Frankreich, Holland und Eng- 
land im Mittelmeere, zugleich auch die. mercantiten Interessen 
für die Levante die Oberhand gewannen. 

Um aber eine Pilgerfahrt „über's Meer** antreten zu dürfen, 
bedurfte es der kirchlichen Erlaubniss, die am Ende des fünf- 
zehnten Jahrhunderts gegen eine Abgabe^*) vom Papste ^% oder 
von den durch ihn bestimmten Prälaten ^^j ertheilt wurde; Geist- 
liche mussten die Erlaubniss auch von einem ihrer Vcn-gesetzten 
einholen ^^) und deutsche Fürsten, wie Herzog Bogislaus X. von 
Pommern, auch vom Kaiser ^^). Wer ohne geistliche Erlaubniss, 
im Reformationszeitalt^ sogar ohne schriftlichen Ausweis eines 
Pfarrers^**), die Pilg^fahrt antrat, galt als excommunicirt , er- 
hielt aber in Jaffa, oder Jerusalem die Absolution durch den 
Guardian der Minoriten vom Zionskloster. Frauen waren, trotz- 
dem die frühesten Jahrhunderte des Christenthums eine Menge 
frommer Pilgerinnen aufzuweisen haben, schon durch d^i heil. 
Bonifacius, später durch den päpstlichen Legaten Thomas (1^60) 
von jeder Betheiligung an der Wallfahrt abgemahnt worden ^^), 
doch beg^nen wir ihnen, namentlich niederländischen, häufig in 
Begleitung ihrer Männer, zuweilen sogar in Männerkleidem^^), 
bis endlich Gregor XII. allen Frauen die Jerusalemfahrt energisch 
verbot''^). Manche derselben, namentlich Nonnen, werden durch 
sogenannte „geistliche Pilgerfahrten" dafür entschädigt worden 
sein, doch könnenwir nur ein einziges Beispiel anführen ^% 



— 7 — 

Ausser der Erlaubniss brauchten die PUga* natörlich auch 
Geld, und obgleich sie den Befehl des Heilands an seine Jünger, 
^ohne Beutel und ohne Tasche" in die W^t hinauszugehen, auf 
sich bezogen ^^), auch mit Recht auf freundliche Aufnahme in 
Hospizen ^^) und auf die Mildthätigkeit barmherziger Seel^i 
rechnen konnten, so hielten es ärmere doch fiir gerathen, ent- 
weder schon daheim, oder in Venedig als Dien^ reichen Herren 
sich anzuschliessen. Nur von wenigen wird uns berichtet, dass 
sie sich völlig mittellos auf dcai Weg machten. Zehr- und Fahr- 
geld erbetteln mussten^^). Im sechszehnten Jahrhundert kam 
es auf, dass ganze Gemeinden einen armen Pilgersmann mit 
Geld ausrüsteten ^^) ; in diesem Falle wurde es ihm zur Pflicht 
gemacht, am hdligen Grabe fOi* die Wohlfahrt seiner Heimath 
und deren Einwohner zu beten. Hingegen bracht^i Fürsten und 
Grafen durch Steuern ^^) und Anleihen ^^) grosse Summen zu- 
sammen, um nicht nur auf dem Hinwege ^^), sonda'u auch auf 
der Rückkehr mit ihrer Begleitung möglichst glänzend aufzu- 
trd:en, doch mussten sie, so lange sie im heiligen Lande weilten, 
ein strenges Incognito wahren, da sie sonst starke Tribute zu 
zahlen hatt^, ja sogar ihre Frdheit verlieren konnten. Die 
grösste Menge Geld (SOO.OOO Mark), die jemals ein pilgernder 
Füi*st verbraucht hat, wird wohl Herzog Wilhelm von Sachsen 
1461 ausgegeben haben ^^); von andern deutschen Fürsten, ausser 
vom Kurfürsten Friedrich von Sachsen (1493)®^), kennen wir 
die Kosten der Pügerrdse nicht. 

Gewöbilich nahmen die Pil^r ausser den f&r Trinkgelder 
nöthigen kleinen Sorten wenig bares Geld mit, das sie entweder 
sorgfältig in die Kleider ^^), oder Stief^ '^^) vernähten, oder auf 
dem Sdiiff unter den Vorräth^i von Schweinefleisch verbargen, 
um es in Jaffa vor den Händen der Muselmänner zu sichern '^^). 
Sonst besorgten sie sich meist Wechsel auf Venedig '^^) durch 
Kaufleute aus Erfurt ^^), Nürnberg ^^) und Leipzig, oder auf 
Ancona, wo die Fugger ihr Comptoir hatten ^^), und zogen von 
dort wieder auf Alexandrien ^^, Aleppo '®) und Constantinopel '^% 
Am bequemstai hatten es natürlich die hohen Haren, die ent- 
weder, wie Kurfürst Friedrich der Weise in Venedig zuvor eine 
grössere Summe bei einem Bankhause niederlegten, oder wie 
die Herzöge Ekust von Oesterrdch (1414), Wilhdm und Albrecht 
von Sachsen (1461 und 1476), Landgraf Wilhelm von Hessen 
(1491), die kurz vor ihrer Abreise Agenten nach der Lagunen- 
stadt vorausschickten und Alles, was nur irgend für ^e Reise 
erforderlich war, ordnen und besorgen liessen. Soldien hohen 
Herren kam der Senat von Venedig mit der grössten Freund- 



— 8 — 

lichkeit entgegen. Schon am 3. März 1346 Hess man dem 
Burggrafen Johann von Nürnberg, der einmal einen Transport 
venetianischer Waaren aufgehalten hatte, mittheilen, dass man 
ihm dies nicht Tergelten würde, wenn er von Venedig nach dem 
heiligen Lande sich einschiffen wolle ^"). Sobald daher seit 
Mitte des vierzelmten Jahrhunderts Fürsten und Herren den 
Senat um Ueberlassung einer Galeere baten, ward ihnen ihr 
Wunsch sehr gern erfüllt, aber nur unter der Bedingung, dass 
sie fQr deren Ausrüstung selbst sorgten und keinerlei Kauf* 
mannsgüter mit an Bord nähmen ^^). Für ihren Empfang in 
Venedig wurden von Staatswegen grosse Festlichkeiten ange- 
ordnet und für ihre ehrenvolle Aufnahme auf der Reise Em- 
pfehlungsschreiben ausgefertigt^^). Am 4. April 1472 ward 
sogar, damit hochangesehene Pilger und Gesandte eine würdige 
Unterkunft in Venedig fänden, dem Rolando Verardi de Guanto» 
einem jedenfalls reichen Patrizier, die Erlaubniss ertheilt, sie bei 
sich zu beherbergen®^). 

Die nOthigen Anweisungen für die äussere Einrichtung d^- 
Pilgerfahrt empfing der Einzelne entweder durch den Mund heim- 
gekehrter Pilger®*), oder aus Reisebeschreibungen ®*) und eigenen 
Pilgerbüchlein ^^), in denen alle heiligen Stätten der Reihe nach 
kurz angeführt waren, die man gewöhnlich erst in Venedig z. B. 
im Franciskanerkloster della Vigna kaufte ®^) und mit Landkarten 
und Plänen während der Seefahrt durchstudirte **). Gegen Mitte 
des fQnfeehnten Jahrhunderts waren in jenem Kloster eigene 
Pfleger und Rathgeber fOr die Pilger angestellt, unter ihnen 
ein Mönch und ein venetianischer Nobile ®^). Ausserdem rüstete 
sich der Pilger daheim noch weiter. Er legte den Habitus eines 
Pilgers an®®), Hess den Bart wachsen ®i), steckte auf seine graue 
Kutte ®^) ein rothes Kreuz, ein anderes über die Stirn auf den 
breitkrämpigen Hut und nahm Stock ^% Sack und Flasche zu 
sich; im sechszehnten Jahrhundert befestigte man auch das 
fünffache Jerusalemkreuz auf der linken Brust ^^). Bekannte» 
Freunde und Verwandte gaben dem Pilger Ringe, Steine zu 
Paternostern (Rosenkränzen), auch solche selbst mit, um sie an 
allen Orten, wo das Schiff anlegte und Reliquien sich befanden, 
durch Berührung mit ihnen zu weihen und werthvoller zu machen®*). 
Der Pilger selbst bereitete sich durch den Genuss des heiligen 
Abendmahls zu seiner weiten Reise vor ^% machte sein Testa- 
ment®'') und empfing, wenn er ein Mönch war, noch den feier- 
lichen Segen des Abtes und seiner Mitbruder ®^); Fürsten legten 
zuweilen kurz vor der Abreise noch den Grund zu einer Votiv- 
kirche®®). Man gab ihm das Geleit unter Thräuen und Glück- 



— 9 — 

wünschen, auch den „ Johannessegen '^ mit auf den Weg *^®). Wohl 
mochte Manchem dabei schwer um's Herz werden und zu Muthe 
sein wie dem Felix Fabri, der offen gesteht, er wäre gern im 
Augenblicke des Abschiedes umgekehrt, wenn er sich nicht ge- 
schämt hatte. 

Das nächste und, bis gegen Mitte des sechszehnten Jahr- 
hunderts, auch das gewöhnlichste Ziel war Venedig, doch gingen 
viele nicht direkt auf den gewöhnlichen Alpenstrassen ^^^) dahin, 
sondern noch erst zu einem anderen Gnadenorte, um den Bei- 
stand Gottes und der Heiligen für die beschwerliche Fahrt zu 
erflehen ^^2). In Treviso *®^), oder Pavia ^®*) verkauften die 
Pilger, die bis dahin geritten waren, ihre Pferde, oder gaben 
sie dort in Futter ^^*), um sie bei der Rückkehr wieder vorzu- 
finden, andere schickten sie auch in die Heimath zurück ^^^). 
Waren nicht schon durch vorausgeschickte Boten Quartiere be- 
stellt, so fanden die Pilger kurz vor der Stadt ^^^) eine Menge 
Agenten, welche mit zudringlicher Geschwätzigkeit die von ihnen 
vertretenen Gasthäuser anpriesen ^^®), Reiche Herren wohnten 
bei dem Rheder, mit welchem sie wegen der Ueberfahrt abge- 
schlossen hatten ^^^), arme Kleriker im Kloster S. Philipp und 
S. Jakob hinter der S. Marcuskirche ^^^), auch im Dominikaner- 
kloster ^i^), Ritter und Kaufleute im Spiegel* ^2), im Weissen 
Löwen i^ä), im Schwarzen Adler ^**), gewöhnlich aber im Deut- 
schen Hause, das sonst auch S. Georg, zur Flöten **^), auch zur 
PoUten, oder zur Trinität *^®) genannt wird. Hier waren Wirth**') 
und' Wirthin, Knechte und Mägde deutscher Abkunft, hier ward 
kein fremdes Wort gesprochen, und, wie erzählt wird, selbst 
der vierbeinige Wächter des Hauses, ein stämmiger Hund, 
schnüffelte nichtdeutsche Bettler und Hunde sehr bald heraus, 
um sie mit rücksichtsloser Strenge über die Schwelle zurück- 
zutreiben. 

Von dieser deutschen Herberge ist wohl zu unterscheiden 
der Fondaco dei Tedeschi**^) am Canal grande unmittelbar an 
der Rialtobrücke, welcher schon vor 1200 gegründet sein soll 
und neu aufgebaut jetzt die KOnigl. Italienische Staats -Finanz- 
Intendantur in sich aufgenommen hat. Hier mussten, während 
die Pilger anderswo absteigen konnten, alle deutschen Kauf- 
leute wohnen und ihre Waffen dem Hausmeister abliefern, ebenso 
Geld und Geldeswerth; hier war der gesammte deutsche Handel 
in Venedig concentrirt und der Controle der Staatsbehörde unter- 
woifen, die trotz ihres strengen Schutzzollsystems und ihrer 
starken Auflagen doch im Grossen und Ganzen dem deutschen 
Kaufmann bereitwillig entgegen kam. Und wie bedeutend der 



— 10 — 

Zuzug nicht nur deutscher Kaufleute, welche in ihrer Jug^id 
italienische Sprache und Buchführung lernen, oder sonst ihre 
eigenen Geschäfte besorgen wollten, sondern auch deutsche 
Handwerker und Arbeiter war, wie ld>haft die Handelsstrassen 
zwischen Deutschland und Venedig von Postboten und Reisenden 
begangen und befahren wurden und die daran liegenden Ort- 
schaften dadurch emporblühten, ist erst in neuester Zeit Yor- 
treff lieh erläutert worden ^^^). In diesem Fondaco befanden sich 
nicht nur Wohn- und Scfalafräume, sondern auch eine Wirthsstube, 
wo man gut ass und trank. Wenn die Deutschen sich sonst 
wenig über die Behörden zu beschweren hatten; hier war ein 
wunder Punkt in den Beziehungen zu ihr; denn die Z^tbe- 
schränkungen, welche den Besuchern wohl mit Recht auferlegt 
waren, bildet^i eine stehende Klage, da diese Ti^ und Nacht 
die Wirthsstube offen wissen wollten nach dem bekannten,' schon 
von Tacittts erwähnten, deutschen Brauche, „immer noch eius^ 
zu trinken ^^% 

Die Gdegenheit zur Ueberfahrt von V^iedig nach der syri- 
schen Küste fand sich bis gegen Anfang des seehszehnten Jahr- 
hunderts sehr leicht, da der Verkehr von dort mit der Levante 
nodi in seiner Blüthe stand^^^); seitdem wurde es sdion schwerer, 
da in Folge der Reformation die Zahl der Pilger ausserordent'^ 
lieh abnahm und die Concurrenz Marseilles fühlbar wurde ^^^), 
welches eine schnelle und gern gesuchte Vwbindung mit Con- 
stantinopel und den Küsten des Ostens unterhielt, auch durch 
die Entdeckung des transatlantischen Handelswegs die Handels- 
stellung Venedigs immer m^ir gesunk^Q war. Gegen Fbde des 
fünfzehnten Jahrhunderts fanden die Pilger, welche nidit in der 
glücklichen Lage waren. Alles bereits geordnet vorzufinden, oder 
wie Herzog Ernst von Oesterreich (1414) und Kurfürst Friedrich 
(1493) eine Staatsgaleere zur Verfügung zu haben ^^% dardi 
Vermittlung ihrer Wirthe sehr bald einen Rheder; gewöhnlich 
wurden sie durch Agenten herangelockt, welche die auf dem 
Marcusplatze aufgesteckten Banner ihrer Herren lunstaoden und 
die Pilger einluden, mit ihrem Herrn Schifiscontracte abzu- 
schliessen, ja in der Mitte des sechszehnten Jahrhunderts suchte 
der Rheder selbst sie durch freundliche Einladung und glänzende 
Bewirthung auf dem Schiffe für sich zu gewinnen ^^^). In dem 
Contracte wurden gewöhnlich folgende Bestinmiungen verein- 
bart 125). 

1) Der Patron soll die Pilger von Venedig nach Jaffa hin- 
und zurückbringen und in wenigen Tagen segelfertig sein i^^). 
2) Die Galee soll mit den nöthigen Waffen und Mannschaften 



— 11 r- 

ausgerüstet seiu, auch em Barbier und ein Arzt an Bord sich 
befinden ^2'). 3) Das SchiflF darf nur an den gewöhnlichen Hafen- 
platzen anlegen, in einem Hafen Cyperns wegen der dortigen 
Malaria höchstens drei Tage bleiben; während dieser Zeit werde 
es den Pilgern, welche Ritter des heiligen Grabes geworden 
sind, möglich sein, auf der Rückkehr durch den König von 
Cypern die Investitur seines Ordens zu empfangen. 4) Jeder 
Pilger erhält täglich Essen und Trinkwasser 5) und zwar mög- 
lichst gut und frisch; an einzelnen Stellen muss das Schiff an- 
legen, um den Pilgern die Ergänzung ihres Mundvorraths zu 
ermöglichen, auch muss es Vornehmeren erlaubt sein, sich ^nen 
eigenen Koch zu halten. 6) Ausserdem soll jeder Piger vor der 
Mahlzeit ein Glas Malvasier erhalten 7) und aus einem triftigen 
Grunde, wo er will, das Schiff verlassen dürfen. 8) Der Patron 
muss einem Pilger, dw in. einem Hafen nicht den gewtbischten 
Proviant kaufen kann, von seinen Vorräthen ablassen, 9) ver- 
pflichtet sich, die Pilger in jeder Weise vor Unbill zu schützen, 
10) im heiligen Lande, auch bis zum Jordan, persönlich zu ger 
leiten, 11) die nöthigen Abgaben und Tribute, mit Ausnahme 
der kl^neren Trinkgelder, daför zu erlegen, 12) während er den 
bedungenen Schiffslohn halb in Venedig, halb in Jaffa ausge- 
zahlt erhält 188). 13) Stirbt ein Pilger auf der Fahrt, so darf 
der Patron nidit seine Hinterlassenschaft mit Beschlag belegen ^ 2^) 
und muss 14) die Hälfte des Fahrlohns herausgeben, 15) darf 
auch de« Verstorbenen nur auf hoher See, wenn kein Land in 
der Nähe ist, versenken, sonst muss er die Leiche bis zum 
nächsten Landungsplatze mitnehmen. 16) WoDen einige Pilger 
nach dem S. Catharinenkloster auf dem Sinai ziehen, so muss 
der Patron acht bis zehn Ducaten harauszahlen, 17) mit dem 
Dragoman unterhandeln, abschliessen und fßr das sich^^e Geleit 
Sorge tragen. 18) Endlich soll jeder Pilger den nöthigen Platz 
auf der Galee zur Unterbringung von (10—12) Hühnern und für 
die eigene Küche 19) und jeder Kranke eine bessere Räumlich- 
keit angewiesen erhalten. 20) Zum Schluss entsagen Patron und 
Pilger allen Ausflüchten und Verdrehungen, die durch Auslassung, 
oder den unklaren Ausdruck eines Paragraphen begründet sein 
könnten. 

Dieser Contract wurde von dem Patron und den Pilgern 
unterschrieben und in der Dogenkanzlei von den Protonotarien 
ratificirt ^^^); der Patron verpflichtete sich, ein hohe Geldsmnme 
als Strafe zu zahlen, wenn er den Vertrag in irgend einem 
Punkte breche ^^^). Nichtsdestoweniger imd trotzdem, dass jedes 
Pilgerschiff vor seiner Abfahrt auf die Seetüchtigkeit hin unter- 



-T 12 — 

sucht wurde ***), sogar zwei venetianische Nobili als Patrone 
der Pilger zuweilen mitfuhren ^^% trotzdem seit dem 14. April 
1398 und von Neuem seit dem 8. Juni 1409 ausdrücklich be- 
stimmt war, dass niemals zugleich Kaufmannsgüter mit befördert 
werden sollten ^^% und seit 1408, wo ein Pilgerschiff unter 
Andreas Quirino im Golfe von Sattalia durch Corsaren über- 
fallen worden war, jeder Patron für den nöthigen Waffenvorrath 
an Bord sorgen musste ^^% kam es doch vor, dass einzelne 
Schiffe als untüchtig, mit Waaren überladen und als unzu- 
reichend bewaffnet sich erwiesen ^^% wie es 1497 Herzog Bogis- 
laus X. zu beklagen hatte, dass die Nahrungsmittel schlecht, 
häufig ungeniessbar waren, und an den einzelnen Hafenplätzen 
länger, als bestimmt war, angehalten wurde. Die Beschwerden 
darüber sind fast allgemein; nur in sehr wenig Fällen hOren 
wir das Lob, dass ein Patron wirklich den Contract pünktlich 
und vollständig erfüllt habe. Am meisten bedauerten die Pilger, 
dass sie so lauge in Venedig still liegen und ihr Geld verzehren 
mussten; denn mindestens zwei, später auch sechs bis acht 
Wochen hatten sie zu warten, ehe endlich das Schiff absegelte, 
doch war ja die Zeit, wo sie in Venedig weilten, fftr sie nicht 
verloren. 

Alle Berichte sind voll Bewunderung der Macht und des 
Reichthums i^'), welcher in dem Mastenwalde des Hafens, dem 
reich gefüllten Arsenale, in einer Reihe glänzender Paläste, 
Schauläden und Kirchen vor dem trunkenen Auge des Be- 
schauers sich entfaltete; die meiste Anziehungskraft jedoch übten 
auf den Pilger die grossen Reüquienschätze ^^^), die prunkvollen 
Feste, wie die Vermählung des Dogen mit dem Meere **^) und 
die Fronleichnamsprocession '*^), bei welcher die Pilger als 
regelmässige und andächtige Theilnehmer hochgeehrt wurden ^**). 
Sonst war Jeder mit seiner Ausrüstung für die Seefahrt beschäf- 
tigt^* 2); man warb Dolmetscher**^), kaufte Lebensmittel, Ge- 
räthe, Pilgerbüchlein ***), Schreibzeuge ^*% Kleider und Schuh- 
werk, besorgte sich Arzeneien ^*% Wechsel und kleinere Geld- 
sorten für das Land des Bakschische **'). 

Sehr vortheilhaft und wichtig war es für die Pilger, nach 
Venedig Empfehlungsbriefe an den Dogen und Senat zu besitzen, 
oder auch an die Gesandtschaft ihres Landes **®); durch deren 
Vermittelung empfingen sie wieder Empfehlungsschreiben an die 
venetianischen Admirale und Consuln in der Levante **®), doch 
wurde ein Empfehlungsschreiben des Dogen gegen Ende des 
sechszehnten Jahrhunderts wenig begehrt, da das Ansehen der 
Republik im Orient schon zu sehr gesunken war ^^% Manch- 



— 18 — 

mal brachte der Pilger auch direct aus der Heimath &n Em- 
pfehlungsschreiben für das Ziel seiner Reise mit^^^). 

Wenn nun endlich der langersehnte Tag der Abfahrt ge- 
kommen war, schärfte der Patron seinen Matrosen die Schiffs- 
artikel ^^2) mit ihren schweren Strafen ein und liess die Pilger- 
fahne, weiss mit rothem Kreuz, die Fahne des San Marco, einen 
rothen Löwen in weissem Felde, das päpstliche Banner, einen 
grünen Eichenlaubzweig mit goldenen Eicheln mid gekreuzten 
Schlüsseln auf himmelblauem Grunde, und sein eigenes auf- 
ziehen ^^^). Die Pilger tranken Johannesminne und begannen 
fromme Weisen zu singen***); eine feierliche Messe ward ge- 
lesen, und der Steuermann sank mit der ganzen Bemannung 
auf die Kniee, um Gottes Beistand für die Reise im Gebet zu 
erflehn, das jeder mit einem Amen schloss *^*). 

Eine Seefahrt von sechs bis acht Wochen gab dem Pilger 
reichlich Gelegenheit, über die Einrichtung des Schiffes ^^% über 
die Mannschaft**'), wie Polizei geübt **'^), wie gespeist und 
Gottesdienst gehalten wurde *^^), Beobachtungen anzustellen; 
viele verkürzten sich die Zeit mit Kartenspiel ^^% mit der Jagd 
auf Delphine, und die Matrosen, ein rohes und diebisches Volk* ^*), 
wussten sie mit der Erzählung von allerlei fabelhaften Geschichten, 
von meilenlangen Fischen *®2), wohl auch von der „ Seeschlange ^ 
zu unterhalten. Im Allgemeinen wurde die Ordnung wenig ge- 
stört, doch kam es unter den Pilgern manchmal auch zu Rei- 
bereien, besonders wenn unfläthige Gesellen (als solche werden 
meist die Niederländer geschildert) an Bord waren ^^% vielleicht 
solche, die für andere auf die Wallfahrt gingen, oder beim 
Spiel. So verstrichen oft Tage ohne nennenswerthe Ereignisse, 
bis entweder die Feier des Johannesfestes '^*), die Landung in 
irgend einem Hafen, die Begegnung mit Bekannten, oder Lands- 
leuten, die Beobachtung des Elmsfeuers *^*) unterwegs empfan- 
gene Nachrichten, oder auch ein aufziehendes Unwetter die Ein- 
tönigkeit des Schiffslebens unterbrachen. Im letzteren Falle 
überfiel ein abergläubisches Entsetzen Alle, die auf dem Schiff 
waren. Erst versuchte man durch Schüsse das Wetter zu ver- 
streuen, und wenn dies nichts fruchtete, hiess es, ein Gebannter 
mül^se unter den Mitfahrenden sein *ß®), oder eine Reliquie, ein 
Agnus Dei, oder Jordanwasser, und traf den Sturm die Pilger 
grade ' während der Heimfahrt aus dem heiUgen Lande , so 
mussten sie jene theuren Erinnerungen, wenn sie nicht gut und 
sicher verborgen waren, geraubt und in*s Meer geworfen sehen. 
Derselbe Fall trat trotz des Contractes regelmässig ein, wenn 
ein Pilger auf der Fahrt starb, da nach altem Seemannsglauben 



— 14 — 

kein Schiff eine Leiche dulden dOrfe, ohne in die äusserste Ge- 
fahr zu gerathen. So wurde denn die Truhe^ die d^ Pilger 
in Venedig zur Bergung seiner Habseligkeiten gekauft hatte, 
die sein Lager auf dem Schiff und sein Sterbebett gewesen 
war, auch sein Sarg; man schnitt zum Zeichen, dass er auf 
der Jerusalemfahrt gestorben sei, fünf Kreuze darauf, legte zwei 
Ducaten als Begräbnissgeld für den etwaigen Find«r hinein und 
senkte sie in die feuchte Gruft hinunter '^^). Trotzdem gelang 
es doch mitunter, verstorbene Gefährten mit ihrer Truhe im 
Kielwasser des Schiffes bis zum nächsten Landungsplätze zu 
schaffen und dort zu begraben ^*^**). Wenn nun trotz aller Opfer, 
die man dem Meere gebracht, seine Wuth sich doch nicht legen 
wollte, so that jeder ein Gelübde, noch zu einem andern Wall- 
fahrtsorte zu pilgern ^^% oder man loste, wer für die Rettung 
Aller diese neue Pilgerfahrt antreten solle ^'^); Jeder aber be- 
reitete sich auf den Tod vor, und die auf dem Schiff als Pilger 
anwesenden Geistlichen nahmen Alien die Beichte ab. Nur wenig 
starke Seelen ergaben sich ohne Jammer in Gottes Willen ^'^); 
dass aber der Capitän und seine Mannschaft dem Sturme mit 
vollen, fliegenden Segeln wie ein nordischer Berserker zu trotzen 
gesucht, ist wolü nur selten vorgekommen ^'^^), 

Ausserdem ward den Pilgern die Fahrt durch die unge- 
wohnte, in der Regel schlechte Nahrung, Seekrankheit und 
Durchfall verleidet, dazu kamen häufig Reibereien zwischen den 
verschiedenen Nationalitäten, auch Roheiten, besonders wieder 
bei den Niederländern, und alle die Unbequemlichkeiten, die das 
massenhafte Ungeziefer jeder Grösse und Art, die erdrückende 
Schwüle im Schiffsraum, Betrunkene, oder auch die auf dem 
Verdeck eingesperrten, unaufhörlich stampfenden Pferde und 
Maulthiere den Schläfern bereiteten ^^3). Hans von Mergenthai, 
der den Herzog Albrecht 1476 nach dem heiligen Lande be- 
gleitete, erzählt: „In der Galeen ist gar mancberley Unruhe; es 
ward unser einem in der Galeen eine Statt dreyer Vorder- 
spannen ^^^) weit zu eigen gegeben, da liegt einer am andern, 
da muss man im Sommer gar grosse Hitze leiden, so thut 
einem das Ungeziefer grossen Ueberlast; auch sein aus der 
Maassen viel grosse Ratzen darinnen, die einem des Nachts 
über die Manier laufen, grosse Sorge der Lichter halben, damit 
man ungewärlich ^^^) umgehet und doch nicht zu löschen wäre, 
wenn Feuer ausskäme; denn es ist eitel Pech. So denn Zeit 
Schlafens ist, und einer gerne schliefe, so reden die andern 
neben ihm, oder singen und schreien, oder machens nach ihrem 
Gefallen, damit uns der Schlaf gebroclien wird. Diejenigen, so 



— 15 — 

bei uns sich krank geworden, sind des meistens Theils gestorben. 
Gott sei ihnen gnädig I — So wir des Tages oben in der Galeeii 
waren, dün jegliche an seiner essenden Stadt, so hinge denn 
die Galeen auf die Seiten, da der Segel hing, so schrieen sie 
(die Matrosen) alle: „pando**, das ist, „auf die andere Seiten**, da 
mussten wir denn aber auf, wenn dann das Meer beg&nte zu 
wüten und die Galee pumpete (sprang), kam uns der Schwindel 
in die Kftpfe; eins Theils warfs gar darnieder, dass wir gingen 
und taumelten wie die vollen Bauern. Das Essen, so uns der 
Patron gab, war ein Salat, ein Fleisch, oder ein Kraut, oder 
Grinsen (Grünes) und allewege eine Suppe. Das Essai war un- 
lustig, das Fleisch hing an der Sonne, das Brot steinhart, darin 
waren viel Würmer, das Wasser war zu Zeiten stinkend, der 
Wein warm, dass er vor Wärme rauchte, und war unschmack- 
haft; mussten auch zu Zeiten in der Sonne in grosser Hitze 
sitzen und essen. Die Galioten sind eines Theils untreu und 
diebisch. So mussten wir Wassers halben grosse Gefahr aus- 
stehen, wurden auch zu Zeiten von den Türken und Raub- 
schifPen gejaget, doch thaten sie uns nie nichts. Da es zum 
Herbste kam, begaben sich grosse Winde, Wetter, Donner, 
Blitzen und Regen, davor wir uns nicht konnten erhalten. — 
Es sind auch auf dem SchifiPe viel Wanzen, anderes Ungeziefer 
und Luftraupen, die bekriechen einen überall. In Summa wir 
hatten wenig Ruhe, und weiss ich nichts Besseres auf dem 
SchifiPe, denn die liebe Patientia*^. 

Endlich schwebten die Pilger in fortwährender Angst vor 
Seeräubern infolge der beunruhigenden Gerüchte, welche unter- 
wegs begegnende SchifiPe brachten *'®), oder die Einwohner in 
den Häfen ihnen mittheilten. Nicht Wenige kehrten in Folge 
dessen um, imd nur die Muthigsten bestanden auf der Weiter« 
fahrt 1"), ja 1476 ward der Besuch des heiligen Landes ihnen 
widerrathen, weil ein Colonna für die Vermögensbeschädigung 
durch einen Muselmann sich selbst Recht geschafiPt hatte, wo- 
fOr nun die Muselmänner den Christen zur See allerlei Schaden 
zufügt^i *''®). Zum Glück jedoch erwies sich die Nachricht, dass 
Se^äuber in Sicht seien, meist als blinder Lärm ^'^% und warei 
sie auch in der Nähe, so zogen sie sich bei dem Anblick des 
wohlgerüsteten PilgerschifiPes gewöhnlich zurück^®®); zu einem 
wirklichen blutigen Zusammenstosse kam es 1497, aber trotz der 
Niederlage entgingen auch hier die Pilger wunderbarerweise der 
Gefangenschaft ^^^). Beispiele, wo Pilger durch Schiffbruch, oder 
AngrifiP in die Hände der Türken fielen und schwere Gefangen- 



— 16 — 

Schaft zu ertragen hatten, finden Mrir erst gegen Ende des sechs* 
zehnten Jahrhunderts, vorher selten ^8*). 

Die Route, welche die SchifiPe nach der syrischen Küste 
einschlugen ^^% führte an der istrischen, dalmatischen, tOrkischen 
und griechischen Kaste entlang und berührte Parenzo ^**), Ro- 
vigno, Pola ^^% Zara, Curzuola, Ragusa *®*), Corfii ^8'), Zante *^®), 
Modon ^^% Cerigo ^^®) und Candia^®*); von da ging die Fahrt 
über Rhodus ^^% wo den Pilgern, so lange die Insel in den 
Händen der Johanniter war, stets ein ehrenvoller Empfang be- 
reitet wurde, nach Cypern ^^% bis endlich bei JafiPa die Küste 
vor den Augen der Pilger aufstieg, die mit Lobgesflngen be- 
grüsst wurde *^*). 

Ein Schuss aus einem der beiden Wartthürme Jaffas und 
ein aufgestecktes Banner signalisirten die Ankunft des Pilger- 
schiffes ^^^), das jedoch solange vor Anker liegen musste, bis 
auf die Botschaft des Patrons nach Jerusalem der Sandschak ^^^) 
und der Guardian, oder dessen Stellvertreter, sowie die Emire 
von Ramiah ^^') und Jazur ^®") mit ihren Mannschaften in Jaffa 
eingetroffen waren; während dieser Zeit standen die Pilger in 
fortwährender Gefahr, von Corsaren überfallen und gefangen zu 
werden ^^^), Gewöhnhch erst nach sechs bis acht Tagen ^oo) 
erschienen die türkischen Behörden mit ihrem Gefolge, auch 
Kaufleute, welche von Christen Scharlachtuche, hölzerne Schüs- 
seln, Hausgeräthe un.d Geschirr, Metall- und Glaswaaren ein- 
tauschten 2®^). Der Patron empfing die türkischen Herren am 
Bord seines Schiffes aufs Glänzendste, beschenkte und bewirthete 
sie reichlich 2^2); dass sie den vom Koran verpönten Wein nicht 
verschmähten, sondern sogar ihm tüchtig zusprachen, wird uns 
bezeugt '^®^). Nachdem die Pilger ihre Waffen abgelegt ^oi) uq^j 
die Matrosen durch Trinkgelder abgefunden hatten 2^^), wurden 
sie an*s Land gesetzt, das sie wieder imter Lobgesängen be- 
grüssten und in herzlicher Freude küssten*®^). Hier that man 
allen Pomp und Staat ab ; hatten Herzöge und Grafen sich schon 
in Venedig im Schiffscontracte bloss als „Bruder Wilhelm, Bo- 
gislaus** u. s. w. bezeichnen lassen, so mieden sie jetzt vollends 
jedes verrätherische Zeichen ihrer Würde ^^'), um dem sehr 
starken Tribut zu entgehen ^^®), den jeder Herzog, oder Graf, 
dessen Incognito verrathen wurde, zu zahlen hatte, wenn er 
nicht schliesslich sogar die Gefangenschaft befürchten, musste. 
Besonders mussten gegen die Mitte des sechszehnten Jahrhun- 
derts die Deutschen vorsichtig sein, da ihre Nation mit den 
Türken fast in dauerndem Kriegszustand sich befand 2^^); sie 
verleugneten daher, wie bis 1870 vielfach, im Orient ihr 



-i 



— n - 

Vaterland. Die Pilger wurden in einen elenden, stinkenden Chan, 
unter dem Namen der „cellaria S. Petri" bekannt ^»o), einge- 
sperrt und mussten hier so lange ohne Murren aushalten, 
bis der Patron mit den Türken über die Höhe des Tributs einig 
geworden war^^^). Inzwischen kamen Kaufleute und boten 
ihnen Decken, Rösenwasser, Balsam, echte und nachgemachte 
Edelsteine 212)^ oder Eier, Brot, Fleisch, Wasser, Rosenkränze 
zum Verkauf an^i»), während allerlei loses Gesindel an ihnen 
Muthwillen übte, Erpressungen versuchte 2**) und deutsche Juden 
ihnen mit Fragen über die Heimath zur Last fielen ^i^). 

Der Guardian, der entweder schon auf dem Schiffe, oder 
hier 2 16) Anweisungen über das Verhalten der Pilger im heiligen 
Lande gegeben, oder dies in Ram]ah zu thun versprochen 
hatte 21^, war gegen alle diese Belästigungen und Scherereien 
völlig waffenlos ; sie hörten aber seit dem Ende des sechszehnten 
Jahrhunderts, vielleicht seit 1580, von selbst auf, da die Zahl 
der Pilger nur noch sehr gering war, ja von 1586 an hielt der 
Guardian es nicht mehr für nöthig, nach Jaffa zu gehen ^^^^^ 
zumal auch die Route von Venedig nach Tripolis stärker in 
Aufnahme gekommen war; seitdem erfolgte die Controle der 
türkischen Behörden in Jerusalem. Der Pilger musste hier sein 
Gepäck öffnen wegen des Zolls, die Waffen und Pferde zurück- 
lassen und konnte dann ungehindert in die Stadt gehen *^^. 
Hingegen war es im fünfzehnten Jahrhundert bis gegen Mitte 
des folgenden umständlicher, von Jaffa nach Jerusalem zu ge- 
langen. 

Nachdem der Patron und die türkischen Behörden mit ein- 
ander einig geworden, begann eine scharfe Controle der ein- 
zelnen Pilger. Jeder musste den Namen und Stand, auch seiner 
Eltern, genau angeben 2 2 o) und erhielt dann einen Passier- 
schein^ 2 1); die Gesammtzahl wurde ebenfalls aufgeschrieben. 
War man damit zu Ende, so begann die Plage mit den Esel- 
treibern 2 ^^ 2)^ die mit zudringlicher Gewalt sich um die Einzelnen 
rissen, unterwegs ihre Thiere zum Abwerfen reizten, um neue 
Trinkgelder zu erpressen, manchmal auch kleinere Gepäckstücke 
stahlen und mit Vorliebe die Weinflaschen zerschlugen 2 ^3)^ 
Unter solchen Plackereien, die trotz der Bedeckungsmannschaft 
poch durch allerlei Bubenstücke und Gewalthätigkeiten des am 
Wege Imigernden Gesindels vermehrt wurden, erreichte endlich 
die Caravane Ramiah, wo die Pilger in einer (1420) vom Herzog 
Philipp von Burgund erbauten Herberge, „casa di Franchi" ge- 
nannt ^^4)^ Unterkommen fanden und von den Gürtelchristen 
Lebensmittel kaufen konnten 225). Hier mussten sie aber von 

UÖhrieht, Pilgeireisen. o 



— 18 — 

Neuem warten, und zwar bis der Emir von Ramiah die gefor- 
derten Bakschische durch den Patron erhalten hatte ^^^); die 
Zeit indessen benutzten sie wenigstens, um die berühmten 
Schwitzbäder zu besuchen ^ 2^). 

Der Guardian, oder sein Stellvertreter theilte hier italienisch 
und lateinisch den Pilgern eine Reihe von Yerhaltungsmass- 
regeln mit, welche sie sich dann wieder durch einzelne Hit- 
pilger in ihre Landessprache verdolmetschen Hessen ^^% Dem- 
nach 1) sind alle, welche ohne Erlaubniss des Papstes ihre 
Pilgerfahrt angetreten haben, excommunicirt, können aber im 
heiligen Lande die Absolution empfangen. 2) Es ist den Pilgern 
streng verboten, ohne türkischen Führer umherzugehen, 3) sich 
für Unbilden zu rächen, 4) über türkische Gräber hinwegzu- 
laufen, 5) Stücke vom heiligen Grabe abzuschlagen, 6) Mauern 
und Wände durch Anschreiben von Namen, oder Anmalen von 
Wappen zu beschmutzen, 7) ohne Ordnung in der Procession 
zu gehen. 8) Ebenso darf der Pilger nicht lachen, oder Freude 
laut werden lassen, 9) nicht mit Türken reden, lachen oder 
scherzen, 10) kein Weib ansehen, 11) keinem Weibe auf seinen 
Wink folgen, 12) keinem Türken Wein geben. 13) Ausserdem 
soll jeder seinen Eseltreiber behalten, 14) nicht sich jund Andere in 
Bezug auf Abkunft und Würde verrathen, 15) nicht weisse 
Tücher um den Kopf schlagen, oder sich weiss kleiden ^2^), 
16) keine Waffen tragen ^30), 17) keinem Türken trauen, 18) jede 
Trennung von den übrigen Pilgern meiden, 19) nicht offen Wem 
trinken, 20) mit keinem Türken handeln, 21) sich niemals mit 
ihnen zanken, 22) keine Moschee besuchen, 23) keinen Türken 
verspotten, 24) den Guardian nicht für eine Verzögerung ver- 
antwortlich machen; 25) dem Hospital aber eine kleine Summe 
und zwar für den Baufond spenden, 26) ebenso dem Convent 
der Franziskaner vom Zionsberge. 

Von Neuem machten sich nun die Pilger auf den Weg, aber- 
mals von umherschwärmenden Banden auf alle Art belästigt *^^), 
bis endlich Jerusalem ihren Blicken sich zeigte ^^2); da lag sie 
die Gottesstadt, das heiss umkämpfte, das heiss ersehnte Ziel 
christlicher Begeisterung; wer möchte alle die Empfindungen 
schildern, die bei diesem Anblick die Seele der Pilger beweg- 
ten 2^^)! „Da wir die hochheilige Stadt im Angesichte hatten*^, 
schreibt Herzog Christoph iu sein Tagebuch 2^"^), „war sehr grosse 
Rührung in jedwedem, also dass wir als rechte Christgläubige 
niederknieten und des Dankes voll waren. Und könnte ich das 
keinem beschreiben, wie mir zu Muthe war vor so viel Gnade 
Gottes, dass ich das erschauen durfte. Kam mir auch wohl in 



— 19 — 

den Sinn, wie ich da aliein solclie Seligkeit erlebte und wenn 
das meine Brüder sehen könnten! Das ist mir allein beschie- 
den dmxh Gottes unglaubliche Gnade ! Er wird mir meine Sün- 
den verziehen haben!" 

Und so zogen denn die Pilger, nachdem sie noch am Thore 
neue Geschenke an den Sandschak abgeschickt 2^^), hinein in die 
Stadt Gottes, die einen wohl mit herzlichem Dank gegen ihn, 
voll Inbrunst, andere wieder voll Schmerz darüber, dass sie als 
Christen die Stadt ihres Herrn und Heilandes wie Fremdlinge, 
wie Bettler betreten sollten. Daher spricht dergenaimte Her- 
zog 2 sej gewiss manchem der tapfern Ritter und edlen Fürsten, 
die in so unwürdigem Aufzuge einziehen mussten, aus dem 
Herzen: „0 hätte ich etlich zehen Ritterlicher meiner Kraft 
und ein mittleres Kriegsheer, also möchte ich wohl allen künf- 
tigen Filgerleuten so grosse Schmach nehmen und dem türkischen 
Bluthund eine harte Nuss zu beissen geben, dass er erstickte! 
Du allmächtiger Gott, willst Du dein treues Christenvolk in 
fremden Banden lassen, dass ihm jeder Fussbreit zugemessen 
und Deine heilige Stätte ganz umgekehrt wird? RaflF wohl auf 
Fürsten und Herren und schicke Deinen heiligen Zorn über das 
Volk; da will ich nicht fern sein, wenn ich Deinen belügen 
Willen ersehe und das Meinige wohl verrichten, so viel Du mir 
Zeug gegeben!" 

Die Pilger fanden theils Unterkommen bei itahenischen 
Consuln^^^), theils im Johanniterhospital 2^®), wo man beim Ein- 
tritt zwei Marchettos zahlte und, so lange es beliebte, wohnen 
konnte, theils im Hause des zweiten Dolmetschers ^39), meist 
aber im Zionskloster^*^^), wo beim Abschiede der Pilger fünf 
bis acht Dukaten ''^*^) dem Guardian als Gegengeschenk für die 
Verpflegung hinterliess und dafür allerlei Reliquien , Kerzen, 
Agnus Dei, Erde und Steine von heiligen Orten, Rosenkränze 
aus Oelbaumholz, Kiniglein aus Cedernholz u. s. w. empfing'**^). 
Einige Pilger, die bereits in Jaffa irgend einen Führer gewählt 
hatten ^^^), wurden durch sie auch in Bürgerhäusern, manchmal 
bei Juden ^**), untergebracht. Alle aber fanden reichlich Ge- 
legenheit, während ihres Aufentlialtes Lebensmittel nach Wunsch 
bei Gürtelchristen zu kaufen 2*^). 

Hatten sich die Pilger von ihren Strapazen ein wenig er- 
holt, so versammelten sie sich auf dem Zion mit Wachskerzen 
zum Antritt der Procession ^^^% Der Guardian hielt ihnen eine 
Rede, worin er die Heiligkeit der Stätten pries, welche man 
jetzt besuchen wollte 2*'), und nun begann die Procession zu 
allen Punkten, welche durch die Tradition in Beziehung zur 



— 20 — 

heiligen Geschichte gebracht worden sind, deren Aufzählung wir 
hier unterlassen dürfen. Doch konnten die Pilger nicht alle 
Stätten Jerusalems sehen. Das Haus S. Annas *^^) und des 
Pilatus ^'^^) wurden durch Renegaten» oder geldgierige Musel- 
männer nur gegen starke Trinkgelder, oder in Folge anderer 
Geschenke zugänglich. 

Die geweihteste Stelle Jerusalems war natürlich das hei- 
lige Grab ^^^), dessen Besuch jedoch nur zweimal im Jahre frei 
war^^^), von den abendländischen Christen aber seit dem Ende 
des fünfzehnten Jahrhunderts durch eine Abgabe von fünf bis 
neun Ducaten erkauft werden musste ***). Vor der ThOre sassen 
mehrere türkische Beamte, welche sie jedesmal entsiegeln 
mussten ^^^), die Goldstücke in Empfang nahmen, manchmal auch 
wogen ^'^*) und selbst noch ein Trinkgeld verlangten; wer nicht 
zahlen konnte, wurde abgewiesen •***), oder eingesperrt ^^% Ehe 
aber die Procession dort einzog, gab der Guardian den Pilgern 
von Neuem einige Anweisungen ^^ 7). Er befahl, 1) dass jeder 
Pilger sich mit Wachskerzen versehen, 2) stets im Zuge bleiben 
und B) eine Nacht mit Busse und Fasten Gott weihen solle, 
4) ferner dürfe er nicht mit den in der Kirche feilhaltenden 
Kauf leuten Zeit verlieren, 5) ebenso sollten sich die Priester wm 
das Messelesen nicht zanken, für die 6) im Ganzen vier Altäre 
bestimmt seien. 7. Jeder Pilger müsste Beichte und Abend- 
mahl feiern, 8) jeder Priester habe Erlaubniss, Beichte zu hören 
und zu absolviren, 9) aber keiner dürfe allein das Abendmahl 
austheilen. 10) Endlich sollten die Pilger nicht ihre Sachen iu 
der Kirche herumliegen lassen, 11) keine Almosen erbetteln, 
12) die heiligen Stätten nicht durch Abschlagen und Bemalen 
verunglimpfen, sondern 13) mit Ehrfurcht und Andacht be- 
trachten. Alle diese Anweisungen waren nothwendig, da der 
Aufenthalt in der Grabeskirche, wie die Pilgerschriften ausdrück- 
lich erwähnen, allmählich eine Reihe von Unsitten und Unge- 
bührlichkeiten im Gefolge hatte, und zwar besonders in der 
Charwoche, und wenn die Pilger sich in starken Scharen darin 
eingefunden hatten. An die Schritte der processionirenden Pilger 
hefteten sich Krämer und Kauf leute, drangen mit ihnen, freiUch 
gegen einen höheren Eintrittspreis, hinein und stellten kostbare 
Stoffe und Gewebe, Ketten, Ringe, Rosenkränze, Kreuze mit Re- 
liquien von heiligen Stätten, Bänder und Zeugstreifen von der 
Länge des heiligen Grabes, später sogar Grünzeug, Getreide 
und Esswaren zum Verkauf. So füllte sich der Tempel des 
Herrn, der einst die Tische der Wechsler und Krämer umge- 
stürzt und sie in heiligem Zorn hiuausgepeitscht hatte, mit dem 



— 21 — 

Tumult eines geschäftigen Jahrmarktes; während die einen 
feilschten und handelten, schliefen, oder hockten die andern 
zusammen, indem sie aus ihren Ranzen kräftig assen und trän- 
ken^^^), über Politik und Processe sicherzählten, oder prahlten 
und zankten. Das Gotteshaus ward eine. Stätte des Unflats und 
des Gestankes ^^^), zuweilen sogar zu einem Bordell herabge- 
würdigt, da nach einem alten Aberglauben in der Kirche er- 
zeugte Kinder Glückskinder seien ^^^). Nicht minder tadelns- 
werth war die Unsitte, von den heiligen Stätten in der Kirche 
Stücke abzuschlagen*^*); die Edelleute beschrieben die Wände, 
schlugen Nägel ein und hängten ihre Wappen daran, um ihrem 
Namen an heiUger Stelle eine gewisse Unsterbliclikeit zu sichern*^ ^), 
der freilich der Sultan im letzten Viertel des fünfzehnten Jahr- 
hunderts bald ein Ende bereitete ^ß 3). Die Priester selbst gingen 
allen diesen Unordnungen durch ihr Beispiel voran; denn sie 
schlugen und rauften sich um die Alba, und sobald einer die 
Messe gelesen hatte, stürzten fünf, oder sechs auf ihn ein unter 
gegenseitigen Schmähreden, da einer dem andern die Ehre, in 
der Grabeskirche eine Messe celebrirt zu haben, nicht gönnen 
mochte *ß*). 

Seit Mitte und Ende des sechszehnten Jahrhunderts kamen 
auch lutherische Christen nach Jerusalem und widersetzten sich 
der Forderung, das Abendmahl unter einerlei Gestalt zu em- 
pfangen ^ß^), doch gab der Guardian in Folge einer „Nothlüge*'^®*), 
oder einiger Ducaten*®^ ohne Weiteres gewöhnlich nach. 

Der feierlichste Akt in der heiligen Grabeskirche war der 
Schlag zum Ritter des heiligen Grabes, um dessenwillen 
aliein oft viele, namentlich Niederländer, die beschwerliche Fahrt 
nach Jerusalem unternahmen, und dessen Zeichen selbst Pro- 
testanten später, obwohl sie wussten und bekannten, jeder 
Christenmensch sei und müsse ein „miles Christi^ ^^^) sein, an- 
nahmen. Die Ceremonie ^^^) ward gewöhnlich in der Nacht voll- 
zogen ; der Guardian schlug einen aus der Zahl der Pilger zum 
Ritter, und dieser gab einem dritten, dieser wieder einem vierten 
und so fort durch den Schlag die neue Ritterwürde. 

Die Pilger besuchten natürlich auch die Jerusalem umlie- 
genden Ortschaften, am liebsten Bethlehem ^^o) und den Jordan, 
dessen Bad nach alter Pilgertradition ^'^), wie einst die Palme 
von Jericho, den Schluss der Wallfahrt bildete. Der Besuch 
des Jordans ward ihnen jedoch gewöhnlich ausgeredet, weil der 
Patron, der doch zu persönlicher Führung des Zuges verpflichtet 
war^ oft durch umherschwärmende Beduinen geschätzt wurde* ^2), 
wesshalb nicht wenige Pilger, ohne den Jordan gesehen zu haben. 



— 22 — 

▼on Jerusalem heimkehrten ^^^. Da der Fluss sehr rossend 
ist und in seinem Grunde viel Baumwurzeln und Gestrüpp hat, 
so war das Hinüberschwimmen an das andere Ufer streng 
untersagt 2 74), auch kam es vor,' dass Pilger, die za sehr er- 
hitzt, nüchtern, oder zu lange gebadet, krank wurden, oder starben. 
Datier wurden sie durch Tronmielschlag von den Begleitoogs- 
mannschaften daran gemahnt, zu rechter Zeit das Wasser zu 
verlassen, widrigenfalls sie durch Peitschenhiebe herausgetrieben 
wurden^''*). 

An das Wasser des Jordans knüpfte sich allerlei Aber- 
glaube. Es galt Edelleuten als unumgänglich nothwendig ftkr 
die Taufe ihrer Kinder ^'ß), es ward als unverderblich von den 
Pilgern geschöpft und aufbewahrt 2'') trotz des Verbotes der 
Päpste ^^^), welche dem Aberglauben damit entgegenwii^en 
wollten, imd trotz des Widerstrebens der SchiiTsleute, Jordan- 
wasser im Schliffe zu dulden 2'^). Wer darin gebadet, hatte 
vollkommenen Erlass der Sünden '^®^), und es war alte Pilger- 
sitte, in einem Hemde, das später als Sterbekleid dienen sollte, 
im Jordan zu baden ^^^). Man taufte sich gegenseitig im Jordan^®^), 
um einen anderen Namen führen zu können 2« 3), sowie auch Gl5ck- 
lein, die, soweit sie hörbar waren, Schutz vor bösen Geistern und 
Blitzgefahr gewähren sollten ^s*). • 

Gewöhnlich nach zehntägigem Aufenthalte ^^^) verliessen die 
Pilger die heilige Stadt 2^^), um entweder das nördliche Pa- 
lästina, Damascus und Aleppo zu besuchen, oder um nach dem 
Sinai, Cairo und Alexandria zu gehen; doch suchten sie allerlei 
Andenken, am liebsten Reliquien 2» 7)^ mit nach Hause zu nehmen. 
Man schnitt Dornen aus der Umgebung von Jerusalem ab^**^), 
schlug Stücke von heiligen Stätten los, kaufte Abdrücke von 
Christi Fussspur^^^), kleine Steine von Zion, aus dem Josaphat- 
thale, oder vom Oelberg^^o)^ vom Hakeldama und Damascener- 
erde^^^), Stücke aus der Geburtshöhle Maria für gebärende 
Frauen 2^2)^ Frauenmilch aus Bethlehem ^ ^ '% Marienerde ^ *-^ % 
Rosenkränze aus Bethlehem und Gethsemane ^^% Nägel aus den 
Kirchen Jerusalems ^^ 6), Splitter von der Hebroneiche ^^ 7), 
Streifen Leinwand von der Länge des heiligen Grabes ^^®), Rosen 
von Jericho ^^^), dann aber auch Juwelierarbeiten, baumwollene 
und seidene Zeuge, Hemden, Schuhe 3^"). Daheim ätzte man 
sich zum Andenken an die fromme Fahrt gewisse Zeichnungen 
in die Haut ein, z. B. das heilige Grab, den Namen Jesus 
Christus 3 ö^) und ahmte den Bau des heiligen Grabes sehr oft 
im Kleinen, oder in natürlicher Grösse nach ^^% ja man benannte 
einzelne Ortschaften mit palästinensischen Namen ^^^). 



— 28 — 

Wollten die PDger dagegen noch den Sinai und Aegypteu 
besuchen, um die Erinnerungen aus der heiligen Geschichte an 
den Stätten selbst in sich zu befestigen, so machten^ sie "mit 
dem officiellen Dolmetscher von Jerusalem einen ContractJ fol- 
genden Inhalts ^^^): 

1) Der Dolmetscher verspricht den Pilgern freies Geleit, 
2) bezahlt alle Tribute und Zölle bis Gaza, 3) stellt femer für 
jeden Pilger einen Esel mit einem christlichen Treiber, 4) be- 
sorgt, den Wein ausgenommen, alle Lebensmittel bis Gaza, 5) in 
Gaza für den weiteren Transport die Kamele 6) und einen Stell- 
vertreter für die Reise von da nach Cairo. 7) Jeder Pilger darf 
sich einen Wasserschlauch kaufen 8) und Wein ; alle zusammen 
9) haben Anspruch auf drei Zelte. 10) DafQr zahlen die Pilger, 
jeder einzeln, 28 Ducaten und zwar die eine Hälfte in Jerusalem, 
die andere in Gaza. 1 1) Dieser Contract wird durch den Gou- 
verneur und den Ober - Dragoman bestätigt; 12) bis zur wirk- 
lichen Abreise ist es aber jedem Einzelnen noch gestattet, in Jeru- 
salem frei umherzugehen. 

Nach diesen Vorbereitungen und Zurüstungen setzte sich 
der Zug in Bewegung, überall vom Gesindel belästigt, oft auch 
unterwegs geschätzt ^o^); über Bethlehem, Randah und Hebron 
kam man endUch nach Gaza, dessen Badestuben von den Pilgern 
mit Vergnügen besucht wurden ^^% von da in langsamem, be- 
schwerlichem Marsche 307) nach dem Sinai ^^ 8)^ ^q sie freund- 
lich aufgenommen wurden. Sie suchten und fanden auch hier 
Namen von deutschen Pilgern 3®^) und zogen gewöhnlich nach 
einem fünf- bis sechstägigen Aufenthalt, nachdem sie alle Stätten 
treulich besucht und eine Bescheinigung erhalten ^^o)^ über Ma- 
tharia ^ ^ % wo der ägyptische Dragoman sie erwartete und em- 
pfing, nach Cairo ^ ^% 

Die Pilger gewannen hier eine Fülle von neuen Eindrücken, 
und ihre Beschreibungen Aegyptens ^^3) sind daher äusserst 
breit und ausführlich. Sie erstaunten über die wunderbaren 
Thiergestalten wie Elephanten, Giraffen, Affen, Leoparden, Papa- 
geien, Strausse, Löwen ^^*), über die Brutöfen ^^^), den Pomp 
des Sultans und seines Hofes ^^% das Treiben der muslimischen 
Mönche und Heiligen^* 7). Der Dragoman 3^^), bei dem die 
Pilger in der Regel ihre Wohnung fanden, führte sie sogar in 
seinen Harem, Hess sie mit einem Janitschar in und ausser- 
halb der Stadt nach Belieben herumfahren ^^^), z. B. nach den 
Pyramiden 32^). Einige Pilger wurden sogar vom Sultan selbst 
empfangen und mit Besorgniss über die Politik der abendlän- 
dischen Mächte ausgefragt ^^^). Nicht selten trafen die Pilger 



— 24 — 

auch deutsche Renegaten, z. B. begegnete Harff einem gewissen 
Conrad aus Basel und einem Danziger, die ihm Pfisse ver- 
schafften und mit ihm heimlich Wein tranken ^^^, Graf Albrecht 
einem Mamluken Paul Reuter aus Feldkirch ^^% Felix Fabri 
einem Seeyogel aus Basel, dessen Eltern er genau kannte***), 
und einem Goldschmied aus Mecheln^^^), Kiechel dem Renegaten 
Michael Müller aus Strassburg ^^% Heberer einem schwäbischen 
Juden als Zolleinnehmer und einem Bfichsenmeister aus Bremen^^ ''), 
Renegaten aus Frankfurt und Augsbm'g ****). Sie bewiesen sich 
meist freundlich gegen ihre Landsleute und froheren Glaubens- 
genossen, doch fehlte es auch nicht an Versuchen, sie zu Ter- 
rathen und um ihre Freiheit zu bringen *^^). Ebenso waren die 
Pilger nicht wenig erfreut, hier Nürnberger Geld und Nürnberger 
Tand zu finden ^^o). 

Vom Dolmetscher und durch die Freundlichkeit der Con- 
suln mit Geleitsbriefen und Pässen versehen, aber von ersterem 
meist gründlich betrogen ^*^), segelten die Pilger den Nil ab- 
wärts über Rosette ^^^) nach Alexandria ^'^% dessen Reliquien'®*) 
ja eigentlich die Hauptanziehungskraft bildeten. Nach einem 
Eingangszoll 3'^) und erfolgter Passrevision wurden sie einge- 
lassen und fanden bei italienischen Consuln gewöhnlich Unter- 
kommen ^3®), in Gefahren an ihnen Unterstützung. Sie staunten 
über den mächtigen Nilstrom ^^^ mit seinen furchtbaren Kroko- 
dilen^'®), denen verwegene Taucher im Wasser trotzten '^^) ; 
ebenso wunderten sie sich über die ihnen bisher ganz unbe- 
kannte Taubenpost '*<^). Von Alexandria, an dessen commer- 
cielle Wichtigkeit Damiette kaum heranreichte'*^), segelten die 
Pilger heim, oder sie gingen, wenn sie von Venedig aus in 
Alexandrih gelandet waren, den von uns besprochenen Weg 
über Cairo und den Sinai nach Syrien. 

Das nördliche Syrien mit Damascus ''*2) war schon in frü- 
hester Zeit ein bekanntes Pilgerziel'*'); man wohnte meist dort 
bei den italienischen Consuln. Ausserdem besuchten die Pilger 
Antiochien '**), Aleppo'*^), den Libanon '^^), Tripolis'*') Bei- 
rut'*®), Accon'*^); einige gingen auf der grossen Route durch 
Klein- Asien ^^% oder in Begleitung diplomatischer Agenten zur 
See nach Constantinopel'^^), andere besuchten Athen '^2) und 
Troja, ja Emmanuel Oerttel und Harflf kamen nach Mekka '^'); 
letzterer will sogar an der Ostküste Afrikas und in Indien ge- 
wesen sein'^*). 

Auf der Heimkehr hatten die Pilger wieder neue Gefahren 
zu bestehen, doch fehlte es auch nicht an kleinen freudigen 
Ueberraschungen ; Herzog Alexander und Fassbeuder wurden zu 



— 45 — 

Pathen eingeladen und machten ein Kindtauffest im Morgenlande 
mit^^^). Nur wenige Pilger kehrten auf dem Landwege über 
CoHstantinopel durch Ungarn nach Hause zurück; die meisten 
wählten den gewöhnlichen Weg zu Schiffe nach Venedig ^^^, 
doch gingen auch einzelne schon in Apulien an's Land, um von 
da aus Loretto ^^'), oder Neapel^*®) zu erreichen. Einige be- 
suchten auch Rom ^^% fanden hier einen freundlichen Empfang 
und wurden durch Geschenke geehrt; viele liessen sich hier in 
die Bruderschaft de Anima^ oder S. Spiritus au&ehmen. Die 
meisten der Pilger haben ihre Heimath wieder erreicht; doch 
wird von nicht wenigen berichtet, dass sie auf der Fahrt star- 
ben^^^). Jedenfalls aber galt es immer als das härteste Los, 
in die Gefangenschaft der Türken zu gerathen, dem einzelne 
nur mit Mühe während ihrer Reise entgingen '^ % andere aber 
wirklich verfielen. Doch auch hier waltete über den meisten 
wieder ein gütiges Geschick, da sie in der Regel ihre Freiheit 
durch diplomatische Vermittelung^®*), oder barmherzige Freunde'* ä) 
wieder erhielten. 

Und wenn nun der Pilger, vielleicht oft totgesagt*®*), als 
gestorben betrauert, wieder in die Mitte der Seinen trat, wie 
mögen die Herzen übergeflossen sein von Thränen der Freude 
und des Dankes, wie mag man den viel Geprüften geehrt'®^) 
und angestaunt haben! Wohl jeder wird dem Danke gegen 
Gott, dessen Vaterhand ihn so wunderbar und glücklich geführt, 
nach Kräften Ausdruck zu geben sich bemüht haben, der ärmere 
an geweihter Stelle im Gebet, der reichere durch Schenkungen, 
oder Stiftungen von Kirchen, Kapellen, oder Klöstern'®*). Einige 
befestigten auch das Andenken an ihre Fahrt durch mehr, oder 
weniger ausführliche Reiseschilderungen, und aus dieser Quelle 
schöpfen wir die beste Kenntniss von dem, was unsere Väter 
auf der Wanderung nach dem fernen Osten für Herz und 
Verstand eingetragen haben. Ihre Berichte sind im vierzehnten 
Jahrhundert noch ziemlich dürftig, beginnen manchmal erst mit 
der Landung in Jaffa, bieten vielfach nur trockene Itinerare, da- 
gegen aber ausführlich die in den „Pilgerfahrem**^^^) enthaltenen 
Angaben über die heiligen Stätten und die damit verbundenen 
Ablässe. Genauere Mittheilungen über die Einrichtung und den 
ganzen Verlauf der Reise erhalten wir erst seit dem Beginn 
des fünfzehnten Jahrhunderts, aber manche Pilger machen es 
sich wieder dadurch leicht, dass sie ältere Reisewerke, die seit- 
dem reichhaltiger gewordenen „Pilgerführer", oder das Tage- 
buch eines Begleiters wörtlich ausschreiben ^®^). Dagegen fehlt 
es natürlich auch nicht an parallelen Berichten, die den Stand- 



— 26 — 

puDkt und den Bildungsgrad des Verfassers wiederspiegeln und 
durchaus selbstständig sind, ja wir kennen sogar ein BeispieP^^), 
dass zwei Pilger, die mit einander reisten, sogar drei Jahre 
lang dieselben unglücklichen Schicksale ertrugen, in ihren Be- 
richten einander nicht einmal nennen. 

Aber nicht nur aus allen jenen klaren, stummen und re- 
denden geschichtlichen Zeugnissen erfahren wir von jenen wunder- 
baren Fahrten, auch in der Sage klingt die Kunde davon fort; 
nur verschwimmt die Zeit der grossen bewaffneten Heereszüge 
oft mit der unserer bescheidenen Pilgerreisen ^^^). Als Veran- 
lassung zu einer Jerusalemfahrt wird wie in der wirklichen Ge- 
schichte bald der Dank für eine wunderbare Rettung ^''^), bald 
die Sehnsucht, am heiligen Grabe Gott um die ErfQllung eines 
Herzenswunsches zu bitten ^'2), angegeben, doch spielt die Haupt- 
rolle dabei meist die Liebe ^^3). Hingegen ist die Erzählung, 
die an die grosse Pilgerfahrt des Jahres 1483 und an die Per- 
son des mitreisenden Bartscheerers Artus von Bebenhausen ^'*) 
sowie Rainingers von Buchhorn^^^) anknüpft, nichts weiter als 
ein moderner Roman. 

Von historischen Pilgerreisen werden uns nur wenig sagen- 
hafte Züge und Ausschmückungen gemeldet ^^^); die meisten 
schliessen sich an die Geschichte einzelner Stiftungen an^'^). 
Das fünfzehnte Jahrhundert verliert die Lust und das Ver- 
gnügen an sagenhaften Stoffen, in denen der Orient mit seinen 
Wundern schillert, und im sechszehnten beginnt in Folge der 
grossen transmarinen Entdeckungen, der Reformation und der 
daran sich knüpfenden und sie begleitenden Kriege der religiöse 
Wallfahrtsdrang überhaupt zu erlahmen, hingegen das Interesse 
für die Förderung wissenschaftlicher, besonders naturwissenschaft- 
licher, geographischer und archäologischer Kenntnisse immer mehr 
in den Vordergrund zu treten. Dies nimmt allmählich immer mehr 
zu und hat im neunzehnten Jahrhundert eine so ausserordent- 
liche Energie entwickelt, dass die ursprünglich schon umfang- 
reiche Palästina-Literatur schUesslich von Niemandem mehr über- 
sehen werden kann, während zu gleicher Zeit trotz aller confes- 
sionellen Unterschiede in der Christenheit auch ein frommer Eifer 
neu erwacht ist, der mehr hohe und allerhöchste Herren wie 
gewöhnliche Christenleute nach Palästina getrieben hat und noch 
treibt, als jemals. 



Anmerkungen. 



*) In Cypern trauerten die Frauen über den Untergang Accona und 
seiner Bewohner noch bis gegen Ende des yierzehnten Jahrhunderts 
(Ludolf V. Sudheim 46; Jacobus de Verona ed. Röhricht in Revue de 
I' Orient latin III, 178 u. N. de Marthono ebenda III, 631 ; vgl. auch 
RG. 1027). 

2) Röhricht, Beiträge zur Gesch. d. Kreuzzüge II, 79, 286, Note 48, 
in Zeitschrift für Kirchengesch. VI, 291, in Archives de T Grient lat. II B, 
260 und RG. 1027—1028. Der Verfasser der von A. Tobler (Leipzig 
1871) herausgegebenen Parabel vom ächten Ringe, erklärt das Cnristen- 
volk als Besitzer des ächten Ringes, aus dem zur Zeit der Edelstein 
(Accon) ausgebrochen sei, der jedoch durch die Hülfe dreier christlichen 
Fürsten, des Königs von Frankreich, der Grafen von Flandern und (Ro- 
berts von) Artois zurückgewonnen werden könne; die Schuld an dem 
Unglück trügen die geistlichen und weltlichen Grossen. Die ver- 
zweifelte Stimmung über die Ohnmacht der Christen spiegelt auch der 
fingirte Brief des Sultans an Clemens V wieder (Archives II B, 299 f.). 
Noch stärker kommt die moralische Depression, unter der die Christen 
gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts litten, zum Ausdruck in der 
Parabel von den drei Ringen, wie sie Boccaccio erzählt in seinem De- 
camerone (aus der damals entstandenen Sammlung der Cento novelle 
antiche), die dann Lessing für seinen »Nathan* benutzte (Röhricht in 
Zeitschr. für deutsche Philol. XXIII, 421). J. v. Döllinger, Die orientalische 
Frage in ihren Anföngen (Akadem. Vorträge 1888 I), 206 schreibt: »Es 
war eine vollständige Niederlage des Christenthums, womit die Kreuz- 
züge endigten. Die europäischen lürsten und Völker, Klerus und Laien 
alle waren besiegt von ihrem alten Todfeind, dem Islam. Man hat be- 
merkt, dass bei den Franken in Syrien nur Einmal ein Gottesgerichts- 
kampf stattgefunden habe. Aber die ganze zweihundertjährige Kette 
der Kreuzzüge war für den einen, wie för den andern Theü ein einziges 
grosses Gottesgericht gewesen. Die Christen waren die Herausforderer, 
die Angreifer, und sie unterlagen. Mehr noch: sie legten zugleich den 
Grund zu künftigen, neuen Verlusten und bahnten einem schlimmeren 
Feinde die Wege bis in's Herz Europas*. 

8) RG. 1027—1029. Vorwurfsvolle Klagen gegen Gott, dass er sein 
Volk unterliegen lasse, kommen auch schon während des ersten Kreuz- 



— 28 — 

Zuges vor (Geeta Francorum ed. Hagenmejer 194—194, 281, 369). Vgl. 
auch Petrarca im Itinerarium Sjriacum (Lumbroso, Memoire italiane, 
Torino 1889, 43); »nunc eversa et in cinerem versa jacet Accon summom 
et inexpiabile dedecus ac turpissima cicatrix christlanomm regam, 
nisi aliquante turpior e^set ipsa Jerusalem. < 

*) RG. 1027; vgl. 997—998. Stimmen gegen die von den P&psten 
80 oft vorgenommenen Commutationen des Jernsalemgelübdes, wodurch, 
dem heiligen Lande die nöthige Hülfe der abendländischen Christenheit 
entzogen wurde, hat Lippert, Des Ritterordens von Santiago Ihätigkeit 
für das heil. Land in Mittheil. d. Osterr. Instit. für Geschichtsforschung 
1889, 578— 579 zusammengestellt. 

ß) RG. 1029—1031 (wo reiche Nachweise zu finden sind); De Mas 
Latrie, Hist. de Chypre II, 118-132, 217—219; 111, 725 f. Eine bisher 
unbeachtet gebliebene Prophezeiung auf den deutschen Kaiser, der das 
heilige Land zurückgewinnen solle, enthält das vom Grafen v. Stillfried- 
Alcantara herausgegebene Grüne mbergschen berühmte Wappenbuch 
(Platte 2i>), dass dieser nämlich die Farben des Adlers und Reichsschildes 
mit einander vertauschen werde. 

«) Vgl. Paul Herzsohn, Der üeberfaU Alezandriens durch Peter I, 
König von Jerusalem und Cypem, Bonn 1886 (worin die ganze Litteratur, 
zu der nur noch nachzutragen ist: Capitanovici, Die Eroberung Alezan- 
driens durch Peter I v. Lusignan, Berlin 1894, 50 pp. 8»). üeber die 
Siege bei Srayrna vgl. Revue de V Orient lat. HI, 27—31. 

7) Erzdiacon Thedald, der auf den päpstlichen Thron berufen wor- 
den war (Gregor X), hielt in Accon seine letzte Predigt über die Worte: 
»Vergesse icn Dein, Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen« 
(Psalm 137, 5); vgl. RG. 961—962, Note 3. 

^) Die älteste Osterfeier (0. Lange, Die lateinischen Osterfeiern, 
München 1887), seit dem zehnten Jahrhundert bereits nachweisbar, war 
nur liturgisch und hatte nur Eine Scene (die Engel und die Frauen am 
Grabe), erweiterte sich aber (das dreizehnte bis fünfzehnte Jahrhundert 
umfassen die Blüthezei^ zu zwei Scenen (Grab- und Apostel-Scene, d. h. 
Wettlauf der Jünger Petrus und Johannes nach dem Grabe), und das 
Volk selbst nahm Theil daran, indem es vor dem »Te deum« den Oster- 
gesang: »Crist ist erstanden!* anstimmte, während anderweitig die Grab- 
und Erscheinungsscene mit und ohne Apostelscene uns begegnet, woraus 
dann sich die Passions- und Frohnleichnams- Spiele entwickeln. Daneben 
gab es auch Weihnachtsfeiern, die den Sinn des Festes dramatisch dar- 
stellten. Dass diese Darstellungen sowie auch die Kreuzfahrern, Pilgern 
und Rittern des heiligen Grabes erwiesenen Ehren mächtige Impulse zur 
Wallfahrt für die Zeugen und ganze Gemeinden gewesen sein werden, 
ist nicht zu bezweifeln (Stückelberg 108 f.); heimgekehrte Pilger waren 
schon seit dem dreizehnten Jahrhundei-t auch in Schlössern gern gesehen, 
wo sie wie sogar in den Kirchen den Anwesenden über ihre Reise Ge- 
naueres erzählen mussten (Alwin Schultz, Das höfische Leben I, 435). 

0) Das Lob der heiligen Stätten wird in ausserordentlich viel Schriften 
des Mittelalters gepriesen (vgl. Röhricht, Die Pilgerfahrten vor den Kreuz- 
zügen in V. Raumer, Histor. Taschenbuch 1875, 326 fi., für die spätere 
Zeit vgl. Felix Fabri, Evagator. I, 20—24; Quaresmius (ed. l),.I, 754—889; 
Zuallart im Rejssbuch II, 243 f. ; Robinson, Palästina H, 207 £P.). Die 
katholische Auffassung des Wallfahrtswesen speciell der Jerusalemreisen 
findet ihren dassischen Ausdruck in Acta concil. Tridentini, sessio XXV ; 
Bellarmin, De cnltu Sanctorum II, c. 8. u. 9 ; Gretser, De sacris et re- 



— 29 — 

« 

ligiosis peregrinationibus, logolsi 1606 (vgl. aucli EatholischeB Leben im 
Mittelalter, Auszug aus Henry Digbys Mores catholici, deutsch von 
Andreas Kobler, Innsbruck 1887, 1, 633—675). Luther (Werke ed. van 
Senden I, 630) dagegen schrieb: »Denn nach dem Grab, da der Herr in 
gelegen hat, weldbes die Saracenen inne haben, fragt Gott gleich viel, 
als nach den Eüen in der Schweitz* und »itzt könnten wir rechte, christ- 
liche Wallfahrten thun, die Gott gefielen, im Glauben, nämlich wenn wir 
die Propheten, Psalmen, Evangelisten u. s. w. mit Fleiss läsen, da wür- 
den wir nicht durch der Heiligen Städte, sondern durch unsere Gedanken 
und Herz zu Gott spazieren, das ist das rechte gelobte Land und Paradies 
des ewi^n Lebens Jerusalem« (£rlanger Ausgabe LXI, 161]. Erasmus 
vertheidigte (in seinen Peregrinationum CoUoquia No. 1) die Pilger, Milton 
tadelte sie: »dass sie so weit herumziehen, denjenigen, der im Himmel 
lebt, auf Grolgatha todt zu suchen*; in ähnlichem Sinne ablehnend 
sprechen sich die alten deutschen Mystiker (wie z. B. Bertholdt v. Begens- 
burg ed. Pfeifer I, 460), Rückei-t (.Bethlehem u. Golgatha«), Hegel (Röh- 
richt, Beiträge 1, 19) und Schiller (»Ueber Völkerwanderung«) gegen die 
Wallfahrten aus, auch das deutsche Sprichwort (Wander, Deutsches 
Sprichwörterlexikon: »Eine Pilgerfahrt macht nicht heilig. Als Pilgerin 
fortgehen und als Hure wiederkommen«. »Der pilgert in den Himmel, 
wie eine Sau in^s Mausloch«, sag^e der Narr, als er den Propst auf der 
Pilgerfahrt sah. »Wallfahrt bringt keyn Wolfahrt. Wallfahrten ge- 
schehen mehr aus Wollust, denn aus Andacht. Wallfahrten geh'n zu 
stummen ausländischen Bildern gibt daheim ßrodheischen der lebendigen 
Bilder (der Kinder). Wer oft wallfahrten thut, wird selten gut«, was 
schon Thomas a Eempis, De imitatione I, 23 . »Qui multum peregrinantur, 
raro sanctificantur«, nur mit anderen Worten die Annales Stadens. in 
Mon. Germ. SS. XVI, 333 sagen: »Devotione (peregrini) nee exeunt, 
nee redeunt, et vis aliquos vidi, immo uunquam, qui redirent meliores«. 
Sonst vgl. KG. 2—3, Note 4: Zöckler, Kritische Geschichte der Askese, 
1863, 278—284 und Alwin Schultz I, 526, wo über das würdelose Auftreten 
der Pilger im dreizehnten Jahrhundert Klagen zusammengestellt sind. 
Nach Volney II, J82 soll der Araber ein Sprichwort haben: »Hüte Dich 
vor jedem Jerusalemfahrer ! « Eine Erörterung der Gründe für und gegen 
eine Jeiusalemfahrt (Anfang des vierzehnten Jahrhunderts) siehe im Ge- 
spräche des Grafen Heinrich von Lascy mit Walter Biblesworth (Wright, 
Reliquiae antiquae I, ] 34— 136, auch in Paul Meyer, Recueil d'anciens 
textes bas latins. Paris 1877, 360—366). üeber die Pilgerfahrten im All- 
gemeinen vgl. Röhricht in v. Raumers Hist. Taschenbuch 1875, 323—396, 
Tobler, Denkblätter aus Jerusalem 469—578, Ludwig, Untersuchungen 
über die Reise- und Marschgeschwindigkeit im zwölften und dreizehnten 
Jahrhundert, Berlin 1897 (dort S. 120—130 über Itinerare, S. 130—167 
die Routen der Kreuzfahrer, S. 168 — 179 die Pilgerfahrten im Allgemeinen, 
S. 187—190 die Alpenpässe, S. 190—193 die Schnelligkeit der Boten und 
Nachrichten) ; Liebe, Die Wallfahrten im Mittelalter und ihr Einfluss auf 
die Cultur in Neue Jahrbücher fQr d. klassische Alterthum 1898, I, 
149 — 160. üeber englische Pilgerreisen vgl. Hill, Pilgerinages to 
English Shrines in the middle age (New house Magaz. July 1890), über 
deutsche und zwar Nürnberger vgl. Kamann, Die Pilgerfahrten Nürn- 
berger Bürger nach Jerusalem in Mittheil, des Vereins für Gesch. d. 
Stadt Nürnberg II, 1880, über öchlesische vgl. Wutke in Schles. Zeitung 
9. u. 10. Dec. 1898, Nr. 864 und 865 (mir durch Güte des Herrn Ver- 
fassers zugänglich gemacht und im PV. mit W. beaeichnet), über die 
der Schweizer vgl. Ziegler, Schweiz. Jerusalemfohrten, Bern 1870 u. Schwei- 



- 80 — 

zerische Jerasalempilgerfabrten im Jahrbuch fGLr d. 8chwei2. Jugend 1879, 
89—128; Gabriel Meier, Peter Villinger und im Anhange: Schwjzer 
Jeruaalemfahrten in Mittheil. d. histor. Vereins d. Kanton Schwyz IX; 
Stückelberg, Die Verehrung des heil. Grabes im Schweiz. Archiv fttr Volks- 
kunde 1897, I, 104—114; M. de Diesbach Les p^lerins Fribourgeois in 
Archives de l'histoire de Fribourg V, 189—283. Sonst siehe auch 
Hantzsch, Die deutschen Geographen der Renaissance in der geograph. 
Zeitschr. von Hettner 1897, 111, 507—514, 557—566, 618—624, wo be- 
sonders über die Bedeutung der Pilgerfahrten far die Erweiterung des 
geographischen Wissens gehandelt wird. 

*o) Die Christen suchten in begreiflicher Pietät alle Stätten, die in 
der Geächichte des alten und neuen Bundes, hauptsächlich aber in der 
des Heilandes, der Jungfrau Maria und der Apostel erwähnt werden, auf 
Grund sicherer, oder weniger zuverlässlichen Zeugnisse der canonischen 
und apocryphischen Schriften, zum Theil auf Grund sehr gewagter Gom- 
binationen festzulegen, und haben ohne Zweifel vielfach das Richtige 
getroffen. Eusebius-Hieronymus gab das erste Lezicon alt- und neutestiä- 
menÜicher Ortsnamen heraus. Die einzelnen Angaben wurden allmählich 
sachlich geordnet und dieser Grundstock der wichtigsten Ortslagen mit 
den daran haftenden Erinnerungen im Zeitalter der Ereuzzüge zu einer 
Art Compendium (1128—1151) verarbeitet, dem wir in den seitdem fol- 
genden Beschreibungen des heiligen Landes immer wieder begegnen (RB. 
Nr. 78 und 83). Sein Inhalt erfuhr in Folge der Veränderung der Be- 
sitzverhältnisse und durch Neubauten, auch in Folge gelehrter und au- 
toptischer Studien mannigfache Correctur und Ergänzung, ja Burchardus 
de Monte Sion, der aus dem Compendium, Jacobus de Vitriaco, Petras 
Oomestor und dem Innominatus V hauptsächlich schöpfte, aber das Land 
selbst durch seine Reisen gründlich kennen lernte, wagte zum ersten 
Male an einzelnen Punkten der Tradition zu widersprechen (RB. Nr. 143) ; 
er wurde für die Folgezeit die Hauptquelle, der seit dem vierzehnten 
Jahrhundert die Palästinographen meist folgten und auf dessen Angaben 
hin auch kartographische Versuche gemacht vrurden (vgl. Röhricht in 
ZDPV. XXI, 93 ff.). 

*') Das jüngste Gericht sollte nach Joel 4, 2, 12 im Thale Josaphat 
erfolgen (Lorenz Egen im »Ausland« 1865, 918 schreibt: ,Im Thal Jo- 
saphat, in demselben Thal wird das jüngste Gericht, da han ich (1385) 
allen meinen Freunden und mir ein Stat verfangen*; vgl. Walter Gug- 
linger ed. Sollweck 139; Tobler, Jerusalem 11, 26 S.). Schon im Jahre 
106-5 hofften Tausende von Pilger dort den jüngsten Tag zu erleben 
(Röhricht, Pilgerfahrten 345 ff.), und auch Juden pilgerten dahin, um 
dort ihr Grab zu finden (Tobler, Denkblätter 486, 488; vgl. Genes. 47, 
29—30; Exod. 13, 19). 

*2) Als solcher galt im Falle der Todesgefahr eine Reise nach Rhodus, 
wie aus dem päpstlichen Privileg vom 5. August 1323 für den Ritter 
Heinrich von Schweinichen und Konrad von Gzion hervorgeht (IV.), auch 
eine Wallfahrt nach Cypern (Revue nobil. 1870, 54 — 5f>), die Geissler- 
züge (Annal. Forojul. in Mon. Germ. SS. XIX, 205), die Passionsspiele 
und Feste der unten zu nennenden Jerusalembruderschaften, endlich 
die sogenannten »Geistlichen Pilgerfahrten*. Die Leser, oder Zu- 
hörer werden nämlich durch mystisch-allegorische Auslegung an die 
Hauptstätten des heiligen Landes im Geiste geführt, um die daran sich 
knüpfenden Heilsthatsachen besser zu verstehen. Das früheste Beispiel 
ist wohl der Liber ad milites Tempil des heil. Bernhard (RB. Nr. 165) 
und eines Anonymus Liber de poenitentia et tentationibus religiosorum 



— 31 — 

bei Pez, Bibl. ascetica II, 56 — 63, wo es S. 63 heisst: »Non ergo in 
istam Jemsalem habes abire, qoia tu ipse tibi es Jerusalem. Hoc tan- 
tarn satage, ut post laborem huyus belli pervenias ad illam celestem Je- 
rusalem, quae vera visio pacis est ! * Vgl. Rß. sub voce t Geistliche Pilger- 
fahrten und ZDPV. XVI, 277, wo noch auf Geilers von Kayserberg »Der 
Pilger« (1494^ hingewiesen wird. Hingegen geht die unten zu nennende 
, Geistliche Pilgermhrt« des Felix Fabri weit über den Rahmen der 
blossen mystisch - allegorischen Betrachtung hinaus. In Frankreich gab 
man dem Volke als Ersatz die sogenannten «chemins de Jerusalem*, d. h. 
labyrinthartige Gänge, deren Durchwanderung einer Jersalemfahrt gleich 
gerechnet wurde (Otte, Handbuch der kirchl. Kunstarchäol. 1885, I, 
94 — 95), wozu sich eine Parallele zu finden scheint, in dem vom deutschen 
Ritterorden angelegten Irrgarten von Riesenburg (55 Fuss lang und 
60 Fuss breit), der den Namen Jerusalem führte (Grässe, Sagenbuch d. 
preuss. Staates II, 705). Endlich seien die weiter unten zu nennenden 
in Deutschland sehr zahlreichen an Jerusalem, das heilige Grab und die 
Via dolorosa erinnernden Anlagen und die dorthin gerichteten Proces- 
sionen als eine Art Ersatz für die Jerusalemfahrt erwähnt. Noch aus 
der Zeit der Ereuzzüge (c. 1155) sei das sogenannte Kreuz von Scheyern 
erwähnt, welches durch Reliquien aus dem heiligen Lande geschmückt 
allen, die dorthin nicht ziehen konnten, als eine Art Entschädigung zur 
Verehrung ausgestellt wurde (RH. Nr. 317). 

") Zur Geschichte der Rompilger vgl. Frenoy, Condition des p^lerins 
ä Rome en droit Romain, Paris 1879; einen Rompass siehe bei Baluze, 
II, 431, Nr. 49; Lübecker ÜB. III, Nr. 19 u. 20, ein Itinerarium pro 
Romipetis ist im Serapeum 1846, 304 na<3hgewiesen (über ein Romfahrt- 
büchlein mit Ablässen siehe Falk in der 2. Vereinsschrifb der Görres- 
Gesellschaft 1875, 57 — 58 und 107) ; die Route nach Rom ist in vielen 
Pilgerschrifteh genau angegeben z. B. bei Wey, Itin. XX— XXIII, 1 — 3, 
74 — 83, sonst vgl. Jusserand, La vie nomade et les routes d' Angleterre, 
Paris 1884, wo Ö. 206—249 über Les pelerinages et les p^lerins, S. 226 
(auch 256—297) über Santiago gehandelt wird, und The stacions of Rome 
and the pilgrims sea voyage, London 1867. Am ausführlichsten handelt 
über die Routen nach Rom Friedrich Ludwig, Untersuchungen über die 
Reise- und Marschgeschwindigkeit im XII und XIII Jahrhundert, Berlin 
1897 (auch für die Geschichte der Alpenpässe wichtig^. An die Rom- 
fahrten der Deutschen erinnern viele Personennamen wie Römer, v. Rehmer, 
Pilger, Pilgram, wie an ihre Jerusalemfahrten: v. Pilgram, Jordan, Palm, 
Palmer u, s. w. (Pott, Personennamen 273 — 274). 

**) Es gab m Frankreich — in Frankfurt am Main und Freiburg 
i. d. Schweiz war ein >Compostell*, wo die Santiagopilger sich sam- 
melten — eine Confrörie des pMerins de St. Jacques (Öoci^t6 de Thistorie 
de Paris I, 186 ff. ; II, 340 f^. ; de Saint Victor, Tableau de Paris H, 490 ; 
vgl. Kobler 658; Jacobs in der Zeitschr. d. Harz- Vereins 1880, XIII, 
320 ff.) ; einen Reisepass nach Santiago (1503) siehe in Oberrhein. Zeitschr. 
XVI. 490; die Route dahin siehe in Wey, Itinerar. 153—161 (vgl. auch 
unser Register s. v.) ausführlich beschrieben, ebenso in; De overen inde 
meddelen Straten van Brunswygk tho Sünte Jacob in Galicien, Bruns- 
wygk 1518, 8°. Am ffründlichsten haben neuerdings über die Santiago- 
fahrt gehandelt: Th. Hampe, Deutsche Pilgerfahrten nach Santiago de 
Compostella und das Reisetagebuch des Sebald Oertel (1521 — 1522) in: 
Mittheil. d. german, Nationalmuseums in Nürnberg 1896, 61—82 und 
Häbler, Das Wallfahrtsbüchlein des Hermannus Künig von Vach und die 
Pilgerreisen der Deutschen nach Santiago de Compostella, Strassburg 



1 



— 3« — 

1899 (wonach der oben genannte »Bftdeker ftkr Santiagofiftbrer* nur eine 
Uebersetzong des im Anbang dort herausgegebenen Bflchlein oder Tnc- 
tates »Die strass vnd meilen zu sant Jacob vis vnd yn* ist; vgl. 8. 40, 

56 ff.)' 

'») Von dem Jemsalemgelflbde konnte ein BeichtTater nicht ent- 
binden (Mecklenb. ÜB. VII, Nr. 4850). Im Jahre 1356 gestattete Inno* 
cenz YI dem Bui^grafen Burchard von Magdeburg mit zehn Begleitern 
nach Jerusalem zu ziehen (npsti. Urkunden u. Reg. in Greschiobtsquellen 
d. Provinz Sachsen II, Nr. 132), aber Urban V verwandelte 1365 sein 
Gelübde in ein anderes (Nr. 682). Am 26. Juni 1449 befahl Nicokos Y 
dem Abte des Klosters Wimmelburg, dass der Gi*af Günther von Mans- 
feld die ihm erlassene Jerusalemfahrt durch kirchliche Stiftungen er- 
setzen solle (Krnhne, Uß. der Klöster der Grafschaft Mansfeld Nr. 88). 

A^ Fabri I, 3 ff. ; Brocard-Miciot in Le Chevalier au cygne ^d. Baron 
de Keiffenberg (RB. Nr. 198) I, 241 lt. ; PV. 1618. 

17) Burchardus de Monte Sion, Vorrede; Walter v. Guglingen ed. 
Soll weck 152. Leopold von Ranke hatte kurz nach seiner Verheirathang 
die Absicht, um das topographische Colorit und die innere Stimmung 
fElr eine Geschichte des Leben Jesu zu gewinnen, eine Reise nach dem 
heili^n Lande zu unternehmen (Gartenlaube 1895, Nr. 51), und der 
Prediger des ausgehenden Mittelalters suchte, da die Autopsie fehlte, das 
VerstSndniss der Schrift durch genaueres Studium der seographischen 
Literatur zu ersetzen. So sagt der Prologus Arminensis (RB. Nr. 386 i. c. 
1475) am Schlu^s des »Tractatnlus totius historiae elucidativus*, worin er 
' die (^eogpraphie des heiligen Landes durch ein Register von Ortsnamen und 
durch ihre Dislocation nach den von Burchardus gegebenen Distanzen 
auf einer Karte ohne jedes sonstige Detail (ganz so wie das Rudimentum 
nouicLorum bei RB. Nr. 143 B 1; vgl. Röhricht, Marino Sanudo sen. als 
Kartograph in ZDPV. XXI, 105 — 109 zu illustriren sucht): »Et sie 
flnit tractatulus totius sacre historie elucidativus, quantum ad templi 
Salemonis omnem circumstancium et totius civitatis Jerusalem disposi- 
cionem .... et quod preciosius est, totius terre sancte sitnacionem lo- 
corumque distanciam et elongacionem non tarnen ad unius passagii 
modicam enarracionem, velut nostri consueverunt obnubila tetridine enar- 
rare peregrini, qui vix ad XX milliaria terram istam ascendendo pera- 
grant, sed ad totius ten*e sancte loca famosiora et omnem drcuitam 
quibus bene masticatis statim scietur aliquo loco textus audito qu. di- 
recie in plagis terre habeatnr, ut quisque predicator non sicut oculo 
nocticoracis obtuso judicet istis de locis, sed velut aquilinaris fiat eor- 
undem verissimus enarrator pro quo ipse summus laudetur cetriger nunc 
et in evum<. Luther schreibt 1530, als er dem Jerusalempilger Hans 
von Stemberg seine Auslegung des 117 Psalmes übersandte: »Ich wünsche 
aber, dass solch und dergleichen Büchlein Euch wohl gefaUen und dass 
Euer Herz ein besser, seliger Wallfahrt darin finden möge, denn die- 
jenijje, so Ihr zu Jerusalem etwa gethan habt, nicht dass ich solch 
Wauen verachte; denn ich möchte selbs solche Reise gern thun und nu 
ich nicht mehr kann, höre und lese ich doch gern davon, wie ich Euch 
auch neulich mit Lust so gern und fleissig zugehOret« (Buchwald 49 — 50). 
Endlich sei lioch an das schöne Bekenntniss Toblers (Denkblätter 578) 
erinnert: »Sogar der beste denkgläubige Christ kann die Bibel, zum 
wenigsten ihren Einschlag örtlicher Beziehungen, weder mit der Klarheit 
und Lebendigkeit der Vorstellungen, noch mit der Fülle und Tiefe der 
Gefühle erlassen, wie der Pilgrim, dessen Gedächtniss durch die Ans- 
schau über die Wirklichkeit gebietet. Reiseerinnerungen aus dem hei- 



t 

n 
im 



— 33 — 

ligen Lande sind ein köstlicher Schatz, den kein Gold und kein Silber 
aufwiegt!« In seinem leider nur in 40 metallographischen Abzügen an 
hervorragende Würdenträger und Verwandte verschenkten Tagebuche 
bezeugt der edle Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preussen (Jerusalem 
4. — 9. Nov. 1869); »Diesen ersten Abend in Jerusalem, wo ich vom 
Oelberge aus den Sonnenuntergang betrachtete, in dem gleichzeitig 
jene grossartige Stille in der Natur eintrat, die schon an jedem andern 
Orte so viel feierliches hat, werde ich mein Leben nicht vergessen. 
Hier konnte das Gemüth sich von der Erde abwenden und den Ge- 
danken ungestört nachhängen, die jedes Christen Innerstes bewegen, wenn 
er auf das grosse Erlösungswerk zurückblickt, das an dieser Stätte seinen 
erhabensten Ausgangspunkt feierte. Das Nachlesen der Lieblingsstellen 
an solchem Orte ist ein Gottesdienst für sich.« — »Wenn ich von dieser 
erhabensten Stätte der ganzen Welt aus versuchen wollte, es auszu- 
drücken, wie bewegt mein Herz bei dem Gedanken war, in Jerusalem 
zu sein, würde ich zu viel unternehmen. Man muss selbst hier gewesen 
sein, selbst zunächst die grosse Enttäuschung durchgemacht haben, die 
der erste Anblick und der Eintritt in die Stadt hervorrufen und selbäi 
endlich den tiefen, inneren Frieden gewonnen haben, nachdem ruhige 
Anschauung und Betrachtung die Oberhand erlangten, um das zu be- 
ul greifen. Was mich für mein ganzes ferneres Leben glücklich macht, 
ist, dass ich die Stätten betreten habe, in denen Jesus Christus weilte, 
die Stätte, welche Sein Fuss betreten, dass ich die Berge und Gewässer 
geschaut, auf denen Sein Auge täglich geruht!« In Bezug auf den Be- 
such des heil. Grabes schreibt er weiter: :^ Fassung allein gewann ich 
auf diesem Gange in dem Gedanken an Frau und Kinder, Eltern und 
alil Vaterland, deren ich in still inbrünstigem Gebete gedachte. Für mich 
gl schien der ganze jerusalemitische Boden als ein so geweihter, dass es 
j| mir gleichgültig bleibt, wie viel, oder wie wenig historische Wahrschein- 
jj lichkeit für die Echtheit der zu dieser Kirche gehörigen Punkte sprechen 
[j.! möge.« Und als sein erhabener Sohn Kaiser Wilhelm II. Jerusalem be- 
J- suchte, legte er in der neugebauten Erlöserkirche (31. October 1898), 
Jf. in tiefster Seele ergriffen, ein Bekenntniss und Gelöbniss von herzbewe- 
gender Innigkeit und Kraft ab, er sprach: »Gott hat in Gnaden uns 
verliehen, dass wir in dieser, allen Christen heiligen Stadt an einer durch 
ritterliche Liebesarbeit geweihten Stätte das dem Erlöser der Welt zu 
Ehren errichtete Gotteshaus haben weihen können. Was Meine in Gott 
ruhenden Vorfahren seit mehr als einem halben Jahrhundert ersehnt 
und als Förderer und Beschützer der hier im evangelischen Sinne ge- 
gründeten Liebeswerke erstrebt haben, das hat durch die Erbauung und 
Einweihung der Erlöserkirche Erfüllung gefunden. Mit der werbenden 
Kraft dienender Liebe soUen hier die Herzen zu dem geführt werden, 
in dem allein das geängstigte Menschenherz HeilJ Ruhe, Frieden findet 
für Zeit und Ewigkeit. Mit fürbittender Theünahme begleitet die evan- 
gelische Christenheit weit über Deutschlands Grenzen hinaus unsere 
Feier. Die Abgesandten der evangelischen Kirchengemeinschaften und 
^1 zalUreiche evangelische Glaubensgenossen aus aller Welt sind mit uns 
,-8,1 hierher gekommen, um persönlich Zeuge zu sein der Vollendung des 
Glaubens- und Liebeswerkes, durch welches der Name des höchsten 
Herrn und Erlösers verherrlicht und der B.iu des Reiches Gottes auf 
Erden gefördert werden soUen. Jerusalem, die hochgebaute Stadt, in 
der unsere Füsse stehen, ruft die Erinnerung wach an die gewaltige Er- 
lösungsthat unseres Herrn und Heilandes. Sie bezeugt uns die ge- 
meinsame Arbeit, welche alle Christen über Konfessionen und Nationen 

Röhricht, Pilgerreißen. 3 



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5- 



— 34 — 

im apostolischen Glauben eint, die weltemeuemde Kraft des von hier 
ausj^egan^nen Evangelianks treibt uns an, ihm nacbiufolgen, sie mahnt 
uns in glaubensvoliem Aufblick cu dem, der fOr uns am Ereoie ge- 
storben, zu chrisÜicher Duldung, zur Bethätignng selbstloser Nächsten- 
liebe an allen Menschen, sie verheisst uns, dass bei treuem Festhalten 
an der reinen Lehre des Evangeliums selbst die Pforten der Hölle unsere 
theure evangeliscte Kirche nicht überwältigen sollen. Von Jerusalem 
kam der Welt das Licht, in dessen Glänze unser deutsches Volk gross 
uhd herrlich geworden ist. Was die germaniBMshen Völker gewarden 
sind, das sind sie geworden unter dem Panier des Kreuees auf Gi^gatha, 
des WahMeichens der selbsfcaufopfemden N&chstenliebe. Wie vor fsut 
2wei Jahrtausenden, so soll auch heute von hier der Ruf in aile Welt 
eTschaJien, der unser Aller sehnsuchtvolles Hoffen in sich birgt: Friede 
auf Erden ! Nicht GlanK, nicht Ma«ht, nicht Ruhm, nicht Enie, nicht 
indisches Gut ist es, was wir hier suchen, wir lechzen, flehen und liiigen 
allein ftaick dem Einen, dem h^hsten Oute, dem Heil unserer Seelen. 
Und wie Ich das G^elfibde meiner in Grott ruhenden Vorfehren: »leh 
und Mein Hs«s, wir wollen dem Herrn dienen, <c an diesem fieierfichien 
Tag« hier wiederhole, so foidere Lch Sie auf «i gleichem Oel5iiniBi. 
Jeder sorge in seinem Stande und Berufe, dass alle, w^he den Nanen 
des gekrai%ig%en fierm tragen, in dem Zeichen dieses hochgelobten. 
Namens ihren Wandel föhren zum Siege über -alle aus der Sünde nsd 
<^ Selbstsucht stammenden &isteren Mä>chte. Gott; verleihe, dass von 
hier aus reiche Segensstr&me zurlkddliessen in die gesammte Christen- 
heit, dass auf kern T%i?one wie in 43ter Htiitte, in der Heimath wie in 4er 
Fremde 'Gottvef^auevi, Nachstenlielbe, Geduld im LeidCTi und tüchtig 
Arbeit des deutschen Volkes edelster Schnrack bleibe, dass der {Stemt 
des Redens die . evangehsche Kirche »mer niehr nd mehr dur«h- 
dtinge tmd heiSge. Er, 4er gnadenreiche Gett, wiad unser Flehen ex- 
%Öi*^, das iät unsere Zuversicht. i)r, der Alhnächtige, ist der «tacke 
Horfc, attf den wir battcm. »1^ uasrer Macht iät mehts gelten, wir «uid 
^ar bald verloren, es sia^e^i; ffSs ^ms der rechte Mann, den Gott seÜHrt^ 
Tiat ei&oren. Fragst du, wer der ißt, er heisset Jesus <JhTi8t, der Gjarr 
Zebmth., tmd ist kein andrer G<^, das F-eld muss «r behalten«.« 

'«) Vgi. PV. c. 14«e -- le^m. Sonst kdmen ^wk kraie deatufam 
'GlasttbensbÄen in (Klein- Aaen, wohl aber in Afrika (Hamtzsch, 126—128) 
nachweisen. 

*ö) Vgl. FV. 1380, 1840b ^H. 1430C, c. 1460—1470, c. 1570, 1636, 
l^eo— T661. TFeber -die Entwicklung der mit den heiligen Stäliben ver- 
"bttndenen Ablasse vgl. Tobler, Denkblätter 498 ff. ; Geisheim SS ff., 
'besonders Briemle II, 55o-- 560 (ebenda 290-^21 die üblichen Gebeste) ; 
Schmitz, »Büssbücher u. Bassdisciplin der Kirche 1883, 152—164, 391, ^05. 

«) PV. 1309b, 1309C, 3r«54, 1391, 1431, 1483^, \469^, 14d3*>-, ISO»*». 
Bei* Professor der Baseler Universität Vesahus, LeÄ>aarzt Karls V und 
Phffipps II, musste 1S64 eme Pilgerreise nach Jerusalem -antreten, v^eil 
er einen scheintodfeen adligen Spanier secirfc hattje; er starb atrf der 
'Heimreise (Ochs, Gesch. v. Basel VI, 395). Im Jahre 1526 ward Grraf 
Pelix von Werdenberg wegen Bdtheihgung an der Ermordung des Grafen 
ATidreias von Somienburg «ur Pilgerfahrt nach Jerusalem, öBom,^anidago 
tmd Aachen verurtheilt, aber durch den Bauernkrieg und seine ei^exLe 
ErmorÖnng daran gehindert, sie auszuftiferen (Vochezer, Gesell, d. 
iiirfltl. -Hauses Waldburg, Kempten 1888, 780i. 

'**) Unser PV. weist eine Menge testamentarischer Verfügungen, von 
Lübeckern auf, welche die Aussendung von Pügem nach dem heiligen 



<irzairb« begtimaüBij ; vkk der Testatoren, 4ie mcki hlom na^eb Jfi^[mBißmj 
«Qo4eru aaieJa naeii Qöin, :$a<iraago, C^nieüt^juT, AAeii^n« ftoggamani» ;U«4 
Ibw» P%eT geac^cfab wiigen jF^dlten, w^eirden wnjiki i» F^lg« iWer yj^l^n 
fteiie» ÜL ^e La^ giekojxaaeii «e»«, die <ei» fcalaitftor ^ij^FOit iäiMi- 
'Hsii^Timsi'' »W<er beifcea leiaieii wjjüi« ge}i^ aufs ;Schiir!< ßu)p«ti(li^tjm#ii 
«ind uns aber sciM>BL ^aus der Zeit der Kreuji^üge, iqpiecieA jm^Goax^' lU 
umi KodOiaHs' Hl i(iiwiJier aidit) be^aiuit; ygJL S;!9^€ä»,t, jBMUuen Jür 
Gie&Gb. d. itiaifcem iKeeiisEuges jd, Ii roüücli A¥;^deii die Subatitoirtea», k^- 
«ooders w^ean toe Bm (j^emoMt daraus nuM^btooL, zwr Hebung 4er W#Kii^ 
4^ Filpaarmeeei^ w^eaig .bieigeia:»geii habiBn. 

*^ ¥V. USIÄ, 1430», 1470». 

#«) ¥ur H^32<og Ob^nstaph v^j^a a»y<er» <P^. 14931'j giebt dfiopi ^- 
^äiite» m»m ZorneB w aeiiM«» TM^hntks lasäMg^n Ausdruck; TgL AuiDii 
.<»baa «€-^id. 

^) P¥. 13ä6. Ber Wieaar ßfurg^rmeiiter gy^epbjui v/ooi StepbMui- 
^Hdtlhof BQÜ itor Wusfcb des £te2Qg8 iibiseebi tqoi K)eatoveii^ sieh dureb 
««MMB Eeise «ach P.ajflfltma. eatsogou hab«a (v. Hcxooiayr, Ooldne <^bxo«ik^), 
rmd ABX .3. iBept 1659 scbseibt MelaoicbiibQii «cl Albart Haicdeivbe»^ : »8i 
solue ex^pejiar, deorevi Paiaestinajni a^ire ei; in iidis Hierouynii latel^as 
m uLYOcatione £lii Bei si, iestisooiiia perspicua de doctrina scnb^e ßt 
in morte Deo animani commendare« (Corp. Reform. IX, 9il0). iUuad^et 
ÄF<m Braunacäiweig (ed. Bartecb, V. 15^2 — 15518) klagt, Pilgerfahrten 
ü^den häufig auch uxdienioiiiinen ^aus F.eigiheit, uxu F€ibdeiii ^u eutgeli<eii, 
jo dass dann Fremde und Verwandte in bilfloBer i^age zurückbleiben 
iwüssten, odiar um zu spaxen. Im Jabre ISßO klagte Herzog Loopold 
vY^fi Oeskerseich dem Pj)q[>6te, dass mch viele Laien in weJltliclMtt Ange- 
legenheiten den ^Wiöbnlichen Gerichten zu enUaeben suchte«! »asae- 
n^Bifaes, se aeik> £dei munifice (mirifice?) <auds signum acce|»isse ac yo- 
?toim personale in terre sanete subaidiiun feciaae, psetezt». prmlegiQrvHn 
TacioBie Yoti hujuamodi^eis, ut asseritur, per aedem af»ostolica<u conceasorum 
laicos eidem duei si:d;>J6ctos in tecds, A^^nias idem dux in^a Ümites maxuni 
•^c) eiYitatis et diocesis babexe dinosotur, .comwemoirantefi, per rescripta 
aposMüca ad ceiTtos , udices delegaios eds in .ekdem rescriptis «per «ojam 
ipafkm de^utaitos «ifc emam subdelisgatos in diicersis et reanoiis mundi par- 
^bus consifitentes in oausis prophanis Jiujusmodi ad finem, ut .dustos 
laäiQos ad redimendum .Yexaoioaes sua« compeUant, in Judicium faciant 
fteabi et eeiam evocari, q^smrnß per pKefaios seculares judices ejus de 
ipflis loicis jaint parati justitie compleqtentum.« Infolge ^dessen Fcasoid- 
«€9ke der Papst am JL4. Februar 1380, dass solche £xeuz£abirer, w/e^^e 
^eb fder weltbcLen Gerichtsbarkait wl entziehen suobten, durch .die 
([ii^deBbiscböfe angebalten aFcrden .sollten, iln* Gelübde binnen z^nei 
«lahren zu erfölkn, oder den Johannäiem in (ßhodus HiMe zu leisten, 
widrigenfaUs ^egi^i sie »der wak&he Arm« ^einschreiten w^rde (BreYe 
im StaatsiachiY zu Luzem: L.). 

'(mögen die £iitte, das Wappeai naeb voUbrachter Pilgerfahrt zu 
rändern, ziehtet sich folgende Acbmachung in .einer Urkunde des vier- 
.«öbnten Jahrhunderts: »Ich /Ounrat Wemher von üadestat, OSnrat der 
l^&tteman, HBiMt sia brSder von Hadeatat, Wemher der Junger von 
^Kadesiaifc, tun Allen den kunt, die diesen gegenwirtiigen Brief ansehant, 
daas wir -mit gemeineme wiUen des ce .rate jsin worden bi geswomene 
•eide, .das I^ COnrat Wemher von -Öadatat, swenne mür got gehilfk 
biar wider «e lande, sol füren durch Wemhers willen des Jungen von 
jäadeatadt, ob er Ritter wu*t, die alten banier ven Hadest»it iine allen 
Ynderscheidunge im Jar nach deme eil, so ich bar wider ce Lande käme 



— 36 — 

Ton yber mer, unde sol das beaclielieii ane allen argenlißt. Obe aber 
es also kerne, das Wernher Ritter nicht en wirt, so sol aber ich OSnrat 
Werner durch aUer miner veteren willen von fiadestat die vorbinante 
banier füren ane allen argenlist; so sollen aber wir Ich Cunrat der gute- 
man, Sifrit min brSder von Hadestat, Ich Wernher der Jun^e, duch 
ynsers yeteren wiUen Cunrat Wemhers von Hadestat füren das iar da 
aach Sinen shilt ynde sine banier, mit allen denne ceichene sils er si 
gefart hat alda har. Nach diesen zwein Jaren, so sollen wir alle ge- 
meine filren die alten Bannier ane alle ynderscheidunge emer me, es 
enwer danne also, das mir alle mit gemeinem Rate es endem ce rate 
wurden. Dise vorgesworene gelubde, di sol man anfahen ce leistende, 
swenne Ich Cunrat Werner von Hadestat har wider kome von yber mer 
encewischen Basil vnde Strassburc, vnde engat darnach niemer nie abe 
di wile wir leben. Fuget aber es sich also, das ich Cunrat Wernher 
har wider ce lande niht en kome, so sin wir alle lidic dis vorbinanten 
eides : sweler ynder vns dis stete niht enhat, der ist meineide vnd cdnt 
die anderen hdic Irs eides, swer dis oflent, der ist meineide, es wer danne 
das vnser einre furfSre, so sollent die dan noch lebent sinen kinden. obe 
er deheimes hat, diesen brief vorlesen, das er sich mSge betuten, ob er» 
stete welle han« (Aus dem Archiv der FamiKe v. Hattstatt im Staats- 
archiv zu B^sel; L.). 

»-) P7. 1308, 1330, c. 1332—1354, 1337, 1398, 1428b, 1454», c. 1460. 
Vgl. v. Hagen, Gesammtabenteuer IH, 200; Reinfried V. 14616—14635. 
Aber auch Landstreichet gemeinsten Schlages gaben sich als Pilger aas 
(Conrady, Vier rhein. Palaestinaschriffcen 14, Note 41): jedenfalls waren 
sie häufig Verbreiter von allerlei Nachrichten und G-erüchten aus fernen 
Ländern (Wackernagel, Gesch. d. deutschen Literatur 1879, I, 123). 

26) go Georg von Ehingen 1464 und wie Gabriel von Rattenberg 
in RM. 403 erzählt, die allermeisten Niederländer (vgl. auch PV. c. 151d). 
0' Kelly of Galway, Mem. sur T ordre du S. Sepulcre (47 — 58) stellt die 
Wappen der belgischen und französischen Familien zusammen, die das- 
fünffache Jerusalerakreuz enthalten, ferner (58 — 143) die Namen der 
belgischen und niederländischen Ritter des heiligen Grabes sowie (144 
—182) die »Matricule des pelerins ou des voyageürs des Pays Bas en 
Terre Sainte« {vgl. auch Inventaire des archives de la ville de Bruges, 
Tabl. analyt. 32-)). Ueber die niederländischen Jerusalemfahrten idehe 
sonst auch : De Bedevaarten onzer Landgenooten von J. van der Ken^ 
in Studien en bijdragen op't gebied d. histor. Theol. von Moll ende 
Hopp Scheffer, Amsterdam 1878, IV, 1 — 103 (besonders 32— 46) und 
Gönnet, De bedevaarten in d. oude tijde, de Nederlandsche bedevaarten. 
in het algemeen on die naar Jerusalem in.het bijzondere in Bijdragen 
vor de geschiednis van het bisdom van Harlem , Haarlem 1882, AI, 
I— LXXVII (wo S. V über die Pilgertracht, XI- Xü über die Rom- 
fahrten, XIV -XVIII über die Pügerfahrt nach Santiago und XXXVII 
— LXXVI über die Jerusalemfahrten, meist nach RM. Einleitung ge- 
handelt wird). Sonst siehe auch niederländische Pilgemamen bei Con- 
rady 189—191; Surius 503 f.; Cotovicus 220 — 221. Die Niederländer 
verbanden mit ihren Reisen nach Jerusalem auch stark geschäftliche 
Interessen (Comrady 186 — 187; über das Alter des dort angeführten Aus- 
druckes: »nach Jaffa gan« war nichts Genaueres zu ermitteln); naeb. 
Tobler, Denkblätter 569 vermachten viele von ihnen vor der Abreise- 
. ihr Hab und Gut den rechtmässigen Erben im Voraus unter der Be- 
dingung, dass sie im Falle der Rückkehr ihnen das Doppelte zurück- 
geben mussten. - < . ... 



— 37 — 

^^ So Oswald von Wolkenstein (PV. 1398). 

2») PV. J611% 1614»; vgl. aucli 1578. Daßs den Clirißten des Abend- 
landes aber viele Pilgerbericbte unglaublich schienen, sagt Lndolf tob 
Sudbeim 2 : »Et tarnen adhuc plura insetere potuissem, si non pxopter 
rades detractores et derisores omitterem, ne aHqua incredibilia dicam, 
qoibus ab eisdem mendax valeam reputari. Nam detractoribus et deii- 
soribus, qui scire non sunt digni, omnia videntur incredibilia et inau-* 
dita. Et nindrum quod ipsis omnia bona sunt ignota, ideo propter eos 
quam plurima, quae utique conscripsissem et inseruissem, me omittere 
oportebat« . 

*ö) üeber dies ausserordentlicli stark verbreitete Buch vgl. BB. 
]S"r. 197. 

«0) Vgl. RG. 256, 794, 981, besonders 244—245, wo auch die Lite- 
ratur über diese Sagengestalt nachgewiesen ist. 

>») Vgl. Röhricht und Meisner in Zeitschr. f. deutsche PhiloL 1886, 
XIX, 2 — 8, wo über Handschriiten und Drucke jener Legende gehandelt 
wird. Jost van Ghistele erzählt in der Einleitung zu seinem Reisewerke, 
dass er in Köln durch die Leetüre euer Schrift hauptsächlich bestimmt 
worden sei, den Priesterkönig Johannes im Osten zu suchen (RB. Nr. 412). 

'*) Vgl. Jansen , Geschichte des deutschen Volkes (2. Aufl.) h 
253—258; Archiv för Unterfranken XIV; 12—13 (über die Manie des 
Wallfahrens in dieser Zeit vgl. Scheible, Da» Kloster VI, 593 — 637). 
Wir verweisen besonders auf die im PV. ausfuhrlicher behandelten 
grossen Reisen des Beck von Leopoldsdorf (c. 1548), Ludwig v. Rauter 
(c 1568\ Ulrich Kraft (1573 ), Leopold v. Wedell (1578), Karl Nützel 
(1586), Kiechel (1586—1589), Teufel und Fernberger (1588— 1592), Fried- 
rieh Beheim (1611) und EQeronymus Scheidt (J6I4). Sehr gründlich 
handelt Victor Hantzsch, Deutsche Reisende im sechszehnten Jahrhun- 
dert, Leipzig 1895, über: Deutsche Begleiter und Nachfolger spanischer 
Conquistadoren (S. 3—65), über Deutsche Soldaten in Africa. (S. 66-T-79), 
über Michael Quadus (S. 94—95), der in seinem Liber aliquot itinerum 
eine Art Bädeker für Orientreisende heraus gab, über Peter Lindenberg, 
Georg Ernstinger, Paul Hetzner (S. 95—100), die ganz Europa durch- 
reisten, über Deutsche Nordlandfahrer (S. 100 — 114'. über Deutsche 
Weltreisende (S. 121 — 125) und Alterthumsforsther in Italien (S. 135 
— -168), wie Georg Fabricius,- Nathan Chytraeus, Hieronymus Megiser. 

") PV. 1505 c. 

^*) Unser Pilgerverzeichniss giebt eine Menge Beispiele. Sonst vgl. 
Zeitschrift für deutsche Culturgeschichte 1856, §9 ff. ; . 1872, 407-^430, 
453-477 (dort die Reisen des Hans von' Schulenburg); Ausland 1893, 
Nr. 13 und 14; Huber, Die geschichtliche Entwicklung des modernen 
Verkehrs, Tübingen 1893, 76; Steinhausen, Gesch. des deutschen Briefes 
11, 6-^8; Hantzsch 86—90; Tholuck, Gesch. d. Rationalismus 1853,, I, 
306 ff., (über die »Peregrinatio academica«) ; über die Bedeutung Paduas 
fi5r das Studium vgL auch Heyd in Wörttemb. Vierteljahrsheffce 1898, 
Vir, 260. Diese »Bildungsreisen« und »Cavaliertouren« hatten den Zweck, 
in europäischen Ländern feinere Bildung, vor allem Sprachkenntnisse 
zu erwerben; an sie knüpften sich von Italien aus auch Reisen nach 
der Levante leicht an. Ueber die Reisen des Grafen Friedrich von 
Bulenburg, der nur bis dicht an die Kste Palästinas kam, vgl. v. MüL 
verstedt, Monum. Ilburg. II, 893—894. 

" »ö) So Brocard (RB. Nr. 193); 1421—1423 ging Ghübert de Lannoy 
iRB. Nr. 276) in Heinrichs V, Karls VI und Philipps v. Burgund Auf- 
trage nach dem Orient, in des letzteren Auftrage 9 Jahre später Ber* 



— 3» — 



trandon de la Broqui^re (KB, ^t, 29^; mntf neue Anaffsbe besorgfie Ch. 
SttefeiT, Parw 1892-, rgh Revue de rOrieöfc latiii IH, 303—314). üeber 
Plflfier ztzT ^i^beruifg JernMlems vom fOtiliBeliiiteii )» aiebenselmteii J*kr* 
llüfC<l«rt 1^ Revue de VCMent latin I[, >93— 189 (dort anclk die Litiersior) 
VJ^ ^2 C; Ober eine« Wiener Codex, der die Hanptsfcätten dee beiligeK 
Landet ühttifift tfftd einem Befehl Pbili|ip9 ron Bnrgtmd seinen Ut- 
sprtnsg verdankt, vgl. Rdbricbt in ZDF?. äXI, 110-111. 

»*) Vgl. RB. Nf. 67gf: PV. 1573»>. Zu Jobannei de Cub» Dt. mad. 
vgl. l^Y; ^4»^K 

«') Serapeum 1853, 49 fF., Nr. 4: Ober die Reisen des AltertbtBBs- 
foc^bets Ciriaeo Piezicolle (Ikber die deuteebeti Aliertbomsforscber in 
Italien vgl. oben Note 32) bandelt Heyd, Hist. du commerce II, 293; 
swUsi siebe aucb im Allgetiieinen Blume, Iter Italicum, Berlin 1824. 
28—29, 45—47, 126—127. 

«*) RB. Nr. '65<> ; dass aucb Beck von Leopoldädorf wichtige Hand- 
Bthfiften in der Levante erwaib, i«t im PV. IftiO— 1551 naebzule»en> 

*») S€^ ist zn liennen der fabelhafte Cbristlan Rosenkr^emeT, Jo- 
bannes Agrieiolay Paracekns (Möbsen, Beiträge zur Gescbicbte der 
Wis^eäscbaften in der M^rk Brandenburg, Berlin nnd Leipzig »783^ 2b', 
30— dl, 39; vgl. PV. 1561—1584. 16 ?7). Aucb der Ulmer ülmnacber 
Vollratb soll im Orient die gebeimett Wissendcbafte» gelernt baben 
(Vttlpius, Guriositaten 1818, ILI, 401 ffn 

*ff) In PV; 1*73», 1655- 16«3 sind deut«cbe Kauflente in der hfi^ 
vaöte er,väbnt. Der im PV. 1595 genannte Andrea» Strobeli kam »1» 
Soldat bis nacb Jaifa, durfte aber die Weinö Reise naob Jerusalem nicht 
atiftffibreb. 

■ ^*) Von dem Interesse der Niederländer für das beilige Land zeugen 
anöb die vielen dort bestebenden ^Jemsalembrüderscbaflen«* deren nichti 
Welliger als 8 bekannt »ind (Jan van Sorel, Het museum kunrtliefdö te 
TJtrecbt 1880; vgl. Conrftdv 18H), nämlicb in Amsterdam, Antwerpen. 
Dotdreöbt, Haag, Harlein, Kampen, Leyden und ütrecbtr deren Mit- 
glieder »Palmiten» Paln*draeger, Jerusalem < roeder, b. Landbroedet^ Ritter 
vOfl Jcrufia^lein, Ritter Gods van Jerusalem und van S. Katbariiien, Je- 
roflalemberren« bies^sen tind eine eigene Capelle mit der Nacbbildtttig' 
de» beiligeü Grabes hatteh, wobin am Palttisonntag processionirt vmfde, 
iTotlki sieb ein Mabl soblos«, zu dem der Wein dureb die städtteone 
Bebörde geliefert wurde; an der Capelle waren vielfaeb die steinernen 
Stältucn und Grabmfiler von Jerusalempilgem zu »eben, die wieder in 
ibrera Scbmuck mit detti Jerusalerokrenz zu Wallfebrten über das Meer. 
^ei'dzt haben niög-en. In Leydeft (Conrady <87) nnd zwar in der 
Bt. Peterskirebe, war eifte Capelle des beil. Grabes, und im HauptiBaale 
des Rathbauseö hingen die Bilder von 16 Leydener Jerusalemfabrem. 
»Eben dort war auch der Esel eingestellt, den die dreizehn alten Pfrün-^ 
dfeiiet dee mit der Capelle verbundenen und vom Stifter ersterer mitbe- 
gl^Öhdetön »bofjes van Jerusalem < am Palmsonntage unter Vorantritk 
der Jerusalemritter zogen« (Conrady 187). Üeber die Jerusalembrüder- 
sebaften in Hatlem vgl. Gönnet in Bijdragen, Härlem 1882, XI, I8ö jftV* 
über die von IJtrecbt, die seit 1394 bestand, siebe ebenda I9ö— 302 (dort 
atteb f ie Namen der Mitglieder). In der Rue des Cordeliers zu Pari» 
gehörte einfe Kirche der Confrferie de pelerins de Terre Sainte, die 1525 
durch den Grafen Louis von Clermont gegründet war zum Zwecke tier 
Unterstützung voÄ Jehisalempilgern bei der Abreise und Heimkehr 
(Charles Schefer, Le.Veyage de Hierusalem pref. XL— XLI), auch Cön- 
ftörie des. Chevalier», vOyageurs et paumiets du S. Söpulcre biess (Lebenf« 



— 39 — 

Hist. du diooäfie de Paris ^d. Cooheris II, 233). Das ^OfEcium S. Se-. 
pulcbri ad uaum peregrinorum et militum S. Sepulchri Hierosolymitam ^ 
hat Alphonse de Couret, Orleans 1890 herausgegeben aus einem deia 
Canonicus Laurent de St. Aignau gehörigen Manuscripte (vgl. R6. Nr. 8S9), 

*^) Röhricht, Die Pilgerfahrten vor den Kreuzzügen in v. Räumers 
Bist. Taschenbuch 1875, 3ö4 und Geschichte der Ereuzzüge U. 

^^) Frauen8tä4t, Blutrache und Totschlag im Deutschen Mittel' 
alter 1881, 160—168; vgL oben Note 20. Dass aber die Christen, die 
im heiligen Lande dauernd blieben, wie die dortbin Verbannten im Zeit- 
alter der Ejreuzzüge dort nicht besser wurden, ist durch viele Zeugnisse 
bestätigt; VgL RG. 256, 258, 365, 366, 391, 456, 437, 540, 578, 590, 593, 
613, 652, 656, 719, 720, 851, 1012. 

*^) RG. 463, 718, 754, 788, 963. 

*^) Revue nobüiaire 1870, 54—55; Heyd, Hist. du commerce II, 8, 
23 ff., 46, 50, 55; Speck im Programm des Gymnasiums von Zittau 1880; 
De Mas Latrie, Hist. de Tue de Chypre II, 125. Als einst die Vene- 
tianer durch den Papst wegen ihres Handels mit der Levante schwer 
getadelt wurden, drohten sie mit dem üebertritt zum Protestantismus 
und erklärten : »Siamo Veneziani, poi Cristiani« ! (fctephan, Das Ver- 
kehrsleben im Mittelalter in v. Raumers Hist. Taschenb. 18i59, 3i0). 

*'') Röhricht, Beiträge II, 202 f.; Burchardus 88 f. ; Felix Fabri U 
15 f.; Mencius, Hodoeporicon Henrici, ducis Saxoniae 90 — 91; Tobler,. 
Denkblätter 287 ff.; auch oben Note 43. Bekannt ist die leichtfertige 
Aeusserung, die Friedrich II gethan haben soU : »Wenn Gott das schöner 
Land Neapel gekannt hätte, so würde er seinen Sohn nicht in das 
elende, steinige Palästina haben niedersteigen lassen« (Salimbene, Chron. 
317). In einer Urkunde (Mecklenb. ÜB. V, Nr. 2766) heisst Palästina 
»pessima terra, mortis janua«, und Graf Botho von Stolberg pries da« 
heim seine »goldene Aue« (Zeitschr. d. Harz Vereins 1868, 191). 

47) Ludolf von Sudheim 2 (vgl. oben Note 28). 

48) PV. 1332, 1336—1341, 1338—1347, c. 1340, 1346, 1380. Im 
Jahre 1304 lud der Emir von Safed die Venetianer ein, Syrien im kauf- 
männischen, oder religiösen Interesse zu besuchen (Archives I, 406 — 408) : 
ihnen würde volle Sicherheit und Schutz für Eigenthum imd Leben ge- 
währt werden. 

4ö) Anfang des vierzehnten Jahrhunderts bestimmte der Richtebrief 
von Zürich (das Staatsgrundgesetz), dass der Rath alle Jahre vier Männer 
nach dem heiligen Lande schicken soUe (Fiurer in der Theol. Literatur 
Zeitung 1881, Nr. 9). 

SO) Zuallart257; Schach 8; Scheidt 22; Slisansky 22; Gabriel 
von Rattenberg in RM, 403; Harant 6U— 67: Briemle 11, 59; vgL Tobler* 
Denkblätter 491 — 492. Oft fanden sich seit 15.27 kaum zwei bis crei 
Pilger in Venedig zusammen, während früher hundert bis zweihundert 
gleichzeitig abfahren wollten. Um 1600 war eine Gelegenheit vou 
Venedig nach der Levante nur schwer, niemals bis Jaffa durchgehend, 
zu erlangen. Dafür fuhren (PV. 1625) viele holländische und englische 
Schiffe nach Aegypten imd Tripolis. 

^*) Wer mit zwei Verwandten nach dem heüigen Lande pilgern 
woüte, hatte 12 Grossi für die Erlaubniss zu zahlen (Liber taxationuiii 
in Woker, Das kirchliche Finanzwesen der Päpste 91 — 92). Wer ohne 
Erlaubniss pilgerte, musste 8 bezahlen; war der Schuldige ein König, 
so hatte er 100 zu geben (S. 103). Für Absolution vom Pügergelübde zahlte 
ein Fürst 20 Grossi, für jede weitere Person 10 (S. 104), c och Hess sich 
das Gelübde gegen Zahlung von 18 Grossi oder 3 Denare auch commu- 



— 40 — 

tiren und prorogiren, wenn ein danemdes körperliclies HindemisB vor- 
lag (S. 195, 205; vgl. PY. 1515^). Absolutionen vom Jerusalemgelübde 
gegen Geldzahlungen kommen seit Innocenz lü im Zeitalter der Kreuz- 
3üge vielfach vor (Potthast, Reg. pont. Nr. 48, 445, 1137), ebenso wegen 
Krankheit (ebenda Nr. 16289, 16M65) und GebrechHckeit (ebenda Nr. Ib60. 
9134, 10675, 18354, 24976), noch viel häufiger Comrautationen. Sonst 
vgl. Röhricht, Studien zur G-eschichte d. fünften Kreuzzuges 16 — 18. 

"*) Stephan .v. Gumppen^ erg im Reyssbuch 1584, 235* ; Zimmersche 
Chronik ed. Barack I, 479; Fabri, Geistl. Pilgerfahrt in RM. 287; B. 
V. Hirschfeld 38; Radzivill, Peregrinatio ed. Treter, 13; Zuallart 256; 
vgl. Kiechel 24i, auch PV. 1349», 1354»>, 1401, 1436*. Einen päpst- 
lichen Erlaubnisschein siehe in Revue nobiliaire 1870, 58. 

^*) Entweder in Venedig (Walter v. Waltersweil 5*) und zwar im 
Kloster della Vigna, wo der Padre Prouisore di Gerusalem auch Empfeh- 
limgsschreiben ausstellte (PV. 1608 — 16 M)), oder im Dominikanerkloster (B. 
V. Eptingen im Schweiz. Geschichtsforscher 1828, VIII, 313), oder beim 
Grosspoenitentiar in Bologna (Pomer 132), beim päpstlichenLegaten (Züln- 
hai-t 311), oder in Padua (Kantzow 230). Slisansl^ (26) präsentirte dem 
Guardian (1660) einen Erlaubnissschein des päpstlichen Nuntius in Wien. 

s*) Fabri, Evagator. I, 26 ff., 61 if. Walter von Guglingen (ed. 
Soll weck 4 — 5) erhielt mit Mühe (1480) von seinem Oberen die ge- 
wünschte Erlaubniss (ebenso 1639 Ludwig Helmhn; vgl. Schweiz. Ge- 
«chichtsforsch. XXXI, 346) ; er bestätigt, dass ohne päpstliche Erlaubniss 
bei Strafe des Bannes jede Reise über Cypem hinaus untersagt war. 
Nach Ludolf v. Suchem 5 war zu seiner Zeit (c. 1332) eine Erlaubniss 
noch ücht . nöthig, »si transiens sit religiosus, vel si pater, mater, aut 
amicus alicujus ibidem infirmaretur, vel captus detineretur, tum absque 
licentia transire potest ad quaerendum vel redimendum ipsos, vel si ali- 
■quis transmitteretur pro pace vel aliqua re bona reformanda vel recu- 
peranda«. Sonst vgl. Hugo Cluniac. in Mignes Patrolog. latina CGIX, 
Ö83 und Quaresmius I, 819—822. 

55) PV. 1497». 

^''j Nach Kiechel 293 f. galt im sechszehnten Jahrhundert ein sol- 
x^her Pilger als lutherischer Ketzer und ward vom Besuch der heiligen 
Stätten ausgeschlossen. In einer Urkunde von 1305 (Gud^n III, 696) 
steht folgende Bestimmung : »Auch sin wir uberkomen : wer eme Bede- 
fart wil leisten zu den Heiligen, der sol komen zu syme Pherner oder 
<Japellan und erloub bidden sine bedefart zu lesta und des Phemers oder 
Oapellans Brief nemen, und der Brieff steen sal, uff welche tag er ist 
•gegeben, und uss welcher stadt, sloss oder dorff oder hoff 5 er sey, und 
zu welchen Heiligen der Pilgerin wolle wandern; so sal der Pügeriii 
ziu' stund oder binnen dreien tagen ussryden oder geen bede- 
fart zu leisten; un wers, daz der Phemer .... sinem Pharrmann die 
brieff umb Gots willen nicht wolde geben, daz er doch bilche tede, so 
sal man nit me geben, dann einen halben Groschen.; 

^^) Epistolae Bonifacii 405 (vgl. Christ. Sprengel, Geschichte von 
<jrrossbritanmen 115; Röhricht, Beiti'äge 11, 277, 286, Pilgerfahrten vor 
den Kreuzzügen 380—381). 

58) Fabri I, 317, 383; Albrecht v. Löwenstein (im Reyssbuch 1584), 
18M; Helffrich (ebenda) 375: Stephan v. Gumppenberg 245^; Jodocus a 
Meggen 9f) ; vgl. Zuallart 247 ; Tobler, Denkblätter 572 f. Nach Fabri 
I, 322 hatten die Pilgerinnen in Jerusalem eine eigene Herberge. 

ö9) Radzivill 58. 

"") So versamnielien sich schwäbische Klosterfrauen in ühn (RM. 



— 41 — 

1^78—296), wo Felix Fabri sie im Geiste an die berühmiesten Wallfahrte- 
«tätten f&brte und zwar nicht bloss nach dem heiligen Lande, nach 
Aegjpten und dem Sinai, sondern auch nach Consiantinopel, Born, Lo- 
Tetto, Santiago, St. Patrick und Köln. VgL auch die in RB. Nr. 505 
angeführte > geistliche Pilgerfahrt« einer Klosterfrau. 

8') So nach Sollweck zu Walter Gughnger 16, Note 3 alle Fran- 
ciskaner-Observanten ; vgl. Röhricht, Die Pilgerfahrten vor den Kreuz- 
jzeugen 355. 

«*) Eine zusammenfassende Geschichte der deutschen Hospitäler, 
wozu kaum ein Anfang gemacht ist (vgl. Virchow, Der Hospitaliter- 
erden vom heil. Geist, zumal in Deutschland in den Sitzungsberichten 
der Berliner Academie d. Wissensch. 1877, 339 — 371, auch ZöcMer, Askese 
und Mönchsthum II, 515 — 517), wird einmal vielerlei Beweise von Mild* 
thätigjkeit gegen arme Jerusalempilger geben; schon in frühster Ziii 
(Röhncht, Die Pilgerfahrten vor den Kreuzzügen 358 — 360) hat es nicht 
an Pilgerherbergen gefehlt, und ebenso haben Päpste, Kaiser, Könige 
und Prälaten durch Verordnungen die Pilger vor Zöllen (Mone, Zeitscbi. 
für d. Gesch. d. Oberrheins 1858, 36), Belästigungen und Unbill zu 
schützen gesucht. Im Jahre 1401 (26. Dec.) ward in Lübeck eine Brüder- 
schaft gegründet zur Unterstützung von reisenden Kaufleuten, Schiffern 
und Pilgern (Lübecker ÜB. V^ Nr. 644), und im Jahre 1413 bestimmte 
Tiedemann von Rinteln, ein Schneider aus Lübeck, ein Legat, wovon 
man dreissig Paar Schuhe für die Pilger anschaffen konnte (Jäcobus a 
Melle, De itineribus Lubecensium religiosis 22). Fromme Leute und 
Hospitäler unterstützten die aus türkucher Gefangenschaft befreiten 
Christen (Zeitschr. f, Gesch. d. Oberrheins 1867, XX, 384). Sonst vgL 
Uhlhorn, Die christliche Liebesthätigkeit im Mittelalter JI, 275 — 293 
u. Ratzinger, Geschichte der christlichen Armenpflege 1884, 305 — 431. 

«») Redwitz 8; Kohl 144—145; Albrecht 189»: Fürer 340; Reh- 
ünger m RM. 410. 

«4) PV. 1565C. 

ö^) In einer Urkunde von 1271, die allerdings sich als Fälschung 
^es 15. Jahrhunderts erweist, aber die Verhältnisse für diese Zeit jeden- 
falls illustrirt, heisst es, dass die Leute von Seedorf und Lobfingen dem 
Grafen von Thierstein Beiträge leisten mussten »zu gottesfarten — gen 
Jerusalem, Sant Jacob Compostel, gen Rom« (Zeerleder, Cod. diplom. 
Bernens. 11, 50). Im Jahre 1434 erneuerte Graf Johann von Freyburg 
eine frühere Urkunde des Grafen UMch von Neuenburg, wonach die 
Bürger zu Wallfahrten über das Meer zur Erlangung der Ritterwürde 
ihren Herren Beiträge zu leist n hätten (Matile, Monum. de Neuchätel 
I, .52 — 55; Preussische Staatszeitung 1830, Nr. 7: v. Ledebur, Archiv X, 
87; L.). Auch Herzog Bogislaus X. von Pommern erhob vor Antritt 
seiner Fahrt eine zweijährige Steuer (Kantzow 224). 

««) PV. 1436a. 

^^) Herzog Bogislaus liess in Nürnberg seine ganze Begleitung auf's 
Glänzendste ausstaffiren (Kantzow 228). 

<^*) Seine Reisebeschreibung gab Kohl 1868 heraus; vgL S. 157. 
Dort findet sich auch ein interessantes Register der Ausgaben für Trink- 
gelder an den Patron, den Guardian, an.die SchiÖsmannschaft (S. 142), 
für den Kauf von Gold- und Silberwaaren, für Ringe, Hefüein, Borten, 
Olas, Sammet, Pelzwerk, Hüte (S. 149), Affen, Vögel, Wölfe, Meerkatzen, 
Huüde (S. 145 — 147). Nomper de Caumont (ed. de la Orange, Paris 
1858) S. 136 f. führt in seinem Register auf: seidene Streifen von der 
Länge des heiligen Grabes, S. 13S : Rosen von Jericho. Rosenkränze, 



— 42 — 

Jordanwassex (rgL Jacques le Saige 56- 57 ; GargioUi, Yiaggi 421 — 438 L 
MafiaiLO da ßiena (i^irenze 1822), 129 — 132 reebnet alfi Gesammtausgatbe 
für die Reise 280 Dukaten (ygL Claude de Mizabel in Si Ge»m, Le» 
voyagem-» Beiges I, 35—30), Stockar 70: 300, Tscbudi 23: 150—200,, 
Walter y. Waltersweü 3* bis Jemsaleia 200 Dakatea, Job. t. Laoffen 
ftr die ganze Reise 100—300 Kronen, H. ▼. Offenburg 14a7 für 7 Per- 
sonen 600 rbeinisebe Galdem, lüeter (1404) mit seinem Scbwagti AzeL 
V. Lichtenstein in 20 Wocben 1000 Gulden, Otto v. Groben 100 — 207; 
200 Tbaler. Sonst Tgl. Reiseüistraktioii in RM. 120 ff. ; Bieter, Reisebuch 
Vi»7— 149; Rindfleisch in RM. 319—320; PV. 1484» und 1550»; ToWer, 
Denkblätfcer 541 ff. 

^^) Das Ausgabebucb, welcbes Hans Hundt, der Rentmeisier des 
Kurflin^en, während der ganzen Reise geföhrt bat, ist eine wahre Fund- 
grube für unsere Kenntnisse der damaligen Hofbedürfnisse und Preise 
för allerlei Wäaren (Röhricht u. Meisner in : Neues Archiv für sächs. 
Geschichte IV, Heft 1 u. 2, 44—100; vgL auch die Einleitung 37— 44y. 

'«") Bräuning 2. Dass Pilger in der Mitte des 14. Jahrhunderts 
von Venetianem ausgeraubt wurden, ersehen wir aus dem PV. 13ä5. - 

^«) Vgl. PV. Ib08— len», wonach man dies kurz vor Venedig that» 
wenn der Reisende nicht vollwichtige Dukaten mitbrachte. 

'*) Baumgarten von Breitenbach 31. 

7^) Kohl 140; Gumppenberg 235»; Baumgarten 32 ; vgL Rindflekch 
(1496) 321. Die hier erwähnte Sitte ist alt (Acta SS. Aprü lü, 354, 
§ 13). \je\ er den venetianischen Geldverkehr jener Zeit siehe Nasse in 
Konrads Jahrbüchern für Nationalökonomie 1880, Heft 5; über die 
Venetianischen Bankhäuser' jener Zeit vgl, Archivio Veneto 1871, I, 106 AT* 
(ibid. S. 332— 3fi3 über die Garzonis); 1888, 29 ff. Sonst vgL auch 
Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger 1, 72—73. 

^*) Wo ein Kaufmann Wedemann genannt wird (Kohl 139). 

'ö) Unter anderen wird hier Conrad Baumgarten erwähnt (Kohl 
130), dessen Agent (ebenso für Wedemann) in Venedig 1461 Antonius 
Ridler war (Kohl 139); sonst vgl. auch Rindfleisch 321. 

7«) Wormbser im Reyssbuch (lö84), 208», 233»; Pappenheim 425. 
Als Faktor der Fugger wird Ulstetter genannt. Dass der Einkauf der 
Wechsel auf transmarine Platze recht theuer war, sagt PV. 1608 — 1610. 

»') Tucher im Reyssbuch (1584) 369»; Harff 59. 

7») ]^ürer v. Haimendorf 253; Walter v. Waltersweil 3». Nach 
Kiechel 4b'2 befand sich dort auch ein Handlungshaus des Friedrich 
Armbroster. 

7») Bräuning 2. 

80) Simonsfeld II, Der Fondaco 296—297, Nr. 18. 

81) Archives de T Orient latin II, 238—240, 243, 248—249. 
«'0 Archives II, 239—240, 245. 

83) Archives II, 249. 

8*) So Felix Fabri d 26 ; vgl. Grünemberg f. 2) durch den Grafen 
Eberhard von Württemberg, Füessli (210) durch L, Tschudi, Scheidt (3) 
durch Salomo Schweigger, fetephan von Gumppenberg (235«) durch einen, 
alten Jerusalemfahrer, der Graf von Hanau - Lichtenberg durch den 
Mainzer Domherrn Bernhard von Breitenbach (Reiseinstruktion in RM» 
120—145), Habermacher durch Lussy (PV. 1608), Sebald Rieter durch 
seinen Vater. Sonst vgl. Ludolf v. Sudheim 9 : Bernhard v. Eptingen 
315—320^ Albrecht (im Reyssbuch 1584), 211— 212^^; Wey 90— 93 ; BrlUi- 
ning 9; Walter v. Waltersweil 8—61; Zuallart 252— 2o'4; Briemle: H,, 
3(V-62. . 



— 4S — 

Unter d«nen besonders BarcliaTdiui de Monte BioB zn seün^L 
iffty den viele Pitgenrcfarifteii stark ansacbreiben. Fabri (£, 3^ 5, ^A 4b4r 
4'2€f)> benatzt auch den Ludolf y. Sodbeiiii, Odoaeus und Ti:ieber (i, di£l f.), 
Hirsehfeld benelst sieb ancb auf den letdctereiit Tschndi auf FabrL Eine 
biitisebe ErOrtemiig des VeibälkDSses der eiiaehien ReisebesebreibTHigen 
idire ^br dankenswertb ; wie wenig Eigenes die aUermeislen bicieixt 
wfirde man dann deutücb erkennen. 

^^) ßolcbe »Fügerfubrcr«, ans altcfn Ablassbücblein (Conrady 305 
bis 222 ; Spaman 4aO^-Hb84) entsptonden, Ton denen es italieniscbe (Bß^ 
Ni*« 556> 644^; Tgl. Bttsaeck in RM. 400) nnd lateinische Ansgaben gab 
(Wey 32— »2; vgl. d«rt SL 102—11», 14i>— 142 ein griechisches Vo^abn- 
larinm, S< 115 — II6 ein helräisches; ein arabisches bei Breitenbach 
llft^ 115«)v finden sich vieifiich wörtlich in Pilgerrschriffcen wieder (Ja- 
cobns a Verona 16*3— * 170; Bassenhammer in PV. 1426*>; vgL BB. 8. v. 
Peregrinatio(ne6)^ Fügerfährer, Pilgeranweisnng) und mögen im Ziohs* 
kloster zu Jen»alem entstanden sein (Conrady 5, 20 — 4d>; der he*. 
kannteste und wohl verrbreitetste hatte zum Verfasser Roniberch a 
Kyrspe (BB. Nr. 616), der Procnrator des heiL Landes in Venedig wai? 
^lach Biiende II, 33 gab es 170^) auch Procuratores Terrae Sanctae in 
Ocnstantinopel, Cypem, Aleppo nnd Tripolis). Dass aber die Angaben 
in diesen »Filgerführem« vielfach abwichen, bemerkt schon Behlingerr 
in RM. 413; vgl. Breitenbach, Reiseinstmküon in RM. 120 — 121 (und 
ot fftk Note 10 über die I^Reste Grundlage der Ablassbücblein und »Pilger- 
fahrer«). 

*'') Ztiallart 258, Dies Franciskanerkloater , aus. dem immer der 
Guardian des Zionsklosters in Jemsalem gewählt wurde, war (vgL Gabriel 
von Rattenberg u. Hirnheim) eine Art Auskunffcsburean für die Pilger 
(Walter Guglinger 22). 

««) Zuaüart 258 ; Rindfleisch in RM. 320. 

8») Zuallart 257; Briemle 60. 

*•) Scheidt (21) legte erst in Gypem die Filgertracht an; Sli- 
sansky (3, 17) liess sich auf dem Wege nach Venedig einen Habit aus 
Kalbsfell machen und wurde wegen dieser sonderbaren Tracht in Syrien 
verhöhnt. 

»») Der freilich nach der Heimkehr meist vieder dem ßcheermesser 
verfiel (Fabri 1, 65 : vgl. Uly 467), während einige 1* ürsten ihn seitdem, 
stehen Hessen (PV. 1426,. 14«8»). Ueber den »Pilgerbart« vgl. Böhrioht, 
Die Pilgerfahrten 376, Nöte 8Ö. 

*i) »ßlavenie esclavine« genannt (Wilh. Chron. Andr. in Monum« 
Germ. 88. XXIV, 696 ; Alwin Schultz, Das höfische Leben im Mittel- 
alter I, 306), auch bei Walter von Waltersweil 6 erwähnt; vgl. Fabri I^ 
ab} ßtockar 69; PV. »493»* 

»») Nach Lupoid von Wedell 65 trugen die Pilger fünf rothe Krause 
auf den Röcken und Hüten sowie lange weisse Stäbe mit runden Knöpfen. 
Joeob Bräumng215 berichtet: »Diejenigen aber, so pilgramsweiss alher 
Walfahrten, die tragen »war uff breitte Schwartze lüsßhäte, Haben an 
Gttive Lange Tüchene Röcke mit weiten Ermelen, Welche Röcke um 
dM W€ii5hen mit einer breiten Gütfcel gegürttet. Ueber solche Grave 
Rdcke haben sie oben kurtee Schwarze Lederne Mäntel, so bloss die 
Schulteren bedecken^ Und daraüff das Föniftiche Jerosolymitanische 
Oreutz, in der einen Haild ein Pater noster Und in der anderen einen 
PÜger^Stab.« 

^*) Abbildungen von pera und baculum (auch Ludwig VI! (1148) 
und IX (1270)f Richard Löwenherz, Friedrich I und König Philipp von 



_ 44 — 

ITrankreich nalunen (1189) beides als Symbole der Pilgerfahrt) siebe bei 
Pisiiorius, Amoenitat. jur. histor. VI, 1657, Commission des antiquit^ 
du d^partement de la Cdte d' or (M^m. VIII, 261 ff.) ; über die Siüe, 
beides aus der Hand eines GeisUichen zu nehmen siehe Du Gange Gloe- 
sarium s. voce pera, baculum und Dissertat. XV; Hncher, Des en- 
»eignes d. *pelerin. in Bullt t. monum. XIX, 505 ff. ; auch Petxtot, CoL- 
lection compl^te des m^moires relat. ä Thist. de France, Paris 1819, lEI, 
288—295; Mämoires de la soci^t^ d' agriculture, Troyes 1859, X, 169 ff. 
Bilder von Pilgern ausser bei Cuchermoy (1490) und Bräuning siehe auch 
bei £dw. Cutts, Scenes and characters of the Middle Ages, London 1872, 
) 58 ; Hefner- Alteneck, Die Trachten des. christl. Mittelalters lü, Tafel 
14; A Encyclop. of costume ed. James Robinson Planche, London 1876, 
I, 50 ; Harrant von Polschütz 68 ; über das fünffache Jerusalemkreuz ygL 
The Jerusalem Gross in Statements 1894, 183—189, 205 f.; 1896, 83 f. Nach 
Tobler, Denkblätter 507 kam im siebenzehnten Jahrhundert die Pilger- 
uniform ausser Mode; Himheim 453 empfiehlt den Pilgern, lieber ith 
Kaufmannshabit zu reisen. Ueber die Pilgertracht vgl. noch Otte, 
Handbuch der kirchlichen Kunst- Archäologie, 1885, I, 467 (ebenda I, 
198 über Pilgertaschen, die als Behälter für aus dem Orient mitge- 
brachte Reliquien sich noch in Quedlinburg, Brandenburg, Köln und 
Mainz vorfinden); über die Muscheln am Pilgerrock vgl. A. Schultz 1, 
524 — 525. Ueber die in den Kreuzzügen gebräuchliche Sitte, mit Palm- 
zweigen heimzukehren (daher die Pilger auch palmati, palmarii heissen, 
woraus im Englischen neben Peregrin Palmer entstanden ist) vgl. Hagen- 
meyer, Ekkehardus 296 (in Jerusalem gab es eine eigene »Palmzweifir- 
händler-Gasse« nach La citez de Jerusalem in Tobler, Decriptiones T. 
Sanctae 202, Jerusalem I, 207, 212). 

ö^) Fabri I, 94; Fassbender 250. 

^'^) Gumppenberg 235»; Walter v. Walterskirchen 2*; Lussy 2; 
Stockar 70. Nach Grünemberg fol. 3 communicirten die Pilger im 
8. Helenenkloster zu Venedig. Zuallart 249 empfiehlt es dringend, daB 
Abendmahl noch vor der Abreise zu nehmen. 

ö') Ein Testament (s. a.) des Lübecker Pilgers Heinrich von Waren- 
dorp siehe in Lübecker ÜB. IV, 227; vgl. sonst auch PV. 1387. 

»8) Ya.^ ri I, 67. Wahrscheinlich war es immer Sitte, für den pil- 
gernden Mitbruder eine tägliche Messe zu lesen und ihn in's Gebet ein- 
zuschliessen, wie dies aus dem siebenzehnten Jahrhundert ausdrücklich. 
bezeugt ist (Schweiz. Geschichtsfreund XXXI, 348). Seit Ende des fünf- 
zehnten las man für die Pilger bei der Abreise eine »missa de peregri- 
nantibus« , wie Zülnhart 308 und Joh. von Himheim 447 berichten (vgl. 
Jacobus a Verona ed. Röhn ht 169 — 172); pera und baculum wurden 
dur.h den Segen des Priesters geweiht. Vgl. darüber z. B. Missale 
peregrinantium, Colon. 1503, 12», Sanctificiale itinerantium, Oppenheim 
1521, 80, Missale pro itineranti'r us secundum cursum ecdes. cathedraÜB 
Cracoviensis 1545, 4». Die benedictio peregrinantium findet sich auch, 
in sehr vielen Missalien z. B. in: Lib.agend. secundum usum eccles. 
Salisburg. 1575, I, 368—380, Agenda eccles. Moguntiac. 1514, 139; Ri- 
tuale eccles. Paderborn. 1862, 230 — 233, Lib. agend. dioc. Vratislav. 1499, 
M2v— M4r, Rituale Vratislaviens. 1723, 417 — 422; besonders ausführ- 
lich im Missale, Venetüs 1497, 120», Venit. 1585, 213—214» (Ordo bene- 
dictionis ad peregrinos navigare yolentes etc.), Rituale ecclesiae Vero- 
nensis, Veronae 1756, 156 — 158, Manuale ad usum ecclesiae SarisberiensiB, 
Rothomagi 1543, 58—63 (wo ein: Ordo ad aervitium peregrinorum fa- 
ciendum zu finden ist), endlich Olaus Magnus, De gentium septentrio-» 



4.J 



nalium variis conditionibus, Basil. 1567, 001. Eine YolLst&ndige Eni- 
wickiTmgsgescIlicMe des Pilgemtuals wäre sehr zu wünschen. 

»») pV. 1476, 1493». Herzog Heinrich von Sachsen Hess sich den 
Tag seiner Abreise astrologisch bestimmen (PV. 1498»); auch sonst 
mochte man bei aller Frömmigkeit, sich Schutz für die Reise »durch 
abergläubische Segen, Martems und Westerhüblein« sichern wollen, wie 
Johann von Lauften (1561) erzählt. 

*oo) Abschiedsscenen, bei denen es sehr lustig, aber auch ernst 
herging, beschreiben Himheim 446 — 447 und Buseck 455 — 466. Dietrich 
Yon Schachten 166 und Zülnhart 308 melden von der Sitte, Johannes- 
minne zu trinken (vgL Jacobus Thomasius, De poculo S. Johannis, Lip- 
aiae 1675; Grimm, Deutsche Mythologie 1875, 1, 49 — 51 und Deutsch. 
Wörterb. s. voce; Alt, Gesch. d. christl. Cultns U, 313); nach SchOrpff 
196 that man es in grosser Gefahr, oder in Venedig bei der Abfahrt 
(KurfQrst Friedrichs Pilgerfahrt in Spalatins Histor. Nachlass 76; Fabri 
1, 148; Schürpff, 187; Geisheim, Die Hohenzollem am heü. Grabe 184, 
250 ff.). Sonst vgL über die Johannesminne besonders Panzer, Bayr. 
Sagen II, 231, 239; Zeitschrift des Oberrheins 1857, VIII, 494; Sitzungs- 
berichte der Wiener Akademie (phil. histor. Klasse) XL, 1840, 177, 
Sitzungsber. der Münch. Akad., 1870, II, 15 — 39, Zeitschrift f. deutsches 
Altertum, 1878, 242 ff., Röhricht in Revue de 1' Orient III, 156, Note 4, 
170—171 u. N. Archiv 1897, 288 (vgL 1898, 761 — 763). Zuweilen 
schlössen sich, wie Buseck 455 meldet, die Pilger den nach Venedig 
abgehenden Postboten an; vgL Huber, Die geschichtliche Entwicklung 
des modernen Verkehrs 58, 60, 146 — 175; c. 1510 (S. 200) ward die 
Post durch Herzog Ulrich in Württemberg eingeführt (PV. 1550»; sonst 
VgL Zeitschr. für die Gesch. d. Oberrheins 1853, IV, 485 ö*.; Stephan, 
Das Verkehrsleben im Mittelalter in v. Raumers Hist. Taschenb. 1869, 
412—414). 

»Ol) lieber diese vgl. v. Meiller, Babenberg. Reg. 222—223 Not. 198, 
besonders aber Archiv für Schweiz. Geschichte, 1874, 235 ff. ; Jahrbuch 
für Schweiz. Geschichte, 1878, III, 169—289; 1879, 165—317 (wozu 
Hidber im Jahresbericht für die Geschichtswissenschafk, 1881, II, 215 
einige Nachträge lieferte), 1890, XV, 1 — 181 (über den Septimerpass). 
Sonst VgL fQr die römische Zeit Corpus inscript. latin. V. 933 ff. Kurz^ 
Römerstrassen im Canton Graubündten im Jahresheffc der Schweiz. Gym- 
nasiallehrer XXII und Wehrmann, Die Alpenp sse im Alterthum in 
Mitth. d. Deutsch-Oesterr. Alpenvereins XVIII, 150 ff.; für das frühe 
Mittelalter Adam. Bremensis in Mon. Germ. SS. VII, 368 und Annal. 
Stadenses in Mon. Germ. SS. XVI, 340 ; Thomas Wright, ReHquiae ant. I, 
237; Itin. fran9ais I, 123 — 139), die oben Note 13 citurte Abhandlung 
Ludwigs an vielen Stellen, femer die Itinerare Fabris III, 437 ff., Leos 
von Rozmital 131 — 135, 194 f., Sigmunds von Heberstein in den Fontes 
rerum Austr. 1, 172 ff., Weys (von Calais über den Brenner nach Venedig) 
XX— XXIV, 79—83, Simon (von Anglure) 105—106, und besonders Mone, 
Zeitschr. für die Gesch. des Oberrheins, 1853, IV, 17—20, wo ein Wall- 
fahriisbüchlein der Strassburger Bibliothek (C. m. 458) erwähnt wird, 
in welchem die Stationen von Strassburg bis Venedig über den S. Gott- 
hardt (über dessen Geschichte auch Petermanns Mitfcheil., Ergänzungs- 
heffc, 1881,. Nr. 66, S. 28 ff. gehandelt wird; vgl. Emilio Motta, Dei 
personaggi celebri che varcarono il Gottardo nei tempi antichi e mo- 
demi, BeUinzona, 1884, 8**) und den Brenner verzeichnet sind. (Vgl. 
auch Ficker, Mittheil, des Österreich. Geschichtsinst., Innsbruck, 1880. 
I, 298 ff.) Zur Route von Brügge nach Venedig, Rom vgL Oxford, BibL 



— 4(5 — 

Bodlej. CiuMo. MiKiellan. 278 a. XV, foL 2 — 4, von ZM^en «ihch 
Venedig y^ Si^hricM in ZDFV. XIX, feftS Note, yon Nogent ««r Mse 
xubcli YejuMg «nd Jemsalem vgL P^MMt ed. ßeheftr 5—8, S^5 — 242, 
y4m;i Pjuris nack Venedig vgL Le T4>yAge d« Hftezusaleitt «d« SctMdBer 1— II, 
YOtt Lyon nack Jerusaien vgl. ÜB. &k^ MO, im AUgeDiemen TgL a»cii 
HB. «. voce: Lter« ItiBM^:ariaBa. Eine soeii nidat ^e«ügeiid jftu^^wnrfste 
Hauptquelle für die Geschichte der mittelalteiüieben fioiäen IniUem 
Pilgerreusen 0ett)8t. 

>02) Bo ^»ügeit^i 4^6 ßdkw^ecr meiat yoAer nack Maoa^Eij 
(TgL z. B. YiJüinger 1)* Kach Ziegier^ ßcbweiaer J^niaftjftinfatofce» g9 
beteten, viele vor der Abreise m. &. fiapbaei, .den gutea W^gwemg^ m 
S. Michael, deon Beschützex vor FeixkAok, zu iL OhiiBtof^, dem PatiMVi 
der Seefahrer, zu S. Maadi«., dar g«ten Heikei^anmtter. BriexB^e H, #1 
Täth, vor der Abreise «ich dem beaoikk«en &ekuctze Gnottes., Mams jmd 
B. fiiaphaels gia. -emplekilain. 

403) S^^a^lm I, ;61 ; Fakai, OereiiQtes Psl^erbücUein (ed. Birlia^er) J^. 
Ueiber eine deabank^ Colooie in Txeviso J^ndeü SwaowäiM in d. Ab- 
hattdi. ^er Münchener Acad. 1660 «eiur avflföliriiok. 

*•*) Tschudi « ; Füearfi im Keu'ahrblaW; der Feuerwei^ker -G«i«*ft- 
schaift, Zürich I8S!, 48 nennt Castelfraneo. 

105^ Pomer 182. Füeesli 48 meldet, dass man bei der fi^unkebr 
«i« gegen einen geringen Aufscklag von dem Händler zarückkaufen 
konnte. 

^^) Dietrich von gckachten ITO; Tschudi 8; PV. 1608-^WlO. 

407) Wo ihnen durch die Polizei im sechszehnten Jahrbufidert Äe 
Fäese revidirt und die Waffen abgenommen wurden: v^l. PV. 4550*. 

^^^) Fabri I, 82 f. Dasß diese oft -die ihnen in Gewahrsam jge- 
gebenen Habseligkeiten mögen veruntreut haben, ersieht man aus Gest& 
Romanonun ed. Grässe, Nr. 11^ Eine Warnung vor ihnen vgl. bei 
Conrady 193. Im Jahre 3551 rissen die Patrone sich förmlic^i um die 
Pilger, damit sie ihre Schiffe voU bekamen, und unterboten sick vi€il- 
fac^ in ihren Forderungen (Thunger 4J5). 

^0») £;ahl 138: Herzog Priedxi(di v^m Liegnitz Ul. 
»*') Poa-ner aS2. 

''<!) Fabri I, SQ. I>er frajizösische Pilger Xtejo^herajad (ed. Mepxl- 
glaise 1861, 32) wohnte bei Johannes Evrard, Caaonious sm S. Jit^fico. 

*^^) Gumppenberg 236. äeiiHiLck W(}dfli wohnte J520 in mu&r 
Sckweizar Herberge, desen Wirth Peifcer ThcdlikJifi liiess ; Lorenz ^imuiäky 
(1660), 7 im »goldenen Baim>e«. 

'»^«) Albrecht a90; Scheidt 9; Alexander ^a ; FiÄbgcr IS; HeOff- 
rich 399^; Buseck 453, 455; Pai^enkedm ä25; Hjcnkeun 440; L. r. 
Wedell 58, 1G9; FW. 4493«', 1006, 1608— 16H), 1614»; Troüo 4; üanKont 
J 6 ; N^schütz ]« ; ffiabemiacher ond Bartihciom. 'Kheveniiüller (PV. ü^4<^, 
lf006), SimoBsfeld, Der Fondaco ded Tedeachi in Venedig, Stuttgart IfiiCT, 
I, 698; II, 155, 251, 284. Als Wicth nennen Himkeim, Pappealieiw HH^d 
F^ürer Peter Both aus Ulm. Neben dem »W-eiaaen Löwen* wird AuqJi 
der »Wilde Mannte genannt in Arch. histor. de la Gascogne. Auc(k 18S8, 
III, i7; vgl. Sohefer, Le voyage de Ja saincie oite de tiieruaaL 2^, wo- 
nach als Wiztk im £nde des fün&ehnten Jahrhuaderts Johann ¥On 
Lüttich iungirte; Kettler (1510) 179 saeant ak Wirth: JÄOob. 

1»*) <5umppenberg 236»; Tucher 349«^; Hartf 81; Woianser «»; 
PV. 1550», J006; ßimoinsfeld II, 249, 2dd, 252, ^55, ^56, 284. Bnmek 
456 nemd} als Wirth Lienhard Egger ; Meier von Hossw^il (.1603), Nr. 104 



— 47 — 

ChaaboiS äaSL Kae^ L. y. WedeU 170 siarzie am 15. März 1.579 der 
Crttitiiof ein. 

<i£) BmidA^cli aaO; EeiMinstniktioii 127; i£crsdt£eld 35; EMchel 
132; Wedell 60, 109; SimoaBidd I, 6d8; II, 155, 249^ 284, 

1*«) KoM 138. 

^'^j Als Wiiili wird (141^3) geuxBoani: Peter Ugelheim/^r aus Frank- 
ftut vsoÄ Frau Margarethe (Breit^bach 50^ ; Beiseinstruktiom 1 27 ; 7jm- 
mersche Ohroiiik I, 474; Simonsfeld II, 69, 284; Ygl. Bivista stonfia 
JüauEaB^, äd64, 260 ff.), fecuer Meistca* Joikftanes, später NicoUns Fdgg 
(Fäbsi I, S^ 100, 107 ; III, 288), 15Si »Aasmus, der schxeieade Wirtk« 
(Thiv^r 405), 1581 Achaiaus Fentzd (Seiwrei^er aS7), 1586 f aaera- 
üas Sktehgeaang ^iedouel 152, 166, 240). Ausserdfim wkd ^egen IMM) 
nock gIa bei «da: Bägzkacia angeseheaer, au&b in MarioD Sanudos JUiaasis 
dfker geBanaster d^iisclier äeorbeargswirtli Peter IPender «der Beaader 
(Sioekar 64: P«tea: Sck&eider aus Bern, yieüeicbt derselbe) enrSJunt 
(HeiMg Friedrioii Yon Liegnitz 111; PV. «. IfiOO: Zülnbart 306, 811; 
«neh Seesog BogiidacLS X. wohnte bei ihm; Tgl. Julius Miüler in BaJt. 
miWU^ 1879, Separatabdruck 126 £; ShnoBsleld I, 698; II, 155, 2B4, 
£8i-;üaa9 fiundt 51, 54, 63). Sein Gasthaus lag im 8. Bartbolomai^afi- 
«[uartier, ako nabe dem Bialte, ebenso auch, die B. BarthoJiimaeuskirciie, 
im P£arrkii?cbe des Fondaoo dei Tedeschi, wo (wie in der 6. Leokuxdie) 
eelir o£t deutsch gafnredigt wurde (Walter Ghiglinger ed. SoHweck 22, 
3S-<Ji; Fabri I, 101). 

<•*«) :Simonsfeld, Der Fondac© dei Tedeschi in Venedig, ßtut^gaart 
lfiß7, a Bde.; vgl €onrady 196; Possot ed. Sckejßer 78—79. Nach Vil- 
ünger 7 und Meier von Eussweil Nr. 194 gab ^tex Fcmdaco wöchenttUch 
1^ £ironen Steuer, nach Briemle I, 120 monatlioli 200 Speciesthaler, 
oder 9<00 .Zecbixken. Wie wertda^oU den Yenetianeru die I< reundschaffc 
mit den Becctsclaen war, gebt aus Manjao Sanudos sen. Aeussenmg ber- 
«cvr, ifiare Kvikie sei für jeden künftigen Kreuzzug unentbehrlich, sie äBseoi 
zwar «ete viel und könnten einmal leidat Herren werden wollen, aber 
Utiai eine unwidarsteOiliche Tapferkeit (Stephan in von Räumers fiiat. 
"Sasciie&b. 1S69, 325). 

»"«») rSimonsfeld II, 37, 39, :88 ft^ 176 ff., 198 ff., 2Ö9 ff. Ueber den 
Petftr erkehr v^. Greiffi Tagebuob d. LuksuR Rem, Augsb. 1861, 77. 

120) Ebenda 17, 29. 

***) J^ach. «Ulrich Leman (RM. 103) gingen jedes Jahr .acbt Tage 
vor Himmelfahrt ein bis zwei Pilgerschiffe nach dem beil. Laoide (c. 1473) ; 
Tgl. .jleaii Aertz (1484) 97 u. Breitenbach ö2 (SoIlweck21), wonach jedes 
■JidiT je :2 Galeeai nach Beirut, Jaffa, Constantinopal, Flandern und Eng- 
land, ,e 6 nacb Alexandrien abgingen. 

'iv2^ Ueber die Bedeutung Marseilles im XVH. Jahrhundert vgl. 
besonders Le vöyage de Hierua. von Benard, Paris 1621, 6 — 7, 11 und 
F. Massooi, Hist. du commerce fESOK^aiß dans le Levant au XYII siecle, 
Paris 1896. 

4«e) Vgl. PY. 1414» und 1493» und oben Note «1 und 82. 

iw) Fabri I, 86, 88; vgl. oben Note 106. Einige der wichtig- 
«ten Patrone sind : Jacobe Albeorte (Conrafly 289) , Marco Antonio 
(Jaeqoes le Saige ed. Duthüloeul 97), Jacobus Augustinus (Zuallart 
264), fiernardo Bai u (Archives hi«fc. de la Gascogne 1883, UI, 22; 
Gocbermoy (1*90) , Ludovico Barbo (Alexander 34*; Zübihart in EM. 
31 J ; Rindfleisch ibid. 322) , Andreas Contarini (Mergenthai , Leeman 
in £M. 108; Eestzel .35; Rochecihouart in £evue de T Orient lat. I, 
226; Oonrady, Yier rhein. Pilgerfahrten 90; das Wappen des Contacini 



— 48 — 

im Bilde eines nach dem Sinai pilgernden Studiosus in langem Talare 
ist in einem Stammbuch abgebildet, über i^elehes in Schlesiens Vorzeit 
in Bild und Wort 1880, XLIV, 466 berichtet wird), Antonio Contarini 
(Anon. August. 34*), Augustino Contarini (Alexander 34»: Arch. 
histor. de la Gascogne 1883, III, 22; Breitenbach 50» — 51»; Reisein- 
struktion 127, 144; Tucher 349; Rieter, Reisebuch 37; PV. 1493c, 1494i>; 
Walter Guglinger 68, 178; Lengherand 84: Casola 5; Fassbender in 
RM. 246; Örönemberg ibid. 151; Zedlitz ibid. 510; Conrady 90, 193i. 
Sebastian imd Bemard Contarini (Fabri III, 171 ff.); Cristoforo Cod- 
tarini (Archives II, 242) , Francesco Comaro (Albrecht 1 90 ; Pappen- 
heim 425), Andrea Curmelissi (Thunger in RM. 415 f.), Maria An- 
tonio Bandölo (Falk 211; Kettler 79; Ottheinrich in RM. 361), Ludo- 
vico Delphino (Tschudi 12; Stockar 67; Jacques le Saige 42), Marca 
Donato (L. v. WedeU b*6); Nicolo und Paolo Donato (Archives II, 243), 
Pietro Foscolo (PV. 1493»), Benedict Gabrielis (Pomer 132), Genero- 
(Bräuning 3, 210), Marco Giustiniani (Archives II, 242), Augustino de 
Jacobis (Lussy 69), Petrus de Jacobis (Fürer 1), Marco E^utorto (Züjn- 
hart in RM. 310), Petrus de Lando (Fabri l, SQ, 88; Grünemberg in. 
RM. 155 f.; Lengherand 84; Walter Guglinger 178; Reiseinstruktion 
127) , Alesandro Lanscino (Bräuning 210) , Bertrand de Latore mer- 
corum (Herzog Friedrich 114), Andrea Lauredano (HariF 60), Antonio 
u. Lorenzo Lauredano (Peter Rot 95 ; Hans Rot 73) , Marco Lom- 
bardo (Archives II , 243) , Petrus de Losine (Seydlitz 250» ; Münzer 
V. Babenberg 1), Lucas Mantelo (Georg Mülich 1449), Francesco Mar- 
coni (Mülinen), Nicolaus de S. Marite (Alex. v. Pappenheim in RM. 
425), Jacob US Michaelis (PV. 1510 — 1511; St. Genois, Les voyageurs 
Beiges I, 200), Andrea Morosini (Brunner 190; Wey 99), Leonardo 
Mudazio (Archives II, 243), Nane (Buseck in RM. 456), Angelo de 
Nicolais (Thunger 415), Nicolaus Paulus (Lorenz von Egen 917), Pi- 
sano (PV. 1414), 'Priuli (Thunger in RM. 141 :>, 4-,'3), Andrea Qmrina 
(Arch. II, 246), Jacobo Romano (Archiveä I, 242), Gorzi Salvator (L. 
V. WedeU 61), Luca de Segna (Meggen 27), Nicolaus de Stella (Anon.- 
August. 321), Antonio de Stephanis (Ketzel 34), Battista Tagiero (CotO« 
vicus 2), Hieronymus Terribüe (Joh. v. Himheim 449), Matthaeus de 
Torre (St. Genois I, 156; Ghistelle 49), Tomassino (Ketzel 52), Pietro 
Veneuri (Thimger 416), Viviano (Wormbser 215; Albrecht 190), Hansen. 
WasschaU (Hirschfeld 40), Alois Zorzi (Klempin 542; JuL Müller 124 ff.; 
PV. 1497» und 1498). 

*25) Bergleichen Contracte (naula) sind uns vielfach erhalten, z. B. 
bei Hans Rot 55—57; Albrecht 190—191»; Baumgarten 181 ff; Breiten- 
bach 50—51»; Fabri I, ?<9 ff.; Hirschfeld 40—45; Klempin 542—545: 
Falk 264—273; Kettler 79—83; Jodocus v. Meggen 27—36; Tschudi 
13—22; Wormbser 215—216»; Mergenthai; Thunger 416—422; Him^ 
heim 449 ; sie stimmen meist vollständig mit einander überein. Herzog 
Albrecht von Sachsen zahlte 4000 Dukaten Fährgeld, verlangte aber^ 
dass kein fremder Pilger mitfahren dürfe ; besonders wollte man nie^ 
malß Juden mit auf dem Schiffe haben (Tschudi 20 ; Klempin 544 ; vgl. 
Rauchwolf 298»; auch Tobler, Denkblätter 517—520; Jorga in Revue 
de r Orient latin VI, 54 (zum 4. Juni 1429). Als Agenten, die den Ab- 
schluss von Schiffsverträgen voraus besorgten, werden David Otto (Alb- 
recht 191*), Hans Brun und Matthias Forberg (Mergenthai; vgL Kohl 
138) genannt. 

•2«) Sonst musste der Patron die Pilger auf seine Kosten bis zur 
definitiven Abfahrt unterhalten (Meggen 31) ; wurden Pilger noch vor 



— 49 — 

der Abfahrt krank, ao hatte der Patron das ganze Fährgeld herauszu- 
geben (Meggen 31), bei einem Schiffbruch aber auf dem Laude sie frei 
2U halten f Albrecht 191). 

1") Älbrecht 191; Meggen 30. 

*28) So auch GrÜnemberg 151 und Kettler 79. Nach Gabriel vou 
Rattenberg 403 hätten die Franciskaner (vgl. Walter Guglinger ed.. 
SoUwek 69) gewöhnlich nur den halben Schiffialohn zx\ zahlen gehabt, 
doch hielt sich der Patron, überhaupt wenn nur wenig Pilger sich zur 
TJeberfahrt gemeldet hatten, nicht an diese Sitte. Die Höhe des Fahr- 
geldes schwankte sehr. Man zahlte mit Verpflegung im Gaiizen. 
auf der Galee (auf der Galeazze war nach Gimand von Schwalbach 97 
und Pomer 133 der Preis [8 — 10 Dukaten] um fünf- bis sechsmal biUiger) ;; 
80 (Py. 1498), 60 (Klempin 546; Casola 19; Albrecht 190; Mülinen 186; 
Zülnhart 312; Villinger 14; Khevenhüller sagt: 60 Kronen), 58 resp. 42^ 
(Herzog Friedrich ll5), 51 (Falk 212), 50 (Klempin 544: Tucher 374; 
Alexander 34» ; Ehrenberg 273 ; Schürpff 187 ; St. Genois I, 200 ; Zedlitt 
[1493]; Fassbender 248; vgl. PV. 1550»), 48 (Gumppenberg 236 ; Pomer 
133; Anon. August. 302; Rindfleisch 322), 46 (Stockar 67), 45 (Gabriel 
von Rattenberg 403), 44 (Dietrich von Schachten 175), 43 (Tscfiudi 21 ; 
Kettler 79), 42 (Fabri I, 89; Breitenbach 51; Conrady 195), 40 (Conrad^ 
192; Koblerl, 670; Walter Guglinger 68 ; Cuchermoy), 38 (Grünemberg 
151; Hans Rot 54), 35 (Peter Rot 96), 34 (Tucher 349»; Rieter, Reise^ 
buch 47; B. v. Eptingen 314), 30 (Conrady 91), 24 PV. 1482 »>) Dukaten 
resp. 46 — 50 Kronen (Jod. von Meggen 32; Thunger 415). Oline Ver- 
pflegung zahlte man im Ganzen 40 (A. von Pappenheim 425), 36 (Kohl 
141) Dukaten resp. 34 (Ketzel 34), 33 (Pomer 133), 30 (Harjrant 67), 
20 (Brunner 190) Holzwirth 1546) Kronen. Man zahlte; a) für die 
ganze Route bis Jaffa (Himheim 451; Walter von Waltersweil 5)t 
6 Dukaten als Fährgeld (Habennacher 1606: 6), för Essen 8 Du- 
katen, nach Himheim 451 : 5, Joh. v. Lauffen : 4 resp; 7 Kronen, Briemle 
n, 60: 4 (Fürer 340: 2) resp. 6 Dukaten (dasselbe Zuallart 257; von 
Marseille bis Tripolis); b) für Th eilstrecken bis Cypem, und zwar 
für Fährgeld und Essen, zahlten ViUinger (14): 4 resp. 6 Dukaten, 
Schach (5) : 4 Dukaten resp. 2 Silberkronen (aber der Pataron verlangte 
[S. 6] später 15 Dukaten), Gabriel von Rattenberg 403 : 3 resp. 4 Du- 
katen, bis Candia zahlte Troilo (4) : 20 Soudi, SHsansky (9) bis Alexan- 
drien 10 Thlr. Fährlohn und 1 Dukaten für Kost, Bräuning (3) bis Con- 
stantinopel 3 Zechinen Fährlohn und 6 fxir Kost. Für die Reise von 
Venedig bis Tripolis zahlte L. von Wedell 61: 10 Kronen Fährgeld und 
6 Kronen für die Kost, Rieter (1608) 25 Dukaten ; von Cypem tis Jaffa 
zahlte 1523 Ftiessli (215) : 20 Dukaten. Diese Ausgaben wurden häufig 
noch vermehrt Turch wirkliche und fingirte Extraauslagen, über welche 
die Rheder reichen Pilgern in die Heimath starke Rechnungen nach- 
schickten (vgl. PV. 1476»). Die üeberfahrt erfolgte entweder auf der 
Galee sehr schnell, oder sehr langsam auf dem Segelschiff (Galeere); 
für arme Pilger wurde das Fährgeld manchmal von den Reisegefährten 
bezahlt (PV, 1561»). 

'*») In Venedig bestand nämlich ein magistrato de cattaveri (vgl. 
über das frühere venetianische Schiffrecht Ibn Dschubair in Goergens- 
Röhricht, Arabische Quellenbeiträge I, 281), welcher alle Güter der auf 
dem Meere Verstorbenen einzog (vgl. Joh. von Himheim 449; Thunger 
415; Meggen 35; Briemle I, 197; Harrant 42; PV, 1561°; Conrady 89, 
Note 67). G. M. Thomas meldet über ene Behörde, auch »Avogadori 
de intus« genannt, dass sie seit 26 Juni 1280 constituirt war (Anz. f, 

Söhriclit» Pilgerrciien. 4 



— 50 — 

Kunde der deutsch. Yorzeit 1880, Nr. XI, d5l) und zwar: »tres lioiiiiiies, 
qui teneantur inquirere et scire omnes intratas et expenBas comjniuuf) 
per singulum et possint et debeant esse ad omoia consma que fient pro 
expendere sive dare aut donare aliquo modo bavere conunonis« -. unter 
ihrer Controle standen alle Steuerm&nner der aus Venedig gehenden 
und dorthin kommenden Schiffe. Am 13. Juni 1518 beschloss die Be- 
hörde, alle Jahre, wie dies Mkher geschehen, aber eine Zeit lang unter- 
blieben war. wieder eine Galee nach Jaffa gehen zu lassen. Haber- 
mach er (1606) erzählt, dass die Pilger bei äirer Abfahrt genao die 
Summe des mitgebrachten Geldes (nach PV. 1608 — 1610: mindestens 
100 Dukaten) angeben mussten (im Kloster della Vigna), das, wenn ein 
Pilger auf der Fahrt zwischen Venedig und Cypem resp. in Tripolis, 
oder in Jerusalem starb, die Frandskaner jenes Klosters, oder des Zion 
Ton Jerusalem erhielten ; dasselbe bestätigt zum Theil Villinger 96, nach 
welchem das Geld eines ÖBÜich von Candia yerstorbenen Pilgers den Fran- 
ciskanem zu Jerusalem gehörte, und Johann von Lauffen, welcher er- 
zählt, dass das Geld eines in Tripolis yerstorbenen Pilgers an den Con- 
vent in Jerusalem £eL 

^^) Fabri |, 92: »Qui (protonotturii) audientes causam nostcae 
praesentationis singulorum nomina, statns et conditiones inscripseront 
in quendam grandem librum, cui et pxius inscriptus fueram in prima 
mea peregrinatione ; et ita ratificatus fuit contractus et conventio nostra«. 
(VgL Hans Rot 73). Dieser »über grandis« Wrre von der aUergröasten 
Wichtigkeit für die Geschichte der Pilgerfahrten, aber wie leider fest- 
steht, ist die Kanzlei des hier gemeinten magistrato de cattaveri wahx- 
^scheinHch verloren, wenigstens bis jetzt nicht aufzu£nden gewesen. Die 
Namen eiozehier Beamten jener Kfiuozlei sind genannt bei Klempin 544 
und PV. 1561*; vgl. Hans Rot 56, wo auch (S. 73) erwähnt wiwi, dass 
(1440) das Exemplar des Contractes Nicolaus Muting vom Deutschen 
Hause in Verwahrung nahm. 

i»0 4000 Floren (Klempin 542), 3000 Dukaten (Albrecht 191»; 
Thunger 21), 2000 Dukaten (Tschudi 21), 1500 (Tucher 374»), 1000 (Hans 
Hot 73). 

»fi») Thunger 415. 

18«) Fabri I, 86 ; Fürer 2. 

18*) Archives de 1' Orient latin II, 240, 247—248. 

18*) Ebenda 246—247 (Revue de T Orient lat. IV, 298; VI, 401 f.). 

188) Thunger 415; Rehlinger 408; Habermacher (1606). Im PV. 
1586 wird erwähnt, dass einmal der Compass des Schiffes unbrauchbar 
war, auch die genügende Menge von Trinkwasser und Mundvorrath 
fehlte. 

187) Z. B. Hans Rot 17—20; Alexander 32 » ff. ; Breitenbach 50 iL; 
Fabri IH, 399—436 ; Walter Gugünger 51—55 ; Kohl 80 f. ; Tucher 350 f. ; 
Rieter 38— 41; Zedlitz (1493) 103—107; Harff 41—51, 56 f.; Kettler 
179—189 ; Gabriel v. Rattenberg 74—75 ; Kiechel 153—163 ; Tschudi 30 
— 52; Cotovicus 515 — 518; Harrant 53; vgl. Emstinger, Raisbuch 39 
—53,68—69; Com-ady 76— 88; 193— 200; '232— 239; Romanin, Storia 
di Venezia VI, 436 — 465 : Molmenti, La storia di Venezia nella vita 
privata, Torino 188« », 151 — 368. Eine Beschreibung venetianischer 
Trachten siehe bei Dietrich v. Schachten 170—174, Schilderungen des 
venetianischen Lebens von deutschen Reisenden auch bei Vulpius, Curiosi- 
täten II, 252; X, 531 ff. Georg Ernstinger Raisbuch (im Stuttgarter 
litter. Verein CXXXV), 48 giebt (1593) die Bevölkerungsziffer, Venedigs 
-an (fast genau dieselben Zahlen bei L. von WedeU 58, der noch 72 Pfarr- 



— 51 — 

lordheii, 40 Klöster und 400 Kirchen erwähnt) aufr 59;d49 Männer, 
67.531 Weiber, 58.412 Kinder von 6—12 Jahren, 2087 Mönche, 2188 
Nonnen und 1157 Juden (»nach einem getmckten welschen hüchl«), 
Neitzschütz 19 (1636) : 190.714 Seelen. Ansichten von Venedig giebt 
Possot ed. Schefer 74 f. u. Breidenbach (daraus auch Grünemberg) naeh 
der Eewichschen Zeichnung; vgl. auch PV. 1465*». 

»»8) Harff 63 ; Fabri I, 96 — 107 ; Tucher 350 ; Schürpff 185 ff* ; 
Alexander 33—34 ; Hirschfeld 47 ff. ; vgl. Wey 89—90. 

*«e) Hans Rot 87; Alexander 34«^: Fabri I, 98; Harff 47; Seydiüa 
r250; Tschudi 40 f.; Conrady 23^) ff. 

»^0) Herzog Friedrich 115; Zedlitz (1493); Alexander 35; Jodocufl 
von Meggen 13; ViUinger 13; Füessli (1523): Gabriel von Rattenberg 
403; Ottheinrich 358; Fassbender 249; Conrady 234. 

***) ViUinger 10 — 11 erzählt, dass die Pilger in ihren Reisekostümen 
neben den glänzenden Rathsherren gehen durften ; nach dem Ende der 
Procession empfing sie der Doge in seinem Palaste. Hier fielen sie voar 
ihm nieder, küssten ihm Gewand und Füsse, worauf er jedem die Hand auf 
die Schulter legte und glückliche Reise wünschte. Nach Hans Rot 83, 
Harff 44 und IHetrich von Schachten 174 waren sogar im Dogenpalaet 
die Wappen aUer adligen Pilger aufgehängt, welche von Venedig aus 
ihre Jerusalemfahrt angetreten hatten. 

»^'^) Graf Albrecht (190) Hess sich in Venedig die Nativität stellen; 
vgL Meggen 38. Ein Gefährte Tschudis (26), der die Waffen, wie da- 
heim, öffentlich trug, wurde verhaftet und erst nach Weiterungen wieder 
frei. Ebenso mussten die Pilger bei ihrer Ankunft in Venedig (PV. 
1608— leiO) ihr Geld (vgL die Straferlasse bei Simonsfeld I, 477, Nr. 783 
u. n, 194, Nr. 11) und P. sse vorweisen (PV. 1550). 

***) Ein solcher Dolmetscher erhielt gewöhnlich entweder monat- 
lich 3V2 — 4 Dukaten und ein Bleid (Tucher 349»; Rieter, Reisebuch 37; 
Harff' 57; Herzog Friedrich 201; Albrecht 189»; Gumppenberg 236; 
Stockar 47), oder 6 (Parsberg), oder aber im Ganzen 30 Kronen (Thunger 
-415). Parsberg nennt einen Dolmetscher (Schiffimann), der achtanal im 
heiligen Lande gewesen war; zuweilen waren es Renegaten (Hairff 57). 

***) FüesBH 211 kaufte sich 1.-23 in Venedig eine deutsche Bibel; 
«onst vgl. oben Note 86 und Rieter 62 ff. Pilgeranweisungen über die 
in Venedig einzukaufenden Reisebedürfnisse enthält ausser der bekannten 
Reiseinstruktion z. B. Rindfleisch 319 — 321, Grünemberg 147 — 151, Kettler 
78 — 79, 83 — 84 (eine englische weist ten Brink, Gesch. d. engl. Litteratur 
II, 36C nach), Wey XXVIII— XXIX (wonach der Pilger auch eine Karte 
■d. Welt und des heü. Landes und gelehrte Bücher mitnahm) u. 4 — 7. 

**^) Eine lederne Schreibtafel kaufte Waltersweü 7». 

«*«) VgL ReiseinsÜTiktion 121 — 122 ; Conrady 290 — 301 ; Tucher 
373 a; Rieter 144; Habermacher (1H06), auch Jahrbuch für niederdeutsche 
Sprachforschung 1879, 5—26 ; Scheible, Das Kloster VI, 153—164. Aerzt- 
liche Pügeranweisungen siehe bei Conrady 290 — 301 (vgl. RB. Nr. 497) ; 
grosse Herren brauchten sie nicht, da sie auf ihre Wallfahrt ihre Leib- 
ärzte mitnahmen, von denen wir hier besonders nennen: Dr. Lochner, 
Dr. Wallfelser, Dr. PoUich, Dr. Mynsinger, Dr. Hunolt von Plettenberg. 
Ein berühmtes Rezeptbuch war Gualter Ryff", Kon'ektbüchlein, Nürnberg 
1578, 80. 

**^) lieber Geldwerthe des Mittelalters vgl. Lamprecht, Deutsches 
Wirthschaftsleben im Mittelalter II, 351 ff., 512 ff., speciell des drei- 
zehnten Jahrhunderts vgl. Desimoni: in Atti Ligure 1879, app. 111 — 114; 
Giomale Ligustico 1882, 13 ff., Revue de 1' Orient latin HI, 1—21 über 

4* 



— 52 — 

die des vierzelmteii in £uropa und in der Levante nehe : ExpeditioDs 
to Pruasia and the Holy Lanv made by Heniy, Earl of Derby, in the 
years 1390—1391 and 1392 -- 1393 ed. Lucy Toulmain Smitli, London 
1894 (Camden Society), XCVIII— CV (dort S. 150—220 die Route von 
Wien nach Venedig, S. 220 — 234 Ausgaberegister über die Reise von 
Venedig nach Jerusalem und zurück). Im Jahre 1322 rechnet Symeon 
Symeonis (Etinerar. ed. Nasmith) 34 einen Florentius = 20 V^enetianische 
Gfrossi, einen Byzantiner in Gold ^= 26, eine Dublone = 28, eine Hyper- 
pere = 12, eine Drachme = 1 '/« Cambier, einen venetianischen Groschen 
= 22 Cambier. Ueber die Geldcourse des fanfzehnten und der beiden 
folgenden Jahrhunderte vgl. Hans Hundt, Rechnungsbuch 43; Steier- 
mark. Geschichtsblätter 1881, 65—71; Zeitschr. d. Oberrheins 1832, Hl, 
30i ff.; VI, 25.=> ff.; IX, 96 ff., 189 ff. ; XI, 129—138, 305—408; XII, 142 
bis 194, 314—321; XIV, 280—311; XVI, 68; XVIII, 175—192; XIX, 
385 — 412; XXI, 34 — Ö4 u. besonders Beissel: Geldwerth u. Arbeitslohn 
im Mittelalter, Freibiirg 1884 (Stimmen aus Maria Laach, VIL Ergänz- 
ungsband), über die Geldco\irse des siebenzehnten Jahrhunderts vgL 
auch ZDPV. III, 221 — 224. Es mögen hier aus den Pilgerschriften einige 
gewiss erwünschte Angaben darüber folgen. Ein^ venetianische Zechine 
(wie der ungarische Dukaten genau 9, 60 oder 10, 87 Reichsmark, wäh- 
rend der rheinische Gulden Ende des XV. Jahrhunderts c. 7,20 Reichs- 
mark werth war) hatte 10 MarceUi resp. 100 Marchetti (Sollweck 81), 
(während Kettler (1519) 78 nur 9 Marcelli, aber 100 Marchettis die Zechine 
gelten 1 sst) und war nach Girnand v. Schwalbach (1440) 99: 28 Gro- 
schen (ä 4 Schillinge), nach Meier v. Russweil (lb'03) Nr. 204 : 38 Schweizer 
Batzen, nach Joh. v. Himheim 452 : 27 Batzen, nach Buseck 460 ein 
Zehntel von 21 Floren und 5 Batzen und galt nach türkischem Gelde 
gegen Ende des fünfzehnten und Anfang des sechszehnten Jahrhunderts : 
25 (Fabri 1, 387; lU, K-l; Tucher 368; Baumgarten 57), 25 V2 (Tucher 
362»), 26 (Harff 78, 94 ; vgl. Breitenbachs Reiseinstruktion 145) Meidine, 
gegen Mitte und Ende des XVI. Jahrhunderts 40 (Fürer 39 , 207; 
Bräuning 1257: Kiechel 334), 42 (in Aleppo nach Bräuning 274), 44r 
(Helffrich 378») 45 (Harrant 472), 73—75 (in Tripolis nach Zuallart 331). 
90 (Cotovicus 479), Meidine, ja 116 in Damascus (Cotovicus); die Krone 
galt 32—34 (Helffrich 378»), 60 (ZuaUart 331) Meidine. Nach L. von. 
Wedell (1578) 59 waren 2) Schillinge -= 1 Pfund, 14 Pfund und 16 
Schillinge -= 1 Gulden oder goldener Thaler, 5 Pfund und 9 Schilling 
= 1 Thaler, 7 Pfund und 10 SchiUing = eine gewichtige Krone, 8 Pfund 
12 Schilling = 1 Zechine, 8 Pfund und 8 SchiUing = 1 ungarischer 
Dukaten. Sonst galt die Zechine nach Bräuning (18) in Epirus 60 
(ebenso S. 274 in Aleppo) Asperer, die Krone 50, der Thaler 40, ein 
venetianisches Pfund b"; nach Harrant 472 gab man für eine Zechine 
90 Asperer. Bräuning 125 f. und Schweigger 267 erklären, eine Zechine 
hätte sonst 8 Schahi gegolten (ein Schahi =^ ^4 Gulden oder 7'/2 Asperer, 
ein Gulden = 30 Asperer, ein Asperer = 24 Mangur). Der Meidin galt 
in der Mitte des sechszehnten Jahrhunderts nach Johann von Lauffen 
und Fürer 206 : 4 venetianische Schillinge, oder V« Mocenigo (ein M6- 
cenigo war nach ViUinger 18 und Albrecht 195» =^ 4 Constanzer Batzen), 
nach ViUinger 18 = ^j^ Constanzer Batzen, nach Albrecht 195 «/g des- 
selben Geldes, nach Seydlitz 252 — 16 HeUer, nach Bräuning 126, 
Schweigger 267 ^= 6 Fuls, nach Rindfleisch (1496) — V2 Marcello (ein 
MarceUo galt nach Elias von Pesaro == 2 bajocchi = '/16 Dukaten, 
früher 10 SoHdi = 60 Centimes (vgl. Thausing, Düi-ers Briefe 189;. 
Tuchers Haushaltungsbuch ed. Loose 154), nach Kiechel 331 (in Syrien). 



— 53 — 

V^o» ui Cypern Vfto Joachimsthaler, die nach Rauwolff 281 im Orient 
sehr verbreitet waren. L. von Wedell (1578) 167 sagt, in Alexandrien 
h'tten 6 kleine oder 3 g][088e Fuls gegolten 1 Asperer, 2 Asperer =- 
J Meidin, 26 Meidin = 1 Thaler. 35 eine Eirone, 40 eine Zechine. Rieter 
(1609) rechnet: 1 Piaster ~ 15 Saiat, 1 Saiat = 10 Asperer, 113 Du- 
katen = 169 Piaster und 30 Meidine, 55 Piaster und 30 Meidin = 37 Du- 
katen, 50 Dukaten =r 75 Piaster. Sonst galt der Meidin 1 '/? — 2 Kreuzer 
(Kiechel 285 ; vgl Tobler, Siloahquelle 163, Walter von Waltersweil 61 ; 
Bräuning 98), 3 (Schweigger 39, 267: Bräuning 125 f.; Scheidt 39; 
Dietrich von Schachten [Harrant 152 sonst 3 Heller]), oder 4 (Baum- 
garten 97) Kreuzer resp. 1 Vö Asperer, oder einen Stüber (Cotovicus 479). 
Der Asperer galt 1 (Wild 28) Krejjzf-i (nach Meier von Russweil, Nr. 201 
= 1 Schilling), nach Schwei^ger 39, 53 aber 2 Kreuzer, oder einen 
halben Heller weniger als ein halber Batzen. Der Marchetto hatte 
nach Dietrich von Schachten (1491) den Werth eines halben Weiss- 
pfennigs (0,5 BM.), oder Vio MarceUo. Am genauesten verbreitet sich 
Cotovicus (1590) über die Geldverhältnisse und Werthe; er sagt: 12 
Asperer seien == 10 Gazettas, oder 20 Marchettos d. h. venetianische 
Schillinge, 5 Meidine, oder 8 Asperer seien == ein Saiat (Harrant 472 
und Zuallart 331 rechnen 4, Bräuning 274 4'/^, Meidine auf ein Saiat; 
EauwolfF 294=^ sagt, ein Saiat habe drei Batzen gegolten^, 40 Saiat, oder 
20 Stüber, 8 Saiat, oder 40 Meidin hätten einen türkischen Dukaten 
gemacht, dessen Werth nach Schweigger 39 gleichen Kurs mit dem 
ungarischen Dukaten gehabt hätte. Von christlichen im Orient ge- 
br uchlichen Geldsorten nennt Cotovicus venetiamsche Silberdukaten, 
holländische Thaler (= 10 Saiat), spanische Begalen (aUe = 65 Mei- 
dine), von türkischen Erzmünzen: Zibit, Mangur, Dirhem: 6 Nuccaras 
seien = 1 Meidin, 6 Mangur -= 1 Asperer, 1 Nuccara = 2 Dirhem« 
2 Zibit = 1 Dirhem. Die Meidine von Cairo hätten das Doppelte ge- 
golten als die syrischen; die Zechine hätte in Jerusalem 45, in Aleppo 
120 gegolten; der Thaler in Damascns 65, in Alepx>o 68, in Jerusalem 
30 Meidine. Walter von Waltersweil 61 rechnet 1 spanischen Regal 
^=-- 5 Saiat und 2 Meidin, 1 Thaler = 10 Saiat, eine Goldkrone = 12 
bis 13 Saiat, eiaen ungarischen Dukaten =^16 Saiat, eine Zechine = 
16 — 17 Saiat. Schweigger 267 giebt den Thaler an auf 4 Gurusch 
{1 Gurusch = 4" Asperer); Neitschütz 46 rechnet 3 Asperer auf einen 
Groschen, (2 Meidin stellt er [S. 152 f.] an Werth ziemlich gleich 2 Meiss- 
nischen Groschen), einen ungarischen Dukaten (S. '240) -= t)4 — 68 Meidin, 
einen spanischen Regal = 34 (ebenso Rantzow 58; Zuallart 331: 45) 
Meidin, einen Meidin =? 3 Asperer, 1 Asperer =^ 4 Pfennig; Rantzow 
58 sagt, ein Reichsthaler sei (1623) := 31 Meidin, eine Zechine ^= 60, 
oder 65 Mtidine. Briemle endlich (I[, 257) sagt (17< 0), jeder vene- 
üanische, ungarische, deutsche, oder holländische Dukaten hätte 3 Gul- 
den und 1 — 15 Stüber gegolten. Von Silbermünzen nennt er Asperer, 
von denen früher 80, zu seintr Zeit 100 einen Thaler gemacht hätten 
(S. 258), ferner das Barra (= 3 Asperer oder 2% Kreuzer), das Borasi 
i(= 4 Asperer), das Solota, oder ein türkischer Gulden, das Tult {=^ 
'/» Thaler = 30 Kreuzer ^= V, Gulden) ; die spansischen Thaler hätten 
den Namen Groske, die deutschen Kara Groske, die hoUändischen Ars- 
lane, die polnischen, sächsischen und brandenburgisvhen Tult. Sonst 
vgl. über die Geldverhältnisse noch Genaueres bei El - Calcaschandi in 
den Götting. akadem. Abhandl. 1879, 142 ff. und bei Tobler, Denk- 
hlätter 277 f. 



— 54 — 

«*») Gnmppenberg 236: Fabri I, 96; vgl. Tschudi 7; ZuaHaxt 25^ 
und PV. 140(>ft, 1499, 1523^, 1580. Die Berner stellten ihrem an Matthias 
CorvinuQ und Herzog Siegmund von Gestenreich am 20. März 1488 ab- 
gefertigten Gesandten Melchior Russ den Geleitsbrief ans: »cupientem 
httnc Timm Melchiorem Russ ex notabiH prosapia ortum, cui virtutom 
nichil deest, ad partes eas, ubi Christus, Salvator noster, mortem mo^ 
riendo destruxit et vitam resurgendo reparavit, proficisci« (v. Seegesser» 
Die Beziehungen der Schweizer zu Matthias Corvinus, Luzem ISt^O, 46, 
87 f. und dessen Sammlung kleiner Schriften, Bern, 1879, II, 211, 2'i2 f.; 
L.). Geleitsbriefe für Peter Falk aus l'reiburg und Franz von GlÄreseew 
vgl. in M. de Diesbach, Les p^lerins Fribourgeois 273 — 274, 276 — 277, 
sonst auch Zülnhart 306. Bräuning 2 empfing Briefe vom kaiserlichen 
Agenten Balthasar von Dorenbcrg an den kaiserlichen Gesandten Graf 
Joachim von Zinzendorf in Constantinopel, ebenso an den französischen 
Gesandten Mr. de Vie und durch den Faktor der Rehlinger von Augs- 
burg, Johannes Neuss, nach einigen Plätzen der Levante, Kiechel 462 
durch Friedrich Ambroster von Heidingshaus, der ebenfalls Verbindungen 
in Kleinasien hatte. Slisansky 2 brachte ein Empfehlungsschreiben von 
Wien nach Venedig und zwei nach Jerusalem mit. Rieter (37) fand 
durch zwei in Venedig ansässige Deutsche Hans Knewssel und Peter 
Schneyder mannigfache Unterstützung. 

^^^) HarflP 59 ; Fabri I, 95. In einem solchen Geleitsbrief waren die 
Namen der Pilger alle aufgezeichnet. 

150) Bräuning 2. 

««») Zülnhart 308: ZuaUart 256; PV. 1499. Ein oifenes Empfeh- 
lungsschreiben (aus der Zeit der Kr uzzüge von 1209 in Schannat» 
Vindem. I, 188 f.) nach Santiago siehe in den Mecklenburg. Jahrbüchern 
1878, 193 und im llsenburger ÜB. Nr. 452, einen Rompass von 1503 in 
der Zeitschr. für die Geschichte d. Oberrheins 1864, XVI, 490 ; vgl. oben 
Note 10. 

*5*) Nach Jod. von Meggen 45 verbot er ihnen das Stehlen, 
widrigenfalls sie Spiessruthen laufen mussten (Villinger 23), das Fludien 
find ^ne contra naturam peccent« ; wer eine Üebertretung dieser Be- 
stimmung zur Anzeige brachte, erhielt einen halben Dukaten Belohnung. 

****) Fabri I, 150 t Breitenbach 53«^; Jodocus von Meggen 44-; Con- 
rady 101 : nach Hartf 61 war auf dem Hauptsegel S. Christoph aufge- 
malt. Grünemberg 152 (vgl. auch Cuchermoy) giebt ein sehr genaue» 
Bild Ton einer absegelnden Galee, das sich leider nicht einfügen lässt. 
Auf beiden Seiten des Schiffes sind 53 Ruder, in der Mitt3 des Mast- 
baumes (ohne Spitze) ein Korb, in dem ein Galiot sitzt, von wo herab 
ein Banner wallt, darauf die Jungfrau Maria, dpr Marcuslöwe, im Zick- 
zack gehendes Blau und Gelb (die Farben des Patrons), während vom 
<iralion das fünffache Jerusalemkreuz hängt, das auch auf dem Vorder- 
eegel und auf einem kleinen Segel rechts neben dem Hintersegel abge- 
malt ist ; dicht daneben befindet sich das Wappen des Patrons, während 
auf der Rae des Mittelsegels ein Afte sitzt, um den Mastbaum herum 
Hörn blasende Gaüoten. Grünemberg berichtet auch, dass jeder seinen 
Platz (als der beste galt mit Recht der dicht am Mastbaum ; vgl. R^ise- 
instruktion 127) durch Anschreiben mit Kreide zu belegen pflegte. 

'•''^) Vgl. den Anhang: Pilgerlieder. 

»^öj Kraft (ed. Cohn), Denkwürdigkeiten 27; nach Neitschütz '2 1 
riefen die Püger bei der Abreise dreimal : Jesus aus. Ueber den Gottes- 
dienst am Bord der Schiffe überhaupt vgl. den anonymen Bericht (ed. 
E. H nrici) in Zeitschr. für deutsch. Alterthum 1881, G4— 65. 



— »ö - - 

*^'*) üeber die Arten der mittelalterliclien Schiffe vgi. ansger äffe 
bekaruttten Stelle im Iliiierar. Bicardi ed. Stubbs 89 : Ludolf von Sud* 
heim 16 f., Harff 60 f., Stockar 687, Tscbudi 47-^50, Br uning 4—5, 
Fabri I, 1 17, Scbweigger 240—243, Ign. von Rbeinfelden 4—8 ; 71—76. 
Oabriel von Rattenberg 403 f., Johann von Lauffen im PV. 1583^, Juli«ä 
MüDer 96 ff. Sonst siehe auch sehr sorgf Itige Beschreibungen bei 
Caeola (Milano 1855), 19 — 22, Muiieii Eiccio, 11 regno di Carlo I di 
Angio, Napoli 1875, «104 f., Archivio storico italiano 1878, I, 234 f.> 
Arnari, Dipl. arabi del arch. Fior., prefaz. XXIII (über arabische Schiffe 
vgl. Quatrem^re, Makrizi I A, 143 f. ; note 17 ff*. ; das Bild einer vene- 
tianischen Galeere bei Eye und Falke, Kuxist und Leben der Vorzeit 
III, 22 ; ein anderes aus einem alten Stammbuch wird erwähnt in Schle- 
siens Vonseit J880, 44. Bericht, 464), Ernst Henrici in der Zeitschr. für 
deutsch. Alterthum 1881, 69—70 und die Nachträge daselbst 182—188, 
endlich Alwin Schultz, Das höfische Leben IT, 312 ff. üeber die Hafen* 
Signale Venedigs vgl. Grünemberg 152. 

*ö7) Stockar 67; Tschudi 104; Bräuning 6; Schweigger 280; Kraft 
23 f. ; Kohl 125. 

'ö«) Fabri T, 122—127. 

i*^») Fabri I, 136 f. ; Br^iuning 6-8. 

i"») Fabri I, 164 f.; 166; Werli von Zimmern 120; Kohl 86; vgL 
PV. 1482», 1484». 

*«*) Fabri I, 143; Stockar 24; Mergenthai; Briemle 11, 137: Heberer 
157; Zuallart 247. Uebrigens bestahlen sich auch die Pilger zuweilen 
gegenseitig (Tschudi 89). 

«6*) Ludolf 12—14; Herzog Friedrich 119. 

»«») Fabri I, 38; PV. 1551, 1556». 

164) -Werli von Zimmern 126»: Fabri I, 170; Fassbender 24fJ: 
Walter Guglinger ed. Sollweck 76; Dietrich von Schachten 179; Pars- 
berg (PV. 1494b). Der letztere erz'jhlt auch, dass vier Trompeter beim 
Vorüberfahren an einer Kirche, bei der Landung und bei Tagesanbruch 
Tusch zu blasen pflegten, während Harff 6 1 sogar acht Trompeter, wor-^ 
unter zwei Deutsche waren, auf dem Schiffe fand, die vor und nach der 
Mahlzeit, sowie Morgens und Abends blasen mussten. Dass es auch 
sonst, besonders bei windstülem Wetter, sehr lustig auf dem Schiff'e 
hergieng, bezeugt ausser Thunger in RM. 426 Helffrich 375 : =^alsb dass. 
der Schilftnann nach dem Nachtessen auf den Cythem geschlagen und 
einen Tanz halten lassen, denn unter unserer Gesellschaft etliche Bra- 
bändische und Holländische Weiber waren, so übten die Schiffsleut au h 
viel seltzamer spiel mit tantzen, gaukeln auf dem Seyl und dergleichen 
springen bis in die Nacht«. 

"^5) Fabri I, 54: Kohl 129; EcMin 400: Dietrich von Schachten 
218; PV. 1494»; Lussy7l; Zuallart 332; bei Stammer 173 Friedensfeuer, 
b& Ignatius von Rheinfelden II, 12 S. Germanusfeuer genannt. 

*««) Fürer 318; vgl. Jona 1, 7. Im Jahre 1573 (vgL PV. 1573») 
wollte ein Patron während eines Sturmes als dafür verantwortlich einen 
lutherischen Pilger unterwegs aussetzen und ward nur durch die Bitten 
des Schiflfevolkes davon abgebracht; ein Beispiel, wie Pilger einander 
bis zum Tode treu beistanden, giebt PV. 16 8 — 1610. 

»«') Radzivill 228 f. : Bräuniag 293; Stockar 38—41 : Albre ht 189 ; 
VgL Lussey 72 f. ; Füessli 223. Agnus Dei sind vom Papste geweihte; 
länglich runde MedaiUen aus dem Wachs der vorjährigen Osterkerzen 
mit Chrisma, auch aus dem Oblatenteig, oder Metall gebildet, die auf 
dem Avers das Lamm Gottes, auf denä Revers ein Heiligenbild zeigen 



— 56 — 

(Oüe, Handbuch der kirchlichen Eunstarchäologie I, 247); über andere 
Beminiscenzen vgl. PY. 1493^ sonst auch Jodocus yon Meggen Ib'l; 
Fabii II, 36; Füessli 22ö f.: Villinger 104. Gabriel von Rattenberg 4(»7 
«rzählt, da88 der Patron beim Antritt der Heimfahrt die Pilger schwören 
liess, dass sie kein Jordanwaaser bei sich führten; vgL auch Tobler, 
Denkblatter 540. 

>*^) Stockar 41 ; für die Erlaubniss, einen auf der Fahrt gestorbenen 
Pilger in Jaffa beerdigen zu dürfen, musste man 10 Dukaten an die 
Türken zahlen (PV. 1494» imd 1494»'). 

>♦•») Stockar 48; vgl. Hagenmeyer, Peter der Eremite ^82 f.; ZDPV. 
IX, 178. Gewöhnlich gelobte man eine Fahrt nach Loretto, das ja auch 
wirklich viele Pilger auf der Heimkehr besuchten, nach Santiago, oder 
einem anderen Gnadenorte wie z. B; Trebnitz, wohin Rindfleisch zu 
pilgern gelobte. Friedrich Greifenklau ward durch den Sturm so inner- 
lich erschüttert, dass er nach seiner Heimkehr in's Kloster ging (PV. 
1454), und Herzog Bogislaus X von Pommern gelobte, wenn er glück- 
lich mit dem Leben davon käme, in seinem Lande da« Strandrecht ab- 
zuschaffen (PV. 1497*). 

"0) VgL Rieter 1464, PV. 1491», 1494» und »>, 1625. 

*"•) Bräiming 294 sagt zum Beichtvater: 3» Dann ist ein Beicht- 
Vatter im Himmel, der mich durch das Verdienst, bitter Leyden und 
Sterben seines lieben Sohnes, meines einigen Erlcsers und Seligmachers 
Jesu Christi, von allen meinen Sünden besser absolvieren und zu welcher 
Stunde es sein göttlicher Will, ein seliges End verleihen würde« ; vgl. 
auch Rauwolff" im Reyssbuch 1584, 347». 

*7*) Stockar 49 erzählt von einem Sturme: ^ Do sprach undschrieg 
unser Battron, der Thelffin, man sett al segel ainlon und settin das 
Banner Jerusalehem uffstecken, das Bilgerbanner und den Marckon und 
des Herren Banner, und müssten wir do sterben, so weitend wir ritter- 
lich sterben und mit uffrechten flügenden Scffelen, und weit die Schand 
nit han ain im undan an den Sinengen; filleicht hülff uns Gott davon<. 

»'») Fabri I, 133 ff*.; ähnliche Klagen finden wir in einer Ballade 
bei Simon von Anglure ed. Bonnardot 111 — 114, bei Zuallart 246, Sli- 
sansky 10, Briemle 11, 36. 

*^*) Also ein Platz drei Spannen breit (mit den Vorderfingem ge- 
messen), wie Grünemberg 150 bestätigt. 

''^) D. i. unvorsichtig ; Lupulus 379 erwähnt einen Schiffsbrand, 
der durch Unvorsichtigkeit mit cJem Lichte ausbrach. 

•'«) Helffrich 375^ 

'") FaVri I, 39. Uebrigens bedienten sich auch einmal die Vene- 
tianer der Püger als Entsatztruppen; vgL PV. 1470, 

'78) Ketzel 38—41. Nach Buseck 459 war 1587 der Guardian durch 
die Türken aus Jerusalem vertrieben worden, so dass die Pilger nicht 
in Jaffa, sondern in Tripolis anlegten; nach Rehlinger 409 war 1509 
der Strand bei Jaffa (wohl zum Schutz gegen die Johanniter) von türki- 
schen Wachen stark besetzt. 

»•») Stockar 2-->, 31, 37; Ketzel 37: Herzog Friedrich 118 f. 

»80) Kohl 98. 

«8») Vgl. PV. 1497*. üeber die Art des Salutirens der Schiffe, die 
damals der Patron Alois Zorzi nicht beobachtet haben sollte, dass näm^ 
Jich das kleinere Schiff vor dem grüsseren die Segel niederlassen musste, 
VgL Tschudi 88: Com*ady 101. 

*8s) Hingegen hatten in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts 



— 57 — 

Pilger Ausplönderung durch yenetianische Schiffer zu erdulden (vgl. 
PV. 1355). 

»8^) .Breitenbach 114»— - 115; Cotovicus 4 — 116; Briemle II, G2 
— 126. 

'**) Dort sollte Helena geraubt worden sein (Breitenbach 83»; 
Fabri I, 33 ; Ottheinrich 362) ; Ansichten von Parenzo siehe bei Breiten- 
bach und (daraus) bei Granemberg (wo auch Ansichten von Sebenico, 
Lesina, Gurzuola, Ragusa sich finden)^ Im Jahre 1484 sah Jan Aertz 
(135) die Wappen des Herzogs von Sachsen sowie seiner Begleiter im 
Ä: Benedictkloster von Parenzo. lieber die geographischen Legenden 
des Mittelalters im Allgemeinen vgl. die allerdings wenig erschöpfenden 
Nouveaux räcits de voyages par Xavier Marmier, Paris 1879, 1 — 54. 

'*ö) Dessen Römerbauten erwähnt werden (Herzog Friedrich 116; 
Tschudi 56; Cotovicus 6 — 8): der Sage zufolge hätte hier Simson die 
Säulen des Philistertempels niedergerissen (Kurfürst Friedrich 77) ; nach 
Schürpff 188 ; Pierre de Smet in S. Genois, Les voyageurs Beiges I, 20l : 
^uallart 265 hätte hier Kaiser Karl den Roland (Harff 62 nennt Diet- 
rich von Bern) einst als Hauptmann zurückgelassen. Eine Ansicht (ebenso 
von Zara) wird erwähnt im PV. 1465*». 

»8«) Schürpff 191 f. ; B. von Eptingen 327—329. Nach einer Notiz 
in einem Manuscripte der Breslauer Stadtbibliothek (8*, 185*^: Vergnü- 
gung müssiger Stunden, durch die Güte des Herrn königl. Staatsarchivar 
Dr. Wutke mitgetheilt) war c. 1640 Johann Theodor von Tschech von 
Venedig nach Kagusa gekommen, überhörte aber das Glockenzeichen 
2ur Abfahrt des Schifies nach der Levante und musste seine beabsich^ 
tigte Wallfahrt nach Jerusalem aufgeben und all sein auf dem Schiffe 
befindliches Geld im Stich lassen und in die Heimath mittellos zurück- 
kehren; er starb 1649 in Königsberg. In Zara trafen 1483 die Pilger 
einen Apotheker aus Aschaffenburg (Walter Guglinger 260). Ansichten 
der von den Pilgern auf der Seefohrt berührten Orte siehe auch bei 
Metzger (PV. 1697). Vgl. liredek, Die Bedeutung Ragusas in der Handels- 
geschichte d. Mittelalters, Wien 1899. 

» 87) Vgl. Bräuning 22—27; Briemle II, 118 (dort auch ein Bild der 
Insel); Fürer 329 nennt als »äussersten Ort von Corfu« Cassopo. Im 
Jahre 1520 logirten dort die Pilger in einer deutschen Herberge, »der 
Krone«. Deutsche Wappen auf Corfu erwähnt Walter Guglinger 78. 
Eine Karte der Insel siehe bei Breitenbach, Grünemberg, Cotovicus und 
Possot (ed. Schefer 266—267). 

*88) Hier zeigte man das Grabmal Ciceros (Cotovicus 50 — 53, der auch 
«ine Abbildung giebt ; Seydütz 251 ; Münzer von Babenberg 5 ; Rehlinger 
409; PV. 1150»; Geisheim 212; Hakluyt II, 103; vgl. Drumann, Gesch. 
der römisch. Republik VI 380 f., Note 99) und des Anatomen Vesaüus 
<t 10. Oktober 1564; vgl. Fürer 8; Zuallart 268 f.; Troilo 14—16; 
S. Genois, Les voyageurs Beiges II, 51 und oben Note 20). Eine vene- 
tianische Inschrift notirt Bräuning 31, eine Karte der Insel siehe bei 
Cotovicus 48. 

i89j Wo der heilige Leo begraben lag (Ketzel 36). Ein Deutscher hielt 
hier 1483 ein Hurenhaus (Fabri I, 3.9); Harff 66 begegnete in Modon 
«inem deutschen Büchsenmeister, wohl demselben, den Walter Guglinger 
^59 (1483) traf und Conrad aus Nürnberg nennt. Hier wohnte 1482 im 
Deutschen - Ordenshause Markgraf Friedrich (Walter Guglinger 52) und 
Orünemberg (153) 1486. Nach allgemeiner Uebereinstimmung sollte in 
der Nähe der Stadt die Heimath der Zigeuner gewesen sein ; vgl. Con- 
rady 99-100. Eine Ansicht erwähnt PV. 1465i>. 



— 58 — 

100^ Wo nack fiast allen PilgeiBcliriften, wolil auf die AutoritSt de» 
John de Maundeville hin, der lUub der Helena erfolgt sein boIL 

'ö') Ludolf von Sudheim 27; Alexander 37; Seydlifa 251; Geis- 
heim 212; Conrady 103—105; 242 ff.; Nomper de Caumont 411; Eptin- 
gen 337 — 340; CotovicuB 71— 85; Schweigger 328 f.: TroQo 21—22; 
NeitBchtitz 131—135; Harrant 91—105; Otto von Groben 54— ßa tarne 
Ansicht gielt Breitenbach und Cotovicus 72. Ludolf v<ni Sudheim findet 
das neutestamenthche Colossae hier auf Candia (andere z. B. Fabri U 
168, 254; Grünemberg fol. 317 auf Rhodus), wie die Galater mit den 
Einwohnern von Galata, der Vorstadt von Oonstantinopel (S. 13), Malta, 
mit Gorsica identificirt werden (S. 17); Wappen auf Candia werden 
erw; hnt im PV. 1561 ». lieber Öayem als Vertheidiger Candias (164S 
—1669) siehe Münch. Sitzungsberichte 1881, III, 31^-347, über die Er- 
oberung durch die Türken Zinkeisen IV, 724 ff. 

^**) Ueber Rhodus (zu dessen Eroberung durch die Johanniter vgl. 
De Mas Latrie, Hist. de V ile de Chypre IIL, 282 f.), wo nach dem Ano- 
nym. August. Noah nach der Sintflut gelebt haben soll, vgl. Ludolf 28^ 
Simon von Anglure ^— 10: Hans Rot 22—23; Anonym. inRM. 100 — 101 ; 
Harff 70ff.: Herzog Friedrich 121—123; Fabri III, 248—269; Grünem- 
berg foL 31 f.;* Ghistelle 299 f.; Rieter 49 — 51; Conrady 105 — 107; 
Tschudi 81—87; Bräuning 114 ff.; Ottheinrich 370—375; Kiechel 3&8 
(Karten der Insel siehe bei Breitenbach (daraus) Grünemberg, Coto- 
vicus 88; Thenand M, Schefer XC; Paoli, Codice II, 490—491); Schürpff 
201^: Eptingen 341—343; Schweigger 248— 250 ; Wild 46— 48: fleberer 
192—200: Groben 60— 6i; Rantzow86f.: Briemle II, 106—112 und 
Johanniterblatt der Ordensballey Brandenbui^ 1861, Nr. 2 ff'.; 1870^ 
Nr. 7, 21; 1872, Nr. 34 ff . ; 1875, 89 ff.; 1876, 270— ?76; 1877, Nr. 14— 
16; 1880, Nr. I: 1881, Nr. 1—2. Neben den zahlreichen Reliquien 
(vgl. Revue de T Orient latin III, 641 — 642) werden in deutschen Pilger- 
Schriften besonders die starken Befestigungen erwähnt, die 1464 erbaute 
>Turris Burgundiae« (darüber vgl. Ghistelle bei S. Genois I, 185; Walter 
Guglinger 173; Harff' 70 vgl. unten Note 210), oder »S. Nicolai« (bei 
Pierre de Smet 203; Alexander 37 a: Cotovicus f8 — 94, der auch vene- 
tianische Inschriften erwähnt; vgl. andere Inschriften bei Heberer 1Ä7> 
19^), das »Castellum S. Petri«, welches Hesso von Schlegelholtz (Über ihn 
vgl. flerquet. Juan Femandez de Heredia, 1878, 100 — 103) erbaut haben 
soll (worüber Fabri III, 261 ; Johanniterblatt 1876, Nr. 48: Herquet, Juan 
Femandez 93—97, 110), dann auch der Thierpark mit seinen schlaaen. 
Hunden (Tschudi 86 f.; Baumgarten 144; Breitenbach 36; Kurfürst 
Friedrich 81 ; vgl. Berg, Die Insel Rhodus 109). Man lobte die Ritter 
wegen ihrer 1480 bewiesenen Tapferkeit (über diese siegreich abge- 
BcMagene Belagerung vgl. Breitenbach 118 — 121*, Walter Ougünger 
84 — 90 [wo S. 85 — 8b* über den auf Rhodus eingerichteten Signaldiensi 
sich Nachrichten befinden]: Stockar 94 — 100; Dietrich von Schachten 
•182—186: Albrecht 37»; Fassbender 253; Paoli, Codi:e U, 148—153, 
Nr. 125 und 126; auch Malepiero, AnnaU Veneti im Archivio storico 
italiano 1843, VII A, 123 ff'.; Revue de T Orient 1849, 249 ff.), tadelte 
aber ihre verderbten Sitten (Anonym. Augustan. 303 : Tschudi 83 f.). 
Ueber die Eroberung durch die Türken vgl. Guill. Caorsinus, Stabil- 
menta Rhodiorum, Obsidionis Rhodie urbis descriptio, Romae s. a. 4* 
(auch Cbnae 1496), einige Flugschriften 1522 und 1523, Fontanus, De 
bello Rhodio libri III, Romae 1524 und Hagenovae 1327 (italien. 154*»» 
deutsch 1548 und 1551), De Rhodi expugnatione epistola, Basüeae 153S, 
Frere Jaques Bastard de. Böurbon, La grande et merveilleuse .... op^ 



~ 5^ — 

pngnation de la <]i0ble cit^ de Rliodes 1526, Bomerus, Oratio de obsesBa 

et capta'EJiodD^.iJenae 1568, Oratio habita ab F. Thoma Giii- 

chardo, Bomae; \a. a. 4<> und M. de Vemomllet in Revue d' histoire diplo- 
matique 189S, iü, :427— ^451, Megiser, Fropugnaculoni Europ., Leipzig 
1606, 122 — 145, dann die Briefe des Johannitercomthurs Peter von Engel- 
berg an Johann von Rattstein, die H. Meisner in der Zeitschr» ftir d, 
Gesch. d. Oberrheins, Neue Folge, X, 576 — 587 neu herausgab (dort 
S. '569-^570 über P. v, Eaigelsberg, S. ö87— 631 Briefe des Johanniter- 
baülifs Schilling von Canstatt, in denen S. 602 auch der im PV. öfter 
genannte Wolf von Maassmünster erwähnt wird), auch Füessli 2 1 1 f . ; 
Hakluyt II, 72 ff.: Romanin V, 375 ff., 518; Zinkeisen II, 608 ff. Sonst 
vgl. über das neuere Rhodus: Newton, Travels and diseoveries in the 
Levant, London 1865 I, 177 ff.; Alb. Berg, Die Insel Rhodus 1862, 2 Bde. 
Zur Drachensage vgl. Heberer im PV. 1582 — 15S6, Röhricht m Zeitschr. 
für deutsche Philologie XXVI [, 106 — 107 imd besonders einen instruk- 
tivein Artikel von Herquet, Im neuen Reich 1881, II, 498 — 508. 

*»«) üeber Cypem vgl, Ludolf 33 <ff. : Fabri III, 217—242 ; Schürptf 
203 f.; Walter Ouglioger 91-^96: Pcssot 298—309; Herzog Friedrich 
189 fi*.; Gnmppenberg 245; Conrady «11 ff., 243 ff*.; Seydlitz 251»: Förer 
308; Piloti {in Reiffenbergs Le chevalier au cygne) :^6, 394 ff'., 408, 
412; Cotovicus 99; Heberer 141 — 144 (dort sowie bei Possot ed. Schefer 
136—137, Cotovicus 99 eine Karte); Troilo 25—40; Rantzow 25—32.; 
Harrant 115-^124; Groben 67—71; Briemle 112—121; Hakluyt 117 ff.; 
besonders aber Heyd, Hiat. du commerce II, 1—24, 406—426 und De 
Mas Latrie, L' Üe de Chypre et ses Souvenirs du moyen äge, Paris 1879 ; 
Mitrovic, Cipro neUa storia medioevale, Toiino 1894, 4^. Bisher (selbst 
de Mas Latrie) unbekannt gebliebene Inschriften auf Cypem theüen 
wörtlich mit fleltfrich 377, Tschudi 96, Fürer 300, 302 f., andere er- 
wähnen Stookar 32 f., Jodocus von Meggen 16; vgl. von Cesnola, Cypem, 
übersetzt von L. Stern, Jena 1879, 40 und 298. Man besuchte hier ge- 
wöhnKch den Kreuzberg (Lussy 66 ff. ; Fabri I, 48 ; Breitenbach 66 * ; 
vgL Ludolf 31 und besonders Herquet, Cyprische Königsgestalten 46 f.) 
UBd in Nicosia das Grab des hier gestorbenen Grafen Johann von Mont- 
fort (Fabri III, 235; Possot 143—144; Ghistelle 221, 225; Mülinen 105; 
Archives -de 1' Orient latin II A, 315 ; II B, 407 ; Conrady 247 ; Ottheinrich 
381; Leman 104; PV. IS'^Od. 1561c; Briemle H, 119; vgL BirKnger, 
Aus Schwaben I, 43), den man mit Unrecht för einen deutechen Grafen 
xmd Heiligen ansah (vgl. RK. 876^ Note 2). Oft traf man dort Deutsehe, 
wie z. B. B. V. Hirschfeld (87) in Famagusta (wer dorthin wallfahrtete 
»ach der S. Catharinenkirche, durffce das halbe Rad in sein Wappen 
aofiiehmen ; vgl. Conrady 277 f.), den Bürgermeister Antonius, der aus 
Freiburg im Breisgau stammte, in dessen Fremdenbuohe viele Pilger 
angeschrieben waren, oder wie Helffrich 376*, der einem deutschen 
Büchsenmeister und einem österreichischen Edelmann begegnete; nicht 
selten sah man auch deutsche Wappen auf der Insel (PV. 1 63"); Ghi- 
stelle (220) traf dort den Dr. med. Francesco Morosini aus Venedig. 
Einzelne Püger empfingen durch den König von Cypem ein Wappen 
(PV. 1384, 1496) und den Ritterschlag (PV. I43f>* und S 14664 Fabri I, 
42. Gumppenberg 244 ; vgL 0' Kelly 180; Herquet, Cyprische Königs- 
gesfcalten 31-, Conrady 277 — 278). Leber die Eroberung der Insel durch 
die Türken (I >71) vgl. mehrere Flugschriften 1571, Neumayr, De hello 
Cyprio, Leipzig 1621 ; Gratianus, De beUo Cyprio, Romae 1624 ; Arri- 
giius. De hello Cyprio, Patavii 1764; Paruta, Storia deDa guerra di 
•Cipro, Siena 1827; Sereno, Commentarü della guerra di Cipro, Monte 



— 60 — 

OaBsmo 1846 ; Romanin VI« 292 ff. Jurien de la Graviore, La gueire de 
Chypre et la battaille de Lepanto, Paris 1888 ; Galto da Orrieto, Narra» 
tione del terribile assedio e della resa di Famagosta 1571 ed. Catizzam: 
Orvieto 1895; v. Hammer III, 563 ff.; Zinkeisen II, 926 ff. ; über den im 
Mittelalter hoch geschätzten cyprigchen Wein siehe Alwin Schultz I, 
408, 441 ff. 

»»*) Fabri III, 185 ; Geistliche Pilgerfahrt in RM. 285 ; Tucher 352 ; 
Phil. y. Hanau 91; Falk 214; hinten Anhang: Pilgerheder. Ansichten 
von Jaffa geben GrÜnemberg, Possoi 6d. Schefer 154 — 155; Cotovicus 
132 (dort auch S. 141 von Ramlah). 

'»*) Bernhard von Eptingen 344; Tucher 352; Tschudi 98. 

•06) Saniaco (Helffrich 378; Conrady 114; Albrecht 204; Rauwolff 
282»; Seydlitz 253; Janiaco,-Rehlinger 409; Jacquert), auch Vochardin 
(Fabri II, 113, 178; vgl. 337; Tschudi 230), oder Fakardin (Reisein- 
struktion 138) genannt neben dem Naydon (Fabri II, 98, 112 f., 178; 
Ghistelle 67 nennt ihn Naydon von Damascus), oder dem Naib (stell- 
vertretenden Gouverneur J. Offenbar ist dieser Name Vochardin verstellt 
aus Fachr ed-din, aber aer Gouverneur von Jerusalem hiess 1483 Nasir 
ed-din Muhammed (Moudjir ed-din ed. Sauvaire 280); Bertrandon de la 
Brocquiere ed. Schefer 14 f. (dort S. LXXVIU eine Ansicht von Jerusalem) 
nennt ihn (neben Nasir ed-din) Nanchardin u. Pero Tafur, Andan9as o 
via e, Madrid 1874, 63 sagt, dass Nasir ed-din 14*28 u. 1436 Dragcmian 
imd Reiseführer war; Piinzing 81 und Girnand von Schwalbach 98 nennen 
ihn Nasser ed-din (vgl. Geisheim 116 f., 'J48 f.), Parsberg: Prechetlin. 
Fabri II, 143 nennt wieder den muslimischen Oberdolmetscher aus 
Cairo : Tamquardin (Baumgarten 21 : Tongobardinus ; in den Diarii des Ma- 
rino Sanudo ist mehrfach Tangriverdim, d. i. arab. Tangriberdy, erwähnt ; 
v^l. Revue de 1' Orient latin I, 446), der Anon. Augustan. : Weenpack» 
Neben dem Sandschak wird genannt der xElemin« (Rauwolff 325; Helff- 
rich 378, 3?4: »das ist der Richter«; Scheiclt 2M und der »Calinus 
major« (Fabri II, 107; Helfirich 3€0: cadinus), oder Dolmetscher des 
Sultans (Tucher 352, 362; Tschudi 91, 230; bei Lengherand 47 und 
Alexander 38 heisst er Abraham Grasso [vgl. Abrain Grasso bei Casola 
52—55]), sonst auch »Sabathytanco« (Fabri I, 451; II, 28, 193, 340; 
Sabatino [Casola 55]); er war auch der Vorsteher des S. Johannes- 
hospitals und wurde gewöhnlich mit der Führung der Pilger nach dem 
Sinai betraut (Tucher 385»; GhisteUe 98; Lengherand 117); hingegen 
war der bei Tucher 352 genannte Gazello (Ghisfcelle 98) ein Christ, der 
»Sabathytanco« ein Muslim (Fabri II, 179; Ghistelle 109; Walter Gu^^ 
linger 115). Nach Buseck im RM. 4j9 war 1588 der Sandschak ein 
früherer Katholik, der dann Lutheraner, Jude und schliesslich Muslim 
geworden war. Wie Herr Prof. Fleischer in Leipzig dem Herausgeber 
gütigst mittheilte, ist der Name Calinus nur eine Verdrehimg aus Ku- 
laguz, d. h. Wegführer , wozu auch Quatremere , Makrizi I A, 207 f., 
Note 91 zu verglei hen ist. Von diesem »C. ma or« ist unterschieden 
der »Calinus minor«, der Stellvertreter des ersteren (Fabri II, 361), 
welcher zu Fabris Zeit (I[, 107) ElphahaUus hiess und des Deutschen 
einigermassen mächtig war, da er mit einem deutschen Adligen einst 
an den Hof Friedrichs HI. gekommen war und dort einige Zeit sich auf- 
gehalten hatte (Fabri II, 1U8 f.). Rieter (Reisebuch 56) wohnte bei ihm 
in Jerusalem. 

»07) Tucher 353 nennt ihn Beblibarder, Kttzel 49, Breitenbach 57 
und des letzteren Reiseinstruktion 138 : Balikader (von Tobler, Jeru- 
salem II, 817 mit dem Supascha identifizirt; ob vielleicht Wali el-kha- 



— 61 — 

zindar [Schatzmeister] darin steckt ?), Glustelle 63 : Belacader, Alexander 
38»: chassym de Rama; vgl. Fabri I, 187, 191, 193; HelfPrich 378»; 
Hirschfeld 58. 

*®®) Die Pügerschriffcen sagen: von Gaza, jedenfalls ist aber das 
eine halbe Stunde östlich auf der Route nach Jerusalem gelegene Jazur 
gemeint (vgl. Tobler, Jerusalem II, 639 — 642). 

»»») Alexander 43. 

2ooj Alexander 38; nach Herzog Friedrich 201 in 14 Tagen. 

«0') Stockar 2, 69; Bräuning 4; Villinger 33. Wie Zuallart 255, 
ViUinger 39, Stockar 13, Gabriel von Rattenberg 404 und Rehlinger 410, 
Joh. von Himheim 452 erzählen, waren dii Türken besonders auf' rothe 
Hosennesteln wie besessen, Kinder schrieen (nach Briemle II, 66^ sie Äuf 
der Strasse immer an : benghi, benghi (Nestel ! Nestel !), wesshalo Stockar 
70 empfiehlt, zehn Dutzend Nesteln mit sich auf die Reise zu nehmen. 
Hingegen durften Lederwaren nach Rehlinger 410 nicht eingeführt 
"werden * 

2Ö«) Tschudi 100; Vilhnger 33; Rehhnger 410, 

203) pv. 1561« ; Harrant 139. 

20^) Schürpff 205 ; Fabri I, 193. 

«oß) Ketzel 53. 

so«) Walter von Waltersweil 26—26»: Conrady 205; Wappen m 
Jaffa sind erwähnt im PV. 1565». 

»0») Fabri I, 184; Walter von Waltersweil 13*— 14. Herzog Ott- 
heiniich (376]) gab sich für einen Knecht des Patrons aus ; Herzog Fried- 
rich von Oesierreich, ebenso Kurfürst Friedrich waren nahe, daran ge- 
fangen zu werden (PV. 1436»; 1493»), Sebald Rieter wurde 1464 gleich 
nach seiner Landung gefangen und erst gegen Zahlung von 100 Dukaten 
frei (PV. 1464; vgL 1424); über die in Ramiah und Jerusalem vor 1415 
gegen die Christen geübten Gewaltthätigkeiten vgl. auch die vene- 
tianischen Depeschen in Revue de 1' Orient latin IV, 545 und 553. 
Als Rehlinger 412 nach Palästina kam, vigilLrten die Türken auf einen 
»Königssohn« unter den Pilgern (vgL auch PV. 1436»), ja Caspar von 
Stosöh, der nach langen Reisen durch Italien (1587 — 1589) und Frank- 
reich (1590) mit den Grafen von Bentheim, Schlick, Pollheim u. Warten- 
berg nach einem zweiten Besuche Roms (e. 1592) Jerusalem sehen wollte, 
wurde durch die Türken daran gehindert und zur Rückkehr gezwungen 
(Melch. Friedr. v. Stosch, Genealogie d. Geschl. derer v. Stosch, Breäau 
und Leipzig 1736, 81). 

«08) Nach Zuallart 263: 200 Zechinen; als Verräther werden Esels- 
treiber, Zigeuner und besonders Juden genannt (PV. 1436», 1468, 1494», 
1495», 1497», 1498«, 1507, 1565»), was auch ZuaUart 256 in Bezug auf 
die letzteren bestätigt (ebenso Gabriel von Rattenberg 404; Ludwig 
Rauter 404; Ignatius von Rheinfelden I, 39; Harrant 54'>^547). Esels- 
treiber gaben manchmal auch auf niederträchtiger Weise Pilger als 
verkleidete Johanniter aus (PV. 1565»), die allerdings manchmal in Püger- 
habiten landeten (PV. 1515°). 

209) Wie Zuallart 248 und Seydlitz 257» f.. empfiehlt Briemle II, 58, 
sich am besten für einen Venetianer, oder Franzosen auszugeben, J. von 
Himheim 453 als Burgunder. Im Jahre 15 i 6 stellte der Dolmetscher 
die Deutschen, Franzosen und Niederländer dem Sandschak als Franken, 
die Spanier und Welschen als Venetianer vor (Holzwirth). So wird er- 
klärü h, warum Sebastian Schach (1604), 8 f. nur kein deutsches Wort 
hören lassen durfbe; aber 1697 schrieb Peter Stern aus ViUingen, als 
Prinz Eugen die Türken gründlich besiegt hatte, nach Hause : »sie kennen 



— t)2 — 

lue Tapferkeit der Teutachen nit fassen, zittern vorm Wort Teutsclien; 
sie sagen, dies Jahr muess Fried werden, oder wir verlieren Constan- 
tinopel« (Schriften der Gesellschaft zur Beförderung der Geschichtskunde 
in Ifreiburg 1828, 568). 

210) labri I, 195; Tucher 352»; Kurfürst Friedrich 83; Tobler, 
Jerusalem II, 000 f. : im Jahre 1596 war es ein Getreidemagazin (Hazrant 
144 f.) geworden. Wie Helffrich 378» erzählt, hatte ein dem Chan ge- 
genüber wohnender Christ den Schlüssel und erhielt von jedem Pilger 
6 Meidine (Zuallart 263: 3) Trinkgeld. 

**i) Ueber die Üblichen Trinkgelder und Abgaben besitzen wir ausBcr 
den Notizen in Archives II, 387 — 388 und denen Bots 73 — 75, die auch. 
bei Gimand 'von Schwalbach 98 — 99 (vgL Conrady 179 — 181) sich finden 
(vgl. PV. 15i0a), eine Menge Angaben, von denen wir die wichtigsten 
hier zusammenstellen. Wenn man die Küste in Jaöa betrat, so musste 
jeder sich zunächst mit den Matrosen durch Trinkgelder abfinden und 
dann mit den türkischen Beamten : die ersteren erhielten einige Meidine 
(Münzer von Babenberg 9 : 5, nach Seydhtz 252 : 5 [ä 16 Heller]), von 
den letzteren die niederen meist sofort Trinkgelder) ; Bräuning 217 
zahlte jedem Diener des Subascha 20, dem Emin 14, seinem Gesinde 5, 
dem Kadi 5, der ganzen Dienerschaft 8 Meidine (vgl. Conrady 179 — 180), 
Walter von Waltersweil 261 sofort dem Subascha 1 Dukaten und seinen 
Dienern ein kleines Trinkgeld, Troilo (16o()) 24 Piaster Zoll, Ignatius 
von Rheinfelden I, 3 als Franziskaner nur 6, jeder andere aber 14 Piaster, 
den höheren in der Regel in Ramiah (8 Dukaten dem Subascha »nach 
altem Brauch«, wie Münzer von Babenberg 13 bemerkt), oder in Je- 
rusalem. Für das Geleit von Jaffa bis Jerusalem zahlte man: 6 (Har- 
rant 148), 7 (oder 14) Thaler nach Albrecht von Brandenburg 217, 
Byss 9, Ignatius von Rheinfelden I, 6, Groben 84, SKsansky 2*? (welcher 
letztere bemerkt, dass Inländer nur die Hälfte zahlten), 8 nach Scheidt 
22, 16 nach Brunner 191 und B. von Eptingen 316, IM — 18 nach Ketzel 
51 f. (vgl. Com-ady 114), 18 nach Wilhelm von Sachsen 100 gar 25 Du- 
katen (ZuaUart 2b 4). Für den Esel zahlte man dem Treib r bis Jeru- 
salem 1 Dukaten (ViUinger 33), einen halben Dukaten nach Zuallart 204 ; 
HelflPrich 378» gab für den Esel bis Jerusalem - Bethlehem und zurück 
nur 32 Meidine (1 Krone), Zuallart 260 sagt: 25 bis Jerusalem, ausserdem 
Beitgeld 7» Zechine, Geleitsgeld für den Obersten 1 Zechine, ebenso 
viel für den Emin und kleinere Summen für die Schreiber und Tra- 
banten. Das Trinkgeld für den Eselstreiber von Jaffa bis Ramiah be- 
trug 4 oder fi Groschen (Redwitz 9; Ketzel 58; nach letzterem in um- 
gekehrter Richtung 4), von Ramiah bis Lydda 1, von da bis Jerusalem 
6 Groschen (Redwitz 9; Ketzel 58), nach Walter von Waltersweil 27 
von Jaffa bis Ramiah 2 — 3 Meidine, nach Mergenthai gar 2 Dukaten, 
von Ramiah nach Jerusalem ^/g Dukaten und dem Mamelukenobersten 
1 Dukaten (ZuaUart, Walter 29). In Ramiah gab J. von Himheim 452 f. 
Trinkgeld dem Subascha 1 Zechine und 4 SoEdi, später noch 8 ; ausser- 
dem musste man den Begleitern noch Kleider kaufen und sich Tribute 
(1 Dukaten pro Kopf, «oder 25 Meidine, je nach Uebereinkunffc) gefallen 
lassen (Helffrich 378»; J. von Hirnheim 454). Der Sandschak von Je- 
rusalem erhielt 30 Dukaten (später wohl nur 2 nach Zuallart 264^ der 
noch 17 Dukaten an den Guardian flir Kerzen ansetzte), der Subaseha 
24 (Münzer von Babenberg 13). Für die zwischen Ramiah und Jeru- 
salem umherschwärm enden Bettler bestimmten die Pilger später einen. 
eigenen Spenditor, dem sie 3 Dukaten in Gold und 2 in Meidinen- zur 
A^ertheilung überUessen (Walter 29) ; denn wenigstens 4— 5mal unter- 



— 63 — 

^egB Überfällen zu werden musste man gefasst sein (Zuallart 260). Von 
Jerusalem bis zum Jordan zahlte man 15 Groschen, bis Bethlehem 8 för 
einen Eeel (£etzel 58). 

2'«) Fabri I, 197; vgl. Conrady 205. 

"«) B. von Eptingen 320, 345 f.; Tucher 352; Conrady 116, 

***) Fabri I, 197; Grünemberg lüti erzählt sogar, dass ein Pilger 
infolge eines Steinwurfs starb. Selbst die Mamhiken, welche doch zum 
Schutze der Pilger dienen sollten, begingen Brutalitäten an ihnen (PY. 
ISÖl*^), und Adam von Schüeben wäre von einem beinahe erschlagen 
worden (PV. 1581). 

-*'^) Joh. von Himheim 453. 

"«) Tschudi 100—103; Hirschfeld 57 ; Rehlinger 410 ; Conrady 117, 
206, 249. 

«17) Fabri 1, 193. Peter Rot (1453) erwähnt (92) noch keine An- 
weisungen des Guardians, dessen Erscheinen in Ja£t'a zu jener Zeit zum 
erstenmal uns begegnet. 

«1«) Zuallart 276; vgL Bräumng 217; Tobler, Denkblltter 527 f. 

31^) Man zeigte vor Jerusalem dem Sandschak die Ankunffc an, 
«chickte ihm Geschenke und erhielt dann nach gehöriger Visitation 
gegen Zahlung von IVs — ^ Zechinßn (PY. 1586) Erlaubniss zum Ein- 
tntk; hierauf mnsste jeder Namen imd Stand angeben (Lupoid v. We- 
delt 87). Im Jahre 1542 Hess der Sandschak sofort nach Eintritt der 
Pilg^ öffentlich bekannt machen, dass sie in seinem Schutze ständen 
{Tcmler, Denkbl. 562). Waren viele, so wurden sie gezählt vom Kadi 
{Yillinger 41; Joh. von Lauffen; Walter von Walters weil 32»— 33 ; Helff- 
Ti(5h 379—379»; Rauwolff 324»; Rehlinger 410; Fürer 181 f.; Bräuning 
219; Jod. von Meggen 98; Lussy 10; Scheidt 28; Troilo 89; Sliaanßky 
24; Rantzow 39; Groben 84; Byss 10; Neitschütz 295 f.); Schweigger 
287 erzählt, dass jeder Püger, welcher Waffen mit nach Jerusalem 
brachte, 100 Dukaten Strafe zu zahlen hatte. Der Guardian empfing 
die Pilger nicht mehr in Jaffa (nur Troilo 73 meldet [1666], dass sofort 
bei der Landung Controle und Anzeige bei dem Guardian erfolgte), son- 
dern am Thore des Klosters, nahm hier die Geleitsbriefe der Püger ent- 
gegen und fragte, ob sie nach Jerusalem gekommen seien aus Andacht, 
zur Strafe, oder — infolge einer Wette (Zuallart 279). Gar keine Steuer 
und Controle erwähnen die Reisenden im PY. 1608 — 1610 und 1*84. 

2*0) Walter Gughnger 98: Fabri 1,194; Ketzel54; Schürpff 256 f. ; 
Tucher 352» ; Herzog Friedrich 83 ; B. von Eptingen 34'- f. ; Jodocus von 
Mseggen 90; Mergenthai; Seydlitz 252. Weder Jacob von Yerona, noch 
Pomer 134 und Gumppenberg 237» berichten von dieser Controle (wohl 
aber 1345 Niccolo da Poggibonsi 1, 18); nach B. von Eptingen 365 er- 
folgte die Angabe der Namen erst in Jerusalem. Ueber das Passwesen 
-seit 1183 in Alexandrien vgl. Ibn Batoutah ed. Defremery I preface 
XXXYH, Note 3. 

ä*i) Ein bei Grünemberg in RM. 156, Note 10 mitgetheilter Passier- 
-schein enthält den Namen des Controlbeamten : Muhibb el-barr Abd el- 
Hai Hindi. 

22») Passerhammer 321 ; Kohl 100; Seydlitz 252 f.; Rauwolff 324; 
Ketzel 52; Lochner 217: Bnmner 191; Yillinger 33; Helffrich 378». 
Jeder musste sich selbst Steigebügel besorgen; man brachte gewöhn- 
lich hölzerne mit, da die eisernen regelmässig gestohlen wurden (B. 
von Eptingen 320, 351 ; Zuallart 260 f.). Nach Rehlinger 411 erhielt 
jeder Pilger von dem Eselstreiber, den er gewählt, als Z*»ichen der Be- 
stätigung des Abkommens einen Ring. 



— 64 — 

228) Dietrich von Schachten 191 ; Grünemberg 156 : Fabri I, 203, 
Pilgerbüchlein 12; man zerschlug die Weinfösschen, nm sie ausiainken 
zu können, wie ja auch die Mamluken A. von Pappenheims 427 sich 
daran betranken, oder aus Muthwillen. Helffrich 378» erzählt: »Es war 
eine feine Kurzweil zu sehen; denn der Esel, die sie hinaus brachten, 
waren viel mehr, denn unserer Personen, so darauf reitten sollten (1598 
reichten sie lange. nicht aus ; Harrant 141 f.) ; es wolt auch ihrer keiner 
mit seinem Esel umsonst hinauss geritten sein, sondern ein jeder einen 
Reuter haben, der ihm den Weg verlohnet. Also geschah es, dass^ 
wenn etwa einer dahinten blieb, und der Mohr, so zu seinem Esel ge^ 
höret, nit bei ihm war, kamen andere Mucker (Mokkari, oder Esels- 
treiber) und hüben den Pilger mit Gewalt von seinem Esel und setzten 
ihn auf sein Maulthier. Nachdem solches der erste innen worden, wollt 
er seinen Reuter wieder haben ; denn es ist gebräuchlich, dass ein jeder 
den Esel reiten muss, den er zum ersten bis Ramah geritten. EHieser 
Wechsel geschah nit allein mit einem, sondern fast mit allen, also dass 
mancher auf den vierten oder fünften Esel gesetzt worden, ehe denn 
wir nach Rama kamen, denn sie ihrem ßedünken nach gar einen guten 
Lohn hatten. So muss man den Schelmen unterwegs viel Trenkgeld 
geben, das sie auf Italienisch lernen fordern — solches fordern sie alle- 
zeit, wenn einer auf- und absitzen will ; wer nun das zu geben weigertv 
denn schlagen sie ihres Gefallens, denn niemand sich ihrer wehren darf.« 
Auch Gabriel von Rattenberg 404 meldet, dass jeder, der einen Esel 
wegen St rrigkeit mit einem andern vertauschte, von diesem letzteren 
wieder heruntergerissen ward. 

224) Fabri I, 212; Jodoc. von Meggen 91; vgL Ritter, Asien XVI, 
581 ; Tobler, Jerusalem II, 806 f., 810" f., 821 ; Sepp, Das heil. Land I, 
33 f. B, von Eptingen 348 nennt als Erbauer den Herzog von Mailand, 
Ignatius von Rheinfelden I, ü4 nennt es S. Josephshaus, das den Fran- 
ciskanern gehörte. Schürpff 207 sagt, Ramiah sei so gross wie Zürich. 
Nach Walter Guglinger 104 gehörte der Chan (1482) schon einige Jahre 
den Franziskanern (vgl. Golubovich 204 — 205). Er war erbaut durch 
den Herzog Philipp den Guten von Burgund (1419 — 1467), der auch 
sonst als Wohlthäter der transmarinen Christenheit ehrenvoll bekannt 
ist; er schenkte dem Zionskloster in Jerusalem kostbare Teppiche, das 
Bauholz zur Erneuerung des Dachstuhles der Bethlehemskirche, einen, 
jährlichen Beitrag von 1000 Dukaten an die Franciskaner vom Zion (den 
Karl der Kühne und Maximilian I als Ehrenpflicht übernahmen), den 
Johannitern in Rhodus zur Erbauung des S. Nicolausthurmes 12.\00 Gold- 
scudi (SoUweck zu Walter Guglinger 173, Note 2 ; Revue de V Orient 
latin III 303 — 34^). Deutsche Wappen in diesem Chan sind erwähnt 
im PV. 1561«, 1569, 1579, 1 87. Eine Ansicht von Ramiah wie hier bei 
Possot 158 — 159, bei Grünemberg (dort auch Ansichten von Emaus, Lydda 
imd Castellum Latronis). Eine sorgföltige Karte des Weges von Jaffa 
bis Jerusalem von Schick siehe in Petermanns Mittheilungen 1867. Hin^ 
gegen ging die alte Kreuzfahrer-Strasse an Beit-nuba und el-Kubaibah 
vorüber bis Biddu, um nicht weit von Nebi Samwjl in die andere Strasse 
einzumünden (SoUweck zu Walter Guglinger 108). 

225) Tobler II, 822. 

226) Ketzel 60. ■ 

227) Fabri T, 218. 

828) Diese Artikel giebt Fabri I, 213 ff. am vollständigsten, im Aus- 
zuge auch Ketzel 56 — 58; Tucher 352»; B. von Eptingen 350; Herzog- 



— 65 — 

Friedrich 127; Rauwolff 324»; vgl. Zeitschr. für deutsche Philologie 
XXV, 178. 

228) Ignatius von Rheinfelden I, 5 empfiehlt blaue Turbane ; Briemle 
II, 34 und Walter von Waltersweil 7 warnen auch vor grünen Tur- 
banen, die ersteren beiden rathen auch den Pilgern, dass sie keine langen 
Haare tragen soUten. 

230) Vgl. Geisheim 218. 

231) Fabri I, 211, 220; B. von Eptingen 355 : Com*ady 272 f. Helff- 
rieh 378* erzählt, dass 52 Pilger 132 Meidine für das Gesindel aufbringen 
und sich von ihm den Wem austrinken lassen mussten (Walter 104) , 
nach Slisansky 22 wurden diese Wegelagerer beschwichtigt »durch den 
Taback, welcher ihr liebster Trank ist«. Ueberfölle waren besonders 
in der Nähe des »Räuberschlosses« (el-Latrün) häufig (Buseck 458; vgL 
Tobler, Jerusalem II, 756). 

2»«) Es wird der Grösse nach verglichen mit Basel (Schürpff 209), 
Speier (Wormbser 232), Nürnberg (Gumppenberg 247»; ibid. 240, 240», 
243» ähnliche Parallelen) und Erl'urt (Scheidt in PV. 1614). Ansichten 
Jerusalems, des heiligen Grabes, des Thaies Josaphat, des Zionsberges 
und Bethlehems giebt Breitenbach und daraus Grünemberg. Im Uebrigen 
sei auf des Verfassers »Karten und Pläne zur Palästinakunde« in ZDPV. 
1891, 1892, 1895, »Marino Sanudo sen. ak Cartograph des heil. Landes« 
ebenda 1899 und »Bibliotheca geogr. Palaestinae« s. voce Jerusalem 
verwiesen. 

238) Trautmann 451. Auf den Jerusalemplänen von Brüssel und 
Haag (s. XII und XIII) werden wie bei Cotovicus (49 u. 318 die Pilger 
auf dem »Freudenberge« Tobler, Jer. II, 875 ff.) vor Jerusalem knieend 
dargestellt ; über ihre Empfindungen beim Anblick vgl. Kobler 657 (aua 
Tassos Befreit. Jerusgil. III, 5 — 7) und ein Gedicht »Ankunft im heil. 
Lande« bei Wolff, Sammlung histor. Volkslieder und Gedichte der Deut- 
sehen, Stuttgart 1830, 5 (dort S. 2 auch eine Aufforderung zur Wall- 
fahrt). 

23*) Trautmann 451. 

285) Nach Tucher 368* gewöhnlich 50 Dukaten; er wohnte meist 
im Hause des Pilatus (Jodoc. von Meggen 97; Slisansky 54). 

236) Trautmann 451—452. 

237) Ketzel 55; Lochner 219; Gumppenberg 240»; Kohl 101 (wo 
142 Jacob der Genuese genannt wird) ; Geisheim 219. Eine Liste der 
venetianischen Consuln in Syrien von 1384 — 1797 siehe in Berchet, Re- 
lazioni dei consoH Veneti neUa Siria, Torino 1866, 55 — 57; über die 
Thätigkeit der Consuln im Interesse der Pilger vgl. Archives II, 355 — 
363, 512 ; Conrady 133 ; Heyd, Histor. du commerce II, 466 f. 

288) Ludolf von Sudheim 81 besehreibt es als so gross, dass darin 
1000 Menschen Herberge finden konnten (über die dort genannte Her- 
bergswirthin Margarethe von Siciüen, deren Bruder Nicolaus Canonicus 
am heiligen Grabe war, vgl auch Golubovich 12 f. und 193). Im Jahre 
1391 wird ein »Hospitalariuö hospitaHs Jerusalem« erwähnt (Archives I, 
545), und im Jahre 1403 erlaubte der Sultan, den Johannitern je ein 
Hospital in Ramiah und Jerusalem für die Aufnahme von Pilgern zu 
erhalten (Paoli, Codice II, 108; Heyd in Archives IIB, 512). Schiit- 
berger (ed. Langmantei) 74 sagt, das Hospital hätte 134 Säulen gehabt, 
in deren Nähe er noch ein anderes Hospiz erwähnt, »das steet auf 54 
merbeln Seulen«. Auch auf dem Breitenbachschen Plane von Jeru- 
salem werden 2 Herbergen erwähnt: links von der heil. Grabeskirche 
(»Hospitale, in quo Hierosolymam venientes reponuntur«) und rechts 

E ö h r i c h t, Pilgerreisen. 5 



— 66 — 

(»Palatium quoddam vetustum, quod appeUatur a Saracenis ulmustazeno^ 
d. h. el-mustakan, »Wohnung«). Dieses grosse Hospital (Tobler, Topogr. 
I, 404 — 406; vgl. Röhricht, Biblioth. geogr. PaJaestinae s. voce Jeru- 
salem »Hospitale S. Johannis«) war in den ersten zwei Dritteln des fünf- 
zehnten Jahrhundert in gutem Zustande und wurde viel besucht. (Lochner 
219; Gumppenberg 442»; Hans Rot 25; Lengherrand 117), verfiel aber 
gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts (Fabri, Evagat. I, 240 f., 321 ; 
Guglinger 115 f., 296—301; Conrady 28, 120; vgL Schachten 195; Mü- 
linen 183: Tschudi 118 f., 192; Tobler, Denkblätter 536: Röhricht in 
ZDPV. XXI, 1(»9— 110), da kein Stuhl noch Bett, kein Hausgeräth zu 
finden war. Als Vorsteher nennt Fabri 11, 108 — 110, 409 Sabathytanco 
(vgl. oben Note 196; Walter Guglinger 115). Bekanntlich ist dieser 
Platz seit 1869 Ei^enthum der Krone PreuBsen und auf ihm 31. October 
1898 die protestantische »ErLserkirche« eingeweiht worden, lieber den 
Ursprung dieses Johanniterhospizes vgl. Bibl. de V 6cole des chartes 
2 Serie, V, 552—560; Quast und Otte, Zeitschrift fftr christL Archaeo- 
logie und Kunst, 1858, 109, 118 ff.: Revue nobiliaire 1866, 130 ff.: Heyd, 
Hist. du commerce I, 100 — 102; Tobler, Descriptiones Terrae Sanctae 
441; Herquet im Johanniter - Wochenblatt 1881, 22; RK. 99, Note 2. 
Thunger 423 nennt auch das armenische Kloster im Hause Kaiphas als 
Herberge (Tobler, Jerusalem II, 169, Denkblätter 536), Helflrich 379 f. 
ein eigenes von den Mönchen für die Pilger gekauftes Haus, Jodocas 
T. Meggen 95 das Haus Hannas. 

8»») Fabri I, 240, II, 107; Lengherrand 117; Tucher 352»; Parsberg 
(PV. 1494i>); Tobler, Jerusalem I. 405 f. Fabris Reisegefährte der 
Truchsess von Waldburg schrieb hier seinen Namen an, der heut noch, 
zu lesen ist (Tobler, Denkblätter 52). 

240^ Wo eine neue Zählung erfolgte (Kohl 111), im sechazehnten 
und siebenzehnten Jahrhundert alle Pilger ihre Namen in ein grosses 
Buch eintragen mussten (Otto v. Grüben 85) imd kurz vor Antritt der 
Procession ihnen (nach 1 Tim. .*>, 10) durch den Guardian die Füsse ge- 
waschen wurden (Jodoc. v. Meggen 94 ; Ignatius von Rheinfelden I, 54 ; 
Byss 10; Troüo 90; Harrant 160; Rantzow 40; Slisansky 35; Behaim 31 ; 
Zuallart 280 und besonders Otto v. Groben 86 f. ; vgL Tobler, Denk- 
blätter 530); die erste Erwähnung dieses Brauches findet sich schon 
1482; VgL PV. 1482», auch Zöckler, Askese und Mönchthum II (2. Aufl.), 
450 f., 516, 573. Die Franciskaner luden die Pilger im Ganzen dreimal 
zu Gaste, gleich bei der Ankunft, vor dem Besuche Hebrons und vor 
der Abreise (Jod. v. Meggen 96). Dieses Zionskloster war im Besitz der 
Franciskaner nach B^nard, Le voyage de Hierusalem, Paris 1621, 269 
seit 1304; vgl. Niederrhein. Bericht in Zachers Zeitschr. für deutsche 
Philologie XIX, 48—49 ; Golubovich XXI f. und 8 ff. über die ersten 
Guardiane. üeber die Bibliothek des Klosters vgL PV. 1666. 

2*») Anfangs 1—2 Dukaten (Tucher 353»), später 5 (Tschudi 326 ff. ; 
Fürer 260), 6—8 (Walter von Waltersweü 35»; Schweigger 314), nach 
Joh. von Lauffen: 2 Kronen und 2 Batzen für Herberge und Wachs- 
kerzen. Scheidt 78 gab auch 8 Dukaten, klagt aber über die Betrü- 
gerei , welche die Pilger (über die auch Stockar S6 sich bitter be- 
schwert) an den Franciskanem zu üben pflegten; er sagt (S. 79): »Et- 
liche nehmen auch wol das Abendmahl, und wenn ihnen die Mönche 
allen guten Willen, so möglich wäre, erzeigt hätten, verehrten sie etwan 
einer 2 oder 3 Dukaten, oder geben ihnen böse Geld, oder falsche Müntse, 
und wären wol 14 Tage als 3 Wochen allda; zu deme wa^an sie in ihr 
Land kämen, berühmfen sie sich dessen, wie sie die Mönche betrogen 



— 67 — 

hätten, ja fUr diese erzeigten WoKlthaten verspotteten sie sie.« Aebn« 
Hebe Undankbarkdt wird von Thunder 423 und Rehliiiiger41l erwähnt. 
Das Geld selbst ward gewöhnlich bei Tisch gesammelt (Rehlinger 411), 
oder auf das heilige Grab geopfert (Parsberg). Da die Franciskaner 
lb6l das Zionskloster verlassen mussten, so sorgten sie seitdem für ander- 
weitige Unterkunft; der Pilger. 

»*») Tschudi 326—331 ; Fürer 260 ; Tobler, Denkblätter 233 ff. 

**») Grünemberg 167 hatte zum Führer (und Wirth) einen Gürtel- 
christen Elias, Herzog Friecrich 127 einen Namens Simon ; Stockar 1 ; 
Tschudi 99, 108 nennen ihn Gamehn d. i. Gamoulin, also einen Bastard 
aus der Ehe eines türkischen Vaters und einer lateinischen Mutter, oder 
umgekehrt (Brocard-Miclot 298) ; Helffrichs (378*) Führer hiess Demetrius. 

***) Fassbender 267 wohnte bei einem Juden Namens Karel (vgL 
PY. 1 507) : Wühelm von Boldensele 270 liess sich durch einen deutschen 
Juden herumführen ; Ludolf von Sudheim 97 wohnte in Safed bei einer 
jüdischen Familie aus Westfalen. 

«*5) Tschudi 118; Helffirich 379». Lengherand 117 nennt einen 
auch bei Tucher ^vgl. Note 196) uns begegnenden »Gazelle crestien de 
la ceinture et qui pour lors se disoit consul du foudan« (vgL S. 114), 
wo Püger Unterkunft fanden. 

2*«) Processio, quae fit quotidie a. P. P. Franciscanis in eccleda 
sancti et gloriosi D. nostri J. C. Sepulcri in Jerusalem, Venetiis 1796, 
S^ ; Tobler, Denkblätter 538 f., Golgatha 490 ff. 

S47) Diese lateinische, oder italienische Rede ward den Pilgern 
natürlich wieder verdolmetscht (Fabri I, 241; Walter Guglinger 118; 
Ketzel 77 — 78; Tschudi 165). Grünemberg 157 berichtet aber, dass die 
Erklärung der heiligen Stätten lateinisch, französisch, italienisch und 
<ieutsch gegeben wurde. 

»*») Pfinzing 75 ; Haxff 182 ; Tschudi 231. 

**») Tschudi 222. Auch das Templum Domini, dem sonst kein 
Pilger nahe kommen durfte (doch gelang es Grünemberg foL 59), wenn 
er nicht in schwere Strafe fallen woUte (Kohl 120), ward durch Rene- 
gaten geöffnet (Harff 178 ff. ; Wild 133 f.). Dasselbe wird vom Haus 
der Maria erzählt (Gabriel von Rattenberg 406). 

**<*) Ludolf von Sudheim 98 vergleicht die Kirche mit der Cathedrale 
von Münster, Tucher 354 mit der Sebalduskirche in Nürnberg. Der 
Herzog von Burgund sowie Maximilian I wandten dem heüigen Grabe 
reiche Geschenke zu (Fabri I, 348; Tucher 353»; Tschudi 161), auch 
Fürst Radzivill 98 — 70 (die des letzteren erwähnt auch Otto von Groben 
68 — 70), welcher (S. 105 — 106) die Summe der aus der christlichen Welt 
nach Jerusalem jährlich zusammenfliessenden Gelder auf 80.000 Thaler 
schätzt. 

***) Ludolf von Sudheim 81 : »a parasceue usque ad feriam se- 
cundam post pascha et a vigilia inventionis 8. Crucis usque ad cras- 
tinum festi« ; vgL Fabri I, 316 ; Tobler, Golgatha 407. Die Franciskaner 
waren Ostern frei von der Abgabe nach Walter Guglinger 141 ; sie 
hatten noch die Schlüssel zur heil. Grabescapelle, doch mussten sie sie 
wahrscheinlich in der Charwoche an die muslimischen Beamten her- 
geben (Walter 143). Nach Werro (PV. 1581) 24 mussten 2 Geistliche, 
die sonst nur das halbe Eintrittsgeld zu zahlen hatten, das ganze ent- 
richten. Ueber die Geschichte des heil. Grabes im sechszehnten Jahr- 
hundert vgl. die sorgMtigen Angaben bei Zinkeisen, Gesch. d. Osman. 
Reiches I, 330— 3ä4, 584r-585, 713—714; IH, 806—828; von Hammer, 

5* 



— 68 — 

Gesch. des Osman. Reiches IV, 483; V, 24, 89, 693, 699; VI, 214, 3ol. 
Eine werthvoUe Quelle bilden auch die Diarii des Marino Sanudo sen. 

252) Anfangs wird gar keine Abgabe erwähnt (Conrady 2 u. 38; 
dagegen PV. c. 1340 u. Nicolo da Poggibonsi I. 36), weder von L. von 
Sudheim, dem zufolge (S. 80) die Georgianer damals die Schlüssel zur 
Kirche hatten, noch von Stephan von Gümppenberg (237»), noch von 
B. von Eptingen (367), noch vom Herzog Wilhelm (Kohl 113); ein 
Meines Trinkgeld erwähnt Graf Philipp v. Katzenellenbogen (1433) : für 
den ersten Besuch 3, für den zweiten 4, (Schwalbach 98 — 99), für den 
dritten 5 venetianische Groschen (ibid.: 2 Groschen und 2 Schillinge), 
Mülich (1449) nur überhaupt Ein Trinkgeld : 6 venetianische Schillinge, 
Ottheinrich 378 merkwürdigerweise nur 4 Marchettos und Martin Ketzel 
(1476) 73 nur 3 venetianische Groschen (PV. 1450^: ebensoviel), aber 
Tucher 354, Fabri 1, 345 (also seit 1479 und 1483) nennen als regel- 
mässige Abgabe: 5 Dukaten (während orientalische Christen mit 2 — 5 
davon kamen nach Rauwolff 333*, und Franciskaner immer freien Ein- 
tritt gehabt zu haben scheinen; vgl. Ignatius von Rheinfelden I, 3). 
Diese Abgabe steigerte sich bei Beginn des sechszehnten Jahrhunderts 
auf 7 (Walter Guglinger 141 ; B. v. Hirschfeld 65), seitdem aber auf 
9 Dukaten (Lupoid v. WedeU 96; PV. 1586; Zuallart 264; Walter von 
Waltersweü 33; Werro 240; Rehlinger 411; Joh. von Himheim 453; 
Lussy 11; Villinger 68; Bräuning 226; Radzivill 107 f.; Helffri h 380; 
Rauter 442; Ehrenberg 274; Münzer von Babenberg 15; Harrant 166); 
nach Johann von Lauffen noch ausserdem 3 Kreuzer für den Pförtner, 
nach Stammer 132 noch 2 Dukaten am Thor und 3 für Wachs, also 
14 Dukaten, welche Summe auch Amman 111, Scheidt 43 und Bisa 10 
angeben (Ignatius von Rheinfelden I, 3: 11 Dukaten, oder 25 Piaster, 
Rudella [1639] 255 : 24 Piaster [ä 5, 30 Francs = 1 Reichsthaler], PV. 
1666: 15 Piaster und 23 Meidine). Slisansky 85 gab 39 Gulden und 
45 Kreuzer; Baumgarten 81: 20 Seraphii, Habermacher 1606 wieder 
nur 4 Zechinen; sonst vgl. auch Tobler, Golgatha 409 — 413. Nach 
Zuallart 292 wurde diese Abgabe zur Unterhaltung der muslimischen 
Jerusalempilger verwandt, und die 40 Meidine Trinkgeld an den Ein- 
nehmer waren »für Zucker« bestimmt. 

233) Münzer von Babenberg 15; Rauter 442 und Johann von Him- 
heim 453. 

2Ö4) Bräuning 2,26; nach Tschudi 195 waren es 8 Beamte im Ganzen,, 
deren erster, der Elemin (HelflFrich 380), die Pilger nach Namensaufruf 
in den Tempel einüess. 

2öß) Rehlinger 411 ; daher zahlten manchmal reiche Herren für arme 
Pilger den Eintrittspreis (Villinger 69; vgl. Tobler, Golgatha 412). 
25Ö) Helffrich 380. 

267) Diese Artikel giebt ausführlich Fabri I, 284 f., im Auszuge 
Tschudi 1 62 f. Nach Stockar erhielten die Christen beim Eintritt einen 
Backenstreich. Eine Abbildting der Procession wird beschrieben im 
Schweiz. Geschichtsfreund II, 214 f. Walter GugHnger 143 sagt, dass 
manchmal 2000 Christen in der heil. Grabeskirche auf einmal zusammen 
kämmen 

258) Fabri I, 313; II, 92; Tschudi 306; Tucher 354. B. von Ep- 
tingen 380. Auch Schach 5 klagt über unwürdiges Betragen der Be- 
gleiter. 

25») Demnach war auch die Grabeskirche eine wahre Brutstätte 
für Flöhe und anderes Ungeziefer (Werli von Zimmern 134) ; Lupulus 



- 69 — 

(Wölffli) fand (1520), als er wieder nach Jaffa zurückkam, 230 Ltuse 
in seinen Kleidern vor. 

260) Tobler, Golgatha 427, Bethlehem 138 f. Dass überhaupt die 
Püger in Jerusalem viel Röhheiten sich zu Schulden kommen Hessen, 
weist Tobler, Denkblätter 566 ff. noch ausführlich nach ; manche waren 
ja für die Sünden anderer auf die Wallfahrt gegangen ! Die Sitte, eine 
Nacht in dier heiligen Grabeskirche zuzubringen, soll ein Rest des im 
Heidenthum wie im fnihen Christenthum als heilkräftig gepriesenen 
Tempelschlafs sein (Nord und Süd 1887, October 52—53). 

261) pabri II, 97; Harff 181 (Ludolf 80 sagt: »Nam si sepulcrum 
Christi per grana et arenas posset deportari, jam ultra longa tempora, 
etiamsi maximus mons esset, fuisset deportatum, ita ut vix ibidem unä 
arena permansisset«). Auch von der »Mariensäule« und dem »Tische 
Christi« in Nazareth wurden Stücke für gebärende Frauen (vgl. S. 73, 
Note 292) losgeschlagen (Tobler, Nazareth 146, 235). Jaiob von Verona 
(1335) durfte sich noch einzelne Stücke zum Andenken mitnehmen, 
ebenso Ludolf von Sudheim, und später Joh. von Lauffen (1583). Dass 
diese Unsitte, die heiligen Stätten zu berauben, auch in der Zeit der 
Kreuzzüge schon bestand, sehen wir aus den Versen Achards von Arrou- 
aise, welche Marquis von Vogüe aus einem Codex der BibHothek in 
Rom (Reg. Christ. 150) in Archives I, 579 veröffentlicht hat; sie sind 
auch von Webb in Archaelogia, London 1827, 416 Note aus einem bis- 
her unbenutzten Oxforder Codex angeführt. 

2P2) Fabri II, 92 ff. : »Soh nofffcri Teutonici nobiles hac vanitate 
utuntur, ac si raundus non haberet nisi ipsos» ; ein solches Wappen an 
einer Säule der Bethlehemskirche siehe bei Sepp, Das heil. Land I, 557 ; 
vgl. PV. 1474«, 1550*. Gumppenberg sah: 5 königUche Banner, 32 
Waffenröcke und viele Wappen in der Helenencapelle hängen; vgl. 
Eptingen ed. BernouUi 167. Seit 1550 ist die Sitte, den Namen anzu- 
schreiben, was Walter von Waltersweil 34» geheim zu thun räth, wieder 
verbreitet (Rehlinger 41 1), Tobler, Golgatha 44 — 46 sah am Thurme 
der heiL Grabeskirche Cliiristennamen aus allen Sprachen Europas ein- 
gekratzt, (S, 46) besonders deuthch den von Jacob Breydel, der nach 
Jan van der Linden 16 im Jahre 1633 »Tresorier« von Antwerpen war. 
Auch Tinser Pilgerverzeichniss giebt viel Belege für die Sitte, Namen 
und Wappen an bedeutsamen Stellen einzukratzen. 

^63) Tobler, Golgatha 430. 

2"*) Fabri I, 31-.: ff. 

265^ Nach Kiechel 318 war es ausdrückhche Bestimmung des Papstes, 
dass keiner ein Attest (wofür man eine Zechine zahlte) über seinen Be- 
such der heiligen Stätten empfangen sollte, der nicht vorher gebeichtet 
und communicirt hätte. 

2fi«) Scheidt 28 — 31 erzählt, er sei von einem reichen Herrn voraus- 
geschickt, um für dessen Reise die nöthigen Erkundigungen einzuziehen, 
worauf der Guardian seinen Zorn gegen den Protestanten fahren lässt; 
Adam von Schlichen (Schweigger 289 — 291) sagt, er und seine Freunde 
hätten daheim einen Mord begangen und seien zur Busse auf die Pilger- 
fahrt gesandt worden (ähnlich L. WedeU 90 ff*.) ; Bräuning 222 erklärt, 
er hätte daheim noch Feinde, mit denen er sich noch versöhnen müsse, 
ehe er das Abendmahl nehiren könne. Kiechel 314 und Neitschütz 
298 — 300 weigern sich einfach zu communiciren und kommen unbe- 
helligt davon. 

'-=''•') 0. von Groben 89 wird als Ketzer arg angeschrieen; er solle 
übertreten. »Endhch kam ein Spanier zu mii-, welcher in einem weit- 



— 70 — 

Iftufigen Diskurs mii^ zu verstellen f^ab, dass er es für keine Sünde hielte, 
sondern vielmehr vor ein gutes Werk, einen Ketzer durch Gift hinzu- 
richten, weil er dadurch das Unkraut ausrotte« (S. 90). Endlich be- 
schwichtigt er durch Geschenke die Mönche (S. 91, 109), die aber trotz- 
dem ihre Bekehrungsversuche wiederholen (S. 242 — 24S) ; vgl. Bräuning' 
233; Wormbser 218». Bräuning 228 und Rauwolff 828— 328», 855, 345 

f«ben Betrachtungen der heiligen Stätten aus protestantischer Empfin- 
ung heraus. 

2«8) Schweigger 808: Bräuning 241. Dennoch verschmähten auch 
Protestanten (vgl. PV. 1586) den Ritterschlag am heiligen Grabe nicht, 
worauf Gretser I, c. 9 (ibid. VI — Vlll finden sich auch Pilgerkataloge 
fiir die Zeit von 300—1095, —1291, —1600) besonders aufmerksam 
macht. 

28») Sie ist uns mehrfach überliefert z. B. von Kettler 66—69; Rau- 
wolff 342—312»; Jodocus von Meggen 136—148; Wormbser 334—235; 
Albrecht 194» — 195»; Joh. v. Louffen 60—64; Adrian de Vlaming 74 
—79; Schweigger 300—303; Hirschfeld 70— 73 ; Schach 9— 13; Tschudi 
308—310; Radzivill 308— 308; Lus8y45ff.; Surius 508— M2; Zuallart 
299—301; Cotovicus 216—218; Wankel 93} Otto von Groben 247—258; 
Harrant 376—425; Briemle II, 445—457; Stammer 143 ff.; Orteliua, 
Theatrum orbis 1584, Nr. 97: vgl. auch Tobler, Golgatha 239 — 249; 
Caumont 51—52: Geisheim 162 tf.; Johanniterblatt 1862, Nr. 45 — 48 
1875, Nr. 19t RB. Ind. IV s. voce: S. S^pulchri militia; Histoire des 
ordres militaires, Amsterd. 1721, I, 71 ff.; Mennens, Dehciae equestrium 
sive militarium ordinum, Colon. Agripp. 1613, 214, Anciens Statuts de 
r ordre militaire et hospitalier du S. Sepulchre de Jerusalem, Paris 1776, 
207 ff.: Vulpius, Curiositäten, Weimar 1816, V, 145—155 (dort gute 
Nachweise); Annales de Tacad^mie d'arch^ol. de Belgique 1847; Hody, 
Description des tombeaux de Godefr. de Bouillon 1855, I, 187 — 225; 
Publications de la soci^te bist, de Limbourg 1869, VII, 291 ff.: Quares- 
mius I, 638 — 640 (vgl. auch 624 ff.), Gaddi Hercolini, Cenno storico d. 
sacro ordine del Santo Sepolcro, Neapel 1860 (vgl. Revue nobiliarie 1864, 
353 ff.); Hermens, Der Orden vom heilig. Grabe, Köln 1870: 0' Kelly 
de Galway, M^m. sur 1' ordre de S. Sepulchre, Bruxelles 1875 (wo 47 
— 144 die Namen vieler niederländischen Ritter des heiligen Gratjes zu- 
sammengestellt sind, wozu Surius, Le pieux pelerin [1666], 513 — 514 und 
Cotovicus 213 ff. werthvoUe Nachträge bieten) : sonst vgl. Neueste Nachr. 
aus d. Morgenlande 1872, Nr. 65. Ferruc io Pasini, II sacro miKtare 
ordine Gerosolimitano del Santo Sepolcro, Pisa 1888; Alphonse Couret» 
L' ordre du Saint S^pulcre de Jerusalem depuis son origine jusqu' ä nos 

jouTs, Orleans 1^87; Golubovich, Serie cronologica dei superiori 

di Terra Santa Gerusalemme 1898, XXVI (wo auf Carlos de Odriozola, 
Establecimento de la S. Orden Müitar del S. Sepolcro, Madrid 1893 hin- 
gewiesen wird, auch S. 1 — 122 die ganze Reihe der Superioren der 
Minoriten im heil. Lande aus der Zeit von 1'219 — 1896 sich findet). Dass 
der Orden von Karl dem Grossen eingeführt und Gottfried von Bouillon 
erneuert worden sei (vgl. Le Voyage de Jerusalem ^d. Bemard 1621, 
291 — 29a), ist natürlich Fabel. Die Ritter führten ausser dem fünffachen 
Jerusalemkreuz noch ein ganzes Rad mit einem durch die Nabe hin- 
durchgesteckten Schwerte, wenn sie auch das S. Catharinenkloster auf 
dein Sinai besucht hatten (Bräuning 2*1; Conrady 266), dagegen nur 
das halbe Rad (mit sechs rothen gekrümmten spitzigen Speichen nach 
der im Schweiz. Geschichtsfreund ll, 214, Note 2 titirten Abbildung), 
wenn sie nnr im S. Catharinenkloster zu Bethlehem gewesen waren 



— 71 — 

(Bräuning 259; vgl. Tobler, BetWeliem 203, Note 9, 266; Conrady 278). 
Willielin von Boldengele 2^ schlug selbst zwei Ritter (xquia admirata» 
in Hierusalem milii clavem ad domum Sepulchri dedit neminemque intra 
ecclesiam sepulchri ire permisit, nisi quem sibi nominatim expressi et 
intrare volui«) seitdem begegnen wir Otter Rittern des heil. Grabes (PV. 
1372, 1377», 1389, 1398, auch Archives de V Orient latin I, 540) ; im Jahre 
1496 ging das Privilegium des Ritterschlages an die Franciskaner Über 
(Tobler, Golgatha 241). Vorher wird als Verleiher des Ritterschlages 
ein Johannes von Preussen genannt (Grünemberg 159: GhisteUe 68, wo- 
nach er aus Danzig war; Fabri II, 2 — 4 und IHetrich von Schachten 
208: :^ein Freyherr«), den Walter Guglinger 127 — 128 »fratrem tertü 
ordinis S. Francisci« nennt, »qui per multos annos plus quam XXXVl 
prefuit auctoritate apostoHca procurationi iratrum Minorum montis Bion«, 
also seit 1446 (in Wahrheit erscheint er zuerst 1479 im Tucherschen 
Berichte); als Procurator übernahm Johannes die Verwaltung des Ver- 
mögens der Brüder, die Vertretung ihrer Interessen und der Pilger den 
muslimischen Behörden gegenüber. Der Orden selbst stand anfangs im 
höchsten Ansehen (PV. 1606 — 1507), so lange die Reformation noch 
nicht sich verbreitet hatte, und man nur Adligen von mindesten vier 
Ahnen ihn verlieh, bis man auch Kaufleute zu Rattern schlug (Tobler, 
Golgatha 249, Note 7; Schach 12; A. von Pappenheim 427 ; PV. 1561S 
1565«); am meisten strebten die Niederlander nach dem Besitze jenes. 
Ordenstitels. Buseck 458 berichtet sogar einen Fall, das« man einem 
Unwürdigen (vgl. Villinger 79 f.) die RitterwÜrde alsbald wieder nehmen 
musste. Als Sportein wurden 4 (Ketzel 85; B. von Eptingen 38 1), ft 
(Leeman 103), 10 (Joh. von Lauflfen), 11 (Villinger 79), später soffar 30 
(Amman 120; Stammer 143 ff.) Dukaten gezahlt (vgl. Tobler, Golgatha 
242) ; auch stellte man Urkunden darüber aus (PV. 1465», loSS*» : Possot 
ed. Schefer 230—234; PV. 1614; Hirschfeld 73 ; Benard 267—27 1 ; Rad- 
zivill 66 — 68; Lussy 50 — 53; Hoffinann, Scriptt. rerum Lusaticaram I, 
372; Schweiz. Geschichtsfreund 1852, 216—217). Der S. Georgsorden 
(im Mittelalter war es allgemeiner Glaube, »daes jeder Deutsche, so 
gegen die Heiden ziehe, stets S. Georgs Banner fuhren müsse« nach 
von Hormayr, Goldene Chron. von Hohenschwangau 155, und 1494 wie 
ll03 bot Maximilian I, der überhaupt kräftige Ereuzzugspläne hatte 
[Charles Kohler, Les Suisses dans la guerre d'Italie, 1896, 11], die 
S. Georgsritter zum Kampfe gegen die Türken aul : vgl. Serapeum 1862» 
334 — 335), wurde in der S. Michaelskirche zu Cairo (auch im S. Catha- 
rinenkloster auf dem Sinai nach Ph. von Katzenellenbogen) ertheilt^ 
wie Fabri Ilf, 51 erzählt. Ueber den Orden selbst vgl. Acta Sanctorum 
23. April, III, 156—159. 

2'<') Hier wurde in späterer Zeit gegen ein Trinkgeld, jedem der 
es wollte, eine Tätowirtmg in den Arm gemacht (das fünffache Kreuz, 
die Kreuzlegung Christi, das heil. Kreuz, Maria Verkündigung, die Via 
dolorosa etc.), indem man Ochsengalle, kleingestampfke Kohle, fetten 
Lampenruss zusammen zu einem Brei rührte, dann einfe von den vor- 
handenen 60 Modellen auf dem Arme mit Nadeln ausstach und in die 
Haut jenen Brei einrieb (Troilo 298). Nach Slisansky 33 ( 166(») erhielt 
jeder Pilger in Bethlehem als Geschenk zwei Turteltauben. 

2'i) Röhricht, Pilgerfahrten 363: Anton. Martyr (in Toblers Itinera 
latin. I) 27, 123 f. ; PhiUppus ed. W. Neumann, in d. Oesterr. kathoL 
Vierteljahrsschrift 1872, 64: Tobler, Jerusalem II, 696 ff. Man verlangte 
für das Geleit nach Otto von Groben 220 f. : 14 Thaler (für jeden Geist- 



— 1^2 - 

licilen nur 12); die Geselisohaffc des Harraut 248 sollte 100 Dukaten 
geben. Mirike 121 vergleicht den Jordan mit der Lippe bei WeseL 

2'2) Kohl 120; Fabri II, 30; Rehlinger 412. Ebenso kam es vor. 
dass unter irgend einem erdichteten Grunde, weil sie dem Tempel Salo- 
monis zu nahe gekommen seien (Kohl 120), der Patron habe noch nicht 
alle Tribute gezahlt (Redwitz 14 — 15), unter den Pilgern befönden sich. 
Spione (vgl. Gabr. von ßattenberg 404), unverschämt in Jerusalem ge- 
schätzt wurden. Im Jahre 1444 drohte man, die Pilger sogar nach Cairo 
als Gefangene abzuführen (Anon. Augustanus), und im Jahre 1494 wider- 
rieth der Guardian wegen der steigenden Brutalität der Türken den 
Besuch des heiligen Landes (PV. 1494). Neue Erpressungen mussten 
sich die Pilger auf dem Heimwege von Jerusalem nach Jaffa gefallen 
lassen, wie Mergenthai, Rindfleisch, RehHnger, Buseck ausführlich be- 
richten (vgl. auch Kohl 124 und PV. 1561^). Sebald Rieter (1464) er- 
zählt, wie die Christen sich bei der Abfahrt energisch gegen die Türken 
zur Wehr setzten; vgl. auch PV. 1436», 1493^. 

2 73^ Geisheim 246. Rehlinger 412 hält es sogar für wahrscheinlich, 
dass der Patron den Guardian bestochen habe, damit er den Besuch des 
Jordans widerriethe. 

2'4) Fabri II, 36; Harrant 268. Nach Ottheinrich 378 ertranken 
auch Pilger beim Baden; vgL PV. 1481. 

275) Troilo 338; vgl. Tobler, Jerusalem 11, 701. 

27«) Harrant 269; Tobler 7(»3; Sepp I, 769 fP. 

2 77) Radzivill 36 ff. Nach Stückelberg 108 wurde auch Erde aus 
dem heiligen Lande mit Jordanwasser zu einem Teige geknetet, woraus 
Medaillen geformt wurden. 

278) jabri II, 41—43; Tobler, Jerusalem II, 674. 

279) Tobler. 705; vgl. oben Note 167. 

280) Kohl 121 ; über den Gebrauch des Jordanwassers zu Wunder- 
kuren vgl. Tobler 707 ; über das »Jordanfest« in der christlichen Kirche 
vgl. Alt, Gesch. d. christi. Cultus 11, 206, 320. 

28') Fabri 11, 36; Amman 150; Troilo 337—338; PV. c. 1690. 

282) Tschudi 295 ; B. von Eptingen 385. 
^ 283) Hody, Tombeaux de Godefr. de Bouillon I, 171. 

28*) Fabri. II, 37; Tschudi 295 f. Uebrigens entwickelte sich beim 
Jordanbade zwischen Pilgern \ind Pilgerinnen häufig unzüchtiges Treiben 
(Tobler l, 705 f.). 

285) Der einzige Püger des späteren Mittelalters, der einen monate- 
langen Aufenthalt in Palästina nahm und durch eifrige Leetüre allerlei 
wissenschaftliche Materialien, hauptsächlich über die Geschichte, die 
Flora und Fauna des heiligen Landes sammelte, war Walter GugHnger 
<S. 180 f., 266—311). 

2 8''^) Gewöhnlich Hess man sich Bescheinigungen (VilHnger 98 be- 
zahlte dafür O.Batzen) über den Besuch der heiligen Stätten ausstellen, 
wie uns solche vielfach erhalten sind (Albrecht 209^ — 21i); EckHn 40*: 
PV. 158.^, 1586; Schweigger 315; Scheidt 85—87; Füessh 223; Bräu- 
ning 263; Stammer 165 f.; Amman 16*9 — 173; Slisansky 86 — 87; van 
Kemp 92; Ignatius von Rheinfelden, Vorrede; Otto von Groben 28 1 — 
282: PV. 1506, 1515, 1669; Hakluyt II, H»7; Statements 1897, 80 f.; 
Tobler, Golgatha 249, Denkblätter 5>»3 f.). 

287) PV. 1330, 1-130», c. 1449, 1450^, l^.»i4S 1466, c. 1460—147.), 
c. 1570, 1699; Harrant 334 f. Stockar 17 — 20 giebt ein grosses Re- 
liqiüenverzeichniss : vgl. Stückelberg 108 erwähnt solche von der Pilger- 
fahrt heimgebrachte Reliquien, die in den Kirchen von Bern, Luzern, 



— 73 — 

i reiburg, Mori, (xachnang heut noch aufbewahrt werden. Der Sultan 
liess übrigens, wie Fabri I, 351 berichtet, oft abortirte Kinderleichen 
als Leichen »der unschuldigen Kindlein« von Bethlehem an die Christen 
verkaufen und gewann viel Geld daraus. Früher brachte man haupt- 
sächlich Palmzweige aus dem heiligen Lande mit (Tobler, Denkblatter 
506; Du Gange, s. voce Palmarii; eine interessante Notiz [vgL oben 
Note 94] darüber in Gesta abbatum Horti S. Mariae ed. Wybrands 36 
[VgL auch 189, 192, 2<»0, 224, 226]: »mos enim tum erat, omnes a Terra 
Sancta redeuntes armis dispositis palmis uti, discordantibus partes suas 
interponere, communi paci totius patriae vigilanter intendere«); über 
andere Kleinigkeiten siehe das PV, 14 17 — 1449, lo89. Manche Adlige 
nahmen als Andenken wie z. B. die Herren von Eyb die Pijgermuschel 
in ihr Wappen (W. Oetter, Histor. Beschreib, des Wappens d. Herren 
von E., Augsburg 1784, 28), und gewiss fehlt es nicht an andern Bei- 
spielen, welche die Heraldik geben kann (vgl. PV. c. 1325). Eine 
Wappensage, die eine VaiiatioiiL der Sage von Heinrich des Löwen Kreuz- 
fuhrt zu sein scheint, siehe bei Groben 7. 

288) Fabri 1, 292. 

289) Tobler, Siloahquelle 105—114. 

280) Fabri II, 195. 

281) Fabri II, 345; Tobler, Jerusalem II, 272 f., 386. 

28«) Tucher 359; vgl. Note 68 und 298. Auch in Scandinavien 
kannte man Gürtel, die auf dem Grabe Olafs gelegen hatten und die 
Kraft besassen, gebärenden Frauen zu helfen. 

288) Tobler, Bethlehem 232 f. ; Kiechel 307. 
28*) Tober, Bethlehem 236; Stockar 13, 17. 

289) Tobler 6"— 62 und Siloahq. 2(»0; Rindfleisch 319—320. lieber 
andere Andenken vgl. PV. 1585 und Otte, Handbuch z. B. Agnus Dei 
([, 359—3^0), Einhörner mit arabischen Inschriften (I, 210—211), Tep- 
piche (I, 283), Strausseneier, Cocosnüsse (I, 213). 

28«) Tobler, Jerusalem I, 177 f. ; II, 188. 

28') Innominatus YI, 406 ; PhiHppus (ed. Neumann) 61 ; Anshelm 
781. Am Sinai schnitt man sich Ruthen ab (Tuch er 366*). 

288) Fabri I, 285 fügt hinzu: »ducentes eos secum ad patriam et 
€orum inulieribus in partu laborantibus accensos teuere faciebant, ut 
sine pericHtatione parerent«. Denselben Zweck sollten Streifen von der 
Länge des heiligen Grabes erfüllen (Rindfleisch 319 ; vgl. Vulpius, Cu- 
riositäten 18 in, V, 447 — 452). Sonst nahm man auch die Länge des 
Steins der Salbung mit und machte aus dem damit gemessenen Zeuge 
doß Sterbekleid (Tobler. Golgatha 351. VgL Fürer 260; Rindfleisch 319; 
PV. 1589, c. 1690). 

299) Tobler, Jerusalem II, 647 (nach Harrant 261 für unfruchtbare 
Weiber von Nutzen). Peter Füessli brachte 1523 eine Rose von Jericho 
heim, die noch im Besitze seiner Descendenten ist, ebenso einen 4 Fuss 
langen Palmenast, Steine vom Oelberge, aus dem Cidronbache, Jordan- 
wasser, etc. (Neu Jahrsblatt der Züricher Feuerwerker-Gesellschaft 1851, 
4S; L.). VgL PV. 1583<^. 

800). gtockar 13, 74 f.; Ketzel 80: Rindfleisch 319—320. Stamm- 
"buchverse von griechischen, oder armenischen Prälaten siehe bei Bräu- 
ning 77, 263—264; Schweigger 334—340; Teufel von Guntersdorf 7^. 
Melchior Lussy 31 — 35 (PV. 1583^) brachte nach Hause die Abschrift 
des (apokryphischen) Urtheils mit, welches Pontius Pilatus über Christus 
gefällt; es sollte am 15. März 1580 in Aquile a gefunden worden sein. 



— 74 ~ 

Genaueres über dieses Schriftstück bietet Fabricius, Cod. apocrypb. Novi 
Testam. II, 487—193. 

»•>) Paulus, Sammlung von Palästina-Reisen I, 95; vgL 323. SU- 
sansky 31 gravirte sich auf dem rechten Arme mit zwei Nadeln daa 
Zeichen des heiligen Grabes ein, auf dem linken den Calvarien- und 
Zionsberg, weil die Türken alle so stigmatisirten Christen, wenn sie ge- 
fangen würden, sofort wieder losliessen. 

»02) Tobler, Golgatha 249 f. ; Zeitschr. für die Gesch. d. Bodensees. 
1872, III, 124 — 126; Gaillard, Recherches sur Teglise de Jerusalem är 
Bruges 1845; Röhricht, Pilgerfahrten 366, Beiträge 11, 358, 397 f.; Sepp, 
Bas heilige Land I, 449 — 45tf, f»C3 if. Ein Modell von Hole findet sich 
in Weimar (Rosenmüller, Ansichten aus Palästina I, Nr. 3, 6 (Modelle 
der Stiffcshütte, des Tempels Salomonis und Jerusalems, 1723 von Semler 
gefertigt, waren noch 1727 im Halleschen Waisenhause zu sehen; über 
andere Modelle vgl. Coburger Zeitung, Extract 1724, 317 ; Huber, Historie 
der Landkarten, Zusätze 87), ein kostbares Modell befindet sich in Statt- 
gart, eins aus Elfenbein im Hohenzollern-Museum in Berlin, ein Teppich 
mit einer Darstellung Jerusalems und des heil. Landes in München (PV. 
1521). Jerusalemkapellen sind in Brügge (vgl. Gaülard, Recherches sur 
r egiise de Jerusalem ä Bruges 1S45), Gouda (Vorstman im Neederl. 
Arch. V. Kerkengesch. VII, 68, 380) und Schweidnitz (vgl. SS. rerum 
Siles. XI, 7). Heilige Gräber (mit und ohne Stationen) werden erwähnt 
in: Albendorf, Altthann, Andernach, Annaberg (in Ober-Scbleaien), As- 
bach, Aschaffenburg, Basel, Berlin (vgL FV. 1474), Breslau (vgL 
Schmiedler, Gesch. der Elisabethkirche zu Breslau 1857, 114 ; RM. 315 f.), 
Chemnitz, Cöln (S. Maria auf d. Kapitol) Coblenz (RM, 246), Constanz. 
(vgl Verein zur Gesch. d. Bodensees III, 124 — 127), Diedorf, Drei Aehren 
(bei Cohnar), Dresden, Eichstädt, Freiburg im Breisgau und i. d. Schweiz. 
Geismar, (Grässe, Preuss. Sagen I, 433), Görlitz (P V. 1405»), Graz, Gress- 
weiler, Hagenau, Hamburg (vgl. Von d. Arbeiten des Kunstgewerbes im 
Mittelalter 1865), Innichen, Kaysenberg, Kiensheim, Klein- oder Bet- 
Jerusalem bei Seersen im Erzbisthum Cöln (vgl. D. heil. Land 188 v 
XXIV, 1-i— 18, 73—83), Liegnitz, Lübeck, Mainz, Metz (vgl. Anglure 
121 f.), Münstermaifeld (S. Martin), Neustadt (West-Preussen), Neuweiler, 
Nürnberg, Oberehnheim, Perleberg, Remagen, Reutlingen, Neu-Ruppin, 
Sagan, Salzburg, Schaff hausen (über andere Beispiele von heil. GrÖJern 
in der Schweiz siehe Stückelberg HO ff.), Schlettstadt, Sinrig, Solothurn, 
St. Gallen, St. Wendel, Torgau, Treysa, Trier (St. Gangolf), ühn (Klemm, 
Würtemb. Baumeister 78), Weilburg, Weissenburg, Wien (Ambraser Samm- 
lung), Zkbern, Zwickau (vgl. Otto I, 365 — 367), Oelberge im Aargau 
(Olsberg; vgl. Rochholz, Schweizersagen aus d. Aargau II, 247), bei 
Adelberg, Albendorf, Beuren, Danzig, Donauwörth, Eltville, Freiburg 
i. Breisgau, (jörlitz. Grosssüssen, Isny, Kaysersberg, Klostemeuburg, 
Knittelfeld, Landshut, Lauffen a. Neckar, Lübeck, Mittelheim, Neuffen, 
Nürnberg, Oberehnheim, Oswitz (bei Breslau), Regensburg, Rottenburg 
a. Neckar, Sptier, Strassburg, Stuttgart, Ulm, Wang (bei Moosburg),. 
Warburg, Wiesbaden, Worms, Xanten (Otte I, 3 »9 — 370), Stationswege 
in Baden bei Wien, Bamberg, Brandenburg, Brunn a. G., Coblenz (RM. 
246), Dinkelsbühl, Donauwörth, Emmerdorf, Freiburg in der Schweiz 
(von Diesbach 274 — 276), Gumpoltskirchen, Hütteldorf, Katzwang, Klein 
Pechlarn, Klosterneuburg, Knittelfeld, Landshut, Lübeck (PV. 1468*>^, 
Merseburg, Neu-Ruppin (PV. c. 1480), Nürnberg (von Adam Krafft; vgl. 
Otte I, 534 — 53ü; Kamann 26«', wonach dieser Kreuzweg Martin Ketzels, 
neuerdings durch den Bildhauer Leister renovirt worden ist), Perchtols- 



— 75 — 

dorf, Rothenburg an der Tauber, Sievering, Vorderbülil, Wang, War- 
burg, Wasserburg, Wien, Wittenberg (Otte 381), Calvarienberge bei 
Frankfurt a. M. auf dem Domkirchhofe, bei Lübeck, in Wimpfen an der 
Pfarrkirche (Otte I, 363). üeber heilige Stiegen vgl. ebenda 1, 367. 
Sonst vgl. für Italien : Lor. Longo : Gierusalemme Piacentina cioe chiese 
e luoghi di Piacenza corrispondenti a Gerusalemme, Piacenza 16'>4, i^ und 
Nuova Gierusalemme della la S. BasiKca di S. Stefano in Bologna, Bo- 
logna 1637 (vgl. Paolo Masini, Bologna illustrata 1666, I. 1 i4 und Mitth. 
und Nachrichten des BPV. 1898, 5—6). 

•0») Bethlehem bei Bern, Grüssau, Laupheim, im Ostergau, bei 
Prag, Osnabrück, Emmaus bei Danzig und Troppau, Galiläa, ein Kloster 
bei Meschede (vgl. Evelt in Zeitschr. für westfäl. Gesch. XXXVl, 1*.'9 
— 133), ein Gut bei Bern, Gethsemane in der Schweiz (vgl. Schweiz. 
Geschichtsfr. XXXI, 342 — 343), Hebron bei Stolp, Jericho in d. Altmark, 
Jerusalem bei Marburg in Steiermark (Jerusal* m ähnlich soll nach Sepp, 
Jerusalem II, 532 Rothenburg an der Tauber, nach Grasse, Sachs. Sagen 
II, 401 Orlaniünde sein), Nazareth bei Gent und Klaarcamp. Belgische 
Ortsnamen, die an Palästina erinnern, siehe bei 0' Kelly, Mem. sur 
r ordre de S. S^pulchre 37 — 42, deutsche Palästinaortsnamen geben auch 
die Ortsnamenbücher des Deutschen Reiches und der Deutschen Staaten 
in Fülle, doch sind sehr viele neueren Datums für Stiftungen katholischer 
und protestantischer Orden und Vereine. 

»04) Fabri 11, U)0 f. Walter Guglinger 187 (wonach die Führung 
der Caravane bis Gaza der Grosse CaiHn, von da bis Cairo der Kleine Cailin 
hatte; vgl. S. 191). Breitenbach 100; vgl. Schach 13. 

«05) Fabri II, 332 ; Albrecht 196. Wegen des vielen Raubgesindels 
wm*de oft den Pilgern der Weg nach dem Sinai widerrathen ; der Pascha 
verlangta 149.' für 12 Personen 225 Dukaten Geleitsgeld (Fassbender). 

•0'') Fabri II, 304 ff. ; Walter Gughnger 193 (der hier 3 deutsche 
Renegaten fand und noch berichtet, dass unter den Pilgern nach dem 
Sinai einzelne bis auf's Messer sich mit einander stritten, so dass die 
Muselmänner sie mit Gewalt zur Ordnung bringen mussten ; vgl. S. 200 f. 
u. Fabri II, 445); Fürer 171; Baumgarten 75 ; Harffl55— 160; Diesbach 
160; vgl. Troilos Itinerar 347—361. 

•«») Fürer 103 ff. ; Tucher 362» ; Fabri II, 410 ff. ; die von den letz- 
teren genannten Stationen lassen sich bis jetzt nicht mit heutigen Namen 
identificiren (Robinson, Palästina I, 441). Eine Beschreibung der Küste 
siehe bei Wilh. v. Boldensele 257; Ludolf v. Suiheim 69; Fabri II, 
886 ff., 424 ff.). 

308) Simon von Anglure 41—46; Zülnhart 312 f.; Helffirich 387»; 
Förer 111—120; Tucher 364» ff.; Fabri II, 441—545; Rieter 9-(— 102; 
Walter Guglinger 202—218 (wonach S. 210 die Mönche einige Pilger 
zwangen, die von ihnen losgeschlagenen Stücke vom Sarge S. Catharinas 
wieder herauszugeben); Schütberger §38; Diesbach 14(j — 1-16; Stammer 
96—108; Harrant 582 — 612; TroDo 37-1 — 388; Neitschütz 198 — 223; 
SKsansky 97. Üeber die S. Catharinenlegende vgl. Conrady 34:8 ff. imd 
Vamhagen, Zur Geschichte der Legende der S. Katharina v. Alexandrien, 
Erlangen 1891. Ansichten der S. Catharinenkirche erwähnen PV. 14(>5*>, 
1S61«, auch in Revue de T Orient latin IIE, 235. Üeber die Geschichte 
des Catharinenklosters im Mittelalter vgl. Röhricht in ZDPV. X, 237 
— 238 und die Nachweise bei Gerland, Das Archiv des Herzogs von 
Kandia 1899. 24. Zur Route von Syrien nach dem Sinai vgl. Wilhelm 
V. Boldensele 244 ff. ; Ludolf v. Sudheim 63 ; Helffrich 386»— 387» ; Alb- 
recht 196— 197»; Belon 243— 260; Bräuning 180— 188; Symeon Symeonis 



— 76 — 

(ed. Nasmitli) 19 — 64, über die Route von Gaza nach Cairo siehe Ghi- 
stelle 132 — 137 (dort werden als Stationen: el — Arisch, Farmina, Beme- 
lessin, Birlehalt, Catia, Birdodare, Acole, Bulscamp, Hauwe, es-Salahijje, 
Gantia, Burbaye, Kairo genannt; vgl. Itin. franc. 1, 241 — 243 und die- 
selbe Route bei Marino Sanudo, worüber Röhricht, Marino Sanudo als 
Cartograph des heü. Landes in ZDPV. XXI, 120—122 handelt), auch 
Symeon Symeonis 6*. — 68; Rauter 443; Diesbach 131 — 134. 

309) pv. 1561». 

910) Bräuning 20<»; Albrecht 210; Kiechej 467 f. ; Harrant612; vgL 
PV. 156.'>*. Ueber den Orden von S. Catharina vgl. ausser oben Note 269 
auch die in Revue nobihaire 1877, 17 — 18 gegebenen Nachweise. 

'1*) Darüber vgl. La division bei Charles Hopf, Chron. grecorom. 
37; Chron. Salimbene 142; Ludolf von Sudheim 37, 52: Walter Gug- 
linger 218 fF.; Fabri III, 13 fF. ; HarfF 109; Rantzow 56; Jacut IV, 564: 
el-Calcaschandi 13; Sepp, Das heil Land II, 778 ff.; Heyd 11, 566 ff. 
Der Ursprung der Legende von der S. Marienquelle scheint auf das 
Evangel. infantiae § 24 zurückzugehen (Fabricius, Cod. apoc. N. Testam. 
I, 187, Note 1). 

312) Ueber Cairo (zur Tracht der Juden und Christen daselbst siehe 
Quatremere, Makrizi IIB, 178 f.) vgL Ludolf von Sudhcim 51; Symeon 
Symeonis 18—36 ; Walter Guglinger 220—238 (wo S. 228 f. ein Plan 
von Cairo; vgl. auch PV. 1465b); Tucher 368—370; Rieter 110—124; 
Fabri III, 78 ff. ; Harff 85—108; Helffrich 389» — 395; Fürer 36—60; 
Baumgarten 43 ff. ; Wild 5 f., 179 — 238; Lannoy (in Archäologia) 372 
—382; Jod. von Meggen 172— 188 ; Püoti362; Bräuning 199 ff. ; Kiechel 
370 ff.; el-Calcaschandi 66 ff.; Amman 186— 200; Troilo 361 ff., 391— 402 
(viermal grösser als Paris 1) ; Harrant 698—774 (Plan 744) ; Heberer 120 ff. ; 
Kantzow 55 ff. ; Neitschütz 149—165, 234 ff. ; Petrus Martyr, De Baby- 
lonica legatione hbri III (in Carlo Passi, Relazioni del Petro Martui 
1564), opus epistoL 12, 13. Aug., 5. Sept., 1. October (S. 224—230, 128 
— 131) ; vgl. Schumacher, Petrus Martyr, New-York 1879, 126. 

^^^) Die »terra Gesen et campus Taneos, in quibus fecit Deus mi- 
rabüia«, wird schon früh von Pilgern besucht (Hieronymus, Peregrinatio 
S. Paulae in Itin. latin. I, 39; Anton. Mart. ibid. 116 sq.; vgl. Philippus 
71). Ueber Land und Leute im Allgemein n vgL Wilhelm von Bei- 
densele 248 ff'; Fabri III, 179—197; RadziviU 142— 192; Heberer 115 ff.; 
Schweigger 201—276; Lannoy 382—399; Bräuning 117—119; Rantzow 
75 ff. ; Neitschütz 128—174. 

si*) Wilhelm von Boldensele 24^; Albrecht 107-^; Helffrich 384; 
Fabri in, 26 ff. 

31 öj Aristoteles, Histor. anim. IV, 2; vgl. Wilhelm von Boldensele 
249; Ludolf von Sudheim 51; Baumgarten 72 f.; Harff 92; Walter Gug- 
linger 332 ; Breitenbach 108; Fabri lll, 57 f.; Radzivill 144; Albrecht 
198 ; Piloti 352 ; Helffrich 392 ; Kiechel 372 f. ; Rantzow ^8 ; Troilo 368 ff. ; 
Abdallatif, Relation de TEgypte ed. Silvestre de Sacy 135 f., 148 f., 154, 
425 f. Diese Brutofen (Mamal), von dtnen unter den chiistlichen Schrift- 
stellern wohl zuerst Burchard von Strassburg in Mon. Genn. SS. XXI, 
238, dann Jacob von Vitry (ed. Röbricht Epist. IV, 573) sprechen, sind 
abgebildet bei Fürer 78, besser in der Description de T Egypte, planche 

I, fig. 11, 12, 13 de la Collect, des arts et des metiers (E. M. II) planche 

II, fig. 1, 2. 3 (über die Brutöfen auf Rhodus vgl. Kettler 193). Siehe 
auch die ansführhche Darsttllungbei Vulpius, Curiositäten VII» 499 — 533. 

si^) Baumgarten 46 — 49; über die Disputationen zwischen Christen 
und Türken vgl. Fürer 39—40, auch Kraft 229 ff. und PV. 1614—1616. 



— 77 — 

817) Hebtrer 155; Baumgarten 73; ebenda S. 74 steten die Noten 
zu dem muslimiscben Rufe : »Es ist kein anderer Gott als Gott« etc. 

«1®) Baumgarten 42; Zülnbart 313. Er wird Tongobardinus oder 
Tamquardinus, der anfangs Jude, dann Christ und scbliesslicb Muslim 
geworden war (Walter Gugünger 221 — 222) genannt (vgl. oben Note 196) ; 
er scbickte von Matbaria nach Cairo ein Verzeichniss der von ibm ge- 
führten Pilger voraus, während der bisherige lührer, der kleine Caifin, 
zurückkehrte (Walter Guglinger 218). Zur Zeit Fabris (III, 187) war 
es ein spanischer Ren gat, der pro Kopf 5 Dukaten für Logis erhielt 

S Baumgarten 42 f., 66 ; Tucher 368) ; einige Pilger wohnten auch bei 
^onsuLa z. B. den venetianischen (Albrecht 197), Ghistelle 137 bei Fran- 
cesco Tedesco aus Mecheln, L. v. WedeU 138 bei PaoK Morani aus 
Venedig. In der S. Georgskirche in Cairo schlugen sich, da der Bischof 
abwesend war, mehrere Ritter zu S. Georgsrittem (Walter Guglinger 
230) ; vgl. oben Note 269. 

"») Baumgarten 45; Rantzow 60 f., 70. 

820) Harff 109 ; Helffrich 395» f. ; Albrecht 197» ; Heberer 131 ; 
Stainmer 76 — 79. Wühelm von Boldensele will auf den Pyramiden 
einige Hexameter gelesen haben, die Ludolf 55 und daraus wieder Fabri 
HI, 52 nachschreibt; sie sind auch im Corpus inscriptionum latinarum 
IHA, 8, Nr. 21 abgedruckt. 

821) Harff 85 f. ; vgl. Joh. Ghistelle bei S. Genois I, 165 f. Dass 
man überhaupt im Morgenlande immer neue Kreuzzüge der Christen 
befürchtete, bestätigt aus früherer Zeit auch Jacob von Verona. 

822) g^ 85—86. 205 (über Danzigs Verkehr mit dem Orient vgl. 
Zeitschrift des westpreussischen Geschichtsvereins 1881, Heft 5); Ghi- 
stelle 143 traf in Cairo auch einen früheren Danziger und jetzigen 
Mamluken (Nasser ed-din). Dass sogar während ihrer Fahrt die Püger 
Glaubensgenossen zum Islam übertreten sahen, berichten Fürer, Helff- 
rich und Heberer (PV. 1565», 1583^); am 22. Nov. 1482 trat ein Ge- 
sandter des Königs von Abessynien zum Islam über (Walter Guglinger 
127), ja sogar 2 Minoriten (1449) Valerius und Antonius (ebenda 129 
— 130); Georg. Gemnicensis 543 und Martin Baumgarten 86 erwähnen» 
dass zu ihrer Zeit (1507) sogar ein Minorit, den sie in Cairo noch 
sprachen, seinen Glauben verleugnet habe; ist dies etwa der Francis- 
kaner Philippus de Aversa, dessen Descriptio Templi Domini in der 
ZDPV. 1878, 210 ff. (vgl. RB. No. 582 und 584) veröffentlicht ward, der 
sich als Mamluk Hobia (Ejjub d. i. Hiob) nannte? Andere Beispiele 
vom Uebertritt eines Geistlichen zum Islam erwähnt Joh. von Lauffen 
und ZuaUart 186 (ibid. 39 über die Ceremonie des Uebertritts) ; vgl. 
auch PV. 1556» und 1582—1580. 

828) PV. 1561»; Reuter kaufte durch sein ehrlich verdientes Geld 
nach Bräunin g 138 viele Christensklaven aus der Gefangenschaft los; 
nach M. de Diesbach 205 wurden 1493 in der Schweiz Beiträge zum 
Loskauf gefangener Christen gesammelt. Albrecht trifft auch in Cairo 
einen Uhrmacher Marquardt aus Augsburg (PV. 1561»). 

824) Fabri III, 34 — 36. Der Name Seevogel wird genannt bei 
Werli von Zimmern 172 ; Walter Guglinger nennt ihn auch und meldet 
(S. 225, 236—237), dass er ihn (19. October 1483) mit einem Empfeh- 
lungsschreiben an den Guardian nach Jerusalem zurückgeschickt habe. 
Vischer-Merian, Hermann Seevogel 1880, 61 — 62 identificirt ihn mit dem 
von Harff 86 und 100 genannten Konrad aus Basel, Auch Sebastian 
Schach 21 f. traf 1604 einen Baseler Renegaten in Cairo. 

825) Fabri III, 18. Wild 117 traf einen gewissen Abraham Simon. 



— 78 — 

aus Krems in Cairo und (S. 87) einen Strassburger Hans Hey am rotben 
Meere. 

32«) S. 273; ebenso fand er (S. 371) einen Bene^ten aus Bayern; 
sonst über Deutsebe in Cairo siebe aucb PY. 1565* und 1623. 

8") Heberer 136, U9 f. 

8*«) S. 128. Ueber ungariscbe Renegaten siebe Walter Gag- 
bnger 230. 

889) PY, 1561*; ein sebr frübes Beispiel verrätberiscber Renegaten 
ebenda c. 1340. 

•80) Fürer 69 ff. ; Heberer 135 ; Symeon Symeonis ed. Nasmitb (Can- 
tabrig. 1778), 19. 

331) Fabri IH, 106—113. 

832) Die Route siebe bei Tucber 369, Walter Guglinger 238—240, 
Harff 80—85 und L. v. WedeU 15a 

338) Ueber die Stadt vgL Paulae peregrinatio in Itin. lat. I, 3d; 
Arculf (ibid.) 187—190; Fabri III, 158 tf.; Walter Guglinger 240 — 249 
(der freundlicbe Aufnabme im Fondaco der Catalonier und bei dem vene- 
tianiscben Gesandten Andrea de Carpinel fand) ; Tucber 370 f. ; Rieier 
124—127; Diesbacb 146— 148: Harff 76 ff.; Scbweigger 251— 254: Helff- 
ricb 396» ff.; Meggen 164— 17«»: Kiecbel 334 ff.; Wedell 153; Scbilt- 
berger § 43; RatoviU 154 ff.; Fürer 11—30; Lannoy 349—369; Piloti 
358 — 360, 378, 386 (Cairo und Alexandria müssten auf dem näcbsten 
Kreuzzuge durcbaus erobert werden) ; Troilo 600 ff. (dort 608 eine 1»- 
teiniscbe Inschrift); Wild 48—49; Heberer 105—111 (dort Karte); Har- 
rant 774—788 (dort ein Plan); Neitscbütz 140—145; Hakluyt II, 198 ff.; 
Heyd II, 329 — 434. Tucber sagt, Alexandrien sei anderthalb mal grösser 
als Nürnberg. 

3»*) Tucher 370*. Graf Philipp von Katzenellenbogen musste 143S 
die Besichtigung der heiligen Stätten sich durch eine Zahlung von 
150 Dukaten erkaufen. 

335) Tobler, Descriptiones 87; Harff 77; Fabri III, 145. 

33«) Harff 77; Helffrich 396». Radzivül 143 trifft einen Janit- 
scharen, der aus der Schweiz stammte. Ueber die venetianischen Con- 
suln der Levante, besonders (Syriens und) Aegyptens vgl. Poma, II con- 
solato Veneto in £gitta in Biülctino del ministerio degli affari esteri 
1897, October. 

387) Nach Radzivül 147 so gross wie die Donau bei Linz, nach 
Fürer 60 ff., wie bei Wien, nach La Division 35 grösser als der Rhein, 
nach Harff 80 so breit wie der Rhein bei Cöln. Ueber den Nil siehe 
besonders Fabri III, 119—133. 

333) Die Panzer der Krokodile wurden im Abendlande als Häute 
erlegter Lindwürmer verkauft (Harff 81 ; vgl. sonst Fabri UI, 133 f.). 

389) Ludolf 69 ; Radzivill 146, 169 ; auch in der Geschichte des fünften 
Kreuzzuges spielten diese Taucher eine hervorrragende RoUe (Röhricht, 
Scriptores quinti belH sacri minores, Genevae 1879 I, xxii). 

840) Ludolf 60 f. ; Fabri III, 59 ; Harff 76 ; Tucher 370 ; darüber siehe 
besonders Quatremere, Hist. des Sultans Maml. IIB, 115 ff*. 

3*1) Script, quint. belli sacri I, xxi, XLXiii; Ludolf 62; Lannoy 309 
—494; Wild 164 f.; Fürer 15c f. Der Sandschak vo Damiette hatte, 
als Fürer (S. 161) in Aegypten war, in seiner Umgebung einen Polen 
und einen Deutschen. 

8*«) Gumppenberg 242* — 243; Leeman 105—107; Bertrandon de la 
Brocquiere 33—38, 54—69 ; Ghistelle 239—250 ; Belon I, 286 ; II, 3 ff. ; 
Rauter 436 f. (ebenda S. 432 — ^35 die Route von Scutari bis Antiochien 



— 79 — 

und S. 437 f. über Safed); Seydlitz 263; Lannoy 346 f., 438 — 442: 
Scliweigger 319 f.; Cotovicus 366—379; Wild 143—145; Amman 96: 
Troilo 439 — 448; Briemle II, 51« — 519 (nach Baumgarten 110 wäre 
der Florentiner Löwe in der Stadtmauer zu sehen gewesen). Sonst Tgl. 
Poggibonsi, Bamasco e le sue adjacenze del secolo XIY, Imola 1878: 
Heyd II, 466 — 496 und über Nordsyrien überhaupt Belfour, Travels of 
!Macarius, London 419 — 482. Wüstenfeld, Zur Topographie von Da- 
mascus (in Lüddes Zeitschr. für vergleich. Erdkunde 18-t2, I, 1H8 iden- 
tificirt die 6p^4] /.aop« des Neuen Testaments mit el-tarikh el-odhma. 
Eine genaue Route von Cairo bis Damascus siehe bei Troilo 390 — 430; 
eine Ansicht wird erwähnt in PV. 14b*5*>. 

»*s) Röhricht, Pilgerfahrten 364 f. ; Willibald in Toblers Descript. 
T. Sanctae 62 ; Arculf 105 f. ; Wühehn von Boldensele 282 f. Ludolf 
von Sudheim 97—102; Philippus Uj9— 172. 

'**) Ghistelle 264—257 ; Rauter 434— i36 ; Briemle II, 524—526 ; 
Cotovicus 498—611; PV. 1653— lb63. 

«") Krafft 134 ff. ; Rauwolff 290—296 ; Belon U, 16 : Kiechel 259 ff. : 
Baumgarten 131 ; Cotovicus 406 — 422 : Marcarius 4 f. ; Troilo 469—463 
(Reise von Damascus bis Aleppo); Briemle II, 519 — .)22; PV. 1655^ 
1(>'63, lb66. 

3*«) Ueber die Drusen vgl. Wilhelm von Boldensele 286; Lussy 
o8 ff. ; Cotovicus 395 ff. ; Rauwolff 320» ff. ; Bräuning 279 ff. ; Troilo 47. 

5*7) Walter von Waltersweil 18 ; Rauwolff 279—287 ; Radzivill 25 ; 
Heberer 148 f. ; Krafft 87—108 ; Buseck 457 ; Bräuning 272—279 ; Zual- 
lart 328 ff.; Troilo 42—46; Briemle II, 526—528; PV. 16^6; eine Karte 
siehe bei Cotovicus 378 f. Ueber die dort gefundenen türkischen und 
altrömischen Münzen vgl. Baumgarten »30 f., auch Stickel in der Zeit- 
schr. der Deutsch. Morgenl. Gesellsch. VI, 521 f. 

«*») Ludolf 38 : Ghistelle 60 u. 236 ; Neitschütz 266—260 ; Briemle 
II, 531—634. Eine Ansicht erwähnt PV. H65*>. 

«*») Lannoy 338—340; Cotovicus 126—127 (ibid. über die Rolle, 
die es in den Kreuzzügen spielte, S. 189 — 194; vgl. auch RB. s. voce 
Accon im Ortsregister) ; Neitschütz 270 ff. ; Briende II, 538—541 ; über 
Tyrus vgl Lannoy 340—342, 427—432; Cotovicus 119—123; Briemle II, 
5:J6— 538; Neitschütz 262 f. ; über Sidon Cotovicus 116—119; Briemle 
ir, 534 f. 

350) Seydlitz 262— 2G6; Rauter 432—436; Amman von Thalwill 72 
—93; Troüo 347—480. 

»") PV. 1563b, 1565*, 1568, 1579, 1581, 1613, 1636, 1684; Ghi- 
stelle 303—310 ; vgl. Briemle II, 628—630 und Mordtmann, Eine deutsche 
Botschaft in Constantinopel anno 1573 — 1578, Bern 1895. Auch Hein- 
rich von Lichtenstein kam 1584 als kaiserlicher Gesandter nach Con- 
stantinopel (Falke, Geschichte der Fürsten Lichtenstein II, 115 — 121) ; 
eine Instruction für den (1583) nach Constantinopel gesandten Orator 
Karl Tettauer von Tettau siehe in den Schriften für Beförderung der 
Geschichtskunde in Freiburg 1828, 540 — 653; über die Reise des Ge- 
sandten von Eitzing ebend^iin (1583) vgL die Beschreibung Steinachs 
in den Steiermark. Geschichtsblättern 1881, Oct.— Dec, U. Heft 4, 193 
—234; VgL oben S. 54. Ein türkischer Pass steht in PV. 144P, auch 
bei Flei8<uier und Delitzsch, Catalog. libr. manuscript. bibhoth. Lipsiensis 
187. Ueber Constantinopel, wo die Pilger oft genug Deutsche trafen, 
vgl. Arculf 191—201; Wühehn von Boldensele 238 f.; Ludolf 4— 5; Ber- 
trandon 659—568 ; Seydhtz 269 ff. ; Bräuning 46—48 ; Schweigger 58 
—200; Kiechel 408 ff.; Vülinger 159—168; Troilo 480—501; Neitschütz 



— 80 — 

43—56; Rantzow 91 ff.; Stammer 14—60; Wild 245—250; Amman 34 
— 72 ; auch Joseph von Hammer, Narrative of travela in Europa, Asia 
and Aftika ed. Evliya Efendi, London 1834, 5 — 85 (ibid. über die Ge- 
Bchiclite der Belagerungen der Stadt S. 23 ff.) und Garcin de Tassy, 
All^gories, r^citfe po^tiques et chants populaires, Paris 1876, II Edition, 
610 ff. Eine Karte von Constantinopel giebt (PV. 1697) Megiser 75, zwei 
griecbiflclie (christliche) Inschriften Bräuning 67, 78, 79 ^ibid. 78 die 
Namen aUer deutschen Gesandten seit 1529, dazu vgl. die Liste bei 
Schweigger 64 — G5). 

352) Ludolf von Sudheim 23; PV. 1697; Bräuning 36 f.; über Troja 
vgl. PV. 1586. Ein Büd von Athen siehe bei Briemle 126 (ebenda von 
Malvasia, Modon, Lepanto, S. 112 von Messina, 114 von Catania, IIb* 
von Siracosa, 120 von Corinth und Zante, 122 von Nauplia, 128 von 
Navarino und Constantinopel) ; vgl. CoDignon, Documents du XVII siecle 
relatifs aux antiquites d' Athene (Compt. rendus de Tacad. d. inscript. 
XXV, 1897, 56—71). 

3*8) Harff 133f. ; PV. 1561^. Wild 66—78 war als Gefangener dort 
(ibid. 79—84 wie Harrant 799—834 über den Haddsch). 

854) PV. 1496—1499. 

355) PY^ 1492, 1495». Ein Pilger brachte sogar in die HeimatH 
einen getauften Muselmann mit (PV. c. 1610). 

356) ^0 sie zuweilen grosse Einkäufe machten (PV. 1436*, 1464, 
1461), aber auch durch die Quarantaine oft aufgehalten wurden (ibid. 
1561 bc, 1587b, 1604, 1606; vgL 1583^ und Neitschütz 364 f.). Von hier 
ritten sie manchmal mit ihren eigenen, oder gekauften Pierden heim, 
die ankommende Pilger eben zurückgelassen hatten (Stockar 56 f.). 

357) Wohl meist infolge eines Gelübdes (PV. 1390 — 1396, 1517, 
1520, 1542, 1583»; Dietrich von Schachten 219, 236 ff.; Joh. von Hirn- 
heim 449. üeber Loretto vgl. Briemle I, 230 — 263, welcher die Route 
von München über Loretto, Eom nach Bari sehr ausführlich giebt. 

368) Wo Kiechel, A. von Pappenheim und Heberer viele Deutsche 
fanden; sonst vgl. Leeman 110; Jodoc. von Meggen 238 f.; Dietrich von 
Schachten 224 ff*., PV. 1468, 1517, 1578, lt>18 f., 1629 und Briemle I, 
568—626. 

359) Vgl. z. B. PV. 1467», 1468», 1496—1499, 1497» imd b, 1517, 
1520, 1542, 1546, 1561», 1578, 1582—1589, 1683», 1586—1589, 1604, 
1613, 1618 f., 1629, 1636, 1660 f. Heberer 488 erwähnt als deutsche 
Herberge in Rom die »Zwei Schwerter«, Kiechel 170 »das Schwert«. 
Sonst vgl. über Rom Briemle I, 324—527. 

8«o) PV. 1342, 1349, 1366, 1373, I377l>, 1392, 1426»>, 1438, 1441, 
1443», 1483», 1495», 1496, 1497» nnd b, 1^99, 1507, 1519, 1542, 154^', 
1561»— c, 1565»— c, 1655. 

3«i) PV. 1:194, 1552, 1565», 1611. Ueber unglückliche Kämpfe der 
Pilger mit Corsaren und ihre Befreiung durch Loskauf vgL PV. 1481, 
1497^ 1546, 1582—1589, l^i29», 1666—1670. Im Jahre 1617 ward Graf 
Albrecht von Erbach auf einer Reise nach Italien gefangen und erst 
gegen Zahlung eines schweren Lösegeldes frei (Arch. für hess. Gesch. 
1851, 416 — 418), und desswegen wurde auch Landgraf Ludwig V. von 
Hessen von den Maltesern so eindringhch von einer Pilgerfahrt abge- 
mahnt, dass er davon Abstand nahm (ibid. 1845, 1 — 24). 
862) PY. 1556a, 1582—1589. 

868) PV. 1378, 1404, 1479», 1552 f., 1561», 1565^, 1573», 1582—1589, 
1629, 1666, 1675. Rauwolff (1573) kaufte sich selbst frei, Schiltberger 



— 81 — 

(1410) und Wild (I6i'8) erhielten ihre Freiheit für ihre treuen Dienste. Re- 
miniscenzen an die Gefangenschaft siehe im PY. 1573*. 

8P4) Im Lübecker Urkundenbuch IV, Nr. 493, S. 540 wird eine 
Frist von vier Jahren, in der deutschen Sage von Heinrich dem Löwen 
sieben Jahre als Termin angenommen, von wo ab der Pilger für ver- 
schollen oder verstorben galt. 

3»ö) Vgl. PV. 1468», 1479», 1488, Wie man heimgekehrte Pilger 
durch Gastereien zu ehren suchte, siehe in Comptes-rendus d'histoire,. 
BruxeUes IX, 1867, 488, 496. 

»6«) Vgl. PV. 1493», 1495, 1497» und oben Note 302 und 303; 
ausserdem wurde das Andenken an die Pilgerfahrt durch Bilder und 
grössere Darstellungen erhalten (PV. 1493», 1497»). 

3«') VgL oben Note 10. 

3*^) So copirt z. B. Hans von der Gruben wie Pfinzing den Lochner- 
schen Bericht, Rieter den Tucherschen, Ludwig von Eyb den Ketzel- 
schen, Anselm von Eyb den Lochnerschen und Brunnerschen. 

869) PV. 1566» und 1556l>. Eine wichtige Quelle bilden für uns 
auch die Stammbücher (vgl. PV. 1581» und 1588—90). 

870) Joh. Bodman erhielt den Beinamen »der Landfarer« , Karl 
Nützel J586 den »des deutschen Ulysses«; dass Pilger übrigens ofb ein 
schweres körperliches Leiden mit heimbrachten, siehe im PV. 1426, 1470. 

3'i) VgL Röhricht, Die Deutschen im heiligen Lande 131 — 143, 
wo die deutschen Kreuzfahrersagen zusammengestellt sind; vgl. dazu 
noch Sepp, Jerusalem II, 172 — 176. 

872) So Konrad von Einsiedel ; vgl: PV. 1427, auch 1308 u. 1443» 
und Joh. Kern, Schlesiens. Sagen, Breslau 1863, 301 sub voce Scheidnich. 

873) Ein Ritter von Mehrnstein bei Rattenberg geht, nachdem er 
der Fai vom Sonnwendjoch die versprochene Liebe gebrochen, nach 
dem heiligen Lande, um nie mehr zurückzukehren (v. Alpenburg, Tiroler 
Sagen 94 — 95). Ein Ritter aus Eger zieht, da ihn drei Fräulein lieben, 
nach dem heiligen Lande, worauf diese den Nonnenschleier nehmen, 
aber eine Namens Brunhilde lebt noch, als der Ritter heimkehrt, und 
sti5rzt sich, ihres Eides vergessend, dem Geliebten in die Arme, worauf 
beide sterben (Grässe, Sächsische Sagen II, 91). Ein Ritter, auf den ein 
anderer verheirateter Ritter eifersüchtig ist, wird gezwungen in's hei- 
lige Land zu gehen, wo er stirbt; aber da er befohlen hafte, ihm das 
Herz nach dem Tode auszuschneiden und der Geliebten zu überbringen, 
bestimmt der Ehemann diese dazu, ohne ihr Wissen das Herz zu ver- 
zehren; als sie hierauf erfahren, was sie gegessen, weigert sie die 
weitere Annahme von Speise und stirbt (Lieder der Klara Hätzlerin ed. 
Haltaus, Nr. 23). 

874) Bei Vulpius, Curiositäten 1812, 405—422 (der Herausgeber will 
den Text aus einem Originalbericht empfangen haben) und ohne Zweifel 
daraus bei Seifart, Eiheiterungen, Stuttgart 1866, 144—148. Erman er- 
wies in der ZDPV. IV, 201 — 205 zuerst, dass hier ein aus der deutschen 
Ausgabe des Felix Fabri gemachter Roman vorliege. Dasselbe wird 
auch von der durch Hormayr (Taschenbuch 1837, 117 — 132) mitge- 
theilten Sage: »Der schöne Franz von Brunn« gelten, obgleich diese 
von der Person des Bartscheerers vielerlei Neues zu erzählen weiss und 
die Hauptperson nicht er, sondern die Tochter Hinkos von Waldstein 
Ludmilla ist, welche unter dem Namen Franz von Brunn der Reisege- 
sellschaft 1483 sich angeschlossen haben soll, um nach Cypern zu ihrem 
Geliebten und Lebensretter Chrysogonus zu gelangen und seine Gattin 
zu werden. 

Röhricht, Pilgerreisen . 6 



— 82 — 

«'5) Bei Vulpiuö, Curiositäten 1817, VI, 323 — 334, von Erman 
(ibid.) auch als Boman charakterisirfc. Jedenfalls ist Raininger von Buch- 
hörn aber eine historische Persönlichkeit, da von ihm in München im 
Cod. germ. Nr. 270, foL 50—57 (c. 1464) Sprüche erhalten sind. 

87") Unter den Begleitern des Herzogs Albrecht von Sachsen nennt 
die Sage auch Bruno von Schönberg, dessen Urahn einst einen Löwen 
im Moraste erschlagen und daher sein Wappen empfangen haben soll 
(Grässe, Sachs. Sagen I, 501, 64). Ein anderer Begleiter, der Zwickauer 
Hauptmann Martin Römer (den auch Mergenthai nennt), soll den Zug 
des Herzogs mit 150 Pferden verstärkt und ihn auf der Reise freige- 
halten haben (Grässe, Sachs. Sagen II, 12); ebenso habe er ein Reli- 
quiar mit serbischer Inschrift, welches aus der Kirche zu S. Trinität in 
Constantinopel stammte, mit fünf Stückchen des heiL Kreuzes und vier 
Edelsteinen von einem Griechen gekauft, in dessen Hände diese Reli- 
quien nach 1453 gekommen seien; Römer gehenkte sie an die Marien- 
kirche zu Zwickau, wo sie Wallenstein am 1. September 1632 raubte 
(Grässe II, 3—4; vgl. Johanniterblatt 1880, 280). Als Reisegefährte 
des Landgrafen Ludwig von Hessen (1491) wird Graf Johann von Ziegen- 
hain, der letzte seines Stammes, genannt, welcher in Venedig zufällig 
einen Kaufmann traf, dem er, wie oft geschah, im Habichtswalde aus 
Muthwillen den Wagen umgeworfen hatte; der Kaufmann wollte ihn 
anfangs aus Rache dafür festnehmen lassen (Johanniterblatt 1878, Nr. 5, 
S. 28). Auch sollen der Freiherr Werner von Zimmern mit dem Grafen 
von Kirchberg und Freiherm von Tengen (1483) auf ihrer Fahrt Meer- 
frauen angetroffen und (wie der Ritter Petermann von Tenuingen vom 
Schlosse Staufenberg; vgl. Engelhardt, Der Ritter von Staufenberg, 
Strassbiu'g 1823) sich mit ihnen verheiratet haben (Zimmersche Chronik 

I, 26 ff. ; BirHnger , Aus Schwaben , 7 f. Sollte darin vielleicht eine 
Reminiscenz an die cyprische Sage von der schönen Melusine, die im 
Hause der Lusignans spielt, liegen?). Ausser den Fahrten des Hans 
Bodmann, der nach siebenjährigem Umherirren durch das Nebelmänn- 
chen die Nachricht empfängt, dass eben seine Gemahlin Hochzeit feiere, 
und durch dessen Hilfe gegen das Versprechen, das Nebelläuten auf 
dem Bodensee aufhören zu lassen, noch zur rechten Stunde nach Hause 
zurückkehrt, um ganz wie Heinrich der Löwe durch einen Ring im 
Becher sich als der verloren geglaubte rechte Ehegemahl zu erweisen 
(ühland, Werke VIII, 424r— 428; vgl. PV. 1308) und ausser der Pilger- 
reise des Grafen Friedrich VII. von HohenzoUern-Oettingen (PV. 144'.^) 
ist es besonders das Haus der Montfort, von dem die Sage vielerlei zu 
melden weiss. Ein Graf Albrecht von M.-Werdenberg soll nach Por- 
tugal und dann über Rhodus, wo er den Grafen Johann von Pfirt trifft, 
mit Marquard von Altstetten nach Jerusalem gegangen sein und die 
Tochter des portugiesischen Königs EHse geheiratet haben (vgl. Zimmersche 
Chron. III, 194 ff".). Der Vater Albrechts war sogar bis Cathay gereist 
und hatte die Königin im Gotteskampf als der ihr vorgeworfenen Un- 
treue nicht schuldig erwiesen, wofür er von ihr das Tuch Christi em- 
pfing, in welches der Leichnam Christi nach der Kreuzabnahme einge- 
wickelt worden war (Thomas Lirer von Rankwil, Alte schwäbische Ge- 
schichten herausg. von Wegelin, Lindau 1761, c. 31 — 36, woraus die 
Darstellung bei Kaiser, Gesch. des Fürstenthums Lichtenstein 135 — 136 
geflossen ist). Andere Pilger brachten aus dem heiligen Lande allerlei 
mit z. B. Arzneien, wie die Sage des Klosters Fischbeck zeigt (Grässe 

II, 815), imd Gangolf von Mendt, welcher seinen Unterthanen irgend- 
etwas WerthvoUes mitzubringen versprochen hatte; aber er erhielt den 



— 83 - 

göttlichen Befelil, heimgekehrt mit dem Pilgerstabe auf die Erde zu 
stossen, dann werde eine neue Quelle emporschiessen, die den Seinen 
als die beste Gabe erscheinen werde. Diese Quelle heisst heute noch 
der Gangolfsbrunnen (Grässe II, 731 f.). Auch in englischen Bomanen 
und Romanzen des späteren Mittelalters z. B. in Guy of Warwick, Bevis 
of Hampton, Eglamöur, Isumbras und Triamour ist von Pilgerfohrten 
nach dem heihgen Lande die Rede. 

3") 'Hans Brömser von Rüdesheim, als er im heiligen Lande ge- 
fangen war, that das Gelübde, kehre er glücklich heim, seine einzige 
Tochter Gisela dem Kloster weihen zu woUen. Er entkommt glücklich 
mit seiner Sklavenkette, aber Gisela will nicht in's Kloster gehen und 
ertränkt sich, worauf Brömser die »Not-Gotteskirche« und 1390 die Pfarr- 
kirche zu Rüdesheim erbaut, auf deren Thurmspitze ein Halbmond als 
Wetterfahne sich dreht (Grässe, Sagenbuch d. preuss. Staates II, 707), 
Ein Ritter von Plate hatte seinen Bruder (c. 1360) erschlagen und musste 
dafür zur Strafe nach dem heiligen Lande pilgern; er baute heimge- 
kehrt eine Marienkirche zu Plate (Grässe II, 922). 



6* 



Pilgerverzeichniss. 



e« 1300. Ueber die Pilgerfahrt des Goslarer Decan Fried- 
rich (aus Jerxheim) giebt folgende Notiz Nachricht: ^Sciant 
universi, quod dominus Fredericus, quondam decanus ecclesie 
Goslariensis dictus de Jerxom et canonicus ecclesie Na- 
zareth, de communi consensu totius capituli ecclesie Goslariensis 
decrevit et ordinavit ob reverentiam S. Trinitatis, ut VIII. Ydus 
Augusti, in die b. Sixti, transfiguratio domini nostri lesu Christi 
celebriter et soUempniter celebretur et hoc ideo. Cum qua- 
dam die in ipso monte Thabor personaliter existeret 
et mirabiliaDei ibidem conspiceret, ubi Dominus trans- 
figuratus fuerat, voto promissionis ad ista procuranda, si super- 
viveret et Deo placeret, se diUgenti animo astrinxit et Domino 
cooperante devotus inplevit, et quia in partibus transmarinis 
ab Omnibus christianis et ex ista parte maris in maritimis civi- 
tatibus prenominata festivitas sicud in die penthecostes soUemp- 
niter peragitur et inter precipuas et digniores sollempnitates a 
pluribus christifidelibus computatur^ (Cod. perg. fol. Nr. 128, 
s. XIV, Gymnas. Halberstad. nach Schmidt, Programm des 
Königl. Domgymnasiums in Halberstadt 1881, 7). 

1301—1311. Der Procurator und Syndicus von Lübeck 
Johann Selege macht eine Pilgerreise nach Jerusalem und 
kehrt glücklich wieder heim (Mecklenb. ÜB. V, 39, Nr. 2766; 
Lübecker ÜB. II, 138—139, Nr. 161; Geschichtsquellen der 
Provinz Sachsen XV, 1882, 571). 

1307 (1. Mai) urkundet der Rheingraf V^erner jun. als 
Kreuzfahrer (Roth, Geschichtsquellen aus Nassau II, 57, Nr. 69). 

1308 soll ein Ritter Johann von Bodman (bei Ueber- 
lingen) nach dem heiligen Lande gegangen sein und sieben Jahre 



— So- 
lang wunderbare Abenteuer bestanden haben, wovon die Sage 
ausführlich zu berichten weiss (Uhland, Schriften VIII, 419 — 432). 

Im Jahre 1309, wo eine grosse Menge von Kreuzfahrern 
zusammenlief, um nach dem heiligen Lande zu ziehen (vgl. Röh- 
richt in: Forschungen zur Deutschen Gesch., 1880, 118, Ar- 
chives de 1' Orient latin I, 651 und Mitth. d. österr. Inst. XV, 
51, werden auch folgende Pilger genannt: a) Nicolaus, Sohn 
des P loten, aus Mecklenburg (Mecklenburg. ÜB. V, Nr. 3280), 
b) Vogt Ulrich von Mätscii, dem wegen der Ermordung des 
Abtes von Marienberg ausser der öffentlichen Geisslung auch 
(19. März 1309) die Wallfahrt nach Jerusalem als Busse auf- 
erlegt worden war (v. Hormayr, Gesch. der Grafschaft Tirol 
IB, 503 ff.; Kopp, Gesch. der eidgenöss. Bünde IVA, 273 f; 
Zeitschr. des Ferdinandeums 1871,88—93; Tirolische Geschichts- 
quellen, Innsbruck 1880, 11, 186), c) Wilhelm von Saeft- 
hingeu, Mönch im Kloster Dunes, der seinen Prior im Sep- 
tember 1308 schwer verwundet hatte, und nun zur Strafe (1309) 
nach dem heiligen Lande geschickt wird („ut instanii Hospita- 
lariorum passagio transeat in snbsidium Terrae Sanctae et in prae* 
dictorum Hospitalariorum ordinem ingrediatur, si poterit** (Kervyn 
de Lettenhove, Notice sur un maimscrit in Nouv. Mem. de Facad. 
de Bruxelles XXV, 12, 19). Einer Tradition zufolge soll dieser 
Mönch Wilhelm später Sultan von Egypten (1!) geworden sein 
(S. Genois, Les voyageurs Beiges I, 19), d) mehrere Bürger aus 
Beckum, welche, mit Empfehlungsbriefen durch die Raths- 
männer von B. versehen, geschworen hatten, vor vollendeter 
Jerusalemfahrt nicht heimzukehren (WestfflL ÜB., AddiiNr. 115; 
vgl. Pertz, Archiv VII, 834 und Zeitschr. für westfiü. Gesch. 
XLIV, 60). 

1312 zeichnet sich Konrad Werner von Hattstatt 
in einem Kampfe auf der Insel Episcopia aus (Megiser, Propug- 
naculum Europaeum, Leipzig 1606, 72); vielleicht ist es der- 
selbe, der als Pilger in einer Urkunde erscheint (vgl. oben S. 35 f.). 

In einer Urkunde vom 23. November 1818 erwähnt Fürst 
Johannes von Werte den Pfarrer von Jördenstorf, Cur dt Käm- 
men, der in seinem Auftrage eine Pilgerfahrt nach Jerusalem 
vollbracht habe (Mecklenb. ÜB. VI, 390—391, Nr. 4026). 

1319. Der MarkgrafWaldeniar von Brandenburg 
soll 1319 nicht gestorben, sondern nach dem heiligen Lande 
gepilgert sein, um einen Thronerben sich von Gott zu erbitten; 
über die ganze Sage vgl. die ausführlichste Darstellung bei 
V. Klöden, Diplomatische Geschichte des Markgi-afen Waldemar, 
Berlin 1846, fl, 314—318; IV, 336-359. 



^ 87 - 

1320 pilgert Johann von Wildberg nach dem heiligen 
Lande (Leu, Helvet Lexikon XIX, 451)^ L. 

1324 stirbt Heinrich, der alte Riedler, auf der Fahrt 
nach Jerusalem in einem venetianischen Spital (Oberbayr. Archiv 
V, 99). 

C« 1325 mag Konrad, Münzmeister von Wernigerode, das 
heilige Land besucht haben; wenigstens schliesst man auf die 
einfache Tliatsache aus seinem Wappen mit drei Pilgermuschehi 
(ÜK. von Wernigerode 437 f.). 

1328-1329 war Graf Albrecht L von Montfort- 
Werde nberg im heiligen Lande, von wo er die Tochter eines 
Emirs mit in die Heimath gebracht imd als Nonne dem Do- 
minikanerkloster zu Bludenz Obei^eben haben soll (Schriften zur 
Gesch. des Bodensees XV, 1886, 17). 

1330. Herzog Heinrich IL von Braunschweig- 
G r u b e n h a g e n, wegen seiner vielen Reisen . nach dem Osten 
„de Graecia" genannt, der Schwager des Kaisers Andronicus IL^ 
reist, mit Empfehlungsbriefen ausgerüstet, nach Palästina und 
dem Sinai, wo er durch den griechischen Patriachen zwei Dornen 
aus der Dornenkrone Christi und Oel aus dem Grabe der hei» 
ligen Catharina zum Geschenk erhält (Waschow, Otto von Tarent^ 
Glatz 1874 [Bresslauer luaug. Dissertat.], 3 — 4), die er 135 t 
dem Kloster Walkenried öbergiebt (Walkenrieder ÜB. 197 — 198, 
Nr. 921). Er.heirathet 133QHeloise von Ibelin (Du Gange, Les 
familles d'outre mer ed. Rey378; vgL Waschow 4; Havemann, 
Gesch. von Bfaunschweig I, 422—423; O. v. Heinemann, Gesch. 
von Brattnschweig und Hannover, Gotha 1886, II, 53; Amadi 
404, auch de Mas Latrie, Hist. de Chypre II, 215 und ADB,), 
und wird von Ludolf von Sudheim 39 Graf von JafTa, Herr von 
Ramiah und Mai-schall des Königreichs Jerusalem genannt. Neben 
ihm wird noch erwähnt Hugo von Braun schweig 1365 
(Macheras ed. Miller et Sathas 87, 89; N. Jorga, Philippe de 
M^zieres, Paris 1896, 282), 1366 als Coniietable des König« 
reichs Jerusalem Philipp von Braun schweig (Du Gange 
148, 624; Machaut, La prise d'Alexandrie ed. de Mas Latrie 
138, 284; Macheras 55, 62, 105, 161; Recueil armen. I, 7 1 5 f. ; 
Amadi 416, 417; Strambaldi 40, 46, 77, 117) und 1371 Otto 
von Braunschweig (Du Gange 149, 151; Recueil arm, I. 
718; Chron. de Moree ed. Fatio XV, LXI; Jorga 101, 120, 143, 
152, 282, 285, 357 und ADB.). Ein Johann von Braun- 
schweig erscheint 1413 als Admiral des Königs von Cypern 
(Niccolo da Este in Collezione di opere inedite o rare, Toriuo 
J861, 131 ff.; VgL Jahrbuch der Gönes-Gesellschaft, herausge- 



— 88 - 

geben von HftflPer 1880, I, 305—307 und Revue de r;Orient 
lat. IV, 107). 

C. 1332 — 1354. Friedrich Ciireuzpeck (Kroisbach 
oder Krebsbach bei Neusiedel) dient im Kriege Albrechis I. 
gegen Böhmen, dann gegen Ludwig den Bayern, wird gefangen 
(1322), aber wieder befreit und kämpft (1324) in Italien, dann 
(1328) im Kreuzheere des Königs Johann gegen die Preusseu, 
toumirt 1329 in Tours und kämpft in der Schlacht bei Kousetel 
gegen die Böhmen und Ungarn mit (1330), will hierauf Waffen- 
dienste bei König Robert von Neapel thun, geht aber, da in- 
zwischen Frieden geschlossen worden war, über Apulien zum 
erstenmal e nach dem heiligen Lande (e. 1333). Von dieser 
Reise meldet Suchenwirth (herausgegeben von Primisser, Wien 
1827, 45 f , Vers 174—213), die einzige Quelle über die Thaten 
unseres Helden, Folgendes: 

Dar naüh so für er über mar D y ' e r s t e n v a r t , als ich 

ew sag; 
Daz heilig grab, do inne lag Got selber, daz be- 

schawet er; 
Tzu sant Katreyen stund sein ger, Dy sucht er da mit 

tzuchten schon. 

Vers 180 Her wider er gen Pabilon Für, daz ich euch recht be- 
schält, 

Ain und tzwaintzig tage waid. Hinfür der edel für tze haut 

In ain stat, ist Guzz genant: Er wai* was auf der 

verte da, 

Daz erwolt sein in E n d i a : Daz understund* der haiden ge- 

walt, 

Der edel wart gevangen palt Und lag gevangen ein halbez 

Vers 190 Daz er nie sicher was verwar Des lebens einen halben tag. 
Maria n er zu dienen phlag Und lobt in seiner grösten not 
Tzu fasten untz an seinen tot Sechs tag in der Wochen, 
Daz plaib gar untzebrochen Von im gar sicher tägeleich : 
Nu half im Christ von himelreich, Daz chaufleute chomeu 

tzu der stunt, 

Vers 'iOO Den er dikch gewesen kunt Mit em was an maniger stat. 

So vleizchleich man umb in pat, Man lech im gelt auf 

sneller vart, 
Daz er mit ern ledig wart. Her wider er gen Venedy 

zoch, 
(S. 46) Der werd vand mit ern hoch Ein geseUeschaft gar wandeis 

vrey, 
Mit der für er gen Armoney ; Der chrig der was genomen ab. 

Vers 210 Tzum ander mal daz heilig grab Sucht der ritter- 

schefte kipper 
Dar nach sach man in Tzipper, Von Tzipper gen Kun- 

st antin opel. . . . 



— 89 — 

Von CoDstantinopel geht er durch Rossland nach Stock- 
holm, dient dann im Heere des Königs Magnus gegen die Russen, 
kehrt von da nach Schweden zm'ück, geht nach Schottland und 
Irland, daim nach Spanien und Rom» kehrt nach 3 Vs jährigem 
Aufenthalt zurück und kämpft 1351 im Heere des Königs Ludwig 
von Ungarn gegen die Preussen. Hierauf besucht er Dänemark, 
Holstein, Westfalen, Frankreich, Spanien, Majorka, Sicilien, Ca- 
labrieu, Rhodus, Cypern und kommt zum drittenmale nach 
dem heiligen Lande (S. 47, Vers 300—302), von wo er 
über Constantinopel durch, die Wallachei und Ungarn wieder 
glücklich heimkehrt. Da Friedrich 1358 Oberjägermeister wurde 
<Huber, Rudolf IV. von Oesterreich, 156), so wird diese dritte 
Reise nach Jerusalem wohl in die Jahre 1353—1355 zusetzen 
sein; er starb 1360 (Peter Suchenwirt, Werke, herausgegeben 
von Primisser 43 — 47, 247 — 255; v. Hormayr, Taschenbuch für 
vaterl. Geschichte 1828, IX, 13 — 23). Ueber das Denkmal un- 
seres Pilgers in der Augustinerkirche zu Baden vgl. Blätter des 
Vereines für Laudeskunde von Nieder - Oesterreich, 1871, l41 
— 143; Kurz, Oesteireich unter Herzog Albrecht IV., Linz 1830, 
II, 354 — 355 auch Friess, Programm von Seitenstetten 1898, 12. 

1333« Wilhelm von Boldensele (Otto von Neuhaus) 
reist mit einem Priester und zahlreicher Dienerschaft auf Ver- 
anlassung des Bischofs von Limoges und späteren Cardinais 
Elias von Talleyrand-Perigord nach Jerusalem, wo er am 5. Mai 
eintrifft (Grotefend ' in d. Zeitschr. d. historisch. Vereins för 
Niedersachsen, Jahrgang 1852 (1855), 209—226, 231 f ; vgl. 
Miclot in: Le Chevalier au cygne ed. Baron von Reiffenberg I, 
277), nachdem er eigenmächtig das Dominikanerkloster S. Paul 
in Minden 1341 verlassen, aber in Rom Absolution empfangen 
hatte. Er berührt Troja (S. 239), Athen, Gbios, Ephesus (S. 240) 
Rhodus, Cypern (S. 241; das dort genannte Schloss Gedamor ist 
Dieu d' amour), geht über JafTa nach Tyrus (S. 242), dann über 
Accon, Gaza, Cairo (S. 244 ffl) nach dem Sinai, mit einem Ge 
leitschein des Sultans versehen (S. 252 — 256), dann über Je 
rusalem, wo er Ritter des heiUgen Grabes wird und die um 
liegenden Gräber der Propheten unter Führung eines deut 
sehen Juden besucht (S. 270), nach Damascus (S. 283 f.) 
von den Maroniten im Libanon erzählt er, dass sie auf den 
nächsten Kreuzzug warteten, um mit den Christen des Abend 
landes gegen die Muselmänner zu kämpfen (S. 286). Vgl. ADB 
und RB. Nr. 192. Eine deutsche Uebersetzung des Reisebe 
richts veröffentlichte F. Khull, Zweier deutschen Ordensleute 
Pilgerfahrten in: Gaben d. kath. Pressvereins, Graz 1895, 1—46. 



— 90 — 

e. 1334: kommt Giso von Ziegenberg auf seiner Heim- 
reise von Palästina nach Neapel und bringt von da das Blut 
Christi mit (Zeitschr. für Niedersachsen 1858, 141 — 144; vgL 
Röhricht, Die Deutschen im heil. Lande 113). 

1336 — 1341. Ludolf, Pfan-er zu Sudheim, weiss von 
seiner Orientreise viel über Deutsche zu berichten. In Cyperu 
trifft er einen Grafen von Viandeu (d. i. Graf Gottfried III.; 
vgl. Neyen, Hist. de la ville de Vianden, Luxembourg 1851, 
146 — 147), Graf (Heinrich) von Schwarzburg (der in 
der That 1337 nach Jerusalem pilgerte und auf der Reise starb; 
vgl. Chron. Sampetrin. ed. Stubel 174; Hesse, Arnstadts Vorzeit 
152, Note 36), „dominus de Sleyde, nobilis de Lichteu- 
stein" (S. 35) ebenso viele Deutschherren und Ritter des engli- 
schen S. Thomasordens (S. 32). lieber den ersten christlichen 
Herrn von Caesarea erzählt er (S. 49): „terra sancta recuperata, 
in portionem cujusdam militis de partibus istis nomine de Home 
fuit devoluta, cujus generis adhuc temporis meis vixit vidua, 
quam saepius bene vidi et de hac materia traetavi" (vgL da- 
gegen Du Gange, Les familles d'outre mer ed. Rey 247 f. und 
Röhricht, Die Deutschen im hei). Lande 21). In Hebron trifft 
er drei Renegaten aus der Diöcese Minden, welche früher 
den Wilhelm von Roldensele auf seiner Reise begleitet hatten 
(S. 71), in den Ralsamgärten von Matharia vier Deutsche, 
ausserdem noch einen Mann aus Schwarzburg in Thü- 
ringen und einen gewissen Nikolaus, die wahrscheinUch bei 
der Eroberung Accons 1291 gefangen genommen waren (S. 54). 
Am Todten Meere lernt er zwei bei derselben Gelegenheit ge- 
fangene Templer (der eine war aus Durgund, der andere 
aus Toulouse) kennen („qui ligna soldani servabant**), die nach 
Ablauf eines Jahres ihre Freiheit wieder erhielten (S. 89). Am 
Fusse des Tabor will der Reisende die Burg Blanchegarde (Teil 
es-safije bei Askalon!) besucht haben, nach der sich viele dort 
ansässige Familien genannt hätten („sed unde orti fuissent eorum 
parentes ante recoperationem Terrae Sanctae, penitus ignoratur, 
et saepius super hoc ab eis sum interrogatus, si aliquis esset 
in partibus meis, qui se diceret habere in partibus illis cognatos, 
qui eorum arma in clipeis haberent" ; S. 96). In Safed findet 
er bei einer jüdischen Familie aus Westfalen Auf- 
nahme (S. 97). Die Grabeskirche vergleicht er mit der Cathe- 
drale von Münster (S. 78), den Libanon mit dem Osnmg (S. 37), 
den Tabor mit dem Desenberg bei Paderborn (S. ^5). 

Seine Reisebeschreibung, die das Meiste aus Wilhelm von 
Roldensele entlehnt, ist herausgegebon von Deycks in der Bib- 



— 91 — 

liothek des litterarischen Vereins zu Stuttgart 1851; sonst vgL 
ABB, s. Toce und RB. Nr. 195. 

Zwischen 1337 und 1311 pilgerte Burggraf Albret^ht 
der Schöne von Brandenburg, nachdem er viele ritter- 
liche Fahrten glücklich vollendet^ auch nach dem heiligen Lande 
(S. 15 — 17); von ihm berichtet Peter Suchenwirth (herausge- 
geben von Primisser, Wien 1827, 21): 

Damacli was ober mer berait Der Herr niit ganzer innercbeit. 
Und sacb daz heilig gotes grab. Da noch wolt' er nicht lassen ab. 
£r tsogt zu sant Katrejn Die müzz sein seele yrejen 
Vor immer bernden ungemacli: Ir grab, ir heilig öl er sacb: 
Dem edlen wart da mer becbant Orep der perk in baiden lant. 
Der in der wüste wazzer gab, Vil maniges dürren bertzens lab 
Was er der Iserbelen schar; Er nam auch Pabilony war 
An seiner widerverte, In deucht die vart nicht herbe 
Her über mer und heim zu land. 

(Vgl. Geisheim 15 — 17 und Märcker, Albrecht der Schöne» 
Berlin 1858, 9, 81). 

C 1338—1347 bereist. ein ungenannter Kleriker aus 
Köln Aegypten, Palästina und Persien, worQber uns ein leider 
nicht vollständiger Bericht vorliegt, den zuerst Benfey, Orient 
und Occident, 1862, I, 452—480, 627—647, dann Röhricht u. 
Meissner in der Zeitschrift für deutsche Philologie XIX, 1 — 86, 
veröffentlichten; er enthält gar keine persönlichen Erlebnisse und 
wenig über Palästina, schildert aber die Zeitverliältnisse, die 
Flora und Fauna ausfQbrlich und ist die eine Hauptquelle für 
des Job. von Hildesheim Drei-Königs-Legende geworden. Vgl. 
RB. Nr. 199. 

1340 stiri)t in Retimo auf Candia Johannes Cirol aus 
Marburg in Steiermark. Die Commenioriali II, 88, Nr. 503 
melden darüber (10 juli 1B40): „Ducale a Filippo da Molino 
rettore a Retbimo. GH si ordine di consegnare a Giovanni 
Grioni i 150 ducati et le 4 ampoUe di balsamo lasciate da 
Giovanni Ciröl di Marburg morto in quella citta mentre 
veniva di Terra santa con Nicolö ungherese*' (vgl. II, 
Nr. 531, 537). 

C. 1340 geht ein Herr von Nassau nach dem heiligen 
Lande und findet dort bei einem Emir freundliche Aufnahme; 
dieser entbindet ihn auch von der Zahlung des Tributs für den 
Besucli des heiligen Grabes („qui census satis dampnosus et 
notabilis fuisset, si seeundum quantitatem peccunie eorum ab 
eis exactus fuisset"). In Damascus wird er von einem Rene- 
gaten mit seinen Begleitern als Kundschafter des Kaisers ver- 
dächtigt („nam in brevi venturus foret cum exercitibus Christi- 



— 92 — 

anis ad terram illam capiendam et sue dicioui subjiciendam*'), 
in Folge dessen gefangen gesetzt und schimpflieh behandelt, 
aber durch Vermittlung seines Gönners als Pilger legitimirt und 
befreit, worauf der Renegat, seine falsche Anklage mit dem Tode 
büssen muss. Die Pilger werden durch den Emir auch dem 
„Sultan** vorgestellt, der sie freundlich aufnimmt und dem Gou- 
verneur von Ac€on befiehlt, sie nach Cypern einzuschiffen. Als 
dieser dem Befehl nicht nachkommen will, zwingt ihn der Emir 
mit Hilfe der 400 in Accon weilenden christlichen Kaufleute 
dazu und verschafft ihnen Gelegenheit zur Fahrt nach Cypern. 
(Johannes von Winterthur, Chronik, herausgegeben von Georg 
von Wyss, Zürich 1856, 186 — 187). 

1342 stirbt Graf Ludwig von Oettingen, ein Domher 
zu Mainz, in Cairo (J. P. Lang, Materialen zur Oetting. Geschichte, 
Wallerstein 1774, IV, 133). 

1343 pilgert Graf Woldemar von Anhalt nach dem 
heiligen Lande (Peter Becker, Chronik von Zerbst, herausge^ 
geben von Kindscher, Dessau 1858, 4 u. 141). In demselben 
Jahre soll der Schwager des Königs Ludwig von Deutschland, 
ein Graf von Holland, sich zur Pilgerfahrt gerüstet haben, 
ohne jedoch das heilige Land zu erreichen (Job. von Winterthur 
189—190). 

1346a im März pilgern die Herren von Bodman und 
von Hohenfels mit einigen Gefährten nach dem heiligen Lande, 
wo sie gut aufgenommen werden („a quodam rege pagano re- 
verenter tractati sunt et muneribus insignibus honorati sunt**); 
sie treffen schon vor dem 25. December desselben Jahres wieder 
in der Heimath ein (Job. von Winterthur 240; vgl. Uhland, 
Schriften VIII, 482—433 ; Verein für d. Gesch. d. Bodensees XI, 
1872, 38, Nr. 178 und XXIII, App. 69, Nr. 248). 

1346b am 14. März bricht Ludolf von Frameynsberg 
aus Landshut zu einer Pilgerfahrt auf, besucht Jerusalem und 
den Sinai. Die Reisebeschreibung ist ohne bemerkenswerthe 
Details (Canisius - Basnage, Lectiones antiquae IV, 358—360; 
PiB. Nr. 204). 

1349a am 11. October erhält Stephan von Reichen- 
bach (aus Schlesien) von Clemens VI. die Erlaubniss, mit 6 Be- 
gleitern nach dem heiligen Lande zu pilgern (W.). 

1349b stirbt auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem Eber- 
hard von Attendorn, Senator von Lübeck (Jacob, a Melle, 
De itineribus Lubecensium religiosis 12). 

1353 (nach Silesiogr. Henelii renov. II, 307: 1340; vgl. 
Gesch. der Stadt und Festung Gross-Glogau 1853, 220) maclit 



— 93 — 

Herzog Heinrich von Sagan und Glogau eine Pilger- 
fahrt (Theiner, Monum. Poloniae I, 552; W.). 

1354 a am 22. Mai wird in einer hanseatischen Urkunde 
bestimmt, dass die Mörder des Knappen Marquard von Westen- 
See für sich zur Busse je einen Pilger nach Aachen, Rom, San- 
tiago und Jerusalem absenden sollten (Lübecker ÜB. UI, 199 
— 201; die Bescheinigungen über die nach Santiago und Rom 
vollbrachte Wallfahrt des Priesters Fusor siehe ebenda Nr. 233 
u. 247). Sonst vgl. Mantel, Lübeck und Marquard von Westensee^ 
Lübeck 1856, 32—33, und dessen Beiträge zur Lübisch-Hansi- 
schen Geschichte, Jena 1881, 163—164. 

1354b am 15. April erlaubt Innocenz VI. dem Herzog 
Bolko von Schlesien, Herrn von Münsterberg, mit 40 Be- 
gleitern das heilige Grab in Jerusalem zu besuchen (W.). 

1355 am 5. December: „Alberto duca d'Austria, Stiria,. 
Carintia ecc. al doge. Nicolö de Zvenegra e Corrado 
de Gors suoi sudditi gli sporsero querela, come nel passare 
in Terra santa sieno stati spogliati in mare da Veneziani. Chiede 
che il doge si adoperi onde riabbiano il perdutto. Data a 
Vienne** (Commemoriali II, 235, Nr. 107). 

1356a stirbt Otto von Weiterendorf, der 18 Jahre 
des Herzogs Albrecht von Oesterreich „trewer kneyt** gewesen 
war, als er „aussen von heilighen Landt Walfart komen" (Ber. 
u. Mittheil, des Alterthumsvereines zu Wien 1872, XII, 95). L. 

1361 am 13. August stirbt Bischof Hugo von Ver- 
dun zwischen Cairo und dem Sinai in der Wüste (Anonymi 
series episc. Virdun. in Schannat, Vindem. III, 106; Clou6t, Hist. 
des evöques de Verdun III, 297—301). 

1363 am 14. Mai verbürgt Innocenz VI. dem Mainzer Ca- 
nonicus Sieghard von ScJiwarzburg den Besitz und Genuss 
seiner Pfründe während der Dauer seiner Jeinisalemfahrt (Päpstl. 
Urkunden und Regesten in Geschichtsquell, d. Prov. Sachsen 
II, Nr. 500). 

1366 zieht Graf Rudolf von Sargans mit Eberlin 
Brunner und Walter, einem Knechte, ebenso Graf Ulrich 
von Montfort-Feldkirch nach dem heiligen Lande: beide 
sterben zu Rhodus, letzterer am 31. October 1367 (Montfortsche 
Hauschronik aus der Königl. Bibliothek zu Stuttgart durch Herrn 
Oberstudienrath Prof. Dr. von Heyd mitgetheilt [cod. bist foL 
618, fol. 101, 105, 121]; vgl. v. Vanotti, Gesch. d. Grafen von 
Montfort-Werdenberg 214). 

1372 Ende Juni geht Graf Rudolf von Montfort mit 
Ulrich Hartzer aus Constanz und seinem Diener Stürzner, 



— 94 — 

der unterwegs stirbt, nach Jerusalem, wo er die Ritterwörde 
des heil. Grabes empfängt, und kehrt Weihnachten wieder heim 
(Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees XV, 
1886, 17; dasselbe sagt die oben citierte Hauschronik fol. 106). 

1373 stirbt auf der Pilgerfahrt nach Jerusalem Tiede- 
mann oder Dietrich Mornewech, Senator von Lübeck (Jacob, 
a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis 12). 

1375 am 13. Februar beschliesst der venetianische Senat, 
dem Herzog Otto IV. von Brandenburg-Landes hu t 
und seinem Neffen dem Herzog Stephan von Bayern 
(mit dem Beinamen „der Kneissel**) auf ihren Wunsch eine 
Galeere zm* Fahrt nach dem heiligen Lande zu bewilligen (Si- 
monsfeld, Beitr. zur Bayer, u. Mönchen. Gesch. in MQncb. Sitz- 
ungsber. d. Acad. 1896, 293; vgl. 298—299). Auf seiner Rück- 
kehr berührt Herzog Stephan Padua (Gataro in Muratori, SS, 
rer. Ital. XVII, 760; vgl. Riezl er. Bayrische Geschichte III, 107 
— 108). 

1376a am 15. August segeln Hans von Bodman und 
Diethelm jun. der Schilter von Venedig ab und kommen 
über Alexandrien nach Cairo, wo sie den in Kerkerhaft befind- 
lichen König von Armenien besuchen (Leo VI. war 1375 ge- 
fangen worden; vgl. Weil, Gesch. der Chalifen IV, 524). Das 
Castell, in dem der Harem des Sultans sich befand, wird mit 
Constanz verglichen. Von hier reisen die Pilger nach dem Sinai, 
erreichen dann nach vierzehn Tagen Bozora (Gaza?), zwei Tage 
später Ramiah und am 21. December Jerusalem, von wo sie 
weiter nachDamascus ziehen. (Codex in Karlsruhe, S.Georgen 71, 
saec. XIV und Giessen 992, fol. 48 b— 53 b; vgl. Senkenberg, 
Corp. jur. Germ. I, XXIX; Anz. für Kunde d. deutsch. Vorzeit 
1835, 273 ff. und N. Archiv 1886, XL 571, Nr. 1; RB. Nr. 219). 
Jedenfalls ist die Reise des D. Schilter gemeint, welche Vierordt, 
Geschichte von Baden, 410 in's Jahr 1376 setzt; vgl. Verein 
für die Gesch. des Bodensees XHI, 1884, 47, Nr. 215, (XXIV, 
1895, 88, Nr. 297), wonach H. v. B. vom 24. October 1379 
bis 1. Aug. 1381 zu Hause nicht nachweisbar ist. 

1376b beschenkt der Lübecker Senator Marquard von 
Dame seinen treuen Diener Nikolaus Rodenborch mit 
100 Lübischen Mark, da dieser ihn auf seiner Pilgerfahrt nach 
Jerusalem begleitet hatte (Jacob, a Melle, De itineribus Luhe« 
censium religiosis 13). 

c. 1376 kehrt Johannes von Lichtenstein, Hof- 
meister des Herzogs Albrecht von Oesterreich, aus dem heil. 



— 95 — 

Laode zurück (Neumann in Oesterr. kaiii. Vierteljahrssclu*. XI, 
1872, 19, 25-27; vgl. ibid. X, 1871, 510-540; RB. Nr. 220). 

1377a am 8. März verschreibt Herzog Friedrich von 
Bayern Ulrich dem Puecher 110 Pfund Regensburger 
Pfennige für seinen Vetter, den Markgrafen Otto von 
Brandenburg wegen des grossen Pferdes, das Otto dem 
Puecher versprach, als er ihn in Jerusalem zum Ritter des hei- 
ligen Grabes schlug, „und um einen Maydenn, den ihm der 
Puecher ausborgte von Wilhalm von Erisiug (Freising), 
welchen (Maydenn) Otto dem Schififmann gab, der ihn über Meer 
führte** (v. Lang, Reg. boica IX, 371). Wie Herr Graf Riant 
mittheilte, befindet sich in einer venetianischen unedirten En- 
quete vom 7. Januar 1421 folgende Zeugenaussage des Ben- 
jamin Hegio: „Jam sunt quinquaginta anni elapsi et ultra, 
quod ipse testis fui ad visitandum loca Sancta de societate cum 
domino duce Bavariae**. Vielleicht bezieht sich diese Nachricht 
auf obige Pilgerfahrt. 

1377b stirbt Johann Wiintappere aus Hamburg auf 
seiner Pilgerfahrt zum Jordan und wird bei Jericho begraben; 
aus seinem Nachlass empfing die Stadt Hamburg 55 Mark (ä 16 
Schilling). Vgl. Kämmereirechnungen der Stadt Hamburg I, 254 ; 
ebenda S. 243 (zu demselben Jahre) steht: „de bonis Johannis 
de Bortzem, des olden Wiintappers 40 Pfund** (a 20 Schillinge); 
vgl. auch ebenda S. 172 zum Jahre 1373. (Gütige Mittheilung 
des Herrn Dr. Koppmann). 

1378 soll Friedrich von Hünenberg auf einer Pilger- 
fahrt in die Hände der Muselmänner gefallen, aber nach mehr- 
jähriger Gefangenschaft durch seine Verwandten wieder losge- 
kauft worden sein (Stadiin, Die Schweiz in ihren Ritterburgen, 
Chur, 1828, 1, 403, und Topographie von Zug I, 105—107), doch 
ist das Factum wie das Jahr mit Recht in Zweifel gezogen 
worden (Schweiz. Geschichtsforscher III, 1 1). L. 

C. 1379 (t 1420) besucht P. Conradus de Crossis 
(Kressen) wohl zum ersten Male das heilige Land ; er ging im 
Ganzen dreimal dahin, einmal in Begleitung des P. Johann 
von Witten (t 1411) auch nach dem Sinai (P. Ingold, Notice 
sur r^glise et le couvent d. Dominicains de Colmar, 1894, 36; 
vgl. auch ADB. s. v.). L. 

1380 bestinnnt Johannes von Borken, dass für ihn 
ein Pilger nach Jerusalem geschickt werde (Jacob, a Melle, De 
itineribus Lubecensium 77); dasselbe bestimmt Johannes de 
Ankern in demselben Jahre (ibid.). 

1381 stirbt auf einer Jerusalemfahrt Graf Johannes L 



— 96 — 

von Anhalt (Peter Becker, Zerbster Chronik, herausgegeben 
von Kindscher, Dessau 1858, 4 und 141). 

1384. Der Nürnberger Patrizier Hans Rieter pilgert 
nach dem heiligen Grabe und empfängt am IB. Februar 1384 
eine Vermehrung seines Wappens durch König Jacob L von 
Cypern, und zwar in Genua, wo sich letzterer damals grade 
befand (Will, Nörnbergische Münzbelustigungen UI, 346 und Her- 
quet im Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg 
1881, Nr. 1 ; Röhricht-Meisner, Das Reisebuch der Familie Rieter, 
Tübingen 1884 [in der Bibl. d. Literar. Vereins zu Stuttgart 
CLXVIII], 1). 

1385. Peter Sparnau und Ulrich von Tennstädt 
(Constatt nach M., der beide aus Erfurt stammen lässt) bre- 
chen mit einem Knecht Claus Frybate am 30. Juli von Plaue 
bei Arnstadt auf und schliessen in Venedig, von wo sie Frybate 
mit ihren Pferden zurückschicken, mit dem Rheder Nicoiao Paulo 
wegen der Ueberfahrt ab ; ihre Reisegefährten sind : R e i n h o 1 d 
Spendener (M. Splender) und Johann Wickersheim 
(M. von W e i g e r s h e i m) aus Strassburg, Lorenz Egen (W. 
Pregen) aus Augsburg, Hans Mettler aus Lübeck, Hans, 
der Koch (M. nennt noch: Johannes von der Swemming 
und „Hans Kothin von Elsass"). Sie segeln am 19. Aug. 
nach Alexandria, von wo sie den Sinai und das heilige Land 
besuchen, treffen in Rhodus Espetis von Besnek (Besnik?), 
Konrad vonWeitra aus Oesterreich und Johannes Wild- 
berg (genannt Tösegger, Herr zu Gössgen im Aargau?) und 
kehren über Ephesus und Constantinopel, Tirnowa, Hermann- 
stadt, Ofen, Wien, Prag zurück. Die Reisebeschreibung (aus 
der Feder des Lorenz Egen) ward nach einem Münchener Codex 
(M.) veröffentlicht im Ausland 1865, 917—919 und nach einem 
vüllstftndigeren Text (W.), der Peter Sparnau zum Verfassier hat, 
aus einer Handschrift in Weimar von Röhricht in Zeitschr. für 
Erdkunde, Berlin 1891, XXVI, 479-491 (RB. Nr. 225 u. 226). 
Vgl. auch N, Jorga, Acte §i Fragmente, Bukarest 1897, HI, 1 — 2, 
wo die Route von Constantinopel bis Wien (aus W.) wieder- 
holt ist. 

l!t86. Ritter Rudolf von Arburg, der Alte genannt, 
Herr zu Büron, geht, als der Sempacher Krieg bevorstand, um 
neuti^al bleiben zu können, als Pilger nach Jerusalem (Balthasar^ 
Historische Beschreibung des Kantons Luzern IV, 2 — 3 [Manu- 
script dor Stadtbibliothek Luzern]: Anzeiger für schweizerische 
Gesch. 1875, 128); er soll 1399 die Bruderschaft der 10.000 



— 97 — 

Ritter gestiftet haben (Th. von Liebeuau, Ritter von Baldegg 73^ 
Note 2). L. 

1387a macht Ludolph Dyniugh aus Lübeck vor dem 
Antritt der Jerusalemfahrt sein Testament (Jacob, a Melle, De 
itineribus Lubecensium religiosis, 14, 77); in demselben Jahre 
bestimmt Hillegundis Gholdenzee die Absendimg eines 
PilgOTs (ibid. 77). 

1387b. Nikolaus von Scharnachthal erhält (am 
15. Juni) vom Administrator des Bisthums Constanz Erlaubniss 
zu einer Pilgerfohrt mit 8 Begleitern, scheint aber sein Gelübde 
nicht erföllt zu haben (Schweiz. Geschichtsforsch. EI, 84; vgl. 
0. Ziegler, Schweiz. Pilgerfahrten 1870, 2). 

1389 zieht Heinrich Ketzel aus Nürnberg nach Jeru- 
salem und wird dort zum Ritter geschlagen (Will, Münzbelusti- 
gungen IV, 183 nennt ausser ihm noch als Jerusedemfahrer aus 
derselben Familie: Georg (1453), Ulrich (1462), Martin 
(1468 und 1476), Wolf (1493), Georg und Sebald (1498); 
vgl. dieses PV. unter den betreffenden Jahren). Sein Grabstein 
(t 1438) mit den vier Zeichen seiner RitterwOrde (ein Blumen* 
topf, das fünffache Kreuz, das Rad und das Schwert mit ^em 
Zettel umwunden) ist nach der gütigen Auskunft des Herrn Prof. 
Dr. Kamann in Nürnberg noch heute auf der Nordseite der 
Peterskapelle an der Sebalduskirche zu sehen. Das Hallersche 
Geschlechtsbuch (im KOnigl. Bayrisch. Archiv zu Nürnberg) er- 
wähnt auch, dass Lukas, der Sohn Heinrich Ketzels „von der 
Schwartzerin", nach dem heiligen Lande gegangen sei (Kamann 1 1)» 

C- 1390 pügert Wilhelm Rieter (f 1412), „Heinrich 
Rieters Sohn von der Mauerin** nach dem heiligen Lande (Ka- 
mann .11)- 

1390-1396 soU der Minnesanger Graf Hugo VIR. von 
Montfort, Herr zu Bregeuz und Pfannberg, im heiligen Lande 
gewesen sein (Stalin, Wirtembergische Gesch. III, 686; Wein- 
hold in den Mittheilungen des historischen Vereins für Steier- 
mark 1857, 137 f.; ABB.; Bergmann in den Sitzungsber. der 
Wiener Akad. [phil. bist. Classe] 1853, IX, 815 lässt das Jahr 
unbestimmt). Hingegen bezweifelt Bartsch, Hugo von Montfort 
(Stuttg. litterar. Verein CXLRI) 1879, 12—13, 20 die Echtheit 
seines vierzigsten Gedichtes (ebenso Wackemell, Hugo von Mont» 
fort 1881, 272), aufweiche sich die Annahme seiner Pilgerreise 
überhaupt stützt, aus philologischen Gründen und bestreitet über- 
haupt, dass Hugo jemals in's heiUge Land gegangen sei. Da 
aber jenes Gedicht doch von einer Jerusalemfahrt spricht und 

Röhricht, Pilgerreisen. 7 



— 98 — 

insofern Interesse haben muss, so mag die darauf bezügliche 
Stelle einfach hier folgen (bei Wackerhell 168—171): 

(8. 223) Man fint dinr barmung vil und me Beschriben noch an man- 
chen enden 
In alter und in nüwer e. Nu wolst uns, herr, den engel senden, 
Der Thobias sone behut Vor leid und auch vor smerfczen. 
(S. 224) Mach unser end und walfart gut Uns auch vor allen Sünden 

frut 
Durch dinen dot und düres blut, Wan es ist uss dem schertzen. 
herr, vatr alk barmhertzikeit, Durch dine hoen namen dri 
Und durch din mutr, die reine meit, So bis uns, herr, mit hilffe bi. 
Wir Sweben hie uf wildem mer. In grossem Eommr alls drostes bar. 
Langes leben uns bescher, Biss wir unsr sünd Gebuessen gar 
Und erwerben herr die hulde din. 
Maria, lichter meris stern, Bit din usserweltis Hnt, 
Das er uns alle wöll gewem Und verlihen uns ein selgen wint, 
Der uns leid uss diser hab VoUent uf das heiHge lant 
Und fürbass zuo dein heiHgen grab Da dinem hertzen wart bekant 
Vil Bwerer klage und sender pin. 

O wirdger apostel sanct Jacob, Bit für uns den werden Crist. 
Du hast verdient solch wird und lob, Das du macht helfi'en ze aller 

frist 
Den di dich in nöten ruifen an, Nu löse uns hie auss jamers band, 
Las uns nit lenger hie bestan, Wann unser wallfart si getan, 
(S. 225) So geleid uns mit der gnaden van Frolich wider heim ze 

land. 
Diss gedichte wart gemacht In vil grossem ungemach. 
Es was wol umb mittemacht, Da kam einer gangn und sprach: 
Stent uf balde, ir V.ilgerin, Und ruffent an den werden got; 
Ein grässlichs wetter get darin, Wir haben hie in grosser not. 
Da was gerissen auch entzwei 

Ein seil, das was dick manigfach. Daran der anker haffc, 
Der dief in meris gründe lach ; Gross wint het das geschaffc. 
Der auch den anker hat gestreckt. Der von recht was gebogen. 
Das mich und manchen da erstreckt, Das ist war und ungelogen. 
Da bettet pfaffe und lei. 

Fürbass sprach derselbe man: Man wil ein pilgrin machen. 
Der sol zu sant Jacob gan, Das er uns helff in disen sachen. 
Ein jeder geh sin stür dartzu. Das det man do vil gern. 
Darnach vü schir gewonn wir ruo. Des bis gelobt, herr, immr und nuo, 
Und wolst uns förbass gnade tuo: Din droists mag niman enbem. 
(S. 226) Als hat uns got der herr geholfen, Des muess er immer gle- 

bet si. 
Uss sovier lant von wildem golfen. Ein schif das hilt uns nahe bi, 
Darin vil der beiden was. Das ze stucken da zerbrach, 
Das ir keiner da genas, Wan einr den da vil mancher sach : 
Derselb in unser schiffe kam. 

Sin lip was vil ser zerstossen, Das las also ich hin gan, 
Wan etlich heiden sin genossen Hant ze leid mir vü getan. 
Das mich nit mer verlanget dar. Mangen esel ich dariten phlag, 
Die konden struchen alle gar Vil dicke ich uf den steinen lag. 
Ich het mich nah gefallen lam. 



— 99 — 

Wann icli dem esel gab ein slag, So kam gelauifn der Sarazin: 
Er sprach : vil "bald hab die gemag l Vil oit muost ich ein marraei sin. 
Ak dick ich uf den esel sasSf Als wolt oft er ein grossen han, 
Darumb muss ich in dragen hass. Ich dacht: wie mag sich fnegen das? 
Ich han geritten dick yü bass. Das ich solchs kratzen was erlan. 

1391a am 11. November wird den Fldmingern in einem 
Frieden mit den Hanseaten (Koppmann in d. Hansischen Ge- 
schichtsblättern, Leipzig 1876, 17 — 20) von den letzteren zur 
Sühne auferlegt: „ze willen — gode to eren und demne cop- 
manne to beteringhen zenden 16 erliche personen to Old^n Rome 
(—im Gegensatz zu Avignon — ), unde 16 erliche personen to 
sunte Jaqobe to Conpostelle, unde 4 erliche personen over 
mer to dem hilghen grave unses Heren, — unde darup 
deme copmanne breve wedder to bringhende, dat ze ere pele- 
grimatz dar dan hebben^ (Hansarecesse I, 4, S. 31 Hohlbaum, 
Hans. ÜB. IV, Nr. 1075). Leider fehlt grade das Attest aus 
Jerusalem (Gütige Mittheilung des Herrn Dr, Koppmann). 

1391b am 11. November erleiden 4 Minoriten in Jerusa-> 
lem den Märtyrertod; unter den Zeugen, die das darüber aus- 
gefertigte Protokoll unterschreiben, findet sich auch der Minorit 
Johannes aus Strassburg (Arch. de T Orient lat. I, 545) 

1392 a. In einer Urkunde vom 5. Februar 1392 wird Mat- 
thias Stasse als auf einer Jerusalemfahrt verstorben erwähnt 
(Lübecker ÜB. IV, Nr. 554, S. 609 f.). 

1392b. Die englischen Pilger Thomas de Swinburne 
und Thomas Brygg treffen in Venedig, welches sie am 
2. September verlassen, deutsche und czechische Pilger, wie 
Hans von Hoske und Snutt von Fetau (Archives de 
V Orient latin H B, 380 ; vgl. RB. Nr. 230). 

1393 am 26. April empfiehlt der König von Ungarn dem 
Venetianischen Dogen den Herzog Wenzel von Stettin, 
Pommern und Cassubien und bittet, ihm fittr seine Pilger^ 
fahrt eine Galeere zu überlassen (Mon. spectantia historiam Sla- 
vor. meridion. IV, 305; Venedig, Marcusbibliothek, Misti XLIF, 
108). Es kann nur Herzog Wratislaus Vü. von Pommern- 
Wolgast jenseit der Swine gemeint sein, von dem wir 
wissen, dass er 1392 mit einem Vetter Herzog Wratis- 
laus VI. von Pommern-Wolgast diesseit der Swine 
über Polen, Ungarn nach dem heiligen Lande gezogen sein soll 
(Barthold, Geschichte von Rügen und Pommern HI, 520). 

1395a. Heinrich Meteier, Senator aus Lübeck, be- 
stimmt, dass für ihn ein Pilger nach Jerusalem wallfahrten solle 
(Jacob, a. Melle 77). 

* 



■'-:• ' 



— 100 — 

1395b. Vier Ritter aus Metz: Jehan de Raigecourt^ 
Remion de Mitry, Poince le Gournaix und Nicolle 
Louve geben nach dem heiligen Lande (L* Austrasie, Metz 1838, 
m, 149 — 168, 221—236; vgl. Bonnardot et Longnon, Le saint 
voyage de Jherusalem du seigneur d'Anglure, Paris 1878, XX 
—XXI; RB. Nr. 233). 

1396. Czaslaus IV. von Penzig auf Niederbrela soll 
nach dem heiligen Lande gegangen sein, und 1401 wird ein 
„Herrn Czaslaus Sohn** in Görlitzer Stadtrechnungen als 
Ritter des heiligen Grabes erwähnt (Knothe, Geschichte des 
oberlausitzischen Adels, 1879, 417). 

1398 Ende August tritt Herzog Albrecht IV. von 
Oesterreich seine Pilgerfahrt an und wird im December 
wieder nach Wien zurückgekehrt sein (Neumann, Die Jerusalem- 
fahrten der älteren Habsburgischen Forsten in den Berichten und 
Mittheilungen des Alterthums Vereines, Wien 1881, XX, 139 — 
140, 142 — 145); dass er im September in Venedig war, geht 
aus Marino Sanudo in Muratori SS. XXII, 765, 780 hervor, und 
aus einer Notiz der Wiener Artistenfakultät (Neumann l40) er- 
giebt sich der Monat seiner Heimkehr. Fälschlich wird 1392 
als Jahr dieser Reise angegeben bei Lazius, Comment. de geneal. 
Austr. 250, 1397 (Hanthaler, Fasti Campilil. H, 552—558) und 
1400 (Ebendorffer in Pez, Annal. Austr. 11, 823—824; Fragm. 
histor. ibid. 385 ; Caesar, Staats- und Kircliengesch. von Steier- 
mark VI A, 33 ; vgl. Kurz, Oesterreich unter Herzog Albrecht IV., 
Linz 1830, I, 33, 156—157). Es ist höchst wahrscheinlich,, 
dass unter seinen Begleitern sich auch der Dichter Oswald 
von Wolkenstein befand (v. Hormayr, Taschenbuch f. vaterl. 
Gesch. 1824, 343; 1845, 150). Wir wissen, dass der letztere 
auf Wunsch seiner Geliebten Sabina Jäger von Tisens eine 
Wallfahrt antrat und über Genua, Aegypten nach Jerusalem ge- 
langte, wo er den Ritterschlag des heil. Grabes empfing. Hier- 
auf kehrte er über Rom, Florenz im December 14(X) wieder 
nach Tirol zurück, wo seine Braut inzwischen einen anderen ge- 
heirathet hatte (Beda Weber, Die Ged. Osw. v. Wolkenstein,. 
Innsbruck 1847, 6). Dann durchzieht er Holland, England, Por- 
tugal, nimmt 1411 an der Eroberung Ceutas theil, wird von 
dem muslimischen Herrscher Granadas freundlich aufgenommen 
und kehrt durch Südfrankreich wieder heim (vgl. Zingerle in, den 
Sitzungsberichten der Wiener Akademie, phil. histor. Classe, 1870^ 
LXIV, 659—660). 

C, 1400 fällt die Pilgerreise des Ritters Ludwig von 
Kam er, der auf der Heimkehr starb (Hundt, Stammbuch des 



^:: 






— 101 — 

bayr. Adels I, 239). Um dieselbe Zeit wird ein gewisser Ger- 
hard aus Cöln als Einsiedler in Egypten erwähnt (Acta SS. 
14. Aprü II, 350—352). 

1401 giebt Papst Bonifaz IX. dem Grafen Friedrich 
von Oettingen Erlaubniss zum Antritt seiner Jerusalemfahrt 
<J. P. Lang, Materialien 1774, IV, 133). 

1402a. Leonhard Kuno Daich wird auf einem alten 
Kupferstich (der sich im Nachlass des 1879 in Nürnberg ver- 
storbenen Obersten von Gemming befand) als Pilger dieses Jahres 
erwähnt. K. 

1402b soll auch Johannes von Tet tau nach Jerusalem 
gegangen und später Johanniter geworden sein (Iselin, Histor. 
geograph. Wörterbuch 1729, IV, 585). 

1404a wird Herzog Ludwig 11. von Liegnitz und 
Brieg mit dem Junker Nicolaus von Stiwitz auf einer 
Pilgerfahrt von den Türken gefangen, aber durch die Brieger 
wieder losgekauft und kehrt über Prag glücklich heim (Sammler, 
Chronik von Liegnitz I, 305) ; gegen die Getreuen, die mit ihm 
das Gefengniss „uff dem Hause Luge** getheilt hatten, wie 
Peter Jenkwitz und Nicolaus von Stiwitz, bewies er 
sich 29. November 1405 und 7. März 1412 durch urkundliche 
Verleihungen dankbar; übrigens wird die Pilgerreise auch in 
einer Urkunde de& Bischofs Wenzel von Breslau (14. Aug. 1409) 
-erwähnt (W.). 

1404b. Am 4. März tritt Graf Konrad IIL von Frei- 
btirg (im Breisgau) und Neuchätel seine erste Pilgerfahrt, 
auf welcher er sich in Venedig 200 Floren von Ulrich Seb- 
n er lieh (Zeitschr. für d. Gesch. des Obeirheins XXI, 205), an 
und kommt nach zweijähriger Abwesenheit wieder glücklich 
heim (Boyve, Annal. bist, de Neuch. I, 411; F. de Chambrier, 
Hisi de Neuchätel 115 — 116). Er unternimmt dann 1408 eine 
zweite Reise, von der er im October 1409 ebenfalls wieder 
glücklich zurückkehrte (Boyve I, 447). Gütige Mittheilung des 
Herrn Prof. Dr. S. Riezler in München. 

1406 a am 21. Februar (calc. Venet.) bekiuidet der Senat 
zu Venedig, „quod in recommendatione Magnifici domini Var- 
teslay, ducis Stettinensis, Pomeranie etc., quem lUustris 
dominus Emestus, dux Austrie, nobis intime commendavit, ut 
seciffe possit ad Sepulcrum Dominicum se transferre. Cum primo 
intendat Summum pontificem visitare, possint scribi littere Do- 
mino pape et aliis in illa forma, qüe Dominis apparebit** (Ar- 
chives de r Orient latin II, 246, Nr. 16). Es ist damit Wratis- 
laus VIIL, Herzog von Pommern -Wolgast diesseit der Swiiie 



— 102 — 

gemeint, von dem wir bisher nur wusslen, dass er 1406 nach 
Rom pilgerte und December 1407 heimkehrte (Pommerania^ 
Stettin 1846, II, 313—314). 

1406b bestimmt Werner Hoop aus Lübeck die Absen- 
dung eines Pilgers nach Jerusalem (Jacob» a Melle 77). 

1406 c am 1. August bescheinigen in Venedig Konrad 
von Lübeck und „Anes de Ardop", dass auf ihrer Rück- 
fahrt vom heiligen Lande „Ludulfus de Baricfel" in Candia 
„pro mente capto** zurückgeblieben sei und aus dessen Besitz 
29 Dukaten und eine Krone nicht der Schiffspatron Marin us 
Michiel, sondern ihr Mitpilger „Marquardus de Slevine** 
in Verwahrung genommen habe (Venetianische Urkunde durch 
Herrn Grafen Riant überlassen; Provenienz nicht genauer be- 
stimmbar). 

1407. Ludolf Pattenhusen aus Lübeck bestimmt (nach 
dem Tode seiner Ehefrau), dass für ihn ein Pilger nach dem 
heiligen Lande abgesandt werden solle (Jacob, a Melle, 78). 

1410. Johannes Schiltberger aus München wird in 
der Schlacht bei Nicopolis 1396 gefangen (S. 5; vgl. über diese 
Schlacht auch N. Jorga, Acte ^i fragmente III, 1897, 76 — 79), 
aber wegen seiner Jugend (er war erst 16 Jahre) geschont und 
Sklave des Sultans Bajasid, dem er 12 Jahre dient, dann Sklave 
des Sultans Tamerlan, zuletzt des Abu Bekr, besucht, frei ge- 
worden, das S. Cattarinenkloster auf dem Sinai (S. 70), Hebron 
(S. 72) und Jerusalem (S. 73—79) und kehrt nach 32 jähriger 
Gefangenschaft über Constantinopel glücklich wieder heim (S. 111 
— 112). Die beste Ausgabe ist von V. Laugmantel, Hans Schiit- 
bergers Reisebuch, Tübingen 1885 (BibL des litterar. Vereines 
in Stuttgart CLXXII); vgl. auch ADB. und RB. Nr. 277. 

1412 ist Hartprecht Harskircher zu Zangenberg mit 
seinem Diener N. Neigckher und Hans Trenbeckh nach 
Palästina gepilgert (Niederbayerisches Archiv VI, 352). 

1413 a geht nach Schultes, Diplomat Geschichte des 
gräflichen Hauses Henneberg, 1788, 1, 341 f. Graf Wilhelm L 
von Henneberg mit Hermann und Friedrich von 
Henne berg-Römhild nach dem heiligen Lande. 

1413 b bestimmen die Lübecker Friedrich Grawerd 
und Cord Bloyboom, dass ein Pilger nach dem heiligen Lande 
geschickt werde, ebenso Wolter Heyse („vn willen de Pele- 
grimatse dou Lutteke Hans vn Hans Bramstede in der 
Clokgeterstraten, den twen mach ment wol belonen" ; die Fran- 
ziskaner vom Monte Zion erhalten 20 Dukaten; Jacob, a Melle 
20 f., 78) und Johannes Hilge, dessen Stellvertreter Nico- 



— 103 — 

lawese, Caplan von St. Jacob ist (nvnd we de Reyse deyt, 
der schal van den vorscreuenen c Mark enen Dukaten offeren 
vp dat hilge graf, I Dukaten vp de Stede, dar God syne Jun* 
geren spisede» vp den berch to Caluarie, vnde dar God geboren 
ward» to jewelker Stede I Dukaten, vp dat mi God barmher" 
tich sy"; vgl. 21, 78). 

1414 a. Herzog Ernst von Oesterreich tritt von 
Triest gegen Ende Juli (vgl. Sanudo in Muratori SS. XXII, 889) 
seine Wallfahrt an, von welcher er in der zweiten Hälfte des 
November bereits wieder heimkehrt (vgl. darüber die genauen 
Nachweise von Arth. Steinwentner, Beiträge zur Gesch. der Leo- 
poldiner im Arch. für Österreich. Gesch. 1879, LXIII, 2, 457 
—474). Mit ihm zusamnien werden (nach dem Diarium Friderici 
ed. Chmel 584) in Jerusalem zu Rittern des heil. Grabes ge- 
schlagen: Graf Paul von Fortenstein, Leopold von 
Ereig, Rudolf von Lichtenstein, Albrecht von Nei- 
perg, Ulrich von Stubenberg, Heinrich von Poten- 
dorf, Wolfgang Drauner, Wilhelm von Zelking^ 
Hansvon Ebersdorf, Ulrich Wilhelm Maurer, Ulrich 
Velber, Hans Steinharter, Hans, von Spaur, Ulrich 
Starkenberger, Franz Strassauer, Georg Fürsten» 
velder, Hans Laun, Wolfgang Jorges, Coloman Win- 
dischgrätzer, Hans Zink, Ulrich Wurffei, Wolfgang 
Jorger, Chainrat Nempsi, Hans Steinpekch, Caspar 
Tellendarffer, Ulrich der Laun. 

Durch die Güte des Herrn Grafen Paul Riant bin ich in 
den Stand gesetzt, folgende Notiz aus d. Cronaca Dolfin (cod. 
Marcian. carte 182 t), die auf diese Pilgerfahrt Bezug hat, mit- 
zutheilen: „A di 28 ditto (zugno 1414) messer Nester doxe 
de Ostorich mando per li sui ambassatöri a richieder a la 
signoria (di Venezia) de gracia, che lui podesse haver una delle 
sue gallie per andar in Hierusalem al santo sepulchro, la quäl 
li fu concessü per la ditta signora"; vgl. die genauere Mitthei- 
lung im Archiv für Österreich. Gesch. LXIII, 144 — 145, wo als 
Patron der Staatsgalee Marino Pixani genannt wird, besonders aber 
Jorga, Notes pour servir ä Thistorie d. croisades.R I, 143 — 144. 

1414 b bestimmt Nicolaus Wittenborch aus Lübeck, 
dass von den drei auf Wallfahrten für ihn ausgesandten Priestern 
auch einer nach Jerusalem pilgern solle (Jacob, a Melle 21, 78). 

1415 testirt Heinrich „vamme Zode" aus Lübeck, dass 
man für ihn einen Pilger zum heiligen Grabe absende (Jacob, 
a Melle 50, 78). 



— 104 — 

1418 bestimmt Gerhard Luneborch aus Lübeck, dass 
ein Pilger f&r ihn nach dem heiligen Lande zu schieken sei 
(Jacob, a Melle SO, 78 £). 

1418 — 1419. Haus Porner aas Braunschweig tritt mit 
seinem Neffen Arndt Porner und Lippold Fäbri am 27. De- 
cember 1418 seine Pilgerfahrt an (S. 130); über Magdeburg, 
Nürnberg, Partenkirchen, Innsbruck, Trient, Padua erreicht er 
Venedig, das er am 7. April 1419 verlässt (S. 133). Er landet 
in Jaffa 15. Mai (S. 134) und segelt von da wieder ab am 30. 
(S. 136, 146); am 12. Juli war er wieder in Venedig (S. 146). 
Von da geht er über Trient, Reschen-Scheideck, Finstermünzpass, 
Arlberg, Feldkirch, Wallenstadt nach Maria Einsiedeln, wo er 
am 30. Juli anlangt (S. 146), dann über Zürich, Basel nach Köln, 
Aachen, Mecheln, Brügge, Antwerpen, Herzogenbusch, Nymwegeo. 
Deventer, Münster zurück nach Braimschweig, wo er im Sep- 
tember eingetroffen sehi wird (S. 147). Im Jahre 1424 am 
1. Januar tritt er mit seinen früheren Reisegefthrten von Braun- 
^chweig aus eine zweite Fahrt nach Jerusalem an, aber. daran 
verhindert (er giebt S. 148 den Grund nicht an), pilgert er nach 
Rom und kehrt durch das Ampezzothal über Toblach, Brunieck, 
Sterzing, Vadutz, Maria Einsiedeln, Baden, Basel, Strassburg, 
Speier, Mainz, Frankfurt glücklich wieder heim (S, 148 f.). 

Seine Heisebeschreibung gab Uänselmann in der Zeitechrift 
■des histor. Vereins von Niedersachsen, Hannover 1875, S. 113 
—156 heraus; vgl. auch RB. Nr. 284. 

1419 am 15. Juli beschliesst die venetianische Regierung, 
die am 3. Mai 1418 von Emmeram Nothaft und seinen Ge- 
fährten erbetene theilweise Entschädigung für das Fahrgeld nach 
dem heiligen Lande gewähren zu wollen (Simonsfeld in d. Sitz- 
ungsber. d. Münchener Acad. 1896, II, 324—325, Nr. 43). 

1422 a. reist Johannes Polen er aus Regensburg nacli 
dem heiligen Lande; seine Reisebesehreibung gab Tobler, De- 
scriptiones T. Sanctae 225—281 (vgl. 499—500) heraus. Höchst 
wahrscheinlich ist er mit dem „Johannes exul" identisch, der 
über seine Pilgerfahrt einige Notizen in einen Burchardustext 
der Stiftsbibliothek S. Peter in Salzburg niederschrieb (Neumann 
in Tübing. Theol. Quartalsschr. 1874, 547), hingegen ist wohl 
Hanns PoUner, der 1371 in Landshut als Siegelzeuge nachweis- 
bar ist (Chron. d. deutsch. Städte XV, 357), von ihm verschieden. 
Vgl. BB. Nr. 289. 

1422 b. Hermann von der Beck e aus Lübeck be- 
stimmt, dass man für seine Seele einen Priester nach dem hei- 
ligen Lande schicken solle (Jacob, a Melle 21, 79). 



— 105 — 

1423 am 11. und 21. December beschliesst der grosse Rath 
Ton Venedig den nach Jerusalem reisenden Herzog Otto von 
JBayern durch einen glänzenden Empfang zu ehren (Jorga in 
Revue de TOrient latin V, 150 f.); über die Palästinareise eines 
ungenannten Herzogs von Bayern vgl. Jorga ebenda 3B1 zum 
18. September 1426. 

1424 macht KOnig Erich von Dänemark und Schwe- 
den, Herzog von Pommern, eine Pilgerfahrt, wird trotz 
«eines strengen Incognitos erkannt und entgeht der Gefangen- 
schaft nur durch einen starken Tribut (Corner, Corpus bist 
medii aevi II, 1260—1261 ; N. Jorga in Revue de T Orient latin V, 
174 und Notes pour servir ä l'hist. d. croisades B, I, 219 — 220, 
223 ; Fessler II, 866) ; 20 Jahre nach seinem Sturze vom Throne 
<1439) unternimmt er eine zweite Pilgerfahrt (1459), worüber 
Romanin, Storica docum. di Venezia IV, 311 handelt; vgl. auch 
Pero Tafiir II, 418—419. 

1426 a wird Graf Wilhelm I. von Henneberg 
{Schleusinger Linie), Sohn Heinrichs XI, auf seiner zweiten 
Jerusalemfahrt von den Türken ermordet (Schultes, Diplomat. 
Geschichte des Hauses Henneberg, 11, Urkundenbuch 260; vgl. 
<jlaser, Gesch. von Henneberg 556 und oben S. 102). Vielleicht 
ist der in einem Beschluss des venetianischen Senats (16. März 
1426) als Jerusalempilger genannte „dominus Theotonicus" unser 
Graf (Jorga in Revue de 1' Orient latin V, 316, wo hingegen 
auf einen Bastard des Kaisers Sigismund Ludwig von Wien 
gerathen wird, der von seiner Pilgerfahrt am 9. Januar 1427 
nach Venedig zurückkehrte). 

1436 b schreibt Johannes Bassenhaumer einen 
„Pilgerführer" (RB. Nr. 291). 

1427 a soll Konrad von Einsiedel auf Gnandstein 
zum Dank für seine Rettung aus den Händen der Hussiten eine 
Wallfahrt nach Jerusalem unternommen haben, aber im heiligen 
Lande gefangen worden sein; 1455 sei er als türkischer Sklave 
vor Belgrad durch den Sieg des Johann Hunyady. befreit worden, 
worauf seine Gemahlin ihn auch nach langem Bedenken wieder 
als ihren Gemahl anerkannt habe (Grässe, Sachs. Sagen I, 285 
— 286; vgl. Wochenblatt d. Johanniter-Ordeusballey Brandenburg 
1881, 82-83). 

1427 b Magister Johannes de Frankfordia, Doctor 
der TheoL in Paris, schrieb ein Itinerarium ab Heydelberga Je- 
rusalem, (Tross, Antiquar. Catalög, Paris 1858, Nr. 31, s. XV, 
[1446], 9 folL); offenbar ist der Text identisch mit dem Codex 



— 106 — 

der Bibl. Phillippica Nr. 1181, der 1896 versteigert wurde. Sonst 
vgl. RB. Nr. 294. 

1428 a pilgert Herzog Ludwig lU. von der Pfalz 
mit dem Grafen Johann V. von Sponheim und Ludwig 
von Flersheim nach dem heiligen Lande (Häuser, Geschichte 
der Pfalz I, 294; Waltz, Die Flersheimer Chronik, 6 u. 111). 
Der Herzog liess, wie berichtet wird, nach seiner Rückkehr den 
Bart nicht abschneiden und führte seitdem den Beinamen ,,der 
Bärtige'' ; er ward, wie man glaubte, infolge der Reisestrapazen 
blind (von Spruner, Charakterbilder aus der bayerischen Ge- 
schichte 1878, 264 f.). Bei Simonsfeld, Der Fondaco dei Te- 
deschi I, 491, Nr. 819 ist eine Urkunde abgedruckt, worin als 
der Begleiter des Herzogs Antonio deCorrado erscheint. 

1428 b am 12. December besteht Heinrich von Ram- 
stein zu Basel einen Zweikampf mit dem spanischen Abenteurer 
Juan de Merlö und geht bald darauf nach Jerusalem („und gieng 
ihm wol auf der fart"), wo er Ritter des heiligen Grabes wurde 
(Anonyme Baseler Chronik D. 15 auf der Baseler Bibliothek; 
gütige Mittheilungen des Hen-n Dr. Bernoulli daselbst; vgl. des- 
selben Pilgerfahrten H. Bernhards von Eptingen in Beitr. zur 
vaterl. Gesch., Neue Folge, Basel 1885, IL Heft 1, 17). 

1428 c am 10. December kehren Nikolaus Lowe, 
Ritter, und Martin Georg, zwei Bürger aus Metz, von ihrer 
Pilgerfahrt heim (Bonnardot et Longnon, Le saint voyage de 
Iherusalem du seigneur d'Anglure, Paris 1878, 111). 

1429 pilgert Landgraf Ludwig der Friedsame von 
Hessen (Engelhusen in Leibnitz, Script, rerum Brunsv. II, 86; 
Just, von Günderode, Ludwig der Friedsame, Landgraf von Hessen, 
Frankfurt am Main 1784, 36; Rommel, Gesch. von Hessen II, 
202, 282). Sein Sohn Heinrich (t 1483) überwies dem heiL 
Grabe eine reiche Spende (Rommel III A, 79; vgl. Walter von 
Guglingen herausgegeb. von Sollweck 177). 

14:iO a am Dienstag nach Oculi (21. März) tritt Herzog 
Wilhelm der Sieghafte seine Pilgerfahrt an, und kehrt 
gegen Maria Geburt (8. September) glücklich wieder heim (Reht- 
meyer. Braunschweig. Chron. III, p. 1856; Engelhusen 86; Have- 
mann I, 750; O. v. Heinemann. Gesch. von Braunschweig und 
Hannover, Gotha 1886, H, 197). 

1430 b am 3. April bezeugt der Official der Propstei 
Jechaburg, dass Konrad von Taunenroda und seine Ge- 
mahlin Sophia in seiner Gegenwart der Hospitalkapelle S. Eli- 
sabeth in der Niedecke drei kleine Kästchen und ein vergoldetes 
Kreuz übergeben hätten, worin sich 330 Stückchen von Marien- 



— 107 -^ 

und anderen Heiligenreliquien befänden („quas quidem particulas 
dicebaut esse veredicas et sanctitate justas et rectas ac per 
ipsorum parentes in transmarinis partibus, juxta 
nobilium'moreni in terra sancta et urbe Jerusalem 
beata atque aliis sacratis locis necnon a diversis regnis 
et regnorum dominis et principibus ac a quam pluriniis catho* 
ücis diversa dignitate catholica preeminentibus acquisivisse et 
ad propria deportasse'^). Vgl. Jacobs in der Zeitschrift des 
Harz-Vereins 1881, 482—484. 

1430 c bestimmt Heinrich Arndes, einen Pilger zum 
heiligen Grabe zu senden (Jacob, a Melle 79), ebenso 1431 
Heinrich Vicke, genannt Graml^eke, aus Lübeck (ibid. 21, 
79) und 1432 Heinrich Zeleghe aus Lübeck (ibid. 79). 

1431 am 21. März muss auf Kaiser Siegismunds Befehl 
Herzog Heinrich von Landshut, weil er in Constanz den 
Herzog Ludwig von Ingolstadt erstochen hatte, eine Wallfahrt 
nach Jerusalem, Rom, Aachen und V^ilsnack geloben (Riezler, 
Bayr. Gesch. HI, 297 ; Weissenbecker, Rothenburg an der Tauber 
1882, 67) ; er lässt diese Wallfahrten, auch die nach Jerusalem 
(vgl. unten S. 108), durch Stellvertreter vollbringen. 

1433 a am 14. Juli tritt der letzte Graf Philipp von 
Katzenellenbogen (S. 349), um von Gott einen männlichen 
Kachkommen zu erbitten, von Darmstadt aus eine Pilgerreise 
an und erreicht über Stuttgart (S. 350), Ulm, Kempen, Vils, 
Leermoos, Innsbruck, Sterzing, Mühlbach, Toblach, Ospitale, Tre- 
viso am 30. Juli Venedig, wo er in S. Trinität Herberge nahm 
(„das nennet man hie zu lande zum Dutschen husse^). Er segelt 
am 10, August ab, erreicht am 25. Candia, am 11. September 
Alexandrien (S. 351), wo er mit seinen Begleitern 150 Dukaten 
Zoll zahlen muss. Von da bricht er am 13. auf nach Fuah und 
kommt am 18. nach Bulak (in der zwischen beiden Orten ge- 
legenen Zollstätte Saidieh muss jeder der 17 Reisenden 2 Vene- 
tianische Groschen zahlen), am 19. nach Cairo (S. 352), wo jeder 
der 10 Reisenden 5 Dukaten Zoll erlegen muss, besucht die 
Klöster S. Antonius (S. 353) und S. Paulus, trifft am 4. October 
wieder in Cairo ein, reist über Matharia nach dem S. Catharinen- 
kloster auf dem Sinai (S. 354), wo er am 24. October ankommt. 
Hier (S. 355) wird er noch an demselben Tage durch Bern- 
hard Kress zum S. Catharinenritter geschlagen und giebt dann 
wieder dem Gaudentius von Rechenberg, Albrecht 
von Rechberg, Daniel von Mudersbach und Konrad 
von Frankenstein denselben Ritterschlag (S. 356). Am 
27. October bricht er auf und eireicht über Darum, Gaza 



— 108 — 

(S. 337), Hebron, am 11. November Jerusalem, wo er mit seinen 
Begleitern 22 Dukaten Zoll entrichten muss (S. 359); für den 
dreimaligen Besuch des heiligen Grabes hat jeder zuerst 3, dann 
4, zuletzt 5 venetianische Groschen zu zahlen (S. 365). Er ver- 
lässt Jerusalem am 20. November, segelt am 23. November von 
JaflPa ab, leidet Schiffbruch (S. 366), erreicht aber am 25. No- 
vember glücklich Accon, reitet von da über Tyrus, Sidon, Beirut, 
v^o (S. 367) die Reisenden 14 Dukaten und 20 Groschen zu 
zahlen haben, nach Damascus, dann wieder auf demselben Wege 
zurück nach Accon, von wo er am 6. Januar 1434 absegelt und 
am 14. Januar in Rhodus landet. Nach zweitägiger Rast ftfart 
er wieder ab (S. 368) und landet am 6. MUrz in Venedig (S. 370); 
von da reitet er am 11. März über Padua, Treviso, Toblach, 
Innsbruck, Mittenwald (wo Dr. Hans Schwalb 1485 eine Pilger- 
herberge einrichtete nach Baader, Chron. v. Mittenwald 1880, 
300—320), Augsburg (S. 37 1), Nürnberg, Bamberg, Erfurt, Halle, 
Magdeburg nach Wilsnack zum heiligen Blute, dann über Halle, 
Eriiirt, Kassel, Marburg, Köln nach Aachen und Jülich, zuletzt 
wieder nach Köln, Andernach, Rheinfels, wo er am 3. Mai glück- 
lich eintrifft. 

Die Reisebeschreibung ward von Röhricht und Meisner voll- 
ständig veröffentlicht in: Zeitschrift für deutsches Alterthum, 
Nene Folge, XIV, 348 — 372 und darnach neu abgedruckt im 
Grazer Volksblatt 1895. Sonst vgl. RB. Nr. 300. 

1433 b bezeugt Graf Heinrich von Montfort, Herr 
von Tettnang, dass er die dem Herzog Heinrich von Bayern zur 
Busse auferlegte Meerfahrt nach Jerusalem in dessen Namen 
am 5. November angetreten und glücklich vollendet habe (Reg. 
boic. Xin, 251; vgl. Hist. Verein für d. Oberpfalz XXI, 1862, 
174; Buchner, Gesch. von Bayern VI, 268 f.; von Lang, Gesch. 
Ludwigs des Bärtigen 1821, 157 f.; vgl. oben S. 107), und Hans 
von Hirschhorn urkundet über Reliquien, die er aus dem 
heiligen Lande mit heimgebracht (Stuttgarter Archiv, mscr. s. XV). 

1434 a bestimmt Heinrich Tors aus Lübeck , einen 
Pilger nach dem heiligen Lande für ihn abzuschicken (Jacob, a 
Melle 46, 79). 

1484 b. Die Beschreibung der Pilgerreise eines Deutschen 
von Venedig nach Beirut, welche mit der Notiz schliesst: „Fini^ 
tum et completum per me Johannem Schümann de lutzenburg 
anno domini 1460", ist von Ernst llenrici in der Zeitschr. für 
deutsches Alterthum 1881, 59—70 herausgegeben, wozu Krause 
(ebenda) 182 — 188 einige Worterklärungen nachtrug. Leider 



— 109 — 

enthält der Bericht weder den Namen des Reisenden, noch sonst 
etwas Persönliches. Vgl. RB. Nr. 302. 

1434 C pilgern Konrad von Pottendorf (der viermal 
in Jerusalem war) und Christoph von Lichtenstein (Andr. 
Ratisbon. in Eccärd, Corp. hist. medii aevi I, 2165; gütige Mit- 
theilung des Herrn Prof. Dr. Riezler in München). 

1434 d unternimmt Götz Escher aus Zürich eine Wall- 
fahrt nach Jerusalem (A. Keller, Gesch. d. Familie Escher, Zürich 
1885, 18). L. 

1435 a am 21. März brechen die Markgrafen Johann 
und Albrecht von Franken-Brandenburg von Nürnberg 
auf^ gehen über Salzburg, GoDing, Radstatt, Gmünd, Villach, 
Beuscheldorf (Venzone), Spilimbergo, Conegliano nach Venedigs 
wo sie am 8. April eintreflfen (S. 207—208). Am 22. April 
segeln sie ab und langen am 26. Mai in Jaffa an (S. 208 — 217); 
am 30. kommen sie nach Jerusalem, am 31. erfolgt der Ritter- 
schlag, welchen Markgraf Johann 39 Begleitern ertheilte (S. 238). 
Die Pilger reisen am 8. Juni wieder ab von Jaffa und landen 
am 13. August in Venedig (S. 250 f.); am 25. September waren 
sie wieder in Nürnberg (S. 253). Als Reisege^Lhilen der beiden 
Markgrafen werden genannt (S. 251— 253; vgl. 191 ff.): Eber- 
hard Förtsch, Hans von Rothenhan, Dr. med. Hans 
Lochner, der Verfasser der Reisebeschreibung (die Georg 
Pfinzing später sich wörtlich aneignete), Darius von Hess- 
berg, Hans von Lichtenstein, Hans von Egloffstein, 
Franz Rummel, Albrecht von Giech, Hans Schenk 
von Geyern, Friedrich von Künsberg, Konrad von 
Eyb, Hans von Absberg, Martin von Wallenfels, 
Jordan, Marschall von Lindenberg, Heinz Kracht 
(über ihn vgl Lewinski, Strassburger Dr. diss. 1893, 49 — 50), 
Kraft von Lenkersheim, Heinz Thaundorfer, Se- 
bastian Volkamer (vgl. Will, Münzbelust. H, 360 ff.), Hans 
Stromer (f 1490 in Lissabon; WiU ffl, 388), Nicolaus 
Ro der, Hans, Harnischknecht, Bernhard Mich el und Niki as, 
Dolmetscher, Pnlsinger, Schneider, Cunz, Barbier, Lecker- 
hennslein (Bäcker?), ferner zwei Franciskaner und elf andere 
Pilgear. Ausserdem werden genannt: Graf Heinrich von 
Gera (vgl. Geisheim S. 9), die Poltguss, Marschall Konrad 
von Pappenheim, Willielm Preussinger, Bertholdt, 
Hans und Sigmund von Stein, Hermann von Hirsch- 
berg, Ulrich Sack, Hans Kinsberg, Georg Knöringer, 
Heinz von Kozau, Konrad und Nikiaus von Zebitz 



— 110 — 

oder Zedwitz, Sebald Pfinzing, Dietrich Poster, 
Hans Tepen, endlieh drei BrQder aus der Mark und 
fünf Knechte. 

Die Reisebeschreibung gab Geisheim, Die Hohenzollern am 
heiligen Grabe, Berlin 1858 in mustergültiger Weise aus dem 
im Fränkischen Archiv 1790, II, .20 — 70 gegebenen Abdruck 
des im Nürnberger Kreisarchiv erhaltenen Originalberichts her- 
aus (Riedel, Cod. Brandenb. RI C, I, S. 197—217 wiederholte 
nur den Text; vgl. auch Anz. des germ. Mus. 1854, I, 264 — 
267, 298—300; Märkische Forsch. 1857, 100—108; Vgl. RB. 
Nr. 303 und Forsch, zur Brandenb. u. Preuss. Geschichte 1898, 
XI, 46 — 50). Ueber die meisten Pilger, später Ritter des 
Schwanenordens, vgl. Stillfried - Haenle, Das Buch v. Schwanen- 
orden, Berlin 1881, s. voce. Vielleicht nahm an dieser Reise 
auch theil Jacob Truehsess von Waldburg, von dem 
Matth. von Pappenheim, Chronik d. Truchsessen von Waldbui^, 
Memmingen 1777, 75 meldet: „(Er) fannd fünff und dreyssig 
tausent guldin an barem Gellt hinter ime, die nam er zue seinen 
Hanuden, füret darmit ainen kostUchen Pracht, zoch über Lannd 
zum heiligen Grab und zue Sännet Katherinenberg, darumb er 
meniclichen der gülden Ritter genempt ward**. Diese Nachricht 
ist nach Vochezer, Gesch. d. fürstl. Hauses Waldburg, Kempten 
1888, I, 506 insofern nicht ganz richtig, als Jacob doch „nicht 
alles verthan hat". • 

1436 a Herzog Friedrich von Oesterreich, der 
spätere Kaiser Friedrich HI (von Walter Guglinger 301 auch 
als besonderer Beförderer von Kreuzzugsplänen gerühmt), dessen 
Vater, Herzog Ernst bereits 1414 (vgl. oben S. 101) das 
heilige Land besucht hatte (vgl. Caesar, Staats- und Kirchen- 
geschichte V. Steiermark VI A, 33) tritt, nachdem er vom Papst 
Eugen IV. am 7. Juli als Pilger („devocionis causa ac pro mi- 
licia et christianae religionis augmento*')für sich und seine 100 Be» 
gleiter einen Pass (Jorga, Notes B, I, 339) und am 11. Juli 
1436 Erlaubniss zur Reise (Neumann 147), vom venetianischen 
Dogen Foscari einen Sicherheits- und Geleitsbrief erhalten (S. 277) 
und viel Geld durch Anleihe und Pfandgabe aufgenommen (S. 278 
— 279), am 9. August von Triest seine Pilgerfahrt an, wird am 
9. September zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen mit 
Albrecht von Neiperg (S. 279) und kehrt, nachdem er 
. in Cypern auch die Schwertiitterschaft erlangt und in Venedig 
kostbare Geschenke (für 2799 Goldgulden!) gekauft (S. 280), in 
der zweiten Hälfte des December wieder heim (Neumann 140 
— 141). Als seine Begleiter werden genannt (S. 281): Bischof 



— 111 — 

Marinus von Triest, Graf Eberhard von Kirchberg 
jun., Graf Bernhard von Schaunberg, Albrecht und 
Hans von Neiperg, Georg und Hans von Puchaim 
<Buchheim), Sigmund von Eberstorf, Leutold und Otto 
von Stubenberg, Paul von Pottendorf, Berthold 
von Losenstain, Wilhelm von Perneck, Hans von 
Stahrenberg, Ludwig von Eckartsau, Ulrich von 
Polheim; Wolfgang von Winden, Hans Ungnad (von 
Weissenwolf), Hofmarschall, Wolfart Fuchs von. Fuchs- 
berg, Burchard von Ellerbach, Gamaret Silber- 
berger, Heinrich Encestorfer, Ulrich Saurär sen. 
fSaurau; vgl. v. Hormayr, Taschenbuch f. d. vaterl. Gesch. 1828, 
S. 24), Georg Fuchs von Fuchsberg, Ludbeig von 
Hatenstein, Andreas Holenecker, Nikolaus von Pol- 
lencz, Tristan Teufenpechk (Teufenbach), Veit Wolken- 
steiner, Leopold Taumar, Georg Apphalterer, Lien- 
hard Harracher, Friedrich Tunner, Bernhard Tehen- 
stainer (Dachensteiner) , Ulrich Fledenniczer, Hans 
Waldstainer, Georg Scharnomel (Tschemembl), Hans 
Saurer, Pancraz Rinkschchad, Heidenreich Cze- 
binger, Wilhelm von der Alben, Sigmund Windisch- 
grätzer, Wilhelm Reisberger, Anton Holenecker, 
Friedrich Lugaster, Georg Steinreuter, Hans Lam- 
poltiner, Lienhard Vilsekker, Sigmund Kirperger, 
Hans Greisseneker. (Jos. Chmel, Gesch. Kaiser Fried 
richs IV. und Maximilians I., Hamburg 1840, 1, 277—280, 581 ff.) 
Josef Grünbeck, Lebensbeschreibung Kaiser Friedrichs III., Tu 
hingen 1721, 24 erzählt, dass Herzog Friedrich auf seiner Aus 
fahrt seine Begleiter wegen ihrer Seekrankheit und öfteren Ohn 
machten verspottet, aber bei seiner Rückreise von Jerusalem 
(S. 25) nach Jaffa, wahrscheinlich durch „etliche bekhandte Juden 
und die heidnischen Kaufleuth**, von denen er Perlen und Edel- 
steine gekauft hatte, verrathen wurde, dass er aber trotz aller 
ihm nachgesandten Schüsse glücklich das Schiff noch erreichte 
und in Venedig landete. 

Die von Chmel im Diarium Friderici genannten Begleiter 
des Herzogs Friedrich sind auch aufgezählt in v. Hoheneck, 
Genealogie der ob der Ensischen Stände 1732, 11, 118 f. und 
Historiae Ducum Styriae, Graecii 1728, II, 77 — 78 (ibid. II, 
73—74 die Begleiter des Herzogs Ernst von Oesterreich resp. 
Steiermark), wo das Diarium einfach ausgeschrieben ist, auch 
in dem von Röhricht in Zeitschr. für deutsche Philol. 1890, 
XXni, 26 — 41 (ibid. 422—424 texthche Verbessermigen) aus 



— 112 — 

einem Codex des britt. Museums in London (Addit. No. 16952) 
veröffentlichten Gedichte, (dazu vgL auch SeemQller in Mitth. 
des österr. Inst för Geschichtsforsch. 1896, XVH, 660—663). 
Seine Rückkehr wird in einer Berathung des venetianischen 
Senats (13. November 1436) auch erwähnt (Jorga, Philippe de 
M^zieres 84—85 und in Revue de Y Orient latin VI, 378). VgL 
sonst Koller, Annal. monum. Vindob. U, 669; v. Muchar, Ge- 
schichte von Steiermark VII, 255 — 257; Neumann in: Berichte 
und Mittheilungen des Alterthums - Vereins, Wien 1881, XX,. 
147 f. Von Honnayr, Taschenbuch für die vaterländische Ge- 
schichte IX, 1828, 24 giebt als Theilnehmer der Fahrt noch 
an: Traun, Abfattern und Konrad Beck (welcher 1440 
nochmals nach dem heiligen Lande zog); ausserdem wird Jo- 
hann Mynsinger von Frundeck genannt (Deutscher Herold 
1877, 105). Nach Döderlein, Histor. Nachrichten von dem Hauss 
der Marschallen v. Calatin - Pappenheim, Schwabach 1739, 128 
und 146, gehen 1436 auch Burchard und Johannes, die 
Sohne des Marschalls Wilhelm von Biberbach, nach dem 
heihgen Lande. Bei Jorga, Notes B, I, 333 wird (7. Sept. 1436) 
als auf der Rückfahrt vom heil. Lande befindlich ein „filius 
ducis Prengchi" erwähnt, höchst wahrscheinlich ein deutscher 
Fürst, aber der Name ist nicht festzustellen; 

1436 b. Gerhard von Bergen aus Lübeck macht vor 
dem Antritt der Pilgerfahrt sein Testament (Jacob, a Melle 15)^ 

1436 e wallfahrten Hans Bart, Berthold Deichsler, 
Gabriel Fütterer, Peter Harsdörfer (der nach Will^ 
Münzbelustigungen lU, 4 im Jahre 1452 nach dem heiligen Lande 
und 1453 in das S. Egidienkloster ging), Konrad Halle r^ 
Erhard Haller, Paulus Haller, Georg Pfinzing, Peter 
Riet er (vgl. Das Reisebuch d. Familie Rieter, Tübingen 1884, 

I, 10), Gabriel Tetzel (ADB.), der mit Leo von Rozmital 
und Gabriel Muffel auch ganz Europa durchreist hat (Stuttgarter 
litterar. Verein VII, 145 ff.), nach dem heiligen Lande (Kamann, 

II, 44—46; Das Reisebuch d. Familie Rieter, 1, 10; Will III, 
352). Ueber Pfinzing vgl. Jaenig 26, Nr. 94; 271, Nr. 293 und 
die Ausgabe seiner Reisebeschreibung bei RM. 65—96, besser 
bei Kamann 44—87 (ebenda 40—43 über den Reisenden selbst); 
vgl. RB. Nr. 306. 

1436 d pilgert Anton von Wydenbosch (de Saliceto) 
nach Jerusalem, wie folgende Notiz im Hausbuch des Herrn 
Nicodemus du Chätel, Priesters in Freiburg, besagt : „Nobilis vir 
Anthonius de Saliceto domicellus recessit et profectus est 



— 113 — 

1436 ultra mare ad visitandum Jherusalem et ibi effectus fuit 
miles et reversus est Friburgum post festum Paschae 1437*". 
L. Sonst ygl. Max de Diesbach, Les pelerins Fribourg. 207. 

1436 e geht der später einflussreiche Schidtheiss Ton 
Freibui^ (in deutschen Akten so genannt) Wilhelm von Wif- 
lispurg nach dem heiligen Lande. Im Hausbuche des H. 
Nicod. du Chätel zu Freiburg wird darüber berichtet: ^Specta- 
bilis vir Guilelmus de Adventica (d. i. Avenche, deutsch 
Wifiispurg) miles recessit, profectus est ultra mare ad visitan* 
dum Jherusalem et inde fuit ad montem Sinay et ad S. Käthe- 
rinam, postea ivit per Saracenos et inde reversus fuit per Cyp* 
i*um. Ibique Rex de Cypro fecit et magnum festum et dedit 
ei unum circulare aureum. Recessit vero circa festym pasdiae 
A^ 1437". lieber ihn vgl. sonst auch Th. v. Liebenau, Die 
Beziehungen der Eidgenossen zum Auslande in den Jahren 1447 . 
— 1459 im Schweiz. Geschichtsfreund XXXII, 47; Quellen zur 
Schweizer Geschichte, Basel 1877, I, 205—205 und Meyer, Cor- 
respondance et documents relatifs ä la guerre de Fribourg et 
de la Savoie en 1447 et 1448 in: Archives de la soc d'hist 
du canton de Fribourg 11. (L,); Max de Diesbach 207, 

1437a am 29. März reist Christoph, Vogt von Meh- 
ringen, und Johann von Klingenberg von Twiel ab, um 
nach dem heiligen Lande zu pilgern (GQtige Mittiieilung des 
Herrn Prof. Dr. Laubmann, Direktors der KOnigl. Bibliothek in 
Manchen, aus d. Codex Monac. Nr. 24819, foL 206 b). 

14371) vom 16. Februar an bis zum 21. Februar 1438 
währt die Pilgerfahrt des Herrmann von Off^nburg (ge- 
boren im December 1379; vgl. OflFenburgs eigene Aufzeichnun- 
gen im Schweizer Geschichtsfreund XII, 62 . sowie die Genea- 
logie der Offenburger in einer Handschrift zu Augsburg, Cod. 
NK. 169), welcher schon 1433 in Rom durch Kaiser Sigismund 
den Ritterschlag empfangen hatte. Er begleitet 1437 mit Diet- 
rich Murer die Gesandtschaft des Basler Concils nach Con- 
stantinopel und pilgert mit diesem dann nacb Jerusalem; die 
Reise kostete 600 rheinische Gulden fQr vier Personen; „unser 
gale zerbrach uff dem Meere" (Bernoulli, Hans v. Eptingen 17). 

1438 in einer Urkunde wii*d Kaspar Zedwitz als auf 
einer Jerusalemfahrt gestorben erwähnt (Mencken III, chronic. 
Curiae 713). 

1439 pilgert Bruder Heinrich von Himmelspfort nach 
Jerusalem (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen XV, 156, 
Nr. 81). 

1440a Hans Rot, Rathsherr in Basel, bricht am 4. März 

Röhricht, Pilgerrcisen. 8 



— 114 — 

auf oiid reist über Maria Einsiedeln (S. 15), den Arlberg, Inns- 
bruck nach Venedig, wo er am 20. März eintriflft (S. 17); er 
segelt am 2. Mai ab (S. 20). Als Mitreisende nennt er (S. 75): 
Graf Heinrich von Schwarzburg (dessen Begleiter 
waren: Heinrich Hag, Ritter, Herrmann von Greusseiu 
Bertholdt von Wetterrode, Konrad Hogge, Heinrich 
Gaseumann, der Schreiber, Heinrich von Rastenberg, 
(S. 76) Jakob von Schmiedeberg, Klaus von Hagen, 
Klaus Woldersleben, der Koch, Georg in der Wisse), 
ferner aus Thüringen: Friedrich von Hopfgarten, Ritter, 
Dietrich und Georg von Hopfgarten (Ritter), sein Sohn, 
Lutz Wurm, Heinrich von KQllstadt, ein Barfüsser, 
Konrad, der Schreiber, aus dem Stift von Mainz: HansLöslin 
(oder LOsel, Comthur der Johanniter zu Mainz und zu Rheinfelden, 
seit 1449 Grossprior in Deutschland; er starb 1466), Heinrich 
von Winzingerode, Ritter, Heinrich Schmidt, Knecht; 
aus dem Bernerland: Ludwig von Diesbach, Hans von 
der Gruben (der 1467 den Sohn und Neffen Ludwigs von 
Diesbach, nämlich die späteren Schultheissen Wilhelm und 
Nikolaus v. D. nach Jerusalem und dem Sinai begleitete; 
vgl. Tillier, Gesch. des Freistaates Bern II, 576; Schweiz. Ge- 
schichtsforscher n, 225, Note 9 und VÜI, 169), Hans Hol- 
man; (S. 77), aus Eger: Lorenz Rup, Priester, Hans 
Kessler; aus Steiermark: Hans von Lichtenberg, Ritter, 
Matthies Hirtz, sein Knecht; aus der Wetterau: Johaan 
von Schwalbach, Johannitercomthur zu Wisseisheim, Gir- 
nand von Schwalbach, (dessen parallele Reisebeschreibung 
RM. 97—99 im Auszuge veröffentUchten ; vgl. RB. Nr. 313), 
sein Bruder, Erben Fuchs von Fridberg; aus Ungarn: 
Bartholomaeus von Torna, Matthias, Archidiakon in 
Beregh, Peter von Slavonien, ein Ritter, Stephan von Wa- 
rasdin, Peter von Fünfkirchen, ein Priester, Bartholomaeus 
und Nikolaus, Priester aus Bussia; aus Ragusa: Blasius 
von Causeli, Jakob von Bisia; (S. 78) aus Lüneburg: 
Hans Dalenburg, Berthold Lang, Heinrich Unna, 
ein Priester, Bernhard Hagensnider, Priester, Dietrich 
Radmacher, Ludechim von Alten-Uelzen; aus Braun- 
schweig: Johann Stadweg, Priester; aus Wernigerode: 
Heinrich, Augustiner; aus dem Stift zu Lüttich: Engelbert 
von Luiter, Ritter, Johann Nennens, sein Knecht, aus 
Brabant: Heinrich von Golem, Ritter, Reinhard Wifflet, 
Heinrich von Hoggenien, sein Knecht; aus Seeland: Lo- 
renz Golintz; ausCandia: Bartholomaeus und Johannes, 



— 115 — 

zwei BarfQsser; aus Hessen: Werner von Eiben, Ritter, 
Hermann Hund, Ritter, (S. 79) Hans vom Burnen, 
Werner Holtzadel, Hans von der Malsperg, Engel- 
bert von Rugershusen, Gerhard Spiegel, Henigin 
Hofmann; aus der Mark Brandenburg: Klaus Schade- 
wachter, Hans Happe, Konrad Strilleman, Andreas, 
ein BarfQsser; aus Mecklenburg: Konrad Lohe, Ritter, Diet- 
rich Liebzow, Peter, ein Barfdsser; aus Lothringen:. Jakob 
von Harcourt, Ritter, Desiderius von Mirecourt, Ni- 
kolaus von Bayonville; aus Strassburg: Johann von 
Benfelden (der urkundlich als Johannitercomthur von Hohen- 
rain im Kanton Luzern vorkommt; (S. 80) aus Preussen: Jo- 
hann Krug, Mathias, Nikolaus, ein Priester; aus Schwaben: 
Walter von Busnang, Comthur der Johanniter zu Heiter^- 
heini, Hans Radwiler, sein Knecht; aus England: Walter 
Yiloy, ein Johanniter; aus dem Hennegau: ein armer Mönch 
unbekannten Namens, Thomas, der Koch der Pilger; endlich 
aus Basel (?): Hans Adolf Sas und Heinrich von Baden: 
weil er. Am 4. Juni erreichen sie Jaffa (S. 24), am 13, Juni 
Jerusalem (S. 25), wo (14. Juni) Graf Heinrich von Schwarz- 
burg und Johann von Schwalbach den Jakob von Har- 
court, Heinrich von Colem, Engelbert von Luiter,Gir- 
nand von Schwalbach, Hans Rot, Hans von Lichten- 
berg, Heinrich von Winzingerode, Georg von Hopff- 
g arten zu Rittern des heiligen Grabes machen (S. 26—- 27); 
nach zwei Tagen empfangen auch Peter von Slavonien und 
Konrad Hove dieselbe Würde (3. 27). Am 23. Juni segeln 
sie wieder ab, am 26. Juni landen sie auf Cypem, wo Hans 
Rot, Jakob von Harcourt und Hans Lichtenberg den 
König aufsuchen wollen, aber durch die Krankheit der übrigen 
Pilger und den Widerspruch des Patrons, länger zu warten, 
verhindert werden (S. 28). Auf Rhodus steigen Walter von 
Busnang, Hans Löslin, Johann von Schwalbach, 
sein Bruder Gernold, Johann von Benfelden und ein 
griechischer Bischof aus (S. 53). Ende April wird Rot Venedig 
wieder erreicht haben. 

Bernoulli, Pilgerreisen der Baseler Hans und Peter Rot 
^Separatabdruck aus den Beiträgen für vaterl. Gesclüchte, Neue 
Folge I), Basel 1882, 15—80 (sonst 329—408); vgl. RB. Nr. 312. 

Ausser dem bereits oben erwähnten parallelen Bericht^ des 
G. von Schwalbach hat neuerdings M. von Diesbach (aus dinier 
späteren Abschrift, die in seinem Besitz sich befindet) im Arcb. 
des histor. Vereins von Kanton Bern 1894, XIV, 99— 104, lU 

8* 



— 116 — 

— 119 einen dritten auszugsweise veröffentlicht, nämlich den des 
oben (S. 114) genannten Hans von der Gruben, der aber gar 
nichts Neues bietet und dieselben Namen (mit kleinen Varianten) 
wie Rot. Hans war Diener Ludwigs v. Diesbach (S. 105, 119 
— 128), bereiste 1447 — 1448 mit ihm auch Deutschland, Frank- 
reich und Spanien und 1467 zum zweiten Male Palästina. 

1440b Heinrich Ghereken aus Lübeck tritt seine Je- 
rusalemfahrt an (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium re- 
ligiosis 15). 

1440c Hans Wulf, Bruder des Bischofs Nicolaus vou 
Schleswig, bestimmt, dass filr ihn ein Pilger nach dem heiligen 
Grabe gesandt werde (Jakob, a Melle 79). 

1441a Sievert I. von Oertzen, Vasall des mecklen- 
burgischen Gutes Roggow bei Neu-Buckow, geht, nachdem er 
wahrscheinlich schon 1432 eine Wallfahrt nach Jerusalem glück- 
lich vollbracht hatte (S. 17), im Jahre 1441 zum zweiten 
male dahin, stirbt aber, wie eine Denktafel in Doberau bezeugt,, 
in Jerusalem und wird auf dem Berge Zioh begraben (S. 19); 
sein Testament hatte er am 4. März 1441 zu Gunsten der Abtei 
Doberan gemacht (Lisch, Gesch. des Geschlechts von Oertzen^ 
Schwerin 1860, II, 16—22). 

1441b Wilhelm von Watzdorf reist mit Friedrich 
von Stein über Constantinopel nach dem heiligen Lande ^itze^ 
Chr. Heinr. v. Watzdorfs Hist. geneal. Beschreibung des . Gre- 
schlechts derer v. W. 1872, 24; ebenda 215 ist ein türkischer 
Pass aus Constantinopel vom 3. Februar 1441 und 216 ein 
Empfehlungsschreiben des dortigen Patriarchen abgedruckt). 

1441 c wird eine Lübecker Pilgerin G e s e urkundlich er- 
wähnt (Cod. diplom. Lub. VIII, Nr. 7). 

1441 d geht ein unbekannter süddeutscher Pilger nach Pa- 
lästina (RM. 100-^101; RB. Nr. 315). 

1443 pilgert Graf Friedrich VII. von HohenzoUern- 
Oettingen (Barth, HohenzoUersche Chronik, Sigmaringen 1862^ 
131 ; Geisheim 33 f.). Der Sage zufolge hatte er das Gelübde 
tn einer Pilgerfahrt im Kerker zu Mömpelgard gethan, in wel- 
chen ihn Henriette, die Wittwe des Grafen Eberhard IV. von 
Württemberg, wegen Ungehorsams hatte einsperren lassen; nach 
dem Tode Henriettes frei geworden, reist er nach dem heiligen 
Lande und soll, als er eben den Strand betreten, plötzlich ge- 
storben sein (Grässe, Preuss. Sagen II, 662 — 664; O. Schwebel, 
Die Sagen der HohenzoUern, Berlin 1878, 91 — 100; vgl. v. 
Hagen, Ein alt schön lied von Grav Fritz von Zolre dem Oet- 
tinger 25). 



— 117 — 

1414. Ein Beuediktiuermönch von S. Ulrich in 
Augsburg trifift mit Wilhelm von Jochem aus Westfalen» 
Diepold von Hasberg, Heinrich Spiegel und einem 
Knecht in Rhodus ein, wo er von deutschen Johannitern ^ein 
Schiling^ (Schilling' von Kanstatt) mid „ein Schenk 
von Abach" (Schenk von Staufenberg) und „ein Sal- 
land^ (Pallaudt; über dieses Geschlecht siehe Qericus, Yiertd- 
jahi-shefte für Heraldik I, 179-200, 274-346; H, 67 flf.) und 
„ein Tirelar", (Richard von Buttlar, seit 1466 Gross- 
prior) antrifft (S. 302). Nach langen Unterhandlungen giebt der 
Grossmeister, der jeden Tag einen Angriff der türkischen Flotte 
befürchtete, den Pilgern und dem Patron Erlaubnis abzufahren 
(S. 303); am 12. Juli erreichen sie über Accon, Nazareth, Nablus 
Jerusalem (S. 305 f.). Von da brechen sie sm 2«5. Juli wieder 
nach Accon auf luid fahren auf einem Kauffahrtheischiffe über 
Beirut (S. 318) nach Tripolis, wo das Schiff wieder Waaren an 
Bord nimmt (S. 319), von da über Cypern nach Venedig; auf 
der Reise dahin werden sie durch allerlei Kriegsgerücbte beun* 
ruhigt (S. 321—322). Die fQr die Handdisgeschichte besonders 
interessante Handschrift wurde, leider ohne sachlichen Kom- 
mentar, veröffentlicht von Birliuger in Herrigs Archiv für neuere 
Sprachen, Berlin 1867, XL, 301 — 322; vgl, RB. Nr. 320. 

1445 wird Gerhard II. zum Abt des Klosters Victring 
in Kärnthen gewählt, welcher während seiner zwanzigjährigen 
Amtsdauer dreimal nach Jerusalem pilgerte (Wendenthal Y, 249; 
vgl. Keiblinger, Gesch. des Beuediktinerstiftes Melk I, 280, Note). 

1446 (22. April). werden im Venetianischen Archiv (Senate, 
Mar., reg. II, 141) als Besucher der Lagunenstadt „multi pe- 
regrini nobiles et uotabilis conditionis . . . cum litteris D. ducis 
Burgmidiae" genannt (J.). 

1447 — 1449, Otto von Ziegler bringt von Jerusalem, 
wo er Ritter des iieiligen Grabes geworden war, ein Stück 
Wurzel von einer Weinrebe mit, aus welcher ein Becher gear- 
beitet wurde, dessen Abbildung und Geschichte Vulpius, Kuriosi- 
täten 1816, V, 501, Tafel 19 giebt. Da der Püger 1451 in 
seiner Vaterstadt Erfurt in der Futtergasse ein Haus bauen 
liess, in dessen Fundament Späne von jener Rebenwurzel ver- 
senkt wurden, habe, so wird berichtet, jenes Haus den Namen 
„zum Rebenstock'* erhalten (Härtung, Häuser - Chronik von Er- 
furt 247). 

Kurz vor 1449 hatte sich Klaus, Kaufmann zu Saarburg, 
num Götz willen'' mehrere Jahre in Jerusalem und Constan- 
tinopel aufgehalten und so viel Achtung erworben, dass Herren, 



— 118 — 

Ritter und Gelehrte ihn ^zuleste grosslichen mit costbarem heil- 
tum gnediclichen begobt hoben", das er der Kapelle Buderbach 
ta Westhofen schenkte, wo er zugleich eine ewige Messe stiften 
wollte. Graf Ludwig V. von Lichtenberg gab daher den Samm- 
lern von Beiträgen für diese letztere Stiftung einen Empfehlungs- 
brief mit, in welchem er als jene Reliquien nennt: ein Stück 
von der Geisselungssäule, vom heiligen Kreuz, vom Balsambaum, 
„do unser lieber Herre von gesalbt und gebalsamt wart zu der 
zytt siner begrebniss**, ein Stück vom Mosesstabe, ein Stück von 
den zwölf Steinen, die Moses von Gott bei der Erscheinung im 
flammenden Busch empfangen habe und von S. Anastasia. Die 
Urkunde erklärt, dass Klaus über die Echtheit der Reliquien „uns 
erber versigelte kuntschaft furbrocht, gewiset und gezuoget" (J. G. 
Lehmann, Gesch. der Grafschaft Hanau - Lichtenberg I, 262 f.). 

C. 1448 wird Clawes Vrouwendenberch aus Lübeck 
gepilgert sein (Cod. diplom. Lubecc. VIII, Nr. 646). 

1449. Georg Mülich von Augsburg bricht mit seinem 
Herrn Johannes Truchsess von Waldburg (Tobler, Je- 
rusalem I, 418 las seinen Namen an einem Hause westlich vom 
Johanniterhospitale), Hans Stauffe zu Ehrenfels, Martin 
Sattelbog zu Lichtenberg und Georg von Seibolts- 
dorf am 2. April auf von Landsberg und en'eicht (über den 
.Brenner) am 31. April Venedig; erst am 27. Juni können die 
Pilger absegein. Am 25. August landen sie in Rhodus, am 
7. September in Jaffa und segeln am 25. September wieder ab; 
am 24. November waren sie wieder in Venedig. 

Die Benützimg der Handschrift, die anfangs im Besitz des 
(weiland) Bibliothekars Prof. Foeringer (Bibl. Foering., München 
1880, Nr. 3223) sich befand, ermöglichte die Güte des späteren Be- 
sitzers, des (nun verstorbenen) Herrn Grafen Paul Riant (Bibl. Riant 
cod. germ. Nr. 21, fol.); vgl. RB. Nr. 322. Im Archiv zu Genua 
(Litt. reg. 13, fol. 370, Nr. 1298) ist unter dem 20. April 1449 
ein Pass erhalten für „Jodocus de le Henle miles et ejus Comites 
nunc Romam profecturi . . . usque ad numerum XX virorum et 
totidem equorum" (vielleicht auch ein Pilger?) (J.). In demselben 
Jahre (1449) werden (10. October 1449) im Venetianischen 
Archiv (Sen. Mar. reg. 3 fol. 147) 8 Pilger erwähnt, die mit 
einer Empfehlung des Herzogs von Burgund Venedig passirten 
(J.). In einer Urkunde vom 26. Mai 1450 (Consigli Dieci Misti 
XIII, 182'') wird bezeugt, dass in Venedig einige Cuirasse und 
Arbalisten für die Sicherheit des Fürsten von Burgund für seine 
Palästinareise geliehen wurden (Herr Archivdirector Predelli in 
Venedig). 



— 119 — 

1449 — 1450. Stephan von Gumppenberg veiiässt 
mit Friedrich von Wolfskel, Hans von Kamerau, 
Hans Striegel, Nikolaus Magerer, dem Kaplan Jo* 
hannes Eyselhauer und einem Diener am 11. August Würz* 
bürg (S. 2B5 a) trifift nach dreizehn Tagen in Venedig ein, von 
v^o er am 3. September absegelt und am 1. October Jaffa er* 
reicht (S. 237a). Stephan stirbt am 14. November in Je* 
rusalem und wird auf dem Zion begral>en (S. 239). Die Obrigen 
Pilger brechen von da am 18. Jan. 1450 nach Nazareth auf, be- 
suchen die Stätten um den See Genezareth und langen am 
25. Januai* in Damascus au (S. 242 a), das sie am 31. Januar 
wieder verlassen (S. 243); auf dieser Reise treffen sie einen 
Deutschen, der zehn Tage ohne Geleitsmann von Damascus 
aus umhergelaufen war (S. 241 a). Von Bdrut segeln sie am 
8. Febi-uar ab (S. 243 a) und treffen in Nicosia am 17. Februar 
Peter Wolf Striegel (S. 244); hier landen am 14. März 
viele polnische, preussische und niederländische Pilger (S. 245). 
Am 10. April treffen sie in Venedig ein und treten mit dem 
Nürnberger Kaufmann Lorenz (von Boln) den Heimweg an (S. 246).; 
am 4. Mai kommen sie in Würzburg wieder an (S. 247). 

Diese Nachrichten finden sich im Reyssbuch 1584, 235 a — 
250 (RB. Nr. 323). In der Geschichte der Familie von Gumppen- 
berg, herausgegeben von L. Alb. Freiherr v. Gumppenbei^, Wörz- 
burg 1856, 115 — 116 wird als Jahr dieser Reise fälschlich 1417 
— 1418 angegeben. 

1450a Herzog Johann von Cleve (aber ihn vgl. ADB. 
Ein Salveconduct, das für ihn der Herzog von Mailand 15. Jan. 
1451 ausstellte, siehe bei Motta im Arch. stör. Lombardo 1886,111, 
871, Note 3), bricht am 7. April 1450 von Brössei auf mit 
Johann von Alpen, Goswin Ketteier (der 1478 auf einer 
zweiten Jerusalenifahrt starb; vgl. Ilgen in v. Sybels Histor. 
Zeitschr. 1890, LXIV, 568; über die Pilgerfahrt seiner Söhne 
vgl. miten PV. 1519), Johann von Brockhuysen, HeiT 
von Loe (Fahne, Kölnische Geschlechter II, 19), Friedrich 
von Palandt, Herr von Wyttem, Matthias von Eyll, Hel- 
mich Bentingk, Berntvan B ecke, Thorwärter, Hendrik, 
Kaplan, Johann Reynier (Reymer), Kammerdiener, Albert 
Kock, Trommelschläger; in Venedig triflFt er Godert und Otto 
von Wylacken (v. Spaen 85). Hier schliessen sich ihm auch 
an: der Graf von Hörne, ein Junker Dietrich von Batten- 
berg, Herr zu Anholt, Anton van Eger, Wilhelm van 
Vloderop (Vlodorp), Vogt von Roermonde, Wilhelm van 
Ghoor (Goer), Adrian van Herl(a)er und Johann van 



— 120 — 

Hernert (Hemmerden) (S. 86). Auf Candia, wo der Vater des 
Johann van Alpen, der mit dem Bisehof Johann von Lüt- 
tieh nach dem heiligen Lande gegangen (nach Gallia christ. ed. 
Piolin III, 903, brach der Bischof von Lüttich 1444 auf, kam 
jedoch nicht nach dem heiligen Lande), aber gestorben war, 
lässt Herzog Johann ein feierliches Seelenamt celebriren (S. 88). 
In Jerusalem, wo der Herzog auch Arnulf von Crecy trifft 
(S. 87; vgL Publications de la societ^ histor. de Limb. IX, 213; 
O' Kelly de Galway, M^m. sur 1' ordre du S. Sepulchre 82), er- 
langt er und der grösste Theil seiner Begleitung die Ritter- 
würde des heiligen Grabes. Auf der Rückreise besuchte er Rom 
mit dem Grafen von Hörn und D. von Battenberg, (S. 88), 
wo Herzog Johann bald darauf den Herzog Arnold von 
Geldern (ein ihn begleitender Geistlicher hat einen Tractat 
hinterlassen: „Van den gestaut ende gelegentheit des heiligen 
Lands**, der in RB. Nr. 330 nachgewiesen ist, wo Nr. 329 auch 
ein nahezu gleichzeitiges Brevier eines Pilgers erwähnt wird; 
über Arnolds Anwesenheit in Venedig vgl. Conrady 87 u. 201) 
und Graf Heinrich von Schwarzenberg, welche ebenfalls 
nach dem heiligen Grabe reisen wollten, antrifft (S. 90; vgl. 
Jäuig 34, Nr. 5) und Neapel; am 1. April 1451 war er wieder 
daheim (Publicat. 216). 

Seine Reisebeschreibung ist auszugsweise veröffentlicht durch 
van Spaen, Proeven van Historie, 1808, 85 — 91, Gerts van der 
Schulen, Chronik von Cleve und Mark ed. L. Tross, Hamm 1824, 
294—308 und in den Publications de la societe historique de 
Limbourg IX, 1872, 204—216; vgl. van der Kempin: Studien 
en Bijdragen, Amsterdam 1878, IV, Heft 1, 41—43; PubHca- 
tions de Limbourg XII, 1875, 59—60; Seibertz, Quellen III, 
364-365; Gert van der Schüren, Cleve 1884, 164—169; 
Teschenmather, Annal. Cliviae 1721 II, 302—303; Char, Gesch. 
des Herzogthums Cleve 1845, 115 auch RB. Nr. 326; Publi- 
cationen aus d. preuss. Staatsarchiv Bd. 34, 456 Note 1 und 47, 
7* ff. und die Briefe bei Steinhausen, Denkmäler d. deutschen 
Kulturgesch. I, Nr. 67 — 69. In einer venetianischen Urkunde 
vom 16. Mai 1450 wird der Herzog als in Venedig angekommen 
erwähnt, um nach dem heiligen Lande zu fahren (Sen. Mar. reg. 3, 
fol. 185^; andere Erwähnungen desselben finden sich ebenda 
fol. 186 zum 18. Mai, 186^—187^ zum 22. Mai, 187^ zum 25. Mai, 
reg. IV, fol. 6^ zum 28. September (J.). Der Pilgerbericht wird 
vollständig aus einer bisher unbekannt gebliebenen Handschrift 
des Geh. Staats-Archivs von Düsseldorf (Cleve-Mark „Familien- 
sachen** Nr. 12) vom Herrn Geh. Staatsarchivrat li Dr. Harless 



— 121 -^ 

in der Zeitschrift des Bergischen (^eschichts Vereins herausge- 
geben werden nach desselben gütiger Mittheilung. 

1450b. Haus Arnold Seegesser wird als Pilger.er^ 
wähnt in Cysats CoUectan. A. 95 im Cantonalarchiv von Luzern. 
Femer berichtet Cysat aus dem Jahrzeitbuch der Kirche R. im 
EntUbuch (fol. 189): „Herr Hans Arnole Sägisser, Ritter, Frau 
Anna Meyer sin gemahl, vnd Jakob Frankhuser von Lucem band 
die siben Küchen im Land mit schönem HeiUgtumb, so gesagter 
Sägesser vom heihgen Grab bracht hat, versehen''. Nach A. 
von Segesser, Die Segesser zu Mellingen, Bern 1884, 116—117 
wäre die Reise erst 1479 oder 1480 anzusetzen (L.). 

14:50c soll Heinrich von Lübeck und Trosselmann 
eine Wallfahrt nach Jerusalem unternommen haben, wie der Ca- 
talog der Kopenhagener Königl. Bibliothek (Alter Fond Nr. 2077, 
4^; vgl. RB. Nr. 825) angiebt, allein in der Reisebeschreibung, 
welche der genannte Codex enthält und wir durch die Güte der 
Bibliothekverwaltung hier benutzen durften, wird weder jenes 
Jahr, noch der Reisende selbst genannt Sie ist unvollständig 
und beginnt (fol. 10^) mit der Beschreibung der Reliquien in 
Rhodus, wo der Pilger mit seinen Begleitern vom 19. Nov. bis 
5. December bleibt (fol. 10^); er landet glücklich in Jaffa und 
erzählt (fol. 11*^) über seineu Aufenthalt daselbst: „Patronus 
noster misit scribanum suum ... et notificavit adventum suum 
consuli Venetorum . . ., qui statim misit nobis trosselmannum 
(d. h. turcimanum, ital. turcimano, Dolmetscher; also liegt kein 
Personenname vor!) cum asinariis, qui venientes letanter rece- 
perunt nos in asinis suis in eivitatem Roma. Ibi stetimus . . . 
et statim venit ad nos dominus Henricus, frater de conuentu 
Montis Syon et est Almanus.'' Der zuletzt genannte Minorit be- 
gleitet die Pilger nach Jerusalem, wo sie im „Hospitale, quod 
est ante basilicam S. Sepulchri** („est autem hospitale valde 
pulchre constructum et testudinatum") Unterkunft finden, auch 
zu allen heiligen Stätten und Wallfahrtspunkten in und bei Je- 
rusalem; für den Eintritt im heiligen Grabe, wo kein Ritter- 
schlag erfolgt, wenigstens nicht erwähnt wird, haben die Pilger 
3 venetianische Groschen nur zu bezahlen (fol. 12^). Sie reisen 
von Jaffa zurück, bleiben in Aceon 14 Tage („de statu, situ et 
desolatione ... plures libelli scripti sunt, ideo de ea scribere 
dimitto"), wo am 6. Februar ein Pilger („carus frater mens 
Petrus Bruuu, proconsul de Sweryn**) stirbt (fol. 20"^), 
dann nach Beirut („hüc stetimus a sexagesima usque ad feriam 
quartam pro Letare. Ibi obiit carus frater noster Vicko de 
Bremis de Harn horch''), von wo die Pilger („feria quai'ta 



— 122 — 

pro Letare") abfahren und nach ungefähr 10 wöchentlicher See- 
reise Venedig wieder glQcklich erreichen („feria quinta pente- 
costie**); der Berichterstatter gelangt ebenso glQcklich wieder 
nach Lübeck zuilick, von wo er aufgebrochen war (fol. 20^) ; da- 
mit schliesst der Bericht, dessen Verfasser wohl ein Geistlicher 
gewesen sein wird. 

C. 1450 wird die Pilgerreise Stephans von Hohen- 
berg zu setzen sein, auf der er den Johannes Dluglos^ 
begleitete (Opera Dlugosii, Cracoviae 1887, I, 618—619). 

1451 a (am 18. März) beschliesst der Senat von Venedigs 
dem Herzog „von Goler** (Geldern?) för seine Pilgerfahrt nach 
dem heiligen Lande Waffen zu leihen (Venedig, Misti reg. 14^ 
fol. 33; J.). 

1451b stirbt Graf Philipp von Erbach, nachdem er 
kurz zuvor Ritter des heiUgen Grabes in Jerusalem geworden 
war (Barack, Zimmersche Chronik II, 241). 

1453 tritt Kurfürst Friedrich IL von Brandenburg 
seine Pilgerfahrt an, nachdem er am 13. Dec. 1452 für seinen 
unmündigen Sohn Johann und zur Führung der Regierungsge- 
schäfte eine Vormundschaftsbehörde eingesetzt (Riedel, Cod. 
Brandenb. C. I, 307 — 309), am 12. Januar 1453 im Dome zu 
Brandenburg seine bereits am 13. Mai 1445 niedergeschriebene 
Beichte (ibid. 310 — 212) wiederholt hatte, und empfängt, am 
11. März 1453 zu Rom vom Papst Nikolaus V. eine geweihte 
Rose (ibid. 312 — 313, vgl. Jaenig 34, Nr. 6); am 14. November 
desselben Jahres trifft er wieder in der Heimath ein (ibid. 318). 
Auf seine Wallfahrt bezieht sich auch der Brief (Cod. Mellic, 
Nr. 13, eh. 4», saec. XV, fol. 202, nach Herrn Prof. Dr. Jorgas 
gütiger Mittheilung auch im Venetianisch. Codex, lat. Nr. 3520, 
fol. 31—32 erhalten), welchen Herr Prof. Neumanu in der 
ZDPV. 1881, 229 f. mittheilte; er lautet: „Epistola missa a Rodis 
ad Jerusalem Domino Marchioni Friderico de Brann- 
burg de salvo conductu et ex parte Turcorum. lUustris prin- 
ceps ac potens ac magnifice doniine nobis honorande, cordiali 
salutacione premissa. Per religiosum in Christo nobis carissi- 
mum fratrem Gotfridum de Heimbach Ordinis nostri ore- 
tenus nobis expositum fuit, illustrem dominacionem vestram in 
regi'essu suo a peregrinacione ierosolimitana exoptare Rodum 
videre cum hiis, qui nobiscum erunt, petereque salvum con- 
ductum pro patrono et nautis veneciis galliace peregrhiorum qua 
devehemini. Nos enim audita ingenti fama magnificentie vestre 
et quantum sit aflPecta erga nos et nostram religionem tandem 
letanter et leto corde uidebimus et honorabimus et ceteris ad 



— 123 — 

veslram pertinentibus comoditatem favebimus. De salvo vero 
conductu non nobis videtur opus esse, cum civitas nostra Rodi 
communis et libera sit omnibus nacionibus Christianorüm ueque 
unquam conpertum fuit, quod nostra religio aliquibus Cbristianis 
bellum, injuriam, dampnum aut violenciam aliquam fecerit neque 
facere intendit, sed omnes possunt libere et secure buc Rodum 
accedere, negocia eonim agere et diseere pro eorum libito uo- 
luntate (^ic). Si vero patronus et naute galliacie prefate, ut ap- 
paret ex petitione vestra, dubitarent huc Rodi venire, miramur, 
cur hoc petatur, quia bonam pacem habemus et habere (p. 230) 
intendimus cum dominis Venetis et subditis eorum et patronus 
cum nautis suis libere potest venire Rodum neque aliquomodo 
retinebitur, sed cum voluerit, discedat, sicut Veneti semper con- 
sueueruni Cum magno dolore cordis ea, que secuntur, illustri 
domhmcioni vestre intimare decrevimus. Magnus Theucer (der 
Grosstürke), cum olfsedisset Constantinopolim terra marique, tan- 
dem vi amorum civitatem die XXIX mensis Maji preterito cepit, 
imperatorem Constantinopolitanum interfecit , multis nobilibus 
capita tnincavit, totam urbem in predam dedit, crudelitates plures 
exercuit. Civitatem Peram, quam Jannenses teneban^ sine armis 
obtinuit ipsamque tributariam fecit, muros iUius diruit .... Cias- 
sem de novo parat ingentem, qua intendit omnes insulas Egey 
pelagi sibi tributarias facere vel eas, si poterit, delere. Exal- 
tavit namque cor suum et gloriatur se Magni Alexandri Mace- 
donis gesta equiparaturum uel superaturum, minatur etiam — 
que Alexander numquam — se ad Italiam et partes occiduas 
armis et potentia sua penetrare velit (sie), se experiturum, an 
sibi fortuna faveat, quemadmodum per hec orientalia expertus 
est. Quare omnes reges Christianorüm et principcs animadver- 
tere deberent, quonam pacto feritati potencie hujus tyranni noti 
ad destruccionem christianorüm — nisi Dens providerit — re- 
sistatur viresque omnes ad ipsius Turci perniciem convertant. 
Quod fiet facile, si .in vnitate et pace ac caritate in communi 
venerint ac congregaverint pro honore fidei catholice ac christiani- 
tatis proteccionem, ne diu machinata secta in christicolas dese- 
viat, rogantes omnipotentem Deum, ut sua gracia prouideat, 
ubi humane vires non sufficiunt, que uos ad vota custodiat et 
vestra comitiua ad hanc nostram lu-beni Rodi feliciter con- 
ducat. Datum Rodi in nostro conuentu die ultima itiensis Junii 
MCCC(C) 53.** 

Ohne Zweifel ist mit dem Kurfürsten Friedrich Georg 
Ketzel aus Nüi-nberg gereist; für den letzteren, der im Jahre 
1459 eine Jerusalemkapelle in seiner Vaterstadt (jetzt im Hofe 



— 124 — 

des heiligen Geistspitals; vgl. Kamann 6) errichtete, stellt Frie- 
rich (die Aegidii, d. i. 1. September) in Venedig einen Adels- 
brief, und zwar auch für seinen Bruder und seine Nachkommen 
aus (Kamann S..5f.). Hingegen ist Kurfürst Friedrich I. 
yon Brandenburg höchst wahrscheinlich nicht nach dem 
heiligen Lande gezogen (Geisheim 20); wir wissen aber sicher, 
dass er die Pilgerfalirt seiner Söhne, der Markgrafen Jo- 
hann und Albrecht von Franken-Brandenburg (vgl. 
oben S. 109 f.) gewünscht und unterstützt hat (Geisheim 22— 23), 
1453b am 9. März verlässt Peter Rot Basel und reist 
mit seinem Freunde, dem Barfüsser Hans zum Rosen (S. 81), 
und einem Knechte Erhard Samuel über Maria Einsiedeln, 
den Arlberg, Meran, Trient nach Venedig, wo er am 29. März 
ankommt und den (am 7. April) eben aus Rom dorthin gekom- 
meneu Kurfürsten Friedrich IL von Brandenburg an- 
trifft, der ihm und seinen Begleitern erlaubh, sich seiner Gesell- 
schaft anzuschliessen (S. 85). Am 15. Mai segeln sie ab (S. 88), 
hören unterwegs die Nachricht von der Eroberung Constantinopels 
durch die Türken (S. 90) und landen am 25. Juni in Jaffa (S. 92). 
Am 29. Juni schlägt Poppelin vom Stein den Kurfürsten 
Friedrich und dieser folgende Herren seiner Begleitung zu 
Rittern des heiligen Grabes: Graf Albrecht von Anhalt, 
Graf Otto von Henneberg, Graf Bernhard von Re- 
genstein, Graf Gottfried von Hohenlohe, Graf Geb- 
hard von Mansfeld (vgl. Spangenberg, Mansfeldische Chronik 
c. 332, 388a), Graf Ludwig vonYsenburg, Gottschalk 
von Blessiu, Hans von Torgau, Georg von Pappen- 
heim, Lutz von Rotenhan (S. 93), Georg von Walden- 
fels (der 1442 „das hohe Haus" in der Klosterstrasse zu 
Berlin als Burglehn erhielt), Hildebrand von Thüngeu, 
Georg von Schlieben, Hayu Quast, Hassa von Bre- 
dow, Caspar von Waldow, Otto von Schlieben, Bal- 
thasar von Uchteuhagen, Klaus Sparr, Kraft von 
Festenberg, Jakob von Polenz, Nickel Pfui, Hans 
von Bredow („was vor ritter"), Urban Stossz („och vor 
ritter"), La mp recht Besessheini, Peter Mark bürg, 
Peter Rot (S. 94). Am 5. Juli segeln die Pilger ab von Jaffa 
und kommen am 13. nach Cypern, dessen König dem Kurfürsten 
verspricht, die lusignien der S. Georgsritterschaft nach Venedig 
in das Haus des Patrons nachzuschicken (S. 95). Gegen Ende 
August werden die Pilger wohl in Venedig wieder angekommen 
sein. Peter Rot wurde, wie die meisten der oben genannten 
Herren, Ritter des Schwanenordens (Stillfried-Haenle, Das Buch 



— 125 — 

vom Schwanenorden, Berlin 1881, 197 — 198; dort finden sich 
auch sorgfiütige Nachweise über andere Mitpilger des Kur- 
fürsten, welche nicht Ritter des Schwaneuordens waren, unter 
den einzelnen Namen). Die vom Kurfürsten empfangene silberne 
Halskette dieses Ordens war bis 1833 Eigenthum des Baseler 
Münsters, ward dann durch Minister von Nagler für König Friedrich 
Wilhelm IV. erworben (Burckhardt, Der Kirchenschatz des Basler 
Münsters in den Mittheilungen der antiquarischen Gesellsch. zu 
Basel X, 17), der am 400jährigen Stiftungstage den Orden 
wieder in's Leben rief (und zugleich das Berliner Krankenhaus 
Bethanien begründete), zu dessen Andenken er ein Geschmeide 
fertigen liess, das fortan jede preussische Königin als Decora- 
tion tragen solle. Die oben genannte Kette, die Kaiser Fried- 
rich in. als Kronprinz mit Wahrung seines Eigenthumsrechtes 
dem HohenzoUernmuseum überliess, hat 24 Glieder, welche 
Herzen aus Rubin umschliessen ; das Juwel zeigt die über einem 
Halbmonde aufsteigende Jungfrau mit dem Jesusknaben, von 
Flammen umgeben, während auf einer darunter verschlungeneh 
Binde der Schwan als Symbol der Reinheit schreitet (vgl. Graf 
Stillfried und Haenle, Das Buch vom Schwanen - Orden, Berlin 
1881, 26, 33-34, AbbUdung Nr. 1). 

Die Pilgerschrift ward herausgegeben von BernouUi, Pilger- 
reisen der Basler Hans und Peter Rot (Separatabdruck aus den 
Beitr. zur vaterländischen Geschichte, Basel 1881, Neue Folge L 
81—96); vgl. einen Auszug im Johanniterblatt 1882, 130—131 
und RB. Nr. 333. 

1454a. Georg von Ehingen segelt mit einigen Johan- 
niterrittern von Venedig nach Rhodus, um hier gegen die Türken 
zu kämpfen, wird aber nach elfmonatlichem, vergeblichem Warten 
auf das Belagerungsheer abgedankt (S. 12) und gelit, mit einem 
Empfehlungsbrief an den König von Gypern versehen, über 
Beirut, Tyiois, Safed, Nazareth nach Jerusalem, wo er 15 Tage 
bleibt. Von hier zieht er mit einem Gefährten, „genannt der 
Münch von Basel** einigen Kaufleuten und Franziskanern 
nach Damascus, wo er und der „Münch** gefangen, aber gegen 
30 Dukaten Lösegeld wieder losgelassen werden (S. 13), be- 
sucht dann Alexandria („und wirdet treffenlich von dem soldan 
verbiet mit vil soldnern und mamelucken**) und segelt nach 
Gypern; auf der Reise stirbt sein Geführte, „der von geschlecht 
ein Münich von Basel war." Der König nimmt ihn freund- 
lich auf. Georg geht dann über Rhodus, Venedig zurück in 
seine Heimath (S. 14). Nach zwei Jahren zieht er durch Frank- 
reich nach Spanien, erschlägt vor Genta im Zweikampf einen 



— 126 — 

riesigen Mauren (S. 24), kämpft nachlier gegen die Mauren von 
Granada (S. 27) und tritt dann in die Dienste des englischen 
Königs (S. 28). 

Seine „Reise nach der Ritterschaft" erschien Augsburg 
1600 (bei Dorainicus Cost); vgl. auch Crusius, Annal. Suev. 11, 
422 — 424; Holzherr, Gesch. d. Reichsfreiherren von Ehingen, 
Stuttgart 1884, 36 — 40. Die neueste Ausgabe veröffentlichte 
Pfeiffer in der Bibliothek des literar. Vereines I, Stuttgart 1842. 
Vgl. ADB. und RB. Nr. 335. 

1451b pilgert Junker Michael von Meggen, Sohn des 
Nikolaus von Meggen (Cysats Collectan. A. 95 ina Cantonalarchiv 
von Luzern) und Georg von Ramseid (Härder, Schaffhau- 
sener Beiti*. 38). (L.) 

1454c tritt Friedrich Greifenklau vom Volraths 
seiiie Pilgerfahrt an, aber auf der Heimkehr zu Ragusa in den 
Franziskanerorden, worüber die interessanten Briefe an seinen 
Schwager Friedrich von Flersheim zu vergleichen sind bei Walfcz, 
Die Flersheimer Clironik 9—13. Sonst siehe auch Helwig, Ge- 
nealogie der Greifenclau 9; Bodmann, Rhein. Alterth. 319 und 
Roth, Geschichtsquellen von Nassau I, 448. Nach der Limburger 
Chronik (Mon. Germ. SS. vernaculae linguae IV) 108 starb er in 
Jerusalem im Zionskloster. 

1454 d schrieb ein aus dem heiligen Lande heimgekehrter 
Benedictiner einen Tractat: „Von der Schickung vnd gestalt des 
heiligen Grabes" (RB. Nr. 324). 

1455. Sigmund Freyberg zu Wach stirbt auf einer 
Pilgerreise nach Jerusalem (v. Hormayr, Goldne Chronik von 
Hohenschwangau 134). 

1456 kommt Georg von Waldeck, aus der Gefangen- 
schaft der Muslimen befreit, nach Hause (Votivgemälde in Schlier- 
see nach gütiger Mittheilung des Herrn Prof. Dr. Riezler). 

1457 bestimmt Johannes Boysenborch aus Lübeck, 
dass man für ihn einen Pilger nach dem heiligen Lande absende 
(Jacob, a Melle 79). 

1458 wird Anton Pelchinger aus Tegemsee gepilgert 
sein (Wien Bibl. Nr. 146, s. XV, 8^; RB. Nr. 341). 

1460. Hans von Eptingen verlässt am 10. Mai Venedig 
(S. 323) in der Reisegesellschaft des Herzogs Otto H. von 
Pfalz-Mosbach, aus der er den Hofmeister des letzteren 
Philipp von Gemmingen (Stocker, Chronik der Familie 
von G,, Heidelberg 1865, 12, erwähnt, dieser Ph. von G. war 
der Sohn des 1422 verstorbenen Konrad von G.), Ludwig von 
Wildenstein (S. 395), ferner Priester Hans Goldschmidt 



— 127 — 

aus S. Urbau (S. 393) sowie seinen eigenen Vetter ThQring 
von BQttikon und Nicolaus von Scharnachtiial (S. 381 
und 396) hervorhebt Am 26. Juni landen sie in Ja£Fa (S. 345) ; 
in Jerusalem empfangen der Herzog und Hans von Ep- 
tingeu den Ritterschlag durch einen Burgundischen Ritter 
Arthur von Wadern (S. 380 f.) und Thüring durch Haus 
<S. 381). Am 15. Juli segehi sie von Jaffa ab (S. 392) und 
erhalten in Nicosia, wo auch ein mitreisender Priester aus Eng- 
land stirbt (S. 392) und ein Ritter aus Meissen, Georg von 
Riedeburg, ihnen sich zugesellt (S. 395), den Ritterschlag des 
Schwertordens durch den König (S. 396). Nachdem sie am 
12. September glücklich Venedig erreicht (S. 399), kehrt Hans 
über Mailand und den S. Gotthardt am 1. October wieder nach 
Pratteln heim (S. 401—403). 

Die Reisebeschreibung erschien im Schweiz. Geschichts- 
forscher, Bern 1828, VE, 313—402 und von B. Bernoulli mit 
guten Anmerkungen in Beitr. zur vaterländ. Geschichte, Neue 
Folge n, Heft 1, Basel 1885, 1—75 (Separatabdruck); vgl. RB. 
Nr. 345. 

c. 1460 muss Konrad Schedel, welcher zwölf König- 
reiche durchreiste, im heiligen Lande gewesen sein ; er starb in 
Damascus. Die gesammelten Reliquien schickte er an seinen 
Bruder Hermann, der sie der Kirche von Leimburg überwies 
<Wül, Münzbelustigungen IV, 91). 

. c. 1460 — 1470 Johann von Kant (Kenty bei Ausch- 
witz oder Oswiecim), Professor in Krakau, legt seine Stelle nieder, 
um nach dem heiUgen Lande zu reisen, wo er den Muselmännern 
das Christenthum gepredigt haben soll; er stirbt nach seiner 
Rückkehr (24. December 1473) und liegt in der S. Annenkirche 
in Krakau begaben (Klose in Scriptt rerum Silesac. IH, 332). 
Vielleicht fällt in diese Zeit auch die Pilgerfahrt der Breslauer 
Bürger: Johann Meissner (f 1^* ^^^ 1480), Balthasar 
Horning (f 17. August 1480), die Klose 400 erwähnt. Auch 
Hieronymus Kreil, Ritter, aus Breslau (t 3. Mai 1506), 
scheint im heiUgen Lande gewesen zu sein; auf dem noch er- 
haltenen Grabmal zu S. Christoph ist Christi Kreuztragmig ab- 
gebildet, darüber ein völlig gerüsteter Ritter zu Pferde bei einer 
Stadt (Klose 403). Gütige Mittheilung des Herrn Dr. Ewald 
Wernicke. 

1461a Herzog Wilhelm von Thüringen u. Sachsen 
bricht, nachdem er (25. März) sein Testament gemacht (Kohl, 
Die Pilgerfahrt des Landgrafen W. des Tapfern von Th., Bremen 
1868, 14—16; vgL Heinrich, Handbuch der sächs. Gesch. I, 



— 128 — 

402, V. Mülverstedt, Reg. Stollbergica 531—532, Nr. 1597), am 
26. März von Hause auf, trifft in Baiersdorf mit dem Markgrafen 
Albert Achilles von Franken-Brandenburg, der bereits 1435 im 
heiligen Lande gewesen war, zusammen, geht über Nürnberg, 
München und den Brenner nach Venedig, wo er am 29. April 
ankommt Am 1. Mai segelt die Reisegesellschaft (im ganzen 
91 Köpfe) ab; in Modon triffi man den Herzog Adolf von 
Geldern, der mit. fünf grossen Schiffen ausgesegelt war (S. 92; 
Jacobs 200; vgl. Pontanus, Histor. Gelrica 1639, 520; Knippen- 
berg, Histor. eccles. ducatus Gelr. 124; Nyhoff IV, p. XCVIII, 
not. 3; Nettesheim, Gesch. der Stadt und des Amtes Geldern, 
1863, 134), auf Rhodus die Königin Charlotte von Cypern (S. 97); 
im Golfe von Attalia erinnert man sich des Schiffbruchs, den 
ein Herzog von Braunschweig (welcher?) einst hier er- 
litten hatte (Cod. germ. in München Nr, 337, fol. 245). Am 
14. Juni landen die Pilger in Jaffa und erreichen glücklich Je- 
rusalem (ein Ritterschlag im heiligen Grabe wird nicht er- 
wähnt; S. 115). Am 2. Juli segeln sie wieder ab (S. 126) und 
kommen am 24. August in Venedig an (S. 131), von w^o Herzog 
Wilhelm am 8. October Weimar glücklich erreicht (S. 132). 
Als Reisebegleiter werden genannt (bei Mergenthai N4— Og, Cam- 
mermeisters Chronik in Geschichtsquellen d. Provinz Sachsen 
XXXV, 1896, 184—186, wo auch noch ein Thilo von Kes- 
selingsrocke erwähnt wird, in Konrad Stolle, Thür.-Erfur- 
tische Chronik, herausgegeben von Hesse in der Bibliothek des 
litt. Vereins in Stuttgart XXXIl, 50 — 51 und bei Lemcke in 
der Zeitschr. des Harzvereins 1881, XIV, 484—488; die von 
dem letzteren gegebenen Abweichungen der Namen notire ich 
mit (L.)): Graf Ludwig von Gleichen, Graf Heinrich 
sen. von Stolberg, Graf Günther von Schwarzburg 
(S. 69), Graf Erwin von Gleichen (welcher in Eichstädt 
zurückblieb und deshalb in schwere Ungnade fiel ; v. Mülverstedt, 
Regg. Stolbergica 533, Nr. 1601), Graf Hans (L. und Ernst) 
von Honstein, Burggraf Albrecht von Kirchberg, 
Heinrich Reuss von Plauen (vgl. Longolius, Vorrat aller- 
lei brauchbarer Nachrichten I, Schwabach 1765, 74; Geisheim 9), 
Veit von Schönburg (L. Schonenberg), Herr zu Glauchau, 
Otto, Schenk von Landsberg. Herr zu Tubitz und Sidau, 
Hans und Georg Schenk zu Tautenberg, Wolf von 
Sensheim, Herr zum Schwarzenberge, Eucharius (L. Acha- 
rius)vonPappenheim, Erbmarschall; ferner die Ritter: der 
Junker (Georg) Vitztum zu Apolda, Apel von Ebeleben 
(S. 70). Hans von Wangenheim, Heinrich von Bünau 



— 129 --, 

zu SkOlen, Heinrich von Bünau Düasek (L. Drotczk), 
Bastian von Kochberg (L. Kerchberg), Melchior Viz- 
tum (zu Tannrode)t Heinrich von Witzleben (zum 
Stein; vgl. Spittendorf, Denkv\rOrdigkeiten 289), Rudolf Mar- 
sehalk (L. und Werner von Hanstein), Friedrich Thone 
(L. Theme, sonst auch Dan genannt),Heinrich von Wolf fen- 
dorf, alle Thüringer, ausserdem aus Franken, Bayern und 
Oesterreich: Otto von Lichteustein, Wipprecht Wol- 
fiskale, Christoph Ho(r)nfelder, Ulrich von Ans- 
burg (L. Arnsberg), Heinrich Tandorffer, Kourad 
Hartenstein (Jacobs: Hertnitstein), aus Meissen: Georg 
von Schleinitz, Kaspar von Schönberg (L. Schowen- 
berg), Dietrich von Schönberg (L. Schenckenberg), 
aus Hessen: Tile von Kirstenrode (L. Kostenrode), 
Bode von Badenhausen (L. Bodenhausen), ferner die 
Stolbergisch^:! und Schwarzburgischen Ritter: Hans Kanth 
(L. Kunth), Curt von Germar (L. Konrad G.), Christoph 
von Rode, Georg von Schlottheim (S. 71), Kirsten von 
Schlottheim, Heinrich von Ruheleben (sonst auch Rux* 
leben, bei Jacobs: Ruexleben), Kaspar Schulze (L. 
Schutcze). Als geistliche Personen werden genannt: Hunolt 
von P^lattenberg (L. Plettenberg), Dr. med. und Domherr 
von Erfurt, Heinrich, Lesemeister (nach L. vielleicht der Ver- 
fasser des Reiseberichts, aber verschieden von Heinrich, 
Beichtvater, und Heinrich Jacobi), Henning, Kaplan, Jo- 
hann Bodenhausen, Diener, (L. Johann, Bodenhausens 
Diener), Kirsten von Nordhausen (nach L. identisch mit 
Kirsten von Ruexleben, dem Guardian des Nordliäuser Mino- 
riten- Klosters, Dr. und Beichtvater des Grafen H, von Stol- 
berg), Hermann Holzapfel, ein BarfÜsser, Heinrich Ja- 
cobi, Kaplan des Grafen von Schwarzburg (L. Stolberg). Die 
Knechte des Grafen imd Ritter waren: Friedrich von Kis- 
bode (L. Kussbade), Knecht des A. von Ebeleben, Georg 
von Wildeborn, Knecht des Schenk von Tautenberg, Hen- 
ning von Bercka, Knecht des Grafen von Stolberg, Hans 
von Selmenitz, Knecht des Heinrich von Plauen, Hermann 
Gans, Knecht des Grafen L. von Gleichen, Hans Schinstet, 
Knecht des Schenken von Sidau, ferner Hermann Henning, 
Heinrich Mulich, Curt Flans, Knechte der Grafen Hans 
und Ernst, Hans Schidung (L. Schiding), Hans von Borau 
(L. Barowe), Knecht des Grafen von Schleinitz, Haus von 
Ulsin, Knecht des Hans Kunth. Von den Knechten und Dienern 
des Herzogs Wilhelm werden erwähnt: Paul Narbe (L. Norbe), 

Röhricht, Pilgerreisen. 9 



— 130 — 

Schenke, Hans Brun, Borger aus Weimar und Küchenmeister 
(der mit Jakob Uflfland in Venedig Instruktionen för die Reise- 
dusrQstung holte, die Tucher 373— 374 a seiner Beschreibung 
eingeftkgt hat), Apel S t e i n h a u s e n, Kammei*schreiber, Jakob 
Oppelant (L. Ufflande), Dohnetscher (S. 72), Hans Com- 
pan, (L. Kumpfan), Kammerdiener (er ist vielleicht identisch 
mit Hans Coplär, von dem eine Reisebeschreibung in einem 
Wiener Codex erhalten ist, die fast wörtlich mit dem uns lei- 
tenden Texte übereinstimmt; vgl. RB. Nr. 346), Kaspar, Stall- 
knecht, Hans, Koch (ob derselbe, welcher 1476 den Herzog 
Albrecht begleitete?), Heinze, Koch, Streuzel, Aufträger in 
der Küche, fenier als gemeine Knechte: Hans Frinsberg 
(L. Fyneberg), Graf Günthers Knecht, Peter Preuse (L. 
Brens), des Burggrafen Albrecht Knecht, Hans Sneider (L. 
Syder; Snyder?), Knecht des Grafen Erwin von Gleichen, Klaus, 
Knecht des Sensheimers, Kirsten (L. Kersten Lorencz), 
Knecht des H. von Witzleben, Ule (L. Ullen), Knecht des 
Tandorffers (L. Heinrich Schalam, Knecht des von Han- 
stein), Georg (L. Georg Otto), Otto von Lichtensteins Knecht, 
Kilian, Kaspar und Dietrich von Schönbergs Knecht, Otto 
von Hongede, N. von Wangenheims Knecht, Hans (L. Koch), 
Koch der Stoiberger, Jakob, ein gemeiner Knecht. Endlich 
werden noch folgende Begleiter genannt: Rudolf Ziegler 
und Hans Hottemann (L. Hottermann) aus Erfurt, Niko- 
laus Muffel (vgl. ADB.) und Hans Magenhoff er aus Nürn- 
berg, aus Mühlhausen Hermann Kulstedt (L. Kollestete), 
aus Nordhausen der Rathsmeister Berit Spiring oder Sper- 
ling, welcher auf dem Heimwege in Rhodus starb (und nach 
L. Hans Brun), aus Stolberg Dietrich Wirtener (L. von 
Wertern) (S. 73). Von den Pilgern waren Wilhelm Schatt 
und Reinhard von Nebra in Parenzo aus Furcht vor der 
Seekrankheit bald wieder umgekehrt (S. 83, 141). Ausser diesen 
wird noch als Theilnehmer der Ritter Ulrich von Augsburg 
genannt, der 1477 als Mönch im Karthäuserkloster zu Nürn- 
berg stai*b (Kamann 12). Ueber die Pilgerreise vgl. Annal. 
Erford. in Mencken, SS. rerum Germ. HI, 1231; Ursini Chro- 
nicon ebenda 1335; Heibach, Archiv II, 182; Sagittarius, Gesch. 
der Grafschaft Gleichen 348; Spangenberg, Mansfeld. Chronik 
390^; Galetti, Thüring. Geschichte IV, 193--194; Kronfeld, 
Landeskunde des Grossherzogthums Sachsen-Weimar I, 240 f.; 
V. Mülverstedt, Reg. Stolbergica 533, Nr. 1601; RB. Nr. 348. 
Ueber die meisten Pilger als Ritter des Schwanenordens vgl. 
Stillfried-Haenle s. voce. 



- 131 — 

1461b. Graf Heinrich sen. von Stolberg bricht mit 
seinem Vetter, dem Grafen Günther von Schwarzburg 
(S. 178, 201), Hans Brun, Konrad Hertnitstein, Hein- 
rich Ruexleben (S. 202; vgl. Kohl 71, 138), Jakob Lant- 
ferer (S. 200; ob der bei Kohl 72 genannte Oppellant?),' nach- 
dem er am 21« März 1461 sein Testament gemacht hatte 
<S. 185; vgl. von Mölverstedt, Regesta Stolbergica 529—531, 
Nr, 1594), auf; vielleicht befanden sich unter seinen Begleitern 
auch Hans Kunth, Georg Wurm (Zeitschr. des Harzvereins 
1870, 1013) und Busso von Bertlingsleben. Am 16. Juni 
landet er in Jaffa (S. 205) ; die Rückreise tritt er am 26. Juni, 
an und ist am 10. October wieder daheim. 

Seine Pilgerreise gab Jacobs in der Zeitschr. des Harz- 
vereins 1868,1, 173—220, heraus; dazu vergl. die Bemerkungen 
und Nachträge ebenda 1870, 1013, 1020, ferner v. Falkenstein, 
Thüring. Cbron. HI, 1363; Möller, Sachs. Annalen 34; Grefen- 
stein(-Platner), Thörin. Chron, Zusätze 13; Zeitfuchs 39; Jovius, 
Stemma Schwarzb. Nr. 171 ; von Mölverstedt, Gesch. der Grafen 
von Stolberg 362 ff.; desselben Regesta Stolbergica 533—535, 
Nr. 1602—1603; vgl. RB. Nr. 347. 

1461 c bestimmt Dietrich Wedegh^ de Wartberghe, 
dass man für ihn einen Pilger zum heiligen Grabe abschicken 
solle (Jacob, a Melle 23, 79). 

1462 pilgert Ulrich Ketzel aus Nürnberg nach dem hei- 
ligen Lande; vgl. Kamann 12. 

1464a am 5. April brechen Sebald Rieter sen., Sigis- 
mund und Georg von Egloffstein und Andreas Zobel 
von Nürnberg auf (S. 14), segeln am 14. Mai von Venedig ab. und 
kehren glöcklich wieder heim (Röhricht und Meisner, Das Reise- 
buch der Familie Rieter, Tübingen 1884, 14—15). 

1464b Vielleicht zusammen mit diesen, pilgern auch Sig- 
mund und Alexius Haller (Will III, 354f.; Kamann 12). 

1464c scheint Ulrich von Hasenberg aus dem hei- 
ligen Lande heimgekehrt zu sein; er brachte Stücke vom hei- 
ligen Kreuz, vom Abendmahlstisch, von der Geisselungssäule, 
vom Abendmahlsbrote, vom Stabe Mosis und von der Krippe 
Christi nach Schweidnitz mit und schenkte diese Reliquien der 
Pfarrkirche (Wernicke, Die kathol. Pfarrkirche zu Schweidnitz 
1874, 23 f.; gfitige Mittheilung des Herrn Verfassers; vgl. An- 
zeiger des german. Museums 1879, Nr. 9, 270 flF.). 

1465a. Georg Emmerich, Börgermeister von Görlitz, 
unteniimmt zur Busse för eine an der Tochter eines Borgers 

9* 



i 



— 132 — 

f 

B,C| n i g n a H o r s c h e 1 verübte Gewaltlliat, mit z w e i D i e n e r ii, 
einem Architekten, und Agnes, der als Mönch ver- 
kleideten Wittwe des Georg Finger (diese letztere häufig 
wiederkehrende Angabe verwirft Jecht 95), eine Wallfahrt nach 
Jeri^salem^ wird am 11. Juli zum Ritter des iieiligen Grabes ge- 
schlagen (das Attest in : Sacrum D. Salvatoris Cenotaphium d. L 
Eig^itliche und sehr akkurate Beschreibung des heiligen Grabes 
zu GörKtz A3 f. ist unterschrieben [11. Juli 1465] vom Guardian- 
vikar des Zionsberges Bruder . Franziscus de Placentia und im 
Tixurmknopfe seiner Kapelle 1578 deponirt worden) und spendete 
zuni Dank für die glückliche Heimkehr viel Geld zum Baue 
einer hölzernen Kapella ^es heiligen Grabes, die später in eine 
steinerne umgewandelt wurde (Manlius in Hoffmann, Scriptt. 
rerum Lusat. I, 372. 379— 381 ; Meister, Annal. Gorlic. ibid. ü, 
16-7^17, 122 ff.; Lausitzer Magazin 1734,91; 1824, 385 f.; 1859, 
333; Schmidt Reder, Otia Lusat. 1882, 20; Neumann, Gesch. 
von Görlitz 663 — 667; Knothe, Gesch. des Oberlaus. Adels 176; 
Grässe, Preussische Sagen II, 377; Johanniterblatt 1863, Nr. 20; 
Weruicke in Schlesiens Vorzeit IV, 1886, 541 — 550, Nr. 18). 
Eine Nachahmung des heiligen Grabes zu Görlitz (über dessen 
Erbauer E. Wemicke im Anzeiger d. german. Museums 1877, 
Nr. 4j S. 100, handelt) ward in Sagan auf dem Bergel von Abt 
Jakob II. begonnen und von Friedrich, dessen Nachfolger, (1598) 
zu Ende gebracht (Catalog. abbat. Sagan. in Scriptt. rerum Siles. I,. 
515). Nach Jecht, Urkundliche Nachrichten über Georg Emme- 
rich im Neuen Lausitzer Magazin 1892, LXVIII (85—164) ging 
Emmerich 6. April ab, war 11. Dec. wieder daheim (S. 101) 
und brachte ein kurzes Gewehr, 2 Rosen von Jericho und eine 
blaue Schale mit (S. 102), unterstützte den Bau der heil. Grabes- 
kapelle durch reiche Beiträge (S. 125—131); die in seinem Nach- 
lass befindliche Palästinakarte (S. 131), welche die Bibliothek 
der Ober-Lausitzer Gesellschaft der Wissenschaften (L. H, 299 
fol. 79) noch besitzt, ist der Breitenbachschen Reisebeschrei- 
büng entlehnt und kein Original. Sonst vgl. Ewald Wernicke, 
Das heil. Grab in Görlitz und sein Erbauer in Schlesiens Vor- 
zeit in Bild und Schrift 1886, IV, Nr. 13. 

Die Sage berichtet, als Emmerich von seiner Pilgerfahrt 
heimkehrte, habe er zwei Diener mit seinen Kostbarkeiten vor- 
ausgeschickt Der eine wollte den zweiten überfallen und be- 
rauben, wurde aber von diesem als dem Stärkeren überwunden, 
worauf er nach Görlitz eilte und diesen anklagte, er habe Em- 
merich erschlagen; zum Tode verurtheilt, ward der Unschuldige 
zum Galgen geführt, aber noch durch rechtzeitiges persönliches. 



_ 183 — 

Erscheinen Emmerichs vom Tode gerettet (Lausitzer Magazin 
1737, 91; Hauiyt n, 77): 

•l^ob unternimmt' Gabriel Muffel aus Nürnberg eiöe 
Jerusaleihfahrt, deren Beschreibung in eineni Codex des British 
Museums (Egerton Nr. 1900, foK 156; RB. Nr. 353) erhalten 
ist und in einem Auszüge hier km"z wiedergegeben wird, wel- 
chen Fräulein Louise Boretius* zu Berlin mit dankeuswerther 
Bereitwilligkeit und Sorgfalt dem- Verfasser in Lohdon selbst 
anfertigte. Auf dem TitelbMte (föL !*•) steht: „Anno 14B5 die 
octauo Decembris iüit ad terraiii sanctam Gabriel Mu£fei, filius 
minor Nicolai Muffelii, ut patet retro ex ahtiquo scripto* und 
fol. 156*: „Anno ....Muffel, filius tertius Nicolai MufteÜ.** 
Mitreisende nennt der Berichterstatter nicht; er erzählt' nur 
immer mit „ich** und „wir.** Er bricht am 8. December 1465 
auf Tuid kehrt im Spätherbst 1466 wieder heim. Die Reise von 
Venedig bis Jerusalem bietet gar nichts Benlerkenswerthes ; eiiien 
Ritterschlag am lieiligeu Grabe erv^älint er nicht. Er besucht 

den Sinai, Gairo und Damiette, wo er bei einem Kaufmann 

• , • ■ ' , . ■ ' ■ "i ..■•••.. 

Damiäiilo ^8 Tage wohnt mid sich nach Cypei'ii einschifft, wo 
er Anfang August 1466 eintrifft, um alsbald wieder nach Venedig 
ziarückzukehren. Fol. 146*^^1^51^ handelt: „Von den Kirchen, 
die jenhalb iners sint vnter den vngläubigen** ; dann folgt aus 

* yerschiedenen Händen ein Itinerai* von Prag durch Deutschland 
und Flandern nach London und Edinburgh, Frankreich, Spanien, 

• Italien, 'Venedig, Jerusalem und dem Siirni, dann über Constan- 
tiiiopel nach Dänemark, Schweden undNorwegeb (vgl, RB. Nr. 522 
ui^ 523). Daran schliesst sich „Nöta ditz Regimen auf der 
Walfart" (eine Belehrung über zweckmässige Reiseaüsröstung) 
tihd „Das sein dye LXXH sproch und ziingeh, die der almechtig 
Got gäbe vnd verhehriget vber die menschen, die den hohen 
turn pauent in Babilonia.** lieber den Tag der Ankunft in 
Venedig uiid in semer Vaterstadt giebt der Verfasser keine !Aus- 
iiinfL Sein Bericht ist nur wertlivoll durch die vielen Zeich- 
nungeni die er enthält; hier ist ihre vollstiindige Reihe: 1. Ve- 
nedig (fol. 4^), 2; Pok (fol. 5»), 3. Zara (fol. 5^), 4. Famagiföta 
(fol: 6*'), 5. Port Josaphat (fol. 7 a), 6. Die Städte „Ramma** uüd 
Modon tfol. 8^), 7. Jerusalenx (fol. 10**), 8. die heilige Grabes- 
kirche (fol. 13*), 9: der Salbungssteiii Clinsti (fol. 14^), 10. Ka- 
pelle des heil. Grabeis (fol. 14^), 11. „ein Gaj)pellen unt 4 ecket" 

■(fol. 15*»), 12. Capelle unter deni Calvarieriberge (fol. 18»). 

■13; „von den 4 seulen,- die da weynenl die marter vnseres 

Hen^eii« (fol. ^0^), 14. St. Helena-Capelle (fol. 21»), 15. „wie 
maus beget am Heiligen Karfi-eitag in Jenisalem zu Heiligen 



— 134 — 

fuwer'*'(ein Taube die setzet sich auff die Kappellen des heiligeu 
Grabs") (fol. 24*), 16. Der Campanile in Jerusalem (fol. 26^), 
17. S. Maria Magdalena (fol. 27^), 18. S. Johannes BapL (fol. 28^), 
19. S. Johannes Evangelista (fol. 29^), 20. Davidsburg (fol. 30"^), 
21. Stätte der Enthauptung S. Jacobs min. (fol. 31^), 22. S. Sal- 
vator (fol. 32^), 23. Die ungedeckte Kirche auf dem Zionsberge 
(fol. 32^), 24. „von dem sten in der stat, da sant Johanns mess 
hielt vnser lieben frawen" (fol. 33^), 25. „von der stat, do der 
heilig geist wart gesant den lieben XII poten an dem heiligen 
pfingstage'' (fol. 35<^), 26. „das gewelb mit einem venster, do 
ist ein weisser stein, do selbst sampten sich die XII potten 
hin^ (fol. 35^), 27. „doselbst ass vnser lieber Herr Jesus Cristus 
sein heilig abent essen mit seinen Jungern** (fol. 36^), 28. Sa- 
loraos Wohnung (fol. 37^), 29. Der Gottesacker (fol. 38»), 30. Thal 
Josaphat (fol. 39*), 31. Natatorium Siloß (fol. 40*), 32. S. Marien- 
brunnen (fol. 40^), 33. Stätte, wo Judas Ischarioth sich erhängte 
(fol. 41«), 34. „Manus Absalonis* (fol. 42*), 35. S. Jacobi min. 
Kirche (fol. 43«), 36. Pater noster-Stätte (fol. 44*), 37. Himmel- 
fahrtskirche (fol. 44^), 38. Grab der Maria Aegyptiaca (fol. 45*), 
39. Bethfage (fol. 45*>), 40. Galilea (fol. 46»>), 41. Garten, wo 
Christus gefangen wurde (fol. 47^), 42. Das Holz des heiligen 
Kreuzes (fol. 48*), 43. Kirche im Thal Josaphat (fol. 48*>), 
44. S. Marienkirche (fol. 49*), 45. Stätte der Steinigung S. Ste- 
phans ;(fol. 50«), 46. Thor vom Tempel Salomos (fol. 51^), 
47. Tempel des Herrn (fol. 52»>), 48. „die Tempel alle peide", 
(fol. 53*), 49. S. Annakirche (fol. 53^), 50. Probatica piscina 
(fol. 54«), 51. Kayphas Haus (folg. 55*), 52. Ecce homo-Bogen 
(fol. 56«), 53. S. Helie Münster (fol. 57«), 54. Horeb (fol. 58*), 
55. Raheis Grab (fol. 58^), 56. Geburtscapelle Christi (fol. 60*), 
57. Bethlehem (fol. 60^), 58. Krippencapelle (fol. 61«), 59. „ein 
venster, wo das wasser auflF vunsern Herrn wart geworffen" 
(fol. 62«), 60. Begräbnissstelle der „unschuldigen Kindlein** 
(fol. 63^), 61. S. Nicolauskirche (fol. 64«), 62. Eine zerstörte 
Kirche in Bethlehem (fol. 64^), 63. Kirche, wo S. Maria S. Eli- 
sabeth grQsste (fol. 65*), 64. Capelle der Geburt S. Johannes 
(fol. 65^), 65. Stelle, wo S. Elisabeth ihren Sohn verbarg (fol. 66*), 
66. heil. Kreuzkirche (fol. 67*), 67. „die Kirche Abrahams, da- 
neben ist ein schöner prunnen** (fol. 68«), 68. Kariah in Ebron 
(fol. 69«). 69. Sichern (fol. 70^), 70. Sebaste (fol. 71^), 7 I.Kirche, 
wo S. Johannes Bapt getödtet wurde (fol. 72*), 72. Naym 
(fol. 72^), 73. Tabor (fol. 73^). 74. „der perg, do die Juden 
wollen haben versteynet vnnsern Herrn, so sie in betten ge- 
trieben von Nazareth** (fol. 74«), 75. „vnser frawen vorcht** — 



j 



— 1S5 — 

^ein Kirch*^ (foL 74^), 76. ^die stat von Nazareth; ein grotte 
darinne ist die seule, die do vonser firawe Ymfiiig, da sie er- 
schrack von dem grus ires ertzengels; daneben ist ein stein, 
do vnnser firaw alle zeit stunt an irem gepette** (foL 75^), 
77. S. Gabrielsbrunnen (fol. 76''), 78. Kana v. Galilaea (foL 76^), 
79. Kafamaum (foL 77>), 80. Das Hans des Centurio (fol. 77^), 
81. Tiberias (foL 78^), 82. ^Kadolora'' — „oben sint gesunde 
päd warm vud kalt*" (foL 79*), 8B. Betthulia (foL 80«), 84. Bet- 
saida (foL 80^), 85. Castell Korossany (foL 81>), 86. Sebaste 
(fol. 81^), 87. Bethania (fol. 88''), 88. Das Haus Marthas und 
Marias (fol. 84*), 89. „das haus zu dem rotten turn vnd das 
haus auff einem pergk, do vnnser Herr den plinteu erleuchtett 
vnd gesund gemacht^ (foL 84^), 90. ein Castell bei Bethania 
(fol. 85*), 91. Bethalgia (fol. Sb% 92. Kirche S. Johannes Bapt 
(fol. 86*), 93. Taufstelle S. Johannes Bapt im Jordan (foL 86^), 
94. „ein munster einhalb des meers*" (fol. 84*), 95. Jericho 
(fol. 88*), 96. Quarentana (fol. 89^), 97. Die Kapelle darauf 
(fol. 90*), 98. „eine schone pnick bey Damasco** (fol. 91*), 
99.— 100. Damascus (fol. 92*— 93 ), 101. Moscheen in Damascus 
(fol. 93^), 102. Sardinala resp. Sardenay (fol. 94*), 103. „von 
der statt, do Anania taufft S. Pauls** (fol. 95^), 104. Die Be- 
kehrungsstelle S. Pauls (fol. 96*), 105. Die Stelle, wo Kayn Abel 
erschlug (fol. 97^), 106. Ban-uti (fol. 98^), 107. „ein perg, da 
do Doe macht die arch, die was von Holtzwerk und nachdem 
als das gegosse sich verlieff, da blieb sie in Hermeuia majori** 
(fol. 99*), 108. wo S. Georg bei Beh-at den Drachen erschlug 
(fol. 100*), 109. S. Catharinenkirche auf dem Sinai i(fol. 101«), 
HO.— 111. Tanis resp. Tonesi (2 Bilder 102* und 102^), 112. Ale- 
xandrien (fol. 103*), 113. „Castell Pharson** (fol. 105*), 114. S. Ma- 
charius-Kloster(fol.l05b), 115. Cairound „Babylonica** (fol. 106^), 
116. Der Elephant (fol. 110»>), 117. „Die GirafiFel** (fol. 111*), 
118. „die glis Babrine" (fol. 111^), 119. „der straus vogel" 
(fol. 112^), 120. „Caldea" (fol. 114*), 121. „S. Michels {in 
Babylonien, da weist man S. Margretten liand" (fol. 1 115*), 
122. „S. Maria de Kaba" (d.i. de Cava) (fol 115^), 123. „ein 
seule, die vnnser frawe vmfing in der Kirche zu vnnser frawen 
an der stigen" d. i. S. Maria della pcala (fol. 116*), 124.'^„von 
dem kästen, darinnen leit die junckfraw S. Barbara" (fol. 116^), 
125. Die „Scheuern Pharaos" (fol. 117*), 126. „S. Anshelmus 
munster (föl. 117^) zunächst dabey ist der turn, do Got selbertt 
mit moyse rett", 127. „vnnser fraw zu der palmen" (fol. 118*), 
128. „das wasser, das moyses schlug mit der gertten Aronues" 
(fol. 120*), 129. S. Catharinenkloster und Garten auf dem Sinai, 



— 136 — 

IBO. S. Catharinencapelle (fol. 125^), 181. S. Catharmensgfab 
<fol. 126**), 1S2. „wie vnser Herr Moysy erschein in einem sebem 
des Feuers im paume" (fol. 127»), 133. und 134. S. Elias- 
Münster (föl. 129» und 129^), 135. ;der stein, wo Moise war, 
do got mit im redt** (fol. 130»), 136. „wie man herab gel von 
dem perg Synay*' (fol. 131»), 137. „der XIV Heüigen münsler** 
(fol. 132»), 138. „der perg, do S. Katrey am ersten fimden 
Wort** (fol. 133»), 139. „Lamech** (fol. 135^), 140. Damiette 
(fol. 138^), 141. „der paum aus dem paradies** (fol. 139^), 
142. „der Tattelpaum** (fol. 140^), 143. „von den tyren als ein 
gais** (fol. 140^), 144. Ku-che in Famagusta (foL 142»), 145. Tri- 
polis „in Barbaria** (fol. 144»), 146. „Innsel Sichia in Tarta- 
sapia** (fol. 144^), 147. Parenzo (fol. 145» und 145^). Wie aus 
^iner Vergleichung mit den in RB. Nr. 556 aufgezählten Holz- 
schnitten des berühmten italienischen Pilgerbuches hervorgeht, 
stimmen unsere Angaben mit den dort gebotenen vielfach, ja 
sogar zum Theil wörtlich überein, so dass entweder unser 
Muffel als Quelle für jenes (vgl. RB. Nr. 353), oder für beide 
eine gemeinschaftliche Vorlage angenommen wefden muss ; eine 
genauere Einsicht und Vergleichung allein kaim^die Entschei- 
dung bringen. 

1466a (in einer Urkunde vom 1. August) wird Bernhard 
Strössberg von Kulm als Jerusalempilger genannt, der Re- 
liquien mit nach Hause brachte (Riezler, Fürstenberg. Urkunden- 
buch m, 381, Nr. 521). 

1467a. Hans von Redwitz geht am 3. April von Bam- 
berg über Nürnberg, München, Mittenwald, Innsbruck, Sterzing, 
Bruneck, S. Martin, Conegliauo nach Venedig, wo er am 19. April 
eintrifft; er segelt am ^11. Mai ab (S. 7) und langt am "21. Juni 
in Jaffa an. Am 24. kommt er nach Jerusalem (S. 8 f.), das 
er am 5. Juli wieder verlässt (S. 15); am 7. Juli Segelt er ab, 
landet in Otranto und geht über Bari, Salerno,|; Neapel nach 
Rom, wo er am 7. September ankommt {S, 16 — 17). 

Ein Auszug aus seiner Reisebeschreibüng erschien im 
Archiv für Oberfranken I, Heft 2, S. 6 — 21; vgl. über ^ie 
Person des Reisenden Stillfried-Haenle 194, sonst RB. Nr. 357. 

1467b zieht Nikolaus Muffel sen. aus Nürnberg mit 
seinen beiden Söhnen Nikolaus und Gabriel nach dem hei- 
ligen Landte (vgl. ViTill Münzbelustigungen III, 22, Kamann 12, 
oben S. 133—136 und Potthast s. v.). 

1467c reisen Nicolaus und Wilhelm von Diesl3ach 
mit ihrem oben S. 114, 116 genannten Diener Hans von der 
Gruben nach dem heiligen Laude; unter ihren Begleitern wer- 



— 137 — 

den genannt 3 Pilger aus Frankreich: Girard, Peter und 
Bernhard (M. de Diesbaeh gab im Arch. d; Wstor. Vereins 
vom Kanton Bern 1894, XIV, 130—148 den Text aus einer in 
seinem Besitz befindlichen Handschrift heraus). Vgl. HB. Nr. 358. 
1468a. Graf Eberhard von Württemberg im Bart 
(vgl. ADB.) Qbergiebt, nachdem er sein Testament gemacht, an 
sieb^i seiner Käthe die Verwaltung des Landes und bricht am 
10. Mai 1468 von Urach auf, durch Abt Johannes von 'Herrenalb 
mit dem göttlichen Segen gestärkt (Steinhofer, Wirtemb. Chronik, 
Stuttg. 1752, 158—162; Crusius, Annal. Suev. II, 424—426, wo- 
raus Zeller, Merkwürdigkeiten d. Universität und Stadt Tübingen, 
Tübingen 1743, 263—267, Rösslin, Leben d. Herzogs E. 1793, 38 
—44, Pflster, E. im Bart 1822, 32—39 und Stalin, Wirtemb. Gesch. 
IH, 552—555 schöpften; sonst vgl. RB. Nr. 360); in seiner Beglei- 
tung befanden sich (vgl. unten ad 1561 die Namen auf Caüdia) : 
Georg Bombast von Hohenheim, Johannitercomthuf zu 
Rohrdorf, Veit von Rechberg zu Hohenrechberg, Ste- 
phan Hess, Hermann von Sachsenheim, Hans Spät, 
Hans Nothaft, Hans Truchsess von Bichishausen, 
Konrad Schenk von Winterstetten (über das Geschlecht 
vgl. Clericus, Vierteljahrshefte für Heraldik IV, 45 ff.), Wilhelm 
und Hans von Stadion, Hans von Neuneck, Haus 
Truchsess von Stetten, 'Konrad von Aholfingen, 
Ulrich von Rechberg zu Hohenrechberg, Ulrich von 
Winterstetten, Wilhelm von Münchingeu, Wilhelm 
von Zülnhart, Wilhelm von Wernow, Jacob Schenk 
vonStaufenberg, Eginolfvoh Rie t heim, Ansei m von 
Eyb, David von Stein, Renwart von Wellwart (über 
ihn vgl. Württemb. Vierteljahrshefte 1879, 62) , Christoph 
von Bischoffen rod (Bisehofsröd), ferner die Kapläne Chri- 
stoph Reuss und Nikolaus, der Dr. med. Hans Müii- 
sihger, der die Reisebeschreibung verfasste, der Barbier Veit, 
zwei Käriimerdiener, ein Seidensticker, drei Trompeter, zwei 
Köche und zwei Schützen (Steinhofer 164—165). Eberhard 
kommt am 20. Mai nach Venedig, segelt von da am 4. Jmii 
ab und landet am 2. Juli in Jaffa, wird mit allen seineii adligen 
Begldtern zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (S. 161), 
tritt am 17. Juli die Heimreise an und erreicht am 22. Sep- 
tember Otranto mit dem Grafen Kraft von Hohenlohe, 
den er am 19. September in Cörfu -getroffen hatte (Crusius 11, 
425), während Veit von Rechberg, H. von Sachsen- 
heim, Ulrich von Westerstetten, zwei Johanniter Hai- 
finger und Melchior de Rhin, Hans Münsinger, der 



— 138 — 

Kapellan Christoph» Georg Surus, Veit Scherer, Joh» 
W essler und Hans KOnig direkt nach Venedig weiter segeln 
(Crusius II, 426). Am 5. October kommt Eberhard nach 
Neapel, wo der König ihm eine goldene Kette schenkt (S. 426),. 
am 15. October nach Rom, am 25. October nach Venedig; am 
4. November war er wieder in Urach. Es wird erzählt (Zeller 267),. 
Eberhard sei im heiligen Lande durch Zigeuner verratheu, dann 
aber wieder losgelassen und durch den Sultan (!) reich geehrt 
worden; infolge dessen habe er nach seiner Rückkehr jenes 
Gesindel aus Württemberg vertrieben. Da er sich auf seiner 
Fahrt den Bart habe wachsen lassen müssen, hätte er seitdem 
den Namen „barbatus^ erhalten; in sein Wappen habe er zwei 
Zedern aufgenommen „zum Zeichen, dass er auf dem cedern- 
reichen Berg Libanon gewesen!** Ueber die von L. Uhland 
poetisch behandelte Sage von „Eberhards Weissdorn** vgL 
Zeller 267; Meier, Schwab. Sagen 348; Stalin UI, 555; Eich- 
holtz im Programm d. Gymnasiums zum gi'auen Kloster, Berlin 
1873 4 ff. Uel)er die hier genannten Pilger, welche meist auch 
Ritter des Schwanenordens waren, siehe genauere Nachweise bei 
Stillfried-Haenle unter den Namen. 

Interessant ist der Bericht über die Geschenke, mit welchen 
Graf Eberhard nach seiner glücklichen Heimkehr beehrt ward; 
sie werden von Steinhofer III, 165- 168 aufgezählt: «Von 
meiner guedigen Frawen von Oesterreich, seiner Frau Mutter,, 
mit ainem Clainot für 1200 FL, von Herzog Sigmund von Oester- 
reich mit einem Hengst. Von meinem Herren dem Pfalzgrafen, 
seiner Frau Mutter Bruder, mit aim Hengst, darauf ein samma-^ 
tiner Zeug mit silberin und vergüldeten Spangen. Von meinem 
Herrn von Brandenburg Marggraf Albrechten und meiner Gma- 
helin, am Hut mit (S. 166) aim Clainot, das umb 150 FL an- 
geschlagen worden. Von meinem Herrn Grafen Ulrichen von 
Wirtenberg, seines Herrn Vaters Binider, mit aim Hengst. Dess- 
gleichen mit aim Hengst von meinem Herrn Graf Eberhardten 
dem jüngeren. Von meines Herrn Graf Ulrichs Gmahelin ain 
Spanglin an einer weissen seiden Biuden. Ferner haben ge- 
schenkt: Die von Rotenburg, Horb, Schemberg und Binssdorf^ 
als die Städte der Herrschaft Hohenberg, die Frau Mechtilden 
Widem von Herzog Albrechts sei. von Oesterreich gewesen^ 
60 Fl., der Bischof von Speyr ain Silberin verdeckten Becher 
ussen und innen vergüldt. Die von Ulm ain silberine höhe 
Schnuren. Die von Reutlingen, ain silberin Kopf, ussen und 
innen vergüldt. Die von Weil der Stadt, ain silberine Schalen, 
innen vergüldt. Der Abt von Herrenalb, ain silberin verdeckten 



— 139 — 

Becher, inDen und usseii vergüldt Der Abt von' Hirschow, aiii 
silberin Kopf. Der Abt von Murhardt, ein Fass mit Fisch. Der 
Abt von Blaubeuren, ain silberin verdeckten Becher. Der Abt 
von Alpersbach dessgleichen auch ein solchen Becher. Der Abt 
von. Bebenhausen, ain silberin verdeckten Becher ussen und 
innen vergQldt. Der Abt zu St. Georgen, ain silberin verdeckten 
Becher. Der Abt von Maulbronn, 30 Fl. Der Propst und Stiflfl 
zu Sindelfingen, ain silberin Kopf. Propst und 'Stifft zu Herren- 
berg, ain silberin (S. 167) verdeckten Becher. Die Closter- 
frawen zu PfuUingen, ain Becher uff aim Fuess ohn ain DeckeL 
Das Capitel von Urach, ain silberin Lettner. Das Capitel zu 
Nagolt, ain silberin verdeckten Becher. Das Capitel zu Böb- 
lingen auch ain solchen. Das Capitel zu Weil der Stadt, 25 Fl» 
Die von Münipelgart der Statt, ain grossen silberin Becher ussen 
und innen vergüldt. Die von Tdwingen, ain grossen zwifachen 
silberin Kopf ussen und innen vergüldt. Dessgleichen auch die 
von Urach. Die von Blaubeuren, ain silberin verdeckten Becher^ 
usseu und innen vergüldt. Die von Herrenberg, ain grossen 
silberin verdeckten Becher. Die von Nagold, ain silberin ver- 
deckten Becher. Die von Calw, ain silberin verdeckten Becher, 
ussen und innen vergüldt Die von Neuenburg, ain silberin ver- 
deckten Becher. Die von Löwenberg, ain silberin Kopf. Die 
von Grüningeu, ain silberin verdeckten Becher, ussen und innen 
vergüldt. Die von Vaihingen, ain silberin Becher, ussen und 
innen vergüldL Die von Brackenheini, ain silberin Kopf. Die 
von Dornheim, ain verdeckten silberin Becher. Die von Böb- 
lingen und Sindelfingen zwo silberne Kanten, ussen und innen 
vergüldt. Das Capitel zu Grüningen 15 Fl. Das Capitel zu 
Vaihingen, 20 Fl. Das Münsinger Capitel zwei Ochsen. Die 
von Donistetten, 90 Fl. (S. 168) ohn die Pfandtschaft. Lossburg. 
Die von Rosenfeld, 80 Fl. Hornberg, das Amt, ohn das Stätt- 
lin, 40 Fl. Die von Bietigkam, 20 FL Die von Asperg, 20 FL 
und die von Hornberg, dem Stättlin^ auch'^20 FL Die von Tutt- 
lingen, sechs Ochsen. Die von Zavelstain, 20 FL Die von 
Reicheuweyr, zwei Wägen mit Elsässer. Herr Thüring von 
Eptingen, ain Wagen mit Elsässer. Die im Wildbad, ain sil- 
berin verdeckten Becher. M. Jörg Schreiber, Kirchherr zu Asch^ 
ain silberin ohnverdeckten Becher. Die Chorherrn zu Mümpel- 
gart, sechs silberine Schalen." 

Der oben S. 137 genannte Anselm von Eyb (Dr. jur» 
und kaiserlicher Landesgerichtsassessor, Ritter des Schwanen- 
ordens) hat über die vorstehende Reise auch einen Bericht 
hinterlassen, der in der Kirchenbibliothek zu Neustadt an der 



_j 



— 140 -— 

Aisch sich findet, aber keine Nanien iauflRUirt, sondern nur die 
Angaben eines „Piigerföhr'ers** wiederholt (Schepss in' ZDPV. 
XIV, 19— 21; derselbe Autor hat auch über die ebenfalls in 
Neustadt befindlichen Statuten des. Schwänenordens im 44. Jahres- 
bericht des histor. Vereines für Mittelfranken 1892, 72 — 74 
gehandelt): : ^i: i 

1468 b lässt Heinrich Goiißtin, pder ] Constantiii, 
Senator' von Lübeck, nach seiner glücklichen Heiinkelir aus dem 
heiligen Lande in Lübeck an der Nordseite der S Jacobskirebe 
einen Kreuzweg anlegen (Jacob, a Melle 14; vgl. Beschreibung 
der Stadt Lübeck, 1697, 189-191.) ' 

1469. Eine Beschreibung des heiligen Grabes gab Jo- 
hannes Kettner (von Geisenfeld), welcher sich im Mäü- 
chener C^. 845 findet; vgl. ZDPV. 1881,; igS&.RB. Nr. 362. 

1470a. Herzog Ulrich IL von Mecklenburg-Siar- 
gard unternimmt, um sich mäniiliche Nachkommenschaft zii ei*- 
bitten, eine Pilgerfahrt nach Jerusalem, auf welcher ihn äüssiir 
vielen Adligen aucli^He'rzpg Magnus H.' v^ön Mecklen- 
burg-Schwerin und dessen Bruder Balthasar (Franck, Dis 
alte vmd neue Mecklenburg VIII. Buch, lä9V ebenda steht auch 
sein Testament vom 11. März 1470) begiertet haben soll (nach 
Voss in den Jahrb. für Mecklenb. Gesch. LXi 144--145 Hitel) 
hingegen Balthasar zii Hause). Da die Türkfen grade Negrö- 
pönte belagerten, so hielten die Venetiäner/ itm diesen wichtigen 
Posten zu entsetzen, alle Pilgerschiffe an, inn^ die Pilger zu6i 
Kampfe zu verwenden, so dass Ulrich in "Cöi'fu längere Zeit 
Hegen und dann mit semeri Begleitern z!ehn Meilen vor ' Negro- 
ponte sich den Venetianerh anschÜessen musste (über den Fall 
von Negropoute jin Juli 1470 vgl. Fincati im Ärchivio Veneto 1886, 
XXXII B, auchRiv. marittima 1886, besonders gedrackt Roma 188^, 
49 S. 8°). Endlich Hess man sie los, worauf sie nach Candia segelten, 
"wo sie wegen der auf dem Meere umherschweifenden Türkenschiffe 
achtzehn Tage wieder zurückgehalten wurden , l)is sie endlich 
Jaffa am 15. Juli und äclit Tage; später Jetüisälem erreichten. 
Hier trennte sich Ulrich von seinen Begleitern lind ging nach 
dem Sinai, kehrte dann zu ihnen zurück und traf mit denselben 
Ende Februar 1471 wieder.', in der Heiniath ein: Wie seine 
Grabschrift (Lisch in den Mecklenburg. Jahtb. 1874,'^' XXXIX, 
B. 49 --50) vermuthefn lässt, brachte Ulrich den Aussatz mit 
hach Hause, an dem er starb (Boll, Geschichte des Landes Star- 
gard, Neusti-elitz 1847, II, 186-190; gütige 'Mittheilung des 
Herrn Archivdii-ektors Dr. Wiggers), währeiid Johann Laski 



-T- 141 -T- 

(H49) auf; der Heimkehr in Nicomedieii (Dalton, Johannes a Lasco, 
Gotha 1881, 26) erblindete. 

1470fc; In demsdihen Jahre bricht Ulrich Brunnet aus 
dem Haugstift zu Würzburg am ^8. Mäi*z «pro indiügentüs^ auf 
n^ch Rom^ wo er mit Eberhard von Grumbaeh und dem 
Kanzler Friedrieh über Trient, Verona, Bologna am 5. April 
^üeklich eintrifft imd bis zum 23. April sich reichlichen Ablass 
zu verdienen sucht; am 21. Mai kommt er nach Venedig, das 
er am 3. Juli mit Wilhelm von Rechberg, Georg Mar- 
schall und Albrecht von Wolfstein Verlässt (S. 190). 
Am 24. Juli erreidien sie Jaffa, bleiben bis zom 14. August in. 
Jerusalem und kommen am 21. October wieder in Venedig an 
(S. 191-192). 

Der Berichtj welchen Mergenthai stark benutzt hat, ist aus- 
zugsweise fliitgetheilt worden nach einer Dresdener Handschrift 
in Naumanns Serapeum, Leipzig 1853^ 189 — 192 (vgl. RB. 
Nr. 365). Nach der bei Job. David Koehler, Historia de Wolf- 
stein, Francofurti et Lipsiae 1728, 4^ erhaltenen Grabschrift 
(Codicillus diplomat 60, Nr. 13; vgl. 87 f. der Historia) starb 
AI brecht von Wolf st ein am S. Laurentiustage zu Ramiah. 

1470c macht Werner Roth von Zürich eine Pilger- 
reise nach Jerusalem, die er in einem „Meerbuch** beschrieb 
(Anzeiger für Schweiz. Gesch. 1874, 57 ; vgl. RB. Nr. 367). 

1470 d befand sich der Nürnberger Patrizier Georg Holz- 
schuh er aus Nürnberg in Jerusalem (Biedermann, Nürnberger 
Patriciat, Tafel 199), von dem ohne Zweifel auch die sogenannte 
Holzschuchersche Grabkapelle (nach dem allerdings modificirten 
Muster der von Jerusalem) auf dem S. Johannes - Kirchhof zu 
Nürnberg herrührt; die darin befindliche Grablegung vom Jahre 
1508 wird der Idee Adam Krafts zugeschrieben (Wolf u. Lochner, 
Vollständige Sammlung aller Baudenkmäler Nürnbergs 11, 142) K. 

• 1472 am 26. Juni segelt Ulrich Leman (aus St. Gallen) 
von Venedig ab und geht, nachdem er das heilige Land be- 
sucht, auf der Rückkehr über Cypern, wo er das Grab des 
Johannes von Montfort erwähnt, nach Rhodus, um dort bis zum 
20« Mai 1473 m bleiben. Dann reist er nach Tripolis und Bei- 
rut, von da nach Alexandrien und zurQck nach Rhodus, eine 
Strecke, die er, jedenfalls als Kaufmann, alle Jahre bis zum 
4. April 1478 befährt, von wo er über Sicilien, Neapel nach 
Rom absegelt; 1480 besuchte er noch einmal Siciüen, um über 
Florenz, Pisa, Marseille dann nach St Gallen zurückzukehren 
(Vgl RM. 102 — 110; RB. Nr. 370). Zugleich mit ihm, an dem- 



— 142 — 

selben Tage sogar, segelte aus Venedig ein ungenannter Pilger 
aus Alst ab, dessen Bericht Conrady 49 — 181 herausgab. 

1473 stirbt Hans von Wallenrode, der eme Pilger- 
fahrt nach dem heUigen Lande unternommen und davon eine 
genaue Be3chreibung hinterlassen haben soD, die jedoch bis jetzt 
nicht aufzufinden war (Stillfried-Haenle 228; RH. Nr. 373). 

1474 a. Kuntz (Konrad IL) Geuder von Heroldsberg 
{ein Nürnberger Patrizier) muss ini heiligen Lande gewesen sein, 
da dessen Schild üi Jerusalem sich noch heute erhalten hat (die 
Abbildung siehe in: Archiv, d. missions scientif., Paris 1885, 
XI, 225) ebenso Siegmund Laber, für den wir jedoch kein 
Jahr wissen (ibid. 226). Geuder (vgl. Biedermann, Tafel 47) starb 
unvermählt auf ehier zweiten Reise in Cairo (K). 

1474 b am 30. November kehren von einer Jerusaleoifahrt 
nach Halle glücklich wieder zurück Dr. Trost, Steffen Mit- 
tag (der nach Dreyhaupt Beschreibung des Saalkrei^s, 1033^ 
im Jahre 1480 urkundlich als Ritter des heil. Grabes erscheint), 
Paul Wittembergk, Nickel Zelsen (Opel, Denkwürdig- 
keiten Spittendorfs 160). 

e* 1474 reist das erste Mal nach Jerusalem Johann Frei- 
tag von Düsseldorf Dr. theol., um nach 20 Js^hren seine Reise 
zu wiederholen (RB. Nr. 377). 

1475 am 4. April tritt Johannes ab Indagine (Hagen) 
aus Kempen, Magister und Dr. med., von Köln aus seine Reise 
an, triflt am 26. April in Venedig ein und besichtigt mit seinen 
Freunden Johannes de Dynslakeii und Johannes de Ge- 
ressem alle Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am 18. Mai 
segelt er ab, kommt am 1. Juli nach Cypern, am 28. Juli nach 
Jafifa, wo er am 14. August sich wieder einschifft; am 3. De- 
cember landet er in Pola und ist am 2. Februar 1476 wieder 
in Köln (Walther, Neue Beitr. zur näheren Kenntnis der Gross-' 
herzogl. Bibliothek zu Darmstadt, Darmstadt 1871, S. 94; die 
dort gegebenen kurzen Nachrichten vervollständigte Herr Dr. 
Meisner aus der Handschrift zu obigem Auszuge). Vgl. RB. 
378 und ADB. 

C. 1476 a. AndreasRieter aus Nürnberg (f 1488) geht 
nach Jerusalem und dem Sinai (Will, Nürnberg. Münzbelusti- 
gungen ni, 356; Das Reisebuch der Familie Rieter 1—2). 

C. 1475b pilgert Peter Füessli aus Zürich, der Gross- 
vater des unten (1523) zu nennenden P. Füessli, nach dem hei- 
ligen Lande (Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft in Zürich 
INr. XLVI) zum Jahre 1851, 48, Note 125). L. 

1476a. Herzog Albrecht von Sachsen segelt von 




— 143 — 

Yenedig aus nüt vielen Begleitern nach dem heiligen Lande ab 
<RB. Nr. 382; vgl. ZDPV. XVI, 276), von denen Mergenthai 
(vgl. Boiemus, Alb. anim. Vita cum notis Schurzfleischü, Witeb. 
1698, 19—59) folgende nennt: Graf Wilhelm III. von 
Henueberg (der nach Weinrich, Kirchen- und Schulen-Staat 
von Henneberg, Leipzig 1720, S. 188, zwei Tage vor seinem 
Aufbruch den Grundstein zu einer Kirche auf der Insel im Her- 
manusfelder Teiche legte), Graf Sigismund IL von Anhalt 
der krank in Rhodus zurückblieb (Fabricius, Origg. Saxoniae VII, 
806; Beckmann, Historie d. FQrstenth. Anhalt V, 126), Graf 
Ernst von Mausfeld (vgl. Jaenig 36, Nr. 32), Graf Gün- 
ther von Schwarzburg, Herr zu Arnstadt und Sonders- 
hausen (vgl. Jaenig 36, Nr. 31), Ernst von Schönberg, Herr 
zu Glauchau (Grässe, Sächsische Sagen I, 501: Bruno v. Seh.), 
Wenzel Schlick, Herr zu Weisskirchen, Freiherr Brig 
(ürig. Arg; Georg K.) von Eitziugen, Bernhard von 
Schönberg, Marschall und Landvogt von Sachsen (er stirbt 
auf dem Heimwege zu Rhodus und wird dort im Augustiner- 
kloster begraben; Bernhard von Hirschfeld 102, der sein Grab 
besuchte, las auf dem Leichensteine als Todestag den 5. Sep- 
tember; vgl. sonst Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von 
Schönberg, 1869, 117), Hans von Mergenthai, Landreut- 
meister, der diese Reise beschrieben hat, Otto von Schit- 
tingen aus Delitzsch (Scheidingen K.), der auf dem Heim- 
wege zwischen Jaffa und Cypern am 11. August stirbt und im 
Meere bestattet wird (vgl. Lehmann, Chron. von Delitzsch 66), 
Dr. juris Heinrich Mellerstatt (vgl. Jaenig 37, Nr. 40), 
Dr. med. Valentin Schmiedeberg, Leibarzt des Hei-zogs, 
Heinrich von Starschedel (Storstadeli K.), Georg von 
Miltitz, Heinrich Pflug zu Zabercke, Rudolf von 
Büuau, Gerhard Marschalk, Dietrich von Schleinitz, 
Haus von Minckwitz, Heinrich von Ettmannsdorf 
(Ertmansdorf K.), Hans von Bernstein (der auf dem 
Heimwege auf Cypern stirbt und in einer früheren Moschee am 
Meere, die damals als Pferdestall benutzt wurde, begraben wird ; 
K.), Hans von Haugwitz, Otto Pflug zu Strehlen, 
Junker Heinrich Löser (Lesser K.), Heite von Ett- 
mannsdorf (Heide von Ertm. K.), Heinrich und Hans 
von Maltitz, Georg von Köckeritz, Heinrich und Götz 
vom Ende (von Mende K.), Konrad von Ammeudorf, 
der auf Rhodus stirbt und begraben wird (Bernhard von Hirsch- 
feld 102, las auf dem Leichensteine als Todestag den 28. Au- 
gust), Dietrich von Freiberg, Götz von Wolframs- 



— 144 — 

dorf (Wölfstorff K., der hier noch Hans von Wolfstorf 
nennt), Hans von derPlanitz (der zwischen Cypem und 
Rhodus starb K.), Balthasar Grensing (vgl. Spittendorf, 
Denkwürdigkeiten 308), Küchenmeister, Dietrich von Zie- 
gelheim (der Marschall K.), Friedrich von Trotha (vom 
DrathK.), Kaspar Sack, Heinz von Feilitzsch (Faihch 
oder Faihth K.), Dietrics von Staupitz (Steynczsch 
R.), Kaspar von Rechenberg oder Rockenberg (der auf 
der Ausfaln*t in Innsbruck stirbt). Als Begleiter des Grafen von 
Henneberg werden genaimt: Eberhard von Brandenstein 
der auf der Heimfahrt in Corfu krank zurückblieb), Hans 
Marschalk (Jörg Marschalck K.), Hans Kaspar von 
Laubenberg, HansvonFrundsberg, Ludwig von Hals- 
berg (Habsberg K.), Seifried vom Stein, Kaspar von 
Westenberg (Festenberg K.), Wilhelm von Wolff- 
stein, die Begleiter des Grafen von Mansfeld sind: Albrecht 
von Heim, Cuntz von Harmstadt (Hermstatt K.), 
Alexander, „ein ehrbarer Knecht**, die des Grafen von Schwarz- 
burg: Kaspar von Ruxleben, Christoph vonEbeleben^ 
Bernhard Wolfrath, Stephan, sein Schreiber („sin aus- 
geber" K.). Als die Mannen und Diener des Herzogs Albrecht 
werden genannt: Martin Römer, Hauptmann in Zwickau 
(über ihn siehe Will, Münzbelustigungen IV, 244 f. : vgl. Jaenig 
37, Nr. 40; Mitth. d. Sachs. Vereins für Alterthumskunde, Dres- 
den 1865, XIV, 49—63; Kamann S. 12 nennt ihn Martin 
Pümer), Lamprecht von Kronenberg („den man nent 
Lemiche" K.), Bürger aus Leipzig, Lorenz Glatza 
(Glacz K.), Hans Müntzer (Manczer K.), zum Löwenstein, 
Peter Wels er von Augsburg, Jakob Salomon von Magde- 
burg, Peter Fola (Föle K.) aus Leipzig, Ludwig Geilen- 
hofer (Gewlenhoffer K.) aus Zwickau (hier folgt bei K. 
Siegmund Haller von Nyerenberg), Stephan Gülden, 
Kapellan, Heinrich Bussmann (Bussen K., der zu Rhodus 
stirbt und in Modon begraben wird), Georg Bull er, Schreiber, 
Fritz Gares, Schenk (Fricz wappenknecht Schenk K.), 
W i g a n d von Rackwitz , Page , Hans P r u n , SchaflFner 
PraunK.), Matthias Forberg, Schaffner, Heinrich (Rein- 
hard K.), Sattelknecht, Peter, Barbier, Nikolaus Unter- 
voigt, Dolmetscher („ain burger von Leipzig" K.), Andreas 
Pannewitz, Koch, Hans, Koch, Stutigel (Staudigell K.), 
Hühnervogt, Math es, „Wedthaw**, (Küchenschreiber K.). Von 
anderen Dienern und Knechten werden genannt: Heinz Wol- 
rath, Hans Schneider (er stirbt zwisclien Cypern und Rho- 



— 145 — 

dus auf dem Meere), Knechte, Heintz und Georg, Köche des 
Grafen Wilhelm, Andreas Bobitscher, Knecht des Grafen 
Sigismund von Anhalt, Otto von Tzschöpritzsch, Knecht 
des E. von Schönberg, Johann Burgau (Jörg Jenysch K.), 
Knecht des Herrn von Eitzing, Kaspar von Mergenthai, Knecht 
des Rentmeisters von Mergenthai, Heinrich Groloch, Knecht 
des Dietrich von Schleinitz, Nickel Rottitzsch, Knecht 
des StaiTschedel und H. Pflug, (als Diener des Heinrich Pflug 
nennt K: Nickel Krijig [?]), Hans Schartta, Knecht des 
G. vonMiltitz und G. Marschdk, Valentin von Streitberg, Knecht 
des H. von Ettmannsdorf und Bernstein, Heinrich, Knecht des 
von Minckwitz, Jakob Waltzig, Knecht des J. von Haugwitz 
und O, Pflug, Hans Sachsse (Schräm K.), Heinrich Lösers 
und H. von Ettmannsdorfs Knecht, Hans von. Raden (Kaden 
K.), Knecht des Heinr. und Hans von Maltitz, Jobst Plauen, 
Knecht des von Ammendorf und Ziegelheim, Gabriel Boititz, 
Knecht des Grensing und des Ziegelheimers, Hans Kratzber, 
Knecht des Martin Römer, Hans Schwabe, Knecht des 
Frundsbergers , Stephan, ein Priester des Laubenbergers 
Knecht, Hans Triebel, Knecht der Doktoren, Hans Dau- 
magen, Knecht des Glantz, Bernhard Stempel, Hans 
Münsters Knecht. Diesen Begleitern schliessen sich infolge 
eines Zwistes mit ihrem Patron noch folgende an: Hang von 
Parsberg, Heinrich Nothafft mit dem Mal. Hans 
Stau ff er (K. nennt hier noch Herrn Johann Mirasch von 
Wachen aus Böhmen), Hans Gradener, Jakob Windisch- 
grätzer, ein Edelmann aus Kärnthen, Georg von Scham- 
berg (Schomburg zu Muckburg K.), Ludwig von Eyb, 
Veit von Githa (Getb K.), Oswald von Ros^nau (nach 
diesem nennt K. sich selbst), Heinrich von Bilen (Pila), 
Hans Goltacker (Goldacker K., der hier auch Heinrich 
Sewbold nennt), Eberhard von Alberbach (Ambach K.), 
Thibolt vom Stein, der auf dem Heimwege stirbt, Ber- 
thold vom Stein, Bruder des vorigen (der zwischen CjTpern 
und Rhodus stirbt), Jakob von Landau, Sigmund von 
Waiden (Waldau K.), Hans von Pinzenau (Benzenäu 
K., der hier noch nennt: Koiirad Fittell, Jörg Weigelin, 
Jörg, des Benzenauers Knecht, Kuntz, Koch, sowie Missier 
Guido de Anthonyo Anczinboldo und Missier Czuom 
Franzesco de Bisgunti), „und sein sonsten bei 9 Herren 
und Edelleute darauf gewesen, Niederländer, und von diesen 
allen sein die meisten auf der Galeere blieben. Es seien auch 
vier Weiber mit uns auf dem h. Landen gewesen, zwo aus 

U ö b r i c b t, Pilgerrciscn, 1 



^ 146 — 

Cypern, eine aus Ol mutz mit ihrem Manne und sousten 
eine Deutsche aus der Schlesien von Görlitz mit ihrem 
Manne*^ (dass damit Georg Emmerich, Bürgermeister, gemeint 
sein kann, weist Jecht im Neuen Lausitzer Magazin 1892, LXVIU, 
105—108 mit Recht ab, da E. während des ganzen Jahres 1476 
urkundlich daheim nachweisbar ist). Im Ganzen waren im Jahre 
1476 nach K. 202 Pilger und 36 Mönche in Jerusalem. 

Herzog Albrecht bricht am 5. März in Dresden auf (1472 
am 3. Februar hatte ihn seine Mutter, die Kurfürstin Margarethe 
von Sachsen, ausdrücklich gebeten, die damals schon geplante 
Reise noch aufzuschieben; vgl. Steinhausen, Denkmäler I, Nr. 140), 
besucht in Coburg den Markgrafen Albrecht von Brandenburg; 
hier treflFen sie den Grafen Berthold von Henneberg 
(15, März), in Bamberg Graf Hans von Wertheim (es ist 
Graf Johann H, von Wertheim, Canonicus von Köln, gemeint; 
vgl Aschbach, Gesch. d, Grafen von W. I, 249, 250—260). In 
Nürnberg nimmt ihn Herzog Otto von Bayern, in München Herzog 
Albrecht gut auf, ebenso in Innsbruck Herzog Christoph von 
Bayern. In Mantua wird er durch die Gräfin von M., eine ge* 
borene bayrische Prinzessin, ehrenvoll empfangen; in Viterbo 
trifft er den Dr. Johann von Weissenburg (späteren Bischof von 
Meissen) und kommt am 21, April in Rom an, wo der Dechant 
von Bamberg, Waldemar, ein geborener Graf von Anhalt, Dr. 
Pollich von Mellrichstadt und andere Herren^ die im Interesse 
des Magdeburger Bisthums in Rom waren, ausserdem die Bot- 
schafter des Kaisers, des Pfalzgrafen und des Papstes in feier- 
lichem Zuge mit 500 Pferden ihn empfangen (er loguie im Deut- 
sehen Hause); liier tritt er mit seinen Reisebegleitern in die 
Fraternität de S. Spiritu ein. Am 31. Mai verlässt der Herzog 
Venedig; auf Rhodus quartirt er bei -einem Deutschen Her- 
mann aus Weimar; am 11. Juli landet er in Jaffa. Am 
1. August schlägt Albrecht 70 zu Rittern des heiligen Grabes 
und tritt die Rückreise nach Jaffa am 11. August an (an diesem 
Tage stirbt Otto von Schittingen, bald darauf in Cypern 
Hans von Bernstein). Auf Rhodus sterben: Bernhard 
von Schönberg und Konrad von Ammendorf; hier 
wird für alle verstorbenen Pilger ein Seelenamt gefeiert. Am 
7. September nachts stirbt des Herzogs Diener Heinrich 
B US s mann (er wird in Modon begraben); am 19. September 
bleibt auf Corfu Eberhard von Brandenstein krank zu- 
rück. Der Herzog landet am 5. October in Venedig, entgeht 
bei seinem Heimwege durch das Ampezzothal mit Mühe den 
herumschweifenden Türken ; am 31. October empfängt ihn Maxi- 



— 147 — 

milian I. in Wiener • Neustadt ; am 5. December kommt er in 
Dresden wieder an. 

Ueber Albrechts Pilgerreise berichtet der Chur- und Fürst- 
liche Sächsische Heldensaal, NQniberg 1687 (3. Aufl.), S. 458: 
^»Herzog Albrecht lobte selbigen Senat (von Venedig) um dess- 
willen» weil sie nur alte Herren zu Hertzogen wehlten, die da 
leyden könten gebunden zu seyn. Er schertzte auch von dem 
Adel zu Venedig: dass solcher mehr auf Schiffe als Waffien, und 
mehr auf Gold als auf Eisen sich gründe. Von Venedig gingen 
sie zu Schiff und fuhren nach Khodis: allda der Johanniter- 
Ritter-Grossmeister sie von der Fortreise abmahnte, weil eben 
der Sultan von Aegypteo in Palästina eingefallen war (S. 459). 
Aber Herzog Albrecht liess sich nicht abhalten und schiffte fttr- 
ders nach Joppe. Als der Schiffs-Patron daselbst nicht anlanden 
wollte, sagte er: „Wer sich fQrchte, möchte im Schiffe bleiben ; 
er vertraue Gott, der ihn bis dahin gefiähret und ferner schützen 
werde. ^ Also stiegen sie an Land, und widerführe ihnen nichts, 
als dass sie befohlen wurden. Er hatte einen von Adel, Chri- 
stoph von Bernstein mit sich genommen, der ginge in 
Hungarischer Kleydung, konte auch türkisch reden und käme 
ihm also wohl zu statten. Im Rückwege, als sie von Cypern 
absegelten, allda äie zu Nicosia von der Königin wohl bewirthet 
worden, litten sie Sturm drey Tage lang. Endlich salien sie, 
bey Nacht, oben auf dem Mast eine Fackel hüpffen, welche 
ihnen zu besserem Wetter den Vordantz gemacht (S. Elmsfeuer). 
Sie kamen gesund und glücklich wieder nach Haus, hatten aber 
auf der Reise fünffe von Adel, die gestorben, dem Ocean zu 
Maut geben müssen.** Sonst vgl, auch Jovius, Schwarzb. Hi- 
storie 567 und Adelung, Direct. d. süd. sächs. M. 1802, 217; 
Michael Boiemus, Vita Alberti HI, 1698, 19 — 59 (wo der Reise- 
bericht Mergenthals wörtlich übersetzt ist) ; von Langenn, Herzog 
Albrecht der Beherzte 1838, 111 — 117, 

Offenbar auf die erste Pilgerfahrt des Heraogs bezieht sich, 
was Marino Sanuto (Cronaca Veneta o vita dei Dogi in Biblioth, 
S. Marci, Ital., class. VII, cod. Nr. 801), freilich zum falschen 
Jahr 1480, meldet: „1480. adi 26. Aprile fu preso attento e 
ritomä de qui stato in peregrinazo in Hierusalem V illustrissimo 
Duca.. di Saxonia e atento nella sua venuta non volse 
esser honorato, al presente li vadi in contro il Doge col bucin- 
toro e fatoli presenti al zorno per vivir ec, 148, di si, 11 di no, 
1 non sincere** (Herr Camillo Soranzo). 

Beifolgende interessante Aktenstücke, welche die Pilgerfahrt 

10* 



— 148 — 

des Herzogs Albrecht von Sachsen betreffen, spendete 
die Gate des königl. sächsischen Hauptstaatsarchivs zu Dresden. 

1. Wittenberger Archiv, Kap. Reisen, Blatt 21. ^AUerhei- 
ligster vater Ernwirdigster herre, wir haben vorstanden, das der 
Wuchte Albrecht Herzcog zcu Sachssenn unsir fürst unnd 
libester ohem zcu vorbrengung seyner ynnickeit geyn gote unnd 
uwir heilickeit ym vorgenomen habe sent, Peters unnd sent 
Pauels heiligen stete zcu besuchen, dem selbigen fursten wir 
umbe des bandes der nahen mageschafft unnd fruntschafft willen 
in sunderlichir gutwilligkeit unnd gunst geneigt sini Bitten 
wir uwir heiligkeit mit vlisse, das ir uch den selbigen unsirn 
ohnienn in seyn geschefflen, die er vor uwir heiligkeit vorbrengen 
unnd in sulchir vorgenomer reisse seyn begir volenden unnd 
sulch unsir entpfelung ym genossen zcu ersprissen erkennen 
i^oge, gutiglich befolen zcu seyn lassen, geruche, Dorynne ir- 
zceiget uns uwir heiligkeit gar dangknem gefall, das wir widier- 
umbe gein uwir heiligkeit zcuvordinen geflissen seyn, die der 
allerhöchste zcu seliger regirung seyner heiligen kirchen lange 
zceit gesunt geruche zcuenthalden geben etc. 

ffriderich von gotlicher gutigkeit 

Romisschir Keysser etc. 

ff. Ro. K. etc." 

2. Wittenb. Archiv, Reisen Blatt 22. „Durchluchtiger hoch- 
gebQrner fürst, nieyn undirthenige gar willige dinst sint ewirn 
furstlichin guadiu alczeit zu gehorsam bereyt, gnedigir here, als 
ich am nestin zcu Lebzcigk gewest bin, hat mich Hey nr ich 
Loessir der aldo lantfoyt bericht, daz her Hansse seynen 
sonn mit ewirn gnadin off dy reysse nicht schickin könne, umbe 
eczlichir orsach willin, dy her erczalt hat, do nicht not von zcu 
öchribih ist, alse ist off dy zceyt Heynrichvon Stoncz sonn 
zcu mir kamen, mich mit betlichin wortin ersucht ewir gnad 
vor en zu bitten, en mit uch off sulch ewir gnadin reysse zcu 
nemen, so denne Hans Loessir abgangin ist, hab ich dem 
Jungin von Stoncz zeugesaget, bey ewirn gnadin fleis vor zcu 
wendin, daz her mit komen möge, her ist warlich gar eyn ge- 
schicket Junck man, bitte ich ewir gnad als meyn gnedigin hern 
den genantin Ditterich von Stoncz an Lossers stat mit 
zcu nemen wil ich mit sampt Im gar willigk umbe ewir gnad 
vor dynnen, gnedigir here, Ditterich von Freybergk ist 
ouch zcu Leipczigk zcu mir komen, mich gebetin, an ewirn 
gnadin zcu erlernen, ob ewir gnad In leydin wolt mitte zcu czihin, 
her wolt mit ewirn gnad zcyhin, des her doch sust nicht geneyget 
were; Ich hab Im zcu gesaget, seyn meynwige an ewir gnad 



— 149 — 

zcu gelangin lossin, und waz ewir gnadin synlich seyn, wolt ieh 
Im daz widir schreybin, so ich denne bedenck daz noch fast 
perschon ab gehen, die von fremden landin an gezeichent sint^ 
ouch der von Barbey, bedunckt mich, y ewir gnad könne en 
der zcal halbin wol leydin, her hat mich ouch verstehin lossin, 
so ym ewir gnad dy gnade beczeuget und mit uch nemet, her 
hette noch eczHch tausent guldin, dy weylle her dy nicht anleget, 
sult ewir gnad seyns geldes zcu allin zceytin mechtigk zcu leben 
seyn, waz ewiru gnadin dorynne gehbet, wolle mir ewir gnäd 
bey dessem botin schreybin. Gnediger here graflF, Jacoff von 
Reppin, der mit dem konige von Dennenmargk am Reyne waz, 
hat mir ouch geschrebin, mich gebetin, ewir gnad zcu bitteu, 
ynn mit zcu nemen, mit erbittunge sulch gnad umb ewimr gnäd 
und undei*than getrawlich zcu vordynnen, daz alles gebe ich 
ewir gnadin zcu erkennen, waz denne mir von ewirn gnadin bc- 
folin wirt widir zcu antwertin, doruoch richte ich mich In ge- 
horsam gernne. Gnedigir lieber here, ich finde so vil und manych 
gescheffle hy zcu Sachsin dy meyn ampt beruren, dodurch ich 
vorhindert \^erde, vor fasnacht zcu ewirn guadin zcu komen, 
yn der fasnacht wil ich ab got wil bey ewirn gnadiri' seyn, ewii^ 
gnad wolle Jo allin, dy mit zcu reytiu vorzceichent seyn, schreibin 
lossin. wenne und wohynn sy zcu ewirn gnadin komen sultm, 
sy wartin alle doroff und daz dyselbigin botin mit enistem befel 
geheyssin wurdin, dy briffe an iczlich stat, do sy hynn gehörin, 
zcu antworten, gnedigir here, ewir gnad wolle mir ouch schrey- 
bin, wenn ewir gnad widir von Leipczigk Zcwcht und welchüi 
tagk keyn Dresdin komet, besundem wolt ich gern wissin, so 
ewir gnad von Dresdin ausreyt, weichin wegk ewir gnad nemen 
wirt, und wo dy erstin III nachtlagir seyn suUin, mich mit ecz- 
lichin meynen sachin dornoch zcu richtin hette ; waz ewir ghadin 
dorynne fuget, wolle mich ewir gnad gnediglich wissin lossin^ 
denn womit ich ewirn griad gehorsam und willige dinst erczeigin 
sal, byn ich mit trawiii gehörsam und gancz willigk. Datum 
Witenberg am sönabint hofch Valentyni. LXXVP. 

Bevrrhkrd ton Schonberg, laiidfoyt." 

- (Adresse:) 

Durchluchtigin hoehgebörn fur^tin hern 
heni Albreeht herczog Sächssin etc. meym 
gnedigen libin hern. 
3. Wittenberger Arichiv, Bergwerks -Sachen, Kapsel YL 
Schneeberg IL, C. Streitigkeiten verechiedener Zechen mitef einf- 
ander. Bit. 83. Schreiben der verw. Kurförstin Margarethe 
jtfi Kurf; Ernst, worin -sie inbetreff der in Gemassheit des Leip- 



~ 150 — 

ziger Abschieds vorzunehmenden Markscheidnng zwischen der 
Fundgrube und U. L. Frauen Zeche und der zu bestimmenden 
Weise, wie der Pflock gesteckt werden solle, von dem bisherigen 
Vorgange Nachricht giebt und diese Sache bis zur Rückkehr des 
Herzog Albrecht, welcher Mitgewerke sei, anstehen zulassen 
bittet. Altenburg, Freitag Omn. Sanct (1. Nov.) 1476. 

Es heisst darin u. a.: 

„Und wann die gebrechen zcwuschen unser zceche und der 
^den funtgruben wienot auch sider mehir mit den gewercken 
zcu sant Jörgen, als ewr liebe vorstanden had, entstanden sint etc. 
wulten wir zcumale gerne, So .wir uns vorsehen, das der hoch- 
gebornne furste unser lieber Sone herczog Albrecht ewr 
Bruder abgotwil kurczlich wider Inheyme komen sulle, solange 
anstehen bliben, den wir also unsern mitgewercken, den sulchs 
sowol also uns betrifft, dobei haben wulten." 

Ein diesem Schreiben beiliegender Zettel lautet: 

„Auch, lieber Sone, So bitten wir ewr liebe, ob ir sint 4er 
botsehafft, die ir uns nehist von unnserm lieben Sone herczog 
Albrecht vorkundet habt, mehir vernomen hette, wie es siner 
iiebe und den sinen czustunde, Ir wuUet uns das zcuwissen tun 
und ob ir siner liebe entgegen botschafft wurdet tun, das gebt 
uns zcuirkenneii, So wullen wir siner liebe auch dobey schriben 
vordinen wir umb ewr liebe gerne, dat. uts." 

4. Wittenberger Arch., Bergwerks-Sachen, Kapsel VI. Schnee- 
berg II, C. Streitigkeiten verschiedener Zechen unter einander. 
Blatt 87. 

Antwortschreiben Kurfürst Er nsts an die verwittwete Kur- 
i'Qrstin Margarethe, dass diese Sachen (vgl. das Regest von 
Freitag Omn. Sanct. 1476) nicht füglich Aufschub leiden könnten 
und daher bald versprochen werden sollten, auch der unbeträcht- 
liche Antheil des Herzogs Albrecht keinen Unterschied mache. 
Leipzig, Mittwoch nach Omn. Sanct. 1476. 

Am Schlüsse dieses Schreibens heisst es: 

„Unnd als uns uwer liebe In eyner zcedeln schribet, So 
wir eyniche Botschafft von unnserm lieben Bruder, wie es siner 
liebe und den sinen zcustunde und ap wir siner liebe Botschafft 
entkegenn tun wurden, das allis wir uwer liebe zcuirkennen 
geben wulten. Dornff lassen wir uwer liebe wissen, das uns 
nechten spat, als wir hie her komen, ein brife von siner liebe 
nach inhalt dieser ingelegten Copien behendet, dis uwir liebe 
wol vernemen, unnd sint nach nicht bedacht eyniche Botschafft 
an sin liebe zcu tun, nachdem wir sin liebe mit unnsir Bot- 
schafft nicht gewiss zcutreffen wissen. Sundern In hpffnung, das 



— 151 — 

sin liebe nu alle tage uflf dem wege sin Sich zcu uwer liebe 
sin er Gemahil und Kindern uns und luiser beider lande fugen 
werde.** 

5. Wittenberger Arch., Beschenkungen, Blatt 8. 
„Bruderliche liebe mit ganezenn trewen allezceit zcuuor. 

Hochgeborn6 furstin, liebe Swester, uwer schreiben wie ir unser 
gluckseligen widderkumfFt hochlich erfrewet unnd uns zcu unser 
ritterschaffk nicht mynner gehicks ge wünschet denn ir sei bis 
gerne hettet, und do bey eyn bynden und federn eym mit hefftlyn, 
ouch eyn messer uwir do bey zcugedenkeun und dorzcu eyn 
Mewsser habicht uns des zcu ergeczlichkeit unsers weydcbergks 
zcugebruchen mittegesaut, haben wir von uwir libe noch unge- 
czwifeltem vortruwen, das ir unser ere und bestes allezceit zcu 
erfai'en irfrawet seyt, zcu sunderlichir fruntschafiPt uffgenomen 
und entpfangen und dancken uwir libe des uss fruntlichem ge- 
mute gar gutlich wollen uns ouch dess uwir libe zcu gefallen 
fix)lichen gebruchen unnd umb uwir libe geflissen sein in bruder- 
lichir getiHiwer libe zcuuordinen und alsso wir ouch syder unser 
widerkumfft gote sey lob nichts uwir libe widderwertiges vor- 
nonienn, Sindt wir uwirs gluckseligen Standes» den wir also 
widerfunden haben nicht meynner erfrewet und allzceit willig, 
uwir libe behegelich danckbarkeit uugesparts vleiss fruntlich zcu- 
erzceigen. Geben zcu Dressden am Mittwochen Circunicisionis 
domini Anno etc. LXXVII. 

Albrecht, von gots gnaden herzcog* 
zcu Sachssen lautgraff In Do- 
ringen und Marggraff zcu Missen. 
(Adresse:) 

Der hochgebonme furstui fifrawen Annan 

Marggraflfynne zcu Brandenburg zcu Stetin 
Pomern etc. herzcogyn Burggreffyn zcu Nurm- 
berg und furstin zcu Rügen etc. unser libenn 

Swester. 

6. Schreiben Herzog Albrechts zu Sachsen an Markgraf 
Johann zu Brandenburg, worin fQr bezeigte Theilnahnie an der 
Rückkehr des Herzogs sowie för zwei übersandte Reiherfalken 
gedankt wird. Dresden, Sonnabend nach circumcis. domini 1477. 
(Concept.) 

Wittenberger Archiv., Brandenbiu-g etc., Kapsel I, Bl. 120. 

Der Anfang dieses Schreibens lautet: 

„Unsern etc. Liber ohm unnd S wager, wir haben uwer 
libe schryben iczt an uns gelanget, das ir unser wedderkunft 
gesunt unnd frolich zcu unsern landen! als ir das erst zcu Franck-- 



— 152 — 

fürt irfaren, hoch irfreuwet seyl uiind uns vyl glucks unnd selig- 
keyt wünschet, mit weytern Inhalde forder irbytunge etc." 

Endlich beziehen sich auf diese Pilgerfahrt noch acht Briefe, 
Ober welche Röhricht u. Meisner im Neuen Archiv für Sächsische 
Geschichte IV (1883), 343 — 346 Nachricht gaben; sie stammen 
aus dem Staatsarchiv zu Weimar (Reg. A. fol. 38*, Nr. 101), 
und wurden durch die Güte des HeiTn Oberarchivars, Archivi*ath 
Dr. Burkhardt gütigst zugesandt (S. 343). In dem ersten 
Briefe Albrechts an Herzog Wilhelm (Torgau 18. Januar 147i>) 
bedankt er sich für die Förderung seiner Reisepläne durch Zu- 
sendung einer Instruction (die wir auch in Tuchers Reisebe- 
schreibung im Reyssbuche 1584, 373* — 374* finden), imd die 
beiden bewährten Agenten Hans Brun (aus Weimar) und 
Apel (von Steinhaus en), die mit einigen Vertrauten auch 
nach. Venedig vorausgehen würden, um eine Galeere zu miethen 
und Reisebedürfnisse zu besorgen, auch versprochen hätten, 
wenn es ihre Verhältnisse gestatteten (S. 344), ihn mit nach 
dem heiligen Lande zu begleiten. Der zweite Brief Albrechts 
(Venedig 5. October) berichtet dem Herzog Wilhelm, dass er 
am Datum des Schreibens glücklich in Venedig gelandet, aber 
^uf der Reise Bernhard von Schönberg, Otto von Schei- 
"dingen, Hans von der Planitz, Gurt (!) von Ammendorf, 
Hans von Bernstein und Heinrich Bussmann gestorben 
seien (vgl. oben S. 143 und 146), Ein drittes Schreiben Alb- 
rechts (Venedig 14. October) giebt Nachricht von der bevor- 
stehenden Vermählung des Königs von Ungarn mit einer nea- 
politanischen Prinzessin und fugt hinzu, dass er am 15. October 
Venedig verlassen werde. Der vierte Brief (26. October) ist 
vom Kurfürst Ernst von Sachsen an Herzog Wilhelm von Dres- 
den aus gerichtet und meldet die bevorstehende Heimkehr Alb- 
rechts, worauf Herzog Wilhelm in eiiiem f ü n f t e n und sechsten 
Briefe dem Kurfürsten für seine. Mittheilung dankt (31. December) 
imd den Herzog Albrecht ersucht, ihm von dem Tage seiner 
Ankunft in Dresden Kenntniss zu geben, damit er ihn besuchen 
könne. — Von noch höherem Interesse als diese Briefe ist ein 
Schreiben des Dogen Johannes Mocenigo von Venedig an Herzog 
Albrecht (10. März 1480), namentlich wegen der Beilage, einer 
Rechnung des Schiflfspatrons Andreas Contarini, in welcher dieser 
eine Masse Forderungen an die Kasse Albrechts zusammenstellt; 
ein ähnliches Schriftstück ist aus der ganzen Litteratur der Pilger- 
reisen nicht bekannt. Dass der Aussteller des Rechtes seiner 
hohen Forderungen nicht ganz sicher war, mag daraus erkannt 
werden, dass er von 875 Dukaten, die ihm zustünden und ver- 



— 153 — 

sprochen seieii> aus eigenem Antriebe nur 550 verlangt» Wir 
lassen das für die Geschichte der PilgeiTeisen im späteren Mittel- 
alter lehrreiche Dokument vollständig folgen. 

Schreiben des Dogen Johannes Moceuigo an Herzog 
Albrecht mit anhängendem Bleisiegel (10. März 1480). 

^Illustris et excelse frater uoster carissime! Etsi scimus 
vestram excellentiam et justissimam et liberalissimam esse, ut 
nulla omnino cohortatione egeat ad jus alieui reddendum atque 
debito satisfaciendum, tamen,. ne nobih et dilecto civi nostro 
Andree Contareno deesse'videamur, cui planum et cognitum est 
litteras et preces nostras multum ponderis apud excellentiam 
vestram habituras esse, scribendas has duximus et pro eo preces 
nostras interponendas. Est enim hie Andreas, qui cum trireme 
sua advexit ad sanctum sepulehnim (S. 845) domini religiosissi- 
mam excellentiam vestram et domini Guilielmi fratris gerraani 
vestri, restatque pro mercede et nabulo suo ipsius navigationis 
habere ut asserit ducatos quingentos quinquaginta ac staria et 
pecuniis solutis nomine vestro in terra sancta, sicut ex inclusa 
cedula poterit excellentia vestra inspicere, cumque maxima hoc 
tempore indigeat ipsis pecuniis, quas nunquam dubitavit sibi 
presto fore, ea est liberalitas vestre excellentie quam ubique 
predicare et extollere non cessat, oratam et precatam volumus 
illustrem dominationem vestram placeat per bonitatem et liberali- 
tatem vestram ac nostro intuitu providere, quod dictus Andreas 
seu ejus nuntius recipiat dictas pecunias: que res profecto erit 
nobis gratissima et eo gratior, ut nobilis noster intelligat preces 
nostras sibi plurimum profuisse ad consequendas pecunias suas. 
Hie est enim ille Andreas prefectus triremis, qui manifeste 
periculo liberavit prefatum illustrem dominum Gullielmum in 
maritima Jopi. Date in nostro ducali palatio die decimo Marcii 
indicüone XHI™» m« CCCCIXXX^\ 

Joannes Mocenigo dei gratia 
. dux Venetiarum." 

Beilage: Rechnung des Schiffspatrons Andreas 
Contarini. 

„Illustrissimus princeps et excellentissimus dominus, do- 
minus Robertus (L Albertus) inclitus dux Sansouie (sie!), debet 
dare, ut patet in subscriptis partitis et staria et damnis habitis 
(partita, Posten) propter suam excellentissimam dominationem 
et denariis expensis per eandem, velut inferius distincte aparet, 
et primum: 

Per dies duodecim quod ego mansi in Rodio (äd) requi- 



— 154 — 

sitioneni sue illustrissime dominatioDis, propter quod passus suui 
damnum et expensas ad rationem ducatorum quindecim pro 
quolibet die non faciendo sue excellentissinie dominationi ex- 
pensas, quod ascendit per dies duodecim ad summam ducatorum 
eentum et sesaginta quinque: valent ducat. 165. 

Item per dies decem, et novem, quod licet quod sibi de- 
derim panem et farciraen, expensas omnibus, per dies xxviiij 
mansi in splagia (spiaggia, piaggia) ad instantiam sue illustris- 
sime dominationis, ex quo percepi damnum et capensas (1. ex- 
pensas) plus quam ducatos quinquaginta, ut sie ponamus ut 
sua illustrissima dominatto cognoscat ego ponere veritatem ; ascen- 
dunt ad summam ducatoi-um dueentoruni quinquaginta : 

valent ducatos 250. 

Item propter damimm zucharorum caudium et zucharorum 
duarum (d. i. zuchara di due cotte, also doppelt eingesottener 
Zucker) — michi fuit illatum propter suam dominationem — 
cantaria sex ; constat quoddam cantarium ducatos eentum, quod 
ascendit unum cantarium ad libras octiugentas ex nostris libris 
ad subtile, que constant dictae ex primo ducentos duodecim pro 
centenario et simul cum expensis plus quam ducati XVil, et 
faciunt reveudita Venetiis ducatos XI pro centenario, et passus 
sum in damno ducatos 5 pro centenario quod ascendens dictum 
damnum in ducatis trecentis valet: valent ducatos 300. 

(S. 346.) Item propter extorsiones et mangarias (erpresste 
Trinkgelder) habitas in Ruma (Ramlab) et Hierusalem faciunt 
plus quam ducati eentum et sexaginta et sua dominatio illustris- 
sima mihi promisit solvere omnia, que sunt in summa ultra alia 
damna et labores, quos passus sum, ducati ducenti vel circa, 
et tamen non pono nisi illud quod volo sua illustrissima domi- 
natio mihi det, quod sunt ducatos 160: valent ducat. 160. 

Que omnia ascendunt ad summam ducatorum octingentorum 
septuaginta quinque. 

Quas omnes pecunias petto et supplico vestre illustrissime 
dominationi, quod velit mihi dare tanquam servitori vestro fide- 
lissimo, que sumant in totum ducati octingenti septuaginta quin- 
que, et deprecor vestram illustrissimam dominationem hoc velit 
facere per indulgentiam et beuignitatem ac ingentem gratiam 
vestre illustrissime dominationis, ut saltim ex ducatis 875, quös 
expendi, quos liberalissime mihi promisit vestra illustrissima 
dominatio, ad minu» mihi det ducatos quingentos quinquaginta, 
ne habeam causam in posterum amplius molestandi eandem. 
Quod profecto si vestra dominatio de jure hoc non mihi deberet, 
in respectu quo semper eidem fuerim obsequentissimus, et in eo 



-.- 155 — 

quod in terra saacta semper in eo, quod potui, nunqum defuerim^ 
quod certe nunqam fuii ibi alius dominus, qui habere! alium 
prefectum triremis adeo sibi in omnibus obsequentem, et ideo 
me commendo vestre illustrissime dominationi) cujus iu omnibus 
sum.deditissimus/ Steinhausen, Denkmäler I, Nr. 239 hat einen 
Brief des Herzogs Wilhelm von Sachsen (21. October 1476) 
veröffentlicht, worin er seine Freude über die glückliche Ankunft 
Albrechts in Venedig ausdrückt. 

1476b. Martin Ketzel aus Augsburg scheidet zu Trient 
am 1. Mai vonr Pfalzgrafen Johann bei Rhein (S. 33), 
kommt am 7. Mai nach Venedig, wo er den Herzog Albrecht 
von Sachsen trifft, dem sich im Ganzen 140 Pilger anschhesseu 
(S. 52), während Ketzel mit den übrigen 70 absegelt, unter 
denen er Hans von Goldacker, Heinrich von Bila 
(S. 46), Graf Wilhelm von Henneberg und Marco 
Malipiero nennt (S. 48). Auf Candia wohnt K. bei einem 
Griechen Constantin Soreta, an den er von Venedig aus 
durch Lucas Postara Empfehlungsbriefe hatte (S. 38). Nach- 
dem Herzog Albrecht bereits am 8. Juli (Mergeuthal: 11. Juli) 
vor Jaffa angekommen, trifft Ketzel am 17. Juli daselbst ein 
(S. 45), bald darauf ein drittes Schiff von Venedig mit 26 Pilgern 
(S. 52). In Ramiah wohnt er bei Giacomo Consulta (S. 55). 
Am 27. Juli reiten die Pilger ab, am 30. Juli treffen sie in 
Jerusalem ein (S. 60). Am 1. (S. 80) und 4. August (S. 85) 
schlagen Herzog Albrecht und der Guardian viele (ersterer 
72, letzterer 31) zu Rittern des heiligen Grabes (S. 83). Ein 
mit dem Grafen Sigmund von Anhalt geplanter Besuch 
des Jordans unterbleibt (S. 85), aber K. besucht dafür Hebron, 
Nazareth, Damascus (S. 95 f.), Beirut (S. 96 f.), Cairo (S. 98 f.) 
und Alexandria (S. 99—100). 

Die Reisebeschreibung veröffentlichte im Auszuge Friedr. 
Rhenanus in Bothe und Vogler, Altes und Neues für GescL und 
Dichtkunst, Potsdam 1832, I, 28—103 (RB. Nr. 380). Die 
Originalhandschrift beschreibt Wilkeu im Katalog der Heidel- 
berger altdeutschen Manuskripte 349, Nr. 117, setzt die Reise 
al>er fälschlich mit Mone, Anzeiger 1835, 273 f. in's Jahr 1446; 
die daraus entlehnten Angaben und Varianten sind oben S. 143 
•—146 mit K. bezeichnet. Der oben S. 145 erwähnte Ludwig 
von Eyb hat auch einen Bericht über seine Pilgerfahrt hinter- 
lassen (Neustadt an der Aisch, Kirehenbibl. fol. 35r-91), der 
jedoch wenig Selbstständiges enthält (er erwähnt, . dass seine Be- 
gleiter sich von ihrem betrügerischen Patron lossagten und auf 
dem Schiffe des Grafen Wilhelm von Henneberg bessere 



— 156 — 

Unterkunft fanden) und meist nur Ketzel (den er aber nicht 
nennt) ausschreibt. Ludwig reist auch nach Rom und Santiago 
(Schepss in ZDPV. XIV, 22 — 28), worüber der genannte Codex 
(fol. 92 — 212) ausführliche Nachricht enthält. 

1477 wird Georg von Puchberg in Jerusalem Bitter 
des heiligen Grabes (Hundt, Stammbuch des bayr. Adels II, 258). 

1477 — 1478 macht Wilhelm Weber (Textor) aus Aachen, 
Professor der Theologie an der Universität Basel, eine Pilger- 
fahrt (von der er 10. März 1478 heimkehrt), deren Text hand- 
schriftlich in einer Handschrift in Wolfenbüttel erhalten ist (BB. 
Nr. 368; Falke, Die deutschen Sterbebüchlein, in der Vereins- 
schrift der Görres-Gesellschaft, Köln 1890, 35; Fromm, Beiträge 
zur Lebensgeschichte Wilh. Textoris in Zeitschrift des Aachen. 
Geschichtsvereins XIV, 1892, 243—263) und wird vom Herrn 
Stadtbibliothekar Dr. Fromm in Aachen, welcher die Einsicht 
in seine Copie gütigst gewährte, herausgegeben werden. 

1479 am 6. Mai bricht Johannes Tucher sen. (seit 
1472 mit Peter Mendels Tochter verheiratet; vgl. Will, Münz- 
belustigungen II, 174; III, 164; IV, 73ff.) mitSebald Bieter 
von Nürnberg auf; ihnen schliessen sich Dr. Otto Spiegel. 
Kanzler des Heraogs Albrecht von Sachsen (S. 362; Beisebuch 
36—37, 137 ; vgl. Stillft-ied.Haenle216) mit seinem Diener Peter 
Pyres, der Lesemeister vom S. Marienkloster in Nürnberg und 
ein „junger Gesell ** aus Breslau Valentin Scheurl (vgl. Will 
III, 107) an; sonst werden noch als Begleiter Eustachiu« 
Bieter (doch vgl. unten sub voce), S e b a 1 d Pfinzig undMartin 
Löffelholz (über ihn vgl. WiU H, 105—108) genannt (Ka- 
mann 12), während der Beisebericht selbst (S. 353*; Beise- 
buch 40) nur noch einen Herrn von Hörne s aus der Picardie 
als Begleiter erwähnt. Die Pilger erreichen nach dreizehn Tagen 
über Augsburg, Innsbruck, Bruneck am 18. Mai Venedig, von 
wo sie am 10. Juni absegeln (S. 348^—350; Beisebuch 40) 
und am 23. Juli Jaffa erreichen (S. 352; Beisebuch 52); hier 
stirbt und wird begraben Arnold, der Kaplan des mitreisenden 
Herzogs Balthasar von Mecklenburg (S. 352; Beise- 
buch 52; über desseti Pilgerfahrt ist zu vergleichen Voss, Die 
Pilgerreisen des Herzogs Balthasar von Mecklenburg in Jahrb. 
für Mecklenb. Gesch. LX, 136—142, wonach B. auch [S. 147] 
nach Santiago reiste; Steinhausen, Denkmäler I, Nr. 140, Note 2 
und Jaenig 3'5, Nr. 18). Am 6. August schlägt der Guardian 
Johannes von Preussen den Herzog zum Bitter des heiligen 
Grabes und dieser wieder acht andere Pilger (S. 358; Beise- 
buch 57 : 7). Tucher, Bieter und Spiegel ziehen über Gaza 



— 157 — 

nach dem Sinai (S. 362 f— 368, Reisebuch 85—94), wo sie am 
4. October eintreffen; von da gelangen sie am 17. October nach 
Cairo (S. 368 ; Reisebuch 94), verlassen diese Stadt wieder am 
4. November, um nach Alexandrien zu reisen (S. 368, 369; 
Reisebuch 120). Hier erleiden sie durch die Muselmänner viel* 
fache Unbill (S. 369*), werden sogar gefangen, aber glücklich 
wieder frei (S. 370^—371; Reisebuch 124—127). Am 9, Februar 
1480 segeln sie ab (S. 371; Reisebuch 132) und erreichen am 
17. März Venedig (S. 372; Reisebuch 136). 

Wir benutzten die Ausgabe der Reisebeschreibung im Reyss- 
buch 1584 (S. 349^—375; vgl. RB. Nr. 390, wozu jetzt uoch 
ein Codex aus Cheltenham Nr. 8368 saec. XV. aus N. Arcli. 
1897^ XXIII, 686 nachzutragen ist und ADE.), ferner die des 
Sebald Rieter bei Röhricht-Meisner: Das Reisebuch der Familie 
Rieter in d. Bibhothek d, literar. Vereins zu Stuttgart CLXVIII, 
Tübingen 1884, 36—149; vgl. RB. Nr. 389. Einen vielleicht 
von Rieter copirten Jerusalemplan gab Röhricht in ZDPV. XVIII, 
181, Taf. Nr. 7 heraus). Ueber Tuchers Reiseinstruction vgl. 
Cont^e, Im Schatten d. Vorzeit, Wien 1832, 43—52. Wir be- 
sitzen von Tucher folgenden aus Jerusalem datirten Brief (Lochner, 
Zeugnisse aus dem Mittelalter I, 243—244): 

„In nomine Jesu Christi anno 1479 den 8. augusto Suntag 
zu Jerusalem. Meinen freuntlichen grus zuvor. Wiss, liber 
. Vetter auton, das ich und der Rieter frisch und gesunt her 
gen Jerusalem den 2. ditto früe kumen sein, God hab lob, 
und richten uns zu hie auf die Reis gen Sant Katrein, sein 
unser 5 mit unsern knechten und wem 3 oder 4 parfQsser 
münch mit uns, doch ich hoff, es soll uns richtig zu sten, 
ob got will. So bitt ich dich, du lost dir mein weih und ge- 
sind befolheH sein und unsern handel, wenn ich ein besunder 
vertrauen zu dir hab, du thust an mir, als ich an euch gethau 
hab. So hab ich deines vatters seligen meines guten freunts 
und euer aller auch gedacht an den belügen stellen hie mit 
meinem siechten einfeltigeu klein gebet, wo das gott genem 
wer, und noch gedenken will, die weil ich leb, in allem guten. 
Der patron will noch heint oder morgen frfte mit den pilgern 
wider zu der galein zihen und wir haben dise Tag her wenig 
Rue gehabt, sein 3 nacht im tempel g^west und sust auch von 
hinnen gen pettlehem an vil enden do man riten und hin gen 
muss, dann so die Pillgram von hinen kumen, wollen wir uns ain 
weil wider ansten, ich mein das wir umb egidy von hinen un- 
sern weg zihn wern und, ob gott will, mit den galein von 
alexandria gen Venedig kumen. Damit spar uns god gesunt 



— 158 — 

(S. 244), amen. Geschrieben in Eilen, Grüss mir dein mutier 
und eur gesind als fleissig.** 

Hans Tucher Senior. 
Dem ersamen weisen Anthoni Tucher 

zu Nürnberg. 

Dass die heimkehrenden Pilger in Nürnberg durch einen 
festlichen Empfang geehrt wurden, bezeugt die Nürnberger 
Chronik (Chroniken deutscher Städte, Nürnberg V, 472). Nach 
von Waldati (Vermischte Schriften IV, 368), war Sebald mit 
Tucher 1479 auch in Rom und erhielt reiche Ablassprivilegien 
(vgl. Das Reisebuch der Familie Rieter 2, Note 3). Nach von 
Hormayr, Taschenbuijh 1840, 284 (vgl. RB. Nr. 391) reiste 
1479 auch Wen gk aus Nürnberg nach dem heiligen Lande; 
über die gleichzeitige Reise von Jacob Kreynck und Deryk 
Vogel vgl. RB. Nr. 388; ZDPV. XVI, 276 und XIX, 102, Note. 

1480 am 14. März stirbt Johann Meissner aus Breslau, 
nachdem er von einer Pilgerreise aus dem heiligen Lande glück- 
lich heimgekehrt war (Cod. diplom. Siles. XI, 110^). 

1480 kehrt ein Minor it mit vielen Reliquien nach Schaff- 
hausen aus Palästina heim (Bernhard Meyer, Reform, lobl. Statt 
Schaffhausen, 1656, 43; Stückelberg 106). 

C. 1480. Joachim von Wuthenow auf Seegeletz lässt 
zum Dank für seine glückliche Heimkehr aus dem heiligen 
Lande von dem Bechlinschen Hause in Neu-Ruppin bis zum 
Rathhause die Via dolorosa durch Stationen nachbilden (Riedel, 
Cod. Brand. A. IV, 266). In dieselbe Zeit gehört auch die Jeru- 
salemfahrt Christophs von Polintzki, Sohnes des Land- 
vogts Jacob von Polintzki, welcher nach seiner Heimkehr eine 
Kapelle des heiligen Grabes in gleicher Entfernung von Schievel- 
bein in Pommern erbaute, wie die des Calvarienberges von Je- 
rusalem (Reinhold, Chronik der Städte Beigard, Polzin und Schie- 
velbein 1862, 62), 

1480—1481 pilgert Christian von Kam er mit dem 
Sohne des Wolf gang von Münchdorf (Hundt, Stammbuch 
d. bayr. Adels I, 244). 

1481 kommen vierzehn Pilger, unter ihnen Brandolf 
Maurer aus Winterthur, von ihrer Jerusalemfahrt heim, wo sie 
unterwegs durch feindliche Piraten („indem die Feind mit Hand- 
rohren etliche Löcher in ihr Schiff geschossen**) überfallen, aber 
glücklich gerettet worden waren ; nachdem sie „gegen Böhmen" 
(offenbar ist Apulien gemeint) gelandet, bringen sie zu Thann 
in der S. Theobaldskirche ihr versprochenes Opfer von 50 Pfand 



— 159 — 

Wachs dar (Tsehamser, Annalen . . , . der Barfftsser zu Thanu, 
Colmar 1864, I, 654). 

1482a. Am 25. Mai kommt nach Venedig Markgraf 
Friedrich der ältere von Brandenburg (über ihn vgl 
Stillfried-Haenle 128 — 129; über seine glückliche Rückkehr nach 
Venedig die Briefe bei Steinhausen, Denkmäler I, Nr. 370—372), 
um sich nach dem heiligen Lande einzuschiffen (S. 61). In seiner 
Begleitung werden (meist Ritter des Schwanenordens) genannt: 
Graf Georg von Helfenstein. Apel von Seckendorf. 
Wilhelm Adelmaun, Lienhard Marschall von Pappen- 
heim, Johannes von Westerstatt, Johannes Fuchs 
(S. 62), Vittus von Walrodt, Hieronymus von Rosen- 
berg, Georg von Zebitz (S. 63), Hartmann Marschack 
(sie), Sixtus von Seckendorf, Paul von Asperg, Jo- 
hannes Schick von Seckendorf, Johannes von Dal- 
heim (S, 64), Dr. med. Kaspar Walfelser, Stephan 
Zobel, Erckinger von Rechenberg, Eberhard von 
Streitberg (S. 65), Johannes de „Rysthberg", ferner 
vom Adel des Pfalzgrafen vom Rhein: Ludwig von Bayern, 
Sohn Friedrichs des Siegreichen von der Pfalz, Johannes von 
Sickingen, Friedrich von Dalberg, Wolfgang von 
Parsberg, Johannes de Drat (also wohl Trotha?), Jo- 
hannes von Helmstatt, Ludwig von Hütten, Georg 
von Velberg, aus Bayern und Schwaben: Konrad von 
Künsberg, Johannes (S. 67) Aufsesser, Erasmus 
Subersdorffer, Jodocus von Luchen, Johannes Sack, 
N.Haslinger, Heinrich Stieber, Christoph von Vels- 
berg, aus Oesterreich: Ulrich von Wissberg (S. 68; merk- 
würdig ist, dass der Bericht Veit von Lentersheim nicht 
nennt, den der Markgraf mit dem Pfarrer von Crailsheim 
und 10 anderen Herren nach Santiago — wohl in Folge eines 
Gelübdes — später schickte; vgl. S. 66). Der Verfasser der 
Beschreibung P.Walter von Guglingen, Vice-Guardian des 
Minoritenklosters in Heidelberg, war von da, nachdem er mit 
Mühe die Genehmigung zum Antritt seiner Reise erhalten hatte 
(S. 4 — 5) am 28. August 1481 aufgebrochen mit seinem Ordens- 
bruder Johannes Wild, der unterwegs erkrankte, und er- 
reicht (S, 16—17) über den S. Gotthardt glücklich Venedig, wo 
er (S, 41) wie später in Jerusalem mit den Gesandten des 
Königs von Abessynien zusammentrifft; er giebt als Gesammt- 
zahl der Pilger 200 an (S. 69). Sie fahren am 11, Juni von 
Venedig ab, erreichen am 23. Juli Jerusalem und machen einen 
Abstecher nach dem Jordan, um darin zu baden; hier ertrinkt 



— 160 — 

jedoch Johannes von Illingen, Knappe des Ludwig von Bayern 
in Scharfeneck trotz der Reltungsbemühung des Johannes 
Kropff aus Weybstadt (S. 120; vgl. Steinhausen I, Nr. 370) 
und wird im benachbarten S. Johanneskloster begraben. Nach 
der Abfahrt der Pilger am 4. August kommt Sigmund von 
PoUheim aus Cairo, der nach Venedig zurückreisen will (S. 122, 
125). Walter erhält Bittbriefe vom Guardian, die er mit Bruder 
Thomas von Krakau an die (inzwischen 27. März 1482) ver- 
storbene) Tochter Karls des Kühnen und Gemahlin Maxiniilians L 
Maria überbringen soll (S. 171 — 175; vgl. Einleit. XIIL), aber 
da bald darauf Bernhard von Breitenbach landet, bleibt 
er und folgt ihm und seineu Begleitern nach dem Sinai (S. 175 
— 178). Die Zwischenzeit bis zu ihrer Ankunft hatte er, nach 
Rückfahrt des Markgrafen und des Johannes Wild (S. 124 
— 125) zu fieissigem Arbeiten und öfterem Besuch der heiligen 
Stätten benutzt. So beschreibt er (S. 137 — 138) genauer die 
Palmsonntag-Procession (23. März 1483), assistirt (27. März 1483) 
der Fusswaschung, die der Guardian an den Brüdern und Pilgern 
vollzieht (S. 139), besucht in der darauf folgenden Nacht die 
heil. Grabeskirche mit Pilgern aus Flandern (S. 141): Kaplan 
Jan van Conincstant, Joris van Ghistelle, Jan van 
Kaernevvijc, Joris Palinc, einem Diener und Jost van 
Ghistelle, wohnt dem „Feuerwunder" bei (S. 143 — 145) als 
einer der wenigen Zeugen späterer Zeit (über die zwischen dem 
Bericht Jost van Ghistelles und Walters bestehenden chrono- 
logischen Differenzen, die zu Gunsten des Letzteren entschieden 
werden müssen, vgl. Sollwecks Bemerkungen zu S. 149 — 164). 
Einen Plan der an die Aksamoschee stossenden Capelle siehe 
S. 166, der Moschee in Hebron S. 161, von Cairo S. 228—229. 
Mit der Landung Walters in Rom (S. 264) schliesst sein Be- 
richt; dass er sieh seines Auftrages an Maximilian I. im Inter- 
esse des Guardians erledigt haben wird, ist anzunehmen. 

JDie Beschreibung der Reise, von der man nur bisher 
wusste, dass Markgraf Friedrich mit zweien seiner Begleiter 
Apel von Seckendorf und Eberhard von Streitberg 
beim Spiel sich überwarf, und nur als dritten Begleiter Ulrich 
von Weiszpriach (oben Wissberg), Herr von Kobelsdorf 
kannte (Geisheim 31 — 33; vgl. Lang, Gesch. von Bayreuth I, 
36-38; Stillfried -Haenle 171), ist von SoUweck, in Bibl. d. 
Litt. Vereins in Stuttgart 1892, Nr. 102 mit guten Anmerkungen 
veröffentlicht worden; vgl. RB. Nr. 397. 

1482 b am 6. Mai verlassen Nikolaus, ein Cauonicus, 
und Johannes, ein Bürger, Nürnberg, kommen in dreizehn 



^ 161 -^ 

Tagen nach Venedig und erreichen glQcklich Jerusalem, worauf sie 
auch die heiligen Stätten um den See Genezareth, in Antiochien 
und Damascus besuchen. 

Dieser Bericht erschien Novo -Pilzen bei Nicolaus Baxalar 
1497 gedruckt; ich kenne ihn nur aus dem kurzen Auszüge, den 
Herr Graf Riant durch Herrn P. Martinov Soc. Jesu erhielt und 
mir gütigst überliess; vgl. RB. Nr. 399. 

1483 a. Felix Fabri (vgl. Will, Münzbelustigungeu III, 
235), Lesemeister des Dominikanerklosters zu Ulm (f 1502; er 
war ein eifriger Vertheidiger des Ablasswesens nach Seckendorf, 
Historia Lutheranismi I B, additam. 25—27; sonst vgl. Potthast 
Bibl. med. aevi s. voce und RB. Nr. 395; ZDPV. XVI, 276), 
tritt am 9. April 1480 (über die poUtischen Zustände Palästinas 
zu dieser Zeit vgl. Schefer, Le voyage de Jerusalem III— XL) 
mit Georg von Stein (späterem Landeshauptmann der Lausitz 
nach Kothe 507) als dessen Kaplan seine erste Pilgerfahrt an 
(Evag. I, 28 — 30, 58 f.), bleibt aber, da Georg von Stein nur 
die Ritterwürde des heiligen Grabes erlangen wollte, bloss neun 
Tage in Jerusalem (Evag. I, 41), wo er übrigens auch die Bischöfe 
von Genf und Le Maus trifft (I, 31; vgl. Revue du Maine 1879, 
VI, 337—340); von Rhodus fährt er mit einem aus türkischer 
Gefangenschaft frei gekommenen Edelmann aus Oester- 
reich nach Venedig (I, 47), wo er krank wird, bis er, wieder 
genesen, durch Tirol am 16. November 1480 seine Heimath er- 
reicht (I, 70 ff.). Der Bericht von dieser ersten Reise ist auch 
metrisch von Job. DilUnger bearbeitet und von Birlinger, München 
1864) herausgegeben worden, in welchem als Reisebegleiter 
Georgs von Stein auch Adrian von Bubenberg und 
dessen Kaplan Benedikt genannt werden S. 27 (vgl. unten 
PV. 1520); in Rhodus trifft Georg seinen Vetter, den Johanniter 
Friedrich von Stein (S. 27). 

Da diese schnelle Fahrt unsern Felix unbefriedigt gelassen 
hatte, so unternimmt er 1488 eine zweite und zwar als Kaplan 
des Truchsess Johann von Waldburg (Evagat I, 63; Walter 
Guglinger 179; M. v. Pappenhemi, Chronik der Truchsessen 
V.W. 1777, 163—168), dem sich noch Johann Werner von 
Zimmern, Freiherr Heinrich von Stoffeln, Bero von 
Hohenrechberg mit ihren vier Dienern Balthasar,Büchler, 
Artus (Barbier; vgl. oben S. 26 U.81), Johann Scbmidthanns, 
Harnischknecht, Konrad Beck aus Memmingen, Peter aus 
Waldsee, Koch, Ulrich Kramer aus Ravensburg, früher 
Matrose, jetzt Dolmetscher, Schulmeister Johannes aus Beben- 
hausen, zusammen 12 Köpfe, anscliliessen (Evagat I, 63, 69, 

Röhricht, Pilgerreisen. 1 l 



— 162 — 

82^; Barack» Zimmersche Chronik I, 472 — 474); Werli von Zim- 
liem 126* erwähnt noch Jerotheus von Ratzenhausen 
(Ratbsamhausen ?), der krank auf Rhodus zurückbleibt (andere 
Namen bei Birlinger, Aus Schwaben 7 f.), und Fabri I, 171 f. 
einen gewissen Rudolf aus Zürich. Walter, der durch einige 
dieser Heixen (S. 175 — 176) Briefe aus der Heimath übermittelt 
erhielt, nennt noch als Reisende: Johannes Mittelhause r, 
Official des Strassburger Münsters, und (S. 179 — 180) statt 
Breitenstein: N. Freiherrn von Eppstein, Johannes von 
Triberg, der 13. August 1483 auf der Heimfahrt stirbt, den 
Marsehall des Herzogs Georg von Bayern Georg Marx von 
Stolzenhain, Jacob Beger, Johannes Spenner und 
Kaspar Mittelhauscr und giebt die Gesammtzahl aller deut- 
schen Pilger auf c. 150 Köpfe an, die zusammen neun Tage in 
Jerusalem bleibeiL Sie segeln am 1. Juni von Venedig ab und 
betreten am 5. Juli die Küste des heiligen Landes. Am 17. Juli 
(Breitenbach 62*: am 16. Juli) wird durch Johann von Preussen 
der Graf Johann von Solms, (der dritte Sohn des 1477 
verstorbenen Grafen von Solms-Liech), von diesem Werner von 
Zimmern (Zimmersche Chronik I, 557; IV, 17, 86), von ihm 
Heinrich von Stoffeln u. s. w. zu Rittern geschlagen, dann 
Johann Truchsess, Bero von Hohenrechberg, Maxi- 
min von Rappolstein (Werli Zimbern 147: Scharsmann 
von Rappenstein, über dessen Jerusalemfahrt auch zu ver- 
gleichen ist Rappolsteiner ÜB. V, 333—337, Nr. 690), Ferdi- 
nand von Mernau, zwei Edelleute von Breitenstein, 
Burckhardt von Nussdorf, Georg von Gemenberg 
(Gumppenberg), Kaspar Schnelin (Zimbern 127 : Kaspar 
Senlein, Ritter, Johann, ein Kaufmann, Fleug und Rudolf 
aus Zürich); dann aus Franken: Heinrich von Schauen- 
bürg (Zimbern 127: Schönbei-g, offenbar derselbe, der 1493 
den Kurfürsten Friedrich zum Ritter schlug; vgl. unten 174), 
Sigmund von Mosbach (Zimbern 147S 148*: von Mers- 
pach), Philipp von Bicken (Walter 180), ein Herr von 
Brandenstein aus dem Elsass, Kaspar von Bulach, 
Peter Velsch aus Strassburg und Georg Mart (Zimbern 
147*: Marx, Fabri H, 4; Zimmersche Chronik I, 478; ibid. 201 
[daraus Birlinger, Aus Schwaben I, 272] findet sich auch die 
Erzählung, W. von Zimmern habe von dem Emir zu Jerusalem 
einen steinernen Daumring erhalten, der noch lange in Herren- 
Zimmern gezeigt worden sei). Dann machen sich: 1. Graf 
Johannes von Solms (Walter Guglinger, den Breiten- 
bachr zum Auschluss [S. 175 — 176) bestimmt hatte, nennt auch 



— 163 -- 

noch [S. 187] Peter Velsch aus Strassburg und „comes 
Vernandus de Nuwenburg et de Merneym^ [Walter 178: 
„Benierheyn," ob = Mernau?"]), Bernhard von Breiten- 
bach, Philipp von Bicken, Erhard (Zimbern 147»: 
Eckardt), Harnischknecht, Johano Hentgi (Zimbern 147*: 
Henke), Koch, Johann Kuuss (Zimbern 147*: Cunz), Dol- 
metscher, 2. Maximin von Rappoltstein (Walter 186 
und 238: ^Smasmann^, auch bei Breitenbach 100 und Fabri n, 
148: Schmasmus resp. Schasmas d. i. Max genannt ^de Räppel- 
stein"), Ferdinand von Mernau, Kaspar Zorn von Bu- 
lach, Georg Marx, Nicolaus Major Inkrut (bei Walter 
238 Nicolaus Mallerugart genannt), Konrad Artus, 
Pater Guglinger, Minorit Thomas von Krakau (nach Walter 
207), 3. Heinrich von Schauenburg, „Caspar de Siculi*^ 
(Zimbern 146*: Siemli, bei Walter 187: „Caspar de Ba- 
varia" genannt), Sigmund von Mosbach, Kaspar Velsch* 
Johann Lazinus, Kaplan des Königs von Ungarn, mit dem 
Walter Guglinger sich sehr befreundete, aus Siebenbürgen, und 
F. Fabri auf den Weg nach dem Sinai am 24. August (vgl. Eva- 
gator. n, 102 f., 330—461). In Gaza wird B. von Breiten- 
bach krank und will umkehren (II, 373), kann aber bei der 
Caravane bleiben (unterwegs treffen sie die Sinaipilger und Mi- 
noriten Jacob von Slavonien und Jacob von Sebenico; 
vgl. Walter 214), die am 23. September am Sinai ankommt 
(II, 473) und am 28. September (II, 510) nach Kairo wieder 
aufbricht, von wo die Pilger am 20. October nach Alexandrien 
abziehen (III, 108). Hier stirbt am 31. October der Graf Johann 
von Solms und wird in der S. Michaeliskirche begraben (HI, 
162, 199, 201; Walter 244—246). Am 5. November segeln 
die Pilger auf der Galeere des Marco de Lauredano (Walter 249) 
ab (HI, 213); am 8. Januar 1484 landet Fabri in Venedig (IH, 
387; Breitenbach 114*), wo er von Stoffel Schleicher aus 
Ulm Briefe erhält (Zimbern 186*). Mit einem Ulmer Kaufmann 
Johann Müller bricht er auf am 17. Januar (HI, 437) und 
kommt am 29. Januar glücklich in die Heimath (HI, 464). 

Seine Reisebeschreibung, wohl die wichtigste von allen 
des späteren Mittelalters, erschien in Reyssbuch 1584, 122 — 
188 und 1609, I, 227—349 deutsch, lateinisch (von Hassler in 
der Bibliothek des Litterar. Vereins), Stuttgart 1843—1849 in 
3 Bänden; sie ward auch kurz ausgezogen von Dr. Furrer im 
Neujahrsblatt zu Gunsten des Waisenhauses in Zürich 1899 (L.) 
und in Ruckgaber, Geschichte der Grafen von Zimmern, Rott- 
weil 1840, 107 — 109, wo wir als Grund för die Pilgerfahrt 

ir 



— 164 — 

W^roers von Z. erfahren, dass er in einer Zornesaufwallung 
ßieh hatte hinreissen lassen, gegen seinen eigenen Vater das 
Schwert zu ziehen. Eine Sage Ober diesen Werner, wonach er 
wie ein Freiherr von Thüngen und ein Graf von Kirch- 
jFerg auf ihrer Pilgerreise sich mit „Meerfrauen^ verehelicht 
hfttte, vgl. in der Zimroerscben Chronik I, 26 ff. ; Birlinger, Aus 
Schwaben 7 f. 

1483b. Bernhard von Breitenbach, Domdechant von 
Mainz (Evagat. I, 347, 353), reist mit dem Grafen Johannes 
von Solms (Evagat J, 189) und Philipp von Bicken ab; 
sie treffen Mitte Mai in Venedig als Reisegefährten: Max von 
Rappolstein, Ferdinand von Meruau, Kaspar von 
Bulach, Georg Marx und Nikolaus Mayor Inkrut 
(Breitenbach 50 a; Walter 176, 178; Zimmersche Chronik I, 475), 
und schliessen sieh wieder der Reisegesellschaft des Felix Fabri 
an* In der „Reiselnstruction** von B. bei RM. (120— 145) wird 
S, 137 Philipp von Hohenstein als in Paphos verstorben 
und begraben erwähnt. 

Die Reisebeschi'eibung ruht auf den durch Walter Guglinger 
gemachten Aufzeichungen (Walter 303 — 304, Note) und ist, wäh- 
rend die werthvoUen Holzschnitte von dem ütrechter mitreisen* 
den Maler Erhard Rewich herrühren, von dem Heidelberger 
SchuU-ector Marün Roth (Fabri I, 347, 353; Walter 175: vgL 
ADB.) redigirt, der auch viele gelehrte Materialien (besonders 
aus dem Burchardus de Monte Sion und Bartholomaeus Glan- 
ville) hineinarbeitete; wir benutzten die Ausgabe im Reyssbuch 
1584 50—122 (reiche bibliographische Nachweise siehe in RB. 
Nr. 402). Vgl. auch Röhricht in ZDPV. XXI, 109—110. 

Mit unserer Reisebeschreibung steht in einer noch nicht 
genügend aufgeklärten Beziehung der berühmte „Hortus sani- 
tatis", ein Werk, welches gewöhnlich dem Frankfurter Dr. med. 
Johannes (Dronnecke oder Wonnecke) de Cuba (aus Caub) zu- 
geschrieben wird und in alphabetischer Reihenfolge alle me- 
dicinischen Pflanzen Italiens, Slavoniens, Griechenlands, Cyperns, 
Palästinas und Aegyptens (mit lateinischen, griechischen und 
arabischen Namen) abbildet und behandelt. Da in einzelnen 
Ausgaben die Vorrede besagt (in anderen giebt der Verfasser 
als Grund seiner Reise die Absicht, Ablass zu verdienen an)^ 
dass ein „vornehmer Herr mit einem Maler" die nun folgenden 
Materialien im Orient sorgfältig gesammelt habe zum Nutzen 
der medicinischen Wissenschaft, so ist auf Bernhard von Breiten- 
bach und Erhard Rewich gerathen worden, aber eine Vergleich- 
ung der Holzschnitte in dessen Reisebeschreibung und im „Hortus 



— 165 — 

saiiitatis^ beweist sofort die Verschiedenheit der Könstlerhand/ 
ausserdem erschien die Reisebeschreibung zue]*st 11. Febiniar 
i486, der Hortus schon 28. März 1485. Die Berufung der Vor- 
rede kann insofern berechtigt sein, als einige Nachrichten der 
Begleiter Brertenbachs benutzt worden sind, wird aber wohl 
eher als Buchhändlerspeculation angesehen werden müssen, um 
der Ausgabe ein grösseres Ansehen zu geben. Höchst wahr- 
scheinlich ist der Mainz 1484 zuerst erschienene „Herbarius**, 
der ebenfalls die medicinischen Pflanzen alphabetisch ordnet, 
verschieden von dem „Hortus sanitatis^ (obgleich letzterer in 
einzelnen Ausgaben jenen Titel führt), doch bedarf die Sache 
noch einer eingehenderen Behandlung (ADB. s. v. Job. de Cuba; 
Sprengel, Gesch. d. Medicin III, 657—658; Choulanl, Die An- 
fänge der wissenschaftlichen Naturgesch., Dresden 1856^ 41 — 42^ 
45—46; vgl. 9—18). 

1483 e. Georg von Gumppenberg und Sebastian von 
Seyboltsdorf (Hundt, Stammbuch d. bayr. Adels II, 297, wo- 
nach letzterer ebenfalls eine Reisebeschreibung hinterlassen haben 
soll) stossen mit vielen Edelleuten aus Bayern in Venedig zur 
Reisegesellschaft des Felix Fabri, kommen am 1. Juli nach Jaffa, 
am 12. Juli nach Jerusalem, kehren aber nach empfangenem 
Ritterschlage (18. Jnli) sofort über Jaffa nach Venedig zurück, 
wo sie am 15. October landen. Von Reisegefährten nennt der 
bei RM. 115—119 veröffenÜichte Text (vgl. RB. Nr. 403): 
Zimmern, Ulrich von Breitenstein (Hundt II, 559), 
Truchsess (voii Waldburg), Haimarus von Nöthafft 
(Hundt II, 189; Walter 176; vgl. Pilgerverzeichniss S. 104), 
(Bär von) Rechberg, Freyberg, (Heinrich von) Schaum- 
berg, Mathes Wigules und Lukas von Aheim, zwei 
Brüder, Egloffstein, Hans von Haslang (Hundt II, 124), 
Brandenstein, Rosse], Schenk Burchard von Nuss- 
dorf, Mosbach, Gilg von Münchau, Niederer (Hundt II, 
297: Michael Niederer von Part), Helrit, Puchler, 
Sunler, Zeller. Das Wappen eines Bernhard von Sey- 
boHsd-orf sah iff Rhodus 1517 B. Ton Hirschfeld (102) und 
auf Candia Albrecht (192): vgl. Hundt II, 294 f. 

K83 d. „Am 7. April 1483 ist Cunrad Beck zu Mengen 
üsgeritten gen Jerusalem — 15. October ist er wieder heimgie- 
kommen.*" So besagt die Familienchronik, welche H. J. Zeibig 
im Archive für österr. Geschichtsq. VÜI, 210 herausgegeben 
hat (vgl. Blatter des Vereins für Landeskunde von Niederöster- 
reich IX, 131). Dieser Cunrad Beck t zu Mengen 1512. DaSs 
unser Beck im Jahre 1436 (wie Hormayr will), oder 1440 (so 



-- 166 — 

V. Wisgrill) irn heiligen Lande gewesen sei, ist deshalb uniadg- 
lich, weil Conrad Beck erst 1437 auf die Welt kam (ZDPV. 
1881, 235); oben S. 112 u. 161 wird ein anderer C. B. erwähnt. 

1484 a am 27. April bricht Graf Ludwig von Hanau- 
Lichtenberg, Sohn des Grafen Philipp von Hanau, auf, trifft 
in Steinach mit dem Junker von Nassau zusammen (Arnoldij 
Gesch. d. Nassau-Oran. Länder III, 29 und 73 nemit den Grafen 
Johann V von Nassau als Pilger, der nach neunmonatlicher 
Abwesenheit 1485 heinikehrte und sofort das Minoritenkloster 
Siegen gründete), kommt in Jaffa 18. Juli und in Venedig 
30. November glücklich an und stirbt am 30. December des- 
selben Jahres auf der Rückreise zu Trient. 

Eine Zusammenstellung seiner Ausgaben für Fährlohn, Trink- 
gelder, Spiel Verlust mid Waarenkäufe ist aus einem Codex des 
Darmstädter Archivs von Märcker im Anzeiger des german. 
Museums 1862, 79 — 82 ganz kurz veröffentlicht worden (RB. 
Nr. 407), ausführlicher von Röhricht mit vielen Briefschaften in 
der Zeitschi- für hess. Geschichte 1891, XVI, 110—142 (ebenda 
S. 132 — 135 die Rechnungen über sein Begräbuiss). Die für 
ihn von Bernhard von Breitenbach niedergeschriebene ,^Reise- 
instruction'* siehe vollständig bei RM. 120 — 145. 

1484 b den 10. Juni segelt Philipp der jüngere von 
Hanau-Münzenberg mit dem vorgenannten Pilger von Venedig 
ab und landet am 18. Juli in Jaffa; am 10. August verlässt er 
wieder Jerusalem und landet am 30. November in Venedig. 

Der Bericht, welcher aber weder die Hin- noch Rückreise 
nach und von Venedig erzählt, ward zuerst veröffentlicht im 
Hanauer Magazin 1780, III, Stück 7 und 8, dann von Röhricht 
in Zeitschr. für hess. Geschichte 1891, XVI, 90— HO; vgl. RB. 
Nr. 408. 

1484 c geschieht in einer Urkunde zum erstenmal Erwäh- 
nung der Kapelle S. Mariae, des heiligen Kreuzes, S. V«it mid 
Sebastian, welche von dem Bürger Müller in Berlin nach einer 
glücklich vollbrachten Wallfahrt in das heihge Land erbaut 
wurde (die in allerneuester Zeit umgebaute Jerusalemer Kirche 
in Berlin; vgl. Beschreibung der königl. Residenzstadt Berlin 
und Potsdam, 1786, I, 185) und bis zum Jahre 1728 in der 
ursprünglichen Gestalt bestanden hat; sie soll vom damaligen 
S tadttiiore an der Gertraudten - Brücke ebenso weit gelegen ge- 
wesen sein wie das Haus des Pilatus vom Golgatha. Fünf 
Bischöfe hatten der Kapelle, in welcher sich eine Nachbildung 
des heiligen Grabes sowie die Statuen der genannten Heiligen 
befanden, die Berechtigung der Ablassertheilung verliehen. 



— 167 — 

1486 a am 22. April verlässt der durch sein Wappenbuch 
berühmt gewordene Ritter Koorad Grünemberg aus Con- 
stanz seine Vaterstadt mit Kaspar Gaisperg und gelangt 
über Trient, Feltre, Treviso, Mestre, Marghero nach Venedig, 
von wo er am 30. Mai absegelt. Er nennt von Mitreisenden: 
Herzog Johann von Bayern (der nach Leonh. Pauholz, 
Addit. Andr. Presbyt. Chron. ducuni Bavariae 68 u. Chronik von 
Augsburg III, 272 am 4. Octob. 1486 stirbt; vgl. unten 168), 
Graf Wilhelm von Werdenberg, Diepold von Has- 
berg (der in Ramiah stirbt), Ludwig von Rechberg (vgl. 
Wormser200),AmbrosiusGugelberg, Georg von Rotten- 
don (Rotterdam?), Johann von Milsau, Erbmarschall von 
Stettui, Johann Seiden aus Würgen, Dr. Johann Fries, 
Dr. Johann von Leyden, Guido von Bloss (der unterwegs 
stirbt), Michael aus Leigen, Jost Etter aus Zug (Jost Letter 
nach Kurz von Weissenbach, Beiträge zur Gesch. d. Aargaus I, 
283—285; L.), Johann Pranborken aus Pommern (der in 
Ramiah stirbt),. Heinrich von Bless, femer die Herrn von 
Chateaubriand („Kastelbrigant , her zum Löwen**) mit fünf 
Personen, Alan von Halloville („Hallowiler"), Guido von 
Poussy (oder Pousserau bei Mercy; „her ze Murse**), Guido 
von „Durentess" , Franz von Dormoino", Peter de 
„ W i b r e m e n, her zuMillobrig" (Milleburghe im Dep. Nord ?), 
Jann „Lamadro" od. „Leomadro, her zu Salet" (Salette, 
D6p. Loire?), Andreas aus Ungarn: „des Königs Kfimerling.** 
Grünemberg trifft in Modon den Deutschordensritter Johann 
von Russen, auf Cypeni 100 deutsche Soldaten unter Führung 
eines Hauptmanns Konrad Bader; er besucht mit dem Grafen 
Sigmund I. von Lüpfen (vgl. Schriften des Vereins für 
Gesch. d. Baar I, 75 ff.), Dietz Truchsess von Wetzhausen, 
Gottschalk von Sternberg, Kunz von Helmstädt^ 
Bolaig von Rischach, Friedrich Halub von Stockau 
Famagusta und Costus, wo jeder der Reisende als am Geburts- 
ort der heil. Cathai'ina ein halbes Rad anzeichnet. Während der 
sechszehntägigen Rast vor Jaffa treffen auch diese Pilger, die 
mit dem Patron Lando von Venedig abgefahren waren, mit dem 
Grafen Heinrich VII von Fürstenberg (vgl. Albrecht 192"; 
Riezler^ Fürstenb. ÜB. IV, 273—274, Nr. 289), Lamprecht 
von Seckendorf, Marschall Christoph von Ostheim, 
Moritz von Schaunburg, Sixt Trausun von Brechen- 
stein, Jann Lobprak und Sigmund List ein. Am 
14. August erreichen sie Jerusalem, wo die meisten Pilger den 
Ritterschlag erhalten^ um dann Jericho und den Jordan zu be« 



— 168 — 

suchen. Schon am 27. August verlassen sie Jerusalem wieder, 
am 30. August fahren sie von Jaffa ab und treffen am 16. No- 
vember wieder in Venedig ein. 

Der Bericht ist auszugsweise mitgetheilt bei RM. 146 — 161 
(über die Person des Reisenden vgl. ebenda 146—147; ADD., 
sonst auch RB. Nr. 417) und wird ergänzt durch den eines 
mitreisenden Pilgers Lengherand von Mons (Menilglaise, Voyage 
de G. Lengherrand, Mons 1861; vgl. RB. Nr. 414) der (S. 143) 
als Sinaipilger 17 im Ganzen, darunter 8 Deutsche nennt; er 
berichtet: „Si come Jehan, duc en Baviere, son serviteur 
nomme Hanes, Guillaume, conte de Vernenburch (S. 257 
im Codex von Valencienues: Werdenberg) etSanascase (Sargans), 
Loys de Rechbergh dela conte de Hoghenrechberch, seigneur 
de Sohramberch (Schramberg) et ung serviteur nomm^ Baltazar 
et leur cuisinier nomme Pietre Edeliu, ßerard, marechal 
du pays du Duc de Stettein, et son conipagnon noume Brou- 
d e h a n s, Messire Ghuyst Boussart, Chevalier, seigneur de 
Mursay, Guillaume Cambedit de la Rocque, son serviteur, 
messire Guy de Tourette, prestre escolatre de Xainctes, cha- 
noine de la sainte chappelle de Paris et prieur de S. George 
de Saiutonge en Ghienne, Franchois de Tournemine, sei- 
gneur de la Gherche, escuier d'escuyrie du duc de Bretaigne, 
messire Nicolas de S. Genois. Chevalier, seigneur de C16rieu, 
de la ville de Tournay, Arnoul deS. Genois, son fixere, de- 
morant en la ville d'Ath en Haynau, Dieyric van Beest 
Dierycxsone de la ville de Delft en Hollande, Claes Ja- 
cobzzone de la ville de Harlem." Die Pilger bleiben vom 
15. September bis 2. October in Gaza (S. 148) „mais avant le 
partement de ce lieu pour les grans challeurs qu' il faisoit jour- 
nellement, aucuns pellerins furent sy oppressez de maladie, 
que forche leur fust eulx agister et tellement que par leurs 
freres et compaignous furent forchiez de eulx retourner en 
l'eglise du Mont de Sion les Jherusalem, ou oultrement il y fus- 
sent morts. Assavoir Jehan, duc en Baviere, lequel com- 
bien qu' il fust bien pense au dit Mont Syon et sy avoit son 
serviteur les luy y termina vie par mort.*^ Den Tod des Herzogs 
erwähnt auch der Berichterstatter in einem Codex von Reimes 
<(Maillet, Description, notices et extraits des manuscrits de ]a 
bibl. publ. de Rennes, Rennes 1837 172 — 174 und Morin in 
Revue des societes savantes II Serie, IV, 1860, 235—246) so- 
wie die deutschen Herren „le comte Vert-d'Aubert (Werden- 
berg) et Thibaut Habespert** (Hasberg), ausserdem aber 
noch: „Jean de Acquilla maitre des Quinze-Vingts de Paris", 



— 169 — 

einen Abt aus St M^en, einen Herrn de la Guerche, zwei 
BrQder von S. Genois, Reue von Cbäteaubriand, seigneur du 
Lyon d' Angers, Allain de ViUiers, seigneur de la Frete" (^ces 
quatre derniers furent faits Chevaliers dans Teglise du S. Se- 
pulcre par des Chevaliers allemands portant 1' habit de S. Fran- 
qois.**) 

1486 b soll der Ritter Nikolaus von Popplau aus 
Schlesien, nachdem er England, Spanien und Frankreich durch- 
reist hatte, auch nach der Levante gegangen (S. 28 f.) und auf 
der Heimkehr zu Alexandrien gestorben sein, aber wie mir Herr 
Prof. Dr. Xaver Liske in Lemberg (f) gütigst nachwies, ist er nicht 
im Orient gewesen, sondern in Russland und dann 1490 in 
Deutschland gestorben (Fiedler in den Sitzungsberichten der 
Wiener Akademie, philos. histor. Classe, XXÜ, 187—220, 374). 

Seine Reisebeschreibung erschien bei Oelsner und Reiche, 
Schlesien ehedem und jetzt, Breslau 1805, I, 27—45, 91—109, 
184-200, 264—280, 357—372, 446—460, 530—535; sonst 
vgl. auch Klose in den Scriptt. rerum Siles. III, 374; Stillfried- 
Haenle 189. 

1487 a pilgert der Frankfurter Patrizier Johann von 
Rückingen und dessen Bruder Klaus 1489 nach dem hei- 
ligen Lande (Kriegk, Gesch. von Frankfurt a. M. 122 f.; Con- 
rady 13). 

1487b reist Graf Philipp von Ysenburg nach Jeru- 
salem (Simon, Geschichte der Grafen von Ysenburg I, 97). wel- 
cher nach seiner glücklichen Heimkehr „das Jerusalemthor" 
erbaute. 

1488a war Herzog Erich von Braunschweig als 
achtzehnjähriger JüngUng im heiligen Lande gewesen (Havemann, 
Gesch. von Braunschweig II, 750; ADB; 0. v. Heinemann, Gesch. 
von Braunschweig und Hannover, Gotha 1886, II, 229). Er 
brachte von dort viel Reliquien, darunter ein Bild von der Länge 
und Grösse des Heilandes mit, das in der Schlosskapelle zu 
Münden aufbewahrt wurde (Rehtmeyer II, 771). 

1488 b bewirthet die Stadt Z o f i n g e n die aus dem heiligen 
Lande heimgekehrten Mitbürger (Rechnungsbuch von Zofingen. L.). 

1488c. Martin Ketzel, der auf seiner ersten Fahrt 
(1476) die Entfernungen der Leidensstationen genau abgemessen 
und aufgezeichnet, aber diese Notizen verloren hatte, geht nun 
zum zweitenmale nach Jerusalem und lässt, heimgekehrt, nach 
den neu vorgenommenen Messungen den Stationsweg vor dem 
Thiergärtner Thore in Nürnberg nach dem S. Johannes -Kirch- 
hofe durch den berühmten Adam Kraft herstellen (Will, Münz- 



— 170 — 

belustigungen IV, 189 fT.); mehrere durch die Witterung stark 
beschädigten Stationen sind jetzt den Originalbildwerken genau 
entsprechend durch den Bildhauer Leistner in Nürnberg erneuert 
worden. (K.). 

1489 im Mai pilgert Graf Enno I. von Ostfriesland 
mit den Edelleuten Viktor Freese und Folef von Knip- 
hausen (er nennt sich urkundlich Folkuff Alkeuson, hovetling 
to Inhausen; vgl. Friedländer, Ostfries. ÜB. II, 356, und erhält 
erst 1496 die HeiTschaft Kniphausen) nach dem heiligen Lande 
und kehrt, nachdem er den Ritterschlag erhalten hatte, im 
Februar 1491 wieder heim. In demselben Jahre (1491) reist 
auch sein Bruder (ADB) Graf Edzart I. (der Grosse) mit 
Viktor Freese und Hicko von Dornum nach Jerusalem 
und kehrt 1492 ebenfalls als Ritter des heiligen Grabes wieder 
heim; am 2. April 1492 urkundet er wieder zu Aurich (Wiarda, 
Ostfriesische Geschichte II, 107, 108, 112; Herquet im Wochenbl. 
der Johaimiter - Ordens -Balley Brandenburg 1881, Nr. 1; vgl. 
Emmius, Rerum Frisiac. historia 460). 

C. 1490. Ambrosius von Glauburg, aus Frankfurt 
am Main gebürtig, soll eine Beschreibung seiner Pilgerfahrt hinter- 
lassen haben (Frankfurter Stadtbibliothek, Geschlechtsregister 
von Fischard, Fascic. von Glauburg 1: Herr Prof. Dr. Koch). 
Vgl. RB. Nr. 430. 

1491 a. Der Landgraf Wilhelm der ältere von 
Hessen verlässt mit grossem Gefolge, darunter Wolf von 
Netra, Eger von Dalwigk und Raben von Herda ge- 
nannt werden, am 10. April Cassel, um eine Pilgerfahrt anzu- 
treten; als seine Begleiter werden genannt: Arndt von Stam- 
men (oder Stein), Dietrich von Schachten, später Vogt 
von Grebenstein, Verfasser der Reisebeschreibung, Hermann 
von Wartensleben (stirbt in Rhodus), Kersten von Han- 
stein und Leonhard Wetter. In Venedig schliesst sich 
noch Graf Philipp von Hanau an; er erreicht Jaffa am 
24. Juli und fährt 26. August wieder ab. Von hier aus segelt 
mit ihm Arndt von Stammen, der bald darauf stirbt, Alb- 
rechtvonNeuneck, Johannitercomthur zu Buchsee, ein päpst- 
licher Rath und Daniel Kapfmann aus S.Gallen, der bereits 
ganz Europa durchreist hatte und in Jerusalem Ritter des heiL 
Grabes geworden war, zunächst nach Rhodus, wo er vom Grafen 
Ulrich von Montfort - Tettnang herumgeführt wird, dann nach 
Otranto, wo er das Grab des 1227 verstorbenen Landgrafen 
Ludwig von Thüringen besuclit (vgl. Röhricht, Die Deutschwi 
im heil. Lande 124), und begleiten ihn von da nach Neapel, wo 



— 171 — 

er durch König Ferdinand mit ;deni Orden der heil. Stola de- 
corii't wird. In Rom trifft er Johannes Nagel und Konrad 
Thon aus Grebenstein und erhält vom Papste ein prachtvolles 
Schwert zum Geschenk. In Folge des während eines furcht- 
baren Sturmes abgelegten Gelübdes besucht er Loretto (9. JaiK 
1492), geht dann über Innsbruck, wo er einem Tourniere und 
anderen Festlichkeiten beiwohnt, nach Hause, wo er gegen Mitte 
Februar eingetroffen sein wird (über den ihn begleitenden Grafen 
Johann von Ziegen hain vgl. Wochenblatt der Johanniter- 
Ordensballey Brandenburg 1878, Nr. 5). In Folge eines ihm 
in Venedig beigebrachten Liebestrankes soll er wahnsinnig ge- 
worden und (8. Febr. 1515) gestorben sein (Schminke, Mon. 
Hass. n, 574). 

Den Text der Reisebeschreibung siehe bei RM. 162 — 245; 
vgl. auch dessen auszugsweise Beai*beitung von C. von Stam- 
iord in: Hessenland, Zeitschr. f. hess. Gesch. u. Litteratur, Cassel 
1887, Nr. 12fl^. und RB. Nr. 433; ADB. sowie HI Supplem, 
zur Zeitschn für hess. Gesch. 1871, III, .110—112. 

1491b reist auch Stephan Kap f mann (der Bruder des 
oben genannten Daniel Kapfmann) aus S. Gallen, Bürger 
zu Freiburg im Uechtland, nach dem heiligen Lande (Cod. 
•S. Gallen, Nr. 610, 4-11; vgl. Scherrers Katalog 196; RB; 
Nr. 432; Max de Diesbach, Les pfelerins Fribourgeois 207 — 208). 
Leider giebt die Handschrift, wie durch gütige Vermittlung des 
Herrn Prof. Dr. Goergens in Bern Herr Dr. Scherrer freund- 
lichst mittheilte, nur eine kurze Beschreibung der heiligen Orte 
Jerusalem, Bethphage, Bethanien, Bethlehem und des Gebirges 
Juda ohne alle Nachweise über Stationen, Begleiter etc. 

14:91c bezeugt Erzbischof Marcus von Candia dem 
Bruder Johannes Pfennig vom S. Marienkloster zu Erfurt 
die Echtheit der von ihm aus dem Orient heimgebrachten Re- 
liquie»^ des Heiligen Theodorus und Johannes Chrysostomus (im 
Erfurter Stadtarchiv; durch Herrn Dr. Beyer daselbst übermittelt). 

1492 a am 9. März tritt Herzog Balthasar von 
Mecklenburg, welcher bereits 1479 zum Ritter des heiligen 
Grabes in Jerusalem geschlagen worden war (vgl. oben S* 156), 
seine zweitß Pilgerfahrt an und zwar in Begleitung des Bürger- 
meisters Moritz Glinecke aus Neubrandenburg (vgl. Franck, 
Altes und Neues Mecklenburg VIII, 249 ; E. Bock, Mecklenburg. 
Gesch. II, 145, Anmerkung 2; Voss in d. Jalirb. für Mecklenb. 
Gesch. LX, 143 — 144). Im Jahre 1498 ging er auch nach San- 
tiago (Häbler, Das Wallfahrtsbijch 39). 

1492b pilgert Peter.Fas3bender aus Coblenz nach 



— 172 — 

dem heiligen Lande; seine Reisebeschreibung ist bei RM. 246 
— 277 vollständig abgedruckt (vgl. RB. Nr. 436), kurz auch 
in „Das heil. Land** 1890, 1—9. 

14&2 c kehrt der Nürnberger Martin Rosenthaler, 
wie aus einem alten Kupferstich des verstorbenen Obersten von 
Gemming hervorgeht, aus dem heiligen Lande zurück. (K.) 

e. 1492 pilgert Ludwig von Marburg, genannt „zum 
Paradeiss**, nach dem heiligen Lande (Kirchner, Gesch. der 
Stadt Frankfurt a. M. I, 570). 

1493 n. Kur für st Friedrich der Weise von Sachsen 
(dessen Pilgerfahrt erhalten ist in Georg Spalatins Histor. Nach- 
lass herausgegeb. von Neudecker und Preller 1851, I, Beilage 1, 
76 — 91 ; vgl. Hundts Rechnuugsbuch, herausgegeb. von Röhricht 
und Meisner im Neuen Archiv für Sachs. Gesch. 1883 IV, 37 
— 100, unten mit H. bezeichnet, und RB. Nr. 440) bricht, nach- 
dem er sein Testament gemacht (Seckendorf, Historia Luthera- 
uismi II, 33) und zu der Kirche des heiligen Kreuzes in Torgau 
den Grundstein gelegt hatte (Gnilich, Denkwürdigkeiten von Tor- 
gau, herausgegeben von Bürger, Torgau 1855, 13) am 19. Mäi*z 
mit folgenden Herren und Dienern (S. 90 f.; vgl. auch die Auf- 
zählung derselben im Briefe Sluders [S.], den wir unten nennen, 
bei Glafey, Kern der Gesch. Sachsens 129 und aus Müllers' 
Annal. Saxon. bei Heller, Lucas Cranäch, 2. Aufl., 1854, 284 
— 285): Herzog Christoph von Bayern, Graf Philipp 
von Anhalt (H. 47, 51, 57), Graf Heinrich von Stol- 
berg der Jüngere (vgl. von Mülverstedt, Reg. Stolberg. 733, 
Nr. 2172), Graf Adam von Beichlingen, Balthasar von 
Schwarzburg (H. 72), Heinrich voii Gera (H. 76), Anarg 
(S. Herr von Wildenfels, H. 48, 51, 56, 59, 63, 76, 77, 
81, 85, 88, 88, 90, 98; [vgl. Histor. Verein der Oberpfalz 1868, 
XXV, 140—141] und Hans Herr) von Schwarzburg. Aus 
Schwaben, Franken und Bayern werden genannt: Melchior 
Adelmann, Kaspar Spät, Ritter (H. 49, 53, 54, 57, 61, 
63, 77, 85, 90, 96), Bastian Misselbach (Mistelbach 
[H. 49, 51, 57. 81]), N. (Hans) von Hessberg, Jacob von 
Frohnhofen (Frauenhofen), Kunz von Rosenberg, 
Heinrich von Schaumberg (H. 47, 53, 63, 79, 88, 91, 
92, 93: Schamberg, der schon 1476 im heiligen Lande gewesen 
war), Degenhard Pf ef fing er (bei H. 48, 56, 58: Jacob 
Veit von Pf.), Ruprecht Hundt, aus Sachsen: Marquard 
(S. ebenso H. 88: Wolf) von Weissenbach, (S. Magnus 
und Hilpert) von Hayn, (Hans Hundt, Landvogt von 
Sachsen; S. und H. 49, 54, 84), (S. Ebei-hard) Crossigk, 



— 173 — 

Ritter, Marquard von Ammendorf (H. 48, 63), Konrad 
Metsch, Ritter, (H. 61, 88: Cuntz Metzsch), Anselm von 
Tettau -Mechelgrün (H. 88; vgl. Alb. Freih. von Tettau, 
Urkundliche Geschichte der Tettauschen Familie, Berlin 1878, 
115), Rudolf von der Planitz, Lippold von Hermanns- 
grün, Hans Sack (H. 88), Kaspar (S. von Herbitz) und 
Georg von Zedewitz (vgl. Stillfried-Haenle, 234), Jobst und 
Hans von Feilitzsch (H. 75), Hans Münch, Ritter (H. 49, 
77), Utz von Ende (H. 62, daneben 78 auch Cuntz vom E.),. 
Nickel von Wiedersperg, Veit von Kospoth (S. Kos- 
pol). Aus Meissen und Thüringen schliessen sich an: Kaspar 
Pflug, Ritter(H. 60, 61: Caesar F.), Haubold Pflug (H. 57). 
Sigmund von Maltitz, Hans (S. von) Grensing, Wil- 
helm von Einsiedelu, Konrad von Maltitz (H. 54, 73: 
Cuntz V. M.), Georg (S. von) Wurm, Hans von Meiss- 
bach (S. Meussbach), Georg von Hopfgarten (H. 53^ 
74), Philipp von Eberstein, Heinrich von Bünau (S. 
zu Teuchern; vgl. H. 47. 57, 61, 65, 66, 71, 86), genannt 
Stelzner. Als Prälaten und Gelehrte werden erwähnt: Der 
Abt von Chemnitz, einer von. Schleinitz, Sigmund 
Pflug, Domherr zu Meissen (H. 46, 48, 51, 53, 54, 56, 59, 85), 
Jacob Veit, Guardian zu Torgau, (S. Franz von) Schöp- 
peritz, ein Laienbruder (H. 48, 50, 51, 55, 72, 73), (S. Hei- 
stein, ein Priester), der Pfarrer von Chemnitz, ein anderer 
Priester, Dr. Matthias Stoltz (H. 46, 48, 51, 53, 54, 56 
— 59, 62, 77, 79, 91, 92; er wird auch in einer Randbemer- 
kung zum Itinerarium T. Sanctae des Wilhelm Textor als Pilger 
genannt), Dr. med. Martin Pollich von Mellrichstadt, Leib- 
arzt des Kurfürsten (H. 48, 51, 53, 54, 78, 91), Georg, Wolf 
und Sebald Ketzel aus Nürnberg, ausserdem noch eine Reihe 
adliger Herren und dienenden Gefolges, die wir allein aus dem 
Rechnungsbuch Hundts (H.) kennen lernen, so: Sebastian 
von Pappenheim (H. 88), Heinrich Mönch (H. 49, 51, 
52,57,63), Georg von Wilpacb, (H. 63), Christoph von 
Welsperg (H. 76, 77, 94), Kaspar von Festenberg (H. 
71, 74, 79, 83, 89, 90, 97), Albrecht (H. 49, 55) und Wil- 
helm von Wolfstein (H. 71, 75, 79, 83, 86, 87, 90), Eg- 
lolf von Richem (H. 71), Heinrich von Lommatzch 
(H. 54, 55, 76, 83), Christoph von Rechenberg (H. 91), 
Matten von Giech (H. 93), Hans von Schwarzenberg 
(H. 62), Georg von Hausen (H. 50, 51, 63), Rotenstainer 
(H. 50), Dr. Löffelholz (H. 71). Von Beamten und Dienern 
werden genannt ausser HansHundt, dem Rentmeister : Michael 



— 174 — 

Donimatzsch (H. 44, 45, 51, 90), Asmus Leminger (H. 46, 
60), Hans Letmbach (H. 51, 54, 55, 64, 65, 76, 78, 89, 90, 
92—94), Hans Muth (H. 78, 88, 89, 90, 95), Georg Trappe 
(H. 72), Hogenest (82, 85, 87, 94), Schalcke (H. 54), 
Ambrosius (H. 50, 54, 56—58. 61), Blasius (H. 51, 81, 
83, 86), Haus Schmidt (H. 49, 51, 77, 81), Moritz Mar- 
schalck (H. 51, 94), Reidänderlein (H. 75), Bertlein 
(H. 85), Lucas (H. 54), Veit Krabe (H. 49, 61, 76), Knechte: 
Claus (H. 71, 74, 82, 84, 96), Georg (H. 73, 78), Sixt 
Teutszer (H. 67), Hans Rosenpusch (H. 78, 81, 83, 95), 
Köche: Claus (H. 49, 51, 53, 72,73,83), Georg (H..53, 81), 
Hans (H. 49, 82). Michel (H. 49, 64, 77, 83), Schorn 
(H. 65), Barbier: Heintz (H. 49, 53, 65, 72, 83), Schneider: 
Georg (H. 65, 71, 75, 86, 89, 95, 98), Trompeter: Otto 
<H. 64, 66, 73, 78, 83, 94), Wilhelm (H. 75, 81—82), Narr: 
Hensel (H. 46, 49, 53, 60, 62, 87—88, 90, 95, 97), Boten: 
Wolf (H. 74, 78) und Fritz (H. 49), endlich Maler: Cuntz 
(H. 49, 52, 58, 78, 89, 90), Johann (H. 71, 78, 94); unter 
welchen von beiden Namen Lucas Cranach (vgl. unten S. 178) 
zu suchen ist, bleibt unsicher. 

Die Pilger kommen am 29. April nach Venedig und segeln 
am 23. Mai ab (S. 76 f.), am 27. Juni (S. 83), treflPen sie in 
Jerusalem ein, wo der Kurfürst (29. Juni) durch Heinrich 
von Schaumburg den Ritterschlag empfängt (S. 84). Am 
2. Juli brechen sie wieder auf und sind in Gefahr festgehalten 
zu werden, da sich das Geröcht verbreitet hatte, es seien zwei 
Fürsten unter ihnen (S. 85), aber der Patron redet sich und die 
Pilger heraus; am 5. Juli stechen sie in See. Auf der Heim- 
kehr, und zwar in Rhodus, erkranken und sterben: Herzog 
Christoph von Bayern (vgl. unten S. 178 — 180), Wilhelm 
von Einsiedel (der nach Grässe, Sachs. Sagen I, 286 einen 
gewaltsamen Tod erlitt; Bernhard von Hirschfeld [S. 102] be- 
suchte 1517 das Grab des W. von Einsiedel, las aber nicht, 
wie unsere Quelle angiebt, den 29. Juli, sondern den 2. August 
als Todestag auf dem Leichensteine), Hans Grensing, bei dem 
Lippold von H ermanns grün zurückbleibt (S. 87), Melchior 
Adelmann. Am 3. August bleiben auf Candia krank zurück : 
Rudolf von der Planitz und Kaspar von Zedewitz, 
mit letzeren auch Georg von Zedewitz und Georg Wurm 
(S. 88); auf Corfu trennen sich Hans von Schwarzenberg, 
Kunz von Rosenberg (nach Zedlitz stirbt der letztere in 
Venedig, ebenso Kunz von Maltitz; vorher war schon ein 
Mann aus der Mark gestorben, und einPilger ausWürttem- 



— 175 — 

berg krank iii Modon zurückgeblieben) und Jacob von Froh n« 
hofen, die nach Neapel gehen (S. 88). Friedrich kommt am 
2. September nach Venedig und findet einen ehrenvollen Emp- 
fang (S. 89), und kehrt über Bamberg (Schuchardt 480 f. über 
den dortigen Empfang) am S. Moritztage (Glafey 129: Ende 
September; unser Datum: 22. September giebt Conrad Stolle, 
ThOr.-Erfiirter Chronik 180) nach Torgau zurück, wo er in der 
heil. Kreuzkirche eine Nachbildung der heil. Grabescapelle in 
Jerusalem errichten liess (Chrou. Torgov. bei Mencken 11, 570; 
Städtechroniken X, 24B, Note; Neudecker und Preller I, 28). 
Als eifriger Reliquiensammler — so liess er in Venedig durch 
den Freiherm von Schenk Reliquien sammeln und 1507 durch 
Julius IL bei Prälaten und Erzbischöfen darum bitten (vgl. 
KOstlin, Friedrich der Weise und die Schlosskirche von Witten- 
berg, 1892, 17) — brachte er einen Schatz von 5005 Reliquien 
mit nach Hause (Seckendorf, Histor. Lutheranismi [deutsche 
Ausgabe], Leipzig 1714, 6—8; Wolfgang Franzius, Histor. &r 
zehlung* der Heiligthümen , Wittenberg 1618; Joh. Meisner, 
Descriptio ecclesiae Omnium Sanctorum Wittenbergensis 1668), 
die Lucas Cranach 1509 in einem eigenen Heiligthumsbuch 
(44 BL 4) mit 119 Holzschnitten verziert herausgab (neue Aus- 
gabe München 1884) und Friedrich jährlich am Montag nach 
Misericord. Domini auszustellen befahl (KOstlin 18 — 23; vgL 
Falk in L Vereinsschrift der Görres-Gesellsch. 1879, 78). 

Ebenso liess er in Wittenberg durch Lucas Cranach eine 
Tafel mit allen Städten und Orten malen (Köstlin 15), welche 
er auf der Reise berührt, und in der Schlosskirche zu Witten- 
berg aufhängen, die jedoch während der Belagerung im sieben- 
jährigen Kriege zerstört wurde (Schuchardt 112). Hingegen 
existirt in der herzoglichen Galerie zu Gotha noch ein Bild, auf 
welchem der Kurfürst knieend dargestellt ist, rechts von ihm 
das Pilgerschiff und über beiden die Stationen der Reise; auf 
der Rückseite sind die Nürnberger Ketzel als Pilger dargestellt: 
Heinrich Ketzel 1389, Wolf Ketzel 1493, Georg und 
Sobald Ketzel 1498, Michael Ketzel 1503 (Heller, Lucas 
Cranach 43—44). Auf die Pilgerfahrt des Kurfürsten beziehen 
sich folgende zwei interessante Abschnitte aus der Cronaca 
Veneta des Marino Sanudo (Biblioth. S. Marc. Nr. 801), welche 
der Güte des Herrn Camillo Soranzo in Venedig zu danken sind. 

„1493. 11. Aprile. Havendo il Duca di Sassonia 
Elector dell'Imperio terminato andar in peregrinazo in 
Hierusalem, mandö ducati 1000 a dispositarli nel banco di Gar- 
zoni, e mandö a richiedire una galia a la Signoria quäl lui völ 



— 176 — 

amiar a sue spexe. Aveva 300 pelUgrini in sua compagnia, e 
cusi li fo concesso, il qual per anior di Ser Andrea di Garzoni 
dal Banco fu per li s6i electo Patron di la ditta galia Ser Piero 
Foseolo 9"* Ser Hieronymo suo parente. Et cussi ditto Duca 
vienne da pelligrin, senza pompa, monto in galia, e ando al 
suo viazo. 

1493 a di 3 Septembrio viue in quista terra con la galia 
patron Ser Piero Foseolo el Duca — di Saxohia stato in 
peregrinazo a Jerusalem. II Principe li andö contra con il Bu* 
cintoro fino a S. Nicole di Lio, e lo misse di fora per esser 
Elector del Imperio. Era vestito di berentiu (grau!) da peligrin. 
Alozö alla casa dil Marchixe et nou ando a la Signoria, perche 
venne nova di la morte a Linz dil Imperator et delibero par- 
tirle presto et andare in Alemagna. Si vestite di negro et stato 
tre zorni, si parti senza tuor cambiato da la Signoria, andö a 
Marghera dovi erano li sue cavalcaturi, et se intese lassö am* 
malato in Rhodi il Conte Zorzi qual poi li moriti^ (offenbar ist 
damit Herzog Christoph von Bayern gemeint); vgl. J Diarii VII, 
192. Einen ganz kurzen Auszug aus diesem Bericht des Marino 
Sanudo gab bereits Malipiero in Aimali Veneti (Archivio storico 
italiano, Firenze 1843, 313 und 315). 

Im Verzeichniss der Kunst- und Alterthümer-Sammlung des 
Germanischen Museums zu Nürnberg 1856, 1 ist eine zur Stamm- 
tafel des Ketzelschen Geschlechts gehörige Silhouette mitgetheilt: 
„Wolf Ketzels Zug zum heiligen Grabe mit Herzog Friedrich 
von Sachsen ChurfQrsten und Herzog Christophen von Bayern" 
(vgl. Geisheim, 10). 

In Bezug auf den S. 172 genannten Grafen Philipp 
von Anhalt theilt mir Herr Archivrath Professor Kindscher 
in Zerbst aus dem dortigen Hausarchiv mit, dass seine Vettern 
Adolf und Magnus mit ihm dahin sich verglichen , dass er im 
Fall seines Ablebens während der Pilgerreise gewisse Summen 
aussetzte (8. März 1493); durch Urkunden von demselben und 
dem folgenden Tage erwarb er einige Gelder für die Reise. 
Dass er die 1495 beabsichtigte zweite Pilgerfahrt, von der die 
Anhalter Chronisten sonst sprechen, wirklich angetreten habe, 
lässt sich durch archivalische Zeugnisse nicht erhärten. In 
seinem Entwurf (vom 30. Juni 1500) und dem daraus entstan- 
denen Testamente (24. Juli 1500) erwähnt er ein im Schlosse 
zu Coswig verwahrtes silbernes Rohr „zu einem Heiligthuni, 
das wir vom heiligen Lande mitgebracht han*' ; dies Rohr solle 
mit zwei anderen der Zerbster Bartholomäuskirche, jenes „Heilig- 
thnm** al)er halb dahin, halb der Coswiger Kirche überwiesen 



— 177 — 

werden. Nach seinem Tode (13. November 1500) erhielt die 
erstere nur zwei Rohre zu dem „Heiligthum", die letztere das 
silberne Rohr, welches seine Vettern am 24. Juni 1501 auf 
1 Mark und 1 Loth Gewicht (19 V2 Gulden) taxirten. In Phi- 
lipps Nachlass fanden sich (19. November 1500) noch „Zwei 
Lichte vom heiligen Lande mitgebracht**, ferner „Zwei seidene 
Rückenlaken gebracht vom heiligen Lande**, über deren Verbleib 
nichts festzustellen ist 

1493b. Ueber die Pilgerfahrt des Herzogs Christoph 
von Bayern besitzen wir ausser einem Gedichte von H. Schnei- 
der (RM. 297—307; vgl. RB. Nr. 437) drei wichtigere gleich- 
zeitige Quellen, welche Franz Trautmann, Herzog 'Christoph von 
Bayern, Frankfurt a. M. 1880, 441—458 aus den c. 1870 durch 
Brand vernichteten Archivalien des Freiherrn von Aretin auf 
Schloss Haidenburg in Niederbayern gerettet, zum Theil aus der 
Freiherrlich von Oefeleschen CoUectio veter. histor. Bavariae 
zu München entnommen und abgedruckt hat. 1. In einem Briefe 
an den Kaufmann Franz Weinmann in Wien vom 13. April 
1493 (S. 441—448) meldet Andreas Sluder aus München, dass 
Martin Ketzel (S. 441), welcher auf seiner ersten Pilgerfahrt 
die Entfernungen der Passionsstationen in Jerusalem sorgfältig 
ausgemessen, aber auf der Heimreise die Maasse verloren hatte 
(vgl. oben S. 169), glücklich von einer zweiten Fahrt (1488 
nach Eamann 260) die neu gewonnenen Distanzen heimgebracht 
imd durch Adam Kraft den Kreuzweg habe vollenden lassen 
(vgl. das Nähere über diese 1490 entstandene Anlage bei Ka- 
mann 7 — 10), dass auch der junge Ketzel Georg sich der 
grossen Reisegesellschaft des Herzogs Christoph und Kurfürsten 
von Sachsen angeschlossen habe. Das nun (S. 442—443) fol- 
gende Theilnehmei-verzeichniss weicht von dem unsrigen nicht 
ab. Von Begleitern des ersteren werden (S. 444) dessen Diener 
Johannes, Philipp und Lucas Kranach genannt („dass 
er jeglichen heiligen ort nach notturft vnd wähl der herren auf 
genauist vnd best aufriss vnd verzaichnung mache**), sowie 
Heinrich Primat, welcher für den Fall seiner glücklichen 
Heimkehr (S. 445) zu Ehren des.S. Onuphrius am Thalbrücker- 
thore über dem finstem Bogen ein grosses Gemälde zu stiften 
gelobt habe (was auch wirklich ausgeführt wurde). 2. Der von 
der Insel Lissa (28. Mai 1493) vom Herzog nach Hause ge- 
schriebene Brief (S. 448 — 449) mit einer kleinen Nachsclirift 
des Kurfürsten enthält nichts von Wichtigkeit. 3. Hingegen 
schildert das „Bruchstück aus des Herzogs Pilgramsbuch** 
(S. 450—458) die Erlebnisse von der Landung in Jaffa bis zum 

K ö b r i c h t , Pilgcn-ciscn 1 o 



— 178 — 

9. Juli. Christoph meldet, dass. ein Mönch den Kurfürsten in 
Ramiah durch eine kräftige Arznei kurirte und am 29. Juli 
Heinrich von Schaunburg, welcher schon vor einigen 
Jahren in Jerufc>alem Ritter des heiligen Grabes geworden war 
(S. 456), denselben zum Ritter schlug, der fünf von seinen Be- 
gleitern dieselbe Würde weiter verlieh. Unter dem 3. Juli er- 
zählt der Herzog ausführlich, wie er den Kurfürsten eine halbe 
Tagereise von Jerusalem auf der Heimkehr aus den Händen 
räuberischer Muselmänner durch einige glückliche Steinwürfe 
und kräftige Schwerthiebe befreite (S. 457 — 458), aber durch 
einen kühlen Trunk nach dem hitzigen Gefecht sich das Fieber 
holte, das selbst der Leibarzt des Kurfürsten nicht zu bannen 
vermochte; mit schwerem Herzen denkt er daran, dass er viel- 
leicht in Rhodus Hilfe finden könne, aber dort sei ja der Gross- 
meister Graf Rudolf von Werdenberg, dessen Schwester Martha 
von Abensberg (vgl. ADB. s. v. Nicol. von Abensberg) er einst 
den Gemahl (28. Februar 1485) erschlagen! Mit dem 9, Juli, 
wo er klagt, dass er leider durch starken Candierwein und ein 
darauf folgendes kaltes Bad sein Leiden verschlimmert habe, 
schliesst das Tagebuch. 

Was Christoph befürchtet hatte, trat ein ; er starb zu Rho- 
dus am 15. August 1493 in den Armen jenes Grafen Rudolf 
von Werdenberg (Lipowsky, Herzog Christoph, München 1818 
73, 128, wo die Hauptquellen citirt sind; ADB) und ward allda 
feierlich begraben (sein Tod und Begräbniss werden romanhaft 
bei Trautmann 459—471 geschildert). Im Testament, das am 
16. Mai 1493 niedergeschrieben ist, hatte er für sich und sein 
Haus eine Wochenmesse nach dem heiligen Kreuz zu Weilheim 
gestiftet, wo die Kirche 1499 neu gebaut und geweiht wurde 
(Trautmann 492). Ueber die Trauerfeierlichkeiten in der Hei- 
math und die Hinterlassenschaft des Herzogs meldet Trautmann 
(493) aus authentischen Quellen: „Herzog Christophs Trauer- 
gottesdienst fand in München in der Liebfrauenkirche statt**. — 
Dann heisst es : „ . . . am Tag Cosmae et Damiani hatt Georg 
zur Landshuet bey der Fürsten von Niderbairin gräbnuss zu 
Seidenthal (Seligenthal) hertzog Christ offen besingen lassen 
vnd ist selbst dabey gewesen vnd hat die 3 Ambt zur yedem 
2 sexer geoppfert vnd zur dem letzten 20 Moss wein vud so 
viel Zwaiersemmel. Die Amt sungen 3 gejnfelte Aebbt, die 
haben zue Hof gössen vnd jedem Laienprister gab man für 
mess und vigil XV Pfennig**. . . . Zu Rhodus hinterliess Christoph: 
1) 2 geringe goldne Ketten mit Kreuz, ein Kreuz mit Perlen 
und Hyacinthen, 3 Dukaten werth, und 5 Ringe ; auf einem war 



— 479 - 

als Vjg&ette Christophs Wappen, auf dem zweiten, war ein Dia« 
niapty 3 Dukaten wertii^ der dritte war mit einem Robin gezirt, 
darauf Buchstaben standen^ 3 Dukaten werth, auf dem vierten 
war ein Türkis, 1 Dukaten wei:th, der fünfte wiar klein ;oi^e 
Zier., Alle zusammen W6gex^ 3 Unzen Gold. .2) 320 Venetianer 
Dukaten, baur in Gold. D^toq waren zu bezahlen für Trauear? 
kleider : 62 Dukaten^ Apptheker 16 Dukaten, Lichtgeld, Al- 
mosen etc. 26 Dukat^, Gewand (der Leiehe) 10 Rhod. Guldeut 
Eleidstücke (noch zu Lebzeiten) 4 Dukaten, Herstellung eiaeß 
Marmordenknials mit liegender gewappneter Figura 42 Dokaten» 
Me^se in der Marienkirche 5 Marcellen^ das Notariatsinstmment 
selbst 1 Dukaten d.% Marcell^. Das übrige wurde Christophs 
Kämmerer Johann Milbing zur weiteren Verwendung zur 
Heimreise und beziehungsweise Auslieferung an Herzog Albeirt 
üb^antwortet. Als Zeugen bei der Verhandlung unterschrieben 
sieh: „Raffaelo Richa, mercatore Januensis, Moisi Mas» 
s i m i, Venetiano, LionardoP r e n s i, mercatore Florentino, Hans 
Heggens^ Ritter von Rhodus und Frere Pierre de Dindi* 
vile als Vertreter des Cardiaals Peter Stolz (von.Bic^d- 
heim), Franciscus Giberti, Notarius, artium Magister.^ 

(Freih. von Oefelesche Collectio). 

(S. 494) „Das von Rhodus zurückgebrachte Schwert Herzog 
Christophs diente zu München noch beim Ritterfeste des hei« 
ligen Georg als Ceremonialschwert; Griff und Scheide sind von 
Silber. Auf der Parirstange und Scheide sind Laubverzierungen 
von mattem Silber auf blank silbernem Grunde, am Griff ^ad 
Rubinen mit goldener Fassung. ~ Der Griff des Schwertes hatte 
11' 2" Länge, der Klinge 3 Seh. 3' (abgebildet in Dr. H- von 
Hefher-Alteneck, Trachten des christlichen Mittelalters). In Be* 
treff des Herzog Christoph, bestimmten Marmordenkmals schrieb 
Herzog Albrecht 1495 an den damaligen Grossmeister von Rho* 
dus, „Cardinal'* (d, i. Peter Stolz von Bickelheim) Petrus: „Er 
mOge die Herstellung, wenn noch nicht geschehen, würdig ias 
Werk setzen.** Die Antwort besagte: „Es sei schon gesetzt** — , 
nud es folgte eine bildliche Andeutung desselben, welche Chris- 
toph gerüstet, mit gefalteten Händen, unter einem Rundbogen 
liegend zeigt. Die Urschrift des Briefes Albrechts, der Brief 
des Grossmeisters und die Zeichnung befinden sich in der Cot 
lectio des Freiherrn von Oefele.** 

149$C. Heinrich von Zedlitz bricht am 1. April 
von Liegnitz auf mit seinem Diener Christoph List und 
reist übejr Trautenau, Brunn, Wien, Semmering (S. 100— 
101) nach Conegliano, wo er den Kurförsten Friedrich von 

12* 



— 180 — 

Sachsen, Herzog Christoph von Bayern und den Pfaizgrafen vom 
Rhein trifft, von da nach Venedig, wo ihn Albrecht Hingel 
umherfQhrt. Er schliesst sich jener grossen Reisegesellschaft 
an, die im ganzen 1^5 Köpfe, darunter Engländer und Fran- 
zosen, gezählt haben soll, und nennt viele neue Namen. Ausser 
der Gesellschaft des KurfQrsten Friedrich werden noch fünf 
andere erwähnt (S. 300 — 301). Zu der ersten, oder böhmi« 
sehen Gesellschaft gehörten: Johannes von (Lobkowitz 
und) Hassenstein, Graf Wolf von Ortenberg (dessen 
Pilgerfahrt Huschberg, Geschichte des Hauses O. 1828, 304 
—307 nicht kennt), Getrzich (Dietrich; er war der Gefährte 
des J. von Lobkowitz nach Dobrowsky, Gesch. der böhmischen 
Sprache 1818, 277) von Guttenstein, Hans Lentil Ober» 
nizke, Jan Wmlade, Nickel Geys, Friedrich von 
Reitzenstein, Heinz von Rebiz,Kaspar Caplar, Rudolf 
von Planitz, Georg von Czebitz, Christoph List und 
Heinrich von Zedlitz. Zur zweiten Gesellschaft gehörten: 
Graf Philipp von Waldeck, Erzschenk Friedrich von 
Limbach, Georg von Folbergk, Wolf von Gutten- 
stein, Johann von Hobistet (Obitetz?), Sigmund von 
Thüngen, Georg Troyses, Hans Georg von Abrss- 
berger(Abramsberg oder Absberg??), Heinrich Teich- 
aussir, Wilhelm Wassilir. Die dritte Gesellschaft hatte 
folgende Tiieilnehmer: Graf Botho von Stolberg (Jacobs 
in der Zeitschr. für die Geschichte des Harzes 1868, 175, wO" 
nach Botho am «Iß. April von Stolberg abreist und 1494 am 
9. Februar wieder zurückkehrt [vgl. von Mülverstedt, Reg. Stol» 
bergica 744, Nr. 2204; RB. Nr. 441]; Botho ging also, was 
bis jetzt unbekannt war, in dieser Zeit nach dem heiligen Lande; 
vgl. Jacobs 192 f. und Hübner ebenda 1870, 1016-^1019), 
Hans von Stadia (Stadion?), Sigmund Fuchs und 
Georg Wurm. Aus der vierten und fünften Gesellschaft 
werden noch genannt: Christoph von Hornfeld, Rudolf 
von Hornfeld, Friedrich Mantener, Ritter, Dietrich 
von Sparnöck, Wilhelm von Afferbach, Christoph 
Po lenz, Ritter, Thomas Schwann, Mit allen diesen geht 
Zedlitz nach dem heiligen Lande und kehrt nach Venedig zu- 
rück, von wo aus er über Beuzeldorf, Salzburg (vgl. S. 296 
— 299 wichtiges Itinerar), Passau, Trautenau wieder nach Lieg- 
nitz zurückkehrt. 

Der Bericht ward von Röhricht in ZDPV. XVII, 1894, 98 
— 114, 185—200, 277—301 herausgegeben (vgl. RB. Nr. 442) 
und in „Warte des Tempels" 1894 und 1895 nachgedruckt. 



-=. 181 -^ 

Wie Herr Wilhelm Freiherr von Zedlitz aus Hermanns« 
waldau bei SchOnau gütigst mittheilt, befindet sich noch in Neu^ 
kirch ein Lederkrug mit schöner Seidenstickerei» den unser Pilger 
auf der Reise gebraucht haben soll. ^Der letztere ist 1510 
Mittwoch nacii Frohenleicfanamstage gestorben und lieget zu 
Strigaw vor dem Gitter des hohen Altars begraben**, schreibt 
in einer handschriftlichen Chronik Joachini von Spiller (1663), 
welcher auch erwähnt, dass er das Original-Reisebuch unseres 
Heinrich von Z. „bei weylandt Herrn Dietrichen von Zedlitz 
als des Herrn Ritters Prongno^e oder Sohnes Sohnes Sohne 
gesehen, oft in Händen gehabt und viel daraus gelesen." — 
„Die wahre Abschrift aber vom ganzen Reisebuche habe ich in 
meynen Händen.". 

Hi)äd. Boguslav von Lobkovitz (schon oben S. 180 
als Pilger genannt; vgl. auch RB. Nr. 439) bricht am 15. April 
1483 von Kaaden auf, trifft in Chiesich mit Dietrich von 
Guttenstein zusammen und erreicht über Pilsen, den Böhmer- 
wald, Deggendorf, Rosenheiin, Wörgl , Innsbruck am 4. Mai 
Treviso und einen Tag später Venedig, wo er im „weissen 
Löwen" Wohnung nipimt und mit dem Patron Augustino Con- 
tarini Vertrag schliefst; für die ganze Fahrt muss er 50 Du- 
katen bezahlen. Er besucht die Glashütten von Murano mid 
(15. Mai) den Kurfürsten Friedrich von Sachsen indem 
ihm vom Dogen überlassenen Hause, das auf einer schattigen 
Insel lag, unternimmt 17. Mai einen Spaziergang mit dem Her- 
zog Christoph von Bayern durch das Handelsviertel und 
schifft sich am 31. Mai ein. Er trifft am ^5. Juni in Candia, 
am 28. in Rhodus ein, landet am 3. Juli auf Cypern, am 6. in 
Jaffa, von wo er mit den ftbrigen Pilgern erst am 20. Juli auf- 
bricht und 23. Juli Jerusalem erreicht, das er am 31, schon 
wieder verlässt, um am 1. August ein Schiff zu besteigen, das 
ihn am 30. September glücklich nach Venedig zurückbringt 
Am Schluss seiner Rei^beschreibung zählt er als Mitpilger auf: 
aus Böhmen: Dietrich von Guttenstein, Georg Gfeler, 
Johann Leuthold von Ejprnic (oben S. 180 Oberznike 
genannt), Niki Gries (oben S. 180 Geys genannt) aus Tachau, 
Jan Mlade (oben S. 186 Wmlade) aus Vilepaow, aus Bayern: 
Graf Wolf von Ortenberg, Friedri.ch Mauthner von 
iGotzenstein, Gasparvön Kappeln (oben S. 180 C. Caplar), 
Heinrich Treichtlinger (oben S. 180: Teichaussir), Paul 
von Alt^nburg, ans Hessen: Graf Philipp von Waldeck, 
Heinrich vo,n Ijnichhausen, Nicolaus Oschraar, Ka- 
pellan des Grafen Philipp, Wilhelm von Gresten, Her- 



— 182 — 

mann' von Zicjderschen, Peter, Koch- des Grafen Philipp, 
aus dem- Hehnegau : M a g i s t e r T h o m a s aus Mariswolt, Priester 
Thomas aus Montin (Mons?), Priester Julian aus Gewer, 
Johann Blandien, aus Thüringen: Graf Botho von Stol* 
berg, aus Franken: Friedrich Schenk zu Limperg (oben 
S. 180 Limbach), Wolf von Guttenberg, Georg von Sei- 
fe erk (oben S. 180 Folbergk), Wilhelm von Affenbach, 
Sigmiund \ron Tiningen (oben S. 180 Tiiüngen), Jo- 
hann von Helmstadt (oben S. 180 Hobistet), Georg Truch- 
sess, Hans Georg von Absberg, (oben S. 180 Abrss- 
berger), Sigmund Fuchs, Raff von Tolhaym, Peter, 
Schenk, Heinrich, Kocii, Anton Lorber, Kilian Ekl, aus 
Schwaben: Johann von Stadia, Dr. und Ritter, Ludwig 
von Würtemberg, Dr., Johann Iklinger, Johann Reger, 
Johann Ryss, Nicolaus Bot, aus Oesterreiöh : Christoph 
und Rudolf von Kornfeld, ihr Knecht Rudolf, ihr Koch 
Kolman> aus Preussen: Tic von Sparnek, Dietrich von N., 
aus Schlesien: Heinrich von Zedlitz, Christoph Lise, 
sein Knecht (oben' S. 180 List), aus der Mark: Christoph 
von Polentz, Thomas Schwan, Deslav Manaw, Nico- 
laus, Kapellan, Claus Warmer, Peter Wolfsmar, aus 
der Schweiz: Braun L an k aus Liebenfels, Dr. Felix Grebel 
(dessen Ritterschlag am heiligen Grabe C. Keller, Die Familie 
Grebel, Frauenfeld 1886, 26 nach L. auch erwähnt), ^üs der 
Gegend von Bamberg: Magister Nicolaus aus Antdorf (Ant- 
werpen), Friedrich von Reitzenstein und Heinrich von 
Rebiz, aus Flandern: Just aus Balow, Cornel Kramer 
aus Anttorff, (Antwerpen), aus Holland: Gerhard aus Leyden, 
Klaus aus Dorz, Florian aus Kansten, Peter Adrian aus 
Dort (Dortrecht?) Claus aus Düsen (offenbar derselbe , der 
12 mal in Jerusalem gewesen ist; vgl. RBi Nr. 1022), aus See- 
land : Johann aus Mittelburgh, Cornelius, die Minoriten : 
Adrianv Eberhard, Bernardin. Auf einem anderen Schiffe, 
als unser Reisende, fahren: Kurfürst Friedrich von 
Sachsen, Herzog Christoph von Bayern, Fürst Phi^ 
lipp von Anhalt, Graf Balthasar von Schwarzburg, 
Graf Heinrich von Stolberg und Graf Adam von 
Beichlingen, Heinrich von Gera^ Hans von Schwarzen- 
berg^ Dr. Sigmund Pflug aus Chemnitz, N. Stole (obd; 
S. 188 genannte M. Stoltz?), Dr. und berzogl. Rath, Stephan 
von Guttenberg, Heinrich Mönch, Marschall, Caesar 
und Haubold Pflug, Anselm von Tettav, Rudolf von 
derPlanitz, Hans Hundt, Cunz von Rosenberg, Jacob 



— 183 — 

von Fronhofen, Nicolaus von Wiedersberg, Georg 
und Kaspar von Zedwitz, Utz von Ende, Anton- von 
Rosenau, Wilhelm von Haras, Leopold von Her- 
mannsgrün, Cuntz von Maltitz, Kaspar Spät und 
CuUtz von Koschwitz. 

Diese Auszüge aus dem ungedruckten Berichte des B. von 
Lobkowitz, der handschriftlich in der Prager öfientlichen Bib- 
liothek aufbewahrt wird, verdanke ich der Güte des Herrn Prof. 
Dr. Prasek in Prag. 

1494aam S.Mai bricht Ludw^ig Freiherr von Greiffen- 
stein (?), der 1484 durch Friedrich III. legitimirte natürliche 
Sohn des Grafen Eberhard von Württemberg, mit Märklin 
von Ow (?) auf (S. 436 — 438) und triflPt am 9. August in 
Jerusalem ein, wo ein Minorit aus Brabant (^kont wol malen") 
stirbt (S. 443). In Bethlehem in der Hieronymuscapelle sowie 
im Tempel zu Jerusalem lesen die Pilger den Namen des N i c o- 
laus von Abensberg (S. 445) ; in der Nacht des 10. August 
werden durch Johannes von Preussen 11 aus ihrer Gesellschaft 
zu Rittern des heil. Grabes geschlagen (S. 447. Da ein Jude 
einige von ihnen beschuldigt, dass sie die Festungswerke der 
Stadt sich sehr genau angesehen und mit einem baldigen Kreuz- 
zuge gedroht hätten, so werden sie gefangen genommen (S. 451 
— 452) und kommen nur mit Mühe frei; der Guardian räth ihnen, 
wegen der steigenden Feindseligkeit der Muslimen in der Hei- 
math von jeder Pilgerreise nach Jerusalem abzumahnen (S. 454). 
Am 26. August stirbt Albert Matsch, der bei Jaffa begraben 
wird (S. 455), am 7. S^tember auf Cypern ein Mann aus Ant- 
werpen (S. 458), In Rhodus treffen sie einen deutschen Priester 
Hans Wagner (S. 460) und einen deutschen Büchsenmeister 
(S. 461), werden dann durch einen furchtbaren Sturm so ge- 
ängstigt, dass sie durch das Loos einen Pilger bestimmen, der 
zum Danke für die gewünschte Rettung in ihrem Namen, nach 
Santiago pilgern solle, und geben ihm 90 Ducaten (S. 465). An- 
fang November werden sie die Heimath wieder erreicht haben. 

Den (leider unvollständigen) Text der Reisebeschreibung 
gab Th. Schön, Eine Pilgerfahrt in das heil. Land im Jahre 1494 
in Mittheil. d. österr. Instituts für Geschichtsforschung XIII, 
435 — 469 aus dem Wachendorfer Archiv des Freiherrn von Ow 
heraus ; das Jahr und die Namen der Hauptreisenden sind darin 
nicht enthalten, doch durch den Herausgeber wohl ohne Zweifel 
richtig festgestellt worden. In diesem Falle ist der nun folgende 
wegen der vielen übereinstimmenden Angaben dem obigen Be- 
richt zweifellos parallel, obgleich auch dort keine scharfe Chro- 



— 184 — 

nologie geboten wird und die Angabe zweier Codices (1608), 
die unten S. 187 erwähnt werden, ohne Frage falsch ist. 

14:94b. Reinhard von Bemmelberg und Konrad 
von Parsberg gehen von München über Andechs, Mitten wald, 
Innsbruck, Bozen, Trient zunächst nach Verona, wo sie einen 
Münchener Walthauser Partt mit seüiem Sohne Ludwig 
antreffen. Bemmelberg besucht hier auch den Markgrafen von 
Mantua auf seinem Schlosse Consago und empfängt von ihm 
eins seiner schönen Pferde zum Geschenk. In Padua finden 
sie mehrere Pilger, unter anderen Albrecht Mäettsch aus 
Pi'eussen (G.: Freiherr; M.: ein deutscher Herr), Johann von 
Hirschhorn aus der Pfalz mit seinem Knechte Georg 
Krapff. Am Sonnabend vor Pfingsten kommen die Pilger nach 
Venedig, kehren bei Peter Penner ein (G. 10) und treffen Leon- 
hard Weyller aus München (G. 14), bald darauf auch Jo- 
hannes Starnberger (G. 15: ein Priester Paul St.) aus 
Budweis. Sie machen mit Augustino Contarini Contract und 
müssen 194 Ducaten (G. 16: 66 Gulden rhein.) für Ueberfahrt 
und Geleit bezahlen. Ausserdem schliessen sich ihnen noch an: 
Friedrich Rederer zu Windeck in Baden, Christoph 
Schluck aus Polen (L.: Täschlükh Schnürei ein PoUa- 
khischer Freiherr); sie dingen mit ihnen zusammen als Diener 
und Dolmetscher den Georg Schiffmann aus Salzburg 
(M. 17), der achtmal im heiligen Lande gewesen war und 6 Du- 
caten von jedem als Lohn empfängt (M. 18; G. 19). Später 
wird als Reisegefährte auch der Rhodiserritter Georg von 
Haus (M. 22: G. von Hausen) genannt (G. 23; L. 15: 
Georg von Haunss). Nachdem sie noch im Franziskaner- 
kloster einen Bruder Peter aus Trier begrüsst (M. 22), segeln 
sie „am 8ten Tage unseres Herrn Frohnleichnams" ab (M. 24; 
G. 27); auf dem Schiffe werden vier Trompeter erwähnt, welche, 
einer allgemeinen Sitte zufolge, bei Tagesanbruch, zu Mittag 
und Abend, oder so oft das Schiff in einen Hafen einfährt, oder 
an einer Kirche vorübersegelt, • blasen (G, 30; M. 27; L. 18). 
Am S. Johannesabend giebt der Patron ein Fest auf dem Schiffe ; 
Trompeten schmettern, Feuerwerk wird abgebrannt, Büchsen- 
schüsse knallen, während an den Masten 60 Laternen alles er- 
hellen (L. 27 ; G. 47 ; M. 40). In Modon gehen die Pilger ans 
Land und werden Gäste eines deutschen Ritters ; denn die Deutsch- 
herren hatten dort ein Haus (L. 28; G. 49; M. 43). Auf der 
Insel Candia erleben sie ein fürchterliches Erdbeben (L. 32; 
G. 57 ; M. 49) und besuchen im Barfüsserkloster der Stadt das 
Grab des Heinrich Nothafft (G. 61: Häimmerain), welcher 



— 185 — 

dort 1-476 (M. 1583) gestorben war (vgl. oben S. 145). Ebenso 
besucht Bemmelberg und Parsberg das Grab des Herzogs Chri- 
stoph von Bayern auf Rhodus (L. 36; G. 66; M. 56), dessen 
Belagerung (1480) ausführlich erzählt wird (L. 38; G. 67; 
M. 58). Auf der weiteren Fahrt segeln sie an der versunkenen 
Stadt Cacoba vorüber, deren Thürme und Häuser zum Theil 
noch aus dem Meere hervorragen sollen; als einst ein Schiffs- 
kapitän dort Anker warf, habe er eine vierzehn Zentner schwere 
Glocke mit heraufgezogen (L. 41; G. 73; M. 62), Am Mittag 
nach S. Margarethentage (13. Juli), dem 76. Tag der Reise selbst, 
sehen die Pilger die Thürme von Jaffa (L. 43; G. 79; M. 67). 
Ehe sie jedoch noch das Schiff verlassen, stirbt einer der Mit- 
reisenden, Lorenz Heuglin aus Dänemark (L. 45; G. 82; 
M. 69), den sie heimlich im heiligen Lande begraben. Am 
Lande werden sie gezählt von der muslimischen Behörde, 145 
im Ganzen, ferner 24 Mönche und 20 Frauen (L. 52; G. 96). 
Vor dem Erscheinen des Emirs von Jazur, welcher die Pilger 
geleiten sollte, erscheint ein arabischer Häuptling mit 100 Pferden 
und treibt mit ihnen vielfachen Muthwillen, bis ersterer mit 200 
Pferden heranrückt und ihn zum Rückzuge zwingt (L. 48: G* 88; 
M. 73). Die Pilger und der Patron müssen hier 300 Ducaten 
zusammenbringen, um damit zelm gefangene Christen frei zu 
machen, die sonst vor ihren Augen den Tod erleiden sollten 
(L. 49; G. 89; M. 75). Für jeden Esel müssen die Pilger 

1 Ducaten zahlen. Das Geleit führt der Emir von Jazur mit dem 
von Ramiah (150 Pferde), denen sich noch der „Prechetlin** von 
Jerusalem mit 100 Pferden anschliesst (L. 50; G. 91; M. 76); 
im Ganzen befinden sich im Geleit 100 gerüstete Pferde und 
60 Bogenschützen (G. 97 ; M. 80). Zwischen Ramlali und Lydda 
begegnen sie einer Caravane von 400 Pferden und 100 Cameleu, 
welche eine türkische Frau nach Mekka auf ihrer Pilgerfahrt be- 
gleiten ; als die Christen herankommen, neigt die Frau sich vor 
ihnen zum Grusse (L. 51; G. 93; M. 77). Von Lydda reiten 
die Pilger wieder zurück nach Ramiah und ziehen von da über 
ein Dorf Crittelhanepo (?) (L. 53; M. 80; G. 97 schreibt: Crit- 
telhampoder) nach Jerusalem, wo Bemmelberg und Parsberg 
bei dem Cailin Herberge finden, wofür jeder beim Aufbruch nur 

2 Ducaten zu zahlen hat Den Eintritt in die Himmelfahrts- 
kirche und das Haus des Pilatus, den die Muselmänner für einen 
Propheten halten und durch ein jährliches Fest ehren, müssen 
sie theuer bezahlen (L. 64; G. 109, 117; M. 98). Das Haus, 
in welchem Maria starb, war kurz vor der Ankunft der Pilger 



— 186 — 

von den Heiden zerstört worden (L. 65; G. 111; M. 100)^). 
Die Mönche vom Zionskloster bewirthen die Pilger freundlich, 
aber da der alte Brauch, während der Mahlzeit ftr sie Geld zu 
sammeln, von diesen selbst nicht mehr gestattet wird, so opfern 
die Pilger ihnen auf das heilige Grab, und Johannes von Preussen 
nimmt dort das Geld in Empfang (L. 99; G. 125; M. 104). In 
der Nähe der Gefängnisskapelie in der Grabeskirche werden den 
Pilgern zwei Löcher gezeigt, welche frilher eine Cisterne gebildet, 
in der die Juden Christo die FQsse gewaschen haben sollen ^) 
(L. 73; G, 130; M. 109); ein deutscher Mönch liest den 
Pilgern die Messe. Im Ganzen sind in der Grabeskirche acht- 
zehn Priester, je zwei von den neun christlichen Sekten, ange- 
stellt (L. 79; G. 136; M. 118). Die Länge des Leidensweges 
Jesu wir.d auf 11000 Schritt angegeben. 

In Bethlehem, in der Jeremiaskapelle, in Unser Lieben 
Frauenkapelle zu Jerusalem, wie auch in Bethanien findet Pars- 
berg den Namen (M. 131: meines vill geliebten herren vettern) 
Niclaus von Abensberg angeschrieben (L. 88 und G. 153 
nennen nur den Namen; vgl. dieselbe Angabe bei Greiffen- 
stein 445). In der heiligen Grabeskirche schlägt Johannes von 
Preussen elf Ritter (so auch GreiflFenstein 447), bei einem zweiten 
Besuche derselben noch vierzehn (L. 91; G. 159; aber M. 154 
nennt nur zwei). Bei einem dritten Besuche sehen die Pilger 
elf ihrer Genossen gefangen, die geäussert haben sollen, dass 
die Stadt Jerusalem sehr leicht erobert werden könnte (L. 98; 
G. 171; M. 149), werden selbst als Spione verdächtig und sollen 
nach Cairo abgeführt werden (so auch Greiflfenstein 451—452). 
Durch Geschenke (330 Ducaten) des Patrons werden indessen 
diese elf Pilger wieder befreit (M. 154). 

Auf der Rückreise empfangen sie durch den Guardian in 
Ramiah den Rath, allen Pilgern den Besuch der heiligen Stätten 
auszureden (so auch Greiffenstein 454), da die Türken die 
Christen im heiligen Lande nicht mehr dulden und schonen 
wollten (L. 103; G. 179; M. 157). Ebenso müssen die Pilger 
jene zehn Gefangene, die sie auf der Heimreise losgekauft hatten, 
den Türken wieder zurückgeben. Kurz vor der Abfahrt stirbt 
Albrecht Mäettsch, dessen Leichnam gegen Zahlung von 
10 Ducaten bei Jaffa begraben werden darf (L. 105; G. 184; 
M. 161; vgl. dieselbe Angabe mit Datum (26. Aug.) bei Greiflfen* 
stein 455). 



') Vgl. Tobler, Süoahquelle, 246. 

-') Vgl. Tobler, Golgatha, 332, 334—333. 



— 1S7 — 

NacMem sie Gypern besacht, werden sie von einem fürchter- 
lichen Sturme überfallen, gegen welchen der Patron folgendes 
Mittel anwendet. Er lässt etwa 300 Zettel mit dem Gelöbniss 
beschreiben,^ eine Messe in einer Kü'che, die auf dem Wege 
lia(?h Venedig liegt, lesen zu lassen {so auch Greiffenstein 459); 
jeder Pilger zieht drei bis vier, ebenso die Schiffsleute, (L. 111; 
G. 194; M. 169). Bei einem neuen Unwetter lAsst der Patron 
aus einem Barett, welches mit Erbsen gefüllt ist, jeden Pilger 
eine herausholen; wer eine schwarze ergriflP, musste eine Wall- 
fahrt nach Santiago di Compestella geloben und antreten. Dies 
traf einen Pilger aus Ragusa, fQr dessen Pilgerfahrt die Reise- 
begleiter 90 Ducaten zusammenschössen (L, 122; G. 212; M. 183; 
vgl. dieselbe Angabe bei Greiflfenstein 460). 

In Philermo auf Rhodos finden die Pilger einen deutschen 
Priester Namens Johann {Johann Wagner bei GreiflPenstein 460), 
welcher sie im Schloss herumführt und ihnen erzählt, dass auf 
der nähen Insel Charki seit der Zeit des heiligen Nicolaus keine 
daselbst angefertigte Axt, noch Waffe zerbricht (vgl. dieselbe An- 
gabe bei Greiffenstein 460—461). Dort sei es auch Sitte, dass 
jeder Vater seinem Kinde, wenn es sich verheirathe, einen Feigen- 
baum, eine Axt, eine Haue und ein „Peichel" mitgehe, die nie- 
mals zerbrechen (L. 114; G. 200; M. 173). In Rhodus er- 
halten ausserdem die Pilger die, nur selten verliehene, Erlaub- 
niss, den S. Nicolausthurm besteigen zu dürfen (ebenso Greiffen- 
stein 461). 

Am 182. Tage der Reise (der Bericht Greiffenstein 468 
bricht mit dem 178. Tage uiid der Abfahrt von Zara ab) kommen 
Bemmelberg und Parsberg wieder glücklich nach Venedig; beide 
erreichen mit Paul Starnberger über Treviso, Serravalle, Am- 
pezzo, Toblach, Sterzing, Innsbruck, Mittenwald, Schefftlani am 
199. Tage München. 

■ Ich verdanke diese Auszüge aus einer Leipziger (L.), Giessener 
(G. Nr. 156) und Münchener (M. Cgm. 3096) Handschrift der 
Güte des Herrn Oberbibliothekars Dr. Meisner. Dass das in 
L. und G. genannte Jahr der Reise 1603 ein Schreibfehler sein 
muss, ist selbstverständlich. Sonst vgl. zum falschen Jahr 1503 
RB. Nr. 571 und 573. 

1494 c pilgert zum zweiten Male (das erste Mal war er 
kuTÄ vor 1475 ausgezogen) Johann Freitag aus Düsseldorf, 
Prior der Carmeliter in Strassburg, nach dem heiligen Lande; 
Tgl. RB. Nr. 377 und oben S. 142. 

1495a. Herzog Alexander, Pfalzgraf bei Rhein, in 
dessen Gefolge S c h w e i g h a r d von S i c k i n g e n (vgl. Ullmann, 



^. 188 --- 

Franz von Sickingen 10—11), Stephan von Veningen, 
Heinrich von Schwarzenburg und Junker Karl Boss 
von Waldeck genannt werden (S. 43* und 44*), bricht mit 
seinem Schwager, dem Grafen Johannes Ludwig von 
Nassau am 31. März 1495 von Saarbrücken auf; sie erreichen 
über Nancy, wo Hans Krantz und der Graf Oswald von Leiningen 
im Namen des Königs beider Sicilien sie begrüsst, Basel, Zürich, 
Maria-Einsiedeln, Feldkirch, Meran, Trient am 24. April Venedig 
(S. 30*— 32*). Die Zahl der Pilger, welche am 3. Juli von 
hier absegelten, betrug 45, unter denen auch der Bischof 
Anton von Terouanne (S. 34*— 35*) mit seinem Secretär 
Philipp sich befand (S. 43*). Auf Candia trifft Alexander 
den aus Ulm stammenden P. Cherubin, der lange Zeit Guardian 
in Bethlehem gewesen war (S. 37), auf Rhodus Nico laus 
Stoltz, Statthalter der Gross-Balley, und mehrere deutsche 
Ritter, unter denen Konrad von Schwalbach genannt wird 
(S. 37—38); am 29. August kommen die Pilger nach Jaffa, am 
27. nach Jerusalem (S. 38), wo am 31. August Alexander, 
Sickingen, Veningen, Schwarzenburg und Nassau 
durch Johann von Preussen den Ritterschlag empfangen (S. 40*). 
Am 10. September verlässt Alexander wieder Jerusalem (S 41*), 
muss aber in Ramiah, durch einen deutschen Juden, der von 
Modon bis Jaffa auf dem Pilgerschiff mitgefahren war, seines 
Incognitos beraubt, mit seinen Begleitern starken Tribut au den 
Sandschak bezahlen (S. 42*). Am 17. September segeln die 
Pilger ab, von denen am 21. September der Bischof von Te- 
rouanne stirbt und in Salines in der S. Lazaruskirche beige- 
setzt wird (S. 42*— 43*). Auf Rhodus wird Alexander durch 
den Grossprior des Ordens in Deutschland, Graf Rudolf von 
Werdenberg (vgl. von Vanotti, Die Grafen von Montfort und 
Werdenberg 422 ; Herquct im Wochenblatt d. Johanniter-Ordens- 
balley Brandenburg 1881, 10), die Grossprioren von England und 
Navarra (6. October) ehrenvoll aufgenommen (S. 43*— 44) und 
übernimmt hier Paüienstelle für Margarethe, eine durch den 
deutschen Büchsenmeister Paul getaufte Mohrin (S. 44). Auf 
Candia schliessen sich Hans von Thüngen, Sigmund von 
Sattelberg, Wilhelm von Paulsdorf, Poppe von En- 
ger itze und zwei Rhodiser an (S. 45*), in Modon ti'effen sie 
den deutschen Büchsenmeister Peter (S. 46). Am 18. December 
kommt Alexander nach Venedig (S. 46*), am 16. Januai* 1496 
(über Trient, Meran, Ehrenberg, Nesselwang, Kempten) in seine 
Heimath (S. 47), wo er zum Andenken an seine glückliche Rück- 
kehr die Alexanderkirche zu Zweibrücken erbauen liess (Phil. 



— 189 — 

Heinz, Die Alexanderkirche in ZweibrOcken 1817; J. G. Leh* 
mann, Gesch. des Herzoglhums Zweibrücken, Mönchen 1867^ 
222). 

Die Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, S. 30* 
—'47, und daraus auszugsweise in „Das heilige Land^ 1863, 
159—175; sonst vgl. über seine Wallfahrt auch die kurzen 
Notizen in J. M. Kremer, Origg. Nass. II, 427 f.; Waltz, Die 
Flersheimer Chronik, Leipzig 1874, XI ü. 81 : RB. Nr. 448. 

1495b. Wolf von Zülnhart aus Augsburg bricht mit 
Georg von Augsburg am 26. März auf, erhält in Innsbruck 
Empfehlungsschreiben nach Venedig und an die grade dort befind- 
lichen Walter von Stadion, Leonhard Feisee und Dr. theol. 
Keidnert aus Brixen und trifft in Venedig mit dem Herzog 
Alexander, dem Grafen Johannes Jacob von Nassau 
(Annal. des Vereins für Nassausche Alterthumskunde 1886, XIX, 
62), Gregor und Wilhelm von Paulsdorf und Sigmund 
von Sattelberg zusammen, niuss aber wegen Krankheit^ 
während die übrigen Pilger absegeln, zwei Monate in Venedig 
zurückbleiben. Erst am 3. August segelt er mit dem Gross* 
prior der Johanniter, dem Graf Rudolf von Werdenberg,. 
Heinz von Seh wagen und einem Herrn von Klingen- 
berg ab. Nachdem Zülnhart zum Ritter des heiligen Grabes 
geschlagen worden, verlässt er am 6. October Jerusalem, be- 
sucht den Sinai und Cairo, von wo er am 7. December wieder 
absegelt und über Alexandrien, Rhodus Constantinopel erreicht ; 
am 27. April 1496 tritt er seine Rückreise nach Venedig an. 

Einen ausführlicheren Auszug seiner Reisebeschreibung siehe 
bei RM. 308—314; vgl. RB. Nr. 449. 

1496. Peter Rindfleisch aus einer Grosskaufmanns- 
familie in Breslau, (seit 1485 durch Friedrich III. geadelt), dessen 
Bruder Johann bereits 1481 zum Ritter des heiligen Grabes 
geschlagen worden war, bricht' am 5. April von Hause auf und 
erreicht über Nürnberg am 22. Mai Venedig, am 14. Juli Jaffa. 
Auf der Rückreise, in Candia, stirbt von den Mitreisenden ein 
Domherr aus Naumburg a. S. Am 24. October kommt 
R. wieder glücklich nach Venedig und unternimmt im Jahre 
1506 eine zweite Pilgerfahrt nach Santiago, wo er den Herzog 
Heinrich von Sachsen, einen Herrn von Colditz und 
Hans Koch trifft (RM. 316; Mergenthai O4); die Route von 
Antwerpen nach Santiago siehe in RM. 345—347. 

Den vollständigen Text der Reisebeschreibung siehe bei RM. 
315—348; vgl. RB. Nr. 450. 

1496 - 1499. Arnold von H a r f f (Arff im Jülichschen> 



-- 190 -^ 

bricht, 25. Jahre alt, am 7. November 1496 auf, und geht ja 
Begleitung von zwei Kölner Kaufleuten über Speier, Göppingen, 
Ulm. Memmingen, Kempten, Ehrenberg, Nassereit, Landeck, Meran, 
Trient, Verona nach Florenz (S. 4— 11), von da (Beschreibung 
jder Stadt S. 1 1) über Siena nach Rom (Beschreibung der Stadt 
S* 14—35; über Papst Alexander VI. vgl. S. 35 f.), wo er bei 
Andreas Barberer zur Herberge, liegt (S. 33) und einen 
guten Freund an Dr. Johannes Pay 11, Propgt aus Wassen- 
berg, findet {S. 14), durch dessen Vermittelung er der Feier 
des gi*ünen Donnerstages im S, Peter (S. 31) und der Fus$* 
Waschung beiwohnen darf (S. 32), auch mit dem Junker von 
Mors und dem Herrn von Croy päpstliche Geleitsbriefe er- 
hält (S. 33). Von Rom geht er über Spoleto, Foligno, wo ihm 
.„der Venusberg" gezeigt wird, (S. 37) nach Ravenna, wo ein 
Aachener ihn freundUch au&inmdt, und nach Venedig, Hier 
wohnt er im Deutschen Hause „in Anthoni Pafiendorps Kamer, der 
yetzunt zo Coelne hyjider synt Marijen woenhafiftich is** (S. 41); 
er segelt ab am 5. Februar 1497 (S, 59) mit einem Schiffe, 
dessen Büchsenmeister aus S. Trond stammte (S. 62). In Mo- 
den trifft er einen anderen deutschen B.üchsenmeister 
Peter (S. 67), in Cairo zwei deutsche Mamluken: Konrad 
aus Basel und einen aus Danzig (S. 86), die ihn herum'- 
führen und im Auftrage ihres Sultans an den Hof bringen, wo 
er wegen der Kreuzzugsrüstungen Karls VIII. von Franbeich 
ausgefragt wird (S. 86 f.). Von Cairo (Contract mit dem Kameel- 
treiber S. 115 f.) reist er nach dem Sinai (S. 114—118), von 
<la nach Berenice und mit genuesischen Kauf leuten nach Mekka, 
wo er in der Kaaba Eintritt gefunden haben will (S. 133)! 
Weiter erzählt der Reisende von dem fabelliaften Königreiche 
Saba (S. 135), von der Seefahrt bis Kangera in der Nähe des 
„ Magnetberges *" (S. 135) und des Amazonenlandes (vgl. Strabo 
XI, 5), von den Thomaschristen (S. 138 f.), vom Priester Johannes 
(S. 140 f.), von der Handelsstadt Kangera an der Küste Malabar 
(S. 140) und dem Königreich Lack (S, 144). Von Indien ge- 
langt der Pilger nach Madagaskar (S. 145 — 147), in dessen Nähe 
er eine Meeresströmung findet (S. 148), dann nach Phasgar, 
Gamma, besteigt das Mondgebirge bei Kobalhar (S. 149) und 
findet die Nilquellen (S. 150)! Weiter will er über Leuma, 
Hiere, Gargisa, Poro nach Aschnachua gekommen sein, zur See 
nach Zabarach in Aethiopien (S. 151), das er durchreist (S. 152 
— 155), dann zurück nach Cairo. Von da geht er über Gaza, 
wo er drei Wochen eingesperrt wird (S. 159), nach Jerusalem, 
wird hier durch einen deutschen Mönch aus S. Trond her- 



^ 191 — 

umgeföhri (S. 165, 182), durch Johann von Preussen, Ritter des 
heiligen Grabes (S. 173), zieht nach Damascus (S. 195—197), 
dann durch Kleinasieu (3. 198—203) nach Constantinopel (S. 203 
— 204), wo er einen deutschen Renegaten Franz Kassan aus 
Brassberg in Steiermark trifft (S. 204), von da über Pesth nach 
Venedig (S. 210—214), dann nach Mailand (über die Deutschen 
in Mailand vgl. Archivio storico Lombarde 1892, 996 — 998), 
Turin, durch ganz Südfrankreich (S. 216—224) nach Santiago« 
zurück nach Paris (224—244), wo er den Herzog Engelbert 
von Cleve trifft und vom Könige den Ritterschlag empfängt 
(S. 245); endlich kehrt er über Cambray am 10. November 1499 
wieder heim nach Cöln (S* 250), 

Seine Reisebeschreibung gab von Groote, Köln 1860, heraus 
(darin das Itinerar S. 2 f., 250—251 und Wörterverzeichnisse: 
S. 64—65 slo venisch, S. 65 albanesisch, S. 75 f. griechisch, 
S. 111 — 113 arabisch, S. 188 f. hebräisch, S. 209 f. türkisch, 
S. 212 f. ungarisch, S. 227 baskisch, S. 240 f. bretonisch; sonst 
vgU ADE. und RB. Nr. 451. üeber den geographischen Werth 
des Berichtes vgl. Korth in der Zeitschr. d. Aachener Geschichts- 
vereins 1883, V, 191-219 und 1884, VI, 339-340; ZDPV. 
XVI, 277; Münch, AUgem. Zeit. 1891, Nr. 19. 

1497 a. Herzog Bogislaus X. von Pommern bricht 
am 16. December 1496 mit einem starken Gefolge (300 Mann 
zu Pferde unter dem Reisemarschall Werner von Schulenburg 
und sechs Rittmeistern) von Stettin auf (Dalmar in Kantzows 
Pommerania, herausgegeben von Kosegarteu 1817, 11, 226 ff.), 
geht über Nürnberg (vgl. über seinen Aufenthalt daselbst v. Hor- 
mayr, Taschenbuch für vaterl. Geschichte 1834, 241), Worms 
(24. Februar 1497), von wo er den grössten Theil seines Ge- 
folges entlässt (S. 229), nach Innsbruck, wo er am 6. April an- 
kommt, und noch mehr Edelleute sich ihm anschliessen. Ei* 
empfängt hier die Erlaubuiss des Kaisers zum Antritt seiner 
Pilgerreise (S. 229) und trifft unter anderen auch die Herzöge 
Friedrich und Johann von Sachsen, sowie den Herzog Erich 
von Braunschweig an (Klempin, Diplomatische Beiträge zur Ge- 
schichte Pommerns ans der Zeit Bogislaus X., Berlin 1859, 539, 
wo bis Seite 541 die Briefe des Herzogs von seiner Wallfahrt 
an seine Gemahlin abgedruckt sind; einen Brief des Herzogs 
an die Signoria von Florenz [Vilerbo 1498] siehe in Baltische 
Stud. XXXm, 360 f.). Am ^. April in Venedig angelangt 
(Kantzow 229), schliesst er am folgenden Tage mit dem Rheder 
einen Contract, unter welchem unterschrieben sind (Klempin 
544—545): Frat. Georgius Boguslaus (d. h. der Herzog), 



— 192 — 

Christoph Palentzig, Degeuer Bugenhagen, Erbmar- 
schall des Landes (vgl. Jänig 40, Nr. 82), Martin Caritt 
(Domprobst von Kamin; vgl. Kantzovtr 225), DoringerRamele, 
Peter Podev«rils, Michael Podewils (Kantzow 229 nennt 
noch als Theilnehmer Kurt Krack ewitz), Joachim Jordan, 
Sigmund Barfus, Arndt Kamele, Valentin Doer- 
knecht, (Medicus), Ewald von der Osten, Erbmarschall in 
Pommern, Curt Flemming, Otto von Wedel, Achim von 
Dewitz, Dietrich von Mandelsloh, Wolfbrand Bück, 
Christoph Palentzky, Hans Mcy (?), Peter Sachsen- 
burg (aus Stettin), der bei R^mläh stirbt und begraben wird; 
Kantzow 242), Paridam Brunschwik, Hans Moire, Chris- 
toph von Wolkenstein, Hans Schutt (oder Stutt), 
Ewert Farwer, Reinhold Feltstede, Peter Bonis, 
Curth Manth, Antonius Hap, Johannes Moller, Fritz 
Jacob von oder am Weiler, Ludwig von Helmsdorf, 
Thomas de Zcoch, Stanislaus de Alberti, Andreas 
Lanyntily, Johannes Lanx, Georg von Guttenstein, 
Johannes Raubiol, Balthasar Pezinger, Johannes de 
Bruna (unter einem anderen Contracte sind die deutschen Pilger 
genannt: Johannes Turff, Johannes Nogner, Johannes 
Medten, S. 545). Der Herzog erhält die geistliche Erlaubniss 
zu seiner Pilgerfahrt in Padua (Kantzow 230; vgl. oben S. 191), 
nimmt als Arzt den Laurentius Pascasii mit sich und segelt am 
14. Mai ab (S. 230); am 30. Juni trifft er in Modon ein (S. 231). 
Dicht dabei wird das Pilgerschiff von Corsaren angegriffen, weil 
der Patron vor dem unbekannten Hauptschiff, dessen Capitän 
trotz wiederholter Aufforderung seinen Namen nicht sagen will, 
die Segel nicht einzieht (Kantzow 231; Schürpf 195 — 197 in: 
Der Geschichtsfreund, Einsiedeln 1852 der sich mit auf dem 
Schiffe befand und Qber den Kampf als Augenzeuge berichtet; 
Julius MuUer, Venetianische Aktenstücke zur- Reise des Herzogs 
Bog. nach Jerusalem in den Balt. Studien XXIX, 1879 [Separat- 
abdruck S. 44 ff.], 72 — 74; vgl. auch den Bericht Bembos in 
Histor. Venet., Argentor. 1611, 131 bei Barthold IVA, 522-523). 
In einem wüthenden Kampfe (vgl. die verschiedenen Angaben 
darüber zusammengestellt bei Barthold IVA, 510 — 512; über 
den Ort des Kampfes vgl. Conrady 285) vertheidigt sich der 
Herzog mit einem Bratspiesse, durch Christoph Polintzki 
(welcher Mit, und dem zu EhrSn auf der Heimkehr in Venedig 
ein Seelenamt gehalten wird; Jul. Müller 58), Peter Pode- 
wils und Valentin von Nürnberg gedeckt (Kantzow 232—235); 
zurückgetrieben schiessen die Türken das Schiff in Brand, lassen 



— 193 — 

aber infolge einer Unterhandlung mit dem Patron und vielleicht 
einer Bestechung durch pommersches Geld (vgl. Jul. Müller, 
93 — 97) von dem weiteren Kampfe ab und zwingen den Patron 
zu einer schriftlichen Erklärung, dass die Schuld am Kampfe 
der Patron wegen verweigerter Segeleinziehung und unterbliebener 
Declaration des Schiffes als Pilgerschiff habe (Schürpff 198 f.), 
und schleppen die stark beschädigte Galee bis in die Nähe von 
Candia (1. Juli; vgl. Kantzow 235 — 239; Jul. MüUer 43), 
wo Christoph Polintzki, Hans Knut von Danzig und ein 
Steuermann mit vier anderen Gefallenen am 2. Juli begraben 
werden (Kantzow 240 f.). 

Am 25. Juli treffen die Pilger in Cypern ein, am 3. August 
in Jaffa (Kantzow 241 ; in Ramiah stirbt Antonius, ein Priester 
aus Mainz [am 21. August] in Jerusalem nach Schürpff 208). 
In der Nacht des 25. und 26. August schlägt Johannes von 
Preussen, der Guardian vom Berge Zion, den Herzog Bogislaus 
zum Ritter des heiligen Grabes (Schürpff 229; Kantzow 242) 
und dieser dann die meisten seines Gefolges (26 nach Schürpff 
229; Kantzow 243 nennt: Degener Buggenhagen, Gurt 
Flemming, Karsten Borck, Achim von Dewitz, Ewald 
von der Osten, Otto von Wedel, Gurt Krackewitz, 
Peter Podewils, Dornik Ramele, „welche hernach den 
Stand geführt haben**, ferner: Michael Podewils, Achim 
Werich, Sigmund Barvot, Arndt Ramele, „die doch 
den ritterstand nicht gefüret haben"), ferner auch: Christoph 
Wallestein, Fritz Jacob von und aus Weiler, Ludwig 
von Helmsdorf, alle aus Oesterreich, Georg von Gutten- 
stein, Balthasar Petzinger aus Böhmen, Thomas de 
Zcoch (oder Zecha), Stanislaus de Ablent aus Ungarn, 
Dietrich von Mandelsloh, Wolfrund Bück aus Braun- 
schweig zu Rittern (Kantzow 243). Nachdem Bogislaus das 
Kloster vom Berge Zion mit hundert Ducaten beschenkt und 
alle Jahre zehn Ducaten regelmässig zu spenden versprochen, 
bricht er schnell von Jerusalem auf (30. August) aus Furcht, 
dass ihn ein aus Pommern vertriebener Jude aus Rache ver- 
rathen werde, was dieser auch dem Herrn von Nablus vergeb- 
lich versuchte (Kantzow 244 — 245 ; Schürpff 236 ; vgl. oben 
S. 61, Note 208), segelt am 3. Sept. ab (Schürpff 239) und gelangt 
glücklich nach Cypern, wo sein Kaplan Lorenz Buchholz 
stirbt und auf dem S. Petrikirchhof beerdigt wird (Kantzow 245). 
In Rhodus (29. September) findet er seine verwundet zurück- 
gelassenen Reisegefährten wieder; ein reicher Bürger giebt ihm 
seinen Sohn Constantin mit, der auch wirklich nach Pom- 

Röhricht, PilgciTcison. 1 3 



— 194 — 

mem den Herzog begleitet und dort unter dem Namen der 
Greck in Wolgast lebte (Kantzow 246), In Modon bewirthet 
er seine Mitpilger, darunter sich auch viele aus Danzig befanden, 
aufs prächtigste (S. 247); am 18. November kommt er nach 
Venedig, wo er mit grossen Ehren empfangen und auch sein 
Kampf mit den Corsaren theatralisch dargestellt wird (Kantzow 
248 flf.; Jul. Maller, 58—60; Ludwig Tschudi, 67, hörte noch 
1519 auf seiner Fahrt von jenem Kampfe erzählen). Von Venedig 
aus geht er nach Rom, woliin ihm Herzog Erich von Br.-Gruben- 
hagen, der deutsche Gesandte, mit vielen deutschen Herren das 
Ehrengeleit geben (31. December 1497; vgl. Klempin 541; Bar- 
thold IVB, 525 — 527); auch der Papst empfängt und beschenkt 
ihn (Kantzow 252 — 257; zum Aufenthalt hierselbst vgl. Jaenig 39 
Nr. 80: 18. Jan. 1498). Vo da geht er über Siena, Florenz, 
Bologna, wo ihm die deutschen Studenten feierlich entgegen- 
ziehen, und Verona nach Innsbruck (Kantzow 257—260), wo er 
tournirte; am 11. April 1498 kommt er nach Gartz, am fol-* 
genden Tage nach Stettin (Kantzow 265 f.), wo er in ehren- 
vollem Pomp eingeholt wurde. 

Zum Andenken an seine glückliche Heimkehr, welche zu- 
nächst durch ein Tedeum gefeiert wurde, schaffte er, infolge des 
auf der Fahrt abgelegten Gelübdes das Strandrecht ab (Kantzow 
243 f.), schenkte den Herzogshut und das goldene Schwert, wel- 
ches ihm der Papst verehrt hatte (das in der königlichen Kunst- 
kammer zu Berlin sich befindet), sowie auch das goldene Ge- 
wand, das ihm der Kaiser geschenkt, mit vielen Heiligthümern 
der Ottenkirche zu Stettin, wo er auch seinen Kampf mit den 
Corsaren abmalen liess (Kantzow 268; Barthold IVA, 534; ein 
anderes Bild wird aus der Diebold - Schillingschen Chronik bei. 
Schürpff 191, Note 1 erwähnt). An der Stelle dieser Kirche, 
welche 1575 abgerissen wurde, erhob sich die neue Schloss- 
kirche, aber jenes bildliche Andenken soll dort wieder aufge- 
frischt sein, wie man auch im Schlosse zu Wolgast noch Tapeten 
mit bezüglichen Bildern zeigt. Ausserdem liess Bogislaus in 
Wolgast noch die Gertraudkirche erbauen (Anonymus, Des Her- 
zogs B. X. von Pommern Pügerreise nach d. gelobten Lande, 
Berlin 1859, 16, 18, 19; Bartholdt, Gesch. von Pommern IVA, 
498—535). Sonst vgl. Benno, Bogislaus X., Herzog von Pom- 
mern, Cöslin 1822; Busch, Neue Tagebuchblätter 1879, 368; 
Joh. von Wedells Haushaltungsbuch in Bibl. des litt. Vereins 
in Stuttgart 1882, CLXI, 10 — 11 (wonach Bogislaus nach seiner 
Rückkehr sofort die Zölle in Wolgast und Damgarten erhöhte; 
ebenda 21 wird der Dr. Kitscher, welcher über die Pilgerfahrt 



— .195 — 

des Herzogs ein grosses Gedicht verfasste, erwähut mit den 
Worten: „den Hertzog Bogislaff von Hertzog von Sachsen in 
der Rückreise vom heiligen Lande loss gehandelt"); Der Bär 
1887, Nr. 28—30; Neueste Nachrichten aus dem heil. Lande 
1881, XXV, 129-137; ADB., RB. Nr. 454 und Röhricht in 
ZDPV. XVI, 277. Ueber den berühmten für die Universität 
Greifswald auf seiner Pilgerreise gewonnenen Reclitslehrer Petrus 
von Ravenna vgl. Savigny, Gesch. d. röm. Rechts 1850 (2. Aufl.), 
VI, 491 — 492, Henricus a Seelen, Selecta litteraria, Lubeccae 
1726, 678—686, ABB.; über ihn vgL besonders Westdeutsche 
Zeitschrift XVI, 1897, 223-256. 

1497 b. Hans Schürpff, Rath von Luzern, reist von 
Hause am 1. April mit Hans Wagner, Fähnrich aus Schwyz 
(über ihn vgl. Meier in Mitth. d. bist. Vereins von Schwyz IX, 
57) und Johann von Meggen ab und kommt über den Arl- 
berg und Trient nach Venedig (S. 184), von wo er mit dem 
Herzog Bogislaus X. von Pommern nach dem heiligen 
Lande abfährt (S. 195 ff.). In Candia stirbt Johann von 
Meggen (S. 199), in Ramiah ein Domherr aus Mainz 
(S. 207); in Jerusalem wird Schürpff Ritter des heiligen Grabes 
(S. 229). Auf der Heimkehr bleiben in Rhodus krank zurück: 
ein Herr von Woikenstein ob der Etsch, zwei andere 
Ritter und ein Priester aus Mainz (S. 240). Er kehrt über 
Otranto, Bari, Rom, Loretto, Venedig glücklich wieder heim 
(S. 248 f.) mit vielen Reliquien (vgl. Nüscheler, Gotteshäuser 
des Decanats Luzern 29; vgl. Stückelberg 16). 

Seine Reisebeschreibung erschien im Schweiz. Geschichts- 
freund, Einsiedeln 1852, VIII, 182-249; vgl. RB. Nr. 455. 

1497 c. „lasperus de B ockw aide (Buch wald), nobilis 
provincie Holtsacie, ex Hyerosolyme (ubi factus miles sive eques 
auratus) rediens in civitate Viterbiensi a latronibus cireumventus 
ac letaliter vulneratus Rome obiit in XVII domo Hospitalis die 
B Marzii hora 19 anno D. 1497 et sepultus in hospitali nostro 
sepulturaque ejus lapide fuit marmoreo decorata. Jussit in 
testamento Detleum fratrem ac suum haeredem dicto Hospitali 
ducata auri in domo de camera viginti in eleemosynam (per- 
solvere) pro anima sua** (Jaenig, Liber confraternitatis B. Marie 
de Anima Teutonicorum, Romae 1875, 273). 

1498a Im Jahre 1498 pilgert Herzog Heinrich von 
Sachsen, dessen Reise einer seiner Begleiter, Stephan 
Baumg artner (vgl. über das Geschlecht Will 11, 321 ff.), be- 
schrieben hat (Handschr. des German. Museums zu Nürnberg 
Nr. 369, 40, 38 Blätter, davon 27 Bl. Text, 8 Bl. mit Alibil- 

13* 



— 196 — 

düngen ; auf dem Titelblatte befinden sich drei Wappen mit dem 
fünffachen Kreuz von Jerusalem) ; einige, j^ber nur unbedeutende, 
Notizen, finden sich darüber auch in : Glafey, Kern der Geschichte 
Sachsens, 4. Auflage, Nürnberg 1753, 107 — 109, au3 dem Tage- 
buch des Bernhard Freydinger; vgl. auch Mencius Nr. V, 78 
— 101 (Mergenthai 0. 4 setzt fiilschlich die Wallfahrt in das 
Jahr 1506, in welchem der Herzog nach Santiago ging) und 
RB. Nr. 457. 

Nachdem der Fürst fllr den Auszug sich hatte das Horos- 
kop stellen lassen, bricht er Sonnabend nach Lätare (31. März) 
auf (Glafey 108) und erreicht glücklich Venedig, das er und 
seine Begleiter am 21. Juni verlassen. In der Nähe von Modon 
erhalten sie die Nachricht, dass ein türkisches Geschwader von 
sechszehn Schiffen in der Nähe kreuze, aber unter dem Schutze 
von drei venetianischen Begleitschiffen fahren sie ruhig weiter. 
Am 6. Juli kommen sie in die Gegend, wo man vor einem Jahre 
den Herzog Bogislaus von Pommern überfallen und ihm viel 
Schaden zugefftgt hatte (vgl. oben S. 192 — 193). In der Nähe 
von Rhodus segeln sie an einer Stadt vorüber, (Langossa?), 
welche vor vier Jahren durch das Meer zum grössten Theil 
unterspült und untergegangen wai\ Am 21. Juli gelangen sie 
nach Rhodus, am 28. Juli nach Cypern, am 31. Juli nach Jaffa, 
wo sie vierzehn Tage auf das Geleit warten müssen, so dass 
sie erst am 18. August in Jerusalem ankommen, wo folgende 
Pilger zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen werden: Diet- 
rich von Schleywitz, Ando Galia zu Walana, Steffan 
von Gundel fingen, Ganian Ma n siede o, Johann von 
Frenäho, Ratzloff Herr Berssgossgi, Johann Jorin 
von Mailand, Heinrich von Jonima, Paul Boess von 
Waldeck, Claudi von Darnaho, Georg von Andila, 
Seufriedt von Lüttich, Lorentz Piellsse, Augustin 
von Grabendo, Konrad ZüUhart, Andreas Pflug, 
Kaspar Wintzerer, Rudolf von Bünau, Sebastian 
von Ipenburg (?), Georg von Schleinitz, Kaspar Boess, 
Johann von Leuendal, Cestir de Wochy, Otto Pflug, 
Hans Serenteiner, Günther von Bünau (Glafey 107), 
Kersten von Weydenbach, Johann Torantt, Hanns 
Löesser, Michel Unger, Hisickh Khassel, Hirsickh 
Zanisy, Christoph von Bernstein (Glafey 108, wo noch 
ein G r e n s i n g genannt wird, der auf der Reise gestorben sei), 
Thomas Pflug, GeorgKetzel, Sebald Ketzel, Stephan 
Baumgartner. Martin Khress, Ulrich Schütz, Chris- 
toph Löffelholz, Eustachius Rieter (vgl. oben S. 156; 



— 197 — 

Will m, 351; Das Reisebuch der Familie Rieter 2). Der Auf- 
bruch erfolgt am 23. August. In Jaffa lassen die Türken nur 
die Mönche und alten Pilger in das zur Abfahrt bereit liegende 
Schiff anfangs einsteigen und treiben die übrigen sechszig Pilger, 
darunter den Herzog, in den alten Pilgerchan zurück (wahr- 
scheinlich weil der Herzog durch Zigeuner seines Inkognitos be- 
raubt worden war, worauf sich Freydinger, bei Glafey 108, 
deutlich bezieht, und man ihm einen starken Tribut abpressen 
wollte), bis sie diese nach zwei Stunden infolge reichlicher Ge- 
schenke endlich auch freilassen. Die Rückreise erfolgt ohne 
Störung; am 19. October landen die Pilger wieder in Venedig. 

Ueber die Anwesenheit des Herzogs Heinrich von Sachsen 
in Venedig theilt Herr Camillo Soranzo aus den Diarii des Marino 
Sanudo (I, Theil % 52) Nachstehendes mit: „12. mai 1498. 
Vene in quista terra alcuni Signori Alemanni tra 11 quäl un 
nepote dil Duca di Saxonia et Domino Zorzi da Torre (Thurn!) 
et altri pelegrini per andar in Jerusalem, et perch^ Alvise Zorzi 
dil quäl era la galia dil Zaffo erra rimasto Providitor a Gradischa 
ne voleva far quel viazo questo anno, dicti peligrini li volevano 
far bei partido arciö andasse, siehe sta su queste pratiche. Loro 
volevano dar ducati 70 per testa, lui voleva 80 et andoria et 
non andarve al Rezimento quello sarä serivico^. 

Glafey (Kern der sächs. Gesch.) 108 schreibt, dass Herzog 
Heinrich am heiligen Dreikönigstage eine grosse Schmauserei zu 
halten pflegte, und fährt fort: „Wenn dann die Mahlzeit aus 
war et onmes bene poti eramus, so hub man an das Respon- 
sorium: Dluminare Jerusalem ! mit heller Stimme zu singen; das 
war dem Fürsten eine sonderliche Freude, sang auch mit und 
schrie wohl sehre als ein anderer, und solch Gesang gab auch 
Ursadh, dass er gemeiniglich von Jerusalem anhub zu' reden, 
wie er sampt anderen auf den Esel geritten und das Respon- 
sorium gesungen hätte ^. 

Auf die Pilgerfahrt des Herzogs Heinrich von Sachsen be- 
ziehen sich auch folgende Aktenstücke, welche die Direction 
des königl. Sächsischen Hauptarehivs zu Dresden gütigst in Ab- 
schrift übersandte ; dieselben gehen der von Bernhard Freydinger 
verfassten Reise- und Lebensbeschreibung des Herzogs (Loc. 
10289) voraus. 

(Blatt 1): „Electio peregrinationis et Itineris. 

Auff den tag Sancti Ambrosii confessoris, das ist an der 
nechsten Mitwochenn nach dem Sonntag Judica (4. April), sal 
man auss der wouung als auss dem Slosse ausscyhen. So es 
XII stehet an eynem rechten horologium ad der eynem Com.- 



— 198 — 

pass das wist zun mittag gerade adder eyn firtel stunde davor 
seyn und fürt dye Reysse mit gots hulffe volenden. Gnediger 
herre ap ewer gnade adder ewer gnaden bruder auff Missen 
wunde zcyhen wolt ich mit ewer gnaden etwas des handeis 
heymlich reden. 

(Blatt 2) : Zcw wissen das eyn Ausszcugk auff Sonnabent 
nach letare (31. März) zwischen XI und XII stunde ist geschehen 
zcwm heiligen lande und Zcwneigung dae doch nicht gewiss ist 
zcw halden ist dise bedawtung. Von der behawsung biss auff 
mittelwege gein Jherusalem von der behawssung nehme ich abe 
das mag sey zigen von venedige inn eyner innseln als dye 
vdssen dye diss derfarung haben darnach nicht weyt von dem 
mittelmecht eyn besorgniss kommen adder eyn cleyne swachung 
des leybes adder susten ungefelle diss wird noch nicht schaden 
adder villeicht gewitters halben eyn forcht. In der Stadt zcw 
Jherusalem wirt es wol gnugk stehen sunder besorgen ist, das 
eyn widderwill adder affiure mocht werden von den dyener wnd 
den heyden, darumb hab man diss in achtung . . . widder auss- 
czwcyhen von dem heiligen lande biss auff mittelwege er heyner 
inn seyn landt mocht ym Ere adder etwas guts widderfaren 
von Etzlichen herren adder steten und darnach glugkseliglichen 
widder ynn seyn landt zcw kommen und von freunden Ere er 
kompt yn seyn behawssung geschehen. Das Ende disser reysse 
wirt gut und zcw eren gedeyen darumb sey der herre und fürst 
wol getrost und an besorgniss. Am tage ambrosii were besser 
zcwneigung gewest, doch ist gar gut dann sye verlengen wirt 
und nicht alzbalde zcw ende kommen. 

(Blatt 3) : Durchlawchter hochgebomer fürst, Gnediger herre, 
meyn undterdenige gehorsame dinst und inniges gebethe gein 
got sirit ewem fürstlichen gnaden allezcyt zcuvor Gnediger herre, 
rwer gnade bitte ich wissen, Nachdem e. g. sampt mit dem 
hochgeborenen fursten e. g. bruder von mir begert eyn Elec- 
tionem aufs auszcyhen zcwm heiligen lande zcw machen und 
angezceyget warde der zcwkünfftig Sonnabet (sie), habe ich 
beyden ewern gnaden zcw gefallen wye ich sollich gancz un- 
geme thue dann ich sollichem dingen nicht gewisset und not zi 
kennen zcw, dann ein zcwneigung zcw geben. So sein ouch 
mancherley fertigkeit, inn der forgenommen Reisse, woe dann 
etwas ungemach, an leibe adder gut zcw queme, diss got vor- 
hwte, do gebe mann dye schult mir wye dem allen dye liebe, 
dye ich zcwm hausse zcw Sachssen drage kan ich nicht ge- 
lassen, und schikg e. g. hiemit horam Electionis dann inn kurtzen 

:* f ceit mir angezceyget, kan ich nach meynem vorstentnOss keyn 
*V; '.:;•: : • 






— 199 — 

andere finden, woe ich aber vor fihr wocheu sollichs gewist 
hett, woltt ich mit gots hulffe eyn andere dye vor zceit adder 
nacli der zceit bequemer nach meyns g. h. ewers g. bruder 
natiuitet were gewest und was ich e. g. beyden zcw dinst kont 
geseyn thet ich gerne dieselbigen e. g. behüte gote zun glug- 
seligkeit und gesuntheit lannge jare. dat. an der mitwochen 
letare anno MCCCCXCVÜI. Ewer gnadenn demutiger Capplan 
Johannes Kongssberg. 

Dem durchlawchtenn hochgeborenen fursten und herrn herm 
Georgen hertzogen zcw Sachssen Lantgrauen in doringen und 
Marggrauen zcw Missen meynem gnedigen herren ad manus 
proprias." 

Wie wir wissen (vgl. oben S. 196 und MenciusNr. IV, 95 f.), 
ging Herzog Heinrich 1506 auch nach Santiago, und zwar, wie 
Freydinger (bei Glafey 109) berichtet, mit Emerich Löfel 
und Andreas Ritereysen; doch wussten die letzteren wenig 
davon zu erzählen; „denn Schlemmen war auf solcher Reise, 
wie ich von ihnen verstanden, die beste Andacht und Ablass 
gewesen." 

1498 b. Zur Geschichte der Pilgerfahrten des Geschlechts 
Ketzel, von dem zwei den Herzog von Sachsen begleiteten, 
ist noch zu bemerken. Im Germanischen Museum zu Nürnberg 
befindet sich eine Ketzelsche Stanun- und Gedenktafel, welche 
am 31. August 1595 zusammengestellt wurde. Die Inschriften 
lauten folgendermassen : „HeinrichKetzel zug zum heyligen 
Grab und auf Sant Katherina Pergk Synay 1438 Jar. Jörg 
Ketzel zug zum heyligen Grab mit Markgraf Friedrich, 
Churfürst aus der Marck, 1453. Ulrich Ketzel für 
nach dem Wasser auss dem Niderland zum heyligen Grab 1462 
Jar. Mertein Ketzel zug zwir zum heyligen Grab mit 
hertzog Ott von Bairn 1468 und mit hertzog Albrecht 
von Sachsen 1472. Wolf Ketzel zug zum heyligen Grab 
mit hertzog Friedrich von Sachsen Churfürst und 
hertzog Christoff von Bairn 1493 Jar. Jörg Ketzel 
zug zum heyligen Grab mit hertzog Heinrich von Sachsen 
1498 Jar. Sebolt Ketzel zug auch mit herzog Heinrich 
von Sachsen zum heyligen Grab 1498. Michel Ketzel 
zug zum heyligen Grab mit Graf Hermann von Henen- 
pergk 1603 Jar". 

Ebenso haben sich in der Kunstsammlung des Germanischen 
Musems vier kleine runde Glasgemälde aus dem sechszehnten 
Jahrhundert erhalten, welche wahrscheinlich einst in den Fenstern 
der 1696 abgebrannten Aegidienkirche eingefügt gewesen sind; 



— 200 — 

sie trageil neben dem Ketzelschen Wappen und den einzelnen 
Ordensinsignien die Inschriften: „Jörg Ketzel 1453; Ulrich 
Ketzel 1462; Wolf Ketzel 1493; Jörg Ketzel 1498; 
Sebolt Ketzel 1498" (vgl. Will, Nümb. Münzbelustigungen 
IV, 179-189). 

Durch die Güte des Herrn Prof. Dr. Jorga erhielt ich aus 
dem Königsberger Staatsarchiv, Schublade J. Nr. 6 folgendes 
Brief fragment : „Reverendissime ac illustrissime Princeps! Re- 
latu niustrissimi principis Domini Henrici de Saxonia, germani 
vestri, qui nuper incolumis rediit ab Hierosolymis, quo peregre 
profectus erat, Rhodum transiit, accepimus, V. Illustrissime Do- 
mine, ad inclitissimum sacri ordinis miliciae Santae Mariae Pru- 

tenorum magistratum, quod nobis pergratum est Datum 

Rhodis die XXIV Septembri MCCCCLXXXXVIIL . . Cardinalis 
M.Magister miliciae HospitalisHierusalem acRhodiorumequitum^ 
„Reverendissimo ac Dlustrissimo principi ac Domino Domino 
Friderico de Saxonia, sacri ordinis 3anctae Mariae Miliciae Pru- 
tenorum M. Magistro, amico nostro observantissimo". 

1499 treten mehrere deutsche Pilger mit einem Empfehlungs- 
briefe des Bisciiofs Lorenz von Würzburg an den Dogen von 
Venedig versehen, ihre Pilgerfahrt an; die Diarii des Marino 
Sanudo (Venezia 1879) II, 688 berichten darüber folgendes: 

„Vene molti pelegrini todeschi in collegio con Pietro 
Pender merchadante sta qm*, et presentono una lettera, la 
copia di la quäl sarä posta qui sotto, dimandono al principe 
consejo perche che galia die ZafiPo questo anno non era: et 
il principe li tochö la man a tutti et il disse consegliava 
non andasseno per il (p. 689) pericolo di V armada turchesca 
la quäl era per ussir certissimo. Copia di una lettera 
del vescovo Herbipolense a la Signoria nostra. 
Potentissimo principi Augustino Barbadico, Vene- 
tiarum duci, Laurentius, Dei gratia episcopus Herbipolensis 
et Franciae orientalis dux, . salutem. Veniunt ad urbem 
vestram viri quidam ex ipso meo ducatu, moribus et ortu 
nobiles, navigaturi in ludeam et adoraturi Christi Salvatoris 
sepulcrum atque vestigia. Plane scimus, tam longa profec- 
tione multa accidere solere, quibus hospites et peregrinos 
homines humanitatis officio juvare oporteat, videlicet quae 
Venetiis confacienda sunt, nihl dubitamus etiam sine nostris 
literis eos assequi posse. Navigatio ipse forsitan periculosa 
est, verum quia et maris imperium et insule ipsae, quae 
vel adeundae, vel praetereundae vestrae ditionis sunt pene 
omnes, idcirco eos tutelae fideique vestrae summo studio 



— 201 — 

comtneudamus rogamusque signa in re vel liunianitate vel 
auctoritate vestra implorent; aut si auxilio vestro iudigeaiit 
hominibus de nobis et ducatu nostro benemeritis consilio et 
officio adesse diguemini. Sunt qui putent, eos diligentissime 
commendari oportere; nos vero minime, quippe qui scimus 
clarissimum illud et honestissimum nomen Venetum non ob 
nihil in tantum dignitatis fastigium evolasse. Verum ne da- 
rissiinis vasallis nostris officio nostro defuisse videremur, 
voluimus eis in re etiam minime necessaria morem gerere, 
quorum nomina sunt iiaec: Conradus de Schaumberg, 
marescalcus, Vegislaus (Bogislaus) de Volffs Kele 
(von Wolfskele), Conradus de Kere, Johannes de 
Bibra,Conradus deGrujubach (Grumbach), Marcus 
de Berlichingen, Philippus de Lapide (von Stein). 
Valeat feliciter vestra illustrissima dominatio, cui nos, si 
quando res postulabit, gratissimos ostendere conabimiu*. 
Datum in civitate nostra Herbipolensi nostro sub sigiUo, 
sexto Idus Maji anno salutis cristianae 1499. Non erat clausa 
et sine mansione/ 
Der in diesem Schreiben genannte KonradvonScliaum- 
berg starb am 30. November 1499 auf der Heimkehr, wie die 
Inschrift seines in der Marienkapelle zu Würzburg noch erhal- 
tenen Grabmals besagt (Heller, Lucas Cranachs Leben und Werke, 
Bamberg 1821, 114-115, Note 51). 

C. 1500* Konrad Zaunhaken, Walfahrt zum heilig. 
Land, so lautete der Titel einer jetzt verlorenen Handschrift, 
welche einst die Bibliothek auf Hohentübingen bis 1685 besessen 
hat (Roth, Die Fürstliche Liberei auf Hohentübingen und ihre 
Entfiihrung im Jahre 1635, 28—29, Nr. 10 im Verzeichniss der 
Doctoren, welche die philosophische Fakultät in Tübingen 1887 

— 1888 ernannt hat, Tübingen 1888, 4«). 

1503 a soll nach Eck, De itineribus religiosis comitum Henne- 
bergensium Graf Hermann VIII von Heneberg-Römhild 
nach dem heiligen Lande eine Reise imterriommen haben, die 
Georg von Boineburg in Versen geschildert habe, aber weder 
Spangenberg, noch Schuttes wissen darüber etwas zu berichten ; 
mit ihm zog auch Michael Ketzel aus Nürnberg (vgl. Will, 
Münzbelustigungen FV, 185; Stillfried-Haenle 159; Kamann 12 

— 13, auch RB. Nr. 572 und oben 199). 

1603 b am 2. Mai schreibt die Gräfin Anna von Eppenstein, 
Gräfin zu Stolberg und Frau zu Wernigerode, an ihre Mutter: 
„ Gebe uwer liebden zu erkennen, das myn fruntlich liebe broder 
Jorge myr geschrywen hat und damit zu verstein geben syme 



— 202 — 

uberfart zu dem helligen grawe; darzu em daii got der almech- 
tige vylle glücke und heylss gebe und eme mit genaden frolich 
herwoder heyljRFe" (Brief im FQrstl. Gemeinschaftsarchiv zu Stol- 
berg, mitgetheilt durch die Güte des Herrn Archivdirectors Jacobs 
in Wernigerode). Der hier genannte Graf Georg von König- 
stein-Epstein, Bruder der letzten Grafen Eberhard zu Königstein- 
Epstein starb 1527 unvermählt. 

In diesem Briefe wird auch noch gemeldet: „Hab auch 
zu Frankfurt allenthalp bestellen laissen, so bottschafft von 
Venedig durch KauflFleite . . . kompt, das ich hoff, seiner Liebde 
zusandt zu vernemen und e. 1. dieselb nit zu verhalten." 

1604 (März) berichten die Diarii des Marino Sanudo V, 
J012: „vene il fradello di lo episcopo di Magonza 
elector de Timperio, e sentö appresso il principe, 
ritornato, di Jerusalem. Bisse havia certa differentia con 
sier Marco Zustignan commesso al cataveri; Taldino, et espe- 
dissa sumarie. E da super e venuta in questa terra la galia 
di pelegrini stäta a Baffo". 

1505a. „Generosus Dominus Hogger, comes et domi- 
nus in Mansfelt, rediens ex felici peregrinatione terre saucte 
. . . voluit huic solemni confraternitati inscribi anno 1505, 
20. Febr.** (Jaenig 39, Nr. 74). Wie Herr Prof. Dr. Varren- 
trupp in Strassburg gütigst mittheilt, befindet sich im dortigen 
S. Thomasstift und zwar in dem Fascikel, welches viele Copien 
von Briefen, die von Sebastian Brant und an ihn geschrieben 
worden sind, auch ein Brief des oben S. 173 f., 183 genannten 
Lippold von HermansgrQn an Sebastian Braut (Lugduni Galliae 
9. Jan. 1504), worin er berichtet, er habe ihn in Freiburg und 
Basel mit dem Grafen Hoyer von Mansfeld vergeblich gesucht; 
dann fährt er fort: „Cum isto comite hac estate uel potius 
primo vere iturus sum ad Terram Sanctam non ex Veneciis 
neque per Adriaticum sinum, sed per mare Thirrenum, scilicet 
ex portu Massilie. Eritque navigatio nostra aliquantulum in- 
tempestiva, quare solveremus navem in principio Martii, ut ar- 
dentissimo calori Aegypti, Arabie et Syrie praevenire valeamus" 
(Die Reisenden wollten den Sinai und Jerusalem, dann Alexandrien 
besuchen und wünschten, da Brant diese Gegend gründlich 
kenne und ausführlich beschrieben habe [vgl. RB. Nr. 426], ihn 
als Führer mitzunehmen). 

1505b erbaut Matthäus Dambeck, der in Folge einer 
Kirchenbusse hatte nach dem heiligen Lande pilgern müssen, 
vor dem Parchimer Thore zu Perleberg in der Priegnitz eine 
Capelle des heil. Kreuzes ; die Entfernmig von da bis zum Koppel- 



— 203 — 

berge soll die Länge der Via dolorosa seiu (Grässe, Sagen]>uch 
des preuss. Staates I, 102). 

1505e wird Johannes Dantiscus (Flachsbinder), 
der in Italien studirte, in Venedig durch den Anblick eines 
nach J^ffa absegelnden Pilgerschiffes mit solcher Reiselust er- 
füllt, dass er die griechischen Inseln, da?» heilige Land und 
Arabien besucht; er kehrt dann nach Italien zurück und stirbt 
als Bischof von Ernieland 1543 (Voigt, Gesch. Preussens IX, 
265—266; V^iener Sitzungsberichte 1874, 263, Note 2; ADB.; 
RB. Nr. 576). 

1506 am 7. Mai bricht Kaspar von Mülinen mit seinem 
Vetter Rudolf von Scharnachthal auf, geht über den 
S. Gotthardt, trifft in Venedig ein am Tage, -wo der Doge „sich 
mit dem Meere vermählte^, gelangt glücklich nach Jerusalem, 
das er am 8. September wieder verldsst ; die Urkunde über die 
erlangte Ritterwürde (S. 196) ist datirt vom 3. August und 
ausgestellt von Guardian Loysius de Neapoli (Anonyme Familien- 
geschichte und Genealogie des Grafen von Mülinen, Bern 1844, 
35—36; Schweiz. Geschichsfoi-scher HI, 386—429; IX, 5; die 
Beschreibung seiner Jerusalemfahrt ward von Röhricht veröffent- 
licht in ZDPV. XI, 184—197; vgl. RB. Nr. 578). 

1606 — 1507 ist Franz von Arsent, Rathsherr von 
Freiburg (in der Schweiz), in Jerusalem und empfängt dort den 
Ritterschlag. Als er 1511 wegen politischer Umtriebe zum 
Tode durch's Beil verurtheilt worden war, wollte man ihm „die 
Ritterschaft^ nehmen, aber er erklärte, dies könne und dürfe 
keine Gewalt auf Erden thun: „denn ich hab sie von Gott dem 
allmechtigen, zu dem will Ich uff diesen Tag erschynen in sineni 
Rychels in frommer Ritter" (Schweiz. Geschichtsforscher I, 131; 
vgl. Memorial de Fribourg IV, 1857, 59; Max de Diesbach in 
Archives de Fribourg V, 208—209; Charles Kohler, Les Suisses 
dans la guerre d' Italic, 1896, 575—576). 

1507 unternimmt Herzog Friedrich II. von Liegnitz 
und Brieg eine Pilgerfahrt und bricht am 22. März auf mit 
folgenden Begleitern: Martin Wanner, Pfarrer zu Schweid- 
nitz und Altarherr zu Schönau (der Verfasser der Reisebe- 
schreibung), Christoph Wachsmut h, Altarherr zu Schweid- 
nitz, Lorenz von Hubrigk mit seinem Sohne Christoph, 
Otto von Parchwitz, Hans und. Lorenz von Seidlitz, 
Hans Schenke, Christoph Schkoppe, Hans Wagnuss 
und Stanislaus Ho ff mann, Rathsherr zu Schweidnitz (S. 101, 
107) ; von dem letzteren existirt in der katholischen Pfarrkirche 
zu Schweidnitz (Baugeschichte der kathol. Pfarrkirche zu Schweid- 



— 204 — 

iiitz, herausgegeben von Wernicke, Schweidintz 1874, 28 f. gütige 
Mittheilung des Herrn Verfassers) ein Epitaphiumsbild, worauf 
die Pilgerfahrt erwähnt ist. Die Pilger gehen über Brunn, Wien, 
Villach, Conegliano nach Venedig (S. 108 — 111 sehr interessante 
Details), wo im ganzen 182 der Ueberfahrt nach Jaffa harrten. 
Dem Herzog schliessen sich von ihnen noch an: GrafGünther IV. 
von Mansfeld (vgl. Niemann, Gesch. der Grafen von Mans- 
feld, 1834, 132; Spangenberg, Mansfelder Chronik, 403^) mit 
vier edlen Knechten (S. 115) und Georg von Auss (aus 
Mähren) mit seinem Koch, Meister Michael (S. 127); am 4. Juni 
erfolgt die Abfahrt (S. 116). In Ragusa treffen sie einen deut- 
schen Büchsenmacher Namens Hans (S. 117) und landen in 
Jaffa am 24. Juli (S. 125). In Ramiah stirbt aus der Reise- 
gesellschaft ein französischer Priester (S. 126); in Jerusalem 
finden sie in dem Juden Simon einen freundlichen und geschickten 
Agenten (S. 127), der ihnen das Nöthige an Lebensmitteln be- 
sorgt. Am 18. August segeln sie von Jaffa wieder ab (S. 201) 
und treffen am 12. November in Venedig glücklich ein (S- 209). 

Der Herzog liess nach seiner Heimkehr alle heiligen Orte, 
die er besucht, abmalen und das Gemälde in der S. Johannes- 
kirche in Liegnitz nahe der herzoglichen Gruft aufstellen, 1510 
(Ehrhardt, Presb., Liegnitzer Reformationsgesch. 21, Anm. e). 
Auf diesem Gemälde kniete der Herzog imfern des heil. Grabes 
unter dem Kreuze Jesu und rief aus: „0, Jesu, vere fili Dei, 
miserere et memento mei!** (gütiger Nachweis des Herrn Dr. 
Ewald W^ernicke). Nach Schönwälder, Geschichte von Brieg, 
1855, II, 2 wurde im Zeughaus zu Brieg auch eine kleine Flinte 
aufbewahrt, die der Herzog aus dem Orient mitgebracht hatte. 
Seiner Pilgerfahrt thut endlich auch Pancratius Vulturinus in 
seinejn Lobgedicht auf Schlesien (Padua 1506) Erwähnung in 
Versen: „Sed Mariae cultrix meliorem Hanovia (d. i. Haynau) 
potum Hospitibus fundis levior, quia nulla cerebro Damna libenti 
infert, urinam provocat ipse, Hunc uusque ad Solymas peregri- 
nus detulit olim" (vgl. Th. Scholz, Chronik d. Stadt Haynau 440, 
Note 2). 

Die Reisebeschreibung veröffentlichten Röhricht u. Meisner 
in ZDPV. 1878, I, 101-131, 177-215; vgl. RB. Nr. 502. 

1507 — 1508. Martin von Baumgarten in Breiten- 
l)aeh briciit mit einem Priester Vincenz und Georg von 
G a m i n g (über die Geschichte der Karthause G. in Oesterreich 
u./Enns siehe Archiv für. österr. Gesch. 1880, LX, 563 ff.) der 
uns einen parallelen Bericht hinterlassen hat (RB. Nr. 580), im 
April auf (S. 5, 17) und verlässt am 25. Juli Venedig (S. 18); 



— 205 — 

in Pola schliesst sich der aus Venedig nach Alexandria heim- 
kehrende ägyptische Geschäftsträger („Tongobardinus") den Rei- 
senden an (S. 21). Am 9. September kommen sie nach Alex- 
andria (S. 29), am 29. nach Cairo (S. 41), das sie am 5. October 
verlassen, um nach dem Sinai zu ziehen (S. 64). Dort treffen 
sie am 17. October ein und gehen dann über Gaza (14. Nov.) 
nach Jerusalem, das sie am 28. December wieder verlassen 
(S. 105). Am 8. Januar 1508 erreichen sie Damascus (S. 110) 
und durch die Bikäa am 17. Beirut (S. 114 f., 124); dann segeln 
sie am 29. nach Tripolis (S. 127), von wo sie am 6. Februar 
wieder aufbrechen (S. 135; über eine dort gefundene arabische 
Münze, welche Martin S. 129—134 beschreibt, vgl. die sorg- 
fältige Studie von Stickel in der Zeitschr. der Deutsch. Morgenl. 
Gesellschaft VI, 521 ff.). Am 1. April landen die Pilger in 
Rhodus (S. 141), am 8. Juli in Venedig (S. 163), von wo Martin 
über Trient nach Kufstein glücklich heimkehrt. 

Seine Reisebeschreibung gab aus den Tagebüchern Martins 
und Georgs in lateinischer Bearbeitung Christoph Donauer, Nürn- 
berg 1594, heraus; vgl. ADB. auch RB., Nr. 579. 

1508. Johannes Schmidt aus Lübeck bestimmt, dass 
man für ihn einen Priester nach Jerusalem senden solle (Jacob 
a Melle, 21 f.), „vnde deme beuelen, V Missen in dem Graue 
vnses Heren dasulues to holden** (S. 80). 

1510—1611 pilgert der Franciskaner Nicolaus Wanckel, 
dessen Schrift: Eine kurtze vermerckung der heyligen Stet, des 
heyllgen landts etc., Nürnberg, Jobst Gutknech^ 1517, 4^ er- 
schien (RB. Nr. 587; Falk in Vereinsschrift der Görres-Gesell- 
schaft 1879, 55 — 56). Vielleicht befand er sich unter den bei 
Marino Sanudo, Diarii XII, 243 unter dem 19. Juni 1511 zu 
Venedig erwähnten burgundischen, französischen und deutschen 
Pilgern (c. 30), welche mit der Jaffagalee des Jacomo Michiel 
absegelten, (vgl. RB. Nr. 587). 

1514. Magister Beruhardin Pfoll von Esslingen, 
Stiftsherr von S. Florin in Coblenz, bricht am 18. Februar auf 
nach Antwerpen, segelt von da nach S. Jago di Compostella, 
besucht dann Jerusalem und kehrt nach Venedig nach vielen 
glücklich überstandenen Gefahren zurück, besucht Loretto und 
Rom und trifft am 26. Mai 1515 wieder in Coblenz ein. 

Aus einem Nekrolog des S. Florinstiftes (Cod. membr. saec. 
XVI, fol. maj., im Besitz der Wittwe Schreiber in Prag) durch 
die^ Güte des Heirn Dr. Korth in Cöln. 

1515a. Konrad Clauser wird als Pilger erwähnt in 
Cysats Collectan. A. 95 im Cantonalarchiv von Luzern; er soll, 



— 206 — 

nachdem er ^ganz Aegyten, China, Persien und die übrigen be- 
rühmten Gegenden Asiens** besucht (RB. Nr. 596), auch ein 
Reisetagebuch hinterlassen haben, das aber verloren zu sein 
scheint (Balthasar, Hist. Aufschriften 32 ; vgl. Schweiz. Geschichts- 
freund XXXIII, 114). L. 

1515 b am 14. Januar giebt Herzog Friedrich von Sachsen 
dem „Thomas Grussiez de Pliburg** fttr seine beabsich- 
tigte Jerusalemfahrt einen Geleitsbrief (Cantonalarchiv in Luzern, 
Formelbuch II, fol. 59). L. 

1515c am 11. April bricht Peter Falk aus Freiburg in 
der Schweiz, Johann Seitenmacher, genannt Vogt, aus 
Freiburg, Bernhard Mussy aus Romont bei Lausanne (der 
Verfasser des Berichts, der augenblicklich im Besitz des Prof. 
Gremond ist), Jacob vonRoverea, Herr von Cret, auf (S. 209) ; 
unterwegs schliessen sich der nach Rhodus reisende Ritter 
von Englisberg, Humbert von Praromann aus Frei- 
burg, dessen Ziel auch Jerusalem war, und der Caplan Ber- 
tolf aus Rheinfelden an und sie erreichen über den- Simplon 
alle glücklich am 15. Mai Venedig (S. 211). Im Ganzen 88 Pilger 
und viele Frauen segeln sie am 2. Juli ab und landen glücklich 
in JaflFa, erreichen auch Jerusalem, wo unter anderen Humbert 
von Praromann (28. August) durch Nicolaus von Lusiguau 
(oder vielmehr Tossignano; vgl. Glubovich 43) den Ritterschlag 
empfängt; Januar 1516 werden die Pilger wieder die Heimath 
erreicht haben (S. 216—217; sonst vgl. RB. Nr. 601: ZDPV. 
XVI, 278). 

Der mit der Ankunft der Pilger in Jerusalem endigende 
Bericht ist auszugsweise mitgetheilt von M. de Diesbach, Les 
pelerins Fribourgeois in Archives de V hist. de Fribourg V, 209 
— 217. Der dort (S. 264—273) vollständig mitgetheilte latei- 
nische SchiflFahrtsvertrag mit dem Patron enthält eine Menge 
Namen von Mitreisenden, die hier folgen: (S. 268) Jacobus 
de Roverea, creatus eques Dominici Sepulchri, Maxi minus 
G a n t n e r (Diener), Humbertus de Praroman, creatus eques 
Dom. Sep., Petrus Falck , Johannes Seitenmacher, 
alias Vogt, Bertolf Rudi (Canonicus von Rheinfelden, der 
schon einmal in Palästina gewesen war), Georgius de Sreit- 
berg, creatus eques Dom. Sepulchri (aus dem Brandenburger 
Lande), Georgius (sein Capellan), Robertus de Vienna, 
ferner aus Steiermark die Priester Matthaeus Montanus 
und Gregorius Siegfried, aus Frankreich: Johannes Ner- 
val (Prior des Bischofs von Mont F Evöque und Infirmarius des 
Klosters Fecamp, 0. S. B., der auf Cypern starb). Ursin us 



— 207 — 

Caniiin, Johannes Collas (beide Canonici aus Evreux), die 
Minoriten Floridus Doulle, Remigius de Glatigny 
(beide aus S^ez) und Gratian von Cassagnac sowie die 
Laien: Petrus deLabrieogne, creatus eques Dom. Sepulchri, 
aus der Diöcese Rheims, Petrus Barbisson, Aimon Dor- 
bet, Autoine Dinori, (S. 269) aus Spanien: Alfonsus 
Hordogniez, Canonicus, Haryas Veneras, Presb., die 
Friatres: Christophorus Martin und Johannes Baptista, 
die Laien Didacus Sansid de Santiago, Lopez Biscai- 
nus, die Frauen Isabella Dimagis de Santiago, Eleo- 
nora Martin, Isabella de Civista Siniglia, und Anna 
de Nebla, aus England: Johannes Hardy (kOnigL Capellan), 
Johannes Watson, Baccal., Johannes Reyston, Mag. (aus 
Cambridge), Johannes Frye, (der jetzt die zweite Reise nach 
Palästina unternahm und in Ramiah starb), Humfred Mon- 
mouth, Robert Paiet, Johannes Benet (alles Kaufleute 
aus London), Johannes Hannys (ihr Diener), Roger Nu- 
borrogh, creatus eques Dom. Sepulchri (der mit seinem Ca- 
pellan und 3 Dienern nach Venedig gekommen war, aber wegen 
seines hohen Alters durch Leo X. von seinem Gelübde ent- 
bunden, aber verpflichtet wurde, dafür 2 Fratres nach Palästina 
zu schicken), (S. 270) aus Ungarn: Petrus Foris, Petrus 
Croniesco de Madrussa, aus Polen: Dom. de Segonini 
(Kanzler des Erzbischofs von Gnesen), aus Burgund: Robert 
de Cornin (Canon, von S. Peter in Lille), Andreas (Priester 
aus Cypern), Johannes de Clof (Priester), Aegidius von 
Lille (0. Min.), die LiBydener: Franz de Hoogstraaten, 
Florius de Arcum, Philippus de Hemgowe, Johannes 
Petrus (und seine Frau Dy^, ferner Remboldus de Me- 
cheln, Aegidius Hundt, creatus eques Dom. Sepulchri, Jo- 
hannes de Cole Coline de Artesio, Jodocus von der 
Siehalden (aus Brüssel), Wilhelm Bernard (aus Breda), 
Johannes de Konik (aus Cypern), Dietrich de Haerlen, 
die Amsterdamer; Johannes Beth (der jetzt zum vierten Male 
pilgerte), Bruno Nicolai, Jacobus Brusso, Johannes 
Jacobi, Gisbert Thome, Laurentius, endlich Ybertus 
de Saveuse (aus Cambray), aus Savoyen: Ludovicus de 
Gebennis (Canonicus von Tarantaise), (S. 271) Antonius 
Trinchent (aus der Gegend von Tarantaise), Bernard Mussy 
(aus dem Waadtlande, der Verfasser des Berichts), aus dem 
Jülicher Lande: Wilhelm von dem Baumgarten, creatus 
eques Dom. Sepulchri, Johannes Ritter Johann, Ludger 
(O. Min.), aus Italien: Angelus de Azellis Ursinus (aus 



- 208 — 

der Romagna, Ritter des heiligen Grabes), Valentin (sein 
Diener), Julius de Marino, Baptista de Pra in Gene- 
zano, Oliverius de Saxo ferrato (Piester), Fridericus 
de Lindmara de Polexina (0. Min.), aus Bologna Fr. de 
Veneris und Christophorus Buretin, aus Ferrara Jhe- 
roniinus de San Vitale, aus Venedig der Patron Marcus 
Antonius Dandulus, Johannes Antonius Venerus, 
creatus eques Dominici Sepulchri, Jacobus Michael, Zacha- 
rias Monxinus, creatus eques Dominici Sepulchri, Johannes 
Andreas (von Padua), die Ritter des heiligen Grabes Fran- 
ciscus und Grabriel Cornarius, Pascalinus Trevi- 
sanus und Jheronimus de Pace, ausserdem Baptista 
Zusbergi (Priester), Nicolaus Cicilianus '(Priester), aus 
Mailand: Petrus Magnolinus, creatus eques Dominici Se- 
pulchri, (S. 272) Johannes Baptista de Opizonibus. 
Papiensis Dr. med., H i e r o n y m u s (0. Min.), Paulus Pol- 
zonus Cremonensis, creatus eques Dominici Sepulchri, 
Franciscus Melioris (0. Min., sein Capellan), Petrus de 
Restalis Cremonensis, Faustinus Cremonensis (O. 
S. Aug.), Simon de Papia (Diener des Antonius Veneri), 
(S. 272) aus Slavonien: Margaretha (im Habit der 0. Min.), 
aus Florenz: Bartholomaeus de Pisis (0. Pr.), Michael 
Berti deVolterris (der schon vorher einmal gepilgert war), 
aus Rhodus: Johannes Borelli (aus der Dauphine) und Jo- 
hannes West (aus England, beides Johanniter), Petrus Gal- 
V a n u s (aus Spanien, Priester der Johanniter), alle drei besuchten 
im strengsten Incognito das heilige Land. Ausserdem nennt 
der Contract noch folgende Pilger: Elisaeus (0. Min. de Castro 
Caro Romano), Bartholomaeus de Bergamo (Dolmetscher 
des Patrons) Bartholomaeus de Lyla Flamingus und 
Felix Grossde Anglia (beides Dolmetscher der Pilger), 
die Balistarii der Galee: Aloisius Thalafar, Petrus Bo- 
chagra, Martinus Portenarius, welche alle in Rhodus 
blieben, und (S. 273) Didacus deGaono(0. S. Trin.), aus 
SavoyeR: Dr. Petrus de Verdone, Ludovicus ßaten- 
deri de Mauriana, Nicasius de Liberstat (aus Arras), 
Johannes Cyprius (Prior ord. S. Aug. in Creta), Nicolaus 
Strindico (von Nicosia), der sich in Rhodus anschloss. 

1517 bricht Bernhard von Hirschfeld, Ritter zu Ka- 
mitz und Kämmerer, des Kurfürsten Friedrichs des Weisen, 
auf; als Begleiter werden genannt: Graf Heinrich von 
Schwarzenburg, Hans von der Planitz, Hauptmann zu 
Grimma (S. 33), Dr. theol. Martin, Domherr von S. Severin 



— 209 — 

in Erfurt, Hansund Georg von Minckwitz, Conrad (oder 
Cuntz) von Wolffersdorf, Rudolf von der Planitz 
und sein Sohn Georg, Heinrich von Bünau zu Teucheni, 
Hans von Weissenbach zu Torua, Christoph von 
Taubenheim, Hans von Dolzig, Dietrich von Meckau, 
Hans Schott zu Oberlindt, Andreas von Rosenau, Her- 
mann von Neustadt (die beide auf der Heimkehr sterben), 
Hans von' Schwarzenberg, Kaspar von Wallenfeld, 
Georg von Schaumburg (S.33), Christoph von Warten- 
berg, Wilhelm von Meseri^tzsch, John Suff von 
Falkensteiii, Jacob Pomphj aus Ungarn, Michael von 
Senssheim, Domherr zu Würzburg, Frohen von Hütten, 
Domherr zu Mainz (vgL Zimmersche Chronik IQ, 376), Eber- 
hard zu Hessen stein, Hofmeister des Landgrafen von Hessen, 
Ludwig von Hütten, Herrn Ludwigs Sohn, Philipp Käm- 
merer von Dalberg, Georg Vizthum zu NeuschOnberg, 
Christoph von Taubenheim der jüngere, Wolf und Bene- 
dix von Koterisch (zwei Brüder aus Holstein), Georg 
Schurtzbecher zu Ochsen, Johann Horstadt, Vicarius zu 
WOrzburg, Bernhard Graf, Vicarius zu Naumburg, Wolf 
Tau gel, des Domherrn Martins Knecht, Oswald von der 
Mussei, der Knecht des Hans Dolzig und Weissenbach, Sig- 
mund Manewitz von Brüx, Johann Niemitz, ein Schliz- 
ger (ein Schlesier), Wilhelm Domscherr aus S. Annenberg, 
der Diener des imgarischen Herrn, die zwei Dien^ des W. von 
Meseritzsch und Christoph von Warteuberg, ChristophFogen, 
Diener des Herru von Faikenstein, die sechs Knechte des von 
Hütten, Dalberg, Hans Schott, Bernhard von Hirschfeld, femer 
der Koch des H. von Schwarzenberg und des von Hütten, ein 
Barfdssermönch, Christoph Hemmerlin, Dolmetscher des 
H. von Schwarzenberg, auch zwei Spanier, zwei Franzosen, vier 
„Praebendare", einer von „Borgeun*' — „diese nachbenannten 
sind bis Rodiss mit uns gefahren und sind desselben Ordens; 
Ehr Jonge von Haus, Komtur zu Ruditum (Rüdigheim bei 
Hanau), Ehr Merten Hertwitz, Komtur zu Sitten (Schweiz), 
Ehr Jorge Schilling, Merten von Eyle, ein Seydelitz** 
(S. 46). 

B. von Hirsch feld bricht am 24. März auf (S. 32) und 
erreicht über Innsbruck, Sterzing, Toblach, Spilimbergo am 
9. April Venedig (S. 35), geht von doit über Loretto (S. 35 
—37) nach Rom (S. 37 f.) und von da zurück nach Venedig, 
von wo er am 17. Juni absegelt (S. 39 f.): am 16. Juli landet 
er in Jaffa (S. 56); er wird mit dem am 12. Juli 1517 bereits 

Röhricht, Pilgerreisen. j4 



~ 210 — 

gelaödetaa Eugl&nder Sir Richard Torkington (dessen Reisebe- 
scbreibung Loftie lierausgab) in Jerusalem zusammengetroffen 
9ein, der aber keine deutschen Pilgernamen nennt Auf dem 
Heimwege von Jerusalem nach Jaffa werden der Mainzische 
Marschall Frohen von Hütten und einer von Brüx Sig- 
mund Manewitz krank (S. 83), ebenso in Nicosia auf Cypern: 
H. und G. von Minckwitz, Christoph von Taubenheim, 
G. von der Planitz, Benedix Bowiss, H. v. Neustadt, 
drei Knechte, endlich auch Bernhard von Hirschfeld, der 
jedoch wieder gesund wurde und mit dem Grafen Hans von 
Schwarzenberg» Philipp Kämmerer von Dalberg, 
Hans von Dolzig, Hans von Weisssenbach, Hans 
Schott, Georg Vitzthum, Andreas von Rosenau und 
Wilhelm Domscherr nach Famagusta ritt (S. 87), von da 
nach Salines (S. 88). Am 25. September segelt die Gesell- 
schaft ab nach Rhodus, wo am 6. October Hessli Martin 
aus Friesland starb und in der Marienkirche begraben wurde 
(von ihm ist ein Pilgerbericht vorhanden, der in RB. Nr. 604 
nachgewiesen ist, aber nur bis zum 28. Juli, wo er in Jaffa auf 
der Rückreise ankam, reicht; vgl. De vrije Fries III, 1844, 
275—276) ; am 7. October fahren Graf Heinrich von 
Schwarzenberg, Hans von Dolzig, Philipp Kämmerer 
von Dalberg, Georg Vitzthum, Andreas von Rosenau 
lind Bernhard von Hirschfeld von Rhodus ab, müssen 
aber wieder zurückkehren und verlassen abermals Rhodus am 
12. October; sie landen in Tarent (S. 89 f.), von da gehen sie 
nach Neapel, wo eben die Hochzeitsfeier des Königs begangen 
wurde (S, 90f.). Von Neapel reisen Wilhelm von Canstatt, 
ein Herr in Mähren, ein Doctor, des Bischofs von Ohnütz 
Kanzler, David Gefu gener, des Herzogs von Liegnitz Diener, 
Johann von Hawlitz, Georg Brintz, zwei Knechte und 
ein Koch mit ab nach Rom; ausserdem kommen noch Chris- 
toph von Wartenberg, Wilhelm von Meseritzsch dort- 
hin (S. 97—98). Von Rom reist die Gesellschaft am 30. De- 
cember 1517 ab (S. 98); am 16. Februar 1518 war B. von 
Hir Sehfeld wieder in Altenburg (S. 101). 

Die Reisebeschreibung erschien zuerst in den Mittheil, der 
Deutschen Gesellsch. in Leipzig 1856, I, 31 — 106, dann mit 
recht interessanten Zugaben namentlich über einen päpstlichen 
Ablassbrief mid die Geschichte des Bernhard von Hirse b- 
feld im Auszuge von neuem von einem seiner Nachkommen 
im Wochenblatt der Johanniterballey, Brandenburg 1879, Nr. 38flF. 
Vgl. Dibbelius-Lechler, Beiträge zur sächs. Kirchengesch., Leipzig 



- 211 - 

1882, Heft 2; RB. Nr. 605 und ZDPV. XVL 278. Einen ganz 
kurzen Auszug unserer Reisebeschreibung aus dem von Spalatin 
imgelegten Stamm' und Wappenbuche der Hirschfelde (auf der 
Grossherzogl. Bibliothek in Weimar) siehe auch in Spalatins 
Nachlass, herausgegeben von Neudecker und Preller I, 158. 

1519a. Dietrich von Kettler, Drost von Ottenstein 
(bei Ahaus), sein Bruder Gotthardt von Kettler, Drost 
von Elberfeld, Gert von der Recke zu Heessen (bei Hamm), 
Everth von Cobbenrath, Dechant in Wormbach (i. Sauer- 
land), Kurt von Brenken und Johann von Hanxleden 
brechen mit ihren Dienern Zeries aus Schalcke (bei Bochum) 
Bernt aus Warendorp und Johann Hagebecke am 26. April 
auf (S. 171), treffen in Esslingen den Junker Graf Heinrich 
von Nassau. und Dietrich von der Recke, die sich ihnen 
anschliessen (S. 174), und gelangen über Ulm, Kempen, Nassereit, 
Nauders, Mals, Meran, Trient am 25. Mai nach Venedig, von 
wo sie am 1. Juli abfahren. In Rhodus fragen sie umsonst 
nach dem ihnen bekannten Johanniter Friedrich von Kappel 
und werden durch Wolf von Maassmünsier freundlich 
herumgefährt (S. 102). Sie landen 26. Juli in Jaffa (S. 194), 
treffen 4. August in Jerusalem ein (S. 198), wo einige von 
ihnen (die Namen fehlen) den Ritterschlag in der heil. Grabes- 
kirche (15. Aug.) erhalten (S. 66); sie reisen am 19. August 
wieder ab, treffen in Rhodus ihren freundlichen Führer wieder 
(29. September) an und landen am 3. Nov. in Venedig (S. 77). 

Der Bericht gab Hoogewg (Eine westfälische Pilgerfahrt 
nach dem heiligen Lande vom Jahre 1519) in Zeitschr. fOr 
vaterländische Geschichte und Alterthumskunde Westfalens XL VII, 
165—206 und XLVIII, 55—84 aus einer Handschrift des Grafen 
von Nesselrode-Herten heraus. 

1519b verlässt am 20. Mai Ludwig Tschudi Glarus, 
geht über Maria-Einsiedeln (S. B) und den S. Gotthardt nach 
Mailand (S. 5), wo der französische Gouverneur Lautrec ihn 
freundlich aufnimmt und mit Empfehlungsbriefen versieht (S. 7), 
und kommt am 20. Juni nach Venedig. Mit ihm segeln von 
hier aus folgende Schweizer Pilger ab, und zwar aus Luzern: 
Melchior zur Gilgen, Landvogt im Thurgau, der am 4. Oct. 
starb (S. 353 f.; Stockar 40) und mit Peter Falk (er starb 
nach Stockar 41 — 42 am 6. October) auf Rhodus begraben 
ward (Schweiz. Geschichtsfreund 1856, XH, 205, 213), Nico laus 
von Meggen (über ihn vgl. Schweiz. Geschichtsfreund 1880, 
137), Werner Buchholzer, Chorherr, aus Schwyz: Martin 
Richmuth, aus Unterwaiden: Heinrich Stulz, Conventherr 

14* 



- 212 - 

zu Engelberg (von dem ein paralleler Bericht existirt; vgl. RB. 
Nr. 618 und ZDPV. XVI, 278), aus Zug: Werner Steiner, 
Priester (vgl. Steiners Chronik in der Helvetia, Aarau 1832, VII, 
247), Thomas Stockar, Sigmund Schwarzmurer, Hans 
Brandenburg, aus Freiburg: Peter Falk, Ritter und Schult- 
heiss, (dessen parallelen Pilgerbericht Max de Diesbach, Les p^- 
lerins Fribourg. 218 — 227 auszugswei3e veröflFentlicht hat), An- 
tonius Pauillart (Stockar 65 schreibt: Babolier), Wilhelm 
und Peter Arsent (dieser war der letzte seines Stammes und 
ward, wie sein Vater, 1538 hingerichtet; vgl. Schweiz. Geschiehts* 
forscher I, 131 und oben S. 203), aus Schaff hausen: Johann 
Stockar, ferner aus Neuch&tel ein Conventherr (nach Max 
de Diesbach 219: Stephan Becancet und aus dem Waadt- 
lande Nicolaus Gachet), ein Priester aus PetcrIingen und 
aus dem Engadin (S. 2 f.; Stockar 65), denen sich noch 
Marco Antonio de Landriano, Johannes Angelo de 
Maino und Johannes Baptista de Cusano anschlössen 
(S. 12); ausserdem wird als Mitpilger noch ein junger pol- 
nischer Graf genannt, welcher gern stahl (S. 89 f.), und ein 
Pole Stanislaus de Dritzdoro (S. 90). AufRhodus treffen 
sie die Schweizerischen Johanniter: Peter von Engelberg 
(aus Freiburg, der am 28. Februar 1545 starb und in Freiburg 
begraben wurde nach Max de Diesbach 221), Gottfried von 
Landenberg (aus dem Thurgau), Walter von Hallwyl (aus 
dem Aargau; S. 84—85). Am 1. August werden sie vor Jaffa aus- 
geschifft (S. 99) und am 14. August um Mittemacht in Jerusalem 
Melchior zur Gilgen, AntonPauillart, LudwigTschudi 
zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen, ebenso noch vier 
Polen, sechs Niederländer und Engländer, drei Spanier, ein Mai- 
länder, zwei Franzosen, ein Schotte, zwei Pilger aus Coln; 
zwei aus dem Elsass und Breisgau und ein Graf von 
Nassau (S. 308). Am 21. August segeln die Pilger von Jaffa 
vrieder ab (Stockar 21). In Famagusta auf Cypern treffen sie 
(28. August) drei Landsleute unter dem dorUgen Kriegs volk: 
Heinrich Bruner aus Jestetten, Hans Schumacher aus 
Basel, Melchior Kürsnar aus Rottweil (S. 339 f.; Stockar 25), 
sowie den Hauptmami GeorgSeltzlin aus Salzburg (Stockar 
27); nachdem sie die Entlassung jener drei durch ihre Bitten 
bewirkt, segeln sie nach Rhodus weiter (Stockar 28 f.). Hier 
treffen sie die Johanniter Wolf Bermhuser aus Schwaben, 
Hans von Bischofrode (Herquet im Johann. Wochenblatt 
1881, 16), Christoph Waldner aus der Pfalz (Stockar 45 
und Herquet 1875, Nr. 16), sowie Wolf von MaassmQnster 



— 213 — 

aus dem Elsass^ die sie beschenken (letzterer gab später dem 
Hans Stockar einen ausführlichen Bericht über die Einnahme von 
Rhodus, der S. 94—100 steht). Während Nicoläus von 
Meggen, Martin Richmuth (über ihn vgl. G. Meier in Mitth. 
d. histor. Vereins von Schwyz IX, 57 — 58) hier zurückbleiben, 
segeln Thomas Stockar und Sigmund Schwarzmurer 
nur bis Apulien mit, um nach Rom zu gehen; Stockar landet 
am 8. November in Venedig und nimmt wieder seine Herberge 
bei Peter Schneider von Bern, „den man nennet Peter Binder^ 
(S. 54). Dann kauft er ein Pferd in Treviso zur Rückreise 
(S. 56), trifft in Trient den von Jerusalem heimkehrenden Grafen 
von Nassau (S. 58) und erreicht über Trient, Landeck, Vor- 
arlberg am 7. December glücklich Schaff hausen (S. 64)^ wo er 
höchst ehrenvoll empfangen wird (S. 65). 

Die Pilgerfahrt des L. Tschudi (Reise- und Pilgerfahrt zum 
heiligen Grabe, S. Gallen 1606) gab Melchior Tschudi (vgl. RB. 
Nr. 619), die des H. Stockar (H. Stockar von Schaff hausen, 
Heimfahrt, Schaffhausen 1839) Maurer-Constant heraus (vgl. RB. 
Nr. 617; einen Auszug aus Stockars Reisebeschreibung siehe 
auch im Feuilleton der Neuen Züricher Zeitung 1899, Nr. 12, 
14, 16 nach L.); Tschudi beschrieb unter starker Benutzung des 
Felix Fabri und Burchardus (S. 355 f.) seine ganze Fahrt, Stockar 
nur die Rückreise. 

In Bezug auf den oben unter den Pilgern Walter (sonst 
auch Hans genannten) von Hallwyl hat sich die Sage er- 
halten, dass er der einzige Sohn seines Vaters war und wider 
Willen desselben seine Pilgerfahrt unternahm. Beim Abschiede 
zerbrach der Vater einen Ring in zwei Hälften, damit er durch 
die eine sich bei seiner Rückkehr legitimiren könne. Als er 
nun nach 20 Jahren endlich heimkehrte, fand er das Schloss 
seines Vaters in ein Kloster umgewandelt, aber gewann es, da 
er sich durch die besagte Hälfte des Ringes als der richtige 
Erbe ausweisen konnte, glücklich wieder (Rud. Grimm, Neue ver- 
mehrte und verbesserte Schweizer Chronica, Basel 1786, 212, 
daraus wiederholt in: Alpenrosen, ein Schweizer- Almanach, her- 
ausgegeben von Kuhn, Meissner, Wyss u. a. 1811, 229). Die 
Erzählung ist geflossen aus einer durch Burckhardt von Hallwyl 
1562 überarbeiteten Familienchronik (vgl. Alpenrosen 1815, 71 f.; 
Argovia VI, 1872, 132—133). Gütige Mittheilung des Herrn 
Grafen Paul Riant. Nach Herrn Dr. Th. von Liebenau bezieht 
sich hingegen die Sage, wie das nach 1581 geschriebene Stamm- 
buch der Hallwyll will, auf Johann von Hallwyl (Sohn des c. 



— 214 — 

1S08 verstorbenen W. v, H.), der urkundlich 1314—1348 nach- 
weisbar ist 

C. 1619 (vielleicht kurz vorher) geht Hans von Flers- 
heim nach Jerusalem, nur um Ritter des heiligen Grabes zu 
werden, ,,wiewol derselbig zu vilmalen in ehrlichen thatten zu 
ritter geschlagen^ (Waltz, Flersheimer Chronik 2), 

1520. Heinrich Wölfli (Lupulus), Chorherr von S. Ni- 
eolaus, Dolmetscher und Ausrufer des Ablasspredigers Samson 
(später Protestant), seit 1527 der erste Chorgerichtschreiber der 
Stadt Bern (S. 362), bricht in seinem fönfzigsten Lebensjahre 
zu einer Reise nach Jerusalem 1520 auf. Am 20. April ver- 
Iftsst er Bern, trifft am 24. in Luzern seinen Reisegefährten 
Wymanu und geht mit ihm über den S. Gotthardt nach Mai- 
land, wo er dem päpstlichen Ablasshändler Samson und dem 
päpstlichen Legaten begegnet; am 13. Mai kommen die Pilger 
in Venedig an, wo sie in der Herberge eines Schweizers Peter 
Theilkäs Unterkommen finden (S. 371). Während eines sieben- 
wöchentlichen Aufenthaltes besuchen sie die Sehenswürdigkeiten 
der Stadt und segeln am 9. Juli ab. Ami. August besichtigen 
sie die S. Marcushirche auf Candia, an deren Portal sie die 
Wappen (S. 371) des Ludwig von Diessbach, Hans Ludwig 
von Scharnachthal, Kaspar von Mülinen, Bastian und 
Johann von Stein, Adrian von Bubenberg jun. und 
seines Priesters Benedict Erki finden, die früher nach Palästina 
gezogen waren (vgl. oben S. 109, 114, 116, 136, 161, 203). Am 
22. A^ugust landen sie auf Rhodus, wo der Johanniterritter Wolf- 
gang Maassmünster sie umherführt; in der BarfÜsserkirche 
finden sie die Grabsteine zweier Schweizer Pilger Melchior 
zur Gilgen und Peter Falk (vgh oben S. 206, 211 f.); die 
Gräber der beiden Schweizer schmückten sie durch Marmortafeln 
mit lateinischer Inschrift (vgl. Max de Diesbach 227). Nach- 
dem sie am 19. September vor Jaffa Anker geworfen, brechen 
sie von da am 24. auf und treffen zwei Tage später in Jeru- 
salem ein (S. 371). Am 20. October kommen sie wieder nach 
Rhodus, am 26. nach Candia, wo sie bis zum 12. November 
liegen bleiben müssen. Am Weihnachtsfeste landen sie in Corfu 
und nehmen Wohnung in „der Krone", wo sie die Wappen von 
zwei Berner Pilger finden. Nachdem sie hier ihr altes Schiff 
verlassen, landen sie am 2. Januar 1521 in Otranto» erreichen 
am 19. Salerno, wo Wolfii ,)Baschi Schmid, Eidgenosse von 
Willisau** trifft, am 21. in Neapel und am 30. Rom. Nachdem 
hier sein Reisegefährte Wymann sicii von ihm getrennt, be- 
sucht Wölfli alle Sehenswürdigkeiten, wobei ihm ein Prälat 



— 215 — 

Dr. Kaspar Wirtz von S. Gallen sowie ein Bemer Namens 
Jacob Gantner vielfach nützlich sind; ani 23. Febr. verlässt 
Wölfii Rom ^das nüwe Babylon und Ehegraben aller lästeren*" 
in Begleitung eines Gardisten Jacob May aus Bern. In Spo* 
leto besucht er einen gelehrten Freund Lupus Charetius 
(S. 379), findet ausgezeichnete Aufnahme und pilgert von da 
in Folge eines während des Sturmes abgelegten Gelübdes nach 
Loretto; hier verabschiedet sich Jacob May, um nach Rom 
zurückzukehren. Am 13. April kommt er nach Mailand, am 
28. April, nachdem er noch das südliche Frankreich besucht 
hatte, nach Genf (S. 380); am 1. Mai erreicht er Lausanne, am 
3. Bern (S. 386). 

Auszüge aus der ältesten deutschen Bearbeitung seiner 
Reisebeschreibung (darin 38 Illustrationen von Jacob Düntz in 
Bern) gab Herr Dr. Otto Ziegler zu Bern im Sonntagsblatt des 
„Bund*" 1874, Nr. 46, S. 362—363; Nr. 47, S. 371—372; 
Nr. 48, S. 378-380; Nr. 49, S. 386—387; Nr. 62, S. 409, 
welche Nummern Herr Dr. Ziegler mir zur Benützung gütigst 
zusandte. Sonst vgl. auch Stammler in Kalb. SchweizerbL 1887, 
158- 160, und über die Handschriften des Berichts RB. Nr. 621 
und Röhricht in ZDPV. XVI, 278. 

1521« Pfalzgraf Ottheinrich bei Rhein bricht am 
15. April von Lauingen auf, langt am 3. Hai in Venedig an, 
wo sich vier verschiedene Pilgergesellschaften anschliessen : 
1. Reinhard von Neuneck (auch in Zeitschr. für deutsche 
PhiloL XXV, 204 genannt), Bert von Hirham (Hirnhehn ?) 
Georg von Wembding, Wilhelm von Leonrod mit 
einem Koch Stephan, der italienisch sprach, einem Barbier 
Gilg, einem Dolmetscher Hensel, einem Knecht und Schneider 
Ruprecht, ferner 2. Graf Georg von ZweibrOcken ^) 
mit dem Mönch Pancratius von Wilsberg, einem Diener 
Hensel, sowie Engelhard voii Hirschhorn, Philipp 
Ulner von Dieburg, Bonaventura von Breitenbach, 
ein reisiger Knecht Schnal, ein Edelmann aus Dänemark Mag- 
nus Bildt und ein Nürnberger Bürger Sebald Gratz; S.Bern- 
hard und Jacob Wormser, Martin Vollmer, Domherr 



*) Er bestimmte noch am 2. Mai 1521 daheim (wohl am Tage 
seines Aüi brache) durch seinen Amtmann in Reichshofen, Wolf von 
Wickersheim, die üeberreichnng von 50 rheinischen Gnlden an den 
Präceptor, Prior und Convent des heil. Geist*Spitals zu Stephansfelde, 
jährlich am Donnerstag nach Cantante ein »Jargezeyt und gedechtnuss« 
zu begehen ; vgl. J. G. Lehmann, Geschichte der Grafen Hanau-Lichten- 
berg II, 324 f. 



— 216- — 

aas Strassburg, Apotheker Franz und ein Guardian, eben- 
falls daher, ein Vicarius aus Metz und Peter Hochschild; 
endUch 4. Heinrich von Landenberg, Christoph Piarer, 
Bastian und Rockins Mumprat, Vettern, Walter Koppel, 
Domherr aus Minden, Freiherr Ruckelt von Merode aus 
Jülich, ein Propst aus Brögge, Hans Zedlitz von Parch- 
witz und Christoph Kotlütz (Kittlitz), beide aus Schle- 
sien, und Friedrich Issekra aus Böhmen; auf der Heim- 
kehr stirbt Johann von Ow (auch in Zeitschr. f&r deutsche 
Philol. XXV, 202 genannt). Der Pfalzgraf verlässt am 5. Juni 
Venedig kommt am 18. Juli nach Jerusalem, von wo er am 
3. August wieder aufbricht und Triest am 3. November erreicht; 
von da geht er über Adelsberg, Innsbruck, Lauingen nach Nürn- 
berg und langt am 16. December daselbst an. 

Den Text siehe bei RM. 349— 401 und. dessen kürzere Be- 
arbeitung von Niki im CoUectaneenblatt des histor. Vereins, 
Neuburg 1882, XL VI, 1—26. Nach Spruner, Charakterbilder 
aus der Bayerischen Geschichte .1878, 265 wären von den in 
der ersten und zweiten Pilgergruppe genannten Mitreisenden 
des Pfalzgrafen alle bis auf ihn, den siebenzehnjährigen Grafen 
Georg von Zw., Reinhard von Neuneck und Georg 
von Wembding auf der Reise gestorben, wovon jedoch unser 
Bericht nichts erzählt. Ueber den zum Andenken an diese 
Pilgerfahrt gewirkten Teppich vgl. RM. 349, Note 1, ebenso 
über die Geschichte „vom dicken Enderle von Ketsch**, die vom 
Schultheiss von Kolmar bereits erzählt wird, Caesar Heisterbac. 
Dialog. Xn, c. 7—8, 322; sonst vgl. Johannit. Blatt 1881, 16 
— 18, Chronik von Augsburg herausgegeben von Roth IV, 150, 
ADB. und RB. Nr. 628. 

Zwei parallele Berichte von ungenannten Mitpi^ern des 
Pfalzgrafeu, die aber wenig Persönliches enthalten, sind von Röh- 
richt in der Zeitschrift für deutsche Philologie XXV, 166—220 
und 475-501 veröffentlicht worden, von denen der erster e 
(von einem Schweizer Bauern) Ottheinrich (S. 177, 2Ö4) aus- 
drücklich als Mitreisenden nennt und (S. 201) als auf der Reise 
gestorben Theodericus de Hagen (^ein erlicher Herr vnd 
Vicari auss den Niederland**) erwähnt, der zweite (wohl von 
einem Geistlichen) mit der Ankunft in Jerusalem anhebt und mit 
der Landung aufCypern schliesst; vgL RB. Nr. 629. Ob Bar- 
tholomaeus Korndorffer, der sicher 1522 die Levante be- 
reiste, wie er in der Vorrede (S. 1) zu seiner Schrift, De tinc- 
tura gemmarum 1635 sagt, gerade damals in Jerusalem war, 
ist ni<^ht auszumachen. 



— 217 — 

1523 a. Peter Füessli aus Zürich, seit 1518 Mitglied 
des grossen Rathes und 1521 Fähnrich der für Leo X« kämpfen- 
den Eidgenossen, tritt am 9. Mai 1523 seine Pilgerreise mit 
Heinrich Ziegler an (S. 209); sie reiten über Maria^Ein- 
siedeln, Werdenberg, wo Ludwig Tschudi ihnen freundliche Rath- 
schlage gab (S. 210), nach Feldkirch, dann über den Arlberg 
nach Landeck, von da über Trient, Castelfranco nach Venedig, 
wo sie vom Dogen gut aufgenommen werden. Hier empfängt 
Füessli durch einen Johanniter Simon I sei in aus Constanz 
ausführiiche Nachrichten über die Eroberung von Rhodus durch 
die Türken, die er in einem Schreiben an seinen Bruder nach 
Hause schickt (S. 211 f.), und findet auch eine deutsche Bibel, 
die er als Leetüre mit auf das Schiff nimmt (S. 21 1), Am 
7. Juli segeln die Pilger ab und kommen am 14. August nach 
Famagusta; am 25. betreten sie das heilige Land; ein deut- 
scher Minorit namens Hugo führt sie an den heiligen 
Stätten umher. Nachdem sie auch den Jordan besucht, kehren 
sie nach Jerusalem zurück; Peter Füessli (die Originalurkunde 
ist vom 15. September 1523 ausgestellt und befindet sich noch 
im Füesslisehen Familienarchive), Philipp Hagen aus Strass- 
burg, Ge'org von Prangert aus Lothringen und Erhard 
Rido aus Ryssel (Lille) werden zu Rittern des heil, ßrabes 
geschlagen. Hierauf verlassen sie iü der Nacht desv 23i Sep- 
tember die Stadt und schiffen sich am 3. October von Jaffn ein ; 
am 13. landen sie in Cypern (S. 221) und segeln am 1. De- 
cember wieder ab (S. 222). Nach mannigfachen Gefahren und 
Beschwerden landen sie am 12. Januar 1524 in Venedig und 
kommen am 27. wieder zui*ück nach Zürich (S. 223). 

Die Reisebeschreibüng ist in einem sehr dürftigen Auszuge 
von Job« Konrad Fuesslin im Anhange zu Heinr. Mirikes Reise 
von Constantinopel nach Jerusalem, Ausburg 1789, 207—224 
mitgetheilt worden; ausführlichere Mittheilungen, durch die ich 
zum Theit die dort gebotenen Nachrichten ergänzt^, sind ent- 
halten in dem Neujahrsblatt der Feuerwerkergesellschad zu 
Zärich (für das Jahr 1851) Nr. XLVI, 47 und 48. Die Hand- 
schrift befindet sich auf der Stadtbibliothek in Zürich (Mskr. 571). 
Sonst vgl. RB. Nr. 625 und ZDPV. XVI, 279. 

1523b. Philipp Hagen aus Strassburg (S. 282) trifft 
in Venedig als Reisegefährten Thiebaut von Jeandelain- 
court (bei Nancy) und George Craincourt (auch bei Nancy), 
femer Dirk Datz, Mitglied der Utrechter Jerusalembrüder- 
schaft (S. 231) und Jean von Gorkum, beide Domherrn von 
Utrecht, deiien sich später Peter Füessli aus Zürich^ Hein- 



— 218 — 

rieh Ziegler und ein päpstlicher Hauptmann Hans Müller^ 
Georg, Lesemeister zu Brixen, und SixtusvonBar^ Canofiieus 
von S« Aurelia (S. 232, 242), zugesellen. Nach siebenwOchent* 
lichem Aufenthalt ftlhrt er endlich am 29. Juni ab (S. 239) und 
landet am 25. August in Jaffa (S. 245); in Nicosia trifft er 
einen Klosterbruder Ludwig aus Danzig (S. 247). Am 
3. September langt er in Jerusalem an (S. 251) und wird am 
21. zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (S. 271). Am 
23. September bricht er wieder auf (S. 272), landet am 22. De- 
cember bei Manfredonia (S. 287) und erreicht Anfang 1524 über 
Neapel und Rom glücklich Venedig (S. 288—289). 

Die Reisebeschretbung gab Courady, Vier rheinische Pa* 
lästina-Pilgerschriften, Wiesbaden 1882, 233—289 höraus; vgl. 
RB. Nr. 647. Der oben genannte Jan von Gorkum ist durch* 
aus zu unterscheiden von dem Jan Goverts von Gorckmn „priester 
von Gorcum en vicarius in sinte Ypolitus korke tot Delft", 
dessen Pilgerreise (1525), von ihm selbst beschrieben, in einem 
Codex zu Gottingen (Cod. bist. Nr. 823 >, früher 830) uns er* 
halten ist und durch einen parallelen Bericht des Delfter Bar- 
biers Aren! Willenisz ergänzt wurd (RB. Nr. 638 und 639); in 
jedem der beiden Berichte werden nur niederländische Pilger- 
namen, keine deutschen genannt 

1523 c. am 11. April stellen Bürgermeister und Rath von 
Zürich dem Johann Huneck von Mellingen ziur Pilgerreise, 
nach Jerusalem einen lateinischen Geleitsbrief aus (Dr. Johann 
Strickler, Actensammlung zur Schweiz. Reformationsgeschichte, 
Zürich 1878, I, 208, Nr. 588); über Hünegg, welcher auch am 
heiligen Grabe den Ritterschlag empfing und in den italienischen 
Kriegen ein Hilfscorps in päpstlichen Diensten commandirte, vgL 
Dr. Theod. v. Liebenau, Geschichte der Stadt Mellingen in: Ar* 
govia XIV, 40. L. 

e. 1524 wird Dominus Zollikofer aus S. Gallen Ritter 
des heiligen Grabes (E. Gotzinger, Die Familie Zollikofer, S. Gallen 
1887, 5). 

1526 — 1528 unternimmt der Franziskaner Angelus von 
Krems eine Pilgerfahrt; der uns noch erhaltene Bericht ist je« 
doch nur eine genaue Beschreibung der heiligen Stätten (RB. 
Nr. 643). 

1527« Gabriel von Rattenberg und Primus von Stein, 
zwei Franziskaner, brechen am 25. April von Hause auf und 
erreichen am 25. August Jerusalem, wo ersterer zehn Wochen 
krank zurückblieb. Erst am 12. October konnte er seinen Rück- 
weg antreten und kommt am 31. December glücklich wieder in 



" 219 — 

Venedig an. Der Text erschien im Auszuge bei RM. 40S'-407, 
ward dann vollständiger herausgegeben von Khull in Mittheilun- 
gen des histor. Vereins fOr Steiermark^ Graz 1896, XLIV, 65 
— 129, wovon S. 65—72 Vorbemerkungen enthalten. Vgl. RB. 
Nr. 645. 

1529 am 24. September ward Pater Germanus von 
Kreitenach zu Enzersdorf bei Wien von den Türken erschlagen; 
er hatte eine Wallfahrt nach dem heiligen Lande vor einigen 
Jahren glücklich vollendet (Analecta Franeiscana, Ad Claras Aquas 
1885, I, 74). 

e. 1530 geht Johann Bartels aus Lübeck nach dem 
heiligen Lande und lässt nach seiner Rückkehr in der S. Ca- 
tharinenkirche zu Lübeck ein Monument durch della Valle er- 
richten, welches die hauptsächlichsten Orte des heiligen Landes 
darstellt (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis 14 ff.). 

1542. Jodocus von Meggen aus Luzem bricht am 
8. Mai von Hause auf und geht über den S. Gotthardt, Mailand 
nach Venedig, wo er die Gesandten des Kaisers, des Sultans, 
des Königs von Frankreich und des Herzogs von Ferrara sieht 
(S. 19-— 26). Nachdem er noch eine Pilgerfahrt nach Loretto 
vollendet, kehrt er wieder nach Venedig zurück, wo er sich fol- 
genden Pilgern anschliesst (S. 33): Johannes de Meryta, 
ein Franciskaner aus Löwen, Antonius de Baest, aus Gent, 
Carolus de Petrosio, aus der Auvergne, Alexander Zoete 
(alias Dulcis), aus Gent, Antonius Niger, ein Canonicus aus 
Melun, (S. 34) Johannes de Lamboc, aus Utrecht, Robert 
dela Rue, aus Melun, Gerhard deBillonnez, aus Nivelles, 
Franciscus de Trupiunis, aus Peronne, der in Rom wohnte, 
Jacob Pabo, aus Limoges, Simon Inuelener, aus Ant- 
werpen, Guillaume Prendhome, aus Gambray, Ofte de 
Vuale, aus Gent (S. 35), Vedastus de Bouts de Camino, 
Livinus Scaper, Jacob Balduin de Herzerre in Flandern. 
Am 23. Juni segelt Jodocus ab, besucht auf Candia das Grab 
seines Oheims Johann von Meggen, der 1497 auf seiner 
Pilgerfahrt dort gestorben war (S. 56; vgl. oben S. 195), in 
Cypem (in dem Minoritenkloster S. Johannes) das des Grafen 
Johann v. Montfort (S. 66). Hier sieht er auch die Wappen 
des Herzogs von Savoyen und die französischen Lilien (S. 76). 
Nachdem das Schiff noch 26 Pilger, meist aus Nieder-Deutsch- 
land und Holland, welche nach dem 23. Juli von Venedig ab- 
gefahren waren (S. 81), aufgenommen hatte, landen die Pilger, 
67 im Ganzen, glücklich in Jaffa (S. 90); kurz zuvor war Jo- 
hannes de Lamboc gestorben (S. 82), in Jaffa folgte ihm 



— 220 — 

Thomas Janseos aus Gent und bald darauf auch Jacob 
Bavende Varmen aus Holland (S. 85 f). Nachdem Jodocus 
auch Aegypten und den Sinai besucht hatte (S. 164 — 200), kehrt 
er über Neapel (S, 237—238), Rom (S. 238—240), Horenz und 
den Splügenpass (S. 245) wieder glQcklich heim (auf S. 240 
— 245 ist ein genaues Itinerar von Rom bis Luzern gegeben). 

Seine Reisebeschreibung erschien Dillingen 1580 (vgl. KB. 
Nr. 668); am 20. Nov. 1546 schickte er ihre Niederschrift zur 
Durchsicht ' und Verbesserung an Andr. Masius (Lossen , Die 
Briefe des A. Masius, Leipzig 1886, I, 20—21, Nr. 19). 

C. 1643 soll Graf Wolf von Eberstein das heilige 
Land besucht haben (Zimmersche Chronik ed. Barack I, 166). 

1546. Wolf Holz Wirt h aus Halle geht am 30. August 
1544 von da nach Ldpzig in Begleitung des Wittenberger Pro- 
fessors Andreas Aurifa her, dann über Nürnberg, Augsburg, 
Innsbruck nach Venedig, bleibt daim zwei Jahre in Italien, dient 
einige Zeit in der päpstlichen Garde in Rom und als Trabant 
bei dem Herzoge von Salerno. In Rom lernt er in einer Apo- 
theke den bühmischjen Studenten Ulrich Prefat von Wilkanau 
kennen (dessen Palästinafahrt czechisch mehrfach gedruckt er- 
schien; vgl. RB. Nr. 677 und Pradek in Zeitschr. des böhmisch. 
Museums, Prag 1894, LXVIII, 353—378), und beide beschliessen, 
nach dem heiligen Lande zu pilgerja. Am 7. Juli 1546 segeln 
sie mit Junker Jacob von Hundtbiss (Waltemiss), dessen 
Schwager Hans von Recliberg, Friedrich aus Antwerpen 
und Hans von Berge, oder Mecheln, welcher schon drei Jahre 
vorher in Syrien gewesen war, ab. Sie landen am 15. August 
in Jaffa und treffen am 17. August in Jaffa ein, wo nach Ole- 
arius, Holygraphia, Lipsiae 1667, append. 259, Holzwirth am 
1. September den Ritterschlag des heiligen Grabes empfängt; 
auf der Heimreise stirbt Jacob von Hundtbiss. Am 20. De- 
cember waren sie wieder in Venedig. 

Aus der Handschrift, welche sich in der Ministerial-Biblio- 
thek zu Sondershausen befindet, gab der inzwischen verstorbene 
Herr Professor Dr. Irmisch obige Auszüge im RegierungsbL f. 
d. Fürst. Schwarzb.-Sondersh. 1875, 5. Jan.; vgl. RB. Nr. 674. 
Durch die Güte des Herrn Prof. Praäek m Prag können wir 
aus dem oben genannten czechischen Beiseberichte folgende Er- 
gänzungen bringen: Ulrich Prefat von Vlkanov, Sohn eines in 
den Adelsstand erhobenen Prager Bürgers, ausgezeichneter In- 
genieur und Mechaniker, durch viele Reisen nach Italien und 
Deutschland gebildet — 1552 besuchte er auch Santiago di 
Compöstella — geht 1546 von Prag über Budweis, Linz, Frie- 



— 221 — 

sach, Yillach, Pontafel, Treviso nach Venedig, schifft sich 7. Juli 
mit den oben genannten deutschen Pilgern ein (als Knechte des 
Hans von Rechberg werden: Lienhard Hacher, Hans 
Schilling und Melchior Bock genannt, als niederländische 
Mitpilger Johann 3or mann mit Frau und einem sechsjährigen 
Knäblein und Tilman mit einem TOchterchen) und landet glück- 
lich in Jaffa. J^iisalem, wo er mit Hundtbiss, Rechberg 
und einigen nicht namentlich genannten Niederländern am 26. Aug. 
den Ritterschlag erhalten, verlässt er am 2. September, Jaffa 
am 11. September; bei einem (4. Sept.) Ueberfall durch 5 See- 
räuberschiffe, der aber glücklich abgewehrt wird, wird Hundt- 
biss getödtet Am 18. December landet Prefat wieder in Venedig. 

1548 geht der AugustinermOnch Franz Monot aus Frei- 
burg zum ersten Male nach Jerusalem (das Besuchsattest stellte 
der Guardian Bonaventura Corsetus [Golubovich 51] ihm am 
19. August 1548 aus), und am 9. April 1562 gab ihm der Rath 
von Freiburg einen Pass für den zweiten Besuch (Max de 
Diesbach 227). 

1*)49 reist J o s u a v o n B e r o 1 d i n g e n, der übrig^is schon 
1521 in seinem Siegel das Jerusalemkreuz führte (Missiv im 
Archiv zu Luzern), zum zweiten Male nach dem heiligen Lande 
(Schweiz. Geschichtsfreund XXI, 12). L. 

1550 a. und zwar am 12. Juli verlässt Graf Reinhard 
von Hanau mit drei Begleitern, nämlich Wilherich Wallen- 
dorffer, Johann Wettlaufer und Bastian von Ammer- 
bach Hanau und erreicht über Bensheim, Tillitz („alda bin ich 
die nacht noch auff die post gesessen^) glücklich Ulm, von wo 
aus er auf der Donau bis Regensburg fährt, von hier reitet er 
über Innsbruck, wo er die in Messing gegossenen Standbilder 
der Herzöge von Oesterreich sieht, und über den Brenner nach 
Bozen, von wo er wieder mit der Post bis Trient fährt (hier 
wurde ihm das Kind gezeigt, welches die Juden mit Nadeln er- 
stochen haben sollten; über diesen seit 1475 öfter in Pilger- 
schriften erwähnten Judenfrevel vgl. besonders Heur. a. Seelen, 
Selecta litteraria, Lubeccae 1726, 624—639, über andere Kindes- 
schlächtereien, die den Juden zur Last gelegt werden, siehe 
Birlinger, Aus Schwaben I, 28 — 38). In Venedig fordert die 
Polizei die in Trient ausgestellten Passagierscheine („poleten** 
d. i. poUetta da passo), durchsucht das Reisegepäck nach Waffen, 
die jedoch vorsichtigerweise in Trient zurückgelassen worden 
waren, und notirt die Namen der kleinen Gesellschaft, welche 
hierauf im „Schwarzen Adler^ Herberge nimmt. Nachdem die 
Reisenden Venedig sich genauer angesehen, das Frohnleichnams- 



— 222 — 

fest sowie den Jahrestag der Einnahme von Padua durch die 
Venetianer mit gefeiert, segeln sie am 18. Juni mit 94 Pilgern 
ab, landen zuerst auf Zante, wo sie das Grab Ciceros besuchen 
(vgl. dazu auch Rehliugers und Hirnheims Bericht), erreichen 
am 6. Juli Candia, am 12. Juli Limissol auf Cypern, wo sie 
viele Feuer brennen sehen, die ihnen als Signale des im Lande 
herrschenden Friedens erklärt werden, am 21. Juli Jaffa, aber 
erst am 26. Juli, nachdem der Guardian von Jerusalem gekom- 
men, dürfen sie die Küste betreten; am 29. Juli treffen sie in 
Jerusalem ein. Schon am IB. August fahren sie von Jaffa wieder 
ab, landen auf Cypern am 22. August und schiffen sich am 
22. September erst wieder ein. 

Die Handschrift, welche hier abbricht, befindet sich im 
kOnigl. Staatsarchiv zu Mai'burg (Hanauer Archiv A Nr. 47 ^) 
und ward von Röhricht in Zeitschr. für hess. Geschichte 1891, 
XVI, 142— 163 (vgl. RB.Nr.^88) herausgegeben; daran schliessen 
sich S. 163 — 173 und 184 — 188 zwei Ausgaberegister, welche 
Bastian von Ammerbach u. Johann Wettlaufer führten, 
worin als Mitreisende noch: Palandt, Arnbricht, Meister 
Johann, Sigmund Eissvogel und der Dolmetscher Her- 
mann genannt werden. 

Der Graf nahm darnach für sich mit 60 Goldgulden, 43 „du- 
caten portugalis^, 30 Thaler und 3 Kronen; sein Begleiter Jo- 
hann (Wettlaufer) hatte in Verwahrung 100 Goldgulden, 80 „du- 
caten portugalis^, 35 Thaler und 20 Kronen, der Rentmeister 
(Wilherich Wallendorfer) 200 Goldgulden und 35 Thaler. In 
Tarvis verkaufen sie ein Pferd für 14 oder 15 Kronen, und der 
Graf kauft zwei Pferde für den Capitän Peter Carrion und 
Bastian Amerbach für 21 Kronen. Für Ueberfahrt über den 
Main hatte der Graf gezahlt 9 Pfennige, an Postgeld von Tillitz 
bis Kussweyl 2 Thaler, ebenso viel für jede der Routen bis 
Cannstadt, Ebersbach, Altstadt, ausserdem jür jede der vier 
Touren dem Kutscher natürlich noch ein Trinkgeld. Für Haar- 
schneiden zahlt er in Geisslingen 2 Batzen, einem Wegweiser 

1 Batzen, bei Besichtigung des Schlosses von Neuburg an der 
Donau 2 Thaler, für einen Fussack in Regensburg 8 Batzen, 
für ein Windlicht 4, ein Halfter 8 Batzen, für einen Sattel 

2 Thaler. In Regensburg miethet der Graf Pferde und zahlt 
für das seinige 25 Thaler, für die seiner drei Begleiter 23 Gulden, 
20 Gulden resp. IS^/a Thaler, für die Fahrt auf der Donau von 
Ulm bis Regensburg zahlt er 7 Floren, dem Schreiber, der ihm 
„das buch ausschrieb" (also wohl einen Pilgerfahrer), eine Krone, 
in Bozen Postgeld eine halbe Krone, fdr einen Wagen von Tarvis 



— 223 — 

bis Marghero 8 Batzen^ von da bis Venedig ebenso viel. In 
Venedig zahlt er für Malvasier 8 Batzen^ ebenso viel in Hurano, 
wo er die Glasfabrik besuchte, einen Batzen einem Wahrsager, 
einen Thaler einem Postboten ,,vor das frantzois testa 1 V2 floren, 
vor das italianys testa 5 batzen**. Der Wirth vom ,,Schwarzen 
Adler" erhält für Herberge 22 portugiesische Ducateu, der 
SchiiTspatron 189 Floren 8 Batzen, nämlich für jede der vier 
Personen 50 Kronen. Im heiligen Lande gibt er am Marien- 
grabe 2 ß, ebenso viel am Grabe Christi und S. Lazari, 8 ß an 
dem Orte, wo Christus das Abendmahl gehalten, einen Marcello 
für eine Wappentafel (die er wahrscheinlich in der heiligen 
Grabeskirche aufgehängt hat). Nach dieser Aufzählung folgt 
die Rechnungsablage des Johann Wettlauffer über die oben er- 
wähnte von ihm empfangene Summe. Den Schluss der Hand- 
schrift bildet der Rittereid am heiligen Grabe. 

155() b« Friedrich Rehlinger aus Augsburg bricht 
von Venedig am 18. Juni auf und wird mit Sigmund Rauch 
von Raitt, Otto von Arnberg, Peter Carion von Brügge 
und Christoph von Cocquiel zum Ritter des heiligen Grabes 
geschlagen; das Nähere siehe bei RM. 408— 4l 3 (RB. Nr. 689). 

1550 — 1551besuchtHieronymus Beck von Leopolds- 
dorf, Nachkomme des oben S. 165 f. genannten Konrad Beck, 
nachdem er Frankreich, Belgien, England, Spanien und Italien 
gesehen, von Venedig aus auch das heilige Land und Aegypten, 
wo die Gelehrten der Expedition Bonapartes (über dem Eingange 
einer grossen Pyramide bei Dschizeh) 1799 seinen Namen ein- 
gemeisselt fanden (S. 23), und kehrt dann durch Vorder-Asien 
über Constantinopel zurück. Sein Koch und treuer Reisebegleiter 
Michael Garzin aus der Dauphine starb 1555 und ist in 
Ebreichdorf begraben, auf dessen Denkmal die Route des Rei- 
senden angegeben ist (v. Hormayr, Taschenb. 1828, 25—26). 
Noch genauer ist sie erhalten in der Widmung eines von Leun- 
claw übersetzten türkischen Werkes, das Beck im Orient für 
schweres Geld gekauft hatte. Dort heisst es: „Jo. Leunclavii 
ad nobilem ac magnificum dominum Hieronymum Beck a Leo- 
poldstorf, Caesar. Majest. Camerae aulicae consiliarium, in hos 
annales praefatio. Equidem audire non semel ex te memini, vir 
magnifice, te peregrinatione tua suscepta, quum Romam anno 
Jubilaeo MDC addisses et Roma Veuetias profectus indedem 
triremibus majoribus ad Tripolim Syriae adpuiisses: Halepum, 
Damascum, Nazareth, SS. Ctu*isti sepulcrum Hierosolymis et in 
Arabia montem Oreb accessisse; peragrataque deiuceps Aegypto 
ab urbe illius Alesandria mari trajecto per Attaliam Pamphyliae, 



— 224 — 

Cotyaium Phrygiae, Pnisam Bithyniae, tandem Byzantium Tlira- 
ciae pervenisse. Byzantio vero, in amplissima Sultanorum Tur- 
cicoram sede regia, librum Turcica lingua scriptum Othmanae 
familiae principum res gestas contineDtem, magno studio nee 
nuUo. sumptu fuisse consequtum: quem Divo Ferdinande Rom. 

Caesar , anno Ctiristi MDLI felici tuo in Austriam reditu, 

dono obtuleris, humiliter rogato rege, ut publicae utilitatis causa 
in Latinam vel Ger { manicam linguam vertendum juberet. Post 
illa te, officiis negotiisque publicis exiguam hujus rei curam ha- 
buisse; quam tarnen penitus baud abjeceris. Elapso non exiguo 
tempore, quum nobilis vir, Ulricus Maschwander a Cranigsberg 

filiae suae nuptias ceiebraret: eum tibi de illo libro 

diligentius sciscitanti respondisse, memoria se teuere, Caesarem 
interpreti suo Turcico annales quosdam vertendi exercendique 
ejus gratia tradidisse, habereque se Turcicam historiam lingua 
Germanica manuscriptam. Hanc igitur anno MDLXXXVI ab illo 
sibi missam, quam ex interpretis, Joaunis Gaudier dicti Spiegel, 
epistola prooemiaca versionem esse libri tui magna cum volup- 
täte agnovisses: statim exscribi jussisti. Fueram ego praece- 
denti hunc anno Constantinopoli Viennam reversus, cui non in- 
dicasti tantummodo de repertis illis annalibus tuis ; verum etiani 
non invitus, quae est singuiaris in me tua est benevolentia, me- 
cum eos communicasti. Lubens hos equidem perlegi, quumque 
non parum pluribus de causis placerent, eosdem rogatu tue 
latine, ut in lucem editi nationibus exteris etiam usui essent, 
transseripsi. Redeunt igitur ad te nunc typis expressi chalco- 
grapbicis Annales Turcici tuo qui debentur studio, quod non 
tantum eos ex illis locis tecum adtuUsti: verum etiam prope 
sepultos ab annis XXXVII et ipsos eripuisti rursus e tenebris 
et latitantem . . . Germanicam quoque versionem ...**. Weiter 
wird gesagt, der Bibhothekar Hugo Blotius habe ihm das Manu- 
script mitgetheilt („equidem ad hoc archetypum aliquot dierum 
labore Joannis Gaudier interpretationem recensui adjutus a Ste- 
phane Ungaro, Turcicae, Arabicae, Persicaeque lingua gnaro .... 
Supplementum adjeci, quo gestae res annis XXXVII usque ad 

anum praesentem exponuentur ). Das erwähnte Werk : 

„Annales SultanorumO thmanidarum a Turcis sua lingua seripti; 
Hier. Beck a Leopoldstorf studio et diligentia Constantinopoli 
aducti MDLI Domino Ferdinando Caes. Opt. Max. D. D. jussuque 
Caes, a Joanne Gaudier dicto Spiegel interprete Turcico Ger- 
manice translati Jo. Leunclavius latino redditos illustravit et auxit 
usque ad annum MDXXCVIIP erschien zuerst in Frankfurt 1588, 
40 mit Zusätzen (von 1550 — 1587, S. 99—184, wozu S. 185 



— 225 — 

—482 Erläuterungen) und seitdem Qfler. Unserm Rdsendoi 
widmete auch Georg Hus (27. October 1566) sem Rdseweric 
(Neumaim in ZDPV. XIV, 131; Matkoviö, Gjuro Bus, Zagrebu 
1881, 74). Sonst vgl. Archiv für Osten*. Geschichtsquelleo Vlllt 
210; Blätter für Landeskunde von Nied^ * Oesterreich 1875^ 
Nr. 4-6: 1877, 131-132; RB. Nr. 695. 

1551. Sigmund Thunger, Dr. jm*. und Chorh^r zu 
S. Johann in Würzburg, bricht mit den beiden Domherren Jo- 
hann Fuchs von Bimbach zu Gorshofen und Michael 
von Lichtenstein zu Hoenstein von WOrzburg auf am 28. April 
und erreicht am 16. Mai Venedig, wo er Balthasar Kulwein^ 
Hieronymus Geyss, Hans Jegen, Hans Eissvogel^ 
Aumbecken, Dr. med. Hieronymus, den Augsburger Boten 
Lienhard Aurgrein und Zacharias trifft und sieh ihm der 
Chorherr Friedrich von Redwitz aus Bamberg, Georg 
Schilling und Lorenz Schlehenwiet anschliessen. Ausser 
diesen nennt er noch (S. 421 — 422) als Mitpilger: Johannes 
Musica^ Nicolaus aus Br&ssel (beide Domherren aus Ant* 
werpen), Johannes Grüter, Christian Winter, Jacob 
und Philipp Triest (alle vi^ aus Gent), Laurentius de 
Vogt „dictus de Reinfeldt^, Heinrich Groets ausLöttich, 
Wilhelm aus Breda (der sich in's Meer stürzte), Fr. Martin 
de Brou wer aus Seeland, Andreas Haisen aus Apenbruck, 
Hugo Jansens, Maria, seine Tochter, Jvan Jansens „de 
Langdeck*^, Theodericus Arienson aus Falkenburg, Adrian 
Petersson „de Almare^, Cornelius Fert aus Amsterdam, 
Cornelius Conck „de Herme^, Heinrich Dierrichson 
US Amsterdam, Cornelius Braunerson aus Hoom (der auf 
Cypem durch Meuchelmord starb), Bernhard Cormellisson 
und Albert Colff „de Grecken", Walter Jansens „de 
Boemele^, Adrian Wentzel aus Dortrecbt (der fast dauernd 
krank war), Cornelius Uebel aus Dortrecht, Heinri<^h 
Amelen von Gonfort, Wilhelm Guithelm aus Utrecht, 
Hilarius Beck aus Trier, Gerhard Jansen, Richard 
Gleuch aus England, Marens Gertini aus Brössei, • Jo- 
hannes Barren denk aus Antwerpen, Antonius Cornelius 
„so von Willeniers grave^, Mag. Aegidius, Mag. Gillius, 
Wundarzt aus Oudenarde, Eustachius „deCartaria alias Falas^ 
(der den Cornelius Braunerson in der Trunkenheit tOdtete, wie 
überhaupt fast alle diese Niederländer brutal und unfläthig sich 
benommen hätten), Johann von Renen „de Gesont^. Am 
16. Juni segeln die Pilger ab, erreichen am 21. Juli Jerusalem, 
wo Thunger, Bimbach, Michael, Johannes Musica, Dr. Campigius, 

B^bricht, Pilgerreise]]. X5 



— 226 — 

Jacob und Philipp Triest, Christian Winter, Grueter, Nicolaus 
von Brüssel und Lorenz Vogt den Ritterschlag empfangen, und 
treffen am 26. Decein^er wieder glücklich in Venedig ein. Einen 
Auszug aus der Reisebeschreibung siehe in RM. 414—423; 
sonst auch Jaenig 65 und 75, Nr. 170 und 203 zum 23. März 
1553; RB. Nr. 696. : 

1552 — 1553. .Daniel Ecklin (Egli) aus Aarau, ein Apo- 
theker, kommt am 16. März 1552 nach Venedig, um dort mit 
Hülfe seiner Empfehlungsbriefe Stellung zu finden, beschliesst 
aber, , da man ihn wegen seiner Unkenntniss des Italienischen 
nicht annehmen will, mit seinem Standesgenossen Francisco 
Domineo aus Fontanella bei Cremona die Levante zu bereisen 
(S. 399»). Am 28. März verlässt er Venedig (S. 400), kommt 
am. 28. April nach Candia, wo. er im Hause eines reichen Griechen 
als Informator bis zum .7. Januar 1553 bleibt (S. 400* — 401). 
Er besucht Alexandrien und Cypern, trifft am 29. April in Tri- 
polis ein, wo er bis zum 11. Mai bleibt, kommt nach Haleb, 
Antiochien und (18. Juni) Damascus (S. 401*— 402), wo er als 
der Spionage verdächtig gefangen, aber bald wieder in Freiheit 
gesetzt wird (S. 402). Er schliesst sich einer Cäravane- an und 
trifft 29. Juni in Jerusalem ein — der erste Protestant -^, wo 
man ihn vergeblich zum Renegaten machen will (S. 402*). Bei 
Bethlehem von räuberischen Beduinen gefangen, wird er durch 
Vermittlung der Mönche glücklich wieder frei (S. 403*). Am 
6. September verlässt er Jerusalem, am 14. September Jaffa 
und landet am 2. December in Venedig ^S. 404). Dann tritt er 
in Padua in die Dienste der dort studirenden Söhne des Grafen 
Juhus von Hardegg, als deren Präceptor er Hans Jacob Halb- 
meyer nennt; von da kehrt er nach Venedig zurück, besucht 
Rom, schliesslich sogar Pressburg, wo er in der Apotheke des 
Sigmund Greder Stellung findet. Am 23. December 1556 kehrt 
er nach Aarau zurück, wo er am 2. Januar 1564 gestorben ist 
(S. 404*) 

Die Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, 399 
—404*, daraus ein Auszug in „Das heilige Land*' 1875,80—88 
(vgL RB. Nr. 701); sonst vgl. A. Schumann, Aus dem Wigger- 
thal, Zofingen 1863, 46, 47, 53 (L.).und von demselben Autor: 
Ein Aarauer Palästinafahrer in : Fernschau, Jahrbuch der mittel- 
schweizerischen geogr. commerciellen Gesellschaft in A^rau 1890, 
IV, 174^178. 

1556 a. Melchior von Seydlitz auf Nikiausdorf und 
Wirben in Schlesien bricht mit Wolf von Oppersdorf (über 
ihn vgl, Zeitschr, für d. Gesch. Schlesiens VI, 268),, Nico laus 



— 227 — 

« 

von Riedburg (dieser ward am 6. Februar 1557 im Streit 
um eine Pfanne durch den Niederländer Hugdurn von Thor- 
ney erstochen; vgl. S. 260), und Moritz von Altmanns« 
hausen von Mailand am 7. Mai 1556 auf (S. 260^) und segelt 
am 7. Juni ab; sie landen am 17. Juli in Jaffa (S. 252) und 
kommen am 25. Juli nach Jerusalem (S. 255^). Auf der Heim- 
kehr werden sie (am 2. August) auf die falsche Nachricht hin^ 
sie seien an einem durch die Maltescrritter verübten Ueberfall 
Jaffas mit betheiligt gewesen (S. 257^ — 258), gefangen und in 
Ramiah eingekerkert, wo sie am 16. September durch einige 
eben gelandete Pilger, wie Johann von Ehrenberg, der in 
seiner Reisebeschreibung (S. 275*) auch Wolf Müntzer von 
Babenberg als Gefangenen nemit, und von einem Domherrn aus 
Mainz besucht werden (S. 258*); der als sehr hochmüthig und 
geldgierig geschilderte Guardian erklärt auf ihr Bit^esuch ihr 
Schicksal als Strafe dafQr, dass unter ihnen lutherische Ketzer 
seien (S. 258*). Der Pascha von Damascus kommt nach Ramiah 
und kann die Gefangenen keiner Schuld überweisen, aber da die 
Bewohner der Gegend an den türkischen Kaiser appellirt hatten, 
darf er sie nicht freilassen, doch verspricht des Paschas Kanzler, 
ein früherer dem Kloster entlaufener Franciskaner, fQr ihre B^ 
freiung nach Kräften wirken zu wollen (S. 259*). Am 1. Mai 
1557 werden die Gefangenen nach Damascus gebracht (S. 262), 
wo sie an dem venetianischen Consul Bartolo einen Freund und 
Helfer finden (S. 262*), dann über Baalbek, Haleb (S. 262* 
— 265) nach Consiantinopel, wo sie am 5. August ankommen, 
in den Thurm von Galata geworfen werden und zwei Jahre auf 
Entscheidung warten müssen. Nach langem . Bemühen beim 
kaiserlichen Gesandten Georg von Busbek, der sie auch zweimal 
von der Galeere loskaufte (S. 266*— -167), und bei der fran- 
zOsischep Gesandtschaft, deren Hilfe besondei*s ein Mitgefangener, 
Franz Wolfwocher aus Geldern, nachsuchte (S. 267), werden 
sie endlich, dreizehn im Ganzen, darunter zwei Mönche, definitiv 
durch die französische Gesandtschaft befreit (11. Juli 1559), aber 
da Öppersdorf bei seiner Ankunft in Constantinopel einen falschen, 
aber ihm inzwischen wieder entfallenen, Namen angegeben hatte, 
so ist er nahe daran, zurückgehalten zu werden (S. 268). Von 
Busbek und ihrem edelmüthigen Befreier, dem französischen Ge- 
sandten, mit Geld und Rathschlägen unterstützt (S. 268*), ver- 
lassen sie am 22. Juni Constantinopel, erreichen am 7. Juli Novi- 
bazar (S. 269*— 270*), wo Moritz von Altmannshausen 
krank wird^ am 28. Juli Venedig, wo sie das Empfehlungs- 
schreiben des Georg von Busbek, dem kaiserlichen Gesandten, 

15* 



— 228 — 

dem Grafen Franz von Thnrn, überreichen (S. 272*). Melchior 
von Seydlitz kommt am 7. September 1559 glQcklich wieder in 
seine Heimath (S. 273; ibid. —273* ein Itinerar von Breslau 
über Mailand nach Jerusalem, Constantinopel und zurück). 

Die Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, 250*^ 
—274; vgl. RB. Nr. 711. Fast genau dasselbe erzählt in seineai 
Berichte (Nürnberg 1624, 4«; vgl. RB. Nr. 709) der Mitgefan- 
gene Wolfgang Müntzer von Babenberg (Bamberg), virelcher 
(S. 26), am 26. Juli 1556 in Jerusalem den Ritterschlag erhalten 
hatte; es ist aber merkwürdig, dass er den Melchior von Seyd- 
litz nicht ein einziges Mal erwähnt (nur den Niederländer Oli- 
vier Themmermann auf S. 57, W. von Oppersdorf auf 
S. 69 und N. von Riedburg auf S. 89 nennt er als seine 
Leidensgefährten), wie dieser wieder des Wolfgang Müntzer nicht 
gedenkt, trotzdem sie dieselbe Reise machten und dieselben 
schweren Schicksale zwei Jahre lang ertrugen. Wolf MQntzers 
(t 29. März 1579) Grabmal, das mit dem Zeichep der Ritter- 
würde geschmückt ist, befindet sich auf dem S. Johanneskirch- 
hofe zu Nürnberg. Aus der seinen Namen führenden milden 
Stiftung (vgl. Lochner: „Wolfgang Eisen und Wolfgang Müntzer^ 
im Anzeiger für Kunde d. deutsch. Vorzeit 1874, 265 ff., Nr. 9) 
werden noch jetzt alljährlich 144 hilfsbedürftige Greise Nürn- 
bergs mit neuen Kleidern und Geld beschenkt (K.). 

1556 b. Johann von Ehrenberg verlässt am 6. Juni 
Venedig, kommt am 9. September nach Jaffa, reitet von da am 
15. September ab nach Jerusalem, das er am folgenden Tage 
erreicht (S. 273*). Am 27. September bricht er wieder auf und 
trifft in Ramiah als Gefangene Melchior von Seydlitz^ 
Moritz von Altmannhausen, Nicolaus von Riede- 
bürg, Wolf Müntzer von Babenberg, Wolf von 
Oppersdorf und mehrere Niederländer. Er verlässt .Ramiah 
am 3. October und fährt am 6. October ab; am 26. December 
landet er in Venedig (S. 275»). 

Die Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, 273* 
—275»; vgl. RB. Nr. 710. 1576 beklagt sich Hans Ehren- 
berg aus Constanz, dass Samuel Apiarius (aus Basel) „ein Raiss 
zum heil. Grab zu Hierusalem unter seinem Namen hinterrücks 
ohne seinen Befehl gedruckt, was ihm bei ehrlichen und ver- 
ständigen Leuten Spott, Schande und Nachrede verursacht** (Bei- 
träge zur Vaterland. Geschichte, Basel 1846, III, 92; über Apiarius 
vgl. Neues Berner Taschenbuch 1898 s. v. (L.). 

lo66 C. Auf die Pilgerfahrt des Johannes de Ale- 
xandriis, Pfarrer zu Schattdorf, beziehen sich folgende Notizen,. 



— 229 — 

welche ieh durch die Güte des Herrn Dr. Th. v. Liebenau aus 
dem Centralarchiv von Luzern erhielt: „Dem .frommen, fllr- 
sichtigen, ersamen vnd wysen Schultheiss, Landammann vnd 
Rhäten der fier ortten Luceren, Schwytz, Vnderwalden ob vnd 
nid dem Kernwald vnd Zug, vnseren besonders gutten Frunden 
vnd getreüwen lieben alten Eidgenossen sampt vnd sonders vff 
ze thun. 

Vnser fröntlich willig Dienst, sampt was wir Eeren, liebs 
vnd gutts vermögend zuuor, fromm, fürsichtigen, wyss, insonders 
gutt fründ vnd getrüw lieb als Eidgenossen. Es ist vor vns 
erschienen der wirdig priester Johannes de Alexandriis, 
bürtig von Lyffinen. so nun etliche jar by vns zu SchattorfiF die 
selsorgery versehen, vnd anzeigt das Er mit hilflf des allmech- 
tigen gotts willens die Helgen stett zu Hierusalem ze besuchen, 
vns desshalb gantz demütigklich gebetten, üch zu schryben, 
das Ir yme sampt vns an die Herschaft Venedig ein frQntliehe 
ftlrgeschriflPt geben wollen, damit Er des ortts em ynen, alss da 
Er sich vff das meer lassen muss, dester bass gefordert werd ; 
dann Er der Hoffnung, derselbigen wol zu gemessen. Zu dem 
anderen diewyl er am zittlichen gutt arm vnd one stOr vnd hilff 
biderber iQtten die fart nitt wol volbringen mOg, yr yme vmb 
gottes vnd siner wirdigen mutter Eer willen Ein Zerpfennig mit- 
theilen wollen, sOlichs wolle er mit sinem gebett gegen gott 
dem Herren vmb üch sins Vermögens gern verdienen vnd be- 
schulden. Vnd so dan wir disen priester für ein frommen vnd 
züchtigen priester erkennen, souil vns wüssent, vnd also söliche 
faiit vmbs sondei*s aiidachts willen, alss Er ens angezeigt, fOr 
sich genommen, vnd die kilchgenossen von Schattorf, deren 
pfarer er dann ist, ouch gebetten yne zu diser Fart ze f(U*dem, 
dai*zu wir dan sonderlich geneigt, Bitten wir üch vnser getreüw 
lieb alt Eidtgenossen sampt und sonders gantz früntlich yr 
wollen yme eine ziemliche gebürende fOrgschrifft an die Her- 
schaft zu Venedig mit vns zu geben bewiUigen end ynne darby 
inbedencken, das Er eins kleinen Vermögens mit Einem zer- 
pfennig oder gab gnedigklich bedenken vnd fOrbeuelchen haben, 
dermass Ir begern, darumb von gott den Ion zu empfahn, zu 
dem wir ouch des erbiettens sölichs vnsers Vermögens vmb üch 
vnd die üwem jederzitt zu beschulden. Nie mit üch end vns 
in den schirm göttlicher gnaden trüwlich beuelchende. Datum 
vss Vry Sonnttags quasimodo (12. April). Anno domini 1556. 

Landaounann end Rhat zu Vry.^ 

Zusätze des Stadtschreibers und der Land- 
schreiber: „Schultheiss vnd Ratt der Statt Lucern hohd Im 



— 230 — 

ein ziemliche fürgschrifft vergOndt vnd Ime an sOttiche fart ein 
schenke than, nemlich IV krönen an gold. 

Landammann vnd rath zu Vnderwalden ob dem Eernwald 
habend im die fÖrgschriflPt vergunt end für iren teil zwo krönen 
an geld gäben. 

Landammann vnd Rath zu Vnderwalden nit dem Khärnwald 
habend Ime vergonen fÜrgeschrifiTt da das die vnser Eidtgenossen 
von Lutzärn machen in vnserem namen vnd habend Ime ver- 
gont end mitgetheilt Ein krönen der Sunnen schlag. 

Statthalter end Rat zu Schwytz haben dem geystlichea 
herren zoygern dis brieffs geben 11 Sunnenkronen vnd Ime der 
f&rgschrifift halb euch bewilliget. 

Ammann vnd Rath der statt Zug habend ob angezöigten 
priester der ftkrgschrifft halber bewilliget end f&r ein schenk 
geben zwo krönen.** 

(Original in Luzern, Akten Uri.) L. 

1666 d. Der Codex histor. fol. Nr. 618 der königl. Bib- 
liothek zu Stuttgart, welcher, um 1600 zusanmiengeschrieben, 
mannigfache Materialien zur Geschichte der Grafen von Mont- 
fort enthält, giebt in Bezug auf Pilgerfahrten folgende Nachrichten, 
welche ich der Güte des Herrn Oberstudienraths Prof. Dr. von 
Heyd verdanke. 

Auf Col. 83 lesen wir als Ueberschrift : ,,Etliche SchrifPten 
mir (d. i. dem Grafen Hugo von Montfort) auss Zi^ern zuege^ 
kommen, S. Johannsen v. Montfort, so daselbst begraben, be- 
treffend ** (Diese Schriften wurden nämlich durch zwei Feldkircher 
und zwei Bregenzer, die aus dem Orient zurückkamen, zunächst 
dem Grafen Ulrich von Montfort-Tettnang zugestellt, der sie an 
Graf Hugo nach Regensburg weiter beförderte); über Johannes 
von Montfort vgl. Genaueres oben S. 59, 141, 219. Ein wichtiges 
Manuskript betreffend denselben „Heiligen^ findet sich in Werni- 
gerode (Zh. 70, 4^; vgl. auch Birlinger, Aus Schwaben I, 43). Aus 
dem Stuttgarter Codex folgen nachstehende Briefe: 

1) Christoph Zorn von Düntzenheim bittet den Vogt 
N. von Almannshausen (vgl. oben S. 228: Altmannshausen) zu 
Feldkirch (3. September 1556), ihm Lösegeld zu schicken, um 
dessen Bruder und andere Landsleute, welche als Pilger nach 
dem heiligen Lande gekommen, festgenommen und in Damascus 
eingekerkert worden waren, zu befreien; er wolle das: Lösegeld 
in Famagusta oder Limissol erwarten und die Befreiung der Ge- 
fangenen dann versuchen. Wie aus dem Folgenden hervorgeht, 
war der Bittsteller einer von den zehn Pilgern, welche gewarnt 






— 231 — 

in Cypern geblieben waren, während die anderen achtzehn ihre 
Unvorsichtigkeit in der Gefangenschaft büssea mussten. 

2) Als Anlage zu diesem Briefe folgt „New Zeitung Zedel^, 
eine genaue Beschreibung der unglücklichen Pilgerfahrt, wona^ 
auch die MOnche in Jerusalem gefangen worden seien, den^i in 
Cypern das Kloster „S. Johannes de Jtfontfort*^ gehöre. 

3) Christoph Zorn von Düntzeiiheim (3. September 
1556) bittet Hans Wilburger in Bregenz unter Wiederholung 
der brannten . Unglücksgeschichte, die beifolgenden Briefe, von 
denen der eine von ihm selbst, der zweite von dem Vicekönig 
von Cypern verfasst sei, an den Grafen von Montfort zu be- 
stellen. 

4) Christoph Zorn von Düntzenheim schreibt dem 
Vogt N. von Almannshausen aus Salines auf Cypern (14. October 
1556), wie er die Gefangenen zu befreien hoffe, und bittet drin- 
gend um Geld. 

5. Derselbe berichtet dem Grafen Hugo von Montfort, 
Kammerriehter zu Speier, von Nicosia im Kloster, „S. Johannes 
de Montfort** aus (3. December 1556) über das genannte Erlöster, 
welches ursprünglich S. Maria del Cästello geheissen, jetzt nach 
einem Jerusalempilger den Namen führe, der dort begraben liege 
und durch seine Wunderthaten viele Pilger anlocke ; dies Kloster 
sei eine Filiale des Franciskanerklosters in Jerusalem, aber sehr 
arm. Da nun jener Heilige offenbar ein Spross des deutschen 
gräflichen Geschlechtes der Montfort sei, so möge der Adressat 
diesem Kloster, in welchem der Schreiber' als Kranker freund- 
liche Pflege gefonden habe, eine Unterstützung gewähren. 

6) Der Custos des genannten Klosters bittet (11. September) 
in einem lateinischen Briefe den Grafen Hugo, dessen Geschlecht, 
wie er jetzt sicher wisse, der Patron seines Klosters angehöre, 
für dasselbe um freundliche Almosen. 

7) Dieser Brief folgt in deutscher Uebersetzung. 

8) Graf Hugo von Montfort antwortet auf den vorigen Brief 
(Regehsburg 22. Februar 1557), er sei überzeugt, dass der ge- 
nannte Heilige seinem Geschlechte entstamme, von dem er auch 
ein Bild besitze, ebenso wie Vincentius von Montfort, welcher 
als Flüchtling aus Morea gekommen mid Canonicus in Trient 
geworden sei, sich durch das gleiche Wappen als Verwandter 
documentirt habe, und verspricht einen Beitrag zum Schmuck 
des Klosters. 

9) Der genannte „Vincentius de Montfort de Morea, cano- 
nicus ecdesiae Tridentinae^ schreibt von Trient aus an den 
Grafen Ulrich von Montfort, er habe jetzt seinem bei einem Be- 



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— 282 — 

such in Trient geäusserten Wunsche entsprechend auf einem 
Steine über dem Grabmal das Wappen der. deutschen Hont- 
fort sowie eine griechische und lateinische Inschrift anbringen 
lassen; an einer Reise nach Deutschland hindere ihn seine schlechte 
Gesundheit. 

10) Diesem Briefe ist angefügt ein von dem genannten Vin- 
centinus verfasster dürftiger Abriss der Geschichte der orien- 
talischen Christenheit vom vierten Kreuzzuge bis zur Eroberung 
Gonstantinopels (1453). Der Verfasser berichtet, dass der hei- 
lige Johannes von Montfort in der Absicht auf Cypern geblieben 
sei, um die nächste Gelegenheit zur Wiedereroberung des heiligen 
Landes sofort benutzen zu können ; auch habe ein Philippus von 
Montfort an der unglücklichen Schlacht theilg^omm^, durch 
die das heilige Land überhaupt verloren ging. 

1558. „Anthonius a Wiltpurck, dioc. Trevirensis, 
canonicus, dum in Urbe apostolice sedis hominumque morum 
lustrandorum gratia Jherusolyma reversus hereret, saÜsfacta lau- 
dabili majorum consuetudine inclito se Germanorum collegio 
ascripsit 1558 die 19 Julii, dedit scutum 1^ (Liber confraterni- 
tatis B. Marie de Anima Teutonicorum de Urbe, Romae 1875, 
58, Nr. 236). 

C. 1560« Anton Zurlauben hinterliess eine Beschrei- 
bung seiner Pilgerfahrt, über die jedoch nichts Näheres bekannt 
ist (Leu, Helvet. Lexikon XI, 397; Schweiz. Geschichtsfreund 
XXIX, 145; Jahresbericht der Industrieschule von Zug 1875, 69; 
L.); vgl. RB. Nr. 721. 

1661—1584. Der „Schweizerische Faust** Dr. med. Leon- 
hard Turneisen aus Basel (geb. 1531. gest. 1596), besuchte 
dreimal Jerusalem und zwar zuerst 1561 — 1566, zuletzt 1584; 
er ward bekanntlich kurfürstlich brandenburgischer Leibarzt 
(Möhser, Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der 
Mark Brandenburg, Berlin 1783, 1 — 198; vgl. 59 und Sprengel, 
Gesch. der Med. HI, 494—495, auch RB. Nr. 731). Eine Be- 
schreibung seiner Reisen soll sich (nach L.) in den Sammlungen 
des Ratbsherren Leu auf der Stadtbil)liothek zu Zürich finden 
(Leu, Helvet. Lexikon XVUI, 158; Supplem. VI, 51). Nach 
Haberer (489) war er in Rom begütert Der Gardehauptmann 
Jost Segisser schreibt (nach L.) von Rom am 8. August 1584 
an den Rath von Luzern: ^Der Tburneisen von Basel ist hier, 
thut sich für gut catbolisch auss, wie ich von ander Lüten ver- 
stau, sol um erloubnus zum beigen grab anhalten, da er fürgibt, 
fige sonst vor Smal da gsin, hat hier in unser lieben Frouwen 
Cappell oder Kirchen, die de Monte genangt wirt, ein gsungen 



•— 283 — 

ampt lassen halten, 2 silberin keiizen stocke uffgeopfert. In 
fine videbimus, cujus thoni. Ich gloub aber, er sye wie die un- 
huldye Ton KOssnacht, so man gemeinlich seelenmutter nengt.^ 
Sonst vgl. JAnig 174, Nr. 960: 5. Februar 1586. 

1501a. Graf Albrecht zu Löwenstein bricht von 
Hause am 30. März auf; in Mfindelsheini schliesst sich ihm an 
Christoph von Laubenberg, in Augsburg Christoph 
von Pappenheim, Erbmarschall des romischen Reiches, Mein- 
hard von SchOnberg (nach Khevenhüller 194: aus Württem- 
berg), Heinrich Hermann Schützper (KhevenhOUer 194: 
Schupper), genannt Milchling, aus Hessen, Kaspar Not- 
haft von Hohenburg; ausserdem werden noch als Mitreisende 
genannt: Jacob Wormser sen., David Furtenbach aus 
Feldkirch (K^. 194: ans Baden), welcher am 2. December 1561 
am Sinai begraben ward (vgl. Wormser 226 f.), Jacob Kahn 
(Wormser 2i22: König), genannt Jazky, aus Danzig (vgl. 207^) 
und der Diener Friedrich Dürr (S. 189—189»), Franz 
Khevenhüller zu Aichelburg aus Kärnthen (er starb auf 
4er Fahrt zwischen Cypem und Candia), sein Vetter Bartho- 
lomae Khevenhüller, jeder mit einem Diener, Georg Sund- 
auer und der Prficeptor Fabian StOsser aus Danzig (er 
starb in Tripolis), Adam von Thüngen (oder ThOring) 
zum Stein (aus Bayern) mit seinem Diener Wolf Huber, 
Sigmund Rumpf zum Waolross aus Kärnthen und sein 
Diener Andreas Schwinghammer, Psemeck vonWitz- 
gana (Khevenh. 205: Prezewekh von Witzkova), genannt 
Prossuossky (Kh. 193: ProsinoflFski) , aus Steiermark, 
Werner von Merode, genannt Schlossberg Kaspar 
Hain (Albrecht 189»); Wormser 214»), femer Max Fried- 
rich von Thüngen aus Franken (er starb in Beirut; vgl. 
Wormser 224 f.), Bernhard von Thüngen, sein Vetter (dessen 
Diener war ein Lediger von Thüngen), Eberhard von 
Beilersheim (Kh. 194: aus der Wetterau), Eberhard von 
Brambach (Kh. 194: Esterwalde), Joh. Brendel aus 
Homburg (Kh. 194: Berndt von Honburg aus der Wetterau), 
Christoph Veit von Rieneck aus Franken (Albrecht 189), 
endlich die Niederländer: Williken Enten aus Camp in Fries- 
land, Degen von Ball, seine Frau, Johana de Lou aus 
Gent, Elisabeth, Lesanders Frau, Adrian van Bosch 
aus Delft, Hang van Rugk aus Delft, Dirk Jans van 
Pourmereyt, Meister Heinrich Jans von Pourmereyt, 
Ulbe Heynis bey Werden in Friesland, Jonus Symus 
aus Amsterdam, Peter Arienis Tromper aus Rotterdam, 



-, 284 ^ 

Jan vau den Boess aus Brüssel, Huns Voyneos aus Ti^ 
in Gelbem (Albrecht 189), der Soha des Patrons, ein Priester 
und zwei Bauern aus Frankreich, zwei Pilger aus Valenciennes^ 
einer aus Besan^on, aus Italien, aus Abessynien, aus S, Gallen, 
vier Spanier, darunter zwei Pilger und der Dolmetscher (ein 
geborener Niederländer; vgl. 189^). Graf Albrecht trifft über 
München^ Innsbruck, Qrixen, Trient am ä9. April in Mantua em^ 
wo eben die Hochzeit des Herzogs von Mantua mit Leonore, der 
Tochter des Kaisers Ferdinand I^ gefeiert wurde (S. 190), am 
8. Mai in Venedig, -wo er Christoph von Wolkenstein 
begegnet. Den hier abgeschlossenen Contract mit dem Patron 
unterschreibt Aloisius Pallao, notarius officii duorum catta- 
verii» ais Zeugen fungiren David Ott. Factor der Fugger^ 
Johannes Rubino Orlando und Reinardo. Tholemais 
(Tholomaziis oder Falonisch?), die Diener des Amtes Ti 
berio wd Christophoro (Albrecht 191*; Wormser 216*). 
Von Venedig segeln die Pilger, im Ganzen 60 an der Zahl, dar 
unter ein armer Schweizer aus S. Gallen, f&r den die üb 
rigen das Schiffsgeld bezahlen (S. 189^), am 4. Juli ab (S. 191*) 
Im Antoniuskloster zu Canea auf Candia findet man (S.. 1.92) 
folgende Wappen deutscher adeliger Pilger: Hohenlohe, 
Königseck, Truchsess von Waldburg, Reehberg, 
Pappenheim, Harnstein, Alf ingen,Wel war dt, Giessen, 
Redern, Talacker, Frankenstein, Ehingen, Wernau, 
Riedheim, Langen eck, Hirschhorn, Seiboldsdorf, 
Mülwetzhausen, ScUönberg, Starnberg, Weichss^ 
KOntzberg und dabei die Zahl 1468. In Ramiah sehen die 
Pilger die Wappen: Hans Wilhelm von Zimmern, Mont- 
fort, Fürstenberg, Lüpffen, Stolberg, Mörspurg, 
Zollern und Hanau (S. 192*). Am '4. September, nachts 
werden in Jerusalem zu Rittern des heiligen Grabes gesehlagen: 
(vgL Khevenhüller 205): Frailz Khevenhiller, Psemeck 
von Witzkova, Johann de Lou, Adrian van Boschs 
R. von Gleinitz, Sigmund Rumpf (S. 194*), in der fol- 
genden Nacht: Adam von Thüngen, Jacob Wormser 
sen., Willcken van Enten, Hermann Schutzper» Bern- 
hard von Thüngen, Christoph Veit von Rieneck 
(S. 194*; Wormser 221: sie alle waren evangelischen Glaubens), 
endlich noch Christoph von Pappenheini, Christoph von 
Laubenberg, Eberhard von Beilersheim, Meinhard 
von Schönberg, Johann B^rendel, Wolf Huber, Hie- 
ronymus Thünger (Wormser 218*). Am 9. September 
trennen sieh die Pilger; ein Theil geht nach Jaffa zurück, wäh- 



— 235 — 

rend Rumpff, Wormser, Jazky und Graf Albrecht in Jerusalem 
zurückbleiben, um später nach Aegypten zu gehen (Albrecht 195^; 
Wonnser 222). Am 9. October breche» sie auf (S. 196*) und 
koQunen am 20. nach Cairo (S. 197; Wormser 223), wo sie 
bei den Consuln Frankreichs und Venedigs Guillaume Guardiola 
und Leonardo Ejmon freundliche Unterstützung finden (S. 198). 
Hier treffen sie auch einen Mamluken, Paul Reuter aus Feld- 
kirch, der einst mit den Herren von Madrutz von den Türken 
gefangen worden war, den Sohn des Kuntz Metzger aus 
Markschöufeld (S. 197) und einen deutschen Trompeter 
aus Landsberg in Bayern (S. 198). Am 13. November koDunen 
Adam von Thüugen und Reinbert vonGleinitz, welche 
von Jerusalem direct hatten nach Hau^e fahren wollen, nach 
Cairo ;(S. 198); am 14. November schliessen sich ihnen noch 
Sigmund Gysser, ein böhmischer Kaufmann, und ein Ver- 
treter der Ulstetter, Georg Kolnitz, als Dolmetscher an, um 
nach dem Sinaikloster zu ziehen (S. 198*). Am 17. November 
brechen sie auf, finden an einem Brunnen viele deutsche Namen, 
leider unleserlich, angeschrieben (S. 198^) und erreichen am 
29. ihr Ziel (S. 198»— 199), wo David Furtenbach an der 
Ruhr stirbt (S. 199»— 200»; Wormser 226»). Wormer (225») 
liest hier in der Catharinenkirche die Namen: Zorn, Knobl och, 
Nicolaus Wormser, Kaspar Böcklein, Albrecht (S. 199) 
sieht die Namen und Wappen von: Wertheim, Pplheim, 
Ludwig von Rechberg (wobei die Jahreszahl 1486 stand) 
und (ohne Datum): Lichtenstein, Königsberg, Otto von 
Zedlitz, Klöbel, Wormser, Rheyn, Meissner, Wol- 
warth (Welwart?), in einer anderen kleinen Kirche auch die 
Namen: Albrecht Wenzel, Ludwig von Rechberg und 
an anderer Steile Hans von Hössberg(S. 200) angeschrieben. 
Die Pilger kommen am 21. December wieder zurück nach Cairo 
(S, 201; Wormser 227), wo sie der Factor der Ulstetter Jacob 
Beyer besucht (S. 201); am 4. Januar 1562 segeln sie ab 
nach Rosette und Alexandria, wo sie am 11. Januar durch einen 
ihrer Reisebegleiter, den Renegaten Cirfus Schaber aus 
Eisenstädt in Oesterreich, fälschlich angeklagt werden, an einem 
Araber einen Mord venlbt zu haben, der dem die Pilger beglei- 
tenden Janitscharen zur Last fiel (S. 201^). Durch Vermittlung 
des französischen Consuls freigelassen (18. Januar), werden sie 
doch wieder gefangen und nach Cairo zurückgebracht (S. 202 
—203), wo Georg Kolnitz (Wormser 230 nennt ihn: G. 
Claris s aus Brüssel) und ein Augsburger Uhrmacher Martin 
Marquardt (6. Februar) ihre definitive Befreiung erwirken 



— 2S6 — 

<S. 203«— 204&). Sie segeln am 17. Februar mit dem Schiffe 
des Angelo Pico aus Ancooa von Alexandria ab, kommen am 
S. Mai nach Ancona (S. 208; Wormser 233), von wo Wormser 
(S. 234) direct nach Venedig geht, während Albrecht nach Rchdl 
sich wendet (S. 209), wo er bei Friedrich Fugger freundliche 
Aufnahme findet. Er verlfisst Rom wieder am 16. Juni und 
trifft am 1. Juli in Venedig ein (S. 209), holt hier seine bei 
David Ott zurückgelassene RQstung, empfängt Briefe aus d&r 
Heimath, die er auf dem alten Wege am 16. August wieder 
glOckUch erreicht (S. 209—210; auf S. 211—212» ist ein Pilger- 
führer abgedruckt). 

Die Reisebeschreibung erschien im Reysü)uch 1584, S. 188^ 
—212*; vgl. RB. 727. Aus einer leider nicht näher bezeich- 
neten lateinischen Handschrift ist das Ritual ftkr die Auf- 
nahme in den Orden des heiligen Grabes (Reyssbuch S. 194^ 
— 195) abgedruckt bei Vulpius, Curiositäten, Weimar 1818, VI, 
518 — 526, wo sich auch Notizen ober die Person unseres Pilgers 
finden. Vgl. auch Christoph Jacob Kremer, Abhandlung von den 
Grafen von LOwenstein, älteren und mittleren Geschlechts, Mönchen 
1765 und Riehl in: Kulturhistorische Novelleten: Die Lehrjahre 
eines Humanisten. 

1561 b. Jacob Wormser sen. aus Strassburg geht 
über Constanz, Feldkirch, Ehrenberg, Innsbruck, Trient nach 
Mantua (S. 214), von da über Cremona, Mailand, den Splügen- 
pass nach Vaduz, von wo er am 23. Mai aufbricht und über 
den Arlberg nach Venedig geht (S. 214*). Er schliesst sich dem 
Grafen Albrecht von Löwenstein an, kehrt mit ihm aus 
Aegypten nach Ancona zurück {i. Mai 1562), wo er nach glück- 
lich überstandener siebenundzwanzigtägiger Quarantäne gute Nach- 
richten von dem Factor Hans Albrecht Armbrüster em- 
pfängt und bei den deutschen Kaufleuten freundliche Aufnahme 
findet (S. 233^ f.) ; er geht dann nach Venedig, von da am 
20. Juni nach Rom und kehrt erst von hier aus in die Heimath 
zurück. 

Seine Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, S. 213 
-235; vgl. RB. Nr. 730 und Cgm. 5570 in München. 

1561 c. Bartholomae Khevenhüller, Graf von 
Fraukenburg aus Steiermark, bereiste, nachdem er von 1549 
— 1555 in Padua (S. 119 seine Matrikel und S. 122 Notizen 
über deutsche Studirende) mit seinem Bruder Hans studirt hatte, 
1556 Italien (S. 124—128), geht 1557 über Genf, wo er Calvin 
predigen hörte (S. 130), Lyon, Bourges, Orleans (S. 131) nach 
Paris (Beschreibung der Stadt S. 134—141), dann über Am- 



— 237 — 

boise, Toulouse (S. 142—144) nach Spanien, besucht Valla* 
dolid (S. 146), Santiago di Compostella (S. 147), Lissabon, To» 
ledo (Beschreibung der Hochzeitsfeierlichkeiten des Königs 
Philipp n., S. 156-rl75), geht über Toulouse und Lyon zurück 
nach Paris, von wo er eine Reise nach den Niederlanden am 
9. August 1560 antritt (S. 178—179); am 23. September kommt 
er nach Villach (S. 179). Von hier bricht er am 9. December 
1560 auf mit seinem Bruder Hans, seinem Vetter Franz und 
Sigmund Rumpf; ausserdem werden als Begleiter der Hof- 
meister Fabian Stösser und die Diener Georg Klein* 
dienst und Veit Trinkher genannt. Am 14* Januar 1561 
erreicht Kbevenhüller über Tarvis, Marghero Padua (S. 180) geht 
über Rimini, Ancona nach Loretto und kommt am 13. März 
nach Neapel, wo er die Donna Sophia de Toledo, eine adlige 
Dame aus Kärnthen, spricht und ihr ein Schreiben des Erasmus 
Mayer von Fuxstätt einhändigt {S. 181), geht über Rom, Florenz, 
wo er dem Hauptmann der deutschen Garde Michel Bala aus 
Trient seine Aufwartung macht, Bologna und Padua nach Vi- 
cenza (mit Veit Megiser), findet in Mantua (26. April) seinen 
Vetter Franz Kbevenhüller und kehrt nach Padua zurück, 
um zu warten, bis das nächste Pilgerschiff nach dem heiligen 
Lande abgehen würde (S. 181; 185—192 der lateinische Con- 
tract, den A. von Löwenstein und Wormser deutsch anführen; 
S. 192 — 193 das Salveconduct der Notars des Cattaveramtes)^ 
Der Reisende nennt (S. 193 — ^194), dieselben Pilger, welche wir 
bereits aus der Beschreibung des A. von Löwenstein kennen^ 
und giebt nur wenig neue Nachrichten. Wir heben unter diesen 
hervor, dass bei der Ankunft des Pilgerschiffes vor Jaffa der 
Subascha mit seinen Beamten am Bord desselben sich „vber- 
weinten^, dass bei der Landung ein Mamluk den Erbmarschall 
Christoph von Pappenheim an den Ohren gewaltig schüt- 
telte, ohne dass seine Begleiter etwas dagegen zu thun wagten 
(S. 197). Unser Reisender erwähnt bei der Aufzählung der 
Pilger, welche zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen wurden, 
nur den Sohn des Rheders Vivianus und sagt, dass die adligen 
Pilger über die Verleihung der Ritterwürde an eines Kaufmanns 
Sohn sehr verdrossen gewesen seien, „aber es regirt der Geiz 
zu sehr in der Welt, daz vil ehrliche orden (S. 205) in Verach- 
tung khumen*^ (S. 206). Kbevenhüller erzählt sodann, dass 
Albrecht von Löwenstein und er selbst in der Nacht des 4. Sep- 
tember zu Rittern geschlagen worden seien (S 200- :208; 
S. 207 f. das Ritual). Am 10. September bricht Kbevenhüller 
und der grösste Theil seiner Gefährten wieder von Jerusalem 



— 288 ~ 

auf, aber iu Jaffa werden die Pilger durch den Hauptmann der 
begleitenden Mamluken um 20 Zechinen geschätzt (S. 210), am 
20. September fahren sie ab. Am 6. October stirbt vor Beirut 
Marx Friedrich von Thüngen, der in einem Kloster da- 
selbst begraben wird ; die Türken wollten sich seiner Habe be- 
mächtigen und seinen Vetter Bernhard von Thüngen ge- 
fangen nehmen, bis man sie durch ein Geschenk von 14 Zechinen 
zufrieden stellte. Am 19. October gehen Adam von ThOring 
und Reinprecht von Gleinitz unter Segel nach Damiette, 
während KhevenhQller mit seinen andern Gefährten (S. 211) 
am 21. October von Beirut abfährt. Vor Nicosia im Kloster 
S. Johann de Montfort besuchen sie das Grab jenes Heiligen 
„den etliche für einen deutschen Grafen von Muntfort halten, 
andere fiOr einen Franzosen*' (S. 212). Bald darauf, am 1. De- 
cember, starb Franz Khevenhüller und ward im Meere 
begraben; ihm zu Ehren liess Barthelmae drei Büchsenschüsse 
thun („aber man muess teuer genug bezallen*"). Hierauf nahm 
der Patron alle Habseligkeiten des Verstorbenen in Beschlag, 
da er dem Officium der Cattaveri Rechenschaft zu geben habe 
(S. 213). Nach einem gefährlichen, aber glücklich überstandenen, 
Sturme landeten die Pilger am 10. Februar 1562 in Venedig, 
wo sie vor die Signoria della sanitä geführt wurden und erst 
von ihr Erlaubnisscheine empfangen mussten, um in der Stadt 
ihre Herbergen aufzusuchen (S. 214). Barthelmae musste seine 
Truhe in das Haus des Rheders bringen, da ohne Licenz des 
des Officiums der Cattaveri ihm wegen der nahen Verwandt- 
schaft mit dem Verstorbenen diese nicht ausgeliefert werden 
dürfe; erst am 17. Februar, nachdem er vor dem Amte aus- 
drücklich bezeugt hatte, dass Franz ihm seine Habseligkeiten 
„ex officio** übergeben habe, und der Wirth vom „Weissen 
Löwen** als Bürge für ihn eingetreten war, erhielt Barthelmae 
seine eigene Truhe und die des Verstorbenen Franz. Am 23. Fe- 
bruar ritt Barthelmae mit Hans von Prosinofsky aus Venedig 
nach Padua und kam am 3. März glücklich nach Villach (S. 215). 

Diese Nachrichten giebt Bernhard Czerwenka, Die Kheven- 
hüller, Wien 1867 (vgl. RB. Nr. 726); sie beruhen, wie der 
Verfasser (S. 117) bezeugt, auf Auszügen, welche aus dem 
„Reisebuch** KhevenhüUers geschöpft sind, das bis fol. 62* von 
ihm selbst, 62^—98 von fremder Hand, aber nach seinem Dictat, 
geschrieben ist. Aus Czerwenka hat KhuU in Carinthia, Klagen- 
furt 1897, 21—47 (vgl. auch Hantzsch 90—94) unsere Nach- 
richten über diese Pilgerreise wiederholt. 

1561 d« EmanuelOerttel von Augsburg begleitet den 



— 2S9 — 

veuetianischeD Gesandten Aloise Mocenigo auf seiner Reise uach 
Constantinopel, Ober dessen Hof und Sitten er (fol. 8—15) aus- 
fQhrlich berichtet Nach dreijährigem Aufenthalt daselbst reist 
Mocenigo mit Oerttel nach dem heiligen LAnde, wo er f&nf 
Wochen sich aufhält. Unter den dasselbe betreffenden histo- 
rischen Angaben ist hervorzuheben, dass die Georgiten bereits 
seit 1474 (sonst wird immer das Jahr 1479 angegeben; vgl. 
Tobler, Golgatha 292) den Calvarienberg inne hätten (fol. 26). 
Die Reiisenden besuchen dann Damascus und den Sinai (fol. 40; 
der dort angeführte Contract mit dem CaravanenfÜhrer stinmit 
wöiilich mit dem bei Fabri; vgl. oben S. 23. Die Route von 
Jerusalem nach Jaffa ist dieselbe, die F. Fabri U, 338 und 
Tucher 363 (vgl. Ritter, Asien XYI, 136 und 151) beschi^iben; 
Oerttel bedient sich häufig sogar derselben Worte. Ebenso 
stimmt die Beschreibung der Route von Gaza nach dem Sinai 
und Cairo (tbl. 59 — 64) genau mit der Tucherschen (36Si ^) über« 
ein (vgl. Robinson, Pal. I, 441). In Cairo bleiben die Reisen- 
den drei Wochen, dann ziehen sie nach Mekka, wo sie während 
ihres achttägigen Aufenthalts die Kaaba, welche mit dem Co- 
losseum in Rom Aehnlichkeit haben solle, ungehindert besuchen 
(fol. 71); von da kehren sie über Cairo, Alexandria nach Con- 
stantinopel, dann zu Lande nach Wien zurück. 

Wir benutzten den MQnchener Clodex germ. N. 3001, s. XVI, 
welcher die Ueberschrift trägt: „Wahrhaftige und grundtliche 
Beschreibung derenn Yenedigischenn Legacion aines Wayli oder 
Ambasciatoren an den Türckischenn Kayser — Durch den Le- 
gatten selbst, in welscher Zügen Beschribenn, nun aber auf 
das treulichst verttieret unnd verteutscht 1587** (vgl. RB. Nr. 728, 
[auch Cgm. 6073 in München enthält den Text] auch die in 
Zeitschr. für deutsche Kulturgesch. IV, 1894, 241—243 und bei 
Hantzsch 115 — 117 gegebenen Auszüge). Die von Tobler (Bibl. 
77) citirte Augsburger Handschrift giebt als Jahr der Reise 1561, 
doch kennen wir eine Gesandtschaft der Venetianer unter Mo- 
cenigo vom Jahre 1561 nicht; wenigstens weiss Arm. Baschet, 
La diplomatie V^nitienne, Paris 1872, 229, welcher eine Liste 
von Gesandten an den Hof nach Stambul aufführt, nichts davon, 
und es wird weiterer Nachforschungen darüber noch bedürfen. 
Sicher ist unser Bericht nicht bloss eine Uebersetzung der Mo- 
cenigoschen Reisebeschreibung, da Oerttel in seiner Erzählung 
sorgfältig ' unterscheidet, was er, und was sein Herr erlebt hat 

1561 e. David Furtenbach aus Feldkirch bricht am 
1. Juni auf, trifiFt in Venedig viele vornehme Pilger, unter 
denen Slulzberg, Schomberg, ein Erbmarschall von 



— 240 



Pappenheim, ein Graf Kevenhüller, ein Bischof» Pilger 
aus Tyroly Elsass, Bayern, Mähren, Thüringen neben 
Italienern, Franzosen, Spaniern, Burgundern, „4 Indianern und 
1 Persianer^, auch etliche Weiber genannt werden; im Ganzen 
kommen 410 Pilger zusammen, die am 3. Juli absegeln; am 
19. August erfolgt die Landung in Jaffa. Am 24. August finden 
sie Herberge im Pilgerhospiz zu Ramiah und ziehen dann. 20 Pilger 
zu Pferde und 30 zu Fuss, nach Jerusalem, das sie am 27. Au- 
gust erreichen; am 31. August besuchen sie Bethanien (S. 14). 
Den 7. September bricht ein Theil der Caravane iu Begleitung 
von 30 Reitern auf, um im Jordan zu baden; am 10. September 
tritt ein Theil die Heimfahrt an, ein anderer bleibt zurQck. Mit 
dem letzteren verlässt Furtenbach am 27. September Jeru- 
salem; während am 9. October von Gaza eine Caravane „nach 
Algier^ abzieht, bleibt Furtenbach aber und Sigmund 
Rumpf dort zurück, um mit einem Christen nach dem Sinai 
zu reisen (S. 15). — Hier bricht das Tagebuch Davids ab, das 
wohl der letzgenannte Begleiter in die Heimat mitgebracht 
haben mag und in zwei Abschriften die Stadtbibliothek zu 
Lindau aufbewahrt, aus denen Reinwald im Jahresbericht der 
latein. Schule, Lindau 1880, 14—15 die hier benutzten Auszüge 
gemacht hat (vgl. RB. Nn 722; ZDPV. XVI, 279). Sie werden 
ergäni^t durch nachfolgenden Text, der einer grossen Karte des 
Sinai beigegeben ist und wegen seiner grossen Seltenheit hier 
unverkürzt folgen mag. 

„Der heilig Berg Sinay, sampt dessen vmbligenden Orten**. 
— Unter dem Bilde von Sinai sind 13 heilige Orte mit fortlau« 
laufenden Nummern aufgezählt. Darunter steht: „Sereniss. et 
celsiss. P. P. D. Friderici Jo. Frid. F. et DClarae Augustae Aug. 
F., Wirtemb. et Teccii ac Brunov. et Luneb. ducum auspiciis 
feliciss. omni benedictionum genere coelitus coronandis hac 
montis Sinai icone votum suae pietatis conferre voluit mat Rem« 
bold Calcographus Stutgartensis A. C. MDCLIIl. den 17. Apr.* 
Darunter: „Furtenbachische Reiss Beschreibung von Venedig biss 
zu dem Berg Sinai. 



Man findet in Schriiften zu lesen 
Von hoch vnd nideiigm Stand, 
Auch den Berg Sinay zu sehen, 
Auch dessen umbligenden Orten, 

Vnter andern so thut auch der 
Von Feldkirch David Furtenbach, 
War ein Obrister lange Zeit 
Vnd alß er nun nach vielen Jahren 



Dass allezeit sind Leut gewesen, 
So besuchten das heilig Land, 
So figurlich allhie thut stehn, 
Die mit l^leiss sind verzeichnet 

worden. 
Wol-Edel und Gestrenge Herr 
Sich vnderwenden dieser Sach: 
Noch berühmet in Dapfferkeit, 
Sich des Krigswesens wol erfahren 



— 241 — 



Hätt er endlich dessen Verdruss 
Dass er dasselbig gantz quitiert, 
Zog anheims, vnd rüst sicli mit Fleiss 

Kam erstlich nach Venedig dar 
Vnd schiflFet fort nacher Grana 
Nach Parenza er auch hinkam 
Welche dann heyde Stadt zugegen 
Sclavoniam es auch erreicht 

Nach Ragusa der Stadt zu hand 
Buglia auch ftlrschiffet er, 
Die Insel Cataloniam 
Weiter nach Moria der Stadt 
Vnd kam weiter in Cypem fort 
Kam auch nach Gazara zu hand 
Allda Simson der starke Riss 
Sichs selbs vnd seine Feind darnebn 

Da es den Pallast starck vnd vest 
Thät über einen Hauffen fallen 

Von Gazara oben berührt, 
Vnd kam auch in die Stadt Jaffa, 
Zu Land über das Gebürg gross 
Vber das Gebürg er auch kam 
Vnd besuchet das heilig Grab 
Weiter nach Jerusalem fort 
Kam zu Land nach Bethanien, 
Vnd reisete die gantze Nacht, 
Kam Morgens zu Jericho an, 
Vber ein Brück, dass er bereit 
Wo Sodoma vnd Gomorrha 
Er auch das todte Meer gesehen, 
Kam widerumb zurück also 
Damach reiset er ohn Verdruss 
Gefastet hat vierzig Tag und Nacht, 
Vnd vom Satan versuchet ward, 
Vnd wie nun David Furtenbach 

Dass die Hölin, wo Christus rein, 
Gar weit in den Berg hinein geh 
Wo der böse Geist gantz verflucht 
Da er ihm aUe Schutz der Welt 
Also dass es vnmüglich war 
Weiter er seine Reiss fümahm 
Nacher Emaus, vnd noch mehr 
In die Wüstin da jhn bereit 
Dass er sich diese rauche Strassen 
Vnd kam also erkrancket hart 
An dem Berg Sinay, da man 
In dem Closter Catharina, 
So gut man köndt, ehrlich begrabn, 

Röhricht, Pilgeireiseii. 



Vnd machet dran ein Beschluss, 

Vnd mit Reputat resignirt, 

Zu der Wallfahrt nach Bilgrams 

weiss 
Allda sass er Schiff zu fürwahr, 
Nicht gar weit von Aquilia, 
Vnd nach Ravena lobesam: 
In Romania seynd gelegen: 
Vnd weiter auf dem Meer fort- 

streicht 

Dort in der Macedonier Land: 
Corfu, Alzante und noch mehr. 
Auch Sapientzia vnd kam 
Candiam auch erlanget hat 
Nach Limis einem Flecken dort, 
Ein Stadt in der Philister Land, 
Nach laut heiliger Schrifffc gewiss, 
Gar jämmerlich bracht um das 

Leben, 
Vmbriss, dass Vögel vnd das Nest 
Mit sehr grossem Krachen vnd 

Knallen; 

Furtenbach noch weiter laviert, 
Damach kam es auch gen Rama, 
Welches Jerusalem umbschloss. 
Nach Jerusalem lobesam. 
Mit Andacht, darnach sich begab, 
Vnd reist gegen der Wüstin dort. 
Da denn die Wüstin thät angehn, 
Die Ungeheuren er nicht acht 
Reist darnach über den Jordan 
Auch möcht sehen die Gegend weit. 
In Grund versunken sind, allda 
Wo die beyde Statt thäten stehen : 
Auff bemeldte Stadt Jericho : 
Der Wüsten zu, worinn Christus 
Auss eigner Göttlicher Allmacht, 
Als jhn thäte hungern hart, 
Auss führlich schreibt von dieser 

Sach, 

Hab gehalten die Fasten seyn 
Vnd der Ort überaus hoch steh, 
Christum zum andernmal versucht. 
Hat gezeuget, als die Schrifffc meldt, 
Hinauff zu kommen, meldet er. 
Auff den Berg Sinay, vnd kam 
Gen Rama, weiter reiset er 
Thät überfallen Leibs-Schwachheit, 
Noth halber müste führen lassen, 
An dem Ende seiner Wallfahrt 
Ihn also kranck thät nemmen an 
Starb also vnd wurd allda. 
Wie man wahre Vrkund kunt habn 

16 



— 242 — 

Das» bey seinem £nd thäten seyn Albrecht ein Grraff von Löwenstein, 

Jacob Wurmbser, Sigmund Rumpffvnd Georg Jaschaw, wie irit satem 

Grund 

Herr Jacobue Wurmser fiirwahr, In seinem Reissbucb schreibet klar. 

Zv wünschen war, dass allezeit That wallen die gantze Christen- 

heit 

Auff Christo dem einigen Weg, Der da führt zu des Himmels Steg, 

Durch der Welt Wüstm vnbequem In das Himmlisch Jerusalem 

Dann so eher war Gott angenehm. — 

Gedruckt in der Fürstlichen Residentz. Statt Stuttgardt bey Mathia 
Eantten 1653«. 

In der linken Ecke des Bildes von Sinai ist ein Ritterwappen, 
wobl unseres Pilgers, niit 8 Feldern. 

1563a. Am 26. März bricht Alexander von Pappen- 
heim aus Grönenbach auf, geht über Lindau, Vaduz nach Como, 
wo er bei einem Danziger Namens Jobst Herberge findet, be- 
sucht MaUand, wo er in der Herberge zum Falken den früheren 
Hauptmann Benedict Habenstreit trifft, dann Pavia, Genua, Parma, 
Bologna, Florenz, Rom und Neapel, wo er das Grabmal Hans 
Walters von Hirnbeim besucht und von Wolf Mager, Seufried 
Weltzer und Hans Ulstetler, dem Factor der Fugger, herumgeführt 
wird. In Venedig trifft er mit seinem Reisegefährten Hannibal 
Rieter: Alexander von Schulenberg und dessen Bruder 
Jacob, Dietrich von Hardenberg aus Braunschweig, Hein- 
rich von derLyhe aus Mecklenburg, Kaspar von Minck- 
witz, Hans (a?) Braunschweig, Andreas Haller von 
Hallerstein aus Nürnberg, Melchior Pfister aus Augs- 
burg, Georg Pömer aus Nürnberg, Dietrich von Schwerin, 
aus Pommern, Parcival Zenger aus Bayern, Meister Jan 
R o b i n, Dr. med. aus den Niederlanden. Mit Hannibal Rieter 
und den beiden Dienern Peter Herzog aus Valv bei Günz- 
bürg und Jacob Soliner, mit Monsieur de Plasere aus 
Gent und vielen Italienern segelt er am 26. Jiüi ab und be- 
steigt in Cypern ein anderes Schiff", mit dem er 21. August 
Jaffa erreicht; in der Pilgerherberge zu Ramiah findet er die 
Wappen seiner Vettern Christoph Marschall und Chris- 
toph von Laubenberg, (vgl. oben S. 234 f.). In Jerusalem 
lässt er sich nicht zum Ritter schlagen, wahrscheinlich weil, wie 
er selbst an anderer Stelle behauptet, „unter den Rittern Pfaffen 
und Cantores, ja Schuhmacher mid Schneider sich befinden**. 
Auf der Rückreise von Jerusalem schliessen sich ihm an: der 
Minorit Nicolaus de Tross aus Brüssel, Peter von Douyn in 
Artois, der Guardian in Bethlehem gewesen war, Peter Luddel 
aus Ham, Jacob von Hickh aus Oudenai*de, Petrus de Lieure 
aus Valenciennes, der unterwegs als der letzte seines Stammes 



— 243 — 

starb, Jacob von Metter aus Utrecht und Moliu aus Valen- 
eiennes, die auch auf der Rückreise starben. In Famagusta auf 
Cypern wohnt er bei einem BQchenmeister Martin aus den Nieder- 
lande, in Nicosia bei einer Wittwe Gaziella; an beiden Orten 
findet er die Wappen und Namen: Christoph von Lauben- 
berg, Hermann Milchliug, Khevenhüller, Merode, 
Schönberg, Nothaft und andere. Er landet glücklich in 
Venedig, wo er den deutschen Gesandten Franz von Thurn be- 
sucht, trifft in Padua Ernst von Borgstorff und Werner von der 
Schulenburg (Studenten), Heinrich von der Lyhe, Friedrich von 
Limburg, Eberhart von Solneck, Jörg Pümer aus Nürnberg, drei 
Herren von Hermerstein, Friedrich von Stubenberg, Philo 
Prayner, Christoph und Gall, Freiherrn von Noc^nitz. Von Venedig 
geht er mit einem Führer Lienhard Mauck aus Ulm über den 
Pass Cofell, trifft in Innsbruck mit seinen Begleitern nach Je- 
rusalem wieder zusammen und erreicht über Kempten, Diet- 
mannsried glücklich seine Heimath, wo er mit grossem Ge- 
pränge empfangen wird. 

Einen Auszug aus seiner Reisebeschreibung siehe in RM. 424 
-429, sonst auch vgL RB. Nr. 736. 

1563b. Hans von Godern reiste mit dem Grafen Hein- 
rich von Alba, der damals als Gesandter nach Constantinopel 
abging, über Venedig dorthin und besuchte dann das heilige 
Land. 

Seine Reisebeschreibimg, der auf S. 1 — 72 die des Jacob 
Wurmser vorausgeht, ist ohne alle Chronologie und ausser- 
ordentlich dürftig. Die Handschrift, welche Herr Prof. Dr. Xaver 
Pfeifer gütigst zur Benützung überlies, liegt auf der Lycealbib- 
liothek in Dillingen (XV, 13 fol.) und stammt aus dem XVIII. 
Jahrhundert (S. 72-97); vgl. RB. Nr. 734. 

1564 unternimmt Rudolf Gwicht, Conventual von Muri, 
eine Pilgerreise (M. de Diesbach 227); er wird als Pilger auch 
erwähnt in Cysats Collectan. im Cantonalarchiv zu Luzern (vgl. 
von Mülinen, Helvetia sacra I, 84). L. 

1565 a. Fürer von Haimendorf (vgl. Will, Münzbe- 
lust. II, 97 ff., 181) aus Nürnberg segelt mit seinem Diener 
Georg Beck und Alexander von Schulenburg am 
21. Juli von Venedig ab, landet in Alexandria, wo er das Grab 
des 1483 verstorbenen Grafen Johannes von Solms (S. 22; 
vgl. oben S. 162 f.) besucht und von dem französischen Consul 
Francisco Guardista freundlich empfangen wird (S. 30) ; mit einem 
Empfehlungsschreiben an den Saudschak Mustapha Bey trifft er 
in Cairo ein und findet Gelegenheit (11. September), mit ihm 

. 16* 



— 244 — ^* 

über Christen thuni und Islam zu disputlren (S. 39 — 40). Er 
trifft hier Peter Reuter aus Feldkirch, der einst in die Sela- 
verei verkauft, später aber von seinem Herrn freigelassen wor- 
den war und dicht bei Cairo (in dem Dorfe ^Barsur) seinen 
Wohnort hatte (S. 53, 138), und reist mit Alexander von 
Schulenburg, Hans Beyer aus Kauf beuren, dessen Bruder 
Jacob Beyer, welcher als Dolmetscher diente, Georg Beck, 
Hans Helffrich aus Leipzig, Zacharias van Schooten^ 
einem Niederländer, Stephan Bon nett mit seinem Diener 
Kari, Nicolas Ventimiglia mit seinem Diener Elias (im 
Ganzen 1 1 Personen) unter Begleitung des Janitschars Jusuf nach 
dem Sinai ab (S. 99; Helfi&ich 386^), wo die Caravane am 
11. November eintrifft (S. 111) und am 16. November wieder 
aufbricht (S. 120). Am 27. November gehen Für er, Ale- 
xander von Schulenburg mit Stephan Bonnett nach 
Suez (S. 129) und treffen am 30. November wieder in Cairo 
ein (S. 132), wo am 4. December durch Vermittelung eines 
deutschen Juden ein mit ihnen zusammen wohnender Deutscher, 
Justus Steffen ans Hameln, den Fürer und Helffrich 
von der Leipziger Universität her gut kannten, zum Islam über- 
tritt (S. 1 36 ; Helflfrich 389»). Während H e 1 f f r i c h und G e o r g 
Beck noch zurückbleiben, verlassen Für er und Alexander 
von Schulenburg am 5. December Cairo und falu'en nach 
Alexandrien (S. 138), wo sie Hannibal von Castelalto, 
Freiherrn von Grünenberg (bei Trient), treffen (S. 144), 
der am 30. April 1566 nach Venedig absegelt (S. 311). Fürer 
und sein Begleiter kaufen hier Wilhelm Schptt, eines Kauf- 
manns Sohn, der in Regensburg Freunde hatte, aus der Sklaverei 
los; ein anderer deutscher Gefangener, Andreas Schott aus 
Narnsdorf, war um dieselbe Zeit auf dem Schiffe gestorben 
(S. 143). Für er besucht die heiligen Stätten Palästinas, sieht 
in Jaffa die Wappen von: (Ruprecht von) Mansfeld, Me- 
rode, Thüngen, Truchsess, Ebener (vgl. Will H, 289ff.), 
Ketzel (S. 177) und entgeht auf einer Reise nach dem Jordan 
mit Mühe und Noth der Gefangenschaft räuberischer Beduinen 
(S. 235—252), reist dann mit Alexander von Schulenburg 
und Jacob Beyer über Tiberias und Baalbek (S.284ff.) nach 
Tripolis, und segelt, da ein Eseltreiber ihn für einen Malteser 
ausgegeben hatte, um einer zweiten Gefahr für Freiheit und 
Leben zu entgehen, nicht, wie er ursprünglich vor hatte, nach 
Constantinopel (S. 296), sondern direct nach Cypern, wo Ale- 
xander von Schulen bürg einen entflohenen ungarischen 
Gefangenen Stephanus trifft (S. 304). Von hier fahren die 



— 245 ~ 

Pilger zusammen mit mehreren itaüenischen Nobilis ab (&. 312) 
und erreidien am 7. Juli 1566 Venedig, wo sie Hans aus 
Braunschweig und Hans H elf f rieh antreffen (S. 340). Fürer 
geht hierauf nach Wien (S. 342 f.), dient im kaiserlidien Heere 
vor Raab und Kömorn und kehrt, naxrhdem Friede geschlossen 
worden war, 156'7 wieder nach Nürnberg heim (S. 346 f). An 
den Reisebericht, der hier endet, sehliesst sich (S. 349—360) 
«ine Erläuterung der Stationen, welche die Israeliten auf ihrem 
Zuge von Egypten nach Palästina berührt, dann folgt die Be- 
schreibung einer Reise, welche Jacob Christoph Für er, der 
Bruder unseres Pilgers, als Begleiter des kaiserlichen Gesandten 
Bartholo.maeus Betz von Wien nach Constantinopel machte. 
Am 13. Mai verlassen sie Wien (S. 867) und erreichen am 
1. Juli über Ofen-Pest Constantinopel (S. 376). Von den übrigen 
Begleitern sind hervorzuheben: Leo nhard von Brauchs- 
witz zu Brauchsdorff, Abraham von Nostwit«, N. 
von Kockers (alle aus Schlesien), femer (S. 379) Christoph 
Bernhard von Kirchberg, Christoph von Fernberg 
(aus Oesterreich; über ihn vgl. ZDPV. XIV, 182 und unten 
s. V.) und Sigmund von Ray eck aus Böhmen. (Eine ähn- 
liche Reise von Wien nach Constantinopel machte 1530 der 
Dolmetscher Benedict Kuripeschitz ; vgl. v. Hormayr, Taschenbuch 
für Vaterland, (jeschichte 1827, 177 — 185.) Die griechische Be- 
scheinigung über den Besuch des Sinaiklosters, befindet sich 
nach des Herrn Prof. Dr. Kamann gütigen Mittheilung im Archiv 
des German. Museums zu Nürnberg (Pergam. Hands.chr. Nr. 5898). 

Die Reisebeschreibung Fürers erschien Nürnberg 1646. Aus 
ihr machte Behrend in der Neuhaldenslebenschen Kreischronik 
ü, 393 ff. einen Auszug, den Danneil, Das Geschlecht der von 
Schulenburg, Salzwedel 1847, 11, 537—541 wiederholte; dort 
wird auch ein umfangreiches Gedicht des Fraxineus über das 
Leben und die Thalen Alexanders I. von Schulenburg (S. 541) 
erwähnt. Sonst vgl. RB. Nr. 742. 

1565 b. Johann Helffrich aus Leipzig segelt am 
1. Juli von Venedig mit vielen Pilgern (im Ganzen 52) aus den 
Niederlanden, Frankreich und der Schweiz ab (S. 375) und kommt 
am 9. August nach Jaffa (378), am 13. August nach Jerusalem 
(S. 379), wo er mit einem Nürnberger Pilger Thomas Lohe 
(S. 379^; bei Villinger heisst er Lecho) zusanunen wohnt; hier 
stirbt am 20. August der Schweizer Pilger Jacob Bocklein 
(S. 383 a). Am 23. August bricht er wieder auf (S. 384 ») und 
geht mit Zacharias van Schooten aus den Niederlanden 
über Gaza (S. 384*) nach Cairo, wo er am 22. September ein- 



— 246 — 

trifft (S. 385»— 886) und Fürer von Haimendorf, Ale- 
xander von Schulenburg, Georg Beck aus Nürnberg 
und Jacob Beyer aus Kanfbeuem findet (S. 386). Nachdem 
er mit ihnen den Sinai besucht und wieder nach Cairo zurück- 
gekehrt war, bricht er am 30. December auf (S. 396) und kommt 
am 5. Januar 1566 nach Alexandria (S. 396); am 10. Februar 
segelt er mit Georg Beck und Zacharias van Schooten 
ab (S. 398) und trifft am 19. März wieder glücklich in Venedig 
ein (S. 399). 

Seine Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, 375 
—400; vgl. RB. Nr. 739. 

1565c. Petrus Villinger, Pfarrer von Arth, bricht am 
1. Juni von Hause auf mit Jacob Böckle aus Schwyz, Gallus 
Heinrich von Aegeri und Gregor Landolt aus Glarus; 
ihnen schliessen sich bis Venedig noch Gregor Vogt, Pfarrer 
in Zug, Jacob Schlüpff aus Zug, Claudius, ein Handwerker, 
welche nach Loretto und Rom wallfahren wollten, an. Sie 
gehen über den S. Gotthardt, Bellinzona, Porlezza (S. 1 ), Brescia, 
Padua nach Venedig, wo sie am 13. Juni ankommen (S. 13). 
Hier schliessen sich ihnen noch folgende Reisegefährten an: 
Petrus Asson aus Freiburg im Uechtland, Johannes Helff- 
rieh aus Leipzig, Thomas Lecho aus Nürnberg, ferner aus 
Holland: Johann Wilhelm aus dem Haag, ein Priester, 
Peter Petri aus Brielle, aucii ein Priester, Adrian Hein* 
rieh aus Blaninck (vgl. RB. Nr. 741), Adrian Dux Trux 
aus Dortrecht, Maria Cornech, Adrian Heinrichs Frau (S. 15), 
Franciscus Remundt, ihr Knecht, Willperth Dirks von 
Heyden, Jacob, sein Bruder, Dietrich Johann von Amster* 
dam, Catharina Andreas von Leyden, Lucia Cornely 
von Dortrecht, Eberhard Jacob Burmann, Heinrich Cor- 
nely und Eberhard Johann aus Amsterdam, Remundt 
Jacob von Edam, Petrus Nikolai und Jacob Wilhelm 
von Hartem, Richard Rix von Anfort, Wilhelm Melesant 
von Rotterdam und Walthart Heinrich aus dem Haag. 
Dazu kommen noch die Fläminger: Christian Mackhably 
von Popering, Cornelius Nout, Franciscus Dun, Ritter 
von Burckon, Johannes Boss von Santfort, Arnold Volck- 
hart und Jacob, ein Schneider, sowie die Brabanter: Johanna 
van Stoss, Junker Seger, ihr Sohn, Jost Heilegger, 
Clemens Hoff, Ludwig, sein Sohn (alle aus Antwerpen), 
Heinrich Greich von Waters und Lorenz Wilhelm von 
Tongern (S. 16), ausserdem die Italiener: Quintinus Ri- 
soueri aus Arezzo, Marino, ein Arzt aus Mailand, ein Mohr 



— 247 — 

aus Sicilien und der in Venedig geworbene Dolmetscher Hans, 
endlich die Ordensleute: Karl vonVicule aus Domach (Tour* 
nay), Franciscus Marschall, Heinrich von Thurn, 
Stephan Carthonius, Petrus Beheiger, ein Karthäuser, 
Andreas »von Bung*" aus der Normandie, Bartholo- 
maeus, ein Florentiner, Engel von Bergen (Mons?), Jacob 
„ein Nolhart*' (alle Minoriten), sowie vier Nonnen desselben' 
Ordens aus Prag, Neapel, aus der Lombardei und Spa- 
nien, zuletzt noch ein vom Trienter Coucil heimkehrender ar- 
menischer Bischof, im Ganzen 60 Personen (S. 17). Sie ver- 
lassen Venedig am 2. Juli (S. 19), landen am 9. August in Jaffa 
(S. 31) und ziehen am 18. August in Jerusalem ein (S. 40 f.), 
wo nur einer von allen Pilgern, und zwar „der unwürdigste**, 
Franciscus Dun zum Ritter sich schlagen lässt (S. 79 f.) und 
Jacob Böckle stirbt (S. 80); am 22. August brechen sie 
wieder auf (S, 98). In Jaffa trennen sich H elf fr ich aus Leipzig 
und Seger von Scolta von der Gesellschaft, um nach S. Ca- 
tharinen zu reisen (S. 99). Am 31. August segeln die Pilger 
ab (S. 99), leiden aber am 16. October Schiffbruch bei Myra 
an der lycischen Küste (S. 104 — 106), wobei Thomas Lecho 
Nürnberg ertrinkt (S. 106). Von den Pilgern werden Severin 
und sein Sohn Ludwig aus Antwerpen, Jost Heyleger, 
Clemens Hoff, Lorenz Wilhelm aus Tongern und Jacob, 
der Schneider, am Lande erschlagen, ein Theil als Gefangene 
nach Attalia transportirt (S. 112 f.); der Rest wird in Rhodus 
am 13; November gefangen genommen. Nachdem man sie ver- 
geblich zur Verleugnung ihres Glaubens zu überreden gesucht 
(S. 118), glauben die Pilger sich freikaufen zu können und bieten 
entsprechendes Lösegeld, z. B. Frau Johanna aus Antwerpen 
300 Ducaten, Villinger 312 Kronen, aber di^ im Ganzen ge- 
botene Summe von 3260 Kronen scheint dem Amusa Bey nicht 
genug (S. 121), und so werden die Gefangenen auf die Galeere 
gebracht, während der venetianische Patron mit einem Theil 
seiner Schiffsmannschaft glücklich sich befreit (S. 121). Im 
Jahre 1566 sterben Frau Johann, Johann Wilhelm, Cor- 
nelius Nout, Christian Mackabley, Franciscus Dun, 
Bruder Franciscus (S. 123), Peter aus Brielle („Brüllin"; 
S. 130) und 1567 am 19. August in Nicodemien Heinrich 
von Aegeri (S. 145 f.), während Risoueri aus Arezzo durch 
einen Kaufmann aus Constantinopel und später auch Wilhelm 
Millesant gegen Zahlung von 600 Kronen befreit werden. 
Bald darauf sterben auch Hans Boss, Jacob Wilhelm aus 
Harlem, Dietrich Hans aus Amsterdam, Heinrich Cor- 



— 248 — 

nely, Stephan Carthonius und Peter Asson (S. 147 f.). 
Endlich am 1. Mai 1568 wird Villinger und Landolt durch 
einen gi'iechischen Kaufmann Antonio An(l)gero von Chics 
um 480 Kronen losgekauft (S. 156f.), erhält vom venetianischen 
Bailo Jacob Soranzo Reisegeld und segelt am 16. Mai nach 
Cypem ab (S. 166), von wo er am 26. October Venedig er- 
reicht; von hier kehrt er auf demselben Wege, den er 1565 
gegangen war, nach Aiih zurück (15. Nov.; S. 183). 

Die Reisebeschreibung erschien in Constanz (bei Nikol. Kalt) 
1603; vgl. Rß. Nr. 740; M. de Diesbach 227—229 und be- 
sonders Gabriel Meier in Mittheil. d. histor. Vereins von Schwyz 
1897, IX, 3—55. Dort ist auch (S. 55) unter dem 12. Juli 
1566 eine Urkunde mehrerer Pilger abgedruckt, wodurch sie 
auf Rhodus Petrus Villinger den Besuch der lieil. Stätten be- 
scheinigen (Carolus de Vicelo, Fr. minorita Tornaceusis, oben S. 247 ; 
Vicule, Fr. Stephanus Carlonius, minorita provincie Francie con- 
vent. Diostantensis, oben S, 247 : Carthonius, Plasson de Friburg 
heremita, oben S. 248: Peter Asson, Mag. Petrus Petri de Bri- 
olis, Arnondt de Doncherk, Gregorius Hans Ott von Glarus). Ein 
Codex der Reisebeschreibung ist nach L. auf der Züricher Stadt- 
bibliothek und enthält viele originelle Bilder und Ansichten. 

1568. Ludwig von Rauter, brandenburgischer Land- 
hofmeister im Herzogthum Preussen, bricht in diplomatischen 
Geschäften am 29. October 1567 von Hause auf nach Constanr 
tinopel, von da am 8. Juni 1568 über Iconium nach Aleppo, 
das er am 14. Juli erreicht. Durch die Krankheit seines Reise- 
gefährten Bartel ßreiden an einem Aitsfluge nach Babylon 
gehindert, geht er über Damascus nach Jerusalem, wo jjald 
nachher aus Schlesien Georg von Zedlitz (der auch von 
Sinapius, Schles. II, 493 als Orientreisender erwähnt wird) und 
Hans Kreckwitz eintreffen. Rauter reist hierauf nach Cairo 
und dem Sinai, landet am 10. August 1579 wieder glücklich in 
Venedig und kehrt, nachdem er noch halb Europa durchreist 
hatte, am 30. Juli 1571 wieder nach Preussen zurück; er war 
4 Jahre 8 Monate unterwegs gewesen, hatte im Ganzen 3210 
Meilen zurückgelegt und 4500 Mark verbraucht. 

Ueber seine Reise vgl. die bei RM. 430 — 445 gegebeneu 
Mittheüungen und RB. Nr. 746. 

1569 am 17. März nimmt Johann von Hirnheim da- 
heim Abschied und reitet mit seinem Caplan Wolf gang Geb- 
hart von Brück (der einen parallelen, aber Hiruheim nicht selten 
ergänzenden Bericht über die Reise hinterlassen hat) imd seinem 
Diener Michael Blankh über Donauwörth nach Augsburg, 



— 249 — 

dann über Lkidau nach Feldkircb, wo er in der Kirche die Epir 
taphien zweier Bürger findet, von denen der eine am Sinai, der 
andere auf der Insel Candia verstorben war (vgl. oben S. 230, 
239 ff.); er gelangt über Thusis, Via mala, Como nach Mailand, wo 
er .Friedrich Böckh aus. Kulmbach und Paul aus Ach, 
2 deutsche Soldaten imd einen Kaufmannsknecht Jacob Kurtz 
findet, in Genua trifft er andere deutsche Soldaten -Kaspar 
Schallenmeyer, Christoph Schleiffer und Mathias 
Kratzmayer (und den Caplan Lorenz), in Piäcenza Hans 
Nästelmann aus Nürnberg, in Bologna Melchior Deck- 
hoffer aus der Schweiz und Kutzer von Rosenheim aus 
Bayern. Er geht über Florenz nach Siena (in Montefiascone 
wird dem Pilger nach Gebhardts Berichte „Est, Est!** erzählt), 
wo er mit dem Vetter Hans Otto von BOningen, Hilde- 
brand von Stein, Hans Georg von Frundsberg und 
Meister Josephs Sohn aus Ausgburg zusammentrifft und 
fröhlich zecht, begrüsst hier einen böhmischen Freiherr u 
von Lockwitz wie in Rom Hans Christoph von Johns- 
dorf, geht über Loretto nach Venedig zurück, wo er Hans 
Rudolf von Prassberg, Domherrn von Eichstädt, seinen 
Vetter von Hirschhorn, Andreas von Wilhardt aus 
Strassburg und den deutscheu Dr. Johann Rubin, Chris- 
toph.Madex, Peter Sturm aus Hayfeldt in Böhmen, Wolf 
Herden aus Halle und Georg von Preysing trifft. Auf 
das Schiff geben ihm Dr. Rubin, zwei Riegler, Brüder 
aus München, Albert Brunner, Andreas vom Wilhardt, 
Ottheinrich vonWembding, Hirnheims Schwager, Peter 
Sturm, Wolf Herden, Wolfga.ng Herden und Karl 
Bar dt aus Halle, sowie Peter Sturm das Geleit, der (wie 
Ottheinrich) sich ihm auch ansChliesst, aber mit Hirnheims 
Caplan sich oft prügelt. Auf CjT)ern trifft Hirnheim aus Gent 
Egidius Porlund und einen Spanier Hieronymus San-^ 
talo; hier schliesst sich ilun noch an: Oliverius Moni 
Heldronsis, Justus und Egidius Prolut (sie!), Peter 
Sturm, Wolfgang Herden, Jacobus de Amerongan 
aus Utrecht. Georg Spichermann aus Friesland, Georg 
Risbun aus England, Peter Puck, Ottheinrich; die 
Pilger (38 Männer und 3 Weiber) landen am 30. August in 
Jaffa. In der Pilgerherberge zu Ramiah finden sie die Wappen 
derer: von Pappenheim, Neuwerk, Hurnheim, Hirsch- 
horn, Velberg, • Steinhausen, Knöring, Welm.ers- 
hausen, Freiberg, Rechberg, B(R?)antzaw, Wernau, 
Westerstetten, Seckendorf, Rosenberg, Oettingen 



^ 



— 250 — 

und Hirn heim angemalt In Jerusalem erhalten Egidius 
Proluty Carolus Magnus, Romulio Roseti, Justus 
Prolut, Georg Ristbin (sie) und Richard Laston (beide 
aus England) auser Hirnheim den Ritterschlag des heil. Grabes. 
Auf Cypem trifft Hirnheim einen Deutschen Walter Bach 
und den Johanniter Rosier von Westerheim; am 15. Dc- 
cember erfolgt die glückliche Ankunft in Venedig, am 11. Januar 
1570 in der Heimath. 

Der Bericht des Reisenden und seines Begleiters (rebhardt 
erschien im Auszuge zuerst bei RM. 446—454, ward daim voll- 
ständig herausgegeben von Ferdinand Khull (Des Ritters Hans 
von Hirnheim Reisetagebuch, im Programm des Gymnasiums 
zu Graz, 1896, 8<>, auch besonders Graz 1897, 66 SS. gr. S» 
und: Des Pfarrers von Oettingen Wolfgang Gebhardts Reise- 
tagebuch von 1569 und 1570, Graz 1897, 90 SS. gr. S% V^l 
RB. Nr. 747 und Bauer, Versuch emer m'kundlichen (reschichte 
der Edelherren von Himheim im XXIX. lüid XXX. Berichte d. 
historischen Vereines von Schwab^i — Neuburg, Augsburg 1865, 
117 — 182, der jedoch nur die älteste Geschichte des Geschlechts 
betrifft und von unserem Reisenden nicht spricht. 

C. 1569 soll Petrus Laie stein im heiligen Lande ge- 
wesen sein, von dem Ortelius, Theatrum orbis terrarum A VI 
schreibt: „Judaeam perlustrans ejus loca descripsit, quam de- 
scriptiooem Christianus Serot in tabulam redegit. Exstat Antu- 
erpiae apud Hieronymum Cock 1570** (vgl. RB., Cartogr. Nr. 67 
und ZDPV. XVI, 295). 

e. 1570 pilgert Michael Labengier aus Russwyl, „der 
dem Philipp Luterbach ein vergoldetes Kreuz schenkte, „welches 
in der Bodenöffhung des heiligen Kreuzes in Jerusalem stand** 
(Jahrzeitbuch 38^; vgl. Sch\^eiz. Geschichtsfreund XXVI, 99, 
Note 2). L. 

1573 a. Ulrich Kr äfft, ein junger Kaufmann aus Ulm, 
der infolge der Erzählungen des Jacob Böckh aus Nürnberg 
und Hans Beyer aus Augsburg, welche die Levante bereist 
hatten, ein sehnliches Verlangen nach dem Orient verspürte 
(S. 3), trat in die Dienste des Augsburger Grosshändlers Mel- 
chior Manlich, der mit sieben eigenen Schiffen von Tripolis 
und Constantinopel aus nach Spanien und England Handel trieb 
(S. 19; vgl. Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger, Jena, 1896,1, 224 
— 226). Krafft verlässt am 1. Mai Augsburg und geht über 
Genf, Lyon (26. Mai) nach Marseille, wo er am 30. Mai anlangt 
und durch den Gouverneur M. de Moilon von dem Tode Anton 
Manlichs, des Sohnes seines Principals, Kunde erhält (S. 17), 



— 951 — 

und jam 14. Jiini ein zweiter Sohn desselben Melchior jun. aus 
Genf eintrifft, um die Verhältnisse zu ordnen (S. 19). Am 
9. September 1573 verlässt Krafft mit dem inzwischen von 
Augsburg aber Mailand, Nizza (7. Juni) eingetroff'enen Dn med. 
Leonhard Rauwolff Marseille (S. 26), um nach Tripolis zu 
segeln; in Cypern trifft er einen ebenfalls von Manlich dahin 
bestimmten Collegen Ludwig Lutz aus Kaufbeuren, Georg 
Rauwolf, den Bruder des Dr. Rauwolf (er starb in Famagusta 
und ward in der S. Georgskirche begraben nach S. 40 und 83), 
Wilhelm Salvanea aus Marseille und Elias Manhofer 
und landet am 28. September in Tripolis (S. 49). Von da unter* 
nimmt Krafft eine Reise nach Aleppo (10. Mai 1574), wo er am 
13. Mai anlangt und drei Monate Geschäfte besorgt (S. 125, 
131 f.), auch viel Edelsteine und seltene MOnzen kauft, verab- 
schiedet sich hier von Dr. Rauwolf (S. 163) und kehrt am- 
9. August nach Tripolis zurück (S. 167), wo er (24. August) 
gefangen gesetzt wird, da Manlich inzwischen bankerott geworden 
war und dessen meist jüdischen Gläubiger sich durch seine 
Comptoirbeamten bezahlt machen wollten (S. 169 ff.), ausserdein 
wollte der Bey ihn bestrafen, weil er ohne Erlaubniss zu be- 
sitzen, sich ein Pferd gehalten habe, was Christen verboten sei 
(S. 173 f.). Lutz stirbt schon am 10. Februar 1575 im Kerker 
(S. 181). Alle Bemühungen Rauwolffs, der am 5. Mai nach 
Tripolis kommt (S. 189), sowie seiner Freunde, ihn zu befreien, 
erweisen sich als nutzlos. In seiner Haft wird er durch den 
Besuch eines Juden aus Neuburg bei Diessen, Namens Meyer 
Winterbach, erfreut (S. 185 — 197), disputirt mit Musel- 
männern über Glaubenssachen (S. 239 ff.) und giebt sich einem 
Griechen als Lutheraner zu erkeimen (S. 295). Am 11. Juli 1575 
empfängt Krafft durch seinen früheren Barbier Johann Nutz 
einen Brief des Manlichschen Faktors Georg Bronneumeyer aus 
Marseille und die Nachricht, der Patron des Schiffes „Lion**, 
Namens Arvie, habe Befehl, für seine Befreiung 600 Ducaten 
daranzusetzen, aber Arvie wird auf dem Wege nach Aleppo von 
Räubern überfallen und mit seinen Begleitern getötet (S. 210). 
Bald darauf kommt Rauwolf (1. October 1575) wieder nach 
Tripolis (S. 209) und macht neue Befreiungspläne, aber um- 
sonst; am 6. November segelt er ab (S. 210). Durch Cornelio 
Lanfranchi erhält Krafft einen Brief des David Ott in Venedig 
und 200 Ducaten, aber Krafft lehnt die Annahme des Geldes 
ab (S. 247). Endlich wird er, besonders auf Betreiben des fran- 
zösischen Viceconsuls Pierre Fahre frei miter der Bedingung, 
dass er an Manlichs Gläubiger 1000, an den Kadi 100 Ducaten 



— 252 - 

zahle (24. August 1&77), und. segelt am 28. August ab (S. 353); 
unterwegs will der Scliififsherr ihn wegen eines wüthenden 
Sturmes als bOsen Lutheraner an's Land setzen, um so Gottes 
Erbarmen und Hülfe zu erlangen, wird aber: durch das mitleidige 
SchiffsYolk daran gehindert; am 19.. Oetober war er in Marseille 
(& 382). Von hier geht er nach Genua, wo er zwei deutsche 
Studentei;! aus Berlin und aus Meissen trifft, die nach Mai- 
land reisen wollten (S. 427), und von Genua wieder zurück na(5h 
Marseille, das er am 9. December 1578 verlässt (S. 428). Er 
kehrt mit Daniel und Martin Schlumpff aus St.* Gallen 
(S. 430 ff.) über Mailand, Chiavenna, Ghur zurück; am 5. Januar 
1578 war er in Augsburg, wenige Tage darauf in Ulm{S. 436). 
Als Reminiscenzen an eine schwere Gefangenschaft hinterliess 
er seinen Nachkommen sein deutsches Gebetbüchlein in 16^ 
«eine Meerschnecke, die ihm Winterbach in Tripolis geschenkt 
hatte, das Concept eines nach Constantinopel 24. Juli 1576 ab- 
gehenden Briefes, Pflaster, womit er in Tripolis ^ückliche Kuren 
vollbracht hatte (S. 506), arabische Schreibübungen, ein türkisches 
Kästchen mit dem . Freibrief, den er vom Kadi in Tripolis er- 
halten, den Leibrock, den er in der Gefangenschaft getragen, 
mit zwei von den Mäusen eingefressenen Löchern, eine Jagd- 
büchse, . die ihm einst Melchior Manlicb für seine Ausrüstung 
mitgegeben, und drei Briefe seines Augsburger Freundes Hie- 
ronymus Hitzler (der mit ihm von Marseille abgesegelt 
war; S. 402) aus Spanien und Portugal (S. 507). 

Seine Reisebeschreibung (sie enthält nichts von Jerusalem, 
ist aber trotzdem von grossei* Wichtigkeit) erschien in der 
Bibliothek des litterarischen Vereins zu Stuttgardt (von Hassler) 
und in neudeutscher Bearbeitung von Ad. Cohn (Ulrich Kjafils 
Denkwürdigkeiten, Göttingen 1862); wir citiren die letztere Aus- 
gabe. Vgl. RB. Nr. 756; Hantzsch 80—85 und Wartmann, 
Illustr. Schweiz 1874, IV, 808 ff. 

1573 b. Leonhard Rauwolff, Dr. med. aus Augsburg, 
Schwager des Grosshändlers Melchior Manlich sen. (S. 296), 
bricht, von diesem mit den nöthigen Mitteln reichlich versehen, 
am 18. Mai 1573 mit Friedrich Rentz auf, geht über Lindau, 
Feldkirch, Chur, Como nach Mailand, wo er am 26. Mai an- 
langt, von da über Nizza nach Marseille, wo er im Anfang Juni 
Ulrich K rafft antrifft, den er auf seiner Reise nach Tripolis 
begleiten sollte (S. 277). Am 2. September segeln sie ab 
(S. 277 a) und kommen am 28. September daselbst an (S. 279; 
ibid. 279—282 sehr genaue Nachrichten über die Stadt und 
die Umgebung). Auf einer Reise nach Babylon wird Rauwolff 



— 25a — 

in Anah als Spion verhaftet (S. 304: — 306) und muss sich durch 
eiu hohes Lösegeld (50 Ducaten) freikaufen, doch besucht er 
Babylon und Bagdad, tritt am 16. December 1574 seinen Rück» 
weg an (S. 311*), geht Ober Mosul, Edessa nach Aleppo, wo 
er am 10. Februar 1575 eintriflfl (S. 316) und ärztliche Praxis 
übt, gefangen, aber wieder freigelassen wird (S. 317). Am 
5. Mai 1575 bricht er nach Tripolis auf, das er am 7. Sep- 
tember verlässt (KraflEl 193); er landet am 13. in Jaffa (S. 321» 
— 323*), besucht Jerusalem und segelt am, 6. November nach 
Hause (S. 347^); am 12. Februar 1576 traf er glücklich wieder 
in Augsburg ein (S. 349). 

Seine für die Kulturgeschichte des Orients höchst werth- 
voUe Reisebeschreibung erschien im Reyssbuch 1584, 276— 
349. Vgl. RB. Nr. 758; ABB.; Hantzsch 129—135. 

1678 am 19. April (S. 52) bricht Lupoid von Wedeil, 
durch die Abenteuer Ottos von Wedeil (vgl. oben S. 192) auf 
seiner Jerusalemfahrt gereizt, von Hause mit Eustachius 
Flemming, der in Padua studiren wollte, auf, erreicht über 
Berlin, Leipzig, Augsburg, wo beide die Pferde verkaufen; mit 
einem Postboten (S. 65) reisen sie über Partenkirchen, Mitten- 
wald, Innsbruck, Brenner nach Venedig, wo sie (19. Mai) an* 
kommen (S. 58). Wedell trifft hier (S. 61) Johann von Hall- 
stein aus dem Mainzischen, Hans Richard von Schon- 
berg aus der Pfalz und Hans Sobald von Gemmingen^ 
femer (S. 62) den Schweizer Jodocus Foglin, (vgl. Max de 
Diesbach 229), Johann von Arnim, der in Padua studirt 
hatte (vgl. Krohne, Uckermärkische Adelshistorie I, 183), einen 
böhmischen Studenten mit dem Vornamen Jurge und (S. 64 
—65) den Dr. med. Bernhardus Paludanus. Sie segelo 
am 21. Juni 1578 ab (S. 65), besteigen in Cypem ein anderes 
Schiff, landen am 22. Juli in Tripolis (S. 75), das sie nach einem 
Besuche des Libanon am 29. Juli verlassen, und 4. August in 
JafTa (S. 84). In Lydda treffen sie den von Cairo eben ange- 
kommenen Christoph von Vizthum, wohin er von Con- 
stantinopel mit den beiden Freiherren von Hofkirchen 
und Lichten stein (Johannes Septimius, der nach Vollendmig 
seiner Studien von Lausanne aufbrach, Palästina durchreiste und 
in Jerusalem ein Besuchsattest von dem Guardian Jeremias von 
Brixen erhielt, dann auch Egypten, Nordafrika und die meisten 
europäischen Länder durchreiste; vgl. Jacob v. Falke, Geschieh» 
d. förstl. Hauses v. Lichtenstein, Wien 1877, ü, 121) gegangen 
war (S. 86). Am 8. August kommen 3ie nach Jerusalem. Am 
14. August ziehen Gemmingen und Vizthum nach Damascu& 



— 254 — 

ab (S. 134), um dann über Tripolis heimzukehren, 2 Tage später 
(S. 125) Arnim und Dr. B. Paludanus nach Tripolis, wäh- 
rend L. von Wedell (18. Aug.) mit Hallstein und Schon- 
berg von Ramiah eine Reise nach dem Sinai antritt, wo er 
(4. Sepi) auch glücklich anlangt und (S. 135), das Grab eines 
Ritters von Thüngen findet. Von da kommt er am 20. Sep- 
tember nach Cairo (S. i38), wo er Hans von Arnim und Dr. B. 
Paludanus wiederfindet; in einer Capelle des benachbarten Ma- 
tharia (S. 147 — 148) liest er viele deutsche Pilgemamen, dar- 
miter auch den des Alex.ander von Schulenburg. Nach 
7tägigem Aufenthalt fährt er zu Schiff über Rosette nach Ale- 
xandrien (S. 153), wo er am 29. September ankommt und 
(S. 158) der Schweizer Foglin einen Landsmann für 80 Kronen 
aus der Gefangenschaft loskauft; am 11. October reist L. von 
Wedell ab und trifft 23. Januar 1579 in Venedig wieder ein 
(S. 169), wo er Adam und Eustachius von Schlichen 
sowie Valentin von Arnim findet, der bald darauf (15. März 
1579) durch Einsturz des von ihm bewohnten Gasthauses sein 
Leben verlor (S. 170). Am 23. März 1579 reist L. von Wedell 
wieder ab, mit einem österreichischen Freiherrn „Herr Hofman** 
und 2 Studenten aus Hagenau „Die Streite^ genannt, von 
Padua nach Rovigno. dann über Ferrara (S. 170), nach Bologna 
(S. 172 — 173), Florenz, Siena, endlich nach Rom, wo er 10. April 
eintrifft und in der Kirche S. Maria de Anima das Grab des 
hier (9. Febr. 1575) verstorbenen Herzogs Karl Friedrich von 
Cleve besucht (S. 195). Nachdem er den Osterfeierlichkeiten 
beigewohnt, reist er (20. April) ab, besucht Neapel imd Capua, 
in dessen Nähe (in Calvi) Joachim von Maltzahn aus Kum- 
merow sein Grab gefunden hatte (S. 190); in Neapel trifft er 
einen deutschen Barbier und Gastwirth Dietrich. Mit einem 
Danziger Studenten (S. 196) Philipp Weimar und einem 
Breslauer fährt er von Neapel nach Messina« besucht dann 
Malta, wo er (S. 199) von deutschen Johannitern Philipp von 
Kranrott, Faltin von und zu der Heese, Wilhelm 
von Kronberg, Alexander Kol, Adelof von Roden- 
hausen, Hans Heinrich von der Leye, Gottfried von 
Saal trifft, und kehrt Ober Messina nach Neapel zurück, wo er 
(S. 203) ausser vielen Deutschen und Schweizern Christoph 
von Dorstädt, einen Herrn von Bartensieben und den 
unvermeidlichen Dr. B. Paludanus findet. Mit dem Danziger 
Studenten und einem Hessen Johannes reist er von Neapel 
nach Rom, von Siena mit letzterem allein weiter, besucht (S. 204) 
Pisa, Genua, Mailand, geht dann über Bellinzona, Airolo, den 



— 255 — 

S. Gotthardt nach Basel und Strassburg, wo er (S. 215) Eustia- 
chius Flemming begegnet, dann über Speier, Frankfurt, 
Eisenach, Leipzig, Berlin, Freienwalde nach Krenizow zurQek, wo 
er 18. October 1579 wieder anlangt 

Die Beschreibung seiner vielen Reisen, von denen die nach 
Palästina und Italien nur einen kleinen Theil bilden, erschien 
endlich vollständig (ed. Bär) in: Baltische Studien 1895, XLV, 
51—216 (aus dem Osteuschen Archiv zu Plathe); Ober die 
Handschriften und früheren kurzen Mittheilungen über diese 
Palästinafahrt vgl. sonst RB. Nr. 765. Einen kurzen Auszug aus 
dem Bericht (über die Jerusalemfahrt) gab Bär in National- 
Zeitung 1896, Nr. 634 und 646 (1. und 8. Nov. Sonntags-BeiL). 

1579. Jacob Bräuning von und zu Buochenbach 
(über ihn vgl. Hans Jacob v. Bräuning, Relation über seine 
Sendung nach England 1595, herausgegeben von Schlossberger 
[Stuttg, litt. Verein] 1865, Vorrede) segelt mit Jean Charlier 
de Pinon von Venedig am 30. April 1579 ab (S. 9), triflft auf 
Corfu einen deutschen Uhrmacher (S. 22; auf S. 24—26 
wird eine daselbst befindliche venetianische Inschrift vom Jahre 
1578 mitgetheilt; auf S. 29—30 handelt der Verfasser über die 
Seeschlacht bei Lepanto) und erreicht am 9. Juni Athen (S. 36 f.), 
am 22. Juni Constantinopel (S. 44), wo er vom kaiserlichen 
Gesandten, dem Grafen Joachim von Zmzendorf, freundlich auf- 
genommen wird (S. 76). Von da fährt er (S. 100 f. der ita- 
lienische Pass nach Jerusalem) am 22. Juli ab (S. 103), kommt 
am 3. August nach Alexandria (S. 117), wo er diurch den fran- 
zösischen Gonsul Mr. Esquisier viel Freundlichkeit erfahrt (S. 126), 
am 9. August nach Cairo (S. 140). Nachdem er mit dem vene- 
tianischen Consul Francesco Prioli und mit Paulo Mariani Ma- 
tharia besucht (S. 167), erreicht er am 19. August das S. Ca- 
tharinenkloster vom Sinai (S. 178), wo er sein Wappen be- 
festigt (S. 189) und eine griechische Bescheinigung seines 
Besuches empfängt (S. 200). Am 15. September nach Cairo 
wieder zurückgekehrt (S. 206), fährt er nach JafiTa; in Ramiah 
sieht er die Namen und Wappen vieler deutschen Pilger, z. B. 
des Grafen Albrecht von Lowenstein (S. 217). Am 
16. October bricht er von Jerusalem auf zurück nach Jaffa 
(S. 264 f.), landet am 22. October in Tripolis (S. 270), wo er 
bei dem französischen Consul Regnier freundlich aufgenommen 
wird und den in Jerusalem zum Ritter geschlagenen bayrischen 
Edelmann Stephan Giesser von Junghen trifft (S. 274, 
281 ; vgl. 237). Am 1. November segelt er ab (S. 283). landet 
am 8. December in Marseille (S. 296), erreicht über Lyon, Mont 



— 256 — 

• 

Ceiiis, Turin, Padua am 2. Februar 1580 Venedig (S. 803; ibid. 
299 — 802 ein genaues Itiuerarium). 

Seine Reisebeschreibung erschien Strassburg 1612 fol. Vgl. 
RB. Nr. 766. 

1580 im Mai segeln von Venedig Nicolaus von Praro- 
manu und Franz von Gieresse nach dem lieiligen Lande 
(Max de Diesbach 299; den Pass des Rathes von Freiburg für 
Gieresse siehe ebenda 276 und 277). 

1581 a. Salomo Schweigger (vgl. über ihn Will II, 
187 — 144) bricht als evangelischer Prediger des kaiserliehen 
Gesandten Graf Joachim von Zinzendorf am 10. No- 
vember 1577 mit diesem von Wien auf (S. 5—6 Aufzählung 
aller Mitreisenden; vgl. Bräuning 76) imd fährt über Ofen-Pest 
die Donau hinab bis Belgrad. Am 22. December wird Adrianopel 
erreicht (S. 50 ; über das Personal der Gesandtschaft siehe S. 54 
u. 68; eine Aufzählung der früheren kaiserl. Gesandten in Con- 
stantinopel siehe auf S. 64 — 65). Während eines dreijährigen 
Aufenthalts studirt Schweigger türkische Gebräuche und Sitten 
(ei* hat auch zuerst den Koran in's Deutsche übersetzt); den 
christlichen Gefangenen sucht er durch die Vertheilung luthe- 
rischer Katechismen geistlichen Trost zu spenden (S. 97). Am 
8. März 1581 segelt er mit dem Freiherrn Bernhard von 
Herberstein, dessen Präceptor Wolf gang Pachelbel aus 
Wunsiedel (vgl. über ihn ADB.) und dem churfQrstlich-branden- 
burgischen Rath Adam von Schliche n, mit türkischen Ge- 
leitsbriefen (S. 283) ab nach Alexandi'ia, wo Schweigger bei 
dem griechischen Hieromonachus Meletius freundliche Aufnahme 
findet (S. 254). Am 29. April landet er in Jaffa (S. 282), wo 
Adam vonSchlieben durch einen räuberischen Mamluken 
beinahe das Leben verloren hätte (S. 288), und erreicht am 
4. Mai Jerusalem, das jedoch schon am 11. Mai Bernhard 
von H er her st ein und Wolf f Pachelbel wieder verlassen. 
Schweigger und Adam von Schlieben brechen erst am 
16. Mai auf (S. 811) und erreichen über Tiberias, el-Kuneitirah 
und Sasa am 22. Mai Damascus (S. 818—819), von wo sie 
über Baalbek nach Tripolis gehen (S. 828). Von hier segeln 
sie am 6, Juni nach Candia ab, wo sie wieder mit ihr^n beiden 
Reisegefährten zusammentreffen (S. 825); am 18. August segeln 
sie ab und landen am 2. October in Venedig (S. 881). Schweigger 
geht von hier über den Brenner nach Deutschland (S. 382) und 
ist am 10. November in PfuUingen (S. 888). 

Wir benutzten die Ausgabe seiner Reisebeschreibung vom 
Jahre 1664, 4^ (vgl. RB. Nr. 777; einen kurzen Auszug, der 



— 257 — 

aber Qur die Reise bis Constantinopel enthält, siehe in Oesterr. 
Zeitschr, für den Orient 1880, Nr. 77). Die Reise wird übrigens 
auch erwähnt in Bartholom. Hertzberg, Literae publicae fidei 
(Leichenpredigt auf den oben genannten Adam von Schlieben), 
Frankfurt an der Oder 1628, 4 ^ J— J, (J wird'Schliebens Be- 
schreibung seiner Reise durch Portugal, J3 eine Eintragung des 
Henricus Porschius, Prof. am Wiener Gymnasium, datirt von 
Constantinopel 6. März 1581 in Sdiliebens Stammbuch erwähnt. 
Hg wird erzählt, Schlieben habe im Franciskanerkloster zu 
Ramiah das Wappen eines Otto von Schlieben mit der 
Jahreszahl 1453 [vgl., oben S. 124] gefunden). Diese Nachrichten 
finden sich auch in Gottfried von Wamstädt,EncomionMarchiae 21, 
ausführlich in : Nachrichten von einigen Häusern des Geschlechts 
von Schlieflfen, Cassel 1784, 461—467. 

Ein grosse Fülle von Namen deutscher Reisenden nach 
Constantinopel und dem heiligen Lande bietet das wappenreiche 
Stammbuch Salomo Schweiggers (bisher kannte man nur die 
am Schluss seiner Reisebeschreibung gegebenen 15 Eintragungen 
griechischer, armenischer und syrischer Prälaten), welches im 
Besitz des 1894 verstorbenen hochverdienten Herrn Geheim- 
raths Warnecke sich befand und von dessen Gemahlin dem 
Verfasser mit dankenswerther Liberalität zur Durchsiclit über- 
lassen wurde; es hat 188 Blätter in 4^. Ich notire nur folgende 
Eintragungen: S. 80 Jerusalem 14. Mai 1581 der Koptenpatriarch, 
S. 31 ebenda 15. Mai 1581 „Martyros Armenus S. Sepulchro 
addictus", S. 44 Wien 1577 Adam Beyer von Osterberg, S. 45 
Constantinopel B. Juni 1578 David Ungnad, S. 48 ebenda Wolf 
Johann von Thiessing (?), S. 50 ebenda 12. April 1578 Johannes 
Septimus von Lichteustein am Nikolsburg, S. 52 Wien 18. Oct. 
1577 FreUierr Wolfgang von Hofkirchen, S. 53 Damascus 26. Mai 
1581 der Metropolit von -Laodicea, S. 55 Tripolis 5. Jan. 1581 
Louis de, Montaignac, S. 66 Constantinopel 8. Februar 1581 
Achatz von Stahremberg und Bernhard von Herberstein, 2. März 
1581 Willielm von Herberstein, Jerusalem 5. Mai 1581 wieder 
Bernhard von Herberstein, dessen Eintragungen auch von Ale- 
xandria, Jaffa, Ramiah, ludea (sie), Accon und Parenzo (30. Sep- 
tember), S. 71 Damascus 26. Mai 1581 Petrus Morianus aus 
Venedig und 27. Mai Laudonius de Monte, S. 74 Constantinopel 
18. Februar 1578 Ulrich von Pingswirth (?), S. 77 Constantinopel 
17. Jan. .1580 Freiherr Paul von Eytzing, S. 78 ebenda 18. Jan. 
1580 Wolf Wilhelm, Freiherr von Rogendorf (?), S. 81 Rom 
17. Sept. 1595 Rupertus Lentulus von Domdorff, der seine Ein- 
tragung begleitet mit dem fünffachen Jerusalemkreuz und dem 

Röhricht, Pilgerreisen. \J 



— 258 — 

halben Rade (von Bethlehem), S. 83 Constantinopel 19. Jan. 1580 
Hans Sigmund von Kreyssen, S. 84 Rhodus 11. März 1588 
und Jerusalem 7. Mai Adam von Schlieben, S. 86 Venedig 

4. October 1581 Eustachius von Schlieben, S. 88 Constantinopel 
2. März 1581 Pranciscus Billerbeck 45, S. 89 ebenda 18. Febr. 
1579 Gert Rantzow, S. 92 ebenda 23. Jan. 1580 Victor Hiesar (?), 

5. 100 ebenda 1581 Adamus Lestwycz, S. 102 ebenda 3. März 
1581 Heinrich Ruschofsky von Ruschof, S. 104 ebenda 17. März 
1579 Joh. Christoph Wolzog (?), S. 107 ebenda 5. Juli 1579 
Dr. jur. Barthol. Pezzen, S. 110 6. und 8. Mai 1581 in Jeru- 
salem und Bethlehem Wolfgang Pachelbel, 28. April in Accou, 
S. 111 Constantinopel 1579 Ambrosius Schmeisser, S. 119 ebenda 
1590 Henricus Porschius, S. 126 el>enda 29. Mai 1578 Chris- 
toph Prigl (?), S. 129 ebenda Philipp Hamiiwald von Eckers- 
dorf, S. 131 ebenda 11. April 1580 Johannes Fernberger von 
Egenberg, S. 132 ebenda 1579 Hans Haydn zum DorflF, S. 133 
ebenda 1. Februar 1580 Nicolaus Schmölzing, S. 134 ebenda 
26. Jan. 1581 Virgilius Maschko, S. 135 ebenda 6. Febr. 1580 
Michael Bebel und 29. Juli 1582 Leonhard Rauwolff, Dr. med., 
S. 138 Tripolis 5. Juni Jehan du Saix, Jan Brignory aus der 
Bretagne, S. 139 Constantinopel 9. Febr. 1578 Freiherr Johann 
von Seidlitz, S. 142 ebenda 26. Jan. 1581 Adam von Kolonitsch 
zu Burckschleiniz, S. 146 ebenda 4. Febr. 1581 Sigmund Pol- 
tinger, S. 149 ebenda 22. Febr. 1579 Johann Paulus Cremmer, 
S. 151 Jerusalem 13. Mai 1581 der Dolmetscher und Falu'er 
der Pilger (giebt eine arabische und syrische Eintragung), S. 153 
Constantinopel s. a. Johannes Schrämbly, S. 154 ebenda 1. März 
1581 Nicolaus Haunolt, S. 155 ebenda 14. Jan. 1580 Jan 
Gyi'zychynsky, S. 157 ebenda 18. Febr. 1579 Johann Wolf- 
gang Kneyssel, S. 157 ebenda 26. Febr. 1581 Wolfgang Strüssl 
von Schwartz, S. 160 ebenda 10. Juli 1579 Hans Jacob Bräu- 
ning und 1. März 1581 Georg Schurff von Sulzbach, S. 161 
ebenda 27. Febr. 1581 Wilhelm ülstädt, S. 162 ebenda 11. Febr. 
1578 Christoph von Vizthum, S. 163 ebenda 12. Juli 1580 
Georg von Asch, S. 165 ebenda 2. Febr. 1588 Wolf Leopold 
Perger zu Khlam, S. 166 „in Asia minore ** 1581 Philipp Khol- 
beckh, S. 170 Constantinopel 1581 Adam von Kolonitsch, S. 172 
Venedig 10. October 1588 Georgius Halensis Saxo, S. 173 „Chal- 
cedone in Asia** 1580 am Palmsonntage Henricus Porschius. 

1581b. am 6. April bricht Sebastian Werrp, Curatus 
in Freiburg (Schweiz), mit einem griechischen Passe versehen 
(S. 230; Notice sur Seb. Werro 27), von seinem Diener Blasius 
Ziegler und mehreren Freunden, unter denen auch der Ritter 



— 259 — 

des heil. Grabes Jokaiin Gotirau genannt wird, begleitet 
(S. 281) auf, geht über den Simplonpass nach Mailand, kommt 
10. Mai nach Rom (S. 232), wo er von Jost Segesser aus 
Luzern, dem Capitain der Schweizergarde, begrösst wird und 
geht über Padua, wo er 2 schweizerische Studenten trifft, nach 
Venedig (S. 235). Von hier schifft er sich ein mit Bertrand 
Seuvin und Natalis Pluvier aus Holland, Felix Sojelski 
aus Polen, Jean Francier aus Frankreich, Terentius 
von Faänzaund Johannes Baptista, Servitenmönche, Jo- 
hannes Benedictus, Pierre Rougier, Nicolaus Dives, 
Renet Belet (französ. O. Min.), Petrus Johannes aus Sar- 
dinien, Jacques de la Croix aus Holland, Laurent d*Al- 
dersey aus England (über dessen Reisebeschreibung von 1581 
vgl. RB. Nr. 773), Jean Doremieux und Mathieu de la 
Aultre (aus Holland), Antonius Paschalis aus Dalmatien, 
Claude Perrot, Etienne Rousse und Jean Dudin aus 
Frankreich, Diepold von Erlach und Werros Diener Bla- 
sius Ziegler (aus der Schweiz), Andreas Bünsinger aus 
Holstein, Alf onso de Gongora und Rodriguez Galanson 
(aus Spanien). Francesco de Carpis mid Francesco Troto 
(aus Italien), Jacob Pilon aus Trient, Domini cus N. „Simplex 
et stupidus" (S. 236); die Abfahrt erfolgt 14. Juli, während 
einige deutsche Herren wie der Graf von Solms vorher ab- 
segelten, die aber bei Rovigno Schiffbruch litten (S. 238). In 
Cypern trennen sich die Pilger (3. August), die nun auf ver- 
schiedenen Schiffen weiter fahren (S. 237); Werro lernt hier 
einen Imisbrucker Franciskaner Johann Alber kenneu. Er 
landet glücklich in Jaffa und findet im Chan von Ramiah den 
Namen des Schweizer Pilgers Rudolf G wicht (vgl. oben 
S. 243), angeschrieben (S. 239). Durch den Superior der Fran- 
ciskaner von Jerusalem Johannes von Bergamo (vgl. Glu- 
bovich 60) geführt treffen die Pilger 11. August in der heiligen 
Stadt ein (S. 240), wo Claude Perrot aus Grenoble den 
Ritterschlag empfängt (S. 241). Die Pilger verlassen 19. Aug. 
Jerusalem, 21. August Jaffa und landen 24. August in Tripolis 
(S. 242), wo sie den Jesuiten Johannes Baptista treffen, 
der früher Sclave gewesen war. Am 7. September segeln sie 
mit dem venetianischen Consul Theodor Balbi ab, der in der 
Seeschlacht von Lepanto Sich ausgezeichnet hatte (S. 243) und 
treffen 7. November in Venedig ein; Werro kam den 4. Dec. 
wieder nach Freiburg. 

Der Bericht ist aus dem im Cantonalarchiv von Freiburg 
liegenden Codex herausgegeben von M. v. Diesbach, Les pelerins 

♦17 



— 260 — 

Fribourgeois (Mem. de Thist de Fribourg V), 230—247 (vgl. 
RB. Nr. 778; ZDPV. XVI, 279-280). 

1581 c. schreiben dem Gesandtschaftssecretär Ambrosius 
Schnieisser in Constantinopel sich folgende Deutsche als eben 
auf der Reise nach Jerusalem befindlich in's Stammbuch: Julius 
Fossatus, Kaspar Strzela von Dilaw (25. August) Fran- 
ciscus de Billribek (28. August), Rupertus Lentulus a 
Dorndorff (gütige Mittheilung des Herrn Stadtbibliothekar 
Dr. Markgraf in Breslau; vgl. oben S. 257 f.). 

1582—1689. Im Jahre 1582 geht Michael Heberer 
aus Heidelberg, welcher Präceptor des schwedischen Grafen 
Erich Bücke von Salestatt und Gedeholm gewesen 
war und durch dessen Abberufung nach Hause seine Stellung 
verloren hatte (S. 3), mit der burgundischen Edelfrau von Cor- 
malion, deren erster Gemahl, Otto von Hövel, Vogt von 
Germersheim gewesen war, und deren zweiter Monsieur de 
Coursell (Courcelles) hiess, in gleicher Stellung nach Frank- 
reich (Beschreibung von Bretten S. 5—7, von Heidelberg S. 7 
— 18, von Ladenburg und der Denksäule des Pfalzgrafen Fried- 
rich S. 21—27, von Speier S. 27-31). Er reist über Rastatt 
nach Strassburg (Beschreibung der Stadt und des Münsters 
S. 34—35) und Chätillon, wo er aber in den Dienst des dortigen 
Herrn von Chamesson (dö Foissy) tritt; mit ihm reist er 
dann nach Burgund (Beschi-eibung des alten Alesia S. 38). In 
Paris trifft er später (Beschreibung der Stadt S. 40 — 46) David 
von Holzhausen aus Frankfurt am Main, Dr. Johannes 
Obsopaeus, der später Professor in Heidelberg wurde, und 
Philipp Burckhardt aus Speier (S. 40). Er reist nach 
Lyon, wo sich ein burgundischer Johanniter Mai die ihm an- 
schliesst sowie ein Secretär des Ritters von Anmale Na- 
mens Carre (S. 49), dann über Vienne, in dessen Nähe der 
Geburtsort des Pontius Pilatus gezeigt wird (S. 50), Valence 
und Avignon (Beschreibung der Stadt (S. 51—52), trifft in Mar- 
seille den Factor des Wölffischen Hauses von Strassbui^ Na- 
mens Holzhausen aus Mainz (Beschreibung einer Hugenotten- 
verfolgung S. 54—56) und fährt nach Malta (Beschreibung von 
Corsica und Sardinien S. 60—64; dort auch eine Karte), wo er 
(S. 69), Georg von Gersdorf aus Schlesien trifft, sowie den 
Bruder seines letzten Herrn Monsieur de Chamesson, „Comman- 
deur de la Romaigne et Bellecroye**, dem er einen Empfehlungs- 
brief übergiebt. Zu dieser Zeit trifft auch ein Freiherr von 
Sternberg dort ein (S. 71). Im Mai 1685 segelt er auf 
einem Malteserschiffe mit gegen Corsaren aus, leidet Schiffbruch,. 



— 261 — 

wird gefangen und nach Alexandrien gebracht, dessen Gouverneur 
ein spanischer Renegat ist (S. 72—98); er wird mit Georg 
KOpke aus Pommern zusammengeschmiedet (S. 98) und nach 
Cairo gebracht, wo er zwei Renegaten aus Augsburg und 
Frankfurt am Main (S. 128) und viel Nürnberger Spiel- 
waaren (S. 135) findet. Nach sechswöchentlichem Aufenthalt 
werden die Gefangenen wieder nach Alexandrien zurückgeschafft; 
ein Jude „so den Zoll in der Stadt Cayro und am Fluss Nilo 
der enden hatte, welcher so gut Schwäbisch Teutsch redete, 
als wenn er zu Augspurg in der Stadt geboren**, sagt Heberer, 
er werde jetzt auf die Galeere gebracht werden (S. 136), und 
schenkt ihm mitleidig 1 Meidin (= 2 Batzen). Mit Georg 
Köpke zusammen (S. 138, 152) fährt er al$ Galeerensklave 
über Cypern, Beirut, Tripolis und wieder zurück nach Alexandrien 
(S. 155). Im Frühjahr 1586 trifft er in Alexandrien einige 
deutsche Jerusalempilger: Graf Heinrich von Thurn aus 
Mähren, Hektor Arnauer aus Oesterreich, Ambrosius 
Tesmar aus Colberg, Carl Nützel aus Nürnberg (später 
Rathsherr), Christoph Wexius (Vater des berühmten Juristen 
Christoph Wexius; vgl. Will IV, 376) aus Jena, der als Dol- 
metscher diente, ausserdem noch manche andere aus Sachsen 
und Westfalen (S. 156); auf der Reise von Constantinopel nach 
Egypten war diesen ihr ganzes Geld durch den Bootsmann ge- 
stohlen worden (S. 157). Ferner lernt Heberer hier noch zwei 
Büchsenmeister aus Bremen, deren einer Bernhard hiess 
(S. 157), kennen. Auf der Rückkehr von Jerusalem besuchen 
jene Herren Heberer abermals und versprechen, in Constantinopel 
sich für ihn zu verwenden und zwar bei dem kaiserUchen Bot- 
schafter Paul von Eitzingen (dessen Reise nach Constan- 
tinopel und zurück 1583 [eine andere Reise dorthin und zwar 
des kaiserlichen Gesandten Adam von Herberstein siehe in von 
Zwiedenik-Südenhorst, Geschichte und Geschichten 30—- 41] von 
einem seiner Begleiter ausführlich beschrieben und herausgegeben 
ist in Steiermark. Geschichtsblätter 1881, II, 193—234; dort 
wird S. 229 auch Christoph Femberger als in Constantinopel 
anwesend erwähnt) und dessen Kanzler Dr. Betz; Hebererhört 
auch, dass ebenda ein Goldschmied aus Stolp, Hans Rattich, 
sich seiner gewiss annehmen werde (S. 163). Unter den Mit- 
gefangenen Heberers werden auch Monsieur de Thenisse 
und Monsieur de Villerseaux genannt (S. 169), mit denen 
er zusammen nach Constantinopel fahren muss (Beschreibung 
von Cacoba S. 189). Er geht in Rhodus an's Land und notirt 
(S. 196) eine Inschrift: „Magister de Provincia, primus Rhodio- 



— 262 — 

expugnator, Fr. Folcetas de Villareto, vir praestans ac magnani- 
mus. Hie relicta Cypro Rhoduin ingressus est et urbem, in- 
sulam ac nonnullas alias vicinas insulas cum sua classe in di- 
tionem accepit. Amio Domino MCGGVIII,** Ebenso siebt er 
noch den Kopf des Drachens, den Dieudonne de Gozou einst 
auf Rhodus erschlagen, was eine auf Malta befindliche Inschrift 
bezeugt: „Magister de Proviiicia tertius Dracone exstincto, an- 
tequam magistraret, Fr. Theodatus de Cossano. Hie anguem 
immensae molis ac magnis orbibus terribilem miseros Rhodi 
incolas vorantem strenue peremit; deinceps Magister creatus 
est** (S. 198; über die Rhodische Drachensage vgl. auch oben 
S. 59, Note 192). 

Endlich kommt er (Beschreibung der Falu-t S. 200—205) 
nach Constantinopel (S. 205—208; dort auch eine Karte), wo 
Georg Köpke entwischt und durch die Hülfe des Jobann 
Rattich auf ein griechisches SchiflF kommt, mit dem er über 
Alexandrien und Malta glöcklieh nach Hause zurückkehrt 
(S. 210—214). Heberer wendet sich in einem Schreiben an 
Rattich (23. Dezember 1586), ebenso anWexius und den Ge- 
sandtschaftsprediger Zacharias Sturm (S. 221—224, 232) und 
schickt ihnen Neujalirsgedichte (S. 225). W ex ins sendet ihm 
zwei Bücher durch einen deutschen Kürschner (S. 233) und ant- 
wortet freundlich, ebenso wie Sturm (7. Januar und 18. Febr. 
1587; S. 236—241), ohne jedoch dem Heberer wirklich etwas 
nutzen zu können. Dieser muss Constantinopel wieder verlasse«, 
da seine Galeere einen neuen Sandschack nach Jerusalem bringen 
soll (S. 254), landet in Jaffa, geht dann mit nach Jerusalem, 
muss aber sofort wieder mit den übrigen Sklaven auf das Schiff 
(S. 256—260), um über Chios (Beschreibung S. 264—267) aber- 
mals nach Constantinopel zu fahren, wo er auf die deutsche 
Botschaft „am Hühnermarkt " geht, um für seine Befreiung thätig 
zu sein, auch Wexius, Sturm und Rattich triflfl (S. 271) 
und einen deutschen Barbier Namens Michael kennen lernt 
(S. 272). Er muss Constantinopel wieder verlassen und nach 
Trapezunt segeln (Beschi*eibung des Bosporus und des Schwarzen 
Meeres, S. 297—302), dann nach Thessalonich (S. 310—311. 
Beschreibung der Insel Lemnos, S. 311), kehrt aber nach Con- 
stantinopel zurück, wo er diesmal bei dem französischen Bot- 
schafter seine Bitte um Loskauf anbringt (S. 316 flP.). Erfindet 
hier einen Juwelier aus Braunschweig, der später nach Paris 
übergesiedelt war (S. 317), und wird endlich befreit (S. 329; 
sein Freiheitsbrief ist unterschrieben von Ali Chaous, Ibrahim 
Pascha und Mahomed Bey (S. 332 — 333; Beschreibung von 



— 263 — 

Pera und Galata, S. 335, 356 fi., 373—395). Als den franzö- 
sischen Botschailssecretär nennt er Jacques Savary (S. 336), 
dessen Beamten M. de Breves (S. 336), de Pallice, de la 
Planche, de la Forest, de Beaugardt, de Boy, Maistre 
d' Osteil, Cocquerell heissen; der Stallknecht der franzö- 
sischen Gesandtschaft war ein Schlesier (S. 337). Ende 1587 
triflft Heberer in Constantinopel einige deutsche Adlige, die auf 
der Heimkehr von Jerusalem waren: Jobannes Ludwig von 
Münster, Wolf Christoph von Rotenhan, Hans Lud- 
wig von Lichtenstein (S. 342), und hört, dass der frühere 
Heidelbergische Pastor Adam Neuser Muselmann geworden 
und als solcher gestorben sei (S. 348 — 351). Ebenso trifft er 
einen deutschen Renegaten aus Eger mid einen ebenfalls aus 
der Gefangenschaft losgekauften Holländer Namens Philipp 
von Scherenberg (S. 397). Mit einem Geleitsbrief (S. 401 
— 403) der französischen Bötschaft versehen (8. April 1588) 
segelt Heberer in Begleitung des Ludwig von Münster am 
12. April ab, trifft in Candia (Beschreibung der Insel S. 415—416) 
einen Herrn von Bellersheim (S. 417 f.) und kommt glück- 
lich nach Malta (Beschreibung der Insel S. 418—445). Hier 
treffen im October 1588 aus Italien folgende Herren als Be- 
sucher ein (S. 445): Freiherr Albrecht von Limburg, 
Johann Pleickart, Freiherr von Freiberg, Johann 
Albrecht von Anweil in Württemberg, Johann Konrad 
Geippel von Schellkrippen, Gottfried von Berbers- 
dorf, Magister Simon Aheim von Vaihingen, Dr. jur. 
und kaiserlicher Assessor, Johann Ruppel, Dr. jur. und Ad- 
vokat in Frankfurt, Daniel Baucker, Melchior Bertholdt, 
Konrad Hilcerot aus Speier. Ebenso kommt in dieser Zeit 
nach Malta Philipp Riedesel zum Camberg, Comthur zu 
Erlingen und Receptor in Oberdeutschland, der den inzwischen 
verstorbenen Deutschcomthur Philipp Flach von Schwar- 
zenberg ersetzen sollte (S. 450 f.), femer ein Heidelberger 
Wolf Scheu, Johann Georg von Rumroht, pfälzischer 
Rath zu Neuenmarkt (S. 451—452). 

Heberer soll nun Ludwig von Münster nach Italien 
begleiten und lässt sich von Philipp de Foissy, Herr von 
Chamesson, Komthur der Hospitaliter zu Nancy, am 27. No- 
vember 1588 einen Geleitsbrief (S. 456—458) geben. Er geht 
über Syrakus (S. 459 Beschreibung) und Messina (S. 465—467 
Beschreibung des Denkmals des Don Juan d' Austria) nach Neapel, 
wo er im „Schwarzen Adler" bei dem Wirth Dietrich aus 
Coblenz logirt (S. 471; Beschreibung der Stadt S. 475—479). 



- 264 — 

Hier erhält Münster die Nachricht, dass Rotenhahn und 
Lichtenstein, seine früheren Reisegefährten, auf dem Heim- 
wege bei Ofen überfallen und gefangen worden seien (S. 484). 
Münster bleibt zurück, während Heberer mit Georg von 
Rumroht nach Rom reist (S. 485— 488) und in den „Zwei 
Schwertern ** mit RudolfvonAlsleben bekannt wird (S. 488) ; 
auch lernt er Leonhard Thurneiser, der ein Haus in Rom 
besass, kennen (S. 489). Er besucht alle denkwürdigen Stätten, 
auch die Bibliothek des Vatikans ungehindert (S. 489), geht 
dann über Ancona (S. 493 eine altrömische lusclirift), Sinigaglia 
(S. 444 Inschrift), Bologna, Ferrara nach Venedig (Beschreibung 
der Stadt S. 497—500), lässt sich dann in Padua bei der Uni- 
versität einschreiben (die Matrikel S. 501 ist voto 3. Februar 
1589), trifft wieder den Rudolf von Alsleben, geht über 
Vicenza nach Mailand („das Wappen dieses Herzogthumbs ist 
ein Schlang, die einen jungen Knaben mit aussgebreiteten Armen 
im Rachen stacken hatt, welches sie von dem Graven Otthone 
auss Meylandt ererbeni, der zur Zeit, als Herzog Gottfried von 
Bulion die Stadt Hierusalem wieder eingenommen, einen Saia- 
cener Obristen Volux genannt, in einem Streit, so man Duellum 
nennet, Ritterhch überwunden, der uff seinem Helmlin eine solche 
Schlang [wie obgemalt] geführet, welches er zur Gedächtnus 
mitgebracht, daher dem Hertzogthumb solch Waapen verblieben" ; 
S. 505), dann berührt er Chiavenna, geht über den Splügenpass 
nach Chur, dann über Zürich (Beschreibung der Stadt S. 510 f.), 
Basel (Beschreibung der Stadt S. 512 — 514), Strassburg, Hagenau, 
Weissenburg nach Heidelberg (S. 519). 

Das Buch führt den Titel: „Aegyptiaca servitus. Das ist 
warhafte Beschreibung einer dreijährigen Dienstbarkeit, So zu 
Alexandrien in Egypten ihren Anfang und zu Constantinopel ihr 
Ende genommen — durch Michael Heberer von Bretten, 
churfürstlicher Pfaltz Cantzley Registratoni, Heydelberg 1610. - 
Sonst vgl. auch die Auszüge unserer Reisebeschreibung in Vulpius, 
Curiositäten 1821, IX, 165; von Hormayr, Taschenbuch für 
vaterl. Gesch. 1849, 254-271 und RB. Nr. 781. 

Obgleich die Reisebeschreibung für die Geschichte und 
Geographie des heiligen Landes nur sehr wenig bietet, so haben 
wir sie doch hier im Auszuge gegeben, weil sie eine Fülle 
deutscher Namen bietet, wie keine zweite. Auch die von 
S. 523—666 geschilderten Reisen des Heberer durch Böhmen, 
Polen, Schweden und Dänemark sind vom grOssten Interesse, 
gehen aber selbstverständlich über unser Ziel hinaus. 



— 265 — 

1583 (a.) Melchior Lussy, Landammann von Unter- 
waiden unterhalb des Kemwaldes, bricht am 11. Mai von Hause 
auf (S. 2), geht über den St. Gotthardt nach Mailand und Venedig 
(S. 5), von da mit Johanes Müller aus Luzern, Rudolf und 
Moritz Pfy ffer (letzterer stirbt auf der Heimreise bei Cypem), 
Christoph Frey, Johannes von Lauffen (alle aus Luzem), 
Petrus Räbor, Kaplan zu Sursee, Balthasar Büchlein 
aus Malters, Michael Ladengyr aus Russwyl, fern^ aus 
Uri: Peter Gissler, Nikolaus von Bühl, Nikolaus 
Mugiaschga, Chorherr zu Bellinzona (S. 6) über Tripolis nach 
Jerusalem (S. 8), wo sie am 25. Juli eintreffen, und Lussy zum 
Ritter des heiligen Grabes geschlagen wird (das Patent S. 50— 53 
vom 10. August 1583). Auf der Rückreise, wo sich als Be- 
gleiter Michael von Kommersyn aus Preussen und der 
deutsche Jesuit Laurentius Pacificus (S. 72; von ihm 
existirt eine Reisebeschreibung nach RB. Nr. 972) anschliessen, 
geht Lussy in Gallipoli an's Land, besucht in Neapel das Blut 
des heiligen Januarius und den Jesuiten Salmeron (S. 85—96), 
dann am 11. December Rom, wo Lussy Empfehlungsbriefe durch 
den Cardinal Claudius Aquaviva empfängt, aber Johann von 
Lauffen krank zurück bleibt (S. 100), und geht über Loretto 
(S. 100) auf dem alten Wege nach Hause, wo er am 28. Januar 
1584 ankommt (S. 102). 

Seine Reisebeschreibung erschien 1590 zu Freiburg im 
Üchtland (vgl. RB. Nr. 785; ZDPV. XVII, 280); Ober die Person 
des Reisenden vgl. Balthasar, Helvetia VII, 347 ; über das durch 
Lussy mitgebrachte „Urteil des Pilatus** vgl. Rud. Hof mann, Das 
Leben Jesu nach den Apokryphen S. 366— 370 und oben S. 73, 
Note 300. 

1583 (b.) Rudolf Pfy ffer aus Luzem reist (38 Jahre 
alt) am 11. Mai vom Hause ab und zwar mit einer Bescheinig 
gung des Rathes, dass zur Zeit keine Pest oder Seuche in der 
Schweiz grassire, und empfängt am 2. August den Ritterschlag 
zu Jerusalem (die Urkunde darüber datirt vom 10. August 1585, 
S. 216-217). 

Aus seiner noch ungedruckten Reiseneschreibung, welche 
Herr Bibliothekar Dr. Schiffmann in Luzern besitzt, erschienen 
Auszüge im Schweizerischen Geschichtsfreund 1845, S. 213 ff.; 
merkwürdig ist, dass Pfyffer darin weder seine Reisebegleiter, 
noch seinen Ritterschlag erwähnt (S. 215; sonst vgl. RB. Nr. 786: 
ZDPV, XIV, 88 ; XVI, 280). 

1683 (c.) Johann von Lauffen, Barbier des Melchior 
Lussy, räth in seiner Reisebeschreibung, seitdem Frankreich mit 



— 266 — 

der Türkei im BQnduiss stehe, von Marseille aus nach der Levante 
zu reisen und im Orient sich als Franzose auszugeben. Unter 
den 17 Regeln, deren Beobachtung jedes Pilgerbüchlein dringend 
empfehle, ist besonders die hervorzuheben, dass man alle aber- 
gläubischen Segen ^Marteres, Westerhüblin^ daheim lasse. Selir 
sorgfältig stellt er (fol. 14—21) einige Rezepte für den Reise- 
bedarf zusammen, die ihm sein Oheim verordnet, sowie aus 
einem von dem deutschen Arzt Georgius Pistorius abge- 
fassten Doktorbuche. 

Die Angaben über die Reise bis Venedig bieten nichts 
Neues, Johann erwähnt (fol. 30) noch die Namen mehrerer Reise- 
begleiter, welche Lussy (S. 5—6) nicht nennt (ausser Lauren - 
tius Pacificus, Jesuitenpriester aus Venedig, aber von Geburt 
ein Deutscher); Johannes Antonius de Cypro, ein Laieu- 
bruder, Stephanus Gheler, Zilius Philippus, Petrus 
Porta, Barfüssermönche aus Venedig, ferner SimonAlbinus 
aus Spanien, Don Antonio von Palermo, ein Priester, 
Don Cesar Rollo, ein Arzt aus Apulien, Johann Baptista 
Polydorus, Arzt aus Sicilien, welcher in Tripolis starb, 
Franciscus Beffa aus Modena und Johannes Baptista 
Basettus. Von Franzosen waren auf dem Schiffe: Michael 
Cleef, ein Priester, Johannes de Por, Christian Les- 
cuflo, Guiglielmus Mura, Jacobus Truldor, Christo- 
phorus Certardo, Alexander Juliani, Sylvester de 
Zuane, Antonio Bassa, aus Polen: Michael N. und Isaak 
Dux; im Ganzen betrug die Zahl der Pilger 33, darunter 
11 Priester. 

In dem „Unterricht und Zubereittung**, welche Johann 
(fol. 34—35) giebt, räth er, ein Reisegeld von 100—300 Kronen 
mitzunehmen, in Venedig nicht in einem Wirthshause zu wohnen, 
sondern sich durch deutsche Kaufleute in dem Deutschen Hause 
eine „Camera locante" miethen zu lassen. 

Nachdem die Pilger mit dem Patron des Schiffes „Valliere" 
übereingekommen waren, dass jeder als Fährlohn vier Kronen, 
für das Mittagsmahl monatlich sieben, für den Nachtisch vier 
Kronen geben solle, fahren sie am 4. Juli von Venedig ab (f. 37), 
treffen bei der Insel Zante eine türkische Armada, von deren 
Befehlshaber sie erst durch grosse Geschenke die Erlaubniss zur 
Weiterfahrt erlangen, erreichen am 17. Limissol und am 
26. Salinis auf Cypern, am 30. Tripolis. Beim Aussteigen aus 
dem Schiff (f. 41) werden von den Türken alle Sachen der Pilger 
durchsucht, von denen jeder 2 Meidin (ä 4 Schilling) Steuer 
zahlen muss. Da viel Franzosen unter ihnen sind, welche Nation 



— 267 — 

damals mit den Türken verbündet war, werden sie gut aufge- 
nommen; ihre Herberge ist, mit Ausnahme der Italiener und 
Polen, welche im Barfösserkloster untergebracht werden, das 
Haus des französischen Consuls. Hier in Tripolis tritt einer 
der Pilger, Antonius von Palermo, durch Vermittlungeines 
Juden zum Islam über, wird von seinen neuen Glaubensbrüdern 
im Triumph durch die Stadt geführt, einem jungen Weibe ver- 
mählt und beschnitten. Als in Tripolis von den Pilgern der 
Arzt Johannes Baptista Polydorus stirbt, erhält, wie 
dies Anordnung des Papstes war, der Barfüsser-Couvent in 
Jerusalem sein übrig gebliebenes Geld (f. 42^). Den Landweg 
von Tripolis nach Jerusalem einzuschlagen, wird den Pilgern 
wideiTathen; sie theilen sich deshalb in zwei Gesellschsüften 
(Schvreizer- Franzosen und Italiener -Polen) und reisen in zwei 
SchiflFen nach Jaffa. Erstere Gesellschaft zahlt für ein Schiff 
mit sieben Matrosen 35 Kronen, für einen Dolmetscher 20 Kronen, 
für einen Janitscharen als Geleitsmann 16 Kronen, für den Ge- 
leitsbrief des Kadi von Tripolis 9 Zechinen. Am 10. Juli fahren 
die Pilger von Tripolis ab, werden wieder nach Limissol ver- 
schlagen, gelangen aber am 22. nach Jaffa und ohne Anfech- 
tungen, da sie sich alle als Franzosen ausgeben, über Ramiah 
nach Jerusalem, wo sie am 29. eintreffen. Erst hier werden 
(f. 47) ihre Namen aufgeschrieben. Für die Oeffnung der Grabes- 
kirche muss jeder 9 Zechinen (ä zwei Reichsgulden) geben, 
während der Pförtner noch je 3 Kreuzer erhält; für die Wachs- 
kerze, welche man in der Kirche znr Procession braucht, sowie 
für den Schutz schenkt jeder den BarfQssern 2 Kronen und 
2 Batzen. 

Die Aufzählung der heiligen Stellen in Jerusalem und 
Bethlehem (f. 47 — 59) bietet nichts Erwähnenswerthes. Jeder, 
der Ritter des heiligen Grabes werden will, hat 10 Zechineu 
und filr den Dolmetscher ausserdem noch 1 Zechine zu zahlen. 
Der Modus der Aufnahme wird ausführlich (f. 60—64) mitge- 
theilt. Nur Rudolf und Moritz Pfyffer, Peter Gyssler, 
Nikolaus zum Bühl und Lussy lassen sich in die Ritter- 
schaft aufnehmen; ihr Ritterbrief, welchen J. v. L. mittheilt, ist 
vom 10. August 1583 datiert und von Angelus Stella (Glubo- 
vich 61) unterzeichnet. Den Pilgern ist erlaubt, von einzelnen 
heiligen Stellen, welche J. v. L. ausführlich (f. 66 — 69) aufzählt, 
Erde und Steine mitzunehmen; auch formen die BarfQsser aus 
der Erde aller dieser Stellen, nachdem sie diese vermischt, Pater 
noster und Agnus Dei, welche sie den Pilgern geben, abgesehen 
von den mannigfaltigen Reliquien, welche zu kaufen sind. Am 



— 268 — 

6* August kommen die Pilger wiederum in Jaffa an (f. 71) und 
fahren von da zurück nach Tripolis, um noch einen Ausflug nach 
dem Libanon zu unternehmen. Die nun folgende Beschreibung 
desselben und seiner Einwohner giebt nichts Neues (vgl. Lussy 
58—65). Am 13. August gelangen die Pilger wieder nach Tri- 
polis, von wo sie am 21. August absegeln. Ihr Schiff, die 
^Regina^, hatte mit der Ausrüstung 27.000 venetianische Dukaten 
(= 25.000 Goldkronen) gekostet; war oben 28 Klafter lang, 
20 Ellen breit, ging, wenn beladen, 10 Ellen tief im Wasser; 
seine 5 Segel hielten zusammen 6000 Ellen Zeug; der grOsste 
Mastbaum von 19 Klafter Höhe hatte 700 Dukaten gekostet; 
50 Matrosen gehörten zu seiner Bedienung, 12.000 Säcke Korn 
konnte es verladen, welche ein Gewicht von 15.600 Zentner 
hatten. Jeder Pilger giebt dem Patron für die Fahrt von Tri- 
polis nach Venedig 8 Kronen, für Mittagstisch monatlich 7 Kronen, 
für den Nachtisch 4 Kronen (f. 76). Auf Cypern besuchen die 
Reisenden den heiligen Kreuzberg (vgl. Lussy 66 — 69). Am 
15. September gelangen sie nach Limissol, wo J. v. L. beinahe 
in türkische Gefangenschaft gerathen wäre und Moriz Pfyffer 
stirbt Da der Patron der „Regina" zu lange sich in Cypern 
aufhält, trennen sich Laurentius Pacificus, Johann 
Angelus Parro aus Venedig, Lussy mit Johann von 
Lauffen und Michael von Kommerstein aus Preussen 
von der Gesellschaft, um mit dem Patron Augustin de Jacobis 
eher nach Venedig zu gelangen (f 77; vgl. Lussy 69). Am 
31. Oktober fahren sie von Zante ab, landen am 4. November 
in Gallipoli und reisen über Neapel nach Rom. . Johann; der 
hier einige Zeit krank gelegen hatte (Lussy 100), geht, als er 
wieder gesund geworden war, seinem Herrn Lussy nach über 
Venedig bis Padua, kehrt aber von da nach Venedig zurück 
und kommt am 12. Februar 1584 zum zweitenmale in Rom an. 
Hier trifft er den Hauptmann Segesser und seinen Lieutenant 
Hang von Cham, beide waren aus Luzern, und kommt von 
hier am 7. Juni wieder in die Heimath zurück. Die Reise hatte 
228 Kronen gekostet (f. 92). 

Zum Schluss giebt Cysat an, dass er die Beschreibung aus 
Tagebüchernotizen und Briefen zusammengestellt habe, dann 
folgen eine Abschrift des Todesurtheils Christi (f. 93: vgl. Lussy 
f. 32—35) und die von Lussy (f. 87—93) uns erhaltene Urkunde 
über die wunderbare Rettung im Sturme (f. 94—97). 

An die Aufzeichnungen des Johannes von Lauffen schliesst 
sich ein Excerpt aus dem Reisebericht Peter Giesslers an 
(f. 98 — 103), von der Zeit an, als sich die Pilger in Limissol 



— 269 — 

trenufen. Peter Gyssler landest mit seinen Gefährteo nach vielem 
Umherirren am .7. November in Istrien, von wo sie nach Venedig 
gelangen und dort in der deutschen Herberge „zum LOwen** 
einkehren. P. Gyssler kommt am 10. Dezember in seiner Heimath 
Uri an, nachdem er 30 Wochen und einen Tag entfernt gewesen 
war und 220 Kronen verbraucht hatte.. 

Der Text dieses Berichts befindet sich im Besitz des Herrn 
Obersten W. am Rhyn und ward durch die Güte des Herrn 
Archivdirectors Dr. Th. von Liebenau zugänglich; Herr Ober- 
bibliothekar Dr. Meisner machte daraus vorstehenden Auszug. 
Ein vollständiger Abdruck, allerdings voll Schreib- und Lese- 
fehlem, steht in der Luzerner Zeitung 1864 Nr. 209, 216, 223, 
229, 236, 243, 250, 257. Sonst vgl. RB. Nr. 784; ZDPV. 
XVI, 280. 

1583 (d.) Herzog Nicolaus Christoph von Rad- 
zivil 1 aus Polen erwähnt in seiner Reisebeschreibung (Reyss- 
buch 1609, II, S. 162; vgl. auch „Stimmen aus Maria Laach^ 
1897, Vn, 213r-220), dass am 29. Juni mit ihm Freiherr 
Abraham IIL zu Dohna aus Schlesien (vgL Aufzeichnungen 
über die erloschenen Linien der Familie Dohna, Berlin 1876 
(anonym), Abtheil. : Die schlesische Linie XV— XVI), Georg Kos 
und Michael Konarski (oben S. 265, 268 Kommerstein ge- 
nannt) aus Preussen, Andreas Skorulski aus Litthauen und 
Petrus Bilina aus Polen zu Rittern des heiligen Grabes ge- 
schlogeu worden seien; ausserdem nennt er noch als Begleiter 
den Jesuiten Leonhard Pacificus, Johannes Scholz, 
Barbier aus Breslau, und Jeremias Giermek aus Litthauen. 
Vgl. RB. Nr. 787. 

1583 (e). Konrad Hüllen und Benedikt Gasseren 
aus Solothurn ziehen nach dem heiligen Grabe (Franz HafiPuer, 
Des kleinen Solothurnischen Schaw- Platzes zweyter Theyl, 
1666, 259); darauf beziehen sich auch: „Johaunis Jacobi 
Apostathmii Carmina. Ad salvum conductum pro 
civibus Hierosolymam profecturis ab authore 
Patrum jussu conscriptum 1582. Vade salutatum sine 
me, mea littera, terram. Qua Christus nasci pertuUt atque mori. 
Littera ter felix, scriptore beatior ipso, Quae, quam non potuit 
cernere, cernes humum! ego, votorum fuerat, quae summa 
meorum, Illo te letor fore referre queam, Lustrare et sacrum 
tumulum collemque feralem. In quo pro nobis victima facta 
Dens ! Non maris irati furias terraeve labores Ferre mihi durum 
prae pietate foret. Obstat at officio officium, prohibetque Se- 
natus, Cui vovi vitam servitiumque meum. Pro me tu illa pedum 



— 270 — 

Christi vestigia lange, Adfigens digitis verba notata nieis! Sic 
te percusso pelago votoque soluto Omnibus fastis ire redire 
precor. Ejusdem argumenti. Ite salutatum, Cives, loca 
sancta Sionis Judaeasque urbes Bethlemiumque larem, In primis 
tumuluD], jacuit quo rector Olympi, Restaurans nostrae condi- 
tionis opus. Comprecor, ut Zephyris placidis, quae vos vehet 
Argos, Actam Joppeiam salva subisse queat." (Solothurner 
Wochenblatt 1824, 430-431). L. 

1585 reist Martin Schweicker aus Nürnberg nach 
Jerusalem, ebenso Stephan Praun mit dem Grafen von 
Minckwitz über Constantinopel nach dem heiligen Lande und 
Aegypten; er wird am 15. April 1585 zum Ritter des heiligen 
Grabes geschlagen (Will, Münzbelust III, 276, wo auch sein 
Ritterbrief abgedruckt ist; Kamann 13). Praun brachte von 
seiner Reise Beichtzettel, Pässe und eine italienische Beschrei- 
bung der Jerusalemfahrt mit; sein Pilgeranzug befindet sich in 
der Kostümabtheilung des German. Museums in Nürnberg 
(Kamann in Mitth. d. Vereins für die Gesch. Nürnbergs 1889, 
VIII, 260; vgl. RB, Nr. 793). Nach weitereu gütigen Mittheilungen 
des Herrn Prof. Dr. Kamann bewahrt das Praunsche Familien- 
archiv noch eine Menge Reminiscenzen sowohl an die Pilgerfahrt 
nach Santiago (1591) wie auch Jerusalem. Ein „Palästinaschrank", 
der 1883 für 400 Mark nach Prag verkauft wurde, enthielt u. A. 
Modelle von Holz, Karten und Pläne Jerusalems und des heil. 
Landes, Ansichten und Kupferstiche, Rosenkränze, Jerichorosen, 
Kranzdornzweige, Oelzweige, Oelfrüchte vom Oelberge, Mosaik- 
würfel aus Kirchen des heil. Landes, Flaschen mit Wasser aus 
dem Jordan und Todten Meere, Kiesel aus Flüssen und von den 
Küsten des heil. Landes, Amulette, Abgüsse von Denkmünzen, 
Knöchelchen von heil. Leibern, Fürers Reisewerk, Pilgerstab, 
Pilgermuschel und Pilgertasche. 

1585—1587 bereisen mehrere der bereits oben S, 263 ge- 
nannten Herren die Levante; der handschriftliche Bericht: „Grosse 
Reisen und Begebenheiten HeiTn Wolf Christophs von Rotenhan, 
Herrn Hans Ludwigs von Lichtenstein, Hen'n Clwistophs von 
Wallenfels, Hans Ludwigs von Münster nach Italien, Rhodus, 
Cypern, Türkey, besonders Constantinopel, nach Asien, Syrien, 
Macedonien, Aegypten, in das gelobte Land etc. etc." ist im 
Besitz des Herrn Freiherrn Hermann von Rothenhan in München 
und soll demnächst veröffentlicht werden. 

1586 — 1589. Samuel Kiechel aus Ulm, der auch die 
nordischen Reiche Europas besucht hatte, bricht am 8. November 
1586 von Wien auf mit einem Nürnberger Ritter Hans Haas 



— 271 — 

und einem Niederländer (S. 144), trifft kurz vor Venedig den 
nach Loretto reisenden Maximilian von Dietrichstein 
(S. 151) und kommt in Venedig am 24. November an (S. 152), 
wo er Magnus Dieterlein aus der Umgegend von Strass* 
bürg kennen lernt (S. 162). Von hier reist er in Begleitung 
eines piemontesischen Grafen zu Lande über Rom, wo er „im 
Schwerte" bei Dietrich Breitbach wohnt und einen adligen 
Herrn aus Mähren trifft, der im CoUegium Germanicum studirte 
(S. 165). In Neapel findet er Herberge in dem deutschen Gast- 
hofe „zum schwarzen Adler** (S. 170) und vierundzwanzig deutsche 
Adlige, unter denen Teuffei, Freiherr zu Guntersdorf 
genannt wird (S. 178); mit einem Scheider aus Meissen 
segelt er von hier ab und kommt am 27. März 1587 nach Malta, 
wo er folgende deutsche Ordensritter anwesend triflft: Hans 
Sebastian von Hohauödt aus Baden, Abraham von 
Horneck aus Schlesien (S. 196), ferner Augustin Freiherr 
zu Mörsperg und Beffort aus Dorlisheim (er soll nach 
Zeiler, Topogr. Alsatiae 34: vgl. Strobel, Gesch. des Elsasses 
IV, 254 f., auch RB. Nr. 770 und Preuss. Jahrbücher 1893, 
LXXIII, 484 — 517, eine Beschreibung seiner grossen Reisen 
hinterlassen haben), Matthaeus Leopold Poppel von 
Lobkowitz, einen Freihen- aus Böhmen, Walter von Oers- 
bach, Hans Wilhelm von Bellersheim, Peter von 
Aschenberg, Johann Friedrich Hundt von Salheim 
(Saulheim wird er in Strobelis Reisebeschreibung [vgl. unten s. v.] 
genannt), Eberhard von Gäelenn. Georg Christoph 
vonWeytting, Dietrich von Dattenberg(S. 199); auch 
der Kellermeister Ulrich Hummel war ein Deutscher (S. 200). 
Auf der Rückreise trifft er in Rom Jakob Seslin aus Ulm 
(S. 223), in Mailand zwei Diener der Rotmundt von S. Gallen 
und C lamm er aus Kempen (S. 235). Am 29. September 
segelt er, der einzige Deutsche auf dem stark besetzten Schiffe, 
ab {S. 242 f.) und landet am 11. December in Tripolis (S. 251), 
wo er die eben aus Jerusalem zurückkommenden Herren: 
Christoph Simon von Heudorf aus Tirol, mit einem 
Diener aus Trient, Hans Kokors aus Kamenz in Schlesien 
und Johann Rattich, einen Goldschmied aus Stolp in Pom- 
mern, antrifft (S. 253). Er geht hierauf nach Aleppo, wo er 
am 12. Januar 1588 anlangt (S. 271) und viele deutsche Schlag- 
uhren findet (S. 266), und bricht am 12. Februar mit Antonio 
Scarampo d'Casa Crevelli, Pietro Guerini, Bernar- 
dino Corneretto, Cesare Grandonio (alle aus Venedig) 
und Bernardino • Nilli von Aleppo auf (S. 270f.); am 



— 272 — 

19. Februar trifft die Caravane in Damascus ein (S. 276), wo 
Kiechel bei dem italienischen Consul Bernardino Ravaziol Her- 
berge findet (S. 278). Von hier zieht er über el-Kuneitirah und 
die JakobsbrQcke naeli Safed, Nablus und trifft am 1. März in 
Jerusalem ein (S, 282—292). Schon am 7. März verlässt er es 
wieder (S. 318) und kommt am 14. März abermals nach Damascus 
(S. 325); am 21. März ist er in Tripolis (S. 326), von wo er am 
1. April absegelt (S. 329) und am 25. April Alexandrien erreicht 
(S. 333). Hier findet er bei dem französischen Consul Angelo 
Vento, dem Nachfolger des Christophoro Vento, freundliche Auf- 
nahme (S. 335). Am 13. Mai langt er in Bulak an und wohnt 
mit zwei französischen Goldschmieden Nikolaus Monnart aus 
Bar-le-Duc und Joachim Touschar aus Paris zusammen (S. 342). 
Er schliesst am 8* Juni sich einer Caravane nach dem Sinai an 
(S. 349) und kehrt am 21. Juni wieder nach Cairo zurQck (S. 365), 
wo ihn ein alter Mameluk, ein geborener Bayer, herumführt 
(S. 37 1) : ebenso trifft er am 2. Juli noch mehrere andere deutsche 
Renegaten, darunter einen Strassburger Goldschmied, Namens 
MichaelMiller(S. 374), der mit ihm am 8. Juli nach Alexandrien 
sich einschifft (S. 386). Hier treffen in der Mitte des September 
Christoph Teuffei, Freiherr von Guntersdorf, den 
Kiechel schon in Neapel kennen gelernt hatte, und Johann 
oder Georg Christoph Fernberger von Eggenberg, 
Secretär der kaiserlichen Botschaft in Constantinopel, ein, welche 
ihm Empfehlungsbriefe dahin übergeben (S. 392). Am 16. Sep- 
tember fährt Kiechel mit Miller ab (S. 394) und kommt am 
7. November in Constantinopel an (S. 407), wo aus Venedig 
mehrere deutsche Jerusalempilger gelandet waren: ein Graf 
von Hardeck mit seinem Diener, die Freiherren von 
Thun, von Seebach, von Cretzheim, Fuchs (alle aus 
Franken), ein Ritter von Bernico, Uhlfeldt, ein Däne, 
Bartholdt und Jakob Schachmann aus Danzig, sowie 
deren Dolmetscher Berthol^dt Rösslin, der bereits früher 
die Levante bereist hatte (S. 414). Kiechel wohnt in Galata bei 
dem ihm schon von Tripolis her bekannten Johann Rattich 
(S. 421). Am 14. December geht er mit Heinrich Gen- 
drofsky aus Butochin in Böhmen, dem Maler des kaiserlichen 
Botschafters, unter Segel (S. 421); auch ein von der Galeere 
entsprungener Schweizer Konrad Meckle aus S. Gallen, stiehlt 
sich auf das Schiff und wird bis Rovigno mitgenommen (S. 426, 
461). Am 10. Juni 1589 landet Kiechel in Venedig (S. 461) 
und tritt mit dem Augsburger Postboten Tobias Agster und 
den Kaufleuten Kaspar Krön, Peter Berner, Anton Platz aus 



— 273 — 

Augsburg und Nättel aus Nüinberg den Heimweg über den 
Brenner an; am 30. Juni war er wieder in Ulm (S. 463—466). 

Die Reisebeschreibung Kiechels gab Hassler in der Biblio- 
thek des lilterarischen Vereins zu Stuttgart 1867 heraus; vgl, 
RB. Nr. 795 und Hantzsch 105—110. 

1686. Der („deutsche Ulysses^ ; vgl. WiU IV, 376) Nürn- 
berger Patrizier Karl Nützel (geb. 1557, gestorben 1614 als 
kaiserlicher Reichshofrath) reist 1586 von Constantinopel, wo 
er bei dem kaiserlichen Botschafter Paul von Eitziugen 
freundliehe Aufnahme gefunden hatte, nach Palästina; als 
seine Begleiter werden: Graf Heinrich Matthias von 
Thurn, dessen Diener Rudolf Weller aus Lichteneck, 
Hector von Ernair (Arnauer) zu Mosburg, dessen Diener 
Christoph Wexius, und Ambrosius Tessmayer von 
Colberg, ein Adliger von Pommern, genannt (vgl. oben 
S. 257, 261). Mit reichen Geldmitteln, Empfehlungsschreiben 
und Pässen des Sultans wohl versehen, fahren sie am S. März 
1586 von Constantinopel ab auf einem Schiffe, dessen Patron 
ein Renegat Urban Reiss war, berühren Gallipoli, wo sie 
durch widrige Winde mehrere Tage festgehalten werden, und 
Tenedos; zwischen dem „Port Sigaeo** und dem Flusse Xanthus 
sieht er ausgedehnte Ruinenfelder, welche die Erinnerung an 
Troja wachrufen. Er besucht Chios, dessen Einwohner (beson- 
ders die Frauen) als sehr freundlich gerühmt werden, dann 
Rhodus, wo ihm der Barbier des Gouverneurs als Führer dient. 
Ein spanischer Sclave desselben belästigt bei einem Ausflüge 
ein schönes Türkenmädchen, auf dessen Geschrei mehrere Türken 
herbeieilen und den Spanier wie seine deutschen Begleiter mit 
Stein würfen verfolgen; ja mehrere andere Deutsche, die von dem 
Vorfall nichts wussten, werden als mitschuldig bald darauf von 
einigen Renegaten festgenommen mid erlangen erst durch das 
Eingreifen der höchsten Behörden und in Folge reicher Ge- 
schenke an den Richter die Freiheit wieder. Das Schiff fährt 
am 14. April von Rhodus ab in der Richtung auf Alexandrien, 
aber unterwegs stiehlt ein mitfahrender Türke aus einem Fell- 
eisen den Reisenden 700 Ducaten, eine goldene Kette und einige 
Ringe, während er das Felleisen mit den Empfehlungsbriefen 
und Pässen in's Meer wirft Durch Vermittlung des venetiani- 
schen Consuls in Alexandrien wird der Dieb bald ermittelt und 
den Reisenden ihr Hab und Gut grösstentheils zurückerstattet, 
aber da sie nahezu die Hälfte für Geschenke an den Richter 
ausgeben müssen, so bleibt ihnen nur wenig übrig. Nachdem 
die Reisenden Alexandrien und Cairo gründlich sich angesehen, 

K ö h r i c h t, Filgerreisen. jg 



.-r. 274 --- 

wollen sie auch nach dem Sinai ziehen, aber sie geben ihrea 
Plan in Folge vielfacher Warnungen vor den räuberischen Be- 
duinen auf^ segeln nach Damiette und erreichen am 10. Juni 
Jaffa^ am IB. Juni, nachdem sie vor dem Thore 2 Ducaten be- 
zahlt, Jerusalem, wo sie im Zionskloster Herberge und in dem 
Guardian einen überaus freundlichen Helfer finden. Sie besuchen 
während ihres siebenzehntägigen Aufenthaltes alle Stätten in 
und bei Jerusalem, auch das Todte Meer und den Jordan; SSar 
den Eintritt in die heilige Grabeskirche müssen sie 9 Ducaten 
zahlen, wo Nützel am 22. Juni 1586 durch den Guardian d«n 
Ritterschlag empfängt Bei dieser Gelegenheit polemisirt er 
gegen die Behauptimg mancher Reisenden und SchriftsteUer, 
dass ein Protestant nicht Ritter des heiligen Grabes werden 
könne, da der Eid nur die Vertheidigung des christlichen 
Glaubens verlange. Am 30. Juni 1586 verlässt Nützel mit einem 
Pilgerattest und mehreren Andenken an Jerusalem durch den 
Guardian versehen Jerusalem, muss aber in Jaffa, da das Seb^ 
noch nicht segelfertig war, bis zum 15. Juli warten. Bald stdlt 
sich heraus, dass der Compass unbrauchbar geworden war, fiir 
den der Compass eines Mitreisenden einen wen^ zuverlässlichen 
Ersatz bot, dass es an Mundvorrath und Trinkwasser gebrach, 
so dass sie froh waren, als sie es in Damiette verlassen konnten; 
Graf Heinrich von Thurn erkrankte. Da in Cairo ihn^ 
das Geld ausg^t, so müssen sie 400 Ducaten bei einem türki- 
schen Schiffscapitän leihen, wofür sie in Constantinopei 600 Du- 
caten zurückzuzahlen sich verpflichten; Nützel begrüsst hier seinen 
Landsmann Stephan B(P)raun, der vorher Jerusalem besucht 
hatte und zur Heimkehr sich rüstete. Am 27. August fahren 
die Pilger ab und erreichen über Rosette, Alexandrien glücklieh 
Rhodus wieder, wo sie die grausame Hinrichtung von 4 ent- 
laufenen und wieder eingefangenen Christensclaven (darunter &m 
Deutscher sich befand) mit ansehen. Am 17. October 1586 
landen sie wieder in Constantinopei, wo aber die Pest harschte, 
wesshalb der kaisei*liche Gesandte Paulvon Eitzingen seine 
Wohnung nach dem kleinasiatischen Ufer verlegt hatte (hier 
bricht der Text ab). Der Nürnberger Patrizier Jacob Furer, 
Sohn des bekannten P^lästinafahrers, der im Herbst 1586 als 
Secretär mit dem an Stelle des Paul von Eitzingen berufenen Dr. 
Bartholomaeus Betz nach Constantinopei ging, erlag dort 
1587 der Pest, ehe er die beabsichtigte Jerusalemfalirt antreten 
konnte. 

Diese Nachrichten verdanke ich der Güte des Herrn Prof. 
Dr. Kamann in Nürnberg; sie stammen aus dem Codex der 



— 375 ~ 

•Merkelschen Bibliofhek (Nr. 356, 4® im Germanischeä Museum 
in Nürnberg), welches wohl der Origiüalcodex ist, 112 beschrie- 
bene Blätter ha{ und als Titelblatt:' ^»Kurtze ondt wafarhafftige 
iBeschreibung, so in zwey bücher getailt der raisen: und meer- 
fahrteQ von Constantmopel . aus in das gelobte Land angefangen, 
trolbraeht und beschrieben in 86 und :^eben und ^ehtzigst^ 
jariB durch Carolum Nicelinum Noricum. 1599". Ein anderer 
■Codex liegt in London (Brit Museum, Egerton 193, foL 363-^444, 
-% 4; vgl. RB. Nn 798).. 

1587^ Ernst von Buseck, genannt Mönch, .verlässf 
am 12. April mit Junker Ferdinand Zulfleisch EfBngen, 
kommt am 25. April nach Venedigs wo er Wolf Signtund 
Ton Haunsberg und Karl Ferdinand von Rechberg an- 
trifft (der nach Waltersweil.2 f. wegen seiner jugendlichea Schbii* 
heit viel Nachstellungen durch die Türken erfuihr, denen er nur 
durch Anschwärzung seines Gesichts entging); ausserdem nennt 
iB. noch als Reisegefährten; Seufried von Mosheim, Phi- 
lipp von Adelshausen, Georg Hochstctter, Philipp 
von SpeChbach und Bernhard Walter aus Waltersweil 
.^über dessen Reisebeschreibung vgL RB. Nr« 804). Am 20. Mai 
£i^geln sie ab im 1 erreichen am 29. Juni Tripolis, besuchen den 
Libanon und landen am 18. Juli in Jaffa. In Ramiah finden sie 
^ie Wappen und Namen der Grafen Vernberg, Mander- 
scheid, Mansfeld und Helfenstein, in der St Lazarus* 
•capelle zu Bethanien, den Namen Stephan Braun (vgl. obea 
-8.270, 274); Buseck empfängt mit Mosheim, Haunsperg und Rech)* 
berg den Ritterschlag. Auf der Rückreise schliessen sibh Steno 
von Bildt aus Dänemark und ein Herr von Brandenstein 
:aus Sachsenstein an, in Tripolis Reinhold Brinkh aus Pom* 
•mern. Am 25. October trifft Busek in Marsala ein, segelt von 
da nach Nizza und kommt am IL Febr. 1588 glücklich wieder 
nach Ellingen. 

Der Bericht ward auszugsweise mitgetheilt in RM. S. 455 
-461; vgl. RB. Nr. 800. 

1588a geht Franz Monot, Curatus von Promasens, der 
sehen 2 mal in Jerusalem gewesen war, mit Jean Maillard, 
JBannerherrn von Romont, wieder dorthin (M. de Diesbach 245). 

1588 b. In der archivalischen Sammlung zu Schloss Milten- 
berg (Collect, ad chron. eccles. coli. B. M. V^ ad gradus von 
iBodmann S. 408 zum 28 Mari 1588) steht folgende Notiz: 
„D.Johannes Rupertus Raw ab Holzhausen, Canonieus 
Majoris et nostre ecclesie, petiit et obtinuit licentiam ad terraan 
{sanetam), in qua etiam mortus est. Sepultus in Hierusalem." 

18* 



— 276 — 

(Gütige Mittheilung des Herrn Pfarrers a. D. Conrady in Wies- 
baden). 

1588—1590. Hans Christoph Teufel vonKrotten- 
dorf, Freiherr zu Guntersdorf und Eckartsau (vgl. oben S. 271 f.; 
auch Blätter flOr Landeskunde von NiederOsterreich XV, 254; 
XVI, 243; XVII, 511; XVffl, 445; XIX, 503, 506; Beiträge 
zur Gtesch. der uiederösterr. Statthalterei von 1501 — 1596, Wien 
1897, Nr. 22; Hantzsch 117 — 121; besonders aber Friess, Die 
Reise des Hans Christoph Freihemi von Teufel in das Morgen- 
land im Programm des k. k. Ober-Gymnasiums der Benedictiner 
zu Seitenstetten, Linz 1898, 18 — 50, wo ein Auszug seiner dent- 
schen Reisebeschreibung aus dem unvollständigen Codex zu 
Seitenstetten gegeben wird, dem wir neben der sehr seltenen 
italienischen Ausgabe (unten mit A. abgekürzt) folgen. Diese 
hat den Titel: II Viaggio del molto illvstre Signore Giovanni 
Christophoro Taifel, barone in Gunderstorff Austriaco, fatto di 
Constantinopel verso Levante, In Vienna 1598, 8^ 157 pp. ; 
vgl. HB. Nr. 806). Damach brach er am 2. September 1588 
mit Christoph Fernberger von Egenberg (vgl. S. 261, 272 
und Blätter fOr Landeskunde von Niederösterreich XIV, 248; 
RB. Nr. 808; A. 3; Friess 20 — 21), nachdem er Brussa, Nicaea 
und Nicodemien besucht und sich vom kaiserlichen Orator der 
in Constantinopel Bartholomaeus Betz verabschiedet hatte, von 
da auf und fiüir zunächst nach Rhodus, über dessen Eroberung 
durch die Törken er ausführhch handelt (A, 5—9). Am 20. Sep- 
tember landet er in Alexandrien, wo er im Fondaco der Italiener 
wohnte (A. 9— 15); am 26. September brach er von da auf 
und kam am 29. September nach Cairo, das er genauer be- 
schreibt (A. 15—23; Friess 23—26). Er besucht dann Suez 
und (20. October) das Sinaikloster (Friess 26); die dort befind- 
lichen heil. Stätten werden genau beschrieben (A. 27) ; die dem 
Reisenden ertheilte griechische Besuchsbescheinigung ist von 
Anastasius, Erzbischof vom Sinai, ausgestellt (A. 38). Dann kehrt 
•er nach Cairo zurück (3. November), besucht Damiette und be- 
steigt dort (9. December) ein Schiff, das ihn nach Tripolis 
bringen soll. Er landet (12. Dec.) in Limissol auf Cypern, aber 
der Capitän muss erst durch Prügelandrohung bestimmt werden 
weiter zu fahren, da der ihm gefährlich scheinende S. Nicolaus^ 
tag (16. December) bevorstand. Um einen schweren Sturm zu 
beschwichtigen, lässt er Hübner tödten und in's Meer werfen 
(Friess 28) und landet (24. December) in einem kleinen Hafen 
„Beosau (?)**. Der Reisende erreicht von hier aus (3. Januar 
1589) glücklich Aleppo, wo er bei dem venetianischen Consul 



277 



Antonio Molino wohnt, bricht am 21. Jan. von da nach Babylon 
auf, wo er am 20. März eintrifft (Friess 29 — 32); am 15. Juni 
Icommt er nach Ormuz, wo Fernberger sieh von ihm trennt (A. 69 

— 72). Er durchreist Persien (A. 72—107), geht über Schiras, 
Kasbin, Täbris nach Aleppo, wo er am 8. Juli 1590 anlangt 
(A. 109; Friess 33 — 40) und bei dem Venetianer Martino Agudi 
wohnt und so lange bleibt, bis die aus Constantüiopel durch den 
Orator Bartholomaeus Betz erbetenen Wechsel angekommen 
waren (Friess 41). Hierauf besucht er Damascus (6. October) 
und trifft (19. October) in Jerusalem ein, wo ihm der Eintritt 
nach Erlegung von 2 Ducaten erlaubt wird; er wohnt bei den 
Franciskanern (Friess 42). Er besucht auch Bethlehem (Be- 
Schreibung in A. 130 — 135), muss den Besuch der heiligen 
.Grabeskirche in Jerusalem mit 9 Ducaten erkaufen (Friess 47 ; 
das Besuchsattest ist am 27. October 1590 vom Guardian Jo- 
hannes ausgestellt und in A. 144—146 abgedruckt) und besucht 
die darin befindlichen heiligen Stätten, bei deren Aufzählung der 
Seitenstetter Codex abbricht (Friess 49; vollständig sind die 
heiligen Stätten in und bei Jerusalem beschrieben in A. 117 

— 130; über das Gebu-ge Juda handelt A. 136 — 138, 
über die heilige Grabeskirche A. 138 — 144). Teufel reist nach 
Tripolis, kommt 18. November nach Damascus, besucht Beirut, 
kehrt nach Tripolis zurück (Beschreibung in A. 150 — 152), geht 
am 28. December von da unter Segel und landet am 2. Januar 
1591 in Salines auf Cypern (A. 152), dessen Hauptstädte Fama* 
gusta, Nicosia und Larnaka er besucht. Anfang Februar segelt 
er ab mid landet am 13. März 1591 glücklich in Venedig (A. 
154—156). Heimgekehrt (1591) liess er seinem am 18. Febr. 
1590 in Kasbin verstorbenen treuen Diener Sebastian Stahn 
(A. 85) eine Grabinschrift setzen (in der Kirche zu Putten), 
welche nach von Hormayr, Taschenbuch für vaterländ. Geschichte 
1828, 28—29 so lautet: 



Sebastian Stalin mit Nam' 

Ich zu ein Diener, der viel Meil 

Fünfzehn hundert achtzig und acht 
Und auf dem Berg Sinay genannt, 
Auf den Fluss Euphrate femer 
Der Menschen Sprach verwuTfc gswind. 
Der Fluss Tigris nach Bassora, 
Die jetzt gemeldten zween gross Flüss 
Rinnet, die brachten Uns^ weiter, 
Zur Insel Ormus, weit bekhant, 
in der Haubstatt Casbin mit Klag, 



Zu Constantinopel bekam 

Mit mir reist, nach der Chiisten 

Heil 
In Aegypten die Rais verbracht. 
Nach solchem in der Syrer Landt, 
Im Babylon, wo Gott der Herr 
Bei derselben Stadt da rindt 
Auf solchem wir schifiFfcen allda ^ 
Der Euphrates und der Tigris 
Bis in das Persianisch Möhr 
Von dort aus in der Perscher Landt. 
Nahm mir den achtzehnten Tag 

(S. 28). 



— 278 — 

Jim Febiuario fürwahr Fünfzehn hundert neunzigsten Jahr 

Ber Tod diesen main Diener Frumb, So gemelte Landt im Haidenthumb, 
Mit nur durchzogen c'iese Raiss. Oft litten wir Khalt, viel mehr 

Schwaiss 
Leibsgefaren und Fastidi vil Beym weiss, schwärzt, roten Mehr 

und Nil. 
Beym Tigris und beym Euphrate In grosser Hitz, Angst, Noth und 

Weh. — 
Hat mir wol dient, weil er lebet, Gedolmetscht und sauber kochet, 
Musat nachher widern willen mein Diener selbst, Herr, Koch, Dol- 
metsch seyn, 
liess ihn begraben dieselb Zeit Ehrlich, weil dort kein Gelegen- 

heit 
Ein solches Fpitaphium Ihm zu setzen, hab ich's darumb 

AUhier gestellt in grossem Laidt Gott geb ihm dort die ewig Frey dt Ic 

, - . (S. 29). 

Der oben genannte Begleiter Fern berger, dessen Reise*; 
bericM in den Wiener Handschriften Nr. 8135 und 15434, auch 
auf der Studienbibliothek in Salzburg V, I, G erhalten ist (vgl. 
Neumann in ZDPV. XIV, 132; das Fernberger Familienarchiv 
im Benedictinerkloster Kremsmünster enthält vielleicht auch den 
handschriftlichen Bericht) hingegen reiste von Ormuz nach Indien, 
hesuchte Goa (8. Sept. 1589), kehrt dahin am 5. Juli 1590 zu- 
rück, wo ihm der Fuggersche Agent Ferdinand Korn freundlich« 
Dienste leistete, durchreist Persien, trifft 2. Februar 1592 in 
Jerusalem ein, segelt 11. April nach Tripolis, erreicht am 23. Juni 
Aleppo und 20. August Constantinopel, um bald darauf auch 
Riga, Kiew und zuletzt Krakau zu besuchen. 

Die Grossherzoglich Weimarische Bibliothek (Q 169; vgL 
yulpiuSy Curiositäten I, 175), besitzt das Stammbuch Christoph 
.Teufels (157 paginirte Blätter in 4®) welciies viele interessante 
Eintragungen, auch zuweilen durch Wappen geziert (von denen 
aber die meisten leider herausgeschnitten sind) enthält, von denen 
wir als die wichtigsten hervorheben: (S. 122) 31. October 1587 
FlorentiusaSchotterhosch Batavus in Adrianopel, (S. 126) 

1. November 1587 Hippolytus Stephanus in Sofia, (S. 52) 

2. Mai 1587 Friedrich Mican, Baron von Klinstein und 
Rostock in Constantinopel, (S. 59) 8. Mai Albert Geyer von 
Osterb urg ebenda, (S. 74) eine griechische Eintragung, wohl 
von einem Prälaten von demselben Datum ebenda, auf der Rück- 
Seite ist eine Eintragung des venetianischen Consuls Andreas 
Dandolus in Cairo vom 7. September 1588 und vom vene*» 
tianischen Consul in Aleppo Antonio Morosini, (S. 130) 
20. Mai 1588 Alexander Welzel von Marsilien ebenda, 
(S. 118) 25. Mai 1588 Octavianus Roboretus Tridentinus» 
eques S. Sepulchri ebenda, (S. 130) 12. Juli 1588 HansKokors 



— 279 — 

TOB Kamenz in Constantinopel (vgl. oben S. 271), (S. 111) 16. De- 
cember 1588 Wolf Christoph von Rotenhan ebenda (vgl. 
oben S. 26S t, 270), (S. 77) PietroCiuran in Aleppo 1589, 
^83)23. Juli 1589 Georgias Chris top hör us Fern berger 
,,Lados aditurus Ormosii iusula sinui Persici**, (S. 78) 28. Juni 
1590 Gabriel Pissonius in Aleppo, (S. 87) Marquard von 
Stein in Damascus, (S. 85) 8. October 1590 Magnus von 
Korkhan, deutscher Ritter ebenda, (S. 90) 8. October 1590 
Hans Friedrich Riedler ebenda, (S. 92) 8. October 1590 
Victor August Triebenpahrer ebenda, (S. 89) 8. De- 
cember 1590 Wolf Gottfried von Tätenzeck ebenda. 

Ein anderes Stammbuch (Q 268; vgl. Vulpius I, 176) 
und zwar des deutschen Ordensritters Veit Georg von Hausen 
enthält aus der Zeit von 1588 — 1595 eine Menge Eintragungen 
(mit zum Theil prächtigen Zeichnungen und Wappen) aus Rom, 
Neapel und Malta, aber keine aus der Levante; nennenswerth 
ist (S. 178) die Eintragung des Karl Rieter von Koruburg 
und Kalbensteinburg 1591 „Audarae**. 

1589 am 2. April nimmt Heinrich Vagius aus Strass- 
bürg in Jerusalem das Maass der Länge, Breite und Höhe des 
heiligen Grabes, das in: Verzeichniss aller Naturalien, so in 
Künastsche Kunstkammer zu Strassburg sich befinden, Strassburg 
1673, S. 18, Nr. 305 erwähnt wird, wo S. 17, Nr. 302-304 Re- 
liquien, S. 18, Nr. 307 ein Jacobsbruder-Hut, S. 308 ein Flaschen- 
kürbis von Lorettopilgem aufgeführt werden. Vgl. RB. Nr. 888. 

1590—1593 bereist der Graf Gutbert von Aschkow 
die Levante (RB. Nr. 815). 

C. 1590 bringt Bruder Claus Marbacher nach Heihgen- 
kreuz, einem Wallfahrtsorte bei Entlibuch, Reliquien aus dem 
heiligen Lande heim (W. A. Neumann in der Theol. Quartal- 
Schrift, Tübingen 1868, 439). 

1693—15% hat Jacob Conrad Praetorius de Perln- 
berga, Dr. phil. et med., grosse Reisen in der Levante gemacht, 
in Jerusalem auch den Ritterschlag empfangen, wie das Ver- 
zeichniss der Bücher seiner Bibliothek meldet, die die Schweden 
bdm Einfall in Mähren während des dreissigjährigen Krieges in 
Brunn raubten und nun die königl. Bibliothek in Stockholm auf 
bewahren soll (RB. Nr. 828). 

1695 macht Andreas Srobeli, Stadtschreiber von Nörd- 
lingen, nachdem er bereits 1588 von da aus über Wien nach 
Venedig und Neapel gereist war, als Seesoldat des Grossherzogs 
Ferdinando de Medici von Livomo eine Reise nach der Levante 
mit, besucht Tripolis und Jaffa, erhält aber keine Erlaubniss 



— 280 -- • 

von da nach Jerusalem zu pilgern, und muss nach Livorno zu* 
rQckkehren, wo ihm (27. Juli 1595) ein Pass ausgestellt wird; 
nachdem er Qber ein Jahr als Leibgardist in Florenz weiter ge- 
dient, kehrt er nach NOrdlingen zurück, wo er am 26. December 
1596 wieder eintriffi (RB. Nr. 813). Der einzige Codex, der 
die etwas weitschweifige Reisebeschreibung enthält, liegt in der 
Universitätsbibliothek zu Göttingen, deren Verwaltung die Ein- 
sicht dem Verfasser gütigst ermöglichte, und bietet auf Bl. 183 
— 184 interessante Notizen über die Person des Reisenden und 
die Zusammensetzung des Rathes von Nördlingen (1636)« 

1597 geht Johann von Roll aus Solothurn nach Je- 
rusalem (Leu, Helvet Lexicon XV, 373). L. Vgl. unten S. 299. 

1598. Freiherr Christoph Harant von Polschiz 
und Weseriz bricht am 30. März 1598 auf und geht mit 
Hermann Zschernin von Chudienitz über Pilsen, Lands- 
liut. Kufstein, Trient nach Venedig, wo er am 19. April eintriflft 
(S. 1 — 16). Er segelt mit Antonio Donato, einem Italiener 
aus der Umgegend von Mailand, mit einem Franzosen, einem 
Niederländer Lambert, derauf der Reise sich als ein bru- 
taler Geselle zeigte, einem Strassburger und mit einem 
Pilger aus Eger am 12. Mai ab (S. 69), erreicht am 31. Juli 
Candia (S. 91), wo er einen Landsmann, J o h a n n Ostrowetz, 
trifft (S. 93), am 19. August Cypern (S. 109) und am 31. Au- 
gust Jaffa (S. 137). Am 3. September kommt er nach Jerusa- 
lem (S. 159), empfängt am 16. September den Ritterschlag 
(S. 425 — 427) und tritt am 19. September die Reise über Gaza 
nach Damiette an, von wo er nach Cairo gelangt. Von da bricht 
er am 8. October nach dem Sinaikloster auf (S. 570), empfängt 
hier (S. 612) ein griechisches Besuchsattest (18. October) und 
kommt am 26. October wieder in Cairo an (S. 698). Von da 
geht er nach Alexandrien, segelt am 11. November ab (S. 867) 
und ist am 26. December wieder in Venedig (S. 879). 

Seine Reisebesclireibung erschien deutsch in Nürnberg 1678, 
40; vgl. RB. Nr. 841. 

1600 a. Wolfgang Ludwig von Crailsheim, (ge- 
boren 1573) brachte, wie erzählt wird, von seiner Pilgerfahrt 
einen Muhammedaner mit nach Hause, der in der Besorgniss, 
nach seinem Tode kein anständiges Trauergefolge zu erhalten, 
jedem, der ihn zm* Ruhe geleiten werde, einen Batzen bestimmt 
haben soll, infolge dessen die Bauern in hellen Haufen seinem 
Sarge gefolgt seien (Württemberg. Vierteljahrshefte, Stuttgart 
1880, 293). 



— 281 — 

1600b. wurde gegen Johann Meyer ausHallau (bei Schaff« 
hausen) eme Untersuchung geführt, der vorgab, er sei mit Junker 
Nicolaus von Mülinen (der am 1. September 1620 als 
Oberst der Bemer bei Tisano gefallen ist) in Jerusalem, am 
Jordan und am Todten Meere gewesen (Thurmbuch XI, 26 im 
Staatsarchiv zu Luzem; L.). 

1603. Am 14. April 1603 brechen Heinrich Walder, 
Chorherr zu Luzern im Hof, Kaspar Bucher, Pfarrer zu Sem- 
pach, Hauptmann Marx Seiler von Sarnen, Paul Frei aus 
Feldkirch, Hans Rüedi, Baumeister zu Entlebuch, Georg 
Bucheli von Malters, Jost Heini im Wyl von Russwyl, 
Ulrich Meier, Schulmeister zu Russwyl, von Luzem auf, nach- 
dem sie gebeichtet, das Abendmal und den Segen in der Kirche 
empfangen; im Ganzen betrug die Reisegesellschaft 20 Pilger 
und 3 Frauen. Nachdem sie am 19. April den Splügeupass 
überschritten hatten, kommen sie über Como, Verona, Padua am 
27. April glücklich nach Venedig. Sie besuchen in Jerusalem 
und Bethlehem die heiligen Stätten und segeln am 21. August 
wieder von Jaffa ab. Sie gehen dann von Venedig über Trient, 
Bludenz, Feldkirch, Wallenstadt nach Luzern, wo sie am 3. Januar 
1604 ankommen und freundlich empfangen werden. 

Die Reisebeschreibung, die in der Bibliothek des histor. 
Vereins in Luzem aufbewahrt wird, ist auszugsweise veröffent- 
licht in der Luzerner Zeitung 1865, Nr. 194, 201, 208, 215, 
222, 229, 236; vgl. Schweiz. Geschichtsfreund XV, 27. Der 
Verfasser des Berichts Ulrich Meier starb 1619. Vgl. RB. 
Nr. 895. 

1604. Sebastian Schach aus Strassburg studirte 1603 
in Siena und traf im Frühjahr 1604 in Bologna einen deutschen 
Edelmann Namens Dietrich von Steinhaus; beide be- 
schliessen, das heilige Land zu besuchen (S. 4) und segeln am 
23. Juni von Venedig ab (S. 5). Sie erreichen am 29. Juli 
Cypem (S. 7), am 11. August JafiTa und am 14. August Je- 
rusalem (S. 8—9), wo Schach Ritter des heiligen Grabes wird 
(S. 12). Am 24. Mai bricht er mit einigen Regleitern wieder 
auf und erreicht am 29. August Gaza, wo die Caravane bis zum 
9. September rastet (S. 13 — 14); nachdem sie eine Horde 
räuberischer Beduinen durch Ueberlassung eines Sackes voll 
Zwieback glücklich abgewehrt, treffen die Pilger am 22. Sep- 
tember im Sinaikloster ein (S. 16 f.), das sie am 27. Sep- 
tember wieder verlassen (S. 19). Am 7. October kommen sie 
nach Cairo, wo sie vom venetianischen Consul aus Alexandrien 
freundlich aufgenommen werden (S. 21) und die Besuche einiger 



Reaegaten, darunter auch einer aus Basel sich befand^ em- 
pfaBgeD (S. 21 £). Am 19. October segeln sie ab nach Alexandria 
(S. 23), das sie am 9. November verlassen (S. 27); in Cypern 
treffen sie ein Pilgerschiff, auf dem Schach den in Jerusalem 
krank zurückgelassenen Dietrich von Steinhaus wieder 
findet (S. 27). Am 24. November kommen sie nach Corfu, am 
J. December nach Otranto, von wo nach glücklich überstandener 
Quarantaine Schach und ein neuer Reisegefährte von Hager 
nach Rom gehen, das sie am 28. December erreich^!. Am 
15. Januar 1605 gelangen sie nach Florenz (S. 28); am 11. Juni 
kommt Schach über Bologna, Venedig, Trient nach Innsbruck, 
am 23. Juni nach Strassburg. 

Wir folgen der: Analyse de la relation manuscrite d'un 
pelerinage ä Jerusalem . . . entrepris en 1604 par S. Schach^ 
Colmar 1846, 31 SS. (unterschrieben X. M.); vgl. RB. Nr. 901. 

1605* Hans Wilhelm von Steinbruck aus Solotimrn 
macht in diesem Jalire eine Pilgerfahrt nach dem heiligen Lande 
(0. Ziegler, Schweiz. Pilgerfahrten nach Jerusalem, Bern .1870, 7)- 

1606. Der Pfarrherr Johannes Habermacher aus 
Alpnach in Unterwaiden unterninunt, mit Empfehlungsbriefen 
des damaligen apostolischen Legaten in Luzem, des Bischofs 
von Veglia Johannes Comes Turrianus von Ciconia , dem Abt 
von Misericordia zu Venedig, wohl versehen, seine Pilgerreise 
mit Wolfgang Stockmann, Rathsherr zu Sarnen (von dem 
ein Pilgerbericht in KB. Nr. 911 nachgewiesen ist), Nicolaus 
Marbacher aus Entlebuch, Melchior Wyg, Untervogt und 
Landhauptmann zu Alpnach, Melchior Seh muck, Seckelmeister 
daselbst, Nicolaus Frener (über ihn Schweiz. Geschichtsf. 
XXVI, 99), Kaplan zu Russweil, welcher schon über 60 Jahre 
alt war (f. 105). Habermacher bricht am 21. April auf, findet 
in Staus bei dem .Landammann Nicolaus Löwe Herberge und 
begrüsst den damals 80jährigen Jerusalempilger Melchior 
Lussy; er erreicht über den S. Gotthardt, Porlezza, Lecco, Ber- 
gamo, Verona am 4. Mai Venedig, wo er mit seinen Gefährten 
im „schwarzen Adler" Herberge findet (f. 107). Der Abt Ci- 
conia sowie die Schweizer Eaufleute Georg und Nico laus 
Muginen stehen ihnen mit Rath und That zur Seite, doch 
hindert dies nicht, dass unsere Pilger durch Umwechselung und 
Theu^rung viel Geld verlieren (f. 109). Indessen waren in einer 
andereii deutschen Herberge, im „weissen Löwen", noch andere 
Reisende angekommen, Andreas Lindower, Matthias 
Rosenheim au^ Bayern und Jeremias Guttmann aus 
Preus^en, mit denen sie zusammen auf einem Schiffe („Fasurina^) 



-^ 283 -^ 

nach dem heiligen Laude fahren wollten; der Fati'on verlangte 
6 Ducatea pro Kopf ausser d^ Beköstigung. Da das Schiff 
jedoch sich als ganz untüchtig erweist, so trennen sich die 
Schweizer und miethen ein anderes Schiff; unter den neuen Reise«» 
geführten nennt H. Alexander N., einen Priester aus Hoch- 
burgund, Antonius, Diaconus aus Rom, Dr. theoL, Petrus N., 
einen Priester aus Frankreich, Johannes Baron aus Venedig. 
Am Tage der Abfahrt müssen die Pilger in dem Barfösser- 
kloster della Vigna genau angeben, wie viel Geld sie bei sich 
fiUiren; denn wenn einer auf der Fahrt von Venedig bis Cypem 
stirbt, so erhält dies Kloster seine Hinterlassenschaft, stirbt er 
aber zu Tripolis oder Jerusalem, so empfangen sie die Barf&sser 
in Jerusalem (f. 112). Nachdem sie auf Melchior Lussys Rath 
uoch den Jesuitenpater Laurentius Pacificus (vgl. oben 
ä 265 f., 268 f.) besucht hatten, segeln sie am 22. Juli ab 
{t 114), erreichen am 14. August Limissol, wo sie von der Er- 
oberung Aleppos und Tripolis* durch den Bruder des türkischen 
Kaisers Kunde erhalten (f. 120); am 29. Juli kommen sie nach 
Jaffa (f. 126), am 31. Juli nach Jerusalem (f. 131), wo sie für 
den Einlass in die Grabeskirche 4 Zechinen zahlen müssen, und 
Habermacher, Stockmann, Wyg, Lindower und Rosen- 
öle im zu Rittern geschlagen werden (f. 148). Am 24. Sep- 
tember fahren sie wieder von Jaffa ab, erreichen glücklich Sa- 
linis, wo Nicolaus Frener, Stockmann und Rosenheim 
sich trennen, um nach Limissol zu reiten, während Haber- 
macher mit den übrigen zur See auch dahin fahren; hier treffen 
sie ein Schiff mit deutschen Christen, welche von den Türken 
in Ungarn gefangen worden waren und nach Constantinopel ge- 
bracht werden sollten, darunter befand sich auch ein Barbier 
aus Luzern Namens Ziegler. Die sehr ausführlich (fol. 152 
— 171) geschilderte Rückfahrt bietet nichts Bemerkens werthes ; 
jun 28. November kommen die Pilger nach Venedig, wo sie 
schwören müssen, dass keiner aus der Zahl der Pilger gestorben 
sei und dass an keinem der von ihnen besuchten Orte die Pest 
grassire (f. 171). Am 22. December war Habermacher wieder 
in Alpnach. 

Die Beschreibung dieser Pilgerfahrt ist in derselben Lu- 
^erner Handschrift enthalten, aus der wir die des Johannes von 
Laufen mitgetheilt haben. Auf Blatt 105 beginnt die „Substantz* 
liehe beschreybung der Pilgerfahrt gen Hierusalem, so der Eer- 
würdig geistlich Priester Herr Johannes Habermacher von Luzern 
verriebt hat**. Sie ist von derselben Hand wie die Reisebe- 
gclireibung des J« yon Laufen geschrieben; am Schluss (f. 173) 



— 284 — 

steht: ^Explicit hoc opus descriptum ex ipsius authoris manu 
conscripto originali libeUo per me R3nQwardum Cysatum seniorem 
in Vacatione balneationis Lucellonianae Mense Jiinio Anno 1611. 
Cum bona venia authoris ist diss Werek corrigiii und in an- 
müttigern bessern stylum gebracht worden, '^ Demnach ist der 
Redactor auch dieser Rennward Cysat (vorstehenden Auszug 
verdanke ich der Güte des Herrn Oberbibliothekars Dr. Meisner). 
Vgl. RB. Nr. 907. 

1608 a. Johannes Wild aus Nürnberg tritt 1604 als 
ein Jüngling von neunzehn Jahren in das Regiment des Grafen 
Gotthard von Stahremberg ein, wird in Ungarn gefangen und um 
30 Ducaten nach Erlau verkauft (S. 8—9), dann um 50 Ducaten 
nach Ofen (S. 12), um 75 Reichsthaler (S. 20), zuletzt um 
60 Ducaten an einen Grosshändler (S. 43), der ihn 1606 von 
Constantinopel mit nach Cairo nimmt und hier wieder für 100 
Ducaten verkauft (S. 54). Mit seinem letzten Herrn geht er 
nach Mekka (S. 56—66), findet in Dschidda einen Strassburger 
Namens Hans Hey (S. 87) und kehrt über Suez nach Cairo 
zurück, wo er einen Deutschen Abraham Simon aus Krems 
trifft (S. 117). Auf einer Reise nach Damascus passirt er auch 
Jerusalem (S. 134 — 135); er kehrt dann wieder nach Cairo zu- 
rück (1609), wo er um 100 Ducaten verkauft wird (S. 158), 
aber, weil er seinem Herrn bei einem räuberischen Ueberfalle 
das Leben gerettet, die Freiheit erhält (S. 160). Er segelt von 
Alexandrien nach Cypern, leidet aber Schiffbruch und kehrt nach 
Cairo zurück (1609), wo er wieder bei seinem letzten Herrn 
Dienste nimmt, um Geld zu verdienen für die Heimreise, und 
gelangt endlich glücklich nach Constantinopel (S. 239), wo er 
'im Januar 1611 bei dem kaiserlichen Gesandten Michael Starzer- 
freundliche Aufnahme findet (S. 241), dessen Diener er Georg 
Dübberich, dessen Köchin Mai'garethe Grünwaldin nennt (S. 243) ; 
hier lernt er auch Elias Mentziger aus Nördlingen kennen (S. 250)^ 
Mit einem Passe versehen (S. 257 f.) erreicht er im Juli 1611 
Adrianopel, im October Nürnberg (S. 255). 

Seine Reisebeschreibung erschien Nürnberg 1613, 4®; vgl. 
RB. Nr. 919. 

1608 b. Am 28. April brechen Urs Byss und Ludwig 
Bieler von Solothurn auf und erreichen über den Brenner am 
13. Mai Venedig, von wo sie am 2. Juli erst absegeln können 
(S. 7). Am 3. August kommen sie nach Limissol, am 7. August 
nach Tripolis (S. 8), am 15, August nach Jaffa (S. 9), das sie 
am folgenden Tage verlassen. Nachdem sie die heiligen Stätten 
besucht, segeln sie von Jaffa wieder am 30. August (S. 17) ab 



~ 285 — 

und erreichen am 3. November Venedig, am 26. November Solo* 
thurn (S. 20). 

Die Reisebesehreibung ist herausgegeben von Dr. 0. Ziegler 
in: Schweiz. Pilgerfahrten nach Jerusalem, Bern 1870, 7—20 
(vgl. RB. Nr. 916), auch in Buri und Kelterbom, Jahrbuch fOr 
die* Schweizerische Jugend, Bern 1879, 89 — 128; zuerst im Sonn- 
tagsblätt: „Der Bund" 1870, 26. Juni, 3, 10, 17, 24, 31. Juli, 
7, 14, 21, 28. August, 4. September (L,); der Text der Reise«- 
beschreibung steht in den Nummern vom 3. — 17. Juli. 

1608 — 1610. Joachim Rieter von Kornburg reist 
6. December 1608 von Hause ab und kommt 13. December 
nach Augsburg, das er mit Georg Heinrich vom Thal 
21. December verlässt, und trifft am 2. Januar 1609 in Venedig 
ein, wo 6 Tage später Tobias Hiebele, ein Herr von 
Schlieben (der später in Aeg3rpten starb), ein Herr von 
Oelschniz und ein Barbier auf einem holländischen Schiffe 
nach der Levante abreisen. Rieter besucht 17. Januar Padua 
und kehrt am 15. Februar nach Venedig zurück, wo er die ge- 
wünschten Creditbriefe und Wechsel findet und am 19. Mai mit 
Hans Albrecht von Dondorf, fOrstl. bayr. Rath und Ott- 
heinrich von Berndorf, die beide einen Barbier Namens 
Peter Keller mit hatten, und Wilhelm Barth aus München 
(der später von ihnen ausgeschlossen wurde), einig wird, ge- 
meinschaftlich nach Tripolis zu fahren; sie unterhandeln mit 
einem Patron durch Hülfe des Augsburger Kaufmanns Ulstätt,. 
der sie auch an den mitreisenden Antonio Garofulo em- 
pfiehlt; als Fahrgeld ohne Kost wird der Preis fdr jeden auf 
25 Ducateu vereinbart Am 3. Juni schliesst sich ihnen auch 
Matthias Egger an, Gastwirth vom Mohrenkopf in Lands- 
berg am Lech (B.). Dieser letztere war von da am 25. Mai 
1609 aufgebrochen und über den Brenner am 1. Juni nach Mestre 
gekommen, von wo er durch Bartelme Diestelmaier sein 
Pferd nach Hause schickte, da er für den Preis von 100 Thaler 
keinen Käufer gefunden hatte, und hatte noch an demselben 
Abend Venedig erreicht, wo er durchsucht wurde, aber die nicht 
vollwichtigen 100 Ducaten, die von ihm in Mestre in die Stiefeln 
eingenäht worden und sonst von der Douane zurückbehalten 
worden wären, glücklich „rettet" (N.). Nachdem Rieter und 
Egger im Kloster della Vigna beim „Padre provisore di Ge- 
rusalemme" sich Empfehlungsschreiben und beim päpstlichen 
Legaten Erlaubniss zum Antritt der Pilgerreise erbeten, treten 
sie, da die Ausrüstung des Schiffes noch einige Zeit erforderter 
eine Wallfahrt nach Loretto am 7. Juni an, von der sie nach 



— 286 — 

44 Tagen glücklich zur&cktefaren (B.). Hier treffen ste mit einem 
deutschen Priester P. Laurentius, der schon einmal im heiL 
Lande gewesen war und ihnen wichtige Informationen geben 
konnte, mit dem Freiherrn von Wolkenstein und anderen 
deutsehen Herren zusammen, besuchen das weltberühmte Arseodl, 
erlangen vom französischen Gesandten Empfehlungdschreiben 
nach Tripolis und zeigen jeder dem „Provisore di Gerusalenime**, 
der ein venetianischer Nobüi war, die 100 Zechinen vor, ohne 
die kein Pilger überhaupt an Bord gelassen wurde (N.). Die 
Freundschaft mit der Firma Ulstätt befestigen sie durch eine 
solenne Bewirthung, dann besorgen sie sich mit ihrer Hülfe 
Wechsel nach Tripolis, freilich gegen hohe Procente, sowie aller- 
lei Ausrüstungsgegenstände für die Fahrt, gehen, nachdem sie 
dem P. Laurentius gebeichtet und das Abendmahl genommen, 
am 29. Juli unter Segel und landen, vielfach durch das Gerücht 
von umherfahrenden Seeräuberii geängstigt, glücklich am 28. Au* 
gust in Tripolis (N.). Hier wohnen sie theils bei Simon Moro, 
dem Procurator des heiligen Landes, dem von Venedig aus P. 
Franciscus Pacificus und P. Stephan aus Spanien Almosen über- 
brachten, oder in der französischen Herberge (B.). Am 31. Au- 
gust unternehmen sie eine kleine Reise nach Canobin im Li- 
banon, wo der Patriarch wohnte, von der M. Egger krank nach 
Tripolis zurückkehrt, zu dessen Pflege, während die übrigen 
Reisebegleiter am 11. September absegeln, Joachim Rieter ia 
Folge eines in Venedig gegebenen Versprechens zurückbleibt. 
Egger verordnet, da seine Krankheit sich verschlimmert, 50 Dü- 
caten als Opfer für das heilige Grab und macht noch andere 
testamentarische Bestimmungen,^ zu deren Ausführung Rieter sich 
verpflichtet; am 12. September stirbt er und wird im S. Jacobs- 
kloster b^raben (N., wo eine sorgfältige Aufzählmig seiner 
Hinteiiassenschafl und der diurch die Krankheit und das Be- 
gräbniss entstehenden Kosten sich findet). Rieter erkrankt bald 
darauf auch und kegelt nach seiner glücklichen Genesung 18. Januar 
1610 nach Beirut ab, schliesst sich hier dem nach Sidon reisen* 
den französischen Consul an, kommt am 23. Januar nach Tyrüs 
(„altda ist auch Kayser Frieckich Barbarosso begraben" ; vgl. 
Röhricht ZDPV, XX, 56) und 1. Februar nach Jerusalem, wo der 
Sandschak, Kadi und Subascha mit einem Dolmetscher (eine halbe 
Stunde vor der Stadt) ihn nach kurzer Controle ohne Schwierig- 
keit einlassen. In der heiligen Grabeskirche, wo er das Wappen 
der Ha 11 er mit dem Namen Lorenz H, findet, und mit einem 
Kölner Namens Breyer betet, erhält er den Rittersclilag, liest 
in der Klosterherberge den Namen Hannibal Rieters und 



-^ 287 — 

Christoph Fürers,. wie in Ramiah den Namen Karl NQtzels. 
Am 12. Februar kommt Jacob Wahl aus Nürnberg (der auf 
Cypern krank zurückgeblieben war) mit Heinrich Willens 
•von Amsterdam und einem Barbier (der im Januar 1609 mit 
geblieben, Oelschnitz und Hiebele von Venedig abge- 
fahren^ aber in Cypern geblieben war, während Rieter mit seinen 
Begleitern in Accon zusammentraf), Namens Heinrich Hei- 
feldt aus Braunschweig nach Jerusalem, mit dem Rieter am 
14. Februar das Abendmahl in der heiligen Grabeskirche nimmt 
Am 18. Februar verlässt er Jerusalem, geht über Caesaren 
nach Accon, segelt von da nach Tripohs, und nach Cypern, 
.Ton wo er am 6. Juli Amsterdam erreicht, am IS. Juli Ant- 
werpen (B.). 

Wir gaben den Text auszugsweise aus dem Berliner Codex 
germ. Nr. 1263, 4^ (B.) und dem Nürnberger Codex (N.; ygl. 
HB. Nr. 921) in der Zeitschrift für deutsche Philologie 1898, 
•160—165 heraus. 

1610 geht Pankratius, Bruder des Kanzlers Tochter- 
.mann, nach dem heiligen Lande (Max de Diesbach 247). 

1611a. Lucas Friedrich Behaim^ spftter Rath zu 
'Nürnberg, bereist in seiner Jugend Frankreich und Italien ß. 18) 
und trifft im Juli 1611 in Venedig mit Rudolf von Bünau 
aus Sachsen und dessen Hofbieister Tobias Adami zusammen, 
welche ihn einladen, sie nach Constantinopel zu begleiten (S. 27). 
Behaim, das Beispiel seiner durch. Reisen berühmt gewordenen 
Landsleute Christoph Fürer, Christoph Löffelholtz und 
Ulrich Grundherr angefeuert, ist sofort bereit (S. 28), em- 
.pfängt von seinem Vater dazu Erlaubniss und schliesst diesen 
beiden Reisenden sich an. Da indessen in Constantinopel eine 
furchtbare Pest herrschte, werden sie einig, nach dem heiligen 
Xande zu fiahren, verlassen deshalb am 13. August Venedig und 
erreichen über Tripolis, Jaffa (c. 10. October) Jerusalem (S. 91). 
Auf der Heimkehr entrinnt Behaim zu Jaffa mit Mühe der Ge- 
fangenschaft, segelt mit seinen beiden Gefährten zurück nach 
Tripolis und besucht von hier aus <18. October) den Patriarchen 
von Antiochien auf dem Libanon. Statt in Salines, wie abge- 
macht worden war, werden sie durch die Schiffer in Famagusta 
-an's Land gesetzt (S. 34 — 35), erreichen aber nach vieler Angst 
vor der Gefangenschaft glücklich mit Hülfe eines Türken Salines, 
von wo sie am 15. November abfahren und am 3. Februar 1612 
.nach Venedig gelangen (S. 36). ... 

Diese Nachrichten stammen aus Martin Beer, Leichenpredigt 
auf Lukas Friedrich Beheim (f 28, Juni 1648), Nürnberg 1649 



— 288 — 

(bei Wolfgang Endter), 4^; vgl. Freher, Theatrum viror« erudi- 
tornm 1688, II, 1112; Witte, Diarium biogr. 1691, H, 61. Nach 
Herrn Prof« Dr. KamantiS gütiger Mittheilung finden sich in Be- 
haims Conceptionale (Arch. d. genxi. National-Museums in Nürn- 
berg) vielfach Notizen über süddeutsche und italienische Orte, 
aber keine über seine Jerusalemreise; hierüber giebt auch sein 
uns noch erhaltener umfangreicher Briefwechsel keinen Auf- 
schluss. 

1611b. besucht Claudius Tornare aus Chamey das 
heilige Land (M. de Diesbach 247). 

1612 pilgert Ben ed ix Co 11 er aus Nürnberg (Kamann 13). 
Das Album seiner Reise bewahrt das British Museum in London 
(Egerton, Addii Nr. 1231; darin mancherlei Städtebilder wie 
Jerusalem, Cairo u. a.); dort ist auch das Certifikat seiner in 
Jerusalem erlangten Ritterwürde (17. Juli 1612) erhalten. 

e. 1612 pilgert der Schultheiss Wild von Freiburg (L.). 

1613. Johann Jacob Amman aus Thalwyl am Züricher 
See bricht als Wundarzt im Gefolge des türkischen Dolmetschers 
Andreas Negroni am 2. Juni 1612 von Wien auf (S. 2—3), 
reist zu Lande über Ofen-Pest (S. 9—12), Fünfkirchen (S. 12 
— 13), Belgrad (S. 13—17), Sofia und Adrianopel nach Con- 
stantinopel, wo er am 14. August ankommt (Sl 23). Von hier 
geht er mit dem holländischen Gesandten Cornelius Haga 
und Peter Gräfe aus Amsterdam zu Lande über Nicäa, Ico- 
nium, Adana nach Aleppo, wo sie am 8. Februar 1613 eintrefifen 
(S. 72 — 88), von da über Maarrah, Hirns nach Damascus (S. 89 
—93). Nachdem sie hier pro Kopf 25 Reichsüialer Zoll ent- 
richtet (S. 96), reisen sie am 22. März ab über Sasa, el-Kuneitira, 
die Jacobsbrücke, in deren Nähe sie ein schlechtes Wirthshaus 
finden (S. 99), nach Nazareth (S. 104) und gelangen glücklich 
nach Jerusalem (S. HO), wo sie bis zum 23. April bleiben. 
Von hier brechen Jacob Amman und Peter Gräfe mit zwei 
Italienern nach Cairo auf, das sie am 12. Mai auch erreichen 
(S. 178 — 186). Sie reisen am 28. Mai wieder ab und schiffen 
sich am 6. Juni in Alexandrien ein (S. 202—211); am 3. Juli 
landen sie in Neapel (S. 221), von wo aus sie über Rom am 
8. August Venedig erreichen (S. 222—225). Hier verlässt Am- 
man seinen Reisegefährten und trifft am 21. September glück- 
lieh in Zürich ein (S. 227-228). 

Wir benutzten die Ausgabe: Reiss in das Gelobte Land 
.... durch J. J. Amman, Zürich 1618, kL 8. Vgl. RB. Nr. 939. 

1614 a. Hieronymus Scheidt aus Erfurt unternimmt 
„aus tragender lust und affection gegen die Orientalischen 



— 289 — 

Linder^ im zwanzigsten Lebensjahr eine Pilgerfahrt; er verlässt 
1614 am 5. Januar die Heimath, geht über N.Qmberg, wo er 
bei Salomo Schweigger sich einige Rathschläge holte und 
Wechsel auf Venedig besorgte (S. 1 — 3), Ulm, Lindau, Feld- 
kirdi nach Chur, dann über den SplOgen nach Mailand, wo er 
am 6. Februar eintrifft (S. 17; Beschreibung der Stadt S. 17 
— 19). Zu Venedig findet er im „weissen Löwen** Heinrich 
Hilfeid aus Braunschweig (vgl. oben S. 287), der ihm durch- 
aus seinen alten Pass für schweres Geld aufreden will (S. 9 
— 10). Während Johannes Scheidt, sein Vetter, zurück- 
bleibt, um Dienste in Venedig zu nehmen, geht Hieronymus, 
da das nächste Schiff erst in sechs Wochen absegehi sollte, 
nach Padua, dann über Parma, das er mit Leipzig vergleicht 
(S. 12), nach Genua, wo er am 11. Februar eintrifft (S. 14). 
Am 7. März segelt er ab; als Passagiere nennt er: Jacob 
Mile, Ritter des heiligen Grabes, mit seinen zwei Dienern, 
Thomas von Tongerlov aus Amsterdam, Daniel Mesoino 
und Antonius Janssens, zwei Kaufleute aus Antwerpen, 
-femer Hieronymns Behm aus WOrzburg, Schiffsbarbier; als 
Gapitän wird Friedrich Thun von Enckhausen genannt (S. 15). 
Am 14. März landet er in Trapani, am 28. auf Cypem (S. 17 
— 21), trifft in Limissol einen Kölner, der auf einem hollän- 
dischen Schiffe heimfuhr und seine Briefe nach der Heimath mit- 
zunehmen versprach (S. 21), und erreicht am 8. April Jaffa 
(S. 22—23). In Ramiah leiht er dem aus der Gefangenschaft 
von Damascus heimkehrenden Jan Cornelius aus Dortrecht 
sechs Zechinen, da dieser dem <jeleitsmann sein Geld nicht be- 
zahlen konnte (S. 25), und kommt am 11. April in Jerusalem 
an (S. 28), das er der Grösse nach mit Erfurt vergleicht (S. 36). 
In der Nacht vom 12. zum 13. April wird „Hieronymus 
von Messgringen", der Sohn eines französischen Grafen aus 
Paris, zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (S. 48). Am 
4. Mai verlässt Scheidt Jerusalem, trifft in Cypem zwei hol- 
ländische Schiffe, deren Capitäne er Cornelius Jansse n- 
schram von Enckenhausen und Martin Nicolaus nennt; 
auf dem einen befand sich auch ein deutscher Barbier 
aus Leipzig (S. 93). Scheidt lässt die Urkunde über seinen Be- 
such des heiligen Grabes durch den venetianischen Consul Bap- 
tista Contarini vidimiren (S. 96) und segelt am 1. Juli nach 
Alexandrette (S. 97—99 Beschreibung der Stadt); von hier bricht 
er am 10. August wieder auf und landet am 24. September in 
Alicante (S. 106). Dann segelt er durch die Strasse von Gibraltar, 
an der portugiesischen und französischen Küste entlang (S. 107 

Röhricht, Pilgerreison. id 



^ 290 — 

— 121), landet an der holläudischeu Küste und trifft in Alkmar 
Andreas Lorenz Peters, dessen Freunde Cornelius er 
in Ran]ilah aus der Verlegenheit geholfen hatte (S. 123), den 
deutschen Schiffsbarbier aus WOrzburg in Amsterdam 
wieder (S. 123). In Dortrecht sucht er vergeblich von Cornelius 
sein Geld zurückzuerhalten (S. 124) und geht mit dem Schiffs- 
barbier über Franeker, Emden, Osnabrück nach Hause; am 
23. December traf er glücklich in Erfurt ein (S. 126—128). 

Die Reisebeschreibung erschien Helmstädt 1679, 4^. Sonst 
vgl. ADB. und HB. Nr. 944, 

1614: b. pilgern Hans Sidler, Guido Tanner, Jacob, 
Schreiber von Schwyz und Melchior Wyss (G. Meier in Mitth. 
d. histor. Vereins des Kanton Schwyz IX, 58—59; Stückelberg 
107); beide werden Ritter des heiligen Grabes (L.). . 

1614—1616. Arndt Gebhard von Stammer segelt 
mit Wolf Wilhelm Laniger aus Böhmen und Hierony- 
mus Bebe im, einem Nürnberger Patrizier, von Venedig ab 
(S. 1) nach Smyrna, wo er bei einem holländischen Kaufmann 
Michael Stall wohnt, von da nach Constantinopel, wo Hiero- 
nymus Beheim im Hause des englischen Botschafters Paul 
Pundor (der französische wird Achilles, Baron, von Chor- 
lin, der holländische Cornelius HagaS. 27 genannt) stirbt 
(S. 58); als Gäste Hagas werden auch 2 Adlige aus Preussen 
Christoph Perband und Martin Opachowsky (S. 59), 
als erster Drogoman am türkischen Hofe ein Deutscher aus der 
Grafschaft Barby erwähnt, der aber seinen eigentlichen Namen 
zu nennen sich weigert. Mit diesen beiden Adligen und Wil- 
helm Laniger (S. 60) segelt Stammer nach Alexandrien, be- 
sucht Rosette, wo er einen Juwelier aus der Schweiz trifft 
(S. 66) imd Cairo, wo er als Dolmetscher Lukas Sternowsky 
(S. 83) für die |leise nach dem Sinai engagü't Er kehrt mit 
seinen Gehilfen Von da wieder nach Cairo zm'ück, segelt von 
Damiette nach Jaffa, besucht Jerusalem, wo er einen deutschen 
Mönch P. Aegidius antrifft, sowie die Umgegend (S. 158) 
und kehrt über Messina glücklich nach Venedig zurück (S. 175 
—178). 

Die Reisebeschreibung, in welcher nicht ein einziges Datum 
enthalten ist, erschien unter dem Titel: „Morgeuländisclie Reise 

— Beschreibung des — Herrn A. G. von Stammer " Jena 1671 
und 1675, aus der Beckmann, Histor. des Fürsten Anhalt 1716, 
Vn, 275—277 einen Auszug besorgte, wo auch das Attest über 
den Besuch Jerusalems und der heiligen Stätten (20. September 
1615) erhalten ist, das „Fr. Ruffinus a Savoca, S. Montis Sion 



— 291 — 

ac totius Terrae Sanctae Vicarius et Praesidens** ausstellte (vgl. 
auch RB. Nr. 1095 und Glubovich 67). 

Dieser Bericht wird ergänzt durch einen parallelen, den 
Perband hinterlassen und Röhricht in ZDPV. XIX, 102— W4 
aus dem Berliner Codex gerni. Nr. 1151, 4° ausgezogen hat 
P. reist von Königsberg nach Amsterdam, von da (14. Aug. 
1614) mit dem nach Constantinopel bestimmten holländischen 
Gesandten und dessen Hofmeister Lambert van Geer über 
Frankfurt am Maiu, Stuttgart, Innsbruck, Trient nach Venedig, 
wo er 24. September 1614 eintrifft; am 1. November erreicht 
er Spalato, am 17. Nov. Ragusa, von wo er die Landreise nach 
Constantinopel antritt In Saloniki trifft er den froheren Mar- 
burger Professor des Griechischen und Hebräischen Konrad 
Victor als jüdischen Rabbi „Moses Pardo*" (über ihn vgL 
Wolfius, Bibl. hehr. I, 886—887, Nr. 1630 und III, 1110) und 
bringt ihn durch eine längere Unterredung zur Reue über seinen 
Abfall. In Constantinopel kommt er (7. Jan. 1615) an und bleibt 
bei dem holländischen Gesandten Cornelius Haga bis zum 17. Juni, 
segelt mit Stammer, Wolf Wilhelm Laninger und 
Martin Opachowsky nach Alexandrien, besucht mit ihnen 
auch das Sinaikloster, wo er den Namen seines Landsmannes 
Ludwig von Rauter angeschrieben findet, bleibt aber krank 
zurück, während seine Gefährten am 23. Juli vorausziehen, denen 
er erst am 6. August nachreist Am 14. August trifft er in 
Cairo (S. 103) den dort ebenfalls krank zurückgebliebenen Wolf 
Laninger, am 25. August in Damiette seine früheren Begleiter, 
mit denen er am 9. September in Jaffa landet und Jerusalem 
besucht, wo Laninger, ein Lutheraner, durch P. Aegidius den 
Ritterschlag empfängt Am 22. September 1615 reisen alle ab, 
aber sie trennen sich in Cypem (28. September); Perband fährt 
mit Johannes von Penen aus Köln, Stammer und Cor- 
nelius Snuk aus Leuwarden, während Laninger und Opo- 
chowsky direct nach Venedig segeln, nach Genua, wo er am 
1. November eintrifft. In Mailand verabschiedet sich Perband 
von Johannes von Penen und Snuk, in Leipzig von Stam- 
mer und trifft 25. März 1616 wieder in seiner Vaterstadt 
Königsberg ein (S. 104). 

1617 am 12. April bricht Wolfgang Singer von Sech- 
sein auf und empfängt am 4. October 1618 in Jerusalem den 
Ritterschlag (Urkunde in Samen; L.). 

C. 1617. Um dieselbe Zeit wird der bekannte Glogauer 
Adept BalthasarWalther aus Syrien, Arabien und Aegypten 
heimgekehrt sein, wohin er im Interesse seiner alchymistischen 

19* 



— 292 — 

uod kabbalistischen Studien sich vom Hofe des wallachischen 
Fürsten von Tergowist aus begeben hatte; nach seiner Rückkehr 
gebt er von Glogau aus zu Jacob Böhme nach Görlitz und hält 
sich bei ihm drei Monate auf (Adolf Fechner, Jacob Böhme, 
Görlitz 1857, 69). 

1618—1619. Der Landgraf Ludwig V. von Hessen- 
Darmstadt beschliesst, durch Familienunglück gebeugt, eine 
Pilgerreise zu unternehmen (S. 1 — 4) und tritt sie, trotzdem 
man ihn durchaus von seinem Plane abzubringen suchte, (S. 5 

— 7) am 1. August 1618 an; in seiner Begleitung befindet sich 
ausser seinem Schwiegersohn Herzog Ludwig Friedrich 
von Württemberg ein Wormser vom Adel, der Rath und 
Hauptmann zu Giessen, Wolf von Weiteishausen, genannt 
Schrautenbach, der Stallmeister von Seebach mid der 
Ritter Melchior von Schwalbach, letzterer gegen ein 
Reisegeld von 60Ö Floren und monatUch 50 Floren, sowie freie 
Kost, Zebrung und nothwendige Kleidung (S. 8). Er geht über 
Mömpelgard und Basel nach Plaumont, wo Herzog Ludwig Friede 
rieh umkehrt, dann über Besan^on, Lyon, Aviguon nach Mar- 
seille. Da das nach Syrien bestimmte und gewählte Schiff erst 
nach acht Wochen abgehen soll, so macht er ei*st eine Reise 
nach Spanien und erreicht über Saragossa am 23. October 
Madrid (S. 9—10), wo er bei dem kaiserlichen Gesandten, dem 
Grafen Khevenhüller, Wohnung nimmt und ehrenvolle Aufnahme 
findet. Trotz der neuen Bitten seiner Verwandten, jetzt heim- 
zukehren, geht er doch zurück nach Toulon, von wo er am 
19. Januar absegelt; man war überein gekommen, dass für die 
Fahrt nach Alexandrien 1500 Kronen und von da nach Jaffa resp. 
Jerusalem 1000 Kronen zu zahlen seien, doch solle dieser Preis 
sich um einige Hundert Kronen ermässigen, wenn man Zeit 
Hesse, das Schiff zu befrachten, um dann ohne Aufenthalt in 
Malta, oder in irgend einem anderen Hafen anzulaufen (S. 13 

— 14). Diese letztere Bedingung nimmt der Landgraf an und 
en'eicht am 1. Februar 1619 glücklich Malta, wo er vom Gross- 
meister Louis de Vignacourt, Prinz von Gozza, freundlich auf- 
genommen wird (S. 14; ebenda bis S. 18 die Briefe über die 
Fahrt bis Malta und den Aufenthalt daselbst). Auf die Bitten 
und Vorstellungen des Grossmeisters entschliesst er sich hier^ 
zurückzukehren und segelt am 24. Februar, begleitet von dem 
Ordensmeister und mehreren Rittern, unter denen de Andelot^ 
de Bertancourt, Ugolius Grifoni, von Rosenbach, 
von Glossen, von Compressi genannt werden, über Syrakus, 
Messina nach Neapel, wo er am 4. März glücklich eintrifft und 



— 293 — 

freundlich aufgenommen wird ; der Vicekönig, Herzog von Ossuna, 
schiesst ihm 600 Ducaten vor, da Ludwig jetzt die in Alexandrien, 
Constantinopel und Jerusalem fälligen Wechsel nicht erheben 
konnte (S. 19). Von Neapel erreicht er Rom am 12. Mftrz, wo 
er bei Paul V. eine Audienz hatte (S. 19 — 23); von da geht er 
über Florenz, Venedig, München nach Darmstadt zurück, wo er 
am 7. Mai 1619 wieder glücklich eintrifft (S. 23). Von hier 
aus sandte er den meisten angesehenen Personen, die ihm unter- 
wegs freundliche Dienste geleistet hatten, werthvolle Geschenke; 
die Malteser erhielten unter anderen eine aus dem Zeughause 
zu Giessen stammende Karthaune, die in La Vallette auf der 
Bastei der deutschen Ritter aufgestellt wurde (S. 24 ; dort auch 
die Inschrift derselben). 

Die Reisebeschreibung gab Ludwig Baur im Archiv für 
hessische Geschichte, IV. Bd. 1845, Nr. 5, S. 1—24 heraus; 
sie enthält nichts von Jerusalem und dem heUigen Grabe, doch 
glaubten wir sie wegen ihres interessanten Inhalts nicht über- 
gehen zu müssen. 

1620 — 1628 bereist Kourad Kraus aus Hof Europa und 
die Levante, wie der weitschweifige Titel seines Berichtes sagt, 
aber dieser (RB. Nr, 962) ist unvollstöndig und erzählt von der 
Levante und Palästina nichts. 

e. 1620. Balthasar von Seydlitz hat ein trockenes 
Itinerar durch die Levante hinterlassen, welches auf der Biblio- 
thek des kOnigl. Joachimsthalschen Gymnasimns zu Berlin (Sectio 
OeWchs Nr. 65, 4«) sich befindet (RB. Nr. 966). 

1623 am 7. Februar verlässt Heinrich Rantzow (über 
das Geschlecht siehe Clericus, Viertelsjahrhefte für Heraldik I, 
31 — 46, sonst auch ADB.), Reichsrath des Künigs von Dänemark, 
auf einem holländischen Schiffe (Capitäu Cornelius Wildschütz) 
Venedig (S. 1), findet in Zante Herberge bei dem niederländi- 
schen Consul Stephan Engelbrunne r, einem geborenen 
Nürnberger (S. 10); auf Scio lernt er zwei türkische Sclaven 
kennen, von denen der eine ein Livländer von Grote mit 
Namen, der andere ein Danziger war, welche ihm erzählten, 
dass sie mit ihrem Rittmeister von Danhoff und ihrem Cornet 
Georg Wrangel (der in Rhodus Gefangener war) vor 2^/2 
Jahren in der Wallachei gefangen worden seien (S. 17); ebenso 
findet er hier noch einen von Sacken und viele andere Liv- 
länder als Sclaven (S. 18); Hier trennt sich Rantzow von seinen 
Reisegefährten Lambert von Hagen, von Hüffelen und 
Hockens, welche mit einem Gesandten nach Constantinopel 
reisten (S. 19) uud segelt nach Limissol, wo er als venetiani- 



— 294 — 

3cheu Coiisul Pietro Savioni nennt (5. 23). Am 27, Mäi'z fährt 
er von da ab, landet am 3. April in Accon (S. 32 f.), wo er bei 
dem ,, französischen Consul Baptista Turchet" HeÄerge findet 
(S. 34), und besucht Nazareth, in dessen Nähe er (bei der Fon- 
tana della Madonna) an einer Kirchenruine „ein doppeltes Kreuz 
oder lotherin'gisch Wappen" eingehauen sieht (S. 35) ; am 8. April 
trifft er in Jerusalem ein (S. 36), von vfo er am 20. wieder 
aufbricht (S. 51). Er föhrt von Jaffa am 30. April ab (S. 53), 
kommt am 2. Mai in Damiette an, am 8. in Cairo (S. 54), wo als 
französischer und deutscher Consul Frenois genannt wird, „wel- 
cher senier Profession ein Pfaff ist** (S. 74). Ein deutscher 
Jauitschar (S. 75), ein Kaufmann Bielke sowie Sigmund 
Gerhard Franzmann (S. 73 — 75), Kenn, Jeremias Boll 
und Sonne mann, ebenfalls deutsche Kauf leute (S. 79), führen 
den Reisenden überall umher, der am 1. Juni Rosette erreicht 
und im Fondaco der Franzosen bei dem Viceconsul Giovanni 
Guivelmo Herberge findet (S. 80); am 13. Juni kommt er nach 
Alexandrien und wohnt in Fondaco der Genuesen (S. 82). Er 
segelt auf einem ägyptischen Schiffe am 25. Juni ab (S. 84 f.), 
findet kurz vor Gallipoli in einem der Dardanellensciüösser einen 
deutschen Spahi (S. 90) und landet am 25. Juh in Constan- 
tinopel (S. 91). Am 18. September reist er wieder ab (S. 111) 
über Philippopel, Sofia, Serajewo, Sebenico, Spalato, Pola nach 
Venedig, wo er am 4. Dec. glücklich anlangt (S. 111 — 118). 

Die Reisebeschreibung führt den Namen: „Denkwürdige 
Reise-Beschreibung nach Jerusalem, Cairo in Aegypten und Con- 
stantinopel — — durch — Herrn Heinrich Rantzowen." Ham- 
burg 1704, 80. Vgl. RB. Nr. 977. 

1623 ging Johann Walter Schön nach dem heiligen 
Lande (Schweiz. Geschichtsfreund XXI, 305; L.), RB. Nr. 979. 

1625 am 11. März (S. 176) brechen Friedrich Eekher 
von Käpfing und Karl von Grimming auf Niederrain 
von Käpfing auf und erreicht über Salzburg, GoUing, Mautem- 
dorf, Spittal, Villach, Pontebba, Venzone, Gemona, S. Daniele, 
Treviso, Mestre, wo sie nach altem Pilgerbrauche ihre Pferde 
zurücklassen, am 26. März Venedig und stechen, da das Pilger- 
schiff, welches sonst am Frohnleichnahmsfeste absegelte, über 
zwanzig Jahre schon nicht mehr fuhr, auf einem holländischen 
Schiffe mit drei Kapuzinern, welche die Infantin von Brüssel 
nach Jerusalem schickte, am 17. April in See und landet am 
7. Mai in Alexandrien, wo sie nach strenger Untersuchung in 
der Mauth von je 100 Goldstücken eins als Abgabe entrichten 
müssen, vom französischen Consul zu Gaste geladen und vom 






— 295 — 

italienischen Vizeconsul Simon de Timina ausserordentlich freund- 
lich aufgenommen werden. Am 12. Mai verlassen sie Alexandrien, 
fahren über Rosette, wo sie beim venetianischen Viceconsnl 
Bernardino Spinelli wohnen, nach Cairo und finden hier durch 
durch Verraittelung des venetianischen Consuls Girolamo Foscarini 
im Fondacx) 2 Monate kostenfreien Unterhalt. Am 25. Mai be- 
liehen sie das Sinaikloster, wo sie zum Abschiede von den Mönchen 
Baumwolle geschenkt erhalten, in welche Reliquien aller Art 
gewickelt gewesen waren; am 2. Juni sind sie in Suez, am 
6. Juni wieder in Cairo, am 17. Juni bei den Pyramiden. Weil, 
wie der Schreiber berichtet, alle Kamele — über 40.000! — 
für die grosse Mekka • Caravane in Beschlag genommen sind, 
müssen die Pilger bis zum 29. Juli warten, wo sie endlich mit 
sechs Franciskanem aus Messina und einem französischen Priester 
(im Ganzen hatte die Caravane BOO Kamele, von denen sechs 
den Pilgern gehörten) aufbrechen können. Sie gelangen über 
Bilbais, Salahije nach Kathia, wo sie durch die Mauthbeamten 
streng untersucht werden und sich pro Kopf durch ein Back- 
schisch von 18 Piastern vor Weiterungen schützen ; in el- Arisch 
müssen sie wieder 3 ^j^ Piaster zahlen, erreichen dann über Chan 
Junus Gaza, werden aber hier angehalten, weil sie einen ganz 
neuen Weg nach S3rrien eingeschlagen hätten, um den Zoll in 
Jaffa (S. 177), acht venetianische Zechinen, zu sparen, und sollen 
desshalb 300 Piaster, ja später sogar 1000 Piaster Strafe zahlen. 
In dieser Noth schicken sie eine Estaffette an den Guardian nach 
Jerusalem, worauf Pater Jacob, Guardian von Nazareth, erscheint 
und den Pilgern die Weiterreise dadurch ermöglicht, dass die- 
selben dem Pascha 600 Kronen und einen seidenen Rock, seinen 
Ofßcieren 300 Kronen zahlen, also pro Kopf 90 Kronen, lieber 
Asdod ziehen sie nun ruhig weiter nach Ramiah und treffen am 
20. August in Jerusalem ein, wo sie für den Einlass in das 
heilige Grab jeder 14 ungarische Ducaten zahlen müssen, und 
am 23. August nachts Karl von Grimming den Ritterschlag er- 
hält. Naclidem sie auch Bethlehem besucht, wo sie den Pater 
Johann Sigmund Findtier aus Plättsch in Tirol treffen, der 
schon einige Jahre im heiligen Lande weilte, ziehen sie über 
Sebaste, Nazareth, Accon, Tyrus nach Sidon, von wo sie nach 
Constantinopel segeln wollen, aber auf die Nachricht, dass dort 
die Pest herrsche und eine Janitscharenrevolte ausgebrochen sei, 
nach Malta zu fahren beschliessen. Sie accordiren mit Francesco 
Raveli, dem Capitän eines nach Marseille bestimmten Schiffes, 
müssen aber vor ihrer Einschiffung jeder einzelne 5 Kronen 
Mauth zahlen. Am 7. September gehen sie an Bord. Die Ver- 



— 296 — 

pfleguDg gietb ihnen Yeranlassuag zu bitterea Klagen; nur zwei- 
mal wdehentlich erhalten sie ein Stück gesalzenes Fleisch^ sonst 
nur Stockfisch und pro Person eine resp. IV» Sarddlen, selten 
Käse, aber modrigen Schüfszwieback und ranzigaai Wein. Am 
30. September kommen sie nach Malta, soUen aber» weil die 
Pest in der Levante herrscht, nicht an's Land geben dOrfen. 
Indessen gelingt es ihnen durch Vermittelung eines deutschea 
Maltesers, Hans Heinrich von Closen, nach lätägigar Quaran- 
täne, die sonst 40, mindestens aber 24 Tage, zu dauern pflegte, 
zu landen, erhalten sogar Audienz bei dem Grossmeister und 
die Erlaubniss, sich die Stadt anzusehen. Bei einem Bankett 
des Baillif von Andelau, welcher das Marscballamt inne hatte, 
treffen sie von deutschen Rittern einen Herrn von Stein und 
einen Herrn von Westhausen. In der Nacht des 19. October 
segeln sie nach Syrakus ab, dann, über Taormina nach Messina; 
und Neapel, wo gerade der VicekOnig eine Gen^almust^ung 
über 6000 Reiter und 18.000 Manu Fussvolk hält Von da ^- 
reichen sie am 18. November Rom, am 12. December Venedig, 
hören aber hier mit Schrecken, dass bei (S. 178) Malamoeca 
das maltesische Schiff, welchem sie ihre im heiligen Lande 
gesammelten Reliquien und ihr Gepäck anvertraut hatten, mit 
zwei Pferden des Grosscomthurs und eines Hen*n von Rosenbach, 
untergegangen sei. Aber da das Meer dort nicht tief war, wird 
das Meiste von der Fracht gerettet, freilich dabei auch manches 
gestohlen. Einem auf dem Meere während des Sturmes abge- 
legten Gelübde zufolge tritt Grimming mit seinem Vetter eine 
Wallfalirt nach Maria Einsiedeln an, das sie über den S. Gott- 
hardtpass glücklich erreichen, kehren dann über denselben und 
Mailand nach Venedig zurück und gelangen über Spilembergo^ 
S. Daniele, Venzone, Malborgeth, Villach, S. Michael, Radstadt 
wieder gesund nach Salzburg zurück. 

Rühricht - Meisner verüffentlichen diesen Auszug aus einer 
Handschrift des Herrn Oberamtsrichters S. von Schab in München, 
ausser der W. Neumann bereits in der Tübinger Theol. Quartal- 
schrift 1868, 327 (vgl. ZDPV. 1881, 237) eine Admonter nach- 
gewiesen hatte (ZDPV. 1885, 174— 178). Vgl. RB. Nr. 981. 

e. 1625 pilgert Johann Georg Steiner (RB. Nr. 982). 

1629 a. Der Chorherr Ludwig Helmlin von Bero- 
münster unternimmt mit seinen beiden Schwägern Ludwig 
Amryhn (der nach den Familienschriften im Gantonalarchiv zu 
Luzera in Jerusalem den Ritterschlag erhielt; L.) und dem Haupt- 
mann Franz Tanner von Tauw eine Pilgerfahrt, von der 
er als Ritter des heiligen Grabes 1632 glücklich heimkehrte* 



— 297 — 

(S. 342). Im Jahre 1639 wied^bolt er seine Wallfahrt mit 
dem Ch(»rherren Nicolaus Hertenstein, Andreas Matt- 
mann, Leutpriester zu Häglingeu, und Johann Herzog aus 
Wynon bei Münster (S. 845—848) und geht über Rom, Neapel, 
Messina, Malta nach Alexandrien und Cairo, von da über Jaffa 
nach Jerusalem, das er am 14. Januar 1640 wieder verlässL 
Nfachdem er Nazareth und die Umgegend von Tiberias besucht, 
segelt er am 16. Februar von Accon ab und eireicht am 
20. Februar Cypern, zehn Tage nachher Candia (S. 848 ~ 349). 
In einem Kampfe mit Piraten finden Helmlin und Herzog 
<28. März 1640) den Tod durch Ertrmken (S. 849-351), wäh- 
rend Mättmann und Herteustein (vgl. Th. von Liebenau, 
Holbeius Fresken am Hertensteinscben Hause in Luzern 1888, 
202— 207; Kopp im Geschichtsfreund 1896, LI, 283—286; L.) 
als Sclaven nach Tunis gebracht wurden, von wo aus sie am 
2. April 1640 in einem Briefe in die Heimath (S. 856 — 860) von 
4er Reise und ihrem Unglück Kunde geben; gegen Zahlung 
einer Loskaufssumme von 1000 Ducaten werden sie 1(^44 frei 
imd gelangen glücklich in die Heimath zurück (S. 854—855). 

Der Bericht ward auszugsweise mitgetheilt von Herzog im 
Schweiz, Geschichtsfreund XXXI, 886— 86() ; vgL Max de Dies- 
bach 251-252; RB. Nr. 1003 und. ZDPV. XVI, 281. 

1629 b. geht der (spätere) Franciskaner P. Philipp 
Tann er aus Appenzell nach dem heiligen Lande und stirbt im 
Rufe der Heiligkeit zu Freiburg (Leu, Helvet. Lexicon XVIII, 25 ; 
Tgl. Caspar Lang, Histor. theol. Grundriss, Einsiedeln 1692, I, 
969; Rusch, Alpüies StiUleben, Lindau 1881, 4, 131 — 138; L.). 

1629 e. pilgern Heinrich Hegener und Hilarius 
Grub er (G Meier in Mittheil, des histor. Vereins des Cantons 
Schwyz IX, 59—60: Stückelberg 107; vgl. G. Hüsser, Chronik, 
Einsiedeln 1674, 255 f.). 

1638 tritt Haus Fuchs von Altishofen seine Wall- 
fahrt nach Jerusalem an (Akten im Archiv zu Luzern). L. 

1636. Georg Christoph von Neitzschitz bricht 
am 25. April 1639 von Naumburg an der Saale auf und kommt 
am 15^ Mai nach Augsburg, wo er in „der Traube^ Herberge 
nimmt (S. 13). Von hier reist er mit einem Adligen aus 
Schlesien, einem Abgesandten des Bischofs von Würz- 
burg und dessen Vetter über Innsbruck, Trient nach Venedig 
(S. 16)^ wo er am 3. Juni anlangt. Am 28. August geht er in 
See (S. 21), erreicht am 14. October Smyrna (S. 39—40 Be- 
rschi'eibung der Stadt), am 27. October Constantinopel (S. 48), 
wo er ein ganzes Jahr sich aufhält; dann reist er mit der Post 



— 298 — 

von da am 29. October 1631 ab (S. 57) und kommt am 26. No- 
vember glQcklich in Venedig ab (S. 61). Bald darauf findet 
unser Reisender eine zweite Gelegenheit, wieder nach Constan- 
tinopel zukommen; Ferdinand IL nämlich schickte einen ausser- 
ordentlichen Gesandten in der Person des Grafen von Buch- 
haim dahin, in dessen Begleitung sich auch der Graf von 
Althan n befand (S. 63). Am 16. Januar 1634 verlassen sie 
Wien (S. 64), erreichen am 10. Februar Belgrad (S. 69), am 

24. Februar Nisch (S. 73), am 10. März Philippopel (S. 81), am 

25. März Constantinopel (S. 87). Von da bricht unser Reisen- 
der am 4. Mai wieder auf und erreicht am 27. Juni Wien 
(S. 91). Von hier reist er am 5. März 1636 ab (S. 94), geht 
über Schottwien, den Semmering (S. 95), Graz (S. 98 f.), Klagen- 
furt (3. 102 f.), Villach, Laibach (S. 105) nach Triest, von da 
zur See nach Venedig, wo er am 4. April ankommt (S. 108). 
Er segelt am 21. April von da ab (S. 108) und kommt am 
1. Juni nach Alexandrien (S. 40), am 7. Juni nach Cairo (S. 153). 
Von hier bricht er am 25. Juni auf (S. 175) und erreicht am 
5. Juli über Suez das Sinaikloster (S. 197); er tritt am 11. Juli 
die Rückreise an (S. 223) und langt am 18. Juli wieder in Cairo 
an (S. 234), wo er in dem niederländischen Arz^e de Ctg y 
einen Freund gewinnt (S. 236 f.). Am 28. Juli verlässt er Cairo 
(S. 245) und kommt am 21. Juli in Damiette an (S. 247), am 
4. August in Beirut (S. 254), wo er bei einem Kaufmann aus 
Marseille Namens Faber freundliche Herberge findet (S. 255). 
Am 10. August bricht er von Beirut auf (S, 260) und reist 
über Sidon mit Faber nach Tyrus, wo er das Grab Friedrichs L 
erwähnt (S. 266; vgl. oben S. 286). Dann geht er über Accon 
(S. 273) nach Nazareth, besucht Tiberias (S. 277—286) und 
ti'ifft am 20. August in Sebaste ein (S. 287), am 21. August iu 
Jerusalem (S. 295), das er schon am 27. August wieder ver- 
lässt (S. 340). Am 29. August segelt er von Jaffa ab (S. 348) 
nach Sidon, von da am 31. August (S. 351) nach Marseille, wo 
er am 12. October landet (S. 364; S. 367—369 Beschreibung 
der Stadt). Er bricht von da am 16. November auf (S. 371)r 
kommt am 25. November nach Genua (S. 379; Besehreibung 
der Stadt S. 380 ff.), am 10. December nach Livorno (S. 382), 
am 13. December nach Pisa (S. 383) und am 12. Januar 1637 
nach Rom (S. 386—388 Beschreibung der Stadt). Von da geht 
er über Ancona, Venedig, Villach, Judenburg, Wien, Prag zu- 
rück nach Leipzig (S. 389 f.). 

Die Reisebeschreibung erschien unter dem Titel: „Dös 
weilant .... Herren G. Christoff von Neitzschitz — sieben- 



— 299 — 

jährige- lind gefährliche Welt-Beschauung .... berausgegebea 
von Christ. Jäger." Budissin 1666, 4^. Vgl. ADB. und RB: 
Nr. 1030. 

C* 1636 kehrt Jost Schilliger aus Vitznau von seiner 
zweiten Jerusaleinfahrt zurück und wird vom Rath in Luzern 
mit einem silbernen Trinkgesschirr im Werth von 14 Gulden 
beschenkt (L.). 

1639 a. am 1. September verlSsst Franz Rudella Frei- 
burg in der Schweiz, trifft am 8. October in Venedig ein, segelt 
am 5. November mit einem deutschen Priester Georg Faber 
aus Freisingen ab, wird aber durch ein furchtbares Unwetter zur 
Landung in Ancoua gezwungen, von wo aus er Loretto besucht 
Und dann nach Venedig (28. Dec.) wieder zurückkehrt (S. 249). 
Am 26. Mai 1640 segelt er auf einem drei Griechen gehörigen 
Schiffe „Santo Spirito** mit P. Innocentius de Rajanow 0. M. 
von Neuem ab (S. 250), landet 4. Juli in Tripolis, segelt von 
da nach Jaffa und besucht den Carmel, erfährt durch den Erz- 
bischof Vespa von Cypern Genaueres über den Untergang des 
Canonicus Helmlin aus Luzern (vgl. oben S. 297) sowie (S. 251) 
über die Hinrichtung des Drusenemirs Fachr ed-din, trifft in der 
Pilgerherberge von Ramiah als neuen Wirth den französischen 
Kaufmann Souribe (S. 252) und kommt 20. Juli nach Jerusalem, 
wo er den Ritterschlag empfängt durch P. Andre d'Arco aus 
Trient, reist dann mit dem Erzbischof Vespa zu. Schiff am 
13. August nach Sidon (S. 255), von wo er Anfang December 
1640 Venedig wieder en-eicht (S. 261). 

M. de Diesbach, Les pMerins Fribourgeois in Arch. de 
l'histoire de Fribourg V, 249 — 261 gab aus seiner in Villars 
le Jone liegenden Handschrift nur einen Auszag. 

1639 h. Am 31. October bewilligt der Rath von Solo- 
thurn dem Schultheissen Johannes von Roll, welcher (vgl. 
oben S. 280) eine Reise nach Jerusalem gemacht hatte und 
dort Ritter des heiligen Gi*abes geworden war, einen Platz auf 
dem Stadtgemeindegrund oberhalb der Vernaschlucht, um dort 
eine neue Kirche nach Gestalt der des heiligen Grabes von Je- 
rusalem aufbauen zu lassen. Diese Kirche ward dann am 
30. September 1644 durch den Bischof von Lausanne zu Ehren 
des heiligen Grabes, der Jungfrau Maria und aller Heiligen ein- 
geweiht. (Job. Amiet, St. Ursus-Pfarrstift Solothurn S. 24 f. ; L.). 

1641 soll ein Freiherr von Tornwitz aus Schlesien in 
Jerusalem gewesen sein und dort einen Juden gesehen haben, 
der in einem unterirdischen Saale verwahrt wurde und die- 
jenigen Kleider noch an hatte, die er zur Zeit des Leidens Christi 



— 300 — 

trug (Mittheil, der Central*Comni. für Erhalt, der Baudenkmals 
in Oesterreich 1872, S. CL und Neumann m ZDPV., 1881, S. 238). 

1645 — 1648. Der Franciskaner-Observant Johannes von 
Schauenburg aus MOnster reist in Ordensangelegenheiten über 
Innsbruck, Venedig, Ravenna, Loretto nach Rom, dann nach 
Gaäta und Messina, segelt nach Sidon, besucht Accon, Nazareth» 
Jerusalem und Bethlehem, geht nach Damascus, wo er über ein 
Jalir lang missionirt, segelt 27. März 1648 von Accon ab und 
kehrt über Marseille, Paris, Brüssel Ende October nach Münster 
zurück. 

Auszüge aus seinem bilderreichen Bericht gab Röhricht in 
ZDPV, XX, S. 53—57. 

1649 — 1666 gehen mehrere Männer aus Neustadt iu 
Westpreussen infolge eines Gelübdes nach d^n heiligen Lande 
und legen nach ihrer Heimkehr den durch den MOnch R. von 
Weiden aus Oliva an Ort und Stelle genau ausgemessenen 
Leidensweg an ; es wird erzählt, dass man sogar mit Steinen von 
den Jerusalemstätten einige Schiffe befrachtete, die jedoch 
meistens untergegangen seien, doch hätten die geretteten Steine 
ausgereicht, um die drei Kapellen von Christi Kreuztragung, der 
Veronika und des Simon von Cyrene zu erbauen. (Zeitschrift 
für Ethnologie, Berlin 1881, Verhandl., S. 813—315). 

1655 — 1663 bereist in Diensten einer Firma in Venedig 
Wolfgang Aigen (aus Nürnberg) Syrien. Er landet am 
25. December 1655 in Tripolis, besucht Beirut, kehrt von da 
nach Tripolis (29. Januar 1656) zurück, um dann nach Cypern 
zu fahren, von wo er über Alexandrette und den Beilanpass 
Aleppo erreicht (foL 48^—110' Beschreibung der Stadt). Von 
hier macht er mehrere Abstecher, so nach dem 6 Meilen Öst- 
lich gelegenen ^Salzthal** (Schuchol), dann (fol. 116'— 12."$^ über 
„Belaramun, Caragoy, Cuisse, Zthanbolock, Chiles, Assas, Cor- 
saire, Antep" nach el-Bira am Euphrat (fol. 12P— 124^ Be- 
schreibung der Stadt) und von da über „Romcalla" auf einem 
anderen Wege zurück. Er besucht (fol. 132^ — 139^) im August 
1659 von Aleppo eins „Cantomau, EÜeb, Sarmin, Mirra, Caffer- 
latte," iu dessen Nähe die prächtige S. Barbarakurche (mit dem 
Grabmal der Heiligen ; fol. 136'*— 136^), wo er, wie auch sonst 
viel griechische, aber unleserliche Inschriften findet, geht dsmu 
über Riha wieder nach Aleppo zurück. Im Juni 1660 (fol. 139^^ 
— 141^) besucht er den Berg S. Simeon, in dessen Nähe er ein 
Dorf „Massarga" nennt, im Januar 1661 (fol. 141^ — 144 ▼) 
Alexandrette und Antiochien, im October 1661 (fol. 144^— 149^) 
Tripolis (er nennt als Stationen: „Belesch, Raha^ Sorbe, Bellulia^ 



— 301 — 

Berg Soudin, Laodicea, Arnanberg, Cibelly Toriosa'') und reist 
am 31. Mai 1663 von Aleppo ab, uip in die Heimath zurOck« 
zukehren (fol. 151^—157^). Er segelt von Alexandrette nach 
Marseille, geht von da (9. Augast) über Lyon nach Paris, dann 
Ober BrQssel, Antwerpen nach Amsterdam, segelt von da 
(27. Januar 1664) nach England (Beschreibung Londons auf 
fol. 169^—171^), föhrt von da (2. April 1664) nach Rotterdam, 
reist über Köln, Mainz und Würzburg nach Nürnberg zurück, 
wo er am 8. Mai 1664 glücklich eintrifft. 

Diese Auszüge stammen aus einem Codex in Weimar (RB. 
Nr. 1076), dessen Benützung die Güte der Grossherzoglichen 
Bibliothek mir ermöglichte. Einen sehr kurzen Reisebericht 
des seit 1630—1671 in Italien, der Türkei, Aegypten und schliess- 
lich auch Deutschland thätigen Kauftnanns Paul Mayr aus 
München, der aber überall vom Unglück verfolgt wurde, enthält 
der MOnchener Codex Cgm. 4038, fol. 38^—42^; der Reisende 
war jedoch nicht im heiligen Lande. 

1656. Der Kapuziner Ignatius von Rheinfelden (er hiess 
eigentlich Eggo und begleitete den Grafen Octavio von Thurn 
und Taxis nach dem heiUgen Lande) verliess mit dem Ordens- 
bruder Felix aus Delsberg am 23. November 1653 Freiburg 
im Breisgau (I, S. 7), um den deutschen Soldaten in venetiani- 
sehen Diensten als Beichtiger und Seelsorger zu dienen, und 
fuhr am 9. November 1655 auf der Kriegsflotte mit gegen die 
Türken aus; er nahm an dem Gefechte bei Tenedos (26. Juni 
1656; S. 28—34) theil. Am 5. October landet er in Jaffa 
(I, 53) und gelangt, nachdem er die heiligen Stätten besucht 
hat, über Tripolis nach Cypern (10. November 1656), das er auf 
dem Hamburger Schiffe „Neptunus^ (Capitän Martin Holst) am 
1. Februar 1657 wieder verliess (II, 33— 35); am 9. März war 
er wieder in Venedig (II, 37). 

Wir benutzten seine „Newe Jerosolymitanische Pilger-Fahrt** 
in der Angabe Würzburg (Hiob Hertz) 1667, 4». Vgl. K, 
Schröder, P. Ignatius v. Rheinfelden, Das Lebensbild eines Kapu- 
ziners in der Beilage zum Schlussbericht über die Schulen in 
Rheinfelden, Rheinfelden 1860; ADB. und RB. Nr. 1096. 

1660 — 1661. Lorenz Slisansky unternimmt infolge eines 
Gelübdes eine Wallfahrt nach dem heiligen Lande; er bricht 
im Dienste des Wiener Handels- und Rathsmannes Wolf gang 
von der Klingen am 22. März 1660 von Wien auf (S. 1), 
trifft in Burghausen den Vice - Commissar des heiligen Landes 
Kaspar Franz elmair und empfängt von ihm Empfehlungen 
und Rathschläge (S. 2—3). In Innsbnick schliessen sich ihm 



— 302 — 

zwei nach Rom reisende Studenten an (S. 5) ; er geht Qber den 
Brenner und trifft am S. Marcustage in Venedig ein (S. 7), wo 
er zehn Wochen auf eine Schiffsgelegenheit warten muss. Am 
9. Juli segelt er auf einem englischen Schiffe („Die Rosenkrone^, 
Capitän Johannes Hart), mit einem Oesterreicher Bernhard 
Pyati und einem Franciskaner ab (S. 9 — 10), erreicht am 
5. September Cypern und am 9. October Jaffa (S. 20), wo er 
in dem deutschen Franciskaner Antonius Mandorf einen 
Reisegefährten nach Jerusalem findet Er wird hier durch einen 
deutscheu Pater Ambrosius umhergeführt (S. 26) und bricht 
am 24. October wieder auf nach Jaffa (S. 90). Er fährt von 
da nach Accon, besucht Nazareth und den Tabor (S. 90 — 95), 
Für die Reise von Accon nach Marseille zahlt er nur 9 Thaler 
Fährlohn (S. 102), geht aber in Civitta Vecchia an's Land, be- 
sucht Rom, wo er sich seine Bescheinigung des Besuchs von 
Jerusalem durch den Papst bestätigen lässt (S. 87, 109), geht 
von hier mit einem Geistlichen, Antonius Milost aus Görz, 
nach Loretto (S. 112) und segelt von Ancona nach Venedig 
<S. 113); am 1. März 1661 ist er wieder in Wien (S. 114). 

Die Reisebeschreibung: „Newe Reisebeschreibung nacher 
Jerusalem — durch Laurentium Slisansky** erschien Wien 1662, 
40. Vgl. RB. Nr. 1118. 

1666 unternimmt ein ungenanntes Mitglied der von Wien 
nach Constantinopel ein Jahr vorher abgeschickten Gesandtschaft, 
welche der Graf Walter von Leslie führte (Paulus Taf- 
ferner, Descriptio Caesareae legationis Leopoldi I a Waltero 
comite de Leslie ad Portam Ottomauicam susceptae, Vindobonae 
1672, 40), auch eine Reise nach dem heiligen Lande. Der Rei- 
sende, der (S. 49^) auch die Grabinschrift des 1559 in Constaur 
tinopel gestorbenen kaiserlichen Gesandten Albertus de Wiis 
anführt, segelt Ende December 1665 ab, besucht die wichtigr 
sten Küstenstädte und Inseln, darunter auch Rhodus (S. 68^ 
— 71*), wo er am 2.|12. Februar landet und in einer verfallenen 
Kirche das vom Johannitermeister Pierre d'Aubuisfc;oh zur 
Erinnerung an einen Sieg über die Türken (1430) errichtete 
Denkmal sieht (S. 71^). Er segelt über Cypern weiter und 
landet (S. 75^) am 2./12. April 1666 in Jaffa, findet in Lydda 
bei Simon Timm ermann, aus der Gegend von Itzehoe ge- 
bürtig, freundliche Aufnahme (S. 76^) und kommt am 6./16. April 
nach Jerusalem (S. 77^, wo er in der Bibliothek der Francis- 
kaner (deren Guardian Maria de Polizze und Procurator Dor 
menico Lardizaval er S. 77^ nennt; vgl. Golubovich 8 f.; RB. 
Nr. 1214) mehrere Bücher studirt, so Maximos de lame spiri- 



— 303 — 

tuelle trad. de TEspagnol du R. P. Eusebe Nuremberg S. J. ä 
Lyon, Epistola di S. Girolamo, Venetia 1562, Zuallart, Quares- 
mio, Gerson, Del imitaiione di Christo, Veoetia 1627, De pso- 
curanda salute, Antverp. s. a, (S. 11^—18% Er besucht das 
heilige Grab (S. 83^ — 84"^ die Grabinschriften der drei ersten 
christlichen Könige), wird Ritter des heiligen Grabes und bricht 
28. April/ 3. Mai (S. 92^ nach Aleppo auf, wo er über Damascus 
(S. 100^ am 27. Mai / 6. Juni anlangt und viele Niederländer 
und Hamburger, darunter einen Peter Wegener mid May- 
baum (aus Hamburg) trifft (S. 100*). Er geht von Aleppo (Be- 
schreibung S. 100f--1020 nach Tripolis (Beschreibung S. 102^ 
— 1030, besucht Canobin und die Cedern und schifft sich (S. 105**) 
mit Egger Brusovitz am 3./13. Juli ein, erreicht Cypern 
und September 1666 (mit dem 8./18. September bricht der leider 
unvollständige Bericht ab) Venedig. 

Diese Auszüge stammen aus dem Codex Q 320, 110 folL, 
4^ (vgl. RB. Nr. 1132) der Grossherzoglich Weimarschen Bib- 
liothek (die ihn gütigst zur Benutzung in Berlin überliess), der 
in Vulpius, Curlositäten H, 257—262 ohne jeden genauen Nach- 
weis zuerst benutzt wurde. 

1666 — 1670. Franz Ferdinand von Troilo, säch- 
sicher Kammerherr, geht über den Brenner nach Venedig (S. 3) 
und segelt von da am 10. Januar 1666 ab (S. 5), muss in 
Cypern (wo viele Hamburger Schiffe waren ; S. 23) drei Monate 
liegen bleiben, da er keine Gelegenheit nach Syrien zu kommen 
-findet (S. 25), und gelaugt mit Groot aus Amsterdam nach 
Tripolis (S. 40), wo er wieder viele holländische und Ham- 
burgische Schiffe trifft (S. 44). Von hier segelt er mit Groot, 
Jean Battista Been, dem Hamburgischen Factor Andreas 
Winden und dem holländischen Consulatssecretär Johann 
Mayer aus München (S. 53 — 54) an der Küste entlang nach 
Jaffa, wo er Anfang Juli eintrifft (S. 73). Nachdem er Jerusalem 
besucht, reist er nach Cairo, von da nach dem Sinai und wieder 
zurück, von Cairo daim nach Damascus (1667), Aleppo und 
Alexandrette (S. 347—480). Von hier geht er durch Kleinasien 
nach Constantinopel (S. 480—501), wo er unter den bei Neu- 
häusl gefangenen Christen den Hauptmann Rebland aus der 
Grafschaft Glatz, den Baron von Fels und andere trifft 
(S. 308) und bei Heinrich Bricard wohnt (S. 512). Nach- 
dem er hier den Juli, August imd September verlebt, reist er 
wieder zu Lande zurück nach Alexandrette (S. 553 — 567), wo 
er im December 1667 eintrifft. Ohne es zu ahnen, kommt er 
hier auf ein tunesisches Corsarenschiff (S. 569 ff*.), entwischt 



— 304 — 

aber mit Hfllfe des Johannes Mayer im Hafen von Tripolis (S. 575) 
und segelt, nachdem er den Januar und Februar 1668 dort ver- 
lebt, nach Jaffa (S. 576), kommt glücklich nach Jerusalem, wo 
er krank wird imd bis zum November bleibt (S. 576—577). 
Von da geht er zurück nach Jaffa, segelt dann nach Damiette 
(S. 578, 584—587) und Cairo, von da zurQck nach Alexandrien. 
Er &hrt auf einem Marseiller Schiffe 1669 ab (S. 618), wird 
bei Malta von Corsaren gefangen, nach Algier gebracht (S. 619 
—624) und erst für 20 Thaler (S. 626), dann für 100 Ducaten 
(S. 628; Beschreibung der Stadt Algier & 633—650) vericauft 
Nach siebenmonatlieher Gefangenschaft wird er durch Jean 
Battista Been, den er zufällig trifft, gegen Zahlung von 
100 Ducaten losgekauft (S. 653—655) und segelt nach Livomo 
(1670), von wo aus er über Florenz, Padua, Trient, Innsbruck, 
Wien (S. 664 — 665) glücklich in seine Heimath zurückkehrt. 

Seine Reisebeschreibung erschien Dresden 1674, 4®. Vgl. 
RB. Nr. 1137. 

1669 am 13. April bescheinigt Fr. Franciscus Maria a Po- 
litio dem Hamburger Bürger Rochus Stubbe, dass er die 
heiligen Stätten in und bei Jerusalem besucht habe. Das Attest 
ist im Besitze des Vereins für Hamburger Geschichte. Ein 
früherer Besitzer desselben bemerkt auf dem Umschlage, der 
eigentliche Name des Pilgers sei Ratge Stubbe gewesen, 
und verweist auf eine Nachricht bei Lundio, Jüd. Heiligth. lib. 
in cap. Uli § 55 (Gütige Mittheilung des Herrn Dr. Koppmann). 

1670 stirbt auf seiner Rückkehr von seiner letzten Jeru- 
salemreise Georg Paprion aus Innichen, wo derselbe 1653 
nach seiner Heimkehr von der ersten Jerusalemreise nach dem 
Muster der heiligen Grabeskirche eine Kapelle hatte erbauen 
lassen, nach deren Vorbild wieder das Mausoleum des Kaisers 
Friedrichs III. in Potsdam errichtet worden ist (1888—1889). 

1676—1677. Otto von Grüben geht, 17 Jahre alt, 
mit dem Obersten von Megliu nach Italien und Malta, wo 
dieser Geschäfte im Auftrage des Königs von Polen zu erledigen 
hatte; er verlässt am 1. Mai Neapel, und erreicht über Messiua 
(S. 26—27) Trapani, am 24. Mai Malta (S. 31—45 Beschreibung 
der Insel), wo er im Gasthaus „testa d'oro** wohnt. Er geht 
dann über Candia, Rhodus und Cypern nach Accon und von da 
nach Jaffa (S. 77), besucht die heiligen Stätten, femer die Um- 
gegend des Sees von Genezareth, Tripolis und Damascus, zieht 
von hier mit einer Caravane nach Cairo, besucht den Sinai und 
will von Alexandrien heimsegeln, wird aber von Corsaren ge- 
fangen (S. 354—355) und erst nach sechs Monaten wieder frei; 



— S05 — 

endlieh erreicht er glQcklieh Marseille (S. 357—374). Von hier 
reist er über Liyomo nach Venedig (S. 396—398), von da über 
Mailand, Turin, Chambery mit dem Prinzen von Sachsen- 
Eisenach (S. 397) nach Lyon und Paris, von wo er nach 
einjährigem Aufenthalt nach London geht; dann kehrt er über 
Antwerpen, Amsterdam, Hambui^, Berlin nach Danzig zurück 
(S. 398-399). 

Seine Reisebeschreibung, die sehr wenige chronologische 
Angaben enthält, erschien Marienwerder 1694 (vgl.RB.Nr. 1166); 
über die Person des Reisenden siehe von Baczko, Kleine Schrif- 
ten 1, Nr. 8, S. 197. 

1681—1682 war Daniel Paschasius Osterberger 
von Osterberg, welcher schon als Student mit reichen Gönnern 
einmal das heilige Land besucht hatte (S. 56 f.), zum z weiten- 
male daselbst, um nach einer gründlichen Besichtigung aller 
heiligen Stationen und Stätten ein Abbild derselben in dem von 
ihm gekauften Wallfahrtsorte Albendorf in der Grafschaft Glatz 
herzustellen (S. 58 — 59). Vielleicht ist dies in Deutschland, wenn 
nicht in Europa, die vollständigste Zusammenstellung aller hei- 
ligen Stätten Palästinas und des Sinais (S. 165—200). 

Hatscher, Geschichte und Beschreibung des Wallfahrtsortes 
Albendorf, Albendorf 1870 (im Selbstverlage des Verfassers). 

1684. Der reformirte Gesandtscsaftsprediger der hollän- 
dischen Gesandtschaft in Constantinopel Heinrich Mirike 
bricht Mitte Januar auf und erreicht über Tenedos, Smyrna, 
Rhodus am 18. Februar Jaffa, findet in Ramiah (S. 18) bei 
einem niederländischen Kaufmann Heinrich Lub (über den 
auch Reland, Pal. illustr. lib. I, c. 45, p. 288 handelt) freund- 
liche Herberge und kommt durch einen von ihm mitgegebenen 
Araber geführt, am 6. März nach Jerusalem (S. 27—29), wo er 
ohne Steuer und Controle Eintritt findet (S. 30), besucht die 
heiligen Stätten und geht am 15. April nach Accon, von wo er 
am 23. April absegdt und am 2. Mai Candia erreicht (S. 157); 
von da geht er über Chios, Smyrna nach Constantinopel zu- 
rück (S. 169). 

Die Reisebeschreibung erschien mit Anmerkungen von J. 
Heinr. Reiz, Augsburg 1789. Vgl RB. Nr. 1200. 

e. 1690 muss der Nürnberger Bürger Mändlein eine Wall- 
fahrt nach dem heiligen Grabe unternommen haben, da der 
Geistliche in seiner Grabrede (1696) dem Verstorbenen nach- 
erzählte, dass er einst sein Sterbegewand im Jordan geweiht 
habe, und der Wunsch in ihm bestattet zu werden, erfQilt wor- 
den sei (Will, Bibliotheca Norica III, 487; vgL Kamann 31 f.). 

B61iiicht, PilgerreiMD. 20 



— 306 — 

e. 1691 wird Peter von Blumenthal (in GraubOndten) 
im heiligen Lande gewesen sein (Leu, Helvet Lex. s. v.; L.). 

1692 stirbt Maxen tius Eis n er, Commissar des heiligen 
Landes (Analecta Franciscana, Ad Claras Aquas 1885, 1, 96 ; über 
Minoriten als Märtyrer im heiligen Lande siehe ebenda 257—258). 

1697 bereist Johannes Balthasar Metzger aus 
Grostostheim bei Aschaffenburg das heilige Land. Die in Amster- 
dam 1710, 130 SS. 4<* erschienene Reisebeschreibung (RB. 
Nr. 1236) enthält gar nichts von persönlichen Erlebnissen, son- 
dern nur eine Beschreibung des heiligen Landes und eine Reihe 
von Ansichten, so S. 2— 3 und 34—35: Jerusalem, S. 36—37: 
Bethlehem, S. 38—39: Nazareth, S. 44—45: Cana, S. 48— 49: 
Sichar, S. 50—51: Caesarea, S. 56—57: Nain, S. 60—61 Ti- 
berias, S. 74—75: Sidon, S. 80—81: Thabor, S. 82—83: Be- 
thanien, S. 100-101: Malta, S. 110—111: Scio, S. 112 — 113: 
Messina, S. 114—115: Catania, S. 116—117: Syracus, S. 118 
— 119: Corfu und Zante, S. 120—121: Corinth, SL 122—123: 
Nauplia, S. 126 — 127 : Malvasia, Modon, Lepanto, Athen, S. 128 
— 129: Navarino und Constantinopel. 

1699 Heinrich Wilhelm Ludolph. Die Briefe über 
seine Orientreise an Aug. Herm. Francke sind aus Smyrna, Con- 
stantinopel, Cypern, Jerusalem und Cairo datirt und beginnen 
mit dem 14./24. November 1698. Am 16. September 1699 
segelt L. von Constantinopel auf dem englischen Schiffe ^The 
Brake** ab, welches der armenische Patriarch fttr 2700 Thl. ge- 
miethet hat, dabei aber durch das Vermiethen der einzelnen 
Plätze einen grossen Profit macht, indem die schlechtesten Plätze 
für 14 Thl., andere für 30—50 Thl. vergeben sind. Fünf Juden 
haben eine Kammer f&r 300 Thl. zusanunen genommen und 
klagen, dass sie fast ersticken. Auf dem Schiff befindet sich 
der Bevollmächtigte des armenischen Patriarchen, der Aretin 
{^=^ Pater) Signor Mansur, der Dolmetscher der Franciskaner 
beim heiligen Grabe, aus Bethlehem gebürtig. Am 5. October 
kommen die Reisenden nach Jaffa, woselbst sie bis zum 8. 
bleiben. Der Dolmetscher aus Ramiah, welcher zugleich die 
Reise nach Jerusalem leitet, bekommt dafür als Gebühr von 
jedem Einwohner des türkischen Reiches 7 Thl., von jedem 
Europäer 14 Tbl., wofür er Pferd oder Esel zur Reise beschafft 
und den Caftar, d. i. das Passiergeld, an die Arabern entrichtet. 
Trotzdem bleiben die Pilger von den Arabern nicht unverschont, 
weshalb L. von Ramiah nach Jerusalem mit einem vornehmen 
Türken reist, der seine von Constantinopel aus mitgekommene 
„Geliebte^ von Jaffa abgeholt hatte. Am Thore der heiligen 



— 807 — 

Stadt muss L. warten, bis ein Kadi ihn rekognoscirt und ein 
Franciskaner abholt Im Franciskanerkloster wird er gut aut- 
genommen; ihr Guardian ist jederzeit ein Italiener, der Pater 
Vicarius ein Franzose, der Pater Procurator ein Spanier, und 
damals war der Pater Präses in der Kirche des heiligen Grabes, 
wo stets zwölf BrQder sich befinden, ein Deutscher aus 
Schwaben. So oft die Türken die Thür zum Grabestempel 
Offnen, erhalten sie dafür eine Zechine (= 2 ^2 1'hl*) und ausser- 
dem von jedem Abendländer 15, von jedem Levantiner 7^/g Tbl. 
In dem heiligen Grabe selbst lesen nur die Lateiner Messe, die 
übrigen Nationen haben nur die Erlaubniss, ihr Grebet dort zu 
verrichten. Die europäischen Potentaten-Lampen hängen inmitten 
des heiligen Grabes, rechts die des Czars und der Griechen, 
links die der Armenier. Aus Mangel an Geldmitteln sind die 
Abyssinier, Georgianer und Syrianer nicht mehr in der Kirche 
des heiligen Grabes vertreten, und nur ein Kopte wohnt noch 
darin, welcher so wenig zu seinem Unterhalt bekommt, dass 
er bei den andern Priestern um Kost Dienste thut Die frühere 
Bekanntschaft mit dem griechischen Archimandriten Chrysanthus 
führt eine Begegnung mit dessen Bruder Neophytus, dem Be- 
vollmächtigten des Patriarchen von Jerusalem, herbei, wodurch 
L. in allen griechischen Klöstern gute Aufnahme findet. — lieber 
die Reise von Jerusalem nach Cairo sind Briefe nicht vorhan- 
den; aus letzterer Stadt datirt ein Brief vom 20. December 1699, 
in welchem L. auf vorhergehende Briefe darüber verweist, die 
wahrscheinlich also verloren gegangen sind. Am 15. April 1700 
befindet sich L. wieder in Livorno, von wo aus er seine Reise 
durch Italien, Frankreich, England etc. fortsetzt 

Aus der Briefsammlung A. H. Franckes im Besitz der K. 
Bibliothek in Berlin. (Ueber den Verfasser vgl. Archief voor 
kerkelijke Geschiedenis van Nederland, Leiden 1838, 377—472). 
Diese Auszüge verdanke ich der Güte des Herrn Oberbiblio- 
thekars Dr. Meisner. Sonst vgl. RB. Nr. 1241. 



20* 



Anhang. 



Pilgerlieder. 

Dass die Pilger vor und während der Ereuzzüge Lieder 
sangen, ist sicher (vgl. Röhricht, Pilgerfahrten 356 f.; Hagen- 
meyer, Ekkehard 803; Migne, Patrol. lat CLV, 1291—1292; 
Histoire litt, de la France XXI, 279, 839; Gaston Paris in: 
Romania 1880, IX, 44; Archives de F Orient latin I, 397); ganz 
besonders werden die Deutschen als fromme Sänger geschildert 
So sagt Gerlach in seinem Psalmenkonmientar aus der Zeit 
1147 (ed. Pez), 794: ^In ore militantium laus Dei crebescit, 
quia non est in toto regno« Christiane, qui turpes cantilenas 
cantare in publice audeat, sed tota terra jubilat in Christi lau- 
dibus etiam per cantilenas linguae vulgaris maxime in Teuto- 
nicis, quorum lingua magis apta est concinnis canticis^, und 
Stephan von Bourbon, Anecdotes historiques, legendes et apo- 
logues 6d. Lecoy de la Marche, Paris 1877, 168 rühmt in der 
Mitte des dreizehnten Jahrhunderts die Deutschen und empfiehlt 
anderen Pilgern, „ut de Deo cantent, ut faciunt Theutonici, non 
de aliis vanitatibus et turpibus*^ (vgl. Walafr. Strabo in Ber- 
nardi Opp. II, 1197; Wadding, AnnaL Minor. II, 3). Am be- 
kanntesten war das Lied: „In Gottes Namen fahren wir*" (Hoff- 
mann, Gesch. des deutsch. Kirchenliedes 71; Haupt, Zeitschr. 
für deutsches Alterthum III, 7—27; V, 176 f.; Alwin Schultz, 
Das hofische Leben 11» 383, 344) ; es war im dreizehnten Jahr- 
hundert auch Schlachtlied. Die Pilger sangen es bei der An- 
kunft im heiligen Lande (Fabri I, 82, 184; Kohl 25; Tucher 
352; Breitenbaeh 56 a; Tschudi 104) neben dem Salve Regina 
und Tedeum (Briemle 11» 328; vgL sonst über andere Lieder 




— 810 — 



Kohl 126, Fabri, Geistliche Pilgerfahrt 285 und Pilgerverzeichniss 
oben S. 97—99). In Archives de Thistoire de Friboui^ V, 278 
—281 ist am Schluss des „Werroberichts" ein uns bisher, un- 
bekanntes Wallfahrtslied (^0 Herr und Gott in Dynem Thron^) 
abgedruckt, welches zugleich den Verlauf der ganzen Reise 
schildert; ein englisches Gedicht ähnlichen Inhalts siehe bei 
Wey 8—19. 

Wir geben hier den Text und die Noten der ältesten Pilger- 
lieder, da sie wenig bekannt zu sein scheinen. 




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ti - bu9 te an - ge - lis. 

2. Nam in te Cbxistas yemens 
Aperta. bona tribuens, 

Super asinum residenSf 

Gens flores terrae prostemens. 

3. Et tibi coenam fecerat, 
Cum discipulis m ander at, 
Judas illum prodiderat, 
Triginta nummis venderat. 

4. Illum Judaei emerant, 
Colaphos ei dederant, 

In faciem conspuerant 
Et in cTuce sapenderant. 

5. In Ugno poenas passus est, 
In latus perforatus est, 
Pedes, manuB confixos est 
Ibique nos redemptus est. 



6." Et in sepulchro positus 
Custoditur rnüitibus, 
Tandem surrezit Dominus, 
IIÜB aspicientibus. 

7. Illuc debemus pergere, 
Nostros honores vendere, 
Templnm Dei acquirere, 
SaracenoB destruere. 

8. Quid prodest nobis omnibus 
Honores adquirentibuB, 
Animam dare penitus 

Infends tribulantibas ? 

9. lUac quicumque tonderet, 
MortuuB ibi faerit, 

Goeli bona deoeperit 

Et cum sanctis permanserit. 



*} Schubiger, Musikalische Spicilegien, Berlin 1879, 121 — 122; Heee- 
mans Reisverhaal van den kraisyaarder uit de XIII eenw in : De Dietsche 
Waranda ed. Alberdingk Thijm, Amsterd. 1875, 361 erwSlmt dieses Lied 
als Yon Abb6 Raillard bereits herausgegeben, aber ich konnte diese 
Publikation nicht erreichen. 



— 811 — 



In Lottes Namen fahren irlr^). 

(Zwölftes Jahrhundert.) 
a) Aelteste Lesart der Melodie. 




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na - den he - ge - ren wir; das helf vns die got - tes kra£Pb 




▼nd das hej - li - ge grah, do gott sei - her in - ne lag. 



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frö-lich farn von hyn! Ky 



ri - e - ley - son! 



b) Handschriftlicher Text 1422 (Leichform). 



a. In gottes namen fahren wir, 
einer gnaden gere wir. 
nü helfe uns diu gotes kraft 
und daz heilige grap, 
da got selbe inne lac! 
Kyrieleis ! 



h. Sanctus Petrus der ist gut, 
der uns vil siner genaden tut: 
das gebiutet im diu gotes stimme 
froelichen fare wir: 
nü helf uns edle Mar ä zu dir! etc. 
froelichen unverzeit, 
nü hilf uns Mar'ft, reine meit ! 



») Aus Franz Böhme, Altde\itsches Liederbuch 1877, Nr. 568, S. 677 
—680, wo sonst auch gründliche und weitere Nachweise zu finden sind. 



— 812 — 

c. Sanctos Petnu won ims bl, 
swenne wir sollen sierben, 
macbe uns aller Sünden ftt 

und ]Sae uns nibt verderben! 

Vor dem tiuwel uns bewar, 

reiniu meit Marjä, 

und Yüer uns an der engel scbar! 

So singe wir alleli:ga, 

AUeluja singe wir 

dem werden got von himelrtch, 

daz er uns mit sinen engein kroene. 

d. Eyrieleis cbrirteleis, 

so belfe uns der beilige geist 

und der beiMge Crist, 

der aller weilte ein yater ist! etc. 



c) Bittfahrtslied (fün&ebntes Jabrbundert). 

1. In gotes namen faren wir, 
seiner gnaden begeren wir, 

nu belfe uns allen gottes kraft, 
verleibe uns allen grosse macbt! 
Kyrie eleison! 

2. Und das beilige Kreuze 
werd uns allezeit nütze, 

das kreuze, da got sein marter an leit, 
dasselbig sei unser freud! 
Kyrie eleison! 

3. Aucb das beilige grap, 
da got selbest inne lag 

mit seinen fünf wunden also ber : 
frölicb fam wir (gen Jerusalem) daber! 
Kyrie eleison! 

4. Kyrie eleison, Criste eleison! 
nu belfe uns der geilig geist 
und die werte gottes stimm, 
dass wir fröblicb fam dabin! 

Kyrie eleison! 

Diese Lieder sangen 1348 auch die Geissler, als sie in 
Speier einzogen (Schubiger, Musikal. Spicilegien und Publikat 
älterer praktischer und theoretischer Musikwerke, Berlin 1876, 
IV B, 120-121). 



— 318 — 



d) Bittfahrtsiied (sechszehntes Jahrhundert). 



Hör. 



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In Got-tes Na-men fah - ren wir, Sey-ner 



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gna*den be-geh - ren wir, ver-leyh vns die aufs-gü-tic- 



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keyt, hey-li-ge try-fal-tic-keit! Ky-rie lei - son! 



2. In gottes namen faren wir, 
zu got dem vater schreien wir: 
behüt uns, herr, vorm ewigen todt, 
und tu uns hilf in unser not! 

3. In gottes namen iaren wir, 
zu unserm heiland rufen wir, 
dass er uns durch die marter sein 
machen woll von den sunden rein. 

4. In gottes namen faren wir, 
vom heiligen geist begerenjwir, 
dass er woll erleuchten uns 
durch die rechte götliche-^kunst. 

5. In gottes namen faren wir, 
Maria zu dir ^kommen wir, 

dein vorbitt^woUst^mitteilen uns 
und erlangen die gnad deins suns! 

6. In gottes namen faren wir, 
alle heiligen bitten wir, 

dass sie durch Christum unsern 

herrn 
des Vaters hult fiir uns begem. 



7. In gottes namen faren wir, 
in dich allein, herr, glauben wir, 
behüt uns vor des teüfels list, 
der uns allzeit nachstellen ist! 

8. In gottes namen faren wir, 
auf dein tröstung, herr, hoffen wir ; 
gip uns firiden in diser zeit, 
wend von uns alles herzenleit! 

9. In gottes namen faren wir, 
seiner verheissung warten wir, 
die frucht der erden uns bewar, 
davon wir leben das ganze jar! 

10. In gottes namen faren wir, 
kein helfer on in wissen wir: 
vor pestilenzjund hungersnot 
behüt uns lieber herre got! 

11. In gottes namen faren wir, 
allzeit dir, herr, vertrauen wir; 
mach rein die kirch von falscher 

1er 
und unser herz zur warheit ker ! 



12. In gottes namen faren wir, 
welchen allein anbeten wir; 
vor allem übel uns bewahr ! 
herr, hilf uns an der engel schar! 

Röhricht, Pilgerreisen. 



20 



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— 314 — 



e) Melodie bei Leisentritt 1667. 



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den be-goh-ren wir, nunliilffuns al - Ion got-tcs krafft, vcr- 



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loyh vns all - zeit grof-se macht! Ky - ri - e ley 



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Yerbessernngen nnd Nachträge. 



Zu S. 30, Note 2. Ueber geistliche oder mystische Pilger- 
fahrten nach Jerusalem vgl. weitere Nachweise in der Bibl. 
Riant Nr. 1821-1830. 

Zu S. 34, Note 34 über die deutschen Studenten in Padua 
vgl. auch Rheinländische Studenten im XVI. und XVII. Jahr- 
hundert auf der Universität Padua von Knod in d. Annal. d. 
histor. Verems für d. Niederrhein 1899, Bd. 68, 133—189, über 
die in Bologna vgl. Friedlfinder et Malagota, Acta nationis Ger- 
manicae Universität Bononiensis, Berlin 1887 und Knod, Deutsche 
Studenten in Bologna, Berlin 1899. 

Zu S. 66, Note 240. Ueber die Sitte der Fusswaschung 
vgl. auch Jahrbuch der GOrres - Gesellschaft 1898, XIX, 775 
—778. 

Zu S. 67, Note 246. Ueber die Procession in Jerusalem 
vgl. auch die Literaturnachweise in der Bibliothek Riant, Paris 
1900, Nr. 1795-1801. 

Zu S. 70—71, Note 269. Ueber den Orden des heil. Grabes 
vgl. auch Bibliothek Riant Nr. 3945-3948. 

Zu S. 77, Note 318. Ueber den St. Georgsorden vgl. weitere 
Nachweise in der Bibliothek Riant Nr. 3958—3968. 

Zu S. 86, Zeile 30: 1311 pilgert Stephan, Sohn Erbons 
von Toblach (Stummer, Tirol an d. Erlösers Grab, Brixen 
1899, 7). 

ZuS. 91, Zeile 19: 1339 pilgert Heinrich von Rotten- 
burg (Stummer 7). 

Zu S. 93, Zeile 42: 1371 ertrinkt Abt Johann v. Wüten 
beim Schiffbruch auf der Heimkehr von Palästina (Stummer 8). 

20* 



— 316 — 

Zu S. 100, Zeile 11. Seit 1397 lebte Br. Konrad von 
Preussen in Schönensteinbach, von dem die Annales Mur- 
bacenses ed. A. Grandidier, Paris 1900 (nouv. ^dit. par. F. 
Ingolt), 25 sagen: „Devotissimus atque ferventissimus frater 
Conradus de Prussia, magnus praedicator, vir sanctae vitae, qui 
novies visitabat urbem Romanam, ter Jerusalem seu sepulchrum 
Domini et semel montem Sinai, in quo monimentum est S.Vir- 
ginis„ (L.). 

Zu S. 100, Zeile 41: über 0. v. Wolkenstein vgl. auch 
Stummer 8. 

Zu S. 103, Zeile 40: 1414 c. „Anno Domini 1421, qui est 
annus septimus, quo Conradus Perkhofar nobilis laicus 
cum militibus transiuit maria, idem Conradus, quia consanguineus 
erat domini nostri Conradi Ekkär prepositi ecclesie nostrei 
venit ad nos et ex conversationis ordine loca terre sancte mich, 
exhibuit, que Marquardus baccalarius Biennensis ad pronuncia- 
cionem ipsius Conradi Perkhofar scripsit, dum essent in Hieru- 
salem, de tabula, que pendet in cappella S. Marie, qüe est in 
templo, quod est in Jerusalem, in quo est sepulchrum Jesu 
Christi Saluatoris nostri . . . postea idem Marquardus transtidit de 
Latino in teutonicum prout sequitur. Nota: Das sint dy hey- 
ligen stet vnd kirchuertt dez heyligen gesengten (sie) lancz.^ 
So steht im Prologus des Chronicon generale des Andreas von 
St. Mang in Regensburg (f 1438), das in dem Codex der Ham- 
burger Stadtbibliothek Hist. fol. Nr. 7 erhalten ist nach gütiger 
Mittheilung des Herrn Dr. Leidinger, Secret. d. königl. Hof- und 
Staatsbibliothek in München. Derselbe möchte den oben ge- 
nannten Reisenden mit dem gleichnamigen Ritter C. P. von 
Geiselberg identificiren, der 1415 nachweisbar ist. Ohne Zweifel 
enthält der Text keine Reisebeschreibung, sondern nur einen 
Pilgerföhrer wie RB. Nr. 493—500. 

Zu S. 136, Zeile 18. Zu dem berühmten italienischen Pilger- 
buche vgl. auch die reichen Nachweise in Bibliothek Riant 
Nr. 1413-1427. 

Zu S. 141, Zeile 24: U70c im Mai pilgerten Victor 
von Thun, Christoph von Sparrenberg und Wolfgang 
von Lichtenstein, welcher letzere auf Candia (22. Juli) starb 
(Stummer 9). 

Zu S. 177, Zeile 17: Ueber den Brief des Kaufmanns 
Franz Weinmann aus Wien und den darin erwähnten Maler 
Lucas Cranach vgl. H. Michaelson im Repertorium für Kunst- 
wissenschaft XXII, Heft 5 und 6. 



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- 317 - 

Zu S. 201, Zeile 25: U99 pilgert Hans von Särnheim 
und KasparWinzerer (Stummer 9). Ebenda wird als Ritter 
des heiligen Grabes (kurz vor 1511) Christoph Truchsess 
erwähnt 

Zu S. 304, Zeile 31: über Georg Paprion vgl. auch Stum- 
mer 10. 

Zu S. 305, Zeile 12: 1682 pilgerte der Priester Georg 
Stockes aus Spinges (Stummer 10). 



L Personen- und Orts-Register. 



Aachen 34, 35, 93, 104, 107, 108, 

156, 190. 
Aarau 226. 
Aargau 74, 212. 
Abensberg, Graf Nicolaus v., 178, 

183, 186, Grafin Martha v., 178. 
Abessynien 190, 234, 307, König v. 

159. 
Abfattem 112. 
Ablent, Stanislaus de 193. 
Abrssberger, Hans Georg v. 180. 
Absberg, Hans y. 109, 180. 
Accon 2, 24, 27, 28, 79, 89, 90, 92, 

108, 117, 121, 257, 258, 287, 294, 

297, 298, 300, 302, 305. 
Ach 249. 
Acole 7S. 

Acquilla, Jean de 168. 
Adami, Tobias 287. 
Adana 288. 
Adehnann, Melchior v. 172, 174, 

Wilhelm v. 159. 
Adelsberg 74, 216. 
Adelshausen, Philipp v. 275. 
Adrian, Peter, 0. M. 182. 
Adrianopel 256, 278, 284, 288. 
Aegeri 246, 247. 
Aegidius, Magister 225, Pater 290, 

291. 
Aegypten 23, 41, 100, 164, 202, 

206, Sultan Bibars v. 2. 
Afferbach, Wilhelm v. 180, 182. 
Africa 24. 
Agricola, Johannes 38. 



Agster, Tobias 272. 

Agudi, Martino 277. 

Aheim, Luca« v. 165, Magister Si- 
mon 263. 

Aholfingen, Eonrad y. 137. 

Aigen, Wolfgang 300, 301. 

Airolo 254. 

Alba, Graf Heinrich y. 243. 

Alben, Wilhelm y. der 111. 

Albendorf 74, 305. 

Alber, Johann 259. 

Alberbach (Ambach), Eberhard v. 
145. 

Alberti (Ablent), Stanislaus y. 192. 

Alberto, Jacobo 47. 

Albigenser 2. 

Albinus, Simon 266. 

Aldersey, Laurent d' 259. 

Aleppo 7, 22, 24, 43, 223, 226, 227, 
248, 251, 253, 271, 276—279, 283, 
288, 300-303. 

Alesia 260. 

Alexander, Knecht 144, N. 283, 
(VI.) Papst 190. 

Alexandrette 289, 300, 201, 303. 

Alexandria 2, 7, 22, 24, 28, 47, 78, 
107, 125, 135, 141, 155, 157, 163, 
169, 189, 202, 205, 223, 226, 235, 
236, 239, 243, 244, 246, 255—257, 
261, 262, 272—284, 288, 290— 
295, 297, 298, 304. 

Alexandriis, Johannes de 228 — 230. 

Alfingen, Geschlecht 234. 

Algier 304. 



— 320 — 



Alicante 289. 

Alkenson, FolkufF 176. 

Alkmar 290. 

Almar 225. 

Alpen, Johann v. 119, 120. 

Alpersbach 139. 

Alpnach 282. 

Alsleben, Rudolf v. 264. 

Alst 142. 

Altenburg 210, Paul aus 181. 

Alten-Uelzen, Ludechin v. 114. 

Althann 74, Graf v. 298. 

Altisbofen, Hans Fuchs v. 297. 

Altmannshausen, Moritz v. 227 — 231. 

Altstadt 222. 

Amazonen 190. 

Amboise 236. 

Ambrosius, Pater 174, 302. 

Amerongen, Jacobus de 249. 

Amman, Jacob 288. 

Ammendorf, Konrad v. 143, 146, 
152, Marquard v. 173. 

Ammerbach, Bastian v. 22], 222. 

Ampezzo 104, 146, 187. 

Amsterdam 38, 207, 225, 233, 246, 
247, 287—291, 301, 303, 305. 

Amusa Bey 247. 

Anah 253. 

Anastasia (St.) 118. 

Anastasius, Erzbischot'des Sinai 276. 

Ancona 7, 236, 237, 264, 298, 299, 
302. 

Andechs 184. 

Andelnau, Baillif v. 296. 

Andelot, Ritter N. de 292. 

Andernach 74, 108. 

Andila, Georg v. 196. 

Andreas, Catharina 246, Johannes 
208, Mönch 115, Priester 207, 
Ungar 167. 

Anfort 246. 

Angelus, 0. M. 218. 

Angers 169. 

Anglero, Antonio 248. 

Anhalt, Grafen von: Adolf 176, 
Albrecht 124, Magnus 176, Phi- 
lipp 172, 176, 177, 188, Sigmund 
143, 155, Woldemar 92, 16. 

Anholt 119. 

Ankem, Johannes v. 95. 

Annaberg 74. 

Annenberg S. 209. 

Ansburg (Arnsberg ?), Ulrich v. 129. 

Antep 300. 



Antiochien 2, 24, 78, 161, 226, 287, 

300. 
Antonio, Marco 47. 
Antonius, aus Cypem 59, 77, Dia- 

conus 283. 
Antonius (St.) -Kloster 107. 
Antwerpen 38, 69, 104, 182, 183, 

189, 205, 219, 221, 225, 246, 247, 

287, 289, 301, 305. 
An weil, Johann Albrecht v. 263. 
Apenbruck 225. 
Apiarius, Samuel 228. 
Apolda, Georg, Vitzthum v. 128. 
Appenzell 297. 
Apphalterer, Georg 111. 
Apulien 25, 88, 158, 213, 266. 
Aquaviva, Claudius 265. 
Aquileja 241. 
Arburg, Rudolf v. 96, 97. 
Arco, P. Andre d' 299. 
Arcum, Florian v. 207. 
Ardop, Anes de 102. 
Arezzo 246, 247. 
Arienson, Theoderich 225. 
Arisch (el-) 76, 295. 
Arlberg 104, 114, 124, 195,217,236. 
Armbroster, Friedrich 42, 54. 
Armenien 247, 306, König Leo VI. 

V. 94. 
Amanberg 301. 
Arnauer, Hector 261, 273. 
Amberg, Otto v. 223. 
Arnbricht 222. 
Amdes, Heinrich 107. 
Arnim, Hans v. 253, 254, Valentin 

V. 254. 
Arnold, Kaplan 156. 
Arnstadt 96, 143. 
Arras 20S. 

Arrouaise, Achard v. 69. 
Arsent, Franzes v. 213, Wilhelm 

Petermann v. 212. 
Artesio, Johannes de 207. 
Arth 246. . 

Artois, 248, Graf Robert v. 27. 
Artus 26, 81, 161, 163. 
Asbach 74. 

Asch, Georg v. 139, 258. 
Aschaffenburg 57, 74, 306. 
Aschenberg, Peter v. 271. 
Aschkow, Graf Gutbert v. 27P. 
Aschnachua 190. 
Asdod 295. 
Asperg 193, Paul v. 195. 



— 321 — 



Assas 300. 

Assmus 47. 

Asson, Peter 247, 248. 

Ath 168. 

Athen 24, 80, 89, 255, 306. 

Attalia (SattaHa) 128, 223, 247. 

Attendorn, Eberhard v. 92. 

Aubuisson, Pierre d' 302. 

Aufsesser, Johann 159. 

Augsburg 24, 54, 77, 96, 108, 117, 
118, 130, 144, 155, 156, 189, 220, 
223, 225, 233, 235, 238, 242, 248 
—252, 261, 273, 285, 297. 

Augustinus, Jacobus 47. 

Aultre, Mathieu de 1' 259. 

Aumale, N. v. 260. 

Aumbecken, 225. 

Aurgrein, Lienhard 225. 

Aurich 170. 

Aurifaber, Andreas 220. 

Auss, Georg v. 204. 

Austria, Don Juan d' 263. 

Auvergne 219. 

Aversa, Philipp v. 77. 

Avignon 99, 260, 292. 



Baalbek 227, 244, 256. 

Babylon 88,-91, 248, 252. 

Bach, Walter 250. 

Baden 184, bei Wien 74, 89, im 
Aargau 104. 

Badenweiler, Heinrich v. 115. 

Bader Konrad 167. 

Baest, Antonius de 219. 

Baieredorf 128. 

Bailanpass 300. 

Bajasid, Sultan 102. 

Bala, Michael 237. 

Balau 182. 

Balbi, Theodor 259. 

Baldu, Bemardo 47. 

Balduin, Jacob 219. 

Ball, Degen v. 233. 

Balthasar, Diener 161, von Mecklen- 
burg 140. 

Bamberg 74, 108, 136, 146, 176, 
182, 225, 227, Dechant Walde- 
mar aus 146. 

Bantzaw 249. 

Baptista, Johannes 207, 259. 

Bar, Sixtus v. 218. 

Bar-lo-Duc 272. 

Röhricht, Pilgerreisen. 



Barbadigo, Augustino 200. 

Barbara, St. 300. 

Barberer, Andreas 190. 

Barbisson, Petrus 207. 

Barbo, Ludovico 47. 

Barby 149, 290, Grafschaft 290. 

Bardt, Karl 249. 

Barfiis, Sigmund 192. 

Bari 80, 136, 195. 

Baricfel, Ludolfus de 102. 

Baron, Johannes 283. 

Barrendonk, Johannes 225. 

Barsur 244. 

Bart, Hans 112. 

Bartels, Johann 218. 

Bartensieben, N v. 254. 

Barth, Wilhelm 285. 

Bartholomaeus, Mönch 114, Priester 
114. 

Bartolo, Consul 227. 

Barvot, Sigmund 193. 

Basel 24, 34, 65, 74, 77, 104, 106, 
113, 115, 124, 125, 156, 188,202, 
212, 232, 255, 264, 282, 292. 
Konrad aus 190, Münch aus 125, 
Seevogel aus •/4, 77. 

Basettus, Johannes Baptista 266. 

Bassa, Antonius 266. . 

Bassenhammer, Johannes 105. 

Battenberg, Dietrich v. 119, 120. 

Baucker, Daniel 263. 

Baumgarten, Konrad 42, Martin 204. 

Baum^artner, Stephan 196. 

Bavana, Caspar de 163. 

Bayer Jacob 235. 

Bayern 58, 78, 129, 159, 165, 242, 
249, 258, 272, Herzöge von: 
Albrecht 146, 179, Christoph 18, 
19, 35, 146, 172—175, 177—182, 
185, 199, Friedrich 95, Georg 162, 
Heinrich 107, 108, Johann 167, 
168, Ludwig 107, 159, 160, Otto 
105, 146, 199, Stephan 94. 

Bayonville, Nicolaus v. 115. 

Beaugardt, Mr. de 263. 

Bebel, Michael 258. 

Bebenhausen 26, 139, 161. 

Beck, Georg 243, 244, 246, Hüariua 
225, Konrad 112, 165, 166, 223. 

Becke, Hermann van der 104. 

Beckum 86. 

Beecke, Bemt v. 119. 

Been, Jan Battista 303, 304. 

Beest, Dieryc van 165. 

21 



— 322 — 



Beffa, Franciscus 266. 

Behaim, Lucas Friedrich 37, 287. 

BeKeiger, Petrus 247. 

Beheim, Hieronymus 289, 290. 

Beichlingen, Graf Adam von 172, 

182 
BeinTt 24, 47, 108, 117, 119, 121, 

125, 135, 141, 155, 2ü5, 233, 238, 

261, 277, 286, 298, 300. 
Beit-nuba 64. 
Belaramun 300. 
Belesch 300. 
Belet, Renet 259. 
Belgrad 105, 256, 288, 298. 
Bellersheim, Eberhard v. 233, 234, 

N. V. 263, Wilhelm v. 271. 
Bellinzona 246, 254, 265. 
Bellulia 300. 
Belon, Pierre 5. 
Bemellessin 76. 

Benimelberg (Boineburg) , Rein- 
hard V. 184. 
Bender, Peter 47, 184, 200, 213. 
Benedict, Johannes 259. 
ßenedictiner 117, 126. 
Benet, Johannes 207. 
Benfelden, Johann v. 115. 
Bensheim 221. 
Bentheim, Graf N. v. 61. 
Bentingk, Helmich 119. 
Berbersdorf, Gottfried v. 263. 
Berckau (Berka], Hennig v. 129. 
Beregh, Archidiaconus Matthias aus 

114. 
Berenice 190. 
Berg (Mona), Hans v. 220. 
Bergamo 282 , Bartholomaeus v. 

208, Johannes aus 259. 
Bergen, Gerhard v. 112. 
Berlichingen, Marcus v. 201. 
Berlin 74, 124, 125, 166, 252, 253, 

255, 305. 
Bermhuser, Wolf 212. 
Bern 47, 54, 72, 75, 114, 213—215, 

Dietrich v. 57, Peter v. 272. 
Bemard, Wilhelm 207. 
Bernardin, 0. Min. 182. 
Bemdorf, Ottheinrich v. 285. 
Bernhard, franz. Pilger 137, Koch 

168. 
Bemico, Geschlecht 272. 
Bernstein, Christoph v. 147, 196, 

Hans V. 143, 146, 152. 
Bemt, Diener 211. 



Beroldingen, Josua v. 221. 
Beromünster 296. 
Berssgossgi, Ratzloff 196. 
Bertancourt, M. de 292. 
Bertholdt, Kapellan 206, Melchior 

263, Rudi 206. 
Bertlein 174. 

Bertlingsleben, Busso v. 131. 
Be8an9et, Stephan 212. 
Besancon 234, 292. 
Besessheim, Lamprecht 124. 
Besnek, Espetis v. 96. 
Beth, Johannes 207. 
BethagHa 135. 
Bethanien 135, l7l, 186, 240, 275, 

306. 
Bethlehem 21, 63, 64, 69, 73, 134, 

171, 183, 186, 188, 226, 242, 258, 

267, 281, 295, 300, 306. 
Bethsaida 135. 
Bethulia 135. 
Betz, Bartholomaeus, Dr. 245, 261, 

274, 276, 277. 
Beuren 74. 

Beuscheldorf 109, 180. 
Beyer, Hans 244, 250, Jacob 182, 

244, 246. 
Biberbach, Burchard, Johannes und 

Wilhebn v. 112. 
Biblesworth, Walter 29. 
Bibra, Johannes v. 201. 
Bichishausen, Hans Truchsess v. 137. 
Bickelheim, Peter Stolz v. 179. 
Bicken, Philipp v. 162, 163. 
Biddu 64. 

Bieler, Ludwig 284, 285. 
Bielke 294. 
Bietigkam 139. 
Bikäa (el-) 205. 
Bila, Heinrich v. 145, 155. 
Bilbais 295. 

Bildt, Magnus 215, Steno 275. 
Bilina, Petrus 269. 
Billerbek, Franciscus 258, 260. 
Billonnez, Gerard de 219. 
Bimbach, Johann Fuchs v. 225. 
Binsdorf 138. 
Bira (el-) 300. 
Birdodare 76. 
Birlehalt 76. 
Bischoffenrod , Christoph v. 173^ 

Hans V. 212. 
Bisia, Jacobus de 114. 
Blanchegarde 90. 



— 323 



Blanckh, Michael 248. 

blandien, Johann 182. 

Baninck 236. 

Blasius 174. 

Blaubeuren 139. 

Blessin, Gottschalk v. 124. 

Bloss, Guido v. 167. 

Bloyboom, Cord 102. 

Bludenz 87, 281. 

Blumenthal, Peter v. 306. 

Bobitscher, Andreas 145. 

Boehagra, Petrus 208. 

Bochum 211. 

Bock, Melchior 221. 

Bodenhausen (Badenhausen), Bode 
V. 129, Johann v. 129. 

Bodman, Johann v. 81, 82, 85, 94. 
N. V. 92. 

Böblingen 139. 

Böckh, Friedrich 248, Jacob 250. 
Böcklein, Jacob 245 — 248, Kaspar 

235. 
Böhme, Jacob 292. 
Böhmen 99, 145, 180 -—182, 193, 
216, 235, 245, 249, 253, 264, 271, 
272, 280, 290, König Johann von 
88. 
Böhmerwald 181. 
Böningen, Hans Otto v. 249. 
Boss, Johann 196, 234, 246, 247, 

Kaspar v. 196. 
Boititz, Gabriel 145. 
Boldensele, Wilhelm v. 89, 90. 
Boll, Jeremias 294. 
Boln. Lorenz v. 119. 
Bologna, 4, 40, 75, 141, 194, 208, 
237, 242, 249, 264, 281, 282, 284, 
315. 
Bonaparte 223. 

Bonifacius, (IX.) Papst 101, St. 6. 
Bonis, Peter 192. 
Bonnet, Stephan 244. 
Borau, Hans v. 129. 
Boreck, Karsten 193. 
Borelli, Johannes 208. 
Borgenn 209. 
Borgsdorf, Ernst v. 243. 
Borken, Johannes 95. 
Borman, Johannes 221. 
Bosch, Adrian v. 233, 234. 
Bosporus 262. 
Bot, Nicolaus 182. 
Botzen 184, 221. 
Bourdehans 168. 



ßourges 226. 

Boussart, Ghuyst 168. 

Bowiss, Benedict 216. 

Boy, Mr. de 263. 

Boysenborch, Johann v. 126. 

Brabant 114, 183, 246. 

Brackenheim 139. 

Bräuning, Hans Jacob 258. 

Brambach, Eberhard v. 233. 

Bramstede, Hans 102. 

Brandenburg 44, 74, 110, 115, 122, 
174, 206, Hans aus 212, Mark- 
grafen von: Albrecht Achilles 

109, 110, 123, 128, 138, 146, 151, 
Albrecht der Schöne 91, Fried- 
rich 159, 160, 199, Johann 109, 

110, 123, Otto 94, 95, Waldemar 
86, Markgräfin Anna 151, Kur- 
fürsten von: Friedrich I. 124, 
Friedrich II. 122—124. 

Brandenstein, Eberhard v. 144, 146, 
N. V. 162, 165, 275. 

Brant, Sebastian 202. 

Brassberg 191. 

Brauchwitz, Leonhard v. 245. 

Braun, Stephan 270, 274, 275. 

Braunerson, Cornelius 225. 

Braunschweig 104, 114, 193, 242, 
262, 287, 2S9, Hans aus 242, 245, 
Herzöge von : Erich 169, 191, 194, 
Heinrich II. 87, Hugo 87, Jo- 
hannes 87, N. 128, Otto 87, Phi- 
Hpp 87, Wilhebn 106. 

Brechenstein (Breitenstein ?), Sixt 
Traunsun v. 167. 

Breda 207, Wilhelm v. 225. 

Bredow, Hans v. 124, Hasso v. 124. 

Bregenz 97, 230, 231. 

Breiden, Barthel 248. 

Breisgau 212. 

Breitbach, Dietrich 271. 

Breitenbach, Bernhard v., Domherr 
von Mainz, 42, 160, 163—166, 
Bonaventura v. 215. 

Breitenstein, N. v. 162, Ulrich v. 
168. 

Bremen 24, 121, 261. 

Brendel, Johannes 234. 

Brenken, Kurt v. 211. 

Brennerpass 253, 273, 285, 302, 303. 

Brescia 246. 

Breslau 74, 127, 156, 158, 189, 228, 
254, 269, BischofWenzelvonlOl. 

Bretagne 168, 258. 

21* 



— 324 — 



Bretten 260. 

Breves, Mr. de 263. 

ßreydel, Jacob 69. 

Breyer, N. 286. 

Bricard, Heinricli 303. 

Brieg 101, 204. 

Brielle 246, 247. 

Brignory, Jan 258. 

Brinckh, Reinhold 275. 

Brinitz, Georg 210. 

BrioHs, Petrus Petri 248. 

Brixen 189, 218, 234, Jeremias aus 

253. 
Brockhuysen, Jan v. 119. 
Brocqui^re, I3ertrandon de la 38. 
Brömser 87. 

Bronnenmeyer, Georg 251. 
Brouwer, Fr. Martin de 225. 
Brück 248. 

Brügge 45, 74, 104, 216, 223. 
Brunn 81, 179, 204, 279. 
Brüssel 119, 207, 225, 234, 242, 300, 

301, Nicolaus aus 226. 
Brüx 209, 210. 

Brun, Hans 48, 130, 131, 152. 
Bruna, Johannes de 192. 
Bruneck 104, 136, 156. 
Bruner, Heinrich 212. 
Brunn 74, Petrus 121. 
Brunner, Albert 249, Ebelin 93, 

ükicb 141. 
Brunschwick, Paridam 192. 
Brusovitz, Eggerd 303. 
Brussa 224, 276. 
ßrusso, Jacobus 207. 
Brygg, Thomas 99. 
Bubenberg, Adrian v. 161, 214. 
Bucheli, Georg 281. 
Bucher, Kaspar 281. 
Buchhaim, Graf v. 298. 
Buchholz, Lorenz 193. 
Buchholzer, Werner 211. 
Buchhom (Friedrichshafen), 26, 82. 
Buchsee 170. 
Buchwald, Jasper v. 195. 
Bück, Wolfgang 192, 193. 
Budweis 184, 220. 
Büchler 161. 
Büchlin, Balthasar 263. 
Bühl, Nicolaus v. 265. 
Bünau, Günther v. 196, Heinrich 

V. 128, 129, 173, 219, Rudolf v. 

143, 196, 287. 
Bünsinger, Andreas 259. 



Büttikon, Thüring v. 127. 

Bugenhagen, Degener 192, 193. 

Bulach, Easpar v. 162—164. 

Bulak 107, 272. 

Buller, Georg 144. 

Bulflcamp 76. 

Bung, Andreas v. 247. 

Buochenbach, Jacob Bräuning y. 
255—258. 

Burbaye 76. 

Burchardus de Monte Sion 30, 32, 
43. 

Burckhardt, Philipp 260. 

Burckom 246. 

BurckBchleiniz 258. 

Buretin, Christoph 208. 

Burgau, Johann 145. 

Burghausen 301. 

Burgund 90, 127, 240, 260, 283, 
Herzöge von: Karl, der Kühne 
64, 160, Philipp, der Gute 4, 17, 
37, 38, 64, 67, 117, 118. 

Burmann, Jacob 246. 

Bumen, Hans y. 115. 

Busbek, Georg v. 227. 

Buseck, Ernst v. 275. 

Busnang, Walter v. 115. 

Bussia, Bartholomaeus und Nicolaus 
aus 114. 

Bussmann, Heinrich 146, 152. 

Butochin 272. 

Buttlar, Richard v. 117. 

Byss, Urs 284, 285. 



Cacoba 185, 262. 

Caesarea 90, 287, 306. 

Cafarlata 300. 

Cairo 22—24, 60, 71, 72, 76, 78, 
89, 93, 94, 107, 133, 136, 142, 
155, 157, 160, 163, 186, 189, 190, 
205, 235, 239, 244-255, 261, 272 
—276, 278—281, 284, 288, 290, 
291, 294, 295, 297, 298, 303—307. 

Calabrien 89. 

Calais 45. 

Calvin 236. 

Calw 139. 

Cambedit, Guillaume 168. 

Camberg 263. 

Cambray 191, 207, 219. 

Cambridge 207. 

Camp 233. 

Campignius, Dr. med. 225. 



— 325 — 



Candia 6, 16, 50, 58, 91, 102, 107, 
114, 120, 137, 140, 155, 165, 174, 
181, 184, 188, 189, 193, 195, 208, 
214, 219, 221, 226, 233, 234, 249, 
256, 263, 280, 297, 304, 305, 316, 
Erzbischof Marcus Ton 171. 

Canea 234. 

Cannm, Ursinus 207. 

Cannstadt 222, Schilling v. 59, 117, 
Wilhelm v. 210. 

Canobin 286, 303. 

Canterbury 35. 

Cantomar 300. 

Caplar (Kappeln), Kaspar 180, 181. 

Capua 254. 

Caragoy 300. 

Cares, Fritz 144. 

Canon, Peter 222, 223. 

Caritt, Martin 192. 

Carlonius, Stephanus, 0. M. 247, 
248. 

Carmel 299. 

Carpinel, Andre?, de 78. 

Carpis, Franciscus Je 259. 

Carr4 260. 

Carthonius, Stephanus, 0. Min. vgl. 
Carlonius. 

Camino, Vedastus de Bouts 219. 

Cassel 108, 170. 

Castelalto, Hannibal v. 244. 

Castelfranco 46, 217. 

Castellum latronis 64, 65. 

Catalonier 78. 

Catania 80, 306. 

Catharina ; vgl. Sinai u. Wappen. 

Cathay 82. 

Catia 76. 

Caub 164. 

Causeli, Blasius v. 114. 

Cautoman 300. 

Cerigo 16. 

Certardo, Christophoro 266. 

Ceuta 100, 125. 

Chalcedon 258. 

Cham, Hans aus 268. 

Chamberg 305. 

Chamesson, Mr. de 260. 

Chan Junus 295. 

Charetius, Lupus 215. 

Charki 187. 

Charney 288. 

Chäteaubrianl, N. de 167, 169. 

Chätülon 260. 

Chemnitz 74, 173, 182. 



Cherubin, P. 188. 

Chiavenna 252, 264. 

Chiesih 181. 

Chiles 300. 

China 206. 

Chios 89, 248, 262, 273, 305. 

Chorazin 135. 

Chorlin, Baron Achilles v. 290. 

Chreuzpeckh, Friedrich v. 88. 

Christoph, Kaplan 138, St. 46, 54. 

Christophoro 234. 

Chrysanthus, Archimandrit 307. 

Chrysogonus 81. 

Chudienitz, H. Zschemin v. 280. 

Chur 252, 264, 289. 

Chytraeus, Nathan 37. 

CibeU 301. 

Cicero 57, 222. 

Ciconia, Job. Tunianus v. 282. 

Cilicianus, Nicolaus 280. 

Cirol, Johannes 91. 

Ciuran, Pietro 279. 

Civista Siniglia, Isabella de 207. 

Civita Vecchia 302. 

Clammer 271. 

Claudius, Handwerker 246. 

Claus, Bruder Johanns v. Rückingen 

169, Knecht 130, 174. 
Clauser, Konrad 205. 
Cleef, Michael 266. 
Clemens V., 27, VI., 92. 
Clermont, Graf Ludwig v. 38. 
Cleve, Herzöge von : Ferdinand 191, 

Johann 119, 120, Karl Friedrich 

254. 
Clof, Johannes de 207. 
Clossen, Hans Heinrich v. 292, 293, 

296. 
Cobbenrath, Evert v. 211. 
Coblenz 74, 171, 205, 263. 
Coburg 146. 
Cocquerell 263. 
Cocquiel, Christoph v. 223. 
Cöln 35, 37, 41, 44, 74, 78, 9', 101, 

104, 108, 142, 146, J90, 191, 212, 

286, 289, 291, 301. 
CofeU 243. 
Colbprg 261, 273. 
Colditz, N. V. 189. 
Colenn, Heinrich v. 114, 115. 
Collas, Johannes 207. 
CoUer, Benedict 288. 
Colmar 74, 216, 
Colonna N. 15. 



— 326 



Colossae 58. 

Como 242, 249, 281. 

Oompan, Hans 130. 

Compressi, N. v. 292. 

Conck, Cornelius 225. 

Conegliano 109, 136, 179, 204. 

Conincstatt, Jan van 160. 

Conradin 2. 

Consago 184. 

Constantin, der Greck 193, 194, 
Hans 140. 

Constantinopel 7, 24, 25, 41, 43, 
47, 54, 58, 79—80, 82, 89, 96, 
102, 113, 116, 117, 123, 124, 133, 
189, 191, 223, 224, 227 — 228, 
239, 243—250, 253—258, 260— 
263, 270, 272—279, 283, 284, 
287, 288, 290—298, 302 — 306, 
Kaiser Andronicus II. t. 87. 

Contanz 74, 93, 94, 97, 107, 167, 
207, 236. 

Consulta, Giacomo 155. 

Contarini, Andrea 47, 152, 153, An- 
tonio 48, Augustino 48, 181, 184, 
Baptista 289, Bemardo 48, Chri- 
stoforo 48, Sebastiano 48. 

Coplär, Hans 130. 

Corfu 16, 57, 137, 140, 144, 146, 
174, 214, 241, 255, 282, 306. 

Corinth 80, 306. 

Comialion, N. v. 260. 

Cormellissoen, Bemhardus de 225. 

Comarius, Franz und Gabriel 208. 

Comaro, Francesco 48. 

Comech, Maria 246. 

Cornelius, Antonius 225, Jan 289. 

Comely, Heinrich und Lucia 246, 
247. 

Corneretto, Bernardino 271. 

Comin, Robert de 207. 

Corrado, Antonio de 106. 

Corsaire 300. 

Corsetus, Bonaventura 221. 

Corsica 58, 260. 

Corvinus, Matthias 54. 

Costus, 167. 

Coswig 176. 

Courcelles, N. de 260. 

Crailsheim 159, Wolfgang Ludwig 
V. 280. 

Craincourt, Georg de 217. 

Cranach, Lucas 174, 175, 177, 316. 

Crecy, Arnulf v. 120. 

Cremmer, Johannes Paulus 258. 



Cremona 208, 226, 236. 

Cret 206. 

Cretzheim (Krailsheim V), Geschlecht 
272. 

Creveili 271. 

Crittelhanepo 185. 

Croix, Jacques de la 259. 

Croniesco, Petrus de 207. 

Crossig (Krosigk), Eberhard 172. 

Croy, N. de 190, 298. 

Cuba, Johannes de. Dr. med., 38, 
164, 165. 

Cuisse 300. 

Cubnbach 249. 

Cunz, Barbier 109, Koch 145, Maler 
173. 

Curmellissi, Andrea 48. 

Curzuola 16, 57. 

Cusano, Johannes Baptista de 212. 

Cypem 5, 6, 11, 16, 27, 40, 43, 
49, 60—61, 81, 87, 88, 89, 90, 
92, HO, 113, 117, 124, 133, 135, 
141, 142, 144—147, 164, 167, 
181, 183, 186. 193, 206, 207, 210, 
212, 216—219, 222, 225, 226, 230 
— 233, 241—244, 249—253, 259, 
261, 262, 266, 268, 276, 277, 280 
—283, 287, 289, 291, 297, 299 
—306, Kenig Peter von 28, Kö- 
nigin Charlotte von 128. 

Cyprius, Johannes 207. 

Czebinger 111. 

Czion, Konrad von 30. 

Czuom, Francesco 145. 



Dänemark 89, 133, 149, 185, 264, 
272, 275, 293, 294, König Erich 
V. 105. 

Daich, Leonhard Cuno 101. 

Dalberg Friedrich v. 159, Philipp 
V. 209, 210. 

Dalenburg, Hans 114. 

Dalheim, Johannes v. 159. 

Dalwigk^ Eger v. 170. 

Dalmatien 16, 259. 

Damascus 22, 24, 60, 78, 79, 91, 94, 
108, 119, 127, 135, 15.5, 161, 191, 
205, 223, 226, 227, 230, 239, 248, 
253, 256, 257, 272, 277, 279, 288, 
289, 303, 304. 

Dambeck, Matthaeus 202, 203. 

Dame, Marquard v. 94. 

Damgarten 194. 



— 327 — 



Damiano 133. 

Damiette 24, 78, 133, 136, 238, 274, 
276, 280, 290, 291, 294, 298, 304. 

Dandolo, Marco Antonio 48, 208. 

Dandulus, Andreas 278. 

Danhoff, N. v. 293. 

Daniele, San 204, 296. 

Dantiscus, Johannes 4 203. 

Danzig 24, 74, 75, 77, 190, 193, 
194, 203, 218, 233 242, 254, 272, 
293, 305. 

Darmstadt 107, 293. 

Damaho, Claudi v. 196. 

Darum 108. 

Dattenberg, Dietrich v. 271. 

Datz, Dirk 217. 

Daumagen, Hans 145. 

Dauphinc 208, 223. 

Deckhofer, Melchior 249. 

Deggendorf 190. 

Deichsler, Bei-tholdt 112. 

Delft 108, 218, 233. 

Delitzsch US, 

Delphino, Ludovico 48. 

Delsberg, Felix aus 301. 

Deraetrius 67. 

Detlev, Bruder Jaspers v. Buchwald 
195. 

Deutscher Orden 184, 188, 263, 279. 

Deutschland, Kaiser von : Ferdi- 
nand I. 234, Ferdinand II. 298, 
Friedrich L 43, 286, 298, Fried- 
rich II. 39, Friedrich III. 60, 148, 
183, 189, Karl V, 34, 37, Maxi- 
milian I, 64, 67, 71, 146, 147, 
160, 176, Sigismund 105, 107, 113, 
Könige : Albrecht I. 88, Ludwig, 

. d. Bayer 88, 02, (vgl. auch 
Preussen). 

Deventer 104. 

Dewitz, Achim v. 192, 193. 

Dieburg, Philipp Ulmer v. 215. 

Diedorf 74. 

Diessbach, Ludwig, Nicolaus, Wil- 
helm V. 114, 116, 136, 214. 

Diessen 251. 

Diestelmaier, Bartelrae 285. 

Dieterlein, Magnus 271. 

Dietmansried 243. 

Dietrich, Wirth 254. 

Dietrichstein, Maximilian v. 271. 

Dieyricxsone, Heinrich 225. 

Dilaw, Caspar Stizla v. 260. 

Dillingen, Johann v. 161. 



Dimagis, Isabella 207. 

Dindeville, Pien*e de 179. 

Dinori 207. 

Dirks, Wilpert und Jacob 246. 

Dives, Nicolaus 259. 

Dluglosz, Johannes 122. 

Doberan 116. 

Dörknecht, Valentin 192. 

Dörz 182. 

Dohna, Graf Abraham v. 269. 

Dolzig, Hans v. 209, 210. 

Domineo, Francisco 226. 

Dommatzsch, Michael 173, 174. 

Dommscher, Wilhelm 209, 210. 

Donato, Marco 48, Nicolo u. Paolo 

48. 
Donauwörth 74, 248. 
Doncherk, Arnondt de 248. 
Dondorf, Hans Albrecht v. 285. 
Dorbet, Aimon 207. 
Doremieux, Jean de 259. 
Dorenberg, Balthasar v. 54. 
Dorff, Hans Heyden zum 258, 
Dormoino, Franz v. 167. 
Domdorf, Rupertus Lentulus 257, 

260. 
Domheim 139, 271. 
Domstetten 139. 
Domum, Hicko v. 170. 
Dorstädt, Christoph v. 254. 
Dortrecht 3«, 225, 246, 289, 290. 
DouUe, Floridus, 0. M. 207. 
Douynor, Pierre de 242. 
Drat, Johann v. 159. 
Drauner, Wolfgang 103. 
Drei A ehren 74. 
Dresden 74, 146, 149, 152. 
Dritzdoro, Stanislaus de 212. 
Dronnecke (Wonnecke), Dr. med. 

Johannes 164. 
Drusen 79, 299. 
Dschidda 284. 
Dschizeh 223. 
Dudin, Jean 259. 
Dübberich, Georg 284. 
Dünsek 129. 
Duntzenheim, Christoph Zom v. 230, 

231. 
Dürr. Friedrich 233. 
Düsseldorf 142, 187. 
Dun, Franciscus 246, 247. 
Dunes 86. 

Durentess, Guido de 167. 
Düsen, Claus v. 182. 



— 328 — 



Dux, Isaak 266. 

Dyf 207. 

I^ningli, Ludolf 97. 

Dynslaken, Johannes de 142. 



Ebeleben, Apel v. 128, Christoph v. 

144. 
Ebener, Geschlecht 244. 
Eberhard, 0. Min. 182. 
Ebersbach 222. 
Ebersdorf, Hans v. 103, Sigmund v. 

111. 
Eberstein, Philipp v. 173, Graf 

Wolf V. 220. 
Eckartsau, Ludwig v. 111. 
Eckersdorf, Philipp v. 258. 
Ecklin, Daniel 226. 
Edam 246. 
Edelin, Pietre 168. 
Edessa 253. 
Edinburgh 133. 
Egen, Lorenz 96. 
Eger 81, 114, 263, 280, Anton aus 

119. 
Eggenberg, Christoph v. 37, 245, 261, 

276—279, Georg Christoph Fem- 

berger v. 272, Johann v. 258, 272. 
Egger, Lienhard 46, 285, 286. 
Egloflfstein, Georg v. 109, 131, N. v. 

165, Sigmund v. 131. 
Ehingen, Geschlecht 234, Georg v. 

36, 125. 
Ehrenberg 188, 190, Johann v. 227, 

228. 
Ehrenfels, Hans Stauffe zu 118. 
Eichstädt 74, 12S, '249. 
Einsiedel, Konrad v. 81, 105, Wil- 
helm V. 173, 17:^. 
Eisenach 255. 
Eisenstädt 235. 
Eisner, Maxentius 306. 
Eissvogel. Hans 225, Sigmund 222. 
Eitzing, Brig (Georg) v. 143, Paul 

V. 79, 257, *x6J, 273, 274. 
Ekl, Kilian 182. 
Ekker, Konrad 316. 
Eiben, Werner v. 115. 
Elberfeld 211. 

Elias. Gürtelchlist 67, Pilger 244. 
EHsabeth, Pilgerin 233. 
Elisaeus, 0. M. 208. 
Elise, portugies. Prinzessin 82. 
Elleri)ach, Burchard v. 111. 



Ellingen 275. 

Elsass 96, 162, 212, 213, 240. 

Eltville 74. 

Emden 290. 

Emmaus 64, 75. 

Emmerich, Georg 131, 132, 146. 

Enckhausen 289. 

Enczestorfer, Heinrich 111. 

Ende, Götz v. 143, Heinrich v. 143, 
Kuntz V. 173, Utz v. 173, 183. 

Engadin 212. 

Engel, 0. Min. 247. 

Engelberg 212, Peter v. 59, 212. 

Engelbrunner, Stephan 293. 

Engeritze, Poppo v. 188. 

England 5, 6, 47, 100, 127, 169, 
180, 188, 207, 210, 212, 223, 225, 
249, 2 0, 259, 200, 301, 302, Kö- 
nige von : Heinrich 4, 37, Richard 
43. 

Englisberg, N. v. 206. 

Ensersdorf 74, 219. 

Enten, Williken 233. 234. 

Entlibuch 279, 281, 282. 

Ephesus 89. 96. 

Episcopia 86. 

Eppstein, Gräfin v. 200, N. v. 162. 

Eptingen, Hans v 126, 127, Thü- 
ring V. 139. 

Erbach, Graf Philipp von : 80, 122. 

Erfurt 17, 65, 96, 108, 117, 129, 
130, 171, 209, 288—290. 

Erhard, Knecht 163. 

Erki. Benedict 214. 

Erlach, Diepold v. 259. 

Erlau 284. 

Erlingen 263. 

Ermeland, Bischof Johann v. 203. 

Emstinger, Georg 37. 

Escher, Götz 109. 

Esquisier, Mr. 255. 

Esslingen 205, 211. 

Etleb 300. 

Etter, Jost 167. 

Ettmannsdorf, Heinrich v. 143, Heite 
V. 143. 

Eugen, (IV.) Papst 110, Prinz 61. 

Eulenburg, Graf Friedrich v. 37. 

Eustachius, Pilger 225. 

Evrard, Johannes 46. 

Evreux 207. 

Eyb, Geschlecht 73, Anselm v. 137, 
139, 140, Konrad v. 109, Ludwig 
V. 145, 155. 



— 329 — 



Eyle, Herten van 209» 
Eyll, MattWas v. 119. 
Eymon, Leonardo 235. 
Eyselhauer, Johannes 119. 



Faber, Georg 299, N. 298. 

Fahre, Pierre 251. 

Fabri, Felix 9, 24, 41—43, 161— 

164, 168, 213, 239, Georg 299, 

Lippold 104. 
FabriciuB, Georg 37. 
Fachr ed-din, Drusenfurst 299. 
FaSnza, Terentius v. 259. 
Falk, Peter 206, 211—214. 
Falkenberg 225. 
Falkenstein, Jon Suff v. 209. 
Famagusta 59, 133, 1^.6, 167, 210, 

212, 217, 230, 243, 251, 277, 287. 
Farmina 76. 
Farwer, Ewert 192. 
Fassbender, Peter 25. 
Faustinus, 0. S. Aug. 208. 
Fecamp 206. 
Feilitzscb, Heinz v. 144, Jobst und 

Hans V. 173. 
Feldkirch 24, 104, 188, 217, 230, 

233, 235, 23S, 239, 244, 249, 252, 

281. 
Felix, P. 301. 
Fels, N. V. 303. 
Feisee, Leonbard 189. 
Feltre 167. 

Feltstede, Reinbold 192. 
Fentzel, Acbatius 47. 
Femberg, Christoph v. 37, 245, 261, 

272, 276—279, Johannes v. 258. 
Ferrara 208, 219, 254, 264. 
Fert, Cornelius 225. 
Festenberg, Kaspar v. 173, Kraft 

V. 124. 
Fettau, Snutt von 99. 
Findtier, Johann Sigmund 295. 
Finger, Agnes 132. 
Finstermünz 104. 
Fischbeck 82. 
Fittel, Konrad 145. 
Flandern 47, 133, 182, Graf v. 27. 
Flans, Curt 129. 
Fledeniczer, 13 hieb 111. 
Flemming, Curt v. 192, Eustach v. 

193, 253, 255. 
Fleug 162. 



Flersheim, Friedrich v. 126, Johann 

V. 214, Ludwig v. 106. 
Florenz 100, 141, 179, 190, 194, 220, 

237, 242, 247, 249, 254, 279, 280, 

282, 293, 304, Grossherzog Fer- 
dinand V. 278, 280. 

Florian 182. 

Förtsch, Eberhard 109. 

Fogen, Christoph 209. 

Foglin, Jodocus 253, 254. 

Foissy, PhiHpp de 263. 

Fola, Peter 144. 

Folberg (Seiberg), Georg v. 180, 181. 

Foligno 190. 

Forberg, Matthias 48, 144. 

Forest, Mr. de la 262. 

Foris, Petrus 207. 

Fortenstein, Graf Paul v. 103. 

Foscari, Doge 110. 

Foscarini. Girolamo 295. 

Foscolo, Pietro 48, 176. 

Fossatus, JuKus 260. 

Frameynsberg, Ludolf v. 92. 

Francier, Jean 259. 

Franciscus, 0. Min. 247, 

Franeker 290. 

Franken 129. 

Frankenhuser, Jacob 121. 

Frankenstein, Geschlecht 234, Kon- 
rad V. 107. 

Frankfurt am Main 24, 31, 47, 75, 
104, 164, 165, 170, 255, 260, 261, 
263, 291, Johannes, Dr. theol. aus 
105. 

Frankreich 5, 6, 61, 89, 116, 133, 
137, 169, 204—207, 209, 212, 215, 
219, 223, 227, 234, 235, 240. 243, 
245, 251, 255, 259, 263, 266, 272, 

283, 286, 287, 290, 294, Könige 
von : Franz I. 5, Karl Vül. 190, 
Ludwig VH. und IX. 43, Philipp 
IL 4, 43. 

Franz, Apotheker 215. 

Franzlmair, Kaspar, 0. Min. 301. 

Franzmann, Gerhard 294. 

Freese, Victor 170. 

Freiberg, Geschlecht 262, Dietrich 
V. 143, 148. 

Freiburg, i. Breisgau 3, 59, 73, 74, 
301, i. d. Schweiz 74, 113, l7l, 
202, 203, 206, 212, 221, 241, 248, 
256, 258, 259, 288, 297, 299, 
Grafen (Johann v. 41, Konrad v. 
101). 



— 330 — 



Freienwald 255. 
Freising, Wilhelm v. 95. 
Preisingen 299. 
Freitag, Dr. Johann 142, 187. 
Frenaho, Johann v. 196. 
Frener, Nicolaus 282, 283. 
Frenois, N. 294. 
Frey, Christoph 265. 
Freyberg, N. v. 165. 
Fridberg, Erben Fuchs v. 114. 
Friedrich, aus Augsburg 223, Kanz- 
ler 141. 
Friesach 221. 
Friesland 210, 233, 249. 
Friess, Johannes 167. 
Frigg, Nicolaus 47. 
Frinsberg, Hans 130. 
Fritz, Bote 174. 
Frohnhofen, Jacob v. 172, 175, 182, 

183. 
Frundsberg, Hans v. 144, 249. 
Frybate, Claus 96. 
Frye, Johannes 207. 
Fuchs, Geschlecht 272, Johannes t. 

159, 297, Sigmund 180, 181. 
Fuchsberg, Georg u. Wolfart Fuchs 

111. 
Füessli, Peter 142, 217. 
Fünfkirchen 288, Peter aus 114. 
Fürer ; vgl. Haimendorf. 
Fürstenberg, Geschlecht 234, Graf 

Heinrich VII. v. 167. 
Fürstenfelder, Georg 103. 
Fütterer, Gabriel 112. 
Fugger, Geschlecht 7, 42, 234, 242, 

278, Friedrich 236. 
Furtenbach, David 2, 41, 233, 235, 

239—241. 
Fusor, Priester 92. 
Fuxstätt 237. 



Oabrieis 218, Benedictus 48. 

Gachet, Nicolaus 212. 

Gachnang 73. 

Gaeta 300. 

Gäelenn, Eberhard 271. 

Gaissberg, Kaspar 167. 

Galanson, Rodriguez 259. 

Galia, Ando 196. 

Galilaea, Kloster 75. 

Gallen, St. 74, 141, 170, 215, 218, 

234, 252, 271, 272. 
Gallipoli 265, 268, 273, 294. 



Gamelin 67. 

Gaming, Georg v. 204, 205. 

Gamma 190. 

Gans, Hermann 129. 

Gantia 76. 

Gantner, Jacob 215, Max 205. 

Gaona, Didacus de 208. 

Gargisa 190. 

Garofalo, Antonio 285. 

Gartz 194 

Garzin, Michael 223. 

Garzoüi 175, 176. 

Gasenmann, Heinrich 1 4. 

Gasseren 269, 270. 

Gaudier, Johann 224. 

Gaza 23, 61, 76, 89, 94, 107, 15G, 

163, 168, 190, 205,239,240,241, 

245. 280, 281, 295. 
Gaziella 243. 

Gebhardt, Wolfgang 248-250. 
Geer, Lambert van 291. 
Gefugener, David 210. 
Geilenhofer, Ludwig 144. 
Geiselberg, Konrad Perkhofer v. 

315. 
Geisenfeld 140. 
Geismar 74. 
Geisslingen 222. 
Geldern 227, 234, Herzöge von: 

Adolf 128, Arnold 120, 122. 
Gemmingen, Konrad v. 126, Philipp 

V. 125, Sebald v. 253—254. 
Gemona 294. 

Gendrofsky, Heinrich 272. 
Genero 48 
Genezano 208. 

Genezareth -See 119, 161, 304. 
Genf 215, 225. 236, 250, 251, Bischof 

N. V. 161, Ludwig aus 207. 
Genois St., Nicolas de 168. 
Gent 75, 219, 220, 242, 249. 
Genua 96, 100, 242, 249, 252,254, 

289, 298. 
Genuesen 179, 190, 294. 
Georg, Caplan 206, Knecht 129, 

130, 139, 145, 174, 189, Koch 145, 

Lesemeister 2 '8, Martin 106, St. 

135 139. 
Georgianer 68, 239, 307. 
Gera, Graf Heinrich v. 109, 172, 

182. 
Geressem, Johannes de 142. 
Gerhard, aus Köln 101, aus Leyden 

182. 



— 331 — 



Germanus, 0. M. 219. 

Germar, Curfc (Konrad) v. 129. 

Germersheim 260. 

Gers^orf, Georg v. 260. 

Gershofen 225. 

Gertini, Marcus 225. 

Gese, Pilgerin 116. 

Gethsemane 22, 75. 

Geuder, Cuntz (Konrad) 142. 

Gewer 182. 

Geyer, Albert 278. 

Geyern, Hans Schenk v. 109. 

Geyss (Gries), Hieronymus 225, 

Nickol 180, 181. 
Gfeler, Georg 181. 
Gheler, Stephan 266. 
Ghereken, Heinrich 116. 
Ghistelle, Joris und Jost van 160. 
Gholdenzee, Hildegunde 97. 
Ghoor, Wilhelm van 119. 
Giberti, Franciscus 179. 
Gibraltar 289. 
Giech, Albrecht v. 109, Matten v. 

173. 
Giermeck, Jeremias 269. 
Giessen 292, 293, Geschlecht 234. 
Gilg, Diener 215. 

Gilgen, Melchior zur 211, 212, 214. 
GilKus, Magister 234. 
Girard, Pilger aus Frankreich 137. 
Gisela, Tochter Brömsers 83. 
Githa (Giech ?), Veit v. 145. 
Giustiniani. Marco 48. 
Glanville, Bartholomaeus v. 164. 
Glarus 211, 246, 248. 
Glatigny, N. v. 207. 
Glatz 74, 305. 
Glatza (Glacz), Lorenz 144. 
Glauburg, Ambrosius v. 170. 
Glauchau 128, 143. 
Gleichen, Grafen v. : Erwin 128, 

Ludwig 128. 
Gleinitz (Gleinitzstettin), Reinpert 

V. 224—236. 
Gieresse, Franz v. 256. 
Gleuch, Richard 226. 
Glinecke, Moritz 171. 
Glogau 291, 292. 
Gmünd 109. 
Gnand stein 105. 
Gnesen Erzbischof N. v. 207. 
Goa 278 

Godern, Hans v. 243. 
Göppingen 190. 



Görlitz 74, 131, 132, 146. 

Görz 302. 

Goldacker, Hans v. 145, 155. 

Goldschmidt, Hans 126. 

Golintz, Lorenz 114. 

GoUing 109, 294. 

Gongora, Alfonso de 259. 

Gorkum, Jan van 217, 218. 

Gors, Corrado de 93. 

Goslar, Decan Friedrich aus 85. 

Gotha 175. 

Gotthardt, St., Pass 127, 15P, 203, 

2i 1, 214, 219, 246, 255, 265, 282, 

296. 
Gottrau. Johann 259. 
Gotzenstein 181. 
Gouda 74. 

Goumaix, le, Poince 100. 
Gozon, Dieudonne de 262. 
Gozzo, Prinz v. 292, 
Grabendo, Augustinus de 196. 
Gradener, Hans 145. 
Gradisca 197. 
Graf, Bernhard 209. 
Gräfe, Peter 288. 
Granada 106, 126. 
Grandonio, Cesare 27 J. 
Grasso, Abraham 60. 
Gratz, Sebald 215. 
Grawerd, Friedrich 102. 
Graz 74, 298. 
Grebel, Felix 182. 
Grebenstein 170, 17 1. 
Greder, Sigmund 226. 
Gregor X. 28, XII., 6, St. 2. 
Greich, Heinrich 246. 
Greifenklau. Friedrich v. 56, 126. 
Greiffenstein, Freiherr Ludwig v. 

183. 
Greifswald 195. 
Greisenecker 111. 
Grenoble 259. 
Grensing, Geschlecht 196, Balthasar 

V. 144, Hans v. 173, 174. 
Gressweiler 74. 
Gresten, Wilhelm v. 181. 
Greussen, Hermann v. 114. 
Griechenland 164. 
Grifoni, UgoHus 292. 
Grimma 208. 

Grimming, Karl v. 294—296. 
Grioni, Giovanni 91. 
Groben, Otto v. 304, 305. 
Grönenbach 242. 



- 332 — 



Groetfi, Heinrich 225. 

Groloch, Heinrich 145. 

Groot, N. 303. 

Gro88-Ogtheiin 306. 

Gross-Süssen 74. 

Grote, N. van 293. 

Gruben, Hans v. der 114, 116, 136. 

Gruber, Hikrius 297. 

Grünemberg, Konrad 167. 

Grünenberg, Freiherr Hannibal v. 

244. 
Grüningen 139. 
Grünwaldin, Margarethe 284. 
Grassau 75. 

Grüter, Johann 225, 226. 
Grumbach, Eberhard v. 141, Kon- 
rad V. 206. 
Grundherr. Ulrich 287. 
Grussiez, Thomas 206. 
Guanto, Verardi de 8. 
Guardiola, Guigliehno 235. 
Guardista, Francesco 243. 
Gülden, Stephan 144. 
Günzburg 242. 
Guerche, la 168. 
Guerini, Pietro 271. 
Gugelberg, Ambrosius 167. 
Guglingen, P. Paul Walter aus 159 

—164. 
Guido de Antonio 145. 
Guivelmo, Giovanni 294, Wilhelm 

225. 
Gumpoltskirchen 74. 
Gumppenberg, Georg v. 163, 165, 

Stephan v. 42, 119. 
Gundelfingen, Stephan v. 196. 
Guntersdorf, Freiherr Teufel v. 37, 

271, 272, 276—278. 
Gutenstein, Georg v. 192, Getrzich 

V. 180, 181, Wolf V. 180, 182. 
Guttenberg, Stephan v. 182. 
Guttmann, Jeremias 282. 
Guyenne 168. 
Gwicht, Rudolf 243, 259. 
Gyrzychynsky, Jan 258. 
Gysser, Sigmund 225. 
Gyssler, Peter 265—268. 



Haag 38, 249. 
Haas, Hans 270. 
Habenstreit, Benedict 242. 
HaV.ermacher, Johann 42, 282—284. 



Habichtswald 82. 

Hacher, Lienhard 221. 

Häglingen 297. 

Haerlen, Dietrich de 207. 

Haff, Christoph 47. 

Hag, Heinricn 114. 

Haga, Cornelius 288, 290, 291. 

Hagebecke, Johann 211. 

Hagen 142, Claus 114, Dietrich v. 

216, Lambert v. 293, Philipp v. 

217. 
Hagenau 73, 254, 264. 
Hagener, Heinrich 297. 
Hagensnider, Bernhard 114. 
Hager, N. v. 282. 
Haimendorf, Fürer v. 243—245, 270, 

274, 287, Jacob Christoph v. 245, 

274. 
Hain, Kaspar 233. 
Haisen, Andreas 225. 
Halbmeyr, Hans Jacob 226. 
Haifinger 137. 
HaUau 281. 
Halle 74, 108, 142, 220, 249, Georg 

aus 258. 
Haller, Alezius 131, Andreas 242, 

Erhard 112, Konrad 112, Lorenz 

N. 286, Paul 112, Sigmund 131, 

144. 
Halloville, Alan de 167. 
Hallstein, Hans v. 253, 254. 
Hallwyl,Hans u. Walter v. 212 —214. 
Halsberg (Habsburg), Ludwig v. 144. 
Ham 242. 
Hamburg (er) 74, 95, 121, 301, 303, 

205. 
Hamehi 244. 
Hamm 211. 
Hammen, Curt 86. 
Hanau 209, 221, 234, Graf Rein- 
hard von: 221—223. 
Hanau - Lichtenberg, Grafen von : 

Ludwig 42, 166, PhiHpp 166, 170. 
Hanau - Münzenberg, Graf Philipp 

V. 166. 
Hannys, Johannes 207. 
Hans, Büchsenmacher 204, Dietrich 

247, Knecht 129, 145, 168, 174, 

Koch 130, 144. 
Hanstein, Werner v. 129. 
Hanxleben, Johann v. 211. 
Happe, Hans 115. 
Haras, Wilhelm v. 182. 
Harcourt, Jacob v. 115. 



— 883 — 



Hardeck, Graf Julius v. 226, N. v. 
272. 

Hardenberg, Albert 35, Dietrich v. 
242. 

Hardy, Jobaimes 207. 

Harff, Arnold v. 24, 189—191. 

Harlem 38, 168, 246, 247. 

Harmstadt (Helmstadt?), Cunz v. 
144. 

Harsdörffer, Peter 112. 

Harskircber, Hartprecbt 102, 

Hart, Johann 302. 

Hartenstein (Hertnitstein), Eonrad 
V. 129, 131. 

Hartzer, Ulrich 93. 

Hasberg, Diepold v. 117, 167, 168. 

Hasenberg, Ulrich v. 131. 

Haslang, Hans v. 168. 

Haslinger, N. 159.. 

Hattstadt, Eonrad v. 35 — 36, Sieg- 
fried V. 35—35, Werner v. 35— 
36, 86. 

Haugwitz, Hans v. 143. 

Haunolt, Nicolaus 258. 

Haunsberg, Wolf Sigmund v. 275. 

Haus, Jonge von 209. 

Hausen, Georg v. 173, 184, 279. 

Hauwe 79. 

Hawlitz rHaubitz?), Johann v. 210. 

Hayeck, Sigmund v. 245. 

Hayfeldt 249. 

Hayn, Hilpert u. Magnus v. 172. 

Heberer, Michael 24, 260—264. 

Hebron 22, 23, 66, 75, 90, 102, 108, 
134, 155, 160. 

Heese, Faltin, van der 254. 

Heessen 211. 

Heg^ens, Hans 179. 

Hegio, Benjamin 95. 

Heidelberg 105, 159, 164, 260, 263, 
264. 

Heidinghaus 54. 

Heilegger, Jost 246, 247. 

Heiligenkreuz 279. 

Heim, Albrecht v. 144. 

Heimbach, Gottfried v. 122. 

Heinrich, Adrian 246, Beichtvater 
129, GaUus 246, 247, Enecht 144, 
145, Eoch 182, Lesemeister 129, 
MQnch 114, Walthardt 246. 

Heinz, Eoch 130, 145. 

Heistein 173. 

Heitersheim 115. 

Helena, die schöne 57. 



Helfeidt, Heinrich 287, 289. 

Helfenstein 275, Graf Georg v. 159, 

Helffrich, Hans 244—247. 

Helmlin, Ludwig 296—299. 

Helmsdorf, Ludwig v. 193. 

Helmstadt, Cunz v. 167, Johann v. 
159, 180, 182. 

Helrit 165. 

Hemgowe, Philippus de 207. 

Hemmerlin, Christoph 209. 

Hendrik, Caplan 119. 

Henle, Jodocus de le 118. 

Henneberg, Grafen von: Bertholdt 
146, Friedrich u. Hermann 102, 
199, 201, Otto 124, Wilhelm L 
102, Wilhelm II. 105, 143, 155. 

Hennegau 115, 168, 182. 

Hennig, Hermann 129, Kaplan 129. 

Hensel, Dolmetscher 215, Narr 174. 

Hentgi, Johann 163. 

Herberstein, Adam v. 261, Bern- 
hard V. 256, 257, Wilhehn v. 257. 

Herbitz, Kaspar v. 173. 

Herda, Raben v. 170. 

Herden, Wolf u. Wolfgang v. 249. 

Herlaer, Adrian von 119. 

Hermann, Dolmetscher 222. 

Hermannsfeld 143. 

Hermannsgrün, Lippold v. 173, 
174, 183, 202. 

Hermannstadt 96. 

Hermerstein, N. v. 243. 

Hemert, Johann v. 119, 120. 

Heroldsberg 142. 

Herrenalb 138, Abt Johann v. 137. 

Herrenberg 139. 

Herren-Zimmern 162. 

Hertenstein, Nicolaus 297. 

Hertwitz, Meiten 209. 

Herzerre 219. 

Herzog, Johann 297, Peter 242. 

Herzogenbusch 104. 

Hess, Stephan 137. 

Hessberg, Daiius v. 109, Hans v. 
172. 

Hessen 115, 129, 233, 254, Land- 
grafen von: Ludwig der Fried- 
same 106, Ludwig V. 80, 82, 292, 
293, N. 209, Wilhelm, der ältere 
7, 170, 171. 

Hessenstein, Eberhard v. 209. 

Hetzner, Paul 37. 

Heudorf, Simon v. 271. 

Heuglin, Lorenz 185. 



— 334 - 



Hey, Hans 78, 284. 

Heyden 246. 

Heynis, Ulbe 2:J3. 

Heyse, Walt r 102. 

Hickh, Peter v. 242. 

Hiebele, Tobias 2?5, 287. 

Hiere 190. 

Hieroy mus, Dr. med. 235, 0. Min. 

208. 
Hiesar, Victor 258. 
Hilercot, Konrad 263. 
Hilgc, Johannes 102. 
Himmelpfort, Fr. Heinricb v. 113. 
Hirns 288. 

Hingel, Albrecbt 180. 
Hirnheim 249, 250, Bernhard v. 215, 

Hans V. 242, 248-250, Walter v. 

242. 
Hirschau 139. 

Hirschberg, Hermann v. 109. 
Hirschfeld, Bernhard v. 43, 203— 

211. 

Hirschhorn, Geschlecht 234, 249, 
Engelhard v. 215, Johann v. 108, 
184, N. V. 249. 

Hirfcz, Matthias 114. 
Hitzler, Hieronymus 252. 
Hobia 77. 

Hobistet (Helmstädt), Johannes v. 
180, 181. 

Hochgesang, Pancratius 47. 
Hochschild, Peter 215. 
Hochstetter, Georg 275. 
Hockens, N. v. 293. 
Höfel, Otto V. 260. 
HöfFelen, N. v. 293. 
Hönburg 233. 
Hönstein, 225. 

Hössberg (Hessberg), Hans v. 235. 
Hof 293. 

Hoff, Clemens u. Ludwig 246, 247. 
Hoffmann, Stanislaus 203. 
Hofkirchen, Johann v. 253, Wolf- 
gang V. 257. 

Hoffmann, Henigin 115. 
Hogge, Konrad 114. 
Hoggenien, Heinrich v. 114. 
Hohanödt, Sebastian v. 271. 
Hohenberg 138, Stephan v. 122. 
Hohenburg 233. 

Hohenheim, Georg Bombast v. 137. 

Hohenlohe, Gesohlecht 234, Grafen 

von: Gottfried 124, Kraft 137. 



Hohenrain 115. 

Hohenrechberg (Rechberg), Bär v. 

161, 162, 165. 
Hohenstein, Philipp v. 164. 
Holenecker, Andreas u. Anton v. 

111. 
Holland, Graf N. v. 92. 
Holman, Hans 114. 
Holst, Martin 301. 
Holstein 89, 195, 209, 259. 
Holtzhausen 275, David v. 260. 
Holub, Dietrich 167. 
Holzapfel, Hermann 119. 
Holzschuher, Georg 141. 
Holzwirth, Wolf 220. 
Homburg 233. 
Honburg, Berndt v. 232. 
Hongede 130. 
Honorius III 35. 
Honstein (Hohenstein), Grafen Ernst 

u. Hans v. 128. 
Hoogstraten, Franz v. 207. 
Hoop, Werner 102. 
Hoorn 225. 
Hopffgarten, Dietrich, Friedrich u. 

Georg V. 114—115, 173. 
Horb 138. 

Hordogmcz, Alfonso de 207. 
Horeb 134. 
Hornberg 139. 

Hörne, Graf N. v. 90, 119, 120, 156. 
Homecb, Abraham v. 271. 
Homfeld, Christoph v. 129, 180, 

182, Rudolf V. 180, 182. 
Horning, Balthasar 127. 
Horschel, Beninga 1^2. 
Horstadt, Johann 209. 
Hoske, Hans v. 99. 
Hottermann, Hans 130. 
Hove, Hermann 115. 
Huber, Wolf 233, 234. 
Hubiig, Christoph u. Lorenz v. 203. 
Hüllen, Konrad 269, 270. 
Hünenberg. Friedrich v. 95. 
Hütteldorf 74. 
Hugo, 0. Min. 217. 
Hummel, Ulrich 27 J. 
Hund, Hermann 115. 
Hundt, Aegidius 207, Hans 42, 172, 

173, 182, Ruprecht 172. 
Hundtbiss, Jacob v. 220, 221. 
Huneck, Hans 218. 
Hunyady, Janos 105. 
Hus, Georg 225. 



— 335 



Hussen (Hausen), Joliann v. 167. 
Hussiten 105. 

Hütten, Frohen v. 209, 210, Lud- 
wig V. 159, 209. 



Jacob, Guardian 295, Knecht 130, 
Sclireiber 290, St. 93. 

Jacobi, Fritz 193, Jobannes 129, 207, 

Jacobie, Augustino u. Pietro de 48. 

Jacobzone, Claes 168. 

Jäger, Sabina 100. 

Jaffa 6, 7, 10, 17, 19, 25, 38, 39, 
47, 49, 50, 56, 60, 62—64, 78, 
89, 104, lOS, 109, 111, 115, 118 
—121, 124, 127, 128, 131, 136, 
137, 140—143, 146, 153—156, 
165—170, 177, 183—190, 193, 
196, 197, 204, 206, 209 — 212, 
214, 218—222, 226, 227, 234, 240, 
242 — 247, 253—257, 259, 262, 
267, 268, 274, 275, 279—234, 287, 
289—295, 297, 298, 301—306. 

Jansen, Gerbard 225. 

Jansens, Hugo 225, Walter 227. 

Janssens, Antonius 289. 

Jansseescbum, Cornelius 289. 

Jascbaw, Georg 242. 

Jazky, Jacob 2 33, 235. 

Jazur, 16, 61, 183. 

Ibelin, Heloise v. 87. 

Iconium 2i8, 288. 

Jeandelainoourt, Tbibaut de 217. 

Jecbaburg 106. 

Jegen, Hans 225. 

Jena 261. 

Jenkwitz, Peter 101. 

Jenyscb, Georg 145. 

Jericbo 21, 22, 41, 73, 135, 167, 
241. 

Jericbo w 75. 

Jerusalem, Calvarienberg 239, Dor- 
mitio S. Mariae 185 — 186, Gnar- 
diane 6, 16—21, 63, 72, 77, 156, 
160, 183, 186, 193, 203, 206, 221, 
222, 227, 253, 259, 267, 274, 277, 
290, 295, 304, Hakeldama 22, 
Haus des Cbaifa 66, Haus des 
Pilatus 20, 65, 185, Haus S. Annae 
20, 66, beil. Grab 20, 21, 65, 68 
— 78, 131, (vgl. auch Ritter des 
heil. Grabes), Hospital 18, 19, 60, 
121, 185, Josaphattbal mit S. Ma- 
rienkirche 22, 30, 65, Sandschak 



V. 19, 6), 185, 188, S. Salvator- 
kirche 33 — 3i, Zionsberg 282, 
306, 307, Zionskloster 18, 19, 43, 
50, 65, 67, 102, 119, 121, 126, 
132, 134, 168, 186, 193, 2U, 267, 
274, 277, 2S3, 286, 287, 302, 303, 
306,307. 

Jerxheim, Friedrich aus 85. 

Jestetten 212. 

Iffnatius, 0. M. 301. 

Iklinger, Dr. Johann 182. 

Illingen, Johannes v. 160. 

Imichhausen, Heinrich v. 181. 

Indagine (Hagen), Johannes ab 142^ 

Indien 88, 190, 278. 

Inhausen 170. 

Inkmt, Nicolaus 163, 164. 

Innichen 74, 304. 

Innocenz III. 35, 40, VI. 9:^. 

Innsbruck 104, 107, 114, 136, 144, 
156, 171, 181, 187, 189, 191, 194, 
299, 216, 22 >, 221, 234, 236, 243, 
253, 259, 282, 291. 297, 300,301, 
304. 

Inuelener, Simon 219. 

Jobst, aus Danzig 242. 

Jochem, Wilhelm v. 117. 

Jördensdorf 86. 

Johannes, Bürger 160, 182, Dantis- 
cus 4, Diener 129, 177, Dietrich 
246, Dr. 167, Eberhard 24% Kauf- 
mann 162, Maler 174, Meister 
47, 222, Mönch, 0. M. 99, 114, 
259, Petrus 259, Priesterkönig 37, 
190, Schulmeister 161, Student 
254 von Wüten, Abt 315. 

Johanniter 35, 56, 58, 61, 65, S6, 
101, 114, 115, 117, 122, 123, 135, 
137, 147, 161, 170, 178, 179, 184, 
188, 189, 206, 208—12, 227, 244, 
250, 254, 200, 262, 263, 273, 292, 
293, 296. 

Johnsdorf, Hans Christoph v. 2<9. 

Jonima, Heinrich v. 196. 

Jordan 11, 21, 22, 56, 63, 72, 95, 
155, 159, 167, 217, 240—244, 274,. 
281, 305. 

Jordan, Joachim 192. 

Jorger, Wolfgang 103. 

Jorin Johann 196. 

Joseph, Meister 249. 

Ipenburg, Sebastian v. 196. 

Irland 89. 

Iselin 217. 



— 336 — 



Isny 74. 

Issekra, Friedrich 216. 

Istrien 16. 

Itzehoe 302. 

Juden 17, 19, 24, 30, 48, 60, 61, 
67, 72, 77, 89, 90, 111, 183, 188, 
193, 204, 221, 244, 251, 261, 267, 
291, 299. 

Judenburg 298. 

Jülich 108, 216. 

Julian, Priester 182. 

Juliani, Alexander 266. 

Julius II. 175. 

Junghen, Stephan Giesser v. 255. 

Just 182. 

Justigniani, Marco 202. 



Kaaden 145, 185. 

Käpfing, Friedrich Eckher v. 294 

-296. 
Kaemevoije, Jan von 160. 
Kärnthen 145, 233. 
Kamenz 271, 279. 
Kamer, Christian v. 158, Ludwig 

V. 110. 
Eamerau, fians v. 119. 
Kamin 192. 
Kampen 38. 
Kana 135, 306. 
Kangera 190. 
Kansten 182. 

Kant (Kenty), Johann aus 127. 
Kapernaum 135. 
Kapfmann, Daniel 170, 171, Stephan 

170, 171. 
Kappel, Friedrich v. 211. 
Kfcirel 67. 
Karl, Diener 244. 
Kaspar, Knecht 130. 
Kassan, Franz 191. 
Kathia 295. 
Katzenellenbogen, Graf Philipp v. 

107, 108. 
Katzwang 74. 
Kaufbeuren 244, 246, 251. 
Kautorto, Marco 48. 
Kaysenberg 74. 
Keidnert, Dr. theol. 189. 
Keller, Peter 285. 
Kempen 107, 142, 188. 190, 211, 

243, 271. 
Kere, Conradus de 201. 



Kessler, Hans 114. 
Kettler, Dietrich v. 211, Goswin v. 
119, Gotthard v. 211. 

Ketsch, Enderlein aus 216. 
Kettner, Johannes 140. 

Ketzel, Georg 97, 123, 173, 175, 
177, 196, 199, 200, Heinrich 97, 
175, 199, Lucas 97, Martin 74, 
97, 145, 155, 155, 169, 170, l7l, 
199, Michael 175, 199, 201, Se- 
bald 173, 196, 199, 200, Ulrich 
97, 131, 199, 200, Wilhehn 97, 
Wolf 97, 173, 175, 176, 199, 200. 

Kuen 294. 

Khassel, Hisickh 196. 

Khevenhiller, Geschlecht 243, Bar- 
tholomaeus v. 233, 236—238, 240, 
Franz v. 234, 236—238, 240, Hans 
V. 233, 236, 240, N. v. 292. 

Khlam, Wolf Leopold Perger v. 
258. 

Kholbeckh, Philipp 258. 

Khress, Martin 196. 

Kiechel, Samuel 24, 37, 270—272. 

Kiensheim 74. 

Kiew 278. 

Kilian Knecht 130. 

Kinsberg (vgl. Künsberg), Hans 109. 

Kirchberg, Grafen von: Albrecht 
128, Bernhard 245, Eberhard 110, 
N. 82, 164. 

Kirperger, Sigmund 111. 

Kirsten, aus Nordhausen 129, Knecht 

130. 
Kirstinrode (Kostenrode), Tile v. 129. 
Kisbode, Friedrich v. 129. 
Kitscher, Dr. 194—195. 
Kittlitz, Christoph v. 216. 
Klagenfurt 298. 
Klarcamp 75. 
Kleindienst, Georg 207. 
Klein-Bethlehem 74. 
Klein-Pechlam 74. 
Klingen Wolfgang v. der 301. 
Klingenberg, Johann v. 113, N. v. 

189. 
Klinstein 278. 
Klöbel, Geschlecht 239. 
Klostemeuburg 74. 
Knewsel, Hans 54. 
Kneyssel, Johann Wolfgang 258. 
Kniphausen, Folef v. 170. 
Knittelfeld 74. 



— 887 — 



Knoblocb, Geschlecht 235. 
Enöringer, Geschleclit 249, Georg 

109. 
Knnss, Johann 163. 
Enuth, Hans 193. 
Eobalhar 190. 
Kochberg (Eirchberg), Bastian v. 

129. 
Kock, Albert 119. 
Köckeritz (Koterisch), Georg v. 143, 

N. V. 245, 
Königsberg i. P. 57, 291. 
Königsberg (Künsberg), Geschlecht 

234, 235. 
Königseck, Geschlecht 234. 
Königstein-Epstein, Graf Georg v. 

200-201. 
Köpke, Georg 261, 262. 
Kokoss, Hans 271, 279. 
Kol, Alexander 254. 
Kolman, Koch 182. 
Kolnitz, Georg 235. 
Kolonitsch, Adam y. 258. 
Kommiersyn, Michael v. 265, 268, 

269. 
Komom 245. 

Konarski, Michael 265, 268, 269. 
Kongsberg, Johannes 199. 
Konuc, Jonannes 207. 
Konrad, Schreiber 114, von Basel 

24. 
Konstetel 88. 
Koppel, Walter 215. 
Kopten 257. 

Korkhan, Magnus y. 279. 
Korn, Ferdinand 278. 
Komburg, Joachim Rieter v. 285 

-^287, Karl Rieter v. 279. 
KomdorfPer, Bartholomaeus 216. 
Kos, Georg 269. 
Koschwitz, Cunz v. 183. 
Kospoth, Veit v. 173. 
Kotemch (Köckeritz), Benediz u. 

Wolf V. 209. 
Kothin, Hans 96. 
Kozaii, Heinz y. 109. 
Krabe, Veit 174. 
Kracht, Heinz 109. 
Kiackewitz, Gurt 192, 193. 
Kraft, Adam 169, 177, Ulrich 37, 

250—253. 
Krakau 127, 160, 163, 278. 
Kramer, Kornel 182, Ulrich 161. 
Kranach, Lucas ; vgl. Cranaoh. 

B&hricht, Pilgeiroisen. 



Kranrott, Phüipp y. 254. 

Krantz, Hans 188. 

Krapff, Georg 184. 

Kratzler, Hans 145. 

Kratzmeyer, Matthias 249. 

Kraus, Konrad 293. 

Kreckwitz, Hans 248. 

Kreig, Leöx>old v. 103. 

Kreil, Hieronymus 127. 

Kreitenach 219. 

Krems 78, 218, 284, Angelus aus 

218. 
Kremzow 255. 
Kress, Bernhard 107. 
Kreynck, Jacob 158. 
Kreyssen, Hans Sigmund von 258." 
Kling (?), Nicolaus 145. 
Krön, Kaspar 272. 
Kronberg, Wilhelm v. 254. 
Kropff, Johannes 160. 
Krug, Johann 115. 
Kubaibah (el-) 64. 
Kühn (Jazky), Georg 233. 
Kttllßtadt, Heinrich v. 114. 
Künsberg (Königsberg), Friedrich 

V. 109, Konrad v. 159. 
Kürsnar, Melchior 212. 
Ku&tein 205, 280. 
Kulstett, Hermann 130. 
Kulwein, Balthasar 225. 
Kummerow 254. 
Kuneitirah (el-) 256, 272, 288. 
Kunth (Knuth ?), Hans 129, Knecht 

144. 
Kuripeschitz, Benedict 245. 
Kurtz, Jacob 249. 
Kussweyl 222. 
Kutajah 224. 
Kyrspe, Romberch v. 43. 



Labengier, "Michael 250, 265. 
Lab er, Sigmund 142. 
Labricogne^ Petrus de 207. 
Lack 190. 
Ladenburg 260. 
Laibach 298. 
Laiestein, Petrus 250. 
Lamadro, Jan 167. 
Lamboc (Lamboy), Johann v. 219. 
Lampoltiner, Hans 111. 
Landau, Jacob v. 145. 
Landeck 190, 213, 217. 

22 



— 338 — 



Landenberg, Gottfried v. 212, Hein- 
rich V. 215. 

Landeshut 74, 92, 104, 107, 108, 
280. 

Lando, Petms de 48, 167. 

Landolt, Georg. 246, 248. 

Landriano, Antonio de 212. 

Landsberg 118, 235, 285, 286, Otto, 
Schenk v. 128. 

Lanfiranchi, Comelio 251. 
Lang, Bertholdt 114. 
Langdeck 225. 
Langeneck, Geschlecht 234. 
Lanffossa 196. 

Laninger, Wilhelm 290, 291. 
Lank, Braun 182. 
Lannoy, Gilbert 37. 
Lanscino, Alessandro 48. 
Lantferer, Jacob 131. 
Lanx, Johannes 192. 
Lanytily, Andrea« 192. 
Laodicea 257, 301. 
Lardizaval, Domenico 302. 
Lamaka 277. 
Laski, Johannes 140, 141. 
Laston, Eichard 250. 
Latore Mercorum, Bertrand de 48. 
Laubenberg, Christoph v. 233, 234, 
242, 243, Hans Kaspar v. 144. 

Lauffen. 74, Johann v. 265, 268. 
Lauingen 215, 216. 
Laun. Hans v. 103, Ulrich v. 103. 
Laupheim 75. 

Lauredano, Andrea 48, Antonio u. 
Lorenzo 48, Marco de 163. 

Laurentius, P. 286. 
Lausanne 206, 215, 253, 299. 
Lausitz 161. 
Lautrec 211. 
Lazinus, Kaspar 163. 
Lecco 282. 

Leckerhennslein 109. 
Leermoos 107. 
Leigen, Michael v. 167. 
Leimbach, Hans 174. 
Leimburg 127. 

Leiningen, Graf Oswald v. 188. 
Leipzig 7, 144, 148, 149, 220, 245 
—247, 253, 255, 289, 291, 297. 

Leistner 170. 
Leman, Ulrich 141, 142. 
Leminger, Asmus 174. 
Lemnos 262. 



Lenkersheim (Lentersheim), Kraft 
V. 109, Veit V. 159. 

Lentulus, Rupertns 257, 260. 

Leo (X), Papst 207, 217, St. 57. 

Leonrod, Wilhelm v. 215. 

Leopoldsdorf, Hirronymus Bek v. 
37, 38, 223—225. 

Lepanto 80, 255, 259, 306. 

Leseuflo, Christian 266. 

Lesinä 57. 

Leslie, Graf Walter v. 302, 303. 

Lestwycz, Adam 258. 

Leuendal, Johann v. 196. 

Leuma 190. 

Leuwarden 291. 

Leyden 38, 167, 182, 246. 

Leye, Hans Heinrich v. der 254. 

Libanon 24, 89, 90, 253, 268, 275, 
286, 287. 

Libenstatt, Nicasius de 208. 

Lichtenberg 118, Graf Ludwig v. 
118, Hans v. 114, 115. 

Lichteneck 273. 

Lichtenstein, Geschlecht 235, Axel 
V. 42, Christoph v. 109, Hans v. 
94, Heinrich v. 79, Ludwig v. 
263, 264, 270, Michael v. 225, 
N. V. 90, Otto V. 129, Rudolf v. 
103, Septimus v. 253, 257, Wolf- 
gang V. 316. 

Liebenfels 182. 

Liebzow, Dietrich 119. 

Liegnitz 74, 179, 180, 203, 204, Her- 
zöge von : Friedrich II. 203, 204, 
Ludwig IL 101, N. 210. 

Liem*e, Petrus de 242. 

Lille 217, Aegidius aus 207. 

Limburg, Freiherr Albrecht v. 263, 
Friedrich v. 180, 182, 243. 

Limissol 222, 230, 241, 266, 268, 
276, 283,. 284, 289, 293. 

Limoges 89, 219. 

Lindau 242, 249, 252. 

Lindauer, Andreas 282. 

Lindenberg, Jordan von 109, Paul 
Peter 37. ^ 

Lindmara, Fridericus de 208. 

Linz 78, 176, 220. 

Lippe 72. 

Lissa, Insel 177. 

Lissabon 109. 237. 

List, Christoph 179, 182, Sigmund 
167. 

Litthauen 269. 



— 839 — 



Livland 293. 

Livomo 279, 280, 298, 304, 305, 307. 

Lobe, Eonrad 115. 

Lobfingen 44. 

Lobkowitz, Johannes v. 180 — 182, 
Popel V. 271. 

Lobprak, Jan 167. 

Locbner, Hans 51, 109. 

Lockwitz, Freiherr v. 249. 

Log 119. 

Löfel, Emmerich 199. 

Löffelholz, Christoph 287, Dr. 173, 
196, Martin 156. 

Löser, Hans 196, Heinrich 143, 148. 

Löslin (Lösel), Georg und Hans 114, 
115. 

Löwe, Nicolaus 282. 

Löwen 219. 

Löwenberg 139. 

Löwenstein 144, Graf Albrecht v. 
24, 233, 236, 241, 255. 

Lohe (Lecho), Thomas 245—247. 

Lombardei 247. 

Lombardo, Marco 48. 

Lommatzsch, Heinrich v. 173. 

London 133, 207, 301, 305. 

Lorber, Anton 182. 

Lorenz 119, 130. 

Loretto 25, 41, 56, 80, 171, 195, 
205, 209, 215, 219, 237, 246, 249, 
265," 271, 279, 285, 299, 300, 302. 

Losenstein, Berthold v. 111. 

Losine, Petrus de 48. 

Lossburg 139. 

Lothringen 115. 

Lou, Johannes de 233, 234. 

Lowe (Louve), Nicolle 100, 106. 

Lub, Heinrich 305. 

Lucas, Knecht 174. 

Luchen, Jodocus de 159; 

Luddel, Peter 242. 

Ludger, 0. Min. 207. . 

Ludmilla 81.. 

Ludolph, H. W. 306, 307. 

Ludwig, 0. M. 218, Sohn Severina 
247. 

Lübeck 34, 35, 41, 44, 74, 75, 85, 
92—97, 102—104, 107, 108, 112, 
126, 140, 205, 219, Heinrich aus 
121, Konrad aus 102. . 

Lüpfen, Geschlecht 234, Graf Sig- 
mund I. V. 167, 

Lüttich 225, Bischof Johann v. 120, 
Johann aus 47, Seufried aus 196. 



Lugaster. Fiiedrich 111. 
Luiter,. Engelbert v. 114, 115. 
Luneborch, Gerhard 104. 
Lussy, Melchior 42, 265, 267, 268, 

282, 283. 
Luther 29, 32. 
Lutheraner 21, 40, 55, 60, 69, 70, 

226, 227, 234, 251, 252, 256, 274, 

291. 
Lutherbach, Philipp 250. 
Lutteke, Hans 102. 
Lutz, Ludwig 251. 
Luxemburg 108. 
Luzem 72, 115, 121, 195,211,214, 

218, 119, 229, 259, 265, 268, 281, 

299. 
Lydda 62, 64,. 185, 253, 302. 
Lyhe, Heimich v. der 242, 243. 
Lyla, Bartholomaeus de 208. 
Lyon 236, 237, 250, 255, 292, 301, 

305. 



Maarrah 288. . 

Maasmünster, Wolfgang v. 59, 211, 

212, 214. 
Macharius, St., Kloster 135. 
Mackhably, Christian 246, 247. 
Madagas^r 190. 
Mader, Christoph 249. 
Madrid 292. 
Madrussa 207. 
Madrutz, Geschlecht 235. 
Mäettsch, Albrecht 183, 184, 186. 
Mähren 204, 210, 240, 271, 279. 
Mändlein, N. 305. 
Matsch, Ulrich v. 86. 
Mättmann^ Andreas 297. 
Magdeburg 104, 144, 146, Burggraf 

Burchard v. 32. 
Magenhoffer, Hans 130. 
Mager, Wolf 242. 
Magerer, Nicolaus 119. 
Magnus, Carolus 250. 
Magrolinus, Petrus 208. 
Maidle 260. 
Mailand 64, 119, 127, 191, 196, 208, 

211—215, 219, 227, 228, 236, 242, 

246, 249, 251—154, 259, 264, 265, 
.271, 280, 289, 296, 305. 
Maillard, Jean 275. 
Maino, Johannes Angelus de 212. 
Mainz 44, 74, 92, 93, 104,: 114, 164, 

22* 



— UÖ — 



193, 195, 209, 210, 2^7, 253, 260, 
301, Erzbischof N. v. 202. 

Majorka 89. 

Malabar 190. 

Malamocca 296. 

Malborgeth 296. 

Malipiero, Marco 155. 

Mallerngart, Nicolaus 163. 

Mals 211. 

Malsperg, Hans v. der 115. 

Malta 254, 260, 262, 263, 271, 279, 
292, 295—297, 804, 306. 

Malters 265, 281. 

Maltitz, Hans v. l43, Heinrich v. 
143, Konrad v. 173, Kuntz v. 173, 
174, 183, Sigmund v 173. 

Maltzahn, Joachim v. 254. 

Malvasia 80, 306. 

Manaw, Detlef 182. 

Mandelsloh, Dietrich t. 192, 193. 

Manderscheid, Geschlecht 275. 

Mandorf, Antonius 302. 

Manewitz, Sigmund 209, 210. 

Manfredonia 218. 

Manhofer, Elias 251. 

Manlich, Anton und Melchior 250 
—253. 

Mans, le 161. 

Mansfeld, Geschlecht 275, Grafen 
von: Ernst 143, Gebhard 124, 
Günther 32, 204, Hoyer 202, 
Ruprecht 244. 

Mansiedeo, Ganian 196. 

Manswolt 182. 

Mantelo, Lucas 48. 

Mantener, Friedrich 180. 

Mantua 146, 184, 234, 236, Mark- 
gräfin V. 146. 

Marbacher, Nicolaus 279, 282. 

Marburg, m Steiermark 75, 91, 108, 
Ludwig V. 172. 

Marconi, Francesco 48. 

Margarethe, Mohrin 188, Pilgerin 
208, Wirthin 47, 65. 

Marghero 167, 223, 237. 

Maria, Pilgerin 225. 

Maria Einsiedehi 46, 104, 114, 124, 
188, 211, 217, 296. 

Mariani, Paolo 255. 

Marienberg, Abt v. 86. 

Marino, Dr. med. 246, Julius de 208. 

Marite, St., Nicolans de 48. 

Matkburg, Peter 124. 

Markschönfeld 235. 



Maroniten 89. 

Marquard/ Baccalaur 316. 

Marquardt, Martin 77, 235. 

Marsala 275. 

Marschalk, Christoph 242, Georg 

141, 144, Gerhard 143, Hans 144, 

Moritz 174, Rudolf 129. 
Marschall, Franz 247, Hairtmann 

159. 
Marseille 10, 47, 49, 141, 202, 250 

252, 255, 260, 266, 278, 292, 298, 

300—305. 
Martha, St. 46. 
Maridn, Bürger 144, Christoph 207, 

Dr. theol. 208, Eleonora 207. 

Hessli 210, Meister 243, St. 136. 
Marx, Geor^ 162—164. 
Maschko, Virgilius 258. 
Maschwander, Uhich 224. 
Massarga 300. 
Massimi, Aloise 179. 
Matharia 23, 77, 90, 107, 254, 255. 
Matthias, aus Preussen 115. 
Munck, Lienhard 243. 
Maulbronn 139. 
Maundeville, John von 4, 58. 
Mauren 2. 

Maurer, Brandolf 158, Wilhelm 103. 
Mauriana, Ludovicus de 208, 
Mautemdorf 294. 
May, Jacob 215. 
Maybaum, N. 303. 
Mayer, Erasmus 237, Johannes 303v 

304, Paul 301. 
Mcy Hans 192. 
Mecheln 24, 77, 104, 219, 220, Rem- 

bold aus 207. 
Meckau, Dietrich v. 209. 
Meckle, Konrad 272. 
Mecklenburg 86, 115, 1L6, 243; 

Herzöge von : Balthasar 156, 171,. 

Magnus II. 140, Ulrich. 140. 
Medten, Johannes 192. 
Meen, St. 169. 
Meggen, Jodocus v. 219, Johanne» 

V. 195, 219, Michael v. 126, Ni- 
colaus v. 126, 211, 213. 
Megiser, Hieronymus 37, Veit 237. 
Meglin, N. v. 304. 
Mehringen, Christoph v.. 113. 
Mehmstein, Ritter 81. 
Meier, Ukich 281.. 
Meissback (Meusebach ?)^ Hans v. 

173. 



— Ml — 



Meissen 127, 129, 146, 17a, 252, 271. 
Meissner, Gesckleclxt 235, Johann 

127, 158. 
Mekka 185, 190, 239, 284, 295. 
Melanchthon 35. 
Melesant, Wilhelm 246, 247. 
Meletius, Hiero^aonachus 256. 
Melioris, Franciscus 208. 
Mellerstiadt, Heinrich, Dr. jor. 143. 
Meilingen, Johann Huneck v. 218. 
Mellrichstadt 173. 
Melun 219. 

Melusine, die schöne 82. 
Memmingen 161, 190. 
Mendel, Peter 156. 
Mendt. Gangolf v. 82. 
Mengen 165. 
Mentzinger, Elias 284. 
Meran 124, 188, 190, 205, 211. 
Mercy 167. 
Mergenthai, Hans y. 14, 143, 145, 

Kaspar v. 145. 
Merlo, Juan de 106. 
Memau (Wemau?), Ferdinand v. 

162—164. 
Merode, Geschlecht 243, 244, Ruckelt 

V. 215, Werner v. 233. 
Merseburg 74. 
Meryta, Johannes de 219. 
Meschede 75. 

Meseritz, Wilhehn v. 209, 210. 
Mesoino, Daniel 289. 
Messgringen, Hieronymus v. 289. 
Messina 80. 254, 263, 290, 292, 295 

—297, 300, 304, 306. 
Mestre 167, 285, 294. 
Meteier, Heinrich 99. 
Metsch, Konrad 173. 
Metter, Jacob v. 243. 
Mettler, Hans 96. 
Metz 74, 100, 106, 215. 
Metzger, Balthasar 306, Konrad 235. 
Meyer, Johann 281. 
Mican, Friedrich 278. 
Michael, Barbier 167, 262, Jacob 

208, Koch 174, 204, St. 46, 296. 
Michaelis, Jacobus 48. 
Michel, Bernhard 109. 
Michiel, Jacomo 205, Marino 102. 
Milbing, Johannes 179. 
Milchimg (vgl. Schützper), Hermann 

233, 243. 
Mile, Jacob 289. 
MiUer, Michael 272. 



Millobrig, Peter v. 187. 

Milost, Antonio 302. 

MiKdtz, Georg v. 143. 

Minokwitz, Georg v. 209, 210, Hans 

V. 143, 209, 210, Kaspar v. 242, 

N. T. 270 
Minden 89, 90, 216. 
Minoriten 109, 114, 115, 124—126, 

129, 158, 159, 163, 166, 182— 

184, 205, 207, 208, 214, 215, 217, 

219, 227, 242, 246, 247, 257, 259, 

266, 283, 294, 299, 301, 302, 306. 
Miraech, Johann 145. 
Mirecourt, Desiderius v. 115. 
Mirra 300. 

Misselbach, Bastian v. 172. 
Mitry, B^mion de 100. 
Mittag, Stephan 142. 
Mittelburgh 182. 
Mittelhauser, Johann 162, Kaspar 

162. 
Mittelheim 74. 

Mittenwald 108, 136, 184, 187, 253. 
Mocenigo, Aloise 152, 239. 
Modena 266. 
Modon 16, 57, 80, 128, 133, 144, 

146, 167, 175, 184, 188, 190, 192, 

194, 196, 306. 
Mömpelgard 116, 139, 292. 
Mönch, Heinrich 173, 182, 
Mors, N. V. 190. 
Mörspurg, Geschlecht 234, Freiherr 

Augustin V. 271. 
Moilon, Mr. de 250. 
Molino, Filippo de 91, 277. 
Molles, Johann 192. 
Moire, Hans 192. 
Mongolen 2. 

Monmouth, Humfred 207. 
Monnart, Nicolaus 272. 
Monot, Franz 221, 275. 
Mons 182, 247, Lenghuerrand v. 

168. 
Mons Heldronis, Oliverius 249. 
Montaignac, Louis de 257. 
Montanus, Matthaeus 206. 
Mont Cenis 255. 
Monte, Laudoinus de 257. 
Monte €roce, Riccoldo de, 0. Pr. 

1, 2. 
Monte Fiascone 249. 
Monte Sion, Burchardus de 30, 32, 

164, 212. 
Montfort (Feldkirch — Sargana — , 



— 342 — 



Werdenberg), Geschlecht 234, 
Grafen von: Albrecht I. 82, 87, 
Heinrich 108, Hugo 97, 98, 230, 
231, Johannes 59, 141, 219, 230 
—232, 238, Philipp 232, Rudolf 
93, 94, Ulrich 93, 170, 230, 231, 
Vincenz 231—232. 

Mont PEyeque, N. v. 206. 

Morani, Paolo 77. 

Morea 241. 

Morianus, Petrus 257. 

Momewech, Dietrich oder Tieder- 
mann 94. 

Moro, Simon 286. 

Morosini, Andreas 48, Antonio 278, 
Francesco 59. 

Mosbach, Sigmund v, 162 — 165. 

Mosburg 273. 

Mosheim, Seufried v. 275. 

Mosul 253. 

Moxinus, Zacharias 208. 

Mudacio, Leonardo 48. 

Mudersbach, Daniel v. 107. 

Mühlbach 107. 

Mühlhausen 130. 

Mühlich, Georg 118. 

Mülinen, Kaspar v. 203, 214, Nico- 
laus V. 281. 

Müller, Bürger aus Berlin 166, Jo- 
hannes 163, 218, 265, Michael 24. 

Mülwetzhausen, Geschlecht 234. 

Münch, Hans 173. 

Münchau (Münchow), Hilg v. 165. 

Münchdorf, Wolfgang v. 158. 

München 74, 80, 102, 128, 146, 177, 
178, 184, 187, 234, 249, 285, 293, 
301, 303. 

Münchingen, Wilhelm v. 137. 

Mündelsheim 233. 

Münden 169. 

Münsingen 139. 

Münsinger, Hans, Dr. med. 51, 112, 
137. 

Münster 67, 90, 104, 297, 300. 

Münsterberg 93. 

Münstermaifeld 74. 

Müntzer, Hans 144. 

Münzer, Wolfgang 227—229. 

Muffel, Gabriel 112, 133—136, 
Nicolaus 130, 131, 136. 

Mugiaschga, Nicolaus 265. 

Muginen, Georg und Nicolaus 282. 

Muhibb el-barr Abd el-Hai 63. 

Mulich, Heinrich 129. 



Mnmprot, Bastian 215, Walter 215. 

Mura, Guiglielmo 266. 

Murano 181. 

Murer, Dietrich 113. 

Murhardt 139. 

Muri 73, 243. 

Musica, Johannes 225. 

Mussei (Muffel ?), Oswald v. der 209. 

Mussy, Bernhard 206, 207. 

Mustapha Bey 243. 

Muth, Hans 174. 

Muting, Nicolaus 50. 

Myra 243. 

Myrike, Heinrich 305. 



N. Dietrich v. 182. 

Nablus 117, 272. 

Nästelmann, Hans 249. 

Nättel 273. 

Nagel, Johann 171. 

Nagold 139. 

Nain 134, 306. 

Nancy 188, 217, 263. 

Nane 48. 

Narbe, Paul 129. 

Narnsdorf 244. 

Nasir ed-din Muhammed 60. 

Nassau, Grafen von: Heinrich 211, 

Johann 166, Ludwig 188, 189, 

N. 91, 166, 212, 213. 
Nassereit 190, 211. 
Nauders 211. 

Naumburg a. S. 189, 209, 297. 
Nauplia 80, 306. 
Navarino 80, 306. 
Navarra 188. 
Nazareth 69, 75, 117, 119, 125, 134, 

223, 288, 294, 295, 297, 298, 300, 

302, 306. 
Neapel 25, 80, 90, 120, 136, 138, 

141, 170, 175, 210, 214, 218, 220, 

237, 242, 247. 254, 263, 264, 268, 

272, 279, 288, 292, 293, 296, 304, 

Könige von: Ferdinand 171, N. 

188, 210, Robert 88. 
Nebi Samwil 64. 
Nebla, Anna de 207. 
Nebra, Reinhard v. 130. . 
Negroni, Andreas 288. 
Negroponte 140. 
Neigkher 102. 
Neipperg, Albrecht und Hans v. 

103, 110, 111. 



— 343 — 



Neitzschitz, Cliristopli t. 297, 2d8. 

Nempsi, Chainrat 103. 

Nennens, Johann 114. 

Neopliytus 307. 

Nerval, Johannes 206. 

Nesselwang 188. 

Netra, Wolf v. 170. 

Neu-Brandenburg 171. 

Neu-Buckow 116. 

Neu-Ruppin 74. 

Neu-Schönberg 209. 

Neuburg 222, 251. 

Neuchätel 101, 212. 

Neuenburg 139, Graf Ulrich v. 41. 

Neuffen 74. 

Neukiroh 181. 

Neumarkt 263. 

Neuneck, Albrecht v. 170, Hans v. 
137, Reinhard v. 215, 216. 

Neuser, Adam 263. 

Neuss, Johannes 54. 

Neustadt 72, 300, Hermann v. 209. 
210. 

Neuweiler 74. 

Neuwerck 249. 

Nicaea 276, 288. 

Nicolai, Bruno 207, Petrus 246. 

Nicolais, Angelo de 48. 

Nicolaus, Canonicus 65, 160, 225, 
Dolmetscher 109, Kaplan 137, 182, 
Magister 182, Martin 289, Papst 
(V.) 32, 122, Pilger 90, Priester 
114, 114, Sohn des Ploten 86, 
St. 214, Ungar 91. 

Nicolawese, Kaplan 102, 103. 

Nicomedien 141, 247, 276. 

Nicopolis 102. 

Nicosia 59, 119, 127, 147, 208, 210, 
218, 231, 238, 243, 277. 

Niedecke 106. 

Nieder-Brela 100. 

Niederer 265. 

Niederländer 5, 6, 13, 14, 36, 38, 
61, 70, 71, 99, 100, 119, 145, 182, 
183, 207, 208, 212, 219, 221, 225 
—228, 233, 234, 242—248, 259, 
271, 278, 280, 285-290, 293, 294, 
303, 305. 

Niederrain 294. 

Niemitz, Johann 209. 

Niger, Antonius 219. 

Nil 29, 78, 190. 

Nilli, Bernardino 271. 

Nisch 298. 



Niveües 219. 

Nizza 251, 252, 275. 

Nocknitz, Christoph u. Gallus v. 
243. 

Nördlingen 279, 280, 284. 

Nogner, Johannes 192. 

Nordhausen 129, 130. 

Normandie 247. 

Norwegen 133. 

No8t(w)itz, Abraham v. 245. 

Nothaöt (vgL Hohenburg), Ge- 
schlecht 243, Haimarus v. 104, 
165, Hans v. 137, Heinrich v. 
145, 184, 185, Kaspar v. 233. 

Nout, Cornelius 246, 247. 

Novibazar 227. 

Nuborrogh (Newburgh), Roger 207. 

Nürnberg (er) 7, 41, 57, 65, 67, 74, 
78, 96, 97, 101, 104, 108, 109, 
119, 123, 128, 130, 131, 133, 136, 
141, 142, 144, 146, 156, 158. 160, 
169—171, 173, 175, 179, 189, 191, 
192, 199, 215, 216, 220, 228, 242 
—250, 261, 270, 273, 284—290, 
293, 300, 301, 305, Burggraf Jo- 
hann V. 8. 

Ntitzel, Karl 37, 81, 273—275, 287. 

Nussdorf, Burchard v. 162, 165. 

Nutz, Johann 251. 



Oberehnheim 74. 

Oberlindt 209. 

Obemizke, Hans Lentil (Leutholdt) 

180, 181, (Ejprinc). 
Obsopaeus, Dr. Johannes 260. 
Ochsen, Georg Schutzbecher zu 209. 
Oekchnitz, N. v. 287. 
Oersbach, Walter v. 271. 
Oerttel, Emmanuel 24, 238, 239, Se- 

bald 31. 
Oertzen, Sievers v. 116. 
Oesterreich 59, 129, 159, 161, 182, 

261, Herzöge von: Albrecht IV. 

35, 93, 94, 100, 138, Ernst 7, 10, 

101, 103, 110, 111, Friedrich 61, 

110, Leopold 35, Sigmund 54, 138. 
Oettingen, Geschlecht 249, Grafen 

von: Friedrich 101, Ludwig 92. 
Ofen 96, 245, 250, 264. 
Offenburg, Hermann v. 113. 
Oliva 300. 
Ohnütz 146, 210. 
Onophrius, St. 177. 



— 344 — 



Opachowsky, Mariin 1^0, 291. 
Opizonibus, Johaimes Bapiista de 

208. 
Oppelant (üffland), Jacob 130. 
Oppersdorf, Wolf v. 226—220. 
Ordoricus 43. 
Oiiamünde 75. 
Orlando, Bubino 234. 
Orleans 236. 
Ormuz 277—279. 

Ortenberg, Graf Wolf v. 180, 181. 
Oschmar, Nicolaus 181. 
Osnabrück 290. 
Osninff 90. 
Ospitale 107. 
Ossuna, Herzog v. 293. 
Ostell, Maitre d' 263. 
Osten, Ewald v. der 192, 193. 
Osterberg, Adam Berger v. 257, 

Paschasius Osterberger v. 305. 
Osterburg 278. 
Ostergau 75. 
Ostfriesland, Grafen von : Edzart L 

170, Enno I. 170. 
Ostbeim, Christoph v. 167. 
Ostindien 24. 
Ostrowitz, Johann 280. 
Oswitz 74. 
Otranto ]36, 137, 170, 195, 214, 

282. 
Ott, Hans 248. 
Ottenstein 211. 
Otto, David 48, 234, 236, 251 , Knecht 

130, 174. 
Oudenarde 225, 233, 242. 
Ow, Johann v. 216, Märklin v. 183. 



Pabo, Jacob 219. 
Pace, Hieronymus de 208. 
Pachelbel, Wolfgang 256, 258. 
Pacificus, Franciscus 286, Lauren - 

tius 265, 266, 268, 269, 283. 
Paderborn 90. 
Padua 4, 37-40, 94, 104, 108, 184, 

192, 208, 222, 226, 236-238, 243, 

246, 253—256, 259, 264, 268, 281, 

285, 289, 304, 315. 
Paiet, Robert 207. 
Palandt 222. 

Palentzig (Polentzki), Christoph 192. 
Palermo 266, 267. 
Pallandt, Friedrich v. 129, N. v. 

117. 



Pallao, Aloise 234. 

Pallice, Mr. de 263. 

PalndanuB, Bernhard, Dr. med. 253 

—254. 
Pancratins, Mönch 215, 287. 
Pannewitz. Andreas 144. 
Paphos 164. 

Paprion, Georg 304, 317. 
Pappenheim, Geseldecht 234, 249, 

Alexander v. 242, Chrifitoph v. 233, 

234, 237, 240, Konrad v. 109, Eu- 

charius v. 128, Georg v. 124, Leon- 

hard v. 159, Sebastian v. 173. 
Paracelsus 38. 
Parchwitz, Hans Zedlitz v. 216,' Otto 

V. 203. 
Pardo, Moses 291. 
Parenzo 16, 57, 130, 136, 241, 257. 
Paris 37, 38, 46, 168, 191, 236, 237, 

260, 262, 272, 289, 300, 305. 
Parma 242, 289. 

Parro, Johannes Angelus de 268. 
Parsberg, Hans v. 145, Konrad v. 

184, Wolfgang v. 159. 
Part, Michael Niederer v. 165. 
Partenkirchen 104, 253. 
Partt, Waltheuser 184. 
Pascasii, Laurentius, Dr. med. 192. 
Paschalis, Antonius 259. 
Passau 181. 
Patrick, St. 41. 
Pattenhusen, Ludolf 102. 
Pauillart, Anton 212. 
Paul, Büchsenmacher 188, (V) Papst 

293, Pilger 181. 
Paulo, Nicoiao 96. 
Paulsdorf, Gregor v. 189, Wilhelm 

V. 188, 189. 
Paulus, Nicolaus 48. 
Paulus, St., Kloster 107. 
Pavia 9, 208, 242. 
Payll, Johannes, Dr. 190. 
Pelchinger, Anton 126. 
Penen, Johann v. 290. 
Penzig, Czaslau IV. v. 100. 
Perband, Christoph 290, 291. 
Perchtolsdorf 74. 
Perger, Wolf Leopold 258. 
Perkhoffär, Konrad 316. 
Perleberg 74, 202. 
Perlnberga, Jacob Konrad Praeto- 

rius V. 279. 
Perneck, Wilhelm v. 111. 
Peronne 219. 



— S4S — 



Perrot, Clan«Le 259. 

Persien 91, 206, 278. 

Pestli 191, 288. 

Peter, Barbier 144, BüchsennieiBter 
188, 190, Koch 161, 182, Mönch 
115, Pilger 137, Priester 114. 

Peterlingen 212. 

Peters, Andreas Lorenz 290. 

Petersson, Adrian 225. 

Petri, Peter 246. 

Petrosio, Carolus de 219. 

Petrus, Comestor 30, Johannes 207, 
N. 283, V. Ravenna, Dr. jur. 195. 

Pezinger, Balthasar 192, 193. 

Pezzen, Dr. jttr., Bartholomaena 258. 

Pfalz, 184, 212, 253, Herzöge von 
der: Lndwig III. 106, Otto IL 
126, 127. 

Pfannberg 97. 

Pfeffinger, Degenhard 172, Veit v. 
172. 

Pfeiffer (Pfyffer), Moritz u. Rudolf 
265—268. 

Pfenning, Johannes 171. 

Pfinzing, Georg 109, 112, Sebald 
109, 156. 

Pfirt, Graf Johann v. 82. 

Pfister, Melchior 242. 

Pflug, Andreas 196, Caesar 173, 182, 
Haubold 173, 182, Heinrich 143, 
Kaspar 173, Otto 143, 196, Sig- 
mund J82, Thomas 196. 

PfoU, Bernhard 205. 

Pfui, Nickel 124. 

Pfullinger 139, 256. 

Phasgar 190. 

Philipp, Diener 177, Secretär 188. 

Philippopel 294, 298. 

Philippus, Zilius 266. 

Piacenza 75, 249. 

Picardie 156. 

Piellsse, Lorenz 196. 

Piemont 271. 

Pilatus, Pontius 73, 260, 265, 268. 

Pilon, Jacob 259. 

Pilsen 181, 280. 

Pingswirth, Ulrich v. 257. 

Pinon, Charlier de 255. 

Pinzenau, Hans v. 145. 

Pisa 141, 208, 254, 298. 

Pisano 48. 

Pissonius, Gabriel 279. 

Pistorius, Georg, Dr. med. 266. 

Pixini, Maurino 103. 



Pizzicolle, Ciriaco 38. 

Placentia, Franciscus de 132. 

Plättsch 295. 

Planche, Mr. de la 263. 

Planitz, Georg V. der 209, 210, 
Hans ▼. der 144, 152, Rudolf 
V. der 173, 174, 180, 182, 208 
—210. 

Plarer, Christoph 215. 

Plasere, Mr. de 242. 

Plasson 248. 

Plate, N. V. 83. 

Plattenberg (Plettenberg), Hundt 
V. 51, 129. 

Platz, Anton 272. 

Plane 96. 

Plauen, Heinrich Reuss v. 128, Jobst 
V. 145. 

Plaumont 292. 

Pleickart, Johannes 263. 

Pliburg, Thomas Grussig aus 206. 

Ploten und sein Sohn Nicolaus 86. 

Pluvier, Natalis 259. 

Podewils, Michael 192, 193, Peter 
193. 

Pöltinger, Sigmund 258. 

Pömer, Georg 242, 243. 

Pola 16, 133, 142, 205, 294. 

Polen 78, 99, 119, 184, 207, 212, 
259, 264, 267, 269, 304. 

Polentzki (Palentzig), Christoph 192. 

Polenz, Christoph 180, 182, Jacob 
124, Nicolaus v. 111. 

Polheim, Geschlecht 61, 235, Sig- 
mund V, 166, Uhich v. 111. 

Polintzki, Christoph v. 158, 193, 
Jacob V. 158. 

Polizzo, Maria de 302. 

Pollich, Martin, Dr. med. 51, 146, 
173. 

Poloner, Johannes 104. 

Polschitz, Freiherr Christoph Ha- 
rant v. 280. 

Poltguss 109. 

Polydorus, Johannes Baptista, Dr. 
266, 267. 

Polzonus, Paulus 208. 

Pommern 99, 167, 193—195, 242; 
253—255, 261, 271, 273, 275, 
Herzöge von : I3ogislaus X, 6, 12, 
41, 47, 56, 191—195, Wratislaus 
VII 99, Wratislaus VIII. 99, 101 
(vgl. Stettin). 

Pomphj, Jacob 209. 



— 346 - 



Pontebba 221, 294. 

Popering 246. 

Popplau, Nicolaus v. 169. 

Por, Johannes de 266« 

Porlezza 246, 282. 

Porlunt, Aegidiufi u. Justus 249, 250. 

Pomer, Arndt 104, Hans 104, 

Poro 190. 

Porscliius, Henricus, Prof. Dr. 257, 
258. 

Porta, Petrus 266. 

Portenarius, Martinus 208. 

Portugal 82, 100, 252. 

Postara, Lucas 155. 

Postel, Wilhelm 5. 

Poster, Dietrich 109. 

Potendorf, Heinrich v. 103, Eonrad 
V. lOa, Paul V. 111. 

Potsdam 304. 

Pourmereyt, Dirk Jans und Hein- 
rich Jans von 233. 

Poussy, Guido v. 167. 

Pra, Baptista de 208. 

Prangert, Georg v. 217. 

Prag 96, 101, 133, 220, 247, 299. 

Prarborken, Johannes 167. 

Praroman, Humbertus de 206, Ni- 
colaus de 256. 

Prassberg, Hans Rudolf v. 249. 

Prattehi, 127. 

Prayner, Philo 243. 

Prefat, Ulrich 220, 221. 

Prendhome, Guillaume 219. 

Prengch 112. 

Prensi, Leonardo 179. 

Pressburj? 226. 

Preuse, Peter 130. 

Preussen 2, 89, 115, 119, 182, 184, 
265, 268, 282, 29<», 300, 315, Jo- 
hann V., Guardian 71, 156, 162, 
183, 186, 188, 191, 193, Könige 
von: Friedrich lU. (deutscher 
Kaiser) 33, 304, Friedrich Wil- 
heim IV. 125, Wühelm IL (deut- 
scher Kaiser) 33—34, 125. 

Preussinger, Wilhelm 109. 

Preysing, Georg v. 249. 

Prigl, Christoph 258. 

Primat, Heinrich 177. 

Primus, 0. M. 218. 

Priuli 48, 255. 

Promasens 275. 

Prosinofsky 233, 238. 

Prun, Hans 144. 



Puchberg, Georg v. 156. 

Puchheim, Georg u. Hans v. 111. 

Puchler, Geschlecht 165. 

Puck, Peter 249. 

Putten 277. 

Pulsinger 109. 

Pundor, Paul 290. 

Pyati, Bernhard 302. 

Pyrea, Peter 156. 



Quadus, Michael 37. 
Quarentana 135. 
Quast, Hayn 124. 
Quedlinburg 44. 
Quirino, Andreas 12, 48. 



Raab 245. 

Rackwitz, Wigand v. 144. 

Raden 145. 

Radmacher, Dietrich 114. 

Radstätt 109, 296. 

Radwiler, Hans 115. 

Radzivill, Herzog Christoph v. 269. 

Räbor, Petrus 265. 

Ragusa 16, 57, 114, 126, 187, 204, 

291. 
Raha 300. 

Raigecourt, Jehan de 100. 
Raininger, Hans 26, 82. 
Rajanow, P. Innocentius de 299. 
Ramele, Arndt 192, 193, Doringer 

192 193. 
Ramiah 16, 17, 18, 23, 60—62, 64, 

65, 133, 141, 154, 155, 167, 178, 

185, 186, 188, 192. 193, 195, 204, 

207, 227, 228, 234, 240, 241, 249, 

254, 255, 257, 259, 275, 287, 289, 

290, 295, 299, 305, 306. 
Ramseid, Georg v. 126. 
Ramstein, Heinrich v. 106, Wappen 

234. 
Rantzau, Geschlecht 258. 
Rantzow, Gert 258, Heinrich v. 293, 

294. 
Raphael, St. 46. 
Rappolstein, Maximilian v. 162 — 

164. 
Rastatt 260. 

Rastenberg, Heinrich v. 114. 
Ratenstein, Ludbeig ▼. 111. 
Rattenberg, Fr. Gabriel aus 218. 



— 347 — 



Rattich, Johannes 261, 262, 271, 

272. 
Battstein, Johann v. 59. 
Ratzenhausen, Jerotheus v. 162. 
Raubiol, Johannes 192. 
Rauch, Sigismund, aus Raitt 223. 
Rauter, Ludwig v. 37, 248, 291. 
Rauwolf, Georg 251, Leonhard, Dr. 

med. 5, 251—253, 258. 
Ravaziol, Bemardino 272. 
Raveli, Francesco 295. 
Ravenna 190, 241, 300, Petrus v., 

Dr. jur. 195. 
Ravensburg 161. 
Raw, Johann Rupertus de 275. 
Rebiz, Heinz v. 180, 182. 
Rebland, Hauptmann 303. 
Rechberg (Hohenrechberg) , Ge- 
schlecht 234, 249, Albrecht v. 

107, Ferdinand v. 275, Hans v. 

220, 221, Ludwig v. 167, 168, 

235, Ulrich v. 137, Veit v. 137, 

Wilhehn v. 141. 
Rechenberg , Christoph v. 173, 

Erckinger v. 159, Gaudentius v, 

107. 
Recke, Dietrich v. der 211, Geert 

V. der 211. 
Rederer, Friedrich 184. 
Redem, Geschlecht 234. 
Redwitz, Friedrich v. 225, Hans v. 

136. 
Regensburg 74, 104, 221, 222, 230, 

244. 
Regenstein, Graf Bernhard v. 124. 
Reger, Johann 182. 
Rehlinger 43, 54, Friedrich 223. 
Reichenbach, Stephan v. 92. 
Reichenweyr 139. 
Reichshofen 215. 
Reidanderlein 175. 
Reisb erger, Wilhelm 111. 
Reiss, Urban 273. 
Reitzenstein, Friedrich v. 180, 182. 
Remagen 74. 
Remimdt, Franciscus 246, Jacob 

246. 
Renen, Johann v. 225. 
Rentz, Friedrich 252. 
Reppin, Jacob v. 149. 
Reschen-Scheideck 104. 
Restalis, Petrus 208. 
Retimo 91. 
Reuss 128, Christian 137. 



Reuter, Paul 24, 235, Peter 244. 

Reutlingen 74, 138. 

Rewich, Erhard 164. 

Reynier, Johannes 119, 255. 

Reyston, Johannes 207. 

Rheims 207. 

Rhein, Pfalzgrafen bei : Alezander 
187—189, Friedrich 159, Johann 
165, N. 159, 180, Ottheinrich 215, 

216, Werner jun. 85. 
Rheinfelden 114, 225, 301, Ignatiu» 

P. aus 301. 

Rheinfels 108. 

Rheyn, Geschlecht 235. 

Rhin, Melchior de 137. 

Rhodus 6, 16, 30, 35, 58—60, 64,. 
76, 82, 89, 93, 96, 108, 115, 117, 
118, 121—123, 125, 128, 130, 141, 
143, 144—147, 153, 161, 162, 165, 
170, 174, 178, 181, 185, 187, 188, 
189, 193, 195, 205, 206, 208—214, 

217, 247, 248, 258, 261, 262, 273 
—276, 293, 302, 304, 305. 

Rioha, Rafaelo 179. 

Richem, Eyloff v. 173. 

Richmudt, Martin 211, 213. 

Ridler, Antonius 42. 

Rido, Erhard 217. 

Riedeburg, Georg v. 127, Nicolau» 
V. 226—229. 

Riedesel, Philipp 263. 

Riedheim, Geschlecht 234. 

Riedler, Hans Friedrich 279, Hein- 
rich 87. 

Riegler 249. 

Rieneck, Christoph v. 233, 234. 

Riesenburg 31. 

Rieter, Andreas 142, Eustachius 156, 
196, Hannibal 242, 286, Hans 96, 
Heinrich 97, Joachim 285, 287, 
Karl 279, Peter 1 12 Sobald sen, 
42, 131, Sobald jun. 156, Wilhelm 
97. 

Rietheim, Eginolf v. 137. 

Riga 278. 

Rimini 237. 

Rindfleisch, Hans 189, Peter 56, 18^. 

Rinkschchad, Pancratius 111. 

Rinteln 41. 

Risbun, Georg 240, 250. 

Rischach (Reischach), Bolaig v. 16T. 

Risoneri, Quintinus 246, 247. 

Ritereysen, Andreas 199. 

Ritterjohann, Johannes 207. 



— a48 — 



Pix, Richard 246. 
Boboretas, Octavianus 278. 
Kocque, la 168. 
Kode, Chmtopli t. 129. 
Rodenborch, Nicolaus 94. 
R.odenhausen, Adelolf 254. 
Rodes, NicolatiB 109. 
Römer, Martin 82, 144. 
Rösslin, Bertholdt 272. 
Roth, Martin 164. 
Roermonde 119. 

Rogendorf, Freiherr Wolf Wilhelm 
von 257. 

Roggow 116. 

Rohrdorf 137. 

Roland 57. 

Roll, Johann v. 280, 299. 

Rollo, Cesare 266. 

Rom, 3, 5, 25, 31, 34, 35, 41, 54, 
61, 80, 89, 93, 99, 100, 107, 113, 
120, 122, 136, 138, 141, 146, 156, 
158, 171, 190, 194, 195, 205, 209 
210, 213—220, 223, 226, 232, 236' 
237, 239, 241, 242, 246, 249, 254,' 
257, 259, 264, 268, 271, 279, 282, 
283, 288, 293, 298, 300, 302. 

Romagna 208. 
Romano, Jacob 48. 
Romberch de Kyrspe 43. 
Romcala 300. 
Romont 206, 275. 
Rosen, Hans zum 124. 
Rosenau, Andreas v. 209, 210, Anton 
V. j83, Oswald v. 145. 

Rosenbach, N. v. 272. 

Rosenberg, Geschlecht 249, Hie- 
ronymus v. 159, £unz v. 172, 
174, 182. 

Rosenfeld 139. 

Rosenheim 181, Kunz y. 249, Mat- 
thias V. 282, 283. 

Rosenkreuzer, Christian 38. 
Rosenpusch, Hans 174. 
Rosenthaler, Martin 172. 
Roseti, RomuluB 250. 
Rosette 24, 235, 254, 274, 290, 294. 
Rössel, N. 165. 
Rostock 278. 

Rot, Hans 113—115, Peter 124. 
Rotenstein, Geschlecht 173. 
Roth, Peter 47, Werner 141. 
Rothenburg, a. T. 75, i. W. 138. 
Rothenhan, Hans v. 109, Lutz v. 



124, Wolf Christoph v. 263, 264, 

270, 279. 
Rotmundt 271. 

Rottenburg 74, Heinrich v. 315. 
Rottendom (Rotterdam?), Georg v. 

167. 
Rotterdam 233, 246, 301. 
Roftitzsch, Nickel 145. 
Rottweil 212. 
Rougier, Pierre 259. 
Rousse, Etienne 259. 
Roverea, Jacob v. 206. 
Rovigno 16, 254, 259, 272. 
Rozmital, Leo v. 112. 
Rubin, Johann, Dr. med. 242, 249. 
Rudella, Franz 299. 
Rudolf, aus Zürich 162, Knecht 182. 
Rue, Robert de la 219. 
Rückingen, Johann ▼. 169. 
Rüdesheim 83. 
Rüdigheim 209. 
Rüedi, Hans 281. 
Rugershausen, Engelbert v. 115. 
Rugk, Hauff V. 233. 
Ruhleben (Rüxleben), Heinrich v. 

129, 131, Kaspar v. 144, Kirsten 

V. 129. 
Rummel, Franz 109. 
Rumpf (zum Waolross), Sigmund 

233, 234, 235, 240, 242. 
Romroht, Johann Georg v. 263, 264. 
Rup, Lorenz 114. 
Ruppel, Johann, Dr. med. 263. 
Rupprecht, Knecht 215. 
Ruschofsky, Heinrich 258. 
Russ, Melchior 54. 
Russland 89. 
Russwyl 265, 281, 282. 
Rysfi, Johann 182. 
Rysthberg, Johannes v. 159. 



Saal, Gottfried v. 254. 

Saarbrücken 180. 

Saarburg 117. 

Saba 190. 

Sachse, Hans 145. 

Sachsen, Herzöge von : Albrecht 7, 
14, 82, 142—144, 156, 199, 261, 
Friedrich 191, Heinrich 45, 81, 
82, 189, 195—199, Johann 191, 
Wilhelm (vgl. auch Thüringen) 
7, 127, 128, 152, 153, 155. Kur- 
fürsten von : Ernst 150, 152, Fried- 



— 849 — 



rieh 7, 10, 61, 162, 17Ä— 178, 182, 

199, 206, Eurfüntin Margaretha 

von 146, 149, 150, Prinz von 305. 
Sachsenburg, Peter 192. 
Sachsenbeim, Hermann 137. 
Sacbsenstein 275. 
Sack, Hans 159, 173, Kaspar 144, 

Ulrich 109. 
Sacken, N. v. 293. 
Säffchingen, Wilhelm aus 86. 
Safed 39, 67, 79, 90, 125, 272. 
Sagan 74, 132, Abt Jacob v. 132, 

Herzog Heinrich, der Eiserne, v. 

92 
Saidieh 107. 
Saintes 169. 
Saintonge 163. 
Saix, Jean du 258. 
Salahiije (es-) 76, 295. 
Salemo 136, 214, 220. 
Salestatt u. Godeholm, Graf Erich 

Bilecke v. 260. 
Salette 167. 

Salheim, Hundt v. 271. 
Salines 188, 210, 231, 266, 287. 
Sahneron 265. 
Salomon, Jacob 144. 
Salvanca, Wilhelm 251. 
Salvator, Gorzi 48. 
Salzburg 74, 109, 180, 184, 212, 

294, 296. 
Samson, Ablassprediger 214. 
Samuel, Erhard 124. 
Sansis, Didacus 207. 
Santalo, Hieronymus 249. 
Santfort 246. 
Santiago di Compostella 3, 5, 31, 

32, 34—36, 41, 54, 56, 93, 99, 

156, 159, 171, 183, 187, 189, 191, 

196, 199, 205, 207, 220, 237, 270. 
San Vitale, Hieronymus v. 206. 
Sardenay 135. 
Sardinien 259, 260. 
Sarmin 300. 
Samen 281, 282. 
Sarnheim, Hans v. 317. 
Sas, Hans Adolf 115. 
Sasa, 256, 288. 
Sattalia 12. 
Sattelbog, Martin (zu Lichteneck) 

118. 
Sattelbog(en), Sigmund v. 188, 189. 
Saurär (Saurau), Hans 111, Ulrich 

111. 



Sayary, Jacques 263. 
Sareuse, Ybert de 207. 
Sayioni, Pietro 294. 
Savoca, Rufinus a 290. 
Savoyen 207, 208, 219. 
Saxoferrato, OliTerins de 208. 
Scaper, Livinus 219. 
Schaber, Cirfus 235. 
Schach, Sebastian 281. 
Schachmann, Bertholdt xl Jacob 

272. 
Schachten, Dietrich v. 176. 
Schade Wächter, Claus 115. 
Schaffhausen 74, 158, 212, 213, 281, 
Schalam, Heinrich 130. 
Schalcke 174, 211. 
Schallenmejer, Kaspar 249. 
Schamberg (Schaumberg?), Georg- 

V. 145. 
Scharfeneck 160. 

Schamachthal, Ludwig v. 214, Ni- 
colaus V. 97, 127, Rudolf v. 203. 
Schamomel (Tschemembel), Georg 

111. 
Schartta, Hans 145. 
Schatt, Wilhelm 130. 
Schattdorf 228—240. 
Schauenburg, Heinrich y. 162, 163, 

165, 167, 172, 174, 178, Johanne» 

V., 0. M. 300. 
Schaumburg, Georg v. 209, Konrad. 

V. 201. 
Schaunburg, Graf Bernhard y. 111^ 
Schedel, Hermann 127, Konrad 127. 
Scheffüam 187. 
Scheidt, Hieronymus 37, 42, 288,. 

290, Johannes 289. 
Schellkrippen, Konrad Geippel y, 

289. 
Schemberg 138. 
Schenk, Freiherr y. 175. 
Schenke, Hans 203. 
Scherenberg, Philipp v. 268. 
Scherer, Veit 138. 
Scheu, Wolf 263. 
Scheurl, Valentin 156. 
Scheyem 31. 
Schick, Hans 159. 
Schidung, Hans 129. 
Schiey elbein 158. 
Schiffinann, Georg 188. 
Schillberger, Johannes 102. 
Schilliger, Jost 299. 
Schilling, Georg 209, 225, Hans 211. 



— 350 — 



Schilter, Diethelm 94. 

Schinstet, Hans 129. 

Schiras 277. 

Schittingen (Scheidingen), Otto v. 
149, 146, 152. 

Schkoppe, Christoph 203. 

Schlegelholtz, Hesso v. 58. 

Schlehenwiet, Lorenz 225. 

Schleicher, Stoffel 163. 

ßchleiffer, Christoph 249. 

Schleinitz, Dietrich v. J29, 143, 
Georg V. 196, N. v. 173. 

Schlesien, Herzog Bolko von 93. 

Schlesier 92, 93, 146, 169, 182, 203, 
204, 209, 216, 226—229, 245, 248, 
260, 263, 271, 279, 297, 299, 300, 
303, 305. 

Schleswig, Bischof Nicolaus v. 116. 

Schlettstadt 74. 

Schleywitz (Schlewitz), Dietrich v. 
196. 

Schuck, Graf N. v. 61, Wenzel 143. 

Schlieben (Schlieffen), Adam v. 63. 
69, 254, 256—258, Eustach v. 254, 
258, Georg v. 124, N. v. 285, 
287, Otto V. 124, 257. 

Schlossberg, Werner 233. 

Schlottheim, Georg und Kirsten v. 
129. 

Schluck, Christoph 184. 

Schlüpff, Jacob 246. 

Schlumpff, Daniel und Martin 252. 

Schmeisser, Ambrosius 260. 

Schmid, Baschi 214, Hans 174, Hein- 
rich 114, Johannes 205. 

Schmidthans, Johann 161. 

Schmiedeberg, Jacob v. 114, Va- 
lentin, Dr. med. 143. 

Schmölzing, Nicolaus 258. 

Schmuck, Melchior 282. 

Schnal, Knecht 215. 

Schneider, Hans 177, Hans, Knecht 
130, Peter 47, 54, 213. 

Schnelin, Kaspar 162. 

Schön, Johann Walter 294. 

Schönau 203. 

Schönberg, Geschlecht 234, 243, 
Bernhard v. 143, 146, 149, 152, 
Bruno v. 143, Dietrich v. 129, 
Ernst y. 143, Kaspar y. 129, Mein- 
hard v. 233, 234, Bichard v. 253, 
254. 

Schönburg, Bruno v, 82, Veit v. 
128. 



Schönensteinbach 315. 

Schöppiritz (Tzschöppritzsch), Franz 
V. 173. 

Scholtz, Johannes 269, 

Schomberg, Geschlecht 239. 

Schonberg, Hans Bichard v. 253, 
254. 

Schom 174. 

Schoten, Zacharias van 244 — 246. 

Schott. (Schutt), Andreas 244, Hans 
209, 210, Wilhelm 244. 

Schotterhosch, Florentius a 278. 

Schottland, 89, 212. 

Schottwien 298. 

Schrämbly, Johannes 258. 

Schräm, Hans 145. 

Schramberg 168. 

Schrantenbach 292. 

Schuchol (Salzthal) 300. 

Schürpff, Hans 195. 

Schütz, Ulrich 196. 

Schützper (Milchling), Hermann v. 
233, 234. 

Schulenburg, Alexander v. 242 — 
244, 246, 254, Hans v. 37, Jacob 
V. 242, 243, Werner v. 191, 243. 

Schulze (Schultcze), Kaspar 129. 

Schumacner, Hans 212. 

Schumann, Johannes 108. 

Schurff, Georg 258. 

Schurtzbecher, Georg 209« 

Schutt (Stutt), Hans 192. 

Schwabe, Hans 145. 

Schwaben 159. 

Schwagen, Heinz v. 189. 

Schwalbach, Gimand v. 114, 115, 
Johann v. 114, 115, Konrad v. 
188, Melchior v. 292. 

Schwann, Thomas 180, 182. 

Schwartz 258. 

Schwartzmurer, Sigmund 212, 213. 

Schwarzburg 90, 129, Anarg v. 172, 
Grafen von: Balthasar 172, 182, 
Günther 128, 131, 143, Hans 182, 
Heinrich 90, 114, 115, 188, Sieg- 
hard 93. 

Schwarzenberg, Flach aus 263, Phi- 
lipp aus 263. 

Schwarzenberg, Hans v, 173, 174, 
209, Heinrich, Graf v. 120, 208, 
210. 

Schwarzes Meer 262. 

Schweden 133, 264, König Magnus 
V. 89. 



— 351 — 



Schweicker, Martin 270. 

Schweidnitz 131, 203. 

Schweigger, Salomo 42, 256—258. 

Schweinichen, Heinrich v. 30. 

Schwerin 121, Dietrich v. 242, Petrufl 
Braun aus 121. 

Schwinghammer, Andreas 233. 

Schwyz 195, 211, 230, 246, 290. 

Scio 306. 

Scutari 134, 295, 298. 

Sebenico 57, 291, P. Jacob aus 163. 

Sebner, UWch 101. 

Sechsehi 291. 

Seckendorf, Geschlecht 249, Apel 
V. 159, 160, Lamprecht v. 167, 
Schick V. 159, Sixtus v. 159. 

Seebach, Geschlecht 272, 292. 

Seedorf 41. 

Seegeletz 158. 

Seegesser, Hans Arnold 121. 

Seeland 114, 225. 

Seersen 74. 

Seevogel 24, 77. 

S^ez 207. 

Seger, Junker 246, 247. 

Segisser, Jost 232, 259, 268. 

Segna, Lucas de 48. 

Segonini, N. de 207. 

Seiboltsdorf, Geschlecht 234, Bern- 
hard V. 165, Georg v. 118, Se- 
bastian y. 168. 

Seiden 167. 

SeidHtz, Balthasar v. 293, Hans v. 
203, 258, Lorenz v. 203, Melchior 
V. 226—239, N. v. 209. 

Seiler, Marx 281. 

Seitenmacher (Vogt), Johann 206. 

Seiberg, Georg v. 180, 182. 

Selege, Heinrich 107, Johann 85. 

Seligenthal 178. 

Selmenitz, Hans v. 129. 

Semmeringpass 179, 298. 

Sempach 281. 

Sensheim, Michael v. 209, Wolf v. 
128. 

Serajewo 294. 

Serensteiner f Hans 196. 

SerravaUe 187. 

Seslin, Jacob 271. 

Seuvin, Bertrand 259. 

Severin u. sein Sohn Ludwig 247. 

Sewbold, Heinrich 145. 

Sichern 134. 

Sicilien 89, 141, 247. 



I 



Sickinffen, Hans t. 159, Schweig- 

hard v. 187, 188. 
Siculi, Kaspar de 163. 
Sidau 128, 129. 
Sidler, Hans 290. 

Sidon 108, 286, 295, 298, 290, 306. 
Siebenbürgen 163. 
Siegen 166. 
Siegfried, Gregor 206. 
Siena 190, 194, 249, 254, 281. 
Sievering 75. 

Süberberger, Gamaret 111. 
Simeon, St. 300. 
Simon, Abraham 284, Gürtelchnst 

77, Jude 204. 

Simplonpass 206, 259. 

Sinai (S. Catharina) 11, 22—24, 41, 
48, 60, 70, 74--76, 87, 88—96, 
102, 107, 110, 113, 114, 133, 135, 
136, 140, 142, 157, 160, 163, 167, 
168, 189, 190, 199, 205, 220, 223, 
233, 235, 239—249, 254, 255, 272, 
274, 276, 280, 281,290,291,295, 
298, 303. 

Sindelfingen 139. 

Singer, Wolfgang 291. 

Sini^aglia 264. 

Sinzig 74. 

Sitten i. d. Schweiz 209. 

Sixtus 218. 

Skölen 129. 

Skorulski, Andreas 269. 

Slavonien 114, 116, 208, P. Jacob 
aus 163, 164. 

Siehalden, Jodocus van 207. 
Slevine, Marquardus de 102. 
Sleyde, Dominus de 90. 
SHsansky, Lorenz 43, 301, 302. 
Sluder, Andreas 172, 177. 
Smyma 2, 28, 290, 297, 305, 306. 
Snuk, Cornelius 291. 
Sodom 241. 
Sofia 288, 294. 
Sojelski, Felix 259. 
Soliner, Jacob 242. 
Solms, Grafen von: Johannes 162 
—164, 243, N. 259. 

Solneck, Eberhard v. 243. 
Solothum 74, 269, 280, :?82, 284, 
285, 294, 299. 

Sondershausen 143. 

Sonnemann 294. 

Sonnenburg, Graf Andreas von 34. 



— 852 — 



Sophia, Gemalilin C. v. Tanaröde 

106. 
Soranzo, Jacobo 248. 
Sorbe 300. 

Soreta, Constantiii 155. 
Soudin 301. 
Souribe 299. 

Spät, Hans 137, Kaspar 172, 163. 
Spalato 291, 294. 
Spanien 5, 61, 89, 116, 123, 133, 

169, 207, 208, 209, 212, 223, 234, 

237, 240, 247, 249, 252, 259, 266, 

286, 292, König Philipp II. von 

34, 237. 
Spamau, Peter 96. 
Spamöch (Spameck), Dietrich v. 

180, 182. 
Sparr, Klaus 124. 
Spaur, Hans v. 103. 
Spechbach, Philipp v. 275. 
Speier 65, 74, 104, 138, 190, 255, 

260, 263. 
Spendener (Splender), Reinhold 96. 
Spenner, Johannes 162. 
Spichermann, Georg 249. 
Spiegel, Gerhard 115, Heinrich 117, 

Johannes 224, Otto, Dr. 156. 
Spilimbergo 109, 209, 296. 
Spiaelli, Bemardino 295. 
Spiring, Berit 130. 
Spittal 294. 

Splügenpass 220, 236, 264, 281, 289. 
Spoleto 190, 215. 
Sponheim, Graf Johannes v. 106. 
Stadia (Stadion), Hans v. 180, 182. 
Stadion, Hans v. 137, Walter v. 

189, Wilhehn v. 137. 
Stadweg, Johann 114. 
Stahn, Sebastian 277, 278. 
Stahrenberg, Achatz v. 259, Hans 

V. 111. 
Stall, Michael 290. 
Stammer, Arndt Gebhard v. 170, 

290, 291. 
Stans 282. 

Starkenberger, Ulrich 103. 
Starnberg ( Stahremberg ) , Ge- 
schlecht 237, Graf Gotihard v. 

284. 
Starnberger, Johannee 184, Paul 

184, 187. 
Starschedel (Storstadell), Heiniich 

V. 143. 
Starzer, Michael 284. 



Stasse, Matthias 99. 

Staufenberg, Ritter v. 82. 

Stauffenberg, Jacob Schenk v. 117, 
137. 

Staüffer, Hans 145. 

Staupitz, Dietrich. V. 144. 

Stedmger 2. 

Steffen, Julius 244. 

Steiermark 114, 191, 209, 233, 236. 

Stein, Adam y. 233, Arndt v. 170, 
Bastian y. 214, Bertholdt y. 109, 
145, Dayid y. 137, Friedrich v. 
116, 161, Georg y. 161, Hans v. 
109, 214, Heinrich v. 129, Hilde- 
brand y. 249, Marquard y. 279, 
N. y. 296, Philipp y. 201, Pop- 
peün y. 124, Seifried y. 144, Sig- 
mund y. 109, Theobald y. 145. 

Stein, Primus aus 218. 

Steinach 166. 

Steinbartner, Hans 103. 

Steinbruck, Hans Wilhelm 282. 

Steiner, Georg 296, Werner 212. 

Steinhaus, Dietrich y. 281, 282. 

Steinhausen, Geschlecht 249, Apel 
y. 130, 152. 

Steinpeckh, Hans 103. 

Steinreuter, Georg 111. 

Stella, Nicolaus de 48. 

Stelzlin, Georg 212. 

Stelzner, Heiarich 173. 

Stempel, Bernhard 145. 

Stephan, Koch 215, Pater 286 
Priester 145, Ritter 114, Schreiber 
144, Sohn Erbons 315. 

Stephanis, Antonio de 48. 

Stephansfeld 215. 

Stephans&eithof, Stephan y. 35. 

Stephanus, Hippolytus 278. 

Stern, Peter 60. 

Stemberg, Freiherr N. y. 260, Gott- 
schalk y. 167, Hans y. 32. 

Stemowsky, Lucas 290. 

Sterzing 104, 107, 136, 187, 209. 

Stetten, Truchsess Hans y, 137. 

Stettin 167, 168, 191, 192, 194, Her- 
zog Wenzel yon 99. 

Stiber, Heinrich 159, 

Stiewitz, Junker Nicolaus y. 101. 

Stockar, Hans 212, Thomas 212, 
213. 

Stockau, Friedrich y. 167. 

Stockes, Georg 317. 

Stockhohn 89. 



öfi# 



Stockmann, WQ^gftag $62, ^. 

Stoffeln, Freiherr Heuuricii t. JJl, 
162. 

Stolberg 129, 13Q, 180, Ge0olileo)xt 
234, Grafen .von.: JBotho 39, ISO, 
JS^ri^ Ben. Ij^, .131, ^ein^li 
jun. 172, 182. 

SWp :261, 271, 

Stoltz, Mattl^M, Dr. 173, 182, Ni- 
colaus 18^, 1^, Pe^r 179. 

Stolzenhai|i, .6eQ];g Mar^ y. 1$^. 

Stoncz ^Stöntscji), Dietsiqli v. 148, 
Heinncli v. 148. 

Stoscl;^, faspa^ von ßl« 

Stoe^, Jolu^vj» y. 246. 

Stosz, Ürban 124. 

Strassauer, Franz 103. 

Strassburg 2^ ^5, 74, 78, 104, 115, 
162-^l^iJt, 187, 21d, ?17, ^96, J549, 
255, 260, 264, ^1, ^72, 279-.Ji84, 
P. Jobannes aus 99. 

Streblen 1^, 

Streit, aus Hage^au 2{»4. 

Streitberg 145, Eberhard v. 159, 
160, Geor^ v. 206, Valentin v. 145. 

Strentzel, Diener 130. 

Striegau 181. 

Striegel, Hans 110, PetQr Wolf IIQ. 

Strillemann, Koprad 115. 

Strindioo, Nicolaus de ^08. 

StrpbeU, Andrejs 38, ^79. 280. 

Stromer, Hans 1Q9. 

Stropperg, Bernhard 136. 

Strüssel, Wolf 258. 

Strzela, Ka^p^r 260. 

Stnbbe (Ijathge), Rochus 304. 

Stubenberg, l riedr^oh v. 243, I^^ut- 
hold u. Otto Y. .111, ülriob Y. 

103. 
Stulz, Heinrich 211. 
Sturm, Peter 249, Zacharj^M 262, 
^;utigel (Stauiiigell», 14^. 
^tatiiraart .74, 197, 291. 
Subersdorfer, Erasm^s 159. 
Sudheim, Pfarr.e(r Ludojf y. 43, 90. 
Sve^ 24;4, 276, 295, 298. 
Sulzbach 2^8. 
Sülzberg, Geschlecht 2,39. 
Sundauer, Geoi^ ,233. 
Sunler 165. 
Sursee 265. 
Surus, Georg 138. 
Swemming, Johann y. der 96. 
Swinbume, Thomas 99. 

Böh rieht, Pilgerreisen. 



Symus, Jonas 233. 
Syracus 80, 263, 292, ß06. 
BymPfiT^ 307. 



Tabor 85, 90, 134, ßP2, 306. 

Tachau 181. 

Täbris 277. 

Tatenzeck, Wolf Gottfried y. 279. 

Tagiero, Bfiptisto 48. 

Talacker, N. 234. 

Talleyrm^d-Pädgqrd, Helias y., Bi- 
schof Yon Liotpges Sß. 

Tamerlan 102. 

Tamquardin (Tqngobard^) i60« 

TandQrfer, Heinrich 129. 

T^igel, Wolf 209. 

Tanls 135. 

T^nner, franst 296, Guido 290, Phi- 
lipp 297. 

Tannrode, Eonrad y. 106, V^tz«- 
thum Melchior y. 129. 

Taormina 296. 

Tarantaiße 207. 

Tarent 210. 

Tarvis 222, 237. 

TCaubei^heim, Christoph y. 209, 210. 

Taumar, Leopold 111. 

Tautenberg, Hans u. Georg, Schen- 
ken Y. 125. 

Tauw 296. 

Techtermann 287. 

Tedesco, Francesco 77. 

Tegexfsee 126. 

Tehensteiner, Bernhard 111, 

Teichauepir (Teichthnger) , Hein^- 
rieh" 180, 181. 

JeUe^dtirffer, Easpar 103. 

Temin4ugefi,.P«tenpann y. 82. 

Templer 90. 

Tenedos 273, 301, 305. 

.Te])ellp9, Jufptus $. 

Tengen, Freiherr y. 82. 

Tennstädt, ührich y. 96. 

Tentzer, Sixt 174. 

Tepen, Hans 110. 

TergOYist, Fürst y. 292. 

Terouanne, Bischof y. 188. 

Terribile, Hieronymus 48. 

Tesmar, 4mbrosiuß 261, 273. 

Tettau, Anselm y. 173, 182, Jo- 
hannes Y. 101. 

Tettauer, Karl 79. 

Tettnapg 108. 

23 



— 354 — 



Tetzel, Gabriel 112. 
Teuchem 173, 209. 
Teufenbach (Tiefenbach), Tristan 

111. 
Textor (Weber), Wilhelm 156, 173. 
Thal, Öeorg" Heinrich v. 285. 
Thalafer, Aloißius 208.- 
Thalwyl 288. 
Thann 168, 259. 
Thannd orfer, Heinz 109. 
Theilkäfi, Peter 46, 214. 
Themmermann, Olivier 228. 
Thenise, Mr. de 261. 
Thessalonich 262, 291. 
Thierstein, Graf v. 41. 
Thiessing, Wolf Johann ^57. 
Tholomais (Tholomazüs) , Orlantlo 

ßainardo de 234. 
Thomas, Frater 160, 163, Koch 

115, Leffat 6, Magister 182. 
Thome, Gisbert 207. 
Thon, Konrad 171. 
Thone, Friedrich 129. 
Thomey, Hugdum van 227. 
Thüngen, Geschlecht 244, Adam v. 

233—235, 238, Bernhard v. 234, 

Eberhard v. 233, Friedrich v. 

233, 238, Hans v. 188, Hildebrand 

V. 124, N. V. 164, 254, Sigmund 

V. 180, 182. 
Thünger, Hieronjrmus 234. 
Thüringen 240, Landgraf Ludwig 

170 (vgl. auch Sacüen). 
Thun, I'riedrich 289, N. Freiherr 

V. 272, Victor v. 316. 
Thunger, Sigmund 225, 226. 
Thurgau 211, 212. 
Thum, Graf von : Franz 228, 243, 

Heinrich 247, 261, 273, 274, N. 

197, Ootavio 301. 
Thusis 249. 
Tiberias 135, 244, 250, 297, 298, 

306. 
Tiberio 234. 
vTiedemann 41. 
Tiel 234. 
TiUitz 221. 
Tilwan 221. 
Timma, Simon de 295. 
Timmermann, Simon 302. 
Timova 96. ' 
Tisens 100. 

Toblach 104, 107, 108, 187, 209. 
Toledo 237, Sophia aus 237. 



Tolhaim, Raff v. 182. 

Tomassino 48. 

Tongerlov, Thomas 289. 

Tongern 246, 247. 

Torantt, Johannes 196. 

Torgati 74, 172—175, Hans aus 124. 

Torkington, Richard 210. 

Toma 209, Bartholomaeus v. 114. 

Tomare, Claudius 288. 

Tomwitz, Freiherr v. 299. 

Torre, Matthaeus de 48. 

Tors, Heinrich 108. 

Tortosa 301. 

Tossignano, Nicolaus de 206. 

Totes Meer 90, 241, 274, 281. 

Toulon 292. 

Toulouae 90, 237. 

Touretfce, Guy de 168. 

Tourmine, Fran9ois d« 168. 

Toumay 168, 247. 

Tours 88. 

Touschar, Joachim 272. 

Trapani 289, 304. 

Trapezunt 262. 

Trappe, Georg 174. 

Traun 112. 

Trautenau 179, 180. 

Trebnitz 56. 

Trenbeckh, Hans 102. 

Trevisanus, Pascalinus 208. 

Treviso 9, 46, 107, 108, 167, 181, 
187, 213, 221, 294. 

Treysa 74. 

Tribel, Hans 145. 

Triebenpahrer, Victor August 279. 

Trient 104, 124, 141, 155, 166, 167, 
184, 188, 190, 195, 211, 213, 217, 
221, 231—232, 234—237, 247, 
259, 278, 280—282, 291, 297, 299, 
304. 

Trier 74, 184, 225, 

Triest 103, 110, 216, 298, Jacob u* 
Philipp aus 225, 226, Marinus, 
Bischof V. 110. 

Trinkher, Veit 237. 

Tripolis 17, 24, 39, 43, 49, 50, 56, 
117, 136, 141, 205, 226, 233, 244, 
256—257, 261, 265—268, 271, 
275-277, 279, 283—287, 299— 
304. 

Troia 24, 89, 273. 

Troilo, Kunz Ferdinand v. 303, 304. 

Tromper, Peter Avieno 233. 

Trond, St. 190. 



— 355 — 



Troppau 75. 

Tro88, Nicolaus de 242. 

TroBselmann 121. 

Trost, Dr. 142. 

Trotha (Drath), Friedricli v. 144, 

Joliaxmes v. 159. 
Troyzer, Georg 188. 
Truchsess, Georg 182, Chnstopli 

316. 
Trupiunis, Franciscus de 219. 
Trox, Adrian Dox 246. 
Tschecli, Johann Theodor v. 57. 
Tschudi, Ludwig 43, 211—213, 217. 
Tubitz 128. 
Tncher, Johannes 43, 155 — 168, 

239. 
Tübingen 139. 
Tonis 297, 303. 
Tunner, Friedrich 111. 
Turchet, Bapidsta 294. 
Turff, Johannes 192. 
Turin 191, 256, 305. 
Tumeisen, Dr. med. Leonhard 232, 

233, 264. 
Tuttlingen 139. 
Twiel 113. 
Tyrol 240, 271. 
Tyrus 89, 108, 125, 286, 287, 295, 

298. 
Tzschöpritzsch (Schöppritz) Otto v. 

145. 



Uchtenhagen, Balthasar v. 124. 

üebel, Cornelius 225. 

Ufflande (Oppelant), Jacob 130. 

Ugelheimer, Peter 47. 

Uhlfeldt 272. 

Ulm 38, 40, 47, 74, 107, 136, 138, 

161, 163, 188, 190, 211, 221, 222, 

243, 250, 252, 270, 271, 289. 
ülner, Philipp 215. 
Ulrich, »der Puecher« 95, Ritter 

130. 
Ulsin, Hans v. 129. 
ülstädt, Wilhelm 258, 285, 286. 
Ulstetter, üans 42, 235, 242. 
Ungarn 25, 78, 89, 99, 114, 152, 

167, 244, Könige von 54, 89, 163, 

193, 207, 209, 284. 
Unger, Michel 196. 
Ungnad (v. Weissenwolf), David 257, 

Hans 111. 
Unna 114. 



Untervoigt, Nicolaus 144. 
Unterwaiden. 211, 229, 230, 265i 

283 
Urach 137—139. 
Urban, (V) Papst 32, St. 127. 
Uri 263, 269. 
Ursinus, Aiigelns 207. 
Utrecht 38, 164, 217, 219, 242, 249. 



Yaduz 104, 236, 242. 

Vagius, Heinrich 279. 

Vaüiingen 139, 263. 

Valenciennes 234, 242, 243. 

Valentin 145, 192, 208. 

Valerius 77. 

ValladoHd 237. 

Valo 242. 

Yarmen, Jacob 220. 

Veglia, Bischof v. 282. 

Veit, Barbier 137, Jacob 173. 

Velber, Ulrich 103. 

Velberg, Geschlecht 249, Georg v. 
159. 

Velsberg, Christoph v. 159. 

Velsch, Peter 162, 163. 

Venedig 4, 6—13, 17, 24, 40, 43— 
47, 49—52, 57, 82, 92, 95, 95, 99, 
100, 101, 104, 107—111, 114— 
120, 124, 125, 127, 128, 133, 136 
—138, 141—143, 146, 152, 153, 
155. 156, 159, 162—176, 179— 
181, 187—196, 204—206, 209, 
211, 214, 217—221, 226—228, 
234, 241—250, 253, 255, 256— 
259, 264—266, 271, 272, 275, 277, 
279—284, 287—295, 297—305, 
Consuln u. Gesandte 12, 19, 65, 
77, 78, 227, 235, 239, 255, 259, 271, 
272, 281, 293—295, Gasthöfe in 9, 
46, 47, 181, 184, 190, 200, 213, 214, 
223, 238, 254, 266, 269, 282, 289, 
Kirchen u. Klöster in 8, 9, 41, 43, 
44, 50, 283. 285, Magistratto de 
cattaveri in 49, 50, 234, 237, 238, 
Polizei 285, Rheder 10—12, 49, 
55, 181, 184, 191, 192, 208, 237, 
268. 

Veneuri, Peter 48. 

Veningen, Stephan v. 188. 

Venneras, Haryas 207. 

Venneris, Fr. de 208. 

Vennerus, Johannes Antonius 208. 

23* 



^ S66 -=- 



Yentimiglh, mtoiB. 244w 

Vento, Angelo, Cirist^rfer^ 272. 

Venzone 294, 296. 

Verdone, Petrus de 208. 

Verdun, B&cbdf Hugo v. 9a- 

Vemburg, Graf v. 275. 

Verona 141, 184, 190; 194, 281, 282. 

VeaalÄtt, Dr. merf. 37, 57. 

Veapa, Erzbischof v. 299. 

Via mala 249. 

Vianden, Graf GottMed III. v. 90. 

Vicenza 237, 264. 

Vicke, Heinrieli*, genam^ Graoäbei:^ 

107. 
Vicko aiM Bremen 12I. 
Victring, Abt Geiliard II. v. 117. 
Vicule, Karl von, 0. M. 247, 2lÄ 
Vie, Mr. de 54. 
Vienna, Robertos de 206/ 
Vienne 260. 
Vietor, Konrftd 291.^ 
Vignacotirt, Lonie cfc 292. 
Vilermow 181. 
ViUaob 109, 2Ö4, 221, 237, 238, 29*, 

296, 298. 
Villareta, t'olcetns de 262. 
ViUerseaux, M*. de 261. 
Vilüers, Allain de 169. 
Villinger, Peter 246—248. 
Viioy, Walter 115. 
Vilsecker 111. 
Vit6rbo 146, 195. 
Vitry, Jacob t. 30; 
Vitznau 29^. 
Vitzthum, Christoph v. 263^ 2^8, 

Georg 209, 210. 
Viviano 48, 23t. 
Vloderop, Wilhelm v. 119. 
Vogel, Deryk 158. 
Vogt, Gregor 246, Hans 208, Loi^enz 

225, 226. 
Volckam«r, Sebastian 1091 
Volckhart, Arnold 246. 
Vollmer, MartiA 215. 
VoUrath 38. 
Vorarlberg 213. 
Vorderbühl 75. 
Voynens, Hans 234. 
Vrouwenberch, Clawes 118. 
Vuale, Ofte de 219. 



Waadtland 212. 

Wach, Freiherr zu, Sigmtäid 126; 



Wachen, Johann Mirsa^h v. 146. 
Wachsmuth, Christoph 203. 
Wadem, Arthur v* 127. 
Wagner, Hans 183, 18?, 193. 
Walgn«8, äanjET 203. 
Wahl, Jacob 287.« 
Walana, Audio Galia' zu 196. 
Wal«^rg, J^ob V. 110, Johattitos 

V. 118, 161, 162, 165, N. v.- 66, 

2344 US. 
Walde (Waldau), SigAuHd v. 145. 
Wftld^ck, Karl Boss v. 188, 190, 

Georg V. 126, 196, G*af Philipp 

V. 180, 181. 
Waldemfrtr, Be^h<ai$t 146. 
Waldenfels (Wallenfels), Georg- v» 

124. 
Walder, Heinrich 281. 
Waldner, Ckrifftopb 212. 
Waldow, Easpar v. t24. 
Waldsee, Peter aus* 161. 
Waldstein, Hinko v. 81. 
Waldsteitter, Hans 111. 
Walfelser, Ea^par, Dr. med. 159. 
Wallach ei 89. 

Wallendorfer,* Wilherich 221, 23^. 
Wallenfeld, Easpar V. 209. 
WafleAfels, Christoph v. 270, MartiH 

V. 109. 
WafleÄrode, Saiw v. 142. 
Wallenstedt 104, 281. 
Wallestein, Christoph 193. 
Walrodt, Vittus v. 159. 
Walter, Bemhardi 275, P. aus Gug- 

lingen 159—164. 
Wafters^eil t. 275. 
Walther, Balthasar 201, 292. 
Waltzig, Jacob 145. 
Wanckel, Nicolaus 205i 
Wang 74,. 7*. 

Wangenhei-m, Hans v. 128. 
Wanner, Mai^tin 203. 
Warasdin, Stephan v. 114. 
Warburg 74 75. 
Warendorp 211, Heinrich v. 44. 
Watoer, Clau« 182. 
Wartberghe 131. 
Wartenberg, Christc^h v. 209, 210, 

Graf N. v. 61. 
Wartensleben, Eersten v. 170. 
Wasschall, Hans 48. 
Wassenberg 190. 
Wasserburg 75. 
Wassilir, Wühebn 180. 



mn 



Waterö 246« 
Watson, JohEnnea 207. 
Watzdorf, Wilhelm ^. US, 
Weber (Teiter),- WilHeliü 156, ICT* 
Wedeghe, DietrfoÜ de 131. 
Wedefi, Leop6ld- v. ST, 25a*-255-, 

Otto V. 192, 193, 2fö. 
Wedemaim ^.* 
Wedthaw, Mattlies 144. 
Wegener, Pete* 303; 
Weichss, N. V. %$4. 
Weiden, R. V. 300. 
Weigeleiü, Georg 145; 
Weil 138, 139. 
Weilburg 74:. 

Weiler 193, Fidtz Jacob, t. 102.- 
Weilheim 178. 
Weimar 74, 128, 130, 152> Hesmanu 

aus 1^,' Philipp' 254. 
Weinmaim, Franz 316^ Hftns, aus 

Wien 177. 
Weissenbach, Hanö v. 209, 210, 

Wolf V. 172. 
Weissenburg 74, 26i, Dr. Johcbim 

aus 146. 
Weisskirchen 143. 
Weitelflhauflen, Wolf V. 292. 
Weitra, Konrad v. 96.- 
Weller, Rudolf 273. 
Well^art, Renn^art v. 187. 
Welmershausen, Geschlecht 249. 
Welser, Peter 199. 
Welsperg, Christoph v. 173. 
Welterendorf, Olto dte 93. 
Weltzel, Alexander 278. 
Weltzer, Siegfried 242. 
Welwart, Geschlecht 2^, 235. 
Wembding, Georg v. 215i 216, Otfe- 

heinrich v. 249. 
Wendel, St. 74. 
Wenk, aus Nürnberg 158. 
Wentzel, Adrian 225. 
Wenzel, Albrecht 235. 
Werden 233. 
Werdenberg 217. 
Werdenberg, Grafen von : Albrecht 

u. Rudolf 178, 188, 189, Felix 34, 

Wühelm 167, 168, (vgL Montfort). 
Werich, Achim v. 193. 
Wemau (Wemow), Geschlecht 234, 

249, Wilhelm v. 137. 
Wernigerode 87, 114. 
Werro, Sebastian 258, 259. 
Werte, Fürst Johannes t. S^. 



Wertheim, Geschlecht ^S^ Graf 
Hans V. 1461 

Wesel 72-. 

Wessler, Johann 138. 

West, J<>liaBne^ 208. 

Westenberg (Pesftenberg), Kaspar 
V. 144. 

Westensee, Marquard* v. 98. 

Weste^fieiUiv RoiBiers 250; 

Westerstadt, Johann v. 159. 

Westierätetten, Geschlecht 249, Ul- 
rich V. lÖTl 

Westfalen 67, 90, 117, 261. 

Westhausens N. v. 296-. 

Westhoffett H6. 

Wetter, Leonhard 170. 

Wetterau 114, 233. 

Wetterode, Äerthold v. 114. 

Wettiätrfer, Johann v. 221, 222. 

Wexius, Christoph 261, 262, 273. 

Weybstadt 164. 

Weydenbachi, Kersten 196. 

Weyllef , LeoAhaird l-SS. 

Weyttingv Christoph v. 271. 

Wibremen, Peter v. 167. 

Wickersheiöi, Johannes V. 96, Wolf 
V. 215. 

Wiedersperg, Nickel v. 173, 183. 

Wien 35, 40, 54, 74, 75> 78, 96, 
100, 177, 179, 204, 219, 239, 245, 
257, 270, 279, 288, 298 301—304, 
Lud^wig von 105. 

Wiener-Neustadt 147. 

Wiesbaden 74. 

Wifflet, Reinhard 114. 

Wifflisburg (Avenche), Wilhelm v. 
113. 

Wigand 144. 

Wigules, Matthes 165. 

Wüntappere, Johann 95. 

Wiis, Albertus de 302. 

Wilburger, Hans 231. 

WiM, Johannes 169, 160, 384, N. 286. 

Wildbad 139. 

Wildbe#g, Johann 96, Johann v. 87. 

WildebroH, Georg v. 129. 

Wildenfels, N. v. 172. 

Wüdenstein, Ludwig v. 126. 

Wildschütz, Cornelia» 293. 

Wilhardt, Andreas v. 249. 

Wilhelm-, Johann 246, 247, Lorenz 
246, 247, Trompeter 174. 

Willemszon, Arent 218. 

Willens, Heinrich 287, 



— S58 — 



Willisau 214. 

Wilpach, Georg v, 173. 

Wilsbergf Mönch Pancraz ans 215. 

Wilsnack 107, 108. 

Wiltpuxck, Antonius de 232. 

Wimmelburg, Abt von 32. 

Wimpfen 75. 

Windeck 184. 

Winden, Andreas 303, Wolfgang v. 

111. 
Windischgrätzer, Coloman 103, Ja- 
cob 145, Sigmund 111. 
Winter, Christian 225, 226, 
Winterbach, Meyer 251, 252. 
Winterstetten, Schenk Eonrad y. 

137, Ulrich v. 137. 
Winterthur 158. 
Wintzerer, Easpar 196. 
Wintzingerode, Heinrich v. 114, 115. 
Winzerer, Easpar 317. 
Wirtener (v. Wertem), Dietrich 130. 
Wirtz, Dr. Easpar 215. 
Wissberg, Ukich v. 159, 160. 
Wisse, Georg in der 114. 
Wisseisheim 114. 
Wittembergk, Paul 142. 
Witten, P. Johann v. 95. 
Wittenberg 75, 176. 
Wittenborch, Nicolaus 103. 
Witzgana (Witzkova) , Psemeck 

(Prczowesch) v. 233, 234. 
Witzleben (zum ^ein), Heinrich v. 

129. 
Wmlade, Jan 180, 187. 
Wochy, Cestir v. 196. 
Wölffi 260. 
Wölfli (Lupulus), Heinrich 46, 214, 

215. 
Wörgl 181. 

WoldersUeben, Claus 114. 
Wolf 174. 

Wolfendorf, Heinrich v. 129. 
Wolfersdorf, Eonrad (Cunz) v. 109. 
Wolfskele, Friedrich v. 119, Vegis- 

laus V. 201, Wipprecht v. 129. 
Wolframsdorf (Wolfstorff), Götz v. 

143. 
Wolfrath, Bernhard 144» 
Wolfsdorf, Hans v. 144. 
Wolfsmar, Peter 182. 
Wolfstein, Albrecht v. 141, 173, 

Wilhehn v. 144, 173. 
Wolfwocher, Franz 227. 
Wolgast 194. 



Wolkenstein, Christoph v. 3, 192r 

234, N. V. 195, 286, Oswald t. 

37, 100, 316. 
Wolkensteiner, Veit 111. 
Wohrath, Hans 144. 
Wolzog, Johann Christoph 268. 
Wormbach 211. 
Wormbser, Jacob 233—237 , 242, 

Nicolaus 235. 
Worms 74, 191, 292. 
Wormser, Bernhard. u. Jacob 215. 
Wrangel, Georg v. 293. 
Würgen, Johann Seiden v. 167. 
Württemberg 174, 175, Graf Eber- 
hard sen. und jun. y. 42, 116, 

138, 139, 183, Herzog Ludwig v. 

182, Ludwig Friedrich t. 292, 

ükich Ton 45, 138. 
Würzburg 119, 141, 201, 209, 225, 

289, 290, 297, 301, Bischof Lorenz 

V. 200. 
Wulf, Hans 116. 
Wunsiedel 256. 
Wurffei, Ulrich 103. 
Wurm, Georg 131, 173, 174, 180, 

Lutz 114. 
Wurmser (Wormbser),Bemhard 215, 

Jacob 215. 
Wuthenow, Joachim v. 158. 
Wydenbosch (Saliceto), Anton v. 

112. 
Wyg, Melchior 283. 
Wy^ Jost Heini im 281. 
Wylacken, Gotthard v. 119, Otto v. 

119. 
Wymann 214. 
Wynon 291. 
Wyss, Melchior 290. 
Wyttem 119. 

Xanten 74. 
Xanthus 273. 

Tsenburg, Grafen v. : Ludwig 124, 
Philipp 169. 

Zabarach 190. 

Zaberke, Heinrich Pflug zu 143. 
Zabem 74. 
Zacharias 225. 
' Zaffelstein 139. 
Zangenberg 102. 



359 — 



Zanisj, Hiraickli 196. 

Zante 16, 80, 222, 241, 266, 268, 
293, 306. 

Zara 16, 57, 133, 187. 

Zaunhaken^ Eonrad 201. 

Zcoch, Thomas de 192. 

Zebitz, Georg v. 159, 180, Eonrad 
V. 109, Nicolaus v. 1Ö9 (vgL Cze- 
bitz). 

Zedlitz, Dietricli v. 181, Georg v. 
248, Heinrich v, 179—182, Otto 
T. 235. 

Zedwitz, Georg v. 173, 174, 183, 
Easpar v. 113, 173, 183. 

Zelege, Heinrich 107. 

ZelkMig, Wühebn v. 1Ö3. 

Zeller, N. 165. 

Zelsen, Nickel 142. 

Zenger, Pardval 242, 

Zeries 211. 

Ziedeschen, Hermann y. 182. 

Ziegelheim, Dietrich v. 144. 

Ziegenberg, Giso v. 90. 

Ziegenhain, Graf Johann v. 82, iTl. 

Ziegler 283, Blasius 258, 259, Hein- 
rich 217, 218, Otto von 117, Ru- 
dolf 130. 

Zigeuner 57, 61, 138, 197. 

Zimmern (Herrenzimmern), Werner 
V. 82, 161—165, Wilhelm v* 234. 



Zink, Hans 103. 

Zinzendorf, Graf Joachim v. 54, 255, 

256. 
Zobel, Andreas 131, Stephan 159. 
Zoch, Thomas 193. 
Zode, Heinrich 103. 
Zoete, Alexander 219. 
Zofingen 169. 
Zollern, Geschlecht 234, Grafen y. : 

Friedrich U. v. 82, Friedrich VIIL 

116. 
ZoUikofer, Domius 218. 
Zorn, Geschlecht 235. 
Zorzi, Alois 48, r.6. 
Zthanbolack 300. 
Zuane, Sylvester de 266. 
Zürich 39, 64, 104, 109, 141, 142, 

162, 188, 217, 218, 264, 288. 
Zütphen 46. 
Zug 167, 212, 230, 246. 
Zugsbergi, Baptista 208. 
Zu&eiBch, Ferdinand 275. 
Zullhart, Eonrad 196. 
Zuhihart, Wilhehn v. 137, Wolf v. 

189. 
Zurlauben, Anton 232. 
Zvenegra, Nicolo de 93. 
Zweibrücken 188, Graf Georg v. 

215, 216. 
Zwickau 74, 82, 144. 



IL Sach-Begister. 



Ablass 3, 34. 

Aberglaube 13, 22, 266. 

Adepten u. Eabbalisten 5, 291, 292. 

Agnus Dei 13, 19, 55, 56, 74. 

Alpenstrassen 9, 29, 45, 46, 1 18, 128. 

Atteste aus Jerusalem u. vom Sinai 
72, 132, 203, 206, 217, 220, 221, 
245, 248, 253, 255, 274, 276, 277, 
280, 288—291, 302, 304, 



Bruderschafben 5, 25, 30, 38, 39, 

41, 146, 217. 
Brutöfen 23. 

Ghemins de Jerusalem 31. 
Codices 5. 

Corsaren 12, 15, 16, 191—194, 196, 
221, 260, 297, 303, 304. 



860 ^ 



Disputationen über die^ReligionJSt^, 

Elm^feuej .13, 56, 147. 

Geistliche Pilgerfahrt 6, 30, 31, 4Q, 

41. 
Geldwerthe 91— -58, 222, »23. 
Georgs (St.), Jfcitterschaft 77, 124. 

Horoskop 196—198. 

Johannes, Priestetkönig 4. 
Johannesfest -13, 184. 
Johannessegen 9, 13, 45. 
Jordanwasser 13. 

Landkarte^ 8. 

l^ümberger Tand u. Geld i8i4. 

Orden der hejl. Stola 17J. 
Osterspiele .3. 

Parabel yon ^en 3 Hingen -27. 
Pilgerberichte 25—26, 81. 
Pilgerfahrten, Stimqle^ Aafiir und 

dagegen J28— 29», 32. 
Pilgeuföhr^ «, ;2, ^5, 26, 30, 43, 

140, 236. 
PilgerUeder 309^-3.14. 
Post 10, 29., 45, 47, 221—225, 253, 

272, 298; vgl. Bist. Jahrb. XXI, 

22 ff. 

Reliquien 3, 8, 19, 22, 44, 58, 72, 
73, 82, 87. 90, 106, 107, 108, 117, 
118, 121, 127, 131, 136, ]58, 166, 
169, 171, 175, 176, 194, 195, 267, 
268, 270, 279, 295. 

Renegaten 20, 24, 51, 67, 77, 78, , 



90—92, 190, .191, Ä26, .527, 235,. 
A4, »61, 263, .272, 273, ^2, 29i^ 
294. 
Kitter des heil. Qrabes Jl, ^1, 36, 
70, 71, .99, 94, rÖÖ, .97, 100, 103,. 
106, 109, Wft, U3, :115, 1^0— ;i^, 
W, i;^, \n, 138, 137, 146, .155, 
156, 161, 165, 1^7,169— m, 178, 
182—186, 188—191, 193, 195, ^96,. 
208, 5^06,211—^14, 217—2^3, 2^6, 
Ä?8, 2&4, ^36, ^37, 24^, 247, 2p0, 
255, 259, 265, 267, 269, .270, Ä74,. 
2575, ^79-^283, 336—288, 289— 
291, 294^509, 30ß. 

Sagen 26, 90—83, 87, 90, 116, 132^ 
138, 162, 164, 185, 187, 213, .214„ 
216, 221, 249, .280, 299, 300. 

Schiffscontracte (Naula) 10 — 11. 

Schwanenorden 124—125, 130, 13» 
—140, 1^. 

SchwertprdQn 113, W. 
Sonnweger .5. 
Siaravcbreoht 194. 

T^ub^npost .24. 
Tempelschlaf 21. 
Thomascl^risten 19Q. 
Thomw (St.) Orden 90. 
Tradition ß. 

Vocabularien 191. 

Wappen 28, 35, 36, 51,5 9. 64, 69 - 
73, 82, 87, 138, 165, 167, 196,. 
214, 219, 221, 223, 232—235, 242: 
—244, 249, 250, 255, 257, 258, 
264, 275, 278, 286. 

Wechsel 7, 12, 42, 277, 285, 286,. 
289. 



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